Ärztliches Rezept
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Das Element der Überzeugung (Unsur-ul Akîde)

Drittes Kapitel
﴿ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ﴾

{"Im Namen Gottes (Allah) des Erbarmers, des Allbarmherzigen"}

اَشْهَدُ اَنْ لاَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ وَ اَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللّٰهِ

{"Ich bezeuge, dass es keine Gottheit (ilah) gibt außer Gott (Allah). Und ich bezeuge, dass Mohammed Gottes Gesandter (Rasulu'llah) ist."}

Dieses Erhabene Wort (kelime-i âliye) ist der Grundstein (üss-ül esas) der Islâmiyet. Es ist gleichsam die überaus lichtvolle (nuranî) und erhabene Fahne (ulvî bayrak) der Islâmiyet, welche über der ganzen Welt (kâinat üstünde) flattert. Der Glaube (iman), der unser Schwur und unser Eid (peyman ve yemin) auf den Bund mit dem Urewigen (misak-ı ezeliye) ist, steht in der Tat in dieser Heiligen Urkunde geschrieben (menşur-u mukaddeste yazılmıştır).

Was die Islâmiyet betrifft, die das Lebenselexier (âb-ı hayat) ist, so sprudelt sie (nebean) in der Tat aus der Lebensquelle (ayn-ül hayat) dieses Wortes hervor. Die Menschheit ist ein Kandidat für die Ewigkeit (ebede namzed), die Islâmiyet ein Erlass des Urewigen (ferman-ı ezelî), der denjenigen in der Menschheit (nev'-i beşer), die für die Glückseligkeit im Schloss (saadet-saray) der Ewigkeit bestimmt sind (tayin) und denen sie verkündet wird (tebşir), in der Tat in die Hände gegeben wird (ellerine verilmiş). Sie ist die lichtvolle Landkarte (harita-i nuraniye) und das beredte Sprachrohr (tercüman-ı belig) der Blumen des Herrn (latife-i Rabbaniye), die am Fenster (pencere) gen verborgene Welten (avalim-i gayba) stehen, welches das Herz genannt wird (kalb denilen), das mit seinem Fotoapparat lichtvolle Bilder (timsal-i nuranî) aufnimmt und in der Tat den Urewigen (Ezel) Sultan bekannt macht (ilân eden).

Die Islâmiyet ist der gewandte Redner (hatib-i fasih), welcher in Vertretung (vekaleten) die geheimnisvolle und durchaus prägnante Ansprache (nutk-u beligane) des Gewissens (vicdanın esrarengiz) vor der Gemeinschaft der ganzen Schöpfung (cem'iyet-i kâinat) hält. Sie ist eine immerwährende Urkunde (menşur-u lâyezalî) in der Hand des Mundes (lisanın elinde), welcher der beredte Verkünder (mübelliß-i beligi) des Glaubens (iman) ist, und in der Tat den Urewigen, Allweisen (Hâkim-i Ezel) der ganzen Welt (kâinat) bekannt macht (ilân eden).

Hinweis: Die beiden Teile (kelâm) dieses Bekenntniswortes (kelime-i şehadet) sind für einander ein wahrhaftiges Zeugnis (şahid-i sadık) und bestätigen sich ihre Glaubwürdigkeit (birbirini tezkiye eder). Die Anbetung Gottes (uluhiyet) ist in der Tat das induktive Zeugnis (bürhan-ı limmî) für das Prophetentum (nübüvvet). Mohammed, mit dem Friede und Segen sei (Aleyhisselâm), ist mit seiner Persönlichkeit (zât) und mit seinen Worten (lisan) in der Tat das desduktive Zeugnis (bürhan-ı innî) für den Schöpfer in Seiner Majestät (Sâni'-i Zülcelal)...

Anmerkung: Die Glaubenswahrheiten (Hakaik-i akaid) des Islam wurden mit all ihren Einzelheiten (teferruat) bereits in den islâmischen Büchern (kütüb) ausführlich mit Beweisen (mufassalan müberhene) und in aller Klarheit (musarraha) erläutert. Da man sie deutlich erkennen und vorweisen kann, weil sie eindeutig sichtbar sind, weist dies darauf hin, dass das, was sichtbar (zahir) ist, entweder unbekannt (hafasına) bleibt oder aber für den Ansprechpartner (muhatab) schwer zu verstehen ist (gabavetine işaret), weil er in diesen Dingen ein Laie ist (techil). Daher möchte ich hier nur drei, vier Grundpfeiler (unsur) des Glaubens (akide) erklären. Die weiteren Wahrheiten (hakaik) überlasse ich (havale) den Büchern (kitab) der Korypheen (fuhûl-ü üleman). Denn sie haben mir für meine Arbeit (zira bana hacet) nichts mehr übrig gelassen.

Einführung

Es ist ja jedem bekannt (malûm), der die Dinge aufmerksam betrachtet (ehl-i dikkat): die Ziele (makasıd) des Qur'ans sind kurz gefasst vier (fezlekesi dört): Der Beweis (isbat) des Einen allgegenwärtigen Schöpfers (Sâni'-i Vâhid), das Prophetentum (nübüvvet), die leibliche Auferstehung (haşr-i cismanî) und die Gerechtigkeit (adl).

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Das erste Ziel (Birinci Maksad):

Es handelt sich um die Erklärung (beyan) der Beweise für den Schöpfer (Delail-i Sâni'). Ein Beweis (bürhan) dafür ist Mohammed (Aleyhisselâm). Die Existenz (Sâni'in vücud), die Einheit und Allgegenwärtigkeit (vahdet) des Schöpfers ist frei (müstaßni) von der Notwendigkeit (ihtiyaç) eines Beweises. Besonders (lâsiyyema) für die Moslems ist dies völlig klar und offensichtlich (eclâ ve azhar). Daher (binaenaleyh) richte ich meine Worte (hitab) an die Nichtmoslime (ecanib), besonders aber an die Japaner. Denn (zira) sie hatten damals (eskide) einige Fragen (sual) gestellt, die ich dann beantwortet (cevab vermiştim) hatte. Nun möchte ich nur einen Teil meiner Antwort (cevabın bir parçası) auf ein, zwei ihrer Fragen (sual) kurz zusammenfassen. Einige ihrer Fragen (sual) sind also die folgenden:

مَا الدَّلِيلُ الْوَاضِحُ عَلَى وُجُودِ اْلاِلٰهِ الَّذِى تَدْعُونَنَا اِلَيْهِ وَالْخَلْقُ مِنْ اَىِّ شَيْءٍ اَمِنَ الْعَدَمِ اَوِ الْمَادَّةِ اَوْ ذَاتِهِ اِلَى اٰخِرِ سُؤَالاَتِهِمُ الْمُرَدَّدَةِ

{"Was ist der eindeutige Beweis für die Existenz Gottes, an den zu glauben Sie uns einladen? Woraus sind die Geschöpfe erschaffen worden? Vielleicht aus dem Nichts? Oder aber aus einer Materie? Oder aus Seinem eigenen Wesen? Und all die anderen Fragen, gestellt aufgrund ihrer Zweifel..."}

Mit anderen Worten: Was ist der eindeutige Beweis (delil-i vâzıh) für die Existenz des Schöpfers (Vücud-u Sâni)?

Hinweis: Für die grenzenlose (gayr-ı mütenahî) Erkenntnis Gottes (marifetullah) kann man mit so beschränkten Worten (mahdud olan kelâma) keinen Raum finden (sıßışmaz). Daher (Binaenaleyh) ist meine Bitte (mercû), meine ungereimte Ausdrucksweise (kelâmımdaki ißlak) zu entschuldigen (mazur tutulması).

Anmerkung: Meine Absicht (maksad) mit den folgenden Worten (bervech-i âti kelâm) ist die, die Methode (tarîk) der Überlegung und des Vergleichs (muhakeme ve müvazenenin) aufzuzeigen, damit die Wahrheit als Ganzes (mecmu hakikat) erkennbar wird. Anderenfalls (yoksa) würde das ganze Ergebnis mit Hilfe der Winzigkeit der Fassungsgabe (zihnin cüz'iyeti) an jedem einzelnen Bruchteil dieses Ganzen (mecmuun herbir cüz'ü) zu erforschen (neticenin tamamını taharri), heißen, die Wahrheit (hakikat) mit Gewalt (tasallut) und dem Zweifel (tereddüd) an der Gabe der Einbildung (kuvve-i vâhime) mit dem Schleier der irrigen Vorstellungen zu verhüllen (evham içinde setretmek).

Einführung

Wenn du nicht versuchst, für dich dadurch eine Entschuldigung (kendini mazur) darzustellen, dass du durch den Wunsch zu widersprechen (arzu-yu hilaf), Stellungnahme für das Gegenteil (iltizam-ı muhalif) oder Parteischaft für sich selbst (tarafdar-ı nefis), welche vor der Erkenntnis der Wahrheit (hakikatın keşfine) ein Hindernis (mani) bilden, deine haltlose, weil falsche Einbildung (asılsız evham) auf einen Grundsatz (bir asla irca') zurückführst, oder dass du wie der Blick eines Kunden (müşteri nazarı) nur die Fehler (yalnız meayib) siehst, oder dass du gleich wie in der Natur eines Kindes (çocuk tabiat) schon Ausreden und Ausflüchte (bahane ile mahane) gebrauchen willst, und wenn du durch dergleichen Verhaltensweisen (emirler) dich selbst isolieren (nefsini tecrid) und so meine Voraussetzung erfüllen (şartıma müraat) kannst, dann höre ruhigen Herzens (huzur-u kalb ile dinle):

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Erstes Kapitel

Die kleinen Teilchen in der Schöpfung (cemi' zerrat-ı kâinat) sind insgesamt inmitten (mabeyninde) unbegrenzt vieler Möglichkeiten (gayr-ı mahdude olan imkânat) hinsichtlich ihrer Aspektierungen (ciheti takib), ihrer vielen spezifischen (birer birer) Formen und Eigenschaften (zât ve sıfât) ohne irgendeinen eigenen Willen (mütereddid). Und dennoch folgen sie einem bestimmten Aspekt (avalim-i gaybiye) und bringen Staunen erregende (hayretbahşa mesalih) nützliche Dinge hervor (intac). Damit legen sie ein Zeugnis (şehadet) für die Notwendigkeit der Existenz (sair vücuh) des Schöpfers (Sâni'in vücub-u vücuduna) ab. Zudem zünden sie die Leuchte des Glaubens (itikadın misbahı) an, der durch die Blumen des Herrn (latife-i Rabbaniye), welche ein Abbild (enmuzeci) der unsichtbaren Welten sind, den Schöpfer (ilân-ı Sâni') bekannt macht.

So wie jedes einzelne Teilchen (herbir zerre) von sich aus (kendi başıyla) den Schöpfer bekannt macht (Sânii ilân ettißi), bewahrt (muhafaza) jedes Teilchen (herbir zerre) auf jeder Stufe (herbir makam) und in jedem Verhältnis (herbir nisbet) der zusammengesetzten (mürekkebat), ineinander verflochtenen (müteşabike) und auf einander angewiesenen (mütesaide) Substanzen in der Schöpfung (kâinat), die in einander komplexen Beschreibungen (tesavir-i mütedâhile) ähneln, das Gleichgewicht (müvazene) des allgemeinen Verlaufs (cereyan-ı umumî) und führt (intac) in jedem Verhältnis (nisbet) jeweils einen anderen Nutzen (ayrı mesali) herbei. Dadurch trägt es die Absicht und die Weisheit des Schöpfers (Sâni'in kasd ve hikmet) vor und verkündet sie (izhar ve kıraet). Daher ist die Anzahl der Beweise für die Existenz des Schöpfers (Sâni'in delaili) in der Tat bei weitem größer als die aller kleinen Teilchen (zerrattan kat kat ziyade).

Wenn du sagst: Weshalb (neden) kann nicht jeder (herkes) dies mit seinem Verstand erkennen (aklıyla görmüyor)?

Antwort: Aufgrund der Vollkommenheit in der Erscheinung (Kemal-i zuhur) gewisser Dinge... Es gibt solche die sich so weit steigern, dass sie in der Tat wegen ihrer überwältigen Erscheinung (şiddet-i zuhur) unsichtbar werden (görünmemek derecesi). Wie z.B. die Masse der Sonne (cirm-i şems).

تَاَمَّلْ سُطُورَ الْكَائِنَاتِ فَاِنَّهَا مِنَ اْلمَلَاِ اْلاَعْلَى اِلَيْكَ رَسَائِلُ

{"Gib acht auf die Zeilen des Kosmos, denn sie sind Briefe des Allerhöchsten an dich."}

Das heißt: "Betrachte (bak) diese Zeilen (satırlar) in der Kette der Ereignisse (selasil-i resail), die der Urewige Designer (Nakkaş-ı Ezelî) auf einen großen Bogen (eb'ad-ı vasia), gleich einer Seite der Welt (âlemin sahifesi) schreibt, mit den Augen der Weisheit (hikmet nazarı) und halte dich mit den Gedanken der Wahrheit (fikr-i hakikat) daran fest (sarıl), sodass diese Kette der Briefe (silsile-i hâdisat), die vom Höchsten Ort (mele-i a'lâ) herkommt, dich auf die höchsten Höhen der Gewissheit empor hebt (a'lâ-yı illiyyîn-i yakîne çıkarsın)."

Hinweis: Hinsichtlich seines Herzens (kalb), auf das es sich stützt (istinad), und von dem aus es um Hilfe (istimdad) ruft, und zugleich in seinem Gewissen (vicdan), vergisst der Mensch (beşer) nie seinen Schöpfer (Sâni). Und selbst wenn das Gehirn (çendan dimaß) einmal streiken sollte (ta'til-i eşgal), kann das Gewissen dies nicht tun (vicdan edemez). Es ist mit zwei wichtigen Aufgaben beschäftigt (vazife-i mühimme meşguldür). Das aber ist wie folgt:

Wenn man sich nun seinem Herzen zuwendet (vicdana müracaat), so wie das Herz (kalb) das Leben (neşr-i hayat) bis in die äußersten Winkel des Leibes (bedenin aktarına) verbreitet, wie im Herzen (kalb) auch die Erkenntnis des Schöpfers (marifet-i Sâni), der die Quelle des Lebens im Herzen (kalbdeki ukde-i hayat) ist; genau so wie sich das Leben mit seinen weit verzweigten Hoffnungen und Wünschen (âmâl ve müyul müteşaibeye), welche den unzähligen Fähigkeiten (gayr-ı mahdud istidadat) des Menschen entsprechen (mütenasib), im Körper (cesed) verbreitet (neşr-i hayat). So entzündet sich (atar) die Freude (lezzet) im Herzen, lässt es wachsen und gedeihen (bast ve temdid) und verleiht ihm seinen zeitlichen und ewigen Wert (kıymet). Das ist der Punkt, von dem aus wir um Hilfe rufen dürfen (nokta-i istimdad)...

Zudem ist die einzige Säule (yegâne nokta-i istinad), die in der Welt (âlem) gegen Tausend Unglücke und Streitigkeiten (binler musibet ve mezahimler), die in der Arena (meydan) des Kampfes und jeglicher Auseindandersetzung (kavga ve müzahamet) lauern und im Wirrwarr des Lebens (daßdaßa-i hayat) angreifen, allmählich (peyderpey) wieder einen Halt bietet, wiederum die Erkenntnis des Schöpfers (marifet-i Sâni)...

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Wenn der Mensch (insan), der doch der ehrwürdigste und edelste in der Schöpfung (eşref ve ahsen-i mahluk) ist, nicht an den Allweisen Schöpfer (Sâni'-i Hakîm) glaubt, der alles in Weisheit und Wohlordnung (hikmet ve intizam) tut, sondern bedenkenlos (alel-amyâ) die Dinge dem Zufall überlässt (tesadüfe havale) und meint (düşünse), dass er mit seiner eigenen Kraft (elindeki kudret) diesen Plagen (beliyyat) nicht gewachsen wäre (adem-i kifayet), stürzt er in der Tat, ob er will oder nicht, in einen höllischen, herzzerreißenden (cißerşikâf) Zustand (halet-i cehennem-nümun), gebildet (mürekkeb) aus Einsamkeit (tevahhuş), Entsetzen (dehşet), Panik (telaş) und Furcht (havf). Er wäre elendiger (perişan) als alles andere. Das aber widerspricht (muhalif) der Tatsache (hakikat) einer vollkommenen Ordnung im Kosmos (nizam-ı kâmil-i kâinat). Was ihm hier Halt und Zuflucht (nokta-i istinad ve melce') bietet, ist in der Tat einzig und allein die Erkenntnis des Schöpfers (marifet-i Sâni).

Da jedoch eine derartige Vorherrschaft (hükümfermalık) in der Weltordnung (nizam-ı âlem) aufgrund des Punktes (nokta), von dem aus um Hilfe gebeten wird und aufgrund dieser Säule, die einen Halt bietet, einzig und allein (hassa-i münhasıra) eine Eigenschaft des Wesens aller Dinge (hakikat-ı nefs-ül emriye) ist, lässt der majestätische Schöpfer Seine Existenz (vücud-u Sâni') durch diese beiden Punkte (nokta), in jedem Herzen (vicdan) wie zwei Fenster (pencere) erscheinen. Auch wenn der Verstand das nicht sieht (akıl görmezse), erkennt es doch das Wesen (fıtrat görüyor) aller Dinge. Das Gewissen ist ein Betrachter (vicdan nezzardır) und das Herz ist sein Fenster (kalb pencere).

Anmerkung: Es gibt vier Methoden (usûlü dört), wie man durch die Himmelfahrt (mi'raclar) zur Erkenntnis des Schöpfers (marifet-i Sâni) gelangt, welche der Thron der Vollkommenheit (Arş-ı kemalât) ist.

Erstens: Der Weg (minhac) der Forscher unter den Sufis (muhakkikîn-i sofiye), der auf der Läuterung und der Erleuchtung aufgebaut (tasfiye ve işrak müesses) ist.

Zweitens: Der Weg der Theologen (mütekellimînin tarîki), der sich auf Möglichkeiten und Geschehnisse (imkân ve hudûsa) stützt. Die beiden Wege (iki asıl) haben zwar im Qur'an ihren Ursprung (teşa'ub); doch da das menschliche Denken (fikr-i beşer) sie anders gestaltet hat (başka surete ifraß), sind sie nun länger und auch schwieriger (tavîl-üz zeyl ve müşkilleşmiş) geworden.

Drittens: Der Weg der Weisen (hükemanın mesleßi). All diese drei (üç) sind auch nicht von den Angriffen der Zweifler (taarruz-u evham) verschont geblieben (masun deßil)...

Viertens: Die Botschaft (mi'rac) des Qur'ans, welche der Qur'an uns in seiner Beredsamkeit (belâgat) auf seinen erhabenen Stufen (ulüvv-ü rütbe) empor führt und dabei hinsichtlich seiner Geradlinigkeit (istikamet) der kürzeste (kısa) Weg ist und hinsichtlich seiner Eindeutigkeit (vuzuh cihetiyle) die ganze Menschheit (beşerin umumu) anzusprechen vermag (eşmeli olan). Diesen Weg haben nun auch wir {Ich zusammen mit meinen Lesern (AdÜ)} gewählt (ihtiyar). Es ist dieser von zweierlei Art (iki nevi):

Erstens: "Der Beweis der Güte (delil-i inayet)", weshalb alle Ayat des Qur'ans, welche die Nutzanwendungen der Dinge (menafi'-i eşya) aufzählen, diesen Beweis anführen (bu delile îma) und diese Beweise zusammenstellen (bürhanı tanzim). Die Essenz dieser Beweise (delilin zübdesi) ist die Beachtung der Zweckmäßigkeit (riayet-i mesalih) und der Zusammenhänge (hikem) innerhalb der vollkommenen Ordnung (nizam-ı ekmel) in der Schöpfung. Das beweisen (isbat) auch die Absicht und die Weisheit (kasd ve hikmet) des Schöpfers und verneint (nefyediyor) grundsätzlich jegliche rein zufällige Einwirkung (tesadüf vehmi).

Einführung: Kein Mensch (adam) kann bei der Betrachtung der Zweckmäßigkeit (riayet-i mesalih) und der Ordnung (intizam) in der Welt zu verallgemeinernden Schlussfolgerungen (istikra-i tâm edemez) und einer exakten Kenntnis gelangen (ihata edemez). Durch die Assotiation der Ideen (telahuk-u efkâr) der Menschheit (nev'-i beşer) ist jedoch ein Wissenschaftszweig (fen) speziell für jede einzelne Art in der Schöpfung (kâinatın herbir nev'ine) bestimmt. Er besteht aus wohlgeordneten, umfassenden Gesetzen (kavaid-i külliye-i muntazam), die auch jetzt noch stets zustande kommen (teşekkül etmiş ve etmektedir).

Wenn zudem bei einer Sache (emir) keine Ordnung (intizam) herrscht, kann die Wirkung (hüküm) nicht allgemein gültig sein (külliyetiyle cereyan). So ist die Allgemeingültigkeit eines Gesetzes (kaidenin külliyeti) ein Beweis für die Wohlordnung einer Art (nev'in hüsn-ü intizamı). Das also heißt (demek), dass alle Wissenschaftszweige, die sich mit dem Sein befassen (cemi'-i fünun-u ekvan), aufgrund der Allgemeingültigkeit der Gesetze (kaidelerin külliyetler), verallgemeinernden Schlussfolgerungen (istikra-i tâm) zufolge Zeugnisse sind (bürhan), welche sich einer vollkommenen Wohlordnung ergeben (nizam-ı ekmeli intac).

Während alle Naturwissenschaften (fünun-u kâinat) voll und ganz (bitamamiha) die Zweckmäßigkeit und die Früchte (mesalih ve semerat) aufzeigen, die an den Ringen der Kettten allen Seins (mevcudatın silsilelerindeki halkalar) hängen, und Zusammenhänge und Nutzbarkeiten (hikem ve fevaidi), welche in den Falten (telâfif) der Umwandlungen der Umstände (inkılabat-ı ahval) verborgen sind, legen sie in der Tat ein sicheres Zeugnis (şehadet) für die Absicht und die Weisheit (kasd ve hikmet) des Schöpfers ab und weisen mit ihren Fingern darauf hin (parmak ile ve işaret ettikleri). Sie sind hell leuchtende Sterne (necm-i sâkıb) entgegen allen Zweifeln, welche ihnen die Teufel einflüstern (şeyatîn-i evham).

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Hinweis: Wenn du davon absiehst (tecrid-i nazar), dich für gewöhnlich (ülfet) zu halten, welches sich die Unwissenheit in der Vorstellung (cehl-i mürekkeb), als hätte er die genaue Kenntnis, ergibt (intac) und eine oberflächliche Betrachtung (nazar-ı sathî) hervorruft, und wenn du dich (nefsini tahliye) von der Bestrebung (mümaresat-ı ilzamiyat) befreist, die anderen mit unwiderlegbaren Argumenten zu überwältigen, welches die Brutstätte der irrigen Vorstellungen (evhamın âşiyanı) ist und die Wege zum Verstand verbarrikadiert (akl sedd-i turuk); so kannst du dich selbst nicht täuschen (nefsini kandırıp). So kannst du dich selbst davon überzeugen und vergewissern (mutmain ve ikna), dass eine Maschinerie Gottes (İlahiye), die einzigartig und mit feinsinnigen Funktionen (dakika-i bedia) ausgestattet ist, in der Gestalt (sureti altında) eines Tieres, das wir nur unter einem Mikroskop sehen können (hurdebînî bir hayvan), durch einfache, leblose (esbab-ı basita), natürliche Ursachen (camide-i tabiiye) zustande kommt (husul-pezir) und sie über kein Bewusstsein verfügen (şuursuz). Doch ihre Kanäle und Wege sind unbegrenzt (mecra ve mahrek tahdid) und ihre Möglichkeiten bieten ihnen keinen Vorzug (imkânatında evleviyet olmayan), da sie ein Kunstwerk von Seiner Werkbank sind (destgâhın masnuu).

Anderenfalls (meßer) müsste man erst beweisen (isbat), dass jedes einzelne Atom (zerre) die Intelligenz (şuur) eines Platon und die Weisheit (hikmet) eines Galenos hätte, um zu glauben (itikad), dass zwischen diesen Atomen (zerrat-ı saire) auch noch eine unmittelbare Kommunikation (vasıtasız muhabere) bestünde. Darüber hinaus würde dadurch die Vereinigung (içtimaları) aller anziehenden und abstoßenden Kräfte (kuvve-i cazibe ve kuvve-i dafia), welche bei materiellen Ursachen (esbab-ı tabiiye) für grundlegend gehalten werden (üss-ül esası hükmünde), in einem Teil, das unteilbar ist (cüz'-i lâ-yetecezza), für notwendig erachtet werden. In Wirklichkeit können sich diese Kräfte gar nicht vereinigen, weil sie ja einander entgegen sind. Es ist unmöglich (muhaliyet), sie zu beseitigen, auch sollte man sich dabei schlauchen bis zur äußersten Erschöpfung (hortumu üzerindeki damgasını kaldırabilsen).

Wenn deine Seele (eßer nefs) diese Unmöglichkeit für möglich (muhalâta ihtimal) hielte, so wirst du aus dem Buche der Menschlichkeiten (insaniyet defteri) gestrichen bleiben. Es ist jedoch legal (caiz), die anziehenden und abstoßenden (cezb ve def') Kräfte und die Bewegung, die sie für jedes Ding als grundlegend halten (esası zannettikleri), jeweils als eine Bezeichnung (birer isim) für die Gesetze der Gepflogenheiten Gottes (âdâtullahın kanunları) zu betrachten. Es ist für uns akzeptabel (kabul) unter der Bedingung (şartıyla), dass man die Gesetze Gottes (kanun kaidelik) in ihrer Regelmäßigkeit nicht als Naturgesetze (tabiîlik) ansieht, was nur in der reinen Vorstellung (zihnîlik) existiert, eine äußerlich sichtbare Existenz (haricîlik) verleiht, von einer konventionellen Übereinkunft (itibar), wie den Zeitzonen der Erde, annimmt, dass sie real (hakikat) existierten und ein bloßes Werkzeug (âletiyet) mit dem verwechselt, der es gebraucht (müessiriyet).

Anmerkung:
﴿ فَارْجِعِ الْبَصَرَ هَلْ تَرَى مِنْ فُطُورٍ ﴾

{"Kehrt dein Blick scheu und müde zu dir zurück." - Sure 67,3-}

Lass deine Blicke in der Welt umherschweifen (Nazarını âleme gezdir). Wo könntest du eine Unzulänglichkeit entdecken (noksaniyeti görebilirsin)? Nirgendwo... Der Sehende sieht nichts, wenn er blind ist (gören görmez). Ist er blind, oder leidet er vielleicht unter Kurzsichtigkeit (kasr-ı nazar)? Wenn du möchtest (istersen), wende dich dem Qur'an zu (müracaat et). Du wirst dort das Zeugnis Seiner Güte (delil-i inayet) in jeder nur möglichen Form (vücuh-u mümkin) und in der vollkommensten Weise (en ekmel vecih) vorfinden. Denn (zira) der Qur'an, der die Anweisung erteilt (emir verdi), über die Schöpfung nachzudenken (kâinatta tefekkür), erinnert uns gleichermaßen an seine Nutzanwendungen (fevaidi tezkâr) und zählt die Gaben für uns auf (nimetleri ta'dad eder).

So sind also diese Ayat, in denen das Zeugnis der Güte offenbar wird (bürhan-ı inayet mezahir). Eine kurze Zusammenfassung ist wie folgt (icmali budur): Halte daran fest! Die weitere Ausführung (tafsil) wird dann, wolle es Gott (meşiet-i İlahiye), hier im Dritten Kapitel (kütüb-ü selâse) kommentiert, das im Zusammenhang mit dem Kommentar (tefsir tarîkinde) der Ayat, die objektive und subjektive (âfâkiye ve enfüsiye) Beweise liefern, von den Kenntnissen (ilimler) über den Himmel (sema), den Menschen und die Erde (beşer ve arz) behandelt. Dann kann dieses Zeugnis (bürhan) für dich voll und ganz (tamam-ı suretiyle) erfahrbar werden (sana görünecek).

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Zweites Zeugnis des Qur'ans: "Das ist der Beweis der Neu-Erschaffung (delil-i ihtira'). Zusammenfassung (hülâsası): Jeder Gattung (nev) und jedem Einzelnen (ferd) in der Schöpfung (mahlukat) wird ein Körper gegeben (vücud verilmesi), der dieser Gattung (nev) oder diesem einzelnen Wesen (ferd) angemessene (müretteb) spezielle Funktionen ermöglicht (âsâr-ı mahsusası müntic) und der Vervollkommnung ihrer natürlichen Anlagen dient (istidad-ı kemal münasib). Es gibt überhaupt keine Art (nev'-i müteselsil), die auf eine Kettenreaktion von Ewigkeit her zurückgeführt werden könnte (ezelî deßil); eine Vielfalt von Möglichkeiten lässt dies nicht zu (imkân bırakmaz). Zudem wird notwendigerweise die Entwicklung (bizzarure "hudûs") mancher durch die augenscheinliche Betrachtung (nazarın müşahedesi) und die anderen durch die weisheitsvolle Betrachtung des Verstandes (aklın hikmet nazarıyla) wahrgenommen.

Anmerkung (Vehim ve tenbih): Es gibt keine Umkehrung der Tatsachen (inkılab-ı hakikat). Aus der Kreuzung zweier Tierarten (nev'-i mutavassı) kann kein fortpflanzungsfähiges Geschlecht hervorgehen (silsilesi devam etmez). Die Entstehung der Arten (tahavvül-ü esnaf) gilt dabei als eine Ausnahme (gayrısı) von dieser Umkehrung der Tatsachen (inkılab-ı hakaik).

Hinweis: Da jede Art (nev) in der Schöpfung ihren Adam und einen Urvater (büyük peder) hat, kann die absurde Vorstellung (vehm-i bâtıl), die aus der Fortpflanzung (tenasül) ihrer Ketten (silsile) entsteht, nicht für mehrere Arten "Adam" oder ihre Urväter (evvel pederler) angewandt werden.

Die Wissenschaft (hikmet), besonders die Geologie (fenn-i tabakat-ül arz), die Zoologie (ilm-i hayvanat) und die Botanik (nebatat) bezeugen auf ihre Art (lisan), dass mehr (mütecaviz) als 200 Tausend Arten der Schöpfung ihre Urväter (âdemler), nämlich jede Art bei ihrer selbständigen Entwicklung (müstakillen hudûsuna) ihren ersten Anfang (mebde-i evvel) haben. Was die Naturgesetze (kavanin) betrifft, die man sich vorstellt (mevhum) und nur imaginär (itibarî) da sind, und die Ursachen in der Natur (esbab-ı tabiiye), die ohne Bewusstsein (şuursuz) sind, machen sie dadurch öffentlich bekannt und zeigen (ilân ve izhar ediyor), dass sie bei der künstlerischen Darstellung und Erschaffung (tasni' ve icadına) so vieler staunenerregender Kettenreaktionen (hayretfeza silsile) und unendlich vieler einzigartigen (dehşetengiz hadsiz) Maschinen Gottes (acibe-i İlahiye), die diese Kettenreaktionen bilden (silsile teşkil) und als Einzelwesen bezeichnet werden (efrad denilen), unfähig sind (adem-i kabiliyet), dass jedes Einzelwesen (herbir ferd), jede einzelne Art (herbir nevi') unabhängig (müstakil) aus der Hand der Macht (yed-i kudret) des Allweisen Schöpfers (Sâni'-i Hakîm) hervor kommt.

Der majestätische Schöpfer (Sâni'-i Zülcelal) prägt in der Tat in jedes Wesen (herşeyin cebhesi) den Stempel (damga) seiner Entwicklung (hudûs) und der Vielfalt seiner Möglichkeiten (imkân).

Anmerkung: Man hält irrige Dinge (umûr-u bâtıla), wie die Urewigkeit der Materie (ezeliyet-i madde) und die Entstehung der Arten (teşekkül-ü enva') durch die Bewegungen der Atome (hareket-i zerrat) für möglich. So etwas entsteht dadurch, dass man die Absicht (saded) hat, sich selbst (nefsini) nur mit einer Ersatzlösung (sırf başka şeyle) zu überzeugen, und die faule Basis (esas-ı faside) eines solchen Ansatzes (umûr) durch eine solche Beschäftigung mit nebensächlichen Dingen (tebaî nazar) nicht begreift. Wenn man, um sich selbst zu überzeugen (nefsini ikna etmek), sich mit diesen Dingen beschäftigt (müteveccih), wird man zu dem Urteil gelangen (hükmedecek), dass eine solche Lösung in der Tat unmöglich und unvorstellbar (muhaliyet ve adem-i makuliyet) ist. Den unmöglichen Fall einmal angenommen (faraza kabul etse), er könne eine solche Lösung für möglich halten (kabul edebilir), so könnte er dies nur seiner Umstände halber (ızdırar) tun, "weil er seinen Schöpfer vergessen hat (tegafül-ü ani's-Sâni')".

Anmerkung: Der Mensch, der von seinem Wesen her für die Wahrheit erschaffen wurde (mükerrem olan insan), möchte auf der Suche (itibariyle) nach dem Juwel seiner Menschlichkeit (insaniyetin cevheri) ständig zur Wahrheit gelangen (hakkı satın almak) und sucht ununterbrochen nach der Wahrheit (hakikatı arıyor). Sein Ziel ist stets die Glückseligkeit (maksadı saadet). Er fällt jedoch dem Irrglauben und dem Irrweg (bâtıl ve dalal) in die Hände (eline düşer) ohne es zu bemerken (haberi olmadan), während er nach der Wahrheit sucht (hakkı arıyorken). Während er noch nach dem Erz der Wahrheit (Hakikatın madeni) gräbt, fällt ungewollt (ihtiyarsız) der Irrtum über ihn her (bâtıl onun başına düşer). Doch je mehr er dabei in Not (muztar) gerät, während er die Wahrheit zu entdecken (hakikatı bulmak) strebt, oder bei seiner Suche nach der Wahrheit (tahsil-i haktan) scheitert, fühlt er sich gezwungen (mecbur), einen Ansatz (bildißi bir emri), den er aus seinem reinen Wesen (asıl fıtratı), seinem Gewissen und seiner Vorstellung (vicdanı ve fikri) für unmöglich und für unvorstellbar (muhal ve gayr-ı makul) hält, mit einer oberflächlichen und nebensächlichen Betrachtung (nazar-ı sathî ve tebaî) für möglich zu halten (kabul).

Ziehe nun diese Tatsache in Betracht (hakikatı pîş-i nazara al)! So wirst du erkennen, dass sein Wesen (fıtrat) auf jeden Fall (elbette) das zurückweist, mit dem er sich dadurch tröstet (teselli), dass die Urewigkeit der Materie (ezeliyet-i madde) und die Entstehung der Arten durch die Bewegungen (hareket) der Atome, die er sich so als Folge seiner Unaufmerksamkeit (eser-i gaflet) in der ganzen Ordnung der Schöpfung so erträumt (nizam-ı âlem tevehhüm), wie auch den blinden Zufall (tesadüf-ü amyâ), als den er sich die einzigartigen Ornamente (nakş) und Kunstwerke (san'at-ı bedia) so vorstellt, welche allen Verstand in Staunen versetzen (bütün akılları hayrette bırakan), auch das eigentliche Wirken (tesir-i hakikî), das er trotz des Zeugnisses aller Weisheit (hikemin şehadatı) von den leblosen Ursachen (esbab-ı camide) ableitet, sowie die Natur, die doch nur in seiner Vorstellung besteht (tabiat-ı mevhume), sich durch die Täuschung seiner selbst (nefislerine mugalata) sowie durch die Irreführung seiner doch nur angenommenen Vorstellung (vehmin ißvası) aufgrund ihrer Beständigkeit (istimrara istinaden) verkörpert, wodurch sie dann zu ihrer Quelle wird.

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Da sich aber sein Wesen ausschließlich nach der Wahrheit richtet (hakka teveccüh) und nach dem Recht strebt (hakikata kasd), greifen ihn diese irrigen Vorstellungen (evham-ı bâtıla) unerwartet aus einer Seitenstraße (yolun canibinden) an. Der Mann (adam), der seinen Blick (nazar) auf sein eigentliches Ziel (hedef-i garaz) konzentriert, betrachtet (bakıyor) diese Vorstellungen (evham) jedoch in jedem Fall (elbette) mit einem nichtssagenden, flüchtigen Blick (tebaî ve sathî nazar). Darum kann dort auch nichts Unsauberes (müzahref) eindringen. Wann immer aber er derartige Dinge aufmerksam, interessiert (raßbet ve kasd) oder gar neugierig (satın almak nazarı) betrachtet, lässt er sich dennoch nicht dazu herab, irgendetwas mitzunehmen (almaya), sich auch nur dafür zu interessieren (iltifat) oder sich weiter damit zu befassen (bakmaya tenezzül)!...

Herz und Verstand (vicdan ve akıl) halten so etwas Hässliches (şu kadar çirkin) in der Tat für unvorstellbar (muhal). Auch seine innerliche Einsicht kann so etwas nicht akzeptieren (kalb dahi kabul etmez). Es sei denn, sie alle operieren durch spitzfindige Argumente (safsata) mit ihrer Polemik (müşagabe) und stellen sich dabei vor, dass ein jedes Atom (herbir zerre) die Vernunft der Philosophen (hükemanın akılları) und die politischen Kenntnisse der Regierenden (hükkamın siyasetleri) besäße, wobei sich also jedes Atom (herbir zerre) mit all seinen Geschwistern (ehavat) in den Fragen (mes'ele) der Eintracht und Wohlordnung (ittifak ve intizam) berät und berichtet (müşavere ve muhabere).

Eine Behauptung dieser Art (bu surette bir mesleßi) kann in der Tat kein Mensch (insan), ja noch nicht einmal ein Tier akzeptieren (hayvan dahi kabul etmez). Leider (ne çare) ist das, was eindeutig und notwendiger Weise (lâzım-ı beyyini) zu einer Behauptung (meslek) gehört, Teil dieser Behauptung (meslekten). Unnd was diese Behauptung (meslek) betrifft, so kann sie außer auf diese Weise (bu suretten başka) gar nicht anders beschrieben werden (tasvir edilmez). Die Besonderheit eines Irrtums (bâtılın şe'ni) ist in der Tat die Folgende: Wann immer man ihn mit einem flüchtigen Blick (tebaî bir nazar) betrachtet, kann man seine Richtigkeit für möglich halten (sıhhatine bir ihtimal verilir). Je stärker man ihn aber konzentriert (im'an-ı nazar) betrachtet, um so mehr entschwindet (bertaraf) die Möglichkeit, ihn doch noch für richtig (ihtimal-i sıhhat) zu halten.

Hinweis: Was aber das betrifft (dedikleri şey), was die Forscher Materie nennen, so hat sie eine Form, die sich verändert (suret-i mütegayyire) und die man sich in der sich stets verändernden Bewegung der Dinge (hareket-i zâile-i hâdise) nicht als unabhängig vorstellen kann (tecerrüd). Es steht also für sie fest (demek muhakkak), dass es sich hier um eine Entwicklung (hudûs) handeln muss. Wie merkwürdig (feya acaba)! Und wie kommt es denn nur (nasıl oldu da), dass diejenigen, welche die Urewigkeit (ezeliyet), welche die offensichtliche, zwangsläufige Notwendigkeit (lâzıme-i zaruriye-i beyyine) des Schöpfers darstellt, der da notwendigerweise sein muss (Sâni'-i Vâcib-ül Vücud), nicht in ihre Vorstellungswelt integrieren können (zihinlerine sıßıştıramayan), statt dessen die Urewigkeit der Materie (maddenin ezeliyeti), die in jeglicher Hinsicht (herbir cihet) der Urewigkeit entgegengesetzt ist (ezeliyete münafî), sehrwohl in ihre Vorstellung integrieren können (zihinlerine sıßıştırabilirler)?

In der Tat ist dies staunenswert (hakikaten cây-ı taaccüb)... Denn jedes Mal, wenn man darüber nachdenkt (insan düşündükçe), bringt dies den Menschen dazu, ihr Menschsein zu bestaunen (insanı insaniyetten pişman), da sie einen Schöpfer (Sâni), der mit allen vollkommenen Eigenschaften (cemi' sıfat-ı kemaliye) ausgestattet ist, nicht nur als etwas merkwürdig empfinden (istißrab) sondern selbst seine Existenz bestreiten (istinkâr) und daher diese staunenerregenden Geschöpfe (hayret-efza masnuat) in der Tat auf den blinden Zufall (tesadüf-ü amyâ) und auf die Bewegungen der Atome zurückführen (hareket-i zerrata isnad).

Anmerkung: Kräfte und Formen (kuvvet ve suret), deren Entstehung (husul) - wie behauptet wird - durch die Bewegungen der Atome (harekât-ı zerrat dava) zustande kommt, können all die vielen, ihrem Wesen nach (mübayenet-i cevheriye) verschiedenen Arten (enva) nicht durch eine rein äußerliche Einflussnahme (araziyet) entstehen; und was nur von außen (araz) kommt, kann das Wesen (cevher) der Arten nicht verändern; d.h.: alle Arten, ihre Unterarten (demek bütün enva'ın fasılları) und die unterschiedlichen Eigenschaften (havass-ı mümeyyize) mit all ihren Äußerlichkeiten (umum a'raz) entstehen zwangsläufig aus dem absoluten Nichts (adem-i sırftan muhtera). Die Fortpflanzung (tenasül) durch eine Kettenreaktion (teselsül) gehört also zu den einfachen, angenommenen Gesetzen (şerait-i âdiye-i itibariyeden). Dies ist eine kurze Zusammenfassung des Beweises der Neuerschaffung (delil-i ihtiraînin icmali)...

Wenn du sie offensichtlich (açık) und ausführlich kennen lernen möchtest (mufassalan istersen), dann tritt in den Garten des Qur'ans ein (firdevsine gir). Denn (zira) da findet sich - ob feucht oder trocken (ratb ve yabis) - überhaupt nichts, das sich nicht in diesem Ausflugsort (tenezzühgâh) in Form einer Blume oder einer Ähre (çiçek veya gonca) finden könnte. Wenn meine Stunde es mir ermöglichen (ecel müsaid), und wenn es der Wille Gottes sein sollte (meşiet taalluk) und Seine Führung mir zur Seite steht (tevfik refik olursa), möchte ich die Perlen (cevherler), die sich im Perlmut (esdaf) der Worte (elfaz) des Qur'ans finden und diesen Beweis verzieren (bürhanı tezyin), in den folgenden Kapiteln ausführlich erklären (gelecek kütüb tafsil edilecektir).

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Fragst du also: "Was ist diese Natur (tabiat), über welche die Forscher ständig derartige Töne von sich geben (tın tın ediyorlar)? Was sind die Gesetze und die Kräfte (kavanin ve kuva), aufgrund deren sie stets erneut ihren Chor anstimmen (mütedemdimdirler)?"

Unsere Antwort, die wir ihnen geben wollen (cevab vereceßiz), ist die folgende: Es gibt in der Schöpfung Gottes (şeriat-ı fıtriye-i İlahiye), in der alles was im Rahmen (ef'alleri) der Grundelemente (anasır) und Organe (a'za) allen Lebens entsprechend ihrer Erschaffung (cesed-i hilkat) auch die bezeugte Welt (âlem-i şehadet) genannt wird, tatsächlich Seiner Ordnung (intizam) entspricht und mit einander zusammenhängt (rabt altına alan). Und es ist dieses Gesetz der Schöpfung (şeriat-ı fıtriye), welches als Natur ("Tabiat") oder auch als die Druckerei Gottes ("Matbaa-i İlahiye") bezeichnet wird (müsemma).

Die Natur (tabiat) besteht aus der Gesamtheit und dem Ergebnis (mecmu' ve muhassalası) der Gesetze (kavanin-i itibari), die in der Tat seit Erschaffung der Welt gelten (hilkat-i kâinat cârî). Was wir als Kräfte (kuva) bezeichnen, ist die Durchführung dieser Gesetze (şeriatın birer hükmü). Was wir als Gesetz (kavanin) bezeichnen, ist jeweils ein Sachverhalt, der sich aus dieser Gesetzeslage ergibt (şu şeriatın birer mes'elesi). Aber aufgrund der Fortdauer (istimrarına istinaden) der Durchführungen der Gesetze (şeriattaki ahkâm) und aufgrund dessen, dass die Fähigkeiten der Seelen (nüfusun istidadları), welche die Phantasie in der Form der Wahrheit (hayali hakikat suretinde) sehen und zeigen (gören ve gösteren), bereiten einen unfruchtbaren Boden (zemin-i şûre müheyya) vor, wo Täuschung und Phantasie vorherrschen (vehim ve hayal tasallut) und so ihren Druck ausüben (tazyik edip). Die Laune der Natur (tabiat-ı hevaiye) offenbart sich (tavazzu'), verkörpert sich (tecessüm), wird sichtbar in ihrem Dasein (mevcud-u haricî) und nimmt aus dieser Vorstellung heraus die Gestalt der Wahrheit (hayalden misal sureti) an. So hat denn die Täuschung (vehm) in der Tat noch dergleichen (şunun) viele Listen (çok hileler).

Hinweis: Die Dinge (emirler), die als die allgemeinen Kräfte (kuva-yı umumiye) bezeichnet werden, haben in Wirklichkeit (kat'iyyen) nichts, um den Verstand zu überzeugen (aklı ikna), etwas, das der Vorstellung gefiele (fikre kendini beßendirecek), womit sich das Auge der Wahrheit (nazar-ı hakikat) vertraut fühlen könnte, und denen die Fähigkeit (kabiliyet), für diese Schöpfung (kâinata) einen Hauptgrund und eine Quelle (illet ve masdar) zu sein, abhanden gekommen (mefkud) ist. Obwohl überhaupt kein Bedarf (mülâyemet) und kein Anlass (münasebet) dazu besteht, wurde lediglich (mahza) aufgrund dessen, dass man den Schöpfer vergisst (Sâni'den tegafül), und sich aufgrund der Wohlordnung (intizam) wohl oder übel vorstellt, dass die offensichtlichen Werke der Macht des Urewigen (kudretin âsârı), welche verständige Menschen in Bewunderung versetzen (veleh-resan-ı ukûl), gezwungenermaßen ganz allein (yalnız ızdırar) von einer Natur erschaffen (tabiatın san'atından) worden wären, die einer geradezu beispielhaften Druckerei (matbaa-misal) gleicht.

Die Natur (tabiat), während sie in Wirklichkeit einer Art Lineatur (mistar) gleicht, sich als das Lineal vorzustellen (masdar tahayyül), ist das Ergebnis (netice) eines falschen Vergleichs (akîm bir kıyas), mit dem man eine Konsequenz (melzum-u ehas) aus der Existenz (vücud) ihrer Voraussetzung (lâzım-ı eam) ableiten möchte. Dieser falsche Vergleich (kıyas-ı akîm) öffnet in der Tat viele Wege (çok yollar) zu den Tälern (vâdi) eines Irrtums und Erstaunens (dalalet ve hayret).

Anmerkung: Unter der Scheriya und dem Gesetz (şeriat ve kanun), durch die unsere freigewählten Handlungen (ef'al-i ihtiyariye) geordnet werden, stellen sich trotz so vieler Brüche und Zuwiderhandlungen (hark ve muhalefet) viele völlig unzivilisierte, ungebildete (cühhal-i vahşiye) Menschen in etwa das Gesetz (âdeta şeriat) als einen geistigen Herrscher (hâkim-i ruhanî) und die Wohlordnung (nizam) als einen geistigen König (sultan-ı manevî) vor und glauben, dass eine Wirkung von ihnen ausgeht (bir tesiri tahayyül).

Wenn nun ein vollkommen unzivilisierter Mensch (vahşi bir adam), der beobachtet (müşahede eden), wie auf die Bewegung (harekât) eines Soldaten (asker) hin ein ganzes Bataillon (tabur) diszipliniert aufsteht (muttarid) und im Gleichschritt marschiert (yeknesak olan etvar) und wie sich die Soldaten von einander abhängig bewegen (birbiriyle rabtolunan ahvalleri), geglaubt hätte, dass diese einfachen Soldaten (şu efrad-ı adîde) einzeln oder in ihrer Kompanie (heyet-i askeriye) durch ein unsichtbares Seil (manevî bir iple) mit einander verbunden wären (merbut zannederse), würde nun dieser Mensch etwa für ein wenig sonderbar angesehen werden? Die Menschen gestalten ihre gesellschaftlichen Formen entsprechend ihren Gesetzen (nizamı) auf das Beste (bir vaz'-ı hasende ifraß) und bringen so mit ihnen ihre Beziehungen zu einander in Einklang (mabeynlerini te'lif). Wenn nun ein Beduine (bedevi) oder ein poetisch begabter junger Mensch (şâir-üt tab' nâs) diese Gesetze gleich einem unsichtbaren Wesen (bir mevcud-u manevî) oder die Scheriya wie ein geistiger Kalif darstellen (halife-i ruhanî temessül) würde, wäre das dann vielleicht allgemein verständlich (çok görünecek midir)?

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Wenn das so ist, weshalb sollte man es dann für erstaunlich (taaccüb) halten, wenn dieses Naturgesetz Gottes (şeriat-ı fıtriye-i İlahiye), das mit den Geschehnissen im Kosmos (kâinatın ahvaline) im Zusammenhang (taalluk) steht, als rein natürlich bezeichnet wird (tabiat tesmiye), nicht ohne die Bestätigung der Propheten (tasdik-i enbiya) und die Verehrung der Heiligen (tekrim-i evliya) anerkannt werden (başka hark olunmayan) kann und doch stets weiterhin fort besteht (müstemirre), nur in unserer Vorstellung (evhamda tecessüm) existieren sollten?

Anmerkung und Ermahnung: Der Verstand (zihn), die Sprache (lisan) und das Gehör (sem) des Menschen (insan) sind individuell (cüz'î) und folgen einander (teakub) der Reihe nach. Auch seine Meinung und sein persönlicher Beitrag (fikr ve himmet) sind individuell (cüz'î). Infolge der Beachtung dieser Reihenfolge (teakub tarîkıyla) kann er sich stets nur um eine einzelne Angelegenheit (yalnız bir şey) bemühen und wird durch sie in Anspruch (meşgul) genommen. Zudem ist der Wert und das Wesen eines Menschen (insanın kıymet ve mahiyet) von seinem persönlichen Einsatz (himmet) abhängig. Was die Bedeutung seines Beitrags (himmetin derece) betrifft, so entspricht sie der Angelegenheit (şeyin nisbetinde), die er damit beabsichtigt (maksad) und mit der er sich gerade beschäftigt (iştigal).

Außerdem erfährt der Mensch (insan) in dem, womit er sich gerade beschäftigt (teveccüh), oder was er gerade beabsichtigt (kasdettißi şey), in etwa "eine Auflösung seiner Absicht (fena fi-l maksad)". Aufgrund dessen (şu noktaya binaen) kann man eine Kleinigkeit (hasis bir emir) oder etwas völlig Unbedeutendes (pek cüz'î bir şey) nicht auf einen angesehenen Menschen zurück führen (büyük bir adam isnad). Denn darauf lässt er sich nicht ein (Zira tenezzül etmez). Er kann seinen Beitrag (himmetini) nicht einer unbedeutenden Angelegenheit (küçük şey) widmen. Da sein Beitrag schwerwiegend (himmeti aßır), die Angelegenheit selbst jedoch überaus leicht ist (o şey gayet hafif), so wird dadurch sozusagen das Gleichgewicht gestört (güya müvazenet bozulur).

Wann immer der Mensch (insan) etwas betrachtet (temaşa), sucht er auf jeden Fall bei sich selbst nach etwas Vergleichbarem und nach Richtlinien (mekayisi ve esasları). Findet er nichts dergleichen (bulmazsa), wird er danach in seiner Umgebung (etraf) suchen (arayacak) oder im Wesen des Menschen (ebna-yı cinsi). Wenn er sogar über den nachdenkt (tefekkür), der notwendiger Weise da ist (Vâcib-ül Vücud), doch mit dem Möglichen (mümkinat) in keiner Weise (hiçbir cihet) eine Ähnlichkeit hat, möchte er dennoch seine falsche Haltung (vehm-i seyyii) in seiner Vorstellung (kuvve-i vâhime) für sich zu einer Grundlage (düstur) und zu einer Art Feldstecher (dûrbîn) machen.

Tatsächlich darf der Majestätische Schöpfer (Sâni'-i Zülcelal) nicht auf diese Weise (şu nokta-i nazar) betrachtet werden, weil die Seine Macht einschränken würde (kudretine inhisar). Denn wie das Licht der Sonne (ziya-yı şems) schließen Seine Macht (kudret), Sein Wissen (ilim) und Sein Wille (irade) alles mit ein. Sie umfassen alles (âmme), können nicht eingeschränkt werden (münhasır olmaz) und man kann sie nicht vergleichen (müvazeneye gelmez). Und so wie sie sich auf die größten Dinge (en büyük şey) beziehen können, so können sich sie auch auf die kleinsten und allergewöhnlichsten (en küçük ve en hasis) Dinge beziehen. Der Maßstab für Seine Größe (Mikyas-ı azamet) und die Waage Seiner Vollkommenheit (mizan-ı kemal) ist die Gesamtheit Seiner Werke (mecmu-u âsârı). Irgendein Bruchteil (herbir cüz) von ihnen kann daher kein Maßstab (mikyas olamaz) für sie sein. Demnach den Notwendig Seienden (Vâcib-ül Vücud) mit etwas Möglichem zu vergleichen (mümkinata kıyas etmek), ist ein Vergleich mit dem Unvergleichlichen (kıyas-ı maalfârık). Eine solche oben erwähnte irrige Haltung (mezbur vehm-i bâtıl) seinem Denken zugrunde zu legen (muhakeme etmek) ist demnach ein völliger Irrtum (hata-yı mahz).

So ist das missliche Resutat dieses dem Anstand zuwider laufenden Irrtums (hata-i bîedebane) und dieser irrigen Haltung (netice-i seyyiesi), an das die Naturalisten (Tabiiyyun) glauben, die, dass die Ursachen (esbab) überhaupt eine Wirkung (müessir-i hakik) hätten; die Mutesiliten, dass die Tiere (hayvan) ihre freien Taten (ef'al-i ihtiyar) selbst erschaffen (hâlık); die Philosophen (hükema) verneinen das Wissen Gottes (ilm-i İlahî) über Kleinigkeiten (cüz'iyat); die Parsen (Mecusi), dass die Erschaffung des Bösen (halk-ı şerr) das Werk eines anderen (başkasının eseri) sei. Denn wie könnte es denn auch (güya) - nach ihrer Ansicht - sein, dass sich der Schöpfer (Sâni') trotz Seiner unendlichen Größe (o kadar azamet) zu ganz gewöhnlichen Dingen und Kleinigkeiten (umûr-u hasiseye ve cüz'iye) herablassen und sich damit beschäftigen sollte (tenezzül edip iştigal etsin)? Pfui über ihre Denkweise (Yuf onların akıllarına)! sodass sie mit der Herrschaft einer solch irrigen Vorstellung (şöyle bir vehm-i bâtıl) in die Gefangenschaft gegangen sind. Oh mein Bruder! Diese irrige Vorstellung (vehim) sucht manchmal auch die Gläubigen (mü'minler) in Gestalt einer Einflüsterung (vesvese cihetiyle) und selbst noch entgegen ihrer Überzeugung (itikad tarîkıyla) heim (musallat).

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Hinweis: Wenn du sagst: "Das Zeugnis der Erschaffung (delil-i ihtiraî) ist die Gabe des Seins (i'tâ-i vücud). Was aber die Gabe der Existenz (i'tâ-i vücud) betrifft, so ist sie die Begleiterin (refik) der Vernichtung des Seins (i'dam-ı mevcud). In der Tat (halbuki) können wir uns das Sein aus dem absoluten Nichts (adem-i sırftan vücud) und die absolute Vernichtung (adem-i sırf) aus dem reinen Sein (vücud-u mahz) nicht mit unserem Verstande vorstellen (aklımız tasavvur edemiyor)." Meine Antwort darauf lautet:

Oh Er (Yahu)!... Das was ihr für schwer (istis'âbı) haltet und was euer Staunen (istißrab) über die Vorstellung (tasavvur) eines solchen Sachverhalts (mes'ele) betrifft, so ist es die fürchterliche Folge (netice-i vahîme) eines täuschenden Vergleichs (kıyas-ı hâdi). Denn (zira) ihr vergleicht das (kıyas edersiniz), was Gott aus dem Nichts (icad ve ibda-i İlahî) erschafft und so einzigartig gestaltet, mit dem was Sein Diener tut (abdin san'at) und für sich erwirbt (kesb ). In Wirklichkeit (halbuki) gelingt es einem Diener nicht einmal selbst (abdin elinden) ein einziges Stäubchen zu vernichten (zerreyi imate) oder neu zu erschaffen (icad etmek). Er ist vielmehr lediglich in der Lage sein Handwerk (san'at) einzusetzen und seinen Erwerb (kesbi) für die Dinge zu verwenden, die er sich bereits vorgestellt hatte (umûr-u itibariye) und deren Zusammensetzung er zuvor bereits geplant (terkibiye) hatte. Dieser Vergleich ist daher eine Täuschung (bu kıyas aldatıcı); denn vor ihr kann sich der Mensch (insan) in der Tat nicht erretten (ondan kurtaramıyor).

Kurzum: Der Mensch (insan) sieht in der Schöpfung (kâinat) keine solche Kraft und Macht des Möglichen (mümkinatın öyle bir kuvvet ve kudret), von der er auf die Erschaffung aus dem Nichts (icad-ı sırf) und die totale Vernichtung (i'dam-ı mahz) schließen könnte. Denn (halbuki) was sein verstandesgemäßes Urteil (hükm-ü aklî) betrifft, so entsteht (neş'et eder) dessen Grundlage (üss-ül esas) stets aus dem, was er bezeugt (müşahedat); d.h. also, dass er die Werke Gottes (âsâr-ı İlahiye) aus dem Blickwinkel aller Möglichkeiten betrachtet (mümkinat tarafından bakıyor). Denn (halbuki) eigentlich müsste er sie aus dem Blickwinkel der Macht des Schöpfers (kudret-i Sâni'in canibi) betrachten, die durch ihre Staunen erregenden Werke (hayret-efza âsârı) bereits feststeht (müsbet); d.h. also, dass man sich die Macht (kudret-i mevhume) des Schöpfer so vorstellt (Sânii farz ederek), wie man sich die Art der Kraft und der Macht (kuvvet ve kudret) der Diener und der Schöpfung (ibad ve kâinat) denkt, die außer einer Vorstellung (umûr-u itibari) keinen weiteren Einfluss (başka tesir) haben, und betrachtet diesen Sachverhalt (mes'ele) von diesem Standpunkt aus (noktadan). In Wirklichkeit (halbuki) muss man diese Dinge (mes'ele) aus dem Blickwinkel (canib) des Notwendig-Seienden (Vâcib-ül Vücud), also vom Standpunkt (nokta-i nazar) Seiner vollkommenen Macht aus betrachten (kudret-i tâmmesi temaşa etmek gerektir).

Hinweis: Möchte man jemandes Werk in Betracht ziehen (âsârı muhakeme), muss man auch (lâzım) dessen Eigenschaft (hassasını nazara) mit in Betracht ziehen. In diesem Fall (mes'ele) wurde das also nicht getan. Denn (zira) die Macht Gottes (mes'ele) betrachtet man unter dem Schleier (perde) eines beispielhaften Vergleichs (kıyas-ı temsilî) auf der Seite der Macht der Möglichkeiten (kudret-i mümkinat), die hinter der Schwäche des Dieners (acz-i abd) steht. So ist denn (halbuki) in der Schöpfung der Welt (tekvin-i âlem) die vollkommene Macht Gottes (kudret-i kâmile-i İlahiye) durch ihre Wunderwerke (âsâr-ı mu'cize) bekannt, die uns so sehr in Bewunderung versetzen (hayret-feza), dadurch dass ein Teil davon ohne Materie (maddesiz) aus dem Nichts erschaffen, ein anderer Teil jedoch aus der Materie (madde) zusammengesetzt wird. Davon abzusehen (sarf-ı nazar) und etwas Unsichtbares (gaibi şahid) als sichtbar zu definieren (suretinde görmek), ist ein täuschender Vergleich (kıyas-ı hâdi'). Und wie man über seine Mitmenschen denkt (ebna-yı cinsini muhakeme), so betrachtet er (nazar ederler) in begrenztem Rahmen (kaide-i mahdude) auch den Notwendig-Seienden (Vâcib-ül Vücud). Während Menschen mit gesundem Verstand (akl-ı selim) viele Dinge (çok mes'ele) für verständlich ansehen (makul gördüßü), stellt man sie sich hingegen als unverständlich vor (gayr-ı makul tevehhüm ederler).

Anmerkung 1:

Abgesehen (kat'-ı nazar) von den Dingen, die aus dem Nichts erschaffen wurden (muhtereat), ist das offensichtlichste und lichtvollste (zahir ve münevver) unter allem Geschaffenen (masnuat) "das Licht (ziya)". Es ist die staunenerregendste Bedingung (kavanin-i acibesi) im Augenlichte der Welt (nur-u ayn-ı âlemin). Dessen Frucht (semere) und ein Beipiel im Kleinen (misal-i musaggarı) ist das Augenlicht (nur-u basar). Durch dessen einzigartige Gesetze (nevamis-i bedia) ist die Vollkommenheit der Macht Gottes (kemal-i kudret-i İlahiye) erleuchtet und sichtbar (münevver ve musavver) geworden. Wenn die Dinge (mesail), die vom Standpunkte (nokta-i nazar) eines Vergleichs (müvazene) betrachtet für unverständlich (gayr-ı makul) und unvorstellbar (uzak tevehhüm) gehalten werden, vom Standpunkt (canib) Seiner Macht aus betrachtet (temaşa) werden, werden sie vertraut (me'nus) und zwischen den Wimpern (kirpikler) des Auges des Verstandes (ayn-ı akl) sichtbar.

Anmerkung 2: Wie aus den Kenntnissen der allgemein gültigen Prinzipien (zaruriyat) Theorien abgeleitet (nazariyat istintac) werden, so sind diese allgemein gültigen Prinzipien (zaruriyat) der Werke des Schöpfers (âsâr-ı Sâni) ein Zeugnis (bürhan) für Seine geheimnisvollen Kunstfertigkeiten (mahfiyat-ı san'at). Beide zusammen beweisen diesen Sachverhalt (mes'eleyi isbat eder).

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Anmerkung 3: Könnte etwa (acaba) der Verstand sich etwas vorstellen (akıl tasavvur), das noch feinsinniger (dakik), noch erstaunlicher (acib), noch einzigartiger (garib) als die Kunst (san'at) in der Ordnung der Welt (nizam-ı âlem) und noch weiter (uzak) als die Art der Macht des Möglichen (cins-i kudret-i mümkinat) wäre? Er kann es auf keinen Fall (elbette edemez). Denn da (zira) die Wissenschafften (fünun) durch den Nutzen und die Weisheit (fevaid ve hikem), auf die sie hinweisen, wohl oder übel Zeugnis (bizzarure şehadet) für die Absicht (kasd), die Kunstfertigkeit (san'at) und die Weisheit (hikmet) des Schöpfers (Sâni) ablegen, haben sie den Verstand (ukûl) dazu gebracht, diese Dinge annehmen zu müssen (kabul etmeye muztar). Anderenfalls wäre der Verstand (akıl) sich selbst überlassen (kendine kalsa), würde er nicht in der Lage sein (idi kabul etmezdi), selbst einen blassen Schimmer dieser Wahrheit (en küçük bir hakikat) anzunehmen, die doch so offensichtlich (bedihiyat) ist.

Weshalb sollte man es seltsam (istißrab) finden, dass der Allheilige (Zât-ı Akdes), der die Erde mit ihrer Atmosphäre (zemin ve âsuman) erschaffen hat und sie freischwebend hält, welcher die Himmelskörper im Universum (ecram-ı kâinat) jeweils mit einer Aufgabe betraut (istihdam) hat, dessen Ordnung (nizam) durch nichts gestört werden kann (idhal), dessen Anordnungen nichts und niemand widersprechen kann (emrine isyan edilmeyen), etwas, das in der Tat viel einfacher und leichter (eshel ve ehaff) als dies ist, nicht erschaffen könnte (hamletsin)? Es ist der reinste Unsinn (sırf safsata), daran zu zweifeln (tereddüd), dass derjenige, der einen Berg hochheben könnte (daßı kaldıran), in der Tat ein Tintenfass (hokka) nicht aufheben könnte (kaldırabilmek). Kurzum: Wie ein Teil (bazı) des Qur'ans ein Kommentar eines anderen Teils sein kann (bazısına müfessir), so ist es auch im Buche der Schöpfung (kâinat kitabı) so, dass einige seiner Zeilen (bazı sutûr) die in ihnen enthaltene Kunstfertigkeit und Weisheit (san'at ve hikmeti) kommentieren.

Hinweis: Wenn du sagst: Von den Worten einiger Mystiker (mutasavvıfın) lassen sich die Worte (kelâm) die Verbindung Gottes mit der Schöpfung, die Einheit Gottes mit der Schöpfung (ittisal ve ittihad) oder die Verkörperung Gottes in der Schöpfung (hulûl zahir) verstehen. Daher gibt man sich einem Verdacht (tevehhüm) hin, dass es sich mit der Einheit des Seins (vahdet-ül vücud) nach der Lehre einger Materialisten (maddiyyunun mesleßi) in Verbindung steht (münasebet gösterir).

Antwort: Was die Worte der Forscher unter den Mystikern (muhakkikîn-i sofiye) betrifft, die sie in ihrem ekstatischen Zustand geäußert haben (şatahat) und die nur im übertragenen Sinne (müteşabih hükmünde) zu verstehen sind: da sie ihre Blicke (hasr-ı nazar) auf den Allheiligen-Seienden (Vücud-u Akdes) beschränken, sich in Ekstase (istißrak) aus der Welt des Möglichen zurückziehen (mümkinattan tecerrüd) und in dem, was sie erleben (delil içinde) und konzentriert betrachten (matmah-ı nazar), nur Ihn allein erkennen wollen (neticeyi görmek), um auf dem Weg (tarîk), durch diese Welt (âlem) sozusagen den Schöpfer zu betrachten (Sânii müşahede etmek), folgen sie somit ihrer Lehre (meslek).

Was diejenigen betrifft, in den Kanälen der Schöpfung (cedavil-i ekvan) den Fluss der Erscheinung der Namen (cereyan-ı tecelliyat), im Wesen der Dinge (melekûtiyet-i eşya) die Strömung der Fülle (sereyan-ı füyuzat) und in den Spiegeln der Existenzen (meraya-yı mevcudat) die Manifestation der Namen und Eigenschaften Gottes (tecelli-i esma ve sıfat) erblicken, so konnten sie als Laien die Wahrheit nicht verstehen (hakaikı başkalar anlamadılar), die sie wegen ihres Mangels an einer zutreffenden Ausdrucksweise (dîk-ul elfaz) als ein Geschenk Gottes (uluhiyet-i sâriye) und ein Geschenk des Lebens bezeichnen (hayat-ı sâriye tabir).

Sie haben die Worte der Forscher (muhakkikînin kelimat), die sie in ihrem ekstatischen Zustand (şatahatını tatbik) geäußert haben, missverstanden (Sû'-i tefehhüm) und ihren peinlichen, irrigen Vorstellungen (evham-ı vâhiyeye) angewandt, die aus ihren unfruchtbaren Fähigkeiten hervorgehen (istidad-ı şûreler zuhur eden). Pfui über diese Art von Verständnis (Yuha onların akıllarına)! Die Ansichten der Forscher (muhakkikî), die dem Siebengestirn (Süreyya) gleichen, sind frei von jeglichen weltlichen Interessen (efkâr-ı mücerrede) und Tausende Male weit entfernt (binler derece uzak) von den alltäglichen irdischen Ansichten (efkâr-ı sefile) der Nachahmer der Materialisten (mukallidîn-i maddiyyun), die da auf dem Boden sitzen (sera derekesi). {Die Ansichten der Sufis unter den Forschern sind so hoch und erhaben wie die Gestirne über uns, während die Ansichten der Materialisten den rein irdischen Belangen verhaftet sind. (A.d.Ü.)}

Wollte man versuchen, diese beiden Ansichten (iki fikr) zu verstehen (tatbikine çalışmak), würde das heißen (izhar), dass in dieser Zeit des Fortschritts (zaman-ı terakki) der menschliche Intellekt (akl-ı beşer) eine Störung (düçar-ı sekte) erfährt und so einer nahezu tödlichen Lähmung (varta-i mevt) verfällt, was nun die Menschheit traurig betrachtet (insaniyet müteessifane nazar) und in der Sprache (lisan) ihrer Fähigkeit zu Forschung und Fortschritt (istidad-ı tahkik ve terakki) in der Tat wohl oder übel folgendes sagt (demeye mecbur oluyor):

كَلاَّ وَاللّٰهِ اَيْنَ الثَّرَى مِنَ الثُّرَيَّا وَ اَيْنَ الضِّيَاءُ السَّاطِعُ مِنَ الظُّلْمَةِ الطَّامِسَةِ

{"geschworen auf Gott, keineswegs, wo ist die Erde (der einen)? Wo ist das Siebengestirn der anderen? Wo ist das klare Licht der einen, weit entfernt von der alles verschlingenden Finsternis der anderen?"}

— 111 —

Hinweis: Dies sind die Leute, welche die Lehre von der Wahrnehmung der Einheit in allem Sein vertreten (ehl-i vahdet-üş şuhud). Es gibt jedoch auch solche, welche diese Lehre von der Einheit in allem Sein (vahdet-ül vücud) als rein objektiv (mecazen) betrachten. Diese Betrachtung von der Einheit in allem Sein (vahdet-ül vücud) kann jedoch in der Tat (hakikaten) zur Irrlehre (meslek-i bâtılası) einiger Philosophen alter Zeit (hükema-i kadîme) entarten.

Anmerkung: Einer der großen, führenden (reis ve kebir) Persönlichkeiten unter den Sufis (mutasavvifîn) soll einmal gesagt haben, dass derjenige, der über die Verbindung Gottes mit Seiner Schöpfung, über die Einheit Gottes mit Seiner Schöpfung (ittisal ve ittihad) oder über die Verkörperung Gottes in Seiner Schöpfung (hulûl) redet, noch nie einen Abglanz (istişmam) von der Erkenntnis Gottes (marifet-i İlahiye) verspürt hat. Denn wie könnte sich das Mögliche (mümkün) mit dem Notwendig-Seienden (Vâcib) verbinden und sich in der Tat mit ihm vereinen (ittisal veya ittihad)? Keineswegs (kellâ)! Welchen Wert könnte das Mögliche (mümkünün ne kıymeti) haben, sodass sich der Notwendig-Seiende (Vâcib) in der Tat darin verkörpern (hulûl) sollte? Gott bewahre (hâşâ)!... In der Welt des Möglichen (mümkün) kann in der Tat (neam) ein Funke des Segens Gottes (füyuzat-ı İlahiye) in Erscheinung treten (bir feyz tecelli eder).

So hat denn die Lehre (meslek) dieser mit der Lehre (meslek) jener keine Verbindung und keine Berührung (münasebet ve temas). Denn (zira) die Materialisten haben in ihrer Lehre (maddiyyunun mesleßi) ihre Aufmerksamkeit so sehr auf die Materie (maddiyat) beschränkt (hasr-ı nazar) und sind so verblendet (istißrak), dass ihre Ansichten (efkâr) sich von dem Gedenken der Gottheit (fehm-i uluhiyet) bereits isoliert und entfernt haben (tecerrüd edip uzaklaştılar). Ja sie haben der Materie (madde) einen sochen Wert (kıymet) beigemessen und sind damit in die Irre gegangen (meslek-i müteassife), bis sie um sich herum nur noch Materie sahen (herşeyi madde), ihr sogar Göttlichkeit (uluhiyet) zugeschrieben und sich dann dieser Gottheit entledigt (mezcetmek) haben.

Die Forscher unter den Sufis (muhakkikîn-i sofiye), welche die Einheit des Bezeugten (ehl-i vahdet-üş şuhud) erkennen, haben ihre Aufmerksamkeit (hasr-ı nazar) so sehr auf den Notwendig-Seienden (Vâcib) beschränkt, dass die Welt des Möglichen (mümkinat) in ihren Augen den Wert vollständig verloren hat (hiçbir kıymeti kalmamış). Sie sagen: "Es gibt nur den Einen (Bir vardır)..."

"Sei einsichtig (El'insaf)!... Die beiden sind von einander so weit entfernt (birbirinden uzaktır) wie Himmel und Erde (Sera Süreyya). Ich schwöre (kasem ederim) bei dem majestätischen Schöpfer (Hâlık-ı Zülcelal), der die Materie (madde) und all ihre Arten und Formen (enva' ve eşkal) erschafft, dass es keine noch häßlichere (daha kabih), primitivere (hasis) Ansicht, die ein Beweis (delil) für die Abweichung (inhiraf) eines gesunden Menschenverstandes (sahibinin mizac-ı aklı) darstellen könnte, in der Welt (dünya) geben kann, als die törichte Ansicht (re'y-i ahmakane), welche durch die Berührung dieser beiden Lehren erfolgt (mesleßin temasını intac eden).

Erleuchtung: Stellt man sich einmal vor (farz olunursa), dass die Erdkugel (küre-i arz) aus verschiedenen (mütehalif), ganz kleinen (parça), bunten Glasstückchen (rengârenk cam parçalar) bestünde, so wird jedes von ihnen entsprechend seiner Farbe (çeşitle levn), seiner Größe (cirm) und seiner Form (şekl) seine Gabe von der Sonne (şemsten bir feyz) mit einer anderen Eigenschaft empfangen. Was aber diese Gabe (hayalî feyz) von der Sonne betrifft, die wir uns vorgestellt haben, so ist diese weder die Sonne selbst (güneşin zâtı) noch gleicht sie ihrem Licht (ne ayn-ı ziya). Nun aber angenommen (faraza), die Farben (elvan) dieser verschiedenen, bunten (gûna-gûn ve rengârenk) Blumen, welche Spiegelbilder des Lichtes (ziyanın temasili), Gestalten (tesavir) ihrer sieben Farben (elvan-ı seb'a) und ein Widerschein der Sonne (güneşin tecelli) sind, könnten sprechen (lisan), so würde jede von ihnen sagen: "Die Sonne gleicht mir (güneş benim gibi).", oder "Die Sonne, das bin ich (güneş benim)."

آنْ خَيَالاَتِى كِه دَامِ اَوْلِيَاسْت عَكْسِ مَهْرُويَانِ بُوسْتَانِ خُدَاسْت

{"Es sind die Träume, welche eine Falle für die Heiligen sind. Sie sind eine Widerspiegelung der Blumen im Garten Gottes."}

— 112 —

Die Art und Weise (meşreb) der Leute, welche die Einheit des Bezeugten erkennen (ehl-i vahdet-üş şuhud), ist aufmerksam sein und wach werden (fark ve sahv). Die Art und Weise (meşreb) der Leute, welche die Einheit im Sein erkennen (ehl-i vahdet-ül vücud), ist hingegen Selbstaufgabe und Trunkenheit (mahv ve sekr). Die sichere Art und Weise (safi meşreb) ist hierbei die Art der Leute, die wachsam und aufmerksam sind (meşreb-i ehl-i fark ve sahv).

حَقِيقَةُ الْمَرْءِ لَيْسَ الْمَرْءُ يُدْرِكُهَا فَكَيْفَ كَيْفِيَّةُ الْجَبَّارِ ذِى الْقِدَمِ هُوَ الَّذِى اَبْدَعَ اْلاَشْيَاءَ وَ اَنْشَاَهَا فَكَيْفَ يُدْرِكُهُ مُسْتَحْدَثُ النَّسَمِ

{"Die Wahrheit des Menschen ist nicht das, was der Mensch von ihr verstanden hat. Wie will er das Innere des Allgewaltigen erfassen, der da von Ewigkeit zu Ewigkeit gesteht? Er ist es, welcher die Dinge erschaffen, geformt und gebildet hat. Wie kann denn der Mensch Ihn begreifen, der doch erst nach Ihm seinen Anfang nahm?"}

Anmerkung: Dies ist eine kurze Zusammenfassung der Beweise (delail-i icmalî) für die Existenz des Schöpfers (vücud-u Sâni). Die ausführliche Erklärung (tafsil) findet sich im Dritten Kapitel (kütüb-ü selâse). Wenn du sagst: "Zu den Beweisen für die Einheit Gottes (delail-i tevhid) möchte ich, wenn auch nur kurz und bündig (velev icmalen), eine Erklärung (beyan)." So sage ich: "Die Beweise für die Einheit Gottes (delail-i tevhid) stehen so offensichtlich zur Verfügung (o kadar müştehire) und ihrer sind so viele, dass sie einer Erwähnung in diesem Buch (bu kitabda zikirden) nicht bedürfen. In der Muschel (sadef) der folgenden Ayah

﴿ لَوْ كَانَ فِيهِمَا اٰلِهَةٌ اِلاَّ اللّٰهُ لَفَسَدَتَا ﴾

{"Wenn es in beiden (Himmel und Erde) außer Gott (Allah) noch Götter (aliha) gäbe, wären sie dem Unheil preisgegeben." - Sure 21,22-}

liegt ein Beweis, der daraus erwächst, dass die Götter einander verhindern würden (bürhan-üt temanü). Er ist ein glanzvoller Leuchter (menar-ı neyyir) auf diesem Weg (minhac). Unabhängigkeit (istiklal) ist die wesentliche Eigenschaft (hâssa-i zâtiye) der Gottheit (uluhiyet) und für sie in der Tat unabdingbar (lâzıme-i zaruriye).

Erleuchtung: Die Geschöpfe und ihre Lebensbedingungen (etraf) in der Welt (kâinat) stehen durch ihre Ähnlichkeit (teşabüh-ü âsâr) in Zusammenhang, halten einander an den Händen (el ele), bieten einander ihre Wohlordnung (arz-ı intizam) an, geben einander auf ihre Fragen (sual) die richtige Antwort (cevab-ı savab), entgegnen einander auf ihre Hilferufe (nida-yı ihtiyac) mit "bitte schön (lebbeyk)", betrachten nur (temaşa) einen einzigen Punkt (nokta-i vâhide) und kreisen in derselben Laufbahn der Ordnung (mihver-i nizam). Dadurch geben sie eine Anspielung (telvih) auf die Einheit des Schöpfers (Sâni'in tevhidi), ja sie machen offensichtlich (tasrih) sogar die Einheit und Allgegenwart (vahdaniyet) des Ewigen Herrschers (Hâkim-i Ezel) bekannt. Der Erbauer und der Erfinder (sânii ve muhterii) einer Maschine kann in der Tat ein und derselbe sein (bir olur).

وَ فِى كُلِّ شَيْءٍ لَهُ اٰيَةٌ تَدُلُّ عَلَى اَنَّهُ وَاحِدٌ

{"In allen Dingen ist von Ihm ein Mal und ein Hinweis für wahr, dass er ein Einziger ist."}

Die Seiten im Buche der Welt sind unendlich groß.

Kitab-ı âlemin evrakıdır eb'ad-ı nâmahdud

Die Zeilen in ihm über all die Geschehnisse gleichen ihren Spuren ohne Zahl.

Sutur-u kâinat-ı dehrdir a'sar-ı nâma'dud

Geschrieben an der Werkbank der wohlbewahrten Tafel der Wahrheit.

Basılmış destgâh-ı levh-i mahfuz-u hakikatta

Jede Verkörperung eines bedeutungsvollen Wortes - in der Welt - gleicht einem Geschöpf.

Mücessem lafz-ı manidardır âlemde her mevcud.

Hoca Tahsins {Der Verfasser dieses Gedichtes ist der Hoca Tahsin. (A.d.Ü.)} Absicht mit den Worten "unendlich" und "ohne Zahl" ist nur relativ. Er meint damit nicht im wahren Sinne die Ewigkeit.

— 113 —

Hinweis: Der majestätische Schöpfer (Sâni'-i Zülcelal) ist die Quelle (muttasıf) so vieler vollkommener Eigenschaften (evsaf-ı kemaliye), wie es auch immer geben mag. Denn es steht fest (zira mukarrer): der vollkommene Segen, den ein Geschöpf (masnu) erhält, ist nur der schwache Schatten (zıll-i zalili), der von der Vollkommenheit (feyz-i kemal) des Schöpfers (Sâni'in kemali) ausgeht, d.h. dass der Schöpfer (Sâni') als Quelle (muttasıf) der Eigenschaften von Schönheit und Vollkommenheit (evsaf-ı cemaliye ve kemaliye) in unendlichem Grade (lâyuhadd) und auf einer weit höheren Ebene (yüksek tabaka) über alles (umumundan), was gut und schön (hüsün ve cemal) ist, in dieser Welt vollkommen (kâinatta kemal) ist.

Der Ruf nach einem Dasein (icad) setzt das Sein, (vücud), ein Erfordernis (îcab) die Notwendigkeit (vücub) und jede Verschönerung (tahsin) die Schönheit (hüsn) voraus, wofür ein Geschenk (ihsan) der Beweis (delil) ist, dass es ein Vermögen (servet) gibt. Des weiteren (hem) ist der majestätische Schöpfer (Sâni'-i Zülcelal) frei von allen Mängeln (cemi' nekaisten münezzeh). Er ist in der Tat frei und rein (müberra) von den Fehlern (nekais), die aus der Unfähigkeit (istidadsızlıßı) des Wesens (mahiyat) der Materie (maddiyat) erwächst. Außerdem ist er heilig und frei (mukaddes) von allen Eigenschaften (evsaf) und Notwendigkeiten (levazımat), die aus dem Wesen des Möglichen (mahiyat-ı mümkinesi) des Kosmos (kâinat) mit seinen Gegensätzen entstehen (neş'et).

لَيْسَ كَمِثْلِهِ شَيْءٌ جَلَّ جَلاَلُهُ

{"Nichts ist Ihm ähnlich. Sein Glanz und Seine Majestät sind und waren um Ihn."}

— 114 —

Zweites Kapitel

Einleitung

Wenn du sagst: In der Einleitung des Ersten Kapitels haben sie gesagt: Von den beiden Aussagen der Formel des Zeugnisses (Kelime-i şehadet) ist die Zweite Aussage (ikinci kelâm) das Zeugnis und das Bezeugte (şahid ve meşhud) für die erste Aussage.

Antwort: Das ist in der Tat so (arabisch: neam, türkisch: evet). Unter den Wegen (minhac), die zur Kaba der Vollendung (kemalât), d.h. zur Erkenntnis Gottes (Marifetullah) führen, ist der gerade und der sicherste Weg, der Weg des Weißen Eisens (tarîk-i hadîd-i beyzası), den uns der Herr der Erleuchteten Stadt (Sahib-i Münevvere) Medina (Aleyhisselâm) gezeigt hat. Mohammed (Aleyhisselâm), der als Kopf der Rechtleitung (ruh-u hidayet) gilt, ist mit seinem Herzen (kalb) gleich der Leuchte und Lampe (mişkât ve zücace) der verborgenen Welten (avalim-i gayb), und mit seiner wahren Sprache (lisan-ı sadıkı) eine Dienerin (makam) seines Herzens als ein Spiegel und Sprachrohr (ma'kes ve tercüman), ein treuer, lebender Beweis (en sadık bir delil-i zîhayat), ein sprechendes Zeugnis (hüccet-i nâtıka) und ein beredter Beleg (bürhan-ı fasih) unter den Zeugnissen für den Schöpfer (berahin-i Sâni).

Sowohl durch seine Persönlichkeit (zât) als auch durch seine Worte (lisan) ist er in der Tat ein leuchtendes Zeugnis (bürhan-ı neyyir). Ja die Persönlichkeit (Zât) Mohammeds ist in der Tat (neam) von Natur (hilkat) aus ein offensichtliches Zeugnis (bürhan-ı bahir). Seine Worte (lisan) sind der Wahrheit (hakikat) entsprechend ein wahres Zeugnis (şahid-i sadık). Mohammed Aleyhisselâm ist ein sicheres Zeugnis (hüccet-i katıa) sowohl für den Schöpfer (Sâni) als auch für das Prophetentum (nübüvvet), für den Tag der Wiederauferstehung (haşr), für das Recht (hakk) und in der Tat auch für die Wahrheit (hakikat). Eine entsprechende ausführliche Erklärung folgt noch (tafsili gelecek)!

Anmerkung: Einen Umkehrschluss (devir) braucht man hier nicht. Denn die Beweise für seine Zuverlässigkeit (sıdkının delaili) sind nicht von den Beweisen des Schöpfers abhängig (Sâni'in delailine tevakkuf etmez).

Notiz: Unser Prophet, mit dem Friede und Segen sei, ist ein Zeugnis (bürhan) für den Schöpfer. Daher ist es notwendig, die Beweisführung für die Richtigkeit (isbat-ı sıdkı) dieses Zeugnisses (bürhan), dessen Schlussfolgerung (intac) und ihre Zuverlässigkeit (sıhhat) förmlich und sichtbar zu beweisen (sureten ve maddeten isbat etmek). Es ist dies wie folgt نَخُو :

﴿ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ﴾

{Im Namen Gottes (Allah) des Erbarmers, des Allbarmherzigen}

اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلَى مُحَمَّدٍ الَّذِى دَلَّ عَلَى وُجُوبِ وُجُودِكَ

{Segne, oh Gott, Mohammed, der die Notwenigkeit der Existenz Deines Seins aufzeigt.}

Und von nun an: Oh du Liebhaber der Wahrheit (hakikatın âşıkı)!... Solltest du die Absicht haben, meine Überzeugung eingehend zu studieren (vicdanımı mütalaa etmek) und alle Wahrheiten zu überprüfen (hakikatleri rasad etmek), sollst du die Flecken eines misratenen Eisens und Kupfers (pası ve zengârı) auf deinem Herzen (kalb) beseitigen, das die Feinheit des Herrn (latife-i Rabbaniye) genannt wird, nämlich den Wunsch nach einem Widerspruch (arzu-yu hilaf), die parteiische Stellungnahme der gegnerischen Seite (iltizam-ı taraf-ı muhalif), die Rechtfertigung (hak) seiner Ängste (kendi evhamına), um für sich eine Entschuldigung (mazur) zu haben, und die Zurückführung zu einem Ursprung (bir asla irca' etmek), die Forderung des Resultats des Ganzen (mecmuun neticesi) von jedem einzelnen Mitglied (her bir ferdden istemek), wodurch wegen der Schwachheit (za'fiyeti sebebiyle) zur Widerlegung des Resultats (neticenin reddi) eine schlechte Angewohnheit entsteht (istidad-ı seyyie).

Außerdem sollst du diesen Spiegel (mir'at) von den Dingen (emir) reinigen, ihn polieren (taskil ve tasfiye), zurecht rücken und dich dann vor ihn hinstellen (müvazene ve mukabele), wie das kindliche Temparament (tabiat) mit Ausreden (bahane), der Charakterzug eines Feindes (düşman seciyesi) Ausflüchte (mahane), oder das Auge eines Kunden (müşteri nazarı), das sich nur konzentriert (şanında), um dabei einen Fehler zu entdecken (yalnız ayıbı görmek).

Du solltest die leuchtende Flamme der Wahrheit (hakikatın şu'le-i cevvalesi), die aus einer Mischung vieler Anhaltspunkte (imtizac) entsteht, zu einer strahlenden Aussage (karine-i münevvire) machen, um die wenigen finsteren Ängste (evham-ı muzlime) aufzuhellen und zu vertreiben (tenvir ve def' edebilesin)... Du solltest außerdem mit Einsicht und genau (munsıfane ve müdakkikane) zuhören und nicht versuchen bereits zu widersprechen (itiraz etme), noch ehe bevor die Aussage beendet ist (kelâm tamam olmadan). Ein Satz (cümle) ist und bleibt ein Satz und behält seine Aussagekraft (hüküm) bis an sein Ende (nihayete kadar). Erst nachdem er vollständig ist (tamam olduktan sonra), kannst du noch etwas dazu sagen, falls du noch einen Zweifel daran hast (bir vehmin kalırsa)...

— 115 —

Anmerkung: Das Thema der Aussage des obigen Zeugnisses (bürhanın sußrası) ist das Prophetentum ganz allgemein (nübüvvet-i mutlaka). Der ganz konkrete Einzelfall dieser Aussage (kübra) ist das Prophetentum (nübüvvet) Mohammeds (Aleyhissalâtü Vesselâm). Nun fangen wir damit an:

Hinweis: Die Weisheit des Schöpfers (Sâni'in hikmeti), Seine Taten (ef'al), unter denen es keine Sinnlosigkeit (adem-i abesiyet) gibt, die selbst unter den unbedeutenden und den seltenen Dingen (en hasis ve en kalil) in der Schöpfung (kâinat) gut abgestimmt und wohlgeordnet (nizamın müraat) sind, deren keines vernachlässigt (adem-i ihmal) wird, und das zwangsläufige Bedürfnis (ihtiyac-ı zarurî) der Menschheit (nev'-i beşer) nach einem Wegweiser (mürşid), erfordern mit Sicherheit (kat'an) das Vorhandensein eines Prophetentums (vücud-u nübüvvet) in der Menschheit (nev'-i beşer)...

Wenn du nun sagst: Ich habe den Sinn (mana) dieser kurzen Zusammenfassung (icmal) nicht begriffen (anlamadım); ich bitte deshalb um eine umfassende Erklärung (tafsil et)...

Dann sage ich nun (derim): Jetzt höre einmal zu (işte dinle): Du siehst (görüyorsun), dass in der Menschheit (nev'-i beşer) geistig und körperlich (maddiye ve maneviye) eine Ordnung (nizam) herrscht. Das Zentrum und die Quelle (merkez ve maden) dieser Wohlordnung (intizamat) so vieler verschiedener Arten (çok enva'ın ahvali), die sie durch die Kraft ihrer Inteligenz (hasiyet-i aklın kuvvetiyle) unter ihre Verfügung (taht-ı tasarruf) nimmt, ist das Prophetentum im Allgemeinen (nübüvvet-i mutlaka). Zeugnis (bürhan) dafür ist der Fortschritt (terakki) des Menschen gegenüber einem Tier (insanın hayvaniyet) in dreierlei Hinsichten:

Erstens: Es handelt sich um das seltsame Geheimnis (sırr-ı acib), das in dem Grundsatz (kaide) liegt, der besagt: "Der Anfang eines Gedankens (fikrin evveli) ist das Ende einer Tat (amelin âhiri). Der Anfang einer Tat (amelin evveli) ist das Ende eines Gedankens (fikrin âhiri)." Es ist dies wie folgt:

Mit Hilfe des Augenlichtes (nur-u nazar) entdeckt der Mensch den Zusammenhang (terettüb) zwischen den Ursachen und ihren Wirkungen und die sich daraus ergebenden Folgen (ilel-i müterettibe-i müteselsile). Er kann die zusammengesetzten Substanzen (mürekkebat) in ihre Bestandteile zerlegen und auf sie zurückführen (besaite tahlil ve irca'), was der Same aller menschlichen Vollkommenheiten ist (umum kemalât-ı insaniyenin tohumu). Daraus erwächst (hasıl) seine Fähigkeit, etwas kennen zu lernen (kabiliyet-i ilim) und neu zu gestalten (terkib). Er achtet dadurch (istimal edip) auf die derzeit in der Schöpfung gültigen Gesetze (kavanin-i cariye) und nimmt durch seine handwerkliche Talente (san'at) die Natur als Beispiel (tabiatı muhakât). Über seine handwerkliche Fähigkeit (kabiliyet-i san'at) mangelt es ihm an Aufmerksamkeit (nazarının kusuru), seine Zweifel machen es ihm schwer (evhamın müzahameti) und sein menschliches Verhalten (sevk-i insaniyet) ist noch unzureichend (adem-i kifayet). In dieser Hinsicht (cihet) braucht er (ihtiyaç gösteriyor) einen Propheten als Lehrmeister (mürşid-i nebi), damit die Ausgewogenheit (müvazene) der vollkommenen Ordnung (nizam-ı ekmel) in der Welt (âlem) aufrecht erhalten bleibt (muhafaza).

Zweitens: Den Fähigkeiten der Menschen (beşerin istidadı) sind keine Grenzen (gayr-ı mütenahî) gesetzt. Ihre Hoffnungen (gayr-ı mahsur) und Neigungen (âmâl ve müyulat) sind grenzenlos, ihre Vorstellungen und Ideen (tasavvurat ve efkâr) ohne Schranken (gayr-ı mazbut) und Ihren Antriebskräften in emotionaler und voluntaristischer Hinsicht (kuvve-i şeheviye ve gazabiye) keinerlei Sperren (gayr-ı mahdud) auferlegt.

Hinweis: Ein Mann (adam), auch wenn man ihm eine Lebensdauer von Millionen Jahren (sene ömür) mit allen irdischen Freuden (lezaiz-i dünyevi) und mit einer absoluten Herrschaft (tasallut-u tâm) in jeder Hinsicht (her cihetten) verliehe, würde infolge der Unendlichkeit (lâ-yetenahîlik) seiner Fähigkeiten (istidadın) mit den Worten "ach... ach... wäre doch!" seufzen (çekecektir). Seine Unzufriedenheit (adem-i rıza) ist wohl ein Anzeichen und ein Hinweis (remz ve işaret) darauf: der Mensch (insan) ist ein Kandidat für die Ewigkeit (ebede namzed) und für die Ewige Glückseligkeit (saadet-i ebedi) erschaffen worden (halk), sodass er seine unbeschränkten Fähigkeiten in einer unendlichen Zeit (gayr-ı mütenahî bir zaman) und einer unbegrenzt weiten (gayr-ı mahdud ve geniş) Welt (gayr-ı mahsur istidadat) in die Tat umsetzen kann (bilfiile çıkarabilsin).

Anmerkung: Es gibt keine Sinnlosigkeit (adem-i abesiyet) und die Wahrheit der Dinge ist unveränderlich (hakaik-i eşya sübutiyetleri). Das weist darauf hin (îma ediyor), dass in diesen engbegrenzten Elendsvierteln (dar ve mahsur dünya-yı deniye), wo ein jeder Genuss (herbir lezzet) durch viele Störungen beeinträchtigt wird (çok a'razın müzahameti), in derem steten Wirrwar (keşmekeş) Hass und Neid niemals fehlen (tehasüd hâlî olmayan), menschliche Vollkommenheit (kemalât-ı insaniye) keinen Grund und Boden finden können (yerleşmez). Für sie ist vielmehr eine freie weite Welt (geniş ve müzahametsiz) notwendig, damit der Mensch (insan) voll und ganz Frucht bringen (hakkıyla sünbüllensin) und sich dadurch, dass er seine Verhaltensweise vervollkomnet (ahval ve kemalât) und somit in Ordnung (nizam) bringt, mit der Ordnung der Welt (nizam-ı âlem) in Einklang bringen kann (hemdest-i vifak olabilsin).

— 116 —

Anmerkung und Hinweis: Nebenbei (istitradî olarak) wurde auf den Glauben an die Auferstehung hingewiesen (haşre îma). Später (ileride) werden wir ihn noch anhand zuverlässiger Beweise (bürhan-ı kat'î) erklären. Der Punkt (nokta), den ich hier anmerken möchte (istedißim), ist: Die Fähigkeiten des Menschen (insandaki istidad) sind für die Ewigkeit bestimmt (ebede nâzır). Wenn du willst (istersen), betrachte und erforsche (teemmül ve tedkik) nun das Wesen seines Menschseins (insaniyetin cevheri), den Wert seines Sprechvermögens (nâtıkıyetin kıymeti) und das Verlangen all seiner Fähigkeiten (istidadın mukteza). Betrachte seine Phantasievorstellungen (hayale bak), welche die kleinste und gewöhnlichste (en küçük ve en hasis) Dienerin des Wesens seines Menschseins (hizmetkârı cevher-i insaniyet) ist. Siehe sie einmal an... Gehe zu ihr hin und sage zu ihr (git ve de):

"Oh du, Fürstin meiner Phantasie (hayal aßa)! Ich bringe dir eine frohe Kunde (beşaret sana)! Die Welt (dünya) und die Herrschaft über alles in ihr (mâfîhanın saltanatı) werden dir mit einem Leben von Millionen Jahren (milyonlar sene ömür) gegeben. Am Ende (akibet) wirst du mit keinerlei Heimkehr (dönmemek) vergehen und zu Nichts (fena ve adem) werden." Was würde dir wohl (acaba) deine Phantasie zur Antwort (hayal mukabele) geben? Würde sie dir etwa (âyâ) mit Freude und Begeisterung (istibşar ve sürur), oder mit Trauer und Gram (telehhüf ve tahassür cevab) antworten? Auf jeden Fall, (ecel), in der Tat (arab. neam) und ohne Zweifel (türk. evet) würde der Geist der ganzen Menschheit (cevher-i insaniyet) in der Tiefe des Herzens (a'mak-ı vicdan) aus dem Grunde heraus (dibinde) seufzen, weinen und klagen (enîn ve hanîn edip baßıracak) über den Verlust der Ewigen Glückseligkeit (saadet-i ebediyenin fıkdanı)! "Oh weh (eyvah)! Ach wie schade (hasretâ)!"... So wird er sagen. Er wird sich über eine solche Phantasie ärgern und sie tadeln (hayale zecr ve ta'nif), indem er sagt: "Oh Er (Yahu)! Gib dich nicht mit dieser vergänglichen Welt (dünya-yı fâni) zufrieden!"

Nun oh mein Bruder! Wenn dieses vergängliche Königreich nun einmal die Phantasievorstellung, die eine gewöhnliche Dienerin (hakir hizmetkâr) oder eine Dichterin (şâir), eine Künstlerin (san'atkâr) und Darstellerin (tasvircisi) des Königs allen Menschseins (sultan-ı insaniyet) ist, nicht befriedigen und nicht zufrieden zu stellen (işba' ve razı) vermag, wie könnte es dem König allen Menschseins (sultan-ı insaniyet), welcher der Herr vieler Diener (hizmetkârların sahibi) wie z.B. der Phantasie (hayal) befriedigen? Keineswegs (kellâ)!... In der Tat (arab. neam) ist das was ihn zu befriedigen vermag (işba' edecek), einzig und allein die Ewige Glückseligkeit (saadet-i ebedi), die sich in der Muschel (sadef) der leiblichen Wideraufserstehung (haşr-i cisman) verbirgt.

Drittens:

Der Mensch (insan) ist von seinem Temperament her ausgeglichen (itidal-i mizac) und von feiner Art (letafet-i tab). Er hat auch eine Neigung zu Verschönerungen (zînete olan meyli), d.h. der Mensch (insan) hat eine natürliche Neigung (meyl-i fıtrî), seinen Lebensunterhalt (bir suret-i taayyüş) menschenwürdig (insaniyete lâyık) zu gestalten. In der Tat (neam) darf der Mensch (insan) nicht wie ein Tier (hayvan) leben und kann auch so nicht leben (yaşamaz). Er braucht vielmehr eine Vollendung seines Lebens (bir kemal ile yaşamak), die der Ehre seiner Menschlichkeit entspricht (şeref-i insaniyete münasib). Und daher braucht (muhtaç) der Mensch (beşer) neben Kost und Logis (mesken ve me'kel) auch seine Kleidung (melbes), Dinge, die mit Hilfe vieler verschiedener Handwerkszweige (sanayi-i kesîre) gedeckt werden müssen (taltif etmesi).

Weil er aber nicht in der Lage ist (adem-i kifayet), alle Techniken (san'at) allein zu beherrschen (yalnızca kudret), ist es notwendig, dass er mit den übrigen Geschwistern der Menschheit (ebna-yı cins) zusammen arbeitet... Er muss mit ihnen zusammen arbeiten (iştirak etmek)... und so seinen Beitrag leisten (teavün etmek)... Und das erfordert (iktiza) auch, die Früchte seiner Arbeit (sa'yin semeratı) mit einander auszutauschen. Wegen seiner Maßlosigkeit (inhimak) und des Missbrauchs (tecavüz) seiner Fähigkeiten bedürfen die Menschen (kuva-yı insaniye) eines Rechtssystems (adalete ihtiyaç)... Weil aber der Verstand (akl) des Einzelnen viel zu schwach ist (adem-i kifayet), um ein solches Rechtssystem (adalet) zu durchschauen... bedarf es allgemein gültiger Gesetze (kavanin-i külliye), um es allgemein verständlich zu gestalten (muhafaza). Um nun sicher zu stellen (tesirini muhafaza), dass diese Gesetze wirksam und praktikabel (icra) werden, bedarf es dazu der Autorität eines Gesetzgebers (mukannin)...

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Dieser Gesetzgeber (mukannin) benötigt jedoch sowohl geistlicher als auch weltlicher Hoheitsrechte (maddeten ve manen tefevvuk), um die Herrschaft (hâkimiyet) über die Menschen ethisch und moralisch (zahiren ve bâtınen) aufrecht erhaltenzu können. Da er von dem Schöpfer der Welt (Sâni'-i Âlem) mit etlichen Aufträgen ausgestattet ist (bazı umûr ile), bedarf er dazu besonderer Privilegien und Rechte (imtiyaz ve kuvvet-i nisbet). Und weiter bedarf es des Gottesdienstes (ibadete muhtaçtır) in seiner ständigen Widerholung (müzekkire-i mükerrere), um die gewaltige Größe Gottes (azamet-i Sâni tasavvur) in einer geistigen Haltung (zihin) zu verankern und im Gehorsam (itaat) gegenüber den Geboten Gottes (evamir) stets zuverlässig zu folgen (temin ve tesis).

Dieser Dienst und die Anbetung (ibadet) richten alle Vorstellungen (efkârı tevcih) nach dem Schöpfer (Sâni). Diese Ausrichtung (teveccüh) bewirkt eine zuverlässige Befolgung (inkıyadı tesis). Und diese Befolgung (inkıyad) bewirkt eine vollkommenen Ordnung (nizam-ı ekmele îsal eder). Und diese vollkommene Ordnung (nizam-ı ekmel) erwächst aus dem Geheimnis der Weisheit (sırr-ı hikmet). Und dieses Geheimnis der Weisheit (sırr-ı hikmet) ist zugleich auch das Selbstzeugnis (kendine şahid) dafür, dass es in der Schöpfung keine Sinn- und Zwecklosigkeit (adem-ül abesiyet) gibt, dass der Schöpfer weise (Sâni'in hikmeti) ist, und dass die Geschöpfe stets makellos erschaffen werden (masnu'daki teennuk).

Wenn du nun die Besonderheit (temayüz) des Menschen, die ihn von einem Tier (insan hayvandan) unterscheidet, dieser obigen drei Hinsichten (cihat-ı selâse) zufolge begreifen konntest (derk edebildin), dann vermagst du notwendiger Weise (bizzarure netice veriyor) auch daraus zu schließen, dass das Prophetentum an und für sich (Nübüvvet-i mutlaka) in der Geschichte der Menschheit ein geistiger Pol (nev'-i beşerde kutub), ja sogar ein Zentrum ist und die Achse (merkez ve bir mihver), um die sich alles dreht (onun üzerine deveran), was den Menschen (ahval-i beşer) betrifft. Es ist dies wie folgt:

Beachte (dikkat et) die erste Hinsicht (cihet-i ûlâ) und siehe, warum das Bedürfnis der Menschen in ihrer Verhaltensweise (sevk-ül insaniyet) geführt zu werden, ihre natürliche Neigung (meyl-i tabiî) in ihrer Unzulänglichkeit (adem-i kifayet), die Mangelhaftigkeit ihrer Betrachtungsweise (nazarın kusuru), ihre falschen Vorstellungen (evhamın ihtilatı), die sein vernünftiges Denken (tarîk-ı akılda) verwirren, die Gründe sind, weshalb die Menschheit (nev'-i beşer) unbedingt (eşedd-i ihtiyaç) eines Wegweisers und Lehrmeisters bedarf (mürşid ve muallime muhtaç). Dieser Lehrmeister ist ein Prophet (O mürşid Peygamberdir).