Meine lieben Mitbrüder!
In meine individuelle (mahrem) Auslegung (istihrac) des "Geheimnisses von "Wir haben dir... gegeben" (Sirr-i inna A'tayna) genauso wie in die Frohen Botschaft aus dem Unsichtbaren (gaybî müjde) "Ein Licht (Nur) wird aufgehen und wir werden es sehen" in der Abhandlung "Dialoge" (Münazarat Risalesi) entsprechend meiner numerischen Berechnung (cifr), hatte sich - obwohl sie aufgrund einer Inspiration und der tatsächlichen Gegebenheiten der Wahrheit (ilhamî ve hak bir hakikati) entsprach - bei meiner persönlichen Auslegung (fikrimle olan tatbikat) ein Fehler eingeschlichen. Und dieser Fehler hatte mir Sorgen bereitet. Denn was die Frohe Botschaft vom Licht (müjde-i nuriye) in den Abhandlungen (risaleler) "Dialoge" (Münazarat) und "Eingebungen" (Sünuhat) betrifft, so hat sie heute in der Risale-i Nur tatsächlich Gestalt (hal) angenommen. Denn anstelle des erwarteten weiten politischen Kreises (daire-i siyasiye), was sich jedoch später als Fehler herausstellte, beseitigte sie (izale) diesen Fehler in der Form eines hohen Kreises des Lichtes (daire-i nuriye). Obwohl meine persönliche Auslegung (sirr-i mahrem) des "Geheimnisses von "Wir haben dir... gegeben" (Sirr-i inna A'tayna) aufgrund meiner numerischen Berechnung (istihrac-i cifrî) sinngemäß (meali) "über den Köpfen derjenigen, die der islâmiyet Schläge versetzen, wird es eine so fürchterliche Explosion geben, die bis zum Ende der Welt (kiyamet) nicht vergessen werden wird." sich auf zwölf Jahre und einen sehr weiten Kreis bezog, legte ich (tatbik) sie im Gegensatz (aksine) zu dem Geheimnis der Frohen Botschaft des Lichtes (nur müjdesi sirrini) als einen engen Kreis und mit einer bestimmten Regierung aus (hususî bir hükûmet), wobei meine Vorstellung (fikr) diesen weiten Kreis nicht umfassen (ihata) konnte und deswegen die Form dieser Wahrheit (hakikat) geändert hat. In Wirklichkeit verschiebt sich der Gründer und das Haupt (müessi ve basi) dieses Regimes in genau demselben Jahr (tarih), auf das meine Auslegung (istihrac) hinweist, aus dieser Welt (dünya) und er bekam seinen Schlag.
Und noch im selben Jahr verschied der Mann, der Knopf und Schalter einer entsetzlichen Strömung (müdhis cereyan) war, die sich wie unter einem Schleier verborgen hält und die meisten der Erde (küre-i arz) und den überwiegenden Teil der Menschheit (nev'-i beser) ihrer Diktatur unterordnete, die ihr Knopf und der geistige (manen) Kopf über Tausenden von Köpfen, wenn auch der Furchtbarste von ihnen war. Zur selben Zeit, in der er selbst geohrfeigt wurde, verging kaum ein Jahr und alle Häupter dieser entsetzlichen Strömung samt ihrer Anhängerschaft (tarafdar) empfingen entsetzliche Schläge vom Himmel herab gleich einem katastrophalen Unwetter (musibet). Und sie werden diese Qual (azab) bis zum Weltende (kiyamet) erleiden müssen und erleiden sie schon heute. Die Strafe für ihre Verbrechen (cinayetlerin cezasi), die sie an den vom Himmel geoffenbarten Religionen (edyan-i semaviye) und an der islâmiyet begangen haben, erfuhren sie in einem überaus weiten Kreis und erfahren sie noch heute (gördüler ve görüyorlar). Weil sie mit dem Schmutz einer eher ärgerlichen als bürgerlichen Zivilisation (mimsiz medeniyet) die Welt (dünyay) besudelt hatten, kam noch in demselben Jahr (tarih), das meine Berechnungen (istihrac) angegeben hatten, auf das Haupt der eher ärgerlichen als bürgerlichen Zivilisation eine solche Ohrfeige vom Himmel (semavî tokat) herab, durch die sie dann noch tiefer als bis in die finsterste Einöde herabstürzten.
Zusammenfassung: Bei der Auslegung des "Geheimnisses von "Wir haben dir... gegeben" (Sirr-i inna A'tayna) wurde der ansonsten so weite Kreis mit einem engen Kreis verwechselt (tatbik). Was die Frohe Botschaft des Lichtes (Nur müjdesi) betrifft, so wurde der enge und geistige (dar ve manevî), jedoch hohe Kreis als ein weiter, materieller (genis ve maddî) Kreis, dargestellt (tasvir). Hunderttausend Mal danke ich (sükür) Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dass er diese meine beiden Fehler durch eine machtvolle geistige Inspiration (kuvvetli bir ihtar-i manevî) korrigiert hat (islah), wodurch er mich das Geheimnis von
{"denen wird Gott einmal ihre schlechten Taten gegen gute eintauschen." (Sure 25, 70)}
erfahren (mazhar) ließ. Dank dafür sei Gott (Elhamdülillahi) nach der Anzahl der Atome im Kosmos (zerrat-il kâinat).
Meine lieben ehrwürdigen Brüder! Habt Acht! ihr dürft dieses persönliche Geheimnis (sirr-i mahremi) nicht mit diesem Abschnitt (fikr) öffentlich weiterverbreiten (fâs), vielmehr besser diese Abhandlung (risale) auf sich beruhen lassen (arastirmayin). Ihr dürft diesen Abschnitt (fikr) also nur den nächstvertrauten Schülern (haslar) zeigen, falls ihr einen Missbrauch für ausgeschlossen (zararsiz) haltet.
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Noch bevor eure letzten Briefe bei uns eintrafen, ließ mich eine Inspiration bereits auf wunderbare Weise (kerametkârane) die Antwort schreiben, d.h. die außergewöhnliche Treue (sadakat) der Briefschreiber steigerte sich so bis zum Grad einer Wundertat (keramet).
Meine lieben Mitbrüder! Für eure so hohe Meinung und das Lob (takdirat) in euren Briefen, auch könnte ich nur einem Tausendstel davon entsprechen, bin ich doch Gott grenzenlos dafür dankbar (sükrederim). Die Leitung und Führung (tesirati ve kumandasi) durch eine Persönlichkeit von sehr hohem Rang (makam sahibi bir zât) wie sie in der geistigen Körperschaft (manevî sahsiyet) der Risale-i Nur und unter den überaus zahlreichen Schülern (talebe) unerkannt wirksam ist, ist jedoch deutlich spürbar. Und man stellt sich dabei so einen Armen (bîçare) vor, der doch von ihren Vorstellungen (tasavvur) tausendfach weit entfernt ist. Diese so große Bedeutung (ehemmiyet), die ihr mir da zuschreibt und mir doch überhaupt nicht zusteht (hakkim olmadan), wird euch zwar mit Gottes Hilfe (insâallah) nicht weiter schaden (zarar), doch besteht die Möglichkeit (ihtimal), dass dies die positive Wirkung (hüsn-ü cereyan) der Risale-i Nur beeinträchtigen (zarar) könnte. Da verspürt ihr irgendeine Wahrheit (hakikat) und in eurer außerordentlichen Treue (sadakat) und Aufrichtigkeit (ihlas) seht ihr sogar mit Gottes Hilfe (insâallah) etwas Wahres (hak), doch täuscht man sich (aldanilir) hier machmal bei der Gestaltgebung (suret). Wir sind hier nur unserem Dienst (hizmet) verpflichtet. Die Folgen (Netice) und der Erfolg (muvaffakiyet) dessen steht jedoch allein Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) zu.
(Es ist zu beachten)
Die Risale-i Nur ist ein mahnender Dialog mit einem Teil der Brüder unter meinen Schülern, um ihre hoch über meine Grenzen hinaus gehenden phantastischen Vorstellungen zu mäßigen.
Über einen solchen Dialog, wie ich ihn vor vierzig Jahren mit meinem großen Bruder Molla Abdullah (möge der Herr sich seiner erbarmen) geführt habe, möchte ich hier eine kleine Geschichte erzählen:
Dieser verstorbene Bruder war ein persönlicher Schüler des großen und bedeutenden Heiligen Hazret-i Siyaeddin (möge seine Seele geheiligt sein). Weil aber dieser Ordensmann gerne einmal sehen wollte, ob sein Meister (Murschid) ihn wirklich ganz in Liebe angenommen und eine gute Meinung von ihm habe, sagte dieser mein verstorbener Bruder: "Hazret-i Siyaeddin kennt alle Wissenschaften. Auf der ganzen Welt ist er gleich einem großen Leitstern ..." So verkündete ich, um mich an ihn zu binden, welch eine wundervolle Stufe (makam) er doch bereits erreicht habe.
Und auch ich sagte zu meinem Bruder: "Du übertreibst. Hätte ich ihn gesehen, so hätte ich ihn durch vielerlei Dinge zum Schweigen bringen können. Doch du liebst ihn in Wahrheit so wenig wie ich. Denn unter der Gestalt dieses gewaltigen Leitsterns (Kutub), der die Wissenschaften des Weltalls kennt, liebst du einen Siyaeddin, den du dir eingebildet hast; d.h. du bindest dich an einen Namen und liebst ihn. Würde sich der Vorhang des Unsichtbaren öffnen und du könntest die Wahrheit sehen, würde deine Liebe entweder ganz verblassen, oder auf ein Viertel zusammenschrumpfen. Doch liebe auch ich diese gesegnete Persönlichkeit genauso wie du wirklich sehr und schätze sie hoch. Denn er ist ein lauterer, tatkräftiger und bedeutsamer Führer für alle Leute des Glaubens auf dem Gebiet der erhabenen Sunna und in der Lehre von der Wahrheit. Könntest du erkennen, auf welcher Stufe (makam) diese Persönlichkeit steht, du würdest dich nicht von ihm zurückziehen, Abstand von ihm nehmen, deine bisherige Liebe als einen Fehler ansehen, sondern im Gegenteil, ihn noch mehr verehren und dich voller Hochachtung mit ihm verbunden fühlen. D.h. ich liebe den wahren Siyaeddin, während du einen eingebildeten Siyaeddin liebst."
{(Anmerkung): Denn du verkaufst ihm deine Liebe (muhabbet) sehr teuer. Du erwartest eine Gegenleistung, die hunderfach größer ist als der Preis, den du gibst. In Wirklichkeit wäre als Preis für seinen wahren Rang selbst noch die größte Liebe zu gering.}
Weil aber nun dieser mein Bruder ein wahrer Wissenschaftler war, der gerecht dachte und ernsthaft nachprüfte, so wusste er meinen Standpunkt zu würdigen und akzeptierte ihn auch.
Oh ihr, meine kostbaren Schüler der Risale-i Nur, meine Brüder, die ihr mehr als ich mit Freude und Opferbereitschaft gesegnet seid! Eure Wertschätzung und eure außerordentlich hohe Meinung über meine Person schaden euch vielleicht nicht. Doch klar-schauende Menschen wie ihr sollten ihre Aufgabe und ihren Dienst im Auge behalten und die Dinge von diesem Standpunkt aus betrachten. Fiele der Vorhang und ihr könntet meinen wahren Charakter erkennen, befleckt mit Fehlern von Kopf bis Fuß: Das würde euch dazu führen, vor mir davonzulaufen. Doch weil ich eure brüderliche Liebe nicht gerne verlieren und euch nicht enttäuschen möchte, sollt ihr eure Verbundenheit (irtibat) mit meiner Person (sahsiyet) nicht über den Rang (makam) hinaus von mir abhängig machen, den ihr euch weit über meine Begrenzungen hinaus vorgestellt (tasavvur) habt.
Ich bin für euch wie ein Bruder (kardes). Es steht mir nicht zu, eine geistliche Führerposition (mürsidlik) anzunehmen. Ich bin auch kein Meister (Üstad), sondern vielmehr euer Mitschüler (ders arkadas). Ich bedarf wegen meiner Fehler eurer hilfreichen Gebete (sefkatkârane dua) und eures Beistandes (hmmet). Es steht mir auch nicht zu, dass ihr von mir geistigen Beistand (himmet) erwartet, vielmehr bin ich es, der eures Beistands (himmet) bedarf. Durch die Güte und Gnade (ihsan ve kerem) Gottes des Gerechten (Cenab-i Hakk) sind wir mit euch in einem besonders heiligen (kudsî), besonders wichtigen (ehemmiyetli), besonders wertvollen (kiymetdar) und allen Gläubigen (ehl-i iman) nutzbringenden Dienst (menfaatli bir hizmet) nach den Grundsätzen der Arbeitsteilung (taksim-ül mesaî) verbunden. Die geistige Körperschaft (sahs-i manevî), die aus unserem Zusammenhalt (tesanüd) erwächst, reicht uns in ihrer außerordentlichen Bedeutung (ehemmiyet) und ihrem Wert (kiymet) und genügt uns (kâfi) als unser Meister (üstad) und geistlicher Führer (irsad).
Da zudem in dieser Zeit der Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) als über allen anderen Dingen stehend betrachtet und als die wichtigste Aufgabe (vazife) angesehen wird, und da nun einmal - was die Quantität (kemmiyet) betrifft - ihre Bedeutung (ehemmiyet) im Verhältnis zur Qualität (keyfiyet) nur gering ist, und da nun einmal die nur vorübergehenden (muvakkat), veränderlichen (mütehavvil) politischen Welten (siyaset âlemleri) im Verhältnis zu den ewigen (ebedî), unvergänglichen (daimî), unveränderlichen (sabit) Diensten am Glauben (hidemat-i imaniye) ohne Bedeutung sind, nicht als Maßstab (mikyas) und auch nicht als Basis (medar) dienen können, müssen wir uns mit den segensreichen Rängen (feyizli makam) der Risale-i Nur im Rahmen ihrer Anweisungen (talimat) und vom Standpunkt des Dienstes (hizmet), den sie uns beschert (bahset), begnügen (kanaat). Anstatt jemandem aufgrund meiner weitaus überspitzten guten Vorstellung (hüsn-ü zan) einen übertrieben hohen Rang (müfritane âlî makam) zuzuschreiben, sind außerordentliche Treue (sadakat) und Standhaftigkeit (sebat), ein unverbrüchlicher Zusammenhalt (müfritane irtibat) und Wahrhaftigkeit (ihlas) notwendig. In diesem Sinne müssen wir unsere guten Eigenschaften fortentwickeln (terakki).
{"Der Beständige ist der bleibt und besteht."}
Meine lieben getreuen Brüder!
Die beiden letzten heiligen Geschenke (hediye-i kudsiye) von Hüsrev, der ein Held (kahraman) der Risale-i Nur ist, und wie er diese beiden Geschenke des Himmels (semavî hediye) in der Form eines geistigen Wunders (manevî i'cazini) und auf wunderbare Weise (kerametkârane) vor Augen führt und uns und dieser Umgebung (muhit) in diesen heiligen drei Monaten (suhur-u selâse) zum Geschenk (hediye) macht, ist ein wunderbarer Dienst (mu'cizane bir hizmet) angesichts (nokta-i nazarinda) der Risale-i Nur. Möge Gott es wollen (insâallah), dass dieser Stift der Rosenfabrik (Gül fabrikasi) auch hier die Umgebung in einen Rosengarten (gülistan) verwandeln wird. Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) dem, der diesen Stift führt (sahib), für jeden Buchstaben (harf), den er aus dem Qur'an abschreibt, wie in der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) dreißigtausend Segenspunkte (sevab), Seine Barmherzigkeit (rahmet) und gute Werke (hasane) schenken. Âmîn, âmîn, âmîn.
Meine lieben Mitbrüder! Als eine Ergänzung (tetimmesi) zu unserer Antwort, die mir aus eurer Treue (sadakat) erwuchs (teressuh) und die wir daher gegen eure weitaus überspitzte (haddim) gute Meinung (hüsn-ü zan) zuvor geschrieben hatten, haben wir den folgenden Abschnitt (fikr) vor zwei Tagen geschrieben. Auf euren Brief von voriger Woche, welcher aus eurer außerordentlichen Treue (sadakat) und edlen Gesinnung (ulüvv-ü himmet) erwuchs (teressuh), hier nun die Begründung für eine Antwort (cevabimin hikmeti), die eure gute Meinung (hüsn-ü zanni) bis zu einem gewissen Grade widerlegt (cerheden):
In dieser unserer Zeit, wo es derartige, alle anderen beherrschende Strömungen, die alles und jedes Ding für sich in Beschlag nehmen, gibt, vermute ich, dass jene Persönlichkeit, die wir in Wahrheit erwarten und die im nächsten Jahrhundert kommen soll, einmal angenommen, sie wäre in dieser unserer Zeit schon unter uns, um nicht von diesen Strömungen in ihrer eigenen Bewegungsfreiheit behindert zu werden, sich aus der Welt der Politik zurückziehen und von den politischen Verhältnissen Abstand nehmen wird, um einem neuen Ziel zuzustreben.
Daraus ergeben sich nun drei Fragestellungen: Die eine betrifft das Leben, eine andere das islamische Gesetz (Scheriat), eine weitere den Glauben (iman). Vom Standpunkt des Glaubens aus betrachtet, ist der Fragenkomplex, der den Glauben betrifft, der wichtigste und der größte. Heute aber werden nach allgemeiner Ansicht und angesichts der bedrückenden Zustände in der Welt das Leben und das Gesetz (Scheriat) als die wichtigsten Dinge betrachtet. Doch wäre jene Persönlichkeit jetzt unter uns, sie würde sofort auf dem ganzen Erdenrund die Stellenwerte jener drei Fragenkomplexe verändern, er würde das, was in der Menschheit allgemein üblich ist, aber mit den Gesetzen Gottes (adetullah) nicht übereinstimmt, er würde in jedem Fall die schwerwiegendste Frage zum Grundproblem machen und nicht die anderen Fragenkomplexe zum Grundproblem machen, damit nicht der Dienst am Glauben in seiner Reinheit in den Augen der Allgemeinheit verdorben werde und damit auch für das klare Unterscheidungsvermögen einfacher Leute, das ja so leicht zu übertölpeln ist, realisierbar werde, dass dieser Dienst nicht als ein Mittel für andere Zwecke gebraucht werden kann.
Überdies sind seit zwanzig Jahren unter dem alles zerstörenden Einfluss dieser Diktatur die Sitten dermaßen verdorben worden, Treue und Beständigkeit sind verloren gegangen, sodass man unter zwanzig kaum einem mehr trauen kann. Unter diesen besonderen Umständen sind Beharrlichkeit, Festigkeit, Treue und eine geradezu nationale Begeisterung für das Volk des Islam notwendig, wenn es nicht unfruchtbar bleiben, wenn ihm kein Schaden entstehen soll.
D.h. der reinste, sicherste, wichtigste und erfolgreichste Dienst ist der heilige Dienst im Kreise der Schüler der Risale-i Nur. Wie dem auch sei... zu diesem Thema möge dies hier für heute genug sein.
Alle Brüder grüße (selâm) ich hiermit, jeden Einzelnen von ihnen. Wir beten (dua) für sie in diesen segensreichen Tagen (eyyam-i mübareke), und bitten auch euch in den kommenden segensreichen Tagen (eyyam) und Nächten (leyali-i mübareke) um eure Gott wohlgefälligen Gebete (makbul dua).
Die abgeschriebene Abhandlung "Lemata" fanden wir als ein Geschenk (hediye) von Tahiri zu Recht als sehr wertvoll (kiymetdar). Möge Gott es wollen (insâallah), dass sie ihm in dieser Umgebung (havalide) {hier in Kastamonu} sehr viele Segenspunkte (sevab) erbringen (kazan) wird. Er ist ein vollkommener Lütfü. Möge Gott ihm zum Erfolg verhelfen (Allah muvaffak eylesin).
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Erstens: Wir beglückwünschen (tebrik) euch zur Nacht (Leyle-i Berat) der Vergebung und dem kommenden Heiligen Monat Ramadan und bitten (niyaz) Gott den Gerechten (Cenab-i Hak), dass die kommende Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) für euch und für uns noch segensreicher (hayirli) werden möge als Tausend Monate und so in das Buch unserer guten Taten (defter-i a'mali) eingetragen werde. So haben wir uns denn vorgenommen (niyet), bis zum Festtag (Bayram) folgendes Gebet (dua) zu sprechen:
{"Oh Gott, mache die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) in diesem Ramadan für uns und für die treuen Schüler (talebe) der Risale-i Nur so segensreich wie Tausend Monate."}
Zudem möge Gott es wollen (insâallah), dass die Übersendung der beiden Exemplare des Qur'ans, die das Wunder (mu'cizeli) der Übereinstimmung zeigen, in diesen segensreichen Monaten (mübarek aylar) so sehr zu einem Anlass des Segens (medar-i bereket), des geistigen Lohnes (sevab), des Verdienstes (hasenat) und des Erfolges (fütuhat) werden wird, dass wir von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i ilahiye) erhoffen (ümid) dürfen, dass dieser Ramadan für uns jeden Tag einen Segen bringen wird, wie er dem der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) gleicht.
Von heute an haben wir für jeden Tag den folgenden Ablauf (tedbir) vorbereitet: Die uns am nächsten stehenden der umwohnenden Schüler (has talebe) der Risale-i Nur rezitieren gemeinsam mit euch, ein jeder aus seinem Qur'an-Exemplar, und zwar ein jeder an jedem Tag im Heiligen Monat Ramadan (Ramazan-i Serif) einen Abschnitt (bir cüz), wodurch an jedem Tag des Monats Ramadan in einer Art Dhikr-Kreis (hatme-i Kur'aniye), in einer recht weitläufigen geistigen (manevî) Versammlung (meclis), einem Kreis, der Isparta und Kastamonu umfasst, deren einzelne Glieder die Schüler (talebe) der Risale-i Nur sind, während ihr in seiner Mitte (merkez) steht und die Schüler der Risale-i Nur um euch herum (etraf). Auch die Lehrer sind nach Art der Nakschi-Tradition in diesem Kreis anwesend (hatme-i hacegân). Ebenso sind auch alle Schüler (sakird) der Risale-i Nur, jedoch in einem weit größeren Umfang (mikyas) ihrer Absicht entsprechend (niyetiyle) geistig anwesend (manen hazir) und rezitieren den Qur'an in ihrer Vorstellung (tasavvur), nehmen auf diese Weise auch an der heiligen Sikr-Feier (kudsî hatmeyi) teil, wofür wir von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet) des Gerechten (Cenab-i Hakk) Erfolg (tevfik) erflehen (niyaz).
Zweitens: Die außergewöhnlichen Dienste (hizmet) der heldenhaften Schüler (kahraman talebe) und auch von Haci Hâfiz aus dem Dorf Sav, die dort in der Umgebung eine Quelle der Ermutigung (sebeb-i tesvik), ein Grund ihres Eifers (medar-i gayret), ein Vorbild und Beispiel (nümune-i imtisal) sind, finden auch hier in unserer Umgebung (havali) durch ihren bekannten, außerordentlichen Fleiß und Einsatz (sa'y ü gayret) als ein außerordentlich gutes Beispiel (hüsn-ü misal) und ein Vorbild ihres Fleißes (nümune-i gayret) beachtlichen Anklang (intibah) und ernten dabei eine große Begeisterung (istiyak). Die Briefe des heldenhaften Hüsrev über sie wirken wie segenspendende Amulette (mübarek nusha) bei denjenigen, die von Krankheiten wie Faulheit (tenbellik) und Gleichgültigkeit (lâkaydlik) befallen sind, als Heilmittel (sifa) und gehen so von Hand zu Hand.
Drittens: Eure kostbaren Briefe, die hier angekommen sind, haben wir bereits in die Sammlung der Briefe (Lâhika) aufgenommen, wobei wir jedoch einige Wörter abgeschwächt haben. Wir haben also Sätze, die aus einer allzu guten Meinung (hüsn-ü zan) erwachsen sind, etwas abgemildert (ta'dil). Ihr sollt euch aber deswegen nicht beleidigt fühlen (gücenmeyiniz).
Viertens: Das Dorf Atabey (Karye), das zwischen islâmköyü und Kuleönü liegt und solche Schüler (talebel) wie Siddik Sabri und Lütfü hervorgebracht hat, kam mir immer wieder in Erinnerung und ich dachte bei mir: "Weshalb blieb dieses Dorf doch so untätig (söndü) und verschlafen (geri)?" und so war ich sehr traurig (müteessir). Darum sei nun Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) unendlicher Dank (sükür) dafür, dass Tahir und Abdullah Çavus all meine Sorgen gänzlich aufgehoben (izale) und mir einen großen Trost (teselli) geschenkt haben. Ich habe sogar die "Blitze" (Lem'alar) und den "Siebten Strahl" (Yedinci Sua), welche Tahir uns neulich geschenkt (hediye) hatte und die wir beide zusammen in einem Band gebunden haben, genau gelesen (mütalaa). So habe ich denn in diesem Tahir einen Hüsrev, einen Lütfü und einen Âsim entdecken können. Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) mit ihm und mit euch allen immer und ewig zufrieden sein (razi olsun). Möge es nun Gottes Wille sein (insâallah), dass Seine Abschrift (nüsha) hier von großem Nutzen (is) sein wird.
Wir haben mehr als fünfhundert Ayat, welche für die Abhandlungen des Lichtes (Resail-in Nuriye) als Quelle und Grundlage (menba ve esas) dienten, unter dem Titel "Ein prachtvoller, großer Auszug (Hizb-ül Ekber-ül A'zam) aus dem Qur'an (Azîmüssan), dessen Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist", zusammengestellt. Es ist uns jedoch nicht gelungen (muvaffak), sie euch noch in diesem Ramadan zuzusenden. Nach Gottes Willen (insâallah) werden wir sie euch aber bei nächster Gelegenheit zusenden.
Wir grüßen (selâm) alle unsere Brüder, jeden Einzelnen von ihnen, beten für sie (dua) und bitten auch euch in diesen segensreichen Tagen (mübarek eyyam) und Nächten (leyal) um eure Gebete (dua).
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen."}
Meine lieben getreuen Brüder!
Die Zusicherung (teminkârane fikra) von Gausu-l'adham
{"Fürwahr, du stehst in den Augen der Güte Gottes unter Seinem Schutz.",}
entspricht (mutabik) bis heute für die Schüler (sakird) der Risale-i Nur vollkommen. Obwohl der Umzug (müfarakat) der Brüder Hüsrev, Rüsdü und Re'fet, unter denen gerade Hüsrev eine besondere tragende Säule (metin bir rüknü) war, uns nach außen hin als schmerzhaft und von Nachteil erscheint, sind wir voller Hoffnung (ümid), dass er durch Gottes Willen (insâallah) und in Seiner göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i ilahiye) dennoch eine große und weitreichende (hayirli) Auswirkung zeigen wird. Obwohl die Qualen unserer Inhaftierung (hapsimiz musibeti) doch recht schmerzhaft (azab) waren, wurden sie in Wirklichkeit (hakikat) dennoch für unseren Dienst (hizmet) in eine große Güte und Barmherzigkeit (inayet ve rahmet) umgewandelt. Denn es gibt in eurer Umgebung (hava) noch viele Hüsrevs, die Dank sei Gott (lillahilhamd) nun durch euren Einsatz begonnen haben, sich ebenfalls hervorzutun (meydan). Vielleicht wurde ja Hüsrev, der doch eine lange Zeit pausenlos (mütemadiyen) tätig gewesen ist, nun aber eine Ruhepause (istirahat) auferlegt. So erhoffen wir (ümid) denn durch die Güte Gottes (inayet-i ilahiye), dass anstelle seiner wertvollen Stifte jetzt seine segensreiche (mübarek) Zunge und seine aufrichtige Haltung (hâlisane ahval) seinen heiligen Dienst (kudsî hizmet) genauso weiterführen wird, wie ja auch der Wehrdienst (askerlik) von Feyzi und Salahaddin sich als genauso segensreich (mübarek) erwiesen hat.
Meine lieben Mitbrüder! Was die obigen Geschehnisse betrifft (hâdise münasebeti), so möchte ich hier eine bis dahin verborgen gebliebene Voraussage (ihbar-i gaybîsi) darlegen, die sich ganz genau auf die Risale-i Nur bezieht (mutabik). Darüber wurde bereits vor sechs, sieben Jahren berichtet, dass viele Schüler (sakird) der Risale-i Nur - unter ihnen Hüsrev, Hulusi, Rüsdü und Re'fet - in der Art, wie sich diese Voraussage auf das Waffenhandwerk (meslek-i askeriye) und damit auf den Zweiten Weltkrieg (Harb-i Umumiye) bezieht, einberufen werden würden und ein Zweiter Weltkrieg ausbrechen werde, und über die Art unserer Teilnahme (istirak) daran, d.h. über die Einberufung der Schüler (talebe). Denn im zweiten Hinweis der Abhandlung "Achtundzwanzigster Blitz" (Yirmisekizinci Lem'a), in dem die zweite wunderhafte (keramet) Voraussage von Imam Ali behandelt wird, ergibt die Aussage
{"oh Träger des Namens"}
nach cifr in etwa 1940, wenn man
{"Kämpfe und fürchte dich nicht!"}
noch hinzu zählt. Dieser numerische Wert beinhaltet mit seinem Hinweis (tarih) die Voraussage, dass wir in diesem vorausgesagten Jahr an einem Weltkrieg teilnehmen (istirak) werden, d.h. nicht mit dem alten Verbündeten (müttefik), vielmehr nun für dessen Gegner Partei ergreifen werden. Und Gott kennt das Verborgene (Allahu a'lem)! So ist dies also jetzt genau das Jahr, in dem die bedeutenden Säulen (erkân-i mühim) der Risale-i Nur einberufen (istirak) werden.
Wir grüßen (selâm) alle Brüder, jeden Einzelnen von ihnen. Hilmi, Feyzi, Nazif und Emin grüßen euch ebenfalls und erweisen euch ihren Respekt (arz-i hürmet).
{"Der Beständige ist der bleibt und besteht."}
{"In Seinem Namen! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl des Ergebnisses der Multiplikation der Zahl der Sekunden und der Minuten der Nacht der Bestimmung mit der Anzahl der Buchstaben im Qur'an."}
Meine lieben getreuen Brüder!
Erstens: Von ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh u canim) beglückwünsche ich euch (tebrik) zum segensreichen Monat Ramadan und bitte (niyaz) den Barmherzigen Allerbarmer (Erhamürrâhimîn), dass die Gebete (dua), die ihr in diesem segensreichen Monat (mübarek sehir) darbringt, bei Gott dem Gerechten (Cenab-i Hak) angenommen (makbul) werden.
Zweitens: Der heilige Monat Ramadan ist in diesem Jahr sowohl für die islamische Welt als auch für die Schüler der Risale-i Nur von großer Bedeutung und von hohem Wert. Es entspricht den grundsätzlichen Regeln eines fundamentalen Geheimnisses, dass der Anteil für ein Werk, das von den Schülern der Risale-i Nur, um des Jenseits willen, verrichtet wurde, und zwar die Summe dessen, was jeder Einzelne eingebracht hat und d.h., für jeden Bruder derselbe Anteil, in dem Buche seiner Taten eingetragen wird. Weil aber nun die Gesetzesregeln Gottes und Seine Barmherzigkeit es so erfordern, ist der Gewinnanteil derer, die mit ehrlicher und aufrichtiger Absicht in den Kreis der Risale-i Nur eingetreten sind, geradezu gewaltig und umfasst alles. Ein jeder von ihnen erhält gewissermaßen tausende von Aktien. Inscha-a'llah (wolle es Gott) wird es nicht so sein, wie mit weltlichen Gütern, die einer Zellteilung oder Bodenerosion vergleichbar in Anteile zerstückelt werden. Vielmehr wird in jedes Einzelnen Buch der Taten derselbe Betrag eingetragen und es wird sein, wie mit einer Lampe, die ein Mann hereingebracht hat und die sich nun in tausenden von Spiegeln widerspiegelt, ohne dass die Lampe dadurch aufgeteilt würde. Wenn also ein echter Schüler der Risale-i Nur die Wahrheit der Leyle-i Kadir (= die Nacht der Bestimmung) in sich erfährt und im Ramadan auf eine hohe Stufe emporgetragen wird, dann haben wir die feste und bestimmte Hoffnung, aus der Weite des göttlichen Erbarmens, dass auch alle anderen ehrlichen und aufrichtigen Schüler darauf ihren Anspruch haben und ihren Anteil daran erhalten.
Meine lieben getreuen, gesegneten, tapferen Brüder!
Erstens: Wir bitten (niyaz) Gott den Barmherzigen Allerbarmer (Cenab-i Erhamürrâhimîn), die Gebete (dua), die in diesem segensreichen (mübarek) Monat Ramadan jeder einzelne aufrichtige Bruder (has kardes) wie ein vierzigtausendzüngiger Engel (melaik) mit vierzigtausend Zungen - d.h. mit geistigen Zungen (manevî dil) - nach der Anzahl der Brüder nach unserem Grundprinzip (düstur-u esasiyle) der Zusammenarbeit (istirak-i a'mal) dargebracht haben und noch darbringen werden, nach der Anzahl dieser Zungen von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i ilahiye) angenommen (makbul) werden. In diesem Sinne (mahiyet) beglückwünschen (tebrik) wir euch alle zu diesem Monat Ramadan.
Zweitens: Obwohl eure letzten, stets wieder rührenden (tesir) wie erfreulichen (sürur), eine frohe Botschaft verkündenden Briefe (müjdeli mektub) es würdig wären, eine Antwort darauf im Umfang eines Buches zu schreiben, seid wegen meiner kurzen Antwort aufgrund meiner so knapp bemessenen Zeit (müsaadesiz) nicht beleidigt (gücenmeyiniz). Insbesondere durch den Brief Ahmeds, der ein bedeutender Schüler (talebe) in dem Dorf Sava ist, das ein Pflanzbeet aller Tapferen (kahraman) ist, habe ich einen so tief empfundenen Eindruck empfangen, dass ich dadurch vor Freude (sürur) zu Tränen gerührt wurde.
Hundertausende Male Dank (sükür) sei Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) dafür, dass die gesegneten (mübarek) Frauen und Mütter in diesem Dorf jetzt den ganzen Wert (kiymet) der Risale-i Nur vollständig erkannt haben. Die Einsatzfreude (fedakârlik), die diese gesegneten Frauen und all die bedeutenden, aufrichtigen geistigen Schwestern (hâlis âhiret hemsire) bei der Verbreitung (intisar) der Risale-i Nur gezeigt haben, hat mich und hat uns alle in vollkommener Freude (kemal-i sürur) zu Tränen gerührt.
Da auf dem Weg (meslek), den die Risale-i Nur uns weist, einer der wichtigsten Grundsätze (esas) ja die Liebe (sefkat) ist, wobei die Frauen die Quelle (maden) dieser Liebe sind, warte ich nun schon seit langem darauf, dass das Wesen (mahiyet) der Risale-i Nur in der Welt (âlem) der Frauen erkannt wird. Dank sei Gott (Lillahilhamd), dass in letzter Zeit auch in dieser Umgebung (havali) die Frauen mehr aktiv und begeistert (istiyak ve faaliyetle) als die Männer geworden sind und sich so auf das Beste betätigen. So beweisen sie denn, dass sie Schwestern (hemsire) der Gesegneten (mübarek) aus dem Dorfe Sav sind. Diese Entwicklung (tezahür) {d.h. die Aktivitäten der Frauen sowohl in Kastamonu als auch in Sav (A.d.Ü.)} beiderseits ist in dieser Zeit ein gutes Zeichen (fâl-i hayir) dafür, dass die Risale-i Nur - gespeist aus diesen Quellen der Liebe (sefkat) - erglänzen und die Herzen aller erobern (fütuhat) wird.
Auch die tapferen Hirten (bahadir çobanlar) des Dorfes Sav, welche die Risale-i Nur in ihren Säcken mit sich tragen, um sie dann abzuschreiben, werden - genauso wie die Einsatzfreudigkeit (fedakârlik) der Frauen dort - in ihrer Umgebung (havali) auf diese Weise ein besonders wirksamer (tesir) Anreiz zu weiteren Abschriften (medar-i tesvik) werden. Wir wünschen die Namen all jener Frauen und der Hirten zu erfahren, damit sie mit diesen Namen für das tägliche Gebet in die Liste all der aufrichtigen Schüler (has talebe) eingetragen werden können.
Der visionäre Traum (hakikatli rü'ya) von Kâtib Osman weist (isaret) mit Recht auf ein bedeutendes Ereignis (hakikat) hin, das besonders segensreich (mübarek) ist und eine frohe Kunde (müjdelidir) bringt. Genauso wie Rüsdü in seinem Traum erschaute, wie Hazret-i Siddik {Abu Bekir, mit dem Gott zufrieden sein möge} auf die Weisung (emr) unseres Propheten, mit dem Friede und Segen sei, während seiner Predigt (hutba) auf der Kanzel (mimber) allen das "Neunundzwanzigste Wort" gezeigt hat, so erschaute auch Kâtib Osman eine Paradiesesjungfrau (huri), die vom Himmel herabstieg, um die Briefsammlung (lâhika) wie eine Predigt (hutbe) vorzutragen, was ein schönes Zeichen (güzel bir isaret) dafür ist, dass die Risale-i Nur angenommen worden (makbuliyetine) ist.
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Ich möchte hier einen subtilen (latif), bedeutungsvollen (manidar) Sachverhalt (hâdise) erklären, der zugleich auch eine frohe Kunde (besaret) bringt:
Erstens: Eine verzweifelte Situation (me'yusane bir hatira), aus der heraus jedoch eine frohe Kunde (müjdeli bir ihtar) erwachsen ist:
In den letzten Tagen fiel mir wieder ein (hatir), dass jemand, der in das gesellschaftliche Leben (hayat-i içtimaiye) eintritt, stets mit vielen Sünden konfrontiert (günahlara maruz) wird, und zwar unabhängig davon, womit er sich ansonsten beschäftigt (temas). Die Menschen sind in jedem Fall (cihet) von diesen Sünden umgeben (sariyor). Wie also sollte sich ein Mensch in seinem persönlichen Gebetsleben (hususî ibadet) und seiner Gottesfurcht (takva) angesichts so vieler Sünden verhalten (mukabele)? So also habe ich mir in dieser verzweifelten Situation meine Gedanken darüber gemacht (me'yusane düsündüm).
Und es fiel mir wieder ein, unter welchen Verhältnissen (vaziyet) sich die Schüler (talebe) der Risale-i Nur im gesellschaftlichen Leben (hayat-i içtimaiye) befinden. Doch dachte ich dabei zugleich auch an den machtvollen Hinweis (kuvvetli isaret) aus dem Qur'an und an die frohe Kunde (besaret) von Imam Ali und Gausu-l'Azam, dass nämlich die Schüler (sakird) der Risale-i Nur gerettet (necat) und zu den Leuten der Ewigen Glückseligkeit (ehl-i saadet) gehören werden. So sagte ich mir denn voll Staunen (mütehayyir) in meinem Herzen (kalb): "Wie kann denn ein jeder den aus Tausend Richtungen auf ihn zukommenden Sünden mit einer einzigen Zunge {im Gebet} widerstehen (mukabele), sie besiegen (galebe) und sich retten (necat)?" Da wurde mir in diesem meinem Erstaunen (tahayyür) die folgende Inspiration (ihtar) eingegeben:
Aufgrund des Gesetzes (kanun) für ein Zusammenwirken für das Jenseits (istirak-i a'mal-i uhreviye), welches ein Grundprinzip (düstur-u esasiye) unter allen wahrhaftigen (hakikî) und getreuen Schülern (sadik sakird) der Risale-i Nur ist, und im Geheimnis (sirr) ihres wirklich ehrlich (samimî) und aufrichtig gemeinten (hâlis) Zusammenhaltes (tesanüd) verrichtet ein jeder ebenso aufrichtige (hâlis) und wahrhaftige Schüler (hakikî sakird) nicht nur mit einer Zunge, sondern vielmehr mit so vielen Zungen wie es Mitbrüder gibt sein Gebet (ibadet), bittet um Vergebung (istigfar) und tritt so den von Tausend Seiten angreifenden Sünden (günah) im Gebet mit Tausenden Zungen entgegen. Wie manche Engel (melaike), die mit vierzigtausend Zungen Gottes gedenken (zikr), verrichtet auch ein aufrichtiger (hâlis), wahrhaftiger (hakikî) und gottesfürchtig (müttaki) lebender Schüler (sakird) mit den Zungen seiner vierzigtausend Mitbrüder sein Gebet (ibadet), wird so würdig seiner Errettung (necata müstehak) und gehört so nach dem Willen Gottes (insâallah) auch zu den Leuten der Ewigen Glückseligkeit (ehl-i saadet). Und so gelingt es ihm auch, entsprechend seiner Treue (sadakat), seiner Dienstbarkeit (hizmet), seiner Gottesfurcht (takva) und der Enthaltung von den großen Sünden (içtinab-i kebair) in Einheit (daire) mit der Risale-i Nur diesen erhabenen (ulvî) und umfassenden Dienst und die Anbetung Gottes (küllî ubudiyet) zu meistern (sahib). Auf jeden Fall aber ist es notwendig, um diesen großen Verdienst nicht aus den Augen zu verlieren, in der Gottesfurcht (takva), der Wahrhaftigkeit (ihlas) und der Treue (sadakat) standhaft zu bleiben.
Zweitens: Damals, als ich gerade erst vierzehn Jahre alt war, tauchte ein unlösbares Problem (mâni) auf: Es fand sich niemand, der mein Lehrmeister (üstad) hätte sein können, um mir traditionsgemäß (vaziyet) einen Turban umzubinden (sarik sardirmak) {also vergleichsweise einen Doktorhut (A.d.Ü.)} und und mir eine Robe (cübbe) zu verleihen als Zeichen meiner nunmehrigen Zulassung zum Lehramt (icazet). Wegen meiner Jugend passte diese Kostümierung (kisve) noch nicht zu mir, denn in unserer Provinz (memleket) war sie nur für wirklich bedeutende Hodschas bestimmt...
Des Weiteren: Da die großen Gelehrten (âlim) damals mir gegenüber nicht die Haltung eines Meisters (üstadlik vaziyeti), sondern entweder die meines Gegners (rakib) oder die ihrer Hingabe (teslimiyet) gezeigt haben, fand sich niemand, der es gewagt hätte, mir eine solche Robe (cübbe) zu verleihen und sich dadurch als mein Meister zu erweisen (üstadlik vaziyetini). Nachdem vier, fünf Persönlichkeiten, die zu den großen Heiligen (evliya-yi azîm) gehörten, dahingegangen (vefat) waren, kam ich anhand einiger Anzeichen (emare) zu der Überzeugung (kanaat), - da ich bis dahin mein sechundfünfzigjähriges Recht (hakkim) {56 Jahre später war Üstad bereits siebzig Jahre alt. (A.d.Ü.)} darauf, eine Robe (cübbe) tragen zu dürfen, die das sichtbare Merkmal meiner Zulassung zum Lehramt (icazetin zahir alâmeti) wäre, einem Meister (üstad) die Hand zu küssen und ihn als meinen Meister (üstadlik) anzuerkennen (kabul) noch nicht bekommen hatte - dass in diesen Tagen Hazret-i Mevlâna Zülcenaheyn Hâlid Ziyaeddin aus seiner hundertjährigen Entfernung seine eigene Robe (cübbe) mit dem Turban (sarik), der zu dieser Robe (cübbe) gehört, auf eine sehr eigenartige Weise {(Anmerkung): Diese segensreiche, mir nun anvertraute Robe (mübarek emanet) erhielt ich durch die Hand einer ehrenwerten Dame (muhterem hanim) namens Âsiye, einer der geistigen Schwestern unter den Schülern (talebe) der Risale-i Nur.} zu mir schickte, um sie mir zu verleihen. Und nun trage ich diese segensreiche (mübarek), hundert Jahre alte Robe (cübbe) auch und danke Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) hunderttausend Mal dafür.
Meine lieben getreuen Brüder!
In der Anmerkung zu der Einführung zu dem "Gewaltigen Auszug" (Hizb-ül Ekber) aus dem Qur'an, den wir euch gesandt haben, fehlt ein Satz. Und zwar muss es anstelle des Satzes "Wer ein wunderhaftes Gebet (mu'cizatli bir vird) lesen will, soll dies lesen." folgendermaßen heißen: "Wer ein Gebet rezitieren will, das wunderhaft (mu'cizatli) ist und dessen jeder Buchstabe zehn, hundert, fünfhundert, Tausend und Tausende Segnungen (sevab) und Früchte bringt, soll dieses vom Himmel herabgesandte Gebet (semavî vird) lesen."
Zweitens: In dem Text mit der Überschrift: "Eine Situation, aus der eine frohe Kunde (müjdeli hatira) erwuchs", soll dem Satz "... verrichtet ein jeder ebenso aufrichtige (hâlis) und wahrhaftige Schüler (hakikî sakird) nicht nur mit einer Zunge, sondern vielmehr mit so vielen Zungen wie es Mitbrüder gibt sein Gebet (ibadet), bittet um Vergebung (istigfar)... " soll aufgrund einer weiteren Eingebung (ihtar) der nun folgende Satz hinzugefügt werden. Dieser Satz lautet:
"Und so gelingt es ihm auch, entsprechend seiner Treue (sadakat), seiner Dienstbarkeit (hizmet), seiner Gottesfurcht (takva) und der Enthaltung von den großen Sünden (içtinab-i kebair) in Einheit (daire) mit der Risale-i Nur diesen erhabenen (ulvî) und umfassenden Dienst und die Anbetung Gottes (küllî ubudiyet) zu meistern (sahib). Auf jeden Fall aber ist es notwendig, um diesen großen Verdienst nicht aus den Augen zu verlieren, in der Gottesfurcht (takva), der Wahrhaftigkeit (ihlas) und der Treue (sadakat) standhaft zu bleiben."
Des Weiteren beglückwünschen und gratulieren (tebrik ve tes'id) wir euch zur Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) und dem kommenden Festtag (Bayram) von ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh u canim).
Meine lieben getreuen (siddik), segensreichen (mübarek) Mitbrüder, die der Anlass zu meiner Tröstung (medar-i teselli) in dieser Welt (dünya) und meine lichtreichen Gefährten (nuranî yoldaslar) auf dem Weg ins Zwischenreich (berzah yolunda) sind. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass sie auch am Tage der Wiederauferstehung (mahser) meine Fürsprecher (sefaatçi) sein werden!
Ich beglückwünsche euch (tebrik) und gratuliere euch (tes'id) schon im voraus zur Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) und zum Festtag (Bayram) von ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh u canim).
Des Weiteren möchte ich euch mitteilen, dass ich von einer fürchterlichen Krankheit, wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte, wider alles Erwarten (fevkalme'mul) durch die Gebete (sifa duasinin) der aufrichtigen Schüler (hâlis talebe) der Risale-i Nur um Heilung so unerwartet und wie durch ein Wunder (mu'cize) und eine ganz außergewöhnliche Gnade (hârika bir keramet) wieder genesen (sifa) bin. Ich sende euch über diese außergewöhnliche Krankheit (hârika hastalik) den folgenden Artikel (fikra) von Emin und Feyzi, die dieses Ereignis bezeugt haben (vakiayi müsahede), damit ihr daraus eure Lehren (medar-i ibret) ziehen könnt. Ich grüße (selâm) alle Brüder, jeden Einzelnen von euch, und bete (dua) für euch. Zudem mache ich mir auch Sorgen um Hüsrev.
{"Der Beständige ist der bleibt und besteht."}
Meine lieben Mitbrüder in Isparta!
Wir möchten euch hier über das berichten, was wir über die Krankheit unseres Meisters (Üstad) bereits bezeugt (meshudat) haben, und euch mit Freuden (müjde) mitteilen, dass unser Meister seine Gesundheit wiedererlangt hat (kesb-i âfiyet).
Im heiligen Monat Ramadan hat unser Meister fünf Tage lang auf die folgende Weise gefastet (savm-i visal) und dabei kein Brot zu sich genommen, sondern als Nahrung (gida) drei Löffel Reismehlpudding (muhalleb) und fünf, sechs Löffel kalten Jogurt; in der dritten Nacht einen halben Löffel Pudding; in der vierten Nacht zum Fastenbrechen (iftar) fünf Löffel einer dünnen Nudelsuppe (sehriye); zum Frühstück (sahur) {nach dem mit der Morgendämmerung (Sure 2, 187) das Fasten beginnt (A.d.Ü.)} wieder etwas Nudelsuppe und Jogurt, etwa drei, vier Löffel; von der Nudelsuppe, wenn man die Flüssigkeit nicht mitberücksichtigt, fünf Dirhem, den Jogurt, die Flüssigkeit ebenfalls nicht mitgerechnet (süzülse), zehn Dirhem, der Pudding, gleichfalls ohne Wasser gewogen (susuz), sechs, sieben Dirhem; in der fünften Nacht fünf, sechs Löffel Nudelsuppe, in der es kaum noch Nudeln (tanesiz gibi) gab, zum Frühstück sechs, sieben Löffel von der Reissuppe, also insgesamt dreißig Dirhem (96g) feste Nahrung während fünf einander folgenden Fastentagen (savm-i visali) und dabei zwar zum Teravih-Gebet gefehlt, alle übrigen Gebete (vazife) aber sehr wohl verrichtet. So haben wir ein wunderhaftes Beispiel einer außergewöhnlichen Begnadung (inayetin hârikalarindan bir kerametini) miterlebt, dessen die Schüler (sakird) der Risale-i Nur teilhaftig geworden sind.
Die heftige Wut (hiddet), die wir von unserem Meister (Üstad) noch nie erfahren hatten, erfuhren wir nun, da wir beide, d.h. Emin und Feyzi, nicht vorsichtig (ihtiyat) genug waren, um seine Wut als Ausdruck seiner Unzufriedenheit (inceden inceye) {(Anmerkung): Seine Krankheit war so heftig, dass er in vier Nächten insgesamt nur etwa eine Stunde schlafen konnte.} - im Gegensatz zu den Süleymans in Barla und Isparta - nicht auch noch zu provozieren (tahrik). Dennoch war diese Krankheit wiederum ein Zeichen der Barmherzigkeit (eser-i rahmet), sodass in den so bedeutenden Nächten während der letzten zehn Tage (asr-i âhir) im Ramadan ein jeder Schüler (herbir sakird) in dieser Umgebung (havali) - woran wir gar nicht denken, noch es uns auch nur vorstellen konnten (hatir u hayale) - für die Aufgabe (vazife), der unser Meister (üstad) nicht mehr zu seiner Zufriedenheit nachgehen (tam îfa) konnte, neben seinen eigenen persönlichen Aufgaben zusätzlich noch eine Stunde für den Meister (üstadi hesabina) zur Beteiligung (istirak) an dem geistigen Kampf (mücahede-i maneviye) aller Schüler (sakird) der Risale-i Nur mit der Absicht (hedef) ihrer Eintragung in das Buch der guten Taten (defter-i a'mali) genauso wie der Meister (üstad) selbst zu arbeiten begann. So haben sie denn anstelle des Meisters, der selbst nur noch ein paar Stunden arbeiten konnte, sehr viele Stunden damit verbracht, eben diese selbe Aufgabe (vazife) zu erfüllen, sodass unser Meister (üstad) sogar öfter einmal sagte: "Meiner Wenigkeit genügte meine eigene nur noch mangelhafte Arbeit nicht mehr (kâfi) als ein Grund (medar) oder Ansporn zu den Taten der Mitbrüder in der Provinz (havali) Isparta für das Jenseits (a'mal-i uhreviye)." So brachte denn Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) in Seiner Barmherzigkeit (rahmet) mittels (vesile) dieser Krankheit eine geistige Körperschaft (sahs-i manevî) hervor und schenkte (ihsan) uns diese Umstände (tedbir) als einen mächtigen Ansporn (kuvvetli bir medar) und entwickelte so eine Individualität (cüz'iyet) zu einer Kollegialität (külliyet).
Noch eine subtile Erscheinung (letaif) dieser Krankheit: Der Meister (üstad) konnte kaum noch einen Ton von sich geben und also auch kaum noch sprechen. Dann kam völlig unerwartet kurz vor dem Fastenbrechen (iftar) ein Arzt (doktor) zu ihm und wollte ihm den Puls fühlen. Da sagte der Meister (üstad) zu ihm: "Ich lasse mich nicht wegen meiner Krankheit untersuchen und brauche auch keine Ärzte (hekim). Mein Arzt ist Gott der Gerechte (Cenab-i Hak'tir)." Dann wurde er plötzlich sehr lebhaft (canlandi), gewann seine Stimme wieder, und es war, als hätte er selbst die Stelle des Arztes eingenommen und als wäre nun der Arzt (doktor) in die Rolle des Patienten geschlüpft. Dann las er dem Arzt einen wichtigen Brief vor. Der wurde dem Arzt in seinem Kummer zu einer heilenden (deva) Medizin (ilâç). Dann hörten wir den Kanonenschuss {Das öffentliche Signal zum Iftar (A.d.Ü.)} und der Meister sagte zu dem Arzt: "Bleiben sie zum Iftar hier!" Doch der Arzt entgegnete ihm: "Entschuldige mich (kusur etmisim), aber ich habe heute nicht gefastet." Darüber waren wir sehr erstaunt. Doch nun wurde uns die Haltung (vaziyet) unseres Meisters (üstad) klar und wir erkannten, dass ihm diese Haltung (vaziyet) eingegeben worden war, weil er die nur rein medizinisch bestimmte (tib noktasi) Haltung (vaziyet) eines Arztes, der sein Fasten (oruc) nicht hielt (bozmus), auch nicht akzeptierte (kabul).
Auch wir bestätigen (tasdik), dass das Gebet um Heilung (sifa duasi) seitens der geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur in der Tat mehr und Besseres bewirken kann als es hunderttausend Ärzte könnten, weshalb die Gebete für die Heilung (sifa dualari) dieser Krankheit in der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) durch die Schüler (talebe) der Risale-i Nur und besonders von den unschuldigen Kindern (masumlar) in so wunderbarer (hârika) Weise ihre Wirkung (tesir) gezeigt haben, dass unserem Meister (üstad) plötzlich wieder ein Zustand (vaziyet) geschenkt wurde, der selbst noch über den eines Gesunden (sihhat) hinausging. Und so begann er denn wieder so zu beten und zu arbeiten, wie es der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) würdig ist. Wir haben mit eigenen Augen gesehen, dass diese Gebete der Schüler (sakird) der Risale-i Nur um die Heilung (dua-yi sifa) als ein Gnadenerweis Gottes (keramet) ein ganz ungewöhnliches Wunder (hârika bir mu'cize) bewirkten.
Wir grüßen (selâm) alle Brüder, die dort leben, jeden Einzelnen von ihnen, erweisen ihnen unseren Respekt (arz-i hürmet) und bitten sie um ihre Gebete (dua).
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen."}
Meine lieben getreuen und segensreichen Brüder und meine fleißigen und starken Kameraden im Dienst am Qur'an und meine lichtvollen Gefährten auf dem Weg der Wahrheit auf der Reise durch das Zwischenreich hinüber ins Jenseits!
Ich beglückwünsche euch und gratuliere euch (tebrik ve tes'id) aus ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh u canim) zur Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) und zu den Festtagen (Bayram) und freue mich über eure hochgeschätzten Gebete (makbul dualar) im heiligen Monat Ramadan. Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) die Freude dieses Festtages (bayramin süruru) einen Anfang und den Anlass für eine wahrhaftige allumfassende Freude sein lassen. Âmîn.
Des Weiteren sehe ich die Geschenke (hediye) eurer lichtvollen Stifte (nurlu kalem), die ihr uns als Geschenk zu diesem segensreichen Fest (mübarek bayram) geschickt habt, als so kostbar an, wie ich es gar nicht beschreiben (tarif) kann. Wie die Krüge des Kauthar-Wassers (âb-i kevser) im Paradies (Cennet-ül Firdevs) habe ich sie in vollkommener Begeisterung (kemal-i istiyak) und Dankbarkeit (sükran) mit Freudentränen angenommen (kabul) und zu meiner Stirne emporgehoben. {zum Ausdruck der Dankbarkeit und Ehrerbietung (A.d.Ü.)} Unendliches Lob und Dank (hamd ü sükr) spreche ich vor Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) aus, der solche Stifte wie diamantene Schwerter und Helden der Wahrheit (hakikat kahramanlari) der Risale-i Nur geschenkt (ihsan) hat.
Ich bitte (niyaz) Gott den Barmherzigen Allerbarmer (Cenab-i Erhamürrâhimîn), dass Er euch für jeden Buchstaben dieser segensreichen (mübarek) Bücher und Abschriften einen zehnfachen Segen schenken (hasene ihsan) möge.
Der Abschied (infikâk) von Hüsrev hatte mich wirklich sehr traurig (müteessir) gemacht. Aber Tahirî beseitigte durch seine glänzenden Stifte diese meine Trauer (teessürat). Er wird mit seinen Eltern und mit all seinen übrigen Familienangehörigen (efrad-i ailesi) für immer mit dem Kreis der wahrhaften Schüler (has talebe) der Risale-i Nur verbunden (hissedar) sein.
Des Weiteren schlossen infolgedessen nun auch Tahirîs Dorf Atabey genauso wie die Dörfer islâmköyü, Sava Köyü und Kuleönü Karyesi Freundschaft (arkadas) mit dem Dorf Nurs und haben ab heute ihren Anteil (hissedar) an all unseren geistigen Verdiensten (manevî kazanc).
Ich bin auch zu der Überzeugung (kanaat) gelangt, dass Kâtib Osman, der ein Hâfiz Ali aus Isparta ist, mit Recht ein zweiter Hüsrev ist. Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) noch recht viele Opferwillige (fedakâr) und wahrhaftige Bannerträger (hakikî sahibleri) der Risale-i Nur so wie er und Mehmed Zühdü der Provinz Isparta zum Geschenk (ihsan) machen. Âmîn
Die Aktivitäten und die Einsatzfreudigkeit (faaliyet ve gayret) der großen Abdurrahman, Küçük Ali und Hâfiz Mustafa unter den Tapferen (kahraman) der Gruppe der Gesegneten (mübarek) sowie einige Punkte im letzten Brief von Hâfiz Mustafa haben mich vor Freude zu Tränen gerührt. Und da ist noch etwas: In einem der Briefumschläge fanden wir 25 Banknoten; wir konnten aber nicht mehr festststellen, in welchem. Ihr wisst ja, dass ich in meinem ganzen Leben von niemandem Geschenke (hediye) annehmen konnte. Ich musste sogar neulich ein Geschenk von Rüsdü ablehnen und ihn dadurch kränken. Ich habe es also zurückgewiesen. Denn Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) lässt es nicht zu, mich in Not (muhtaç) geraten oder vor den Menschen als bedürftig (muhtaç) erscheinen zu lassen. Macht euch also um mich keine Sorgen (merak). Unter der Gruppe der Gesegneten (mübarek) spüre ich jedoch eine solche geistige Körperschaft (sahs-i manevî), dass ich ihnen gegenüber meine Prinzipien (kaide) einfach nicht mehr bewahren (muhafaza) kann. Um einer solchen geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) gegenüber niemanden zu verärgern (kizdir) oder zu kränken (renci), akzeptiere (kabul) ich wenigstens fünf Lira von diesem Geld als Darlehen (borç), um sie in diesen Festtagen (Bayram) für gute Dinge (umûr-u hayriye) zu verwenden (sarf). Die übrigen zwanzig Lira sende ich Sabri. Er wird sie in seinem Namen zurückgeben. Ihr sollt euch aber deswegen nicht beleidigt fühlen (gücenmeyiniz). Jedoch die vier so wundervollen Geschenke (hediye) von حسن ع م mit ihren so außergewöhnlichen (müstesna) Stiften erschienen mir als besonders kostbar (kiymetdar). Mögen sie viele in dieser Umgebung (havali) in Begeisterung (sevk) versetzen und nach Gottes Willen (insâallah) dazu führen (sevked), mit ihnen weiter abzuschreiben (kitabet). Hunderttausend Dank (sükür) sei Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk), welcher der Risale-i Nur solche machtvollen Schreiber (kalemler) geschenkt (ihsan) hat.
Mehmeds Brief aus der Gemeinschaft (heyet) der Gesegneten (mübarekler) hat mich sehr gefreut (sevin). Ich habe ihn den Honoratioren (esraf) dieser Provinz (memleket) - die jetzt bei mir sind, während ich bereits den Antwortbrief schreibe - vorgelesen. Und selbst die Honoratioren riefen daraufhin aus: "Wie wundervoll ist doch, was Gott geschaffen hat (mâsâallah)! Möge Er ihn segnen (bârekâllah)!" und jubelten (hayret) und waren von ihm begeistert (alkis). Wir wollen also von diesem und den anderen Briefen jeweils einen Ausschnitt in die Briefsammlung (lâhika) aufnehmen.
Der Brief von Haci Osman, der bei dem Empfang (istikbal) Büyük Mustafas - dem ersten unter Abdurrahmans Erben (vâris) {ein Ehrentitel! (A.d.Ü.)} und besten unter den Schülern (sakird) der Risale-i Nur - durch die Haustür {Üstad hatte die Haustür verriegelt. Sie öffnete sich jedoch von selbst, als Büyük Mustafa sich ihr näherte. (A.d.Ü.)} sein Begleiter (arkadas) war sowie die Träume die er in ihm beschreibt, sind sehr bedeutsam (mânidar) und deren Auslegung (tabir) ist durchaus zutreffend.
Meine lieben Mitbrüder! In dieser Minute, in der ich hier noch mit euch korrespondiere, bleibt bis zum Iftar noch eine halbe Stunde. Es ist die Nacht vor dem Festtag (Bayram). Aber meine Krankheit ist noch immer kaum zu ertragen (siddetli). Daher kann ich mich nicht länger mehr äußern (konusam). Denn ich habe eine schwere und durchaus ernst zu nehmende (tehlikeli) Krankheit. Durch die Gnade (mu'cize) des Gebetes der geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur für meine Genesung (sifa duasi) ist diese Gefahr (tehlike) jedoch bereits wunderbarerweise (keramet) fast vorübergegangen. Nur mein Husten (öksürük) ist noch immer so schrecklich und meine innere Unruhe (heyecan) so groß, dass ich hier nun leider meine Korrespondenz mit euch, meinen Brüdern, die ich mehr als meine Seele (canim) liebe (sevdi), abbrechen muss (kisa kesi).
Und dann ist da noch etwas: In der Provinz (havali) Isparta wurden bereits hunderte von jungen Saids und Hüsrevs ausgebildet (yetismis). Dieser bereits alt und schwach (ihtiyar ve zaîf) gewordene Said ist nun bereit (hazir), mit vollkommener Ruhe im Herzen (kemal-i istirahat-i kalb) von dieser Welt (dünya) Abschied (veda) zu nehmen. Und besonders immer dann, wenn ich daran denke, dass sich in dem Dorf Sava, das nun schon eine bedeutende Schule des Lichtes (Medrese-i Nuriye) geworden ist, in der sich vor allem Haci Hâfiz, die Ahmeds und Mehmeds, ja sogar die ehrenwerten Damen (muhterem hanimlari) wie die Ehegattin (refika), Tahiris Töchter (kerimeler) und die unschuldigen (masum) Kinder mit der Risale-i Nur beschäftigen, bemerke ich, dass ich auf diese Weise eine vergeistigte (manevî) Art paradiesischen Lebens (Cennet hayati) auf dieser Erde (dünya) erschaue (zevk). Dieses Geschenk (hediye) der dortigen Ahmeds habe ich zum Segen (teberrük) eures ganzen Dorfes angenommen, geküsst und über mein Haupt erhoben. {zum Ausdruck der Dankbarkeit und Ehrerbietung (A.d.Ü.)}
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Unendlicher Dank (sükür) sei Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dass meine so schwere und schreckliche (dehsetli) Krankheit ihren Platz einer so barmherzigen (merhametli) und solch Segen spendenden (sevabli) Genesung (âfiyete) geräumt und sich davon gemacht hat. Ich und meine Gefährten (arkadas) hier bestätigen (tasdik), dass darin ein ganz großes Geschenk (nimet) verborgen ist.
Des Weiteren sei Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) unendlicher Preis und Dank (sükür ve hamd), dass euer letztes Geschenk (hediye) zum Ramadan diese so wunderschönen Exemplare (nüsha) sind. Durch sie wurden diese meine Festtage (Bayram) zu einem großen und ganzen Festtag (toplayan bir küllî Bayram). Besonders die Abhandlungen (risaleler), die der erste Tahiri, der ein zweiter Hüsrev ist, so überaus sorgfältig und mit zahlreichen Übereinstimmungen (tevafuk) abgeschrieben hat, haben mich mit so viel Dankbarkeit und Freude (minnetdar ve mesrur) erfüllt, dass ich, wenn ich dazu imstande wäre, für jede Abschrift (nüsha) gerne zehn Goldlira gegeben hätte. Es hat uns in unseren Hoffnungen (ümid) ganz besonders bestärkt (kuvvetlendirdi), dass ein so ungewöhnlich begabter Schüler (kuvvetli bir sakird) sich dermaßen für die Risale-i Nur einsetzt (sahib).
Er hat sein Dorf mit den Dörfern der Tapferen (kahramanlar) von Sava und der Gruppe der Gesegneten (mübarekler) auf das gleiche geistige Niveau (safina) gebracht. Atabey (Aras) muss auf ihn und seinesgleichen stolz (iftihar) sein. In seinen Abschriften (nüsha) finden sich nur sehr wenige Fehler. Es muss lediglich in den Texten, von denen er abgeschrieben hatte, einige kaum noch lesbare Wörter gegeben haben, sodass sie bei der Abschrift (istinsah) unverändert übernommen wurden (kaydedilmis). Es wäre besser, wenn die Exemplare dort mit den Abschriften, die ich bereits korrigiert (tashih) habe, noch einmal Korrektur gelesen (mukabele) {mit einem Vorleser und einem Zuhörer (A.d.Ü.)} würden. Wir haben die Abhandlungen (risaleler), die dieser talentierte (kuvvetli) und opferwillige (fedakâr) Bruder, seine unschuldigen (masum) Kinder und seine Frau (refika) abgeschrieben haben, sehr schön in einem Band (cild) zusammengefügt. Es wurde für diejenigen, die es sehen, besonders die Frauen und ihre Töchter, die hier im Frauenkreis der Risale-i Nur sind, zu einem wirkungsvollen (tesirli), anziehenden (cazibedar) und anspornenden Beispiel (nümune-i tesvik).
Hasan aus Aydin führt seinen Stift wirklich ganz einzigartig (hakikaten gayet müstesna); und in seinen Abschriften ist eine vollkommene Wahrhaftigkeit (tam bir ihlas) zu erkennen. Seit wann ist dieser Mann (zât) eigentlich im Kreis der Risale-i Nur tätig und ich möchte auch noch gerne wissen (merak), in welcher Lage (hal) er sich im Augenblick befindet.
Neulich habe ich durch Abdul Mecid einen langen Brief von Hulusi erhalten. Dieser Bruder versteht es in der Tat, durch seine Standhaftigkeit (sebat), seine Unerschütterlichkeit (metanet) und Wahrhaftigkeit (ihlas) seinen ersten Platz zu behaupten (muhafaza). So habe denn auch ich ihm durch Abdulmecid schreiben lassen: "In den Briefen, die ich an die Mitbrüder in Isparta geschrieben habe, bist und bleibst auch du noch mein Partner (muhatab). Denn meine Korrespondenz (muhabere) mit dir ist noch keineswegs beendet (kesilmemis)." Das habe ich ihm also geschrieben.
Über die Lage (vaziyetler) von Hüsrev, Re'fet, Rüsdü möchte ich auch gerne informiert (merak) werden. Und insbesondere wie ist die Situation (hal) von Hüsrev? {Er leistet gerade seinen Wehrdienst ab. (A.d.Ü.)} Und geht es auch Hâfiz Ali, dem Inhaber der Licht-Fabrik (Nur fabrikasinin sahibi) gut (rahat)?
Wir grüßen (selâm) alle unsere Brüder, jeden Einzelnen von ihnen.
In den letzten Tagen wurden mir zwei subtile (ince) Fragestellungen in mein Herz (kalb) eingegeben. Ich konnte sie aber nicht mehr rechtzeitig zu Papier (kalem) bringen. Nachdem jedoch diese Zeit vergangen ist, wollen wir nun diese bedeutenden Wahrheiten (hakikat), eine nach der anderen, beleuchten (isaret).
Erste Fragestellung: Einer unserer Mitbrüder hat beim Tesbihat (= Rezitationen nach dem rituellen Gebet) nur wenig Sorgfalt an den Tag gelegt. Deshalb sage ich: Die Tesbihat nach dem Gebet (Namaz) sind Rezitationen in der Nachfolge (tarikat) des Propheten und von ihm selbst autorisiert. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, haben sie eine große Bedeutung. Später entfaltete sich dann die Wahrheit dieses Wortes in der folgenden Weise:
So wie sich das, was noch der Prophet selbst autorisiert hatte, über alle anderen Velayat erhebt und zu einer Risalet (Botschaft) verwandelte, so erheben sich nun auch die Tesbihat, welche unmittelbar auf das Gebet folgen und besonders autorisierte Rezitationen im Wege des Propheten sind und von ihm her ein hohes Ansehen genießen, in hohem Maße über alle anderen Wege und sonstigen Rezitationen. Auch dieses Geheimnis enthüllte sich mir auf folgende Weise:
Befindet man sich in einer Gemeinschaft, die zur Dhikr-Feier den Kreis geschlossen hat oder sich zum Schlussgebet des Nakschi-Ordens in einer kleinen Moschee vereint, so kann man in einer solchen Gemeinschaft empfinden, wie alles von Licht erfüllt ist. Ein Mann, der wachen Herzens nach dem Gebet (namaz) seinen Tesbih (Rosenkranz) durch die Finger gleiten lässt und dabei sagt: Subhana'llah! Subhana'llah! (Gepriesen sei Gott!), empfindet dabei innerlich, wie hundert Millionen Menschen in Anwesenheit Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, der hier den Vorsitz eingenommen hat, ihren Tesbih durch die Finger gleiten lassen. Mit Erhabenheit und Größe sagt er: Subhana'llah! Subhana'llah! Unter der unsichtbaren Leitung des Oberhauptes dieser Dhikr-Gemeinde sagt er: Al-hamdu li'llah! Al-hamdu li'llah! (Dank sei Gott!), während der Dhikr-Kreis und die ganze große Gemeinde von hundert Millionen Schülern (Murid) des Siegelträgers Ahmed, mit dem Friede und Segen sei: Al-hamdu li'llah! Al-hamdu li'llah! anhebt und sich in dieses Al-hamdu li'llah hineinversenkt und er sich daran beteiligt. Und ebenso ist es mit dem Allahu ekber! Allahu ekber! (Gott ist groß!) Im gleichen Sinne, wie oben beschrieben, und die Ordensbruderschaft im Blick, wiederholt er dreiunddreißig Mal: La ilahe illa'llah. La ilahe illallah. La ilaha illa'llah. (Es gibt keine Gottheit außer Gott) im Dhikr-Kreise vom Orden Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, und während der Dhikr-Feier, unter der Anwesenheit der Persönlichkeit Ahmeds, mit dem der Friede und Segen sei, und welcher der Dhikr-Leiter dieses Kreises ist, sagt er:
{"Tausend mal tausend Segen und tausend mal tausend Friedenswünsche mit Dir, oh Prophet Gottes!"}
So habe ich es verstanden und empfunden und so habe ich es mir vorgestellt. Das heißt also, dass die Tesbihat nach dem Gebet von sehr großer Wichtigkeit sind.
Zweite Fragestellung: In der Erläuterung und Besprechung der Zeichen zur Einunddreißigsten Ayah:
{"Sie lieben das diesseitige Leben."}
wurde Folgendes gesagt:
Eine Besonderheit dieses unseres Jahrhunderts liegt darin, dass es das diesseitige Leben vor dem ewig währenden Leben bewusst bevorzugt. D.h. ein Stückchen zerbrechlichen Glases so bewusst vor einem Diamanten von bleibendem Wert zu bevorzugen, ist zu einem Leitgedanken geworden. Da muss ich mich doch sehr darüber wundern. In diesen Tagen bin ich daran gemahnt worden: wenn ein Glied oder Organ des menschlichen Körpers erkrankt oder verletzt worden ist, geben die übrigen Glieder und Organe ihren Dienst teilweise auf und eilen ihm zu Hilfe. Genauso ist es, wenn ein Organsystem, das entsprechend der menschlichen Natur dazu bestimmt ist, die Sehnsucht nach Leben, die Bewahrung des Lebens und die Freude an ihm, die Begeisterung, die Liebe (aschk) zum Leben in sich zu tragen, aus vielerlei Gründen verletzt worden ist. Es überlässt die anderen, feineren, inneren Sinnesorgane der Beschäftigung mit sich selbst, beginnt damit, den Zusammenbruch des Systems herbeizuführen und sorgt dafür, dass sie ihre eigentlichen Aufgaben vergessen. Ebenso ist es, wenn attraktive, schlüpfrige, trunkene, rauschende Vergnügungen ablaufen, wenn Menschen, die auf einer hohen Stufe (makam) stehen und auch verschleierte (d.h. wohlanständige) Frauen, verspielten Kindern und Herumtreibern von der Straße gleich, in den Sog der Anzüglichkeiten geraten und zu Teilhabern daran werden, die ihre wahren Aufgaben zeitweilig hintenan gestellt haben. Genauso ist es, wenn in unserem Jahrhundert das menschliche Leben, insbesondere das Gemeinschaftsleben, so schreckliche und doch so anziehende Formen angenommen hat, so beklagenswert geworden ist und dennoch seine Neugierde weckt, wenn der Mensch seine hohen und erhabenen Aufgaben, sein Herz und seinen Verstand hinter sich zurücklässt, sich selbst (nefs) aufgibt und auf die Stufe des Tieres (nefs-i emmare) zurückfällt, so wie ein Falter sich in das Feuer der Verführung (fitna) stürzt.
Doch gibt es zur Erhaltung des irdischen Lebens, dort wo die Notwendigkeit dazu gegeben ist, in der Tat vorübergehend auch die Erlaubnis nach islamischem Gesetz (ruhsat-i scher'iyye), einigen Dingen vor dem Leben im Jenseits den Vorzug zu geben. Eine bloße Notlage jedoch, die noch nicht Ursache genug ist, daran zugrunde zu gehen, sondern nur einen Schaden verursacht, bewirkt noch keine Sonderregelungen und macht noch keine Ausnahme. Doch in diesem unserem Jahrhundert sind die Nerven der Menschen schon so sehr gereizt worden, dass sie angesichts einer kleinen Notlage oder eines gewöhnlichen weltlichen Schadens die diamantengleichen religiösen Angelegenheiten vernachlässigen. In der Tat sind die Nerven und Organe des Menschen, seine Lebensadern, die Funktionen zur Erhaltung seines Lebens in unserem Jahrhundert durch Verschwendung, Unwirtschaftlichkeit, Unbescheidenheit und Habsucht schwer in Mitleidenschaft gezogen und geschädigt worden, dass kein Segen (berekat) mehr in ihnen liegt. Armut, Not und die Sorge um den Lebensunterhalt sind noch gewachsen. Dabei richten die Leute des Irrweges ihre Aufmerksamkeit auch noch ständig auf dieses vergängliche Leben und lenken dabei ihre Blicke so sehr auf sich selbst, dass sie selbst noch den allergeringsten Lebensbedürfnissen vor den großen religiösen Fragen den Vorzug geben. Dieser sonderbaren Krankheit einer merkwürdigen Zeit, dieser furchtbaren Plage, vermag nur die Risale-i Nur als Verkünderin der Wunderhaftigkeit des Qur'an ein wirksames Heilmittel entgegenzusetzen, nur ihre standhaften, unerschütterlichen, beharrlichen, ehrlichen, aufrichtigen und zu jedem Opfer bereiten Schüler können diesem Übel einen Widerstand entgegensetzen. Wenn dies aber so ist, dann muss man sich vor allen Dingen ihrem Kreis anschließen, dann ist es notwendig, mit Treue und Festigkeit, ehrlich, aufrichtig und voll Vertrauen an ihm festzuhalten, um von den Auswirkungen dieser seltsamen Krankheit befreit zu werden.
Wir grüßen (selâm) alle unsere Brüder, jeden Einzelnen von ihnen, und beten (dua) für sie.
Meine lieben getreuen und standhaften Brüder!
Eure Aktivitäten (faaliyet) und euer standhaftes Bemühen (sebatkârane) versetzten uns und viele Leute in der Umgegend im Umkreis der Risale-i Nur gleich der Unruh in einer Uhr (zenberek) beständig in Bewegung (hareket). Möge Gott (Allah) mit euch ewig zufrieden sein (ebeden razi olsun). Tausend Mal âmîn, âmîn, âmîn.
Wir haben einen Abschnitt geschrieben, um ihn den gewaltig großen Rezitationen (Vird-ül A'zam) der Risale-i Nur hinzuzufügen (ilhak), die wir euch vor dem Buch "Auszüge (hisb) aus dem Qur'an" zugeschickt hatten, und noch einen weiteren Abschnitt, dessen Platz wir im 29. Blitz (Yirmidokuzuncu Lem'a) angezeigt haben. Da mein individuelles Nachsinnen (tefekkürat) von dieser Art ist, und mir so eingegeben (ihtar) wurde, habe ich es auch so niedergeschrieben.
Des Weiteren wurde mir in Bezug auf die zweite Fragestellung, also die Überwältigung des religiösen Lebens (hayat-i diniye) durch das irdische Leben (hayat-i dünyeviye), über das in meinem letzten Brief, den ich euch vor einigen Tagen zugesandt hatte, eine überaus subtile Bedeutung (ince mana), die sich nicht zu Papier bringen ließ, ins Herz (kalb) gegeben. Auf diese Bedeutung möchte ich hier lediglich einen äußerst kurzen Hinweis (isaret) geben. Es ist dies wie folgt:
Ich habe erkannt und erfahren, dass die Freude (zevk), welche die dem Leben verhafteten (hayatperest), in die Irre geleiteten (ehl-i dalalet) dieses eigentümlichen Jahrhunderts (acib asr) getäuscht und berauscht (sarhos), wenn sie von den - nur oberflächlichen (surî) - vergänglichen (fâni) Dingen bekommen, sehr bitter und leidvoll (aci ve elîm) ist, während für die Gläubigen und die Rechtgeleiteten (ehl-i iman ve hidayet) an der gleichen Stelle und an den gleichen vergänglichen Dingen (fâniyatta) eine auf die ewige Beständigkeit (bâkiyane) und Erhabenheit verweisende Freude (ulvî bir zevk) liegt, die ich jedoch nicht zum Ausdruck bringen kann.
An vielen Stellen (müteaddid yerinde) in der Risale-i Nur wurde bereits bewiesen (isbat), dass für die Irregeleiteten (ehl-i dalalet) alles außer der gegenwärtigen Zeit (zaman-i hazir) abwesend und von den Schmerzen der Trennungen (firaklarin elemleri) erfüllt ist. Für die Rechtgeleiteten (ehl-i hidayet) sind die Vergangenheit und die Zukunft (mazi, müstakbel) mit allem, was zu ihnen gehört (müstemilât), anwesend und lichtvoll (mevcud, nurlu). So habe ich erfahren, dass in der Vergänglichkeit (fâniyat), d.h. die vergangenen, zeitlichen Verhältnisse (muvakkat vaziyet), für die Weltleute (ehl-i dünya) eine Abwesenheit in den Finsternissen (karanlik madum) des völligen Vergehens (fena-yi mutlak) und für die Rechtgeleiteten (ehl-i hidayet) anwesend sind (mevcud). Denn ich habe mich an die freudigen (zevl) oder wertvollen (kiymet), ehrwürdigen (seref) zeitlichen Zustände (muvakkat vaziyet) der alten Zeit (eski zaman), mit denen ich mich sehr verbunden (alâkadar) fühle, betrübt erinnert (mütehassirane hatir) und verlangte nach ihnen voll Sehnsucht (müstakane arzu). Während ich darüber nachdachte, weshalb diese segensreichen Zustände (mübarek vaziyet) in der Vergangenheit (mazi) verbleiben und nun einmal vergänglich (fâni) seien, ermahnte mich das Licht (nuru ihtar) des Glaubens an Gott (iman-i Billah), dass diese Zustände (vaziyet) zwar rein äußerlich vergänglich (fâni) seien, nach einer anderen Hinsicht aber durchaus anwesend (mevcud) sind. Denn diese Zustände (vaziyet), die Erscheinungen der ewig bestehenden Namen (bâki isim) Gottes des Gerechten (Cenab-i Hakk) sind, bleiben im Bereich des Wissens (daire-i ilim) und in den wohlverwahrten Tafeln (elvah-i mahfuz) und in den Tafeln der Bilder (elvah-i misal) weiter bestehen (bâki), so wie sie vom Standpunkt der beständigen Verbindung (bâkiyane münasebet), die das Licht des Glaubens (nur-u imani) eingibt, in einer überzeitlichen Form (fevk-az zaman) anwesend sind (mevcud). Ich habe erkannt, dass du diese Umstände (vaziyet) in vielerlei Hinsichten (cihet) und auf vielen geistigen (manevi) Leinwänden betrachten und in sie hineingehen (görebilir ve girebilir) kannst. Und ich habe gesagt: "Da nun einmal ein Gott da ist (Allah var), ist alles da (her sey var)." Dieser sprichwörtliche Satz (darb-i mesel) drückt auch diese große Wahrheit (hakikati) aus und weist auf sie hin: "Für wen Gott da ist, d.h.wenn er Gott kennt, ist alles anwesend (mevcud); wer aber Gott nicht kennt, für den ist alles abwesend (madum)." Also erhalten diejenigen, die durch ihre Ausschweifung (sefahet) einen Dirhem einer Freude (zevk) voller Leid (elem), voller Finsternis (karanlik), ja selbst noch überschattet von Reue (tahassür) einer hundertfach beständigeren (daimî) Freude an der gleichen Stelle, jedoch ohne Leid vorziehen, entgegen ihren ursprünglichen Absichten (aks-i maksud) in der gleichen Freude auch noch schmerzliches Leiden (elîm elem).
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Belohnungen, welche wir durch die Rezitation der Worte des Qur'an empfangen werden, die wir im Monat Ramadan zu rezitieren beabsichtigen."}
Meine lieben getreuen und gesegneten Brüder!
Viele segensreiche Gebete (mübarek dua) von Hâfiz Ali haben mich und uns alle in seinem letzten Brief aus tiefster Seele (derin ruhu) erfreut und mit Dank (sükr) erfüllt. Er schreibt, dass die Ayat
{"Haben wir dir nicht deine Brust geweitet." (Sure 94, 1)}
und
{"Fürwahr, mit dem Schweren ist auch das Leichte!" (Sure 94, 6)}
welche mit ihrem Hinweis (mana-yi isarîsi) für jeden, der von einem Unglück betroffen (musibetzede) und in Kummer und Sorgen (hüzün ve keder) gestürzt ist, zu einem Helfer (mededres), einem Retter (halaskâr), zur Genesung (sifa) und zu einer Quelle der Freude (medar-i sürur) werden sowie sie sich auch auf jeden von einem Unglück betroffenen (musibetzede) beziehen und sich so in Hinsicht auf diese vergangene Krankheit (hastalik) auch auf uns beziehen. Diesen Punkt hat Hafiz Ali in der Tat ganz richtig erkannt. So möchte auch ich ihn bestätigen (tasdik) und sage deshalb: Auch hätte sich diese Krankheit (hastalik) noch zwanzigmal verschlimmert, wäre sie uns doch immer noch von Vorteil (ucuz) und zu einem Segen (rahmet) geworden im Vergleich zu dem Ergebnis (netice), das sie uns dabei erreichen (kazan) ließ.
Hafiz Ali beschreibt (mich dabei jedoch als) seinen Üstad als einen so ganz besonders wertvollen Menschen von so untadeligem Charakter, wie mir das gar nicht zusteht. Wir wollen aber annehmen, dass er in seiner so ganz absichtslosen Sprache nicht eine Laudatio über mich geschrieben hat, sondern eine Art Gebet. Auch ist es ja wahr, und wir nehmen diese Nachricht, die uns Hafiz Ali übermittelt, freudig auf, dass in Orten wie Sav und in Städten wie Isparta eine Medrese-i Nuriye entstanden ist und dass die wahren Schüler der Risale-i Nur wunderbarerweise von Tag zu Tag in ihrer geistigen Haltung wachsen und ihr innerliches Licht stets heller erstrahlt, worüber vielleicht Anatolien froh ist, ja vielleicht sogar die ganze islamische Welt sich freut. Am Ende dieses Absatzes heißt es dann: "Der, welcher der wahre Überbringer aller Nachrichten (muhbir-i Sadiq) ist, hat uns mitgeteilt, dass die Zeit nahe herbeigekommen, der Boden schon dafür vorbereitet ist, im Reiche des Geistes den Sieg zu erringen und die Finsternis zu zerstreuen. Darum bitten und beten und flehen wir mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele (ruh) und erhoffen dies von der göttlichen Barmherzigkeit." Was aber uns, die Schüler der Risale-i Nur betrifft, so ist unsere Aufgabe unser Dienst und uns nicht einzumischen in die Dinge Gottes und Ihn in gewisser Weise nicht zu prüfen, indem wir Seine Aufgabe als Voraussetzung für unseren Dienst ansehen, wobei wir nicht die Anzahl (der Schüler) sondern die Qualität (des Unterrichts) im Auge behalten. Zudem hat unter all den fürchterlichen Gründen, die dazu geführt haben, dass schon seit langem ein Sittenverfall eingetreten ist und das irdische Leben in jeder Hinsicht dem jenseitigen Leben vorgezogen wird, die Risale-i Nur bis jetzt den Sieg der Gottlosen und die Angriffe der Irrgläubigen zunichte gemacht, den Glauben hunderttausender Hilfloser gerettet und hunderte und tausende wahrhaft gläubiger Schüler heranwachsen lassen, von denen jeder für hundert und manchmal für tausend andere steht. Und der, welcher der wahre Überbringer aller Nachrichten (muhbir-i Sadiq) ist, hat es genauso bestätigt, durch Geschehnisse bewiesen, so wie er es gesagt hat. Und inscha-a'llah wird sie keine Macht von der Brust Anatoliens reißen. So werden am Ende der Zeiten die ursprünglichen Gefährten des ganzen weiten Lebenskreises, nämlich der Mehdi und seine Schüler mit Erlaubnis Gottes des Gerechten kommen, diesen Kreis hier erweitern und diesen Samen zur Blüte bringen. Wir aber werden es im Grabe schauen und Gott dafür danken.
Das Lob (medhi) und die ausführliche (tafsil) Information von Hâfiz Ali über diesen so wertvollen Bruder Hasan Âtif aus der Provinz Aydin lassen uns nun von Dank erfüllt (minnetdar) sein. Und auch dieser Bruder ist nun jeden Morgen mit allen wahrhaftigen (haslar) Schülern in unseren Gebeten bei uns.
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Wir gratulieren (tebrik) euch! Ihr seid Hafis, die den Qur'an auswendig kennen und wahrhaftig aufmerksam (hakikaten müdakkik) vortragen können. Diese wenn auch sehr feinen Fehler (sehivler) in Hüsrevs Abschrift des Qur'an zu entdecken, zeigt zweifelsohne, dass euer Gedächtnis (hifzi) wirklich zuverlässig (kuvvet) ist. Das ist wirklich anerkennenswert (minnetdar) und wir danken euch (tesekkür) auch dafür. Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) mit euch allzeit zufrieden sein (ebeden razi olsun). In diesem Zusammenhang möchten wir als Musterbeispiel einen Teil der wunderbaren (hârika) Erlebnisse von Hüsrev erwähnen, der sich im Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur als besonders tapfer (kahraman) erwiesen hat. Es ist dies wie folgt:
Dieser Mann (zât) schrieb aus der Risale-i Nur in neun, zehn Jahren etwa vierhundert Abhandlungen aufmerksam und mit einer Übereinstimmung (tevafuk) ab. Obwohl er kein Hâfis war, der den Qur'an auswendig kennt, schrieb er zwei wunderschöne (mükemmel) Exemplare des Qur'an und den dritten auf eine andere Weise, wie eine Art Wunder (i'caz) des Qur'an, das man mit bloßem Auge erkennen kann, insgesamt also drei Exemplare des Qur'an ab. Sie kamen bei uns an, ohne noch vorher vollständig Korrektur (mukabele) gelesen zu werden und wir haben sie gleichfalls ohne vorher Korrektur zu lesen an euch weitergeleitet. Vierzig, fünfzig Fehler (sehiv), die ihr jedoch in vollkommener Aufmerksamkeit an Vokalen und Konsonanten (hareke ve harf) entdeckt habt, zeigen wie wunderbar (hârika) diese Stifte von Hüsrev sind. Denn, dass unter dreihunderttausend und sechshundertzwanzig Buchstaben in jedem Exemplar des Qur'an und unter so vielen vorhandenen wie nicht vorhandenen Vokalen (hareke ve sükûn) nur vierzig, fünfzig Fehler vorzufinden sind, zeigt, wie wunderbar bei der richtigen Führung (kalemin isabet) dieser Stift ist.
Es ist schon recht eigenartig (latif), dass der Mann (zât), der Hüsrevs Fehler (sehiv) entdeckt hatte, bei zwei Buchstaben selbst einen Fehler begangen hat. Hüsrev machte einen Fehler unter hunderttausend Buchstaben. Dieser Mann übersah also bei der Korrektur (tashih) einen Punkt bei einem von zwei Buchstaben und beging so einen Fehler. Der Fehler dieses aufmerksamen Hâfis macht daher den Fehler Hüsrevs entschuldbar (afvet).
Des Weiteren können wir sagen, dass Hüsrevs Stift genauso wunderbar (hârika) wie seine Gedanken und sein Herz (fikr, kalb) ist. Seine Hingabe (irtibat) an, seine Begeisterung (istiyak) für und seine Zufriedenheit (kanaat) mit der Risale-i Nur entwickelt und entfaltet sich (terakki ve inkisaf) mit der Zeit. Kein Ereignis (hâdise) vermag ihn zu erschüttern (sarsmiyor) oder gar einzuschüchtern (fütur). Da ist etwas ganz Wunderbares (hârika) mit ihm geschehen. Denn obwohl er fünf Jahre lang der Risale-i Nur gegenüber indifferent (yabanî) geblieben war, schloss er sich jedoch völlig unerwartet ihr an (intisab), wonach er innerhalb eines Monats vierzehn Abschnitte (risale) aus der Risale-i Nur abgeschrieben hat.
Des Weiteren habe ich in fünf, sechs Exemplaren (mushaf) des Qur'an Zeichen (isaret) gesetzt, um die Funken einer besonderen Art der Wunderhaftigkeit (lem'a-i i'caziye) des Qur'ans {gemeint sind die Übereinstimmungen (tevafuk) im Text (A.d.Ü.)} selbst noch für das bloße Auge sichtbar zu machen, und ihre Abschnitte unter den Brüdern verteilt (taksim), welche die arabische Schreibweise (hatt-i arabî) des Qur'an perfekt (mükemmel) beherrschen. Obwohl Hüsrev in Hinsicht auf die arabischen Schriftzeichen keinen von ihnen erreichen konnte, war er dennoch unerwartet eines Tages allen diesen Schreibern (kâtibler) und Lehrern (muallim) der arabischen Schreibweise überlegen (tefevvuk) und in der arabischen Schreibweise zehnfach erfolgreicher als die besten (mümtaz) seiner Mitbrüder. Und so haben sie alle gemeinsam bestätigt (dasdik): "Er hat uns alle überholt. Wir können ihn in der Tat nicht erreichen (yetise)." So sagten sie. Das also heißt, dass Hüsrevs Stift eine einzigartig (hârika) wunderbare Gnade (mu'cizevari keramet) des Qur'an ist, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist, und desgleichen auch der Risale-i Nur.
Eine Ergänzungsschrift zu den zwei Abschnitten, die schon früher über die Bevorzugung des irdischen Lebens vor dem jenseitigen Leben geschrieben wurden.
Dieses merkwürdige Jahrhundert hat das irdische Leben noch schwerer gemacht, die Ansprüche an das Leben haben sich vervielfältigt und (das Leben) dadurch noch erschwert und unnötige Bedürfnisse zu notwendigen Bedürfnissen gemacht. Sie sind zu Modeerscheinungen, zur Leidenschaft, zur Sucht geworden. So hat man aus dem Leben und seiner Lebensweise für jedermann jederzeit das bedeutendste Ziel und den wichtigsten Zweck gemacht. Das aber bildet nun wiederum eine Sperrmauer gegenüber dem religiösen, dem ewigen, dem jenseitigen Leben oder verweist es auf den zweiten oder dritten Rang. Zur Strafe für diesen Irrtum haben sie eine derartige Ohrfeige erhalten, dass ihnen die Welt zur Hölle geworden ist. Auf diese Weise geraten aber auch religiöse Leute mitten in ein solch furchtbares Unglück hinein, stürzen in einen Abgrund hinunter und merken es manchmal noch nicht einmal.
Ich habe es kurz gesagt, erlebt, dass einige fromme und rechtschaffene Leute ein wirklich außerordentlich ernsthaftes Interesse an uns gezeigt haben. Ich habe es erlebt, dass ein, zwei Leute gerne fromm sein und ihren Glauben auch praktizieren wollten, um im weltlichen Leben Erfolg zu haben und im beruflichen Leben voranzukommen. Ja, sie wünschten sich sogar, die Gabe der geistigen Schau zu erlangen (keschf) und Wunder (keramet) tun zu können. D.h. sie haben sich ihre Sehnsucht nach dem Jenseits und den jenseitigen Früchten gläubiger Pflichterfüllung zu einem Steigbügel oder zu einer Art von Sprungbrett werden lassen. Sie wissen nicht, dass himmlisches Glück und irdisches Glück nur in dem Grade erworben werden können, als sie dazu dienen, Angelpunkt der bevorzugten Glaubenswahrheiten und Beweggrund zur Erlangung der himmlischen Güter zu sein. Wenn dabei aber herauskommt, dass Letztere lediglich zu einem Mittel geworden und die Handlung, welche das Gute zu erlangen als Ziel gehabt hatte, der Nutzen geworden ist, dann ist diese Handlungsweise wertlos geworden, oder wenigstens ist ihre Absicht verdorben (ihlas) und das Verdienst dabei verloren.
Erfahrungsgemäß ist das Beste, was uns von dieser Krankheit, von diesem heimtückischen und verhängnisvollen Übel unseres Jahrhunderts, von dieser Seuche, von dieser Gewaltherrschaft und aus der Finsternis befreien kann, das Licht, das von der Risale-i Nur ausstrahlt, von seiner verstehenden und ausgleichenden Gerechtigkeit. Dafür gibt es vierzigtausend Zeugen. Wenn also diejenigen, die dem Kreis der Risale-i Nur nahestehen, sich ihm nicht anschließen, so droht mit großer Wahrscheinlichkeit Gefahr. Denn es ist in der Tat so, dass die Ayah:
{"Sie lieben das irdische Leben mehr als das jenseitige."}
ein Zeichen dafür setzt, dass in diesem unserem Jahrhundert auch die Leute des Islam das irdische Leben bewusst dem jenseitigen Leben vorziehen. So hat sich seit dem Jahre dreizehnhundertvierunddreißig ndH (etwa 1917 nC) eine derartige Regentschaft auch unter den Gläubigen einzunisten begonnen.
{"... mehr als das jenseitige."}
In der Tat ergibt sich nach der Ebced-Rechnung durch Umsetzen der Buchstaben in Ziffern die Zahl eintausenddreihundertdreiunddreißig oder -vierunddreißig. Zur gleichen Zeit wurde im vergangenen Weltkrieg mit den Feinden der Islamiyet, die den Sieg errungen hatten, ein Vertrag abgeschlossen und es begann die Herrschaft eines Regimes, welches den weltlichen Dingen den Vorzug vor den religiösen gab. Zwei, drei Jahre später konnte man dann tatsächlich dessen Folgen beobachten.
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Da ich in dieser derart großen Kälte keine Nachricht (haber) mehr von euch erhalten habe, mache ich mir jetzt so meine Sorgen (merak). Ich sende euch also jetzt einige Abschnitte, die mir aufgrund dieser durch die Kälte verursachte mitleidsvolle Sorge (sefkatli bir endise) eingefallen sind. Vielleicht sind sie auch für euch von Nutzen (faide).
Des Weiteren haben wir die Abschnitte über die Wiederauferstehung (hasir), mit denen wir hier gute Erfahrungen (faide) gemacht haben, am Ende des Zehnten Wortes in Form eines Anhangs (lâhika) zusammengefasst. Der erste Abschnitt, die Einführung der Abhandlung über die Auferstehung (mukaddeme-i hasriye), die der Neunte Strahl (Dokuzuncu Sua) ist, soll am Ende des Zehnten Wortes angefügt werden. Dem soll anstelle und dem Wert (bedel) des Ersten Kapitels (birinci makam) dieser Einführung zur Abhandlung über die Auferstehung (mukaddeme-i hasriye) entsprechend das Vierte Zeichen (Dördüncü Remiz) des Dreißigsten Blitzes (Otuzuncu Lem'a) über den Namen Gottes "el'Hayy" angefügt werden. Nach diesem soll der Abschnitt, vom Anfang des Schlusswortes (Hâtime) zur Abhandlung über die Einheit Gottes (Tevhid Risalesi), die der Zweite Strahl (ikinci Sua) ist, wo die Beweisführung (isbat) behandelt wird, welche die Auferstehung (hasir) betrifft, bis zu dem Satz "Diese vier Problemstellungen (mes'ele) zur Auferstehung (hasir) genügen für jetzt. Wir kommen wieder auf unser Hauptthema (saded) zurück." geschrieben werden. Danach soll der Abschnitt aus dem 26. Blitz "Eine Abhandlung für die Alten (Ihtiyarlar Lem'asi), angefangen von dem Satz, der etwa in der Mitte der Fünften Hoffnung (Besinci Ricasi) steht: "Einer Überlieferung zufolge (nass-i hadîs) sind 124 tausend Propheten (Enbiya), die edelsten Persönlichkeiten (mümtaz sahsiyetler) der Menschheit (nev'-i beser), in der Tat usw..." bis zur "Sechsten Hoffnung" (Altinci Rica) folgen. Ihr könnt auch noch weitere, ähnliche Abschnitte (parça) aus verschiedenen anderen Abhandlungen (risaleler) über die Auferstehung hinzufügen (ilâve), die ihr dafür geeignet (münasib) haltet. Sie haben in ihrer Gesamtheit (heyet-i mecmuasi) eine große Wirkung (tesir).
(Von besonderer Bedeutung!)
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44)}
Mit großer Anteilnahme und lebhaftem Mitgefühl (schefkat) habe ich das Elend und das Unglück und den Hunger wahrgenommen, der diesen Winter zusammen mit der strengen äußerlichen Kälte und dieser schlimmen innerlichen Kälte über diese Armen in ihrem menschlichen Elend kam. Das hat mich in tiefstem Herzen angerührt. Da bekam ich plötzlich den mahnenden Hinweis: In solchen Zeiten des Leidens liegt auch für die Ungläubigen eine Art von Erbarmung und Belohnung, denn sie kamen bei allem Unglück noch verhältnismäßig billig davon. Wenn der Himmel ein solches Elend schickt, so macht er dadurch diejenigen, welche daran unschuldig sind, zu einer Art von Märtyrern. Ich hatte vor drei, vier Monaten noch keine Ahnung von den Zuständen und dem Krieg in Europa und in Russland, als ich voll Mitleid an all die Kinder und das ganze einfache Volk dort gemahnt wurde. Die Einteilung, die diese innerliche Ermahnung erklärt, wurde mir zu einer Salbe für das Leid, das mir aus meiner Anteilnahme (schefkat) erwuchs. Es ist dies wie folgt: Wer durch ein unabwendbares Unglück, das infolge der Verbrechen einiger Diktatoren über ihn kam, in Tod und Verderben gestürzt wurde, erlangt, so er noch keine fünfzehn Jahre alt ist, unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit, genauso wie die Muslime den Status eines Märtyrers. Durch eine große innerliche (manevi) Belohnung würde ein solches Unglück für ihn bedeutungslos werden.
Aber auch diejenigen, welche schon älter als fünfzehn Jahre sind, haben einen großen Lohn, wenn sie in ihrem unverschuldeten Leiden ruhig und bescheiden bleiben, ja werden sogar vor der Hölle errettet. Denn in dieser Endzeit hat sich ja zudem auch noch ein Vorhang der Gleichgültigkeit, eine Art Zwischenzustand (fetret) über die Religion (din) im allgemeinen und die Religion des Propheten (Din-i Muhammedi), über dem der Friede und Gottes Segen sei, herabgesenkt. Doch wird in dieser Endzeit der wahre Glaube Jesu, mit dem der Friede sei, wiederhergestellt werden, so dass sich mit Sicherheit sagen lässt, dass die z. Zt. noch im Dunkel dieses Zwischenzustandes (fetret) verharrenden Christen, welche unschuldig mit ins Unglück hineingezogen worden sind, Schulter an Schulter mit den Muslimen auch eine Art von Märtyrern genannt werden können. Besonders die Alten, vom Unglück geplagten, die Armen und Schwachen litten unter der Macht und Gewalt der großen Diktatoren und ihrer Grausamkeit.
Wenn dabei Menschen vom Unglück getroffen wurden, die ungerecht und grausam waren, welche unschuldige Menschen ins Elend gestürzt hatten, diese egoistischen, niederträchtigen, teuflischen Menschen, die um ihres eigenen Vorteils willen Feuer unter den Menschen geschürt haben, so ist das für sie die vollkommene und ganz und gar verdiente Gerechtigkeit des Herrn.
Wenn nun aber diejenigen, welche unter dieser Katastrophe leiden, den Unterdrückten zu Hilfe eilen und sich für den Frieden der Menschheit, die Erhaltung der Grundlagen des Glaubens und all dessen, was den Menschen hoch und heilig ist, und die Achtung der Menschenrechte einsetzen, dann ist das Ergebnis eines solchen opferbereiten Einsatzes für das innerliche Leben hier und im Jenseits um so größer. Das hat zur Folge, dass diese Katastrophe (musibet) für sie zu einem Grund wird, auf den sie stolz sein können (medar-i seref) und worüber sie sich freuen (sevdirir) dürfen.
Meine lieben Mitbrüder!
In den letzten Tagen wollte ich zwei Abhandlungen (risale) über die "Acht Zeichen" (Rumuzat-i Semaniye) an bedeutende Schüler (talebe) eines Ortes senden. Der Weg war aber gesperrt. So konnte ich also nicht dorthin gelangen. {Es war mitten im Winter und der Weg unpassierbar. (A.d.Ü.)} Ich habe dann die beiden Abhandlungen noch einmal aufmerksam durchgelesen (mütalaa). Danach habe ich mich in meinen Gedanken (fikr) gefragt: "Weshalb fiel der Vorhang auf dem Weg der symmetrischen Übereinstimmung (tevafuk), die uns zu einem Ziel (maksad) führt, das uns mit Frohsinn (zevkli), Schönheit und aller Süßigkeit (sirin) erfüllt und zugleich auch unsere Neugier erweckt, noch bevor wir weiter auf diesem Weg geführt wurden? Und warum hat man uns nun auf einen anderen Weg geführt, um uns dort arbeiten zu lassen?"
Doch dann erhielt ich auf einmal die Eingebung (ihtar): "Das würde den Dienst (hizmet) an den Schätzen (hazine) der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye), die hundertfach wichtiger und wertvoller sind als der Weg (meslek), der diese verborgenen Geheimnisse (gaybî esrari) zu entschleiern vermag, und die Befriedigung (medar) allgemeiner Bedürfnisse (umumî ihtiyaca) sind, deren in dieser Zeit jeder dringend bedarf (siddetle muhtaç), und die die Grundsteine (temel taslari) der islâmiyet sind, und ihre Bedeutung (istifade) schmälern. Das würde die Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye), die das größte und höchste Ziel (maksad) sind, zweitrangig erscheinen lassen. Darum ist dies alles so geschehen."
Durch die Zeichen (remz) der 110. Sure
{"Wenn die Hilfe Gottes kommt..."}
wurden mir die verborgenen Geheimnisse (esrar-i gaybiye) enthüllt, dann plötzlich wieder verschlossen und der Vorhang fiel.
Des Weiteren wurden wir aus diesem Grund (sir) auf diesem Weg nicht länger mehr beschäftigt (istihdam). So kam denn aus den Tropfsteinen (teressuhat) dieses Weges der symmetrischen Übereinstimmung (meslek-i tevafuk) lediglich eine Unterschrift (imza) unter der Wahrhaftigkeit (hakkaniyet) der Risale-i Nur, ein Schmuckstück ihrer Prägnanz (cezaletine bir zînet) und eine Art Wunderhaftigkeit (i'caz) zum Vorschein, die aus der Wohlordnung (intizam) und der Verhältnismäßigkeit (vaziyet) der Worte (huruf) des Qur'an in Erscheinung (tezahür) trat. So hat man uns denn auf unserem Weg nicht länger mehr schaffen lassen.
Wir grüßen (selâm) alle unsere Brüder und Gefährten in der Schule (ders) der Risale-i Nur, jeden Einzelnen von ihnen, beten (dua) für sie und bitten auch sie um ihre Gebete.
Meine lieben getreuen, gesegneten, unschuldigen Brüder!
Wir haben die Geschenke (hediye) eurer Stifte erhalten, die besonders segensreich (mübarek), in unser aller Augen sehr wertvoll und in meinen eigenen Augen wie ein ewiges, paradiesisches, heiliges Geschenk (hediye-i kudsiye)
{der "ewigen (ebedî) Jünglinge" des Paradieses (Firdevs)}
die beiden, vergangenen und die noch kommenden Festtage (Bayram) wie Zucker (sekerleme) und Süßigkeiten (tatlilar) des Paradieses (Cennet) versüßt (tatlilastiran) und wie die Verhüllung und Bekleidung (hulleleri ve libaslari) der Paradiesesjungfrauen (Huri), die siebzig verschiedene Arten der Verzierungen (zînet) und Ornamente (nakislar) tragen, unser geistiges Beisammensein (manevî meclisi) geschmückt (zînetlendi) haben. Und so sollt ihr denn nun anhand eines Ereignisses (hâdise) verstehen, was mir in den letzten Tagen begegnet ist und mich bis in meine Träume verfolgt hat, wie bedeutsam dieses Geschenk angesichts des Dienstes (hizmet) an der Risale-i Nur ist. Es ist dies wie folgt:
Drei Tage noch bevor wir euer so wertvolles geistiges Geschenk (manevî hediye) {eure Abschriften (A.d.Ü.)} erhalten hatten, also genau in der Zeit, in der euer Geschenk in Kastamonu bereits abgeschickt wurde, sah ich im Traum, dass uns von geistiger Seite (mânevi bir canib) ein königlicher Erlass (ferman-i sahane) bezüglich einer Ernennung (terfi-i makam) und Verleihung (rütbe) zukam und ihre Überbringer diese in vollkommener Ehrfurcht (kemal-i hürmet) in Händen hielten und uns überreichten. Und da sahen wir, dass dieser erhabene Erlass (ferman-i âlî) der ruhmreiche (Azîmüssan) Qur'an war. Daraufhin (hal) kam diese Auslegung (mana) in mein Herz (kalb): also werden die geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur und wir, ihre Schüler (sakird), aus der verborgenen Welt (âlem-i gayb) wegen des Qur'an einen Erlass (ferman) empfangen, was ihre Ernennung (terfi) und Beförderung (terakki) betrifft.
Was die jetzige Auslegung (tabir) betrifft, so bedeutet sie, dass wir den geistigen Kommentar (manevî tefsir) zum Qur'an, der diesen Erlass repräsentiert (fermani temsil), durch die Stifte der unschuldigen (masum) Kinder erhalten haben. Ein, zwei Stunden bevor die jetzige Auslegung (tabir) dieses Traums Gestalt annahm, haben ihm auch Feyzi und Emin ihre Ausdeutung (tabir) gegeben und die ist auch richtig (hak) und von Bedeutung.
Des Weiteren verspürte (hiss) dieses lichtvolle Geschenk (hediye-i nuraniye), das unsere Empfindung von Freude und Glück (medar-i sürur ve ferah) hervorgerufen hatte, durch eine Empfindung der Vorhersehung (hiss-i kabl-el vuku) zwar meinen Geist (ruh) ganz und gar, teilte (haber) diese jedoch dem Verstand (akl) nicht mit, sodass ich schon zwei Tage vor Ankunft, {des Geschenkes (A.d.Ü.)} d.h. am Tag nach der Nacht, in der ich diesen Traum geträumt habe, so wie er später in dem Artikel (fikr) von Feyzi und Emin ausgedeutet wurde, vom Morgen bis zum Abend (sabahtan aksama) und zum Teil auch noch den nächsten Tag lang ein solches Gefühl von Freude und Glück (bir sevinç, bir sürur) verspürte, wie ich dies noch nie zuvor erfahren hatte, und dabei ständig und bei jedem Anlass meine Freude (ferah) äußerte und dreißig, vierzig Mal dabei lächelte, ja lachte (tebessüm ile güldüm).
Sowohl ich als auch Feyzi hielten dies für recht eigenartig und waren darüber sehr erstaunt (taaccüb ve hayret).
{(Anmerkung): Wir hatten unseren Meister (üstad) noch nie so glücklich (nes'eli) erlebt. Da wir den Grund (sebeb) dafür nicht kannten, waren wir in der Tat darüber sehr erstaunt (hayret).
Emin, Feyzi}
Da ein Mann, der ansonsten in dreißig Tagen noch kein einziges Mal gelacht hatte, nun plötzlich an einem einzigen Tag dreißig Mal lachte, waren wir darüber sehr erstaunt (hayret). Jetzt aber wurde uns klar, dass diese Freude (o sürur) und dieses Glücksgefühl (o sevinç) aus dem noch gar nicht angekommenen Geschenk (hediye) erwuchs, das die Abschriften der Stifte der unschuldigen Kinder und der Analphabeten (masumlar ve ümmiler), welche den oben erwähnten (mezkûr) geistigen Erlass (manevî ferman) repräsentieren (temsil), über die Seiten des Lebens (sahaif-i hayat) künftiger Generationen (nesl-i âtî), über die Seiten der Zukunft (sahife-i mukadderat) der islamischen Welt (âlem) und über das Buch der künftigen (istikbal) Gläubigen (ehl-i iman) ihr Licht verbreitet (nesr-i envâr) und die reinen und aufrichtigen (hâlis ve sâf) Taten und Dienste (amel ve hizmet) dieser unschuldigen Kinder in das Buch aller Taten (sahife-i a'mal) und guten Werke (hasenat) {der geistigen Körperschaft (A.d.Ü.)} eingeschrieben und dort festgehalten werden und die Nachricht (haber) verbreiten, dass sich die Zukunft (mukadderat) der Schüler (sakird) der Risale-i Nur glücklich fortsetzen (mes'udane idame) wird. Ein Tausendstel von diesem Großen Ganzen (azîm yekûn), das zu meinem Anteil (hisseme) gehört, hat mein Geist (ruh) bereits im Voraus verspürt und mich dadurch in freudige Erregung (mesrurane heyecan) versetzt.
Es verbreitet nun Tausende Male Freude und Glück (sürur ve sevinç), wenn diese Segen bringenden Wohltaten (makbul ameller) solcher Hunderter unschuldiger (masumlar) Kinder, die man in ihrem Gebet nicht zurückweisen (reddedilmez dualar) kann, in das Buch der Wohltaten (defter) meiner kleinen und großen Mitbrüder in der Tat eingeschrieben werden und so auch in das Buch der Wohltaten (sahife-i a'mal) eines Sündigen (günahkâr) wie mir eingetragen werden. Ob ihrer so unschuldigen und tapferen (masumane ve kahramanane) Dienste in einer so finsteren Zeit (karanlik bir zaman), unter diesen schweren Umständen (agir serait), beglückwünschen wir (tebrik) nun sowohl diese unschuldigen Kinder, diese Analphabeten (masum ve ümmi) und ihre Lehrer (muallim), als auch ihre Eltern sowie auch ihr Dorf (köy), ihr Land (memleket) und Volk (millet) und natürlich auch Anatolien.
Wenn ich dazu imstande wäre, jedem meiner gesegneten (mübarek), unschuldigen Kinder und Analphabeten (masum ve ümmi) persönlich einen Dankesbrief (tesekkürname) oder doch wenigstens eine Glückwunschkarte (tebrikname) zu schicken, würde ich sie schreiben. Darum bitte ich sie, diesen meinen Wunsch (arz) so anzunehmen (kabul), als hätte ich es tatsächlich getan. Darum werde ich nun ihre Namen in Form eines Kreises (daire) aufschreiben und ihn während meiner Gebete (daire) betrachten. Außerdem nehme ich sie in den Kreis (daire) der wahrhaftigen Schüler (has sakird) der Risale-i Nur auf und lasse sie all meiner geistigen Verdienste (manevî kazanç) teilhaftig werden (hissedar).
Übermittelt (teblig) ihren Eltern, Verwandten und Lehrern (akraba ve üstadlar) meinerseits Grüße (selâm). Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) sie und ihre Kinder (evlâd) in dieser und in jener Welt (dünya ve âhiret) glücklich (mes'ud) machen, âmîn.
Wir grüßen (selâm) alle unsere Brüder, jeden Einzelnen von ihnen, beten (dua) für sie und bitten (rica) auch sie um ihre Gebete in diesen letzten zehn Nächten (leyali-i asr) im Ramadan, welche im Qur'an mit Lob und Preis (medh ü sena) erwähnt werden. Wir fügen hier auch noch die Artikel (fikr) von Emin und Feyzi über diesen Traum als Beilage (leffen) hinzu.
Meine lieben Mitbrüder in Isparta!
Wie ein subtiler (latif) Traum uns über eine Sache, welche die Vorherbestimmung betrifft, zu einer Überzeugung (kanaat) im Grade einer Augenscheinlichkeit (suhud) gebracht hat, verkündet uns der zweite ebenso ernst zu nehmende Teil dieses subtilen Traumes eine geistige Frohe Botschaft (manevî bir müjde) und Mitteilung (besaret), die wir nun euch, unseren Brüdern, erklären wollen. Es ist dies wie folgt:
Vor zwei Tagen sah unser Meister (Üstad) Folgendes im Traum: Ich, Feyzi, machte mit ihm zusammen einen Spaziergang. Unterwegs sage ich plötzlich zu dem Meister: Hier muss ich die Perlen (tesbih) des Bären sammeln. Mein Meister blickt auf und sieht so etwas wie ineinander verflochtene weiße Fäden. Auf dieses so merkwürdige Wort hin, also meine Bemerkung (vaziyet), ich hätte dem Bären die Perlen (tesbih) zugeschrieben, lachte er schallend, wachte auf und lachte noch immer, ja sogar noch bis zum Abend und in einer Weise, wie wir dies noch nie zuvor erlebt hatten, und machte mit mir noch zwanzig, dreißig Mal wegen dieses Erlebnisses in seinem Traum (hâdise-i nevmiye) seine Scherze (mülatafe). Und wenn er auch mit einigen Dingen, die damit gar nicht in Beziehung (münasebet) standen, versuchte, ihn auszulegen, passte seine Auslegung (tabire) in keiner Hinsicht. Dann, am zweiten Tag seiner alltäglichen Gepflogenheit (âdet-i müstemir) zufolge nach seiner eigenen Erfahrung (tecrübe) zum Teil noch am selben Tag dieses richtigen Traumes (rü'ya-yi sadika), zum Teil erst am folgenden Tag zur selben Stunde kam ein Freund (dost), der so aussah wie ich und dem Meister im Traum in meiner Gestalt erschien, zu dem Meister (Üstad) und sagte zu ihm: "Was hältst du davon, das Fett eines Bären von denen, die es sammeln, zu besorgen und auf die Empfehlung (tavsiye) eines Mannes, der ein Muezzin ist und einen Tesbih machen kann, einem bedeutenden Mann zu geben, damit er wegen seiner Krankheit (hastalik) jeden Morgen etwas davon isst?" Darauf lachte unser Meister (Üstad) genauso wie er zuvor im Traum gelacht hatte. Und auf einmal fiel ihm sein Traum wieder ein (hatir), er fand diese eigenartige, ja wortwörtliche Auslegung (tabir) in vollkommenem Staunen (kemal-i taaccüb) und in Verwunderung (hayret) und sagte ihm: "Er soll davon niemals Gebrauch machen."
Entsprechend der Sechsten Anmerkung des ersten Kapitels (Risale) des Achtundzwanzigsten Briefes, der von den Träumen handelt, gelten Wahrträume (rü'ya-yi sadika) als ein sicherer Beweis (hüccet-i katia) dafür, dass die göttliche Vorsehung (kader-i ilahî) alles umfasst (ihata). Genauso wie es unser Meister (Üstad) anhand Tausender Erfahrungen (tecrübe) erkannte, bewies auch dieser Vorfall (vakia) für uns im Grade der Augenscheinlichkeit (suhud) zweifelsohne (kat'î isbat), dass die Ereignisse (hâdisat) vorherbestimmt (mukadder), bekannt (malûm) und klar (muayyen) sind, noch ehe sie zustande (vücud) kommen. Er wurde so für uns ein überaus subtiles (gayet latif) und sicheres Beispiel (kat'î bir nümune) für diesen Artikel des Glaubens (rükn-ü imanîye), dass nämlich die Ereignisse nach Maß (mizan) der göttlichen Vorsehung zustande kommen.
Des Weiteren sieht der Meister (Üstad) in der zweiten Phase desselben Traumes, dass zu der Gemeinschaft (heyet) der Risale-i Nur ein Erlass (ferman) kommt. Überraschend kam er dann auch und es stellte sich heraus, dass dieser heilige (kudsî) Erlass der Qur'an war. Die Auslegung (tabir) dessen haben wir gesehen, als sich an demselben Tag in derselben Stunde dieser Erfahrung (tecrübe) der gewaltig Große Auszug (Hizb-ül Ekber) aus dem Qur'an völlig unerwartet im Haus der bekannten Âsiye Hanim ein Exemplar dieses Großen Auszugs mit rundum verzierten Seitenrändern in einem hundertjährigen, wunderschönen Schuber (kab) befand. Auf diesem Schuber prangte das mit Goldfarbe (sirma) aufgeprägte königliche Siegel (turra-i sahane) wie auf wichtigen Erlassen der Könige (padisahlarin mühim fermanlar). Unser Meister (Üstad) sagte: "Ein Erlass (ferman) ist gekommen, und es war der Qur'an. Jetzt aber kam dieser Große Auszug (Hizb-ül Ekber) aus dem Qur'an. Da auf ihm das Siegel des Erlasses (ferman turrasi) aufgeprägt ist, erwarten wir von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i ilahiye), dass er für die Gemeinschaft (heyet) der Risale-i Nur zu einem Erlass des Herrn (Ferman-i Rabbanî) werden wird, der die Frohe Botschaft (besaret) verkündet und ein Mittel des Segens und des geistigen Fortschritts (medar-i feyz ü terakki) ist. Dieser Auslegung (tabir) folgend machte uns am zweiten Tag euer so wertvolles Geschenk (hediye) seine wahrhaftige Auslegung (hakikî tabir) sonnenklar bekannt (meydan).
Unter den Schülern und beständigen Dienern der Risale-i Nur
Emin und Feyzi, der wie ein kleiner Hüsrev ist.
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Aus ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh-u canim) beglückwünsche (zrbrik) ich euch zum kommenden Festtag (Bayram). Diese so wertvollen Abhandlungen (kiymetdar risaleler), welche die gesegneten, unschuldigen (mübarek masum) Kinder und ehrenwerten, analphabetischen Alten (muhterem ümmi ihtiyarlar) und ihre Lehrer (üstadlar) uns neulich gesandt haben, um dieses Fest (Bayram) so überaus segensreich (mübarek) werden zu lassen, ließen wir in fünf Bänden (cild) aufs Beste zusammenfassen und haben sie so gebunden und geordnet (tanzim).
Möge Gott es so wollen (insâallah), dass sie von ihnen viel genutzt und oft gebraucht (istifade) werden. Wir haben so das Gefühl (hisse), dass die Abhandlungen (risale), welche diese segensreichen, unschuldigen Kinder und ehrenwerten Analphabeten (mübarek masumlar ve muhterem ümmiler) in ihrer Unschuld und Aufrichtigkeit abgeschrieben (masumane ve hâlisane) haben, mit ihren Schriften zu der Wundertat (keramet) der Risale-i Nur noch eine Wundertat (keramet) hinzugefügt (ilâve) haben und sie nun noch wirksamer (tesirli) sind als die Kalligrafien anderer.
Als Feyzi die viele Beispiele der Übereinstimmung (tevafuk) vorweisende Sammlung der Kinder, die er sorgfältig einbinden ließ, zu mir brachte, hatte ich gerade fürchterliche Kreuzschmerzen (kuluncum). Da rief ich: "Mein Bruder, komm schnell (aman)! Drück einmal hier zusammen! Mein Kreuz tut mir so weh!" Gleich danach haben wir unsere Sammlung aufgeschlagen und betrachtet. Und das war für mich plötzlich dermaßen heilsam (sifa), dass wir darüber meine Kreuzschmerzen völlig vergessen haben. Erst danach haben wir uns wieder daran erinnert und waren darüber ganz erstaunt (tahattur). Außerdem wollen wir die Namen derer, welche diese Abhandlung (risale) abgeschrieben haben und ihr Alter auf den ersten Seiten dieser fünf Bände als ein Lehrbeispiel (medar-i ibret) eintragen, um damit bewirken zu können, dass für sie gebetet (dua) wird. Ihr sollt meinerseits sie und besonders ihre Lehrer (üstadlar) und ihre Eltern, jeden Einzelnen von ihnen, sowohl zu ihrem Dienst (hizmet) als auch zu ihrem Fest (Bayram) beglückwünschen (tebrik).
Da sie des Weiteren, was Isparta betrifft, meine große Hoffnung (ümid) tatkräftig bestätigt (isbat) haben, haben sie mir damit auch einen großen Trost (teselli) erwiesen. Ihr sollt ihnen, der Gemeinschaft (heyetine) der Gesegneten (mübarekler), der Schule des Lichtes (Medrese-i Nuriye) und den Inhabern der Fabriken "Licht und Rose" (Nur ve Gül) meine Dankbarkeit (minnetdarlik) bis zum Ende meines Lebens mitteilen (teblig).
Gleich wie wir, dem tiefen Sinn (sirr) des Lobpreises (tesbihat) nach dem Gebet (namaz) entsprechend, durch unseren Lobpreis (tesbih), das Gedenken Gottes (dhikr) und das Bekenntnis unseres Glaubens (tehlil) nach dem Gebet (namaz) selbst in den gewaltigen mohammedanischen Kreis (hatme-i muazzama-i Muhammediyye) eintreten und in dieser Absicht (niyet) selbst in unserem Geiste (tasauvvur) im Kreise dieser großen und weiten, weltumspannenden, lobpreisenden mohammedanischen Gemeinde Gottes gedenken (dhikr) und Ihn lobpreisen (tesbih), was eine Quelle aller Segnungen (füyuzat) ist, dürfen wir uns auch, wenn wir am Unterricht (ders) in diesem weiten Kreis der Gemeinde der Risale-i Nur an den Tausenden Worten der Gebete (dua) und guten Werke der Unschuldigen (Kinder) und der gesegneten Alten teilhaben, die in der Kette der Lichter (envar) ihren Unterricht (ders) erhalten, in ihr arbeiten und dazu "Amin" sagen, wenn mit ihnen zusammen und obgleich in ihrer Abwesenheit, dennoch nicht von ihnen getrennt in Raum und Zeit, in unseren Träumen, entsprechend unserer Absicht (niyet) und in unserer meditativen Schau (tasauvvur) Schulter an Schulter und Knie neben Knie beieinander sitzen, über alle Maßen für glücklich erachten. Besonders nun am Ende meines Lebens solch kostbare geistige Kinder und Hunderte Abdurrahmans zu finden, ist für mich schon in dieser Welt (dunya) wie ein Leben im Paradies (cennet). Da ich im vergangenen ehrwürdigen (serif) Monat Ramadan krank gewesen bin und ich so mit augenscheinlicher und wahrhaftiger Gewissheit (aynelyaqin ve haqqalyaqin) erleben durfte, was für eine großartige Erfahrung es für mich war, wie ein jeder meiner Brüder eine Stunde für mich gearbeitet hat, wurde mir durch ihre Gebete (dua) und die Arbeiten, welche diese unschuldigen (Kinder) und gesegneten Alten (für mich verrichtet haben), Gebete (dua), welche niemals zurückgewiesen werden, auch die Gebete (dua), die sie in meinem Namen für ihre Lehrer (ustadh) verrichtet haben (die sie das Schreiben gelehrt haben), bereits in dieser Welt (dunya) mein Dienst an der Risale-i Nur als ein bleibendes (baqi) jenseitiges (uhrevi) Ergebnis gezeigt.
{"Lob und Preis sei Gott, dies ist von der Gnade meines Herrn."}
(Dies ist von großer Bedeutung)
Meine lieben getreuen Brüder!
In Bezug darauf, dass dieser Tage ein überaus getreuer (sadik) und ansonsten recht umsichtiger Bruder wegen seiner Unvorsichtigkeit (ihtiyatsiz) eine kleine Ohrfeige bekommen hat, und obwohl ich mich zudem in den letzten vier Monaten, wie auch Tausende anderer Männer, von den Ereignissen in der Welt (ahval-i âlem) bedroht fühle, habe ich dennoch über die Politik und von dem Weltkrieg (siyaset ve harb) überhaupt keine Nachricht (haber) bekommen, auch gar nicht bekommen wollen und mich dabei in einem Zustand befunden, in dem ich gar kein Interesse (merak) mehr zeigte, waren meine engsten Brüder, wie Feyzi und Emin darüber erstaunt (hayret) und fragten (istifsar) mich danach. Aus diesem Grund war es nötig, eine Tatsache (hakikat), über die ich doch schon so oft gesprochen (beyan) hatte, nochmals ein wenig zu erläutern (bahsetmek). Es ist dies wie folgt:
Obwohl die (Erkenntnis) der Wahrheiten des Glaubens in dieser Zeit vor allen anderen Dingen der allererste Zweck ist und die übrigen Dinge auf dem zweiten, dritten und vierten Platz zurückbleiben und mit der Risale-i Nur (der Wahrheit) zu dienen unsere allererste Aufgabe, Angelpunkt unseres Interesses und oberstes Ziel sein müsste, bestimmt der heutige Zustand der Welt das irdische Leben (hayat-i dünyevi), besonders das gesellschaftliche Leben und ganz besonders das politische Leben, wobei die Stellungnahme für oder gegen die eine oder andere der kriegführenden Parteien auf die Nerven geht und sie reizt bis tief ins Innere der Herzen, wobei selbst die diamantengleichen Glaubenswahrheiten in einem Grade durch vergängliche Wünsche ersetzt werden, die nur noch einen Schaden mit sich bringen, der bereits dieses ganze unglückselige Zeitalter bestimmt hat und immer noch weiterbestimmt, (die Menschen) dermaßen indoktriniert hat und immer noch weiter indoktriniert, sodass ein Teil oberflächlicher Leute, ja sogar ein Teil der Sufis (Veli), die sich den Verlockungen der Welt gegenüber als schwach erwiesen haben und die sich außerhalb des Kreises der Risale-i Nur befinden, wegen ihrer Verbindungen (rabita) mit dem politischen wie gesellschaftlichen Leben, den Einfluss der Glaubenswahrheiten auf einem zweiten oder dritten Platz zurückgelassen haben und, indem sie, der Wirkung jener Strömungen folgend, die ihnen gleichgesinnten Heuchler lieben und die Leute der Wahrheit, die ihnen widersprechen, ja selbst die Leute der Heiligkeit (ehli velayet) kritisieren und sie hassen, sogar ihre eigenen religiösen Empfindungen von diesen Strömungen abhängig machen.
So ist denn wegen der besonderen Gefahren dieses Jahrhunderts durch den Dienst an der Risale-i Nur und die Beschäftigung mit ihr die heutige Politik mit ihren verschiedenen Strömungen dermaßen aus meinem Blickfeld entschwunden, dass ich mich darüber vier Monate lang nicht mehr für den Weltkrieg interessiert und auch nicht mehr danach gefragt habe.
Außerdem sollte es nicht so sein, dass die wahren Schüler der Risale-i Nur bei ihrer Aufgabe an den Glaubenswahrheiten, welche doch in ihrer Unwandelbarkeit den Edelsteinen gleichen, sich um das Schachspiel der Diktatoren kümmern, ihre geheiligten Aufgaben aber vernachlässigen und sich dabei in ihrer geistigen Haltung selbst besudeln. Gott, der Gerechte, hat uns das Licht und eine leuchtende Aufgabe, ihnen aber das Dunkel und ihre dunklen Spiele gegeben. Da sie uns dabei die kalte Schulter zeigen, uns nicht helfen wollen, auch die heiligen Lichter aus unseren Händen nicht annehmen wollen, ist es ein Fehler, uns herabzuwürdigen, ihnen bei ihren dunklen Spielen zum Schaden unserer Pflichterfüllung auch noch zuzuschauen. Für uns und unsere Belange sind die geistigen Genüsse und die Lichter (envar) des Glaubens in unserem Kreis Genüge und Erfüllung.
Ich grüße (selâm) alle Brüder, jeden Einzelnen von ihnen, und beglückwünsche sie zu den kommenden Festtagen (bayramlar tebrik).
{"Der Beständige ist der bleibt und besteht."}
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Schneeflocken."}
Meine lieben, getreuen Mitbrüder!
Wir beglückwünschen (tebrik) euch nochmals mit all unseren Brüdern in dieser Umgebung (havali) zu den kommenden Festtagen (bayramlar). Es stünde euch ja eigentlich zu (hakkini), euch nun für eure fünf, sechs Briefe ebenso mit fünf, sechs Briefen zu antworten. Ihr sollt mich aber wegen meines Analphabetentums (ümmilik) entschuldigen. So begnüge (iktifa) ich mich denn mit diesem einen kurzen Brief.
Erstens: Wegen des Bedauerns (teessüf) Hüsrevs, dass er diesmal nicht wieder mit einem Brief einen Beitrag (hizmet) für die Risale-i Nur leisten konnte, {Er musste während seines Wehrdienstes seinen Dienst an der Risale-i Nur unterbrechen. (A.d.Ü.)} sollt ihr ihm schreiben, dass Hüsrevs faszinierende Schriften (cazibedar yazilar) und seine Kopien (nüshalar) an seiner Stelle noch immer auf eine hervorragende Weise ihren Beitrag leisten.
Auch die Briefe Hulusis, welche in die als "Siebenundzwanzigster Brief" (Yirmiyedinci Mektub) bezeichnete Sammlung aufgenommen wurden, arbeiten nun gleichfalls an seiner Stelle und versehen dort zum Teil seine Aufgabe (vazife). Und für seine inzwischen verstorbene Mutter (merhum vâlide) wird jetzt namentlich gebetet (dua).
Das folgende Gebet (dua), das Hasan Âtif aus Aydin dem Brief von Hâfiz Ali als Anmerkung (hasiye) beigefügt hat, kann seinesgleichen nicht finden: "Oh Herr (ya Rabb)! Lass Said lachen (güldür), damit sich in seinem Lachen (gülmesi) Rosen (güller) öffnen." Dieser derart merkwürdige Abschnitt (fikr) ist eine eigenartige Wundertat seiner Treue (sadakat) zur Risale-i Nur und seiner Wahrhaftigkeit (ihlas), sodass es mit der Zeit des Schreibens darüber, dass dieser armselige (bîçare) Said, der in dreißig Tagen noch kein einziges Mal lachte, nun an einem Tag dreißig Mal lachte, was mit der Absendung dieses Briefes an euch ganz genau übereinstimmt (tevafuk).
Den Brief von Marangoz Ahmed, in dem er davon berichtet, dass die segensreichen Schüler (mübarek sakird) der Risale-i Nur auf wunderbare Weise (kerametkârane) die Briefe, die in einer Nacht dort ankamen, abschreiben, um sie dann an den Ort ihrer Bestimmung zu senden, was mich tatsächlich vor Freude weinen ließ und viele meiner Sorgen (merak) hinwegwischte (izale) und was mich so außerordentlich in Freude (mesrur) und Dank (mütesekkir) versetzt hat, haben wir gleichsam wie ein Buch (kitab) im Werte von zehn Briefen (mektub) in Empfang genommen (kabul). Anstelle unseres verstorbenen (merhum) Bruders Marangoz Mustafa Çavus, der uns so kostbar (kiymetdar) und so tapfer (fedakâr) war und mir acht Jahre lang treu (vefakâr) gedient (hizmet) hatte, hat uns Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), in Seiner Barmherzigkeit (rahmet) den heldenhaften (kahraman) Marangoz Ahmed gesandt.
Da die Briefe von Hâfiz Ali, dem Besitzer (sahib) der Licht-(Nur)-Fabrik, den Grad seiner sehr subtilen (ince) und so erhabenen Gefühle (hissiyat) und seiner wunderhaften Wahrhaftigkeit (kerametkârane ihlasini) zum Ausdruck bringen, ist es auch erforderlich, ihnen mit einer recht langen Antwort (mukabele) zu entgegnen. Doch wollen wir hier jetzt nur so viel sagen: Da er uns in unser aller Namen bereits zu dem kommenden Fest (Bayram) beglückwünscht (tebrik), ernennen wir ihn hiermit zu unserem Stellvertreter (tevkil), damit er nun auch unsererseits gleichfalls jeden einzelnen Bruder beglückwünschen (tebrik) möge.
Die Abschriften der Gemeinschaft der Gesegneten (mübarekler), unter ihnen auch Tahiri, besonders aber die, welche Tahiri mit seinem wertvollen Stift so süß (tatli) wie die Speise des Paradieses (Cennet taamlari) und so schön wie die Kleidung der Paradiesesjungfrauen (huri) angefertigt hat, spornen (sevk) jeden hier an, sie in Freude (lezzet) zu lesen (mütalaa). Die Worte (Sözler), von denen Hâfiz Alis Brief handelt und die Tahiri uns noch zusenden will, haben wir noch nicht erhalten. Die Exemplare (nüsha), die seine beiden unschuldigen, segensreichen (masume iki mübarek) Töchter abgeschrieben haben, sind hier in der Welt (âlem) der Frauen und Mädchen im Umlauf. Jeder, der sie sieht, ist spontan von der Risale-i Nur begeistert. Für diese Vielzahl der Geschenke (hediye) des sehr fleißigen und tapferen (çaliskan ve fedakâr) Tahiri sind wir ihm zu großem Dank (çok borç) verpflichtet.
Ich wollte noch fragen, wie es dem segensreichen (mübarek) Abdullah geht, der ein Briefträger (postaci) der Risale-i Nur ist. Mit dem Brief von Hâfiz Ali bekam ich jetzt die Antwort, auch ohne eigens danach zu fragen. Möge Gott (Allah) mit ihnen beiden zufrieden sein (razi olsun). Am Schluss seines Briefes passt der Artikel mit seiner Bemerkung (beyanindaki fikrasi) über die unschuldigen Geschenke (masumane hediye) der unschuldigen Kinder (masumlar) und der segensreichen analphabetischen Alten (mübarek ümmi ihtiyarlar), welche in Vergangenheit und Zukunft (mazi ve müstakbel) selbst noch die Geister des Himmels (semavat ehlini) in Freude (mesrur) versetzen, besonders schön.
Der unvergleichliche Beobachter (nâzir-i bînazir) des "Lichthafens" (Nur iskelesi), Sabri, schreibt in einem persönlichen Brief mit scharfsinnigem Blick (Basiret-basîr), dass eine segensreiche (mübarek) Schwester das Gebetbuch "Cevsen-ül Kebir" auswendig gelernt hat; dadurch beweist diese Schwester ihre Würde, mit der sie sich nun schon seit langem unter den Schülern (talebe) der Risale-i Nur befindet und deren Name nun zusammen mit dem Namen von Âsiye Hanim in meinem Gebet (dua) erwähnt (zikr) wird, die die Robe von Hazret-i Mevlâna Hâlid so gut aufbewahrt und uns dann eines Tages gebracht hat. Einen Text (fikra), der so überraschend über ihre Zunge ging, werden wir euch noch zusenden.
Falls der Prediger (Hatib) in Kozca sich voll und ganz mit der Risale-i Nur befasst, soll Sabri ihn auch an meiner statt von mir grüßen (selâm).
Die Abschriften (risale) der unschuldigen Kinder (masum), der Analphabeten (ümmi) und ihrer Lehrer (üstad), die wir erhalten haben, haben wir bestens geordnet (tasnif) und in sieben Bänden (cild) zusammengefasst. Der erste Band besteht aus schönen Abschriften (nüsha) der unschuldigen Kinder (masum), die auf die symmetrische Übereinstimmung (tevafuk) hinweisen. Der zweite Band besteht sodann aus den schönen Abschriften der Alten (ihtiyarlar) und dem ebenso schön geschriebenen Exemplar "Wunder Ahmeds" (Mu'cizat-i Ahmediye) des tapferen (kahraman) Sükrü. Zu Beginn der dritten Seite jedes dieser sieben Bände wurde der folgende Text (fikra) als Vorwort (medar-i ibret) eingefügt. Grüße (selâm) an alle.
"Die schönen Abschriften (sirin nüsha) von fünfzig, sechzig kleinen, unschuldigen Schülern (sakird) der Risale-i Nur und vierzig, fünfzig Schülern (talebesinin), Analphabeten (ümmi), segensreichen Alten (mübarek ihtiyarlari) und ihren wertvollen Lehrern (üstad), die auf eine symmetrische Übereinstimmung (tevafuk) hinweisen, haben sie uns gesandt. Wir haben diese Abschriften (parça) in sieben Bänden (cild) zusammengefasst.
Diese sind ein Teil der Abhandlungen (risaleler), welche die gesegneten analphabetischen Alten (mübarek ümmi ihtiyarlari) vierzig Jahre später um der Risale-i Nur willen allen Arbeiten vorgezogen (tercih) und abzuschreiben begonnen haben, in denen die unschuldigen Kinder (masum) der Risale-i Nur unterrichtet (ders) wurden und sie abgeschrieben haben. Diese Arbeit, die sie in heutiger Zeit so ernsthaft verrichten (ciddî çalisma), zeigt, dass die Risale-i Nur eine solche geistige Freude (manevî zevk) und ein so bezauberndes Licht (cazibedar bir nur) ausstrahlt, dass ihr Genuss (lezzet) eine Freude (sürur) und eine Begeisterung (sevk) ist, die jede Art Spiele und Fördermittel (eglence ve tesviklere), die man in den Schulen (mekteb) entwickelt (icad) hat, um die Kinder zu begeistern (sevkle sevketmek) und sie zum Lernen zu bringen, übertrifft, welche die Risale-i Nur in der Art vermittelt, dass die Kinder und die analphabetischen Alten (ümmi ihtiyarlar) auf diese Weise reagieren.
Des Weiteren zeigt dieser Sachverhalt (hal), dass die Risale-i Nur Wurzeln (kök) schlagen wird. Und mit Gottes Hilfe (insâallah) wird nichts sie jemals wieder entwurzeln können; sie wird auch unter den künftigen Generationen (ensal-i âtiye) weiterbestehen und sich fortsetzen. Genauso wie diese unschuldigen (masum) kleinen Schüler (sakird) auch die analphabetischen Alten (ümmi ihtiyarlar), die in den bezaubernden Kreis (cazibedar dairesi) der Risale-i Nur eingetreten sind, zum Teil auch die Hirten (çoban), die Nomaden (yörük) und ihre Oberhäupter (efe) in dieser Zeit und unter diesen eigenartigen Umständen (acib serait) es allen anderen Dingen vorzogen (tercih), an der Risale-i Nur zu arbeiten, zeigt, dass in dieser Zeit das Bedürfnis (ihtiyaç) nach der Risale-i Nur größer ist als das nach Brot, sodass die Bauern (çiftçi), die Hirten (çoban), die Nomaden (yörük) und ihre Oberhäupter (efe) {(Anmerkung): Es ist ein Hinweis (isaret) auf die Einsatzfreudigkeit von insbesondere Sükrü Efe unter den Tapferen (kahraman) der Risale-i Nur und besonders dem Kommandanten auf dem Berg, von Veli, dem Hirten (Çoban), und Süleyman, dem Helden (Bahadir) der Nomadenstämme (yörük asiretleri), und anderen.} die Wahrheiten (hakaik) der Risale-i Nur als eine größere Lebensnotwendigkeit (hacat-i zaruriye) betrachteten als die Notwendigkeit zu überleben (hacat-i zaruriye)."
Meine lieben getreuen Mtbrüder!
In dieser Gegend (taraf) ist jetzt die Straße gesperrt und es kommt auch keine Post mehr. Ich wartete noch auf einen Brief oder eine Abhandlung (risale) von euch. Jetzt habe ich jedoch eine Eingebung in meiner Seele (ruh) empfangen (ihtar) und demzufolge warte ich nicht mehr länger, sondern werde euch drei Abschnitte übersenden, die hier eine recht positive Wirkung (hüsn-ü tesir) gezeigt haben. Die Abschriften (nüsha) der unschuldigen Kinder (masum), der analphabetischen, segensreichen Alten (ümmi mübarek ihtiyar) und des heldenhaften (kahraman) Tahiri erzielen stets in einer beständigen, glänzenden Weise ihre Erfolge (fütuhat). Ich musste mich lediglich bei der Korrektur (tashih) einiger kleiner Abschnitte ein wenig besser konzentrieren. Diese Anstrengung war mir jedoch keineswegs unangenehm (tatli). Sie wurde mir vielmehr zum Segen (rahmet) und hat mich an die Schar dieser Unschuldigen und Segensreichen (masum ve mübarek) angeschlossen. Denn da ihre Schrift so ähnlich aussieht wie meine eigene, habe ich sie so betrachtet, als hätte ich selbst diese Abschriften (parçalar) geschrieben. Hätte ich sie selbst geschrieben (tam sahib), würden sie auch genauso aussehen wie diese.
(Eine Wahrheit (hakikat), die als Anrede (hitab) an die Mitbrüder in Kastamonu geschrieben wurde. Ich sende sie euch in der Meinung, dass sie vielleicht auch für euch von Nutzen (faide) sein könne.)
Die Risale-i Nur verlangt von ihren treuen und standhaften Schülern als Preis für die so großen Verdienste und Erfolge und alle ihre so wertvollen Ergebnisse, zu welchen ihre Schüler gelangt sind, eine unverfälschte Treue (sadakat) und ausdauernde, unerschütterliche Beharrlichkeit. Zwanzigtausend erfahrene Menschen bezeugen (sehadet), dass sie sich mit Hilfe der Risale-i Nur einen kraftvollen und wahrhaftigen Glauben (îman-i tahkikî), den man sich (normalerweise) in einer Medresse in fünfzehn Jahren erwirbt, in der Tat bereits in fünfzehn Wochen, ja manche in nur fünfzehn Tagen, erworben haben.
Auch die gemeinsam im Sinne eines jenseitigen Lebens verrichteten Tätigkeiten ("istirak-i a'mâl-i uhreviyye") veranlassen jeden Schüler durch all die vielen (bei Gott) angenommenen Gebete (dua), die sie jeden Tag (alle gemeinsam) mit Tausenden aufrichtiger Zungen verrichten und durch all die guten Werke (a'mâl-i sâliha) Tausender rechtschaffener Leute (ehl-i salâhat) ebenso viele (Tausende) Verdienste (für sich) zu erwerben, wodurch es sich also zeigt, dass jeder wahrhaft getreue (hakiki sâdik) und standhafte Schüler mit seinen Werken (von einem) zu Tausenden Männern wird, was ein überaus sicherer Beweis dafür ist, dass diese aufrichtigen Schüler als ein Wunder aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye), aufgrund dreier wunderbarer (keramet), hochgeschätzter Voraussagen von Imam Ali sowie die frohen Botschaften von Ghaus-i Adham, durch welche (diese Schüler für ihren Dienst) gelobt und (dazu weiter) angespornt werden, sowie aufgrund von Hinweisen von besonderer Überzeugungskraft, (die wir) im Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist (Kur'an-i Mu'cizül-Beyan), finden, zu den Leuten der Glückseligkeit und des Paradieses gehören werden. Sicher verlangt ein solcher Gewinn (des Paradieses) einen entsprechenden Preis.
Da dies aber nun einmal die Wahrheit ist, sollten alle Wissenschaftler (ehl-i ilim), die Mystiker (ehl-i tarikat) und die Sufis (sofi mesreb), die dem Kreis um die Risale-i Nur nahe stehen, sich dieser Strömung anschließen, sie mit dem Kapital, das sie aus ihrem Wissen (ilim) und ihrer mystischen Erfahrung (tarikat) schöpfen, stärken und stützen, sich auch darum bemühen, diesen Kreis noch zu erweitern und ihre Schüler dazu anspornen, ihr Ego (enaniyet), einem Eisstückchen vergleichbar, in diesen Kreis wie in einen See, gefüllt mit dem Wasser des Lebens (âb-i hayat), hineinzuwerfen, damit es in ihm und mit ihm verschmelze, um so selbst einen ganzen See für sich zu gewinnen. Wer hingegen einen anderen Weg einschlägt, schädigt dadurch nicht nur sich selbst, sondern beschädigt zugleich auch, ohne es zu wissen, die gerade (müstakim), solide gebaute (metin) qur'anische Straße, ja, er unterstützt damit sogar noch den Unglauben, wenn auch indirekt und wiederum ohne es zu wissen.
Seht euch vor, ja, hütet euch vor den weltlichen (dunya) Strömungen, besonders aber vor den politischen Strömungen und ganz besonders vor den auf das Ausland gerichteten Strömungen, damit sie euch nicht in eine Spaltung hineinreißen! Diese irregeleiteten Gruppen, die sich gegen euch vereinigt haben, dürfen (keine Gelegenheit dazu bekommen), euch ins Verderben zu stürzen.
{"Liebe um Gottes willen, Zorn um Gottes willen!"}
Anstelle dieser edlen (rahman) Prinzipien dürfen nicht die teuflischen Grundsätze
{"Liebe um der Politik (Staatsräson) willen, Zorn um der Politik (Staatsräson) willen"}
dominieren.
Einem engelgleichen Bruder in der Wahrheit (hakikat) gegenüber darf man keine Feindschaft und einem Parteigenossen gegenüber, der doch nur ein finsterer Geselle (hannas, Sure 114) ist, keine Liebe (muhabbet) und aufgrund seiner politischen Zugehörigkeit kein Einverständnis mit seinem Despotismus zeigen und sich nicht innerlich an seinen Verbrechen mitschuldig machen.
Die heutige Politik verdirbt in der Tat die Herzen (qalb) und überlässt die so verstörten Seelen (ruh) ihrer Qual. Ein Mensch, der den Frieden seines Herzens (Selâmet-i kalb) und die Ruhe seines Geistes (istirahat-i ruh) sucht, sollte die Politik meiden. Es hat heute auf dieser Erde in der Tat ein jeder seinen Anteil am (allgemeinen Unglück), das ihn in seinem Herzen (qalb), seiner Seele (ruh), seinem Geist (aql) oder seinem Körper ergreift, zieht sich so seine Strafe zu und stürzt ins Elend. Da nun insbesondere die Leute des Irrtums und der Gottvergessenheit (ehl-i dalâlet ve ehl-i ghaflet) von Gottes umfassendem Erbarmen (merhamet-i umumiye-i ilâhiyye) und der vollkommenen Weisheit des Hochgelobten (hikmet-i tamme-i Sübhaniye) nichts erfahren haben, jedoch aufgrund eines allgemein-humanitären Mitempfindens mit dem ganzen Menschengeschlecht verbunden sind, ziehen sie sich zusätzlich zu ihren eigenen Schmerzen auch noch das augenblickliche Elend der ganzen Menschheit und all ihre entsetzlichen Leiden zu, empfinden selbst all ihren Jammer und ihre Qual. Denn da sie auf eine völlig unnötige und nutzlose Weise ihre tatsächlichen Pflichten (vazife-i hakikiye) und absolut (elsem) notwendigen Aufgaben vernachlässigt haben, lauschen sie nun auf die Bedrohungen aus dem Ausland, die politischen Unruhen, die weltweiten Ereignisse und kümmern sich darum und berauschen sich daran. So werden sie in ihrem Geiste (ruh) zu Wirrköpfen und in ihrem Verstande (aql) zu Schwätzern.
{"Wer mit dem Schaden zufrieden ist, empfängt kein Erbarmen (merhamet)."}
Diesem Grundsatz entsprechend haben sie selbst ihr Recht auf Mitleid (sefkat) und die Würde derer, über die man sich erbarmt (merhamet liyakati), verwirkt. Man braucht sie also nicht zu bedauern und zu bemitleiden (sefkat). Und sie rufen völlig unnützerweise das Unglück (bela') auf sich herab.
Ich schätze, dass diejenigen, die auf dem ganzen Erdenrund in allem Sturm und Brand noch den Frieden des Herzens (selâmet-i kalb) bewahren und die Ruhe des Geistes (istirahat-i ruh) retten können, einzig diejenigen sind, die den wahren Glauben (hakiki ehl-i îman) und Vertrauen in Gott (ehl-i tevekkül) besitzen und darum zufrieden sind. Darum werden auch die meisten unter denen, die sich (jetzt noch) retten können, diejenigen sein, die nun wahrhaft aufrichtig (sadakat) in den Kreis der Risale-i Nur eintreten.
Denn da sie im Lichte (Nur) und in der Sichtweise des Unterrichts (ders) im wahren Glauben (îman-i tahkikî), den sie aus der Risale-i Nur empfangen haben, in allen Dingen stets die Spur und das Antlitz der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i ilâhiyye) erblicken, in allen Dingen Seine vollkommene Weisheit (kemal-i hikmet) und die vollkommene Ausgewogenheit Seiner Gerechtigkeit (cemal-i adalet) bezeugen, in vollkommener Hingabe (kemal-i teslimiyet) und Zufriedenheit auch mit allem Unglück, das zum Handeln der Herrschaft Gottes (Rububiyet-i ilâhiyye) hinzugehört und das sie in Ergebenheit (teslimiyet) und Gelassenheit zufrieden auf sich nehmen, keineswegs versuchen, in ihrem Mitgefühl (sefkat) selbst noch über die göttliche Barmherzigkeit (merhamet-i ilâhiyye) hinauszugehen, erleiden sie auch niemals Pein und Qual. Wer also nun aufgrund dieser Tatsache (hakikat) Glück und Wohlergehen nicht nur im jenseitigen Leben (hayat-i uhreviye), sondern auch schon im diesseitigen Leben (dünyadaki hayati) ersehnt, kann und wird all dies - bestätigt durch unendlich viele Erfahrungen - in der Risale-i Nur durch den Glauben (iman) und den Unterricht (ders) aus dem Qur'an erfahren.
Zwei Anmerkungen (ihtar) zu den zwei Erfahrungen (hatira) in den letzten Tagen.
Erstens: Ich hatte darüber nachgedacht, dass die alten Frauen (ihtiyare hanim), die sich in dieser Stadt (sehir) der Risale-i Nur anschließen, standhaft (sebat) sind und sich im Gegensatz zu anderen nicht erschüttern lassen. Auf einmal wurde mir diese heilige Hadith eingegeben:
{"folgt in der Endzeit der aufrichtigen Religiosität (dinleri) und der festen Überzeugung (kuvvetli itikad) der alten Frauen."}
Da diese alten Frauen von ihrem Wesen (fitrat) her zwar schwach, jedoch empfindsam (hassase) und zartfühlend (sefkatli) sind, brauchen (muhtaç) sie mehr als alle anderen Trost (teselli) und das Licht (Nur) des Glaubens (din); und in der Tat brauchen (ihtiyac) sie in ihrem Wesen (fitrat) auch den Segen einer opferbereiten Liebe (fedakârane sefkat) mehr als die anderen, ein unendlich liebevolles (sefkatperverane) Licht der Tröstung (nur-u teselli), den Gnadenerweis der Barmherzigkeit des Allerbarmers (iltifat-i merhamet-i Rahman), einen Stützpunkt (nokta-i istinad) und einen Punkt, von dem aus sie Hilfe (nokta-i istimdad) erwarten, wie sie sie im Glauben (din) finden können. Vollkommen standhaft (tam sebat) zu sein ist ein Erfordernis (mukteza) ihres Wesens (fitrat). Daher erscheint die Risale-i Nur, die in dieser Zeit dieses Bedürfnis (hacati) vollkommen befriedigt, ihrem Geist (ruh) mehr als alle anderen Dinge als wohltuend (hos) und erfüllt ihre Herzen (kalb).
Zweitens: In den letzten Tagen kamen zu mir einige ganz verschiedene Leute (zâtlar). Ich dachte erst, dass sie sich für das Jenseits (âhiret) interessierten. Stattdessen habe ich erkannt, dass sie sich bei uns und bei der Risale-i Nur melden, weil sie entweder in ihrem Geschäft (ticaret) oder bei ihren Arbeiten (isler) einen Verlust (kesad) oder einen Misserfolg (muvaffak) erlitten hatten, für ihren Erfolg oder mit der Absicht, sich vor einer Insolvenz zu retten, an uns wenden (müracaat) und um ein Gebet (dua) ersuchen oder eine Beratung (istisare) wünschen.
"Was soll ich mit ihnen machen, ihnen sagen?", so sagte ich (tahattur) zu mir selbst. Da wurde mir auf einmal die folgende Ermahnung (ihtar) zuteil: "Weder du selbst solltest zu einem Tor (divane) werden, noch töricht (divanece) daher reden, indem du sie in ihrer Torheit (divanelik) auch noch bestärkst. Denn ein einziger Mann, der anstatt sich um die Beschaffung eines Gegengiftes (tiryak) gegen das Gift (zehir) der Schlangen (yilanlar) zu bemühen und sich damit zu beschäftigen, ja verpflichtet (vazifedar) ist, sie zu erjagen, stattdessen einem anderen Mann, der sich inmitten der Schlangen befindet und sich dabei den Mückenstichen (sinekler isirmasi) aussetzt und selbst auch noch viele Helfer hat um diese Mücken zu verscheuchen, sich beeilt, ihm gegen die Mückenstiche zu helfen (yardim), während er auf die Schlangenbisse (yilanlarin isirmasi) nicht achtet, ist ein Tor. Derjenige, der ihn zu Hilfe ruft, ist auch ein Tor und ein solches Gespräch (sohbet) mit ihm ist auch nur eine törichte Unterhaltung." Im Vergleich zu dem grenzenlosen Leben im Jenseits (hayat-i uhreviye), ist der Verlust (zarar) dieses vorübergehenden (muvakkat), vergänglichen (fâni), so kurzen Lebens auf Erden (hayat-i dünyeviye) in der Tat kaum mehr als ein Mückenstich. Der Verlust des Ewigen Lebens (hayat-i ebediye) ist jedoch im Vergleich dazu wie ein Schlangenbiss.
{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen"}
Hochverehrter Herr und Meister!
Im Jahre 1321 (= 1905) hatte ich die beiden Abhandlungen (Risaleler) über die Wunder Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, (Mu'cizat-i Ahmediye) und über die wunderhafte Voraussage von Ghausu-l' A'dham (Keramet-i Gavsiye) in der Traumwelt (âlem-i menam) erschaut. Bis jetzt konnte ich jedoch den Sinn (hikmet) dessen nicht verstehen. Der Traum, an den ich mich noch ganz genau erinnern kann, war folgendermaßen:
Im oben erwähnten Jahr sah ich in einer Nacht im Traum, dass in dem Gebiet von Qasîm im Lande Necid auf der arabischen Halbinsel drei Sonnen aufgegangen waren. Ich habe einen Mann (zât), der neben mir stand, den ich jedoch noch nie zuvor gesehen hatte, gefragt: "Wie ist es möglich, dass da gleich drei Sonnen sind?" Da sagte er zu mir: "Eine dieser Sonnen ist die Sonne des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, die andere ist die von Ghauthu- l'Geylani, die dritte aber ist eine künftige Sonne." Ich habe jetzt erkannt, dass diese dritte Sonne die Risale-i Nur ist.
{"Allah ist das Licht des Himmels und der Erde. Sein Licht ist in einer Nische, in der eine Lampe steht. Diese Lampe ist aus Glas. Sie leuchtet wie ein funkelnder Stern. Sie brennt mit Hilfe eines gesegneten Baumes, eines Ölbaumes, der weder im Osten noch im Westen steht und dessen Öl erleuchtet, ohne dass es vom Feuer berührt worden wäre - Licht über Licht. Allah führt zu seinem Licht, wen Er will." (Sure 24, 35)}
Diese Ayah aus dem Qur'an weist (isaret) auf die Wahrheit (hakikat) dieses Traumes hin. Dieser lichtvolle Traum zeigt genau dieselbe Wahrheit, auf die die oben erwähnte Ayat des Lichtes (Âyet-i Nur) mit ihren zehn Hinweisen wie mit zehn Fingern hindeutet. Vor achtunddreißig Jahren gab er diese Nachricht (haber). Die Auslegung (tabir) dieser drei Sonnen mit ihrer gewaltigen Leuchtkraft (nur-u a'zam) - und Gott allein weiß das Verborgene (Allahu a'lem) - muss in der Tat folgendermaßen sein.
Die erste dieser Sonnen ist in diesem Jahrhundert die Risale-i Nur. Ihr glänzendstes Licht (parlak bir nur) ist die wunderbare Abhandlung (risale-i hârika) mit dem Titel "Die Wunder Mohammeds", mit dem Friede und Segen sei (Mu'cizat-i Ahmediye, Aleyhissalâtü Vesselâm).
Die zweite ist die Sonne des himmlischen Lichtes (nur-u semavî), das aus der wahren Religion (din-i hakikî) von Hazret-i isa (= Jesus) erstrahlt.
Drittens: Es ist eine Sonne, die im Geiste (ruh) der mystischen Orden (tarîkat) und aus der Quelle dieser Mystik (tasavvuf menbai) aufsteigt. Hier zeigt sie sich nun in Geist (mana) und Gestalt (timsal) von Seyh-i Geylanî. Ich habe in der Abhandlung (Risale) "Der erste Strahl" (Birinci Sua) mit eigenen Augen gesehen, dass die "Ayah des Lichtes" (Âyet-in Nur) in zehn Hinsichten (vecih) auf die Risale-i Nur hinweist (isaret). Sie ist die erste Ayah aus den 33 Ayat des Qur'an, die auf die Risale-i Nur hinweisen (isaret). Wer möchte, kann dort nachschlagen.
Euer schwacher Schüler (âciz sakird), der euch mehr als sich selbst (nefs) liebt.
An unsere lieben getreuen, unerschütterlichen, standhaften Brüder!
Im Namen der Schüler (talebe) der Risale-i Nur in dieser Umgebung (havali) senden wir euch viele liebe Grüße (pek çok selâm) und erweisen euch unseren Dank (arz-i sükran). Wir werden euch ewig dankbar (ebeden minnetdar) dafür sein, dass ihr uns durch eure machtvollen, prächtigen (muktedir ve parlak) Stifte sowohl wachgerüttelt habt, als auch zu Hilfe (yardim) gekommen seid. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass ihr mit euren lichtvollen Stiften (nuranî kalemleri) dazu beitragen werdet, dass diese Provinz (vilayet) Isparta ähnlich werden wird. Besonders der prächtige und so erfolgreiche (muvaffak) Stift unseres so bedeutsamen Bruders, des tapferen (kahraman) Tahirî, mit seiner - die symmetrische Übereinstimmung (tevafuk) vorweisenden - Abschrift bringt solche wunderhaften Erfolge (kerametkârane fütuhat) hervor. Die Abschriften seiner beiden unschuldigen (masumeler) Töchter, all der anderen unschuldigen (masumlar) Kinder und der analphabetischen Alten (ümmi ihtiyarlar) mit all ihren bunten und vielerlei verschiedenen (çesit çesit) Besonderheiten (meziyet) faszinieren (teshir) uns und versetzen jeden in helle Begeisterung (sevkle sevkediyor), wann immer er sie liest. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), mit euch stets zufrieden sein (ebeden razi olsun) und euch einen immerwährenden Erfolg (muvaffak) schenken. Âmîn.
Dieser beunruhigende Vorfall einer Durchsuchung (hâdise-i taarruziye), über den unser so bedeutender und segensreicher (mühim ve mübarek) Bruder Hâfiz Mustafa uns berichtet (haber) hatte, hat uns große Sorgen (hayret) bereitet. Da haben wir dann den Sinn (hikmet) der Besorgnis und all der Aufregung (endise ve heyecan) des Meisters (Üstad) in dieser unserer Zeit verstanden. Er pflegte immer mit einem gewissen Gefühl der Vorhersehung zu uns zu sagen: "Seid vorsichtig (dikkat)! Seid standhaft (sebat)! Die Heuchler (münafiklar) schmieden einen Angriffsplan (taarruz)!" So hat er uns zur Umsicht (ihtiyat) ermahnt und er sagte uns zudem: "Aber sie können euch nichts antun (halt edemezler)."
Wie die Brüder aus Isparta uns berichtet haben, obwohl in der Zeit, in der sich dieser so bedeutende und so beunruhigende Vorfall (hâdise-i taarruziye) einer Durchsuchung ereignet hatte, unsere Korrespondenz (muhaber) unterbrochen war, ermahnte (ikaz) unser Meister (Üstad) uns, Emin und Feyzi, bei jeder Gelegenheit (mütemadiyen) in der Tat immer wieder, wenn wir von einer solchen Durchsuchung betroffen waren (taarruza maruz): "Seid vorsichtig! Sie bereiten ihren Angriff (taarruz) auf vier verschiedene Weisen vor. Haltet ihnen also eisern stand (sebat)! Sie können euch jedoch nichts antun (halt)." Wir waren also aufmerksam, es geschah weiter nichts (bir sey yok) und wir haben auch nichts weiter beobachtet.
Außerdem diktierte er uns diesen - der augenblicklichen Situation angepassten (tam mutabik) - Brief, den wir euch ja bereits gesandt haben, um diesen Vorfall, der ja schon in der Luft lag (gaybî hâdiseyi), noch zu vermeiden.
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen."}
Meine lieben, getreuen Brüder und heldenhaften Gefährten im Dienst am Qur'an!
Drei Briefe habe ich bereits abgeschickt, nachdem ich eure Sendung bekommen hatte. Hâfiz Ali hat diesmal in seinem Brief nichts darüber geäußert (bahsetmemis). Das beunruhigt mich (merak). Die Krankheit (hastalik) von Hâfiz Ali, der der Inhaber der Lichtfabrik (Nur fabrikasi sahibi) ist, hat mich traurig (müteessir) gemacht und veranlasste uns dazu, führ ihn zu beten (dua). Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihm Kraft und Genesung (kuvvet ve sifa) schenken. Âmîn.
Der Brief von Hâfiz Ali und die Briefe von Ahmed Feyzi, der in seiner Art Halil ibrahim gleicht, der eine der bedeutenden Säulen der Risale-i Nur ist, ausgenommen ihre hundertfach über meine Grenzen hinausgehenden guten Vorstellungen (hüsn-ü zan) von meiner Person (sahsim) - abgesehen davon -, da sie die unerschütterliche (sarsilmaz) und derart starke Verbundenheit (kuvvetli irtibat) von Halil ibrahim und Ahmed Feyzi mit der geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur in der dortigen Umgebung (havali) zeigen, haben uns sehr gefreut (cidden mesrur).
In der Tat trägt ihre innige Verbundenheit (siddetli alâkadarlik) dazu bei, dass die Risale-i Nur in der dortigen Umgebung (havali) heimisch wird und sich dort weiterhin behaupten kann. Die Briefe dieser beiden sind zwar rein äußerlich betrachtet in dem, was sie meiner Person (sahsim) an Bedeutung (atf-i ehemmiyet) zuschreiben, nicht angemessen (muvafik), vielmehr eine Übertreibung (mübalaga), in Wahrheit (hakikat) sind jedoch die Ausdrücke, (tabirat) die sie hinter dieser verkehrten Objektwahl (suret) in ihren Briefen für die geistige Körperschaft (sahs-i manevîye) gebrauchen, welche aus der aufrichtigen Gemeinschaft (samimî tesanüd) der Schüler (sakird) der Risale-i Nur heraus entstanden ist, für die Wahrheit (hakikat) der Risale-i Nur, die aus dem Qur'an herrührt, zutreffend und genau richtig (mutabik ve hak), während sie diese stattdessen für eine einzelne Person (cüz'î ferde) wie mich verwendet haben.
Obwohl sie tausendfach über meine Grenzen hinausgehen, habe ich sie also dennoch im Namen dieser geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) zugunsten der Wahrheit (hakikat) der Risale-i Nur in diesem bedeutenden und doch ihrer so bedürftigen Land sowohl als ein Kennzeichen ihrer außerordentlichen Verbundenheit (alâka) als auch all ihrer Aktivitäten (faaliyet) in ihm akzeptiert (kabul).
Wir verstehen (telakki) auch den Brief von Ahmed Feyzi als Ausdruck seiner Einsatzfreudigkeit und Entschlossenheit (azm ve karar) - wolle es Gott (insâallah)! - mit ganzer Kraft (kuvvet), wie Feyzi aus Kastamonu, für die Risale-i Nur zu arbeiten. Da aber seine Nichtswürdigkeit (mahviyet) zu viel, seine Bescheidenheit (tevazuu) zu groß, auch das, was er sich wünscht, zu viel ist, die Gebete (dua) in seinem Brief jedoch sehr schön sind, steht er deshalb in unserem Gebet stets Schulter an Schulter mit unserem Feyzi hier in Kastamonu.
Den Brief von Halil ibrahim, ja selbst jeden Brief von ihm, akzeptiere ich (kabul) sowohl in seinem Namen als auch in dem von ince Mehmed. Ich betrachte sie beide gleich Hüsrev und Rüsdü als den gleichen Geist (ruh) in zwei Körpern (cesed). Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihnen Erfolg (muvaffak) verleihen und alle dort in ihrer Umgebung eines Geistes sein (emsalini çogaltsin) lassen. Und in diesem Brief teilt er uns mit, dass Hâfiz Mehmed Emin und Mustafa Çavus von den Schülern (talebe) der Risale-i Nur sich gemeinsam mit Leuten (zâtlar) wie Ahmed aus Siirt, Salahaddin und izzeddin für die Risale-i Nur interessieren und mit ihr beschäftigen. Wir senden auch ihnen, jedem Einzelnen von ihnen, unsere Grüße (selâm) und möchten mit ihnen und allen Schülern (talebe) der Risale-i Nur im Gebet vereinigt (tesrik) sein.
Hâfiz Ali lobt den Brief, den er von uns erhalten (takdir) hat, und äußert sich (hülâsa) sehr schön dazu. Sein Ausdruck (tabir) passt sehr schön, wenn er sagt: "Da die Risale-i Nur der Laden (dükkân) der Ewigen Glückseligkeit (saadet-i ebediye) ist und ewig beständige Diamanten (bâki elmas) zum Verkauf anbietet, soll man dort nicht nach vergänglichen (fâni), zerbrochenen Glaskugeln fragen."
Allen Brüdern sowohl in Isparta als auch in Manisa, jedem Einzelnen von ihnen, senden wir unsere Grüße (selâm), beten (dua) für sie und bitten auch sie um ihre Gebete. Im Gefängnis saß bis jetzt noch der frühere Schreiber (kâtib) der Risale-i Nur, der heldenhafte (kahraman) Sefik. {Viele Gefangene lernten die Risale-i Nur erst im Gefängnis kennen. (A.d.Ü.)} Ist er wohl noch am Leben (sag)? Wenn ja, wo ist er jetzt? Ich würde das gerne wissen. Fragt also Ali Ibrahim nach ihm!
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Ich hatte mir immer Sorgen (endise) gemacht, dass nach den Monaten der Restriktion, {Suhur-u Muharreme: Monate, in denen bestimmte Dinge untersagt sind (A.d.Ü.)} besonders aber kurz vor dem Frühling (bahar), die Sorge (gafleti) um das Leben hier auf Erden (hayat-i dünyevi) in gewissem Grade eine Trägheit (fütur) einflöße und durch einige Erschütterungen (sarsinti) und Krankheiten (hastalik) und die Einberufungen (askerlik) in gewissem Grade eine Schwäche (zayiflik) im Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur eingetreten wäre. Dank (sükür) sei Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dass diese Sorge (endise) durch eure Briefe und durch den Besuch von Âtif Hasan aufgehoben (zâil) wurde. In eurem Brief war auch von einem sehr wichtigen Ereignis des Lichtes (hâdise-i nuriye) die Rede, also von eurer Absicht (tesebbüs), den Druckauftrag (tab) für den Großartigen Auszug (Hizb-ül Ekber) aus dem Qur'an zu erteilen.
Die Ayat in diesem Buch sind in der Tat der "Großartige Auszug" (Hizb-ül Ekber), der Geist (ruh), das Wesen (esas), die Quelle (madeni), der Meister (üstad) und die Sonne (günes) aller Abhandlungen in der Resail-i Nuriye. Nach seinem Druck wäre es nach Möglichkeit ebenfalls notwendig, unter dem Titel "Der Große Auszug (Hizb-ül Ekber) zur Risale-i Nur" in Arabisch ferner auch die beiden Kapitel des "Großen Zeichens" (Âyet-ül Kübra) und die Abhandlung (risale), welche die Zusammenfassung des "Bittgebetes" (Münacat'in hülâsasi) ist, drucken zu lassen. Euer Exemplar (nüsha) ist jedoch nicht so vollkommen wie mein Exemplar. Wir könnten es hier abschreiben und euch, wenn ihr wollt, zusenden. Oder aber, wenn ihr das wollt, senden wir es an euren Beauftragten (vekil) in der Druckerei (matbaa) in Istanbul. Dann müsst ihr uns aber seine Anschrift mitteilen!
Bruder Hasan Âtif ist tatsächlich für den Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur bestens geeignet (lâyik) und befähigt (müstaid). Neben seiner besonderen Schreibkunst sind seine Wahrhaftigkeit (ihlas), seine Verbundenheit (irtibat), sein Interesse (alâkadarlik), seine Ernsthaftigkeit (ciddiyet) und auch seine Treue (sadakat) vollkommen (mükemmel). Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), Menschen wie ihn vermehren! Wir senden euch diesen Bruder anstelle von zwanzig Briefen als einen lebendigen (canli) Brief.
Auf den so kostbaren und besonders wirkungsvollen (tesir) Brief von Hâfiz Ali hin, den er an seine hiesigen Brüder gesandt hat, antworten vor allem Feyzi und Emin und sagt Feyzi im Namen aller: "Wir, die Schüler dieser Provinz (memleket talebeleri), sind die kleinen Brüder der Helden (kahraman) von Isparta, ja sogar ihre Schüler. Wir lernen von ihnen den Unterricht (ders), den Dienst (hizmet) und ihre Standhaftigkeit (ciddiyet). Jeder von ihnen ist für uns ein Lehrer (üstad). Wir küssen ihre Hände und erweisen ihnen unsere Hochachtung (arz-i hürmet). Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), mit diesen Helden ewig zufrieden sein (razi olsun). Âmîn." So sagen sie.
Die schöne Schrift in diesem kleinen Briefchen eines bedeutenden kleinen Schülers (talebe) der Risale-i Nur und Sabris ersten Schülers, der wie ein Beobachter des Hafens (iskele nâzir) der Risale-i Nur ist, hat uns sehr gefreut (mesrur etti). Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihm und den unschuldigen (masum) Kindern, die wie er an der Risale-i Nur arbeiten, Erfolg (tevfik), Geborgenheit (selâmet) und Glück (ihsan) schenken, âmîn.
Hâfiz Mustafas Brief, welcher für uns von großer Bedeutung ist, zeigte eine Begebenheit (hakikat), auf die ich seit langem gewartet habe, dass nämlich die Schüler (sakird) im Kreise der Risale-i Nur in Form einer gegenseitigen Beratung (istisare) begonnen haben, besonders wichtige Arbeiten, wie z.B. den Druckauftrag (tab), zu versehen.
Meine lieben getreuen, zuverlässigen, aufrichtigen und wahrhaftigen Brüder!
Erstens: Diesmal konnten wir zum dritten Mal ein segensreiches Geschenk (teberrük) unseres Bruders Haci Hâfiz entgegennehmen, welcher der Lehrer (mürsid), der Gründer (müessis) und der Verwalter (müdebbir) der Lichtschule (Medrese-i Nuriye) ist. Als ich noch in Barla lebte, waren der wunderhafte (kerametli), staunenswerte Segen (acib bereket) in Gestalt von süßen Häppchen (lokma) und später in Isparta zweieinhalb Okka Honig (etwa 3 kg), der Grund eines außergewöhnlichen Ereignisses (hârika bir hâdise), welches die Abhandlung über die Sparsamkeit (iktisad Risalesi) versüßte.
{(Anmerkung): Heute nehme ich an (tahmin), dass damals auch der Honig (bal) von ihm war; ich kann mich aber nicht mehr so genau daran erinnern (tahattur).}
Beim dritten Mal sandte er mir ein Geschenk, welches das Andenken und die Komplimente (hatirlar ve iltifatlar) der Tausend segensreichen (mübarek) Menschen {hier haben die Einwohner eines ganzen Dorfes mitgearbeitet! (A.d.Ü.)} und ihrer unschuldigen (masum) Kinder repräsentiert. Das Prinzip meines sechzigjährigen Lebens (kaide-i hayatiye) und das Gedenken (hatirini) meiner Prinzipien habe ich um dieser Tausend Andenken {die Erinnerung an ein ganzes Dorf (A.d.Ü.)} willen (hatirin hatiri) geschunden.
Zweitens: Das Buch über "das Wunder (Mu'cizat) des Qur'an", das Âtif Hasan wirklich wunderschön abgeschrieben hat und das eine symmetrische Übereinstimmung (tevafuk) erkennen lässt, habe ich durchgeblättert (temasa), nachdem er gegangen war. Hätte ich die Möglichkeit dazu, würde ich ihm für jede Seite eine Lira geben. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass dieses Exemplar (nüsha) Tausenden Menschen von Nutzen (istifade) sein und für sein ewig währendes Leben (hayat-i bâkiye) wie ein Brunnen (çesme) seinen Ertrag (vâridat) bringen wird. Er wird neben Hüsrev und dem tapferen (kahraman) Tahirî der Dritte sein.
Drittens: Der weisheitsvolle Wahrtraum (sadik ve hikmetli) von Kâtib Osman, der ein langjähriger (eski), bedeutender (ehemmiyetli), fleißiger (çaliskan) Schüler (sakird) der Risale-i Nur ist, und seine treffende Ausdeutung (mutabik tabir), hat ihn und sie alle froh (müferrah) gemacht und auch uns fröhlich (mesrur) gestimmt. Er schreibt in seinem Brief einige Dinge, über die ich gerne noch mehr wissen (merak) möchte. Hüsrev und Rüsdü, Hâfiz Ali, Zühdü Bedevi, Nuri und der Inhaber der Lichtfabrik (Nur fabrikasi sahibi), die Tahirs, die Gemeinschaft der Gesegneten (mübarekler heyeti) aus der Lichtschule (medrese-i nuriye), die analphabetischen Alten (ümmi ihtiyarlar) und die unschuldigen Kinder (masum çocuklar), sie alle lassen grüßen (selâmlar). Und auch wir senden ihnen, jedem Einzelnen von ihnen, unsere Grüße (selâm) und beten (dua) für ihren Erfolg und ihre Geborgenheit (muvaffakiyetler ve selâmetler).
Da sowohl in dieser Umgebung (havali) und selbst an sehr vielen anderen Orten viele durch eure Aktivitäten (faaliyet) in Begeisterung (sevk) geraten und sich die Risale-i Nur dadurch sehr verbreitet, beunruhigt dies die Weltleute (ehl-i dünya) und weckt ihre Aufmerksamkeit (nazar-i dikkat). Manch kleine Störung (ufak tefek) erwächst daraus. Gleichwie Vorsicht (ihtiyat) jederzeit angebracht ist, ist sie auch heute wieder notwendig (lâzim). Hazret-i imam-i Ali Radiyallahü Anh sagt in seiner Kasside an zwei Stellen: سِرًّا تَنَوَّرَتْ {"insgeheim erleuchtet"} und weist so darauf hin, dass die Risale-i Nur im Verborgenen strahlt und leuchtet (tenevvür ve tenvir). So weit wie möglich sollt ihr den vorbeiziehenden Stürmen keine Aufmerksamkeit (ehemmiyet) schenken und sie nicht weiter beachten. Euer aufrichtiger Zusammenhalt (samimî tesanüd) und die gegenseitige Beratung (mesveret-i ser'iye) bewahren euch ja schon (muhafaza) vor solchen Dingen und macht die Ansichten (fikr) der geistigen Körperschaft (sahs-i manevînin) unter euch durch diese gegenseitige Beratung (mesveret) bekannt.
Euer Bruder (kardes), der im Diesseits (dünya), in der Zwischenwelt (berzah) und im Jenseits (âhiret) stolz und dankbar (mütesekkirane iftihar) ist, immer sein wird und im Dienst (hizmet) am Qur'an euer Gefährte (arkadas) ist.
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Ihr sollt wegen dieses neuerlichen Falles einer Hausdurchsuchung (hâdise-i taarruziye) nicht traurig sein. Denn anhand vieler Erfahrungen (mükerrer tecrübe) steht die Risale-i Nur unter der Gnade Gottes (inayet). Es hat noch nie eine Gruppe gegeben, die bis heute in einem derart wichtigen Dienst (ehemmiyetli hizmet) mit so geringer Mühsal (mesakkat) davongekommen wäre wie wir.
Des Weiteren haben wir durch viele Fälle (vakia), wie meine Krankheit im vergangenen Ramadan und unser Missgeschick (musibet) in Eskisehir, unter äußerlich so schwierigen, mühevollen Umständen (mesakkatli hâlât) Entwicklungen (inkisafat), ja noch bessere Erfolge (tesirli fütuhat) zugunsten der Risale-i Nur erfahren. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass auch dieses so beunruhigende Ereignis (sikintili hâdise) entgegen der Absicht der Heuchler (münafiklar) die Verbreitung (fütuhat) der Risale-i Nur vielleicht auf einem anderen Weg (mecra) zu erleichtern ermöglicht (teshile vesile).
Es ist von einiger Bedeutung, dass der "Fünfte Strahl" (Besinci Sua), dessen Themen (mesail) vor fünfundzwanzig Jahren niedergeschrieben und nun in den Band "Strahlen" (Sualar) eingereiht wurden, nachdem nur noch ein, zwei Seiten mit einer Auslegung hinzugefügt (ilâve) worden waren, jetzt in ihre Hände gelangt ist. Darin liegt jedoch eine gewisse Weisheit (hikmet), ihnen vielleicht ihren eigenen Weg (meslek) aufzuzeigen und den Zustand (mahiyet) dessen zu erkennen, der da zur Hölle (Cehennem) fuhr. Darin zeigt sich jene göttliche Fügung (kaza-i ilahî), die unser Vermögen (iktidar) gewaltig übersteigen würde. So sollt auch ihr euch auf die Weishet (hikmet) Gottes, des Gerechten (Cenab-i Hakk), Seine Gnade (inayet) und Seinen Schutz (hifz) verlassen (itimad) und euch darüber weiter keine Sorgen (merak) mehr machen.
Sowohl ihr als auch sie sollen wissen, dass, so wie Almosen (sadaka) Verschonung von einem Unglück bewirken können, so auch die Risale-i Nur ein Grund sein kann, um Anatolien und besonders die Provinzen Isparta und Kastamonu vor Katastrophen vom Himmel und von der Erde (âfât-i semaviye ve arziye) zu behüten, bzw. sie zu verhindern (def' u ref'). So ist die Bedeutung (mana), die Sabri aus der Ayah
{"Oh Erde, verschlinge dein Wasser und oh Himmel, halt ein!" und es nahm ab das Wasser; und vollzogen ward der Befehl, und sie hielt an auf dem Berge Ararat (Cebel-i Cudi)." (Sure 11, 44)}
entnommen (istihrac) hat, in der Tat richtig und zutreffend (hak ve mutabik).
Die Risale-i Nur vermag für Anatolien gleich der Arche Noah (Sefine-i Nuh) ihren Berg Ararat (Cebel-i Cudi) zu finden und ist in der Tat ein Grund dafür, dass Anatolien von dem Feuer und einer Sintflut (yangin ve tufan) auf Erden (küre-i arz) verschont bleibt. Denn wie Aufsässigkeit (tugyan), die aus einer Schwäche des Glaubens (za'f-i iman) erwächst, meistens das allgemeine Unglück (musibet-i âmme) heraufbeschwört, so bewirkt die Risale-i Nur, die den Glauben (iman) aufs höchste bestärkt (kuvvet), in der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i ilahiye), dass Anatolien außerhalb des Kreises dieses allgemeinen Unglücks (musibet-i âmme) verbleibt. Auch wenn die Weltleute (ehl-i dünya) und die Bevölkerung (halk) Anatoliens sich zwar der Risale-i Nur nicht anschließen wollen, so werden sie sie jedoch nicht angreifen. Wenn sie sie aber angreifen, so sollen sie dabei daran denken, dass sie vom Feuer (yangin), der Sintflut (tufan), einem Erdbeben (zelzele), von Seuchen (taun), die in ihrer Nähe auf sie lauern, überwältigt werden, und dann zur Besinnung kommen. Da wir uns nun einmal nicht darauf einlassen, uns in ihre diesseitigen Angelegenheiten (dünyalar) einzumischen, besteht sicherlich (kavî) die Möglichkeit (ihtimal), dass diese Katastrophen (felâket) über sie hereinbrechen werden, wenn sie sich sinnloserweise allzu weit in unsere jenseitigen Angelegenheiten (âhiretimize) einmischen.
So habe ich mich denn in diesen letzten acht Monaten und gerade wegen dieses beunruhigenden (heyecan) Ereignisses bei euch, Feyzi und Emin, die jetzt bei mir sind - und alle Freunde, die mit mir in näherem Kontakt (temas) stehen, sind dafür meine Zeugen (sahid) - kein einziges Mal nach diesem Weltkrieg (Harb-i Umumî) noch nach der politischen Lage (siyaset) erkundigt. Auch den Rundfunk, den ich durch einen Lautsprecher in meinem Zimmer hören konnte, habe ich seit drei Jahren nicht mehr eingeschaltet, obwohl doch jemand wie ich eigentlich Gründe (münasebet) wie Tausende Männer hätte, meine Aufmerksamkeit diesen weltlichen Angelegenheit (dünya) zuzuwenden. Das also heißt, dass derjenige, der uns angreift, unmittelbar den Glauben (iman) angreift. Wir überlassen sie also Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk). Da wir zudem gar keinen Umgang (münasebet) mit den Politikern haben, sollen sie ohne jeden Zweifel (kat'î bilsin) wissen, dass die einzige Möglichkeit (yegâne çaresi), das Volk (millet) in diesem Land (memleket), in diesem Jahrhundert (asir) vor dem Anarchismus, der Abtrünnigkeit (tereddi) und der völligen Verrohung (tedenni-i mutlak) zu schützen, darin liegt, die Grundlagen der Risale-i Nur zu beachten.
Die unschuldigen (masum) Kinder und ihre Lehrer (üstad), die wegen dieses Falles (hâdise) in Aufregung (sikinti) versetzt wurden, sollen wissen, dass - gleich wie eine Stunde unter erschwerten Bedingungen (agir serait) Wache zu halten einem Jahr der Anbetung (ibadet) und jede Stunde eines ernsthaften (hakikî) Nachsinnens über den Glauben (tefekkür-ü imaniye) einem Jahr im Gehorsam (taat) gleichzusetzen ist - so auch ihre nun glücklich überstandene Aufregung (sikintilar) mit Gottes Hilfe (insâallah) zu einer solchen Quelle des Segens (sevaba medar) werden wird. So mögen sich schließlich einmal ihre Ängste und Sorgen (merak ve teessür) in Glück und Freude (ferah ve sürur) verwandeln. Aufgrund des zweimaligen Ausspruchs von Hazret-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge:
{"sie erklärt im Verborgenen, sie erleuchtet im Verborgenen"}
sind wir aber dazu verpflichtet (mükellef), in unserem Verhalten (vaziyet) jederzeit (muhafaza) vorsichtig (ihtiyat) und auf der Hut zu sein (sakinmak).
Als Beweis (delil) dafür, dass die Gefolgsleute (mensub) der Risale-i Nur, ohne es zu wissen (suur) und zu wollen (ihtiyar), untereinander in Beziehung (münasebet) stehen und durch die Geschehnisse (hâdise) miteinander verbunden (alâkadar) sind, hat sich in den letzten Tagen das Folgende ereignet:
Seit dem Geschehen (vuku) des dortigen Falles (hâdise) bis heute verging eine Phase der Stille (tevakkuf devresi), als hätte sich das Verhalten der Schüler (talebelerin vaziyetleri) von verschiedenen Schichten (muhtelif tabakalar) hier wegen eines wichtigen Ereignisses (hâdise) verändert, eine Zurückhaltung, um die Aufmerksamkeit (nazar) der Heuchler (münafiklar) nicht auf sich und auf uns alle lenken zu wollen. Ich war darüber (hayret) erstaunt. Des Weiteren haben wir verstanden, dass die Ausdeutung der Täume (rü'yalarinin tabirleri) einiger Leute (zât) wie Nazif euer Fall (hâdise) war.
Allen Brüdern, jedem Einzelnen von ihnen und besonders denjenigen, die von diesem Unglück betroffen sind (musibetzedeler), senden wir unsere Grüße (selâm) und beten (dua) für sie. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), sie umgehend befreien, damit sie ihren Dienst (vazife) wieder aufnehmen können. Âmîn.
rmen und Sein Segen in der Anzahl der Worte des Qur'an und seiner Buchstaben."}
Meine lieben getreuen, gesegneten Brüder und mächtigen, tatkräftigen und standhaften Gefährten im Dienst am Qur'an!
In diesen Tagen sind mit mir zusammen sechs Leute, als erster Marangoz Ahmed und ich als der Letzte, aufgrund einer inneren Eingebung (manevî ihtar) jeweils die Ursache eines Ereignisses (mes'eleye medar) geworden.
Erstens: In dem Brief von Marangoz Ahmed, der tatkräftig (fa'al), sehr fleißig (çaliskan) und einer der Schüler (talebe) der Risale-i Nur und der Licht-Schule (Medrese-i Nuriye) ist, heißt es, dass ein unschuldiges Kind Namens Esref im Alter von zehn Jahren sein Dorf und seine ganze Habe (mal) verlassen, eine Entfernung von zwei Tagesmärschen (mesafe) zurückgelegt habe und dem es - obwohl es zuvor noch nie etwas geschrieben hatte - gelungen ist, innerhalb von zehn Tagen die Risale-i Nur abzuschreiben, was ein Wunderwerk (keramet) der Risale-i Nur ist, und es so auch selbst eine wunderbare Blume (hârika bir çiçegi) der Schule des Lichtes (Medrese-i Nuriye) genannt werden darf.
In der Tat sagen wir dazu auch noch: So wie es ein Wunder der Macht (hârika-i kudret) ist, wenn sich in diesem spürbaren Winter (maddî bir kis) eine schöne Blume öffnet, so ist es in der Tat (elbette) auch ein außergewöhnliches Wunderwerk der Barmherzigkeit (hârika bir mu'cize-i rahmet), eine außergewöhnliche, wunderhafte Güte des Herrn (hârika bir keramet-i inayet-i Rabbaniye) für diese Provinz und eine außerordentliche Gabe Gottes (hârikulâde bir ikram-i ilahî) für die Schüler (talebe) der Risale-i Nur, wenn in dem innerlichen, so entsetzlichen Winter (manevî ve dehsetli kis) dieses Zeitalters (asr) das Dorf (Karye) Sava, d.h. der Baum "Sava", Tausend schöne Blüten und paradiesische Früchte (Cennet meyveler) hervorbringt und sich in dem Garten der Provinz (memleket bahçesi) Isparta Blumen Tausender mohammedanischer Rosen (gül-ü Muhammedî A.S.M.) {(Anmerkung): Jede einzelne Blume ist eine "sadberk", d.h. eine hundertblättrige Blume.} öffnen. Daran glauben wir (itikad) fest und danken (sükr) Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dafür ohne Ende.
Die Nachricht in Marangoz Ahmeds Brief über die opferwilligen Schüler (fedakâr talebeler) in dem Dorf Dariviran, die an die fleißigen Schüler alter Zeit erinnern, bereitete den Schülern der Risale-i Nur, die in den Koranschulen (medrese) ausgebildet wurden und sich an uns und die Schüler der alten Zeit mit Heimweh (tahassür) erinnern, eine tiefe Freude (derin bir sürur). Es ist so schön, dass die Schülerinnen (hanimlar talebe) der Lichtschule (Medrese-i Nuriye) durch ihre Gebete (dua) und Rezitationen (evrad) aus dem Qur'an die fleißigen Schreiber mit ihren Stiften seelisch (manevî) und geistig (evrad) unterstützen. Das wird auch für die Frauen in dieser Umgebung (havali) eine beispielhafte Lektion. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), mit ihnen und mit allen Schülern und Lehrern (umum talebelerinden ve üstadlarindan) der Medrese ewig zufrieden sein (razi olsun).
Der Traum Ahmeds ist sehr segensreich (mübarek) und schön. Jesus' (Hazret Isa A.S.) machtvollem Ruf (kuvvetli sadâsi) zu lauschen, kann ein Hinweis (isaret) darauf sein, dass die Christen (isevîler) sich der Schar des Qur'an (Hizb-ül Kur'an) zu ihrer beachtlichen Unterstützung (kuvvetli bir imdad) anschließen (iltihak) werden.
Der zweite Mann und seine Frage: Ein junger Hafiz unter den Schülern (talebe) der Risale-i Nur sagte einmal, wie das so viele Leute sagen: "Bei mir nimmt stets die Krankheit der Vergesslichkeit (unutkanlik) zu. Was soll ich dagegen tun?" Daraufhin habe ich ihm gesagt: "Du solltest soweit wie möglich nicht nach den Frauen (nâmahrem) schauen. Denn es gibt da eine Überlieferung (rivayet), nach der, wie Imam Schafi, mit dem Gott zufrieden sein möge, sagte: "Das Verbotene (haram) zu betrachten führt in die Vergesslichkeit (nisyan)."
Je häufiger Muslime (ehl-i islâm) ihre Blicke über Verbotenes (nazar-i haram) schweifen lassen, umso stärker begehren (heyecan) die fleischlichen Gelüste (hevesat-i nefsaniye) auf und der Leib (vücud) verschleudert (israf) durch Missbrauch (sû'-i istimalât) seine Kräfte. Man wird dann in der Tat dazu gezwungen sein, ein paar Mal in der Woche eine Waschung (gusl) vorzunehmen. Daraufhin erleidet man, medizinisch betrachtet (tibben), eine Schwäche (za'f) in seinem Gedächtnisvermögen (kuvve-i hâfizasi).
Aufgrund der freizügigen Bekleidung (açik-saçiklik) beginnt in diesem Zeitalter (asir), besonders in diesen heißen Ländern (memalik-i harre), die durch den bösen Blick (sû'-i nazar) verursachte Kraftvergeudung (sû'-i istimalât) stets mehr diese allgemeine Krankheit der Vergesslichkeit (umumî bir unutkanlik) zur Folge zu haben. Und in der Tat beschwert (sekva) sich jeder mehr oder weniger darüber. So zeigt sich in der Verbreitung dieser allgemeinen Krankheit (tezayüd) ihre letztendliche Auslegung (tevili ucunda), so wie sie die entsetzliche Nachricht (müdhis bir haber) einer heiligen Hadith verkündet. In ihr geruhte der Prophet (asm) zu sagen (ferman): "In der Endzeit (Âhirzamanda) wird der Qur'an der Brust des Hafiz entrissen werden. Er wird ihn verlassen und vergessen." Das aber würde heißen, dass sich diese Krankheit stets weiter ausbreiten (dehset) wird und dass durch diesen bösen Blick (sû'-i nazar) bei manchen das Auswendiglernen des Qur'an behindert wird; und so die Auslegung dieser Überlieferung (hadîsin tevilini) offenlegen wird.
{"Das Verborgene kennt Gott allein!"}
Ein Mann, der mit uns sehr oft Umgang (alâkadar bir zât) pflegte, beklagte sich sehr oft bitter: "Ich kann meine fünf Sinne nicht beieinander halten (adam olamiyorum). Allmählich wird meine Lage immer schwieriger (fena). Ich kann die Wirkungen (neticeler) meiner geistigen Dienste (manevî hizmetler) nicht mehr wahrnehmen." So bat er mich also um Hilfe (meded). Nun schreiben wir ihm daher das Folgende:
"Diese Welt (dünya) ist ein Dienstgebäude (dâr-ül hizmet) und kein Ort der Entlohnung (ücret). Die Entlohnung für Ihre Arbeit (A'mal-i sâliha), Ihre Früchte (meyve) und das Licht (Nur) Ihrer guten Werke findet sich im Zwischenreich (berzah) und im Jenseits (âhiret). Diese ewig bleibenden Früchte (bâki meyveler) schon in dieser Welt (dünya) ernten zu wollen und in dieser Welt nach ihnen zu verlangen, hieße, dass man das Jenseits (âhiret) dem Diesseits (dünya) unterordnen (tâbi') wolle. So zerbricht die Wahrhaftigkeit (ihlas) eines guten Werkes (amel-i sâlihin) und ihr Licht (Nur) entschwindet. Nach diesen Früchten verlangt man in der Tat nicht, ja man hat noch nicht einmal eine solche Absicht (niyet). Werden sie einem aber gegeben, soll man daran denken, dass sie einem als eine Aufmunterung gegeben werden, und dafür danken (sükreder)."
Wie bereits in ein, zwei Briefen erklärt (beyan) wurde, dass in der Tat die Umstände in diesem Zeitalter (asir) so sehr den Nerv (damar) des irdischen Lebens (hayat-i dünyevi) getroffen, verletzt und die Menschen in Panik (heyecan) versetzt haben, dass nun im Gegenzug jemand (zât), der unter den Frommen (ehl-i salahat) als ein alter (ihtiyar), gesegneter (mübarek) Hodscha lebt, und sich bereits in dieser Welt (dünya) nach den Freuden (ezvak) einer Art jenseitigen Lebens (hayat-i uhreviye) sehnt, schon in dieser Welt (dünya) vorrangig die Freude im Leben (zevk-i hayat) erfährt.
Viertens: Ein Mann (zât), der mit uns Umgang (alâkadar) pflegte, klagte (sekva) ganz erbärmlich (müteessifane), so wie sehr viele sich auch darüber beklagen, dass sie ihre Freude und Begeisterung (zevk u sevkini) für die Rezitationen (evrad), die sie früher stets so intensiv (siddetli) in ihrem Orden (tarîkat) vorgetragen hatten, nun verloren haben und Langeweile und Schläfrigkeit (sikinti ve uyku) sie jetzt überwältigt (galebe). Wir haben zu ihm gesagt:
So wie die wahrnehmbare Luft (maddî hava), wenn sie schlecht wird (bozuldugu vakit), innerlich zu einer Beklemmung (sikinti) führt und sich die solcherart beengten Bronchien (asabî sîneler) zusammenzuschnüren (inkibaz hali) beginnen, so entsteht manchmal genauso eine ungute geistige Atmosphäre (manevî hava), und das besonders in diesem Zeitalter (asir), in dem diese geistige Atmosphäre (maneviyat) weitgehend verfremdet (yabanilesmis) wurde, und das insbesondere in den Ländern (memleketler), in denen Lustbarkeiten (hevesat) und die Wünsche der Begierde (müstehiyat-i nefsaniye) Allgemeingut geworden (taammüm) sind, und besonders die Wachsamkeit (intibah) und die allgemeine Zuwendung (teveccüh-ü umumî) der islamischen Welt (âlem), welche in diesen Monaten der Restriktionen (suhur-u muharrem) und den gesegneten Monaten (suhur-u mübareke) die geistige Atmosphäre (manevî hava) wieder gereinigt (tasfiye) hat, nachdem diese segensreichen Monate (mübarek suhur) vergangen waren, wieder zum Stillstand (tevakkuf) kamen, in der Zeit der Auswirkungen der Irrtümer (dalaletlerin tesirleri), die durch diesen Stillstand wieder Gelegenheit (firsat) fanden, die Luft zu verpesten, und besonders in dem gewissen Mangel der Zudringlichkeit (tasallutlarinin noksaniyetinden) des irdischen Lebens (hayat-i dünyevi) und der Gelüste der Begierde (hevesat-i nefsaniye) unter dem Druck des Winters (kis tazyikati) bei den Muslimen (ehl-i islâm) und den Gläubigen (ehl-i iman) der Wunsch, für das jenseitige Leben (hayat-i uhreviye) zu arbeiten und durch den Anbruch des Frühlings (bahar) mit dem Aufstreben des irdischen Lebens (hayat-i dünyevi) und der Lustbarkeit der Begierde (hevesat-i nefsaniye) diesen Wunsch nach dem Jenseits (istiyak-i uhreviye) verschleiert hat, sich in dieser Zeit mit Sicherheit bei solchen heiligen Rezitationen (kudsî evrad) anstelle der Freude und der Begeisterung (zevk, sevk) nur noch Gähnen und Langeweile (esnemek ve fütur) ausbreiten. Da jedoch nach dem Geheimnis (sirr)
{"die guten Arbeiten (a'mal-i sâliha) diejenigen sind, welche anstrengend sind",}
nun einmal diese guten Taten und wohltätige Arbeiten (umûr-u hayriye), die quälend (mesakkatli), mühevoll (külfetli), freudlos (zevksiz) und nur noch anstrengend (sikintili) sind, deswegen noch wertvoller (kiymetli), noch segensreicher (sevabli) sind, muss man sich während dieser Anstrengung (sikinti) daran erinnern, dass in dieser Mühsal (mesakkat) mehr Segen und eine größere Anerkennung (makbuliyet) liegt, und in Geduld (sabir) und in Freude dafür danken (mesrurane sükretmek).
Fünftens: Ein Schüler (talebe) der Risale-i Nur sagte, dass ein Grund dafür, dass er nicht für die Risale-i Nur arbeiten könne, der sei, dass seine Sorgen um den Lebensunterhalt (derd-i maiset) gewachsen sind. Wir haben ihm daraufhin gesagt: "Da du nicht an der Risale-i Nur arbeitest, wurde die Sorge um den Lebensunterhalt (derd-i maiset) für dich schwieriger (siddet). Denn jeder Schüler (talebe) in dieser Umgebung (havali) bestätigt und auch ich sage: insoweit wir an der Risale-i Nur arbeiten, wird unser Leben einfacher (kolay), in unsere Herzen (kalb) kehrt Freude (ferahlik) ein und auch der Lebenserwerb (maiset) wird leicht (sühulet).
Der sechste Mann aber heißt Said, und das ist meine Wenigkeit (bîçare). Der Respekt (hürmet) aber, die Liebe (muhabbet) und Zuwendung (sohbet), die jeder für sich selbst wünscht (arzu), erstrebt und mit Freuden (ferah) annimmt (kabul), fallen meiner Person (sahs) schwer, beunruhigen (sikiyor), ja betrüben mich (müteessir), ausgenommen jene Dinge, die sich auf die Risale-i Nur beziehen. Würde man jedoch von mir erwarten, dass ich all die erhabenen Eigenschaften (yüksek hasiyetler) der Risale-i Nur und die so bedeutenden Vorzüge (meziyet) der Schüler (sakirdler) und ihrer Geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) in eigener Person vorweisen könnte, es schiene mir (tahmin), als wollte man diese ihre bergeschweren Bedeutsamkeiten (mana) - nach meinem Verständnis - den schwachen (âciz) Schultern einer hilflosen (bîçare), gebrechlichen (zaîf) Person (sahsim gibi) aufbürden, deren Prozess der Altersschwäche (meslek-i acz) bereits weit fortgeschritten ist, und der unter dieser Last gebückt und gebeugt (ezilir, sikilir) geht.
Mein Blatt Papier hier zwingt mich nun dazu, die beiden letzten Punkte (mes'ele) ganz kurz zu fassen. So senden wir denn Lüfüs heldenhaften Nachfolgern (kahraman vârisler) in der Fabrik des Lichtes (Nur) und der Rose (Gül), der hohen Gemeinschaft (yüksek heyeti) der Gesegneten (mübarekler), der Schule des Lichtes (Medrese-i Nuriye), jedem Einzelnen der unschuldigen Kinder (masumlar) und der analphabetischen Alten (ümmi ihtiyarlar) Tausende Grüße (binler selâm).
Meine lieben getreuen, unerschütterlichen, unerschrockenen, standhaften und opferbereiten Brüder!
Ich halte es nicht für nötig, euch wegen dieser beängstigenden Hausdurchsuchungen (siddetli taarruz) Mut (tescie) zuzusprechen. Wir wissen ja bereits, dass eure unerschütterliche Standhaftigkeit und eure Überzeugung (itikad), dass jedem schmerzlichen Ereignis (hâdise-i elîm), das die Risale-i Nur betrifft, eine Gnade und Barmherzigkeit (inayet ve rahmet) zugrunde liegt, zu eurer Ermutigung genügt (tesciinize kâfidir). Nur ein Ding macht mir noch Kummer (merak). Sind alle Bücher der Risale-i Nur, die sie in Beschlag (elde) genommen haben, nur ein einziges Gesamtwerk (takim), und wem gehörten sie? Das würde ich gerne wissen. Derjenige, dem sie gehören, soll sich aber deswegen keine Sorgen (merak) machen. Sie werden bestimmt an seiner Stelle (onun hesabina) bei den zuständigen Ämtern (ehemmiyetli makam) die Herzen (fütuhat) erobern und ihm auf diese Weise ihren Segen (sevab) bringen. Und wir können auch für ihn eine neue Gesamtausgabe der Risale-i Nur zusammenstellen. Gibt es außerdem noch jemand, der verhaftet (tevkif) wurde? Und wie heißt übrigens der Hodscha, an den er verwiesen (havale) wurde?
Zweitens: Die Korrespondenz gelegentlich über Atabey abzuwickeln, so wie Sabri und Hâfiz Ali um der Erleichterung der Korrespondenz (teshil-i muhabere) willen miteinander abgestimmt (re'yi karar) haben, akzeptieren (kabul) auch wir genauso wie sie. Die Sendung wird unter dem Namen Abdullah Çavus, der ein Nachfolger (vâris) von Lütfü ist, an seine Anschrift geschickt werden.
Drittens: Die Abhandlung über die "Wunder (Mu'cizat) des Qur'an", die Sabri in der Art abgeschrieben hat, die ihre symmetrische Übereinstimmung erkennen lässt, und die Ausdeutungen (istihrac) in seinem Brief, welche die Risale-i Nur betreffen, haben uns außerordentlich gefreut (mesrur). Die Abhandlung über die "Wunder des Qur'an", {Mu'cizat-i Kur'aniye (A.d.Ü.)} die Hasan Âtif für uns so prachtvoll und faszinierend (sasaali ve cazibedar) abgeschrieben hat, haben wir als Basis (esas) genommen und dem die Themen (mebahi), die sich in anderen Abhandlungen (risaleler) auf Anmerkungen (nükte) zur "Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'an" beziehen, im Anhang (zeyiller) beigefügt. Und so bekam denn das Ganze eine recht schöne Form.
Zum Beispiel: Die Siebzehnte Stufe (onyedinci mertebe) des "Großen Zeichens" (Âyet-ül Kübra) über den Qur'an, das "Zwanzigste Wort" (Yirminci Söz) und der "Siebte Blitz" (Yedinci Lem'a), worin die letzten Ayat der Sure "Fath" als ein Wunder (mu'cize) behandelt werden, die wichtigsten Abschnitte aus der Abhandlung "Inhaltsverzeichnis" (Fihriste) über die Acht Hinweise (Rumuzat-i Semaniye), und die beiden Anmerkungen (nükte) zum Kenz-ül Ars {ein Buch über die Namen Gottes (A.d.Ü.)} u.dgl. Abschnitte werden im Anhang (zeyiller) aufgeführt. Diese Abhandlung glänzt nun genauso wie der Anhang {durch ihren Anhang, der aber auch nun durch Sabri abgeschrieben werden sollte (A.d.Ü.)} zu der Abhandlung über die "Wunder Mohammeds" (Mu'cizat-i Ahmediye). Sabri, die Vermittlung der Lichter (Nurlar santrali), wird nun auch diese Abhandlung gleich der über die Wunder (Mu'cizat) des Qur'an, die er ja bereits sehr schön abgeschrieben hat, mit Gottes Hilfe (insâallah), zu ihrer vollendeten Schönheit führen.
Viertens: Der Brief von Abdullah Çavus, der ein wahrhaftiger (hakikî) und durchaus aufrichtiger Nachfolger (vâris) des verstorbenen (merhum) Lütfü ist, zeigt, wie groß seine Treue (sadakat), seine Wahrhaftigkeit (ihlas) und seine Verbundenheit (irtibat) ist. Ich denke stets an Abdullah aus islâmköy in meinen Gebeten (dua), gemeinsam mit Abdullah Çavus. Auch er hat bereits gezeigt, dass er mit Recht (elhak) dieser Anerkennung (makam) würdig ist. Der korrigierte (musahhah) letzte Teil der Abhandlung "Inhaltsverzeichnis" (Fihriste) wird ihm, wolle es Gott (insâallah), wunschgemäß zugesandt werden. Sie wurde aber nicht so eingehend korrigiert (tashihat), wie er es sich vorgestellt hatte. Denn ich habe die Abschriften dieser gesegneten (mübarek) Brüder, die sie in gemeinsamer Arbeit (taksim-ül a'mal) angefertigt haben, als ein gesegnetes (mübarek) Andenken betrachtet und konnte es daher nicht übers Herz bringen (kiyamadim), etwas daran zu verändern.
Fünftens: Dieser Tage griff mich (taarruz) eine zwar äußerlich unsichtbare, jedoch - wegen eines großen Bedauerns (teessür) - seelisch (manen) gefährliche Krankheit an, aus der Sorge (endise), dass ich wegen dieses Vorfalls (hâdise) gezwungen sein könnte, die Arbeiten an der Risale-i Nur zeitweilig zu unterbrechen (tevakkuf) und mich stattdessen mehr um die weltlichen (dünya) Dinge zu kümmern und den Kontakt mit den Leuten, mit denen ich seit zwanzig Jahren nicht mehr geredet habe, weil ich mich ja, wegen meines Dienstes (hizmet) am Qur'an, nicht mehr mit politischen (siyaset) Angelegenheiten beschäftigen durfte (memnu'), nun wieder aufzunehmen. Da ich jedoch meiner täglichen Gewohnheit (müstemir âdet) nun nicht mehr zur Gänze nachgehen konnte, bitte ich, gleich wie wegen meiner Krankheit im Ramadan, meine Brüder nochmals sehr um ihre geistige Unterstützung (manevî muavenet). Macht euch jedoch weiter keine Sorgen (merak): ich bin keineswegs bettlägerig. Ich kann lediglich diese vielen Exemplare (nüsha) nicht mehr alle korrigieren (tashih).
Sechstens: Wenn die Risale-i Nur in einem Gebiet (cephe) eine Unterbrechung (tevakkuf) erleidet, werden diese Unterbrechungen durch ihre Erfolge (fütuhat) auf anderen Gebieten wieder ausgeglichen. Obwohl hier in Bezug auf diesen Vorfall aus Vorsichtsgründen (ihtiyat) eine Unterbrechung in gewissem Grade sogar beabsichtigt (niyet) gewesen und deshalb bevorzugt (tervic) worden war, beobachten wir dementgegen in dieser Umgebung geradezu ein Aufblühen, während es in Isparta mit den "Lichtern" zu einer Stockung gekommen war.
{"Dank sei Gott. Dies kommt von der Gnade meines Herrn."}
Ja, mehr noch als das: Zu unserer Überwachung ist eine bedeutende Persönlichkeit gekommen, die an uns und an der Politik interessiert ist. Ich habe zu ihm gesagt: "Es sind nun achtzehn Jahre her, dass ich nicht mehr bei ihnen vorstellig geworden bin und auch keine Zeitung mehr gelesen habe. In den letzten acht Monaten habe ich nicht einmal danach gefragt, was in der Welt (dschihan) vor sich geht. Seit drei Jahren höre ich auch die Radio-Sendungen nicht mehr, die man hier empfangen kann, um nicht innerlich an meinem heiligen Dienst Schaden zu nehmen. Der Grund dafür ist der Folgende: Der Dienst am Glauben (iman) und die Glaubenswahrheiten (iman hakaiki) stehen über allen Dingen dieser Welt. Sie dürfen von nichts abhängig sein und für nichts instrumentalisiert werden! Damit aber in unserer Zeit der Dienst am Glauben nicht in den Augen der Gottvergessenen (ehl-i ghaflet), der Irrgläubigen, derer, die ihren Glauben (din) für ihre weltlichen Belange instrumentalisieren und der Leute, die achtlos Juwelen von unvergänglichem Wert für Glasscherben eintauschen, von starken äußeren Strömungen abhängig und deren Werkzeug wird und so für die Allgemeinheit seinen hohen Wert verliert, verbietet uns der Dienst am Weisen Qur'an mit absoluter Strenge jede Beschäftigung mit der Politik. Oh, ihr Anhänger der Politik und Mitglieder der Regierung! Verdächtigt uns nicht und belästigt uns nicht! Vielmehr wäre es im Gegenteil nötig, dass ihr uns Hilfe leistet. Denn mit unserem Dienst, der sich auf Sicherheit, Respekt und Barmherzigkeit stützt, bemühen wir uns sowohl um Ruhe und Ordnung, als auch darum, das Leben der Gemeinschaft vor der Gesetzlosigkeit zu retten, wodurch wir für eure wahren Aufgaben den Grundstein legen, euch dabei unterstützen und bestärken."
Siebtens: Jenen Brief, in dem wir einige in dem Brief von Hâfiz Ali erwähnten Personen angesprochen (hitab) und ihnen geschrieben haben, und den letzten Brief, der davon handelte, dass wir diesen, uns noch recht gegenwärtigen Vorfall (hâdise-i hazira) ziemlich leicht überwinden werden, haben wir heute vor einer Woche in der Post aufgegeben. Hâfiz Ali schrieb uns jedoch seinen Brief so, als hätte er diese beiden Briefe, die doch noch unterwegs waren, bereits gelesen, was ein Funke der Wundertat (lem'a-i keramet) seiner Treue (sadakat) ist. Noch am selben Tag erzählte (hikâye) uns Köroglu Ahmed, einer von Nazifs Freunden - etwas, das noch nie zuvor geschehen war - seinen Traum, in dem er gesehen hat, dass zu mir ein hoher Beamter und bedeutender Politiker (memur-u siyasî) gekommen wäre, und das drei Stunden bevor dieser Beamte tatsächlich erschien. Er wollte gerne eine Auslegung (tabir) seines Traumes. Danach jedoch erübrigte (tevilsiz) sich hier jeder Kommentar.
Alle meine Brüder, besonders aber diejenigen, welche von dem unglückseligen Vorfall betroffen (musibetzede) wurden, grüßen wir (selâm) und schließen sie in unsere Gebete (dua) mit ein.
Meine lieben getreuen, gesegneten Brüder, meine standhaften, unerschütterlichen, unerschrockenen Gefährten im Dienst am Qur'an und am Glauben und meine liebevollen, opferwilligen und beständigen Wegbegleiter in diesem irdischen Gasthaus!
Diesmal haben uns die Briefe des Inhabers (sahib) der Licht-Fabrik und des heldenhaften (kahraman) Tahiri, der sein perfekter Helfer (muavin) und ein vollendeter Hüsrev ist, und der zweite Traum von Marangoz Ahmed, einem der Helden der Licht-Schule (Medrese-i Nuriye), und am Ende des dritten Traumes, in dem jener Hâfiz Mehmed, der sich durch den bekannten, unglücklichen Vorfall (musibet) nicht erschüttern ließ und noch stets fleißig (faal) ist, mit den Kindern gemeinsam das Schlussgebet (hatim duasi) {nachdem sie gemeinsam den Qur'an durchgelesen hatten (A.d.Ü.)} sprach und ihnen die Risale-i Nur vorlas, frohe Botschaften (besaret) verkündigt und von uns bergesgleiche, geistige Lasten (manevî agirliklar) fortgenommen. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), euch und sie alle vor seelischen und materiellen Plagen (âfât-i maneviye ve maddiye) beschützen. Âmîn.
Marangoz Ahmeds zweiter Traum hat sich mit dem Propheten (Peygamber) beschäftigt (alâkadarlik), mit dem Friede und Segen sei, und hat mich frohgemut (sürurlu) gestimmt und ist ein Wahrtraum (rü'ya-yi sadika) gewesen, in dem der materielle Dienst (maddî hizmet) der Brüder und Schwestern (kardesler ve hemsireler) in der Umgebung der Licht-Schule (Medrese-i Nuriye) eine lebendige und beseelte (canli ve ruhlu) Gestalt annahm, welche einen Hinweis (isaret) darauf gibt, dass ihr Dienst ein Anstoß (medar) dazu sein wird, die gelobte Sitte (sünnet-i seniye) des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, wieder neu zu beleben (ihyas). In diesem Zusammenhang möchte ich von einem Traum erzählen (beyan), den ich zwei Tage vor Erhalt eures Briefes geschaut hatte. Es ist dies wie folgt:
Ich habe Folgendes gesehen: Ich habe in diesem Traum erkannt, dass der jetzige Präsident (reis), bzw. die derzeitigen Präsidenten mit ein, zwei bedeutenden Gelehrten (hoca), die ich persönlich kannte, darüber debattierten, wer den Rang des Kalifattums (hilafet rütbesi) einnehmen und die entsprechenden Angelegenheiten (mes'eleler) wahrnehmen solle, welchem von diesen Gelehrten, bzw. Präsidenten er also zugesprochen werden sollte. Dann habe ich gesehen, dass sie sich gegen mich entschieden hatten, um mir das Ergebnis ihres Beschlusses (netice-i karar) bekannt zu geben. Da wachte ich auf. Am Morgen habe ich dann den Brüdern {von meinem Traum (A.d.Ü.)} berichtet und dabei gesagt: "Gott kennt das Verborgene" (Allahu a'lem). Es muss in der Umgebung (havali) der Provinz Isparta trotz der deutlichen Niederlage (maddî maglubiyet) der Risale-i Nur einen geistigen Sieg gegeben haben (manevî bir galib), sodass nun in den hohen offiziellen Rängen (büyük makamat-i resmiye) die wichtigsten Fragen (mühim mesail) des Islam ein Thema (medar-i bahs) werden können. Da wir in Isparta nicht erkennen können, wie weit sich dieser unglückliche Vorfall (musibet) inzwischen entwickelt hat, auch schon seit langem weder von der Lage in der Welt (hal-i âlem) noch von der politischen Lage eine Vorstellung oder etwas darüber gehört haben, ließ mich ein Hinweis (emare) (darüber, dass dieser Traum ein Wahrtraum) (rü'ya-yi sadika) gewesen war, wenigstens einen Tag lang darüber nachdenken. Bei diesem Hinweis (emare) handelt es sich um Folgendes:
Ein bedeutender Schüler (talebe) der Risale-i Nur kam aus Ankara zu mir und sagte, ohne dass ich danach gefragt hatte: "Der Herr Präsident (Reis) hat den Auftrag erteilt (emret), einen neuen Kommentar (tefsir) zum Qur'an zu schreiben und es soll schon jemand damit angefangen haben, ihn zu schreiben."
Des Weiteren sagte er, dass der Innenminister (Dâhiliye Vekili), seiner zwanzigjährigen Gewohnheit (âdet) zum Trotz, die Religion (din) gelobt und über sie gesagt hat: "Ein Volk ohne Religion (dinsiz bir millet) kann nicht weiterbestehen." Und auch der Erziehungsminister (Maarif Nâziri) sprach sich, seinen überkommenen Prinzipien zum Trotz, lobend über die islamische Sitte (âdâb) aus, da er eine grundlegende Veränderung wahrgenommen hatte. So habe ich denn, aufgrund dieses Traumes, nachdem ich mir zunächst acht Monate lang meine Ohren zugehalten hatte, diese Nachrichten (haber) empfangen. Doch wollte ich (arzu) so gerne den Grund dafür verstehen. Und so bekam ich denn plötzlich eine Eingebung (ihtar): Die Irrgläubigen (ehl-i dalalet) haben nun auch die Beamten in ihrer Politik (memur-u siyasiye) in die Irre geführt (aldatip) und sie gegen die Risale-i Nur in einem abgesteckten Rahmen mit aller Macht (genisçe) eingekreist und angegriffen (taarruz), um den Grad ihrer Macht (derece-i kuvveti) zu erproben. Doch dann mussten sie erkennen, dass diese über eine Kraft verfügt, die man nicht entwurzeln und nicht besiegen (maglub) kann. Da sie jedoch auf den bedeutenden großen politischen Ebenen (makamat-i resmiye) deren Wesen (mahiyet) zu ihrem Thema (medar-i bahs) gemacht hatten und darauf ihre Aufmerksamkeit (dikkat) gerichtet hatten, wurden sie nun dazu gezwungen, den Weg zu einer Art von Versöhnung (musalaha) vorzubereiten. Hatten sie also bis jetzt im Gegensatz zu den Tatsachen und aller Vernunft (hakikat ve hikmet) sämtliche Verdienste (iyilik) dem verstorbenen Präsidenten (reis), alle Verluste (fenalik) hingegen dem Volk (millet) und dem Militär (ordu) zugeschrieben, so bemühen sie sich nun sicherlich darum, als Preis für ihren derart erheblichen Fehler (hata-yi azîme), den Boden zu bereiten (teskil), um so einen Ausweg (çare) zu finden, indem sie jetzt alle Verluste (fenalik) dem Verstorbenen (ölene) zuschreiben, und sich so in gewissem Grade von ihren verheerenden Fehlern (dehsetli hatiat) zu befreien. Das lässt sich sowohl aus diesem Traum als auch aus den Nachrichten (haber) entnehmen. Der gemeinsame Brief des ersten und zweiten Hulusi und die Einsatzfreudigkeit (gayret) dieser beiden bedeutenden Säulen (rükn-ü mühimme) zeigen bei allem, was geschieht (hâdise), dass ihre Treue (sadakat) noch härter (metin) ist als der Stahl.
Meine lieben getreuen und standhaften Brüder und meine wahrhaftigen Erben!
In diesen Tagen versuchte ich diejenigen, welche die Risale-i Nur angreifen und euch in Unruhe versetzen, mit dem Ergebnis, dass ich darüber wütend wurde, zu verfluchen. Doch dann wollte ich es plötzlich nicht mehr dulden, dass Isparta etwas zustößt und betete stattdessen: "Oh Herr! Isparta ist eine Medresetüzzehra der Risale-i Nur. Bringe die schlechten Beamten, die sich dort befinden, zur Vernunft und führe alles zu einem guten Ende." und bete so auch noch heute.
Zweitens: Ich habe die arabisch verfassten Abhandlungen (risale) wie "Korn" (Habbe), "Tropfen" (Katre), "Duft" (Semme) oder "Wellen" (Hubab) durchgeblättert, die Salahaddin in diesen Tagen aus Istanbul mitgebracht hatte. Ich habe gesehen, dass die Wahrheiten (hakikat), die der Neue Said unmittelbar auf der Reise seines Herzens (harekât-i kalbiye) bezeugt hat, als Kerne der Risale-i Nur gelten. Sie sind bereits sowohl als "Flamme" (Su'le) als auch als "Blume" (Zühre) arabische Teile der Risale-i Nur. {Texte in türkischer Sprache erschienen erst achtzehn Jahre später. (A.d.Ü.)} Da sie unmittelbar die Lektionen (ders) meiner Seele (nefs) sind, wurden sie in Arabisch und in der Form kurzer Abhandlungen (ibare) geschrieben und sind daher nicht für andere Menschen gedacht.
Damals hatten sie sie vor allem der Seyhülislâm, die Mitglieder (a'za) des "Hauses der Weisheit" (Dâr-ül Hikmet) {Name einer Universität (A.d.Ü.)} und die großen Gelehrten (âlimler) Istanbuls mit hohem Lob und großer Wertschätzung (tahsin ve takdir) entgegengenommen. Da sie Werke (eserler) des Neuen Said sind, sind sie nun auch Bestandteile der Risale-i Nur. Was die Werke des Alten Said betrifft, so hat unter seinen arabischen Büchern (risaleler) nur das Buch "Ein Zeichen des Wunders" (isarat-ül i'caz) im Gesamtwerk der Risale-i Nur einen wichtigen Platz (mevki) eingenommen.
Des Weiteren kann auch die Abhandlung (risale) unter dem Titel "Lemaat", die durch die Beteiligung (istirak) der beiden Saids in einem Monat Ramadan zwischen den beiden Neumonden (hilâl) verfasst wurde (te'lif), die dann spontan und unbeabsichtigt (ihtiyar) in gewissem Grade die Form eines nicht gereimten Gedichtes (manzum) angenommen hat und in dem Buch "Ein Zeichen des Wunders" (isarat-ül i'caz) in etwa den Umfang (kit'asi) von fünfzig, sechzig Seiten in türkischer Sprache einnimmt, in die Risale-i Nur eingereiht werden. Leider konnte ich davon kein Exemplar (nüsha) mehr erhalten. Denn da sie jedem gefielen (hos), blieb von diesen gedruckten Exemplaren (matbu' nüshalar) keines mehr übrig.
Des Weiteren habe ich es für wert (lâyik) erachtet, die auf der Wissenschaft des Logismus beruhende Abhandlung (risale-i mantikiye) des Alten Said mit dem Titel "Die rote Kürze" (Kizil Îcaz), welche aus der noch ungedruckten (gayr-i matbu') Abhandlung "Die suspensive Bedingung" (Ta'likat) herausgesickert ist, und die hinsichtlich der Wissenschaft des Logismus (ilm-i mantik) als ein Wunderwerk (saheser) gilt, eine wunderbare (i'cazli) und ganz außerordentliche Kürze (îcaz-i hârika) aufweist, die kritischen Gelehrten (müdakkik ülemalar) in Bewunderung versetzte (hayret) und sie dazu veranlasste, sie - in ihrer Begeisterung (tahsinle) aufmerksam geworden - genauer zu betrachten, mit der Risale-i Nur zu verbinden und sie den Gelehrten (âlimler) unter den Schülern (sakirdler) vor Augen zu führen. Sie ist jedoch sehr tiefschürfend (derin). Dieser Tage habe ich Feyzi ein wenig in ihr unterrichtet (ders). Vielleicht möchte Feyzi {ein Gelehrter, der auch das Arabische beherrscht (A.d.Ü.)} seine Lektion (ders) einmal selbst auf Türkisch niederschreiben, damit auch noch andere das verstehen können.
Meine lieben getreuen standhaften Brüder und meine wahrhaftigen Erben!
Dieser Tage wurde mir innerlich eine überaus wichtige, jedoch Besorgnis erregende (endiseli) Frage (sual-i manevî) in Bezug auf die Schüler (talebe) der Risale-i Nur in meinem Herzen (kalb) eingegeben. Und so wurde mir denn auf einmal klar, dass die meisten Schüler der Risale-i Nur durch ihre innere Haltung (lisan-i hal) diese Frage bereits gestellt haben und noch stellen werden. So kam mir auf einmal die Antwort in den Sinn (hatira). Ich habe sie Feyzi mitgeteilt und er sagte mir darauf: "Das sollten wir wenigstens einmal kurz aufschreiben."
Eine Besorgnis erregende (endiseli) Frage: In dem Wirrwarr (fitnesi) dieser Endzeit wird der Hunger (açlik) eine wichtige Rolle spielen. Durch ihn werden die Irrgläubigen (ehl-i dalalet) zusehen, wie den hilflosen, hungernden Gläubigen (aç ehl-i iman) die Sorgen um den Lebensunterhalt (derd-i maiset) über den Kopf wachsen, indem sie sich darum bemühen werden, dass zu ihrer Zeit die religiösen Empfindungen (hissiyat-i diniye) entweder vergessen oder als nur zweit- oder drittrangig betrachtet werden, wie man das an Hand der Überlieferungen (rivayet) verstehen kann. Wenn sich aber nun in allen Dingen, ja selbst im Falle einer alle vernichtenden Strafe für die Gläubigen (ehl-i iman) und alle Unschuldigen (masumlar) nach der Bestimmung Gottes (kader-i ilahî) ein Aspekt der Barmherzigkeit (vech-i rahmet) und Gerechtigkeit (adalet) auftut, wie sieht das dann in diesem Fall in etwa aus? In welcher Weise werden dann die Gläubigen (ehl-i iman) und besonders die Schüler (talebe) der Risale-i Nur noch in diesem Unglück (musibet) etwas Gutes für ihren Glauben (iman) und das Jenseits (âhiret) gewinnen (istifade), wie werden sie sich dann verhalten (davran) und wie sich zur Wehr (mukavemet) setzen können?
Antwort: Da der wichtigste Grund dieses Unglücks (musibet) eine Auflehnung (isyan) ist, die aus der Undankbarkeit (küfran-i nimet) und einem Mangel an Zufriedenheit (sükürsüzlük) und mangelnder Wertschätzung (takdir) der Gaben Gottes (nimet-i ilahiye) erwächst, schickt der Allweise Gerechte (Âdil-i Hakîm), um den wahren Geschmack (hakikî lezzet) Seiner Gaben (nimet), darunter besonders jener, welche unserer Ernährung (gida) dienen, darunter besonders jene, welche die größte Gabe hinsichtlich des Lebens (hayat) ist, nämlich das Brot (ekmek) und seinen so großen Wert als Gabe (nimetiyet) und seine außerordentliche Bedeutung zu zeigen und die Menschen so zur wahren Dankbarkeit (hakikî sükr) hinzuführen, diesen undankbaren (sükürsüz) Menschen, die auf die Askese innerhalb der Religion (riyazet-i diniye) wie z.B. im Ramadan nicht achten (riayet), dieses Unglück (musibet) und handelt damit nach derselben Weisheit (hikmet) gerecht (adalet).
Die Aufgabe (vazife) der Gläubigen (ehl-i iman), der Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat), besonders aber der Schüler (talebe) der Risale-i Nur, ist es, sich darum zu bemühen, die Not des Hungers (musibetli açlik) in der Art eines Hungers (açlik) als Form einer religiösen Askese (riyazet-i diniye) im Ramadan zu einem Mittel der Zuflucht (vesile-i iltica), der Reue (nedamet) und Ergebung (teslimiyet) zu machen, um dem zum Schein nur vorgeschobenen Grund einer Notlage (zaruret bahanesi) nicht zu erlauben, zur Bettelei (dilencilik), zu Diebstahl (hirsizlik) oder Gesetzlosigkeit (anarsilik) zu verleiten. Auch ein Teil jener Reichen (zengin) und ihrer Mitarbeiter (ehl-i maas), welche für die hungernden Armen (aç fakirler) kein Bedauern empfinden (acimayan), sollen auf die Risale-i Nur hören und aufgrund dieses Hungergefühls (hiss) gezwungenermaßen für hungernde (mecburî açlik) Menschen zu einem Gefühl des Erbarmens (merhamet) gelangen und mit ihrer Gabe (zekat) ihnen zu Hilfe (yardim) eilen. Auch die jungen Leute (gençler), die ihre Seele (nefs) mit wohlschmeckenden Speisen verwöhnt (simartan), sich berauscht (serkes) und sie in niederem Verlangen (hevesat-i rezile) und Auflehnung (tugyan) missgeleitet und sie trunken (sarhos) gemacht haben, sollen durch die Rechtleitung (irsad) der Risale-i Nur unter den gegebenen Umständen (hâdis) {einer allgemeinen Hungersnot (A.d.Ü.)} mannhaft durchhalten (istifade). Nachdem sie also nun ihre Hände in gewissem Grade von Unzucht und Sünde (fuhsiyat ve günah) zurückgezogen und mit ihren Genüssen und Begierden (nefislerinin zevkleri), mit ihrem Leben in Saus und Braus (galeyanlar), in Schmutz und Unrat (pislikler), {z.B. Tabak und Alkohol} gebrochen hatten, waren sie zum Gehorsam (taate) und allen guten Werken (hayrat) gelangt; dadurch sollen sie diese gegebenen Umstände (hâdise), auch wenn sie sich gegen sie (aleyhler) richten, nun zu ihren Gunsten (lehler) nutzen. Auch die Leute, die anbeten und gute Werke tun (ehl-i ibadet ve salahat), sollen in dieser Zeit, in der die meisten Menschen an Hunger (aç) leiden, und in der die Dinge so sehr verwickelt (karismis) sind, und einen Zustand (tarz) erreicht haben, in dem Verbotenes und Erlaubtes (haram ve helâl) nicht mehr voneinander zu unterscheiden ist, einer Zeit, in der zweifelhaft gewordene Güter (sübheli mal) gewissermaßen (manen) als Allgemeingut für die Versorgung aller (erzak-i umumiye) als erlaubt (helâl) gelten dürfen, sagen: "Ich begnüge mich mit dem Lebensnotwendigen (mikdar-i zaruret)" und so in diesem aufgezwungenen Übel (mecburî belaya) eine Art gesetzmäßiger Askese (riyazet-i ser'iye) erblicken. Was Gott so bestimmt hat (Kader-i ilahiye), soll man nicht mit Klagen (sekva), sondern mit einer Art von Zustimmung (riza) entgegennehmen.
Allen Brüdern, insbesondere den von der Notlage (musibetzedeler) Betroffenen, sende ich viele Grüße (selâm) und bete für ihre Ruhe und Geborgenheit (selâmet).
Mein lieber Bruder Sabri! Hiermit ernenne ich dich zu meinem Stellvertreter (tevkil). So sollst du mich bei denen vertreten (tevkil), die mir ihre Grüße (selâm) senden. Ich sende jedem einzelnen von ihnen meine Grüße (selâm). Diesmal kam dein Brief zwar ziemlich spät hier an; trotzdem hat er mich in einigen Punkten sehr glücklich (memnun) gemacht.
Er zeigt Sabris diamantene, ja stahlharte Festigkeit (elmas ve metanet) in seiner so geradlinigen Art zu denken (isabet-i fikr). Da ihr es nun einmal für angemessen haltet, auch auf dem Wege über Atabey mit Hâfiz Ali zu korrespondieren (muhabere), teilt mir die Anschrift von Abdullah Çavus oder einem anderen in Atabey mit, den ihr für geeignet (münasib) haltet. Wir haben bereits den zweiten Band (cild) der Abhandlung "Inhaltsverzeichnis" (Fihriste) abgeschrieben, der "Zehnter Strahl" (Onuncu Sua) heißt, und den Abdullah Çavus für euch bestellt hat, und Feyzi hat den "Großen Auszug des Lichtes" (Hizb-ül Ekber-i Nuriye) abgeschrieben. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass wir euch beide demnächst zusenden können.
Meine lieben getreuen Brüder!
Diesmal zeigen die Briefe von Sabri und Hâfiz Ali eine außerordentliche Wundertat (keramet) und einzigartige Kraft (hârika kuvvet) der Risale-i Nur. Es hat die Schüler (sakird) in dieser Umgebung (havali) außerordentlich gefreut (mesrur), dass die fleißigen und einsatzfreudigen Schüler (gayyur talebe) der Licht-Schule (Medrese-i Nuriye) versprochen (taahhüd) haben, in ein paar Tagen anstelle der Bücher von Hâfiz Mehmed, die zu Schaden (zayi') gekommen waren, die ganze Sammlung noch einmal abzuschreiben und ihm zu geben. Aufgrund der Nachfrage (tahkikat) von Hâfiz Ali geht seitdem das Gerücht um: "In den Läden ist das Papier ausverkauft. Die Schüler (sakird) der Risale-i Nur haben das ganze Papier gekauft." Und die Rückgabe (iade) der Bücher an Mehmed Zühdü sind eine Nachricht (hâdise), welche die Schüler (sakird) der Risale-i Nur mit Stolz (müftehirane) erfüllt, sie ermutigt und begeistert (tesci' ve tesvik). Sabri fragt in seinem Brief: "Aus welchem Grund (hikmet) erscheinen seit zwei, drei Jahren unter dem Titel der "Risale-i Nur" keine neuen Bücher mehr? {Üstad hat nach 1940 keine Bücher mehr geschrieben. (A.d.Ü.)} Warum ist hier in ihrer Abfassung (te'lif) eine Phase des Stillstands (tevakkuf devresi) eingetreten." Die Antwort darauf ist lang. Zudem liegt ihre Abfassung (te'lif) nicht im Rahmen unseres freien Willens (ihtiyar). Außerdem behindern (mâni') einige wichtige Gründe (esbab) und Störungen (âriza) das, damit auch die Schüler (sakird) der Risale-i Nur an ihrer Abfassung (te'lif) einen Anteil haben können.
Viele fleißige Schülerinnen (çaliskan hanim sakirdler) hier - wie vor allem Âsiye, Ulviye und Lütfiye - erweisen ihren Schwestern (hemsire) in der Schule des Lichtes (Medrese-i Nuriye) und der Ehefrau Sabris, die ihren Gruß gesendet hat, und ihren Brüdern ihren Respekt (arz-i hürmet), senden ihre Grüße (selâm) und beten (dua) für sie.
Allen Brüdern, jedem Einzelnen von ihnen, senden wir unsere Grüße und beten für sie.
Meine lieben getreuen Brüder!
Die Briefe der heldenhaften Tahirî und Kâtib Osman wurden für mich in der Tat zu einem Heilmittel (ilâç). Sie galten mir in meiner Besorgnis für meine halb körperliche (maddî), halb seelische (manevî) Krankheit als Elexier (tiryak). Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), mit ihnen und mit euch ewig zufrieden sein (ebeden razi olsun). Eure Entschlossenheit und Standhaftigkeit (azm ü sebat), eure Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit (ihlas ve ciddiyet) ließen die Weltleute (ehl-i dünya) in der Tat eine Niederlage (maglub) erleiden und tun es auch weiterhin noch. Darüber hinaus ist der Grund dafür, dass diejenigen, die wegen einer einzigen Abhandlung über "die Verhüllung der Frau" (Tesettür Risalesi) bereits hundertzwanzig Leute verhaftet (tevkif) hatten, trotz hundertunddreißig Exemplaren (risale) nicht einmal einen einzigen Mann verhaften konnten, eure Wahrhaftigkeit (ihlas) und eure Unerschütterlichkeit (metanet). Durch all diese Eigenschaften seid ihr ihnen überlegen (hükmediyor).
Wir gratulieren (tebrik) Tahiri zu seiner Reise nach Istanbul, wo er den Druckauftrag für den gewaltig "Großen Auszug" (Hizb-ül Ekber) {aus dem Qur'an (A.d.Ü.)} und die "Gewaltige Rezitation" (Vird-ül A'zam) {Gebete auf der Basis der Namen Gottes (A.d.Ü.)} erteilen will, aus ganzer Seele (ruh), und beten für seinen Erfolg (muvaffakiyetine dua). In Istanbul gibt es außer Sefik noch viele andere, die mit der Risale-i Nur tief verbunden (alâkadar) sind. Ich kenne aber ihre Anschriften nicht. Die kann man jedoch durch Sefik Haci Bekir aus Barla oder Hâfiz Emin, der in Inebolu als Vollstreckungsbeamter (icra) arbeitet, und Mehmed Efendi aus Güran herausfinden. Auf Empfehlung (münasebet) von Freunden aus Istanbul soll ein bekannter Prediger (meshur bir vaiz) gekommen sein, um mit mir zu sprechen, ist aber wieder zurückgegangen, ohne mich zu treffen. Wir senden euch auch noch die Kopie des Briefes, den wir jemandem geschrieben haben. Vielleicht brauchen auch dort einige Leute genau dieselbe Lektion (hitab) wie dieser Mann.
Die Schüler (sakird) der Risale-i Nur, die Istanbul besuchten, haben uns von Ihrer Einsatzfreudigkeit (gayret), Ihrer Ehrlichkeit (ciddiyet) und Ihren zu Herzen gehenden Predigten (tesirli vaaz) berichtet. Sie möchten gerne einen solch unerschütterlichen (metin) und aufrichtigen Herrn (hâlis bir zât) wie Sie im Kreis der Risale-i Nur sehen. Und auch ich möchte Sie genauso wie diese sehr gerne im Kreise (daire) der Risale-i Nur sehen. Sie wissen ja, dass zwei Elif - getrennt voneinander - zwei ergeben. Stehen sie aber beide Schulter an Schulter, so bekommen sie den Wert von elf. Wenn Sie also in Ihrem Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye), aus dem heraus Sie Ihre guten Ratschläge (ihzar) in zu Herzen gehende Worte (tesirli nasihat) kleiden, dennoch auf sich allein gestellt bleiben, ist es sehr schwierig, allen Angriffen und Beschuldigungen (tehacümat-i müttehideye) von heute Widerstand (dayanmasi) bieten zu können. Wer sich hingegen dem Dienst (hizmet) der Risale-i Nur anschließt, wird gleich den beiden Elif, die Elf ergeben, ja erhält vielmehr den Wert und die Stärke (kiymet ve kuvvet) von 111, {sobald es drei "elif" sind (A.d.Ü.)} um so gegen alle Irrtümer (dalalet) derer, die sich uns gegenüber verbündet (ittifak) haben, standhalten zu können (dayanacak).
Diese Zeit ist für die Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat), aber keine Zeit der Individualisten (sahsiyet) und der Egoisten (enaniyet). Unsere Zeit ist die Zeit einer Gemeinschaft (cemaat). Eine geistige Körperschaft, die aus einer Gemeinschaft (cemaat) heraus zusammenwächst, erweist sich als überlegen (hükmeder) und beständig (dayanabilir). Um einen großen Teich (havuz) für sich gewinnen (sahib) zu können, ist es notwendig, seinen Egoismus (enaniyet) und seinen Individualismus (sahsiyet), die man als einzelne Eisstückchen betrachten kann, in diesem Teich schmelzen und zergehen zu lassen. Anderenfalls schmilzt dieses Stückchen Eis und geht verloren, ohne den Teich für sich zu gewinnen (istifade).
Darüber hinaus ist es unbegreiflich (mûcib-i taaccüb) und nur noch zu bedauern (medar-i teessüf), dass die Leute des Rechtes und der Wahrheit (ehl-i hak ve hakikat) ihre außerordentliche Kraft (kuvvet), die in ihrer Eintracht (ittifak) liegt, durch ihre Zwietracht (ihtilaf) wieder verlieren, während sich die Leute der Zwietracht (ehl-i nifak) und des Irrwegs (ehl-i dalalet) einigen (ittifak), obwohl es ihrer Wesensart (mesreb) eigentlich widerspricht, um die in dieser Eintracht (ittifak) liegende beträchtliche Kraft (kuvvet) zu erhalten. Während sie nur zehn von Hundert sind, besiegen (maglub) sie trotzdem die übrigen neunzig Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikati).
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Nun bin ich aber neugierig (merak), wann Hüsrev, Rüsdü, Re'fet und Hâfiz Ali von Isparta vom Wehrdienst (askerlik) wieder zurückkommen. Und ich möchte insbesondere wissen, wann Hüsrevs Stift wieder dazu bereit sein wird, mit innerer Anteilnahme an der Verbreitung (fatihane intisarina) {Üstad möchte gerne wissen, ob Hüsrev nun beim Militär eine völlig neue Art zu leben kennengelernt hat. (A.d.Ü.)} der Risale-i Nur mitzuwirken (kavusacak). Zudem sollt ihr ihnen meine Grüße mitteilen. Vor zehn Minuten waren hier zwei mutige, aber völlig ungebildete Männer, von denen der eine den anderen in den Kreis der Risale-i Nur mitgebracht hatte. Ich habe zu ihnen gesagt: "Angesichts der großen Wirkung, welche diesem Kreise gegeben ist, brauchen wir hier Männer von einer unerschütterlichen Treue und einer Standhaftigkeit, die sich nicht biegen noch brechen lässt." Hier in Isparta haben die Brüder eine Opferbereitschaft gezeigt, die ans Wunderbare grenzt. Doch die Grundlage ihres Dienstes an der Nurculuk-Bewegung, wie sie von der Welt so sehr bewundert wird, ist vielmehr ihre ans Wunderbare grenzende Treue und ihre außergewöhnliche Standhaftigkeit. Der Grund für diese Standhaftigkeit ist erstens ihre Glaubensstärke und ihr aufrechter Charakter. Der zweite Grund dafür liegt in ihrem angeborenen Mut. Darum sagte ich auch zu ihnen: "Ihr seid für euren Mut und für eure Entschlossenheit berühmt... Wenn ihr aber euren Mut dort zeigt, wo es um die unbedeutenden Dinge dieser Welt geht, so solltet ihr, die ihr mannhaft und tapfer euren Mut bewiesen habt, eure Treue bestimmt auch dort zeigen, wo es im heiligen Dienst an der Risale-i Nur, um die jenseitigen Ziele geht, wie sie die Welt verdient hat. Und da stimmten sie mir auch vollkommen zu.
Meine lieben getreuen Brüder und meine unermüdlichen (kuvvetli) Gefährten im Dienst am Qur'an!
Ich habe neulich den heldenhaften Tahiri in eurer aller Namen getroffen und einen Lütfü, einen Hâfiz Ali, einen Hüsrev und einen Said (aber einen noch jungen Said) an ihm beobachtet (müsahede). Ich habe Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), vielmals dafür gedankt (sükret). Auf eine Frage (mes'ele), die durch die Schüler (talebe) bezüglich des Kommissars gestellt wurde, der diesmal dessen Körper bereits gerochen hatte und sogleich zu mir gekommen war, jedoch noch ehe er hier bei mir ankam, {Der Kommissar hatte Tahiri bereits gerochen und kam als erster und später auch noch Tahiri zu Üstad. Im Folgenden schreibt hier Üstad seine Antwort auf die entsprechenden Fragen seiner Schüler. (A.d.Ü.)} und bezüglich des Durchsuchungskommandos (taharri adamlari), schicke ich euch eine Antwort in dem Gedanken, dass sie vielleicht für euch nützlich (faidesi) sein könnte.
Antwort auf die Frage (suale cevab), die von den Schülern (sakird) der Risale-i Nur gestellt wurde, die ständig im Dienst (hizmet) des Meisters stehen.
Frage: So viele Jahre stehen wir nun schon in Ihren Diensten (hizmet). Nie haben wir bei Ihnen irgendeine Beziehung (alâka), ein Interesse (alâka) für diese Welt (dünya), ihr Gesellschaftsleben (hayat-i içtimaiye) und ihre Politik (siyaset) wahrgenommen. Stets bemerken wir bei Ihnen, dass Sie mit nichts anderem beschäftigt sind, als mit der Unterweisung (ders) über den Glauben und das Jenseits (iman ve âhiret). So haben wir denn in diesen letzten achtzehn Jahren die Erfahrung gemacht, dass dies stets Ihre Haltung (vaziyet) gewesen ist. Was aber war nun der Grund dafür, dass man in Isparta aus blauem Dunst heraus die ganze Provinz in Aufruhr (memleket heyecan) gebracht und einen Prozess (mahkeme) gegen Sie eröffnet hat? Selbst nach einer vier Monate langen Untersuchung (tahkikat) hatte das Gericht (mahkeme) bei hundert Kameraden noch immer nichts gefunden (netice), was irgendetwas mit der Welt (dünya) oder ihrer Politik (siyaset) zu tun gehabt (alâkaya) hätte. So haben sie denn lediglich eine Ausrede (bahane) erfunden, die jedoch sie selbst und ihr Gericht (mahkeme) für ewig in Verlegenheit (ebedî mahcub) bringen wird. Und sie haben nur fünf oder zehn von hundert Leuten fünf, sechs Monate Haftstrafe (ceza) auferlegt. Und was ist nun der Grund dafür, dass man Sie - obwohl man hier doch schon seit mehr als sechs Jahren unter polizeilicher Aufsicht (karakol) und Überwachung (nezaret ve nazar) jede Ihrer Bewegungen (vaziyet) durch das Fenster des Zimmers, in dem Sie wohnen, ständig durch die Polizei (karakolca) beobachtet hat, noch bis vor zwei, drei Monaten stets nicht nur heimlich, sondern in aller Öffentlichkeit (gizli ve asikâre) beobachtete und oftmals durchsucht (taharri) hat, auch Ihre Freunde kontrolliert (tahkikat), um sie auf diese Weise wegzuekeln - Sie als ihren wichtigsten und zugleich undurchsichtigsten Politiker (karisik bir siyasetçi) betrachtet? Für uns ist dies alles nicht nur traurig (müteessir) sondern vor allen Dingen völlig unbegreiflich (mütehayyir). Erst seit zwei, drei Monaten können wir nun endlich ungehindert (serbest) zu Ihnen kommen. Denn bis jetzt konnten wir ja nur heimlich (gizli) und in ständiger Furcht (korkarak) zu Ihnen kommen. Wir bitten Sie nun darum, uns doch diese Angelegenheit (mes'ele) einmal zu erklären (izah).
Hier nun meine Antwort: Ich konnte genauso wie ihr, ja vielleicht noch mehr als ihr, diesen Sachverhalt (vaziyet) auch nicht begreifen (hayret) und war darüber genauso erstaunt (taaccüb). Eine ausführliche Antwort (izahli cevab) auf diese eure Frage findet sich in der Abhandlung (risale) über meine "Verteidigungen" (Müdafaat Lem'asi) vor dem Gericht, welche der "Siebenundzwanzigste Blitz" (Yirmiyedinci Lem'a) ist, und im "Sechzehnten Brief" (Onaltinci Mektub). Daraus möchte ich hier nun ein, zwei Grundsätze (esas) kurz erklären (beyan):
Erster Grundsatz: Die Beamten, die für Sicherheit (asayisi temin) und Öffentliche Ordnung (idare) und für die Verwaltung (inzibat) zuständig sind - die Polizisten und Kommissare - sollten uns auf unserem Weg (meslek) nicht beargwöhnen (tevehhümkârane), nicht angreifen (taarruz) oder verdächtigen (evham); vielmehr ist es das Erfordernis (muktezasi) ihres Dienstes, uns zu beschützen (himayetkârane), zu ermuntern (tesvik) und zu ermutigen (tesci'). Denn der Grundstein (temel tasi) ihres Dienstes (vazife) ist der Respekt (hürmet), die Barmherzigkeit (merhamet) sowie die Beachtung des Erlaubten und des Verbotenen (helâl-haram). Nach diesen Grundsätzen des Gehorsams (itaat düsturu) kann das gesellschaftliche Leben (hayat-i içtimaiye) in sicheren Grenzen (emniyet dairesi) verlaufen. In Anbetracht der Wirkung der Risale-i Nur auf das gesellschaftliche Leben sind diese Grundsätze (esas) sichergestellt, und auch das Ergebnis (netice) dessen ist bereits praktisch erfahrbar geworden. Da die wichtigsten Zentren (merkez) der Risale-i Nur Isparta und Kastamonu sind, werden die Polizeibeamten (zabita memurlari) dort die Dinge im Vergleich mit anderen Provinzen (memleket) aufmerksam, aber gerecht (insaf) betrachten können und so den glänzenden Beitrag (yardim) der Risale-i Nur für sie erkennen können.
Obwohl aber nun ihre Schüler (talebe) so zahlreich sind und auch das Recht (hak) und die Macht (kuvvet) für sich in ihrer Hand haben, sind sie dennoch überhaupt keine Gefahr (zarar) für die öffentliche Sicherheit (asayis). Ja selbst Tausend Schüler (talebe) fügen dem gesellschaftlichen Leben (hayat-i içtimaiye) keinerlei Schaden (zarar) zu, im Gegensatz zu der Gefahr, die zehn andere Leute für es bedeuten und dem Schaden, den sie verursachen könnten. {Die Schüler der Risale-i Nur halten sich an die oben angeführten Grundsätze, während andere Menschen, die sich nicht daran halten, einen Bürgerkrieg heraufbeschwören könnten. (A.d.Ü.)} Das vermag jeder einzusehen, dessen Herz noch nicht verdorben (kalb bozuk) ist.
Der Sinn und die Weisheit (sirr-i hikmeti) des obigen Sachverhaltes (mes'ele) stellt sich folgendermaßen dar:
In der Welt der Islamiyet und überhaupt in der Welt der Menschen (insaniyet) heißen die drei grundlegenden Fragenkomplexe: Glaube (Iman), Gesetz (scheriat) und Leben (hayat). Da aber der Bedeutendste unter ihnen die Glaubenswahrheiten umfasst, vermeiden die wahren und treuen Schüler der Risale-i Nur entschlossen die Politik, ja wenden sich mit Widerwillen von ihr ab, damit diese qur'anischen Glaubenswahrheiten nicht von anderen Strömungen und von anderen Mächten und von denen, die den Glauben (din) für ihre eigenen Ziele instrumentalisieren, wodurch diese juwelengleichen qur'aniscnen Wahrheiten wie Glassplitter missachtet werden, abhängig gemacht werden, sodass der Dienst der Rettung des Glaubens, der unsere heiligste und größte Aufgabe ist, voll und ganz erfüllt werden kann. Auch ihr wisst ja, dass dieser euer Bruder in diesen achtzehn Jahren, um auch nicht ein einziges Mal bei dieser Regierung vorstellig werden zu müssen, nicht mehr am politischen oder sozialen Leben teilgenommen hat, wie sehr dies vielleicht sonst notwendig gewesen wäre. Ich habe mich auch in den letzten acht, neun Monaten nicht ein einziges Mal nach dem Tohuwabohu dieses Weltkrieges erkundigt oder auch nur dafür interessiert.
Ihr wisst ja, dass ich weder wissen, noch mich mit irgendjemandem darüber unterhalten (medar-i sohbet) möchte, und dass ich noch nicht einmal weiß, ob jetzt bereits Friede (sulh) geschlossen wurde, ob der Krieg (harb) schon beendet ist, oder noch andere außer England und Deutschland miteinander Krieg führen.
Des Weiteren wisst ihr ja alle, die ihr bei mir seid, dass ich den Rundfunk, der jeden in Klatschsucht und Trunksucht (geveze ve sersem) stürzt und den ich seit drei Jahren durch einen Lautsprecher in meinem Zimmer mithören könnte, nicht mehr als zwei Male gehört noch darum gebeten habe. Selbst der Uneinsichtigste (insafsiz) kann bestätigen (tasdik), wie weit derjenige von jeglicher Einsicht (insaf) entfernt ist, der den Weg (meslek) angreift (taarruz), dem ein Mann folgt (takib), der so sehr diesen Umständen (vaziyet) gegenüber indifferent und gleichgültig (alâkasiz ve lâkayd) ist, und den man verdächtigt (evham) und durch ständige Beobachtungen (tarassud) schikaniert (sikinti).
Zweiter Grundsatz: Meine Brüder! Leute wie ihr wissen, dass wir in unserer Berufung die Selbstsucht, den Egoismus, der sich hinter dem Schleier von Ruhm und Ehre als Herr aufspielt, fliehen wie vor einem todbringenden Gift. Ja, wir hüten uns sogar streng vor einer Haltung, die auch nur einen solchen Eindruck aufkommen ließe. Sicherlich habt ihr hier in sechs, sieben Jahren mit eigenen Augen gesehen und schon zuvor in zwanzig Jahren durch eure Nachforschungen in Erfahrung gebracht, dass ich für meine Person Hochachtung und Ansehen nicht wünsche. Eine solche Sache habe ich euch streng verwiesen. Ich bin sehr darüber verärgert, wenn ihr meiner Wenigkeit unnötig Beachtung schenkt. Nur mit Rücksicht auf die Risale-i Nur, die in unserer Zeit ein Wunder im Geiste des Weisen Qur'an ist und in Anbetracht dessen, dass ich selbst ihr Schüler bin, nehme ich diese Äußerungen der Hingabe und der Bestätigung und den Ausdruck eurer Verbundenheit dankend an. So können selbst noch die Toren begreifen, wie sinn- und zwecklos es ist, wenn die Leute der Regierung, vom Ordnungsamt und der Verwaltung Menschen verdächtigen, die es sich zur Richtlinie ihres Handelns gemacht haben, Egoismus, Selbstsucht und Scheinheiligkeit in der Gestalt von Ruhm und Ruf in einem solchen Maße zu fliehen.
Meine lieben getreuen, standhaften Brüder!
Der geistige Sieg (manevî galebe) aller vom Unglück Betroffenen (musibetzede) und ihr Freispruch ist von der Art (mahiyet), dass er nicht nur euch und uns, sondern selbst alle Gläubigen (ehl-i iman) in diesem Lande (memleket) in Freude versetzt. Denn er hat so die Tore (meydan) zur Freigabe (hürriyet) der Risale-i Nur geöffnet. Bis jetzt waren wir aus Furcht (tevehhüm) vor ihrer Beschlagnahme (müsadere) zu großer Vorsicht (ihtiyat) gezwungen (mecbur). In diesen achtzehn Jahren - und besonders in den letzten sechs Jahren - habe ich hier sehr viel Mühe (zahmet) darauf verwandt, diese Abhandlungen (risaleler) stets zu verbergen, was mir sehr viel Kummer (endise) und Sorge (azab) bereitet hat.
Lobpreis und Dank (hamd ü sena ve sükür) sei Gott, dem Gerechten, nach der Anzahl der Worte (hurufat) der Risale-i Nur, denn diesmal zerriss Er durch einen geistigen Sieg (manevî galebe) diesen tyrannischen und finsteren Schleier. Durch ein wenig Anstrengung bereitete Er den Boden für einen großen Lohn (ücret) und ihre umfangreiche Verbeitung (fütuhat). {Dieser Schleier hatte bis dahin die Verbreitung der Risale-i Nur verhindert. (A. d.Ü.)} Diese zweimonatige Dauer der Pause (tevakkuf müddeti), entsprechend dem Vorfall unserer Verhaftung (hapsimiz hâdisesi), veranlasste auf eine andere Weise (vesile) die Verbreitung (intisar) der Risale-i Nur in einem noch breiteren Kreise. {Die Untersuchungskommission war dadurch gezwungen, die Risale-i Nur zu lesen. (A.d.Ü.)} So gratuliere ich (tebrik) euch denn und besonders denen, die von diesem Unglück (musibetzede) betroffen waren, und besonders Hâfiz Mehmed, und wünsche ihnen "gute Besserung" (geçmis olsun). {Mögen sie alles Leid, dass sie bisher erfahren mussten, möglichst rasch überwinden! (A.d.Ü.)} Nun sind wir zu der festen Überzeugung gelangt und wir haben keinen Zweifel mehr daran, dass es eure wunderbare Treue (sadakat), außerordentliche Wahrhaftigkeit (ihlas), unerschütterliche Festigkeit (metanet) und euer starker Zusammenhalt (tesanüd) war, was das Gericht (mahkeme) beherrschte und besiegte, das wegen einer einzigen Abhandlung über "Die Verhüllung der Frau" (Tesettür Risalesi) hundert Leute für hundert Tage verhaften (tevkif) ließ und trotz hunderter Abhandlungen (risaleler) wie dieser nicht einmal einen einzigen Mann noch nicht einmal einen einzigen Tag verhaften (tevkif) konnte. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), mit euch ewig zufrieden sein (ebeden razi olsun). Âmîn.
Meine lieben, getreuen Brüder!
Erstens: Wir beglückwünschen euch (tebrik) zu den segensreichen drei Monaten (suhur-u selâse-i mübareke), die euch ein geistiges Leben (ömr-ü manevî) von mehr als achtzig Jahren erwerben lassen und besonders zu dieser Heiligen Nacht der "Guten Hoffnung" (Leyle-i Regaib). Euer Freispruch (beraetiniz) und geistiger Sieg (manen galebe) versetzte diese Ungerechten (zalimler) in Erstaunen. Sie haben die Front (cephe) geändert. Sie haben auf feindselige Angriffe (taarruz) verzichtet und versuchen nun sich auf freundschaftliche Weise einzuschleichen, um die aufrichtigen Schüler (has talebeler) vom Dienst (hizmet) der Risale-i Nur abzuhalten und finden für sie irgendeine Beschäftigung (mesgale), z.B. eine Stellung als Beamter (memuriyet) oder sie werden befördert (terfian), um eine höhere Beamtenlaufbahn (memuriyet) einzuschlagen, sodass sie noch mehr arbeiten müssen, oder finden für sie noch eine zusätzliche Arbeit (mesgale). Es gibt hier viele Vorfälle (vakialar) dieser Art. So sieht denn ein solcher Angriff (taarruz) in dieser Hinsicht (cihet) noch gefährlicher (zararli) aus. {Falsche Freunde sind noch gefährlicher als eine offene Feindschaft (A.d.Ü.).}
Zweitens: Auch hier in diesem Gymnasium (lise mekteb) wurde nun das "Licht" wirksam (tesirli bir nur). Es sind das "Erste Kapitel" (Birinci Mevkif) des "Zweiunddreißigsten Wortes" (Otuzikinci Lem'a), die Anmerkungen über die Namen der "Gerechte" und der "Richter" (ism-i Adl ve Hakem Nükteleri) aus dem "Dreißigsten Blitz" (Otuzuncu Lem'a), bis zum Ende der "Abhandlung über die Natur" (Tabiat Lem'asi), aus dem "Großen Zeichen" (Âyet-ül Kübra), das Zitat aus dem "Ersten Kapitel" (Birinci Makam), angefangen von "Tatsächlich sieht jeder Gast, der in das Königreich (memleket), das Gasthaus (misafirhanesi), kommt, das diese Welt (dünya) ist..." bis zur "Achtzehnten Stufe" (onsekizinci mertebe), in der das Zeugnis (hakikat) des Kosmos (kâinat) für die Tatsache von der Abhängigkeit allen Seins (hudûs) bis zur Veränderlichkeit allen Seins (imkân) - ausgenommen die "Stufen" (mertebe) der Inspiration (ilham) und der Offenbarung (vahiy) - welches wir aufgrund einer geistigen Eingebung (ihtar-i manevî) genehmigt (izin) haben, mit den neuen Buchstaben herauszugeben. Mit einer Schreibmaschine haben sie bereits für sich geschrieben. {eine Abschrift der Schüler für den Hausgebrauch} Auch ihr könnt diese vier Abschnitte mit den neuen Buchstaben kopieren, sie dann zu einem Band (cild) zusammenfügen und den Leuten der Verleugnung (ehl-i inkâra) an den Kopf werfen.
Da ich in diesem Jahr schon sehr alt, schwach und kraftlos geworden bin, bitte ich nun meine jungen Brüder um ihre geistige Unterstützung (manevî muavenet) in diesen segensreichen drei Monaten (mübarek suhur-u selâse). Wir grüßen (selâm) einen jeden Einzelnen von euch und beten (dua) für eure Geborgenheit (selâmet) in beiden Welten (dâreyn).