Briefe aus Kastamonu
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(Dieser Brief ist von großer Bedeutung)

Meine lieben getreuen Brüder!

Ich habe in diesen Tagen über die Prinzipien der Rechtschaffenheit (takva) und der Guten Werke (amel-i salih) nachgedacht, welche unter dem Blickwinkel des Weisen Qur'an betrachtet, nach dem Glauben (iman) die wichtigsten Grundsätze sind. Takva ist die Enthaltung vom Verbotenen und der Sünde und gute Werke tun heißt, sich im Rahmen des Gebotenen bewegen und Verdienste zu erwerben. Jederzeit das Böse zurückzuweisen und dabei dem Gewinn des Guten den Vorzug geben in dieser Zeit der Verheerungen, der Zügellosigkeit und attraktiver Lustbarkeiten, heißt dieser Takva der Zurückweisung jeglicher Verderbnis und der Unterlassung aller schweren Sünden die grundlegende Basis einer ersten Priorität einzuräumen. Takva ist in dieser Zeit der Verheerungen und des Schreckens negativer Strömungen geradezu ein Grundprinzip gegen diese Verheerungen. Wer seine Pflicht (farz) tut und die schweren Sünden lässt, wird gerettet werden. Inmitten einer sündigen Welt mit aufrichtigem Herzen (ihlas) gute Werke zu tun und sie mit reiner Absicht zu Ende zu führen, gelingt nur höchst selten. Doch werden diese wenigen guten Werke unter derart schwierigen Umständen für viele gezählt. Dabei ist Takva (als positive Grundhaltung bereits die Voraussetzung) für ein gutes Werk (amel-i salih). Denn etwas Verbotenes zu unterlassen ist eine Pflicht (vacib); seine Pflicht zu erfüllen aber ist eine verdienstvolle Handlung (sevab), die einer Vielzahl von nur gewohnheitsmäßigen (sünnet) gleichkommt. In unserer Zeit gleicht eine einzige Unterlassung, bei einem Angriff eines nach tausenden zählenden Geschwaders von Sünden, der Aufgabe von hundert Sünden und entsprechen nur wenige Taten der Erfüllung von hundert Pflichten (vacib). In diesem wichtigen Punkt bewirkt die gute Absicht (niyet), der im Namen der Takva gefasste Vorsatz, eine Sünde zu meiden, dass aus einem Gebet (ibadet) um Bewahrung vor der Sünde (menfi) eine wirklich bedeutende gute Tat (a'mal-i saliha) erwächst. Für die Schüler der Risale-i Nur besteht die bedeutendste Aufgabe in unserer Zeit darin, inmitten aller Sünde und Verkommenheit (tahribat) dennoch weiterhin die Takva als Grundsatz aufrechtzuerhalten.

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Denn wenn einem Menschen bei der jetzigen Art des gesellschaftlichen Lebens in jeder Minute hunderte von Sünden entgegenkommen, ist die Takva, verbunden mit dem Vorsatz, sich von ihr abzuwenden (niyet-i ictinab), sicherlich (der Verrichtung) hunderter guter Werke gleichzusetzen. Bekanntlich kann ein Schloss, das von einem einzigen Mann an einem einzigen Tage zerstört wurde, auch von zwanzig Männern nicht in zwanzig Tagen wieder aufgebaut werden. Wenn aber nach dem Zerstörungswerk eines einzigen Mannes zwanzig Mann notwendig sind, um es nun wieder aufzubauen, dann ist es ganz besonders wunderbar, wenn sich heute die Risale-i Nur tausenden von Zerstörern standhaft und effektiv entgegenstellt. Wären nun aber diese beiden einander entgegengesetzten Kräfte etwa gleich stark, so wäre die Wiederherstellung als ein wunderbarer Erfolg und eine besondere Leistung zu betrachten.

Kurz gesagt ist das Gemeinschaftsleben bis in seine Grundfesten, den Respekt und die Empathie (merhamet), auf denen es sich gestaltet, schwer erschüttert worden. In manchen Bereichen ist das besonders schmerzlich und bringt für die armen alten Väter und Mütter entsetzliche Folgen mit sich. Gott, dem Gerechten, sei Dank dafür, dass die Risale-i Nur überall dort, wohin sie gelangt, dieser fürchterlichen Zerstörung Widerstand entgegensetzt und die Dinge wieder in Ordnung bringt. So wie Gog und Magog nach der Zerstörung der Mauer von Zulkarneyn auch noch die ganze Welt in Verwirrung bringen wollten, beginnt nun heute mit der Erschütterung der qur'anischen Mauer, die das mohammedanische Gesetz ist, eine Anarchie, in der das Leben und seine Ethik (ahlak) finster sind, und eine tyrannische Glaubenslosigkeit, welche noch schrecklicher als (in der Zeit) von Gog und Magog ist, (die Menschen) zu verwirren und zu verderben. Möge Gott es wollen (inscha-a'llah), dass dieser geistige Kampf, den die Schüler der Risale-i Nur unter diesen Umständen führen, wie zu Zeiten der Sahabis (= der Schüler des Propheten) als ein nur geringes Werk zur Quelle sehr großen Lohnes (sevab) und (der Beginn) eines guten Werkes (a'mal-i saliha) wird.

Meine lieben Brüder!

So ist uns denn in einer solchen Zeit, gegen diese furchtbaren Geschehnisse, neben der Kraft unserer Aufrichtigkeit (ihlas) als unsere stärkste Kraft die Teilnahme an den himmlischen Werken (istirak-i 'amal-i uhreviye) zum Leitmotiv gegeben. Denn so wie die Feder das Gute (a'mal-i saliha) jedes Einzelnen auch in das Buch der guten Taten jedes Anderen mit einträgt, so erhält auch die Rede jedes Einzelnen durch den Schutz und Schirm der Takva noch Kraft und Hilfe. Und besonders für unsere armen Brüder, welche die Zielscheibe solch heftiger Angriffe sind, sind in diesen drei gesegneten Monaten und an den geheiligten Tagen solch treue und tapfere Mitbrüder zur Stelle, die ihnen mit liebevoller Sorge (sefkat) zu Hilfe eilen. Und auch ich bitte euch mit ganzer Seele (ruh) um diesen geistigen Beistand. Auch mache ich die Schüler der Risale-i Nur, ihren Glauben und ihre Treue vorausgesetzt, zu Teilhabern an all meinen Gebeten (dua) und geistigen Verdiensten. Unter dem Leitmotiv ihrer Teilnahme an allen himmlischen Werken und dem Schild ihrer Schülerschaft an der Risale-i Nur entsprechend, mache ich sie vierundzwanzig Stunden täglich (zu Teilhabern) und manchmal noch hundert Mal mehr.

Said Nursî
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Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Gestern berichtete mir Emin - ohne dass ich es eigentlich wollte - über ein Armeecorps, das in diese Gegend (havali) gekommen ist - und auch darüber, dass den Russen ihre Verbindungen (ittisal) zum Kaukasus abgeschnitten worden sind, wobei ich gar nicht wusste, ob diese Russen nun ihren Krieg (harb) weiterführen wollten. Obwohl ich ihm sofort das Wort abgeschnitten und ihn zum Schweigen gebracht habe, zeigte mein Herz (kalb) dennoch dafür ein reges Interesse (alâka). Danach wurde mir jedoch heute im Gebet (namaz) und anschließend während meiner Rezitation (tesbihat) geistigerweise (manevî tarz) eingegeben: In jedem Fall wird eine der Strömungen (cereyan), die auf Erden (Küre-i Arz) miteinander streiten und kämpfen (mücadele), sich für die islâmiyet, den Qur'an, die Risale-i Nur und unseren Weg (meslek) entscheiden; von diesem Standpunkt aus ist es notwendig, sie im Auge zu behalten. Die Gründe, die ich in ein, zwei Briefen beschrieben habe, warum wir sie nicht betrachten dürfen, sind zwar für Herz und Verstand (kalbe, akla) ausreichend; sie genügen (kâfi) aber nicht für eine neugierige und wissbegierige Seele (merakli ve hevesli olan nefse), so wie es meinem Herzen (kalb) offengelegt wurde. Folgendes wurde mir während der Rezitation (tesbihat) eingegeben (ihtar):

Ein wichtiger Grund: Während man etwas betrachtet, erwächst zugleich ein Gefühl (hiss) der Anteilnahme an einer der Seiten (tarafa tarafgirlik); das Auge des Parteigängers (tarafgir) kann die Fehler der Strömung (taraf cereyan), für die er Partei ergreift (tarafdar), nicht mehr wahrnehmen und sympathisiert mit ihrer Ungerechtigkeit (zulmüne riza), ja beklatscht (alkis) sie vielleicht sogar. Da das Einverständnis mit dem Unglauben (küfre riza) als Unglaube (küfür) gilt, so ist auch das Einverständnis mit der Ungerechtigkeit (zulme razi) selbst bereits eine Ungerechtigkeit (zulüm). Mit Sicherheit ereignen sich derartige Ungerechtigkeiten und solche Zerstörungen (zulümler ve tahribat), die den Himmel zum Weinen bringen, während dieser entsetzlichen Duelle auf unserer Erde (zemin yüzünde); das Recht (hukuk) vieler Unschuldiger und Unterdrückter (masum ve mazlumlar) wird nicht mehr geachtet und geht verloren (kayboluyor, mahvoluyor). Aufgrund des ungerechten Grundsatzes (zalimane düstur) einer erbarmungslosen Zivilisation (gaddar medeniyet), die eher ärgerlich als bürgerlich ist (mimsiz), welcher besagt: "Für die Gemeinschaft (cemaat) werden Einzelne geopfert (ferd feda), für die Sicherheit des Volkes (milletin selâmeti) werden die individuellen Rechte (cüz'î hukuk) nicht mehr geachtet.", wurde die Möglichkeit einer so entsetzlichen Ungerechtigkeit (dehsetli bir zulüm) eingeräumt, wie selbst während der Grausamkeiten (vahset) der ersten Jahrhunderte (kurûn-u ûlâ) Vergleichbares nicht vorgekommen ist. In Anbetracht der lauteren Gerechtigkeit (adalet-i hakiki) des Qur'ans, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan), opfert (feda) man das Recht (hakk) eines Einzelnen (ferd) nicht für die Gemeinschaft (cemaat); "Recht ist Recht; klein oder groß, wenig oder viel, sind gleich vor dem Gesetz" heißt es hinsichtlich des Gesetzes des Himmels (kanun-u semavî) und der lauteren Gerechtigkeit (hakikî adalet), weshalb Leute wie die Schüler (sakird) der Risale-i Nur, die mit der Wahheit (hakikat) des Qur'ans beschäftigt sind, ohne Zwang (zaruret), völlig unnötig, einzig zur Befriedigung ihrer Neugierde (hevesli bir merak), nur um den Verlauf dieser sogenannten Strömung (cereyanin harekâtini), die in Anbetracht des Ergebnisses (netice) einen Beitrag (faide) leisten könnte, noch vor dem Zustandekommen dieses Ergebnisses (netice) unnötigerweise zu betrachten, ihre tyrannischen Zerstörungen (zalimane tahribat) beklatschen, in der Vorstellung, sie würden schließlich für die islâmiyet und den Qur'an ihren Dienst (hizmet) erweisen, ihr deshalb geistig folgen (fikren takib) und sich in dieser Weise mit ihr beschäftigen, ist keineswegs korrekt (münasib); daher wurde mir klar, dass auch die Seele (nefis) dem Verstand (akil) und dem Herzen (kalb) folgend ihre Neugier (merak) aufgegeben hat.

Zweiter Punkt: Der sichere Sieg (kat'î galebe) der Risale-i Nur in Isparta versetzte die Ungläubigen (zindiklar) in Erstaunen. Im Interesse einiger verbohrter, engstirniger (mütemerrid ve muannid) Atheisten, die als die bösen Geister (ruh-u habis) dieses verstorbenen Schurken (herif) gelten und in dem Gedanken (fikr) an ihre Niederlage (maglubiyet) einen Gegenangriff starten wollen, hat jener andere atheistische Schurke (zindik herif) genau dieselben Ausdrücke (tabirat) wie in dem Kapitel (bahs) über das Zwiegespräch mit dem Teufel (münazara-i seytaniye) die Schar des Teufels (hizb-üs seytan) über den Propheten, mit dem Friede und Segen sei, und den Qur'an auf ihre Art und Weise (meslek), nur in einer etwas anderen Form, von vorn bis hinten gegen den Qur'an und den Propheten, mit dem Friede und Segen sei, - wenn auch unter einem Deckmantel - verwendet. Jener Atheist aber, der einen muslimischen Namen trägt, um der Punkte willen, die dergleichen häretischen, verbohrten (mütemerrid) und die atheistischen Philosophen (dinsiz feylesof) und Ungläubigen Europas seit frühen Zeiten am Qur'an und am Leben (hâlât) des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, zu einem Anlass ihrer {d.h. nach der Art der oben genannten Atheisten (A.d.Ü.)} Kritik (medar-i tenkid) gemacht haben, verhielt sich, um von den leichtgläubigen (safdil) Muslimen, welche die Risale-i Nur nicht gesehen haben, gehört zu werden und sich ihnen zu zeigen, in einer solchen Weise hinterlistig (kurnazca), dass er versuchte, seinen Unglauben (küfr) vor ihnen zu verbergen, und war dabei in seinem Teufelswerk (seytanet) noch fortschrittlicher (ileri) als der Teufel sebst. Das hat mich sehr traurig (müteessir) gemacht.

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In dem Brief unseres Bruders Sabri sagte er, dass die faulen und hohlen Listen (hud'alar), welche die verbohrten Atheisten (muannid mülhidler) gegen die Bewegung (cereyan) der Risale-i Nur ersonnen haben, kraftlos (kuvvetsiz) wie Haus und Netz einer Spinne (örümcek) und gleich den Schleiern ihres Teufelswerks (seytanet perdeleri) wertlos und unhaltbar und vor der Risale-i Nur zum Scheitern verurteilt sind und scheitern werden (yirtilir ve yirtilacak); in gleicher Weise kann auch dieses atheistische Druckwerk (matbu' eser), das dieser verbohrte, hartnäckige, engstirnige Atheist (zindik), welcher der böse Geist (ruh-u habis) dieses verstorbenen Schurken (ölen herif) ist, rein äußerlich betrachtet für die Muslime im Interesse (lehinde) des Türkentums geschrieben hat, in Wirklichkeit (hakikat) jedoch in der Absicht (niyet), die geistige Größe (azamet) und Pracht (hasmet-i manevi) des Qur'ans und des Propheten (Peygamber), mit dem Friede und Segen sei, unter ihnen zu zerstören, zu vernichten und herabzuwürdigen (âdilestirmek), den Büchern über die Wunder (Mu'cizat) des Qur'ans und über die Wunder (Mu'cizat) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, gegenüber nicht einmal einem Spinnennetz (örümcek agi) gleichen: es wird zerrissen werden. Tausendfach bedauerlich aber ist es, dass es denen, welche die Risale-i Nur nicht kennen, einen absoluten Schaden (kat'î zarar) bereitet; aber auch diejenigen, welche die Risale-i Nur kennen, wenn sie denn neugierig (merak) fragen würden "Ja, was steht denn da drin?" beflecken so ihre reinen Herzen (safi kalblerini bulandirir). Zum mindesten aber verursacht es ihnen böse Einflüsterungen (vesvese) und Wahnvorstellungen (evham).

Die tapferen Schüler (sakirdler) der Risale-i Nur sollen (lâzim) solchen Dingen gegenüber auf der Hut (müteyakkiz) sein und stattdessen lieber ihre Arbeiten (faaliyet) aktivieren. Da die gedankliche Beschäftigung (zihnen mesgul) mit schlechten Dingen (fena) nur schlecht ist, will ich mich hier jetzt kurz fassen. Sie sollen diesem Vorfall keine weitere Beachtung schenken, damit die Neugierde (merak) und das Interesse der Leute nicht geweckt wird. Vielmehr sollt ihr es {das Buch dieses Schurken (A.d.Ü.)} als einen wertlosen, gottlosen (dinsizcesine) Fetzen Papier (paçavra) betrachten, ausgenommen einige, kurze, sinngemäße Übersetzungen (meali) der segensreichen Namen (esma-i mübareke) und der segensreichen Ayat. Ihr sollt mit dem folgenden Gleichnis verstehen, inwieweit dieser Schurke (herif) seine Grenzen (tecavüz) überschritten hat. Wenn z.B. ein Tor (ebleh) das Buch, das sachkundige, kritisch betrachtende Gelehrte (mütehassis ve müdakkik âlimler) einer weit von ihm entfernten Versammlung (meclis), lesen und studieren (tedkik) und er gerne einen Herrn, von dem sie Unterricht nehmen (ders aldiklari bir zât), aus dieser so weiten Entfernung (mesafe) betrachten möchte und sie doch nicht sehen kann, und nun im Gegensatz zu diesen Gelehrten seine Schlussfolgerungen (hüküm) zieht und Kritik (tenkid) übt, so ist dies eine verrückte Wahnvorstellung (divanece hezeyan).

Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), die Gläubigen und die Schüler (sakirdler) der Risale-i Nur vor der Bosheit (serr) derartiger Menschen bewahren. Âmîn.

Said Nursî
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Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Nach dem Sieg (galebe) eurer außerordentlichen Standhaftigkeit (sebat) und Wahrhaftigkeit (ihlas) und nachdem sie dieses Unglück (musibet) vertrieben hatte, haben die Weltleute (ehl-i dünya) nun die Front (cephe) gewechselt. Durch die Intrigen der Ungläubigen (zindikanin desiseler) begannen hier in dieser Umgebung (havali) unter einem Deckmantel die materiellen und geistigen Provokationen (maddî ve manevî tahsidat) gegen uns. Nun versuchen sie überaus vorsichtig (dikkat) und auf teuflische Weise (seytancasi) den Zusammenhalt (tesanüd), der die wahre Kraft (hakikî kuvvet) der Schüler (sakird) ist, zu zerschlagen. Obwohl sie euch die Abhandlungen (risaleler) bereits wieder zurückgegeben haben, schmieden sie noch stets hinterlistig ihre Ränke (kurnazcasina dolaplar). Und obwohl wir nur eine Art Filiale (sube) von euch sind, stellen sie sich uns als eine Basis und als ein Zentrum (asil ve merkez) vor und setzen stets weitere Intrigen (desise) gegen uns ein. Doch unser wahrer Bewahrer ist Gott, der Gerechte (Hâfiz-i Hakikî Cenab-i Hak). Möge Gott es so wollen (insâallah), dass sie uns gar keinen Schaden (zarar) zufügen können. Doch sollt ihr uns in diesen segensreichen Tagen und Nächten (eyyam ve leyali-i mübareke) dieser segensreichen Monate (suhur-u mübareke) durch eure aufrichtigen Gebete (hâlis dualar) helfen. Ansonsten gibt es nichts Neues (Birsey yok). Ihr müsst jedoch so weit wie möglich vorsichtig und umsichtig (ihtiyatli ve dikkatli) sein. Die geistige Bürgschaft (manevî teminati) solcher Helden (kahraman) wie Hazret-i Ali (Radiyallahü Anhü) und Gavs-i Geylanî (Kuddise Sirruhu) und ihre Worte

قُلْ وَ لاَ تَخَفْ

{"Sprich und fürchte dich nicht!"}

sowie

وَلاَ تَخْش

{"Erschrick nicht!"}

ermutigen (cesaret) uns jederzeit und geben uns eine innere Kraft (kuvve-i maneviye).

Kâtib Osman schreibt in seinem Brief, dass Burhan, der tapfere (bahadir) Bruder des heldenhaften (kahraman) Rüsdü, sich sehr für die Rückgabe (kurtulma) {der beschlagnahmten Bücher (A.d.Ü.)} eingesetzt (hizmet) hat. Dieser tapfere (cesur) Bruder hatte uns auch schon vorher derartige Dienste (hizmet) erwiesen. Sowohl für ihn als auch für diejenigen, die an der Rückgabe (kurtulma) der Risale-i Nur mitgewirkt haben und ihren Beitrag (medhal) dazu geleistet haben, ja sogar für den Vorsitzenden (mahkeme reisi) und die einsichtigen Mitglieder (insafli a'za) des Gerichtes, beten und danken wir ihnen auch (hem dua, hem tesekkür). Wenn ihr es für angemessen (münasib) haltet, könnt ihr dem Vorsitzenden des Gerichtes (mahkeme reisi) auch unseren persönlichen Dank (tesekkür) abstatten.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ هذِهِ الشُّهُورِ الثَّلاَثَةِ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Sekunden und Minuten dieser drei Monate."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Wir beglückwünschen (tebrik) euch noch nachträglich zu der "Nacht der Himmelfahrt" (Leyle-i Mi'rac) und zu der kommenden "Nacht der Vergebung" (Leyle-i Berat) und bitten um eure geschätzten Gebete (makbul dualar).

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Zweitens: Die letzte Hälfte (nisf-i âhir) des "Fünfundzwanzigsten Wortes" (Yirmibesinci Söz) über die "Wunderhaftigkeit (Mu'cizat) des Qur'ans" blieb wegen des Übels der Hast (acelelik belasi) nur ganz kurz, weswegen wir - wie ich euch bereits vorher geschrieben hatte - einige Briefe (lâhika) im Anschluss (ilhak) hinzugefügt haben. Nun haben wir jedoch noch einen äußerst wichtigen Ausschnitt aus den "Funken" (Lemaat) wiederentdeckt, die bereits vor zwanzig Jahren herausgegeben wurden. Auch ihn im Anhang (zeyiller) der Abhandlung über die "Wunderhaftigkeit (Mu'cizat) des Qur'ans" hinzuzufügen (derc), wurde für durchaus richtig (münasib) gehalten. Ich habe ein Exemplar (nüsha) dieser "Funken" (Lemaat), das der tapfere Tahir mir gebracht hat, für besonders wertvoll erachtet. Wenn auch ihr ein Exemplar davon in eurer Nähe (havali) habt, sollt ihr auch diesen Ausschnitt dem Anhang der Abschriften (nüsha) beifügen. Diese "Funken" (Lemaat) sind ja bereits an und für sich wunderbar (hârika). Er wurde einmal im heiligen (Serif) Monat Ramadan innerhalb von zwanzig Tagen als Prosatext (nesir) ohne jede Vorbereitung oder weitere Anstrengung (tekellüf) niedergeschrieben. Danach haben wir dann gesehen, dass er mit einer unvorstellbaren Leichtigkeit (sehl-i mümteni') die Gestalt eines Prosatextes von dichterischer Schönheit (nesr-i manzum), bzw. als ein Gedicht ohne Reime (nazm-i mensur) Gestalt angenommen hatte. Darin ist allein schon dieser Ausschnitt noch wunderbarer (hârika). In den "Funken" (Lemaat) heißt die Überschrift (serlevha) zu diesem Ausschnitt: "In seiner Verkündigung in einer solchen Kürze (îcaz) liegt die Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'ans."

"Einmal habe ich im Traum gesehen: ich stehe am Fuß des Ararat (Agri Dagi). Plötzlich brach der Vulkan aus. Er schleuderte Steine - bergesgleich - in die Welt (âlem) hinein und ließ die Erde erbeben (sarsti cihan)." Von hier bis zu der Überschrift (serlevha): "Die Betrachtungsweise (tarz-i nazar) ist zweierlei: Die eine ist finster (zulmet), die andere lichtvoll (ziya)." Falls ihr die "Funken" (Lemaat) bis jetzt noch nicht in Händen habt, können wir euch diesen Ausschnitt (parça) noch von hier aus zusenden.

Drittens: Ich möchte euch hier von einem zugleich subtilen (latif) als auch schönen (güzel) und selbst sensiblen (zarif) Geschehnis (hâdise) berichten: In diesem Land (memleket) haben die alten Frauen (ihtiyare hanim) und die gleich den alten, noch unschuldigen jungen Frauen (masume genç hanim), die sich mehr als die Männer (erkek) opferbereit (fedakârane) mit der Risale-i Nur verbunden fühlen, von ihren alten, mit Gold und Silber (sirmali ve yaldizli) bestickten Hochzeitskleidern, kostbare Stücke (ecza) an die Buchdeckel (cild) der Risale-i Nur geklebt, sodass sie nun so aussehen, als wären alle Abhandlungen (risale) mit goldenen Zierraten geschmückt (altun yaldiz) worden. So haben sie denn der innerlichen Schönheit (manen güzellik) der Einbände der Risale-i Nur und der Schönheit (cemal) der vergoldeten Schriften der Brüder Hüsrevs, Tahirîs, Alis, Hasan Âtifs und Âsims noch eine entzückende (sirin) Schönheit hinzugefügt (ilâve). Gleich den Schwestern Ümmühan und Sahide, von denen Hâfiz Ali in seinem Brief schreibt, gibt es auch hier viele ehrbare Schwestern (hemsireler), die mit aller Kraft (kuvvet) an der Risale-i Nur arbeiten, unter ihnen Âsiye, Sâniye, Ulviye, Lütfiye, Aliye und andere Schülerinnen (sakird) der Risale-i Nur. Sie alle grüßen (selâm) ihre Schwestern (hemsire) und Brüder und beten (dua) für sie.

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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ شَهْرِ شَعْبَانَ وَ رَمَضَانَ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Sekunden und Minuten der Monate Scha'ban und Ramadan."}

Meine lieben, getreuen, segensreichen und standhaften Brüder!

Wir beglückwünschen (tebrik) euch zur Heiligen Nacht der Vergebung (Leyle-i Berat'inizi) und zu den segensreichen Nächten im Ramadan (Leyali-i Ramazan-i Mübareke). Gott dem Gerechten sei hunderttausend Mal Dank dafür, dass sich die Risale-i Nur ganz von selbst verbreitet und alle Lande erobert. Die Intrigen der Anhänger des Irrweges können sie nicht aufhalten, im Gegenteil: viele Glaubenslose strecken die Waffen. Wie schon Hafiz Ali sagte, ist ihre Furcht davor ganz besonders groß. Sie behindern und belästigen uns nicht mehr aus ihrem gottlosen Fanatismus heraus, sondern aufgrund ihrer Furcht. Möge Gott (inscha-a'llah) sie in dieser Furcht zur Risale-i Nur zurückführen.

Da wir das wunderbare und hohe Gebet (hârika ve yüksek) des Inhabers (sahib) der Lichtfabrik (Nur fabrikasi) diesmal in seinem Brief als Stalakmiten (teressuhat) seiner außerordentlichen Wahrhaftigkeit und Treue (ihlas ve sadakat) betrachten, haben wir seine gute Ansicht (hüsn-ü zanni) von mir, die meine Grenzen (haddim) tausendfach übersteigt, im Namen (hesab) der Risale-i Nur akzeptiert (kabul) und schließen uns in sein Gebet (dua) mit unserem Amen (âmîn) mit ein. Der Brief aus der Lichtfabrik sowie der Brief von Hasan Âtif gelangten am Abend (aksam) vor der Nacht der Vergebung (Leyle-i Berat) in unsere Hand. Wir haben sie als einen segensvollen und segenbringenden (bereketli ve mübarek) Glückwunsch (tebrik) zu dieser Nacht verstanden (telakki).

Meine lieben Mitbrüder!

Ich bitte (rica) euch noch besonders, auch in diesem segensreichen (mübarek) Ramadan, wie auch im vergangenen Ramadan, diesem, eurem armen und schwachen (âciz ve zaîf) Bruder gleich eurem eigenen Zekat von eurer geistigen Arbeit für das Diesseits und das Jenseits (manevî ve uhrevî) entsprechend zu geben, für ihn auch ein wenig zu arbeiten und ihm so mit Hinsicht (cihet) auf die schwere Last zu helfen (yardim), die ihr ihm durch eure übertrieben gute Meinung (ziyade hüsn-ü zanni) von ihm aufbürdet (tahmil).

Da die meisten Menschen (halk) im Rausch (sersemlik) der Sorge um den Lebenunterhalt (Derd-i maiset) ihre Verpflichtungen gegenüber dem Jenseits (âhiret isleri) als zweitrangig betrachten, nutzen (istifade) die Irrgläubigen (ehl-i dalalet) sie aus und treiben sie noch mehr an (avliyorlar). {Da sie das Jenseits vergessen haben, müssen sie nun umso mehr für das Diesseits arbeiten (A.d.Ü.).} Möge nun Gott es so wollen (insâallah), dass die Schüler (sakird) der Risale-i Nur auch dieser geistigen Krankheit (manevî hastalik) mit den Prinzipien (düstur) der Genügsamkeit und der Sparsamkeit (kanaat ve iktisad) entgegen (mukabele) treten.

Alle unsere Brüder (kardes) und Schwestern (hemsire), jeden Einzelnen von ihnen, grüßen wir und beten für sie und für ihn (selâm ve dua).

Said Nursî
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Zu dem gesegneten (mübarek), heiligen (serif) Monat Ramadan beglückwünschen wir euch. Möge Gott, der Barmherzige, der Allerbarmer (Cenab-i Erhamürrâhimîn), um dieses segensreichen Ramadans willen in Seiner Barmherzigkeit (rahmet) der Umma des Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, der die Barmherzigkeit aller Welten (Rahmeten-lil-Âlemîn) ist, seine Hilfe (imdad) zuteilwerden lassen! Âmîn. Möge Er sie vor den Katastrophen und Irrwegen (âfât ve dalalet) bewahren, welche die Spuren des göttlichen Zornes (Âsâr-i gazab-i ilahî) sind! Âmîn. Möge er den Schülern (sakird) der Risale-i Nur bei der Verbreitung der Lichter (nesr-i envâr) des Qur'ans zum Erfolg (muvaffak) verhelfen. Âmîn.

Das Eintreffen des "Gewaltigen Auszugs" (Hizb-ül A'zam) aus dem Qur'an erwarten wir in Sehnsucht (istiyak).

Zweitens: Hâfiz Ali gibt in seinem Brief die frohe Botschaft (tebsir) von der Ankunft des heldenhaften (kahraman) Süleyman Rüsdü bekannt. Auch wir wünschen ihm ein "Tausend Mal Willkommen!" Und wir beglückwünschen (tebrik) ihn und seine unschuldigen (masum) Kinder in dreierlei Hinsichten (cihet). Der lange Brief von Hasan Âtif an seinen Bruder Bedevi, den er Demirci Mehmed nennt, hat einen beachtenswerten Eindruck hinsichtlich der Wahrhaftigkkeit (ihlas) auf die Brüder hier gemacht. Und dass er sich darum bemüht, sich das Geheimnis und die Grundsätze (sirr ve düstur) der Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (ihlas Risalesi) zu eigen zu machen (yerlestirmeye), hat uns sehr gefreut (mesrur). Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), uns noch recht viele solch wahrhaftiger (hâlis) Brüder schenken, wie er es ist. Die glanzvolle Verbundenheit (parlak irtibat) mit der Risale-i Nur dieser ehrenwerten ein, zwei Personen in hohem Alter (ihtiyar) unter den Tapferen (kahraman) der Lichtschule (Medrese-i Nuriye), von denen Âtif in seinem Brief berichtet, hat uns vor Freude (sürur) zu Tränen gerührt.

Diesmal senden wir euch einen Artikel (fikra) mit dem Titel "Eine Ermahnung (ihtarname) für die Jugend in dieser Umgebung (havali), die in einem gefährdenden Zustand (tehlikeli vaziyet) {Ihr Leben im Diesseits lässt sie das Jenseits vergessen. (A.d.Ü.)} lebt", als eine Ergänzung (tetimmesi) zu der Schrift über die Ermahnung (ikaznamesi), die wir euch bereits für die Jugendlichen (gençler) gesandt hatten, sodass noch einmal nachdrücklich bewiesen (isbat) wird, wie wertvoll die Geradlinigkeit (istikamet), die Ehrbarkeit (iffet) und die Befolgung der gelobten Sitte (ittiba-i sünnet-i seniye) vom Standpunkt der Jugend (gençlik) ist, welcher die jungen Schüler (genç sakirdler) der Risale-i Nur folgen, und dass die wahrhaft frohgemute Jugend (hakikî ve zevkli gençlik), die Jugend der Glücklichen (bahtiyarlarin gençlikleri), von dieser Art sind und zeigen, wer die wahren (hakikî) Jungtürken {Jungtürkische Bewegung, deren Gedankengut später Kemal Mustafa Pascha und die türkische Volkspartei folgte, im Gegensatz zu den Schülern der Risale-i Nur. (A.d.Ü.)} sind.

Alle Brüder und Schwestern grüßen (selâm) wir und beten (dua) für sie. Wir bitten sie auch um ihre segensreichen Gebete (mübarek dualar) in diesem gesegneten, heiligen (mübarek Serif) Monat Ramadan und in diesen gesegneten Tagen und Nächten (eyyam ve leyali-i mübareke), die uns Eins zu Tausend verdienen lässt. {Wir erhalten in diesen Tagen und Nächten einen tausendfachen Lohn. (A.d.Ü.)}

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}

Euer Bruder Said Nursî