Briefe aus Kastamonu
— 37 —
Die Antwort , die Emin und Feyzi auf ihre Frage an den Meister bekommen haben:

Frage: Sie sagen in der Antwort, die Sie uns gegeben haben: "Derjenige, der den großen politischen Kreisen {und ihren Ideen} mit Interesse (merak) folgt, erleidet an seinen Verpflichtungen innerhalb dieser engen Kreise einen Schaden." Wir möchten eine Erklärung (izah) dafür.

— 38 —

Als Antwort sagt unser Meister (Üstadimiz): Wer in dieser Zeit - durch sein Interesse (merak) ernsthaft mit dem Rundfunk verbunden - das Ringen (bogusma) auf diesem Globus mit Interesse (merak) beobachtet, wirklich aufmerksam betrachtet, erleidet in der Tat einen ganz großen materiellen und geistigen (maddî ve manevî) Verlust. Er gerät entweder mit seinem Verstand in die Zerstreutheit (aklini dagitir) und landet innerlich im Irrsinn (manevî bir divane), oder er gerät mit seinem Herzen in die Zerstreutheit (kalbini dagitir) und landet innerlich in der Glaubenslosigkeit (manevî bir dinsiz), oder er gerät mit seinen Vorstellungen in die Zerstreutheit (fikrini dagitir) und wird so in seinem Inneren zu einem Europäer (manevî bir ecnebi). In der Tat habe ich es selbst erlebt: Ein einfacher Mann (âmî bir adam), der einmal religiös gelebt (mütedeyyin) und sich mit den entsprechenden Lehren beschäftigt hatte (ilme mensubiyet), wurde durch sein nichtsnutziges Interesse (lüzumsuz bir merak) nach der Niederlage eines Ungläubigen (kâfirin maglubiyeti), eines Feindes des Islam (islâm düsmani), so traurig, dass er fast schon in Tränen (mahzuniyet) ausbrach, während er sich über eine Niederlage (maglubiyet) der Gemeinschaft der Nachkommen des Propheten (Âl-i Beytten Seyyidler Cemaati) mit einem Ungläubigen (kâfir) freute (mesruriyet). Das habe ich selbst erlebt. Ist ein solch einfacher Mann, der um eines großen politischen Kreises (daire-i siyaset) willen, mit dem er nichts zu tun hat (alâkasiz), einen solchen ungläubigen Feind (kâfir bir düsman) einem zur Verteidigung bereiten Nachkommen des Propheten (seyyid) vorzieht (tercih), etwa nicht das seltsamste Beispiel des Irrsinns (divanelik) und der Zerstreutheit des Verstandes (akli dagitmaklik)?

In der Tat verwahrlost (serseri) man, indem man die Neugierde (merak) der Menschen mit nur einfachen Vorstellungen (basit fikirli) für die Probleme (mesail) weiter Kreise der Politik (siyaset) weckt - deren Aufgaben (vazife) sich in gewissem Grade auf die Beamten in der Außenpolitik (siyaset memurlar), die Stabsoffiziere (erkân-i harb) und die Kommandanten beziehen (münasebet) - und diese Menschen dazu verleitet, ihre alltäglichen Pflichten (lüzumlu vazifesi) zu vernachlässigen, sodass sie mit ihrer Seele, ihrem Glauben (din), ihrem Privatleben (sahsiye), ihrer Familie (beytiye) und ihrem Dorf (karye) nicht mehr zurechtzukommen (idare-i ruhiye), füttert stattdessen ihren Verstand (akil) mit leerem Gerede (geveze), zerstört in ihren Herzen (kalb) die Freude (zevk) und Begeisterung (sevk) für die Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) und des Islams, entführt sie zu Luftschlössern (havalandirmak), wo sie dann ihre Herzen (kalb) trunken machen (serseri) und innerlich (manen) absterben, womit sie den Boden für die Glaubenslosigkeit (dinsizlik) vorbereiten (ihzar), indem sie die Menschen in ihrer Art völliger Neugierde (kemal-i merak) dazu verführt, Radio zu hören, um sich so in für sie sinnlosen (malayani) und unnützen (lüzumsuz) politischen Fragen (mesail-i siyasiye) unterrichten (ders) zu lassen, was im Gemeinschaftsleben (hayat-i içtimaiye) der Muslime einen derartigen Schaden (zarar) verursacht, dass sich einem die Haare sträuben, denkt man dabei an die Konsequenzen (neticeleri) für die Zukunft.

In der Tat ist jederman mit seinem Land (vatan), seinem Volk (millet), seiner Regierung (hükûmet) verbunden. Aber diese Verbundenheit, sich von vorübergehenden Strömungen mitschleppen zu lassen und das Wohl (menfaat) des Volkes, des Landes und der Regierung von der rein zeitlichen politischen Führung (muvakkat siyasetler) einiger weniger Personen (bazi sahislar) abhängig zu machen, ja das Wohl sogar als diese Person selbst zu betrachten, ist völlig falsch. Wenn die Aufgabe (vazife), die für jeden aus dieser Heimatliebe und dem Gefühl der Liebe (perverlik) zum Volk erwächst, zu einer Verpflichtung (vazife) wird und mit ihr in eins verschmilzt, so wird das, was ihm von dem Dienst (hizmet), der Verbundenheit (alaka) und dem Interesse für sein eigenes Herz (kalb), seine Seele (ruh) und von den wahrhaftigen Aufgaben (hakikî vazifedar), wie sie mit ihrem Privatleben (idare-i sahsiye), Familienleben (beytiye) und in den weiteren Bereichen wie der Religion (diniye) steht, zehn, zwanzig, ja sogar hundert. Zum Nachteil dieser ernsthaften und so vielen notwendigen Verbindungen für politische Strömungen (siyaset cereyani), deren ein einziger unnötig und für ihn überflüssig sind, zu opfern (feda), was ist das, wenn es nicht Wahnsinn (divanelik) ist?

Soweit die Antwort, die uns unser Meister (Üstad) in großer Eile gegeben hat. Wir haben diese eilige Aussage in Eile aufgenommen. Betrachtet sie also mit Nachsicht (kusura bakmayiniz).

— 39 —

Auch wir bestätigen (tasdik) dies mit ganzer Kraft (kuvvet). Denn wir bezeugen dies bei uns selbst und auch bei den Freunden, die wir kennen, und bestätigen (müsahede) es aufgrund unserer Erlebnisse (tecrübe). Viele von ihnen hören sogar aus Neugierde (merak) den Rundfunk, der genau zur Gebetszeit spricht, ebenso sehr wie sie das Gemeinschaftsgebet (cemaat), ja sogar das eigene Gebet (namaz), vernachlässigen. Während sie die Ohrfeigen und die Kämpfe (bogusma), welche sie aufgrund ihrer Ausschweifungen (sefahet) und den Irrlehren (dalalet) der eher ärgerlichen als bürgerlichen Zivilisation (medeniyet) als Strafe für die Schikanen (ihanet) gegenüber dem Islam ständig auf den Kopf bekommen, hören sie den weiten politischen Kreisen (siyaset) mit Interesse (alâkadarane) aufmerksam zu. Die Personen (sahis), deren Atem giftig (nefesi zehirli) und deren Kopf berauscht ist, da sie ihren Unterricht (ders) vom Rundfunk bekommen, erleiden dadurch einen gewaltigen Schaden (zarar) an ihren heiligen (kudsî) und wichtigen Aufgaben (vazife).

Von den Schülern (sakird) der Risale-i Nur
Emin, Feyzi

(Ein Abschnitt von Ahmed Nazif)

Verehrter Meister!

Es ist zweifelsfrei, dass die Risale-i Nur, die trotz der Schwäche und Ohnmacht Eurer erhabenen Persönlichkeit (yüksek sahsiyetiniz) die Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan), durch die Güte des Herrn (inayet-i Rabbaniye) und die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i ilahiye) wie die glänzenden, kraftvollen Strahlen der Sonne in unsere Herzen (kalb) eindringen lässt, und die Wahrheiten der Religion und des Glaubens (hakaik-i diniye ve imaniye), um die schwachen, armseligen Gläubigen (mü'min) vor der Bedrohung durch die Irrlehren (dalalet) zu retten (halâs), sie in Sicherheit (selâmet) zu bringen und auf den rechten Weg zu führen (hidayet), dient und heilig (hâdim ve kudsî) ist, auf jeden Fall als der Geist unserer Zeit (sahib-i zuhur) bezeichnet werden wird, der die rechte Leitung (hâdî) gibt und dessen diese Zeit bedarf (muhtaç). Aufgrund dessen, da Ihr doch das Sprachrohr (tercümani) des Qur'an und sein öffentlicher Ausrufer (dellâl) und zudem auch der Verfasser (müellif) und der einzige Diener (hâdim-i yegânesi) dieser Risale-i Nur seid und außerdem - obwohl Ihr doch nur ein schwacher und armseliger Soldat (âciz ve fakir bir nefer) wart - durch euren geistigen Dienst (manevî hizmet) in den hohen Grad eines Marschalls (müsiriyet derece-i âliye) erhoben wurdet, habt Ihr den Segen (tefeyyüz) verdient (istihkak), sodass der Allwissende (Âlim-i Mutlak), der absolute Herrscher (Hâkim-i Mutlak), der absolut Allmächtige Herr (Kadir-i Mutlak), Seine Erhabene Majestät (Zülcelal Hazretleri) diese heilige, erhabene Aufgabe (kudsî vazife-i âliye) einem hohen öffentlichen Ausrufer (dellâl) besonders anvertraut (me'mur) - der Ihr doch Euch selbst für bedeutungslos (kiymetsiz) erachtet - einem besonders wertvollen (kiymetli), tugendhaften (fazilet), segensreichen (feyizli) und erhabenen Generalstab (âlî derece) angehört, ihn dafür bestimmt und besonders dazu beauftragt.

هذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Das ist von der Gnade meines Herrn."}

Er hat auch uns ohnmächtige, rebellische, sündige (günahkâr) Diener durch Seine Güte und Freigiebigkeit (lütf u keremiyle) die rechte Leitung (irsad) und den rechten Weg (hidayet) gezeigt, Euch, unseren Meister (Üstad), zu unserem Wegweiser (rehber), unserem geistigen Führer (mürsid) ernannt und uns als unser Fahrzeug (vasita) gegeben, wofür wir selbst zu schwach sind, Euch unsere Dankbarkeit (sükran) zu erweisen und unsere ewige Verbundenheit (minnet) zu bekunden.

— 40 —

So ist das nun, mein Meister (Üstad)! Dieses wahrhaftige Wort (hakikî kelime), diesen segensreichen (mübarek) und ehrenwerten Namen (ism-i serif) auch der Risale-i Nur schon jetzt rein äußerlich zu verpassen, steht mir nicht zu (haddim) und ich hüte mich davor, ihn zu gebrauchen (istimal), während mir vollkommen klar (idrak) ist, dass dafür an einem anderen Ort, an anderer Stelle (mahal) außer dem Brief von Küçük Hüsrev ve Mehmed Feyzi, die unsere überaus wertvollen Kameraden (kiymetli arkadas) und im Dienst (hizmet) am Qur'an wertvollen Begleiter (kiymetli refik) und Mitarbeiter (serik) sind, nicht die passende Zeit ist. Denn solange mein Meister (Üstad) noch keine Erlaubnis und keine Billigung (izin ve müsaade) gegeben hat, können derartige Bezeichnungen nicht von Wert (kiymet) sein. Ich bekam nur aufgrund der Eingebung (ilham), die ich aus der Risale-i Nur empfing, den Eindruck, dass Bruder Feyzi, der in unserer Gegend (muhit) den ersten Platz erworben hat, in seinem Brief diesen Ausdruck lediglich aus seiner guten Meinung (hüsn-ü niyet) und außergewöhnlichen Verbundenheit (fart-i merbutiyet), Treue (sadakat) und Wahrhaftigkeit (ihlas) gebraucht hat.

Da ich Eure Aufmerksamkeit (mesguliyet) durch den Fehler (hata), den ich begangen (hâdis) habe, auf diese Äußerung (izhar) gelenkt habe, bin ich jetzt sehr betrübt (mütessir) und bitte nun um Eure Verzeihung (af). So bitte ich denn (istirham) in vollkommener Aufrichtigkeit (kemal-i hulus) darum, dass Ihr es mir durch Eure ermahnende (ikaz), Eure belehrende (irsad) Güte (nimet) und die geistige Führung mit einem Tadel (himmet-i itab) verzeihen möget und ich so von den geistigen Ohrfeigen (manevî tokat) der Risale-i Nur verschont (muhafaza) bleibe.

Mein teurer (aziz) und ehrenwerter (kiymetli) Meister! Durch die Güte und die Gnade (lütf u keremiyle) Gottes des Gerechten (Cenab-i Hakk) und durch Seine grenzenlose Huld (ihsan) habe ich sehr viele materielle und geistige (maddî ve manevî) Wundertaten (keramet) und den Segen (bereket) der Risale-i Nur, deren heiligem Dienst (hizmet-i kudsiye) ich mich angeschlossen (intisaben) habe, in augenscheinlicher Gewissheit (aynelyakîn) erlebt und Ihre Freude (lezzet) genossen (tatmis). So bitte (rica) ich Euch denn darum, die Fehler dieses Eures schwachen Dieners (hizmetkâr) wegen seiner positiven Haltung (hüsn-ü niyet) und Reinheit des Herzens (hulus-u kalbi) zu verzeihen (bagislama), wobei ich einige dieser so vielen Wundertaten (keramet) dieser segensreichen (mübarek) Risale-i Nur anführen möchte. Es ist dies wie folgt:

Die Person (zât), die das Sprachrohr (tercümani), der Verfasser (müellif) und Eigentümer (sahibi) der Risale-i Nur ist, war im Jahre 1324* oder 1325*, in Istanbul unter der Bezeichnung und mit dem Titel "Bedîüzzaman" berühmt geworden. Ich selbst war von seinen Publikationen durch das große Lob in den Medien (matbuat) sehr beeindruckt (mütehassis). Da ich damals in meiner jugendlichen Unwissenheit (cahil) gerade erst einmal siebzehn Jahre alt war, erhielt dieser gesegnete Name (mübarek isim) in meinem Herzen (kalb) seinen besonderen Platz. Um dieser Liebe (muhabbet) und Ehrfurcht (hürmet) im Herzen (kalb) willen muss es gewesen sein, dass ich im Jahre 1326, {alle Jahreszahlen nach dem alten Julianischen Kalender (rumi)} als Hazret-i Üstad auf seiner Schwarzmeerreise (Karadeniz) unter seinem Namen und Titel "Bedîüzzaman Said-i Kürdî" mit zweien seiner Diener Inebolu besuchte, wobei er damals von berühmten Gelehrten (meshur ülema) aus Inebolu, wie Haci Ziya und anderen Gelehrten zum Schiff begleitet wurde, ihm zufällig auf dem Markt begegnete und diesen gesegneten Mann (mübarek zât) mit dem Gefühl (hissi) einer sehr tiefen Liebe (muhabbet) begrüßte (selâm) und er meine Grüße mit einem Lächeln (mütebessim), einer lichtvollen Miene (nuranî sîmalar) und seinen durchdringenden Blicken (keskin nazar) entgegennahm und ich in seinen geistigen Blicken (manevî nazar) seine Gunst (iltifat) erfuhr. Seit diesem Tag mehrte sich meine Liebe (muhabbet) und meine Verbundenheit (alâkam) mit ihm. Ich sehe mit augenscheinlicher Gewissheit (aynelyakîn), dass sie, in mir und in meiner Erinnerung, seit dreißig Jahren bewahrt geblieben ist.

— 41 —

Vor etwa sechs Jahren nach meiner Schätzung hatte ich in einem Artikel einer Zeitung mit Bedauern gelesen, dass diese Weltleute (ehl-i dünya) nicht davor zurückgeschreckt sind, ihn, für den die Bevölkerung in Isparta ein großes Interesse gezeigt hat, während er sie in Religion und Glaube (din ve îman) unterrichtet hatte, dennoch zu verhaften. Obwohl ich zum ersten Mal nach dreißig Jahren, also einer so langen Zeit, eine so bittere Nachricht (aci haber) bekommen hatte, konnte ich mich dennoch nicht weiter (kat'iyyen baska) darüber informieren (malûmat), was in der Zwischenzeit mit ihm geschehen (akibet) war. Zehn Jahre lang hatte ich stets nach meinen fünfmaligen Gebeten (dua) zu Gott, dem Herrn der Welten (Cenab-i Rabb-ül Âlemîn Hazretleri), inständig (niyaz) darum gebetet: "Oh Herr (Rabb), schenke mir doch in Deiner Güte (ihsan) einen vollendeten Lehrer (mürsid-i kâmil)." Vor drei Jahren, d.h. im Jahre 1357 nach der Hicra und im Jahre 1938 nach Christus (miladi), hörte ich dann endlich in einem CafÇhaus in Inebolu von einem armseligen Betrunkenen aus Kastamonu, dass eine Person, die er lobend erwähnte (sitayisle bahsettigi bir zât), sich in Kastamonu befindet (mevcudiyet) und dort in der Verbannung (menfî) lebt. Nun also darauf aufmerksam geworden, habe ich weiter nachgefragt und nachgeforscht (tahkik ve ta'mik) und zu meinem Erstaunen (hayret) erfahren, dass diese Person der damalige Said-i Kürdî war, den ich seit dreißig Jahren verborgen in meinem Herzen (kalb) bewahrt hatte. Und so verspürte ich denn, wie diese Liebe mit der Zeit in meinem Herzen (kalb) aufs Neue entzündet wurde und mich also fest dazu entschlossen (lâzim ve sart) machte, jedes Risiko auf mich zu nehmen, ihn in jedem Fall zu besuchen (ziyaret) und seine gesegneten (mübarek) Hände zu küssen. Bei meinem Besuch fand ich ihn mit dem segensreichen Namen (ism-i mübarek) des Alten Said als Bedîüzzaman Said Nursî und den Verfasser (müellif) und Eigentümer (sahib) der Risale-i Nur. Ich habe mich in vollkommener Liebe (kemal-i ask) und Aufrichtigkeit (ihlas) fest an ihn gehalten und zu mir gesagt, dass mein einziger Lehrer (mürsid), Wegweiser (rehber) und großer Meister (üstad) diese Risale-i Nur ist. Ich danke (sükrederek) Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) so viele Male, wie der Weise Qur'an Buchstaben (Hakîm'in harfleri) zählt, dass Er mich in Seiner grenzenlosen Güte (hadsiz ihsanat) geleitet (hidayet) und mir eine solche Gnade (inayet) erwiesen hat. Und so sagte ich:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Dank sei Gott! Dies ist von der Güte meines Herrn."}

{(Anmerkung): So wie einige Freunde Gottes (ehl-i velayet) ihre zukünftigen Schüler (talebe) - noch ehe sie zur Welt (dünya) kamen - durch die Entwicklung (inkisaf) ihrer inneren Vorausschau (hiss-i kabl-el vuku) in wunderbarer Weise (kerametkârane) entdeckt (kesfettik) haben, so haben in der Tat auch einige der bedeutenden (mühim) Schüler (talebe) der Risale-i Nur in ihrer inneren Vorausschau (hiss-i kabl-el vuku) schon lange zuvor verspürt (hisset), dass sie in Zukunft in Zusammenarbeit mit Said dem Lichte (Nur) dienen (hizmet) werden. So ist denn auf diese Weise auch Nazif einer von ihnen.}

Im Vergleich dazu erfuhren wir in unseren materiellen, irdischen (maddî ve dünyevî) Angelegenheiten, in den geschäftlichen Verdiensten (kazançlar) und in unseren persönlichen und ganz privaten (sahsî ve hususî) Arbeiten, vor unserem Anschluss (intisab) an die Risale-i Nur, wie auch nach dem Anschluss (intisab) an die Risale-i Nur, außergewöhnliche Unterschiede und Segen (fark ve bereket), wobei wir nun - mehr als das größtmögliche Blühen (mes'ud) eines Geschäftes (tüccar), bzw. der Freiheit (serbestlik) eines glücklichen (müferrah) Reichen - wohlgesonnen, frisch, fröhlich (ferah u sürur) und frei (serbest) und weiterhin im Leben gesund und munter (sihhat ve âfiyet) - Gott sei Dank (elhamdülillah) - ein glückliches Leben (imrar-i hayat) verbringen dürfen. So möchten wir denn hier mitteilen und bestätigen (itiraf ve tasdik), dass wir dies der heiligen Güte und Gnade (kudsî lütf u keramet) der Risale-i Nur verdanken.

— 42 —

Wir möchten auch noch mitteilen (tasdik), dass wir augenfällig bezeugen (aynen müsahede) können, dass unser ehrenwerter Meister (Üstad hazretleri) sich persönlich für die Veröffentlichung (nesriyat) der Risale-i Nur und hinsichtlich der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye), besonders aber für den Dienst und die Anbetung Gottes (ibadet) sowie für das Gebet (namaz) eingesetzt (me'zuniyet-i hususi) und religiöse Unterweisungen (telkinat-i diniye) erteilt hat und noch erteilen wird - wozu wir hinsichtlich unserer Person (sahs) in all unserer Unwissenheit (cahil), Schwäche (âciz), Mangelhaftigkeit (nâkis) und Unfähigkeit (iktidarsiz) nicht in der Lage gewesen wären - die jedoch machtvoll (kuvvetli) überzeugen (ikna') und seine wirkungsvollen Ansprachen (müessir hitab) zu greifbaren Ergebnissen (âsâr-i fiiliye) führen. So können wir voll Stolz (kemal-i fahrle) bestätigen (müsahede), dass es unserem Meister (üstad) im Namen der Risale-i Nur gelingt (muvaffak), viele Muslime, die das Gebet (namaz) bisher vernachlässigt haben - Dank sei Gott (elhamdülillah) - dazu zu bringen, die Moschee (câmi) regelmäßig zum Gebet (namaz) aufzusuchen und so greifbare Ergebnisse (âsâr-i fiiliye) und dergleichen heilige Dienste (kudsî hizmet) zu erbringen und dass diese aus der großen, außerordentlichen Güte (hârika keramet) der Risale-i Nur erwuchsen und noch erwachsen werden.

Seit Beginn des Zweiten Weltkrieges, der jetzt gerade zwischen Deutschland und Großbritannien tobt, und in seinem weiteren Verlauf erheben zahllose Atheisten (zindik) und Heuchler (münafik) ihre durch nichts zu begründenden Anschuldigungen (isnadat) gegen meine Person, um - seien es neuzeitlich geschulte Menschen (münevver fikirli âlim) oder ungeschulte Atheisten (cahil mülhid), also fast alle außer einigen meiner Freunde (dost) - d.h. fast alle Leute in der Stadt (memleket halki) von meinem heiligen Dienst (kudsî hizmet) abzuschrecken, so als hätte ein nichtsnutziger Teufel (seytan-i aleyhi mâyestehik) bereits alle Leute in der Stadt verführt (igfal) und gegen mich aufgehetzt (tahrik), sodass sie unter den Leuten in der Stadt bis hin zu den Behörden der Regierung (erkân-i hükûmet) mit Nachdruck gegen mich die Ansicht (zihniyet) verbreiten: "Nazif versucht die Leute mit seiner oppositionellen Politik (muhalif bir siyaset) in seiner Gefolgschaft (tarafdar) zur Einheit des Islam (ittihad-i islâm) zusammenzuführen und treibt so seine politische Propaganda." So haben sie denn alle Teufel zur Spionage gegen mich (seytanlarin tecessüsleri) in Bewegung gesetzt. Es scheint, dass meine Gegner (aleyhtar) Rache (intikam) an mir nehmen wollen, indem sie nicht zögern, hinter meinem Rücken sowohl diese furchtbare, atheistische Srömung (müdhis cereyan) anzufeuern und mich unter der Bezeichnung "Anhänger der Deutschen" (Almanci), was nach ihrer Vorstellung abscheulich (menfur) ist, der Verachtung (hakaret) auszusetzen. Tatsächlich aber kann ich - Gott sei Dank (lillahilhamd) - da ich durch die Unterweisung (irsad) der Risale-i Nur die Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) und des Qur'an höher schätze als alles in der Welt (kâinat) und fest an sie glaube (itikad), sie nicht für die politischen Strömungen dieser Welt (küre-i arz), auch nicht, böte man mir dafür die Herrschaft über die ganze Welt (dünya saltanati), eintauschen. Ich bin nur ein Diener (hâdim) der Risale-i Nur, Anhänger der Wahrheit (hakikatçi) und des Glaubens (imanci) und des Qur'an (Kur'anci). So erfahre ich seit vielen Jahren trotz all ihrer Angriffe (hücum) zwei Werke der Güte Gottes (eser-i inayet):

Erstens: So wie dies alles unserem Dienst (hizmet) der Veröffentlichung (nesriyat) der Risale-i Nur nicht nur keinen Schaden zugefügt hat, ist dieser über alle unsere Erwartungen hinaus zum Erfolg (fevkalme'mul muvaffak) geworden.

Zweitens: Jedes Mal, wenn uns wieder ein heftiger Angriff (hücum) bevorstand, bekamen wir von unserem Meister (Üstad) die Anweisung (emr): "Habt Acht! (Dikkat) Darüber hinaus ist es auch ein offensichtliches Wunder (asikâr bir keramet) der Risale-i Nur, dass im Jahr 1359 der Hicra, etwa am zehnten oder zwölften Tag des Heiligen Monats Ramadan (Ramazan-i Serif), ein Herr unter unseren Brüdern namens Hatib Mehmed - Gott hab ihn selig (Allah rahmet etsin) - verstarb (vefat), während er den sechsundzwanzigsten Blitz , die "Abhandlung für die Kranken" (ihtiyarlar Risalesi) abschrieb. Wegen seiner Krankheit war er nicht imstande, seine Arbeit fortzusetzen und brach sie ab, nachdem er das Bekenntnis zur Einheit (kelime-i tevhid) "Lâ ilahe illâ Hû" geschrieben hatte, und bat Feyzi Mehmed Efendi, den Bruder, der ihn besuchte (ziyaret) und ein fleißig arbeitender Freund (fa'al arkadas) von uns ist, darum, dass er sie zu Ende (ikmal) bringt. Und so verschied er aus dieser Welt (dünyaya veda) und beginnt nun nach Gottes Willen (insâallah) ein Ewiges Leben (ebedî hayat). Dadurch zeigte er, nachdem er mit diesem schönen Wort (kelime-i tayyib) das Ende seines Lebens (hayat) besiegelt hatte, dass er im Glauben (iman) ins Grab (kabr) geht. Zudem gab er dadurch eine eindeutige frohe Botschaft und Kunde (müjde ve tebsirat) für die Schüler (talebe) der Risale-i Nur.

— 43 —

Ich bitte meinen verehrten Meister (kiymetli Üstadim) darum, dass dieses offensichtliche Wunder (açik keramet) und die gewaltig große Verkündigung (tebsirat-i azîme) des Geheimnisses (sirr) der Ayah

﴿ فَفِى الْجَنَّةِ خَالِدِينَ ﴾

{"Sie werden ewig im Paradies sein.) (Sure 11, 108),}

die in der Abhandlung über den "Hinweis aus dem Qur'an" (isarat-i Kur'aniye) an der sechsundzwanzigsten Stelle behandelt wurde und - vollkommen richtig - besagt (tebsirat): "Die Schüler (talebe) der Risale-i Nur werden im Glauben (iman) ins Grab steigen." sich auch auf alle unsere Brüder beziehen (tamim) wird und so der Grad der Erhabenheit (derece-i ulviyet) der Risale-i Nur augenscheinlich (aynelyakîn) erkannt und gesehen wird und wann und wie ihnen der Lohn (mükâfat) für ihre Dienste (hâdim) erteilt werden wird; {nämlich im Jenseits} dass also dieses offensichtliche Wunder, dieser Sachverhalt (hakikat) - falls es angemessen (muvafik) ist - hier in diese Abhandlung (Risale) über den "Hinweis aus dem Qur'an" (isarat -i Kur'aniye) als Anmerkung (tahsiye) aufgenommen werden wird.

Ein Schüler (sakird) der Risale-i Nur
Ahmed Nazif Çelebi

Der hier folgende Abschnitt (fikra) ist eine Schlussfolgerung (istihrac) von Ahmed Nazif Çelebi, der ein tüchtiger Schüler (faal bir sakird) der Risale-i Nur ist. Es wird als angemessen betrachtet, diesen Text sowohl der an der zweiunddreißigsten Stelle angeführten Ayah im "Ersten Strahl" (Birinci Sua) beizufügen als auch bei den Texten (fikra) des "Siebenundzwanzigsten Briefes" (Yirmiyedinci Mektub) mit anzuführen. Er selbst sagt hier:

Ich habe die hier folgenden Ayat während der Rezitation eines Hâfiz mit angehört:

Aus der Sure Ahzab (Sure 33):

﴿ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِي ﴾
﴿ يَا اَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اذْكُرُوا اللّهَ ذِكْرًا كَثِيرًا ٭ وَسَبِّحُوهُ بُكْرَةً وَاَصِيلاً ٭ هُوَ الَّذِى يُصَلِّى عَلَيْكُمْ وَمَلٰئِكَتُهُ لِيُخْرِجَكُمْ مِنَ الظُّلُمَاتِ اِلَى النُّورِ وَكَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيمًا ٭ تَحِيَّتُهُمْ يَوْمَ يَلْقَوْنَهُ سَلاَمٌ وَاَعَدَّ لَهُمْ اَجْرًا كَرِيمًا ٭ يَا اَيُّهَا النَّبِىُّ اِنَّا اَرْسَلْنَاكَ شَاهِدًا وَمُبَشِّرًا وَنَذِيرًا ٭ وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ بِاِذْنِهِ وَسِرَاجًا مُنِيرًا ٭ وَبَشِّرِ الْمُؤْمِنِينَ بِاَنَّ لَهُمْ مِنَ اللّٰهِ فَضْلاً كَبِيرًا ٭ صَدَقَ اللّٰهُ الْعَظِيمُ ﴾

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen" "Oh ihr Gläubigen! Gedenkt Gottes in häufigem Gedenken und preiset Ihn des Morgens und des Abends! Ihn, der - mit Seinen Engeln - den Segen über euch spricht, um euch aus der Finsternis heraus ins Licht zu führen. Und Er ist barmherzig zu den Gläubigen. Er wird sie am Tage der Begegnung mit dem Friedensgruß (Selam) begrüßen. Und Er hält reichlichen (kerim) Lohn für sie bereit. Oh Prophet (nabi)! Wir haben dich als Zeugen gesandt, als Verkünder einer frohen Botschaft und als einen Warner, damit du sie mit Seiner Erlaubnis zu Gott rufst und ihnen eine strahlende Leuchte seiest. Und verkündige den Gläubigen, dass sie eine große Huld von Gott zu erwarten haben." (Sure 33, 41-46) "Gott der Allmächtige hat wahr gesprochen!"}

— 44 —

Ich habe das Gefühl, dass sich in diesen Ayat Indizien (îma), Zeichen (remz), ja selbst Hinweise (isaret) auf die Risale-i Nur finden, da es nun einmal solche Ayat wie diese Ayat (vazife-i risalet) gibt, die in jedem Jahrhundert dem Auftrag des Prophetentums entsprechen und sich auf seine Berufung (davet) beziehen. Und da nun einmal in jedem Jahrhundert (asr) einzelne Personen (efrad) auftreten und es Bestätigungen (mâsadak) gibt, und da nun einmal die Eigenschaften (sifat) und Bezeichnungen (ünvan), die in diesen Ayat dem ehrwürdigen Gesandten (Resul-ü Ekrem) zugeschrieben werden, zu allen Zeiten anzutreffen sind und in jedem Jahrhundert ihre Gültigkeit (hükmet) haben, gehört es in der Tat zu der Besonderheit (se'ni) des geistigen Wunders (i'caz-i manevî) des Qur'an, ja ist sogar ein Erfordernis (muktezasi) und geradezu eine Notwendigkeit (lâzim), dass unter diesen beiden Bezeichnungen (ünvan) im Umfang ihrer Bedeutung als Zeichen (mana-yi remz) die Werke und Personen (eserler ve zâtlar) wie die Risale-i Nur, die diese Aufgabe (vazife) erfüllen, in den Kreis und den Umfang (daire-i sümul) solcher Ayat eintreten. Da nun einmal die Risale-i Nur in diesem sonderbaren Zeitalter (acib asir) auf eine außergewöhnliche Art und Weise (müstesna bir suret) die Aufgabe (vazife) erfüllt, auf die diese Ayat hinweist (isaret), so ist sie in ihrer Bedeutung (mana) im weitesten Umfang (daire-i külliye) dessen eigentliches Objekt (ferd). Mit Sicherheit können wir anhand verschiedener Zeichen (müteaddid emare) und verborgener Hinweise (gizli karine) sagen, dass diese Ayat genauso wie die im Ersten Strahl (Birinci Sua) aufgezählten weiteren einunddreißig Ayat mit ihren hinweisenden Bedeutungen (mana-yi isari) die Risale-i Nur betreffen. Es ist dies wie folgt:

﴿ لِيُخْرِجَكُمْ مِنَ الظُّلُمَاتِ اِلَى النُّورِ وَكَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيمًا ﴾

{"... um euch aus der Finsternis heraus ins Licht zu führen. Und Er ist barmherzig zu den Gläubigen."}

Dieser Satz bedeutet sinngemäß (mana-yi isarîsi): "Um von einer überaus düsteren Ungerechtigkeit (karanlik bir zulüm) und einer überaus dichten Finsternis (karanlik bir zulmet), die schon bis 1370 (= 1954) andauert, euch, oh ihr Gläubigen (ehl-i iman) und Leute des Qur'an zu den Lichtern (Nurlar), die aus dem Qur'an hervorgehen, zu den Strahlen des Glaubens (imanin isiklari) hinzuführen. Sein Name umfasst das Licht (Nur), und in seiner Bedeutung findet sich Gottes Barmherzigkeit (manasinda rahîmiyet). Er betrifft in unserem Zeitalter (asr) einen Funken (lem'a) aus dem Qur'an, in dessen Bedeutung sich der Name Gottes: "das Licht" (ism-i Nur) und der Name Gottes: "der Allbarmherzige" (ism-i Rahîm) manifestiert (mazhar) und darauf hinweist (îma). Außer der sinngemäßen Übereinstimmung (mana mutabakati) findet sich ein Zeichen (emare) und ein Hinweis (karine) auf folgende Weise: Der Zahlenwert (makam-i cifr) des folgenden Textes

﴿ اِلَى النُّورِ وَكَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيمًا ﴾

{"... in das Licht. Und er ist barmherzig zu den Gläubigen."}

ergibt - die Verdopplung und die Nunation (sedde ve tenvin) mitgezählt - 947, womit der Zahlenwert von "Risale-i Nur", bzw. "Risalet-i Nur" mit 947 genau übereinstimmt (tevafuk).

﴿ اِنَّا اَرْسَلْنَاكَ شَاهِدًا وَمُبَشِّرًا ﴾

{"Wir haben dich als Zeugen gesandt und als Verkünder einer frohen Botschaft."}

Dieser Satz verweist mit seinem Zahlenwert (makam) - die Verdopplung (sedde) wird hier nicht mitgerechnet, weil sich die Nunation (tenvin) am Ende des letzten Wortes findet (vakif), sodass hier nur der Buchstabe "Elif" gezählt wird - auf das Jahr 1323 (= 1907). Er verkündet den Gläubigen (ehl-i iman), die in diesem Jahr über dem Ausbruch (mebde-i infilâki) einer fürchterlichen Revolution (inkilab) am Sitz des Kalifats (Merkez-i Hilafet) in Verzweiflung geraten sind, eine frohe Botschaft (müjde) und weist (isaret) auf einen wahrhaftigen Zeugen (hakikî bir sahid) hin, der für die Wahrhaftigkeit (hakkaniyet) und die Stärke (kuvvet) der islâmiyet ein machtvolles Zeugnis ablegt (kuvvetli sehadet) und aufgrund der Erbschaft des Prophetentums (veraset-i nübüvvet) eine Einladung (davet) überbringt. {Dieser Satz weist auf einen Zeugen hin, der am Sitz des Kalifats Zeugnis ablegt und die Gläubigen zur islâmiyet einlädt. (A.d.Ü.)}

— 45 —
﴿ وَنَذِيرًا ٭ وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ ﴾

{"... und als einen Warner und damit du sie zu Gott rufst."}

Dieser Satz

{(Anmerkung):

﴿ وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ ﴾

("damit du sie zu Gott rufst.")

Dieses Wort stimmt genau mit dem numerischen Wert (makam) des Wortes Bediüzzaman überein (tevafuk), das ein wahrhaftiger Name (hakikî bir ismi) der Risale-i Nur ist und ihm sinngemäß entspricht (manen mutabakat). Das Wort وَدَاعِي ("du rufst") allein stimmt mit dem Namen des Sprachrohrs (tercüman) der Risale-i Nur "Said" mit seinen drei Buchstaben überein (ittihad), wobei es eine Entsprechung (tevafuk) mit drei unterschiedlichen Buchstaben hat. Denn die Nunation, Elif und Wau macht insgesamt 57. Das ist drei makam weniger als der numerische Wert des Buchstabens "Sin"

im Namen des Schülers (talebe) der Risale-i Nur

"Küçük Abdurrahman Tahsin".}

verweist mit seinem Zahlenwert (makam-i cifr) auf das Jahr 1256 (= 1840), wobei die Nunationen - weil sie nicht am Ende des letzten Wortes stehen (vakif) - mitgerechnet werden, und bezieht sich auf das Anfangsstadium der Verfinsterung (inhisaf) der islâmiyet in diesem Zeitalter wie auch in heutiger Zeit, zu der die Vorbereitungen (ihzar) bereits vor einem Jahrhundert (asir) begonnen (mukaddemat) hatten.

﴿ وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ ﴾

{"damit du sie zu Gott rufst."}

Der makam-i cifr dieser Worte beträgt 191 und stimmt ganz genau mit dem numerischen Wert (aded) des Namens Bediüzzaman überein (tevafuk), der ein wahrhaftiger Name (hakikî ism) der Risale-i Nur ist, und weist darauf hin, dass auch die Risale-i Nur inmitten dieser Verfinsterung (inhisaf) eine Einladung, eine Berufung zu Gott ("dâî-i ilallah") ist.

﴿ بِاِذْنِهِ وَ سِرَاجًا مُنِيرًا ﴾

{"mit Seiner Erlaubnis zu Gott rufst und ihnen eine strahlende Leuchte seist."}

{(Anmerkung):

﴿ بِاِذْنِهِ وَ سِرَاجًا مُنِيرًا ﴾

("ihnen mit Seiner Erlaubnis eine strahlende Leuchte seist.")

Der makam dieses Ausdrucks beträgt 1330 und stimmt genau (tevafuk) mit dem Jahr der Erscheinung (zuhur) des Kommentars (tefsir) "Hinweis auf das Wunder" (isarat-ül i'caz) überein, der die Einführung (fatiha) zur Risale-i Nur ist. Wenn der ausgesprochene Buchstabe (melfuz) "ye" in dem Wort بِاِذْنِهِ ("mit Seiner Erlaubnis") mitgerechnet wird, so beträgt er 1340 (= 1924). Das entspricht (tetabuk) dem Jahr der Erscheinung (zuhur) der Risale-i Nur. Da die Nunation (tenvin) nicht am Ende des Satzes liegt (vakf) und daher als ein "nun" gezählt wird, so ergibt der makam 1380. Das ist ein Zeichen (remz) des Qur'an, dass die Risale-i Nur in diesem Jahr (tarih) nach Gottes Willen (insâallah) eine strahlende Leuchte (sirac-i nuranî) werden wird, welche die Erde (Küre-i Arz) erleuchten (isik) wird.

Ein Schüler (sakird) der Risale-i Nur

Tahsin}

— 46 —

Und nur das Wort سِرَاجًا مُنِيرًا {"eine strahlende Leuchte"} steht völlig mit dem Wort "Siracünnur" (Leuchte des Lichtes), das eine Bezeichnung (ism) für die Risale-i Nur ist, dem Wort (lafzen) und dem Sinne (manen) nach, wie auch mit seinem numerischen Wert (cifren) exakt in Übereinstimmung (tevafuk). Die Buchstaben "mim" und "je" in dem Wort مُنِيرًا {"strahlend"} entsprechen (mukabil) dem verdoppelten Buchstaben (seddeli) "nun" in dem Wort النُّورِ {"Licht".} Da Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, in seiner verborgenen Huld (keramet-i gaybiye) der Risale-i Nur den Titel "Siracünnur" (Leuchte des Lichtes) verleiht, kann man in der Tat sagen, dass ihm dies durch diesen Teil (fikra) dieser Ayah inspiriert (mülhem) worden ist, und wir sagen dies ohne zögern.

﴿ وَبَشِّرِ الْمُؤْمِنِينَ بِاَنَّ لَهُمْ مِنَ اللّٰهِ ﴾

{"Und verkündige den Gläubigen, dass sie (eine große Huld) von Gott zu erwarten haben."}

Dieser Satz verweist mit seinem numerischen Wert (makam-i cifrî) auf das Jahr 1359, wenn dabei die Verdopplung (sedde) mitgezählt wird. Er bezieht sich genau auf das Jahr dieses Jahrhunderts (asr), in dem wir uns heute (1943) befinden und berichtet durch ein Zeichen sinngemäß (mana-yi remzi), dass Gott für die Gläubigen (ehl-i iman) eine große Huld (ihsan) bereit hält. Wir sehen, dass in dieser Zeit die größte Gnade (ihsan) die Rettung des Glaubens (imani kurtarmak) ist. Und wir sehen, dass es vor allem die Risale-i Nur ist, die den Glauben (iman) mit einzigartigen Zeugnissen rettet (hârika bürhanlarla kurtaran), d.h. dass also sie es ist, die für diese Zeit eine große Gnade ("fadlun kebir") ist. Dieser Hinweis (isaret) wird im Folgenden noch besonders bekräftigt (kuvvet):

Das Wort فَضْلاً {"Huld"} aus der Aussage فَضْلاً كَبِيرًا {"große Huld"} ergibt einen makam von 960. Dieser Name der Risale-i Nur verwandelt sich in die Form (izafed) eines Verhältniswortes (tavsif tarzi) und wird zu "Risale-i Nuriye", deren numerischer Wert (makam) 962 beträgt und so mit einem sinnvollen (manidar) Unterschied von zwei Zahlen in Übereinstimmung (tevafuk) ist und weist so mit dem Finger durch ein Zeichen und einen Wink (remzen ve îmaen) auf ihr Haupt hin.

Oh Gott, unser Herr (ilahî Ya Rabb)! Gewähre unserem Meister (Üstad) Said Nursî, dem Verfasser (müellif) der Risale-i Nur und seinen Schülern (talebe), den Dienern (sakird) der Risale-i Nur und ihren Angehörigen (mensub) in Deinem Schutz und Deiner Obhut (muhafaza-i hifzinda) und Deiner Göttlichen Burg (kal'a-i ilahiye) Schutz und Sicherheit (muhafaza ve emin)... Amin... Und bringe sie dazu, dass sie im Dienst (hizmet) am Qur'an und am Glauben (iman) verharren und standhaft bleiben (sabit ve daim)... Amin... Und hilf ihnen bei diesem ihrem heiligen Dienst (kudsî hizmet) und schenke (ihsan) ihnen Erfolg (muvaffakiyet) und Deinen Beistand (muavenet)... Amin... Und lass sie das große Geheimnis (sirr-i a'zam) des Ehrwürdigen (Azîmüssan) Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist, das heilige Geheimnis (sirr-i kudsî) der Erkenntnis Gottes (marifetullah), der Liebe Gottes (muhabbetullah), der Liebe des Gesandten Gottes (muhabbet-i Resulullah) und das große Geheimnis (sirr-i uzma) von "Hasbünallahü ve ni'melvekil {"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachwalter." (Sure 3, 173)} und der Güte und Huld des Wohlwollens Gottes (rizaullah) und der Schau der Schönheit Gottes (rü'yet-i Cemalullah) erlangen, oh Herr der Welten (Rabb-el Âlemîn)!

— 47 —
اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلَى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ وَ عَلَى آلِهِ وَ صَحْبِهِ وَ اَهْلِ بَيْتِهِ اَجْمَعِينَ الطَّيِّبِينَ الطَّاهِرِينَ آمِينَ بِحُرْمَةِ سَيِّدِ الْمُرْسَلِينَ وَ الْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِين

{"Oh Gott, schenke unserem Herrn Mohammed und seiner Familie und seinen Gefährten und den Leuten seines Hauses, die gut und rein sind, Deinen Segen; âmîn. Um des Herrn der Gesandten willen sei Gott dem Herrn der Welten Lobpreis und Dank."}

Euer armer, schwacher, hilfloser, sündiger Schüler und Diener aus inebolu
Ahmed Nazif Çelebi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen immer und ewiglich."}

Mein höchst liebenswerter und über alles ehrenwerter, gütiger, stets opferbereiter, großer Meister und teurer Herr!

Ich habe Euren kostbaren Brief (kiymetdar mektub), der wertvoller ist als eine Schatzkammer (mücevherat) voller Juwelen (hazine), ja selbst mit dem Schmuck (zînet) dieses vergänglichen irdischen Lebens (fâni dünya hayatini) nicht zu vergleichen ist, am Abend des 23. Tages dieses segensreichen heiligen Monats Ramadan (mübarek Ramazan-i Serif) zehn Minuten vor dem Fastenbrechen (iftar) von der Post abgeholt. Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) es annehmen (kabul), dass ich daraufhin gleich zwei Mal Iftar gefeiert habe. {erstens der Empfang des Abendessens und zweitens der Empfang dieses kostbaren Briefes}

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Dank sei Gott! Dies ist von der Güte meines Herrn."}

Da die langen Zeilen, die ich zuvor geschrieben hatte, hohl und sinnlos (malayani ve bosluk) waren, ich Euch ziemlich damit aufgehalten (mesgul) habe und die wertlosen, unnützen Geschenke (kiymetsiz, degersiz hediye) sowohl von uns als auch von unserem gesegneten (mübarek) Bruder Zekeriya ohne Eure Zustimmung (me'zuniyet) angenommen (kabul) habe und dennoch wagte (cesaret), sie Euch anzubieten (takdim), erwartete (intizar) ich schüchtern, dass ich die daraus erwachsene Ablehnung (adem-i kabul) und die Unzufriedenheit (hosnut) meines verehrten Meisters (aziz Üstad) und seinen Tadel (tekdirat) erfahren würde.Doch da brachte mir der Postbote (müvezzi) bereits zwei Briefe. Da es bereits die Zeit zum Iftar war, öffnete ich sie stehenden Fußes. Nachdem mir jedoch die so schöne (sirin) und geradezu faszinierende (cazib) Schrift Eurer Exzellenz (hatt-i fâzilaneniz), deren Wert ich gar nicht zu schätzen weiß, als hätte sie mich mit den Worten "Fürchte dich nicht!", angesprochen (hitab), mit einem Lächeln (tebessüm) in die Augen gefallen war, konnte ich vor Freude (sürur) nicht mehr weiterlesen. Ich bin stattdessen sofort nach Hause geeilt und fing noch während des Iftar an zu lesen.

— 48 —

Mein liebevoller und gütiger Meister! Ich erinnerte (hatir) mich der Verheißung (tebsirat) seiner Exzellenz (Hazret) Muhyiddin-i Arabî und bin fest davon überzeugt (iman), dass die väterliche Liebe (sefkat-i pederane), die ich von Eurer Exzellenz (Zât-i fâzilan) erfahre, jene väterliche Liebe (sefkat-i pederane) zum Ausdruck bringt, welche diese große Persönlichkeit (o büyük zât) verkündet hat. Der Allmächtige Gott und Herr (Kadir-i Mutlak Hazretleri) möge mit Euch, meinem Meister (Üstad), voll und ganz zufrieden (kat kat razi) sein und auch uns in Euren Diensten (hizmet) und im Dienst am Qur'an verharren und standhaft (sabit ve daim) sein lassen... und uns die wertvollen und heiligen Hinweise (kudsî isaret) unseres Meisters (Üstad) und seine kostbaren Gebete (dua) zuteil (mazhar) werden lassen... âmîn - um des Hauptes der Gesandten willen (bihürmeti Seyyid-il Mürselîn) -.

Geliebter Meister! Die Annahme meines Beitrags (mesaî) im Dienst (hizmet) am Qur'an und bei der Veröffentlichung (nesriyat) der Risale-i Nur, der doch nur einem Körnchen (zerre) gleicht, durch unseren erhabenen Meister zu seiner Zufriedenheit (hüsn-ü kabul) erlangt zu haben (mazhariyet), hat mich, Euren schwachen (zayif), ohnmächtigen (âciz) und armseligen Diener (fakir hizmetkâr) in all seiner Unfähigkeit (iktidar) und mangelndem Verständnis (idrak), Euren Schüler (talebe) mit seinem, in seinem verwirrten Bewusstsein (suuru muhtel) doch so begrenzten Einblick (ihata) in die Dinge, so sehr in Glück (ne derece sevinç) und Freude (sürur) versetzt, wie ich es gar nicht beschreiben kann. Ich weiß gar nicht, wie ich Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dem aller Ehren würdigen (Hazret), unendlichen Segen (Feyyaz-i Mutlak) schenkenden Herrn, der uns armen Sündern (günahkâr) und Euch, unserem Meister (Üstad), nach dreißig Jahren ihres Verlangens (istiyak) und zehn Jahren der Bittgebete (münacat) und des Flehens (niyaz), eine solche geistige, geheiligte Anerkennung (manevî ve kudsî takdirat) verliehen (ihsan) hat und - ohne der Unaufmerksamkeit seiner Diener (kullarin isyanlari) zu achten - dennoch alles kennt und hört und ihnen, was sie sich nur wünschen (istedik) in Hülle und Fülle (bâligan mâ belag) schenkt, der alles was da ist (mükevvenat) in der Hand Seiner Allmacht (yed-i kudret) hält und dem alles gehört (sahib) und Sein Eigentum (mâlik) ist, und der über alles herrscht (hâkim), loben und Ihm danken (hamd ve sükür) soll.

Verehrenswerter Meister! Gewährt uns doch Euren Beistand (tavassut), damit Gott unserem geringen, nur einem Körnchen gleichenden (katre mesabe) Dienst (degersiz hizmet) in diesem so überaus kurzen und bescheidenen irdischen Leben (dünya hayat) und unserem Lobpreis und Dank (hamd ve sükür) nach Seinem Willen (insâallah) das Geheimnis (sirr) von "möge Gott es annehmen" (Tekabbelallah) verleihen möge (mazhar).

Obwohl der zweite Brief aus dem "Band der Briefe" (Mektubat Risalesi) mir ständig gegenwärtig (hatir) ist und ich mich darum bemühte, immer diesen Euren Anweisungen zu folgen (emirler riayet), hat mich, Euren Diener, eine Weisung aus dem Unsichtbaren (mücbir-i gaybî) dazu geführt (tahrik), auch wenn Ihr in Eurem ganzen Leben (ömrü) niemals (muhalif) ein Geschenk (hediye) ohne Gegenleistung (mukabele) angenommen (kabul) habt, diesem zweiten Brief zuwider (muhalefet) zu handeln. Meine Absicht (niyet) ist dabei jedoch rein (hâlis), meine Loyalität (sadakat) und meine Verbundenheit (merbutiyet) völlig richtig (ciddî) und durchaus fest, frei von jeglichem Schein (riyad), und betrifft und beruht (matuf ve müstenid) keineswegs auf irgendeinem materiellen Vorteil (maddî menfaat); vielmehr wurde uns und unserer Provinz (memleket) auf dem Weg des Wohlwollens Gottes (Allah rizasi yolunda) eine heilige Persönlichkeit (kudsî zât), die uns, um besonders solch Schwache (âciz), Aufrührerische (âsi), Sündige (günahkâr) wie wir es sind, auf den rechten Weg zu geleiten (hidayet), sie zu führen (irsad) und sie bis zum Ziel zu begleiten und die Leute des Irrwegs (ehl-i dalalet) und der ketzerischen Erneuerungen (ehl-i bid'a) zum Weg der Wahrheit (tarîk-i hakka) einzuladen (davet), er, der ein Diener (hâdim) der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) ist, von Gott (vedîatullah) im Namen des Qur'an und mit dem Ziel des Dienstes (hizmet) an der Risale-i Nur zu treuen Händen (ihsan) anvertraut.

Wie unser ehrenwerter Gast (misafir) uns Sündern (günahkâr) zu geistiger Hilfe (manevî yardim) eilt und sich Tag und Nacht darum bemüht, uns zur Verzeihung Gottes (magfiret-i ilahiye) hinzuführen (irsad), fühlen auch wir, dass wir zu dieser Aufgabe verpflichtet (vazifesiyle mükellef) sind, diesem lieben Gast (aziz misafir) gern und willig auch zu seiner materiellen Hilfe (istiyak) rein um Gottes (Allah) willen zu eilen und uns dafür einzusetzen.

— 49 —

Außerdem befielt uns sowohl der Qur'an als auch unser Prophet (Hazret-i Peygamber), mit dem Friede und Segen sei, تَعَاوَنُوا {"einander beizustehen"} auch den Obdachlosen (Gurabaya) unsere Hilfe anzubieten.

Ich bitte um Verzeihung, mein ehrenwerter, geliebter Meister! Ich weiß ja, dass Ihr keine Geschenke (hediye) annehmen (kabul) wollt. Jedoch haben mich unsere Gefährten (arkadas) dringend darum gebeten (israr), Euch wegen einer Unterstützung (muavenet) wie der Armensteuer (Zekat) und den Almosen (Sadaka) zu schreiben (mecbur). Ich dachte zudem, dass solche Dinge für Eure materiellen Bedürfnisse, wie die Miete für Eure Behausung (ikametgâh) und andere unentbehrliche Notwendigkeiten (mübrem ihtiyaçlar) wie Holz und Kohle, durchaus erforderlich (lâzim) wären.

Eigentlich ist meine Empfehlung (tavsiye) und mein Rat (telkinat) für unsere Gefährten (arkadas), niemals an irgendwelche materiellen Vorteile (maddî menfaat) zu denken, damit das Prinzip unseres Meisters (kaide-i Üstada) nicht gebrochen wird. Denn der Glaube (din) darf nicht als Werkzeug für irdische Dinge (dünya) missbraucht werden. Der Glaube (din) verträgt es überhaupt nicht (kabul), als Mittel, einen Lohn (vasita-i cer) zu bekommen oder einen materiellen Gewinn (maddî menfaati) zu erlangen. Ja, ich nehme mir bei der Veröffentlichung (nesriyat) der Risale-i Nur sogar unseren verehrten Meister (kiymetli Üstad) als Beispiel (taklid), um niemand zu Dank (minnet) verpflichtet zu sein.

Verehrenswerter und liebevoller Meister! Als Eure Diener (hizmetkâr) möchten wir ihnen wenigstens nicht als unserem Meister (Üstad), sondern wie einem verehrenswerten Gast in der Fremde (garib bir misafir) um des Wohlwollens Gottes willen (rizaen lillah) finanziell helfen (maddî yardim), damit Ihr zudem in Eurer Überzeugung keinen geistigen Schaden (manevî zarar) erleidet müsst, bitten und beten (niyaz ve tazarru) wir zu Gott dem Herrn (Cenab-i Allah), der die Macht (kuvvet), Kraft (kudret) und Größe (azamet) besitzt (sahib), an Seiner göttlichen Schwelle (dergâh-i ilahiye) darum, dass unsere Hilfe bei Ihm doch als etwas Gutes angenommen (hüsn-ü kabule mazhar) wird.

Ehrenwerter Meister! Wir haben die Absicht, Euch anlässlich (kaim) der kommenden Festtage (Bayram) mit einigen unserer Gefährten (arkadas) zu besuchen, Euch unsere Hochachtung zu erweisen (arz-i ta'zim makaminda) und Euch, unseren verehrten Meister (kiymetli Üstad), im Namen und an Stelle (makam ve hüküm) aller Schüler und Studenten (talebe ve sakirdler) der Risale-i Nur und aller ehrenwerten Diener (kiymetli hizmetçi) des Qur'an sowohl zum Heiligen Monat Ramadan (Ramazan-i Serif) als auch der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) und den segensreichen Festtagen (mübarek Îd-i Fitr) zu beglückwünschen (tebrik). Bei Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) bitten und beten (niyaz ve tazarru') wir in Gemeinschaft (birlik) mit vielen Brüdern und Gefährten (kardes ve arkadas) unter Eurer - unseres Meisters - Führung (Üstadimiz basimizda) gemeinsam noch mit dergleichen vielen Heiligen Ramadan-Monaten (Ramazan-i Serif) beehrt (müserref) zu werden, küssen eure gesegneten (mübarek) beiden Hände und bitten (istirham) Euch als unseren ehrenwerten Meister (kiymetli Üstad), um Eure - Gott wohlgefälligen - Gebete (dua-i hayriye) und Heiligen Unterweisungen (kudsî irsad).

Euer stets eurer Heiligen Gebete (kudsî dua) bedürftiger (muhtaç), sündiger (günahkâr) Diener (hizmetkâr) und Schüler (talebe)

Ahmed Nazif
— 50 —

Ein Abschnitt (fikra) von Hilmi, Tahsin und dem Teehausbesitzer (Çayci) Emin, Schülern (sakird) der Risale-i Nur. Es ist angemessen (münasib), diesen Abschnit (fikra) dem "Siebenundzwanzigsten Brief" (Yirmiyedinci Mektub) beizufügen.

Da unsere Abhandlungen (risale) durch die Spitzel (casus) in den letzten Tagen mit großer Aufmerksamkeit (hassasiyet) beobachtet werden, zeigt auch der Schutz der Gnade Gottes (inayetin himayeti) durch eine Art Aufmerksamkeit (hassasiyet) Seine besondere Gunst (ikram). Hier dafür nur ein ganz kleines Beispiel (cüz'î bir nümune):

Was den Lebensunterhalt (maiset ciheti) der Schüler (sakird) der Risale-i Nur betrifft, so ist er eine Gunst Gottes (ikram-i ilahî), die sich in einer winzigen, jedoch staunenswerten (sâyan-i hayret) und überaus subtilen Übereinstimmung (latif bir tevafuk) offenbart, einem Ereignis (vakia), in dem sich zweifelsohne jene Güte (keramet) zeigt, die im Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur zum Ausdruck kommt. Die Übereinstimmung (tevafuk) hat in diesem Fall (vakia) ihre Quelle (menbai) in einer Kette der Keramet (silsile-i keramet) der Risale-i Nur, die uns bei einer sechsmaligen Übereinstimmung (alti aded tevafukat) einer solchen Art (cins) eines Zusammentreffens (ittifak) zu der Überzeugung (hükmet) hat gelangen lassen, dass dies in der Tat die Wahrscheinlichkeit (ihtimal) eines bloßen Zufalls (tesadüf) von vornherein ausschließt. Es ist dies wie folgt:

Da wir seit ein paar Tagen unseren Meister (Üstad) nicht besucht hatten, ging ich mit meinem Bruder Emin, den Meister zu besuchen (ziyaret). Nachdem wir nachmittags gemeinsam das Gebet (ikindi namaz) verrichtet hatten, beehrte er (emr) uns mit den Worten: "Ich möchte euch etwas zu essen anbieten; hier ist euer Proviant (tayin)." Und noch einmal wiederholend sagte er: "Wenn ihr nicht esst, wird es mir zu einem neunfachen Verlust (zarar). Denn anstelle dessen, was ihr esst, wird Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) es mir zukommen lassen."

Obwohl wir aber immer noch dafür um Verzeihung baten (rica), etwas zu essen abzulehnen, beehrte er uns (emr) weiterhin mit den Worten: "Esst, was euch bestimmt (rizk) ist; es wird zu mir kommen." Um uns seiner ausdrücklichen Empfehlung nicht zu widersetzen, begannen wir also nun, von der dargebotenen Butter und dem wohlschmeckenden Kürbis (kabak tatlisi) mit etwas Brot zu essen. Doch während wir noch zu Tisch saßen, kam zu unerwarteter Zeit und Weise ein Mann zur gleichen Zeit zur Tür herein. Er hielt in der einen Hand so viel frisches Brot wie wir gerade gegessen hatten und ebenso viel Butter (ein Stück von der Größe einer Haselnuss) wie wir gerade gegessen hatten und in der anderen Hand etwa ebenso viel wohlschmeckenden Kürbis wie vor uns auf dem Tisch stand. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn es gab für uns überhaupt keine Möglichkeit, dies alles in irgendeiner Weise auf den Zufall (tesadüf) zurückzuführen. So hatten wir denn mit eigenen Augen den Segen des Herrn (bereket-i Rabbanî) in der Versorgung (rizk) der Schüler (sakird) der Risale-i Nur geschaut. Unser Meister (Üstad) sagte (emr) jedoch: "Die Gabe (ihsan) wird zehnfach sein. Wobei diese Gunst (ikram) genau die gleiche Menge ausmachte; d.h. der Aspekt des Proviants (tayin) stand hier im Vordergrund. {Das heißt, es ging hier um die genaue Versorgung der Schüler und nicht um irgendein Almosen (sadaka). (A.d.Ü.)} Die Versorgung mit dem Proviant erfolgt hier also mit der Waage (mizan)." {d.h. nicht beliebig, sondern ausgewogen (A.d.Ü.)} Später dann, noch am selben Abend, zeigte sich jedoch auch noch der Aspekt eines Almosens (sadaka). Da haben wir dann gesehen, wie vom Brot das Zehnfache, von der Buttermehlhelva (tereyagi tatlisi) auch das Zehnfache und, da er den wohlschmeckenden Kürbis (kabak tatlisi) nicht so besonders mag, statt dessen von den Zuccinis (kabak) und den Auberginen, sauer eingelegt (patlican tursusu), ebenfalls das Zehnfache, ganz im Gegensatz zu unserer Erwartung (me'mulün hilafina), hereinkam, als ein geistiger Lohn (manevî ücret) für ein einwöchiges Studium (mütalaa) des "Zweiten Strahls" (ikinci Sua) aus der Risale-i Nur. Das haben wir mit eigenen Augen gesehen, d.h. die Süßigkeit des wohlschmeckenden Kürbisses (kabak tatlisinin tatliligi) wurde in die Buttermehlhelva (tereyagi-un helvasi) umgewandelt, während das sauer Eingelegte (tursu) gleich geblieben ist.

— 51 —

So wie die Schüler (sakird) der Risale-i Nur für ihre guten Dienste (hüsn-ü hizmet) eine rasche Belohnung (mükâfat) erfahren, sahen wir mit eigenen Augen auch hier, wie in Isparta geschehen ist, dass auch diejenigen, die im Dienst Fehler (hizmette kusur) begehen, gleichfalls {gemeint sind Anhänger wie Gegner der Risale-i Nur (A.d.Ü.)} Ohrfeigen bekommen. Über lediglich fünf, sechs unter weit mehr Vorfällen möchten wir hier berichten.

Erstens: Ich, mit Namen Tahsin, bekam eines Tages - weil ich in unserem neu eröffneten Laden (dükkân mesgalesi) zu viel zu tun hatte und daher der mir mit dem "Licht" anvertrauten Aufgabe (vazife-i Nuriye) durch meine Nachlässigkeit (tenbellik) nicht nachkommen konnte - zur gleichen Zeit einen zärtlichen Klaps (sefkatli bir tokat). Als ich nämlich in unserem Laden saß, kam jemand herein, vertraute mir ein Pfand (emanet) von hundert Lira an und bat mich, ihm dafür einen Hundert-Lira-Schein zu geben. Um dem Besitzer dieser Summe Geldes um Gotteslohn (Allah için) einen Dienst (hizmet) zu erweisen, ging ich also zur Zentralbank (maliye sandik), um diese Scheine umzutauschen. Man entdeckte jedoch unter ihnen (paralari sayarken) einen Falschen (kalp lira). So musste ich denn während eines dementsprechenden Verhöres (ifade) Rede und Antwort stehen, Rechenschaft ablegen (muahazeye maruz), und auch mein Haus wurde einer Durchsuchung (taharri) unterzogen (îcab). Dann wurde ich vor Gericht (mahkeme) gestellt. Da dies aber nur eine Zurechtweisung (terbiye) und ein zärtlicher Klaps (sefkat tokadi) war, zeigte sich hier wieder einmal die Güte der Risale-i Nur und rettete mich, ohne dass ich dabei Schaden (zarar) nahm.

Zweitens: Ein Mann (bir zât), der unserem Meister (Üstad) und der Risale-i Nur vier, fünf Jahre lang gelegentlich gedient (hizmet) und sie auch anderen zu lesen gegeben hatte und ihr ernsthafter Anhänger (tarafdar) war, erschien eines Tages plötzlich mit einer Zeitung religiösen Inhalts in seiner Hand. Da er jedoch dabei dem Vertreter (sahib) einer Strömung (cereyan) Sympathie entgegenbrachte (tarafdarane bir tavir), die dem Geist (meslek) der Risale-i Nur zuwiderlief (muhalif), fühlte sich der Meister (Üstad) innerlich sehr beunruhigt (cani çok sikildi). Ein, zwei Tage danach bekam dieser Mann dafür zwar einen Schlag, wenn auch nur einen zärtlichen Klaps (sefkatli bir tokat). Da sagte zu ihm ein Arzt: "Wenn Sie sich jetzt nicht operieren (ameliyat) lassen, werden Sie zu hundert Prozent daran sterben." So ließ er sich also gezwungenermaßen operieren. Doch mit Hinsicht auf die Zärtlichkeit (sefkat) empfing er rasch Hilfe (imdad) und so wurde er denn gerettet (kurtuldu).

Drittens: Ein Beamter (memur) pflegte die Risale-i Nur in vollkommener Begeisterung (kemal-i istiyak) zu lesen. Dabei bemühte er sich öfter, dem Meister zu begegnen und dabei aufrichtig an seinen Unterweisungen (ders) teilzunehmen. Da wurde er plötzlich von einem Kommissar in Angst (evhem) versetzt. So hörte er denn auf, den Meister noch weiter zu besuchen und (die Risale-i Nur) zu lesen. Als er aber nun in eine andere Stadt fuhr, brach er sich unvorhergesehen und völlig überraschend ein Bein. So musste er denn einen Monat dort bleiben. Wiederum begleitete ihn die Zärtlichkeit (sefkat) wie ein Freund (yâr). Seitdem hat er nun wieder mit Begeisterung (sevk) begonnen, zu lesen.

Viertens: Eine bedeutende Persönlichkeit (zât) pflegte die Risale-i Nur mit völliger Hochschätzung (kemal-i takdir) sowohl zu lesen als auch abzuschreiben. Doch eines Tages verlor er jedes weitere Interesse (sebatsizlik) daran und erhielt dafür einen keineswegs mehr zärtlichen Klaps (sefkatsiz bir tokat): Seine Partnerin (refikasi), die er sehr geliebt hatte, verstarb. Da aber auch seine beiden Söhne an einen anderen Ort verzogen, geriet er auf diese Weise in eine leidvolle (acinacak) Situation.

Fünftens: Ein Mann (zât), der sich vier Jahre lang um die Angelegenheiten des Meisters an einem Marktflecken (çarsi) gekümmert hatte (hizmet), kündigte ihm eines Tages die Freundschaft (sadakati birakip) und schlug einen anderen Weg ein (meslegini degistirdi). Da erhielt er überraschend einen ganz und gar nicht zärtlichen Klaps (sefkatsiz bir tokat). Darunter leidet er nun schon seit einem Jahr.

— 52 —

Sechstens: Es handelt sich um einen Vorfall, von dem ein Hoca betroffen wurde. Vielleicht ist er jetzt noch immer ein wenig nachtragend (helâl etmez). Wir haben den Kontakt mit ihm verloren (görmüyoruz). Darum wollen wir jetzt über seine Ohrfeige auch nicht weiter reden (tokadi kaldi)!

Es gab noch viele andere derartige Vorfälle, weswegen wir keinen Zweifel (sübhe) mehr daran haben, dass sie auf jeden Fall Ohrfeigen (tokat) waren, die sich aufgrund von Nachlässigkeiten (kusur) gegenüber der Risale-i Nur ereigneten.

Die Schüler (sakird) der Risale-i Nur, die das bestätigen (tasdik), Hilmi, Emin, Tahsin

Auch ich kann das in der Tat bestätigen (tasdik)
Said

Noch etwas Wunderhaftes (keramet) bei der so leichten Verbreitung (sühulet-i intisari) der Risale-i Nur durften wir erleben, während wir diesen Brief schreiben und zu der Zeit, da wir die Güte (keramet) des Essens mit eigenen Augen wahrnehmen. Es ist dies wie folgt:

Wir hatten sieben, acht wichtige Abhandlungen (risale) und die Abhandlung über die "Hinweise (isarat) des Qur'an" aus dem Buch "Strahlen" (Sua) zusammen mit einem wichtigen Brief in einem Sack für einen wichtigen Bruder in eine andere Stadt (sehir) gesandt. Unser Fahrer verlor jedoch dieses Paket. Dennoch gelangten diese Werke (eser) in einer derartigen Zeit, noch bevor Heuchler und Spitzel (münafiklar ve casuslar) darüber Bescheid (haber) wussten, durch eine vertraute (emin) Hand nach fünf Tagen wieder in unsere Hände, wodurch wir zu der sicheren Überzeugung (kat'î kanaat) gelangten, dass eine Gnade (inayet) uns beschützt (himaye).

Ein weiterer subtiler Schutz (latif bir himayet) der Güte des Herrn (inayet-i Rabbaniye) gegenüber der Risale-i Nur war Folgendes: In einem Augenblick undurchsichtiger Verhältnisse (karanlik bir vaziyet) während einer beängstigenden Zeit, in der Verdächtigungen (evham) und Schnüffeleien (tecessüs) der Spitzel (casuslar) und der Untersuchungsbeamten (taharri memurlar) die Behausung (menzil) unseres Meisters (Üstad) belauerten (sarma), stahl eine Maus eine Socke des Meisters. Wir haben noch lange danach gesucht und sie nirgendwo finden können. Endlich entdeckten wir dann das Mauseloch. Es war aber unmöglich, dass die Socke da hinein gekommen sein könnte. Jedoch zwei Tage später sahen wir, dass dieses Tier die Socke mit sich geschleppt und genau dort hatte liegen lassen, wo private (mahrem) Briefe und Dokumente (evrak) lagen, deren Inhalt (muhteviyat) wir längst schon vergessen hatten. Eigentlich hatten wir schon zwei Mal dort nachgesehen, konnten sie da aber nicht entdecken. Die Socke dahin zu bringen war jedoch nur dadurch möglich, dass sie über das Ofenrohr geklettert war, um dahin gelangen zu können. Nur ein überaus kluger und intelligenter Mann (kurnaz ve zeki) hätte dies zuwege bringen können. Da hier jedoch überhaupt keine Möglichkeit (ihtimal) für einen Zufall (tesadüf) blieb, sagte der Meister (Üstad): "Diese Briefe müssen wir von dort wegschaffen." Wir haben sie dann erst einmal durchgelesen. Ihr Inhalt war zwar keineswegs politisch (siyaset). Sie hätten jedoch einen wichtigen Grund (vesile) für diese argwöhnischen Spitzel (vehham casus) abgeben können, gegen uns aus einem Korn eine Kuppel (habbeyi kubbe) zu bauen. Wir haben sowohl sie als auch noch andere Dinge fortgeschafft, die als Vorwand (bahane) hätten dienen können. Wegen unserer Aufregung (heyecan) haben die Spitzel (casus) bereits Bescheid (haber) gewusst und dachten schon, dass wir uns auf irgendetwas vorbereitet hätten. Bevor sie jedoch hereinstürmten (hücum), kam Emin zwei Tage zuvor mit einem Sack ins Zimmer (menzil). Genau hinter ihm trat auch der Kommissar der Dienststelle (karakol) heimlich herein, ohne es jemanden merken zu lassen. Er fand jedoch in der Hand von Emin anstelle der Bücher nur einen Sack, in dem sich Jogurt befand, und änderte daraufhin seine Verhaltensweise (tavri). Wie dem auch sei. Kurzum: entgegen aller Feinde und Spitzel (düsman ve casus), welche die Verbreitung (intisar) der Risale-i Nur verhindern wollten, kam ihnen nur eine einzige Maus (fare) entgegen und machte ihre Pläne null und nichtig.

— 53 —

Wir, Hilmi, Tahsin, Emin, Tevfik und Said bestätigen dies.

Mehmed Feyzi leistete damals gerade seinen Militärdienst ab und war also deshalb nicht mit dabei. Er hätte ansonsten das Recht (hakk) gehabt, als Erster zu unterschreiben.

(Ein Abschnitt aus dem Brief von Ahmed Nazif')

Uns von den Diensten (hizmet) zurückzuziehen, die zu versehen (îfadan) wir materiell und geistig (maddî ve manevî) schuldig sind (borc), ist nicht etwa Ausdruck einer Gefühllosigkeit (hissizlik) und einer Indifferenz (bîganelik) in unser Natur (fitrat) und Beschaffenheit (yaradilis), sodass wir uns davor hätten zurückziehen können. Und da Gott der Allbarmherzige Schöpfer (Cenab-i Hâlik-i Rahîm) uns nun einmal als Menschen (insan) erschaffen hat, wie können wir da so ganz und gar sorglos (bîgane) bleiben, obwohl wir nicht einmal ein Tausendstel der Aufgaben (vazaif), welche die Menschlichkeit (insanlik) uns befiehlt (emret), erfüllen (îfa) konnten. Wobei Sie uns in dieser Hinsicht entschuldigen (mazur) mögen, obwohl Sie, unser sehr verehrenswerter Meister (kiymetli Üstad), der unser entschlossener (azimkâr), standhafter (cefakâr), opferwilliger (fedakâr), grenzenlos geduldiger (mütehammil), heiliger (kudsî) und ehrenwerter Gast (aziz bir misafir) in der Fremde (garib) sind, der doch unsere Herzen (kalb) mit Lichtern (nurlar) erfüllt, obwohl wir eigentlich Sünder (günahkâr) und Fahnenflüchtige (âsi) sind. Dabei trösten (teselli) wir uns noch mit der Vorstellung (zanni), dass wir ja unsere Schuld (borc) nur mit wertlosen (degersiz), materiellen Dingen (maddiyat) ohne jede Bedeutung (kiymet) bezahlen können, da wir uns nicht bis in die Welt des Geistes (maneviyat) hinein ausstrecken können. Verzeihen Sie uns, unser Meister (Afv buyurunuz Üstadim)! Welchen Muslim gäbe es denn, der den Ruf (nida) des öffentlichen Ausrufers (Dellâl) des Qur'an gehört hat und dabei seine Ohren verstopfte (tika). Gott bewahre! Und überhaupt keineswegs (Hâsâ sümme hâsâ)! Der Strahl (sua) der Lichter (Nurlar) blendet unsere Augen. Er hat unsere Herzen (kalb) in aller Lauterkeit (safiyet) mit Gott (Allah), dem Qur'an, dem auserwählten Gesandten (Resul-i Mücteba), mit dem Friede und Segen sei, und den liebenswürdigen Erben (aziz vârisler) des Hauptes beider Welten (Cihan Serveri) verbunden und wird sie auch noch weiterhin miteinander verbinden. Diese Bindung (bag) ist eine solche Bindung, welche durch die Gnade des Gerechten (inayet-i Hakk) überhaupt kein Materialist (maddiyyun), kein Atheist (mülhid) und auch nicht die Schar der Irregehenden (firak-i dâllenin) zu zerreißen vermag, selbst wenn sich auch alle Kräfte (kuvvet) der Ungläubigen der ganzen Welt (dünya kâfirleri) vereinigten: es wird ihnen nicht gelingen, diesen heiligen Bund aller Herzen (kudsî rabita-i kalbiye) zu zerbrechen.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Lobpreis und Dank sei Gott! Dies ist durch die Gnade meines Herrn."}

Ich kann nicht damit einverstanden sein, dass sich Eure Eminenz (Zât-i fâzilanelerince), ohne einer Notwendigkeit (lüzum) oder einem Bedürfnis (îcab) zufolge überhaupt die Mühe machen (zahmetlerini ihtiyar) könnten einen Brief zu schreiben, geschweige denn, sich in dieser Hinsicht gekränkt (gücen) zu fühlen. Ich würde es für einen großen Fehler (hata) ansehen und für eine Respektlosikeit (hürmetsizlik) erachten, meinem verehrungswürdigen Meister (kiymetli Üstadim) einen Umstand (isgali) zu bereiten (teskil), der ihm bei der Erfüllung (îfasi) seiner heiligen Aufgaben (kudsî vazife) hinderlich (mani') sein könnte.

Ahmed Nazif Çelebi
— 54 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen immer und ewiglich."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Die meisten Weisheiten, die im Qur'an wiederholt werden und am Ende des Neunzehnten Wortes erklärt werden, finden sich in der Risale-i Nur. Dort findet sich auch die zweite Weisheit vollständig wieder. Diese Weisheit aber ist folgende:

Jedermann braucht jederzeit den Qur'an. Doch niemand ist dazu in der Lage, ständig den Qur'an zu lesen. Doch ist er wahrscheinlich dazu in der Lage, eine Sure zu lesen. Deshalb sind die wichtigsten Themen des Qur'an in seinen längsten Suren enthalten, wodurch sich jede Sure zu einer kleinen Qur'anausgabe gestaltet. Das heißt also, dass einige Themen, wie die Auferstehung (Haschir), die Einheit Gottes (Tauhid) und die Geschichte Mosis, wiederholt werden, damit sie niemandem vorenthalten bleiben. Weisheit von gleicher Bedeutung liegt auch darin, dass einzelne feinsinnige Glaubenswahrheiten und auch kraftvolle Zeugnisse dafür in verschiedenen Risalat wiederholt worden sind, ohne dass ich es bemerkt hätte, ganz ohne es zu wollen oder auch nur zu beabsichtigen. Ich war darüber sehr erstaunt und habe mich selbst gefragt: "Warum nur hat Gott gewollt, dass ich dies alles übersehen sollte?" Später wurde mir dann auf unumstößliche Weise klar, dass in dieser unserer Zeit jedermann die Risale-i Nur benötigt. Doch kann er nicht das Gesamtwerk erhalten. Und könnte er es erhalten, so kann er es doch nicht lesen. Stattdessen aber kann er einen kleinen Auszug aus der Risale-i Nur erhalten, der das Gesamtwerk in sich zusammenfasst und meistens kann er dann auch immer, wenn er das Bedürfnis dazu hat, über einige Themen darin nachlesen und so, gleich einem, der immer wieder das Bedürfnis nach Nahrung verspürt, gleichfalls immer wieder sein Studium aufnehmen.

Zweiter Punkt: Es wäre angemessen (münasib), wenn am Ende der kurzen arabischen Abhandlung (risalecik) mit dem Titel "Die Große Rezitation" (Vird-ül Ekber), welche aus dem Buch "Das Große Zeichen" (Âyet-ül Kübra) herausdestiliert worden ist, versehen mit einer Anmerkung als Kommentar (tefsir) zu der Ayah, die am Anfang der Abhandlung in Form eines Bittgebets (Risale-i Münacat) steht, nur noch die arabischen Texte (ilâve) hinzugefügt und mit ihr zusammen gelesen werden. Auch wir haben das in unseren Exemplaren (nüsha) so geschrieben.

Dritter Punkt: Meine lieben Brüder! In meinem Herzen (kalb) tauchte häufig die Frage auf: Warum hat imam-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, der Risale-i Nur und besonders der Abhandlung "Das Große Zeichen" (Âyet-ül Kübra Risalesi) eine so große Beachtung (ehemmiyet) geschenkt? So hatte ich auf den Sinn dessen gewartet. Dank sei Gott (Lillahilhamd) wurde er mir inspiriert (ihtar). Auf diesen Sinn, der sich mir entschleiert (inkisaf) hat, möchte ich jetzt nur einen kurzen Hinweis (isaret) geben. Es ist dies wie folgt:

— 55 —

Da es eine besondere Eigenschaft (mümtaz bir hasiyet) der Risale-i Nur ist, den letzten und umfangreichsten Stützpunkt (istinad) des Glaubens (iman) wirksam und sicher (kuvvetli ve kat'î) kundzutun (beyan), zeigt sich diese Eigenschaft in der Abhandlung "Das Große Zeichen" (Âyet-ül Kübra Risalesi) ganz besonders glänzend. In diesem eigenartigen Zeitalter (acib asir) dehnt sich der Kampf zwischen dem Unglauben (mübareze-i küfür) und dem Glauben bis zum letzten Stützpunkt (nokta-i istinad) hinaus und stützt sich darauf. So kämpfen (çarpisiyorlar) z.B. zwei Bataillone (tabur) auf einem Kampfplatz (sahrada) gegeneinander, auf dem sich zuvor alle Streitkräfte (kuvvet) beider Seiten zu einer riesengroßen Feldschlacht (meydan muharebe) gegeneinander aufgestellt hatten. Dabei nutzt die feindliche Seite jedes Mittel aus (vasitayi istimal), um ihr Bataillon mit allen für seinen Kampf erforderlichen Dingen (cihazat-i muharribe) seines größten Heeres (ordu) auszurüsten (imdad) und seine geistige Verfassung (kuvve-i maneviye) ganz außerordentlich zu unterstützen (takviye), und nutzt dabei jede Gelegenheit (vesile) aus, um die geistige Verfassung des Bataillons der Gläubigen (ehl-i iman) zu zerschlagen und die Solidarität seiner Mitglieder (efradin tesanüdü) zu brechen. Ein interessanter Anreiz (istinadgâh) zieht die Leute an (temayül) und vernichtet so ihren Rückhalt (ihtiyat kuvveti). Gegen jeden einzelnen Soldaten des Bataillons der Muslime (Müslüman taburu) sendet sie eine sich auf den Geist (ruh) ihrer Gesellschaft (cem'iyet) und Kommunität stützende (mütesanid) Gemeinschaft (cemaat). In einer Zeit (hengâm), in der sie sich anstrengt, deren geistige Verfassung (kuvve-i mâneviye) ganz und gar zu vernichten (mahvet), tritt jedoch jemand wie Hizir hervor und spricht zu diesem Bataillon: " Sei nicht verzweifelt! Du hast einen so unerschütterlichen Stützpunkt (nokta-i istinad) und solch unbesiegbare (maglub), großartige Heere (muhtesem ordular) und unerschöpfliche Ersatzkräfte (ihtiyat kuvvetler), welche selbst die ganze Welt (dünya) nicht herausfordern könnte. Ein Grund eurer jetzigen Niederlage (maglubiyet) liegt darin, dass ihr gegen eine Gemeinschaft (cemaat) und ihre geistige Körperschaft (sahs-i maneviye) nur einen einzigen Soldaten schickt. Strengt euch also an, sodass jeder einzelne Soldat mit einer starken geistigen Kraft (kuvvetli kuvve-i maneviye), die er von den Kreisen, die seine Stützpunkte (istinad noktalar) sind, diese geistig nutzt (manen istifade), zu einer geistigen Körperschaft (sahs-i maneviye) und zu einer Gemeinschaft (cem'iyet) wird." So sagte er und so überzeugte er völlig (tam kanaat).

Genauso wurden auch die Leute des Irrweges (ehl-i dalalet), welche die Gläubigen (ehl-i iman) angreifen, da dieses Zeitalter eine Zeit der Gemeinschaften (cemaat zamani) ist, durch die Gesinnung der Gesellschaft (cem'iyet) und ihre Kommunität zu einer geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) und zu einem bösen Geist (ruh-u habis). Dieser verdirbt das allgemeine Gewissen (vicdan-i umumî) und das Herz der Gesamtheit (kalb-i küllî) in der islamischen Welt (âlem). Er zerreißt auch den erhabenen islamischen Schleier (perde-i ulviye), welcher die traditionelle Überzeugung (taklidî olan itikadlari) des einfachen Volkes (avam) schützt, und verbrennt das vererbte Gefühl (hissiyat-i mütevârise), welches das Glaubensleben (hayat-i imaniye) am Leben erhält und traditionsgemäß (an'ane) überliefert wird. Während sich aber nun ein jeder einzelne Muslim für sich allein verzweifelt (me'yusane) vor diesem entsetzlichen Feuer zu retten versucht (çabalarken), eilte ihm die Risale-i Nur wie Hizir zu Hilfe (imdad). Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, entdeckte in seiner geistigen Schau (kesfen) die Abhandlung "Das Große Zeichen" (Âyet-ül Kübra Risalesi), welches als einen wunderbaren (hârika) dienstbereiten Soldaten (emirber nefer) in seinem Dienst (hizmet) das letzte Heer (ordu), {(Anmerkung): Eine Macht (kuvvet), die den Kosmos (kâinat) nicht zugrunde richten kann, kann es nicht in die Flucht jagen.} das den Kosmos umfasst (kâinati ihata) zeigt und aus ihm materielle wie geistige Hilfe (maddî, manevî imdad) holt, die alle Widerstände verbrennt (mukavemetsûz). Und das zeigte er (= Imam Ali) mit Nachdruck (ehemmiyet).

Die anderen Punkte im Gleichnis (temsil) kann man sich selber ausdeuten (tatbik), damit die Essenz (hülâsas) dieses Geheimnisses (sirr) sichtbar wird.

Said Nursî
— 56 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حُرُوفَاتِ رَسَائِلِ الَّتِى كَتَبْتُمْ وَتَكْتُبُونَ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Buchstaben der Abhandlungen, die ihr bereits geschrieben habt und noch schreiben werdet."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Der zweite Teil des Inhaltsverzeichnisses (Fihriste), das ihr unter dem Titel "Der zehnte Strahl" (Onuncu Sua) geschrieben habt, hat mir die folgende starke Hoffnung (kuvvetli bir ümid) eingeflößt: Die Risale-i Nur fand anstelle eines Ohnmächtigen (âciz), Alten (ihtiyar), Schwachen (zayif) und Hilflosen (bîçare) wie mir unter euch noch viele junge (genç), kräftige (kuvvetli) Saids und wird sie auch weiter noch finden. Darum stelle ich mir vor (tahmin), dass von jetzt an die Vervollständigung (tekmil), die Erklärung (izah) und die Ausführung (beyan) der Risale-i Nur mit allen Anmerkungen (hasiye) und Beweisen (isbat) euch anvertraut (tevdi') werden wird. Ein weiteres Zeichen (emare) dafür ist das Folgende: Obwohl ich in diesem Jahr vielmals versucht (ihtar) habe, die Wahrheiten (hakikat) aufzuschreiben (kaydetmek), die mir eingegeben (tesebbüs) wurden, gelang es mir doch nicht, noch weiter daran zu arbeiten.

Die Risale-i Nur kann für euch eine vollständige Quelle (mükemmel bir me'haz) sein. Und wenn für jeden daraus z.B. der Glaubensartikel (erkân-i imaniye), dass der Qur'an Gottes Wort (kelâmullah) ist, und über seine wunderhaften Anmerkungen (i'cazî nükte) die Abschnitte aus den verschiedenen Abhandlungen (müteferrik risale) zusammengetragen werden oder unterschiedliche Beweise (bürhan) über die Wiederversammlung (hasre) zusammengefasst werden u.dgl. Dinge mehr, kann in der Tat eine vollständige Erklärung (mükemmel bir izah), eine Anmerkung (hasiye) und eine Erläuterung (serh) zustande kommen. Ich denke, dass die Risale-i Nur die erhabenen Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i âliye-i imaniye) zur Gänze umfasst (ihata) und kein Bedürfnis mehr aufkommen lässt, an anderen Stellen noch weiter zu suchen. Nur manchmal wäre vielleicht noch eine Erläuterung (izah), eine weitere Ausführung (tafsil) notwendig (muhtaç). Daher kommt es mir so vor, als wäre meine Aufgabe (vazife) hiermit beendet. Eure Aufgabe setzt sich jedoch noch fort. So möge denn Gott es wollen (insâallah), dass sich eure Aufgabe mit Erläuterungen (serh), Darlegungen (izah), einer Vervollständigung (tekmil), Anmerkungen (tahsiye), Veröffentlichungen (nesir) und Unterweisungen (talim), ja sogar mit einer Abfassung (te'lif) des "Fünfundzwanzigsten und Zweiunddreißisten Briefes" (Yirmibesinci ve Otuzikinci mektublar) und mit der Vervollständigung (tekmil) der neun Kapitel (Dokuz Makam) des "Neunten Strahls" (Dokuzuncu Sua) sowie mit der Ordnung (tanzim), Einordnung (tertib), Auslegung (tefsir) und Korrektur (tashih) der Risale-i Nur fortsetzen wird.

Eine geistige Körperschaft (sahs-i manevî), die aus der Kraft der Wahrhaftigkeit (kuvvet-i ihlas) und dem Zusammenhalt (tesanüd) der ganzen Gemeinschaft (heyet-i mecmuasi) aufrichtiger (samimî), reiner (hâlis) Schüler (sakird) der Risale-i Nur herausgefiltert und so in Erscheinung (tezahür) getreten ist, ist für euch eine beständige (bâki) und mächtige Reservekraft (muktedir bir kuvvet-i zahr) und ein Wegweiser (rehber).

Ihr schreibt, dass die Briefe, die von hier aus dort ankommen, {von Kastamonu nach Isparta} durch die Arbeitsgruppe der Gesegneten (mübareklerin heyeti) zu einer Abhandlung (risale seklinde) zusammengefasst werden, wobei auch Hüsrev die Arbeit, einige nebensächliche oder persönliche Randbemerkungen sowie überflüssige Abschnitte (fikra) wegzulassen, Hafiz Ali und Sabri überlässt. Hüsrevs wunderhafte (kerametli), aufmerksame (dikkatli), durchaus zutreffende (isabetli) und scharfsinnige (keskin) Betrachtungsweise (nazar) der Risale-i Nur ist völlig richtig. Es ist daher besser, wenn in einem solchen Werk von bleibendem Wert (bâki bir eserde) nur zeitlich bedingte (muvakkat), nebensächliche und rein persönliche Worte weggelassen werden. Wir haben drei wunderhafte (kerametkârane) Punkte in eurem letzten Brief festgestellt:

— 57 —

Erstens: Ein fleißiger Schüler (taleb) der Risale-i Nur namens Küçük Hüsrev Mehmed Feyzi, der sich hier in seiner Wahrhaftigkeit (ihlas), seiner inneren Verbundenheit (irtibat) {mit dem Meister} und seiner Befähigung {für den Dienst} als ein Hüsrev von hier erweist, hat nun seine Wehrpflicht (asker) beendet und ist wieder nach Hause zurückgekommen. Als ich ihm ein zweites Mal begegnete, fand ich in eurem Brief gleichfalls den Namen "Feyzi" geschrieben, worauf wir uns sagten: "Diese Schüler (sakird) der Risale-i Nur stehen einander so sehr nah auch wenn sie örtlich voneinander weit entfernt sind, dass sie überraschend einander gespürt (hisse) und geschrieben {Ein Soldat namens "Feyzi" kommt nach Hause, während zur gleichen Zeit ein Brief eintrifft, in dem ebenfalls der Name "Feyzi" auftaucht (A.d.Ü.).} haben.

Zweitens: Als dieser Küçük Hüsrev Feyzi in diesen letzten Tagen in Istanbul war, habe ich mich im Interesse (hesab) der Risale-i Nur an ihn erinnert (zihnim). {nicht im persönlichen Interesse, sondern weil er wichtig für Risale-i Nur ist.} Da wurde ich traurig (müteessir). "Ist er etwa krank?" Doch da wandte überraschend meine Vorstellung (zihnim) ihr Gesicht von ihm ab. So beschäftigte ich mich denn intensiv mit Hafiz Ali. Und ich verstand, dass es da etwas gibt, was mich traurig (teessür) macht. Es muss etwas mit Hâfiz Ali zu tun haben, der im Zentrum {in Denizli} für die Risale-i Nur aktiv (fa'al) ist. So habe ich also mit Gebeten (dua) für die Heilung (sifa) von Hâfiz Ali begonnen und sie noch weiter fortgesetzt. Ich hatte sogar, bevor der Brief bei uns ankam, Feyzi gefragt: "Hast du etwa eine Krankheit gehabt?" Er hatte zu mir "Nein" gesagt. Da sagte ich: "Wenn das so ist, hat in Isparta ein bedeutender, starker Pfeiler (kuvvetli bir rüknü) eine Krankheit. So hatte meine Vorstellung (hayalim) das Gesicht der Sache verändert." Dann kam euer Brief bei uns an und wurde die Sachlage (hakikat) deutlich.

Drittens: Vor zwanzig Tagen fiel mir nach den segensreichen Tagen (eyyam-i mübarek) ein (hatir), dass es für diejenigen, die ihren Stift nicht jeden Tag für den Dienst (vazifedarane) gebrauchen, genug ist, alle vierundzwanzig Stunden hundertmal während der gemeinschaftlichen Erwähnung (ünvan-i icmalîsi) aller Schüler (talebe) der Risale-i Nur ihren Anteil (hissedar) zu haben. Die Namen von einigen, welche sich mit ihren persönlichen Namen (hususî isimler) im Kreis der Elite-Schüler (has sakirdler) befinden, wurden vorübergehend weggelassen. Auch unser Bruder Hakki Efendi war unter ihnen. Ein paar Tage ging das so weiter. Dann wurde Hakki plötzlich ohne jeden Grund wieder zu einem Gefährten (arkadas) von Hulusi. Und so trat er denn mit seinem Bild und Namen wieder in den Kreis der Elite (has) ein. Zur gleichen Zeit, in der Hakki in einem Abschnitt (fikra) eures Briefes schreibt: "Er {Üstad} soll mich im Gebet (dua) nicht vergessen.", haben wir gedacht (tahmin), dass er aufgrund dessen (hesab) doch das persönliche Gebet verdient. Es gab in den letzten Tagen sogar viele derartige Blitze (lem'alar) der Gnade (inayet). Emin wird in den täglichen Nachrichten (kazanmis hesabiyle) darüber einen Artikel (fikra) verfassen. Vielleicht wird er ihn auch an euch schicken. Die kleinen Schüler (küçük talebeler) der Risale-i Nur dort und auch alle zukünftigen (istikbal) so wertvollen Schüler (kiymetdar sakirdler) haben schon heute ihren Anteil (hissedar) im Kreise der Schüler (talebeler dairesi). Als Mehmed Feyzi in Istanbul nach den Abhandlungen (risaleler) des Alten Said suchte, hatte der heldenmütige (kahraman) Rüsdü noch am selben Tag in einem Laden die noch vorhandenen (mevcud) Exemplare gesammelt und mitgenommen. Küçük Hüsrev suchte verzweifelt (müteessir) auch noch an anderen Orten und entdeckte so die "Zeichen des Wunders" (isarat-ül i'caz'). In Gedanken sagte er sich nun: "Es sind die Brüder aus Isparta, die mir jedenfalls bereits vorausgewesen sind." Wie dem auch sei: er will nun auch an seinem Exemplar (nüsha) der "Zeichen des Wunders" die Wunderhaftigkeit in der Übereinstimmung (keramet-i tevafukiye) vermerken, wie sie sich in den Exemplaren (nüshalar) von Hafiz Ali und Sabri vorfinden lässt. {Er will die Übereinstimmungen (tevafuk), die Hafiz Ali und Sabri in ihren Exemplaren bereits angestrichen haben, nun auch in seinem eigenen Exemplar kopieren (A.d.Ü.).} Eine ganz einfache Lösung wäre, wenn ihr in einem kleinen Heft auf jeder Seite eine Extraseite für die Kommentare (tefsir) und die Buchstaben des Alphabets (Elif und Tâ usw.) eintragt und mir zuschickt. Wenn ihr das aber nicht so einfach machen könnt, könnt ihr es auch sein lassen.

— 58 —

Ich grüße (selâm) alle Brüder, jeden von ihnen einzeln und besonders diejenigen, die sich mit den Abhandlungen (risaleler) intensiv beschäftigen (mesgul), begrüße ich und bete (dua) für sie und erwarte auch ihre Gebete (dua) für mich.

Euer Bruder Said Nursî

(Ein Artikel (fikra) von Emin und Küçük Hüsrev Feyzi)

Gesegnete (mübarek zât) Personen wie Hüsrev und Rüsdü, die unter unseren getreuen (sadik), aufrichtigen (hâlis), standhaften (metin) und beständigen (vefakâr) Brüdern (kardes) im Dienst (Hizmet) am Qur'an unsere Vorbilder (sebkat) sind, haben verschiedene Artikel (müteaddid fikralar) über die Segnungen (bereket) geschrieben, die den Dienern (hâdim) der Risale-i Nur als Zeichen (emare) dafür, dass ihre Aufgaben (vazife) gewürdigt (makbuliyet) worden sind, geschenkt worden sind. Wie die Artikel dieser Brüder (kardeslerimizin fikralari) wollen auch wir einige Ereignisse (hâdisat) beschreiben, die sich in jüngster Zeit genauso abgespielt haben (tezahür), wie wir dies selbst bezeugen können. Hier wollen wir nur einen Teil von ihnen als Beispiel (nümune) anführen.

Das Erste von ihnen ist das Folgende: Kürzlich machten wir zusammen mit dem Meister (Üstadimizla) einen Ausflug (kira). Er geruhte, uns anzuweisen, Tee (çay) zu machen (emir buyurdu), und zwar jeden von uns jeweils zwei Gläser mit jeweils drei Stückchen Zucker zu trinken. Und so haben wir denn alle jeweils zwei Gläser Tee mit jeweils drei Stückchen Zucker getrunken. Nur Bruder Emin hat seinen Tee mit einem Stückchen Zucker weniger getrunken. Am Abend sind wir dann zum Zimmer unseres Meisters (Üstad) gegangen, der die Quelle der Verbreitung (menba-i intisari) der Risale-i Nur ist. Emin wollte sodann die Anzahl Zuckerstückchen, die wir gebraucht (sarfolunan sekerleri) hatten, wieder in die Zuckerdose zurücklegen. Die Dose nahm jedoch nicht mehr als acht Stückchen Zucker auf. "Gepriesen sei Gott" (Fesübhanallah) rief da Emin aus. An Stelle der siebzehn Stückchen Zucker war nun die Dose schon mit acht Stückchen Zucker bereits voll. Darüber waren wir nun sehr erstaunt (taaccüb). So hat uns denn dieser Vorfall (vakia) im Grade einer Bezeugung (suhud) zur Gewissheit (kanaat) gebracht, dass dieses Geheimnis (sir) eine Gnade Gottes (inayet-i ilahiye) und eine Güte des Herrn (iltifat-i Rabbaniye) für die Risale-i Nur und ihre Diener (hâdim) gewesen ist.

— 59 —

Zweitens: Als der Meister gleichfalls am selben Tag die Abhandlung "Sechs Angriffe" (Hücumat-i Sitte Risalesi), die ich, Mehmed Feyzi, bereits abgeschrieben und dem Meister (Üstad) zurückgebracht (teslim) hatte, an dem Ort, wo er sie versteckt hatte, nachsuchte, um sie mir zu geben, konnte er sie dort wider Erwarten (fevkalme'mul) nicht mehr finden. Da wandte er sich plötzlich im gleichen Moment in einer Weise, die seinen sonstigen Gepflogenheiten in der Weise widersprach (âdetlerinin hilafina), wie dies bisher noch niemals vorgekommen war, infolge dieses Vorkommnisses (hâdise) um, setzte seine Brille ab und wandte sich (müteveccih) der Treppe (merdiven) zu. Im selben Augenblick sahen wir, dass ein Spitzel (casus bir adam) in der Absicht der Verbreitung (intisar) und dem Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur einen Schaden (zarar) zuzufügen, unten an der Treppe stand, offensichtlich (zahiren) in der Absicht, ihn besuchen (ziyaret maksadiyla) zu kommen. Doch spürte er (hisseder) sogleich, dass der Meister (Üstad) ziemlich aufgeregt (telasli) war. Da lenkte der Meister (Üstad) seine bisherige Aufmerksamkeit (öteki nazar) um und auf seinen körperlichen Zustand (hâdise-i bedeniye) hin und sagte zu ihm: "Du siehst, dass ich im Augenblick gerade entschuldigt (mazurum) bin. So verschiebe denn deinen Besuch auf einen anderen Tag." Der kehrte also wieder um und ging. So blieben denn sowohl Mehmed Feyzi als auch die Abhandlung über die "Sechs Angriffe" (Hücumat-i Sitte) und noch andere unserer Arbeiten von seinen Schnüffeleien (tecessüs) verschont.

Das Verschwinden (kaybolmasi) der Abhandlung "Sechs Angriffe" (Hücumat-i Sitte) aus dem für sie bestimmten Versteck (saklandigi muayyen yerinde), noch dazu auf diese so ungewöhnliche Weise (fevkalâde bir surette), war ein ganz außergewöhnlicher Vorfall (ehemmiyetli bir hâdise). Der ungewöhnliche Zustand (hilaf-i âdet halet), von dem der Meister plötzlich betroffen war (Üstada âriz olan), und das Verschwinden dieser Abhandlung - von ihrer doch ansonsten für sie bestimmten Stelle - können keineswegs einem Zufall (tesadüf) zugeschrieben werden (hamledilmez). In der Tat haben wir eine Woche später diese Abhandlung (risale) ganz unerwartet (hilaf-i me'mul) an einer anderen Stelle wiedergefunden. Auf Weisung (emr) des Meisters (Üstadimin emriyle) las ich sie mit meinem Bruder Emin mit großer Aufmerksamkeit (ehemmiyetli). Dabei gab uns der Meister (Üstad) seine Erläuterungen (izahat). Bis zu dieser Zeit hatten wir noch nie einen so bedeutenden und zugleich wunderbaren Unterricht (mühim ve tesirli ders) erhalten. Das also heißt, dass sich diese Abhandlung (risale) aufgrund dieser beiden bedeutsamen Geheimnisse (mühim sir) nicht gezeigt hatte. So lässt dieses Ereignis (hâdise) keinen Zweifel (sübhe) mehr daran, dass die wahrhaftigen und getreuen (ihlasli ve sadik) Schüler (sakird) der Risale-i Nur jederzeit unter einem Schutz, der Gnade Gottes (hifz u inayet) und stets unter Seiner Obhut (himayet) sind.

Drittens: Unser Meister hatte einmal ein Kilogramm Käse. Meistens aß er von diesem Käse - weil er ihn mochte (hosuna) - jeden Tag ein-, zweimal ein Stück. Zudem gab er auch uns davon zu essen. Und zumeist aß er von ihm, wenn er sonst nichts weiter zu essen hatte. So ging das sechs Monate lang weiter und immer noch hatte er hundert Gramm von diesem Käse übrig. Ich, sein beständiger Diener (hizmetçi) Emin und Kücük Hüsrev, sein Schüler (talebe) und Diener, haben dies ohne Zweifel (yakînen) selbst miterlebt und können es bestätigen. Jedoch nach Bekanntgabe (ifsa) dieses gesegneten Ereignisses (hâdise-i bereket) begann sich der Boden, der vorher nicht zu sehen gewesen war, zu zeigen und nun wurde eine stete Abnahme (noksaniyet) sichtbar. In der Tat ist das als ein Ausdruck seines Segens (bereket hususunda) ein staunenswertes (sâyan-i hayret) Ereignis (hâdise). Des Weiteren reichte auch ein halbes Kilogramm Butter, obwohl er an den meisten Tagen reichlich davon verwendet hatte (fazlaca sarfoldugu), etwa für fünfzig Tage, was zeigt, dass zweifelsohne ein Segen (bereket) darin lag.

Wieder einmal an einem Festtag (Bayram Ramadan) hatten Tahsin und ich, nämlich Emin, ein Kilogramm feinen Zucker gebracht, obwohl der Meister (Üstad) damit nicht einverstanden war. Obwohl er meistens für Jogurt, Milch, Kürbis und noch andere Dinge manchmal zwanzig, dreißig Gramm Zucker verwendet hatte, blieben mehr als zwei Monate später dennoch von diesem Zucker mehr als zweihundert Gramm übrig, wofür die Ursache auf jeden Fall auf Gottes Segen (bereket) zurückzuführen ist.

— 60 —

Zudem hat unter allen Schülern (sakird) in dieser Gegend (havalide) jeder mehr oder weniger verspürt und ganz offen gesagt (itiraf): "Wenn wir an der Risale-i Nur arbeiten, spüren wir sowohl Segen (bereket), als auch Leichtigkeit (sühulet) bei unserer Versorgung (rizk), als auch eine ganz offensichtliche (zahiren) Weite (insirah) in unserer Brust und Frohsinn (ferah) in unserem Herzen (kalb)." So kann z.B. ich selbst, Emin, ganz offen sagen, dass ich ein ganzes Jahr lang gearbeitet habe, bevor ich in den Kreis der Risale-i Nur eingetreten bin. Sobald ich aber ich in den Kreis der Risale-i Nur eingetreten war, lebte ich, obwohl ich doch im Jahr nur drei, vier Monate arbeiten konnte, ruhiger (müferrah) und glücklicher (mes'ud) als zuvor, weshalb ich nicht im geringsten daran zweifle, dass dies zu hundert Prozent aus dem Segen des Dienstes {(Anmerkung): Als Bruder (kardes) Emin in unsere Stadt (memleket) kam, arbeitete er jeden Monat sehr fleißig (fa'al). Ich sehe, dass er jetzt nicht länger als drei, vier Monate arbeitet. Doch habe ich in der Tat keinen Zweifel daran, dass der Grund dafür in dem Segen des Dienstes (hizmetin berekâti) an der Risale-i Nur liegt. Dies bestätige (tasdik) ich aus ganzem Herzen (kuvvet).

Küçük Hüsrev, Mehmed Feyzi} (hizmetin bereketi) der Risale-i Nur erwächst.

Zudem sagt unser Meister (Üstad) z.B.: "Auch ich bin anhand vieler Erfahrungen (tecrübe) zu der sicheren Überzeugung (kanaat-i kat'iyyem) gelangt, dass ich, wann immer ich mich mit der Korrektur (tashihat) der Risale-i Nur beschäftigte (mesgul), hinsichtlich meiner Versorgung einen Segen (rizkimda bereket) als auch eine Leichtigkeit in einer überaus offensichtlichen Weise (zahir tarzda) erfahre. Wann immer ich nicht damit beschäftigt war, habe ich diesen Umstand (hal) nicht erfahren." Außerdem sagt unser Meister (Üstad) - und das können wir auch bestätigen (tasdik): "Ich habe in letzter Zeit verstanden, dass sowohl ich als auch meine Freunde (dost) bis heute das Gesicht dieser Tatsache (hakikat) in einer anderen Form erfahren haben. Es ist dies wie folgt: Obwohl im Gefängnis ein einziger Laib Brot für mich acht, manchmal zehn Tage ausreichte (kâfi), lebe ich hier und heute genau auf diese Weise. Sowohl ich als auch meine Brüder (kardes) hatten das immer darauf zurückgeführt, dass ich ja nur wenig esse und kaum Appetit (istahsizlik) habe. Wir haben jedoch anhand vieler Zeichen (emare) ohne Zweifel verstanden, dass dieser merkwürdige Umstand (acib hal) nur die Folge dieses Segens (bereket) war. Den Laib Brot, der für mich ein paar Mal acht Tage ausreichte (kâfi), konnte ich mit dem gleichen Appetetit (istiha) in den Zeiten, in denen ich diesen Segen (bereket) wegen meiner Untätigkeit nicht erfuhr, in zwei Tagen manchmal in anderthalb Tagen aufessen. Also erhielt ich meinen ganzen Proviant (mükemmel tayinat) in den letzten sechzehn, siebzehn Jahren aufgrund des Segens (bereket), der aus dem Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur erwächst." In der Tat sind wir auch im Grade einer augenscheinlichen (aynelyakîn) Sicherheit zu der Überzeugung (kanaat) gelangt, dass all diese vielen Ereignisse ein Segen (hâdisat-i bereket) waren, der ein Strahl (sua) der geistigen Wunderhaftigkeit (i'caz-i manevî) des Qur'an ist, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist. Er sagt sinngemäß (manen): "Oh ihr Schüler (sakird) des Qur'an! Das, was euch meistens von euren heiligen Aufgaben (vazife-i mukaddese) abhält, ist eure Sorge um den Lebensunterhalt (maiset telasesi). Der wird euch jedoch durch die Fülle (feyz) des Quran in Form eines Segens (bereket) gegeben. Darum sollt ihr euch allein um eure Aufgaben (vazife) kümmern."

اَللّٰهُمَّ يَسِّرْلَنَا خِدْمَةَ الْقُرْآنِ بِنَشْرِ رَسَائِلِ النُّورِ بِحُرْمَةِ اِسْمِكَ اْلاَعْظَمِ وَ حَبِيبِكَ اْلاَكْرَمِ آمِينَ

{"Oh Gott, erleichtere uns den Dienst am Qur'an in der Verbreitung der Risale-i Nur um Deines großen Namens und Deines ehrwürdigen Geliebten willen; âmîn."}

— 61 —

Des Weiteren war zur selben Zeit dieser obigen gesegneten Begebenheiten (hâdisat-i bereketi) durch ein Wunder (keramet) der Risale-i Nur das Haus eines Schülers, das hunderte Lira wert ist, bei einem entsetzlichen Brand in der Nähe überraschend verschont (kurtulmasi) geblieben. Eine Frau, die dank ihrer spirituellen Einstellung (âhiret cihetinde) sehr mit dem Sprachrohr (tercüman) der Risale-i Nur verbunden war, wurde, als sie - trotzdem das ganze Haus bereits lichterloh brannte - dennoch nach oben eilte, um ihre Diamanten, ihre Juwelen (elmas ve mücevherat) und ihr Gold im dritten Stock dieses Gebäudes zu retten (kurtarmak) - rundum von dem Feuer eingeschlossen. Sie konnte ihre Juwelen nicht retten und war vielmehr auch selbst in höchster Lebensgefahr (tehlike-i kat'iyye). In diesem Augenblick erinnerte (hatir) sich auch das Sprachrohr (tercüman) der Risale-i Nur - tief ins Gebet versunken (siddetli dua ederken), es möge doch das Haus seines Schülers (talebe) von den Flammen verschont (kurtarmasi) bleiben - auch an diese hilflose Frau und betete auch für sie, wobei er auch die Risale-i Nur als Fürsprecher (sefaatçi) erwähnte, in der Sorge, es könnte auch seine geistige Schwester (âhiret hemsiresi) von den Flammen bedroht werden. So flehte er denn für sie (niyaz): "Oh Herr (Ya Rabbi), erbarme dich (merhamet) ihrer!" Im selben Augenblick schlug diese Frau ein Fenster ein und stürzte sich vom zweiten Stockwerk hinunter in den Hof; und es war vollkommen ungewöhnlich, dass sie sich dabei weder etwas verstaucht noch irgendetwas gebrochen hatte. Darüber hinaus waren in diesem schrecklichen Flammenmeer, das selbst Kupfer und Eisen schmelzen ließ, nachdem das ganze große Gebäude (konak) ausgebrannt war, dennoch all ihre Juwelen und ihr Gold - ohne irgeneinen Schaden zu erleiden oder auch nur einen Kratzer davongetragen zu haben - in einem Sack Mehl unversehrt (muhafaza) geblieben. Sie fand sie und nahm sie wieder mit. Durch den Segen (bereket) der Risale-i Nur hat sie sowohl sich selbst, ihr Leben (can) als auch ihr Hab und Gut gerettet (malini kurtarmis).

Im gleichen zeitlichen Zusammenhang mit diesen oben geschilderten Ereignissen (mezkûr hâdisat) erhielten zur gleichen Zeit zwei Männer*mit bedeutenden Funktionen (vazife), die ihre Grenzen in schikanöser Weise (muacciz) überschritten (mütecaviz) hatten, durch die Risale-i Nur auf wunderbare Weise (kerametkârane) noch während ihrer Attacken (tecavüz) und Schikanen (taciz), zwei Ohrfeigen (tokad), der eine auf seinen Kopf, der andere einen Schlag (sille) auf die Brust (ciger), {(Anmerkung): Tatsächlich hat einer von diesen Angreifern (mütecaviz) sich dafür entschuldigt (dehalet) und sich so vor dem Tode gerettet (kurtuldu), während der andere ein Jahr lang gelitten (azab) hat und danach gestorben ist.} was bei uns überhaupt keinen Zweifel mehr daran ließ, dass sie eine Ohrfeige zu unserem Schutz und zur Bewahrung (hifz u himayet) der Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) im Dienst (hizmet) für den Qur'an erhalten hatten, sinngemäß (manen) mit dem Hinweis: "Nun ist es aber genug! Haltet ein! Ihr habt eure Ohrfeige zu Recht verdient."

(Da Ahmed Nazif und sein Sohn Salahaddin, denen es gelungen (muvaffak) ist, Hinweise (isaret) der Ayat auf die Risale-i Nur herauszufinden (istihrac), welche im "Ersten Strahl" als einunddreißigste und zweiunddreißigste Ayah angeführt wurden, zu den bedeutenden Schülern (sakird) der Risale-i Nur gehören, ist dieser Artikel (fikra) von Salahaddin es würdig, ihn unter den Artikeln des "Siebenundzwanzigsten Briefes" einzureihen.

— 62 —

Da der Funke (kivilcim), der im Jahre 1358 (= 1939) von Danzig aus übergesprungen war, sich rasch über Europa ausbreitete, die Form eines Flächenbrandes annahm und nun alle Völker mobil machte (seferî vaziyeti), begann auch in der Türkei zum Teil eine allgemeine Mobilmachung. Diejenigen, welche in den Jahren 1327, 28, 29 geboren waren, wurden nun im Jahre 1359 (= 1939) zu den Waffen gerufen. Aus diesem Anlass wurden auch die jüngeren unter den Schülern (talebe) der Risale-i Nur, wie Mehmed Feyzi und ich, aufgrund einer Weisheit (hikmet) zum Wehrdienst (asker) einberufen.

{(Anmerkung): Auf Feyzis und Salahaddins Einberufung (asker) hin lächelte (tebessüm) der Meister (Üstad) leise und sagte: "Sie können euch nicht von mir wegnehmen. Ihr habt eine Aufgabe (vazife) und werdet dazu eingeladen (davet) werden. Denn auch wenn schon nicht durch die Sprache (lisan), wird doch eure Haltung und euer Verhalten (hal ü etvar) diese Aufgabe (vazife) versehen." Tatsächlich hat Salahaddin, nachdem er eingezogen (asker) wurde, im gesegneten (mübarek) Monat Ramadan am Tavsan Tepesi in Izmit trotz der schwierigen Wetterlage dennoch der Gemeinde (cemaat) beim Teravihgebet als Imam gedient. Die Bataillone wurden zum Alay'in Hadimköy versetzt, wo dann der 27., 28., 29. Tag im Monat Ramadan anfiel (tesadüf), und er daher sein Fasten und sein Gebet (oruç ve namazi) auf dem Schiff und die Nacht der Bestimmung (Kadir Gecesi) auf dem Bahnsteig in Hadimköy bei nasskaltem Wetter und mit dem Wasser, das er unter schwierigen Umständen organisiert hatte, die Waschungen (Abdest) vorgenommen, auf einem Kastendeckel sein Gebet verrichtet und die Nacht in einem Güterwagen in einem erbärmlichen Zustand (vaziyet) mit Dankgebeten (sükürler) verbrachte, was die religiösen Empfindungen (hiss-i diyanet) seiner Kameraden (neferat) in Aufregung (heyecan) versetzte und als Unterricht (ders) galt. Vor dem Festtagsgebet (bayram namazi) in Balaban Köyü las er für Soldaten und Zivilisten in der Dorfmoschee das "Vierte Wort" (Dördüncü Söz) über das Gebet (namaz) wortgetreu vor und predigte (vaaz) aus der Risale-i Nur. Auch mein Bruder Feyzi hat genauso in seiner Kompanie (kit'a) in einer noch wirksameren (tesirli) Weise in der Sprache seines geistigen Zustandes und seines Mundes (manevî lisan-i hal ve kal) Unterricht erteilt, was die Ansprache des Meisters (nutku) in der Tat bestätigt (tasdik). Der 27., 28. und 29. waren die schwierigsten der segensreichen Tage (mübarek günler). Im Jahre 1359 wurden in der Türkei auch die Jahrgänge 27, 28 und 29 zum Wehrdienst (asker) einberufen. Auch diese Übereinstimmung (tevafuk) fügt diesem Wunder (keramet) noch eine Feinheit (letafet) hinzu.

Salahaddin}

Da dem Sinne (manen) nach verständlich wurde, dass unser Meister (Üstad) wegen der Notwendigkeit (îcab), uns nur für sechs, sieben Monate zur Verbreitung (intisar) der Risale-i Nur an einem anderen Ort (muhit) aufzuhalten, sein Herz (kalb), seine Gedanken (fikir) und seine Hände (avucu) zu der Barmherzigkeit (rahmet) Gottes des Gerechten (Cenab-i Hakk) emporhob, sind wir aufgrund der Annahme (kabul) dieses Gebetes (dua), infolge eines bedeutenden Wunders (keramet) der Risale-i Nur und aufgrund des Wehrdienstes (askerlik vazifesi) an einen anderen Ort (muhit) zum Dienst (hizmet) der Risale-i Nur gesandt worden. Sechs, sieben Monate nachdem Feyzi und Salahaddin ihren Dienst bei der Verbreitung (vazife-i nesri) erfüllt hatten, und das in der gefährlichsten Zeit für die oben angeführten Jahrgänge, als die deutschen Heere (ordu) Rumänien besetzten (isgal), Bulgarien unter Druck (tayik) geriet und auch Italien gegen Griechenland kämpfte (harb), wurde dann durch unsere Entlassung (terhis) dieses Wunder (keramet) verständlich.

{(Anmerkung 1): Mein Meister (Üstad) hat mir in der Tat den Auftrag erteilt, die Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-i Ahmediye) nach der Vorlage (tarz) von Bruder Hüsrev abzuschreiben. Ich, Feyzi, war jedoch ein wenig nachlässig. Überraschend wurde ich dann mit dem Jahrgang 28 einberufen (asker). Wieder sagte der Meister (Üstad) zu mir: " Schreibe die Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-i Ahmediye) ab. Ich werde dich jetzt noch nicht gehen lassen." So habe ich denn damit angefangen. Und auch mein Einberufungsbescheid (emir) blieb noch eine Woche liegen. Es kam mir etwas dazwischen (âriza). Und so blieb auch meine Schreibarbeit (noksan kaldi) liegen. Und erneut bekam ich einen Stellungsbefehl (asker). Und wieder sagte der Meister (Üstad): "Geh und schreib ab!" So habe ich denn im Ernst (ciddî) angefangen, daran zu arbeiten. Und wieder blieb entgegen allem Erwarten (fevkalme'mul) auch dieser zweite Stellungsbefehl (emir) abermals liegen. Eine Woche später hatte ich dann wieder eine Entschuldigung (mazeret) und ließ meine Schreibarbeit (yazi) liegen. Dann sagte der Meister (Üstad): "Nun liegt deine Aufgabe (vazife) hinsichtlich der Risale-i Nur beim Militär (askerlik)." Und da kam auch schon plötzlich wieder der Befehl (emir). Und so habe ich denn einen zärtlichen Klaps (sefkat tokadi) bekommen und wurde in Dienst (vazife) gestellt. Gott, dem Gerechten, sei Dank (Cenab-i Hakk'a sükür): Dort habe ich dann an der Risale-i Nur gearbeitet und mich in ihren Dienst gestellt (çalistim ve çalistirildim). Wie es der Meister (Üstad) uns gesagt hatte, wurde ich nach sechs, sieben Monaten wieder entlassen (terhis) und habe meinen geliebten Meister (Üstad) wiedergefunden (kavustum). Und möge mir Gott (insâallah) meine Fehler (kabahat) verzeihen! So mögen denn die Risale-i Nur und die Brüder Hüsrev, Rüsdü und Sabri, die im Dienst (hizmet) am Qur'an unsere Vorbilder (sebkat) sind, meine Fürsprecher (sefi') sein, wenn ich den Meister (Üstad) darum bitte, mir meine Fehler (kusur) zu vergeben. Ich sehe ein (itiraf), dass ich für meine Nachlässigkeit (tenbellik) einen leichten Klaps (sefkat tokadini) dafür bekommen habe.

Feyzi}

— 63 —

Als aber nun Salahaddin einen Monat später, als sein Jahrgang (emsal) zum Militärdienst einrückte (ordudan sevk edilmesi), fiel es einigen dieser Leute vom Lande (memleket halkindan) auf, dass er in Inebolu nicht mit den übrigen seines Alters (emsal) gekommen war. Sie meldeten (ihbarat) dies mehrmals der Polizei und schließlich brachte der für diesen Wehrbereich (askerlik subesi) zuständige Kommandant (reis) seinen Vater mit Hilfe der Polizei zu seinem Büro (sube) und fragte ihn, wo denn sein Sohn sei. Der zeigte ihm ein Telegramm, das er tags zuvor von seinem Sohn empfangen hatte. So wurde es denn nun verständlich, dass er zur Marinekommandantur (Deniz Alayi) in Ismit einberufen (müretteb) worden war und dass sein Sohn die Stadt nicht in böser Absicht (kasden) verlassen hatte, sondern bereits einen Monat vorher aus geschäftlichen Gründen (ticaret) dorthin gegangen war. So wurde denn sein Vater Ahmed Nazif wieder auf freien Fuß gesetzt. Im Übrigen hatte einer seiner Kameraden (arkadas), der ein Sekretär (kâtib) war und mit dem er sich jeden Tag unterhalten hatte, es vergessen, ihn auf der Liste derer einzutragen, deren Einberufung verschoben worden war (askerlikleri te'hir edilenler), und die danach an einem Telegrafenmast ausgehängt wird. Dabei werden diejenigen, deren Einberufung verschoben (tecil) wurde, erst später zum Dienst einberufen und dabei noch ziemlich schief angeschaut (fena nazar), wovor Salahaddin allerdings verschont (nazardan kurtulmasi) blieb. Salahaddin wurde auch nicht bestraft, obwohl er sich dem Bataillon, zu dem er einberufen worden war, erst mit fünfzehn Tagen Verspätung (bakaya) angeschlossen (müretteb) hatte. Er wurde - ohne erst noch eine Empfehlung zu benötigen (tavsiye muhtaç) - als Bataillonssekretär (alay yazici) aufgenommen. Obwohl Soldaten, die sich bei Selahaddins Entlassung (terhis) auch nur drei Tage verspätet hatten, einem Justizverfahren (mahkeme) unterzogen wurden, wurde er selbst entlassen (terhis) ohne bestraft (ceza) zu werden, obwohl er sich erst einen Monat später angeschlossen hatte. Bei seinem Abschied standen sogar seinem Bataillonskommandeur und dessen Helfer (yaver) Tränen der Rührung (teessür) in den Augen. Und überdies sind wir zu der sicheren Überzeugung (kat'î kanaat) gelangt, dass dies eine Wundertat (keramet) war, welche der Risale-i Nur zuzuschreiben ist.

Des Weiteren hatte ich, als ich einmal aus Tosya nach Kastamonu fuhr, die Bücher der Risale-i Nur "Blitze" (Lem'a) und "Strahlen" (Sualar) bei mir. Ich las etwas aus einem Kapitel (mebhas) über die Wiederauferstehung (Hasr). Der Lastwagen kletterte die Hänge (yokus) empor. Die Hitze der Luft und des Motors (makine) lasteten auf mir. Während ich mir noch dachte (fikr): "Diese Risale-i Nur ist ein gewaltig großes Wunder (muazzam bir mu'cize) des Qur'an. Könnte sie noch weiter auf einer anderen Ebene (saha) Wunder (mu'cize) zeigen? Denn eigentlich ist ja das Wunder den Propheten (Enbiya), mit denen der Friede sei, zugehörig (mahsus). Nach dem Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, wird kein Wunder mehr gezeigt werden." Inmitten meiner Überlegungen (mülahaza) rollten wir, wobei sich der Lastwagen mit fürchterlichen Stößen und Schlägen (müdhis sadme) drei Mal überschlug, fünfundzwanzig, dreißig Meter tief hinunter. Ich wiederholte mehrmals die Bekenntnisformel (Sehadet). Ich untersuchte mich, ob ich vielleicht verletzt wäre. Hunderttausendmal Dank (yüzbin sükür)! Ich war überhaupt nicht verletzt! Ängstlich richtete ich mich auf und sah, dass der Fahrer ganz und gar mit Verletzungen übersät war und dabei "Ach und weh!", stöhnte. Danach kontrollierte (tedkik) ich auch meine Umgebung. Auf der Fahrerseite waren die Tür und alle Scheiben völlig zerstört (hurdahas). Auf meiner Seite war hingegen nicht eine einzige Scheibe zerbrochen. In diesem Augenblick habe ich begriffen, dass dies eine Gnade Gottes (keramet) war, zwar kein Wunder (mu'cize), doch eine wunderhafte Ohrfeige aus dem Verborgenen (kerametkârane gaybî bir tokat) war, damit ich nicht noch einmal über derartige verquere (macerali) Fragen nachdenken solle.

— 64 —
Einer der Schüler (sakird) der Risale-i Nur
Salahaddin Çelebi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حُرُوفَاتِ مَا اَرْسَلْتُمْ لَنَا ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Buchstaben eurer Sendungen."}

Mein lieber Bruder!

Im letzten Teil der Hadith, die auf die Endzeit hinweist (isaret), wo von der Ayah

﴿ مَثَلاً كَلِمَةً طَيِّبَةً كَشَجَرَةٍ طَيِّبَةٍ ﴾

{"Ein gutes Wort ist wie mit einem guten Baum zu vergleichen." (Sure 14, 24)}

die Rede war, kam mir in den zwei Minuten, in denen der Hinweis dieser Hadith korrigiert (tashih) wurde, ein Hinweis aus dem Verborgenen (isaret-i gaybiye) kurz zusammengefasst in den Sinn (hatira). Doch hatte sich bei ihrer numerischen Übereinstimmung (tevafuk-u cifrîsi) wegen der großen Eile ein harmloser kleiner Fehler (sehiv) eingeschlichen. Ich hatte auch seitdem gar nicht weiter darauf geachtet (dikkat). Bei der Abschrift des Artikels (fikranin kitabeti) über diese Ayah in der Sammlung der Briefe (Lâhika Risalesi), welche die Gemeinschaft der Gesegneten (Mübarekler Heyeti) ernst und gewissenhaft (cidden ve hakikaten) gesammelt und verfasst (cem' ve te'lif) hatten, habe ich jedoch eine fehlgegangene Korrektur (kasdî sehiv) bemerkt. Diese fehlgegangene Korrektur machte mich nun mahnend (ihtardarane) auf meine eigenen Fehler und Mängel (kusurkârane sehvi) aufmerksam. Das hat mich der Gemeinschaft (heyet) der sehr kritisch betrachtenden (müdakkik), so Gesegneten (mübarek) gegenüber, überaus dankbar (minnetdar) und glücklich (mesrur) gemacht. Es ist dies wie folgt: كَلِمَةً طَيِّبَةً {"ein gutes Wort"} Der numerische Wert (makam) dieses Ausdrucks wurde hier fälschlicherweise (sehven) mit 1002 angegeben. Dabei wurde hier der Buchstabe "Ta" ط übersehen. Richtig ist aber 1011! Das entspricht (tevafuk) dem numerischen Wert des Ausdrucks "Risale-i Nur" mit einer Differenz von dreizehn. Geht man jedoch von der Isafet-Bindung (izafeden tavsife) zur adjektivischen Konstruktion über, so lautet der Ausdruck nun رِسَالَةٌ نُورِيَّةٌ "Risalatun Nuriyyeh". Es kommt also noch ein "Ye" und ein "He" hinzu. Damit entfällt (ilâve) die Verdopplung (sedde) und es fehlt dann ein "Nun". Wenn die Nunation in dem Wort طَيِّبَةً {"ein gutes",} die in gewissem Grade das Wortende (vakfoldugu) darstellt, nicht mitgerechnet wird, ergibt sich hier ganz genau eine 1 als Differenz (bir tek fark); wenn in dem Ausdruck "Risalatu-n'Nuriyyeh" die langen Vokale (medde) "a" und "u" nicht mitgerechnet werden, stimmt der makam mit dem makam des Ausdrucks "ein gutes Wort" ohne Differenz (fark) überein (tevafuk).

— 65 —

Des Weiteren liegen besonders starke Hinweise (kuvvetli isaret), Zusammenhänge (münasebet) und Übereinstimmungen (tetabuk) dieser beiden Ayat mit ihren Bedeutungen (mana ciheti) auf die beiden Strömungen (cereyan) vor, weswegen auch eine mangelhafte Übereinstimmung (nâkis bir tevafuk) - ein schwaches Zeichen (zaîf bir emare) - bereits genügen (kâfi).

Des Weiteren schaden (zarar) dergleichen kleine Differenzen (fark) bei solchen Zusammenhängen (makam) und solchen großen Summen (yekûn) nicht. Ich vermute (tahmin), dass dieser Fehler (sehiv), wie der Fehler beim Hinweis (isaret) der Ayah an der fünften Stelle, ein Schlüssel zu einer Art bedeutender Hinweise aus dem Verborgenen (isarat-i gaybiye) werden wird und auch ein Hinweis (isaret) darauf war, dass diese gewaltige (muazzam) Ayah an die dreiunddreißigste Stelle kommt. Möge Gott es wollen (insâallah), dass in Zukunft (istikbal) ein Bruder diese Schatzkammer (hazine) öffnen wird.

In letzter Zeit habe ich die Übereinstimmung (tevafuk) des Kommentars (Tefsir) und des Zehnten Wortes nachgeschlagen. Dann habe ich zu mir gesagt: All diese Rechenbeispiele (tafsilât) sind vielleicht eine Verschwendung (israftir). Es gibt sicherlich noch viele weitere wichtige Themen (mes'ele). Man sollte seine Zeit nicht so vergeuden. Da wurde mir plötzlich eingegeben (ihtar): All diese Übereinstimmungen (tevafuk) stellen einen besonders wichtigen Hinweis (mes'ele) dar. Da zudem durch diese Übereinstimmung (tevafuk) nun einmal eine besondere Gnade (inayet-i hâssa) und Gunst des Erbarmers (iltifat-i Rahmanî) für die Risale-i Nur zum Ausdruck (tezahür) kommt, kann eine Empfindung der Dankbarkeit (hiss-i sükran), Zufriedenheit (memnuniyet) und dankbaren Freude (mütesekkirane sevinç) über diese Zuwendung (iltifat), gleich wie übertrieben (ifratkârane) sie auch sein sollte, keine Verschwendung (israf) sein. Die Zusammenfassung (mücmel) dieser Inspiration (ihtar) möchte ich in zweierlei Hinsicht erläutern:

Erstens: In jedem Geschehnis, gleich wie unbedeutend (cüz'î) es auch sein mag, zeigt sich die Erscheinung einer Absicht und eines Willens (kasd ve irade). Einen Zufall (tesadüf) kann es hier in Wahrheit (hakikî) nicht geben. In der Tat ist diese Anordnung der Buchstaben (hurufatin vaziyetleri) in den Worten, wenn es besonders viele (kesret) sind, auch ganz besonders gestört (daginik), sodass man sie dem Zufall (tesadüf) zuschreiben könnte. Besonders beim Schreiben (kitabet) findet sich aber nun, da es in der Anordnung der Buchstaben, die miteinander in überhaupt keiner Beziehung (münasebet) stehen, und in die sich menschlicher Wille (ihtiyar-i beserî) nicht einmischen kann, eine Entsprechung (tenasüb), eine Ordnung (nizam). Und diese Anordnung (vaziyet) wird mit Sicherheit durch einen Willen aus dem Verborgenen (irade-i gaybî) gestaltet. So wie überhaupt nichts außerhalb des Bereiches Seines Wissens (daire-i ilim) und Seiner Macht (kudret) liegt, so liegt auch dies nicht außerhalb des Bereiches seines Willens (daire-i irade) und seiner Entscheidung (mesiet), sodass auch bei solch unbedeutenden (cüz'î) und weit verstreuten (daginik) Dingen dennoch eine Entsprechung (tenasüb) beabsichtigt ist und sie so geordnet (tanzim) werden. Unter dieser Ordnung (tanzim) und dem Aufscheinen (cilve) eines allumfassenden Willens (irade-i âmme) erfährt man in Form einer besonderen Gnade (inayet-i hâssa) - in der Art eines Privilegs (imtiyaz) für die Risale-i Nur - eine besondere Zuwendung (teveccüh) und Gunst (iltifat). Um diesen feinsinnigen (derin) Sachverhalt erkennen zu können, betrachtete ich die Übereinstimmungen (tevafukat) in dem Kommentar (tefsir) "Ein Zeichen des Wunders" (isarat-ül i'caz) aufmerksam und erkannte und verspürte dieses Geheimnis (sirr) mit einer sicheren Überzeugung (kanaat).

— 66 —

Zweite Hinsicht: Wenn z.B. eine hoch gesegnete, heilige (mübarek ve kudsî) Person einem überaus armen und bedürftigen (fakir ve muhtaç) Mann, um ihm auf eine unerhoffte (ümid) Weise ihre Gunst (ihsan) zu erweisen (iltifatkârane), in einer Schale ein Geschenk (hediye) - eingepackt in eine Pappschachtel - überreicht, möchte dieser arme (bîçare) Mann dieser so bedeutenden Persönlichkeit sicherlich seinen Dank (tesekkür) tausendfach mehr als ihr Geschenk darbringen. Gleich wie verschwenderisch und übertrieben (israf ve ifrat) er mit seinem Dank (tesekkür) für diesen Gunsterweis (iltifat) ist, der so wertvoll wie Tausende ihrer Geschenke ist und den sie durch dieses Geschenk erweisen wollte, wird er {sein Dank für ihren Gunsterweis} doch hoch geschätzt (makbul). Und wenn er auch die Pappe, in die diese so gesegnete Person ihr Geschenk eingepackt hat, ihr zum Segen (teberrük) wie Zucker äße, auch die harte Schale (sert kabuk) der Walnüsse in ihrem Geschenk zu ihrem Segen (teberrük) verspeiste wie Brot und die Schale dieses Geschenkes (hediyenin kabini) wie ein gesegnetes (mübarek) Buch küsste und über seinen Kopf erhöbe, so würde das doch keine Verschwendung (israf) sein; genauso wurde auch an dem Gesicht der Risale-i Nur die Gunst (iltifat) der persönlichen Güte (inayet-i hâssa) des allumfassenden Willens (irade-i âmme) in dem Umschlag der Übereinstimmung (tevafuk) geschenkt (ihsan). Auf jeden Fall ist die Ausführung (tafsilât) und Beschreibung (tasvirat) dieser Übereinstimmung (tevafuk) eine Art des aktiven Dankens (tesekkürat) gleich den erregenden Talakmiten (heyecanli teressuhat) der Freude (sevinc) und der Dankbarkeit (minnetdarlik). Das wird nicht als Fehler angesehen (Kusura bakilmaz). Es ist also keine Verschwendung (israf), wenn für ein Geschenk im Werte von vierzig Para für das Material, das die Gunst (iltifat) einer solchen Person zum Ausdruck bringt, in der Tat vierzigtausendmal gedankt (tesekkür) wird.

Zweiter Punkt: Ich habe sowohl an mir selbst als auch an den Schülern (talebe) der Risale-i Nur in meiner Umgebung nach den verbotenen Monaten (suhur-u muharreme) {Monate, in denen zu jagen und zu kämpfen verboten ist (A.d.Ü.).} eine Art Erschöpfung (yorgunluk) und hinsichtlich ihrer Begeisterung (sevk) Erschlaffung (fütur) bemerkt, deren Ursache mir aber nicht ganz klar (vâzihen) ist. Jetzt habe ich gesehen, dass die bereits zuvor angenommene Ursache (tahminî sebeb) tatsächlich wahr (hakikat) ist. Es ist dies wie folgt:

Wenn z.B. die materielle Luft (hava) verschmutzt (fena) ist, dann macht sie krank (fena tesir). Wenn aber auch die geistliche Luft (manevî hava) verschmutzt wird, gibt sie jedem entsprechend seiner Veranlagung eine Erschütterung (sarsinti). In den drei Monaten (Suhur-u selâse) und im Monat Muharrem läutern (safi) und verbessern (güzel) ernsthafte Zuwendung (teveccüh), Eifer (himmet) und Erleuchtung (tenvir) aller Gläubigen (umum ehl-i iman) entsprechend Verdienst und Handel im Sinne für das Jenseits (âhiret kazanci) die geistliche Luft (manevî hava) der islamischen Welt (Âlem). Die Menschen widersetzen sich den entsetzlichen Störungen (müdhis ârizalara) und Stürmen (firtina). Dadurch und durch seinen eigenen Beitrag (sayede ve sayesinde) empfängt ein jeder seinem Grad entsprechend seinen eigenen Verdienst (istifade).

Aber nachdem diese segensreichen Monate (suhur-u mübarek) vergangen waren, verwandelte sich in etwa der Ausstellungsort und Markt (pazar) dieses Handels für das Jenseits (âhiret ticareti) {Beten und Fasten ist verdienstvolles Handeln, das im Jenseits seine Früchte tragen wird (A.d.Ü.)} und die irdische Ausstellung (sergisi) wird wieder geöffnet. In gewissem Grade verändert sich wieder die Art und Weise, wofür man sich täglich einsetzt (himmet). Der so entstehende schmutzige Dampf (buharat-i müzahref), der die ganze Atmosphäre verpestet (tesmin), zerstört auch die geistliche (manevî) Luft. So wird ein jeder seinem Grad entsprechend geschädigt. Der Ausweg, sich vor dem Schaden durch diese Luft zu bewahren (zararindan kurtulmak), besteht darin, die Dinge mit den Augen der Risale-i Nur zu betrachten und - gleich wie sehr auch die Schwierigkeiten wachsen (müskilât ziyadelesse) - in Hinsicht auf die heiligen Aufgaben (kudsî vazife) noch entschlossener und mit noch mehr Begeisterung (sevk) zu handeln. Denn die Trägheit und der Rückzug (fütur ve çekil) der anderen ist ein Grund für alle Mitarbeiter (ehl-i himmet), ihre Begeisterung (sevk) und ihren Einsatz (gayret) nur noch zu steigern. Denn sie sind sich dessen bewusst und sollten es auch sein (bilir ve bilmelidir), da sie verpflichtet (mecbur) sind, auch die Aufgaben (vazife) derer, die sich wieder zurückgezogen haben, soweit möglich zu übernehmen.

— 67 —
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ تَوَافُقَاتِ الْكَلِمَاتِ وَحُرُوفَاتِهَا فىِ كِتَابِ الْكَائِنَاتِ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Übereinstimmungen der Wörter und der Buchstaben in dem Buch der Schöpfung."}

Meine lieben getreuen, edelmütigen Brüder!

Ihr habt mir nicht darüber berichtet (haber), in welchem Zustand (vaziyetlerinden) die Fabriken Licht und Rose (Nur ve Gül) in dieser eigenartigen Zeit sind. Denn in Wirklichkeit sind sie es, mit denen ich in dieser Welt am meisten verbunden bin. Wie dem auch sei... eine der subtilen Übereinstimmungen (letaif-i tevafuk), welche in der Art der Früchte der Wahrheit (hakikat) sind und ein Anlass, die Schüler (talebe) der Risale-i Nur zu begeistern (medar-i tesvik), wurde diesmal auf Feyzis Wunsch und Veranlassung hin euch zugesandt.

{(Anmerkung): Da man die Worte (huruf) des Qur'an übersetzen (tercüme) will, um ihn zu verfälschen (tahrif), zu verändern (tebdil) und zu verdrehen; welches ein furchtbares Verbrechen (cinayet) der Ungläubigen (mülhid) ist, gegen das Said ankämpft (cihad). Daher ist seine extreme (ifratkârane) und verschwenderische (müsrifane) Erforschung (tedkikat) über die Übereinstimmung (tevafuk) nicht ganz unnötig und kann nicht ohne Sinn sein.}

Es ist dies wie folgt:

Eines Tages hatte ich gerade nichts zu korrigieren (tashihat). Da fiel mir mein Fehler und Versehen (yanlisim ve sehvim) bei der Übereinstimmung (tevafuk) des Buchstabens "t" ( ت ) in dem Kommentar "Ein Zeichen des Wunders" (isarat-ül i'caz) wieder ein (hatirim). So habe ich denn nach einer "Buße für meine Sünden" (keffaret-üz zünub) gesucht. Und auf einmal dachte ich daran, dass der Buchstabe "elif" am Anfang des Wortes "Allah" (Lafzullah) in dem Buch "Ein Zeichen des Wunders" (isarat-ül i'caz), welches ein kurz gefasstes Inhaltsverzeichnis (muhtasar fihrist) und der eigentliche Kern (çekirdek-i aslî) der Risale-i Nur ist, und in anderen Abhandlungen (resail-i saire) wundersame Anordnungen (kerametkârane vaziyet) bildet. Also habe ich in dem ganzen Buch "Ein Zeichen des Wunders" (isarat-ül i'caz) auf den Seiten Anfang und Ende der Zeilen von oben nach unten gezählt, ob auch die Buchstaben "lam" und "he" des Wortes "Allah" (Lafzullah) auch solche Formen bilden würden. Ich habe gesehen, dass "lam" ( ل ) und "he" ( هی ) genauso wie das "elif" so wundersame Anordnungen (kerametkârane vaziyet) ergeben. So möge Gott es denn wollen (insâallah), dass dies vielleicht für meine Fehler und Flüchtigkeiten (kusur ve yanlis) wegen des Versehens (sehiv) bei der Übereinstimmung (tevafuk) eine kleine Buße für die Sünden (keffaret-üz zünub) sein möge. Wir hatten im letzten Brief an euch geschrieben, dass wir einen Hinweis (isaret), einen Faden (uç) und ein Zeichen (emare) dafür gesehen haben, dass in dem Buch "Ein Zeichen des Wunders" (isarat-ül i'caz) auch die Gesamtheit (mecmuu) anderer Buchstaben in einer anderen Form bedeutungsvoll wundersam (vaziyet-i hârika) zueinander angeordnet sind. Da aber sehr viel Zeit nötig ist, dieses umfangreiche Geheimnis (genis sirri) als Ganzes zu betrachten, erlauben mir (müsaade) andere sehr wichtige Aufgaben (vazife) jetzt nicht, mich damit zu beschäftigen (istigale).

— 68 —

Meine lieben Mitbrüder! Haltet in dieser bedrängnisvollen Zeit und unter diesem Druck (tazyikat) eine solche Nachspeise der Wissenschaft (tefekkühat-i ilmiye), die Verstand und Herz (akil ve kalb) froh und fröhlich macht, nicht für eine Verschwendung (israf). Eine gute Meinung (hüsn-ü niyet) ist so ein Mittel (kimya), das Glasperlen (sise) in Diamanten (elmas) und Ton (toprak) in Gold (altun) verwandelt. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass auch solch eine gute Meinung (hüsn-ü niyet) und diese Nachspeise (tefekkühat) zu einem Schlüssel zur Speisekammer (anbar) wahrer Nahrung (hakikî bir gida) werde und einen Weg zu Nahrung und Kraft (kut ve kuvvet) für diejenigen erschließe, die in ihrem Dienst ohnmächtig werden (hizmette za'fa düsenlere).

Der letzte Buchstabe des Wortes "Allah" (Lafzullah) wird genauso 85 Mal wie der erste Buchstabe des Wortes "der Majestätische" (Lafza-i Celal). Mit der Sprache der Übereinstimmung (tevafuk) mit einer sinnvollen (manidar) Differenz zu der Anzahl von اَللّٰهُ وَاحِدٌ {"Gott ist der Eine"} spricht اَللّٰهُ وَاحِدٌ {"Gott ist der Eine".}

"He" ( هی ) mit einer Anzahl steht 85 Mal fast im Allgemeinen in Übereinstimmung (tevafuk). Nur manchmal kommt es vor, dass eine Seite übersprungen wird. "He" ( هی ) mit Zweieranzahl stimmt mit absoluter Mehrheit (ekseriyet-i mutlak) 42 Mal überein (tevafuk). "He" ( هی ) mit Dreieranzahl ist 25 Mal und steht meistens in Übereinstimmung (tevafuk). "Be" ( ب ) der im Alphabet zweiter und im Qur'an und im "Bismillah" der erste Buchstabe ist, wird wieder 85 Mal gleich. Er spricht اَللّٰهُ وَاحِدٌ {"Gott ist der Eine".} "Be" ( ب ) mit Zweieranzahl ist 43 und stimmt mit einer Differenz des "He" ( هی ) mit Zweieranzahl überein (tevafuk). "Be" ( ب ) mit Dreieranzahl ist 27 und steht mit dem "He" ( هی ) mit Dreieranzahl mit Zweierdifferenz in Übereinstimmung (tevafuk). "Te" ( ت ) mit Fünferanzahl ist 23 Mal und stimmt mit "He" ( هی ) mit Dreieranzahl mit zwei Differenzen überein. "Te" ( هی ) mit Sechseranzahl ist fünfzehn Mal und stimmt mit dem Wau mit Viereranzahl überein (tevafuk). "Wau" ( و ) mit Sechseranzahl ist 26 oder 27 Mal. "Wau" ( و ) mit Fünferanzahl ist 25 Mal und stimmt mit der Sechseranzahl mit einer- oder zweier-Differenz überein (tevafuk). Elif mit Sechseranzahl wird acht Mal und Elif mit Fünferanzahl rezitiert acht Mal und stimmen miteinander genau überein (tevafuk).

Zusammenfassung: Fünf "he" ( هی ) und sechs "huva" هُوَ da sie der Heilige Name (ism-i mukaddes) sind, zeigen sich zueinander in wunderhaften Formen (kerametkârane vaziyet).

"Lâm", welcher der mittlere Buchstabe des Wortes "Allah" (Lafzullah) ist, stimmt mit seinen 75 Mal mit dem ersten Buchstaben "Elif" überein (tevafuk). Sie stimmen beinahe im Allgemeinen - mit einer Dreier-Differenz - mit der Anzahl von هُوَ اللّٰهُ {"Er ist Gott."} überein (tevafuk) und verkünden so in der Sprache ihrer Übereinstimmung هُوَ اللّٰهُ {"Er ist Gott."}

— 69 —

Lâm mit Zweieranzahl kommt 65 Mal vor und stimmt (tevafuk) mit absoluter Mehrheit (ekseriyet-i mutlak) überein und spricht in der Sprache der Übereinstimmung der Anzahl von "Allah" ( اَللّٰهُ ) ohne eine Differenz oder mit Zweier-Differenz "Allah" ( اَللّٰهُ ) aus und rezitiert (zikr) Ihn. Die Dreieranzahl von "Lâm" stimmt meistens miteinander überein (tevafuk) und mit seinen 33 Mal auch mit der gesegneten Anzahl (aded-i mübarek) von 33 überein (tevafuk) und steht mit dem numerischen Wert (makam-i cifrîsi) von "Lâm" mit einer Dreier-Differenz in Übereinstimmung (tevafuk) und stimmt mit nur einer Differenz (manidar bir fark) mit der Anzahl von "Er ist der Allgegenwärtige, der Eine" ( وَاحِدٌ اَحَدٌ ) überein (tevafuk), während sie mit ihrer Sprache "Er ist der Allgegenwärtige, der Eine" ( وَاحِدٌ اَحَدٌ ) sagt und so urteilt. Vier Mal "Lâm" macht 18 und entspricht in der Sprache der Übereinstimmung (tevafuk) der Anzahl von "der Allgegenwärtige" ( وَاحِدٌ ) 19 Mal nur mit einer sinnvollen Differenz (manidar fark) "der Allgegenwärtige" ( وَاحِدٌ ) und macht so die Einheit (tevhid) bekannt. Diese Viereranzahl mit der weiteren Zweieranzahl zusammen trägt nur mit einer Zweier-Differenz in der Sprache der Übereinstimmung (tevafuk) "Es git keine Gottheit außer Ihm (Lâ ilahe illâ Hû)" vor.

Wenn die jeweilige Anzahl 85, 75 und 65 ergibt und eine Anzahl von 85 und zwei Anzahlen deren Hälfte 40 und die dritte auf die Hälfte {(Anmerkung): In der zweiten Anmerkung auf der Seite 84 endet das Wort "Hamzah" mit einem "T ( ت )".} zwanzig herabsetzt und miteinander in Übereinstimmung (tevafuk) stehen und die Blitze (lem'alar) des Wortes "der Majestätische" (Lafza-i Celal) und der Bekenntnisformel der Einheit (Kelime-i Tevhid) ausdrücken (ifade) und dgl. wohlgeordnete numerische Entsprechungen (niseb-i adediye) und sinnvoll übereinstimmende Zusammenhänge (münasebat-i tevafukiye) erkennen lassen, so gibt das uns die Überzeugung (kanaat), dass dies kein Zufall (tesadüf) sein kann, sondern vielmehr eine Entsprechung (tevfik) und eine Einordnung (tanzim) als Merkmal der Angenommenheit (alâmet-i kabul). {ein Zeichen, dass die Risale-i Nur bei Gott angenommen ist (A.d.Ü.).}

Euer Bruder
Said Nursî

(Eine Abhandlung (fikra) von Hâfiz Ali über seinen Auszug (istihrac) aus der Ayah, die an der 33. Stelle erwähnt wird und auf die Risale-i Nur hinweist.)

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen"}

Euer Exellenz, mein geliebter Meister!

— 70 —

Als ich gestern Abend das Gebet (aksam namazini) verrichtete, hat sich mir, während ich bei der zweiten Rekat nach der Heiligen Sure Fatiha die Ayah

﴿ شَهِدَ اللّٰهُ اَنَّهُ لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ وَالْمَلٰئِكَةُ وَاُولُوا الْعِلْمِ قَائِمًا بِالْقِسْطِ لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ ﴾

{"Gott bezeugt, dass es keine Gottheit gibt außer Ihm, desgleichen die Engel und die, welche das Wissen haben. Er sorgt für Gerechtigkeit. Es gibt keine Gottheit außer Ihm. Er ist der Allmächtige, der Allweise." (Sure3, 18)}

- reziterte - ohne dass ich noch weiter darüber nachdachte und obwohl sich in meinem Herz und Verstand (akil ve kalb) nichts, auch kein Grund für eine weitere Vertiefung (taharriye) mehr fand, wurde mir auf einmal das Fenster meines Geistes (ruh) mit dem Hinweis dieser gewaltig großen, ehrwürdigen Ayah (âyet-i kerim) auf die Risale-i Nur und ihren Verfasser (müellif) in ihrem sinngemäßen Zusammenhang (münasebet-i manevi) geöffnet. Nach dem Gebet (namaz) habe ich dann darüber nachgedacht. Tatsächlich (hakikaten) liegt hier ein machtvoller (kuvvetli), sinngemäßer Zusammenhang (münasebet-i manevi). Es ist dies wie folgt:

In diesem Kosmos (kâinat) ist das erste, das die Allgegenwart Gottes (vahdaniyet-i ilahiye) den Menschen (ins), Dschinnen und Geistwesen (ruhaniyat) auf eine absolut sichere Weise zeigt und beweist (isbat), der Ruhmreiche (Azîmüssan) Qur'an. In unserer Zeit ist es nun die Risale-i Nur, die auf der zweiten und dritten Stufe in vollkommener Gerechtigkeit (kemal-i adalet) und mit zuverlässigen, bestätigten (sadik ve musaddak) Zeugnissen (hüccet) den Augen (enzar) der Menschen und Dschinnen (ins ü cin) die Allgegenwart Gottes (vahdaniyet) in den verschiedenen Perioden des Kosmos (kâinat safahati) offensichtlich und allumfassend (vâzih ve bahir) zeigt und beweist (isbat). Da sie alle Schichten der Menschheit (tabakat-i besere) sowohl in den Religionsschulen (medrese) als auch in den öffentlichen Schulen (mekteb) und den Kasernen (kisla), angefangen vom einfachen, ungebildeten Volk (âmî avam) bis zur Elite der Gebildeten (ehass-i havas), weise (hakîm) und souverän (hâkim) unterrichtet (ders), ausbildet (talim) und erzieht (terbiye), wie wir dies bezeugen (meshud) können, gibt uns dies eine zweifelsfreie Überzeugung (kanaat), dass auch die Risale-i Nur und ihre Bestätigung (mâsadak) ein Thema (mevzu) dieser ehrwürdigen Ayah (âyet-i kerime) ist.

Nach der zweiten Bekenntnisformel der Einheit (kelime-i tevhid) stellt sich Gott der Gerechte (Cenab-i Hak), erhaben ist Seine Majestät (Celle Celalühü), mit dem Namen "der Allmächtige, der Allweise" (El-Aziz-ül Hakîm) vor. Auf der zweiten Stufe auf die Geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur hinzuweisen (isaret), in der dieselben Namen in Erscheinung (isimlerin mazhari) treten, ist eine Eigenschaft (keyfiyet), die der Würde (se'ni) des Ruhmreichen (Azîmüssan) Qur'an angemessen (yakisir) ist. Denn trotz seines armseligen Zustandes (fakr-i hali), vielleicht gegen die ganze Welt (dünya) die Würde eines Wissenschaftlers (izzet-i ilmiye) aufrechtzuerhalten (muhafaza), hat das Sprachrohr (tercüman) der Risale-i Nur einer Drangsal (musibet), die schlimmer war als der Tod, die Stirn geboten und standgehalten. Es ist richtig und wird bestätigt (sadik ve musaddak), dass wiederum die Risale-i Nur es ist, die das Rätsel (muamma) der weisheitsvollen Verfügung (hikmetle tasarrufat) über Himmel und Erde (zemin ve semavat) löste. Ein Zeichen, dass diesen machtvollen (kuvvetli), sinngemäßen Zusammenhang (münasebet-i maneviyeyi) bestätigt (teyid), ist das Folgende:

— 71 —
اُولُوا الْعِلْمِ

{"die das Wissen besitzen"}

der numerische Wert (makam-i cifrî) ist 214 und stimmt ganz genau mit dem Zahlenwert (makam) von 214 für "Bediüzzaman", welcher ein Name der Risale-i Nur ist - das "z" mit Verdopplungszeichen (seddeli) und das "lam" als der ursprüngliche Artikel (lâm-i aslî) {arab. Bediü-el'zaman (A.d.Ü.)} werden mitgerechnet - überein (tevafuk) und steht mit dem Zahlenwert (makam) von 215 für "Molla Said", welcher der wahre und beständige (hakikî ve daimî) Name des Verfassers (müellif) ist, mit einer Differenz von eins (bir tek fark) in Übereinstimmung (tevafuk). Dies ist ein Zeichen (emare) dafür, dass sowie sich mit Sicherheit dieses Heilige Wort (kelime-i kudsi) {gemeint ist der Qur'an als das "Wort Gottes"} in jedem Jahrhundert (asr) neu offenbart, auch in diesem Jahrhundert die Resail-in Nur ein Grund (bir ferd) ist, sich auf sie zu beziehen (medar-i nazar).

﴿ وَ اُولُوا الْعِلْمِ قَائِمًا بِالْقِسْطِ ﴾

{"... und die, welche das Wissen haben. Er sorgt für Gerechtigkeit."}

(Das zweite Vau und Hemze, die nicht ausgesprochen werden, werden auch nicht mitberechnet) mit der Zahl 601 nach dem numerischen Wert (makam) und stimmt mit dem numerischen Wert (makam) der Risale-i Nur von 599 und dem Wert (makam) von "Resail-in Nur" nur mit einer Zweier-Differenz mit beiden Namen überein (tevafuk), welches ein Zeichen (emare) für sie ist.

﴿ شَهِدَ اللّٰهُ اَنَّهُ لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ وَالْمَلٰئِكَةُ وَاُولُوا الْعِلْمِ ﴾

{"Gott bezeugt, dass es keine Gottheit gibt außer Ihm, desgleichen die Engel und die, welche das Wissen haben."}

Der numerische Wert (makam-i cifrî ve ebcedî 1360) dieser heiligen Formel für Seine Einheit (cümle-i tevhidiye-i kudsiye) stimmt ganz genau mit diesem Jahr (sene) unserer Zeit (asr) eines einzigartigen Aufruhrs (isyan), der Aufstände (tugyan) und des Starrsinns (temrrüd), einer seltsamen Undankbarkeit (garib küfran), emotionaler Eruptionen (galeyan) und der Leugnung des Glaubens (ilhad) und mit dem Jahr (tarih), in dem wir uns befinden, überein und entspricht (tevafuku ve tetabuku) ihm. Dies ist mit Sicherheit ein machtvolles Zeichen (kuvvetli bir emare) dafür, dass sich die wichtigen Personen (efrad) dieser sehr großen, umfangreichen und allumfassenden Einheit (âmm olan tevhid) und unseres Bekenntnisses (sehadet) zu ihr, die ein Anlass ist, sie in Betracht zu ziehen, in diesem Jahrhundert (asr) unseres Zeitalters (vakt) finden wird, das mehr als andere Zeiten (zaman) ein solches Bekenntnis (sehadet) braucht. Heute gibt es sehr viele Zeichen (emare), Hinweise (isaret) und eine frohe Kunde (besaret), dass die Resail-in Nur, die dieses Bekenntnis (sehadet) in einer wirksamen Weise beweist (isbat), eine solche Kunde (efrad) und ein Anlass (mâsadak) ist, besondere Aufmerksamkeit (medar-i nazar) auf sich zu lenken.

اللّٰهُ اَعْلَمُ بِالصَّوَابِ وَالْعِلْمُ عِنْدَ اللّٰهِ

{"Gott kennt das Richtige. Und das Wissen ist bei Gott."}

﴿ سُبْحَانَكَ لاَ عِلْمَ لَنَا اِلاَّ مَا عَلَّمْتَنَا اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ ﴾

{"Gepriesen seist du! Kein Wissen haben wir, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

Einer der Schüler (sakird) der Risale-i Nur
Hâfiz Ali (R.H)
Eine Frage (mes'ele), die mir plötzlich eingegeben wurde:

Es gibt Überlieferungen (rivayet), die besagen, dass die Fehler und Sünden (hatiat ve günahlar) einer Person (sahs) in der Endzeit eine überaus fürchterliche Summe bilden werden. Ich habe mich früher einmal gefragt, ob denn ein einfacher Mann so viele Sünden (günah) wie Tausende Männer begehen könnte; welche Sünden - außer denen, die wir bereits kennen - der Gesamtheit des Kosmos (heyet-i mecmuasi) schaden, den Weltuntergang auslösen und ganze Welten über ihren Köpfen zugrunde richten können. Heute - in dieser Zeit - erkennen wir bereits verschiedene Ursachen (esbab).

— 72 —

So wurde mir z.B. unter vielen Aspekten (müteaddid vücuh) über den Rundfunk verständlich: Ein einziger Mann kann mit einem einzigen Wort gleich eine Million Sünden (kebair) auf einmal begehen. Er kann auch Millionen Menschen zur Sünde verführen, indem er sie dazu verleitet, ihm zuzuhören. Ein Rundfunkgerät, das hunderttausende Wörter in der Luft (küre-i hava) auf einmal ausspricht und eine ihrer Zungen ist, ist in der Tat ein Geschenk Gottes (nimet-i ilahiye) für die Menschheit (nev'-i besere). Obwohl es eigentlich nötig wäre, dazu die Luft mit all ihren Atomen mit Lobpreis (hamd ü sena) und Dank (sükür) zu erfüllen, gebraucht die Ausschweifung des Menschen (sefahet-i beseri), die aus dem Irrtum (dalalet) erwächst, dieses gewaltig große Geschenk (azîm nimet) zu einem Gegenteil von Dankbarkeit (sükrün aksine), wofür sie dann sicherlich eine Ohrfeige (tokat) bekommen wird. Wie diese selbstsüchtige (gaddar) Zivilisation, die eher ärgerlich als bürgerlich (mimsiz medeniyet) ist, nicht durch den Gebrauch zum Guten (hüsn-ü istimal) ihren Dank (sükrünü) für die Geschenke Gottes (ihsanat-i ilahiye) mit dem Namen "Wunder der Zivilisation" (havarik-i medeniyet) erweist, sondern sie stattdessen zu ihrer Zerstörung (tahribat) einsetzt und dadurch eine Undankbarkeit (küfran-i nimet) begeht, weswegen sie eine solche Ohrfeige (tokat) bekommen hat, durch die sie das Glück im Leben (saadet-i hayatiye) ganz und gar verloren hat. So stürzten denn die Menschen, die man sich doch eigentlich als zivilisiert vorgestellt (medenî tasavvur) hatte, noch tiefer hinab als bis auf die Stufe eines Eingeborenen, eines unkultivierten Wilden (vahsi) oder eines unzivilisierten Beduinen. Und sie lässt ihn schon die Qual der Hölle (Cehennem) schmecken, noch ehe er tatsächlich zur Hölle hinabfährt.

Der Rundfunk als ein Geschenk für die Allgemeinheit (nimetiyet ciheti) erfordert (iktiza) auch einen allgemeinen Dank (sükür). Was diesen allgemeinen Dank betrifft, muss wie ein himmlischer Qur'an-Rezitator (semavî bir hâfiz) mit hunderttausenden Zungen, jederzeit im Kosmos (kâinat) der Qur'an vorgetragen werden, sodass alle gegenwärtig Angesprochenen (muhatab) in der Tat das urewige Wort (kelâm-i ezelîsi) des Schöpfers der Himmel und der Erden (Hâlik-i Arz ve Semavat) gleichzeitig hören, sodass der allgemeine Dank (sükrünü) für diese Gabe (nimet) dargebracht werde und dieses Geschenk sich fortsetzen könne.

Said Nursî

Meine lieben getreuen Brüder!

Über die Briefe, die wir von euch, nämlich den Besitzern der Licht-Fabrik (Nur sahibi) und dem Vorbeter (imam) der segensreichen Gemeinde (mübarek cemaat) von Atabey bekommen hatten, haben wir uns sehr gefreut (mesrur). Es ist mit Sicherheit zweifellos eine einzigartige (hârika) Wundertat der Treue (keramet-i sadakat) der Alis und Mustaphas, dass innerhalb von drei, vier Monaten in drei, vier Dörfern von den Analphabeten (ümmiler) fünfzig Stifte (kalem) mit der Abschrift der Risale-i Nur erfolgreich (muvaffak) waren. Dieses wunderhafte Ereignis (kerametkârane) weckte in dieser Umgebung unter den Schülern (sakird) der Risale-i Nur eine besonders machtvolle Hoffnung (kuvvetle ümid) und versetzte sie in eine große Begeisterung (ziyade sevk). Möge Gott euch und diese analphabetischen Abschreiber (ümmi kâtibler) hunderttausend Mal segnen (Bârekâllah).

Ich habe mir um die Lichtfabrik und die Rosenfabrik Sorgen gemacht und mich bereits gefragt, in wieweit sie im Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur fortgeschritten sind und habe auch euch danach gefragt. Weit über alle meine Erwartungen und Vorstellungen (ümid ve tahmin) hat mich in dem Brief von Hüsrev die Nachricht über ihren mit Tausend Stiften versehenen Dienst (hizmet haberi) an der Risale-i Nur erfreut. Besonders eure {die Nachricht der Besitzer der Lichtfabrik (A.d.Ü.)} über die Analphabeten (ümmiler) in einigen Dörfern, die mit fünfzig Stiften zu Hilfe (imdad) geeilt sind, erfreute uns so sehr (memnun), als wäre es die frohe Kunde (müjde) von einer beständigen Schatzkammer (bâki bir hazine). Möge Gott mit euch ewig zufrieden sein (Allah razi olsun). Âmîn. Möge Er euch im Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) und am Qur'an Erfolg (muvaffak) verleihen. Âmîn. Die Übereinstimmung und Entsprechung (tevafuk ve tetabuk) zwischen dem großen Hâfiz Ali und Nazif ist nicht nur eine Übereinstimmung (tevafuk) in ein, zwei Hinsichten, sondern vielmehr in vielerlei Hinsichten (cihetler).

— 73 —

Grüße (selâm) an alle Brüder, an jeden Einzelnen von ihnen

Meine lieben getreuen Brüder! Euer Einsatz und eure Arbeit (gayret ve faaliyet) ist - weit über meine Erwartungen (ümid) hinaus - von der Art, mich bis zum Ende meines Lebens (hayat) glücklich und dankbar (mesrur ve mütesekkir) zu machen. Die Antwort auf eure Frage, die ihr diesmal in eurem Brief stellt, ist offensichtlich (bedihî) die: "Was sollte man in dieser Zeit tun, bzw. vorziehen (takdim): daran zu arbeiten, den Qur'an auswendig zu lernen (Hifz-i Kur'an), oder die Risale-i Nur abzuschreiben?" Denn in diesem Universum (kâinat) gebührt - wie in jedem Jahrhundert (asr) - die höchste Rangstufe (makam) dem Qur'an. Das Auswendiglernen und die Rezitation (hifz ve kiraet) des Qur'ans, wofür der Lohn (sevab) je Buchstabe (harf) zehn, ja bis zu Tausenden Segenspunkte zählt, geht jedem anderen Dienst (hizmet) voraus (mukaddem) und hat vor ihm den Vorzug (müreccah). Was aber die Risale-i Nur betrifft, so ist sie Beweis und Zeugnis (bürhan ve hüccet) für die Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) dieses Ruhmreichen (Azîmüssan) Qur'an und ein Mittel und Anlass (vasita ve vesile) für das Auswendiglernen und die Rezitation (hifz ve kiraet) des Qur'an und Kommentar und Erläuterung (tefsir ve izah) seiner Wahrheiten (hakaik). Daher ist es dringend notwendig (elzem), zugleich mit dem Auswendiglernen (hifzi) des Qur'an an ihr zu arbeiten.

Jedem einzelnen Bruder (kardes) in den Kreisen der Lichtfabrik und der Rosenfabrik (Nur ve Gül) aus der Gruppe der Gesegneten (Mübarekler Heyeti), entsprechend den Vorbildern (nümune) der Lütfüs, in der Gemeinschaft (cemaat) der Haci Hâfiz'lar und den Rangstufen (makam) von Siddik Süleyman und Hakki, besonders aber den Schülern (talebe) der Risale-i Nur, die aus fünfzig Analphabeten (ümmid) bestehen, jedem Einzelnen von ihnen senden wir unseren Gruß (selâm), beten (dua) für sie alle und bitten auch sie um ihre Gebete..

Said Nursî
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen"}

Eure Exellenz, mein geliebter, ehrenwerter und edelmütiger Meister und Herr!

Ich sehe mit Freudentränen (sevinç yaslari) in meinen Augen, dass ich aus der Fülle (feyz) der Risale-i Nur, für die ich ewig dankbar (minnetdar) und zu jedem Dienst bereit (hâdim) sein werde, sehr viele große Komplimente des Herrn (eltaf-i Rabbaniye) erfahre, derer ich nicht würdig (lâyik) bin und für die meinen Dank (sükran) abzustatten ich überhaupt nicht fähig bin. Nazif, gestern noch dieses allgemein bekannte Scheusal (menfur-u umumî), ist heute zu einem glänzenden Patrioten (parlak bir vatanperver) bzw. Wahrheitssucher (hakikatçisi) geworden.

— 74 —
اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Dank sei Gott, dies ist durch die Gnade meines Herrn."}

Ich höre mit eigenen Ohren lichtvolle Klänge (nurlu sadâlar) aus den Fabriken des Lichtes und der Rose (Nur ve Gül), auch von der Gruppe der Gesegneten (Mübarekler Heyeti), von denen ich seit Jahren begeistert (müstak) bin, und von der Maschinerie und dem Räderwerk dieser Heiligen (mukaddes) Fabrik. Und das stimmt genau mit den Ereignissen (hâdis) überein (tevafuk).

Trotz meiner Schwäche (âciz), Fehlerhaftigkeit (kasir) und (cahil) Unwissenheit erweisen mir unsere liebenswerten Brüder Mübarek Sabri und Büyük Hâfiz Ali, zwei wichtige Mitglieder aus ihrer Gemeinschaft (cemaat) der getreuen (siddiklar) Kämpfer (mücahidler), opferwillige Helden (fedakâr kahramanlar), welche heute für ihre geistige Körperschaft (sahsiyet-i manevi) in einem kleinen Ausmaß jenen ehrenwerten Herren (Efendiler) gleichen, Leuten der Auserwählung (Ashab-i Güzin), die erhaben sind und zu jenen zehn gehören - möge Gott mit ihnen zufrieden sein (Ridvanullah) - denen bereits im Qur'an das Paradies versprochen wurde (Asere-i Mübessere) in ihrem Edelmut (âlîcenabane) ihre Liebe (muhabbet) und herzliche Verbundenheit (merbutiyet-i kalbiye).

Da es eine Güte aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye) ist, welche im Rauschen der Wellen (dalgalarin hisirtilari) emporsprüht, die durch die lichtvollen Winde (nurlu rüzgârlari) aus diesem erhabenen (yüksek), machtvollen (muktedir) Lichtmeer (nur deryasi) entsteht, ist diese bedeutende Übereinstimmung (mühim tevafukat) für uns sehr wertvoll.

Wenn nun mein sündhaftes (günahkâr) und einfältiges Wesen (âdi sahsim), dessen ganzes vergangenes Leben (geçmis ömrü) voller Aufruhr (isyan) war, durch zwei gesegnete (mübarek) Mitglieder (uzvu) von einer dermaßen erhabenen und heiligen Gemeinschaft (mukaddes bir heyet) gutgeheißen (hüsn-ü kabul) wird, so deren Zuwendung erfährt (iltifatlar mazhar), durch deren Edelmut (yükseklik) mit derer eigenen wertvollen Arbeit (kiymetli mesaî) und deren heiligem Dienst (hizmet -i kudsiye) an seinem so geringen (cüz'î), anspruchslosen Dienst (hizmet) innerlich Anteil nehmen (istirak), ja ihn als deren eigenen Dienst betrachten (benimsemek) und ihn auf diese Weise anerkennen (kabul), so ist dies eine große Güte des Herrn (lütf-u Rabbanî), die sich durch die heilige Wundertat (kudsî keramet) der Risale-i Nur als eine unendliche Gnade des Hochgepriesenen (nihayetsiz eltaf-i Sübhaniye), des Hochgeehrten Herrn (Cenab-i Rabb-i izzet) erweist, wofür ich hiermit meinen Dank (sükran) abstatten möchte.

Wenn also nun als sichtbare Wirkung (âsâr-i fiiliye) unseres so fehlerhaften (hatali), ja wertlosen und nur geringfügigen Dienstes (cüz'î olan hizmeti), gleich einem Tropfen aus dem Meer des heiligen Dienstes (hizmet-i kudsiye) unserer wertvollen Brüder, und obwohl ich als euer Diener (bende) mich heute nicht dazu für würdig erachte, meine Wenigkeit (sahsiyet) in ihrer Schwäche (âciz), Unwissenheit (cahil) und Sündhaftigkeit (günahkâr), die in ihrer Erhabenheit zu erreichen (erisilmesi) unvorstellbare (muhal), geistige Körperschaft (sahsiyet-i manevi) ihrer Exellenzen (Hazerat), der Gefährten des Gottesgesandten (Ashab-i Resulullah) - Gott möge mit ihnen allen zufrieden (Ridvanullah) sein - diese hohe Zuwendung (yüksek iltifat) zweier Mitglieder (azasi) jener Gemeinschaft der Gesegneten (Mübarekler Heyeti) trotzdem zu erleben, die - wenn auch nur schattenhaft - eine, wenn auch nur kleine Erscheinung (cilvesi) von ihnen repräsentieren, ist eine heilige Erfahrung (kudsî mazhariyet), zu der die Risale-i Nur, unter der Führung (delalet) des Allmächtigen (Kadir-i Mutlak), des Schöpfers in Seiner Majestät (Hâlik-i Zülcelal), euren Diener (bendeniz) gebracht hat, wofür ich Ihn dem Maß allen Seins (mevcudat) entsprechend und nach der Anzahl der Buchstaben (hurufat) der Risale-i Nur lobe und preise (hamd ü sena) und wofür ich jedem Mitglied (azalar) dieser auserwählten (güzide) und kostbaren Gemeinschaft aller Gesegneten (Mübarekler Heyeti) und allen Mitbrüdern, jedem Einzelnen von ihnen, in Ehrerbietung (ihtiram) meinen verbindlichsten Dank (minnet ve sükran) anbiete.

Eure Schüler und Diener
(Talebeniz ve hizmetkâriniz)
Ahmed Nazif
— 75 —

Das Folgende ist eine Wahrheit (hakikat), welche diejenigen, die sich um ihrer Liebe (Sefkat) willen auf Wegen der Ketzerei (bid'at) und des Irrglaubens (dalalet), Wegen, die außerhalb der islamischen Grundsätze (esasat-i islâmiye) liegen, in die Irre gegangen (sapanlar) waren, wieder zurückführt.

Da die menschliche Liebe (schefkat) eine Manifestation der Barmherzigkeit des Herrn ist, darf man das Maß Seines Erbarmens nicht überschreiten und den Erbarmer aller Welten auf der Stufenleiter der Liebe nicht überflügeln. Überschreitet und überflügelt man sie, so ist diese Liebe sicherlich keine Barmherzigkeit und keine Liebe mehr, sondern eine Krankheit der Seele (ruh) und ein Gebrechen des Herzens, das von Irrglaube und Ketzerei infiziert wurde.

So ist es z.B. ein gewaltiges Unrecht und eine Unbarmherzigkeit über alle Maßen, wenn die Ungläubigen und die Heuchler, die in der Hölle brennen, wenn dergleichen Dinge, wie die Strafe und das Heilige Bemühen (cihad) in ein und derselben Liebe den gleichen Platz finden und so in ein falsches Licht gerückt werden, gleich wie den Qur'an und den überwiegenden Teil des himmlischen Glaubens (edyan-i semavi) zu verleugnen und zu verwerfen. Denn Untiere und Drachen, welche unschuldige Tiere zerfleischen, in Schutz zu nehmen und sie zu lieben (schefkat) ist eine fürchterliche Brutalität und eine grausame Gewissenlosigkeit. Und für Menschen liebevoll Partei zu ergreifen und voll Erbarmen für sie zu beten, dass sie ihrer Strafe entgehen mögen, ist gewiss für diese unschuldigen Leute des Glaubens eine fürchterliche Unbarmherzigkeit und eine abscheuliche Ungerechtigkeit.

In der Risale-i Nur wurde der unumstößliche Beweis dafür erbracht, dass Unglaube und Irrglaube gegenüber dem Universum eine große Beleidigung, gegenüber den Geschöpfen ein gewaltiges Unrecht, die Aufhebung der Barmherzigkeit und die Ursache allen Übels ist. Sogar die Fische in der Tiefe des Meeres beklagen sich über diese Verbrecher, indem sie sagen: "Sie sind es, welche die Ursache dafür sind, dass unser Friede (istirahat) gestört ist." Dies ist eine gut bezeugte Überlieferung (rivayet-i sahih). Aus diesem Grunde bedauern diejenigen, die in ihrer Liebe (schefkat) die Bestrafung der Ungläubigen und der Heuchler bedauern und sie bemitleiden keineswegs jene zahllosen Unschuldigen, welche ihrer Liebe würdig wären. Dies gilt nur insoweit, als auch die Unschuldigen (masum) mit verbrennen müssen, wenn ein Übel (âfât) diejenigen trifft, die es auch verdient (müstehaklara) haben. Dann ist es unmöglich, dass man sie nicht bemitleidet (acimamak). Es gibt aber auch eine verborgene Barmherzigkeit (merhamet) gegenüber den Unterdrückten (mazlumlar), die durch die Strafe der Verbrecher (câniler) Schaden erleiden.

Einmal erlebte ich in mir einen tiefen, tiefen Schmerz (müteellim), weil die Feinde im Ersten Weltkrieg Muslimen und besonders ihren Frauen und Kindern jede Art von Gewalt antun und sie sogar töten. Da in meiner Natur (fitrat) Liebe und Mitleid (sefkat ve rikkat) besonders stark ausgeprägt sind, musste ich so sehr darunter leiden (tahammül), wie ich es kaum mehr ertragen (azab) konnte. Dann tauchte auf einmal in meinem Herzen (kalb) der Gedanke auf: Diese unschuldig zu Tode Gekommenen (maktul masumlar) sind so zu Blutzeugen (sehid) und damit zu Gottes Freunden (veli) geworden; ihr vergängliches Leben (fâni hayat) hat sich so in ein ewiges und unvergängliches Leben (bâki bir hayat) verwandelt. Und alle ihre Güter, die sie verloren hatten (zayi' olan mallar), sind ihnen in eine für immer und ewig (bâki) bestehende Stiftung (sadaka) umgewandelt (mübadele) worden. Auch wenn diese Unschuldigen (mazlum) sogar ungläubig (kâfir) wären, erhalten sie im Jenseits (âhiret) dennoch aus der Schatzkammer (hazine) der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i ilahiye) wegen dieser irdischen Übel (dünyevî âfât) solche Belohnungen (mükâfat) für ihre Leiden (belalar) wie es ihrem Wesen entspricht. Öffnete sich der Schleier des Verborgenen (perde-i gayb), würden diese Unschuldigen (mazlum) eine große Barmherzigkeit für sie in Erscheinung treten (tezahür-ü rahmet) sehen und sagen: "Oh Herr (Ya Rabbi!)! Lob und Dank sei Gott (Sükür Elhamdülillah)". So habe ich es erkannt und bin auf zuverlässige Weise zu dieser Überzeugung (kanaat) gelangt und mich von meiner Trauer und meinem tiefen Leid infolge meiner so sehr großen Liebe (ifrat-i sefkat) errettet (kurtuldum).

— 76 —

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Diesmal sende ich euch zwei Abschnitte:

Erstens: Einen Teil davon hatte ich euch bereits zuvor gesandt. Diesmal wurde mir dieser Abschnitt durch eine geistige Eingebung (ihtar-i manevî) sowohl vervollständigt (tekmil) und mir zugleich mitgeteilt, dass er wichtig ist. Er ist für diejenigen nützlich (faidesi), die alte Werke des Alten Said bereits gesehen hatten, die politische (siyaset) Themen betreffen (münasebet); doch ist er zugleich ein wenig privat gehalten. Er darf daher nicht in die Sammlung der Briefe (Lâhika) aufgenommen werden.

Zweiter Abschnitt: Aufgrund einer geistigen Eingebung (manevî bir ihtar) ist er eine Ermahnung (ikaz) und eine Warnung (ihtar) für einen Bruder, der einige neu erschienene Bücher (eserler) gekauft hat, die dem Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur unwissentlich schaden (zarar) könnten. Er ist eine Erinnerung (tenbih) für die übrigen Schüler (talebe) der Risale-i Nur, damit sie in ihrem Dienst (vazife) nicht nachlässig (halel) werden. Dies soll in die Sammlung der Briefe (Lâhika) aufgenommen werden.

Ich habe von einer bedeutenden Persönlichkeit, die ein Erbe (vâris) von Küçük Lütfü ist, mit der Unterschrift (imza) von Hulusi-i Sâlis ihren Brief erhalten, der ihren wertvollen Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur zum Ausdruck bringt und wie sehr sie sich dabei innerlich angesprochen fühlt (tesahubu), und mich sehr darüber gefreut (mesrur). Wer ist diese Persönlichkeit (zât)? Ich gratuliere (tebrik) ihm zu seinem Dienst, grüße (selâm) ihn vielmals und bete (dua) auch für ihn. Ich grüße (selâm) vor allem die Fabriken "Rose und Licht" (Gül ve Nur), die Gemeinschaft der Gesegneten (Mübarekler) und alle Brüder, jeden Einzelnen von ihnen. Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) möge den Fabriken, welche dieses Land (memleket) erleuchten (tenvir) und die Wohlgerüche (rayiha) des Paradieses (Cennet) verströmen, Erfolg (muvaffak) und Beständigkeit (daim) verleihen. Âmîn. Wir aber nehmen hier zugleich mit ihren strahlenden Lichtern (parlak nurlar) die betörenden (sirin) Düfte (kokular) und Wohlgerüche (rayihasi) der Ewigen Welt (Âlem-i Beka) wahr (istismam).

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei"}

Für die Brüder, die unter den Schülern (talebe) der Risale-i Nur die Reinen (haslar) sind, diejenigen, die sich innerlich angesprochen fühlen (sahib) und ihre Erben (vârisler) sind, und die Säulen und Grundpfeiler (erkân ve esaslari) sind, die die Reinen unter den Reinen (haslarinin haslari) sind, möchte ich in Bezug auf ein Ereignis (hâdise), das in den letzten Tagen stattgefunden hat, Folgendes erklären:

— 77 —

Den Bedürfnissen nach den Wahrheiten des Islam entspricht und genügt die Risale-i Nur. Sie lässt keinen Wunsch nach anderen Schriften mehr offen. Es wird aus vielen gesicherten Erfahrungen verständlich, dass sich in der Risale-i Nur ganz kurz und leicht finden lässt, wie man seinen Glauben retten, stärken und überzeugend leben soll. Ja, die Risale-i Nur verkürzt in der Tat einen Weg von fünfzehn Jahren auf fünfzehn Wochen und führt zu einem überzeugten und überzeugenden Glauben (iman-i tahkiki). Dieser euer armer Bruder, der vor zwanzig Jahren während einer Fülle von Studien manchmal an einem einzigen Tag einen ganzen dickleibigen Band durchstudierte, er begnügt sich heute mit dem Qur'an: Mir ist heute die Risale-i Nur, die aus dem Qur'an hervorgegangen ist, genug. Ich brauche kein anderes Buch und ich habe auch kein anderes Buch bei mir. Und obwohl in der Risale-i Nur so viele erleuchtende Wahrheiten angesprochen werden, benötige ich zu ihrer Abfassung seit zwanzig Jahren (kein anderes Buch). Und auch ihr solltet ganz gewiss nicht mehr als zwanzig mal mehr benötigen.

Und da ich überdies auch noch an euch mein Genügen hatte und habe, schaue ich mich auch nicht nach anderen um und beschäftige mich nicht mit ihnen. Für euch aber ist es notwendig, dass ihr an der Risale-i Nur euer Genügen findet; und in dieser Zeit ist es vielleicht das Notwendigste überhaupt!...

Da heute in den neuen Werken (eserler) einiger Gelehrten (üleman) ihr Weg und ihre Art und Weise (meslek ve mesreb) unterschiedlich und für die ketzerischen Erneuerungen (bid'at) günstig sind, setzt sich dementgegen die Risale-i Nur gegen die Glaubenslosigkeit (zindika) ein, um die Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) zu wahren (muhafaza) und sieht ihre Aufgabe (vazife) darin, entgegen diesen ketzerischen Erneuerungen (bid'at) die Buchstaben und die qur'anische Schrift (huruf ve hatt) zu wahren (muhafaza). Dennoch haben einige der reinen Schüler (has talebe) die Werke einiger Hodschas, die mit ihnen Schlag um Schlag - obwohl sie doch selbst noch die Buchstaben und die qur'anische Schrift (huruf ve hatt) unterrichten (ders) - unter dem Deckmantel eines religiösen Wissens (ilm-i din) auf eine wirksame (tesirli) Weise den Buchstaben und der Schrift (huruf ve hatt) des Qur'an Schläge versetzen, auf ihren mir unerklärlichen Wunsch (sirri bilinmez) hin diese Werke gekauft. Ohne dass ich darüber Bescheid (haber) wusste, spürte ich doch auf dem Berg gegen diese reinen Schüler auf eine ziemlich heftige Weise eine gewisse Gereiztheit (gerginlik). Also habe ich sie davor gewarnt. Dank sei Gott (elhamdülillah) sind sie nun zur Besinnung gekommen. Und so möge denn Gott es so wollen (insâallah), dass sie sich jetzt völlig davon befreit (kurtuldular) haben.

Meine lieben Mitbrüder! Unser Weg (meslek) ist nicht der Angriff (tecavüz), sondern die Verteidigung (tedafü). Zudem ist er nicht die Vernichtung (tahrib), sondern die Wiederherstellung (tamir). Zudem sind wir nicht die Herren (hâkim) der Lage, sondern die Beherrschten (mahkûm). Unsere Angreifer (tecavüz) sind ohne Zahl. Auf ihrem Weg (meslek) liegen auf jeden Fall sehr bedeutende Wahrheiten (hakikat), die auch unsere eigenen (mal) sind. Für die Verbreitung (intisar) solcher Wahrheiten (hakikat) brauchen sie uns (ihtiyaç) aber nicht. Sie haben Tausende Leute, die solche Dinge lesen und weiterverbreiten (nesreder). Eilen jedoch auch wir ihnen zu Hilfe (yardim), bleiben besonders wichtige Aufgaben (vazife), die wir selbst auf unseren eigenen Schultern tragen, dadurch unerledigt, was nun zur Folge hat, dass wir aber nun einen Teil der Prinzipien und erhabenen Wahrheiten (âlî hakikatlar), die es zu wahren (muhafaza) gilt, und mit deren Wahrung jeweils eine bestimmte Gruppe (taife) betraut (mahsus) ist, aus den Augen verlieren. So wurden z.B.unter einem gewissen Vorwand (bahane) Ereignisse unserer Zeit (hâdisat-i zamaniye) ein Anlass zur Abfassung ihrer Werke (eser), wobei das, was das islamische Recht (ruhsat-i ser'iye) gestattet, nun zu einem Vorwand (perde) dient, der es ihnen erlaubt, in gewisser Weise einer Art Wahabitismus oder auch einer bestimmten mystischen Einstellung (Melâmîlik) den Boden vorzubereiten (ihzar). Stattdessen ist es eine wesentliche Aufgabe (vazife-i asliye) der Risale-i Nur, der Wahrung einiger - wenn auch nicht allgemein gültiger (umuma tesmil), jedoch wohl ausgewogener (ince) und dabei durchaus wichtiger Grundlagen, wie sie in jedem Fall stets der Wahrheit (hakikat) des Islam entsprochen haben (cereyan edip gelen) - wie den Grundlagen der Gottesfreundschaft (esas-i velayet), den Grundlagen der Gottesfurcht (esas-i takva), den Grundlagen der allgemein empfohlenen oberen Grenzen (esas-i azimet) und den Grundlagen entsprechend der Tradition des Propheten (esasat-i Sünnet-i Seniye), zu dienen (muhafaza). Wir dürfen sie selbst noch in einer angeblichen Notlage (sevk-i zaruret) oder mit besonderer Erlaubnis (fetva) aufgrund der Ereignisse (hâdisat) keinesfalls aufgeben.

— 78 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei"}

Vierzehn Jahre nach seiner Abfassung (te'lif) schaute ich noch einmal in dem Buch "Dialoge" (Münazarat) nach und habe dort gesehen, dass es in dergleichen Werken (eser) Fehler (hatiat) gibt, die der Alte Said in einem Geisteszustand (halet-i ruhiye) begangen hatte, der die Folge der damaligen Veränderungen (inkilab), der dortigen Umgebung (muhit) und der äußeren Einflüsse (tesirat-i hariciye) war. Ich bitte wegen dieser Fehler und Versehen (kusurat ve hatiat) aus ganzem Herzen (kuvvet) um Vergebung (istigfar) und bereue (nedâmet) diese Fehler (hatiat). Es ist daher meine Bitte (niyazim) um der Barmherzigkeit (rahmet) Gottes des Gerechten (Cenab-i Hakk) willen, dass Er mir meine Fehler (hatiat), die ich mit der Absicht (niyet) begangen habe, die Gläubigen (ehl-i iman) aus ihrer Verzweiflung (me'yusiyet) zu erlösen (izale), wegen meiner guten Absicht (hüsn-ü niyet) verzeiht und vergibt.

In dergleichen Büchern (eser) des Alten Said sind zwei wichtige Grundsätze (esas-i mühim) vorherrschend (hükmediyor). Diese beiden Grundsätze beruhen auf Tatsachen (hakikat). Doch wie die geistliche Vision (kesfiyat) der Freunde Gottes (ehl-i velayet) der Ausdeutung (tevilât) und die Wahrträume (rü'ya-yi sadika) der Ausdeutung (tevile) bedürfen, bedarf auch die Wahrnehmung einer Vorhersehung (hiss-i kabl-el vuku) noch feinsinniger Ausdeutungen (ince tabir), wohingegen die Erklärung (beyan) dieser beiden Wahrheiten (hakikat), die der Alte Said mit seiner Vision einer Vorhersehung (hiss-i kabl-el vuku) wahrgenommen hatte, ohne jede Auslegung und ohne Ausdeutung zum Teil fehlerhaft und zum Teil widersprüchlich (hilâf) erscheint.

Erster Grundsatz: Entgegen der Hoffnungslosigkeit der Leute des Glaubens gibt es die gute Nachricht, die besagt, dass es da für die Zukunft ein Licht (Nur) gibt. Es hat da ein Vorausempfinden gegeben, bevor es geschah, dass die Risale-i Nur in der Zukunft den Glauben vieler Leute des Glaubens retten und stärken werde. So hatte er (= Bediuzzaman) es empfunden und durch diese Brille hatte er während der freiheitlichen Revolution (Hürriyet) die politischen Ereignisse betrachtet. Und er hatte sich in dieser Richtung bemüht, ohne den tieferen Sinn (der Hadithe) zu erkennen und zu deuten. So hatte er die Dinge vom Standpunkt der Politik und der Macht und der Masse aus betrachtet. Er hatte es so richtig empfunden. Aber er hatte es nicht ganz richtig ausgedrückt.

Zweiter Grundsatz: Der Alte Said hatte genau wie manche Leute aus der Politik sowie hervorragende Schriftsteller, das Kommen dieser so schrecklichen Diktatur vorausgeahnt und bereits damit begonnen, ihr (der Diktatur) die Stirn zu bieten. Dieses Vorgefühl kommender Ereignisse, das noch der Deutung und der Erklärung bedurfte, hatte er noch nicht gekannt. Er hatte nur ein schwaches Bild und den Namen der Diktatur gesehen. Daraufhin hatten sich die Politiker und auch die Schriftsteller zum Kampf gerüstet. Denn weil er den schwachen Schatten jener Despotien, die eine Zeitlang später einmal kommen werden und der ihnen einen Schrecken einflößte, schon für das Wahre und Echte hielt, handelte er dementsprechend und gab er die entsprechenden Erklärungen ab. Seine Absicht war richtig, das Ziel aber (auf das sie sich richtete) war ein Irrtum.

— 79 —

So hatte der Alte Said also in alter Zeit eine Ahnung von einer solch merkwürdigen Despotie gehabt. In einigen seiner Werke gibt es Erklärungen, in denen er sie angreift. Gegen diese außergewöhnliche Schreckensherrschaft erblickte er in einer Regierung nach dem islamischen Gesetz (meschruta-i meschrua) das Mittel der Rettung. Und weil er sagte und dachte: "Die Freiheit nach dem islamischen Gesetz (hürriyet-i scher'iye), verbunden mit einer Beratung im Rahmen der Satzungen des Qur'ans, kann dieses furchtbare Unglück beseitigen." so bemühte er sich auch in diesem Sinne.

In der Tat hat die Zeit gezeigt, dass ein Staat (devlet), der sich die Bezeichnung eines guten Demokraten (hürriyetperver) zugelegt hat, als ein Musterbeispiel (nümune) jenen Kolonialismus (istibdad) - der sich dann daraus entwickelt hat - mit seinen dreihundert Kolonialbeamten (müstebid memurlar) gebracht hat, der dreihundert Millionen Inder seit dreihundert Jahren so leicht in Fesseln gebunden hält als wären es gerade einmal dreihundert Mann, und sie derart unter seiner kolonialen Herrschaft (istibdad) hält, dass sie sich kaum noch rühren können, einer so überaus grausamen Zwangsherrschaft (esedd-i zulm), nämlich mit Hilfe der Despotie seiner Gesetze (kanun-u müstebidanesi), die es möglich macht, für die Fehler (hata) eines einzigen Mannes Tausende Menschen zu bestrafen (tecziye), indem sie dies als Ordnung und Gerechtigkeit (inzibat ve adalet) darlegen und auf diese Weise die Welt hinters Licht führt (dünyayi aldatmis) und in Flammen aufgehen lässt.

In jenem Buch (eser) mit dem Titel "Die Dialoge" (Münazarat) finden sich einige Notizen (kayidlar) und kurze Anmerkungen (hasiyecikler) in Form von Anspielungen (latife). Sie waren in damaliger Zeit in der Art einer Anspielung (mülatafe) für seine wohlerzogenen (zarif-üt tab) Schüler (talebe) verfasst (te'lif) worden. Denn damals waren sie dort auf den Bergen (daglar) bei ihm. Und er erklärte ihnen die Dinge in der Art einer Unterweisung (ders).

Was aber nun die Wahrheit von der "Medresetüzzehra" betrifft, welche sich am Ende der Münazarat-Risala als deren Geist und Grundlage findet, so wird sie sich in der Zukunft zeigen, um der Risale-i Nur-Medresse den Boden vorzubereiten. In einem Vorgefühl künftiger Ereignisse suchte er diese lichtvollen Wahrheiten im materiellen Bereich. Später begann dann aber auch der materielle Gesichtspunkt dieser Wahrheit Gestalt anzunehmen. Der inzwischen verstorbene Sultan Reschad gab neunzehntausend Lira in Gold, um in Van den Grundstein für die Medresetüzzehra zu legen. Der Grundstein wurde gelegt. Doch dann kam der Erste Weltkrieg und die Fundamente blieben stehen. Fünf, sechs Jahre später ging ich nach Ankara und bemühte mich erneut um diese Wahrheit. Von zweihundert Abgeordneten gaben 163 ihre Unterschrift, damit für die Medresse hundertfünfzigtausend Lira in Banknoten bewilligt werden sollten. Und tatsächlich wurde diese Summe bereitgestellt. Aber zum tausendfachen Bedauern wurden die Medressen geschlossen und die Wahrheit blieb hintenan. Doch Gott dem Gerechten sei grenzenlos Dank dafür, dass diese Medresse in Isparta als eine geistige Idee grundgelegt werden und die Risale-i Nur dort Gestalt annehmen konnte. Inscha-a'llah werden die Schüler der Risale-i Nur in der Zukunft damit Erfolg haben, diese hohe Idee auch in materialisierter Form zu errichten.

Obwohl der Alte Said entschieden (siddet-i muhalefet) gegen das Komitee der Einheits- und Fortschrittspartei (ittihad Terakki) war, brachte er doch ein hohes Lob (takdirat) und seine Gefolgschaft (iltizam) gegenüber der Regierung (hükûmet) und ihrer Partei und besonders gegenüber der Armee (ordu) zum Ausdruck, da er mit einem Gefühl der Vorhersehung (hiss-i kabl-el vuku) bereits spürte, dass in dieser militärischen Gemeinschaft (cemaat-i askeriye) und auch in dieser nationalen Gemeinschaft (cem'iyet-i milliye), die bis dahin noch nicht entrahmt worden war, nach sechs, sieben Jahren etwa eine Million Märtyrer (süheda) im Range von Heiligen (evliya mertebesi) in Erscheinung treten werden und hat sie daher - wenn auch ungewollt (ihtiyarsiz) und ganz gegen seine sonstige Art (mesrebine muhalif) - vier Jahre lang verteidigt (tarafgir). In den Unruhen des Ersten Weltkriegs wurde dann ihre so segensreiche Sahne (mübarek yagi) herausgeschleudert und sie so gleich wie Ayran entrahmt. Der Neue Said aber widerspricht (muhalefet) nun dem Alten Said und hat seinen alten Kampf (mücahede) wieder aufgenommen.

— 80 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حُرُوفَاتِ الْقُرْآنِ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Buchstaben des Qur'an."}

Meine lieben Mitbrüder und getreuen Gefährten!

Viel Glück und Erfolg! Eure so ernsthafte Arbeit und euer Einsatz (sa'y ü gayret) sind sowohl hier als auch an anderen Orten ein Ansporn und erwecken Begeisterung (sevk u gayret). Unendlicher Dank (sükür) sei Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) dafür, dass der Erfolg (fütuhat) der Risale-i Nur jetzt langsam wächst. Die Gläubigen (ehli iman) verspüren nun ihre Wunden und finden in ihr dafür ihre Medikamente (ilâç).

Den Hinweis (isaret), den Hâfiz Ali den beiden Ayat entnommen hat und in seinem Brief beschreibt, haben wir aufmerksam gelesen. Auch wir haben uns, wie die Besitzer (sahib) der Lichtfabrik (Nur fabrikasi), sehr darüber gefreut und er hat uns froh (mesrur ve müferrah) gestimmt. Da aber nun die "Dreiunddreißig Ayat", welche mit einem verborgenen Hinweis (isaret-i gaybi) von der Risale-i Nur berichten, mit der Ayah

﴿ شَهِدَ اللّٰهُ ﴾

{"Gott bezeugt..." (Sure 3, 18)}

bereits abgeschlossen sind, öffnete sich das Tor für die Hinweise (isaret) dieser beiden neuen Ayat nicht in Form eines eigenen Abschnittes (müstakil bir surette). Zudem ist jetzt noch nicht zu erkennen, welcher von den bisherigen "Dreiunddreißig Ayat" sie als Anhang hinzugefügt (tetimmesi) werden sollen. Bisher ist lediglich klar, dass der Abschnitt (fikra)

﴿ بِاَيْدِى سَفَرَةٍ كِرَامٍ بَرَرَةٍ ﴾

{"in den Händen der Schreiber, vornehmen und frommen Engeln" (Sure 80, 15-16)}

sinngemäß auf die Verbreiter und die Schreiber (nasir ve kâtibleri) der Risale-i Nur hinweist (mana-yi isarî). Zudem weist auch der Abschnitt (fikra)

﴿ يَتْلوُا صُحُفًا مُطَهَّرَةً فِيهَا كُتُبٌ قَيِّمَةٌ ﴾

{"Ein Gesandter Gottes, der ihnen Blätter verliest, die rein sind und eindeutige Worte enthalten." (Sure 98, 2-3)}

sinngemäß auf die Teile (ecza), Seiten (suhuf) und Bücher der Risale-i Nur hin (mana-yi isari). Aber nach der numerischen Berechnung (cifir) haben wir, kurz gesagt, verstanden, dass sie sich dann etwa nach 1360 (1945) voll entfalten (parlak vaziyet) wird.

— 81 —

Die Lichtfabrik (gül fabrikasi) sollte uns einmal einen ganz prächtigen mohammedanischen Rosengarten (parlak bir gül bahçesi) zum Geschenk (hediye) machen. Und ihn erwarten wir nun mit ganzem Herzen (ruh-u canimiz).

Da die Schülerschaft (sakird) der Risale-i Nur, die im Rahmen der gelobten Sitte (sünnet-i seniye) des Propheten - Dank sei Gott (lillahilhamd) - bereits den vollkommenen Glauben (kemal-i îman) erlangt und insoweit Gestalt angenommen hat, dass sie die Aufmerksamkeit (nazar-i dikkat) der Heiligen (evliya) und geistlichen Lehrer (mürsid) in dieser Zeit auf sich gelenkt (celbedecek vaziyeti) hat, werden sich nun die wahren geistlichen Lehrer (hakikî mürsid), die sich in jeder Zeit finden, in jedem Fall und in dieser Zeit für die Schüler (sakird) der Risale-i Nur interessieren (müsteri). Wenn einer von ihnen zu ihnen kommt und sich ihnen anschließt, messen sie ihm ebensoviel Wert bei wie zwanzig anderen Schülern.

Da zudem die angenehme, ja geradezu anheimelnde (zevkli ve cazibedar) Atmosphäre der Gottesfreunde (velayet teressuhati) gegenüber den Anstrengungen (mesakkat), dem Kampf (mücahede) und der Mühsal (külfet) im Dienst (hizmet) der Risale-i Nur gegeben sind, könnte die Wahrheit (hakikat), über die hier - an Feyzi gerichtet - geschrieben (hitaben beyan) wurde, auch dort in dieser Umgebung nützlich (faidesi) sein, weswegen wir sie euch hier beigefügt (leffen) gesandt haben.

Wir grüßen (selâm) alle Brüder, jeden Einzelnen von ihnen

Mein lieber Bruder Feyzi! Wenn du so wie die Helden (kahraman) in der Provinz (Vilayet) Isparta sein willst, musst du auch genauso sein wie sie sind. Eine besonders ansprechende (cazibedar) Persönlichkeit (zât), die ein bedeutender Scheych, ein geistlicher Lehrer (mürsid) und besonders ansprechender Heiliger (cazibedar evliya) aus dem Nakschi-Orden gewesen war - möge sich Gott seiner erbarmen (Allah rahmet eylesin) - der vier Monate lang ununterbrochen fünfzig, sechzig Schüler (sakird) der Risale-i Nur im Gefängnis (hapishane) hinreißend unterhalten (celbkârane sohbet) wollte, konnte doch nur einen einzigen Schüler vorübergehend zu sich heranziehen. Alle übrigen blieben diesem doch recht ansprechenden (cazibedar) Scheych gegenüber reserviert.

Der Dienst an der Risale-i Nur, welcher für sie ein hoher und kostbarer Dienst am Glauben ist, genügt ihnen und bestärkt sie darin. Diese Schüler haben in ihrem Herzen, d.h. mit dem ganzen Scharfsinn und Weitblick ihrer Seele (kalb) folgende Wahrheit verstanden: Wenn die Risale-i Nur mit einem Dienst verbunden wird, so rettet sie den Glauben, wird sie mit einem Orden (tarikat) oder der Würde eines Ordensoberen (Scheich) verbunden, so verhilft sie dazu, die Stufenleiter der Heiligkeit emporzuklimmen. Dient sie dazu, den Glauben eines Menschen zu retten, so ist dies noch bedeutender und verdienstvoller als zehn Gläubige die Stufenleiter der Heiligkeit emporzuführen. Denn der Glaube verhilft zur ewigen Glückseligkeit, sichert einem Gläubigen ein ewiges Königreich, so groß wie die ganze Erde. Die Heiligkeit aber erhöht ihm noch das paradiesische Leben und verleiht ihm einen tieferen Glanz. Einen Menschen zu einem König zu machen ist eine noch verdienstvollere Aufgabe als zehn Menschen zu Heiligen zu machen.

— 82 —

Wenn also dieses subtile Geheimnis von einem Teil deiner Brüder in Isparta nicht mit dem Verstande erkannt wird, so haben sie es doch mit der ganzen Scharfsinnigkeit ihres Herzens erkannt. Sie werden einen armen sündigen Menschen den Heiligen, falls sie einen solchen finden, und auch den Exegeten als Kollegen vorziehen. Käme in diese Stadt ein Kutub (= ein Leitstern des Glaubenslebens), ein Gaus-u adham (= ein gewaltiger Gelehrter) und sagte: "Ich werde dich in zehn Tagen auf die Stufe eines Heiligen (velayet) emporsteigen lassen." und du ließest die Risale-i Nur fahren und gingest mit ihm, du wärest denen, die in Isparta für ihr Ideal kämpfen, kein Bruder mehr!

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حَاصِلِ ضَرْبِ حُرُوفِ مَا اَرْسَلْتُمْ لَنَا مِنَ الرَّسَائِلِ فِى عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ هذِهِ اللَّيْلَةِ الرَّغَائِبِ وَ لَيْلَةِ الْمِعْرَاجِ وَلَيْلَةِ الْبَرَاتِ وَلَيْلَةِ الْقَدْرِ وَ اَعْطَاكُمُ اللّٰهُ بِعَدَدِهَا ثَوَابًا وَحَسَنَاتٍ آمِينَ ﴾

{"In Seinem Namen! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Buchstaben der Risale-i Nur, die ihr uns gesandt habt, vervielfältigt um die Zahl der Sekunden, der Minuten dieser Heiligen Nacht der"Guten Hoffnung" (Regaib) und der Nächte der "Himmelfahrt" (Mi'radsch), der "Freisprechung" (Bera'et) und der "Bestimmung" (Qadr). Möge Gott der Gerechte euch noch einmal so viel Segen und gute Werke schenken. Âmîn."}

Meine lieben getreuen Brüder und opferbereiten getreuen Gefährten!

Erstens: Wir beglückwünschen (tebrik) euch zu diesen segensreichen Heiligen drei Monaten (mübarek suhur-u selâse) und zu den kostbaren, segensreichen Nächten (leyali-i mübarek) in ihnen. Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) jede Nacht für euch so wertvoll machen wie die Nacht der "Guten Hoffnung" (Regaib) und die Nacht "der Bestimmung" (Kadir) und ebenso segensreich (sevab). Âmîn.

Zweitens: Für jeden Buchstaben (harf) eurer letzten lichtvollen (nurlu hediye) Geschenke möge Gott der Barmherzige Allerbarmer (Cenab-i Erhamürrâhimîn) Tausend Segnungen (hasene) in das Buch eurer guten Werke (defter-i a'mali) eintragen und der Seele (ruh) von Âsim Tausend Barmherzigkeiten (rahmet) schenken.

Drittens: Hüsrevs Stift, der ein wunderbarer (kerametli), vergoldeter Schlüssel ist zur Schatzkammer (hazine) des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist, wie auch zur Risale-i Nur, zeigt jedem Auge zu Recht die verborgene Schönheit des Buches "Die Wunder Mohammeds", mit dem Friede und Segen sei (Mu'cizat-i Ahmediye) besonders prachtvoll und schön. Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) seinem Stift auch weiterhin Erfolg und Beständigkeit (muvaffak ve daim) in diesem Dienst (hizmet) verleihen. Âmîn.

Das Buch "Die Wunder des Qur'an" (Mu'cizat-i Kur'aniye), das Küçük Ali in der Art von Büyük Ali abgeschrieben hat, der ein großer Held (kahraman) in der Gemeinschaft der Gesegneten (Mübarek Heyeti) ist, nahm - einem unvergänglichen Brillanten (bâki pirlanta) gleich - seinen Platz dem des Buches "Wunder Mohammeds", mit dem Friede und Segen sei (Mu'cizat-i Ahmediye) vollkommen entsprechend (tam mutabik) ein. Möge der Barmherzige Allerbarmer (Erhamürrâhimîn) dem Kopisten in Seiner Güte (ihsan) für jeden Buchstaben das Zehnfache an Segen (sevab) verleihen. Âmîn.

— 83 —

Mehmed Tahirî ist Küçük Lütfüs würdiger Nachfolger und ein Held (kahraman) in Atabey. Seine Bücher sind für diese Umgebung schöne, lichtvolle (nurlu) Geschenke und sehr kostbar. Der barmherzige Allerbarmer (Rahmanürrahîm) möge ihm und seinem Vater für jeden Buchstaben (harf) und für jedes Wort (kelam) aus der Schatzkammer Seiner Barmherzigkeit (hazine-i rahmet) sein Erbarmen (rahmet) schenken. Âmîn.

Der machtvolle (kuvvet) Stift von Hasan Ulvî aus Aydin wird mit Gottes Hilfe (insâallah) die lichtvolle Aufgabe (vazife-i nuriye), die der verstorbene (merhum) Âsim unvollendet hinterlassen hat, zu Ende führen und so mit seinem schönen Stift die Seelen (ruh) von Âsim und Lütfü glücklich machen. Sein kleines Geschenk (hediye) lässt seine zukünftigen wertvollen Dienste (hizmet) erahnen (ihsas) und hat einen bedeutenden Platz erhalten. Möge Gott mit ihm (Hasan Ulvî) zufrieden sein (Allah razi olsun), âmîn.

Auf den Brief von unserem Bruder Re'fet Bey, der zu den maßgeblichen Säulen (erkân-i mühimmesi) der Risale-i Nur gehört, mit seinen Fragen in den Abhandlungen (resail) einen bedeutenden Platz einnimt und sie auf diese Weise geistig belebt (manen yasayan) sowie auf den Brief von Hüsrev, der den mohammedanischen Rosengarten (Gül-ü bahçesi) der Rosenfabrik pflegt, wollte ich jeweils separat mit einem eigenen Brief antworten. Doch meine Zeit erlaubt (müsaade) mir dies im Augenblick nicht.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Über eure Briefe habe ich mich so sehr gefreut (mesrur), dass ich es gar nicht mehr beschreiben (tarif) kann, und besonders über diese beiden so kostbaren Briefe von Hüsrev, in denen er uns mitteilt, dass die Risale-i Nur sich in dem Dorf von Haci Hâfiz in ganz außergewöhnlicher Weise verbreitet (tevessü). Ich bewahre diese beiden Briefe wie Dokumente (nusha) und wie ein zuverlässiges Zeugnis (hüccet-i katia) auf. Sie werden den Schülern (talebe) in dieser Umgebung (havalide) gezeigt, um ihre Begeisterung (tâziyane-i tesvik) zu wecken.

So wie die Risale-i Nur ein geistiges Wunder (mu'cize-i manevî) des Qur'an ist, so bestätigen (tasdik) wir hier jeden Tag, dass auch Hüsrev's Stift eine überaus machtvolle Wundertat (kuvvetli bir keramet) der Risale-i Nur ist. Wir wollten eigentlich Hüsrev's Brief mit einem langen Brief unsererseits beantworten. Es wollte uns jedoch nicht gelingen, unserem Wunsch Folge zu leisten.

Auch der Brief von Küçük Ali, einem der Helden der Gesegneten (mübarekler kahramanlari), hat in mir eine große Hoffnung (ümid) geweckt. Dass Mustafa Hulusi's segensreicher Sohn (mübarek bir mahdumu) Hâfiz Ahmed, der sein wertvoller und segensreicher (mübarek) großer Bruder und zu Recht ein vollkommener Nachfolger (halef) des verstorbenen (merhum) Mustafa Hulusi ist, nach der Art und Weise (sistem) seines Vaters und seiner Onkel (peder ve amucalar) der Risale-i Nur dient (hizmet), hat mich so sehr gefreut (müferrah), als wäre Abdurrahman wieder zur Welt gekommen.

— 84 —

Die Dienste (hizmet) von Tahir und Abdullah Çavus an der Risale-i Nur, welche zu den Helden (kahraman) von (Aras) gehören und die Plätze der beiden ehemaligen, so wertvollen Schüler (sakird), wie Lütfü und Zekâi in Aras Atabey nicht vakant (bos) bleiben lassen, beseitigten (izale) meine Sorgen (endise) über Aras vollständig.

Die Krankheit von Hüseyin, dem Sohn von Ismail, hat mich traurig (müteessir) gemacht. Möge Gott es wollen (insâallah), dass er noch zu einem vollkommenen Lütfü werden und noch viele gute Dienste leisten wird. Eure Briefe, die hier ankommen, werden - wenn auch teilweise abgekürzt - in die Briefsammlung (Lâhika) aufgenommen werden. Diesmal wollen wir euch einen Text, der mir persönlich (mahrem) über die kurz gefasste Wahrheit (mücmel hakikat) über die Auslegung aus dem "Geheimnis von "wir haben dir... gegeben" (Sirr-i inna A'tayna) aus dem Verborgenen (istihrac-i gaybî) überraschend ins Herz (kalbe ihtar) eingegeben wurde, und eine Anmerkung (hasiye) zu der Abhandlung (fikr) über die "Verhüllung der Frauen" (Tesettür Risalesi) zusenden. Diese Heiligen drei Monate (suhur-u selâse) ermöglichen es, ein etwa über achtzigjähriges Leben (ömür) zu gewinnen. {Es handelt sich hier um den Gewinn (sevab) eines ganzen im Glauben vollbrachten Lebens} Mit Sicherheit werden sich auch solche Kämpfer (mücahid), wie ihr es seid, darum bemühen, es zu gewinnen. Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hak) für euch jede einzelne dieser Nächte so wertvoll wie die Nacht der Himmelfahrt (Leyle-i Mi'rac), die Nacht der Vergebung (Leyle-i Berat) und die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) machen. Âmîn.