Briefe aus Kastamonu
— 27 —
Eine wichtige Hadith, der von der Endzeit berichtet:
لاَ تَزَالُ طَائِفَةٌ مِنْ اُمَّتِى ظَاهِرِينَ عَلَى الْحَقِّ حَتَّى يَاْتِىَ اللّٰهُ بِاَمْرِه

{"Aus meiner Gemeinschaft wird eine Schar siegreich auf dem Recht fortbestehen bis der Jüngste Tag anbricht."}

In der zweiten Stunde am zehnten Tag im heiligen Monat Ramadan (Ramazan-i serif) kam mir plötzlich diese heilige Hadith wieder in Erinnerung (hatir). Vielleicht aufgrund dessen, dass ich darüber nachgedacht habe, wie lange die Schar der Schüler (sakirdler) der Risale-i Nur noch fortbestehen wird, wurde mir eingegeben (ihtar):

لاَ تَزَالُ طَائِفَةٌ مِنْ اُمَّتِى

{"Aus meiner Gemeinschaft wird eine Schar siegreich fortbestehen."}

(Die Verdopplung wird mitgezählt, die Nunation dagegen nicht.) Der numerische Wert (makam-i cifrî) dieses Abschnitts (fikra) macht 1542 und weist damit auf das Ende dieses Fortbestehens hin.

لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ اِلاَّ اللّٰهُ

{"Das Verborgene kennt niemand außer Gott."}

— 28 —
ظَاهِرِينَ عَلَى الْحَقِّ

{"Auf dem Recht bestehend"}

(die Verdopplung wird mitgezählt).

Auch dieser Abschnitt macht in seinem numerischen Wert 1506 und weist beinahe als chiffriert darauf hin, dass sie bis zu diesem Jahr (tarih) in der Öffentlichkeit auftreten (zahir ve asikârane), ja sogar siegreich (galibane) sein wird; dann jedoch nach einer Niederlage (maglubiyet) nur noch versteckt ihre Aufgabe der Erleuchtung (vazife-i tenvi) fortsetzen wird.

وَ الْعِلْمُ عِنْدَ اللّٰهِ لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ اِلاَّ اللّٰهُ

{"Das Wissen ist bei Gott. Das Verborgene kennt niemand außer Gott."}

﴿ حَتَّى يَاْتِىَ اللّٰهُ بِاَمْرِهِ ﴾

{"bis der Jüngste Tag anbricht."}

(die Verdopplung wird mitgezählt). Auch dieser Abschnitt macht in seinem numerischen Wert 1545 und weist auf den Anbruch des Jüngsten Tages hin.

لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ اِلاَّ اللّٰهُ

{"Das Verborgene kennt niemand außer Gott."}

Es ist zu bemerken und zu bestaunen (cây-i dikkat ve hayret), dass diese drei Abschnitte (fikra) übereinstimmend das Jahr 1500 aufweisen. Somit weisen sie mit den Jahren 1506 bis 1542, 1545 in ihrer Entsprechung und Übereinstimmung (tetabuk ve tevafuk) in ganz und gar sinnvoller (manidar), verständlicher (makul) und weisheitsvoller (hikmetli) Art auf drei gewaltige Umwandlungen (inkilab-i azîm), wenn auch zu ziemlich verschiedenen Zeiten, hin. Diese Hinweise (îma) sind zwar nur eine Übereinstimmung (tevafuk) und gelten nicht als Beweis (delil) und sind keineswegs absolut (kuvvetli) zu nehmen, aber da es mir plötzlich eingegeben (ihtar) wurde, haben sie mich dennoch überzeugt (kanaat). Außerdem kann niemand den Jüngsten Tag (kiyamet) mit Sicherheit voraussagen; dennoch kann man mit solchen Hinweisen (îma) zu einer persönlichen Überzeugung und einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit (galib ihtimal) gelangen.

Der Abschnitt (fikra) aus der Sure Fatiha

﴿ اَلَّذِينَ اَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ ﴾

{"diejenigen, welche dein Wohlgefallen gefunden haben (sirat-i müstakim)",}

welcher die große Schar der Leute beschreibt, die auf dem rechten Weg sind, stimmt - ohne die Verdopplung mitzuzählen (seddesiz) - mit dem Jahr 1506 oder 1507 ganz genau mit dem Zahlenwert des Abschnitts (makamina tevafuk)

ظَاهِرِينَ عَلَى الْحَقِّ

{"dem Recht bestehend"}

überein und entspricht seiner Bedeutung (manasina tetabuk). Wenn die Verdopplung (sedde) mitgezählt wird, stimmt der Zahlenwert mit dem Abschnitt

لاَ تَزَالُ طَائِفَةٌ مِنْ اُمَّتِى

{"Aus meiner Gemeinschaft wird eine Schar siegreich fortbestehen."}

mit drei sinnvollen Unterschieden voll überein (manidar farkla tam muvafakat), und auch die sinngemäße Entsprechung (manen mutabakat) bekräftigt den Hinweis dieser Hadith (bu hadîsin îmasi) und steigert (teyid) ihn bis zum Grad einer Chiffre (remz). Das Wort "auf dem rechten Weg" (sirat-i müstakim), dass in verschiedenen Ayat im Qur'an gebraucht wird, weist in seiner chiffrierten Bedeutung (mana-yi remzi) auf die Risale-i Nur mit seinem Inhalt und Zahlenwert (manaca ve cifirce îma) hin, wodurch mit einem, der Chiffre annähernden Hinweis (îma) demonstriert wird, dass die Schar der Schüler (sakird) der Risale-i Nur in der Endzeit (âhirzaman) am Schluss dieser gewaltig großen Schar (taife-i kübra-i a'zam) zu einer akzeptierten Gruppe (hizb-i makbul) werden wird, so wie mir plötzlich und unerwartet eingegeben (ihtar) wurde.

﴿ اَلْعِلْمُ عِنْدَ اللّٰهِ لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ اِلاَّ اللّٰهُ ﴾

{"Das Wissen ist bei Gott. Das Verborgene kennt niemand außer Gott."}

— 29 —

Meine lieben Mitbrüder!

Gerade jetzt in dieser Stunde, während ich noch aus dem Qur'an las, wobei mich eine Ayah aus der Sure "Ibrahim" beschäftigte, welche mit der Risale-i Nur in engem Zusammenhang steht, brachte Emin den Brief, den er euch senden wollte. Wegen unserer knappen Zeit konnte in diesem Abschnitt nur ein kleiner Tropfen (katrecik) aus dem Meer dieser umfangreichen Ayah angeführt werden. Wir haben ihn innerhalb weniger Minuten geschrieben. So blieb denn für eine Korrektur keine Zeit mehr. So bitte ich euch denn deswegen um eure Nachsicht (kusura bakmayiniz).

﴿ بِاسْمِهِ مَنْ تُسَبِّحُ لَهُ السَّمٰوَاتُ السَّبْعُ وَاْلاَرْضُ وَمَنْ فِيهِنَّ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ ﴾
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ اَيَّامِ الْفِرَاقِ ﴾

{"Im Namen dessen, den die sieben Himmel und die Erde preisen und alles, was darinnen ist. Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17, 44) "Der Friede sei mit euch, Sein Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Minuten und der Sekunden, der Tage der Trennung." (der Trennung des Meisters von seinen Schülern)}

Meine lieben, getreuen, zuverlässigen und standhaften Brüder!

Hunderttausend Mal Lob und Dank sei Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) dafür, dass Er getreue (sadik), aufrichtige, fleißige Leute wie ihr es seid, um die Risale-i Nur versammelt, sie im Dienst (hizmet) des Glaubens (iman) und des Qur'an miteinander verbindet und sie mit euren mächtigen und lichtvollen Stiften (kuvvetli ve nurlu kalem) arbeiten lässt.

Meine lieben Mitbrüder! Diesmal hat mich eure Sendung (irsalat) so sehr glücklich und dankbar (memnun ve minnetdar) gemacht, dass jede Seite mir als ein kostbares Geschenk (hediye) und ein wunderbarer Brief erschien. Mein Kummer (hüzün) und meine Sorgen (gam) verschwanden und mein Herz (kalb) erfüllte sich mit Freude und Frohsinn (sürur ve sevinç). Möge Gott der allbarmherzige Erbarmer (Cenab-i Erhamürrâhimîn) sich nach der Anzahl der Buchstaben (dieser Bücher) eurer erbarmen (rahmet) und mit euch zufrieden (razi) sein.

Mein lieber Bruder Hâfiz Ali! Einmal in Barla während ich in einer Freitagsnacht betete (Cuma gecesi dua ederken), hörte ich zweimal eindeutig (sarihan) deine Stimme "âmîn" sagen. Da drehte ich mich um und fragte: "Wann kam Hafiz Ali?" Die Brüder sagten: "Er ist nicht hier." Nun kann ich aber aufgrund dieses Ereignisses (vakia) sagen, dass das Hören deines "âmîn" zu meinem Gebet (dua) aus einer drei-, vierstündigen Entfernung und deine Abschriften, die von einer dreißigtägigen Entfernung zu mir gekommen sind (mesaf), um für meine schwache Einladung, mit mir zu beten (davet ve dua), hier als ein kräftiges und wirksames (kuvvetli ve tesirli) "âmîn" gelten, mir zu Hilfe (imdad) geeilt sind und für mich eine sehr bedeutsame Übereinstimmung (manidar bir tevafuk) darstellen.

— 30 —

Mein lieber getreuer Sabri! Nachdem ich an deinem Körper (= deinem Fuß) das Siegel meiner Bruderschaft (kardesligimin sikkesi) gesehen hatte, {ein anatomisches Unterscheidungsmerkmal} entstand in meinem Herzen (kalb) das Gefühl der Vorsehung (hiss-i kabl-el vuku): Dieser Mann (zât) wird mir zu einer wichtigen Zeit einen sehr bedeutenden brüderlichen Dienst (kardeslik) erweisen. Und das ist dir auch gelungen (muvaffak). Du hast ihn mir erwiesen (oldun, yaptin). Möge Gott mit dir ewig zufrieden sein (Allah razi olsun).

Ich hatte Abdülmecid eine Nachricht über den Fünften Strahl (Besinci Sua'i haber) gegeben, aber keine Antwort bekommen. Vielleicht hat man dort aus Vorsicht (ihtiyat) geschwiegen. So habe ich ihm denn nichts geschickt. Ihr solltet also deswegen erst einmal mit ihm korrespondieren (muhabere). Danach könnt ihr ihn ihm zusenden. Wenn ihr mir die Abhandlung für die Kranken (Hastalar Risalesi) senden wollt, wäre es besser, wenn auch die Abhandlung für die Alten (ihtiyarlar Risalesi) gleich mit dabei wäre. Tausend Grüße (selâm) allen meinen aufrichtigen Brüdern, die mir in eurem Brief Grüße (selâm) gesandt haben.

Dieser Tage vernahm ich im Lauschen meines Herzens den folgenden Frage- und Antwortwechsel. Daraus möchte ich Ihnen hier eine Zusammenfassung geben:

Da sagte jemand: "Die allseitigen Vorbereitungen (tahshidat) der Risale-i Nur und ihr umfassender Einsatz aller Kräfte für Glaube (iman) und Einheit (tauhid) werden noch ständig verstärkt. Doch selbst den hartnäckigsten Atheisten zum Schweigen zu bringen, würde schon ein Hundertstel genügen. Warum aber sucht sie dann noch so fieberhaft nach immer neuen Beweisgründen (tahshidat)? "

Man gab ihm zur Antwort: "Die Risale-i Nur bessert nicht nur kleinere Schäden wieder aus, sie setzt keine Hütte wieder in Stand, sondern wirkt einer umfangreichen Zerstörung an einer weitläufigen Burg entgegen, die den Islam umfasst und deren Steine groß wie die Berge sind. Sie bemüht sich nicht nur darum, das Herz eines einzigen Menschen und sein persönliches Gewissen zu heilen, sondern das Herz des (islamischen) Volkes und das Denken der Allgemeinheit, dem durch die Verderben bringenden Mittel und Geräte, die schon tausend Jahre lang vorbereitet und angesammelt worden sind, so fürchterliche Wunden geschlagen wurden und das Gewissen der Allgemeinheit (= Muslime), das durch den Zusammenbruch der islamischen Grundsätze, Bewegungen und Kennzeichen (Sheair), welche ein Zufluchtsort der (islamischen) Gemeinschaft im Allgemeinen und der einfachen Gläubigen im Besonderen war, allmählich verdorben worden ist, durch das Wunder des Qur'an und seine tiefen Wunden mit den Mitteln und Möglichkeiten des Qur'an und des Glaubens zu heilen. Gegen solche allgemeine fürchterliche Zerstörung, gegen solche Verwundungen und Verletzungen ist es sicherlich notwendig, Zeugnisse von unumstößlicher Wahrhaftigkeit und Beweismittel so stark wie die Berge zu finden, erprobte Heilmittel in der Wirksamkeit von tausend Gegengiften und zahllose Medikamente. Diese Aufgabe erfüllt die Risale-i Nur, entstanden in unserer Zeit, inspiriert durch das Wunder, ein Wunder, das die Verkündigung des Qur'an ist, und die ein Fahrzeug ist des Fortschritts und der Entwicklung auf den Stufen des Glaubens." Dies ist der Sinn eines langen Gesprächsablaufes, den ich zur Gänze mit angehört habe. Er erfüllte mich mit grenzenloser Dankbarkeit. Dies ist jedoch hier nur eine kurze Zusammenfassung.

— 31 —

Aufgrund dieses Ereignisses (hâdise) möchte ich einen Vorfall (vakia) erklären, der mir in den letzten Tagen wieder einfiel (hatir):

Während ich am Schluss der Rezitation nach dem Gebet (namaz tesbihati) dreiunddreißig Mal die Formel der Einheit (kelime-i tevhidi) wiederholte, kam mir ins Herz: eine heilige Hadith (Hadîs-i serif) besagt: "Manchmal gilt eine Stunde Nachsinnen (tefekkür) genauso viel wie ein Jahr der Anbetung (ibadet)." Diese Stunde dient der Risale-i Nur. "Bemühe dich also, dir diese Stunde zu ermöglichen!", so wurde es mir eingegeben (ihtar). Und so dauerte - wenn auch nicht direkt beabsichtigt (ihtiyarsiz) - ein besinnliches Gespräch (tefekkürî bir tekellüm), das eine Zusammenfassung der beiden Kapitel (tefsir) des Großen Zeichens (Âyet-i Kübra) ist, welche die beiden Kommentare zur Großen Ayah (âyet-ül kübra) aus dem Qur'an sind, genau eine Stunde. Dabei habe ich bemerkt, dass es aus einem wunderbaren Geheimnis (sirr), ausgewählt (müntehab) aus der Zusammenfassung (hülâsa) des ersten Kapitels (Birinci Makam) des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra), das ich euch übersandt habe, und aus lichtvollen (nurlu) und wohlgestalteten Abschnitten (tatli fikra), abgeleitet aus dem arabischen 29. Blitz (Yirmidokuzuncu Lem'a-i Arabiye), zusammengesetzt ist. Ich habe angefangen, es in vollkommener Freude (kemal-i lezzet) jeden Tag nachsinnend (tefekkürle) zu lesen. Nach ein paar Tagen kam mir in Erinnerung (hatir): Da die Risale-i Nur nun einmal ein Wegweiser (mürsid) in dieser Zeit ist, kann sie für ihre Schüler (talebe) zugleich auch ein großes Gebet (vird-i ekber) sein. So habe ich denn zu meinem Stift (kalem) gegriffen. Ich hatte mir schon lange vorgenommen (niyet), aus mehr als Tausend Ayat des Qur'an, welche spezielle Quellen (hususî menba) und eine Fundgrube aller Abhandlungen sind, anhand dieser Hinweise (isaret), die ich bereits in meinem Qur'anexemplar gemacht hatte, einen großen Auszug (Hizb-i A'zam) aus dem Qur'an zu machen. Nun habt ihr das Recht, das ich diesen großen Abschnitt (hizb-i a'zam) und dieses große Gebet (vird-i ekber) bei passender Gelegenheit auch an euch sende, damit auch die Gefolgschaft (mensub) der Risale-i Nur an dem einen oder anderen segensreichen Tag die Gelegenheit (hakkiniz) hat, ihn zu lesen. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass er in Kürze an euch abgeschickt werden wird. Um einige Wörter zu übersetzen und einen Teil der Zusammenhänge verständlich (tefhim) zu machen, möchte ich, wenn ich dazu die Zeit finde, dem noch so etwas wie eine kurze Anmerkung (hasiye) hinzufügen.

Allen Brüdern und allen Gefährten im Dienst (hizmet) am Qur'an in Sehnsucht und Wunsch (hasret ve istiyak) nach einem Wiedersehen

Tausende Grüße (selâm).

Stets eurer Gebete bedürftig
Said Nursî

Meine lieben Mitbrüder!

Obwohl ihr es eigentlich verdient (hakkiniz) hättet, dass ich jeden Tag einen langen Brief an euch schreibe, wartet leider ein Brief, den ich vor drei Jahren geschrieben habe, noch bis heute darauf, ihn an euch abzusenden. Er steckt noch immer in der Tasche meiner alten Jacke, d.h. die Risale-i Nur flößte den Atheisten (dinsizler) unter den Weltleuten (ehl-i dünya) ein so großes Entsetzen (dehset) ein, dass sie uns ständig unter Druck setzen, obwohl ich mich gar nicht in ihre weltlichen Angelegenheiten (dünyalar) einmische. Wie dem auch sei...

Meinen standhaften (sebatkâr), aufrichtigen Brüdern, die ich niemals vergessen kann, besonders auch den zuverlässigen, getreuen (vefadar siddik) Brüdern in meiner zweiten Heimat Barla, sende ich viele herzliche Grüße (selâm) und bete (dua) für sie.

— 32 —

Mit tausenderlei Sehnsüchten und Wünschen (hasret ve istiyak) an euch denkend und sich in vierundzwanzig Stunden vielleicht hundert Mal im Gebet (dua) an euch erinnernd (tahattur) und eurer Gebete bedürftig

Said Nursî
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede sei mit euch."}

Oh meine opferwilligen Brüder!

Ich möchte mit euch vier, fünf Worte besprechen:

Erstens: Aufgrund der Begeisterung und der Freude (sevk ve sürur), die mir auch diesmal wieder eure Briefe bereitet haben, sage ich: nachdem ich eure vollständige Treue (sadakat), Einsatzfreude (gayret), Standhaftigkeit (sebat) und Unerschütterlichkeit (metanet) im Dienst (hizmet) am Qur'an gesehen habe, bin ich bereit, in vollkommener Ruhe des Herzens (istirahat-i kalb) dem Tod (mevt) und der Stunde des Abschieds (ecel) entgegenzusehen und dann kann ich voll Freude (sürur) sagen: "Nach mir seid ihr nun da und das genügt.", und so von dieser Welt (dünya) Abschied (veda) nehmen.

Zweitens: Die Abschrift (tebyiz) des "Großen Zeichens" (Âyet-ül Kübra) zeigt hier genauso wie die Abschrift des "Großen Zeichens" vor einem Jahr dort eine symmetrische Übereinstimmung (tevafuk). Die Entsprechung beider Übereinstimmungen (tevafukun tetabuk) dem Zufall zuzuschreiben, ist ein Ding der Unmöglichkeit... sie erleuchtet und bestätigt (tenvir ve tasdik) besonders die geistige (gayb) Unterschrift (imza) der Übereinstimmung der dreiunddreißigmaligen Formel der Einheit (kelime-i tevhid) {in dem Schriftbild der vorliegenden Kopie} durch den Stift des Schreibers, dessen Stift dem Schwert "Zülfikar" gleicht.

Drittens: fehlt

Viertens: Seit drei Jahren bin ich hier von allem und jedem völlig abgeschnitten. Da ich unter einem unerträglichen Druck (tahammülsüz tazyik) stehe, konnte ich nicht mit euch korrespondieren (muhabere). Die Ängste und Verdächtigungen (evham) hier sind beispiellos. Ihr sollt deshalb soweit wie möglich nicht sagen, dass die "Kennzeichen der Endzeit" (Esrat-üs Saat) von hier gekommen sind. Ihr sollt stattdessen sagen: "Dies hier ist eines seiner Werke (eser), das von einem anderen Ort in unsere Hände gelangt ist."

— 33 —
﴿ بِاسْمِهِ مَنْ تُسَبِّحُ لَهُ السَّمٰوَاتُ السَّبْعُ وَاْلاَرْضُ وَمَنْ فِيهِنَّ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ ﴾
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ ﴾

{"Im Namen dessen, den die sieben Himmel und die Erde preisen und alles, was in ihnen ist. Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17, 44) "Der Friede sei mit euch, Sein Erbarmen, Sein Segen."}

Meine lieben aufrichtigen, opferwilligen und getreuen Brüder!

Aufgrund eures diesmaligen so wertvollen geistigen Geschenkes (manevî hediye), das alle meine Erwartungen übertraf (fevkalme'mul), fielen mir (hatira) drei, vier sehr kleine Punkte (mes'ele) ein:

Erstens: In dem Buch, in dem das dritte Wunder Alis (Keramet-i Aleviye, mit dem Gott zufrieden sein möge) erklärt wird, steht geschrieben, dass in den Abhandlungen (risale) nur zwei Abschnitte als Anhang (zeyl) angefügt worden sind. Hier werden diese Abschnitte (zeyl), welche die Form einer Abhandlung (risale sekline) angenommen haben, als Anhang bezeichnet. Was die anderen Abschnitte im Anhang betrifft, so werden sie hingegen als Schlussworte (hâtime), Ergänzungen (ilâve) und Anmerkungen (hasiye) betrachtet.

Zweitens: Es war mir bisher noch nicht in den Sinn (hatir) gekommen, in Anbetracht des "Großen Gebetes" (vird-i ekber), {seine eigene, arabisch geschriebene Zusammenfassung dieser beiden Kapitel (A.d.Ü.)} entstanden aus den beiden Kapiteln des "Großen Zeichens" (Âyet-ül Kübra), zu sagen, dass der "Zwanzigste Brief" (Yirminci Mektub) und das "Zweiunddreißigste Wort" (Otuzikinci Söz) die wichtigsten Abschnitte daraus so gut erklären (beyan) und übersetzen, dass dem nichts (ihtiyaç) weiter hinzuzusetzen bleibt. Obwohl ich eigentlich die Absicht (niyet) hatte und auch versprochen (va'det) hatte, mich noch um eine Übersetzung zu bemühen, wurde ich nun nicht mehr dazu in Dienst (istihdam) gestellt.

Drittens: Da die Risale-i Nur sich von mir trennte und ich auch von ihrem Erleuchtungsbereich (daire-i tenvir) {d.h. seine Bücher standen ihm nicht zur Verfügung (A.d.Ü.)} weit entfernt geblieben bin, habe ich erkannt und Gott sehr dafür gedankt, dass mich Seine Güte (inayet-i ilahiye), um auch diese Umgebung (havali) hier und auch andere Provinzen - wie Eskisehir - eines Teiles ihrer bedeutenden und durchaus notwendigen Wahrheiten (ehemmiyetli ve lüzumlu hakikat) teilhaftig werden (hissedar) zu lassen, sie noch einmal zu wiederholen, so als würden sie wieder neu verfasst, diese Art Wahrheiten jedoch auf eine neue, feinsinnige (letafetli) Weise zu erklären (izah), sozusagen entgegen meiner eigentlichen Absicht (ihtiyarim olmadan) mit dazu herangezogen hat (isti'mâl).

Diesmal wollte ich euch - wäre ich dazu imstande - als Gegenleistung für eure Geschenke (hediye), allein schon für ihren materiellen Preis, zehn Lira für jede Abhandlung (risale), für das "Fünfundzwanzigste Wort" (Yirmibesinci Söz) fünfundzwanzig Goldstücke, ja sogar Diamanten, und für das "Neunundzwanzigste Wort" (Yirmidokuzuncu Söz) neunundzwanzig Rubine geben. Nehmt dies alles so an (kabul), als ob es euch so gegeben würde. Alis Stift, der in der Übereinstimmung {bestimmter Wörter im Schriftbild} erfolgreich (tevafukta muvaffakiyet) ist, hat in dem Buch über die Wundertaten Alis (Keramet-i Aleviye), mit dem Gott zufrieden sein möge, in der Tat einen wunderschönen, deutlich sichtbaren Beweis (delil) geliefert. Hunderttausend Mal: wie wunderbar ist doch, was Gott gewollt hat (mâsâallah). Die Abhandlung für die Kranken, (Hastalar Lem'asi) die Hüsrev so wunderbar schön (sirin) und vollkommen abgeschrieben hat, und die Abhandlung über die sechs Namen Gottes (Esma-i Sitte Lem'asi) erschienen mir in meinen Augen samt euren Briefen wie zwei Zeugnisse eurer Treue (sadakatmedar) und so als wären sie in Gold gefasst, mit Diamanten verziert und genauso lang wie diese Abhandlungen. Das aber erinnerte (hatir) mich mit Tränen in meinen Augen an ihren überaus wichtigen Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur. Möge Gott der barmherzige Allerbarmer (Cenab-i Erhamürrâhim) euch Sein Erbarmen (rahmet), Seinen Segen (bereket), Fülle (saadet) und Glück (ihsan) schenken nach der Anzahl der Buchstaben (harf) in den Abhandlungen aus euren paradiesischen Geschenken (Firdevsî hediyenizdeki risaleler). Âmîn.

— 34 —

Mein lieber unerschöpflicher, unermüdlicher, aufrichtiger und wahrhaftiger Bruder Hafiz Ali! Diesmal habe ich keinen Zweifel daran, dass das Gebet (dua)

اَللّٰهُمَّ وَفِّقْهُ فِى خِدْمَةِ الْقُرْآنِ وَ اْلاِيمَانِ

{"Oh Gott, führe ihn im Dienst am Glauben und am Qur'an zum Erfolg."}

für dich am Ende der Abhandlung über die Wunderhaftigkeit des Qur'an (i'caz-i Kur'an), die mit deinem Stift abgeschrieben wurde und in ihrer Übereinstimmung erfolgreich (tevafukta muvaffakiyet) ist, wohl zur Gänze angenommen werden (tam kabul) muss.

Allen Brüdern, jedem Einzelnen von ihnen, meine Grüße (selâm).

Said Nursî
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حُرُوفِ رَسَائِلِ النُّورِ وَمَعَانِيهَا الْمُتَمَثِّلَةِ فِى الْهَوَاءِ وَ فِى اْلاَفْهَامِ اِلَى يَوْمِ الْقِيَامِ ﴾

{"In Seinem Namen. Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17, 44)}

{Der Friede sei mit euch, Sein Erbarmen, Sein Segen nach der Anzahl der Buchstaben der Risale-i Nur und ihrer Bedeutungen, die in der Luft und im Geist weiterschwingen bis zum Tage der Wiederauferstehung, amîn."}

Meine lieben getreuen und zuverlässigen Brüder!

Auch diesmal haben mich die vier Briefe derer, mit denen ich eng verbunden war, so sehr gefreut (mesrur) und wegen der Risale-i Nur so sehr glücklich (memnun) gemacht, dass die Freudentränen darüber viele meiner Sorgen (hüzün) weggewischt haben, weil ich diese heldenhaften Gefährten wiedergefunden habe. Nun möchte ich gerne vier Antworten auf eure vier Briefe schreiben. Und das wäre in der Tat auch euer Recht (hakk). Doch aufgrund eurer so aufrichtigen Einheit (samimî ittihad) sollte auch ein einzelner Brief genügen. Doch möchte ich euch auch noch fünf, sechs verschiedene kleine Punkte (mes'ele) erklären:

Erstens: Wenn wir seit langem immer wieder gesagt haben, dass die Zeit für die Rettung des Glaubens (iman kurtarmak) arbeitet und uns dabei ungewollt anhand der Zeugnisse (bürhan) immer wieder besonders auf die Grundpfeiler des Glaubens (erkân-i imaniye) konzentriert (tahsidat-i azîme) haben, erwies die Zeit, dass wir dazu durchaus berechtigt (hak) waren und dass dies auch notwendig (hakli ve lüzumlu) war. Ich hatte euch vor einem Monat etwas über die Antwort geschrieben, welche bei einem geistigen Gespräch (manevî bir muhavere) aus dem Verborgenen (gayb) kam und sich auf diese besondere Konzentration (azîm tahsidat) der Risale-i Nur bezieht. Einige Leute (zâtlar) haben diesen Abschnitt (fikra) am Ende der Abhandlung "Das große Zeichen" (Âyet-ül Kübra Risalesi) angeführt.

Zweitens: Mein lieber Bruder Samli Tevfik! Dein Brief hat mich in meinem tiefsten Herzen (derinden derine) sowohl berührt (müteessir) als auch froh (müferrah) gestimmt. Er ließ mich spüren (ihsas), dass bei dir gute Veränderungen (hayirli tahavvülât) im Gange sind.

— 35 —

Sprecht dem Verwandten des verstorbenen (Merhum) Hâfiz Ahmed gegenüber mein Beileid (ta'ziye) aus und sagt ihm meinerseits: Vor ein, zwei Monaten gesellte sich Hâfiz Ahmed unversehens - während ich noch betete (dua) - zu dem Kreis meiner engsten Verwandten und aufrichtigen Schüler (hâlis talebe) {für die er gerade betete} und ich spürte, er hätte mir sagen wollen: "Auch ich habe ein Recht auf einen Platz in diesem Kreis (bu dairede hakkim var)." So ließ ich ihn denn in diesem engsten Kreis, damit er jederzeit an meinen geistigen Verdiensten seinen Anteil (manevî kazançlarima hissedar) bekomme. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass es auch so bleiben wird. Und ich habe verstanden, dass ihr beide zusammen von Anfang an wegen eures Dienstes (hizmet) an der Risale-i Nur dabei {in meinen Gebeten} wart. Allen Freunden in Barla sende ich meine Grüße (selâm).

Drittens: Mein lieber Bruder Sabri! Der Brief des ehrenwerten (kiymetdar) Hulusi gefiel mir sehr gut, weil er sowohl Hulusis Bedeutsamkeit und Wert (kiymet) als auch die des Fünften Strahls (Besinci Sua) zeigt.

Der Fünfte Strahl (Besinci Sua) trägt zum besseren Verständnis des Glaubens (imanlar tashih) in der Allgemeinheit (umum) und besonders bei den Gelehrten (ehl-i ilmin) bei und stärkt ihn (kurtar) in der Tat auf diese Weise.

Sowohl du als auch Hüsrev sprechen über Halil Ibrahim. Dieser Mann (zât) ist jedoch ein bedeutender Schüler (talebe) der Risale-i Nur und ihr begabter Multiplikator (iktidarli bir nasir) und gehört zu den Aufrichtigen (haslar). Ich bin überzeugt, dass er von unserem vorausgegangenen Zwischenfall (sâbik hâdise) seine Lektion (ders) in äußerster Vorsicht (ihtiyat) und ernsthafter Verbundenheit (ciddî bir alâkadarlik) gelernt hat. Ihr sollt ihm und seiner Frau (rüfeka) meine Grüße (selâm) überbringen (teblig).

Viertens: Mein lieber Bruder Hüsrev! Dein Brief wurde zu einem Heilmittel (sifa) in meinem Kummer (so wie Hasan und die Mustafas), zu einer Labsal (deva) in all meinen Wünschen (wie die Abhandlung über die "Wunder Mohammeds") (Mu'cizat-i Ahmediye) und zu einem Licht (ziya) der Hoffnungen (wie Re'fet, Konyali Sabri).

Des Weiteren ist es eine Wohltat (hayir), dass die Krankheit und das Alter deiner Mutter (vâlide), die eine verehrte Schülerin (muhterem bir talebe) der Risale-i Nur und meine geistige Schwester (âhiret hemsirem) im Kreise unserer nächsten Schüler ist, dich nach Isparta gebracht hat. Wenigstens hast du ihr die Abhandlungen für die Kranken und für die Alten (Hastalar ve ihtiyarlar Risaleleri) vorgelesen. Diese Abhandlungen mögen sie an meiner Stelle nach ihrem Wohlergehen fragen und sie (teselli) trösten.

Ich erinnere mich (tahattur) öfter im Gebet (dua) an meine Schüler und Freunde (talebeler ve dostlar) dort. Ich kann sie nicht vergessen. Ich grüße (selâm) alle meine Brüder, jeden Einzelnen von ihnen, und bete (dua) für sie.

Said Nursî
— 36 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حَاصِلِ ضَرْبِ عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ رَمَضَانَ فِى حُرُوفِ مَا كَتَبْتُمْ مِنَ الرَّسَائِلِ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Sein Erbarmen, Sein Segen nach dem Resultat der Multiplikation der Sekunden und Minuten im Monat Ramadan mit den Buchstaben der Abhandlungen der Risale-i Nur, die ihr abgeschrieben habt."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Ich wünsche euch aus ganzer Seele (ruh) Glück und Segen (tebrik ve tes'id) sowohl für den segensreichen (mübarek) Monat Ramadan, als auch für die Heilige Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadri), die nach Gottes Willen (insâallah) so fruchtbar für euch sein möge wie Tausend Monate, für glückliche Festtage (saadetli bayram), und für euren so wertvollen Dienst (kiymetdar hizmet).

Meine lieben Mitbrüder! Die letzten Geschenke (hediye) eurer heiligen Stifte (kudsî kalem) haben mich so sehr dankbar und glücklich gemacht (minnetdar ve mesrur) und darüber freue ich mich (mesrur) so sehr, als wäre uns eine "Lichtfabrik" (Nur) um die Erleuchtung (isik) der Welt (dünya) und eine Rosenfabrik (gül), {Der Brief kommt aus Isparta, einer Stadt, die für ihre Rosengärten berühmt ist. (A.d.Ü.)} welche die Vergangenheit und die Zukunft (mazi ve istikbal) mit Wohlgerüchen (rayiha-i tayyibe) erfüllt, vom Himmel (sema) herab zu Hilfe (imdad) gesandt worden, stünde als eine Kraft (kuvvet-üz zahr) zu meiner Unterstützung hinter mir und sei ohne Unterlass (mütemadiyen) tätig; und darüber freue ich mich. Hunderttausende Male Dank sei Gott (Elhamdülillah).

Mein lieber Bruder Sabri! Deine beiden Briefe, die ich nacheinander von dir erhalten habe (fâsilali), zeigen mir gleichsam wie zwei Zeugen aus dem Verborgenen (sahid-i gaybî), wie hochgeschätzt dein Dienst (hizmetin makbuliyeti) ist. Zu dem von dir gebrauchten Ausdruck "Lichtfabrik" (Nur fabrikasi) sage ich "Tausend Mal Tausend wie wunderbar ist doch, wie Gott es gewollt hat (mâsâallah), möge Gott dich segnen (bârekâllah), möge Gott dich zum Erfolg führen (veffakakellah)." Du und Siddik Süleyman sind in meinen Augen, nach meiner Vorstellung (fikrim) und in meinen Gebeten (dua) stets zusammen. Wenn ich mit dir spreche, sehe ich euch beide Schulter an Schulter beieinander. Auch eure unschuldigen und gesegneten (mübarek) Kinder sind in mein Gebet mit eingeschlossen.

Mein lieber Bruder Hâfiz Ali! In deinem Brief bestärkte mich deine Bescheidenheit (tevazu), deine Wahrhaftigkeit (ihlas), dein Lob (medh) über Hüsrev und deine Überzeugung (kanaat) von den Schülern (talebe) der Risale-i Nur, dass sie wie ein einziger Körper (tek vücud) sind, bestärkte (kuvvet) meine große Hoffnung (ümid) über dich und meinen guten Eindruck (hüsn-ü zan) von Dir völlig. Die beiden Lütfüs, die Mustafas und die Hâfiz Alis sind mit Nureddin, der Küçük Sabri gleicht, zusammen im Kreis der aufrichtigen Schüler (has talebeler) der Risale-i Nur als Teilhaber (hissedar) an der Fülle (feyz) des Ramadan und an den geistigen Verdiensten (manevî kazanç), nach Gottes Willen (insâallah), angenommen (kabul) worden. Wegen der Exemplare (nüsha), deren jede Seite mir als ein wertvolles Geschenk (hediye) gilt, stehe ich weiterhin besonders, ja wirklich ganz außerordentlich tief in deiner Schuld.

— 37 —

Mein lieber Bruder Hüsrev! Ich schwöre (kasem), wenn ich dazu imstande (mukabil) wäre, würde ich dir für jede Seite der Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-i Ahmediye), die du diesmal mit goldenen Lettern geschrieben hast, allein schon als deinen materiellen Lohn je ein Goldstück schenken. Ich bin zu der sicheren Überzeugung (kanaat) gelangt, dass du tatsächlich in einer ewigen Rosenfabrik zum Schreiber ernannt wurdest. Unendlicher Lob (hamd ü sena) und Dank dafür sei dem allbarmherzigen Herrn (Rabb-i Rahîm). Nach meiner Vorstellung (tasavvur) sind Hüsrev und Rüsdü gleichsam zu einem einzigen Namen (tek isim) miteinander verschmolzen. Ich denke mir und stelle mir vor (biliyorum ve buluyorum), dass ihr beide in allen Angelegenheiten der Risale-i Nur beisammen seid. Ich habe euch noch eine Ergänzung (tetimme) zugesandt, die mir zu der Ayah,

﴿ اَوَمَنْ كَانَ مَيْتًا ﴾

{"ist denn einer, der tot war" (Sure 6, 122)}

plötzlich einfiel (hatir) und durch die geistige Wirkung (manevî te'sir) der beiden Briefe Sabris noch bevor sie hier ankamen, geschrieben wurde. Sie ist in gewissem Grade privat (mahrem) und nur für die Engsten und Vertautesten (has ve emin) bestimmt. Es wäre gut, wenn Samli Tevfik auch den "Strahl des Großen Zeichens" (Âyet-ül Kübra Sua'i) in der Form, wie Hâfiz Ali dreiunddreißig Mal "Lâ ilahe illallah" in symmetrischer Übereinstimmung (tevafuk) geschrieben hatte, schreibt. Meinen Brüdern, jedem Einzelnen von ihnen, meine Grüße (selâm).

Stets eurer Gebete bedürftig
Said Nursî

Meine lieben Mitbrüder!

Der fortdauernden geistigen Zerstörung (tahribat-i manevi) gegenüber verstärkt sich - Dank sei Gott (lillahilhamd) - allmählich der bewundernswerte (mu'cizane) Widerstand (mukavemet), die Kraft (satvet) und die Bedeutsamkeit (kiymet) der Risale-i Nur. Sie zerstreut die Zwangsherrschaft des Naturalismus (tabiat tagutu), welcher der Grundstein (temel tasi) und der Stützpunkt (nokta-i istinadi) dieser Irrlehre (dalalet) ist, verbreitet die Lichter (nurlari saçar) in alle Richtungen wie ein diamantenes Schwert (elmas kilinç) in der Hand des Qur'an und zerstreut so die Finsternis (zulümat). Aber solche Arten (enva'i) von Irrlehren gibt es viele. In gleichem Verhältnis haben auch die Abhandlungen (risale) unterschiedliche Vorzüge (meziyet) und Bedeutungen (ehemmiyet). Wenn es euch leicht möglich wäre, sendet uns auch den "Blitz" über die Natur (Tabiat Lem'asi).