"Da Isparta nun einmal meine wahre Heimat (hakikî bir memleket) ist, möchte ich dieser meiner wahren Heimat und ihren Bewohnern mit Herz und Seele (ruh u canım) eine Wohltat zukommen (hayır kazandırmak) lassen. Diese Wohltat (hayır), wie sie heutzutage von großer Bedeutung ist, ist Folgende:
Wie Afyon dadurch, dass es das Gesamtwerk (Külliyat) der Risale-i Nur zurückgegeben (iade) hat, der islamischen Welt (âlem), ja sogar der ganzen Menschheit (âlem-i insaniyet), eine sehr große Wohltat (hayra) erwiesen (vesile) hat, so ließ es dadurch auch den Fehler (hata), den es acht Jahre lang begangen hatte, vergangen (hiçe) und verziehen (afvet) sein. Auch dieses gesegnete (mübarek) Isparta ist in den Augen der islamischen Welt (âlem) - wie die Mısır Câmi-ül Ezher in Ägypten und das alte Heilige Damaskus (Şam-ı Şerif) - reich gesegnet (mübarekiyet). So wird denn auch Isparta mit Sicherheit und in Anbetracht der sehr großen Würde (şeref), die ihm daraus erwächst (hasıl), dass es die Risale-i Nur ihren Besitzern wieder zurückgibt (sahiblerine iade), keineswegs geringer (geri) als Afyon sein. Es wird vielmehr noch zwanzigfach weiter voranschreiten (ileri). Die gerechte Justiz (âdil adliye) von Isparta, die patriotischen (vatanperver) Demokraten und seine Bewohner (halk), die ihren Glauben (dindar) praktizieren, sollen, um diese gewaltig große Wohltat (hayr-ı azîm) auch ihrer Heimat (memleket) zukommen zu lassen und eine hundertfach größere Würde (şeref) als die Würde, die Afyon bereits bekam (mazhar), für sich zu erlangen (temin), sich für die Rückgabe (iade) der Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleleri) einsetzen, welche ein Erzeugnis (mahsul) dieses gesegneten (mübarek) Isparta sind. Tahsin Tola, ein Abgeordneter (meb'usu) aus Isparta, der sich für die Freigabe (iadesi) der Risale-i Nur in Ankara und in Afyon einsetzte, erwarb ja bereits so viel Nutzen (faide) wie hundert Mann und ließ die Hälfte dieser gewaltig großen Wohltat (hayr-ı azîm), den Bewohnern von Isparta zukommen (kazandırdı)."
Unser Meister (Üstad) lässt sich schon seit alten Zeiten selbst vor den Vorsitzenden der höchsten Ebenen zu nichts (reislere tezellül) herab, um so die Würde der Gelehrten aufrecht (izzet-i ilmiyeyi muhafaza) zu erhalten. Zudem akzeptierte (kabul) er von den Leuten keine Geschenke (halkların hediyesi). Obwohl unser Meister heute körperlich bereits ziemlich schwach (zayıf) ist, kann er dennoch keinerlei Geschenke (hediye) annehmen, was zwar für andere Wissenschaftler (ehl-i ilme) nicht von Nachteil (mahzur) wäre, ihn selbst jedoch krank (hastalıkla) machen könnte. Selbst von uns, seinen Dienern (hizmetkârlar), kann er nichts Nennenswertes (en küçük bir şey) ohne Gegenleistung (mukabelesiz) essen. Isst er es, wird er krank. Wir sind der Überzeugung (itikad), dass, was diesen Zustand (hal) betrifft, die Sorge um das Bewahren der höchsten Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlasın muhafaza) auf dem Weg der Risale-i Nur, die zu nichts anderem als Mittel (hiçbir şeye âlet) gebraucht werden darf, bereits die Form einer Krankheit angenommen hat und er sich durch diese Krankheit davor bewahrt (men'ediliyor), dieses sein Prinzip (kaidesi) zu verletzen. Laut seiner Aussage wurde es ihm eingegeben (ihtar), wenn er sich anlässlich eines großen Festes (Bayram) zur Veröffentlichung und Verbreitung (neşir ve intişar) der Risale-i Nur überall vom Händeschütteln und von der Unterhaltung (musafaha ve sohbet) mit den Leuten, was für andere Wissenschaftler (ehl-i ilm) notwendig wäre, er sich selbst an diesem segensreichen Festtag (mübarek bayram) allein schon vom Händeschütteln und den Gesprächen (musafaha ve sohbet) mit seinen engsten Schülern (has talebe), die ihn auch nur anschauen (bakmak) würden, sich so sehr bedrängt fühlte (şiddetle sıkılıp), dass dies um der Erhaltung der höchsten Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlas) willen den Zustand einer Krankheit (hastalık haleti) annahm und ihn derartig behinderte. Wir haben sogar gesehen, dass er an diesem segensreichen Festtag (mübarek bayram) bezüglich seiner heftigen Krankheit seinen Schülern (talebe) sagte: "Mein Grab (kabr) soll an einem besonders verborgenen Ort (gizli bir yerde) sein, den außer meinen ein, zwei Schülern (talebe) niemand kennen darf. Das möchte ich hiermit testamentarisch (vasiyet) festlegen. Denn die Tatsache, die in dieser Welt (dünya) das Gespräch (sohbet) mit den Menschen verhinderte (men'eden), zwingt (mecbur) mich nun, diese Tatsache (hakikat), mit Sicherheit nach meinem Hinscheiden (vefat) auf diese Weise zu handeln."
Daraufhin fragten wir unseren Meister (Üstad): Diejenigen, die kommen, das Grab (kabr) zu besuchen, rezitieren die Sure "Fatiha" und bekommen so ihren Segen (hayır kazanır). Aufgrund welcher Weisheit (hikmet) verbieten Sie denn Ihr Grab zu besuchen (kabriniz)?
Als Antwort sagte unser Meister (Üstad): "In dieser furchtbaren Zeit, wie die Pharaonen alter Zeit mit dem Wunsch (arzu) nach irdischem Ruhm und Ruf (dünyevî şan ü şeref) durch Status (heykel), Bilder (resim) und Mumien die Aufmerksamkeit der Menschen (nazar-ı beşer) auf sich gelenkt haben, wird in der Gottvergessenheit (geflet), die aus Egoismus und Selbstsüchtigkeit (enaniyet ve benlik) erwächst, mittels Status, Bildern und Zeitungen die Aufmerksamkeit (nazarlar), von der Betrachtung mit der Funktion einer Präposition (mana-yı harfî) auf die Funktion des Nomens (mana-yı ismî), ganz und gar auf sie selbst gelenkt und stellt sich mehr als die Zukunft im Jenseits (uhrevî istikbal) die irdische Zukunft (dünyevî istikbal) vor; anstelle eines Besuches um Gottes willen (lillah için ziyaret) - wie in alten Zeiten - messen die Weltleute (ehl-i dünya) zum Teil im Gegensatz zu dieser Verhaltensweise (hakikate muhalif) dem weltlichen Ruhm und Ruf (dünyevî şan ü şeref) des Verstorbenen große Bedeutung (ehemmiyet) bei und besuchen ihn deshalb. Um die feinsinnige Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlas) auf dem Weg der Risale-i Nur nicht zu verletzen und aufgrund des Geheimnisses dieser Wahrhaftigkeit (ihlasın sırrı), lege ich hier auch testamentarisch fest (vasiyet), mein Grab nicht öffentlich bekannt zu geben (kabrimi bildirmemek). Außerdem gehen seine Gebete (Fatiha), gleich, von wem sie nun rezitiert werden, ob im Osten oder im Westen, zu der intendierten Seele (ruh) des Verstorbenen.
So wie eine Wahrheit (hakikat), die mich in dieser Welt (dünya) von einem Gespräch (sohbet) abhält, so wird mich auf jeden Fall auch nach meinem Hinscheiden (vefat) weiterhin dieselbe Wahrheit (hakikat) in gleicher Weise nicht hinsichtlich des Segens (sevab), sondern hinsichtlich dieser Welt (dünya) davon abhalten müssen (mecbur)."
Eine Abschrift (sure) des Schreibens, das unser Meister (Üstad) an das Gremium (Heyet) des Gerichtes (Mahkeme) in Afyon gesandt hatte
Heute bin ich nach Afyon gekommen, um Euch meine Segenswünsche (tebrik) und meinen Dank (teşekkür) auszusprechen. Ich danke Euch (teşekkür) dafür, dass Ihr schon seit so langer Zeit unsere Bücher sorgfältig aufbewahrt (muhafaza) habt, damit sie keinen Schaden erleiden (zayi') sollen. Ich teile Euch auch meine Segenswünsche (tebrik) dafür mit, dass Ihr sie jetzt nach Ankara senden wollt. Vor zehn Jahren wurden persönliche Briefe (hususî mektub), welche jemand einem anderen privat geschrieben hatte, und manchmal auch ohne meine Unterschrift (imza) in meinem Namen geschrieben, jedoch nicht veröffentlicht (neşrolmayan) hatte, zwar zuvor noch durch Euer Gericht (mahkeme) durchsucht (tedkik), jedoch nicht in Betracht (nazar-ı itibar) gezogen, weil darin nichts zu finden war, was Grund zu einer Anklage (medar-ı mes'uliyet) hätte sein können. Zudem werden die Briefe, die bereits verjährt (mürur-u zaman) sind, die nicht veröffentlicht wurden (neşredilmek), die bereits amnestiert worden (af kanunları) sind, von denen ich nichts wusste (malûmat) und die keine Verbindung (alâkası) mit den Büchern der Risale-i Nur haben, nochmals aufmerksam zu betrachten (nazar-ı dikkat), sowohl die Leute der Justiz (ehl-i adalet) als auch die Sachverständigen (ehl-i vukuf) unnötig mit sich beschäftigen (meşgul) lassen. Damit sie nicht derart damit beschäftigt (işgal) werden und somit unsere Angelegenheit (işimiz) nicht weiter auf die lange Bank geschoben (te'hire ugramamak) wird, erbitte ich Eure Gerechtigkeit (adaletinizden temenni), dass diese oben erwähnten privaten Briefe (mezkûr hususî mektub) nicht diesen segensreichen Büchern (mübarek kitab) beigefügt werden.
Diese segensreiche Justiz (mübarek adliye) hatte bereits zwei Mal beschlossen (karar), diese Bücher zur Rückgabe (iade) freizugeben (beraet). Zufolge etlicher Ursachen haben nun bereits fünf Gerichte dieselben Bücher, nachdem sie in Beschlag genommen worden waren, manchmal insgesamt (tamamın) wieder zurückgegeben. Manchmal aber wurde auch nur ein Teil der beschlagnahmten (ele geçirilen) Bücher wieder zurückgegeben. Fünf Gerichte (mahkeme) der Sicherheitsbehörden (emniyet dairesi) haben sie aber auch ihren Besitzern (sahibler) wieder zurückgegeben (teslim). Davon wollten wir Euch nur Bescheid geben. Möge Eure Gerechtigkeit (adaletiniz) und Eure gute Einstellung (hüsn-ü niyet) nach Gottes Willen (inşâallah) auch diesmal ihre Rückgabe (iade) veranlassen.
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}
Sehr verehrter Herr (Sayın) Adnan Menderes!
Wir, die Mitglieder (mensub) der "Demokrat" Partei und Schüler des Lichtes (Nur talebe) sind zu der festen Überzeugung (kat'î kanaat) gelangt, dass sich unser Meister (Üstad) Bediüzzaman Hazretleri (Seine Exzellenz), der sich bereits vor fünfunddreißig Jahren von der Politik (siyaset) abgewandt hatte, heute zugunsten (hesab) des Qur'ans, der İslâmiyet und der Heimat (vatan) mit aller Kraft (kuvvet), zusammen mit seinen Schülern (Nur talebe) und mit ihrem Unterricht (ders) dafür einsetzt, die "Demokrat" Partei an der Regierung (iktidar) zu halten.
Wir haben unseren Meister (Üstad) gefragt, weshalb er sich für die Erhaltung (muhafaza) der "Demokrat" Partei einsetzt. Hier seine Antwort:
"Sollte die "Demokrat" Partei verlieren, so wird entweder die Volkspartei (Halk Partisi) oder die Nationale Partei (Millet Partisi) an die Regierung (iktidar) kommen. Was die Volkspartei (Halk Partisi) betrifft, so wird dieses edle türkische Volk (millet) mit freiem Willen (ihtiyar) diese Partei, da die Verbrechen (cinayet) des verdorbenen Teiles der Anhänger der Einheitspartei (İttihadçı) und der größte Teil (kısm-ı a'zamı) der Maßnahmen (icraat) des erstmaligen Vorsitzenden (birinci reis) der Republik (cumhuriyet) durch den Vertrag (Muahede) von Sêvres (= Paris 1920) und unter dem Zwang (icbarıyla) vieler politischer Intrigen (siyasî desiseler) innerhalb von fünfzehn Jahren voll und ganz auf die alte Partei aufgebürdet wird, nie und nimmer an die Regierung (kat'iyyen iktidara) bringen. Denn falls die Volkspartei (Halk Partisi) an die Regierung kommen sollte, so wird die Macht (kuvvet) der Kommunisten unter derselben Partei in diesem Land die Oberhand (vatana hâkim) gewinnen. In der Tat wird ein Muslim auf gar keinen Fall (kat'iyyen) zu einem Kommunisten sondern zu einem Anarchisten werden. Einen Muslim kann man niemals mit einem Fremdgläubigen (mukayese) vergleichen. Also bemühe ich mich darum, dass die "Demokrat" Partei zugunsten des Qur'ans, der Heimat (vatan) und der İslâmiyet an der Regierung bleibt (muhafaza), damit diese Partei, die aus diesem Grund für unser gesellschaftliches Leben (hayat-ı içtimaiye) und unser Land (vatan) eine furchtbare Gefahr darstellt, nicht an die Regierung kommt.
Was nun die Nationale Partei betrifft:
Wenn in dieser Partei die Grundlage allein die İslâmiyet {(Anmerkung): Für die Nation (millet) ist die İslâmiyet als das alle vereinigende Band völlig ausreichend (kâfi). Sind allen Glaube und Sprache (din, dil) gemeinsam, so ist auch die Nation eins (millet de birdir). Wenn der Glaube eins (din bir) ist, ist auch die Nation (millet bir) eins.} ist, so liefert sie bereits für die "Demokrat" Partei ihren Beitrag (yardım) und handelt nicht etwa als Opposition oder als ihr Gegner (muhalif ve muarız) und versucht auch nicht, selbst an die Regierung (iktidar) zu gelangen. Falls in dieser Partei die Grundlage (esas) der Rassismus (Irkçılık) und die Idee des Türkismus türkischen Nationalismus ist, so hat die Mehrheit in diesem Land (vatan) keine wahrhaft türkische Herkunft (hakikî Türk). Nur drei von zehn haben einen türkischen Ursprung. Was die Übrigen betrifft, so sind sie mit anderen Völkern (millet) vermischt. Unter diesen Umständen wird wie am Anfang der Deklaration der Monarchie (Hürriyet) gegen dieses edle und unschuldige (asil ve masum) türkische Volk (millet) eine nationalistische Parteischaft (milliyetçilik tarafgirlik) entstehen. Das wird dann die wahren (hakikî) Türken in die Zwangslage (mecbur) bringen, unter das Joch der Fremden (ecnebi) zu geraten. Oder diejenigen, die sich den Türken angepasst (Türkleşmiş) haben, jedoch von anderen Völkern (unsur) abstammen, werden unter der Provokation von Rassismus und Nationalismus (ırkçılık ve unsurculuk), wie sie in diesem Land vorherrschen (mevcud), sich auf eine fremde Macht stützen (ecnebiye istinad) und so dieses unschuldige türkische Volk (masum Türk millet) unter ihre Herrschaft (tahakküm) bringen. Da diese Lage (durum) schecklich und gefährlich (dehşetli, tehlikeli) ist, rate ich ihnen (ders veriyorum), sich zugunsten des Qur'ans, des Landes und des Volkes (vatan ve millet) dafür einzusetzen, die "Demokrat" Partei an der Regierung zu halten (iktidar temin), die selbst religiös (dindar) ist und welche die Religion respektiert (dine hürmetkâr)."
Sehr geehrter Herr (Sayın) Adnan Menderes,
Die Führungskräfte (elemanlar) der Volkspartei (Halk Partisi) und der Nationalen (Millet Partisi) Partei, die auf den Beitrag (yardım) einer gesegneten und verehrten Persönlichkeit (mübarek ve muhterem) wie unseren Meister (Üstad) Bediüzzaman eifersüchtig (kıskanan) sind, dessen ganzes Ideal (gaye) es ist, sich für die Sicherheit (selâmet) des Landes und Volkes (vatan ve millet) einzusetzen und der die Menschen in diesem Sinne unterweist (ders), arbeiten mit aller Kraft (var kuvvet) daran, unseren Meister (Üstad) der "Demokrat" Partei zu entfremden, indem sie ihn mit Hilfe der verschiedensten Ausreden (bahane) schikanieren, und dann behaupten, sie hätten dies für die regierende Partei (iktidar partisi) getan. Das ist die feste Überzeugung (kat'î kanaat), zu der wir gelangt sind.
Wir bitten Sie, den Ministerpräsidenten, der sagte: "Wir wollen die Erfordernisse (îcabları) der Religion (din) erfüllen. Die Religion ist für dieses Land (memleket) keineswegs eine Gefahr (tehlike teşkil)." mit Respekt und aller Hochachtung (hürmet), sicherzustellen (teminini saygı), dass die Bücher dieses unseres Meisters (mübarek Üstad) und er selbst, der zugunsten des Landes (vatan), des Volkes (millet) und der İslâmiyet für unsere Partei materiell und geistig (maddî ve manevî) einen großen Beitrag (yardım) leistet, voll und ganz frei (serbest) gegeben und er auch selbst ferner nicht weiter belästigt (rahatsız) wird.