Briefe aus Emirdağ-2
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Eine Erklärung (açıklama) über die Ansprache (nutuk) von Menderes in Konya

Der Ministerpräsident (Başvekil) sagt, dass seine Worte mit Absicht verschiedenen Auslegungen (tefsirler) ausgesetzt werden. (Von unserem eigenen Korrespondenten (muhabir))

Ankara: Der Ministerpräsident (Başvekil) Adnan Menderes beantwortete eine Frage, welche ihm die Zeitung "Der Sieg (Zafer)" in ihrer Veröffentlichung (neşriyat) anlässlich der Ansprache (nutuk) gestellt hat, die er in Konya gehalten hatte, folgendermaßen:

"Ich wurde zu meinem Bedauern (esefle) Zeuge (müşahede), wie aus meiner Ansprache (nutuk) in Konya auf dem "Platz der Regierung (Hükûmet Meydanı)" an meine in großer Zahl (kütle) versammelten, sehr verehrten Mitbürger (muhterem vatandaşları) von Konya der Abschnitt über unser Verständnis (telakki) des Laizismus (lâiklik) von böswilligen Reportern (sû'-i niyet sahibi) abweichenden Auslegungen (tefsir) ausgesetzt wurde (tâbi' tutuldu). Sie haben da zum Ausdruck (ifade) gebracht, dass unter anderem ein Teil meiner Worte von der Art (mahiyet) wären, dass sie Brüder gegen Brüder aufgehetzt (kırdıracak) hätten und einen Teil rechtsradikaler Politiker (sag politikacı) dazu angestachelt hätten, für die Aufhebung des Verbots (yasagını ortadan kaldırdıgını) der Verehrung ihrer Heiligtümer (mukaddesatçılık) zu plädieren, was aber in seiner Konsequenz (netice) elementare Grundsätze (esas) türkischer Reformen (inkılablar) verletzt.

In all diesen Artikeln (yazılar) ist es das, was meiner Aufmerksamkeit keineswegs entgangen ist (dikkatime çarpan), dass meine Worte in Konya entgegen den Absichten (maksadlar), die sie verfolgten (takib) und den Ergebnissen (neticeler), die sie erreichen sollten, verfälscht (tahrif) wurden. Damit aber nun der Sachverhalt (mes'ele) richtig verstanden wird, möchte ich vor allem meine Worte in Konya noch einmal wiederholen, und zwar so, wie sie an jenem Tag in dem Nachrichtenblatt (Ajans) der Presseagentur Anadolu veröffentlicht (neşr) worden sind. An jenem Tag hatte ich also Folgendes gesagt:

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"Nun möchte ich unser Verständnis (telakki) des Laizismus mit euch besprechen (bahsetmek). Laizismus bedeutet einerseits eine Trennung von Religion und Politik (din ile siyaset), andererseits aber auch Gewissensfreiheit (vicdan hürriyeti). In dem Punkt (esas) der Trennung (ayrılması) von Religion und Politik (din ile siyaset) tolerieren wir (tahammül) in gar keinem Fall (kat'î surette) auch nur einen winzig kleinen Zweifel (tereddüd). Was das Thema "Gewissensfreiheit (vicdan hürriyeti)" betrifft, so ist das türkische Volk islamisch und wird auch islamisch bleiben. Seinen eigenen Glauben (din), dessen Grundsätze und Regeln (esas ve kaide), selbst kennen zu lernen (telkin) und ihn dann an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben, ist die unbestreitbare (münakaşa) Voraussetzung (şart) dafür, auf ewig (ebediyen) Muslim bleiben zu können. Wenn jedoch in Wirklichkeit in den Schulen gar kein Religionsunterricht (mekteblerde din dersi) erteilt wird, so würde das heißen, dass Bürger (vatandaşlar), die ihren Kindern ihre eigene Religion erklären (kendi dinini telkin etmek) und lehren möchten, dieser Möglichkeiten beraubt bleiben (imkânlardan mahrum) müssen. Ein muslimisches Kind (müslüman çocuk) darf (îcab) man seines ganz natürlichen Rechts (tabiî bir hak), wie dem, seine Religion (din) zu kennen, nicht beraubt (mahrum) bleiben lassen. Man kann eine derartige Beraubung (mahrumiyet), eine solche Unmöglichkeit (imkânsızlık), nicht als mit der Gewissensfreiheit (vicdan hürriyeti) vereinbar bezeichnen. Daher wird es eine geeignete Maßnahme (tedbir) sein, den Religionsunterricht (din dersler) in den Mittelschulen (mektebler) einzuführen.

Wir glauben nicht (inanmıyoruz), dass eine Gemeinschaft (cem'iyet), ein Volk (millet), ohne Religion (dinsiz) fortbestehen kann (payidar). Wir wissen, inwieweit selbst noch die fortgeschrittensten Völker (millet), nachdem sie Religion (din), Politik (siyaset) und weltliche Angelegenheiten (dünya işleri) voneinander getrennt (ayırdık) hatten, auch weiterhin mit ihren Religionen verbunden (baglı kaldık) bleiben. Nach heutigem Stand (seviye) kann für unser edles Volk (asil millet) die Beschuldigung, fanatisch zu sein (taassub isnadı), nicht berechtigt (reva) sein. So wie unser Volk (millet) fest und treu (sımsıkı) an seine Religion (din) gebunden (baglı) bleibt, so ist es im Allgemeinen auch in seinen reinsten Empfindungen (temiz duygu) stets fest mit seiner Religion verwachsen (benimsemek). In seinem Einsatz für den Islam (İslâmlık) erlangte das Gewissen unseres Volkes (milleti vicdan) eine kristallklare Reinheit (musaffa seviye). Für die Ausbildung unserer Lehrer, die den Islam (müslümanlık), seine Grundsätze (esas), Pflichten (fariza) und Grundlagen (kaide) sehr gut lehren und erklären (kifayetle telkin) können, wird man sich eine besondere Mühe geben müssen (sarfedilecek). Danach werden sie die Eignung (uygun) erlangt haben, die Schule für Vorbeter und Prediger (İmam-Hatib Mektebi) in Konya, welche im kommenden Schuljahr als gymnasiale Berufsschule (lise) ihre ersten Absolventen (me'zunlar) hervorbringen wird, in eine fortgeschrittene (ileri seviye) Bildungseinrichtung (tedris müessese) umzuformen, die ein theologisches Studium (din tahsili) ermöglichen wird. Und sie werden dergleichen Einrichtungen im Land (yurt) noch vermehren (fazlalaştır)."

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"Nachdem ich diesen Teil meiner Ansprache (nutuk) in Konya so weit vor der öffentlichen Meinung (efkâr) des verehrten (muhterem) türkischen Publikums wiederholt habe, möchte ich noch mit Nachdruck (ehemmiyetle tebarüz) hervorheben, dass meine Erklärung (beyanat) so eindeutig ist, dass sie für keinerlei Verfälschungen (iltibas) offenstehen kann (mahal). Bei den Auslegungen (tefsir), die man noch anfügen, oder Überlegungen (mütalaa), die man noch vorschlagen (ileri sürülecek) möchte, muss man grundsätzlich (esas) treu (sadık) zu diesem offenen Artikel (metne) bleiben. So wie es überhaupt niemandem zusteht (hakkına sahib), diese Worte, die ich hier ausgesprochen habe, zu verfälschen (tahrif), so ist es auch niemandem zugestanden (hakkı olmamak lâzım), mir einen Zweck oder eine Absicht (maksad ve niyet) zuzuschreiben (atfetme), an die ich niemals gedacht habe (aklımdan geçmeyen)."

Anmerkung: Aufgrund der bedeutsamen Ansprache (nutuk) des Ministerpräsidenten (Başvekil) in Konya wollte ich im Namen aller Schüler des Lichtes (Nur talebe) und der unschuldigen Schulkinder (mektebli masum çocuk) meinen Glückwunsch (tebrik) schreiben. Jetzt ist es mir in meinem Herzen (kalb) eingefallen: Wir haben diese Ansprache unseren Verteidigungsschriften (müdafaatlar) bezüglich der Freigabe (serbestiyet) der Risale-i Nur und der Antwort eines unserer maßgeblichen Rechtsanwälte (avukat) an die Sachverständigen (ehl-i vukuf) beigefügt. In ihr erkennen wir einen Grund und eine Urkunde (sebeb ve sened) zur Freigabe (serbestiyet) der Risale-i Nur. Wir wollen die Muslime in Anatolien und alle Schüler des Lichtes (Nur'un bütün talebe) dazu bewegen, den Ministerpräsidenten in dieser Angelegenheit geistig zu unterstützen und für ihn zu beten (dua). Wie die erneute Einführung (ilân) des mohammedanischen Rufs zum Gebet (Ezan) ihm zu einer geistigen Kraft (manevî kuvvet) wurde, so haben wir, damit dieser Ansprache (nutuk) zufolge auch die Freigabe (serbestiyet) der Risale-i Nur ihm zu einer geistigen Kraft werde, diese der berechtigten Verteidigungsschrift (haklı müdafa) unseres Rechtsanwalts (dava vekili) als eine Anmerkung (haşiye) beigefügt, anstelle ihm einen Glückwunsch (tebrik) zu schreiben. Wie die Verteidigunsschrift (müdafaa) unseres Rechtsanwalts (avukat) Mihri, welche die Scheingründe (bahane) für die Beschlagnahme (müsadere) des Wegweisers für die Jugend (Gençlik Rehberi) widerlegt, so ist auch diese Ansprache der Ministerpräsidenten (Başvekil) in Konya eine Tatsache (hakikat), welche dieselben Scheingründe widerlegt (bahaneleri reddeden).

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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}