Briefe aus Emirdağ-2
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Punkt zwei: An den, der sich nicht bekannt gegeben hat, jedoch zweifelt (şübhe):

Die Eigenschaften (sıfatlar), die sich sehr viele Schüler des Lichtes (Nurcular) durch ihre hundertfach über meine Grenzen hinausgehende gute Meinung (hüsn-ü zanlar) von mir vorgestellt haben und auf die man stolz (medar-ı iftihar) sein könnte, habe ich hundert Mal zurückgewiesen (reddet), wodurch ich sie dann gekränkt (hatırlar) habe. Doch seit 28 Jahren versuchen die Politiker (siyasetçiler), die den Weg der Risale-i Nur, der sich nur auf den Glauben (iman) stützt und auf das Jenseits (uhrevî meslek) hin ausrichtet, mit ihren heutigen Vorstellungen von der Zivilisation (medenî fikirleri) nicht für angebracht (müsaid) halten, die Schüler des Lichtes (Nurcular) in Gefängnissen (hapisler), durch Gerichtsprozesse (mahkeme), durch polizeiliche Beobachtung (tarassud) und mit haltlosen Anschuldigungen (asılsız isnad) einzuschüchtern und mich zu widerlegen, um mich daran zu hindern, die Risale-i Nur zu veröffentlichen (neşrettirmemek). So war ich denn in eine beispiellose Situation (emsalsiz bir vaziyet) hineingeraten. Denn ich bin zur Hälfte Analphabet (ümmi) und stehe unter Anklage (ittiham). Um also die Schüler des Lichtes nicht ganz und gar vor mir fliehen zu lassen, habe ich das Lob (medh), das sie mir erwiesen haben, für die Lichter (Nurlara ait) angenommen. Die Besonderheiten (meziyet), die sie da zu sehen glauben, beziehen sich also nicht auf mich, sondern auf die Risale-i Nur. Sie sind also ein Kommentar zu der Wahrheit (hakikat) des Weisen (hakîm) Qur'ans. So wie in jedem Jahrhundert (asır) Erneuerer (müceddid), welche die Religion und den Glauben (din ve iman) völlig richtig erkannt (hizmet) haben, braucht auch unsere heutige Zeit, die doch recht eigenartig (acib) ist, in der sich Menschen zu Komitees zusammenschließen und in der die Geistige Körperschaft des Irrwegs (şahs-ı manevî-i dalalet) zum Angriff übergeht, die Geistige Körperschaft ihrer Erneuerer (şahs-ı manevî müceddid). Sie gleicht nicht den alten Zeiten. Wie vollendet eine Persönlichkeit (hârika Şahıs) auch immer sein möge, es gibt immer noch die Wahrscheinlichkeit (maglub olmak kabildir), dass sie einer Geistigen Körperschaft (şahs-ı manevî) gegenüber unterlegen bleibt. Da die Wahrscheinlichkeit äußerst hoch (kaviyyen muhtemel) ist, dass die Risale-i Nur in dieser Hinsicht eine Art Erneuerer (müceddid) sein könnte, können diese Eigenschaften (sıfat) - Gott bewahre (hâşâ)! - ja könnte mein Leben (hayat), auch wenn mir dies gar nicht zusteht (haddim), sondern - wie ich dies bereits öfter (mükerrer) geschrieben habe - so eine Art Kern für die Risale-i Nur sein. Durch den Segen (feyz) des Qur'ans und mit der Güte Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk'ın ihsanı), wird aus diesem Kern eines Tages durch die Schöpferkraft des lebendigen Gottes (icad-ı İlahî) ein fruchttragender, kostbarer Baum der Risale-i Nur emporwachsen. Dann war ich ein solcher Kern, der zuvor gestorben und so dahingegangen (çürüdüm gittim) ist. Der volle Wert (kıymet) gebührt jedoch der Risale-i Nur, die eine Auslegung des Weisen (Hakîm) Qur'ans und sein wahrhaftiger Kommentar (manası ve hakikatlı tefsir) ist.

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Punkt drei: Der dritte Zweifel dieses Herrn, der sich nicht zu erkennen gibt: Wie die Zeitschriften "Das Große Bemühen (Büyük Cihad)" und "Der Brunnen der Rechtleitung (Sebilürreşad)" veröffentlicht haben (neşret), hatte ich bereits öffentlich bekannt (ilân) gegeben, dass ich den Dienst an Religion und Glaube (dine, imana hizmeti) und die Risale-i Nur keineswegs für die diesseitige Politik (dünya siyaset), ja noch nicht einmal für die geistliche Vervollkommnung (kemalât-ı manevî) und erhabenen Ränge (makamat-ı âliye) {die zwölf Stufen zur Heiligkeit (A.d.Ü.)} instrumentalisieren (âlet) kann. Auch nicht als ein Anlass für die Glückseligkeit im Jenseits (saadet-i uhreviye) und Rettung vor der Hölle (Cehennem'den kurtulmaya) zu gebrauchen, was jeder sonst noch für angenehm hält (hoş gördügü), und einzig und allein aufgrund des Befehls Gottes (emr-i İlahî) und um des Einverständnisses Gottes (rıza-yı İlahî) willen, ansonsten für überhaupt nichts zu einem Werkzeug (hiçbir şeye âlet) zu machen, hat mir keine andere Wahl (mecbur) gelassen, außer das Geheimnis der wahren Aufrichtigkeit (sırr-ı ihlas-ı hakikî), welche in heutiger Zeit die wahre Kraft des Lichtes (Nur'un hakikî kuvveti) ist, aufrechtzuerhalten (muhafaza). Um ein Fünkchen (zerre) der heiligen Opferbereitschaft (kudsî fedakârlık), die der "Große Getreue (Sıddık-ı Ekber)", mit dem Gott zufrieden sein möge, mit den Worten ausgedrückt hat: "Damit die Gläubigen nicht zur Hölle (Mü'minler Cehennem) fahren, bitte ich Gott (Allah) darum, dass Er meinen Leib (vücud) in der Hölle (Cehennem) so groß werden lasse, dass er an ihrer Stelle ihre Strafe (azab) verbüßen möge." auch für mich gewinnen (kazandırmak) zu können, sagte ich, dass ich es akzeptieren (kabul) würde, selbst zur Hölle (Cehennem) zu fahren, um durch den Glauben (iman) einige Leute aus der Hölle (Cehennem') retten zu können (kurtulmaları). Der Dienst und die Anbetung Gottes (ibadet) wird ja nicht verrichtet, um ins Paradies (Cennet) zu gelangen oder sich vor der Hölle (Cehennem) zu retten, wodurch er sonst ungültig (bozulur) würde, sondern er wird verrichtet, um des Einverständnisses Gottes willen (rıza-yı İlahî) und aufgrund des Befehls des Herrn (emr-i Rabbanî).

Wir kehren wieder zu unserer Abhandlung (bahs) über unseren Auszug (hizb) aus dem Qur'an zurück:

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Hazret-i Üsame, mit dem Gott zufrieden sein möge, der ein großer Kommandant des ehrenwerten Gesandten (Resul-i Ekrem Aleyhissalâtü Vesselâm) war, hat aus verschiedenen Suren aus dem ganzen Qur'an einmal die Ayah über den Dank (hamd), einmal die Ayat über die Buße (istigfar), einmal über den Lobpreis (tesbih), einmal über das Gottvertrauen (tevekkül), einmal die mit dem Wort (lafz) "Friede (selam)", einmal die über die Einheit (tevhid) und die Formel "Es gibt keine Gottheit außer Ihm (Lâ ilahe illâ hu) und einmal die mit dem Wort (kelime) "Herr (Rabb)" zusammengestellt, um sie an den aufeinander folgenden Tagen zu lesen, daraus einen Auszug (hizb) aus dem Qur'an gemacht und als eine ständige Rezitation (vird) für sich verwendet. Damit ist also für dergleichen Auszüge die Erlaubnis (izn) des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, bereits vorhanden.

Zudem enthält (cem'etti) unser Auszug (hizb) aus dem Qur'an die Ayat über die Wahrheiten des Glaubens (iman hakikatları) und besonders die Ayat, die am Anfang der Suren immer mit

﴿ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يمِ ﴾

beginnen. Dieser Auszug (hizb) fördert unsere große Freude (şevk), nun auch den ganzen Qur'an durchzulesen; wirkt also keineswegs negativ (noksaniyet). Da zudem einige Ayat über den Glauben (iman), die man lesen will (arzu), wozu man aber erst in zwanzig Tagen kommen könnte, jedoch in diesem Auszug (hizb) schon in ein, zwei Tagen zu lesen sind, hatte ich einmal zusammen mit einem Teil der Ayat, die am Anfang aller Suren stehen, und einigen Ayat über den Glauben (âyât-ı imaniye), welche die Grundlagen (esas) der Risale-i Nur sind, für mich zu einer Rezitation (vird) zusammengestellt. Später wurde dann daraus ein Auszug (hizb).

Diese anonyme Person (meçhul zât) hätte es also für Arroganz (enaniyet) angesehen, wenn ich die Würde eines Gelehrten (izzet-i ilmiye) den kleinen Pharaonen (firavuncuklar) gegenüber aufrechterhielte (muhafazam). Er hielte (tevehhüm) es für Selbstgefälligkeit (benlik tahayyül), wenn ich die gute Meinung (hüsn-ü zan), welche die Schüler des Lichtes von mir haben, ganz und gar nicht widerlegte. Er hätte es für eine Art Hochmut (hodfüruşluk) gehalten, wenn ich notgedrungen etwa Tausend Zeichen und Hinweise (emarat ve işaret) der Gottesfreunde (ehl-i velayet) und einiger Ayat, deren ich sicher bin (kat'î kanaat), äußern müsste (izharına mecbur) und einen Teil davon meinen engsten Brüdern (has kardeş) erklärte, um das vollständige Vertrauen und die Gewissheit (itimad ve kanaat) der Schüler (talebe) gegenüber meinen Erklärungen (beyanat) über die Wahrheiten des Glaubens (iman hakikatları) sicherzustellen (temin).

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Es wäre ein großes Verbrechen, ja ein Verrat (cinayet ve hıyanet), in dieser Zeit, in der im Interesse des Atheismus (dinsizlik) der Glaube (iman) mit einem Egoismus, der sich zu einem Pharaonentum (benlikleri firavunlaşmış) gesteigert hat, wie auch die Risale-i Nur in der Tat angegriffen (hücum) werden, ihnen gegenüber in unserer Verteidigung eine Haltung der Bescheidenheit, ja selbst der Demut (tevazu ve mahviyet) zu zeigen. Dann würde diese falsche Bescheidenheit (tevazu) am Ende zu einem untertänigen Benehmen (ahlâk-ı rezile), ja einer Unterwürfigkeit (tezellül) führen. Ja könnte es denn überhaupt als Hochmut (hodfüruşluk) gelten, heldenhaft (kahramancasına) und standhaft (sebat) seine geistige Haltung (kuvve-i maneviye) zu beweisen, um ihnen gegenüber die Würde des Glaubens (izzet-i diniye) und seine Gelehrsamkeit in Ehren (şerafet-i ilmiye) zu wahren (muhafaza)? Könnte dies überhaupt als Ruhmsucht und Selbstgefälligkeit (şöhretperestlik ve enaniyet) gelten, wie dieser Herr (zât) sich das so vorgestellt (tevehhüm) hat?

Zudem begnügen (iktifa) sich zwei oder drei von zehn Leuten mit den sicheren Zeugnissen des Lichtes (Nurdaki kat'î hüccet), ohne dabei meine Person in Betracht zu ziehen, während diejenigen, die der Risale-i Nur bedürfen (muhtaç) und nach den Lichtern suchen (Nurlar arayan), um ihren Glauben zu stärken und zu retten (imanını kuvvetlendirmek ve kurtarmak), meine Person in Betracht ziehen, weil sie den Wert von fünf, sechs Zeugnissen (hüccetlerin kıymetini) nicht kennen und sagen können, ob er uns etwa täuscht (kandırdı) oder ob er die Wahrheit (hakikat) spricht? Könnte es wohl als Selbstgefälligkeit verstanden (enaniyet olur) werden, die verborgenen Schlechtigkeiten (gizli fenalıkları) meiner Person zu verschleiern (perde), um ihre gute Meinung (hüsn-ü zanları) meiner Person gegenüber notgedrungen nicht zu widerlegen (kırmamaya mecbur)?

﴿ وَمَٓا اُبَرِّئُ نَفْس۪ى اِنَّ النَّفْسَ لاَمَّارَةٌ بِالسُّٓوءِ اِلاَّ مَا رَحِمَ رَبّ۪ى ﴾

{"Ich versuche nicht, meine Seele reinzuwaschen. Wahrlich, die Seele verlangt nach dem Bösen - außer, dass mein Herr sich meiner erbarmt." (Sure 12, 53)}

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Nach dem Geheimnis (sırr) dieser ehrwürdigen Ayah (âyet-i kerim) kann ich mich nicht auf meine gebieterische Seele (nefs-i emmare) stützen. Denn die Seele ist nicht frei von Fehlern (nefis kusursuz). Aber heute in einer Zeit, in der die atheistischen (dinsizlik) Komitees wie Drachen (ejderha) und Dschinnen (ifrit) angreifen und Zerstörungen (hücumlar ve tahribatlar) anrichten, die Fehler (kusur), die bezüglich meiner Verteidigung (müdafaa) an mir gesehen werden und so viel Wert haben wie Mückenflügel (sinek kanadı), in Betracht zu ziehen, würde als eine Unterstützung (yardım) für diejenigen gelten, die uns angreifen (hücum). Das würde heißen, dass von zehn hilfsbedürftigen Menschen (aded muhtaçlar) fünf, sechs Hilflose (bîçare) die Heilmittel des Lichtes (Nur ilâçları) entbehren müssten (mahrum). In Anbetracht dessen mache ich der ganzen Welt öffentlich bekannt (dünyaya ilân), und zwar ohne dabei auf meine eigenen Kräfte (kuvvet) und Fähigkeiten (meziyet) zu vertrauen (itimad), sondern nur mich auf die Wahrheit (hakikat) des Qur'ans und auf die Kraft (kuvvet) der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye), die dessen Kommentar (tefsir) sind, stützend: kämen alle Atheisten zusammen (dinsizler toplansalar), forderte ich sie dennoch ohne zu zögern heraus (çekinmeyerek meydan). Ich beuge mein Haupt nicht (başımı egmiyorum) und verletze auch die Würde der Gelehrsamkeit (izzet-i ilmiye) nicht. Sollte dies eine Selbstgefälligkeit (benlik) sein, dann gehört sie keineswegs zu mir und kann auch gar keine Selbstgefälligkeit sein. Es ist dann vielmehr meine Festigkeit im Glauben (salabet-i imaniye). Wie ich ja schon die Natur (tabiat) hinsichtlich ihrer Schöpferkraft zurückweise (icad itibariyle inkâr), so hat die Risale-i Nur dies nun zweifelsfrei bewiesen. Desgleichen bestreite (inkâr) ich auch die Fähigkeit (iktidar) der Natur, den Menschen zum Stolz (gurur), zur Selbstgefälligkeit (enaniyet) und zum Pharaonentum (firavunluk) zu verleiten. Nur das Gebet (dua) des Menschen in der Form eines tätigen Gebetes (fiilî dua) aufgrund eines aufrichtigen Verlangens (samimî bir ihtiyaç) durch sein freies Tun (cüz'î kesbi) gilt als ein angenommenes Gebet (makbul dua). Dies nimmt Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak kabul) an und schenkt uns die Wunder, die im Namen der Erfindungen (keşfiyat) für die Menschen notwendig (ihsan lâzım) sind. So wie die Gelehrten entsprechend ihrer Kenntnis und den Grundlagen der Religion (ilm-i usûl-üd dinin üleması) mit sicheren Beweisen (kat'î delil) - wie in dem Kapitel (bahs) über das Vorherwissen Gottes und die menschliche Entscheidungsfreiheit (kader ve cüz'-i ihtiyarî) bewiesen (isbat) haben - erkenne ich auch im Grade absoluter (kat'î) augenscheinlicher Gewissheit (aynelyakîn) mit einer absoluten Überzeugung (kat'î kanaatla) durch den Segen des Qur'ans (feyz-i Kur'anî) aufgrund der Zeugnisse (hüccet) der Risale-i Nur, dass vorerst bei mir selbt (evvelâ kendi nefsimde), dann bei allen anderen die Selbstgefälligkeit (benlik) und die Fähigkeit (iktidar) nur ein Schleier (perde) der Erschaffung (icad), der Güte (ihsan) und des Erfolgs von Gott (tevfik-i İlahî) sind. Daher habe ich in den Lichtern und bei meinen Mitbrüdern (Nurlara ve kardeşlerime) bekannt- und zu wissen gegeben (ilân), dass ich ein Kern war, der nun gestorben (çürüdüm) ist. Infolge meiner Schwäche (acz), meiner Bedürfnisse (ihtiyaç), meines aufrichtigen Verlangens (samimî istemek) und tätigen Gebets (fiilî dua) hat Gott der barmherzige Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhim) die Risale-i Nur aus diesem Kern erschaffen und uns geschenkt (halkedip ihsan etmiş). Alle lobenswürdigen Punkte (medar-ı medih fıkralar) in den Briefen des Lichtes (Nur'un mektubat) sind auf diesen lichtvollen Baum (nuranî agaca) zurückzuführen. So darf ich denn auf meinen Anteil (hissem) keineswegs (kat'iyyen) stolz sein (fahr). Vielmehr steht es mir einzig und allein zu, dafür dankbar (şükür) zu sein. Wenn dem aber so ist, so sei Gott Dank (Eşşükrü lillah) und aller Lobpreis gebührt Gott (Elhamdülillah) so viele Anzahl Male wie es Universen (kâinat adedince) in Seiner Schöpfung gibt...

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der Ewig bleibt und besteht."}

Said Nursî
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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَٓائِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen immerdar."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Aufgrund vieler Anzeichen (emare) und einiger Vorfälle (hâdise) hat sich als absolut wahr (kat'iyyen tahakkuk) herausgestellt, dass es viele Pläne der Feinde (düşman) des Lichtes (Nur) und der Feinde der Schüler des Lichtes (Nur talebe) gibt, um bei einigen unter den engsten Schülern des Lichtes (Nur'un has talebeler) den schwachen Nerv (zaîf damarı) zu entdecken und sie von dem Dienst am Licht (hizmet-i Nuriye) abzuwenden oder sie doch wenigstens zu schwächen (zaîfleştirmek). Unter noch vielen anderen Beispielen (medar-ı ibret) möchte ich hier ein, zwei besonders anschauliche (nümune) erklären:

Erstes Beispiel: Um die Interessen und Gedanken (nazar, fikr) einiger der engsten Brüder (has kardeş), die sich intensiv mit den Lichtern (Nurlar) befassen, in eine andere Richtung zu lenken oder sie sich mit freudigen oder spirituellen Dingen (zevkli ve ruhanî bir meşreb) beschäftigen (meşgul) zu lassen und sie so im Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) zu schwächen, lassen einige unserer Brüder (kardeş) sich mit so etwas beschäftigen (mes'ele), was in früherer Zeit Wahrsagerei (kâhinlik) und heute Spiritismus (medyumluk) genannt wird, oder einige Personen, die man Spiritisten (şahıslar ispirtizma) nennt, Kontakt (muhabere) mit Verstorbenen (ölüler) aufnähmen, also mit Dschinnen, ja angeblich sogar mit großen Heiligen (evliya), und würden sogar irgendwie mit Propheten (peygamber) sprechen. In der Tat:

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Da diese Dinge (mes'ele) von Seiten der Philosophen (felsefe) und der Nicht-Muslime (ecnebi) herrühren, können die Gläubigen (ehl-i iman) dadurch großen Schaden (zarar) erleiden, da sie eine Quelle (menşe') zu häufigem Missbrauch (sû'-i istimalat) sind. Findet sich also darin das eine oder andere Wahre (dogru), vermischt sich damit zehn Falsches (yalan). Und da es hier keinen Prüfstein (mihenk) und keinen Maßstab (mikyas) gibt, das Echte vom Unechten zu unterscheiden (tefrik), besteht für die Dschinnen, die den bösen Geistern (ervah-ı habise) und dem Teufel helfen (şeytana yardım), die Möglichkeit (ihtimal), aus diesem Anlass (vesile) sowohl dem Herzen (kalb) dessen, der sich damit beschäftigt (meşgul), als auch der İslâmiyet zu schaden (zarar). Denn es wird im Namen der Geistlichkeit (maneviyat) von dergleichen Dingen berichtet (ihbarat), die den Wahrheiten des Islam (hakaik-i İslâmiye) und der Gewissheit der Allgemeinheit (akide-i umumiye) zuwiderlaufen (muhalif). Sie können sich als gute Geister vorstellen (ervah-ı tayyibe zannettirip), während sie böse Geister (ervah-ı habise) sind, und sogar den Namen einiger großer Heiliger (veli) annehmen und so mit den Worten, die den Grundlagen (esasat) der İslâmiyet zuwiderlaufen (muhalif), Schaden (zarar) anrichten und die Wahrheit verändern (hakikatı tagyir) und so die Leichtgläubigen (safdiller) ganz und gar in die Irre führen (aldatabilirler).

Zum Beispiel: Die Sonne erscheint ja mit ihren Strahlen (ziyası), ihrer Wärme (hararet) und in ihrer Gestalt (şekliyle) auch in einem kleinen Stückchen Glas. Falls dieses kleine Abbild (timsal) der Sonne in diesem kleinen Stückchen Glas in seinem eigenen Namen sprechen könnte und sagen würde: "Mein Licht (ziya) umfasst die ganze Welt (dünya). Meine Wärme (harare) erwärmt alles (ısıtıyor). Ich bin millionenfach größer als die Erde (küre-i arz)." Falls es also dies sagen würde, wird verständlich, wie sehr dies der Wahrheit (hilaf-ı hakikat) zuwiderläuft. Genauso wie in diesem Beispiel (misal) kann auch ein Prophet (peygamber), der gleich der Sonne (güneş) an seiner richtigen Stelle (hakikî makam) steht und - der Erscheinung (tezahür) eines ihrer Funken entsprechend - der Fähigkeit (istidadına göre) eines Stückchens Glas gleicht, wie der Spiritismus, bzw. Geisterglaube (medyumluk), nicht im Namen der Wahrheit (hakikat) sprechen. Wollte er auch in dieser Art reden, so würde ihm hundertfach widersprochen (muhalif) werden. Die nur bruchteilige Erscheinung (cüz'î cilvesi) des Spiritismus in diesem Spiegel (mazhar) kann dem heiligen Wesen (kudsî mahiyet) der geistigen Sonne (manevî güneş), an dem die Offenbarung in Erscheinung (vahyin mazharı) trat, keineswegs als Vergleichseinheit (kıyas) dienen. Denn ein Stückchen Glas (cam parçası) auf dem Niedrigsten der Niedrigen (esfel-i safilîn) vermag die Wahrheit (hakikat) dieser geistigen Sonne (manevî güneş), die geistig auf dem Höchsten der Hohen (a'lâ-yı illiyyîn) steht, nicht zu sich herunterzuholen. Selbst der Versuch, sie herbeizuholen, ist hier nichts anderes als eine Respektlosigkeit (hürmetsizlik). Sich ihrer Rangstufe (makam) auch nur anzunähern (karib), muss man wie Celaleddin-i Süyutî und einige der Heiligen (evliya) gemäß ihrer geistigen Beschreitung (seyr ü sülûk) fortschreiten und kann so das Gespräch (sohbet) dieser geistigen Sonne (manevî güneş) in sich erfahren. Jedoch kommt eine Art Gespräch (nevi sohbet) mit der Heiligkeit des Propheten (Peygamber velayeti) schließlich infolge eines solchen Fortschritts (terakki) ihrem eigenen Grad entsprechend und im Grade ihrer eigenen Fähigkeit (istidad) zustande, wie in der Risale-i Nur bereits bewiesen (isbat) wurde.

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Wie erhaben (yüksek) die Wahrheit des Prophetentums (nübüvvet hakikatı) von der Heiligkeit (velayet) ist, so kann keineswegs ein Gespräch oder eine Kontaktaufnahme (sohbet ve muhabere), die mittels des Spiritismus oder des geistigen Fortschritts (terakkiyat-ı ruhiye) zustande kommt, einem echten Gespräch (muhabere) {Nur was der Prophet zu seinen Lebzeiten gesagt hat, gilt als Hadith. Alle Gespräche, die erst nach seinem Tode - wie auch immer - mit ihm geführt wurden, können niemals das Gütesiegel der Echtheit erlangen. (A.d.Ü.)} mit dem Propheten (Peygamber) gleich sein. Daher kann es für die Urteile im Gesetz (ahkâm-ı şer'iye) nicht als Quelle dienen (medar-ı ahkâm).

Das Herbeirufen (celb-i ervah) der Seelen Verstorbener, das nicht aus der Religion (din), sondern von der Feinfühligkeit (hassasiyet) westlicher Philosophie herrührt, ist in der Tat eine Handlung (hareket), die sowohl der Wahrheit widerspricht (hilaf-ı hakikat) als auch dem Anstand zuwider (hilaf-ı edeb) ist. Denn diejenigen, die im Höchsten der Hohen (a'lâ-yı illiyyîn) und über die Heiligen Stufen (kudsî makam) emporschreiten, auf seinen Tisch (masa), der den Niedrigsten der Niedrigen (esfel-i safilîn) gilt, und auf sein Spielbrett (oyuncak tahtası), das ein Ort der Täuschungen (yalanlar) ist, herunterzuholen, ist eine wahre Beleidigung (ihanet) und zugleich eine Respektlosigkeit (hürmetsizlik). Es ist so, als ob man einen König (padişah) zu seiner kleinen Hütte (kulübecik) rufen und ihn herbeiholen will. Stattdessen ist die Wahrheit (ayn-ı hakikat), der Anstand (edeb), der Respekt (hürmet) und der Nutzeffekt (istifade) der, dass man sich gleich der geistigen Beschreitung (seyr ü sülûk-u ruhanî) solcher Persönlichkeiten (zâtları) wie Celaleddin-i Süyutî, Celaleddin-i Rumî und İmam-ı Rabbanî durch seine eigene geistige Beschreitung (seyr ü sülûk) erhöht, sich diesen heiligen Persönlichkeiten (kudsî zâtlar) annähert und durch sie einen Gewinn (istifade) erfährt.

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In einem Wahrtraum (rü'ya-yı sadık) können die bösen Geister (ervah-ı habis) und der Teufel (şeytan) nicht in der Gestalt des Propheten (peygamber) erscheinen. Zitiert man hingegen die Seele eines Verstorbenen (celb-i ervah) herbei, können böse Geister (ervah-ı habis) vielleicht einmal den Namen des Propheten (peygamber) an ihrer Zunge befestigen und so der gelobten Sitte (sünnet-i seniye) oder einem gesetzmäßigen Urteil zuwider (ahkâm-ı şer'iye muhalif) reden. Wenn eine derartige Rede einem gesetzmäßigen Urteil (şeriatın ahkâmı) oder der gelobten Sitte zuwiderläuft, ist dies ein unwiderleglicher Beweis dafür, dass der Sprecher kein guter Geist (ervah-ı tayyib) ist und auch kein gläubiger und gottergebener (mü'min ve müslüman) Dschinn. Es ist ein böser Geist (ervah-ı habis), der auf diese Weise lediglich imitiert (taklid).

Zweitens: Nun brauchen aber Nur-Schüler (talebe) keinen Unterricht (ders) über derartige Dinge (mes'ele). Die Risale-i Nur hat ja bereits alle Dinge wahrheitsgemäß erklärt (hakikatını beyan) und lässt keinen Bedarf (ihtiyaç) für weitere Erklärungen (izahat) mehr offen. Die Risale-i Nur genügt (kâfi) ihnen dafür. Aber diejenigen die keine Schüler des Lichtes (Nur talebeleri) sind, sollten einer derartigen Befragung (muhabere), den Aussagen (telkinat), die den Urteilen nach dem Gesetz (ahkâm-ı şeriat) oder den Grundlagen (esasat) der gelobten Sitte (sünnet-i seniye) zuwiderlaufen (muhalif), nicht folgen, ja dürfen das in gar keinem Fall (lâzım ve elzemdir). Es wäre dies ansonsten ein schwerer Fehler (büyük hata).

Anmerkung (İhtar): Unsere scharfe Kritik (şiddetli tenkid) in diesem Brief (mektub), was das Thema der Kontaktaufnahme (muhabere mes'ele) mit Geistern (ruhlar) betrifft, richtet sich nach der Art und Weise (meşreb), die von den Ausländern (ecnebi), der Naturwissenschaft (fen), der westlichen Philosophie (felsefe), dem Magnetismus und dem Spiritismus herrührt und sich eine geistige Form übergestreift hat (manevî bir şekli giyen). Sie richtet sich nicht gegen den Sufismus eines Teils der Sufis (sofilerin sofilik), der auf die İslâmiyet, die Mystik (tasavvuf) und die Ordensleute (ehl-i tarîkat) zurückgeht, in gewissem Grade wie eine Kontaktaufnahme mit den Geistern (ruhlarla muhabereye) aussieht, durch den Zutritt von Laien in gewissem Grade in Missbrauch (sû'-i istimal) geraten kann und nur sehr selten vorkommt. Zwar kann auch bei ihnen in gewisser Hinsicht ein Schaden (zarar) auftreten. Unter ihnen gibt es jedoch nicht wie bei den Ersteren irgendeinen Schwindel (aldatıcı). Auch haben sie keineswegs die Absicht, der İslâmiyet in irgendeiner Weise zu schaden (zarar niyeti). Was zudem die Art und Weise berifft, die von den Fremden herrührt (ecnebiden gelen meşreb), so richtet sie sich sowohl gegen die Orden (tarîkat) als auch gegen die İslâmiyet und versucht, den Weg (meslek) der Sufis zu unterminieren (sukut) und ihn als ganz alltäglich erscheinen zu lassen (âdileştiriyor). Deshalb sollten diejenigen Sufis (Ehl-i tasavvuf), die schwach sind und die Sunna nicht recht in Acht nehmen, besonders vorsichtig sein, um den oben zuerst Erwähnten nicht ähnlich zu erscheinen (benzetmesinler).

Said Nursî
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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

An den Vorsitzenden des Gerichts

Ich bitte (rica) Sie darum, diese sehr kurze Aussage (ifade) über mein sehr langes, ungerecht beurteiltes Leben (mazlumane macera-yı hayat) anzuhören. Von den Begründungen, die Sie seit 28 Jahren für Ihre Schikanen (emsalsiz ihanet), die polizeiliche Überwachung (tarassud) und die Gefängnisaufenthalte anführen (hapisler ileri sürdükler), ist die erste: Sie klagen mich an (ittiham), ein Gegner des Regimes zu sein. Als Antwort darauf sagen wir:

Unter jeder Regierung (hükûmet) finden sich einige Oppositionelle (muhalifler). Unter der Voraussetzung, dass er die öffentliche Ordnung und Sicherheit (asayişe, emniyete) nicht gefährdet, wird niemand für schuldig erklärt werden, nur weil er irgendeine Handlungsweise oder Ansicht (fikr) reinen Herzens (kalb) und Gewissens (vicdan) vertritt (kabul). Denn während der über hundertjährigen Herrschaft der Briten*, die in ihrer Religion recht fanatisch waren (dininde en mutaassıb) und gleichermaßen despotisch regierten (cebbar bir hükûmet), gab es dort {in Indien (A.d.Ü.)} mehr als hundert Millionen Muslime, die das auf den Unglauben zurückzuführende Regime der Briten (küfrî rejim) aufgrund ihres qur'anischen Glaubens abgelehnt (reddettik) und deswegen nicht angenommen (kabul etmedik) hatten. Die britischen Gerichte (İngiliz mahke) haben in dieser Hinsicht bis heute nichts gegen sie unternommen (ilişmemiş). Zudem leben seit alter Zeit unter dieser islamischen Regierung (hükûmet) auch Juden und Christen (Nasrani) unter diesem Volk (millet). Obwohl sie gegen den Glauben dieses Volkes (milletin dini) und seines heiligen Regimes opponieren, sich ihm entgegengesetzt verhalten und ihm widersprechen (muhalif ve zıd ve mu'teriz), hat niemals ein Gericht (mahkeme) in dieser Hinsicht anhand der bestehenden Gesetze (kanun) etwas gegen sie unternommen (ilişmemiş). Zudem wurde einmal während des Kalifats von Hazret-i Ömer, mit dem Gott zufrieden sein möge, vor Gericht (mahkeme) gegen diesen zusammen mit einem einfachen Christen verhandelt (muhakeme). Natürlich war dieser einfache Christ sowohl gegen (muhalif) das heilige (mukaddes) Regime der Muslime, als auch ihren Glauben (din) und ihre Gesetze (kanun). Das alles (onun hâli) aber wurde vor Gericht (mahkeme) nicht weiter in Betracht gezogen (nazara alınmaması), was zeigt, dass das Gericht (mahkeme) niemals ein Werkzeug (âlet) einer geistigen Strömung sein kann, in die sich auch niemals eine Parteischaft (tarafgirlik) einmischen darf, weshalb denn auch gegen den Kalifen über das Antlitz der Erde (Halife-i Rûy-i Zemin) zusammen mit einem einfachen Ungläubigen verhandelt (kâfirle muhakeme) worden ist.

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So bin auch ich, mich auf hunderte Ayat des Qur'ans stützend (istinaden), gegen ein vorübergehendes (muvakkat) Regime, das nach der Abschaffung der heiligen Gesetze (kudsî kanunları) des Qur'ans im Interesse (hesab) des Anarchismus von der schlechten Seite (bozuk kısmından) der Zivilisation (medeniyet) und in der Bedeutung einer absoluten Despotie (istibdad-ı mutlak) im Namen einer Art Bolschewismus und unter dem Deckmantel der Freiheit (hürriyet) in einer republikanischen Regierung (Cumhuriyet) zu einer schlimmen Unterdrückung (eşedd-i zulme) der religiös Gesinnten (dindarlar) missbraucht (âlet) werden kann, und zwar nicht nur ich, sondern vielmehr alle oppositionell gesinnten (muhalif) Leute von Einsicht (ehl-i vicdan). Außerdem wird eine oppositionelle Haltung (muhalefet) in gar keiner Regierung (hükûmet) als ein Verbrechen betrachtet (suç sayılmıyor).

Zweitens: Mit der Ausrede (bahane), die öffentliche Ordnung zu stören (asayişi bozmak) und die Sicherheit möglicherweise (ihtimal) zu gefährden (emniyeti ihlâl), haben sie mich dreißig Jahre lang eine Strafe (ceza) verbüßen lassen. Darauf antworten wir folgendermaßen:

Obwohl nach der Untersuchung des Gerichtes (mahkemenin tahkikatı) Fünfhunderttausend opferwillige Schüler des Lichtes (fedakâr Nur talebe) vorhanden sind und obwohl wir seit 28 Jahren so sehr erbarmungslosen Schikanen ausgesetzt (zalimane ihanetlere maruz) worden sind, konnten sechs Provinzen (vilayet) und sechs Gerichte (mahkeme), die sich mit den Nurcus beschäftigt (alâkadar) hatten, keinen einzigen kriminellen Vorfall (vukuat) registrieren und nichts dergleichen nachweisen, was beweist, dass die Nurcus Bewahrer der öffentlichen Ordnung (asayişin muhafızlar) sind. Durch den Unterricht (ders) im Glauben (iman) hinterlassen sie im Kopf jedes Einzelnen einen Wächter (yasakçı). Und die bewahren dann die öffentliche Ordnung (asayişi muhafaza). Das haben selbst die einsichtigen Polizeibeamten (insaflı zabıta) in drei Provinzen (vilayet) bestätigt.

Drittens: Sie erklären mich für schuldig (suçlu), weil ich die Religion (din) in der Politik (siyaset) als Werkzeug (âlet) gebrauchen möchte. Mein Artikel (makale) in der 116ten Ausgabe der Zeitschrift "Brunnen der Rechtleitung (sebilürreşad)" mit der Überschrift " Die Wahrheit spricht (Hakikat Konuşuyor)" ist eine zuverlässige Antwort (kat'î bir cevab) darauf. Der folgende Abschnitt ist eine ganz kurze Zusammenfassung (hülâsa) dieses Artikels:

— 296 —

Antwort: Diejenigen, die über einen Mann (bir adam hakkında), der seine ganze Welt im Diesseits (dünya), wenn nötig, sogar auch noch seine eigene Welt im Jenseits (kendi şahsî âhiret) für den Glauben (din) aufzuopfern bereit (feda) ist, wofür sein ganzes Leben Zeugnis (hayatı şehadet) ablegt, der sich seit 35 Jahren von der Politik abgewandt (siyaseti terkeden) hat, der sein achtzigstes Lebensjahr bereits hinter sich gelassen hat und bereits vor dem Tore des Grabes (kabir kapısı) steht und in der Welt (dünya) überhaupt nichts mehr besitzt (mâlik), die also - obwohl fünf Gerichte (mahkeme) in dieser Sache (mes'ele) keinen zuverlässigen Beweis (kat'î delil) finden konnten - trotzdem sagen, dass er die Religion zum Werkzeug seiner Politik machen (dini siyasete âlet) wolle, sind darin von der Erde bis zum Himmel im Unrecht (yerden göge kadar haksız) und haben keine Einsicht (insafsız). Außerdem sagen sie über diesen Mann in all ihren Verleumdungen (iftiralar) auch noch, dass er die öffentliche Sicherheit und Ordnung stören wolle (asayişi ve emniyeti ihlâl). Dem entgegen lehrt er in dem Unterricht von der Wahrheit (hakikat dersi), die er aus dem Weisen (Hakîm) Qur'an erhielt, und im Unterricht an seine Schüler weitergibt (talebelerine verdigi ders), das Folgende:

Wenn sich in einem Haus (hane) oder auf einem Schiff neben einem einzigen Unschuldigen (masum) auch noch zehn Verbrecher (câni) befinden, verbietet die Gerechtigkeit (adalet) des Qur'ans, um das Recht dieses einen Unschuldigen nicht zu verletzen (masumun hakkına zarar), dieses Haus zu verbrennen oder dieses Schiff zu versenken. Denn neun Unschuldige wegen eines einzigen Verbrechers dadurch zugrunde gehen (mahvetmek) zu lassen, dass man dieses Haus verbrennt oder dieses Schiff versenkt, wäre eine Methode (suret) von äußerster Ungerechtigkeit (azîm bir zulüm) und Verrat (hıyanet) und ein Ausdruck von Hass (gadir). Aus diesem Grund verbietet uns die Gerechtigkeit Gottes (adalet-i İlahiye) und die Wahrheit (hakikat) des Qur'ans ausdrücklich (şiddetle men'edildigi), auf diese Weise die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Inland zu gefährden (dâhilî asayişi ihlâl) und wegen zehn Verbrechern neunzig Unschuldige in Gefahr zu bringen und ihnen einen Schaden (tehlike ve zarar) zuzufügen. Daher wissen wir, dass wir von unserem Glauben (din) her und in Anbetracht dieses Unterrichts (ders) aus dem Qur'an verpflichtet (mecbur) sind, mit all unser Macht (kuvvet) die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu bewahren (asayişi muhafaza).

— 297 —

Diejenigen, die uns in diesen drei, vier Punkten (madde) beschuldigen und unsere versteckten Feinde (düşman), welche die Gerichte unnötig (lüzumsuz mahkeme) veranlassen, sich mit uns zu beschäftigen, wollen zweifelsohne (şübhe) entweder die Politik als Werkzeug zur Glaubenslosigkeit (siyaset dinsizlik âlet) missbrauchen oder aber in diesem gesegneten Land (mübarek vatan) unter dem Deckmantel des Kommunismus wissentlich oder unwissentlich den Anarchismus verbreiten. Denn wenn ein Muslim den Kreis der Islâmiyet (dairesi) verlässt, so wird er zu einem Renegaten (mürted), zu einem Anarchisten, und für das gemeinschaftliche Leben zu Gift (hayat-ı içtimaiye zehir). Denn der Anarchismus kennt überhaupt kein Recht (hakk) und verwandelt so die menschlichen Eigenschaften (insaniyet seciye) in die der Raubtiere (canavar hayvanları). Das Komitee von Gog und Magog, das in der Endzeit (Âhirzaman) erscheinen wird, das sind Anarchisten, so wie der Qur'an auf sie hinweist (işaret).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der Ewig bleibt und besteht."}

Said Nursî

* * *

— 298 —
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen für immer und ewig."}

Liebe getreue Mitbrüder!

Erstens: Unser wunderhaftes, vergoldetes (mu'cizeli ve yaldızlı) Qur'an-Exemplar, das in der Weise angefertigt wurde, dass die Art seines Wunders (mu'cize) in der Übereinstimmung der Buchstaben (nakş-ı huruf) im Qur'an augenscheinlich sichtbar wurde, was erst in unserer Zeit erkannt wurde, sollte vielleicht auch nach Deutschland gesandt, um dort gedruckt (tab) zu werden. Man hatte das zwar bereits in Istanbul im Drei-Farben-Druck versucht (gayret), was jedoch durch Hindernisse (maniler) - wie extreme Kosten (masraf) - vorerst wieder ausgesetzt wurde. Diesmal wurde nun ein Abschnitt als Muster (nümune) nach Italien gesandt, wo die Drucktechnik bereits weiter entwickelt (ilerlemiş) ist. Wir werden uns aber auch in Istanbul wieder darum bemühen, es dort zu drucken sobald es dort möglich wird. Auch an einem anderen Ort will man versuchen, es zu drucken, falls dort dieselbe symmetrische Übereinstimmung (tevafuk) wenigstens einfarbig gewahrt werden (muhafaza) könnte. Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass es einmal ganz vergoldet (tam yaldızlı) und vielleicht dreifarbig entweder in Ägypten, in Deutschland, in Italien oder einem anderen vergleichbaren Land gedruckt werden kann.

Zweitens: Ein weiterer Sammelband (mecmua), der ein Kommentar (tefsir) zum Qur'an in Arabisch und ein arabischer, heiliger (Şerif) Mesnevî {Ein Zweizeiler, wie der von Rumi (A.d.Ü.)} der Risale-i Nur ist, denselben Umfang wie der "Zülfikar" hat und würdig ist, in goldenen Lettern geschrieben zu werden, wird, wolle es Gott (inşâallah) noch vervielfältigt {"teksir", die damalige Methode einer Vervielfältigung mit Hilfe einer Matrize (A.d.Ü.)} werden. Die Abhandlungen in diesem Band sind geradezu einzigartig (çok hârika), von großer Bedeutung (ehemmiyetli) und äußerst wichtig (mühim), wobei jedes seiner Kapitel (bahs) so kurz und bündig (îcazkâr) geschrieben ist, dass daraus mehrere Abhandlungen (risale) oder ein ganzes Buch (kitab) entstehen könnte. Diese Abhandlungen (eserler) wurden bereits vor vierzig Jahren verfasst und schon damals von den wahrhaftigen (hakikî), berühmten (meşhur), großen Gelehrten (ülema) und Scheichs (meşayih) außerordentlich hochgeschätzt und gelobt (takdir ve tahsin). Über eine einzige Abhandlung (risale) unter all diesen Abhandlugen wurde damals gesagt: "Sie ist nicht ein Tropfen (katre) sondern ein Meer (bahr)." So haben sie deren Prägnanz (fevkalâdelik) zu beschreiben versucht (izhar) und dabei gestanden, dass sie unfähig (âciz) sind, sie zur Gänze zu begreifen (idrak).

— 299 —

Diese überaus wichtigen beiden Angelegenheiten der Risale-i Nur {Die Verbreitung der Risale-i Nur und mit ihr auch der Druck des Qur'ans (A.d.Ü.)} möchte ich euch als Frohe Botschaft (müjde) verkünden. Und dafür erwarten wir auch eure Gebete (dua), damit uns das gelingt (muvaffak).

Wir senden euch allen viele, viele Grüße (pekçok selâm) und wünschen euch viel Erfolg (muvaffakıyet).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

Eure Mitbrüder
Ceylan, Zübeyr
— 300 —
Der nachstehende Brief wurde in Samsun veröffentlicht und erschien in der Zeitung "Der Große Kampf (Büyük Djihad Gazete)". (Seine Gegner aber nutzten diesen Brief) zu einer verleumderischen Hetzkampagne, die in Samsun einen Prozess zur Folge hatte, der aber letztendlich auf einen Freispruch durch das Gericht hinauslief.

An den Erretter der Islamischen Welt, Krone der Leute des Glaubens (ehl-i iman) und Sprachrohr der Risale-i Nur, unseren Hochehrenwerten Ustadh Bediüzzaman Said Nursi!

Einer Mitteilung gläubiger (dindar) demokratischer Parteigenossen entsprechend haben wir erfahren, dass der Gerichtshof zu Afyon die Freigabe der Risale-i Nur beschlossen und die Rückgabe aller Abhandlungen, Briefe und (beschlagnahmten) Bände verfügt hat, da sie kein Thema enthalten, das einer möglichen Schuldzuweisung dienlich sein könnte. Wie Sie bereits vor Jahren bekannt gegeben hatten, ist "die Risale-i Nur nicht Ihr Besitztum, sondern steht im Besitz des Qur'an, strömt aus der Fülle (feyz) des Qur'ans. Anatolien kann sie keine Macht (quvvet) aus dem Herzen stehlen, sie seiner Brust entreißen. Die Risale-i Nur ist an den Qur'an gebunden. Was aber den Qur'an betrifft, so ist er an den Thron des Allerhöchsten (arsh-i adham) gekoppelt. Wem aber könnte es etwa zustehen, ihn dort oben abzukoppeln, ihn so zu entwurzeln?" Die eindeutige Bewahrheitung dieser treffenden Aussage hat sich als ein glänzender Beweis dafür herausgestellt, dass dieser erhabene Dienst göttlichen wie qur'anischen Ursprungs ist. Diese Entscheidung, für Freispruch zu plädieren, ist für die islamische Welt, besonders aber für das islamische Volk, der Beginn einer glücklicheren Zeit. Zudem aber wurde derjenige, der vor allen (anderen mit jeder Faser) seines Seins (varlik) diesen Sieg erwartet hatte und der in der Familie "Nur" und auf dem Ozean der Wahrheiten (haqiqat) der Kapitän genannt wird, der Menschheit, die in der Finsternis des Unglaubens (zulmet-i kufur) aufbegehrt, als ein Geschenk der Rechtleitung (hadi) gegeben. Die Gottesfürchtigen (dindar) in der demokratischen Partei, welche (diesen Prozess mit großem) Interesse verfolgt und sich die Leute des Glaubens (ehl-i iman) zu Freunden gemacht und (dabei neue) Anhänger gewonnen haben sowie auch das Gremium der gerechten Richter beglückwünschen unseren teuren, vielgeliebten Meister in unendlicher Dankbarkeit. Dem möchten wir noch das Folgende hinzufügen:

— 301 —

Sie haben sich seit langen Jahren um ein Verständnis bemüht, dass aus edler und hoher Gesinnung erwächst. Um der Wahrheiten des Qur'ans willen haben Sie Ihre eigenen Wünsche und Ihr ganzes Leben zum Opfer gebracht (feda-yi nefs-u djan) und damit heute den Herzen (qalb) der Leute des Glaubens (ehl-i imanin) soviel Freude gebracht wie einem ganzen Land (memleket) und seinem Volk. Diese außerordentliche Verbreitung beweist sonnenklar, wie glanzvoll und erhaben diese heilige Lehre (qudsi dava) ist, zu deren Dienst Sie gerufen wurden, desgleichen auch Ihr persönlicher Einsatz, bei dem Sie ja in der Tat auch erfolgreich gewesen sind.

Dieser wunderbare Dienst und Ihr Kampf (mudjahede), mit dem Sie sich seit fünfundzwanzig, dreißig Jahren mit unerschütterlicher Geduld und Ausdauer, allen Hindernissen und aller Mühsal zum Trotz, für die Verbreitung der Risale-i Nur einsetzen, wobei der Qur'an Ihr Herz erleuchtet (qalb-i munauwar), wird künftigen Generationen und den heldenmütigen islamischen Kämpfern ein Beispiel sein und als ein Vorbild (numune-i iktida) dienen, dem sie folgen werden. Die Strahlen der Sonne des Qur'ans, die niemals untergeht, und die Blitze aus der Risale-i Nur, die immerwährende Funken sind, beseitigen die Finsternis der Unwissenheit und des Irrtums; Millionen von Herzen werden von diesem Licht (Nur) erleuchtet, mit dem die Leute des Glaubens Ihnen dankbar geworden sind. Dieses Land und das Volk in ihm, die Geschichte und dieser Boden (auf dem sie sich abspielt) werden Ihnen Ihren Dienst und Ihre Opferwilligkeit zu keiner Zeit vergessen. Wenn einmal auch Sie, oh Herr, in die Ewigkeit hinüberziehen werden, wird für Sie diese Dienstbereitschaft ein Samenkorn werden, aus dem ein gewaltiger Baum emporsprießen wird, der dem Land unter sich seinen Schatten spendet; und die großen Gemeinschaften, die sich unter dem Geäst dieses Baumes der Risale-i Nur versammeln werden und die immerdar aufgehenden Strahlen der Risale-i Nur werden gleich Ihrer Dienstbereitschaft bis in alle Ewigkeit noch strahlender und noch glänzender fortbestehen.

Weil aber Sie nun das Sprachrohr der Risale-i Nur sind und da nun einmal Ihr Dienst am Glauben (iman) am Horizont des Islam erglänzt, so sind Sie auch ein Bannerträger der Rechtleitung (hidayet) in diesem Jahrhundert.

— 302 —

Unser strahlender Held und geliebter Meister (Ustadh), der Sie der allseits geehrte Verkündiger des Ehrwürdigen Qur'ans im vierzehnten Jahrhundert islamischer Zeitrechnung sind und in dieser schrecklichen Zeit auf diese schreckliche Finsternis in großer Opferbereitschaft mit dem Lichte des Qur'ans geantwortet haben und durch die allseitige Verbreitung der Risale-i Nur in hunderttausenden von Exemplaren mit den Schreibstiften hunderttausender ihrer Schüler gegen die Glaubenslosigkeit und den absoluten Unglauben eine Mauer des Qur'ans errichtet haben!

Wir beglückwünschen Sie, die Sie den Welten Liebe und Glück (rahmet ve saadet) gebracht, der Menschheit Trost und Segen (selamet) geschenkt und mit Ihrem heiligen Dienst den Leuten des Glaubens (ehl-i iman) die frohe Kunde gebracht und bewiesen haben, dass das Reich Gottes, welches alle Kontinente umfassen wird, bereits sichtbar geworden ist und seine Spuren sich zu zeigen beginnen. Und so wünschen wir Ihnen aus ganzer Seele (ruh) Segen zu dem lichtvollen und großen Fest (bayram). Wir erbitten (dua) für Sie von Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq) ein langes Leben und küssen Ihre Hände in Hochachtung.

Die Studenten der Universität Ankara
— 303 —

Ein Sachverhalt (hakikat), der unser soziales Leben (içtimaî hayat) betrifft, wurde mir in mein Herz (kalbe ihtar) eingegeben.

So gibt es in diesem Land (vatan) z.Zt. vier Parteien. Die eine ist die Volkspartei (Halk Partisi), eine andere die demokratische Partei, die dritte die sozialistische (Millet) und die vierte die der Islamischen Einheit (İttihad-ı İslâm).

Was die Partei der Islamischen Einheit (İttihad-ı İslâm) betrifft, so darf sie die heutige Politik (siyaset) unter der Bedingung (şartıyla) anführen, dass sechzig, siebzig Prozent der Bevölkerung aufrichtig religiös (tam mütedeyyin) gesinnt sind. Sie kann daran arbeiten (çalışabilir), die Religion (din) nicht als Werkzeug ihrer Politik (siyasete âlet) zu missbrauchen, stattdessen jedoch die Politik als ein Mittel für die Religion (siyaseti dine âlet) zu gebrauchen. Da aber schon seit langer Zeit die islamische Erziehung (terbiye) bereits eingeschränkt (zedelenmek) wurde und sie dem Verbrechen (cinayet) der heutigen Politik (siyaset) gegenüber gezwungen (mecbur) wird, die Religion als ein Werkzeug der Politik (dini siyasete âlet) zu missbrauchen, darf diese Partei jetzt noch nicht die Führung übernehmen (geçmemek lâzım).

Was die Volkspartei betrifft, so ist sie den Demokraten gegenüber in einer Hinsicht überlegen (galib), weil sie einigen Beamten (memur) unter dem Deckmantel der Gesetze (kanun) tatsächlich eine erstaunliche, ja geradezu faszinierende allgemeine Bestechung (acib ve zevkli bir rüşvet-i umumî) geben, obwohl neben all ihren achtundzwanzigjährigen Verbrechen (cinayat) auch die Verbrechen anderer (Parteien) und die Bosheiten (seyyiatlar) der Einheitsparteigänger (İttihadcılar) dieser Partei aufgeladen (yükletildik) wird. Denn durch das Fehlen (noksaniyet) des Dienstes und der Anbetung Gottes (ubudiyet) gewinnt schließlich das Ego an Macht (enaniyet kuvvet) und vermehren sich die Umgangsformen dieser kleinen Nimrode (nemrudçuluk). In dieser Zeit des Egoismus (benlik zamanı) verleiht das Beamtentum (memuriyet), welches in Wirklichkeit (hakikat) eine Dienstbereitschaft (hizmetkârlık) ist, durch eine Art Herrschaft (hâkimiyet), eine Art Gutsbaron (agalık) oder Nimrod (nemrudçuluk) zu sein, dem Ego (nefs) den Rang einer geradezu faszinierenden Herrschaft (zevkli bir hâkimiyet mertebesi) unter einigen Beamten als eine Bestechung (memurlara rüşvet). Daher sind sie in gewisser Hinsicht den Demokraten geistig überlegen (manen galib geliyorlar), so wie ich das aus ihren Handlungsweisen (muamele) mir gegenüber verspürt (hissettim) habe, trotz all dieser einzigartigen Verbrechen und der Veröffentlichungen der Zeitungen (ceride neşriyat), die nicht ihrer Meinung sind.

— 304 —

Dagegen besagt eine heilige (şerif) Hadith, die ein Grundgesetz (kanun-u esasî) der İslâmiyet ausdrückt:

سَيِّدُ الْقَوْمِ خَادِمُهُمْ

{"Das Oberhaupt eines Volkes (milletin efendisi) ist sein Diener (hizmet)."}

Das heißt: Was das Beamtentum (memuriyet) und die Obrigkeit (emirlik) betrifft, so sind sie keine Führerschaft (reislik), sondern eine Dienerschaft (hizmetkârlık) des Volkes (millet). Die Gesinnung der Demokraten und die Gewissensfreiheit (hürriyet-i vicdan) können sich auf dieses Grundgesetz (kanun-u esasîsi) der İslâmiyet stützen. Denn wenn die Durchführungskraft (kuvvet) nicht dem Gesetz (kanun) untergeordnet ist, so übergeht sie die Individuen (şahsa). Und dann wird die Despotie (İstibdad) vollkommen willkürlich (mutlak keyfî).

Was die Partei der Nation (millet) betrifft, wenn es sich um die Islâmiyet als eine Nation handelt, die der islamischen Einheit (İttihad) zugrunde liegt, und dieser Nation (millet) der Türkismus das Türkentum eingeschmolzen (mezcolmuş) ist, so ist dies sinngemäß in der Gesinnung (mana) der Demokraten enthalten. Sie wird gezwungen (mecbur) sein, sich den religiös gesinnten (dindar) Demokraten anzuschließen (iltihak). Der Rassismus (ırkçılık), den wir als die fränkische Krankheit (illet) bezeichnen, hat Europa auch die Idee des Nationalismus (unsurculuk fikri) eingeimpft (aşılamış), eine fränkische Krankheit, um die islamische Welt (âlem) zu zersplittern. Diese Krankheit, diese Idee (hastalık ve fikir), vermittelt jedoch einen überaus reizvollen und attraktiven (zevkli ve cazibedar) geistigen Zustand (halet-i ruhiye). Um dieses Reizes willen (zevk hatırı) zeigt jedes Volk (millet) trotz sehr vieler Schäden und Gefahren (zararları ve tehlikeler) dieser Idee mehr oder weniger ein reges Interesse für diese Idee (fikre iştiyak).

Wenn sie nun durch die Schwäche (za'fiyet) der islamischen Erziehung (terbiye) und die Überlegenheit (galebesiyle) der heutigen zivilisatorischen (medeniye) Erziehung an Mehrheit (ekseriyet) gewinnt und die Führung (başına) erlangt, werden andere Völker (başka unsurlar), die siebzig Prozent der Bevölkerung ausmachen, wobei die wahren Türken nur dreißig Prozent bilden und also nicht die Mehrheit (ekseriyet) haben, nun gezwungen sein (mecbur), sowohl gegen die echten Türken als auch gegen die islamische Herrschaft (hâkimiyet) Front zu machen. Denn ein Grundgesetz (kanun-u esasî) der İslâmiyet lautet in dieser ehrwürdigen (kerim) Ayah (Sure 6,164):

﴿ وَ لاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى ﴾
— 305 —

Das heißt: "Niemand darf der Sünde eines anderen beschuldigt werden." Stattdessen hält er sich, aufgestachelt (ırkçılık damarı) durch seinen Nationalismus, für im Recht (kendini haklı), wegen des Verbrechens (cinayet) irgendeines Mannes seinen unschuldigen (masum) Bruder, ja vielleicht sogar einen eigenen Verwandten (akraba) oder Angehörige seines Stammes (aşiret) zu töten. Sobald man also nicht mehr auf die wahre Gerechtigkeit (hakikî adalet) achtet, bahnt sich eine fürchterliche Ungerechtigkeit (zulüm) ihren Weg. Denn "Das Recht eines Unschuldigen (masumun hakkı) darf selbst wegen hundert Verbrechern (câniye) nicht verletzt werden (feda)." So lautet ein Grundgesetz (kanun-u esasî) der İslâmiyet. Hier handelt es sich also um eine überaus wichtige Angelegenheit im Land (mes'ele-i vataniye) und hier liegt auch eine große Gefahr (tehlike) für die islamische Herrschaft (hâkimiyet).

Da der Sachverhalt (hakikat) nun einmal so ist, müsst ihr (mecbur) - oh ihr demokratisch Gesinnten, die ihr religiös (dindar) eingestellt seid, oder doch wenigstens die Religion respektiert (dine hürmetkâr)! - gegen diesen derart mächtigen (kuvvetli), reizvollen (zevkli) und durchaus anziehenden Stützpunkt (nokta-i istinad) dieser beiden Parteien die Wahrheiten (hakaik) des Islam, welche materiell und geistig (maddî ve manevî) ein weit mehr anziehender Stützpunkt (nokta-i istinad) sind, zu eurem eigenen Stützpunkt machen. Ansonsten werden euch alle früheren Verbrechen (cinayet) zugeschrieben (yükleyip) werden, die ihr gar nicht begangen habt, die aber noch immer der alten Partei angelastet (yüklüyorlar) werden. Die Anhänger der Volkspartei (halkçılar), die zugleich auch Rassisten (ırkçılık) sind, werden euch völlig besiegen (maglub), so wie ich das bereits mit großer Wahrscheinlichkeit (ihtimal-i kavî) vorausahne und weswegen ich wegen der İslâmiyet in Unruhe (telaş) geraten bin.

— 306 —

Anmerkung: Damit die Sache (mes'ele) mit dem Ticani-Orden und den angeblich schweren Straftaten (agır cezalar), die durch diese unnötigen Willkür-Gesetze (keyfî kanunlar) der alten Partei und deren missbräuchlicher Anwendung (sû'-i istimal), ja vielmehr auch durch deren Provokationen (tahrikler) zustandegekommen waren, nicht den religiösen Mitgliedern (dindar) der (Partei) der Demokraten angehängt werden (yüklememek) und sie davor bewahrt bleiben (düşürmemek) können, in den Augen (nazar) der islamischen Welt (âlem) in Misskredit zu geraten, denke ich nach meinem Ermessen als einzigen Ausweg (çare-i yegâne) in folgenderweise:

Wie die (Partei) der Demokraten durch die Veröffentlichung (neşriyle) des mohammedanischen Aufrufs zum Gebet (Ezan) zehnfach stärker (kuvvet) geworden ist, so steht es ihr auch zu, die Ayasofya-Moschee wieder in ihren heiligen Zustand (vaziyet-i kudsiye), den sie fünfhundert Jahre lang innegehabt hatte (devam eden) zurück zu verwandeln (çevirmek).

Was die Risale-i Nur angeht, die in der islamischen Welt (âlem) einen sehr guten Eindruck erweckt hat (hüsn-ü tesir), die Einwohner dieses Landes (vatan ahalisi) die Sympathie (hüsn-ü teveccüh) der islamischen Welt (âlem) erobern lässt und in der die Gerichte (mahkemeler) in den letzten zwanzig Jahren jedoch keinen nachteiligen Aspekt (muzır cihet) finden konnten, sodass alle fünf Gerichte (mahkeme) beschlossen haben, sie freizugeben (beraetine karar), so müssen die religiösen Mitglieder (dindar) der (Partei) der Demokraten nun ihre offizielle Freigabe (resmen serbestiyeti) öffentlich bekannt (ilân) geben, sodass sie endlich diese alte Wunde (yara) versorgen können (merhem vurmalı). Damit gewinnen sie die Sympathie (teveccüh) der islamischen Welt (âlem). Nach meiner Meinung (fikrindeyim) könnten ihnen dann die Fehler, die andere durch ihre Ungerechtigkeiten (zalimane kabahatı) begangen haben (kazandık), ihnen nicht mehr nachträglich noch angelastet (yüklenmez) werden.

Um der religiösen Mitglieder (dindar) der (Partei) der Demokraten, besonders aber solcher Leute (zâtlar) wie Adnan Menderes willen (hatırlar), habe ich nun doch ein, zwei Tage lang über die Politik (siyaset) nachgedacht (baktım), aus der ich mich vor fünfunddreißig Jahren zurückgezogen (terkettigim) hatte, und dann (diesen Brief) niedergeschrieben.

Said Nursî

Die Schüler (Talebe) der Risale-i Nur, die diese Tatsache (hakikat) mit Sicherheit bezeugen (yakînen şahid) und bestätigen (tasdik):

Mehmed Çalışkan, Mustafa Acet, Hamza, Sadık, Halim, Raşid, Ahmed Hüsrev, Sungur, Tahirî, Nuri...und andere

Anmerkung: Der Meister sagt: Dieser gesellschaftliche und politsche Sachverhalt (içtimaî, siyasî mes'ele) wurde mir in aller Kürze (mücmel) eingegeben (ihtar). Ihr könnt in meiner Ausdrucksweise (tabirat) überflüssige, ja missverständliche (lüzumsuz zararlı) Worte korrigieren (tebdil). Ihr könnt (diesen Brief) zu unseren Sammelplätzen (merkezler) senden, die ihr dafür geeignet (münasib) haltet, insoweit es dort nicht etwas Negatives (sû'-i tesir) hervorrufen würde.

— 307 —
Die folgende Verteidigungsrede durch den Gerichtshof, die mit einem Freispruch ihr Ende fand, hat unser Meister (Ustadh) Bediüzzaman Said Nursi vor dem Gerichtshof in Istanbul vorgelesen.

Unsere heimlichen Feinde sind in diesem Ehrwürdigen Monat Ramadan (Ramazan-i Sherif) wieder bei der Justizbehörde gegen mich vorstellig geworden. Die Angelegenheit steht aber im Zusammenhang mit einer kommunistischen Untergrundorganisation.

Erstens: Ganz und gar gegen jedes Recht und Gesetz, hat man, als ich so völlig einsam und allein während eines Ausflugs auf einem Berg saß, einen Feldwachtmeister mit drei bewaffneten Gendarmen zu mir geschickt. "Sie tragen auf ihrem Kopf keine Schirmmütze.", sagten sie, packten mich und schleppten mich zum Wachlokal. Deshalb frage ich nun alle Justizbehörden, die sich doch die Gerechtigkeit auf die Fahne geschrieben haben:

Diese Leute, die sich in fünffacher Hinsicht gesetzwidrig verhalten und in fünffacher Hinsicht die islamischen Gesetze verletzen und die nun in Wahrheit (haqiqi) selbst einer Gesetzwidrigkeit beschuldigt werden sollten und mich nun schon seit zwei Jahren in meinem Inneren (vicdan) unter dem Vorwurf ihrer merkwürdigen Gesetzlosigkeit quälen, werden sicherlich am Tage der Wiederversammlung vor dem großen Weltgericht ihre Strafe erhalten und dafür büßen müssen. Welches Gesetz in dieser Welt (dunya) erlaubt es nun eigentlich, einem Mann, obwohl er in der Tat seit fünfunddreißig Jahren völlig isoliert lebt und noch nicht einmal in diesem kleinen Städtchen (kasaba) auf den Markt (und unter die Leute) geht, zu sagen: "Du trägst nicht die fränkische (= europäische) Mütze?"

— 308 —

Diesen Mann, der, obwohl ihn seit sechsundzwanzig Jahren in fünf Provinzen (vilayet) und vor fünf Gerichten die Polizei von fünf Vilayaten niemals wegen seiner Kopfbedeckung belästigt hat, und obwohl ihn insbesondere auch dieses Mal in Istanbul z.Zt. der Verhandlungen vor dem Gericht (mahkeme-i adilesi), wenn er vor den Augen von mehr als hundert Polizeibeamten, auch wenn er zwei Monate lang überall zu Fuß umherging, die Polizei ihm niemals lästig fiel, und wenn sogar das Revisonsgericht (mahkeme-i temyiz) den Beschluss verkündet hat, dass das Tragen einer Baskenmütze nicht verboten ist, und wenn selbst für alle Frauen, auch für die, welche ihr Haar offen tragen, und für alle Soldaten und die diensttuenden Beamten diese Bekleidung nicht vorgeschrieben ist, auch diese Bekleidung überhaupt keinen Sinn machen würde, und obwohl er noch nicht einmal eine öffentliche Funktion (vazifah) innehatte - dort auch eine offizielle Bekleidung - eine Baskenmütze zu tragen überhaupt nicht vorgeschrieben ist, er darüber hinaus auch noch völlig isoliert lebt und überhaupt nicht unter Menschen geht und er im Ramadan (Ramazan-ı şerif), um seinen Geist (ruh) nicht mit derart gesetzwidrigen (hilaf-i kanun) und hässlichen Dingen zu beschäftigen und sich die Welt (dunya) nicht in Erinnerung zu rufen, selbst nicht mit seinen engsten Feunden zusammenkommt, der selbst wenn er krank war, keine Medizin einnahm, damit der Körper sich nicht mit Herz und Verstand (ruh ve kalb) beschäftigen solle, auch die Ärzte nicht aufsuchte, dann diesen Mann dennoch aufzufordern, sich einen Hut aufzusetzen, um dann genauso auszusehen wie die ausländischen Priester, ihn durch Maßnahmen der Justiz zu bedrohen, muss bei jedem, der auch nur über ein Quentchen Gewissen (vicdan) verfügt, mit Sicherheit Abscheu hervorrufen.

Wenn z.B. derjenige, der ihn auffordert, sagt: "Ich leiste dem mir gegebenen Befehl Gehorsam.", kann es sein, dass dieser Befehl (emir) auf einem Gesetz (kanun) beruht, das lediglich Zwang und reine Willkür (djebr-i keyfi) ist, weshalb er dann nicht sagen kann: "Ich leiste dem mir gegebenen Befehl Gehorsam." So findet sich in der Tat im Weisen Qur'an eine Ayah, in der es, um es vor allem den Juden und Christen nicht gleich zu tun, heißt:

﴿ يَٓا اَيُّهَا الَّذ۪ينَ اٰمَنُٓوا اَط۪يعُوا اللّٰهَ وَ اَط۪يعُوا الرَّسُولَ وَ اُ۬ولِى الْاَمْرِ مِنْكُمْ ﴾

{"Oh ihr Gläubigen, gehorchet Gott, dem Propheten und denen unter euch, die den obersten Befehl (ulu-l'emri) haben." (Sure 4, 59)}

— 309 —

Unter der Bedingung, dass er nicht dem Gehorsam gegenüber Gott und dem Propheten entgegengesetzt handelt, kann er etwas tun, um einem Befehl (emir) Gehorsam zu leisten. Wenn aber diesem Beispiel entsprechend die traditionellen islamischen Gesetze (an'ane-i Islamiye kanunlari) anordnen (emretmek), Kranke mit Rücksicht (shefqatle indjitmemek) zu behandeln, Fremdlinge mit Rücksicht (shefqatle indjitmemek) zu behandeln, Menschen, die um Gottes willen dem Qur'an und der theologischen Wissenschaft (ilm-i imani) dienen, keine Schwierigkeiten zu machen und sie nicht zu kränken (incitmemek), dann trotzdem gerade ein Mann, der völlig zurückgezogen (munzevi) lebt und dieser Welt (dunya) entsagt hat, dazu aufgefordert wird, den Hut eines ausländischen Geistlichen aufzusetzen,

{(Anmerkung): Obwohl der russische Oberkommandierende absichtlich drei Mal an ihm vorbei ging, blieb er dennoch sitzen und erniedrigte sich nicht vor ihm und beugte sich nicht vor ihm, um trotz der ihm drohenden Hinrichtung seine islamische Würde zu bewahren. Dem englischen Oberkommandierenden, der Istanbul (von 1918-1923) besetzt hielt und denen, die zu seinen Gunsten eine Fetva erließen, entgegnete er, um der Ehre der Islamiyet willen, in einem Zeitungsartikel mit dem Satz: "Gespei in das Gesicht des Tyrannen, der sich nicht deswegen schämt!" und gab dabei keine fünf Para auf die ihm deswegen drohende Hinrichtung. Inmitten von fünfzig Abgeordneten ließ er sich nicht von der Wut eines Mustafa Kemal beeindrucken, indem er sagte: "Wer nicht betet (namaz) ist ein Verräter." Vor dem Kriegsgericht antwortete er auf jene Furcht erregende Frage: "Ich bin bereit, auch nur für einen einzigen Themenbereich innerhalb der Schariah mein Leben (ruh) hinzugeben; und so sagte er, der niemals ein Speichellecker war und der, um nicht den Ungläubigen ähnlich zu werden, achtundzwanzig Jahre lang ein Leben als Einsiedler gewählt hatte, ein Bannerträger des Islam und opferbereiter Diener der qur'anischen Wahrheiten, als man ihn sinnloser- und ungesetzlicherweise aufforderte: "Du sollst den jüdischen und christlichen Geistlichen ähnlich aussehen und einen Hut aufsetzen, so wie sie es tun." und er solle so dem widersprechen, worin alle islamischen Gelehrten (ulema) übereinstimmen. Und sie drohten ihm, er werde andernfalls noch seine Strafe bekommen!" Als ein Mann, der sicherlich dazu bereit war, alles für die qur'anischen Wahrheiten zum Opfer zu bringen, auch wenn man ihn in dieser Welt (dunya) ins Gefängnis werfen, ihn bestrafen, ihn foltern, vielleicht mit einem Messer Stück um Stück zerteilen sollte, ihn in die Hölle (djehennem) werfen wollte, wolle er dennoch, auch hätte er hundert Leben (ruh), sein gesamtes Leben als ein Zeugnis zum Opfer (tarihtje-i hayatinin shehadeti) darbringen!

Was aber ist nun der Grund (hikmet) dafür, dass er diesen verborgenen Feinden des Vaterlandes und des Glaubens (din) in ihrer Nimrod gleichen unglaublichen Tyrannei trotz einer so mächtigen geistigen Kraft (manevi quvvet), trotz seiner zu jedem Opfer bereiten Ausdauer, trotz der ihm zur Verfügung stehenden äußerlichen Gewalt (maddi quvvet) den (gegen ihn gerichteten) negativen Kräften keinen Widerstand geleistet hat? So erkläre ich denn euch und allen klar denkenden Menschen (ehl-i vidjdan), dass der Weise Qur'an, damit nicht wegen zehn Prozent erbarmungsloser Atheisten neunzig Prozent unschuldiger Menschen zu Schaden kommen, um die Ruhe und Ordnung im Land zu bewahren mit aller Macht (quvvet) durch die Lektionen der Risale-i Nur im Herzen (qalb) eines jeden Menschen einen Ermahner zurückgelassen hat, der ihm solche Lektionen erteilt. Andererseits hätte ich während dieser achtundzwanzig Jahre eines Tages an meinen grausamen Feinden Rache nehmen können. Doch hat er aus Respekt vor diesen Unschuldigen, um die allgemeine Ordnung aufrechtzuerhalten sein Ansehen und seine Ehre gegenüber denjenigen, die ihn beleidigten, nicht verteidigt, sondern gesagt: Ich werde nicht nur das diesseitige (dunyevi hayat) Leben, sondern, falls nötig auch das jenseitige Leben (akhiret hayati) für die islamische Gemeinschaft zum Opfer bringen.

Said Nursi}

so wäre das nicht nur zehn Mal, nein, hundert Mal ungesetzlich gegenüber dem Gesetz (kanun) und überhaupt gegen alle Gesetze (kanun) islamischer Tradition und hieße, wegen eines willkürlichen Befehls (emir) die heiligen Gesetze (qudsi kanun) zu brechen. Einen Mann wie mich, der am Rande des Grabes, im hohen Alter, fremd, arm und allein (munzevi), um nicht der hochgelobten Tradition (Sunnet-i Seniye) zuwiderzuhandeln, seit dreißig Jahren die Welt (dunya) verlassen hat, in dieser Art und Weise zu behandeln, lässt überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen, dass hier unter dem Deckmantel des Kommunismus in zerstörerischer Absicht ganz abscheuliche konspirative Kräfte gegen das Land, das Volk, die Islamiyet und den Glauben (din) am Werk sind, gleich wie es gegen gläubige (dindar) Abgeordnete und die Demokratische Partei, welche die Absicht (niyet) haben, der Islamiyet und dem Vaterland zu dienen und sich den zerstörerischen Kräften aus dem Ausland entgegenstellen, konspirative Mächte gibt. Deshalb sollen diese Abgeordneten Acht geben und mich in der Verteidigung gegen diese schrecklichen konspirativen Kräfte nicht allein lassen.

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Der folgende Text stellt die Übersetzung eines arabischen Textes von Isa Abdulqadir dar, welcher Korrespondent der Zeitung "Eddifa" ist, die in Baghdad erscheint.

Die arabische Zeitung "Eddifa", die in Baghdad erscheint, schreibt über die Schüler der Risale-i Nur das Folgende:

Welche Beziehung besteht in der Türkei zwischen den Schülern der Risale-i Nur und der Gemeinschaft der Muslim-Brüder (Ihvan-i Muslimin)? Was verbindet sie miteinander? Sind die Nurcus in der Türkei und solche Gemeinschaften, wie in Ägypten und den Ländern der arabischen Welt, die Muslim-Brüder, die sich um die Einheit (ittihad) im Islam bemühen, eigenständige Gemeinschaften? Oder sind die einen aus den anderen hervorgegangen? Ich gebe selbst die Antwort darauf:

Die Gemeinschaft der Nurcus und der Muslim-Brüder haben zwar, was ihre Ziele betrifft, den Dienst an den qur'anischen Wahrheiten (haqaiq) und am Glauben (iman) und, soweit der Rahmen einer Einheit im Islam dies zulässt, auch ihren Dienst für die Glückseligkeit der Muslime in dieser wie in jener Welt (saadet-i dunyevi ve ukhrevi) im Blick, die Muslim-Brüder unterscheiden sich jedoch von den Nurdjus in fünf, sechs verschiedenen Punkten:

Der erste Unterschied: Die Nurcus beschäftigen sich nicht mit der Politik, im Gegenteil: sie fliehen vor ihr. Zwingt man sie, zu politischen Fragen Stellung zu nehmen, so machen sie aus der Politik einen Hebel für die Religion (din), sodass sie denen, die ihre Glaubenslosigkeit als einen Hebel in der Politik gebrauchen, die Heiligkeit der Religion (dinin qudsiyeti) aufzeigen können. Irgendeine politische Organisation kennen sie überhaupt nicht.

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so beschäftigen sie sich zugunsten der Religion je nach den Umständen in den verschiedenen Ländern mit der Politik und schließen sich auch zu politischen Organisationen zusammen.

— 311 —

Der zweite Unterschied: Die Nurcus versammeln sich nicht bei ihrem Meister (Ustadh) und werden auch nicht dazu gezwungen. Sie fühlen auch sich selbst gar nicht dazu gezwungen, sich bei ihrem Meister (Ustadh) zu versammeln. Auch halten sie es gar nicht für notwendig, sich zum Unterricht (ders) bei ihm zu versammeln. Für sie gilt das ganze große Land als ein einziges Lehrhaus (dershane). Sobald sie Bücher der Risale-i Nur in die Hand bekommen haben, erteilen diese ihnen anstelle des Meisters (Ustadh) den Unterricht (ders). Jede einzelne Abhandlung (risalah) gilt bei ihnen wie ein Said.

Insoweit es in ihrer Hand liegt, fertigen sie ohne Entlohnung Abschriften an. Und sie geben diese auch ohne eine Gegenleistung an die Bedürftigen weiter, damit sie sie vorlesen oder einer Vorlesung zuhören können. Auf diese Weise wird das ganze große Land zu einer einzigen Schule (medresse).

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so treffen sie ihre Lehrer (murshid), ihre Vorsitzenden (reis) in den allgemeinen Zentren und besuchen diese, um Weisungen (emir) zu empfangen oder am Unterricht (ders) teilzunehmen. Und in den untergeordneten Zentren einer übergreifenden Organisation treffen sie sich mit ihren großen Meistern (Ustadh), ihren Leitern und deren Stellvertretern (vekil), um Unterricht (ders) zu nehmen und Anweisungen (emir) zu empfangen.

Auch durch die Zeitungen, die in den allgemeinen Zentren erscheinen, und durch Broschüren, die sie erhalten können, wenn sie ihr Entgelt dafür entrichten, bekommen sie ihren Unterricht (ders).

— 312 —

Der dritte Unterschied: Die Nurcus erhalten auch an den Hochschulen (medresse) wie die Schüler an der Darülfünun-Universität Unterricht (ders) auf dem Weg eines wissenschaftlichen Fernkurses (ilmi muhabere). So verwandelt sich ein ganzes Vilayat in eine Schule (medresse). Obwohl sie also einander nicht besuchen, einander nicht kennen und weit voneinander wohnen, erteilen sie doch einander Unterricht (ders) und nehmen so miteinander an einer Vorlesung (ders) teil.

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so geben sie je nach den Verhältnissen in ihren jeweiligen Ländern Broschüren und Bücher heraus und verbreiten diese an allen Enden der Erde (aqtar-i aleme), lernen auf diese Weise einander kennen und bekommen so ihren Unterricht (ders).

Der vierter Unterschied: Die Nurcus sind heute und zu unserer Zeit in den meisten islamischen Ländern verbreitet und bereits sehr zahlreich. Und obwohl sich die Gebiete ihrer Verbreitung über die verschiedensten Provinzen erstrecken, brauchen sie in den einzelnen Provinzen nicht um Erlaubnis nachzusuchen, wenn sie irgendwo eine Versammlung veranstalten und dort tätig werden wollen. Denn da der von ihnen eingeschlagene Weg (meslek) nicht politischer oder organisatorischer Art ist, kennen sie auch keine Notwendigkeit, in den einzelnen Provinzen für sich um eine Erlaubnis nachzusuchen.

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so müssen sie je nach den entsprechenden Umständen, wenn sie einen politischen Kontakt aufnehmen, eine Organisation aufrichten oder die Notwendigkeit besteht, ein unter- oder übergeordnetes Zentrum zu eröffnen, an dem Ort, wo sie sich befinden, bei der zuständigen Behörde um Erlaubnis nachkommen oder eine Genehmigung einholen. Und dabei sind sie im Gegensatz zu den Nurdjus keineswegs unbekannt. Und auf dieser Grundlage eröffnen sie für sich viele allgemeine Zentren in Ägypten, in Syrien, in Lybien und in Palästina, in Jordanien, im Sudan, in Marokko und in Baghdad.

Der fünfte Unterschied: Unter den Nurcus gibt es sehr viele verschiedene Schichten. Angefangen von den sieben, acht Jahre alten Kindern, die in den Moscheen das "Elif-be-te-the" erlernen, um den Qur'an lesen zu können, bis hin zu siebzig, achtzig Jahre alten Greisen und Greisinnen, desgleichen Bauern oder Lastenträger bis hin zu einem bedeutenden Rechtsanwalt, einfache Soldaten bis hin zu einem bedeutenden Kommandanten finden sich unter den verschiedensten Bildungschichten als Nurcus wieder. All diese vielen verschiedenen Schichten unter den Nurcus haben nur ein gemeinsames Ziel und das besteht (in dem Wunsch), unter der Leitung (hidayat) des ruhmreichen (medjid) Qur'an und der Wahrheiten des Glaubens (haqaiq-i imaniye) zur Erleuchtung zu gelangen. Alle Bestrebungen gehen deshalb dahin, Wissen und Erkenntnis (ilim ve irfan) und die Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) an die Öffentlichkeit zu bringen. Ob sie sich darüber hinaus noch mit etwas anderem beschäftigen, ist nicht bekannt. Achtundzwanzig Jahre lang haben die Gegner (der Nurcus) eifersüchtig Intrigen (gegen sie gesponnen) und abscheuliche Prozesse (gegen sie geführt). Da man jedoch außer ihrem heiligen (qudsi) Dienst kein anderes Ziel (dieser Bewegung) finden konnte, konnte man sie auch nicht verurteilen und (ihre Bewegung) auch nicht zerschlagen. Und diese Nurcus wissen nichts von irgendeinem Zwang, auf Kundenfang zu gehen oder neue Anhänger zu werben. Stattdessen sagen sie: "Unsere Aufgabe (vazifah) ist unser Dienst. Wir suchen keine Kunden. Sie sollen kommen, um uns zu suchen und zu finden." Auf eine Massenbewegung legen sie keinen Wert. Einen Mann, der in Wahrheit ehrlich und aufrichtig (haqiqi ikhlas) ist, ziehen sie hundert anderen vor.

— 313 —

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so ermuntern sie in der Tat genau wie Nurcus die Menschen dazu, islamisches Wissen (ulum-u Islamiye) und islamische Kenntnisse (marifet-i Islamiye) zu erwerben und sich an den Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) festzuhalten und leiten sie auch dazu an; doch den Verhältnissen in den entsprechenden Ländern und den Kontakten mit der Politik zufolge, legen sie großen Wert auf viele Anhänger, um so eine Massenbewegung zu werden und suchen deshalb noch mehr Gefolgsleute.

Der sechste Unterschied: Die wahrhaft aufrichtigen (haqiqi ikhlas) Nurcus legen keinen Wert auf materielle Vorteile. In gleicher Weise sind sie geradezu extrem sparsam, genügsam und bedürfnislos (faqr-u hal). Geduldig und ohne jemals irgendwelche Ansprüche an ihre Mitmenschen zu stellen, opfern sie sich ehrlich und aufrichtig (haqiqi bir ikhlas) für ihren Dienst am Qur'an, um nicht von den sehr zahlreichen und besonders hartnäckigen Leuten des Irrglaubens (ehl-i dalalet) besiegt zu werden; die Bedürftigen laden sie zur Wahrheit und Aufrichtigkeit (haqiqata ve ikhlasa) ein, um keinen Argwohn aufkommen zu lassen; und um des göttlichen Wohlwollens (riza-yi Ilahi) willen und um diesen heiligen Dienst (hizmet-i qudsiye) für nichts anderes als Werkzeug zu missbrauchen, halten sie sich auf diese Weise von allen Vorteilen (faide) des gesellschaftlichen Lebens zurück.

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so können sie, obwohl sie doch, was ihre innere Einstellung betrifft, aus dem gleichen Geist (mahiyet) kommen, aufgrund des jeweiligen Ortes, eines bestimmten Anlasses, sowie einiger besonderer Umstände nicht wie die Nurcus von den irdischen Dingen lassen. Von einer Notwendigkeit zu einer ganz außergewöhnlichen Opferbereitschaft, wissen sie nichts.

Isa Abdu-l'Qadir
— 314 —
Isa Abdulqadir, welcher Korrespondent (muharriri) der politisch recht beachtenswerten Zeitung (siyasî bir ceride) "Eddifa" ist, die in Baghdad erscheint, sagt:

Diejenigen, die in der Zeitung (gazete) "Eddifa" über Bediüzzaman Said Nursî, der der Lehrer der Schüler des Lichtes (Nur Talebe) ist, gelesen haben, bitten mich: "Gib uns noch mehr Informationen (malûmat) über die Schüler des Lichtes in der Türkei und ihren Meister (Üstad) Said Nursi." Ich möchte auch über sie eine kurze Antwort geben. Denn da der Meister (Üstad), die Abhandlungen des Lichtes (Nur) und die Schüler (Talebe) des Lichtes einen Anspruch auf die Araber haben, sollen die Araber intensiv mit ihnen Kontakt (ciddî bahsetsinler) aufnehmen. Denn die Araber, die das Basiselement (madde-i esasiye) der İslâmiyet sind, haben nun begonnen, aus der Risale-i Nur sehr großen Nutzen (ziyadesiyle faide) zu ziehen.

Diese Schüler des Lichtes (Nur Talebe) errichten durch die Risale-i Nur sowohl in der Türkei als auch in den arabischen Ländern (bilâd) eine feste Mauer (muhkem bir sed) gegen den Kommunismus..........

Was nun die Risale-i Nur betrifft, so verbreitet (intişar) sie sich in einem so umfassenden Ausmaß (geniş bir mikyas), dass sie nicht nur in der Türkei und den islamischen Ländern (bilâd), sondern sogar in den nicht-islamischen (ecnebi) Ländern nachdrücklich gefragt (iştiyakla istenilir) ist. Die Begeisterung (şevkler) der Schüler des Lichtes (Nur Talebe) ist durch nichts zu beeinträchtigen (kıramıyor). So sind die Schüler des Lichtes (Nur Talebe), die Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleler) und ihr großer Dienst (büyük hizmet) am Qur'an eine große Wohltat (büyük hasene) für die Regierung (der Partei) der Demokraten, sodass die islamische Bewegung (hareket) in der gesegneten islamischen Welt (mübarek âlem) diese demokratische Regierung (hükûmet) mit Hochachtung und voll Anerkennung (takdir ve tahsin) willkommen heißt (karşılıyor). Die ganze islamische Bevölkerung (ahali) im Irak, die Araber, Türken, Kurden und Iraner, begegnen (karşılıyor) diesem islamischen Dienst (hizmet) und diesem heiligen Streit (kudsî mücahede) in vollkommener Freude (kemal-i ferah). Auch in der Türkei sind unsere türkischen Mitbrüder der Meinung (kanaat), dass sie auf diese Weise Widerstand (mukavemet) gegen die falschen Einflüsse (yanlış tesirat) des Westens leisten.

İsa Abdülkadir
— 315 —
Brief des Meisters an den Ministerpräsidenten Adnan Menderes, der die Risale-i Nur in ihrem bedeutenden Dienst für das Land, für das Volk und die Islamiyet anerkennt und zu schätzen weiß
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei"}

Obwohl ich sehr krank bin und mich für politische Fragen nicht interessiere, möchte ich mich doch gerne mit einem solch mutigen Schirmherrn des Islam, wies es Adnan Menderes ist, unterhalten (sohbet). Da aber meine Lage (hal) und mein persönlicher Zustand (vasiyet) eine solche Begegnung nicht gestatten, habe ich anstelle einer tatsächlichen Zusammenkunft diesen Brief geschrieben, damit er statt meiner zu ihm sprechen möge.

Und zwar möchte ich hier religiös interessierten Menschen wie Adnan Menderes, der ein Schirmherr der Islamiyet ist, einige kurzgefasste Grundsätze erklären:

Erstens: Einer der so vielen Grundsätze der Islamiyet ist die Wahrheit (hakikat) der ehrenwerten Ayah:

﴿ وَ لاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى ﴾

{"Und die belastete Seele hat nicht die Last einer anderen zu tragen." (Sure 6,164)}

Man kann also für die Verbrechen eines anderen nicht dessen Verwandte oder Freunde verantwortlich machen. Doch bei der gegenwärtigen Politik gibt man sich damit einverstanden, wenn zufolge einer fanatischen Parteilichkeit, wegen eines einzigen Verbrechers sehr viele Unschuldige zu Schaden kommen. Angehörige oder auch Verwandte eines Verbrechers müssen wegen seines Vergehens unter übler Nachrede (leiden) oder werden mit Verachtung gestraft. Auf diese Weise wandelte sich ein einziges Verbrechen in hundert Verbrechen um. Ein schrecklicher Hass und eine fürchterliche Feindschaft kochten in den Adern hoch. Hass und Wut steigerten sich bis zur Vergeltungssucht. So entstand jenes Gift, welches das gesellschaftliche Leben gänzlich auf den Kopf stellt und den ausländischen Feinden einen Weg eröffnet, ihre Hände dabei ins Spiel zu bekommen. Vorfälle, wie sie im Iran und in Ägypten spürbar geworden sind, lassen einen solchen Sachverhalt verständlich werden. Doch ist die Situation bei uns nicht gleich wie dort. Sie ist dort weniger kritisch als hier bei uns, vielleicht nur eins zu hundert. Möge Gott uns davor bewahren! Eine solche Situation wäre hier bei uns ganz fürchterlich.

— 316 —

Der einzige Ausweg aus dieser Gefahr ist der: Man muss die islamische Brüderlichkeit und die reine Islamiyet als eine Nation wie einen mächtigen Stein zugrunde legen und die Vergehen, um Unschuldige zu schützen, auf die Verbrecher selbst beschränkt halten.

Zudem findet dieser Grundstein aller Ruhe, Ordnung und öffentlichen Sicherheit wiederum sein Fundament in dem (oben angeführten) Grundsatz:

Fände sich z.B. in einem Haus oder auf einem Schiff neben zehn Verbrechern ein Unschuldiger, so muss man, um diesen Unschuldigen zu retten und ihn nicht in Gefahr zu bringen, um dieses Grundprinzips von Sicherheit und Ordnung willen in diesem Schiff oder Haus keine Unruhe entstehen lassen, damit dieser Unschuldige hinausgebracht werden kann.

So würde denn in Anwendung dieses qur'anischen Grundgesetzes, wegen zehn Verbrechern neunzig Unschuldige in Gefahr zu bringen, um die innere Ruhe und Ordnung nicht zu stören, der Anlass dazu sein, den göttlichen Zorn (gazab-ı İlâhiye) zu wecken. Da aber nun einmal Gott der Gerechte (Cenab-ı Hakk) in dieser gefahrvollen Zeit für einen Teil wahrhaft religiöser Menschen den Weg geöffnet hat, bis an die Spitze (des Staates) zu gelangen, gemahnt uns nun die Zeit daran, dass es notwendig geworden ist, dem Grundsatz des Weisen Qur'ans (Kur'an-ı Hakîm) entsprechend, für sich selbst einen Stützpunkt zu schaffen und gegenüber denen, die wütend auf sie sind, einen schützenden Graben zu bauen.

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Ein zweites Grundgesetz der Islamiyet ist folgende ehrenwerte Hadith:
سَيِّدُ الْقَوْمِ خَادِمُهُمْ

{"Das Haupt eines Volkes ist sein Diener"}

Tatsächlich heißt, ein Amt zu bekleiden, eine Dienststelle einzunehmen. Es dient nicht dazu, andere zu beherrschen und sie um des eigenen Egos willen zu unterdrücken. Infolge unseres heutigen Mangels an einer islamischen Erziehung und der Schwachheit im Dienst und in der Anbetung, haben die Ichsucht und der Egoismus an Kraft gewonnen. Entkleidet man ein Amt seiner Funktion als einer Dienststelle, so nimmt es die Form einer Stufenleiter zur Herrschaft, zu einer Diktatur, zu Unterdrückung und Eigendünkel an. So läuft die Verrichtung eines Gebets (namas) ohne Abdest, ohne Qiblah jeglichem Sinn für Recht und Gerechtigkeit zuwider, zerstört ihn in seiner Grundlage und stellt das Recht der Diener Gottes (hukuk-u ibad) auf den Kopf. Dieses Recht der Diener Gottes kann man nicht mehr ein Recht Gottes (hukukullah) nennen, um Recht (hak) sein zu können. Es wird vielmehr zu einer Ungerechtigkeit der eigenwilligen Seele (nefsu-l'emmare).

Nun aber sagt Adnan Menderes: "Ich werde erfüllen, was die Islamiyet und die Religion (din) erfordern." Doch den beiden oben erwähnten Grundsätzen laufen zwei fürchterliche Strömungen entgegen und widersprechen ihnen, weshalb die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Völker (-Partei) durch umfangreiche Bestechungen hintergangen wird, was den ausländischen (Mächten) einen Weg einzugreifen eröffnet und zum Angriff überzugehen.

Erstens: (Die erste Strömung) läuft dem ersten Grundsatz zuwider, demzufolge wegen eines einzelnen Verbrechers vierzig unschuldige Menschen enthauptet und ein Dorf niedergebrannt wurde. Im Grade einer solchen Despotie (istibdad-ı mutlak) ist ein jedes Amt mit einer Bestechung in Form eines eigenen Herrschaftsbereiches verbunden, was der Seele (nefs) eine Freude bereitet, wobei gleichzeitig freiheitsliebende, gläubige Menschen angegriffen werden.

— 318 —

Nun zum Zweiten: Man lässt (die Menschen) die Islamiyet einer durch sie geheiligten Nation (İslâmiyet milliyet-i kudsiye) aufgeben - so wie dies bereits die erste (Strömung versucht hatte) - tritt um eines einzelnen Verbrechers willen die Rechte (hakk) hunderter Unschuldiger mit Füßen, gibt sich zwar nach außen als national gesinnt, während man in Wirklichkeit rassistisch denkt, während sich doch daneben sowohl freiheitsliebende, gläubige Demokraten als auch im gesamten Vaterland siebzig Prozent noch andere Völkerstämme finden, (welches Verhalten) sich sowohl gegen die Regierung, als auch gegen die armen Türken, gegen die der demokratischen (Partei) folgende Politik richtet, wobei ihre wahnsinnigen, selbstgefälligen Seelen (nefis) eine besonders schmackhafte Bestechungspolitik betreiben und für eine rassistische Brüderlichkeit ausgeben. In dieser wohlschmeckenden Verbrüderung (befangen) können sie in ihrer Trunkenheit die Umwandlung eines solch schmackhaften Nutzens einer tausendfach wertvolleren, wahrhaftigen Brüderlichkeit in Feindschaft u.dgl. ernsthafte Gefahren gar nicht mehr wahrnehmen. Anstatt sich z.B. durch die Nationalität ihrer Islamiyet täglich von vierhundert Millionen wahrhaftigen Brüdern in dem alle umfassenden Gebet (dua)

اَللّٰهُمَّ اغْفِرْ لِلْمُؤْمِن۪ينَ وَ الْمُؤْمِنَاتِ

{"Oh Gott vergib allen gläubigen Männern und Frauen!"}

innerlich (manevi) getragen zu sehen, geben sie in ihrem Rassenwahn vierhundert Millionen wahrhaftige Brüder für vierhundert wahnsinnige, völlig unbekümmerte (Leute) hin, die nur an ihrem irdischen (dünyevi), völlig unbedeutenden Nutzen (interessiert) sind. Diese Gefahr ist sowohl für das Land als auch für seine Regierung, alle gläubigen Demokraten und Türken eine große Gefahr; und die so etwas tun, sind auch gar keine richtigen Türken. Die edlen Türken sollten einen solchen Fehler vermeiden. Diese beiden Strömungen werden in jedem Fall versuchen, daraus ihren Nutzen zu ziehen, um so (die Partei) der gläubigen Demokraten zu stürzen, wozu sie ja auch beauftragt worden sind; was sich jetzt anhand der bereits sichtbar gewordenen Spuren herauszustellen beginnt. Wegen dieser überwältigenden Zerstörung und wegen dieser beiden mächtigen Gegner ist es notwendig, sich wie die vierzig Sahabis, die gegen vierzig Staaten zum Kampf angetreten und siegreich geblieben sind, unerschütterlich auf die Wahrheiten des Qur'ans (hakikat-ı Kur'aniye) zu stützen, so wie dies Tausendvierhundert Jahre lang und in jedem Jahrhundert drei-, vierhundert Millionen Schüler getan haben, welche die in diesen anziehenden Wahrheiten enthaltene, ewig beglückende Seligkeit in dieser und in jener Welt (dünyevî ve uhrevî) zu ihrem Stützpunkt gemacht haben, was gegen die erwähnten Gegner und alle äußeren wie inneren Feinde ganz besonders notwendig, ja unumgänglich und der einzig mögliche Ausweg ist. Andernfalls werden eure erbärmlichen Feinde im Inland wie im Ausland euch aus einem einzigen Vergehen Tausende machen und euren früheren Vergehen noch hinzufügen und euch aufladen, so wie sie diese (auch früher schon) auf anderer Häupter geladen haben. Das aber wird für euch, für das Land und für das Volk zu einer Gefahr werden, deren Folgen sich nicht wiedergutmachen lassen. Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hakk) euren Diensten für die Islamiyet Seinen Erfolg verleihen, euch vor den oben erwähnten Gefahren behüten! Ich und meine Nurcu-Brüder werden, wenn ihr das tun wollt und die oben erwähnten Tatsachen (hakikat) anerkennt, uns auch entschließen, noch für euch zu beten.

— 319 —

Drittens: Ein Grundsatz, der das Gemeinschaftsleben der Islamiyet betrifft, ist auch die Wahrheit (hakikat) der folgenden ehrwürdigen Hadith:

اَلْمُؤْمِنُ لِلْمُؤْمِنِ كَالْبُنْيَانِ الْمَرْصُوصِ يَشُدُّ بَعْضُهُ بَعْضًا

{"Der Gläubige ist dem Gläubigen gleich einem Bauwerk, in dem die einzelnen Steine bleiverfugt einander Halt und Stütze gewähren."}

Das heißt: Wenn die Feinde im Äußeren angreifen, soll man alle inneren Streitigkeiten vergessen und miteinander ganz und gar solidarisch sein. Sobald auch noch der letzte, aus dem hintersten Wald kommende Hinterwäldler die Nutzanwendung dieses Grundsatzes begriffen hat, wird ein Volk, obwohl es eben zuvor noch die eigenen Väter und Brüder umgebracht hatte, nun, da ein Feind von außen in Erscheinung getreten ist, alle innere Feindschaft vergessen. Sobald aber der äußere Feind vertrieben ist, wird (ein Volk, das bis dahin) solidarisch gewesen ist - und ich sage das mit einem viel tausendfachen Bedauern: man hat schon Vorfälle erlebt (wo ein Volk) aus seinem Egoismus, seinem Eigenwillen, seinem Stolz, aus einer gnadenlosen innenpolitischen Parteigesinnung heraus, selbst wenn ihm der Teufel zur Hilfe eilte, für ihn um Erbarmen (rahmet) beten wollte, wo hingegen, wollte selbst ein Engel der oppositionellen (Partei) zu Hilfe eilen, man ihn dennoch verfluchen würde. Ja, ich habe sogar erlebt, dass ein aufrichtiger Gelehrter (alim) einem anderen großen Gelehrten, der ihm in seinen politischen Ansichten widersprach, bis zur üblen Nachrede hin verketzerte, während er einen Ungläubigen und Gegner der Islamiyet, der jedoch genauso dachte wie er, auch noch feurig lobte, um ihn so zu verteidigen. Darum habe ich den Teufel geflohen und mich zugleich vor fünfunddreißig Jahren von der Politik abgewandt.

Zudem war jetzt zu bemerken, dass den Oppositionellen das Verhalten eines Mannes, der sowohl den ehrwürdigen Monat Ramadan, als auch die Kennzeichen islamischen Lebens (in der Öffentlichkeit) und das gläubige Volk verachtet, recht gut gefallen hat. Nun ist aber das Einverständnis mit dem Unglauben der Unglaube (küfr) selbst. Wenn jemand mit einer Irrlehre (dalalet), der Sünde (fisk), der Ungerechtigkeit (sulm) einverstanden ist, so ist dies eine Irrlehre, eine Sünde, eine Ungerechtigkeit. Wenn man das Geheimnis (sirr) eines so merkwürdigen Zustandes (hal) betrachtet, so bemerkt man, dass die Oppositionellen das, was diejenigen, denen es bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist, sich für das, was in den Augen ihres eigenen Volkes als eine schwerwiegende Missachtung angesehen wird, entschuldbar zu halten, selbst für gottlos und selbst für verachtenswert ansehen und es auch so darstellen möchten. So wie denn nun die Folge all dieser verschiedenen, entsetzlichen Ungerechtigkeiten sehr gefährlich ist, so stellen sie auch die Sitten des gesellschaftlichen Lebens auf den Kopf; und das gleicht einem schwerwiegenden Attentat gegen das Land, gegen das Volk und das islamische Selbstverständnis.

Eigentlich wollte ich noch mehr dazu schreiben. Doch will ich mich hier damit begnügen, dass ich für alle freiheitsliebenden Gläubigen bereits drei grundsätzliche Punkte erklärt habe.

Said Nursî
— 320 —

Dem oben angeführten Sachverhalt, so wie er unser gesellschaftliches Leben betrifft, möchte ich die nachstehende Anmerkung beifügen, in der Absicht, sie Adnan Menderes übersenden zu lassen.

Anmerkung: Um die infolge der alten nutzlosen und willkürlichen Gesetze und ihres Missbrauchs, oder vielmehr die aus einer Provokation heraus entstandene "Tidschanische Frage" {hier geht es um einen ins Gerede gekommenen Sufi-Orden} nicht (der Partei) gläubiger Demokraten anzulasten und damit diese demokratische (Partei) nicht etwa in den Augen der islamischen Welt in Misskredit gerate, kam mir, als der nach meiner Vorstellung einzig mögliche Ausweg, der folgende Gedanke:

Durch die Wiederzulassung des islamischen Gebetsrufes (Ezan-ı Muhammedî) hat die Demokratische (Partei) zehnfach wieder an Kraft gewonnen. Wenn aber nun auch die Ayasofya in ihren alten heiligen Zustand (vaziyet-i kudsiye) zurückversetzt würde, in dem sie sich fünfhundert Jahre lang befunden hatte, was in der islamischen (Welt) einen sehr guten Anklang finden würde und wonach sich auch die islamische Welt der Bevölkerung dieses Landes wieder wohlwollend zuwenden würde, und wenn nun auch noch, nach achtundzwanzig Jahren, in denen die Gerichte nichts gefunden haben, was zu einem Schaden gewesen wäre, und nachdem in fünf Gerichtsprozessen die Risale-i Nur wieder frei gegeben worden war, nun auch die Gläubigen der Demokratischen (Partei) die Freigabe (dieser Werke) offiziell verkünden würden, {was dann 1980 auch tatsächlich geschehen ist} so würde dies eine heilende Salbe auch auf diese Wunde streichen.

Dadurch könnte die erneute Zuwendung der islamischen Welt gewonnen werden und ich denke auch, dass dann niemand mehr heimtückischerweise die Schuld (der Demokratischen Partei) zuschieben könnte. Der Gläubigen der Demokratischen (Partei) wegen, besonders aber Persönlichkeiten wie Adnan Menderes wären hier zu erwähnen, habe ich die Politik seit fünfunddreißig Jahren aufgegeben. Dies alles habe ich ein, zwei Stunden lang betrachtet und dann hier niedergeschrieben.

Said Nursî
— 321 —
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei"}

Von dem Gericht (Mahkemes) in Samsun erhielt ich eine Vorladung (davet), da das Vernehmungsamt (Sorgu) der Staatsanwaltschaft (Savcı) aufgrund meiner Klage (şekvam), die in der Zeitschrift "Der große Kampf (Büyük Cihad)" veröffentlicht (intişar) wurde, bei der Kriminalstrafgerichtskammer (Agır Ceza Mahkeme) in Samsun gegen mich geklagt hatte. Sie wurde mir vorgelesen. Ich habe darin nur vier Punkte gesehen, die man für wichtig erachten (nazar-ı ehemmiyet) sollte:

Erstens: Der verantwortliche Direktor (müdür-ü mes'ulü) der Zeitschrift "Der große Kampf (Büyük Cihad)" soll dem Staatsanwalt (mahkemede müddeiumumîye) vor Gericht gesagt haben: "Said Nursî hat mir diesen Artikel (makale) zugeschickt und so habe ich ihn veröffentlicht (neşrettim)."

Der wahre Sachverhalt dieser Angelegenheit (mes'elenin hakikatı) ist folgendermaßen: Während meiner Erkrankung kamen meine Mitbrüder in Emirdag zu mir. Wir haben miteinander über die letzten erbärmlichen Schikanen (zalimane hâdise) gesprochen, die mir in Emirdag zugestoßen sind. Ich hatte damals - krank und gereizt (hastalıklı, hem hiddetli) wie ich war - gegen die Regierung in Ankara einige Dinge in Form einer Anklage (şekva suretinde) geäußert und mein Diener (hizmetçim), der bei mir wohnt, hat sie niedergeschrieben (kaleme aldı). Mit der Zustimmung (tensib) der Schüler des Lichtes (Nur talebe) sollte sie an ein, zwei Schüler des Lichtes (Nur talebe) in Ankara gesandt werden, damit sie diese einigen religiös gesinnten Abgeordneten (dindar meb'uslar) zeigen sollten, damit mir in meiner Krankheit (hastalık) weitere Unruhen (sıkıntı) erspart bleiben sollten. Sie wurde also ihnen zugesandt und so haben sie denn auch einige Abgeordnete (meb'us) gesehen, und sie hat einem Herrn, den wir nicht weiter kennen (bilmedigimiz bir zât), so gut gefallen (hoşuna gider), dass er sie an den Direktor (müder) des "Großen Kampfes (Büyük Cihad)" weitergeleitet hat. Und dabei schwöre ich (kasem ederim), dass ich von dieser Zeit an bis heute keine Ahnung habe, wer sie eingeschickt (kim göndermiş) hat. Jedoch kam nach der Veröffentlichung (neşrolduktan) ein Exemplar hierher. Da ich die neuen Buchstaben (harfler) nicht lesen kann, hat jemand mir (den Artikel) vorgelesen. Und ich habe ihn auch für gut (memnun) befunden und dabei gesagt: "Möge Gott mit denen zufrieden sein (Allah razı olsun), die das veröffentlicht (neşredenlere) haben." Ich hatte mich zwar vor fünfunddreißig Jahren aus der Politik zurückgezogen (siyaseti terketmiş). Einer solchen Zeitung (ceride), wie es "Der Große Kampf (Büyük Cihad)" ist, die der Religion aufrichtig einen Dienst erweist (hâlisane dine hizmet), ihrem Inhaber (sahib) und ihren Journalisten (muharrirler) bin ich im Namen der Religion (din) besonders dankbar (minnetdar) geworden und habe gesagt: "Möge Gott mit ihnen zufrieden sein (Allah razı olsun)." Ohne dass ich davon Bescheid wusste (haberim) und obwohl ich auch nicht dafür bezahlt habe, wird mir nun regelmäßig diese gesegnete Zeitung (mübarek gazete) zugesandt.

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Zweiter Punkt: Es handelt sich hier um meine Überstellung (sevkedilmek) zum Kriminalstrafgericht (Agır Ceza mahkeme) in Samsun. Zu diesem Punkt erkläre ich mit Nachdruck, dass ich gerne dorthin fahren würde (oraya gitmek isterdim), um meine gesegneten Mitbrüder (mübarek âhiret kardeşlerim) in der Umgebung (havali) von Samsun und besonders diejenigen, die an der Zeitung "Der Große Kampf (Büyük Cihad)" mitarbeiten (mensub), sowie die Schüler des Lichtes (Nur talebe) zu besuchen und sie noch einmal wiederzusehen. Aber laut Attest der Ärzte (doktorların raporları) hat meine tatsächliche Schwäche (kat'î iktidarsızlık) so weit zugenommen, dass ich zu dem Gerichtsgebäude, das nur wenige Minuten von meinem Wohnort entfernt ist und ihm gegenüber liegt, wo dieser Prozess ursprünglich (esası olan mahkeme) einmal begonnen hat (mes'elenin başlangıcı), nicht mehr gehen kann, obwohl man mich vor anderthalb Jahren dazu vorgeladen (haber verdik) hatte. So kam denn der Vernehmungsrichter (sorgu hâkimi) notgedrungen (mecburiyetle) im Auftrag des Staatsanwaltes und des Richters (müddeiumumî ve hâkim vazifesini) zu mir. Er hatte auch die Zeitung (gazete) "Der große Kampf (Büyük Cihad)", welche der Grund des Frage- und Antwortwechsels (medar-ı sual ve cevab) ist, mitgebracht. Darin wurden einige Worte der Zeitung mit meinen eigenen Worten verwechselt (karıştırılmış). Auch darauf habe ich ihm natürlich Antwort (cevab) gegeben. Wenn nun angenommen, das Kriminalstrafgericht (Agır Ceza) diese unwichtige Sache für wichtig erachten sollte, sollte es wenigstens erlauben, meine Verhandlung (mahkeme) nach Eskişehir zu verlegen (nakline müsaade), weil ich dort von einem Gesundheitsgremium (sıhhiye heyetinden) für zwei Monate ein Attest (rapor) wegen meiner schweren Krankheit (şiddetli hasta), die durch die Vergiftung (zehir hastalık) verursacht wurde, bekommen habe, damit ich da persönlich erscheinen könne (bizzât bulunabilirim). Ich hätte ansonsten keine andere Möglichkeit (imkânı yok) dazu.

Dritter Punkt: Der Staatsanwalt und der Vernehmungsrichter (savcı ve sorgu hâkimi) berufen sich auf den Pragraph 163 und beschuldigen (itham) Said Nursi, dass er die Religion als Werkzeug seiner Politik (dini siyasete âlet) missbraucht und damit Propaganda macht, was jedoch die öffentliche Sicherheit gefährden (asayişe zararlı) könnte. Was nun die Tatsache (hakikat) hinsichtlich dieses Punktes betrifft, so konnten in 29 Jahren fünf, sechs Gerichte (mahkeme) und auch die Ordnungsbehörden (zabıtalar) in fünf, sechs Provinzen (vilayet), obwohl sie meine 133 Bücher und Tausende - d.h. also alle meine Briefe - in ihre Hände bekommen hatten und durch die Provokation (tahrik) eines atheistischen (dinsiz) Komitees einige leichtgläubige Beamte (safdil bazı memurları) getäuscht hatten, überhaupt nichts - außer zwei Punkten - finden (kat'iyyen iki mes'eleden), für die sie uns verantwortlich machen (medar-ı mes'uliyet) konnten. Ein Beweis (delil) dafür ist, dass das Kriminalstrafgericht (Agır Ceza Mahkemesi) in Denizli und in Ankara, sowie auch das Revisionsgericht (Mahkeme-i Temyiz) - alle übereinstimmend (müttefikan) - nach einer zwei Jahre langen Untersuchung - sowohl mich selbst freigesprochen (beraet), als auch beschlossen (karar) haben, all meine Briefe und Bücher (mektub ve kitab) zurückzugeben. In fünf, sechs Provinzen (vilayet) wollte nur ein einziges Gericht (mahkeme) - aufgrund des Kommentars (tefsir) zu der Ayah über die Verhüllung der Frau (tesettür) als Vorwand (bahane) - eine leichte Strafe (ceza) über mich verhängen, welchen Beschluss (mes'ele) es jedoch aufgrund meiner klaren und eindeutigen Antwort (kat'î ve kuvvetli cevab) nach eigener Gewissensentscheidung (kanaat-ı vicdaniye) wohl oder übel (mecburiyetle) wieder zurücknehmen (çevirdi) musste. Das also heißt, dass es auch nichts finden konnte, wofür es uns verurteilen (medar-ı mes'uliyet) könnte. Um diesen Punkt zu erläutern (izah), sende ich das Gesuch (istida), das ich bereits an den Vorsitzenden des Gerichtes (mahkeme reisi) in Afyon gesandt hatte, auch an Sie zur Kenntnisnahme (bera-yı malûmat).

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Zusammenfassung: Hier wurde derselbe Refrain (nakarat) über fünf, sechs Verhandlungen (mahkeme) hinweg stets wiederholt und doch konnten sie nichts finden, wofür sie uns hätten verurteilen (medar-ı mes'uliyet) können. Nun wiederholen der Staatsanwalt und der Vernehmungsrichter (savcısı ve sorgusu) in Samsun denselben 28 Jahre alten Refrain (nakarat) wortwörtlich: "Er macht Propaganda um sich einen persönlichen Einfluss zu verschaffen (Şahsî nüfuz temin) und gebraucht so den Glauben als sein politisches Werkzeug (dini siyasete âlet)." Ich verweise (havale) nun meinerseits vor fünf Gerichten (mahkeme) auf mein Plädoyer (müdafaat), das aus etwa vierhundert Seiten besteht und nicht widerlegt (cerh) werden konnte. Das sollen sie lesen (baksınlar), anstatt mich zu verhören (konuşturmaktan).

Said Nursî
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei"}

Dem Gremium der Richter (Heyet-i Hâkime) in Samsun lege ich (takdim) aufgrund der Vorladung (tebligname) aus Samsun meine ganz kurze Antwort (cevab) vor:

Erstens: Meinen Artikel (makale) habe ich nicht selbst abgeschickt. Alle meine Freunde (dost) hier wissen das.

Zweitens: Wegen meiner schweren Krankheit (şiddetli hastalık) aufgrund einer Vergiftung (zehir tesemmümü) infolge eines Attentats (sû'-i kasd) meiner verborgenen Feinde (gizli düşman) kann ich die Moschee (câmi) in meiner Nähe nach zehn Versuchen nur ein einziges Mal besuchen. Deshalb erbitte ich (taleb), den Prozess (Mahkeme) in Samsun im Rahmen des Gesetzes (naklini kanunen) nach Eskişehir, unserer nächsten Provinz, zu verlegen.