Wie bereits mit dem Beginn des Wegweisers (Rehber) vor fünfzehn Jahren beschrieben wurde, kamen damals einige junge Leute (gençler) zu mir, weil sie ihr Leben im Diesseits (hayat-ı dünyeviye) wie im Jenseits (uhreviye) retten wollten (muhafaza için). Daraufhin habe ich sie um Gotteslohn (lillah) in diesem Wegweiser unterrichtet (Rehber dersini). {Ustad hat diese Lektionen zuerst mündlich erteilt und danach aufgeschrieben (A.d.Ü.)}
Diese Abhandlung (risale) wurde sowohl durch die Staatsverwaltung (Hükûmet) von Isparta als auch durch das Gericht (mahkeme) in Denizli und auch durch das Kriminalstrafgericht (Agırceza) und das Revisionsgericht (Temyiz mahkeme) in Ankara nach einer zwei Jahre andauernden Untersuchung (ellerinde kalması) mit Ausnahme von ein, zwei Anmerkungen (haşiye) freigegeben und das vollständige Gesamtwerk (Risale-i Nur Külliyatı), den Wegweiser für die Jugend (Rehber) inklusive, wieder zurückgegeben. Der Direktor der Ordnungsbehörde (Emniyet Müdürü) in Ankara erhielt ein Exemplar (nüsha) davon und - wie auf der ersten Seite des Wegweisers erwähnt wurde - kritisierte (ilişmesi) er nur ein einziges Wort darin, verstand jedoch den wahren Sinn (hakikat), nachdem er den darauf folgenden Satz gelesen hatte und verhinderte daher die Veröffentlichung (intişarına mani') nicht.
Zudem verursachten Tausende Exemplare (nüsha) an gar keinem Ort irgendeinen Schaden (zarar) und es gab auch keinen Widerspruch (itiraz), obwohl sie nun überall verbreitet (intişar) sind. In Tarsus, einer Stadt (kaza) in der Provinz Mersin, wurden zwar einige Bücher des Lichtes in Beschlag (Nur kitabları müsadere) genommen, unter ihnen auch der Wegweiser für die Jugend (Gençlik Rehberi), und nach Ankara gesandt. Nach einer eingehenden Untersuchung (tedkik) erlies die Stadtverwaltung jedoch den Befehl (vilayetin emri) zu ihrer vollständigen Freigabe (serbest), die sie dann auch offiziell dokumentiert (resmî vesika) hat. Daraufhin wurden sie in Istanbul gedruckt (tab) und ganz offiziell (kanunen) an fünf, sechs Ämter (makam) gesandt. Obwohl diese sie fünf, sechs Monate in Händen gehalten haben, haben sie doch nichts gegen sie unternommen (ilişmemeleri), was die Bedeutsamkeit (ehemmiyet) dieses Wegweisers beweist (isbat) und zudem auch, dass er tatsächlich offiziell (kanunen) frei gegeben (serbest) wurde.
Außerdem ziehen mehr als Tausend junge Leute (gençler) in den Schulen (mektebler) in Ankara und anderen Städten aus ihm hinsichtlich des Landes (vatan) und des Volkes (millet) ihren Nutzen (istifade) - auch was ein gutes Benehmen (ahlâk) betrifft - und niemand hat durch ihn irgendeinen Schaden (zarar) erlitten. Dennoch haben sie völlig unerwartet ein, zwei Worte, die überhaupt keinen Anlass zu einer Anschuldigung bieten, falsch ausgelegt (yanlış mana) und z.B. die Wahl des Titels als "Wegweiser für die Jugend (Gençlik Rehberi)" zu einem Grund der Anklage (suç mevzuu) gemacht.
Und da wäre noch ein Punkt: der Verfasser (müellif) hat nämlich den Druckauftrag (tab') gar nicht erteilt. Stattdessen haben die jungen Leute (gençler), während er noch schwach und krank (bîçare hasta) im Bett lag, selbst statt seiner diesen Druckauftrag erteilt. Als sei dieser Wegweiser geschrieben worden, um ihm einen persönlichen Einfluss zu verschaffen (şahsî nüfuz temini), sagt man nun, dies sei Grund genug zu einer Anklage (suç mevzuu), und zwar nicht gegen denjenigen, der den Druckauftrag erteilt hat, sondern um dem Verfasser (müellif) eine schwere Strafe (agır ceza) aufzuerlegen, ihn zudem gewaltsam zur Verhandlung zu schleppen, wohingegen dieser Wegweiser bereits vor fünfzehn Jahren verfasst wurde und bereits eine Amnestie (af kanunu), die Verjährung (mürur-u zamanı) und seine Freigabe (beraet) hinter sich gebracht hat. Weil dem aber nun einmal so ist, belästigen (ilişiyorlar) sie jetzt den Verfasser (müellif) rein aus ihrem Hassgefühl (garaza) heraus derart hartnäckig (musırrane) und ganz gegen Ordnung und Gesetz (kanunsuz).
Demgegenüber möchte ich hier sagen: Als Grund dafür, mich in meinem kranken Zustand (hastalıgım zamanda) in zehnfacher Hinsicht wider das Gesetz (kanunsuz) gnadenlos zu überwältigen (musırrane iktidarım) und einen Prozess (mahkeme) gegen mich anzustrengen, halte ich es für möglich (ihtimal), dass sie mich im Interesse des Anarchismus und Atheismus (dinsizlik) angreifen (ilişiyor), wo doch der "Wegweiser (Rehber)" für Land und Volk (vatan, millet), ja für die öffentliche Sicherheit (asayişe) von so großem Nutzen (fayda) ist.
Mich nun aber angeblich im Namen des Gesetzes (kanun), jedoch mit einem Hassgefühl (garazkârane) und daher im Namen ihrer Gesetzlosigkeit mit Zwang und Gewalt (cebren, zorla) nach Istanbul zur Verhandlung (mahkeme) zu transportieren, obwohl mein hohes Alter (ihtiyarlık), mein geschwächter Zustand (za'fiyet) und meine, durch eine Vergiftung (zehir) verursachte schwere Krankheit (hastalık) medizinisch und wissenschaftlich (tıbben, fennen) gesehen doch eine absolut sichere Begründung (mazeret-i kat'î) dagegen ist, wobei ich viermal aus genau diesem Grund ein ärztliches Attest (rapor) bekommen und ihnen zugesandt hatte, mich also dennoch ganz energisch (ısrar) dazu zu zwingen (zorlamak), das hat mich in meinem Geist (ruh) aufs tiefste verletzt . Ich bin jetzt nicht mehr dazu in der Lage (iktidar), noch vor einem Gericht (mahkeme) und vor einem Gremium (idare) auszusagen. Sollte ich dennoch aussagen müssen, würde ich dann dazu gezwungen (mecbur) sein, diejenigen, die in der Absicht (fikr), dem Land (vatan), dem Volk (millet) und der öffentlichen Sicherheit (asayiş) zu schaden (zarar), gegen mich ihre Ränke schmieden, um dann gesetzeswidrig (hilaf-ı kanun) gegen mich einen Prozess (muhakeme) führen zu können, ins Gesicht zu schlagen. Ich kann eine derartige Ungerechtigkeit (zulm) nicht mehr ertragen (tahammül), wodurch sich daraus schließlich eine Art einer ernst zu nehmenden Krankheit (hastalık) entwickelt. Zudem besteht auch noch die Möglichkeit, dass diese innerliche (manevî) Krankheit auch noch Schaden (zarar) über das Land bringen wird.
Nun habe ich eine Bitte (ricam) an die Kommission für Gesundheitsfragen (Heyet-i Sıhhiye): Diejenigen, die mich kennen (tanıyanlar), mit mir in engstem Kontakt (alâkadar) stehen und mir dienen (hizmet), wissen, dass meine verborgenen Feinde (gizli düşmanlar) es häufig (müteaddid) versucht haben, mich zu vergiften (zehirliyor). Nun kann ich mich nicht mehr so richtig ernähren (tegaddi). Und ich kann sogar mit meinem Diener (hizmetçi) nicht mehr als fünf Minuten sprechen (konuşam).
Des Weiteren leide ich unter einem beständigen, heftigen Katarrh (nezle), der mir Kopfschmerzen verursacht; und dieser Katarrh bewirkt, dass eines meiner Augen ständig schmerzt und tränt. Außerdem leide ich unter heftigen Schmerzen (sancı) an einem chronischen Muskelrheuma (müzmin kulunç) und bin also auf diese Weise krank.
Da ich zudem seit 28 Jahren in der Fremde (gurbet) lebe und keine Unterstützung (muavenet) von anderen Menschen (başkalar) annehme, befinde ich mich daher in einer extremen Notlage (zaruret) und ist meine Kraftlosigkeit (za'fiyet) nun ziemlich groß. Ich kann nun nur noch mit großer Anstrengung (zorla) die Treppen steigen. Wenn nicht unbedingt notwendig (zaruret-i kat'î), kann ich auch nicht länger als fünf Minuten sprechen und werde dann sehr schnell müde (yoruluyorum).
Ich habe bei allen Gerichtsverhandlungen (sâbık mahkeme) sowohl um der Risale-i Nur als auch um der Schüler (talebe) der Risale-i Nur willen immer wieder durchgehalten (tahammül) und nicht alle Tatsachen dargelegt (tam hakikat izhar). Ich habe stets ihre Schikanen (zulümler) in gewissem Grade ertragen (tahammül) und ihnen ihre Ungerechtigkeiten (haksızlık) nicht direkt ins Gesicht gesagt. Ich habe immer in Geduld (sabır) jede Art von Schikanen (zulüm) und Provokationen (işkence) ertragen, damit die Unschuldigen (masumlar) und die öffentliche Sicherheit (asayişe) keinen Schaden (zarar) nehmen sollen.
Heute setzt sich jedoch die islamische Welt (âlem) für die Risale-i Nur ein (sahib). Auch die Schüler des Lichtes (Nur Talebe) brauchen nun meine Toleranz (müsamahama ihtiyaçları) nicht mehr, auch nicht, dass ich meine Feinde nicht kritisiere (ilişmemek) und trotz all ihrer Schikanen (zulüm) dennoch schweige (sükût). Daher werde ich, wenn ich einmal ganz außerordentlich provoziert (dokunuldu) werde, denjenigen gegenüber, welche die Ränke meiner gegen mich antretenden versteckten Feinde mir gegenüber ermöglichen (zararlarına vesile) und sich anstrengen, mich zu bestrafen (cezalan), auch über mein Wollen und Entscheiden hinaus (irade ve ihtiyarım) die Tatsachen (hakikat) offen und klar (çıplak) in folgender Weise darlegen. Doch jetzt ist es noch an der Zeit zu schweigen (sükût)... Es wird also nichts dargelegt (ishar).
In Anbetracht der nachstehend angeführten Tatsachen (hakikat) bitte ich (rica) die Kommission für Gesundheitsfragen (Heyet-i Sıhhiye) darum, mir mit der Begründung, dass ich sowohl körperlich als auch seelisch (maddî ve manevî), infolge meiner Nervenschwäche (sinir), meiner Probleme mit dem Herzen (kalb), meiner Kopfschmerzen infolge meines Katarrhs (nezle), meines Rheumas (kulunç), meiner Krampfanfälle (sancı) und meiner Unfähigkeit (iktidarsızlık), vor Gericht auszusagen (mahkeme konuşma), und da nun einmal meine Rechtsanwälte offiziell (resmen vekillerim) dort anwesend sind, und auch diejenigen, die den Druckauftrag erteilt haben (tab'edenler) dort anwesend sind, ich jedoch medizinisch gesehen ernsthaft (fennî ve tehlikeli) krank bin, mir ein ärztliches Attest (rapor) auszustellen, damit meine Aussage (ifade) in Form einer kommissarischen Zeugenvernehmung (istinabe) aufgenommen werden kann.
Mein lieber, gesegneter liebevoller Meister!
Diesen Brief (arîzam) überreiche ich Ihnen durch meinen Mitbruder Hacı Sabri aus Karakoçan, der mit den Lichtern verbunden (Nur'la alâkadar) und mein Gefährte (refik) während der Pilgerfahrt (hac) war.
Erstens: Ich küsse (takbil) ihre gesegneten Hände (mübarek elleri) in vollkommener Hochachtung (kemal-i ihtiram) und bitte Euch (istirham eylerim), Euren schwachen und so fehlerhaften (âciz ve pürtaksir) Bruder und Schüler (kardeş ve talebe) in Eure von Gott erhörten und gesegneten Gebete (müstecab ve mübarek dua) mit einzuschließen.
Zweitens: Ich bitte darum, auch Euren Mitbruder Hacı Sabri und alle übrigen, neuen Interessenten (alâkadarlar) in Eure Gebete (dua) mit einzuschließen.
Drittens: Mein Mitbruder Hüsrev sendet uns aufgrund Eures Auftrags (emirler) weiterhin sowohl die Briefe von Ihnen, Eurer verehrten Exzellenz (zât-ı âlîleri), als auch die der Brüder. Daher wissen wir über den derzeitigen Zustand (vaziyetten haberdar) Bescheid. Dafür sei Gott Dank (lillahilhamd).
Viertens: Die Bücher (eserler), die Bruder Hüsrev und Ceylan mir gesandt haben, habe ich an die übrigen Brüder weitergegeben und beiden bereits auch das Geld dafür geschickt. Dann habe ich auch noch weitere Bücher aus Urfa bestellt (istedim). Sobald sie hier angekommen sind, möchte ich auch diese, wolle es Gott (inşâallah), an die Schüler (talebele) weiterreichen. Eine komplette Sammlung der Werke (takım eserler) hat bereits Hacı Sabri für sich selbst gekauft.
Fünftens: Wir erbitten von der Gnade Gottes (eltaf-ı İlahiyeden niyaz) die Verwirklichung (tahakkuk) der verheißenden Prophezeiung (müjdeli istihrac) aus der Ansprache (nutuk) des Staatspräsidenten (Reisicumhur).
Sechstens: Unser Dienst (istihdamımız) an der Veröffentlichung und Verbreitung (fütuhat) des Lichtes wird sich weiter fortsetzen, soweit uns unser allbarmherziger und freigiebiger Herr (Rahîm ve Kerim Rabbimiz) - und dafür sei Gott Dank (lillahilhamd) - dazu den Erfolg (muvaffak) verleiht.
Abends setzen wir die Unterweisung des Lichtes (tedrisat-ı Nuriye) mit Menschen (cemaat) aus unserer lichtvollen Gemeinschaft (Nurlu cemaat) fort, die in unsere bescheidene Hütte (fakirhane) kommen.
Während meiner Reise (seyahat) nach Malatya habe ich den dortigen Interessenten (alâkadarlar) erklärt, wie sie arbeiten sollen (tarzları). Aufgrund eines Vorschlags (teklifler) der Anhänger des "Großen Orients (Büyük Dogucular)", mich in meiner Wenigkeit (fakir) ihrer Gemeinschaft (zümreler) anzuschließen, fragte ich sie: "Ist dieser Große Orient eine politische Organisation (siyasî bir teşekkül)?" Da sie nun mit einem Ja geantwortet hatten, habe ich ihnen sinngemäß etwa folgendermaßen geantwortet (cevab): "Ich kann nur eure Fragen (müşkilleri) bezüglich der Themen des Glaubens (iman) und des Qur'ans beantworten und die Punkte, deren Erklärung (izah) ihr wollt, mit Hilfe der Risale-i Nur zu lösen versuchen. Mein Weg (meslek) besteht darin, dass ich, auch wenn ich, was meine eigene Entscheidung (ihtiyar) betrifft und insoweit ich es bewusst (şuur) wahrnehme, innerhalb des Rahmens der Risale-i Nur geführt werde (istihdam). Was also den Glauben (iman) und den Qur'an betrifft, so bin ich in diesen Fragen (mes'eleler) mit euch gleicher Meinung (hemfikriniz). Mit der Politik darf ich mich jedoch nicht beschäftigen (siyasetle iştigal)." In dieser Organisation (zümre) gibt es auch Leute, die sich mit den "Lichtern (Nurlar)" beschäftigen. Ich habe sie also darum gebeten (rica), dass sie einander zur Hand gehen, die Werke (eserler) miteinander lesen, nach den Stellen, die ihnen nur schwer verständlich sind, jemanden befragen und sich darum bemühen (gayret) sollen, die Schrift (hattı) des Qur'ans zu erlernen. In meiner Wenigkeit (âcizane) ermutige ich daher (teşvik) mit meinen Briefen die Brüder in Malatya, Urfa und Antep, diese Werke zu erwerben und ihre Beziehungen untereinander zu intensivieren (alâkalar arttırmaya). Momentan sind also meine Bemühungen um das Licht (mesaî-i Nuriye) von dieser Art.
Unendlicher Lobpreis und Dank (hamd ve şükür) sei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) dafür, dass Er mich trotz meiner unzählbar vielen Fehler (hesabsız kusurlar) meiner Teilnahme (istihdam) am Dienst (hizmet) am Qur'an und am Glauben (iman) für würdig erachtet. Mit Sicherheit werde ich durch den Segen (bereket) der Gebete (dua) meines gesegneten, liebevollen Meisters (mübarek müşfik Üstadım), wenn auch nur als ein schwaches Mitglied (âciz bir ferd) dieser Schar des Lichtes (zümre-i Nuriye), weiter angehören und so möge ich auch einer unter denen sein, die sich dereinst {am Jüngsten Tag (A.d.Ü.)} unter der Fahne des Gelobten (Liva-ül Hamd), mit dem Friede und Segen sei, versammeln werden.
Nochmals küsse (takbil) ich Eure gesegneten (mübarek) Hände in vollkommener Hochachtung (kemal-i ta'zim) und teile Ihnen die Grüße (selâm), die Gebete (dua) und die Hochachtung (ihtiram) aller mit uns verbundenen Brüder (alâkadar kardeşlerim) mit. Allen Gefährten, die Euch mit Leib und Seele (maddeten ve manen) nahe sind, sende ich meine Grüße und erweise Ihnen somit meine Hochachtung (arz ve ihtiram). Bei unserem Herrn (Rabb), dem barmherzigen Allerbarmer (Erhamürrâhimîn), ist meine ständige Bitte (niyaz), Er möge mit meinem hochgeschätzten (aziz), ehrenwerten (muhterem), liebevollen Meister (müşfik Üstadım) allzeit zufrieden (razı) sein und all seine Vorhaben wahr (maksadını hasıl) werden lassen. Âmîn.
{"Der Beständige ist der, der Ewig bleibt und besteht."}
Vielgeliebter und liebenswerter Meister, Euer Exzellenz!
Erstens: Ich beglückwünsche Euch mit Herz und Seele (ruh-u canım tebrik) zu den segensreichen Zehn Nächten (mübarek leyali-i aşere) und zu den heiligen Festtagen (kudsî bayram), erweise Euch meine Hochachtung (arz-ı hürmet), küsse Eure Hände, die das "Licht" verbreiten (Nur neşreden) und bitte um die Verzeihung meiner Fehler (affını istirham).
Zweitens: Ich sage Gott dem barmherzigen Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn) unendlichen Dank (şükrediyorum), der diesen Euren sündhaften (günahkâr), elenden (âdi), ohnmächtigen (âciz), fehlerhaften (kusurlu), unwürdigen (liyakatsız), armseligen (miskin) und nachlässigen Schüler (tenbel talebe) mit den heiligen Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i kudsiye-i imaniye) und des Qur'ans, die in der Risale-i Nur unterrichtet werden, und mit der sowohl geistigen wie auch materiellen (manevi ve maddiye) Erziehung (terbiye) durch unseren liebenswerten Meister (sevgili Üstad) beehrt (mazhar) hat. (Dafür sei Gott Dank, denn dies ist von der Güte meines Herrn. Elhamdülillahi hâzâ min fadli rabbî.)
Geliebter Meister! Wie sehr auch immer ich meinem allbarmherzigen Herrn (Rabb-i Rahîm) danken sollte, der uns jederzeit die Wirkungen (âsârı) Eurer geistigen Erziehung (terbiye-i manevi) erfahren (ihsas) lässt, es ist stets noch zu wenig (az). Um meine Freude über dieses Geschenk (tahdis-i nimet) zum Ausdruck zu bringen, möchte ich dem noch Folgendes hinzufügen (arz): Ich beklage mich nicht wegen meiner Krankheit (hastalıgımdan müşteki). Denn - Dank sei Gott (lillahilhamd) - wurde sie die Ursache (sebeb) dazu, nun in der Tat (bilfiil) in den Wahrheiten (hakikat) der Risale-i Nur, welche das Licht meiner Augen (nur-u aynım), die Freude meiner Seele (sürur-u ruhum) und die Nahrung meines Herzens (gıda-i kalbim) sind, unterrichtet (ders) zu werden und durch sie meine Erfahrungen (bittecrübe) zu machen.
Die Abhandlung als Seelsorge für die Alten (İhtiyarlar Risalesi), die tatsächlich (hakikaten) in meinem vierzigsten Lebensjahr (ömr) für meine körperlichen wie geistigen Krankheiten (maddî ve manevî hastalık) in ihrer fürchterlichen Form (müdhiş bir tarzda) mit jedem "Abschnitt der Hoffnungen (rica)" {Die einzelnen Abschnitte dieser Abhandlung werden als "Hoffnungen" bezeichnet (A.d.Ü.)} Tausende Lichter der Einheit (nur-u tevhid) und Strahlen des Trostes (ziya-yı teselli) über Seele und Herz (ruh ve kalb) ausgießt (serpen), und die Abhandlung als Seelsorge für die Kranken (Hastalar Risalesi), welche in jedem "Abschnitt der Heilmittel (deva)" {Die einzelnen Abschnitte dieser Abhandlung werden als "Heilmittel" bezeichnet (A.d.Ü.)} unendliche geistige Heilung (bînihaye şifa-yı manevî) enthält,
und der Zwanzigste Brief, der überaus wunderbarer und einzigartiger (hârika ve emsalsiz) Weise feinsinnige Wahrheiten (tılsımlar) der elf heiligen Worte der Einheit (kelime-i kudsiye-yi tevhidiye) zu erkennen gibt und aus dessen Worten (cümle) das Licht der Einheit (nur-u tevhid) hervorsprudelt,
und der "Vierundzwanzigste Brief (Yirmidördüncü Mektub)", der besonders wichtige, feinsinnige Fragen (muammalar) unter den Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) beantwortet, welche als die letzten (son), schwierigsten (müşkil) und feinsinnigsten (derin) alle Philosophen, ja sogar die muslimischen Gelehrten (hükema-i İslâmiye) in Erstaunen versetzen,
und das "Siebzehnte Wort (Onyedinci Söz)", das für alle geistigen (manevî) Wunden des Herzens (kalb) ein heiliges Elixier (kudsî bir tiryak) ist, u.dgl. Abhandlungen (emsali risaleler) eilten mir auf eine so wunderbare (hârika) Weise zu Hilfe (imdad) und brachten mir die Genesung (tedavi).
Ich bin zu der dergestalt sicheren Überzeugung (kanaat-ı kat'iyye) gelangt, dass ich durch die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahi) krank wurde, damit sowohl ich als auch diejenigen, die mich in meiner Krankheit (hastalık) besuchten, insbesondere durch die oben erwähnten Abhandlungen der Risale-i Nur, unterrichtet (ders) werden sollten.
Es ist als ob unser liebenswerter, hochverehrter Meister (sevgili, müşfik Üstad) diese Abhandlungen (Risale) für die Alten (ihtiyar) in der Tat auch für die Jungen (gençler) und die Abhandlung für die Kranken (Hastalar Risalesi) auch für die Gesunden (sıhhat) geschrieben hat.
Drittens: Ich sende jedem Einzelnen unserer verehrten Mitbrüder (muhterem arkadaş), die dort wohnen und unserem geliebten Meister (sevgili Üstad) durch ihre wertvollen Dienste (kıymetdar hizmet) beistehen, meine Grüße (selâm) und beglückwünsche sie (tebrik) zugleich auch zu ihren Festtagen (Bayram). Ich küsse die Hände unseres geliebten Meisters und auch die Augen (gözler) meiner Mitbrüder.
{"Der Beständige ist der, der Ewig bleibt und besteht."}
* * *
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}
Meine lieben getreuen Brüder!
Ein Mann (zât) hat mir da einen ziemlich langen Brief mit den neuen Buchstaben geschrieben, wobei er jedoch nicht mitteilt, wer er eigentlich ist. Da er nun an drei Punkten seine Zweifel (şübhe) anmeldete und ihnen dabei in einer Art Widerspruch (itiraz) eine falsche Bedeutung unterschob (yanlış mana), gleicht dies einer Ermahnung (ikaz). Weil nun aber Zank und Hader (münakaşa ve münazara) nicht zu unseren Umgangsformen (meşreb) gehören, wir vielmehr mit denen einverstanden (memnun) sind, die uns unsere Fehler (kusurumuz) wahrheitsgemäß (hakikî) aufzeigen, wollte ich die Tatsache (hakikat) dieser drei Punkte, auf die diese unbekannte Person (meçhul zât) in ihrem Brief hinzielt, darlegen und ihr Missverständnis demgemäß korrigieren (yanlışını tashih):
Punkt eins: Manche Ayat, die dem Meister (Üstad) als Quelle (me'haz) der Risale-i Nur dienen und schon seit langer Zeit zu Saids Rezitationen (vird) gehören, wurden auf Wunsch einiger Schüler (talebelerin arzuları) in Form eines "Abschnitts (hizb) aus dem Qur'an" niedergeschrieben (kalem). Danach wurde dieser auch noch gedruckt (tab). Die Gelehrten unter den Sachverständigen (ehl-i vukuf ülema), beauftragt von vier, fünf Gerichten (mahkeme), und selbst das Amt für die Religiösen Angelegenheiten (Diyanet Riyaseti) und überhaupt kein Gelehrter (âlim) aus der Kommission (heyet) für die Untersuchung der religiösen Veröffentlichungen (tedkik-i kütüb-ü diniye) und selbst die sachverständigen Wissenschaftler (ehl-i vukuf ülema) im Amt für die Gutachten (fetva) in Istanbul, haben dem nicht widersprochen (itiraz), nein, sie haben ihn ganz im Gegenteil hochgeschätzt (takdir) und gutgeheißen (tahsin). Denn vor allem der Auszug (hizb) aus dem Qur'an, der Hazret-i Üsame Radıyallahü Anh gehört und in der gedruckten (matbu) Ausgabe der "Sammlung der Auszüge der Gebete (Mecmuat-ül Ahzab)" enthalten ist, wurde damals unter den Sahabis verteilt (taksim), damit sie jeden Tag einen Abschnitt daraus lesen könnten. In demselben Buch (kitab) und in demselben Band (cild) der "Sammlung der Auszüge aus den Gebeten (Mecmuat-ül Ahzab)" ist auch ein Auszug (hizb) aus dem Qur'an, welcher auf Imam Ghazali zurückgeführt wird, vorhanden und viele Heilige (ehl-i velayet) haben etliche Suren und Ayat, die ihrer Auffassung entsprachen (meşreb muvafık), in Form eines speziellen Auszugs (hizb-i mahsus) aus dem Qur'an zusammengefasst und stehen nun einem jeden zur Verfügung (meydan).
Die opferbereiten des Lichtes (Nur'un kahramanları), wie der verstorbene (merhum) Hâfiz Ali, der vor zehn Jahren als Märtyrer von uns ging (şehiden vefat), wollten die wichtigsten (mühim) Ayat zusammenfassen, welche die Meister (üstadlar), die Quellen (menbalar) der Risale-i Nur und Teil meiner persönlichen Rezitation (hususî virdim) sind. Später habe ich sie ihnen dann zugeschickt. Danach ließen sie diese dann drucken (tab). Denn nicht jeder findet immer die Zeit, den ganzen Qur'an durchzulesen. Aber wenn man einen solchen Auszug (hizb) aus dem Qur'an in die Hand bekommt, hat man jederzeit seinen Nutzen (istifade) daraus. In diesem Gedanken (fikr) sind darin Ayat und Suren niedergeschrieben worden, die viel Lohn (sevab) und Segen (ziyade) bringen. Denn ein Wunder (mu'cize) des Weisen (Hakîm) Qur'ans ist ja Folgendes: Jeder unter den Kennern der Wahrheit (ehl-i hakikat) und den Vollendeten (kemalât) folgt im Qur'an seinem eigenen Weg (meslek sahibi), findet in ihm seiner Auffassung entsprechend (meşrebine muvafık) seinen eigenen Qur'an, einen persönlichen Auszug (hizb-i mahsus) und seinen eigenen Meister (üstad), als wären in dem einen, einzigen Qur'an Tausende kleine Qur'ane enthalten.
Das Geheimnis dieses Wunders (mu'cizenin sırrı) ist Folgendes: Die Ayat des Weisen (Hakîm) Qur'ans und seine Worte {insoweit es sich um den hier zur Diskussion stehenden Text handelt (A.d.Ü.)} stehen nicht nur untereinander im Zusammenhang (münasebet), sondern auch mit sehr vielen anderen Ayat, Worten und Wörtern (kelâmlara ve kelimelere) {die hier nicht weiter besonders behandelt werden (A.d.Ü.)} und beziehen sich auf sie (münasebet). Im Buch der Kommentare des Lichtes (tefsir-i Nuriye) "Ein Hinweis auf das Wunder (isharatul icas)" wird dieses Geheimnis (sır) in gewisser Weise gelüftet, d.h. es handelt sich hier nicht um ganz gewöhnliche Worte und sie gleichen den alltäglichen nicht (kelâmlara benzemez). Jede Ayah hat ihr eigenes Gesicht und ein Auge, das Tausende Ayat gleichzeitig betrachtet. Diese besondere Eigenschaft (vaziyet) des Qur'ans ist die Quelle vieler Wahrheiten (hakaika medar). Die Sufis (ehl-i tarîkat) und die Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat) haben überall im Qur'an ihre besonderen Abschnitte (mahsus hizbleri) im ganzen Qur'an, die ihrem eigenen Weg (meslek) entsprechen.
So ist auch der Auszug (hizb) aus dem Qur'an, auf den sich die Risale-i Nur bezieht, einer der oben erwähnten Art. Um ihn dementsprechend zu veröffentlichen (neşretmek), wollte der verstorbene (merhum) Hafiz Ali, der zu den Heiligen (evliya) gehört, sich beeilen, ihn zu drucken (tab). Denn sie haben diesen Auszug (hizb) des Qur'ans, in dem sich genau so eine Art Wunder in einer solchen symmetrischen Übereinstimmung (mu'cize-i tevafuk) in der Schreibweise des ganzen Qur'ans vorfindet, welche die Risale-i Nur entdeckt hat (keşfiyat), als eine Einführung (mukaddeme) und einen Verkündiger (müjdeci) drucken (tab) lassen, um später in gleicher Weise auch den Qur'an zu drucken. Wir arbeiten seit fünfzehn Jahren an unserem Exemplar des Qur'ans, wie er in der Tat von Hüsrev angefertigt wurde und überaus bewundernswert (pek hârika) ist und diese symmetrische Übereinstimmung (tevafuk) in wunderbarer Weise (mu'cizatlı) aufzeigt, daran, ihn zu drucken. Da aber die meisten Nurcus in Armut leben (fakir-ül hal) und er im Offsetverfahren gedruckt werden muss, die Kosten (masraf) dafür jedoch 25.000 Banknoten betragen, wurde unser Auszug (hizb) aus dem Qur'an als eine Einführung (mukaddeme) dazu vorerst als ein Bote (müjdeci) unseres wunderhaften (mu'cizeli) Exemplars des Qur'ans gedruckt. Unser wunderhaftes Exemplar des Qur'ans hat bereits sowohl das Amt für die Religiösen Angelegenheiten (Diyanet Riyaseti) untersucht (tedkik) und dort großen Anklang gefunden (begenmiş), als auch die Gelehrten (ülema) im Amt für die Gutachten (tedkik-i mesahif) in Istanbul gesehen und wurde als sehr schön gefunden. Sie haben ihn eingehend untersucht (tedkik) und uns korrigiert (musahhah) wieder zurückgegeben (iade). Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass unser Qur'an-Exemplar in Kürze gedruckt und als ein Geschenk des Lichtes (hediye-i Nuriye) in der islamischen Welt (âlem) verbreitet wird (neşredilecektir).