In der Einführung des Werkes "Ein Zeichen des Wunders" (İşarat-ül İ'caz), mit dessen Abfassung er heute vor vierzig Jahren und damit kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs begonnen hatte, sagte er:
Da nun einmal der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist, alle Arten wahrer Wissenschaften (ulûm-u hakikiye) umfasst und eine Ansprache des Urewigen (hutbe-i ezeliye) ist, die Er in allen Jahrhunderten an alle Schichten der Menschheit richtete, kann auf jeden Fall ein einziger Mensch mit seinem geringen Verständnis keinen würdigen und vollkommenen Kommentar (tefsir) zustande bringen, denn das überstiege seine Fähigkeiten.
Es kann ja ein Einzelner seine Vorstellungen sehr selten von dem Einfluss seines individuellen Weges und seines Temperamentes (meslek ve meşreb) befreien. Solange ihn noch sein individuelles Temperament beeinflusst, kann er die Wahrheit nicht sauber und wortgetreu zum Ausdruck bringen. Sein Verständnis und die Bedeutung gehören zu dem persönlichen Ausdruck eines Einzelnen. Ein Einzelner kann ihn akzeptieren. Andere kann er jedoch nicht dazu einladen. Wenn die Gelehrten des Volkes (cumhur-u ülema) seine Auslegung anerkennen und deren Geltung auch an andere weitergeben, kann er auch einen anderen zu dieser Bedeutung einladen; und das kann dann auch zu einem wahrhaftigen, vollkommenen Kommentar (tefsir) werden. Was seine Schlussfolgerung und seine persönliche Meinung (istinbat ve içtihad) hinsichtlich der Urteile (ahkâm) betrifft - unter der Bedingung, dass seine Lust und Laune ihm nicht dazwischenkommt - so kann er zunächst einmal sich selbst danach richten, er kann sie aber nicht für andere als allgemeingültiges Zeugnis anführen, bis eine Art Konsens (icma') sein Urteil bestätigt. Um Urteile zu fällen, ein Gesetz (ahkâm-ı şer'iye) zu erlassen und in Kraft zu setzen und so die geistige Anarchie zu beseitigen, die eine Folge der Meinungsfreiheit (hürriyet-i fikir) ist, ist es besonders notwendig, dass eine Gemeinschaft aus Forschern und großen Gelehrten (ülema-i muhakkikin) gebildet wird, welche das Vertrauen der Gesamtheit erlangt und durch das Vertrauen der Gelehrten (cumhur-u ulema) des Volkes für die Gemeinde (ümmet) zu einer Art stillschweigender Bürgschaft (zımnî kefalet) und gleich einem Advokat (dava vekili) werden und so dem Geheimnis des Zeugnisses (hüccet) den Konsens der Gemeinde (icma'-ı ümmet) erlangen. Dann kann auch die Schlussfolgerung aus dieser Meinung (içtihad) durch diesen Konsens (icma') gesetzlich zu einem Grundsatz (şer'an düstur) werden. Dieser gilt dann als Bestätigung und mit seinem Siegel (tasdik ve sikke) für alle als Konsensus. Genauso wie dieses ist Folgendes notwendig:
Die Entdeckung der Bedeutungen des Qur'ans und eine Sammlung all der verschiedenen Schönheiten (mehasin) in den Kommentarbüchern (tefsirler) sind für die Feststellung der Wahrheiten des Qur'ans unentbehrlich, die sowohl im Wellengang der Gezeiten (zamanın çalkaması) als auch durch die Entdeckungen der Wissenschaften (fenlerin keşfi) zu funkeln beginnen und schließlich in Erscheinung treten, sodass nun eine Kommission, die sich aus Forschern, Wissenschaftlern (allâmeler) und Gelehrten (Muhakkikîn-i ülema) zusammengefunden hat, deren jeder in seinem Wissenszweig kompetent ist und über ein umfassendes Denkvermögen und eine kritische Betrachtungsweise verfügt, sich für diese Aufgabe bereitstellt.
Zusammenfassung: Für denjenigen, der den Qur'an kommentiert (tefsir), wird vorausgesetzt, dass er eine überaus erhabene Genialität (âlî bir deha), eine prägnante, tiefschürfende Meinung (içtihad) und eine Art heilige Kraft (kuvve-i kudsiye) besitzt. In dieser Zeit kann sich eine solche Persönlichkeit nur innerhalb einer geistigen Körperschaft (şahs-ı manevî) wiederfinden. Eine solche geistige Körperschaft kann aus der Verschmelzung vieler Geister (ruhlar) und ihrem Gemeinschaftssinn (tesanüd), aus einer Ansammlung von Ideen (efkârın telahuk), aus gegenseitigen Beiträgen, aus einer Reflexion der Herzen miteinander, aus der Wahrhaftigkeit (ihlas) und Aufrichtigkeit (samimiyet) und aus einer der oben erwähnten Gemeinschaften erwachsen. Aus dieser Gemeinschaft entsteht eine Art verinnerlichter Vergeistigung (ruh-u manevî).
Nach dem Leitsatz: "Es findet sich in ihrer Gesamtheit eine Besonderheit, die in keinem Einzelnen ihrer Mitglieder zu finden ist", sind häufig die Auswirkungen einer Meinung (içtihadın âsârı), die Besonderheiten des Lichtes der Heiligkeit (nur-u velayetin hassaları) und ihrer Ausstrahlung in einer Gemeinschaft (cemaat) zu erkennen, wohingegen in jedem aus dieser Gemeinschaft, wen immer man betrachten möge, diese Besonderheit in der Tat nicht zu erkennen ist. Das also heißt, dass der wahrhaftige Gemeinschaftssinn (ihlasla tesanüdler) der einfachen Leute die Besonderheit einer Heiligkeit (velayet) ausstrahlt.
Aufgrund dieser Tatsache wartete ich immer auf die Entstehung einer solchen Kommission mit dieser Absicht. In dieser Hoffnung verfolgte ich seit meiner Kindheit dieses Ideal (gaye-i hayal). Unerwartet kam mir in der Art eines Gefühls der Vorsehung (hiss-i kabl-el vuku') in mein Herz, dass zwei gewaltig große materielle und geistige Erdbeben sich näherten.
Unser Meister (Üstadımız) sagte uns des Öfteren (mükerreren), und das noch lange vor dem Ersten Weltkrieg, als er uns noch häufig in der Kenntnis (ulûm) der arabischen Sprache unterrichtete, in der Tat recht überzeugt: "Ein großes, weltweites Erdbeben nähert sich. Seid also darauf vorbereitet. In dieser Zeit wird jeder solche jungen Leute (mücerred) wie mich beneiden (gıbta)." In ziemlich kurzer Zeit danach haben sich dann die Nachrichten, die er so oft wiederholt hatte, genau so als wahr herausgestellt.
Im Namen seiner alten Schüler (talebe) in Horhor, die ehemaligen Studenten (mezunlar) der Medreset-ül Vaizîn
Mehmed Sadık, Sabri, Mehmed Şefik, Mehmed Mihri, Hamza
Daraufhin habe ich trotz meiner Schwäche und Fehlerhaftigkeit, trotz der Unklarheit und Undeutlichkeit in meiner Ausdrucksweise eine machtvolle Ermahnung aus dem Verborgenen (ihtar-ı gaybî) verspürt, die Hinweise der Wunderhaftigkeit (i'caz) in der Ordnung des Qur'ans und die Anmerkungen, die in meinem Herzen auftauchten, aufzunehmen und zu Papier zu bringen und manche Glaubenswahrheiten der Ayah niederzuschreiben. Da ich stattdessen im Krieg in einer ziemlich verwirrenden Lage war, war es mir auch nicht möglich, in den Büchern die Kommentare nachzuschlagen. Als Informationsquelle stand mir nur der Qur'an zur Verfügung. So schrieb ich denn; und wenn das, was ich geschrieben habe, den Kommentarbüchern entspricht, so ist das ein schönes Geschenk (nimet) und eine gelungene Arbeit (muvaffakıyet) Ansonsten liegt der Fehler in meinem unzulänglichen Gedächtnis.
Es war jedoch gerade die Zeit des Ersten Weltkrieges und dies im Sinne eines großen materiellen Erdbebens (zelzele-i kübra), und fast am Ende dieses gewaltig großen Erdbebens (zelzele-i azîme) kam das geistige (manevî), gewaltig große Erdbeben, das Nest der oben erwähnten Kommission (heyet) zustande, die alles zerstörte, sodass für eine solche hohe wissenschaftliche Kommission (heyet-i âliye-i ilmiye) alle Türen zur Erfüllung einer solchen Aufgabe (vazife) wieder verschlossen wurden. Dann habe ich trotz meines mangelhaften Verständnisses in der Pflichterfüllung des Kampfes (fariza-i cihad) im ersten Weltkrieg an vorderster Front, insoweit ich die Gelegenheit gefunden habe, die Anmerkungen (nükteler) niedergeschrieben, die in meinem Herzen auftauchten. Als wir in den Bächen und auf den Bergen im Angriff waren, hatte ich sie immer aufgeschrieben. Da unter dem Einfluss dieser derart verwirrenden Umstände die solcherart niedergeschriebenen Texte sehr verschieden sein können, müssen sie nun unbedingt korrigiert und verbessert werden, wobei aber mein Herz mit einer Änderung und Umformung (tebdil ve tagyir) nicht einverstanden war. Denn da sie in ehrlicher Absicht (niyet-i hâlise), in der wir bereit waren, jederzeit als Märtyrer (şehid) zu fallen, geschrieben wurden, kann diese reine Haltung nicht jederzeit gegeben sein.
Ich zeige jedoch meine Schriften nicht als einen Kommentar (tefsir) des Geoffenbarten (tenzil), vielmehr als eine Art Nachschlagewerk (me'haz) für einige Aspekte des Kommentars den wahrhaften Gelehrten (ülema-i muhakkikîn), welche Leute der Vollendung (ehl-i kemal) sind, zur Ansicht. In der Tat hat meine Begeisterung (şevk) mich an einen Punkt geführt, der weit jenseits meiner Möglichkeiten liegt. Wenn ernstzunehmende Kritiker (ehl-i tahkik) dann meine Kommentare für gut heißen befinden (istihsan), würde mich das zu einer Fortsetzung und weiterer Arbeit ermutigen und dazu anregen (teşci' ve tergib).
Ich danke und lobpreise (hamd ü sena) die großartige Erscheinung des majestätischen Herrn (Zât-ı Zülcelal) nach der Anzahl der Erscheinungen seiner Barmherzigkeit (rahmet), der den Menschen erschafft und ihn den Qur'an lehrt in Seinem Namen "der Allbarmherzige" (Ar-Rahman). Wir beten für den Seyyid-ül Beşer Muhammed Aleyhissalâtü Vesselâm, seinen Ehrwürdigen Botschafter (Resul-i Ekrem), den Er als Haupt der Menschheit und als Barmherzigkeit für die Welten (Rahmeten lil'âlemîn) gesandt hat, nach der Anzahl der Früchte seiner Sendung (risalet), für seine Familie und seine Gefährten, mit denen Friede und Segen sei, und danken unendliche Male dafür, dass Gott den Ruhmreichen Qur'an, der ein großes Wunder (mu'cize-i kübra) ist und Anzeichen und Hinweise der Wahrheiten der Schöpfung (hakaik-i kâinat) bis zum Ende der Zeiten ganz und gar in sich trägt, ihm über die Jahrhunderte hinweg Fortbestand und Beständigkeit gegeben, ihm als Wegweiser für die Menschheit bis zum Jüngsten Tag (kıyamet) Beständigkeit verliehen und ihm diesen Ehrenwerten Botschafter (Resul-i Ekrem) zum Großmeister (Üstad-ı A'zam) ernannt hat.
Und weiter solltet ihr wissen:
Erstens ist es unsere Absicht, mit diesen Hinweisen und den Anmerkungen, die wir noch schreiben wollen, einen Teil der Formulierungen (remizler) und der Anordnung (nazm) im Qur'an zu kommentieren. Denn das feinsinnigste, jedoch machtvolle und durch seine Wortwahl die Wahrheit offenbarende Wunder (i'caz) unter sieben Arten von Wundern erscheint in der Anordnung des Qur'ans. In der Tat geht die glänzende Wunderhaftigkeit (i'caz) mit Sicherheit aus den Ornamenten seiner Anordnung (nazm) hervor.
Zweitens: Die Hauptthemen im Qur'an und seine Hauptelemente (anasır-ı asliye) sind die folgenden vier Wahrheiten: die Einheit (Tauhid), das Prophetentum (Nübüvvet), die Wiederversammlung (Haşir) und die Gerechtigkeit (Adalet). Denn da die Söhne Adams auf dem Felde der Schöpfung der Welt (kâinat sahrası) als eine erstaunlich große Schar (kafile) zusammen mit anderen Gruppen (taifeler) reisend einer nach dem anderen aus den Jahrhunderten über die Bäche, die Städte (şehir) und Ausstellungsorte (meşher) der vergangenen Zeit im Felde der Existenz und des Lebens (vücud ve hayat) schreitend, entschlossen (azimet) ihre Augen auf die hohen Berge der Zukunft (istikbal) und die Gärten dort oben richten und daher zu Treuhändern über die Erde (hilafet-i zemin) ernannt wurden und aus diesem Grund über andere Lebewesen verfügen können und so die meisten Dinge auf dem Antlitz der Erde mit der Gattung der Menschen in Beziehung stehen und demzufolge in Aufregung geraten sind, wendet auch die Schöpfung (kâinat) ihr Gesicht ihnen zu und beschäftigt sich ernsthaft mit dieser Gattung der Menschen. Während die Menschensöhne nur eine einzige Gruppe (taife) sind, mischen sie sich nun unter hunderttausende verschiedene Gruppen, betrachtet auch die Schöpfung (kâinat) wie die Erde (zemin) sie hinsichtlich des Ergebnisses der Erschaffung der Welt (netice-i hilkat-i âlem). Es ist, als ob die Regierung der Geschöpfe der Welt (hilkat-i kâinat hükûmeti) die Wissenschaft von der Weisheit (fenn-i hikmet) als eine Polzeibeamtin dieser Regierung zu dieser Schar von Gästen (misafir) sendete und sie als eine Untersuchungs- und Vernehmungsrichterin verhörte und sie fragte:
"Oh ihr Söhne Adams! Woher kommt ihr und wohin geht ihr? Und was wollt ihr jetzt tun? Ihr mischt euch in alle Dinge ein und manchmal bringt ihr alles durcheinander. Wer ist denn euer König (Sultan)? Wer euer Sprecher (hatib)? Wer euer Anführer (reis)? Und wer sind eure Vorgesetzten? Er soll mir Antwort geben!"
Während dieser Unterredung stand aus der Schar der Söhne Adams Muhammed-ül Hâşimî (Sallallahü Aleyhi ve Sellem) genauso wie die hocherhabenen Propheten (ulü-l azm peygamberler) seinesgleichen auf und sagte zu der Wissenschaft der Weisheit (fenn-i hikmet) mit dem Munde des Qur'ans:
"Oh weisheitsvolle Vernehmungsrichterin! Wir, die Scharen allen Seins (mevcudat), kamen durch die Macht des urewigen Sultans aus den Finsternissen des Nichtseins heraus, traten hinüber in das Licht des Daseins und gelangten in die Erleuchtung allen Seins. Nun hat ein jeder aus unserer Gruppe (taife) eine Aufgabe übernommen. Was nun uns, die Schar der Söhne Adams betrifft, so sind wir mit dem Orden (rütbe) des Trägers des größten anvertrauten Gutes (emanet-i kübra) und mit der Aufgabe, Treuhänder der Erde (hilafet-i zemin) zu sein, unter unseren übrigen Geschwistern im Dasein (mevcudat) privilegiert und mit der Eigenschaft eines Beamten (memuriyet) an diesen Ausstellungsort der Schöpfung (meşher-i kâinat) gesandt worden. Wir stehen jederzeit dazu bereit, uns auf den Weg zu machen und sind beschäftigt mit den Vorbereitungen für den Weg zur Wiederversammlung (haşir), um dort die ewige Glückseligkeit (saadet-i ebediye) zu erlangen. Wir arbeiten daran, die Kerne unserer Fähigkeiten, die unser Hauptkapital sind, zum Keimen anzuregen und sie im Glauben (iman) durch den Qur'an wachsen und gedeihen zu lassen. Der Vorstand und der Sprecher dieser Schar bin ich. Hier in meiner Hand ist dieser Erlass (ferman); geistige und materielle Luft lässt gleich einer einzigen Zunge jedes Wort dieses Erlasses (ferman) auf einmal zu Milliarden werden und die ganze Schöpfung (kâinat) hören. Hier ist diese Ernennungsurkunde (menşur u ferman), sie ist das Wort (kelâm) des Königs von Ewigkeit zu Ewigkeit (Ezel ve Ebed). Sein königliches Siegel (sikke-i şahane) und die immerwährende Prägung (turra-i sermediye), welche darauf erglänzen, sind die zuverlässigen Beweise, dass sie seine Befehle und seine Ansprache sind. Betrachte sie! Achte darauf! Geh und berichte!"
Es ist einzig und allein der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist, der diese drei, vier außergewöhnlichen und einzigartigen Fragen, welche die schwierigsten und allgemeinsten sind und an alles Sein (mevcudat) gestellt werden, in der Tat völlig richtig und einwandfrei beantwortet. Am Anfang wurde dies mit der Aussage (ferman):
{"Dies ist das Buch, an dem es keinen Zweifel gibt." ( Sure 2,2 )}
öffentlich bekannt gegeben.
Da du nun einmal vom Anfang bis hierher eine Wahrheit (hakikat) erkannt hast, wird mit Sicherheit durch diese Wahrheit verständlich, dass die Grundelemente (anasır-ı esasiye) des Qur'ans diese vier Wahrheiten sind, d.h. die Einheit (Tauhid), das Prophetentum (Nübüvvet), die Wiederversammlung (Haşir) und die Gerechtigkeit (Adalet).
Wie diese vier Wahrheiten in der Gesamtheit des Qur'ans seine vier Grundlagen (rükün) sind, so findet sich eine jede dieser vier Grundthemen (makasıd) in vielen Suren wieder. So wird jede Sure gleich einem Qur'an im Kleinen. Zudem werden Hinweise und Anspielungen (telmihen işaretler) auf diese vier Grundthemen (maksat) auch in vielen Sätzen widergegeben. Es kommt sogar manchmal vor, dass in einem einzigen Wort Hinweise auf diese vier Grundlagen zu finden sind. Denn die verschiedenen Themen im Qur'an - einzelne Worte oder seine Ayat - werden insgesamt zu je einem Spiegel und reflektieren sich so ineinander, als ob der Qur'an sein Licht (Nur) dieser Hauptthemen (maksatlar) wellenartig zu ihren Ayat, Sätzen und Wörtern sendete. Wie die Sonne im Spiegel, zeigt manchmal auch ein Wort, ein Satz, einen Qur'an im Kleinen.
Dies ist eine Besonderheit (nükte), die nur dem Qur'an zu eigen ist. So zeigt ein einzelnes Mitglied (cüz) dasselbe Wesen (maksad) wie die Gesamtheit aller (küll). Auch der Qur'an ist ein solches konkretes, einzelnes Wesen (müşahhas bir ferd), {der Islam betrachtet den Qur'an als ein Wesen, nicht als ein Buch (A.d.Ü.)} wird jedoch in der Wissenschaft von der Logik (ilm-i mantık) als eine Gesamtheit (küllî) beschrieben, die viele einzelne Mitglieder (efrad) hat. Im Qur'an finden sich also Tausend einzelne Qur'ane, wodurch er zu einer Gesamtperson (şahs-ı küllî) geworden ist. Und so muss es auch sein. Denn da er ein Unterricht für zahllose und überaus unterschiedliche Gruppen ist, müssen nach der Anzahl dieser zahllosen Gruppen auch ebenso viele Unterrichte in demselben Unterricht vereinigt sein.
Würde man sagen: Zeige uns diese vier Hauptthemen (maksad-ı asliye) in den Ausdrücken "Im Namen Gottes" (Bismillah) und "Dank sei Gott" (Elhamdülillah)!
so würde man dem entgegnen: Da "Im Namen Gottes" (Bismillah) für die Diener Gottes (Allah'ın abdleri) als ein Unterricht herabgesandt worden ist, enthält mit Sicherheit "Im Namen Gottes" (Bismillah) auch das Wort "Sprich!" in sich. Der Grammatik (İlm-i sarf) entsprechend bezeichnet man diesen Umstand als "bekannt vorausgesetzt". So ist diese Voranstellung eines "Sprich!" vor dem "Bismillah" die Grundlage und die Basis aller Worte im Qur'an, die mit "Sprich!" beginnen.
Aufgrund dessen liegt in dem Wort "Sprich!" ein Hinweis auf das Prophetentum (Risalet) und in "Bismillah" ein Hinweis auf das Göttliche (Ulûhiyet). Das Wort "b" in dem Ausdruck "bismi" und dass das Wort "Sprich!" gleich vor dem Besmele - als bekannt vorausgesetzt - drückt die Bedeutung der Einschränkung und des "einzig und allein" aus und weist so auch auf die Einheit (tauhid) hin, d.h. fange nur in Seinem Namen (ism) an und erwarte Seine Hilfe (medet).
Im Namen "Rahman" liegt ein Hinweis auf die Ordnung und Gerechtigkeit und auf die Erscheinungen der Barmherzigkeit (rahmet). Denn die verschiedenen, völlig miteinander vermischten Seinsformen (mevcudat) sind durch die Ordnung erst gut geworden. So können sie die Erscheinungen der Barmherzigkeit (rahmet) aufweisen.
Und im Namen "Rahim" liegt ein Hinweis auf den Tag der Wiederauferstehung (haşr). Denn in seiner Bedeutung liegt sowohl die Verzeihung als auch das Erbarmen (rahmet) und das Mitleid (şefkat). In dieser vergänglichen Welt können diese vier Grundthemen nicht mit ihrer Wahrheit allgemein verständlich erkennbar werden. Mit Sicherheit können diese Bedeutungen in einem anderen Ort vollständig in Erscheinung treten. Zudem ist die Wahrheit der Barmherzigkeit und des Mitleids mit dem Sterben ohne ein Leben an einem anderen Ort (diyar-ı âhar) undenkbar. Also streckt das Mitleid in "Rahim" seinen Finger nach dem Paradies (Cennet) aus und weist darauf hin.
Nun betrachten wir einmal die Ayah
{"Lobpreis und Dank sei Gott, dem Herrn der Welten!" (Sure 1, 2). "der Herrscher am Tage des Gerichtes" (Sure 1, 4)}
In dem اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ {"Lobpreis und Dank sei Gott"} gibt es offensichtliche Hinweise auf das Göttliche (Ulûhiyet). Denn aller Lobpreis (hamd) und Dank gebührt Gott (Allah) allein. Wie dieser Satz auf das Göttliche hinweist, so zeigt er uns auch Seine Einheit (tauhid).
Die Präposition Lâm in dem Wort "lillahi" hat nach der Grammatik (ilm-i sarf) in der Tat die Bedeutung einer Beschränkung (ihtisas) und einer Würdigung (istihkak). Der Artikel verbunden mit Elif und Lam in dem Wort "el-Hamdu" hat auch eine Bedeutung des "sich ganz überlassen (istigrak)" das also heißt, dass aller Lobpreis (hamd) und Dank Gott (Allah) allein gebührt. Dies kommt in dem Wort "Einheit" (tauhid) unmissverständlich zum Ausdruck. In dem Wort رَبِّ الْعَالَم۪ينَ {"der Herr der Welten"} liegt ein Hinweis sowohl auf die Gerechtigkeit (adalet) als auch auf das Prophetentum (nübüvvet). Denn die vollkommene Ausgewogenheit (muvazene), Ordnung (intizam) und vollkommene Versorgung (terbiye) der achtzehntausend Welten (âlem), angefangen von den Atomen (zerre) bis hin zu den Zellen, von den Mücken bis hin zu den Planeten und den Sternen, die tausendfach größer als unsere Erde sind, zeigen eine überaus vollkommene, große Gerechtigkeit (adâlet-i kübra).
Was den Hinweis auf das Prophetentum (Nübüvvet) betrifft, so lässt er sich folgendermaßen erklären: Da nun einmal den natürlichen Kräften des Menschengeschlechtes nicht wie bei den Tieren Grenzen gesetzt wurden, erwachsen daraus Überschreitungen. Zudem steht der Mensch körperlich wie auch geistig mit der ganzen Schöpfung in Verbindung. Die erhabene Weisheit der Menschheit (hikmet-i âliye-i beşeriyeti) bei der Erschaffung der Schöpfung (hilkat-i kâinat) liegt in der Erfüllung des großen anvertrauten Gutes (emanet-i kübrâ). Dazu dient zwangsläufig das Prophetentum (nübüvvet), damit die Fähigkeiten des Menschen gleich Kernen, die in Anordnung und Ordnung stehen, angeregt werden, zu wachsen und zu gedeihen, sodass der Mensch seinen hohen Rang, der in dem Ausdruck "Welten" (alemin) aus dem "Herr der Welten" (rabbilalemin) zu erkennen ist, ein Treuhänder der Erde (halife-i zemîn) werden und seinen Vorzug vor den Engeln (melâikeye rüçhaniyet) ausdrücken kann.
Was den Ausdruck
{"der Herrscher am Tage des Gerichtes " (Sure 1, 4)}
betrifft, so erklärt (tasrih) er den Glauben an die Wiederauferstehung (haşri) ausdrücklich, nämlich يَوْمِ الدّ۪ينِ {"amTag des Gerichtes",} d.h. dem Tag des Glaubens, dem Tag der Abrechnung und dem Tag der Geistigkeit (mâneviyat günü). Die Welt (dünya) ist ja der Tag der Materie (maddiyat), also all der Dinge, die man mit dem Körper tut und macht (maddî harekâtı ve amelleri). So drückt dieser Satz also aus, dass mit Sicherheit ein Tag kommen wird, der die Ergebnisse dieser Handlungen, den Lohn dieser Dienste und die Früchte dieser Geistigkeit, alle beständigen und immerwährenden Werke dieser vergänglichen und untergehenden Welt, die mit den Kameras und Fotoapparaten der Bilderwelt (âlem-i misal) aufgenommen wurden, die Seiten der Taten (sahife-i amel) dieser vergänglichen, untergehenden Welt vorführen und veröffentlichen wird.
Wie in den Ausdrücken "im Namen Gottes" (bismillah) und "Dank sei Gott" (elhamdülillâh) kann man an vielen Stellen im Qur'an diese vier Grundthemen (unsur-u esasi) erkennen. Z.B.
{"Wir haben dir die Fülle gegeben"}
Wie in einer Perlmuttschale (sadef) liegen diese vier Perlen (cevahir) darin. Wenn du sie aufmerksam betrachtest, wirst du sie darin erkennen können. "Wir haben dir die Fülle (Kevser) gegeben" d.h. so wie dein Majestätischer Herr (Zât-ı Zülcelâlin) dich mit dem Prophetentum (nübüvvet) und mit der Erlangung der Gerechtigkeit (temin-i adâlet) im materiellen wie im geistigen Sinne (maddî-manevî) gewürdigt hat, so schenkt Er dir die Fülle auch im Paradies (Cennette Kevser).
Oh Fragender (sâil)! Fasse diese Wahrheit kurz! Sie zu erklären ist besonders langwierig. Verwende jedoch diese drei Beispiele als die Methode der Wahl (minval) und als ein Weberschiffchen (mekik). Beginne damit diese Zusammenhänge und Hinweise (münasebat ve işarat) zu weben. Auch wir fangen nun mit "im Namen Gottes" (bismillah) an. Die Erklärung dazu und die Durchführung überlassen wir der Risale-i Nur, dem "Ersten Wort" (Birinci Söz), dem "Vierzehnten Blitz" über "bismillah" (Besmele Lem'ası) und anderen Stellen in der Risale-i Nur über die Wahrheit von "bismillah" und deren Zeugnisse und wollen hier nur hinsichtlich der qur'anischen Ordnung (nazm) einen kleinen Hinweis (îma) setzen. Es ist dies wie folgt:
"Bismillah" gleicht der Sonne. So wie es andere erleuchtet, so zeigt es auch sich selbst. Da es jede Seele (ruh) in jeder Minute für jeden Atemzug (nefes) benötigt, so wie jeder Mensch zum Leben Luft und Wasser braucht, verspürt die Seele (ruh) jedes Menschen seine Wahrheit (hakikat). Auch wenn das Herz (kalb) und die innere Wahrnehmung (hayal) nichts davon ahnt, ist das nicht von Bedeutung. Deswegen bedarf es keiner weiteren Erklärungen und Beschreibungen (beyan ve tarif).
Unter allen Buchstaben (harf) und Ausdrücken (cüz) beinhaltet das "b" nach der Wissenschaft der Syntax (fenn-i sarf) in erster Linie eine Bitte um Hilfe (mânâsı istiâne). Seine traditionelle Bedeutung (mânâ-yı örfî) ist ein Segensgeschenk (teberrük). Daher verbindet sich dieses "b" als Bezugswort (merci-i müteallik) mit Verben, die von der Bedeutung ausgehen: اَسْتَع۪ينُ {"ich bitte um Hilfe"} oder اَتَيَمَّنُ {"ich wünsche, dass es zum Segen gereicht",} oder es bezieht sich auf das Verb قُلْ {"Sag!"} das von dem اِقْرَاْ {"lies",} abgeleitet wird, welches dem بِسْمِ اللّٰهِ {"bismillah"} vorangestellt wird, d.h. "O Herr (Ya Rabbi), ich werde mit der Hilfe Deines Namens und Deines Segens lesen. So wie jedes Ding durch Deine Macht (kudret), durch Deine Erschaffung (icad) und durch Deine Führung (tevfîk) zustande kommt, fange ich nur allein in Deinem Namen an." Dass also dem بِسْمِ اللّٰهِ {"bismillah"} das Wort اِقْرَاْ {"lies!"} vorangestellt ist, drückt es sowohl die Aufrichtigkeit (ihlâs) als auch die Einheit (tauhid) aus.
Was aber das Wort اِسْم {"Name" (ism)} betrifft, so wisst ihr, dass ein Teil der 1001 Namen des "Herrn, der notwendigerweise da sein muss" (Zât-ı Vâcib-ül Vücud), als "auf Sein Wesen bezogene Namen" (Esma-i Zâtiye) genannt werden und in jeder Hinsicht den "Allheiligen Herrn" (Zât-ı Akdes) bezeichnen. Sie sind also Seine Namen und Seine Titel. Davon gibt es viele Namen, wie "Allah" (Gott), "Ehad" (der Eine), "Samed" (der Alleinige), "Vâcib-ül Vücud" (der notwendig Seiende). Ein anderer Teil wird als die auf Seine Taten (Esma-i Fiiliye) bezogenen Namen bezeichnet (tabir) und kennt gleichfalls viele Arten, z.B.: "Gaffar" (der Verzeihende), "Rezzak" (der Versorger), "Muhyî" (Er lässt leben), "Mümit" (Er lässt sterben), "Mün'im" (der Gebende), "Muhsin" (der Schenkende).
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen immer und allezeit."}
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Erstens: Wir beglückwünschen euch aus ganzem Herzen und tiefster Seele sowohl zu den vergangenen als auch zu den noch kommenden materiellen wie auch den geistigen Feiertagen (Bayram) und zu den gesegneten Nächten. Wir bitten die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) um die Annahme eurer Anbetung und Gebete (ibadet ve dualar), die ihr verrichtet und darbringt, aus ganzem Herzen und tiefster Seele, wünschen sie auch für uns und sprechen für alle gesegneten Gebete ein âmîn.
Zweitens: Ich sehe mich leider gezwungen, auf zwei wichtige Fragen, die mir häufig sowohl von geistigen als auch von verschiedenen anderen Richtungen gestellt wurden, eine vertrauliche Antwort zu geben.
Die erste Frage: Warum warst du damals, noch zu Anfang der Deklaration der konstitutionellen Monarchie (hürriyet), fieberhaft mit Politik beschäftigt und hast sie doch seit etwa vierzig Jahren wieder ganz und gar aufgegeben?
Antwort: Ein Grundgesetz (kanun-u esasî), das in der Politik der Menschheit (siyaset-i beşer) fest verankert ist: "Für das Heil des Volkes (selâmet-i millet) werden die einzelnen geopfert. Für das Heil der Gemeinschaft werden die Einzelnen geopfert. Für die Heimat wird alles aufgeopfert." Die fürchterlichen Verbrechen (cinayet) gegen die Menschheit erwachsen bis heute aus dem Missbrauch dieses Gesetzes (kanunun sû'-i istimali). Das habe ich mit Sicherheit so erkannt.
Da es für dieses Grundgesetz (kanun-u esasî) aller Menschen keine festgesetzten Grenzen gibt, öffnet sich hier das Tor zu einem Missbrauch (sû'-i istimal). Beide Weltkriege (harb-i umumî) erwuchsen aber nun aus diesem Missbrauch (sû'-i istimal) eines grausamen Grundgesetzes (kanun-u esasî), zerstörten das Ergebnis eines tausendjährigen Fortschritts der Menschheit und ließen es zu, aufgrund von zehn Verbrechern neunzig Unschuldige umzubringen. Unter dem Vorwand eines allgemeinen Vorteils (menfaat-i umumî) zerstörten individuelle Hassgefühle wegen eines einzigen Verbrechers eine ganze Stadt. Da nun aber die Risale-i Nur diese Tatsache bereits bewiesen hat, verweise ich für alle weiteren Ausführungen auf deren verschiedene Abhandlungen und Verteidigungsreden.
So habe ich denn gegen dieses grausame Grundgesetz (gaddar kanun-u esasîsi) einer menschlichen Politik (beşeriyet siyasetleri) dieses folgende Grundgesetz (kanun-u esasî) im Qur'an gefunden, dessen Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist, und das von dem Gewaltigen Thron (Arş-ı A'zam) herabgesandt wurde. Die folgenden Ayat drücken dieses Gesetz (kanun) aus:
{"Niemand trägt die Last eines anderen." (Sure 6,164)}
{"Wer jemanden getötet hat, der niemanden getötet oder Verderben auf Erden angerichtet hat, gleicht einem, der alle Menschen getötet hat." (Sure 5, 32)}
Das aber heißt, dass diese beiden Ayat dieses Grundgesetz unterrichten: "Für das Verbrechen eines Menschen können andere nicht verantwortlich sein. Zudem darf ein Unschuldiger auch nicht ohne seine Einwilligung für alle Menschen geopfert werden. Falls er sich freiwillig und mit seiner Einwilligung opfert, ist dieses Opfer ein Märtyrertod (şehadet). Doch das ist dann eine andere Sache." So errichtet es die wahrhaftige Gerechtigkeit in der Menschheit (adalet-i beşeriye). Auch hier überlasse ich die Anwendung wiederum der Risale-i Nur.
Zweite Frage: Du hattest früher, als du noch unter den nomadischen Stämmen im Osten umherzogst, sie oftmals zu Zivilisation und Fortschritt ermuntert. Weshalb hast du dich vor fast vierzig Jahren aus der gegenwärtigen Zivilisation in ein nicht mehr gesellschaftsfähiges Leben - also ohne Mim gesprochen {Medeniyet = bürgerlich - deniyet = ärgerlich (A.d.Ü.)} - zurückgezogen und dich zu einem isolierten Leben abgesondert?
Antwort: Da die gegenwärtige westliche Zivilisation (medeniyet-i hazıra-i garbiye) den Grundgesetzen des Himmels (semavî kanun-u esasî) zuwiderläuft, gewinnen ihre Schlechtigkeiten über ihre guten Seiten (seyyiatı hasenatına), ihre Fehler und Schwächen über ihren Nutzen die Oberhand. Allgemeine Ruhe (istirahat-ı umumiye) und das Glück im irdischen Leben (saadet-i hayat-ı dünyeviyye), welches der wahre Sinn der Zivilisation ist, sind verschwunden. Anstelle der Sparsamkeit und Genügsamkeit (iktisad, kanaat) treten Verschwendung und Ausschweifung (israf ve sefahet) und an die Stelle der Arbeit und des Dienstes (sa'y ve hizmet) die Faulheit und die Neigung zur Bequemlichkeit (tenbellik ve istirahat meyli), weswegen sie den armseligen Menschen sowohl sehr arm als auch sehr faul gemacht haben. Der Grundsatz (kanun-u esasî) des vom Himmel geoffenbarten (semavî) Qur'ans sagt mit seinem grundlegenden Erlass (ferman-ı esasî):
{"Dem Menschen wird nichts anderes zuteil, als das, wonach er strebt." (Sure 53,39)
"Esst und trinkt, aber verschwendet nicht!" (Sure 7,31)}
"Das Glück im Leben des Menschen liegt in seiner Sparsamkeit und in seiner Arbeit (iktisad ve sa'y). So können sich die Oberschicht (beşerin havas) und das einfache Volk (avam tabakası) miteinander versöhnen." Da die Risale-i Nur diesen Grundsatz bereits einmal erläutert hat, möchte ich hier nur kurz ein, zwei Anmerkungen hinzufügen.
Erstens: Als Nomade (bedevilik) brauchte ein Mensch nur drei, vier Dinge. Leute, welche sich diese drei, vier Dinge nicht beschafft hatten, waren vielleicht nur zwei von zehn. Die heutige erbarmungslose westliche Zivilisation (medeniyet-i zalime-i hazıra) macht durch ihren Missbrauch (sû'-i istimalat), die Verschwendung (israfat) sowie ihre Anregung der Kauflust (hevesatı tehyic) aus gar nicht notwendigen Bedürfnissen (havaic-i gayr-ı zaruriye) notwendige Bedürfnisse (zarurî hacatlar). Durch Gewohnheit (tiryakilik) ist heute das, was ein zivilisierter Mensch (medenî insan) wirklich braucht, von vier Dingen auf zwanzig Dinge angewachsen, die man heute so braucht. Leute, welche diese zwanzig Dinge, die man heute so braucht, ganz legal herbeischaffen können, können nur zwei von zwanzig sein. Die übrigen achtzehn verbleiben jedoch in ihrer Not.
Das also heißt, dass diese westliche Zivilisation die Menschen sehr arm macht. In dieser Not führt sie den Menschen in die Ungerechtigkeit und schließlich dazu, die Dinge anders, nämlich illegal (haram) zu erwerben. Und sie ermutigt die armen Leute zu einem ständigen Arbeitskampf gegen die wohlhabende Oberschicht (havas tabakası). Dabei wendet sie sich zugleich von jenem heiligen Gesetz (kudsî kanun), von jenem Grundgesetz (kanun-u esasî) des Qur'ans, das durch seine Verpflichtung zur jährlichen Abgabe (vücub-u zekat) und durch das Zinsverbot (hurmet-i riba) den Gehorsam des einfachen Volkes (avam) gegenüber der Oberschicht (havas) und das Mitgefühl (şefkat) der Oberschicht gegenüber dem einfachen Volk mit sich bringt, ab, und führt infolgedessen zwangsläufig die Bourgeoisie zur Unterdrückung und die Armen zur Auflehnung (isyan). So hat sie die Ruhe der Menschen vollständig vernichtet.
Zweite Anmerkung: Da die Wunderwerke dieser heutigen Zivilisation für die Menschen jeweils ein Geschenk des Herrn sind, erfordern sie eine wahrhaftige Dankbarkeit und ihre Anwendung für den Vorteil der Menschen, wohingegen wir heute sehen, dass ein beträchtlicher Teil davon die Neigung der Menschen zu Faulheit (tenbellik) und Freizügigkeit (sefahet) verleitet, sodass sie Arbeit und Mühe aufgeben und in ihrer Bequemlichkeit ihren Launen folgen. So zerstört diese Zivilisation ihre Freude an der Arbeit. Infolge ihrer Unzufriedenheit (kanaatsizlik) und Kaufsucht (iktisadsızlık) führt sie sie zu Freizügigkeit (sefahet), zur Verschwendung (israf), zu Unrecht (zulm) und Gesetzlosigkeit (haram), so wie z.B. in der Abhandlung "Der Schlüssel zum Licht" (Nur Anahtarı) in der Risale-i Nur erwähnt wird: "Während der Rundfunk eigentlich ein großes Geschenk ist und eine innerliche Dankbarkeit (manevî şükür) dafür erfordert, indem man ihn zum Nutzen der Menschen gebraucht, werden doch vier von fünf Anteilen für Lustbarkeiten (hevesat) und nutzlose, überflüssige Dinge verschwendet, sodass sie nur noch dem Rundfunk zuhören, der die Menschen zu Faulheit und Neugier verführt, und ihnen die Freude an der Arbeit verdirbt. So verliert er denn seinen wahren Sinn. Sogar bei einem Teil wunderschöner Fahrzeuge, die sehr nützlich sind, habe ich selbst gesehen, dass nur ein oder zwei von ihnen, während sie doch für Arbeit und Handel zum wirklichen Nutzen und für die Bedürfnisse der Menschen eingesetzt und für tatsächliche Bedürfnisse verwendet werden sollten, sie acht von zehn Menschen willkürlich in eine Sucht aus Lustbarkeiten, Ausflüge und Urlaub versetzen. Diesen beiden kleinen Beispielen könnten noch weitere Tausende Beispiele folgen.
Zusammenfassung: Da die heutige westliche Zivilisation nicht so recht auf die vom Himmel geoffenbarten Religionen (semavî dinler) hört, hat sie die Menschen sowohl arm gemacht, als auch ihre Bedürfnisse noch gesteigert.
Sie zerstört den Grundsatz der Sparsamkeit und der Genügsamkeit (iktisad ve kanaat esası) und macht den Weg frei, Verschwendung (israf), Habgier und Profitsucht (hırs ve tama'ı) noch zu steigern bis zur Ungerechtigkeit (zulüm) und öffnet den Weg (yol) bis zur Gesetzlosigkeit (haram).
Zudem ermutigt sie die Menschen zu Mitteln der Freizügigkeit (vesait-i sefahet) und stürzt diese hilflosen, notleidenden Menschen im wahrsten Sinne in die Faulheit. Sie verdirbt ihnen die Freude am Tun und Handeln, führt sie zu Lustbarkeiten (hevesat) und Freizügigkeit (sefahet) und vergeudet sinnlos ihr Leben.
Zudem machte sie diese bedürftigen, faul gewordenen Menschen krank und wurde durch Missbrauch und Kraftvergeudung (sû'-i istimal ve israfat) eine Quelle aller Verseuchung und der Verbreitung hunderterlei Arten von Krankheiten.
Zudem zeigt sie vor den Augen des Menschen, der durch drei besonders starke Bedürfnisse, eine Neigung zur Freizügigkeit (meyl-i sefahet), durch vielerlei Krankheiten, die den Tod jederzeit wieder in Erinnerung rufen und die Verbreitung atheistischer Strömungen (dinsizlik cereyan) in verschiedenen Bereichen dieser Zivilisation (medeniyet) aus dem Schlaf gerüttelt und geschüttelt wurde, den Tod in Gestalt einer ewigen Hinrichtung (i'dam-ı ebedî), die den Menschen zu jeder Zeit bedroht und eine Art Höllenqual (cehennem azabı) hervorruft.
So wie anhand der Hinweise und Anzeichen des Qur'ans, dessen Verkündigung ein Wunder ist, zu entnehmen ist, dass gegen dieses furchtbare, von Menschen hervorgerufene Unglück (musibet-i beşeriye), durch die Erweckung der vierhundert Millionen Schüler des Weisen Qur'ans und darin mit vom Himmel geoffenbarten heiligen Grundgesetzen (semavî, kudsî kanun-u esasîleri), gleich wie er vor 1300 Jahren gezeigt hatte, wieder mit den heiligen grundlegenden Gesetzen dieser vierhundert Millionen diese drei fürchterlichen Wunden der Menschheit behandeln und wenn der Weltuntergang (kıyamet) nicht bald über uns kommt, ihn sowohl das Glück im irdischen Leben (saadet-i hayat-ı dünyeviye) des Menschen als auch das Glück in seinem jenseitigen Leben (saadet-i hayat-ı uhreviyye) erwerben lassen und den Tod aus der Bedeutung einer ewigen Hinrichtung (i'dam-ı ebedî) entblößen und als einen Entlassungsschein in die Welt des Lichtes (âlem-i nur) zeigen und die daraus erwachsenen Schönheiten der Zivilisation ihre Schlechtigkeiten vollkommen besiegen und wie bis heute geschehen, geschweige denn ein Teil der Religion (din) nicht als Bestechung zu geben, um einen Teil der Zivilisation zu erwerben, sondern die Zivilisation ihnen, diesen vom Himmel geoffenbarten Gesetzen (semavî kanunlar) zu einer Dienerin und Helferin werden lassen wird, was auch die heutige erwachte Menschheit von Gottes Barmherzigkeit (rahmet-i İlahiye) erwartet, erbittet und danach sucht.
{"Der Beständige ist der, der Ewig bleibt und besteht."}
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist. (Sure 17,44) Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen immer und allezeit."}
Meine lieben getreuen, opferbereiten Brüder!
Aus vielen Orten bekomme ich Telegramme und Briefe mit Glückwünschen zu den Feiertagen. Da ich selbst sehr krank bin, sollen die Säulen (erkânlar) der Medreset-üz Zehra diesen aufrichtigen Brüdern an meiner statt als meine künftigen Erben Gottes Segen sowohl für sie selbst und zu den kommenden Feiertagen (Bayram), als auch für die Einheit des Islam (İttihad-ı İslâm) wünschen, die am Vorabend (arefe) des großen Festes der islamischen Welt steht und sich jetzt auch in Asien und Afrika zu entwickeln beginnt und vierhundert Millionen Muslime untereinander zu Geschwistern und geistigen wie materiellen (maddî ve manevî) Helfern macht, die nun in den islamischen Staaten neu wieder zueinander kommen und sich zusammenschließen, sodass die heiligen Gesetze (kudsî kanun) des Weisen Qur'ans in diesen neuen islamischen Staaten zum Grundgesetz (kanun-u esasî) werden. Ihnen allen wünschen wir zu dieser großen Feier der İslâmiyet Gottes Segen (tebrik). Und der Weise Qur'an, der unter allen Religionen all seine Gesetze und Wahrheiten anhand von Beweisen und aufgrund vieler Anzeichen dem Verstand zugänglich macht, wird allein den entstandenen völligen Unglauben (küfr-ü mutlak) brechen. Und auch für diese kommende Feier der Zukunft der Menschen wünschen wir Gottes Segen (tebrik). Auch zu den Arbeiten für die Veröffentlichung sowohl der arabischen als auch türkischen Abhandlungen der Lichter (Nurlar) mit Hilfe der Medreset-üz Zehra und aller Schüler des Lichtes (Nur Talebeleri) sowohl im Inland als auch im Ausland und dazu, dass ein beachtlicher Teil der religiös gesinnten (dindar) Demokraten sich für die Freigabe der Lichter (Nurlar) einsetzt, bitten wir aus ganzem Herzen und tiefster Seele um Gottes Segen (tebrik).
Obwohl es viele Gründe dafür gibt, warum in diesem Jahr nur wenig Pilger (hacılar) gekommen sind, waren es doch noch mehr als 180.000 Pilger, welche dieses heilige Pflichtgebot (kudsî fariza) auf sich genommen und diese große Pilgerfahrt (hacc-ı ekber) angetreten haben, die als ein heiliger und himmlischer (kudsî ve semavî) Kongress der Religion (din) des Islam gilt. So bitten wir denn dazu am Vorabend (arefe) des gewaltigen Festes (bayram) aus ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh-u canım) um Gottes Segen (tebrik).
{"Der Beständige ist der, der Ewig bleibt und besteht."}