Briefe aus Emirdağ-2
— 159 —
Ein Ausdruck der lauteren Wahrheit

In der Risale-i Nur wird der Beweis erbracht: Gerechtigkeit (adalet) verbirgt sich manchmal hinter einer Art von Gewalttätigkeit. Denn manchmal ist der Mensch aus irgendeinem Grund einer Ungerechtigkeit, einer Gewalttätigkeit ausgesetzt, ein Unglück bricht über ihn herein; er wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, in den Kerker geworfen. Der Grund dafür ist ein Unrecht, das Urteil ist ein Verbrechen. Und dennoch ist dieser Vorfall ein Schlüssel für das Aufscheinen der Gerechtigkeit (adalet). Göttliches Vorherwissen (Kader-i İlahî) hat in diesem Fall über diesen Menschen aus irgendeinem Grund eine solche Strafe aus der Hand eines grausamen (Herrschers) herabkommen lassen und ihn ins Unglück gestürzt und so zu Recht seine verdiente Strafe, seine Verurteilung (bewirkt). Auf diese Weise tritt Gottes Gerechtigkeit (adalet-i İlahî) in Erscheinung.

Nun denke ich über Folgendes nach: Seit achtundzwanzig Jahren werde ich von Vilayat zu Vilayat, von Kasbah zu Kasbah umhergetrieben. Ich werde von einem Gericht zum anderen geschleppt. Was für eine Schuld ist das, die man mir da anhängen will und deretwegen man mich diesen grausamen Schikanen aussetzt? Vielleicht, weil ich meinen Glauben (din) für meine eigene politische Zielsetzung instrumentalisieren wollte? Aber warum denn lässt sich hier die Wahrheit (tahakkuk) nicht feststellen? Weil es in Wirklichkeit ein solches Ding überhaupt nicht gibt. Seit Monaten, ja selbst seit Jahren hat sich ein Gericht bemüht, eine Schuld zu finden, deretwegen man mich endlich verurteilen könnte; und schließlich aufgegeben. Danach hat ein anderer Gerichtshof mich aus demselben Grund erneut einer Verhandlung unterzogen; und war so wieder für eine Weile beschäftigt; und ich wurde unter Druck gesetzt; und ich musste die verschiedensten Schikanen über mich ergehen lassen. Doch da man damit zu keinem Ergebnis kam, gab man schließlich wieder auf. Danach packte man mich noch ein drittes Mal am Kragen. So wurde ich fort und fort von einem Unglück ins andere, von einer Katastrophe in die nächste fortgeschleppt und gezogen. So gingen achtundzwanzig Jahre meines Lebens dahin. Am Ende haben diejenigen, die mich beschuldigt hatten, selbst verstanden, dass alle diese Schuldzuweisungen null und nichtig waren.

— 160 —

Bringen sie nun diese Anschuldigungen mit Absicht gegen mich vor, oder haben sie nur eine gegen mich vorgebrachte Verdächtigung aufgegriffen? Aber mag es nun Absicht gewesen sein, mag es eine bloße Verdächtigung gewesen sein, so weiß ich doch in meinem Gewissen (vicdan) mit absolut vollkommener Gewissheit, dass ich nichts mit diesen Beschuldigungen zu tun und kein Interesse an diesen Dingen habe. Ich bin kein Mensch, der die Politik als Werkzeug benutzt; und das weiß in dieser Welt (dunya) auch jeder vernünftig Denkende. Ja, das wissen sogar alle, die mich eines solchen Verbrechens beschuldigen. Warum also fahren alle, die mich derart schikanieren, beharrlich damit fort? Warum werde ich, obwohl ich doch schuldlos bin und nichts begangen habe, dennoch weiterhin so hartnäckig schikaniert und misshandelt? Warum konnte ich mich von all diesem Unglück nicht befreien? Ja, laufen denn all diese Zustände etwa der göttlichen Gerechtigkeit (adalet-i İlahiye) nicht zuwider?

Ein Vierteljahrhundert lang konnte ich auf alle diese Fragen keine Antwort finden. Heute habe ich den wahren Grund für all die Misshandlungen und Schikanen, die man mir angetan hat, verstanden; und ich muss mit tiefstem Bedauern sagen: meine Schuld bestand darin, dass ich den Dienst am Qur'an zum materiellen und ideellen (maddi ve manevi) Werkzeug meiner Vervollkommnung gemacht habe. Doch jetzt weiß ich es und ich spüre es und ich danke Gott (Allah) Tausend Mal:

Denn lange Jahre hat mir mein Dienst am Glauben (iman) ohne es zu wollen, weil ich mich ja dadurch geistig wie körperlich (maddî ve manevî) höher entwickeln und vervollkommnen (kemalât), vor Strafen und Höllenqualen (Cehennem) retten, ja auf diese Weise sogar ein Werkzeug zur Erlangung der Ewigen Seligkeit (saadet-i ebediye) gewinnen wollte oder als Mittel zu irgendeinem Zweck gebrauchen, als ein gewaltiges Hindernis im Wege gestanden. Gefühle und Eingebungen (ilham), die mir aus innerstem Herzen kamen, haben mich in tiefe Verwunderung versetzt. Ein geistiger Rang (manevî makamat), wie er einem jeden so angenehm ist und die jenseitige Glückseligkeit (uhrevî saadet), wie man sie durch gute Taten (a'mal-i sâliha) erlangt, und sich dahin auf den Weg zu machen, wie es jedem mit Recht (hakki) zusteht, hat mich, obwohl es doch niemandem in irgendeiner Weise schadet, in meinem Geist (ruh) wie in meinem Herzen (kalb) behindert. So wurde mir gezeigt, wie außer dem Wohlgefallen Gottes (Rıza-yı İlahî) die ganz natürliche (fitri) Führung im Dienste der Wissenschaft (vazife-i ilmiye = Lehrtätigkeit) einzig und allein Sache des Dienstes im Glauben (imana hizmet) ist. Denn jetzt, wo in heutiger Zeit die Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) nicht zu anderen Zwecken instrumentalisiert werden und von nichts abhängig sein dürfen, sondern auf eine ganz natürliche Weise (ubudiyet) die Unwissenden, die das Bedürfnis haben, sie kennenzulernen, auf eine wirksame Art unterweisen, sodass im Wirrwarr dieser Welt (dunya) der Glaube (iman) gerettet und auf diese Weise den verstockten Herzen eine feste Überzeugung gegeben wird, d.h. auf eine Weise, die nicht für andere Zwecke instrumentalisiert wird, so wie dies notwendig ist, um den Qur'an unterrichten (ders) zu können, kann durch (eine Wahrheit) die den Irrtum (dalalet) eines absoluten, hartnäckigen und verbohrten Irrglaubens (küfr-ü mutlak) bricht, einem jeden eine solch absolute Überzeugung gegeben werden.

— 161 —

Zu dieser Überzeugung aber kann eine Persönlichkeit in heutiger Zeit, unter diesen Umständen, unter den augenblicklichen Bedingungen nur heranreifen, wenn man weiß, dass der Glaube (din) zu keinerlei persönlichen, diesseitigen wie jenseitigen (uhrevî ve dünyevî), materiellen wie immateriellen (maddî ve manevî) Zwecken missbraucht werden darf. Andernfalls wird eine Persönlichkeit, die gegen die Anhänger und die Gemeinschaft, aus der diese abscheuliche geistige Körperschaft (şahsiyet-i maneviyesi) hervorgeht, aufstehen will, auch befände sie sich auf der obersten geistigen (manevi) Sprosse, dennoch diese Zweifel nicht ganz und gar ausräumen. Denn die Seele (nefs) und das Ego (ene) könnten zu dem Verbohrten, der zum Glauben (iman) übertreten will, sagen: "Diese Person hat uns mit ihrer Genialität, ihrem staunenswerten Rang (makam) getäuscht." So sagen sie (zu ihm) und der Zweifel in seinem Inneren bleibt.

Gott (Allah) sei Tausende Male Dank dafür, dass mich seit achtungzwanzig Jahren unter der Beschuldigung, die Religion (din) für meine eigenen politischen Ziele instrumentalisieren zu wollen, göttliches Vorherwissen (kader-i İlahî), ohne dass ich es wollte, durch eine grausame menschliche Hand in lauterer Gerechtigkeit (mahz-ı adalet) ohrfeigen ließ, damit ich den Glauben (din) nicht in irgendeiner persönlichen Weise für andere Zwecke instrumentalisieren solle, mich ermahnt und zu mir gesagt hat: Hüte dich! Missbrauche nicht die Glaubenswahrheiten als Instrument für deine eigenen persönlichen Interessen, damit diejenigen, die des Glaubens (iman) bedürfen, verstehen können, dass hier allein die Wahrheit (hakikat) zum Ausdruck kommt und die irrigen Vorstellungen der Seele (nefs) und die Einflüsterungen des Teufels (şeytan) aufhören und verstummen müssen.

So ist denn das, was in den Herzen diese Begeisterung für die Nur-Risale gleich Bergen und Ozeanen bewirkt, und das Geheimnis ihrer Wirkung in (des Menschen) Brust (kalb) und in seiner Seele (ruh) Folgendes und etwas anderes gibt es nicht:

— 162 —

Obwohl Tausende Gelehrte (alim) die gleichen Wahrheiten (hakikat) wie die Risale-i Nur in hunderttausenden von Büchern in einer noch weit prägnanteren Sprache verbreiten, können sie dennoch dem völligen Unglauben (küfr-ü mutlak) nicht Einhalt gebieten. Wenn die Risale-i Nur im Kampf gegen den völligen Unglauben (Küfr-ü mutlak) unter derart schwierigen Umständen dermaßen erfolgreich ist, so ist das Geheimnis dahinter Folgendes: es gibt gar keinen Said; auch irgendeine Machtvollkommenheit (kudret) oder Bescheinigung für diesen Said gibt es gar nicht.

Die da spricht, ist nur die Wahrheit (hakikat); es ist die Wahrheit des Glaubens (hakikat-ı imaniye) und das Licht der Wahrheit (nur-u hakikat) wirkt in den Herzen derer, die ein Bedürfnis nach dem Glauben (iman) verspüren. Dafür ist nicht nur ein Said, nein, dafür sind Tausend Said das Opfer wert. Dafür sollen auch achtundzwanzig Jahre erduldeter Leiden und Qualen, alle Schikanen, denen ich ausgesetzt bin, und alles Unglück, das über mich gekommen ist, vergeben (helal) sein. All denen, die mich gequält und gepeinigt haben, die mich von Stadt zu Stadt (kasbah) umhergetrieben und beleidigt haben, die mich die verschiedensten Male beschuldigt haben und mich verurteilen wollten, die mir einen Platz in den Gefängnissen bereitet haben, ihnen allen gegenüber erhebe ich keinen Anspruch auf mein Recht (hakkımı helâl).

Zu dem gerechten Schicksal (Âdil kadere) sage ich: ich habe doch den von Dir empfangenen zärtlichen Klaps verdient. Wäre ich stattdessen, wie jeder andere, den durchaus erlaubten und völlig ungefährlichen Weg gegangen, hätte mir um mich selbst Sorgen gemacht und es nicht aufgegeben, mich an einer Fülle materieller und ideeller (maddî manevî) Güter zu erfreuen, hätte ich diese große geistige Kraft (manevî kuvveti) im Dienst am Glauben (iman) verloren. Ich habe auf alle materiellen und ideellen (maddî ve manevî) Güter verzichtet, jedes Unglück ertragen, alle Leiden und Misshandlungen erduldet. Auf diese Weise haben sich die Glaubenswahrheiten (hakikat-ı imaniye) in alle Richtungen verbreitet. Auf diese Weise wurden in den Schulen der Erkenntnis des Lichtes (Nur mekteb-i irfanı) hunderttausende, ja vielleicht sogar Millionen Schüler herangebildet. Sie werden schließlich auf diesem Weg im Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) weiterschreiten und nicht von jenem Pfad (meslek) abweichen, wo man auf alle materiellen wie ideellen (maddî ve manevî) Güter verzichtet. Sie werden sich einzig und allein dafür einsetzen, Gottes Wohlgefallen (Allah rızası) zu gewinnen.

— 163 —

Viele meiner Schüler waren mit mir zusammen vielerlei Qualen, Leiden und Misshandlungen preisgegeben und wurden schweren Prüfungen unterzogen. Ich möchte aber, dass sie so wie ich allen Ungerechtigkeiten gegenüber und gegenüber all denen, die ein Unrecht begangen haben, auf all ihre Rechte (hak) Verzicht (helal) leisten. Denn diese haben ihnen, ohne es zu wissen, nach dem Geheimnis göttlichen Vorherwissens (kader-i İlahî) und ohne die ganze Tiefe all seiner Erscheinungsformen begreifen zu können, unserem Ruf einen Dienst zur Entfaltung der Glaubenswarheiten (hakikat-ı imaniye) erwiesen.

Unsere Aufgabe ihnen gegenüber besteht einzig darin, ihnen Rechtleitung (hidayet) zu wünschen. Was aber diejenigen betrifft, die uns quälen und misshandeln, so wünsche ich, dass keiner meiner Schüler in seinem Herzen (kalb) auch nicht ein kleines Fünkchen der Hoffnung auf Rache nähren möge und stattdessen standhaft und treu für die Risale-i Nur wirken möge.

Ich selbst bin schon sehr krank. Ich habe weder die Kraft, etwas zu schreiben, noch etwas zu sagen. Vielleicht ist dies hier mein letztes Wort. Die Schüler der Risale-i Nur an der Medreset-üz Zehra mögen dieses mein Testament nicht vergessen.

— 164 —

Meine lieben Mitbrüder!

Den folgenden sehr bedeutsamen Sachverhalt (hakikat) hat mich eine geistige Ermahnung (ihtar) dazu veranlasst, ihn niederzuschreiben; und so könnt ihr ihn bei dem Ministerpräsidenten und den religiös gesinnten Abgeordneten einreichen, wenn ihr das für richtig haltet.

Einführung: Da ich die Politik seit fast vierzig Jahren wieder aufgegeben habe und nun mein Leben überwiegend in einer Art Einsiedlerdasein (inziva) vergangen ist, ich mich mit dem gesellschaftlichen und politischen Leben (hayat-ı içtimaiye ve siyasiye) nicht weiter beschäftigt habe, konnte ich eine große Gefahr auch nicht erkennen. In diesen Tagen habe ich nun verspürt, dass eine Gefahr den Boden vorbereitet, um sowohl dem islamischen Volk als auch diesem Land und der Regierung (hükûmet -i İslâmiye) einen großen Schaden zuzufügen. So halte ich es denn aufgrund einer geistigen Ermahnung (manevî bir ihtar) für zwingend erforderlich, für die Politiker drei Punkte auszuarbeiten und für diese Nation, ihre Herrschaft, die Sicherheit des Landes und denjenigen, die mit Eifer für die menschliche Gemeinschaft arbeiten, zu erklären:

— 165 —

Erster Punkt: Obwohl ich selbst keine Zeitungen las, so hörte ich doch seit ein, zwei Jahren immer wieder den Ausdruck von einer "Rückständigkeit als eine Art Vorwurf" (irtica ile ittiham). Nun arbeitete ich mit dem Kopf des Alten Said und da sah ich es ganz deutlich:

Diejenigen, die feindlich und im Verstohlenen gegen den Islam gesinnt sind, die Politik zu einem Werkzeug für den Atheismus benutzen wollen und sich darum bemühen, zu einem "Grundgesetz" (kanun-u esasî) zu gelangen, welches die Rückkehr (irtica) zur abscheulichsten Gesetzlosigkeit (dehşetli vahşet) der Menschheit und zum Nomadentum ist und sich mit einer Beschuldigung voll Hass eine Maske des Patriotismus (hamiyet) vors Gesicht halten gegen all diejenigen, die sich als Leute der İslâmiyet mit ihrem Eifer für den Glauben (hamiyet-i diniye) und in der Stärke ihres Glaubens (kuvvet-i imaniye) bemühen, geschweige denn, dass sie die Religion zu einem Werkzeug für ihre Politik (dini siyasete âlet) machen, vielmehr darum, die Politik zu einem Werkzeug für die Religion (siyaseti dine âlet) zu machen und ihr folgen, sodass sie mit der geistigen Kraft der İslâmiyet diese Regierung (hükûmet-i İslâmiye) vollauf stärken, wobei sie vierhundert Millionen wahre Geschwister hinter sich als ihren Rückhalt (ihtiyat) wissen und sich zugleich von ihrem Bettlertum in einigen Teilen dieses gnadenlosen Europas befreien; ihnen völlig zu Unrecht den Stempel der Rückständigkeit (irtica) aufzudrücken und sie als schädlich für das Land zu halten ist von der Erde bis zum Himmel eine grenzenlose Ungerechtigkeit.

Nun aber wäre die Zeit dafür gekommen, ein Beispiel unter vielen Beispielen als eine Mauer gegen die brutale Tyrannei dieses Zeitalters als zweiten Punkt zu erläutern. Es gibt da nämlich zweierlei Arten von Rückständigkeit (irtica), deren Ursprünge sich auf zwei Grundgesetze (kanun-u esasîye) stützen:

Die erste Art bezieht sich auf die Politik (siyasî) und die Gesellschaft (içtimaî). Dies ist eine echte Rückständigkeit (hakikî irtica). Ihr Grundgesetz (kanun-u esasî) ist vielfach missbraucht (sû'-i istimal) worden und löste eine Gewaltherrschaft (zulm) aus.

Die zweite Art aber ist die Grundlage (esas) eines wahren Fortschritts (terakki) und der Gerechtigkeit (adalet). Eine Art Rückständigkeit (irtica) wird sie dabei lediglich genannt.

— 166 —

Zweiter Punkt: Diejenigen, die ein "Grundgesetz" (kanun-u esasî) aus den Zeiten der Gesetzlosigkeit (vahşet) und des Nomadentums (bedevilik) der Menschheit als "Zivilisation" bezeichnen und die Religion (din) angreifen, kehren durch diese Rückständigkeit (irtica) wieder in jene Gesetzlosigkeit und das Nomadentum zurück. Dieses entsetzliche, gesetzlose Grundgesetz, das die Sicherheit (selâmet), die Gerechtigkeit (adalet) der Menschen und den allgemeinen Frieden (sulh-u umumî) zugrunde richtet, will jetzt in unser hilfloses Land eindringen. Es scheint dies ein Konflikt (ihtilaf) wie der Beginn einer Einflussnahme durch eine Strömung, wie den hasserfüllten, starrköpfigen Parteifanatismus zu sein. Dessen Grundgesetz (kanun-u esasî) ist Folgendes:

Für den Fehler eines Einzelnen eines bestimmten Stammes (aşiret) oder Volkes (taife), oder einer gewissen Geisteshaltung (cereyan) werden alle einzelnen Leute, die zu diesem bestimmten Stamm oder Volk oder der gleichen Geistesrichtung gehören, schuldig gesprochen und verurteilt, zu Feinden erklärt und dafür verantwortlich gemacht. So werden aus einem einzigen Fehler (hata) Tausende Fehler gemacht. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit in einer Familie (kardeşlik) wie unter Landsleuten (vatandaşlık) und die geschwisterliche Liebe (muhabbet ve uhuvvet), welche die Grundsteine (temel taşı) von Einheit und Eintracht (İttifak ve ittihad) sind, werden dadurch zugrundegerichtet (zîr ü zeber). In der Tat werden die starrsinnigen, gegnerischen Kräfte (muannid ve muarız kuvvetler), die sich untereinander streiten, dadurch kraftlos. Da sie nun infolge ihrer Streitigkeiten schwach geworden sind, gelingt es ihnen nicht mehr, Volk (memleket), Land (vatan) und Heimat einen gerechten Dienst (âdilane hizmet) zu erweisen und sie geraten so materiell wie geistig (maddî ve manevî) in eine Art Zwangslage, sich auf Kompromisse einzulassen, um die Atheisten für sich zu gewinnen... Gegen dieses hasserfüllte (gaddar), inquisitorische, beduinische, grausame (vahşi), oben dargestellte Grundgesetz (kanun-u esasî) steht ein Grundgesetz anhand dieser vom Himmel geoffenbarten, heiligen (semavî ve kudsî), eindeutigen (nass-ı kat'î) Aussage des Qur'ans, welche die lautere Gerechtigkeit (ayn-ı adalet) ist, die da lautet:

﴿ وَ لاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى ﴾

{"Und keiner wird die Last eines anderen tragen." (Sure 6,164)}

— 167 —

Infolge dieses Grundgesetzes (kanun-u esasî), das die wahrhafte geschwisterliche Liebe (muhabbet ve uhuvvet-i hakikiye) sicherstellt und dieses islamische Volk (millet-i İslâmiye) und Land vor einer großen Gefahr bewahrt, kann durch den Fehler des einen kein anderer verantwortlich gemacht werden.

Auch sein eigener Bruder, sein Stamm, sein Volk oder seine Partei können nicht für seine Verbrechen als Mittäter gezählt werden. Höchstens werden sie durch eine Art Gutheißung (tarafgirlik) dieses Verbrechens - wenn auch nur geistig sündig (manevî günahkâr) - und im Jenseits verantwortlich (âhirette mes'ul); jedoch nicht in dieser Welt.

Wenn dieses Grundgesetz (kanun-u esasî) nicht unverzüglich zum Grundprinzip (düstur-u esasî) gemacht wird, so wird das gesellschaftliche Leben der Menschen in diese grausame Rückständigkeit (vahşi irtica) stürzen, die nach dem Beispiel der Zerstörung, welche die beiden Weltkriege (harb-i umumî) verursacht haben, das Niedrigste der Niedrigen (esfel-i safilîn) ist.

— 168 —

So ist ein Punkt, auf den sich die Politik der heutigen Unglückseligen stützt (nokta-i istinad), die dergleichen heilige Grundgesetze des Qur'ans (kudsî kanun-u esasîsi) als rückständig bezeichnen und stattdessen ein grausames, fürchterliches Grundgesetz (dehşetli kanun-u esasî) des Nomadentums (vahşet ve bedevilik) angenommen haben, der Folgende: "Um der Sicherheit der Gemeinschaft (Cemaatin selâmeti) willen, wird der Einzelne geopfert. Um der Sicherheit des Landes (vatanın selâmeti) willen, wird das Recht der einzelnen Individuen (eşhasın hukuku) nicht in Betracht gezogen. Um der Sicherheit der Politik des Staates (devletin siyasetinin selâmeti) willen, werden kleinere Ungerechtigkeiten (cüz'î zulümler) nicht beachtet." So zerstört man wegen dieses einen einzigen Verbrechers ein ganzes Dorf und beachtet nicht das Recht von Tausend Unschuldigen. Wegen dieses einen einzigen Verbrechers sieht man es für legitim an, wenn Tausend Männer dafür niedergemetzelt (kılınçtan geçmesi) werden. Wegen der Verletzung eines einzigen Mannes stürzt man Tausende Unschuldiger ins Elend. Zweihundert Leute standrechtlich zu erschießen, zieht man jedoch unter demselben Vorwand nicht in Betracht. Gleich wie im ersten Weltkrieg durch die verbrecherischen, politischen Fehler (caniyane siyaset hataları) von dreitausend Männern dreißig Millionen arme Menschen (bîçare nev'-i beşer) in demselben Krieg zugrunde gerichtet wurden, so gibt es noch Tausende ähnliche Beispiele.

Die Schüler (şakirdler) des Qur'ans, die sich gegen die fürchterlichen Ungerechtigkeiten dieser grausamen Rückständigkeit (vahşiyane irtica) stellen, die opferwilligen Gläubigen (ehl-i iman fedakârları), die sich anhand des Grundgesetzes (kanun-u esasî) unter Hunderten Grundgesetzen des Qur'ans, der die Ayah

﴿ وَ لاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى ﴾

{"Und keiner wird die Last eines anderen tragen." (Sure 6, 164)}

— 169 —

unterrichtet, sich bemühen, die wahre Gerechtigkeit (adalet-i hakikiye), die Einheit (ittihad) und die Brüderlichkeit (uhuvvet) zu sichern, als Rückständige (mürteci) zu bezeichnen und zu beschuldigen, ist so, als wolle man die verfluchten Ungerechtigkeiten Yezids der Gerechtigkeit (adalet) Umars vorziehen, ein äußerst grausames, ungerechtes, inquisitorisches Gesetz dem oben erwähnten Grundgesetz des Qur'ans vorziehen, das dem höchsten Fortschritt und der Gerechtigkeit (adalet) des Menschen zur Quelle dient.

Die islamische Regierung und die Politiker, die sich um die Sicherheit dieses Landes bemühen, sollten den oben erwähnten Sachverhalt in Betracht ziehen. Ansonsten werden diese Kräfte durch den eigensinnigen, heftigen Streit von drei oder vier Strömungen wegen dieses Streites schwach. Da mit der schwachen Kraft, die für den Nutzen und die öffentliche Sicherheit und Ordnung dieses Landes bestimmt ist, ihre Herrschaft auch in einer Despotie nicht ausreichen würde, die öffentliche Sicherheit und Ordnung (asayiş ve emniyet-i umumiye) zu bewahren, würde dies dem Samen der französischen Revolution (ihtilâl-i kebir) von 1789 den Weg bereiten, um ihn in diesem segensreichen islamischen Land (mübarek memleket) auszusäen, worüber man sich dann Sorgen hätte machen müssen.

Da wegen der Ohmacht und Kraftlosigkeit, die aus dieser Uneinigkeit erwächst, nun einmal für die Politik und die sonst bedeutungslose, nur vorübergehende Hilfe der Fremden (ecnebi) derartige, merkwürdige geistige Kompromisse (acib manevî rüşvetler) geschlossen werden, herrscht ein Misstrauen, als hätte die Brüderlichkeit (uhuvvet) der vierhundert Millionen Geschwister und der Weg (meslek) der Milliarden Vorväter (ecdad) keinerlei Bedeutung. In der Vorstellung, dass sie in eine Notlage geraten seien, mit so viel Verschwendung und reichlichen Gehältern Macht zu kreieren, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung (asayiş) und die Politik dabei keinen Schaden nimmt, wobei die Korruption angesichts der Zustände in der armen Bevölkerung (milletin fakr-ı hali) nicht in Betracht gezogen wird. Mit Sicherheit, auf jeden Fall und mit Nachdruck sollen, ja müssen jetzt sogar die Politiker in diesem Land zehnfach als die politische und geistige Bestechung, die sie dem Westen und den Fremden geben, für die vierhundert Millionen muslimischen Brüder, die in Zukunft einmal gleich den Vereinigten Republiken (cemahir-i müttefika) der islamischen Welt werden, um der Sicherheit des Landes und des Volkes und dieses islamischen Staates willen eine gewaltige Spende geben und zugleich auch einen unschädlichen Kompromiss schließen.

— 170 —

Was aber diesen geschätzten, notwendigen, sehr vorteilhaften, akzeptablen und zugleich unentbehrlichen Kompromiss (rüşvet) betrifft, so entspricht er den folgenden heiligen, grundlegenden Gesetzen, welche die Grundlage (esas) der gegenseitigen Hilfeleistung (teavün) unter den Muslimen und ein vom Himmel herabgesandtes Grundprinzip (semavî bir düstur) sind, welche der Bund (rabıta) und das heilige Grundgesetz (kudsî kanun-u esasî) des Geschenks des Qur'ans sind, die wir zu unserem Leitprinzip machen.

﴿ اِنَّمَا الْمُؤْمِنُونَ اِخْوَةٌ ٭ وَ اعْتَصِمُوا بِحَبْلِ اللّٰهِ جَم۪يعًا ٭ وَ لاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى ٭ وَ لاَ تَنَازَعُوا فَتَفْشَلوُا وَ تَذْهَبَ ر۪يحُكُمْ ﴾

{"Wahrlich, die Gläubigen sind doch Brüder." (Sure 49, 10)}

{"Und haltet alle gemeinsam fest am Seil Gottes!" (Sure 3, 103)}

{"Und keiner wird die Last eines anderen tragen." (Sure 6, 164)}

{"Stürzt euch nicht in einen Streit, sonst wird euer Kampfesmut gebrochen und eure Kraft entgleitet euch." (Sure 8, 46)}

Der dritte Punkt ist vorerst verschoben worden.

Said Nursî

Anmerkung: Meine lieben Brüder! Drei Dinge haben mich dazu veranlasst, die heftige geistige Ermahnung (şiddetli ihtar), die ihr bereits erfahren habt, in gewissem Grade zu verändern.

Erstens: Die klare Mitteilung der 25 Justizgerichte: "In der Risale-i Nur sind keinerlei Verstöße zu finden." (suç yok), so wie Hüsrev, ein Held des Lichtes (Nur kahramanı), bereits berichtet hat.

Zweitens: Die Aussage eines heldenhaften Rechtsanwaltes des Lichtes (Nur): "Es gehört sich hier, scharfe Worte etwas abzumildern, weil die Regierung in Ankara nicht gegen Said eingestellt ist."

Drittens: Anhand zuverlässiger Nachrichten (kat'î haberler) sagte das Gericht in Afyon: "Es gibt sechshunderttausend opferwillige Schüler des Lichtes (Nur)." Aufgrund dessen war bereits geplant, wegen des Ereignisses in Malatya von den Lichtschülern wenigstens sechshundert besonders Fähige, Fleißige vor Gericht zu stellen, wohingegen sie aber nur sechzehn Leute angeklagt und davon nur sechs Leute verhaftet und davon nur einen einzigen Mann ein Jahr lang eingesperrt haben, was ein Zeichen dafür ist, dass der grausame Druck (zalimane tazyikat) gegen die Nurschüler leichter wurde und schließlich ganz aufgehoben werden wird. Darum sind scharfe Worte heute ein bisschen abgemildert worden.

— 171 —

Es ist der Unterricht (ders), den der Ehrenwerte Meister (Hazret-i Üstad) Santral Sabri und Sıddık Süleyman in Emirdag nach dem arabisch verfassten Werk "Ein Zeichen des Wunders" (İşarat-ül İ'caz) erteilt hat.

﴿ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يمِ ﴾
اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَم۪ينَ وَ الصَّلاَةُ وَ السَّلاَمُ عَلٰى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ وَعَلٰٓى اٰلِهِ وَاَصْحَابِهِٓ اَبَدًا دَٓائِمًا

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen."}

{"Lobpreis und Dank sei Gott, dem Herrn der Welten. Und der Friede und Segen über unserem Herrn Mohammed, über seiner Familie, seinen Gefährten immer und allezeit."}

Dies ist der erste und einzige Band eines Gesamtwerkes mit dem Titel "Ein Zeichen des Wunders" (İşarat-ül İ'caz), das insgesamt einmal aus siebzig Bänden (cüz) bestehen sollte. Da aber die Risale-i Nur ein geistiger Kommentar (manevî bir tefsir) zum Qur'an ist, sagte sie: "In dieser Zeit bin ich selbst nötiger." So wurde es ihm denn ermöglicht, die nun folgenden Abhandlungen anstelle noch weiterer Bände (cüzler) zu verfassen.

So wurde also nun erkennbar, dass dieser Band mit dem Titel: "Ein Zeichen des Wunders" (İşarat-ül İ'caz) in der Tat ein Inhaltsverzeichnis (fihrist), eine Liste aller Bände der gesamten Risale-i Nur, ein Beet dieses Gartens des Lichtes (Nur) und eine Quelle des Geheimnisses der Wunderhaftigkeit (sırr-ı i'caz) des Qur'ans ist. Da er überaus feinsinnig und tiefschürfend ist, konnten die Gelehrten (âlimler) bis jetzt nur sehr wenig davon verstehen. Wem es aber in die Hände gelangt ist, der hat es außerordentlich gelobt und gesagt, dass es ohne Beispiel ist. Inmitten des fürchterlichen Ersten Weltkrieges an vorderster Front, manchmal sogar noch auf dem Pferd, diese feinsinnigen Zusammenhänge des Wunders, das in der Kürze liegt (îcazdaki i'caz), zu erkennen und sich mit ihnen intensiv zu beschäftigen, wobei die Gefahr der fürchterlichen Gewalt dieses Krieges ihn nicht in Verwirrung brachte, bei Frostkälte an vorderster Front diese äußerst feinsinnigen Zusammenhänge des Wunders (i'caz) vor allem anderen als noch wichtiger anzusehen, ist wahrhaftig eine außerordentliche Opferbereitschaft des Alten Said im Dienste am Qur'an.

Sogar sehen wir im Vergleich dazu, dass der Neue Said seit 35 Jahren in dieser merkwürdigen Zeit die Zeitungen nicht liest und seit zehn Jahren über den Krieg nichts mehr weiß und auch gar nicht danach fragt, während seines Aufenthalts im Gefängnis auf die Absicht, ihn hinzurichten nicht achtgegeben hat, ohne über der Niederschrift der Geheimnisse des Qur'ans innezuhalten, wobei er alle Gefahren vollkommen links an sich vorbeiziehen ließ. Die wissenschaftliche und geistige Opferwilligkeit des Alten Said, die er in jener Zeit zeigte, mit der er in seiner außergewöhnlichen Lage, ohne auf die Schrecken zu achten, die feinsinnigen Anmerkungen des Werkes "Ein Zeichen des Wunders" (İşarat-ül İ'caz) niedergeschrieben hat, waren damals noch außerordentlicher (hârika) als die Opferbereitschaft des Neuen Said innerhalb der letzten dreißig Jahre.

— 172 —

In dem gedruckten Exemplar (matbu nüsha) dieses Werkes mit dem Titel: "Ein Zeichen des Wunders" (İşarat-ül İ'caz) liegt in der Tat etwas Wunderbares (keramet), bei dem es keine Möglichkeit gibt, es auf einen Zufall zurückzuführen. Darum wurde es für zweckmäßig erachtet, es noch einmal im gleichen Format und in einer gesegneten Provinz (kerametli kıt'a) zu drucken und nach Ländern wie Arabien und Pakistan zu senden. Man sollte jedoch die überaus feinsinnigen, kurz zusammengefassten Sätze, die der Alte Said während der Erklärung des Wunders in der Kürze (îcazdaki i'caz) und der äußerst feinsinnigen rhetorischen Zusammenhänge (münasebet-i belâgat) gebraucht hat, ein wenig erläutern und ins Türkische übersetzen.

Noch eine wunderbare Erscheinung (hârika) dieses Werkes mit dem Titel: "Ein Zeichen des Wunders" (İşarat-ül İ'caz) ist Folgendes: Es zeigt den Zusammenhang (einer jeden Ayah zu anderen Ayat und das Verhältnis (nisbet) und die Ordnung der Sätze in jeder Ayah zueinander, sowie das Verhältnis und die Beziehungen der Satzteile und der Worte in jedem Satz zu der beabsichtigten Bedeutung und erweist so einen Funken der Wunderhaftigkeit (lem'a-i i'caz), der aus der Wohlordnung der Ayat und aus der Anordnung der Sätze und Abstimmung der Teile eines jeden Satzes aufeinander herrührt. Genauso wie die Sekundenzeiger, Minutenzeiger und Stundenzeiger in einem Uhrwerk erklärt es die feinen Anspielungen in dieser Ordnung und erläutert die Wahrheit in ihr anhand der Zeugnisse, ja bringt sogar eine große Wahrheit manchmal mit einem einzigen Wort zum Ausdruck.

Es beweist die Wahrheit einer jeden Ayah in ihrer großartigen Wunderhaftigkeit (i'caz) und anhand von zuverlässigen Zeugnissen, sodass sie als Kerne und Zusammenfassungen (hülâsaları) von hundertdreißig Abhandlungen (risale) von heute gelten. Es erklärt die Anmerkungen der Sätze (cümle), der Satzteile (heyetler) und Worte (harf) sowie die verborgenen Schlussfolgerungen (zımnî hükümler), die sie zum Ausdruck bringen, ohne Ausnahme anhand der feinsinnigen Grundsätze der Rhetorik (ilm-i belâgat) und der Regeln von Syntax (sarf) und Grammatik (ilm-i nahv) sowie der Grundsätze der Logik (ilm-i mantık), der Theologie (usûl-i din) und noch anderer Wissenszweige (ilimler). Es erklärt sogar ganz feine rhetorische Zusammenhänge (münasebat-ı belâgat), die man nicht einmal mit einem geistigen Werkzeug erkennen kann, das man mit einem Mikroskop vergleichen könnte, und weist auf ihre Merkmale hin. Da die Betrachtung des Qur'ans umfassend ist, kann man sagen, dass auf alle wahrhaftigen Bedeutungen und Andeutungen, die erklärt werden, mit Sicherheit die heiligen Worte des Qur'ans mit einem Anzeichen (zımnî) oder einer Chiffre (remzî) hinweisen (işaret) und hindeuten (delalet).

Hüsrev, Sungur, Hayri, Sadık, Sabri, Sıddık Süleyman
— 173 —
اِفَادَةُ الْمَرَامِ
اقول لما كان القرآن جامعا لاشتات العلوم وخطبة لعامة الطبقات فى كل الاعصار لا يتحصل له تفسير لائق من فهم الفرد الذى قلما يخلص من التعصب لمسلكه ومشربه. اذ فهمه يخصه ليس له دعوة الغير اليه الا ان يعديه قبول الجمهور. واستنباطه ﴿لا بالتشهي﴾ له العمل لنفسه فقط ولايكون حجة على الغير الا ان يصدقه نوع اجماع . فكما لا بد لتنظيم الاحكام واطرادها ورفع الفوضى الناشئة من حرية الفكر مع اهمال الاجماع وجود هيئة عالية من العلماء المحققين الذين - بمظهريتهم لامنية العموم و اعتماد الجمهور - يتقلدون كفالة ضمنية للامة فيصيرون مظهر سر حجية الاجماع الذى لاتصير نتيجة الاجتهاد شرعًا ودستورًا الا بتصديقه وسكته ، كذلك لا بد لكشف معانى القرآن وجمع المحاسن المتفرقة فى التفاسير وتثبيت حقائقه المتجلية بكشف الفن و تمخيض الزمان من انتهاض هيئة عالية من العلماء المتخصصين المختلفين فى وجوه الاختصاص ولهم مع دقة نظر وسعةُ فكر لتفسيره
— 174 —
نتيجة المرام : انه لا بد ان يكون مفسر القرآن ذا دهاء عال و اجتهاد نافذ وولاية كاملة . وما هو الآن الا الشخص المعنوى المتولد من امتزاج الارواح وتساندها وتلاحق الافكار وتعاونها وتظافر القلوب واخلاصها وصميميتها من بين تلك الهيئة. فبسر ﴿للكل حكم ليس لكل﴾ كثيرا ما يرى آثار الاجتهاد وخاصة الولاية ونوره وضيائها من جماعة خلت منها افرادها. ثم انى بينما كنت
منتظرا ومتوجها لهذا المقصد بتظاهر هيئة كذلك وقد كان هذا غاية خيالى من زمان مديد- اذ سنح لقلبى من قبيل الحس قبل الوقوع تقرب﴿١﴾ زلزلة عظيمة ، فشرعت - مع عجزى وقصورى والاغلاق فى كلامى- فى تقييد ما سنح لى من اشارات اعجاز القرآن فى نظمه وبيان بعض حقائقه ، ولم يتيسر لى مراجعة التفاسير فان وافقها فبها ونعمت والاّ فالعهدة عليّ. فوقعت هذه الطامة الكبري- ففى اثناء اداء فريضة الجهاد كلما انتهزت فرصة فى خط الحرب قيدت ما لاح لى فى الاودية والجبال بعبارات متفاوتة باختلاف الحالات. فمع احتياجها الى التصحيح والاصلاح لايرضى قلبى بتغييرها وتبديلها اذاظهرت فى حالة من خلوص النية لا توجد الآن. فاعرضها لانظار اهل الكمال لا لانه تفسير للتنزيل بل ليصير- لو ظفر بالقبول- نوع مأخذ لبعض وجوه التفسير. وقد ساقنى شوقى الى ما هو فوق طوقى فان استحسنوه شجعونى على الدوام. و من اللّه التوفيق
سعيد النورسى

-----------

١ وقد اخبرنا مرارًا فى اثناء الدرس وقوع زلزلة عظيمة ﴿بمعنى الحرب العمومية﴾ فوقعت كما اخبر
حمزه، محمد شفيق، محمد مهرى