Briefe aus Emirdağ-2
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Eine Anmerkung zu meinem Plädoyer

Ihr könnt bei den rechtdenkenden unter den Demokraten ein Gesuch des unten aufgeführten Inhalts einreichen. Ich selbst bin nämlich krank. Ihr könnt die Angelegenheit aber so darstellen, wie es auch der Sache entspricht.

Dem Brief zufolge, den wir tags zuvor von unserem Rechtsanwalt erhalten haben, von unseren Büchern diejenigen, deretwegen Anklage erhoben wurde, und in denjenigen, die nicht zum Gegenstand einer Anklage wurden, auf eine Weise, die überhaupt zu keinem Gesetz passt, unter Tausenden Worten in einer Abhandlung (risala) ein einziges Wort zum Vorwand zu erheben, daraus den Gegenstand einer Anklage zu machen, uns sodann diese Abhandlung nicht wieder zurückzugeben, um dadurch die Verbreitung der Lichter (Nurların intişarı) aus einem reinen Hassgefühl heraus verhindern zu wollen, obwohl das Revisionsgericht (Mahkeme-i Temyiz) einen derartigen Beschluss von Grund auf durch einen entgegengesetzten Beschluss wieder aufgehoben hatte und das, was sie als den Grund zu einer Anklage angeführt hatten, keineswegs dagegen sprach, und obwohl wir auf der Anklageschrift des Staatsanwalts auf unserer Liste seiner Fehler und deren Korrekturen (hata-savab cedveli) 81 Fehler gefunden haben, was nur sein Hassgefühl unwiderlegbar beweist, jedoch heute mit dem gleichen Hassgefühl die vierhundertseitige Abhandlung (Zülfikar Risalesi) wegen ein paar Zeilen über die Verhüllung der Frau (tesettür) und über das Erbrecht (irsiyet) aufgrund hunderttausender Kommentare (tefsir), die sie genau mit derselben Bedeutung auslegen, dieses Buch wegen der vor dreißig, vierzig Jahren geschriebenen Sätze zu einem Thema der Anklage zu machen und sodann in Beschlag zu nehmen und uns nicht wieder zurückzugeben, welches Gesetz der Welt könnte dies etwa zulassen?

Was nun des Weiteren die Werke betrifft, die in der Hand des Gerichtshofes in Afyon beschlagnahmt wurden, so wurden sie - zwei kleine Abschnitte über die Wiederholungen im Qur'an und über "Engel" (melekler) ausgenommen - und zwar alle Werke, nach einer zwei Jahre langen Untersuchung des Kriminalhochgerichtes (Agırceza mahkemesi), sowohl in Denizli als auch in Ankara für die Freigabe beschlossen, weil sie in ihnen keinen Grund zur Anklage finden konnten und nun beschlossen haben, sie uns wieder zurückzugeben und dieselben Werke einmal durch Beschlagnahme vollständig in die Hand der Ordnungsbehörde (Hükûmet) in Isparta gekommen waren, alle ohne Ausnahme ihren Besitzern zurückgegeben und später unter dem Vorwand, dass "Zülfikar" und "Stab Mosis" (Asâ-yı Musa) ohne Zulassung mit alter Schrift veröffentlicht wurden, seit vier Jahren in Beschlag genommen wurden und genauso, ohne dass auch nur eines davon verloren gegangen wäre, hundertsiebzig Bücher, in denen sie kein Thema zu einer Anklage finden konnten, uns alle restlos zurückgegeben wurden. Was jedoch unsere Kritik im Namen der Wahrheit (hakikat) gegen einen Teil der Chefs der früheren Regierungspartei betrifft, welche sie als unser schwerstes Verbrechen erwähnen, obwohl bereits hundertfach mehr der heutigen religiösen Zeitschriften und offiziellen Zeitungen kräftig in dieselbe Kerbe schlagen, so beweist ein vertraulicher Abschnitt der Risale-i Nur im Zusammenhang mit der Auslegung einer Überlieferung, welche die heutige Zeit vollständig klarlegt, indem er sagt: "Er ist ein verstorbener Chef."

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Obwohl nun die Dinge so liegen, das Gericht von Afyon nicht im Namen der Gerechtigkeit (adalet), sondern im Namen einer geradezu fanatischen Treue zu jenem verstorbenen Mann, am Ende seines Beschlusses, der auch noch in der alten Schrift veröffentlicht wurde, der wichtigste Grund zu unserer Verurteilung, durch den Hass des Staatsanwalts und das Gremium des Gerichtes besagte:

«Said und seine Gefährten bezeichneten Mustafa Kemal als Sufyan - den Vernichter der Religion - und versuchten die Treue zu ihm in ihren Herzen zu zerstören, weswegen wir sie verurteilen.» Sollten jedoch nun gegen die Person eines verstorbenen und abgeschiedenen Mannes Tausend Mal derartige Einwände erhoben werden, wäre dies nunmehr nur noch eine rein persönliche Angelegenheit. Würde das Gericht in dieser Angelegenheit ein Urteil sprechen, würde diese Angelegenheit dadurch mit Sicherheit eine höchst ungewöhnliche Bedeutung erlangen.

Die Werke des Lichtes (Nur eserleri) haben in der Hand solcher Männer viermal eine Freigabe erlangt. Der Justizminister verkündete jetzt dreimal öffentlich, dass die Werke des Lichtes (Nur eserleri) freigegeben (beraet) worden sind, da ja in diesen Werken kein Grund zur Anklage zu finden war, und erklärt das Urteil des Gerichtes in Afyon, das uns verurteilt hatte, für ungültig. Man sollte also jetzt - in der Regierungszeit der Demokraten, in der das ganze Volk von ihnen Gerechtigkeit (adalet), Mitgefühl (şefkat) und Dienst am Glauben (diyanete hizmet) erwartet - nach den fürchterlichen Intrigen der alten Diktatoren (müstebidler) die Risale-i Nur nicht der Willkür jener hasserfüllten Leute überlassen, denn sie ihnen jetzt zu überlassen, wäre ein gewaltiger Verrat gegenüber der Regierung der Demokraten und hieße die Hoffnung des Volkes auf einen Trost zu zerstören.

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Mein Stellvertreter (vekil) in Ankara ist Mustafa Sungur. Er schenkt uns mit seinem Telegramm vom 17.11.1950 die frohe Botschaft (müjde) "Es wurde beschlossen, uns alle Abhandlungen (risale) wieder zurückzugeben." Der gerechte Justizminister verkündete dreimal die Freigabe. Nach dem Brief von Sungur wurde eine Anordnung zur Rückgabe erlassen und er sagte, dass er dies jetzt auch telefonisch noch einmal mitteilen möchte. Seit nunmehr sechzehn Jahren werden wir verleumdet und bespitzelt. Alle Akten werden sowohl vom Gericht in Eskischehir als auch durch das Gericht in Denizli nach Afyon sinnlos herbeigeschafft. Trotz der Bekanntgabe der Amnestie und der Freigabe der Gerichte wurden diese segensreichen Werke mit den Prozessakten vermischt und in einem Depot abgelegt, wo man sie nun verstauben lässt. Es ist daher jetzt erforderlich, diese Angelegenheiten der Lichter (Nurlar) nicht jenen wenigen Personen zu überlassen, die uns schon seit drei Jahren an der Nase herumgeführt haben.

Vielmehr möchte ich hiermit die Aufmerksamkeit des Ministerpräsidenten, des Erziehungsministers und des Innenministers auf diese überaus wichtige Angelegenheit hinlenken.

Said Nursî
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Päpstliche Hohe Behörde Privatsekretariat
Nummer: 232247
Vatikan
22. Februar 1951

Mein Herr!

Ihr wunderschönes, von Hand geschriebenes Werk mit dem Titel "Zülfikar", wurde Seiner Päpstlichen Heiligkeit durch den Vertreter des Päpstlichen Amtes (makam-ı vekaleti) in Istanbul übergeben, welcher mitzuteilen geruhte, dass er aufgrund Ihrer höchst feinsinnigen Ehrerbietung tief beeindruckt war, überreicht. Und so beeile ich mich denn, Ihnen kundzutun, dass er mich beauftragt hat, Ihnen seine Wünsche um die Gnade Gottes, des Gerechten (Cenab-ı Hakk), für Sie mitzuteilen. Aus diesem Anlass erweise ich Ihnen meine Hochachtung, mein Herr.

Der Oberhofschreiber des Vatikans
(Unterschrift)

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Aus ganzem Herzen und tiefster Seele beglückwünschen wir euch zum Heiligen Monat Receb und zu den drei Heiligen Monaten (şuhur-u selâse) und bitten wir bei Gott, dem Erbarmer, dem Allbarmherzigen (Cenab-ı Erhamürrâhimîn), dass Er für euch und für uns diese drei segensreichen Monate zu einem Anlass werden lässt, ein geistiges (manevî), beständiges Leben (ömr-ü bâki) von achtzig Jahren zu erwerben. Âmîn.

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Zweitens: Seit dreißig, vierzig Tagen werden nun nach Art eines Angriffs auf die wahrhaftigen Gläubigen (hakikî ehl-i iman) Erschütterungen provoziert, um drei religiös gesinnten Ministern, welche die Kennzeichen (şeairi) der İslâmiyet wenigstens teilweise wiederherzustellen trachten, keine Gelegenheit dazu zu lassen. Diese haben die größte Kraft für den Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) bei den Nurcus gefunden. So versuchen sie mit vielerlei Listen Täuschungsmanöver zu veranstalten, um sie einzuschüchtern (fütur) und so ihre Begeisterung (şevk) zunichtezumachen. Durch erstaunliche Listen wollten sie mich in Wut versetzen und genauso wie in Tarsus und in İstanbul, wie auch in Emirdag Verwirrung stiften.

Stattdessen wurde mir durch die Barmherzigkeit (rahmet) Gottes, des Gerechten (Cenab-ı Hakk), eine außerordentliche Geduld und Ausdauer geschenkt. So wurden denn all ihre Pläne ganz und gar zunichte gemacht. Selbst in Afyon, wie auch hier, besteht die Möglichkeit, dass drei hohe Beamte vielleicht noch abgesetzt werden. Dennoch sind drei Minister auch für mich eingetreten. Das also heißt, dass die Güte Gottes (inayet-i İlahiye) uns allzeit beschützt. Darum Dank sei Gott (ehamdülillâh). Wegen dergleichen Ereignissen braucht ihr aber nicht besorgt zu sein. Nur Vorsicht ist jederzeit angebracht.

Drittens: Der geistige Verteidiger und ein Held der Risale-i Nur ist Ahmed Feyzi. {Er ist theologisch gebildet, aber kein Jurist. (A.d.Ü.)} Er kümmert sich auch um die Vervielfältigung des Lichtes (Nur) {die Vervielfältigung der Manuskripte (A.d.Ü.)} in Izmir; und zugleich ist Ahmed Feyzi stets aufmerksam mit den Verhältnissen in İzmir verbunden. So hat er zugleich die Korrekturarbeit während des Kopierens übernommen. In einem Brief darüber, dass Mehmed Yayla, Abdurrahman und noch einige andere hilfreiche Brüder sich weiterhin in İzmir um die Vervielfältigung des Lichtes (Nur) kümmern werden, schreibt er, dass er auch noch Bayram mitgebracht hat, der ein junger Held des Lichtes (Nur) im Gefängnis war.

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Ahmed Feyzi hat ihm ein wenig Oliven und Olivenöl mitgegeben. Das Geschenk meines Bruders Abdülmecid wollte ich erst gar nicht annehmen. Doch war ich gezwungen, sein Geschenk anzunehmen, weil mir Bruder Ahmed Feyzi nähersteht. Damit aber mein Prinzip nicht gebrochen wird, sendet ihm quasi als Gegenleistung von meinem Anteil ein Exemplar "Worte" (Sözler mecmuası), fünf "Cevşen-ül Kebir", drei Bücher, die Nazif in seinem Brief erwähnt und die mir gehören, sowie das "Hizb-i Nuriye", welches aus Istanbul zu euch kommen wird.

Zwei Nurcus sind nach Ankara gegangen. Sowohl der Ministerpräsident als auch der Innenminister und der Erziehungsminister stehen für uns ein. Zudem ist noch eine gute Nachricht zu uns gekommen. So braucht ihr denn meinetwegen nicht besorgt zu sein. Und so spüre ich trotz aller Bedrängnisse, die über mich kommen, dennoch eine innere Freude (manevî sürur).

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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Ein Abschnitt aus dem Brief von Seyyid Sâlih

In diesem Jahr werden fünfzehn Schüler gemeinsam die Pilgerfahrt antreten (Hac). Ihre Ausgaben während der Pilgerfahrt wird man aber nicht von ihnen fordern. So werden denn die Kosten, die auf sie selbst zurückfallen, nur gering sein. Auf dem Rückweg wird dann Salih mit ein, zwei Gefährten den İran und noch andere Länder besuchen und sie werden schließlich in Pakistan auch noch als Mitglieder an der Konferenz der Islamischen Jugend teilnehmen. Vielleicht werden auch hier ihre Reisekosten von der Regierung übernommen. In dieser Angelegenheit erwarten wir jedoch noch Ihre entsprechenden Weisungen.

Abdurrahîm Zapsu hat sich mit Ali Ekber Şah und Said Ramazan getroffen. Sie haben ihm in Pakistan alle Ehre erwiesen. Anstelle unseres Meisters (Üstad) haben sie ihm die Hände geküsst und ihn um seine Gebete (dua) ersucht.

Seyyid Sâlih
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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Der Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen für immer und ewig."}

Erstens: Hiermit möchte ich mich nach Ihrem Wohlbefinden erkundigen. Ich küsse Ihre Hände und Füße, bitte bei Gott, dem Gerechten (Cenab-ı Hakk), um Ihre Gesundheit und Ihr Wohlergehen und erwarte Ihre Gebete (dua), deren ich so dringend bedarf, mein Herr (efendim).

Zweitens: Hierzulande ist heute nichts mehr geblieben, weswegen man sich noch Sorgen machen müsste. Die Sorge am fünften März wandelte sich am 18. April in Freude. Die Polizeidienststelle wurde zu einem Ort des Lichtes (Nur dairesi). Denn der Staatsanwalt in Tarsus sagte nach seiner Untersuchung: "Gebt diese Bücher wieder zurück!" Das hat er damals so gesagt. Und dann sagte der Herr Kommissar zu mir: "Geh und hole auch die, welche noch in Mersin sind und dann komm, damit wir alle zusammen wieder zurückgeben können." So hat er mich denn nach Mersin gesandt. Das Ordnungsamt (Emniyet) in Mersin sagte: "Wir haben alle seine Bücher bereits nach Ankara gesandt. Sobald sie hier angekommen sind, können wir sie ihnen wieder aushändigen. Wenn sie nicht kommen, heißt es, dass es hier keine Bücher mehr gibt." So bin ich denn zurückgekehrt und wieder zu dem Kommissar in Tarsus gegangen. Der Herr Kommissar aber verbeugte sich bedauernd und sagte: "Hodscha, wir haben unsere Befehle. Sei uns nicht böse! Verzeihe uns! Wir können deine Bücher ohne Auftrag nicht zurückgeben." Das also war seine Antwort. Am 18. April teilten sie mir dann endlich mit: "Deine Bücher sind gekommen; geh nun und hole sie ab!" Da bin ich schnell gegangen: es waren fünf Bücher insgesamt: Zülfikar, das Bestätigende Siegel (Sikke-i Tasdik), der Talisman (Tılsım), auch Ihr Plädoyer (Müdafaa) in Afyon, die auch schon einmal in Ankara gewesen sind, wie ich aus dem Etikett auf der Verpackung entnehmen konnte.

Kurz gesagt, sie haben uns unsere Bücher inklusive einer Bescheinigung: "einem Verkauf steht nichts im Wege" wieder ausgehändigt. So habe ich denn auch dem Herrn Kommissar das Buch "Talisman" (Tilsim) und dem Ordnungsbeamten Edhem Bey ein Exemplar von "Hülâsa" und ein Exemplar der "Biographie" (Tarihçe-i Hayat) in den neuen Buchstaben zum Geschenk gemacht. Sie haben sich sehr darüber gefreut. Und so wurden auch sie zu Nurcus.

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Mein Herr und Meister! "Die Aufgabe (vazife) in dieser Gegend ist nun deine." hatten Sie mir einmal gesagt. Daraufhin hatte auch ich Ihnen mein Wort gegeben. Als ich Isparta verließ, hatte ich Ihnen gesagt, dass ich im März zurückkommen werde. Da ich jedoch Gaziantep und Maraş nicht mehr erreichen konnte, sagt mir nun meine Seele (ruh): "Du hast deine Aufgabe nicht vollendet."

Mein Herr und Meister! Ein Jahr vor meiner Abreise nach Eskişehir - drei, vier Monate nachdem ich Sie zum ersten Mal getroffen hatte - sah ich im Traum, dass Sie, mein Meister (Üstad), in unsere Wohnung (hane) gekommen waren. Sie haben zu mir gesagt: "Wenn ich dich irgendwohin sende, würdest du dann gehen?" Ich sagte: "Ich werde gehen (giderim), mein Herr!" Da haben Sie zu mir gesagt: "Ich werde dich an einen Ort senden, drei Monate Weges von hier." Und sofort habe ich mich auf den Weg gemacht. Und sogleich haben Sie mir ein "Halt!" befohlen. Also bin ich stehen geblieben. Sie haben mir gesagt: "Habe ich dir etwa den Befehl erteilt, jetzt schon zu gehen?" Und sogleich bin ich aufgewacht. Seit dieser Zeit mache ich mir Sorgen: "Ob er mir wohl in diesem Jahr diesen Befehl erteilen wird? Und würden mir dann etwa diese drei Monate Weges auch zuteilwerden?" So habe ich denn Tag und Nacht Tränen geweint. Das also war es wohl nun, was mir bestimmt (mukadder) gewesen ist.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبّ۪ى

{"Dank sei Gott! Dies ist von der Güte meines Herrn."}

Mein Herr (efendim), Ihre Hände und Füße küsse ich mit Respekt (hürmet) und in Sehnsucht (hasret).

Ihr unzulänglicher (kusurlu) Diener
Süleyman Kaya
21.4.1951
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Da Radio Ägypten (Mısır) dieses Jahr in der Nacht zum Donnerstag viel über die Himmelfahrt (Mi'rac) gesprochen hat, habe ich sowohl die Nacht zum Donnerstag als auch diesen Freitag die Heilige Nacht (Mi'rac) Wache gehalten.

Zweitens: Wegen des Buches "Hinweise auf das Wunder" (İşarat-ül İ'caz), das bei uns in Beschlag genommen wurde, ist einer der Gendarmeriekommandanten in Afyon in Wut geraten und hat gesagt: "Mit welchem Recht nehmen Sie ein solches wissenschaftliches (ilmî) - und noch dazu schon vor langer Zeit - geschriebenes Werk wie dieses in Beschlag?" So beschloss denn die Staatsanwaltschaft in Afyon seine Rückgabe. Am Freitag, dem Tag der Himmelfahrt (Mi'rac), haben sie dann Hayri gerufen und es bei ihm abgegeben. Dies haben wir, wie auch die Rückgabe in Tarsus, {Es wurden hier zwei Bücher, eines in Afyon und eines in Tarsus zurückgegeben (A.d.Ü.).} am Tage der Himmelfahrt als einen Hinweis darauf verstanden, dass die Veröffentlichung der Lichter (Nurların intişarı) nun nicht weiter behindert werden wird.

Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass wir unser Qur'anexemplar und andere Abhandlungen (risaleler) vom Ordnungsamt in Afyon zurückbekommen werden. In Bezug auf einen Teil der Exemplare "Wegweiser für die Jugend" (Rehber), die in Istanbul bei der Staatsanwaltschaft abgegeben wurden, sagten vor allem der Rechtsanwalt Mehmed Mihri, der ein bedeutender Schüler des Alten Said war, und sein Schwiegersohn Âsım, der uns in diesem Prozess vertritt: "Wir werden, falls notwendig, mit fünfzig Rechtsanwälten für diese Sache zum Gericht gehen. Doch möge Gott es so wollen (inşâallah), dass wir sie - ohne erst noch zum Gericht gehen zu müssen - wieder zurückbekommen werden."

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Drittens: Den Abschnitt mit der Überschrift "Meine Klage vor dem Großen Gericht (Mahkeme-i Kübra) am Tage der Wiederauferstehung (Haşir)", den Abschnitt, der vor 28 Jahren in zehn Punkten über das Gebet (namaz) als eine Ansprache in der Versammlung der Abgeordneten (Meclis-i Meb'usan) geschrieben und damals auch gedruckt wurde, und schließlich noch den Abschnitt in drei Absätzen über Mustafa, der vor vier Jahren an den Staatspräsidenten geschrieben und nach Ankara gesandt wurden, in der Absicht, ihn jetzt in dieser Zeit in Ankara einigen Abgeordneten und gläubigen Beamten der Regierung zu zeigen senden wir euch nun zusammen mit der Bitte zur Kenntnisnahme.

Viertens: Mehmed Çavuş und sein Bruder aus dem Dorfe Dinar Baraklı sind mit noch einem anderen Mann zusammen zu mir gekommen. Ich habe ihn für durchaus aufrichtig gehalten. Später hat er mir in einem Brief einiges mitgeteilt. Ich füge euch hier einen Teil seines Briefes bei.

Unser Bruder stellt hier einige Fragen über verschiedene Dinge. Die Risale-i Nur lässt hier - was diese Fragen betrifft - keinen Wunsch unbeantwortet, sondern gibt an meiner Stelle auf alles eine Antwort. Lediglich was die Beileidsbekundungen wegen eines Kindes (çocuk ta'ziyesi) angeht, finden wir, dass ein Teil der Kommentatoren (müfessirler) schon seit langer Zeit über die Ayah

﴿ يَطُوفُ عَلَيْهِمْ وِلْدَانٌ مُخَلَّدُونَ ﴾

{"Während ewig junge Knaben unter ihnen die Runde machen." (Vâkıa Sûresi 56,17)}

gesagt hat: "Im Paradies werden alle, angefangen von den Kindern bis hin zu den bereits Hochbetagten, 33 Jahre alt sein." Die Wahrheit (hakikat) muss hier wohl Folgendes sein: "Gott allein weiß (Allahu a'lem), was richtig ist."

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Die offensichtliche Bedeutung (sarih) dieser Ayah bringt zum Ausdruck, dass die Kinder, وِلْدَانٌ {"vildanun"} die für die Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen (feraiz-i şer'iye) nicht verantwortlich sind und ihnen auch nicht nachgehen, solange sie das nicht gewohnt (mesnuniyet) sind, gemeint sind. Sterben sie noch vor ihren Reifejahren (kabl-el bülug), so werden sie ewig des Paradieses würdige (Cennet'e lâyık), liebenswerte Kinder bleiben. Aber ein Kind, das sieben Jahre alt ist, mit seinen Pflichten (farz), wie dem Gebet (namaz) mit Hilfe seiner Eltern vertraut zu machen, es zu fördern, ihm Anweisungen zu geben, es - sobald es zehn Jahre alt wird - mit Nachdruck zum Gebet zu verpflichten und mit ihm vertraut zu machen, ist Gesetz (şeriat).

Das also heißt, wenn sie - obwohl es noch nicht verpflichtend (vâcib) ist, freiwillig (nafile) vom siebten Lebensjahr an bis zum Beginn der Reifejahre (hadd-i bülug) wie die Erwachsenen das Gebet (namaz) halten und auch fasten (oruç), so werden diese Kinder wie die religiösen (mütedeyyin) Erwachsenen eine große Belohnung (mükâfat) empfangen und dreiunddreißig Jahre alt werden. Ein Teil der Kommentatoren bezieht diesen Punkt auf alle Kinder, ohne ihn noch weiter zu erläutern. Obwohl dies beschränkt {Alle Kinder, auf die der obige Kommentar zutrifft, werden 33 Jahre alt, andere nicht. Andere Kommentatoren dachten, alle Kinder könnten einmal 33 Jahre alt werden. (A.d.Ü.)} ist, dachte man ganz allgemein so. hat man diesen Punkt allgemein aufgefasst.

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Meine lieben getreuen, kritisch betrachtenden Brüder!

Erstens: Anhand vieler Anzeichen bin ich zu der sicheren Überzeugung gelangt, dass der Grund dafür, dass die heimlichen Atheisten einige Beamte im Außendienst täuschen und unter den großen, vertraulich gehaltenen Abhandlungen des Lichtes (Nur) nur den "Wegweiser für die Jugend" (Rehber) hartnäckig als Grund ihrer Anklage festhalten und mich auf diese Weise seit anderthalb Jahren schikanieren, ohne Zweifel die "Anmerkung über Hu" (Hüve Nüktesi) in dem "Wegweiser für die Jugend" (Rehber) ist. Denn das Geheimnis der Einheit Gottes (sırr-ı tevhid), das dieser Abschnitt über "Hu" offenlegt, bricht dem völligen Unglauben (küfr-ü mutlak) in einer sehr sicheren und offensichtlichen Weise das Kreuz. Ja, es lässt bei einigen noch nicht einmal einen Verdacht oder Zweifel mehr übrig. Da die heimlichen Atheisten hier keine Lösung finden konnten, strengten sie sich umso mehr an, wenigstens seine Verbreitung durch ein offizielles Verbot zu verhindern.

Ich teile euch aber hier nur drei Punkte unter vielen Punkten dieser "Anmerkung über Hu" (Hüve Nüktesi), die ich tags zuvor den Säulen (erkânlar) der Medreset-üz Zehra in einer Art Unterricht erklärt habe, mit.

Erster Punkt: Nach dem Geheimnis der Ayah

﴿ اِلَيْهِ يَصْعَدُ الْكَلِمُ الطَّيِّبُ ﴾

{"Zu Ihm steigt das gute Wort auf." (Sure 35, 10)}

Es ist eine hohe und wichtige Aufgabe des Elements "Luft" die schönen (güzel), sinnvollen (manidar), gläubigen (imanî) und wahren (hakikatlı) Worte durch das Abschreiben mit dem Stift der Vorhersehung (kalem-i kader) und mit der Erlaubnis Gottes (izn-i İlahî) durch ihre Verbreitung Engeln und Geistwesen (melaike ve ruhanîler) in der ganzen Atmosphäre hörbar zu machen und in die Richtung des gewaltigen Thrones (Arş-ı A'zam) zu tragen, wozu sie eine unwandelbare Seite für die Feder der Göttlichen Allmacht (kudret-i İlahî) ist.

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Da dies die wichtigste der heiligen Aufgaben der Luft (havanın kudsî vazifesi) und die Weisheit ihrer Erschaffung (hikmet-i hilkat) ist, so ist sie ein so großes Geschenk Gottes (nimet-i İlahi) für die Menschheit (nev'-i beşer), indem sie für das Antlitz der Erde durch den Rundfunk zu ihrer gemeinsamen Wohnstatt wird. Mit Sicherheit und in jedem Fall soll der Mensch diesen Rundfunk als allgemeinen Dank (umumî şükür) für dieses so große Geschenk vor allem für das Wort Gottes (Kelâmullah), das auch ein gutes Wort (kelimat-ı tayyibe) ist, vor allem für den Weisen (Hakîm) Qur'an, seine Wahrheiten (hakikatlar), den Unterricht im Glauben (iman) und im guten Benehmen (ahlâk), sowie die Worte über notwendige, ja unentbehrliche Nutzanwendungen durch die Menschen gebrauchen, damit es für dieses Geschenk als ein Dank gilt. Wird jedoch ein solches Geschenk nicht mit Dank entgegengenommen, so wird es die Menschen ins Verderben stürzen.

So wie die Menschen der Wahrheit (hakikat) bedürfen, so brauchen sie in der Tat auch einige Lustbarkeiten. Aber diese vergnüglichen Lustbarkeiten dürfen nicht mehr als ein Fünftel sein. Andernfalls werden sie dem Geheimnis der Weisheit der Luft widersprechen. Zudem verführen sie die Menschen zur Faulheit, zu Ausschweifungen und zum Auslassen der notwendigen Aufgaben. So werden sie ihm denn, wo sie doch ein großes Geschenk (nimet) für die Menschen sind, stattdessen zu einem großen und fürchterlichen Übel (nıkmet). Und so verderben sie ihm die Lust zur Arbeit, die doch für den Menschen notwendig ist.

Der kleine Apparat, das Gehäuse des Rundfunks, das jetzt vor meinen Augen liegt, wurde in mein Zimmer gebracht, um den Qur'an zu hören. Ich habe gesehen, dass nur eine unter zehn Sendungen die guten Worte ausstrahlt. Diese Einteilung der Sendezeiten habe ich als Fehler des Menschen wahrgenommen. Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass der Mensch diesen seinen Fehler noch korrigieren wird. Zum Dank für das Geschenk dieses Rundfunks, der bewirkt, dass die ganze Erde zu einer lichtvollen Versammlung (meclis-i münevver), zu einer erhabenen Wohnstatt (menzil-i âlî) und zu einer Schule des Glaubens (mekteb-i imânî) wird, wird der Anteil der guten Worte, die für das ewige Leben (hayat-ı ebediye) der Menschen verwendet werden, vier von fünf werden.

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Zweiter Punkt: In den Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleleri) heißt es: "Wer das Universum nicht erschaffen kann, kann auch kein Stäubchen (zerre) erschaffen. Wer ein Stäubchen am rechten Platz erschafft und es dann fehlerfrei funktionieren lässt, nur der allein kann auch derjenige (zât) sein, der auch das All (kâinat) erschaffen hat.

Ein Bruchteil eines Zeugnisses (hüccet) innerhalb der Gesamtheit aller Zeugnisse dieses Satzes ist Folgendes:

Eine Handvoll Luft in dem kleinen Apparat dieses Rundfunks, der hier vor mir steht, sowie das Gehäuse und der Kasten mit all den Arten von Worten ist, zeigt mit Sicherheit, dass aus etwa zweihundert Zentren, die auf der Anzeigetafel aller Rundfunkstationen genannt werden, die wir jetzt in unserer Hand betrachten, aus - von einer Stunde bis zu einem Jahr weiten - unterschiedlichen Entfernungen im selben Augenblick ein einziges Wort des Qur'ans z.B. das Wort "Dank sei Gott" (elhamdülillah) mit all seinen Buchstaben und seinem Akzent sowie in der Art des Klanges, der dem, der es ausspricht, zu eigen ist, mit den kleinsten Teilchen (zerre) dieser Handvoll Luft in diesem Apparat, ohne sich zu verformen, in unsere Ohren zu kommen und verschiedene Worte des Qur'ans mit verschiedenen Klängen, mit unterschiedlichen Akzenten, genauso und ohne sich zu verändern oder aufzulösen in unser Ohr zu bringen, wenn in jedem Teilchen dieser Handvoll Luft eine so unendliche Kraft und ein umfangreicher Wille (irade) und ein umfassendes Wissen (ihatalı bir ilim), das verschiedene Akzente der Qur'anrezitatoren (hâfızlar) in den Zentren der ganzen Erde zu kennen vermag, und ein umfassendes Auge all dies zu sehen und ein Ohr, das alles im selben Augenblick hören kann, nicht da ist, wird mit Sicherheit dieses Wunder der Macht (mu'cize-i kudret) nicht zustandekommen.

Das also heißt, dass diese eine Handvoll Luftteilchen einzig und allein durch die Macht, Wissen und Wollen (ilim ve irade) des absolut Allmächtigen (Kadîr-i Mutlak), der über ein den ganzen Kosmos (kâinat) umfassendes Wissen und Wollen, Gehör und Gesicht (sem' ve basar) verfügt und dem überhaupt nichts schwerfällt und dessen Macht (kudret) das größte Ding wie auch das kleinste Ding leichtfällt, dieses Wunder der Macht (mu'cizat-ı kudret) erfahren.

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Ansonsten dem vagabundierenden Zufall (serseri tesadüf) und der blinden Kraft (kör kuvvet) und der tauben Natur (sagır tabiat), welche als in den Luftschwingungen (temevvücat-ı havaiye) anwesend vorgestellt (mevcudiyeti tevehhüm) werden, zu ihrer Erschaffung (icad) Platz zu geben, würde heißen, dass man jedes einzelne Teilchen zu einem absoluten Herrscher (hâkim-i mutlak) machen müsste, das alles, was in der Atmosphäre ist, und über die ganze Erde sieht (görür), kennt (bilir) und macht (yapar). Das aber ist ein Aberglaube (hurafe), der sich hundertausendfach weit vom Verstand entfernt und in der Unmöglichkeit aller Unmöglichkeiten (muhaller) befindet. Sollen die Irrgläubigen (ehl-i dalalet) nur kommen und sehen, wie weit ihr Weg (mezheb) vom Verstand entfernt und ein Aberglaube ist.

Dritter Punkt: Von dem Wunder der Macht (mu'cizat-ı kudret), das eine Handvoll Luft in diesem kleinen Apparat des Rundfunks und in diesem kleinen Gehäuse, das den geistigen Blumen der Worte (manevî kelimat çiçekleri) als Blumentopf dient, aufzeigt, entnimmt man die folgende Wahrheit (hakikat): Jedes Stäubchen Luft (zerre) gibt Gott, den Gerechten, mit seinem ganzen Wesen und all seinen Eigenschaften (zâtıyla ve sıfâtıyla) bekannt und beweist Ihn.

Die Weisen und Gelehrten (hükemalar ve ülemalar), die das ganze Universum erforschen, ziehen den ganzen Kosmos in Betracht, um anhand der großen und umfassenden Zeugnisse die Existenz (vahdet) und Allgegenwart des Herrn, der da notwendigerweise sein muss (Zât-ı Vâcib-ül Vücud'un vücudu), zu beweisen. So können sie die Erkenntnis Gottes (marifetullah) vollkommen erlangen. Wenn die Sonne aber aufgegangen ist, kann ein jeder Glassplitter genauso wie der Meeresspiegel die Sonne reflektieren und weist auf die Sonne hin. Deshalb weist auch ein jedes Stäubchen Luft (zerre) aufgrund der oben erwähnten Tatsache (hakikat) an sich selbst genauso diese Erscheinung einer solchen Einheit (cilve-i tevhid) auf dem Meere des Kosmos (kâinat denizi) auf, mit dessen Eigenschaften und seiner Vollkommenheit (sıfat ve kemal).

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Da die Risale-i Nur, die ein Funke des geistigen Wunders (manevî mu'cizesi) des Weisen Qur'ans ist, diesen Sachverhalt (hakikat) erläutert und beweist, ist ein kritisch denkender (müdakkik) Nurcu nicht gezwungen, um die beständige Gegenwart (huzur-u daimî) zu erlangen und jederzeit bewusst in der Erkenntnis Gottes (marifetullah) zu leben, um der beständigen Gegenwart (huzur-u daimî) willen, "Es gibt kein Sein außer Ihm (Lâ mevcude illâ Hû)" zu sagen. Während wiederum ein Teil der Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat) "Es gibt kein Bezeugtes außer Ihm" (Lâ meşhude illâ Hû) sagt, um die beständige Gegenwart zu finden, braucht ein Nurcu dies nicht so zu sagen; vielmehr genügt ihm das heilige Fenster folgender glänzenden Wahrheit (parlak hakikat):

وَ ف۪ى كُلِّ شَيْءٍ لَهُ اٰيَةٌ تَدُلُّ عَلٰى اَنَّهُ وَاحِدٌ

{"In jedem Ding liegt ein klares Zeichen, das zeigt, dass Er ein Einziger ist."}

Eine sehr kurze Erläuterung dieses heiligen arabischen Satzes ist Folgende:

Jeder umfasst hier in dieser Welt seine eigene Welt und sein eigenes Universum (kâinat). So als gäbe es in der Tat in der Anzahl der Bewusstseintragenden (zîşuurlar) noch weitere, ineinander liegende, grenzenlose Universen (kâinatlar) und Welten (âlemler). Der tragende Mast in der eigenen Welt, im Universum und in der Welt, die jeden von uns umgibt, ist das eigene Leben. {Der Mensch lebt in seiner eigenen Welt, ganz für sich allein und zugleich in dieser Welt, die allen Menschen gehört. (A.d.Ü.)} Wenn jeder in seiner Hand seinen eigenen Spiegel hält und ihn auf ein großes Schloss richtet, so besitzt jeder in seinem Spiegel eine Art Schloss. Genauso hat jeder seine eigene Welt. Ein Teil der Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat) bestreitet diese seine eigene Welt, indem er sagt "Es gibt kein Sein außer Ihm." (Lâ mevcude illâ Hû) und findet nach dem Geheimnis der Aufgabe von allem außer Ihm (terk-i masiva), Gott, dem Gerechten (Cenab-ı Hakk), gegenüber, dessen beständige Gegenwart (huzur-u daimî) {Das Diesseits und alles Diesseitige ist vergänglich. Nur das Jenseits und das Leben im Jenseits ist unvergängliches, Ewiges Leben. (A.d.Ü.)} und die Erkenntnis Gottes (marifet-i İlahiye). Auch ein anderer Teil der Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat) sagt, wiederum, um die unwandelbare Erkenntnis (daimî marifet) und die unveränderliche Gegenwart (huzur) zu finden: "Es gibt kein Bezeugtes außer Ihm." (Lâ meşhude illâ Hû) und steckt seine ihm eigene Welt in das Gefängnis des Vergessens (nisyan); er zieht den Schleier ihrer Vergänglichkeit (fânilik) darüber; so findet er die Gegenwart Gottes (huzur) und so wird sein ganzes Leben zu einer Art Gottesdienst (ibadet).

So kam denn in heutiger Zeit durch das geistige Wunder (i'caz-ı manevî) des Qur'ans anhand des Geheimnisses (sırr) von

وَ ف۪ى كُلِّ شَيْءٍ لَهُ اٰيَةٌ تَدُلُّ عَلٰى اَنَّهُ وَاحِدٌ

{"In jedem Ding liegt ein klares Zeichen, das zeigt, dass Er ein Einziger ist."}

zum Ausdruck, dass sich - angefangen von den Atomen bis zu den Sternen - in jedem Ding ein Fenster zur Einheit (tauhid) öffnet und klare Zeichen (âyet) gegeben sind, die unmittelbar den Herrn des Einzigen, Allgegenwärtigen (Zât-ı Vâhid-i Ehad) mit seinen Eigenschaften (sıfât) kundtun, d.h. ihre Zeugnisse und ihre Hinweise vorhanden sind.

— 144 —

So ergeben sich durch die Anmerkung über "Hu" (Hüve Nüktesi) auf die oben erwähnten heiligen Wahrheiten des Glaubens und Seiner Allgegenwart kurz und bündige Hinweise. Die Risale-i Nur bewies diese Wahrheiten (hakikat) anhand von Erläuterungen (izahat). In vergangenen Zeiten haben die Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat) sie bis zu einem gewissem Grade kurz und bündig zusammengefasst erklärt. Diese furchtbare Zeit braucht jedoch diese Wahrheiten (hakikat) noch dringlicher, sodass uns durch die Wunderhaftigkeit (i'caz) des Weisen Qur'ans diese Wahrheiten (hakikat) im Einzelnen zugänglich geworden sind, während zugleich die Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleleri) für diese Wahrheiten (hakikat) zu deren Verbreitung beigetragen haben.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

Euer Bruder
Said Nursî
— 145 —

Den religiösen (dindar), einsatzfreudigen (hamiyetkâr), vaterlandsliebenden (vatanperver) Abgeordneten möchte ich Folgendes mitteilen:

Obwohl ein Teil der Abhandlungen der Risale-i Nur, wie der Sammelband "Zülfikar" über die Wunderhaftigkeit des Qur'ans, von dem die Pilger (hacılar) gesehen haben, dass er in dem verehrungswürdigen Mekka (Mekke-i Mükerreme) neben dem Schwarzen Stein (Hacer-ül Esved) in der Kaaba als Ausdruck ihres Respekts aufgestellt wurde, und der Sammelband "Stab Mosis" (Asâ-yı Musa), von dem sie gleichfalls gesehen haben, dass er in dieser Weise in dem "erleuchteten" (Münevver) Medina am Grab des Propheten (Peygamber Aleyhissalâtü Vesselâm) aufgestellt wurde, die wahrhaftige Bruderschaft (hakikî uhuvvet) in der islamischen Welt (âlem) mit uns zu errichten verdient, versucht man sie seit vier Jahren durch ihre Beschlagnahme (müsadere) als staatsfeindliche Dokumente (evrak-ı muzırra) unter den Akten im Keller des Gerichtsgebäudes verstauben zu lassen bzw. zu vernichten. Obwohl bereits vier Gerichte ihre Freigabe (beraet) bzw. Freisprechung (serbestiyet) beschlossen hatten und auch wir uns oftmals mit Gesuchen an die Ämter gewandt, ihre Freigabe gefordert haben und zudem auch der Ministerpräsident gesagt hatte: "Aufgrund einer religiösen Propaganda hat dieses Land bis heute noch nie einen Schaden erlitten."; und obwohl es daher nötig wäre, einen solchen Erlass eines Gesetzes über die Freiheit dieser religiös gesinnten Menschen (dindarların serbestiyeti) unverzüglich und vor alle anderen zu stellen, dieser jedoch verschoben wurde, geraten religiöse Menschen dadurch in Panik, dass religiös gesinnte Abgeordnete in den Augen des Volkes (nazar-ı millet) in den Verdacht geraten, sie würden die notwendigsten religiösen Aufgaben (dinî vazifeleri) vernachlässigen, zu denen sie doch eigentlich verpflichtet wären." Auch wir sind besorgt, dass die hiesigen, heimlichen Atheisten, wie auch diejenigen, die im Hintergrund für die Interessen des Kommunismus wirken, aus diesem Zustand ihren Nutzen ziehen könnten, weswegen ich mich nun dazu gezwungen sehe, euch wegen meiner Sorge um das Gemeinwohl (hamiyeten) den folgenden Sachverhalt mitzuteilen. Dieser Sachverhalt ist folgendermaßen:

Eine Anmerkung für die religiös gesinnten Abgeordneten unter den Demokraten zu dem folgenden Sachverhalt:

In diesen Tagen konnte ich wegen meiner Krankheit diese so heftige Wut des Winters nicht mehr ertragen. Anhand meiner vielen Erfahrungen zeigten sich das Wetter und die Erde mit Erdbeben und Sturm infolge eines allgemeinen Fehlers {im Verhalten der Menschen (A.d.Ü.)} in einem - dem ansonsten keineswegs üblichen - Zustand, als wollten sie uns den Zorn Gottes (gazab-ı İlahî) übermitteln und als wären sie in diesem Sinne in Wut geraten. Darin habe auch ich ein Vorzeichen (alâmet) zu einem geistigen Sturm (manevî fırtına) verspürt.

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Da wurde mir in meinem Herzen eingegeben: "Ist etwa wieder ein allgemeiner Fehler (hata-yı umumî) {Sinngemäß: "Meine Schüler haben mir berichtet." (A.d.Ü.)} zum Schaden der İslâmiyet und der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) eingetreten?" Obwohl es nicht meine Gepflogenheit ist und obwohl ich die weltliche Politik (dünya siyaseti) bereits aufgegeben hatte, habe ich doch dieses Mal danach gefragt: "Was ist geschehen? Worüber berichten die Zeitungen?"

Sie haben mir gesagt: "Das Gesetz zur Freilassung religiös gesinnter Menschen, die Propaganda für ihre Religion (din) {ganz gleich welche (A.d.Ü.)} machen, wurde verschoben. Das Gesetz zugunsten der Linken (solcular) aber ist unverzüglich erlassen worden."

Da wurde mir in meinem Herzen eingegeben: Die Maßnahmen (maslahat), die für dieses Land und die Islâmiyet dienlich sind, sind dringend notwendig (elzem). Vor allem anderen muss das Gesetz zur Freilassung aller religiös Gesinnten unverzüglich erlassen und so rasch wie möglich in den Schulen zur Anwendung gebracht werden. Denn durch diesen Erlass können etwa vierzig Millionen Muslimen in Russland und vierhundert Millionen in der ganzen islamischen Welt ihre geistige Kraft (manevî kuvvet) als eine Kraft erwerben, die diesem Land als Rückhalt dient. Was nun den Kommunismus, der eine große geistige Zerstörung (manevî tahribat) anrichtet, samt seinen Angriffen (tecavüz) gegen uns zum Stehen bringt, sind ohne Zweifel die Wahrheiten des Qur'ans und des Glaubens (iman), wohingegen eine tausendjährige Feindschaft die Russen dazu führen könnte, gerade uns mit einer Kraft, größer als die, welche sie bisher gegen Amerika und England eingesetzt haben, anzugreifen.

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Wenn das so ist, ist es in diesem Land gegen diese außergewöhnliche Kraft vor allem anderen notwendig - und zwar geradezu unbedingt - in der Tat die Wahrheiten des Qur'ans und des Glaubens (iman) in der Hand zu behalten und vor der Glaubenslosigkeit (dinsizlik) eine starke Mauer des Qur'ans wie die Mauer von Zulkarneyn {gegen Gog und Magog (A.d.Ü.).} zu errichten. Denn obwohl die Glaubenslosigkeit bis heute Russland, das halbe China und das halbe Europa regiert, sind das, was sie daran hindert, uns noch weiter anzugreifen, die Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) und des Qur'ans.

Ansonsten wäre gegen die geistige Kraft der Russen in der Art ihrer Umerziehung (tahribat) {Ziele dieser Umerziehung sind der Marxismus, Bolschewismus, Stalinismus, Maoismus usw. (A.d.Ü.).} dadurch, dass die Justiz (adliye) nur ein Tausendstel einer diesseitigen Strafe (maddî ceza) erteilt, gegen eine Kraft, die den Asozialen (serseri) und Armen den Besitz der Reichen übereignet (peşkeş çeken), den Jugendlichen nach Lust und Laune die Töchter ehrenhafter Menschen (ehl-i namus) und ihrer Familien überlässt (mubah) und sich so in ganz kurzer Zeit die Hälfte Europas angeeignet hat, einzig und allein eine geistige (manevî) Bombe erforderlich, die aber mit den Wahrheiten des Qur'ans und des Glaubens (iman) gleich einer Atombombe diese furchterregende Strömung der Linken (dehşetli solculuk) aufzuhalten vermag. Ansonsten kann diese alles umfassende Kraft (küllî kuvvet) durch eine diesseitige Strafe (maddî ceza) mit den Mitteln der Justiz (adliye) für Einen unter Hundert nicht aufgehalten werden.

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Aus diesem Grund, da die religiös gesinnten Abgeordneten diesen Sachverhalt {die Behandlung dieser neuen Gesetzesvorlage (A.d.Ü.).} verschoben haben, obwohl er doch unverzüglich behandelt werden sollte, erhebt nun das Wetter (küre-i hava) anhand unserer so oft erlebten Erfahrungen auch diesmal wieder mit einem Kälteeinbruch dagegen einen Einwand (itiraz).

In Anbetracht eines kraftvollen Erwachens (intibah-ı kavî) und einer Art allumfassender Auferstehung der Menschheit, wie sie sich infolge der beiden furchtbaren Weltkriege (harb-i umumî) in der Menschheit entwickelt haben, kann überhaupt kein Volk ohne Religion (dinsiz bir millet) leben. Auch die Russen können nicht religionslos bleiben. Rus da dinsiz kalamaz, geri dönüp Hristiyan da olamaz. Olsa olsa küfr-ü mutlakı kıran ve hak ve hakikate dayanan ve hüccet ve delile istinad eden ve aklı ve kalbi ikna eden Kur'an ile bir musalaha veya tabi olabilir. O vakit dört yüz milyon ehl-i Kur'an'a kılınç çekemez.

Said Nursî
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Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Wir beglückwünschen euch aus ganzem Herzen und tiefster Seele zu dem heiligen Geburtstag des Propheten (Mevlid-i Şerifi). Wir freuen uns über euren Erfolg, wie auch über die außerordentlich wirkungsvolle Verbreitung der Lichter (Nurlar) und beglückwünschen dazu ebenfalls die Nurcus.

Zweitens: In dieser segensreichen Nacht stieg mir in meinem Herzen eine sehr heftige Ermahnung (ihtar) auf, weil unter den Studenten an der Universität in Istanbul wegen der wunderbaren Ereignisse des Alten und des Neuen Said, die in der Biographie (Tarihçe-i Hayat) beschrieben worden sind, zwei verschiedene Meinungen vertreten wurden:

Erstens: Unter den Freunden entstand eine gute Meinung (hüsn-ü zan), wie eine Art sehr vieler und außerordentlicher Gottesfreundschaften (velayet), die über meine Begrenztheit hinausgehen. Und unter den Gegnern und studierten Philosophen (ehl-i felsefe) entstand die Vorstellung einer überaus einzigartigen Genialität (hârika bir deha) und bei manchen durch die Annahme (tevehhüm), es handle sich da bei mir um eine besondere Art von Magie (kuvvetli bir sihir), sogar eine tausendfach über meine Begrenztheit hinausgehende vorgefasste Meinung (tevehhüm). Für dergleichen Meinungen wollte man an vielen Orten sowohl eine allgemein verständliche (maddî) als auch eine hermeneutische Erläuterung (manevi izah) haben, indem sie mich fragten: "Was ist denn nun wirklich wahr an all dem?" Wegen dieser so heftigen Ermahnung (şiddetli ihtar), die ich in dieser Nacht, {in meinem Herzen empfing (A.d.Ü.).} fühle ich mich nun gezwungen, eine Wahrheit mit einer Einführung {und fünf Beispielen dazu (A.d.Ü.).} zu erklären.

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Einführung: Der Kern eines Tannenbaumes, der so groß wie ein Weizenkorn ist, ist ja der Ursprung eines riesengroßen Tannenbaums. Doch die göttliche Macht (Kudret-i İlahî) erschafft diesen staunenerregenden Baum aus einem solchen Kern. In diesem Kern findet sich jedoch nur der millionste Teil davon, wobei dieser Kern dessen unsichtbares Inhaltsverzeichnis enthält, geschrieben mit dem Stift der göttlichen Bestimmung (kader). Andernfalls wäre eine Vielzahl von Fabriken erforderlich, welche soviel Platz wie ein ganzes Dorf benötigten, um einen solch staunenerregenden Baum mit all seinen Ästen und Zweigen konstruieren zu können. Auch dies ist ein Beweis für die Größe und Allmacht Gottes (azamet ve kudret-i İlahî), die aus einem Stäubchen (zerre) bergesgleiche Dinge zu erschaffen vermag.

So gebe ich denn aus all meiner Überzeugung heraus, ohne dabei als besonders schlicht und einfach (mahviyet ve tevazu) erscheinen zu wollen, bekannt: Mein Dienst (hizmet) und das Abenteuer meines ganzen Lebens (sergüzeşte-i hayat) haben sich aus einem solchen Kern heraus entwickelt. Die Güte Gottes (İnayet-i İlahiye) begnadet die Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleleri), welche aus dem Qur'an herrühren, in dieser Zeit als Ursprung eines bedeutungsvollen Dienstes am Glauben (hizmet-i imaniye) und entwickeln sich so zu einem erhabenen, fruchtbringenden Baum (şecere-i âliye). Es ist dies meine eidesstattliche Versicherung (kasemle temin), dass ich auf Grund all der wunderbaren Ereignisse (hârikalar), die ich in meinem ganzen Leben stets erfahren habe, überhaupt keine besondere Fähigkeit an mir zu erkennen vermag oder gewürdigt (liyakat) wäre, etwas ganz Besonderes zu sein. Dabei war ich selber aufs Höchste erstaunt. Denn geschweige einer außergewöhnlichen Genialität (deha) oder einer außergewöhnlichen Gottesfreundschaft (velayet), besaß ich im Gegensatz dazu an mir noch nicht einmal die Fähigkeit, mich selbst zu versorgen oder im gesellschaftlichen Leben (hayat-ı içtimaiye) Beziehungen zu pflegen. Zwar gab es in meinem Leben rein äußerlich betrachtet Haltungen (hâlât), als wollte ich mich wichtigtun (hodfüruşluk). Dies aber geschah ohne meinem Willen, um nicht der guten Meinung der Menschen über mich zu widersprechen, was dann so aussah, als wolle ich mich wichtigtun. Die gute Meinung der Leute (hüsn-ü zann) widersprach jedoch den Tatsachen (hakikat). Und dass ich in der Welt zu nichts zu nutzen bin und dabei dennoch eine Zuneigung erfahre, die tausendfach über meine Begrenztheit hinausgeht, empfand ich als ganz und gar der Wahrheit zuwiderlaufend (hilaf-ı hakikat).

Hundertausend Mal sei Dank Gott, dem Gerechten (Cenab-ı Hakk), dass ich fast am Ende meines siebzig-, achtzigjährigen Lebens die Weisheit hinter all dem in gewissem Grade als ein Geschenk Gottes (ihsan-ı İlahiye) erkannt habe. Ich möchte hier auf einen Teil dessen nur kurz hinweisen. Einige Beispiele unter vielerlei solcher Beispiele möchte ich hier nun darlegen:

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Erstes Beispiel: Nach den Methoden einer Medresse waren damals mindestens fünfzehn Jahre eines wissenschaftlichen Studiums erforderlich, um die Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i diniye) und die Kenntnis des Islams (ulûm-u İslâmiye) vollständig erwerben zu können. Nachdem Said damals, nicht mit einer außerordentlichen Intelligenz (hârika bir zekâ) oder einer geistigen Kraft (manevî kuvvet), sondern vielmehr auf eine ganz erstaunliche Weise außerhalb all seiner Begabungen und Fähigkeiten sich innerhalb von ein, zwei Jahren die Vorkenntnisse zum Erwerb der arabischen Grammatik angeeignet hatte, hatte er danach innerhalb von drei Monaten auf ganz erstaunliche Weise vierzig, fünfzig Bücher durchstudiert und präsentierte sich in einer Form, so als hätte er bereits ausstudiert (icazet).

Dieser Sachverhalt zeigte erst nach sechzig Jahren ganz unmittelbar, dass ein Kommentar (tefsir) zum Qur'an, der diesem Zustand zufolge die Kenntnisse des Glaubens (ulûm-u imaniye) in einer so kurzen Zeit wie in nur drei, vier Monaten zu vermitteln vermag, herauskommen wird und dass dieser Said in meiner Wenigkeit auch in dessen Dienst stehen wird. Dieser Hinweis lässt nach Art eines Hinweises aus dem Verborgenen (işaret-i gaybiye) eine Zeit erahnen, eine gewisse Zeit, die kommen wird, in der kaum noch eine Medresse entdeckt werden könnte und ihre Zahl sich so verringern wird, dass die Kenntnisse des Glaubens (ulûm-u imaniye) nun nicht mehr in fünfzehn Jahren, sondern in noch nicht einmal mehr einem einzigen Jahr unterrichtet werden können.

Zweites Beispiel: In damaliger Zeit, der Zeit der Kindheit Saids, führte er mit großen Gelehrten Diskussionen (münazara) und beantwortete auch die Fragen dieser Gelehrten (âlimler). Und obwohl er selbst keinerlei Fragen stellte, gab er dennoch auch auf die schwierigsten Fragen dieser Gelehrten treffende Antworten. Ich bin völlig offen und ehrlich davon überzeugt, dass sich diese Situation weder aus meiner ganz ungewöhnlichen Intelligenz, noch aus meinen staunenerregenden Fähigkeiten ergab. Obwohl ich damals noch ein unbeholfener Anfänger, ein noch unwissendes, verspieltes Kind war, war ich geschweige denn solchen großen Gelehrten Antwort zu geben, selbst einem kleinen Hodscha, ja sogar einem kleinen Schüler gegenüber stets im Zustand meiner eigenen Unterlegenheit und habe ihnen dennoch die richtigen Antworten gegeben. Ich bin zur sicheren Überzeugung gelangt, dass das überhaupt nicht von meiner Fähigkeit oder Intelligenz herrührte. Darüber bin ich auch nach siebzig Jahren immer noch erstaunt.

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Doch heute habe ich nun durch Gottes Güte (ihsan-ı İlahî) die Weisheit dahinter verstanden: Gleich einem Kern wird der Medrese für die Wissenschaften ein Baum als ein Gnadengeschenk verliehen und gegen den, der im Dienste dieses Baumes steht, werden sich sehr viele Gegner und Oppositionelle erheben. So werden denn in dieser Zeit unter den Muslimen (İslâmlar) die Vertreter der verschiedenen Richtungen und Wege (meşrebler ve meslekler) einander kritisieren und der eine seine Werke gegen die Werke des anderen zur Veröffentlichung bringen, so wie die Mutesiliten und die Ehl-i Sünnet traditionsgemäß einander widerlegen und kritisieren. Dabei sollten in heutiger Zeit gerade die Hodschas der verschiedenen Medresen dem Diener des Lichterbaumes (Nur agacı) auf den Kopf schlagen, versuchen, mit ihm zu konkurrieren oder sich ihm in der Verschiedenheit ihrer Richtungen (meşreb) äußerst wirksam und besonders fürchterlich widersetzen. Hunderttausend Mal Dank sei Gott, dem Gerechten (Cenab-ı Hakk)! Denn im Gegensatz zu einer Tradition (âdete muhalif), die sich seit alten Zeiten fortsetzt, und obwohl die Risale-i Nur allen voran die Nerven der Gelehrten strapaziert, konnten die Hodschas dennoch gegen die Lichter (Nurlar) keine Werke zu ihrer Kritik schreiben.

Der Grund dafür ist der, dass dieser kleine Said damals die Fragen der Gelehrten so treffend beantwortete, dass die Gelehrten so sehr entmutigt wurden, dass nirgendwo auch nur einer dieser neidischen Hodschas, obwohl doch ihre Richtungen (meşreb) derer von Said entgegengesetzt waren, sie dennoch zu den Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleleri) keine Gegenaktion unternehmen konnten. So bin ich denn zu der Überzeugung gelangt, dass eine der Weisheiten in dieser Situation begründet ist.

Andernfalls würden in einer so erstaunlichen Zeit, sobald die Leute der Medrese mit ihrer Kritik begonnen hätten, die Anhänger des Atheismus, die doch unsere verstohlenen Feinde sind, dies als einen maßgeblichen Anlass gebrauchen, um sowohl die Lichter (Nurlar) als auch die Gelehrten zu widerlegen. Unendlicher Dank sei Gott, dem Gerechten (Cenab-ı Hakk), dass die amtlichen Gelehrten (resmî ülema), welche sich am meisten an den Lichtern (Nurlar) stoßen, sich nicht gegen sie auszusprechen vermochten.

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Drittes Beispiel: Von Kindheit an nahmen der Alte Said wie auch sein Vater, obwohl sie arm waren, keine Spenden (sadaka) und Geschenke (hediye) von anderen an und konnten sie auch nicht annehmen. So nahm er Geschenke, obwohl er sie selbst dringend benötigte, ohne Gegenleistung niemals an. Obwohl nach kurdischer Tradition die Rationen der Schüler (talebelerin tayinatı) von den Bewohnern der umliegenden Häuser gegeben wurden und mit Almosen (zekat) ihre Ausgaben gedeckt wurden, ging Said niemals seine Ration (tayin) zu holen und akzeptierte auch die Almosen wissentlich nicht. Eine Weisheit (hikmet) dahinter ist heute aufgrund meiner festen Überzeugung (kanaat) die Folgende:

Um in der letzten Periode meines Lebens einen nur auf den Glauben (iman) und auf das Jenseits (uhrevî) bezogenen heiligen Dienst (hizmet-i kudsiye) wie die Risale-i Nur nicht zu einem Werkzeug für die Welt (dünyaya âlet) und keinen Anlass zu einem persönlichen Vorteil (menafi'-i şahsiye) zu machen, wurde mir gegen diese angesehene Tradition (makbul âdet) ein harmloser Charakterzug zu einem Abscheu und mir diese Haltung als eine Enthaltsamkeit eingegeben. So habe ich denn diese bittere Armut und Not angenommen und den Menschen meine Hand nicht geöffnet, damit die wahrhaftige Aufrichtigkeit (hakikî ihlas), welche die wahre Kraft der Risale-i Nur ist, nicht verletzt wird.

Darin verspürte ich den geistigen Hinweis (işaret-i manevî) darauf, dass in einer kommenden Zeit wegen der Sorge um den Lebensunterhalt die Niederlage der Leute des Wissens (ehl-i ilm) durch dieses Bedürfnis hervorgerufen wird.

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Viertes Beispiel: Während sich der neue Said in seinem Alter darum bemüht, sich ganz und gar von der Politik und aus der Welt zurückzuziehen, unterdrücken ihn die Weltleute (ehl-i dünya) seit 28 Jahren mit ihren Schikanen, mit einer heftigen Ungerechtigkeit in einer Art, die ganz und gar jeglichem Gesetz widerspricht und der Vernunft (insaf), dem Gewissen (vicdan), ja sogar der Menschlichkeit zuwiderläuft. Obwohl sie Said, der noch nicht einmal den Stich einer Mücke ertragen konnte, in seiner Schwäche mit Äxten auf den Kopf schlagen und die allerschlimmsten Bosheiten gegen ihn begehen, um ihn zu verärgern (ihanet), wurde ihm eine beispiellose Geduld und Ausdauer (sabır ve tahammül) verliehen. Obwohl er äußerst reizbar (asabî) und leicht erregbar (sinir) ist, jedoch von Natur (fıtrat) aus keineswegs feige, und großen Mut besitzt, der aus dem Glauben an die Wahrheit: "Die Todesstunde (ecel) ist eins und lässt sich nicht verschieben (tegayyür)," erwächst, schweigt er und scheint in einem besonders feigen und jämmerlichen Zustand zu dulden; ja es wurde schließlich seinem Geist (ruh) nach einer Weile, nach all diesen Schikanen eine Erleichterung geschenkt. Eine Weisheit (hikmet) dahinter ist nach meiner festen Überzeugung Folgendes:

Um die Risale-i Nur, welche die Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) des Weisen Qur'ans kommentiert (tefsir), keinesfalls für seine persönlichen Vorteile und als ein Werkzeug zur geistigen Vervollkommnung (manevî kemalât) zu gebrauchen, auch nicht, um die wahre Aufrichtigkeit (hakikî ihlâs) nicht zu verletzen, brachte er Said bei den Politikern (ehl-i siyaset) in den Verdacht "die Religion zu einem Werkzeug der Politik (dini siyasete âlet) zu machen"; sodass Said durch Schikanen und Gefängnisaufenthalte daran gehindert wird, die Religion zu einem Werkzeug für die Politik zu gebrauchen, wodurch die göttliche Vorsehung durch die brutalen Urteile der Politiker (ehl-i siyaset) Said einen zärtlichen Klaps (şefkatli tokat) versetzt, damit er die wahre Aufrichtigkeit (hakikî ihlas), die dem Licht (Nur) dient, nicht beeinträchtigt und sie etwa sagte: "Hüte dich, hüte dich davor, die Risale-i Nur, die der Kommentar (tefsir) zu den Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) ist, zu einem Werkzeug für deine persönlichen Vorteile oder gar zu deiner geistigen Vervollkommnung zu gebrauchen und um dich vor allen Miseren und staatsfeindlichen Anschuldigungen zu verschonen, sodass die wahrhafte Aufrichtigkeit (ihlâs-ı hakikî), welche die größte Kraft des Lichtes (Nur) ist, nicht beeinträchtigt wird." Ich bin davon überzeugt, dass dies {diese ganze, oben geschilderte Misere (A.d.Ü.)} nur ein zärtlicher Klaps der göttlichen Vorhersehung (kader-i İlahî) ist.

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Ja, ich bin sogar fest davon überzeugt, wann immer ich überwiegend mit meiner persönlichen Anbetung (şahsî ibadet) für das Jenseits beschäftigt war und deswegen den Dienst des Lichtes (Nur'un hizmeti) unterbrechen musste, mich genau zur gleichen Zeit die Weltleute (ehl-i dünya) nicht in Ruhe lassen und mich deswegen schikanieren. Davon bin ich nun fest überzeugt.

Die weiteren Ausführungen dieses vierten Beispiels überlasse ich demjenigen Brief, unter den zuletzt geschriebenen Briefen, in dem behandelt wird, dass die Politiker (ehl-i siyaset) Said stets wieder ins Gefängnis geworfen haben, so als könne er die Religion für politische Zwecke missbrauchen (dini siyasete âlet), und dass Said schließlich die Weisheit (hikmet) dahinter verstanden hat, d.h. dass dies* nur ein zärtlicher Klaps der göttlichen Vorhersehung (kader-i İlahî) ist und dass er ihnen daher* verziehen (helâl etmesi) hat und ihm so die Weisheit (hikmet) hinter seiner Ausdauer klar geworden ist.

Fünftes Beispiel: Obwohl dieser Said sich in seiner Hilflosigkeit mit seinem Handwerk (san'at), das er doch so dringend brauchte, schon seit siebzig Jahren beschäftigt hatte und dabei an manchen Tagen bis zu zweihundert Seiten korrigieren musste, war man erstaunt, dass er noch nicht einmal so gut schreiben konnte, wie es einem zehnjährigen, klugen Kind bereits in zehn Tagen gelingt. In Wirklichkeit ist Said gar nicht so unbegabt. Zudem können alle seine leiblichen Geschwister sehr schön schreiben. Die Weisheit hinter seinem halb analphabetischen Zustand, obwohl er doch so sehr das Schreiben nötig hatte, ist nach meiner festen Überzeugung Folgende:

— 156 —

Es wird eine Zeit kommen, in der fürchterliche geistige Feinde so angreifen werden, dass individuelle persönliche Fähigkeiten und Kräfte ihnen nicht widerstehen können, sodass man Leute, die schön schreiben können, aus ganzem Herzen und tiefster Seele aufsucht und in Dienst nimmt, um dem Kern dieses geistigen Baumes (manevî agac) mit Wasser, Luft und Licht zu dienen, seinen persönlichen individuellen Dienst allgemein, umfangreich und stark werden zu lassen, anstelle eines Stiftes Tausende Stifte zu finden und sein - einem Eisstückchen gleichenden Ego (benlik) in diesem segensreichen Teich (havuz) schmelzen zu lassen und so die wahrhafte Aufrichtigkeit (hakikî ihlâs) zu erwerben und auf diese Weise dem Glauben zu dienen (imana hizmet).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

— 157 —

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Ich wünsche euch aus ganzem Herzen und tiefster Seele alles Gute zu den gesegneten Feiertagen. So wolle es denn Gott (inşâallah), dass auch ihr zu diesem großen Fest (Bayram) der ganzen islamischen Welt kommen werdet. Es gibt bereits eine Reihe von Vorzeichen, dass der Weise Qur'an, der dem heiligen Grundgesetz (kudsî kanun-u esasiye) der "Vereinigten islamischen Republiken (Cemahir-i Müttefika-i İslâmiye)" als Basis dient, die Zukunft vollkommen beherrschen und allen Menschen ein vollkommenes Fest bescheren wird.

Zweitens: Es blieb kein Zweifel mehr daran übrig, dass die Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleleri) und ihre Schüler den Schutz und die Güte Gottes (hıfz u inayet-i İlahiye) genießen, sodass man trotz aller Wut und Hartnäckigkeit aufgrund der Beliebigkeit (hassasiyet) und einiger Willkürgesetze (keyfî kanunlar) in unserer heutigen Zeit den Nurschülern in all der langen Zeit nur zu einem Hundertstel zu schaden vermochte. Ja, obwohl es da einen abscheulichen Plan gab, sechshundert Schüler unter den aktiven Schülern des Lichtes (Nur) mit den Gerichtsverhandlungen zu beschäftigen, {damit ihnen keine Zeit mehr bliebe, sich noch weiter mit den Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleler) zu beschäftigen (A.d.Ü.).} konnten sie doch nur sechs Schüler vorübergehend damit belästigen. Und es ist zudem auch noch ein sicherer Beweis - wie ein Held des Lichtes (Nur) schreibt - dass 25 Justizgerichte in hunderttausenden Exemplaren und bei hundertausenden Schülern überhaupt nichts finden konnten, wofür man sie hätte verantwortlich machen können.

Und so verlautbarten denn auch die meisten Justizbehörden: "Wir konnten in den "Lichtern" (Nurlar) nichts finden, weswegen man sie hätte anklagen können"; denn wie ich bei den Gerichtsverhandlungen in Istanbul und in Afyon entgegen ihren durchaus heiklen und missbrauchbaren (hassas ve sû'-i istimal) Gesetzen {Gummiparagraphen (A.d.Ü.).} ausgesagt habe und sie mich deswegen nicht zur Verantwortung ziehen konnten, und auch die Lichter (Nurlar) die brutalen Prinzipien ihrer "Zivilisation" (medeniyet) nur noch völlig zugrunde richten und sie deswegen keinen Grund zu Schuld und Anklage finden konnten, zeigt mit Sicherheit, dass die Wahrheit in den Lichtern (Nurlar) die Justiz zur Einsicht gebracht und ihre Gegner besiegt hat.

So schützt denn die Güte Gottes (İnayet-i İlahiye) die Risale-i Nur, die ein geistiges Wunder (mu'cize-i maneviye) des Qur'ans ist, vor ihren Gegnern. Was jedoch den Angriff ihrer Gegner betrifft, so wird er zu einem Anlass für den Glanz und die Verbreitung der Lichter (Nurlar).

— 158 —

Unser Meister (Üstad) hat gesagt: "Seit 28 Jahren, haben - welche der offiziellen Männer der Regierung auch immer mir begegneten - sie mich stets nur geärgert, hat hingegen die Polizei mir noch niemals Ärger bereitet, ja erwiesen mir manchmal sogar ihre beschützende Haltung. Die Weisheit dahinter möchte ich jetzt darstellen:

Die Schüler des Lichtes (Nur Talebeleri) und alle Abhandlungen (Risaleler) tragen wie eine geistige Polizei (manevî bir zabıta) zur Wahrung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit (asayiş ve emniyet) sogar auf eine heilige Weise bei und es hat sich dabei als wahr herausgestellt, dass sie durch ihren guten Rat im Herzen (kalbinde nasihatlar) eines jeden Einzelnen im Hinblick auf den Glauben (iman) einen Wächter errichten. Die Polizei muss das sinngemäß verspürt haben, sodass sie sich uns gegenüber jederzeit als Freund erweist. Das Geheimnis dessen ist Folgendes:

Sie verbieten anhand eines Grundgesetzes (kanun-u esasî) des Qur'ans, wegen zehn Verbrechern (cani) die öffentliche Ruhe und Ordnung (asayiş) zu stören, damit neunzig von hundert Unschuldigen (masum) nicht zu Schaden kommen sollen. Denn für die Sünde (günah) des Einen kann ein Anderer nicht verantwortlich gemacht werden. Auf Grund dieses Geheimnisses - und obwohl heute fürchterliche geistige Kräfte, welche die öffentliche Ruhe und Ordnung stören wollen, vorhanden sind und obwohl in Ländern wie Frankreich, Ägypten, Marokko und dem Iran und noch anderen mehr auch in diesem segensreichen Land daran gearbeitet wird, sind der Hauptgrund dafür, dass sie die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht stören können, sechshunderttausend Exemplare des Lichtes (Nur nüshaları) und fünfhunderttausend Lichtschüler (Nur Talebeleri) als eine geistige Kraft für die Polizei, um gegen diese geistige Zerstörung (manevî tahribat) Widerstand zu leisten, so wie die Polizei es innerlich bereits verspürt haben muss, sodass sie seit 58 Jahren im Gegensatz zu den offiziellen Beamten den Lichtern (Nurlar) gegenüber stets eine einsichtsvolle und gütige Haltung einnimmt.

Und ferner sagt unser Meister (Üstad):

"In dieser Zeit erfordert die Aufgabe der Polizei von jedem Einzelnen, dass sie mehr als Hodschas und Sufis gottesfürchtig (ehl-i takva) sind und sich vor einer Todsünde (kebair) bewahren und die Pflichtgebote (feraiz) halten. Es gibt dafür ein dringendes Bedürfnis (ihtiyac-ı şedid), sodass sie gegen die geistigen Zerstörer (manevî tahribatçı), die ihnen entgegentreten, ihre Aufgaben (vazife) bezüglich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (asayiş ve emniyet-i umumiye) vollkommen erfüllen können."

Die Schüler des Lichtes in seinem Dienst
— 159 —
Der unten angegebene Brief, den unser Meister (Üstad) schon vor langer Zeit geschrieben hatte, wurde dem Beschluss angefügt, da er eine vollständige Antwort auf ihre Anschuldigungen darstellt, er wolle sich einen persönlichen Einfluss (şahsî nüfuz) verschaffen und die Religion (din) als ein Werkzeug für politische Zwecke (siyasete âlet) gebrauchen.