Meine lieben getreuen Brüder und meine Erben (vâris)!
Da die Stunde des Todes unbekannt ist, gehört es zur Tradition des Propheten (sünnet), eine letztwillige Verfügung zu schreiben. Meine Hinterlassenschaft (metrukâtim) und meine für mich selbst erstandenen Exemplare der Risale-i Nur, die sehr schön eingebundenen Bücher und dergleichen Dinge mehr, vermache (vasiyet) ich letztwillig der Gruppe der Gül- und Nur-Fabriken, vor allem Hüsrev und Tahirî und noch zwölf heldenhaften Brüdern dieser Gruppe. Ich überlasse ihnen all diese meine Dinge (metrukâtim), sodass sie, wenn einmal meine Stunde gekommen ist, die der Befehl des Gerechten (emr-i Hakk) ist, nach mir und an meiner statt in diesen getreuen und segensreichen (mubarak) Händen im Dienst (hizmet-i Nuriye) und am Glauben (iman) eingesetzt und verwendet werden.
Liebe Brüder! Macht euch wegen dieses Vermächtnisses (vasiyet) keine Sorgen. Da ich wegen der seelischen Belastungen (teessürat) und neunmaliger Versuche einer Vergiftung körperlich sehr schwach geworden bin und desgleichen wegen verschiedener böser Absichten (sû'-i kasd) versteckter Heuchler (münafik) und ihrer Listen (desise), habe ich dieses Vermächtnis (vasiyet) geschrieben. Macht euch also meinetwegen keine Sorgen. Die Güte des Herrn (inayet-i Rabbaniye) und Sein göttlicher Schutz (hifz-i İlahî) bleiben bestehen.
{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}
Meine lieben getreuen Brüder und im Dienst im Glauben entschlossenen Gefährten!
Erstens: Möge Gott es wollen (insâallah), dass die erste Aufgabe (vazife-i Nuriye) viel effektiver sein wird als eine Druckerei. Schon heute lässt sie ihre Schüler (sakird) einen großen Segen (sevab) erwerben und erweist ihnen ihren Dienst durch einen starken Glauben (kuvvetli iman). Wird nun diese Aufgabe (vazifah) fortgesetzt werden, oder wird sie in diesem Winter wegen der schwierigen Wetterbedingungen vernachlässigt werden?
Was die zweite Aufgabe betrifft, so soll das Zehnte Wort mit allen Ergänzungen (zeyil) am Schluss der beiden Abhandlungen (risalah) über die Wunder Mohammeds (mu'cizat) und die Wunder des Qur'an mit allen Ergänzungen (zeyil) eingefügt werden. Diejenigen, welche die erste Aufgabe (mu'cizat) beendet haben, sollen versuchen, die Abschriften, die sie noch haben (maucud), in einem Band zusammenzufassen; andernfalls sollen sie diese noch besorgen. Denn die islamische Welt (âlem) wird, anhand ihres derzeitigen Erwachens und den Bemühungen um die Einheit des Islam (vahdet-i İslâm) in jedem Fall nach Werken, wie die Risale-i Nur, suchen. Daher sind für die weitläufigen Blicke großer Kreise sicherlich auch die großen Sammelbände notwendig.
Drittens: Eure Hilfe für mich ist in zweierlei Hinsicht ganz offensichtlich und eine wirklich große Hilfe.
Erste Hinsicht: Eure unermüdliche Arbeit im Dienst (hizmet-i Nuriye) lässt alle meine Plagen (musibet) und Qualen (sikinti) in Nichts vergehen, ja sich sogar in Freude (sürur) verwandeln.
Zweite Hinsicht: Ihr müsst mit Sicherheit wissen, dass ich überhaupt keinen Zweifel daran habe, dass euer Gebet (dua) ein Anlass für mich war, ihre unerträglichen, qualvollen Schikanen (zulüm) in eine gütige (inayetkâr), umstandsgemäße Barmherzigkeit (merhamet) umzuwandeln. Zum Beispiel:
Dadurch, dass sie den Beamten und dem Volk Angst vor mir einjagen, bleibe ich vor großen Fehlern (hata), vor unaufrichtigem Benehmen (tasannu), vor einem Verhalten (halet), das der Wahrhaftigkeit (ihlas) widerspricht und davor, nur meine Zeit zu vergeuden, bewahrt. So bewies mir denn das göttliche Vorherwissen (kader-i İlahî) seine ganze Gerechtigkeit (adalet) und Güte (inayat) inmitten aller Schikanen der Menschen (zulm-ü beserî). Im Vergleich damit findet sich in allem, was mir zustößt, Seine göttliche Barmherzigkeit (rahmet). So retten denn zehn Dirhem Schaden daraus, dass sie sich mit mir allein beschäftigen, zehntausend Lira für die Risale-i Nur. Daher braucht ihr meinetwegen nicht besorgt zu sein. Jedesmal, wenn ich aufgrund der Art und Weise, wie sie mir mit ihren Schikanen auf die Nerven gehen, einen Fluch aussprechen möchte, verzichte ich auf diesen Fluch, sobald ich an ihre Todesstrafe, ihre baldige Hinrichtung (ölüm i'damiyla) und ihre Einzelhaft im Grabe (kabr-i haps-i münferid) denke, im Vergleich zu meinen eigenen Verdiensten (maslahat) im Jenseits und all den Vorteilen (menfaat), die sich - infolge ihrer Provokationen (ihanet) - für unseren Dienst schon hier im Diesseits ergeben.
Da eure ein, zwei Briefe jede Woche für mich sowohl ein Mittel zu meiner Genesung (sifa), eine Quelle des Trostes (medar-i teselli), als auch eine Begegnung mit euch zu einer spirituellen Unterhaltung (manevî sohbet) sind, warte ich stets in vollkommener Freude (kemal-i sauk) auf Post.
Ich grüße (selâm) euch alle, jeden Einzelnen von euch, und bete (dua) für euch.
Meine lieben getreuen Brüder und Gefährten auf dem Weg der Wahrheit!
Seid nicht gekränkt, wenn ich diesmal auf eure fünf, sechs segensreichen (mubarak) Briefe nur mit einem einzigen, etwas verwirrten Brief antworte.
Erstens: Obwohl es nach den Regeln unserer Berufung (meslek) erforderlich wäre, den Brief von Halil Ibrahim wegen der außerordentlichen Vorzüge, die er auf meine Person (sahsim) bezieht, nicht zu akzeptieren, lassen zwei feinsinnige Übereinstimmungen (manidar tevafuk) darin mich ihn sowohl akzeptieren (kabul), als ihn auch in die Briefsammlung (Lâhika) aufnehmen. Ich habe aber den Teil, der meine Person (sahsim) betrifft, zum einen Teil übersprungen, zu einem anderen Teil das Wort "Risale-i Nur" darüber geschrieben, was hier nun hinsichtlich seiner Frage bezüglich der obigen Korrektur (ibare) die Antwort geworden ist.
Erste Übereinstimmung: Zur selben Zeit, in der ein Hundertschaftsoffizier (yüzbasi), um die allgemeine Sympathie (teveccüh-ü amme) mir gegenüber zunichtezumachen, mich in fünffacher Hinsicht gegen jedes Gesetz zu beleidigen und zu provozieren versuchte, ja sogar noch in derselben Stunde, schrieb mir ein Bruder, der mir außer den tragenden Säulen (erkân) im Dienst an der Risale-i Nur und in Anbetracht der Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) viel wichtiger ist als hundert solcher Hundertschaftsoffiziere, diesen neuen Brief, in dem er mir hundertfach mehr als mir zusteht, seinen Respekt (ihtiram) erweist und dadurch dergleichen Provokationen (ihanet) bedeutungslos werden lässt. Zudem nahmen vier Leute unter diesen wichtigen Säulen (erkân-i mühimme) unter den Schülern (sakird) schriftlich in derselben Sache Stellung und setzten ihre Unterschriften darunter. Um dieser merkwürdigen Überstimmung (tevafuk) willen, habe ich im Gegensatz zu meiner sonstigen Gewohnheit (meslek) dieses Loblied (senakârane mektub) doch noch akzeptiert, habe es etwas abgemildert, in die Briefsammlung (Lâhika) eingereiht und euch auch eine Kopie (müsvedde) davon zugeschickt.
Zweite Übereinstimmung: Ich habe heute Nacht an diejenigen gedacht, die an dem Abschreiben der Abhandlung "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa Risalesi) arbeiten und unter den neuen Briefen etwas darüber gesucht. Denn es besteht in diesem harten Winter unter den gelegentlichen Schikanen (ilisme) der Heuchler (münafik) mir gegenüber die Möglichkeit, sie träge werden zu lassen. Darum braucht man für solche Schreiber etwas, um sie wieder etwas aufzumuntern (kamçi-yi tesvik). Wie die beiden poetischen (edibane) Beschreibungen von Hasan Feyzi und Halil İbrahim viele wieder aufgemuntert und dazu geführt haben, ihre Abschriften fortzusetzen, suchte auch ich nach einem Motiv, sie wieder etwas aufzumuntern. Da bekam ich am nächsten Morgen unerwartet diesen Brief, der von meinem Tode handelt und der die Schüler (sakird) aufgeschreckt und angespornt hat, noch eifriger an ihrer Abschrift zu arbeiten. Daraufhin sagte ich: die Treue (sadaka) von İbrahim Halil hat sich zur Stufe einer Wundertat (keramet) gesteigert.
Zweitens: Dieser Brief von Feyzi und Emin beseitigte meine vielen Sorgen. Die Treue (sadaka) dieser beiden Brüder, ihr Dienst (hizmet) und wie sie sich um die Risale-i Nur bemühen (sahabet), ist in der Tat von großer Bedeutung. Dabei hat es mich vor Freude zu Tränen gerührt, dass Brüder wie Hilmi, Sadik und İhsan, die im Gefängnis innerhalb von neun Monaten einen Dienst im Werte von neun Jahren geleistet haben, dass auch der greise Tahsin mit dem Beinamen Beskardes, der Risale-i Nur mit seinem Stift einen großen Dienst erwiesen hat, und dass alle Brüder dort in der Umgebung, auf welche Feyzi und Emin in ihrem Brief hinweisen und mit denen ich sehr verbunden bin, ihren Dienst (hizmet-i Nuriye) fortsetzen. Mein leiblicher Bruder Abdülmecid macht sich Sorgen um mich und versucht, sich bei dem Mufti hier, mit dem ich mich nicht treffen kann, nach meinem Befinden (halim) zu erkundigen. Von jetzt an soll, neben Feyzi und Emin, Abdülmecid der Dritte sein. Von den Briefen, welche die Brüder von den Helden von Safranbolu erhalten, sollen sie die Wichtigsten (lüzumlu) auch an ihn schicken.
Außerdem sollen sie ihm meinerseits schreiben: Da du der erste Schüler (talebe) des Alten Said warst, sitzt ihr beide, zusammen mit Hulusi, wieder als die Schüler (talebe) des Neuen Said in der ersten Reihe.
Außerdem soll er immer, wenn er über mich üble oder schlechte (musibet ve fena) Nachrichten hört, so wie mein Vater Mirza (R.H.) selig sein und nicht so sein, wie meine Mutter Nuriye, derer sich Gott erbarmen möge. Denn in vergangenen Zeiten wurden meinen Eltern in meinem doch recht stürmischen Leben über mich immer erstaunliche Nachrichten zugetragen: "Euer Sohn ist gestorben, oder erschossen oder verhaftet worden." Jedes Mal, wenn mein Vater dgl. schlechte Nachrichten hörte, freute er sich und lachte darüber und sagte immer: "Mâsâallah, mein Sohn muss wieder etwas Bedeutendes getan haben oder sich als Held erwiesen haben, sodass jetzt jeder über ihn redet." Was aber meine Mutter betrifft, so weinte sie im Gegensatz zu seiner Freude sehr. Später zeigte es sich oftmals, dass mein Vater doch Recht gehabt hatte.
Drittens: Ich habe die Briefe von Abdullah Çavus, der ein standhafter (sebatkâr) und durchaus verdienter Erbe von Lütfü ist, und von Mustafa, der einer von den Schülern (sakird) und Erben (vâris) des seligen Hâfiz Ali aus İslâmköy ist, im Namen aller Helden der Nur-Fabrik akzeptiert (kabul). Gott, dem Erbarmer aller Barmherzigen (Cenab-i Erhamürrâhimîn), sei grenzenloser Dank, dass Er auch diese Dörfer wie Sava und Kuleönü zu Schulen (medrese-i nuriye) gemacht hat.
Meine lieben getreuen Brüder!
Ich begnüge (iktifa) mich diesmal, unter dem Zwang meiner Unpässlichkeit (rahatsizlik), auf eure vielen Briefe mit einem einzigen Brief zu antworten.
Erstens: Hüsrev, ein Held der Risale-i Nur, möchte an meiner statt sterben und ehrlich und allen Ernstes an meiner Stelle krank werden. Ich sage hingegen: Jetzt ist keine Zeit mehr, ein Buch abzufassen (te'lif), jetzt ist die Zeit, es zu veröffentlichen (nesir). In dem Maße deine Schrift besser als meine Schrift und für die Veröffentlichung besser geeignet (nesre faideli) ist, ist auch dein Leben (hayat) im Dienst (hizmet-i Nuriye) nützlicher als dieses mein qualvolles Leben (azabli hayat). Gelänge es mir, dann würde ich euch gerne noch etwas von meinem Leben (hayat) und von meiner Gesundheit (sihhat) abgeben.
Zweitens: Die prächtige Kasside, die Hasan Feyzi, ein wahrhaftiger Erbe des Märtyrers (Sehid) Hâfiz Ali selig, im Namen von Denizli und der aufrichtigen Brüder in der dortigen Umgebung verfasst hat, seine vierte Lobrede (sehname) und auch die Schüler, die dort fleißig an (der Risale-i Nur) arbeiten, wurde für meine schwere, giftgeschwängerte Krankheit zu einer heilenden Salbe. Gott, dem Erbarmer aller Barmherzigen (Cenab-i Erhamürrâhimîn), sei unendlicher Dank, dass Er Denizli zu einem zweiten Isparta und einem großen İslâmköy gemacht hat.
Der gerechte Richter (hâkim-i âdil), Muharrem, Feyzi und Hâfiz Mustafa haben in ein, zwei Jahren so viel Dienst (hizmet-i Nuriye) geleistet wie sonst in zwanzig Jahren. So haben sie die Schüler (Nur'un sakirdleri) in der Tat bis in alle Ewigkeit zu Dank (minnetdar) verpflichtet. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), mit ihnen und mit all denen, die zusammen mit ihnen (Nur'a hizmet) gedient haben, für ewig zufrieden (ebeden razi) sein! Âmîn
Drittens: Das überaus innige, traurige Beileidsschreiben (ta'ziyename) im Namen der Schule (Medrese-i Nuriye) von Marangoz Ahmed, der einer der Helden der Schule (Medrese-i Nuriye) und ein wahrhaftiger Erbe des Marangoz Mustafa Çavus und Hâfiz Mehmed aus Barla ist, hat mich zu Freudentränen gerührt. Dazu sage ich jedoch: da es in dieser segensreichen (mübarek) Medresse viele Saids, kleine wie große, gibt, ist es nicht von Bedeutung, wenn ein Said fehlen würde, der schon alt und schwach ist und seinen Auftrag (vazife) bereits beendet hat. Im Ewigen Leben (Hayat-i bâkiye) sind wir nun einmal alle wieder beisammen. Darum soll es euch auch nicht traurig machen, wenn es einmal vorübergehend zu einer Trennung (muvakkat müfarakat) käme.
Viertens: م ح ر م {"M-H-R-M"} Dieser Bruder, der neben dem gerechten Richter (Hâkim-i âdil) am meisten für die wahrhaftige Gerechtigkeit (hakikî adalet) gewirkt und sich für die Freigabe der Risale-i Nur eingesetzt (hizmet) hat, gehört zum Kreis der einsatzfreudigsten Schüler (hâlis sakird) und wird zusammen mit meinem leiblichen Bruder und mit meinem ersten Schüler (talebe) Molla Mehmed in meinen Gebeten (dua) und mit meinen geistigen Verdiensten (manevî kazanç) namentlich erwähnt.
Fünftens: In dieser Stunde hat auch Sabri aus Konya aufgrund meines Vermächtnisses (vasiyetname) im Stil von Halil İbrahim und Hasan Feyzi eine kurze, aber schöne Kasside geschrieben. Er hat darin seinem Meister (ustadh) einen großen Wert zugeschrieben. In dem glänzenden Spiegel seiner guten Meinung (hüsn-ü zan) von sich selbst misst er diesem seinem Bruder in meiner Wenigkeit außerordentlich viel Bedeutung bei. Er schreibt, dass die Gelehrten (âlim) dort sehr intensiv (an der Risale-i Nur) arbeiten.
Dagegen sage ich: Was die sogenannte Person (sahis), der er den Titel "Meister" (ustadh) gibt und auf die er so großen Wert legt, betrifft, so kann sie die geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur sein. Ich habe sie in ihrem Namen akzeptiert (kabul) und in die Briefsammlung (Lâhika) eingereiht, wobei ich jedoch an euch eine Kopie davon gesendet habe.
Ihr sollt euch meinetwegen keine Sorgen machen. Meine Erkrankung lässt bereits allmählich nach. Eurem Brief lag noch ein aufrichtiger, jedoch etwas merkwürdiger (garib) Brief eines Bruders namens Mustafa aus Isparta bei. Aber welcher Mustafa ist dieser Herr? Ich konnte es nicht herausfinden. Doch grüße (selâm) ich auch ihn vielmals. Sein sonderbarer (acib) Traum ist gut (hayir), ich kann ihn aber jetzt nicht deuten (tabir).
Alle Brüder und Schwestern, jeden Einzelnen von ihnen, grüßen (selâm) wir, beten (dua) für sie und bitten auch sie um ihre geschätzten (makbul) Gebete.
Wir haben die schöne Kasside von Hasan Feyzi, nachdem wir einige Worte hinzugefügt hatten, in die Briefsammlung (Lâhika) eingereiht und auch eine Kopie an euch gesandt.
Meine vielgeliebten, überaus getreuen, aufrichtigen Brüder und meine mit der Risale-i Nur vertrauten (emin) und wahrhaftigen (hâlis) Erben!
Eine ganz besonders bedenkenswerte (mânidar), machtvolle (kuvvetli) Übereinstimmung (tevafuk) und ein Beweis für die Treue (sadakat) der Schüler (sakird) ist eine offensichtliche Wundertat (keramet-i Nuriye), wozu ich eine innerliche Weisung (ihtar) bekommen habe, sie bekanntzugeben (beyan). Es ist dies folgendermaßen:
Zu derselben Zeit, in der ich mein Vermächtnis (vasiyetname) geschrieben habe und während schon die Polizei meinen vertrauten (itimad) Dienern untersagt hatte, zu mir zu kommen, nutzten die versteckten Heuchler (münafik) eine Gelegenheit, mit Hilfe eines Mannes, den ich gar nicht kannte, mir ein Gift, wirksamer als die vorausgegangenen neun Male, unterzumischen.
Zudem schreibt Hoca Hasmet, der aus Tunesien stammt und einer unserer gelehrten Mitbrüder ist, der vergangenes Jahr hierher gekommen war, um sich mit mir zu treffen und doch wieder zurückgehen musste, ohne mich getroffen zu haben, zur gleichen Zeit aus Yozgat: "Said soll gestorben sein. Einhundertdreißig Abhandlungen der Risale-i Nur sollen aufbewahrt (muhafaza) werden, damit wir sie später drucken können."
Zudem brachte zur gleichen Zeit der prachtvolle Brief von Halil İbrahim die Schüler (sakird) mit einer anrührenden Elegie (hazîn mersiye) zu meinem Tode (vefat) zum Weinen.
Zudem machten mich die letzten ein, zwei Briefe Hüsrevs, die er kurz vor dieser Zeit über meinen Tod (vefat) geschrieben hatte und in denen er, ganz entgegen seiner Gepflogenheit (âdet), mit dgl. Ausdrücken wie "noch zwei, drei Lebenstage" auf meine letzte Stunde (ecelim) hinweist, ein wenig traurig. Und ich machte mir bereits darüber Sorgen, ob ich jetzt tatsächlich scheiden werde.
Überdies sind in eben diesen Zeiten (hengâm), während ich noch am intensivsten an meine Aufgabe (vazife) im irdischen Leben (hayat-i dünyevi) dachte und mir darüber große Sorgen machte, ob denn auch meine Schüler (sakird) nach meinem Tod (vefat) in dieser fürchterlichen Zeit an meiner statt diese Aufgabe erfüllen würden, plötzlich Denizli, Milas, Isparta, İnebolu, hundertfach über alle Erwartung hinaus und dermaßen behütend (sahabetkârane) und beschützend (iltizamperverane) zu dieser Aufgabe geeilt und haben auch alle anderen, die Lehrer (muallim) und Gelehrten (âlim), mit sich mitgerissen, wodurch sie mich in Staunen über Staunen versetzt haben.
Kurzum: Diese fünffache Übereinstimmung (tevafuk) ist eine offensichtliche Wundertat (keramet-i Nuriye).
{"Lobpreis und Dank sei Gott: dies ist von der Freigiebigkeit meines Herrn."}
Meine lieben Brüder! Seid nicht besorgt! Cevsen und Evrad-i Bahaiye {zwei Gebetsbücher} haben auch diesmal die Gefahr dieses bedrohlichen Giftes überwunden. Die Zeit der Gefahr ist vorüber, doch die Krankheit (hastalik) besteht noch weiter fort.
Ich grüße (selâm) alle Brüder, jeden Einzelnen von ihnen, bete (dua) für ihre Sicherheit (selâmet) und wünsche ohne Zweifel, dass ihre Gebete (dua) angenommen (makbul) werden. Wir beglückwünschen (tebrik) euch von ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh u canim), dass in Inebolu und Umgebung viele Frauen und viele Kinder (küçük yavru) angefangen haben, die Risale-i Nur abzuschreiben, und dass viele unschuldige Kinder (masum) Qur'an-Unterricht (ders) bekommen.
{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}
Meine lieben Brüder!
Seid nicht traurig und macht euch keine Sorgen! Helft mir nur mit eurem Gebet (dua). Denn seit ein paar Tagen tut mein linker Arm sehr weh und lässt mich nachts nicht schlafen. Da ich niemanden zu mir hereinlasse, kann ich meine dringenden Arbeiten im Zimmer nur noch mit Mühe erledigen. Ich vermute, dass dies wieder eine Art Rheuma ist, das ich schon lange habe; das äußerliche Wetter und der Winter hier, dem gegenüber ich sehr empfindlich bin, die Verdächtigungen derer, die mich erbarmungslos unter Druck setzen und dieser seelische (manevî) Winter zermürben mich ständig. Zudem musste ich noch so etwas wie einen halben Schlaganfall überstehen. Aber Dank sei Gott (lillahilhamd) wandelten eure geschätzten Gebete (makbul dua) auch diese Gefahr in eine leichtere Form um. Möge Gott es wollen (insâallah), dass auch diese Form wieder vorübergeht und ein reicher Segen (sevab) als Gewinn (faide) an ihrer Stelle zurückbleibt.
Meine lieben Brüder! Wie Salahaddin schreibt, ist der "Stab Mosis (Asâ-yi Musa Mecmuasi)" auch in der dortigen Umgebung sehr gefragt und findet einen großen Anklang (fütuhat). So erfüllt er denn dort eine sehr wichtige Aufgabe (vazife-i Nuriye). Hunderttausend Mal Dank sei Gott (elhamdülillah) und hundertmal "Großes hat Gott gewirkt (mâsâallah)" und Gottes Segen (bârekâllah) über alle, die mit diesen Abschreibarbeiten tätig sind!
Meine lieben getreuen Brüder!
Erstens: Unendlicher Dank; (dafür, dass) die Tätigkeit der heldenhaften Schüler, die sich unter diesen schweren Umständen nicht erschüttern ließen, beweist, dass Isparta eine richtige Medreset-üz Zehra und Câmi-ül Ezher werden wird und bereits begonnen hat, es auch zu werden. Die Religiosität, am Qur'an und der Risale-i Nur in Begeisterung zu arbeiten, sogar in Aliköy durch den Eifer der Alis viele Kinder zu Schülern (talebe) zu machen und aller Jugendlichen eines anderen Dorfes nachts am Qur'an zu arbeiten, dazu eine Gemeinschaft, welche die Moscheen füllt, lässt alle Anstrengungen vergessen, welche die Schüler (sakird) der Risale-i Nur bis dahin durchstehen mussten.
Zweitens: Diese vierte Elegie (sehname) von Halil İbrahim, der außerordentliche Treue (sadakat) und Verbundenheit (alâka) trägt, ist zwar mit seiner Beschreibung, die hinsichtlich meines Dienstes (Nur'a hâdimligim) über meine Grenzen (haddim) hinausgeht, in der Tat sehr schön; da sie sich aber mehr auf meine Person (sahsim) bezieht als auf die Risale-i Nur, habe ich sie letztendlich nicht an euch gesandt. Sie wird euch später in abgemilderter Form zugesandt werden. Wir grüßen (selâm) sowohl ihn als auch insbesondere seine Weggefährten (rüfeka).
Drittens: Ihr braucht wegen der bösen Absichten (sû'-i kasd) mir gegenüber nicht besorgt zu sein. Vielmehr solltet ihr in gewisser Hinsicht damit zufrieden sein, dass sie anstelle der Risale-i Nur und ihrer Schüler (sakird) meine Wenigkeit (sahsim) angreifen und quälen, die ihre Aufgabe (vazife) bereits beendet hat. In heutiger Zeit sollen hiesige hohe Beamte zu einigen Leuten direkt gesagt haben: "Es gibt da so ein Gerede unter den Leuten, dass dieser Said auf dieser Bildfläche nicht länger mehr existieren (vücud) darf."
So nutzten also meine verborgenen Feinde dergleichen Vorstellungen (fikir) aus, ließen meine vertrauten (mutemed) Diener vertreiben und fanden schließlich eine Gelegenheit, mich zu vergiften. Die Kraft (kuvvet) dazu erhalten sie von derartigen Beamten. Der Schutz und die Güte Gottes (hifz u inayet-i İlahiye) brachten jedoch ihre bösen Absichten (sû'-i kasd) auch diesmal wieder zum Scheitern (akîm). So möge denn Gott es wollen (insâallah), dass Seine Güte (inayet) uns immerdar beschützt, all ihre Pläne zu Fall bringt und dies auch weiterhin stets so tun wird.