Briefe aus Emirdağ-1
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An den Direktor des Ordnungsamtes in Afyon

Nachdem ich Sie einmal gesehen hatte, wenn auch ohne Sie persönlich kennenzulernen, und dabei den Eindruck hatte, dass Sie einsichtig und gerecht (adaletli) sind, möchte ich Ihnen vor allem einen Sachverhalt (hakikat) mitteilen, der mich selbst betrifft. Diesen Sachverhalt an die zuständigen Behörden weiterzuleiten, überlasse ich Ihnen, da dies ja Ihre Aufgabe (vazifah) wäre. Und dieser Sachverhalt ist folgender:

Mein jetziger Zustand kennt in der Geschichte nicht seinesgleichen. Ich bin von allen Menschen vollkommen isoliert (tecrid-i mutlak). Ja, mir wurde sogar in der Moschee jedes Gespräch mit den Männern und jeglicher Kontakt mit der dortigen Gemeinschaft untersagt. Doch in meinem Alter, in meiner Krankheit und Armut, stieg in meinem Herzen (qalb) der Gedanke auf: Da auch ich nun einmal ein Kind dieses Landes bin, ist es auch meine Pflicht (farz), dem Glück (saadet) dieses Landes zu dienen. Materiell bin ich jedoch nicht imstande, etwas dazu beizutragen. Ich habe lediglich einigen Brüdern erlaubt, "die Fruchtabhandlung (Meyve Risalesi)" und "die wohldurchdachten Gottesbeweise (Hüccet-ül Baliga)", welche ich aus dem Qur'an entnommen und zu Papier gebracht habe, mit den neuen Buchstaben zu drucken. Diese beiden Abhandlungen haben uns sowohl die Behörden (makamât) in Ankara, als auch die Sachverständigen (ehl-i vukuf) und das Gericht (mahkeme) in Denizli, die sich etwa zwei Jahre mit ihnen befasst hatten, nach ihrer Durchforschung (tedkik), ohne etwas zu finden, wofür sie uns verantwortlich hätten machen können (mûcib-i mes'uliyet), offiziell wieder zurückgegeben (resmen teslim). Überdies habe ich eine Antwort gesandt, welche sie der Zensur und großen Schriftstellern (muharrir) zeigen und dann zum Druck geben sollten. Außerdem ist der normale Weg der, nach dem Druck offiziell den zwölf Ämtern (makamat) der Regierung (hükûmet) ein Exemplar zu geben. Außerdem sollen die Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (İhlas Risalesi) und die Abhandlung über die Sparsamkeit (İktisad Risalesi) am Schluss dieser beiden Abhandlungen angefügt und mit neuen Buchstaben zum Druck gegeben werden. Mit allem Nachdruck erkläre ich Ihnen hiermit, dass es meine Absicht ist, mit dem Druck dieser Bücher einen Beitrag zu leisten, dieses gesegnete (mubarak) Volk (millet) und Land (vatan) vor dem geistigen (manevî) und materiellen (maddî) Anarchismus zu schützen (muhafaza), der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geistig (mânevî) zu helfen, vor der Offensive einer ausländischen Strömung, die den Anarchismus erweckt, einen geistigen Wall (manevî sed) aufzurichten, den Einwand und die Beschuldigung der islamischen Welt (âlem) gegen uns zu beseitigen und ihre alte Liebenswürdigkeit (muhabbet) und Brüderlichkeit (uhuvvet) zu gewinnen. Da ich mich aber bedauerlicherweise nicht mit irdischen Dingen beschäftige, mich auch nicht mit den Regierenden (ehl-i idare) treffe, auch die Zustände in der Welt nicht kenne, weil ich von dem Übel (bela') einer ungesetzlichen Störung (kanunsuz ilismek) betroffen bin, nutzen einige Menschen, die mich aus einer früheren Zeit, wenn auch unter einem Deckmantel, hassen, jede Gelegenheit, mich bei der Polizei und der Justiz (adliye) zu verdächtigen.

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Zum Beispiel: Durch einen erstaunlichen Zufall erfuhr ich, dass meine vier Abhandlungen (risalah) und eine Kopie der Briefe, die ich in den letzten beiden Jahren geschrieben habe, von einigen Durchsuchungsbeamten in der Bahn beschlagnahmt worden waren. Zwei von diesen Abhandlungen sind die Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (ihlas). Sie sind zwar in gewissem Maße privat und daher vertraulich (mahrem), und sowohl das Gericht (mahkeme) als auch die Sachverständigen (ehl-i vukuf) in Ankara hielten sie nach ihrer Erforschung für harmlos und gaben sie uns zurück.

Was zudem die "Abhandlung über die Sparsamkeit" (Iktisad) betrifft, die nach Istanbul gesandt wurde, um sie der Zensur und großen Schriftstellern (muharrir) zu zeigen, so ist sie in dieser Zeit für jeden notwendig. Was jedoch den "Achtzehnten Blitz" (Lem'a) betrifft über die Verheißung von Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, (Keramet-i Alevi), so ist er versehentlich zusammen mit dieser zu ihnen gesandt worden. Ich hatte keinesfalls eine Erlaubnis, geschweige denn einen Auftrag erteilt, diese Abhandlung zu drucken, vielmehr nur den engsten (mahrem) Brüdern erlaubt, sie zu lesen. Außerdem behandelt sie keine weltlichen Angelegenheiten. Zudem haben die Sachverständigen (ehl-i vukuf) und das Gericht (mahkeme) sie durchforscht und uns dann wieder zurückgegeben.

Des Weiteren kam mir vor zehn Jahren im Gefängnis in Eskisehir während meiner überaus anstrengenden Zeit, in der ich sehr eines Trostes bedurfte, eine geistige frohe Botschaft (müjde-i manevî) in mein Herz und ich habe sie auch zu Papier gebracht. Was aber die Kopien der Briefe betrifft, die ich nicht nur in den letzten beiden Jahren, sondern sogar vor vier, fünf Jahren geschrieben hatte, so habe ich keineswegs die Absicht gehabt, sie mit diesen Abhandlungen zu drucken und veröffentlichen zu lassen; sie sind vielmehr auf den Wunsch von einem oder zweien meiner engsten (mahrem) Freunde, die daran interessiert waren, sie zu lesen, ihnen zusammen mit den Kopien zugesandt worden. Der Grund meines Schreibens ist der, dass diese Briefe ein Trost für diejenigen sein sollten, die meinetwegen im Gefängnis all die Mühsal mitmachen müssen, eine Unterhaltung und ein Meinungsaustausch (müdavele-i efkâr) über die Risale-i Nur, durch welche dieses Land und sein Volk für ihre Welt (dunya) und das Jenseits (âhiret) seit zwanzig Jahren einen großen Nutzen erfahren hat. Zudem finden sich vielleicht noch einige der Briefe, die ich zu Ihrer Unterhaltung (hasbihal) an Sie persönlich und an die Behörden (makamat) in Ankara geschrieben habe, unter ihnen. So wurden die Abhandlungen und Briefe dieser Art durch die Durchsuchungsbeamten in Beschlag genommen; ich teile Ihnen diesen Sachverhalt (hakikat) mit, weil sie vielleicht zu Ihnen gekommen sein könnten oder noch kommen werden. Ich hege die Hoffnung, dass Sie aufgrund Ihres Pflichtbewusstseins und Ihrer Zuverlässigkeit es nicht zulassen werden, dass ich in meinem jetzigen, so bedrückenden Zustand, da ich schon in fünf-, sechsfacher Hinsicht alle möglichen Strapazen durchmachen muss, aufgrund irgendwelcher Verdächtigungen widerrechtlich noch weiter belästigt werde.

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Meine lieben getreuen Brüder!

Ich möchte euch von einem Ereignis berichten, das sehr erstaunlich ist und zum Nachdenken (manidar) anregt. Es betrifft die Schüler (talebe) der Risale-i Nur sowie die Risale-i Nur selbst, die Wundertaten (keramet) des "Großen Zeichens" (Âyet-ül Kübra) sowie die Absicht der Weltleute (ehl-i dunya), uns zu stören. Da stand eines Nachts uns gegenüber das ehemalige Bürgermeisteramt (belediye), also eines der Regierungsämter (hükûmet), in Flammen, ohne dass noch etwas gerettet werden konnte, brannte da staunenerregend und lichterloh, wie wir so etwas noch nie zuvor gesehen hatten, während der kältesten Stunden der Nacht, drei Stunden lang wie die Hölle (Cehennem). Genau daneben lag das große Geschäft (magaza), in dem sich der größte Teil des Vermögens eines Schülers (talebe) der Risale-i Nur aus der Familie Çaliskan, seiner beiden Brüder und des kleinen Ceylan befand. Genau an diesem Brandherd lagen auch noch zwei kleinere Geschäfte (dükkân). Als dieses schreckliche Feuer sich mit seiner ganzen Gewalt diesem Geschäft näherte, eilte der arme Ceylan zu mir und sagte: "Es steht alles in Flammen, wir sind verloren." Gerade mal zwei Tage zuvor hatte ich zu ihm gesagt, er solle einen Teil der gedruckten Exemplare des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) aus dem großen Geschäftshaus zu mir bringen. Er hatte sie mir aber nicht gebracht. Also blieben sie dort, um das Feuer zu löschen. So habe ich denn die Risale-i Nur und das Große Zeichen (Âyet-ül Kübra) zu ihrem Fürsprecher gemacht und gesagt: "Oh Herr, in Deiner Barmherzigkeit und um der Hilfe willen, die wir durch sie erwarten, eile uns zu Hilfe!" In drei Stunden hat dieses fürchterliche Feuer in seinem Angriff dieses ganze riesige Amtsgebäude (daire) vernichtet und alle Geschäfte, die darunter oder daneben lagen, vollkommen verbrannt und total ruiniert. Nur das Geschäft, das im Schutze der Risale-i Nur und des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) lag, hat es überhaupt nicht berührt und auch das Geschäft eines Schülers (sakird) war davon ausgenommen und blieb unbeschädigt. Die Leute hatten lediglich die Fensterscheiben eingeschlagen. Hätten die Leute keinen Schaden angerichtet und seine Waren nicht geplündert, würde überhaupt kein Schaden entstanden sein.

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So war es auch ein Wunder der Risale-i Nur, wenn während der Feuersbrunst des Teppichhauses in Isparta die Häuser der beiden Brüder in der Nachbarschaft, die ihre Villa (kösk) für die Unterweisungen der Risale-i Nur zur Verfügung gestellt hatten, in diesem entsetzlichen Feuer verschont blieben. Auch in Kastamonu blieb - genau wie bei der Feuersbrunst in Emirdag - auch das Nachbarhaus, das Haus von Hâfiz Ahmed, der einer der Schüler (sakird) der Risale-i Nur war, also das Haus, das dicht neben dieser entsetzlichen Feuersbrunst dort gegenüber meiner Wohnung stand, auf wunderbare Weise verschont. Seine Schwester, die im zweiten Stock wohnte, rettete ebenso auf wunderbare Weise inmitten dieser Feuersbrunst nicht nur ihr Leben (can), sondern mit dem Segen (berekât) der Risale-i Nur auch ihre Diamanten, das Gold und ihre Juwelen. Auch hier in dieser Feuersbrunst blieben vier Leute, darunter drei Brüder aus der Familie Çaliskan, die zu den fleißigen Schülern (talebe) der Risale-i Nur gehören, von dieser fürchterlichen Feuersbrunst verschont, was ein Wunder (keramet) der Risale-i Nur und des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) ist, was sowohl mich als auch sie selbst und andere Mitbrüder absolut überzeugt hat. Hätte es noch dazu nur ein klein wenig Wind gegeben, der sonst fast nie fehlt, hätten die meisten Geschäfte hier auf diesem Marktplatz Feuer fangen können. So konnten jedoch Geschäfte, die sich zehn, fünfzehn Häuser weiter entfernt von dem Geschäft befanden, in dem wir das Große Zeichen (Âyet-ül Kübra) eingelagert hatten, ihre Waren heraustragen und fortbringen.

Aufgrund einiger Anzeichen erwartete ich einige Maßnahmen gegen die Risale-i Nur und dadurch gegen mich, da sie sowohl in Sandikli als auch in Afyon und Kütahya meine neuen Briefe in die Hände bekommen hatten. Auch im Falle der beiden oben geschilderten Brände hatten sie bereits durch die Vorfälle in Istanbul {Dort hatten Studenten gegen den Kommunismus protestiert.} ihre Ohrfeige bekommen. Diesmal kam dieser Schlag {der Brand in Emirdag} als Strafe für ihre Absicht, mich abermals zu belästigen. So Gott will (insâallah) hat sie das dazu gebracht, auf ihre Absicht zu verzichten und sie eingeschüchtert und so zum Schweigen gebracht.

Meine Brüder! Eure Intelligenz und eure Vorsicht lassen meinen guten Rat über euren Zusammenhalt (tesanüd) für überflüssig erscheinen. In letzter Zeit habe ich jedoch gespürt, dass sie die Schüler (sakird) der Risale-i Nur dazu bringen wollen, einander mit Argwohn (sû'-i zan) zu beobachten, damit sie einander beschuldigen (ittiham), um dadurch ihren Zusammenhalt (tesanüd) zu stören. Ja, sie sagen sogar, dass dieser oder jener Schüler (talebe) für uns als Spitzel (casusluk) arbeitet, damit es unter ihnen zur Spaltung kommt. Passt also gut auf! Auch wenn ihr dergleichen Dinge mit eigenen Augen sehen solltet, sollt ihr doch den Schleier nicht zerreißen. Ihr sollt vielmehr der Bosheit mit Güte begegnen. Doch müsst ihr dabei sehr umsichtig vorgehen und dürft kein Geheimnis (sirr) verraten. Im Grunde genommen haben wir eigentlich gar keine Geheimnisse. Dennoch gibt es viele Verdächtigungen. Wenn es sich als wahr herausstellen würde, dass ein Schüler für sie als V-Mann (hafiyelik) arbeitet, sollt Ihr euch bemühen, ihn zu bessern (islah). Versucht also nicht, den Schleier zu zerreißen. Euer Zusammenhalt (tesanüd), besonders in der Medresse in Isparta, hält das Gesicht sowohl der Risale-i Nur als auch das ihrer Schüler (sakird) und dieses Landes rein und sauber (ak). Ein bedeutender Anlass, der überall bewirkt an der Risale-i Nur zu arbeiten, ist euer Zusammenhalt (tesanüd), eure Begeisterung (sauk) und eure Einsatzfreude (gayret). Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) euch in diesem Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) beständig und erfolgreich machen. Âmîn âmîn

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Alle Brüder, Frauen und Kinder (taife taife) und jeden Einzelnen unter ihnen, grüßen (selâm) wir und beten (dua) für sie und bitten sie um ihre Gebete.

Said Nursî

Anhand der Tatsachen (hakikat), über die unser Meister bezüglich (hakkinda) der Brände geschrieben hat, sind wir zu einer festen Überzeugung gelangt. Wir haben sie mit eigenen Augen geschaut.

Osman, Mehmed, Hasan, Ceylan und İbrahim, der ihnen geholfen hat

Mein lieber Bruder!

Ich sehe zwar, dass deine Briefe schön und gut sind. Doch die heutigen Journalisten und diejenigen, die an der Spitze (basta) stehen, wissen diese Wahrheiten (hakikat) nicht recht zu schätzen. Des Weiteren bittet die Risale-i Nur nicht um irgendetwas. Sie müssen vielmehr sie um etwas bitten und nach ihr suchen. Erst nachdem sie ihren Wert einmal zu schätzen wissen und nach ihr verlangen, kann sie auch ihren Beitrag entgegennehmen (kabul).

Ich denke zudem, dass es angemessen ist, heutzutage die Aufmerksamkeit nicht auf die Schüler (sakird) der Risale-i Nur zu lenken. Dieser Bruder, der sich sieben Jahre lang nicht um die Nachrichten über den Weltkrieg gekümmert hat und seit fünfundzwanzig Jahren keine Zeitungen mehr liest oder lesen lässt, wird in dieser Angelegenheit auch nicht nach seiner Meinung gefragt. Diejenigen, die eine Meinung dazu haben (fikir sahibi), das seid eigentlich ihr und alle aufrichtigen Schüler (sakird) der Risale-i Nur und diejenigen, die sie aufmerksam lesen und veröffentlichen; sie können durch gegenseitige Beratung (mesveret) besonders mit denen, die in Isparta sind, das tun, was der Sache dienlich ist. Deinen wunderbaren Brief haben wir in die Sammlung (Lâhika) aufgenommen.

In der Briefsammlung (Lâhika) der Risale-i Nur haben Feyzi und Emin eine herausragende Stellung erworben. Wie geht es ihnen nun eigentlich? Gelingt es ihnen diesem Umstand, so wie es dieser herausragenden Stellung angemessen ist, zu entsprechen? Machen sie sich auch keine Sorgen? Wie geht es außerdem Tasköprülü Sadik, Hilmi und İhsan, die sich im Gefängnis tatsächlich wie ein Mann opferbereit um meine Versorgung bemüht haben und mich so sehr dankbar gestimmt haben, als ob sie meiner Wenigkeit (sahsim) zehn Jahre lang gedient hätten? Ich kann die Brüder dort in der Umgebung von Kastamonu und besonders in Inebolu nicht mehr vergessen. Sie brauchen sich um mich keine Sorgen zu machen. Im Gegensatz dazu, dass die Risale-i Nur gelegentlich - in einigen Orten - zum Stillstand kommt, verbreitet sie sich dennoch im Geheimen auf eine überaus wirksame und nachhaltige Weise weiter. Sie brauchen sich darum nicht zu beunruhigen. Doch sollen sie mit Umsicht, Geduld und unerschütterlich (metanet) ihre Abschriften fortsetzen.

Wir grüßen (selâm) alle tausendmal und beten (dua) für sie.

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Meine lieben getreuen Brüder!

Seit ein paar Monaten sind einige der Ränke, die man gegen mich geschmiedet hatte, sichtbar geworden. Unter Gottes Schutz (Hifz-i Ilâhi) hat sich dieses Unheil auf ein Zwanzigstel verringert. Ich pflegte nämlich in der freien Zeit (zwischen den Gebeten) in die Moschee zu gehen. Ohne mich zu fragen, haben die Schüler im inneren Gang (mahfel) dieser Moschee einen Unterschlupf eingerichtet, damit ich nicht frieren solle. Doch nach vier, fünf Tagen habe ich mich schließlich selbst dazu entschlossen, nicht mehr dorthin zu gehen. Jener gewisse Offizier veranlasste aber nun, dass mein Unterschlupf (in dieser Moschee) wieder abgerissen wurde, worauf mir offiziell mitgeteilt wurde, dass ich nicht mehr in diese Moschee zu gehen habe! So bliesen sie ein Korn zu einer Kuppel auf und lösten dadurch eine Panik aus. Doch war (diese ganze Angelegenheit völlig) ohne jede Bedeutung. Macht euch also deshalb keine Sorgen. Nach meiner Meinung wollen sie mich mit irgendwelchen vorgeschobenen Gründen provozieren, um damit dann in der Folge die Begeisterung der Leute (amme), die ohnehin weit über das hinausgeht, was mir zusteht, umschlagen zu lassen. Sie denken dabei an die Zeit des alten (Said), als ob ich (ihre Schikanen) nicht (länger mehr) ertragen könnte. Ich würde jedoch, vorausgesetzt, dass dadurch die Sicherheit (selamet) und (die weitere) Verbreitung der Risale-i Nur nicht gestört wird, müsste ich auch jeden Tag selbst Tausende Provokationen und Schikanen über mich ergehen lassen, Gott dennoch Dank sagen. Und so wie ich selbst (diesen Dingen) keine Bedeutung beimesse, lassen sich auch meine Schüler hier durch nichts erschüttern. Denn die Dinge, die wir schon seit langem erwartet hatten, sind durch Gottes Gnade (inâyet-i Ilâhiyye) noch recht glimpflich abgelaufen.

Wir grüßen (selam) alle Brüder, jeden Einzelnen von ihnen, und beten (dua) für sie.

Meine lieben getreuen Brüder!

Ich habe eine machtvolle (kuvvet) innere Ermahnung erhalten, euch nochmals eine ganz besonders wichtige Angelegenheit darzulegen (ich habe euch diese Angelegenheit schon früher einmal kurz zusammengefasst erklärt). Es ist dies wie folgt:

Heuchler, die uns feindselig gesinnt sind, haben es bisher immer hinter einem Deckmantel so gemacht, dass sie das Recht, die Politik und die Regierung als Mittel für ihre ganz offensichtliche Gottlosigkeit missbraucht haben. Doch sind sie mit ihren Angriffen gegen uns gescheitert. So haben sie denn von ihren früheren Plänen abgelassen, was dann zu einem Sieg (fütuhat) der Risale-i Nur beigetragen hat. Doch schmieden sie nun schon wieder neue, noch verlogenere (münâfik) Pläne, die selbst noch den Teufel in Erstaunen versetzen, deren Spuren bereits hier bei uns zu erkennen sind. Der wichtigste Grundsatz dieser Pläne besteht darin, unsere aufrichtigen und standhaften Brüder dazu zu bringen, in ihrem Eifer für die Risale-i Nur lau und (abständig) zu werden und (ihren Dienst an ihr) so weit wie möglich aufzugeben. In dieser Hinsicht gebrauchen sie derart merkwürdige Lügen und Intrigen, dass unsere tapferen Schüler wie die in Isparta und Umgebung in ihrer Fabrik für Licht (Nur) und Rosen eine eiserne, ja eine stahlharte Ausdauer, Treue und Festigkeit (metanet) benötigen, um noch dagegen standhalten zu können. Manche schleichen sich auch in der Gestalt von "Freunden" ein und versuchen dann, ein Korn zu einer Kuppel aufzublähen, um Verdacht zu erregen und sie, so weit möglich, einzuschüchtern. "Gebt acht und hütet euch wohl! Kommt diesem Said nicht zu nahe! Die Regierungsbehörden beobachten ihn bereits!" (Auf diese Weise) versuchen sie, die Schwächeren (unter uns) abspenstig zu machen. Ja, einige jüngere Schüler hat man sogar durch ein paar junge Mädchen belästigt, die sie mit ihren Reizen ködern sollten. Selbst den Stützen der Risale-i Nur führt man alle meine Fehler und Schwächen vor Augen, führt ihnen dabei zugleich einige bedeutende Persönlichkeiten unter den nach außen hin frommen Ketzern (ehli-I bid'a) vor Augen, die von sich aus sagen: "Auch wir sind Muslime. Der Glaube (din) beschränkt sich nicht allein auf diesen Said und seine (angebliche) Berufung." Sie machen unter einem Deckmantel Front gegen uns und gebrauchen diese gutgläubigen Religionsdiener (ehl-i diyanet) und Hodschas als Werkzeug für ihre gottlosen und anarchistischen Interessen. Möge Gott es wollen (insâallah), dass auch diese Pläne zum Scheitern verurteilt sind! Dabei sagen diese Schufte auch noch:

"Auch wir sind Schüler der Risale-i Nur. Auch Said ist ein Schüler wie wir. Quelle, Ursprung und Grundlage der Risale-i Nur ist der Qur'an. Zwanzig Jahre Forschung und (kritische) Beobachtung haben selbst noch dem hartnäckigsten Gegner ihren Wert und ihre Überlegenheit bewiesen. Dieser Said, was immer er auch sein (hal) mag, ist nichts anderes als ihr Interpret und ihr Diener. Und sollte auch dieser Said - ich nehme meine Zuflucht zu Gott (El'iyazübillâh)! - sich selbst gegen die Risale-i Nur wenden, so möge doch Gott es wollen (Insâallah), dass unsere Treue und unsere Verbundenheit dadurch nie erschüttert wird." So sagen sie und damit könnt ihr nun die Tür schließen! Doch (bleibt es weiterhin) notwendig, so weit möglich, sich mit der Risale-i Nur zu beschäftigen; wer kann, möge sie abschreiben; dieser übertriebenen Propaganda sollt ihr gar keine Beachtung schenken; doch wie auch früher schon dabei stets umsichtig bleiben!

Alle unsere Brüder grüßen (selam) wir, jeden Einzelnen von ihnen, und beten (dua) für sie.

SAID NURSÎ
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Diejenigen, welche die Politik als ein Mittel für ihre Glaubenslosigkeit gebrauchen, um so jegliche Zuwendung, allen Eifer und auch die Brüderlichkeit (uhuvvet) seitens der Islamischen Welt (Âlem-i Islâm) zu brechen und stattdessen deren Abscheu zu erregen, obwohl sie doch in unserem Land die stärkste Kraft (kuvvet) unseres Volkes ist, möchten unter einem Deckmantel einen absoluten Unglauben (küfr-ü mutlak) in ihm einpflanzen, dabei auch noch die Regierung täuschen. Bereits zweimal haben sie die Justiz in die Irre geführt und dabei gesagt: "Die Schüler der Risale-i Nur machen aus ihrer Religion (din) ein Werkzeug für ihre Politik und es besteht die Möglichkeit, dass sie so die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden." Denn dreiunddreißig Ayat im Qur'an weisen darauf hin, Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, bestätigt (tahakkuk) mit drei wunderbaren (Hinweisen) aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye) und Ghausu-l'adham gibt uns definitiv Bericht, dass die Risale-i Nur für dieses Land (memleket) im materiellen wie im geistlichen (Sinn) ein Segen (bereket) ist, ihm in ganz außerordentlicher Weise von Nutzen ist und für die gesamte islamische Welt (Âlem-i Islâm) alle Wahrheiten (hakaik), die sie betreffen, in sich enthält. Mit der Politik hat sie jedoch nichts zu tun. Da sie jedoch den totalen Unglauben (küfr-ü mutlak) zerbricht, vernichtet sie zugleich auch jene Anarchie, die sich unter diesem totalen Unglauben (küfr-ü mutlak) und die ebenso totale Despotie, die sich über ihm befindet, und widerlegt ihn von Grund auf. Das garantiert Frieden, Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit. Deshalb sollte man auch die Risale-i Nur nicht angreifen, unter dem Vorwand, sie könne eine Gefahr für Staat und Regierung bilden. Nun kann niemand mehr unter diesem Vorwand einen anderen dazu bewegen, so etwas zu glauben. Aber vielleicht werden ja nun die Heuchler (munafik), nachdem sie erst einmal den Standort gewechselt haben, versuchen, unter dem Deckmantel ihres Glaubens (din) ein paar einfältige Hodschas, Anhänger irgendeiner Ketzerei (bid'a) oder irgendwelche engstirnigen Verfechter eines Sufi-Gedankens (mesreb) mit der ihnen eigenen Schlauheit, wie vor zwei Jahren in Istanbul und in der Umgebung von Denizli, gegen die Risale-i Nur einzusetzen. Möge Gott es wollen (Insâallah), dass sie damit keinen Erfolg haben!

Meine lieben Mitbrüder!

Nun hat es sich also doch noch bestätigt (tahakkuk): Man hatte heimlich Pläne geschmiedet, mich ganz offiziell zu provozieren und zu beleidigen, um (letztendlich) das allgemeine Interesse und Wohlwollen der Leute mir gegenüber zunichtezumachen. Sie haben sich - unter einem Deckmantel - darum bemüht, jedwede Freundschaft zu unterkühlen und in Abneigung (zu verwandeln). Dementgegen hat aber das "Siegel der Bestätigungen aus dem Verborgenen" (Sikke-i Tasdik-i Gaybî) all ihre Propaganda vollständig über den Haufen geworfen. Derartige Beleidigungen im Interesse der Glaubenslosigkeit beunruhigen mich zwar in gewissem Grade und gehen mir auf einige Nerven, die noch von dem Alten Said übrig geblieben sind. Die wunderbaren Siege (fütuhat) der Risale-i Nur und ihre Schüler werden jedoch in den Augen der Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat) und von Seiten der Engel und der Geister (rûhanî) mit Ehrerbietung und in aller Güte (merhamet) entgegengenommen, wohingegen für alle Schikanen und Beleidigungen, die man meiner Person entgegenbringt, noch nicht einmal die Bedeutung eines Fliegenflügels übrig bleibt. Da aber nun eine Verletzung der Ehre der Gläubigen (ehl-i din) und der Theologen (ehl-i ulûm-u diniye) durch diese unglückseligen Provokateure (ehl-i ihanet) vom religiösen (din) Standpunkt aus ein Verrat (ihanet) am Glauben (din) ist, sind sie in den Augen der Engel und Geister (rûhanî), aller Leute des Glaubens und Kenner der Wahrheit (ehl-i îman ve ehl-i hakikat) verflucht und können sich dafür nur noch von einem unter tausend ehrlosen Schuften und Gottlosen ein Lob verdienen. Diese Unglückseligen denken, sie könnten das Ansehen der Risale-i Nur dadurch schmälern, dass sie mich beleidigen, weil sie meine Person für deren Quelle halten und greifen daher meine Person an, weil sie törichterweise denken, sie könnten das Ansehen der Risale-i Nur zu Fall bringen, indem sie mich zu verderben (trachten).

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Dementgegen sage ich: Oh ihr Unglückseligen, die ihr mich um eurer Glaubenslosigkeit willen quält und beleidigt! Ich kann euch mit absoluter Gewissheit versichern: Wenn ihr nicht bald bereut, wird es für euch keinen Ausweg mehr geben, der zu eurer Errettung führt. Dich wird der Henker des Todes an den Galgen bringen und dein Todesurteil wird für die Ewigkeit sein. Danach wird deine böswillige Seele zu einer ewigen Einzelhaft verurteilt bleiben und du wirst nur noch den Abscheu der Gläubigen (ehl-i îman) und der Geister (ruhani) und ihren Fluch gewinnen können! Solltest du aber nicht bereuen, so weiß ich doch, dass dich meine Rache in vielfältiger Form ereilen wird; nicht etwa, weil ich wütend bin, ich habe vielmehr Mitleid mit dir.

Es können jedoch solche wie du, die noch nicht einmal die Bedeutung einer Fliege haben, aber die Risale-i Nur (am liebsten) verstecken möchten, deren Einfluss auch nicht um ein Stäubchen vermindern. Da bereits Hunderttausende durch sie ihren Glauben (îman) gerettet haben, erweisen sie ihr mit Herz und Verstand (ruh-u canla) jegliche Achtung und alle Verehrung. Was jedoch das Leiden meiner eigenen Person betrifft, so kann ich euch mit absoluter Gewissheit versichern: Sollte ich auch in meinem Leiden für ein, zwei Minuten in Wut geraten, so finde ich doch sehr schnell wieder etwas, das mich tröstet. Und sollten sich auch eure Schikanen und eure Beleidigungen noch um das Tausendfache steigern, so können sie mir dennoch diesen Trost nicht rauben. Denn die Risale-i Nur hat uns mit absoluter Sicherheit zu der Entdeckung (kesf-i kat'i) geführt, dass diejenigen, die uns aufgrund ihrer Glaubenslosigkeit angreifen, als eine immerwährende Strafe in Einzelhaft (im Grabe) und ihre Hinrichtung für ewig, die (gleichen) Schikanen (an sich) erfahren werden. Die Schüler aber, die durch die Risale-i Nur ihren Glauben (iman) gerettet haben, werden im Tode ihren Entlassungsschein und ihren Eintrittsschein zur Ewigen Seligkeit in Empfang nehmen und für ewig Ehren, Gottes Barmherzigkeit (merhamet) und Seine (unendliche) Freigiebigkeit (ikram) erfahren. Das haben wir den (westlichen) Philosophen mit Tausenden von Beweisen klar gemacht und sie so zum Verstummen gebracht.

Desgleichen ist auch der Neue Sa'id gleich wie der Alte Sa'id mit Bestimmtheit gegen alle Auszeichnungen und Bekundungen von Zuneigung, die er erlangen könnte, den Ruhm und die Ehre, die er für sich gewinnen könnte, und er nimmt (dergleichen) auch nicht an. Zwanzig Jahre lang hat er deswegen ein Einsiedlerleben vorgezogen.

Wollt ihr nun im Namen von Sicherheit und Ordnung einen derartigen Einfluss hintertreiben und euch darum bemühen, ihn in den Augen der Allgemeinheit zu verderben, so begeht ihr einen sehr großen Fehler... Denn in zwei Jahren haben drei Gerichte in den einhundertundzwanzig Werken eines zwanzigjährigen Lebens und bei hundertzwanzigtausend Schülern der Risale-i Nur nichts finden können, was Anlass zu einem Aufstand hätte geben können und Grund genug gewesen wäre, sie dafür zur Verantwortung zu ziehen und was gegen Volk und Land (hätte verwendet werden können). Darauf weisen unser Freispruch und die Rückgabe sämtlicher Bände der Risale-i Nur hin. Darum kann ich euch hier mit absoluter Sicherheit erklären: Ihr, die ihr uns aufgrund eurer Glaubenslosigkeit unter Druck setzen wollt, die ihr gegen alle Sicherheit und Ordnung des Volkes im Lande (vatan) und für die Anarchie seid und mich wegen dieses fürchterlichen Fremden in die Enge treiben, Unruhe verbreiten wollt und eine Überflutung (mit seinen gottlosen Ideen) wünscht... Darum auch sind mir alle diese Schikanen und Beleidigungen keine fünf Para wert. Ich habe mich nun einmal dazu entschlossen, zum Zweck der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung auch weiterhin ruhig und geduldig zu bleiben.

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So, wie die Welt (dünya) mit Sicherheit nicht ewig besteht, ist auch das, was sich in ihr ereignet, von Stürmen und einem ewigen Wechsel bestimmt. Einige Verbrechen, die nur wenige Stunden in Anspruch nehmen, ziehen Tausende Zakkum {Höllenbäume} nach sich, die vollhängen mit Strafen in dieser und in jener Welt (dünyevî ve uhrevî). Dann werdet ihr hunderttausend Mal vergeblich darüber seufzen und wehklagen. Wie ich bereits den staatlichen Behörden und den Staatsanwälten, die sich (mit unserem Fall) beschäftigen, geschrieben habe, so sage ich auch euch, oh ihr Unglückseligen: Wir bemühen uns darum, durch die Risale-i Nur die beiden größten Gefahren für dieses Land (memleket) und seine Zukunft (istikbal) zu beseitigen... Und tatsächlich beweisen wir dies mit vielen Beispielen und teilweise sogar noch vor Gericht.

Denn als Erstes müssen wir in diesem Lande (memleket) gegen die Gefahr einer Anarchie, die mit aller Macht von außen in es einzudringen versucht, einen Wall errichten.

Als Zweites muss man den größten Stützpfeiler dieses Landes (memleket) absichern (temin), indem man den Abscheu von dreihundertfünfzig Millionen Muslimen (gegenüber den Türken) in Brüderlichkeit umwandelt.

Dem Polizeipräsidenten in Afyon sage ich: Herr Präsident! Warum bleiben Sie dermaßen gleichgültig, obwohl sich doch in dieser Welt (dunya) so viele ungesetzliche, noch dazu völlig sinn- und zwecklose Angriffe wie nie zuvor gegen mich richten? Dafür ein Beispiel: Obwohl ich doch, nur um am Gemeinschaftsgebet teilnehmen zu können, in eine ansonsten leerstehende Moschee gegangen bin, in der ich dann außer ein, zwei Männern, niemandem erlaubt habe, zu mir zu kommen, hat man mir ganz offiziell gesagt: "Sie dürfen diese Moschee unter gar keinen Umständen betreten!" Auf welches Gesetz (kanun) stützt sich in meiner Einsamkeit, meiner Krankheit, in meinem Alter und in all meinem Kummer eine derartige Schikane? Und zu welchem Zweck sollte das dienen? Irgendjemand hatte, ohne dass ich etwas davon wusste, irgendwo in diesem Moschee-Gebäude mit ein paar Brettern und einer Matte einen Unterschlupf für zwei Leute gebastelt, damit ich nicht frieren solle. Doch nach welchem Gesetz hat man denn nun für mich selbst daraus eine derart bedeutende Angelegenheit gemacht und alle Leute deswegen dermaßen in Panik versetzt? Und wozu sollte das gut sein, das frage ich mich.

Ich habe denen, die mich auf diese Weise schikanieren, gar keinen Vorwand dafür geliefert. Nur die allgemeine Zuneigung, die mir die Leute entgegenbringen, benutzen sie als solch einen Vorwand und fragen sie: "Warum erweist ihr diesem Verbannten eine solche Ehre?" Ich aber sage ihnen:

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Alle meine Freunde wissen, dass ich für meine Person keine Verehrung und keine öffentliche Zuwendung wünsche, sie vielmehr zurückweise. Doch obwohl ich alle noch so freundlichen Gedanken nicht akzeptiere, mit denen mich andere bedenken, (frage ich mich dennoch): welches Gesetz macht mich dafür verantwortlich? Wenn andere mir entgegen meinem Wissen und Wollen all ihre guten Gedanken entgegenbringen, warum schikaniert man mich dann? Einmal den unmöglichen Fall angenommen, dass diese allgemeine Zuwendung eine öffentlich anerkannte Tatsache wäre, so wäre dies trotzdem allein zum Wohle des Landes (vatan) und nicht etwa zu seinem Nachteil. Und würde auch ich ein Stückchen davon annehmen, worin läge denn dann das Übel, wenn ich in meinem Alter, meiner Krankheit, hier in der Verlassenheit und Kälte meiner Kammer, in dieser schrecklichen Einsamkeit meiner Zelle, um nun die doch einmal notwendige Hilfe zu erhalten, die Freundschaft von ein, zwei Menschen akzeptieren würde? Was für ein Gesetz sollte das verbieten? Was für ein Gesetz gibt es denn, das es nicht erlaubte, dass außer einigen Kindern irgendjemand Verbindung mit mir aufnimmt? Da aber diese kindlichen Arbeiter mir nicht zu jeder Zeit zur Verfügung stehen, kann ich selbst mich nicht um meine Angelegenheiten kümmern. Es wäre demnach auch die Pflicht der Polizei, der Regierung und aller staatlichen Organe, in dieser abscheulichen Lage derart notwendige Dinge im Auge zu behalten. Ich teile Ihnen dies mit, um Sie darauf aufmerksam zu machen, dass (diese Angelegenheit) ein ernsthaftes Interesse (verdient)!

Völlig abgeschieden
In Emirdag eingeschlossen
SAID NURSÎ

Meine lieben getreuen Brüder!

Unendlicher Dank sei Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dass ein ernstzunehmender Beitrag, auf den ich seit langem gewartet habe, nun begonnen hat, sich bei den Gelehrten (ulema) in Konya zu zeigen.

Die Risale-i Nur entstand in einer Medresse und öffnete in der Tat mit Hilfe der Wissenschaft (ilim) einen Weg zur Wahrheit (hakikat).

Aufgrund dessen, dass ihre wahren Besitzer (sahib) und Anhänger Hocas sind, die aus einer Medresse kommen, und da eine prächtige, aktive Medresse des ganzen Anatolien seit alten Zeiten die Stadt (sehir) Konya ist, habe ich aus dem Brief von Sabri entnommen, dass die Schüler (sakird) dieser gesegneten (mübarek) Medresse beginnen, sich die Risale-i Nur, die ja ihr Eigentum ist, anzueignen und sich intensiv mit ihr zu beschäftigen (sarilmaga) beginnen. Ich freue mich aus vollem Herzen und ganzer Seele (ruh u canim), hierher in die Nähe von Konya gekommen zu sein, überwinde alle Anstrengungen, die auf mich zukommen, in Freude und harre aus. Vor allem den hochverehrten Hoca Vehbi Efendi, Verfasser eines überaus segensreichen (mubarak), wertvollen Kommentars (tefsir), und alle Gelehrten (ulema) von Konya und Umgebung, welche die Risale-i Nur zu schätzen wissen und sich mit ihr verbunden fühlen, schließe ich (serik) mit all meinen Verdiensten (kazanç) in meine Gebete (dua) ein, und auch die Herrschaften, deren Namen ich kenne, erwähne ich während des Gebetes zusammen mit den Namen meiner wahrhaftigen Schüler (kardes) mit Namen. In Anbetracht der Geistigen Körperschaft (sirket-i manevi) der Schüler (sakird) der Risale-i Nur sind sie an meinen sehr mangelhaften Verdiensten beteiligt, wobei zugleich auch der Weg geöffnet ist, an allen Verdiensten aller Schüler mitbeteiligt zu sein. Teilt (teblig) nun meinerseits ihnen allen meine Grüße (selâm) und meine Hochachtung (hürmet) mit. Da die gesegneten Gelehrten (mübarek âlim) in Konya genauso wie die Helden in Isparta für die Risale-i Nur eintreten (sahib), bleiben mir hinsichtlich meiner Verpflichtungen (vazife-i Nuriye) in dieser Welt (dunya) keine weiteren Sorgen mehr. So kann ich denn die Risale-i Nur getrost diesen gesegneten (mubarek) und starken (kuvvetli) Händen anvertrauen (emanet) und mit ruhigem Herzen (rahat-i kalb) ins Grab (kabrim) steigen.

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Zweitens: Mustafa Osman, der in nur kurzer Zeit für die Risale-i Nur einen sehr großen Beitrag geleistet hat und sich im Kreise der wahrhaftigen Schüler befindet, als ob er schon seit zehn Jahren für die Risale-i Nur gearbeitet hätte, hat den Brüdern in Emirdag fürwahr einen sehr schönen Brief geschrieben, in dem er mit Blick auf den Brand und verbunden mit seinen besten Wünschen (geçmis olsun) den Brand der Menschheit (nev'-i beser) behandelt. Einen Teil seines Briefes haben wir sowohl in die Briefsammlung (Lâhika), als auch in den Band "Siegelbestätigungen aus dem Verborgenen" (Sikke-i Gaybiye) aufgenommen; wir möchten euch auch eine Kopie davon senden. Viele Grüße (selâm) meinerseits sowohl an ihn als auch an die, welche mit ihm sind, und an die Brüder in Kastamonu und İnebolu, für die er als Nachrichtenvermittler (vasita-i muhabere) tätig ist. Dabei wäre es wirklich recht gut (münasib), wenn diejenigen, die schön schreiben können und die Zeit dafür haben, genauso wie die Brüder in Isparta und Umgebung den Band "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) abschreiben könnten. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass diese Aufgabe (vazife-i Nuriye) viel mehr Nutzen erbringen wird als eine Druckerei.

Drittens: Hâfiz Emin hat der Risale-i Nur einen großen Dienst erwiesen. Vor dem letzten Vorfall glich seine Stadt (kasaba) Küre durch den Einsatz solcher Leute wie Nuri, Hakki, İhsan und dem verstorbenen Lehrer (Muallim) Osman einer Schule (medrese-i Nuriye) und leistete so in glänzender Weise ihren Beitrag für sie (Nur). Möge Gott es wollen (insâallah), dass sie diesen wertvollen Dienst (hizmet), wann immer es ihr möglich sein wird, wieder aufnehmen wird. Zwar waren sie in dem vergangenen Unglück am meisten traurig. Demgegenüber ist der Beitrag (hisse) dieser Stadt (kasaba) und dieser opferbereiten Brüder zu dem umfangreichen Erfolg der Risale-i Nur von großer Bedeutung.

Hâfiz Emin schreibt in seinem Brief: "Ich konnte meine Bücher vom Gericht (mahkeme) nicht bekommen." So schreibt er mir und fragt mich dann: "Sind sie bei euch angekommen oder auch bei euch nicht?" Grüßt (selâm) ihn von mir und schreibt ihm: "So wie deine nicht bei mir angekommen sind, so sind auch von den Büchern, die ich dir nach Istanbul geschickt hatte, gar keine wieder zu mir zurückgekommen. Besonders den Band, den ich nach Istanbul gesandt hatte und der unter dem Titel "Das Große Buch" mehr als zwanzig Abhandlungen enthielt, konnte ich nicht finden, trotzdem ich öfter danach gesucht habe. Da aber nun einmal die Risale-i Nur sich selbst weiterverbreitet und die Bedürftigen (muhtaç) dazu bringt, dass diese sie selbst lesen, lässt sie Hâfiz Emin und uns auch den Segen (sevab) dafür erwerben. Hâfiz Emin soll damit genauso wie ich zufrieden sein, dass seine Bücher von anderen Händen weitergereicht werden. Zudem grüße (selâm) ich alle in Küre, so viele Männer und Frauen es dort gibt, die sich mit der Risale-i Nur verbunden fühlen. Ich betrachte Küre auch heute noch so wie früher als eine Schule (Medrese-i Nuriye). Ich grüße (selâm) besonders İhsan, Abdullah und Abdurrahman. Wie geht es ihnen? Möge Gott es wollen (insâallah), dass er seinen alten Dienst (hizmet) genauso prächtig wie bisher weiter fortsetzt. Er hat bereits bewiesen, dass er, so wie er ein vollkommener Abdurrahman ist, in gleicher Weise weiter fortfahren wird.

Wir grüßen (selâm) alle Brüder, einen jeden Einzelnen von ihnen, und beten (dua) für sie.

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Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Unendlichen Dank dafür, dass sie mich selbst bedrängen an Stelle der Risale-i Nur und sich nur mit mir beschäftigen. Seid also überhaupt nicht besorgt: Möge Gott es so wollen (insâallah), dass im Geheimnis (sirr) von

﴿ عَسَى اَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَهُوَ خَيْرٌ لَكُمْ ﴾

{"Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, dass doch gut für euch ist." (Sure 2, 216)}

sich auch in diesem neuen Fall noch etwas Gutes finden wird.

Es hat sich da folgendes ereignet: Sie haben Ceylan und seine beiden Freunde (arkadas), die mir bisher immer geholfen hatten, untersagt, weiterhin zu mir zu kommen. Sie haben ihnen den Schlüssel weggenommen und den Wächtern gegeben. Einer dieser Wächter kommt nun und kümmert sich um meine Angelegenheiten, wie um das Wasser und das Brot. Ich konnte aber den Grund dafür nicht wissen. Doch gibt es in dieser Stadt (kasaba) einen Streit zwischen den Parteien, wobei der Onkel eines dieser Kinder auf der einen Seite steht. Es ist also möglich, dass seine Gegner dies getan haben.

Zudem denke ich, dass sowohl die erfolgreiche (weltweite) Verbreitung der Risale-i Nur einerseits und der Angriff des Anarchismus aus dem Ausland andererseits die Ursache dafür waren. Wegen der Briefe, die in Sandikli beschlagnahmt wurden, weil sie dem Austausch von Nachrichten (vasita-i muhabere) dienen, haben sie eine solche Unruhe gestiftet. Ihr braucht aber überhaupt nicht besorgt zu sein. Es ist nichts von Bedeutung. Ihr schreibt mir weiter wie bisher. Nur ich kann nicht so oft schreiben. Sie bedrängen mich außerordentlich in der Vorstellung, sie könnten mich durch ihre Provokationen und Schikanen in Misskredit bringen und dadurch die Verbreitung (fütuhat) der Risale-i Nur verhindern. In ihrem Unverstand, eine Sonne der Wahrheit (hakikat) wie die Risale-i Nur, die einer Stärke von Millionen elektrischer Lampen gleicht, durch Auspusten löschen zu können, lassen sie mich nun reichsten Segen (sevab) gewinnen.

Der Grund für ein abschreckendes Beispiel (medar-i ibret) und eine beachtenswerte Übereinstimmung (dikkat bir tevafuk) ist dies: In demselben Augenblick, in dem gestern die Polizei das Kind und seinen Vater mitgenommen und beide verhört hat, bekamen sie per Polizei-Telefon die Nachricht von einem wichtigen Zwischenfall, der die ganze Mannschaft in Aufregung versetzte. Sie mussten an den Ort des Vorfalls gehen. Dies aber sagt ihnen sinngemäß (manen): "Kümmert euch nicht um das, was nicht einmal ein Mückenflügel an Schaden anrichten kann, sondern achtet vielmehr auf die Schäden, die Adler, ja sogar Drachen verursachen."

Überdies musste sich, während mir der Besuch der Moschee verboten wurde, der Landrat (kaymakam), der dieses Verbot angeordnet (emir) hatte, zu derselben Zeit, in der dies passierte, in Afyon einer Operation unterziehen. Da wurde ihm in der Sprache seines Zustandes (lisan-i hal) gesagt: "Es gibt den Tod! Also darf man diejenigen, die daran arbeiten, sich vor dessen Hinrichtung zu retten, nicht auch noch unter Druck setzen, sondern muss ihnen öfter einmal dazu gratulieren (takdir) und sie dafür belobigen (tahsin)."

Ich grüße (selâm) alle Brüder und Schwestern, jeden Einzelnen von ihnen, bete (dua) für sie alle und bitte auch sie um ihre Gebete.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}

Euer Bruder
Said Nursî
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Meine lieben getreuen Brüder, meine gesegneten (mubarek) Erben (vâris) und mir vertrauten (emin) Beistände (vekil)!

Erstens: Ich gebe euch mit Zuversicht Bescheid, dass über uns und im Dienste der Risale-i Nur die Güte des Herrn (inayet-i Rabbani) und der Beistand Dessen, der keines bedarf (taufikat-i Samedani), fortbesteht. Unter den äußerlich hässlichen Schleiern liegen sehr schöne Ergebnisse. Anstelle eines Schadens, den wir erfahren haben, wird uns ein hundertfacher Nutzen geschenkt (ihsan). Darum soll man vorübergehenden, nur zeitlich bedingten, Strapazen (sikinti) und Erschütterungen (sarsinti) weiter keine Bedeutung beimessen.

Zweitens: Soweit möglich sollen die Arbeiten zur Abschrift des Bandes "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) nicht unterbrochen werden oder zum Stillstand kommen. Diese heilige erste Aufgabe (kudsî vazife) ist von sehr großer Bedeutung. Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, sagte über ihn:

بِهِ الظُّلْمَةُ انْجَلَتْ

{"Die Finsternis ist durch ihn erhellt worden."}

Ich habe die vierzehn gesegneten (mubarek) Abhandlungen (risalah) der beiden Alis korrigiert und euch per Post zugeschickt. Sie haben sowohl mich als auch die Schüler (talebe) in voller Begeisterung (sauk) arbeiten lassen. So wie sie mir in Kastamonu zu Hilfe (imdad) gekommen waren, eilten diese beiden Helden mir auch hier wieder zu Hilfe.

Drittens: Ich bin hier zwar ziemlich unter Druck (sikili). Doch jedes Mal, wenn ich an eure unermüdliche Arbeit denke und eure bescheidenen, so tröstlichen Briefe sehe, auf die ich stets mit Verlangen warte, verschwinden alle Bedrängnisse (sikinti) und verwandeln (inkilab) sich manchmal sogar in Frohsinn (sevinç). Derjenige, der bisher meine Briefe geschrieben hat, darf z.Zt. zwar nicht mehr zu mir kommen, hat jedoch außer seinem ganz persönlichen Dienst noch drei, vier Aufgaben (vazifah), welche die Risale-i Nur betreffen. Und die erledigt er aufs Beste. Zudem kommt er an meine Tür und erkundigt sich nach meinen persönlichen Wünschen. Dann geht er wieder und erfüllt diese auch noch.

Viertens: Haben die Brüder in den anderen Ortschaften schon mit der Abschrift des Stab Mosis (Asâ-yi Musa) angefangen? Die Leute, die diese erste Aufgabe (vazifah) bereits gemacht haben und die Abschriften noch bei sich (maucud) haben, sollen diese in einem Band zusammenfassen und die "Wunder (mu'cizat)" mit den dazugehörigen Ergänzungen (zeyil) als zweite Aufgabe des Glaubens (vazife-i imaniye) abzuschreiben beginnen oder denen helfen, die damit noch nicht fertiggeworden sind. Sie sollen so schön und korrekt (tashih), wie ihre Hände es können, geschrieben werden.

Fünftens: Es gibt viele Anzeichen dafür, dass nach den Gelehrten (âlim) nun auch die Lehrer (muallim) ihren Wunsch nach den Abhandlungen (risalah) zu spüren begonnen haben. Ein Anzeichen dafür ist:

Es wurde das Große Zeichen (Âyet-ül Kübra) bestellt, um es in Istanbul während einer religiösen (din) Konferenz vorzulesen.

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Lieber Bruder Re'fet! Du bist mir herzlich willkommen. Deine Beschäftigung mit der Abschrift der Risale-i Nur hat mich wirklich glücklich (sevin) gemacht. Auch deine Fragen, wie die von Hulusi und Sabri, haben bedeutende Ergebnisse und süße Früchte (meyve) in der Risale-i Nur hervorgebracht. Die wissenschaftlichen Abschnitte, die zwar bei dir, mit den bereits vorhandenen Abhandlungen (risalah) jedoch noch nicht abgeschrieben worden sind, kannst du an den passenden Stellen oder aber in die Briefsammlung (Lâhika) einreihen.

Meine Freunde! Zur Abschrift des Bandes "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) ist mir folgender Vorschlag (tedbir) eingefallen: Bei der Arbeitsteilung (taksim-ül a'mal) sollen fünf, sechs Leute einen Abschnitt, also ein jeder einen Teil davon, abschreiben. So wird es noch schneller und leichter gehen. Außerdem werden die Leute so wegen der Größe einer Abschrift ihrer Arbeit nicht überdrüssig und nicht entmutigt werden. İch schätze, das ist auch der Grund, warum diese so wichtige Aufgabe (vazife-i Nuriye) nicht so recht voranschreitet. Diejenigen, die schön schreiben können, sollen auf jeden Fall entsprechend dieser neuen Regelung (tedbir) an dieser Aufgabe (vazifah) arbeiten.

Meine Brüder! Seid sehr vorsichtig und umsichtig. Hütet euch, ja hütet euch davor, euch mit den Hocas zu streiten (münakasa). Verhaltet euch ihnen gegenüber so weit wie möglich versöhnlich. Tretet nicht auf den Nerv ihres Egoismus (enaniyet). Auch wenn sich einer für ketzerische Neuerungen (bid'at) einsetzen sollte, geht nicht weiter darauf ein. Wo es gegen uns eine entsetzliche Glaubenslosigkeit (zindika) gibt, soll man sich nicht wegen ihrer ketzerische Neuerungen auf einen Streit mit ihnen einlassen, damit sie sich nicht der Seite der Atheisten zuwenden. Wenn ihr Hocas begegnet, die geschickt worden sind, einen Streit mit euch anzuzetteln, sollt ihr so weit wie möglich nicht das Tor des Streites öffnen. Ihre Einwände in dem Kleid der Wissenschaft (ilim) werden in der Hand der Heuchler (münafik) als ein Beleg verwendet. Ihr wisst ja, welch großen Schaden der Angriff des alten Hocas in Istanbul ausgelöst hat. Ihr sollt euch vielmehr, so weit ihr könnt, darum bemühen, die Dinge zugunsten der Risale-i Nur umzuwandeln.

Grüße (selâm) an alle Brüder, jeden Einzelnen von ihnen.

Meine sehr lieben, getreuen, heldenmutig, glücklichen Mitbrüder!

Wir haben von unserem segensreichen (mubarak) Efendi Hazretleri Ihren überaus wichtigen und ebenso wertvollen und - wenn auch nur zwischen den Zeilen - eine so frohe Botschaft (müjdeli) verkündenden Hulderweis (lütufname) erhalten, der von dem großen Unglück berichtet, das Sie durchmachen mussten. Jedem von euch, besonders den Brüdern, die bei diesem Brand in großer Gefahr gewesen sind, möchte ich im Namen der Schüler (talebe) von hier und aus der Umgebung unsere innere Anteilnahme (geçmis olsun) mitteilen. Aus diesem Anlass flehe ich, in einer Zeit, in der die Feuersbrunst des entsetzlichen absoluten Unglaubens (küfr-ü mutlak) unseren Bezirk umkreist und seine rote Lohe über unsere Dächer zu springen beginnt, im Namen aller Gläubigen (ehl-i iman) und besonders der Nurcus, genauso wie dieses Kind, Ceylan, in diesem materiellen Brand weinte und um Hilfe rief, flehe auch ich als ein geistiger Ceylan, zu diesem großen und überaus liebevollen Meister (müsfik Ustadh) indem ich sage: "Hilfe (meded)! Wir brennen. Wir sind verloren." Während des Brandes in Emirdag spie ein rotes Feuer, das einst im roten Russland entstand und noch am heutigen Tag den größten Einfluss (nüfuzuna sahib) hat, rote Funken, das nun in dieser Stadt, die unsere Welt (dunya) ist, einen Bezirk nach dem anderen umfängt, ihn ganz und gar verbrennt, dabei an einigen Orten Feuer der Unruhe und der Spaltung (in der Bevölkerung) verbreitet und zugleich dem Bruder zuruft: "Töte deinen Bruder!" und am Ende die christliche Welt (Âlem-i Hiristiyaniye) völlig verbrennt und danach seine Ernte würfelt (und so die Spreu vom Weizen trennt), sodann nun auch jenen Bezirk umgibt, der die islamische Welt (alem) ist, sodass nun sein Funkenregen bis zu den Dachrinnen unserer Häuser emporstiebt, was ein großes und überaus fürchterliches Übel ist, gegen welche gewaltige Feuersbrunst, diesen Kommunismus aber, die Risale-i Nur die Aufgabe (vazifah) einer Feuerwehr übernommen hat, welche für alle Muslime und die ganze Menschheit die größte, ja die einzige Burg und ihr größter Zufluchtsort ist.

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Oh ihr, die ihr vom rechten Weg, den euch der "Stolz der Welt" (Fahr-i Âlem) gezeigt hat, abgeirrt seid! Die ihr euch in eurem Stolz auf die vergänglichen Güter dieser Welt (dunya) verliert! Oh ihr, die ihr vor dem Licht des Qur'an flieht, aus Furcht, es könne "unserer Welt (dunya) einen Schaden zufügen"! In einer Zeit, in der das Feuer des absoluten Unglaubens (Küfr-ü mutlak) uns umfängt, könnt ihr euch einzig und allein noch retten, indem ihr unter den lichtvollen Schutzdächern der Risale-i Nur, welche die festeste und stärkste Burg ist, unzerstörbar und unerschütterlich, eure Zuflucht sucht und in ihren heiligen (kudsiye) Kreis eintretet... Dann werdet ihr den Tod, von dem ihr glaubt, er sei eine Hinrichtung für ewig, in ein bleibendes Leben (hayat-i bakiye) umwandeln. So werdet denn auch ihr, indem ihr die gesegnete Interpretation des Lichtes (Nur), seine gesegnete geistige Körperschaft (mübarek sahs-i mânevi) und die Beispiele für seine Gebete (dua)

اَجِرْنَا وَ اَجِرْ وَالِدَيْنَا وَ اَجِرْ طَلَبَةَ رَسَائِلِ النُّورِ وَوَالِدَيْهِمْ مِنَ النَّارِ

{"Bewahre uns und bewahre unsere Eltern und bewahre auch die Schüler der Risale-i Nur und deren Eltern vor dem Feuer!"}

annehmt und durch sie geheilt werdet und stets die Risale-i Nur weiter lest, gleich mir, der ich mich vor diesen fürchterlichen geistigen Krankheiten gerettet habe, in diesen gesegneten heiligen (kudsiye) Kreis eintreten, euch vor jeglichem Kummer in dieser und dem Feuer in jener (dünyevî ve uhrevî) Welt retten und ihr werdet auch eure Kinder und eure ganze Familie, für die ihr ja eine Art Hirten seid, und ihr werdet so auch all eure Lieben retten können. Und indem ihr an dem "Licht" (Nur) mitarbeitet, werdet ihr alle, jeder Einzelne von euch, an Leib, Leben und Seele Heil (felah), Segen und Glückseligkeit erfahren! Für diese Wahrheit (hakikat) sind Millionen von Nur-Schülern, die (dieses Glück an sich erfahren haben), zu Zeugen (Schahit) geworden.

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Oh ihr Schüler des Lichtes (Nurcular)! Für diese ewige Huld, die Gott euch geschenkt (ihsan) hat, sollt ihr euer Haupt in (der knieenden Haltung eurer stets) dankbaren Verbeugung vor Gott (secde-i sükran) nicht mehr erheben! Lasst euch auch durch die nächtliche Kälte (nicht von eurer Arbeit) abhalten! Erhebt euch auch in den gesegneten Stunden der Nacht und erweist unserem allbarmherzigen Herrn (Rabb-i Rahîm), von dessen Huld und Beistand ihr niemals und nirgends ausgeschlossen seid, eure Dankespflicht (vazife-i sükrü). Und zittert auch nicht und fürchtet euch nicht vor erschütternden Ereignissen, wie sie vor Sorge um die Zukunft vor den Geist treten und worauf schon so manche hereingefallen sind. Seid Zeugen (müsahede) der Wunder dieses heiligen Lichtes (kudsî kerâmât) und seiner Hilfe! Die Welt (Dünya) ist vergänglich. Und könnte man auch tausend Jahre leben, so ist das doch im Vergleich zu einem ewigen (baqi) Leben im Jenseits (hayat-i uhreviye) nur ein Nichts-über-Nichts. Doch obwohl sie nur vergänglich (fani) ist, so ist sie doch auch ein Acker, der ewig bleibende (baqi) Früchte eines ewigen Lebens (bâki hayat) hervorbringt. Lasst euch durch heftige Stürme und stürmisches Wetter nicht erschüttern und in Angst versetzen! Bestellt also diesen Acker mit einer Fülle segensreicher, lichtvoller und ertragreicher Lichtsamen! Denn: "wer bestellt, der erntet" heißt eines unserer bedenkenswerten Sprichwörter.

Oh ihr Schüler des Lichts (Nurcular)! Lasst euch durch die Angriffe der Feinde des Glaubens in gar keiner Weise erschüttern! Verliert niemals euren Mut, sondern arbeitet, arbeitet, arbeitet! Seid völlig davon überzeugt, dass die Fürsprache des Lichtes (Nur), das Gebet des Lichtes (nurun duasi) und der Segen des Lichtes (nurun himmeti) euch retten wird!

Das Zeugnis (sahidi) für dieses Versprechen ist, dass die Nurdschus in Emirdag von diesem fürchterlichen Brand unbeschädigt verschont bleiben werden. Darum sei dies von nun an eine frohe Botschaft (müjde) für euch alle.

Euer Bruder
Mustafa Osman