Briefe aus Emirdağ-1
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Eine Ergänzung (zeyl) zum "Siebenundzwanzigsten Brief" der Sammlung (Lâhika)
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Der Friede Gottes, Sein Erbarmen und Sein Segen mögen mit Euch sein!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Diesmal habe ich von Hasan Feyzi, der ein bedeutender Erbe (vâris) des selig verstorbenen Märtyrers (sehid) Hâfiz Ali, ein hoher Vertreter der Schüler (talebe) in Denizli und ein Sprecher (tercüman) der Stadt Denizli ist, der ihre außerordentliche Zuwendung zur Risale-i Nur bestens zum Ausdruck bringt, einen sprachlich schön gestalteten (edîbane), sehr langen, außerordentlich lobenden Brief über die Risale-i Nur erhalten. Aus Anlass der Rückgabe (teslim) der Risale-i Nur und da dieser lange Brief eine vollständige Darlegung meiner kurz zusammengefassten Aussage über den überaus bedeutungsvollen Wert der Risale-i Nur ist, und zwar in einem Brief, den ich über den Einsatz unseres Bruders Hâfiz Mustafa geschrieben hatte, und für meine maßgeblichen Thesen (dava) in meinen Briefen, die ich mit einem gewissen Vorgefühl (hiss-i kabl-el vuku) geschrieben hatte, und angesichts dessen, dass er ein kräftiges (kuvvet) Zeugnis (sehadet) und ein Zeuge (sahid) der Stadt Denizli für die Risale-i Nur ist, und in Anbetracht dessen, dass dieser Herr (Hasan Feyzi) ein angesehener Lehrer (kidemli bir muallim) und ein Gelehrter (âlim) ist, der sich mit den Schulwissenschaften (mekteb fenleri) lange Zeit beschäftigt hatte, halte ich dieses glänzende Zeugnis (sehadet) für die Risale-i Nur für sehr bedeutungsvoll. Ich habe es jedoch für angemessen gehalten, die Stellen, die sich auf mich beziehen, zu streichen oder abzumildern. Ein, zwei, drei Stellen habe ich angezeichnet, weil ich es für angemessen halte, sie jedem zu zeigen. So sende ich ihn an euch als einen Anhang (zeyl) zum Siebenundzwanzigsten Brief oder zur Briefsammlung (lâhika). Diesen Abschnitt meines Briefes könnt ihr an den Anfang seines Briefes setzen. Aber Bruder Hasan Feyzi soll sich nicht gekränkt fühlen, wenn ich dabei einige Sätze gestrichen habe. Denn die gestrichenen Abschnitte sind nicht für alle Schüler nötig. Nur einige von ihnen können sie privat für sich behalten.

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Dieser Mann spricht die "Geistige Körperschaft" (sahs-i manevî) der Risale-i Nur mit einem außergewöhnlichen Lob unmittelbar an, als wären die Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) und des Qur'an in den Leib dieser Geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) eingetreten und hätten dessen Körperteile angezogen wie ein Kleid. In dem gleichen Augenblick, in dem ich es betrachtete, widersprach ich dem und dachte: "Sein (Hasan Feyzi) guter Eindruck (hüsn-ü zann) von mir ist völlig übertrieben." Da sagte mir die Wahrheit (hakikat) des Qur'an sinngemäß: "Betrachte nicht bloß den Körper und seine Verkleidung; betrachte mich! Er (Hasan Feyzi) spricht über mich und sagt die Wahrheit (haqq)." Dann habe ich keine Kritik mehr geübt. Es ist nämlich lediglich notwendig, preisende Ausdrücke über das Sprachrohr (tercüman) der Risale-i Nur, seien sie nun ausdrücklich oder hinweisend oder auch nur andeutend, insoweit sie weit über seine Grenzen hinausgehen, etwas zu mäßigen. Denn unsere Berufung (meslek) setzt voraus, derartige gute Meinungen (hüsn-ü zann) anderer über meine armselige Person (bîçare sahsim), besonders in den Augen kritischer Menschen (ehl-i tenkid), nicht anzunehmen. Doch er (Hasan Feyzi) sollte sich wegen meiner mäßigenden Korrektur nicht beleidigt fühlen.

Er (Bediüzzaman) ist ein Diener (hâdim) des Lichtes (Nur). Wenn er ein Interesse an weltlichen (dunya) Dingen und ein Verlangen nach ihnen hätte, könnte er heute ein Millionär sein, hätte er nur alle Geschenke (hediye) und Gaben (behiye), Almosen (zekat), Spenden (sadaka) und Wohltaten (teburru'), die ihm angeboten wurden, ja selbst Erbschaften und Vermächtnisse (tereke) entgegengenommen. Er sagt aber genauso wie Hazret Ömer, mit dem Gott zufrieden sein möge: "Wenn ich auf meine Schultern mehr Last nehme, kann ich den Geliebten Gottes (Allah'in habibi) und das Herz (qalb) Mohammeds, des Arabers, mit dem Friede und Segen sei, aus dem die Seele des Kosmos (nefs-i nâtika-i kâinati) spricht, und alle Vollendeten (kâmil) und Gottgeweihten (vâsil), die seine Freunde (yârâni) sind, nicht mehr erreichen und so bleibe ich auf halbem Wege stecken." Der Antwort des ehrwürdigen Trägers des Prophetentums (cevab-i Hazret-i Risaletpenahî), der dem, der zu ihm zu sagen geruhte (ferman): "Alle Dinge und den Kosmos (eflâk) habe ich um deinetwillen erschaffen, mein Geliebter (habibim)." mit den Worten "Ich habe ja um Deinetwillen von all dem das Ganze (onlarin hepsini) aufgegeben und aufgeopfert (terk ve feda)." folgend und nacheifernd gab auch er (Ustadh) die Welt (dunya) und alles, was in ihr (mâfîha) ist, und Liebe (muhabbet) und Leidenschaft (sevda) für sie auf, ja gab sogar selbst noch diese Aufgabe auf (terki de terk) und konzentrierte, ja widmete seinen ganzen Dienst, seine Begeisterung (hizmet ve himmet) und seine Jugendzeit und Frische (ömr-ü nazenin) der Verbreitung des göttlichen Lichtes (envâr-i Kur'aniye). So wurde ihm denn all seine Mühsal (zahmet), die er erleiden musste, zu Gottes Erbarmen (rahmet) und aller Dienst (hizmet), den er zu versehen hatte, wurde ihm zu Weisheit (hikmet). Er wies in dem Antlitz göttlicher Majestät (Celal) auch auf Seine Schönheit (Cemal) hin und so wurde ihm die Welt (âlem) zu einem vollkommenen Rosengarten (gülzar-i kemal).

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"Wer Güte und Zorn nicht als das gleiche Ding erkennt, leidet darunter. Wer aber von diesem Leid erlöst ist und zu einem König (Sultan) wird, kann uns verstehen."

Dieses Sprachrohr (tercüman), das genauso spricht wie Niyazi-i Misrî, erkennt in allem das Gute und macht so aus einem Tropfen einen Ozean, den Menschen (âdem) zu einer Persönlichkeit (insan) und das Licht (Nur) zum König (sultan) der Welt (âlem).

Ihn als "Kurden" zu bezeichnen und von dem Wort يَا مُدْرِكًا {"der Verständige (muDRiK)"} in der Kasside von Hazret-i İmam-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, - wenn man es verkürzt und rückwärts liest - ein Hinweis und Zeichen auf das Wort "KuRDe" zu kommen, weist in Wirklichkeit nicht auf sein Kurdentum hin und erfordert nicht, dass er von seiner geistigen Abstammung von Hassan (silsile-i serafet) und Husseyn (silsile-i siyadet) getrennt und ausgeschlossen wäre. Diese Beifügung und Zuschreibung dient lediglich dazu, der Welt (âlem) bekannt zu machen, dass dieser Mann, der in Kurdistan geboren und groß geworden ist und unter diesem Beinamen (lakab) bekannt und berühmt geworden ist, das Sprachrohr (tercüman) der Risale-i Nur ist; ansonsten dient sie aber nicht als Beweis für sein Kurdentum. Wenn er ihre Sprache spricht, ihre Tracht trägt und in dieser Weise (mana) auftritt, so denke ich, dass er sich solcherart (maksad) verhüllt und verbirgt und nicht etwa, dass er dadurch mit seiner wahren Identität (hakikî hüviyet) und Abstammung (milliyet) gebrochen (ihlâl) hätte oder sie abstreiten (inkâr) wolle. Es muss wohl eine große Weisheit, ein Sinn und Zweck darin liegen, dass er dieses heldenmütige türkische Volk, das der islamischen Welt (âlem), der Menschheit und den Heiligen Stätten (Haremeyn-i Serifeyn) jahrhundertelang gedient hat, so sehr liebt und einen bedeutenden Teil seines Lebens stets in einem von Türken bewohnten Lande (meskûn havalide) verbracht hat.

Um des Gesichtswassers des ehrwürdigen Geliebten willen

Um des bei Kerbela vergossenen Blutes willen

Um meines in der Nacht der Trennung weinenden Auges willen

Um meines sich auf dem Weg deiner Liebe vor dir verneigenden Hauptes willen

Verleihe, oh Herr, deinen Sieg der Risale-i Nur, unserem Meister und dem Islam!

Amin!

Oh Risale-i Nur! Den Unglückseligen, die dich auslöschen wollen, möge der Stern ihrer Zukunft verlöschen! Ihre Würde, ihr Stolz, ihr Ruf und ihr Ansehen mögen sich ins Gegenteil verkehren! Du bist ein unauslöschliches, unvergängliches Licht.

Deine Größe ist erhaben, dein Auge ein Silberblick, wer dich sieht wird verrückt nach Leyla

Dein Wort weilt auf der Erde, dein Auge erhebt sich zum Thron, mein Herz ist wahrhaftig wahnsinnig um deinetwegen

Dein Schleier ist Licht, deine Augen sind Licht, dein Buch ist Licht, oh Licht!

Dein Garten ist Nurs, dein Temperament ist sympathisch, dein Wesen ist Henoch, der Einzigartige, Unvergleichliche

Oh Rose, die sich öffnet; schlagende Nachtigall; über deinem Gesicht liegt ein feines Tuch, auf dem mit dem Licht geschrieben steht:

﴿ قَابَ قَوْسَيْنِ اَوْ اَدْنَى ﴾

{"zwei Bogenlängen"}

die durch dich die Wahrheit erkannt haben, würden nicht zögern, ihr Leben für dich zu opfern

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Dein Wort ist wahr, dein Wesen ist echt, auch deine Berufung ist echt und dein Rang die erhabene Kaaba

﴿ يُرِيدُونَ لِيُطْفِؤُا نُورَ اللّٰهِ بِاَفْوَاهِهِمْ وَاللّٰهُ مُتِمُّ نُورِهِ وَلَوْ كَرِهَ الْكَافِرُونَ ﴾

{"Sie wollen das Licht Gottes mit ihrem Mund ausblasen, doch Gott wird Sein Licht voll erstrahlen lassen, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist." (Sure 61, 8)}

Mein ehrwürdiger Herr und Meister!

Ich habe diese Schriften mit Hilfe eines winzigen Funkens geschrieben, der durch die Hand der Risalet-in Nur, ihren Stift, ihr Wort in meinem Herzen entzündet wurde. Ich bitte Sie darum, sie anzunehmen. Möge meine Eingebung mit Ihrer Hilfe niemals aufhören! Ich küsse Ihre Hände in Ehrfurcht, oh Herr (efendim), und bitte Sie um Ihr Gebet.

Ihr Schüler, der Ihres Gebetes bedarf,
Hasan Feyzi
(möge Gott sich seiner erbarmen)
(Rahmetullahi Aleyh)

Meine lieben getreuen Brüder!

Mir wurde in mein Herz eingegeben, euch vier Punkte zu erklären:

Erster Punkt: Es handelt sich hier um eine Antwort auf eine Frage, die mir sowohl in der Sprache des Zustandes (lisan-i hal) als auch in der des Wortes (lisan-i kal) und in anderen Ausdrucksformen gestellt wurde.

Es wird gesagt: Die Risale-i Nur kann nun einmal Wundertaten (keramet) aufweisen und mehr als die Orden (tarîkat) in der Entwicklung der Glaubenswahrheiten (iman hakikat) auch ganz allgemein die geistige Entwicklung fördern. Ihre treuen Schüler (sadik sakird) sind zum Teil in gewisser Hinsicht auf der Stufe der Heiligkeit (velayet). Weshalb sieht man nicht wie bei den Heiligen (auliya), dass sie auch geistige (manevi) Freuden und geistige Entdeckungen und sichtbare Wundertaten (maddî keramet) erfahren können? Außerdem suchen sie auch nicht nach dergleichen Dingen. Was ist die Weisheit (hikmet) hinter dieser Haltung?

Antwort: Erstens: der Grund liegt im Geheimnis der Wahrhaftigkeit. Denn in dieser Welt (dunya) werden vorübergehende Freuden (muvakkat zauk) und Wundertaten (keramet) für Menschen, die ihre Seele (nefs) nicht vollständig besiegen konnten, zum Ziel (maksad) und formen so den Grund für alle seine Handlungen, die sich auf das Jenseits (uhrevî) beziehen, wodurch seine Wahrhaftigkeit (ihlas) zerstört wird. Denn mit einer auf das Jenseits bezogenen Tat (uhrevî ameli) darf man keine weltlichen Ziele (dünyevî maksad) und Freuden (zauk) erstreben. Erstrebt man sie, wird die Wahrhaftigkeit (ihlas) in ihrem Wesen zerstört.

Zweitens: Die Wundertaten (keramet) und Entdeckungen (kesfiyat) dienen dazu, einen Anfänger, der in der Mystik (tarîkat) voranschreitet, dessen Glaube jedoch nur in der Nachahmung (imani taklidî) besteht und noch nicht den Grad der Wahrhaftigkeit (tahkik derecesi) erreicht hat, und manchmal die Schwachen zu unterstützen und diejenigen, die noch Zweifel hegen und den Einflüsterungen (vesvese) unterliegen, zu überzeugen (kanaat). Dementgegen lassen die Zeugnisse, welche die Risale-i Nur für die Wahrheiten des Glaubens (imanî hakikat) anführt, keinesfalls eine Lücke für solche Einflüsterungen (vesvese) und kein Bedürfnis nach Wundertaten (keramet) und Entdeckungen (kesfiyat), um Gewissheit (kanaat) zu erlangen.

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Da der wahrhaftige Glaube (iman-i tahkikî), den sie durch sie bekommen, weit über Entdeckungen (kesfiyat), Freuden (zauk) und Wundertaten (keramet) ist, brauchen die wahrhaftigen Schüler (hakikî sakird) dergleichen Wundertaten (keramet) nicht.

Drittens: Ein Grundsatz der Risale-i Nur lautet, die eigenen Fehler zu kennen und in Bescheidenheit (mahviyetkârane) Gott allein um Seines Wohlwollens (riza-i İlahî) willen ohne jeden Wettstreit zu dienen. Dagegen wecken die Anschuldigungen (ittiham) in den Augen der Gottvergessenen (ehl-i ghaflet) in einer Zeit der Selbstgefälligkeit (enaniyet) aufgrund des Streits (ihtilaf) und einer Art Konkurrenz (rekabet) unter den Ordensleuten (ehl-i tarîkat), die Wundertäter (keramet sahibleri) sind und ihre Freude (zauk) an den geistigen Entdeckungen (kesfiyat) haben, in ihren bösartigen Vorstellungen (sû'-i zan) den Glauben, dass diese segensreichen Persönlichkeiten (mübarek zât) selbstgefällig (benlik) und selbstsüchtig (enaniyet) seien, sodass es für die Schüler (sakird) der Risale-i Nur notwendig und zwangsläufig ist, für sich selbst Wundertaten (keramet) und geistige Entdeckungen (kesfiyat) nicht zu wollen und ihnen nicht nachzujagen. Zudem wird in ihrer Berufung (meslek) einer Person kein Wert beigemessen. Hinsichtlich einer geistigen Körperschaft (sirket-i maneviye) und auch darin, dass die Brüder miteinander verschmelzen (tefani), erfährt die Risale-i Nur Tausende Wundertaten, die aus ihrer Bildung resultieren (keramet-i ilmiye). Die Segnungen (bereket), wie göttliche Gunsterweise (ikramat-i İlahiye), die in der Leichtigkeit bei der Verbreitung des Dienstes (intisar-i hizmet) und als Segen (bereket) zum Lebensunterhalt (maiset) derer, die daran arbeiten, zutage kommt, reichen für alle aus und lassen es nicht zu, sich um noch weitere persönliche Vollkommenheiten (sahsî kemalât) und Wundertaten (keramet) zu bemühen.

Viertens: Hundert Gärten der Welt, da sie vergänglich (fâni) sind, können nicht einem einzigen ewig bestehenden (bâki) Baum des Jenseits (âhiret) gleichen. Dagegen bevorzugt das blinde menschliche Gefühl, das sich in einem gegenwärtigen Genuss verliert, eine vergängliche gegenwärtige Frucht vor einem ewig bestehenden jenseitigen Garten. Damit die eigenwillige Seele (nefs-i emmare) diesen natürlichen Zustand (halet-i fitriye) nicht missbrauchen kann, suchen die Schüler (sakird) der Risale-i Nur die geistige Freude (ezvak-i ruhaniye) und geistige Entdeckungen (kesfiyat-i maneviye) nicht in dieser Welt.

In alter Zeit lebte einmal ein Mann, der den Schülern (sakird) der Risale-i Nur in dieser Hinsicht ähnlich war, der mit seiner Gattin (harem) geistig betrachtet in sehr gehobenen Verhältnissen (makam) lebte. Da seine Gattin sich Sorgen um den täglichen Lebensunterhalt machte, sagte sie zu ihrem Gatten: "Unsere Not (ihtiyac) ist groß." Da erschien vor ihnen plötzlich ein Ziegelstein aus Gold. Deshalb sagte er zu seiner Gattin: "Hier ist ein Ziegelstein von unserem Schloss im Paradies (Cennet)." Sofort entgegnete ihm diese gesegnete Frau (mübarek hanim): "Wir sind zwar sehr bedürftig (muhtac) und haben im Jenseits (âhiret) bestimmt viele solche Ziegel; und doch wäre es schade, wenn er auf eine so vergängliche (fâni) Weise verloren ginge. Deshalb möchte ich nicht, dass in diesem unseren Schloss ein Ziegelstein fehlt. Bete (dua), dass er wieder an seinen Platz kommt. Wir brauchen ihn nicht." Und sofort verschwand er wieder zurück an seinen Platz. Das haben sie in einer Vision erschaut, wie uns überliefert wird.

So sind denn diese beiden heldenmütigen Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat) ein gutes Vorbild (hüsn-ü misal) dafür, dass die Schüler (sakird) der Risale-i Nur nicht den dem Irdischen zugehörigen weltlichen (dunya) Freuden und Wundertaten (ezvak-i keramet) nachlaufen.

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Zweiter Punkt:

Wenn eine Übereinstimmung (tevafuk) in der Art verläuft, dass unterschiedliche Betrachtungsweisen und völlig verschiedene Ansichten einander auf diese Weise ergänzen, kann sie uns in absolutem und offensichtlichem Grade überzeugen. So war ein Teil unserer Briefe, die wir nach der Entlassung aus dem Gefängnis geschrieben hatten, sowohl besonders geschätzt als auch sehr wichtig und wurde in dieser Zeit auch vom Volk dringend benötigt. Als ein Hinweis darauf kamen ungewöhnlicherweise während der Abfassung eines Briefes ein Sperling, eine Turteltaube (kuddüs) und noch andere Tauben (güvercin) erstaunlicherweise in mein Zimmer und stimmten darin überein (tevafuk). Und nachdem in Milas unser angesehener Bruder Halil İbrahim den Brief erhalten hatte, in dem wir den Vorfall mit den Turteltauben erzählt haben, passierte in ähnlicher Weise etwas Ungewöhnliches (hilaf-i âdet); denn während er sein verschlossenes Zimmer öffnete, versuchte eine Turteltaube im Zimmer hin und her zu fliegen, was sowohl mit dem Brief im Zimmer als auch mit unserem Thema über die Vögel übereinstimmte (tevafuk). Auch als die Schüler (sakird) der Medrese-i Nuriye unsere Briefe lasen, kamen zwei Heuschrecken und setzten sich oben auf den Brief, um auch mit zuzuhören, sodass auch diese kleinen fliegenden Tierchen mit dem Thema über die oben erwähnten Vögel sowohl in Übereinstimmung (tevafuk) sind, als es auch bestätigen; als wiederum unsere aufrichtigen Brüder aus Inebolu ihre Unterschriften unter den Brief setzten und sie hinwiederum in der Nacht unseren Brief lasen, erschrak ein Nachtvogel äußerst erregt, indem er mit beiden Flügeln gegen die Fensterscheibe schlug, wodurch er in der Sprache seines Zustandes (lisan-i hal) sagen wollte: "Auch ich bin an dem Brief interessiert. Denkt nicht, dass wir nicht daran interessiert sind." So stimmt mit dem oben erwähnten Thema auch das Interesse der oben erwähnten Vögel und auch die Geschichte des großen Vogels genau überein (tevafuk) und bestätigt sie.

Wenn ein Mann des Herzens und des Verstandes (ehl-i kalb ve fikir), der an die miteinander zusammenhängenden Ereignisse und Sachverhalte des Buches der Schöpfung (kâinat kitabi) denkt, wobei seine Phantasie grenzenlos ist, aufgrund dessen, dass es so viele Übereinstimmungen (tevafukat)

{(Anmerkung): Wir hatten diesen Brief erst vor kurzem von Ustadh erhalten. Ich, Hüsrev, las ihn. Mein Kamerad (arkadas) Tahiri schrieb, ein mutiger (gül kahraman) Vogel wäre an unser Fensterbrett gekommen. Als er jedoch Hüsrevs Kopf erblickte, verließ er uns wieder.

Hüsrev, Tahirî}

in einer Sache gibt und zudem die Gegebenheiten (hakikat), die in den Briefen kurz und bündig besprochen werden, von großer Bedeutung sind, weil sie sich auf den Zustand (vaziyet) der Menschheit (nev'-i beserin) in diesem Jahrhundert beziehen, folgendes sagen würde, hätte er dann etwa nicht recht: als ob der Mensch mit seinen überaus vielen Flugzeugen und vogelgleichen Menschen (insan kuslari), die Vögel in der Luft (cauv-i hava), welche die Welt der Vögel ist, erschreckt, zudem in der Welt (âlem) der Vögel mit einer erstaunlichen Aufregung an der Entwicklung der Menschheit (nev'-i beser), selbst die Vögel ernsthaftes Interesse zeigen. Und die, welche diesen tyrannischen, destruktiven Drachenvögeln der Menschen entgegentreten und dabei erreichen, dass sie auf jede Tyrannei und alle Zerstörung verzichten, das sind diejenigen, welche diese Flugzeuge zum Vorteil und für das Glück der Menschen arbeiten lassen. Würde man sagen, dass sie im Geiste und für die Themen der Risale-i Nur Interesse zeigen, wäre das dann nicht zutreffend? Könnte man das nicht für möglich halten? Kann man dann etwa sagen, dass dies eine sinnlose Vorstellung sei?

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Dritter Punkt: Ich habe neulich wieder einmal die Hizb-i Nuriye gelesen, die ein Resumee des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) ist, welche vor drei Jahren im Ramadan verfasst wurde und erst in diesem Jahr wieder im Ramadan frei veröffentlicht werden konnte. Das dauerte wie immer mehr als eine Stunde. Spontan kam mir wieder im Ramadan eine Zusammenfassung dieser Zusammenfassung von nur zehn oder fünfzehn Minuten in den Sinn. Als ich sie las, verspürte ich eine Vertiefung des Glaubens (inkisafat-i imaniye), als hätte ich die ganze Âyet-ül Kübra gelesen, und da las ich auch den nur zwei oder drei Seiten langen arabischen Text, in dem auch das Geheimnis (sirr) von

تَفَكُّرُ سَاعَةٍ خَيْرٌ مِنْ عِبَادَةِ سَنَةٍ

{"Eine Stunde Nachdenken ist besser und bewirkt mehr, als ein Jahr Gebet"}

verborgen liegt. Ich finde keine Zeit, ihn euch mit meinem Stift zu schreiben. Möge Gott es wollen (insâallah), dass ich ihn euch ein andermal schreiben kann. Diejenigen, die diesen Text so wie ich verstehen, können ihn am Ende ihres eigenen Exemplars entweder der Âyet-ül Kübra oder der Hizb-ün Nuriye für sich selbst anfügen und ihn dann nach der dreiunddreißigmaligen Rezitation (tesbihat) von لاَ اِلَهَ اِلاَّ اللهُ {"Lâ ilaha illallah"} im Anschluss an unsere gewohnte Rezitation und unser Gebet (dua) - d.h. nur nach dem Morgengebet (sabah tesbihati) - lesen und darüber (manasi) nachdenken.

Vierter Punkt: zwei Abschnitte

Erstens: Meine Brüder in Isparta, besonders der heldenhafte Gül Nur {Namen zweier seiner Mitstudenten. (A.d.Ü.)} Hüsrev ist wegen dieses Winters um meinen Lebensunterhalt besorgt. Sie wollen mir helfen. Ich danke ihnen dafür, sage ihnen jedoch gleichzeitig: Ihr Dienst an der Risale-i Nur, sowie ihr Beitrag für jeden Schüler (sakird), für seine Ewige Glückseligkeit (saadet-i ebediye), auch für mein eigenes Bedürfnis in meinem wahren (hakikî) Winter, dem Winter nach meinem Grab (kabr), für den sie so vollkommen ihren Beitrag leisten, ist tausendfach mehr, als jede Hilfe für die Bedürfnisse dieses vergänglichen (fâni), nur vorübergehenden Winters. Läge es im Bereich meiner Möglichkeiten, könnte ich mich ganz mit Herz und Verstand (ruh u canim) in vollkommener Zufriedenheit (kemal-i istiyak) für die Beschaffung all ihrer materiellen Bedürfnisse (hacat-i maddiye) einsetzen. Ihr sollt euch aber keine Sorgen um mich machen; denn Sparsamkeit (iktisat) und Genügsamkeit (kanaat) sind für mich zwei Reichtümer (hazine), die niemals abnehmen und sich niemals erschöpfen.

Zweitens: Überaus schöne und innige Briefe der Brüder in Inebolu und Umgebung, welche einmal den Titel "Klein-Isparta" empfing, die mehr als solche aus anderen Orten wegen unserer vergangenen Angelegenheiten die Plage des Gefängnisses durchleiden mussten, haben mich sehr glücklich gemacht. Ich mache mir lediglich Sorgen, wenn unter den Helden der Risale-i Nur Vater und Sohn, deren Temperamente (mesreb) voneinander ganz verschieden sind, sich miteinander nicht so recht verstehen können. Doch insofern auch der Vater Unrecht haben sollte, muss doch der Sohn dessen Wunsch respektieren. Und sollte der Sohn auch noch so aufmüpfig (serkes) sein, spart doch der Vater nicht seine natürliche Liebe (sefkat-i fitriye) zu ihm und darf sie ihm nicht verweigern. Nicht einmal solche führenden Schüler (sakird) der Risale-i Nur, die Vater und Sohn und mit besonderen Charaktereigenschaften gesegnet sind, ja auch wenn sie sogar innerlich sehr weit voneinander entfernt, ja einander selbst feindlich gesonnen wären, sollten um der Risale-i Nur willen unter dem Grundsatz zwischen den Schülern der Risale-i Nur, miteinander zu verschmelzen, einander nicht zu kritisieren, sondern sich einander ihre Fehler vergeben und diese meine beiden Brüder irdische (dünyevî), rein persönliche wie emotionale Dinge nicht zum Anlass eines Streites (medar-i münakasa) werden lassen. In der Achtung (hürmet) und die Liebe (sefkat), die unter Vater und Sohn vorausgesetzt wird, und dabei als Schüler (sakird) der Risale-i Nur, was voraussetzt, dass sie miteinander nicht auf ihre Fehler achten, sondern einander verzeihen, sollten meine beiden vielgeliebten (sevdigim) Brüder einander um meinetwillen nicht kritisieren.

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Alle meine Brüder, jeden einzelnen von ihnen, grüße (selâm) ich und bete (dua) für sie.

Meine lieben getreuen Brüder!

Eine Antwort auf eine Frage in zwei Punkten, die mich innerlich (manen) beschäftigt hat.

Erstens: "Weshalb möchtest du, während diejenigen, die von dir und deiner Person den besten Eindruck (hüsn-ü zann) haben und dir einen großen Rang (hüsn-ü zann) beimessen, die sich intensiv mit der Risale-i Nur beschäftigen (irtibat), und die auch du sehr gerne magst, auch außerhalb deines Dienstes (hizmet-i Nuriye) zu deiner Person Kontakt pflegen, trotzdem im Gespräch (sohbet) diejenigen vorziehen, die von dir nicht gerade eine besonders gute Meinung (hüsn-ü zann) haben und warum schenkst du gerade ihnen eine erhöhte Aufmerksamkeit (iltifat). Warum ist das so?

Antwort: Wie ich im Zweiten Brief des dreiunddreißigsten Wortes gesagt habe, verkaufen die Menschen in dieser Zeit ihre Güte (ihsan) gegenüber den Bedürftigen (muhtaç) zu teuer. So stellt man sich z.B. einen Hilflosen wie mich als einen aufrichtigen Menschen (sâlih) oder als einen Heiligen (veli) vor; dann gibt man ihm ein Stück Brot und verlangt dafür die Erhörung eines Gebetes (makbul dua). Statt einen solch hohen Preis zu entrichten, möchte ich diese Art von Güte (ihsan) lieber nicht. Damit möchte ich begründen, warum ich keine Geschenke annehme (adem-i kabulü). In diesem Sinne pflegen - ausgenommen die aufrichtigen Schüler (Risale-i Nur'un has sakirdleri) - andere, indem sie mich für besonders hochrangig (büyük makam) ansehen, eine intensive (kuvvet) Beziehung zu mir und erweisen mir so ihren Dienst. Zudem erwarten sie dafür in dieser Welt (dunya) wie bei den Leuten der Heiligkeit (ehl-i velayet) eine lichtvolle (nuranî) Wirkung. Sodann beschenken sie uns (ihsan) geistlich (manevî) mit ihrem Dienst und durch ihre Beziehung zu uns.

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Da ich für eine derartige Güte (ihsan) solcher Leute nicht der Herr (sahib) bin, der den Gegenwert (fiat) entrichten kann, den er dafür verlangt, gerate ich nun in Verlegenheit. Aber auch sie werden enttäuscht, wenn sie bemerken, dass ich viele Dinge gar nicht besitze, weil ich auch gar keinen Wert (ehemmiyetsizlik) auf sie lege; und so verlieren sie sogar ihre Lust am Dienst. Zwar werden Gier (hirs) und ein Mangel an Bescheidenheit in den Angelegenheiten des Jenseits (umûr-u uhrevi) {ein Streben nach immer mehr guten Werken (A.d.Ü.)} in gewisser Hinsicht für positiv angesehen. Doch in unserer Berufung (meslek) und in unserem Dienst führt eine derartige Haltung die Menschen erst zu etlichen Störungen, danach zur Enttäuschung (inkisar-i hayal) und am Ende statt zur Dankbarkeit in die Verzweiflung. Sie beginnen, sich zu beklagen (sekva) und unterlassen es am Ende vielleicht auch noch, ihren Dienst zu verrichten. Da aus diesem Grund gemäß unserer Berufung (meslek) die Genügsamkeit immer Dank (sükür), Standhaftigkeit (metanet) und Ausdauer (sebat) zum Ergebnis hat, auch wenn wir uns im Rahmen der Wahrhaftigkeit (ihlas), was unseren Dienst betrifft, als unbescheiden und gierig erweisen, sind wir dennoch verpflichtet, uns mit den Ergebnissen und den Früchten unseres Dienstes zu begnügen. Wenn wir z.B. durch unseren Dienst an der Risale-i Nur in Isparta und Umgebung Tausende von Gläubigen (ehl-i iman) ganz außerordentlich dabei unterstützen, ihren Glauben zu stärken (kuvvet-i imaniye), tut dieses Ergebnis unserem außerordentlichen Dienst Genüge (kâfi).

Träte jemand im Grade von zehn geistigen Polen (kutub) hervor und führte tausend Männer zum Grade der Heiligkeit (velayet), kann dies dennoch den Wert dieses Ergebnisses nicht schmälern. Die wahrhaftigen Schüler (Nur'un hakikî sakirdleri) begnügen sich mit dergleichen Ergebnissen. Anstelle des außerordentlichen Ranges (makam) ihres Meisters (ustadh), der ihnen die Überzeugung im Herzen (kanaat-i kalbiye) der Schüler (mürid) dieses großen Poles (kutbu) vermittelt und anstelle seiner Entscheidungen (hüküm) über etliche Fragen, geben die unwiderlegbaren Beweisführungen der Risale-i Nur ihren Schülern (sakird) viel mehr, als die Überzeugung ihrer Schüler (mürid) ihnen gibt; diese Haltung und Überzeugung können auch andere mitreißen und bringt ihnen einen Gewinn. Was die Überzeugung seiner Schüler (mürid) betrifft, so bleibt sie auf sie beschränkt und privat (sahsî).

Es geht hier vielmehr um das, was man in der Logik (İlm-i Mantik) als "eine angenommene Behauptung (kaziye-i makbule)" bezeichnet, d.h. die Aussagen großer Persönlichkeiten ohne jede Beweisführung zu akzeptieren (kabul). Der Logik (mantik) entsprechend drückt das keine Sicherheit (yakîn) aus und ist auch gar keine Feststellung (kat'iyyeti); vielmehr überzeugen diese hier mit einer gesicherten Vermutung (zann-i galib). In der Logik (İlm-i Mantik) bezieht sich der sichere Beweis (bürhan-i yakîn) nicht auf den guten Eindruck (hüsn-ü zann) und das Ansehen der Person (makbul sahis), sondern auf unwiderlegbare Beweise (cerhedilmez delil). Alle Zeugnisse (hüccet) in der Risale-i Nur gehören zu dem Teil der sicheren Beweise (bürhan-i yakîn). Denn so wie die Heiligen (ehl-i velayet) die Wahrheiten (hakikat) durch ihre Werke (amel), den Gottesdienst (ibadet), die rechte Wegweisung (sülûk) und die Askese (riyazet) erfahren, desgleichen auch die verschleierten Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye), für die sie Zeugnis (müsahede) ablegen, genauso wie diese, öffnet auch die Risale-i Nur durch den Gottesdienst (ibadet) und in ihrer Lehre von der Erkenntnis (ilim) einen Weg zur Wahrheit (hakikat); eröffnet desgleichen durch die rechte Wegweisung (sülûk), durch die Rezitationen (aurad), durch logische Beweisführungen (mantikî bürhan) inmitten wissenschaftlicher Zeugnisse (ilmî hüccet) den Weg zur Wahrheit über allen Wahrheiten (hakikat-ül hakaik); und wie die Kenntnis der Mystik (ilm-i tasavvuf) und die Disziplin des Ordens (tarîkat), öffnet die Risale-i Nur unmittelbar in der Kenntnis des Wortes (İlm-i Kelâm), der Kenntnis der Überzeugung (İlm-i Akide) und den Wurzeln des Glaubens (Usûl-üd Din) einen Weg zur Großen Heiligkeit (velayet-i kübra) und ist den philosophischen Irrlehren (felsefî dalalet), die in diesem Zeitalter die Strömungen der Wahrheit (hakikat) und der Mystik (tarîkat) dominieren, überlegen und ihre Überlegenheit ist offensichtlich.

Es soll hier nicht als ein Vergleich verstanden werden, wie der Qur'an mit seiner überaus starken und logischen (kuvvetli ve mantikî) Wahrheit (hakikat) alle anderen Religionen (din) vor dem Angriff und der Dominanz der naturwissenschaftlichen Philosophie (felsefe-i tabiiye) errettet (muhafaza) und ihnen zu einem Stützpunkt wurde; und in gewissem Grade auch ihre Traditionen, die nur auf Nachahmung beruhen oder nicht mit dem Verstand erfassbar sind, aufrecht erhalten wurden. Doch genauso rettet auch die Risale-i Nur, die in dieser Zeit ein Wunder (mu'cizesi) und Licht (Nur) aus dem Qur'an ist, gegen die fürchterlichen Irrtümer der Wissenschaft (dalalet-i ilmiye), die aus der materialistischen Philosophie (felsefe-i maddiye) entstanden, den Glauben des einfachen Gläubigen (ehl-i iman), der nur auf Nachahmung beruht, vor dem Angriff dieses Irrtums der Wissenschaft (dalalet-i ilmiye) und wird zu einem Stützpunkt aller Leute des Glaubens (umum ehl-i iman) und zu einer uneinnehmbaren Festung für diejenigen, die in ihrer Nähe oder fern von ihr leben und bewahrt (muhafaza) wiederum für die einfachen Gläubigen (avam-i mü'min) ihren Glauben (iman) inmitten dieser unvergleichlich furchtbaren Irrlehren vor Zweifeln und ihre Islâmiyet vor allen Einflüsterungen (vesvese), als handle es sich dabei um eine Unwahrheit.

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Ein Gläubiger (ehl-i iman) hört überall, ja sogar in Indien und in China, während er wegen der Dominanz (ghalebe) der überaus furchtbaren Irrlehre (dalalet) in diesem Zeitalter in Zweifel (vesvese) und Argwohn darüber stürzte, ob es etwa in der İslâmiyet etwas Unwahres gäbe, dass die islamische Welt in Erschütterung geraten ist, in der Tat auf einmal, dass eine Risalah hervorgetreten ist, die alle Wahrheiten (hakikat) des Glaubens (iman) unwiderlegbar beweist, die Philosophie (felsefe) besiegt und die Glaubenslosigkeit (zindika) zum Schweigen bringt. Da beginnt er auf einmal zu verstehen; Zweifel (vesvese) und Argwohn verschwinden. Und so wird sein Glaube (iman) gerettet und er erlangt wieder seine Kraft (kuvvet).

Zweiter Punkt der Frage: "In deinem Brief schilderst du recht poetisch eine Feinsinnigkeit (sâirane latife) - d.h. heißt die Vögel kamen zu euch und zu den Schülern (sakird), während ihr Briefe geschrieben und gelesen habt. Und von diesem Erlebnis (latife) schreibst du allen Ernstes an deine Brüder. Sind nicht in Wirklichkeit diese Vögel von ihrem Wesen (mahiyet) her sehr weit davon entfernt, die Lage der Welt (hal-i âlemi) und den Beitrag der Risale-i Nur zu diesen Ereignissen zu erfassen?

Antwort: Wie alle Tiere durch den Befehl (emir) und mit der Erlaubnis Gottes (izn-i İlahî) und durch die Macht (haul) und die Kraft des Herrn (kuvvet-i Rabbani) einen Hirten (çoban), einen Wächter (nâzir) unter den Engeln (melaika) haben, so hat auch das Volk der Vögel seinen Hirten. Auch wenn diese nichts davon ahnen, führen ihre Hirten sie dennoch nach dem Befehl Gottes (emr-i İlahî) und der Weisung ihres Herrn (ilham-i Rabbanî). Die natürliche Führung (sauk-i fitrî) beruht auf der Eingebung (ilham), welche die Vögel von Ihm empfangen. Die Vögel empfangen ihre Eingebungen; und in gleicher Weise fliegt eine kleine junge Biene (ari), auch wenn sie erst einige Tage alt ist, einen ganzen Tag lang durch die Lüfte und kehrt dann, dank der Führung ihres Herrn (sauk-i Rabbanî), kraft dieser natürlichen Eingebung (ilham-i fitrî), ohne ihren Weg zu verfehlen, zurück, findet ihren Stock und kehrt heim.

So wie die Erde (küre-i arz) der Ungerechtigkeit gegen die Risale-i Nur und ihre Schüler (sakird) widersprach und die Atmosphäre (cauv-i hava) durch Regenlosigkeit und die Kälte den Druck auf die Risale-i Nur und ihre Beschlagnahme kritisierte und die Wolken ihre Freigabe mit Regen bejubelten, können in der Tat auch die Vögel mit Sicherheit in ihrer Art mit ihr verbunden sein.

Gegen das Verbrechen eines Teils der künstlichen Vögel der Menschen, die mit ihren Bomben-Eiern ein Dorf zerstören und tausend Männer vernichten, gegen den zerstörerischen Teil dieser menschlichen Vögel, welche die höllischen Zakkum-Eier tragen; gegen ihre despotischen, erbarmungslosen Zerstörungen sowohl auf der Erde (küre-i arz) als auch gegen die Menschheit (nev'-i beser), beglückwünschen (tebrik) und bejubeln in der Tat diese tierischen Vögel auf ihre Art (manen) die Risale-i Nur, die mit Sicherheit in wirksamer Art und Weise die Zukunft erleuchtet (tenvir). Das Ereignis {nachdem oben gefragt wurde (A.d.Ü.)} in dem Sinne ist zwar eine besonders zu Herzen gehende Feinsinnigkeit (çok tatli bir latife), in ihr liegt jedoch eine besonders einfühlsame Wahrheit (hakikat).

Meine Brüder! Diesmal habe ich mich über den Brief des Boten (santralcisi) der Risale-i Nur, der den Wert der Frucht-Abhandlung (Meyve Risalesi) bestens kennt und sich selbst einen "Fruchthändler (Meyveci)" nennt, sehr gefreut (memnun). Denn so wie sich unter den Brüdern Hulusi und Hakki ihre seit etwa zwanzig Jahren andauernde aufrichtige Freundschaft und Bruderschaft beständig fortsetzt und anhält, setzt sich auch ihre Verbundenheit (alâka), Beziehung (irtibat) und Treue (sadakat) zur Risale-i Nur genauso wie ihre aufrichtige Beziehung untereinander fort, ja gewinnt sogar an Festigkeit (metin) und wird nicht durch Behinderungen erschüttert. Ich danke Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dass Er der Risale-i Nur solch treue (sadik) Schüler (sakird) verliehen hat, die aufrichtig (hâlis), wahrhaftig (muhlis) und für andere als ein gutes Vorbild (hüsn-ü misal), stets rechtschaffen und aufrichtig sind und dankend und in Geduld (sabir) im Dienst an der Risale-i Nur stehen (sabir icinde sükreder). Meine Brüder, die mit diesem Fruchthändler einen engen Kontakt halten und deren Namen ich hier nicht erwähne, die bekannt sind und mit denen ich sehr verbunden bin, besonders die Getreuen (siddik) von Barla, versetzen mich öfter in meiner Vorstellung (hayalen) in alte Zeiten und zurück in ihr Land. Sie lassen mich in Barla und auf den Bergen spazieren gehen. Ich bin mit ihnen und ihren Ortschaften eng verbunden. So vergesse ich sie nicht. Ich sende ihnen Tausende Grüße (selâm).

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Über den Brief von Hasan Sükrü, der ein Prediger (hatib) in Kozca ist, habe ich mich gefreut (memnun). Ich grüße (selâm) ihn. Wir grüßen vor allem die unschuldigen Kinder (masumlar), die Alten und die Ungebildeten (ümmi), alle Schwestern (hemsire) und alle diejenigen, die mit ihrem Schreibstift arbeiten und alle Brüder, jeden Einzelnen, begrüßen wir und beten (dua) für sie.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}

Eurer Bruder
Said Nursî

Es gibt da unter den Akten, die mir vom Gericht wieder zurückgegeben und von dem Postbeamten gleich wieder beschlagnahmt worden waren, noch bevor sie mir ausgehändigt wurden, einen Brief von Küçük Ali, einen Helden (pehlivan) aus der Gruppe der Gesegneten (mubarek), in dem er mir schreibt, dass er sich vorgenommen hat, einmal in zwei Jahren die ganze Sammlung der Risale-i Nur abzuschreiben, was er dann auch getan hat. Durch diese seine Heldenhaftigkeit bestätigt er fürwahr meine Erkenntnis, dass ich in dem großen Mustafa, der der erste Schüler (sakird) der Risale-i Nur ist, einen wahrhaftigen Abdurrahman {sein verstorbener Neffe (A.d.Ü.)} und nach ihm noch viele andere Abdurrahmane sehen werde. Und er erfüllt die Aufgabe (vazifah) dieses gesegneten Mustafa aufs Beste. Auch Hafiz Mustafa bewies im Gefängnis, dass er noch zu Lebzeiten von Hâfiz Ali sein perfekter Helfer (muavin) und nach seinem Tode (vefat) dessen alleiniger Erbe (tam bir vâris) ist. So erfüllten sie denn voll und ganz in ihrer gesegneten (mubarek) und erhabenen Gruppe (heyet-i âlîsi) den Dienst (hizmet-i Nuriye), den ich vor achtzehn Jahren von ihnen erhofft hatte. Und sie erfüllen ihn noch. Der Same, den sie ausgestreut haben, bringt nun an ihrer Stelle seine Frucht (mahsulât), auch wenn sie dann selbst nicht mehr daran arbeiten.

Wir grüßen (selâm) alle Brüder, jeden Einzelnen von ihnen, und beten (dua) für sie alle.

Meine lieben getreuen Brüder!

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Erstens: Wir beglückwünschen euch mit Herz und Verstand (ruh u canimiz) zu den vergangenen, gesegneten (mubarek) letzten Zehn Nächten (leyali-i asere) und zu den Heiligen Festtagen (kudsî bayram). Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) mit Seinem Erbarmen (rahmet), in Seiner Güte (kerem), unter Seinem Schutz und in Seiner Obhut (hifz u himayet), mit Seinem Beistand (taufiq), Seiner Rechtleitung (hidayat) euch bei dem Druck und der Veröffentlichung der Risale-i Nur sowie auch bei dem Druck mit der Übereinstimmung (tevafuk) im Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan), Erfolg (muvaffak) verleihen! Âmîn.

Zweitens: Seit langem rezitiere ich nach dem Gebet (namaz) und den Tesbihat dreiunddreißig Mal das Bekenntnis der Einheit (kelime-i Tauhid), welches eine Zusammenfassung der Zusammenfassung des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) und der Hizb-i Nuriye ist, die eine Zusammenfassung der Risale-i Nur sind. Da mir die meisten Wahrheiten (hakikat) der Risale-i Nur während der Tesbihat nach dem Gebet offenbart wurden, begann nun meine Phantasie (hayal) auszuschweifen und es kam mir so vor, als ob ich dieses Wort, das jede Art der Geschöpfe (tabaka-i mahlukat) im Kosmos (kâinat) jedes dieser dreiunddreißÂg Mal wiederholten Worte der Einheit (kelime-i Tauhid) jeweils in der Sprache ihres Zustandes (lisan-i hal) rezitiert, selbst in ihrer Sprache rezitierte. So wird die allumfassende Sprache ihres Zustandes (lisan-i hal) mit der Sprache meines eigenen Wortes (lisan-i kal) identisch. So rezitiere ich in vollkommener Freude (kemal-i zauk). Auch an euch sende ich eine Kopie dieser Zusammenfassung. Mir blieb kein Zweifel mehr daran, dass auch in dieser Zusamenfassung der Zusammenfassung der Hizb-i Nuriye das Geheimnis (sirr) von تَفَكُّرُ سَاعَةٍ {"Eine Stunde Nachdenken ist besser und bewirkt mehr, als in einem Jahr Gebet,"} verborgen (sirr) liegt und die ich in nur fünfzehn Minuten lesen kann. Wenn diejenigen, die kein Arabisch können, die Abschnitte (mertebe) in dem Großen Zeichen (Âyet-ül Kübra) eingehend verstehen, wird auch dieser arabische Abschnitt für sie vollkommen verständlich. Wenn also diejenigen, die kein Arabisch können, ein paar Mal die beiden Texte vergleichend lesen, können sie ihn vollkommen verstehen. Ich lese ihn ein Mal in vierundzwanzig Stunden, entweder morgens (sabah namazi) nach dem tesbihat oder aber - wenn ich mich ganz und gar unwohl oder innerlich unruhig fühle - auch zu einer anderen Tageszeit. Das verleiht mir eine erhabene innerliche Begeisterung (ulvî insirah) und vertreibt mir alle Unlust (usanc). Es eignet sich (münasib) daher am besten, diese Zusammenfassung an den Schluss des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) und der Hizb-i Nuriye zu setzen. Es ist bemerkenswert, dass, wie die meisten Wahrheiten (hakikat) des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) und der Risale-i Nur im Ramadan und während der Tesbihat auftauchen, auch diese Zusammenfassung der Zusammenfassung ebenso im Ramadan und während der Tesbihat aufgetaucht ist.

Drittens: In den letzten Tagen habe ich die Nachricht erhalten, dass der Ministerrat beschlossen hat, mich in Kastamonu ab- und in Emirdag anzumelden. Damit wird jetzt klar, dass sie nun keine Ausrede mehr finden können, die Risale-i Nur und ihre Schüler (talebe) zu behindern. Sie messen lediglich meiner eigenen, bedeutungslosen Person ihre Bedeutung bei und stellen mir dabei ihre Bedingungen. Ich versichere euch jedoch mit allem Nachdruck, dass ich mit Herz und Verstand (ruh u canim) all diese Behinderungen mir gegenüber mit Stolz annehme, anstelle einer Behinderung der Risale-i Nur und ihrer Schüler (talebe). Sie denken, in anderen Ortschaften hätten sich die Leute mir plötzlich angeschlossen und sie könnten nun nichts mehr dagegen tun, doch nun hätten sie endgültig eine Lösung dagegen gefunden und verhalten sich deshalb so. Macht euch also deshalb gar keine Sorgen. Meine eigenen Verhältnisse (vaziyet) sind vielmehr die Voraussetzung (vesile) für ein erfolgreiches Schaffen der Schüler der Risale-i Nur. Denn ich bin der Überzeugung, dass Gott in Seiner Güte und Barmherzigkeit (İnayet-i merhamet-i İlahiye) diese Ungerechtigkeiten der Weltleute (ehli dunya) mir gegenüber in eine große Wohltat (hayra) verwandeln wird. Auf unserem Weg (meslek) können ja Zeit und Ort kein Hindernis für unsere gegenseitige Verbundenheit (sohbet) sein. So sind wir stets innerlich beisammen, auch wenn wir uns äußerlich gerade im Osten, im Westen, ja selbst im Jenseits (âhiret) oder in der Zwischenwelt (berzah) befinden. Auf diese Weise ist z.B. Hâfiz Ali, möge Gott sich seiner erbarmen, auch in der Zwischenwelt jeden Tag im Geiste (manen) unter uns anwesend. Aufgrund dieser Tatsache (hakikat) brauchen wir einer äußerlichen Trennung, ja selbst dem Tod, keinen Wert beizumessen.

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Viertens: Es ist doch besonders anmutig, wenn die Nachtigall (bülbül) von Marangoz Ahmed, der einer der Helden der Medrese-i Nuriye ist, die Nachtigall des gesegneten (mubarak), die Rosen (gül) verteilenden Schreibers (gülcü) der Gül {zwei seiner Mitschüler (A.d.Ü.)} -Nur-Fabrik bestätigt. Im Frühling bringen ja die Scharen der Pflanzen Nahrung für die Tiere, während sie die Nachtigallen, in Vertretung aller Vögel zu Predigern (hatib) geworden, im Namen aller Vögel bejubeln. Und mit Sicherheit müsste in diesem Zusammenhang - im Interesse der Vögel für die Risale-i Nur - vor allem die Nachtigall sich zeigen und hat sich auch gezeigt.

Unser wahrhaft standhafter (muhlis metin) Bruder Mustafa Osman aus Safranbolu sagt, dass er ein, zwei Briefe an die hiesigen Brüder geschickt habe, und da er keine Antwort auf seine Briefe bekommen hat, nun besorgt sei. Er soll aber nicht besorgt sein! Aus Gründen der Vorsicht (ihtiyat) und im Vertrauen auf die Korrespondenz (muhabere) mit Isparta wurde ihm kein offener Brief geschrieben. Er soll also nicht besorgt sein. Auch die Brüder in Kastamonu sollen deswegen nicht besorgt sein. Meine Ummeldung lässt meine Verbundenheit mit ihnen und mit Kastamonu nicht schwächer werden; im Gegenteil: sie verbindet mich nur noch stärker (kuvvet) mit ihnen. Ich finde mich die meiste Zeit in meinem Geist (manen) und in meiner Fantasie (hayalen) auf den gesegneten (mubarak) Bergen von Kastamonu und dort bei meinen Brüdern.

Meine lieben getreuen Brüder und wahrhaftigen Erben!

Zusammen mit den Glückwünschen zu den Festtagen (bayram) bekam ich auch viele Briefe. Jedem eine Antwort zu schreiben, erlauben mir aber meine Zeit und mein Zustand (hal) nicht. Jeden Brief hat ein bekannter Bruder stellvertretend für viele seiner Mitbrüder geschrieben. In diesen Briefen finden sich außer ihren Glückwünschen noch einige wichtige Punkte; sie haben mich gefreut (mesrur) und dankbar (minnetdar) gestimmt.

Ein Beispiel: Der Glückwunschbrief von Hüsrev, den er im Namen der Gül-Nur-Fabrik geschrieben hat, hat mich vor Freude weinen lassen. Es ist eine hervorragende (mumtaz) Eigenschaft von Hüsrev, dass keiner von den Briefen, die ich bis jetzt von ihm erhalten habe, mich jemals gekränkt hat. Selbst in meinen schwierigen Zeiten, begegnet er mir stets sanft und streichelt meine Seele (ruh). Auch in dieser Hinsicht bin ich ihm für meine Person sehr dankbar (minnetdar). Sabri, der mir wie mein zweiter Hulusi {sein erster Schüler (A.d.Ü.)} ist, hat mir im Namen einiger wohlbekannter Brüder einen Glückwunschbrief geschrieben, der mich in tiefster Seele erfreut (sevindir) hat. Dass dieser besondere Bruder im Lobpreis (takdir) und der Hochschätzung seiner Brüder so sehr voranschreitet, und sein so hochgeschätztes Lob für Hüsrev und Hasan Feyzi, hat mich wirklich sehr froh (müferrah) gestimmt. Auch der Glückwunsch (tebrik) von Hasan Feyzi im Namen der Schüler (sakird) in Denizli zeigt seine hohe Verbundenheit und seine starke (kuvvet) Beziehung zu uns.

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Der Brief mit den Glückwünschen von Feyzi und Emin im Namen aller Opferbereiten in Kastamonu, die wie Hüsrev und Rüsdü in Kastamonu sind, in dem uns Feyzi mitteilt, dass an dem bekannten Ereignis überhaupt nichts weiter Besorgnis erregendes dran ist, es im Gegenteil eher gleich einem Peitschenknall gewirkt hat, hat unsere Sorgen wieder geglättet.

Der Brief mit den Glückwünschen (tebrik) von Nazif namens aller Brüder in seiner Umgebung, seine unerschütterliche Treue (sadakat) und Verbundenheit (irtibat) und seine große (kuvvet) Hoffnung, lassen uns nun wieder tief aufatmen. Da er einige persönliche Gegner hatte, war ich zunächst etwas besorgt um ihn.

Einen Glückwunsch, den Halil İbrahim, dessen Treue (sadakat) so außerordentlich wie sein Mut (cesaret) ist, direkt an meine Anschrift gesendet hat, habe ich erhalten. Vor allem ihn und diesen wachsamen Rechtsanwalt der Risale-i Nur, sie alle grüßen (selâm) wir und beglückwünschen (tebrik) sie zu den kommenden Festtagen (bayram).

Der Brief von Sükrü Efe, einem der Helden in der Medrese-i Nuriye, welcher uns das Interesse der Sperlinge und anderer Vögel aufzeigt, bestätigt damit zugleich auch seine Übereinstimmung mit dem heldenmütigen Marangoz und stimmte uns zufrieden.

Wir haben keine Zeit mehr gehabt, in dem Brief unserer Brüder in Atabey auf die Frage von Ali Osman, einem Nachfolger (vâris) von Lütfü, eine Antwort zu schreiben.

So beglückwünschen (tebrik) wir denn diese oben erwähnten Brüder und ihre Mitarbeiter (arkadas), wie sie jeweils in ihren Briefen aufgeführt werden, jeden Einzelnen mit Herz und Seele (ruh u canimiz) zu ihren innerlichen wie äußerlichen Festtagen (maddî ve manevî bayram) und heißen zugleich auch unseren "großen" Bruder Re'fet {nicht den kleinen Re'fet sondern den großen Re'fet!} tausendmal willkommen.

Allen Geschwistern (kardes), unter ihnen die unschuldigen Kinder (masum), die ungeschulten Alten (ümmi ihtiyar) und die opferwilligen Schwestern (hemsire), jeden einzelnen in diesen drei Gruppen beglückwünsche (tebrik) ich zu den Festtagen (bayram) und bete (dua) für sie um ihren Frieden (selâm), ihre Sicherheit (selâmet) und ihr Glück (saadet) und schließe nun so (hatm-i mekal) meinen Brief.

Meine lieben getreuen Brüder!

Unter den Büchern, die der verstorbene Märtyrer (sehid) Hâfiz Ali, möge Gott sich seiner erbarmen, abgeschrieben hatte, erhielt ich auch den Band "Bestätigende Siegel aus dem Verborgenen (Sikke-i Tasdik-i Gaybî)", den Küçük Ali, der mit dem Großen Geist (ruh), welcher der Kraftvolle unter den Gesegneten (mubarak) und Held (pehlivan) unter den Abdurrahmanen ist, abgeschrieben hat. Er ist sehr schön geworden und gut gestaltet (münasib). Wenn noch andere Briefe, die ihr für angemessen haltet, wie die Themen über die Erdbeben, den Regen und die Vögel, die sich auf Wundertaten (keramet) der Risale-i Nur beziehen, in die Briefsammlung (Lâhika) und besonders der Teil in Emirdag am Schluss dieses "Siegels (Sikke)" eingereiht werden, wird sie noch schöner. Aus diesem Anlass beglückwünsche ich nochmals die Gruppe der Gesegneten (Mubarak) zu den Festtagen (Bayram) und sage zu Küçük Ali tausendmal "Gott segne ihn (barekallah)".

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Ich habe den schönen Brief des opferbereiten Mustafa Osman, dem Mutigen aus Safranbolu, gelesen, den er an die hiesigen Schüler (sakird) gesendet hat. Auch dieser Mann hat genauso wie Hasan Feyzi seine außerordentliche Treue (sadakat) gegenüber seinem Meister und seinen guten Eindruck (hüsn-ü zann) von ihm dichterisch gestaltet. Er hat mir aber anstelle der geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur diesen Rang (makam) weit über meine Grenzen hinaus zugeschrieben. Er hat seinen Meister (ustadh) in seinem eigenen glänzenden Spiegel so glanzvoll erblickt. So habe denn auch ich seinen guten Eindruck (o hüsn-ü zann) als ein geistiges Gebet (dua) von ihm akzeptiert. Zu den Festtagen (bayram) beglückwünsche ich ihn und alle Brüder mit ihm.

Ich erkläre meinen verehrten (muhterem), liebenswürdigen (sevgili), segensreichen (mubarek) Brüdern, Schülern der Risale-i Nur:

Die Risale-i Nur ist eine geflochtene Schnur (ibrisim) aus Licht (Nur), durch welche der Kosmos (kâinat) und die Rezitationen allen Seins (mevcudat) im Kosmos (kâinat) aneinandergebunden sind.

Die Risale-i Nur ist ein qur'anischer Rundfunk, der mit einer Hör- und mit einer Sprechmuschel ausgestattet ist; dessen Drähte, Röhren und Batterien ihre Zeilen, ihre Worte, ihre Buchstaben dermaßen wohlgeordnet, kurz und bündig zusammenstellt, sodass morgen Männer jeglicher Kenntnis (ilim) und Wissenschaft (fen) und Leute von jeder Schule (meslek) mit ihren verschiedenen Arten (mesreb), ihrer Kenntnis (ilim) und Fähigkeit (iktidar) gemäß, von jedem Ereignis Bescheid erhalten können, das in der verborgenen Welt (âlem-i ghayb), in der bezeugten Welt (âlem-i sehadet), in der Welt des Geistes (ruhaniyat) und im Kosmos (kâinat) abläuft.

Die Risale-i Nur ist für die Gläubigen (mü'min) ein Geschenk der Rechtleitung (hedaya-yi hidayet) aus dem Qur'an, die Glückseligkeit beider Welten (kauneyn-i saadet), ein Weg, die Fürsprache des Propheten (mazhar-i sefaat) zu erlangen, und der Segen des Allerbarmers (feyz-i Rahman).

Die Risale-i Nur ist ein Lebens-Elixier (âb-i hayat), das dem Kosmos (kâinat) die Fülle des Frühlings (baharin feyzi) verleiht, und ist die Quelle der Barmherzigkeit (ayn-i rahmet) und die lautere Wahrheit (mahz-i hakikat) und ein Rosengarten in einem Land von Rosen (gülzar-i gülistan).

Die Risale-i Nur ist eine Gnade Gottes (lütf-u Yezdan), der vollkommene Glaube (kemal-i iman), ein Kommentar zum Qur'an (tefsir-i Kur'an), ein Segen der Güte (bereket-i ihsan).

Die Risale-i Nur ist für einen Ungläubigen sein Herbst (kâfire hazan), für einen Leugner die Sintflut (münkire tufan), ein Feind des Irrtums (dalalete düsman).

Die Risale-i Nur ist ein verborgener Schatz (kenz-i mahfî), ein Kästchen voller Juwelen (sandukça-i cauhar) und eine Quelle der Lichter (menba-i envârdir).

Die Risale-i Nur ist die Wahrheit (hakaik) des Qur'an, ein Weg zum Himmel auf der Leiter des Glaubens (mi'rac-i iman).

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Die Risale-i Nur ist in der Nachfolge des Qur'an und der Hadith die Krone der Heiligen (sertac-i auliya), ein königliches Meisterwerk (sultan-ül eser), ein Kompendium der Erkenntnisse (zübdet-ül meâni), ein Gunsterweis Gottes (atâyâ-yi İlahî), ein Geschenk des Allgepriesenen (hedaya-yi Sübhanî) und ein Füllhorn der Begeisterung für den Allerbarmer (feyyaz-i Rahmanî).

Die Risale-i Nur ist ein Ozean der Wahrheiten (bahr-i hakaik), das Geheimnis feinsinniger Wahrheiten (sirr-i dekaik), eine Schatzkammer der Erkenntnisse (kenz-ül maarif), ein Ozean der Freigiebigkeit (bahr-ül mekârim).

Die Risale-i Nur ist für die Kranken ein Gesundungshaus der Weisheit (sifahane-i hikmet) und Wasser aus dem Brunnen Zemzem, für alle Lebenden (sag) ein Gastmahl der Wahrheit (maiset-i hakikat), ein wohlriechender Windhauch (rîh-i reyhan) und ein Parfüm von Moschus und Amber (misk-i anber).

Die Risale-i Nur ist eine Verheißung (mau'id) von Ahmed, mit dem Friede und Segen sei, eine Botschaft (müjde) von Ali Haydar, mit dem Gott zufrieden sein möge, eine Kunde (besaret) und Beistand (teavün) von Ghausu-l'adham, möge Gott seine Geheimnisse heiligen, eine Empfehlung (tausiye) von Imam Ghazzali, möge Gott seine Geheimnisse heiligen, und eine Nachricht (ihbar) von Imam Rabbani Ahmed Faruki, möge Gott seine Geheimnisse heiligen.

Da die sieben Farben (elvan-i seb'a) der Sonne des Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan), im Prisma der Wahrheit (mensur-u hakikat) der Risale-i Nur bestens in Erscheinung tritt, ist die Risale-i Nur sowohl ein Buch des Gesetzes (kitab-i seriat), als auch ein Gebetbuch (kitab-i dua), als auch ein Buch der Weisheit (kitab-i hikmet), als auch ein Buch des Gottesdienstes (kitab-i ubudiyet), als auch ein Buch der Anweisungen (emr) und der Einladungen (davet), als auch ein Buch des Gottesgedenkens (kitab-i zikir), als auch ein Buch des Nachsinnens (kitab-i fikir), als auch ein Buch der Wahrheit (kitab-i hakikat), als auch ein Buch der Mystik (kitab-i tasavvuf), als auch ein Buch der Logik (kitab-i mantik), als auch ein Buch von der Lehre des Wortes (İlm-i Kelâm), als auch ein Buch der Theologie (İlm-i İlahiyat), als auch ein Buch der Förderung der Kunst (tesvik-i san'at), als auch ein Buch der Rhetorik (kitab-i belâghat), als auch ein Buch des Beweises der Einheit und der Allgegenwart (isbat-i vahdaniyet) und sie ist für ihre Gegner ein Buch, das sie zum Schweigen (ilzam) und zum Verstummen (iskât) bringt.

Die Abhandlungen der Risale-i Nur, das sind die Sonne, die Monde und Sterne eines geistlichen Himmels (sema-yi maneviye) unter dem Himmel des Qur'an. So wie nach außen hin diese ganze Welt (kâinat) durch die Sonne, den Mond und die funkelnden Sterne, welche die Schleier über den Ursachen (perde-i esbab) sind, erleuchtet (tenauvür) wird und erglänzt, alles Sein unter ihnen wächst und gedeiht und das Leben (hayat) sich entfaltet, so ist auch die Risale-i Nur mit ihren Strahlen, die sie aus dem Qur'an empfängt und reflektiert, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan), das Leben für die ganze Welt (âleme hayat), für die Menschheit (âdeme) ein vollkommener Mensch (kâmil insan), für die Herzen (kulûb) eine Freude des Glaubens (nes'e-i iman), für den Verstand (ukûl) eine axiomatische Gewissheit (yakîn bir itminan), für die Gedanken (efkâr) eine Entfaltung des Glaubens (inkisaf-i iman) und für die Seelen (nüfus) eine Hingabe zum Wohlgefallen Gottes (teslim-i riza) und eine Sehnsucht nach Ihm (can). Diesen geistigen Himmel (sema-yi maneviye) bedeckt manchmal und äußerlich einer verborgenen Weisheit (bihaseb-il hikmet) zufolge Gewölk bis zum Horizont. Aus diesem gewaltigen majestätischen Gewölk tropft die Fülle eines segenspendenden Regens (feyz-i rahmet); währenddessen tragen Samen, Kerne und Körner, mit ihrer Fähigkeit, Ähren zu tragen, die in dieser bedrängnisvollen und begrenzten Welt (dar âlem) zwar leiden müssen, doch mit Hilfe ihrer Anstrengung platzen und reißen die Schalen, die sie umhüllen; danach ziehen sich auch die Wolken über den Horizont zurück, was eine Prüfung vor dem Herrn (imtihan-i Rabbanî), eine Offenbarung der Fülle (inkisaf-i feyezanî) und ein lichtvoller Segen (rahmet-i nuranî) ist, wodurch alles, was anfangs noch Körner und Kerne waren, in ihrem Wunsch (istiyak) abermals zu neuem Leben (hayat) und in der Freude am Wachsen (nes'e-i inkisaf) und Gedeihen zu einem fruchttragenden, riesigen Baum gestaltet und das Geheimnis (sirr) von

﴿ يُبَدِّلُ اللّٰهُ سَيِّئَاتِهِمْ حَسَنَاتٍ ﴾

{"Denen wird Gott ihre schlechten Taten gegen gute eintauschen." (Sure 25, 70)}

erfährt.

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Möge es Gott in Seiner Erhabenheit nun wollen (insâallahu taâlâ), dass dieser Winter (mausim-i sita), der nun schon zwanzig Jahre andauert, in der Tat bendet ist!... Möge nun in die Welt ein neuer, segensreicher Frühling (fasl-i naubahar) kommen und das Antlitz der Erde (âlem) in seinem Lichte lächeln...

Da die Risale-i Nur im Dienst (tasarruf) des Qur'an steht, dessen Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan), scheitert jede Hand, die sich ihr entgegenstreckt und sie belästigen will und vertrocknet jeder Mund. Wenn ich entsprechend dem Anzeichen (îma) und dem Hinweis (isarat) der heiligen Aussage (kavl-i serif) des Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan),

﴿ وَمَا اَرْسَلْنَا مِنْ رَسُولٍ اِلاَّ بِلِسَانِ قَوْمِهِ ﴾

{"Und wir haben keinen Gesandten geschickt, es sei denn in der Sprache seines Volkes." (Sure 14, 4)}

sagen würde, dass in Anbetracht der Tatsache, dass die türkische Sprache in dieser Zeit (devre) eigentlich Schläge bekommen müsste, es zu den Hinweisen des Qur'an gehört, dass die "Risale-i Nur", auch in der türkischen Sprache ein Vorbild (imam) werden wird, sodass die Risale-i Nur, die rein (halîs) türkisch ist, vielleicht schon morgen bevorzugt (kesb-i imtiyaz) wird, während andere Sprachen zu vernachlässigen wären, denke ich, dass ich damit keinen Fehler begangen hätte.

Vor allem unserem Meister (Ustadh) und allen Brüdern biete ich meine innigen Grüße (selâm) und meine Hochachtung an und beglückwünsche (tebrik) sie zu den gesegneten Festtagen (mübarek bayram). Über meinen Meister (Ustadh) konnte ich nicht schreiben. Denn was könnte ich schon über eine so ehrwürdige Persönlichkeit (zât-i âlî-kadr) sagen, die im Range (makam) eines Erben (veraset) Mohammeds steht, mit dem Friede und Segen sei? Da weiß ich nichts anderes mehr zu sagen, als nur noch die Worte unseres Bruders Hasan Feyzi Efendi zu wiederholen.

Im Namen der Schüler der Risale-i Nur in Milas und Umgebung, der eures Gebetes (dua) bedürfende

Halil İbrahim (möge sich Gott seiner erbarmen).
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Meine lieben getreuen Brüder!

Bis jetzt hatten die heimlichen Heuchler (münafik) immer die Risale-i Nur angegriffen, indem sie einige Beamte der Regierung (hükûmet) in Anbetracht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Wege der Justiz (adliye) mit Hilfe irgendwelcher ominöser Gesetze hinters Licht geführt haben. Da wir aber keine Reaktionäre waren, beschränkten wir uns notfalls (mecburiyet) auf unsere bloße Verteidigung. Schließlich scheiterten ihre Pläne. Vielmehr bewirkten ihre Angriffe jetzt, dass sich der Kreis der Risale-i Nur noch erweiterte. Diesmal handelte es sich um unsere Absicht (niyet), den Stab Mosis (Asâ-yi Musa) mit neuen Buchstaben zum Druck zu geben, weshalb sich nun aber ihre Haltung auf einen Angriff gegen die ganze Risale-i Nur richtete, obwohl wir unseren Willen (ihtiyar) nur auf einen Teil von ihr gerichtet hatten.

Der Sinn (hikmet) dieses Vorfalls hatte jedoch vielleicht folgende Bedeutung:

Ich denke, dass jetzt die Zeit gekommen ist, oder aber es jetzt Zeit wird, dass die Risale-i Nur, hinsichtlich ihrer Aufgabe als geistliche (manevi) Retterin dieses gesegneten Landes im Druck zu erscheinen beginnt, sodass man nun unterrichten (ders) kann, um so das Übel dieser beiden fürchterlichen inneren (manevi) Haltungen {Der Kommunismus (als Idee, Partei oder Staatsform) und die Kritik aus der islamischen Welt am türkischen Volk (A.d.Ü.)} abzuwehren.

Bei diesen fürchterlichen Übeln geht es zum Ersten darum, dass man in der Risale-i Nur eine Art Wall sieht, vom Qur'an gebildet, in etwa Dhu'l-Qarnayns Wall vergleichbar, der die Aufgabe (vasifah) hat, die aus dem Norden aufsteigende abscheuliche Flut einer Glaubenslosigkeit (aufzuhalten), welche das Land (vatan) innerlich (manevi) überschwemmt und jene Anarchie hervorruft, die den christlichen Glauben (din) besiegt.

Zum Zweiten stieg in meinem Herzen (qalb) der Gedanke auf, dass es jetzt notwendig geworden ist, in gedruckter Sprache zu reden, um alle diese so schwerwiegenden Kritiken und Anschuldigungen der Islamischen Welt (Âlem-i Islâm) gegen die Bewohner dieses gesegneten (mübarek) Landes (vatan) ausräumen zu können.

Ich kenne zwar nicht die Lage (hal) in dieser Welt (dunya), doch so wie die Wahrheiten (hakikat) der Risale-i Nur gleich einer Burg sind, die sich dem Einbruch dieser fürchterlichen Strömung (entgegenstellt), die bereits ganz Europa überschwemmt hat und dort herrscht und sich keineswegs auf eine der vom Himmel geoffenbarten Heiligen Schriften (Edyan-i Semaviye) stützt, ist (die Risale-i Nur) zugleich auch ein Wunder des Qur'an, der in dieser gegenwärtigen Lage (hal) das Fahrzeug ist, um die Einwände und Anschuldigungen aus der islamischen Welt (Âlem-i Islâm) und dem ganzen asiatischen Kontinent zu entkräften und ihre Freundschaft (muhabbet) und Brüderlichkeit (uhuvvet) von alters her nun wiederherzustellen. Jetzt müssten aber noch alle vaterlandsliebenden Politiker in diesem Land (vatan) und dieses Volkes ganz schnell die Risale-i Nur offiziell drucken lassen, um sich so vor diesen beiden Übeln schützen zu können.

Gäbe es die Risale-i Nur nicht, die den wahrhaftigen Glauben (iman-i tahkikî) in diesem Land (vatan) seit zwanzig Jahren auf eine so machtvolle Weise verbreitet, könnte dann etwa dieses gesegnete (mubarak) Land in diesem schrecklichen Jahrhundert inmitten denkwürdiger Umstürze (inkilab) und Umwälzungen (infilâk) seinen Qur'an und seinen Glauben (iman) gegen diese entsetzlichen Schläge noch vollständig aufrechterhalten (muhafaza)? Wie dem auch sei... Es kann die Risale-i Nur nicht mehr unter dem Vorwand (bahane) angegriffen werden, durch sie könne das Land (vatan) und die öffentliche Ordnung (idare) gestört werden. Eine solche Begründung können sie niemandem mehr glaubhaft machen. Sie haben aber nun ihre Fronten verlegt. Jetzt versuchen die Heuchler (münafik) unter dem Deckmantel der Religion (din) einige naive Hodschas oder solche von der Art der Sufis, die sich starrsinnig für diese ketzerischen Erneuerungen (bid'a) einsetzen, mit einiger List gegen die Risale-i Nur - wie es vor zwei Jahren in Istanbul und in der Umgebung von Denizli geschah - zu missbrauchen und die Risale-i Nur und ihre Schüler (sakird) an einer anderen Front wieder anzugreifen. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass ihnen das aber nicht gelingt! Die Schüler der Risale-i Nur sollen deshalb im Falle eines Angriffs äußerst vorsichtig sein, sich nicht streiten und sich auch nicht provozieren lassen. Wenn derjenige, der sich hat täuschen lassen, ein Mann des Wissens (ehl-i ilim) und des Glaubens (iman) ist, so sollen sie ihn freundlich (dost) behandeln. "Wir kritisieren euch nicht. Und, bitte, kritisiert uns auch nicht. Wir sind alle Brüder im Glauben (ehl-i iman)." So sollen sie zu ihnen sagen und so die Lage entspannen.

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Zweitens: Bruder Küçük Ali, der einen großen Geist (ruh) hat, der ein Held (pehlivan) der Gesegneten (mübarek) ist und sowohl von Abdurrahman, als auch von Lütfü und auch von Büyük Hâfiz Ali in sich umfasst und ebenso wichtig (mana) ist wie sie, stellt eine Frage. Im Grunde genommen ist die Antwort auf diese Frage an hundert Stellen in der Risale-i Nur vorhanden. Er sagt: "Weshalb bemüht sich (tahsidat) die Risale-i Nur in einem solchen Grade (derece) so sehr um die Grundpfeiler des Glaubens (erkân-i imaniye), während doch die Gelehrten (hoca) alter Zeit uns darüber unterrichtet (ders) haben, dass der Glaube (iman) eines einfachen Gläubigen (âmî mü'minin) dem Glauben (iman) eines großen Heiligen (veli) gleicht?"

Antwort: Vor allem in den Themenstellungen des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) über die Stufen des Glaubens (meratib-i imaniye) findet sich so ziemlich am Ende eine Äußerung (beyan) bzw. Schlussfolgerung (hüküm) des Erneuerers (müceddid) des zweiten Jahrtausends (elf-i sâni), Imam Rabbani, die besagt: "Die letzte Station (müntehasi) auf allen mystischen Wegen (tarîkat) und ihr höchstes Ziel (maksad) ist die Entfaltung (inkisaf) der Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye). Die gesicherte (kat'iyyet) Offenbarung (vuzuh) eines Glaubensartikels (mes'ele-i imaniye) ist besser als tausend Wunder (keramet) und Visionen (kesfiyat)." Und ganz am Ende des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) findet sich im Abschnitt eines Briefes aus der Sammlung (Lâhika) eine Antwort, die das Ganze noch einmal erklärt (tamaminin beyanati). Auch die Zehnte Problemstellung der Fruchtabhandlung (Meyve Risalesi) über die Wiederholungen im Qur'an und die Weisheit (hikmet), die in den großen und häufigen Anstrengungen (tahsidat) des Qur'an in den Artikeln der Einheit (Tauhid) und des Glaubens (iman) liegt, ist genauso, ganz und gar (bitamamiha), auch in der Risale-i Nur zu finden, die sein wahrhaftiger Kommentar (hakikî tefsir) ist, und eine Antwort auf diese Frage.

Die Erklärungen (izahat) der Abhandlungen der Risale-i Nur über den wahrhaftigen, traditionellen (taklidi), zum Teil kurz und bündigen (icmalî) oder andererseits auch ausführlichen (tafsilî) Glauben (iman-i tahkikî) und über einen Glauben (iman), der allen Angriffen (tehacümat), Einflüsterungen (vesvese) und Zweifeln (sübhe) standhält und nicht durch sie erschüttert wird, ist eine solche Antwort auf den Brief von Küçük Ali, mit dem großen Geist (ruh), die keine weiteren Fragen (ihtiyaç) mehr offenlässt.

Zweiter Aspekt: Der Glaube (iman) beschränkt sich nicht nur auf eine traditionelle (taklidi) Bestätigung in einer kurzen und bündigen (icmalî) Form. So wie eine Dattel (hurma) von einem Kern bis zu einer riesigen Palme sich stufenweise entfaltet, oder die Sonne - je nach der Größe meines Spiegels - bis hin zum Meeresspiegel mehr oder weniger Platz (inkisaf) findet, um sich widerzuspiegeln, so umfasst auch der Glaube (iman) so viele Wahrheiten (hakikat), dass tausendundein Name Gottes und die anderen Glaubenspfeiler (erkân-i imaniye) mit den Gegebenheiten der Schöpfung (kâinat hakikat) einen Zusammenhang bilden, sodass die Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) miteinander übereinstimmen, wenn sie sagen: "Das umfassendste allen Wissens (ilim) und jeder Erkenntnis (marifet) und das Größte über aller menschlichen Vollkommenheit (kemalât-i insaniye) ist sein Glaube (iman) und die aus dem wahrhaftigen Glauben (iman-i tahkik) erwachsende, grundlegende (tafsil), bezeugte, Erkenntnis (marifet-i kudsiye) des Allheiligen."

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Ein traditionell bedingter Glaube (iman-i taklidî) wird in der Tat rasch von Zweifeln (sübhe) bezwungen. In einem wahrhaftigen Glauben (iman-i tahkikî), der weit kraftvoller (kuvvetli) und viel umfangreicher als der traditionelle ist, gibt es sehr viele Stufen (meratib). Doch die Stufe einer wissenschaftlich gesicherten Gewissheit (ilmelyakîn) unter diesen Stufen hält in der durch die Kraft (kuvvet) vieler Zeugnisse Tausenden Zweifeln (sübhe) stand. Im Gegensatz dazu verliert der traditionelle Glaube (taklidî iman) manchmal schon gegen einen einzigen Zweifel (sübhe). Zudem ist eine weitere Stufe des wahrhaftigen Glaubens (iman-i tahkik) der Grad augenscheinlicher Gewissheit (aynelyakîn), welche ebenfalls sehr viele Stufen hat. Sie zählt nämlich die Stufen ihrer Erscheinungsformen nach der Anzahl der Namen Gottes (esma-i İlahiye). Und sie steigert sich bis zu dem Grade, die ganze Schöpfung wie den Qur'an zu lesen. Zudem ist eine weitere Stufe die wahrhaftige Gewissheit (hakkalyakîn). Auch diese hat viele Stufen. Hätten diese gläubigen Menschen (imanli zât) Zweifel selbst in Heerscharen (sübehat ordulari) angegriffen, hätten sie ihnen nichts anhaben können. Tausende Bände wurden von Theologen (ülema-i İlm-i Kelâm) dem Verstand (akla) und der Logik (mantiga) gemäß verfasst, um auch nur einen mit Zeugnissen belegten, vernünftigen (aklî) Weg dieser Erkenntnis des Glaubens (marifet-i imaniye) aufzuzeigen. Hunderte Bücher der Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) äußerten aufgrund ihrer Visionen (kesfe) und meditativen Wahrnehmungen (zauk) diese Erkenntnis des Glaubens (marifet-i imaniye) noch in einer anderen Hinsicht. Doch die wunderhafte (mu'cizekâr) große Straße (cadde-i kübrasi) des Qur'an, die sie anhand der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) und der Erkenntnis des Allheiligen (marifet-i kudsiye) dahin führt, erweist sich in einer Macht (kuvvet) und Hoheit, die sie weit über die dieser Gelehrten (ulema) und Heiligen (auliya) erhebt. So kommentiert (tefsir) die Risale-i Nur die Straße dieser umfangreichen, umfassenden und hohen Erkenntnis (marifet), hält sie aufrecht und verteidigt sie gegen umfassende zerstörerische (tahribatçi) Strömungen, die bereits vor tausend Jahren gegen den Qur'an und den Glauben (iman) zum Nachteil der İslâmiyet und der Menschlichkeit (insaniyet) und im Interesse der Welten eines Mangels (adem âlemleri hesabina) tätig waren. Darum hat sie auf jeden Fall auch unendlich viele Anstrengungen (tahsidat) nötig, um diesen zahllosen Feinden standzuhalten und dem Schutz (muhafaza) des Glaubens (iman) der Gläubigen (ehl-i iman) durch das Licht (Nur) des Qur'an zu dienen. In einer ehrwürdigen Hadith heißt es: "Ein Mensch, der durch dich zum Glauben (iman) gelangt, ist besser für dich als eine ganze Sahara voller roter Schafe." {Es handelt sich hier um eine Herde erlesener Schafe, die mit roter Farbe gekennzeichnet wurden. (A.d.Ü.)} - "Manchmal ist eine Stunde Nachsinnen (tefekkür) besser als ein Jahr der Anbetung (ibadet)." So dient auch der große Wert, den der Naqshibandi-Orden auf den stillen (hafî) Dhikr legt, dazu, diese Art von Nachsinnen zu erlangen.

Alle Brüder - jeden Einzelnen von ihnen - grüßen wir (selâm) und beten (dua) wir für sie.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}

Euer Bruder
Said Nursî

Meine lieben getreuen Brüder!

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Es soll euch nicht in Besorgnis führen, wenn die Kopien der "Abhandlung über die Wahrhaftigkeit" (ihlas) und der Briefe durch die Geheimpolizei in Beschlag genommen wurden. Im Interesse der Risale-i Nur und für ihre Verbreitung war es ja notwendig, ihnen diese Briefe, die Abhandlung über die Wahrhaftigkeit und die Verheißung von Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge (İhbar-i Aleviye), zum Lesen anzubieten. Zudem ist während dieses Vorfalls die Demonstration in Istanbul gegen den Bolschewismus, in Anbetracht dessen, dass zwei Mächte, welche die Risale-i Nur unter einem Deckmantel angreifen, nun beginnen, gegeneinander Stellung zu beziehen, für die Verbreitung der Risale-i Nur eine günstige Gelegenheit. Auch wenn sich gegen uns etliche nur vorübergehende Störungen hervortun, ist dies gar nicht von Bedeutung. Denn dem Bolschewismus, der den absoluten Unglauben (küfr-ü mutlak) und die naturalistische Denkweise (fikr-i tabiat), als das Wesen des Anarchismus, unter den Muslimen zu verbreiten versucht, können einzig und allein die außerordentlich machtvollen Wahrheiten (kuvvetli hakikat) der Risale-i Nur die Stirn bieten. Daher erblicken wir darin die Öffnung eines Weges, dass alle wahren Patrioten, alle, die ihr Vaterland lieben, die Politiker, wie die religiös Gesinnten, sich hinter die Risale-i Nur stellen, sich mit ihr versöhnen (barismaga) und durch sie miteinander einen Schutzwall bilden.

Said Nursî