Im Vertrauen auf Ihre Menschlichkeit und Ihre Einsicht (vicdan) möchte ich mit Ihnen über meine privaten Angelegenheiten sprechen. Zudem stehen Sie in Anbetracht Ihrer Verpflichtungen (vazifah) mit uns in einer viel zu engen Beziehung. Denn in zwanzig Jahren hat es unter hunderttausend Schülern der Risale-i Nur bezüglich der öffentlichen Sicherheit nicht einen einzigen Zwischenfall gegeben, was auch die Aussagen so vieler Polizeibeamter beweisen, die niemals irgendetwas gegen uns zu protokollieren hatten. Ich habe von einem Kind gehört, dass der Direktor für Öffentliche Sicherheit in Ankara hierhergekommen ist. Da habe ich etwas zu Papier gebracht, mit dem Gedanken, dass er sich auf jeden Fall nach meinem Befinden erkundigen wird, sodass ich es ihm, anstatt mit Ihnen über meine Krankheit zu reden, überreichen könne. Dann habe ich plötzlich gehört, dass er wieder weggegangen ist. So sende ich es denn Ihnen als Beilage zu. Sie können es ihm zur Kenntnisnahme übersenden, wenn Sie das für angemessen halten. Ich selbst kümmere mich nicht um weltliche Angelegenheiten, habe auch keine Möglichkeit, mich mit irgendwelchen Menschen (halk) zu treffen. Ich habe hier außer Ihnen niemanden mehr, den ich um seine Zustimmung bitten könnte. Die Angelegenheit in Bezug auf meine Person ist zwar völlig unbedeutend und rein persönlich; die Angelegenheit, welche die Risale-i Nur betrifft, ist jedoch von sehr großer Bedeutung für dieses Land und sein Volk (vatan ve millet). Ich versichere Ihnen ausdrücklich, anhand vieler Hinweise und aus meiner vollen Überzeugung, dass dieses Land, sein Volk und die Regierung in diesem Lande und die islamische Welt (âlem), ja diese ganze Erde (dunya), schon in einer kurz bevorstehenden Zeit solche Werke, wie die Risale-i Nur, besonders dringend brauchen wird. Es wird seine Existenz (mevcudiyet), sein Ansehen (haysiyet), seine Würde (seref) und den Stolz der Geschichte seiner Zeit (mefahir-i tarihiye) beweisen, indem es sie vorlegt.
Meine lieben getreuen Brüder!
Ali Efendi, einer der Schüler (sakird) der Risale-i Nur in dem Dorf Aliköy, stellte mir eine Frage nach der ehrwürdigen Ayah, welche die Heuchler (münafik) betrifft. Da mir aber die Umstände z.Zt. keine ausführliche Erklärung erlauben, möchte ich hier nur kurz ein, zwei Sätze dazu sagen.
Was in der Ayah, die sinngemäß (meâl) lautet: "Nach dem Tode eines Heuchlers wird kein Gebet für ihn verrichtet." gemeint ist, sind die Heuchler, die in damaliger Zeit durch einen Hinweis Gottes (ihbar-i İlahî) bekannt geworden waren, und über die es daher keinen Zweifel gibt. Ansonsten ist es nicht richtig, wenn man auf einen bloßen Verdacht oder Zweifel hin jemanden einen Heuchler nennt und kein Gebet (namaz) für ihn verrichtet. Wenn jemand nun einmal لاَ اِلَهَ اِلاَّ اللهُ {"Lâ ilaha illallah"} ausgesprochen hat, gehört er zu den Leuten, welche die Gebetsrichtung einhalten (ehl-i kible). Ist er nicht ausdrücklich mit seinem Unglauben hervorgetreten, oder hat er das später wieder bereut (tövbe), kann man das Gebet (namaz) für ihn verrichten. In Anbetracht dessen, dass in Aliköy die Aleviten die Mehrheit bilden und ein Teil von ihnen darin bis zum Äußersten (Râfizîlik) gehen könnte, so darf auch der Schlechteste (fena) von ihnen trotzdem nicht unter dem Begriff (hakikat) "Heuchler" eingereiht werden.
Denn ein Heuchler ist ohne Glaube (itikad), ohne Herz (qalb) und ohne Einsicht (vicdan); er ist gegen den Propheten, mit dem Friede und Segen sei, wie manche der heutigen Ungläubigen (zindik). Was nun die Extremisten (müfrit) unter den Aleviten und Schiiten betrifft, so sind sie nicht einmal gegen den Propheten, mit dem Friede und Segen sei, im Gegenteil: in ihrer Liebe (muhabbet) zur Familie des Hauses (Âl-i Beyt) des Propheten nähren sie ihre Liebe bis ins Extrem (ifratkârane). Im Gegensatz zu der Untertreibung (tefrit) der Heuchler übertreiben (ifrat) diese. Wenn sie die Grenzen des Gesetzes (Hadd-i Seriat) überschreiten, gehören sie nicht zu den Heuchlern, sondern zu den Leuten einer ketzerischen Neuerung (ehl-i bid'a). Sie werden zwar sündig (fâsik), aber nicht ungläubig (zindika). Wenn sie Abu Bekir, Ömer und Osman, mit denen Gott zufrieden sein möge, die Hazret-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, zwanzig Jahre lang verehrt (hürmet) und ihre Herrschaft (hüküm) durch seinen Dienst als seychülislâm anerkannt hatte, nicht kritisieren, und wenn sie diese drei Kalifen genauso verehren wie Hazret-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, sie verehrt hatte und ihre Gebete (farz namazi) einhalten, so genügt das.
Des Weiteren ist nun einmal der größte Meister (ustadh) der Schüler (sakird) der Risale-i Nur nach dem Propheten, mit dem Friede und Segen sei, durch das Zeugnis (sehadah) der Celcelutiye İmam-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge. Die Schiiten und die Aleviten behaupten, ihn zu lieben (muhabbetini dava). Wenn sie nicht mehr als die Sunniten Unterricht (ders) in der Risale-i Nur bekommen, würde ihre Liebe zum Haus des Propheten missverständlich sein. Ich hörte schon vor einigen Jahren, dass in diesem Dorf der Aleviten durch den Einsatz von drei Alis die unschuldigen Kinder die Risale-i Nur mit Begeisterung abgeschrieben haben. Ich hatte dieses Dorf damals sogar in mein Gebet eingeschlossen. Möge Gott es wollen (insâallah), dass mein Gebet (dua) durch den Einsatz unseres Bruders Ali, der dort wieder als Imam eingesetzt werden soll, und durch den Einsatz aller Brüder, unter denen auch Küçük Ali ist, ein Erbe von Hafiz Ali, Gott möge sich seiner erbarmen, für sie nicht vergeblich sei. Dann werden auch die beiden Gruppen in diesem Dorf, Sunniten und Aleviten sich miteinander vereinigen (ittifak).
Seid nicht besorgt wegen des letzten ärgerlichen Vorfalls (hâdise-i ihanet). Dieses Ereignis wurde von der Agenda genommen. Die Ränkeschmiede sind gescheitert. Auch der Mann, der das begangen hat, schwört und leugnet nun, um sich vor dem allgemeinen Abscheu (nefret-i umumîden) zu retten. Ich wusste gar nicht, dass er der Täter war. Ich hätte ihn sonst gar nicht erst angesprochen. Er hat mich ja im Grunde genommen auch nicht angesprochen. Er hat nur seine Hand ausgestreckt und das Tuch (mendil) auf meinem Kopf gelüftet, weil er ja wusste, dass der Direktor für die Öffentliche Sicherheit in Ankara mit einigen hohen Beamten hierherkommen würde. Das hat ihn wohl zu seiner Freveltat (ihanet) ermutigt. Diese hohen Beamten sind hierhergekommen. Der Gouverneur (vali), der gegen mich ist, weil er aus Rumeli stammt, verhinderte es aber, dass der Direktor mit mir sprechen konnte. Ich habe jedoch den Zettel, über den ich mit ihm sprechen wollte und den ich euch gesandt habe, mit der beigefügten Notiz an die Ordnungsbehörde in Afyon geschickt, um ihn durch den Direktor für die Sicherheit in Afyon an den Direktor in Ankara zu senden. İch bin jedoch ganz und gar nicht traurig. Denn es ist nun nicht mehr wichtig. Ihr sollt euch aber um mich keine Sorgen machen. Ich erfuhr zudem zweifelsfrei, wie auch hier, so wie in allen Dingen, die Fügung Gottes (kader-i İlahî) ihre Tyrannei für mich in eine bedeutungsvolle Barmherzigkeit (merhamet) verwandelt. Und dafür danke ich Gott (Allah'a sükrettim).
Während ich gestern noch auf die Pakete wartete, die ihr mir bis jetzt aufbewahrt (emanet) hattet und mir nach dem Festtag (bayram) übersenden solltet, erhielt ich eueren Brief. Darin fand ich den Satz: "Sollten wir keinen anderweitigen Hinweis erhalten, werden wir sie nach zehn Tagen überbringen." Ihr wart also in Sorge und habt deshalb die Pakete nicht gebracht. Es gibt jedoch nichts, weswegen man sich Sorgen (endise) machen müsste. Sie dennoch während der Zeit des Besuchs dieser hohen Beamten nicht hierher zu bringen, die anvertrauten (emanet) Pakete also gar nicht erst hier waren, war - wenn auch ungewollt - eine ausgezeichnete Vorsichtsmaßnahme.
Ich habe den Brief von Salahaddin erhalten, der sehr lang war und über den ich mich wie über zehn Briefe gefreut habe. Er zeigt mir, dass seine Treue (sadakat) und Standhaftigkeit (sebat) von diesen Stürmen überhaupt nicht zu erschüttern (tesir) waren und er mir für immer als ein Abdurrahman {d.h. mir stets so teuer ist wie mein eigener Neffe} gilt, und teilt mir zugleich mit, dass die Brüder in der dortigen Umgebung {Kastamonu} unermüdlich arbeiten. So sagte ich denn: "Oh, wie wunderbar hat doch Gott alles geplant und gefügt (mâsâallah)! Vater Salahaddin und sein Sohn lassen sich gleich den Helden von Isparta durch nichts erschüttern. Die Veröffentlichung der Risale-i Nur mit Hilfe einer Kopiermaschine verlangt nun nach einer größeren Aufrichtigkeit (hakikî ihlas) und einem besseren Zusammenhalt (kuvvetli tesanüd) und auch danach, einander mit noch mehr Nachsicht entgegenzukommen. {Mehr Technik im Betrieb bedingt nicht nur ein schnelleres Arbeiten, sondern verlangt auch mehr Rücksicht und eine bessere Organisation, damit niemand irgendwo nutzlos herumsteht. (A.d.Ü.)} Daher müssen unsere Brüder (kardes) im Bezirk (Vilayat) Kastamonu hinsichtlich ihrer Wahrhaftigkeit (ihlas) und was ihren Zusammenhalt (tesanüd) untereinander betrifft, den Brüdern in Isparta nacheifern. Möge Gott es wollen (insâallah), dass dann auch sie sich darum bemühen, ihre persönlichen Gefühle so weit zu beherrschen, dass der heilige Dienst dabei keinen Schaden nimmt, dass Sie ihre Emotionen nicht zum Nachteil dieses heiligen Dienstes (kudsî hizmet) anwenden.
Zudem erkämpfte sich die Risale-i Nur zwar durch ihre strahlenden und machtvollen Wahrheiten (hakikat) ihre Freigabe und besiegte fürwahr in gewisser Hinsicht ihre Feinde. Dennoch brauchen wir die Umsicht mehr als früher (ihtiyata ihtiyaci), denn die heuchlerischen Feinde halten nicht still. Sie suchen nach Ausreden und bemühen sich, die Regierung zu täuschen (igfal).
Salahaddin stellt eine Frage in einer Angelegenheit, die persönlich ist und zugleich ihn selbst betrifft. Denn er möchte Kontakte im irdischen (dunya) wie auch im gesellschaftlichen Leben (hayat-i içtimaiye) anknüpfen. Da er jedoch nun einmal unter engsten Brüdern lebt, wird er auf jeden Fall nichts unternehmen, wenn es dabei dem Dienst an der Risale-i Nur schaden könnte. Wenn er weiß, dass seine Lebenspartnerin (refika-i hayati) wie manche unserer engsten Brüder im Dienst an der Risale-i Nur als eine Helferin tätig wird, so kann er in dieses Leben (hayat) eintreten. Denn das Leben der engsten Brüder gehört der Risale-i Nur und so kann er nur mit Zustimmung der Schüler (sakird), welche die geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur repräsentieren, diese Bedingungen annehmen. Wenn er jedoch schließlich die Zustimmung seines Vaters und seiner Mutter hat, dann möge Gott es so wollen (insâallah), dass ihm dies nicht von Nachteil sein wird.
Meine lieben getreuen Brüder!
Seid nicht besorgt! Es gibt gar keinen Grund zur Besorgnis (telas). Nach den Feiertagen (bayram) kam der Direktor für die Öffentliche Sicherheit in Ankara mit einigen hohen Beamten hierher. Seine Ankunft stand in gewisser Hinsicht und wenn auch nicht offiziell mit mir in Beziehung. Wegen ihrer Ankunft hat ein Kommandant davor noch die Frechheit besessen, mich ein bisschen zu belästigen. Sie haben es aber danach wieder bereut. Nachdem diese hohen Beamten angekommen waren, passierte nichts, was der Grund zu einer Besorgnis (mûcib-i endise) hätte sein können. Als nun nach meiner Vorstellung die Angelegenheit, die sich eigentlich auf mich bezieht, in gewissem Grade auch auf unsere Brüder übertragen worden war, wurde Feyzi bei einer Hausdurchsuchung nur so nach oben hin ein klein wenig belästigt. Aber ich bin doch ein wenig um Feyzi besorgt. Womit wollen sie denn seine Hausdurchsuchung begründen? Wonach haben sie wohl gesucht? Und worum geht es hier eigentlich im Einzelnen? Was können sie denn nun, nachdem drei Gerichte uns nach zwei Jahren andauernder Untersuchungen unsere Bücher und Briefe ausnahmslos wieder zurückgegeben haben und es sich auch nach ihrer Ansicht bewahrheitet hat, dass wir an ihrer rein weltlichen Politik gar nicht interessiert sind, noch bei uns suchen? Es können möglicherweise höchstens noch einige illegale Handlungen im Namen des Gesetzes entweder als Auswuchs von Neid oder Hass oder durch die Provokation einiger heimlicher Atheisten vorkommen. Gegen all diese Fälle ist es notwendig, ganz und gar standhaft (metanet) zu sein, zusammenzuhalten (tesanüd), sich nicht erschüttern (sarsilmak) zu lassen und nicht in Panik (telas) zu geraten.
Mein lieber getreuer Bruder!
Wir haben uns in der Moschee nur kurz gesprochen; ich möchte Ihnen einige notwendige Dinge mitteilen. Sie sollten sie bitte im Gedächtnis behalten.
Erstens: Allen aufrichtigen Freunden unseres Bruders Sabri, der eine Arbeit in Bedre, die man eigentlich erst in hundert Jahren erfüllen könnte, in nur zehn Jahren erfüllt hat, Hakki, Hulusi, Mehmed und in Barla Samli, Süleyman, Bahri und den übrigen ehrenwerten Brüdern richten Sie viele Grüße (selâm) von mir aus.
Zweitens: Der gesegnete (mübarek) Mustafa, der große Bruder von Küçük Ali, erfüllt die Aufgabe, die er von Abdurrahman geerbt hat; auch sein heldenhafter Bruder und dessen gesegneter (mübarek) Sohn erfüllen diese Aufgabe vollkommen. So setzen sich nun seine Aufgabe und sein Dienst fort. Er braucht also nicht darum besorgt zu sein. Was Hâfiz Mustafa betrifft, so haben seine lichtvollen Samen, die er z.Zt. von Hâfiz Ali selig noch mit ihm zusammen bestens (elhak) ausgesät hat, recht viele segensreiche Erträge eingebracht.
Des Weiteren bringt nach dem Verscheiden (vefat) von Hâfiz Ali, Gott möge sich seiner erbarmen, der Dienst, den er mir nun an seiner statt im Gefängnis erweist, ihn mir jedes Mal wieder in Erinnerung. Abdullah Çavus, der als einer der bedeutenden Erben des seligen Lütfü gilt, und der heldenhafte Tahirî bringen mich dazu, dass ich Atabey gleich wie mein eigenes Dorf Nurs betrachte. Auch Abdullah aus İslâmköy hat in der Zeit von Hâfiz Ali, Gott möge sich seiner erbarmen, reichen Dienst an der Risale-i Nur versehen. Ich grüße (selâm) sie alle. Ich bete (dua) auch für die Gesegneten im Hause von Tahiri, das zu einer, wenn auch winzigen, Schule (Medrese-i Nuriye) wurde. Auch an Halil İbrahim aus İslâmköy, der ein neuer Hâfiz Ali, Gott möge sich seiner erbarmen, sein könnte, weil er ihm wie sein Abbild gleicht und in seiner Treue (sadakat) an Halil İbrahim aus Milas denken lässt, und meinen Brüdern, die es ihm gleich tun, sende ich alle meine Grüße; besonders teilen Sie Herrn Burhan, dem heldenhaften Bruder des heldenhaften Rüsdü in Isparta mit, dass wir ihm ganz besonders dankbar (minnetdar) sind und er schon mit nur wenig Arbeit für uns und für die Risale-i Nur doch sehr viel geleistet hat. Ich hatte Ihnen dieses Jahr bereits mündlich (sifahen) mitgeteilt: "Vergessen Sie nicht, insbesondere Zekâi persönlich zu treffen, und sagen Sie Ihm: "Ich danke Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dass Er mir meinen Neffen Abdurrahman mit dem Namen Zekâi und mit seinem Aussehen zurückgegeben hat." Was ich Ihnen bereits mündlich (sifahen) gesagt hatte, wissen Sie ja schon. So sind Sie nun mein Brief.
Meine lieben getreuen Brüder!
Diesmal haben eure fröhlichen schönen Briefe, durch ihre Mitteilung über die Freigabe und die Veröffentlichung der Risale-i Nur durch das Tor einer Kopiermaschine mich sehr glücklich gemacht; und dass der heldenmütige Tahiri wieder hierherkommt, um wieder an dieser wichtigen Sache mitzuarbeiten, trieb mich mit allem Nachdruck dazu, mich wieder einmal um die Welt (dunya) zu kümmern. So sagte ich mir in meinem Herzen (qalb): "Da unsere Brüder es nun einmal so sehr wollen, werden wir nach einem Ausweg suchen." Doch in der Nacht wurde mir in meinem Herzen (qalb) klar: "Aus zwei wichtigen Gründen erlaubt die Güte Gottes (inayet-i İlahiye) es nicht, nach vollständiger Freigabe der ganzen Sammlung diese jetzt mit den alten Buchstaben abzudrucken."
Erster Grund: Wie İmam-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, bereits darauf hinweist, wird einmal ein jeder Freiwillige (müstak) entweder seinen eigenen Stift oder den Stift eines anderen ganz im Geheimen zu einem bedeutenden Gottesdienst (ibadet) in Bewegung setzen. Dann wird einmal im Jenseits (âhiret) ihre Tinte - gegenüber dem Blut der Märtyrer (sehidlerin kani) auf die Waage gestellt - schwerer wiegen, wobei das Schreiben als ein Kampf (mücahede) gilt, um die Lichter des Glaubens (envâr-i imani) zu veröffentlichen. Werden sie hingegen gedruckt, wird sie ein jeder leicht in die Hand bekommen können; er wird nicht mehr in vollkommenem Interesse (kemal-i merak) daran arbeiten und so verliert sich sein Beitrag im Dienst an eine tatkräftige Verbreitung.
Zweiter Grund: Eine wichtige Aufgabe (vazifah) der Risale-i Nur ist es, die arabische Schrift, welche die Schrift (huruf) und die Kalligrafie (hatt) der absoluten Mehrheit in der islamischen Welt (âlem) ist, zu bewahren (muhafaza). Wollte man sich heute mit der neuen Drucktechnik an die Arbeit machen, dann müsste man heute, weil heute die meisten Menschen nur noch die neue Schrift kennen, die meisten Abhandlungen nur noch in neuer Schrift drucken. Dies würde aber eine Fetwa für die Risale-i Nur in der neuen Schrift erfordern und veranlassen, dass auch ihre Schüler (sakird) diese viel einfachere Schrift bevorzugen. Darum wurde der Risale-i Nur bis jetzt nicht von Gott ihre Freigabe (serbestiyet) verliehen, obwohl sie doch ihrer überaus würdig und verdient war. Dank sei Gott (Lillahilhamd) erwarb sie nun heute durch die Kraft (kuvvet) ihrer Wahrheiten (hakikat) ihre Freigabe. Und Gott in Seiner Gnade ließ uns sogar das Große Zeichen (Âyet-ül Kübra) wieder zurückgeben (teslim), trotzdem der Druck in der alten Schrift noch verboten war, und zeigte uns so ein großes Wunder (keramet-i ekber).
Ich habe die Fruchtabhandlung (Meyve) und die Abhandlung "Die wohldurchdachten Gottesbeweise (Hüccet-ül Baliga)", welche heute überaus wichtig und für jeden notwendig sind, mit Tahirî nach Istanbul geschickt, damit beide zusammen in einem Band in neuer Schrift gedruckt werden können. Ich habe ihm aus Zeitmangel lediglich die zehnte und elfte Problemstellung der Fruchtabhandlung gegeben, ohne sie zu korrigieren. Bevor sie gedruckt werden, sollt ihr die beiden Problemstellungen sorgfältig korrigieren.
Außerdem ist es notwendig, diese beiden Abhandlungen entweder im Inland oder im Ausland, sei es öffentlich oder heimlich, in Istanbul oder einer anderen Stadt auch noch in der alten Schrift zu drucken.
Außerdem ist es notwendig, sich auch um den Druck der Abhandlung über die Wunder des Qur'an (Mu'cizat-i Kur'aniye) mit allen Ergänzungen (zeyil) sowie der Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-i Ahmediye), mit dem Friede und Segen sei, gleichfalls mit allen Ergänzungen (zeyil), und zwar beide zusammen in einem Band in der alten Schrift, der Umstände halber entweder in Istanbul oder an einem anderen Ort in der alten Schrift, sowie auch um den Druck der Hizb-ün Nuriye mit der Übereinstimmung (tevafuk), genauso wie der Hizb-ül Kur'an zu bemühen, damit dies zu einem ersten Schritt (mukaddeme) für den Druck des Qur'an wird, dessen Verkündigung ein Wunder ist (Kur'an-i Mu'ciz-ül Beyan), wobei dann auch das mit bloßem Auge sichtbare Wunder (mu'cize) der Übereinstimmung (tevafuk) aufrechterhalten (muhafaza) wird. Man muss aber stets mit Bedacht, unter gegenseitiger Beratung und mit Umsicht (ihtiyat), an diese heiligen (kudsî) Dinge herangehen.
Ich grüße (selâm) alle meine Brüder, jeden Einzelnen von ihnen, und bete für ihre Sicherheit (selâmet). Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) sei grenzenlos Dank dafür, dass Kâtib Osman und Halil İbrahim unter den ältesten Schülern (sakird), mit eiserner Standhaftigkeit und ohne sich jemals erschüttern oder umstimmen zu lassen, fortschreiten und vielen ein gutes Beispiel (hüsn-ü misal) geben.