Einer Ungerechtigkeit, dergleichen in der Geschichte und auf Erden überhaupt noch nicht vorgekommen ist, für eine Unterdrückung und Greueltaten, wie sie in zehnfacher Hinsicht gesetzlos sind, bin ich zur Zielscheibe geworden. Es ist dies wie folgt:
Was für einen Sinn hat es eigentlich für Sie, dass Sie es für erforderlich halten, diesem hilflosen Said, der sowohl zufolge eines Giftmord-Anschlages nun in seinem einundsiebzigsten Lebensjahr bereits sehr alt, krank und schwach ist, ein Namenloser und beklagenswerter Heimatloser, der sich nun, nachdem er Mantel, Hemd und Pantoffeln verkaufen musste, um so für seinen Lebensunterhalt sorgen zu können, in einem armseligen Zustand befindet, der, da er seit fünfundzwanzig Jahren ein Einsiedlerleben führt, nur mit einem unter tausend Männern, der noch dazu vollständig loyal sein muss, sprechen kann, der auf diese Weise menschenscheu geworden ist und vor allen Menschen zurückschreckt, einer dessen Leben, obwohl unschuldig, zwanzig Jahre lang überwacht wurde, dessen Werke von drei Provinzrichtern durch Sachverständige aus Ankara von vorn bis hinten durchforscht wurden, der dann übereinstimmend freigesprochen wurde und dessen Werke, die dem Land und Volk niemals geschadet haben, sondern ihm nur von Nutzen gewesen sind und nun (auf Gerichtsbeschluss) wieder frei gegeben wurden, der sowohl im Ersten Weltkrieg als Sohn seines Landes wichtige Dienste erwiesen hat und der nun als wahrer Patriot mit all seiner Kraft daran arbeitet, dieses Volk, dieses Land vor der Anarchie und der Demoralisierung durch die Fremden zu bewahren, während (gleichzeitig) seine Werke im Umlauf sind, von dem vor Gericht siebzig Zeugen bewiesen haben, dass er in fünfundzwanzig Jahren nicht einmal eine Zeitung gelesen hat, ja nicht einmal daran interessiert war, der sich seit sieben Jahren nicht für den zweiten Weltkrieg interessierte, nicht danach fragte und nichts darüber wusste, von dem mit machtvollen Zeugnissen bewiesen wurde, dass er in all seinen Werken seine Beziehungen zur Politik ganz und gar gebrochen hat, ein völlig harmloser Mann, über den Eure Justizämter offiziell ausgesagt haben, dass er sich nicht in eure weltlichen Angelegenheiten einmischt, der, damit das Jenseits (ahiret) und die Reinheit seiner Absicht (ihlas) keinen Schaden (zarar) nehmen, entschlossen vor den Huldigungen des Volkes (teveccüh-ü âmme) flüchtet, der alle Bezeigungen der Hochachtung (hüsn-ü zan) und Wertschätzung (medih) von Seiten seiner Mitbrüder meidet und sie gar nicht mag: welchen Sinn macht es denn vor allem für Sie, der Sie doch der Innenminister (Vakil) sind, dass Sie es für erforderlich halten, den Gouverneur (Vali) von Afyon (mit seiner Überwachung zu beauftragen, die Polizei von Emirdag gegen ihn aufzuhetzen, ihn Tag um Tag die Qual gleich einem Monat Einzelhaft erleiden zu lassen, ihn dazu zu zwingen, in vollkommener Isolation, ganz für sich allein in Einzelhaft zuzubringen? "Welches Gesetz erlaubt eine solche entsetzliche Greueltat?", das frage ich den Herrn Innenminister vor dem höchsten Amt der Justiz, der doch das öffentliche Recht (hukuk-u umumiye) zu bewahren hat.
Der ungerechterweise von allen bürgerlichen Rechten, Menschenrechten und dem Recht auf ein Leben (in Freiheit) ausgeschlossene
Meine lieben getreuen Brüder und - in diesem für mich fremden Land (gurbet) - meine aufrichtigen Verwandten Osman, Mehmed und Hasan Efendi!
Da für euren aufrichtigen, so ganz unvergesslichen Dienst an mir und an der Risale-i Nur als ein sofortiger Lohn ist, dass Hasan Feyzi und andere Schüler (talebe) sich außerordentlich der Familie Çaliskan zuwenden und ihren Ruhm im ganzen Lande verbreiten und die Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) für euch zu Freunden machen, seid ihr mit einer allumfassenden Umsicht (ihtiyat), einer vollkommenen Treue (sadakat) und an meiner statt mit einer Vorsicht verpflichtet, um mehr als ich die Risale-i Nur und ihre Schüler (sakird) zu schützen und zu bewahren (muhafaza) und sie vor den Listen der Politiker (ehl-i siyaset) und meiner Feinde, die mich vergiften wollen, zu retten. Andernfalls wird ein kleiner Fehler nicht nur mir, ja vielmehr Tausenden unschuldiger Schüler (masum sakird) schaden. Da mein Zustand und die Qualen, die sie mir zugefügt haben, in sechsfacher Hinsicht gesetzlos sind, suchen diejenigen, die mich gnadenlos (insafsiz) und gegen jedes Gesetz misshandeln, für sich nach einem Grund, einer Ausrede, um sich in Zukunft vor der Verantwortung drücken zu können. Ihr müsst also überaus vorsichtig sein!
Meine lieben, getreuen Brüder!
Erstes: Vor ein, zwei Tagen wurde euch eine Kopie über die Vorbesprechung (hasbihal) zugeschickt, damit ihr sie als ein Dokument (esas) verwenden könnt, das ihr - falls notwendig - entweder als ein Gesuch (istida) gebrauchen, einem Rechtsanwalt (vekil) geben oder bei Gericht (mahkeme) vorlegen könnt, oder euch mit diesem Papier bei irgendeiner anderen Behörde (makamat) melden und auch unsere Brüder aufgrund dieses Dokumentes (esas) gegen die Heuchler (münafik) zu verteidigen (müdafa) wisst. Darum also wurde es euch zugeschickt. Also war vor allem er {der Innenminister} es, der mir mit seinem Hass bis jetzt diese qualvollen Schikanen zugefügt hatte. Wie dem auch sei: ihr könnt euch untereinander beraten (mesveret) und dann alles Notwendige unternehmen. Man muss aber vorsichtig sein, sich nicht aufregen und darf keinen unnützen Lärm (velvele) verursachen.
Zweitens: Diesmal habe ich durch diesen ängstlichen Müfti hier, den ich zuvor noch nicht getroffen hatte, einen Brief von Hulusi aus Kars zusammen mit dem Brief meines Neffens Nihad erhalten. Mit Recht bewahrt (muhafaza) dieser unser Bruder fortwährend seine außerordentliche Treue (sadakat) und seine starke Verbundenheit (Nur'lara kuvvetli alâkasi). Es ist eine bedenkenswerte (manidar) Übereinstimmung (tevafuk), dass ich - ohne es zu wissen - zu Sabri für den Fall, dass Nihad dort sein könnte, in irgendeinem bestimmten Zusammenhang gesagt hatte: Wenn Nihad in Kars ist, trifft er sich dort mit Hulusi. Während ich also dies hier in diesem Sinne so gesagt hatte und dann auch so an euch geschrieben hatte, obwohl die beiden bis dahin noch geschwiegen hatten, schrieben die beiden mir inzwischen ebenfalls einen Brief.
Drittens: Die Übereinstimmung (tevafuk) der Zeit, in der ich den Brief unseres Bruders Re'fet, welcher seine vollkommene Treue (kemal-i sadakat) und Verbundenheit (alâkasi) bezeugt und zeigt, dass er wie Hulusi ein Kommandant (Nurlarin bir kumandani) ist, und den Brief von Hulusi erhalten habe, ist sehr feinsinnig (latif) und hat mich froh gestimmt. Die beiden sollen in die Briefsammlung (Lâhika) aufgenommen werden. Dass Re'fet die unschuldigen Kinder den Qur'an lesen lehrt und er sich selbst mit den "Blitzen (Lem'alar)", sei es mit ihrer Abschrift, sei es auch mit dem Lesen, beschäftigt, und dass diese unschuldigen Kinder für die Heilung (sifa) meiner Krankheit gebetet haben, hat meiner Krankheit wie eine Salbe Erleichterung (hiffet) und Erquickung (ferah) gebracht.
Und viertens: Oftmals dachte ich betrübt und bekümmert an Yakub Cemal, der mit seiner Schrift an den seligen Âsim erinnert, weil ich nicht wissen konnte, ob er noch am Leben (hayat) ist und wenn er noch lebt, ob er noch mit seinem schönen Stift (Nur'lar ile hizmet) dient. Unendlicher Dank sei Gott: ich habe einen Brief von ihm erhalten, der zeigt, dass er sowohl am Leben ist als auch (Nurlarla hizmet) im Dienst steht und dass seine Treue (sadakat) weiterbesteht. So sagte ich denn: Dank sei Gott (elhamdülillah).
Meine lieben getreuen Brüder!
Mehr als hundertmal erscheint mir eine überaus wertvolle Glaubenswahrheit (hakikat-i imaniye). Da die Zeit der Abfassung vollendet ist, konnte ich diese so bedeutungsvolle Wahrheit (hakikat) nicht erjagen, so sehr ich mich auch dazu angestrengt hatte. Ich hatte darauf gewartet, sie in aller Klarheit wahrzunehmen und auszudrücken, es ist mir nicht gelungen. Nun werde ich also versuchen, diese so umfangreiche und so langwierige Wahrheit (hakikat) dennoch ganz kurz und mit einem nur sehr kurzen Hinweis zu besprechen.
{"Fürwahr, Gott hat den Menschen nach dem Gleichnis Seiner Barmherzigkeit erschaffen."}
Diese Hadîth gehört sowohl zu den schlagwortartigen (cevami-ül kelim) als auch zu den gleichnishaften (mütesabih) Hadîthen. Eine sehr große und umfangreiche Auslegung dessen erschien mir in meinem Herzen (kalb) während ich Hülâsat-ül Hülâsa und Cevsen-ül Kebir' gelesen habe. Ich habe auch, um diese derart einzigartige und so schöne Auslegung nicht wieder zu vergessen, in der Art von Chiffren und Hinweisen zwischen der siebzehnten Stufe von Hülâsat-ül Hülâsa mit den Worten "Zeugnis (sehadet) in der Sprache des Qur'an" und der Achtzehnten Stufe mit den Worten: "Zeugnis in der Sprache der Schöpfung", diese chiffrierten Hinweise in der folgenden Weise gesetzt.
{"Es gibt keine Gottheit außer Gott, der notwendigerweise da sein muss, der Eine in Seiner Allgegenwart, in der Sprache der Wahrheit der Menschen, mit den Worten ihres Lebens, ihrer Gefühle, ihrer Charaktere, ihrer Maßeinheit, ihrer Spiegelhaftigkeit, mit den Worten ihrer Eigenschaften, ihrer Gesittungen, ihres Treuhändertums, ihres Inhaltsverzeichnisses, ihres Egoismus, mit den Worten ihres vielfältigen Erschaffenseins, ihres unterschiedlichen Gottesdienstes, ihrer vielen Bedürfnisse, ihrer grenzenlosen Armseligkeit, Schwäche und Mangelhaftigkeit und ihrer grenzenlosen Talente."}
Nun möchte ich diese kurze Chiffre wiederum mit einer ganz kurz zusammengefassten Chiffre übersetzen und erläutern. Ihr sollt dieses dem Hülâsat-ül Hülâsa als Anmerkung beifügen.
In meinen Augen wird dieser riesige Kosmos (koca kâinat) in der Tat zu einer Dhikr-Gemeinschaft (halk) wenn ich Hülâsat-ül Hülâsa lese. Da aber jede Art Sprache sehr umfangreich ist, um mittels der Vorstellung (fikir) die Eigenschaften (sifât) und Namen Gottes (esma-i İlahiye) mit wissenschaftlicher Sicherheit (ilmelyakîn) verständlich machen zu können, gibt sich der Verstand (akil) alle Mühe, bis er sie endlich ganz erkennen kann. Erst wenn er die Wahrheit der Menschen (hakikat-i insaniye) betrachtet, in diesem umfangreichen Ausmaß (o câmi' mikyas), auf dieser winzig kleinen Landkarte, in diesem zutreffenden kleinen Beispiel, mit dieser empfindlichen kleinen Waage, in der Empfindsamkeit seiner Ichhaftigkeit (enaniyet hassasiyetinde), bestätigt er mit einer so sicheren, bezeugten (suhudî) und vergewisserten Einsicht (iz'anî vicdan), mit innerer Sicherheit (itminan) und mit seinem Glauben (iman) diese Eigenschaften (sifât) und Namen (esma). Er gelangt sowohl sehr leicht, als auch bei ihm anwesend in seinem Spiegel, {in seinem reflektierenden Geist (A.d.Ü.)} überhaupt ohne einer langwierigen Gedankenreise (seyahat-i fikriye) zu bedürfen, zu dem wahrhaftigen Glauben (iman-i tahkikî) und versteht den wahrhaftigen Sinn (hakikî mana) von
{"Fürwahr, Gott hat den Menschen nach dem Gleichnis Seiner Barmherzigkeit erschaffen."}
Denn da Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) durch keinen Vergleich erfassbar ist, bezieht sich dieses Gleichnis auf das innere Wesen (sîret), auf Gesittung (ahlâk) und Eigenschaften (sifât).
Die Mystiker (ehl-i tarîkat) fanden während einer esoterischen (seyr-i enfüsî) oder exoterischen (âfâkî) Reise auf zwei Wegen zur Erkenntnis Gottes (marifet-i İlahiye) und fanden so in der Tat den kürzesten, leichtesten, stärksten (kuvvetli) und sichersten (itminanli) Weg in der Esoterik (enfüsî), d.h. im verborgenen Gedenken (zikr-i hafi) des Herzens (kalb). Genauso bewegten sich auch die großen Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) nicht auf den Straßen der Erkenntnis (marifet) und Erfahrung (tasavvur), sondern vielmehr auf den beiden Wegen des Glaubens (iman) und der Bestätigung (tasdik), die viel erhabener (âlî) und wertvoller (kiymetli) als diese sind.
Erstens: Um das Buch der Schöpfung (Kitab-i kâinati) zu studieren, sollte man die äußere Welt (âfâk) wie im Großen Zeichen (Âyet-ül Kübra), der Hizb-ün Nuriye und den Hülâsat-ül Hülâsa betrachten.
Der andere Weg: Es handelt sich darum, die Stufe des Glaubens (iman) zu erlangen, die keinen Zweifel oder Argwohn (vesvese) kennt, indem man die Landkarte der menschlichen Wahrheit (hakikat-i insaniye), das Inhaltsverzeichnis des menschlichen Egoismus (enaniyet-i beseriye) und das Wesen seiner Seele (mahiyet-i nefsiye) anhand der Einsicht (vicdan), der Emotionen (hissî) und in gewissem Grade der Beobachtung (suhudî) studiert, welche das Bewusstsein am stärksten (kuvvetli) und im Grade einer wahrhaftigen Gewissheit (hakkalyakîn) prägt, was sich auf das Geheimnis der Nähe Gottes (sirr-i akrebiyet) und das Erbe des Prophetentums (veraset-i nübüvvet) bezieht. Ein Teil der Wahrheit (hakikat) des esoterischen (enfüsî) Nachsinnens im Glauben (tefekkür-ü imanî) wird im Dreißigsten Wort, das vom Ego (ene) und dem Egoismus (enaniyet) handelt, und im Dreiunddreißigsten Brief im "Fenster des Lebens (hayat)" und im "Fenster des Menschen" und noch einigen weiteren Teilen und anderen Abhandlungen (ecza-yi Nuriye) gewissermaßen erklärt.
Dies soll sowohl in der Briefsammlung (Lâhika) als auch in dem "Siegel aus dem Verborgenen (Sikke-i Gaybiye)" und am Schluss der "Hülâsa" eingereiht werden.
Meine lieben getreuen Brüder!
Da mein Zustand es mir auf eure vielen Briefe nur mit einem einzigen Brief unsortierter Gedanken zu antworten erlaubt, bitte ich euch, deswegen nicht gekränkt zu sein.
Erstens: Unsere verborgenen Feinde gebrauchten jede mögliche List, um mir am leichtesten auf die Nerven gehen zu können, nachdem sie einige der bedeutenderen Angestellten (vazifedar) der Regierung in die Hand bekommen und mich mit aller Kraft (kuvvet) unter Druck gesetzt hatten, um ein Ereignis wie die Unruhen von Menemen und Scheych Said auszulösen. Sie haben gesehen, dass es den Alten Said nun nicht mehr gibt und der Neue lässt sich einfach nicht provozieren. So haben sie diesen Plan zu anderen Attentaten (sû'-i kasd), z.B. in eine Vergiftung, umgewandelt. Der Schutz Gottes (Hifz-i İlahî) hat auch ihn zum Scheitern gebracht. Jetzt missbrauchen diese Heuchler (münafik) offiziell den Einfluss der Regierung, um hier mit einer fürchterlichen Propaganda die Leute (halk) von mir abzuschrecken und abzuwenden. Geratet aber jetzt nicht in Aufregung. Die Güte des Herrn (İnayet-i Rabbaniye) setzt sich fort. Allmählich breiten sich die Erfolge (fütuhat-i Nuriye) aus.
Zweitens: Die Klagelieder (mersiye), diesmal von Hassan Feyzi und vor einer Woche von Halil İbrahim, welche sie in ihrer derart guten Meinung (hüsn-ü zan) über meine Person (sahsim) geschrieben haben, und ihre so aufrichtigen, von Trauer erfüllten Abschiedsschriften (vedaname) wurden aus drei Gründen mit ein wenig mehr Bescheidenheit angenommen.
Erster Grund: Sie haben geschrieben, indem sie nicht meine Person (sahsim), sondern meinen Dienst für den Qur'an, den Glauben (îman), meinen eigenen Beitrag (Nurlara hâdimlik) und diese geheiligte Aufgabe (vazife-i kudsiye) in Augenschein nahmen.
Zweiter Grund: Ihre Beschreibungen und die der aufrichtigen (hâlis) Brüder, die sie dort in der Umgebung vertreten, Beschreibungen (tarifat), welche weit über meine Grenzen hinausgehen, sind eine Art inniges Gebet (dua), ein erhabener (ulvî) Hinweis (tefe'ül), ein edler Wunsch (arzu-yu hayr), eine Widerspiegelung (in'ikas) ihrer Fähigkeit (istidad), ihrer Überzeugung (itikad), und ihrer sehr ernsthaften Verbundenheit (Nurlara alâka).
Dritter Grund: Da ich in ihren Augen der Vertreter (mümessili) und ein Vorbild (nümunesi) der Geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur und ihrer Schüler (sakird) bin, ist es nicht zweckdienlich (maslahat), wenn sie diesen ihren außerordentlichen Eindruck (hüsn-ü zan) verlieren und ihre Geisteskraft (kuvve-i maneviye) erlahmt, welche der Grund ihrer Begeisterung (sebeb-i tesvik) sind. Den beiden und ihren Kameraden, besonders Ahmed Feyzi und unseren Brüdern im Gefängnis von Denizli und allen, die sich unseretwegen um die Gerechtigkeit (adalet) bemühen, Tausende Grüße (selâm).
Drittens: Mir von den vielen Briefen des heldenhaften Hüsrev, welche ich stets bei mir behalte und welche mir so oft in meinen Besorgnissen (sikinti) zu einer heilenden Salbe geworden sind, jeweils einen wichtigen Abschnitt (fikra) zu nehmen und sie sodann alle in die Briefsammlung (Lâhika) einzureihen, finde ich keine Zeit. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass ich sie in einer etwas ruhigeren (istirahat) Zeit noch einmal durchsehen kann. Der Brief von Ahmed Nazif, den er im Namen der Schüler (talebe) in Inebolu geschrieben hat und der ihre innere Anteilnahme (istirak) an dem rührenden Klagelied (mersiye) von Halil İbrahim zeigt, beseitigte alle meine Sorgen (endise) über die standhaften (sebatkâr) Brüder dort in der Umgebung. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), mit ihnen zufrieden (razi) sein.
Viertens: In dieser Zeit ist es ein großer Dienst (hizmet) an den Lichtern (Nurlar), dass die alten und neuen Brüder, deren Namen in Ahmeds Brief aus dem Dorf Çoban İsa Köyü stehen, an der Risale-i Nur arbeiten und auch die Kinder am Qur'an und an den Lichtern (Nurlar) arbeiten lassen. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihnen Erfolg (muvaffak) schenken. Âmîn!
Fünftens: Vor materiellen und geistigen Vergiftungen meiner heuchlerischen Feinde bewahrten mich zwar vielleicht zwanzigmal Cevsen und Evrad-i Kudsiye-i Sah-i Naksibend durch ihre Heiligkeit (kudsiyet) vor der Gefahr des Todes. Leider hinterließ diese Tyrannei eine dermaßen heftige Wirkung auf meine Nerven (asabim), meine allgemeine Reizbarkeit (sinir) und meine Empfindsamkeit (hassasiyet), bewirkte in mir eine Aufregung (heyecan), Leid (teellüm) und Widerwillen (teellüm), dass ich selbst einen innigen Freund und einen vollkommen getreuen Bruder kaum eine Stunde bei mir aushalten kann; meine Seele (ruh) kann es nicht mehr ertragen. Allein wenn jemand mich auch nur anstarrt, stört mich (sikili) das schon. Meine Menschenscheu (merdümgirizlik) ist eine Krankheit, die ich schon früher ein wenig hatte. Doch sie wurde besonders heftig durch die grausamen Schikanen (sikinti) und die ständigen Beobachtungen (tarassud) durch diese Tyrannen. Als ob ich hinsichtlich des gesellschaftlichen Lebens (hayat-i içtimaiye) bereits gestorben wäre bevor ich gestorben bin; in Anbetracht dieser Tatsache (hakikat) und dieses Geheimnisses (sirr) schreiben selbst mir besonders nahestehende (has) Brüder bereits Klagelieder über meinen Tod (vefat mersiye).
Des Weiteren stört mich das Klima hier nervlich (asab) sehr. Auch nur ein Tag dieses Winters kommt mir so unerträglich vor wie der ganze vergangene Winter im Gefängnis von Denizli und stimmt mich melancholisch (üzüyor).
So wie das Auge auch nur ein Härchen nicht ertragen kann, genauso wird meine Seele (ruh) von diesen derzeitigen Umständen mit aller Last und Schwere ständig so wie durch solch ein Härchen im Auge gereizt und belastet. Doch um der Sicherheit (selâmet) der Risale-i Nur und ihrer Schüler (sakird) willen nimmt diese Seele (ruh) um ihretwegen und an ihrer Stelle in der Tat gerne allen schweren Druck (tazyikat) und alle Anstrengungen (sikinti) gleich Bergen auf ihre Schultern und - das erkläre ich euch dennoch mit aller Gewissheit - erträgt (tahammül) sie und erduldet (sabreder) sie in Dankbarkeit (sâkirane). Da aber nun einmal meine Schwäche und Ohnmacht und mein Leid (teessürat) so groß sind, sollen meine nächsten Brüder, statt meine Last mit ihrem Lob (medih) noch mehr zu erschweren, mit ihren Gebeten (dua), ihrer Liebe (sefkat), ihrem Eifer (himmet) und ihrem Mitgefühl (acima) mir helfen und meine Last erleichtern. Es ist eine Erscheinung der Gnade des Herrn (İnayet-i Rabbaniye), dass Er mit Hilfe meiner derart krankhaften Menschenscheu (merdümgirizlik) diese absolute Islolationshaft (tecrid-i mutlak) durch die Tyrannen zunichtemacht: sie quält mich nicht; ich bin in gewisser Hinsicht zufrieden.
Meine lieben getreuen Brüder, mein vollkommener Trost in diesem schrecklichen Zeitalter und meine Erben!
Es ist dafür, dass euer außerordentlicher Eifer und Einsatz Isparta und Umgebung in eine ausgedehnte Medreset-üz Zehra und in eine Câmi-ül Ezher verwandelt hat, auch ein Beweis, dass ihr diesmal mehr als zwanzig Exemplare des Bandes "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa), die ihr so perfekt in Übereinstimmung (tevafuk) geschrieben habt, welche selbst die Drucker in Erstaunen versetzte, und sie zu eurem halbanalphabetischen Bruder gesandt habt. Gott, der Erbarmer, der Allbarmherzige (Cenab-i Erhamürrâhimîn), möge euch, den Schreibern und Helfern für jeden Buchstaben tausendfach Sein Erbarmen (rahmet) und Tausende paradiesische Früchte (meyve-i Cennet) schenken (ihsan) und hundertfach Gutes (hasenat) in eurem Tatenbuch (defter-i a'mal) gutschreiben, âmîn âmîn âmîn!
Ich habe sie betrachtet und dabei kam mir in meinem Herzen der Gedanke: Gibt es etwa für diese Helden jetzt keinen Lohn?
Da kam mir plötzlich die Ermahnung (ihtar): Sie studieren diesen Band bei ihrer Abschrift vorerst selbst ganz genau und erhalten so einen machtvollen Unterricht im Glauben (ders-i imanî), der die Philosophen zum Schweigen bringt, während sie sich dadurch selbst einen geistigen (manevî) Schatz erwerben, der sie zum Glauben führt.
Zudem werden ihre Exemplare den Glauben noch sehr vieler Menschen retten oder sie zum Glauben führen. Ein Hadith sagt dazu: "Wenn ein einziger Mann durch dich zum Glauben gelangt, ist das besser (hayirli) als eine ganze weite Ebene voll rot gefärbter Schafe." {die rote Farbe kennzeichnet die Schafe als Musterexemplare (A.d.Ü.)} Zudem versehen sie durch ihre segensreichen (mübarek) Stifte den heiligen Dienst (kudsî hizmet) der Schwerter, den die großen kämpferischen Helden (mücahid) der Islâmiyet in alter Zeit einmal geführt hatten. Auf jeden Fall wird die Zukunft sie und alle Schüler (Nurculari) vielmals bejubeln.
Zweitens: Es ist angemessen, den folgenden, mit einem Strich gekennzeichneten Abschnitt an den Anfang des Bandes "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) zu setzen. Wer will, kann auch noch den ganzen obigen Teil dieses Briefes dazuschreiben.
In den Abhandlungen "Achtundzwanzigster Blitz" und "Achter Blitz" wurde vollständig bewiesen, dass Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, in seiner Kasside "Celcelutiye" (der Einzigartige) offensichtlich, ja fast eindeutig, von der Risale-i Nur und ihren bedeutenden Abhandlungen in der gleichen Reihenordnung verkündet. Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, spricht von der letzten Abhandlung der Risale-i Nur mit dem folgenden Satz in seiner "Celcelutiye"
{"Es heißt: Stab Mosis, der die Finsternis vertreiben wird."}
Vor ein, zwei Jahren hatten wir uns "Das große Zeichen" als die letzte Abhandlung gedacht. In Wirklichkeit wurde erst jetzt im (Jahre) vierundsechzig (Jul. Kal.=1948 Greg. Kal.) die Abfassung der Risale-i Nur vollendet. Der Sinn dieses Satzes von Imam Ali (Gott möge mit ihm zufrieden sein) ist folgender:
Imam Ali verkündet hier eine Abhandlung, die die Finsternis vertreiben wird, wie der Stab Mosis Licht ausstrahlte und die Zauberei zunichtemachte. Der Teil dieses Werkes, der die "Frucht"-Abhandlung enthält, galt für uns als eine Verteidigungsrede und vertrieb die fürchterliche, grausame Finsternis, die uns überfallen hatte. Der andere Teil, der "Zeugnisse" heißt, beseitigte auch die Finsternisse der Wissenschaften, die gegen die "Licht"-Abhandlungen Front gemacht hatten, und veranlasste die von Ankara beauftragten Gutachter diese zu bestätigen, ja zu würdigen. Es finden sich viele Zeichen, dass dieses Werk auch die künftigen Finsternisse beseitigen wird. Dem Stab Mosis, der aus einem Fels zwölf Quellen hatte sprudeln lassen und elf Wunder gewirkt hatte, gleicht dieses letzte Werk mit der "Frucht"-Abhandlung, mit ihren elf lichtvollen Problemstellungen und mit dem zweiten Teil mit den elf unwiderlegbar starken Zeugnissen. Das gibt uns die feste Überzeugung, dass sich Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, mit diesem Satz direkt auf dieses Werk, das "Stab Mosis" heißt, bezieht und es mit Hochschätzung vorausverkündet.
Drittens: Diesmal haben wir das Klagelied (mersiye) von Sabri, der einer der Verbindungsleute (Nur santrali) ist und dessen besonders wichtige Schriften (fikra) im Siebenundzwanzigsten Brief enthalten sind, in die Briefsammlung (Lâhika) aufgenommen und auch an euch geschickt. Der sechste Strahl (Altinci Sua), den Hâfiz Mustafa, der zu den besonders Fleißigen und Gesegneten gehört und mit seinem Dienst für die Veröffentlichung (Nurlarin nesrine) einen großen Beitrag leistet, als er erst sieben Jahre alt war, abgeschrieben hatte, und sein vollkommen (tam) gesegnetes, unschuldiges Kind, das mir einen Brief geschrieben hat, werden hier unter den Kindern ihre Begeisterung (istiyak) für die Lichter (Nurlara) wecken und darum soll sein Name auch "Said Nurî" sein; "Said Nursî" wäre dagegen sinnlos, denn "Nursî" ist nur ein Dorf (köy). Es soll also kein "Sin" in dem Namen (Nursî) vorkommen, sondern nur ein "Je", damit so seine Beziehung (alâka) zu den Lichtern (Nurlar) deutlich wird. Noch viele Dinge wollte ich schreiben, aber ich muss mich jetzt kurz fassen, weil ich noch viele Aufgaben (vazife) und Arbeiten zu erledigen habe.
Meine lieben getreuen Brüder!
Erstens: Es hat mich zu einem grenzenlosen Dank (sükre) gegenüber dem Erbarmer aller Barmherzigen (Erhamürrâhimîn) geführt, der euch mir in diesem Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) als wahrhaftige (hakikî) Brüder gegeben hat, nun denen, welche ihre erste Aufgabe (vazife) beendet haben, verkünden (müjde) zu dürfen, dass sie jetzt mit dem Band "Wunder Ahmeds" (Mu'cizat Mecmuasi) anfangen können, der ihre zweite Aufgabe ist. Ein Gnadenerweis (keramet) der ersten Aufgabe {Stab Mosis} zugunsten der Schrift (Hatt-i Kur'anî) ist es, dass im Zentrum der Stadt (merkez) ein Kurs für die Schrift (hatt-i Kur'anî) eröffnet wurde. So möge denn Gott es auch wollen (insâallah), dass sich ein noch wunderbarerer Gnadenerweis (mu'cizane bir keramet) kundtun wird!
Zweitens: Es wäre besser und passender, wenn Sabri aus Konya durch euch mit mir korrespondiert (muhabere). Denn ihr könnt meistens an meiner Stelle das durchführen, was er wünscht. Da z.B. die Gelehrten (âlim) dort bei der Korrektur (tashihat) bestens helfen können, soll die Korrekturarbeit auch dort ausgeführt werden und so sollen sie das auch tun. Ihr sollt ihnen einige Exemplare schicken, die ich bereits korrigiert (tashihim) habe. Diese Korrekturarbeiten (tashih mes'ele) sind in der Tat von Bedeutung. Denn wenn einmal ein Buchstabe oder ein Punkt am falschen Platz steht, kann dadurch eine wichtige Bedeutung (kiymetli mana) verloren gehen. Die Schreiber sollen als Erstes einmal gründlich miteinander (mukabele) hören und lesen. Dann sollen sie den Text zu mir und zu den Korrektoren (tashihçi) weiterleiten. Nach Gottes wunderbarem Willen (Mâsâallah) fanden sich jedoch in den Exenplaren des "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)", die mir diesmal gebracht wurden, teils weniger Fehler, teils waren sie bereits korrigiert. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), sowohl mit den Schreibern (yazan) als auch mit den Korrektoren (tashihçi) für ewig zufrieden (ebeden razi) sein, âmîn.
Drittens: Hoca Hasmet aus Tunesien, der in Yozgat wohnt und sich dort mit der Risale-i Nur beschäftigt, hörte zunächst von "meinem Tod (vefat)", dann aber, dass ich doch noch am Leben (hayat) bin und schrieb zwei sehr herzliche (samimî) Briefe. Teilt ihm von mir hier meine Grüße mit!
Viertens: Da Burhan, der heldenhafte Bruder von Rüsdü, uns oftmals seine persönlichen Grüße schickt und seit langer Zeit - obwohl er sonst ungebildet (ümmilik) ist - wenn einmal Not am Mann ist, wichtige Dienste (Nurlara hizmet) leistet, lassen wir auch ihn im Kreis der engsten Brüder jeden Tag mit seinem Namen an unseren Verdiensten (kazanç) Anteil haben.
Eine denkwürdige Übereinstimmung (tevafuk): Während ich hier noch über all meine Sorgen schreibe, die mir daraus erwuchsen, dass ich die Briefe von Hüsrev und Sabri noch nicht erhalten hatte, gelangten zu gleicher Zeit all ihre vielen Briefe, welche so unerwartet umfangreich waren und alle meine Sorgen beseitigt haben, an meine Tür.
Grüße (selâm) an alle meine Brüder
Meine lieben, getreuen Brüder und wahrhaftigen Gefährten auf dem Weg zur ewigen Wahrheit!
Die persönlichen Briefe, die von den Helden (efeler) in Kastamonu, den Mutigen des Lichtes (Nur'un kahramanlari) und den Opferbereiten (fedakâr) aus Safranbolu zu euch und von da hierher gekommen sind, verdienen (müstehak) es und wären würdig (lâyik), auch persönlich wieder beantwortet zu werden. Doch sollte keiner gekränkt sein, wenn ich durch euch nur eine kurze Antwort schreibe, weil meine Gesundheit und meine Zeit mir mehr nicht erlauben.
Erstens: Die Briefe von Hilmi, İhsan, Emin und Tasköprü'lü Sadik haben mich sehr gefreut. Tatsächlich haben diese Brüder im Gefängnis in neun Monaten so viel wie neun Jahre Dienst (hizmet-i Nuriye) versehen und so kamen sie mit den Helden in Isparta auf die erste Stufe. Ich werde niemals vergessen, dass sie sich sowohl um mein Wohl (istirahat) als auch für die Einigung (ittifak) unserer Gefährten im Gefängnis und für den Dienst an den neuen Abhandlungen (Nurlarin hizmeti) aufs Beste bemühten. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), mit ihnen und mit euch für ewig zufrieden (ebeden razi) sein. Ich reise gerne in meinen Träumen (hayalen) wie in alten Zeiten oftmals an die bekannten Plätze und Ausflugsorte (seyrangâh) in Kastamonu und Barla. Dort setze ich mich dann nieder und weine. So betrachte ich meine Vertrauten (enîs) in meiner Vorstellung.
Einem kurzen Brief, in dem die schöne Schrift und die prägnante Ausdruckweise an den heldenhaften Sadik erinnern, haben auch Mustafa Osman und Hifzi ihre Grüße beigefügt. Auch die Schüler in Safranbolu lassen grüßen. Nun bin ich unsicher, ob Sadik zu ihnen gekommen ist, oder ob sie zu ihm gegangen sind, oder dieser Sadik vielleicht ein anderer Bruder ist, der auch so heißt?
Dass die Getreuen (siddik) in Barla intensiv an der Abschrift der Lichter (Nurlar) arbeiten, ist vor allem Anderem ihre Aufgabe. Denn da Barla die Ehre erlangt hat, die erste Schule (medrese-i Nuriye) zu sein, ist es nicht richtig, diese gesegnete Schule nun ohne Schüler (talebe) zu lassen. So möge denn nun Gott es so wollen (insâallah), dass sie jetzt dort wieder zum Leben kommt. Und so sagen wir denn zu denen, die dort wieder an ihr arbeiten: Möge Gott sie segnen (bârekâllah) und möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihr Erfolg (tevfik) schenken. Âmîn.
Zweitens: Die beiden Briefe von Osman und Ahmed, zwei der getreuen (sadik) Schüler in Safranbolu, bringen ihre außerordentliche Treue (sadakat) und ihre Verbundenheit (Nurlara alâkadarlik) zum Ausdruck. Und Gott wollte es, dass Osman auf wunderbare Weise (Mâsâallah) in ganz kurzer Zeit sowohl den Qur'an lesen lernte (ders), als auch die Lichter (Nurlar) kopierte und jetzt den Stab Mosis (Asâ-yi Musa) abschreibt. Er ist ein richtiger Bruder für Mustafa Osman und Hifzi und steht auch mit Ahmed in enger Verbindung. Ich konnte wegen der Schreibfehler nicht enträtseln, was er in seinem Brief sagen wollte. Ihnen und meinen Brüdern in Safranbolu und Kastamonu und Umgebung sende ich viele Grüße (selâm) und bete (dua) für sie und bitte auch sie um ihre Gebete. Wir grüßen (selâm) alle Brüder in der Medreset-üz Zehra aus Isparta und Umgebung, einen jeden Einzelnen von ihnen, und beten für ihre Sicherheit (selâmet).
Meine lieben getreuen Brüder!
Erstens: Während ich mir schon Sorgen machte, weil ich nach ein, zwei Wochen den Brief von Hüsrevs Stift noch nicht bekommen hatte, ich auch keine Nachricht über den Empfang der Bücher erhalten habe, die ich nach Konya geschickt hatte, und vor allem ein Innenminister (vekil-i dâhiliye) mich zusammen mit unseren Feinden und den Anarchisten beispiellos unter Druck setzte und die hiesigen Heuchler (münafik) von einigen Leichtgläubigen unserer Freunde Bescheid bekamen, dass ich Bücher sowohl nach Eskisehir als auch nach Konya geschickt hatte, desgleichen die Exemplare des "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) bereits empfangen habe, kam völlig unerwartet, ohne dass man etwas Derartiges jemals erlebt hätte, eine Kälte in dieser Jahreszeit über uns, dazu anderthalb Meter hoch Schnee, begleitet von einem fürchterlichen Sturm.
Es war wie ein Zorn, eine Wut, vergleichbar mit den vier Erdbeben (zelzele) und der Dürre im vorigen Jahr. Der Meinung, dass dies mit der Risale-i Nur und ihren Schülern (sakird) zusammenhängen könnte, fragte ich: Ist dieses Unglück (bela') allgemein verbreitet oder nur auf die Provinzen (Vilayet) Afyon und Eskisehir beschränkt? Sie sagten mir: Es beschränkt sich auf diese beiden Provinzen. Daraufhin sagte ich: Gott sei Dank (Elhamdülillah)! Also gibt es keinen allgemeinen Angriff auf die Risale-i Nur und ihre Schüler (sakird), vielmehr nur auf mich und auf die Abhandlungen (Nurlar), die ich bei mir habe. Obwohl ich Eskisehir großes Vertrauen schenkte und glaubte, dass sie zu einer Schule (Medrese-i Nuriye) wie Denizli werden würde, blieb sie stattdessen noch unter einem Zehntel von Denizli. Der Grund dafür liegt darin, dass sie wie Afyon und Emirdag eingeschüchtert (ürküt) wurde. Wie dem auch sei: macht euch keine Sorgen! Möge Gott es wollen (insâallah), dass dieses Unwetter genauso wie die Vorfälle in Istanbul die verborgenen Intriganten dazu veranlasst, von einem neuen Angriffsplan abzusehen. Die Güte des Herrn (inayet-i Rabbaniye) schützt uns.
Zweitens: Diesmal habe ich sieben, acht Briefe von euch empfangen. Seid nun aber nicht gekränkt, wenn mein Zustand (halim), meine Schrift (kalemim) und auch meine Zeit es mir nicht erlauben, persönlich eine Antwort zu schreiben. Die Briefe von Mehmed Feyzi und Emin haben wir, ohne sie zu korrigieren, in die Briefsammlung (Lâhika) aufgenommen. Da die beiden mir acht Jahre lang in meinen persönlichen Angelegenheiten gedient haben, habe ich ihre Beschreibungen, die weit über meine Grenzen hinausgehen, als eine Art geistliches Gebet (nevi manevî), einen Grund zu ihrer Begeisterung (sebeb-i tesvik) und als einen guten Eindruck verstanden, von dem sie auch überzeugt (kanaat bir hüsn-ü zan) waren, als ein Merkmal ihrer Treue (alâmet-i sadakat) gegenüber ihrem Meister (ustadh) als einem Sprachrohr (tercüman-i Nur), einen Beleg für ihre feste Überzeugung (vesika-i itikad) und ihre Verbundenheit (irtibat), und sie deshalb nicht korrigiert. Das schöne und lichtvolle Ableben (nuranî vefat) der seligen Mutter von Feyzi zugleich mit den Unterweisungen (ders) der Risale-i Nur in die Briefsammlung (Lâhika) aufzunehmen ist angemessen (münasib) als ein glänzendes Musterbeispiel dafür, dass die Abhandlungen (Nurlar) ihren Schülern (sakird) während des Sterbens (sekerat vaktinde) und in ihren schweren Zeiten zu Hilfe eilen.
Halil İbrahim stellt in seinem Brief diesmal viele Fragen über das, was bereits geschehen ist (kaza) und das Vorherwissen Gottes (kader-i İlahî) mit den Worten: wie? und weshalb? Die Antwort darauf kam mir spontan, und so können wir uns nun viel Segen erwerben und erkämpfen (mücahidane hasenat). Sie wird die aufmerksamen Blicke aller (nazar-i dikkat) auf die Lichter (Nurlar) lenken und die Leute dazu veranlassen, sie zu lesen. Doch die Art, wie er (Ibrahim) die Frage stellt, ruft gewissermaßen den Eindruck eines Einwandes (itiraz manasi) gegen das Geschehen (kaza) und die Fügung Gottes (kader) hervor, eine Vorstellung (hayal), die jetzt nicht dazu geeignet ist, sie durch eine Aufnahme in die Briefsammlung (Lâhika) an die Öffentlichkeit (tamimi) zu bringen. Die Abschnitte aus dem Cevsen-ül Kebir und die Gedanken (fikra) und Gebete (dua) am Schluss seines Briefes sind jedoch sehr schön.
Drittens: Atabey'li Kötürüm Ali und Egirdir'li Kâzim, von deren Dienst und ihrer vollkommenen Begeisterung (sevkle hizmet) für die Lichter (Nurlar) Hüsrev in seinem Brief berichtet, führt selbst noch die Geistwesen (ruhanî) dazu, sie zu beglückwünschen (tebrik) und zu loben (tahsin). Dass Mustafa Yesil, der mir mit seinen vierzehn Jahren aus Aliköy einen Brief geschrieben hat und mit seinem Vater sowohl am Qur'an, als auch an den Lichtern arbeitet (Nurlara hizmetler), und dass durch den Eifer und Einsatz von drei Alis die unschuldigen Kinder dieses Dorfes an der Risale-i Nur arbeiten, führt nicht nur mich, vielmehr alle Schüler (Nur sakirdler) dazu, sie alle zu loben (tahsin) und ihretwegen Gott zu danken (sükre).
Viertens: Der Brief von Salahaddin, den er wegen des Todes (vefat) von Abdurrahman und der Mutter von Feyzi geschrieben hat, an dessen Schluss er Feyzi sein Beileid (ta'ziye) ausgesprochen hat, in einer Anmerkung (hasiye) jedoch meinen Tod nicht akzeptieren (kabul) mag, dabei zugleich äußert, dass ein Teil des geistigen Schutzes (himayet) von Gausu-l'adham auf die Abhandlung "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) übergegangen ist, hat mich vor Freude zum Weinen gebracht. Dass die Helden in Safranbolu sich der Lobeshymne (sehname) von Mehmed Feyzi und Emin anschließen, die Eröffnung einer Schule für arabische Schrift und Kalligrafie für alle am Sitz der Regierung (merkez-i hükûmet) und ihre frohe Botschaft (müjde), dass sie ein Kennzeichen für die Erfolge (fütuhat) und Gnadenerweise (keramet) der Abhandlung "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)" ist, brachte mir eine sehr große Freude (insirah) und ließ mich alle Mühsal (sikintilari) vergessen, die ich in diesem Winter durchmachen musste.
Tavas'li Molla Mehmed, der zu den Opferwilligen und Fleißigen in Denizli gehört, schreibt in seinem äußerlich zwar kurzen aber inhaltlich (manen) langen Brief, dass auch er mit meinem Tod nicht einverstanden ist. So habe ich denn gesehen, dass er über meine Grenzen hinaus sehr großen Wert auf mich legt.
Sowohl ihm als auch den Brüdern, die ich im Gefängnis kennengelernt habe, sowie Feyzi und Hâfiz Mustafa und ihren Kameraden Tausende Grüße (selâm).
Euer Bruder, der alle Brüder grüßt (selâm) und die Wirkung eurer Gebete wie ein Lebenselexier in sich wahrnimmt.
Meine lieben getreuen Brüder!
Erstens: Wir haben dieses schöne und herzliche Schreiben (hâlis fikra) Ahmeds, einem der früheren armen (masum) Kinder der Schule (Medrese-i Nuriye) im Namen aller unschuldigen (masum) Kinder und Heldenhaften in Sava in die Briefsammlung (Lâhika) aufgenommen. So wie Gott es wollte (Mâsâallah), zeigte es sich, dass er von Haci Hâfiz Mehmed ein ihm genau gleichender wertvoller Enkel (hafid) ist.
Zweitens: Der Brief, in dem die beiden unschuldigen Kinder (masum mahdum) von Hifzi, der zu den bedeutendsten Schülern (Nur'un sakirdleri) in Safranbolu gehört, das eine zehn, das andere acht Jahre alt, berichten, dass sie das Buch "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) abschreiben und bald damit fertig sein werden, hat mich in eine ganz besondere Freude versetzt.
Drittens: Der Grund für die Leiden und Qualen (elîm sikinti), die mir in diesem Winter zugefügt wurden, bestand darin, mich vollständig von allen Menschen zu isolieren (istibdad-i mutlak), damit ich nicht dazu beitragen solle, dass die absolute Despotie der Selaniken {Leute aus Thessaloniki und ihre Anhänger (A.d.Ü.)} durch freie Parteien (firka) abgeschafft wird. Die Risale-i Nur spricht an meiner statt mit Tausenden, vernichtet den Unglauben, verhindert den Abfall vom Glauben (küfr-ü irtidadi) und vermeidet jegliche Anarchie.