Meine lieben getreuen Brüder!
Wie das Erscheinen der Risale-i Nur in einer Art Vorgefühl von allen Menschen irgendwie vorausgeahnt wurde, schreibe ich diese Ergänzung in Anbetracht dessen, dass anhand der Äußerungen eines Teils der zuverlässigen Schüler der Risale-i Nur und anhand der Lebensweise (tarz-i hayat) eines Teils von ihnen ihre Kandidatur für einen Dienst wie den an der Risale-i Nur erkennen lässt.
Jeder von uns kennt mehr oder weniger dieses Vorgefühl. In der Tat kennen es sogar die Tiere. Selbst ein bedeutender Teil der Wahrträume gehört zu dieser Art Vorgefühl. Es steigert sich sogar bei einigen in ihrer Empfindsamkeit (hassasiyet) bis ins Wunderbare (keramet). Auch die Empfindlichkeit meiner Nerven vierundzwanzig Stunden vor einem Regen, durch die ich mit der Luftfeuchtigkeit die Ankunft des Regens wahrnehme, kann in einer Hinsicht als Vorgefühl betrachtet werden, in anderer Hinsicht aber nicht.
Ich habe die Lebensweise (tarz-i hayat) meiner Brüder, die der Risale-i Nur einen bedeutenden Dienst erwiesen haben, aufmerksam betrachtet und gesehen, dass ihr Lebenslauf (güzeran-i hayat) genauso wie mein eigener nach dem Ergebnis ausgestattet und geführt wird, das die Risale-i Nur ist.
Viele Brüder wie Hüsrev, Feyzi, Hâfiz Ali, Nazif haben gespürt, dass ihre bisherige Lebensweise (tarz-i hayat) nach ihrem Dienst (hizmet-i nuriye) gestaltet wurde; auch ich selbst und viele meiner zuverlässigen Brüder haben in der Tat erlebt, dass sie genauso wie meine eigene Lebensweise (tarz-i hayat) geordnet wurde, um eine solche lichtvolle Frucht (nuranî meyve) hervorzubringen. Auch der Teil, der das nicht so empfindet, würde das auch genauso empfinden, würde er die Dinge nur aufmerksam genug betrachten. Ich hatte diesen wundervollen Teil meines ganzen Lebens (hayat) bisher für eine Kette der Wunder (silsile-i keramet) von Ghaus-i A'zam gehalten; nun stellt es sich jedoch heraus, dass diese ganze Kette der Wunder eine Kette der Risale-i Nur war. Als ich z.B. noch vor der Deklaration der Konstitutionellen Monarchie (hürriyet) nach Istanbul kam, bekam ich unterwegs ein, zwei wichtige theologische Bücher (İlm-i Kelâm) in die Hand. Ich habe sie aufmerksam studiert (mütalaa). Nachdem ich in Istanbul angekommen war, habe ich sowohl die Gelehrten (ulema) als auch die Lehrer (muallim) der dortigen Schule ganz spontan zu einer Disputation eingeladen, indem ich ihnen bekannt gab: "Jeder kann mich fragen, was immer er möchte." Zu meinem Erstaunen (medar-i hayret) haben alle, die zur Disputation gekommen waren, Fragen zu den Themen gestellt, die ich unterwegs studiert (mütalaa) hatte und die auch so in meinem Gedächtnis (hâfizam) geblieben waren.
Des Weiteren betrafen die Fragen, welche die Philosophen mir gestellt hatten, Themen, die mir im Gedächtnis geblieben waren. Da verstand ich plötzlich, dass diese außerordentlichen Erfolge und auch meine weit über alle Grenzen hinausgehende Anmaßung und sinnlose Demonstration meiner Überlegenheit (izhar-i fazilet) dazu diente, den Boden für die künftige Anerkennung (makbuliyet) und die Bedeutsamkeit der Risale-i Nur in Istanbul und unter den Gelehrten (ulema) vorzubereiten.
Zweitens: Da ich arm (fakir) und bedürftig bin und da ich kein Asket (zâhid), Sufi oder Faster (riyazetçi) bin, auch nicht besonders mit Ruhm (seref) und Ruf (haysiyet) gesegnet oder edler Abstammung (hanedanlik) wäre, konnte ich auch - wie im Buche meines Lebens (tarihçe-i hayat) geschrieben steht - seit meiner Kindheit Güter (mal) und Geschenke (hediye) der Leute nicht annehmen; ich konnte mich nicht dazu erniedrigen, ihnen gegenüber meine Bedürfnisse zu äußern. Genauso wie diejenigen, die mich kannten, war auch ich darüber sehr erstaunt. Nun wurde mir aber besonders in den letzten Jahren klar, dass mir diese Geisteshaltung (halet-i ruhiye) geschenkt wurde, damit ich in dem fürchterlichen Kampf um die Risale-i Nur nicht wegen einer Habsucht (tama') oder wegen irgendwelcher Güter in Misskredit oder ins Gerede kommen könnte. Denn sonst würden mir meine Feinde in dieser Hinsicht einen großen Schlag versetzen.
Und noch ein Beispiel: Obwohl der Alte Said in der Politik sehr weit gegangen war, und in einer Zeit, in der auch der Neue Said es dringend nötig hatte, Anhänger zu finden, Wirbelstürme in der Menschheit (beser) und politische Wirren, die in den letzten fünf, sechs Jahren alle Menschen beschäftigt haben, mich nicht länger mehr beschäftigen, konnte mich kein Interesse mehr mit sich reißen und habe ich seit fünf Jahren an Informationen kein Interesse mehr gezeigt.
Wie diejenigen, die mich kannten, war auch ich über diesen Zustand (hal) sehr erstaunt. Ja, ich sagte sogar zu mir selbst: "Bin ich etwa verrückt (divane) geworden, dass ich mich für diese Ereignisse, welche die ganze Welt (dunya) beschäftigen, nicht mehr interessiere und ihnen keine Beachtung mehr schenke? Oder sind etwa die Menschen selbst verrückt geworden?" So war ich also erstaunt. Nun hat sich sowohl meine innerliche Eingebung (manevî ihata) als auch mein oben erwähntes Vorgefühl und durch einen offensichtlichen Sieg auch die Freigabe der Risale-i Nur als wahr herausgestellt, welch einzigartige geistige Haltung (halet-i ruhiye) mir gegeben wurde, um beweisen zu können, dass die Aufrichtigkeit der Wahrhaftigkeit (hakikat-i ihlas) in der Risale-i Nur überhaupt kein Werkzeug (âlet) für irgendetwas sein und zu nichts anderem führen darf, außer dem Wohlwollen Gottes (riza-yi İlahî) und sich außer auf den Qur'an auf nichts anderes stützen darf.
Meine lieben aufrichtigen Brüder!
Da mir der Schreiber (kâtib), der mir dient, zu Beginn des Monats Ramadan unter dem Einflusss eines Ereignisses im Osten ganz aufgeregt etwas über das Merkmal des Festtages mitteilte und dabei genauso wie der Alte Said noch eine Schwäche hatte, die Ereignisse in der Welt zu verfolgen, wurde mir des Öfteren in meinem Herzen (qalb) die Ermahnung eingegeben (manen), die Erklärung einer Gegebenheit in der Vierten Problemstellung der Fruchtabhandlung (Meyve), Verluste jener umfangreichen und unklaren stürmischen Gegebenheit (hakikat) nur ganz kurz zu fassen, damit er die wertvolle Zeit im heiligen Monat Ramadan nicht sinnlos vor dem Rundfunk vertrödelt. Ich erkläre also die Dinge in Form einiger überaus kurz und bündiger Hinweise, um so die Neugier der Schüler (sakird) der Risale-i Nur zu zügeln. Da das Thema aber sehr umfangreich, meine Zeit knapp und mein Zustand noch immer ziemlich kritisch (hâlim perisan) ist, müsst ihr euch einmal ein bisschen anstrengen, um es zu verstehen. Doch vertraue ich dabei auf eure Intelligenz.
In der vierten Fragestellung der Fruchtabhandlung (Meyve) heißt es: "Der Grund dafür, dass ich mich nicht mit politischen Fragen (dünya siyaset) beschäftige, ist der: In diesem großen und umfangreichen Bereich ist meine eigene Aufgabe (vazifah) nur klein und unbedeutend. Die Faszination politischer Fragen beschäftigt jedoch die Neugierigen und bringt sie dazu, ihre wirklich wichtigen Aufgaben (hakikî vazife) zu vergessen oder zu vernachlässigen. In jedem Fall weckt sie eine Neigung, Partei zu ergreifen und schließlich auch noch die Ungerechtigkeit der Tyrannen gut zu heißen und damit ihr Teilhaber (serik) zu werden." Dies wurde dort sinngemäß dargestellt.
Hier sage ich jedoch: Oh ihr Armseligen, die ihr euch in eurer Neugier und aufgrund der Ereignisse in der Welt (âfâkî hâdisat) dem Rausch eurer Gottvergessenheit (sarhosane ghaflet) anheimgebt! Wenn ihr sagt, dass die Neugierde, die im Wesen des Menschen (insanin fitrati) liegt, durch eure menschliche Schwäche zum Nachteil eurer von Gott befohlenen und daher notwendigen Verpflichtung (farz ve lâzim vazife) durch dieses oben erwähnte Ereignis zu einer derartigen weltweiten Zerstörung (genis bogusma) geführt hat, was sogar einem inneren Bedürfnis (ihtiyac-i manevî) entspricht und daher ganz natürlich (fitrî) ist, so sage ich dagegen:
Seid euch mit Sicherheit darüber im Klaren: So wie man, ohne sich für die vielfältig wunderbare Erschaffung (mu'cizatli hilkat) des Menschen zu interessieren und auf sie aufmerksam zu werden, wenn man einen Menschen mit zwei Köpfen oder mit drei Beinen sehen würde, bei dessen Betrachtung in völliger Neugier versinkt, genauso, wenn du in diesem Zeitalter die weltweiten, vergänglichen (fâni), flüchtigen, wenn auch zerstörerischen Ereignisse in der Menschheit und auf dem Antlitz der Erde hunderttausend Völker und unter diesen Völkern, du wie die Menschheit viele erstaunliche Ereignisse (hâdisat-i acibeye) erfährst, in jedem Frühling nur ein einziges unter den Bienenvölkern oder eine einzige unter den Arten von Trauben betrachtest, gibt es hundertfach mehr Neugier weckende und zu den geistigen und seelischen Freuden (ruhanî, manevî zauk) Anlass bietende Ereignisse als diese Ereignisse unter der Menschheit. Ohne diesen wahrhaftigen Freuden eine Bedeutung beizumessen und von nachteiligen, bösartigen (serli), wenn auch nur vorübergehenden Ereignissen der Menschheit so sehr von Neugierde und Freude abhängig zu sein, ist nur unter der Voraussetzung möglich, in der Welt für ewig zu bleiben, insoweit die Verhältnisse beständig bleiben. Insoweit ihnen diese Verhältnisse einen Nutzen oder einen Schaden zufügen, sind in Wirklichkeit diejenigen, welche diese Ereignisse bewirken, nicht die wahren Täter und ihre Verursacher. Es sind vielmehr nur flüchtige Zustände, in etwa einem Sturmwind vergleichbar. Die Einflüsse derer, die diese Ereignisse verursacht haben, sind nur gering. Den Schaden und den Nutzen, der in ihnen liegt, kann ein solches Ereignis, z.B. im pazifischen Ozean, dir nicht zufügen. Ohne die Herrschaft (rububiyet) und die Weisheit (hikmet) des Allheiligen Herrn (Zât-i Akdes), der dir noch näher ist, als du es dir selbst bist, und in dessen Verfügung dein Herz (qalb) ruht und dein Körper in Seiner Obhut (tasarruf) liegt und Seiner Erschaffung (icad) zugehört, in Betracht zu ziehen und von den äußersten Enden der Welt (dunya) Schaden oder Nutzen zu erwarten, was für ein Wahnsinn das ist, lässt sich gar nicht beschreiben!
Außerdem richten solcherlei Arten Neugierde vom Standpunkt des Glaubens und der Wahrheit (iman ve hakikat) aus betrachtet großen Schaden an. Denn der umfangreichste Kreis derer, die Gott vergessen lassen (ghaflet), in ihren weltlichen Angelegenheiten (dunya) ertrinken und die eigentliche Aufgabe (hakikî vazife) der Menschlichkeit und des Jenseits (âhiret) vergessen lässt, ist der Kreis politischer Belange. Besonders ersticken derartige weltweite (umumî), kriegerische (mücadele) Ereignisse das Herz (qalb). Ein sonnengleicher Glaube (iman) ist notwendig, sodass er in jedem Ding, in jedem Zustand, in jeder Bewegung die Spuren und Merkmale der göttlichen Fügung (kader-i İlahî) und der Macht des Herrn (kudret-i Rabbaniye) erkennen kann, damit inmitten solch finsterer Tyrannei (zulm-ü zulmet) das Herz (qalb) nicht erstickt, der Glaube (iman) nicht erlischt und schließlich auch der Verstand (akil) über eine bloße Argumentation aufgrund der Naturgegebenheiten (tabiat) oder dem Zufall (tesadüf) hinauswachsen kann.
Die Sucher nach der Wahrheit (ehl-i hakikat) bemühen sich sogar, den Bereich aller Vielfalt (der Ursachen) zu vergessen, um so die Wahrheit und die Erkenntnis Gottes (hakikat ve marifetullah) zu finden, damit das Herz (qalb) sich nicht zersplittert und das Interesse, die Freude und Begeisterung, die für wertvollere Dinge ausgegeben werden müssen, nicht für vergängliche Dinge (fâni) vergeudet werden. Aufgrund dieser bedeutungsvollen Umstände (sirr) können die Politiker (ein Teil der Sahabis, die einen sonnengleichen Glauben in sich tragen, die Mucahidin, die ihnen nacheifern und die aufrichtigen Imame ausgenommen, da sie die Hüter der Glaubensgrundsätze sind), häufig nicht so richtig fromm und gottesfürchtig (dindar) werden. Diejenigen, die aufrichtig und wahrhaftig fromm und gottesfürchtig leben, werden keine Politiker, d.h. für diejenigen, welche die Politik zu ihrem Hauptziel (maksad-i aslî) gemacht haben, bleibt die Religion sekundär, also zweitrangig. Ein wahrhaft Gläubiger sagt jedoch: "Das höchste Ziel der ganzen Schöpfung (kâinat) liegt im Dienste des Menschen und seiner Anbetung Gottes (ubudiyet-i insaniye)." So kann er der Politik nicht mit Liebe und Interesse (ask-i merak) dienen, sondern sie nur im zweiten und dritten Grad als ein Werkzeug für den Glauben (din) und die Wahrheit (hakikat) - wenn es möglich wäre - einsetzen. Andernfalls würde er ja beständigbleibende (bâki) Diamanten als ein Werkzeug für zerbrechliche, ganz gewöhnliche Glasstückchen gebrauchen.
Zusammenfassung: Wie die Trunkenheit die Sorgen und Bedürfnisse, die aus den tatsächlichen Verpflichtungen (hakikî vazife) erwachsen, im Rausch zeitweilig vergessen lässt und dadurch eine unheilverkündende und daher nur kurzlebige Freude schenkt, so ist es auch eine Art Trunkenheit, derartige zeitweilige (fâni) Zerstörungen und andere Ereignisse mit Interesse zu verfolgen; sie lässt die Sorgen, die aus den Bedürfnissen wie den Unterlassungen der tatsächlichen Verpflichtungen (hakikî vazife) erwachsen, vorübergehend vergessen und verleiht daher eine unheilschwangere Freude oder stürzt in eine gefährliche Verzweiflung, womit sie dem Befehl Gottes (emr-i İlahîye) in der Ayah
{"Gebt nicht die Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit auf!" (Sure 39, 53)}
widerspricht (muhalefet). So verdient sich denn der Mensch eine Ohrfeige (müstehak), oder erhält diese Ohrfeige in Form einer fürchterlichen Androhung Gottes (tehdid-i İlahî) in der Ayah
{"Und sucht nicht bei denen Unterstützung, die freveln! Sonst erfasst euch das Höllenfeuer." (Sure 11, 113)}
Beteiligt (hasbî) er sich auf diese Weise gewissermaßen (manen) freiwillig an den Ungerechtigkeiten der Tyrannen (zalimlerin zulümleri), so erhält er seine wohlverdiente (bil'istihkak) Strafe sowohl in dieser Welt (dunya) als auch im Jenseits (âhiret).
In meinem Herzen (qalb) wächst einzig noch eine beachtenswerte Sorge oder auch eine Tröstung, dass nämlich am Ende all dieser weltweiten Zerstörungen (genis bogusma) ein noch größerer Schaden als der Erste Weltkrieg in Europa, das doch Halt und Quelle der Zivilisation (medeniyet) ist, eine antichristliche Grausamkeit (deccalane bir vahset) emporsteigen könnte. Was jedoch diese Sorge in eine Tröstung verwandeln würde, wäre das Erwachen der ganzen islamischen Welt (âlem) und zugleich die Annahme des wahren christlichen Glaubens (hakikî din) als Basis allen Handelns (düstur-u hareket) in einer Neuen Welt, vereinigt mit der islamischen Welt, im Anschluss (ittihad) und der Befolgung (tâbi') der Botschaft Gottes (Qur'an) im Gegensatz zu jenen beiden kommenden, entsetzlichen Strömungen. Möge es der Wille Gottes sein (insâallah), sie mit Seinem himmlischen Beistand (semavî bir muavenet) zu überwältigen!
Allen unseren Brüdern und jedem Einzelnen unter ihnen unseren Gruß (selâm)! Wir wünschen ihnen allen Segen zu der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir), sei es der noch kommenden oder der bereits vergangenen.
Meine lieben getreuen Brüder!
Ich habe durch euch einen langen, ausführlichen Brief (mektub) von Hasan Feyzi empfangen, der ein Hüsrev von Denizli ist. So habe ich denn erkannt, dass, wie ein Korn in die Erde fällt, damit aus ihm eine Ähre hervorkeimt, die viele Körner trägt, genauso auch der als Märtyrer verstorbene (Sehid merhum) Hâfiz Ali in einem solchen Acker unter die Erde gebettet worden und so dreißig, vierzig weitere "Hâfiz Ali" als Ähren hervorgebracht hat; und ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass er auch noch weitere hervorbringen wird. So sollt ihr denn nun ihm meinerseits schreiben und auch denen, die im Dienst der Risale-i Nur arbeiten, dass innerhalb von ein, zwei Jahren die Helden von Denizli der Risale-i Nur soviel gedient haben, als wären es zwanzig Jahre gewesen. Wir Schüler (sakird) der Risale-i Nur werden ihnen bis in alle Ewigkeit diese ihre guten Werke nicht vergessen. So ist uns denn Denizli in unseren Herzen (nazarim) zu einem zweiten Isparta geworden, sodass wir selbst das Gefängnis dort einer Schule der Risalah (Medrese-i Nuriye) gleich (mana) erachten.
All diesen Personen, gleich denen, deren Namen sich in dem Brief von Feyzi finden, und besonders denjenigen, die mit dem gerechten Richter (hâkim-i âdil) an der wahrhaftigen Gerechtigkeit (hakikî adalet) arbeiten, also (Ç.H.M.) und dem Rechtsanwalt Ziya, sind nicht nur wir, sondern selbst Anatolien und die islamische Welt innerlich (manen) zu Dank verpflichtet (minnetdar). Sie sind genauso wie wir Teilhaber (sahib) an der Risale-i Nur. So möchte ich denn auch ihnen, soweit nötig, einen Teil der Bände (mecmua), die mir ausgehändigt wurden, leihweise zusenden, damit sie sie lesen können. Die Bücher, die dort geblieben sind, können ebenfalls, insoweit nötig, dort bleiben, unter der Voraussetzung, dass sie da nicht nutzlos liegen bleiben. Wer ebenfalls einen großen Band (mecmua) besitzt, soll ihn, unter der Voraussetzung, dass er ihn nicht ungebraucht liegen lässt, sondern zum Lesen weitergibt und dabei, soweit möglich, auch das Gefängnis miteinschließt (tesrik), weiterhin über ihn verfügen. Sollte er noch mehr benötigen, kann ich ihm auch noch weitere dorthin zusenden.
Da eine Stadt wie Denizli in kurzer Zeit standhafte (metin) Helden als Inhaber (sahib) der Risale-i Nur und als Brüder geschenkt hat, möchte ich, wenn ich dazu imstande wäre, in vollkommener Freude und Frohsinn in ihrem gesegneten Gefängnis den Rest meines Lebens verbringen. Wie viele Freunde es auch immer sein mögen, unter ihnen auch Süleyman aus Beylerbey und Mehmed Çavus aus Tavas, die mir gedient haben, die uns sehr verbunden sind und noch weitere Personen, die wir im Gefängnis gesprochen haben: ich grüße (selâm) sie alle sehr. Sie sind allezeit in unsere geistigen (manevî) Verdienste und in unsere Gebete (dua) miteingeschlossen. Alle Personen, besonders die, deren Namen sich in dem Brief von Feyzi befinden, begrüße ich alle der Reihe nach. Wir beglückwünschen sie alle (tebrik) zum Ramadan und zur Leyle-i Kadir aus ganzer Seele und von ganzem Herzen (ruh u canim).
Halil İbrahim aus Milas ist wirklich ein Schüler (sakird) der Risale-i Nur von einer eisernen und unerschütterlichen Standhaftigkeit. Auch diese kleine Stadt darf auf ihn stolz sein. Die beiden prächtigen Gedichte von diesem Herrn wie von Hasan Feyzi, die sie aufgrund ihrer guten Meinung (hüsn-ü zan) über mich verfasst haben und die hundertfach über das hinausgehen, was mir vielleicht zustehen könnte, akzeptiere ich in dem Sinne, dass sie dort von der Risale-i Nur reden und meine Wenigkeit als einen Schleier und als eine sekundäre Bezeichnung verwendet haben. Andernfalls stünde es mir nicht zu, diese Vorzüge für mich in Anspruch zu nehmen. Wir grüßen (selâm) vielmals ihn und Ahmed Feyzi, den Rechtsanwalt der Risale-i Nur, dessen Freunde und Sefik, der schon seit langem einer unserer heldenhaften Brüder ist und beten (dua) für sie alle.
Liebe Brüder! Wie "Das Große Zeichen (Âyet-ül Kübra)" im Ramadan zum Abschluss und nach meinem Wissen auch noch im Ramadan aus der Druckerei kam und nach Isparta gebracht wurde und nun schon im Ramadan in Freiheit gelesen wird, ja nun in die Moscheen gebracht wird, damit es dort gelesen werden kann, so kam auch die Hizb-i Nuriye in diesem heiligen Monat Ramadan aus dem "Großen Zeichen" hervor und hat bei einstündigem, kontemplativem Nachsinnen (tefekkür) die Bedeutung eines einjährigen Gottesdienstes (ibadet manasini). Während der Rezitation von
لاَ اِلَهَ اِلاَّ اللهُ {"Lâ ilaha illallah"} dreiunddreißig Mal nach dem Gebet (tesbihat) wurde mir im Lichte des Ramadan ins Herz (qalb) gegeben, dass als Segen (berekât) und Fülle (feyziyle) des "Großen Zeichens" in zehn Minuten, zwei Seiten, dieselbe Wahrheit über die Einheit Gottes (hakikat-i tauhid) wiedergegeben wird. So habe auch ich, als läse ich "Das Große Zeichen" in zehn Minuten ganz durch, wobei auf jeder Stufe und bei jedem Absatz (mukaddeme) erwähnt wird, dass die umfassende Sprache der Erde (Küre-i Arz) in meiner Vorstellung zu meiner Zunge wurde und sagte لاَ اِلَهَ اِلاَّ اللهُ {"Lâ ilaha illallah";} und die Meere und Berge und die Elemente und die Sprache des Zustandes (lisan-i hal) der Volksschichten und Klassen der Menschen wurde zu meiner Zunge und sie sagte لاَ اِلَهَ اِلاَّ اللهُ {"Lâ ilaha illallah";} jedes Mal, wenn ich لاَ اِلَهَ اِلاَّ اللهُ {"Lâ ilaha illallah"} sagte, fügte ich dies jeweils in der Sprache der Erde, oder in der Sprache der Himmel oder in der Sprache der Atmosphäre oder in der Sprache der Elemente usw. hinzu.
Möge Gott es wollen (İnsâallah), dass ich nun auch die Hizb-i Nuriye an euch senden kann.
{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}
Ein Anhang zur Siebenten Problemstellung im Achtundzwanzigsten Brief, worin Gottes Gnadengaben und Wohltaten (ikram) betrachtet werden.
Dieser Brief findet sich als ein Vorwort zu den "Hinweisen aus dem Qur'an (İsarat-i Kur'aniye)".
Es ist dies der erste Abschnitt von acht Abschnitten, welche die Sichtweise Gottes (makbuliyet) über die Risale-i Nur unterstreichen (imza) und mit Hinweisen aus dem Verborgenen (gaybî isaret) darüber berichten. Zu demselben Thema finden sich in dieser Abhandlung neunundzwanzig Hinweise. Etwa Tausend Hinweise, Zeichen, Merkmale und Anhaltspunkte beziehen sich zusammen mit anderen Abschnitten auf dasselbe Thema im Grade der Offensichtlichkeit auf die gleiche Sache. Hinsichtlich der Einheit des Themas (vahdet-i mes'ele) bestärken sich diese Merkmale und bestätigen sich gegenseitig. Drei dieser acht Abschnitte beziehen sich auf İmam-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, der anhand von drei Wundern aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye) die Risale-i Nur vorausgesagt hat.
Diese acht Abschnitte haben die Sachverständigen (ehl-i vukuf) in Ankara sehr genau überprüft (tedkik), ohne irgendeinen Widerspruch (itiraz) zu erheben. Sie haben lediglich gesagt: "Ein Wundertäter (keramet sahibi) schreibt nicht über seine Wunder." Ich habe ihnen hingegen geantwortet: "Dies sind nicht meine eigenen Wunder. Es sind die Wunder der Risale-i Nur. Die Risale-i Nur ist jedoch Eigentum des Qur'an und sein Kommentar (tefsir)." Da schwiegen sie still; was also heißen soll, dass sie damit einverstanden (kabul) waren. Es wäre zwar angemessener (münasib) gewesen, solche Gnadenerweise (ikram) nicht weiter zu beschreiben, jedoch solch zahllos vielen und mächtigen (kuvvet) Feinden gegenüber war es absolut notwendig, uns in unserer Schwäche und Armseligkeit - gering an Zahl - geistige Kraft (kuvve-i maneviye) und Hilfe aus dem Verborgenen (ghaybî imdad) zu erbitten, um mutig, standhaft und unerschütterlich zu bleiben. Darum habe ich geschrieben. Sollte sich mein Ego (benlik) darüber stolz erheben und so meinen Fall zur Folge haben, wäre das nicht von Bedeutung. Für diesen Dienst, d.h. um die Gläubigen (ehl-i iman) vor einem tödlichen Irrtum (dalalet-i mutlaka) zu bewahren und dafür, wenn nötig, wie mein irdisches Leben (dünyevî hayat) so auch mein jenseitiges Leben (uhrevî hayat) zu opfern, wäre ich freudig (saadet) und im Glauben dazu bereit. Ja, ich würde selbst noch die Hölle (Cehennem) für mich annehmen (kabul), wenn dadurch Tausende Freunde und Brüder ins Paradies (Cennet) kommen könnten.
Meine lieben getreuen Brüder!
Ich muss euch nun etwas über meinen Zustand (hal) mitteilen, damit euch keine anderen Gründe besorgt machen können. Dieser Zustand ist folgender:
Als Folge des Drucks in den letzten zwanzig Jahren verfolgt mich eine ernst zu nehmende chronische Krankheit. Ich trage schon seit Langem die Wurzeln dieser Krankheit in mir; man nennt sie "Menschenscheu (merdümgirizlik)". Man zieht sich vor den Menschen zurück, unterhält keine Kontakte (temas) mehr zu ihnen, ja fühlt sich durch solche Kontakte beunruhigt. Ja, meine Seele (ruh) kann es kaum mehr ertragen, selbst noch einem besonders feinfühligen Bruder, einem Schüler (sakird) zu begegnen, und sei es auch nur in einer Angelegenheit des Dienstes an der Risale-i Nur. Sogar mich auch nur freundlich (dostane) anzuschauen, stört mich ernstlich. Eine Ursache dieses bedenklichen Zustandes waren die Tyrannei und Schikanen der Menschen mir gegenüber; ein weiterer bedeutender Grund ist jedoch die Gnade Gottes (inayet-i İlahiye), die Gerechtigkeit in Seiner Voraussicht (kaderin adaleti) und die Aufrechterhaltung der Wahrhaftigkeit (ihlasin muhafazasi) im Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye), welche sowohl die Tyrannei und die Schikanen der Menschen (zulm-ü cinayet-i beseri) zunichtemachen, als auch diese Krankheit mir ganz und gar sympathisch erscheinen lässt (sevdiriyor) und mir Geduld (sabir) und Ausdauer verleiht. Die Menschen haben mich wegen ihres Argwohns immer von Kontakten abgehalten und mich dadurch provoziert; Gott, der barmherzige Allerbarmer (Cenab-i Erhamürrâhimîn), verlieh mir jedoch in Seiner Güte (inayet-i İlahiye) diese Krankheit, verbunden mit der Weisheit (hikmet), die Wahrhaftigkeit (ihlas) im Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) nicht zu zerstören, keine schmeichelhafte, selbstsüchtige Haltung einnehmen zu müssen und mich vor denen zu bewahren, die von mir eine überaus gute Meinung (hüsn-ü zan) hegen, mich zu einem nur gekünstelten Verhalten (tekellüf) und bloßer Zurschaustellung (gösteris) gezwungen zu fühlen und für meine Person eine Zuwendung (teveccüh) und eine Liebe (muhabbet), welche in dieser Zeit überhaupt einflussreich ist, und mich davor zu bewahren (vaziyetinden kurtarmak), mich so zu verhalten, als wäre ich Inhaber eines geistigen Ranges (makam sahibi), was jedoch dem Dienst schaden würde, und die diamantenen Wahrheiten (hakikat) der Risale-i Nur, die aus dem Qur'an stammen, nicht auf den Wert von Glasstückchen herabzuwürdigen, indem ich sie in Anspruch nehme. So danke ich Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), und auch ihr sollt nicht besorgt (müteessir), sondern zufrieden sein. Ich brauche jedoch euer Gebet (dua), um auch weiterhin alle natürlichen Leiden (fitrî teellüm) geduldig ertragen (tahammül) zu können.
Liebe Brüder! Ich habe mir einen Teil der Bücher, die uns zurückgegeben (teslim) wurden - diese großen Bände mit vergoldetem Deckel - angeschaut und dabei gesehen, dass von den Abhandlungen (risalah), welche die Fabrik von Nur und Gül {Ein Hinweis auf zwei Schüler und ihre Helfer. (A.d.Ü.)} mit ihren diamantenen Stiften abgeschrieben hatte, mit ihren vergoldeten Deckeln manchmal fünfzehn, zwanzig Abhandlungen zusammengebunden worden waren, um sie so schön wie ein diamantenes Schwert vor den großen Ämtern (makam) und Gerichten (mahkeme) gegen ihre Feinde verteidigen zu können; obwohl es überhaupt keinen Grund dafür gab, hatten wir fünf Monate vor unserer Verhaftung plötzlich damit begonnen, die Risale-i Nur in großen Bänden herauszugeben. Ich habe keinen Zweifel daran, dass dabei eine große Güte Gottes (inayet-i İlahiye) am Werk war und habe auch die Weisheit (hikmet) hinter der Niederlage dieser gottlosen Philosophen verstanden. Denn eine weitaus größere Kraft als die Kraft (kuvvet) einzelner Abhandlungen erwächst aus ihrer Zusammenbindung; und besonders während der Verteidigung erwächst sie aus ihrer Zusammenbindung (içtima) und dem spirituellen Zusammenhalt (tesanüd).
Liebe Brüder! Was ich euch schon seit langem hätte gesagt haben sollen und doch immer wieder vergessen habe: Dieses wundervolle (keramet) "Neunundzwanzigste Wort" (Yirmidokuzuncu Söz) ist nur der erste Abschnitt (makam) dieser Abhandlung (Söz). Der zweite Abschnitt dieses Wortes (Söz) ist jedoch der arabisch verfasste "Neunundzwanzigste Blitz" (Yirmidokuzuncu Lem'a), dem İmam-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, aufgrund seiner Bedeutung in gewisser Hinsicht auch den Titel "Das Große Zeichen" (Âyet-ül Kübra) verliehen hat. Er erklärt die Lichter an den Stufen weiterer Rezitationen (tesbihat), wie das "Gott ist Groß" (Allahü Ekber) und ist gleichermaßen auch die Quelle der "Hizb-i Nuriye".
Ich grüße (selâm) alle meine Brüder und einen jeden Einzelnen von ihnen und bete (dua) für sie. Ich beglückwünsche (tebrik) sie zur Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir), welche ja verborgen ist und sich doch vielleicht in jeder Nacht verbirgt.
Mein lieber getreuer Bruder!
Auch wir wünschen Ihnen gleichfalls im Ramadan Gottes Segen (tebrik). Ihre Träume sind von sehr viel Segen (mübarek) erfüllt. Möge er ein Zeichen dafür sein, dass Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) Sie Seine große Güte (ihsan) erfahren lassen will (Insâallah). Für mich ist es in heutiger Zeit (Gottes) größtes Geschenk (ihsan), wenn man sich in der Weise bemüht, dass man den Glauben (iman) rettet und den Glauben der anderen dabei stärkt. Geben Sie acht, dass Sie dabei alles vermeiden, was Sie dazu veranlassen könnte, selbstsüchtig und stolz zu werden! Demut, Bescheidenheit und die Aufgabe seiner Selbstsucht (terk-i enaniyet) sind in dieser Zeit für die Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat) notwendig, ja geradezu zwangsläufig (lâzim ve elzem). Denn die größte Gefahr in diesem Jahrhundert erwächst aus Ichsucht und Eigenlob.
Die Leute der Wahrheit und Gerechtigkeit (ehl-i hak ve hakikat) müssen stets bescheiden ihre eigene Unzulänglichkeit im Auge behalten und die Schuld ihrer eigenen Seele (nefs) geben. So wie Sie unter solch erschwerenden Umständen weiter heldenmütig ihren Glauben (iman) bewahren und dabei ihren Dienst und ihre Anbetung (ubudiyet) versehen, entspricht einem hohen Rang (makam). Auch die Deutung ihrer Träume enthält, von diesem Standpunkt aus betrachtet, eine gute Nachricht. Besorgen Sie sich also einmal jene Abhandlung unter den Bänden der Risale-i Nur, den 29. Brief, der sich mit der Mystik der Sufi-Orden (tarikat hakikati) beschäftigt und die "Neun Andeutungen" (Telvihat-i Tis'a) genannt wird, und lesen Sie ihn! Des Weiteren sollte auch Ihre Person, gleich den standhaften (metin), gläubigen (iman) und aufrechten (hakikat) Persönlichkeiten in den Kreis der Risale-i Nur eintreten. Denn in diesem Jahrhundert konnte die Risale-i Nur trotz aller Angriffe nicht besiegt werden. Selbst noch die hartnäckigsten Gegner mussten sich ihre Freiheit offiziell bestätigen lassen. Ja, schon seit zwei Jahren haben hochrangige (Persönlichkeiten) und Juristen aufgrund eingehender Untersuchungen beschlossen, dass sämtliche Teile der Risale-i Nur, und zwar sowohl die für den privaten (mahrem) als auch die für den öffentlichen Gebrauch, ihren Besitzern zurückgegeben werden sollten. Denn die Gemeinschaft (meslek) der Schüler der Risale-i Nur konnte nicht wie die Sufi-Orden (tarikat) und andere Gemeinschaften (meslek) jemals besiegt werden, während auch noch ganz besonders hartnäckige Gegner von ihr besiegt wurden und zum Glauben (iman) gelangt sind, wobei zudem besonders viele Ereignisse bezeugen (schehadet), dass sie in unserem Jahrhundert ein spirituelles Wunder ist, das aus dem Qur'an (mu'cize-i ma'neviye-i Kur'âniye) hervorgegangen ist. Dabei haben uns die Ereignisse zu der festen Überzeugung gebracht, dass außerhalb dieses Kreises in diesem Lande ein individueller Dienst, den jemand im kleinen, privaten (Rahmen leistet), verfolgt (und versteckt) hinter einem Vorhang, teilweise dazu gezwungen, ketzerische Neuerungen (bid'a) zu tolerieren oder (die Lehre) mit seinen Auslegungen in gewisser Weise zu verfälschen, dem Glauben (din) nicht mehr voll und ganz dienen kann.
Da aber Sie nun einmal einen großen Eifer und einen starken Glauben haben, sollten Sie nun auch ein ganz aufrichtiger (ihlas) und ganz und gar demütiger und dennoch standhafter Schüler der Risale-i Nur sein, sodass Sie an der geistigen Gemeinschaft (sirket-i mâneviye-i uhreviye) von Tausenden, ja sogar hunderttausenden von Schülern (im Dienst) für das Jenseits teilhaben können, sodass alles, was Sie an Gutem und Schönem tun, aus Ihrem kleinen (privaten Rahmen) heraus, ein Teil des Großen und Ganzen (der Nur-Schülerschaft) werden und im Jenseits (Âhiret) ein ganz und gar verdienstvoller Handel sein möge.
Meine lieben getreuen Brüder!
Unter den Büchern, die mir nach einer zwei Jahre langen Untersuchung vom Gericht wieder zurückgegeben (teslim) wurden, habe ich heute einen großen gebundenen und vergoldeten Band gesehen, der die Abschriften der unschuldigen Kinder und der Gemeinschaft der ungeschulten Alten enthielt, die sie mir zum Andenken gesandt haben. Dabei ist mir eingefallen, den Abschnitt, der am Anfang dieses Bandes war und den ich an die Brüder in Kastamonu geschrieben hatte, auch an euch zu senden. Vielleicht ist eine Kopie davon bereits vor langer Zeit an euch gesandt worden. Ich bin dadurch zur Überzeugung gelangt, dass dieser Band in meiner Hand, den die Unschuldigen und die Ungeschulten in ihrer Unschuld und Aufrichtigkeit fertig gestellt hatten, gegen die Philosophen und die Verbohrten ein ganz großes Mittel wäre, sie zu widerlegen; er durchbrach ihre Verbohrtheit und brachte die Uneinsichtigen zur Einsicht. Hier sind Bände, die mir aus vielen Orten zugesandt wurden. Wir haben diese Abschriften der Ungeschulten in drei Bänden zusammengestellt. Am Anfang dieses Bandes habe ich diesen kommenden Abschnitt bereits geschrieben, den ich auch an euch schicke.
Des Weiteren füge ich einen Abschnitt bei und sende ihn euch. Er verdient es, an den Anfang des Bandes geschrieben zu werden, den ihr mit acht Abschnitten, die darauf hinweisen, dass die Risale-i Nur Gottes Wohlgefallen (makbuliyet) gefunden hat, und dem anderen Band, in dem neben den Wundern (keramet) von Ghausu-l'adham und Imam Ali und den "Hinweisen auf den Qur'an", noch drei, vier Abschnitte aus der Briefsammlung und anderen Büchern zusammenfügen könnt.
Ich grüße (selâm) alle Brüder, besonders aber die Unschuldigen und die Ungeschulten und bete (dua) für sie und bitte auch sie um ihre Gebete (dua). Ich sage über sie tausendmal: wie Wunderbares hat Gott an euch getan (mâsâallah) und euch gesegnet (bârekâllah). Wer auch immer ihre Schriften sieht, wird begeistert sein und sie loben.
Die Exemplare (nüsha) der Risale-i Nur, die fünfzig, sechzig Schüler unter den kleinen und unschuldigen Schülern der Risale-i Nur abgeschrieben hatten, haben sie uns zugeschickt. Wir haben diese Abschnitte in drei Bänden zusammengefasst. Einige von denen, die die Texte in diesem Band abgeschrieben haben, sind mit Name und Alter zum Beispiel die folgenden:
Ömer 15, Mustafa 13, Hâfiz Nebi 14, Hicret 15, Hüseyin 11, Ahmed Zeki 13, Ayse 11, Hâfiz Ahmed 12, Mustafa 14, Bekir 9, Ali 12, Ayse 11
So sind die Abhandlungen (risalah) in diesem Band ein Teil von dem, was diese unschuldigen Kinder von der Risale-i Nur an Unterricht (ders) erhalten und abgeschrieben haben. Was sie in dieser Zeit mit großem Ernst an Arbeit geleistet haben, zeigt, dass in der Risale-i Nur eine derartige innerliche Freude (manevî zauk) zu finden ist, ein Licht (Nur), das sie anlockt, und dass die Risale-i Nur Freude, Frohsinn und eine Begeisterung verleiht, weshalb die Kinder sich so verhalten und welche jede Art Spiele und Förderungen übersteigt, die in den Schulen praktiziert werden, um die Kinder für das Lernen zu begeistern. Zudem zeigen diese Umstände (hal), dass die Risale-i Nur hier bereits bodenständig geworden ist. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass nun nichts mehr sie jemals wieder entwurzeln kann, sie sich vielmehr in künftigen Generationen fortpflanzen und so weiter bestehen wird.
Genau so wie diese Schüler (sakird) unter den unschuldigen Kindern haben auch die ungeschulten Alten, welche diesem durchaus fesselnden Kreis der Risale-i Nur beigetreten sind, noch nach ihrem vierzigsten, fünfzigsten Lebensjahr begonnen, um der Risale-i Nur willen vierzig, fünfzig Abschnitte mit dem Stift abzuschreiben, welche dann in zwei, drei Bänden zusammengefasst wurden. Diese ungeschulten Alten - ein Teil von ihnen Hirten und Nomaden - welche es in einer solchen Zeit allen anderen Dingen vorgezogen haben, sich unter diesen Umständen für die Risale-i Nur einzusetzen, beweist, dass in dieser Zeit mehr als für das tägliche Brot ein Verlangen nach der Risale-i Nur besteht, weshalb diese Knechte und Mägde, Bauern, Hirten und Nomaden mehr als ihren gewohnten Lebensunterhalt in dem alltäglichen Lebensunterhalt erblicken, den ihnen die Wahrheit (hakaik) der Risale-i Nur bieten kann. In diesem Band habe ich mich wenig, in den anderen sechs Bänden bei der Korrektur der Abschrift der Unschuldigen und der ungeschulten Alten sehr angestrengt; die Zeit drängte mich. Ich habe darüber nachgedacht und dann wurde mir in meinem Inneren (manen) gesagt: Sei unbesorgt! Da ihre Abschrift nicht rasch gelesen werden kann und diejenigen, die es eilig haben daher gezwungen sind, langsam zu lesen, können sowohl der Verstand (akil) als auch das Herz (qalb), der Geist (ruh), die Seele (nefis) und das Gefühl (his) von den Wahrheiten (hakikat) der Risale-i Nur, die als Nahrung und Speise (gida ve taam) gelten, ihren Anteil erhalten. Anderenfalls erhielte nur der Verstand (akil) seinen kleinen, ihm gebührenden Anteil. Alle anderen immateriellen Systeme aber könnten nicht mehr versorgt werden. Die Risale-i Nur sollte nicht wie die anderen Wissenszweige (ilim) studiert und wie andere Bücher gelesen werden. Denn die Kenntnisse des wahrhaftigen Glaubens (iman-i tahkikî) in ihr kann man nicht mit anderen Wissenszweigen (ilim) und ihren Erkenntnissen (maarif) vergleichen. Es findet sich dort neben dem Verstand (akil) auch noch Nahrung und Licht (kut ve nur) für all die anderen menschlichen Feinheiten (letaif-i insaniye).
Kurzum: In den mangelhaften Abschriften der Unschuldigen und der ungebildeten Alten liegen zwei Vorteile:
Erstens: Sie zwingen dazu, sie sorgfältig und aufmerksam zu lesen.
Zweitens: Aus ihrem unschuldigen und aufrichtigen, innigen und süßen Mund und ihren Unterweisungen, in den süßen und feinsinnigen Themen der Risale-i Nur unterrichtet (ders) zu werden und dabei sowohl Geschmack (lezzet) als auch Begeisterung (hayret) zu beweisen.
{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}
Gott sei Lobpreis und Dank (Elhamdülillâh), dass in diesem Jahr Eure Schüler in Isparta durch ihre weltlichen Tätigkeiten (dünyevî mesagil) nicht (wieder) so sehr in Gottvergessenheit (ghaflah) versunken sind.
Unser Einsatz für den Dienst am "Licht" setzt sich ernsthaft fort. Welche Anziehungskraft dieses "Licht" (Nur) auf die Herzen eines jeden Einzelnen von uns ausübt, lässt sich an unseren Gesichtern ablesen. Denn die Herzen Eurer Schüler sind von Freude erfüllt. In der Tat sagen alle Eure Schüler und unser geliebter Meister einstimmig: Obwohl wir es ja eigentlich gar nicht verdient hätten und trotz unserer Nichtigkeit wurden wir in aller Aufrichtigkeit in Dienst gestellt. In diesem lichtvollen Dienst haben wir sowohl als Schüler, als auch Schreiber, Gesprächspartner, Verteiler und Verbreiter, Kämpfer, Ratgeber für das Volk, Anbeter des Gerechten (Haqq) und dergleichen mehr, alle Schönheiten und Kostbarkeiten der Welt (cihandeger) auf einmal erhalten und nur wenig ist letztlich unser Dank, wie sehr wir auch unserem Herrn und Gott (Hazret-i Allah) dafür danken mögen. Dieser Dank, den wir abstatten möchten, erfüllt die Herzen von uns, Euren Schülern, mit Freude und Glück und erinnert uns dabei daran, dass auch er noch eine Güte (ihsan) unseres Schöpfers (Khaliq) ist, die im Überfluss in unsere Herzen (qalb) strömt. Und die gleiche Art von Dankbarkeit während des Lebens, das diese armseligen Bewohner und unser Meister (Ustadh), als er noch klein war (noch unbewusst in sich erfahren hatten), lässt (sich auch heute noch) aus unserer Haltung und aus unserem Verhalten ablesen. Unendliches Lob und grenzenloser Dank sei Gott dem Herrn in Seiner Majestät (Zât-i Zülcelâl), der uns in Seiner Gnade und Freigiebigkeit (lütuf ve kerem) von jenem Rinnsal völliger Unwissenheit (cehl-i mutlak) erlöst und aus dem Sumpf des Aufstandes und des Unglaubens (kufr) herausgezogen und zu Schülern jenes glänzendsten aller Lichter (Nur) gemacht hat, das die Augen blendet.
Wenn unser Meister (Ustadh) uns den Sinn der Duplizität (iktiran) zweier Gnadengaben (ni'met), die gleichzeitig miteinander in Erscheinung treten, nicht schon vorher einmal erklärt hätte, er hätte sie aus unseren Schreibfedern, welche die vielfache Dankbarkeit unserer Herzen zum Ausdruck bringen, herauslesen können.
Wir erkennen, unser geliebter Meister (Ustadh), unsere eigene Verfassung: Wir können der Ansprechspartner der Risale-i Nur nicht sein. Trotzdem bezeugen wir (müsahede) mit wachsendem Bedürfnis das Erscheinen des Erbarmens des Allbarmherzigen Schöpfers (Hâlik-i Rahîmin merhametli tecellileri). Das Herz unseres Meisters (Qalb-i Üstadh) ist ein glänzender Spiegel, ein Empfänger und ein Reflektor. Die Zunge des Meisters (Üstadh) ist ein hoher Botschafter, ein Lehrer und ein Wegweiser (mürsid). Die Haltung des Meisters (hâl-i Üstadh) ist das schönste, leibhaftig gewordene Beispiel, ein Muster und ein Vorbild. Die Bedürfnisse aller Schichten der menschlichen Gesellschaft werden von ihm aufgezeigt und beschrieben. So findet es sich denn, dass der Zustand (hal), der seit sieben Jahren Feuer speienden Gewaltmenschen, heute eine noch schmerzlichere Form (hal) angenommen hat. Wer auch immer Verstand besitzt, hält sein Ohr an den Mund seines Rundfunkgerätes und denkt voll Sorge darüber nach, was der morgige Tag wohl bringen wird. Nachdem nun im Osten die Japaner besiegt worden waren, wartet man nun darauf, dass die Welt (dunya) einen dauerhaften Frieden (salâh-i selâmet) in Sicherheit und Geborgenheit (Emn-ü emân) zustandebringen werde. Doch nun wurde sichtbar, dass sich im Norden eine teuflische (Deccal) Bewegung zeigte. Dieser Sachverhalt hat jeden in Unruhe und Aufregung versetzt. In dem Gedanken, dass wir einer düsteren Zukunft entgegengehen werden, wurden (alle Menschen) dazu getrieben, voll Sorge (den Nachrichten) im Rundfunk zu folgen. Gott sei Lob und Dank (Lillâhilhamd), dass die Risale-i Nur unsere Seelen (ruh) durch ihre erhabene Verkündigung wieder beruhigt. Durch ihre wahrhaftige Unterweisung (Hakiki ders) stellt sie unser Herz (qalb) zufrieden. So werden wir denn dieser Tage durch eine spirituelle Anspielung (mânâ-yi isârî) ermahnt, dass nun solch eine entsetzliche Strömung entstanden ist, dass einzig und allein dann, wenn die Welt (alem) der Christenheit in der Einheit mit den Muslimen, nämlich dadurch, dass sich die Evangelien mit dem Qur'an vereinigen und infolge dessen sich dem Qur'an unterordnen, die so entstandene himmlische Macht den Sieg erhalten wird, (welch obiger Sachverhalt) darauf hinzuweisen geruht, dass nun die Zeit gekommen ist, die Ankunft des hochehrwürdigen Jesus, mit dem der Friede sei (Hazret-i Isa Aleyhisselâm), zu erwarten. Wie ich gehört habe, hat das heutige Amerika eine seiner vier Kommissionen in alle Ecken der Welt ausgesandt, mit dem Auftrag, zu erforschen, welches die wahre Religion (sâlim bir din) ist, die das Heil der heutigen Menschheit sicherstellen werde. Weil dem so ist, wird die Risale-i Nur eine zeitgemäße Auslegung (müceddid) des Qur'an mit den Worten des Gerichts überall bekannt machen und so für eine elende, leidende Menschheit jenes allumfassende Heil bringen, an das wir mit aller Macht glauben.
Solange noch unser geliebter Meister (Ustadh) über uns (wacht) und wir die Risale-i Nur, welche die erhabensten Wahrheiten (hakikat) in sich enthält und worin sich die gesegnete Auslegung (mübarek tefsir) des Qur'an in ihrer höchsten (Form) vorfindet, kennt unsere Freude weder Schranken noch Grenzen.
Wenn also nun diese Wahrheiten (hakikat) Abhandlung (cüz'ü) um Abhandlung an die Öffentlichkeit gelangen, werden sie auch (dafür Sorge tragen), dass sie überall mit Interesse, ja mit Freude gelesen werden. Dafür gibt es sehr viele, ganz offensichtliche Beweise. Möge nun Gott es wollen (Insâallah), dass insbesondere die bereits im Druck (erschienenen) Exemplare des "Zehnten Wortes" (Onuncu Söz), das diese Idee (mefkûre) von einer Leugnung der Auferstehung (inkâr-i hasr) besiegt und besonders auch die Abhandlungen (risalah) über "das Große Zeichen" (Âyetül-Kübra), das, obwohl einmal heimlich gedruckt, nun aber frei und offen von jedermann gelesen werden kann und sehr große, wunderbare Wirkungen zeigt, wodurch der Glaube (takviye-i îman) gestärkt wird, sowie "die wohldurchdachten Gottesbeweise" (Hüccetül-Bâliga) und die "Fruchtabhandlung" (Meyve) und dergleichen Abhandlungen aus dem Gesamtwerk (Külliyat-i Nur), die alle Ideen (mefkûre) über die Leugnung Gottes (inkâr-i Ulûhiyyet) ganz und gar zunichte machen, die gnadenlosen (emansis) Mauern der Gottlosigkeit, die nun um den Qur'an herum aufgerichtet werden sollen, (durch die Hilfe) der Risale-i Nur mit der Wurzel ausgerissen werden, das gnadenlose (emansis) Feuer der Gottlosigkeit gelöscht wird und der ganzen Welt (dunya) der überschäumende Trunk (sarâb-i kauthar) von dem Leben schenkenden Elixier (âb-i hayat) eines gnadenreichen Glaubens (emanli îman) zu trinken gegeben werden kann!
{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}
Ihre gute Meinung (hüsn-ü zann) über meine Person, die sehr weit über das hinausgeht, was mir zusteht, kann ich nur im Namen der geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur akzeptieren; andernfalls stünde es mir nicht zu, mich auf diesen Rängen (makam) sehen zu lassen.
Des Weiteren ist die Berufung der Risale-i Nur nicht mystisch (tarîkat), sondern die Wahrheit (hakikat); ist eine Manifestation der Berufung (meslek) der Sahabis. Diese Zeit ist nicht die Zeit einer Mystik (tarîkat), sondern die Zeit zur Rettung des Glaubens (iman). Die Risale-i Nur versah und versieht diesen Dienst, Dank sei Gott (lillahilhamd), in schwersten und schwierigsten Zeiten. Der Kreis der Risale-i Nur ist nach der Verkündigung von Hazret-i Ali und Hasan und Hüseyn (möge Gott mit ihnen allen zufrieden sein), von Ghaus-i A'zam (Gott heilige sein Geheimnis) - aus dem Verborgenen (ihbarat-i gaybiye) heraus - ein Kreis ihrer Schüler (sakird) in dieser Zeit. Denn so wie Hazret-i Ali mit drei wunderbaren Verkündigungen aus dem Verborgenen (keramet-i ghaybiye) über die Risale-i Nur voraussagte, sagte auch Ghaus-i A'zam (Gott heilige sein Geheimnis) mit großem Nachdruck über die Risale-i Nur voraus und ermutigte ihren Verkünder (tercüman). Möge Gott es wollen, dass diese vier ganz persönlichen Abhandlungen, vier Abhandlungen über die wunderhaften Verkündigungen von Hazret-i Ali und von Ghausu-l'adham, einmal an euch gesandt werden können. Die Sachverständigen (ehl-i vukuf) des Gerichts konnten dem nicht widersprechen, sondern äußerten nur eine kleine Kritik, indem sie sagten: "So etwas sollte man nicht schreiben." Dementgegen habe ich ihnen eine Antwort gegeben, auf die sie dann nichts mehr gesagt haben. Ich habe ja meinen Unterricht von İmam-i Ali (möge Gott mit ihm zufrieden sein) durch Ghaus-i A'zam (Gott heilige sein Geheimnis), Zeynelâbidîn (möge Gott mit ihm zufrieden sein) und Hasan Hüseyin (möge Gott mit ihm zufrieden sein), nach Art von Üveys-al'Karani, unmittelbar in der Wahrheit erhalten. Daher ist auch der Kreis, in dem wir unseren Dienst leisten, ihr Kreis.
Unendlicher Dank sei Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk), denn durch die Hilfe eurer Gebete (dua) hat die Gefahr dieser gefährlichen, giftigen Krankheit, die ich mehr als fünfzehn Tage lang in einem heftigen Fieber durchmachen musste, vor zwei Tagen ihren gefährlichen Stachel verloren. Da eine Stunde Krankheit so viel Segen bringt wie ein Tag der Anbetung (ibadet), möge Gott durch diese Krankheit den Platz vieler Wohltaten (hayrat), die ich nicht verrichten konnte, ausfüllen und sie als eine Buße für meine vielen Fehler gelten. Schwäche und Krankheit setzen sich jedoch noch weiter fort.
...
Ich gestehe, dass ich keineswegs würdig bin, ein solch angesehenes (makbul) Werk für mich in Anspruch zu nehmen. Es ist aber eine Besonderheit (se'n) und eine Gewohnheit (âdet) Gottes, in Seiner Allmacht (kudret-i İlahiye) und als einen Beweis für Seine Größe (azamet), aus einem kleinen, unbedeutenden Kern einen riesigen bergesgleichen Baum zu erschaffen. Dabei versichere (temin) ich hiermit unter Eid (kasem), dass es vielmehr meine Absicht (maksad) mit dem Lob (sena) der Risale-i Nur ist, die Wahrheiten (hakikat) des Qur'an und die Grundpfeiler des Glaubens (iman) zu stärken, zu beweisen und zu verbreiten. Unendlicher Dank sei meinem barmherzigen Schöpfer (Hâlik-i Rahîm), dass er mich dazu führt, nicht auf mich selbst stolz zu sein, mich vielmehr meine eigenen Schwächen und Fehler erkennen zu lassen, sodass in mir kein Wunsch mehr zurückbleibt, diese meine eigenwillige Seele (nefs-i emmare) auch nicht in den Augen anderer stolz zu erheben.
Wenn ein Mann, der vor dem Tor des Grabes (kabir) wartet, heuchlerisch (riyakârane) diese vergängliche Welt (fâni dünya) hinter sich betrachtet, so ist dies für ihn in der Tat eine bedauernswerte Dummheit und ein furchtbarer Verlust. Möge Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) mich vor solchen Verlusten bewahren! Âmîn.
Ich grüße alle meine Brüder (selâm), jeden Einzelnen von ihnen, bete (dua) für sie und bitte auch sie um ihr Gebet (dua).
Meine lieben getreuen, gesegneten Brüder!
Wir wünschen euch Gottes Segen für den heiligen Monat Ramadan und die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) und beglückwünschen euch auch aus ganzem Herzen (ruh) und aus ganzer Seele (canim) zu eurem Festtag (bayram). Möge der barmherzige Allerbarmer euch noch mit vielen ähnlichen Tagen beehren (müserref). Âmîn!
Auch wenn ich in diesem heiligen Ramadan zwar infolge einer Vergiftung überaus viele Unbilden erleiden und Schmerzen erdulden musste, schulde ich dennoch Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk) unendlichen Dank, dass Er mir in Seiner Güte (ihsan) die Geduld und Ausdauer dazu geschenkt hat. Auch der bedeutungsvolle Segen (sevab) der Krankheit beseitigte die Rostflecke der Gottvergessenheit (ghaflet), welche die Plagen mir zugefügt hatten. Durch die Fülle (berekât) eurer Gebete (dua) wurde ich auch diesmal vollständig von der Vergiftung errettet. Nur die darauf folgende Schwäche und Erschöpfung ist doch ab und zu einmal eine Belastung für mich.
Ich hatte bereits an euch geschrieben, dass die "Hizb-i Nuriye" eine Zusammenfassung der Risale-i Nur und des "Großen Zeichens" (Âyet-ül Kübra) ist. So ist auch eine Zusammenfassung der Hizb-i Nuriye, welche die Notwendigkeit (vücub) der Existenz (vücud) und der Einheit Gottes (Tauhid) in dem "Großen Zeichen", das aus der Fülle dieses heiligen Ramadan entstanden ist und im Ramadan wieder neu herausgegeben wurde, in dreiunddreißig umfangreichen Sprachen, gleich wie in dreiunddreißig Stufen, zustandegekommen; der Geist (ruh), das Vorstellungsvermögen (hayal) und das Herz (qalb) wuchsen und gediehen auf diese Weise so sehr, dass ich auf jeder Stufe in ihrer Sprache das Bekenntnis (sehadet) لاَ اِلَهَ اِلاَّ اللهُ {"Lâ ilaha illallah"} rezitierte, und dabei eine gewaltige Einheit (Tauhid) verspürte, als wäre ihre allumfassende Sprache zu meiner eigenen geworden. Daher kann das "Große Zeichen (Âyet-ül Kübra)" der Sonne gleich die Seelen (ruh) erleuchten und in ihnen die Lichter (Nur) des Glaubens (iman) entzünden. So bin ich denn ohne Zweifel und Argwohn zu dieser Überzeugung (kanaat) gelangt. Und so habe ich es denn erlebt und erkannt, was das Geheimnis (sirr) hinter dem Großen Zeichen ist, von dem Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, mit Nachdruck verkündet hatte.
Diesmal schreibt mir der Brief, den Hüsrev, ein Held der Risale-i Nur, mit den Gefühlen aller Schüler (sakird) in Isparta geschrieben hat, zwar einen überaus großen Anteil (an unserer gemeinsamen Arbeit) zu, wozu ich aber nicht berechtigt bin. Da der Brief jedoch diesen so hochgradigen Zusammenhalt der heldenhaften Schüler aus Isparta und Umgebung und zugleich auch den vollkommenen Wert der Risale-i Nur zeigt, ist er würdig mit meinen Briefen in die Briefsammlung (Lâhika) oder anderen Stellen, die ihr dazu für ihn geeignet haltet, einzufügen. So senden wir euch denn eine Kopie von ihm in neuen Buchstaben zu. Meine ehrenwerten Brüder in Kastamonu, mit denen ich sehr verbunden bin, und Mustafa Osman, der ein Mittelsmann (vasita-i irtibat) zu den Brüdern in Isparta ist, haben tatsächlich in kurzer Zeit eine überaus wichtige Arbeit geleistet, weswegen sie das Recht (hak) erworben haben, in die erste Reihe besonderer Schüler (haslar) aufgenommen zu werden. Er war also mit ganzer Seele wahrhaftig, sodass er in nur wenig Zeit eine Arbeit geleistet hat, die normalerweise sehr viel Zeit beansprucht hätte. Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) möge ihm nach seinem Beispiel in der dortigen Umgebung viele Nachahmer schenken und ihnen Sicherheit (selâmet) gewähren. Âmîn.
Ich grüße (selâm) alle meine Brüder und Schwestern, jede und jeden von ihnen, beglückwünsche (tebrik) sie und bete (dua) für sie.
Weil nun diese beiden sehr wichtigen Fragestellungen bereits an verschiedenen Stellen der Risale-i Nur vorzufinden sind, möchte ich sie doch noch einmal ganz kurz mit euch besprechen und vertraue dabei auf eure rasche Auffassungsgabe.
Erstens: Ein Schüler der Risale-i Nur, der ehrlich und aufrichtig ist und auch den Qur'an kopiert, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Kuran-i Mucizül-Beyan) ist, hat mich diesmal aufgrund seiner guten Meinung, die er von mir hat, obwohl das doch tausendmal über meine Grenzen hinausgeht, in dem Brief, den er uns geschrieben hat, (in einer bestimmten Angelegenheit) nach der Wahrheit (hakikat) gefragt. Da er den so wichtigen und heiligen Dienst (kudsi vazifah) an der geistigen Körperschaft der Risale-i Nur für einen Dienst (vazifah) an meiner eigenen, doch so gewöhnlichen Person hält, den er als einen ganz besonders erhabenen Dienst (ulvi vazifah) in der Nachfolgeschaft des Propheten (hilâfet-i nübüvvet) ansieht und von seinem Standpunkt aus in seinem Meister (Ustadh) jenen Funken zu erkennen glaubt, möchte er in mir nun auch die (sichtbar gewordene) Erscheinung jenes geistigen Kalifats (hilâfet-i mâneviye) erblicken.
Erstens: Man baut über einer Ewigen Wahrheit (Bâki bir hakikat) keine vergänglichen Repräsentanten (sahsiyet). Täte man dies, würde man der Wahrheit (hakikat) damit Gewalt antun. Eine Aufgabe (vazifah), die in jeder Hinsicht vollkommen (kemâl) und ewig ist, kann nicht an Repräsentanten (sahsiyet) gebunden sein, die dem Zerfall und der Kritik (çürümeye ve çürütülmeye) ausgesetzt sind. Denn eine solche Bindung schadet dem Wert einer solche Aufgabe (vazifah).
Zweitens: Das Aufscheinen der Risale-i Nur bringt nicht nur ein innerliches Erfülltsein (feyiz) mit sich, das einzig durch das Verständnis (fikr) ihres Interpreten oder als ein Ausdruck eines innerlichen Bedürfnisses (ihtiyac-i mânevi) aus dem Qur'an erwächst und sich allein nach der Begabung dieses Interpreten richtet, sondern entspricht vielmehr dem Wunsch nach Erfüllung (feyis) in den Herzen (ruh) aller reinen, standhaften und getreuen Personen, welche die Gesprächspartner dieses Interpreten und seine Gefährten im Unterricht (ders) des Qur'an sind. So wie sie weit mehr als die Begabung ihres Interpreten auf vielfache Weise zu dem Aufscheinen dieser Lichter (Nur) beitragen, indem sie diese annehmen, bestätigen und in die Praxis umsetzen, formen sie auch Wesen und Wirklichkeit der geistigen Manifestation (sahs-i mânevisinin hakikati) der Risale-i Nur und ihrer Schüler. Doch auch ein Interpret leistet dazu seinen Beitrag. Insoweit er diesen nicht durch seine Unaufrichtigkeit schmälert oder wertlos macht, kann er sich mit ihm zuvortun und durch ihn zu Ehre und Ansehen gelangen.
Drittens: Diese Zeit ist eine Zeit der Gemeinschaft (cemaat). Die Genialität einer einzelnen Persönlichkeit, wie wundervoll auch immer sie sein mag, kann doch durch die Genialität der geistigen Körperschaft (sahs-i mânevi), die aus einer Gemeinschaft entsteht, überwunden werden. Wie dieser gesegnete Bruder geschrieben hat, darf man deshalb einen Dienst am Glauben (vazife-i îmani), der in gewisser Hinsicht die ganze islamische Welt (alem) zu erleuchten vermag und ein Licht heiliger (qudsi) Genialität ist, nicht einer hilflosen, schwachen, unterdrückten Person aufbürden, die noch dazu zahllose Feinde und hartnäckige Gegner hat, die sie durch Verrat und durch Beleidigungen in Misskredit zu bringen versuchen. Wollte man ihn ihr aber dennoch aufbürden und geriete diese (ohnehin schon) mit Fehlern behaftete Person nun durch den Verrat und unter den Schlägen ihrer Feinde ins Wanken, so würde sie unter dieser Bürde zusammenbrechen und ihre Last unter ihr auseinanderfallen.
Viertens: Schon von alters her hatten viele Menschen eine besonders gute Meinung von ihren Lehrern und Meistern, von allen, die sie ausbildeten, schulten, unterwiesen, lehrten und unterrichteten und auch von ihren Fürsten (üstadh veya mürsid veya muallim veya reis) und sie schätzten sie weit über den Wert ihrer eigenen Persönlichkeit. Da sie mit Hilfe ihres Unterrichts und durch deren geistliche und weltliche Führung einen Nutzen zu finden hofften, wurde ihre oft bei weitem übertriebene gute Meinung auch bis zu einem gewissen Grade entgegengenommen. Obwohl sie der Wahrheit (vâkia) manchmal zuwiderliefen, wurden sie dennoch nicht kritisiert. Wenn also nun die Nur-Schüler jene erhabene (ulvi) Stufe und alle Vorzüge, die einem Meister (ustadh) angemessen sind, der seiner Nur-Schüler würdig ist, meiner armseligen, mit Fehlern und Mängeln behafteten Persönlichkeit zuerkennen und so mit Eifer und Begeisterung ihre Arbeit tun, so kann man eine solch gute Meinung in dieser Hinsicht, auch wenn sie alle Grenzen bei weitem überschreitet, durchaus noch akzeptieren. Man sollte das jedoch so verstehen, dass sie gleichsam im Besitz der geistigen Körperschaft der Risale-i Nur ist und (nur auf diese Weise) in meinen Händen ruht. Wenn nun aber vor allem die Gottlosen, die Irregeleiteten (ehl-i dalâlet), die Politiker (ehl-i siyaset) und die Gottvergessenen (ehl-i ghaflet), ja, sogar etwas naive religiöse Leute (sâfi kalb ehl-i diyanet), einer Persönlichkeit zu viel Bedeutung beimessen, kurzum alle Ungerechten eine solche Persönlichkeit verderben und damit der Wahrheit und Gerechtigkeit (hakikat) einen Schlag versetzen wollen, weil sie denken, dass ein armseliger (Mensch) wie ich die Quelle aller Lichter (Nur) sei, und nun mit ganzer Kraft danach streben, mich zu verderben, diese Lichter auszulöschen und selbst noch diejenigen, welche reinen Herzens (qalb) sind, davon zu überzeugen?
Kurzum, ein Ereignis im Zusammenhang mit der nachstehenden Zweiten Fragestellung beleuchtet diese Wahrheit (hakikat).
Zweite Fragestellung: Während ich am zweiten Festtag (bayram) einen kleinen Ausflug in die Umgebung machte, um Luft zu schöpfen, wurde ich durch einen bedeutenden Beamten auf fünffache Art ungerechter Weise mit Angriffen verfolgt. Doch Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) in Seiner Barmherzigkeit (rahmet) und Freigiebigkeit (kerim) machte mir, um trotz all der Bände der Risale-i Nur, die auf meinem Rücken und meinen Schultern lasten und bei der Ehre und Würde, die Herz (qalb) und Seele (ruh) meiner Schüler belasten, dennoch die Ruhe zu bewahren, eine ganz außerordentliche Ausdauer und Geduld zum Geschenk (ihsan). Andernfalls hätten sie ihre Intrigen, verbunden mit der Absicht, mich in Wut zu versetzen, verwirklichen können und (aufgrund dessen) den Erfolg der Risale-i Nur und besonders auch des "Großen Zeichens" (Âyetül-Kübra) verhindert. Gebt nun Acht und hütet euch, dass ihr euch keine Sorgen macht! Seid auch nicht ängstlich und nicht aufgeregt. Auch braucht ihr euch meinetwegen nicht zu beklagen und mich nicht zu bemitleiden. Möge die Gnade Gottes (inayet-i Ilâhiyye) uns vor allem Zweifeln und Schwanken, wenn auch im Verborgenen, behüten und möge dadurch die Ayah
{"Aber vielleicht verabscheut ihr etwas, das gut für euch ist!" (Sure 2, 216),}
sich an uns offenbaren und durch uns bestätigt werden.
Aber auch diesmal sind ihre Pläne wieder ohne Ergebnis geblieben. Doch gibt es auch in dieser Provinz (vilayet) Menschen, die ganz unmittelbar von einer hohen Behörde (makam) die Macht (kuvvet) erhalten haben, mich zu belästigen. Wäre es möglich, sollte man daher darauf hinwirken, dass der Gerichtshof in Denizli und das Revisionsgericht in Ankara meine Überstellung an einen anderen, für mich besser geeigneten Ort veranlassen, und zwar unter dem Aspekt als Begründung, dass ich das Klima hier leider nicht vertragen kann. Da ich selbst nichts dazu tun kann, wäre es gut, wenn Freunde in Denizli, die sich mir ganz besonders verbunden fühlen, (in dieser Richtung) etwas unternehmen würden. Wenigstens sollten sie (dafür Sorge tragen), dass ich unter irgendeinem Vorwand in das dortige Gefängnis eingeliefert werde.
Mein lieber, getreuer, vielmals gesegneter, so fleißiger, stets aufrichtiger und hochgeschätzter Bruder Hüsrev!
Dein Brief, den ich am zweiten Festtag (bayram) erhalten habe, an demselben Tage, an dem eine Taube kam, als wollte sie mir eine Nachricht von dem Vorfall überbringen, bei dem die Polizei mein Haus erstürmte (hâdise-i taarruziye), was mich doch sehr bedrückt hatte, war mir eine heilende Salbe, eine Medizin für meine Plagen und Sorgen, die mir daraus erwuchsen; er hat mich dazu gebracht, an die folgende Bedeutung (mana) zu denken: "Den unbedeutenden Männern gegenüber, welche dich schikanierten, findest du auch diesen wundervollen Respekt und die Ehrerbietung (hürmet ve ihtiram) der Helden der Gül ve Nur {Namen zweier Nur-Schüler} Fabrik, was keine derartige Beleidigung (hakaret) von ein, zwei verstockten (vicdansiz) Kerlen, ja noch nicht einmal die Schikanen (ihanet) von Millionen deiner Feinde wieder aufheben oder ihre Bedeutung zunichte machen könnte." So ähnlich kam es mir in den Sinn (qalb). Ich habe jedoch meine eigene Gestalt betrachtet; während sie schon einem Dattelkern gleicht, der verrottet und vertrocknet ist und seinen Auftrag (vazifah) bereits beendet hat, habe ich gesehen, dass Sie sie wie einen fruchttragenden (meyvedar), prächtigen, riesigen Baum im Garten der Risale-i Nur betrachten, der gewissermaßen aus diesem Kern heraus und emporgewachsen ist. Ich habe jedoch gesehen, wie Ihr außerordentlich guter Eindruck (hüsn-ü zann) von mir aus diesem Baum hervorgeht und wie auch der Kern in gewisser Hinsicht, weil er eine Art Mittel dazu war, diesen guten Eindruck (hüsn-ü zann) erfahren hat.
Die erste Seite dieses Briefes ist schön; das ist auch meine Meinung (istirak). Auf der zweiten Seite habe ich einige Stellen mit meinem Stift verändert und sie etwas abgemildert, z.B. können wir das sechs Monate währende Kalifat von Hazret-i Hasan, mit dem Gott zufrieden sein möge, mit der Kraft und dem Segen (kuvvet ve feyiz), den die Risale-i Nur aus dem Cevsen-ül Kebir und der Celcelutiye erhält, hinsichtlich der Verbreitung der Glaubenswahrheiten (nesr-i hakaik-i imaniye), welche die wichtigste Aufgabe des Kalifattums (vazife-i hilafet) ist, indem sie die kurze Zeit von Hazret-i Hasan, mit dem Gott zufrieden sein möge, in eine längere Zeit verwandelt, als die Fortsetzung des fünften Kalifats betrachten.
Denn das, was die Fähigkeit besitzt, durch die wahrhaftige Gerechtigkeit (adalet-i hakikiye) die Menschen in diesem Zeitalter glücklich (mes'ud) zu machen, ist die Risale-i Nur. Ihre geistige Körperschaft (sahs-i manevî) gilt als ein Helfer, als eine Fortsetzung, ein geistiges Kind (manevî veled) von Hazret-i Hasan, mit dem Gott zufrieden sein möge.Ich habe deinen Brief etwas abgemildert. Im Vergleich dazu habe ich statt deiner an einigen Stellen meinen Stift gebraucht. Am selben Tag jedoch hat mir das Gericht meine Bücher und die Manuskripte der Briefe zurückgegeben (teslim). Unter diesen Manuskripten, denen sie sehr viel Beachtung geschenkt und daher mit einem grünen Stift gekennzeichnet hatten, also genau unter diesen Manuskripten habe ich den fehlenden Abschnitt gefunden, den ich Ihnen bereits geschrieben hatte; ich sagte: "Gott sei gepriesen (fesübhanallah)!" Und es war mir plötzlich (mana) so, als sagte er zu mir: "Beantworte seinen Brief durch mich." Vielleicht ist dieser Abschnitt bereits in die Briefsammlung eingereiht. Ich schicke ihn Ihnen trotzdem noch einmal unverändert zu. Dieser Abschnitt ist folgender:
"Ihr sollt mich nicht hinsichtlich der Ränge (makam) einordnen, die ihr mir mit eurem guten Eindruck (hüsn-ü zann) von meiner derart fehlerhaften Person beimesst, sondern die Aufgabe (vazifah) und den Dienst (hizmet) in Augenschein nehmen und mich von diesem Standpunkt aus beurteilen. Würde diese Maske (perde) fallen, so würde mein wahres Wesen, das von Kopf bis Fuß mit Fehlern übersät ist, bewirken, dass ihr vor mir davonlauft. Um nicht aus eurer Bruderschaft (kardeslik) mit mir davonzulaufen und sie zutiefst zu bedauern (pisman), sollt ihr eure Verbundenheit mit mir nicht mit Rängen (makam) verknüpfen, die ihr in eurer Vorstellung weit über meine Grenzen hinaus meiner Person beimesst (tasavvur). Ich bin für euch ein Bruder (kardes), euer Lehrer (mürsidlik) zu sein, steht mir dagegen nicht zu. Ich bin auch kein Meister (ustadh), sondern euer Mitschüler (arkadas). Ich brauche wegen meiner Fehler euer liebevolles Gebet (sefkatkârane dua) und euren Beistand (himmet). Ihr dürft von mir noch nicht einmal meinen Beistand (himmet) erwarten, vielmehr bedarf ich meinerseits eures Beistandes (himmet). Durch die Güte (ihsan) und die Gnade Gottes (kerim) des Gerechten (Cenab-i Hakk) haben wir uns in einem überaus heiligen (kudsî), besonders wichtigen und besonders wertvollen und für alle Gläubigen (ehl-i iman) nützlichen Dienst (hizmet) nach dem Prinzip der Arbeitsaufteilung (taksim-i mesaî) zusammengeschlossen. Die Bedeutsamkeit und der Wert einer geistigen Körperschaft (sahs-i manevî), die aus eurem Zusammenhalt (tesanüd) erwächst, genügt uns als unser Meister (ustadh) und unser Lehrer (irsad).
Da in dieser Zeit nun einmal der Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) vor allen anderen Dingen eine heilige Aufgabe (kudsî vazife) ist, und da nun einmal im Vergleich mit der Qualität (kemmiyet) die Bedeutung der Quantität (keyfiyet) nur gering ist, und da nun einmal die sich ständig wechselnden und sich wandelnden politischen Umstände und Verhältnisse im Vergleich zu dem ewigen (ebedî), immerwährenden, festgefügten Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) nur unbedeutend sind und daher kein Maßstab sein können, müssen wir uns mit den segensreichen Rängen (feyizli makam) begnügen, mit denen uns die Risale-i Nur im Rahmen ihrer Anweisungen (talimat) beschenkt. Anstatt mir weit über meine Grenzen hinaus mit eurer außerordentlich guten Meinung (hüsn-ü zann) einen übertrieben hohen Rang zuzuerkennen, ist eine außerordentliche Treue (sadakat) und Standhaftigkeit (sebat) und eine überaus aufrichtige Verbundenheit (irtibat) und Wahrhaftigkeit (ihlas) notwendig. In diesem Sinne müssen wir stets voranschreiten." Und mit Recht (elhak) sind auch Sie hier bereits ganz besonders weit vorangeschritten. (Ende des Abschnitts)
Meine getreuen, standhaften und aufrichtigen Brüder!
Eine sehr wichtige Frage, die sowohl die materiellen als auch die geistigen Dinge betrifft und die ich mir sowohl selber stelle, als sie mir auch von denen gestellt wird, mit denen ich in Verbindung stehe, ist Folgende: "Warum interessierst du dich, im Gegensatz zu allen anderen, nicht für all die vielen mächtigen (kuvvet) und bedeutungsvollen (Kräfte), die dir helfen wollen? Was doch kein anderer täte? Willst du etwa damit zeigen, dass du sie gar nicht nötig hast? Und warum nimmst du die hohen Ränge (makam) nicht an, von denen die Elite der Schüler der Risale-i Nur sich einstimmig wünscht, dass du sie doch annehmen mögest, was doch ein jeder verlangt, ja geradezu fordert und doch auch der Verbreitung, ja dem Sieg (fütuhat) der Risale-i Nur durchaus dienlich sein würde? Warum weist du das denn so heftig zurück?"
Antwort: In dieser Zeit brauchen die Gläubigen (ehl-i îman) eine Wahrheit (hakikat), die so beschaffen sein muss, dass sie für nichts in der Welt (kainat) als ein Mittel (zum Zweck) oder als Sprungbrett verwendet werden kann, dass sie durch Groll oder irgendeine böse Absicht nicht beschmutzt werden kann, dass sie sich von keinem Zweifel und von keiner Philosophie unterwerfen lässt, eine Glaubenswahrheit (îman hakikat), die nur auf diese Art unterrichtet werden soll, damit der Glaube (iman) gegen den Angriff der Irrtümer (dalâlet), die sich seit Tausend Jahren angehäuft haben, von allen Gläubigen (ehl-i Iman) bewahrt werden kann.
So misst denn, von diesem Punkt aus betrachtet, die Risale-i Nur allen in- und ausländischen Helfern und ihrer an und für sich bedeutenden Macht (kuvvet) keine weitere Bedeutung bei, sucht sie nicht auf und schließt sich ihnen nicht an, sodass sie in den Augen der einfachen Gläubigen (ehl-i îman) nicht als Sprungbrett für einige Ziele des irdischen Lebens (hayat-i dünyeviye) verstanden werden kann und - da sie außer unmittelbar für das ewige Leben (hayat-i bâkiye) für nichts anderes als Fahrzeug dient - ihre außerordentliche Kraft und Wahrheit (hakikat) die angreifenden Zweifel und Unsicherheiten beseitigen möge.
Obwohl aber diese geistigen, hochgeschätzten, von allen Kennern der Wahrheit (ehl-i hakikat) ersehnten leuchtenden Ränge (makam) und Sprossen (auf der Stufenleiter) zum Ewigen (uhrevî) Leben doch nun keinem (Menschen) schaden und dir von unseren aufrichtigen Brüdern nur in guter Absicht zugeschrieben werden, dir in deiner Aufrichtigkeit auch gar keinen Schaden zufügen, falls du sie denn annehmen möchtest, obwohl es doch dafür unwiderlegliche Beweise und Zeugnisse gibt, weichst du nicht schlicht und bescheiden vor diesen Stufen und Rängen (makam) zurück, sondern fliehst sie heftig, ja geradezu wütend, und brichst dabei deinen Brüdern, die dir diesen Rang (makam) andienen möchten, das Herz.
Antwort: So wie ein opferbereiter Mensch (ehl-i hamiyet) sein eigenes Leben (hayat) für das seiner Freunde hingibt, so muss auch ich, um das Ewige Leben der Gläubigen (ehl-i îmanin hayat-i ebediye) vor gefährlichen Feinden zu schützen, falls es notwendig werden sollte, (und es ist in der Tat notwendig), nicht nur diese eigenen Ränge, derer ich auch gar nicht würdig bin, nein, vielmehr auch die wirklichen Stufen eines ewigen Lebens (hakikî hayât-i ebediyenin makamlari), schon um der Unterweisungen in der Liebe (ders-i sefkat) willen, die ich von der Risale-i Nur empfangen habe, zum Opfer bringen, und um der Unterweisungen in der Liebe (ders-i sefkat) willen, die ich von der Risale-i Nur empfangen habe, aufgeben. Zu allen Zeiten und besonders in dieser unserer Zeit, vor allem aber in einem vom Egoimus (enaniyet) und einer allgemeinen Gottvergessenheit (ghaflah), wie sie an allen Irrwegen (dalalet) wächst, aufgewühlten Jahrhundert, in dem (die Menschen) sich zur Schau stellen (hodfürusluk) und in dem Politik und (westliche) Philosophie obsiegen, machen die hohen Ränge (makam) in der Tat alle anderen Dinge von sich abhängig und gebrauchen sie als Sprungbrett. Ja, für die Ränge im weltlichen Leben (dünyevî makam) werden auch noch für heilig erachtete Werte (mukaddesat) als Werkzeug gebraucht. Was aber die geistlichen Ränge (makam) betrifft, so werden sie sogar noch mehr als Werkzeug gebraucht. So bleibt denn eine Beschuldigung (im Raum) stehen, man wolle, um sich im Rampenlicht der Öffentlichkeit halten zu können oder aber sich für einen derartigen Rang (makam) als geeignet zu erweisen, einige heilige (kudsi) Dienste und sogar Wahrheiten (hakikat) als Sprungbrett und Mittel (zum Zweck) gebrauchen, wodurch auch die dabei verbreiteten Wahrheiten (hakikat) in Zweifel gezogen und nicht mehr ernst genommen werden. Ist dabei der Nutzen eines derartigen Ranges (makam) für eine solche Person nur ein einfacher, so ist doch der Verlust an Ansehen in der Öffentlichkeit ein tausendfacher.
Zusammenfassung: Es ist aufrichtige Wahrhaftigkeit (Hakikat-i ihlâs), die mir die Dinge verbietet, die mir als ein Mittel zu Ruhm und Ehre, zu weltlichem und geistlichem Rang dienen könnten. Zwar erleidet der Dienst an der Risale-i Nur dadurch einen großen Schaden, aber, da die Quantität im Vergleich zur Qualität keine Bedeutung hat, halte ich es doch als ein aufrichtiger Diener für viel wichtiger, zehn Männer in aufrichtiger Wahrhaftigkeit (hakikat-i ihlâs) über die Wahrheit des Glaubens (hakaik-i îmaniye) zu unterweisen, die über allem steht, als Tausende Männer in der Kraft (der Geistlichkeit) eines großen Pols (kutbiyet) rechtzuleiten (irsad).
Denn diese zehn Männer können, wenn sie genau diese Wahrheit (hakikat) als über allen anderen Dingen stehend erkennen und darin standhaft sind, in ihren Herzen (qalb), die den Samenkernen gleichen, zu einem einzigen Baum werden. Doch diesen tausend Mann gegenüber, wenn sie denn infolge all der Zweifel und der Einflüsterungen dieser Welt (dunya) den Unterricht durch einen Pol (qutub) als etwas betrachten, das aus "dem eigenen Rang (makam) und den eigenen, persönlichen Eindrücken erwachsen ist" und so besiegt und wieder zerstreut werden, ziehe ich es doch vor, ein Diener zu sein, statt einen besonderen Rang (makam) einzunehmen. Ich habe mir sogar darüber Sorgen gemacht, dass jenem gewissen Mann, der mich fünfmal wider Recht und Gesetz an einem Feiertag gemäß dem Plan meiner Feinde belästigt hatte, nun ein Unglück zustoßen könnte. Denn da dieser Vorfall bereits publik geworden ist, sagte ich, weil mir die einfachen Leute unmittelbar danach wunderbare Fähigkeiten (keramet) zuschreiben und einen entsprechenden Rang (makam) verleihen könnten: "Oh Herr (Ya Rabbi), führe ihn auf den rechten (islah) Weg und gib ihm seinen gerechten Lohn! Aber lass das bitte nicht auf wunderbare (keramet) Weise geschehen!" In diesem Zusammenhang möchte ich noch folgendes erklären:
Ich entdeckte dieses Mal in den Briefen der Schüler, die uns vom Gericht wieder zurückgegeben worden waren, noch einen Brief mit vielen Unterschriften. Vielleicht findet er sich unter den gesammelten Briefen (lâhika) wieder. Er handelte vom Segen, den die Schüler der Risale-i Nur bei ihrem Lebensunterhalt (erfahren haben), während andere eine Ohrfeige (zu ihrer Ermahnung) empfingen. Es besteht hier kein Zweifel daran, dass auch in Kastamonu einige solche Ohrfeigen bekommen haben. Und auch hier haben fünf Leute solche Ohrfeigen empfangen.
Wir haben das mit unseren eigenen Augen gesehen. Und wir haben in der Tat keinen Zweifel daran.
Im Namen aller hiesigen Schüler
Ceylan, İbrahim
Ein Schreiber der Risale-i Nur fragte: "Warum bekommen die Freunde wegen ihrer Fehler Ohrfeigen, während die Feinde, die uns angreifen, sie nicht auf gleiche Weise bekommen?"
Antwort: Wenn jemand kein Beamter ist oder einfach nur ein Privatmann und von sich aus jemanden misshandelt (hiyanet), so bekommt er eine Ohrfeige nur für sich allein. So etwas kommt sehr häufig vor. Es gibt auch sehr viele, die sich durchaus treu (sadakat) verhalten, im täglichen Leben (maiset) ihren Segen (bereket) empfangen, in ihrem Herzen (qalb) Ruhe und Gelassenheit (rahat) finden und dergleichen Gnadengaben (ikram) mehr erfahren. Wenn es sich um einen Beamten handelte, der im Namen des Gesetzes (kanun) andere gesetzlos misshandelt und belästigt hat, so wird dies zum Anlass für eine ganz allgemeine Ohrfeige, die über die jeweilige Provinz und auch dessen armes Volk (ahaliye) kommen wird. So wird er zum Auslöser von Erdbeben (zelzele), Dürrekatastrophen, Epidemien, Unwettern und anderen Unglücken (bela'), die zu einem Notstand führen. Und so scheint es denn, als habe der betreffende Beamte selbst gar keine Ohrfeige bekommen.
Wenn es sich aber um diejenigen handelt, die im Interesse ihrer Glaubenslosigkeit unseren Dienst am Glauben (iman) stören, so wird nach der Regel
{"Die Ungerechtigkeit setzt sich nicht fort, der Unglaube aber setzt sich fort,"}
die Strafe für die Ungerechtigkeit derer, die sich bis zum Grade des Unglaubens verstiegen haben - weil sie so schwer ist - auf das Jenseits verschoben; meistens werden ihre Strafen nicht wie die für die kleineren Ungerechtigkeiten schon in dieser Welt (dunya) vollzogen.
{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}