Briefe aus Emirdağ-1
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Ein Brief (hitap) an Hâfiz Mustafa, der ein Geschäftsmann in Denizli ist und ursprünglich aus Burdur stammt.
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حُرُوفَاتِ رَسَٓائِلِ النُّورِ ﴾

{"Im Namen dessen der gepriesen sei... Und es gibt kein Ding, dass nicht lobend Ihn preist." (Sure 17,44) "Friede sei mit euch, das Erbarmen Gottes und Sein Segen nach der Anzahl der Buchstaben der Risale-i Nur."}

Mein lieber getreuer Bruder und erfolgreicher Gefährte im Dienst am Qur'an!

Wir heißen dich tausendmal willkommen. Du hast mich für ewig zu Dank verpflichtet. Dein und deiner treuen Gefährten Dienst für die Freigabe der Risale-i Nur ist so groß und wertvoll, dass ihr nicht nur uns und die Schüler (sakird) der Risale-i Nur, ja sogar dieses Land (memleket) und die islamische Welt (âlem) innerlich (manen) zu Dank (minnet) verpflichtet habt. Ihr habt den Weg für die Risale-i Nur geöffnet, damit sie den Gläubigen (ehl-i iman) zu Hilfe eilen kann. Ich habe seit einem Jahr dich und diejenigen, die mit dir zusammen an dieser Freigabe arbeiten, zusammen mit diesen unerschrockenen Männern, wie dem verstorbenen Hâfis Ali und Husrev, in meinen eigenen geistigen (manevî) Verdienst und in meine Gebete miteingeschlossen und werde das auch weiterhin tun. Jede Minute, die du bis hierher unterwegs verbracht hast, machte mich dankbar (minnettar), genauso, als hättest du einen Tag lang im Dienst an der Risale-i Nur verbracht. Den bekannten Herrn, der den Titel der Gerechte Richter (Hâkim-i âdil) verdient hat, und diejenigen, die für uns mit ihm zusammen gearbeitet haben, werde ich wegen dieser Dienste für die wahre Gerechtigkeit (hakikî adalet) bis zum Ende meines Lebens nicht vergessen. Seit sechs, sieben Monaten schließe ich auch sie genauso als Partner (serik) in meinen geistigen Verdienst mit ein.

Das, was mir zurückgegeben wurde, ist ein Teil der Risale-i Nur. Ich werde meinen Brüdern schreiben, dass sie ihn vollenden sollen und ich möchte ihn dann Ihnen schenken. Denn Sie haben ihren vollständigen Anteil an dem folgenden weiteren Dienst an der Risale-i Nur. Sowohl ich als auch die Schüler (talebe) der Risale-i Nur haben beschlossen, in dieser Sache die Stadt (sehir) Denizli mit meinem Dorf (karye) zu Partnern (arkadas) zu machen und all ihre Toten und diejenigen, die von den Gläubigen (ehl-i iman) noch am Leben sind, an unserem geistigen (manevî) Verdienst teilhaftig werden zu lassen. Auch das Gefängnis von Denizli halten wir für eine Schule zu unserer Prüfung (imtihan medrese). Ich wünsche allen, die sich mit uns verbunden fühlen, sowohl in Denizli als auch im Gefängnis und besonders dem Gremium des Gerichtes, dessen vollständige Gerechtigkeit wir erfahren haben, Frieden (selâm) und schließe sie alle in unsere Gebete (dua) mit ein.

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Meine lieben getreuen Brüder!

Wir hegen in gar keiner Weise irgendeinen Zweifel oder Argwohn, dass die Freigabe der Risale-i Nur, die das Ergebnis unseres Dienstes ist, nicht nur hier und in Anatolien und in der islamischen Welt (âlem) beglückwünscht und bejubelt wird, ja vielmehr selbst der Kosmos (kâinat) damit glücklich ist und auch der Himmel und das Wetter in den allgemeinen Jubel miteinstimmen; denn obwohl da seit drei, vier Monaten der Regen ein geradezu dringendes Bedürfnis war, kam er dennoch nicht. So ist denn der Beschluss des Gerichtshofes in Denizli zur tatsächlichen Rückgabe der Risale-i Nur, wieder in der Nacht von Leyle-i Mi'rac, ein Hinweis darauf, dass die Risale-i Nur eine Barmherzigkeit (rahmet) ist, die noch dazu mit der Nacht "Leyle-i Regaib" in einem vielfältigen Jubel des Engels des Donners (melek-i ra'd) und der Ankunft des Segens (rahmet) über Emirdag übereinstimmte (tevafuk) und so auch mit diesem Rückgabebeschluss übereinstimmte (tevafuk); auch eine Woche später, also in Denizli zur Zeit der Rücknahme mit Hilfe der Rechtsanwälte (vakil), erneut so mit der Nacht der Leyle-i Mi'rac und Leyle-i Regaib übereinstimmten (tevafuk) und genauso wie in diesen Nächten in der Nacht zum Freitag die Fülle des Segens und des Regens in dieses Land (memleket) kam; mit all diesen Übereinstimmungen (tevafuk) ist unsere sichere Überzeugung verbunden, dass, wie die Übereinstimmung der Beschlagnahme der Risale-i Nur und der Verhaftung ihrer Schüler mit vier einander folgenden Erdbeben (zelzele) ein Protest der Erde (Küre-i Arz) war, in das Land (memleket) Emirdag innerhalb von vier Monaten und in nur drei Nächten zum Freitag - eine in der Nacht von Leyle-i Regaib und eine in der Nacht von Leyle-i Mi'rac und eine weitere in der Nacht zum ersten Freitag des gewaltigen Monats Schaban (Saban-i Muazzam) - der Segen (rahmet) in Fülle kam und dass dies mit den drei Perioden der Freigabe der Risale-i Nur genauestens übereinstimmt (tevafuk), ist ein Glückwunsch (tebrik) der Erdatmosphäre (küre-i havaiye), ihre frohe Kunde (müjde) und ein mächtiger (kuvvet) Hinweis darauf, das die Risale-i Nur ein geistiger Segen (manevî rahmet) und Regen ist.

Und ein überaus anmutiges (lâtif) Zeichen ist auch das Folgende: Gestern kam plötzlich ein Sperling zu meinem Fenster und klopfte dagegen. Wir machten einige Bewegungen, um ihn wieder fortzujagen. Er flog aber nicht weg. So blieb mir denn nichts anderes übrig, als zu Ceylan zu sagen: "Öffne das Fenster! Mal sehen, was er dann sagt." So kam er herein und blieb da bis zum anderen Morgen. So haben wir ihm das Zimmer überlassen und ich ging in mein Schlafzimmer. Am anderen Tag verließ ich das Zimmer wieder, öffnete die Tür und kam in einer halben Minute wieder zurück. Da blickte ich mich um und sah einen Vogel, der in dem Zimmer mit "Quddus! Quddus! (Heiliger Gott)" Dhikr machte und sagte mit einem Lächeln: "Warum ist dieser Gast (misafir) zu mir gekommen?" Genau eine Stunde lang betrachtete er mich, flog nicht weg und ist auch gar nicht erschrocken. Ich las also weiter, habe ihm auch einige Brotkrumen angeboten, die er aber nicht angenommen hat. Dann habe ich nochmals die Tür geöffnet, bin hinausgegangen und erneut eine halbe Minute später wieder zurückgekommen. Da war mein Gast verschwunden. Danach kam das Kind, das bei mir Dienst tat, und sagte: "Heute Nacht habe ich geträumt, dass der Bruder von Hâfis Ali zu uns gekommen wäre." Da sagte ich: "Einer der Brüder, wie Hâfis Ali oder Husrev, wird hierher kommen." Noch am selben Tag, etwa zwei Stunden später, kam dieses Kind wieder zu mir und sagte: "Hâfis Mustafa ist gekommen." Er brachte sowohl die gute Nachricht (müjde) von der Freigabe der Risale-i Nur als auch einen Teil der Bücher, die beim Gericht lagen. Das also bewies nun den Grund für das Erscheinen des Sperlings, den Traum des Kindes und den Besuch der Turteltaube - was beweist, dass also all diese Dinge nicht rein zufällig (tesadüf) geschehen waren. Ja, könnte denn etwa in beispielloser Weise sowohl der Sperling auf diese erstaunliche Art und die Turteltaube auf diese merkwürdige Art gekommen sein, mich betrachtet haben und dann wieder verschwunden sein, der Traum des unschuldigen (masum) Kindes, der sich wortwörtlich als wahr erwies, und die zeitlich genaue Übereinstimmung mit der Überbringung der Risale-i Nur durch die Hand einer Person wie Hafis Ali überhaupt zufällig sein? Gäbe es denn überhaupt eine Möglichkeit, dass all dies nicht eine Kunde aus dem Verborgenen (besaret-i gaybiye) wäre?

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Diese Angelegenheit ist nicht eine unbedeutende Angelegenheit; sie steht in der Tat mit der Schöpfung (kâinat) und mit der Welt der Tiere (hayvanat) in Verbindung. Ich bin als ein Schüler (sakird) der Risale-i Nur der Überzeugung, dass das, was mir davon als mein Anteil als Gewinn und als Ergebnis zufällt, etwa Tausend Goldlira Gewinn sein könnte. Man sollte jedoch die übrigen hunderttausende Schüler (sakird) der Risale-i Nur und die Vorteile (istifade) der Gläubigen (ehl-i iman), die der Stärkung des Glaubens (takviye-i iman) bedürfen, damit vergleichen.

Die Abhandlungen (ecza) der Risale-i Nur, die mehr als hundert rätselhafte (tilsim) und verschlossene (muamma) Wahrheiten (hakikat) des Glaubens (din), der Gesetze (seriat) und des Qur'an lösen und entschleiern und noch die verbohrtesten Atheisten mundtot machen und sie zum Schweigen bringen und die Wahrheiten des Qur'an, die sie als von der nüchternen Vernunft (sirf akil) sehr weit entfernt halten, wie die Himmelfahrt (Mi'rac) und die leibliche Wiederauferstehung (hasr-i cismanî) selbst den hartnäckigsten und verbohrtesten Philosophen und Atheisten (zindik) sonnenklar beweisen und einen Teil von ihnen zum Glauben (iman) führen, sind auf jeden Fall mit dem Himmel (küre-i havaiye) und der Erde (Küre-i Arz) verbunden und in der Tat eine Wahrheit (hakikat) des Qur'an, mit der sich dieses Jahrhundert (asri) und die Zukunft (istikbal) noch weiter beschäftigen werden, ein diamantenes Schwert in der Hand der Gläubigen (ehl-i iman).

Mein lieber Bruder!

Herrn Ziya, welcher der Rechtsanwalt der Risale-i Nur ist, teilen Sie unsererseits sowohl unseren verbindlichsten Dank (tesekkür) als auch unsere besten Glückwünsche (tebrik) mit. Schon vor langer Zeit empfing ich in meinem Inneren (ruh) die Mitteilung (ihtar), dass ein Mann namens Ziya der Risale-i Nur einen großen Dienst erweisen werde. Diese Angelegenheit hat nun erwiesen, dass jener Ziya eben dieser Ziya ist. Wir schulden ihm für ewig (ebede) unseren Dank (minnetdar). Wir bedanken uns ferner bei allen einsichtigen (vicdanli) Damen und Herren des Gerichtes (mahkeme), wie dem Protokollführer (zabit kâtibi), unter den Mitgliedern bei Frau Hasnâ und dem Untersuchungsrichter (sorgu hâkimi). Ich werde sie niemals vergessen. Vor allem teilen Sie besonders Herrn Müftü Osman, Hasan Feyzi und allen anderen Brüdern von besonderer Bedeutung unseren Friedensgruß (selâm) und unsere Dankbarkeit (minnetdarlik) mit. Auch sagen Sie dem Herrn, welcher der gerechte Richter (hâkim-i âdil) ist, dass ich beschlossen habe, jemanden zu beauftragen, ihm zu schreiben, dass ich ihm die meisten Abhandlungen (ecza) der Risale-i Nur schenken werde. Ich habe die Absicht, den Auftrag zu geben, einen beträchtlichen Teil der Risale-i Nur abzuschreiben, um sie dann auch Herrn Ziya, dem ehrenamtlichen Rechtsanwalt (fahrî avukat) der Risale-i Nur, zu schenken.

Ich möchte gerne wissen, ob fünfhundert gedruckte Exemplare der Abhandlung (Risalah) "Das Große Zeichen" denen, welche sie gedruckt haben, zurückgegeben werden?

Noch etwas: Wie viele Exemplare der Risale-i Nur auch immer in Istanbul in Beschlag genommen sein mögen: sie gehören alle mir. Den Band, der zwanzig Abhandlungen (risalat) enthält, benötige ich besonders dringend.

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Zudem hatte ich auch noch die Abhandlung (Risalah) über die Wunder Ahmeds (Mu'cizat-i Ahmediye), als ich Denizli verlassen musste, dort einigen als Pfand anvertraut. Auch sie brauche ich dringend. Vielleicht kennt sie Hoca Musa Efendi.

Um die schwachen oder noch neuen Schüler (sakird) der Risale-i Nur vor möglichen Einflüsterungen (vesvese) zu bewahren, erkläre ich, dass es in den letzten zwanzig Jahren zwanzig beachtliche Vorfälle (hâdisesi) gegeben hat und dass durch die List eines geheimen Komitees einige leichtgläubige Hodschas oder einige Gegner (muariz), die für ketzerische Neuerungen (bid'a) sind, um so gegen einige gänzlich unverrückbare Wahrheiten (hakikat) der Risale-i Nur aufzubegehren, sich über die Mängel und Fehler meiner - ich gestehe - unzulänglichen und derart mangelhaften Person ausbreiten und mich durch sie in Misskredit bringen und so die Risale-i Nur angreifen und ihr einen Schlag versetzen wollen. Da sogar dies eine Art Anlass für unsere letzten beiden Verhaftungen war, gebe ich meinen Freunden und den Schülern (sakird) der Risale-i Nur bekannt: Ich danke Gott dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dass Er mich dazu gebracht hat, nicht selbstgefällig zu werden und Er mich meine eigenen Fehler erkennen ließ; geschweige denn, dass ich mich selbst rühme oder hochmütig werde; ich möchte im Gegenteil in meiner unendlichen Schwäche (kemal-i mahcubiyet) unter den gesegneten Schülern (mübarek sakird) der Risale-i Nur in ihrer Aufrichtigkeit (samimiyet) und Wahrhaftigkeit (ihlas) für mich um Verzeihung bitten und durch ihre geistliche Fürsprache (manevî sefaat) um Buße für meine Sünden nachsuchen. Diejenigen, die mir jetzt widersprechen, kennen meine verborgenen Fehler (ayib) nicht. Sie machen nur rein äußerlich einige meiner Fehler (hata) zu einem Vorwand und halten fälschlicherweise die Risale-i Nur für mein Eigentum und sagen, um damit über den Lichtern (Nur) der Risale-i Nur den Vorhang (perde) fallen zu lassen und so ihre Verbreitung (intisar) zu verhindern (rekabet): "Said geht nicht zum gemeinschaftlichen Freitagsgebet (cuma cemaat). Er lässt sich keinen Bart wachsen" und üben auf diese Weise Kritik an mir.

Antwort: Ich gestehe meine vielen Fehler ein, halte jedoch dagegen: Für die beiden folgenden Dinge habe ich einige begründete Entschuldigungen (mazeret).

Erstens: Ich gehöre zur Schule der Schafiîs. Der Richtung dieser Schule (Safiî Mezhebi) folgend ist es jedoch die Voraussetzung für das Freitagsgebet (cuma), dass vierzig Männer hinter dem Vorbeter (imam) die Sure Fatiha rezitieren. Und so gibt es dafür noch weitere Voraussetzungen (sart). Daher ist hier das Freitagsgebet für mich nicht vorgeschrieben (cuma farz degil). Dennoch bete ich manchmal der Schule der Mehrheit folgend (mezheb-i A'zamîyi takliden) freiwillig (sünnet) mit.

Zweitens: Schon seit zwanzig Jahren hindert man mich unberechtigterweise daran, mich mit anderen Menschen zu treffen. Ja, in letzter Zeit - und offiziell seit vier Monaten - erging sogar insgeheim der Befehl, zu verhindern, dass ich mit anderen Menschen in Kontakt komme. Zudem lebe ich bereits seit fünfundzwanzig Jahren wie ein Einsiedler und kann keinen Frieden (huzur) mehr in mir finden, wenn so viele Menschen (kalabalik) um mich herum sind. Nach den Anweisungen meiner Schule (mezheb) kann ich mich nicht hinter jedem zum Gebet (namaz) anschließen. Auch bin ich bei der Rezitation nicht so schnell; und bevor ich noch die halbe Fatiha rezitiert habe, verneigt (rükua) sich der Vorbeter (imam) bereits. Bei uns ist jedoch die vollständige Rezitation der Fatiha eine Pflicht.

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Was aber nun die Frage um den Bart (sakal) betrifft, so geht es hier um eine ganz allgemeine Traditon (sünnet) und nicht etwa um eine besondere Regelung für Hodschas. Unter den neunzig Prozent, die in diesem Volk keinen Bart tragen, lebte ich schon ohne Bart, bevor ich groß wurde. Da einige Freunde von mir, die vor zwanzig Jahren mit mir zusammen verhaftet worden waren, ihre Bärte abrasieren mussten, war dies für mich ein Beweis dafür, dass es eine Weisheit (hikmet) und Güte Gottes (inayet-i İlahiye) war, dass ich mir noch nie einen Bart habe wachsen lassen. Hätte ich jedoch einen Bart, wäre es ein großer Verlust für die Risale-i Nur, ihn wieder abrasieren zu müssen. Denn dann müsste ich sterben und könnte dies nicht mehr ertragen. Manche Gelehrte sagten: "Den Bart abzurasieren ist nicht erlaubt (caiz)." Sie waren der Meinung (murad), den Bart wieder abzurasieren, nachdem man ihn erst habe wachsen lassen, sei eine Sünde (haram). Im Gegensatz dazu versäume derjenige, der ihn noch niemals wachsen ließ, lediglich die Erfüllung einer Tradition. So haben wir denn in dieser Zeit, um uns so sehr vieler entsetzlich großer Sünden (günah-i kebir) zu enthalten, anstelle der Nichterfüllung dieser Tradition (terk-i sünnet), durch die rechte Leitung (irsad) der Risale-i Nur zwanzig Jahre lang ein qualvolles Leben (hayat) wie in Einzelhaft (haps-i münferid) verbracht. So möge denn Gott (insâallah) dies für die Nichteinhaltung der Tradition (sünnetin terkine) als eine Buße (keffaret) annehmen.

Eines möchte ich hiermit noch absolut klarstellen: Die Risale-i Nur ist Eigentum (mal) des Qur'an. Es steht mir nicht zu, sie zu besitzen (sahib), sodass ich sie mit meinen Fehlern infizieren könnte. Ich bin nur ein unvollkommener Diener der Risale-i Nur und Vermittler der Diamanten eines Juwelierladens. Auch mein Zustand einer totalen Verwirrung kann sie nicht infizieren oder sie sonst irgendwie beeinträchtigen. Erteilt uns doch die Risale-i Nur ihren Unterricht (ders), wie wir wahrhaft aufrichtig (hakikat-i ihlâs) sein, von unserer Selbstgefälligkeit lassen (terk-i enaniyet), uns stets unserer Fehlerhaftigkeit bewusst sein und unseren Hochmut (hodfürusluk) überwinden können. Nicht uns selbst stellen wir also den Gläubigen (ehl-i îman) vor, sondern die geistige Körperschaft der Risale-i Nur. Wir sind denen, die unsere Fehler erkennen und uns mitteilen, wenn es ihnen denn dabei um die Wahrheit (hakikat) geht, sehr dankbar. Und "möge es Gott wohlgefällig sein!" (Allah râzi olsun!) werden wir dabei sagen. Wenn ein Skorpion auf unserer Schulter sitzt und man kann ihn von da herunterschleudern, wie sehr werden wir doch dann erleichtert sein! Wenn jemand an unseren Fehlern Kritik übt und wenn er dann dabei nicht wütend wird oder sich als halsstarrig erweist, sich auch nicht dabei für ketzerische Neuerungen (bid'a) oder Irrtümer (dalalet) einsetzt, so können wir das annehmen und sind auch dankbar dafür.

Liebe Brüder!

Hazret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, sagt mit dem Satz:

وَ بِالْاٰيَةِ الْكُبْرٰى اَمِنّ۪ى مِنَ الْفَجَتْ

{"und durch das Große Zeichen rette mich vor dem Unheil"}

wunderbarerweise (keramet) voraus, dass seine Schüler wegen des "Großen Zeichens" in ein Unglück stürzen und durch seinen Segen (berekât) wieder in Sicherheit (emniyet) und Freiheit (selâmet) gelangen werden. Da die Abhandlung "Das Große Zeichen" wegen der Freigabe hunderter gedruckter Exemplare einen überaus bedeutenden Rang unter den Abhandlungen der Risale-i Nur erhält, war sie ein Mittel erster Güte für den Segen (rahmet) von drei großen Regenfällen in dieser Provinz. Ich kenne die Lage in der Welt (dunya) nicht, aber gegen die Heimsuchung (istila) derer, die uns gefangen halten und uns schon seit langem die Kehle zuschnüren und dabei ununterbrochen auf eine Gelegenheit warten, über uns herzufallen, dabei diese unheimlich große Kraft (kuvvet) erhalten und zudem auch noch Anhänger finden und somit grundlos auf ihren bloßen Verdacht hin eine Gelegenheit erwarten, kann man sagen, dass auch diesmal die Freigabe des "Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra)" und seiner Kameraden anhand vieler Ereignisse (hâdise) und Anzeichen bis heute gegen solches Unheil ein Mittel ist, so wie die Risale-i Nur einer Spende (sadaka) gleich für die Vertreibung allen Unheils (bela) ein Mittel war. Und in dem Satz (fikra) von İmam-i Ali, möge Gott mit ihm zufrieden sein:

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وَ اسْمُ عَصَا مُوسٰى بِهِ الظُّلْمَةُ انْجَلَتْ

{"Um des Namens des Stab Mosis willen, durch den die Finsternis verschwindet"}

ist in gewisser Hinsicht die Abhandlung (Risalah) "Das Große Zeichen (Âyet-ül Kübra)" gemeint, wobei mir in mein Herz (qalb) eingegeben (ihtar) wurde, dass die elf Problemstellungen der Frucht-Abhandlung (Meyve) von Denizli ebenso wie die elf Zeugnisse (hüccet) von den "wohldurchdachten Gottesbeweisen (Hüccet-ül Baliga)" genau mit den Elf Wundern (mu'cize) des Stabes Mosis (asâ-yi Musa) übereinstimmen (tevafuk) und in diesem Satz (fikra) genauso wie die Abhandlung "Das Große Zeichen" nach Ansicht (medar-i nazari) von Imam Ali (R.A.) enthalten sind. Also bringt die Frucht-Abhandlung (Meyve Risale) viele Pharaonen wie der Stab Mosis (asâ-yi Musa) zum Schweigen und besiegt sie auf diese Weise. Unsere mutigen (kahraman), gesegneten (mübarek) Brüder, die das "Große Zeichen (Âyet-ül Kübra)" gedruckt haben, haben da einen sehr großen Dienst (hizmet-i Nuriye) geleistet. Der Dienst (hizmet-i Nuriye) des Verstorbenen Hâfiz Ali (möge sich Gott seiner erbarmen) setzt sich dadurch fort.

Meine lieben getreuen Brüder!

Die bereits gedruckten Exemplare des "Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra)" haben insgeheim (perde) viele Dienste geleistet. Am Ende des Vorworts haben wir - an der noch frei gebliebenen Stelle - sechs Zeilen als eine Anmerkung (hasiye) geschrieben und euch zugeschickt. Ihr könnt sie, wenn ihr es für angemessen haltet, dort einsetzen. So könnt ihr sie noch ausbessern und korrigieren. Dabei bin ich zu der festen Überzeugung gelangt: Diesmal habe ich das "Große Zeichen (Âyet-ül Kübra)" aufmerksam gelesen und die Kritiker (muariz) dabei im Auge behalten. Ich habe nun keinen Zweifel mehr daran, dass der Grund dafür, warum unsere Kritiker (muariz) gegen die doch so heftigen Schläge der Risale-i Nur lediglich schwache Ausreden und unbedeutende Fehler, gleich einem Mückenflügel, als Grund zu unserer Anklage (medar-i mes'uliyet) ins Feld führen konnten, und deshalb folglich sowohl unsere eigene Freilassung als auch die Freigabe der Risale-i Nur akzeptieren mussten, die außerordentlichen, unerschütterlichen Wahrheiten (hakikat) in den Abhandlungen (ecza) der Risale-i Nur, wie vor allem "Das Große Zeichen (Âyet-ül Kübra)", die "Frucht-Abhandlung (Meyve)" und die wohldurchdachten "Gottesbeweise (Hüccet-ül Baliga)" sind, welche ihre fürchterliche Hartnäckigkeit (inad) gebrochen haben. Sie werden wohl verzweifelt und nur gezwungenermaßen diese Freigabe und unseren offiziellen Freispruch angenommen haben. Dennoch sucht nun das geheime atheistische Komitee, um sich in den Augen des Volkes (nazar-i mille) vor dem Abscheu (lanet) und der Verachtung (nefret) der Leute noch in gewissem Grade zu retten, soweit wie möglich nach möglichen Fehlern und versucht, die Regierung (hükûmet) in die Irre zu führen. Darum dürfen wir wie bisher unsere Umsicht (ihtiyat) nicht außer Acht lassen.

{(Anmerkung): Diese Anmerkung soll zu dem folgenden Satz in dem Vorwort zum "Großen Zeichen (Âyet-ül Kübra)" hinzugefügt werden:

"Er betrachtete diesen Teil der Risale-i Nur mit besonderem Interesse und lenkte (unsere) Aufmerksamkeit auf sie hin."

Die Ereignisse, die inzwischen in Denizli stattgefunden haben, bestätigten die Voraussage von Imam Ali, was das "Große Zeichen" betrifft. Denn die Vervielfältigung dieses Buches im Geheimen war der Grund für unsere Verhaftung, und der Triumph ihrer heiligen und ihrer so machtvollen Wahrheit (hakikat) war der hauptsächliche Grund zu unserem Freispruch und zu unserer Entlassung. So machte Imam Ali seine wunderbare Voraussage wahr und bewies damit selbst noch den Blinden die Annahme des Gebetes, das er um unseretwillen gesprochen hatte:

وَ بِالْاٰيَةِ الْكُبْرَى اَمِنّ۪ى مِنَ الْفَجَتْ

("Um des Großen Zeichens willen errette mich vor dem Verderben!")}

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Zum kommenden gesegneten, heiligen Ramadan und nachträglich zur Heiligen Nacht (Berat) beglückwünschen wir alle Brüder von ganzem Herzen (can) und aus ganzer Seele (ruh). Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) möge die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) in diesem Ramadan für sie und für uns besser (hayirli) als Tausend Monate und segenspendend (medar-i sevab) wie Tausend Monate gestalten und der Gemeinde Mohammeds Glück (saadet) und Frieden (selâmet) schenken. Amin

Euer Bruder, der jedem Einzelnen von euch Friedensgrüße (selâm) sendet.

Said Nursî

Meine lieben getreuen, standhaften, unerschütterlichen, ausdauernden, opferbereiten, aufrichtigen Mitbrüder!

Ihr wisst ja, dass die Sachverständigen (ehl-i vukuf) in Ankara die auf die Risale-i Nur bezogenen Wunder (keramet) und die Hinweise aus dem Verborgenen (isaret-i gaybiye) nicht abstreiten konnten. Sie hielten jedoch mich selbst versehentlich für einen Wundertäter und widersprachen mir daher, indem sie sagten: "Solche Dinge sollte man nicht in einem Buch beschreiben; denn Wunder (keramet) veröffentlicht man nicht." Auf eine derart seichte Kritik hin habe ich ihnen in meiner Verteidigungsrede folgende Antwort erteilt: " (Diese Übereinstimmungen in Text und Inhalt der Risale-i Nur) sind nicht mir (als mein Werk) zugehörig. Und einen Anspruch (sahib) auf derartige Wunder (keramet) zu erheben, liegt nicht in meinem Bereich. Sie haben sich vielmehr (in der Art) von Tropfsteinen als ein spirituelles Wunder (mu'cize) verkörpert und sich als Blitzstrahlen aus dem Qur'an gezeigt. In der Risale-i Nur, die dessen wahrhaftige Auslegung (hakiki tefsir) ist, nehmen sie die Form solcher Wunder (keramet) an, um die Schüler in ihrer innerlichen Kraft (kuvve-i mâneviye) zu stärken (taqva) und kommen deshalb einer Gnadengabe Gottes (ikrâmât-i Ilâhiyye) gleich. Dafür, dass wir ein solches Geschenk (ikram) zeigen können, sind wir dankbar; das ist auch erlaubt und (vor Gott) wohlgefällig (makbul)."

Nun will ich aber aus einem wichtigen Grunde diese Antwort teilweise noch weiter erläutern. Man hat mich nämlich gefragt, warum ich diese Dinge aufgezeigt habe und warum ich diesen Punkt mit solchem Nachdruck ins Rampenlicht gerückt habe.

Antwort: Um in heutiger Zeit den vielen Tausenden, die (unser Werk) des Dienstes am Glauben (hizmet-i îmaniye), den die Risale-i Nur (leistet), wieder zerstören wollen, etwas entgegenzusetzen, bedarf es Hunderttausender, die (das, was bereits zerstört wurde), wieder instandsetzen wollen. Zudem brauche auch ich mindestens Hunderte von Schreibern und Helfern, die ich noch finden muss. Anstatt sich (vor dieser Arbeit) zurückzuziehen und sie zu vermeiden suchen, ist es vielmehr notwendig, dass das Volk und die Leute von der Regierung sie schätzen lernen und dazu ermuntert werden, Kontakte aufzunehmen und Hilfe zu leisten. Da es ja für alle Gläubigen (ehl-i îman) verpflichtend ist, diesen Dienst am Glauben (hizmet-i îmaniye), der sich doch auf ein Ewiges Leben (hayât-i bâkiye) bezieht, der Beschäftigung (mesghal) und den Annehmlichkeiten eines vergänglichen Lebens (hayât-i fâniye) vorzuziehen, möchte ich, indem ich mich selbst als Beispiel nehme, sagen:

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Mir wurde alles, die Besprechungen und die Hilfeleistungen, untersagt, während gleichzeitig meine Gegner mit aller Kraft daran arbeiten, die innerlichen Kräfte (kuvve-i mâneviye) meiner Gefährten zu zerbrechen, um sie von mir und der Risale-i Nur zu entfremden, sodass jemand wie ich, der alt, krank, schwach, im Exil, armselig, allein und verlassen ist, eine Aufgabe (vasifah), um die sich tausende Menschen kümmern sollten, nun alleine schultern muss. Durch diese Isolation und den Druck (unter dem ich stehe) sehe ich mich nun selbst aufgrund meiner materiellen (Umstände) und meiner Krankheit dazu gezwungen, mich von allen Konferenzen und Korrespondenzen mit den Menschen zurückzuziehen, was nun schon so weit geht, dass Leute dermaßen nachdrücklich abgeschreckt worden sind, dass sogar einige Freunde, mit denen ich mich bisher ganz besonders eng verbunden gefühlt hatte, mich nun nicht mehr grüßen (selam), ja einige von ihnen schon so weit verschreckt sind, dass sie sogar das (gemeinsame) Gebet vernachlässigen. (Doch bei allen Versuchen) ihre geistige Kraft (kuvve-i mâneviye) zu brechen und aus den (oben erwähnten) Gründen habe ich (eigentlich) gegen meinen Willen, jedoch gerade wegen all dieser Hindernisse, nämlich um die inneren Kräfte (kuvve-i mâneviye) der Schüler der Risale-i Nur zu stärken, mich dazu veranlasst gesehen, mit Hilfe der Verkündigung der göttlichen Gnade (ikrâmât-i Ilâhiyye) ihre innere (manevi) Aufmerksamkeit darauf zu lenken und ihnen zu zeigen, dass die Risale-i Nur ganz allein und ganz aus sich selbst heraus, wie ein Heer, das keine Hilfe von außen braucht, stark genug ist. Doch musste ich jetzt all diese verschiedenen Dinge einmal aufschreiben! Andernfalls - Gott bewahre! - wollten wir also uns selbst verkaufen, uns nur beliebt machen wollen (die Risale-i Nur schreiben und verbreiten, nur weil wir) dafür gelobt werden wollen und weil wir ja so stolz (auf unsere eigene Leistung) sind, so würde dadurch die tiefe innere Weisheit (sirr) der Aufrichtigkeit (ihlas), welche ein bedeutender Grundsatz der Risale-i Nur ist, zerstört werden. Möge nun Gott es wollen (insâallah), dass die Risale-i Nur so wie sie sich sowohl selbst verteidigen, als auch ihren umfassenden Wert aufzeigen wird, auch uns selbst indirekt verteidigen und uns dazu verhelfen möge, dass uns unsere Fehler vergeben werden.

Meine lieben Brüder!

Vierzig Jahre vor Offenbarung der Risale-i Nur hatte ich auf eine merkwürdige Art ein allumfassendes Vorgefühl (von künftigen großen Ereignissen und Taten), das sich sowohl bei mir, als auch in unserem Dorf, als auch in unserer kleinen Stadt zeigte und heute ist mir durch eine innere Eingebung (der Grund dafür) zu einer festen Überzeugung geworden. Ich hätte ja gerne meinen älteren Schülern, wie Sefik und meinem Bruder Abdülmecid dieses Geheimnis (sirr) mitgeteilt. Da euch aber nun Gott der Gerechte (Cenab-i Hakk) viele Abdülmecid und viele Abdurrahman geschenkt hat, möchte ich es euch nun doch erklären.

Ich war damals zehn Jahre alt und meine Haltung (hal) war von einem großen Stolz, ja manchmal sogar durch eine Art von Selbstlob gekennzeichnet. Obwohl ich das eigentlich gar nicht wollte, verhielt ich mich so, als ob ich eine große Tat, oder sogar eine große Heldentat, geleistet hätte. So sagte ich denn zu mir selbst: "Du bist noch nicht einmal fünf Para wert. Was soll dann also dein Eigenlob und insbesondere dein Stolz, den du da allzu sehr zur Schau trägst?" Ich wusste es selbst nicht und war erstaunt darüber. Nun ist es ein, zwei Monate her, dass mir die Antwort (auf diese Frage) nach meinem Erstaunen gegeben wurde. Es war die Risale-i Nur, die selbst dieses Vorgefühl ausgelöst hatte (und nun zu mir sagte): "Obwohl du doch nur wie ein (Dattel)-Kern einem gewöhnlichen Holzspan ähnelst, kommst du dir mit deinem Gefühl kommender (Ereignisse) in der Tat so vor, als könntest du selbst die Trauben des Paradieses (firdaus) erfinden (mal) und bist auch noch stolz (hodfürusluk) darauf."

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Was aber unser Dorf (Nurs Köyümüz) betrifft, so wissen doch sowohl meine alten Schüler, als auch meine Landsleute, dass man sich in unserem Dorf sehr gerne selber lobt, um so in seinem Heldenmut ganz vorne an zu sein und sich ganz oben zur Schau zu stellen. Es ist, als wollten sie ein großes Reich erobern, sodass sie sich nun wie tapfere Helden aufführen wollen. Da habe ich mich sehr sowohl über mich selbst als auch über sie gewundert. Nun wurde mir in einer wahrhaftigen inneren Wahrnehmung klar: Diese einfachen (Bauern aus dem Dörfchen) Nurs werden noch einmal durch das Licht der Risale-i Nur zu großem Ruhm gelangen. (Zu einer Zeit, da die Menschen) noch nicht einmal den Namen dieser Provinz (vilayat), dieses Städtchens kannten, zeigten (seine Bewohner) bereits ein Vorgefühl, dass (die Menschen) dereinst die Bedeutung dieses Dorfes (Nurs köyünü) erkennen würden, durch die göttliche Gnade (nimet-i Ilâhiyye) ihre Dankbarkeit in Form eines Hochgefühls.

Ferner wurden in unserem Distrikt (nahiye) Isparta, welcher der Stadt (Kaza) Hizan zugehört, plötzlich unter der geistlichen Führung von Scheych Abdurrahman-i Taghî, der unter dem Titel Seyda berühmt wurde, derart viele Schüler, Hodschas, Gelehrte ausgebildet, dass es aussah, als wäre ganz Kurdistan stolz auf sie. So bekam ich denn während der wissenschaftlichen Disputationen mit ihnen den Eindruck, diese so große Begeisterung unter ihnen erwecke in einem großen, umfangreichen Kreis von Gelehrten (daire-i ilim) und Mystikern (tarikat) eine solche Stimmung, als wären sie alle Hodschas, welche die ganze Welt erobern könnten. Jedes Mal, wenn von alten, berühmten Gelehrten (ulema), Heiligen (auliya), Koryphäen (allâme) und geistlichen Polen die Rede (medar-i bahsi) war, hörte ich ihnen bereits zu, obwohl ich damals erst neun, zehn Jahre alt war. Da kam mir in den Sinn (qalb), dass sich diese Schüler (talebe) und ihre Gelehrten (âlim) so verhielten (vaziyet), als hätten sie in der Wissenschaft (ilim) und in der Religion (din) bereits heute einen großen Erfolg (fütuhat) errungen. Wenn ein Schüler ein bisschen mehr Intelligenz (zekâvet) vorweisen konnte, maßen sie dem gleich eine große Bedeutung bei. Kam jemand bei einer Disputation (münzara) über ein Thema ganz groß heraus, erhielt er auch ein großes Lob (iftihar). Ich war jedoch darüber erstaunt, dass auch ich ein entsprechendes Gefühl in mir wahrnehmen konnte. Diese staunenswerte (medar-i hayret) Wettbewerbsstimmung (müsabaka) breitete sich sogar unter den Scheychs und in den Kreisen der Mystiker (tarikat) sowohl in unserem Distrikt (nahiye) als auch in unserer Stadt (kaza) und in unserer Provinz (vilâyat) aus. Ich habe eine solche Stimmung (hâlet) in anderen Provinzen (memleket) noch nie gesehen. Inzwischen bin ich durch eine innere Eingebung (ihtar) zu der folgenden sicheren Überzeugung gelangt: Schon damals spürten meine Mitschüler (talebe) und meine Lehrer (Hodscha) die als meine Meister (ustadh) galten, meine geistlichen Führer (mürsid), Heiligen (auliya) und Scheychs in ihrer Seele (ruh) unbewusst ein gewisses Vorgefühl (hiss-i kabl-el vuku), dass in einer Zeit größter Not, unter diesen Studenten (talebe) und unter den Lehrlingen (sakird) dieser Hodschas und inmitten der Schüler (mürid) dieser geistlichen Lehrer (mürsid) in Zukunft (istikbal) ein strahlendes Licht (Nur) aufgehen und den Gläubigen (ehl-i iman) zu Hilfe (imdad) eilen wird. Wenn die göttliche Gnade (nimet-i İlahiye) unter überaus schwierigen und einzigartigen Umständen (serait), gegenüber zahllosen Gegnern (muariz) und im Gegensatz zu dem Irrglauben (dalalet), der seit tausend Jahren noch an Kraft (kuvvet) gewonnen hat, umgeben von den Einflüsterungen (ihata) unserer überaus argwöhnischen (vehham) und bösartigen (garazkâr) Feinde, nach langwierigen Nachforschungen (tedkikat) von zwei furchtbaren Gerichtsverfahren (mahkeme) uns diesen außerordentlichen Sieg der Risale-i Nur und insgeheim (perde) eine wundersame Erleuchtung (tenvirat) geschenkt, dabei ihren Feinden keinen Ausweg mehr gelassen und dadurch ihre Freigabe gewonnen hat, so zeigt dies, dass sie sich dieser Prophezeihung wert erwiesen hat. So wie İmam-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, und Ghausu-l'adham (Kuddise sirruhu) es bereits vorausgesehen und vorhergesagt haben, hat unser Dorf, unser Distrikt (nahiye) und unsere Provinz (vilayat) mit mir zusammen, wenn auch unbewusst, die Ankunft dieses zukünftigen Geschenkes Gottes gespürt und sich darüber gefreut.

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{(Anmerkung): Obwohl das Sprachrohr (tercüman) der Risale-i Nur sowohl arm (fakir), als auch nur ein gewöhnlicher Bürger (âdi) war und nicht aus einem adeligen und gebildeten Hause stammte, wie in dem Buch über sein Leben (tarihçe-i hayati) geschrieben wurde, erwuchsen seine Verhaltensweisen, wie seine außerordentliche Enthaltsamkeit (istigna), Geschenke (hediye) und Spenden (sadaka) nicht anzunehmen, im Interesse einer unvergleichlichen Würde des Wissens (izzet-i ilmiye), sich vor niemandem dazu herabzulassen, sein Haupt vor ihm zu beugen und sich nicht einzulassen und sich nicht um Angelegenheiten zu kümmern, die tausendfach über seine Grenzen hinausgehen, in der Tat aus diesem obenerwähnten Geheimnis (sirr).}

Da ich euch als meine ehemaligen Schüler und meine alten Gefährten und meine Brüder gekannt und Abdülmecid und Abdurrahman gleichgestellt hatte, habe ich euch auch mein privates Geheimnis (mahrem sirri) offenbart. Und so möchte ich euch noch sagen: "So wie ich vor vierundzwanzig Stunden in meiner starken Empfindsamkeit und durch die (Reaktion) meiner Nerven auf die Feuchtigkeit das Nahen des göttlichen Erbarmens (rahmet) und das Kommen des Regens gespürt habe, so habe ich auch schon vor vierzig Jahren in meinem Dorf und in meiner kleinen Stadt den barmherzigen Regen der Risale-i Nur wie ein künftiges Ereignis im Voraus gespürt."

Wir senden allen unseren Brüdern und Gefährten unsere Segenswünsche (selam) und unser Gebet (dua) und bitten gleichfalls auch um euer Gebet (dua).

Said Nursi