Meine liebe getreuen Brüder!
Es kam mir öfter einmal folgender Gedanke: Weshalb sind ausgerechnet diejenigen, die aus einer Medresse kommen, {also die gelehrten Theologen} obwohl sie sich doch mehr als alle anderen auf die Risale-i Nur stützen sollten, in Wirklichkeit diejenigen, welche unter denen, welche die offiziellen Posten (resmî vazife) innehaben, sich am häufigsten vor ihr zurückziehen?
Es ist notwendig, einen kleinen Teil der Antwort, die mir jetzt ganz plötzlich in den Sinn gekommen ist, bekannt zu machen.
Erstens: Da die verborgenen Heuchler einen Teil derer, die in den höchsten Ämtern (makam) sitzen, gegen uns missbrauchen und durch sie ganz offiziell heftig Propaganda führen, wurden alle Beamten dazu gezwungen, sich zu fürchten und sich zurückzuziehen. So begannen denn unter ihnen gerade diejenigen Hocas, welche selbstsüchtig (enaniyetli) und misstrauisch sind und die ketzerischen Neuerungen (bid'a) angenommen haben, sich noch mehr zurückzuziehen und suchten für sich nach irgendeiner Entschuldigung, einem vorgeschobenen Grund. Aus Gründen, wie den heftigen Ohrfeigen aus der Risale-i Nur, wie z.B. die "Sieben Hinweise" (İsarat-i Seb'a) an die ketzerischen Erneuerer, oder wie im "Achten und Achtzehnten Blitz" (lem'a) Imam Ali, möge Gott mit ihm zufrieden sein, in seiner Kasside "Ercuze" den "schlechten Gelehrten (ülema-is sû')" fürchterliche Ohrfeigen versetzt, und wie z.B. diejenigen, welche die Schule (mezheb) der Wahabiten, welche für die ketzerischen Neuerungen (bid'a) in gewissem Grade und in einer bestimmten Hinsicht günstig ist, insgeheim angenommen (kabul) haben, im "Achtundzwanzigsten Brief" die Ohrfeige der "Problemstellung (mesele)" über die Wahabiten und die heftigen Schläge der Risale-i Nur gegen diejenigen, die statt des Qur'an eine Übersetzung angefertigt haben und es billigen, diese Übersetzung an Stelle des Qur'an im Gebet zu rezitieren und die Hocas, welche die Sorge um das tägliche Brot (derd-i maiset) drückt, wie auch um ihr Ansehen in der Gesellschaft (mevki-i içtimaî) fürchten, haben nun besonders die Hocas in Istanbul, die früher uns freundlich gesinnt waren, begonnen, wegzulaufen und ein kleiner Teil von ihnen versucht, die Risale-i Nur zu kritisieren; und sie haben sogar im Interesse der extremen Wahabiten, welche die Familie des Propheten (Âl-i Beyt) und Imam Ali hassen, da die Risale-i Nur ein geistiges Geschenk und Werk der Familie des Propheten und Imam Alis ist, begonnen, etwas gegen sie einzuwenden (itiraz). Aber wir ärgern uns nicht über die Gelehrten (âlim) in Istanbul; ja wir sind in gewisser Hinsicht sogar damit zufrieden. Denn sie stören uns im Vergleich zu anderen nicht direkt.
Um jener verehrten, verstorbenen Herren willen, dem verstorbenen (merhum) Ali Riza, dem eine Fetva anvertraut wurde (Fetva Emini), dem verstorbenen (merhum) Ahmed Siranî, dem verstorbenen (merhum) Sevket Efendi, dem verstorbenen (merhum) Mehmed Âkif u.dgl. verständiger (insafli) Herren, welche die Risale-i Nur außerordentlich zu schätzen und zu loben wissen, sind wir den Hocas in Istanbul gegenüber freundlich gesinnt und fühlen uns nicht von ihnen gekränkt. Möge Gott es so wollen (İnsâallah), dass sie einmal den "Zwanzigsten Blitz über die Wahrhaftigkeit (Yirminci Lem'a-i İhlas)" lesen werden und auch bewirken, dass diese alten Freunde (dost) wieder zu neuen Freunden werden.
Meine lieben Brüder! Jeder kann nicht so standhaft (sebatkâr) sein. Unter einem Deckmantel dienen einige Hocas als ein Mittel, um die geistige Kraft (kuvve-i maneviye) der Nurdschus zu brechen. Lasst euch nicht täuschen und nicht erschüttern und nicht mit ihnen auf einen Streit ein und geht mit ihnen so weit wie möglich freundschaftlich um. Sagt: "Wir sind untereinander Brüder". Und vergesst nicht die Punkte in den oben angeführten Notizen, damit sie euch nicht täuschen können.
Hatice und Râbia, zwei neue Schülerinnen (Nur'un yeni sakirdler), die durch Hüsrevs Eifer in unseren Kreis eingetreten sind und mir einen Brief geschrieben haben, wurden in den engsten (has) Kreis aufgenommen (kabul). Dass in Barla, einem Dorf, mit dem ich mich eng verbunden fühle, Bahri mit seinem Sohn, dazu Eyyüb, Ali, Mehmed und die Süleymans fieberhaft eifrig im Unterricht (Nurlar dersine) mitarbeiten, hat mich in meiner Freude zu Tränen gerührt. Ich grüße (selâm) alle Bewohner (halk) von Barla, besonders die Suleymans, dazu Bahri, die Mehmeds und Mustafas, auch Samli Hâfiz Tevfik, welcher den Lichtern (Nurlar) in alten Zeiten einen wertvollen Dienst erwiesen hat, auch den gesegneten (mübarek) Hâfiz Hâlid, Imam Hakki Efendi, sowie Muhacir Hâfiz Ahmed und seine Kinder und seine Enkel (evlâdi ve ahfadi), Sem'î und Abdullah Çavus, der mir viele Dienste erwiesen hat, sowie meine Nachbarn dort, alle Männer und Frauen tausendmal, bete für sie (dua) und bitte auch sie um ihre Gebete (dua) in diesen gesegneten Monaten.
Ich habe gerade eine Nachricht bekommen, dass Bahri und seine Kinder von dem "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) drei Exemplare abgeschrieben haben. Im Interesse von Muhacir Hâfiz Ahmed und den Brüdern in Barla haben überaus aufrichtige Briefe sowohl von Kâzim als auch von dem Friseur Mehmed das Recht (hak) erworben, in die Sammlung der Briefe (Lâhika) aufgenommen zu werden; und auch das schöne Gedicht (manzume) von Bahri kann im Namen einer kleinen Medresse Nuriye ungekürzt aufgenommen werden.
Es war eine staunenswerte (medar-i hayret), subtile Güte (latif inayet), dass ich dadurch, dass mir in meinem Herzen (kalb) eingegeben wurde, dass der Große Mustafa selig, genauso wie der verstorbene (merhum) Abdurrahman sowohl mit seiner Treue (sadakat) als auch mit seinem Stift und auch durch seine Fähigkeiten (iktidar) den Lichtern (Nurlar) dienen werde, damals versuchte, den Tod Abdurrahmans zu vergessen. Tatsächlich ließ uns der kleine Ali diese Erinnerung aus dem Verborgenen (hatira-i gaybiye) auch in der Hinsicht seines Stiftes buchstäblich bestätigen. Denn er hat die Stifte seines Bruders übernommen. Und aus dem "Gelben Messer (Sari Biçak)" {Name seiner Familie (A.d.Ü.)} machte er sein "Diamantenes Schwert". {die Risale-i Nur als Waffe im Kampf gegen den Unglauben (A.d.Ü.)} Das also musste ich wohl damals durch den Geist des gesegneten (mübarek) Mustafa verspürt haben.
Des Weiteren hatte ich bereits Muhacir Hâfiz Ahmed angesichts seiner Verbundenheit und Treue (alâka ve sadakat) zu mir als auch zu den Lichtern (Nurlar) als den ersten Schüler (talebe) und einen opferbereiten Publizisten (fedakâr bir nasir) im Herzen (kalb) empfunden. Dagegen wollte ihm ein Dienst (hizmet) mit dem Stift nicht gelingen. Dabei erinnerte ich mich noch öfter an dieses Gespür aus dem Verborgenen. Dann begannen plötzlich sowohl sein Sohn Kâzim als auch sein Schwiegersohn Bahri und der Friseur Mehmed, ein anderer Schwiegersohn, diesen standhaften Dienst (metinane hizmet), den ich von ihm gespürt und erwartet hatte, in außerordentlicher Verbundenheit und Treue voll und ganz zu erfüllen und zu verrichten. Sogar seine Enkelinnen sind inzwischen in den Kreis der Schüler (sakird) der unschuldigen Kinder eingetreten. Grüße (selâm) an alle.
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen."}
Meine lieben (aziz) getreuen (siddik), glückseligen (bahtiyar), allzeit geliebten (vefakâr), fleißigen (fa'al) und standhaften (sebatkâr) Brüder!
Erstens: Wir beglückwünschen (tebrik) euch nochmals zu dem heiligen Monat (receb-i serif) und der Heiligen Nacht (Leyle-i Regaib) und die Brüder in Safranbolu als Antwort auf ihren Glückwunsch zu den drei heiligen Monaten (suhur-u selâse) und den vier segensreichen heiligen Nächten (leyali-i mübarek) und ihre überaus feste Verbundenheit mit den Lichtern (Nurlar). Ich wollte den Brief, der im Namen der dortigen Schüler (sakirdler) als ihr Glückwunsch geschrieben wurde, in die Sammlung der Briefe aufnehmen, nachdem ich die Bezeichnungen und Belobigungen meiner derart fehlerhaften Person, sowie einige Briefe von Halil İbrahim korrigiert und zugunsten der "Risale-i Nur" umgewandelt hatte. Da meine Person in diesen Briefen jedoch in einer derart eindeutigen Weise behandelt wurde, konnte ich damit nicht zu Ende kommen und so blieb er denn letztlich unvollendet.
Meine lieben Brüder! Wisset mit Sicherheit: Ich verabscheue Ruhm und Ruf (san ü seref), Selbstgefälligkeit (hodfürusluk), Selbstsucht und die Sucht nach einem begeisterten Publikum und laufe davor weg. Solche Belobigungen meiner Person gefallen mir nicht. Nur als ein Zeichen ihrer Treue (sadakat) zur Risale-i Nur, ihrer Anerkennung, pflege ich manche Ausdrücke, auch wenn sie etwas übertrieben sind (müfritane), entweder aus Respekt (hatir) oder in der Absicht, ihren guten Eindruck (hüsn-ü zan) nicht zu schmälern, nach der Korrektur eines gewissen Teiles zu akzeptieren (kabul) und ferner davon zu schweigen. Aber die beiden Abhandlungen über die Wahrhaftigkeit (İhlas) in den "Blitzen" (lem'a) und die Grundsätze (esas) unseres Weges (meslek), also die "Freundschaft" (hillet), die "Wahrhaftigkeit" (ihlas) und die "Brüderlichkeit" (uhuvvet) erlauben uns diese Art Belobigungen (medih) nicht. Zudem können sie in diesem Zeitalter der Selbstgefälligkeit (benlik) und des Egoismus (enaniyet), in den Augen der Ruhmsüchtigen (söhretperest) die Reinheit (safiyet) und Aufrichtigkeit (hâlisiyet) der Lichter (Nurlar) beeinträchtigen.
Zweitens: Der "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa), der "Wegweiser" (Rehber) und die "Kleinen Worte" (Küçük Sözler), welche die beiden unschuldigen Kinder von Hifzi geschrieben haben, hat uns in Freude versetzt. Hundert Mal: "Welch Großes hat Gott hier gewirkt (mâsâallah)!" Tausende solcher Nurdschus unter den unschuldigen Kindern werden so die Zukunft erleuchten.
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen."}
Meine lieben getreuen Brüder!
Möge Gott es wollen (insâallah), dass in diesen gesegneten Monaten (suhur-u mübarek) sehr viel heiliges Vermögen (kudsî servet) in die Kasse der Geistigen Körperschaft (sirket-i manevi) der Nurdschus gelangen wird. Jeder Nurdschu wird so viel Verdienste (kâr) erwerben, als ob er mit Tausenden Zungen und Hunderten Stiften gearbeitet hätte. In diesen gesegneten (mübarek) und sehr segensreichen (bereketli) Monaten sind diejenigen, die der Abschrift des Bandes "Zülfikâr-i Mu'cizat" {eine Trilogie (A.d.Ü.)} mit ihren Stiften dienen (hizmet), welche als fünferlei Gottesdienst (ibadet) angesehen werden können, voll und ganz glückselig (bahtiyar). Man muss (lâzim) jedoch bei der Abschrift sehr auf die Richtigkeit (sihhat) achten. Das ist sogar unabdingbar (elzem). Auch heute habe ich wieder zwei wunschgemäße (manidar) süße Übereinstimmungen (tevafuk) erfahren. Ich bin zur Überzeugung (kanaat) gelangt, dass mir die Gnade Gottes (inayet-i İlahi) für meine Anstrengungen (zahmet) bei der Korrektur (tashih) des "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) in diesen Tagen bei allen Schwierigkeiten (sikinti) meinen Lohn (ücret) und meine tägliche Ration (tayinat) auf angenehme (sirin) Weise zukommen lässt.
Erstens: Die süßen Krapfen (tatli lokmalar), die der heldenhafte Tahirin mit seinem Segenswunsch (teberrük) gebracht hat, gingen durch einen erstaunlichen Segen (bereket) nie zu Ende, obwohl ich jeden Tag zwei, drei Stück davon aß. Ich war darüber erstaunt. Heute wollte ich wie gewohnt wieder zwei Stück davon essen. Da bemerkte ich aber, dass nur noch zwei Stück übrig geblieben waren. Der Ökonomie (iktisad) halber aß ich also nur den einen von ihnen. Zur selben Stunde aber brachte man mir in einem Paket die Texte, welche die beiden unschuldigen Kinder Hifzis abgeschrieben hatten; darunter fand ich noch Zucker, Brot und Krapfen, und zwar die gleichen wie die von Tahiri, und sogar wieder die gleiche Menge. Als ich mich über diese süße Übereinstimmung (tatli tevafuk) freute, hatte ich am gestrigen Tag zur gleichen Stunde viel Durst und trank deshalb viel Wasser, und meine Seele (canim) träumte bereits von Prunellenkompott (erik hosafi). Ich wusste jedoch nicht mehr, bzw. hatte bereits vergessen, dass ich früher einmal gewohnt war, Prunellen, die ich herbeisehnte, um meinen brennenden Durst zu löschen, des Öfteren zu verwenden. Sie wurden mir zusammen mit dem Zucker von der Nur-Schülerin Serife Hanim, die eine der engsten Freundinnen (has arkadas) von Âsiye ist, in einem zweiten Paket überbracht. Ich habe um dieser so süßen Übereinstimmung (tatli tevafuk) willen sowohl die Geschenke (teberrük) der unschuldigen Kinder als auch die der beiden Frauen mit einem Segenswunsch empfangen, als hätte ich das Hundertfache davon erhalten. Tausende Grüße (selâm) an alle.
Meine lieben, getreuen, unerschütterlichen, unermüdlichen, furchtlosen und standhaften Brüder!
Erstens: Zu denen, die sagen, dass dieser Sommer hinsichtlich der Sorge um den Lebensunterhalt (derd-i maiset) und diese drei heiligen Monate (suhur-u selâse) wegen des Dienstes und der Anbetung (ibadet) in gewissem Grade die Abschreibarbeiten für die Abhandlungen (Nurlarin kitabeti) zum Stillstand (fütur) bringen kann, sagen wir: Im Gegenteil (bilakis): sie tragen zur Begeisterung für die Abschreibarbeit bei (sevk verir) und sollen auch dazu begeistern. Denn der Dienst (Nur'un hizmeti) trägt durch seinen Segen (bereket) sowohl dazu bei, die Sorgen um den Lebensunterhalt (maiset) zu mindern, als auch die Ruhe im Herzen (rahat-i kalbe) zu mehren. Und da sie von der Art einer Anbetung durch Nachsinnen (ibadet-i tefekkürî) ist, trägt sie zum Gelingen (sevab) dieser gesegneten (mübarek) Monate Großes bei.
Zweitens: Ein Schüler (Nur'un bir sakirdi) sagte zu mir: Du hattest uns im vergangenen Jahr, noch bevor uns die Lichter (Nurlar) vom Gericht wieder zurückgegeben worden waren und sich infolge einer Sonderregelung (hususî bir iade) bei der Rückgabe hier auch der Regen (rahnet) nur begrenzt (hususî bir derece) zeigte, gesagt: "Wann immer die Lichter (Nurlar) in vollkommener Freiheit (tam serbestiyet) gelesen, abgeschrieben und uns wieder zurückgegeben werden, wird auch der Segen (rahmet tam) durch den Regen vollkommen sein." So hattest du uns erzählt. Da nun in diesem Frühling sowohl der "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) überall mit einem vollkommenen Interesse abgeschrieben und gelesen wurde und man bereits mit Begeisterung (sevkle) damit begonnen hat, "Zülfikâr-i Mu'cizat" abzuschreiben, bin ich zu der festen Überzeugung gelangt, dass dies tatsächlich (hakikaten) ein Auslöser für diesen beispiellosen Regen war. So hat er es mir erzählt.
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Dass der heldenhafte Rüsdü, der zusammen mit Hüsrev eine Seele (ruh) in zwei Körpern ist und selber mit seinem kühnen Bruder (bahadir birader) im Dienst (Nur hizmeti) solch einen bedeutenden Platz erworben hat, nun darum bemüht ist, eine erstaunliche Handmaschine {Es kommen jetzt bereits die ersten Kopiermaschinen auf den Markt. (A.d.Ü.)} für die Lichter (Nurlar) herbeizuschaffen, ist der Beginn eines bedeutenden Erfolges (fütuhat-i Nuriye). Möge Gott es so wollen (İnsâallah), dass nun die Lichter (Nurlar) wieder wie zuvor durch die würdigen Hände der Nurdschus mit ihren Stiften, nun aber gedruckt und veröffentlicht werden; sie werden Fremde und Unwürdige nicht mehr für den Druck benötigen. Wenn nun vor allen anderen Dingen korrekt und fehlerfrei und in schöner Form mit der Maschine kopiert wird, nachdem - soweit möglich - das Original davor noch mit den alten Buchstaben, danach auch mit den neuen Buchstaben abgeschrieben wurde, wäre es noch besser (münasib). Wir überlassen dies jedoch euren eigenen, sachgerechten (isabetli) Entscheidungen.
Zweitens: Den Brief, den dieser Sabri aus Konya an Re'fet geschrieben hat, habe ich gesehen und daran erkannt, dass auch dieser Sabri genauso wie der andere Sabri ein überaus aufrichtiger (hâlis), inniger (samimî) und fleißiger (çaliskan) Nurdschu ist. Tausendmal sage ich über ihn als auch über die Gelehrten (âlim) in Konya, die ihn angespornt und ermuntert (tesvik ve tesci') und so das Gesicht der Hocas wieder rein (ak) gewaschen haben: "Wie Wunderbares hat doch Gott an ihnen getan (bârekâllah)". Wir grüßen vielmals (selâm) vor allem den Qur'an-Kommentator (müfessir), den segensreichen (mübarek) Hoca Vehbi und seine Schüler (Nur sakirdleri) dort und bitten sie um ihre Gebete (dua) in diesen segensreichen heiligen drei Monaten (suhur-u selâse).
{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}
Meine lieben getreuen Brüder!
Der Abschied von dem verstorbenen Muhacir Hâfiz Ahmed, der mir acht Jahre lang mit seiner ganzen Familie in Treue (sadakat) gedient (hizmet) hatte, und mit seinen Kindern und Enkeln (evlâd ve ahfad), seiner Ehefrau und seinen Schwiegersöhnen für die Lichter (Nurlar) ernsthaft gearbeitet hatte, der seinen Unterricht und seine Predigten stets aus den Lichtern (Nurlar) gehalten hat, der als letzten Wunsch in dieser Welt (dunya) noch zehn Minuten vor seinem Tode (vefat) Samli Hâfiz gebeten hatte, seine eigene Sammlung der Nur Risaleler zu vervollkommnen, der mir zwei Tage vor seinem Tod einen Brief geschrieben hatte und als Wundertat seiner Treue (sadakatin kerameti) verspürte, dass ich Sava im selben Augenblick Barla vorgezogen habe und euch geschrieben hatte, dass ich mir wünschte, auf dem Friedhof (mezaristan) in Sava beerdigt zu werden, und der mich als Antwort in der Form eines Einwandes in seinem Brief fragte: "Obwohl du doch immer sagtest, dass Barla meine zweite Heimat (vatan) ist, warum kommst du dann nicht dorthin und ziehst stattdessen andere Orte vor? Die Ur-Medresse (ibtida-i medrese-i Nuriye) ist Barla, dein Grab muss dort liegen". Der mich so ermahnt (ihtar), dessen Brief zwei Tage später, bevor das, was ich euch gechrieben habe, bei euch ankam und ich die Nachricht von Samli Hâfiz auf der zweiten Seite seines Briefes erhalten habe, dass er verstorben sei und diese Welt verlassen habe, erschütterte mich gleichwie Abdurrahman sehr. Ich musste weinen und sagte:
{"Siehe, Gottes sind wir und zu Ihm kehren wir zurück." (Sure 2, 156)}
Tausendfache Erbarmungen (rahmet) mögen über seine Seele (ruh) herabkommen. Âmîn! Auch sein Grab (kabri) möge wie sein Haus (hane) eine Wohnstatt (menzil) des Qur'an und des Lichtes (Nur) sein. Âmîn!
Ich habe keinen Zweifel mehr daran, dass diese offensichtliche (zahir) Wundertat seiner Treue (sadakat kerameti) beweist, dass die Nurdschus mit dem Glauben (iman) ins Grab gehen und so einmal ein gutes Ende (hüsn-ü hâtime) finden werden. Sprecht seinen Verwandten mein Beileid aus und sagt ihnen (teblig), dass ich ihn in alle meine Gebete (dua) miteinschließen (hissedar) werde.
Zweitens: Bruder Re'fet schreibt mir: "In Istanbul sind die Lichter (Nurlar) dringend nötig und jeder verlangt nach ihnen wie nach dem täglichen Brot. Da Yesil Semseddin unter unseren Brüdern, der sich sehr für die Lichter (Nurlar) interessiert, viel davon gelesen hat, der ein Nurdschu ist und die Wahrheiten (Nur'un hakikatlari) unterrichtet (ders), kommen auch Tausende Leute zu seiner Predigt (vaaz)."
Zudem sagt Re'fet: "So wird denn verständlich, dass die Risale-i Nur für dieses Volk (millet) so notwendig ist, wie sein tägliches Brot."
Er hat sogar einige Abhandlungen der Lichter (Nurlar) bedeutenden Herren gegeben und bittet mich nun auch um ein Exemplar der "Zülfikâr-i Mu'cizat", das ich vorher korrigiert habe.
Wir grüßen (selâm) die gesamte Gemeinschaft (umum), jeden Einzelnen unter ihnen, beten (dua) für sie und bitten auch sie um ihre Gebete (dua).
{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}
Wir beglückwünschen (tebrik) Hüsrev zu seinen Korrekturarbeiten (tashih), zur Verteilung (tevzi'), zu den Vorsichtsmaßnahmen, zu seinem Nachrichtensystem (muhabere), zu den Verlagsarbeiten (nesir) und der stets rechtzeitigen Beendigung aller notwendigen Arbeiten (yetistirmesi) an den Lichtern (Nurlar) und beten (dua) für seinen Erfolg (muvaffak). Wir sehen neben diesen wichtigen Aufgaben (vazife) wieder seine wunderschöne (sirin), ja geradezu prachtvolle (parlak) Handschrift in den vielen seiner Exemplare und aus seinem Brief entnehmen wir, dass er auch ungebundene Exemplare abschreibt.
Gerade habe ich an Haci Hâfiz, den verstorbenen (merhum) Hâfiz Mehmed, seine Brüder, die Mehmeds, die Ahmeds, die unschuldigen Kinder, die segensreichen Alten und andere heldenhafte Schüler (sakird) in der Medrese-i Nuriye in Sava gedacht und mir mein Leben (hayat) lang aus ganzem Herzen (canim) gewünscht, in ihrer Nähe zu sein und nach meinem Tode (vefat) auch in ihrem Friedhof (mezaristan) begraben zu werden. Da wurde mir auf einmal in mein Herz eingegeben: "In der Provinz (vilayet) Isparta, welche der Sitz (merkez) der Medreset-üz Zehra ist, leiblich anwesend zu sein, wäre in vielerlei Hinsichten nicht nur nützlich (faideli) und würde uns auch glücklich (saadetli) machen. Auch hinsichtlich der Schule der Lichter (Nur'un meslegi) sowie hinsichtlich des Verhaltens (mesreb) der Nurdschus wären wir stets beieinander. Jedoch können Zeit (zaman) und Raum (mekân) in Wirklichkeit keine Hindernisse bilden. Sei es im Osten oder im Westen, im Norden oder im Süden, im Diesseits (dunya) oder im Jenseits (berzah): stets seid ihr geistig (manen) in einer Gemeinschaft (meclis) miteinander verbunden. Ihre geistige (manevî) Unterstützung geschieht immer und gelangt auch zu dir." So hat denn diese Eingebung mich getröstet.
Da habe ich mir gesagt: "Da nun einmal heute überall so viele kräftige (kuvvetli) Hände die Lichter (Nurlar) tragen, sich für sie einsetzen, sie rundum beschützen (muhafaza) und sich für ihre Verbreitung (nesrine) einsetzen, könnte mich doch sicherlich niemand der Faulheit (tenbellik) schelten, wollte ich mich nur ein bißchen ausruhen (istirahat).
Meine lieben getreuen Brüder!
Erstens: Wir beglückwünschen (tebrik) euch nachträglich zur gestrigen heiligen (mübarek) Nacht (Leyle-i Berat) und zugleich zum kommenden heiligen Monat (Ramazan-i Serif). Wir haben dieses Jahr in der Heiligen Nacht (Berat Gecesi) mit Staunen ein Vorzeichen dessen beobachtet, dass diese Nacht sich für die Nurdschus als überaus segensreich (bereketli) und wundertätig (kerametli) erwiesen hat. Es ist dies wie folgt:
Kurz vor Beginn der Heiligen Nacht (Berat Gecesi) war ich gerade mit der Korrektur (tashih) des "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)" beschäftigt, als eine Taube an mein Fenster kam und mich ansah. Ich sagte: "Hast du uns vielleicht eine Botschaft (müjde) gebracht?" Sie kam rein, erschrak nicht, so als wären wir schon alte Freunde (dost), setzte sich auf den "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa)
Dies haben wir mit unseren eigenen Augen gesehen. Wahrhaftig
Nureddin, Mehmed, İsmail
und saß dort drei Stunden. Ich habe ihr Brotkrümel und etwas Reis gegeben. Sie nahm es aber nicht an, blieb jedoch bis zur Abenddämmerung, flog dann weg, kam nach kurzer Zeit wieder zurück und blieb während der Heiligen Nacht (Berat gecesi) bis zur Morgendämmerung bei mir. Nachdem ich mich hingelegt hatte, kam sie zu mir, setzte sich neben mich, streichelte mein Gesicht als eine Art "Gott befohlen (Allah'a ismarladik)" und flog schließlich auf und davon. Als ich jedoch am nächsten Tag schon ein wenig betrübt war, kam sie wieder zurück und blieb noch eine Nacht bei mir, was wohl heißen soll, dass dieser gesegnete (mübarek) Vogel uns sowohl zum "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)" als auch zu unserer Heiligen Nacht (berat) beglückwünschen wollte.
Meine lieben getreuen Brüder!
Der Grund dafür, dass ich die Geschichte des Lebens (tarihçe hayat) von Üstad in Kastamonu, die Mehmed Feyzi und Emin, welche der Hüsrev und der Süleyman Rüsdü von Kastamonu sind, wegen ihrer guten Meinung (hüsn-ü zan) über mich mit sehr weit über meine Grenzen hinausgehenden lobenden Worten (senalar) geschrieben haben, ohne zu ändern angenommen (kabul) habe, ist folgender: In diesen Tagen versuchte ein höherer Beamter von Afyon, indem er einen Feldwebel (çavus) als Werkzeug gebrauchte, mich zu verärgern (ihanet), angeblich um so die öffentliche Sympathie (teveccüh-ü amme) mir gegenüber zu zerstören, damit sich diese Provinz (vilayet) nicht wie Denizli und Isparta voll und ganz für die Lichter (Nurlar) einsetzen und die Lichter (Nurlar) also nicht auch noch hier erglänzen sollten. Ich habe das zwar ausgestanden, war aber betrübt über die Traurigkeit (teessürlerinden müteessir) der neuen Schüler (sakirdler) hier. Während ich jedoch noch darüber nachdachte, schlug nun dieser aufrichtige (samimane), gelehrte (âlimane) und ehrfürchtige (hürmetkârane) Brief von Mehmed Feyzi die Ärgernisse (ihanet) dieses Schurken und dieses Beamten (âmir) zurück in ihre eigenen Gesichter, machte alles wieder zunichte, wischte meine Sorgen (teessürat) ganz und gar hinweg und löschte sie aus. Solches Lob (medih) und die Hochachtung (hürmet) der beiden Nurcus, die Tausende Male über diese beiden Unglückseligen (bedbaht) erhaben waren, stimmten ganz genau mit der Zeit ihrer illegalen Unterdrückung (kanunsuz cebir) und all ihrer Ärgernisse (ihanet) überein (tevafuk), was mich davon überzeugt hat, dass dies eine Wundertat (keramet) der Treue (sadakat) von Feyzi und Emin war.
Meine lieben Brüder!
Es hat sich jetzt herausgestellt, dass es die Absicht war, mich zur Polizeidienststelle (karakol) zu rufen, mich anhand völlig überflüssiger Scheingründe (bahane) in ein Regierungsgebäude (hükûmet) zu bringen, bloß um mich zu ärgern (ihanet) und in den Augen des Volkes in meiner Bedeutungslosigkeit, aber dennoch als einen Verdächtigen (müttehem) darzustellen. Ich habe nun keine Nerven mehr dazu. So weit wie möglich ist es jetzt nötig, dass ich nicht mehr dorthin gerufen werde. Sprecht also darüber mit dem Strafrichter (ceza hâkimi)! Findet also jemanden, der im Notfall an meiner statt als mein Advokat (dava vekili) zur Polizei gehen soll. Für einen Mann, der seit fünfundzwanzig Jahren ein Einsiedlerleben (münzevi) führt, ist es eine Qual (iskenceli), ja geradezu eine Strafe (azab), solchen Menschen zu begegnen, die andere verachten (ihanetkâr). Ich bin in Kastamonu während eines Aufenthaltes von acht Jahren nur ein einziges Mal auf Druck des Gouverneurs (Vali) zu ihm hin und zweimal zur Polizei gegangen. Hier sind diese Besuche ohne jede Begründung bereits auf mehr als zehnmal aufgelaufen. Ich gehe da nicht mehr hin. Besorgt mir also ein ärztliches Attest, anderenfalls entsteht daraus für diese Stadt (sehre) noch ein materieller wie geistiger Schaden.
Vier heftige Erdbeben in dieser Nacht, welche das Thema dieses viermaligen Erdbebens aus meiner Verteidigungsschrift bestätigt, das Hüsrev in seinem Brief behandelt hat, welche sich zur gleichen Zeit ereigneten, in welcher der Feldwebel dieser Dienststelle (karakol çavusu) gegen mich und gegen die Lichter (Nurlar) und gegen dieses Land (memleket) als Zeichen einer sicherlich bösen Absicht (kat'î bir sû'-i kasd) im Regierungsgebäude (hükumet) meinen Diener beschimpft und dabei: "Geh und sag's ihm!" schreit, mir auf diese Weise seine Verachtung (tahkirkârane) zeigt, mich verärgert (ihanet) und beleidigt (setmedip), dann auf Befehl (emr-i cebrîsiyle) des Bürgermeisters (kaymakam) im Kommandoton eines Diktators die Anweisung (emir) erteilt: "Auch wenn er krank ist, bringt ihn her!" und so den Nachtwächtern und den Gendarmen seinen Befehl (memur) gibt, wobei er sich auf den großen Beamten von Afyon stützt, der sich unter einem Deckmantel verschanzt, was sowohl die Schüler (Nur sakirdleri) in ihrer Begeisterung (sevkler) stört und dadurch die Abschreibarbeiten der Lichter (Nurlar) hier behindert, als auch mich selbst in beträchtliche Unruhe (sikinti) versetzt hat, solch heftige Erdbeben (zelzele), wie man sie hier noch nie zuvor erlebt hatte, wenn sie sich zur gleichen Zeit ereignen, zeigen, dass die Risale-i Nur ein Anlass zur Beendigung eines Unglücks (vesile-i def'-i bela) ist: Jedes Mal, wenn es hier zu einer Behinderung kommt, findet auch das Unglück (bela) seine Gelegenheit und kommt.
Der mit großer Hingabe (mahviyetkârane) und Bescheidenheit (tevazukârane) geschriebene Brief von Mustafa Osman, welcher den Lichtern (Nurlara) in kurzer Zeit sehr gedient (hizmet) hat, beweist ganz und gar seine aufrichtige Treue (hâlisane sadakatini) und Wahrhaftigkeit (ihlas) und zeigt, dass er in fünfzehn Jahren auch mit den engsten Brüdern (haslar) den Schulterschluss gefunden hat. Der Band "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)", den er abgeschrieben hat, ist dafür bereits ein starker (kuvvetli) Beweis. Und übrigens begann gerade in dieser Minute, während ich dies hier schreibe, die Erde wieder leicht zu beben (zelzele).