Der Siebenundzwanzigste Brief mit den beigefügten Ergänzungen
Dieser 27. Brief des 33. Wortes besteht aus Abschnitten (fıkra) der persönlichen Briefe (hususî mektub) von Hulusi Bey, an den die Briefe des Lichtes (Mektubat-ün Nur) geschrieben wurden (muhatab), die seine Wertschätzung (takdirat) der Abhandlungen der Risalet-ün Nur zum Ausdruck bringen.
Auch die beigefügte Ergänzung, die der zweite Teil des 27. Briefes ist, besteht aus Abschnitten (fıkra) * der persönlichen Briefe (hususî mektub) von Sabri Efendi, der mit Recht (elhak) ein zweiter Hulusi ist. Sie bringen seine Wertschätzung (takdirat) der Abhandlungen der Risalet-ün Nur zum Ausdruck.
{"Im Namen dessen, der Gepriesen sei." "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Teilchen im Kosmos immerdar."}
Der erste Abschnitt (fıkra) von Hulusi
Mein ehrenwerter Meister (Üstad-ül Muhterem)!
Als euer Diener, der sich nicht so zeigen will, wie jene erhabenen Persönlichkeiten (zevat-ı âliye), die sich darüber freuen (zevk), wenn sie sich als armselig und geringschätzig (fakir ve hakir) betrachten, sondern so wie er ist, den ihr mit Bezeichnungen (ünvanlar), wie mein Schüler (talebe), mein Bruder (kardeş) und mein Neffe (biraderzade) komplimentiert, bin ich in der Tat geistig in einem elenden (manen düşkün) Zustand, in dem ich Eures Gebetes sehr bedarf (cidden duanıza muhtaç). Der Wille Gottes (murad-ı İlahî) muss sich darauf bezogen haben, das Recht und die Wahrheit (hak ve hakikat) des Qur'ans, dessen Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist, der von Anfang bis zum Ende ein Licht (Nur) ist, so sehr offenbar (zahir) zu werden, dass sie selbst in die Augen der Menschen in diesem Zeitalter (asır) besonders die der Schar der Irregeleiteten (fırak-ı dâlle) eindringen, sodass unser verehrter Meister (muhterem üstad) für diesen wichtigen Auftrag (emr-i mühimme) - Dank sei Gott (felillahilhamd) - zu einem Werkzeug (vasıta) geworden ist, um so einige Funken (lemaat) des Qur'ans zu zeigen.
So ist es denn diesem Euren Schüler (talebe), der doch nur ein Nichts (hiç ender hiç) ist, wieder durch den Segen (lütuf), die Güte (fazl) und Gnade Gottes (inayet-i İlahî) gelungen, seinem lieben und verehrten Lehrer (aziz ve muhterem hoca) bei der Erfüllung (îfa) seines erhabenen Auftrags (âlî memuriyet) zugunsten des Ehrwürdigen (Hazret) Qur'ans einen ganz kleinen Beitrag (hademelik) zu leisten. Wie sehr ich auch dafür danken (şükretsem) möchte, es wäre doch zu wenig (azdır), und ich habe kaum ein Fünkchen Recht (hakkım), darauf stolz (fahre) zu sein. Im Gegenteil bete und bitte ich um Vergebung (afvımı niyaz ve istirham) wegen der möglichen Fehler (muhtemel hatiat) und meiner Unachtsamkeit (kusurat) in der Erfüllung meines Dienstes (hademelik). Die Beschreibung der Schlechtigkeiten (fena) meiner Wenigkeit ist zwar sinnlos (manasız). Meine Verlegenheit (hicab), die daraus erwächst (mütehassıl), dass ich in Euren Briefen und Gesprächen (mürasele ve mülâkat) derart oft und große Komplimente (iltifat) erfahren habe, führt mich dazu, ein wenig Eure kostbare Zeit zu beanspruchen (tasdi'). Mir wurde nachdrücklich empfohlen (ısrar ile emir), zu dem Thema, nach dem Ihr in Euren letzten beiden Briefen gefragt wurdet, meine Meinung zu äußern.
{"Wir hören und wir gehorchen" (Sure 2, 285)}
Um auf diese schwere Frage (agır sual) eine dem Recht und der Wahrheit (hak ve hakikat) entsprechende und angemessene (muvafık ve mutabık) Antwort geben zu können, erbat (iltica) Euer Bruder vom Endpunkt (münteha) seiner Schäche und Armseligkeit (acz u fakr) aus um die Güte (inayet) und Gnade Gottes (kerem-i İlahî) und die Hilfe der Geistlichkeit (meded-i ruhaniyet) des Propheten (Peygamber). Es ist dies wie folgt:
Die segensreichen "Worte (mübarek Sözler)" sind zweifelsohne lichtvolle Funken (nurlu lemaat) des Offenkundigen Buches (Kitab-ı Mübin). Während darin Stellen, die der Erläuterung bedürfen (izaha muhtaç), nicht fehlen, sind sie dennoch in ihrer Gesamtheit (küll halinde) frei von jeglichen Fehlern und Mängeln (kusursuz ve noksansız). In den Menschen jeglicher Schicht (tabak) kann so ihrem naturgegebenen Verständnis (fıtrî anlayış) entsprechend ihr Mitempfinden geweckt und ihr Verständnis angesprochen werden (hissemend ve faidemend). Dass sie bis heute nicht kritisiert (tenkid) werden, Leute der verschiedensten Richtungen (meslek), Schulen (mezheb) und Gemütsarten (meşreb) sie gut (hoş) heißen und die Ungläubigen (mülhidler) keine bissigen Bemerkungen darüber machen (dil uzatmak), sondern sich da heraus halten (ebkem), genügt (kâfi) als Beweis für die Richtigkeit (sıhhatine delalet) unserer Überzeugung (kanaat).
Hier nun - so weit ich das bisher feststellen konnte - die Begründung (bürhan) dafür, dass euer Auftrag (vazife) noch nicht beendet ist:
Erstens: Befehl und Tadel (emir ve zecr) in einer Hadith, womit erklärt (beyan) wird, dass in einer Zeit, in der ketzerische Neuerungen (bid'a) anwachsen, die Gelehrten (ülema) nicht schweigen (sükût) dürfen (lâzım).
Zweitens: Da Ihr zur Nachfolge (ittiba) unseres Propheten (Peygamber) verpflichtet seid (mükellef), besteht die Notwendigkeit (mecburiyet) auch im weiteren Verlauf Eures Lebens (müddet-i hayat) diesen Auftrag fort zu führen (vazifeye devam).
Drittens: Da dieser Dienst (hizmet) nun einmal nicht ausschließlich (münhasıran) aufgrund Eurer Wahl (re'yiniz ile) getan wird, werdet Ihr vielmehr in Dienst gestellt (istihdam). Der Verkünder (Mübellig) des Qur'ans, Stolz der Welt (Fahr-i Cihan), Geliebter Gottes (Habib-i Yezdan), mit dem Friede und Segen sei, unser Herr (Efendimiz), seine Excelenz (Hazret) verkündete (teblig) eines Tages den majestätischen Erlass (ferman-ı celil)
{"Heute habe ich euch eure Religion vervollkommnet" (Sure 5, 3)}
und wies (işaret) gleichzeitig verschlüsselt (remzen) auf die Abschließung (hitam) seines prophetischen Auftrags (vazife-i risaleti) hin. Wenn einmal der Dienst (hizmet) meines verehrten Meisters (muhterem Üstad) für beendet (kâfi) angesehen wird, so wird ihm auch dies - nach meiner Überzeugung (kanaatında) - entsprechend mitgeteilt werden (bildirilir).
Viertens: Wenn bis heute über die "Worte (Sözler)" geschwiegen (sükût) wird und man keine Kritik an ihnen wagt (tenkide cür'et), so heißt das (delil) nicht, dass dieser Zustand (hâl) stets so (ilâ-nihaye) fortdauern wird. Auf mögliche Angriffe (muhtemel hücum) werden Eure Ehrenwerte Excellenz (zât-ı fâzılaneleri) also in Eurem Leben (hâl-i hayatı) und kein anderer (evvelen) als Ihr selbst (bizzât) Antwort zu geben haben.
Fünftens: Auch wenn Ihr die Welt vergessen (dünyayı unutmak) wollt, werdet Ihr doch - und gäbe es gar keinen anderen Grund (sebeb) - die Erläuterungen (izahat), um welche Euch die Menschen bitten (insanlar rica edecek), die sich mit diesen "segensreichen Worten (mübarek Sözler)" verbunden fühlen (rabıta), geben wollen und sie nicht ohne Antwort (izahat) bleiben lassen.
Sechstens: Eure so wertvollen Texte (yazılar), die Ihr für diejenigen geschrieben habt, die Euch um Gottes (Allah) willen lieben und Euch um Erläuterungen (istizah) gebeten haben, und die verschiedenen Themen (mütenevvi mesail), die Ihr in Eurer wissenschaftlichen Vorlesung (meclis-i ilmî) behandelt habt (takrir) und die noch nicht einmal in die Abhandlungen (Sözler) aufgenommen wurden, zeigen ohne Zweifel (kat'iyyetle), dass sowohl das Bedürfnis (ihtiyaç) als auch der Dienst (hizmet) noch nicht beendet sind.
Und hier noch einige Bitten (maruzat): Wenn ich einmal die Gelegenheit (nasib) habe, in einer Gemeinschaft (cemaat) etwas aus den lichtvollen Worten (Nurlu Sözler) vorzulesen, tauchen in mir einige Gefühle (hissiyat) auf, die hier darzulegen (arz) ich um Eure Erlaubnis bitte (müsaade rica).
Erstens: Wenn ich meinen Stift (kalem) in die Hand nehme, um Euch, meinem verehrten Meister, etwas darzulegen (maruzat), spühre ich, wie sich meine Seele (ruh) weit auftut (inkişaf hissediyor) und sehe, wie mein Stift ganz ohne mein Dazutun (ihtiyarsız kalem) den vorüber eilenden Empfindungen (muvakkat duygular) des jeweiligen Augenblicks (anda) als ein Ausdrucksmittel (tercüman) dient.
Zweitens: Ich pflegte folgendermaßen zu denken: Wenn ein jeder mit seinem Kopf in die Dunkelheit (başını karanlık) hinein ziehen wollte, sich in die Ecke des Vergessens (köşe-i nisyan) stellen würde oder stellen wollte, um sich vor der List der eigenen Seele (nefsin hilesi), welche der größte Feind (adüvv-i ekber) ist, und vor der List (mekri) der Dschinnen und Menschen (cinn ü ins) und der Teufel (şeytanlar) sicher zu fühlen (emin), so würde die Welt der Menschen (âlem-i insan) und insbesondere die islamische Welt vernachlässigt (mühmel) sein und bleiben und keiner würde keinem mehr von Nutzen (faide) sein können. Wenn aber die Zeit so wäre, möchte ich meinen Glaubensbrüdern (din kardeş) diese lichtvollen Wahrheiten (nurlu hakikat) zukommen (iblag) lassen, wobei sich Gott in Seiner Majestät (Allah-u Zülcelal) mit mir so umgehen (muamele) möge, wie es der Würde Seiner Gottheit entspricht (şe'n-i uluhiyetine yaraşırsa). Von der Sorge um mich selbst (nefsimi düşünmek) einmal abzusehen (kat'-ı nazar) hielt ich in dieser Zeit für besonders angebracht (faideli). Was ist die Weisheit (hikmet), die hinter all dem liegt?
Drittens: Sind die Namen "Erbarmer (Rahman)" und "Allbarmherziger (Rahîm)", die zu den "Schönen Namen (Esma-i hüsna)" gehören, in der Anrufung (kelime)
{"Im Namen Gottes des Erbarmers, des Allbarmherzigen"}
enthalten, weil sie sich auf der höchsten und machtvollsten Stufe (en a'zam mertebe) befinden, oder findet sich dahinter noch ein anderer Grund (sebeb), eine tiefere Weisheit (hikmet)? Dies wurde mir in mein Herz (kalb) eingegeben, während ich diesen Brief schreibe und danach frage ich Euch nun.
Lieber verehrenswürdiger Meister (Aziz ve muhterem Üstadım)!
Eures Seins (vücud) bedürfen (muhtaç) nicht nur wir, sondern die ganze islamische Welt (âlem). Denn Ihr seid ein Werkzeug (vasıta) der Entstehung dieser heiligen Worte (kudsî Sözler'in vücudu), die aus dem Offenkundigen (Mübin) Qur'an heraussickern und von ihm ausstrahlen (nebean ve lemaan), {Wasser und Licht (A.d.Ü.)} der die Überzeugung der Gläubigen (mü'minlerin imanı) stärkt, die Gottvergessenen aufweckt (gafilleri uyandıran), denen die in die Irre (dalale) gegangen sind, den Weg der rechten Leitung (râh-ı hidayeti) zeigt und die Weisen unter den Philosophen (hükema-yı felasife) dazu führt, von einem Staunen ins andere (beht ü hayret) zu geraten. Möge Gott der Barmherzige Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn) unseren geliebten Meister (aziz üstadım) der Gemeinde (ümmet) Mohammeds stets gesund, stark und wohlbehalten (sıhhat ve âfiyet) bewahren (kaim), âmîn, um des Hauptes der Gesandten willen (bihürmeti Seyyid-il Mürselîn).
Die Wirkung (tesirler) dieses Briefes unter den Briefen der Risale-i Nur auf mich möchte kurz und bündig (hülâsaten) darlegen:
Nachdem die Erhaltung (devam) Eurer Gesundheit (sıhhat) und Eures Wohlbefindens (âfiyet) meine Dankbarkeit (şükrüm); das Dasein (vucud) von Leuten, die sich für die Lösung der gleichen Fragen (mesailin hallini) interessieren, meine Hoffnung (ümid); da ich alles, was in meinen Augen (nazarım) als Wissen (ilim) gezählt werden kann, von Euch gelernt habe, aus diesem Anlass (vesile) im Bereich der Wahrheit (hakikat sahası) meine Kenntnisse (malûmat); wenn bei mir aus meiner reinen menschlichen Schwäche (hasb-el beşeriye) heraus nur noch eine Niedergeschlagenheit erwächst (fütur hasıl) und dann meine Begeisterung (şevkim); da ich Euer kranker Schüler (hasta bir talebe) bin, durch die Medikamente (ilâçlar), die Ihr mir aus der Apotheke (eczahanesi) des Qur'ans dareicht (intihab), meine Gesundheit (sıhhat); durch die Nahrungsmittel (gıdalar), die Ihr aus der Küche (matbah) des Qur'ans auswählt, die Kraft all meiner Sinne (hasselerimin kuvveti); durch die Unterweisung (talim) der fünf Stufen des Lebens (hayat) und durch das Verständnis (tefhim), dass der Tod (mevt) nur ein irrealer Sachverhalt (itibarî bir keyfiyet) ist, und dass eine Hinrichtung auf ewig (i'dam-ı ebedî) nicht vorstellbar (mutasavver) sein kann, so weist Ihr darauf hin, dass die Liebe (muhabbet) um Gottes (Allah) willen, sobald sie mein Herz gestärkt (kalbimi takvim) hat, sich auf jeden Fall (her halde) auch auf diesen Stufen des Lebens (hayat derece) weiter fortsetzen (devam) und im Ewigen Leben (hayat-ı bâkiye) ihre beständige Frucht (bâki meyve) erbringen wird, was schließlich dazu geführt (sebeb) hat, meinem ganzen weiteren Leben (müddet-i hayat) einen unendlichen Segen (nihayetsiz artırmaga) zu schenken.
Die Gebete (dua), die Ihr durch die Risale-i Nur empfangt (ihdâ), genügen (kâfi) in der Tat (zâten), um einen jeden Tag an den geliebten Meister (sevgili Üstad) zu denken. Dadurch, dass Ihr die Bedeutungen und die Perlen (manalar, cevherler), die Ihr durch die Güte des Gerechten (inayet-i Hak) aus dem unendlichen Segen (nihayetsiz füyuzat) und der unerschöpflichen Schatzkammer (tükenmez hazinesi) des Qur'ans erhaltet und dazu ermächtigt seid, sie zu verkünden (teblige me'zun), zeigt und mitteilt, äußert Ihr (izhar), dass Ihr diesem armseligen (bîçare), Eurem getreuen Schüler und Mitbruder (müştak talebe ve kardeş) bis zum letzten Atemzug unterrichten (ders) wollt. Auch auf diese Weise ist bereits sicher gestellt (temin), dass Ihr für immer (ebeden) und in Dankbarkeit (teşekkür) aus meinen Augen und in meiner Erinnerung (hayal) nicht entschwinden werdet.
{Dank sei Gott. Dies ist von der Gnade meines Herrn. (Sure 27, 40)}
In der ersten Nacht nach meiner Ankunft (muvasalat) begann ich im Vertrauen auf Gott (mütevekkilen alallah) in dem Zimmer, das mein Vater für die Gäste (pederimin misafir) bestimmt hat (tahsis), mit einigen Herren (zevat) regelmäßig zwischen dem Abend- und dem Nachtgebet (akşam ile yatsı) aus der Risale-i Nur vorzulesen.
Mein geliebter Meister (Sevgili Üstadım)! Wie ich Euch bereits mitgeteilt habe (arzettigim vech), glaube ich nun bereits, dass ich nur noch für ein Ding allein lebe (yaşadık zannedik). Und das ist (ibaret) jener nur sehr kleine Beitrag (pek cüz'î bir yardım) in der Erfüllung (îfa) des Dienstes, für den, welcher der Öffentliche Ausrufer des Qur'ans (dellâl-ı Kur'an), mein Meister (üstad) und dazu geistig beauftragt ist (vazife-i memure-i maneviye), und meine völlig unbedeutende Bereitschaft (cüz'î bir hizmetkârlık) dem Qur'an zu dienen (hesab). Und ich bitte Euch vor allem (hâssaten istirham) darum, dass ich aller Auslegungen (vaki' olacak istihraç) des Ehrenwerten Qur'ans (Hazret-i Kur'an) und Eurer Eingebungen (tecelliyat) der Wahrheit des Glaubens (hakikat-ı iman) und des Islam nicht zu entbehren brauche (mahrum), solange Ihr dort wohnt.
Möge Gott in Seiner Majestät (Allah-u Zülcelal) und nach Seinem Göttlichen Willen es so wollen (inşâallah), dass ich durch Eure, bei Ihm angenommenen Gebete (müstecab olan dua) das erhoffte und erwünschte (ümid ve arzu) Ziel (netice) im Dienst (hizmet) der Risale-i Nur erreichen (vâsıl) möge und Er mir wie dem selig in Seiner Vergebung verstorbenen (merhum ve magfur) Abdurrahman bei meinem letzten Atemzug (âhir nefes) den wahren Segen (âmâl-i hakikiye) im Glauben und Seiner göttlichen Führung (iman ve tevfik) zukommen lässt (nâil), indem Er mir in der Ewigen Glückseligkeit (saadet-i bâkiye) bei dem Ehrwürdigen Muhammed Mustafa (Sallallahu Teâlâ Aleyhi ve Sellem Efendimiz), unserem ehrwürdigen Propheten (Nebiyy-i Ekrem), dem Haupt (server) beider Welten (iki cihan) und Euch, meinem verehrten Meister (muhterem üstadım) folgend, seine Nachbarschaft ganz in seiner Nähe (yakınında komşuluk) gewährt.
Die Risale-i Nur ist zwar äußerlich betrachtet Euer Werk (eser); doch während der Deutliche (Mübin) Qur'an das Wort Gottes (Allah'ın kelâmı) ist, war die Krone der Schöpfung (Seyyid-i Kâinat), Ehrwürdig unter den Geschöpfen (Eşref-i Mahlukat), unser Herr (Efendimiz) und ein Werkzeug der Verkündigung für alle Menschen (nâsa teblige vasıta). Und genau so verkündet (hitab) auch Ihr in diesem Zeitalter (asır) dem Befehl des Gerechten (emr-i Hak) zufolge jenem chaotischen Haufen berauschter Menschen (karmakarışık sarhoş insan) von heute die Lichter (Nurlar) dieser Großartigen Unterscheidung (Furkan-ı Azîm). {Die Risale-i Nur ist eine Auslegung des Qur'ans (A.d.Ü.)} Wenn dem so ist, wird der Allbarmherzige Allweise (Hakîm-i Rahîm), der Euch dazu geführt hat, dieses Werk (eser) zustandezubringen, es nicht erlauben, dass diese "Lichter (Nurlar)" mit Füßen getreten werden (ayak altında). Ich bin vielmehr der Überzeugung (itikad), dass ER mit Sicherheit und in jedem Fall aus den Sterblichen (fâniler), ja sogar aus denen, von denen man gar nichts weiter erwartet (hiç ümid edilmedik), solche hervorkommen (halk) lässt, die sich darum kümmern (sahibler), die sie beschützen (hâfızlar), die sie auf ihrer zweiten, dritten, ja sogar zehnten Stufe (derece) {Eine Anlehnung an Sufiorden, die ihre Schüler stufenweise einweihen (vgl. mit der kath. Kirche: Diakone, Priester, Bischöfe). (A.d.Ü.)} verkündigen (mübelligler) und verbreiten (naşirler) wollen.
Ich habe einen erhabenen Weg (âlî tarîkat), wie die Islâmiyet ihn weist, eine Art und Weise (meşreb) wie die Erkenntnis (bilmek) seiner eigenen Schwäche und Armseligkeit (acz u fakrı) vor Gott (Allah), einen Wegweiser (rehber) wie das Haupt der Gesandten (Seyyid-ül Mürselîn), einen Lehrer (mürşid) wie den Ruhmreichen Qur'an (Kur'an-ı Azîmüşşan) und einen Beruf als Soldat (askerlik), durch den ich in der Tat zu einem erhabenen Ergebnis (ulvî bir netice) gleich wie in einer Minute zur Stufe der Heiligkeit (mertebe-i velayet) gelangen kann (erişmek).
Mein Meister (Üstadım) lehrte mich (ders) und jeden, der mit Verstand begabt ist (zevi-l ukûle) und mitgehört hat (dinleyen), dass dies jetzt für eine Ordensgemeinschaft (tarîkat) nicht die rechte Zeit ist; es ist dies vielmehr jetzt die Zeit, seinen Glauben zu retten (imanı kurtarmak). Verrichte also das täglich fünfmalige Gebet korrekt (namaz hakkıyla eda), {eda = pünktlich, kaza = nachträglich, cem = zwei Gebete gleichzeitig (A.d.Ü.)} füge die Rezitationen (tesbihler) am Ende des Gebetes hinzu, lebe nach dem Vorbild des Propheten (ittiba'-ı sünnet) und begehe keine der sieben schweren Sünden (kebair). Ich habe sowohl zu dieser Lektion (ders) als auch allen weiteren Lektionen entsprechend der Risalet-ün Nur und zu den Wahrheiten (hakikat), die er aus dem Qur'an entnahm (istinbat) und uns in ihnen unterwies (gösterdi) unter der Führung Gottes (Allah'ın tevfik) aus Herz und Seele (can ü dil) "in Ordnung (belî)" gesagt, zugestimmt (tasdik) und diese Persönlichkeit (zât), die mir auf diese Weise Unterricht in der Wahrheit erteilt (hakikat dersi) hat, zum ersten Mal in meinem Leben als "Meister (Üstad)" angesprochen. Und darin habe ich mich nicht getäuscht (hata etmedim). Ich habe ins Schwarze getroffen (isabet ettim)!
Die Anmerkungen (zeyil) zu dem Buch "Briefe des Lichtes (Mektubat-ün Nur)", die Ihr mir diesmal gesandt (irsal) habt, sind wie die übrigen (emsal) durchaus zutreffend (hoş), schön (güzel) und einzigartig (bedi). Ich habe keineswegs einen Zweifel mehr (şübhe kalmamış), dass diese Werke (eser) eine Erscheinung (tecelli) des gewaltigen Namens (ism-i azîminin) "Licht (Nur)" sind und Ihr dazu geleitet wurdet, sie aufgrund der Bedürfnisse und Umstände (ihtiyac ve hâl-i âlem) der Welt zu schreiben. Dies möchte ich durch ein kleines Beispiel bekräftigen (misal ile teyid). Die Ungläubigen (mülhidler) gehen zu weit (çok ileri). Z.B...usw.
Diese sehr zutreffende Worte (münasebetli sözler) sind in den von uns behandelten Werken (mevzubahis âsâr), die den Gläubigen (erbab-ı iman) Kraft verleihen, damit sie sich durch die Delirien der Toren (ahmakların hezeyanı) und jede Art ihrer Täuschungen (igfaller) und ihre hohlen gekünstelten Worte (süslü lâfları) nicht beirren lassen, in ihrem Glauben und in ihrer Überzeugung (iman ve itikad) fest stehen (sabit-kadem), und der Schar derer, die gegen Gott rebellieren (zümre-i tugyan), in aller Form und Heftigkeit (kahr u şiddet) eine Lehre erteilen (ders-i ibret), ganz offensichtlich zu sehen.
Es ist schade (hayfâ), dass diese Lichter (Nurlar) erst jetzt einer Weisheit zufolge (lihikmetin) in einem sehr begrenzten Gebiet (mahdud saha) und nur unter den Gläubigen (mü'minler) veröffentlicht werden können (neşredilebilir).
{"Geduld ist der Schlüssel zur Bewältigung." (Hadith)
"Fürwahr, Gott ist mit den Geduldigen." (Sure 2, 153)}
Auch das dritte Kapitel (Mevkıf) des 32. Wortes habe ich zusammen mit Bruder Hakkı Efendi aufmerksam und sehr interessiert (merak ve dikkatle) gelesen. Es ist in der Tat von einem sehr hohen Gehalt (mefhumu). Wäre meine Wenigkeit dazu imstande (bu âcizin kudreti), ihn zu beschreiben (tavsif), könnte ich es vielleicht wagen (cesaret), für dieses zweite Kapitel (nokta) sehr viel Eurer Zeit zu beanspruchen (rahatsız etmek). Wie schade (heyhat), dass ich - wie bei anderen Themen (hususat) - so auch hier mit leeren Händen (sıfr-ul yed) dastehe. Ehrlich (safiyet) und aufrichtig (hulus) kann ich hier nur ganz kurz sagen: es ist viel mehr ein strahlender Stern (parlayan bir necm-i nur-efşandır), der heller als alle anderen "Worte (Sözler)" erglänzt.
Ich habe den Arzt gefragt, wie er die Abhandlung über die Himmelfahrt (Mi'rac) findet. Dr. Kemal sagte: "Um den großen Wert (kıymet) dieses Werkes (eser) zu würdigen (takdir) wissen, braucht man noch nicht einmal ein Moslem zu sein (İslâm olmak bile lüzum yok). Es ein genügt bereits, ein Mensch (insan olmak kâfi) zu sein", war seine Antwort (cevab) darauf.
Wir sind nun einmal - Dank sei Gott dem Erhabenen (elhamdülillah teâlâ) - als Eure auf das Jenseits hin ausgerichtete Brüder (âhiret kardeş), Eure schwachen Diener im Dienst (hizmetinde âciz hizmetkâr) am Qur'an und während der Verkündigung der Geheimnisse (esrar) des Qur'ans - Dank sei Gott dem Erhabenen (eşşükrü lillahi teâlâ) - wie die Siebenschläfer (Ashab-ı Kehf) Eure Ansprechpartner (musahib), {in der Treue zu unserem Meister (A.d.Ü.)} die wir weit über unseren Verdienst (liyakat) und unsere Fähigkeit (kifayet) in der lauteren Güte (lütuf) und Gnade des Unwandelbaren (inayet-i Samedanî) als Eure Schüler (talebe) dastehen. Doch wir sind für diese Gabe des Gepriesenen (niam-ı Sübhaniye) zu schwach, Ihm dafür zu danken und ihn zu lobpreisen (hamd ve şükür).
Es ist mir nun gelungen, das erste Kapitel (Mevkıf) des 32. Wortes (Söz), das ein Geschenk (hediye) zum Ramadan war, vollständig abzuschreiben (ikmale muvaffak). Wenn die Führung Gottes (Tevfik-i Huda) mir zum Weggefährten (yoldaş) wird, kann ich auch mit der Abschrift der übrigen Abhandlungen - wolle es Gott (inşâallah)! - in dem mir anbefohlenen Zeitabschnitt (emir müddet) fertig sein. Obwohl diese so wertvollen, lichtvollen Worte (kıymetli ve nurlu Sözler) es würdig, ja notwendig (lâyık ve muktezi) wären, in der schönsten Schrift (hüsünlü hatt) und sogar mit goldenen (altun) Lettern geschrieben zu werden, werden sie notgedrungen (hasb-el kader) nur in der ungereimten (perişan), kaum lesbaren, ja sogar fehlerhaften Schrift (hatalı hat) Eures armen Bruders (bîçare kardeşinizin) niedergeschrieben werden, was ein Grund dafür ist, in mir Lob und Dank (hamd ve şükür) zu vermehren. {Hulusi bedankt sich hier dafür, diese wertvolle Arbeit machen zu dürfen. (A.d.Ü.)} Darüber, dass ich nun von den Grüßen (selâm), die ich zu jedem Anlass (vasıta) bekomme und die mir auch eine Freude bereiten (meserretbahş), von Euren zu meiner Ehre gereichenden Komplimenten (iltifatat-ı fâzılaneleri) und den Anweisungen, die Ihr mir ensprechend Eurer Fachkenntnis (emirname-i ârifaneleri) erteilt, eine jede so wertvoll (cihandeger) wie eine Ergänzung, ein Kommentar (zeyl ve tefsir) oder eine Anmerkung (haşiye) zur Risale-i Nur, auf Erden (dûr) fernbleiben muss, werde ich sehr traurig (müteessir) sein. {Vielleicht wird seine Arbeit nun durch seinen Militärdienst unterbrochen. (A.d.Ü.)}
Hinsichtlich der geistigen Aufgabe (manevî cihet) denke ich jedoch nicht so. Ganz gleich wo auch immer ich mich befinde, werde ich mich mit der Gnade des Herrn (inayet-i Bâri) {Bâri = der Gott, der alle Dinge im rechten Maß auf einander abzustimmen weiß (A.d.Ü.)} bemühen, einen Ansprechpartner (muhatab) zu finden, der dann eine Unterweisung (ders), die ich erhalten habe, anhören wird. Auf dem Wege zur Veröffentlichung der Wahrheit (neşr-i hakikat) werde ich dann, trotz all meiner Schwäche und Armseligkeit (acz u fakrıma), aufgrund Eures Gebetes (dua) jedes Mittel gebrauchen, das ich erlangen kann. Und das tröstet (müteselli) mich jetzt.
Was die Beschäftigung mit weltlichen Aufgaben (dünyevî vazife) betrifft, so sind sie mir zum Teil nur hinderlich (mani') bei meiner Beschäftigung (iştigal) mit den lichtvollen Worten (nurlu Sözler), die ich von Herzen gern habe (fıtraten hoşlandı) und zu deren Wahrheiten (hakaik) ich mich hingezogen (meclub) fühle. Ich bin zwar traurig (müteessifim) deswegen, doch sind mir hier die Hände gebunden. Jeder Tag, der vergeht (geçen gün), zeigt mir noch deutlicher (üryanlık) das üble, vergängliche Gesicht (fena ve fâni yüz) der Welt (dünya) und bringt ein Bedauern (hasıl) wegen der Zeiten (vakitlere teessür), die vergehen, ohne dabei in diesem Leben (hayat) für das ewige, unvergängliche (bâki ve sermedî) Leben (hayat) etwas zu gewinnen (kazanmak). Wegen unserer rein äußerlichen (sureten) Trennung bin ich nicht besonders traurig (müteessir). Besonders die letzte Unterweisung (ders) unseres geliebten Meisters (sevgili Üstad) schenkt uns mit Sicherheit die frohe Botschaft (kat'iyyetle müjde) von einem unvergänglichen Leben (bâki hayat), das eine unvergleichlich erhabenere Stufe (yukarı derece) höher liegt als der glücklichste Zustand hier (en zevkli hal) in diesem vergänglichen Leben (fâni dünya).
Ich wünschte mir von Herzen (gönül), über diese großartigen Worte (muazzam Sözler) mit meinen nichtssagenden Ausdrücken (sönük yazılar) eine etwas längere Antwort (cevab) zu schreiben. Doch es gelingt mir nicht. Da unter dem Einfluss (taht-ı tesir) einiger weltlicher Aufgaben (maddî vazifeler), die mir trotz meiner mangelhaften Fähigkeiten (kabiliyetimin azlık), unzulänglichen Begabung (istidadımın kısalık) und meinem unzureichenden Vermögen (iktidarımın noksanlık) anvertraut worden sind (uhdem), mein Gehirn voll beschäftigt (dimagım meşgul) und mein Kopf sozusagen voll (âdeta meşbu') ist, kann ich Euren segensreichen Perlen (mübarek cevherler) nicht einmal mit meinen ganz gewöhnlichen Murmeln (âdi boncuk) etwas entgegnen (ibraz).
Ihr wisst ja, dass ich Euch öfter in meiner Ausdrucksweise (ifade takilid) nachahme, wofür der erste Grund (sebeb) meine aufrichtige Verbundenheit (merbutiyet-i hâlisane) ist und der zweite Grund (sebeb) die Unzulänglichkeit (kifayetsizlik) in der Kraft meines Stiftes (kudret-i kalemiye). Aber wie dieser gesegnete Arme (mübarek fakir) aus dem Beispiel im 24. Wort sage auch ich: Oh mein geliebter Meister (sevgili Üstadım), wenn ich dazu imstande (gücüm) wäre und gelänge (elimden) es mir doch, so möchte ich mich mit Sätzen (mürekkeb cümleler) ausdrücken, die aus Wörtern - gleichwertig all diesen lichtvollen Worten (nurlu Sözler) - gebildet (maruzat) sind. Aber Ihr wisst ja, dass es nicht (yok)... Ich bitte Euch daher, mich meiner Absicht (niyet) entsprechend zu betrachten (muamele).
Dieses Werk (eser) ist gleich allen seiner Art voller Licht und Weisheit (nurlu ve hikmetli). Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass es so wie Ihr es wünscht (temenni), zu einem sicheren Heilmittel (kat'î deva) für diese gesellschaftliche (içtimaî), ernst zu nehmende Wunde (mühim bir yarası) der Gemeinde (ümmet) Mohammeds wird. Ich habe ihm gesagt, dass damit die segensreichen Worte (mübarek Sözler) gemeint (kasd) sind, die unmittelbar das Licht (Nur) des Qur'ans sind, auf die hier hingewiesen (işaret) wird. Als eine Bestätigung dafür (makam-ı tasdik) habe ich mit ihm bis jetzt sogar gemeinsam einige Worte (Söz) gelesen und soweit ich die Gelegenheit (imkân) dazu finde, möchte ich hier auch noch weiter lesen. Während ich ohnmächtig (âciz) für Lobpreis und Dank (hamd ü şükür) Gott in Seiner Majestät (Allah-u Zülcelal), den segensreichen (tebareke), erhabenen (teâlâ), heiligen (tekaddes), dessen Gnaden ich in Ihm - gepriesen sei ER (niam-ı Sübhaniye) - unzählbar und grenzenlos (lâyüadd ve lâyuhsa) erfahren habe, und doch durch meine Auflehnung (isyan) beschmutzt war (âlûde), habt Ihr, unser Meister (zât-ı üstad), uns mit der Erlaubnis des Herrn (izn-i Rabbanî) durch diese gesegneten lichtvollen Worte (mübarek münevver Sözler) wieder auf den rechten Weg (irşad) geleitet und aus der Finsternis in das Licht (zulmetten nura) geführt.
Als ich noch mein Leben (ömür) mit der Suche nach der Wahrheit (taharri-i hakikat) verbrachte, hat Gottes Fügung (mukadderat) diesen Armseligen vor fünf Jahren aus seiner Auflehnung (âsi bîçare) heraus in den Orden (tarîk) der Nakşibendîye aufgenommen (idhal), dessen Segen von Şah-ı Nakşibend Hazretleri zu Muhammed-ül Küfrevî Hazretleri übergeleitet (açılan) wurde. Später verschwand der Weg (yol) jedoch infolge einer vorübergehender Finsternis (muvakkat bir küsuf). Verlassen (kalınmış) inmitten von Finsternis und Dornen (zulmet ve dikenler) bin ich schließlich durch Eure lichtvollen Worte (nurlu Sözler) aus der Finsternis in das Licht (zulmetten nura), aus dem Abgrund in die Sicherheit (girdabdan selâmete), aus dem Unglück in das Glück (felâketten saadete) gelangt.
{Dank sei Gott! Dies ist von der Güte meines Herrn. (Sure 27, 40)}
So war denn Eure Anweisung (ferman): "Es ist die Zeit, den Glauben zu retten (İmanı kurtarmak)."
{"Mit dem Kopf und mit dem Herzen!"}
Das Buch, das Ihr vor kurzem in Eurer Güte (ihsan) Eurem armseligen Schüler (bîçare talebe) geschenkt habt (hediye), lese ich mit meinem Nachbarn Fethi Bey, der Euch liebt, auch ohne Euch gesehen zu haben (gıyabî muhib). Den 19. Brief, der von Anfang bis zum Ende das Große Wunder Mohammeds (mu'cize-i kübra-yı Ahmediye) verkündet, ausschließlich mir, Eurem Diener, zu senden (irsali), hat mich so sehr beeindruckt (müessir), als wäre ich wieder neu ins Leben zurück gekehrt (hayata avdet). Seine Lektüre (mütalaa) ruft mein tiefstes Mitempfinden (rikkat damarları) wach und lässt (vesile) noch lange und ernsthaft meine Tränen (göz yaşı) fließen.
Die Wahrheit des Sonnensysthems (manzume-i hakikat), die in einer Weise aufgegangen (tulû') ist, die den Geist (ruh) dazu bringt, mit großer Schnelligkeit (seyr-i seri') durch das Weltall (feza-yı kâinat) zwischen den Planeten (beyn-el ecram) zu reisen, ist besonders für uns ein großes Erlebnis (mazhariyet). Auch der Leitsatz (fıkra), der in der Gegenüberstellung mit dem Leitsatz über den Orden (Tarîk-ı Nakşî) zugunsten "des Weges der Schwäche und Armseligkeit (tarîk-ı acz ve fakr), des Mitempfindens und Nachsinnens (şefkat ve tefekkür)" aufgegangen war, ist ein besonders wertvoller Juwel (kıymetli bir cevher). Während diese Worte (Sözler) würdig sind, sie mit goldenen Lettern zu scheiben (altun ile yazılsa), habe ich sie mit meiner mangelhaften Schrift (nâkıs hattımla) abgeschrieben. Der Wert (kıymet) dieser Abschrift liegt also darin, dass sie ein Andenken (yâdigârı) Eures armen Schülers (âciz bir talebe) ist.
Zweitens: Da Ihr mit Eurer Weisheit (zât-ı hakîmane), der Ihr in dieser Zeit der Rebellion (zaman-ı isyan), des Ungehorsams (tugyan) und der Undankbarkeit (küfran) mit der Führung und Rechtleitung (sevk ve irşad) der islamischen Gemeinde (ümmet) in den Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye), welche die lautere Gnade (mahz-ı inayet) und die Gunst des Gerechten (lütf-u Hak) ist, beauftragt (memur) wurdet, die ganze Gemeinde (ümmet) Mohammeds so wie auch meine Wenigkeit (âcizi) durch die lichtvollen Worte (nurlu Sözler) auf den Weg des Lichtes (tarîk-ı Nur) rechtgeleitet habt (irşad), erinnere (yâd) ich mich Eurer stets mit Hochachtung und in Dankbarkeit (hürmet ve minnet) und bete zu Gott und bitte (niyaz ve istirham) den Allbarmherzigen (Rahîm) und Freigiebigen (Kerim) in Seiner Majestät (Allah-u Zülcelal Hazretleri), so wie es Sein Diener (abîdane) tut, dass ER all Eure Wünsche (murad) im Diesseits und im Jenseits (dünyevî ve uhrevî) erfüllen möge, mein Herr (efendim).
Ein Artikel (fıkra) meines eigenen Bruders
Ich küsse (öper) Eure Hände und bitte um Eure Gebete (dua). Eure gerade verfassten Abhandlungen (yeni eserler), die mir - Abdülmecid - der von der Welt enttäuscht (dünyadan dargın) und in seiner Seele (nefs) schwach ist, ein guter Meister (güzel bir üstad) und ein erhabener Lehrer (ulvî bir mürşid) sein werden, sind hier angekommen. Nun habe ich mir die Botschaft (tebşir) verkündet, dass ich geistig viele Lehrer (manevî müteaddid mürşidler) gefunden habe, auch wenn ich einen sogenannten Meister (lafzî bir üstad) verloren habe. Es sind in der Tat (hakikaten) lichtvolle Werke (nurlu eserler), die auf den rechten Weg (irşad) führen. Möge Gott (Allah) mit Euch sehr zufrieden sein (razı olsun).
Es gibt da zwei Punkte (cihet), mit denen ich mich tröste (müteselli). Der erste ist, dass wir uns mit Hilfe (vasıta) der segensreichen Worte (mübarek Sözler) in unserer Hand {"mübarek Sözler" gemeint sind die Bücher (A.d.Ü.)} in der Tat stets in geistigem Kontakt (sohbet-i manevî) mit Euch befinden. Der andere ist unser Glaube (iman) daran, dass sich unsere Liebe (muhabbet) durch die Güte Gottes (muhabbetimizin inayet-i Bâri) {Bâri = der Gott, der alle Dinge im rechten Maß auf einander abzustimmen weiß (A.d.Ü.)} zur Stufe (mertebe) einer Liebe um Gottes willen (hubb-u fillah) erhebt. Aufgrund dessen (binaenaleyh) ist mein größtes Geschenk (hediye) an Euch heute und morgen: die Unterweisung (ders), die Ihr mir erteilt habt, in Eurem Namen, in Eurer Vertretung (vekaleten) so weit wie die Umstände es mir ermöglichen (alâ kadr-il imkân), den Gläubigen zu verkünden (mü'minlere teblig), die wahrhaftige Liebe (hakikî muhabbet), die Gott (Allah) mir schenkt, für ewig zu tragen (ebeden taşımak) {im Herzen (A.d.Ü.)} und den Barmherzigen Allerbarmer (Erhamürrâhimîn), den freigiebigsten alle Freigiebigen (Ekrem-ül Ekremîn), den Besten in all Seiner Schaffenskraft (Ahsen-ül Hâlıkîn), den Herrn (Hazretler) in Seiner Barmherzigkeit (Rabb-i Rahîm) und Freigiebigkeit (Kerim) darum zu bitten, mir das Ergebnis (neticesine) dieser wahrhaftigen Liebe (hakikî muhabbet), wie es im dritten Kapitel (Mevkıf) des 32. Wortes erläutert (izah) wird, zu gewähren (mazhar). Mit Hakkı Efendi, mit dem wir uns auf dem Weg (yol) des wahrhaftigen Glaubens (iman-ı tahkikî) getroffen haben, steht unsere Absicht (niyet) zu unserem Beitrag (iştirak) an Rechtschaffenheit (hakk), Ehrlichkeit (sıdk) und Wahrhaftigkeit fest (ihlas muhakkak).
In der Art eines Zusammenhanges und einer Ähnlichkeit (münasebet ve müşabehet) zwischen der Frage (sual) in Eurem Brief und dem 32. Wort, das als letztes verfasst wurde, kam diesmal die Darlegung meiner Antwort (arîza-i cevab) mit dreimaliger Unterbrechung (vakfe) zustande.
Das also heißt, dass die Risale-i Nur eine geistige Sonne (manevî bir güneş) ist, jedes seiner Worte (Söz) ein leuchtender (nuranî) Stern der verschiedensten Größenklassen und das 32. Wort mit seinen drei Kapiteln (mevkıf) ein Leuchtstern (kevkeb-i nevvar), der über all diesen Sternen erglänzt und die Aufmerksamkeit (enzar-ı dikkat) aller wohl oder übel (hâh-nâhâh) auf sich zieht und aus einem reinen Licht der ersten Größenklasse zustande gekommen (hâlis nurdan vücuda) ist, der sehr lichtvoll (nurlu) zu den Gläubigen (erbab-ı iman) hinunter lächelt und die Schar des Irrglaubens (ahzab-ı dalalet) scharf betrachtet, ihre Augen blendet (kör) und die Gottvergessenen (erbab-ı gaflet) wach ruft, der äußerst majestätisch (haşmetli), überaus lichtvoll (nurlu) von der ersten Größenklasse stammt. Wie dem auch sei: Euer Schüler (talebe) kann nach nach besten Kräften (dil) nur so viel ausdrücken. Ich weiß, dass diese blasse Ausdrucksweise (sönük ifade) ansonsten für jene segensreichen Worte (mübarek Sözler) zu verwenden (sarf) höchst unzureichend (lâyık) wäre.
Ihr fragt (sual) uns nach der Reaktion auf das dritte Kapitel (maksad). Ich und Hakkı Efendi sagen beide (ittifaken), dass die Wahrheiten (hakikat) darin unwiderlegbar (cerhedilmez) sind. Es gibt darin nichts, was überflüssig (lüzumsuz) wäre und auch etwas Negatives (zararlı bir kayıd) findet sich nicht darin. Und diejenigen, die aufmerksam zuhören, können unter Gottes Führung (Allah tevfik) ihren Glauben (iman) retten. Wir sind der Meinung (fikrindeyiz), mit diesen Wahrheiten (hakaik) auch mit den Irrgläubigen Europas (ehl-i dalalet) diskutieren zu können (meydan). Diejenigen, die sich derart in Irrtum und Gottvergessenheit (dalalet ve gaflet) befinden, erleiden bei einem Streitgespräch entweder eine Niederlage (mübareze maglub), oder verspüren die Erhabenheit (ulviyeti hissedip) {einer göttlichen Wahrheit (A.d.Ü.)} und geben nach (tegayyüb). Dass diejenigen, welche diese Worte (Sözler) hören, in stiller Bewunderung schweigen (sükût-u mestî), oder ihre Begeisterung äußern (izhar-ı hayret) und sie {diese Worte (Sözler) (A.d.Ü.)} entsprechend ihrem Vermögen loben (takdirat), ist ein Sachverhalt (keyfiyet), der auf jeden Fall unsere Meinung bekräftigt (düşündü kuvvet). Er bestätigt (tasdik) unsere Hoffnung (ümid) und unsere Erwartungen (tahmin).
Ich beabsichtige (niyet) hier etwas Großes. Doch der Erfolg kommt von Gott (tevfik Huda'dan). In meinem Zimmer habe ich nur mit unserer Gemeinschaft (cemaat) bis zum 25. Wort gelesen und so wolle es denn Gott (inşâallah), dass ich es noch weiter lesen werde. Eurer Anweisung folgend (emrinize tebean) und aufgrund Eurer Gebete (dua) werde ich niemals müde (fütur). Meine weltliche Beschäftigung (maddî vazife) hier ist noch härter (agır) als dort. Da ich mich aber in jeder Angelegenheit (umûr) auf Gott stütze (Allah'a istinad ettim), stürze ich nicht in Verzweiflung (ümidsizlik). Nach meiner Verabschiedung (ayrılmak) wünsche ich mir von ganzem Herzen (cân ü yürek), auch dort weiter aus der geistigen Fülle (füyuzat) zu empfangen. So erbitte (niyaz) ich denn von der Güte Gottes (eltaf-ı İlahiye), dass es Euch gelingen möge (muvaffak), die unvollständigen (nâtamam) 32. und 33. Worte (Sözler) noch zu vollenden (itmamına).
Ich hoffe (ümid), dass ich hier durch die Gnade des Gerechten (inayet-i Hak) und durch den Segen Eures Gebetes (duanız berekâtı) dazu beitragen kann, dass die Ohren, die dessen würdig sind (lâyıklı kulak), wolle es Gott (inşâallah), die Worte (Sözler) hören können, die mir anvertraut (emanetçi) wurden. Seid also ganz beruhigt (müsterih), oh mein Meister (Üstadım): diese Lichter (Nurlar) kann man unmöglich achtlos unter einen Scheffel stellen (ayaklar altında). Gott der Schöpfer (Hâlık), erhaben sei Seine Majestät (Celle Celalühü), der sie durch den öffentlichen Ausrufer (dellâl) des Qur'ans vor aller Welt Augen (enzar-ı cihan) gebracht hat, wird sie auch durch schwache Menschen (âciz insanlar) wie wir, von denen niemand etwas hoffen oder erwarten (ümid ve tahayyül) kann, verbreiten und beschützen (neşr ü muhafaza). Die Diener (hüddam), die sagen: "Ich habe diese Sache durch meine eigene Leistung (sa'yim) und meine Kraft (kudretim) erworben." werden an jenem Tag erfahren, dass dieser heilige Dienst (mukaddes hizmet) jenen, die äußerlich dazu unfähig (ehliyetsiz) erscheinen, in Wirlichkeit aber sehr wertvoll (hakikaten çok degerli) sind, übertragen (devredilmiş) wird. Das ist meine Überzeugung (kanaatındayım). Aus diesem Grund bitte ich (rica) meine Mitbrüder dort darum, sich mit der Risale-i Nur intensiv zu befassen (çok alâkadar).
Es sind Zeiten, in denen es mir durch die Macht und die Unterstützung des Einzigartigen (havl ü kuvvet-i Samedanî), wie auch durch die Gnade und Güte des Herrn (inayet ü lütf-u Rabbanî) gelingt, die Risalet-ün Nur und die Briefe des Lichtes (Mektubat-ün Nur) zu studieren, sie abzuschreiben (tahrir) und soweit die Kräfte dazu reichen (alâ-kadr-il istitâa) dafür zu arbeiten, sie weiter zu leiten und zu verkünden (neşr ü teblig) u.dgl. große Wohltaten (emr-i hayr-ı azîm) zu vollbringen, in diesen Zeiten (evkat) zieht meine Wenigkeit (fakir) direkt und unmittelbar (evvelen ve bizzât) seinen Nutzen (istifade), seinen Segen (istifaza) und seine Hilfe (istiane). In Anbetracht dieser Tatsache (itibarla) halte ich diese oben erwähnten Stunden für sehr segensreich (mübarek tanıyor), bedaure die bevorstehende Trennung (firakına acıyor) und wünsche (arzu) mir von ganzem Herzen (ez-can ü dil), dass sie fortbestehen werden (yaşayışın devamı), ich sie auch weiterhin erleben (tekrarını) und sie nie enden werden.
Was aber kann ich tun (çare), wenn ich nur eine so kurze (kısacık) Zeit zur Verfügung hatte, die ich mir zunutze machen (igtinam) konnte, um meine Gedanken reinigen (zihnimi safileştirip) und dann vor die Lichter (Nurlar) zu treten, danach vor die Sammlung der Wunder (mu'cizeleri mecmuası) des Qur'ans und zur Schule meines lieben verehrten Meisters (aziz, muhterem üstadımın medresesi) und zum Grab, dem Garten des Glücks (ravza-i saadetler) seiner Exzellenz, unseres Propheten (Peygamber Efendimiz A.S.M.), dem Haupt beider Welten (Seyyid-ül Kevneyn) zu treten und schließlich in die unbegrenzte Audienz (huzur-u lâmekânîsi) des Herrn der Welten (Rabb-ül Âlemîn), seiner Exzellenz (Hazretler), Seiner Hoheit und Heiligkeit (Teâlâ ve Tekaddes) einzugehen. Aus diesem Grund (sebeb) sage ich allen Ernstes (cidden): ach könnten doch die Zeiten, in denen ich mich nicht mit den Lichtern beschäftigt (nurlar iştigal) habe, auch nicht zu den gezählten Atemzügen dieses Lebens (enfas-ı ma'dude-i hayat) gehören.
In der letzten Woche habe ich in zwei verschiedenen Gemeinden (muhtelif iki cemaat) die erste und die zweite Ergänzung (zeyl) zum 24. Brief vorgelesen. Die Zuhörer waren begeistert (dinleyenler hayran). Auch meine Wenigkeit (fakir) ist über dieses prächtige Wunder (o parlak i'caz) des Qur'ans geradezu enthusiastisch (gaşyoldum) geworden. Ich studiere (mütalaa) also Euer Werk (eser) mit dem glänzendsten aus der Reihe (münevverler safı) der Risale-i Nur und den Briefen des Lichtes (Mektubat-ün Nur). Heute war ein Freitag (Cum'a). Ich habe daher mit unserem Nachbarn (komşu), Fethi Bey, das elfte und das 13. Wort (Sözler) gelesen. In den Zeiten, in denen ich meinen Geist vor den weltlichen Angelegenheit (dünyevî işler) retten (tahlis-i nefis) und ihn mir so zunutze machen (igtinam) konnte, laufe ich zu diesen lichtvollen Fenster (mübarek nurlu pencere), versuche geistige und spirituelle Nahrung (ruhî ve manevî gıda) für mich zu empfangen und auch denjenigen, den ich gerade gefunden und angesprochen (muhatab) habe, daran zu beteiligen (hissedar).
Den 26. Brief habe ich mit großer Freude (sevinç) empfangen und ihn immer wieder (defaatla), aufmerksam (dikkatle), mit großem Interesse (merak) und mit viel Liebe (muhabbet) und Freude (lezzet) gelesen. Sodann (netice) habe ich zu Gott in Seiner Majestät (Zât-ı Zülcelal), der da fragt: "Hättet ihr kein Gebet (dua), welchen Wert (deger) hättet ihr denn dann noch?" durch meine Verbundenheit (intisab) mit Ihm im Dienst und in der Anbetung (ubudiyet) und in der Ausdrucksweise (lisanla), wie sie der Anbetung entspricht (abdiyetin tazammun), in der vollkommenen Schwachheit und Armseligkeit (kemal-i acz ve fakr) und Begeisterung; die Belohnung (mükâfat) für Eure leiblichen (maddî), geistigen (manevî), äußerlichen (zahirî), innerlichen (bâtınî), weltlichen (dünyevî) und auf das Jenseits ausgerichteten Dienste (uhrevî hidemat), die Ihr ganz und gar freiwillig und unentgeltlich (tamamen hasbî), also um genau zu sein (bütün manasıyla): im Namen Gottes (Allah), in aller Klarheit (vuzuh) im Sinne und im Interesse (nef' u hesab) der Gläubigen (ehl-i iman) und des Qur'ans verrichtet, in der Form (münasib bir tarzda), wie es Seiner unendlichen Güte und Freigiebigkeit (lütf u kerem-i bînihayesi) entspricht, Seine Güte und Freigiebigkeit (ihsan ve ikram) zu erweisen und unserem verehrten Meister (zât-ı üstadaneler) in beiden Welten (iki cihan) alle Ehre (aziz) zu bezeigen, Seine Heiligkeit (Hazretleri), den Barmherzigen und Freigiebigen Schöpfer (Hâlık-ı Rahîm ve Kerim) in meiner gottesdienstlichen Handlung (abîdane) gebetet und Ihn darum gebeten (tazarru' ve niyaz). So besteht denn meine Hoffnung (ümid) darin, dass der Erlass (ferman) اُدْعُون۪ٓى اَسْتَجِبْ لَكُمْ {"Betet zu mir und Ich werde euch erhören" - Sure 40, 60 -} in Erfüllung gehen wird.
Verehrter Meister! Ist denn nicht das, was Ihr von uns Armen (bîçareler) erwartet, allein das Gebet (dua)? Es steht mir nicht zu (hakkım yok), etwas gegen die Absicht meines Meisters (niyet-i üstadaneler) einzuwenden, meine glanzlosen Worte (sönük ifadat), die meine Gefühle (ihtisasat) angesichts seiner segensreichen Worte (mübarek Sözler) zum Ausdruck bringen wollen (nâtık), wie sie in meinen bisherigen Briefen (mektublar) enthalten sind (mevcud), zu einem lobenden Geleitwort (takriz) zur Risalet-ün Nur zu machen. Vielleicht (muhtemel) würden meine ungereimten Worte (perişan ifadeler), trotz ihrer tatsächlichen Glanzlosigkeit (hakikatteki sönüklük) wie eine Kerze (mum) neben der Sonne (güneş) angezündet, in der Nachbarschaft (komşuluk) dieser Lichter (Nurlar) und im Dienste eines Spiegels (âyinedarlık) ihren Anteil (hissemend) bekommen und so einen vergleichsweisen Glanz (nisbî bir parlaklık) gewinnen.
Unter den Hörern (müstemi'ler) der Risalet-ün Nur befindet sich auch ein 88 jähriger Gelehrter (hoca) namens Hacı Abdurrahman Efendi, der in der Zeit (devrinde) von Sultan Abdülhamid in Kerbelâ jahrelang als Hochschullehrer (müderris) gedient hat (hizmet). Er zeigt nach jeder Lesung (mütalaa) seine große Zufriedenheit (memnuniyet) und sagt dann: "Ich habe heute wieder viel hinzu gewonnen (istifade). Möge Gott mit Ihnen zufrieden sein (Allah razı olsun)." Und er betet (dua) auch viel. Das dritte Kapitel (Mebhası) des 26. Briefes habe ich durchaus maßgeblichen Offizieren (mühim zâtlar) unterschiedlicher Ränge ganz spontan (gayr-ı ihtiyarî) vorgelesen. Und alle haben sie gesagt: "Sehr richtig! Sehr schön!" Das hat meine Wenigkeit (fakir) öfter erfahren (tecrübe) und ist so zu der Gewissheit gelangt (yakîn hasıl), dass die Ayah
{"Und sag: die Wahrheit ist gekommen und der Irrtum entschwunden." - Sure 17,81 -} in der Tat ein unsterbliches Wunder (lâyemut mu'cize) ist. Es ist mir sogar gelungen (nasib), die letzten Briefe ein paar Mal in verschiedenen kleinen Gemeinden (cemaat) vorzulesen. Unter ihnen war auch ein bedeutender Gelehrter (mühim bir âlim). Und sie alle waren begeistert (hayret) und haben ihre Freude darüber zum Ausdruck (takdirlerini izhar) gebracht.
Dieser Abschnitt stammt von meinem eigenen Bruder Abdülmecid.
Diese Werke (eserler) werden von Leuten verschiedener Bildungs- und Gesellschaftsschichten (sınıflar ve cemaatlar) stets hoch geschätzt (mazhar-ı takdir). Wer auch immer sie sieht, ist von ihnen begeistert (istihsan). Es sind dies keine Werke (eserler), die kritisiert werden (tenkide maruz) können. Jedoch der Grad ihrer Wertschätzung (derecat-ı takdir) ist unterschiedlich und verschieden (mütefavit ve müteaddid) wie der Grad des Verständnisses (derecat-ı fehim). Jeder vermag sie entsprechend dem Grad seines Verständnisses (derece-i fehim) einzuschätzen.
Dies ist der Brief (mektub) meines Neffen (biraderzadem) Abdurrahman, den er zwei Monate vor seinem Ableben (vefat) geschrieben hat. Er ist in seinem 26. Lebensjahr verschieden (vefat) und war der Vorgänger (selefi) von Hulusi Bey.
{"In Ihm" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch."}
Ich küsse Eure Hände und bitte um Eure Gebete (dua). Die Nachricht von Eurer Gesundung (sıhhat haberiniz) habe ich mit Eurer Abhandlung (risale) "Das zehnte Wort", die rechte Leitung (irşad) gibt, durch (vasıtasıyla) Tahsin Efendi erhalten und danke Euch (teşekkür) vielmals dafür. Ich habe es zwar bereits vormals (evvelce gerçi) bereut (pişman), dass ich meinen ehrenwerten und hochwürdigen (muhterem ve degerli) Onkel entgegen Eurer Anweisung (emrinize muhalefet) verlassen habe und verdiente (müstehak) dafür Euren Tadel (itab). Doch war dies bereits vorher bestimmt (mukadder). Es geschah denn auch auf Anweisung und den Befehl (emr ü irade) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk) und war vielleicht sogar zu unserem Wohle (hayırlı). So habe ich denn mit anderen Worten infolge meiner Unerfahrenheit (cehalet saikası) einen Fehler (kusur) begangen und sodann dessen Folgen (bela) verbüßt (çektim). Um aber nicht noch weiter zu büßen (çekmemek), bitte ich Euch nun um Eure Verzeihung (afvınız rica) und um Eure Gebete (dua).
Mein llieber Onkel! Ich muss es Euch hier mitteilen (arzedeyim), dass ich mich unter Eurem Schutz und Beistand (himaye ve himmeti) von den Handlungen und einem Verhalten (ef'al ve harekât), das meiner Religion und meinem Leben im Jenseits (din ve âhiret) schaden könnte, zurückgezogen (muhafaza) habe und mich auch weiterhin davor zurückziehen (berdevam) werde. Ich habe zwar viele Plagen (musibet) der Welt (dünya), die nicht der Rede wert sind, erfahren und erlitten und dabei auch sehr viele Genüsse und Freuden (lezaiz ve safa) erfahren und erlebt. Niemals und unter gar keinen Umständen habe ich jedoch vergessen (unutmadım), dass all dies nur vergänglich (hebâ) ist. Da ich erkannte und davon fest überzeugt (iman) bin, dass die Folge der Genüsse und Freuden (lezaiz ve safa) in dieser Welt, die nicht um Gottes (Allah) willen zu uns kommen, nur Elend (zillet) und eine unendliche Mühsal (şedid azab) sind, während man in der Folge aller Anstrengungen (mezahim) in dieser Welt (dünya), die man um Gottes (Allah) willen und auf dem von Gott (Allah) befohlenen Weg (emir buyurdugu yollar) durchgemacht hat und noch weiterhin durchsteht, am Ende Freude und Lohn (lezzet ve mükâfat) empfangen wird, konnte ich mich davor bewahren (muhafaza), schlimme Dinge (fena şeyler) zu begehen (irtikâb). Dieses Gefühl und dieser Gedanke (bu his ve bu fikir) haben sich durch Eure Erziehung und Euren geistigen Beistand (terbiye ve himmetiniz) in meinem Kopf und in meiner Vorstellung (zihnim ve hayalim) fest verwurzelt. Da ich aber nun einmal weiß, dass dies die Wahrheit (hakikat) ist, dulde ich (sabretmek) auch alle Mühsal (meşakkat) in Dankbarkeit (şükür).
Nun mein lieber Onkel und großer Meister (üstad)! Um mit meiner bösen Begierde (habis olan nefsim) kämpfen zu können (mücadele) und ihren lustvollen (bilâhere) und anschließend leidvollen (elem) Wünschen (arzu) nicht nachzugeben und nicht auf sie zu hören, musste (mecburiyet) ich heiraten (teehhül). Heute geht es mir in jeder Hinsicht (cihet) durch die Güte und Freigiebigkeit (lütf u kerem) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk) gut. Wenn jemand etwas Böses (şer) sagt, tue ich so, als hätte ich es nicht gehört und verkehre ich nicht mit solchen Menschen (ihtilat), um mich von ihren schlechten Charaktären (fena hasletleri) nicht anstecken zu lassen. Nach der Arbeitszeit (müddet-i mesaî) in unserem Büro (daire) verbringe ich meine ganze Zeit zuhause mit Dankgebeten (şükrü) zu Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk). Und was mich außerdem noch stets ermahnt (ikaz) und von bösen Dingen abgehalten (fena şeylerden men'eden) hat, ist das, oh mein Onkel, was ich nach Euch, von dieser ehrwürdigen (kerim) Ayah, die mein großer Meister (üstad-ı a'zam) und mein Lehrer (mürşid) ist, gehört und gefühlt habe:
{"Im Namen Gottes des Erbarmers des Allbarmherzigen"
"Heute versiegeln wir ihnen den Mund. Dann sprechen ihre Hände zu uns und legen ihre Füße Zeugnis darüber ab, was sie begangen haben." (Sure 36, 65)}
Und so bin ich denn sicher, dass dieser Tag auch sehr nahe ist.
{"Oh Gott, führe uns nicht aus dieser Welt hinaus, ohne unser Bekenntnis ausgesprochen zu haben und nicht ohne unseren Glauben"}
Das ist mein Gebet (dua), so ist meine Überzeugung (itikad) und so ist auch mein Glaube (iman):
{(**): Anmerkung 1: So sagt er bereits voraus, dass er im Glauben (iman) dahinscheiden wird.}
{"Ich glaube an Gott (Allah), Seine Engel, Seine Heiligen Bücher, den Jüngsten Tag, die Vohersehung Gottes (Allah) des Erhabenen im Guten wie im Bösen und dass die Auferstehung nach dem Tode wahr ist. Ich bezeuge, dass es keine Gottheit (ilah) gibt außer Gott (Allah). Und ich bezeuge, dass Mohammed der Prophet Gottes (Rasulu'llah) ist."}
{(Anmerkung 2): Dass er am Schluss seines Briefes (âhir-i mektub) die Worte des Glaubens (kelimat-ı imaniye), die man mit dem letzten Atemzug (âhir nefesteki) aussprechen sollte, rezitiert (zikretmesi), weist darauf hin (işaret), dass er diese Welt (dünya) so verlassen wird, wodurch er heldenhaft (kahramancası) seinen Glauben (iman) gerettet hat (kurtarmak).}
Das also heißt, dass das Zehnte Wort (Onuncu Söz) für ihn zu einem wahrhaftigen Lehrmeister (mürşid-i hakikî) geworden ist, sodass es ihn in einem Zug auf die Stufe der Heiligkeit (derece-i velayet) emporgehoben hat und ihn drei Voraussagen wunderbar (keramet) aussprechen ließ. Er hat mich vor acht Jahren verlassen. Doch das Zehnte Wort (Onuncu Söz) hatte er noch erhalten und wie er am Anfang seines Briefes äußert, daraus einen sehr großen Nutzen (çok azîm istifade) gezogen und sich dadurch von allem Schmutz (kirler), den er innerhalb dieser acht Jahren auf sich geladen hatte, wieder gereinigt (silmiştir). In einem abgeschnittenen Teil seines Briefes sagt er sogar (tayyedilmiş) in seiner Begeisterung (şevkinden) für das Zehnte Wort (Onuncu Söz): "Sendet mir alle Worte, die Ihr bisher geschrieben habt. Ich möchte von jedem dreißig Exemplare (nüsha) mit meiner eigenen Schrift (kendi hattım) abschreiben und auch andere beauftragen, sie abzuschreiben (yazar ve yazdırırım), damit sie sich verbreiten (intişar) sollen und nicht mehr verschwinden (kaybolma) können." In der Weise habe ich also einen derart tapferen Erben verloren (kahraman vârisi kaybet). Ich bitte um die Rezitation der Sure "el-Fatiha" für seine Seelenruhe (ruhuna elfatiha).