Prägnante Zitate (parlak fıkra) und einige schöne Briefe (güzel mektub) aus der Risale-i Nur
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Ich möchte hier einen subtilen (latif), bedeutungsvollen (manidar) Sachverhalt (hâdise) erklären, der zugleich auch eine frohe Kunde (beşaret) bringt:
Erstens: Eine verzweifelte Situation (me'yusane bir hatıra), aus der heraus jedoch eine frohe Kunde (müjdeli bir ihtar) erwachsen ist:
In den letzten Tagen fiel mir wieder ein (hatır), dass jemand, der in das gesellschaftliche Leben (hayat-ı içtimaiye) eintritt, stets mit vielen Sünden konfrontiert (günahlara maruz) wird, und zwar unabhängig davon, womit er sich ansonsten beschäftigt (temas). Die Menschen sind in jedem Fall (cihet) von diesen Sünden umgeben (sarıyor). Wie also sollte sich ein Mensch in seinem persönlichen Gebetsleben (hususî ibadet) und seiner Gottesfurcht (takva) angesichts so vieler Sünden verhalten (mukabele)? So also habe ich mir in dieser verzweifelten Situation meine Gedanken darüber gemacht (me'yusane düşündüm).
Und es fiel mir wieder ein, unter welchen Verhältnissen (vaziyet) sich die Schüler (talebe) der Risale-i Nur im gesellschaftlichen Leben (hayat-ı içtimaiye) befinden. Doch dachte ich dabei zugleich auch an den machtvollen Hinweis (kuvvetli işaret) aus dem Qur'an und an die frohe Kunde (beşaret) von Imam Ali und Gausu-l'Azam, dass nämlich die Schüler (şakird) der Risale-i Nur gerettet (necat) und zu den Leuten der Ewigen Glückseligkeit (ehl-i saadet) gehören werden. So sagte ich mir denn voll Staunen (mütehayyir) in meinem Herzen (kalb): "Wie kann denn ein jeder den aus Tausend Richtungen auf ihn zukommenden Sünden mit einer einzigen Zunge {im Gebet} widerstehen (mukabele), sie besiegen (galebe) und sich retten (necat)?" Da wurde mir in diesem meinem Erstaunen (tahayyür) die folgende Inspiration (ihtar) eingegeben:
Aufgrund des Gesetzes (kanun) für ein Zusammenwirken für das Jenseits (iştirak-i a'mal-i uhreviye), welches ein Grundprinzip (düstur-u esasiye) unter allen wahrhaftigen (hakikî) und getreuen Schülern (sadık şakird) der Risale-i Nur ist, und im Geheimnis (sırr) ihres wirklich ehrlich (samimî) und aufrichtig gemeinten (hâlis) Zusammenhaltes (tesanüd) verrichtet ein jeder ebenso aufrichtige (hâlis) und wahrhaftige Schüler (hakikî şakird) nicht nur mit einer Zunge, sondern vielmehr mit so vielen Zungen wie es Mitbrüder gibt sein Gebet (ibadet), bittet um Vergebung (istigfar) und tritt so den von Tausend Seiten angreifenden Sünden (günah) im Gebet mit Tausenden Zungen entgegen. Entsprechend seiner Wahrhaftigkeit (ihlâs), seiner Treue (sadakat), der Befolgung der gelobten Sitte (sünnet-i Seniyye) und seines Beitrags zum Dienst (hizmet) gelingt es ihm, die umfangreiche Anbetung (küllî ubudiyet) zu verrichten.
Auf jeden Fall aber ist dies notwendig, um den großen Verdienst (kazanc) nicht aus den Augen zu verlieren. Wie manche Engel (melaike), die mit vierzigtausend Zungen Gottes gedenken (zikr), verrichtet auch ein aufrichtiger (hâlis), wahrhaftiger (hakikî) und gottesfürchtig (müttaki) lebender Schüler (şakird) mit den Zungen seiner vierzigtausend Mitbrüder sein Gebet (ibadet) und wird so nach Gottes Willen (inşâallah) seiner Errettung würdig (necata müstehak).
Zweitens: Damals, als ich gerade erst vierzehn Jahre alt war, tauchte ein unlösbares Problem (mâni) auf: Es fand sich niemand, der mein Lehrmeister (üstad) hätte sein können, um mir traditionsgemäß (vaziyet) einen Turban umzubinden (sarık sardırmak) {also vergleichsweise einen Doktorhut (A.d.Ü.)} und und mir eine Robe (cübbe) zu verleihen als Zeichen meiner nunmehrigen Zulassung zum Lehramt (icazet). Wegen meiner Jugend passte diese Kostümierung (kisve) noch nicht zu mir, denn in unserer Provinz (memleket) war sie nur für wirklich bedeutende Hodschas bestimmt
Des Weiteren: Da die großen Gelehrten (âlim) damals mir gegenüber nicht die Haltung eines Meisters (üstadlık vaziyeti), sondern entweder die meines Gegners (rakib) oder die ihrer Hingabe (teslimiyet) gezeigt haben, fand sich niemand, der es gewagt hätte, mir eine solche Robe (cübbe) zu verleihen und sich dadurch als mein Meister zu erweisen (üstadlık vaziyetini). Nachdem vier, fünf Persönlichkeiten, die zu den großen Heiligen (evliya-yı azîm) gehörten, dahingegangen (vefat) waren, kam ich anhand einiger Anzeichen (emare) zu der Überzeugung (kanaat), - da ich bis dahin mein sechundfünfzigjähriges Recht (hakkım) {56 Jahre später war Üstad bereits siebzig Jahre alt. (A.d.Ü.)} darauf, eine Robe (cübbe) tragen zu dürfen, die das sichtbare Merkmal meiner Zulassung zum Lehramt (icazetin zahir alâmeti) wäre, einem Meister (üstad) die Hand zu küssen und ihn als meinen Meister (üstadlık) anzuerkennen (kabul) noch nicht bekommen hatte - dass in diesen Tagen Hazret-i Mevlâna Zülcenaheyn Hâlid Ziyaeddin aus seiner hundertjährigen Entfernung seine eigene Robe (cübbe) mit dem Turban (sarık), der zu dieser Robe (cübbe) gehört, auf eine sehr eigenartige Weise {(Anmerkung): Diese segensreiche, mir nun anvertraute Robe (mübarek emanet) erhielt ich durch die Hand einer ehrenwerten Dame (muhterem hanım) namens Âsiye, einer der geistigen Schwestern unter den Schülern (talebe) der Risale-i Nur.} zu mir schickte, um sie mir zu verleihen. Und nun trage ich diese segensreiche (mübarek), hundert Jahre alte Robe (cübbe) auch und danke Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) hunderttausend Mal dafür.
Aus dem Brief (mektub), den Emin und Feyzi wegen der Krankheit (hastalık) ihres Meisters (Üstad) an ihre Mitbrüder (kardeş) in Isparta geschrieben haben.
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Im heiligen Monat Ramadan hat unser Meister fünf Tage lang auf die folgende Weise gefastet (savm-ı visal) und dabei kein Brot zu sich genommen, sondern als Nahrung (gıda) drei Löffel Reismehlpudding (muhalleb) und fünf, sechs Löffel kalten Jogurt; in der dritten Nacht einen halben Löffel Pudding; in der vierten Nacht zum Fastenbrechen (iftar) fünf Löffel einer dünnen Nudelsuppe (şehriye); zum Frühstück (sahur) {nach dem mit der Morgendämmerung (Sure 2, 187) das Fasten beginnt (A.d.Ü.)} wieder etwas Nudelsuppe und Jogurt, etwa drei, vier Löffel; von der Nudelsuppe, wenn man die Flüssigkeit nicht mitberücksichtigt, fünf Dirhem, den Jogurt, die Flüssigkeit ebenfalls nicht mitgerechnet (süzülse), zehn Dirhem, der Pudding, gleichfalls ohne Wasser gewogen (susuz), sechs, sieben Dirhem; in der fünften Nacht fünf, sechs Löffel Nudelsuppe, in der es kaum noch Nudeln (tanesiz gibi) gab, zum Frühstück sechs, sieben Löffel von der Reissuppe, also insgesamt dreißig Dirhem (96g) feste Nahrung während fünf einander folgenden Fastentagen (savm-ı visali) und dabei zwar zum Teravih-Gebet gefehlt, alle übrigen Gebete (vazife) aber sehr wohl verrichtet. So haben wir ein wunderhaftes Beispiel einer außergewöhnlichen Begnadung (inayetin hârikalarından bir kerametini) miterlebt, dessen die Schüler (şakird) der Risale-i Nur teilhaftig geworden sind.
Die heftige Wut (hiddet), die wir von unserem Meister (Üstad) noch nie erfahren hatten, erfuhren wir nun, da wir beide, d.h. Emin und Feyzi, nicht vorsichtig (ihtiyat) genug waren, um seine Wut als Ausdruck seiner Unzufriedenheit (inceden inceye) {(Anmerkung): Seine Krankheit war so heftig, dass er in vier Nächten insgesamt nur etwa eine Stunde schlafen konnte.} - im Gegensatz zu den Süleymans in Barla und Isparta - nicht auch noch zu provozieren (tahrik). Dennoch war diese Krankheit wiederum ein Zeichen der Barmherzigkeit (eser-i rahmet), sodass in den so bedeutenden Nächten während der letzten zehn Tage (aşr-ı âhir) im Ramadan ein jeder Schüler (herbir şakird) in dieser Umgebung (havali) - woran wir gar nicht denken, noch es uns auch nur vorstellen konnten (hatır u hayale) - für die Aufgabe (vazife), der unser Meister (üstad) nicht mehr zu seiner Zufriedenheit nachgehen (tam îfa) konnte, neben seinen eigenen persönlichen Aufgaben zusätzlich noch eine Stunde für den Meister (üstadı hesabına) zur Beteiligung (iştirak) an dem geistigen Kampf (mücahede-i maneviye) aller Schüler (şakird) der Risale-i Nur mit der Absicht (hedef) ihrer Eintragung in das Buch der guten Taten (defter-i a'mali) genauso wie der Meister (üstad) selbst zu arbeiten begann. So haben sie denn anstelle des Meisters, der selbst nur noch ein paar Stunden arbeiten konnte, sehr viele Stunden damit verbracht, eben diese selbe Aufgabe (vazife) zu erfüllen, sodass unser Meister (üstad) sogar öfter einmal sagte: "Meiner Wenigkeit genügte meine eigene nur noch mangelhafte Arbeit nicht mehr (kâfi) als ein Grund (medar) oder Ansporn zu den Taten der Mitbrüder in der Provinz (havali) Isparta für das Jenseits (a'mal-i uhreviye)." So brachte denn Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) in Seiner Barmherzigkeit (rahmet) mittels (vesile) dieser Krankheit eine geistige Körperschaft (şahs-ı manevî) hervor und schenkte (ihsan) uns diese Umstände (tedbir) als einen mächtigen Ansporn (kuvvetli bir medar) und entwickelte so eine Individualität (cüz'iyet) zu einer Kollegialität (külliyet).
Noch eine subtile Erscheinung (letaif) dieser Krankheit: Der Meister (üstad) konnte kaum noch einen Ton von sich geben und also auch kaum noch sprechen. Dann kam völlig unerwartet kurz vor dem Fastenbrechen (iftar) ein Arzt (doktor) zu ihm und wollte ihm den Puls fühlen. Da sagte der Meister (üstad) zu ihm: "Ich lasse mich nicht wegen meiner Krankheit untersuchen und brauche auch keine Ärzte (hekim). Mein Arzt ist Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak'tır)." Dann wurde er plötzlich sehr lebhaft (canlandı), gewann seine Stimme wieder, und es war, als hätte er selbst die Stelle des Arztes eingenommen und als wäre nun der Arzt (doktor) in die Rolle des Patienten geschlüpft. Dann las er dem Arzt einen wichtigen Brief vor. Der wurde dem Arzt in seinem Kummer zu einer heilenden (deva) Medizin (ilâç). Dann hörten wir den Kanonenschuss {Das öffentliche Signal zum Iftar (A.d.Ü.)} und der Meister sagte zu dem Arzt: "Bleiben sie zum Iftar hier!" Doch der Arzt entgegnete ihm: "Entschuldige mich (kusur etmişim), aber ich habe heute nicht gefastet." Darüber waren wir sehr erstaunt. Doch nun wurde uns die Haltung (vaziyet) unseres Meisters (üstad) klar und wir erkannten, dass ihm diese Haltung (vaziyet) eingegeben worden war, weil er die nur rein medizinisch bestimmte (tıb noktası) Haltung (vaziyet) eines Arztes, der sein Fasten (oruc) nicht hielt (bozmuş), auch nicht akzeptierte (kabul).
Auch wir bestätigen (tasdik), dass das Gebet um Heilung (şifa duası) seitens der geistigen Körperschaft (şahs-ı manevî) der Risale-i Nur in der Tat mehr und Besseres bewirken kann als es hunderttausend Ärzte könnten, weshalb die Gebete für die Heilung (şifa duaları) dieser Krankheit in der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) durch die Schüler (talebe) der Risale-i Nur und besonders von den unschuldigen Kindern (masumlar) in so wunderbarer (hârika) Weise ihre Wirkung (tesir) gezeigt haben, dass unserem Meister (üstad) plötzlich wieder ein Zustand (vaziyet) geschenkt wurde, der selbst noch über den eines Gesunden (sıhhat) hinausging. Und so begann er denn wieder so zu beten und zu arbeiten, wie es der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) würdig ist. Wir haben mit eigenen Augen gesehen, dass diese Gebete der Schüler (şakird) der Risale-i Nur um die Heilung (dua-yı şifa) als ein Gnadenerweis Gottes (keramet) ein ganz ungewöhnliches Wunder (hârika bir mu'cize) bewirkten.
Die Schüler (şakirdler) der Risalet-ün Nur, die einen Monat entfernt (bir ay uzak) von uns leben, haben den Zustand (hastalıgının vaziyeti) unseres kranken Meisters (Üstad) exakt zum Zeitpunkt seiner Erkrankung genau so im Traum (rü'ya aynen) gesehen. Auch die Arbeitsgruppen (taife) von Sabri und Hâfız Ali haben in derselben Zeit, wie wir hier - nämlich in Kastamonu - für die Aufgaben (hesab) unseres kranken Meisters (hasta olan Üstadı) noch intensiver (mühim bir tarz) gearbeitet. Es ist dies wie folgt:
Mein Herr und Meister (Üstadım efendim)!
Wie die Wächter an der Quelle des Lichtes (menba-ı Nur'un mücahidleri) dort während eurer Krankheit (rahatsızlık ânında) eine Stunde ihrer geistigen Arbeiten (mesaî-i manevi) für den Diener des Qur'ans (hâdim hesabına) verrichten, ist es ein Gnadengeschenk Gottes (tahdis-i nimet) für meine Wenigkeit (fakir), das es wert ist, erwähnt zu werden (zımnında zikre), dass auch in dieser Umgebung (havali) und gerade jetzt in diesem Jahr (seneye mahsus) die Arbeit für den Glauben (mesaî-i diniye) verrichtet wird (îfa). Mir wurde dieses Jahr einen Tag vor der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) eingegeben: "Du sollst in diesem Jahr die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) zwei Nächte lang gestalten." Auch euer Diener (bendeler) hat der Gemeinschaft folgendes gesagt (şöyle söyledi): "Mein Meister (Üstad) (möge Gott ihm Schutz und Geborgenheit (Sellemehullahu ve âfâhu) gewähren) verbrachte manchmal nicht nur eine solch segensreiche Nacht (leyle-i mübarekeyi) wie diese aus verschiedenen Gründen (maksad), um sich in diesen segensreichen Nächten (mübarek geceler) ins Gebet zurück zu ziehen (ihya), auch die Nacht davor (bir gece evvel) und auch die der jeweiligen heiligen Nacht folgende Nacht (bir gece sonra) im Gebet (ihyaya sa'yeder)."
Um dieser Tradition (isre) zu folgen, wollen (niyet) wir um seinetwillen (onun hesabına) die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) zwei Nächte lang (iki gece) gestalten und haben dies daher so beschlossen (karar). Die erste Nacht haben wir mit unseren innerlichen Aufgaben und Gebeten (ders ve virdler) wie Evrad-ı Bahaiye, Tesbihat, Sekine, Delail-ül Hayrat und Cevşen-ül Kebir verbracht. Auch die zweite Nacht haben wir genau so verbracht und über die guten Ratschläge gelesen. Das also heißt, dass wir in der Nachfolge (ittiba) unseres Meisters (Üstad) mit unserer Gemeinschaft (cemaat) von hundert Leuten in Dienst gestellt worden sind (çalıştırılmışız). "Möge Gott es so annehmen (tekabbelallah)"!
Genau so haben die Brüder in den Provinzen (mahal) wie Isparta, Atabey, İslâmköy, Kuleönü usw. zusätzlich (maada) zu ihren eigenen Aufgaben (vezaif) jeden Tag unter sich den ganzen (hatm) Qur'an, für jeden Bruder zwanzig Seiten (cüzler) eingeteilt, durchgelesen und unserem Meister (Üstad) im ganzen Ramadan die Rezitationen (hatim) des Thronverses (Âyet-ül Kürsî) und noch andere mehr geschenkt. Also müssen die geschenkten Gebete (ibadat-ı maruza), die speziell (mahsus) in diesem Jahr (sene) verrichtet wurden, einen Sinn und Zweck (hikmet) gehabt haben, sodass auch wir ohne unsere Kenntnis (bilmedigimiz), wie die Mitbrüder (kardeşler) in Kastamonu für unseren Meister (Üstad) gearbeitet haben. Möge unser Herr (Fîmâba'd Rabbim) euch noch ein langes Leben (muammer) schenken und ewig Heilung (şifa), Genesung (deva) und Güte gewähren (inayetler ihsan). Amin!
Ein Brief (mektub) über die Vorzüge (fazilet) der Rezitationen nach dem rituellen Gebet (namaz tesbihatı), der nach Isparta versandt wurde.
In den letzten Tagen wurden mir zwei subtile (ince) Fragestellungen in mein Herz (kalb) eingegeben. Ich konnte sie aber nicht mehr rechtzeitig zu Papier (kalem) bringen. Nachdem jedoch diese Zeit vergangen ist, wollen wir nun diese bedeutenden Wahrheiten (hakikat), eine nach der anderen, beleuchten (işaret).
Einer unserer Mitbrüder hat beim Tesbihat (Rezitationen nach dem rituellen Gebet) nur wenig Sorgfalt an den Tag gelegt. Deshalb sage ich: Die Tesbihat nach dem Gebet (Namaz) sind Rezitationen in der Nachfolge (tarikat) des Propheten und von ihm selbst autorisiert. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, haben sie eine große Bedeutung. Später entfaltete sich dann die Wahrheit dieses Wortes in der folgenden Weise:
So wie sich das, was noch der Prophet selbst autorisiert hatte, über alle anderen Velayat erhebt und zu einer Risalet (Botschaft) verwandelte, so erheben sich nun auch die Tesbihat, welche unmittelbar auf das Gebet folgen und besonders autorisierte Rezitationen im Wege des Propheten sind und von ihm her ein hohes Ansehen genießen, in hohem Maße über alle anderen Wege und sonstigen Rezitationen. Auch dieses Geheimnis enthüllte sich mir auf folgende Weise:
Befindet man sich in einer Gemeinschaft, die zur Dhikr-Feier den Kreis geschlossen hat oder sich zum Schlussgebet des Nakschi-Ordens in einer kleinen Moschee vereint, so kann man in einer solchen Gemeinschaft empfinden, wie alles von Licht erfüllt ist. Ein Mann, der wachen Herzens nach dem Gebet (namaz) seinen Tesbih (Rosenkranz) durch die Finger gleiten lässt und dabei sagt: Subhana'llah! Subhana'llah! (Gepriesen sei Gott!), empfindet dabei innerlich, wie hundert Millionen Menschen in Anwesenheit Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, der hier den Vorsitz eingenommen hat, ihren Tesbih durch die Finger gleiten lassen. Mit Erhabenheit und Größe sagt er: Subhana'llah! Subhana'llah! Unter der unsichtbaren Leitung des Oberhauptes dieser Dhikr-Gemeinde sagt er: Al-hamdu li'llah! Al-hamdu li'llah! (Dank sei Gott!), während der Dhikr-Kreis und die ganze große Gemeinde von hundert Millionen Schülern (Murid) des Siegelträgers Ahmed, mit dem Friede und Segen sei: Al-hamdu li'llah! Al-hamdu li'llah! anhebt und sich in dieses Al-hamdu li'llah hineinversenkt und er sich daran beteiligt. Und ebenso ist es mit dem Allahu ekber! Allahu ekber! (Gott ist groß!) Im gleichen Sinne, wie oben beschrieben, und die Ordensbruderschaft im Blick, wiederholt er dreiunddreißig Mal: La ilahe illa'llah. La ilahe illallah. La ilaha illa'llah. (Es gibt keine Gottheit außer Gott) im Dhikr-Kreise vom Orden Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, und während der Dhikr-Feier, unter der Anwesenheit der Persönlichkeit Ahmeds, mit dem der Friede und Segen sei, und welcher der Dhikr-Leiter dieses Kreises ist, sagt er:
{"Tausend mal tausend Segen und tausend mal tausend Friedenswünsche mit Dir, oh Prophet Gottes!"}
So habe ich es verstanden und empfunden und so habe ich es mir vorgestellt. Das heißt also, dass die Tesbihat nach dem Gebet von sehr großer Wichtigkeit sind.
Viele segensreiche Gebete (mübarek dua) von Hâfız Ali haben mich und uns alle in seinem letzten Brief aus tiefster Seele (derin ruhu) erfreut und mit Dank (şükr) erfüllt. Er schreibt, dass die Ayat
{"Haben wir dir nicht deine Brust geweitet." (Sure 94, 1)}
und
{"Fürwahr, mit dem Schweren ist auch das Leichte!" (Sure 94, 6)}
welche mit ihrem Hinweis (mana-yı işarîsi) für jeden, der von einem Unglück betroffen (musibetzede) und in Kummer und Sorgen (hüzün ve keder) gestürzt ist, zu einem Helfer (mededres), einem Retter (halaskâr), zur Genesung (şifa) und zu einer Quelle der Freude (medar-ı sürur) werden sowie sie sich auch auf jeden von einem Unglück betroffenen (musibetzede) beziehen und sich so in Hinsicht auf diese vergangene Krankheit (hastalık) auch auf uns beziehen. Diesen Punkt hat Hafiz Ali in der Tat ganz richtig erkannt. So möchte auch ich ihn bestätigen (tasdik) und sage deshalb: Auch hätte sich diese Krankheit (hastalık) noch zwanzigmal verschlimmert, wäre sie uns doch immer noch von Vorteil (ucuz) und zu einem Segen (rahmet) geworden im Vergleich zu dem Ergebnis (netice), das sie uns dabei erreichen (kazan) ließ.
Hafiz Ali beschreibt (mich dabei jedoch als) seinen Üstad als einen so ganz besonders wertvollen Menschen von so untadeligem Charakter, wie mir das gar nicht zusteht. Wir wollen aber annehmen, dass er in seiner so ganz absichtslosen Sprache nicht eine Laudatio über mich geschrieben hat, sondern eine Art Gebet. Auch ist es ja wahr, und wir nehmen diese Nachricht, die uns Hafiz Ali übermittelt, freudig auf, dass in Orten wie Sav und in Städten wie Isparta eine Medrese-i Nuriye entstanden ist und dass die wahren Schüler der Risale-i Nur wunderbarerweise von Tag zu Tag in ihrer geistigen Haltung wachsen und ihr innerliches Licht stets heller erstrahlt, worüber vielleicht Anatolien froh ist, ja vielleicht sogar die ganze islamische Welt sich freut. Am Ende dieses Absatzes heißt es dann: "Der, welcher der wahre Überbringer aller Nachrichten (muhbir-i Sadiq) ist, hat uns mitgeteilt, dass die Zeit nahe herbeigekommen, der Boden schon dafür vorbereitet ist, im Reiche des Geistes den Sieg zu erringen und die Finsternis zu zerstreuen. Darum bitten und beten und flehen wir mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele (ruh) und erhoffen dies von der göttlichen Barmherzigkeit." Was aber uns, die Schüler der Risale-i Nur betrifft, so ist unsere Aufgabe unser Dienst und uns nicht einzumischen in die Dinge Gottes und Ihn in gewisser Weise nicht zu prüfen, indem wir Seine Aufgabe als Voraussetzung für unseren Dienst ansehen, wobei wir nicht die Anzahl (der Schüler) sondern die Qualität (des Unterrichts) im Auge behalten. Zudem hat unter all den fürchterlichen Gründen, die dazu geführt haben, dass schon seit langem ein Sittenverfall eingetreten ist und das irdische Leben in jeder Hinsicht dem jenseitigen Leben vorgezogen wird, die Risale-i Nur bis jetzt den Sieg der Gottlosen und die Angriffe der Irrgläubigen zunichte gemacht, den Glauben hunderttausender Hilfloser gerettet und hunderte und tausende wahrhaft gläubiger Schüler heranwachsen lassen, von denen jeder für hundert und manchmal für tausend andere steht. Und der, welcher der wahre Überbringer aller Nachrichten (muhbir-i Sadiq) ist, hat es genauso bestätigt, durch Geschehnisse bewiesen, so wie er es gesagt hat. Und inscha-a'llah wird sie keine Macht von der Brust Anatoliens reißen. So werden am Ende der Zeiten die ursprünglichen Gefährten des ganzen weiten Lebenskreises, nämlich der Mehdi und seine Schüler mit Erlaubnis Gottes des Gerechten kommen, diesen Kreis hier erweitern und diesen Samen zur Blüte bringen. Wir aber werden es im Grabe schauen und Gott dafür danken.
Meine lieben Mitbrüder!
In den letzten Tagen wollte ich zwei Abhandlungen (risale) über die "Acht Zeichen" (Rumuzat-ı Semaniye) an bedeutende Schüler (talebe) eines Ortes senden. Der Weg war aber gesperrt. So konnte ich also nicht dorthin gelangen. {eure Abschriften (A.d.Ü.)} Ich habe dann die beiden Abhandlungen noch einmal aufmerksam durchgelesen (mütalaa). Danach habe ich mich in meinen Gedanken (fikr) gefragt: "Weshalb fiel der Vorhang auf dem Weg der symmetrischen Übereinstimmung (tevafuk), die uns zu einem Ziel (maksad) führt, das uns mit Frohsinn (zevkli), Schönheit und aller Süßigkeit (şirin) erfüllt und zugleich auch unsere Neugier erweckt, noch bevor wir weiter auf diesem Weg geführt wurden? Und warum hat man uns nun auf einen anderen Weg geführt, um uns dort arbeiten zu lassen?"
Doch dann erhielt ich auf einmal die Eingebung (ihtar): "Das würde den Dienst (hizmet) an den Schätzen (hazine) der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye), die hundertfach wichtiger und wertvoller sind als der Weg (meslek), der diese verborgenen Geheimnisse (gaybî esrarı) zu entschleiern vermag, und die Befriedigung (medar) allgemeiner Bedürfnisse (umumî ihtiyaca) sind, deren in dieser Zeit jeder dringend bedarf (şiddetle muhtaç), und die die Grundsteine (temel taşları) der İslâmiyet sind, und ihre Bedeutung (istifade) schmälern. Das würde die Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye), die das größte und höchste Ziel (maksad) sind, zweitrangig erscheinen lassen. Darum ist dies alles so geschehen."
Durch die Zeichen (remz) der 110. Sure
{"Wenn die Hilfe Gottes kommt"}
wurden mir die verborgenen Geheimnisse (esrar-ı gaybiye) enthüllt, dann plötzlich wieder verschlossen und der Vorhang fiel.
Des Weiteren wurden wir aus diesem Grund (sır) auf diesem Weg nicht länger mehr beschäftigt (istihdam). So kam denn aus den Tropfsteinen (tereşşuhat) dieses Weges der symmetrischen Übereinstimmung (meslek-i tevafuk) lediglich eine Unterschrift (imza) unter der Wahrhaftigkeit (hakkaniyet) der Risale-i Nur, ein Schmuckstück ihrer Prägnanz (cezaletine bir zînet) und eine Art Wunderhaftigkeit (i'caz) zum Vorschein, die aus der Wohlordnung (intizam) und der Verhältnismäßigkeit (vaziyet) der Worte (huruf) des Qur'an in Erscheinung (tezahür) trat. So hat man uns denn auf unserem Weg nicht länger mehr schaffen lassen.
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Genau in der Zeit, in der euer Geschenk in Kastamonu bereits abgeschickt wurde, sah ich im Traum, dass uns von geistiger Seite (mânevi bir canib) ein königlicher Erlass (ferman-ı şahane) bezüglich einer Ernennung (terfi-i makam) und Verleihung (rütbe) zukam und ihre Überbringer diese in vollkommener Ehrfurcht (kemal-i hürmet) in Händen hielten und uns überreichten. Und da sahen wir, dass dieser erhabene Erlass (ferman-ı âlî) der ruhmreiche (Azîmüşşan) Qur'an war. Daraufhin (hal) kam diese Auslegung (mana) in mein Herz (kalb): also werden die geistige Körperschaft (şahs-ı manevî) der Risale-i Nur und wir, ihre Schüler (şakird), aus der verborgenen Welt (âlem-i gayb) wegen des Qur'an einen Erlass (ferman) empfangen, was ihre Ernennung (terfi) und Beförderung (terakki) betrifft.
Was die jetzige Auslegung (tabir) betrifft, so bedeutet sie, dass wir den geistigen Kommentar (manevî tefsir) zum Qur'an, der diesen Erlass repräsentiert (fermanı temsil), durch die Stifte der unschuldigen (masum) Kinder erhalten haben. Ein, zwei Stunden bevor die jetzige Auslegung (tabir) dieses Traums Gestalt annahm, haben ihm auch Feyzi und Emin ihre Ausdeutung (tabir) gegeben und die ist auch richtig (hak) und von Bedeutung.
Des Weiteren verspürte (hiss) dieses lichtvolle Geschenk (hediye-i nuraniye), das unsere Empfindung von Freude und Glück (medar-ı sürur ve ferah) hervorgerufen hatte, durch eine Empfindung der Vorhersehung (hiss-i kabl-el vuku) zwar meinen Geist (ruh) ganz und gar, teilte (haber) diese jedoch dem Verstand (akl) nicht mit, sodass ich schon zwei Tage vor Ankunft, {des Geschenkes (A.d.Ü.)} d.h. am Tag nach der Nacht, in der ich diesen Traum geträumt habe, so wie er später in dem Artikel (fıkr) von Feyzi und Emin ausgedeutet wurde, vom Morgen bis zum Abend (sabahtan akşama) und zum Teil auch noch den nächsten Tag lang ein solches Gefühl von Freude und Glück (bir sevinç, bir sürur) verspürte, wie ich dies noch nie zuvor erfahren hatte, und dabei ständig und bei jedem Anlass meine Freude (ferah) äußerte und dreißig, vierzig Mal dabei lächelte, ja lachte (tebessüm ile güldüm).
Sowohl ich als auch Feyzi hielten dies für recht eigenartig und waren darüber sehr erstaunt (taaccüb ve hayret). Da ein Mann, der ansonsten in dreißig Tagen noch kein einziges Mal gelacht hatte, nun plötzlich an einem einzigen Tag dreißig Mal lachte, waren wir darüber sehr erstaunt (hayret). Jetzt aber wurde uns klar, dass diese Freude (o sürur) und dieses Glücksgefühl (o sevinç) aus dem noch gar nicht angekommenen Geschenk (hediye) erwuchs, das die Abschriften der Stifte der unschuldigen Kinder und der Analphabeten (masumlar ve ümmiler), welche den oben erwähnten (mezkûr) geistigen Erlass (manevî ferman) repräsentieren (temsil), über die Seiten des Lebens (sahaif-i hayat) künftiger Generationen (nesl-i âtî), über die Seiten der Zukunft (sahife-i mukadderat) der islamischen Welt (âlem) und über das Buch der künftigen (istikbal) Gläubigen (ehl-i iman) ihr Licht verbreitet (neşr-i envâr) und die reinen und aufrichtigen (hâlis ve sâf) Taten und Dienste (amel ve hizmet) dieser unschuldigen Kinder in das Buch aller Taten (sahife-i a'mal) und guten Werke (hasenat) {der geistigen Körperschaft (A.d.Ü.)} eingeschrieben und dort festgehalten werden und die Nachricht (haber) verbreiten, dass sich die Zukunft (mukadderat) der Schüler (şakird) der Risale-i Nur glücklich fortsetzen (mes'udane idame) wird. Ein Tausendstel von diesem Großen Ganzen (azîm yekûn), das zu meinem Anteil (hisseme) gehört, hat mein Geist (ruh) bereits im Voraus verspürt und mich dadurch in freudige Erregung (mesrurane heyecan) versetzt.
s verbreitet nun Tausende Male Freude und Glück (sürur ve sevinç), wenn diese Segen bringenden Wohltaten (makbul ameller) solcher Hunderter unschuldiger (masumlar) Kinder, die man in ihrem Gebet nicht zurückweisen (reddedilmez dualar) kann, in das Buch der Wohltaten (defter) meiner kleinen und großen Mitbrüder in der Tat eingeschrieben werden und so auch in das Buch der Wohltaten (sahife-i a'mal) eines Sündigen (günahkâr) wie mir eingetragen werden. Ob ihrer so unschuldigen und tapferen (masumane ve kahramanane) Dienste in einer so finsteren Zeit (karanlık bir zaman), unter diesen schweren Umständen (agır şerait), beglückwünschen wir (tebrik) nun sowohl diese unschuldigen Kinder, diese Analphabeten (masum ve ümmi) und ihre Lehrer (muallim), als auch ihre Eltern sowie auch ihr Dorf (köy), ihr Land (memleket) und Volk (millet) und natürlich auch Anatolien.
Wenn ich dazu imstande wäre, jedem meiner gesegneten (mübarek), unschuldigen Kinder und Analphabeten (masum ve ümmi) persönlich einen Dankesbrief (teşekkürname) oder doch wenigstens eine Glückwunschkarte (tebrikname) zu schicken, würde ich sie schreiben.
Meine lieben Mitbrüder in Isparta!
Wie ein subtiler (latif) Traum uns über eine Sache, welche die Vorherbestimmung betrifft, zu einer Überzeugung (kanaat) im Grade einer Augenscheinlichkeit (şuhud) gebracht hat, verkündet uns der zweite ebenso ernst zu nehmende Teil dieses subtilen Traumes eine geistige Frohe Botschaft (manevî bir müjde) und Mitteilung (beşaret), die wir nun euch, unseren Brüdern, erklären wollen. Es ist dies wie folgt:
Vor zwei Tagen sah unser Meister (Üstad) Folgendes im Traum: Ich, Feyzi, machte mit ihm zusammen einen Spaziergang. Unterwegs sage ich plötzlich zu dem Meister: Hier muss ich die Perlen (tesbih) des Bären sammeln. Mein Meister blickt auf und sieht so etwas wie ineinander verflochtene weiße Fäden. Auf dieses so merkwürdige Wort hin, also meine Bemerkung (vaziyet), ich hätte dem Bären die Perlen (tesbih) zugeschrieben, lachte er schallend, wachte auf und lachte noch immer, ja sogar noch bis zum Abend und in einer Weise, wie wir dies noch nie zuvor erlebt hatten, und machte mit mir noch zwanzig, dreißig Mal wegen dieses Erlebnisses in seinem Traum (hâdise-i nevmiye) seine Scherze (mülatafe). Und wenn er auch mit einigen Dingen, die damit gar nicht in Beziehung (münasebet) standen, versuchte, ihn auszulegen, passte seine Auslegung (tabire) in keiner Hinsicht. Dann, am zweiten Tag seiner alltäglichen Gepflogenheit (âdet-i müstemir) zufolge nach seiner eigenen Erfahrung (tecrübe) zum Teil noch am selben Tag dieses richtigen Traumes (rü'ya-yı sadıka), zum Teil erst am folgenden Tag zur selben Stunde kam ein Freund (dost), der so aussah wie ich und dem Meister im Traum in meiner Gestalt erschien, zu dem Meister (Üstad) und sagte zu ihm: "Was hältst du davon, das Fett eines Bären von denen, die es sammeln, zu besorgen und auf die Empfehlung (tavsiye) eines Mannes, der ein Muezzin ist und einen Tesbih machen kann, einem bedeutenden Mann zu geben, damit er wegen seiner Krankheit (hastalık) jeden Morgen etwas davon isst?" Darauf lachte unser Meister (Üstad) genauso wie er zuvor im Traum gelacht hatte. Und auf einmal fiel ihm sein Traum wieder ein (hatır), er fand diese eigenartige, ja wortwörtliche Auslegung (tabir) in vollkommenem Staunen (kemal-i taaccüb) und in Verwunderung (hayret) und sagte ihm: "Er soll davon niemals Gebrauch machen."
Entsprechend der Sechsten Anmerkung des ersten Kapitels (Risale) des Achtundzwanzigsten Briefes, der von den Träumen handelt, gelten Wahrträume (rü'ya-yı sadıka) als ein sicherer Beweis (hüccet-i katıa) dafür, dass die göttliche Vorsehung (kader-i İlahî) alles umfasst (ihata). Genauso wie es unser Meister (Üstad) anhand Tausender Erfahrungen (tecrübe) erkannte, bewies auch dieser Vorfall (vakıa) für uns im Grade der Augenscheinlichkeit (şuhud) zweifelsohne (kat'î isbat), dass die Ereignisse (hâdisat) vorherbestimmt (mukadder), bekannt (malûm) und klar (muayyen) sind, noch ehe sie zustande (vücud) kommen. Er wurde so für uns ein überaus subtiles (gayet latif) und sicheres Beispiel (kat'î bir nümune) für diesen Artikel des Glaubens (rükn-ü imanîye), dass nämlich die Ereignisse nach Maß (mizan) der göttlichen Vorsehung zustande kommen.
Des Weiteren sieht der Meister (Üstad) in der zweiten Phase desselben Traumes, dass zu der Gemeinschaft (heyet) der Risale-i Nur ein Erlass (ferman) kommt. Überraschend kam er dann auch und es stellte sich heraus, dass dieser heilige (kudsî) Erlass der Qur'an war. Die Auslegung (tabir) dessen haben wir gesehen, als sich an demselben Tag in derselben Stunde dieser Erfahrung (tecrübe) der gewaltig Große Auszug (Hizb-ül Ekber) aus dem Qur'an völlig unerwartet im Haus der bekannten Âsiye Hanım ein Exemplar dieses Großen Auszugs mit rundum verzierten Seitenrändern in einem hundertjährigen, wunderschönen Schuber (kab) befand. Auf diesem Schuber prangte das mit Goldfarbe (sırma) aufgeprägte königliche Siegel (turra-i şahane) wie auf wichtigen Erlassen der Könige (padişahların mühim fermanlar). Unser Meister (Üstad) sagte: "Ein Erlass (ferman) ist gekommen, und es war der Qur'an. Jetzt aber kam dieser Große Auszug (Hizb-ül Ekber) aus dem Qur'an. Da auf ihm das Siegel des Erlasses (ferman turrası) aufgeprägt ist, erwarten wir von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye), dass er für die Gemeinschaft (heyet) der Risale-i Nur zu einem Erlass des Herrn (Ferman-ı Rabbanî) werden wird, der die Frohe Botschaft (beşaret) verkündet und ein Mittel des Segens und des geistigen Fortschritts (medar-ı feyz ü terakki) ist. Dieser Auslegung (tabir) folgend machte uns am zweiten Tag euer so wertvolles Geschenk (hediye) seine wahrhaftige Auslegung (hakikî tabir) sonnenklar bekannt (meydan).
Wir senden allen Mitbrüdern (kardeş), die dort leben, unse Grüße (selâm), erweisen ihnen unsere Hochachtung (arz-ı hürmet) und bitten sie um ihre Gebete (dua).
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Gleich wie wir, dem tiefen Sinn (sirr) des Lobpreises (tesbihat) nach dem Gebet (namaz) entsprechend, durch unseren Lobpreis (tesbih), das Gedenken Gottes (dhikr) und das Bekenntnis unseres Glaubens (tehlil) nach dem Gebet (namaz) selbst in den gewaltigen mohammedanischen Kreis (hatme-i muazzama-i Muhammediyye) eintreten und in dieser Absicht (niyet) selbst in unserem Geiste (tasauvvur) im Kreise dieser großen und weiten, weltumspannenden, lobpreisenden mohammedanischen Gemeinde Gottes gedenken (dhikr) und Ihn lobpreisen (tesbih), was eine Quelle aller Segnungen (füyuzat) ist, dürfen wir uns auch, wenn wir am Unterricht (ders) in diesem weiten Kreis der Gemeinde der Risale-i Nur an den Tausenden Worten der Gebete (dua) und guten Werke der Unschuldigen (Kinder) und der gesegneten Alten teilhaben, die in der Kette der Lichter (envar) ihren Unterricht (ders) erhalten, in ihr arbeiten und dazu "Amin" sagen, wenn mit ihnen zusammen und obgleich in ihrer Abwesenheit, dennoch nicht von ihnen getrennt in Raum und Zeit, in unseren Träumen, entsprechend unserer Absicht (niyet) und in unserer meditativen Schau (tasauvvur) Schulter an Schulter und Knie neben Knie beieinander sitzen, über alle Maßen für glücklich erachten. Besonders nun am Ende meines Lebens solch kostbare geistige Kinder und Hunderte Abdurrahmans zu finden, ist für mich schon in dieser Welt (dunya) wie ein Leben im Paradies (cennet).
Da ich im vergangenen ehrwürdigen (şerif) Monat Ramadan krank gewesen bin und ich so mit augenscheinlicher und wahrhaftiger Gewissheit (aynelyaqin ve haqqalyaqin) erleben durfte, was für eine großartige Erfahrung es für mich war, wie ein jeder meiner Brüder eine Stunde für mich gearbeitet hat, wurde mir durch ihre Gebete (dua) und die Arbeiten, welche diese unschuldigen (Kinder) und gesegneten Alten (für mich verrichtet haben), Gebete (dua), welche niemals zurückgewiesen werden, auch die Gebete (dua), die sie in meinem Namen für ihre Lehrer (ustadh) verrichtet haben (die sie das Schreiben gelehrt haben), bereits in dieser Welt (dunya) mein Dienst an der Risale-i Nur als ein bleibendes (baqi) jenseitiges (uhrevi) Ergebnis gezeigt.
{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}
Die Exemplare (nüsha) der Risale-i Nur, die fünfzig, sechzig Schüler unter den kleinen und unschuldigen Schülern der Risale-i Nur abgeschrieben hatten, haben sie uns zugeschickt. Wir haben diese Abschnitte in drei Bänden zusammengefasst. Einige von denen, die die Texte in diesem Band abgeschrieben haben, sind mit Name und Alter zum Beispiel die folgenden:
Ömer 15, Mustafa 13, Hâfız Nebi 14, Hicret 15, Hüseyin 11, Ahmed Zeki 13, Ayşe 11, Hâfız Ahmed 12, Mustafa 14, Bekir 9, Ali 12, Ayşe 11
So sind die Abhandlungen (risalah) in diesem Band ein Teil von dem, was diese unschuldigen Kinder von der Risale-i Nur an Unterricht (ders) erhalten und abgeschrieben haben. Was sie in dieser Zeit mit großem Ernst an Arbeit geleistet haben, zeigt, dass in der Risale-i Nur eine derartige innerliche Freude (manevî zauk) zu finden ist, ein Licht (Nur), das sie anlockt, und dass die Risale-i Nur Freude, Frohsinn und eine Begeisterung verleiht, weshalb die Kinder sich so verhalten und welche jede Art Spiele und Förderungen übersteigt, die in den Schulen praktiziert werden, um die Kinder für das Lernen zu begeistern. Zudem zeigen diese Umstände (hal), dass die Risale-i Nur hier bereits bodenständig geworden ist. Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass nun nichts mehr sie jemals wieder entwurzeln kann, sie sich vielmehr in künftigen Generationen fortpflanzen und so weiter bestehen wird.
Genau so wie diese Schüler (şakird) unter den unschuldigen Kindern haben auch die ungeschulten Alten, welche diesem durchaus fesselnden Kreis der Risale-i Nur beigetreten sind, noch nach ihrem vierzigsten, fünfzigsten Lebensjahr begonnen, um der Risale-i Nur willen vierzig, fünfzig Abschnitte mit dem Stift abzuschreiben, welche dann in zwei, drei Bänden zusammengefasst wurden. Diese ungeschulten Alten - ein Teil von ihnen Hirten und Nomaden - welche es in einer solchen Zeit allen anderen Dingen vorgezogen haben, sich unter diesen Umständen für die Risale-i Nur einzusetzen, beweist, dass in dieser Zeit mehr als für das tägliche Brot ein Verlangen nach der Risale-i Nur besteht, weshalb diese Knechte und Mägde, Bauern, Hirten und Nomaden mehr als ihren gewohnten Lebensunterhalt in dem alltäglichen Lebensunterhalt erblicken, den ihnen die Wahrheit (hakaik) der Risale-i Nur bieten kann. In diesem Band habe ich mich wenig, in den anderen sechs Bänden bei der Korrektur der Abschrift der Unschuldigen und der ungeschulten Alten sehr angestrengt; die Zeit drängte mich. Ich habe darüber nachgedacht und dann wurde mir in meinem Inneren (manen) gesagt: Sei unbesorgt! Da ihre Abschrift nicht rasch gelesen werden kann und diejenigen, die es eilig haben daher gezwungen sind, langsam zu lesen, können sowohl der Verstand (akıl) als auch das Herz (qalb), der Geist (ruh), die Seele (nefis) und das Gefühl (his) von den Wahrheiten (hakikat) der Risale-i Nur, die als Nahrung und Speise (gıda ve taam) gelten, ihren Anteil erhalten. Anderenfalls erhielte nur der Verstand (akıl) seinen kleinen, ihm gebührenden Anteil. Alle anderen immateriellen Systeme aber könnten nicht mehr versorgt werden. Die Risale-i Nur sollte nicht wie die anderen Wissenszweige (ilim) studiert und wie andere Bücher gelesen werden. Denn die Kenntnisse des wahrhaftigen Glaubens (iman-ı tahkikî) in ihr kann man nicht mit anderen Wissenszweigen (ilim) und ihren Erkenntnissen (maarif) vergleichen. Es findet sich dort neben dem Verstand (akıl) auch noch Nahrung und Licht (kut ve nur) für all die anderen menschlichen Feinheiten (letaif-i insaniye).
Kurzum: In den mangelhaften Abschriften der Unschuldigen und der ungebildeten Alten liegen zwei Vorteile:
Erstens: Sie zwingen dazu, sie sorgfältig und aufmerksam zu lesen.
Zweitens: Aus ihrem unschuldigen und aufrichtigen, innigen und süßen Mund und ihren Unterweisungen, in den süßen und feinsinnigen Themen der Risale-i Nur unterrichtet (ders) zu werden und dabei sowohl Geschmack (lezzet) als auch Begeisterung (hayret) zu beweisen.
Die Risale-i Nur verlangt von ihren treuen und standhaften Schülern als Preis für die so großen Verdienste und Erfolge und alle ihre so wertvollen Ergebnisse, zu welchen ihre Schüler gelangt sind, eine unverfälschte Treue (sadakat) und ausdauernde, unerschütterliche Beharrlichkeit. Zwanzigtausend erfahrene Menschen bezeugen (şehadet), dass sie sich mit Hilfe der Risale-i Nur einen kraftvollen und wahrhaftigen Glauben (îman-ı tahkikî), den man sich (normalerweise) in einer Medresse in fünfzehn Jahren erwirbt, in der Tat bereits in fünfzehn Wochen, ja manche in nur fünfzehn Tagen, erworben haben.
Auch die gemeinsam im Sinne eines jenseitigen Lebens verrichteten Tätigkeiten ("iştirak-i a'mâl-i uhreviyye") veranlassen jeden Schüler durch all die vielen (bei Gott) angenommenen Gebete (dua), die sie jeden Tag (alle gemeinsam) mit Tausenden aufrichtiger Zungen verrichten und durch all die guten Werke (a'mâl-i sâliha) Tausender rechtschaffener Leute (ehl-i salâhat) ebenso viele (Tausende) Verdienste (für sich) zu erwerben, wodurch es sich also zeigt, dass jeder wahrhaft getreue (hakiki sâdık) und standhafte Schüler mit seinen Werken (von einem) zu Tausenden Männern wird, was ein überaus sicherer Beweis dafür ist, dass diese aufrichtigen Schüler als ein Wunder aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye), aufgrund dreier wunderbarer (keramet), hochgeschätzter Voraussagen von Imam Ali sowie die frohen Botschaften von Ghaus-i Adham, durch welche (diese Schüler für ihren Dienst) gelobt und (dazu weiter) angespornt werden, sowie aufgrund von Hinweisen von besonderer Überzeugungskraft, (die wir) im Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist (Kur'an-i Mu'cizül-Beyan), finden, zu den Leuten der Glückseligkeit und des Paradieses gehören werden. Sicher verlangt ein solcher Gewinn (des Paradieses) einen entsprechenden Preis.
Da dies aber nun einmal die Wahrheit ist, sollten alle Wissenschaftler (ehl-i ilim), die Mystiker (ehl-i tarikat) und die Sufis (sofi meşreb), die dem Kreis um die Risale-i Nur nahe stehen, sich dieser Strömung anschließen, sie mit dem Kapital, das sie aus ihrem Wissen (ilim) und ihrer mystischen Erfahrung (tarikat) schöpfen, stärken und stützen, sich auch darum bemühen, diesen Kreis noch zu erweitern und ihre Schüler dazu anspornen, ihr Ego (enaniyet), einem Eisstückchen vergleichbar, in diesen Kreis wie in einen See, gefüllt mit dem Wasser des Lebens (âb-ı hayat), hineinzuwerfen, damit es in ihm und mit ihm verschmelze, um so selbst einen ganzen See für sich zu gewinnen. Wer hingegen einen anderen Weg einschlägt, schädigt dadurch nicht nur sich selbst, sondern beschädigt zugleich auch, ohne es zu wissen, die gerade (müstakim), solide gebaute (metin) qur'anische Straße, ja, er unterstützt damit sogar noch den Unglauben, wenn auch indirekt und wiederum ohne es zu wissen.
5715 Übereinstimmungen (tevafuk) des 32. Wortes (Otuzikinci Söz'ün), das aus 36 Bögen besteht und Imam Alis außerordentliche Hochschätzung (fevkalâde takdir) genießt, sind in der Abschrift (nüsha) von Ahmed Nazif spontan entdeckt worden (çıkmış), der einer der besonders bedeutenden Schüler (talebe) der Risalet-ün Nur in dieser Gegend (havali) ist. Seine Abschrift muss also genau mit der ursprünglichen spirituellen Schreibweise (hatt-ı hakikî) dieser Abhandlung (risale) überein gestimmt haben (rastgelmiş), weshalb sie nun eine so einzigartige, wunderhafte Form (hârika keramet) aufweist.
3835 spontane Übereinstimmungen (tekellüfsüz tevafuk) des 30. Wortes (Otuzuncu Söz) sind es, was die beiden Hüsrevs in den Kreis (daire) der Risale-i Nur und Bekir Sıdkı dazu gebracht hat, ein Wunder (keramet) zu erkennen, ihn zum Glauben (iman) zu führen, ein Drittel des Rätsels des Kosmos (tılsım-ı kâinatın) zu lösen, das aus fünfzehn Bögen (onbeş yapraktan) besteht und nun nochmals in der Abschrift (nüsha) von dem heldenhaften (kahraman) Nazif erscheint. Diese wunderhaften Übereinstimmungen des Lichtes (keramet-i tevafukiye-i Nuriye) haben wir mit eigenen Augen (gözümüzle) gesehen.
{(Anmerkung): Der Buchstabe "Elif" ist in dieser Abhandlung (risale) 144 Mal vorgekommen. Diese Zahl stimmt mit dem numerischen Wert des Wortes "Said" haargenau (tam tamına) überein und zeigt somit die Unterschrift des Verfassers (müellifinin imzası) auf.}
Mein verehrter Meister (Aziz Üstadım)!
Während des Angriffs der allbekannten Strömung (cereyanın hücumu) waren der Kreisvorsteher (nahiye müdürü) und noch weitere offensichtlich wichtige Beamte (zahiren mühim memurlar) in unserem Dorf (köyümüz). Unsere Namen wurden ihnen mündlich mitgeteilt (şifahen ihbar), damit sie unsere Häuser durchsuchen (taharri ettirmek) sollten. Doch durch die geistige Hilfe (manevî yardım) vieler unserer geistigen Meister (manevî üstad) wie Hazret-i Esedullah Ali Kerremallahu Vechehu und Gavs-ı A'zam blieb ihr Plan jedoch erfolglos (akîm). Ja durch ihren geistigen Beistand (manevî darbe) haben sie die Beamten (memurlar) dazu veranlasst, nicht gegen uns, sondern für uns einzutreten (çevirdiler).
{"Tausende Male sei Gott (Allah) Dank; dies ist von der Gnade meines Herrn."}
Wir haben euren Brief gelesen (mektubu mütalaa). Mit Staunen (acib) haben wir gesehen (gördük), dass diese wirkungslos gebliebene Strömung (tesirsiz cereyan) vorausgesagt worden war (haber veriyor), die wegen unserer Fehler (kusur) und einiger kleiner Unachtsamkeiten (ufacık ihtiyatsızlık) entstanden war. Denn in dem Brief (mektub), den wir von euch bekommen (haber) haben, steht geschrieben: "Ein Teil der einfachen Leute (avam-ı nâs) und ein Teil der Privatgelehrten (ülema-i zahir), die sich den Ketzern angeschlossen (tâbi') hatten, tadelten die Schüler (şakirdler) der Risalet-ün Nur, die sie in der Tat (hakikaten) auf ihren schmutzigen (pis), in den Sumpf des Irrtums (dalalet bataklık) führenden Wegen nicht begleiten (arkadaşlık etmeyen) und eine große Straße (cadde-i kübra) gefunden haben." Tatsächlich (hakikaten) ist das zwar so verlaufen. Jedoch schon einen Tag nach Erhalt eures Briefes (mektub) gab es von all dem nichts mehr (hiçbir tesir kalmadı), weswegen man sich noch Sorgen (merakı) machen müsste (mûcib).
Wie die Brüder aus Isparta uns berichtet haben, obwohl in der Zeit, in der sich dieser so bedeutende und so beunruhigende Vorfall (hâdise-i taarruziye) einer Durchsuchung ereignet hatte, unsere Korrespondenz (muhaber) unterbrochen war, ermahnte (ikaz) unser Meister (Üstad) uns, Emin und Feyzi, bei jeder Gelegenheit (mütemadiyen) in der Tat immer wieder, wenn wir von einer solchen Durchsuchung betroffen waren (taarruza maruz): "Seid vorsichtig! Sie bereiten ihren Angriff (taarruz) auf vier verschiedene Weisen vor. Haltet ihnen also eisern stand (sebat)! Sie können euch jedoch nichts antun (halt)." Wir waren also aufmerksam, es geschah weiter nichts (bir şey yok) und wir haben auch nichts weiter beobachtet.
Außerdem diktierte er uns diesen - der augenblicklichen Situation angepassten (tam mutabık) - Brief, den wir euch ja bereits gesandt haben, um diesen Vorfall, der ja schon in der Luft lag (gaybî hâdiseyi), noch zu vermeiden.
Den Teil (kısmını) aus der Briefsammlung (lâhika), den ihr vor kurzem versandt (irsal) habt, habe ich erhalten. Dank sei Gott (Lehülhamd), dass wir immer noch (devam) in diesem heiligen Dienst (kudsî vazife) stehen (istihdam). Wenn der Mensch (insan) verspürt, dass er von seinem Herrn (seyyidin) unter den verschiedenen Diensten (mütenevvi' hizmet) in einem solchen lichtvollen und prächtigen Dienst (nurlu ve nuranî hizmet) gestellt wurde, und dabei in Betracht (nazar-ı dikkat) zieht, dass er ein Diener (köle) ist, der seinen Lohn bereits im Voraus (ücretini peşin) erhalten hat, möchte er in der Tat (hakikaten) mit so vielen Mündern danken (dil ile hamdetmek), wie es Atome im ganzen Kosmos (zerrat-ı kâinat) gibt. Das heißt, dass die Kerze des Dankes Gottes (Elhamdülillah kandili), die in seinem Herzen brennt (kalbinde yanan), zeigt, dass alles Ihn preist und Ihn lobt (müsebbih ve hâmid). Er verspürt einen Wunsch mit einer guten Absicht (niyetle) das Lob dieser Lobenden (hâmidlerin hamdini), den Preis der Preisenden (müsebbihlerin tesbihi) und den Dank der Dankenden (şâkirlerin şükrünü) insgesamt seinem Herrn (seyyidine takdim) zum Ausdruck zu bringen (iştiyak hissediyor).
Jedesmal wenn eure lichtvollen, heiligen Briefe (Nurlu ve kudsî mektubları) einer dem anderen folgen (takib), sehen wir, dass tatsächlich der wahrhaftige Glaube (tahkikî iman) in Richtung der Vollendung (kemal) segelt. Euer Bruder, meine Wenigkeit (âciz kardeşiniz), ist zweifelsohne (şübhesiz) fest davon überzeugt (iman), dass der kürzeste, fehlerfreie und freudige Weg (zevkli tarîk) in die Wahrheit (hakaik) und in den Geist (ruh) der islamischen Gesetzgebung (Şeriat-ı Garra-i Ahmediye Aleyhissalâtü Vesselâm) einzudringen, nur dadurch möglich ist, dass man sich intensiv mit der Risalet-ün Nur befasst (intisab).
Der Glückliche (bahtiyar) ist derjenige und denjenigen nennt man den Glücklichen, der sich mit der Risalet-ün Nur aufrichtig befasst (intisab), alle Gläubigen (mü'minler) als seine wahrhaftigen Geschwister (tam hakikî kardeş) erkennt und in diesem finsteren Jahrhundert (zulmetli asır) in der Tat durch das Licht (Nur) des wahrhaftigen Glaubens (iman-ı tahkik) auf der großen Straße (Cadde-i Kübra) Mohammeds (Ahmediye A.S.M.) geht. Wenn er trotz zahlloser Gestalten (nihayetsiz şekil) und allem Durcheinander (karışıklık) durch das Tor (kapı) der Risalet-ün Nur eintritt, dass durch den Ausruf "Im Namen Gottes (bismillah)" geöffnet wird, findet er als seinen Vorschuss (muaccel mükâfat), seinen Fürsprecher (Şefî') aufrichtig zu lieben (ciddî sevmek), der in der Wiege (tıfl) "meine Gemeinde ("Ümmetî")" rief, nämlich seine gelobte Sitte zu befolgen (Sünnet-i Seniyesine ittiba').
Jedesmals, wenn er nach einem Gebot lebt (emri işlerken), denkt er immer an den, der dieses Gebot (emr) von Gott dem Gerechten (canib-i Hak) zu dieser Gemeinde (ümmet) gebracht hat; jedesmal wenn er sich vor einem Verbot (nehyi) zurückzuhalten zwingt, denkt er an den, der dieses Verbot (nehyi) von Gott (taraf-ı İlahî) zu dieser Gemeinde (ümmet) gebracht hat; so auf diese Weise (düşüne düşüne) können alle Minuten seines Lebens (ömür dakika), wie er sie im Unterricht (dersler) verbringt, zu einer Art Dienst und Anbetung Gottes (ibadet) gelten. Die Liebe (muhabbet), die aus der Entschlossenheit erwächst (azminden mütevellid), diesen Geliebten (Habib) Gottes, den Fürsprecher am Tage der Abrechnung bei jeder Angelegenheit als Vorbild (işinde nümune) zu nehmen, bringt (getiriyor) den Menschen dazu (hal), dass ihm der Umzug in die Welt (âleme göçmeyi), in der sich dieser Geliebte (Habib) befindet, liebenswert erscheint (sevdirecek). So kommt das Geheimnis (sırr) von
{"stirb bevor du stirbst!}
zum Ausdruck (tezahür).
Kurzum, was wir suchen (arasak), wie "des Todes zu gedenken (tezekkür-ü mevt)" oder "mit dem Tod verbunden zu sein (rabıta-i mevt)" oder,
{"eine Stunde nachsinnen ist besser als ein Jahr der Anbetung Gottes.}
finden wir allzeit in der Risalet-ün Nur so klar wie die Sonne (güneş gibi). Wenn die Schüler (şakirdler) der Risalet-ün Nur darauf achten (dikkat), können sie durch die Gnade Gottes des Gerechten (inayet-i Hak) zu der Erkenntnis gelangen, dass sie sich bereits in dieser vergänglichen Welt (fâni âlem) unter der gelobten Fahne Mohammeds (Liva-ül Hamd-i Ahmedî Aleyhissalâtü Vesselâm) befinden.
Soweit wie ich in meiner Wenigkeit feststellen konnte und aufgrund (istinaden) der Gegebenheiten (hakikat), die in diesem Augenblick in meinem Herzen auftauchten, möchte ich folgendes sagen: diejenigen, die gegen all diese ansteckenden Krankheiten (sâri illet) des Irrglaubens (dalalet), der Ketzerei (bid'a) und der Glaubenslosigkeit (dinsizlik), die noch mehr und noch schlimmer (şiddetli) sind als Pest und Cholera (taun ve veba), aus vielerlei Wahrheiten (hakikat), welche die Risalet-ün Nur bringt, unterrichtet und verständlich macht (talim ve tefhim), wahrhaft (hakikî) den Unterricht (ders) erhalten haben, sich an der Sitte Mohammeds (Sünnet-i Ahmediyeye A.S.M.) festzuhalten, sind die Schüler (şakirdler) der Risalet-ün Nur. Sie erhalten (görüyor) ihren Vorschusslohn (muaccel mükâfat) dafür, dass sie sich an ihr festhalten (temessük) und sich ihr anhängen (intisab), nach dem Zeugnis (şehadet) der Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye), das sie mit der Sicherheit (kat'iyyet) von "zwei mal zwei ist vier" erfahren (mazhar).
Sie sagen es nämlich und können es auch so sagen (diyorlar, diyebiliyorlar): "Wolle es Gott (inşâallah), dass der Verkünder (mübellig) des Gesetzes (şeriat), unter dem wir stehen (mensub), der Verkünder, der uns hier durch seine Sitte (sünnet) vor dem Feuer (ateş) des Irrttums (dalalet), der Ketzerei (bid'at) und der Glaubenslosigkeit (dinsizlik) rettet, uns durch die Rettung und Standhaftigkeit (halas ve mukavemet) in diesem Leben, durch den Glauben (iman) am Ende unseres Lebens (âhir hayatımız) und am Tage der großen Versammlung (haşr-i ekber) durch seine Fürsprache (şefaat) eine ewige Freude bereiten wird (ebedî sevindirecek)."
{"Dank sei Gott (Allah), dies ist von der Gnade meines Herrn (Rabb)."}
In Anbetracht dieser Tatsache ist das Ziel und der Zweck bei der Verbreitung (intişar) der Risalet-ün Nur ohne Zweifel (şübhesiz), die Menschen (insan) unserer Zeit im wahrhaftigen Glauben (tahkikî imanı) zu unterrichten (ders), die Verwirrten zu retten (mütehayyir kurtarmak), die Suchenden (müteharriler) zu unterstützen und zu stärken (takviye ve tarsin), und die Gottesleugner (zındıka) und die Ungläubigen (ehl-i ilhad) zum Schweigen und Verstummen (iskât ve ilzam) zu bringen. In dieser Zeit (zaman), in der das Feuer des Wirrwarrs (fitne ateşler) zur Katastrophe (âfet halini) führte, und auf ihrem Markt (çarşı), in dem Glasperlen und Diamanten (cam ile elmas) an derselben Theke zum Verkauf angeboten werden, gewährt Gott unser Herr, der Barmherzige und Freigiebige (Rahîm ve Kerim Rabb) das Geheimnis (sırr-ı tenvir) "der heimlichen Erleuchtung سِرًّا تَنَوَّرَتْ " mit Seinem Willen und Seiner Bestimmung (irade ve takdir) diesen segensreichen Lichtern (mübarek Nurlar), um die Abhandlungen der Risalet-ün Nur, welche wahrhaftige Kommentare (hakikî tefsir) zum Qur'an sind, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan) und in dem seiner Würde entsprechend (şânında) geschrieben steht "Fürwahr, wir haben die Ermahnung hinabgesandt" und "Fürwahr wir geben auf sie acht. اِنَّا نَحْنُ نَزَّلْنَا الذِّكْرَ وَ اِنَّا لَهُ لَحَافِظُونَ " - Sure 15,9- , vor allen möglichen Beleidigungen (hakaret) zu schützen (sıyanet).
{"Dank sei Gott für die Risale-i Nur"}
Die Abhandlungen der Risale-i Nur, welche die Lichter (envâr) der Sonnen (Şümus) des Qur'ans reflektieren (in'ikas), die erhabenen Himmelskörper (ecram-ı ulvi), die Planeten (seyyarat), die Fixsterne, die prächtigen Blumen (ezhar-ı müzeyyene) in dem gepflegten Garten (ravza-i safaiyye), die verborgene Perlen (dürr-i meknune) erfüllt (memlû) von den Wahrheiten (hakaik-aşina) und "von den Beweisen der Vernunft und der Hingabe unterstützt sind اَلْمُؤَيَّدُ بِالدَّلاَئِلِ الْعَقْلِيَّةِ وَ التَّسْلِيمِيَّةِ ", die Geheimnisse des Buches Gottes (esrar-ı kitabullah) sind, erleuchteten die Welt (âlemi ziyalandırdı). Wolle es Gott (inşâallah), dass sie sie immerdar erleuchten werden. Sie ist ein solches Meisterwerk (şaheser), das zwar als letztes (sonunda) der Werke (eserler) der vorausgegangenen Reinen (selef-i sâlihîn) erschienen ist, jedoch allen voran steht. Aus ihm geht ein so reichlicher Segen (mebzul bir feyz) aus, der selbst die finstersten Herzen (zulmetli kalbler) mit dem Lichte des Glaubens (nur-u iman) zu erleuchten vermag (nurlandır). Sie verkündet und erklärt (serd ü beyan) die Erkenntnis Gottes (marifet-i İlahiye) so, dass sie selbst noch die Blinden (körler) erkennen können.
Sie ist das Licht (Nur) meiner Augen, die Freude meines Herzens (kalb), die Nachtigal (bülbül) meiner Seele (gönül), die Nahrung meines Geistes (ruh), der Spiegel meiner Sinne (letaif), das Leben meines Lebens (canımın canı)... Hätte ich für jede ihrer Wahrheiten (hakikat) Tausend Leben (can) geopfert, so wolle es doch Gott (inşâallah), dass ich in der Ewigkeit (bâki) für ein Leben Tausend Leben (bin can) erhalte. Sie ist mein Vertrauter im Grabe (kabirde enîs), mein Begleiter im Zwischenreich (berzahta refik), meine Wohltat auf der Waage (mizanda a'mal) am Jüngsten Tag, mein Reittier auf der Brücke (Sırat'ta Burak) und mein Weggefährte im Paradies (Cennet'te yoldaş)...
Auf welche Weise könnte ich sie beschreiben?
"Ich konnte mit meinem Artikel Mohammed keine Schönheit verleihen. Doch Mohammed hat meinem Artikel seine Schönheit verliehen.
Im Sinne (fehva) dieses Spruches (onun hakkında), der im 28. Brief (Yirmisekizinci Mektub) zitiert wird, sage ich noch folgendes:
"Ich konnte mit meinem Artikel der Risale-i Nur keine Schönheit verleihen. Doch die Risale-i Nur hat meinem Artikel seine Schönheit verliehen.
Wie käme ich denn überhaupt (haddime düşmüş) dazu, dass ich zu dieser Anweisung (menşur) des Qur'ans noch hinzufügen könnte (bahsedeyim)! Wenn ich dazu imstande wäre, könnte meine Wenigkeit (fakir) sie höchstens um Heilung اِسْتِشْفَاء , um Hilfe اِسْتِشْفَاع und um Segen (istifaza) bitten. Es ist dies wie folgt:
"Wenn Er nicht etwas hätte geben wollen, hätte Er nicht gegeben, es zu wünschen. گَرْ نَه خَواهِى دَادْ نَه دَادِى خَواهْ " Nach diesem Leitsatz wünschen wir, dass Gott der Schöpfer mit der Risale-i Nur zufrieden (hoşnud) und mit ihr einverstanden (razı) ist. Wir wünschen, dass die ganze islamische Welt (âlem) auf der ganzen Erde mit ihrem Licht (nuruyla dünyada) erleuchtet wird (nurlanmasını). Wir wünschen, dass ihre Schüler (talebeler) im Diesseits (dünya) je wie ein Löwe (arslan) und im Jenseits (âhiret) je wie ein König (sultan) werden und unter der Fahne (sancak) des Dankes (Liva-ül Hamd) des Propheten als erster mit unserem Meister (Üstad) und mit allen Schülern (talebeler) ankommen werden.
Kurzum: Da ich nicht weiß, wie man richtig wünscht (bilmedigim), wünsche ich mir, dass unser Meister (Üstad) für uns wünscht, dass uns all unsere körperliche wie geistige (maddî ve manevî) Versorgung und unser Unterhalt (rızk ve ihtiyaç) gegeben wird. Wir senden unseren Mitbrüdern (kardeşler), die dort leben, vor allem unserem Meister (Üstad), allen anderen insgesamt (cümle) und jedem einzelnen (ayrı) unsere Grüße (selâmlar) und wünschen ihnen (isteriz), allzeit in Gesundheit und Wohlbefinden (sıhhat ve âfiyet) zu leben.
{"Der Beständige ist der ewig bleibt und besteht"}
Anmerkung: Die Worte (sözler) unseres Mitbruders (kardeş) Halil İbrahim, der zu den bedeutenden Säulen (mühim erkân) der Risale-i Nur gehört und uns diesen wahrhaftigen Brief (ayn-ı hakikat olan mektub) geschickt hat, zum Ausdruck zu bringen ist meine unzulängliche Ausdrucksfähigkeit (âciz lisanım) nicht in der Lage (muktedir) und meine mangelhafte Schreibfähigkeit (âtıl kalem) nicht imstande. Dennoch möchte ich (iştirak) in jeder Hinsicht die Meinung (fikr) dieses gesegneten Mitbruders (mübarek kardeş) aus ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh u canım) teilnehmen. Zudem betrachtete ich mein Herz (kalb); während ich diesen Brief (mektub) abschrieb, nahm auch mein Herz (kalb), dem meine Zunge (lisan) nicht als Sprachrohr (tercüman) dienen kann, wortwörtlich dieses Lob (medhe) innerlich teil (manen iştirak). Ich spürte eine Freude (hissedip telezzüz) so als ob ich mit diesem Mitbruder gemeinsam im Chor (beraber o kardeş) spräche. Wenn ich dazu imstande wäre, so zu reden, würde ich dies auf jeden Fall so sagen (böyle söylerdim).
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Ihr sollt wegen dieses neuerlichen Falles einer Hausdurchsuchung (hâdise-i taarruziye) nicht traurig sein. Denn anhand vieler Erfahrungen (mükerrer tecrübe) steht die Risale-i Nur unter der Gnade Gottes (inayet). Es hat noch nie eine Gruppe gegeben, die bis heute in einem derart wichtigen Dienst (ehemmiyetli hizmet) mit so geringer Mühsal (meşakkat) davongekommen wäre wie wir.
Des Weiteren haben wir durch viele Fälle (vakıa), wie meine Krankheit im vergangenen Ramadan und unser Missgeschick (musibet) in Eskişehir, unter äußerlich so schwierigen, mühevollen Umständen (meşakkatli hâlât) Entwicklungen (inkişafat), ja noch bessere Erfolge (tesirli fütuhat) zugunsten der Risale-i Nur erfahren. Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass auch dieses so beunruhigende Ereignis (sıkıntılı hâdise) entgegen der Absicht der Heuchler (münafıklar) die Verbreitung (fütuhat) der Risale-i Nur vielleicht auf einem anderen Weg (mecra) zu erleichtern ermöglicht (teshile vesile).
Es ist von einiger Bedeutung, dass der "Fünfte Strahl" (Beşinci Şua), dessen Themen (mesail) vor fünfundzwanzig Jahren niedergeschrieben und nun in den Band "Strahlen" (Şualar) eingereiht wurden, nachdem nur noch ein, zwei Seiten mit einer Auslegung hinzugefügt (ilâve) worden waren, jetzt in ihre Hände gelangt ist. Darin liegt jedoch eine gewisse Weisheit (hikmet), ihnen vielleicht ihren eigenen Weg (meslek) aufzuzeigen und den Zustand (mahiyet) dessen zu erkennen, der da zur Hölle (Cehennem) fuhr. Darin zeigt sich jene göttliche Fügung (kaza-i İlahî), die unser Vermögen (iktidar) gewaltig übersteigen würde. So sollt auch ihr euch auf die Weishet (hikmet) Gottes, des Gerechten (Cenab-ı Hakk), Seine Gnade (inayet) und Seinen Schutz (hıfz) verlassen (itimad) und euch darüber weiter keine Sorgen (merak) mehr machen.
Sowohl ihr als auch sie sollen wissen, dass, so wie Almosen (sadaka) Verschonung von einem Unglück bewirken können, so auch die Risale-i Nur ein Grund sein kann, um Anatolien und besonders die Provinzen Isparta und Kastamonu vor Katastrophen vom Himmel und von der Erde (âfât-ı semaviye ve arziye) zu behüten, bzw. sie zu verhindern (def' u ref'). So ist die Bedeutung (mana), die Sabri aus der Ayah
{"Oh Erde, verschlinge dein Wasser und oh Himmel, halt ein!" und es nahm ab das Wasser; und vollzogen ward der Befehl, und sie hielt an auf dem Berge Ararat (Cebel-i Cudi)." (Sure 11, 44)}
entnommen (istihrac) hat, in der Tat richtig und zutreffend (hak ve mutabık).
Die Risale-i Nur vermag für Anatolien gleich der Arche Noah (Sefine-i Nuh) ihren Berg Ararat (Cebel-i Cudi) zu finden und ist in der Tat ein Grund dafür, dass Anatolien von dem Feuer und einer Sintflut (yangın ve tufan) auf Erden (küre-i arz) verschont bleibt. Denn wie Aufsässigkeit (tugyan), die aus einer Schwäche des Glaubens (za'f-ı iman) erwächst, meistens das allgemeine Unglück (musibet-i âmme) heraufbeschwört, so bewirkt die Risale-i Nur, die den Glauben (iman) aufs höchste bestärkt (kuvvet), in der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye), dass Anatolien außerhalb des Kreises dieses allgemeinen Unglücks (musibet-i âmme) verbleibt. Auch wenn die Weltleute (ehl-i dünya) und die Bevölkerung (halk) Anatoliens sich zwar der Risale-i Nur nicht anschließen wollen, so werden sie sie jedoch nicht angreifen. Wenn sie sie aber angreifen, so sollen sie dabei daran denken, dass sie vom Feuer (yangın), der Sintflut (tufan), einem Erdbeben (zelzele), von Seuchen (taun), die in ihrer Nähe auf sie lauern, überwältigt werden, und dann zur Besinnung kommen. Da wir uns nun einmal nicht darauf einlassen, uns in ihre diesseitigen Angelegenheiten (dünyalar) einzumischen, besteht sicherlich (kavî) die Möglichkeit (ihtimal), dass diese Katastrophen (felâket) über sie hereinbrechen werden, wenn sie sich sinnloserweise allzu weit in unsere jenseitigen Angelegenheiten (âhiretimize) einmischen.
So habe ich mich denn in diesen letzten acht Monaten und gerade wegen dieses beunruhigenden (heyecan) Ereignisses bei euch, Feyzi und Emin, die jetzt bei mir sind - und alle Freunde, die mit mir in näherem Kontakt (temas) stehen, sind dafür meine Zeugen (şahid) - kein einziges Mal nach diesem Weltkrieg (Harb-i Umumî) noch nach der politischen Lage (siyaset) erkundigt. Auch den Rundfunk, den ich durch einen Lautsprecher in meinem Zimmer hören konnte, habe ich seit drei Jahren nicht mehr eingeschaltet, obwohl doch jemand wie ich eigentlich Gründe (münasebet) wie Tausende Männer hätte, meine Aufmerksamkeit diesen weltlichen Angelegenheit (dünya) zuzuwenden. Das also heißt, dass derjenige, der uns angreift, unmittelbar den Glauben (iman) angreift. Wir überlassen sie also Gott, dem Gerechten (Cenab-ı Hakk). Da wir zudem gar keinen Umgang (münasebet) mit den Politikern haben, sollen sie ohne jeden Zweifel (kat'î bilsin) wissen, dass die einzige Möglichkeit (yegâne çaresi), das Volk (millet) in diesem Land (memleket), in diesem Jahrhundert (asır) vor dem Anarchismus, der Abtrünnigkeit (tereddi) und der völligen Verrohung (tedenni-i mutlak) zu schützen, darin liegt, die Grundlagen der Risale-i Nur zu beachten.
Die unschuldigen (masum) Kinder und ihre Lehrer (üstad), die wegen dieses Falles (hâdise) in Aufregung (sıkıntı) versetzt wurden, sollen wissen, dass - gleich wie eine Stunde unter erschwerten Bedingungen (agır şerait) Wache zu halten einem Jahr der Anbetung (ibadet) und jede Stunde eines ernsthaften (hakikî) Nachsinnens über den Glauben (tefekkür-ü imaniye) einem Jahr im Gehorsam (taat) gleichzusetzen ist - so auch ihre nun glücklich überstandene Aufregung (sıkıntılar) mit Gottes Hilfe (inşâallah) zu einer solchen Quelle des Segens (sevaba medar) werden wird. So mögen sich schließlich einmal ihre Ängste und Sorgen (merak ve teessür) in Glück und Freude (ferah ve sürur) verwandeln. Aufgrund des zweimaligen Ausspruchs von Hazret-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge:
{"sie erklärt im Verborgenen, sie erleuchtet im Verborgenen"}
sind wir aber dazu verpflichtet (mükellef), in unserem Verhalten (vaziyet) jederzeit (muhafaza) vorsichtig (ihtiyat) und auf der Hut zu sein (sakınmak).
Als Beweis (delil) dafür, dass die Gefolgsleute (mensub) der Risale-i Nur, ohne es zu wissen (şuur) und zu wollen (ihtiyar), untereinander in Beziehung (münasebet) stehen und durch die Geschehnisse (hâdise) miteinander verbunden (alâkadar) sind, hat sich in den letzten Tagen das Folgende ereignet:
Seit dem Geschehen (vuku) des dortigen Falles (hâdise) bis heute verging eine Phase der Stille (tevakkuf devresi), als hätte sich das Verhalten der Schüler (talebelerin vaziyetleri) von verschiedenen Schichten (muhtelif tabakalar) hier wegen eines wichtigen Ereignisses (hâdise) verändert, eine Zurückhaltung, um die Aufmerksamkeit (nazar) der Heuchler (münafıklar) nicht auf sich und auf uns alle lenken zu wollen. Ich war darüber (hayret) erstaunt. Des Weiteren haben wir verstanden, dass die Ausdeutung der Täume (rü'yalarının tabirleri) einiger Leute (zât) wie Nazif euer Fall (hâdise) war.
Allen Brüdern, jedem Einzelnen von ihnen und besonders denjenigen, die von diesem Unglück betroffen sind (musibetzedeler), senden wir unsere Grüße (selâm) und beten (dua) für sie. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-ı Hakk), sie umgehend befreien, {(Anmerkung): Dieses Gebet (dua) wurde auf eine wunderbare (hârika) Weise erhört (kabul) und so sind sie sehr schnell wieder befreit worden (çabuk kurtuldular).} damit sie ihren Dienst (vazife) wieder aufnehmen können. Âmîn.
Mein lieber verehrter Herr und Meister!
"In dieser eigenartigen Zeit (acib zaman) ist die größte Gefahr (tehlike) einer heiligen Überlieferung (hadîs-i şerif) zufolge, dass in der Endzeit (âhirzaman) Leute der Ausschweifung und Gottvergessenheit (ehl-i sefahet ve gaflet) in großer Anzahl diese Welt (dünya) ohne Glaube (imansız) verlassen werden. Diese Wunde (yarası) heilt die Risalet-ün Nur dadurch, dass sie ihren Schülern (şakirdler) aufgrund der Aussage (lisan) des Qur'ans, dessen Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan), das unwiderlegbare Zeugnis (hüccet-i katıa) ausstellt, dass sie im Glauben (kabre iman) heimkehren werden. Was den Dienst (hizmet) an der Risalet-ün Nur betrifft, wie könnte etwa der individuelle Einsatz (hizmet) schwacher Menschen (âciz insan) ohne Gottes Güte (fazl-ı İlahî) diesen Dienst leisten (mukabele)? Er ist vielmehr in zweierlei Hinsicht (her iki cihet) eine Güte Gottes (fazl-ı İlahî)." So wie nach dieser Erklärung (beyan) eine Kerze oder eine Leuchte (bir nur ve bir ziya), die in der Finsternis der Nacht brennt (gecenin zulümatı yanan) und durch die Sprache ihrer Leuchtkraft (lisan-ı hal-i şavkı) alle beseelten Wesen (ruh sahibleri), sogar selbst noch die kleinsten Nachtfalter (küçük pervaneler) aus der Finsternis (zulümat) zum Lichte (Nur) ruft und bringt (çagırıp çıkardı), so ruft auch die Risalet-ün Nur, ihrer Würde (şe'ninden) als Manifestation (mazhariyet) des Namens "Der Barmherzige (Rahîm)" entsprechend, in Wort und Tat (lisan-ı hal ve kal) die Gelehrten und die Mystiker (ehl-i ilim ve ehl-i tarîkat), dazu, sich davor zu bewahren, durch das Schwert (kılınc) der Scheriah geistig zum Tode (manen i'dam) verurteilt zu werden oder in der Finsternis zu ersticken (zulümatta bogulup) und zu sterben.
Die erste der beiden Erinnerungen (hatıra): Die heilige Überlieferung (hadîs-i şerif) dort, wo sie von den alten Frauen (ihtiyare hanımlar) handelt, zu erklären (beyan) und deren Einfluss (nüfuz) und deren sichere Wirkung (kat'î tesiri) wir zu jeder Zeit erfahren, hat uns und viele Frauen, die sich dadurch angesprochen fühlen (alâkadar), Freude bereitet (sevindirdi). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) mit euch immerdar zufrieden sein (razı olsun)! Âmîn
Zweite Erinnerung: Wie einige (bazılar) durch ihre Gleichgültigkeit (gaflet) bzw. Blindheit (gözsüz) durch das sich herantasten (el yardımı) statt der Diamanten (elmas) nur Glasperlen (cam parça) mitnehmen, haben eure ermahnenden, rechtleitenden Schriften (ikaz ve irşad fıkralar) diejenigen, die nach dem Glück auf der Erde (saadet-i dünyevi) streben und dabei zu dem Laden (dükkân) der Ewigen Glückseligkeit (saadet-i ebediye), der Risalet-ün Nur gelangt sind, und allle Schüler (şakirdler) der Risalet-ün Nur, die Tag und Nacht (gece-gündüz) darauf warten (yol gözleyen), glücklich (mesrur) gemacht.
Euer Brief drückt, wie der Brief von Büyük Ali, eine einzigartige Wahrheit (hakikat) aus. Diese Wahrheit ist - in Bezug auf die Risale-i Nur - zutreffend (hak). Es steht mir jedoch nicht zu, dass auch ich in diesen Kreis eintrete.
{"Die Gelehrten meiner Gemeinde sind wie die Propheten der Söhne Israels."}
In der Tat haben große und einzigartige Persönlichkeiten, (hârika zâtlar) wie Gausu-l'adham Şah-ı Geylanî, İmam-ı Gazalî und İmam-ı Rabbanî diesen Hadith sowohl durch ihre Persönlichkeit (şahsen) als auch durch ihre Aufgabe (vazife), durch ihre kostbaren Unterweisungen (irşadatlar) und ihre Werke (eserler) und Taten (fiilen) bestätigt (tasdik). Da aber die damalige Zeit in gewisser Hinsicht eine Zeit einzelner Persönlichkeiten (ferdiyet) war, sandte die Weisheit des Herrn (hikmet-i Rabbaniye) der Gemeinde (ümmet) einzelne, mit ihnen vergleichbare, geniale, heiligmäßige Persönlichkeiten (ferîdler ve kudsî dâhîler), Genies zu Hilfe. Heute lässt sie zu derselben Aufgabe (vazife), jedoch unter weit schwierigeren (müşkilâtlı), ja geradezu katastrophalen (dehşetli) Umständen (şerait), die Risale-i Nur als eine geistige Persönlichkeit (şahs-ı manevî) und ihre Schüler (şakirdler), die im Geheimnis ihrer gegenseitigen Unterstützung (sırr-ı tesanüd) die Bedeutung (mana) einer ganz besonderen Persönlichkeit (ferd-i ferîd) haben, in dieser Zeit der Gemeinschaften (cemaat) zu den gleichen wichtigen Aufgaben (vazife) eilen. Aufgrund dieses Geheimnisses (sırr) hat ein Soldat (nefer) wie ich nur noch die Aufgabe (vazife) einer Nachhut (dümdarlık) mit dem erschwerten Auftrag (makam) eines Marschalls.
Wie die Gesamtheit (heyet-i mecmuası) der Risale-i Nur, die ein wichtiger, geistiger (manevî) und wissenschaftlicher (ilmî) Wegweiser unserer Zeit (asr) ist und so einem persönlichen großen Lehrmeister (mürşid) {Heilige Männer im Unterschied zu den Heiligen Büchern} gleicht, so hat jedes Buch für sich und den Wahrheiten der Wissenschaft (hakikat-ı ilmiye) entsprechend (muvafık), einige Arten - besonders bei der Offenlegung (izhar) der Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) und bei ihrer Verbreitung (intişar) - gewaltig großer Wundertaten (azîm keramet) dargelegt. So haben dies in der Tat auch viele Abhandlungen (risale), wie die "Wunder Ahmeds" (Mu'cizat-ı Ahmediye), das drei offensichtliche Wundertaten (keramet-i zahire) nachgewiesen hat, das "Zehnte Wort" (Onuncu Söz), das "Neunundzwanzigste Wort" (Yirmidokuzuncu Söz) und das "Große Zeichen" (Âyet-ül Kübra) jedes auf seine eigene, besondere Weise Wundertaten (keramet) getan, weswegen sie mir durch viele Anzeichen (emare) und anhand der Tatsachen (vakıa) eine sichere Überzeugung (kanaat) gegeben haben. Es lassen sogar verschiedene Tatsachen keinen Zweifel mehr daran, dass sie ihren Schülern (talebe) noch auf dem Sterbebett (sekerat) wie ein Lehrmeister (mürşid), um ihren Glauben zu retten (imanını kurtarmak), zu Hilfe (yetiştigine) geeilt sind.
Eine Stunde Nachsinnen (tefekkür) bringt so viel Segen wie ein Jahr freiwillige Anbetung (ibadet-i nafile). Ich habe festgestellt (müşahede), dass diese Zusammenfassung der Ayat ("Nur'un Hizb-i Ekber"), welche die Themen der Risale-i Nur betreffen, ein Beispiel dafür ist und bin deshalb davon überzeugt (kanaat).
Einen Abschnitt (fıkra), den ich als Antwort auf eine Frage geschrieben hatte, möchte ich euch erklären, in der Hoffnung (ihtimal), dass ihr daraus euren Nutzen (faide) ziehen könnt.
Mir wurde von Seiten einiger Leute, welche öfter die Schriften der Heiligen (evliya divanları) und die Bücher der Gelehrten (ulema) lesen, folgende Frage gestellt: "Was ist der Grund dafür, dass die Risale-i Nur eine weit größere Freude und Begeisterung (zevk ve şevk), einen weit stärkeren Glauben (iman) und eine größere Überzeugung (iz'an) verleiht als diese Schriften hier?"
Hier nun die Antwort: Die meisten Schriften (risale) früherer gesegneter Persönlichkeiten (mübarek zâtlar) und ein Teil der Abhandlungen (divanlar) der Gelehrten (ulema) handeln von den Wirkungen (netice) des Glaubens (iman) und der Erkenntnis (marifet) von ihren Segnungen (feyiz) und von ihren Früchten. Zu ihren Lebzeiten gab es noch keine Angriffe auf die Grundsätze (esasat) und Wurzeln des Glaubens (iman) und die Grundpfeiler des Glaubens (erkân-ı iman) wurden noch nicht erschüttert. Heute aber erleben wir einen heftigen, gemeinsamen (cemaat) Angriff auf die Wurzeln und Grundsätze des Glaubens. Die meisten dieser Schriften (divan) und Abhandlungen (risale) sprechen die aufrichtigen Gläubigen (has mü'min) und einzelne Personen (ferd) an. Sie können jedoch den furchtbaren Angriff in unserem Zeitalter nicht zurückschlagen.
Was die Risale-i Nur betrifft, so rettet sie als ein geistiges Wunder (manevî mu'cize) des Qur'an die Grundlagen des Glaubens (imanın esasatı) und dient (hizmet) nicht etwa dazu, den bereits vorhandenen Glauben (mevcud iman) für etwas anderes zu benutzen (istifade), sondern anhand vieler Beweise (delil) und glänzender Zeugnisse (bürhan) den Glauben zu stärken (imanın isbatı), seinen Wahrheitsgehalt zu erkennen (tahkik), ihn zu wahren (muhafaza) und vor allen Zweifeln (şübehat) zu schützen (kurtarması). Daher gelangen diejenigen, welche (die Risale-i Nur) aufmerksam lesen, zu dem Ergebnis (hüküm), dass sie für jeden in unserer Zeit so notwendig ist wie Brot und Medizin.
Obige hinterfragten Schriften (divan) sagen uns: "Werde ein Heiliger (Veli), betrachte die Dinge (gör), erklimme auch du die verschiedenen Rangstufen (makamat), betrachte (bak) und versenke dich in sie und nimm das Licht (nurlar) und (Gottes) Segensfülle (feyiz) in dich auf!"
Die Risale-i Nur aber sagt: "Wer auch immer du sein magst: Betrachte (bak) alle Dinge und erkenne (gör) sie! Öffne nur deine Augen, gib Zeugnis von der Wahrheit (hakikatı müşahede et) und wahre dir deinen Glauben (iman), welcher der Schlüssel zur Ewigen Glückseligkeit (saadet-i ebediye) ist."
Außerdem versucht die Risale-i Nur zuallererst die Seele (nefs) ihres Sprachrohrs (tercüman) zu überzeugen. Danach wendet sie sich an andere Menschen. Mit Sicherheit muss ein Unterricht (ders), der seine eigenwillige Seele (nefs-i emmare) vollständig überzeugt und ihre Zweifel (vesvese) ganz und gar beseitigt, besonders machtvoll (kuvvet) und rein (hâlis) sein, um gegen die geistige Körperschaft der Irrlehren (şahs-ı manevî-i dalalet), die in dieser Zeit bereits die Form einer Gemeinschaft (cemaat) angenommen hat, ganz allein und dennoch überlegen entgegentreten (galibane mukabele) zu können.
{Üstad spricht hier von sich selbst und seinen Kollegen an der theologischen Hochschule, die ihn im Kampf gegen den bolschewistischen Atheismus im Stich gelassen haben.}
Außerdem erteilt die Risale-i Nur ihren Unterricht (ders) nicht wie die Werke anderer Gelehrter (ülemanın eserleri) einzig mit den Füßen und den Augen des Verstandes (akl) und bewegt sich nicht nur wie die Heiligen (evliya) in der inneren Schau und der Wahrnehmung ihres Herzens (kalbin keşf ü zevk); vielmehr bewegt sie sich in der Einheit (ittihad) und zugleich der Verbundenheit (imtizac) von Verstand und Herz (akıl ve kalb) und steigt auf den Füßen (teavün) des Geistes (ruh) und weiteren Subtilitäten (letaif) zu den höchsten Höhen (evc-i a'lâ) auf; ja sie steigt auf zu jenen Horizonten, die nicht einmal den Füßen einer aggressiven Philosophie, ja noch nicht einmal ihren Augen, zugänglich sind und führt dennoch die Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) vor ihre blinden Augen.
Aufgrund einer geistigen Eingebung (manevî bir ihtar) schreibe ich euch hier ein, zwei feinsinnige Anmerkungen (mes'ele):
Erstens: Es hat heute keineswegs mehr den Anschein, als wären im vergangenen Heiligen Ramadan (Ramazan-ı Şerif) sehr viele Gebete (dua), die für die Sicherheit und Rettung (selâmet ve necat) der Leute der Tradition (Ehl-i Sünnet) dargebracht wurden, offensichtlich angenommen (aşikâre kabul) worden. Mir wurden dafür zwei besondere Gründe eingegeben (ihtar):
Erstens: Es ist eine eigenartige Besonderheit {(Anmerkung): das heißt, man bevorzugt, obwohl man den Diamanten (elmas) als Diamanten erkennt, stattdessen dennoch ein Stück Glas.} unserer Epoche (asr).
Es ist der außerordentliche Leichtsinn (safderunluk) einiger Muslime (ehl-i İslâm) in dieser Epoche (asır), dass sie selbst noch entsetzlichen Mördern (câni) großzügig verzeihen. Wenn sie eine einzige gute Tat (hasene) von jemandem sehen, der neben einer einzigen guten Tat Tausende Bosheiten begangen und Tausende geistige und materielle Rechte der Diener Gottes (hukuk-u ibadı) verletzt hat, ergreifen sie für ihn in gewisser Weise Partei. Auf diese Weise bilden die Irrgläubigen (ehl-i dalalet ve tugyan) und Rebellen gegen Gott, deren nur absolut wenige (ekall-i kalil) sind, durch solche leichtgläubigen Parteigänger eine Mehrheit und tun so, als erlaube (fetva) die Bestimmung Gottes (kader-i İlahiye) die konstante Fortdauer (idame), ja schlimmer noch (teşdid), jene Unglücke, welche die Allgemeinheit betreffen (musibet-i âmme) und aus den Fehlern der Mehrheit entstehen. Dann sagen sie, wir hätten dies so verdient (müstehak). Und obwohl man den Diamanten kennt (wie das Jenseits und den Glauben) ist es in der Tat in absoluten Notfällen (zaruret-i kat'iyye) gesetzlich erlaubt (ruhsat-ı şer'iye), ihm ein Stückchen Glas (wie die Welt und irdische Güter) vorzuziehen. Es vorzuziehen, wenn das Übel (ihtiyaç) nur gering ist, aus reiner Lust und Laune (heves), oder Habgier (tama'), oder aus bloßer Angst (korku), ist eine törichte Unwissenheit (eblehane bir cehalet) und ein reines Verlustgeschäft (hasaret), für das man nur noch eine Ohrfeige verdient (müstehak). Geht es darum, einmal großzügig zu sein (âlîcenabane) und zu verzeihen (afvetmek), so darf dies nur der, der von dem Verbrechen (cinayet) selbst betroffen ist. Ihm allein steht es zu, auf seinen Rechtsanspruch (hakk) zu verzichten. Wer jedoch kein Recht (hukuk) hat, die Verbrecher (câni), die das Recht anderer missachtet haben, mit Nachsicht (afuvkârane) zu betrachten, macht sich ansonsten zum Teilhaber (şerik) dieser Ungerechtigkeit.
Zweiter Grund: Da es mir nicht erlaubt (izin) ist, darüber zu schreiben, ist über diesen nichts geschrieben worden.
Meine lieben Mitbrüder! Da die Ausdeutungen der Überlieferungen (rivayetlerin tevilleri), die über die Ereignisse der Endzeit (âhirzamanın hâdisatı) auf uns gekommen sind, sich als wahr und richtig (mutabık) herausgestellt haben, habe ich im Gefängnis (Eskişehir hapishane) begonnen, darüber zu schreiben,in der Absicht, das Geheimnis und die Weisheit (sırr ve hikmet) zu erklären, die sich dahinter verbirgt, dass die Gelehrten (ehl-i ilim) und die Gläubigen (ehl-i iman) sie nicht sehen und erkennen können. Ich habe ein, zwei Seiten darüber geschrieben, dann fiel der Vorhang und (die Arbeit) wurde abgebrochen.
In diesen letzten fünf Jahren versuchte ich (müteveccih) fünf, sechs Mal, diese Anmerkung (mes'ele) zu schreiben. Es wollte mir jedoch nicht gelingen (muvaffak). Mir wurde lediglich eingegeben, dass ich einen Vorfall (hâdise) erklären soll, bei dem die Einzelheiten dieser Anmerkung (mes'elenin teferruatı) mich persönlich betreffen. Es ist dies wie folgt:
Zu Beginn der Deklaration der Konstitutionellen Monarchie (23.7.1908) und noch lange vor dem Erscheinen der Risale-i Nur verkündigte ich immer, um die Verzweiflung (me'yusiyet) der Gläubigen (ehl-i iman) zu überwinden (izale), mit einer großen (kuvvet) Hoffnung und Überzeugung (ümid ve itikad) die gute Nachricht (müjde), indem ich sagte: "Es gibt da in der Zukunft (istikbal) Licht (ışık). Ich sehe schon einen hellen Streifen (Nur)." Ja sogar schon vor der Deklaration der Konstitutionellen Monarchie (Hürriyet) pflegte ich meinen Schülern (talebe) solche guten Nachrichten (beşaret) zu überbringen. Wie der verstorbene (merhum) Abdurrahman in meiner Biographie (Tarihçe-i Hayat) geschrieben hatte, habe ich auch in meinen Eingebungen (Sünuhat) und anderen Abhandlungen (risale) bereits gesagt: "Ich sehe ein Licht" (ışık) und bin so all diesen furchtbaren Ereignissen (hâdisat) in dieser Hoffnung (ümid) entgegengetreten (mukabele) und habe ihnen Widerstand geleistet. Damals dachte auch ich wie jeder andere, dass dieses Licht (ışık) in der Welt der Politik (siyaset âlemi) und im sozialen Leben (hayat-ı içtimaiye) der Muslime und in einem sehr umfangreichen Kreis (tasavvur) zu finden sei. Im Gegensatz dazu verleugneten (tekzib) mich die Weltereignisse (hâdisat-ı âlem) mit dieser Nachricht (ihbar) und meiner Kunde (beşaret) aus dem Verborgenen (gayb) und zerbrachen so meine Hoffnungen (ümid).
Überraschend kam auf eine Weise, die mir eine sichere Überzeugung (kat'î kanaat) verlieh, eine Inspiration aus dem Verborgenen (ihtar-ı gaybî) in mein Herz (kalb). Da wurde mir gesagt: "Hattest du früher immer wieder mit ernsthaftem Interesse (alâka) wiederholt und gesagt: "Es gibt da ein Licht (ışık). Wir werden die Erleuchtung (Nur) schauen.", so steht hinter diesem Ausdruck (tevil), dem Kommentar (tefsir) und der Deutung (tabir) deiner frohen Botschaft (müjde), was euch betriftt, ja sogar hinsichtlich des Glaubens (iman) und der islamischen Welt als das Wichtigste die Risale-i Nur. Dieses Licht (Nur) ist es, das dich stets so intensiv beschäftigt (alâkadar) hat und es ist dieses Licht (ışık), das der Anfang und der Botschafter (mukaddeme ve müjdeci) glückseliger (mes'udane), religiöser (dindarane) Verhältnisse (halet) und Situationen (vaziyet) war, die auch von früher her nach deiner Vorstellung (tahayyül) und deiner Schätzung (tahmin) im großen Kreis, ja vielmehr in der Welt der Politik (siyaset âlemi), gesehen wurde. Damals versuchtest du, dir dieses heraufdämmernde Licht (muaccel ışık) und jenes zukünftige Glück (müeccel saadet) vorzustellen (tasavvur) und suchtest es durch das Tor der Politik (siyaset kapısı).
Vor dreißig Jahren hattest du bereits dieses Gefühl der Vorsehung (hiss-i kabl-el vuku) verspürt. Wenn man jedoch einen schwarzen Ort durch einen roten Schleier betrachtet, erscheint einem das Schwarze in der Tat als rot. Das hast du ganz richtig gesehen, jedoch falsch ausgedeutet. Da hat dich die Faszination der Politik (siyaset cazibesi) getäuscht."
Eine Frage (bir sual), die von den Schülern der Risale-i Nur Emin und Feyzi über die sonderbare Haltung (garib vaziyet) ihres Meisters (Üstad) gestellt wurde und auf die besondere Bedeutsamkeit (acib ehemmiyet) der Risale-i Nur hinweist, und die Antwort (cevab) des Meisters (Üstad) zu dieser und noch ähnlichen (emsal) Fragen.
"In den schrecklichen Zeiten dieses Weltkrieges, der die Zukunft der islamischen Welt ernsthaft betrifft, seit zwei Jahren, jetzt aber zehn Jahre geworden, haben Sie weder uns noch Emin, der jeden Tag in Ihren Diensten steht, auch nicht ein einziges Mal darüber gefragt und diesem keine Bedeutung beigemessen. Herrscht etwa eine andere, noch größere Tatsache als dieses große Ereignis, vor der es bedeutungslos wird? Oder ist es schädlich, sich damit zu beschäftigen?" So haben wir unseren Meister gefragt. Und er gab folgende Antwort:
Ja, es herrscht eine noch größere Tatsache, ein noch gewaltigeres Ereignis als dieser Weltkrieg und dieser Weltkrieg fällt im Vergleich dazu in Bedeutungslosigkeit. Denn, während in diesem Weltkrieg zwei Regierungen gegenseitig auf die Macht Über die ganze Erde Anspruch erheben, wird ein Versöhnungsprozess der zwei großen Religionen vor dem Friedensgericht eröffnet. Und während die fürchterliche Strömung der Glaubenslosigkeit mit ihrem gewaltigen Kampf gegen die himmlischen Religionen beginnt, beginnt ein Prozess vor dem großen Gericht zwischen der sozialistischen Klasse und der Bourgeoisie unter dem Menschengeschlecht. Aber es kam eine dermaßen gewaltigere Wahrheit an den Tag und ein dermaßen wichtigerer Prozess als diese Prozesse war schon im Gange, dass dessen Auswirkungen auf den einzelnen Menschen viel größer ist als dieser Weltkrieg. Also ist dieser Prozess der folgende:
In dieser Zeit läuft ein Prozess für jeden Gläubigen, ja, sogar für alle Menschen, einen bleibenden Acker so groß wie die Erdkugel und ein ewiges Besitztum, von einem Ende zum anderen ausgestattet mit Gärten und Schlössern zu erhalten und dieses Besitztum zu gewinnen oder zu verlieren. Das heißt, dass Über jeden einzelnen Menschen ein dermaßen großer Prozess läuft, daß er - hätte er soviel Vermögen und Kraft wie England und Deutschland, und wäre er auch dabei klug - alles ausgeben würde, nur um diesen Prozess zu gewinnen. Mit Sicherheit ist derjenige, der auf andere Dinge Wert legt, bevor er diesen Prozess gewonnen hat, ein Wahnsinniger. Ja, dieser Prozess ist sogar dermaßen in Gefahr geraten, daß nach der Bezeugung eines geistig entdeckenden Heiligen, an einem Ort nur ein einziger Mann unter vierzig Männern gewonnen hat, die von der Hand des Todesengels ihren Entlassungsbescheid bekommen hatten. Neununddreißig davon hatten ihn verloren.
Gäbe es einen Anwalt, der diesen wichtigen, gewaltigen Prozess gewinnen lässt und der seit zwanzig Jahren mit Erfahrungen für acht von zehn diesen Prozess gewinnt, muss mit Sicherheit jeder Mensch mit Verstand im Kopf einen Dienst, der dieser Anwalt in seinem Auftrag führt, um diesen Prozess zu gewinnen, über alle Ereignisse wichtiger halten.
Einer von diesen Anwälten, sogar der Vorderste ist die Risale-i Nur, die aus dem Qur'an - der in seiner Bedeutung und in seiner Verkündigung ein Wunder ist - herausgefiltert, entstanden und hervorgekommen ist. Dafür sind die Tausenden, die durch sie diesen Prozess gewonnen haben, Zeugen.
Es hat sich mit aller Klarheit herausgestellt, dass jeder Mensch, der auf diese Erde mit seinem Auftrag gekommen ist, hier ein Gast und vergänglich ist, und dass er seinem Wesen nach, nach einem bleibenden Leben orientiert ist. Da die Burgen, die Stützpunkte für jeden Menschen zur Errettung seines ewigen Lebens in dieser Zeit erschüttert sind, muss er diese seine Welt und alle seine Geliebten darin, mit denen er sich verbunden fühlt, für ewig verlassen; und gleichzeitig läuft Über ihn ein Prozess, ein ewiges Besitztum - tausende Grad vollkommener als diese Welt - zu gewinnen oder zu verlieren. Wenn man die Urkunde des Glaubens nicht hat, und die religiöse Überzeugung - die der Bescheid zum Freispruch und ein Beleg ist - nicht richtig in die Hände bekommt, verliert man diesen Prozess. Womit kann man etwa diese Lücke, die aus diesem Verlust entsteht, ausfüllen?
Hätten meine Mitbrüder und ich, ein jeder von uns, hundertfach mehr Vernunft und Verstand, angesichts dieser Wahrheit könnte es lediglich für den Dienst an diesem gewaltigen, heiligen Auftrag ausreichen. Anderen Dingen Aufmerksamkeit zu schenken, wäre dann für uns Überflüssig und sinnlos. Es geschah aber nur so weit, daß wir ungewollt nur soviel Aufmerksamkeit schenkten, wie wir uns, in den Zeiten, da Unverständige uns unnötig und ohne Grund angriffen, gezwungen sahen und da ein Teil der "Nur"-Schüler sich in anderen Aufgaben befand.
Desweiteren ist es schädlich, sich in die anderen Prozesse außerhalb dieses wahrhaftigen und sehr großen Prozesses und in die kriegerischen Auseinandersetzungen mit Gedanken und Herz und mit Interesse zu einzumischen. Denn ein Mann, der den solchen weiten, politischen und aufregenden Kreisen aufmerksam folgt und sich damit beschäftigt, bleibt in den wichtigen Diensten, mit denen er in einem kleinen Kreis beauftragt ist, zurück oder seine Begeisterung bricht ab. Außerdem lässt sich derjenige, der auf jene breiten, reizenden Kreise der Politik und der kriegerischen Auseinandersetzungen aufmerksam ist, manchmal verführen. Er kann seinen Auftrag nicht erfüllen, und verliert die Sicherheit im Herzen und seine gute Meinung und Geradheit in seinen Gedanken und Wahrhaftigkeit in seinem Dienst. Auch wenn er sie nicht verlieren sollte, kann er dennoch damit beschuldigt werden. Als ich bezüglich dieses Punktes vor dem Gericht angegriffen wurde, hatte ich sogar gesagt: "Die Wahrheit des Glaubens und des Qur'an, die wie die Sonne ist, unterwirft sich nicht der Anziehung der vorübergehenden Lichter auf der Erde und wird für sie zu keinem Werkzeug. Derjenige, der diese Wahrheit wirklich erkennt, kann sie nicht zu einem Werkzeug für die Ereignisse auf der Erdkugel, selbst nicht für den ganzen Kosmos machen." Mit den Worten habe ich sie zum Schweigen gebracht.
Hier ist die Antwort unseres Meisters zu Ende. Wir bestätigen sie auch mit all unserer Kraft.
Meine lieben, getreuen Mitbrüder!
Seht euch vor, ja, hütet euch vor den weltlichen (dunya) Strömungen, besonders aber vor den politischen Strömungen und ganz besonders vor den auf das Ausland gerichteten Strömungen, damit sie euch nicht in eine Spaltung hineinreißen! Diese irregeleiteten Gruppen, die sich gegen euch vereinigt haben, dürfen (keine Gelegenheit dazu bekommen), euch ins Verderben zu stürzen.
{"Liebe um Gottes willen, Zorn um Gottes willen!"}
Anstelle dieser edlen (rahman) Prinzipien dürfen nicht die teuflischen Grundsätze
{"Liebe um der Politik (Staatsräson) willen, Zorn um der Politik (Staatsräson) willen"}
dominieren.
Einem engelgleichen Bruder in der Wahrheit (hakikat) gegenüber darf man keine Feindschaft und einem Parteigenossen gegenüber, der doch nur ein finsterer Geselle (hannas, Sure 114) ist, keine Liebe (muhabbet) und aufgrund seiner politischen Zugehörigkeit kein Einverständnis mit seinem Despotismus zeigen und sich nicht innerlich an seinen Verbrechen mitschuldig machen.
Die heutige Politik verdirbt in der Tat die Herzen (qalb) und überlässt die so verstörten Seelen (ruh) ihrer Qual. Ein Mensch, der den Frieden seines Herzens (Selâmet-i kalb) und die Ruhe seines Geistes (istirahat-ı ruh) sucht, sollte die Politik meiden. Es hat heute auf dieser Erde in der Tat ein jeder seinen Anteil am (allgemeinen Unglück), das ihn in seinem Herzen (qalb), seiner Seele (ruh), seinem Geist (aql) oder seinem Körper ergreift, zieht sich so seine Strafe zu und stürzt ins Elend. Da nun insbesondere die Leute des Irrtums und der Gottvergessenheit (ehl-i dalâlet ve ehl-i ghaflet) von Gottes umfassendem Erbarmen (merhamet-i umumiye-i İlâhiyye) und der vollkommenen Weisheit des Hochgelobten (hikmet-i tamme-i Sübhaniye) nichts erfahren haben, jedoch aufgrund eines allgemein-humanitären Mitempfindens mit dem ganzen Menschengeschlecht verbunden sind, ziehen sie sich zusätzlich zu ihren eigenen Schmerzen auch noch das augenblickliche Elend der ganzen Menschheit und all ihre entsetzlichen Leiden zu, empfinden selbst all ihren Jammer und ihre Qual. Denn da sie auf eine völlig unnötige und nutzlose Weise ihre tatsächlichen Pflichten (vazife-i hakikiye) und absolut (elsem) notwendigen Aufgaben vernachlässigt haben, lauschen sie nun auf die Bedrohungen aus dem Ausland, die politischen Unruhen, die weltweiten Ereignisse und kümmern sich darum und berauschen sich daran. So werden sie in ihrem Geiste (ruh) zu Wirrköpfen und in ihrem Verstande (aql) zu Schwätzern.
{"Wer mit dem Schaden zufrieden ist, empfängt kein Erbarmen (merhamet)."}
Diesem Grundsatz entsprechend haben sie selbst ihr Recht auf Mitleid (şefkat) und die Würde derer, über die man sich erbarmt (merhamet liyakatı), verwirkt. Man braucht sie also nicht zu bedauern und zu bemitleiden (şefkat). Und sie rufen völlig unnützerweise das Unglück (bela') auf sich herab.
Ich schätze, dass diejenigen, die auf dem ganzen Erdenrund in allem Sturm und Brand noch den Frieden des Herzens (selâmet-i kalb) bewahren und die Ruhe des Geistes (istirahat-i ruh) retten können, einzig diejenigen sind, die den wahren Glauben (hakiki ehl-i îman) und Vertrauen in Gott (ehl-i tevekkül) besitzen und darum zufrieden sind. Darum werden auch die meisten unter denen, die sich (jetzt noch) retten können, diejenigen sein, die nun wahrhaft aufrichtig (sadakat) in den Kreis der Risale-i Nur eintreten.
Denn da sie im Lichte (Nur) und in der Sichtweise des Unterrichts (ders) im wahren Glauben (îman-ı tahkikî), den sie aus der Risale-i Nur empfangen haben, in allen Dingen stets die Spur und das Antlitz der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i İlâhiyye) erblicken, in allen Dingen Seine vollkommene Weisheit (kemal-i hikmet) und die vollkommene Ausgewogenheit Seiner Gerechtigkeit (cemal-i adalet) bezeugen, in vollkommener Hingabe (kemal-i teslimiyet) und Zufriedenheit auch mit allem Unglück, das zum Handeln der Herrschaft Gottes (Rububiyet-i İlâhiyye) hinzugehört und das sie in Ergebenheit (teslimiyet) und Gelassenheit zufrieden auf sich nehmen, keineswegs versuchen, in ihrem Mitgefühl (şefkat) selbst noch über die göttliche Barmherzigkeit (merhamet-i İlâhiyye) hinauszugehen, erleiden sie auch niemals Pein und Qual. Wer also nun aufgrund dieser Tatsache (hakikat) Glück und Wohlergehen nicht nur im jenseitigen Leben (hayat-ı uhreviye), sondern auch schon im diesseitigen Leben (dünyadaki hayatı) ersehnt, kann und wird all dies - bestätigt durch unendlich viele Erfahrungen - in der Risale-i Nur durch den Glauben (iman) und den Unterricht (ders) aus dem Qur'an erfahren.
Dies wurde geschrieben, um die übermäßige gute Meinung (hüsn-ü zann) eines bedeutenden Gelehrten (Hodscha) über den Meister (Üstad) zu mäßigen, und euch gesandt in der Absicht, dass ihr auch davon einen Nutzen (faide) gewinnen könntet.
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Sekunden und Minuten des Monats Ramadan."}
Unser lieber getreuer, ehrenwerter Bruder Hoca Haşmet!
Wir haben Ihren Brief über die Erneuerer (müceddid) mit Bewunderung (hayret) gelesen und unserem Meister (Üstad) darüber berichtet. Unser Meister sagt dazu:
Unsere Zeit erfordert sowohl wegen des Glaubens (iman) und der Religion (din), als auch wegen des gesellschaftlichen Lebens (hayat-ı içtimaiye) und des islamischen Gesetzes (şeriat), als auch wegen des allgemeinen Rechtes (hukuk-u âmme) und der islamischen Politik (siyaset-i İslâmiye) in der Tat einen überaus bedeutenden Erneuerer. Dabei ist jetzt die vornehmste Aufgabe eine Erneuerung (tecdid vazifesi) zur Erhaltung (muhafaza) der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniyeyi) als das Heiligste (mukaddes) und das Allergrößte. Die Bereiche des islamischen Gesetzes (Şeriat), des gesellschaftlichen (hayat-ı içtimaiye) und des politischen Lebens (siyasiye) verbleiben im Vergleich mit diesen beiden auf der zweiten, dritten oder vierten Stufe (derece).
Was die nachdrückliche Bedeutsamkeit (ziyade ehemmiyet) der Erneuerung der Religion (tecdid-i din) in den Überlieferungen der Hadise (Rivayat-ı hadîsiye) betrifft, so geht es hier um eine Rückbesinnung (tecdid) auf die Wahrheiten des Glaubens (imanî hakaik). Da aber in der Vorstellung des einfachen Volkes (efkâr-ı âmme), in den Augen der Menschen, die das Leben lieben (hayatperest insanlar), Aspekte des islamischen gesellschaftlichen Lebens (hayat-ı içtimaiye) und einer religiös gefärbten Politik (siyaset-i diniye), welche äußerlich vielseitig (zahiren geniş) und hinsichtlich der Regierung (hâkimiyet) faszinierend (cazibedar) sind, noch bedeutsamer erscheinen, betrachten sie die Dinge durch diese Brille (adese), von diesem Standpunkt (nokta-i nazar) aus und verleihen ihnen so ihren Sinn (mana).
Darüber hinaus ist es sehr weit davon entfernt, ja vielmehr sieht es ziemlich unmöglich aus, diese drei Aufgaben (vezaif) gleichzeitig bei einer Person (şahıs) oder einer Gemeinschaft (cemaat) zu finden und perfekt erfüllt (mükemmel) zu werden und einander nicht widerlegen (cerhet) zu sollen. Das kann nur bei Hazret-i Mehdi, der in der Endzeit (Âhirzaman) die lichtvolle Gemeinschaft (cemaat-ı nuraniye) der Familie des Hauses (Âl-i Beyt) des Propheten (Nebevî), mit dem Friede und Segen sei, repräsentiert (temsil), und bei der geistigen Körperschaft (şahs-ı manevî) seiner Gemeinde (cemaat) in dieser Zeit zusammen (içtima) sein. Unendlicher Dank (şükür) sei Gott, dem Gerechten (Cenab-ı Hakk), dass Er in diesem Zeitalter (asır) die Wahrheiten (hakikat) der Risale-i Nur und die Geistige Körperschaft (şahs-ı manevî) ihrer Schüler (şakird) dazu brachte, dass sie diese Aufgabe (vazifesi) der Erneuerung (tecdid) bezüglich der Erhaltung (muhafaza) der Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) erfüllen konnten. Seit zwanzig Jahren leisten sie in diesem heiligen Dienst (vazife-i kudsiye) anhand ihrer wirkungsvollen (tesirli), erfolgreichen Veröffentlichungen (fatihane neşri) gegen die Angriffe (hücum) des mächtigen Unglaubens (kuvvetli zındıka) und des Irrglaubens (dalalet) tüchtig Widerstand (mukabele) und retteten (kurtar) den Glauben (iman) von hundertausenden Gläubigen (ehl-i iman), was vierzigtausend Leute bezeugen (şehadet) können.
Er sagt jedoch, dass eine so arme, schwache und hilflose (bîçare) Person (şahs) nicht in Betracht gezogen (medar-ı nazar) werden darf, um ihr eine Last (yük) aufzubürden, die doch tausendfach über ihre Grenzen hinausgehen würde. Doch lässt er Sie grüßen. Auch wir grüßen (selâm) eure Exzellenz (zâtınız) und all diejenigen, die dort bei Ihnen mit der Risale-i Nur in Verbindung (alâkadar) stehen.
Unter den Schülern (şakird) der Risale-i Nur
Es gibt da eine Wahrheit, die ich auch mit einer sehr ernsthaften Ermahnung klar machen muss. Entsprechend dem Geheimnis:
{"Es kennt niemand das Verborgene außer Gott."}
können selbst Leute, die im Rufe der Heiligkeit stehen, die verborgenen Dinge nicht wissen, wenn sie ihnen nicht zu wissen gegeben wurden. Auch die größten Heiligen (veli) können den Zustand ihres Gegners nicht kennen und ihn deswegen zu Unrecht bekämpfen. Die unseligen Auseinandersetzungen zwischen den zehn, denen (das Paradies) vorausverkündet worden war, bezeigen dies. Das heißt also, dass zwei Heilige, Leute von Wahrheit, die einander nicht anerkennen wollen, nicht deswegen ihren geistigen Stand (makam) verlieren. Nur darf man dabei nicht offensichtlich den Gesetzen (Scheriat) ganz und gar entgegenhandeln und sich nicht einer offensichtlich falsch verstandenen persönlichen Freiheit entsprechend verhalten.
Wenn man aus diesem Grunde im Geheimnis (sirr) der Ayah
{"Sie bezwingen ihren Groll und vergeben den Menschen." (Sure 3,134)}
diesem erhabenen, edelmütigen Grundsatz folgt, die gute Meinung der einfachen Gläubigen über ihren Scheych nicht zu verletzen, um so ihren Glauben vor einer derartigen Erschütterung zu bewahren und weil es notwendig ist, die Säulen (Schüler) der Risale-i Nur vor ihrem zwar berechtigten, jedoch schädlichen Zorn über diese ungerechten Einwände zu schützen und so den Atheisten keine Gelegenheit zu bieten, die Gegnerschaft zwischen den beiden Gruppen der Leute des Rechten Weges (ehl-i haqq) auszunutzen, die einen mit den Waffen der anderen und deren Argumenten zu schlagen, eine Seite mit den Beweisen der anderen zu widerlegen und so beide (Kämpfer) zugleich zu Boden zu werfen und außer Gefecht zu setzen, sollten die Schüler der Risale-i Nur aufgrund der oben erwähnten vier Punkte ihren Gegnern nicht mit (Gefühlen) von Zorn und Wut und (Gedanken) der Widervergeltung entgegentreten. Stattdessen sollten sie nur die strittigen Punkte friedlich beilegen, um sich zu verteidigen und noch offene Fragen zu beantworten. Denn in unserer Zeit ist der Egoismus bereits weit fortgeschritten. Ein jeder Mensch bemüht sich darum, dass jenes Stückchen Eis, dem sein Ego gleicht und das seiner Statur entspricht, nicht schmilzt, sich nicht verformt. Er glaubt sich dafür entschuldigt und daraus entstehen (alle) Konflikte. Das schadet den Kennern der Wahrheit (ehl-i haqq), nutzt jedoch den Leuten des Irrwegs (ehl-i dalalet).
Der bekannte Fall von Kritik (in Istanbul) weist darauf hin, dass zukünftig einige Personen, die sich für gebildet (meschreb) halten und darauf besonders stolz sind, einige egoistische Leute, die von der islamischen Mystik angehaucht (sofî-meşreb) sind, einige Leute der Rechtleitung sowie einige Kenner der Wahrheit (ehl-i irşad ve ehl-i haqq), die ihre eigenwillige Seele (nefs-i emmare) noch nicht völlig abgetötet hatten und sich vor dem Abgrund ihrer Ruhmsucht noch nicht retten konnten, im Interesse ihrer Bildung (meşreb), die sie sich bereits erworben hatten und (aufgrund einer Art von) Berufung (meslek), die sie doch so populär gemacht hat, gegen die Risale-i Nur und deren Schüler opponieren werden, um sich so die Sympathie ihrer Gefolgschaft zu erhalten. Sie werden sich ihr im Gegenteil möglicherweise hartnäckig widersetzen. Angesichts solcher Vorkommnisse ist es jedoch notwendig, ruhig Blut zu bewahren, uns nicht erschüttern zu lassen, auch nicht mit Feindseligkeit zu reagieren und die Anführer unserer Gegner nicht in Verruf zu bringen.
Deshalb muss ich hier ein Geheimnis (sirr), das zu enthüllen mir bislang noch nicht in den Sinn gekommen war, nun doch noch enthüllen. Es handelt sich um Folgendes:
Die geistige Körperschaft der Risale-i Nur und die geistige Körperschaft einiger erlesener Schüler, welche diese geistige Körperschaft vertreten, weil sie den Status (makam) eines "Ferid" (d.h. eines unmittelbaren Schülers des Qur'an) an sich erfahren haben, unterstehen nicht dem geistigen Pol (qutub) eines bestimmten Landes, ja noch nicht einmal der Jurisdiktion des Groß-Pols (kutb-u azam), der von einigen, äußerst seltenen Ausnahmen, einmal abgesehen, normalerweise im Hidschas (d.h. entweder in Mekka oder in Medina) residiert, und brauchen sich auch nicht seiner Jurisdiktion zu unterstellen. Der gleichzeitigen Existenz zweier Imame vergleichbar, ist es dabei nicht erforderlich, ihn zu kennen. So glaubte ich früher, dass die geistige Körperschaft der Risale-i Nur einer dieser beiden Imame sei. Inzwischen wurde mir klar, dass der "Große Helfer" (Ghaus-ul'adham) zur gleichen Zeit den Status eines Poles (kutbiyet), eines Helfers (ghausiyet) und auch die "Schülerschaft des Qur'an" (ferdiyet) besaß. Auch in der Endzeit (âhir zaman) erfahren die Risale-i Nur und die mit (Scheych Geylani) verbundenen Schüler den Status dieser Schülerschaft (ferdiyet makam).
Aufgrund dieses großen Geheimnisses (sırr-ı azîm), das ich eigentlich als rein vertraulich hätte behandeln wollen, sollten sich die Schüler der Risale-i Nur sogar durch einen Einwand gegen die Risale-i Nur, und käme er - den unmöglichen Fall einmal angenommen - aus dem ehrwürdigen Mekka und vom Groß-Pol (kutb-u azam) persönlich, nicht erschüttern lassen, vielmehr diesen Einwand des ehrenwerten Groß-Pols (mübarek kutb-u azam) als ein Kompliment auffassen und ihn als einen Gruß (selam) von ihm annehmen und, um seine Gunst erwerben zu können, die Punkte, die Anlass zu seiner Kritik gegeben haben, solch großen Meistern (ustadh) gegenüber erläutern und ihnen die Hand küssen.
Oh meine Brüder! Angesichts solcher entsetzlicher Strömungen und welterschütternder Ereignisse (hadith), die ein ganzes Leben (hayat) aus dem Ruder werfen können, sind eine unumstößliche innere Sicherheit (metanet) und stets ruhig Blut (itidal-i dem) erforderlich und eine grenzenlose Opferbereitschaft in sich zu tragen, vonnöten.
{"Sie ziehen das Leben in dieser Welt dem jenseitigen vor." (Sure 14, 3).}
Der tiefere Sinn (sirr) dieser Ayah weist in der Tat auf folgende Bedeutung (manah) hin: (Wenn Menschen) in unserer Zeit, obwohl sie doch vom Jenseits (âhiret) Kenntnis besitzen und daran glauben, dennoch dieses irdische Leben (dünya) lieben und es dem jenseitigen (âhiret) vorziehen, zerbrechliches Glas einem unzerstörbaren (baqi) Diamanten wissentlich, froh und zufrieden vorziehen, ohne die Folgen zu sehen, blind ihren Gefühlen folgend, ein Dirhem (3 g) von einem Genuss-Gift, das sie gerade zur Hand haben, einem Batman (8 kg) unverfälschten Genusses in einer zukünftigen (Welt) vorziehen, so ist dies eine fürchterliche Krankheit, geradezu eine Plage. Und dem Geheimnis (sirr) dieser Plage entsprechend finden sich sogar einige echte Gläubige (hakikî mü'min), die sich manchmal auf die Seite der Leute des Irrwegs (ehl-i dalalet) stellen und so einen fürchterlichen Fehler begehen. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-ı Hakk), die Leute des Glaubens (ehl-i iman) und die Schüler der Risale-i Nur vor dem Übel (şerr) dieser Plagen beschützen! Âmîn.
Was ist der Grund (sebeb) und der Anlass der Erwähnung (vech-i tahsis), dass - wie in der Abhandlung (Risale) "Hinweise (İşarat) aus dem Qur'an" erklärt wird - unter den Leuten (ashab) des geraden Weges (sırat-ı müstakim), die am Ende der Sure "Fatiha" als die Schar (taife) in der Ayah
{"diejenigen, denen Du Gnade erwiesen hast," (Sure 1, 7)}
beschrieben (tarif) wird, und unter den Kämpfern (Mudschahidin), auf die die Hadis
{"eine Schar aus meiner Gemeinde wird niemals aufhören, weiterzubestehen, usw."}
in der Endzeit (âhirzaman) hinweist, und in der hinweisenden Bedeutung (mana-yı işarîsi) der drei Sätze aus der Sure "Ve-l'Asr" (Bei der Epoche) angefangen von
{"außer denen, die glauben," (Sure 103, 3)}
mit enthalten ist, in einer besonderen Form (hususî bir suret) ein Aspekt der aufrichtigen Schüler (şakird) der Risale-i Nur sind?
Antwort: Was den Grund (sebeb) dafür betrifft, so hat die Risale-i Nur etwa hundert Geheimnisse des Glaubens (din tılsımları) und Rätsel (muamma) der Wahrheiten (hakaik) des Qur'ans entdeckt und gelöst (hall ve keşfet); durch den Mangel an Kenntnis jedes einzelnen Geheimnisses (tılsım) verfielen viele Menschen meistens dem Zweifel und ihrem Argwohn (şübehat ve şükûk), konnten sich nicht vor allen Unsicherheiten (tereddüd) retten und verloren so gelegentlich auch ihren Glauben (iman). Heute, kämen auch alle Ungläubigen (dinsizler) zusammen, könnten sie nach der Entschleierung dieser Geheimnisse (tılsımların keşfinden) nicht mehr {einen solchen Glauben (A.d.Ü.)} zerstören (galebe). In dem Abschnitt über die sieben Gnadengaben (İnayat-ı Seb'a) aus dem 28. Brief wurde bereits auf einen Teil von ihnen {einen Teil der Geheimnisse (A.d.Ü.)} hingewiesen (işaret). Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass wir später diese Geheimnisse (tılsım) einmal in einer separaten Abhandlung (müstakil bir risale) zusammenfassen können.
........................
Des Weiteren hatte ich, als ich einmal aus Tosya nach Kastamonu fuhr, die Bücher der Risale-i Nur "Blitze" (Lem'a) und "Strahlen" (Şualar) bei mir. Ich las etwas aus einem Kapitel (mebhas) über die Wiederauferstehung (Haşr). Der Lastwagen kletterte die Hänge (yokuş) empor. Die Hitze der Luft und des Motors (makine) lasteten auf mir. Während ich mir noch dachte (fikr): "Diese Risale-i Nur ist ein gewaltig großes Wunder (muazzam bir mu'cize) des Qur'an. Könnte sie noch weiter auf einer anderen Ebene (saha) Wunder (mu'cize) zeigen? Denn eigentlich ist ja das Wunder den Propheten (Enbiya), mit denen der Friede sei, zugehörig (mahsus). Nach dem Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, wird kein Wunder mehr gezeigt werden." Inmitten meiner Überlegungen (mülahaza) rollten wir, wobei sich der Lastwagen mit fürchterlichen Stößen und Schlägen (müdhiş sadme) drei Mal überschlug, fünfundzwanzig, dreißig Meter tief hinunter. Ich wiederholte mehrmals die Bekenntnisformel (Şehadet). Ich untersuchte mich, ob ich vielleicht verletzt wäre. Hunderttausendmal Dank (yüzbin şükür)! Ich war überhaupt nicht verletzt! Ängstlich richtete ich mich auf und sah, dass der Fahrer ganz und gar mit Verletzungen übersät war und dabei "Ach und weh!", stöhnte. Danach kontrollierte (tedkik) ich auch meine Umgebung. Auf der Fahrerseite waren die Tür und alle Scheiben völlig zerstört (hurdahaş). Auf meiner Seite war hingegen nicht eine einzige Scheibe zerbrochen. In diesem Augenblick habe ich begriffen, dass dies eine Gnade Gottes (keramet) war, zwar kein Wunder (mu'cize), doch eine wunderhafte Ohrfeige aus dem Verborgenen (kerametkârane gaybî bir tokat) war, damit ich nicht noch einmal über derartige verquere (maceralı) Fragen nachdenken solle.
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
An die Abhandlung über die Hinweise (Mecmua-i İşarat) aus dem Qur'an (Mecmua-i İşarat), die ihr abgeschrieben habt und die als eine Bestätigung aus dem Verborgenen (imza-yı gaybî) für die Wahrhaftigkeit (hakkaniyet) und Bedeutsamkeit der Risale-i Nur gilt, haben wir zweimal mehr als das, was ihr aus der Briefsammlung (Lâhika) ausgewählt (intihab) habt, hinzugefügt (ilâve). Wenn ihr aber auch für euch selbst eine solche Sammlung (mecmua) zusammengestellt habt, wollen wir auch das, was wir selbst noch hinzugefügt (ilâve) haben, an euch senden. Die furchtbaren Stürme (fırtına) dieser Zeit beweisen (isbat), dass sich der Wert, über den diese Abhandlung (mecmua) spricht, in der Risale-i Nur wiederfindet.
In der Tat sagte Hazret-i İsa Aleyhisselâm (Jesus Christus) in den Heiligen Evangelien (İncil-i Şerif): "Ich gehe, damit der Tröster (tesellici) zu euch komme.", d.h. Ahmed Aleyhissalâtü Vesselâm. Aufgrund seiner Aussage ist es als ein so großes Ergebnis (netice), Ziel (gaye) und Geschenk (hediye) des Qur'ans, diese Tröstung (teselli), die er der Menschheit (beşer) gebracht hat.
Für den Menschen (insan), der sich inmitten der furchtbaren Stürme (dehşetli fırtına) dieser Welt (kâinat) mit all ihrem Untergang (zeval), mit den Zerstörungen (tahribat) inmitten der Leere (boşluk) dieses endlosen Alls (nihayetsiz feza) mit allem verbunden fühlt, schenkt ihm eine wahrhaftige Tröstung (hakikî teselli) in der Tat nur der Qur'an dank jener Hilfs- und Anhaltspunkte, auf die er sich stützen und von wo aus er Hilfe erwarten kann. Diejenige aber, die ihm in dieser Zeit (zaman), in diesem Zeitalter (asır), das dieser Tröstung (teselli) am meisten bedarf (muhtaç), ihm diese Tröstung auf eine so machtvolle Weise (kuvvetli bir suret) erweist und sie ihm aufzeigt, ist die Risale-i Nur. Denn sie ist es, welche durch diese Naturphilosophie (tabiat), welche die Quelle (menba) der Finsternis (zulümat) und jeder irrigen Vorstellung (evham) ist, hindurch jenen Tunnel geschaffen und zum Licht der Wahrheit (hakikat nuruna) hindurchgetreten ist. In den meisten ihrer Abschnitte (parça) - wie dem "Sechzehnten Wort" (Onaltıncı Söz) - entdeckt und erläutert sie hunderte Rätsel (tılsım) der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) und rettet so den Verstand vor Verleugnung (inkâr) und allen Unsicherheiten (tereddüd). Und so bewirkt sie von dieser Tatsache aus in dieser so viel Überdruss hervorrufenden (usandırıcı), so schrecklichen Zeit, auf eine niemals Überdruss hervorrufende Weise (usandırmayacak) mit steten Wiederholungen, dass diejenigen, die noch ihren Verstand (akl) beisammen haben, sich mit der Risale-i Nur beschäftigen (meşgul). Wie Ref'et Bey in seinem Brief schreibt: "Eine ganz offensichtliche Besonderheit (bâriz hasiyet) der Risale-i Nur ist, dass sie niemals Überdruss hervorruft (usandırmamak). Auch wenn sie hundert Mal gelesen wird, kann sie auch beim hundert und ersten Mal wieder mit Freude (zevk) gelesen werden." So hat er es völlig richtig gesagt.
Als das Sprachrohr (tercüman) der Risale-i Nur neben seiner eigentlichen Aufgabe (hakikî vazifesi) einmal auch einen Blick auf die künftigen Ereignisse (istikbaliyat) in dieser Welt (dünya) warf, rief dies gewissermaßen eine Art Verwirrung (müşevveşiyet) in ihm hervor, so pflegte er z.B. vor dreißig, vierzig Jahren zu sagen: "Ein Licht (Nur) wird kommen und wir werden eine lichterfüllte Welt (nuranî âlemi) erleben." Die Bedeutung dessen wurde damals jedoch noch in einem globalen Bereich (geniş bir daire) und unter einem politischen Aspekt (siyaset) vorgestellt (tasavvur).
Des Weiteren stellte er (tasavvur) sich, indem er vor vierzehn, fünfzehn Jahren (1925) sagte: "Diejenigen, die Glaubenslosigkeit (dinsizlik) planen, werden fürchterliche Schläge vom Himmel herab (müdhiş semavî tokatlar) bekommen." dieses entsetzliche Ereignis (dehşetli hâdise) in diesem großen und weiten Kreis rund um die Erde (küre-i arz) in einem engbegrenzten Land (dar bir memleket) und unter einer nur begrenzten Anzahl Menschen (mahdud insanlar) vor. In Wirklichkeit hat die Zukunft (istikbal) diese beiden Voraussagen aus dem Verborgenen (ihbar-ı gaybiye) weit über alle Vorstellung (tasavvur) hinaus kommentiert und ausgelegt (tefsir ve tabir). Der Alte Said hat mit seiner Aussage "wir werden eine lichterfüllte Welt (nur âlemi) erleben." in der Tat die Bedeutung des Kreises der Risale-i Nur verspürt, stellte sie sich (tasavvur) aber in einem globalen politischen Umfeld (daire-i siyasiye) vor. Zudem sagte er anhand des Zeichens (remz) des Geheimnisses (sırr) aus der Sure "İnna A'tayna"*, dass nach dreizehn, vierzehn Jahren diejenigen, die den Atheismus (dinsizlik) und die Glaubenslosigkeit (zındıklık) verbreiten, ganz fürchterliche Ohrfeigen (müdhiş tokat) bekommen werden. Er hat sich diesen Sachverhalt (hakikat) nur in einem engen Umfang vorgestellt (tasavvur). Nun hat die Zeit diese beiden Tatsachen (hakikat) zur Gänze ausgelegt und kommentiert (tabir ve tefsir). In der Tat erweist sich vor allem die Provinz (Vilayet) Isparta als ein Kreis der Risale-i Nur und zeigt so diese erste Tatsache (hakikat) in einer besonders glänzenden und schönen Form. Was die zweite Tatsache (hakikat) betrifft, so haben diese entsetzlichen Ohrfeigen des Himmels (dehşetli semavî tokat), welche die Häupter der bösen Geister (ervah-ı habise) treffen, welche die Auflehnung (tugyan) einer Zivilisation (medeniyet-i sefihe) in Ausschweifung und die Einimpfung der Pest des Materialismus (maddiyyunluk) {(Anmerkung): Diese Pesterkrankung des Materialismus (maddiyyunluk taunu) hat in der Tat diesen abscheulichen Fieberanfall für die Menschheit (nev'-i beşer) und dieses Beben auf dem ganzen Erdenrund (küre-i arza) verursacht.} planen und verwalten (idare), in einem globalen Umfang die Wahrheit (hakikat) dieses Geheimnisses (sırr) aus der Sure "İnna A'tayna" {"Wir haben dich in der Tat im Überfluss beschenkt." (Sure 108)} ganz und gar bewiesen (isbat).
Die folgende Frage ist mir eingefallen (hatır): Warum bedürfen (muhtaç) ein Vertrauen auf Hinweise der Übereinstimmung (işarat-ı tevafukiye) und Eingebungen des Herzens (sünuhat-ı kalbiye) in Bezug auf Fragen nach künftigen (mesail-i istikbaliye) irdischen (dünyevî) Geschehnissen, was die Erklärungen (beyanat) der Risale-i Nur betrifft, manchmal noch eines Kommentars oder einer Auslegung (tabir ve tevil), wo sich doch die Schlussfolgerungen (hükümler) der Risale-i Nur aufgrund zuverlässiger Zeugnisse (kat'î bürhanlar), was ihren Wahrheitsgehalt (hakaik) betrifft, wortwörtlich und ohne jeden Kommentar (tevilsiz) und ohne eine Auslegung (tabirsiz) als wahr (hakikat) herausstellen?
Die folgende Antwort wurde mir eingegeben (ihtar): In der Vorhersage der verborgenen (gaybî) Ereignisse (hâdisat), die in der Zukunft der Welt (istikbal-i dünyevî) und in den weltlichen Angelegenheiten (dünya işleri) erlebt werden, verbirgt sich Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen (Cenab-ı Erhamürrâhimîn), so große Barmherzigkeit (rahmet) und in dem Verbergen des Verborgenen (gaybı gizlemek) liegt Seine so bedeutende Weisheit (hikmet). In dieser Hinsicht verbietet (yasak) Er die verborgenen (gaybî) Dinge vorauszusagen (haber) und nur in einer kurzen, verschlossenen (mübhem ve mücmel) Form, entweder durch eine Eingebung (ilham) oder eine Inspiration (ihtar), macht Er ein Anzeichen (emare) zu einem Anlass und lässt einen Teil der verborgenen Wahrheiten (gaybî hakikat) anhand einer visionären Entdeckung (keşfiyat) oder einem Wahrtraum (rü'ya-yı sadıka) erahnen. Die persönlichen Formen dieser Wahrheiten (hakikat) werden erst bekannt, nachdem sie bereits geschehen (vuku) sind.
Zudem gibt es viele Fälle in dieser Umgebung, wo die Risale-i Nur für Städte und Gemeinden (kasaba ve cemaat) eine Quelle des Segens (berekete medar) wurde, während diejenigen, die ihr schaden (zarar) wollen, ihre Ohrfeigen (tokat) bekommen haben. Desgleichen hat sie Menschen (şahıslar) auf eine ganz offensichtliche Weise sowohl Segen (bereket) gebracht, als auch denjenigen, die an ihr arbeiten, einen guten Lebensunterhalt (hüsn-ü maişet) verschafft, während diejenigen, die gegen sie arbeiten wollten, Schläge aus dem Verborgenen (gaybî tokatlar) empfangen haben. In dieser Gegend (havali) hat es viele derartige Vorfälle (hâdise) gegeben
So wie wir selbst (nefsimizde) auf eine ganz offensichtliche Weise einen guten Lebensunterhalt (hüsn-ü maişet) finden und Gnade (inayet) erlangen, wenn wir an ihr arbeiten, sehen wir auch, dass diejenigen, die gegen die Risale-i Nur oder ihre Schüler (şakird) arbeiten, heftige Ohrfeigen (tokat) treffen.
Hier nun dafür nur drei Beispiele:
Einer von uns - Säulen (erkân) der Risale-i Nur - berichtet (haber) aus zuverlässiger Quelle, dass drei, vier Männer um eines weltlichen Vermögens (dünya servet) willen zusammengekommen waren, um einen heimtückischen Plan (münafıkane tedbir) zu schmieden; drei Tage später verbrannten die Häuser (haneler) dieser drei, vier Männer und der Laden (dükkân) eines weiteren. So hatte jeder von ihnen seine Ohrfeige (tokat) bekommen und dabei einen Schaden (zayiat) in der Höhe von Tausenden Lira erlitten.
Desgleichen bemühte sich ein hinterlistiger Spion (dessas casus), die Schüler (şakird) der Risale-i Nur ins Gefängnis (hapis) zu bringen. Eines Tages sagte er in aller Öffentlichkeit (ilân ettigi) und ohne jede Veranlassung (serbest olarak): "Ich konnte zwar noch keine Spur (ipucu) entdecken, sodass ich sie ins Gefängnis hätte bringen können. Wenn ich jedoch eine Spur entdecke, werde ich sie in jedem Fall ins Gefängnis bringen." Zwei Tage später hat er aber etwas getan, wofür dann dieser Mann, anstelle der Schüler (şakird) der Risale-i Nur, für zwei Jahre ins Gefängnis ging.
Des Weiteren war ein unglückseliger (bedbaht), starrköpfiger (muannid) Mann gegen die Risale-i Nur und gegen eine der Säulen ihrer Schüler (şakirdlerinin bir rüknü) ausfallend (mütecavizane) geworden. {die übliche Aggressivität eines Alkoholikers (A.d.Ü.)} Ein, zwei Tage später ging er wieder in ein Weinlokal (meyhane). Dort saß er dann und trank und trank (içe içe), bis er gar nicht mehr konnte (çatlamış) und starb (ölmüş).
So gibt es noch viele dergleichen Fälle (hâdise) und d.h., dass die Risale-i Nur für all ihre Freunde (dost) zu einem Lebenselixier (tiryak) wird, während sie ihre Feinde (düşman) wie ein Blitzschlag (saıka) trifft.
Dem Ausspruch (fıkra) von Gausu-l'adham über unseren Meister (üstad)
{"Du lebst fürwahr unter den wachsamen Augen der Gnade"}
entsprechend, erfährt dieser Gnade und Unterstützung (inayet ve teshil). Diese Übereinstimmung (tevafuk) ist eine Quelle (madeni) des Wunders (keramet) der Risale-i Nur und dafür gibt es sehr viele Hinweise (emare). Fünf, sechs der Beispiele für die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye), die wir in den letzten ein, zwei Tagen mit eigenen Augen gesehen haben, wollen wir nun in Übereinstimmung (tevafuk) mit einigen persönlichen Fällen (cüz'î hâdise) erläutern (beyan), die zwar sehr klein und subtil (latif) sind, uns aber zu einer sicheren Überzeugung (kat'î kanaat) geführt haben. Sie haben sich in den letzten ein, zwei Tagen zur gleichen Zeit ereignet (vuku):
Erstens: Gestern waren für den Meister (Üstad) im Zusammenhang mit der Risale-i Nur drei Dienste (hizmet) notwendig. Es stand aber niemand zur Verfügung und auch wir waren gerade nicht in der Nähe. So kam er denn die Treppe (merdiven) herunter und öffnete schon die Tür, um ein Kind zu suchen und es zu uns zu schicken. Jedoch völlig unerwartet kamen im selben Augenblick drei Schüler (şakird) an die Tür, um diesen Dienst (hizmet) für die Risale-i Nur zu verrichten.
Zweitens:..............................
Drittens: Auch unser Meister (Üstad) sagte heute wieder zu Emin: "Es ist nun schon wieder drei, vier Monate her, dass die Besitzerin dieses Hauses (hane sahibesi), die sonst immer jede Woche aus ihrem Dorf (karye) hierher kam, nicht mehr gekommen ist und die Miete (kira) schon seit vier Monaten nicht mehr kassiert hat. In jedem Fall solltet ihr ihr eine Nachricht schicken, damit sie wieder hierher kommt, um sie in Empfang zu nehmen." Zur selben Zeit - und er hatte noch gar nicht ausgesprochen - da klopfte schon diese Hausbesitzerin, die seit vier Monaten nicht mehr da gewesen war, an die Tür und trat ein. So empfing sie denn ihre Miete für fünf Monate. Und weil er über ein solches Ereignis der Gnade Gottes (hâdise-i inayet) so sehr glücklich (memnuniyet) war, schenkte der Meister seiner Hausbesitzerin ein Brötchen (yuvarlak), wie wir ein solches hier noch nie zuvor gesehen hatten, weil es hier gar nicht zu bekommen war, sondern nur in einer weit entfernten Stadt (nahiye). Zur gleichen Zeit, nur etwa zwanzig Minuten später bekam unser Meister als Gegenleistung für die beiden Bücher der Risale-i Nur, die sich ein Schüler zwei Jahre zu seinem Studium (mütalaa) ausgeliehen hatte, etwas von demselben Brot, das hier nicht zu finden ist, als ein Tausendstel jenes geistigen Lohnes für sein Studium. Auch gab er dieser Hausbesitzerin noch einen kleinen Teil (parçacık) von der Aşurasuppe. {Eine Suppe, die am zehnten Tage des Monats Muharrem, dem ersten Monat des islamischen Kalenders, zum Gedenken an Noah (Friede sei mit ihm), der an diesem Tage die Arche verließ, gegessen wird. (A.d.Ü.)} So erhielt er denn das genau Zehnfache dieser Aşurasuppe und dazu noch diese drei wunderschönen Laibe Brot (latif üç ekmek), also jenes Tausendstel Lohn (manevî ücret) für das zweijährige Studium der beiden Bücher. Das haben wir mit eigenen Augen gesehen.
Des Weiteren hat unser Meister heute diese Hausbesitzerin gefragt: "Wie heißen Sie eigentlich?" weil er ihren Namen bereits sieben Jahre lang nicht kannte. Sie sagte: "Hayriye". Dann fuhr ein Schüler (şakird) der Risale-i Nur namens "Hayri", dessen Name also mit dem Namen "Hayriye" übereinstimmte (tevafuk), ohne uns vorher Bescheid zu geben, nach Istanbul. Ferner hatten sich auch zwei wichtige Schüler (mühim şakird) aus geschäftlichen Gründen (ticaret) verabschiedet und dann auf dem Heimweg verspätet. Aufgrund der materiellen und geistigen (maddî, manevî) Stürme war unser Meister (üstad) ihretwegen - und das auch wegen eines anderen wichtigen Schülers dort - sehr besorgt (merak). Heute kam nun dieser Hayri zwei Stunden nachdem Hayriye gegangen war und beendigte die Sorgen (merak) um diese drei Schüler. Ein Parfüm mit dem Namen Patschuli (tefarik), das unser Meister (üstad) in den letzten vier Monaten stets gebraucht hatte, war heute gerade zu Ende gegangen. Aber Hayri hielt zugleich ein Fläschchen davon in seiner Hand und sagte zu ihm: "Ich habe hier für Sie ein wenig Patschuli {* als ein kleines Gastgeschenk (A.d.Ü.)} mitgebracht." Wir haben auch zu dieser kleinen subtilen Übereinstimmung (tevafuk) mit dem Patschuli-Öl "Möge Gott es segnen" (Bârekâllah) gesagt.
Innerhalb dieser beiden Tage erfuhr unser Meister (üstad), während er mit der Korrektur (tashihat) der Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye) beschäftigt war, gleich diesen - wenn auch nur sehr kleinen Beispielen (küçücük nümune) - noch viele weitere solche Beispiele. Da wir nun einmal während dieser zwei Tage die Erscheinungen (cilve) einer solchen Gnade (inayet) erfahren hatten, kann nun ein jeder, wenn er die Dinge seinem eigenen Dienst (hizmet) innerhalb des Kreises der Risale-i Nur entsprechend aufmerksam (dikkat) betrachtet, auch für sich selbst (kendi nefsinde) solche Beispiele erfahren.
Da unter den ganz ungewöhnlichen Wahrheiten (ciddî hakaik) unseres Meisters (Üstad) und der Risale-i Nur die wohlschmeckendsten Rosinen (fakihe) die Übereinstimmungen (tevafuk) sind, möchten wir unseren Mitbrüdern wieder von ein, zwei kleinen Übereinstimmungen, von denen wir in diesen zwei Tagen erfahren haben, als eine Anmerkung (haşiye) zu der euch zuvor berichteten Übereinstimmung berichten.
Gleich wie die Übereinstimmungen (tevafuk) zwischen den geschriebenen (kelimat-ı mektub) und den ungeschriebenen Worten eine Absicht (kasd) und eine besondere Gunst (inayet-i hususiye) zeigen, erreichen sie in ihrer Außergewöhnlichkeit (hârika) in der Tat manchmal den Grad eines Wunders (keramet). Und manchmal fügen sie dem auch noch eine besonders feinsinnige Feinheit (latif bir zarafet) hinzu. Genauso erfahren wir dieselbe absichtliche (kasdî), gnadenreiche (inayetkârane) Übereinstimmung (tevafuk) bei den Ereignissen (hâdisat), die sich auf die Risale-i Nur und unseren Meister (üstad) selbst in seinen Worten (akval) und Taten (ef'al) beziehen, wie z.B.:
Wie euch bereits geschrieben wurde, sagte der Meister zu unserem Mitbruder Emin wegen der Frau Hausbesitzerin (hane sahibesi), die schon seit vier Monaten nicht mehr gekommen war: "Schicke ihr doch eine Nachricht!" Und noch während er dies sagte, klopfte es bereits an der Tür, was also eine Übereinstimmung (tevafuk) war. Und noch während dieser Satz {in dem Brief (A.d.Ü.)} zwei Mal vorgelesen wurde, öffnete Emin die Eingangstür unten während gerade das Wort "Er sagte zu Emin" vorgelesen wurde. Er kam aber noch bevor seine Besuchszeit gekommen war. Am zweiten Tage lasen wir denselben Brief noch einmal mit einem anderen Mann. Und genau in dem Augenblick, in dem der Satz: "Er sagte zu Emin" vorgelesen wurde, öffnete Emin oben die Tür des Zimmers. Er kam wieder entgegen seiner sonstigen Gewohnheit zu kommen und trat ein. Diese beiden Übereinstimmungen (tevafuk) stehen mit der Übereinstimmung mit der Frau Hausbesitzerin in Übereinstimmung (tevafukuna tevafuku) und zeigen, dass selbst unsere alltäglichen Angelegenheiten kein Zufall (tesadüf) sondern eine beabsichtigte Übereinstimmung (kasdî tevafuk) sind.
Des Weiteren hatte uns Fuad, einer der Schüler (şakird) der Risale-i Nur, vor vier Monaten ein wenig Tarhana {eine Fertigsuppe (A.d.Ü.)} gebracht. Danach war er nach Istanbul abgereist. Und nun waren wir seinetwegen besorgt, weil er sich schon dreißig Tage verspätet hatte. Doch dann hatten wir eines Tages die Tarhana aufgebraucht und noch am selben Tage kam er wieder zurück und auch das war wieder eine Übereinstimmung (tevafuk).
Des Weiteren endete ein Stück Butter, deren Segen (bereket) wir und auch unser Meister (üstad) verspürt hatten. {Das Stückchen Butter wollte nie ein Ende nehmen (A.d.Ü.)} Zur gleichen Zeit, in der dieses Stückchen zu Ende ging, kam nach unserer Vorstellung übereinstimmend (tevafuk) mit dieser Menge am gleichen Ort, zur gleichen Zeit wieder die gleiche Menge. Zudem mag unser Meister (üstad) Kringel (çörek) gern, die hier in den Dörfern in der Asche (kül) gebacken werden, und aß morgens und abends einige davon, was etwa fünfzehn Tage lang so weiterging. An dem Tage, an dem schließlich alles aufgegessen war, brachte einer seiner Verwandten von den gleichen Kringeln wieder neue. Um dieser Übereinstimmung (tevafuk) willen hat er sie nicht abgelehnt, sondern angenommen (çevirmedi, kabul etti). Dagegen hat er etwas von diesem Segen verschenkt (teberrük). Wir haben in dieser subtilen Übereinstimmung (latif tevafuk) diese Fünkchen (cilve) der anmutigen Gnade Gottes (şirin inayet-i İlahiye) mit unseren eigenen Augen gesehen und erkannt, dass der blinde Zufall (kör tesadüf) sich nicht in unsere Angelegenheiten einmischt. So wie sich eine solche feinsinnige Übereinstimmung (manidar tevafuk) zwischen den Worten und Buchstaben (kelimat ve hurufat) der Risale-i Nur auftut, so geschehen auch solch feinsinnige Übereinstimmungen (manidar tevafuk) zwischen den Handlungen und allen Tätigkeiten (harekât ve ef'al), die sie betreffen. Da es hier um Gottes Gnade (inayet) geht, ist dies von großer Bedeutung (kıymet), auch wenn es sich dabei nur um ganz individuelle Dinge handeln sollte. Darüber so ausführlich zu schreiben und dem so große Beachtung zu schenken gilt deshalb nicht als Verschwendung (israf). Denn hier handelt (murad) es sich um die Gnade und einen Hulderweis göttlicher Barmherzigkeit (inayet ve iltifat-ı rahmet), die sich auf diese Weise ausdrückt (mana). Auch diese Abhandlung (bahis) gilt dafür als ein geistiger Dank (manevî bir şükür).
Ein Brief (hitap) an Hâfız Mustafa, der die Abhandlungen (ecza) der Risale-i Nur vom Gericht (mahkeme) abgeholt (alıp), mir gebracht (getirip) und sie mir ausgehändigt (bana teslim) hat.
{"Im Namen dessen der gepriesen sei... Und es gibt kein Ding, dass nicht lobend Ihn preist." (Sure 17,44) "Friede sei mit euch, das Erbarmen Gottes und Sein Segen nach der Anzahl der Buchstaben der Risale-i Nur."}
Mein lieber getreuer Bruder und erfolgreicher Gefährte im Dienst am Qur'an!
Wir heißen dich tausendmal willkommen. Du hast mich für ewig zu Dank verpflichtet. Dein und deiner treuen Gefährten Dienst für die Freigabe der Risale-i Nur ist so groß und wertvoll, dass ihr nicht nur uns und die Schüler (şakird) der Risale-i Nur, ja sogar dieses Land (memleket) und die islamische Welt (âlem) innerlich (manen) zu Dank (minnet) verpflichtet habt. Ihr habt den Weg für die Risale-i Nur geöffnet, damit sie den Gläubigen (ehl-i iman) zu Hilfe eilen kann. Ich habe seit einem Jahr dich und diejenigen, die mit dir zusammen an dieser Freigabe arbeiten, zusammen mit diesen unerschrockenen Männern, wie dem verstorbenen Hâfis Ali und Husrev, in meinen eigenen geistigen (manevî) Verdienst und in meine Gebete miteingeschlossen und werde das auch weiterhin tun. Jede Minute, die du bis hierher unterwegs verbracht hast, machte mich dankbar (minnettar), genauso, als hättest du einen Tag lang im Dienst an der Risale-i Nur verbracht. Den bekannten Herrn, der den Titel der Gerechte Richter (Hâkim-i âdil) verdient hat, und diejenigen, die für uns mit ihm zusammen gearbeitet haben, werde ich wegen dieser Dienste für die wahre Gerechtigkeit (hakikî adalet) bis zum Ende meines Lebens nicht vergessen. Seit sechs, sieben Monaten schließe ich auch sie genauso als Partner (şerik) in meinen geistigen Verdienst mit ein.
Das, was mir zurückgegeben wurde, ist ein Teil der Risale-i Nur. Ich werde meinen Brüdern schreiben, dass sie ihn vollenden sollen und ich möchte ihn dann Ihnen schenken. Denn Sie haben ihren vollständigen Anteil an dem folgenden weiteren Dienst an der Risale-i Nur. Sowohl ich als auch die Schüler (talebe) der Risale-i Nur haben beschlossen, in dieser Sache die Stadt (şehir) Denizli mit meinem Dorf (karye) zu Partnern (arkadaş) zu machen und all ihre Toten und diejenigen, die von den Gläubigen (ehl-i iman) noch am Leben sind, an unserem geistigen (manevî) Verdienst teilhaftig werden zu lassen. Auch das Gefängnis von Denizli halten wir für eine Schule zu unserer Prüfung (imtihan medrese). Ich wünsche allen, die sich mit uns verbunden fühlen, sowohl in Denizli als auch im Gefängnis und besonders dem Gremium des Gerichtes, dessen vollständige Gerechtigkeit wir erfahren haben, Frieden (selâm) und schließe sie alle in unsere Gebete (dua) mit ein.
{"Im Namen dessen der gepriesen sei... "Friede sei mit euch, das Erbarmen Gottes und Sein Segen."}
Fünfter Punkt: Die Risale-i Nur ist ein wichtiges Mittel (vesile), dieses Land (memleket) Anatolien vor Unheil (bela) zu bewahren. Gleich wie eine Spende (sadaka) ein Unheil (bela) abwendet, hat sich anhand vieler Anzeichen (emare) und vieler Ereignisse (hâdise) herausgestellt, dass ihre Verbreitung (intişar) und ihre Lektüre nach Art einer umfassenden Spende alles Unheil des Himmels und der Erde abwenden wird. Es hat sich dies sogar durch einen Hinweis (işaret) des Qur'an bewahrheitet (tahakkuk): Der Beginn einer Kette von vier einander folgenden Erdbeben (zelzele) in einer Zeit, da ihre Abschrift und ihre Verbreitung verhindert wurde, und deren Ende durch ihre Weiterverbreitung, wonach sie nun in Anatolien in den meisten Orten gelesen wird, was wiederum dazu führte (vesile), dass der zweite Weltkrieg nicht nach Anatolien kam, worauf ja auch die Sure 103 وَ الْعَصْرِ {"Bei dem Zeitabschnitt"} hinweist. Während wir in dieser letzten zweimonatigen Dürrezeit (kuraklık) darauf warteten, dass das Revisionsgericht das Urteil des Gerichtes bezüglich des Freispruchs (beraet) der Risale-i Nur bestätigt und dass sie dem Land (vatan) von Vorteil (menfaat) ist und deshalb die Risale-i Nur in vollkommener Freiheit verbreitet und gelesen werden darf, wurde sie ganz und gar im Gegensatz dazu verboten, die einzelnen Abhandlungen im Gericht ihren Besitzern nicht zurückgegeben und wir wurden auch daran gehindert in diesem Sinne zu reden. Daher konnte auch diese umfassende geistige Spende (sadaka-i manevi), welche die Abwendung des Unheils bewirken sollte, dem nicht entgegenwirken, und so begann denn infolge unserer Sünden eine Zeit der Dürre.
Da wir, die Schüler der Risale-i Nur, der Welt nicht viel Bedeutung beimessen und die Welt (dunya) nur im Zusammenhang mit der Risale-i Nur sehen, betrachten wir auch eine Zeit ohne Regen von diesem Standpunkt aus. So regnete (rahmet) es in derselben Zeit, in der ein kleiner Teil der Risale-i Nur, der dem Gericht in Denizli überbracht worden war, inzwischen aber ihren Besitzern wieder zurückgegeben wurde, auch hier zur selben Zeit, in der ein Teil der Leute wieder mit der Abschrift begonnen hatte, in dieser Zeit der Regenlosigkeit auch wieder ein bisschen. Da diese Rückgabe der Risale-i Nur jedoch nur eine teilweise war, blieb auch der Segen (rahmet) diesmal nur gering. Möge Gott es wollen (inşâallah), dass auch mir meine Abhandlungen (risalah) bald wieder vollständig zurückgegeben werden, ihre Verbreitung (intişarı) im ganzen Land erfolgen kann und so auch ihr Segen {(Anmerkung): Es geschah genauso und so haben wir es erlebt.} (rahmet) vollkommen sein möge.
{"Im Namen dessen der gepriesen sei... "Friede sei mit euch, nach der Anzahl der Regentropfen in der Heiligen Nacht (Leyle-i Regaib)."}
Meine lieben Brüder!
Ich habe sechs Stunden vor der Heiligen Nacht (Leyle-i Regaib) zwei kurze Nachrichten an euch geschrieben. Nachdem wir die Sammlung der Gebete ("Hizb-ün Nuriye") auf Matritzen geschrieben und zur Vervielfältigung abgegeben hatten, hat nach meiner Überzeugung (teslim) ohne Zweifel wie eine Art Wunder (mu'cize) Ahmeds, nach einer zwei Monate ununterbrochen andauernden Trockenzeit (kuraklık) und Regenlosigkeit und nachdem sehr viele freie Gebete (dua) nach den Pflichtgebeten (namaz) immer und überall erfolglos geblieben waren und jeder in Sorge um seinen Lebensunterhalt (derd-i maişet) verzweifelt (kalben) weinte, auf einmal in der Heiligen Nacht (Leyle-i Regaib) - wie weder ich noch irgendjemand anders jemals in meinem ganzen Leben dergleichen gehört hat - in drei Stunden hundertmal und vielleicht noch öfter hintereinander mit der hohen und heftigen Rezitation (tebihat) des Engels des Donners (melek-i ra'd) ein solcher Segen (rahmet) herabgeregnet, dass selbst noch für den Verbohrtesten die Heiligkeit (kudsiyet) dieser Nacht (Leyle-i Regaib) bewiesen wurde und dass die Verehrung (teşrif) des Herrn des Prophetentums (Hazret-i Risalet) in der Welt der Zeugnisse (âlem-i şehadet) in gewissem Grade und in gewisser Hinsicht in der ganzen Welt (umum kâinat) und in allen Jahrhunderten als von Bedeutung (nazar-ı ehemmiyet) erachtet wird und er die Barmherzigkeit der Welten (Rahmeten lil'âlemîn) ist und es hat sich auch gezeigt, dass die Schöpfung (kâinat) in dieser Nacht aufjauchzt und jubelt.
In unseren Gebeten (dua) war Isparta stets mit dieser Stadt (memleket) verbunden. Nun möchte ich noch gerne wissen, ob sie auch von diesem Regen ihren Anteil erhalten hat. Anhand vieler Anzeichen ist die Risale-i Nur bis jetzt ein Mittel des Segens (vesile-i rahmet). Dieser Segen weist darauf hin, {(Anmerkung): Später wurde klar (tahakkuk), dass sie während dessen insgeheim (perde altında) sowohl Erfolg (hem fütuhat) hatte als auch ihre Freigabe (hem serbestiyet) zustande gekommen ist.} dass sie vielleicht insgeheim einen bedeutenden Erfolg hat; und vielleicht ist es auch ein Hinweis auf ihre Freigabe. Außerdem vermehrten sich die Abschreiber hier durch die Begeisterung, die sie aus den Blitzen ("Lem'alar") bekamen. Wolle es Gott (inşâallah), dass dies als eine Art angenommenes Gebet (makbul dua) gilt.
{"Im Namen dessen der gepriesen sei... "Friede sei mit euch, das Erbarmen Gottes und Sein Segen."}
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Wir haben die Heilige Nacht der Himmelfahrt (Mi'rac) genau so wie die Heilige Nacht der Empfängnis (Regaib) in einer unbestreitbaren Art und Weise (inkâr edilmez) als ein Wunder (keramet) in der Art eines Wunders (mu'cize) Ahmeds und die Hochschätzung in der Schöpfung (kâinatça hürmet) mit eigenen Augen erfahren (gördük). Es ist dies wie folgt:
Wie wir bereits geschrieben hatten, gab es hier innerhalb einer zweimonatigen Dürreperiode (kuraklık) überhaupt keinen Regen (yagmur). Als ob er auf die Heilige Nacht der Empfängnis (Regaib) gewartet hätte, kam er genau in dieser segensreichen Nacht (mübarek gece) mit einem unbeschreiblichen Rauschen (emsalsiz bir gürültü) hernieder und demonstrierte hier ihre Heiligkeit (kudsiyet). Seit dieser Nacht (gece) fiel auch hier kein Tropfen Regen (bir katre yagmur) mehr. Erst zwanzig Tage später fiel genau so in der Nacht der Himmelfahrt unerwartet ein solch gesegneter Regen (rahmet yagdı), dass selbst die Ungläubigen (dinsizler) nun keinen Zweifel (şübhe) mehr hegen, dass, wie der Herr der Himmelfahrt (Sahib-ül Mi'rac) ein Segen für die Welten (Rahmet lil'âlemîn), so auch die Nacht seiner Himmelfahrt (Mi'rac gecesi) eine Veranlassung zu diesem Segen (vesile-i rahmet) ist. Das hat den Glauben der Gläubigen (ehl-i imanın imanları) gestärkt und auch ihre Verzweiflung (me'yusiyet) in gewissem Grade überwunden (izale etti).
Ich kenne den gegenwärtigen Zustand der Welt (hâl-i âlemi) nicht, verspüre (hissediyorum) jedoch, dass die Gläubigen (ehl-i iman) sowohl wegen des ausländischen Druckes (harici tazyikat) in einigen Ortschaften (taraf), als auch Sorgen im Inland (dâhilî endişeler), sowie die Sorge um den Lebensunterhalt (derd-i maişet), die aus der Dürreperiode (kuraklık) erwächst, keinen Stützpunkt (nokta-i istinad) in diesem weltlichen Leben (dünya) finden können und daher überaus verzweifelt (ehemmiyetli bir me'yusiyet) sind und ihnen unter diesem Einfluss (tesir) sogar für die Verrichtung ihres täglichen vorgeschriebenen Gebetes (ibadet) eine Trägheit (fütur) überkam. In der Heiligen Nacht der Himmelfahrt (mi'rac gecesi), die durch ihr Wunder (keramet) die Gnade (keramet) der Heiligen Nacht der Empfängnis (Leyle-i Regaib) gestärkt hat (takviye), erging an die Gläubigen (ehl-i iman) plötzlich die Mitteilung: "Ihr seid nicht ohne Besitzer (sahibsiz)! Ihr habt einen Stützpunkt (istinadgâh), den der Herr (zât), in dessen Hand die ganze Schöpfung (kâinat kabzasında) liegt, für die Welt als Segen (âleme rahmet) gesandt hat." Dies hat ihre Verzweiflung und ihre Sorgen (me'yusiyet ve endişeler) zum Teil wieder überwunden (izale eyledi).
Des weiteren bildet (teşkil) die symetrische Übereinstimmung (tevafuk) eine Kette der Wundertaten (silsile-i keramet) in der Risale-i Nur. In diesem Fall (hâdise) haben wir drei, vier Übereinstimmungen (tevafuk) bemerkt, die niemals als bloße Zufälle (tesadüfe havale) erklärt werden können, wodurch auch die Risale-i Nur an der Heiligkeit (hürmet) dieser beiden heiligen Nächte, der Himmelfahrt und der Empfängnis (Leyle-i Mi'rac ve Leyle-i Regaib), einen Anteil (hissesi) hat.
Erste Übereinstimmung (tevafuk): Die Heiligen Nächte der Empfängnis und der Himmelfahrt (Leyle-i Regaib ve Leyle-i Mi'rac), die Bezeichnungen (ünvan) für den Anfang (ibtida) und den Höhepunkt des Fortschritts im Leben Mohammeds (intiha-i terakkiyat-ı hayat-ı Ahmediye) sind, kamen mit der Zeit des reichlichen, segensvollen (kesretli rahmet) Regens in dieser Dürreperiode (kuraklık) in Übereinstimmung (tevafuk).
Zweite Übereinstimmung (tevafuk): In diesen Tagen versetzte die Abhandlung über die Himmelfahrt (Mi'rac Risalesi), die Hüsrev abgeschrieben hat und in der eine symetrische Übereinstimmung (tevafuk) vorkam, hier die Schüler (talebeler) der Risale-i Nur in Begeisterung (şevk). Sie haben diese Abschrift (nüsha) genau so mit diesen Übereinstimmungen (tevafuk), sogar mit den prächtigen Übereinstimmungen (tevafuk) der sieben Mal vorgekommenen Worte (kelime) "aber (fakat)" kopiert und fertig abgeschrieben. Ich hatte sie korrigiert (tashih) und die anderen lasen Korrektur gemeinsam. Plötzlich kam in dieser Nacht der Himmelfahrt (Mi'rac gecesi) ein segensreicher Regen (kesretli rahmet). Dieser Abschriftdienst der Risale-i Nur und die Abhandlung der Himmelfahrt (Mi'rac Risalesi), die Hüsrev abgeschrieben hatte, und ihre Verbreitung (intişar) haben die Schüler (talebeler) zur Überzeugung (kanaat) gebracht, dass sie ein Mittel zum Segen (vesile-i rahmet) sind. Es gibt noch weitere zwei, drei Übereinstimmungen (tevafuk). Wir sind zur sicheren Überzeugung (kat'î kanaat) gelangt, dass es darin keinen Zufall (tesadüf) gibt. Dies ist ein Hinweis (işaret) darauf, dass es wichtig (ehemmiyet) ist, die Kennzeichen (şeair) des Islam in unserer verbohrten Zeit (muannid zaman) unmittelbar zu zeigen. Ich grüße (selâm) alle Mitbrüder (umum kardeşler) und wünsche (tebrik) ihnen eine segensreiche Nacht der Himmelfahrt (mi'rac).
{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht.}
{"Im Namen dessen der gepriesen sei... "Friede sei mit euch, das Erbarmen Gottes und Sein Segen."}
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Frage: Eine kurze Antwort auf die Frage eines unserer Brüder, der sagte: "Wie kann man von einer symmetrischen Übereinstimmung (tevafuk) mit zweifelsfreier Sicherheit auf ein Wunder (keramet) schließen?"
Antwort: Wenn sich irgendwo eine Übereinstimmung (tevafuk) ergibt, so wird dies zu einem kleinen Hinweis dafür, dass dahinter eine Absicht (kasd) verborgen ist, ein Wille (irade) erkennbar wird und es sich nicht etwa um einen Zufall (tesadüf) handelt. Wenn sich diese Übereinstimmung (tevafuk) noch dazu in einer gewissen Hinsicht zeigt, verstärkt (kuvvet) sich dieser Hinweis (emare) zur Genauigkeit. Wenn sich aber unter hundert Möglichkeiten zwischen zwei Dingen ein Zusammenhang (mahsus) ergibt und diese beiden Dinge vollkommen miteinander harmonieren (münasebet), so wird das Anzeichen (işaret), das von dieser Übereinstimmung (tevafuk) herrührt, zu einem offensichtlichen Beweis (delalet) dafür, dass diese Übereinstimmung durch eine Absicht, einen Willen und mit einem bestimmten Zweck (maksad) hervorgerufen wurde und daher keine Möglichkeit besteht, dass es sich hier um einen Zufall (tesadüf) handeln könnte.
Genau dies passierte auch in der Nacht von Leyle-i Mi'rac. In den letzten neunundneunzig Tagen stimmte nur in der Nacht von Leyle-i Regayb und Leyle-i Mi'rac dieser Segen des Regens (rahmetinin tevafuku) überein und war nur auf diese zwei Tage und Nächte beschränkt, während es davor oder danach nicht weiter geregnet hat, und entsprach auch der größten Not genau zur rechten Zeit, und stimmte hier auch mit der Zeit der Lesung, dem Schreiben und der Verbreitung der Abhandlung (Mi'raciye Risalesi) durch viele begeisterte Menschen überein. So stimmten denn diese beiden segensreichen Nächte miteinander in gewisser Hinsicht überein. Und da es nicht gerade Regenzeit war, stimmte der erstaunliche Lärm im Himmel, die Menschen in ihrem hör- und fühlbaren (maddî manevî) Tumult bedrohend, den sie doch gar nicht machen durften, zu gleicher Zeit mit dem Wehgeschrei der Erde überein, stimmte mit der Suche der Leute des Glaubens (ehl-i iman) überein, die in ihrer Verzweiflung nach einem Trost suchten und tröstete sie, stimmte mit ihrer Bitte um Stärkung in ihrer geistigen Verfassung (kuvve-i maneviye) in ihrer Ohnmacht bei allen Verdächtigungen (vesvese) überein, welche sie immer dann überfällt, wenn der Irrtum sie zu überwältigen droht, als ein Tadel (tekdir) für die Fehler (hata) derjenigen, die sich den islamischen Kennzeichen (şeair-i İslâmiye) gegenüber - wie diesen Nächten - respektlos verhalten. Denn die Schöpfung (kâinat) ehrt (hürmet) diese Nächte. Warum also ehrt nicht auch ihr sie? Das aber besagt sinngemäß (mana), dass sogar diese Demonstration der Achtung der Himmel und der Atmosphäre (feza-yı âlem) gegenüber den islamischen Kennzeichen (şeair-i İslâmiye) durch reichlich Regen (rahmet) mit übereinstimmt. So erkennt denn ein jeder, der noch ein Fünkchen Einsicht (zerre mikdar) hat, dass in dieser Sache eine besondere Absicht (kasd), ein Wille (irade), und für die Leute des Glaubens (ehl-i iman) eine spezielle Gnade (inayat) und Barmherzigkeit (merhamet) liegt, innerhalb derer sich keineswegs eine Möglichkeit für einen Zufall (tesadüf) finden ließe, d.h. also, die Wahrheit (hakikat) von Mi'rac ein Wunder (mu'cize) Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, und zugleich auch sein größtes Wunder (keramet-i kübra) ist. Sein Aufstieg mit der Leiter in die Himmel (Mi'rac merdiveni) demonstrierte die Bedeutung und den Wert des Herrn Ahmed, mit dem Friede und Segen sei, bei den Leuten der Himmel (semavat ehli). Und auch in diesem Jahr zeigte die Mi'rac dem Erdboden (zemin) und den Leuten dieses Landes (memleket ahalisi), dass er in der Schöpfung (kâinat) geachtet (hürmet) und geehrt wird und erwies ihnen so seine Ehrerbietung (Keramet).
Meine lieben getreuen Brüder!
Wir hegen in gar keiner Weise irgendeinen Zweifel oder Argwohn, dass die Freigabe der Risale-i Nur, die das Ergebnis unseres Dienstes ist, nicht nur hier und in Anatolien und in der islamischen Welt (âlem) beglückwünscht und bejubelt wird, ja vielmehr selbst der Kosmos (kâinat) damit glücklich ist und auch der Himmel und das Wetter in den allgemeinen Jubel miteinstimmen; denn obwohl da seit drei, vier Monaten der Regen ein geradezu dringendes Bedürfnis war, kam er dennoch nicht. So ist denn der Beschluss des Gerichtshofes in Denizli zur tatsächlichen Rückgabe der Risale-i Nur, wieder in der Nacht von Leyle-i Mi'rac, ein Hinweis darauf, dass die Risale-i Nur eine Barmherzigkeit (rahmet) ist, die noch dazu mit der Nacht "Leyle-i Regaib" in einem vielfältigen Jubel des Engels des Donners (melek-i ra'd) und der Ankunft des Segens (rahmet) über Emirdag übereinstimmte (tevafuk) und so auch mit diesem Rückgabebeschluss übereinstimmte (tevafuk); auch eine Woche später, also in Denizli zur Zeit der Rücknahme mit Hilfe der Rechtsanwälte (vakil), erneut so mit der Nacht der Leyle-i Mi'rac und Leyle-i Regaib übereinstimmten (tevafuk) und genauso wie in diesen Nächten in der Nacht zum Freitag die Fülle des Segens und des Regens in dieses Land (memleket) kam; mit all diesen Übereinstimmungen (tevafuk) ist unsere sichere Überzeugung verbunden, dass, wie die Übereinstimmung der Beschlagnahme der Risale-i Nur und der Verhaftung ihrer Schüler mit vier einander folgenden Erdbeben (zelzele) ein Protest der Erde (Küre-i Arz) war, in das Land (memleket) Emirdag innerhalb von vier Monaten und in nur drei Nächten zum Freitag - eine in der Nacht von Leyle-i Regaib und eine in der Nacht von Leyle-i Mi'rac und eine weitere in der Nacht zum ersten Freitag des gewaltigen Monats Schaban (Şaban-ı Muazzam) - der Segen (rahmet) in Fülle kam und dass dies mit den drei Perioden der Freigabe der Risale-i Nur genauestens übereinstimmt (tevafuk), ist ein Glückwunsch (tebrik) der Erdatmosphäre (küre-i havaiye), ihre frohe Kunde (müjde) und ein mächtiger (kuvvet) Hinweis darauf, das die Risale-i Nur ein geistiger Segen (manevî rahmet) und Regen ist.
Und ein überaus anmutiges (lâtif) Zeichen ist auch das Folgende: Gestern kam plötzlich ein Sperling zu meinem Fenster und klopfte dagegen. Wir machten einige Bewegungen, um ihn wieder fortzujagen. Er flog aber nicht weg. So blieb mir denn nichts anderes übrig, als zu Ceylan zu sagen: "Öffne das Fenster! Mal sehen, was er dann sagt." So kam er herein und blieb da bis zum anderen Morgen. So haben wir ihm das Zimmer überlassen und ich ging in mein Schlafzimmer. Am anderen Tag verließ ich das Zimmer wieder, öffnete die Tür und kam in einer halben Minute wieder zurück. Da blickte ich mich um und sah einen Vogel, der in dem Zimmer mit "Quddus! Quddus! (Heiliger Gott)" Dhikr machte und sagte mit einem Lächeln: "Warum ist dieser Gast (misafir) zu mir gekommen?" Genau eine Stunde lang betrachtete er mich, flog nicht weg und ist auch gar nicht erschrocken. Ich las also weiter, habe ihm auch einige Brotkrumen angeboten, die er aber nicht angenommen hat. Dann habe ich nochmals die Tür geöffnet, bin hinausgegangen und erneut eine halbe Minute später wieder zurückgekommen. Da war mein Gast verschwunden. Danach kam das Kind, das bei mir Dienst tat, und sagte: "Heute Nacht habe ich geträumt, dass der Bruder von Hâfis Ali zu uns gekommen wäre." Da sagte ich: "Einer der Brüder, wie Hâfis Ali oder Husrev, wird hierher kommen." Noch am selben Tag, etwa zwei Stunden später, kam dieses Kind wieder zu mir und sagte: "Hâfis Mustafa ist gekommen." Er brachte sowohl die gute Nachricht (müjde) von der Freigabe der Risale-i Nur als auch einen Teil der Bücher, die beim Gericht lagen. Das also bewies nun den Grund für das Erscheinen des Sperlings, den Traum des Kindes und den Besuch der Turteltaube - was beweist, dass also all diese Dinge nicht rein zufällig (tesadüf) geschehen waren. Ja, könnte denn etwa in beispielloser Weise sowohl der Sperling auf diese erstaunliche Art und die Turteltaube auf diese merkwürdige Art gekommen sein, mich betrachtet haben und dann wieder verschwunden sein, der Traum des unschuldigen (masum) Kindes, der sich wortwörtlich als wahr erwies, und die zeitlich genaue Übereinstimmung mit der Überbringung der Risale-i Nur durch die Hand einer Person wie Hafis Ali überhaupt zufällig sein? Gäbe es denn überhaupt eine Möglichkeit, dass all dies nicht eine Kunde aus dem Verborgenen
{(Anmerkung): Es gibt viele Vorfälle (emareler), die bestätigen (teyid), dass diese Vögel (kuşlar) mit der Risale-i Nur in Verbindung stehen. Ein Beispiel (ezcümle) dafür: Als der Brief (mektub), welcher die Verbundenheit dieser Vögel (kuşların alâkadarlık) beschreibt, in Milas ankam, bestätigte eine Turteltaube (kuddüs kuşu) mit ihrer Haltung (vaziyet) genau in dieser Zeit (aynı vakit) in seltsamer Weise den Inhalt dieses Briefes. Als derselbe Brief (mektub) in Inebolu in der Nacht (gece) vorgelesen wurde, kam ein großer Nachtvolgel (gece kuşu) auf außergewöhnliche Weise zum Fensterbrett (pencere), flatterte mit seinem Flügel (kanad) und hörte sich ruhig den Brief mit an. Als derselbe Brief in Saba vorgelesen (okunurken) wurde, sprangen einmal zwei Heuschrecken (çekirge) auf den Brief und saßen dort bis er zu Ende (netice) gelesen worden war. In einem anderen Fall, flogen Sperlinge (serçe) und Nachtigallen (bülbül) während des Vorlesens desselben Briefes (mektub) wie Nachtfalter (pervane) umher und demonstrierten gleichfalls ihre Anteilnahme (alâkadarlık). Als in Isparta im Hause (evinde) Hüsrevs derselbe Brief (mektub) vorgelesen wurde, flog eine Nachtigal (bülbül) sehr seltsam (hilaf-ı âdet) in den Saal und demonstrierte dort ihre Verbundenheit (alâkadarlık). Es gibt noch viele Fälle (emare), welche diese Wundertat des Lichtes (keramet-i Nuriye) bestätigen.}
(beşaret-i gaybiye) wäre?
Diese Angelegenheit ist nicht eine unbedeutende Angelegenheit; sie steht in der Tat mit der Schöpfung (kâinat) und mit der Welt der Tiere (hayvanat) in Verbindung. Ich bin als ein Schüler (şakird) der Risale-i Nur der Überzeugung, dass das, was mir davon als mein Anteil als Gewinn und als Ergebnis zufällt, etwa Tausend Goldlira Gewinn sein könnte. Man sollte jedoch die übrigen hunderttausende Schüler (şakird) der Risale-i Nur und die Vorteile (istifade) der Gläubigen (ehl-i iman), die der Stärkung des Glaubens (takviye-i iman) bedürfen, damit vergleichen.
Die Abhandlungen (ecza) der Risale-i Nur, die mehr als hundert rätselhafte (tılsım) und verschlossene (muamma) Wahrheiten (hakikat) des Glaubens (din), der Gesetze (şeriat) und des Qur'an lösen und entschleiern und noch die verbohrtesten Atheisten mundtot machen und sie zum Schweigen bringen und die Wahrheiten des Qur'an, die sie als von der nüchternen Vernunft (sırf akıl) sehr weit entfernt halten, wie die Himmelfahrt (Mi'rac) und die leibliche Wiederauferstehung (haşr-i cismanî) selbst den hartnäckigsten und verbohrtesten Philosophen und Atheisten (zındık) sonnenklar beweisen und einen Teil von ihnen zum Glauben (iman) führen, sind auf jeden Fall mit dem Himmel (küre-i havaiye) und der Erde (Küre-i Arz) verbunden und in der Tat eine Wahrheit (hakikat) des Qur'an, mit der sich dieses Jahrhundert (asrı) und die Zukunft (istikbal) noch weiter beschäftigen werden, ein diamantenes Schwert in der Hand der Gläubigen (ehl-i iman).
{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei"}
Es gehört zu den Wundertaten (keramet) der Risale-in Nur, dass unser Meister (Üstadımız Radıyallahü Anhü) in seinen Abhandlungen (risaleler) schon seit zehn Jahren oftmals (kerratla) sagt: "Oh ihr Gottesleugner (mülhidler) und ihr Ungläubigen (zındıklar)! Greift die Risale-in Nur nicht an (ilişmeyiniz)! Wenn ihr sie aber angreift (ilişirseniz), werden die Katastrophen (bela), die schon in der Nähe auf euch warten, gleich einem Wasserfall (sel) über eure Köpfe herabregnen (başınıza yagacak)."
Die erste der Katastrophen (felâket) die wir in diesem Zusammenhang (husus) selbst bezeugt haben (şahid): vor vier Jahren (sene) ereignete sich in Erzincan und in der Umgebung (civar) von İzmir jeweils ein Erdbeben (hareket-i arz). Während dieser Zeit hatten Heuchler (münafık) durch ihre Einschüchterungen (desise) in der Umgebung (mıntıka) von Isparta, in Sava, Kuleönü und anderen Dörfern (civarı köyler) die Schüler (talebeler) der Risale-i Nur belästigt (ilişti). Sie hatten gegen dreißig, vierzig Schüler (talebeler) der Risale-i Nur einen Prozeß (mahkeme) eröffnet, indem sie sagten: "Ihr geht nicht zur Moschee (câmi). Ihr tragt ein Käppie (takiyye). Ihr erteilt mystischen Unterricht (tarîkat dersi)." Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) gab durch ein Erdbeben (zelzeleler), das die Azerîs und die gesamte Bevölkerung (halk) in der Umgebung (civar) von Izmir in Schrecken (dehşet) versetzte, zu erkennen, dass die Risale-i Nur ein Anlass ist, die Katastrophen zu verhindern (vesile-i def'-i bela). Eine Woche (hafta) nach diesem Erdbeben (zelzeleler) wurden alle Mitbrüder (kardeşler), gegen die der Prozess (mahkeme) eröffnet wurde, freigesprochen (hepsi beraet) und freigelassen (kurtulmuş).
Zweitens: Die Gottesverleugner (mülhidler), die beständig wieder hinter den Schülern (talebeler) der Risale-i Nur her liefen, hatten die inzwischen bereits verstorbenen Mehmed Zühdü in Isparta und Hâfız Mehmed in dem Dorfe namens (Karye) Sava angeklagt, weil sie (bahane ederek) die Kinder (çocuk) in der Schreibweise (hatt) des Qur'ans unterrichteten. Die Kinder (çocuklar), die den Unterricht des Lichtes (Nur dersi) erhalten hatten, und diese beiden Mitbrüder (bu iki kardeş) wurden zusammen mit den Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur, die in ihren Häusern in Beschlag genommen (evlerinden alınan) worden waren, zum Gericht (mahkeme) gebracht. Der inzwischen verstorbene (müteveffa) Mehmed Zühdü sollte zu einer Geldstrafe verurteilt (para cezası mahkûm) werden. Am Ende (netice) ereignete sich ein zweites fürchterliches Erdbeben (korkunç zelzele), dessen Zentrum (merkez) Erbaa und Tokat war. Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) hatte den Schülern (şakirdler) dadurch geholfen (yardım), dass die Risale-in Nur ein Anlass zur Verhinderung der Katastrophen (vesile-i def'-i bela) ist. Er brachte sie dazu, die Richtigkeit (sıhhat) der Warnung ihres Meisters (üstadlarının verdigi haber) zu bestätigen. Durch die Gnade Gottes wurden diese Mitbrüder (kardeş) freigesprochen und ihnen alle in Beschlag genommenen Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur zurück gegeben (iade ettirmiş).
Hier nun was das Dritte betrifft: Dieselben Heuchler (münafık), die dieses Unglück (musibet) einer Einlieferung ins Gefängnis (hapishanesi) in Denizli, in dem wir uns heute befinden, über unsere Köpfe (başımıza gelmesine sebeb) gebracht hatten, haben im Jahre (sene) 1359 nach dem julianischen Kalender (rumi) abermals uns und vor allem unseren geliebten Meister (sevgili Üstad) und die Risale-in Nur angegriffen (hücum). Einen Teil von uns haben sie in der Provinz Isparta eingesammelt (topladılar), einen anderen Teil aus dem kleinen Städtchen Çivril nach Isparta gebracht (getirdi) und auch unseren geliebten Meister (sevgili Üstad) als Einzelperson (yalnız olarak) aus der Provinz Kastamonu nach Isparta überführt (sevket). Aus noch weiteren Provinzen (başka vilayet) haben sie unsere Kameraden (arkadaş) nach Isparta gebracht (getiril). Gehässige Leute (ehl-i garaz) haben mit etlichen Begründungen (cephe), die dem Ziel und Zweck (gaye) der Risale-in Nur zuwider (haricinde) laufen, die Justiz (adliye) in Isparta dazu veranlasst (igfaline kapılan), uns mit für uns unhaltbaren Beschuldigungen (ithamlar manası olmayan) anzuklagen. Als der Staatsanwalt (müddeiumumî) von Isparta insbesondere unseren ehrenwerten Meister (kıymetdar Üstadımız) mit vielen nötigen wie auch unnötingen Fragen (lüzumsuz birçok sual) mit den Worten überaus unter Druck (çok tazyik) setzte, "Was ist das, was du da eine Katastrophe (bela) nennst?" beantwortete unser Meister (Üstad) dessen Frage (sualine cevaben), indem er sagte: "Wenn die Gottesleugner (zındık) die Risale-in Nur in Beschlag nahmen und ihre Schüler (şakirdler) zu beunruhigen versuchten (ilişseler), werden die Katastrophen (bela), die schon in der Nähe darauf warten (bekleyen), in der Tat als Erdbeben (hareket-i arz) heraufkommen."
Dann (daha sonra) haben sie uns in die Provinz Denizli abgeführt (sevkettiler). Von den mehr als hundert Schülern (talebeler) der Risale-i Nur, die aus zehn Provinzen (vilayet) unter anderem auch aus Kastamonu, İstanbul, Ankara in die jeweiligen Gefängnisse (adliye) abgeführt wurden, wurde ein Teil wieder freigelassen (bırakılmış). Der Rest (diger kısmı), der noch siebzig Leute umfasst (ibaret), befindet sich weiter im Gefängnis (hapis) in Denizli, das wir als die Schule Josefs (Medrese-i Yusufiye) bezeichnen. Auf all unsere Nachfragen (müracaat) erhielten wir stets nur nichtssagenden Antworten (sudan cevab). Unser geliebter Meister (sevgili Üstad) musste unter noch stärkerem Druck und in noch größerer Bedrängnis (çok tazyik ve sıkıntı) leben und wurde in Einzelhaft (haps-i münferid) in der Weise schikaniert (azab çektirili), dass ihm in einem stinkenden (ufunetli), feuchten (rutubetli), dunklen Raum (zulmetli) ohne frische Luft (havasız) jegliche Komunikation (konuşmaktan) und aller Verkehr (temas) untersagt wurde.
Auf diese Weise (bu sıra) mussten wir derartige, fürchterliche Schikanen (dehşetli ızdırab) in den Kerkern (zindan) von Denizli durchstehen (geçirmek). Ein Teil dieser Hilflosen (bîçare), die außer Gott (Allah) keinen anderen Stützpfeiler (istinadgâh) haben, war noch nicht aus der Provinz Kastamonu, ein anderer Teil aus İnebolu und wieder ein anderer Teil aus Istanbul noch nicht angekommen (gelmemiş). Von sehr vielen Unschuldigen (masum) in jedem Winkel des Landes (vatan), welche in ihren reinen Herzen (saf kalbler) doch um Recht und Wahrheit (hak ve hakikat) sehr besorgt sind und um ihre Befreiung (necat) bei Gott dem Allbarmherzigen Herrn (Rabb-ı Rahîm) Zuflucht suchen (iltica), sind ihre Wehklagen (âhlar), welche die Himmel (semavat) durchdringen und den Thron des Barmherzigen Allerbarmers (Arş-ür Rahman) erreichten, nicht umsonst gewesen (boşa gitmedi). So wie unser gesegneter Meister (mübarek Üstad) in Isparta gesagt hatte, hat Gott der Majestätische, Seine Exzellenz (Allah-ü Zülcelal Hazretleri), noch ein furchterregendes Erdbeben (zelzele) gesandt, das die Unschuldigen (masum) in die Himmel (Cennet) brachte, die Ungerechten jedoch in die Hölle (zalimleri Cehennem) hinab stürzte. Da die Risale-in Nur nicht als ein Schutzwall (müdafaa) dienen konnte, sind viele Häuser zerstört (haneler harab) worden, viele Menschen unter den Ruinen begraben (enkaz altında) und viele auf der Straße obdachlos (sokak ortalar) geworden. Mehmed Feyzi, Sadık, Emin und Hilmi aus Kastamonu und Ahmed Nazif aus İnebolu, unsere Mitbrüder (kardeşler), die noch in den Gefängnissen ihrer Provinz (memleketlerinin hapishaneler) waren, berichteten von ihren Erlebnissen (malûmat) auf folgende Weise, nachdem sie in das Gefängnis (hapishanesi) in Denizli gebracht worden waren:
"Das Erdbeben (zelzele) begann genau um acht Uhr abends (gece saat sekiz). Mit allen Kameraden (arkadaşlar) rezitierten wir immer wieder unser Bekenntnis (zikrine) "Es gibt keine Gottheit außer Gott (Lâ ilahe İllallah)". Das Erdbeben (zelzele) setzte sich mit aller Gewalt (şiddet) fort. Inzwischen kam uns der Gedanke (hatırım): Wir haben die Risale-in Nur aus dem Herzen (aşk) und durch einen inneren Antrieb (saik) drei oder fünf Mal als Fürsprecher (şefaatçı) genannt und bei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hak) um Rettung (halas) gebetet. Und Dank sei Gott (Elhamdülillah), dass es nun plötzlich ruhig (derhal sâkin) wurde. In Kastamonu löste sich jedoch in jener Nacht (gece) ein großer Felsbrocken (taş) aus der Festung (kal'a) los, rollte herunter und überrollte ein Haus. In vielen Häusern bildeten sich Risse und Spalten (yarıklar, çıkıklıklar). Einige Häuser stürzten in sich zusammen (çökmüş). Das Regierungsgebäude bekam einen großen Spalt (hükûmet binası yarılmış). Und noch andere dergleichen Schäden und Umstürze (hasarat ve zayiat) ereigneten sich. Die Erde bebte jedoch noch tagelang weiter (zelzele) und das setzte sich so noch eine Weile fort (bir müddet devam etmiş). In der Provinz Tosya wurden 1.500 Häuser zerstört (ev harab) und die Anzahl der Toten und Verletzten (ölü ve yaralı) war ziemlich hoch (çok fazla). In den Bezirken Kargı und Osmancık war der Verlust nahezu vollständig (tamamen) und auch in Ladik und anderen Bezirken noch ziemlich groß (fazla mikdarda). Der Halbmond auf einem Minaret in Inebolu wurde geknickt (alemi egrilmiş). Das Minaret selbst hatte zwar hier und da einige Risse (çatlaklık) abbekommen, jedoch ansonsten keine weiteren Zerstörungen und Verluste (hasarat ve zayiat) erlitten."
Nach diesem dritten Erdbeben (hareket-i arzdan) folgten die Justizbehörden (adliye) den Aussagen (sözünü dinleyen) der gehässigen Leute (ehl-i garaz), die nochmals den Dienst der Risale-in Nur, ihre Schüler (talebeler) und ihren Verfasser (müellif) angreifen, und fuhren fort, uns auf dieselbe Weise unter Druck (sıkmak) zu setzen. Die Anhänger der Gottesleugner (zındıka tarafdarları) wollten den Katastrophen (beliyye) in Form (eliyle) der Erdbeben (zelzele) keine weitere Bedeutung (ehemmiyet) beimessen, vor denen unser gesegneter Meister (mübarek Üstad) sie gewarnt hatte (ihbarlar) und die mit dem Dienst der Risale-i Nur offensichtlich im Zusammenhang (büyük keramet) stehen. Über das Haupt dieser Schar (zümrenin başına), die gegen den göttlichen (İlahî) und qur'anischen Wahrheiten (hakikat) der Risale-in Nur Widerstand (cephe) leisten, kam nun noch ein vierter Schlag (dördüncü tokat) hinzu.
Das Merkwürdige (garibi) daran ist aber folgendes: Wir wurden am dritten Tag im Monat Februar (şubat) zum Gerichtsprozess gerufen (mahkemeye çagrılmış). Unser geegneter Meister (mübarek Üstad) in Sorgen und Schmerzen (izdırab ve elemler), die unsere Herzen (yürekler) zum Weinen brachten (aglatan), erhob sich (ayaga kalkan) trotz seiner Krankheit (hastalıklı haliyle) vor seinen circa 65 Schülern (talebe), um die ihm gestellten Fragen zu beantworten (sorulan suallere cevab). Unter seinen Antworten (cevab) flossen aus seinem Munde (agzından) immer wieder (tekrar) folgende Worte (kelime) direkt ins Gesicht der Richter des Gremiums (heyet-i hâkime) "Möge ihre Welt jenen Gottesleugnern (zındıkların dünya) den Kopf kosten und so wird es auch geschehen (yesin ve yiyecek)!"
Ich bin ein paar mal zum Gericht (mahkeme) gegangen. Und schließlich erhielt ich eine Zeitung (gazete) namens "Landsmann (Hemşehri)" vom 7. Februar 1944, erschienen (münteşir) in Istanbul. Ich bin nun keineswegs ein begeisterter (hevesli) Zeitungleser (okumaya) oder Rundfunkhörer (dinlemeye). Dennoch hatte ich mit einem gewissen Interesse (merak) gelegentlich nach den gleichen Nachrichten (havadis) gefragt, um zu erkundigen (bilmek), wie Gott der Gerechte (Cenab-ı Hakk) über die Häupter der Menschen (insanların başları), die sich Zivilisierte des 20. Jahrhunderts (asrın medenîleriyiz) nennen, die glauben, dass der heutige Fortschritt der Menschheit (terakkiyat-ı beşeriye) ihr Werk ist, die Gott (Allah) vergessen haben und an das Jenseits nicht glauben (âhirete inanmayan), durch die motorisierten Fahrzeuge (vasıta) Feuer regnen lässt (ateşler yagdırdıgı) und wie sich das paradiesische Leben (cennet hayatları) dieser Gottesleugner von gestern (münkirlerin dünkü) in eine höllische Lage von heute (bugünkü cehennem) verwandelt, und dabei zu sehen (görmek), wie Er durch den Segen (bereket) der Risale-in Nur Anatolien vor diesem fürchterlichen Feuerregen schützt (dehşetli ateş muhafaza), und Ihm dafür zu danken (şükretmek).
So hatte ich die Bilder der Kriegszenen (harb boguşmalar) in dieser Zeitung (gazete) betrachtet. Eine Rubrik (sütunda), die mit großen Lettern (büyük yazı) geschrieben war und mir deshalb ins Auge fiel (nazarıma çarpan), berichtete von einem fürchterlichen Erdbeben (dehşetli bir zelzele), das 21 Provinzen Anatoliens erschütterte (vilayetini sarsan) und sich am 21.2. (şubat) in der Nacht, kurz vor der Morgendämmerung (sabaha karşı) ereignete (vukua gelen) und sehr großen Schaden anrichtete (zayiata mal), während alle noch im Schlafe lagen (uykuda iken). Plötzlich (derhal) dachte ich an die folgenden Worte (sözleri hatırladım.) unseres gelieben Meisters (sevgili Üstad), die er am 3.2. (şubat) vor dem Gericht (mahkeme) direkt ins Gesicht der Richter des Gremiums (heyet-i hâkime) richtete: "Möge ihre Welt jenen Gottesleugnern (zındıkların dünya) den Kopf kosten und so wird es auch geschehen (yesin ve yiyecek)!" Oh weh! habe ich mir da gesagt, die Risale-i Nur verbessert (ıslah) die Dinge und verdirbt (ifsad) sie nicht; sie erneuert (imar) sie und zerstört sie (harab) nicht; sie macht die Menschen glücklich (mes'ud) und führt sie nicht ins Elend (perişan). Während ich noch so redete, sagte ich mir: "Uns und die Risale-in Nur ihres genauen Gegenteils (asksiyle) zu beschuldigen, gefällt dem Schöpfer (Hâlık'ın hoşuna) nicht."
Dieses mörderische Erdbeben (kanlı zelzele), dessen Zentrum (merkez) in Gerede, Bolu und Düzce lag, war die vierte Prophezeihung (keramet) der Risale-in Nur. Die obige Zeitung (gazete) bringt zudem die folgende Information (malûmat): In den Provinzen (vilayet) Ankara, Bolu, Zonguldak, Çankırı und İzmit entstand ein großer Schaden (fazla kayıb). In Gerede waren zwei Tausend Gebäude eingestürzt (ev yıkılmış). Die Gebäude (evler) die nicht eingestürzt (yıkılmayan) waren, wurden so sehr zerstört (harab), dass man sie nun nicht mehr bewohnen (oturulmaya) kann. Es gab mehr als Tausend (binden fazla) Tote und aus den Ruinen (enkaz altından) werden noch ständig Tote (mütemadiyen ölü) geborgen. Auch in Düzce ist der Schaden sehr groß (zarar çok). Die Anzahl der Toten und Verletzten (ölü ve yaralı) ist noch nicht bekannt (malûm degil). In Ankara gab es dreihundert Tote (ölü) und ebenso viele (o kadar) Verletzte. Circa Tausend Häuser sind eingestürzt (yıkılmış). In Debbaghane sind zwei Häuser eingestürzt (çökmüş) und in manchen Dörfern (köyler) brachen nach dem Beben Feuer (yangın) aus. Das erste Beben (sarsıntı) war sehr stark und dem Beben folgte noch ein ziemliches Gedröhne (takım gürültüler takib) aus der Erde.
Aus Bolu und aus den Dörfern anderer Provinzen (diger yerlerin köyleri) bekommt man noch keine Nachricht (malûmat alınamıyor), obwohl schon eine Woche (hafta) vergangen ist. In einer anderen Stadt stürzten zweihundert Häuser ein (ev yıkılmış) und es gab elf Tote (onbir ölü). In der Provinz Bolu sind alle Drähte für die Telegramme und Telephongespräche abgerissen (hatları kesilmiş). In dem Gebiet des Erdbebens (zelzele mıntıkası) herrschte ein heftiger Schneesturm (kar fırtınası). In Izmit gab es während des Erdbebens (zelzele) einige Blitzschläge (şimşek), die mehrere Sekunden lang die Stadt (şehir) erhellten (aydınlık içinde). In einigen Ortschaften liefen die Leute halbnackt auf die Straße (çırılçıplak sokaklara). Alle Erdbebenwarten (rasathaneler) der Welt haben dieses große Erdbeben (zelzele) Anatoliens aufgenommen. Eine englische Erdbebenwarte (rasathane) teilte mit, dass dieses Beben (sarsıntı) einen großen Schaden (çok harab) angerichtet hatte. In der Provinz Sinop tobte noch am gleichen Tage ein fürchterlicher Sturm (korkunç bir fırtına), der allmählich seine Stärke (şiddetini) mit Blitz und Donner (gökgürültüleri ve şimşekler) noch erhöhte.
Später habe ich in einer anderen Zeitung (gazete) folgende ergänzende (tamamlayıcı) Nachricht gelesen, die mein Erstaunen (hayret) erregte: Vor dem Ausbruch des Erdbebens (zelzele) versammelten sich (toplanmış) Katzen und Hunde (kediler, köpekler) in Dreier- und Fünfergruppen, betrachteten einander (bakarak) sorgenvoll, traurig (düşünceli, hüzünlü) und wie benommen (alık), blieben so eine Weile bei einander (müddet beraber) und zerstreuten sich (dagılmış) schließlich wieder. Sowohl während des Erdbebens (zelzele) als auch davor bzw. danach hat man keines von diesen Tieren (hayvan) mehr gesehen. Sie haben sich von den Städten (kasaba) entfernt und sind ins freie Feld gelaufen. Es gibt da noch das folgende sehr Merkwürdige (garib): Sie schreibt da noch ganz erstaunt (taaccüb), dass diese Tiere (hayvan) mit ihrem Verhalten (lisan-ı hal) solche Katastrophen (felâket) bereits voraussagen (haber), die durch unsere Auflehnung gegen Gott über uns kommen (isyanımızdan mütevellid); etwas, das wir gar nicht verstehen können (anlamıyoruz).
Unter hunderten von Vorfällen (yüzler hâdisat), von denen unser Meister (Üstad) Bedîüzzaman viele Jahre lang (uzun seneler) durch die Risale-i Nur vorausgesagt (haber) hatte, indem er sagte: "Die Gottesleugner (zındıklar) sollen damit aufhören, den Dienst der Risale-i Nur zu stören und ihre Schüler (şakirdler) zu beunruhigen. Wenn sie ihn stören und sie beunruhigen, so würden Katastrophen, die in der Nähe auf sie warten, sie hundertfach zur Reue (pişman) zwingen." sind hier vier Katastrophen (felâket), deren Richtigkeit ihrer Voraussage tatsächlich (hakikatlı) von der Hand eines Erdbebens (zelzele) unterzeichnet worden (imza). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) dem Herzen (kalb) derer, die uns und den Dienst der Risale-in Nur angreifen, Glaube (iman) und ihrem Kopf (baş) Verstand (akıl) verleihen (ihsan), der die Wahrheit (hakikat) zu erkennen vermag, und uns von diesen Kerkern (zindan) und sie vor derartigen Katastrophen bewahren (felâket kurtarsın). âmîn!
{"Im Namen dessen der gepriesen sei... "Friede sei mit euch, das Erbarmen Gottes und Sein Segen."}
Meine lieben getreuen Brüder!
Bis jetzt hatten die heimlichen Heuchler (münafık) immer die Risale-i Nur angegriffen, indem sie einige Beamte der Regierung (hükûmet) in Anbetracht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Wege der Justiz (adliye) mit Hilfe irgendwelcher ominöser Gesetze hinters Licht geführt haben. Da wir aber keine Reaktionäre waren, beschränkten wir uns notfalls (mecburiyet) auf unsere bloße Verteidigung. Schließlich scheiterten ihre Pläne. Vielmehr bewirkten ihre Angriffe jetzt, dass sich der Kreis der Risale-i Nur noch erweiterte. Diesmal handelte es sich um unsere Absicht (niyet), den Stab Mosis (Asâ-yı Musa) mit neuen Buchstaben zum Druck zu geben, weshalb sich nun aber ihre Haltung auf einen Angriff gegen die ganze Risale-i Nur richtete, obwohl wir unseren Willen (ihtiyar) nur auf einen Teil von ihr gerichtet hatten.
Ich denke, dass jetzt die Zeit gekommen ist, oder aber es jetzt Zeit wird, dass die Risale-i Nur, hinsichtlich ihrer Aufgabe als geistliche (manevi) Retterin dieses gesegneten Landes im Druck zu erscheinen beginnt, sodass man nun unterrichten (ders) kann, um so das Übel dieser beiden fürchterlichen inneren (manevi) Haltungen* abzuwehren.
Bei diesen fürchterlichen Übeln geht es zum Ersten darum, dass man in der Risale-i Nur eine Art Wall sieht, vom Qur'an gebildet, in etwa Dhu'l-Qarnayns Wall vergleichbar, der die Aufgabe (vasifah) hat, die aus dem Norden aufsteigende abscheuliche Flut einer Glaubenslosigkeit (aufzuhalten), welche das Land (vatan) innerlich (manevi) überschwemmt und jene Anarchie hervorruft, die den christlichen Glauben (din) besiegt.
Zum Zweiten stieg in meinem Herzen (qalb) der Gedanke auf, dass es jetzt notwendig geworden ist, in gedruckter Sprache zu reden, um alle diese so schwerwiegenden Kritiken und Anschuldigungen der Islamischen Welt (Âlem-i Islâm) gegen die Bewohner dieses gesegneten (mübarek) Landes (vatan) ausräumen zu können.
Ich kenne zwar nicht die Lage (hal) in dieser Welt (dunya), doch so wie die Wahrheiten (hakikat) der Risale-i Nur gleich einer Burg sind, die sich dem Einbruch dieser fürchterlichen Strömung (entgegenstellt), die bereits ganz Europa überschwemmt hat und dort herrscht und sich keineswegs auf eine der vom Himmel geoffenbarten Heiligen Schriften (Edyan-i Semaviye) stützt, ist (die Risale-i Nur) zugleich auch ein Wunder des Qur'an, der in dieser gegenwärtigen Lage (hal) das Fahrzeug ist, um die Einwände und Anschuldigungen aus der islamischen Welt (Âlem-i Islâm) und dem ganzen asiatischen Kontinent zu entkräften und ihre Freundschaft (muhabbet) und Brüderlichkeit (uhuvvet) von alters her nun wiederherzustellen. Jetzt müssten aber noch alle vaterlandsliebenden Politiker in diesem Land (vatan) und dieses Volkes ganz schnell die Risale-i Nur offiziell drucken lassen, um sich so vor diesen beiden Übeln {Der Kommunismus (als Idee, Partei oder Staatsform) und die Kritik aus der islamischen Welt am türkischen Volk (A.d.Ü.)} schützen zu können.
Gäbe es die Risale-i Nur nicht, die den wahrhaftigen Glauben (iman-ı tahkikî) in diesem Land (vatan) seit zwanzig Jahren auf eine so machtvolle Weise verbreitet, könnte dann etwa dieses gesegnete (mubarak) Land in diesem schrecklichen Jahrhundert inmitten denkwürdiger Umstürze (inkılab) und Umwälzungen (infilâk) seinen Qur'an und seinen Glauben (iman) gegen diese entsetzlichen Schläge noch vollständig aufrechterhalten (muhafaza)? Wie dem auch sei... Es kann die Risale-i Nur nicht mehr unter dem Vorwand (bahane) angegriffen werden, durch sie könne das Land (vatan) und die öffentliche Ordnung (idare) gestört werden. Eine solche Begründung können sie niemandem mehr glaubhaft machen. Sie haben aber nun ihre Fronten verlegt. Jetzt versuchen die Heuchler (münafık) unter dem Deckmantel der Religion (din) einige naive Hodschas oder solche von der Art der Sufis, die sich starrsinnig für diese ketzerischen Erneuerungen (bid'a) einsetzen, mit einiger List gegen die Risale-i Nur - wie es vor zwei Jahren in Istanbul und in der Umgebung von Denizli geschah - zu missbrauchen und die Risale-i Nur und ihre Schüler (şakird) an einer anderen Front wieder anzugreifen. Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass ihnen das aber nicht gelingt! Die Schüler der Risale-i Nur sollen deshalb im Falle eines Angriffs äußerst vorsichtig sein, sich nicht streiten und sich auch nicht provozieren lassen. Wenn derjenige, der sich hat täuschen lassen, ein Mann des Wissens (ehl-i ilim) und des Glaubens (iman) ist, so sollen sie ihn freundlich (dost) behandeln. "Wir kritisieren euch nicht. Und, bitte, kritisiert uns auch nicht. Wir sind alle Brüder im Glauben (ehl-i iman)." So sollen sie zu ihnen sagen und so die Lage entspannen.
Zweitens: Bruder Küçük Ali, der einen großen Geist (ruh) hat, der ein Held (pehlivan) der Gesegneten (mübarek) ist und sowohl von Abdurrahman, als auch von Lütfü und auch von Büyük Hâfız Ali in sich umfasst und ebenso wichtig (mana) ist wie sie, stellt eine Frage. Im Grunde genommen ist die Antwort auf diese Frage an hundert Stellen in der Risale-i Nur vorhanden. Er sagt: "Weshalb bemüht sich (tahşidat) die Risale-i Nur in einem solchen Grade (derece) so sehr um die Grundpfeiler des Glaubens (erkân-ı imaniye), während doch die Gelehrten (hoca) alter Zeit uns darüber unterrichtet (ders) haben, dass der Glaube (iman) eines einfachen Gläubigen (âmî mü'minin) dem Glauben (iman) eines großen Heiligen (veli) gleicht?"
Antwort: Vor allem in den Themenstellungen des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) über die Stufen des Glaubens (meratib-i imaniye) findet sich so ziemlich am Ende eine Äußerung (beyan) bzw. Schlussfolgerung (hüküm) des Erneuerers (müceddid) des zweiten Jahrtausends (elf-i sâni), Imam Rabbani, die besagt: "Die letzte Station (müntehası) auf allen mystischen Wegen (tarîkat) und ihr höchstes Ziel (maksad) ist die Entfaltung (inkişaf) der Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye). Die gesicherte (kat'iyyet) Offenbarung (vuzuh) eines Glaubensartikels (mes'ele-i imaniye) ist besser als tausend Wunder (keramet) und Visionen (keşfiyat)." Und ganz am Ende des Großen Zeichens (Âyet-ül Kübra) findet sich im Abschnitt eines Briefes aus der Sammlung (Lâhika) eine Antwort, die das Ganze noch einmal erklärt (tamamının beyanatı). Auch die Zehnte Problemstellung der Fruchtabhandlung (Meyve Risalesi) über die Wiederholungen im Qur'an und die Weisheit (hikmet), die in den großen und häufigen Anstrengungen (tahşidat) des Qur'an in den Artikeln der Einheit (Tauhid) und des Glaubens (iman) liegt, ist genauso, ganz und gar (bitamamiha), auch in der Risale-i Nur zu finden, die sein wahrhaftiger Kommentar (hakikî tefsir) ist, und eine Antwort auf diese Frage.
Die Erklärungen (izahat) der Abhandlungen der Risale-i Nur über den wahrhaftigen, traditionellen (taklidi), zum Teil kurz und bündigen (icmalî) oder andererseits auch ausführlichen (tafsilî) Glauben (iman-ı tahkikî) und über einen Glauben (iman), der allen Angriffen (tehacümat), Einflüsterungen (vesvese) und Zweifeln (şübhe) standhält und nicht durch sie erschüttert wird, ist eine solche Antwort auf den Brief von Küçük Ali, mit dem großen Geist (ruh), die keine weiteren Fragen (ihtiyaç) mehr offenlässt.
Zweiter Aspekt: Der Glaube (iman) beschränkt sich nicht nur auf eine traditionelle (taklidi) Bestätigung in einer kurzen und bündigen (icmalî) Form. So wie eine Dattel (hurma) von einem Kern bis zu einer riesigen Palme sich stufenweise entfaltet, oder die Sonne - je nach der Größe meines Spiegels - bis hin zum Meeresspiegel mehr oder weniger Platz (inkişaf) findet, um sich widerzuspiegeln, so umfasst auch der Glaube (iman) so viele Wahrheiten (hakikat), dass tausendundein Name Gottes und die anderen Glaubenspfeiler (erkân-ı imaniye) mit den Gegebenheiten der Schöpfung (kâinat hakikat) einen Zusammenhang bilden, sodass die Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) miteinander übereinstimmen, wenn sie sagen: "Das umfassendste allen Wissens (ilim) und jeder Erkenntnis (marifet) und das Größte über aller menschlichen Vollkommenheit (kemalât-ı insaniye) ist sein Glaube (iman) und die aus dem wahrhaftigen Glauben (iman-ı tahkik) erwachsende, grundlegende (tafsil), bezeugte, Erkenntnis (marifet-i kudsiye) des Allheiligen."
Ein traditionell bedingter Glaube (iman-ı taklidî) wird in der Tat rasch von Zweifeln (şübhe) bezwungen. In einem wahrhaftigen Glauben (iman-ı tahkikî), der weit kraftvoller (kuvvetli) und viel umfangreicher als der traditionelle ist, gibt es sehr viele Stufen (meratib). Doch die Stufe einer wissenschaftlich gesicherten Gewissheit (ilmelyakîn) unter diesen Stufen hält in der durch die Kraft (kuvvet) vieler Zeugnisse Tausenden Zweifeln (şübhe) stand. Im Gegensatz dazu verliert der traditionelle Glaube (taklidî iman) manchmal schon gegen einen einzigen Zweifel (şübhe). Zudem ist eine weitere Stufe des wahrhaftigen Glaubens (iman-ı tahkik) der Grad augenscheinlicher Gewissheit (aynelyakîn), welche ebenfalls sehr viele Stufen hat. Sie zählt nämlich die Stufen ihrer Erscheinungsformen nach der Anzahl der Namen Gottes (esma-i İlahiye). Und sie steigert sich bis zu dem Grade, die ganze Schöpfung wie den Qur'an zu lesen. Zudem ist eine weitere Stufe die wahrhaftige Gewissheit (hakkalyakîn). Auch diese hat viele Stufen. Hätten diese gläubigen Menschen (imanlı zât) Zweifel selbst in Heerscharen (şübehat orduları) angegriffen, hätten sie ihnen nichts anhaben können. Tausende Bände wurden von Theologen (ülema-i İlm-i Kelâm) dem Verstand (akla) und der Logik (mantıga) gemäß verfasst, um auch nur einen mit Zeugnissen belegten, vernünftigen (aklî) Weg dieser Erkenntnis des Glaubens (marifet-i imaniye) aufzuzeigen. Hunderte Bücher der Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) äußerten aufgrund ihrer Visionen (keşfe) und meditativen Wahrnehmungen (zauk) diese Erkenntnis des Glaubens (marifet-i imaniye) noch in einer anderen Hinsicht. Doch die wunderhafte (mu'cizekâr) große Straße (cadde-i kübrası) des Qur'an, die sie anhand der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) und der Erkenntnis des Allheiligen (marifet-i kudsiye) dahin führt, erweist sich in einer Macht (kuvvet) und Hoheit, die sie weit über die dieser Gelehrten (ulema) und Heiligen (auliya) erhebt. So kommentiert (tefsir) die Risale-i Nur die Straße dieser umfangreichen, umfassenden und hohen Erkenntnis (marifet), hält sie aufrecht und verteidigt sie gegen umfassende zerstörerische (tahribatçı) Strömungen, die bereits vor tausend Jahren gegen den Qur'an und den Glauben (iman) zum Nachteil der İslâmiyet und der Menschlichkeit (insaniyet) und im Interesse der Welten eines Mangels (adem âlemleri hesabına) tätig waren. Darum hat sie auf jeden Fall auch unendlich viele Anstrengungen (tahşidat) nötig, um diesen zahllosen Feinden standzuhalten und dem Schutz (muhafaza) des Glaubens (iman) der Gläubigen (ehl-i iman) durch das Licht (Nur) des Qur'an zu dienen. In einer ehrwürdigen Hadith heißt es: "Ein Mensch, der durch dich zum Glauben (iman) gelangt, ist besser für dich als eine ganze Sahara voller roter Schafe." {Es handelt sich hier um eine Herde erlesener Schafe, die mit roter Farbe gekennzeichnet wurden. (A.d.Ü.)} "Manchmal ist eine Stunde Nachsinnen (tefekkür) besser als ein Jahr der Anbetung (ibadet)." So dient auch der große Wert, den der Naqshibandi-Orden auf den stillen (hafî) Dhikr legt, dazu, diese Art von Nachsinnen zu erlangen.
Alle Brüder - jeden Einzelnen von ihnen - grüßen wir (selâm) und beten (dua) wir für sie.
{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}
Siebte Abhandlung, zugleich siebte Problemstellung
{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen"}
{"Sprich: Bei dem Wohlgefallen (fadl) Gottes und Seiner Barmherzigkeit; wahrlich: Sie können sich daran erfreuen, denn Er ist besser, als all das, was sie sammeln!" (Sure 10, 58)}
Diese Problemstellung kann man in siebenfacher Weise angehen.
Als erstes wollen wir die sieben Ursachen, welche einige Geheimnisse der göttlichen Gnadengaben (inayet) erkennen lassen, in der Form einer Verkündigung der Wohltaten Gottes (tahdis-i nimet) besprechen.
Erste Ursache: Im vergangenen Weltkrieg oder noch davor erblickte ich mich inmitten einer echten Erscheinung (vakia-i sadika) am Fuße des bekannten großen Berges im Araratgebirge. Plötzlich zerbarst der Berg mit gewaltigem Krachen und riesige Felsbrocken wurden überall umhergeschleudert. Inmitten dieses Entsetzens erblickte ich meine verstorbene Mutter an meiner Seite und sagte zu ihr: "Fürchte dich nicht, oh meine Mutter. Dies ist auf Befehl Gottes des Gerechten. Er ist sowohl barmherzig, als auch weise." Und während ich mich noch in diesem Zustand befand, schaute ich eine bedeutende Persönlichkeit, die mir gebot: "Erkläre den Qur'an! Groß ist er und wunderbar."
Da erwachte ich und verstand: "Es wird sich ein großer Umsturz ereignen. Und nach diesem Umsturz wird eine Erneuerungsbewegung einsetzen und die Mauern zerbrechen, die den Qur'an bisher umgeben haben. Und unmittelbar darauf wird der Qur'an sich selbst verteidigen. Man wird den Qur'an angreifen. Sein Wunder wird wie ein stählerner Panzer sein; und dieses Wunder wird sich in jeder Zeit als über alles Maß hinaus erweisen und sich der Gestalt eines Mannes wie mich als Anwalt bedienen. Und ich verstand, dass ich dieser Kandidat sein sollte."
Da also nun einmal durch die "Sözler" bewirkt wurde, dass das Wunder, welches der Qur'an ist, klar zutage trat, bedeutet es sicherlich eine Hilfe, wenn wir die Gnadengaben aufzeigen, die sich bei unserem Dienst eingestellt haben und die diesem Wunder zugerechnet, gewissermaßen aus ihm hervorgegangen und als dessen Segen betrachtet werden können und die wir deshalb auch aufzeigen müssen.
Zweite Ursache: Da also nun einmal der Weise Qur'an unser Lehrer (Murschid), unser Meister (Ustadh), unser Vorsteher (Imam) und unsere Richtschnur (Rehber) im untadeligen Benehmen ist und ein Hymnus, der seinen eigenen Lobpreis besingt, werden auch wir, seiner Belehrung folgend, seine Auslegung (tefsir) loben.
Da nun einmal die Worte (Sözler), welche niedergeschrieben wurden, eine Art seiner Auslegung sind und diese Abhandlungen das Eigentum und die Realität der Wahrheiten des Qur'ans, und da nun einmal der Weise Qur'an in den meisten seiner Suren, besonders aber in den Chiffren wie Elif-Lam-Ra الر oder Ha-Mim حم sich selbst in seiner ganzen Vollkommenheit und Größe zeigt, über seine Vollkommenheit spricht und den Lobpreis, der ihm gebührt, sich selbst bereitet, sind auch wir dazu verpflichtet, die Gnadengaben (inayat) des Herrn aufzuzeigen, welche ein Zeichen setzen auf das Wunder der Funken des Weisen Qur'ans, die sich in den "Sözler" widerspiegeln und auch dafür, dass unser Dienst angenommen wurde. Denn unser Meister (Ustadh) tut so und unterrichtet so.
Dritte Ursache: Ich spreche über die "Sözler" nicht in Bescheidenheit, sondern sage, um die Wahrheit klarzulegen: "Die Wahrheit und Vollkommenheit der "Sözler" stammt nicht von mir, sondern aus dem Qur'an, ist ein Tropfen aus dem Qur'an." Auch das "Zehnte Wort" besteht aus solchen Tropfen, die aus hunderten von Ayat aus dem Qur'an herausgefiltert worden sind. Das gleiche gilt auch für die übrigen Abhandlungen. Da ich dies also weiß und weil ich sterblich bin und dahingehen werde, darf man ganz gewiss nicht eine Sache und ein Werk, das bleiben wird, mit mir in Verbindung bringen. Es darf nicht an mich gebunden sein und werden. Und da es nun einmal eine Gewohnheit der Leute des Irrweges und der Übertretung ist, ein Werk, das ihnen nicht gelegen kommt, dadurch zu kritisieren, dass sie den Verfasser dieses Werkes kritisieren, sollte man die Abhandlungen, die an die Sterne über dem Himmel des Qur'ans gebunden sind, gewiss nicht an einem so morschen Pfosten wie mir festmachen, der ich ein Anlaß zu Widerspruch und Kritik bin und fallen kann. Da es nun einmal unter Menschen üblich ist, die Vorzüge eines Werkes in dem Verhalten seines Verfassers zu suchen, den sie als Ursprung und Quelle ansehen, und da es gegenüber der Wahrheit eine Unwahrheit wäre, wollte man dieser Gewohnheit entsprechend diese hohen Wahrheiten und kostbaren Juwelen einer Persönlichkeit zuschreiben, die dermaßen bankrott ist, dass sie davon noch nicht einmal ein Tausendstel vorzeigen kann, muss ich offenlegen, dass diese Abhandlungen nicht mein Eigentum sind, vielmehr ihre Vorzüge Tropfen aus dem Qur'an sind und Eigentum des Qur'ans. Man kann doch die Ursache für die Qualität wohlschmeckender Weintrauben wirklich nicht in einem verdorrten Weinstock suchen! Und doch bin gerade auch ich so ein vertrockneter Stab.
Vierte Ursache: Manchmal führt Bescheidenheit zur Undankbarkeit für ein Geschenk, ist vielmehr selbst eine Undankbarkeit für das Geschenk. Manchmal artet auch die Verkündigung der Wohltaten Gottes (tahdis-i nimet) in Selbstgefälligkeit aus. Beides ist vom Übel. Der einzige Ausweg ist der, weder Undankbarkeit für ein Geschenk aufkommen zu lassen, noch selbstgefällig zu werden. Man muss also Qualität und Vollendung anerkennen, darf sie aber nicht sich selbst zuschreiben, sondern muss aufzeigen, dass sie Gnade und Werk dessen sind, der in Wahrheit der Geber aller guten Gaben ist. Zum Beispiel: Zöge dir jemand ein wunderhübsches Kleid an, das mit kostbaren Steinen geschmückt ist und auf das du mit Recht stolz sein darfst und in dem du auch sehr gut aussiehst und die Leute dir dann sagten: "Mascha-a'llah! Wie hübsch du aussiehst und wie wundervoll es dich kleidet!" und wenn du dann in deiner Bescheidenheit sagtest: "Gott bewahre!... Was bin ich schon? Nichts bin ich. Was ist das schon? Wo ist Schönheit?" dann ist das Undankbarkeit für das Geschenk und eine Beleidigung gegenüber dem begnadeten Künstler, der dich mit einem solchen Gewand bekleidet hatte. Sagst du aber in deinem Stolz: "Recht habt ihr. Ich bin wirklich schön. Wo gibt es eine, die so schön wäre wie ich. Zeigt mir doch eine, die mir gliche!..." so wäre dies eine überhebliche Selbstgefälligkeit.
Sich also vor dem Stolz und der Undankbarkeit zu bewahren, muss man antworten: "Ja, ich bin wirklich sehr schön geworden. Aber diese Schönheit steckt in dem Kleid und gebührt durch seine Vermittlung dem, der mich mit diesem Gewand bekleidet hat, nicht mir."
So möchte auch ich, würde meine Stimme dazu ausreichen, über den ganzen Erdball hinweg ausrufen: "Die Sözler sind wunderschön, sie sind die Wahrheit. Aber sie entstammen nicht mir. Blitzstrahlen sind es, die aus der Wahrheit des Ehrwürdigen Qur'ans aufleuchten..."
{"Ich konnte mit meinem Artikel Mohammed keine Schönheit verleihen. Doch Mohammed hat meinem Artikel seine Schönheit verliehen."}
Dementsprechend sage auch ich:
{"Ich konnte mit meinen Worten dem Qur'an keine Schönheit verleihen. Doch der Qur'an hat meinen Worten seine Schönheit verliehen."}
Das heißt: "Ich konnte dem Wunder der Wahrheit des Qur'ans keine Schönheit mehr hinzufügen, seine Schönheit nicht aufzeigen. Vielmehr haben die schönen Wahrheiten des Qur'ans meine Auslegungen verschönt und erhöht." Aufgrund dieser Tatsache ist die Schönheit der Reflexionen, die "Sözler" genannt werden, eine Schönheit im Namen des Qur'ans und diese Gnadengabe Gottes (inayat), welche aus dieser Spiegelung erhellt, darzustellen, ist ein Lobpreis der göttlichen Gnadengaben (nimet), der auch angenommen wird.
Fünfte Ursache: Vor langem habe ich einmal von einem Gottesfreund gehört, dass dieser auf Grund von Voraussagen der Heiligen aus alter Zeit die Schlussfolgerung gezogen habe und zu der Überzeugung gelangt sei: "Aus dem Osten wird ein Licht aufstrahlen und die Finsternis der verderblichen Neuerungen zerstören." Ich habe sehr darauf gewartet, dass ein solches Licht kommen werde und warte noch darauf. Aber Blumen kommen im Frühling. Für solche heiligen Blumen den Boden zu bereiten, ist notwendig. Und wir haben verstanden, dass wir mit diesem unseren Dienst den Boden für solche erleuchteten Persönlichkeiten bereiten. Da dies aber nun nicht unsere Angelegenheit ist, kann auch die Verkündigung der "Sözler" genannten, dem Bereich der göttlichen Gnade (inayat) zugehörigen Lichter keine Quelle des Stolzes oder der Selbstgefälligkeit sein. Man kann vielmehr darin nur eine Quelle der Lobpreisung und des Dankes erblicken.
Sechste Ursache: Aus der Gnade (inayat), welche Gott uns in der Abfassung der "Sözler" als unserem Dienst am Qur'an erwiesen hat, um uns im voraus zu belohnen und um unseren Eifer weiter anzufachen, resultiert unser Erfolg. Wo aber ein Erfolg ist, kann man ihn auch vorweisen. Handelt es sich aber nicht um einen Erfolg, so -ist es doch wenigstens ein Geschenk (ikram), mit dem Gott uns beehrt hat. Handelt es sich aber um ein göttliches Geschenk, so ist, es zu zeigen, eine innere Dankespflicht. Handelt es sich aber auch darum nicht, so ist es doch wenigstens ein Wunder (keramet) des Qur'ans, mit dem wir willentlich gar nichts zu tun haben. Es hat sich nur an uns gezeigt. Eine solche Art Wunder, das sich ohne unser Wissen und Wollen ereignet hat, vorzuweisen, schadet aber nicht. Sollte es aber mehr sein, als ein ganz gewöhnliches Wunder (keramet), dann ist es wenigstens eine Flamme eines geistigen Wunders ('icaz) des Qur'ans. Wo man aber ein Wunder vorweisen kann, da gehört es sicherlich zu diesem Wunder hinzu, bei dessen Bekanntmachung mitzuwirken. Darin liegt keineswegs eine Quelle des Stolzes und der Selbstgefälligkeit, es wird vielmehr zu einer Quelle des Lobpreises und der Danksagung.
Siebente Ursache: Achtzig Prozent der Menschheit gehört nicht zu den Quellenforschern (ehl-i tahkik), sodass sie in die Wahrheit eindringen und Wahrheit auch als Wahrheit erkennen und anerkennen könnte. Vielmehr nehmen sie der Form nach an und stützen sich in ehrlicher Überzeugung auf das, was sie von anerkannten und vertrauenswürdigen Menschen gehört haben. Ja, sie werden sogar eine starke Wahrheit als schwach ansehen, wenn sie sich in der Hand eines schwachen Mannes befindet und eine wertlose Sache als wertvoll betrachten, wenn sie sich in der Hand eines wertvollen Menschen befindet. Deshalb also sage ich, so unwert und schwach ich in meiner Armseligkeit bin, während sich in meinen Händen die Wahrheiten des Glaubens und der Wert des Qur'ans befindet und weil es notwendig ist, dass sie nicht den Blicken der meisten Menschen entschwinden, mit aller Klarheit: Wir werden ohne unser Wissen und ohne unser Zutun zum Dienst geführt. Es gibt da Einen, der uns eine wichtige Arbeit tun lässt, ohne dass wir es wissen. Dies ist unser Zeugnis: Auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, so erhalten wir doch ganz ohne unser Zutun manche Hilfe (inayat) und wird uns vieles leicht gemacht. Das ist es, weshalb wir diese Gnadengaben mit lauter Stimme ausrufen müssen.
So wollen wir nun - gestützt auf die oben dargestellten sieben Ursachen - einige Hinweise auf einige universelle Gnadengaben des Herrn geben.
Erster Hinweis: Im ersten Punkt der Achten Problemstellung zum Achtundzwanzigsten Brief haben wir erklärt, was Übereinstimmung (tevafukat) ist. Kurz gesagt: In dem "Brief über die Wunder Mohammeds" finden sich in dem Text eines Schreibers zwischen dem dritten und dem achten Hinweis auf sechzig Seiten, zwei Seiten davon ausgenommen, ohne dass wir etwas davon wussten oder ahnten in vollkommener Ausgewogenheit die Worte "Resul-u Ekrem Aleyhissalatu Vesselam" mehr als zweihundert Mal in Entsprechung zu einander. Wer zwei dieser Seiten aufmerksam betrachtet, wird gerechterweise zugeben, dass dies kein Zufall sein kann. Wäre es aber Zufall, könnte dieser bestenfalls halb und halb auf einer Seite auftreten, wenn die Beispielwörter mehrheitlich vorhanden sind, sodass vielleicht auf ein, zwei Seiten eine völlige Entsprechung zustande käme. Wenn aber die Worte "Resul-u Ekrem Aleyhissalatu Vesselam" einander anschauen, sei es zwei Mal, drei Mal, vier Mal oder noch öfter, wie mit der Exaktheit einer Waage gemessen, dann ist es gewiss unmöglich, dass dies noch Zufall sein könnte. Wenn noch dazu diese Entsprechungen auch von acht ganz verschiedenen Schreibern nicht beeinträchtigt werden konnte, dann ist dies ein starker Hinweis auf das Verborgene (ischaret-i gaybiyye). So kennen wir die "Ehl-i Belagat" (Menschen, die zu rechten Zeit das rechte Wort finden). Die Prägnanz ihres Ausdrucks (Belagat) findet sich in ihren Büchern in verschiedenen Abstufungen ausgeprägt. In dem Weisen Qur'an steigert sich die "Belagat" noch bis zur Stufe eines Wunders (i'caz). Dort finden wir jene Schranke, die niemand mehr zu erreichen vermag. Ebenso finden wir diese Entsprechungen im Neunzehnten Brief, der ein Spiegel der Wunder Mohammeds ist, im Fünfundzwanzigsten Wort, das der Dolmetscher für die Wunder (Mu'cisat) des Qur'ans ist, und in den Bänden der Risale-i Nur, die eine Art Auslegung (tefsir) des Qur'ans darstellen in einem über alle anderen Bücher erstaunlichen Grade. Daraus aber erhellt folgendes: was in diesen Spiegeln deutlich sichtbar reflektiert wird, ist eine Art Wunder (keramet) der Wunder (Mu'cizat) des Qur'ans und der Wunder (Mu'cizat) Mohammeds.
Zweiter Hinweis:
Die zweite Gnadengabe des Herrn, die den Dienst am Qur'an betrifft, ist folgende: Gott der Gerechte hat einem Manne wie mir, der ich doch kaum mit der Feder umzugehen verstehe und nie eine Schule besucht habe, an diesen Ort der Fremde, wo ich niemanden habe und mir selbst der Briefwechsel untersagt wurde, in Seiner Güte (ihsan) starke, ernsthafte, aufrichtige, fleißige, ideal gesonnene Brüder als Helfer gesandt, die ihre Federn einem diamantenen Schwerte gleich zu gebrauchen wissen. Er hat den Dienst am Qur'an, der so schwer auf meinen, zu dieser Aufgabe untauglichen, schwachen Schultern lastete, deren starken Schultern aufgeladen und in Seiner vollkommenen Güte (kerim) meine Bürde leicht gemacht. Diese gesegnete Gemeinschaft aber, die, einem Kopfhörer in der drahtlosen Telegraphie vergleichbar ist, wie Hulusi, sagt, oder auch einem Stromkraftwerk, wie Sabri es nennt, deren Glieder alle unterschiedliche Vorzüge und verschiedene Besonderheiten haben und die tiefen Wahrheiten des Qur'ans und die Lichter des Glaubens um sich mit der Lust und Liebe, mit dem Eifer und Ernst, in dem sie einander gleichen, verbreiten und dabei jeden Winkel erreichen, die, zu einer Zeit, da das Alphabet bereits geändert worden war und es (für die alte Schriftform) keine Druckereien mehr gab, einer Zeit, in der jedoch jeder der Lichter des Glaubens bedurfte, es statt dessen aber viele Gründe dafür gab, die ihren Mut hätte brechen und die Lust hätte nehmen können, ist dieser große Eifer und ihre vollendete Begeisterung für die Dienste ganz unmittelbar ein Wunder (keramet) des Qur'ans und eine offensichtliche Gnade Gottes (inayet).
So wie es in der Tat das Wunder der Freundschaft mit Gott (velayetin kerameti) gibt, so gibt es auch das Wunder einer reinen Absicht (niyet-i halisenin kerameti) und das Wunder der Aufrichtigkeit (samimiyetin kerameti arbeiten ohne Hinter- oder Nebengedanken)... Besonders im Kreise von Brüdern innerhalb einer Bruderschaft (uhuvvet) um Gottes willen kann es wahre Wunder einer echten und aufrichtigen gegenseitigen Hilfeleistung geben. Die geistige Körperschaft einer solchen Gemeinschaft kann sogar die Gestalt einer reifen Freundschaft (veliyy-i kamil) annehmen und die Gnade Gottes (inayet) offenbaren.
Nun also meine Brüder und ihr, meine Weggefährten im Dienst am Qur'an! Es wäre doch ein Unrecht, einem Feldwebel nach der Eroberung einer Burg die ganze Ehre und die ganze Beute zu geben; und genau so wie das ein Fehler wäre, so dürft auch ihr die Gnaden, die ihr mit dieser Herausgabe und Veröffentlichung kraft eurer geistigen Körperschaft und mit euren Federn erlangt habt, nicht einem so hilflosen wie mir verleihen!... Sicherlich gibt es in einer so gesegneten Gemeinschaft noch stärkere Zeichen des Verborgenen (ischaret-i gaybiyye) als derartige geheimnisvolle Entsprechungen (tevafukat-i gaybiyye) und ich kann sie auch erkennen; aber ich kann sie nicht allen und jedem zeigen.
Dritter Hinweis: Es ist ein sehr starkes Zeichen des Verborgenen (ischaret-i gaybiyye) und ein Geschenk der göttlichen Gnade, dass alle bedeutenden Wahrheiten des Glaubens und des Qur'ans in den einzelnen Kapiteln der Risale-i Nur auch noch für den unbelehrbarsten glänzend bewiesen werden. Denn unter den Wahrheiten des Glaubens (iman) und des Qur'ans gibt es solche, angesichts derer selbst Ibn-i Sina (Avicenna), den man als einen der genialsten und bedeutendsten Geister ansieht, sein Unvermögen eingesteht, sie verstehen zu können, wenn er bekennt: "Für den Verstand führt kein Weg dorthin" In der als "Zehntes Wort" bezeichneten Abhandlung werden diese Wahrheiten, welche diesem genialen Geist unzugänglich geblieben waren, selbst dem einfachen Volk und den Kindern erklärt.
Dafür zwei Beispiele: Wenn ein so gewaltiger Gelehrter wie Sad Teftazani zur Lösung des Problems um das (göttliche ) Vorauswissen (Qader) und dieses Stückchen (menschlicher) Willensfreiheit in seinem berühmten "Der zwölfte Schritt" genannten Kapitel aus dem Buch "Telvih" (Die verborgenen Andeutungen) vierzig, fünfzig Seiten nur für diese Lösung benötigt und das nur für die Gebildeten, dann aber im Zweiten Kapitel des Sechsundzwanzigsten Wortes, dem Kapitel über das göttliche Vorauswissen (Qader), schon zwei Seiten genügen, um das gleiche Problem vollständig zu lösen und für jedermann verständlich zu erklären und dies dann kein Werk der göttlichen Gnade ist, was ist es dann?
So wurde auch dieses über alles Verstehen hinaus wundersame Geheimnis der Schöpfung der Welt, das bisher noch keines Philosophen Hand zu entschleiern vermochte, dieser verborgene Sinn des Kosmos, dieses, die Wunder des hochehrwürdigen Qur'ans enthüllende, alle Probleme lösende Koan, dieses staunenerweckende Rätsel wurde in dem letzten symbolträchtigen Punkt des Neunundzwanzigsten Wortes, im Vierundzwanzigsten Brief und in der sechsteiligen Weisheit des Dreißigsten Wortes über die Erneuerung der Zellen (d.h. über das Fließgleichgewicht) enthüllt. Das staunenerregende, tiefe, verborgene Geheimnis der Bewegung des Kosmos, das Rätsel von der Erschaffung des Kosmos und seinem Apex (akibet), die Weisheit, die sich hinter dem Geheimnis des Fließgleichgewichts verbirgt, wurde in ihnen enthüllt und erklärt und für jedermann sichtbar vor Augen gestellt.
Und so wie im Sechzehnten und Zweiunddreißigsten Wort mit vollkommener Klarheit die staunenswürdigen Wahrheiten vom Geheimnis sowohl der Ahadiyet (Gott ist unteilbar eins und allgegenwärtig) in der Verbindung mit der Vahdet (es gibt keinen Herrn, keinen König, keinen Gott außer Allah) Seiner Herrschaft ohne Teilhaberschaft (schirk) einerseits erklärt wurde, als auch, dass Gott uns unendlich nahe ist, wo wir doch so unendlich weit von Ihm entfernt sind, so wurde auch im Zwanzigsten Brief mit vollkommener Klarheit aufgezeigt, dass für die Macht Gottes Atome und Planeten gleich sind, dass für Ihn die Wiederbelebung alles Beseelten bei der Gewaltigen Versammlung ebenso leicht ist, wie eine einzige Seele wiederzubeleben und dass eine Teilhaberschaft bei der Erschaffung des Alls unserem Verstande bis zur Unmöglichkeit fremd ist und dieses gewaltige Geheimnis der Einheit (Vahdet) in dem Abschnitt und seinem Anhang, der drei Beispiele enthält, aufgedeckt, wo das Wort:
{"Er hat Macht über alle Dinge"}
erklärt wird.
Da die Wahrheiten des Glaubens und des Qur'ans so umfangreich sind, dass auch nicht der größte menschliche Geist sie zu umfassen vermag, ist es ein Werk, das als ein Wunder unmittelbar aus dem Geiste des Qur'ans hervorgeht, eine Erscheinung der Gnade des Herrn und ein starkes Zeichen aus dem Verborgenen, wenn sich in einem Mann wie mir, dessen Geist mit so vielen Problemen überlastet ist, dessen Situation so ungeklärt ist, der seine Bücher dermaßen schnell und unter so bedrückenden Umständen schreibt, ohne dabei ein Nachschlagewerk zu besitzen, wenn sich in einem solchen Manne diese Wahrheiten in allen Einzelheiten mit so überwältigender Vollkommenheit offenbaren.
Viertes Zeichen: Da die fünfzig, sechzig Abhandlungen ein Geschenk der Güte (ihsan) Gottes sind, in der Art, dass sie nicht von mir, einem Mann, der von so vielen Umständen abhängig ist und so wenig Zeit findet, noch einmal gründlich über alles nachzudenken und zu korrigieren, noch von einem Team großer und genialer Forscher, die sie mit Anstrengung und Einsatzfreudigkeit zustande gebracht hätte, in dieser Art abgefasst worden wäre, zeigt, dass sie unmittelbar ein Werk der Gnade Gottes sind. Denn in allen diesen Abhandlungen werden alle diese tiefen Wahrheiten durch Beispiele vermittelt und so auch denen, die bislang noch nicht sehen und verstehen konnten, Unterricht erteilt. Hatten doch bis dahin die meisten großen Gelehrten gesagt, dass sie diese selbst nicht mit dem Verstande erfassen und auch weder dem einfachen Volk noch den Gebildeten lehren konnten.
Da solche Wahrheiten, die bisher noch zu hoch waren, nunmehr den Menschen so nahe gebracht werden können, dass ihre Unterrichtung auch noch einem Blinden unter die Haut geht, von Hand eines Mannes, der so wie ich, kaum des Türkischen mächtig ist, dem die Worte nur schwer über die Zunge kommen, sodass die meisten ihn gar nicht verstehen und dessen frühere Werke seinen traurigen Ruhm bestätigt haben, eine offensichtliche Wahrheit so darzustellen, dass sie nur noch mühsam verständlich ist, mit einer geradezu wunderbaren Einfachheit und Leichtigkeit erklärt werden, so ist dies ohne Zweifel ein Werk der Gnade Gottes und kein Produkt seiner Begabung, ein Wunder (i'caz), das aus dem Geiste des Edlen Qur'ans aufstrahlt, eine Manifestation und eine Reflexion über die Gleichnisse des Qur'ans.
Fünfter Hinweis: So wie die Risalat, obwohl sie in ihrer Gesamtheit weit verbreitet sind und alle Schichten und Gruppen von Leuten, vom größten Gelehrten bis hin zum einfachsten, ungebildeten Menschen und von den großen Heiligen unter den Sufis (ehl-i kalb) angefangen bis hin zu den verbohrtesten Ungläubigen unter den Philosophen die Risalat gesehen und gelesen haben und manche von ihnen deshalb eine Strafe erhalten haben, dennoch nicht kritisiert werden, vielmehr eine jede Gruppe ihrer Stufe entsprechend ihren Nutzen aus ihnen zieht, was unmittelbar ein Werk der Gnade des Herrn und ein Wunder des Qur'ans ist, so wurden auch alle diese verschiedenen Risalat, die doch nur nach sehr gründlichen Untersuchungen und Studien hätten zustande kommen können, trotz dieser belastenden, bedrückenden und beengenden Umstände, da ich doch Mühe hatte, meine Gedanken und meine Eindrücke zu ordnen, in dieser so außerordentlichen Geschwindigkeit geschrieben, was wiederum ein Werk der Gnade Gottes und ein Geschenk des Herrn ist.
In der Tat wissen die meisten meiner Brüder und alle die Gefährten, die bei mir sind und die Schreiber, dass der fünfte Abschnitt des Neunzehnten Briefes in nur wenigen Tagen geschrieben wurde, wobei wir an jedem Tag nur zwei, drei Stunden, also insgesamt etwa zwölf Stunden gearbeitet haben, ohne dass wir dabei in irgendeinem Buch hätten nachschlagen können. Ja, der vierte Absatz, welcher der wichtigste davon ist, der Absatz, indem der Ausdruck "Resul-u Ekrem Aleyhissalatu Vesselam" ganz offensichtlich das Siegel des Propheten zeigt, wurde in drei, vier Stunden auswendig, auf einem Berge im Regen niedergeschrieben. Auch eine so bedeutende und feinsinnige Risala wie das Dreißigste Wort, wurde in sechs Stunden in einem Weinberg geschrieben; und so wie das Achtundzwanzigste Wort in einer, höchsten in zwei Stunden in Süleymans Garten niedergeschrieben wurde, so geschah es auch mit den meisten Risalat. Dabei wissen meine engsten Freunde, dass ich schon seit langem unter bedrückenden und beengenden Umständen noch nicht einmal ganz offensichtliche Wahrheiten klar zum Ausdruck bringen konnte, ja noch nicht einmal um sie wußte. Kam dann unter diesen bedrückenden Umständen noch eine Krankheit hinzu, die mich noch mehr daran hinderte, Unterricht zu erteilen und etwas zu verfassen, so wurden dennoch die wichtigsten "Sözler" und Abhandlungen auch in Zeiten äußerster Bedrängnis und Krankheit in einer ungewöhnlich raschen Art niedergeschrieben. Wenn das nicht unmittelbar göttliche Gnade, ein Geschenk (ikram) des Herrn und ein Wunder (keramet) des Qur'ans ist, was denn sollte es dann sein?
Nun aber schadet ein Teil der Fragestellungen einem Teil der Menschen, ganz gleich, um welches Buch es sich dabei handeln mag (wenn darin die göttlichen und Glaubenswahrheiten behandelt werden), in jedem Fall... Weil es ihnen aber schadet, wird nicht jede Fragestellung jedermann zugänglich gemacht. Was aber die Risalat betrifft, so haben sie bisher - wen auch immer ich gefragt habe - bei niemandem eine gegenteilige Wirkung ausgelöst, schlimme Folgen gezeigt, eine Beunruhigung des Gemüts bewirkt, oder sonst irgendeinen Schaden angerichtet, weshalb es für uns absolut sicher ist, dass es sich hier um ein Zeichen aus dem Verborgenen (ischaret-i gaybiyye) handelt und um eine Gnade des Herrn.
Sechster Hinweis: Ich bin heute davon überzeugt, dass es mir bestimmt war, den grössten Teil meines Lebens in der Weise zu verbringen, dass er nicht von mir selbst, von meinem Wissen, Wollen und Bewusstsein bestimmt wurde und ihm ein solch seltsamer Verlauf gegeben wurde, dass er solche Art Abhandlungen zum Ergebnis brachte, wie sie dem Dienst am Qur'an dienlich sein sollten. Es ist, als wäre mein ganzes wissenschaftliches Leben nur ein Grundkursus oder eine Vorbereitungsstufe gewesen und als sollte sein Ergebnis darin bestehen, in den "Sözler" die Wunder ('icaz) des Qur'ans aufzuzeigen. Ja ich zweifle keineswegs daran, dass ich in diese meine Lage: diese Verbannung und das Leben in der Fremde seit sieben Jahren, diese Isolation ohne Grund und gegen meinen Wunsch, mein Leben im Gegensatz zu meiner Natur ganz allein in einem Dorf zu verbringen, um am Ende gar alle Bindungen an das gesellschaftliche Leben , an das ich mich seit langem gewöhnt hatte, zu verabscheuen und alle bisherigen Grundsätze aufzugeben, nur deshalb versetzt wurde, um mich in reiner und aufrichtiger Weise einzig und allein dem Dienst am Qur'an zu widmen. Ja, ich bin der Überzeugung, dass sich hinter dem Schleier der Unterdrückung, hinter all diesen Schikanen und dem Unrecht, das man mir angetan hat, eine gnädige Hand verbirgt, die mich in ihrer Barmherzigkeit dazu veranlassen will, meine Gedanken auf die Geheimnisse des Qur'ans zu konzentrieren, ohne meine Blicke von ihnen abzuwenden. Ja, obwohl ich früher aufs Lesen geradezu versessen war, wurde meiner Seele eingegeben, mich des Lesens aller anderen Bücher zu enthalten und es ganz und gar zu vermeiden. So verstand ich, dass es mir bestimmt war, den vertrauten Umgang mit den Büchern aufzugeben, der mir doch sonst eine Quelle des Trostes hier in dieser Fremde hätte sein können, damit mir einzig und allein die Ayat des Qur'ans ein vollkommener Lehrer (Ustadh) sein sollten.
Zudem wurden mir die Werke, die Risalat, welche niedergeschrieben wurden - die überwältigende Mehrheit von ihnen - ohne dass irgendeine Ursache von außen hinzugetreten wäre, rein aufgrund eines Bedürfnisses, das aus meiner Seele erwuchs, plötzlich und unvermittelt von der Güte Gottes (ihsan) zum Geschenk gegeben. Wenn ich sie dann einigen meiner Freunde zeigte, sagten sie zu mir: "Sie sind ein Heilmittel für die Wunden unserer Zeit." So wurde mir nach ihrer Verbreitung klar, dass sie in dieser Zeit für die meisten meiner Brüder das Heilmittel sind, das ihren Bedürfnissen am besten entspricht und die Medizin, die in ihren Schmerzen vollkommen für sie geeignet ist.
So blieb in mir gar kein Zweifel mehr daran zurück, dass die oben erwähnten Umstände und der Verlauf meines Lebens - ohne es zu wissen noch zu wollen -, die verschiedenen Zweige der Wissenschaft, die ich ganz außer der Reihe und ohne eine feste Absicht studiert habe, ein solch geheiligtes Ergebnis herbeigeführt haben, dass es zu einem starken Geschenk der göttlichen Gnade wurde und einer Gabe (ikram) des Herrn.
Siebenter Hinweis: Während unseres Dienstes, also im Verlaufe von etwa fünf, sechs Jahren, haben wir ohne zu übertreiben hundert Werke mit eigenen Augen gesehen, die ein Geschenk Gottes (ikram), eine Gnade des Herrn und ein Wunder (keramet) des Qur'ans sind. Auf einen Teil davon haben wir im Sechzehnten Brief hingewiesen, einen anderen in den verschiedenen Problemstellungen des Vierten Abschnitts des Sechsundzwanzigsten Briefes, einen anderen in der dritten Problemstellung des Achtundzwanzigsten Briefes erörtert. Meine nächsten Freunde wissen davon. Suleyman Efendi, mein engster Freund und Vertrauter, kennt viele davon. Besonders bei der Abfassung der "Worte" und "Abhandlungen", bei ihrer Korrektur, Zusammenstellung, der Niederschrift und der Reinschrift erlebten wir, wie sich ganz unerwartet alles mit geradezu wunderbarer Leichtigkeit ergab. Wir haben gar keinen Zweifel daran, dass es sich dabei um ein Wunder des Qur'ans gehandelt hat. Dafür gibt es hunderte von Beispielen.
Auch was unseren Lebensunterhalt betrifft, werden wir mit so viel Liebe (schefkat) ernährt und versorgt, weil der Herr der Gnade, der unsere Arbeiten lenkt und leitet, uns in unerwarteter Weise mit seiner Güte beschenkt, um uns auch noch den geringsten Wunsch unseres Herzens zu erfüllen. Usw... Alle diese Umstände sind ein so starkes Zeichen aus dem Verborgenen (ischaret-i gaybiyye), dass wir geleitet und geführt sind nach Seinem Wohlgefallen und Seine Gnade ist es, in der der Dienst am Qur'an von uns erfüllt wird.
{"Lob und Preis sei Allah! Dies kommt durch den Segen meines Herrn."}
{"Gepriesen seist Du! Kein Wissen haben wir, außer dem das Du uns gelehrt hast. Fürwahr, Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}
{"O Gott, segne unseren Herrn Mohammed, mit dem Segen, der Dir wohlgefällig sein und sich in Wahrheit an ihm erfüllen möge, an ihm und seiner Familie und seinen Gefährten, und schenke ihnen Deinen Frieden in Fülle und Sicherheit. Amen."}
Antwort auf eine vertrauliche Frage
Dieses Geheimnis der Gnade wurde ehedem als Geheimsache aufgezeichnet. Sie wurde am Ende des Zehnten Wortes angefügt. Doch die meisten Schreiber haben sie, aus welchen Gründen auch immer, abzuschreiben vergessen. Hier wäre eigentlich der rechte und geeignete Platz dafür gewesen. Der Artikel blieb aber den Schreibern verborgen.
Man hat mir folgende Frage gestellt: "Warum geht von den "Worten", die du über den Qur'an geschrieben hast, eine solche Kraft, ein solcher Einfluss aus, wie sie sich in den Worten anderer Theologen (arif) und Kommentatoren (mufessir) nur selten findet. Manchmal geht von einer Zeile so viel Kraft aus wie von einer ganzen Seite, von einer Seite so viel Einfluss wie von einem ganzen Buch..."
Anwort: Weil die Ehre dem Wunder des Qur'ans gebührt und nicht mir zukommt, antworte ich ohne zu zögern: "Bei den meisten Abschnitten ist das so."
Denn: Die "Sözler", so wie sie niedergeschrieben wurden, basieren nicht auf einer Theorie, sondern auf einer Überzeugung, nicht auf einer Anhängerschaft, sondern auf einem Glauben, nicht auf wissenschaftlicher Erkenntnis, sondern auf eigenen Zeugnissen, nicht auf blinder Gefolgschaft, sondern auf Überprüfung, nicht auf Parteilichkeit, sondern auf Anteilnahme, nicht auf mystischer Schau, sondern auf der Wahrnehmung der Realitäten; sie sind keine Lehre, sondern das Zeugnis für eine Lehre. Das Geheimnis dieser Weisheit ist folgendes:
In alter Zeit wurden die Glaubensgrundsätze noch gehütet und ihre Gefolgschaft war stark. Die Aussagen der Wissenschaftler und ihre Erkenntnisse wurden, mochten sie nun auch im Einzelnen unbewiesen bleiben, wurden angenommen und das genügte. Aber in dieser unserer Zeit, da die Irrlehre der Naturwissenschaften ihre Hand nach den Glaubensgrundsätzen und den Pfeilern des Islam ausgestreckt, hat der barmherzige König und Herr in Seiner Majestät, der ein Heilmittel für jede Krankheit geschenkt hat, meinen Schriften im Dienste des Qur'ans einen Strahl von Gleichnissen als das offensichtlich glänzendste Wunder des Ehrwürdigen Qur'ans geschenkt, mir in meiner Hilflosigkeit und Schwäche, Armut und Bedürftigkeit eine Barmherzigkeit zu sein. Aber Dank sei Gott, mit Hilfe des Fernglases der tiefen Weisheit, die in den Gleichnissen liegt, wurden die höchsten Wahrheiten ganz nahe gebracht. Ja, unter dem vereinigenden Gesichtspunkt dieser tiefen Weisheit, die in den Gleichnissen liegt, werden auch noch die fernliegendsten Dinge gesammelt. Ja, mit Hilfe der Leiter dieser tiefen Weisheit, die in den Gleichnissen liegt, kann man auch noch die höchsten Wahrheiten ganz leicht erreichen. Ja, durch das Fenster dieser tiefen Weisheit, durch das man die verborgenen Wahrheiten betrachtet, werden die Glaubensgrundsätze des Islam zu einer Glaubensgewissheit, fester als Zeugnisse. Gleich wie sich mein Verstand, meine Phantasie, meine Vorstellungskraft und meine Seele mit all ihren Neigungen ergeben mussten, so musste auch der Teufel die Waffen strecken und sich gleichfalls ergeben.
Kurz gesagt: Was immer an Schönheit und Wirksamkeit von meinen Schriften ausgeht, ist nur ein Blitzstrahl, der von den Beispielen zum Qur'an ausgeht. Mein Anteil daran ist einzig mein Verlangen im Bewußtsein meiner großen Bedürftigkeit und mein flehentliches Gebet im Bewusstsein meiner tiefen Hilflosigkeit. Ich habe die Krankheit und der Qur'an hat das Heilmittel.
{"Im Namen dessen der gepriesen sei... "Friede sei mit euch, das Erbarmen Gottes und Sein Segen."}
Meine lieben getreuen Brüder!
Erstens: Wir beglückwünschen (tebrik) euch nachträglich zur gestrigen heiligen (mübarek) Nacht (Leyle-i Berat) und zugleich zum kommenden heiligen Monat (Ramazan-ı Şerif). Wir haben dieses Jahr in der Heiligen Nacht (Berat Gecesi) mit Staunen ein Vorzeichen dessen beobachtet, dass diese Nacht sich für die Nurdschus als überaus segensreich (bereketli) und wundertätig (kerametli) erwiesen hat. Es ist dies wie folgt:
Kurz vor Beginn der Heiligen Nacht (Berat Gecesi) war ich gerade mit der Korrektur (tashih) des "Stab Mosis (Asâ-yı Musa)" beschäftigt, als eine Taube an mein Fenster kam und mich ansah. Ich sagte: "Hast du uns vielleicht eine Botschaft (müjde) gebracht?" Sie kam rein, erschrak nicht, so als wären wir schon alte Freunde (dost), setzte sich auf den "Stab Mosis" (Asâ-yı Musa) * und saß dort drei Stunden. Ich habe ihr Brotkrümel und etwas Reis gegeben. Sie nahm es aber nicht an, blieb jedoch bis zur Abenddämmerung, flog dann weg, kam nach kurzer Zeit wieder zurück und blieb während der Heiligen Nacht (Berat gecesi) bis zur Morgendämmerung bei mir. Nachdem ich mich hingelegt hatte, kam sie zu mir, setzte sich neben mich, streichelte mein Gesicht als eine Art "Gott befohlen (Allah'a ısmarladık)" und flog schließlich auf und davon. Als ich jedoch am nächsten Tag schon ein wenig betrübt war, kam sie wieder zurück und blieb noch eine Nacht bei mir, was wohl heißen soll, dass dieser gesegnete (mübarek) Vogel uns sowohl zum "Stab Mosis (Asâ-yı Musa)" als auch zu unserer Heiligen Nacht (berat) beglückwünschen wollte.
{"Im Namen dessen der gepriesen sei... "Friede sei mit euch, das Erbarmen Gottes und Sein Segen ewig und immerdar."}
Erstens: Heute wurde klar (tahakkuk), dass zwischen dem Erdbeben (zelzele) und der Risale-in Nur doch ein Zusammenhang (alâkadar) besteht. Vier heftige Erdbeben in dieser Nacht, welche das Thema dieses viermaligen Erdbebens aus meiner Verteidigungsschrift bestätigt, das Hüsrev in seinem Brief behandelt hat, welche sich zur gleichen Zeit ereigneten, in welcher der Feldwebel dieser Dienststelle (karakol çavuşu) gegen mich und gegen die Lichter (Nurlar) und gegen dieses Land (memleket) als Zeichen einer sicherlich bösen Absicht (kat'î bir sû'-i kasd) im Regierungsgebäude (hükumet) meinen Diener beschimpft und dabei: "Geh und sag's ihm!" schreit, mir auf diese Weise seine Verachtung (tahkirkârane) zeigt, mich verärgert (ihanet) und beleidigt (şetmedip), dann auf Befehl (emr-i cebrîsiyle) des Bürgermeisters (kaymakam) im Kommandoton eines Diktators die Anweisung (emir) erteilt: "Auch wenn er krank ist, bringt ihn her!" und so den Nachtwächtern und den Gendarmen seinen Befehl (memur) gibt, wobei er sich auf den großen Beamten von Afyon stützt, der sich unter einem Deckmantel verschanzt, was sowohl die Schüler (Nur şakirdleri) in ihrer Begeisterung (şevkler) stört und dadurch die Abschreibarbeiten der Lichter (Nurlar) hier behindert, als auch mich selbst in beträchtliche Unruhe (sıkıntı) versetzt hat, solch heftige Erdbeben (zelzele), wie man sie hier noch nie zuvor erlebt hatte, wenn sie sich zur gleichen Zeit ereignen, zeigen, dass die Risale-i Nur ein Anlass zur Beendigung eines Unglücks (vesile-i def'-i bela) ist: Jedes Mal, wenn es hier zu einer Behinderung kommt, findet auch das Unglück (bela) seine Gelegenheit und kommt.
Ein Beispiel (nümune) dafür, dass die Schüler des Lichtes (Nur Şakirdler) an der Universität während ihres wissenschaftlichen Studiums (fen dairesi) die außerordentliche Bedeutung (fevkalâde kıymeti) der Unterweisung des Lichtes (Nur hakikatını) zu schätzen wissen.
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen immer und ewig."}
Der heilige Qur'an, der die geistige Sonne ist, die nie untergeht, am Himmel dieses Kosmos, verbreitet seine Lichter, um die bei der Erschaffung geschriebenen Verse des großen Buches der Schöpfung lesbar zu machen und ihr Wesen zu zeigen. Indem er den Verstand des Menschen erleuchtet, zeigt er ihm den rechten Weg. Jeder Mensch kann also den Sinn seiner Erschaffung, die Wünsche seiner natürlichen Veranlagungen und das Ziel seines Lebensweges durch das Licht dieser Sonne der rechten Leitung (des Qur'ans) sehen und erkennen. Diejenigen, die die Erscheinung dieses Lichtes der Rechtleitung empfangen, erwerben eine Nähe, indem sie entsprechend der Fähigkeit ihres Herzens Ihm (Allah - Gott) als einen Spiegel dienen. Das Wesen der Dinge und der tiefere Sinn des Lebens tritt durch dieses Licht in Erscheinung und wird nur durch dieses Licht offenbar, verständlich und bekannt. Der heilige Qur'an, der die Lichter der geistigen Rechtleitung der urewigen Sonne repräsentiert, läßt die Wahrheit und Wirklichkeit mit dem Auge des Verstandes und des Herzens erkennen. Diejenigen, die von seinem Licht entfernt bleiben, verharren in der Finsternis. Denn alles wird nur durch das Licht offenbar, verständlich und erkennbar. Die lichtvolle Erscheinung des ehrwürdigen Qur'ans, der die geistige und immerwährende Sonne dieser Wahrheit ist, empfängt die geistige Körperschaft der Risale-i Nur, die in diesem unseren Jahrhundert mit dem Titel "das Licht" genannt wird. Es sind die Lichter, welche wie eine Projektion auf die Glaubenswahrheiten richten für diejenigen mit der Fledermausnatur, die die Finsternis nicht verlassen wollen, die durch den Schlaf in Gottvergessenheit ihren Tag zur Nacht machen, die nach Ausschweifungen süchtig sind, deren Verstand in ihre Augen gerutscht ist, deren Augen durch ihren Aufenthalt in der Finsternis nicht sehen können, und diejenigen, die von ihrem Weg abgeirrt sind, und welche den rechten Weg denjenigen zeigen, die nicht völlig blind sind. Die Lichter der Risale-i Nur schlagen die Keule des "Lichtes" auf die Leute des Unglaubens und auf die Häupter der Ungläubigen und sagen: Ihr sollt entweder euren Verstand beiseite lassen und so zu einem Tier werden oder kommt zur Besinnung und werdet so zu einem Menschen!
Da das Wissen ein Licht ist, wollen wir kurz auf einige Beweise hinweisen, die zeigen, daß die Risale-i Nur mit dem Wissen vollkommen vertraut ist:
Erstens: Wir sollen uns daran erinnern, daß die Risale-i Nur nicht die anderen Bücher, sondern nur den ehrwürdigen Qur'an als ihren Meister anerkennt und ihm dient. Wie geschätzt die Risale-i Nur in dieser Hinsicht ist, darüber brauchen wir kein Wort zu verlieren.Wir sagen nur, um in den Augen der Gelehrten den Wert der Risale-i Nur deutlich herauszustellen:
Die Risale-i Nur erklärt und beweist in überaus leichter Form auch die ungeklärtesten Fragen, die bis jetzt Überhaupt keiner von den Gelehrten vollständig erklären und beweisen konnte, in einer Weise, daß alle, angefangen von der einfachen Volksschicht bis zu der höchsten gebildeten Schicht ihrer Fähigkeit entsprechend verstehen, all ihre Zweifel beseitigen und sich vollständig Überzeugen können. Diese Eigenschaft ist nahezu in keinem Werk irgendeines Gelehrten zu sehen.
Zweitens: Alle "Nur" Werke zeigen in jeder Hinsicht, daß sie Kommentare zu einem Teil der Verse des ehrwürdigen Qur'ans und seine geistigen Strahlen sind.
Drittens: Sie geben den tiefliegensten Bedürfnissen der Menschen mit sicheren Beweisen und Zeugnissen wissenschaftliche Antwort. Zum Beispiel: Sie beweisen die Existenz Gottes, des jenseitigen Lebens und die weiteren Glaubensgrundpfeiler, indem sie als Übersetzer der Tat und dem Wort eines Stäubchens Ausdruck verleihen. Während unter den berühmtesten islamischen Philosophen wie Ibn Sina (Avicenna), Farabi, Ibn Rüscht (Averroes) in diesen Fragen die ganze Schöpfung als ein Beweis anführen, beweist die Risale-i Nur dieselbe Wahrheit durch die Sprache eines Stäubchens oder eines Samenkornes. Wäre es heute möglich ihnen die wissenschaftliche Macht der Risale-i Nur zu zeigen, würden sie sich gleich ihr unterstellen und ihr Schüler werden.
Viertens: Die Risale-i Nur vermittelt die Kenntnisse, die ein Mensch auch nach jahrelanger Mühe nicht errreichen kann, zusammengefaßt in kurzer Zeit.
Fünftens: Die Risale-i Nur ist ein Mittel, das Wohlwollen Gottes, das das eigentliche Ziel eines Studiums ist, zu erwerben und macht die Kenntnis auf keiner Weise zu einem Werkzeug für weltlichen Nutzen und repräsentiert somit im wahrsten Sinne die erhabenste Aufgabe, der Menschheit zu dienen.
Sechstens: Die Risale-i Nur ist die Frucht eines starken und heiligen Nachdenkens Über den Glauben. Sie dienst somit als Sprachrohr und Übersetzt das, was wir von der ganzen Schöpfung hören und sehen. Gleichzeitig bringt sie die Erkenntnisse aus dem Glauben zu den Stufen, die durch wissenschaftliche Kenntnisse belegt (ilmel-yakin), die augenscheinlich bezeugt (aynal-yakin) und die selbst erlebt und gelebt (hakkal-yakin) sind.
Siebtens: Die Risale-i Nur umfaßt von den Grundlagen her alle Wissenschaften. Sie ist etwa wie ein verziertes Tuch, welches mit den Fasern des Wissens gewebt ist. Die Risale-i Nur ist eine Sammlung von Leitsprüchen, die kein Wissenschaftler bis heute geäußert hat und die herausstellen, daß sie mit jeder Wissenschaft vertraut ist. Als Beispiel wollen wir hier nur einige davon zitieren und empfehlen denjenigen, die sich von der ganzen Sammlung eine Vorstellung machen wollen, daß sie in dem Ozean der Risale-i Nur nachlesen.
1.) Wer die Augen einer Mücke erschaffen kann, der muß auch die Sonne erschaffen haben.
2.) Wer den Magen einer Wanze konstruiert hat, der muß auch das Sonnensystem konstruiert haben.
3.) Um einen Atom erschaffen zu können, ist dieselbe unendliche Macht, die auch den ganzen Kosmos erschaffen kann, notwendig. Denn jeder Buchstabe in diesem großen Buch des Kosmos, besonders jeder lebendige Buchstabe hat ein Gesicht, das nach allen Sätzen schaut, und ein Auge, das sie betrachtet.
4.) Die Natur ist ein spiegelbildlicher Abdruck, aber sie ist nicht der Drucker. Sie ist eine Dekoration, aber nicht der Dekorateur. Sie ist ein reagierendes Objekt und kein agierendes Subjekt. Sie ist eine Lineatur, aber nicht das Lineal. Sie ist eine Ordnung, aber nicht der, der die Ordnung errichtet. Sie ist ein Gesetz, aber nicht der Gesetzgeber. Sie ist eine Gesetzessammlung, die von dem Willen kommt, hat aber Überhaupt keine Realität in der sichtbaren Welt.
5.) So wie die festen, beständigen und natürlichen Gesetze kommt auch der Geist von der Welt des Befehls, von der Eigenschaft des Willens. Die Macht belkeidet ihn mit Empfindungen und macht eine feine Flüssigkeit zu einer Perlmutschale um diesen Edelstein.
Und dergleichen gibt es tausende Leitsprüche.
{"Der Beständige ist der der ewig bleibt und besteht"}
Im Namen der Schüler des Lichtes, die an der Universität studieren und eures Gebetes sehr bedürfen (duanıza çok muhtaç).
Anmerkung über "Hu!"
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei; und fürwahr; es gibt kein Ding, das nicht lobend Ihn preist; Der Friede (Selam) Allahs sei über euch und Sein Erbarmen und Sein Segen für immer und ewig"}
Meine sehr lieben und treuen Brüder,
Meine Brüder, ich habe bei den Worten لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ {"Es gibt keinen Gott außer Ihm."} und قُلْ هُوَ اللّٰهُ {"sprich: Er ist Gott."} in dem هُوَ {"Er"} ein verborgenes Zeichen der Einheit Gottes erblickt, als ich in meiner Vorstellung eine Reise durch die Welt der Gedanken unternahm und dabei die Luft von ihrer rein materiellen Seite her betrachtete. So habe ich bemerkt, dass der Weg des Glaubens in unendlichem Grade einfach und im Grade der Notwendigkeit leicht beschreitbar ist und dass sich auf dem Weg der Abgötterei und des Irrglaubens in unendlichem Grade Schwierigkeiten und tausende von Unmöglichkeiten finden. Diese Erklärung in ihrer ganzen Länge und Breite will ich hier in einer kurzen Anmerkung zusammenfassen.
Es kann in der Tat eine Handvoll Erde der Reihe nach hunderten von Blumen als Beet dienen. Wollte man dies der Natur, den Ursachen zuschreiben, so müsste man entweder annehmen, dass in diesem Beet hunderte unsichtbarer Maschinen oder Fabriken, vielleicht ebenso viele wie Blumen, in entsprechend kleinem Maßstab vorhanden seien, oder aber, es müsste jedes kleine Stäubchen dieser Erde alle diese ganz verschiedenen Blumen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und lebenden Organen herstellen können, als ob es über ein unbegrenztes göttliches Wissen und eine grenzenlose Macht verfügte.
Genauso müsste dann auch jedes Luftteilchen und ein jeder Windstoß, den der Wille und Befehl Gottes aussendet, ein Atemzug Luft, wie man ihn benötigt, um هُوَ {"Er"} zu sagen, oder so viel Luft wie unter unserem Nagel Platz hat, so viele Telefongespräche wie es in der Welt gibt, Telegrafengeräte, Radioapparate, so unendlich viele verschiedene Kommunikationszentren und Ämter, so viele Hör- und Sprechmuscheln enthalten, sodass es alle diese unendlich vielen verschiedenen Arbeiten gleichzeitig und in einem Augenblick bewerkstelligen kann, oder aber, es müsste ein Luftteilchen, in dem das Wort هُوَ {"Er"} schwingt oder jedes Atom eines Teilchens in der Atmosphäre so viele unsichtbare Persönlichkeiten und ihre Fähigkeiten in sich enthalten, wie es Telefongespräche und all die vielen anderen telegrafischen Nachrichten und Rundfunksendungen in der Welt gibt, alle ihre Sprachen kennen und gleichzeitig auch die übrigen Atome unterrichten und sich über sie verbreiten können, denn diese Funktion kann man tatsächlich zum Teil wahrnehmen und diese Fähigkeit findet sich in allen Luftteilchen. Hier wird ganz klar sichtbar, dass sich auf dem Weg der Leute des Unglaubens, der Naturalisten und Materialisten nicht nur eine Unmöglichkeit, vielmehr so viele Unmöglichkeiten, Unvorstellbarkeiten und Schwierigkeiten befinden, wie es Atome in der Luft gibt.
Führt man aber all dies auf den Göttlichen Meister in Seiner Majestät zurück, dann wird die Luft mit all ihren Atomen zu einem Seiner gehorsamen Soldaten. Sie kann das mit Erlaubnis und durch die Macht ihres Schöpfers, durch ihre Verbundenheit mit Ihm und auf Ihn gestützt, im Aufscheinen der Kraft ihres Meisters, in einem einzigen Augenblick, blitzschnell, so leicht, wie man هُوَ {"Er"} sagt und dadurch die Luft in Bewegung setzt. Das heißt, das, was die Feder der Macht unermüdlich, wunderbar und wohlgeordnet aufzeichnet, wird zu einer Seite, wobei die Atome die Spitze dieser Feder bilden und die Funktion dieser Atome darin besteht, die Punkte aus der Feder der Göttlichen Vorausschau zu formen. Das alles geschieht mit der gleichen Leichtigkeit, mit der sich ein einzelnes Atom bewegt.
Während ich also die Worte sprach: لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ {"Es gibt keine Gottheit außer Ihm."} und قُلْ هُوَ اللّٰهُ {"Sprich: Er ist Allah."} untersuchte ich auf meiner Reise durch die Welt der Gedanken das Reich der Lüfte und studierte es als ein Element und erkannte diese umfassende Wahrheit mit augenscheinlicher Sicherheit in all ihren Einzelheiten und Zusammenhängen. So wie in dem Aussprechen des Wortes هُوَ {"Er"} und in der Luft, die man dazu benötigt, ein so glänzendes Zeugnis und ein Blitzstrahl der göttlichen Allgegenwart mit inbegriffen ist, so ist auch in seiner Bedeutung und in dem Hinweis, den es enthält, eine überaus lichtvolle Erscheinung der göttlichen Einheit in jedem Ding und ein sehr starker Beweis für die göttliche Einheit hinter allen Dingen enthalten und ein präziser Hinweis darauf, auf welche Person sich das Pronomen هُوَ {"Er"} in seinem offensichtlichen und verborgenen Sinne bezieht, woraus ich mit wissenschaftlicher Sicherheit erkannt habe, warum sowohl der Qur'an, ein Wunder der Verkündigung, als auch die Mystiker in ihrer Meditation über die Einheit dieses heilige Wort so oft wiederholen. Dafür ein Beispiel: Es ist ja doch so, dass man einen Punkt auf einem weißen Blatt mit zwei, drei anderen Punkten, die man daneben setzt, verwechselt und dass ein Mann, der viele verschiedene Aufgaben gleichzeitig erledigt, dabei durcheinander kommt, und dass ein kleines Lebewesen, dem viele Lasten aufgebürdet werden, darunter erdrückt wird, und dass eine Zunge und ein Ohr, die verschiedene Worte gleichzeitig aussprechen und aufnehmen, die Ordnung zerstören und Verwirrung anrichten. Dennoch habe ich, während ich mit dem Schlüssel und Kompass هُوَ {"Er"} durch das Reich der Gedanken reiste, mit augenscheinlicher Sicherheit gesehen, dass in jedes Luftteilchen, ja sogar in jedes einzelne Atom tausende verschiedener Punkte, Buchstaben, Worte gesetzt sind, oder gesetzt werden könnten, und dass sie dennoch nicht durcheinandergeraten und die Ordnung nicht zerstören und dennoch sehr viele ganz verschiedene Aufgaben erledigen, dass sie dennoch, ohne eine Verwirrung anzurichten, und obwohl jedes Teilchen und jedes Atom mit vielen sehr schweren Lasten beladen wird und dennoch sich nicht schwach zeigt, sie vielmehr ohne zurückzubleiben in vollkommener Ordnung trägt, ja obwohl tausende ganz verschiedener Worte, von unterschiedlichem Charakter und verschiedener Bedeutung in vollkommener Ordnung zwischen Ohr und Zunge ein- und ausgehen, etwas in diese kleinen Ohren hineintragen, ohne es zu verwechseln und zu verderben, von diesen winzigen Zungen ausgehen, und dass jedes Atom und Teilchen, während es seine bemerkenswerten Aufgaben wahrnimmt, in vollkommener Freiheit durch seinen ekstatischen Zustand, durch das Zeugnis und mit den Worten der obenerwähnten Wahrheit لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ {"Es gibt keine Gottheit außer Ihm."} und قُلْ هُوَ اللّٰهُ اَحَدٌ {"Sprich: Er ist Allah."} sagt, sich hin und her bewegt und dass inmitten der Schallwellen, bei Sturm und Regen, Donner, Blitz und Unwetter ihre Ordnung nicht gestört wird, sie ihre Aufgaben nicht verwechseln und mit keiner ihrer Tätigkeiten eine andere behindern Dies habe ich mit augenscheinlicher Sicherheit beobachtet.
Das heißt also, es müsste jedes Atom und jedes Molekül über eine grenzenlose Weisheit, unendliches Wissen und Können und über ein unermessliches Vermögen, Macht und solche Eigenschaften verfügen, wie sie ein absoluter Herr über alle Atome haben müsste, sodass es diese Aktivitäten durchführen könnte. Das sind aber so viele Unmöglichkeiten und Irrigkeiten, wie es Atome gibt. Auf diesen Gedanken kann auch kein Teufel kommen. Also wird die Luft im Grade einer lebendigen, augenscheinlichen und wissenschaftlichen Gewissheit zu einer Seite für die Feder der göttlichen Macht und Vorausschau, die der Herr in Seiner Majestät mit grenzenlosem Wissen und mit unendlicher Weisheit beschreibt, zu Seiten, die Er ständig umblättert, und die einer "Wohlbewahrten Tafel" in einer veränderlichen Welt, einer Schreibtafel für Seine ewig neuen Taten gleichen und zu einer Tafel, die Er beschreibt und löscht und wieder neu beschreibt, Ihm zum Zeugnis.
So wie uns also die Luft schon als das Transportelement der Stimme in ihrer obenerwähnten Einzigartigkeit die obenerwähnte Manifestation der Einheit und Gegenwart Gottes aufzeigt und damit die zahllosen Unmöglichkeiten des Irrglaubens sichtbar macht, so versieht die Luft diese subtile Aufgabe, während zu gleicher Zeit unter anderen wichtigen Dingen die Wellen der Elektrizität und des Lichtes und die Kräfte der Anziehung und Abstoßung durch sie hindurchgehen, und während zu gleicher Zeit und in vollkommener Ordnung zu allen Pflanzen und Tieren der für ihre Atmung, Fortpflanzung und andere lebensnotwendige Dinge erforderliche Bedarf gelangt. Dies hat mich mit augenscheinlicher Sicherheit zu der Überzeugung gebracht, dass sie mit absoluter Sicherheit beweisen, ein Thron für den Willen und Befehl Gottes zu sein und es ist ganz unwahrscheinlich, ja sogar völlig unmöglich, dass diese blinden vom Wind des Zufalls umhergetriebenen Kräfte, eine taube Natur, wirre und ziellose Ursachen, tote, starre, unvernünftige Materie sich in die Aufgaben der Luft einmischen, eine Seite in ihrem Buch beschreiben könnten.
Ich habe erfahren, dass jedes Atom und jedes Molekül durch seine Funktion ein لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ {"Es gibt keine Gottheit außer Ihm."} und قُلْ هُوَ اللّٰهُ اَحَدٌ {"Sprich: Er ist Allah."} sagt. Gleich wie mir dieses هُوَ {"Er"} zu einem Schlüssel wurde, um alle diese wunderbaren Funktionen des materiellen Aspektes der Luft zu erkennen, so wurde mir auch die Luft selbst gleich diesem هُوَ {"Er"} zu einem Schlüssel für die Welt der Bilder und zur Welt der Bedeutungen.
Tausende Selam allen!
Aus dem 29. Brief (Mektub) das Fünfte Kapitel, zugleich die fünfte Abhandlung
{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen"}
{"Gott ist das Licht der Himmel und der Erde." - 24,35-}
Ich sah dieses Licht aus den so vielen leuchtenden Geheimnissen einer so lichterfüllten Ayah, während ich mich im Heiligen (Monat) Ramadan in einem spirituellen und daher in einem so halb und halb kontemplativen Zustand (hal) fühlte. Es war dies wie folgt:
{"Oh Gott, Du bist mein Herr und ich bin Dein Knecht. Du bist der Schöpfer und ich Dein Geschöpf. Du bist der Versorger und ich der Umsorgte."}
Ich erlebte da einmal in meinem Herzen eine visionäre Schau, die mich zu der Überzeugung brachte, dass, wie in dem berühmten Bittgebet von Uvaysa-l'Qarani, alle lebenden Wesen Gott dem Gerechten das gleiche Bittgebet darbringen und dass das, was jede der achtzehntausend Welten erleuchtet, jeweils ein Name Gottes ist. Es ist dies wie folgt:
Ich sah, dass in dieser Welt Tausende von Welten in Schleier um Schleier gehüllt sind, einer wiederum in einer anderen, wie die zahlreichen Blütenblätter in einer Rosenknospe. Jedesmal wenn ein Schleier sich mir öffnete, sah ich wieder eine andere Welt. Es war so, wie es in der Ayah heißt, die der Licht-Ayah folgt:
{"...oder er gleicht den Finsternissen in der Tiefe des Meeres, überdeckt von Wogen über Wogen und über ihnen eine Wolke. Finsternisse eine über der anderen. Wenn einer seine Hand ausstreckt, kann er sie kaum sehen. Und der, dem Gott kein Licht gibt, für den gibt es nichts von dem Licht." - 24,40-}
Mir erschien diese Welt in Finsternis und Einöde und im Dunkel der Furcht. Plötzlich zeigte sich mir die Erscheinung eines Göttlichen Namens wie ein gewaltiges Licht und erleuchtete sie... Welcher Vorhang auch immer vor meinem Geist zurückgeschlagen wurde: in meiner Imagination erschien wiederum eine andere Welt. Doch weil sie den Gottvergessenen als eine dunkle Welt erschien, leuchtete ein Name Gottes auf wie die Sonne und erfüllte diese Welt von oben bis unten mit Licht usw... Diese Reise des Herzens und Fahrt in meiner Imagination setzte sich noch lange fort. Kurz gesagt:
Als ich die Welt der Tiere erblickte, zeigte sich mir die grenzenlose Bedürftigkeit und der so große Hunger der Tiere, zugleich mit ihrer Schwäche und Hilflosigkeit als eine besonders finstere und leidvolle Welt. Plötzlich ging der Name des Erbarmers (er-Rahman) einer strahlenden Sonne gleich über dem Sternzeichen (d.h. in der Bedeutung) des Versorgers (er-Resaq) auf und vergoldete diese Welt von oben bis unten mit dem Lichte des Erbarmens.
Danach sah ich innerhalb der Welt der Tiere noch eine andere düstere Welt, in der ihre schwach, hilflos und bedürftig darin zappelnden Nachkommen und ihre Jungtiere mit ihrem Schmerz jeden zu Bedauern und Mitgefühl bewegen. Plötzlich ging der Name "Barmberziger" (Rahiem) über dem Sternbild der Liebe (Sefkat) auf. Da verwandelte sich diese so bittere Welt auf eine so schöne und liebliche Weise in eine freundliche Welt, wurde von Licht überstrahlt und die Tränen meiner Klage, Bitternis und Trauer wurden in Freudentränen voller Begeisterung und Dankbarkeit verwandelt.
Danach öffnete sich mir wie eine Kinoleinwand ein weiterer Vorhang und die Welt der Menschen zeigte sich mir. Diese Welt war so finster und schrecklich, daß ich vor Schreck aufschrie. "Oh weh!" rief ich, denn ich sah, dass die Wünsche und Hoffnungen der Menschen auf eine Ewigkeit hin ausgerichtet sind, dass ihre Vorstellungen und Gedanken das ganze Weltall umfassen, und wie sehr ihre Strebungen und natürlichen Antriebe das ewig Bleibende und die Ewige Glückseligkeit des Paradieses ersehnen. Seine natürlichen Fähigkeiten kennen keine Grenze und können sich frei entfalten. Doch trotz aller auf ungezählte Ziele gerichteten Bedürfnisse, aller Schwäche und Hilflosigkeit sind sie zahllosen Unglücksfällen und Leiden ausgesetzt; von Feinden verfolgt ist ihr Leben außerordentlich kurz. Sie leben ein verwirrendes und hektisches Leben mit ungesichertem Unterhalt. Sie leiden in ihrem Herzen und mit allen Sinnen ständig unter den Übeln des Abschieds und der Vergänglichkeit, verbunden mit einem Höchstmaß an Leid und Angst. Denn das Leben der Gottvergessenen Iäuft auf Grab und Friedhof hinaus, was ihnen wie die Pforte zu ewiger Finsternis erscheint. Sie wurden einer nach dem anderen, scharenweise in diese finstere Grube hinuntergeworfen. Doch siehe, in diesem Augenblick, da ich diese Welt der Menschen in dieser Finsternis geschaut hatte, Herz, Sinn, Verstand und alle meine menschlichen Sinne, ja jede Faser meines Körpers aufschreien wollte und zu weinen begann, ging plötzlich der Name Gottes, des Wahrhaftigen und Gerechten über dem Sternbild der Weisheit, der Name des Erbarmers über dem Sternbild der Freigiebigkeit, der Name des Barmherzigen über dem Sternbild der Verzeihung, der Name des Verlebendigers (baith) über dem Sternbild des Nachlaßverwalters (Varith), der Name des Lebenspenders (Muhyi) über dem Sternbild des Wohltäters (Muhsin), der Name des Herrn (Rab) über dem Sternbild des Eigentümers (Malik) auf; und jeder einzelne Name erstrahlte, wobei hier jedes Sternbild die Bedeutung des Namens angibt. Die Menschenwelt insgesamt, wie sie so viele Welten in sich enthält, wurde plötzlich beleuchtet. Die Fenster zur jenseitigen lichtvollen Welt taten sich auf und die finstere Welt des Menschen wurde von Licht übergossen.
Danach wurde ein weiterer, gewaltig großer Vorhang geöffnet und die Welt hier auf diesem Erdenrund zeigte sich. Die dunklen Gesetze der (materialistischen) Wissenschaft und ihrer Philosophie malte vor meinem geistigen Auge eine furchtbare Welt. Mit einer Bewegung, siebzig Mal schneller als eine Kanonenkugel, durcheilt eine armselige Menschheit auf dieser unserer uralten und hochbetagten Erde, die zu jeder Zeit von Unruhen geschüttelt und von inneren Beben erschüttert wird, den unendlichen leeren Raum mit einer Ausdehnung von fünfundzwanzigtausend Jahren in einem einzigen Jahr. Ein Zustand furchterregender Verlassenheit in dieser Finsternis tauchte vor mir auf. Der Kopf drehte sich mir und vor meinen Augen wurde es schwarz. Die Namen des Schöpfers Himmels und der Erden (Halik), Allmächtiger (Qadir), Allweiser (Alim), Herr (Rabb), Gott (Allah), Herr der Himmel und der Erden, Dienstherr über Sonne und Mond (Musahhir) gingen auf über dem Sternbild des Erbarmers (Rahmet), des Gewaltigen (Azamet), dem Zeichen Seiner göttlichen Herrschaft (Rububiyet). Sie erleuchteten diese Welt so, daß die Erde mir vor dem Auge meines Glaubens wie ein Schiff erschien, das in schönster Ordnung und bestem Zustand für eine sichere Reise ausgestattet ist, beladen mit Proviant für jeden Einzelnen, vorbereitet für einen Ausflug, für Handel und Erholung.
Zusammenfassung: Jeder Name unter Tausend und einem Namen Gottes, die dem Universum zugewandt sind, erleuchtet wie eine Sonne je eine Welt und alle Welten, die (verbunden mit den Namen Gottes) in dieser Welt noch mit enthalten sind, und nach dem Geheimnis der Einheit (ehadiyet) erscheint in der Manifestation jedes einzelnen Namens in gewissem Grade auch die Manifestationen aller übrigen Namen. Da nun mein Herz hinter jeder Finsternis wieder ein anderes Licht erblickte, wuchs in mir die Sehnsucht, die Reise fortzusetzen. Da wollte ich (auf dem Einhorn) meiner Phantasie in den Himmel empor reiten. In diesem Augenblick eröffnete sich mir noch ein weiterer, besonders breiter Vorhang und mein Herz trat in die Welt der Himmel ein. Da erblickte es die Sterne, die aussahen, als hätten sie die Gestalt eines strahlenden Lächelns. Größer als die Erde bewegen sie sich mit einer noch größeren Geschwindigkeit als diese und kreisen (geozentrisch betrachtet) auf einander kreuzenden Bahnen. Würde auch nur einer von ihnen auch nur für eine Minute seine Bahn verlassen, würden sie zusammenstoßen und das würde zu einer solchen Explosion führen, dass die Galle des Kosmos zum Überlaufen käme und die Welt auseinanderfallen müßte. Da würden sie dann Feuer und nicht Licht um sich verbreiten. So betrachten sie mich nicht mehr mit einem Lächeln, sondern sehen mich böse an. Ich sah die Himmel in eine grenzenlos große und weite, öde, leere, schreckliche, Furcht und Staunen erregende Finsternis gehüllt und es tat mir tausend Mal leid, dass ich dorthin gekommen war.
{"Herr der Himmel und der Erde." (Sure 44,7) "Herr der Engel und der Geister."}
Da gingen plötzlich diese Schönen Namen in den Sternzeichen der Bedeutung von
{"...und wir haben in der Tat den Himmel über der Erde mit Leuchten geschmückt." - 41,12-}
{"...und Er hat die Sonne und den Mond unterworfen." - 13,2-}
auf. In diesem Sinne nahmen sich die Sterne, nachdem sie in diese Finsternis gehüllt worden waren, wieder je einen Funken von diesen gewaltig großen Lichtern und so wurde diese Welt der Himmel wieder erleuchtet, als habe man entsprechend der Anzahl der Sterne ebenso viele elektrische Lampen entzündet. Und auch die Himmel, die man für leer und öde gehalten hatte, füllten sich wieder mit Engeln und Geistern und wurden neu wieder belebt. Und ich sah, wie die Sonnen und die Sterne, die sich wie ein Heer unter den zahllosen Heeren des Königs von Ewigkeit zu Ewigkeit bewegen, den Ruhm des majestätischen Königs und den Glanz Seiner Herrschaft in der Art eines erhabenen Manövers darstellten. Und so erklärte ich mit ganzer Kraft und, wäre es möglich gewesen, mit allen Zellen (meines Körpers) und, wenn sie mir zuhörten, mit den Zungen aller Geschöpfe, ja sogar in ihrer aller Namen:
{"Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht ist mit einer Nische zu vergleichen. In ihr befindet sich eine (brennende) Lampe und die (Flamme) der Lampe in einem Glas und das Glas gleicht einem funkelnden Stern. (Sie brennt mit einem Öl), das entzündet wurde und von einem gesegneten Baum (her stammt), einem Ölbaum, der weder im Osten noch im Westen (steht) und dessen Öl beinahe schon leuchtet, ohne dass Feuer es berührt hätte. Licht über Licht. Gott führt zu Seinem Licht, wen immer Er will." - 24,35-}
las diese Ayah, drehte mich um, stieg ab, wachte auf und sagte: "Lobpreis und Dank sei Gott für das Licht des Glaubens und den Qur'an."
Anmerkung (nükte) über das Gebet "Dich allein beten wir an
Um auf diese Ansicht ein etwas deutlicheres Licht zu werfen, möchte ich von einem lichtvollen Erlebnis berichten, das mir selbst (hal) widerfahren und mir in einer Art Vision (hayal) deutlich (hakikat) geworden ist; und zwar folgendermaßen:
{"Dich allein beten wir an und von Dir allein erbitten wir Hilfe." - 1,4-}
Einmal habe ich über den Sinn des Buchstabens "nun" als dem Zeichen der ersten Person Plural (vor einem Verbum) nachgedacht und mein Herz gefragt, warum hier die erste Person Singularis in die erste Person Pluralis (wir beten) tranponiert worden ist. Plötzlich wurde mir in diesem "nun" die Besonderheit der Gemeinschaft im Gebet und ihr Geheimnis enthüllt. Da sah ich: meine Teilnahme in der Gemeinschaft in der Beyasid-Moschee, in der ich betete, machte jeden Einzelnen zu meinem Fürsprecher, der in meinem Gebet (kiraat) jede meiner Erklärungen und Behauptungen bezeugte und bestätigte. Inmitten der großen, vielfachen Anbetung dieser Gemeinde bekam ich den Mut, meine mangelhafte Anbetung an der Schwelle Gottes darzubringen. Dann öffnete sich plötzlich noch ein anderer Vorhang. Das heißt, all die großen Moscheen Istanbuls vereinigten sich mit einander. Die ganze Stadt wurde der Beyasid-Moschee gleich. Und plötzlich war es mir, als würde ich ihre Anbetung und all ihre Bestätigungen gleichsam in mir empfangen. Danach sah ich mich selbst auf dieser unserer Erde, die insgesamt zur Moschee geworden war, im Kreise der Reihen rund um die Ehrenwerte Kaaba stehen.
{"Lobpreis und Dank sei Gott, dem Herrn der Welten." - 1,1-}
sagte ich. ich habe so viele Fürsprecher. Sie sagen genau das gleiche, was auch ich im Gebet sage und bestätigen mich. Da aber nun einmal in meiner Vorstellung (hayal) dieser Vorhang sich geöffnet hatte, wurde auch die Ehrenwerte Kaaba zum Mihrab. Da nutzte ich diese Gelegenheit aus, rief diese Reihen zu Zeugen an, (kniete nieder zum) Tahayyat und vertraute das
{"Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Gott; und ich bezeuge, dass Mohammed der Prophet Gottes ist."}
als Sprachrohr meines Glaubens dem Schwarzen Stein an. Und während ich dies sagte, öffnete sich plötzlich vor mir noch eine weitere Szene: Da sah ich, dass die Gemeinschaft der ich angehöre, sich in drei Kreisen entfaltete:
Erster Kreis: Die riesige Gemeinschaft aller Gläubigen und derer, die sich auf dem ganzen Erdenrund zur Einheit Gottes (muvahhit) bekennen.
Zweiter Kreis: Ich blickte mich um (und erkannte, dass) ich ein Teil jener ganzen, großen Gemeinschaft alles Geschaffenen (maucudat) bin, in der ein jeder Teil mit seinem eigenen Gebet (salavat) und Lobpreis (tesbihat) beschäftigt ist. Ihr Dienst besteht aus den Tätigkeiten, wie wir sie beobachten können und die als die "Aufgaben der Dinge" bezeichnet werden. Daraufhin sagte ich: "Gott ist groß!" und voll Bewunderung beugte ich mein Haupt und betrachtete mich selbst (nefs), und da sah ich in einem
Dritten Kreis einen erstaunlichen Mikrokosmos, der augenscheinlich und nach seiner Eigenschaft klein, in Wirklichkeit aber, seiner Zahl und seinen Aufgaben entsprechend groß ist. In ihm erkannte ich eine Gemeinschaft, worin eine jede Gruppe, von den Zellen meines Körpers angefangen bis zu seinen Sinnesorganen mit ihren Aufgaben des Dienstes, der Anbetung und der Danksagung beschäftigt ist. In diesem Kreis sprachen die Blumen des Herrn in meinem Herzen zu mir:
{"Dich allein beten wir an und von Dir allein erbitten wir Hilfe."}
Das sagten sie zu mir im Auftrag dieser Gemeinschaft, genau so wie meine Zunge dies in den beiden vorigen Gemeinschaften gesagt hatte, in der Absicht, für diese beiden großen Gemeinschaften zu sprechen.
Zusammenfassung: Der (Buchstabe) nun in dem Wort "na'budu" verweist auf diese drei Gemeinschaften. Während ich also noch in diesem Zustand (hal) war, verkörperte sich plötzlich der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, der Interpret und Verkünder des Weisen Qur'ans, auf seinem geistigen, die "Leuchtende Stadt" (Medinatu-l'Munauver) genannten Mimber, in seiner spirituellen Gestalt und in all seiner Majestät und in meinem Inneren hörte ich wie jeder andere, seine Zusprache
{"Oh ihr Menschen, betet euren Herrn an!" - 2, 21-}
und gleich mir antwortete jeder in diesen drei Gemeinschaften: اِيَّاكَ نَعْبُدُ {"Dich allein beten wir an." -1,4-}
Und entsprechend dem Gesetz, nachdem
{"Wenn etwas feststeht, so steht es fest auf Grund seiner Voraussetzungen."}
erkannte ich in mir (fikr) die folgende Wahrheit:
Da nun einmal der Herr aller Welten die Menschen zu seinem Ansprechpartner erwählt hatte und nun (durch ihn) mit allem Sein (maucudat) spricht, verkündet nun Sein Ehrenwerter Gesandter, mit dem Friede und Segen sei, diese ehrenvolle Ansprache dem Menschengeschlecht, ja allem, was über Geist (ruh) und Bewusstsein verfügt. So werden denn nun die ganze Vergangenheit und auch die Zukunft der Gegenwart gleich. Seine Ansprache richtet sich an das ganze Menschengeschlecht als eine einzige (große) Versammlung, deren unterschiedliche Reihen auf diese Weise (doch zusammen) eine (einzige) Gemeinde bilden. Und dann sah ich, dass jede einzelne Ayah des Qur'ans über eine erhabene Macht verfügt, eine sprachliche Eleganz und Schönheit, die sie aus der ganzen Größe und Weite ihres Status (makam) empfangen hat, ihren außerordentlich zahlreichen, verschiedenen, bedeutenden Ansprechpartnern, durch ihren Sprecher von Ewigkeit her, dem einen von unendlicher Größe und Majestät, und von ihrem erhabenen Interpreten, der den Rang (makam) des Geliebten Gottes einnimmt. Und ich sah jede einzelne Ayah in strahlendem, dem fürwahr strahlenden Licht seiner Wunderhaftigkeit. Und dann erscheint nicht nur der ganze Qur'an, oder eine Sure, oder eine Ayah, sondern jedes einzelne Wort als ein Wunder.
{"Lobpreis und Dank sei Gott für das Licht des Glaubens und für den Qur'an!",}
sagte ich da und erwachte aus meiner inneren Schau (hayal), welche doch reine Wahrheit war, die gleiche wie die, in die ich mit dem "nun" des نَعْبُدُ eingetreten war, und ich verstand, dass nicht nur die Ayat des Qur'ans und seine Worte, sondern auch einige seiner Buchstaben wie das "nun" in نَعْبُدُ ein leuchtender Schlüssel zu bedeutenden Wahrheiten waren.
Nachdem Intuition (qalb) und Imagination aus dem "nun" des " نَعْبُدُ " herausgetreten waren, trat ihnen nun auch der Verstand entgegen und sagte: "Auch ich möchte meinen Anteil. Doch ich kann nicht fliegen, so wie ihr. Meine Füße sind dafür der Beweis, das Zeugnis. Genau so wie in نَعْبُدُ und نَسْتَعِينُ ist es notwendig, den Weg, der zum Schöpfer (Chaliq) führt, welcher Ma'bud (der Angebetete) und Muste'an (der um Hilfe Angeflehte) ist, aufzuzeigen, damit ich mit euch gehen kann." Und dann geschah es, dass es in meinem Herzen aufkam: Sage zu diesem verwunderten Verstand:
Betrachte alles (maucudat), was es da im Universum gibt: ob es lebend oder leblos ist: in vollkommenem Gehorsam und einer perfekten Ordnung hat alles seine Aufgabe und betet an, indem es seine Pflicht (vasife) erfüllt. Obwohl manche Dinge kein Bewusstsein und kein Gefühl haben, erfüllen sie doch ihre Aufgabe (vasife), wie gesteuert von einem, der über Bewusstsein verfügt, die Ordnung liebt und sie zu Dienst und Anbetung anleitet. Das aber heißt: es gibt einen in Wahrheit Angebeteten (Ma'budu bi-l'Haq) und Obersten Befehlshaber (Amir-i Mutlak), der sie in Dienst (ibadet) nimmt und leitet.
Betrachte ferner alles (maucudat), was da ist und besonders, was da lebt. Alle (lebenden Dinge) haben sehr viele und sehr verschiedene Bedürfnisse und besonders viele unterschiedliche Wünsche für ihren Fortbestand und die Erhaltung ihrer Existenz. Ihre Hände können auch nicht den kleinsten von ihnen erfüllen. Doch ihnen allen wird alles, dessen sie unentwegt bedürfen, regelmäßig und zu rechter Zeit aus einer unerwarteten Quelle in die Hände gelegt. Das kann man ganz klar erkennen...
So zeigt denn diese grenzenlose Bedürftigkeit und Not und die außerordentliche Hilfe aus dem Unsichtbaren und der Beistand des Erbarmers (Rahman) offensichtlich, dass sie einen Beschützer und Versorger haben, dessen Reichtum (Ghaniyy) vollkommen, dessen Freigebigkeit (Keriem) vollkommen, dessen Macht (Qadier) vollkommen ist. Er ist es, von dem alle Dinge und alles, was da lebt, Hilfe erwartet und Beistand erfleht. وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ {"Von Dir allein erbitten wir Hilfe."}
Sagen (alle Dinge, wenn auch) ohne Worte. Da sagte auch der Verstand: "Wir glauben und bestätigen es."
Was ist die Risale-i Nur? Wer ist Bediuzzaman?
Die höchsten Diener des Glaubens (din), deren Ankunft zu Beginn eines jeden Jahrhunderts in einem Hadith verkündet werden, sind nicht dessen Subjekt (mübtedi') * d.h. der Mittelpunkt eines Satzes, um den sich alles dreht* sondern dessen gelebter Ausdruck (müttebi'). Das heißt, sie produzieren nicht von sich aus irgendetwas Neues und erfinden keine neuen Grundsätze (ahkam). Sie stärken und befestigen vielmehr die Religion (din), indem sie ihren Grundsätzen und Grundpfeilern der Religion und der Tradition des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, folgen, das Wahre und Wesentliche des Glaubens (din) aufzeigen, alles andere, was sich mit (der Religion) vermischt hatte, für Null und nichtig erklären, alle Angriffe gegen den Glauben (din) abwehren und zurückweisen, dem Auftrag ihres Herrn erneut wieder Geltung verschaffen und die Ehre und Erhabenheit der Göttlichen Gebote (durch ihr Leben) aufzeigen und verkündigen. Ohne die essentiellen Grundlagen (tavr-ı esasî) zu zerstören oder den ursprünglichen Geist (ruh-u aslî) zu verletzten, erfüllen sie ihren Auftrag (îfa-i vazife) allein durch neue Methoden der Überzeugung, so wie sie dem Verständnis der jeweiligen Zeit entsprechen, durch eine zeitgemäße Art und Weise, die Menschen anzusprechen, sowie durch neue, detailliertere Erklärungen.
Diese Beamten ihres Herrn (Rabb) bestätigen (alle diese ihre) Aufgaben mit ihrer Tat und in ihren Werken. Sie erfüllen so (ihre Aufgabe), die Festigkeit ihres Glaubens (iman) und ihre Aufrichtigkeit (ihlas) in sich selbst zu reflektieren. So bringen sie die Stufe ihres Glaubens (iman) durch ihre Taten zur Darstellung. Dadurch zeigen sie in der Tat, dass sie der mohammedanischen Sitte (ahlak) voll und ganz entsprechen und in Wahrheit (haqq) mit der inneren Haltung Ahmeds und den Eigenschaften des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, bekleidet worden sind. Kurzum: In Anbetracht ihrer Taten und ihrer guten guten Gesittung (ahlak), hinsichtlich der Befolgung der Sunnah des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, und im Festhalten an ihr, stellen sie ein schönes und vollkommenes Modell für die Gemeinde Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, dar und sind für sie ein Beispiel, dem man folgen sollte. Die Werke, die sie verfassen, und in denen sie das Buch Gottes (Kitabullah) kommentieren, ihre Erläuterung (isah) zu den Grundsätzen (ahkam) des Glaubens (din) und die Art und Weise, wie sie diese dem Verständnis (fehim) ihrer Zeit und dem Grad ihrer Bildung (ilim) entsprechend darzustellen wissen, sind nicht in ihnen selbst und als Resultat ihres erhabenen Denkvermögens entstanden, auch nicht die Frucht ihrer eigenen Intelligenz und Bildung (zekâ ve irfan). Sie sind vielmehr eine innere Eingebung (ilham) und die Stimme ihres Herzens, unmittelbar gespeist aus der Quelle der Offenbarung (vahy) des Herrn der Reinen Botschaft (Risalah). Celcelutiye* ein poetisches Werk von Imam Ali* Mesnevî-i Şerif*das Hauptwerk von Dschelaluddin Rumi* Fütuh-ul Gayb*Das Hauptwerk von Abdul-Qadiru-l'Dscheylani und andere Werke dieser Art sind stets auf die gleiche Weise entstanden. Für all diese heiligen (qudsy) Werke waren solche, wenn auch hochangesehenen Persönlichkeiten, nur deren Verkünder. Diese heiligmäßigen (mukaddes) Persönlichkeiten haben einen Anteil an der Auswahl (der Themen) und der Art der Erklärung dieser erlesenen Werke, d.h., diese heiligmäßigen (qudsi) Persönlichkeiten gelten gewissermaßen als eine Art Überbringer, als Spiegel, bzw. Reflektoren ihres Sinngehaltes.
Was nun die Risale-i Nur und ihren Interpreten betrifft, so findet sich in diesem vielgepriesenen Werk ein solch hoher Segen (feyz-i ulvî) und eine in so hohem Maße wirksame Vollkommenheit, wie sie bis heute noch niemals in einem vergleichbaren Werk gefunden werden konnte. Und da man nun feststellen muss, dass sie in einer Weise, wie man sie nie zuvor in ähnlichen Abhandlungen bezeugen konnte, eine Wirksamkeit entfaltet, wie sie in der Nachfolge des Ehrwürdigen Qur'ans liegt, der die Fackel Gottes (meş'ale-i İlahiye), die Sonne der Rechtleitung und der Mond der Glückseligkeit ist; dass ihr Wesen das reine Licht des Qur'ans (nur-u mahz-ı Kur'an) ist und die Wirksamkeit der Segnungen aller Lichter Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, in größerem Maße in sich trägt als die Werke aller Freunde Gottes (evliyaullah); dass die innere Anteilnahme an ihr, die Verbundenheit mit ihr, die heilige Leitung durch den Herrn der Reinen Botschaft (Risalah) noch stärker (zu spüren) ist als in allen Werken der Freunde Gottes (evliyaullah); dass im übrigen die Geistigkeit jenes Mannes, der sich (durch den Qur'an) angesprochen fühlt und sein Interpret ist, in der Art, wie sehr er sich durch ihn angesprochen fühlt und ihn zu schätzen weiß, unvergleichlich hoch und ohne Beispiel ist, das ist eine offensichtliche Tatsache (hakikat), so klar wie die Sonne.
Jene Persönlichkeit wurde in der Tat noch in ihrer Kindheit, weil sie ja niemals irgendwelchen Unterricht genossen hatte, um sich vor diesen äußeren Umständen zu erretten, in einer Zeitspanne von nur drei Monaten zum Erben (varith) {"Die Gelehrten sind die Erben der Propheten" (Hadith)} aller wissenschaftlichen Werke der Antike wie der Neuzeit, der Hermeneutik, der Geisteswissenschaften, der Naturwissenschaften, der Theologie und der Philosophie, eine Erfahrung, wie sie in ihrer Erhabenheit bis dahin noch nie jemandem zuteil geworden war. Von einer derart wunderbaren Gelehrsamkeit hatte man noch nie zuvor vernommen. Es besteht gar kein Zweifel, dass er, als der Überbringer des Lichtes (Tercüman-ı Nur), wie oben beschrieben, ganz und gar einen schlichten Anstand (iffet-i mücessem) verkörpert, einen staunenswerten Mut und zugleich eine vollkommene Bedürfnislosigkeit zeigt, sowie in seinem ganzen Wesen von Natur (fitrat) aus ein Wunder verbunden mit einer staunenswerten Charakterfestigkeit darstellt (tecessüm) und auf diese Weise ein Gnadengeschenk (inayet) und eine vollkommene Gabe Gottes.
Diese wunderbare Persönlichkeit forderte - selbst fast noch ein Kind und doch bereits ein respektabler Gelehrter - die ganze damalige gelehrte Welt zu einem Disput heraus, ließ alle Väter der Wissenschaften still werden und brachte sie zum Schweigen, indem er alle ihre Fragen, ganz gleich welche auch immer sie ihm stellen mochten, vollständig, zutreffend und ohne jemals zu zögern oder zu zweifeln, beantwortete, wodurch er sich bereits mit vierzehn Jahren den Titel eines Magisters (Ustadh) erwarb und weshalb nun für immer der Segen seines Wissens (feyz-i ilim) und das Licht seiner Weisheit (nur-u hikmet) von ihm ausstrahlt. Durch die Feinsinnigkeit seiner Erläuterungen, die Eloquenz seiner Darlegungen, die Sicherheit und Bestimmtheit bei all seinen kritischen Erwägungen, seinen ebenso scharfsinnigen wie tiefschürfenden Betrachtungen, kurzum: durch das Licht seiner Weisheit versetzte er sämtliche gebildeten Leute (erbab-ı irfanı) in Erstaunen, womit er sich schließlich mit vollem Recht jenen illustren Titel einer "Koryphäe der Wissenschaft" erwarb, wie er in damaliger Zeit einmalig und einzigartig ("Bediüzzaman") war. Mit seinen überragenden Fähigkeiten und seiner vorzüglichen Gelehrsamkeit verbreitete er die Religion Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, bewies sie und zeigte sich dabei (als ein Mann, der stets) das Menschenmögliche tat, wofür das Ehrenwerte Haupt (Siegel) der Propheten (Seyyid-ül Enbiya Hazretleri), mit dem Friede und Segen sei, einer solchen Persönlichkeit mit Sicherheit seine allerhöchste Zuwendung gewährte und ihm seinen erhabenen Schutz und seine Hilfe zuteil werden ließ. So war er denn ohne Zweifel eine edelmütige Persönlichkeit, die stets dem Auftrag und der Anweisung (emir ve ferman) des Propheten Gottes (Nebiyy-i Akdes), mit dem Friede und Segen sei, folgte, der seinen Weisungen entsprechend handelte und so zum Erben (varith) seiner Wahrheit wurde und diese (in seiner Persönlichkeit) reflektierte.
Da er also nun die Lichter Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, die Erkenntnisse Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, und Gottes Fackel in ihrer ganzen Fülle (füyuzat-ı şem'-i İlahî), in ihrem höchsten Glanz erstrahlen ließ, wodurch die numerischen Hinweise in Qur'an und Hadith in ihm zur Erfüllung gelangten, womit die majestätischen Verse (âyât-ı celil), die durch den Mund des Propheten (hitabat-ı Nebevi), mit dem Friede und Segen sei, verkündet worden sind, in ihrer numerischen Ausdeutung auf ihn zutreffen, besteht anhand dieser Hinweise kein Zweifel, dass diese Persönlichkeit aufgrund ihres Dienstes am Glauben ein klarer Spiegel des Prophetentums (risalet) ist, die höchste, oberste, leuchtend strahlende Frucht am Baume des Prophetentums (risalet), das abschließende Wort, das aus dem Munde des Propheten (lisan-ı risalet) in Hinsicht auf seine Erbschaft (irsiyet) die Wahrheit (hakikat) verkündigt, der letzte, der glückselig im Dienste des Glaubens (hizmet-i imani) die Fackel Gottes (şem'-i İlahî) trägt.
Im Namen der Schüler der Risale-i Nur, die in der dritten Schule Josephs, als erste dem Unterricht in dem "Glänzenden Beweis (Elhüccetüzzehra)" und in dem "Aufscheinen des Morgensterns (Zühretünnur)" gefolgt sind
Obwohl mir (meine Schüler) einen hundertfach höheren Anteil zugeschrieben haben, als mir eigentlich zusteht, habe ich es doch nicht gewagt, die Gefühle der Unterzeichner zu verletzen. So habe ich denn diesen Lobgesang der Schüler der Risale-i Nur im Namen ihrer geistigen Körperschaft stillschweigend akzeptiert.
Ein Teil des Artikels (fıkrasının bir parçası) von Halil İbrahim, der ihn aufgrund des Testamentes (vasiyetname) des Verfassers (müellifin) im Namen der Schüler des Lichtes (Nur şakirdleri) über die Risale-i Nur geschrieben hat.
{"Im Namen dessen der gepriesen sei"}
Die Risale-i Nur ist eine geflochtene Schnur (ibrişim) aus Licht (Nur), durch welche der Kosmos (kâinat) und die Rezitationen allen Seins (mevcudat) im Kosmos (kâinat) aneinandergebunden sind.
Die Risale-i Nur ist ein qur'anischer Rundfunk, der mit einer Hör- und mit einer Sprechmuschel ausgestattet ist; dessen Drähte, Röhren und Batterien ihre Zeilen, ihre Worte, ihre Buchstaben dermaßen wohlgeordnet, kurz und bündig zusammenstellt, sodass morgen Männer jeglicher Kenntnis (ilim) und Wissenschaft (fen) und Leute von jeder Schule (meslek) mit ihren verschiedenen Arten (meşreb), ihrer Kenntnis (ilim) und Fähigkeit (iktidar) gemäß, von jedem Ereignis Bescheid erhalten können, das in der verborgenen Welt (âlem-i ghayb), in der bezeugten Welt (âlem-i şehadet), in der Welt des Geistes (ruhaniyat) und im Kosmos (kâinat) abläuft.
Die Risale-i Nur ist für die Gläubigen (mü'min) ein Geschenk der Rechtleitung (hedaya-yı hidayet) aus dem Qur'an, die Glückseligkeit beider Welten (kauneyn-i saadet), ein Weg, die Fürsprache des Propheten (mazhar-ı şefaat) zu erlangen, und der Segen des Allerbarmers (feyz-i Rahman).
Die Risale-i Nur ist ein Lebens-Elixier (âb-ı hayat), das dem Kosmos (kâinat) die Fülle des Frühlings (baharın feyzi) verleiht, und ist die Quelle der Barmherzigkeit (ayn-ı rahmet) und die lautere Wahrheit (mahz-ı hakikat) und ein Rosengarten in einem Land von Rosen (gülzar-ı gülistan).
Die Risale-i Nur ist eine Gnade Gottes (lütf-u Yezdan), der vollkommene Glaube (kemal-i iman), ein Kommentar zum Qur'an (tefsir-i Kur'an), ein Segen der Güte (bereket-i ihsan).
Die Risale-i Nur ist für einen Ungläubigen sein Herbst (kâfire hazan), für einen Leugner die Sintflut (münkire tufan), ein Feind des Irrtums (dalalete düşman).
Die Risale-i Nur ist ein verborgener Schatz (kenz-i mahfî), ein Kästchen voller Juwelen (sandukça-i cauhar) und eine Quelle der Lichter (menba-i envârdır).
Die Risale-i Nur ist die Wahrheit (hakaik) des Qur'an, ein Weg zum Himmel auf der Leiter des Glaubens (mi'rac-ı iman).
Die Risale-i Nur ist in der Nachfolge des Qur'an und der Hadith die Krone der Heiligen (sertac-ı auliya), ein königliches Meisterwerk (sultan-ül eser), ein Kompendium der Erkenntnisse (zübdet-ül meâni), ein Gunsterweis Gottes (atâyâ-yı İlahî), ein Geschenk des Allgepriesenen (hedaya-yı Sübhanî) und ein Füllhorn der Begeisterung für den Allerbarmer (feyyaz-ı Rahmanî).
Die Risale-i Nur ist ein Ozean der Wahrheiten (bahr-ı hakaik), das Geheimnis feinsinniger Wahrheiten (sırr-ı dekaik), eine Schatzkammer der Erkenntnisse (kenz-ül maarif), ein Ozean der Freigiebigkeit (bahr-ül mekârim).
Die Risale-i Nur ist für die Kranken ein Gesundungshaus der Weisheit (şifahane-i hikmet) und Wasser aus dem Brunnen Zemzem, für alle Lebenden (sag) ein Gastmahl der Wahrheit (maişet-i hakikat), ein wohlriechender Windhauch (rîh-ı reyhan) und ein Parfüm von Moschus und Amber (misk-i anber).
Die Risale-i Nur ist eine Verheißung (mau'id) von Ahmed, mit dem Friede und Segen sei, eine Botschaft (müjde) von Ali Haydar, mit dem Gott zufrieden sein möge, eine Kunde (beşaret) und Beistand (teavün) von Ghausu-l'adham, möge Gott seine Geheimnisse heiligen, eine Empfehlung (tausiye) von Imam Ghazzali, möge Gott seine Geheimnisse heiligen, und eine Nachricht (ihbar) von Imam Rabbani Ahmed Faruki, möge Gott seine Geheimnisse heiligen.
Da die sieben Farben (elvan-ı seb'a) der Sonne des Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan), im Prisma der Wahrheit (menşur-u hakikat) der Risale-i Nur bestens in Erscheinung tritt, ist die Risale-i Nur sowohl ein Buch des Gesetzes (kitab-ı şeriat), als auch ein Gebetbuch (kitab-ı dua), als auch ein Buch der Weisheit (kitab-ı hikmet), als auch ein Buch des Gottesdienstes (kitab-ı ubudiyet), als auch ein Buch der Anweisungen (emr) und der Einladungen (davet), als auch ein Buch des Gottesgedenkens (kitab-ı zikir), als auch ein Buch des Nachsinnens (kitab-ı fikir), als auch ein Buch der Wahrheit (kitab-ı hakikat), als auch ein Buch der Mystik (kitab-ı tasavvuf), als auch ein Buch der Logik (kitab-ı mantık), als auch ein Buch von der Lehre des Wortes (İlm-i Kelâm), als auch ein Buch der Theologie (İlm-i İlahiyat), als auch ein Buch der Förderung der Kunst (teşvik-i san'at), als auch ein Buch der Rhetorik (kitab-ı belâghat), als auch ein Buch des Beweises der Einheit und der Allgegenwart (isbat-ı vahdaniyet) und sie ist für ihre Gegner ein Buch, das sie zum Schweigen (ilzam) und zum Verstummen (iskât) bringt.
Die Abhandlungen der Risale-i Nur, das sind die Sonne, die Monde und Sterne eines geistlichen Himmels (sema-yı maneviye) unter dem Himmel des Qur'an. So wie nach außen hin diese ganze Welt (kâinat) durch die Sonne, den Mond und die funkelnden Sterne, welche die Schleier über den Ursachen (perde-i esbab) sind, erleuchtet (tenauvür) wird und erglänzt, alles Sein unter ihnen wächst und gedeiht und das Leben (hayat) sich entfaltet, so ist auch die Risale-i Nur mit ihren Strahlen, die sie aus dem Qur'an empfängt und reflektiert, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan), das Leben für die ganze Welt (âleme hayat), für die Menschheit (âdeme) ein vollkommener Mensch (kâmil insan), für die Herzen (kulûb) eine Freude des Glaubens (neş'e-i iman), für den Verstand (ukûl) eine axiomatische Gewissheit (yakîn bir itminan), für die Gedanken (efkâr) eine Entfaltung des Glaubens (inkişaf-ı iman) und für die Seelen (nüfus) eine Hingabe zum Wohlgefallen Gottes (teslim-i rıza) und eine Sehnsucht nach Ihm (can). Diesen geistigen Himmel (sema-yı maneviye) bedeckt manchmal und äußerlich einer verborgenen Weisheit (bihaseb-il hikmet) zufolge Gewölk bis zum Horizont. Aus diesem gewaltigen majestätischen Gewölk tropft die Fülle eines segenspendenden Regens (feyz-i rahmet); währenddessen tragen Samen, Kerne und Körner, mit ihrer Fähigkeit, Ähren zu tragen, die in dieser bedrängnisvollen und begrenzten Welt (dar âlem) zwar leiden müssen, doch mit Hilfe ihrer Anstrengung platzen und reißen die Schalen, die sie umhüllen; danach ziehen sich auch die Wolken über den Horizont zurück, was eine Prüfung vor dem Herrn (imtihan-ı Rabbanî), eine Offenbarung der Fülle (inkişaf-ı feyezanî) und ein lichtvoller Segen (rahmet-i nuranî) ist, wodurch alles, was anfangs noch Körner und Kerne waren, in ihrem Wunsch (iştiyak) abermals zu neuem Leben (hayat) und in der Freude am Wachsen (neş'e-i inkişaf) und Gedeihen zu einem fruchttragenden, riesigen Baum gestaltet und das Geheimnis (sırr) von
{"Denen wird Gott ihre schlechten Taten gegen gute eintauschen." (Sure 25, 70)}
erfährt.
Möge es Gott in Seiner Erhabenheit nun wollen (inşâallahu taâlâ), dass dieser Winter (mausim-i şita), der nun schon zwanzig Jahre andauert, in der Tat bendet ist!... Möge nun in die Welt ein neuer, segensreicher Frühling (fasl-ı naubahar) kommen und das Antlitz der Erde (âlem) in seinem Lichte lächeln...
Da die Risale-i Nur im Dienst (tasarruf) des Qur'an steht, dessen Verkündigung ein Wunder ist (Mu'ciz-ül Beyan), scheitert jede Hand, die sich ihr entgegenstreckt und sie belästigen will und vertrocknet jeder Mund.
Brief einer Persönlichkeit, die in Midina (Medine-i Münevvere) lebt, die Botschaft der Risale-i Nur (Nur'un hakikatı) sehr gut verstanden hat und auf diese Weise der Islamiyet dient.
Euer Exzellenz, hochverehrter und ehrwürdiger Meister, der die Brust weitet und die Herzen erfüllt! (Gönüller fâtihi pek muhterem ve mükerrem Üstadımız Hazretleri)
Ich küsse Ihre gesegneten (mübarek) Hände und bringe zusammen mit all unseren lieben und treu ergebenen (sadakatli) Schülern an der Schwelle des Erhabenen (barigâh-ı Kibriya) meine Gebete dar, Sie mögen stets in Frieden, Sicherheit (selamet) und bei guter Gesundheit sein!
So wie Ihr Freispruch alle Nurdschus froh und fröhlich gestimmt hat und von den Muslimen nur als der größte Feiertag (Bayram) bezeichnet werden kann, ist auch Ihr ergebener Diener von aller Welten (dunya) Freude und Zufriedenheit erfüllt! Und wie sollte ich denn auch nicht zufrieden sein: die gleichzeitige Freigabe all Ihrer Werke kann ja nur als ein Sieg des Geistes (ruh) über die Materie (maddiyat), des Lichtes (Nur) über die Finsternis, des Glaubens (iman) über den Unglauben (kufr), der Wahrheit (haqq) über den Irrtum, der Einheit (Tauhid) über die Abgötterei (şirk) und der Erkenntnis (irfan) über die Unkenntnis (dschahil) betrachtet werden.
Die viele Jahre lang vor einer Kaskade aus Licht (Nur) aufgetürmten Sperren, hoch wie die Berge, Gräben, tief wie furchterregende Abgründe und alle die bisher errichteten Dämme wurden nun endlich auf wunderbare Weise (mudschise) abgerissen, Gräben überwunden und alle Finsternis durch das Licht (Nur) vertrieben.
"Vor dem Versuch, derartige göttliche Erscheinungen, wie sie aus so außergewöhnlich wunderbaren (mudschise) Erreignissen erwachsen, darstellen zu wollen, sträubt sich die Feder, beginnen die Gedanken (fikir) zu brodeln und verbrennen alle Ideen (ilham) zu nichts als Asche.", pflegt man so zu sagen. In der Tat nehme ich mich, als Ihr bescheidener Diener, jetzt angesichts eines so außergewöhnlichen Sieges in meinem ganzen Dasein (varlik) nur noch als in meiner ganzen Schwäche war. Denn meinen Sinnen (tefekkür) und meiner inneren Eingebung (ilham) öffnen sich neue Horizonte. Die Welt (dschihan) lässt einen prächtigen Tempel des Lichtes (Nur mabedi) erahnen. In meiner Umgebung tritt mit jedem Ding, an jedem Ort, in höchster Ekstase, versunken in einem Zustand (hal) tiefster Hingegebenheit in jedem Stäubchen das Geheimnis des Hochgepriesenen (sırr-ı Sübhanî):
{"Und es gibt wahrlich kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist."}
in Erscheinung
Daher weiß ich jetzt nicht, ob ich dieses glückselige Ereignis als einen ruhmreichen Sieg, eine großartige Eroberung, eine göttliche Errettung oder als ein weltumspannendes Fest beschreiben soll. Denn dieser göttliche Sieg, den der heilige Ruf (kudsî dava) erlangte, hat der Entschlossenheit der Kämpfer (mücahid) in der islamischen Welt (dunya) und der ganzen Menschheit neue Kraft (kuvvet), ihrer Seele (ruh) neues Leben und ihrem Glauben (iman) neuen Auftrieb und Begeisterung gegeben.
In der Tat waren viele Muslime, die in ihrer Entschlossenheit und ihrem Glauben (iman), ihrer Liebe (aşk), ihren Hoffnungen und Erwartungen noch nicht die Vollendung erlangt hatten, leider in einer bitteren Verzweiflung zurück geblieben. Sie hatten sich die Bewahrheitung (tahakkuk) eines solchen Sieges selbst im Traum (hayal ve muhal) noch nicht vorstellen können. Doch durch die Verbreitung der Risale-i Nur, die alle ihre Fülle und das Licht aus dem ehrenwerten Quran erhält, der, um die Menschheit zu erleuchten und auf den rechten Weg zun leiten, wie eine göttliche Sonne von den lichtvollen Horizonten (ufuk) des gewaltigen Thrones herabgekommen ist, wurden Herzen, die an stille Seen denken lassen, Meeren gleich in Wallung gebracht und so zerbrachen die fürchterlichen Ketten, mit denen in Jahren der Grausamkeit und voll Trauer alle Hoffnungen und Ewartungen gebunden waren. Die Werke, die aus dieser Lichtquelle hervor sprudeln und ganz und gar in ihrer Fülle (feyis) und Weisheit (hikmet) sprühen, gleich wie sie dem urewigen (ezelî ve ebedî) Verlangen der Gefühle, der Gedanken und besonders all der Seelen (ruh), die in Flammen brennen {der brennende Schmerz, den alle Seelen empfinden, die sich nach Gott zurück sehnen, von dem sie sich getrennt fühlen} und dem Bedürfnis eines jeden Gewissens (nach Führung und Orientierung) Antwort geben, brachten sie Welle um Welle aus der sie erstickenden Finsternis heraus in die überaus sauberen, strahlenden und glänzenden Horizonte (ufuk) des Lichts (Nur).
Dieser heilige (kudsi) Sieg , der nach einem sich jahrelang stets fortsetzenden Schweigen, einer tiefen Gottvergesenheit (ghaflet), einer atemberaubenden Finsternis wie eine göttliche Sonne erstrahlt, verkündigt die gute Nachricht, dass eine im Elend lebende Menschheit auf ihrer Suche nach einem Weg zum Licht (Nur) in naher Zukunft erwachen wird. Denn das Bedürfnis nach einem Glauben (din) ist nicht nur für Muslems, sondern für alle Menschen insgesamt ein urewiges (ezelî ve ebedî) Bedürfnis.
Heute leidet eine unglückselige Menschheit unter jenem beständig in ihren Herzen brennenden Schmerz und den Qualen, die daraus entstehen, dass sie der Gnade ihres Glaubens (din) beraubt sind. Es ist dies die fürchterliche Folge einer geradezu depressiven Melancholie, dass sie während des letzten Vierteljahrhunderts in zwei große Kriege mit hineingerissen wurden und zeigt jenen Wahnsinn, der jetzt auch noch an das Tor eines dritten pocht.
Und es ist in der Tat der Islam die einzige Kraft (kuvvet), die alle Menschen zu Geschwistern machen und unter jener universellen Fahne versammeln kann, die unter dem Winde eines Handels und Wandels (refah) in einem glücklichen Leben (saadet), in innerer Ruhe und Sicherheit flattert, der aus den lichtdurchfluteten (Nur) Horizonten (ufuk) eines ganz und überall grünenden Paradieses (Cennet) herüber weht.
Denn der Zustand der Menschheit heute ist noch genau so bedauernswert wie der Zustand der menschlichen Gesellschaft in vorislamischer Zeit. Daher kann der Islam, der die Menschheit damals vor dem ewigen Verderben gerettet hat, kann sie auch heute noch davor retten. In der Tat ist die einzige heilende (müşfik) Hand, die diese tiefe Wunde (des ewigen Verderbens) verbinden kann, aus der die Herzen von Millionen, ja Milliarden Menschen seit Jahrhunderten bluten, der Islam. Auch wenn am Horizont (ufuk) von Zeit zu Zeit einmal einige Irrlichter auftauchen, gehört doch die Zukunft einem urewigen (eseli ve ebedi) Stern, der all seine Lichtfülle (nur ve feyz) nicht von irgend einer Sonne, sondern direkt vom Herrn der Welten (Rabb-ül Âlemîn) empfängt. Dieser Stern wird solange bestehen bleiben, wie die Welt besteht und wird diejenigen, die ihn auslöschen wollen, stets wieder umwerfen und sie noch einmal wieder zu Boden schleudern.
Mein Meister, der mir so wertvoll ist wie ganze Welten (Cihankıymet Üstadım)!
Eurer allseits bekannten Tugendhaftigkeit (fasilane) wurden in den letzten Tagen einige Bewegungen zur Erleuchtung und Rechtleitung (tenvir ve irşad) geboren, die dem Heiligen Ruf (mukaddes dava) hätten dienen sollen, doch konnte leider keine davon die wichtige Arbeit verrichten, wie sie das Gesamtwerk der Risale-i Nur versieht und den göttlichen Sieg , den sie erreicht hat, für sich gewinnen. Denn der Weg der Propheten, der Gottesfreunde (vali), der Gotteskennner (arif), der Reinen (salih) und insbesondere der heldenmütigen Märtyrer (şehid), die freiwillig ihr Leben dem göttlichen Geliebten zum Opfer brachten und deren Zahl nicht auf einige Millionen begrenzt werden kann, ist ein heiliger (mukaddes) Weg. Denn diejenigen, die auf diesem harten Weg voranschreiten möchten, müssen sich schreckliche Hindernisse, wie sie sich ständig vor ihnen sich auftun, stets vor Augen halten. In der Tat müssen diejenigen, die auf diesem Weg voranschreiten wollen, mit einem Glauben (iman) ausgestattet sein, der so unerschütterlich ist wie der Ihrige, dazu noch mit einer hohen, göttlichen Erkenntnis (irfan) und besonders auch mit der wunderbaren (Befähigung zu) Aufrichtigkeit (ihlas) und Verzicht. Denn die Art der Verkündigung (teblig), der Erleuchtung (tenvir) und der Rechtleitung (irşad), welcher der Ruf der Risale-i Nur in diesem bedeutenden Tal folgt, ist durch einige ganz besondere Eigenschaften gekennzeichnet. Und schließlich bitte ich noch um Ihr Gebet, mir die ganz besondere Ehre zuteil werden zu lassen, diese tiefschürfenden Gedanken, die den Menschen in ihrem Gefühl, in ihren Gedanken, ihrer Seele (ruh) und in dem (Bedürfnis ihres) Gewissens (nach Führung und Orientierung) völlig neue Horizonte (ufuk) zu eröffnen vermag, in einem eigenen ausführlichen Werk unseren verehrten (uns im Glauben verbundenen) Herzensgefährten anbieten zu dürfen. Denn diese lichterfüllten Gedanken sind solchermaßen tiefschürfend und dergestalt von Bedeutung, dass sie in einem Brief und einem Artikel von so wenigen Seiten gar nicht zur Genüge zum Ausdruck gebracht werden können.
Die Jugend, deren klare und reine Herzen sie durch das Licht des Glaubens (iman) und des Qur'ans erobert haben, ist das bedeutendste Unterpfand (varlik) und der wertvollste Juwel, der den glänzendsten Beweis Ihres ihnen von Gott geschenkten Sieges bildet. Diese Jugend mit ihren klaren und reinen Herzen, deren edle und in ihrem Bewusstsein (geschulten) Seelen (ruh) ich in fast allen Versen des Gedichtes "Stimmen aus dem Licht (Nurdan Sesler)" angesprochen habe, das ist doch eine Jugend, deren Herzen in Liebe (âşık) zur Wahrheit und Wirklichkeit (hak ve hakikat) entflammt ist. Ich biete Ihnen dieses Gedicht* an, das ich aus einer Inspiration heraus voller Ekstase (ilham) geschrieben habe, welche mir dieser letzte Sieg gab, den der Ruf (dava) der Risale-i Nur erworben hat. Um dessen Annahme erbitte und ersuche ich Sie hiermit.
Abermals und stets auf Neue küsse ich ihre Hände und erwarte Ihre hochgeschätzten Gebete (dua)
Eure Exzellenenz, mein hochverehrter Meister
(muhterem Üstadım Hazretleri)