Harmonie des Lichts
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Wellen (Hubab)

Aus dem Meer des Weisen Qur'an (Kur'an-i Hakim'in ummanindan)
خُدَاىِ پُرْ كَرَمْ خُودْ مُلْكِ خُودْ رَا مِى خَرَدْ اَزْ تُو بَرَاىِ تُو نِگَهْ دَارَدْ بَهَاىِ بِى گِرَانْ دَادَه

{"Gott in Seiner großen Freigiebigkeit möchte zu deinen Gunsten Sein Eigentum von dir kaufen, um es dann für dich aufzuheben, und gibt dir außerdem auch noch einen hohen Preis dafür."}

﴿ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ﴾
اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ وَالصَّلاَةُ وَالسَّلاَمُ عَلٰى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ وَعَلٰى اٰلِهِ وَصَحْبِهِ اَجْمَعِينَ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen. Lob, Preis und Dank sei Gott, dem Herrn (Rabb) der Welten, und Segen und Frieden über unseren Herrn (Seyyidina) Mohammed und über seiner Familie und über allen seinen Gefährten."}

Wisse, oh Bruder, der du Gottes gedenkst (dhikr), Ihm dienst und Ihn anbetest (namaz)

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ ٭ مُحَمَّدٌ رَسُولُ اللّٰهِ ٭ اَشْهَدُ اَنْ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ

{"Gott sei Lob und Dank!" - "Mohammed ist Gottes Botschafter." - "Ich bezeuge, dass es keine Gottheit (ilah) gibt, außer Gott (Allah)."}

Sobald das Urteil, das du mit dergleichen gesegneten Worten bekannt gibst, das Bekenntnis, das du verkündigst und die Überzeugung, die du vertrittst, deinen Mund verlassen haben, bestätigen und bezeugen Millionen Gläubige dasselbe zu gleicher Zeit.

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Des Weiteren zeigen alle Beweise, Zeugnisse (shahid) und Belege, dass die Islamiyet Recht (haqq) und Wahrheit (haqiqat) ist und ihre Gesetze wahrhaftig und richtig sind, dass dieses dein Bekenntnis (dava) und deine Überzeugung wahr sind.

Des Weiteren beziehen sich alle großen Gnadengaben, alle Fülle und Gottes Segen (feyz) auf diese gesegneten (mubarek) und heiligen (muqaddes) Worte (kelam), die du aussprichst.

Des Weiteren kannst auch du das Wasser des Lebens und das Getränk des Paradieses, das die anerkannten Gelehrten der Gläubigen und der Monotheisten von diesen gesegneten Worten im Herzen als Freude erleben, aus diesen gesegneten Krügen trinken...

Wisse!

Es gehört zu den Grundprinzipien, dass in einer Streitfrage das Wort dessen, der einen Beweis (isbat) erbringt, dem Wort dessen, der es bestreitet vorgezogen wird. Denn derjenige, der den Beweis bringt, hat Helfer, die seinem Wort Kraft verleihen. Da derjenige, der abstreitet, keinen Helfer hat, liegt in seinem Wort auch keine Kraft. Und auch wenn selbst 1000 Mann etwas abstreiten, so zählen sie dennoch nicht für mehr als einen einzigen Mann. Wenn aber 1000 Mann einen Beweis erbringen, so zählt jeder, der einen Beweis erbringt, für 1000. Denn sie alle sind auf diese eine Sache ausgerichtet. Da sie alle ihren Finger nur auf einen einzigen Punkt legen, so unterstützen sie einander. Bei denen, die etwas bestreiten, gibt es aber keine gegenseitige Unterstützung. Jeder bleibt für sich allein.

Zum Beispiel: Jeder von 1000 Leuten, die durch 1000 Fenster einen Stern gesehen haben und das bestätigen, hilft all den anderen und bekräftigt ihre Worte. Denn diese 1000 Leute bestätigen diese Angelegenheit, als würden sie mit ihrem Finger darauf hinweisen. Unter denen, die etwas bestreiten, ist dies aber nicht so. Denn zu einer Verneinung ist ein Grund nötig. Diese Gründe können aber ganz unterschiedlich sein. Zum Beispiel:

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Der erste sagt: "Meine Augen sind dafür zu schwach. Ich konnte ihn nicht sehen." Der zweite sagt: "In unserem Hause gibt es kein Fenster." Der dritte sagt: "Ich konnte wegen der Kälte meinen Kopf (nicht unter der Bettdecke hervor) strecken und danach schauen." Und dergleichen mehr. Da jeder für seine Verneinung und seine eigene gegenteilige Behauptung einen anderen Grund nennt, bestätigt (der Umstand), dass für ihn der Stern nicht da ist, keineswegs, dass der Stern tatsächlich (nefs-ul emir) nicht da ist, sodass sie einander unterstützen könnten.

Daher bleibt die Übereinstimmung der Leute des Irrwegs in der Ablehnung eines Glaubensartikels als Ein-Mann-Aussage ohne jede Wirkung. Unter den Leuten der Rechtleitung (ehl-i hidayet) unterstützen und bestätigen jedoch ihre Worte in Glaubensfragen (iman) jedes einzelne einander.

Wisse, mein lieber Bruder!

Dinge, die für ein Ganzes notwendig sind, diese Dinge benötigt auch ein Teil davon. Zum Beispiel: Was für die Entstehung eines Baumes notwendig ist, das benötigt auch seine Frucht für ihr Dasein (vudjud). Wenn dies aber so ist, dann ist der Schöpfer einer Frucht zugleich auch der Schöpfer des ganzen Baumes. Und Er muss sogar der Schöpfer (Khaliq) sein, welcher der Schöpfer der Erde ist und den Baum der Schöpfung erschaffen hat.

Wisse, mein lieber Bruder!

Es gibt einen Sachverhalt, dessen beide Seiten voneinander sehr weit entfernt sind, von denen eine jede Seite einen Kern trägt, der zu einem Baum heran wächst, an dem Zweige und Äste gedeihen. An einem solchen Sachverhalt dürfen kein Zweifel und keine Unsicherheit aufkommen. Zwar kann ein Kern mit einem anderen Kern verwechselt werden, solange sie noch als Kerne noch unter der Erde liegen. Zweifelst du aber auch dann noch, wenn sie bereits zu einem Baum heran gewachsen sind und Früchte getragen haben, werden alle Früchte gegen dich zeugen. Wenn du darüber im Zweifel bist, ob das vielleicht ein anderer Kern gewesen sein könnte,

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so würden dir alle Früchte dieses Baumes widersprechen. Es wird dir nicht gelingen, einen Kern, der zu einem Apfelbaum herangewachsen ist, für den Kern eines Senfbaumes zu halten. Nur mit einer irrigen Vorstellung oder wenn man annehmen wollte, alle Äpfel hätten sich in Senfkörner verwandelt, könnte dir das möglich sein. Doch das wäre völlig unvorstellbar.

Daher ist das Prophetentum ein solcher Kern und aus diesem Kern ist der Baum der Islamiyet mit all ihren Früchten und Blüten entstanden. Und auch aus dem Qur'an sind die elf Grundpfeiler der Islamiyet als seine Früchte hervorgegangen wie Planeten aus der Sonne. Nachdem man aber nun diese Früchte, so kostbar wie die ganze Welt, gesehen und betrachtet hat, bliebe da noch etwa ein Platz für einen Zweifel oder Unsicherheit über ihren Kern übrig? Keineswegs...

Wisse, mein lieber Bruder!

Ein so schöner Vogel wie der Pfau schlüpft aus einem Ei, wächst, gedeiht und beginnt überall umher zu fliegen. Nachdem er sich unter allen Horizonten der Welt (afak-i alem) Ruhm (shöhret) erworben hatte, bleibt kein Zweifel mehr daran, dass der Mann töricht ist, der die Schönheit, die Vollkommenheit (kemalat) und das Wachstum dieses Vogels in den Schalen seines Eies auf dem Boden sucht und dort finden möchte. Genauso kann der Mann, der den Anfang des Lebens unseres Propheten, mit dem der Friede und Segen sei, so wie die Geschichte es uns überliefert, mit einem rein weltlich gesinnten, oberflächlichen, formellen Blick betrachtet, dessen geistliche Persönlichkeit (shahsiyet-i maneviye) nicht begreifen (idrak) und die Bedeutung seines Wertes nicht erfassen. Dazu muss man den Anfang seines Lebens, seine menschlichen Bedürfnisse und seine äußere Erscheinung, wie eine feine Schale, ein zerbrechliche Form betrachten. Aus dieser Schale ist die Sonne beider Welten, der mohammedanische Baum, dem Tubabaum gleich, hervorgegangen, wurde mit Gottes Segen (feyz-i Ilahi) bewässert und ist mit der Gnade des Herrn (fadl-i Rabbani)

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heran gewachsen und gediehen. Daher soll man, wenn man etwas sonderbares über die äußerliche Erscheinung des ruhmreichen Propheten (Nebiyy-i Dhishan), mit dem Friede und Segen sei, oder über den Anfang seines Lebens hört, sich nicht dabei aufhalten, sondern statt dessen sofort seinen Blick davon abwenden, ihn vielmehr den Lichtern (Nur) zuwenden, die er überall in der Welt entzündet hat.

Wisse, mein lieber Bruder!

Die Gebete (dua) sind Beispiele für die Geheimnisse (esrar) der Einheit (tauhid), des Dienstes und der Anbetung (ibadet). Bei (dem Bekenntnis) zur Einheit Gottes (tauhid), sowie bei (der Verrichtung) des Dienstes und der Anbetung (ibadet) ist es notwendig, dass derjenige, der betet (dua), dabei sagt: "Meine Wünsche und alle Erwartungen, die ich in meinem Herzen (qalb) trage und bewege, hört Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq)." Und dabei muss er fest daran glauben (itikad), dass Gott dazu die Macht (Qadir) hat. Diese Überzeugung setzt voraus, dass Gott (Allah) alle Dinge kennt und aller Dinge mächtig (qadir) ist.

Wisse, mein lieber Bruder!

Es ist möglich, dass die Sonne, die diese Welt (alem) erleuchtet, mit ihren Strahlen (ziya) in das Auge einer Mücke eintritt und es mit ihnen erhellt. Und es ist völlig ausgeschlossen, dass ein Feuerfunke in ihr Auge eintritt und es erleuchtet. Denn das Feuer zerstört das Auge.

Genauso empfängt jedes Stäubchen den Glanz der Sonne des Urewigen (Shems-i Ezeli). Jedoch kann es den, der in Wahrheit alles bewirkt (Muessir-i Haqiqi), nicht umfassen.

Wisse, oh du stolze (maghrur), selbstgefällige (mutekebbir), eigensinnige (mutemerrid = kranke) Seele (nefs)!

Du wirst von Zuständen, wie Schwäche (da'f), Ohnmacht (adjz), Armseligkeit (fakir) und Trägheit (miskinlik) heimgesucht und kannst noch nicht einmal einer Mikrobe widerstehen, die sich in deiner Lunge festgesetzt hat, und die man doch erst in vielfacher Vergrößerung überhaupt erkennen kann.

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Und doch wird sie dich auf dein Lager hinwerfen und dich töten.

Wisse, mein lieber Bruder!

Während man auf dem Platz deines Erinnerungsvermögens (quvve-i hafiza), den man mit einem Senfkörnchen vergleichen könnte, Exkursionen unternimmt, verwandelt sich dieser Platz in eine Wüste, so groß wie die Sahara, und nimmt eine Gestalt an, die man nicht bis ans Ende erforschen kann. Wie aber könnte derjenige, der noch nicht einmal diesen Platz, den man mit einem Senfkorn vergleichen könnte, bis ans Ende erforschen kann, etwa auch noch den Umkreis rund um dieses Korn bis ans Ende erforschen? Wenn aber allein schon der Zustand eines Senfkorns unter den Blicken des Verstandes (aql) so ist, wie sollte dann erst der Kreis aussehen, in dem der Verstand umher schweift? Der Verstand durchforscht das All. Gepriesen sei Gott (Fesubhanallah)! Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) machte ein Senfkorn für den Verstand zu einer ganzen Welt, die ganze Welt aber für den Verstand zu einem bloßen Senfkorn.

Wisse, mein lieber Bruder!

Eine der größten Ungerechtigkeiten, welche Menschen begehen können, ist folgende: Die Früchte, welche gute Taten hervorbringen und welche die Arbeit einer großen Gemeinschaft voraussetzen, auf eine einzige Person zurück zu führen und sie ihr allein gut zu schreiben. In dieser Ungerechtigkeit liegt eine unbewusste Abgötterei (shirk-i hafi). Denn die Erträge, die eine Gemeinschaft durch ihre Handlungsfreiheit (djuz-i ihtiyar) erwirbt, auf eine einzige Person zurückzuführen, zeigt, dass diese Person über eine außerordentliche Macht im Grade der Erschaffung (qudrete malik) verfügt (idjad). Die Götter der alten Griechen und die Sterndeuter sind das Produkt solcher tyrannischen, teuflischen Vorstellungen (zalimane tasavvurat-i sheytaniye).

Wisse, mein lieber Bruder!

Der Mann, der Gottes gedenkt (dhikr), hat verschiedene Arten eines innerlichen Feinempfindens (latife), die den Segen Gottes (feyz-i Ilahi) anziehen. Ein Teil (dieser Empfindungen) wird bewusst (shuur) im Herzen und vom Verstand wahrgenommen, ein anderer aber

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nicht und ist dem Bewusstsein nicht untergeordnet. Sie entstehen

﴿ مِنْ حَيْثُ لَا يَشْعُرُ ﴾

{"...ohne dass wir es bemerken." (Sure 16, 26)}

Daher ist auch ein Gottesgedenken (dhikr) ohne jedes innere Verständnis (ghaflet) keineswegs ohne allen Segen (feyz).

Wisse, mein lieber Bruder!

Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) hat den Menschen aus sehr eigenartigen Bestandteilen zusammen gesetzt. Er ist eine Einheit (vahdet) in Vielfalt, dabei ganz unkompliziert zusammen gesetzt und eine einzelne Persönlichkeit innerhalb einer Gemeinschaft. Für jedes Organ, jeden Sinn und jedes Feinempfinden, das er in sich umschließt, gibt es eine eigene Freude und ein besonderes Leid, wobei jeder von ihnen an den Freuden, Leiden und Sorgen seiner Gefährten seinen Anteil bekommt, wie wir ihren Hilferufen und ihrer raschen gegenseitigen Hilfeleistung, die wir bereits beobachtet haben, entnehmen können. Gleich wie der Mensch seiner Erschaffung gemäß auf dem Wege des Dienstes und der Anbetung (ubudiyet) geht, so ist er auch würdig, einen Teil aller Arten von Freuden und Gnadengaben (nimet) zu erfahren und die Vollkommenheit (kemalat) zu erlangen. Wenn er aber dem Weg seiner Ichsucht (enaniyet) folgt, so wird er auch weiterhin von allerlei ganz verschiedenen Arten von Leiden und Qualen verfolgt.

Wisse, mein lieber Bruder!

Die Formel von der Einheit Gottes (Kelime-i Tauhid) in fortwährendem Gedenken (dhikr) zu wiederholen, dient dazu, die Bänder und Fäden zu zerreißen, die das Herz (qalb) an allzu viele Dinge fesseln und die Seele dazu zu bringen, ihr Gesicht von all den vielen, geradezu abgöttisch geliebten Dingen (mahbub), die sie beinahe schon anbetet, wieder abzuwenden. Darüber hinaus schließen wir daraus, dass es unter den Gefühlen und Feinheiten in den Empfindungen desjenigen, der Gottes gedenkt (dhakir), sehr viele verschiedene Bekenntnisse

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zur jeweiligen Einheit (tauhid) gibt, um so ihre Bindung an die jeweiligen, für sie typischen Abgötter (sherik) zu durchtrennen.

Wisse, mein lieber Bruder!

Bei dem Segen (sevab), der von einer ehrwürdigen (Sherife) Fatiha ausgeht, die man zum Beispiel für einen Verwandten rezitiert, sind eins und Tausend gleich. Wie beim Hören eines Wortes, das den Mund verlässt, sind eine Gemeinschaft und eine einzige Person gleich. Denn bei allen feinempfundenen Dingen (latif sheyler) ist es wie in einer Druckerei: ein einziges Wort auf einer Druckplatte lässt sich tausendmal wieder abdrucken.

Das ist ein Hinweis darauf, dass sich in den lichtvollen (nurani) Dingen zugleich mit der Einheit (vahdet) auch eine Vielfalt vorfindet. Das heißt, dass aus einem lichtvollen Ding tausend Segnungen (sevab) hervorgehen können.

Wisse, mein lieber Bruder!

Der "Rang der Preiswürdigkeit (Maqam-i Mahmud)" des ruhmreichen Propheten (Nebiyy-i Dhishan), mit dem Friede und Segen sei, ist wie eine göttliche Tafel (Ilahi bir maide) und ein Tisch des Herrn (Rabbani bir sofra). Die verteilten Güter (lutuflar), Segnungen (feyz) und Gnadengaben (nimet) strömen in der Tat von diesem Tisch. Ein ehrwürdiges Segensgebet (salavat-i sherife) für den ruhmreichen Propheten (Nebiyy-i Dhishan), mit dem Friede und Segen sei, zu lesen ist eine Form der Zustimmung zur Einladung zu diesem Tisch. Der Mann, der solch ein ehrwürdiges Segensgebet (salavat-i sherife) ausspricht und dabei eine der Eigenschaften des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, beschreibt, soll dabei daran denken, worauf sich diese Eigenschaft bezieht, sodass er dazu angeregt wird, wieder und wieder solche Segensgebete (salavat) auszusprechen.

Wisse, mein lieber Bruder!

Das Tor zu deiner persönlichen Meinungsfindung, {Idjtihad:

Anstrengung; das Ergebnis einer Bemühung eines Rechtsgelehrten unter Heranziehung der Rechtsquellen, die Lösung einer Rechtsfrage herbeizuführen. (A.d.Ü.)} welche zu den Fragen der Religion gehört,

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steht zwar offen, es gibt jedoch in dieser Zeit sechs (Dinge), welche dich daran hindern, auch hindurchzugehen.

Erstens:

So wie im Winter, einer Zeit heftiger Stürme, auch die kleinsten Löcher abgedichtet werden, wäre es keineswegs vernünftig, Neue Tore zu öffnen. Ferner bestünde die Gefahr, zu ertrinken, schlüge man Löcher in die Wände, um sie zu reparieren, während draußen eine gewaltige Sturmflut wütet. Genauso ist es ein Verbrechen am Islam, in dieser Zeit, wo die Verbote Gottes unbeachtet bleiben, in der Ära, wo unislamische Gebräuche eindringen, in der Periode, wo abzulehnende Erneuerungen (bid'a) im Übermaß auftreten und Irrlehren Zerstörungen anrichten, unter der Bezeichnung «Idjtihad» aus dem Schloss «Islam» heraus neue Tore nach draußen zu öffnen, und in seine Wände Löcher zu schlagen, die den Zerstörern Einlass gewähren.

Zweitens:

Was die beiden unabänderlichen Rechtsquellen (Qur'an und Sunna) im Glauben betrifft, so kann die Idjtihad sie nicht berühren. Denn sie sind endgültig und festgesetzt. Ferner sind diese Grundlagen lebensnotwendig wie Nahrungsmittel und Nährstoffe. Sie bleiben heute unbeachtet und werden erschüttert. Man soll heute die ganze Begeisterung und Anstrengung für deren Aufrichtung und Belebung aufwenden. Darüber hinaus sind die Lehrmeinungen aus den beiden anderen Rechtsquellen {idjma und qiyas = Übereinstimmung der islamischen Gemeinde und Analogieschluss der Rechtsgelehrten. (A.d.Ü.)} des Islam bekannt, die die vorherigen Rechtsgelehrten durch ihre reine und aufrichtige Idjtihad erstellt hatten und die für die Bedürfnisse jeder Zeit nicht begrenzt sind. Sie zu übersehen und sich nach Lust und Laune neue Idjtihad zu bilden, ist ein ketzerisches (bid'akarane) Verbrechen.

Drittens:

Unter den Menschen jeder Zeit ist das Verlangen nach einer bestimmten Sache groß, die sie für kostbar halten und die ihre Gedanken auf sich lenkt; das sind

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zum Beispiel in heutiger Zeit vor allem die Beschäftigung mit der Politik und die Absicherung des weltlichen Lebens, welche besonders im Vordergrund stehen und womit die Menschen besonders wichtig tun. In dem vorausgegangenen Zeitalter der "Reinen" (selef-i salihin = die erste und zweite Schülergeneration) und auf dem Markt jener Zeit war die beliebteste Sache das, weswegen der Schöpfer (Khaliq) der Himmel und der Erde mit uns zufrieden wird, und was Er von uns verlangt, aus Seinen Worten herauszufinden und die Mittel zu beschaffen, die die ewige Glückseligkeit (saadet-i ebediye) in der jenseitigen Welt (akhiret alem) erwerben lassen, welche durch das Licht des Prophetentums (nur-u nubuvvet) und des Qur'an dermaßen weit geöffnet wurde, um sie niemals mehr wieder zu schließen. Darauf waren in jener Zeit der Geist (ruh) aller Menschen, ihre Gedanken (fikr), Herzen (qalb) und Gemüter ausgerichtet, um die Wünsche Gottes (mardiyat-i Ilahiyeyi) zu erfahren und zu erkennen. Aus diesem Grund und dadurch, dass diejenigen, die die Gelegenheit und das Vermögen hatten, über alle Vorfälle, Ereignisse und Gespräche, die in jener Zeit geführt wurden, unterrichtet zu werden, fanden große Fähigkeiten (istidad ve iktidar) als Grundlage zur persönlichen Meinungsfindung (Idjtihad) ihren Ausdruck.

Heute sind jedoch alle Fähigkeiten, weil die Menschen in ihren Gedanken (fikr) und in ihren Herzen (qalb) nach Ablenkung und Zerstreuung suchen, wegen ihrer Schwäche, einander Hilfe (inayet) zu leisten und sich füreinander einzusetzen, wegen ihrer Vorliebe für Fragen der Politik und der Philosophie, den modernen Wissenschaften (fünun), der neuzeitlichen Bildung und dem weltlichen Leben (hayat-i dünyevi) zugewandt. Es gibt keine persönliche Meinung (itjtihad), die man als ein maßgebliches (mustaqim) religiöses Gesetz (ahkam-i diniyeye) verwenden kann.

Viertens:

Die Absicht (maqsad) eines Mannes, der durch das Tor seiner persönlichen Meinungsfindung (Idjtihad) in die Islamiyet eintritt und den Katalog ihrer noch offen stehenden

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Fragen erweitern will, ist gut, wenn er sich an den Säulen des Islam (Daruriyet) orientiert, um so Gottesfurcht (taqva) und Vollkommenheit (kemal) zu erlangen. Wenn dieser Mann jedoch die Daruriyat aufgibt (terk) und das irdische Leben (hayat-i dünyevi) dem jenseitigen Leben (hayat-i uhrevi) vorzieht, so ist sein Wunsch nach einer persönlichen Meinung (Idjtihad) ein Wunsch nach Zerstörung und ein Versuch, einen Weg zu finden, um sich von seiner Verantwortung los zu sagen und ihr zu entfliehen.

Fünftens:

So wie ein jedes Ding und jedes Urteil (hukum) aufgrund eines Anlasses zustande (vudjud) kommt, so ist es auch von einer Nutzanwendung abhängig. Die Nutzanwendung ist jedoch nicht der Anlass. Sie ist nur eine Weisheit (hikmet), die zu einer Bevorzugung verhilft. Die Denkweise (efkar) unserer Zeit ist jedoch allein dem irdischen Glück (saadet-i dunya) zugewandt. Die Betrachtungsweise des Gesetzes (Sheriat) hingegen ist direkt dem Glück im Jenseits (saadet-i uhreviye) zugewandt, schließt jedoch implizit das Glück auf dieser Erde mit ein. Denn die Welt (dunya) ist ja ein Mittel zum Jenseits (akhiret).

Es gibt viele Situationen, die bereits den Grad einer Zwangslage erreicht zu haben scheinen, in der die Menschen gefangen sind und die ihnen wie ein allgemeines Unglück vorkommen. Da solche Angelegenheiten aus dem Missbrauch der Entscheidungsfreiheit (su'-i ihtiyar) gegenüber ihren unerlaubten Neigungen (ghayr-i meshru) herrühren, gehören sie nicht zu einer Zwangslage, die der Grund zur Billigung (einer Ausnahme) wäre. Sie können nicht im Rahmen einer Billigung und des gesetzlich Erlaubten (müsaade-i sher'iye) liegen. Wenn zum Beispiel ein Mann seine Handlungsfreiheit (su'-i ihtiyar) missbraucht und sich in verbotener (haram) Weise betrinkt, so wird ihm alles Schlechte, das er in diesem Zustand (hal-i sekir) begeht, nicht entschuldigt. In heutiger Zeit sind solche persönlichen Entscheidungen (Idjtihad) keine himmlischen sondern rein irdische Entscheidungen (Idjtihad). Entscheidungen (Idjtihad), über die Gesetze des Schöpfers der Himmel

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und der Erde auf eine solche Weise zu verfügen, sind abzulehnen.

Zum Beispiel: Manche Gottvergessene (ghafil) halten es für schön, wenn die Freitagspredigt in türkischer Sprache gehalten wird, damit das Volk insbesondere über die politischen Umstände Bescheid wissen. Was aber dergleichen politische Umstände betrifft, so sind sie nichtr frei von Lug und Trug und von teuflischen Gedanken (fikr). Die Kanzel (maqam) der Hutba aber ist ein Platz, welcher der Verkündigung (teblighi) der Gesetze Gottes (ahkam-i Ilahiye) geweiht ist.

Frage:

Das einfache Volk kennt aber kein Arabisch. Wie also können sie dann (die Hutba) verstehen?

Antwort:

Das einfache Volk braucht Pflichten und Gesetze (müsellemat-i diniye). Die Kanzel (maqam) für die Hutba dient der Verkündigung (tebligh) solcher Gesetze (hukum). Diese Gesetze (hukum) sind dem einfachen Volk, in einem arabischen Kleid kurz zusammen gefasst, wenn auch nicht ausführlich, jedoch bekannt und insoweit auch verständlich. Außerdem findet sich die Pracht, Erhabenheit, Besonderheit und Prägnanz, wie sie der arabischen Sprache zu eigen ist, in keiner anderen Sprache wieder...

Wisset, ihr gottvergessenen (ghaflet) Tore (ahmaklar), die ihr taub und blind in völliger Finsternis die Ursachen anbetet (ibadet)!

Ich möchte hier einen Aspekt der Zeugnisse (shehadet) für die Seinsnotwendigkeit der Existenz (vudjub-u vudjud) und Einheit (vahdet) Gottes des Gerechten (Djenab-i Haqq) beschreiben, die alles, was es in der Welt gibt (kainatin mürekkebati) und all seine Atome auf 55 Arten und Weisen zum Ausdruck bringen. Es ist dies wie folgt:

Die Erschaffung (idjad) der Dinge entweder auf sich selbst oder auf Ursachen zurückzuführen ruft Erstaunen und Bewunderung hervor. Das macht aber Zurückweisung und Verleugnung erforderlich. Daraus hinwiederum resultieren die Irrtümer. Das aber ist der Grund für die Leiden des Geistes (ruh) und eine Verwirrung im Denken. Das aber veranlasst

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Verstand (ruh) und Vernunft (aql) zu flüchten und zwingt sie bei dem, der da notwendiger Weise sein muss (Vadjib-ul Vudjud), ihre Zuflucht zu suchen. Denn jede Schwierigkeit wird nur durch Seine Macht (qudret) gemeistert. Und die unlösbaren Knoten werden durch Seinen Willen (irade) gelöst. Und die Herzen (qalb) gehen nur in Seinem Gedenken (dhikr) in Seinen Frieden (mutmaina) ein. Diese Wahrheit (haqiqat) möchte ich mit dem hier folgenden Vergleich erklären. Es ist dies wie folgt:

Der Bewirker allen Seins (maudjudatin faili), das heißt, derjenige, der die Dinge ins Dasein (vudjud) ruft, ist entweder der Einzige (vahid), der dazu notwendig (vadjib) ist oder er ist einer der vielen, für die das möglich wäre. Im Falle, dass der Bewirker der Einzige ist, der dazu notwendig (vadjib) ist, liegt darin weder eine Schwierigkeit noch wäre dies ungewöhnlich. Und sollte es dennoch (eine Schwierigkeit) sein, so wäre diese nur eingebildet. Wird aber (das Sein) auf Ursachen zurückgeführt, so tritt diese Schwierigkeit aus (ihrem Stadium) einer irrigen Vorstellung heraus, wäre nicht mehr noch länger ungewöhnlich, sondern stellte sich nunmehr in Form einer absolut sicheren und tatsächlichen Erscheinung als wahr heraus. Denn keine einzige Ursache unter vielen Ursachen, die alle nicht frei sind von Fehlern und Schwächen, kann irgendein Ergebnis auf ihre Schultern nehmen. Und bei der Erschaffung eines Dinges ist die Teilnahme grenzenlos vieler Ursachen nötig. Da zum Beispiel eine Biene mit allen anderen Bienen in Verbindung steht, wäre zu ihrer Erschaffung, wollte man sie auf Ursachen zurückführen, selbst die Teilnahme (ishtirak) von Himmel und Erde dazu nötig.

Des Weiteren ist die Entstehung einer Vielfalt durch einen Einzigen (vahid) nicht so schwer wie die Entstehung des Einen (vahid) aus einer Vielfalt, sondern viel einfacher. Die Anordnungen, die zum Beispiel ein Kommandeur vielen Menschen erteilt und die Arbeiten, die er sie verrichten lässt, können diese vielen Menschen, auf sich allein gestellt, nur mit sehr vielen Mühen verrichten.

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Des Weiteren ergeben sich bei der Zurückführung der Erschaffung auf die Ursachen zahllose Schwierigkeiten und Merkwürdigkeiten, die darüber hinaus auch noch den Nährboden für sehr viele Unmöglichkeiten bilden.

1. Man muss in jedem einzelnen Atom die Eigenschaften dessen annehmen, der da notwendiger Weise sein muss (Vadjib-ul Vudjud).

2. Es müssen innerhalb einer Gottheit (uluhiyet) unendlich viele Partner (sherik) teilnehmen (ishtirak).

3. Jedes einzelne Atom muss sowohl der Herrscher (hakim) als auch der Behrrschte (mahkum) sein, so wie die Steine in einer Kuppel sich dadurch vor ihrem Absturz retten, dass sie sich gegenseitig stützen.

4. Die Eigenschaften, wie Bewusstsein (shu'ur), Wille (irade) und Macht (qudret) müssen in jedem einzelnen Atom vorhanden sein. Denn das schöne Kunstwerk (hüsn-ü san'at) erfordert genau diese Eigenschaften. Um diesen Sachverhalt (haqiqat) zu erklären, möchten wir hier einige Beispiele anführen:

Erstens:

Die Sonne erscheint aufgrund des Geheimnisses (sirr) der Rückstrahlfähigkeit auf einigen Glasscherben, auf dem Meeresspiegel und auf ihren Planeten in stets gleicher Weise.

Zweitens:

Aufgrund des Geheimnisses (sirr) der Zuwendung ist das Verhältnis der Widerspiegelung einer Lampe im Mittelpunkt der Spiegel, die einen Kreis um sie herum bilden, ein und dasselbe.

Drittens:

Ob einer oder Tausend von einem Licht (Nur) oder von einem lichtausstrahlenden Objekt erleuchtet (tenevvur) werden und so ihr Licht (ziya) empfangen, ist in diesem Zusammenhang gleich. So ist nun einmal die Eigentümlichkeit eines lichtausstrahlenden (Objekts).

Viertens:

Aufgrund des Geheimnisses (sirr) vom Gleichgewicht senkt sich die eine zweier Schalen einer hochempfindlichen Waage, in der sich zwei Nüsse oder auch zwei Sonnen befinden sollen, wenn zu ihr etwas hinzugefügt

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würde nach unten, während die andere Schale dabei nach oben gehoben wird.

Fünftens:

(Rein technisch betrachtet) besteht bei der Steuerung oder beim Ablegemanöver zwischen einem riesengroßen Schiff und einem winzigkleinen Schiff gar kein Unterschied, mag der Kapitän nun ein Kind sein oder ein Erwachsener: das System (intizam) ist das gleiche.

Sechstens:

Das Verhältnis eines abstrahierten Wesens, wie zum Beispiel ein sprechendes Lebewesen, ist zu allen kleinen oder großen Mitgliedern der gleichen Gattung gleich.

Zusammenfassung:

Anhand dieser Beispiele hat es sich nun als wahr herausgestellt, dass zwischen wenig oder viel, klein oder groß, bei der Zurückführung auf einen Einzigen kein Unterschied besteht und im Rahmen des Möglichen bleibt. Daher ist es aufgrund der Ordnung und des Gleichgewichtes, des Gehorsams in der Befolgung des göttlichen Befehls, ins Dasein zu treten (evamir-i tekviniye), zugleich mit dem Lichtcharakter (nuraniyet) der Macht des Urewigen (qudret-i ezeliye) und der Rückstrahlfähigkeit entsprechend dem inneren Wesen der Dinge (gegenüber dem Licht Gottes) und dergleichen Geheimnisse (sirr) für den, der da notwendiger Weise sein muss (Vadjib-ul Vudjud) gleich, einer Mücke das Leben zu schenken (ihya) oder die Welt ins Dasein zu rufen, die Kreation eines Baumes nicht verschieden von der des Himmels und (kein Unterschied) zwischen der Erschaffung eines Atoms oder der Sonne. Diese Gleichheit und Indifferenz ist in der Tat geradezu augenscheinlich. Siehe! Wenn die Ornamente und die Kunstwerke der Macht des Urewigen (qudret-i ezeliye), dessen Wesen uns unbekannt ist, der sich uns aber in Seinen Wunderwerken (mu'djizat) zu erkennen gibt, besonders in (allen verschiedenen Arten) von Früchten und Gemüse, den Ursachen (esbab) überlassen wären, so würden diese Ursachen (unter einer solchen Last der Beweise) erdrückt.

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Kurzum:

Es gibt drei bemerkenswerte Punkte bei der Erschaffung (idjad) der lebendigen (hayati) wie der leblosen (vudjudi) und der lichtausstrahlenden (nurani) Dinge:

Erster Punkt:

Die Ursachen dienen als Schleier, damit die Beziehung zwischen der Macht Gottes (qudret) und den Ekel erregenden, abstoßenden Dingen (umur-u hasise) nicht äußerlich wahr genommen werden kann.

Zweiter Punkt:

Da das Leben (hayat), das Dasein (vudjud) und das Licht (Nur), mit den Augen Gottes betrachtet (itjleri), genauso klar ist, wie mit unseren eigenen Augen gesehen (dishlari), sind dafür keine Ursachen als undurchdringliche Schleier nötig. Und selbst wenn noch einige Mittel uns wie sehr feine, dünne Schleier (an die Ursachen) erinnern, bleibt trotzdem dahinter stets die Hand der Allmacht (des lebendigen) Gottes (dest-i qudret) sichtbar.

Dritter Punkt:

Die Macht des Urewigen (Qudret-i ezeliye) hat keine Schwierigkeit, wenn sie etwas bewirkt oder gestaltet. Dieser Allmacht Gottes (qudret) kann in der Tat überhaupt nichts schwer fallen, wenn sie aus einem Feigenkern einen riesigen Feigenbaum heraus zieht oder eine riesige Honigmelone an einen feinen Stiel anbindet und aus ihm heraus holt. Das Sein (vudjud) und die Offenbarung dessen, der jene Allmacht besitzt (qudret sahibi), die sich mit solchen Wunderwerken (mu'djizat) bekannt macht, ist sogar noch offensichtlicher als das Dasein (vudjud) und die Offenbarung der Schöpfung (kainat) selbst. Denn jedes Kunstwerk weist zwar in einiger Hinsicht direkt auf sich selbst hin. Zugleich verweisen jedoch viele verschiedene Aspekte sowohl direkt als auch in vernunftgemäßer (Überlegung) auf ihren Meister (Sanii). Falls jedoch von den Ursachen das Vorhanden-Sein (vudjud) irgendeines Kunstwerkes verlangt würde, könnten diese noch nicht einmal etwas Ähnliches wie ein solches Kunstwerk zustande bringen, auch wenn alle Ursachen zusammen kämen und einander dabei helfen.

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Wisse, mein lieber Bruder!

Der Platz des Verstandes und der Überlegungen (aqil ve fikir) des Menschen ist so groß und weit, dass es unmöglich ist, ihn ganz zu erfassen. Dennoch ist er so begrenzt, dass selbst eine Nadel in ihm keinen Platz findet. Manchmal kreist er in der Tat in einem Atom, schwimmt in einem Tropfen oder kreist eingeschlossen immer wieder um denselben Punkt. Manchmal aber nimmt er die Welt wie eine Wassermelone in die Hand, läd die Schöpfung (kainat) als Gast zu sich ein und nimmt sie als Gast in der Stube seines Verstandes auf. Manchmal überschreitet er sogar seine Grenzen derart, dass er empor steigt und sich darum bemüht, den zu sehen, der ja notweniger Weise da sein muss (Vadjib-ul Vudjud). Manchmal aber verkleinert er sich und erkennt sich selbst als ein Nichts (zerre = Atom). Ein Andermal wird er so groß wie die Himmel. Dann wiederum schrumpft er in sich zusammen und möchte sich am liebsten in einem kleinen Tröpfchen verkriechen. Dann wiederum nimmt er die ganze Natur (fitrat) und alles, was da erschaffen wurde in sich auf...

Wisse, mein lieber Bruder!

Die Gnadengaben (nimet), die Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) den Menschen schenkt, seien sie für seine rein äußerliche Existenz (afaki), seien sie für sein seelisch-geistiges Leben (enfusi) bestimmt, kommen nur unter bestimmten Bedingungen zu den Menschen und finden ihn so. Zum Beispiel: Der Mensch kann aus den Gnadengaben, wie Licht (ziya), Luft, Nahrung, Stimme und Klang nur dann seinen Nutzen ziehen, wenn er als Mittel dazu die Öffnung seiner Augen und seiner Ohren, Mund und Nase gebraucht. Diese Mittel aber erlangt er dadurch, dass Gott (Allah) sie für ihn erschafft und ins Dasein ruft (khalq ve idjad). In den Händen des Menschen, seiner Schaffenskraft (kesb) und seiner Handlungsfreiheit (ihtiyar) liegt es dann, diese Mittel für sich zu öffnen. Daher soll er nicht denken, dass ihm diese Gnadengaben (nimet) herrenlos und absichtslos (hesab) gegeben würden, so als fände er sie auf der Straße. Sie kommen nur durch die Absicht des wahren Gebers (Mun'im-i Haqiqi qasdiyla)

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und der Mensch empfängt sie mit seinem Willen (ihtiyar). Danach verbreiten sie sich je nach Bedarf und ganz nach dem Willen (irade) dessen, der sie ihm schenkt (in' am) in seinem Körper.

Wisse, mein lieber Bruder!

So wie das abschließende Endstadium in der Entfaltung irgendeines belebten oder unbelebten Objekts (in der Natur) hinsichtlich seiner Wohlgeordnetheit und Schönheit nicht unbedeutender als dessen Anfang ist, so ist auch seine Form und Gestalt in ihrer Kunstfertigkeit (san'at) und Zweckmäßigkeit (hikmet) nicht schöner als sein Innerer Aufbau. Wenn das aber so ist, denke nicht, dass sich der äußere und innere Aufbau in seiner Entfaltung ohne seinen Herrn (sahib) vollzöge und dem Zufall überlassen bliebe. Die Blüte und die Frucht, die aus der Blüte hervor geht, sind in ihrer Kunstfertigkeit (san'at) und Zweckmäßigkeit (hikmet) nicht unbedeutender als die künstlerische Form und Gestaltung eines Kernes und des Keimes, der aus diesem Kern hervor geht. Daher ist der Baumeister in Seiner Majestät (Sani'-i Dhu-l'Djelal) sowohl der Anfang (Auval) als auch das Ende (Akhir), das Äußere (Dhahir) und das Innere (Batin).

﴿ وَ هُوَ السَّمِيعُ الْعَلِيمُ ﴾

{"Er ist es, der alles hört und kennt}.

Wisse, mein lieber Bruder!

Der Qur'an ist ein Wunder (i'djaz) und diesese Wunder ist ein Schutzwall vor seiner Verfälschung. Da aber nun der Qur'an in der Tat ein Wunder (mu'djize) ist, kann der Mensch keine Kopie (taqlid) von ihm zustande bringen. Es ist auch nicht möglich, seine Ayat durch andere Worte zu ersetzen und sie dadurch zu verfälschen oder irgendwie zu verändern. Denn ein Kommentator (mufessir), ein Verfasser (muellif), ein Übersetzer (muterdjim) kann nicht bewirken, dass das Kleid seines verfälschten Stils mit dem Kleid der Ayat verwechselt wird. Denn auf den Ayat ruht der Stempel ihres Wunders (i'djaz). Die Worte, auf denen nicht dieser Stempel ruht,

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können nicht als Ayat gelten. Deshalb also duldet der Charakter dieses Wunders keine Verfälschung und keine Veränderung.

Wisse, mein lieber Bruder!

Wenn der Ehrwürdige Qur'an Gnadengaben (nimet), Wunderzeichen (ayat) und Beweise aufzählt, wiederholt er oftmals (dhikr) die majestätische (djelil) Ayah

﴿ فَبِأَىِّ اٰلآءِ رَبِّكُمَا تُكَذِّبَانِ ﴾

{"Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr denn leugnen?" (Sure 55, 13)}

Darin liegt ein derartiger Hinweis, dass dies eine derartige Situation ist, aus der all diese Auflehnung (isyan) der Dschinnen und Menschen und ihre ungezügelte Auflehnung (tughyan) entsteht, da sie in der Gnadengabe (nimet) nicht die Gabe (in'am, im Sinne des Gebens) zu erkennen vermögen. Da sie nicht erkennen können, wie ihnen die Gabe (in'am) übergeben wird, vergessen (ghaflet) sie darüber den wahren Geber (Mun'im-i Haqiqi). Da sie aber den wahren Geber (Mun'im) vergessen (ghaflet) haben, schreiben sie diese Gnadengaben (nimet) den Ursachen oder dem Zufall zu und leugnen, dass diese Gnadengaben (nimet) von Gott (Allah) kommen. Daher soll der Gläubige (mu'min) bei jeder Gnadengabe (nimet), die er erhält: "im Namen Gottes (Bismi'llah)" sagen. In dem Bewusstsein, dass diese Gnadengabe (nimet) von Gott (Allah) ist und er sie nur im Namen Gottes und um Gottes willen annimmt, soll er sie von Gott mit Lobpreis und Dank (minnet ve shukran) entgegen nehmen.

Wisse, mein lieber Bruder!

Während der Mensch im Herzen oder in Gedanken (qalben ve fikren) die göttlichen Wahrheiten (haqaiq-i Ilahiye) betrachtet und über sie nachdenkt, besonders aber im Gebet (namaz) und bei anderen Arten der Anbetung (ibadet), greifen sehr schlechte, schmutzige und hässliche Einflüsterungen (vesveseler) oder Erinnerungen, sei es durch den Teufel (sheytan), sei es aus sich selbst heraus (nefsi), wie Mücken sein Herz (qalb) und

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seinen Verstand (aql) an. Ein Mensch, der sich mit derartigen verseuchten, eingebildeten und hässlichen Dingen, wenn auch nur unwillkürlich beschäftigt, wird von solchen Einflüsterungen überwältigt. Die Lösung ist einzig und allein, sie zu überwinden, sie zu verscheuchen und schließlich, die Verteidigung gegen sie aufzugeben und sich nicht weiter mit ihnen zu beschäftigen. Je mehr man sich mit ihnen beschäftigt, desto mehr steigern sie in der Tat ihre Angriffe. Falls man sie hingegen in Frieden lässt, lassen auch sie den Menschen in Ruhe und ziehen davon. Darüber hinaus schaden derartige Einflüsterungen weder den göttlichen Wahrheiten noch dem (menschlichen) Herzen. Wenn jemand durch die verschmutzten Fenster seines Zimmers die Sonne, (den Mond) und die Sterne des Himmels, die Rosen und all die anderen Blumen des Paradieses betrachtet, besudeln diese verschmutzten Fenster in der Tat weder das, was er betrachtet, noch den Betrachtenden selbst. Sie können selbst keinen schlechten Einfluss ausüben.

Wisse, mein lieber Said (= meine Seele)!

Was ist dieser Stolz (gurur) und was ist diese Unwissenheit (ghaflet)? Was ist diese Überheblichkeit? Was ist diese Eingebildetheit (hashmet)? Was ist diese falsche Unabhängigkeit (istighna)? Was ist dieser Größenwahn (azamet)? Die Entscheidungsfreiheit (ihtiyar) in deiner Hand ist nur haarfein und deine Handlungsfreiheit verfügt nur über die Bandbreite eines Atoms. Und dein Leben (hayat) ist erloschen wie eine Kerze und nur noch ein glimmender Docht davon übrig geblieben. Deine Lebensspanne (ömür)

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ist zu Ende gegangen, dein Bewusstsein (shu'ur) ist entschwunden, nur noch ein Funke ist noch geblieben. Dein Ruhm (shöhret) ist verblasst, nur noch ein Schimmer davon ist geblieben.

Deine Zeit ist abgelaufen. Hast du etwa noch eine andere Wohnung als dein Grab? Du Ärmster! Gibt es eine Grenze für deine Schwäche und Armseligkeit? Deine Erwartungen sind endlos. Doch deine Stunde (edjel) ist nah. Was wird mit einem Menschen, der in all seiner Schwäche und Armseligkeit in der Tat ohne jedes Wollen (iktidar) und Können (ihtiyar) ist? In einer solchen Schwäche ist es notwendig, auf den Schöpfer, den Erbarmer, den Allbarmherzigen (Khaliq-i Rahman-ur Rahim) zu vertrauen, der die Schatzkammer der Barmherzigkeit besitzt (Khasain-i rahmet sahibi). Er ist der Stützpfeiler (nokta-i istinad). Er ist es, dem sich ein jeder in seiner Schwäche zuwendet.

Wisse, mein lieber Bruder!

Während du die Zeugnisse und Argumente durchforschst, die erbracht werden, um die Wahrheiten des Glaubens (Haqaiq-i imaniye) zu beweisen, übe keine Kritik, indem du sagst, dass diese schwachen, kümmerlichen Beweise ein solch gewaltiges Ergebnis nicht erbringen können. Denn am rechten und linken (Rand) dieses Beweises, den du der Schwachheit beschuldigst, finden sich sehr viele unterstützende Heerscharen und Streitkräfte. Und jedes der Zeugnisse (shahid), Beweise (shehid), Hinweise und Belege, welche die Richtigkeit der Islamiyet aufzeigen, schützt in der Tat seine Kameraden auf dem Schlachtfeld, verteidigt sie, unterschreibt für die Richtigkeit seiner Berichterstattung und bestätigt, dass diese zuverlässig ist. So wird diese selbst zu einem Sachverständigen (ehl-i vukuf) in ihrem Wissen (ilim) und in ihrer Benachrichtigung. Denn in den Wahrheiten des Glaubens (haqaiq-i imaniye) ist das Ziel die Feststellung und nicht die Verneinung. Einer von denen, die auf ein feststehendes Objekt hindeuten, gilt wie 1000. Denn die Art des Zeigens derer, die auf ein feststehendes Objekt hindeuten, entsprechen sich und stimmen miteinander überein,

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und jeder bekräftigt und bestätigt dadurch die anderen. Bei der Verneinung kommt aber keine Übereinstimmung (tevafuq) in dem Zeugnis der Verneinenden vor. Sie führen unterschiedliche Gründe für ihre Verneinung an. Aus diesem Grund können ihre Zeugnisse einander nicht als Beweis für ihre Richtigkeit dienen. Denn bei ihnen liegt keine Übereinstimmung vor.

Wisse, mein lieber Bruder!

Manchmal ist eine heftige Leidenschaft (shiddetli muhabbet) für etwas ein Grund, es zu leugnen. Des Weiteren ist auch eine große Angst (shiddet-i khauf), eine überwältigende Größe (azamet) und das, was das Fassungsvermögen des Verstandes (aql) übersteigt, der Grund dafür, es zu leugnen.

Wisse, mein lieber Bruder!

Sowie einem Senfkorn bereits der dazu gehörende Baum gehört und in ihm wohnt, habe ich mit augenscheinlicher Gewissheit (shuhudi bir yaqin) beobachtet (müshahede), dass auch in dem Korn des Unglaubens (kufr) und des Irrwegs (dalalet) die Hölle (djehennem) eingehüllt ist. Des Weiteren konnte ich in gleicher Weise mit absolut sicherem Gespühr wahrnehmen, wie im Korn des Glaubens (iman) bereits das Paradies (djennet) umschlossen liegt, gleich wie in einem Dattelkern bereits die spätere Dattelpalme verborgen liegt. Denn so wie uns die Verwandlung (inkilab) und das Heranwachsen dieser Kerne zu Bäumen keineswegs fremd ist, so ist es für uns auch keineswegs unvorstellbar, wie aus dem Geist (mana) des Unglaubens und des Irrwegs die Qual der Hölle, aus dem Glauben und der Rechtleitung (hidayet) jedoch das Paradies hervorgehen wird.

Wisse, mein lieber Bruder!

Wenn das Herz (qalb) eines Korns, aus dem einmal der neue Keim hervorsprießen soll, zerstört wird, so kann der Same mit Sicherheit nicht mehr wachsen und gedeihen. Er wird sterben und vergehen. Wenn in gleicher Weise das Herz der Ichsucht (enaniyet), das auch das Ich-selbst (ene) genannt wird, durch die Strahlen (shua) und die Wärme eines immer währenden Gottesgedenkens (Allah Allah dhikri) entzündet und verbrannt wird,

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kann es nicht mehr wachsen und in seiner Gottvergessenheit (ghaflah) zum Tyrannen (firavun) werden. Und so kann es sich nicht mehr gegen den Schöpfer der Himmel (Khaliq-i Semavat) und der Erde erheben. Durch dieses Gottesgedenken (dhikr-i Ilahi) geht sodann das Ego (ene) zugrunde.

So ist es den Sufis des Naqshibandi-Ordens durch das leise gesprochene Gedenken (dhikr-i hafi), wie es bei ihnen während der Dhikr-Feier gebräuchlich ist, gelungen, das Herz (qalb) zu öffnen und das Ich (ene) und die Mikroben der Ichsucht (enaniyet) zu töten und den Kopf der eigenwilligen Seele (nefs-i emmare), die vom Teufel ihre Befehle (sheytanin emirberi) empfängt, zu zerschlagen. Genauso konnten die Sufis des Qadiri-Ordens mit ihrem laut rufenden Gedenken (dhikr-i djehri) die Rebellen, die einzig noch an die Natur glauben (tabiat taghutlar) auseinander jagen.

Wisse, mein lieber Bruder!

Gleich wie an jedem Objekt der Welt (alem) die Werke der Weisheit (hikmet) zu erkennen sind, so kann man auch noch anhand der weitesten, umfangreichsten und der kaum noch wahrnehmbaren Erscheinungsformen der Vielfätigsten (Ursachen) die Werke der Zweckdienlichkeit (hikmet) und Genauigkeit beobachten. So findet man auf der Blattseite des Gesichtes des Menschen, der bei aller Vielfalt und Verschiedenheit (der Ursachen) das letzte Glied und das Endergebnis darstellt, in seiner Haltung, auf seiner Haut und verteilt über seine Handflächen in der Tat sehr viele Striche, Linien, Ornamente und Male eingezeichnet. Denn es ist ja bekannt, dass diese Wörter, Buchstaben, Punkte, Vokale, die auf diesen Blattseiten des Menschen eingezeichnet sind, auf die Fähigkeiten (mana) und Geisteszustände (maneviyat) des menschlichen Verstandes (ruh) hinweisen, sowie auf die Briefe hindeuten, welche bei seiner Erschaffung (fitrat) von der göttlichen Fügung (qalem-i qader) geschrieben wurden. Oh Freund, die Anmerkungen (hashiye), welche die göttliche Fügung auf den oben erwähnten Blattseiten des Menschen

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niedergeschrieben hat, lassen keine Spalte mehr übrig, in die sich der Zufall und die Vereinigung der Ursachen einschleichen könnten.

Wisse, mein lieber Bruder!

Einige Menschen, die von der Leidenschaft (muhabbet) für dieses irdische Leben (dunya hayati) erfasst wurden, denken, dass Ziel und Zweck der Entstehung dieses Lebens (hayatin vudjuda) ausschließlich darin besteht, diesem Leben zu dienen und dieses Leben zu erhalten (beqa) und darüber hinaus keinen weiteren Nutzen (faide) hat; das heißt, dass alle erstaunlichen Geräte (djihadhat-i adjibe) und die gesamte wunderbare Ausstattung (tedjhidhat-i harika), welche der allweise Schöpfer (Fatir-i Hakim) in die Lebewesen (zevilhayat) und in das Wesen menschlichen Daseins (djevher-i insaniyet) als anvertrautes Gut hinein gelegt hat, nur um der Erhaltung und den Fortbestand dieses rasch vergänglichen Lebens willen, verliehen wurden. Falls dies tatsächlich die Schlussfolgerung wäre, dann müssten all die Zeugnisse für die unendliche Ordnung im Kosmos, die man überall auf der Welt (alem) beobachten kann, alle Beweise und Zeugnisse für die Weisheit (hikmet), Güte (inayet) und Wohlordnung (intizam) und dafür, dass es Sinnlosigkeit gar nicht gibt (adem-i abesiyet), im Gegensatz dessen zu Beweisen und Zeugnissen für die Sinnlosigkeit (abesiyet), die Verschwendung (israf) und die Unordnung werden, und dafür, dass es Weisheit überhaupt nicht gibt.

Meine lieben Mitgefährten! Der Mensch hat von diesem irdischen Leben (dünyevi hayat) einen sehr großen Nutzen (faide). Der Mensch und das Leben (hayat) des Menschen ist in der Tat ein Acker für die Erscheinungen der Namen Gottes (esma-i Ilahiye). Es ist ein Spiegel für die Erscheinungen der Arten der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahiye) im Paradies (djennet). Es ist ein Pflanzbeet oder ein Kern für die unendlich vielen wunderbaren Früchte im jenseitigen Leben (hayat-i ukhreviye). Das aber heißt, dass der Mensch (in seinem Leben) dem Kapitän auf einem Schiff gleicht. Und wie ein Kapitän bekommt jeder Mensch

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auch seinen Anteil an den Früchten eines jenseitigen Lebens, den er sich auf dem Schiff seines diesseitigen Lebens erworben hat. {Der Urewige König (Sultan-i Ezeli) in jenem Leben aber ist zugleich auch der Großadmiral der gesamten Flotte in diesem Leben.}

Wisse, mein lieber Bruder!

Die Genüsse, Freuden und aller Schmuck dieser Welt (dunya) sind die Hölle, wenn wir den Schöpfer (Khaliq), den Eigentümer (Malik) und Herrn (Maula) nicht kennen, auch wären sie das Paradies auf Erden. So habe ich es in der Tat erkannt und so habe ich es auch erfahren. Ja, gibt es denn etwas, das selbst noch die Flamme einer Liebessehnsucht (shefqat) zu stillen vermöchte, wenn nicht die Erkenntnis Gottes (marifetullah)? Hat aber diese Gotteserkenntnis erst einmal ihren Platz eingenommen, wird es in der Tat nicht nur keinen Wunsch (ishtiha) nach irdischen (dunya) Freuden mehr geben, sondern selbst noch die Sehnsucht (ishtiyak = starker Wunsch) nach dem Paradies (djennet) wird hinter ihr zurück treten.

Wisse, mein lieber Bruder!

Alles, was in dieser Welt (dunya) zustande kommt und wie es geschieht, hat zwei Aspekte. Der eine bezieht sich auf das Jenseits (akhiret); dieser Aspekt ist seinem Wesen nach unauslöschlich und daher besonders bedeutungsvoll. Der zweite hingegen bezieht sich auf die irdischen (dunya) Dinge und diese hinwiederum auf sich selbst und auf die Freude (heva), die sie uns bereiten. Dieser Aspekt hat einen solchen Grad der Bedeutungslosigkeit, der Oberflächlichkeit und des Verfalls, dass es keinen Wert hat, sich deswegen in seinem Herzen (qalb) besorgt, bekümmert oder gequält zu zeigen und sich noch weiter mit ihm zu beschäftigen.

Wisse, mein lieber Bruder!

Es gibt unter den Menschen Toren, die, wenn sie in einem glänzenden Stäubchen das Spiegelbild der Sonne erblicken, oder im Schein der Sonne die Farben einer Blume erkennen, sogleich von der Sonne neben ihrem Spiegelbild und ihrem Strahlenglanz auch

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noch alle übrigen Eigenschaften der wahren Sonne wünschen, ja geradezu fordern, sogar das Zentrum der Welt zu sein, um das ihre Planeten kreisen.

Und wenn darüber hinaus das Spiegelbild oder die Erscheinung, die sie auf einem Stäubchen oder auf einer Blume sehen, aufgrund der sich ändernden Umstände {zum Beispiel weil die Blume verwelkt} wieder verschwinden, bestreiten sie wegen ihrer Blindheit aufgrund ihres Unvermögens, die Dinge richtig zu sehen und zu erkennen (basar ve basiret) die Existenz der wahren Sonne. Darüber hinaus können diese Toren die Existenz eines Schattens (vudjudu zilli), der infolge dieser Erscheinung entsteht, nicht von der wahren und ursprünglichen Existenz (vudjud-u haqiqi) {des Objektes, das diesen Schatten wirft} unterscheiden und verwechseln beide miteinander. Wenn sie also in einem Objekt das Spiegelbild und Abbild der Sonne erblicken, beginnen sie auch nach der Wärme der Sonne, ihrem Licht (ziya) und all ihren anderen Eigenschaften zu verlangen.

Während diese Toren des Weiteren Fliegen, (Spinnen), Käfer und dergleichen andere kleine, unbedeutende Dinge betrachten, entdecken sie bei ihnen eine sehr hohe Kunstfertigkeit und Weisheit (eser-i san'at ve hikmet) und sagen: "Der Schöpfer hat ihnen eine viel zu große Bedeutung beigemessen. Welchen Wert kann schon eine Fliege haben, sodass jemand in sie derart viel investiert und sich um sie so viel Mühe macht?"

Freund!

Um derartige Toren zu überzeugen und ihre Schwierigkeiten zu beseitigen, muss man vier Dinge kennen:

Erstens:

Jedes Ding, das zu der Vollkommenheit (kemal) der Herrschaft (Rububiyet) Gottes des Gerechten (Djenab-i Haqq) in Beziehung steht, beschreibt ihn. Und da dieses Ding Seiner Herrschaft als Spiegel dient, so ist es auch ein Erscheinungsort Seiner Vollkommenheit. Diese

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Vollkommenheit gehört ihm jedoch nicht als seine Eigenschaft (muttasif). {Sie spiegelt sich vielmehr nur in ihm.}

Zweitens:

Durch jedes Ding öffnet sich eine Tür zum Lichte (Nur) Gottes des Gerechten. Die Schließung einer dieser Türen verlangt jedoch nicht, dass auch die unendlich vielen anderen Türen geschlossen sein müssen. Es ist sogar möglich, dass man sie alle mit einem einzigen Schlüssel öffnen kann.

Drittens:

Das Vorherwissen Gottes (qader), welches sein allumfassendes Wissen (Ilm-i muhit) wiederspiegelt, hat in jedes Ding Seinen Anteil der lichtvollen Namen Gottes (esma-i nuriye) eingezeichnet.

Viertens:
﴿ اِنَّمَآ اَمْرُهُ اِذَآ اَرَادَ شَيْئًا اَنْ يَقُولَ لَهُ كُنْ فَيَكُونُ ٭ مَا خَلْقُكُمْ وَ لاَ بَعْثُكُمْ اِلاَّ كَنَفْسٍ وَاحِدَةٍ ﴾

{"Wahrlich! Dies ist Sein Befehl (emr): Wann immer Er etwas will (irade), sagt Er nur: 'Sei!' und es ist." (Sure 36, 82) "Euer aller Erschaffung und eure Wiederversammlung ist (für Gott ebenso wenig mühsam) wie die einer einzigen Seele." (Sure 31, 28)}

Der klaren und eindeutigen Aussage dieser Ayat entsprechend ist die Existenz aller Dinge von dem Befehl: "Sei كُنْ (kun)!" abhängig. Genauso sind die Erschaffung aller Dinge und ihre spätere Wiederbelebung der Erschaffung und Wiederbelebung einer einzigen Seele gleich. Das aber heißt, wenn die Erschaffung auf Gott den Gerechten (Djenab-i Haqq) zurückgeführt wird, wird sie ganz leicht und einfach. Wenn aber sie auf Ursachen oder die Dinge selbst zurückgeführt wird, so müssen alle Vernünftigen (uqala) und alle Toren die Unmöglichkeiten akzeptieren, welche die Folge ihrer Denkweise (hukum) sind.

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Wisse, mein lieber Bruder!

Der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'djiz-ül Beyan) ist, erklärt die Wahrheiten (haqiqat) in Bildern und Gleichnissen (durubu emsal). Denn die abstrakten Wahrheiten (haqaiq-i müdjerrede), die dem Bereich der Gottheit (daire-i uluhiyete) zugehörig sind, können hier in dieser Welt der Möglichkeiten (daire-i mümkinat) nur durch Beispiele sichtbar und klar gemacht werden. Auch der Mensch, der (in dieser Welt lebt, in der alles) möglich ist und der dennoch arm (miskin) ist, betrachtet die Gleichnisse aus dem Bereich der Möglichkeiten (daire-i imkan) und denkt über die Taten (Gottes, Seine Werke) und (all die vielen verschiedenen) Umstände im Bereich der Notwendigkeiten (daire-i vudjub) nach, die über seine Vorstellungskraft hinaus gehen.

Wisse, mein lieber Bruder!

Meine Ohnmacht (adjz) ist Ursprung meines Hilferufs (nida). Meine Not (ihtiyadj) ist die Quelle meines Gebetes (dua).

Oh mein Versorger (Feya Rabbi)! Oh mein Schöpfer (ya Khaliqi)! Oh mein Herrscher (ya Maliki)! Meine Not ist ein Zeichen von Dir, Dich anzurufen. Meine Vorbereitung für die Gebete (dua), mit denen ich mich zu Dir wende, ist meine Armut. Was mich zu Dir kommen lässt, ist meine Armseligkeit (fakr) und dass ich dabei keine Hintergedanken habe. Was ich in meiner Schatzkammer vorweisen kann, ist nur meine Bedürftigkeit (adjz). Mein einziger Schatz sind nur meine Hoffnungen. Mein Fürsprecher ist Dein Geliebter, mit dem Friede uns Segen sei, den Du uns in Deiner Barmherzigkeit gesandt hast. Verzeih mir (Afveyle)! Vergib mir (maghfiret eyle)! Erbarme dich meiner (merhamet eyle)! Oh Gott (Ya Allah)! Oh Erbarmer (Ya Rahman)! Oh Barmherziger (Ya Rahim)! Amin!

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Ein Anhang zu den "Wellen"

(Zeyl-ül Hubab)
﴿ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ﴾

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen"}

Wir danken (hamd), loben und preisen (medh u sena) Gott (Allah) so sehr, da diese ganze große Welt (alem-i kebir) Seine Schöpfung ist. Doch auch diese kleine Welt, die "der Mensch" genannt wird, ist Sein Geschöpf. Die eine ist sein Baugelände, die andere sein Bauwerk. Die eine ist Sein Kunstwerk (san'at), die andere Seine Farbe. Die eine ist Sein Schmuck, die andere Seine Verzierung. Die eine ist Seine Barmherzigkeit (rahmet), die andere Sein Gnadengeschenk (nimet). Die eine ist Seine Macht (qudret), die andere Seine Weisheit (hikmet). Die eine ist Seine Größe (azamet), die andere Seine Herrschaft (Rububiyet). Die eine ist Seine Schöpfung (makhluq), die andere Sein Kunstwerk (masnu). Die eine ist Sein Besitztum (mulk), die andere Sein Diener (memluk). Die eine ist Sein Bethaus (mesdjid), die andere Sein Anbeter (abd). All diese Dinge mit all ihren Bestandteilen sind in der Tat Gottes Eigentum (Allah'in mulku) und all Sein Besitz (mal) steht mit wunderbaren (i'djazvari) Siegeln und Stempeln fest...

اَللّٰٰهُمَّ يَا قَيُّومَ اْلاَرْضِ وَا لسَّمَآءِ اِنَّا نُشْهِدُكَ وَ جَمِيعَ مَصْنُوعَاتِكَ وَ جَمِيعَ خَلْقِكَ بِاَنَّكَ اَنْتَ اللّٰهُ لآٰ اِلٰهَ اِلاَّ اَنْتَ وَحْدَكَ لاَ شَرِيكَ لَكَ وَ نَسْتَغْفِرُكَ وَ نَتُوبُ اِلَيْكَ وَنَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا عَبْدُكَ وَ رَسُولُكَ اَرْسَلْتَهُ رَحْمَةً لِلْعَالَمِينَ ٭ اَللّٰهُمَّ صَلِّ وَ سَلِّمْ عَلَيْهِ كَمَا يُنَاسِبُ حُرْمَتَهُ وَ كَمَا يَلِيقُ بِرَحْمَتِكَ وَ عَلٰٓى اٰلِهِ وَ صَحْبِهِ اَجْمَعِينَ
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{"Oh Gott! Der Du die Erde und den Himmel (in Deinen Händen) hältst (qayyum)! Wir rufen Dich als Zeugen an und alle Deine Kunstwerke und alle Deine Schöpfungen, dass Du Gott (Allah) bist und es außer Dir keine Gottheit (ilah) gibt. Du bist der Einzige (Vahid) und hast keinen Partner (sherik). Wir bitten Dich um Verzeihung und wenden uns zu Dir um Vergebung. Und wir bezeugen, dass Mohammed Dein Diener (abd) und Dein Gesandter (rasul) ist, den Du als Deine Barmherzigkeit (rahmah) für die Welten (alamin) gesandt hast. Oh Gott! Friede und Segen sei über ihm, so wie es seiner Würde angemessen ist und wie es Deiner Barmherzigkeit entspricht, über ihm und seiner ganzen Familie und allen Seinen Gefährten."}

Wisse, mein lieber Bruder!

Wer immer sich Gott (Allah) hingibt, für den werden alle Dinge auf seiner Seite sein. Und wer auch immer sich Gott (Allah) nicht hingibt, gegen den werden auch alle Dinge sein. Sich Gott hinzugeben heißt, dasss man alle Dinge aufgibt und bekennt, dass sie alle von Ihm sind und zu Ihm wieder zurückkehren werden.

Wisse, mein lieber Bruder!

Dein Körper (vudjud), den Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) dir verliehen hat und alles, was für ihn (vudjud) notwendig ist, ist dir nicht als dein Besitz (temlik) übereignet worden. Das heißt, sie sind dir nicht als dein Hab und Gut verliehen worden, sodass du sie nach deinem eigenen Wunsch und Willen gebrauchen könntest. Über solche Gnadengaben (wie über deinen Körper) darfst du nur dem Willen Gottes (Allah'in rizasi) entsprechend verfügen.

Ein Gast darf mit dem Essen und anderen Dingen in der Tat nicht in der Weise verschwenderisch (israf) umgehen, wie es der Erlaubnis und dem Einverständnis des Gastherrn (ev sahibi) keineswegs entsprechen kann.

Wisse, mein lieber Bruder!

Wie können denn nur manche Menschen, deren Augen (seelisch) verblendet sind, dennoch grenzenlos viele besondere Wiederversammlungen und Offenlegungen (hashr u neshirleri), die vor ihren Augen zustande kommen, trotz ihrer (seelisch) verblendeten Augen wahrnehmen und dennoch die große Auferstehung (kiyamet-i kubra) und allgemeine Wiederversammlung (hashr-i umumiye) für unvorstellbar halten? Schämt sich etwa derjenige nicht, der die allgemeine Wiederversammlung (hashr-i umumi) für unvorstellbar hält,

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nachdem er doch die Wiederversammlung und die Verbreitung (hashr u neshir) der Früchte gesehen hat, die jedes Jahr, nachdem sich die Blüten geöffnet haben, an den Früchte tragenden Bäumen neu erschaffen werden? Wenn sie mit augenscheinlicher Gewissheit (shuhudi bir yaqin) die allgemeine Wiederversammlung (hashr-i umumi) sehen möchten, sollen sie - unter der Bedingung, dass sie ihren Verstand bei sich behalten - im Sommer in den Garten auf unserem Globus eintreten. Sind etwa jene honigsüßen, (vom Wasser, das in den Bäumen aufsteigt) gereinigten und künstlerisch gestalteten (latif) Wunderwerke (mu'djize) der Macht (qudret), jene anmutigen Schöpfungen (makhluqat-i latife), die an den Ästen der Bäume hängen, nicht dieselben, oder wenigstens die gleichen, wie die ihnen voraus gegangenen, das heißt, wie die bereits verstorbenen Früchte, die sich inzwischen verabschiedet hatten?

Gäbe es bei diesen Früchten die gleiche geistige Einheit (vahdet-i ruhiye) wie bei jedem einzelnen Menschen, würden dann etwa die Früchte vom vergangenen Jahr und die Früchte von diesem Jahr noch einander derart ähnlich sein? Da Früchte aber keine Seele (ruh) haben, besteht zwischen ihnen eine derartige Ähnlichkeit, dass sie sich bereits der Gleichheit annähert, obwohl sie weder gleich sind noch die Eigenschaften eines Fremden zeigen. Könnte etwa derjenige, der diesen Sachverhalt bei einer Frucht beobachtet, die Wiederversammlung für unvorstellbar halten?

Könnte des Weiteren etwa der Macht des Urewigen (qudret-i ezeliye), die einen dürren Baum dadurch in einen ganz erstaunlichen Zustand und in eine einzigartige, lebendige Form bringt, dass sie durch innerliche (manevi) Fahrstühle die notwendigen Versorgungsmittel und jede Art Nahrung auf die höchsten Äste eines Baumes bringt, an dem sodann wieder Blumen lächeln und später zu Früchten, wie Maulbeeren und Aprikosen heran reifen, die sie aus einem dürren, leblosen Baum hervorbringt und erschafft, die allgemeine Wiederversammlung (hashr-i umumi) schwer fallen?

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Keineswegs! Der Macht (qudret), die solche, derart fein und sorgsam gestaltete Kunstwerke aus jenen trockenen Bäumen hervorbringt, fällt überhaupt nichts schwer. Das ist ein ganz offensichtlicher Sachverhalt. Nur diejenigen, deren Augen blind sind, können sie nicht sehen.

Wisse, mein lieber Bruder!

So wie jede Sure im Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'djiz-ul Beyan) ist, den ganzen Inhalt des Qur'an kurz gefasst beinhaltet, so enthält sie zugleich auch die Schwerpunkte und die wichtigsten Gleichnisse, wie sie in anderen Suren erwähnt (dhikredilen) werden. Die Weisheit (hikmet) dessen liegt darin, dass Menschen, die zeitlich nicht in der Lage sind, den ganzen Qur'an durchzulesen oder nur einen Teil oder nur eine Sure lesen können, nicht den Segen (sevab), den diejenigen empfangen, die den ganzen Qur'an gelesen haben, entbehren müssen.

Die Analphabeten unter den Erwachsenen können in der Tat nur eine Sure rezitieren. Das Wunder, das der Qur'an in seiner Verkündigung darstellt, bestätigt die obige wunderbare Anmerkung (nükte-i i'djaziye), damit sie nicht den ganzen Segen (sevab) entbehren müssen, und ließ deshalb eine Sure gleich viel gelten, wie den ganzen Qur'an.

Wisse, mein lieber Bruder!

Eine Person (dhat), die über eine Vielzahl (von Ursachen) verfügt, die in ihrem Wesen ganz voneinander verschieden sind, wobei die Verfügungsgewalt dieser Person nicht dem Reich der Materie angehört, muss nicht jede einzelne dieser Vielzahl (von Ursachen) persönlich berühren oder in ihnen sein. {wenn also die Ursache das Wasser ist, muss die Person nicht im Wasser sein.}

Die Führung und die Ordnung der einzelnen Soldaten kommen in der Tat nur durch den Befehl (emir) ihres Kommandanten und durch seinen Willen (irade) zustande. Wenn aber die Aufgaben (vazifah) und Tätigkeiten eines Kommandanten den einzelnen Soldaten überlassen blieben, so könnten sie nur in der persönlichen Anwesenheit jedes einzelnen

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Soldaten erledigt werden, oder jeder einzelne Soldat müsste sich als sein eigener Kommandant qualifizieren.

Daher vollzieht sich auch die Verfügung Gottes des Gerechten (Djenab-i Haqq) über Seine Geschöpfe (makhluqat) nur durch Seinen Befehl und Seinen Willen (emir ve irade). Er nimmt mit niemandem einen persönlichen Kontakt durch eine direkte Berührung auf, so wie auch die Sonne die Welt (kainat) von ferne erleuchtet (ohne persönlich auf die Welt zu kommen).

Wisse, mein lieber Bruder!

Der Mensch gleicht in der Art und Weise wie er lebt, einem Felsbrocken, der sich von einem Berg trennt und hinunter in eine Sturzflut rollt, oder einer Person, die von einem Wolkenkratzer herab fallend hinunter stürzt.

In der Tat fällt der Wolkenkratzer unseres Lebens (eines Tages) in sich zusammen. Das Flugzeug unseres Lebens zieht blitzschnell an uns vorüber. Und auch die Zeit hält das Mühlrad mit der Geschwindigkeit eines Sturzbaches in Bewegung. Und auch das Schiff unserer Erde, während es schnell dahin fährt, lässt die Ayah rezitieren:

﴿ تَمُرُّ مَرَّ السَّحَابِ ﴾

{"Die (Berge) ziehen vorbei, gleich wie die Wolken vorüber ziehen." (Sure 27, 88)}

Während also das Schiff der Erde rasch vorüber zieht, sollte man daran denken, dass sich in die Hände, die sich nach den von Gott nicht erlaubten (ghayr-i meshru) weltlichen (dunya) Freuden ausstrecken, giftige Dornen bohren werden. Daher betrachte diese giftigen weltlichen (dunya) Pfeile nicht und strecke deine Hand nicht nach ihnen aus. Denn das Leid der Trennung (von ihnen) wiegt schwerer als die Freude bei ihrer Erlangung.

Oh du meine eigenwillige Seele (nefs-i emmare)! Ich folge dir nicht. Magst du nur anbeten (ibadet), was immer du willst und dem hinterher laufen, was immer du willst.

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Ich werde einzig und allein den allweisen Schöpfer in Seiner Majestät (Fatir-i Hakiem-i Dhu-l'Djelal) anbeten und Ihm allein dienen (abd), der mich erschaffen und der Sonne, dem Mond und dem ganzen Erdenrund befohlen hat, mir (in Seiner Huld und zu meinem Besten) dienstbar zu sein.

Des Weiteren bitte ich um Hilfe bei dem Schöpfer, dem Erbarmer, dem Allbarmherzigen (Khaliq-i Rahman-ur Rahim), der mich in das Flugzeug der Lebensspanne (tayyare-i ömre) einsteigen lässt, das in der Umgebung des Vorherwissens (qader muhit) fliegt oder im Zug der Zeit (mitzufahren), der durch die Täler und die Tunnel zwischen den Bergen des Lebens blitzschnell hindurch fährt, bis zum Tor vor dem Tunnel des Grabes, das als der Hafen zum Lande aller Ewigkeiten (ebed-ul abad) gilt.

Des Weiteren richte ich all meine Gebete (dua), meine Hilferufe (istighathe) und meine Fürbitten nicht an die Adresse auch nur eines einzigen Dinges. Nein, mit meinen Gebeten (dua) und Fürbitten wende ich mich ausschließlich an den majestätischen Herrn (Rabb-i Dhu-l'Djelal), dessen Macht (qudret) unendlich ist, der in der Lage (qadir) ist, den Erdball (küre-i arz) in Bewegung zu setzen und die Zahnräder des Weltalls zu beherrschen, der die Stellungen von Sonne und Mond auf einander abstimmen, den Lauf der Zeit regulieren und so diese Welt, die von den Gipfeln des Seins hinunter rollt, zur Ruhe bringen kann, und richte so meine Gebete an Ihn. Denn ich habe Wünsche und Absichten, die mit all diesen Dingen in Verbindung stehen.

Des Weiteren bete (ibadet) ich niemanden außer dem Allheiligen Herrn (Dhat-i Aqdes) an, der mächtig ist, so wie Er auch selbst noch die leiseste, verborgenste Stimme hört, die in meinem Herzen (qalb) flüstert und die Neigungen und Erwartungen meines Herzens befriedigt, die Ewige Glückseligkeit zu schenken, die mein Verstand sich schon immer so vorgestellt und ich mir schon immer so erträumt hatte. Die Macht (qudret), die diese Welt in das Jenseits (akhiret) umwandelt und den Tag der Wiederauferstehung bringt, ist in der Tat dazu im stande (muqtedir) und keineswegs ohnmächtig.

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Nicht einmal ein Atom kann in anbetracht dieser Macht (qudret) verborgen bleiben. Auch die Sonne kann sich von dieser Macht nicht befreien, auch nicht, wenn sie auf ihre Größe stolz wäre. Alles Leid wandelt sich in der Tat durch Gotterkenntnis (marifet) in Freude um. Wenn diese Erkenntnis fehlt, verwandelt sich das Wissen (ulum) in der Tat in Angst. Die Weisheit (hikmet) verändert sich in Unglück und Plagen (bela). Das Sein wird zum Nicht-Sein. Das Leben (hayat) wandelt sich in den Tod, die Lichter (Nur) in Finsternis und die Freuden in Sünde um. Wo die Erkenntnis Gottes fehlt, werden seine Freunde, nämlich sein Hab und Gut, in der Tat zu den Feinden des Menschen. Das Dasein (beqa) wird zur Last (bela). Vollkommenheit (kemal) vergeht. Die Spanne des Lebens (ömür) füllt sich mit einer Sucht (heva). So wird das Leben (hayat) zur Strafe (adhab). Das Denken (aql) wird zur Qual (iqab). Hoffnung (amal = Wunsch) verwandelt sich in Verzweiflung (alam = Schmerz).

Demjenigen, der Gott (Allah) anbetet und Ihm dient (abd ve hizmetkar), wird in der Tat alles zu seinem Diener. Dies geschieht durch den Glauben und die Gewissheit daran, dass alles Eigentum und aller Besitz (mulk ve mal) Gottes (Allah) ist.

Die Macht Gottes (qudret) hat den Menschen in der Tat solcher Art erschaffen, dass er mit vielen Bereichen verbunden ist. Obwohl nur in winzig kleinem Kreise, hat sie dem Menschen dennoch die Freiheit, sich zu entscheiden (ihtiyar) und danach zu handeln (iktidar) gegeben, soweit wie seine Hand zu reichen vermag.

Von der Erde bis zum Throne Gottes, von Ewigkeit zu Ewigkeit (ezelden ebede), in den weitesten Bereichen ist die Aufgabe (vazifah) des Menschen allein das Gebet (dua).

﴿ قُلْ مَا يَعْبَأُ بِكُمْ رَبِّي لَوْلَا دُعَآؤُكُمْ ﴾

{"Sprich! Mein Herr würde sich nicht um dich kümmern, wäre es nicht um deines Gebetes willen." (Sure 25, 77)}

Diese ehrwürdige (kerim) Ayah genügt in der Tat, um diese Tatsache (haqiqat) zu erhellen (tenvir) und zu beweisen.

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Da dies aber nun so ist, nimmt auch der Diener (abd) in seiner Schwäche und Armseligkeit (adjz ve fakr) Zuflucht zu seinem Herrn (Rabb) und erbittet von seinem Schöpfer (Khaliq), wie ein Kind, das etwas, was es nicht selbst erreichen kann, von seinem Vater und seiner Mutter erbittet.

Wisse, mein lieber Bruder!

Die Einheit (vahdet) innerhalb der Arten, wie auch einzelner Lebewesen, wie wir sie in jedem von ihnen erkennen können, erwächst aus dem Geheimnis der Einheit (sirr-i vahdet) des Schöpfers (Sani). Denn die Kraft Gottes (quvvet) zersplittert sich nicht. Damit Er nicht für den Einen viel Energie (qudret) aufwenden muss, während ein anderer stattdessen nur wenig erhält, gibt es bei Ihm keine Zersplitterung und keine Teilung Seiner Macht (quvvet). Gäbe es hingegen gar keine Einheit (vahdet), sondern stattdessen Stufen in der Anwendung Seiner Macht (qudret), so entstünden auch unter den Geschöpfen Abstufungen und es gäbe eine Unordnung. Das aber heißt, dass die Macht (qudret) der göttlichen Einheit (vahdet), mit der Er über Seine Geschöpfe verfügt (tasarruf), dem Licht der Sonne (shemsin tenviri) vergleichbar ist, wobei ja auch eine einzige Sonne (shems-i vahid) alle Dinge, ob groß oder klein bescheint (ziya) und so in ihrer Erscheinung über allen Dingen anwesend (maudjud) ist. Wenn also schon durch unsere Sonne, die doch unserer Welt mit ihren (unterschiedlichsten) Möglichkeiten angehört und im Auftrag Gottes (tausif) steht und die doch selbst arm (miskin), starr und leblos (meyyit), wenngleich an ihr der Name "Licht (ism-i Nur)" in Erscheinung tritt, durch das Geheimnis der Einheit (sirr-i vahdet) dermaßen wohlgeordnet (über die Erde) herrscht (tasarruf), wie muss dann etwa die Herrschaft (tasarruf) der Urewigen Sonne (Shems-i Ezeli), des Ewigen Königs (Sultan-i Ebedi), des immerwährenden Beständigen (Qayyum-u Sermedi), des einen Allgegenwärtigen (Vahid-i Ahad) der da notwendiger Weise sein muss (Vadjib-ul Vudjud), über Seine Geschöpfe sein?

Wisse, mein lieber Bruder!

Unter den zuverlässigsten Zeugnissen für die Einheit des Schöpfers (Sani'in vahdeti) ist das erste:
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Die Einheit (vahdet), die in allen Dingen, ob groß oder klein zu erkennen ist. Denn ein jedes Ding in dieser Welt (alem), bei einem Stäubchen angefangen, steht mit dieser Einheit (vahdet) in Verbindung und steht zu ihr in Beziehung. Wenn dies aber so ist, dann ist auch der Schöpfer allgegenwärtig (vahdet). Wenn dies aber so ist, dann ist auch der Schöpfer (Sani) Eins (Ahad, in Seiner Allgegenwart).

Zweitens:

In jedem Ding entdecken wir, seiner Funktionsweise entsprechend, eine perfekte Schöpfung (kemali ittikan). Selbst noch im kleinsten und einfachsten Objekt unter den Pflanzen und Tieren finden wir eine solche, selbst noch für die Augen der Verblendeten sichtbare, einzigartige Kunstfertigkeit, welche die Menschen in Erstaunen versetzt.

Drittens:

Die Einfachheit in der Erschaffung aller Dinge und in ihrem Aufbau. Die Einfachheit, die man in ihrer künstlerischen Anfertigung schon mit bloßem Auge erkennen kann, braucht weder Beweis noch Zeugnis.

Wisse, mein lieber Bruder!

Ihr befriedigt aus dem Laden (Magazin), der eure Erdkugel ist, all eure Bedürfnisse, wie Essen, Trinken und Kleidung. Wenn ihr diese Güter, die ihr kostenlos bekommt, nicht aus der Schatzkammer Gottes (Ilahi khazine) erhalten würdet, sondern statt dessen die einzelnen, verschiedenen Ursachen für jedes einzelne Ding beauftragen müsstet, wie teuer würde euch dann etwa ein Granatapfel zu stehen kommen und wie viel Zeit würde das beanspruchen, bis ihr ihn endlich in eurer Hand halten könntet? Denn dieser Granatapfel steht mit allen Dingen in Verbindung. Ihn in kurzer Zeit, mit einem nur geringen Kostenaufwand zustande zu bringen, liegt außerhalb des Bereichs des Möglichen. Außerdem wird aufgrund einer ganzen Reihe bestimmter Feinheiten, wie Verziehrung, Wohlordnung, Kunstfertigkeit, Duft, Geschmack, Farbe, an ihm verständlich, dass dieser Granatapfel ein Kunstwerk eines solchen Meisters (Sani'in masnu) ist, dessen Erschaffung keinerlei Mühe noch Anstrengung erfordert.

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In Anbetracht dieses Sachverhalts müsste der Meister (Sani) dieser Dinge in dem Geschäft (Magazin) eurer Erdkugel, die an all ihren Plätzen tausenderlei wundervolle Delikatessen bereit hält, um selbst noch den Geschmack des Ungeziefers zu befriedigen und es zu erfreuen, ohne Bewusstsein (shuur), ohne jedes Gefühl, ohne Willen (irade), ohne Wissen (ilim), ohne Wahl (ihtiyar), ohne Vollkommenheit (kemal) sein, sodass er derart viele wertvolle, einzigartige Dinge kostenlos verteilt. Doch diese absurde Situation ist eine eindeutige Tatsache (haqiqat), die keines Beweises bedarf. Oder aber, der Besitzer (sahib) dieser Schatzkammer hat diese Schatzkammer als einen göttlichen und barmherzigen Tisch (Ilahi ve Rahmani bir sofra) erschaffen für die Menschen, die auf dem Weg in das Jenseits (akhiret) sind und hier vorübergehend verweilen. Die Erschaffung der Dinge in dieser verborgenen Schatzkammer ist mit dem Befehl (emr): "Sei كُنْ (kun)!" verbunden. Die Herrschaft (melekutiyet) aller Dinge liegt, einer Zentrale gleich, in der Hand der Macht (qudret) des Allweisen (Hakiem), Allmächtigen (Qadir), Allverlangenden (Murid), Allwissenden (Alim), der notwendigerweise da sein (Vadjibul Vudjud) muss.

Des Weiteren sind die Speisen auf diesem göttlichen Tisch (Ilahi sofra) nicht nur dazu bestimmt, den Geschmack zu befriedigen und dadurch Mensch und Tier zu erfeuen.

Bei allem, was die einzelnen Lebewesen für sich verbrauchen, findet sich neben dem persönlichen Nutzen unendlich viel Weisheit (hikmet), Sinn und Zweck, der mit den Erscheinungen der Namen Gottes (esma-i Ilahiye) verbunden ist und sich auf die Geheimnisse (esrar) Seiner Tätigkeiten (faaliyet) und Wirksamkeiten (shuunat) bezieht. Wenn dies aber so ist, dann ist es auch unmöglich die Entstehung dieses allgemeinen Gastmahls (ziyafet-i amme) und dieses allgemeinen Segens (feyz-i amme) einer blinden Kraft (quvvet) und die Übereinstimmung all dieser Dinge, deren Früchte wie ein Sturzbach fließen, den Händen des Zufalls zu überlassen. Denn die wohlgeordnete, weisheitsvolle (hakimane)

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Spezifizierung der Dinge und ihre bewussten (shu'urkarane), grundlegenden (muhkem) Eigenschaften weisen den blinden Zufall und die Übereinstimmung (aller Ursachen) zurück. Genauso sind Einfachheit und Fülle ohne jede Gegenleistung an jenem Tisch der Barmherzigkeit (sofra-i rahmet) Zeugen (shahid), die zeigen, dass diese Dinge von einem absolut freigiebigen (Djevvad-i Mutlaq), allweisen (Hakiem-i Mutlaq) und allmächtigen (Qadir-i Mutlaq) kommen.

Wisse oh Mensch, der du so von den Ursachen eingenommen bist!

Wisse, die Erschaffung (khalq) der Ursachen und die Bestimmung (taqdir) über eine Ursache und das Resultat mit all den Dingen, die zu seiner Existenz (vudjud) notwendig sind, auszustatten, ist für den Herrn (dhat), für dessen Macht (qudret) Atome und Sonnen gleich sind, nicht einfacher, noch vollkommener (ekmel), noch hochwertiger als die Erschaffung des Ergebnisses durch Seinen Befehl: "Sei كُنْ (kun)!"

Wisse, mein lieber Bruder!

Nicht-Sein und Vernichtung, wie sie in der Welt (dunya) beobachtet werden und wir besonders im Leben (hayat) der Pflanzen und Tiere, bezeugen (mushahede) können, kennzeichnen die Veränderung (allen Seins) und die Erneuerung (allen Lebens). Für die Menschen, die gläubig (imanli) sind, entsteht so nicht der Schmerz über Untergang und Trennung, sondern tritt vielmehr die Freude über die Ankunft (neuen Lebens) an ihre Stelle. Wenn dies aber so ist, kommt dann zum Glauben, sodass ihr vor dem Leiden sicher seid. Ergib dich (teslim) dem göttlichen Vorherwissen (qader), sodass du in der Geborgenheit (selamet) bleibst.

Wisse, mein lieber Bruder!

Diese nationalistische Opferbereitschaft in der Zeit der Unwissenheit (djahiliye) ist eine Mixtur, zusammengemixt aus Gottvergessenheit (ghaflah), Irrglaube (dalalet), Heuchelei (riya) und Finsternis (zulmet), die alle einander unterstützen und sich gegenseitig Halt geben. Daher erheben die Nationalisten ihre nationale Zugehörigkeit zu ihrem Götzen (ma'bud).

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Die Begeisterung für die islamische (Gemeinschaft) hingegen ist wie ein Lichtstrahl (ziya), der das Licht des Glaubens (nur-u iman) reflektiert und ihm Leben verleiht.

Wisse, mein lieber Bruder!

Diejenigen, die sich mit den Ungläubigen (ehl-i ilhad) und besonders mit denen, die das Leben in Europa nachzuahmen versuchen, auf ein Streitgespräch einlassen, geraten dadurch in große Gefahr. Denn einmal angenommen, dass ihre Seelen noch nicht geläutert und daher noch unsicher sind, werden sie von ihren Gegnern mit der Zeit überwältigt, weshalb man bei einem unparteiischen Streitgespräch, das man auch ein neutrales Denken (muhakeme) nennt, auf seine eigenwillige Seele (nefsi emmare) nicht vertrauen kann. Denn ein einsichtiger Teilnehmer an einem solchen Streigespräch zieht sich auf dem Felde eines, wenn auch nur vorgestellten Streitgesprächs, ab und zu das Kleid seines Gegners an und verteidigt ihn als dessen Anwalt (dava vekili). Da durch die Wiederholung dieses Zustandes in seinem Kopf (dimagh) aber ein Fleck der Kritik entstehen wird, schadet ihm dies. Denn nur wenn seine Absicht rein (niyeti khalis) ist und er sich auf seine Kraft (quvvet) verlassen kann, wird es ihm nicht schaden. Der Rettungsweg eines Mannes, der hingegen einem solchen Zustand verfallen ist, ist Bittgebet und die Bitte um Vergebung (istighfar). Auf diese Weise kann er diesen Fleck wieder beseitigen.

Wisse, mein lieber Bruder!

Das Gasthaus, das diese Erde ist, ist nicht das Eigentum oder der Besitz (mulk ve mali) der Menschen. Die Menschen beteiligen sich lediglich als Tagelöhner an vielen verschiedenen Arbeiten und bei der Ausschmückung dieses Gasthauses. Käme ein Außerirdischer, um diese Erdkugel zu besuchen, und fiele es ihm auf, dass zwar dieses Gasthaus ein Wunder (mu'djize) und ganz außergewöhnlich ist, wobei jedoch die Menschen schwach (adjiz), armselig (fakir) und bedürftig (muhtadj) sind, so würde er mit Sicherheit urteilen, dass diese Menschen nicht in der Lage sind, dieses Gebäude zu besitzen, dass sie es nicht erbauen konnten, und dass lediglich der Erbauer (sahib ve sani')

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eines solch wunderbaren Kunstwerkes solche Wunder wirken (mu'djiznuma) kann. Solche Menschen sind Tagelöhner, die einzig für die Pläne des Urewigen Königs (Sultan-i Ezeli' maqasid) arbeiten. Und er würde weiter urteilen, dass diese Arbeiter überhaupt nichts von diesem Gebäude haben und besitzen (malik ve sahib) außer ihrem Lohn. Des Weiteren kann jeder verstehen, der die Liebenswürdigkeiten (teveddud), die Sympathie (tahabbub) und das Lächeln der Blumen beachtet, das sie allen Lebewesen schenken, nur ein Teil der Geschenke ist und eine Kostbarkeit, die der Freigiebige, Allweise (Hakiem-i Kerim) für den Dienst seiner Gäste in Auftrag gegeben hat, als ein Mittel, den Schöpfer (Sani') in Seinem Werk kennen und lieben zu lernen.

Oh du meine Seele!

Du willst in jedem Werk die Großartigkeit dessen erkennen, der es bewikt hat; doch suchst du den Sinn (mana) hinter deinen praktischen Erfahrungen in nur vorgestellten Erlebnissen (mana). Du möchtest in jedem der schönen Namen Gottes (Esma-i husna) die Strahlen (shu'a) aller Namen erkennen. Bei jeder einzelnen innerlichen Wahrnehmung (latife) möchtest du die Gesamtheit aller innerlichen Wahrnehmungen (latife) erfahren. Während du den Angelegenheiten und Erfordernissen einer deiner inneren Veranlagungen nachgehst, möchtest du den Erfordernissen all deiner innerlichen Veranlagungen gleichzeitig nachgehen. Aus diesem Grunde bleibst du weiter deinen irrigen Vorstellungen ausgesetzt.

Wisse, mein lieber Bruder!

Wenn ein Gnadengeschenk allgemein (nimetin umumi) ist und alle umfasst, beweist das nicht, dass sein Wert gering oder nur unbedeutend wäre. Und es ist auch kein Hinweis darauf, dass diese Gnadengabe (nimet) nicht gewollt (irade) und beabsichtigt (qasd) wäre. Wenn zum Beispiel das Auge als ein Geschenk (nimet) bei vielen Tieren vorhanden ist, es aber die dringenden Erfordernisse deines eigenen Sehvermögens nicht erleichtert, ist dies jedoch kein Grund dafür, den Wert der Augen allgemein zu unterschätzen. Wenn nun des Weiteren eine einmalige, individuelle Gnadengabe (nimet) auf einen Zufall zurückgeführt werden könnte, ist doch in jedem

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Fall auch eine allgemeine Gnadengabe (umumi nimet) Wille (irade) und Absicht (qasd) eines Gebers (Mun'im).

Wisse, mein lieber Bruder!

Bezüglich des Lebens jedes einzelnen Lebewesens gibt es unendlich viele Ziele. Von diesen Zielen betrifft nur ein Tausendstel das diesseitige Leben. Die übrigen (baqi) Ziele sind, im Umfange Seines unendlichen Eigentums (malikiyet), dessen (dhat), der (auch das jenseitige) Leben (hayat) geschaffen hat. Wenn dies aber so ist, hat ein großes Geschöpf keinen Anspruch (haqq) sich über ein kleines Geschöpf stolz zu überheben (tekebbur). Und betrachtet man diese Tatsache (haqiqat) genauer, so findet man darin auch keinen Widerspruch. Denn aller Wert des Lebens (hayat) gebürt nicht einem einzelnen Lebewesen allein, sodass dies unsinnig sein könnte. Das allgemeine Gastmahl Gottes (ziyafet-i amme-i Ilahiye), das in jedem Jahr auf Erden veranstaltet wird, ist für die Menschheit in der Tat ein Geschenk (ikram), weil sie hier Sein Statthalter (Kalif) ist. Darüber hinaus ist das Ganze jedoch nicht allein um ihres rein irdischen Wohlergehens willen.

Wisse, mein lieber Bruder!

In den Gedanken des Menschen erhebt sich manchmal eine (Stimme, die leise in unser Ohr) flüstert: "Du bist nur ein ganz gewöhnliches Tier, wie ein Käfer. Welchen Wert hast du mehr als die Tiere. Des Weiteren, welche Besonderheit und was für einen Dienst (hizmet) hast du, sodass der majestätische Schöpfer (Khaliq-i Dhu-l'Djelal), dessen Macht (qudret) Himmel und Erde in Händen hält, sich mit dir beschäftigen sollte?" Gegen diese Einflüsterung (vesvese) soll man an folgende Wahrheiten (haqiqat) denken:

1. Der Mensch erfährt durch seinen Glauben (iman) an Gott den Gerechten (Djenab-i Haqq) in seiner unendlichen Schwäche und Armseligkeit (adjz ve fakr) Seine Macht (qudret), Seinen Reichtum (ghina) und Seine Würde (izzet). Durch diese Erfahrung wurde der Mensch über den Zustand des Tieres empor gehoben und ist so Gottes Statthalter (Kalif) auf Erden geworden.

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2. Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) erhört in seiner allumfassenden Macht und Größe (ihata-i qudret ve azamet) das Gebet (dua) des Menschen und kennt sein Bedürfnis (hadjat). Die Lenkung und Leitung (tedbir) der Himmel und der Erde hindert ihn aber nicht, sich dabei auch noch um den Menschen zu sorgen.

Frage:

Steht die Beschäftigung Gottes des Gerechten (Djenab-i Haqq) mit Kleinigkeiten und nichtswürdigen Dingen nicht im Widerspruch zu Seiner Größe (azamet)?

Antwort:

Diese Beschäftigung widerspricht nicht Seiner Größe. Im Gegenteil: Seine Nichtbeschäftigung wäre ein Mangel an der Größe seiner Herrschaft (azamet-i Rububiyet). Zum Beispiel: Wenn einige Dinge nicht von den Strahlen der Sonne erreicht werden (mahrum), also außen vor bleiben, so ist dies für die Sonne ein Mangel. Darüber hinaus kann jedes von den Spiegelbildern der Sonne, die in allen glänzenden Objekten erscheinen, sagen: "Die Sonne gehört mir. Die Sonne ist in meiner Nähe. Die Sonne lebt in mir." Alle Geschöpfe, besonders die Menschen, ob einzeln oder als Gattung, mögen sie nun ehrwürdig (sherif) oder nichtswürdig sein, empfangen die Erscheinung Gottes des Gerechten (Djenab-i Haqq) in seinem Wissen (ilim), Wollen (irade) und Können (qudret). Jedes Ding und jeder Mensch kann sagen: "Gott ist in meiner Nähe." Gerade der Mensch aber erfährt die Nähe Gottes des Gerechten (Djenab-i Haqq) in Hinsicht auf seine Schwäche (da'f), Armseligkeit (fakr) und Ohnmacht (adjz). Und so wie jedes Ding mit Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq) in Verbindung steht, so steht auch er mit Ihm in Verbindung. Wie haarfein ist doch die Abstimmung des Menschen in seiner unendlichen Schwäche (adjz) und Armseligkeit (fakr) auf Gott den Gerechten (Djenab-i Haqq), der so unendlich mächtig (qudret), reich (ghina) und groß (azameti) ist.

Heiligen (taqdis) wir den Herrn (Dhat), der die höchste Huld (lutuf) in die höchste Majestät (azamet) und die größte Liebe (shefqat) in die größte Macht (djebarut) hineingelegt hat. So verbindet Er grenzenlose Nähe mit unendlicher Entfernung und stiftet eine Bruderschaft (ukhuvvet) selbst noch zwischen den

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kleinsten Teilchen und der Sonne. Dadurch dass Er solche, einander entgegengesetzten Dinge miteinander vereinigt, zeigt Er in gewissem Grade Seine Größe (deredje-i azamet) bis zu einem gewissen Grade.

Wisse, mein lieber Bruder!

Nach den Kenntnissen, die den Glauben (iman) betreffen, sind aufrichtige Taten (a'mal-i saliha) das notwendigste und wichtigste (im Leben). Was diese aufrichtigen Taten betrifft, so bestehen sie daraus, dass man die materiellen und geistigen (maddi ve manevi) Rechte der Diener (huquq-u ibad) nicht verletzt und dabei auch das Recht Gottes (huququllah) korrekt (bihaqqin) erfüllt. Berufsgebundene Kenntnisse, die uns die Fremden überbringen, sind für uns notwendig, insoweit sie ein menschenwürdiges Leben und eine entsprechende Schulbildung betreffen. Wenn sich aber diese Kenntnisse nur auf ein liederliches Leben (= sefehat) beschränken, so schaden sie nur.

اَللّٰهُمَّ يَآ اَرْحَمَ الرَّاحِمِينَ وَارْحَمْ اُمَّةَ مُحَمَّدٍ عَلَيْهِ الصَّلاَةُ وَ السَّلاَمُ وَ نَوِّرْ قُلُوبَ اُمَّةِ مُحَمَّدٍ عَلَيْهِ الصَّلاَةُ وَ السَّلاَمُ بِنُورِ اْلاِيمَانِ وَ الْقُرْاٰنِ وَ نَوِّرْ بُرْهَانَ الْقُرْاٰنِ وَ عَظِّمْ شَرِيعَةَ اْلاِسْلاَمِ اٰمِين

{"Oh Gott! Oh Barmherzigster aller Barmherzigen! Erbarme Dich über die Gemeinde Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, und erleuchte das Herz der Gemeinde Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, mit dem Lichte (Nur) des Glaubens (iman) und des Qur'an! Und erleuchte das Zeugnis des Qur'an! Und erhöhe das Gesetz (sharia) des Islam! Amin.}