Jemand (zât), der eine der bedeutenden Säulen (erkân-i mühimmesi) der Risale-i Nur ist, schreibt uns: "Am Tage des Erdbebens (zelzele) in Adapazari flanierten noch wenige Stunden vor dem Erdbeben (zelzele) vier Schöne unter den Tänzerinnen splitternackt (çirilçiplak) mit Musikbegleitung (alayis) überall in der Stadt (pazar) umher, um die Aufmerksamkeit aller auf sich zu lenken (göstermek) und so für eine große Theatervorführung (tesekkülü) zu werben. Es hatten sich infolge dieser attraktiven Aufmachung (cazibedar) bereits mehr als Tausend Zuschauer (seyirciler) im Gebäude des Theaters versammelt. Doch noch vor Beginn der Vorführung (oyun baslarken) ohrfeigte (tokatladi) die Erde voller Zorn und Wut (kemal-i hiddet ve gayz) überraschend diese schamlosen (hayâsiz) Gesichter der Leute ganz fürchterlich, zerstörte das Gebäude ganz und gar (zîr ü zeber) und machte es dem Erdboden (hâk ile) gleich." Ich selbst hatte in diesen letzten zwei Jahren von derartigen Vorkommnissen (hâdise) in der Welt (dünya) noch überhaupt keine Ahnung (haberim yok) und fragte auch nicht danach. Doch in diesen Tagen haben sowohl Hüsrev als auch der tapfere (kahraman) Çelebi von diesem Erdbeben berichtet (haber). Nach der Überzeugung (kanaat) von Hüsrev und seinen Gefährten (rüfekasi) stieß das Tosen (gürültü) des Erdbebens in Isparta auf die Risale-i Nur wie auf einen starken Schutzschild (kuvvetli bir kalkan) und richtete daher gar keinen Schaden (hiçbir zarar) an. Auch einem Hodscha, der gegen die Risale-i Nur opponiert (muariz) hatte, wurde der ganze Ertrag (hasilat) seines Feldes durch einen Hagelschlag (dolu) zerstört. Doch diese Verwüstung blieb örtlich begrenzt (muariza has kalmasi) und schadete keinem anderen weiter (ilismemesi), was uns in gewissem Grade zu der Überzeugung (kanaat) führt, dass die islamischen Kennzeichen der Verhüllung (tesettür siari) der Frauen, welche eine wichtige Grundlage (esas) der Risale-i Nur sind, die in den meisten Provinzen (ekser vilayet) bereits praktiziert wird, jedoch in Adapazari noch nicht allgemein üblich ist, in dieser Provinz dermaßen offensichtlich geschändet (açik ihaneti) wurde, dass die Risale-i Nur ihnen nicht zu Hilfe (yardim) eilte, weswegen ich mich nur für dieses eine Ereignis (hâdise) interessiert habe.
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Man darf die Risale-i Nur nicht zu einem Werkzeug für weltliche Dinge machen. Man darf sich nicht für weltliche Zwecke hinter ihr verschanzen. Denn weil sie eine bedeutende (Form) der Kontemplation ist, darf man sie nicht vorsätzlich für weltliche Angelegenheiten einsetzen. Wer sie aber dafür einsetzt, dessen Aufrichtigkeit (ist bereits) verdorben. Dadurch wird diese so bedeutende Form des Gottesdienstes (ibadet) umgebogen. Es ist, als hielten prügelnde Kinder sich ihren Qur'an schützend vors Gesicht. (Da also in unserem Beispiel ein Schlag), der den Kopf verletzen würde, (statt dessen) den Qur'an treffen könnte, darf man auch die Risale-i Nur derart halsstarrigen Gegnern gegenüber nicht wie einen Schutzschild verwenden. Wer die Risale-i Nur angreift, bekommt in der Tat einen solchen Schlag, was anhand hunderter Ereignisse bezeugt wird. Doch sollte man die Risale-i Nur nicht dazu verwenden, um (mit ihrer Hilfe) Schläge auszuteilen und (seine Gegner nicht noch absichtlich herausfordern), damit sie ein solcher Schicksalsschlag ereilt. Denn das würde dem Geist der Wahrhaftigkeit (sirr-i ihlas) und dem Geist unserer Frömmigkeit (sirr-i ubudiyet) widersprechen. Wir überlassen daher solche, die uns ein Unrecht zufügen, unserem Herrn (Rabb), der uns unter Seinen Schutz stellt und uns in Seinen Dienst an der Risale-i Nur nimmt.
So wie sich in dieser Welt (dunya) einige wunderbare Geschehnisse auf bestimmte Gebete der Fürbitte (aurad) hin ereignen, geschieht dies in der Tat sehr häufig auch in Bezug auf die Risale-i Nur. Man darf sie aber nicht fordern, sie werden vielmehr geschenkt, dürfen also nicht der Grund (unserer Gebete) sein, können jedoch deren Frucht sein. Werden (unsere Gebete) in der Absicht verrichtet (ihre Erfüllung herbeizubeten), so wäre (die Erfüllung) der Grund (unserer Gebete) und dadurch würde unsere Aufrichtigkeit verdorben und unser Gebet (ibadet) teilweise entwertet. Seht also zu, dass sich diese ganze Angelegenheit so schnell wie möglich wieder beruhigt (hâdiseyi teskin), sonst werden die Heuchler (münafik) noch ihren Nutzen daraus ziehen oder vielleicht sogar selbst ihre Hand mit im Spiel haben.
Diese durch nichts zu erschütternde Überlegenheit der Risale-i Nur über derart fürchterlich halsstarrige (Leute) erwächst in der Tat aus dem Geheimnis der Aufrichtigkeit (sirr-i ihlas), die es nicht (erlaubt, sie für was auch immer) als Wekzeug zu missbrauchen, da sie ausschließlich auf die Ewige Glückseligkeit (saadet-i ebedi) ausgerichtet ist, außer dem Dienst am Glauben (iman) kein anderes Ziel im Auge hält, keinen Wert darauf legt, ganz persönlich Wunder (kesf-ü keramat) zu verrichten, worauf doch einige Sufis (ehl-i tarîkat) so großen Wert legen, sondern, wie die Sahabis, die (damals doch) im Stande einer großen Heiligkeit (velayet-i kübra) lebten, im Geheimnis (sirr) ihres Erbes des Prophetentums (veraset-i nübüvvet) allein das Licht (nur) des Glaubens (Nur) zu verbreiten und den Glauben der Gläubigen (ehl-i imanin imanlarini) zu retten.
So sind denn in der Tat in dieser schrecklichen Zeit die beiden gesicherten (muhakkak) Ergebnisse, welche die Risale-i Nur hervorbringt, allen anderen Dingen überlegen und es bleibt daneben kein Bedürfnis nach anderen Dingen und Rangstufen (makam) mehr übrig.
Erstes Ergebnis: Es gibt besonders machvolle Zeugnisse dafür, dass (Menschen), die in Treue und Zufriedenheit in den Kreis der Risale-i Nur eintreten, auch im Glauben (iman) ins Grab steigen werden.
Zweites Ergebnis: Im Kreis der Risale-i Nur betet (dua) jeder wahrhaft treue (hakiki sadik) Schüler aufgrund unserer auf das Jenseits ausgerichteten geistigen Gemeinschaft (sirket-i maneviye-i uhrevi), wie sie ganz ohne unser Wissen und Wollen entstanden und nun eine Tatsache (tahakkuk) geworden ist, wie mit Tausenden Zungen und Herzen (qalb), fleht um die Vergebung (istighfar) seiner Sünden, dient (ibadet) seinem Herrn und stimmt wie manche Engel mit vierzigtausend Zungen seinen Lobgesang (tesbih) an. Und im ehrwürdigen (Serif) Monat Ramadan strebt er nach den heiligen (qudsi) und erhabenen Wahrheiten (hakikat) mit hunderttausend Händen, gleich wie die Wahrheit (hakikat) in der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) herabsteigt. So geschieht es denn auch in der gleichen Absicht, dass die Schüler ihren lichtvollen Dienst (hizmet-i nuriye) an der Risale-i Nur dem Stand der Heiligkeit (velayet makami) vorziehen. Sie versuchen nicht, Wunder (kesf ü keramat) zu vollbringen. Sie bemühen sich auch nicht darum, schon hier in dieser Welt (dunya) die Früchte einer jenseitigen Welt (ahiret) zu pflücken. Dabei kümmern sie sich nicht um die Dinge, die außerhalb ihres Aufgabenbereichs (vasifah) liegen und allein Gottes Obliegenheiten (vazife-i ilahiye) sind, wie ihren Erfolg (muvaffakiyet) und ihre Akzeptanz im Volk, ihre eigene Überlegenheit, auch nicht, wie man Ruhm und Ehre, Frohsinn und alle die Geistesgaben (inayet), erlangen kann, die ihnen ohnehin zustehen, und sie dürfen auch nicht ihre Handlungsweise danach ausrichten. Sie arbeiten mit reinem, aufrichtigem (Herzen) und sagen dabei: "Unsere Aufgabe (vasifah) ist unser Dienst und das genügt uns."
Und zweitens: Um (den Segen) der Nacht der Bestimmung zu gewinnen, die doch mehr als achtzig Jahre wert ist, und sich in jeder Nacht des ehrwürdigen (Serif) Monats Ramadan verborgen hält, soll ein jeder, den Grundsätzen unserer, auf das Jenseits orientierten, geistigen Gemeinschaft (sirket-i maneviye-i uhreviye) der Schüler der Risale-i Nur, wenn er Anrufungen wie
{"halte uns fern (von dem Feuer), erbarme dich unser und vergib uns unsere Sünden!"}
ausspricht, stets die erste Person Plural verwenden, also "wir" sagen und dabei im Sinne (niyet) der treuen Schüler der Risale-i Nur (beten) und jeder Schüler sollte sich dabei darum bemühen im Namen und für alle zu beten (münacat). Auch bitte ich, wie übrigens auch im letzten Ramadan, um eure Hilfe für diesen euren Bruder, der so hilflos ist und so wenig arbeiten kann und von dem ein Dienst erwartet wird, der weit über seine Grenzen (und Möglichkeiten) hinausgeht, damit sich die gute Meinung, die (seine Brüder) von ihm haben, nicht als falsch erweist.