Briefe aus Emirdağ-2
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Die Schüler des Lichtes (Nur Talebe) als Hüter der öffentlichen Sicherheit (Asayişçidirler)

Ein sicherer Beweis (delil-i kat'îsi) dafür, dass sie die öffentliche Sicherheit aufrechterhalten, ist der Folgende: sechs Polizeibehörden (altı zabıta dairesi) in den sechs Provinzen (altı vilayet) konnten unter sechshunderttausend Schülern (talebe) nicht einen einzigen Vorfall (vukuatları) aufnehmen, obwohl sie achtundzwanzig Jahre lang ungerechten Behandlungen ausgesetzt (haksız muameleler maruz) worden waren. Unser Meister (Üstad) sagte sogar bezüglich der Beschuldigung (asayiş ittihamına) des Staatsanwalts (Afyon Savcısı) in Afyon bezüglich einer Störung der öffentlichen Sicherheit: "Könnt ihr mir in den vergangenen 28 Jahren auch nur einen einzigen Vorfall (vukuat) nachweisen? Da ihr dies aber nun einmal nicht nachweisen könnt, wie könnt Ihr da noch eine solche Beschuldigung (ittiham) aufrechterhalten? Außer einem einzigen kleinen Zwischenfall (vukuat) mit einem kleinen Schüler (talebe) in einer anderen Angelegenheit ist unter sechshunderttausend Schülern (talebe) kein einziger Vorfall (mes'ele) aufgenommen worden; was ohne Zweifel (kat'î isbat) beweist, dass die Schüler des Lichtes (Nur Talebe) die öffentliche Sicherheit und Ordnung (asayiş) zu wahren (muhafaza) wissen." So hat er in Afyon zu dem Staatsanwalt (savcı) gesagt und ihn so zum Schweigen (sustur) gebracht.

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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Meine lieben Mitbrüder!

Ich verkünde euch mit großer Freude (müjde), dass dieses Mal der beispiellos fürchterliche Sturm (fırtına) auf dem See (deniz), während wir mit dem Motorboot (kayık) von Egirdir nach Barla fuhren, in der Nacht der Bestimmung (leyle-i kadir) gleich einer fürchterlichen Krankheit (dehşetli hastalık) den Aspekt aller Anstrengungen (zahmet) aufgehoben hat und zum Anlass (vesile) für einen großen Segen (rahmet) wurde. Die Umstände waren dergestalt (zemin hazır), dass wir in sechs von sieben Möglichkeiten (ihtimal) zusammen mit sechs Gefährten als Märtyrer sterben (şehid) und der See für uns zu einem großen Grab (geniş bir kabir) werden würde. Aber unter diesen Umständen (hal) und anhand vieler Erfahrungen (mükerrer tecrübe), dass der Regen (yagmur) mit der Risale-i Nur in Bezug (alâkadar) steht und jetzt in dieser Zeit, in der schon seit langer Zeit dieser Regen dringend gebraucht (ihtiyaç) wird, als ein Hinweis (işaret) darauf, dass die Risale-i Nur von dieser Gefahr (tehlike) und einer umfassenden Intrige ihrer verborgenen Feinde (gizli düşmanlar) verschont (kurtulması) bleibt, als ein Zeichen (remz), dass diese unsere fürchterliche Lage (dehşetli halet) als eine bei Gott angenommene Spende (sadaka-i makbul) gilt, mit einer Begeisterung der Befolgung (imtisalindeki iştiyak) dieses Befehls des Erbarmers (emr-i Rahmanî), der aus der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i İlahî) kommt, hat dieser See, der die Mutter des Regens (yagmurun bir annesi) ist, um diesen auf den Segen (rahmet) bezogenen göttlichen Befehl (emr-i İlahî) in großer Aufregung (heyecan), in Begeisterung (iştiyak) und in Eile (acele) zu erfüllen, wie einen zärtlichen Klaps (şefkat tokadı) unsere Köpfe, den Schülern des Lichtes (Nur Talebe) mit diesem Klaps unser Gesicht und unsere Augen mit diesem Regen gestreichelt (yagmurla okşadı) hat.

Wir haben diesen Zustand (hal) äußerlich als einen Wutausbruch (hiddet) und innerlich wie ein liebevolles Streicheln (şefkatkârane okşamak) erfahren. Bevor noch der Sturm (fırtına) und der Regen (yagmur) begonnen hatten, verspürte ich in einem Gefühl der Vorsehung (hiss-i kabl-el vuku') ein furchtbar beängstigendes Unglück (dehşetli ve heyecanlı bir musibet), das jedoch zu einem Schlüssel zur Schatzkammer der Barmherzigkeit (hazine-i rahmet) wurde. Daher las ich ununterbrochen aus meinem Gebetbuch (Cevşen) und die Rezitationen (vird) von Şah-ı Nakşibend. Inmitten aller Schrecken auf dem See habe ich doch in vollkommener Begeisterung (kemal-i şevk) diesen gesegneten See (mübarek deniz) als mein Grab (kabir) angenommen (kabul). Da derjenige, der bei einem solchen Unglück ums Leben (kaza ile vefat) kommt, als Märtyrer (şehid) gilt, und ein Märtyrer als ein Gottesfreund (veli) gilt, habe ich diese sechs Gefährten (arkadaş) nicht bemitleidet. Ich habe nur mit einem Kind (çocuk) unter ihnen ein wenig Mitleid (acıdım) empfunden. Da schließlich noch der Motor des Bootes aussetzte und auch das Segel (yelke), weil ihm der Sturmwind (rüzgâr) entgegenschlug, nicht genutzt (faide) werden konnte, während zugleich die Wellen des Sees (denizin mevcleri) hoch aufschäumten, uns in unserem Boot jedoch nicht angriffen (hücum), da sie nicht über den Bootsrand schlugen, nahmen wir dies alles in vollkommener Geduld und Dankbarkeit (kemal-i sabır ve şükür) entgegen und stiegen so letztendlich unversehrt ans Ufer (sâlimen sahile). "Dank sei Gott in jeder Lage (Elhamdülillahi alâküllihal)" haben wir da gesagt...

Said Nursî
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Unser Meister (Üstad) sagt:

"Seit fünfzig, achtzig Jahren, um dem absoluten Unglauben (küfr-ü mutlak) entgegen, dem Glauben zu dienen (imana hizmet) und das Volk vor dem Anarchismus zu retten (milleti kurtarmak), der die Konsequenz des absoluten Unglaubens (küfr-ü mutlak) ist, habe ich mich mit ganzer Kraft (kuvvet) darum bemüht, die öffentliche Sicherheit und Ordnung (asayiş) nach der Wahrhaftigkeit (ihlas) im Dienst am Glauben (hizmet-i imani) aufrechtzuerhalten (muhafaza). Um wegen eines Verbrechers (cani) zehn Unschuldige (masum) vor einer Ungerechtigkeit zu bewahren (zulümden kurtarmak), bin ich bereit, meine Ruhe (rahat), meine Ehre (şeref) und meinen Ruf (haysiyet), ja wenn nötig sogar mein Leben zu opfern (hayat feda). So habe ich stets jedem Druck (tazyikat) und allen sinn- und nutzlosen (manasız, lüzumsuz) Dingen mit Geduld und Ausdauer (sabır ve tahammül) standgehalten. Obwohl man gegen mich aus einem Korn eine Kuppel (habbeyi kubbe) bauen, in einem Glas Wasser einen Sturm (suda fırtına) entfachen und mich derart schikanieren (taciz) wollte, habe ich doch seit dreißig, vierzig Jahren nur um dieses Dienstes am Glauben (hizmet-i imani) und um der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (asayiş) willen, die eine Konsequenz (netice) des Dienstes am Glauben ist, standhaft und geduldig (sabır ve tahammül) ausgeharrt. Ein Beispiel (misal) dazu:

Bei fünf Gerichtsverhandlungen (mahkeme) gab es wegen meiner Kleidung (kıyafet) überhaupt keine Diskussion (ilişilmedi). Ich reise viel und selbst in Istanbul waren während meiner Verhandlung (mahkeme) hundertzwanzig Polizisten anwesend. Doch auch hier war meine Kleidung genauso wenig ein Diskussionsthema. So war ich zwei Monate in Istanbul, ging öfter zu Fuß spazieren und niemand hat mir irgendwelche Schwierigkeiten (mümanaat) bereitet und niemand hatte auch nur das Recht (hakk), mich irgendwie zu belästigen. Denn ich bin nur ein Einsiedler (münzevi), gehe nicht zur Moschee (câmi), lasse mich nicht auf den Marktplätzen (çarşıda) sehen, zeige mich nicht im Gedränge der Menschen (kalabalık) und fahre im Auto fort. Ich spreche nicht ohne Not (zaruret) mit den Menschen... Nur um frische Luft zu schöpfen (teneffüs) gehe ich in die Berge (daglar) oder öde Gegenden (hâlî yerler). So haben denn die Weltleute (ehl-i dünya) gar kein Recht (hakk), mir wegen meines Aussehens und meiner Lebensweise (vaziyetime, halime) lästig zu fallen."

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Unser Meister fuhr um einer sehr wichtigen Sache für den Glauben willen (mes'ele-i imaniye) mit dem Auto nach Istanbul. Daraufhin kamen einige Amtspersonen (resmî adamları) aus Istanbul in einer in zwanzigfacher Hinsicht illegalen Weise (cihet) im Namen des Gesetzes (kanun) zu unserem Meister (Üstadımız), als wollten sie in einem Glas Wasser einen Sturm entfachen (fırtına koparmak). Wegen einer Sache, die nicht einmal so viel von Bedeutung ist wie ein Mückenflügel (sinek kanadı), kamen diese Amtspersonen zu ihm, einer Persönlichkeit, die Millionen opferwillige Schüler (fedakâr talebe) hat. Es war in hundertfacher Hinsicht bedeutungslos (ehemmiyetsiz), sinnlos (manasız) und so, als wollte man aus einem Korn hundert Kuppeln (habbeyi yüz kubbe) bauen. Dazu sagt unser Meister (Üstad): "Da nun einmal für den Dienst am Glauben (iman hizmeti) Geduld und Ausdauer (sabır ve tahammül) vonnöten sind, um zu vollkommener Wahrhaftigkeit (ihlas-ı etemle) zu gelangen, den Anarchismus aufzuhalten und die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu bewahren (asayişi muhafaza), opfere ich (feda) dafür selbst meine Ruhe (rahat) und meine Würde (haysiyet). Doch ich trage ihnen dabei nichts nach (helâl ediyorum)."

Aufgrund der Ankunft unseres Meisters (Üstad) in Istanbul kamen zwei Beamte (memur) der Staatsanwaltschaft (müddeiumumîlik) aus Istanbul, um ihn zu verhören (ifade). Unser Meister (Üstad) sagte zu ihnen: "Ich hatte bereits wegen dieser Sache meine Aussage vor Gericht (mahkemede ifade) gemacht. Das Gericht hat sie untersucht (mahkeme tahkikat) und mich aufgrund des Ergebnisses freigesprochen (beraet). Des Weiteren habe ich nichts dazu zu sagen (diyecegim yok)." Und er las ihnen seine schriftliche Aussage (ifadat) vor, die er dem Gericht (mahkeme) in Samsun zugesandt hatte und auch dem Gericht in Istanbul bereits vorgelesen hatte. Darüber hinaus hat er einige ärztliche Atteste (rapor), die er schon früher einmal bekommen hatte, weil er wegen seiner Krankheit seinen Kopf umwickeln muss (sarmaya mecburdur) und weil er wegen einer starken Erkältung (nezle) und noch weiterer gesundheitlicher Beschwerden (hastalık) Ruhe und eine Luftveränderung (istirahat ve tebdil-i hava) braucht. Ständig in einem Ort zu bleiben, ist seiner Gesundheit abträglich (sıhhatine münafî). Früher war es niemals nötig (lüzum) gewesen, diese Atteste vorzuweisen, weswegen er das noch nicht einmal versucht (tenezzül) und nicht für notwendig gehalten hatte.

Die Schüler des Lichtes (Nur Talebe), die in seinem Dienst (hizmet) stehen
Tahirî, Zübeyr, Sungur, Hüsnü, Bayram