Ein hilfloser, einsamer Alter (bîçare garib ihtiyar), der im Alter von über achtzig Jahren bereits vor dem Tor des Grabes (Kabir kapısı) steht, bereits unter verschiedenen Krankheiten leidet und sich dem Tode nahe (ölüme kendini yakın) sieht, sagt: Ich möchte euch zwei Tatsachen erklären (hakikat beyan):
Erstens: Ich beglückwünsche euch (tebrik) aus tiefster Seele und ganzem Herzen (ruh u canım) zu eurem so erfolgreichen Abkommen (muvaffakıyetkârane ittifak) zwischen Pakistan und dem Irak, das ihr diesem Volk (millet) in vollkommener Aufrichtigkeit (kemal-i samimiyet), Freude (sürur) und Erleichterung (ferah) vermittelt (kazanmak) habt. Ich verspürte in meiner Seele (ruhumda hissettim), dass dieses Abkommen (ittifakı), wolle es Gott (inşâallah), ein sicherer Anfang (kat'î bir mukaddeme) in der Erlangung (temin) eines allgemeinen Friedens (sulh-u umumi) und der Sicherheit eines Volkes (selâmet-i amme) von vierhundert Millionen Muslimen ist. Eine machtvolle Inspiration (kuvvetli bir ihtar) während der Rezitation nach dem Gebet (namaz tesbihatındaki) entfachte in mir das starke Bedürfnis (mecbur), euch dies zu schreiben. Der Grund (sebeb) für diese Eingebung in meinem Herzen (ihtar-ı kalbî), die in mir ein starkes Interesse (şiddetli bir alâka) wachgerufen hat, obwohl ich mich bereits vor dreißig, vierzig Jahren von der Welt und ihrer Politik abgewandt (dünyayı ve siyaseti terkettik) hatte, ist der: die Risale-i Nur, die seit fünfzig Jahren einen sehr kurzen Weg (gayet kısa bir yolu) zur Rettung des Glaubens (imanı kurtarmak) entdeckt hat und in dieser Zeit ein geistiges Wunder (mu'cize-i maneviye) des Qur'ans ist, ist in Arabien und Pakistan mehr als in anderen Ländern (havali) wirksam (tesirat) und hat dort einen guten Anklang (makbul) gefunden. Nach einer Nachricht (haber), die wir von da erhalten haben, finden sich dort, wie das Gericht hier festgestellt (tesbit) hat, in diesen Ländern drei Mal mehr Schüler (talebe) der Risale-i Nur. Aus diesem Grund (sır) konnte ich, nachdem ich dieses gewaltig große Ergebnis (netice-i azîme) erfahren hatte, in meiner Seele (ruh) nicht anders (mecbur), als es im letzten Abschnitt meines Lebens (âhir hayatım), noch vor dem Tor des Grabes (kabir kapısı), zu verkünden (beyan etmek).
Zweitens: Der rassistische Gedanke (Irkçılık fikri) gebar in der Zeit der Omajaden eine große Gefahr (tehlike). Dadurch entstand zu Beginn der Deklaration des Konstitutionalismus (Hürriyet) in Form verschiedener Vereine ("kulüpler") ein großer Schaden (zarar). Während des Ersten Weltkrieges entstand nun wiederum durch die Verbreitung des Rassismus (ırkçılıgın istimali) unter unseren gesegneten Brüdern (mübarek kardeş), den Arabern, ein Schaden (zarar) für die tapferen (mücahid) Türken. Heute kann er auch gegen die islamische Bruderschaft (uhuvvet) angewandt werden und es sind bereits die ersten Anzeichen (emareler) dafür erkennbar, dass die verborgenen Atheisten (dinsizler), welche Feinde der allgemeinen Ruhe (istirahat-ı umumiye) {Unruhestifter im Lande (A.d.Ü.)} sind, mit ihrem rassistischen Gedankengut (ırkçılık) großen Schaden (zarar) anrichten wollen. In der Tat ist der wesentliche Charakterzug (seciye-i fıtrîsi) des Rassismus (ırkçılık) der, sich durch eine negative Einstellung (menfî hareket) aus dem Schaden (zarar), den sie anderen zugefügt hatten, für sich selbst einen Gewinn (beslenmek) zu schöpfen.
Da vor allem das türkische Volk überall in der Welt (dünya) islamisch ist, ist ihr Rassegedanke (ırkçılık) mit der İslâmiyet verschmolzen und untrennbar (kabil-i tefrik) mit ihr verbunden. Türke sein, heißt zugleich Muslim sein. So gelten denn auch diejenigen unter ihnen, die keine Muslime sind, auch als aus dem Türkentum (Türklük) ausgetreten. Genauso wie bei den Türken ist auch bei den Arabern der Arabismus und der arabische Nationalismus (milliyet) mit der İslâmiyet verschmolzen. Ihre wahre Nationalität (hakikî milliyet) ist die İslâmiyet und das genügt (kâfi). So ist denn der Rassismus (Irkçılık) insgesamt und als Ganzes eine sehr große Gefahr (tehlike-i azîm). Das so wertvolle Abkommen (kıymetdar ittifak), das Ihr erst vor kurzem (defaki) mit dem Irak und Pakistan abgeschlossen habt, wird - wolle es Gott (inşâallah) - die Gefahr dieses gefährlichen Nationalismus bannen (tehlikeli ırkçılık def'edecek) und dies zu einem willkommenen Anlass (tam bir vesile) machen, anstelle von vier, fünf Millionen Rassisten (ırkçılar), Freundschaft (dostluk) zu schließen mit vierhundert Millionen Muslim-Geschwistern, mit achthundert Millionen Christen und den Angehörigen (sahibler) noch weiterer Religionen (dinler), die Frieden (sulh) und eine allgemeine Sicherheit (müsalemet-i umumiye) dringend brauchen (şiddetle muhtaç), und sie so für das Volk in diesem Lande (vatan milleti) zu gewinnen. So bin ich denn in meinem Herzen (ruhuma) zu einer festen Überzeugung (kanaat) gelangt und möchte euch das auch mitteilen (beyan).
Drittens: Vor 65 Jahren hatte ein Statthalter (vali) mir Folgendes aus der Zeitung vorgelesen: "Ein atheistischer (dinsiz) Kolonialminister (müstemlekât nâzırı) hielt während (einer Konferenz) den Qur'an in seiner Hand hoch und sagte dabei: "Solange dies in der Hand der Muslime ist, können wir sie nicht wirklich beherrschen (hakikî hâkim) und sie nicht unter unserer Oberhoheit (tahakküm) festhalten. Wir müssen also entweder den Qur'an zu Fall (sukut) bringen oder aber die Muslime dahin bringen, ihm die kalte Schulter zu zeigen (sogutmak)."
So versuchte das furchtbare Verderbniskomitee (dehşetli ifsad) mit diesen beiden Gedanken (fikr) diesem armen (bîçare), opferbereiten (fedakâr), unschuldigen und (masum) einsatzfreudigen Volk (hamiyetkâr millet) zu schaden. Vor 65 Jahren hatte ich jedoch gegen diese Strömung (cereyan) bei dem Weisen (Hakîm) Qur'an um Hilfe ersucht (istimdad eyledim). Da haben wir dann einen kurzen Weg zur Erkenntnis der Wahrheit (hakikat) und zwei Mittel (vesile) entdeckt, uns für das Jenseits (âhiret) zu retten, auf diese Weise (faide) zugleich auch unser irdisches Leben (hayat-ı dünyevi) vor der absoluten Despotie (istibdad-ı mutlak) zu bewahren, die uns in ihrem Unglauben zugrunde richtet (dalaletin helâket) und so die Bruderschaft (uhuvvet) zwischen den islamischen Völkern zu entwickeln (akvam inkişaf). Und so lebe ich nun schon seit 65 Jahren in der Vorstellung (tasavvur) von einem Haus der islamischen Wissenschaften (Dârülfünun).
Das erste Mittel (Vesile): Das ist die Risale-i Nur. Ein sicherer Beweis (kat'î delil) dafür, dass sie durch die Stärke des Glaubens (kuvvet-i iman) einen Beitrag für die Entwicklung (inkişaf) der Bruderschaft im Glauben (uhuvvet-i imaniye) leistet, ist der, dass sie, die in meinem Zustand einer beispiellosen Unterdrückung (emsalsiz mazlûmiyet) und meiner Schwäche (âcizlik haleti) verfasst wurde (te'lif), heute in den meisten Ländern (yerler) der islamischen Welt (âlem) wie auch in Europa und Amerika ihre Wirkung (tesir) zeigt und seit dreißig Jahren gegen die Unruhestifter (ihtilâlci), gegen die atheistische Philosophie (dinsiz felsefe) und gegen eine atheistische Denkweise (dinsizlik fikr) wie Materialismus und Naturalismus (maddiyyun ve tabiiyyun) in einer überwältigenden Weise (dehşetli bir suret) siegreich ankämpft (galebe). Und kein einziges Gericht (mahkeme) und auch keine Kommission von Sachverständigen (ehl-i vukuf) konnte sie widerlegen (cerhedememek). Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass auch in einer kommenden Zeit Herren (zâtlar) wie Ihr, die den Schlüssel der islamischen Bruderschaft (uhuvvet) wiederentdeckt haben, diesen Funken (cilve) der Wunderhaftigkeit (mu'cize) des Qur'ans allen in der islamischen Welt (âlem) bekannt machen (işittirecek) werden.
Das zweite Mittel (Vesile): Vor 65 Jahren wollte ich die Câmi-ül Ezher in Ägypten besuchen. Da sie eine Medrese in der islamischen Welt (âlem) ist, hatte ich die Absicht (niyet), mich in dieser gesegneten (mübarek) Medrese unterweisen (ders) zu lassen. Es war mir jedoch nicht bestimmt (kısmet olmadı). Mit dem Segen (rahmet) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hak) kam mir der folgende Gedanke in den Sinn (fikir ruhuma): So wie die Câmi-ül Ezher eine allgemeine Universität (medrese-i umumiye) in Ägypten (Afrika) ist und wie groß Asien im Vergleich zu Afrika ist, so wäre auch ein noch weit größeres Haus der Wissenschaft (dârülfünun), eine islamische Universität, in Asien erforderlich (lâzım), damit der Rassismus in all seiner Negativität (menfî ırkçılık) die islamischen Völker (kavim), z.B. die Völker (milletler) in Arabien, in Indien, dem Iran und dem Kaukasus, in Turkistan und in Kurdistan, nicht ins Verderben (ifsad) führen kann.
Möge ihnen als Völkergemeinschaft (millet) innerhalb der İslâmiyet, die allein eine wahre (hakikî), positive (müsbet), heilige (kudsî) und allgemeine, richtige Völkergemeinschaft (umumî milliyet-i hakikiye) sein kann, die vollständige Entwicklung (tam inkişafı) eines Grundgesetzes (kanun-u esasî) des Qur'ans zuteil (mazhar) werden, das da lautet:
{"Wahrlich alle Gläubigen sind untereinander Geschwister." (Sure 49,10)}
Und die Wissenschaften der Philosophie (felsefe fünun) {die Naturwissenschaften, wie sie nur in der westlichen Welt gelehrt wurden (A.d.Ü.)} mögen sich mit den Kenntnissen des Glaubens (ulûm-u diniye) {die Wissenschaften, wie sie heute noch an den islamischen Schulen gelehrt werden (A.d.Ü.)} versöhnen (barışsın), die Zivilisation (medeniyet) Europas mit den Wahrheiten (hakaik) der İslâmiyet wahrhaft Frieden (tam musalah) schließen. Damit die Leute der Schulen westlicher (ehl-i mekteb) wie islamischer Prägung (ehl-i medrese) sich in Anatolien einander helfend einigen (yardımcı olarak ittifak) können, arbeite ich im Zentrum der östlichen Provinzen (vilayat-ı şarkıye), also in dem Zentrum (merkez) zwischen Indien, Arabien, dem Iran, dem Kaukasus und Turkistan seit 55 Jahren unter dem Namen der Medreset-üz Zehra an der Gründung eines Hauses der Wissenschaften (dârülfünun) nach dem Vorbild (üslûb) der Câmi-ül Ezher, einer Universität sowohl als Schule (mekteb) als auch als Medrese, genauso wie ich an den Wahrheiten (hakaik) der Risale-i Nur arbeite.
So hat denn Sultan Reşad, möge Gott sich seiner erbarmen (Allah rahmet etsin), als erster dessen Wert zu schätzen gewusst (kıymeti takdir) und versprochen, allein für den Bau der Gebäude (bina) zwanzigtausend Goldlira zu spenden. Nach meiner Rückkehr aus der Gefangenschaft (esaret) während des Ersten Weltkriegs haben 163 Abgeordnete (meb'us) der zweihundert anwesenden Abgeordneten in Ankara mit ihrer Unterschrift (imza) 150 Tausend Lira, in einer Zeit, in der das Geld noch einen Wert hatte, für den Bau genau dieser Universität zu geben angenommen zugesagt und dafür unterschrieben (kabul ve imza). Damals war auch Mustafa Kemal unter ihnen. Das also heißt, dass sie dadurch, dass sie einen Fond (tahsisat) von - nach heutiger Währung - etwa fünf Millionen Lira angelegt hatten, schon damals die Gründung einer solchen durchaus anerkannten (kıymetdar) Universität mehr als alles andere für wichtig (ehemmiyet) erachtet hatten. Auch ein Teil der Abgeordneten (meb'uslar), die der Religion vollkommen gleichgültig (dinde çok lâkayd) gegenüberstanden, für die Verwestlichung (garblılaşmak taraftarı) eintraten und von den Traditionen Abstand (an'anattan tecerrüd) nahmen, haben damals mit unterschrieben (imza). Nur zwei von ihnen sagten: "Wir brauchen (muhtac) heute mehr als die Kenntnis der Tradition (ulûm-u an'ane) und die Kenntnis der Religion (ulûm-u diniye) die Kenntnis des Westens (garblılaşmaya) und seiner Zivilisation (medeniyet)." Daraufhin habe ich ihnen Folgendes erwidert (cevab):
Anhand des Hinweises, dass die meisten Propheten (ekser enbiya) in Asien, d.h. im Orient (şark), in Erscheinung (zuhur) getreten sind, während sich der Westen (garb) mehr für die Weisen (hükema) und Philosophen interessierte (delalet), {die klassische humanistische Bildung mit Latein und Griechisch (A.d.Ü.)} wird Asien den wahren Fortschritt (hakikî terakki) bringen, weil dort anstelle von Wissenschaft und Philosophie (fen ve felsefe) mehr die religiösen Empfindungen (hiss-i din) vorherrschen (tesirat). Falls Ihr es - den unmöglichen Fall einmal angenommen (farz-ı muhal olarak) - in gar keiner Weise für nötig haltet (hiçbir cihette ihtiyaç), diese natürlichen Gegebenheiten in Betracht zu ziehen (fıtrî kanunu nazara), euch vielmehr im Sinne einer Verwestlichung (garblılaşmak) von der islamischen Tradition (an'ane) abwenden und stattdessen einen religionslosen Grundsatz (lâdinî bir esas) für euch aufstellen wollt, so ist es um der Sicherheit (selâmet) des Landes und seines Volkes (millet, vatan) willen dennoch notwendig, ja geradezu unentbehrlich (lâzım ve elzem), in den Ostprovinzen (vilayat-ı şarkıye), die im Mittelpunkt (merkez) von vier, fünf großen Völkern (millet) stehen, auf jeden Fall (kat'iyyen) für die Religion (din) und für die Wahrheiten (hakaik) der İslâmiyet Stellung (taraftar) zu nehmen. Ich möchte Ihnen hier ein kleines Erlebnis (küçük misal) dazu unter tausenderlei Erlebnissen (binler misal) erzählen:
Als ich noch in Van war, hatte ich einem meiner einsatzfreudigen (hamiyetli) kurdischen Schüler (talebe) gesagt: "Die Türken haben der İslâmiyet einen großen Dienst (hizmet) erwiesen. Was hältst du (ne niyetle) von ihnen?" Er sagte: "Ich ziehe (tercih) einen frommen islamischen Türken meinem sündigen (fâsık) Bruder vor. Ja er ist mir selbst näher (alâkadar) als mein eigener Vater. Denn er dient dem Glauben aufrichtig (tam imana hizmet)." Seitdem ist viel Zeit vergangen. Mein Schüler (talebe), möge sich Gott seiner erbarmen (Allah rahmet), hatte, während ich noch in Gefangenschaft (esaret) war, eine Schule (mekteb) in Istanbul besucht. Nach meiner Rückkehr aus der Gefangenschaft habe ich ihn dann wiedergetroffen. Infolge seiner Reaktion (aks-ül amel) auf einige nationalistische Lehrer (ırkçı muallim) schlug er nun auf dem Weg (meslek) des kurdischen Volkstums (Kürdçülük damarı) eine andere Richtung ein und sagte jetzt zu mir: "Ich ziehe nun (tercih) einen Kurden, auch wenn er sich schwer versündigt (fâsık) hat, ja sogar zum Atheisten (dinsiz) geworden sein sollte, einem frommen (sâlih) Türken vor." Danach haben wir uns ein paar Mal miteinander unterhalten (sohbet) und so gelang es mir dann, ihn zu retten (kurtardım). Und so kam er denn zu der festen Überzeugung (kanaat), dass auch die Türken tapfere Männer (kahraman bir ordu) der islamischen Nation (millet) sind.
Oh ihr Abgeordneten, die ihr mir eine Frage gestellt (sual soran meb'uslar) habt! Im Osten (Şark) leben etwa fünf Millionen Kurden, etwa hundert Millionen Iraner und Inder, etwa siebzig Millionen Araber und vierzig Millionen Kaukasier. Ist etwa für diese Mitbrüder, die einander Nachbarn und Geschwister und aufeinander angewiesen (muhtaç) sind, der erste Zustand dieses Schülers (talebe), den er durch den Religionsunterricht (ders-i dinî) in der Medrese in Van erlangt hat, überhaupt notwendig (lâzım) oder aber der zweite Zustand (ikinci hal) dieses selig verstorbenen Schülers (merhum talebe), der ausschließlich die philosophischen Wissenschaften (ulûm-u felsefe) studierte und die islamischen Kenntnisse (ilimler) gar nicht in Betracht (nazara almamak) gezogen hat, was der Grund dafür ist, nun unter diesen Völkern Unruhe zu stiften (milletleri karıştıracak) und sich um keinen außer seinen Rassegefährten (ırkdaşlar) zu sorgen, während er die islamische Bruderschaft (uhuvvet) überhaupt nicht kennt (tanımayan), hingegen weit besser (daha iyi)? Das frage ich euch (Sizden soruyorum)!
Nach dieser meiner Antwort (cevabımdan) sind diejenigen, welche in jeder Hinsicht (cihet) ihre Meinung (fikr) gegen die Tradition (an'ane) und für die Verwestlichung (garblılaşmak) vertreten hatten, aufgestanden und haben unterschrieben (imza). Ich möchte aber ihre Namen hier nicht erwähnen. Möge Gott ihnen ihre Sünden verzeihen (Allah kusurlarını afvetsin). Sie sind inzwischen bereits verstorben (vefat).
Viertens: Da der Staatspräsident (Reis-i Cumhur) nun einmal unter anderen, sehr wichtigen politischen Angelegenheiten (mühim mesail-i siyasiye) die Gründung einer Universität im Osten (şark) zur höchsten Priorität erhoben (ehemmiyetli bir mes'ele), ja sie sogar soweit gefördert hat, gesetzlich (kanun) zu beschließen, in einem außerordentlichen Verfahren (hârika bir tarzda) sechzig Millionen Lira für den Bau dieser Universität auszugeben (sarf), wurde er durch diesen außerordentlichen Dienst der Stolz (medar-ı iftihar) der Medrese und begann mit dieser islamischen Medrese, die es ihm nun ermöglicht, eine große Ehre (şeref) zu erlangen, tief bewegt (hissiyat) seine alte Lehrtätigkeit (hocalık) wieder aufzunehmen, wofür ihm nun alle Gelehrten im Osten dankbar (minnetdar) sind. Die Planung dieser Universität, die heute im mittleren Osten (orta-şark) der Grundstein eines weitreichenden Friedens (sulh-u umumînin temeltaşı) und eine Burg (kal'a) sein wird, noch einmal unter anderen großen politischen Angelegenheiten (mesail-i azîme-yi siyasiye) von neuem in Betracht (nazar) zu ziehen, wird auf jeden Fall für dieses Land (vatan), für diesen Staat (devlet), für dieses Volk (millet) ein großartiger (azîm), ein verdienstvoller Beitrag (faideli hizmeti) sein. Dabei werden die Religionswissenschaften (Ulûm-u diniye) in dieser Universität die Basis (esas) formen. Denn die Zerstörung (tahribat) durch die ausländischen Mächte (hariçteki kuvvet) ist geistiger (manevî) Art und liegt in ihrer Glaubenslosigkeit (imansızlıkl). Gegen diese geistige Vernichtung (manevî tahribat) kann nur ein Widerstand, der seine Kraft aus dem Geist (manevî cihet) schöpft, aus der Macht des Geistes (maneviyattan kuvvet) heraus, diese Zerstörung (tahribat) aufhalten. Da es nun einmal notwendig (lâzım) ist, die Zustimmung eines Mannes, der in 55 Jahren seine ganze Kraft (bütün hayat) für diese Sache eingesetzt (sarfetmiş) und in allen Einzelheiten und Konsequenzen (netice) durchdacht (tedkik) hat, zu erbitten (mes'elede re'yini) und nach seiner Meinung zu fragen (fikrini sormak), und da ihr euch in dieser Angelegenheit in Amerika und Europa zu einer Beratung (istişare) gezwungen fühlt, steht es auch mir in jedem Fall zu (hakkım var), zu dieser Angelegenheit (mes'ele) etwas hinzuzufügen. Dies erwarten wir von euch im Namen des ganzen einsatzfreudigen Volkes (hamiyetkâr millet).
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}
Meine lieben (Aziz), getreuen (Sıddık), opferwilligen (Fedakâr), aufrichtigen (Hâlis), wahrhaftigen (Muhlis) Mitbrüder und meine wahren (Hakikî), zuverlässigen (Ciddî), unerschütterlichen (Metanetli) Gefährten im Dienst (Hizmet) am Qur'an!
Ich möchte euch hier meinen überaus ernstzunehmenden Zustand (ehemmiyetli bir halim) und zugleich meine körperliche Krankheit (zahirî bir hastalık) schildern, die mir eine fürchterliche Mühsal (dehşetli bir zahmet) zufügt, wobei sie aber durch die Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) eine große Barmherzigkeit bedeutet (rahmet tazammun), mir zu einer geistigen Erholung (manevî bir istirahat) wurde und auch ein Zeichen (alâmet) für die Vollendung meiner Aufgabe (tamam-ı vazife) ist. Es ist dies keine Klage (Şekva), sondern eine Danksagung (teşekkür). Ich bitte euch jedoch auch, für mich um Geduld (tahammül) zu beten (dua). Dieser Zustand (halet) ist aber der Folgende:
Sobald ich etwas sagen (kelimat) will, überfällt mich plötzlich ein heftiges Fieber (şiddetli bir hararet) gleich einer Behinderung aus der geistigen (manevî bir men') Welt. Früher trank ich jeden Tag ein, zwei Mal etwas Wasser; und obwohl ich jetzt nur mehr wenig esse, muss ich (mecbur) trotzdem sogar zwanzig, dreißig Mal Wasser trinken. Und das hat sich vor zwei Tagen sogar noch verschlimmert (şiddetlendi). Ich dachte schon, es könne die Folge einer neuerlichen Vergiftung (tesemmüm) sein. Aufgrund dieses Verdachts (vehme) habe ich sogar den Brüdern bei mir davon erzählt (ifşa). Gegen diese so schwere Krankheit (hastalık) habe ich um Geduld und Ausdauer (sabır ve tahammül) gebetet. So habe ich denn die Barmherzigkeit Gottes (Rahmet-i İlahiye) angerufen, und dann stieg auf einmal ein Gedanke in meinem Herzen (kalb) auf: Bei aller Mühsal (zahmet) in meinem Leben (hayat) wurde doch immer wieder Gottes Güte und Barmherzigkeit (inayet ve rahmet) sichtbar. Wolle es Gott (inşâallah), dass sich auch hierin eine Erscheinung der Barmherzigkeit Gottes (cilve-i rahmet) zeigen wird. Während die Teufel (şeytan) unter den Dschinnen und Menschen (cinnî ve insî) und die Atheisten (dinsizler) mich vergiften und dadurch zum Schweigen (zehirlendirmek ve susturmaya) bringen wollen, lässt (vesile) dich nun die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) deine Aufgabe vollenden (vazifenin tamam olmasına) und dich zur Ruhe (istirahat) kommen. So hatte ich denn bereits vergangenes Jahr damit begonnen, den Kommentar (Tefsir) "Ein Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" und die "Harmonie des Lichtes (Mesnevî-i Arabî)" ein Jahr lang zu unterrichten (ders). Meine verborgenen Feinde (gizli düşmanlar), diese Teufel unter den Dschinnen und Menschen (cinnî ve insî şeytanları), versuchten mich mit ihren Intrigen (desais) zum Schweigen zu bringen, wohingegen die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) mir dennoch die Übersetzung sowohl von "Ein Zeichen des Wunders" als auch der "Harmonie des Lichtes" ins Türkische geschenkt (ihsan) hat. Da die Risale-i Nur im Großen und Ganzen bereits aus sich selbst heraus (kendine ders) unterrichtet und so den Einsatz von Lehrern (muallim) überflüssig macht (ihtiyaç bırakmadı), bewirkte (medar) die Güte Gottes (ihsan-ı İlahî) durch meine Aufgabe der Unterweisung (tedris vazife) für mich eine Erholung (istirahat) und zugleich einen Segenswunsch (tebrik), während andererseits diese eigenartige Krankheit (acib hastalık) für mich zu einem Ausdruck meiner Ruhe (istirahatime medar) wurde.
Zudem gelangte mir in meine Seele (ruh): An deiner Stelle werden Tausende, ja sogar Hunderttausende junger Saids unterrichten (ders) und für dich reden. Mit der Güte Gottes (İhsan-ı İlahî) braucht (muhtaç) die Risale-i Nur nicht wie die Bücher anderer Wissenschaften (ilimler) irgendwelche anstrengenden Unterrichtsstunden (meşakkatli dersler).
{"Du stehst fürwahr geschützt unter dem gütigen Auge Gottes."}
Dieser verheißungsvolle (kerametkârane) Satz von Gavs-ı Geylanî (möge Gott seine Geheimnisse heiligen) stellt sich wie in den schrecklichen Zeiten so auch in dieser Situation wieder als wahr (ayn-ı hakikat) heraus. Sich in einer Zeit wie der heutigen (dünya), in der Feinde zu Freunden geworden (düşmanlar dostlara inkılab) sind, mit den Leuten zu unterhalten (sohbet) und mit ihnen zu reden, könnte die lautere Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlas) verletzen und ein Grund (vesile) sein, die schönen Früchte des jenseitigen Dienstes (uhrevî hizmetler) noch in dieser vergänglichen Welt (fâni meyveler) zu verzehren. Denn was die lautere Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlas) betrifft, so darf sie in gar keinem Fall als Werkzeug (âlet) missbraucht werden. Zudem hat die Bestimmung Gottes (kader-i İlahî), um nicht zu versuchen sich in die Angelegenheiten Gottes (vazife-i İlahiye) einzumischen, diesen mühseligen Zustand (şiddetli halet) nicht zu meinen Ungunsten (aleyhim) sondern zu meinen Gunsten (lehim) zugelassen (fetva) und erlaubt (müsaade). So ernenne ich denn meine jungen Söhne (evlâd), die ich in meiner letztwilligen Verfügung (vasiyetname) zu meinen eigenen Söhnen angenommen (evlâd kabul) habe, auch zu meinen Erben (tevkil). Diejenigen, die mit ihnen sprechen (konuşanı), sollen stets so angesehen und akzeptiert (kabul) werden, als würde man mit mir persönlich reden (benimle konuşmuş).
{"Der Beständige ist der, der Ewig bleibt und besteht."}
Diese Krankheit (hastalık) unseres Meisters (Üstad) zeigt, dass die verborgenen Atheisten (gizli dinsizler) ein Mittel gefunden (ilâç) haben, um ihn am Sprechen zu hindern und es ihm unter das Essen gemischt (yedirmişler) haben. Kurzum sehen wir selbst, dass unser Meister (Üstad) daran gehindert wird (men'edildigini), den Leuten die Hände zu schütteln (musafaha), sich mit ihnen zu treffen und zu unterhalten (sohbet).
Zur Kenntnisnahme (bera-yı malûmat) möchten wir sowohl den Amtspersonen (resmî zâtlar) als auch unseren Freunden (dostlar) einen bedeutenden Abschnitt (mühim bir hakikat) seines Lebens schildern (beyan):
Unser Meister (Üstad) verhielt sich von Jugend (gençlik) an, ja sogar schon seit seiner Kindheit (çocukluk) so entschlossen, dass er von den Leuten niemals etwas annahm (halktan istigna), um sein Ansehen als das eines Gelehrten aufrechtzuerhalten (izzet-i ilmiyeyi muhafaza). Auch Almosen oder irgendwelche Spenden (zekat ve sadaka) nahm er niemals an. Wie bereits im zweiten Brief erklärt (beyan) wird, akzeptierte er auch keinerlei Geschenke (hediye kabul). Damit dieser Zustand (hal) in seinem jetzigen Alter (ihtiyarlık) und während seiner heutigen Schwäche (zayıflık) noch weiter fortbestehen kann, hat die Barmherzigkeit Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk'ın rahmeti) dieses Prinzip seiner Enthaltsamkeit (istigna düsturu) in eine Krankheit umgewandelt (hastalıga inkılab), d.h., wenn er ein Häppchen in den Mund nimmt (mukabilsiz bir lokma), macht es ihn ohne eine Gegenleistung sofort ganz krank (derhal hasta). Er kann dieses Häppchen nicht essen (lokmayı yiyemiyor). Unser Meister (Üstad) war in seiner Jugend (gençlik) kaum auf Hilfe (muhtaç) angewiesen. In Zeiten, in denen er ganz für sich allein lebte (tek başına yaşadıgı), genügten (kâfi) ihm selbst noch ganz geringe Ausgaben (pek az bir masraf). In einer Zeit, in der er wie heute noch seinen so vielen Schülern (talebe) ihren wenn auch nur geringen Anteil (tayin) gibt und dabei gleichzeitig an verschiedenen Krankheiten (birkaç hastalıkla hasta) leidet, macht ihn die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye), um seine grundsätzliche Enthaltsamkeit (istigna düsturu) aufrechtzuerhalten (muhafaza), durch die Geschenke ohne Gegenleistung (mukabilsiz hediye) krank. In gleicher Weise gilt eine Respekterweisung (hürmet) unserem Meister (Üstad) gegenüber wie ein geistiges Geschenk (manevî bir hediye). Und so entflieht er entschlossen jedweder Ehrerbietung der Menschen (nâsın hürmeti) und ebenso wenn sie seine Hände küssen (elini öpmesi) wollten.
Nach der Aussage (şehadeti) in seiner Biographie (Tarihçe-i Hayat) und im 26. Blitz (Lem'a) über die Seelsorge für die Alten (İhtiyarlar) begann er schon in seiner Jugend (gençlik) im Gegensatz zu seinen Altergenossen (emsalleri fevkinde) in der kleinen Stadt (kasaba) Tillo in der Provinz Siirt ein Einsiedlerleben (inziva) zu führen. Dafür zog er sich in das Mausoleum (türbe) von Şeyh Ahmed Hanî Hazretleri in der Provinz Agrı zurück. Als er dann in Russland in Gefangenschaft geriet (esir düştü), fand er in der kleinen, verlassenen Moschee (küçük hâlî bir câmi) der Tataren innerhalb des Gefangenenlagers (üsera kampı) - obwohl bis dahin etwa neunzig gefangene Offiziere (esir zabit) seinen Vorlesungen über Religion (dinî dersleri) begeistert gefolgt waren (şevkle dinledik) - einen Platz für sich und zog sich dorthin in die Einsamkeit (yalnızlıga çekildi) zurück. Als er dann als Professor (a'zalık) in dem Haus der islamischen Weisheit (Dâr-ül Hikmet) in Istanbul ein attraktives und luxuriöses Leben (cazib ve şaşaalı bir hayat) führte, bevorzugte er dennoch auf dem Hügel "Yuşa" ein Leben in der Einsamkeit (kimsesizligi tercih). Als er dann später nach Van zurückkehrte, wollte er nicht unter seinen so sehr vielen alten und neuen Schülern (talebe) ein glückliches Leben (sürurlu bir ömrü) führen, sondern zog sich auf den Berg Erek in eine Höhle zurück (magaraya kapandı). Als er dann das letzte Mal infolge (netice) beispielloser Ungerechtigkeiten (emsalsiz zulümler), die er dreißig Jahre lang hatte erdulden müssen, in verschiedene Gefängnisse (hapishaneler) eingeliefert wurde, in denen er dann - obwohl nach dem Gesetz eine Isolationshaft (kanunen tecrid müddeti) nicht mehr als fünfzehn Tage dauern durfte, er aber zwanzig Monate und diese ganze Haftzeit (hapis müddeti) in Isolationshaft (tecrid-i mutlak) gehalten wurde - beklagte (şekva) er sich bei niemandem darüber.
All diese wechselnden Verhältnisse (haller) zeigen, dass unser Meister (Üstad) seinem Wesen (fıtratı) nach stets der Führung eines Einsiedlerlebens (inziva) den Vorzug (hüküm sürmüştür) gab. Da er jedoch nun in die Zeit (vakit) seines Greisenalters (ihtiyarlık) vorgerückt ist, und nun sehr vieler Hilfe (yardım), Dienst (hizmet) und Unterhaltung Unterstützung bedarf (sohbet muhtaç), wurde ihm eine Art Krankheitszustand (bir nevi hastalık haleti) auferlegt, damit sich dies fortsetzen kann. Wenn er nun auch nur fünf Minuten sprechen sollte, überkommt ihn eine starke Hitzewelle (şiddetli bir hararet) und er kann keinen Ton mehr herausbringen (sesi çıkmıyor). Da er jedoch der Schafi-Schule (Mezheb) folgt und im Gebet (namaz) die Sure Fatiha selbst laut genug vortragen sollte (lâzım), dass er sie auch selbst hören (işitecek derecede) kann, aber wegen seiner Krankheit (hastalık) keinen Ton mehr herausbringen (sesi çıkmadıgı) kann, verrichtet er (eda) nun seine Gebete (namaz) der hanefitischen Schule folgend (taklid). Es gibt zwei Atteste (rapor) von zwei bedeutenden Ärzten über diese Krankheit. Sie können auf Wunsch vorgelegt werden (İstenilirse gösterilecektir).
Heute, in einer Zeit (hengâmında), in der die Risale-i Nur außerordentlich verbreitet (fütuhatı) ist und sogar in der islamischen Welt (âlem) einen sehr guten Anklang (hüsn-ü kabul) findet, in einer Zeit also, in der selbst Feinde zu Freunden wurden (dostlara inkılab), die lautere Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlası) im Dienst der Risale-i Nur, die außer dem Wohlwollen Gottes (rıza-yı İlahî) für gar keinen weltlichen oder jenseitigen (dünyevî, uhrevî) Rang oder Ansehen (rütbeye, makama) als Mittel gebraucht werden darf, aufrechtzuerhalten (muhafaza), dafür hat uns diese Krankheit (hastalık) in ihrer absoluten Menschenscheu (dehşetli bir merdümgiriz), d.h. dass er sich unter den Menschen nicht mehr wohl fühlt (tevahhuş), von sich aus keinen Ton mehr herausbringt (sesi çıkmamak), deshalb nicht mehr sprechen (konuşmamak) will und wenn jemand seine Hand küssen (elini öpmek) will, ihn die Empfindung überkommt, als wolle ihm jemand eine Ohrfeige versetzen (âdeta bir tokat vurmak): dieser Zustand (vaziyet) hat uns zu der unbezweifelbaren Überzeugung (kat'iyyen bize kanaat) gebracht, dass sie eine Fügung des Herrn (istihdam-ı Rabbanî) ist.
Unser Meister (üstad) erklärte darüber hinaus, dass er hiermit demjenigen (şahs), um dessentwegen diese Tatsachen veröffentlicht (hakikat izharı) wurden, verzeiht (helâl etti).
Anmerkung: Wir haben unseren Meister (Üstad) gefragt: Warum sprecht ihr nicht mit den Leuten in einer Zeit, in der sich die Risale-i Nur ganz prächtig verbreitet (şaşaalı intişarı) und die Feinde sogar eine Niederlage (maglub) erleiden und deshalb nun eine freundliche Haltung (dostane vaziyet) annehmen?
Er gab zur Antwort: "Diejenigen, die mit mir sprechen wollen, sind entweder Gegner (muarız) oder Freunde (dost). Wenn es sich dabei um Freunde handelt, so spricht die Risale-i Nur an meiner statt mit ihren Hunderttausenden Exemplaren (nüsha) vollkommen. So lässt sie für mich gar kein Bedürfnis (kat'iyyen ihtiyaç) mehr offen. Handelt es sich stattdessen um meine Gegner (muarız), die mit mir sprechen wollen, so gibt es sehr viele Gerichte (mahkeme) mit ihren Sachverständigen (ehl-i vukuf), die in den vergangenen dreißig Jahren Untersuchungen (tedkik) durchgeführt haben und weder in den Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleler) noch bei den Schülern des Lichtes (Nur Talebeler) irgendeinen Grund zur Anklage (hiçbir suç) finden konnten. Vierundzwanzig Gerichte (mahkeme) sagten: "Wir können in der Risale-i Nur keinen Grund zur Anklage (suç) finden." So können denn vier Gerichte (mahkeme), die unwiderruflich alle Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleler) frei gegeben (beraet) haben und deren Urteile bereits rechtskräftig (kaziye-i muhkeme) geworden sind, wonach sie dann alle Bücher und Briefe ihren Besitzern (sahibler) zurückgegeben haben (iade), meinen Gegnern (muarızlar) an meiner Stelle (benim bedelime) die zutreffende Antwort schon erteilen. So haben sie mich also nicht mehr nötig (ihtiyaç kalmamış). Falls aber jemand mich dennoch persönlich (şahsî) sprechen möchte, so werden alle Schüler des Lichtes (Nur Talebe) die Rechtsvertretung (dava vekiller) dieses armen Said zu finden wissen: Rechtsanwälte (avukatlar) in Istanbul und in Ankara, mit denen er dann auf Wunsch (isteyenler) sprechen kann (görüşebilir)."
Seine Diener (hizmetkârlar), die sich angesichts der schweren Krankheit (hastalık) in seinem hohen Alter (ihtiyarlık) um seine alltäglichen Angelegenheiten (zarurî işleri) kümmern.
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}
Unser Meister (Üstad) brachte das Folgende zum Ausdruck (ifade): Die Zeitung "Die Republik (Cumhuriyet)", die gegen uns (aleyhimiz) ist, veränderte (tagyir) meine Verteidigung (müdafaa) auf eine besonders irrige (yanlış) und noch dazu sehr hässliche (gayet fena) Weise. Sie schrieb sogar anstelle des Satzes: "Damit wegen eines einzigen Verbrechers (bir câni) zehn Unschuldige keinen Schaden (masum zarar) erleiden" in ihrem Unverständnis den folgenden Wahnsinn (hezeyanlar karıştırmış): "um eines Verbrechers willen zehn Unschuldige vor der Finsternis zu retten (zulmetten kurtarmak)".
Was nun meine Antwort betrifft, die ich einmal geschrieben hatte (yazdıgım cevab) und die ihr ja bereits kennt, so handelt es sich hierbei um eine Verteidigungsschrift (müdafaa), die ich vor fünf, sechs Jahren einmal bei einer Verhandlung vor der Zweiten Kammer des Kriminalstrafgerichts (Sulh Ceza Mahkeme) in İstanbul, so wie es da geschrieben steht, vorgetragen habe, wonach ich dann in diesem äußerst wichtigen Prozess (mes'ele) freigesprochen (beraet) wurde. Vor ein, zwei Monaten legte (havale edip) aber nun ein Staatsanwalt (savcı) in seinem Hassgefühl dem Staatsanwalt (müddeiumumî) in Isparta ohne jeden Sinn und Verstand (gayet manasız garazkârane), {genau dieselbe Anklageschrift abermals vor (A.d.Ü.)} als wolle er einen Sturm (fırtına) im Wasserglas entfachen und ließ mich auf meiner Reise (seyahat) nach Istanbul durch zwei Polizeibeamte in Uniform (resmî polis memuru) abholen, um mich völlig sinnloserweise zu verhören (manasız benim ifade). Ich habe zu ihnen gesagt: "In dieser Angelegenheit (mes'ele) hatte ich bereits vor fünf Jahren einmal Stellung (cevab) genommen. Hier ist die Antwort (cevab), {seine Verteidigungsschrift und den daraufhin erfolgten Freispruch (A.d.Ü.)} die ich damals gegeben hatte." Sie haben sie angenommen (kabul), mit ihrer Schreibmaschine eine Kopie angefertigt und diesem Schelm Kerl (herif) zugesandt. {Die Polizei hat die Papiere nach der Festnahme kopiert und dem Anwalt geschickt (A.d.Ü.).}
Vor kurzem hat ein Unbekannter (başka) in einem von uns weit entfernten Ort diese Kopie abermals ohne Sinn und Verstand (tekrar manasız olarak) bei einem Landrat (kaymakam), der ebenfalls weit von uns entfernt lebt, eingereicht. Die verleumderische (iftiracı) Zeitung veröffentlichte sie nun unter der Überschrift: "Der Landrat hat dies bei dem Staatsanwalt (savcıya) eingereicht." Sie wollte dadurch einige schwache Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur verunsichern (vesvese) und verängstigen (evham). Gegen diese Veröffentlichung (yazı) sollen viele Anwälte des Lichtes (Nur'un çok avukatları) eine Richtigstellung (tekzib) schreiben. Bezüglich des Themas (mevzuu) dieses Sachverhalts (mes'ele) besitze ich vier Atteste (rapor) von dem Gesundheitsamt (sıhhî heyet) in Istanbul. Da es aber nicht notwendig (lüzumsuz) ist, habe ich es nicht so wichtig erachtet (tenezzül), sie irgendjemandem vorzulegen. Zudem habe ich erfahren, dass es gar nicht nötig (lüzum) wurde.
An die beiden Direktoren des Ordnungsamtes (emniyet müdürü) in Ankara sende ich viele Grüße (selâm). Sie sollen solchen Dingen weiter keine Beachtung (ehemmiyet) schenken.
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen für immer und ewig."}
Meine lieben getreuen Brüder!
Erstens: Unser Meister (Üstad) beglückwünscht euch (tebrik) zur Heiligen Nacht (leyle-i berat). Er sendet euch seine Grüße (selâm) und betet (dua) für euch.
Zweitens: Wie in dem Brief steht (ifade), den wir gestern aus Diyarbakır erhalten haben, gibt es z.Zt. in Diyarbakır samt Umgebung (havali) und im ganzen Osten (şark) etwa zweihundert Lehrhäuser des Lichtes (Nur dershanelerı). Außerdem gibt es in Diyarbakır noch vier, fünf Lehrhäuser des Lichtes (dershane-i nuriye) ausschließlich für Frauen (kadınlara mahsus). Wolle es Gott (inşâallah), dass dies ein Vorzeichen einer großen Wohltat (hayrın alâmeti) sein möge.
Die Angelegenheit der Eröffnung der Lehrhäuser des Lichtes (Nur medreseler), auf die unser Meister (Üstad) bereits vor zehn Jahren hingewiesen (işaret) und von deren großem Vorteil gesprochen (menfaatı beyan) hatte, ist jetzt in unserer Zeit in die Phase gelangt, sich ganz und gar als wahr (tam tahakkuk) herauszustellen. Er hatte damals gesagt: "So sind denn jetzt, nachdem die Erlaubnis, für den Religionsunterricht (din tedrisat) Privatschulen (dershane) zu eröffnen, offiziell (resmen) erteilt worden ist, diese sicherlich für uns notwendig und noch notwendiger für das Volk, und ist es jetzt, nachdem diese Erlaubnis erteilt worden ist, notwendig, dass alle Schüler des Lichtes (Nur şakirdleri), soweit dies möglich ist, dafür überall solche winzig kleinen Schulen des Lichtes (dershane-i Nurîye) eröffnen. Natürlich kann dabei ein jeder auch für sich selbst seinen Nutzen (istifade) daraus ziehen, doch kann nicht jeder jedes Thema voll und ganz begreifen (mes'elesini tam anlamaz). Weil aber (die Risale-i Nur) eine Erklärung der Glaubenswahrheiten (iman hakikat) ist, ist sie zugleich sowohl Religionswissenschaft (ilim) als auch Gotteserkenntnis (marifetullah) und Gottesdienst (ibadet) in Seiner Gegenwart (huzur). Statt der fünf oder zehn Jahre an einer alten Medrese wird man heute mit Gottes Hilfe (Inşâallah) das gleiche Ergebnis (netice) an einer Medrese der Risale-i Nur schon in fünf oder zehn Wochen erreichen. Und so wird das schon seit zwanzig Jahren gehandhabt."
Unser Meister (Üstad) hat seine Wohnung (hane) in Barla, in der er neun Jahre gewohnt (ikametgâh) hatte, welche die erste Schule (dershane) der Risale-i Nur und der Kern der Medreset-üz Zehra im Umfang von sechs Provinzen (vilayet) war, als "Schule des Lichtes (Medrese-i Nuriye)" der Risale-i Nur gewidmet (vakfetmiş). Heute werden nach ihrem Vorbild (müteakib) sowohl in Isparta, als auch in kleinen Städten (kaza) und in einigen Dörfern in ihrer Umgebung (civar) sowie in Diyarbakır und im übrigen Osten (şark) Privatschulen des Lichtes (Nur dershaneler) eröffnet.
Auf diese Weise erlangen (kazandırmak) diejenigen, die in diesen Schulen (dershaneler) die Lichter (Nurlar) studieren und dabei ihre sonstigen Arbeiten (meşguliyet) mit den Lichtern (Nurlar) fortsetzen und diejenigen, die ihren Unterricht erhalten (ders alanlar), die Ehre der Studenten der Wissenschaften (talebe-i ulûm şerefi). Was die Studenten der Wissenschaften (talebe-i ulûm) betrifft, so haben einige große Exegeten (müçtehid) verkündet (beyan), dass ihre alltäglichen Handlungen (âdi harekât), ja selbst die Schlafenszeit (uyku), als Dienst und Anbetung Gottes (ibadet hükmüne) gelten.
Drittens: Die erste Ausstrahlung (intişar) der Lichter (Nurlar) begann (mukaddeme) mit einer Rundfunksendung (radyo diliyle) in Anatolien und der islamischen Welt (âlem), übereinstimmend (tevafuk) mit dieser segensreichen Heiligen Nacht (mübarek leyle-i berat), was ein Vorzeichen (alâmet) und Hinweis (işaret) zugunsten der Risale-i Nur auf eine großen Wohltat (hayr) ist für dieses Land (vatan) und die islamische Welt (âlem) (lehinde).
{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}
Anmerkung: Dieser Brief ist zugleich auch eine Antwort für unsere Brüder, die unseren Meister (Üstad) mit einem Telegram oder einem Brief zur Heiligen Nacht (leyle-i berat) beglückwünscht (tebrik) haben.
{"Im Namen dessen, der Gepriesen sei."}
Für all meine Freunde (dostlar) und Mitbrüder des Lichtes (Nur kardeşler) mache ich hiermit nun diese letztwillige Verfügung (vasiyet) öffentlich bekannt (ilân): In Anbetracht meines körperlichen Zustands habe ich bereits keine Kraft mehr (tâkatim kalmamış), die Aufgaben des Lichtes (vazife-i Nuriye) noch weiter zu erfüllen. Aber vielleicht ist ja mein Beitrag gar nicht mehr nötig (ihtiyaç da kalmamış). Außerdem habe ich aufgrund vieler Versuche, vergiftet zu werden (müteaddid tesemmüm), meiner Lage (vaziyet) in meinem nun schon hochbetagten Alter (ihtiyarlık) und meiner verschiedenen Krankheiten (hastalık), nervlich (tahammül) beinahe gar keine Kraft mehr, noch länger am Leben (hayat) zu bleiben. Auch wenn der Tod (ölüm), nach dem ich sehnsüchtig (müştak) verlange, mich noch nicht holen (elime geçmese) kommt, bin ich in meinem öffentlichen Leben (zahirî hayatı) doch fast schon wie tot, weswegen ich diese letztwillige Verfügung (vasiyet) schreibe.
Unendlicher Dank (hadsiz şükür) sei dem Schöpfer, dem Barmherzigen Allerbarmer (Hâlık-ı Rahman-ı Rahîm), dass der Alte Said damals vor sechzig, siebzig Jahren im Gegensatz zu den sonst üblichen Verhältnissen (hilaf-ı âdet) für sein Studium (tahsil-i ilim) und seine Bildung, besonders auf dem Weg zur Erfahrung seines Glaubenslebens (ilm-i iman), nicht um die Hilfe anderer zu bitten (muavenetine yalvarmamak) brauchte und seinen Schülern (talebe) trotz seiner so außergewöhnlichen Armut (fakr-ı hali) als der Alte Said noch im Kindesalter (çocukluk) und später nach seiner Jugendzeit (gençlik) ihre täglichen Rationen (tayinler) selber zu geben versuchte, wobei er nur einmal für eine kurze Zeit die fünf Rationen (beş tayin) für seine fünf Schüler von anderen akzeptieren (kabul) musste, die restlichen Rationen (tayin) für seine Schüler (mütebâki talebe) aber, deren Anzahl manchmal zwanzig, dreißig erreichte, selbt bezahlte, sodass diese Schüler (talebe) nicht in Not (mecbur) gerieten und ihr Studium (ilm) nicht als einen Grund betrachten mussten (mecbur), sich ihren Unterhalt selbst zu verdienen (vasıta-i cer). Und so wie es ihnen damals durch ihre Sparsamkeit und Genügsamkeit gelungen (İktisad ve kanaat muvaffak) ist, begann die Risale-i Nur auch heute wieder - und dafür sei Gott, dem Barmherzigen Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn) unendlicher Dank (hadsiz şükür) - so wie damals der Alte Said die Rationen (tayinler) ihrer eigenen, wahrhaftigen Schüler (hakikî talebe) durch ihre Veröffentlichung (neşriyat) {Die Rationen für den täglichen Bedarf konnten nun aus dem Erlös durch den Verkauf der Risale-i Nur gedeckt werden. (A.d.Ü.)} bestens zu geben (mükemmel). Um die lautere Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlası) nicht zu beeinträchtigen, ist das Recht (hakk) der Risale-i Nur ein Fünftel aus dem Verkauf der Exemplare (satılan nüshaları) der Risale-i Nur, das einzig für die wahrhaftigen Schüler (has talebe) der Risale-i Nur, besonders aber diejenigen, denen es nicht gelingt, sich ihren eigenen Lebenunterhalt (hususan nafakası) zu verschaffen, ganz und gar ausreichen (tam tamına idare) kann, zu verwenden. Die Einnahmen können aber heute nur für fünfzig, sechzig Schüler (talebe) ausreichen. Ich, d.h. meine Wenigkeit (bîçare Said), hat jedoch überhaupt keinen Anteil an dieser Leistung (hakkı yoktur). Lediglich die kostbare Besonderheit (kıymetdar hâsiyet) der Risale-i Nur und die vollkommene Treue (kemal-i sadakat) der Geistigen Körperschaft (şahs-ı manevî) ihrer Schüler (şakird) brachten dieses geistige Fest des Lichtes (manevî Nur bayramı) zustande.
So ernenne ich denn nun - und damit will ich nicht sagen, dass sie über allen Schülern (talebe) stehen - vier, fünf Männer unter denjenigen, die mir am nächsten stehen, sich um meinen alltäglichen Dienst (yakınımda hizmet) kümmern und in gewissem Grade ganz und gar die Art, mich zu verhalten (tarz-ı hareket), kennen und beobachtet (yakından görenler) haben, zu meinen unbeschränkten Stellvertretern (mutlak vekil). Sollte ich also sterben oder aber in diesem Leben nicht mehr klar bei Verstand sein (hayatta şuursuz), so mögen sie, die sie meine Art den Lichtern (Nurlar) zu dienen (hizmetimin tarzı) recht gut kennen, dem vorbildlich Folge leisten. Ich lege vorerst Tahirî, Sungur, Ceylan, Hüsnü und noch ein, zwei Männer als meine unbeschränkten Vertreter (mutlak vekil) testamentarisch fest (vasiyet). Die Einnahmen (sermaye) aus den verkauften Exemplaren (nüsha) der Risale-i Nur sind von jetzt an Eigentum (mal) der Risale-i Nur und auch Said steht in ihrem Dienst (hizmetkâr). Und solange er lebt (hayat), bekommt er auch davon seinen Anteil (tayin). In den letzten Tagen erschien mir der Tod (ölüm) bereits sehr nahe (yakın). Während ich noch über eine feste Absicht (kat'î niyet) nachdachte, fünfzig, sechzig Schülern (talebe), die in sechs verschiedenen Provinzen (vilayet) leben, für zwei, drei Jahre aus den Einnahmen des Lichtes (Nur sermaye) ihre Rationen (tayin) {Was sie an Unterstützung erhalten, sollte eine Belohnung für ihre treuen Dienste im Sinne einer Anerkennung sein und nicht eine Entlohnung im Sinne einer Bezahlung für ihre Arbeit.} zu geben, habe ich doch darauf verzichtet (vazgeçtim), weil einige dies vielleicht missverstehen (mani) könnten und demzufolge den Dienst ihrer Schülerschaft (talebelik hizmeti) beenden würden. Danach habe ich dann meine letztwillige Verfügung niedergeschrieben. (Şimdi vasiyetimi yazdım).
Anmerkung: Gavs-ı A'zam Şeyh-i Geylanî (R.A.) sagt in einem Abschnitt (fıkra), mit dem er als eine Verheißung aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye) auf die Risale-i Nur und ihren Verfasser (müellif) mit dem folgenden Ausdruck hinweist (işaret), تَع۪يشُ سَع۪يدًا {"mit deinem Lebensunterhalt wirst du glücklich sein".} und er prophezeiht (haber) damit, dass er hinsichtlich seines Unterhalts (maişet) unbesorgt leben (saadet) und sehr glücklich (en mes'ud) sein wird. Dagegen sahen wir jedoch rein äußerlich die Armut und Enthaltsamkeit (fakr u istigna) unseres Meisters (Üstad) bis heute damit im Widerspruch (muhalif). Diese Verheißung von Gavs-ı A'zam aus dem Verborgenen (ihbar-ı gaybiye) ging jedoch im ganzen Leben (hayat) unseres Meisters (Üstad) sichtlich in Erfüllung, sodass er schon in seiner Kindheit, als er erst zehn Jahre alt war, seinen Onkel nicht darum bat, von ihm eine Tasse Suppe (amcasının çorbası) zu bekommen. Er wollte niemals irgendjemandem einen Dank (minnet) schuldig bleiben. Auch den Lebensunterhalt (maişet) seiner alten Schüler (talebe), die er damals unterrichtet (ders) hatte, übernahm er (deruhde) selbst. Und wenn er heute die Rationen (tayin) von fünfzig, sechzig Schülern (talebe) selbst herbeischafft, so zeigt dies, dass die Verheißung aus dem Verborgenen (gaybî ihbarı) sich wörtlich als wahr (tahakkuk) herausgestellt hat und so in Erscheinung (tezahür) getreten ist.
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}
Meine lieben getreuen Mitbrüder!
Da die Todesstunde nicht bekannt (ecel muayyen) ist und meine schwere Krankheit (şiddetli hastalık) jederzeit wieder auftreten kann, wurde mir aufgrund meiner schweren inneren Krankheit (hastalık) eingegeben, meine letztwilligen Verfügungen (vasiyetnameler), die ich bereits zuvor geschrieben hatte, mit dieser letztwilligen Verfügung (vasiyetname) zu bekräftigen (teyiden). Ich erkläre (beyan) also hiermit: Nach meinem Ableben (vefat) ist das Kapital (sermaye) der Risale-i Nur, das bei mir als Pfand (emanet elimde) liegt, und die Summe (sermaye), die in Eskişehir aufbewahrt (muhafaza) wird, um unser auf eine wunderbare (mu'cizatlı) Übereinstimmung hinweisendes Exemplar des Qur'ans herausgeben zu können (tab'ettirmek), diese Summe ist für den Offset-Druck (fotografla tab'ına) des Exemplars des Qur'ans mit der Übereinstimmung (tevafuk) bestimmt. Was die Summe (sermaye) betrifft, die sich noch bei mir befindet, so handelt es sich dabei um das Kapital (sermaye) der Risale-i Nur. Diese Summe (sermaye) ist ein Geschenk und eine Gabe des Herrn aufgrund dessen, dass ich vor mehr als siebzig Jahren im Gegensatz zu den Gepflogenheiten der damaligen Zeit (zamanın âdetine) trotz meines erbärmlichen Zustandes (fakirlik) mich um die Rationen (tayinlerin) meiner Schüler gekümmert hatte. Unendlicher Dank (hadsiz şükür) dafür sei Gott dem Barmherzigen Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn). Fünfzig, sechzig Jahre später ermöglicht der Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn), im Gegensatz zu der gängigen Gepflogenheit (âdetine muhalif), {der damaligen Gelehrten (A.d.Ü.)} meinem Prinzip zufolge für die aufrichtigen (hâlis) Schüler (talebe) der geistigen und weit umfassenden (kaidemi manevî) Medreset-üz Zehra, die sich um ihren Lebensunterhalt (tayinler) nicht kümmern (nafakasını temin) können und ihre Zeit der Risale-i Nur widmen (sarfeden), diese Summe (sermaye) genauso wie in früherer Zeit heute als ein Geschenk (ihsan-ı İlahî) der Güte Gottes (lütf-u Rabbanî) als ihre Rationen (tayinler) zu bestimmen; und sie wird lediglich für ihre Rationen (tayinleri) verwendet. Wie ich es seit vielen Jahren praktiziert habe, lege ich testamentarisch (vasiyet) fest, dass meine geistigen Kinder (manevî evlâdlar), die meine Erben (verese) sind, genauso handeln sollen.
Wolle es Gott (inşâallah), dass die Risale-i Nur wirklich einmal mit ihrer Verbreitung (intişara) beginnen kann! Dann werden auch die Einnahmen (sermaye) für sehr viele opferbereite Schüler (fedakâr talebe) gleich den derzeitigen opferbereiten (fedakâr), der Risale-i Nur zugeweihten zugewandten Schüler (vakfeden şakirdler) ausreichen können (kâfi) und werden die Medreset-üz Zehra und die Medrese-i Nuriye im geistigen Sinne (manevî) an vielen Orten eröffnet werden. Nun bitte (rica) ich noch, meine geistigen Kinder (manevî evlâdlar), diese aufrichtigen (has) und opferwilligen (fedakâr) Diener (hizmetkâr), diese tapferen (kahraman), allseits bekannten (herkesçe malûm) Mitbrüder, die sich dem Lichte (Nur) geweiht haben (kendini vakfeden), darum, an meiner Stelle auf diese Gegebenheit (hakikat) und diesen Sachverhalt (bu hale) acht zu geben, sich darum zu kümmern (yardımlar) und meinen Wunsch (vasiyet) in die Tat umzusetzen (tatbik). Da ich nun neben der Risale-i Nur nicht mehr länger nötig bin (hiç ihtiyaç kalmadı), ist es für mich ein Grund zur Freude (medar-ı sürur), in die Welt des Zwischenreiches (âlem-i berzah) hinübergehen zu dürfen. Doch braucht ihr deswegen nicht traurig (mahzun) zu sein. Ihr solltet mich vielmehr dazu beglückwünschen (tebrik), dass ich von der Mühsal in die Barmherzigkeit (zahmetten rahmete) hinübergehen darf.
Diesen Wunsch (vasiyet) unseres Meisters (Üstad) bestätigen und bezeugen (şahidiz) Çalışkan in Emirdag, Mustafa Acet, Hüsnü in Safranbolu, Zübeyr in Ermenek und Bayram in Çogol
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}
Lieber verehrter Bruder Tahsin Bey!
Wir beglückwünschen Sie (tebrik) zur Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) und wünschen Ihnen viel Erfolg (muvaffakıyet). Unser Meister (Üstad) sendet Ihnen seine persönlichen Grüße (hususî selâm). Er sagt Folgendes:
"Die Biographie, die Tahsin veröffentlicht (neşret) hat, hat so viel Nutzen (faide) erbracht wie zwanzig große Bände (mecmua) und wurde ein Erfolg (fütuhat). Er soll sich dabei keineswegs irgendwelche Sorgen (kat'iyyen merak) machen, wenn sie {die Weltleute? (A.d.Ü.)} ihn jetzt ein wenig stören (ilişmeler). Da auf diese Weise sehr viel Aufmerksamkeit (nazar-ı dikkat) erregt wurde, trug dies auch in großem Umfang zu ihrem Bekanntwerden (ilânname) bei.
Da in den letzten zwanzig Jahren bis zum heutigen Tag zwanzig große Bände (mecmua) inoffiziell verbreitet (perde altında intişar) und so zur Quelle großer Erfolge (fütuhata medar) wurden, so wird auch die inoffizielle Veröffentlichung (intişar) der Biographie (Tarihçe-i Hayat) - wolle es Gott (inşâallah) - den gleichen Erfolg (netice) verbuchen können.
Zweitens: Da Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) Ihnen in Ankara den Titel eines Oberkommandierenden unter der Risale-i Nur verliehen (ihsan) hat, so ist Ihnen auch die Veröffentlichung (neşri) des Kommentars (tefsir) "Ein Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" aus der Samlung der Risale-i Nur gelungen (müyesser), in dem die Poesie (nazmı) beschrieben (beyan) wird, die ein Aspekt (vechi) unter vierzig Aspekten der Wunderhaftigkeit (vech-i i'cazı) des Qur'ans ist. Dieser Aspekt der Poesie (vech-i nazım) besteht aus sieben Arten. Eine Art davon ist die symmetrische Übereinstimmung (tevafukat). Eine andere Art dieser Übereinstimmung ist die augenscheinliche Übereinstimmung (zahir tevafukat) in dem Wort des Majestätischen (Lafza-i Celal). {Celal = der Majestätische. Der auf diese Weise angedeutete Name Gottes ist "Allah".}
So präsentiert das von uns kalligraphisch geschriebene wunderhafte Exemplar (mu'cizatlı) des Qur'ans diese Übereinstimmung (tevafukat). Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass Ihnen der Druck und die Herausgabe (neşri ve tab'ı) dieses auf das Wunder hinweisenden (mu'cizatlı) Exemplars des Qur'ans gelingen (nasib) wird. Unser Meister (Üstad) hatte Ihnen dafür bereits zehntausend Lira übersandt. 6666 Lira, deren Zahl mit der Anzahl der Ayat im Qur'an genau übereinstimmt (muvafık), ist das Geld, das nach Abzug der Ration (tayinat) der Schüler (talebe) für die kommenden zwei Jahre noch übrig (fazla kalan) bleibt. Darin liegt ein gewaltig großes Geheimnis (sırr-ı azîm). Es ist ebenso segensreich (mübarek) wie Goldlira (altun para). Wir dürfen (lâzım) es nicht für etwas anderes ausgeben (sarf etmemek). So senden wir Ihnen denn einige Abschnitte (cüzler) aus dem Qur'an und noch viele Grüße (pekçok selâm).
{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}
{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}
Ein wichtiger Grund (mühim bir sebeb) dafür, dass ich dieses Mal nach Ankara kam, ist der, den Innenminister (Dâhiliye Vekili) Namık Gedik zu besuchen, der sich aufrichtig (ciddî) für die Islâmiyet einsetzt, und einen gewissen Sachverhalt (hakikat) mit Herrn Adnan Bey, der ein Held (kahraman) der Islâmiyet ist, und desgleichen mit einem so bedeutenden Herrn (mühim zât) wie Herrn (Bey) Tevfik İleri zu besprechen. Es ist dies wie folgt:
Um der "Demokrat" Partei recht viel Kraft (kuvvet) zu vermitteln, wie sie diese ja bereits mit der Freigabe des mohammedanischen Gebetsrufs (Ezan) gewonnen hat und um ihr noch dadurch recht viele Anhänger zu verschaffen, dass sie die Veröffentlichung (neşrine) der Risale-i Nur genehmigt (müsaade) und die islamische Welt (âlem) und sowie selbst einen Teil der christlichen Staaten (Devletler) zufrieden zu stellen, müssen sie die Ayasofya von ihrem geistigen Unrat (müzahrefat) befreien {die Verwandlung eines Gotteshauses in ein Museum (A.d.Ü.)} und ihn wieder in einen Ort (mahal) der Anbetung (ibadet) verwandeln. Was dies betrifft - obwohl ich mich seit dreißig Jahren aus der Politik (siyaset) zurückgezogen habe - habe ich mir für diese Angelegenheit (mes'ele) und um dieses Punktes willen (nokta hatırı) gewünscht und bin ich gekommen, Namık Gedik zu besuchen. Um der Herren (zâtlar) Adnan Bey, Namık Gedik und Tevfik İleri willen bin ich nicht irgendwo anders (başka yere) hingegangen.
Darüber hinaus ist ein Beweis (delil) dafür, dass die Risale-i Nur, die einem Grundgesetzes des Qur'ans zufolge (kanun-u esasiye) im ganzen Anatolien und in den östlichen Provinzen (vilayat-ı şarkıye) die öffentliche Ruhe und Ordnung sicherstellt (asayişi temin) hat, eine Risale-i Nur, die mit ihren fünfhunderttausend Exemplaren (nüsha) den Kommunismus zum Schweigen gebracht (susturdu) hat, also grundsätzlich die öffentliche Ruhe und Ordnung sicherstellt (asayiş temin), Folgender: Vor mehr als zehn Jahren hatte der Staatsanwalt (Müddeiumumî) in Afyon gesagt: "Er hat sechshunderttausend opferbereite Schüler (fedakâr talebe). Er hat fünfhunderttausend Exemplare (nüsha) der Risale-i Nur veröffentlicht (neşretmiş). Das kann die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährden (neşretmiş zarar)." Dementgegen sagte Said: "Trotzdem es nun einmal sechshunderttausend opferbereite Schüler gibt und mir in diesen letzten fünfzehn Jahren derart viel Unrecht (zulüm) angetan wurde, konnte dennoch kaum ein einziger Polizist (hiçbir zabıta) noch das Gericht (mahkeme) auch nur einen einzigen Vorfall (vukuat) nachweisen."
Des Weiteren habe ich ihm gesagt: "Herr Staatsanwalt (müddeiumumî)! Wenn die Risale-i Nur bis jetzt für die Sicherstellung der öffentlichen Ruhe und Ordnung (asayişin teminine) nicht so viel wie Tausend Staatsanwälte (müddeiumumî) und Tausend Direktoren der Ordnungsbehörde (emniyet müdürü) beigetragen hat (hizmet), möge ich bei Gott verdammt sein (Allah beni kahretsin). Was für eine Strafe (ceza) auch immer ihr mir geben wollt, gebt sie mir (verirseniz verin) ruhig!" So sagte ich. Auf meine Aussage hin wusste er am Ende nichts mehr zu erwidern (hiçbir çare bulamadı).
Lediglich ein, zwei Jahre danach wollte sich ein kleiner Schüler (talebe) des Lichtes (Nur) in dem Gedanken (zan), einen Schaden (zarar) für die Risale-i Nur verhindern zu müssen, das Leben nehmen (intihar), damit eine kleine Abhandlung (risale), die er hatte drucken lassen (tab'ettigi), keinen Schaden (zarar) {Der Schüler hatte Angst, dass jemand seine gerade erst gedruckten Bücher der Polizei melden und dadurch seine ganze Arbeit in Gefahr bringen könnte.} erleiden sollte. Dann hat sein Meister (Üstad) ihm das aber verboten (men'etti). Es hatte sich da ein - wenn auch nur sehr kleiner - Zwischenfall (hâdise) ereignet. Doch konnten sich danach die beiden Kontrahenten wieder miteinander versöhnen (barıştırıldı).
Selbst wenn ein Meister (Üstad) auch nur zehn opferbereite Schüler (fedakâr talebe) haben sollte und einer von ihnen, der ihn gegrüsst (selâm) hat, wurde dafür geschlagen und geohrfeigt (tokat vurulmuş), oder ein anderer, der seine Hand geküsst (elini öpmüş) hatte, wurde dafür getadelt (tahkir edilmiş), so sind doch all diese opferbereiten (fedakâr) Schüler ruhig (sükût) geblieben, um die öffentliche Ruhe nicht zu stören (asayişe ilişmemek). Denn sie haben von Said gehört: "Hätte ich auch hundert Leben (yüz ruh), wäre ich doch bereit, sie alle für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit zu opfern (asayişe feda). Einem Grundgesetz (kanun-u esasiye) zufolge, das lautet:
{"Niemand soll die Last eines anderen tragen." - Sure 6,164-}
stellt die Risale-i Nur durch ihren Dienst am Glauben (iman hizmeti) auch die öffentliche Ruhe und Ordnung vollkommen sicher (asayişi tamamıyla temin) und stellt im Herzen eines jeden Einzelnen (herkesin kalbi) einen Wächter (bir yasakçı) gegen jegliche Bosheit (fenalık) auf, damit wegen fünf Verbrechern (cani) nicht neunzig Unschuldige (masum) einen Schaden (zarar) erleiden, damit nicht wegen eines einzigen Verbrechers zehn unschuldige Frauen, Kinder und ihre Eltern (masum çoluk çocuk) Ungerechtigkeiten (zulüm) erdulden müssen. Genauso bin ich auch bereit, hätte ich auch Tausend Leben (bin ruhum), sie alle für dieses Grundgesetz des Qur'ans zu opfern (kanun-u esasiye feda), so wie meine Biographie (tarihçe-i hayat) dies auch beweist (isbat), die allen zur Verfügung (meydan) steht. Das haben sogar die Gerichte (mahkeme) bereits akzeptiert (kabul).
Darum hält er es (manası) auch für Scheinheiligkeit (riyakârlık), öffentlich aufzutreten (tezahür), für Selbstsucht (hodfüruşluk) und Egoismus (enaniyet), wandte sich von den Leuten (halklarla) ab und weigerte (terk) sich, ferner noch mit ihnen zu reden. Durch die Güte (ihsan) und Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahî) hat nun auch seine Stimme ihren Klang verloren (sesi de kesilmiş), um nicht gezwungen zu sein (mecbur), sich noch einmal mit seinen Freunden (dost) zu treffen, ohne dass sie sich jedoch deswegen gekränkt fühlen (hatırları da kırılmasın) könnten.
Nun ist die Zeit reif (zaman geldi), eine bemerkenswerte geistige Haltung (garib bir halet-i ruhiye) unseres Meisters (Üstad) gegenüber den Staatsanwälten (müddeiumumîler) zu beschreiben (beyan).
Er hat zu mir gesagt: "Obwohl ich seit dreißig, vierzig Jahren von den Staatsanwälten (savcılar), die doch im Sinne göttlichen Rechts (hukukullah manası) mit der Aufgabe (vazife) der Wahrnehmung öffentlichen Rechts (hukuk-u amme) beauftragt sind (muvazzaf), dennoch während der meisten Gefängnisaufenthalte (hapisler) und Verbannungen (nefyim) unter Druck (tazyikat) gesetzt wurde und meist nur ihren Schikanen ausgesetzt war, stieg in mir deswegen trotzdem keine Wut (hiddet) auf und empfand ich doch in mir deswegen keinen Gram (küsmek). Dann habe ich das Folgende erkannt:
Ich erkannte die Fehlhaltungen (kusur), welche die Gründe (sebeb) ihrer äußerlichen Schikanen (zahirî şiddet) sind, nicht mehr als ihre eigenen (kendiler). Ich bemerkte vielmehr nach einer gewissen Zeit häufig, dass ich einen zärtlichen Klaps (şefkat tokadı) von der Bestimmung Gottes (kader-i İlahî) von den Staatsanwälten (savcılar) aufgrund ganz anderer Fehler (başka kusurat) erhielt. Da diese Bestimmung (kader) aber stets gerecht (adalet) handelt, habe ich einen zärtlichen Klaps (şefkat tokadı) stets mit Geist und Herz akzeptiert (ruh ve kalb kabul). Wegen solch rein äußerlicher Gründe (zahirî sebeb) dieser Schikanen der Staatsanwälte (savcıların şiddeti) verzeihe ich es ihnen (helâl ediyorum). Dank (şükür) sei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) dafür, dass heute ein Teil dieser Staatsanwälte (müddeiumumî), da die Wahrnehmung des öffentlichen Rechts (hukuk-u umumiyenin müdafaası), die ihre Aufgabe (vazife) ist, zugleich auch eine Art göttlichen Rechts (hukukullah) ist, mir gar keine Schikanen (şiddet) zugefügt hat, vielmehr im Gegenteil vom Standpunkt der wahren Gerechtigkeit (hakikî adalet), hinsichtlich des Dienstes am Glauben (hizmet-i imaniye) der Risale-i Nur, der für die ganze Islâmiyet, ja sogar für die Menschheit (insaniyet) von großem Nutzen (menfaat) ist, abgesehen von den Schikanen (şiddet), ihre rein äußerlichen Qualen (zahirî tazib), so wie sie bezogen (münasebet) auf einen zärtlichen Klaps (şefkat tokadı) der göttlichen Bestimmung (kader-i İlahî), in der Tat als einen Beitrag (hakikaten yardım) galt, habe ich aufgrund dieses großen Geheimnisses (sırr-ı azîm) allen solchen Staatsanwälten (müddeiumumî) gegenüber eine freundschaftliche Gesinnung (dostluk) angenommen und mich daher dazu entschlossen (vaziyet), für sie zu beten (dua). Die Verhältnisse (hâlât), die mir, rein äußerlich betrachtet, wie eine brutale Behandlung (şiddet-i hüküm) erschienen, sind so wie eine Bekanntmachung (ilânname) zu einem Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) geworden.
Ich sende hiermit Ihnen allen, die sich dessen bewusst (bilenler) sind, dass das öffentliche Recht (hukuk-u amme) als göttliches Recht (hukukullah) gilt, meine Grüße (selâm) und bete für Sie (dua). All Ihre Schikanen (şiddetler) mir gegenüber verzeihe ich Ihnen (helâl ediyorum)."
Ich lege euch diesen Brief des Meisters (Üstad) vor, den er euch geschrieben hat und der die lautere Wahrheit (ayn-ı hakikat) ist.
Ein Brief von Bediüzzaman Said Nursî an verschiedene Zeitungen
Wenn die Zeitungen, welche in diesen Tagen Nachrichten (mes'eleler) über uns gebracht hatten, diesen Artikel veröffentlichen (neşret), den ich hier geschrieben und an sie addressiert (hitaben) habe, werde ich ihnen ihre Anschuldigungen gegen mich (aleyhim) vergeben (isnadlarını helâl). Wegen meiner schweren Krankheit (Şiddetli hastalıgıma) sollen diese Zeitungen meinen kurzen Brief publizieren (neşretsinler), damit die Mitbrüder, die sich unseretwegen ihre Gedanken (düşünen) machen, nicht länger besorgt zu sein brauchen (kederlenmesin).
Erstens: Ihr braucht euch über die in den letzten Tagen erschienenen Berichte (mes'eleler) keine Sorgen (merak) zu machen. Durch die Güte und Barmherzigkeit Gottes (inayet ve rahmet-i İlahiye), die über uns wacht (tecelli), ist auch dies ein großer Segen (hayırdır). Darüber hinaus habe ich wegen meiner Krankheit (hasta) weder die Kraft (tahammül), mit den Leuten zu reden (konuşmaya), noch sie auch nur zu empfangen (görüşmeye). Zurzeit verbreitet sich (intişar) die Risale-i Nur im Inland und im Ausland (dâhil ve hariçteki) außerordentlich gut und genießt weit und breit Erfolge (fütuhat), wodurch sogar Feinde (düşman) zu Freunden (dost) geworden sind. Nun möchte ein jeder mit mir reden (konuşmak). Durch die Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) hat aber meine Stimme ihren Klang (kısılmış) verloren. Da jedoch die Risale-i Nur mich nun vollkommen ersetzt (ihtiyaç bırakmadı), brauche ich mich nicht mehr mit den Leuten zu treffen und nicht mehr mit ihnen zu sprechen (görüşüp, konuşam).
Während ich auf Einladung (davet) von sechs Provinzen (vilayet) unterwegs war, wurden wir von einigen netten Beamten (dost memurlar) angehalten, die das Wesen (hakikat) der Risale-i Nur und den Weg (meslek), den sie uns weist, bereits verstanden hatten, und die uns mitteilten, dass die Regierung (hükûmet) mich darum bittet (rica), dass ich mich in Emirdag zur Ruhe (istirahat) setzen möge und mich also von nun an in Emirdag aufhalten solle. Da ich es nicht länger mehr ertragen (tahammül) kann, Menschen zu begegnen und mich mit ihnen zu unterhalten (görüşmeye ve konuşmaya), wurde dieses freundliche Angebot (dostane teklif) und diese Einladung (vaziyet) für mich zu einer Gnade (inayet), weswegen meine wahren (hakikî) Mitbrüder in vielen Provinzen (vilayet), die mich eingeladen (davet) hatten, nicht gekränkt sein (hatırları kırılmasın) mögen. Außerdem mögen dadurch Hunderttausende wahre, opferbereite Schüler (hakikî fedakâr talebe) aufgrund der daraus erwachsenden Umstände (vaziyet) nicht gekränkt (gücenmesi) sein, wenn ich ansonsten zwar einige Provinzen (bazı vilayet) besuchen, hingegen andere Provinzen nicht besuchen könnte.
Zweitens: Ein Beweis (delil) dafür, dass ich auf meinen Reisen (seyahat) überhaupt kein Interesse (alâka) mehr an der Politik (siyaset) habe, ist der, dass ich mich vor vierzig Jahren aus der Politik zurückgezogen (siyaseti terketti) habe und mich nunmehr einzig und allein auf die Risale-i Nur konzentriere, die in unserer Zeit ein vollkommener Kommentar (tam muvafık bir tefsir) des Qur'ans ist, der den völligen Unglauben vernichtet (küfr-ü mutlak kırdı) und so einen Schutzwall (sed) gegen die Anarchie und die zerstörerischen Strömungen (tahribatçı cereyan) errichtet, und unser auf das Jenseits gerichteter Dienst (uhrevî hizmet) nach dem Geheimnis (sırr) der Ayah, das der Qur'an als das Grundgesetz (kanun-u esasî) der Risale-i Nur unterrichtet (ders),
{"Niemand soll die Last eines anderen tragen." (Sure 6,164)}
ein Dienst, der dem Leitsatz folgt: "Die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gefährden (asayişe ilişmek) würde heißen, wegen fünf Verbrechern (beş cân) das Recht von neunzig Unschuldigen zu missachten (masum zulüm)," und der für das Land und sein Volk und für die öffentliche Sicherheit und Ordnung (vatan, millet ve asayiş) einen großen Beitrag (faide) leistet, weswegen ich auch den Polizisten und den Ordnungshütern, die mich bespitzeln (tecessüs) oder mich drangsaliert (zahmet) haben, verzeihe (helâl ediyorum). Ich habe sie in Freude als meine Mitbrüder angenommen (mesrurane kabul), da sie heldenhafte Beschützer (mücahid muhafız) der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (asayiş) sind. Ich habe jetzt sogar akzeptiert (kabul), dass sie mich aus Ankara ausgewiesen (çevirmeler) haben. Da mir demzufolge (vesile) die Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) zuteilgeworden ist, habe ich Gott dafür gedankt (Allah'a şükrettim) und bin in vollendeter Freude (kemal-i ferahla) aus Ankara zurückgekehrt.
Drittens: Da sich heute die Risale-i Nur überall verbreitet und gelesen (intişarı ve okunması) wird und es sehr viele Interessenten (müştakları) dafür gibt, möchten die Leute sich mit mir treffen (görüşmek), sich mit mir unterhalten (konuşmak) und mich zu sich einladen (davet). In diesem Falle hätte ich jedoch eine Rundreise durch zwanzig Provinzen (vilayet) unternehmen müssen (zaruret). Ich konnte jedoch lediglich nach Ankara, Istanbul und Konya kommen, also die Orte, wo die Risale-i Nur gedruckt (tab) wird.
Zu den Freunden (dostlar), die mich angewiesen hatten, nach Emirdag zurückzukehren (çeviren), sage ich: " Diese Umgangsweise mit mir (hakkımdaki bu muamele), bewirkte (vesile), dass mir nun die Gnade und Barmherzigkeit Gottes (inayet ve rahmet-i İlahiye) zuteilwurde. So bin ich denn deswegen nicht beunruhigt (sıkılmıyorum). In der Provinz (vilayet) Isparta, wo ich zwanzig Jahre lang gewohnt (kaldıgım) hatte, gibt es eine Wohnung (evim), die ich für zwei Jahre gemietet (kira) habe, und dort sind auch noch einige Gebrauchsgegenstände (eşyalar) von mir. Aber auch die Luft (hava) dort ist wegen meiner Krankheit (hasta) ziemlich gut für mich. Mit den Genehmigungen der ensprechenden Regierungen (hükûmetin müsaadeleri) möchte ich mich (arzu) jeweils einen Monat in Emirdag und einen Monat lang in der von mir gemieteten Wohnung (kiraladıgım evimde) in Isparta aufhalten.
Dies ist die letzte Unterweisung (en son ders) unseres Meisters (Üstad) Bediüzzaman, die er noch kurz vor seinem Hinscheiden (vefat) allen Schülern des Lichtes (umum Nur Talebe) erteilt hat (vermiş).
Meine lieben Mitbrüder!
Es ist unsere Aufgabe (vazife), sich stets positiv zu verhalten (müsbet hareket). Ein negatives Verhalten (menfî hareket) gibt es nicht. Dem Einverständnis Gottes (Rıza-yı İlahîye) entsprechend, einzig und allein den Dienst am Glauben (sırf hizmet-i imaniye) zu verrichten und nicht zu versuchen, sich in den Aufgabenbereich Gottes (vazife-i İlahiye) einzumischen. Wir sind im positiven Dienst am Glauben (müsbet iman hizmeti), der die Wahrung (muhafaza) der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (asayiş) zur Folge hat, jeder Art Mühsal (sıkıntı) gegenüber zu Geduld (sabır) und zu Dank (şükür) verpflichtet. Zum Beispiel:
Ich spreche, indem ich mich selbst als Beispiel (misal) nehme: Ich habe mich vormals einer Diktatur (tahakküm) gegenüber so wenig wie infolge einer Erniedrigung (terzil) gebeugt. Anhand vieler Ereignisse (hâdise) steht bereits fest (sabit), dass ich in meinem ganzen Leben (hayat) eine Diktatur (tahakküm) nicht vertragen konnte. Z.B. in Rusland vor dem Kommandanten nicht aufzustehen, wie auch vor dem Kriegsgericht (Divan-ı Harb-i Örfî) trotz meiner drohenden Hinrichtung (i'dam tehdidi) den Fragen der Generäle (paşalar) im Gericht (mahkeme) nicht einmal den Wert (ehemmiyet) von fünf Para beizumessen, zeigt meine Haltung (tavrım) gegenüber den vier Kommandanten, und dass ich mich auch vor einer Diktatur (tahakküm) nicht beuge. Seitdem bin ich jedoch in diesen dreißig Jahren, um mich stets positiv (müsbet) zu verhalten und nicht zuzulassen, mich negativ (menfî) zu verhalten und nicht zu versuchen, mich in den Aufgabenbereich Gottes (vazife-i İlahiye) einzumischen, um all dieser Dinge (hakikat) willen Handlungsweisen (muamele) mir gegenüber mit Geduld und Einverständnis (sabır ve rıza) begegnet. Wie der Prophet Cercis (A.S.) und all diejenigen, die in den Schlachten (muharebe) am Bedir und am Uhud {Diese Schlachten wurden am Fuß der genannten Berge geschlagen. (A.d.Ü.)} viel erleiden (cefa çeken) mussten, habe ich sie in Geduld und Einverständnis (sabır ve rıza) entgegengenommen.
Hier noch ein Beispiel: Nach dem Urteil (karar) eines Staatsanwalts (müddeiumumî) anhand falscher Anschuldigungen (yanlış iddialar) gegen uns, deren 81 Fehler (hata) ich vor dem Gericht (mahkeme) bewiesen (isbat) hatte, habe ich gegen ihn nicht einmal einen Fluch (beddua) ausgesprochen. Denn die Hauptsache (asıl mes'ele) liegt in dem geistigen Kampf (cihad-ı manevî) dieser Zeit, einen Schutzwall (sed) gegen die geistige Zerstörung (manevî tahribat) zu errichten und dadurch für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in unserem Land (dâhilî asayiş) mit aller Kraft beizutragen (kuvvetimizle yardım).
Unser Weg (meslek) gibt uns in der Tat zugleich auch unsere Kraft (kuvvet). Doch darf diese Kraft nur zur Aufrechterhaltung (muhafaza) der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (asayiş) eingesetzt werden.
{"Niemand soll die Last eines anderen tragen." (Sure 6,164)}
Nach diesem Prinzip (düstur), das da lautet: "Wegen eines einzigen Verbrechers (cani) dürfen weder sein Bruder (kardeşi) noch seine Familie (hanedanı), noch seine Kinder (çoluk-çocuk) zur Verantwortung (mes'ul) gezogen werden." Aus diesem Grund habe ich in meinem ganzen Leben (hayat) meinen ganzen Einfluss (kuvvet) dafür geltend gemacht, die öffentliche Sicherheit und Ordnung (asayiş muhafaza) zu wahren. Eine solche Macht (kuvvet) darf jedoch keineswegs aufgrund von Fehlentscheidungen im Inland (dâhile tecavüz) zum Einsatz kommen, sondern lediglich bei Übergriffen aus dem Ausland zur Anwendung (istimal) kommen. Der Grundsatz (düstur) der oben erwähnten Ayah verpflichtet uns (vazifemiz) in jedem Fall, mit ganzer Kraft (kuvvet) in unserem Land (dâhilde) zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (asayişe) beizutragen (yardım). Aus diesem Grund kamen in der islamischen Welt (âlem) interne Auseinandersetzungen, welche die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdeten (asayiş ihlâl), nur im Verhältnis eins zu tausend (binde bir) vor. Diese ergaben sich dann (ileri gelmiş) aus unterschiedlichen Auffassungen bei der Meinungsfindung (içtihad farkından). Die größte Voraussetzung (şart) für den geistigen Kampf (cihad-ı manevi) liegt darin, nicht zu versuchen, sich in die Angelegenheiten Gottes einzumischen (vazife-i İlahiye karışmamak). "Unsere Aufgabe (vazife) besteht in unserem Dienst (hizmet). Das Ergebnis (netice) liegt in den Händen Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk). Was hingegen unser Anteil (mecbur) ist und wozu wir verpflichtet (mükellef) sind, das ist: unsere Aufgabe (vazife) zu erfüllen."
Ich sage genauso wie Celaleddin-i Harzemşah: "Meine Aufgabe (vazife) ist der Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye). Mir Erfolg (muvaffak) zuteilwerden oder nicht zuteilwerden zu lassen, das liegt im Aufgabenbereich (vazife) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk)." Und so nahm ich denn meinen Unterricht (ders) aus dem Qur'an, um in Aufrichtigkeit (ihlas) zu handeln.
Einem Angriff (tecavüze) von außen (haricî) widersteht man (mukabele) mit Gewalt (kuvvet). Denn aller Besitz (mal) des Feindes (düşman) samt Kind und Kegel (çoluk-çocuk) gilt als Beute (ganîmet). Im Inland (dâhilde) ist dem aber nicht so. Die Handlungsweise (hareket) im Inland muss auf eine positive (müsbet) Weise geistig gegen die geistige Zerstörung (manevî tahribat) sein. Es gilt, dem Geheimnis der Wahrhaftigkeit (ihlas sırrı) entsprechend zu handeln (hareket). Der Kampf (cihad) gegen das Ausland (hariç) ist das eine, der Kampf im Inland (dâhilde) aber das andere. Heute hat mir Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) nun Millionen wahrhaftige Schüler (hakikî talebe) geschenkt. Und nun müssen wir auch positiv (müsbet) handeln, um mit aller Kraft (kuvvet) im Inland (dâhil) auch nur die öffentliche Sicherheit und Ordnung (asayiş) zu wahren (muhafaza). In heutiger Zeit ist der Unterschied des geistigen Kampfes (cihad-ı maneviye) im Inland und Ausland (dâhil ve hariç) sehr groß (fark, pek azîm).
Es gibt da noch eine Sache (mes'ele). Auch sie ist von großer Bedeutung (ehemmiyetli). Nach dem Urteil (hükm) des Qur'ans sind notwendige Grundbedürfnisse (hacat-ı zaruriye) als Erfordernisse (îcabat) der eher ärgerlichen als bürgerlichen (mimsiz medeniyet) Zivilisation in heutiger Zeit von vier auf zwanzig gestiegen. Durch Leidenschaft (tiryakilik), Mode (görenek) und Gewohnheit (itiyad) sind die nicht lebensnotwendigen Bedürfnisse (hacat-ı gayr-ı zaruriye) zu Grundbedürfnissen (hacat-ı zaruriye) geworden. Obwohl man an das Jenseits glaubt (âhirete iman), zieht man dennoch (tercih), indem man sagt: "es besteht da eine Notwendigkeit (zaruret)" - gewisse Notwendigkeiten im Sinn (zaruret zannıyla) - um eines irdischen Vorteils (dünya menfaati) willen oder der Sorge um den Lebensunterhalt (maişet derdi) wegen, das Diesseits (dünya) dem Jenseits (âhiret) vor.
Vor vierzig Jahren schickte ein Oberkommandierender (başkumandan), um mich ein wenig mit der Welt (dünya) vertraut zu machen (alıştırmak), einige Kommandanten, ja sogar Hodschas zu mir. Sie sagten zu mir: "Heute sind wir in einer Notsituation (mecbur).
{"Wahrlich, in Notlagen werden bedenkliche Dinge erlaubt."}
Diesem Grundsatz (kaide) zufolge müssen wir (mecbur) einige Verfahrensweisen (usûller) Europas und Erfordernisse ihrer Zivilisation (medeniyetin îcabları) übernehmen." Dagegen sage ich: "Ihr irrt euch sehr. Eine Notlage (zaruret), die durch einen Missbrauch der Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) hervorgerufen wird, kann diese Situation keineswegs legitimieren, kann das, was verboten (haram) ist, nicht erlaubt (helâl) machen. Wird sie hingegen nicht durch einen Missbrauch der Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) hervorgerufen, d.h. wenn diese Situation (zaruret) nicht die Folge der Übertretung eines Verbots (haram) ist, so liegt hier auch keine Schuld vor (zararı yok). Wenn dagegen ein Mann seine Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) missbraucht, indem er sich z.B. betrinkt - was natürlich verboten (haram) ist - und dann in seinem trunkenen Zustand (sarhoşluk) ein Verbrechen (cinayat) begeht, so wird natürlich gegen ihn recht (hüküm) gesprochen. Er wird also nicht entschuldigt (mazur) sondern bestraft (ceza). Denn er ist durch den Missbrauch seiner Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) selbst in diese Notlage (zaruret) hineingeraten. Wenn hingegen ein zorniges Kind (meczub çocuk) in einem Wutanfall (cezbe halinde) jemanden schlägt, so wird man ihm das vergeben (mazur) und es nicht bestrafen (ceza görmez). Denn es hat dies ja nicht in böser Absicht getan (ihtiyarı dâhili)." {Ein Kind kann nach einem Wutanfall sagen: "Ich habe das nicht mit Absicht getan." (A.d.Ü.)}
Des Weiteren habe ich dem Kommandanten und den Hodschas gesagt: Was für eine Not (zaruret) gibt es für einen Menschen außer der Not (zarurî ihtiyaç), etwas Brot zu essen (ekmek yemek), um zu leben (yaşamak)? Die Handlungen, die aus dem Missbrauch der Entscheidungsfreiheit (sû'-i ihtiyar), aus im Islam nicht erlaubten Neigungen (gayr-ı meşru meyiller) und aus verbotenen Handlungen herrühren (haram muamele tevellüd), können kein Anlass (medar) sein, Verbotenes (haram) für erlaubt (helâl ) zu erklären. Wenn jemand süchtig (tiryaki) ist nach Dingen wie Kino, Theater oder Tanz, {in damaliger Zeit synonym für die Kultur der westlichen Kolonialmächte (A.d.Ü.)} Dingen, die keineswegs lebensnotwendig (zaruret-i kat'iyye) sind, und diese Sucht aus dem Missbrauch der Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) erwächst, kann es kein Grund (sebeb) sein, Verbotenes (haram) für erlaubt (helâl) zu erklären. Auch das menschliche Gesetz (kanun-u beşerî) zieht diese Punkte mit in Betracht (nazar), sodass es die Beurteilung (hüküm) von Handlungen außerhalb der Entscheidungsfreiheit aus einer absoluten Notlage (ihtiyar haricinde zaruret-i kat'iyye) heraus und solcher, die aus dem Missbrauch der Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) erwachsen, voneinander unterscheidet (ayırmış). Im Gesetz Gottes (Kanun-u İlahî) sind diese Grundlagen (esaslar) auf eine noch grundlegendere (esaslı) und klarere Weise (muhkem şekil) voneinander unterschieden (tefrik).
Dennoch sollt ihr einige Hodschas nicht angreifen (hücum), die sich vorstellen, dass sich unter dem Druck (ilcaat) der heutigen Verhältnisse Notsituationen (zaruret) häufen und sich deswegen für ketzerische Neuerungen (bid'a) interessieren. Ihr sollt mit diesen Armseligen, die unwissend nach der Vorstellung handeln: "Es ist eine Notlage (zaruret var).", nicht ins Gericht gehen (o bîçarelere vurmayınız). Daher gebrauchen wir unsere Kraft (kuvvet) nicht für Streitigkeiten untereinander (dâhilde). Auch wenn einer dieser Armseligen (bîçare), der sich bereits in eine solche "Notlage" hineingesteigert hat, unter denen, die sich uns widersetzen (muhalif olan), ein Hodscha ist, sollt ihr ihn dennoch nicht kritisieren (ilişmek). Da ich früher gegen so viele Gegner (o kadar muarız), die damals gegen mich (aleyhim) waren, auf mich allein (tek başım) gestellt war und dennoch standhaft blieb (dayandıgım) und dabei auch kein Fünkchen (zerre kadar fütur) nachgelassen habe und so im Dienst am Glauben Erfolg (hizmet-i imaniye muvaffak) hatte, ertrage ich (tahammül) heute, während ich Millionen Schüler des Lichtes (Nur Talebe) habe, wieder durch positives Verhalten (müsbet hareket) all ihre Beleidigungen und Schikanen (tahkiratlar, zulümler).
Wir betrachten nicht diese Welt (dünya) hier. Wenn wir sie aber betrachten, dann tun wir dies, um ihr {gemeint sind hier die Ordnungshüter (A.d.Ü.)} zu helfen (yardımcı). So helfen wir (yardım) ihnen auf eine positive Weise (müsbet bir şekilde), um so die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu wahren (asayiş muhafaza). In Anbetracht solcher Tatsachen (hakikat) müssen wir duldsam (hoş görmeliyiz) sein, auch wenn sie uns Unrecht (zulüm) tun.
Die Veröffentlichung (neşri) der Risale-i Nur im ganzen Land hat jeden zu der völligen Überzeugung (kanaat-ı tâmme) gebracht, dass die Demokraten sich für die Religion einsetzen (dine taraftar). Heute noch eine Abhandlung in Beschlag zu nehmen (risaleye ilişmek), ist dem, was für Land und Volk (vatan, millet) von Vorteil ist (maslahat), völlig entgegengesetzt (tamamen zıd).
Es gab da noch eine vertrauliche Abhandlung (mahrem risale). Ich hatte die Veröffentlichung dieser vertraulichen Abhandlung untersagt (neşrini men'etmiştim). Ich hatte also gesagt: "Sie darf erst nach meinem Tod veröffentlicht werden." Dann haben die Gerichte (mahkeme) sie in Beschlag (alıp) genommen, gelesen (okudu) und eingehend (tedkik) untersucht. Dann haben sie sie wieder frei gegeben und das Revisionsgericht (Mahkeme -i Temyiz) hat diese Freigabe bestätigt (tasdik). Daraufhin habe ich ihre Herausgabe genehmigt (neşredenlere izin), um im Inland (dâhil) die öffentliche Ruhe und Ordnung sicherzustellen (asayişi temin) und 95 von hundert Unschuldigen (masum) vor einem Schaden (zarar) zu bewahren; und ich sagte mir dabei: "Said darf sie nach einer vorherigen Beratung veröffentlichen (meşveretle neşredebilir)."
Und noch eine dritte Sache: Der absolute Unglaube (küfr-ü mutlak) bemüht sich heute um die Verbreitung (neşri) einer solchen geistigen Hölle (cehennem-i manevî), sodass kein Ungläubiger (kâfir) in der Welt (kâinat) sich so etwas vorstellen sollte (lâzım). Das Geheimnis (sırr) dessen, dass der Qur'an eine Barmherzigkeit für die Welten - "Rahmeten lil-âlemîn" - ist, liegt darin, dass er, wie er für die Muslime eine Barmherzigkeit (rahmet) ist, auch dadurch, dass der Glaube an das Jenseits (âhirete iman) auch die Möglichkeit (ihtimal) eines Glaubens an Gott (Allah'a iman) mit einschließt, auch für die Ungläubigen (dinsizler), für die ganze Welt (âlem) und das Menschengeschlecht (nev'-i beşer) eine Barmherzigkeit (rahmet) ist, die eine Anmerkung und ein Hinweis (bir nükte, bir işaret) darauf ist, dass er sie dadurch vor einer geistigen Hölle (manevî cehennem) schon in dieser Welt (dünya) in gewissem Grade bewahrt (kurtarmış). Dagegen begann der Teil der irre (dalalet) Geleiteten aus Wissenschaft und Philosophie (fen ve felsefe) {wie sie in der Sowjetunion gelehrt werden (A.d.Ü.)} heute, nämlich der Teil, der sich mit dem Qur'an nicht versöhnt (barışmayan), den Weg verloren (yoldan çıkmış) hat und sich dem Qur'an widersetzt (muhalefet), den absoluten Unglauben (küfr-ü mutlakı) nach der Weise der Kommunisten zu verbreiten (neşre). Da er unter dem Deckmantel des Kommunismus in einer Weise, die den Anarchismus zur Folge (netice) hat, durch Heuchler (münafıklar) und Atheisten (zındıklar) und einige eingefleischte atheistische Politiker (müfrit dinsiz siyasetçiler) zu veröffentlichen und einzuimpfen (neşir ile aşılanmaga) beginnt, kann das heutige Leben ohne Religion (hayat, dinsiz) nicht möglich (kabil) sein und nicht fortbestehen (yaşamaz). Der Leitsatz (hükmü): "Ein Volk ohne Glaube (dinsiz bir millet) kann nicht fortbestehen (yaşamaz)" ist ein Hinweis auf diesen Punkt (noktaya işaret). Wenn es sich um den absoluten Unglauben (küfr-ü mutlak) handelt, kann man im eigentlichen Sinn überhaupt nicht leben (hakikat-ı halde yaşanmaz). Darum erteilt der Weise (Hakîm) Qur'an den Schülern (şakirdler) der Risale-i Nur in diesem Zeitalter (asır) diesen Unterricht (ders) als sein geistiges Wunder (mu'cize-i manevi), damit er gegen den absoluten Unglauben (küfr-ü mutlakı) und den Anarchismus einen Schutzwall errichten (sed çeksin) kann. Und er hat ihn auch tatsächlich so errichtet (Hem çekmiş). Was uns gegen diese Strömung bewahrt (cereyan muhafaza), die China, das halbe Europa und den Balkan überzieht (istilâ), ist in der Tat dieser Unterricht (ders) des Weisen (Hakîm) Qur'ans, sodass er gegen diesen Angriff (hücum) einen Schutzwall (sed) errichtet und auf diese Weise gegen diese Gefahr (tehlike) einen Ausweg (çare) gefunden hat.
Also ist es für einen Muslim nicht möglich (mümkün), zu einer anderen Religion (din) überzutreten, um entweder Christ oder Jude zu sein, oder gar Bolschewist zu werden. Denn, wenn ein Christ Muslim wird, so wird er Jesus (İsa Aleyhisselâm) nur noch mehr lieben. Wenn ein Jude Muslim wird, so wird er Moses (Musa Aleyhisselâm) nur noch mehr lieben. Wenn aber ein Muslim die Befolgung der Anweisungen (zincir) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, aufgibt und seine Religion (din) verlässt, so tritt er gar keiner Religion mehr bei, sondern wird ein Anarchist und in seinem Geist (ruh) findet sich überhaupt kein Anhaltspunkt (hal) mehr, der zu seiner Vervollkommnung (kemalât) beitragen (medar) könnte. Da sein Gewissen bereits verdorben (vicdan tefessüh) ist, wird er nun zu einem Gift für das gesellschaftliche Leben (hayat-ı içtimaiyeye bir zehir).
Darum sei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) Dank (şükür) dafür, dass sich durch die Hinweise (işarat) des Weisen (Hakîm) Qur'ans aus dem Verborgenen (gaybiye) unter den tapferen (kahraman) türkischen und arabischen Nationen (millet) eine Unterrichtung (ders) des qur'anischen Wunders (mu'cize), das dieses Jahrhundert retten (asr kurtaracak) kann, in türkischer und arabischer Sprache (lisan) unter dem Titel "Risale-i Nur" zu verbreiten (intişar) begann. So wie er bereits vor sechzehn Jahren den Glauben (iman) von sechshunderttausend Menschen gerettet (kurtardı) hat, so steht schon heute fest (sabit), dass ihre Anzahl bereits die Millionengrenze übersteigt. Das also heißt, dass die Risale-i Nur, die in gewissem Grade ein Mittel (vesile) ist, die Menschheit vor dem Anarchismus zu bewahren (kurtarmak), genauso ein Mittel (vesile) ist, die beiden tapferen Geschwister (kahraman kardeş) des Islam, Türken und Araber, zu vereinigen und die Grundgesetze (kanun-u esasîler) des Qur'ans zu verbreiten (neşretmek), wie dies selbst seine Feinde bestätigen können (düşmanlar da tasdik).
In dieser Zeit kämpft der absolute Unglaube (küfr-ü mutlak) nun einmal mit dem Qur'an. Im absoluten Unglauben (küfr-ü mutlakta) liegt nun einmal schon in dieser Welt (dünya) eine noch größere Hölle (cehennem) als die Hölle im Jenseits. Denn der Tod (ölüm) kann nun einmal nicht getötet werden (öldürülmüyor). Jeden Tag bezeugen (şehadet) dreißigtausend Beerdigungen (cenaze) weltweit (beşerde) den Fortbestand des Todes. Dieser Tod wird von denen, die in den absoluten Unglauben (küfr-ü mutlak) hinabgestürzt sind oder sich auch nur dafür interessieren (taraftar), für eine Hinrichtung ohne Wiederkehr (i'dam-ı ebedî) sowohl ihrer selbst (şahs) als auch als eine ewige Hinrichtung ohne Wiederkehr all ihrer Verwandten (akraba) vergangener als auch kommender (geçmiş, gelecek) Zeiten gehalten. So leiden sie unter einer zehnfach fürchterlicheren Höllenqual (Cehennem azabı) als in der Hölle selbst. Sie verspüren also diese Höllenqualen infolge ihres absoluten Unglaubens (küfr-ü mutlak) im eigenen Herzen (kalb). Denn jeder Mensch (insan) ist glücklich auch durch das Glück (saadetiyle mes'ud) seiner Verwandten (akraba) und erleidet ihr Leid mit ihnen (azab muazzeb). Nach der Überzeugung (itikad) derer, die Gott leugnen (Allah inkâr), wird all ihr Glück zunichte (saadetleri mahvoluyor) und treten Leiden (azab) an seine Stelle. So gibt es in dieser Zeit nur einen einzigen Ausweg (tek bir çare), der die geistige Hölle (manevî cehennem) in dieser Welt (dünya) aus den Herzen der Menschen (insanların kalbi) beseitigt. Dies ist der Weise (Hakîm) Qur'an und das sind die Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur, die dem Verständnis dieser Zeit (zamanın fehmine) entsprechend dessen geistige Wunder (mu'cize-i manevi) sind.
Wir danken Gott (Allah'a şükrediyoruz) dafür, dass heute eine der politischen Parteien (siyasî partiler) dies ein wenig verspürt (hissetti) haben muss, sodass sie die Veröffentlichung dieser Werke (eserlerin neşrine) nicht länger mehr behindert (mani') hat. Die Risale-i Nur beweist (isbat), dass die Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) den Gläubigen (ehl-i iman) schon in dieser Welt (dünya) ein geistiges Paradies (cennet-i maneviye) zuteilwerden lässt, sodass die Partei bei deren Veröffentlichung (neşrine) keine Schwierigkeiten (mümanaat) bereitet, sich vielmehr tolerant verhält (müsaadekâr davrandı) und darauf verzichtet (vazgeçti), auf deren Herausgeber (naşirler) irgendeinen Druck (tazyikat) auszuüben.
Liebe Mitbrüder! Ich bin sehr schwer krank (hasta) und werde vielleicht schon bald sterben (yakında ölecegim) oder jedenfalls überhaupt nicht mehr sprechen können (men' edilecegim), wie dies ja schon ein paar Mal passiert ist. Daher sollen meine mir im geistlichen Leben eng verbundenen Brüder des Lichtes (Nur âhiret kardeşlerim) sagen: "Hier geht es um eine Schadensbegrenzung (ehven-üş şerr)" und einige armselige Leute, die sich nun einmal falsch verhalten (bîçare yanlışçılar), nicht wegen ihrer Fehler (hatalar) angreifen (hücum etmesinler). Sie sollen sie vielmehr stets positiv (müsbet) behandeln. Es ist nicht unsere Aufgabe (vazifemiz), uns negativ zu verhalten (menfî hareket). Denn solch ein negatives Verhalten (hareket menfîce) innerhalb unseres Landes (dâhilde) darf es nicht geben. Da nun einmal ein Teil der Politiker (siyasetçiler) der Risale-i Nur keinen Schaden (zarar) zufügt, ja sogar ein klein wenig tolerant (müsaadekâr) ist, sollt ihr sie im Sinne einer Schadensbegrenzung (ehven-üş şerr) behandeln und betrachten. Um hier einen noch größeren Schaden (a'zam-üş şer) zu vermeiden (kurtulmak), sollt ihr ihnen keine Schwierigkeiten (zarar) bereiten, sie vielmehr noch unterstützen (faide).
Des Weiteren besteht der geistige Kampf (cihad-ı manevî) im Inland darin, gegen die geistige Zerstörung (manevî tahribat) anzukämpfen, weshalb dazu nicht materielle (maddî), sondern geistige Dienste (manevî hizmetler) notwendig sind (lâzım). Darum versuchen wir nicht, uns in die Angelegenheiten der Politiker (ehl-i siyaset) einzumischen, genau so wie auch die Politiker gar kein Recht (hiçbir hakları yok) dazu haben, sich mit uns zu beschäftigen (meşgul). {und gewaltsam irgendetwas gegen uns zu unternehmen (A.d.Ü.)}
Zum Beispiel: Obwohl mir eine Partei auf tausenderlei Weise ihre Schikanen (sıkıntı) zugefügt hat und sogar seit dreißig Jahren durch Verhaftungen (hapisler) u.dgl. Druck (tazyikler) auf mich ausgeübt hat, habe ich ihnen dies bereits verziehen (hakkımı helâl). Trotz der uns zugefügten Qualen (azablar) wurde ich ein Anlass, 95/100 Unschuldige {An den uns zugefügten Qualen waren nur 5/100 als Hauptschuldige beteiligt. Die restlichen 95/100 waren lediglich Mitläufer. (A.d.Ü.)} (bîçare) davor zu bewahren (kurtulmaya), Verachtungen (tezyif), Einwänden (itirazlar) und Anschuldigungen (zulümler) ausgesetzt zu werden (maruz), sodass der Weisung (hükmünce) der Ayah entsprechend
{"Niemand soll die Last eines anderen tragen." (Sure 6,164)}
die Schuld (kabahat) nur die restlichen 5/100 traf. Diese Partei, die hier gegen uns (aleyhimiz) ist, hat nunmehr in gar keiner Hinsicht irgendein Recht (hak), sich über uns zu beklagen (aleyhimizde şekva).
Ein Staatsanwalt hat sogar bei einer Gerichtsverhandlung (mahkeme) unter dem Verdacht (evham) hinterhältiger Agenten (yanlış muhbirler) und Spione (casuslar) und anhand seiner eigenen Missdeutungen (sû'-i fehmi) und seiner Unaufmerksamkeit (dikkatsizlik) einige Abschnitte (kısımları) der Risale-i Nur falsch ausgedeutet (yanlış mana) und versuchte dann, gegen mich und siebzig weitere Leute aufgrund von achtzig Falschaussagen (yanlış) unsere Verhaftung (mahkûm) zu erwirken. Euer Mitbruder, der - wie vor Gericht (mahkeme) bereits bewiesen (isbat) wurde - allen Angriffen (hücum) am meisten ausgesetzt (maruz) ist, hat, während er im Gefängnis (mahpus) saß, durch sein Fenster das drei Jahre alte Kind (çocuk) dieses Staatsanwalts (müddeiumumî) gesehen und hat nach ihr gefragt. Sie sagten ihm: Es ist die Tochter (kız) dieses Staatsanwalts. Um dieser Unschuldigen (masum) willen hat er gegen diesen Staatsanwalt (müddeî) keinen Fluch (beddua) ausgesprochen. All die Mühsal (zahmet), die er verursachte, hat vielmehr die Verbreitung (intişar) und die Bekanntmachung {durch die Berichte in den Zeitungen (A.d.Ü.)} der Risale-i Nur - dieses geistigen Wunders (mu'cize-i manevi) - veranlasst (vesile) und sie so in Segen umgewandelt (rahmetlere inkılab).
Brüder, ich werde vielleicht bald sterben. Diese Zeit hat ihre Krankheiten (hastalık). Es sind Selbstsucht (benlik), Egoismus (enaniyet), Prahlsucht (hodfüruşluk) und die Sucht (iştihası), sein Leben (hayat) aufs Schönste (güzelce) und umgeben von seinen Wunschvorstellungen modernster Technik (medeniyet fantaziye) zu verbringen u.dgl. Krankheiten mehr. Der erste Grundsatz (esas) des Unterrichts (ders), den die Risale-i Nur aus dem Qur'an empfangen hat, ist deshalb die Notwendigkeit (lüzum), Selbstsucht (benlik), Egoismus (enaniyet) und Prahlsucht aufzugeben (hodfüruşluk terk), damit der Dienst (hizmet) zur Errettung des Glaubens (imanın kurtarıl) in Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit (ihlas-ı hakikî) geleistet werden kann. Dank sei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk'a şükür), dafür, dass doch sehr viele derer, welche (efrad) diese höchste angestrebte Wahrhaftigkeit erworben (a'zamî ihlası kazananları) haben, zusammengekommen (meydan) sind. Und es gibt immer noch viele, die ihr Ego (benlik), ihren Ruhm und Ruf (şan ü şeref) für eine - wenn auch noch so kleine - Angelegenheit im Glauben (mes'ele-i imaniye) zum Opfer (feda) bringen. In einer Zeit, in der selbst noch die Feinde (düşman) eines armen Schülers des Lichtes (Nur'un bîçare bir şakird) zu Freunden (dost) geworden sind und zugleich die Anzahl derer, die sich einmal mit ihm unterhalten (sohbet) wollen, gestiegen ist, versagte in der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) seine Stimme (sesi kesilmiş). Des Weiteren stören ihn (incitiyor) allein schon die Blicke (bakanlar) derer, die ihn begeistert (takdir) betrachten, als wären sie bösartig (isabet-i nazar). Sogar ihm die Hände zu schütteln (musafaha), bestürzt ihn so (sıkıntı), als hätte man ihm eine Ohrfeige (tokat) versetzt. Man hat ihn also gefragt: "Was hast du denn nur für Zustände (vaziyet)? Warum kannst du denn bloß den Erwartungen (hatır) deiner Millionen Gefährten (arkadaşlar) nicht entgegenkommen (muhafaza)?" Zur Antwort sagte er:
Da nun einmal unser Weg (meslek) die höchste angestrebte Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlas) ist, soll man sich von der Selbstsucht (benlik), dem Egoismus (enaniyet) und weltlicher Herrschaft abwenden. Denn es ist ein Erfordernis zuhöchst angestrebter Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlasın iktizası), auch wenn jemandem sogar die Weltherrschaft (dünya saltanatı) angeboten würde, sich ein wenig im Glauben (mes'ele-i imaniye) zu vergewissern, weil es sich hier um etwas Beständiges (bâki) handelt, und dies für besser anzusehen, als ein Reich zu beherrschen (saltanata tercih etmek). So war ihm z.B. innmitten einer Schlacht (harb), an vorderster Front (avcı hattında), unter dem Kanonenhagel des Feindes (düşmanın top gülleleri), eine einzige Ausdeutung (nükte) eines einzigen Wortes (harf) einer einzigen Ayah des Weisen (Hakîm) Qur'ans wichtiger (tercih), und so sagte er denn unter diesem Kanonenhagel (gülleler) zu seinem Schreiber (kâtib) Habib: "Hol das Heft heraus!" und diktierte ihm noch auf seinem Pferd sitzend diese Anmerkung (nükte). Er hat also noch nicht einmal mitten im Kugelhagel des Feindes (düşmanın gülleleri) diese Ausdeutung (nükte) eines Wortes (harf) im Qur'an unterlassen (terketmek). Er zog (tercih) dies vielmehr dem Schutz des eigenen Lebens (ruhunun kurtulması) vor.
Wir haben diesen Bruder gefragt: "Woher hast du diese sonderbare Lektion (acib ders) über die Wahrhaftigkeit (ihlas) entnommen?"
Erstens: Inmitten der Schlacht am Bedr, welche in der Islamischen Geschichte (âlem) geradezu einzigartig (acib) {Es ging um Sein oder Nichtsein aller Muslime der damaligen islamischen Welt. (A.d.Ü.)} ist, befahl (emretmiş) der Stolz der Welt (Fahr-i Âlem), mit dem Friede und Segen sei, laut einer Aussage einer ehrwürdigen (şerif) Hadith, trotz der Angriffe des Feindes (düşmanın hücumu) während einer Gebeteszeit (namaz) der Hälfte aller Kämpfer (mücahidler), ihre Waffen (silâh) abzulegen und sich dem Gemeinschaftsgebet (cemaat) anschließen, um auch den Segen der Gemeinschaft (cemaat hayrı) zu erlangen (şerik). Nach zwei Rekat sollte dann auch die andere Hälfte kommen und mitbeten, um nicht ohne ihren Anteil (hissedar) an dem Segen der Gemeinschaft zu bleiben (hissesiz kalmamak). Da es in einer Schlacht (harb) nun einmal erlaubt (ruhsat) ist, auch allein zu beten, das Gebet mit der Gemeinschaft jedoch empfehlenswert (sünnet) ist, wurde in diesem Fall die Befolgung dieser Empfehlung (sünnete riayet) dem größten Weltereignis (hâdise-i dünyeviye) vorgezogen. Einen solchen Hinweis (işaret) des absoluten Meisters (Üstad-ı Mutlak) als Vorbild betrachtend, befolgen auch wir ihn nun mit Herz und Seele (ruh u canımız).
Zweitens: İmam-ı Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, der Held (kahraman) des Islam, wünschte sich, an vielen Stellen und auch am Schluss der Celcelutiye {ein Gebetbuch, das er selbst verfasst hat (A.d.Ü.)} einen Leibwächter (himayet), damit seine Haltung vor Gott (huzur) im Gebet (namaz) nicht gestört (gaflet) werde. Damit ihn keine Angst vor einem Angriff (hücum manası) seiner Feinde (düşman) überkomme (hatırına) und wenigstens seine Konzentration im Gebet vor Gott (namazdaki huzuru) durch die Vorstellung eines Angriffs (hücum tasavvuru) seiner Feinde, deren es doch so viele gab, nicht gestört (mâni') werden könne, erbat er (niyaz) sich an der Schwelle Gottes (dergâh-ı İlahî) einen Ifrit als seinen Leibwächter (muhafız).
So hat auch eurer armer (bîçare) Bruder, dessen Leben (ömr) in diesem Zeitalter in seiner Selbstsüchtigkeit (hodfüruşluk) hin- und hergeschleudert wurde, aus diesen beiden kleinen Beispielen (nükte), sowohl aus dem Grund der Erschaffung der Welt (Sebeb-i Hilkat-ı Âlem) {Sie wurde um des Propheten willen erschaffen (A.d.Ü.)} als auch von dem Helden des Islam {Imam Ali: ihm war sein Gebet (namaz) in Gottes Gegenwart (huzur) wichtiger als sein Leben (A.d.Ü.)} seine Lehren (ders) gezogen. Er legte auf die Geheimnisse (esrar) des Qur'ans, die für diese Zeit besonders wichtig (lâzım) sind, großen Wert (ehemmiyet), achtete im Krieg (harb) nicht auf den Schutz seines eigenen Lebens (ruhunun muhafazası) und konzentrierte sich dabei auch noch auf die Ausdeutung (nükte) selbst noch eines einzigen Wortes (harf) des Qur'ans.