Briefe aus Emirdağ-1
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Der Fünffache Gottesdienst (ibadet):

1. Sie ist der geistige Kampf gegen die Leute des Irrweges, welcher der wichtigste Kampf ist.

2. Sie ist der Dienst, bei dem man seinem Meister zur Verbreitung der Wahrheit Hilfe leistet.

3. Sie ist der Dienst, den man den Muslimen im Glauben leistet.

4. Sie ist das Studium der Wissenschaften, das man mit dem Griffel betreibt.

5. Sie ist eine Art der Anbetung, die man im Nachsinnen vollzieht und die manchmal in einer Stunde mehr Segen bringen kann als ein Jahr der Anbetung.

Sie birgt außerdem auch noch fünf Vorzüge im weltlichen (Leben):

1. Segen für den Unterhalt (risq).

2. Ruhe und Frohsinn im Herzen.

3. Leichtigkeit beim Erwerb des Lebensunterhaltes.

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4. Erfolg bei der Arbeit.

5. Die Tugend des Schülerseins verleiht einen Anteil an den aufrichtigen Gebeten aller Schüler der Risale-i Nur.

Mit dem Stift den Lichtern zu dienen (Nurlara hizmet) und in Treue (sadakat) ihr Schüler (talebe) zu werden, hat zwei wichtige Früchte zum Ergebnis:

1. Aufgrund eines Hinweises der Ayat des Qur'an steigt man im Glauben (iman) in das Grab (kabr).

2. An den geistlichen (manevî) Verdiensten aller Schüler (sakirdler) im Geheimnis der geistigen Körperschaft (sirket-i maneviye sirriyla) im Kreise des Lichtes (Nur dairesi), der Segnungen (hasenat) aller teilhaftig zu werden.

Zudem in der Zeit des Mangels an Schülern in die Klasse (sinif) der Schüler der Religonswissenschaften (talebe-i ulûm-u diniye) einzutreten, welche die Hochachtung (hürmet) der Engel (melaikeler) empfangen haben, {(Anmerkung): Dies steht aufgrund der klaren Schau (kat'î müsahede) einiger Leute der inneren Schau (ehl-i kesf) fest (sabit).} um danach in der Welt des Zwischenreiches (âlem-i berzah) - wenn er die richtige Einstellung (talii) gefunden und zum Erfolg (muvaffak) gelangt ist - wie Hâfiz Ali und der bekannte Schüler, von dem in der "Frucht-Abhandlung" (Meyve) gesprochen wird, das Leben der Märtyrer (süheda hayati) zu erlangen.

Der Text, der am Anfang der Werke, die durch das Kopiergerät vervielfältigt werden, geschrieben werden soll, ist folgender:

Da die Gerichtshöfe (mahkeme) sowohl in Ankara als auch in Denizli und ihre Sachverständigenkommission (ehl-i vukuf) zwei Jahre lang alle Exemplare (eczalar) der Risale-i Nur durchforscht (tedkik) und daraufhin unseren Freispruch (beraet) und die Rückgabe (teslim) sämtlicher Abhandlungen der Risale-i Nur übereinstimmend beschlossen haben, steht ihrer Veröffentlichung (nesir) nun nichts mehr im Wege.

Die Durchführungen zugunsten der Religion (din) sowohl in den Schulen (mektebler) als auch in den Moscheen (câmiler) von Isparta dürfen zu den geistigen Erfolgen (manevî fütuhat) des "Zülfikâr" gezählt werden. Wie Isparta zur Medresse (Nurlarin medresesi) wurde, so möge nun Gott es auch wollen (insâallah), dass sie auch noch andere Provinzen (vilayet) unterrichtet (ders); und möge nun Gott es auch wollen (insâallah), dass sie auch das erste schöne Beispiel (hüsn-ü misal) und gute Vorbild (nümune-i imtisal) für die islamischen Kennzeichen (seair-i İslâmiye) wird.

{(Anmerkung): Obwohl ich mich eigentlich überhaupt nicht mit Politikern (ehl-i siyaset) beschäftige, kam mir heute zufällig zu Ohren, dass sich ein Teil der atheistischen Abgeordneten (dinsiz meb'uslar) während einer Versammlung darum bemüht hat, wieder einige Moscheen zu schließen. Zur selben Zeit sehen meine Vergiftung (tesmim) und die tödliche Krankheit von Hasan Feyzi auch nicht nach einem Zufall (tesadüf) aus. Diese drei Attentate (sû'-i kasd) sehen zur gleichen Zeit so aus, als ob sie miteinander zusammenhingen. Zwei von ihnen sind aber letztendlich doch gescheitert. Nur eines hat einen unserer Helden von uns genommen.}

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Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Während die Leiden, welche in diesem heftigen materiellen wie geistigen (maddî ve manevî) Winter während einer qualvollen (sikintili) materiellen wie geistigen Krankheit mich bedrängten (sikarke), die aus der Möglichkeit erwuchsen, dass ich diese Welt verlassen (dünyadan müfarakat) und von sehr vielen mir innerlich verbundenen Nurcu-Brüdern würde Abschied (iftirak) nehmen müssen, kamen unerwartet Siddik Süleyman und Sabri, unsere Kontaktperson des Lichtes (Nur), im Namen aller Brüder aus der dortigen Umgebung, und meine leiblichen Verwandten, stellvertretend (manasi) für Abdülmecid und Abdurrahman, hierher. Ich danke Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk'a sükrediyorum), ihre Ankunft ist mir wie ein Gegengift (panzehir) zur Arznei geworden. Ich habe sie entgegen meinen Prinzipien (âdet), was auch immer nun geschehen möge, zu mir eingeladen und sie sind auch gekommen. Etwa zwei, drei Stunden habe ich alle meine Sorgen (merak) beiseitegeschoben und wir haben besonders, indem ich mich nach den Verhältnissen (haller) meiner Freunde in Barla erkundigte, im Geiste eine Zeitreise (seyahat-i maneviye-i hayalî) in das alte, geistige, damals noch glückliche (mesrurane) Barla unternommen. Es war für mich eine große Erleichterung (reah) und die Freude (insirah), die mir daraus erwuchs, vertrieb mir alle meine leidvollen Bedrängnisse (elîm sikintilar). Ich hätte meine Freunde gerne noch ein, zwei Tage hier behalten. Aber diese schlechten (fena) Zeiten und die Umstände einer beständigen argwöhnischen (evhamli) Beobachtung hier haben das nicht erlaubt (müsaade). Ich habe diese beiden Brüder im Namen von euch allen angenommen (kabul). Und an meiner statt habe ich sie auch an euch alle als zwei lebendige (canli) Briefe gesandt.

Zweitens: Am zweiten Tag habe ich von den jungen Leuten im Hause der Wissenschaft, für das ich mich sehr interessiere (merak) und dem ich mich auch sehr verbunden (alâka) fühle, einen Brief von den jungen Leuten der dortigen Universität (dâr-ül fünun) erhalten, in dem man mir mitteilt, dass jetzt unter den Studenten (talebe) an der Universität neun wahrhaftige (hakikî) Nurdschus in der Art kleiner Salahaddins und Abdurrahmans ernsthaft für die Erleuchtung (tenvir) ihres Hauses der Wissenschaft (dâr-ül fünun) arbeiten. Was diese kleinen Abdurrahmane betrifft, so setzen Mustafa Oruç, Ziya aus Konya, Feyzi der Sohn von Sabri, Bahaeddin, Abdurrahîm, Ömer aus Kastamonu, Aziz, Sükrü, Sabri und andere, ähnlich ernsthafte junge Nurdschus, sich für die Lichter (Nurlar) ein, als ob meine verstorbenen (merhum) Neffen Abdurrahman und Fuad verzehnfacht erneut zur Welt (dünya) gekommen wären und wieder neu mit ihrer Aufgabe (vazife-i Nuriye) begonnen hätten. Das alles hat mich sehr gefreut und mir auch meine Krankheit erleichtert.

Drittens: Die Arbeiten zur Vervielfältigung des "Zülfikâr" nähern sich dem Ende, was für alle Nurcus, ja sogar für das ganze Land (memleket), eine Freude (saadet) ist. Um euch diese Freude nicht entgehen zu lassen, solltet ihr so weit wie möglich Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Sollte jedoch der unmögliche Fall (farz-i muhal) eintreten - was Gott verhüten möge (insâallah olmaz) - dass es wie bei dem Angriff (tecavüz) auf das Große Zeichen (Âyet-ül Kübra) zu einer Hausdurchsuchung (arama) kommen sollte, dann müsst ihr dafür sorgen, dass kein Exemplar diesem Angriff (tecavüz) anheimfällt. Sie werden zwar jetzt nicht angreifen (tecavüz) und können es auch gar nicht, sondern vielmehr versuchen, sich mit uns zu versöhnen (musalaha). Jedoch werden die heimlichen Atheisten (zindiklar) in jedem Fall nach einer Ausrede suchen, um sich vor dem Fluch (lanet) der Zukunft zu retten und diejenigen zu täuschen, welche die Befugnisse (hüküm) in Händen halten. Darum müssen wir vorsichtig sein, indem wir voll und ganz auf den Schutz und die Hilfe Gottes (hifz u inayet-i İlahiye) vertrauen. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass sich das "Zülfikâr" vor einem möglichen Angriff (tecavüz) zu schützen wissen und das Haupt der Angreifer (mütecavizler) zerspalten oder sie zum Glauben (iman) bringen.

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Mein lieber getreuer Mitbruder, der mir in dieser vergänglichen Welt (fâni dünya) ein hingebungsvoller und aufrechter Kamerad ist!

Erstens: Ich bin dir wirklich sehr dankbar dafür, dass du dich unter all meinen Freunden und Landsleuten und einigen Leuten aus Erzurum in dieser meiner rechtlosen Lage mit all ihren Schikanen mit deiner ganzen Persönlichkeit innig (sefkat) und aufrichtig mit mir verbunden fühlst und in deinen Gedanken (fikr) mir zu Hilfe eilen möchtest. Das werde ich dir bis zum Ende meines Lebens nicht vergessen und so sage ich tausendmal: "Wie wunderbar hat Gott doch dies so eingerichtet (Masâallah) und möge Er dich dafür segnen (Barekallah)!"

Zweitens: Ganz und gar im Gegensatz zu meiner Berufung (meslek) und dem Unterricht, den ich von der Risale-i Nur bekomme, und im Gegensatz zu meinem Lebensprinzip, dem ich seit zehn Jahren folge, nämlich den vergänglichen und bedeutungslosen Ereignissen der vergänglichen Welt (fâni dünya) keine Beachtung zu schenken, will ich dir hier, und zwar nur um deinetwillen, wegen deines Interesses und deines letzten, so langen Briefes, einige Punkte hinsichtlich der Schikanen dieser Gewaltmenschen erklären.

Erstens: Als ich vor dreißig Jahren selbst noch Professor am "Haus der Weisheit" (Darül-Hikmet) war, sagte mein Kollege, Professor Seyyid Sadeddin Pasa, eines Tages zu mir: "Mir ist aus sicherer Quelle die Nachricht zugekommen, dass ein atheistisches Untergrundkomitee, das sich hier (im Lande) gefestigt, seine Wurzeln aber im Ausland hat, ein Werk von dir gelesen und dann gesagt hat: "Solange der Verfasser dieses Werkes noch auf Erden (dunya) existiert, können wir diesem Volk unseren Weg (meslek), nämlich den Atheismus, nicht annehmbar machen. Er darf in diesem Dasein (vucud) nicht länger existieren!" So haben sie denn dich verurteilt und deine Hinrichtung beschlossen. Gib also gut auf dich acht!" Ich habe ihm darauf entgegnet: "Ich vertraue auf Gott (Tevekkeltü Ala'llah)! Die Todesstunde (ecel) ist eins (und eindeutig bestimmt). Daran wird sich auch nichts ändern."

So hat denn dieses Komitee in den letzten dreißig, ja vielleicht vierzig Jahren nicht nur (seine Einflusssphäre) ausgedehnt, sondern nutzt in seinem Kampf gegen mich auch jede nur mögliche Intrige. Zweimal haben sie dafür gesorgt, dass ich ins Gefängnis gekommen bin, um mich zu vernichten, und elfmal haben sie versucht, mich zu vergiften. (Zur Durchführung) ihres letzten abscheulichen Planes haben sie den früheren Innenminister (Vekil), den früheren Gouverneur (Vali) von Afyon und den früheren Bürgermeister (Kaymakam) von Emirdag gegen mich aufgehetzt und ihren Einfluss auf die ganz offiziellen (Ämter) der Regierung mit aller Macht gegen mich geltend gemacht. Gegen einen mittellosen (Menschen) wie mich, der schwach, alt, arm und menschenscheu in der Fremde auf den Dienst anderer dringend angewiesen ist, haben diese drei Regierungsbeamten eine derartige Propaganda in Szene gesetzt, dass sich unter allen (Menschen) eine solche Angst ausgebreitet hat, dass es kein Beamter mehr wagt, noch einmal bei mir hereinzuschauen, es sei denn, um mich auszuspionieren; denn falls ein Beamter mich noch begrüßt und jemand davon erfährt, wird er sogleich strafversetzt. Auch einige meiner Nachbarn wagen es vor Angst kaum noch, mich auch nur zu grüßen. Das alles habe ich erfahren müssen; und dennoch hat Gottes Gnade und Sein Schutz (inayet ve hifz-i Ilâhî) mir Geduld verliehen, mich standhaft gemacht und mich nicht in die Zwangslage kommen lassen, sie aufgrund ihrer beispiellosen Schikanen (auch noch um Gnade) zu bitten.

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Zweitens: Vielleicht erinnerst du dich noch daran, dass ich in Ankara während einer Ratsversammlung (divan-i riyaset) in einem Streitgespäch (münakasa) mit Mustafa Kemal zu ihm gesagt habe: "Wer das Gebet (namaz) nicht verrichtet, ist ein Verräter (hain). Der Ratschluss (hüküm) eines solchen Verräters aber ist nichts wert (merdud)." Und obwohl ich ihm dies geradezu ins Gesicht geschleudert habe, konnte er es dennoch nicht wagen, deswegen vielleicht wütend (ihanet) zu werden oder gar mich zu beleidigen (hakaret). Hier aber konnten ein einfacher Offizier und ein Feldwebel es sich leisten, mich zu verärgern und zu beleidigen. Da es aber ihre Absicht war, mich in Wut (hiddet) zu versetzen und einen Aufstand auszulösen, haben der Beistand (hifz) und die Güte Gottes (inayet-i İlahiye) mir Geduld (sabir) und Standhaftigkeit (tahammül) verliehen.

Drittens: Nachdem zwei Gerichte zwei Jahre lang sämtliche Teile der Risale-i Nur in ihren Händen gehabt und gründlich durchforscht hatten, ohne darin eine gesetzliche Handhabe gegen sie zu finden, haben sie uns die Risale-i Nur zurückgegeben und uns freigesprochen. Es gelang aber dem atheistischen Untergrundkomitee dennoch, mit Hilfe einiger hinterhältiger Beamter am Sitz der Regierung, ganz offiziell Pläne zu schmieden, mich vollkommen entgegen allem Recht und Gesetz (hilâf-i kanun)

{(Anmerkung): Kein einziges Gesetz, ja noch nicht einmal eines ihrer Willkürgesetze, betrifft uns oder die Risale-i Nur auch nur annähernd in irgendeiner Weise. Doch obwohl es die diesbezüglichen Gesetze inzwischen gibt (1925-1990), können es die Ämter der Hohen Justiz (Adliye) und die großen Gerichtshöfe (mahkeme) dennoch nicht wagen, uns oder die Risale-i Nur zu verurteilen, wenn sie den vehementen Abscheu und den Fluch vermeiden wollten, der dann in der Zukunft auf sie zukommen würde. So haben sie denn einstimmig unser aller Freispruch und die Rückgabe der Risale-i Nur beschlossen. Und obwohl Justizämter (Adliye), stark wie die Berge, davor zurückschreckten, haben dennoch gewisse böswillige Personen, die vorübergehend irgendein Amt innehatten, derartige Ungerechtigkeiten begangen, dass sie so mit Sicherheit Himmel und Erde in Wut versetzt haben... So ist denn mein (eigener, persönlicher) Ärger nicht mehr nötig.}

unter dem Titel einer Isolierung von allen meinen Freunden an einem Ort, der, was meine Gesundheit betrifft, am ungünstigsten für mein Leben ist, unter dem Deckmantel einer "Verbannung", jedoch im Sinne einer Einzelhaft und völligen Isolation, nach Emirdag zu schicken. Es hat sich jetzt aber herausgestellt, dass sie diese Maßnahmen in zweierlei Absicht durchgeführt haben.

Erstens: Da ich aber von alters her keine Beleidigung vertragen konnte, wollten sie, um mich auf diese Weise in Wut versetzen zu können, einen Streit (mesele) vom Zaun brechen, um mich auf diese Weise aus dem Weg räumen zu können. Als ihnen dies aber nicht gelang, versuchten sie, mich durch einen Giftmord zu beseitigen. Doch Gottes Gnade (inayet-i Ilâhiyye), verbunden mit den Gebeten (dua) der Schüler der Risale-i Nur, ließen, wie ein Lebenselixier, wie ein Gegengift, und meine Geduld und meine Standhaftigkeit diesen Plan wie durch eine Medizin erfolglos werden. So wurde die Gefahr einer äußerlichen Vergiftung (durch meine Gegner) wie auch einer innerlichen Vergiftung (durch meine eigene Wut) gebannt. Noch niemals in der Geschichte durfte jemals eine Regierung im Namen des Gesetzes, im Namen der Regierung (einen Menschen dermaßen) schikanieren und unterdrücken. Diese permanente Beobachtung ging mir auf die Nerven und es brachte mich in Wut, wenn man (die Leute dazu brachte, vor mir) zurückzuschrecken. Da erhielt ich plötzlich in meinem Herzen die Ermahnung: du solltest denen, die dich tyrannisieren, nicht auch noch zürnen, sondern vielmehr Mitleid mit ihnen haben! Denn ein jeder von ihnen wird nach einer sehr kurzen Zeit (zur Strafe für) die Qualen, die er dir zugefügt hat, tausendmal mehr ständigen Qualen und Höllenpeinen für Leib und Seele ausgesetzt sein und bleiben. Noch tausendfach mehr wird deinetwegen an ihnen Rache genommen werden. Einige von ihnen werden, insoweit sie einsichtig sind, solange sie noch auf dieser Welt (dunya) sind und bis ans Ende ihres Lebens von Gewissensqualen geplagt und von der Furcht vor einer Hinrichtung auf ewige Zeit gequält werden. Da habe ich aufgehört, wütend auf sie zu sein, und hatte nur noch Mitleid mit ihnen und habe gesagt: "Möge Gott sie zur Bekehrung führen."

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Des Weiteren lassen diese Qualen und Schikanen mich sehr viel Segen (sevab) gewinnen, wobei sich dann (die Regierung), anstatt sich mit den Schülern der Risale-i Nur zu beschäftigen, sich an deren Stelle (nur noch um mich kümmert und mich) allein quält, was für die Nurschüler ein großer Vorteil (faide) ist und ihnen zum inneren Frieden (selamet) dient, wofür ich Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dankbar bin. Und deswegen verspüre ich inmitten all meiner fürchterlichen Plagen und Anstrengungen sicherlich noch eine gewisse Freude.

Viertens: Was nun deinen Brief betrifft (worin du schreibst), dass du dich meinetwegen mit einem Gesuch an die derzeitige Regierung wenden willst, in der Absicht (madde), mich, soweit ich körperlich dazu in der Lage bin (istirahat) und meine Gesundheit (iktidar) es mir erlaubt, nach Syrien oder ein anderes arabisches Land (Sam ve Hicaz) auswandern zu lassen, so...

Erstens: Ich müsste, um den Glauben (in den Herzen) zu bewahren und dem Qur'an zu dienen, selbst würde ich in Mekka (leben), dennoch hierher kommen. Denn hier besteht dafür das stärkste Bedürfnis. Hätte ich auch Tausende Leben (ruh), wäre ich von Tausenden Krankheiten geplagt und müsste ich ebenso viele Plagen und Anstrengungen auf mich nehmen, so bin ich dennoch entschlossen, auch weiterhin dem Glauben (iman) dieses Vokes zu dienen und haben wir alle uns dazu entschieden, in den Lehren (ders), die der Qur'an uns erteilt hat, für seine (Ewige) Glückseligkeit (saadet) zu wirken.

Zweitens: Was jenen Punkt betrifft, worin Sie mir in Ihrem Brief schreiben, man bringe mir nur Verachtung anstelle des (mir geschuldeten) Respekts entgegen und (weiter): "wenn Sie in Ägypten oder in Amerika leben würden, so würde die Geschichte Ihrer (sehr wohl mit dem Ihnen geschuldeten) Respekt gedenken".

Mein lieber, einfühlsamer Bruder!

Vor dem Respekt und der Hochachtung der Menschen, der guten Meinung, der Ehrerbietung und ihren Sympathiekundgebungen unserer Person gegenüber fliehen wir aufgrund unserer Berufung mit allem Nachdruck. Was dabei insbesondere die Ruhmsucht betrifft, die eine seltsame (Blüte) der Scheinheiligkeit ist, (die Sucht) mit Prunk und Pracht in die Geschichte eingehen und bei den Menschen einen guten Eindruck hinterlassen zu wollen, was eine Form der Selbstgefälligkeit ist, widerspricht der Wahrhaftigkeit (ihlas), welche Ruf (meslek) und Basis der Risale-i Nur ist, und ist ihr diametral entgegengesetzt. Nein, wir hegen noch nicht einmal den Wunsch danach! Im Gegenteil: wir schrecken in unserem eigenen Interesse davor zurück. Wir wollen nur, dass die Risale-i Nur, die aus der Fülle des Qur'an entsteht, die ein Funke ist, der aus dem Wunder entspringt, das er seiner Bedeutung (i'cas-i manevi) nach ist und die eine Auslegung (tefsir) seiner Wahrheiten (hakikat) ist, deren Hermeneutik (tilsim) sie uns erschließt, in allen (Menschen) ihren Widerhall findet, dass sie ein Bedürfnis nach ihr verspüren, dass ein jeder ihren so hohen Wert zu schätzen weiß und dass ihre durchaus offensichtlichen geistigen Wunder (mânevî kerâmat), was den Glauben (iman) betrifft, jegliche Glaubenslosigkeit (dinsizlik) besiegen wird. Das alles wollen wir aufzeigen und erwarten es von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i Ilâhiyye).

Einen unbedeutenden, kleinen Punkt, der mich persönlich betrifft, möchte ich hier als (eine Art) Fußnote (hinzufügen) und erläutern.

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Da Receb Bey und Kara Kâzim nun einmal mit dir befreundet sind und nach meiner Vermutung auch mit dem "Alten Said" eine gewisse Beziehung hatten, möchte ich sie um keine Gefälligkeit bitten, vielmehr sollten sie (damit aufhören, für Gelegenheiten zu sorgen), mich sinn- und nutzlos unter Druck zu setzen und mich (weiterhin) ungerecht zu behandeln, wie das ihre Vorgänger (bisher immer) getan haben. In der Tat kann ich mit der materiellen und geistigen Luft dieses Ortes nicht leben. Meine Belastung hier wird mir einfach zu viel. Von meiner Wohnung schließe ich stets sowohl die Innen- als auch die Außentür. So bin ich in jeder Hinsicht allein. Und in jeder Hinsicht verbringe ich auch mein Leben ohne alle Nachbarn, in der bedrückenden (Atmosphäre) meines Zimmers und im Zustand meiner Krankheit. Manchmal quält mich ein (einziger) Tag hier mehr als ein (ganzer) Monat im Gefängnis zu Denizli. Es ist wahrlich schon genug, mir diese zwanzig Jahre lang durch solch eine entsetzliche Ungerechtigkeit meine Freiheit (hürriyet) und meine Ruhe (serbestiyet) zu nehmen. Nach einer zweiJahre währenden Untersuchung durch die Gerichte und dem Scheitern aller Pläne, die hinterhältige Leute (munafik) gegen mich geschmiedet hatten, hat sich nun in aller Klarheit herausgestellt, dass sie mit der Annahme, ich würde mit der Risale-i Nur dem Volk und dem Land irgendeinen Schaden zufügen, niemanden mehr überzeugen können. Könnte auch ich, wie jeder andere, über meine Freiheit verfügen, wäre es in jedem Fall angebracht, gäbe es da irgendeinen Hinweis, der es mir erlaubte, vielleicht wegen einer Luftveränderung einige Dörfer in diesem Bezirk besuchen zu dürfen, wo die Luft doch recht angenehm ist!

Ich sende Ihnen und allen Freunden der Risale-i Nur, die sich bei Ihnen befinden, viele Grüße (selam) und meine Gebete (dua).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}

Said Nursî

Der Beweis dafür, dass der Dienst (hizmet) von Mustafa Osman, der wie der verstorbene (merhum) Hasan Feyzi in nur kurzer Zeit sehr viel Arbeit (hizmet) geleistet hat und diesem Dienst (Nurlar) in allem Ernst sehr verbunden ist, in der Tat (hakikaten) angenommen (makbul) worden ist, findet sich darin, dass M. Osman die beiden Lehrer (muallim) Ahmed Fuad und Mustafa Sungur, welche noch den Geist (ruh) und die Treue (sadakat) von Hasan Feyzi in sich tragen, und die beiden hochgebildeten Studenten (yüksek talebe) Mustafa Oruç und Rahmi gefunden hat, die mit ihren kräftigen Händen im Dienste der Risale-i Nur arbeiten, ist ein großes Glück (saadet) für die dortige Umgebung.

Zudem zeigen diese erstaunlichen, gemeinsam verfassten Briefe von Mustafa Osman und dem Lehrer (muallim) Mustafa Sungur, die wir ein wenig abgemildert und in die Sammlung der Briefe (Lâhika) aufgenommen haben, dass eine Ähre in der Art des verstorbenen (merhum) Hasan Feyzi zu wachsen (inkisaf) begonnen hat. Möge Gott es wollen (insâallah), dass sie den Glauben (iman) noch vieler hilfloser Menschen (bîçareler) retten werden. Besonders ein Schuljunge (mektebli çocuk) von vierzehn Jahren namens Rahmi, der ihnen in seinem Wesen (mahiyet) gleicht und dabei noch den kleinen unschuldigen Helden (masum kahramanlar) von Isparta ähnelt, und der bereits opferfreudig die Unterrichtung in den Abhandlungen (Nurlarin dersleri) als das Ziel seines Lebens (gaye-i hayat) erkannt hat, freut uns und die Nurdschus sehr. Es ist eine Wohltat (fâl-i hayir) für die Rettung der Jugendlichen (gençler) in der dortigen Umgebung.

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Wir beglückwünschen (tebrik) Ahmed Fuad aus ganzem Herzen (canimiz) und tiefster Seele (ruh), dem alle Abhandlungen der Risale-i Nur von Hâfiz Mustafa ausgehändigt (teslim) und anvertraut (emanet) wurden, welche der verstorbene Märtyrer (merhum sehid) Hafiz Ali auf vollendete Weise abgeschrieben hatte, und den Bruder Hâfiz Mustafa, der einen großen Beitrag für die Verbreitung (intisar) des "Zülfikâr" und anderer Bücher aus der Risale-i Nur geleistet hat und und in der Fabrik (Nur fabrikasi) ein vollendet fleißiger Kamerad des verstorbenen Märtyrers Hafiz Ali und sein treuer Erbe (sadik bir vârisi) ist, und die Provinz (memleket) Safranbolu und alle Brüder dort. Möge Gott es wollen (insâallah), dass er für jede Banknote, die er für das "Zülfikâr" ausgegeben hat, tausendfache Verdienste empfange, was ein Anlass (medar) zu Tausenden guter Werke (hayirlar) sein wird. Wir grüßen (selâm) sowohl Ahmed Fuad als auch seinen Bruder, den Prediger (hatib) Ibrahim, sowie Mustafa Sungur, den neuen, opferbereiten Lehrer (muallim) und Rahmi, der ein kleiner Salahaddin ist, und vor allem Mustafa Osman und Hifzi und alle Brüder dort.

Unserem verehrten, segensreichen, ehrwürdigen, liebenswerten und barmherzigen Herrn, Lehrer und Meister!

Erstens:
﴿ لِكُلِّ مُصِيبَةٍ اِنَّا لِلّٰهِ وَاِنَّا اِلَيْهِ رَاجِعُونَ ﴾

{"In allem Leiden: Fürwahr, Gottes sind wir, und fürwahr, zu Ihm kehren wir zurück." (Sure 2, 156)}

Der Abschied (irtihal) des älteren Bruders (agabey) Hasan Feyzi, der in geistiger Begleitung des als Märtyrer (refakat-i maneviye) verstorbenen (sehid merhum) Hâfiz Ali Efendi von den Helden der Risale-i Nur neulich dahingeschieden ist, hat uns sehr traurig (müteessir) gemacht. Ich teile mein Beileid (ta'ziye) vor allem Ihnen, unserem Lehrer und Meister (Üstad) und allen Schülern (talebe) der Risale-i Nur und seinen nahen und fernen (maddî ve manevî) Verwandten (efrad-i ailesi), zu denen er gehört (mensub), und seiner Schule (medrese-i Nuriye) und den Einwohnern von Denizli mit und trauere zugleich mit ihnen. Während ich meine bescheidenen geistigen Geschenke (manevî hediye) an der Schwelle Gottes (dergâh-i İlahiye) darbringe, bitte ich Ihn (niyaz) darum, dass ER ihm Seine Gnade (garik-i rahmetler) in reichem Maße zuteilwerden (ihsan) lassen möge.

Ich bete und erbitte (tazarru' ve niyaz) von der Gnade Gottes (eltaf-i İlahiye), dass Gottes Lohn im Paradies (ecr-i naîm), das, was er aus dieser Welt (âlem) in die Welt der Geister (âlem-i ervah) gebracht hat, wie es in dieser Ayah

﴿ كُلُّ نَفْسٍ ذَائِقَةُ الْمَوْتِ ﴾

{"Alle Seelen werden den Tod verkosten." (Sure 3,185)}

heißt, und worauf die Ayah des Gepriesenen (âyet-i sübhanî)

﴿ وَالَّذِينَ آمَنُوا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ لَنُبَوِّئَنَّهُمْ مِنَ الْجَنَّةِ غُرَفًا تَجْرِى مِنْ تَحْتِهَا اْلاَنْهَارُ خَالِدِينَ فِيهَا نِعْمَ اَجْرُ الْعَامِلِين ﴾

{"diejenigen, welche glauben und gute Werke tun, werden wir bestimmt im Paradies in Gemächer einweisen, unterhalb derer Bäche strömen, ewig werden sie darin weilen. Welch trefflicher Lohn für die, welche Gutes tun." (Sure 29, 58)}

hinweist, viele Hasan Feyzis als Früchte hervorbringen werden möge.

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Verehrter Meister!

Wie ich gehört habe, lebte vor siebzig, achtzig Jahren in Denizli ein großer Heiliger (evliya), der hieß Hasan Feyzi und der sagte einmal zu seinen Schülern: "Heute kam in Kurdistan ein Heiliger zur Welt." So hat er es verkündet (besaret) und somit wies (isaret) er auf Eure Exellenz (zât-i devletler) hin. Als Sie später Denizli unter veschiedenen Schleiern {damit gemeint sind mehrere Gefängnisaufenthalte. (A.d.Ü.)} beehrt (tesrif) haben, habe ich das um der Würdigung (sâd u i'zaz) des Geistes (ruh) dieser Person {Üstad würdigt Hasan Feyzi und damit den Geist eines großen Heiligen. (A.d.Ü.)} willen so gefolgert (telakki). Und als sich dann nach kurzer Zeit unter demselben Namen Hasan Feyzi Efendi, seligen Angedenkens (müteveffa), in Ehrfurcht (hürmet) dem ersten Hasan Feyzi folgend der Risale-i Nur anschloss (istikbal) und voll Liebe zu den Lichtern (Nurlara taassuk) nun selbst in die Lichter hinein (idhal-i envâr) ging, hat das meine Überzeugung (kanaat) nur noch vielfach verstärkt. Heute denke ich mir: Nach dem Ableben (vefat) des ersteren Hasan Feyzi kam uns Said zu Hilfe, sodann der zweite Hasan Feyzi, der sich auch auf seinen Namen bezieht und ebenfalls seinen Dienst (vazife) versah. Eingetaucht in die Lichter (Nurlar) lud er viele Hasan Feyzis an seiner statt zum Dienst (vazife) ein und nahm dann Abschied (veda) von dieser Welt. Nun bete ich und bitte (tazarru' ve niyaz) Gott, den Erbarmer, den Allbarmherzigen (Cenab-i Erhamürrâhimîn), dass Er uns noch viele Hasan Feyzis schenken (ihsan) möge, und unseren Meister (Üstad) als ihr Haupt (onlarin baslar) glücklich und zufrieden (mes'ud ve bahtiyar) werden und noch recht lange leben (muammer) lassen möge, sodass die Risale-i Nur und der Meister nun den Schmerz über Hasan Feyzis Abschied vergessen. Das erhoffe ich aus der Fülle des Ozeans Seiner Barmherzigkeit (derya-i rahmeti), Güte (inayet), Gnade (ihsan), Gastfreundschaft (ikram), Freigiebigkeit (in'am) und Seiner Gunst (eltaf), und bete und bitte (tazarru' ve niyaz), dies auch erleben zu dürfen.

Ihr sündiger, schwacher und fehlerhafter Schüler
Halil İbrahim

Während in diesen drangvollen Zeiten meine Seele (nefs) mich quälte, haben die folgenden Gedanken sie in Dankbarkeit verstummen lassen. Diesen Text, den ich hiermit für euch beifüge, damit er auch euch von Nutzen sein möge, habe ich über meinem Kopfende aufgehängt.

1. Oh meine Seele (nefs)! Bereits dreiundsiebzig Jahre lang hast du mehr als neunzig Anteile der Genüsse von hundert Menschen bereits bekommen. Einen Anspruch auf mehr hast du nicht.

2. Du suchst in den augenblicklichen, vergänglichen (âni ve fâni) Genüssen nach Beständigkeit (beka). Darum fängst du nun über ihrem Vergehen an zu weinen. Zu deinen blinden Gefühlen hinzu bekommst du nun noch eine Ohrfeige für deine Verfehlungen. Für eine Minute des Lächelns weinst du jetzt zehn Stunden lang.

3. Auf dem Grunde all der Ungerechtigkeiten und Unglücksfälle, die über dich gekommen sind, liegt die Gerechtigkeit göttlicher Vorausschau (kaderin adaleti). Menschen behandeln dich ungerecht für Dinge, die du nie getan hast. Doch Gottes Vorausschau (kader) erzieht dich aufgrund deiner verborgenen Fehler durch die Hand dieser Unglücksfälle und macht zugleich aus ihnen auch eine Buße für deine Fehler.

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4. Zudem bist du, meine ungeduldige Seele (nefs), nun zu der festen Überzeugung gelangt, dass hinter allen augenscheinlichen Unglücksfällen letztendlich viele süße Früchte der göttlichen Gnade (inayet-i Ilâhiyye) verborgen lagen.

﴿ عَسَى اَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَهُوَ خَيْرٌ لَكُمْ ﴾

{"Es könnte doch sein, dass du ein Ding verabscheust und es ist dennoch gut für dich!"}

unterrichtet in einer absolut sicheren Wahrheit (hakikat). Erinnere dich stets an diese Lektion! Zudem kann das Gesetz Gottes (kanun-u Ilâhî), um welches das Universum kreist, - dieses so weitläufige Gesetz göttlicher Vorausschau (kanun-u kaderî) - nicht auf deinen Wunsch hin geändert werden!

5.

مَنْ آمَنَ بِالْقَدَرِ اَمِنَ مِنَ الْكَدَرِ

{"Wer von Gottes Vorausschau überzeugt ist, fühlt sich sicher von allen Sorgen."}

Mache dir diesen heiligen (qudsi) Grundsatz zu deinem Wegweiser! Laufe nicht wie unverständige, spielende Kinder hinter vorübergehenden, bedeutungslosen Lustbarkeiten her! Denke immer, dass dir von diesen vergänglichen (fani) Genüssen nur innerliche (manevi) Qualen und ein Bedauern zurückbleiben! Was aber all die Qualen und Schmerzen betrifft, so schenken sie dir im Gegenteil innerliche (manevi) Freuden und einen Lohn im Jenseits (uhrevî sevab). Wenn du nicht töricht sein willst, so solltest du nach allen vorübergehenden Freuden nur um deiner Dankbarkeit willen streben. Denn diese Freuden werden dir nur um deiner Dankbarkeit willen gegeben.

Said Nursî

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens: Mir ist eingefallen, euch zu eurer Kenntnisnahme (bera-yi malûmat) etwas über ein eigenartiges Streitgespräch mit meiner eigenen Seele (münazara-i nefsiyemi) zu schreiben, obwohl es doch eigentlich rein persönlich ist. Es ist dies wie folgt:

Obwohl die bei euch bekannte über meinem Bett hängende Tafel (malûm levha) meine Seele (nefs) völlig zum Schweigen bringt, peinigte mich mein blindes Gefühl, das auch die Waffe der eigenwilligen Seele (nefs-i emmare) noch hartnäckig gebraucht, in dieser Nacht bis aufs Mark (damar). Mit extremem Schmerz (teessür) und einer großen Überempfindlichkeit (hassasiyet) wegen der Vergiftung (tesemmüm), meiner Krankheit und den Suggestionen (ilkaat) des Teufels (seytan) und mit einer merkwürdigen Haltung (halet) aus einer natürlichen Liebe zum Leben (fitrî hubb-u hayat) belästigte dieses blinde Gefühl, das als eine zweite eigenwillige Seele gilt, mein Herz (kalb) und meinen Geist (ruh) voll und ganz durch eine wilde Verzweiflung (me'yusiyet), durch das Leid (teellüm) wegen meines möglichen Todes (vefat ihtimali) und mit einer starken Gier (hirs) nach Genuss (zevk) und Freude (lezzet). Es sagte und sie sagten: {die Seele, das Gefühl und der Teufel (A.d.Ü.)} "Weshalb kümmerst du dich nicht um etwas Bequemlichkeit in deinem Leben (istirahat-i hayati), sondern lehnst du sie ab und kümmerst dich nicht um ein überaus freudiges (zevkli), unschuldiges (masumane) und frohes Dasein (lezzetli hayat) und eine Spanne Leben (ömür) für dich im Bereich des Lichts (Nur dairesi) und entschließt dich stattdessen, zu sterben und gibst dich damit zufrieden (razi)." Da brachten auf einmal zwei überaus starke Wahrheiten (kuvvetli hakikat) diese zweite eigenwillige Seele und den Teufel zum Schweigen.

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Erstens: Da sich der heilige Dienst des Glaubens (vazife-i kudsiye-i imaniye) durch die Risale-i Nur nun einmal mit meinem Tod noch lauterer und aufrichtiger entwickeln (halisane inkisaf) und in keinerlei Hinsicht mehr beschuldigt werden wird, dass er als ein Werkzeug (vesile) für weltliche (dünya) Angelegenheiten, den Egoismus und die Selbstssucht (benlik ve enaniyet) missbraucht wird, und da mein persönliches Leben (hayat-i sahsiye), welches so oft den Neid anderer angestachelt hat, nun erloschen ist, wird dieser Dienst (vazife) sich nun noch vollkommener und mit noch größerer Aufrichtigkeit (ihlas) fortsetzen. Solange ich in der Welt (dünya) bin, kann ich zwar in gewissem Grade einen Beitrag leisten, die maßgeblichen Gegner (rakibler) meiner ganz gewöhnlichen Persönlichkeit (âdi sahsiyetim) und die Kritiker (münekkidler) meiner Person können mich jedoch beschuldigen (ittiham) und in ihrer Unaufrichtigkeit die Risale-i Nur angreifen (ilise), wodurch sich die Leute in gewissem Grade veranlasst sehen, sich entmutigt zurückzuziehen. Darüber hinaus werden alle Freiwilligen (ehl-i gayret) im Kreise des Lichtes (daire-i nuraniye) sich wachsam verhalten, sobald eine Person, die bisher gewissermaßen die Wache (bekçilik) gehalten hatte, sich nun zur Ruhe begibt. Anstelle dieses einen Wächters stehen dann Tausende Wächter auf. Mit Sicherheit wird es also notwendig, wenn nun der Tod kommt, zu sagen, sei willkommen (bas üstüne).

Da es nun einmal des Weiteren so viele unter den Schülern (Nur sakirdler) gibt, die sowohl ihre Habe (mal) als auch ihre Ruhe (istirahat), ihre irdischen Freuden (dünya zevkler) und wenn nötig selbst ihr Leben (hayat) in ihrem Dienst (Nur hizmeti) opfern, warum möchtest du dann, oh meine Seele, bei all dieser Opferbereitschaft (fedakârlik) gänzlich zurückstehen?

Des Weiteren wisse mit Sicherheit, dass es eine überaus angenehme Ehre (lezzetli bir seref) ist, im Dienst (hizmet) das Ewige Leben (hayat-i bâkiye) vieler Armer (bîçare) durch die Abhandlungen (Nurlar) zu retten und das vergängliche (fâni) und nur noch mühselige Leben im Greisenalter (ihtiyarlik hayati) voll Zufriedenheit aufzugeben, ja sogar - wenn nötig oder wenn die Zeit kommt - damit einverstanden (razi) zu sein.

Zweitens: Wollte man einem ohnmächtigen, schwachen Mann, der nicht einmal mehr einen Batman tragen könnte, zehn Batman Last aufladen, weil seine Freunde ihn für sehr stark (kuvvetli) halten und, weil sie nichts von seiner Schwäche wissen, gar nicht daran denken, ihm zu helfen, vielmehr diese Hilfe gerade von ihm erwarten, auch dieser Hilflose (bîçare) sich bemüht, um sie in ihrer guten Meinung (hüsn-ü zanni) nicht zu enttäuschen oder sich nicht als ein ganz einfacher, gewöhnlicher Mensch zu zeigen, sich vielmehr mit besonders gewichtiger und kühler Anmaßung (gösteris) wichtig tut (tekellüf) und nun zeigen will, wie groß und stark er ist, so wäre das für ihn besonders freudlos und leidvoll (elîm). Genauso verhält es sich auch für dich, oh du eigenwillige Seele (nefs-i emmare), die du dich in ein Gefühl (hissiyat) eingeschlichen hast, das taub und blind ist! Für die Wahrheiten (hakikatlar) in der Risale-i Nur, welche hundertfach über meine gewöhnliche Person (âdi sahsiyetim) und meine Fähigkeiten (istidadim) hinausragen, die noch nicht einmal soviel Bedeutung (ehemmiyet) hat wie ein Senfkörnlein und ausschließlich als eine Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) in diesem finsteren und sehr kranken Zeitalter (asir) aus der heiligen Apotheke (eczahane-i kudsiye) des Qur'an stammen und durch die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) in unsere Hand gegeben sind, kann diese Person (sahis) nicht der Ursprung (masdar), nicht die Quelle (manba'), nicht der Brunnen (medar) sein. Vielmehr unterlasse ich es, obwohl ich doch ganz allein völlig hilflos und bedürftig (bîçare ve muhtaç) bin, ein Bettler (sâil) an der Schwelle des Qur'an und ein Mittler (vesile), um den Bedürftigen (muhtaçlar) die Wahrheit zu bringen, um diese hundertfach übersteigerte gute Meinung (hüsn-ü zanlar) der wahrhaftigen (muhlis), aufrichtigen (hâlis), zuverlässigen (siddik), treuen (sadik), reinen (safi) und opferbereiten (fedakâr) Schüler (Nur sakirdler) gegenüber einer hilflosen Person (bîçare sahsiyet) nicht zu enttäuschen, ihre Gefühle (hissiyat) nicht zu verletzen, ihre Freude (sevkler) über die Abhandlungen (Nurlar) nicht zu zerstören und diese hilflose Person (bîçare sahsi), der sie den Titel eines Meisters (Üstad) verleihen, um ihres Respektes (hatir) willen nicht in all ihrer Niedrigkeit (asagi) vorzuführen und um nicht zu diesem freudlosen und leidvollen, nur gekünstelten, nur vorgetäuschten (tasannul) Verhalten (tekellüf) gezwungen zu sein und wegen der Scheu (tevahhus), die mir zwanzig Jahre Isolation (tecridat) eingebracht hat, denn ich unterlasse es sogar selbst mit den Freunden - wenn es sich nicht um den Dienst (hizmet-i Nuriye) handeln würde - zu sprechen und bin ich innerlich (ruhen) gezwungen es zu unterlassen, ein gekünsteltes Verhalten und mich als Träger eines geistigen Ranges (makam sahibi) vorzuweisen, nur um mich aufzuspielen (tekellüfe) und mehr wert zu erscheinen als ich in Wirklichkeit bin und denjenigen, die mir gegenüber weitgehend eine gute Meinung (hüsn-ü zan) hegen, sympathisch zu erscheinen und mich im völligen Gegensatz (münafi) zu dem Geheimnis der Wahrhaftigkeit (sirr-i ihlasa) als groß zu erweisen und unter dem Deckmantel meiner Würde (vakar), die schädlichen und vergänglichen Freuden (fâni zevk) des Egos (benlik) zu suchen, solche Zustände (haletler) aber, oh meine Seele (nefs), die Freuden, in die sie vernarrt (meftun) ist, zunichte zu machen.

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Oh du meine Seele (nefis)! Oh du blindes Gefühl, das in die Freuden (zevk) vernarrt ist! Auch wenn du Tausende irdischer (dünyevi) Freuden genießen könntest, würden sie in diesem Zustand (vaziyet) dennoch verdorben sein und diese Freuden (zevk) würden sich in das Leid selbst (ayn-i elem) verkehren. Da nun einmal neunzig von hundert Freunden (ahbab) in der Vergangenheit (mazi) mich gewissermaßen (âdeta) - als ob (güya) - in das Zwischenreich (berzah) rufen und ich gezwungen bin, von den zehn Freunden (dost) in der gegenwärtigen Zeit zu flüchten, ist das geistige Leben (hayat-i manevi) im Zwischenreich mit Sicherheit diesem Leben im Alter (ihtiyarlik) und in der Einsamkeit tausendfach vorzuziehen (müreccah). So wurde diese zweite eigenwillige Seele (nefs-i emmare) durch diese beiden Wahrheiten (hakikat) - dafür sei unendlich Dank - vollständig zum Schweigen gebracht und wurde mit der Freude (zevk), die aus dem Herzen (kalb) und der Seele (ruh) herrührt, einverstanden. Und auch der Teufel (seytan) schwieg. Sogar meine leibliche Krankheit (damarlar) {vielleicht Ischias? (A.d.Ü.)} hat sich wesentlich gebessert.

Kurzum: Wenn ich sterbe, wird sich der Dienst (vazife-i Nuriye) in noch größerer Wahrhaftigkeit (ihlas) ohne alle Konkurrenzstreitigkeiten (rekabet), ohne Beschuldigungen (ittiham), {religiöser wie politischer Art (A.d.Ü.)} entfalten.

So wird mir denn ein Leiden infolge eines sehr schwierigen (agir), abweisenden (soguk), unsympathischen (nâhos) und nur gekünstelten (tekellüf) Verhaltens, der selbstsüchtigen (hodfürusluk) Anstrengungen (zahmet) und aller Schaden durch ein nur vorgetäuschtes (tasannu) Verhalten erspart bleiben. So werde ich denn stattdessen eine persönliche, wenn auch nur vorübergehende Freude (zevk) in diesem Leben (hayat) und die Freude (lezzet) über die lichtvollen Erfolge (fütuhat-i Nuriye) erfahren, wie sie mit den Augen noch in dieser Welt (dünya) erschaut werden, auch wenn ich das noch in dieser Zeit gar nicht erstrebe.

Des Weiteren hast du, meine Seele (nefis), in diesem Jahr einmal, um die Länder (memleket), die ich damals so freudig (zevkli) und so lebendig erlebt (hayatimdaki yasadigim) habe, nach denen du zusammen mit meinem Geist (ruh) und mit meinem Herzen (qalb) so sehnsüchtig (müstak) verlangtest, die Freunde (ahbab), mit denen ich vertraut (ünsiyet) war und die Brüder wiederzusehen, über deren Trennung (müfarakat) ich so traurig (mahzun) war, habt ihr alle gemeinsam, {Seele, Geist, Herz (A.d.Ü.)} teils tatsächlich (hakikat), teils in der Phantasie (hayal) eine Zeitreise (mazi) unternommen. Auch du hast gesehen, dass wir in meinen lieblichen (sevimli) und so vielen (müteaddid) Heimatlanden (vatan) nur mehr ein, zwei Freunde (ahbab) unter hundert finden konnten. Die anderen sind bereits in das Zwischenreich (berzah âlemi) umgezogen und diese lieblichen (sevimli) Tafeln (levha) des Lebens (hayat) hatten sich verwandelt und eine leidvolle (elîm), traurige (hazîn) Gestalt (vaziyet) angenommen. Solche Ortschaften ohne Freunde will man nicht wiedersehen. Darum müssen wir, bevor dieses Leben (hayat) und diese Welt (dünya) uns vertreibt und sagt: "Los (haydi), raus hier!", in vollkommener Würde (kemal-i izzet): "Gott befohlen (Allah'a ismarladik)!" sagen und in Würde unsere vergänglichen (fâni) Freuden (zevk) aufgeben.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}

Euer Bruder, der - indem er allen Brüdern Tausende Grüße (selâm) sendet und für euch betet - zwar krank, dabei aber vollkommen zufrieden (mesrur) ist,

Said Nursî
— 186 —

Wir möchten euch und allen Schülern (sakirdler) der Risale-i Nur, besonders aber den Schülern (talebe) der Medrese-i Nuriye und besonders auch den Verwandten des Verstorbenen wegen des Todes (vefad) des segensreichen Meisters (mübarek üstad) der Medrese-i Nuriye Haci Hâfiz Mehmed unser herzliches Beileid (ta'ziye) aussprechen. Wir haben uns fest vorgenommen, ihm im Interesse der Lichter (Nurlar), solange wir auf dieser Erde weilen, mit ganzem Herzen (can) und aus tiefster Seele unsere Segensgebete (dua-yi rahmet) zu widmen und ihm inmitten von Hâfiz Ali und Hasan Feyzi stets an allen unseren geistigen (manevî) Verdiensten teilnehmen zu lassen. Zur selben Zeit, in der dieser segensreiche Herr seligen Angedenkens, der sehr bedeutend und im Dienste (Nur hizmeti) erfolgreich war, gegangen war und entlassen (terhis) wurde, nachdem er seinen außergewöhnlichen Dienst (vazife) beendet und hunderte geistige Kinder (manevî evlâd) und gute Nachfolger (hayr-ül halef) hinterlassen hatte und sich in der Welt der Barmherzigkeit (rahmet âlemi) zur Ewigen Ruhe (ve istirahat) zurückgezogen hatte, sah ich jedesmal, wenn ich meine Verdienste dem Kreis meiner großen Meister (üstadlarimin dairesi) widmete, zehn Tage lang mitten unter Hâfiz Ali, Hâfiz Mehmed, Mehmed Zühdü, Ahmed aus Sav und Hasan Feyzi, ohne es zu wollen (ihtiyar), auch Haci Hâfiz Mehmed, obwohl er doch noch am Leben war. Ich sagte dann immer: "Unter den Verstorbenen (vefat) möge auch er mit ihnen sein." Ich habe mich da nicht eingemischt (ilismedim). Ich war jedoch erstaunt, dass er sich sowohl unter den Lebenden (hayat) befand, als zugleich auch im Kreise der Meister. Jetzt wird durch euren Brief verständlich, dass er als ein Wunder (keramet) seines aufrichtigen (hâlisane) heiligen (kudsî) Dienstes (hizmet) bereits seinen Tod (vefat) erahnte (ihsas). Er wies darauf hin: "Ich habe meinen Platz (makam) zwischen Hâfiz Ali und Hasan Feyzi." Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihm im Buch seiner Taten (defter-i a'mali) nach der Anzahl der Buchstaben (harfler) der Abhandlungen (risaleler), die in der Medrese-i Nuriye in Sava gelesen und abgeschrieben werden, die Segnungen für seinen Geist (ruhuna rahmetler) und die Lichter (nurlar) für sein Grab (kabr) schenken (ihsan). Âmîn. Und seinem Sohn (mahdum) Hâfiz Mehmed, der in der gleichen Weise sein wirklich guter Nachfolger (hayr-ül halef) ist, und seinem Enkel (hafid) Ahmed Zeki bei der Fortsetzung (idame) seines Dienstes (vazife) Erfolg (muvaffak) verleihen, âmîn! Und ihnen allen auf schönste Weise Geduld (sabr-i cemil) schenken (ihsan), âmîn.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen."}

Meine lieben getreuen Brüder und meine kleinen Helden und Schüler (Nur sakirdleri)

Etwa gegen Ende des Buches "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) findet sich - in einigen Exemplaren - die Antwort, die ich auf die Frage unseres Bruders mit dem großen Geist (ruh), dem Helden (pehlivan) der gesegneten (mübarek) Kinder, namens Küçük Ali, gegeben habe. Ihr sollt sie lesen, weil ja einige Kritiker (mu'teriz) ihm, um den Wert der Risale-i Nur in gewissem Grade herabzuwürdigen, gesagt hatten: "Ein jeder kennt Gott. Ein einfacher (âdi) Mensch glaubt an Gott (Allah) genauso wie ein Heiliger (veli)." So wollten sie die sehr hohen und sehr wertvollen (kiymet) und ebenso notwendigen, nachdrücklichen Betonungen (tahsidat) der Lichter (Nurlar) als übertrieben darstellen.

— 187 —

Da sagen doch jetzt einige Heuchler (münafik) in Istanbul - in ihren noch schrecklicheren Gedanken (fikr) - nachdem sie mit ihren anarchistischen Tendenzen in ihren absoluten Unglauben (küfr-ü mutlak) gestürzt sind, um das Bedürfnis (ihtiyaç) nach den Glaubenswahrheiten (imanî hakikat) herabzuwürdigen, wie sie jeder im Grade eines Bedürfnisses (ihtiyaç) nach Brot und Wasser braucht (muhtaç) und wie sie deshalb auch in der Risale-i Nur verkündigt werden, listig: "Jedes Volk und jeder Mensch kennt Gott (Allah). Wir habes es nicht so dringend nötig (ihtiyaç), wieder einmal über Ihn unterrichtet (yeni ders) zu werden." So wollen sie dem entgegen (mukabele) treten. Tatsächlich aber ist es nur dadurch möglich, Gott zu erkennen (Allah'i bilmek), dass man fest und sicher an Seine Herrschaft (rububiyet) glaubt (iman), die den ganzen Kosmos (kâinat) umfasst, dass alles und jedes, ob klein oder groß, von den Atomen (zerre) bis hin zu den Sternen in Seiner Hand, zu seiner Verfügung (kabza-i tasarruf), in Seiner Macht (kudret) und in Seinem Willen (irade) ruhen, dass Er in Seinem Reich (mülk) gar keinen Teilhaber (serik) hat, an das Heilige Wort (kelime-i kudsi) لاَ اِلَهَ اِلاَّ اللهُ {"Es gibt keine Gottheit außer Gott."} und alle Wahrheiten (hakikat), die sich daraus ergeben, und sie im Herzen (kalb) bestätigt (tasdik). Wer jedoch dem entgegen nur: "Es gibt einen Gott (Allah)" sagt, dabei aber Sein ganzes Reich (mülk) in Ursachen (esbab) und Naturgegebenheiten (tabiat) aufteilt und ihnen zuschreibt (isnad) - Gott bewahre (hâsâ)! - als zahllose Teilhaber (serik) die Ursachen (esbab) als Ausgangspunkt (merci') erkennt, dabei aber von Seinem Wollen (irade) und Wissen (ilm), das in allen Dingen gegenwärtig (hazir) ist, nichts weiß, Seine ausdrücklichen Befehle (emir) nicht anerkennt, Seine Eigenschaften (sifat) und die Botschafter (elçiler), die Er uns gesandt hat, und seine Propheten (peygamberler) nicht kennt, der besitzt mit Sicherheit in gar keiner Hinsicht eine Wahrheit vom Glauben (iman hakikati) an Gott (Allah). Vielmehr sagt er diese Worte nur, um sich in all der irdischen Qual (dünyevî tazib) einer geistigen Hölle (manevî cehennem) des völligen Unglaubens (küfr-ü mutlak) in gewissem Grade trösten (teselliye) zu können.

Die Existenz Gottes nicht zu bestreiten (inkâr) ist das eine, an Ihn zu glauben (iman) aber in der Tat etwas ganz und gar anderes.

Kein Mensch, der bewusst (zîsuur) in dieser Welt (kâinat) lebt, kann die Existenz des majestätischen Schöpfers (Hâlik-i Zülcelal) bestreiten, für den sich in der Tat so viele Zeugen (sahidler) finden, wie es Bestandteile dieser Welt gibt. Würde er es versuchen, schweigt er doch lieber, da ja die ganze Schöpfung ihn leugnen würde, und stellt sich gleichgültig (lâkayd). Aber an Ihn zu glauben (iman), heißt: wie uns der ruhmreiche Qur'an (Kur'an-i Azîmüssan) unterrichtet (ders), diesen Schöpfer (Hâlik) mit Seinen Eigenschaften (sifat), Seinen Namen, aufgrund des Zeugnises (sehadet) der ganzen Schöpfung (kâinat) im Herzen (kalb) zu bestätigen (tasdik) und die Befehle (emir), die Er durch Seine Botschafter (elçiler) gesandt hat, anzuerkennen; und wenn er eine Sünde begeht oder einem Befehl zuwider (muhalefet) handelt, im Herzen sich zu entschuldigen und zu bereuen (tövbe). Anderenfalls, Todsünden ganz unbefangen (serbest) zu begehen und nicht danach um Verzeihung (istigfar) zu bitten, ja sich überhaupt nicht darum zu kümmern, ist ein Beweis (delil) dafür, dass er keinen Anteil an diesem Glauben (iman) hat. Wie dem auch sei... Meine Kinder, ein wichtiger Vorfall (hâdise) veranlasste mich, euch dieses lange Thema (mes'ele) kurz zu erläutern. İch betrachte euch von jetzt an als bedeutende Schüler (sakirdler) der Risale-i Nur. Mustafa Oruç hatte das Glück (tali'), euch, die ihr doch in seiner Art, seinem Geist (ruh) und seiner Disziplin mit ihm übereinstimmt, in so kurzer Zeit zu finden. Er war erst nur einer, wurde aber jetzt zu zehn Mustafa.

Said Nursî
— 188 —

Mein lieber, sehr geehrter Bruder!

Erstens: Ihr hochgeschätzter Brief war so lang, umfangreich und ausführlich wie eine ganze Abhandlung. Ich fand ihn überaus fesselnd und habe ihn mit großem Interesse gelesen! Um sogleich damit zu beginnen, möchte ich Ihnen folgendes erklären:

Der Meister, der in seiner Kasside "Celcelutiye" mit verschlüsselten Hinweisen der Risale-i Nur eine sehr große Aufmerksamkeit zuwendet, und der zugleich mein eigener Lehrer in Glaubenswahrheiten ist, ist Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge.

﴿ قُلْ لاَ اَسْئَلُكُمْ عَلَيْهِ اَجْرًا اِلاَّ الْمَوَدَّةَ فِى الْقُرْبَى ﴾

{"Sag: Ich verlange von euch keinen Lohn außer eurer Freundschaft zu meinen Verwandten." (Sure 42, 23)}

Der Aussage dieser Ayah entsprechend ist die Liebe (muhabbet) zur Familie des Propheten (Âl-i Beyt) ein Grundsatz der Risale-i Nur und für den Weg, dem wir folgen (meslek). Und der Leitgedanke (damar) der Wahhabiten darf unter den wahrhaftigen Schülern der Risale-i Nur unter gar keinen Umständen Anklang finden.

Da aber die Leute des Irrwegs (ehl-i dalâlet) in dieser Zeit der Glaubenslosigkeit aus jedem Streit nur noch ihren Nutzen ziehen und dabei die Gläubigen (ehl-i îman) in Verwirrung bringen, auch alles abschaffen wollen, was für einen islamischen Gläubigen kennzeichnend ist (seairi), es zudem auch noch derart starke Srömungen gegen den Qur'an und den Glauben (iman) gibt, ist es mit Sicherheit notwendig, diesen fürchterlichen Feinden nicht wegen einiger winziger Kleinigkeiten, die ein Anlass zu irgendwelchen Auseinandersetzungen sein könnten, das Tor des Streites zu öffnen.

Auch ist es vollkommen nutzlos, Menschen zu tadeln, die bereits gestorben sind. Sie sind im Jenseits (dâr-i âhiret) bereits an den Ort ihrer Strafe (mahall-i cesaya) gegangen. Es ist sinnlos, ja sogar nachteilig, ihre Fehler bekannt zu machen. Es entspricht weder der empfohlenen Liebe zum Haus des Propheten (muhabbet-i Âl-i Beyt), noch ist es überhaupt nötig, weshalb auch die Leute der islamischen Tradition und Gemeinschaft (Ehl-i Sünnet Vel-Cemaat) es verboten haben, jenen Streit in der Zeit der Sahabis zum Thema zu machen. Denn während der Kamelschlacht (Vak'a-i Cemel), an der auch Zubeyr, Talha und die getreue Aischa (Âise-i Siddîka), mit denen Gott zufrieden sein möge, teilgenommen hatten, war es aufgrund einer Meinungsverschiedenheit (Içtihad neticesi) zum Kampf gekommen, wobei dann die Leute der islamischen Tradition und Gemeinschaft (Ehl-i Sünnet Vel-Cemaat) gesagt hatten: "Hazret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, hat recht und die andere Seite hat unrecht." Das ist jedoch verzeihlich, weil es sich hier ja nur um eine Meinungsverschiedenheit (Içtihad neticesi) gehandelt hat.

Außerdem glauben sie, dass es von Nachteil ist, auch nur das Kapitel von den Aufständischen in der Schlacht von Siffin anzuschneiden, sodass der islamischen Gemeinschaft (islamiyet) kein Schaden daraus entsteht, dass jemand den Nerv der extremistischen Sunniten (Wahhabis) oder die Lehre (mesheb) der extremistischen Schiiten (müfrit Rafisi) anrührt. Über derartige Schurken, wie Haccâc-i Zâlim, Yezid ve Velid hat Sa'deddin-i Teftazânî, der größte Gelehrte unter den Theologen, gesagt: "Es ist erlaubt, Yezid {Gilt als der Verantwortliche für die Ermordung Husseins, Enkel des Propheten.} zu verfluchen", er hat aber nicht gesagt, es sei eine Pflicht (wadschib), ihn zu verfluchen, auch nicht, dass dies gut sei, oder es dafür eine Belohnung (sevab) gäbe. Denn es gibt ja solche, die in ihrer Ablehnung (inkar) des Qur'an, der Propheten, der Sahabis und ihres heiligmäßigen Umgangs miteinander (kudsi sohbet) jedes Maß überschreiten. Und es gibt von ihnen viele, die sich (sogar mit diesen Ideen in aller) Öffentlichkeit zeigen. Wenn jemand diejenigen Leute, die man doch eigentlich wirklich verfluchen sollte, nicht verflucht, ja noch nicht einmal erwähnt, so schadet dies keineswegs. Denn Tadel und Fluch kann man nicht mit Lob und Liebe (muhabbet) vergleichen. Mit ihnen kann man keine "guten Werke" (amel-i salih) verrichten. Richten sie aber Schaden an, so ist das umso schlimmer.

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So zeigen sich denn nun diese versteckten Heuchler, die sich darum bemühen, einen Teil der Hodschas, die doch vor allem dazu beauftragt und dazu verpflichtet sind, den Islam und die qur'anischen Wahrheiten (Hakikat-i Kur'aniye) zu bewahren, mit Hilfe von Lehre und Leben der Wahhabis auf ihre Seite zu ziehen und so der islamischen Gemeinschaft (Islamiyet) einen gewaltigen Schlag zu versetzen, wobei sie auch noch die Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) verdächtigen, Aleviten zu sein, und sie so alle gegeneinander aufbringen, in aller Öffentlichkeit. Du hast ja selbst in deinem Brief bereits zum Teil darüber berichtet. Aber du weißt auch selbst, dass die wirksamsten Mittel, die sie gegen mich und die Risale-i Nur einsetzen lassen, bei den Hodschas zu finden sind. So sind schon seit langem (die Schriften) der Wahhabis, die in Mekka und Medina (Haremeyn-i Serif) herrschen, und diese so staunenswerten und recht attraktiven Werke von Ibn-i Teymiye und Ibn-ül Kayyim-il Cevzî, jener berühmten und wortgewaltigen Genies, in die Hände einiger Hodschas gelangt und in Istanbul im Umlauf, wobei besonders jener Teil von ihnen, der (die Verehrung) der Gottesfreunde (auliya) ablehnt und in gewissem Grade der Ketzerei (bid'a) nahesteht und sich dabei hinter seinen eigenen (Ansichten) zu verstecken sucht und so bereits mit seiner Ketzereie besudelt ist, deine Meinung (içtihad), die zwar aus der Liebe zur Familie des Propheten (muhabbet-i Al-i Beyt) erwächst, jedoch jetzt besser nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte, als Mittel gebrauchen könnte, um sowohl dir als auch den Nur-Schülern einen Schlag zu versetzen. Zwar gibt es, was einen Tadel betrifft, den man doch besser unterlässt, oder die Behauptung, jemand sei ein Ungläubiger (tekfir), die man besser für sich behält, keinen dementsprechenden Artikel im Gesetz (emr-i ser'i), doch darüber, wie man einen Tadel aussprechen oder jemanden als einen Ungläubigen erklären (tekfir) sollte, gibt es sehr wohl ein Gerichtsurteil (hükm-ü ser'i). Über jemanden zu Unrecht einen Tadel aussprechen oder ihn als einen Ungläubigen erklären (tekfir) ist eine große Sünde (zarar). Doch auch wenn es zurecht geschieht, ist dies kein "gutes Werk" und gibt es dafür keine Belohnung (sevab). Denn es gibt zahllos viele, die man mit vollem Recht als Ungläubige bezeichnen (tekfir) und deswegen tadeln könnte. Spricht man jedoch keinen Tadel aus und erklärt (tekfir) man sie nicht für ungläubig, so gibt es darüber kein Gerichtsurteil (hükm-ü ser'i) und ist das auch keine Sünde (sarar).

So haben denn die Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) aufgrund eben dieser Wahrheit (hakikat), und zwar sowohl die Eimme-i Erbaa (die vier Imame der vier Rechtsschulen) als auch besonders die zwölf (schiitischen) Imame der Schule des Hauses (Ehl-i Beytin Eimme-i Isna-Aser), indem sie das Heilige Gesetz (kanun-u kudsiye), das sich auf die oben erwähnte Wahrheit (hakikat) der Leute der Tradition (Ehl-i Sünnet) stützt, zu ihrem Wegweiser (rehber) gemacht haben, es für nicht erlaubt (cais) angesehen, unter Muslimen über die damaligen Spaltungen (fitna) zu sprechen und darüber zu streiten und gesagt, dass es nutzlos sei und nur schaden (sarar) könne.

Darüber hinaus fanden sich bei diesen Auseinandersetzungen, wie auch immer, besonders bedeutende Sahabis auf beiden Seiten. {d.h. sowohl unter den Anhängern Alis, des Kalifen, als auch unter seinen Gegnern (A.d.Ü.)}

Wenn man über diese Spaltungen (fitna) redet, ergreift das Herz spontan (Partei für die einen, während es zu gleicher Zeit die anderen) ablehnt und dabei noch solch wahrhaft aufrechte (hakiki) Sahabis, wie Talha und Zubeyr, kritisiert, mit denen Gott zufrieden sein möge und die zu jenen zehn gehören, denen das Paradies versprochen wurde (Asere-i Mübessere). Und selbst wenn sie einen Fehler gemacht haben sollten, ist doch die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihnen bereits vergeben (taubah) wurde. In jene alte Zeit zurückzugehen ist nur unnötig und nachteilig (sarar) und das Gesetz (Schari'ah) empfielt uns auch nicht, diese Ereignisse zu erforschen. Heute und in unserer Zeit denen keine Beachtung zu schenken, die der islamischen Gemeinschaft (Islamiyet) tatsächlich furchtbare Schläge versetzen und Tausende Flüche und unseren ganzen Abscheu verdienen, ist eine Haltung, die mit der heiligen Aufgabe (vazife-i kudsiye) einer gläubigen (mu'min) und großherzigen Persönlichkeit unvereinbar ist. Ich will dir auch keineswegs verheimlichen, dass selbst euer, wenn auch nur ganz kleiner, Streit mit Sabri sowohl der Risale-i Nur als auch der Verbreitung der Glaubenswahrheiten (hakaik-i îmaniye) einen ganz erheblichen Schaden zugefügt hat. Ich habe das hier zur gleichen Zeit leidvoll wahrgenommen und es hat mich sehr traurig gemacht.

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Als dann später ein gelehrter Theologe (ehl-i tahkik bir âlim) wie du und Sabri dort zusammenkamen, um der Risale-i Nur einen bedeutenden Dienst zu erweisen, erwartete ich auch von euch beiden einen solch großen Dienst an der Risale-i Nur, ahnte aber bereits, dass im Gegenteil auf die Risale-i Nur in dreifacher Hinsicht Schaden (sarar) zukommen würde und habe das (dann auch tatsächlich so) erfahren. Während ich noch darüber nachdachte, weshalb ein solcher Schaden (zarar) entstanden sein könnte, erhielt ich zwei, drei Tage später die Nachricht, dass Sabri sich sinnloser- und völlig unnötigerweise mit dir zerstritten hatte, weshalb du dann in Wut geraten warst. "Oh weh!", sagte ich da. "Oh Herr!", betete (dua) ich dann, "Wandle doch den Streit dieser beiden Menschen, die mir aus Erzurum zu Hilfe gekommen sind, in Versöhnung!" Wie bereits in der Abhandlung der Risale-i Nur über die Wahrhaftigkeit (Ihlâs Lem'alar) erwähnt, müssen die Leute des Glaubens (ehl-i îman) heute nicht nur mit ihren muslimischen Brüdern, sondern auch mit den frommen Geistlichen der Christen übereinkommen, Fragen, die nur Konflikte heraufbeschwören könnten, außer Betracht lassen und sollten also nicht mit ihnen streiten. Denn dieser völlige Unglaube gebärdet sich auch noch kämpferisch. Bei deinem Eifer für den Glauben (hamiyet-i dîniye), aufgrund deiner Erfahrung als Wissenschaftler (tecrübe-i ilmiye) und um deiner Verbundenheit mit der Risale-i Nur willen bitte ich dich: bemühe dich darum, diese ganze Angelegenheit mit Sabri zu vergessen, zu bereinigen (helal) und ihm zu verzeihen! Denn all diese Dinge hat er nicht aus eigener Erkenntnis heraus so gesagt, sondern lediglich aufgrund dessen, was er aus alten Zeiten von den Hodschas vernommen hatte, diesen Streit mit dir völlig unnötigerweise vom Zaun gebrochen.

Du weißt ja, dass großzügig Wohltaten zu spenden und Gutes zu tun, die Verzeihung vieler Sünden erwirken kann. Es hat in der Tat dieser Sabri, unser Landsmann, mit Hilfe der Risale-i Nur und der Nurdschus dem Glauben (iman) wahrhaftig einen solchen Dienst erwiesen, dass ihm dafür Tausend Fehler verziehen werden. In deinem Großmut und um des Dienstes willen, den er für die Risale-i Nur geleistet hat, solltest du ihn wie einen Freund, Landsmann und Kollegen im Dienste der Risale-i Nur betrachten. Als ein Teil der Sahabis auch noch während der damaligen Kämpfe (harb) an eine Gerechtigkeit dachte, die maßvoll und angemessen (adâlet-i izafiye ve nisbiye) ist, und so die wahrhaftige Gerechtigkeit und Strenge des Gesetzes (adâlet-i hakikiye ve azîmet-i ser'iyye) {vgl. den Abschnitt über absolute und relative Gerechtigkeit im "Fünfzehnten Brief"! (A.d.Ü.)} (notgedrungen) aufgab, welcher Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, auf dem Wege (meslek) seiner Frömmigkeit, seiner persönlichen Unabhängigkeit und ihm eigenen Sparsamkeit folgte, sich schließlich eine eigene Meinung (içtihad) bildete und auf die Seite des Gegners übertrat, unter ihnen sogar auch Okeyl, der Bruder von Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, und Abdullah Ibn-i Abbas, genannt "der geistige Führer der Gemeinde" (Hibr-ül-ümme), welche sich vorübergehend auf der gegnerischen Seite wiederfanden, sagten die aufrichtigen Leute der Tradition und Gemeinschaft (ehl-i Sünnet ve-l'Cemaat) aufgrund eines Grundprinzips des Gesetzes:

مِنْ مَحَاسِنِ الشَّرِيعَةِ سَدُّ اَبْوَابِ الْفِتَنِ

{"Die Schönheiten des Gesetzes sind wie eine Mauer vor den Toren zu jeglichen Spaltungen."}

Und weiter:

طَهَّرَ اللّٰهُ اَيْدِيَنَا فَنُطَهِّرُ اَلْسِنَتَنَا

{"Gott möge unsere Hände reinigen, nachdem wir unsere Zungen gereinigt haben.",}

und halten es dementsprechend nicht für legitim, die Tore zu solchen Spaltungen zu öffnen und über sie zu reden. Denn, wenn es einige gab, die eine Kritik verdienten, so sind es diejenigen, (die dadurch, dass sie für die eine Seite) Partei (taraf) ergriffen, den Nerv jener großen Sahabis, ja sogar eines Teiles der Angehörigen des Hauses (Âl-i Beyt) trafen, die auf der gegnerischen Seite (taraf) waren, wie übrigens auch Talha und Zubeyr, mit denen Gott zufrieden sein möge, die zu jenen zehn gehören, denen das Paradies versprochen worden war (Asere-i Mübessere). Indem sie diese großen Persönlichkeiten kritisierten, wurde nun eine Neigung zu Tadel und Feindschaft geweckt, weshalb denn auch die Leute der Tradition (Ehl-i Sünnet) dafür (taraf) sind, diese Tür zuzuschließen.

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Obwohl der berühmte Sa'deddin-i Teftazâni, einer der großen Imame unter den Leuten der Tradition (Ehl-i Sünnet) wie auch unter den Theologen, es erlaubt hatte, Yezid und Velid als Irrgläubige zu verfluchen (tel'in-u tadlil), haben große Gelehrte (allam) unter den Leuten der Tradition und der Gemeinschaft (Ehl-i Sünnet ve-l'Cemaat) wie Seyyid-i Serif-i Cürcâni gesagt: "Zwar waren Yezid ve Velid gewalttätig, grausam und frevelhaft, doch ist es nicht bekannt, ob sie letztendlich auch ohne jeden Glauben (iman) dahingeschieden sind. Da dies aber nicht mit absoluter Sicherheit bekannt ist, also über diese Personen jede klare Aussage und ein sicherer Beweis fehlen, also die Möglichkeit besteht, dass sie doch noch im Glauben (iman) verschieden sind und bereut (taubah) haben, darf man solche namentlich genannten Personen nicht verfluchen, vielmehr könnte es nur unter der ganz allgemeinen Formel:

﴿ لَعْنَةُ اللّٰهِ عَلَى الظَّالِمِينَ وَ الْمُنَافِقِينَ ﴾

{"Der Fluch Gottes sei über den Tyrannen und den Heuchlern!"}

einmal erlaubt sein, einen Fluch auszusprechen. Andernfalls ist es vom Übel (sarar) und nicht vonnöten. Das haben sie Sa'deddin-i Teftazâni entgegengehalten.

Der Grund dafür, dass ich auf deinen kritischen und gelehrten Brief nicht mit einer ausführlichen Antwort entgegnet habe, ist sowohl in meiner ernsthaften Krankheit als auch in dringenden Arbeiten zu finden, weshalb ich in der Eile nur so viel schreiben konnte.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}

SAID NURSÎ

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Wir haben das "Zülfikâr" und seine Kameraden, {mit allen dazugehörigen Büchern (A.d.Ü.)} welche die Früchte des Paradieses (Cennet-ül Firdevs'in meyveleri) und die Seiten im Buche der Taten (sahaif-i amelleri) und im Heft der guten Werke (defter-i hasene) der Arbeitsgruppe (heyet-i fa'alesi) der Medreset-üz Zehra sind, zwei Stunden nach der frohen Botschaft (müjde), die der Sperling uns in der Freitagnacht gebracht hat, mit ganzer Freude (kemal-i sürur) und wohlbehalten (selâmetle) in Empfang genommen. So wie wir über euch nach der Anzahl ihrer Buchstaben "Gott möge euch segnen (bârekâllah)! Möge Gott euch zum Erfolg verhelfen (veffekakümüllah)! Möge Gott euch in beiden Welten glücklich machen (es'adekümüllahü fi-d dâreyn)", gesagt haben, so beglückwünschen (tebrik) wir euch auch aus ganzem Herzen (canim) und aus tiefster Seele (ruh), und beglückwünschen (tebrik) zugleich auch das ganze Land. Mit Beginn der Vorzeichen der Erscheinung des "Zülfikâr" nahm die Strömung zugunsten des Glaubens (din) mächtig (kuvvet) Fahrt auf und stoppten zugleich die Angriffe der Gegner; ein Teil von ihnen zog sich zurück, ja sie versuchen nun sogar, ihre alten Fehler wieder gut zu machen. Dies ist ein Zeichen, dass es jetzt tatsächlich gedruckt und veröffentlicht wird und zugleich auch ein Zeichen, dass es mit Gottes Hilfe (insâallah) für dieses Land in Hinsicht auf die Islâmiyet einen großen Beitrag (faide) leisten und die Finsternisse vertreiben wird.

Was die Strömung des völligen Unglaubens (küfr-ü mutlak), die aus dem Norden kommt, heute noch aufhalten kann, ist in der Tat einzig und allein die Risale-i Nur. Politik (siyaset) und Diplomatie können diese Aufgabe (vazife) nicht erfüllen. Für alle, die ihr Land lieben (vatanperver), die Patrioten (milliyetçi) und die Politiker (siyasetçi), ist es daher eine absolute Notwendigkeit (mecburiyet), sich fest und unverbrüchlich an die Lichter (Nurlar) zu halten. Wir erbitten (niyaz) daher von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye), dass für die geistige Körperschaft (sahs-i manevî) derer, die für die Herausgabe des "Zülfikâr" arbeiten, ja sogar für jeden Einzelnen von ihnen, am Jüngsten Tag (kiyamet) dessen siebenhundert Seiten als eine einzige Seite in das Buch seiner Wohltaten (defter-i hasenati) eingeschrieben werden. Da nun einmal die Beschäftigung mit diesen Wahrheiten (hakikat) des Glaubens (iman) zu der Erhabenheit eines hohen Gottesdienstes (ibadet) gehört und eine Wohltat (hasene) ist und somit den Glauben (iman) vieler zu retten als Tausende guter Werke (hasenat) gelten, so ist es für jeden, der an ihrer Herausgabe arbeitet, indem er sie liest oder hört und fest an sie glaubt (ittikad), genauso wie das Buch seiner sonstigen guten Werke (hayrat), die er verrichtet, ein Zeugnis im Jenseits (uhrevî senedi). Mit Sicherheit gehört es zu den Merkmalen Seiner grenzenlosen Barmherzigkeit (hadsiz bir rahmeti), dass das "Zülfikâr" mit seinen siebenhundert Seiten in das Buch der guten Werke (defter-i hasenat) jedes Einzelnen und der gesamten Geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) eingetragen wird, wonach es sich dann im Jenseits (âhiret) als eine einzige Seite ungekürzt öffnet (nesrolmak) und so als eine einzige Seite gilt.

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Zweitens: Die Abhandlungen der Lichter (Nurlar) erweisen sich zwar als mächtig, wo immer sie hinkommen, doch die verbohrten, hartnäckigen Atheisten (zindiklar) und Materialisten (maddiyyunlar) versuchen soweit sie nur können, ihre Erfolge (fütuhat) zu behindern, Ränke (desise) zu schmieden und den Argwohn (evham) der Politiker (ehl-i siyaset) zu wecken. Gebe es Gott (insâallah), dass sie da nichts ausrichten können. Vorsicht (ihtiyat) ist jedoch allezeit gut. Und der Grundsatz (düstur) "erleuchten im Verborgenen (sirran tenevverat)" setzt sich stets durch. Doch ist es notwendig, vorsichtig wie umsichtig (temkinli ve ihtiyatli) vorzugehen, bis einige Bände wie dieses* herausgegeben worden sind. Und obwohl ich die hermeneutische Abhandlung (remizli risalesi) über das Geheimnis (sirr) der Sure İnna a'tayna "Siehe, wir haben dir gegeben..." seit dreizehn Jahren nicht mehr gesehen habe, widersprach es doch in gewissem Grade allen Regeln der Vorsicht (ihtiyat kaidesi), sie hierher zu senden, denn es kann sie nicht jeder verstehen; und außerdem muss sie ausgelegt und kommentiert (tevil ve tefsir) werden. Denn ich hatte in einem Brief, der in der Briefsammlung (Lâhika) enthalten ist, bereits geschrieben, dass mir diesbezüglich zwei Wahrheiten (hakikat) kurz und bündig eingegeben (ihtar) wurden:

Erstens: Mir wurde einmal in einem ziemlich engen Kreis (dar bir daire) ein Licht (nur) gewiesen. Ich habe es dann für einen größeren Kreis (genis bir daire) ausgelegt (mana) und verkündete damals - vor vierzig Jahren - die frohe Botschaft (müjde): "wir werden ein Licht sehen (Bir nur görecegiz)". Und sogar noch vor der Deklaration der Konstitutionellen Monarchie (hürriyet-1908) {Name eines Platzes in Griechenland (A.d.Ü.)} wiederholte ich diese Botschaft (müjde) damals für meine ersten Schüler (talebe) immer wieder. Damals glaubte ich noch, dies würde einmal in den weiten Kreisen der Politik (genis siyaset dairesi) geschehen. In Wirklichkeit wurde mir also aus der Quelle der Wahrheit (hakikat) eingegeben (ihtar): Ihr werdet, was dieses Land (memleket) am meisten braucht, im Kreise (daire) des Glaubens (iman), des Islam und des gesellschaftlichen Lebens im Islam (hayat-i içtimaiye-i İslâmiye dairesi) sehen (göreceksiniz): die Botschaft vom Licht (Risale-i Nur). Danach pflegte ich denn nachdrücklich und wiederholt zu berichten, wie ich bis dahin aus einem undeutlichen Gefühl (hiss-i kabl-el vuku) heraus die Form (suret) dieser wahren und wahrhaftigen Botschaft (hak ve hakikatli mes'ele) verändert hatte.

Zweitens: Mir wurde eingegeben (ihtar), dass diejenigen, die den Kennzeichen (Seair) des Islam und der Politik des Islam Schläge versetzen, innerhalb von zwölf, dreizehn, vierzehn und sechzehn Jahren selbst große Schläge bekommen werden. Im Gegensatz zu der vorigen Botschaft (mes'ele) hatte ich diese Ereignisse (hâdisat), die im großen Kreis vorkommen und diese Schläge, welche die großen Gemeinschaften (cemaat) treffen, als Schläge ausgedeutet (mana), die im kleinen Kreis über die Personen (sahislar) kommen würden. Genauso, wie in beiden Kreisen, sowohl im kleinen als auch im großen, nach zwölf Jahren der Fürchterlichste (müdhisi) unter ihnen die Welt verlassen hat, so wurde ich gemahnt (ihtar), dass auch in dem großen Kreis Gemeinschaften, die genauso entsetzlich sind wie er, in den Jahren zwölf, dreizehn, vierzehn und sechzehn genau die gleichen Schläge bekommen haben und noch bekommen werden. So hatte ich meine Auslegung (te'vilim), die eigentlich für den großen Kreis gedacht war, nur auf den kleinen angewandt (tatbik).

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So hatte ich denn auch die Botschaft des Lichtes (nur mes'elesi), die sich genau im Gegenteil auf den kleinen Kreis und das Ereignis des Lichtes (hâdise-i Nuriye), das sich nur auf den Glauben (iman) bezieht, nach meiner Auslegung (te'bilim) für den sehr weiten politischen Kreis (daire-i siyasiye) ausgedeutet (mana). Deswegen kann nicht jeder das Geheimnis (sirr) der Sure İnna a'tayna "Siehe, wir haben dir gegeben..." sofort verstehen. Da es zudem nicht notwendig ist, die Namen (sahsî) der Personen in solch wissenschaftlichen Themen (mesail-i ilmiye) miteinzubeziehen, ist es durchaus stimmig, dass diese Abhandlung (risale) mir seit dreizehn Jahren nicht mehr unter die Hände gekommen ist; und auch meine Brüder sollten sich nicht nicht weiter dafür interessieren. Sollte sich dennoch jemand sehr dafür interessieren, so lese er zuerst diesen Abschnitt hier, der jetzt mit "zweitens" beginnt und am Anfang des "Geheimnisses der Sure İnna a'tayna "Siehe, wir haben dir gegeben..." steht und sich in dem Abschnitt aus der Briefsammlung (Lâhika) mit demselben Inhalt (mes'ele) findet. Andernfalls sollte er ihn besser überhaupt nicht lesen. Dass dieser Zweite Weltkrieg und der Abschied dieses fürchterlichen Menschen (dehsetli sahs) von dieser Welt und jetzt auch der Weg (meslek), den er gewiesen hat, einen Rückzug erleidet, sodass heute ein Teil von ihnen im Gegensatz zu diesem Weg (meslegin aksine) ganz offiziell für die Religion (din) arbeitet und dass die Gläubigen (ehl-i iman) sich von diesem absoluten Despotimus (istibdad-i mutlak) gewissermaßen befreit haben und mit ein wenig Auslegung (te'vil) auch die Nachrichten (haber), welche diese kleine Abhandlung (risale) gibt, sich genau in den genannten Jahren (tarih) verbreiten, ist ein Funke der Wunderhaftigkeit (lem'a-i i'cazi) dieser Sure. Aber meine Auslegungen (tevil) haben in meiner Begeisterung diese Wahrheit (hakikat) ein wenig verschleiert und verborgen.

Meine lieben verehrten Brüder!

Die entsetzlichste große Wunde der islamischen Welt (âlem), welche die islamische Welt seit 1300 Jahren zum Weinen bringt und alle Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) "Oh weh! Ach wie schade!" rufen lässt, erneut aufzubrechen und darüber nachzudenken, schmerzt mich in meiner Seele (mesreb) mehr, als ich es ertragen kann. Fünfundzwanzig Jahre lang aufrichtig und wahrhaftig meinen Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) zu versehen, hielt mich von jeder Art Politik (siyaset) ab und erlaubt mir seit fünfundzwanzig Jahren nicht einmal mehr, eine Zeitung zu lesen. Während meiner zwanzig Jahre langen qualvollen Gefangenschaft (iskenceli esaret) im Gefängnis habe ich mich - außer zu meiner Verteidigung (müdafaat-i hapsiye) - niemals an die Regierung (hükûmet) gewandt (müracaat), um nicht in das politische Leben (hayat-i siyasiye) abzugleiten. Ich habe diesen fürchterlichen Weltkrieg seit zehn Jahren nicht mehr verfolgt (bakmayan), damit mein Dienst am Glauben (vazife-i imaniye) keinen Schaden erleidet, die Wahrheit (ihlas) nicht geschändet wird und um mich nicht mit Politik (siyaset) zu beflecken. Ich bin dazu gezwungen, einen geistigen Zustand (halet-i ruhiye) zu ertragen, der mir das nicht erlaubt (baktirmiyan). Es greifen jetzt vor unseren Augen entsetzliche Drachen (ejderhalar) an der Front der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) die Leute des Glaubens (ehl-i iman) an und beißen viele von ihnen. Wo aufgrund eines Befehls (emr) des Qur'an die Dringlichkeit (mecburiyet) besteht, die Leute des Glaubens (ehl-i iman) davor zu retten, unsere Zeit ruhen zu lassen und mich stattdessen mit ungelösten Problemen vergangener Zeiten zu beschäftigen und so die furchtbare Unterdrückung zu betrachten, welche die Familie aus dem Hause des Propheten (Ehl-i Beyt) erleiden musste, bedrückt mich selbst und quält meinen Geist (ruh) mehr und mehr und zerstört meine inneren Kräfte (kuvve-i maneviye). Das aber hieße, dass über meinen Geist (ruh) Qual über Qual kommt.

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Ein erbärmlicher (gaddar) Grundsatz (düstur) in einer Politik der Unterdrückung (zalim siyaset) lautet: "zum Wohl einer Gemeinschaft (cemaat) werden die Einzelnen geopfert (ferd feda)", weswegen hier sehr viele äußerst ungerechte Vorfälle (zalimane vukuat) als Schadenbegrenzung (ehven-üs ser) unter der Bezeichnung einer Art verhältnismäßiger Gerechtigkeit (adalet-i izafiye) als eine erforderliche Maßnahme (maslahat) für eine solche Herrschaft (hâkimiyet) dargestellt werden. Sogar noch in diesem Jahrhundert zerstört man nach dem Urteil dieses erbärmlichen (gaddar) Grundsatzes (düstur) aufgrund des Fehlers eines einzigen Mannes ein ganzes Dorf. So führen sie unter dem Verdacht, dass fünf oder zehn Leute ihrer Politik (siyaset) schaden könnten, Tausende Menschen ins Verderben (perisan).

Da sich also nun in alten Zeiten dieser grausame Grundsatz der Politik unter den Muslimen teilweise verbreitet hatte, wurden diesen fürchterlichen Grundsätzen (düstur) in der Politik (siyaset) zufolge Ungerechtigkeiten begangen. Die ihnen vorausgegangenen Imame (selef-i sâlihîn) und die Imame der Leute der Tradition und der Gemeinschaft des Propheten (Ehl-i Sünnet Velcemaat) zogen aber das Schweigen vor und sagten, um diese Pforte zu schließen,

طَهَّرَ اللّٰهُ اَيْدِيَنَا فَنُطَهِّرُ اَلْسِنَتَنَا

{"Möge Gott unsere Hände reinigen, sodass wir auch unsere Zunge reinigen."}

und ließen diese Pforte nicht öffnen.

Da nun einmal diejenigen, welche mit den Leuten des Hauses des Propheten (Ehl-i Beyt) grausam (zulm) umgegangen waren, nun im Jenseits (âhiret) ihre Strafe in der gleichen Art bekommen haben, besteht für uns kein Bedürfnis mehr, ihnen mit einem Angriff gegen diese Unholde zu helfen. Und die unterdrückten Angehörigen der Familie des Propheten (mazlum Ehl-i Beyt) bekamen für ihre vergangenen Qualen und all ihre Mühsal eine so hohe Belohnung (mükâfat), wie sie unser Verstand (akl) gar nicht fassen (ihata) kann. Anstelle sie jetzt zu bemitleiden, sollten wir sie vielmehr vom Standpunkt des unendlichen Segens (rahmet), den sie nun erlangt haben, tausendfach beglückwünschen (tebrik). Durch ein paar Jahre der Anstrengung (zahmet) erlangten sie nun einen millionenfachen Rang (mertebe) und beständige Glückseligkeit (bâki saadet) im Jenseits (âhiret). In der Zeit, in der sie auf dieser Erde (dünya) verweilten, erwarben sie anstelle eines unbedeutenden, vergänglichen Königreichs dieser Welt (dünyanin fâni saltanat), einer vorübergehenden Herrschaft (muvakkat hâkimiyet) und einer reichlich komplizierten Politik (karisik siyaset) den Rang (makam) eines geistigen (manevî) Sultans, eines Königs (sah) in der Welt der Wahrheit (hakikat âlemi) und jeder Einzelne von ihnen den eines geistigen (manevî) Kaisers. Anstelle von Statthaltern (valiler) wurden sie zu Kommandanten der Heiligen (evliya) und der Pole (aktab). Ihre Verdienste sind nicht eins zu tausend, sondern zu Millionen.

Aus diesem Geheimnis (sirr) empfing ich von İmam-i Rabbanî, Gausu-l'adham und İmam-i Ghazalî und Zeynelâbidîn (möge Gott mit ihnen allen zufrieden sein), welche als Meister dem Neuen Said ganz besonders nahe stehen (hususi üstad), - besonders in dem Bittgebet (münacat) "Cevsen-ül Kebir" bin ich von diesen beiden Imamen unterwiesen (ders) worden - und dem Unterricht, den ich seit dreißig Jahren von Hazret-i Hüseyin und İmam-i Ali, möge Gott ihnen Ehre erweisen (Kerremallahü Vechehu), empfangen habe, besonders durch den Cevsen-ül Kebir während meiner beständigen geistigen Verbindung (manevî irtibat) mit ihnen, die oben erwähnte Wahrheit (hakikat) und die jetzige Art und Weise, die aus der Risale-i Nur kommt. Die Grausamkeiten dieser Gewaltmenschen (zalimlerin gaddarliklar) stets wieder neu aufzuwühlen (desmek) und sie unter die Lupe zu nehmen, ja sogar auch nur an sie zu denken, passt nicht zu unserer Art und Weise (mesreb), denn sie haben ja bereits ihre Strafe (mücazat) und die Unterdrückten (mazlumlar) haben bereits ihren Lohn (mükafat) erhalten, und das in einer Weise, wie sie über unseren Verstand hinausgeht. Sich noch weiter mit diesen Fragen (mes'ele) zu beschäftigen, schadet dem Dienst (vazife) am Qur'an, zu dem wir heute in dieser gegenwärtigen Katastrophe verpflichtet sind, die über den Glauben (musibet-i diniye) hereingebrochen ist. Die Gesetze des Glaubens (Usûl-üd Din), welche die Theologen (Ülema-i İlm-i Kelâm) und die großen Gelehrten (allâmeler) dieser Grundregeln (düstur) und Gesetze des Glaubens (Usûl-üd Din) und die genialen Forscher (muhakkikler) unter den Anhängern der Tradition und der Gemeinschaft (Ehl-i Sünnet Velcemaat) aufgrund ihrer intensiven Forschungen (tedkik) und Überlegungen (muhakemat) über die islamischen Grundpfeiler (akide) anhand der Ayat und der Hadithe abgewogen (müvazene) und sodann angenommen (kabul) haben, geben uns den Auftrag (emr), heute die Art und Weise (mesreb) der Risale-i Nur zu bewahren (muhafaza) und geben uns die Kraft (kuvvet) dazu.

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Keiner, ja noch nicht einmal die Leute der ketzerischen Erneuerung (ehl-i bid'a), können uns irgendwo, irgendwie an unserer Lebensweise (mesreb) hindern. Da sie in der Wahrheit, der Aufrichtigkeit (hakikat-i ihlas) voll und ganz gewahrt (muhafaza) bleibt, schließt sich ihr jede Art Menschen (ehl-i İslâm) an. Selbst die Fanatiker (mutaassib) im Schiaismus und die Extremisten (müfrit) im Wahhabismus, die Materialisten (maddîsi) und die Naturwissenschaftler (mütefennini) unter den Philosophen und die Arroganten (enaniyet) unter den fanatischen (mutaassib) Hocas, sie alle begannen einmal in den Kreis (Nur dairesi) einzutreten und finden sich teilweise noch heute dort brüderlich (kardesçe) beieinander. Es gibt sogar Anzeichen (emare) dafür, dass auch einige Missionare, auch die wahrhaftigen Geistlichen (hakikî ruhanîsi) der Religion (din) Isas, mit dem der Friede sei, in diesen Kreis eintreten werden. Sie greifen (hücum) einander nicht an, sondern verspüren die Notwendigkeit eines Zusammenlebens (tesanüd) und einer Versöhnung (musalaha) und so werfen sie auch keine Fragen auf, die in einem Streitgespräch (medar-i münakasa) enden könnten. So ist denn die Risale-i Nur, die Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, mit dreißig, vierzig Hinweisen im Grade der Offensichtlichkeit (sarahat) angekündigt hat, genau die richtige Medizin (tam bir ilâç) für die fürchterlichen Wunden (müdhis yaralar) dieser Zeit. Daher ist dieser Kreis genug für uns und wir verlassen ihn nicht.

Hier Imam-i Ali (möge ihn Gott ehren) hinsichtlich seiner Person (sahs), seines Lebens (hayat) und seiner Politik (siyaset), die sich auf der Bahn wahrhaftiger Gerechtigkeit (adalet-i hakikî) bewegt, zu kritisieren und sie anzugreifen, wäre das Eine. Seine geistige Persönlichkeit (sahsiyet-i manevîsine), seine wissenschaftliche Vollkommenheit (kemalât-i ilmiye), sein Platz als Heiliger (makamat-i velayeti) und Erbe des Propheten (vârislik), welche tausendfach höher stehen als seine sichtbare Person (Sahsiyet-i zahirî), sein irdisches Leben (hayat-i dünyeviye) und seine gesellschaftliche Politik (siyaset-i içtimaiye) anzugreifen, ist hingegen unmöglich. Man hat sie noch niemals angegriffen und wird sie auch niemals angreifen können. Wem auch immer stünde das auch zu? Daher erscheint ein Angriff (muaraza) derer, die in ihrer Vorstellung (tevehhüm) einer Vereinigung dieser beiden Aspekte gegen sie zum Streit (tarruz) antreten, besonders schrecklich. Wie könnte es auch unter Gläubigen (Ehl-i iman) dergleichen Vorfälle (vukuat) geben? So etwas zu sagen, löst einzig Verwunderung (hayret) aus. Ausgenommen solch böse Schurken (habis herifler) wie Yezid und Velid, kritisiert die überwiegende Mehrzahl (kism-i a'zam) gar nicht die wunderbare Vollkommenheit (hârika kemalât) Imam Alis (Gott möge mit ihm zufrieden sein), seine Wundertaten (keramet) und sein Erbe (veraset), {in der Nachfolge des Propheten (A.d.Ü.)} sondern versucht lediglich seinen Führungsstil (idare) bezüglich des gesellschaftlichen Lebens der Menschen (hayat-i içtimaiye-i insaniye) anzugreifen. Damit begehen sie jedoch einen Fehler.

Während eines Angriffs (hucum) eines großen äußeren Feindes ist es unbedingt notwendig (elzem), die kleinen inneren Feindseligkeiten (düsmanlik) aufzugeben. Andernfalls würden diese nur eine Unterstützung (yardim) für den angreifenden großen Feind bedeuten. Darum erfordert es die Sache (maslahat) des Islam, dass die Muslime, die gegeneinander im Kreise des Islam seit jeher im Streit der Parteien opponieren und eine feindselige Haltung zueinander einnahmen, ihre internen Feindseligkeiten vorübergehend vergessen.

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Mein lieber, getreuer, fleißiger Bruder Süleyman Rüsdü!

Wir beglückwünschen dich und deinen heldenhaften Bruder Burhan, deine beiden segensreichen, unschuldigen Kinder und deine ganze Familie im Namen der Risale-i Nur - und euch alle - in Vertretung aller Schüler (sakird) aus ganzem Herzen (canim) und tiefster Seele (ruh). Eurem Erfolg in einem solchen heiligen (kudsî) Dienst für das Jenseits (uhrevî), der euch ständig Segen (sevab) erwerben lässt, wird Isparta und das ganze Umland (memleket) in Zukunft applaudieren und ihr werdet durch ihre Gebete (dua) viel Gutes (hayirli) von ihnen empfangen. Möge Gott es wollen (insâallah), dass es euch gelingt, neben dem "Zülfikâr" noch vieles Dergleichen (emsal) herauszugeben. Unter den solcherart besonderen Umständen (serait) ist ein derart außerordentlicher Erfolg (muvaffakiyet) ein Wunder (keramet) sowohl des Zülfikkar als auch durch eure Treue (sadakat). Dein so segensreicher (mübarek) Traum, auf Gottes Weisung (emr-i İlahî) den Qur'an dem ehrenwerten Propheten (Hazret Peygamber), mit dem Friede und Segen sei, zu überreichen, ist eine visionäre Wahrnehmung (cilve) des Auftrags (vazife) des ehrenwerten Gabriel (Hazret-i Cebrail). Es ist dies ein Hinweis (isaret) darauf, dass unser Dienst (hizmet) hier sowohl dem Wohlwollen Gottes (riza-yi İlahiye) als auch dem Einverständnis des Propheten (riza-yi Peygamber) entspricht, mit dem Friede und Segen sei. Dein Traum kann in dem Sinne (mana) ausgelegt werden, die Abhandlungen über das Wunder des Qur'an (Mu'cizat-i Kur'aniye) und die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-i Ahmediye) der Gemeinde (ümmet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, zu verkünden (teblig).

Gleich wie das Spiegelbild der Sonne in einem winzig kleinen Stückchen Glas durch ihr Licht (ziya) mit dem, der dieses Glas in der Hand hält, in Verbindung (münasebet) steht und so mit ihm in gewisser Weise kommuniziert (muhabere), so ist auch im Traum eine persönliche Erscheinung (hususî bir tecelli) - auch die uns vorausgegangenen "Reinen" (selef-i sâlihîn) hatten bereits diese Art Träume - ein Merkmal des Angenommenseins (makbuliyet) und des Einverständnisses (riza). So ist denn auch der Mann, den du neben dem Ehrenwerten Propheten (Hazret-i Peygamber), mit dem Friede und Segen sei, gesehen hast, die Geistige Körperschaft (sahs-i manevî) des Lichtes (Nur) und der Schüler (sakirdler) der Risale-i Nur.

Unsere Aufgabe (vazife) ist, in Wahrhaftigkeit (ihlas), Standhaftigkeit (sebat), in gegenseitiger Verbundenheit (tesanüd) und, soweit möglich, mit Vorsicht (ihtiyat) "die Erleuchtung im Verborgenen (sirran tenevverat)" - von Imam Ali unterrichtet (irsad-i Alevî) - mit unserer Tat zu bestätigen (tasdik) und so danach zu handeln; im Übrigen aber nicht mit den Gegnern (muariz) zu streiten und aufgrund ihrer Angriffe (hücum) nicht in Panik (telas) zu geraten. Was jedoch den Erfolg (muvaffakiyet) und die Veröffentlichung des Lichtes (fütuhat-i Nuriye) und seine Verbreitung (intisar) durch eine stets wachsende Übereinstimmung (revaç) betrifft, so ist dies einzig die Sache Gottes (vazife-i İlahiye). Wir müssen nur unsere eigene Aufgabe (vazife) erfüllen und dürfen nicht versuchen, das zu tun, was einzig und allein Gottes Sache ist. Auf diese Weise habe ich sowohl für mich als auch an eurer Stelle einen Trost (teselli) gefunden. {wann immer es Streit gibt, wir angegriffen werden oder eine Panik entsteht}

Ahmed Fuad aus Safranbolu, der einer von den fünf Ahmeds ist und in Safranbolu den Platz von Hasan Feyzi zur Gänze übernommen hat und sein vollendeter Erbe ist, betet (dua) in seinem überaus aufrichtigen (samimî) und opferwilligen Brief darum, mir genauso wie Hasan Feyzi und Hâfiz Ali den Rest seines Lebens (hayat) zu schenken und vor mir - an meiner statt - in das Zwischenreich (berzah) zu gehen. In Wirklichkeit ist sein Leben jetzt für die Lichter (Nurlar) weit nützlicher (faideli). Ich erwarte meine Todesstunde (ecelim) mit vollkommener Ruhe im Herzen (kemal-i istirahat-i kalble), in der Vorstellung, dass nach mir ein Bruder, der im Vergleich zu mir jünger und aktiver (faal) ist, wie all meine anderen Brüder, meine Aufgaben (vazife-i Nuriyemi) erfüllt. Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), möge viele Opferbereite gleich ihm für die Lichter (Nurlar) kommen lassen.

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In dem schönen und anrührenden Brief über das von Wundern begleitete Ableben (kerametli vefati) des verstorbenen (merhum) Haci Hâfiz, welcher an dieser Medresse der Lehrer (üstad) von Marangoz Ahmed war, der zu den sehr alten, besonders treuen (sadik), besonders befähigten (muktedir), standhaften Schülern (sakirdler) dieser Schule (Medrese-i Nuriye) gehörte, die fromme Haltung (dindarane vaziyet) der Schüler dieser Medrese-i Nuriye ihrem verstorbenen Lehrer (merhum üstad) gegenüber, dass der Regen erst aufhört, um ihnen keine Umstände (zahmet) zu machen, sie nicht nass werden zu lassen, damit sie sich nicht erkälten, und dass er nach dem Ende der Zeremonie wieder beginnt, ist ein Zeichen für die Herabsendung großer Segnungen (rahmet) über den Geist (ruh) dieser verstorbenen Persönlichkeit (merhum zât)... Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihm und ihnen allen nach der Anzahl der Tropfen dieses segensreichen (rahmet) Regens Seinen Segen (rahmet) geben, âmîn.

Hilmi Bey, welcher auch der kleine Scheich (Küçük Seyh) genannt wird, der in Kastamonu acht Jahre lang mit seinem segensreichen Sohn (mübarek mahdum) und seiner inzwischen verstorbenen (merhum) Frau in außergewöhnlicher Treue (sadakat) für die Risale-i Nur gearbeitet und mit seinem Stift (kalem) der Risale-i Nur viel gedient (hizmet) hat, viele in den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) bringt und im Gefängnis für den heldenhaften Sadik Bey, wie auch für mein eigenes Wohlbehagen (istirahat) und den Zusammenhalt (tesanüd) unter den Schülern (Nur sakirdleri) in beachtenswerter Weise gesorgt (hizmet) hat, und der mit den engsten Brüdern wie Feyzi, Emin, İhsan und den Ahmeds wieder in Kastamonu den Lichtern dient (Nurlara hizmet), benachrichtigte mich in seinem Brief vom Hinscheiden (vefat) seiner Frau, die auch eine Schülerin (Nurcu) war. Für diese Gesegnete (merhum) ist es ein Anlass zur Dankbarkeit (medar-i sükran), dass ich seit ein, zwei Monaten, immer wenn ich in meinen Gebeten (dua) die Zehras nenne, dabei auch die Hacers nenne und mit ihnen auch dieser Gesegneten (merhume) gedenke (niyet). Ich wusste noch nichts von ihrem Hinscheiden. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihr Tausende Segnungen (rahmet) schenken und ihren Verwandten viel gute Geduld (sabr-i cemil ihsan) geben, âmîn!

Während ich in diesen Tagen meine Korrekturarbeiten (tashihat) erledigte, packte mich eine heftige Wut über die Hocas, außer den Hocas, die sich im Kreise der Risale-i Nur befinden und aktiv mitarbeiten, und außer den Hocas in Konya. Denn durch die Opferwilligen der Schüler (Nur sakirdleri), die kein Arabisch können, schleichen sich wegen ihrer Unkenntnis der arabischen Sprache Fehler und Mängel ein. Da ich mich sehr anstrengen musste, sagte ich sowohl den Hocas, die meine alten Schüler (talebeler) waren, und meinem Bruder als auch den heutigen amtlichen (resmî) Hocas in Ankara und in Istanbul laut, klar und in aller Deutlichkeit (bagirarak): "Oh ihr Einsichtslosen! Weshalb helft ihr mir nicht bei diesem Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye), welcher sowohl eure Aufgabe (vazife) als auch das Werk (mahsulü) der Medresse ist und auch euch gleich einem persönlichem Gebot (farz-i ayn) Gottes auferlegt ist. Stattdesen verursacht ihr in eurer Gleichgültigkeit (lâkaydlik), dass viele sich davon abwenden (çekil). Deshalb werdet ihr auch euren Anteil an der Ohrfeige bekommen, die Imam Ali (möge Gott mit ihm zufrieden sein) einem Teil der Hocas der Endzeit (âhirzaman) versetzt." Während noch diese fürchterlichen Einwände (itiraz) in mein Herz (kalb) eindrangen, wurden meinem Herzen (kalb) plötzlich drei Begründungen (mana) eingegeben (ihtar), um die Hocas verteidigen zu können, deren Herz (qalb) noch nicht verdorben ist.

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Erstens: Zwei wissenschaftliche Kommissionen (heyet-i ilmiye) in zwei großen Verwaltungszentren (merkez) nutzen aufgrund vieler Gründe, die zu erklären hier nicht der rechte Platz (münasib) ist, ganz offiziell (resmen) jede Gelegenheit, damit sich die verschiedenen Gruppen unter den Hocas unter Anwendung unterschiedlicher Mittel und Möglichkeiten (vasitalar) von der Risale-i Nur abwenden (çekil). Infolge der leidigen (bela') Sorge um den Lebensunterhalt (derd-i maiset) - z.B. als Beamte (memuriyet) - werden so die hilflosen Hocas (bîçare hocalar) in ihre Kreise mithineingezogen und entfernen sich dadurch von den Lichtern (Nurlar). Es heißt nicht, dass diese hilflosen Hocas (bîçare hocalar) den Wert der Lichter (Nurlar) nicht kennen, vielmehr glauben sie wegen dieser Sorge um den Lebensunterhalt (derd-i maiset) oder dadurch, dass sie ganz einfach den bedeutenden Hocas in dieser Gelehrtenkommission (heyet-i ülema) vertrauen (itimad) und in der Vorstellung, dass ihr Studium (tahsil) der Religionswissenschaften (ilm-i dinî) geradezu ein Diplom (derece) wäre, ihren Glauben (iman) zu retten und so in ihrer Gleichgültigkeit (lâkayd) weiterleben zu können, wenn sich nur eine Fetva fände, die ihnen eine Duldung (ruhsat) ermöglicht.

Zweite Begründung: Die Schüler (sakirdler) der Risale-i Nur, die aufgrund eines bloßen Argwohns (evham) derart fürchterlichen Angriffen (hücum) und diesem Druck (tazyik) ausgesetzt sind, als ob es da eine Möglichkeit gäbe, uns aufgrund verschiedener Fälle (hâdise) von Unruhe (vakia), wie dem in Menemen oder dem unter Scheyh Said, gleich zweimal zu vernichten (imha), wie das sowohl meine Feinde seit jeher unter einem Deckmantel getan haben, während einige Beamte der Regierung (erkân-i hükûmet) sie heute offiziell bezichtigen (ittiham), gegen die Gesetze (kanun) zu verstoßen, die allgemeine Ordnung (idare) zu stören, sich in die Politik (siyaset) einzumischen und uns deswegen in einer erbarmungslosen (merhametsiz) Weise zweimal ins Gefängnis einliefern und uns verklagen, um einen jeden von uns durch ihre Propaganda offiziell wie inoffiziell von den Lichtern (Nurlar) abzuschrecken. Sie versetzen die empfindsamen und in gewissem Grade schwachen Hocas sicherlich in eine beträchtliche Angst, was für sie zur Begründung (mazeret) dafür wird, dass heute keineswegs die Mehrheit, sondern nur ein Teil der Hocas, nämlich solche, die einen außergewöhnlichen Mut (cesaret) und Eifer (gayret) an den Tag legen, in den Kreis der Lichter (Nurlar dairesi) eintritt und diejenigen, die noch nicht eingetreten sind, davon abhält, weshalb ihnen doch in gewissem Grade verziehen werden kann.

Dritte Begründung: Diese Begründung wurde vorläufig verschoben.

Mit der Begründung (bahane), mit der sie Allegorien (tesbihler), die ein Schleier vor den Tatsachen (hakikat) sind, z.B.: "ein Mann, so groß wie ein Minarett; und: auf seiner Stirn wird eine Schrift zu lesen sein; und: auf einmal wird seine Hand von einem Wasser durchlöchert werden", als Tatsachen (hakikat) ausgeben, entsprechen (muvafik) einige Verheißungen des Lichtes (Nur) aus dem Verborgenen (ihbarat-i gaybiye) nicht der oberflächlichen Betrachtungsweise (sathî nazarlar) einiger Hocas; sie zeigen dafür kein Interesse. Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), sei unendlicher Dank (sükür) dafür, dass das einfache gläubige Volk (avam-i mü'minîn) in dieser Zeit in der Risale-i Nur seinen Halt (nokta-i istinad) in einer solchen Wahrheit (hakikat) sucht, die es am meisten braucht und in diesem Lichte (Nur) auch findet, eine Wahrheit, die für nichts als Werkzeug missbraucht werden kann, in die sich keinerlei eigensüchtige Zwecke und Absichten (garaz ve maksad) einschleichen können, die für keinerlei Zweifel oder Argwohn (sübhe ve vesvese) Raum bietet, gegen die nie ein Feind fadenscheinige Einwände (bahane) erfinden oder sie widerlegen könnte und in der sich einmal solche Leute finden werden, die allein für das Recht und um der Wahrheit (hak ve hakikat) willen für sie arbeiten werden, mit der sich keine weltlichen Ziele (dünya maksadlar) vermischen lassen, sodass sich die Gläubigen (ehl-i iman), die weit von hier leben, dieser Wahrheit (hakikat) und ihren treuen Verkündern (sadik nasirler) ganz anvertrauen (itimad) und ihren Glauben (iman) vor den Einwänden (itiraz) und Leugnungen (inkârlar) der Atheisten (zindiklar), der Glaubenslosen (dinsizler) und der antireligiösen, fürchterlichen Philosophen retten können.

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Diese Gläubigen (ehl-i iman) werden durch die Sprache ihrer Haltung (lisan-i hal) zum Ausdruck bringen: "Da nun einmal so viele entschlossene Feinde diese Wahrheit (hakikat) nicht widerlegen und keinen Einwand (itiraz) gegen sie erheben können und ihre Schüler (sakirdler) in ihrem Dienst (hizmet) nichts anderes als einzig die Wahrheit (hak) beabsichtigen, ist diese Wahrheit (hakikat) in jedem Fall lauteres Recht (ayn-i hak) und reine Wahrheit (mahz-i hakikat)." So gilt denn dies in der Tat als ein Beweis, der Tausend Zeugnissen (bürhan) gleicht, um ihren Glauben (iman) zu stärken und zu retten. Nun werden sie nicht mehr irgendeinem Zweifel (evham) verfallen, indem sie sagen: "Ja, gäbe es denn vielleicht in der İslâmiyet etwas Unwahres?"

Schon zweimal wollte Abdurrahman Salahaddin, dessen Eifer zwar lang, aber dessen Hand nur kurz ist, den "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) und einen Teil des "Zülfikâr" zur Câmi-ül Ezher {Sein Eifer reicht bis nach Ägypten, seine Hand aber nicht so weit. (A.d.Ü.)} senden. Wider Erwarten (hilaf-i me'mul) konnten sie jedoch aufgrund verschiedener Ursachen nicht an diesen Ort geschickt werden, wie es eigentlich notwendig und wichtig gewesen wäre. Nach dem Grundsatz (kaide):

اَلْخَيْرُ فِى مَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ

{"Das Gute liegt in dem, was Gott gewollt hat.",}

tauchte in meinem Herzen (qalb) der Gedanke auf, dass der Grund vielleicht darin liegt, dass ich diese beiden Exemplare noch nicht durchsehen und korrigieren (tashih) konnte. Es ist jedoch sicherlich besser, dass das Gremium dieser Gelehrten (ülema heyeti), wo man alles bis in alle Einzelheiten (ince) kritisch betrachtet, das ganze "Zülfikâr" zusammen mit dem "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) abschickt, nachdem beides eingehend korrigiert (tashih) worden ist. Vielleicht könnten ja darin noch beträchtliche Fehler (sehivler) verborgen sein, die Einwände der Gelehrten (ülemanin itirazi) nach sich ziehen könnten. Darum soll Salahaddin mir diese beiden Abhandlungen (risale) schicken, damit ich sie durchsehen kann. Danach möge Gott es wollen (insâallah), dass wir sowohl das ganze "Zülfikâr" als auch den Stab Mosis (Asâ-yi Musa) und den Band "Tilsim" mit den dazu notwendigen Erläuterungen (beyanname) absenden können.

Aus dem Brief des Apothekers Haci Abdüllatif, der offensichtlich zur Schule von Mevlâna Celaleddin-i Rumî (Gott heilige seine Geheimnisse) gehört, der einer meiner Meister (üstadlar) ist, wird deutlich, dass er den Lichtern (Nurlar) mit einer klar bewussten und vollkommenen Wertschätzung dienen wird. So erwartete ich denn bereits, dass einige Helden des Lichtes (Nur) aus den Mewlewis hervortreten werden. Möge Gott es wollen (insâallah), dass auch er einer von ihnen werden wird. Ich grüße (selâm) ihn daher vielmals. Doch möge er sich nicht deswegen grämen, dass mein Zustand es mir nicht erlaubt, ihm auch noch einen persönlichen Brief zu schreiben. Wir grüßen (selâm) auch Sabri und seine Kinder (mahdumlar), die Schüler (Nur sakirdler) und die Hocas dort, vor allem aber Hoca Vehbi Hazretleri vielmals und bitten sie um ihre Gebete (dua).

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Ein Schüler des Lichtes (Nur sakirdi) hat mich in Bezug darauf, dass ich noch im Leben mein geistiges Gut (manevî malimi) und Recht (hukuk), welches nach meinem Tode (vefat) in eure Hände übergehen soll, euch überlasse und nach dem Geheimnis (sirr) von

مُوتُوا قَبْلَ اَنْ تَمُوتُوا

{"Sterbet, bevor ihr sterbt!",}

euch noch vor meinem Tode persönlich (bilfiil) zu meinen Erben (vâris) erkläre, gefragt: "Worin liegt hier die Weisheit (hikmet)? Wir wollen Sie noch lange Zeit unter uns sehen. Möge Gott es wollen (insâallah), dass Sie es auch noch weiter bleiben werden!"

Dazu möchte ich ihm sagen: Wenn mein geistiger Besitz (malim) nach meinem Tode (vefat) in die Hände meiner wahren und wahrhaftigen (hakikî ve hakikatli) Erben (vâriler) übergeht, so wird er ähnlich den irdischen Gütern (dünya mali) unter ihnen gewissermaßen aufgeteilt. Seinem Grad (derece) entsprechend wird jeder lediglich der tatsächliche Besitzer (hakikî mâlik) von nur einem Teil des Gutes werden. Er kann nicht der Herr (mâlik) über das Ganze (umum) werden. Wird es aber bereits vor meinem Tode den Erben (vârisler) überlassen, so wird ein jeder wie auch bei den jenseitigen Gütern (emval-i uhrevî) seinem Grad entsprechend als der Besitzer (mâlik) über das gesamte Gut, nämlich das Licht (Nur) dieser Lampen gelten; so wird ein jeder zu einem kleinen Said; anstelle nur eines Wächters wird es dann Tausende Wächter geben. So wird jeder Einzelne nicht zu einem Nurdschu, der als Saids Erbe (irsiyet) doch nur Herr (sahib) über den tausendsten Teil ist, sondern zu einem vollkommenen jungen Said. Wären also alle diese Güter (emval), also die Güter des Lichtes (emval-i Nuriye), einem Schatz (hazine) zu vergleichen, so könnte z.B. jeder als seinen Anteil bei der Verteilung unter Tausenden Nurdschus einmal angenommen zwanzig oder vielleicht auch hundert Goldstücke bekommen; werden sie ihnen aber noch vor meinem Tode (vefat) übergeben, so kann im engsten Kreise einem jeden aufgrund eines gewaltigen Geheimnisses (sirr-i azîm), seiner Fähigkeit (istidat) entsprechend, ungeteilt eine Million zufallen. Dieses Geheimnis (bu sirrin) hat einen tiefen Sinn (bir sirri), den ich jetzt jedoch noch nicht erläutern (izah) kann.

Wiederum sagte dieser Schüler (sakird): "Ja, könnte denn vielleicht ein jeder aus dem engsten Kreis deiner Schüler, gleich dir, sein ganzes persönliches wie auch sein familiäres Leben (hayat ve rahat) opfern, sodass er nun dieses Riesengut (koca mali) ungeteilt als Ganzes bekommen würde?" Daraufhin sagte ich ihm: "Möge Gott es wollen (insâallah), dass sich in dem großartigen Geheimnis (sirr-i azîm) des Zusammenhalts (tesanüd) die drei Elif, zusammen (tesanüd) gelesen, in der Kraft (kuvvet) von 111 zeigen werden, dann wird auch die Kraft (kuvvet), die aus dem wahrhaftigen Zusammenhalt (tesanüd-ü hakikî) im engsten Kreise der Schüler (has sakirdler) gespeist wird, nicht hinter der Opferwilligkeit (fedakârlik) eines Armen (bîçare) gleich mir zurückstehen, die doch von euch für so besonders wichtig gehalten (fevkalâde) wird. Das walte Gott (insâallah)!

Mehmed Çavus, einer der Helden der Medrese-i Nuriye in Sava, sah ein "Zülfikâr", das er für mich abgeschrieben hatte, in der Hand des Direktors der Ordnungsbehörde (emniyet müdürü) und sagte zu ihm: "Es ist meins. Geben Sie es mir zurück!" Er entgegnete jedoch: "Es gefällt (hos) mir. Ich möchte es für ein, zwei Wochen lesen." Mehmed Çavus entgegnete ihm: "Dann behalten sie es ruhig." Wenn ihr es für richtig (münasib) haltet, dann sagt diesem Sicherheitsdirektor (emniyet müdürü) meinerseits und auch dem Kommissar, der es genommen hatte: "Said grüßt (selâm) euch. Da meine Schrift nicht schön ist, hat dieser Herr (zât) es für mich abgeschrieben."

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Da ich die Provinz Isparta, ihre Erde, ihre Steine und alle ihre Einwohner für gesegnet (mübarek) halte, betrachte ich auch die dortige Verwaltung (hükûmet) und insbesondere die Polizei (zabita) mit wohlwollenden, geradezu freundschaftlichen (dost) Blicken. Besonders anhand vieler Erfahrungen (tecrübe) sowie Verlautbarungen (itiraf) der Polizei dreier Provinzen (vilayet), auch durch den einstimmigen Freispruch (beraet) der Gerichtshöfe (mahkeme) dieser drei Provinzen, die Anerkennung (tahsin) und Wertschätzung (takdir) dreier wissenschaftlicher Kommissionen (cem'iyet-i ilmiye) und Sachverständigen (ehl-i vukuf) steht bereits fest, dass die einzelnen Kapitel der Risale-i Nur und ihre Schüler (sakirdler) hinsichtlich der Erhaltung der öffentlichen Sicherheit (asayis) und Ordnung (inzibat), der Verwaltung (idare) sowie der Maßnahmen gegen die Sittenlosigkeit (ahlâksizlik), welche die Aufgaben (vazifeler) des Sicherheitssektors (emniyet müdürü) und der Polizei sind, mehr als alle Kommissare geistige (manevî) und überaus effektive geistige (manevî) Ordnungsbeamte (inzibat memurlari) sind, indem sie allen Herumtreibern (serkesler) Disziplin (itaat) beibringen und somit für die öffentliche Sicherheit (asayis) Sorge tragen. Daher soll die Polizei sie nicht lediglich verdächtigen (evham), sondern sie wie der Sicherheitsdirektor (emniyet müdürü) einschätzen und sie mit vollkommener Hochachtung (kemal-i takdir) betrachten. Denn der hat bereits über das "Zülfikâr" gesagt: "Es ist sehr schön. Es hat mir gut gefallen (sevdim). Ich möchte es gerne lesen... Das wird mir gut (hos) tun." Wie dem auch sei... Ihr solltet tun, was immer ihr für das Richtige (münasib) haltet.

Darüber hinaus sagen Sie dem Direktor des Sicherheitskorps (emniyet müdürü), dass unser Bruder Said gesagt hat: "Wenn ihm das "Zülfikâr" derart gut (hos) gefällt, dann soll er wissen, dass es mir gehört und dass ich es ihm schenken (hediye) möchte. Desgleichen möchte ich ihm auch den "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa), der genauso wichtig ist wie das "Zülfikâr", als Geschenk anbieten.

Da es mir meine Zeit und mein Zustand (hal) ganz und gar nicht erlauben (müsaade), persönlich auf ihre netten Briefe zu antworten, die ich aus Denizli und Tavas erhalten habe, bitte ich Sie, sich nicht gekränkt zu fühlen, wenn ich Ihnen keinen persönlichen Brief schreibe. Aus dem Brief von Çakir Yusuf entnehme ich jedoch, dass dieser vollkommen aufrichtig und ein wahrer Erbe (vâris) Hasan Feyzis ist.

Das gesegnete Kind (mübarek masum) von Re'fet Bey, der unser Bruder, einer von den Kommandanten des Lichtes (Nur) und ein Hulusi von Isparta ist, schrieb - obwohl er erst neun Jahre alt ist - dermaßen schön, das Erste Wort (Söz) aus der Risale-i Nur ab, was zeigt, dass dieser gesegnete (mübarek) Hüsnü Kandidat (namzed) ist, um genauso ein - wenn auch vorerst noch winzig kleiner - Held unter den unschuldigen Kindern (masum) wie der elfjährige Hüsnü von Safranbolu zu werden. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihn für den Dienst an den Lichtern (Nurlar) zum Geschenk erheben und ihn darin erfolgreich (muvaffak) sein lassen, âmîn. Möge Gott es wollen (insâallah), dass ich ihm seine Abschrift später korrigiert wieder zurückschicken kann.