Briefe aus Emirdağ-1
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Der folgende Absatz soll am Schluss der "Anmerkung über "Hu" (Er) (Hüve Nüktesi)" eingefügt werden.

Ich habe gesehen, dass man die Welt der Bilder und Gleichnisse (âlem-i misal) mit zahllosen Fotoapparaten aufnehmen kann, wobei jeder Apparat zahllose Ereignisse auf der Erde (hâdisat-i dünyevi) gleichzeitig aufnimmt, ohne sie zu verwechseln. Es gibt da im Jenseits (sinema-i uhrevi) einen Vorführapparat für ein Kino, das so groß und weit ist wie Tausende Erden (dünya), um den Leuten (ashablar) der Ewigen Glückseligkeit (saadet-i ebedi) die vergänglichen (fâni), nur sehr beschränkten (zâil) Zustände (haller) und Verhältnisse (vaziyetler) alles Vergänglichen (fâniyat), die Früchte ihres vergänglichen Lebens (geçici hayatlari) auf den immerwährenden Schauplätzen (sermedî temasagâhlar) und im Paradies (Cennet), ihren Lebenslauf auf Erden (dünya maceralari) und ihre alten Erinnerungen (eski hatiralar) auf den Tafeln (levhalar) vor Augen zu führen. Was die Kapazität des Gedächtnisses (kuvve-i hâfiza) und den Reichtum der Phantasie (kuvve-i hayaliye) betrifft, so sind dies zwei Zeugnisse (hüccet) sowohl für die Wohlverwahrte Tafel (Levh-i Mahfuz) als auch für die Welt der Bilder (âlem-i misal) und zugleich zwei kleine Beispiele, zwei Zentren im Kopf des Menschen, die trotz ihrer winzigen Größe, ohne jemals etwas zu verwechseln, in vollkommener Wohlordnung (kemal-i intizam) so viele Informationen (malûmat) speichern wie eine ganze große Bibliothek (kütübhane), was mit größter Sicherheit beweist (isbat), dass das größte und gewaltigste Beispiel (nümune-i ekber) dieser beiden Fähigkeiten (kuvve) die Welt der Beispiele (âlem-i misal) und die Wohlverwahrte Tafel (Levh-i Mahfuz) sind. Was nun die Elemente (unsurlar), wie Luft (hava) und Wasser (su) betrifft, in dem auch die Spermien (nutfeler) schwimmen, dazu noch das Element Erde (toprak), so sind sie mit Weisheit (hikmet) und Wille (irade), mit der Feder der Bestimmung (kalem-i kader) und der Macht (kudret) geschrieben und es bleibt hundertfach unvorstellbar (muhal) und wäre in keinerlei Hinsicht möglich, dass der Zufall (tesadüf) oder irgendeine blinde Kraft (kuvvet) oder taube Natur (tabiat) und leblose (camid), ziellose Ursachen (esbab) sich hier einmischen können, dass sie vielmehr die Seite der Feder der Bestimmung (kalem-i kader) des majestätischen Allweisen (Hakîm-i Zülcelal) und Seiner Weisheit (hikmet) sind, wurde mit wissenschaftlicher Gewissheit (ilmelyakîn) zweifelsfrei erkannt. Den Rest (Mütebâki) zu schreiben ist mir z.Zt. noch nicht möglich (yazdirilmadi).

﴿ سُبْحَانَكَ لاَ عِلْمَ لَنَا اِلاَّ مَا عَلَّمْتَنَا اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ ﴾

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise!" (Sure 2, 32)}

Euer Bruder
Said Nursî

Meine lieben getreuen Brüder und ihr alle, die ihr fleißig und ausdauernd im Dienst am Qur'an seid!

Erstens: Wir beglückwünschen euch aus ganzem Herzen (canim) und tiefster Seele (ruh) zu den letzten zehn Nächten (leyali-i aser) des Ramadans, der in diesem Jahr den Wert (mana) der großen Pilgerfahrt hat.

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Zweitens: Sowohl im Inland als auch im Ausland setzt sich der Anklang des Lichtes (Nurun fütuhati) weiter fort. Aber die Leute des Irrtums (ehl-i dalalet) und der Ausschweifung (sefahet), die unsere versteckten Feinde sind, versuchen durch einige bedeutungslose Ereignisse die Schüler (Nur talebeleri) in Panik (telas) zu versetzen und verursachen so Erschütterungen (sarsinti), indem sie aus einem Korn eine Kuppel bauen. So ereignete sich neuerdings in einer Nacht in der Nähe des Hauses eines Schülers (sakird), in dem die meisten meiner Bücher und meiner Korrespondenzbriefe der letzten drei Jahre offen auf dem Tisch lagen, ein besonderer Vorfall (vukuat). Obwohl bei dieser besonderen Gelegenheit mit einer zu neunzig Prozent sicheren Wahrscheinlichkeit (ihtimal-i kavî) die Möglichkeit bestand, die Wohnung dieses Schülers zu durchsuchen (taharri), verschonte Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), dieses Haus in Seiner Güte (inayet) mit Seinem Schutz (hifz) und durch Seine Bewahrung (himayet) vor einer möglichen Durchsuchung. Hätte ich am nächsten Morgen nicht diese beiden leichtsinnigen (safdil) Brüder ernsthaft verwarnt und meine Bücher und Briefe nicht von dort weggeräumt, wäre wiederum innerhalb des Kreises (Nur dairesi) ein ziemlich großes Problem entstanden. Denn dieser ganze Vorfall (vukuat) enthält auch noch eine gewisse Art politisch begründeter Angst (siyaset korkusu). Die Güte Gottes (inayet-i İlahiye) hat uns diesmal zwar verschont (muhafaza), aber in diesen Tagen, in denen die gebundenen Bücher herausgegeben und verbreitet (intisar) werden, wir aber unbedingt sehr viel Ruhe (sükûnet) benötigt hätten und Vorsicht (ihtiyat) dringend geboten war, hätten solche aufregenden Vorfälle (heyecanli bir hâdise) unsere Feinde, die aus Körnern Kuppeln bauen, in Panik (telas) versetzen und eine Erschütterung (sarsinti) auslösen können. Die Gnade Gottes (İnayet-i İlahiye) hat jedoch auch diesen Plan zum Scheitern gebracht und uns davor bewahrt. Doch unerwartet plötzlich (hilaf-i me'mul) versetzte dieser Vorfall (hâdise) meinen Geist (ruh) in eine Aufregung (heyecan); und infolge eines geistigen Sturzes (manevî darbe) und durch die Sorge, dass dem Dienst (Nur hizmeti) ein beträchtlicher Schaden entstehen könnte, verspürte ich eine Bedrängnis (sikinti), wie ich sie noch nie zuvor in meinem Leben erfahren hatte und wurden in meiner Seele (asab) geistige (manevî) Wunden aufgerissen. Und ohne es zu wollen, bedrückten mich Kummer und Sorgen (teessürat) sehr. Da schickte mir Gott, der barmherzigste der Barmherzigen (Cenab-i Erhamürrâhimîn) in Seiner vollkommenen Güte (kemal-i merhamet) schon am nächsten Tag die genau richtige Salbe als ein Heilmittel für die Wunden, die mir meine geistigen Sorgen (teessürat-i manevî) zugefügt hatten, ganz unerwartet den überaus opferwilligen Nuri Benli, einen Helden von Kastamonu, Sadik Bey und Ismail, einen der Helden von Inebolu. Außerdem hat die frohe Botschaft (müjde), welche der Bruder Emin, der nach seiner Stadt (memleket) gegangen war, in seinem Brief verkündet, dass Molla Hamza, von dem ich gehört hatte, dass er vor fünfzehn Jahren als Märtyrer (sehid) gestorben sei, und für den ich mit meinen Märtyrer-Schülern (sehid talebeler) wie Ubeyd immer gebetet (dua) hatte und der sowohl "Ein Zeichen des Wunders" (İsarat-ül İ'caz)" als auch das "Zehnte Wort" drucken ließ, noch am Leben (hayat) ist, im Irak lebt und dort nach den Werken der Lichter (Nurlar) sucht, meine Wunden nun vollständig geheilt (tedavi). Unendlicher Dank (sükür) sei Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), habe ich da gesagt.

Alle unsere Brüder grüßen (selâm) wir Tausende Male.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Ich möchte euch hier (zwei) Erlebnisse aus meinem doch recht eigenartigen, sowohl oft leidvollen, zudem aber auch geistig orientierten (latif) Leben (erzählen), als auch von den Verleumdungen durch meine Feinde, die zwar ganz abscheulich sind, mit denen sie jedoch unter tausend Möglichkeiten mit keiner einzigen Möglichkeit auch nicht einen einzigen Teufel oder sonst jemanden täuschen können, was denn auch erklärt, warum sie überhaupt keine Waffen mehr haben, die sie gegen die Risale-i Nur einsetzen könnten. Es ist dies wie folgt:

Für die, die meinen Lebenslauf kennen, ist folgendes bekannt. Vor fünfundfünzig Jahren, als ich etwa zwanzig Jahre alt war, wohnte ich zwei Jahre in dem Haus des verstobenen Gouverneurs Ömer Pascha in Bitlis, weil er das Wissen hochschätzte und auf meinem Bleiben beharrte. Er hatte sechs Töchter. Drei davon waren noch klein und die anderen drei waren groß. Ich habe aber die drei Großen niemals kennengelernt und konnte sie noch nicht einmal voneinander unterscheiden, obwohl wir zwei Jahre miteinander im selben Hause wohnten. Ich habe sie niemals lange genug aufmerksam betrachtet, um sie wiedererkennen zu können. Ein Gelehrter, der mich einmal besuchen kam und eine Zeitlang mein Gast war, konnte sie schon nach zwei Tagen voneinander unterscheiden und sie wiedererkennen. Jeder war über meine Haltung erstaunt und fragte mich: Warum siehst du sie denn nicht einmal an? Ich sagte immer: "Die Wahrung der Würde der Wissenschaft (ilmin izzetini) lässt es nicht zu, mir (die Mädchen) anzusehen."

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Ein andermal stiegen wir, das heißt, der inzwischen verstorbene Abgeordnete Molla Seyyid Taha und der Abgeordnete Haci Iljas und ich, und das war vor vierzig Jahren und in Kagithane, einem Stadtteil von Istanbul, und gerade an einem besonderen Feiertag, wo Tausende offen und freizügig bekleideter griechischer, armenischer und anderer Istanbuler Mädchen und Frauen zu beiden Ufern des Goldenen Hornes zwischen der Galata-Brücke bis nach Kagithane auf und ab flanierten, zusammen in ein Boot. Und so fuhren wir an diesen Frauen vorbei. Doch ich nahm sie überhaupt nicht wahr. Nach etwa einer Stunde gestanden mir dann Molla Taha und Haci Ilyas, dass sie mich in Wirklichkeit hatten prüfen wollen und mich abwechselnd beobachtet hatten. Dabei sagten sie: "Wir haben uns sehr über dein Verhalten gewundert. Du hast noch nicht einmal geguckt!" Ich sagte: "Da die Folgen solch nutzloser, flüchtiger und zudem noch sündhafter Genüsse nur Leiden und ein (schmerzliches) Bedauern sind, will ich so etwas nicht."

Darüber hinaus wissen alle, die mit mir befreundet sind, dass ich mein ganzes Leben lang niemals Geschenke angenommen habe, mich auch stets geweigert habe, von irgendwelchen Leuten Almosen (sadaka) oder sonstige gute Gaben (ihsan) entgegenzunehmen, die mich ihnen gegenüber zu Dank verpflichtet hätten. Um der Ehre der Risale-i Nur, des Dienstes am Glauben (iman) und des Qur'an willen und um ihre Unabhängigkeit (selamet) zu wahren, habe ich auf alle weltlichen (dunya) Güter und das gesellschaftliche Leben verzichtet, mein Interesse an der Politik aufgegeben und auf den Zorn der Leute und ihre Morddrohungen keine fünf Para Wert gelegt, was auch aus den zwanzig Jahren qualvoller Gefangenschaft in zwei verschiedenen abscheulichen Kerkern und vor ihren Gerichtshöfen ohne Zweifel deutlich geworden ist.

Nachdem ich aber bereits fünfundsiebzig Jahre meines Lebens diesem Prinzip getreu verbracht hatte, setzte (so ein Kerl), der (auch noch) ein öffentliches Amt bekleidet, eine Verleumdung (in die Welt), um den außerordentlichen Wert der Risale-i Nur zu zerstören, (eine Verleumdung), wie sie sich selbst die Teufel nicht hätten erdenken oder erträumen können. Er sagte nämlich: "Nachts kommen Dirnen (fahische) und Halunken mit Bergen von Kuchen (baklava) zu ihm!" In Wirklichkeit aber sind meine Türen nachts, und zwar (die erste) von außen und (die zweite) von innen, verschlossen und diese (Doppel)-Tür wird auch noch auf Befehl dieses Unglückseligen bewacht. Zudem wissen selbst meine Nachbarn und alle meine Freunde, dass ich vom Nachtgebet (Ischa) bis zum Morgengebet (Sabah) niemanden bei mir empfange. Also eine derartige Verleumdung würde doch noch nicht einmal ein armer unglückseliger Dummkopf, selbst wenn er noch dazu ein Esel wäre und danach auch noch ein dummer Teufel geworden wäre, für möglich halten! Doch dieser Mann musste es schließlich aufgeben, weiter seine Intrigen zu planen und ist von hier zu jenem anderen Ort gefahren, wo der Pfeffer (Dschehennem) wächst! Mit diesen Plänen, die er da geschmiedet hat, wollte man öffentlich nicht etwa mich, sondern die Risale-i Nur in den Schmutz zerren und diese neue Geschichte zum Anlass nehmen, um auch die Nurdschus in Misskredit zu bringen. Doch unter dem Schutz und Schirm der Güte Gottes (inâyet-i Ilâhiyye) sind all diese Pläne auf wunderbare Weise wirkungslos geblieben. Ich möchte mit dieser Erklärung keineswegs meine Seele (nefs) reinwaschen. Ich möchte vielmehr sagen, dass dieser heilige Dienst am Glauben (kudsî hizmet-i imaniye) meine Seele (nefs) von allen Lustbarkeiten abgewandt hat und mir nun die innerliche (mânevî) Freude an diesem Dienst genügt (kâfi). Und somit erkläre ich, dass auch die Nurdschus aller Umsicht und Aufmerksamkeit bedürfen.

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Zweitens: Ich werde euch einen Schreiber senden, der mit einer Maschine erfahren ist und sie beherrscht. Denn ich selbst kann doch nur mit Mühe schreiben und werde mich von jetzt an kurz fassen. Seid also deswegen nicht enttäuscht!

Drittens: Ich grüße (selâm) Tevfik und den Prediger (Hatib) Mehmed aus dem Umland von Eflani, dessen Traum von segensreicher (mübarek) Bedeutung ist.

Viertens: Gerade in diesem Augenblick habe ich von Mehmet Feyzi, dem Hüsrev {Hüsrev in Isparta kann man in Kastamonu mit Mehmet Feysi vergleichen.} von Kastamonu einen Brief erhalten, in dem er uns vor Freude strahlend seine Glückwünsche (tebrik) mitteilt und uns die frohe Nachricht überbringt, dass die Risale-i Nur (alle Herzen) erobert. Und hiermit beglückwünschen wir vor allem unsere verehrten Brüder Hilmi und Emin, insgesamt fünf Brüder zusammen mit Sehra, Lütfiye und Ulviye und all die anderen Schwestern (im Dienste an) der Risale-i Nur, sowohl zu den zehn heiligen Nächten (leyali-i asere) als auch zu den Fest- und Feiertagen (bayram) mit Herz und Verstand (ruh-u can). Zugleich fügen wir auch noch die Briefe von Hulusi und Feysi bei.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Ein Schüler des Lichtes (Nur'un sakirdi), der sehr angesehen und ein großer Wohltäter (hayirli) ist, hat mir im Namen von vielen folgende Frage gestellt: Ein Teil der aufrichtigen (hâlis) und bedeutungsvollen Schüler des Lichtes (Nur'un sakirdleri) halten dich mit ziemlicher Bestimmtheit (musirrane) für einen großen Lehrmeister (mürsidi) aus der Familie des Propheten (Âl-i Beyt), der ja in der Endzeit (âhirzaman) kommen soll. Und obwohl du dich doch so sehr dagegen sträubst (çekin), bestehen sie dennoch (israr) darauf. Und auch du lehnst ihre Ansichten (fikirler) mit ebenso großer Bestimmtheit (musirrane) ab und sträubst (çekin) dich dagegen. Sie haben doch die Tatsachen (hakikat) in ihrer Hand und ein sicheres Zeugnis (kat'î bir hüccet) dazu. Aufgrund einer anderen Weisheit (hikmet) und einer anderen Tatsache (hakikat) stimmst du dem aber nicht zu (muvafakat). Darin liegt jedoch ein Widerspruch (tezad). Wir möchten ihn aber auf jeden Fall lösen (hallini).

In Beantwortung der vielen Fragen (mesailler), die mir diese Person (zât) hier übermittelt (temsil) hat, erkläre ich hiermit Folgendes: Es gibt da eine Tatsache (hakikat), die für diese aufrichtigen (has) Nurdschus auf der Hand liegt. Sie erfordert es jedoch, in zweierlei Hinsicht ausgelegt (tabir) und ausgedeutet (te'vil) zu werden:

Erstens: Wie ich bereits vielmals in meinen Briefen angemerkt habe, hat die geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der heiligen (kudsî) Gemeinschaft (cemaat), die der Mehdi aus dem Hause des Propheten (Mehdi-i Âl-i Resul) repräsentiert (temsil), drei Aufgaben (vazife). Falls nun nicht plötzlich der Weltuntergang hereinbricht und falls die Menschheit (beser) nicht ganz und gar vom Wege abirrt, erwarten wir von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye), dass seine Gemeinschaft (cem'iyet) und die Gemeinde (cemaat) derer, die aus der Familie des Propheten stammen (seyyidler), die folgenden Aufgaben (vazife) erfüllen werden. Er wird also drei große Aufgaben haben:

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Erstens: In einer Zeit, in der die westlichen Wissenschaften (fen) und ihre Philosophie (felsefe) vorherrschen (tasallut) und sich der Materialismus (maddiyyun) und der Naturalismus (tabiiyyun) wie eine Seuche (taun) unter den Menschen (beser) verbreiten, ist es seine Aufgabe, den Glauben (iman) auf eine Art und Weise zu retten, durch die vor allem anderen die westliche Philosophie und die materialistische Ideologie (fikr) ganz und gar zum Schweigen gebracht wird und so die Gläubigen (ehl-i iman) vor dem Irrtum (dalalet) zu bewahren. Da es diese Aufgabe (vazife) erfordert (iktiza), sowohl die weltlichen, als auch alle übrigen Interessen aufzugeben und sich über eine längere Zeit nur mit kritischen Überlegungen (tedkikat) zu beschäftigen (mesguliyet), können es die Zeit (vakit) und die Umstände (hal) Hazret-i Mehdi nicht erlauben, sich um dergleichen Aufgaben auch noch persönlich zu bekümmern. Denn seine Herrschaft (saltanat) im Hinblick auf das mohammedanische Kalifattum lässt ihm keine Zeit, sich damit zu befassen. Auf jeden Fall wird eine Gruppe diese Aufgabe (vazife) in gewisser Hinsicht noch vor ihm erfüllen. Diese Persönlichkeit wird das Werk (eser), das diese Gruppe aufgrund langwieriger Überlegungen (tetkikat) geschrieben hat, zu seinem für ihn bereitgestellten (hazir) Programm machen und damit seine erste Aufgabe vollständig erfüllt haben. Die Kraft (kuvvet) und das geistige Heer (manevî ordusu), auf das sich diese Aufgabe (vazife) stützt, besteht nur zum Teil aus diesen Schülern, die allein die Eigenschaften (sifatlarina) der Aufrichtigkeit (ihlas), der Treue (sadakat) und der Zusammengehörigkeit (tesanüd) voll und ganz gemeistert (tam sahib) haben. Wie wenig sie auch sein mögen, so werden sie doch geistig (manen) als ebenso stark (kuvvetli) und als so bedeutsam wie ein ganzes Heer gelten.

Die zweite Aufgabe: Sie besteht darin, die islamischen Kennzeichen (seair) im Namen (ünvan) des mohammedanischen Kalifattums wieder ins Leben (ihya) zu rufen, die Einheit (vahdet) der islamischen Welt (âlem) zu seinem Stützpunkt (nokta-i istinad) zu machen und die Menschheit (beseriyet) vor sichtbaren und unsichtbaren (maddî ve manevî) Gefahren und vor dem Zorn Gottes (gazab-i İlahî) zu bewahren. Für diesen Stützpunkt (nokta-i istinad) und als Diener (hâdimler) für diese Aufgabe (vazife) sind Heere nötig, die aus Millionen einzelner Personen bestehen werden.

Dritte Aufgabe: Da durch zeitbedingte Umwandlungen (İnkilabat-i zamaniye) viele Regeln (ahkâm) im Qur'an verletzt wurden und die Gebote (kanunlar) der mohammedanischen Gesetzgebung (seriat) in gewissem Grade von einer Aufhebung (ta'til) betroffen wurden, setzt sich nun diese Persönlichkeit dafür ein, mit der geistigen Hilfe (manevî yardimlar) aller Gläubigen (ehl-i iman), mit der Unterstützung der islamischen Einheit (ittihad) und mit Hilfe (muavenet) aller Gelehrten (ulema) und Heiligen (evliya), besonders aber unter Beteiligung (iltihak) von Millionen opferbereiter Angehöriger des Propheten (seyyidler), die von der Familie des Propheten (Âl-i Beyt) abstammen (neslinden) und in jedem Zeitalter einflussreich (kuvvetli) und groß an Zahl waren, diese gewaltig große Aufgabe (vazife-i uzma) zu erfüllen.

Da also nun dies der wahre Sachverhalt (hakikat-i hal) ist, so bringt nun das, was die Aufgabe, den Glauben (iman) zu retten, betrifft, und alle (umum) im Glauben in einer der Wahrheit (tahkik) entsprechenden Weise zu unterrichten (ders), ja sogar das einfache Volk (avam) an den wahrhaftigen (tahkik) Glauben heranzuführen, welches seine allererste Aufgabe (vazife) und sein edelstes Werk (meslek) ist, dem Sinne nach (manen) und in der Tat (hakikaten) die Bedeutung (mana) dessen in aller Klarheit (sarahat) zum Ausdruck, der den rechten Weg (hidayet) zeigt und führt (irsad). Da die Schüler des Lichtes (Nur sakirdleri) diese Funktion (vazife) ganz und gar in der Risale-i Nur erkannt haben und dachten, dass die zweite und dritte Aufgabe (vazife) im Vergleich zu dieser auf der zweiten und dritten Stufe (derece) stehen, halten sie (telakki) die geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur mit Recht (hakli) für eine Art Mehdi. Da sie sich mich als einen Repräsentanten (mümessili) dieses armen Sprachrohres (tercüman) dieser geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) und eine geistige Körperschaft, die mit dem Zusammenwachsen (tesanüd) der Schüler des Lichtes (Nur sakirdleri) entstand, und in dieser geistigen Körperschaft eine Art Repräsentant vorstellen, schreiben sie ihm manchmal diese Bezeichnung zu. Das ist zwar eine Verwechslung (iltiba) und ein Fehler (sehiv), doch sind sie nicht dafür verantwortlich (mes'ul). Denn eine übertrieben gute Meinung ist von alters her im Umlauf und dem wird nicht widersprochen. Da auch ich die recht übertrieben guten Meinungen (hüsn-ü zanlar) dieser Brüder für eine Art Gebet (dua) halte, einen Wunsch (temenni), einen Stalaktiten (teressuh) der vollkommenen Überzeugung (kemal-i itikadlari) dieser Schüler des Lichtes (Nur talebeleri) betrachtete, habe ich ihnen doch nicht so scharf widersprochen. Dass einige der alten Heiligen (evliya), die in ihrer geistigen Schau (kesifler) als eine wunderhafte Vorhersage aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye) die Risale-i Nur als diejenige entdeckt haben, die uns in der Endzeit (âhirzaman) den rechten Weg (hidayet) weist, wird durch diese Analyse (tahkikat) ihrer Ausdeutung (tevil) verständlich. Also liegt hier in zwei Punkten eine Verwechslung (iltibas) vor, die einer Ausdeutung (tevil) bedarf:

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Erstens: Die letzten beiden Aufgaben haben zwar in Anbetracht sämtlicher Hintergrundgegebenheiten (hakikat noktasi) nicht den Grad einer primären Aufgabe (vazife), jedoch erscheint in der Vorstellung (efkâr) aller, besonders der des einfachen Volkes (avam), und gerade in der Vorstellung der Politiker (ehl-i siyaset), und das vor allem in diesem Jahrhundert, also die Vorstellung (efkâr), mit Heeren (ordular) das mohammedanische Kalifattum (hilafet-i Muhammediye) und die islamische Einheit (ittihad-i İslâm) auf dem Antlitz der Erde (zemin yüzü) und so die islamische Herrschaft (saltanat-i İslâmiye) einzuführen (sürmek), tausendfach umfangreicher als die erste Aufgabe. Wenn diese Bezeichnung einem einzigen Mann zugeschrieben würde, so kommen diese beiden letzten Aufgaben wieder in Erinnerung, lassen einen Sinn für Politik (siyaset manasi) verspüren (ihsas), ja rufen sogar wieder einen Hauch (manasini) von Selbstgefälligkeit (hodfürusluk) in Erinnerung, ja zeigen selbst wieder Wünsche (arzular) nach Ruhm und Ehre (san ü seref), nach Ansehen (makamperestlik) und Geltung (söhretperestlik). Von alters her und bis heute behaupten (dava) viele leichtgläubige (safdil) Menschen, die nach hohen und höchsten Ämtern streben (makamperest): "Ich werde einmal der Mehdi sein." Zwar erscheint gewöhnlich (geliyor) in jedem Jahrhundert eine Art Mehdi, ein Erneuerer (müceddid), um die Menschen wieder auf den rechten Weg zu führen, und sie sind immer wieder gekommen (gelmis). Da jedoch jeder von ihnen nur eine dieser drei Aufgaben (vazife) in gewisser Hinsicht erfüllt hat, konnte keinem von ihnen der Titel "Großer Mehdi der Endzeit" zuerkannt werden.

Zudem brachten einige Sachverständige (ehl-i vukuf) in Denizli während der Gerichtsverhandlung (mahkeme) - auf die Überzeugung (itikad) einiger Schüler (sakirdler) hinweisend - gegen mich vor: "Würde er einen Anspruch (dava) auf das Mehditum (mehdilik) erheben, würden ihm alle Schüler (sakirdler) ihren Glauben schenken (kabul)." Ich hatte aber zu ihnen gesagt: "Ich kann nicht wissen, ob ich aus der Familie (seyyid) des Propheten stamme. In heutiger Zeit ist diese Abstammung (nesiller) für mich gar nicht mehr nachweisbar. Im Gegensatz dazu wird aber diese Große Persönlichkeit (o büyük sahsi) der Endzeit (âhir zaman) sehr wohl aus der Familie des Propheten (Âl-i Beyt) stammen. Zwar habe ich im Geiste (manen) von dem Ehrwürdigen (Hazret) Ali, Gottes Wohlgefallen über ihn, als sein geistiges Kind (veled-i manevî) Unterricht über die Wahrheit (hakikat dersi) erhalten und da die Familie Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, im weitesten Sinne (manada) auch die wahrhaften Schüler des Lichtes (hakikî Nur sakirdleri) umfasst, kann so auch ich der Familie des Propheten (Âl-i Beyt) zugezählt werden. Da jedoch diese Zeit eine Zeit der Geistigen Körperschaften (sahs-i manevî) ist, lässt sich der Weg des Lichtes (Nur'un mesleginde) in gar keiner Weise mit Egoismus (benlik), mit Selbstsucht (sahsiyet) und Wunsch (arzu) nach persönlichem Rang und Ansehen (sahsî makamlar) vereinbaren. Ruhm und Ehre (san seref) für sich selbst erwerben zu wollen, passt nun ganz und gar nicht dazu. Da dies also dem Geheimnis der Wahrhaftigkeit (sirr-i ihlas) ganz und gar entgegengesetzt (muhalif) ist, bin ich Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), unendlich dankbar (hadsiz sükür), dass Er jede Art Selbstgefälligkeit von mir fernhält (begendirmemesi). Ich richte meine Augen nicht auf solche persönlichen (sahsî) und in hohem Grade (hadsiz derece) über meine Grenzen (haddim) hinausgehenden Ränge (makam). Ja, um die Reinheit des Lichtes (Nur'daki ihlas) nicht zu beflecken, weiß ich mich sehr wohl dazu gezwungen, auch auf die jenseitigen Ränge (uhrevî makamat) zu verzichten, würden sie mir angeboten werden." Das habe ich ihnen gesagt und diese Sachverständigen (ehl-i vukuf) haben dazu geschwiegen.

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Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Herzlichen Glückwunsch an alle Nurdschus zu den segensreichen Festtagen und auch zu den Feiertagen der "Nur"-Schüler, die sich auf der großen Pilgerfahrt (Hadju'l-akbar) befinden, und aller Anhänger der "Nur" (Licht = Risale-i Nur), die auf Pilgerfahrt sind. Ebenso einen Glückwunsch zum Beginn des Festtages der islamischen Welt, an dem die großen Länder der islamischen Welt, wie Indien und Arabien, die seit langer Zeit unter kolonialer Verwaltung gestanden und ihre Selbstständigkeit verloren hatten, wieder zur islamischen Gemeinschaft hinzutreten. Ein islamischer Staat mit hundert Millionen Einwohnern zu beiden Seiten des indischen Subkontinents, ein anderer islamischer Staat auf der indonesischen Inselwelt mit weiteren mehr als hundert Millionen Einwohnern, und vier, fünf Regierungen in den arabischen Ländern, die sich als vereinigte Republiken zu einer arabischen Gemeinschaft zusammenfanden, die sie in dieser islamischen Einheit miteinander verbindet. Dies alles ist für uns während dieser Festtage eine wirklich gute Nachricht (müjde).

Zweitens: Wie Re'fet Bey und Mustafa Oruc mir geschrieben haben, finden sich an der Frontseite dieses riesengroßen (Gebäudes) des Kriegsministeriums, das lange Zeit die Verwaltung des islamischen Heeres beherbergte und das später in das "Haus der Wissenschaften" (Daru-l'fünun) umgewandelt wurde, diese beiden bedeutungsvollen Ayat:

﴿ اِنَّا فَتَحْنَالَكَ فَتْحًا مُبِينًا ٭ وَ يَنْصُرَكَ اللّٰهُ نَصْرًا عَزِيزًا ﴾

{ "Wir haben dir einen offenkundigen Sieg verliehen." (Sure 48, 1) - "Gott möchte dir damit mächtige Hilfe leisten." (Sure 38, 3)}

Später wurden sie mit Marmorsteinen überdeckt, sodass diese lichtvollen (Nur) Ayat nun darunter verborgen sind. Jetzt wurden sie wieder freigelegt, was ein Zeichen für die Wiederzulassung (1980!) der (ursprünglich für den Qur'an entwickelten) arabischen Schriftzeichen ist, ein günstiger Umstand für das von der Risale-i Nur verfolgte Ziel (einer Erhaltung der osmanischen Sprache) und ein Hinweis darauf, daß diese Universität (das oben erwähnte Daru-l'fünun) in Zukunft eine "Nur"-Medresse (Schule der Risale-i Nur) werden wird. Genauso schrieben mir die (beiden) Ahmeds, Nurdschus aus Denizli, ein Zitat aus einem Werk von Bismarck, der ein berühmter Gelehrter und in seinen sozialen Ideen der Weitsichtigste unter den bedeutenden Denkern des 19. Jahrhunderts war. Und dieser große Bismarck sagt in seinem Werk:

"Ich habe den Qur'an von jedem Gesichtspunkt her erforscht (tetkik). Ich sah in jedem seiner Worte große Weisheiten (hikmet). Es gibt kein vergleichbares Werk, das in der Lage wäre, die Menschheit zu leiten, und kann es niemals geben." Und er redet den Propheten direkt an, indem er sagt:

"Oh Mohammed, ich bedauere es sehr, daß ich nicht zu deiner Zeit gelebt habe! Die Menschheit hat einmal eine so geniale und machtvolle (Persönlichkeit) wie dich schauen dürfen und wird sie danach nie wieder erleben."

Bismarck

Darunter hat er dann seine Unterschrift gesetzt. Da er jedoch aus diesem Gedanken (fikr) heraus die vorher offenbarten Schriften (Kütüb-ü Münzele) als verfälscht und ungültig geworden sehr weit herabgewürdigt hatte, sollte man diese Sätze besser nicht schreiben. Darum habe ich sie auch (entsprechend) angemerkt.

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Diese Persönlichkeit war eine der scharfsinnigsten und größten Philosophen des 19. Jahrhunderts und einer der bedeutendsten Personen im politischen wie im soziologischen Gesellschaftsleben (itschtimaiyat-i bescheriye). Auch erhielt die islamische Welt in gewissem Grade ihre Unabhängigkeit (von den Kolonialmächten), die fremdländischen Regierungen begannen nach den Wahrheiten (haqq) des Qur'an zu suchen und im Westen (Amerika) wie im Nordwesten (Europa) entstanden bedeutende Strömungen (westlicher Philosophen) für den Qur'an. Des Weiteren sagte Carlayl, einer der bedeutendsten und bekanntesten Philosophen Amerikas, genau wie bereits Bismarck gesagt hatte: "Alle anderen Bücher können in keiner Weise dem Qur'an gleichkommen. Er ist das wahrhafte Wort (Gottes) und auf ihn müssen wir hören." Das war seine feste Überzeugung. Auch die Werke der Risale-i Nur haben überall (die Herzen) erobert und verbreiten sich weiter. Es ist ein gutes und bedeutendes Vorzeichen dafür, dass unter Ausländern viele (Leute) gleich Bismarck und Carlayl auftreten werden und dafür gibt es auch Hinweise. Als ein Festtagsgeschenk überreichen wir den Nurdschus diese Gedanken Bismarcks und fügen sie hier bei.

Während ich noch den Brief betrachtete, den das unschuldige Kind (masum mahdum) des Friseurs Ali Osman, der zu den Helden von Inebolu gehört, mit seiner schönen Schrift geschrieben und gesendet hat, fiel mir spontan auf, dass in drei wichtigen Zentren des Lichts (Nur merkezi) drei Friseure in einer sich weitgehend ähnelnden Weise dem Licht (Nur'a hizmetleri) große Dienste erweisen, ja sogar jeder mit seinen Kindern für das Licht (Nur) arbeitet, was mich sehr gefreut (mesrur) hat. Der Friseur Burhan, der Friseur Hifzi und der Friseur Ali Osman sind ein jeder ein bedeutsamer Held des Lichtes (Nur). Möge Gott (Allah) sie mit ihren Frauen und Kindern und ihrer ganzen Familie (çoluk ve çocuk) im Diesseits und im Jenseits (dünyada ve âhirette) glücklich machen, âmîn!

Said Nursî

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Den drei Schülern (sakird) der Medreset-üz Zehra, die zu drei Monaten einer leichten Freiheitsstrafe verurteilt wurden und der überaus ungerechten, völlig sinnlosen und kalten Wut des Richters (hâkimin) ausgesetzt sind, verkünden wir in der sicheren Überzeugung und kraft vieler Anzeichen die frohe Botschaft (müjde), dass gegenüber diesen Schülern (sakirdler) und ihren Helfern die Engel (melaikeler), die Geistwesen (ruhanîler) und Millionen künftiger Generationen (nesl-i âtî) wegen einer solchen, doch nur ganz kleinen Strafe, welche ihnen dieser Mann gegeben hat, und seiner sinnlosen Wut, jubeln und solche Schüler (sakirdler) beglückwünschen (tebrik), weil sie für sie ein Anlass dazu wird, sich vor Millionen Jahren Strafe (cezalar) in einem ewigen Gefängnis (haps-i ebedî) zu erretten, wohingegen solche Belästigungen (taciz) und Schikanen (tazib) noch nicht einmal die Bedeutung eines Mückenflügels haben, ja in ein Nichts hinabsinken, sie vielmehr mit Stolz und Freude (iftihar) erfüllen.

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In einer Zeit, in der die Zeitungen (ceride) schreiben, dass Fürst Bismarck, der vor einem Jahrhundert als der klügste (akilli), kritisch betrachtende (müdakkik), philosophisch denkende, regierende Herrscher (saltanatli hâkim) der Welt (dünya) verstanden (telakki) wird und obwohl er selbst ein Christ war, alle anderen Religionen und ihre Bücher für nichtig erklärt (hiçe indiren) und damit Mut (cür'et) genug zeigt, sie abzulehnen (inkâr), der überaus stolz (enaniyetli) und berühmt (söhretli) ist, sich vor dem Weisen (Hakîm) Qur'an durch seine eigene Unterschrift (imza) von ganzem Herzen (kuvvet) bestätigend (tasdik) verneigt (secde) und dabei seine Unbeugsamkeit (inad), seinen Stolz (enaniyet) und seine Glaubenslosigkeit aufgibt und so in der Tat der ganzen Welt (âlem) bekannt (ilân) gibt, dass er sich dem Qur'an hingibt (teslim), in einer Zeit, in der diese jetzige entsetzliche Regierung im Nordosten, {die bolschewistische Regierung in Moskau (A.d.Ü.)} die alle vom Himmel geoffenbarten Religionen (edyan-i semaviye) leugnet (inkâr), durch ihre Förderung (tesvik) einer Vielzahl von Muslimen, die in ihrem Bereich leben und die sie auf die Pilgerfahrt (hac) sendet, und auf diese Weise vor den Augen der islamischen Welt (âlem-i İslâm) ihre Glaubenslosigkeit, Hartnäckigkeit (inad) und Feindschaft (adavet) aufgibt und - als ob sie den Qur'an nicht länger mehr verleugnen kann - vor seiner Größe (azamet) eine Art Hingabe (teslimiyet) und Anteilnahme (dehalet) zu erkennen gibt, als wolle sie ausdrücken: "Ich {Moskau, Russland (A.d.Ü.)} erachte mehr als die Regierungen hier) {die türkische Regierung (A.d.Ü.)} den Qur'an für wichtig, und in dieser Hinsicht bleiben sie hinter mir zurück, weil sie nicht so viele Pilger (haci) senden können wie ich." Und das, obwohl doch die Regierung auch hier durch Gottes Heiligen Willen (mâsâallah) nun die Pilgerfahrt wieder vollständig erlauben will, wo doch in dieser Zeit die politische Propaganda eine derartige Bedeutung hat, sodass die Schüler des Lichtes (Nur sakirdleri) in der Medreset-üz Zehra die Wahrheiten (hakikat) des Qur'an, der ein Wunder in seiner Verkündigung ist (Mu'ciz-ül Beyan) und der für diese Welt ein solches Wesen (mahiyet) und diese Größe (azamet) in sich trägt, durch so wunderbare Abhandlungen (hârika risaleler), wie das "Zülfikâr" und den "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) seine Wunder (mu'cizeler) mit ihren Stiften verbreiten und so seine Bestätigung (tasdik) selbst für die verbohrtesten Atheisten unabdingbar (mecbur) machen, wobei in dieser Zeit ein Angriff (hücum) der Leute des Irrweges (ehl-i dalalet) in jedem Fall nicht nur wahrheitsliebende Menschen (ehl-i hakikat), sondern alle Geistwesen (ruhanîler), ja selbst die Engel (melekler) Tränen vergießen lässt und dabei auch noch die Erde und den Himmel (arz ve sema) darüber in Wut versetzt.

Da nun die Tausend Exemplare des "Großen Zeichens" und alle Abhandlungen (Nur'un bütün risaleleri), die mit den alten Buchstaben herausgegeben wurden, nach zweijährigen Untersuchungen (tedkik) einstimmig freigegeben (beraet) und danach alle wieder zurückgegeben (umumu iade) wurden, würde nun eine erneute Verurteilung (suç) und Bestrafung (ceza) einer Vervielfältigung (teksir) dieser Abhandlungen, die genauso wie die bereits zurückgegebenen mit den alten Buchstaben gedruckt wurden, die Justizbehörden (adliyeler) nur noch lächerlich machen und zugleich auch noch die Ehre (seref) der Justiz (adalet) verletzen.

Zweitens: Ich habe z.Zt. keinen Privatsekretär (hususî kâtib) und die anderen Sekretäre verstehen meine Aussprache (dil) nicht so gut. Zudem bin ich krank und kann nicht gut und flüssig (geç ve güç) schreiben. Dementgegen sind seit gestern wieder etwa zwanzig Briefe angekommen. Unter ihnen finden sich die Namen sehr vieler Brüder und Schwestern. Wir beglückwünschen (tebrik) sie alle (umum) zu den Festtagen (bayramlar) und heißen zugleich auch all diejenigen, die als Schüler (sakird) neu aufgenommen werden wollen, von ganzem Herzen und aus tiefster Seele (ruh u canim) unter uns wilkommen (kabul). Wir sagen auch zu all denjenigen, die sie bis dahin geführt haben: Möge Gott (Allah) mit ihnen zufrieden (razi) sein und möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), dem, was sie sich in ihrem Herzen (kalb) wünschen (muradlar) mögen, Seine Erfüllung (muvaffak) schenken.

— 253 —

Drittens: Der schöne Brief von Sabri, der Kontaktperson des Lichtes (Nur santrali), der in die Briefsammlung (Lâhika) aufgenommen werden soll, die heiligen Dienste (kudsî hizmetleri) von Ali Osman und Çilingir Ali bei der Verbreitung der Lichter (Nurlarin nesrinde), die einflussreichen Aktivitäten (tesirli faaliyeti) von İbrahim Edhem in Balikesir und anderen Ortschaften (taraflar), auch dass durch seine rechte Leitung (irsad) viele in den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) eintreten, ferner die Aktivität und die intensive Beziehung (siddetli alâkasi) von Ahmed Fuad in dem Umland (havalisi) von Eflani, wie auch Hasan Feyzi, und die Arbeit von Sabri aus Konya, und dass die jungen Schüler (genç mektebliler) in großer Zahl in den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) eintreten, sowie die positiven Zuwendungen (hüsn-ü teveccühler) und bestätigenden Beziehungen (tasdikkârane münasebetleri) der Gelehrten (ulema) in Konya, vor allem des Verfassers (müfessir), Pilgers (haci) und Hocas Vehdi Efendi, ferner die aufrichtige und ernsthafte Beziehung (alâkadar) des Lehrers (muallim) Abdurrahman İhsan zu den Lichtern (Nurlar), wie er sich in seinem unterhaltsamen (hasbihal) Brief ausdrückt, dass ferner zwei, drei Männer, wie Osman, der Prediger (Vaiz) in Tavsanli in seinem Brief schreibt, sehr aufrichtig (samimi) und ernsthaft in die Schülerschaft des Lichtes (Nur sakirdlik) in vollendeter Hochachtung (kemal-i ciddiyet) eintreten, ferner durch die Bestätigung (tasdik) von Ali Osman und Halil İbrahim in den Dörfern von Egirdir viele aufrichtige (hâlis) Nurdschus ausgebildet werden, und dass Abdullah aus Araç in der (dârülfünunun) Universität in Ankara dem Licht bedeutsame Dienste (hizmet) leistet und von den jugendlichen Schülern (mekteb gençler) in Kastamonu als Allererster in den Kreis der Lichter (Nurlar) eingetreten ist und sich in Ankara um Vahdet, den Sohn von Abdurrahman, kümmert und sich darum bemüht, ihn zu beschützen (muhafaza), wie er in seinem Brief voller Glaube (imanli), fromm (dindarane) und voller Begeisterung (müjdekârane) mitteilt, dass es dort so viele Leser gibt, und daher die Anzahl der Exemplare in seiner Hand gar nicht (kâfi) ausreichen, dass er mit seinem Gefährten (arkadas) Mehmed aus Konya das Licht (Nur) unter den Jugendlichen verbreitet (nesretmeler), dass die Gebete (dualar) und seine Eindrücke (tavsifler) in dem schönen und aufrichtigen (samimi) Brief von Ali Akdag, der im Umland (taraf) von Aydin - wolle es Gott (insâallah)! - wie ein Ahmed Feyzi mit den Lichtern (nurlar) eng verbunden ist, dass er die Wirkungen (tesirler) des Lichtes verspürt, und dergleichen Briefe (fikralar) und Berichte (mealleri) haben uns und den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) überaus erfreut (mesrur) und wir nehmen sie an diesem Festtag (bayram) auch als ein großes geistiges Geschenk (manevî hediye) an. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), mit ihnen allen zufrieden sein. Sie sollen nicht enttäuscht sein, wenn ich nicht jedem Einzelnen extra einen persönlichen Brief schreiben kann.

Den Brief, den Hüsrev für das Revisionsgericht (Mahkeme-i Temyiz) als Entwurf (lâyiha-i Temyiz) geschrieben hatte, akzeptiere (kabul) ich ohne Korrektur (hiç ilismeden). Ihr könnt diese Abschrift, die sich noch bei euch befindet, jetzt dem Revisionsgericht übersenden. Eine weitere Kopie, die sich auch noch bei euch befindet, könnt ihr in die Briefsammlung (Lâhika) einreihen, nachdem ihr die erste abgeschickt habt. Aufgrund des Briefes, den ich gerade erhalten habe, könnt ihr jetzt auch einen Preis (fiati) für den "Wegweiser für die Jugend" (Gençlik Rehberi) besser bestimmen als ich. Er soll jedoch nicht weniger als ein oder anderthalb Banknoten sein. Wir sagen tausendmal "Gott möge Hüsrev dafür segnen" (bârekâllah), dass er nun mit seinem Stift (kalem) das "Vierte Wort" abzuschreiben begonnen hat. Möge Gott ihm dabei Erfolg verleihen (muvaffak), âmîn!

Als Antwort auf den Glückwunschbrief (tebrikler) von dem Friseur Hifzi, dem Helden von Safranbolu mit seinen beiden unschuldigen Nurdschu-Kindern (masum Nurdschu mahdumlar) Hüsnü, Yilmaz und von Ali Osman, dem Helden von İnebolu mit seinen beiden Nurdschu-Kindern (mahdumlar) zum Festtag (bayram), grüßen (selâm) wir sie und beten (dua) für ihren Erfolg (muvaffakiyetler).

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Mein lieber getreuer Bruder Re'fet Bey!

Erstens: Aufgrund einiger kleinerer Vorfälle (hâdiseler), mit denen man uns in Verbindung (münasebet) bringen will, wurde meinem Geist (ruh) nachdrücklich eingegeben (ihtar), euch den folgenden Sachverhalt (hakikat) zu erklären:

Aufrichtige Schüler des Lichtes (Nurun has sakirdleri) wie ihr wissen mit Sicherheit, dass die Risale-i Nur kein Werkzeug (âlet) zu etwas sein kann und zu gar keinem Zweck (maksad) außer dem Wohlwollen Gottes (riza-yi İlahiye) als Mittel (vesile) dienen kann, als unmittelbar und vor allen anderen Dingen die Wahrheiten des Glaubens (iman hakikatlari) zu unterrichten (ders) und den Glauben der hilflosen Schwachen zu retten, die in Zweifel geraten sind.

Zweitens: Da die größte Kraft (kuvvet) der Risale-i Nur gegenüber ihren so zahlreichen Gegnern die Wahrhaftigkeit (ihlas) ist und da sie für keinerlei weltliche (dunya) Angelegenheiten als Werkzeug gebraucht werden darf, kann sie sich auch nicht mit Strömungen beschäftigen, die sich leidenschaftlich für die Interessen ihrer Partei einsetzen und das besonders immer dann, wenn es um Fragen der Hohen Politik geht. Denn die politische Blindheit in den Parteien zerstört die Wahrhaftigkeit und lässt die Wahrheit (hakikat) in einem anderen Licht erscheinen.

So ist denn auch der Grund dafür, dass ich seit dreißig Jahren die Politik aufgegeben habe der, dass ein angesehener (mubarek) Gelehrter aufgrund der politischen Blindheit, mit der er einer (bestimmten) politischen Strömung folgt, einen anderen bedeutenden und durchaus aufrichtigen Gelehrten, weil er der entgegengesetzten Ansicht ist, dermaßen beleidigte, dass er ihn einen Abtrünnigen (tekfir) nannte, während er gleichzeitig einen bekannten, vorlauten Unruhestifter (munafik) über die Maßen lobte und pries. Ich bin darüber aus tiefster Seele (ruh) erschrocken. Das heißt, wenn sich die leidenschaftliche Zuwendung zu einer (bestimmten) Partei bei einer politschen (Diskussion) Bahn bricht und dann zu derartigen sonderbaren Verirrungen (hata) führt, kann ich nur noch sagen:

اَعُوذُ بِاللهِ مِنَ الشَّيْطَانِ وَالسِّيَاسَةِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem Teufel und der Politik."}

Seit dieser Zeit habe ich mich von der Politik zurückgezogen. Diese Haltung (hal) aber hatte zur Folge, dass ich, wie ihr, meine Brüder, wisst, seit fünfundzwanzig Jahren eine Zeitung weder selbst gelesen habe, noch hat sie mir jemand vorgelesen; ich hatte auch gar kein Interesse daran. Auch nach dem (zweiten) Weltkrieg (1939-45) habe ich mich zehn Jahre lang nicht danach erkundigt, nichts darüber gewusst und mich auch gar nicht dafür interessiert.

Und übrigens wisst ihr ja auch, dass ich während dieses zweiundzwanzigjährigen Exils, (verbunden mit) Gemeinheiten (jeglicher Art), von meiner Verteidigungsrede einmal abgesehen, niemals einen Antrag (müracaat) auf Hafterleichterung (istirahat) gestellt habe, um gar nicht erst mit dem Streit der Parteien um die Politik in Berührung zu kommen und um der Aufrichtigkeit (ihlas) im Dienste der Risale-i Nur nicht zu schaden.

Und weiterhin wisst ihr, wie ich euch bereits aus dem Gefängnis geschrieben habe, dass ich den Herren, die über meine "todeswürdigen Verbrechen" (idam) zu Gericht sitzen und mich dabei (dauernd) schikanieren, falls sie denn ihren Glauben (iman) mit Hilfe der Risale-i Nur retten sollten - und dessen sollt ihr meine Zeugen (sahit) sein - nichts nachtragen (helal) werde. Damit aber die Aufrichtigkeit (ihlas) nicht in den politischen Querelen zu Schaden kommt, haben wir jede Berührung mit all den von innen oder außen kommenden stürmischen Ereignissen vermieden und so habe ich auch meine Brüder ermahnt, (in diesen Dingen) zurückhaltend zu sein.

— 255 —

Ihr müsst wissen, dass ich, da ich ja (niemals) Almosen (sadaka) oder (sonstige) Hilfe angenommen habe, also auch auf dergleichen Hilfsgelder nicht zurückgreifen kann, (stets) meine Kleider und andere Gebrauchsgegenstände verkauft habe, um dann mit dem Geld die Bücher zu kaufen, die mir von meinen Brüdern geschrieben wurden. Damit sich kein weltlicher (dunya) Nutzen in die Reinheit und Aufrichtigkeit (ihlas) der Risale-i Nur einschleichen und auf diese Weise kein Schaden entstehen kann und damit sich die übrigen Brüder daran ein Beispiel (ibret) nehmen sollten, darf sie (niemals) zu irgendetwas als Mittel gebraucht werden. Für die wahrhaften Schüler des Lichtes (Nur) genügt das Licht (Nur). Sie sollen sich damit begnügen. Auf andere Ehren (scheref), auf geistige oder materielle Vorteile sollten sie ihre Augen nicht richten.

Außerdem sollte man keine Streitgespräche, keine Wortgefechte und keine Diskussionen über Glaubensfragen (mesail-i dinîye) vom Zaun brechen, als wolle man Partei ergreifen, was doch nur zu Spannungen führt, sodass sich niemand gegen die Risale-i Nur provoziert fühlt. Ja, es stieg sogar einmal, mir selbst noch nicht einmal bewusst, in meinem Herzen vor Enttäuschung eine dermaßen heftige Wut auf, weil nämlich im selben Augenblick unser Bruder Mustafa Oruç mit irgendjemandem, ganz im Gegensatz zu seiner inneren Berufung (meslek) durch die Risale-i Nur, eine heiße Diskussion führte. Und ich hatte sogar den Wunsch, ihn von seinem so bedeutenden Rang (makam) zu stürzen, den er sich durch die Risale-i Nur erworben hatte. Dann aber tat es mir doch im Herzen leid. Dabei war er mir doch (so lieb wie mein Neffe) Abdurrahman! Warum denn nur hatte ich mich (so über ihn) aufgeregt?

Später kam er dann an diesem Festtag (bayram) zu mir. Und Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), sei Dank, hörte er (an diesem Tag) eine ganz besonders wichtige Lektion und sah so seinen großen Fehler ein. Und so gestand er nun seinen Fehler, über den ich (damals) im gleichen Augenblick so wütend geworden war. Gebe Gott (Insâallah), dass er nun Buße tut und so wieder rein und gerettet wird.

Vier, fünf Monate lang hat mir jemand eine Zeitung hierher geschickt. Danach erhielt ich die Mitteilung, dass sie mir auch weiterhin geschickt werden solle. Da aber meine Freunde hier meine Gewohnheit kennen, keine Zeitung und, außer der Risale-i Nur, kein Buch und keine Illustrierte anzunehmen, ich auch von der neumodischen Schrift keinen einzigen Buchstaben kenne, so zögerten sie auch nicht, sie mir, ohne weiter ein Wort darüber zu verlieren, gar nicht erst zu zeigen. Nun hat mir jemand den Brief eines Journalisten, der ein Freund und Landsmann von mir ist, gezeigt, von dem aber nur eine Seite an mich gerichtet ist. Man sagte mir dabei: Dieser Mann hat Ihnen schon seit langem eine Zeitung geschickt. Wir haben uns aber gescheut, es Ihnen zu sagen. Ich sagte ihnen:

Bestellt dieser Person meinerseits viele Grüße (selam)! (Und sagt) meinem Freund, dass der alte Said, so wie er ihn noch in Erinnerung hat, sich inzwischen geändert hat. Er hat seine Beziehungen zur Welt (dunya) abgebrochen. Diese Person möge mir also nicht böse sein, wenn ich nun krank geworden bin und daher meinem Bruder auch nicht mehr selbst einen Brief schreiben kann. Hier nun allen unseren Freunden, besonders aber Hâfiz Emin und Hâfiz Fahreddin meine Grüße (selam) und zu den Fest- und Feiertagen nochmals Gottes Segen (tebrik)!

— 256 —

Bruder Ahmed Feyzi, der ein Rechtsanwalt der Risale-i Nur, ein Hasan Feyzi des Umlandes (havalisi) von Aydin und ein Hüsrev in dieser Umgebung (civar) ist, beweist (isbat) seit drei Jahren die Bestätigungen (tasdik) des Buches "Das bestätigende Siegel aus dem Verborgenen" (Sikke-i Tasdik-i Gaybî) mit Hunderten Hinweisen (isaret) auf die Risale-i Nur als eine vollständige und zuverlässige Quellenangabe (bürhan) aus den Hadithen und aus den Ayat, anhand der Übereinstimmung (muvafakatlar) ihrer Bedeutung (mana) und der Numerik die Geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur, auf eine überaus starke Weise. Er schreibt einige Hinweise (isaret) aus den Hadithen, die der geistigen Körperschaft der Schüler des Lichtes (Nur sakirdleri), die der Repräsentant (mümessili) der geistigen Körperschaft der Risale-i Nur ist, gehören, dem Sprachrohr des Lichtes (Nur'un tercümani) zu. Die Wahrheit (hakikat) findet sich in Anbetracht dessen, dass das Sprachrohr (tercüman) {Ustadh Said Nursi, der Verfasser der Risale-i Nur (A.d.Ü.)} in gewissem Grade hinsichtlich der Verfassungsarbeiten (te'lif itibariyle) eine Art Repräsentant (mümessili) dieser geistigen Körperschaft ist. Ansonsten geht es über meine Grenzen hinaus und steht es mir auch gar nicht zu (haddim ve hakkim), dass ich ein Anlass (medar) für diesen heiligen Hinweis (kudsî isaret) sein könnte. Wie dem auch sei: mehr konnte ich dem Buch noch nicht entnehmen (tedkik). Doch möchte ich, insoweit Zeit und Krankheit es mir gestatten, die feinsinnige und eingehende Arbeit (ince tedkikati) dieses überaus intelligenten Bruders, die er in dreieinhalb Jahren geleistet hat, noch durcharbeiten (tedkik) und euch nach der Korrektur (ta'dil) zusenden, damit ihr sie entweder zum Anhang (zeyl) des Buches "Talismane" (Tilsimlar) oder in dem Band "Blitze" (Lem'alar) als ein Zeugnis (hüccet) für die Wahrhaftigkeit (hakkaniyet) der Risale-i Nur einreihen könnt. Als Dank für die Feigen, ein Segensgeschenk (incir teberrükü) dieses Bruders, des Rechtsanwaltes des Lichtes (Nur avukati) Ahmed Feyzi, sendet ihm in meinem Namen ein Exemplar von dem "Siegel aus dem Verborgenen" (Sikke-i Gaybiye), damit seine Feigen mich nicht noch krank machen. Denn in den letzten Tagen habe ich eine große Sicherheit anhand vieler Erfahrungen (tecrübeler) gewonnen, dass Geschenke (hediyeler) ohne Gegenleistung mich in jedem Fall krank werden lassen.

Als Antwort auf den aufrichtigen (samimî) Brief, den sowohl die beiden segensreichen (mübarek) Ehefrauen dieses Bruders und seine verehrte (muhterem) Mutter, als auch seine Kinder mit den Namen Said und Nuri mir geschrieben haben, bete (dua) ich sowohl für sie als auch für ihre Kinder sehr viel. Die unschuldigen Kinder der verehrten, wahrhaft religiösen (hakikatli, muhterem dindar) Ehefrauen eines solchen heldenhaften Nurcus, die sie für den Dienst (Nurlar fedai ve hâdim) als Kämpfer und Diener zur Verfügung gestellt haben, akzeptieren (kabul) wir von ganzem Herzen und aus tiefster Seele (ruh u canim) im Kreis der unschuldigen Kinder. Mehmed Emin, Ali Akdag, Ahmed Feyzi und alle (umum) Brüder grüßen (selâm) wir und beten (dua) für sie.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Die so überaus segensreichen (mübarek) hundert Lira, die ich durch den Verkauf meiner nicht mehr gebrauchten Gegenstände (erzak) und Kleider bekommen habe, und das Gehalt (maas), das ich im Haus der Wissenschaften (Dâr-ül Hikmet) erhalten hatte, mit dem ich dann eine Pilgerfahrt (hac) machen wollte, übersende ich euch. Den Rest von meinem Ersparten (hisse-i erzakiye) der letzten zweiundzwanzig Jahre, der zehn Lira beträgt, übersende ich euch ebenfalls, weil auf diesem Schein ein Bild zu sehen ist. Diese segensreichen (mübarek) zehn Lira sind also der Preis (fiati) für das Buch "Blitze" (Lem'alar).

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Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Unendlicher Dank sei (Gott) dafür, dass die Risale-i Nur von den beiden Wallfahrtsorten (Haremeyn-i Serifeyn) angenommen worden ist, wofür folgendes ein Zeichen ist: Der wackere Hafis Mustafa aus Denizli hatte in Istanbul (die Bücher) "Zülfikâr" (Alis Schwert) und "Asa-yi Musa" (Stab Mosis) und "Siracinnur" (Leuchte des Lichts), die den Gelehrten in Indien geschickt werden sollten, mit sich genommen, sie unterwegs einigen Pilgern (haci) vorgelesen, die mit ihm zusammen nach Medine-i Münevvere fuhren, und sie schließlich einer sehr berühmten gelehrten Persönlichkeit aus Kaschmir, der auch ausgezeichnet türkisch verstand, übergeben. Diese Person wusste das auch durchaus zu würdigen und versprach, (diese Bücher) einem Kreis indischer Gelehrter zu übersenden. So kamen die nach Medine-i Münevvere gesandten Bände sicher an den Ort ihrer Bestimmung und auch die übrigen Bände kamen sicher (selamet) an und so brachten mir die beiden jungen Leute, die auch Nurdschus sind und auch Pilger aus Afyon, die (auf ihrer Pilgerfahrt die Risale-i) Nur zusammen mit ihrem Werggefährten Hafis Mustafa aus Denizli gelesen hatten, sowie auch die anderen Pilger (haci) diese gute Nachricht. Dadurch erhielten wir die frohe Kunde, dass die Risale-i Nur auch im Ausland Ansehen und Anerkennung genießt.

Von den drei Büchern, die an die Câmi-ül Ezher gesandt werden sollten, ist nur das "Zülfikâr" hiergeblieben. Wir konnten es nicht senden. Die anderen beiden sind aber bereits abgesandt worden. Der Sinn (hikmet) dessen ist der Folgende: Das "Zülfikâr" ist ein umfangreiches wissenschaftliches Lehrbuch (ilmî bir ders). Es an die Câmi-ül Ezher, welche die eigentliche große Medresse der islamischen Welt (âlem) ist, als Lehrbuch zu senden, wäre aber nicht angemessen (münasib). Außerdem könnte dem "Zülfikâr" dort wegen der Cholera in diesen Zeiten auf gar keinen Fall die nötige Aufmerksamkeit und das Interesse entgegengebracht werden (dikkat-i nazar), die es eigentlich verdient hätte.

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens: Unserem Mitbruder Hâfiz Mustafa, der sich immer mit großem Mut (ehemmiyetli kahraman) für die Risale-i Nur einsetzt, sagen wir: Wie wunderbar hat Gott dies doch eingerichtet (Masâallah), dass er diese so bedeutenden Bände der Risale-i Nur nach dem Ehrenwerten Mekka (Mekke-i Mükerreme) mitgenommen und sie dort dem so berühmten indischen Gelehrten (âlim) Ahmed Ali Simsiriy anvertraut hat, mit der Zusicherung, dass er sie sowohl ins Urdu übersetzen als auch nach Indien schicken werde, und tausendmal Glück und Segen von Gott (Barekallah ve Es'adekâllah)! Möge sich die Medresetüz-Zehra {gemeint ist die Schülerschaft der Risale-i Nur. (A.d.Ü.)} mit diesem bedeutenden Gelehrten im Ehrenwerten Mekka (Mekke-i Mükerreme) in Verbindung (muhabere) setzen!

Zweitens: Bei dem Ereignis (um das es sich hier handelt) haben wir erfahren, dass sie ein Korn aufgrund einer bloßen Verdächtigung zu vielen Kuppeln ausgebaut haben. Ein Hinweis darauf ist das Folgende: Auf den Befehl des Innenministers kam der Gouverneur (Vali) von Afyon mit seinem Polizei-Chef mitten in der Nacht hierher (nach Emirdag), und noch in der Nacht wollten sie in mein Zimmer eindringen. Da aber der Staatsanwalt (in Emirdag) dem nicht zustimmte, warteten sie da bis zum Morgen, beauftragten dann zwei unserer erbittertsten Gegner, die Tür aufzubrechen und stürmten so plötzlich in mein Zimmer. Und ferner, als ich noch am gleichen Tag (wie zu damaliger Zeit allgemein üblich) mit einer Droschke ausfuhr, flogen fünf Flugzeuge, da sie (ganz offensichtlich) meine Droschke kannten, in einer hier noch nie zuvor erlebten Weise, zwei, drei Mal im Tiefflug

{(Anmerkung): Wir Nur-Schüler bezeugen in der Tat, dass sich diese Dinge ganz genauso abgespielt haben.

Der Schneider Mustafa, Ismail, Mustafa, der Diener Nuri, Hayri, Halil.}

über uns hinweg. Am nächsten Tag, während ich mit meiner Droschke in einer anderen Richtung fuhr, nämlich an einem Bach entlang, der (von Schatten spendenden Bäumen überdeckt) nur schwer einzusehen ist, umkreisten uns (abermals) fünf Flugzeuge im Tiefflug, so als suchten sie dort unten etwas. Und so verstanden wir denn, dass wir es waren, nach denen sie (da unten) suchten.

— 258 —

Ein andermal kreisten genauso wie vorgestern wieder die gleichen fünf Flugzeuge über unserem Städtchen (kasaba); und sobald wir in unser Zimmer zurückkehrten, drehten auch sie wieder ab; was ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass hier aus einem Korn gleich hundert Kuppeln gemacht wurden. Was diese sinnlosen Verdächtigungen betrifft, deretwegen man mich hier belästigt, so teilt der Regierung und dem (Amt) für Justiz in Isparta mit, dass ich ihnen meinen Dank und meine Anerkennung (tesekkür ve minnetdar) dafür (schulde), dass sie diese unerschrockenen Männer unserer Schülerschaft (Medreset-üz-Zehra) im Vergleich zu hier nur auf Stufe eins von zehn Stufen schmoren lassen, und dass ich ihnen alle diese Belästigungen verzeihe (helal), die sie mir (statt ihnen) zugefügt haben.

Drittens: Bei dem diesmaligen Übel (musibet) betrachtete ich, wie immer, wieder die Gerechtigkeit der Vorhersehung (kaderin adaleti) und die Fülle (feyz) der Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) und ich sah, dass die Provinz Kütahya, die im Vergleich mit anderen Provinzen (vilayet) gewissermaßen hinter dem Licht (Nur'dan) zurückgeblieben ist, jedoch dem Kreis des Lichtes (Nur dairesi) nahesteht, und ihre Justiz (adliye) und ihre Verwaltung (hükûmet) sich wie Denizli und Kastamonu mit der Risale-i Nur beschäftigt. Wie sehr sie auch hinsichtlich ihrer Auffassung (fikr) und ihrer Verpflichtung (vazife) gegen uns sein möge, wird ihr Herz (kalb), ihr Geist (ruh) aus der Risale-i Nur in jedem Fall hinsichtlich des Glaubens (iman) einen großen Nutzen (istifade) ziehen und auch die Nurdschus in der Tat einen großen Segen (sevab) erwerben lassen. In diesem Sinne wurde unsere Verhandlung in diese Provinz (vilayet) überstellt. Auch die Vorhersehung Gottes (Kader-i İlahî) gab mir einen zärtlichen Klaps (sefkat tokadi), weil ich aufgrund dessen, dass der Innenminister (dâhiliye vekili) aus Erzurum stammt und mein Landsmann war und auch der Gouverneur (Valisi) von Afyon, der aus Antalya stammt, mich bis jetzt nicht weiter belästigt hatte, einmal sagte: "Ich bin jetzt zwar frei (serbest) gesprochen, doch fand ich dort einen solchen einsichtsvollen Gouverneur (insafli bir vali), dass ich deshalb Emirdag nicht mehr verlassen will." Als Strafe (ceza) für diese Art Freude (sevinç) und meine Unvorsichtigkeit versetzte mir die Vorhersehung Gottes (kader-i İlahî) durch die Hände dieser beiden Männer eine Ohrfeige und handelte also gerecht (adalet).

Der Gouverneur (Vali) von Afyon und der Direktor des Ordnungsamtes (emniyet müdürü) mit ihrem jeweiligen Ausschuss (hey'et) hier haben in Ankara über unsere Angelegenheit (mes'ele) geschrieben: "Es handelt sich in dieser Angelegenheit nicht etwa um eine Organisation (Cem'iyetçilik) oder um eine Ordensgemeinschaft (tarîkatçilik). Said Nursi hat aber zweihunderttausend Nurcu-Brüder, die auf sein Wort hin bereit sind, sich zu opfern (feda)." So haben sie, wenn auch in einer anderen Hinsicht, die Regierung geradezu in Panik (evham) versetzt. Es liegt denn in ihrem Schreiben für das Licht (Nur) und die Schüler des Lichtes (Nurcular) ein Vorteil (faide), für meine Person (sahsima) hingegen vielleicht ein Nachteil (ihtimal) darin. Die vorteilhafte Sichtweise ist die Folgende: Es muss doch unter so vielerlei schwierigen Umständen eine unerschütterliche eiserne Wahrheit (hakikat) geben, sodass sich so viele Gefolgsleute - zweihunderttausend opferbereite (feda) türkische Seelen (ruh) - für diese Wahrheit (hakikat) finden. In diesem Punkt können diejenigen, die noch im Glauben (iman) schwach sind, ihren Glauben stärken (kuvvet). So scheuen denn die Politiker (ehl-i siyaset) und diejenigen, die ihren Glauben bereits verloren haben, davor zurück, sie noch weiterhin zu belästigen und gehen nicht mehr so rasch zum Angriff über. Was den Nachteil für mich selbst betrifft, so besteht er darin, dass die Möglichkeit besteht, dass sie, um mich zu widerlegen, die Brüder von mir zu verjagen und unsere Bruderschaft (kardeslik) zu zerschlagen - Gott, der Gerechte, ist mein Schirm und meine Wehr (Cenab-i Hak Hâfiz'dir) - versuchen werden, mein Ansehen (ehemmiyetim) durch Verleumdungen und Anschuldigungen (iftiralar ve isnadlar), auf die selbst der Teufel (seytan) nicht kommen könnte, zu zerstören.

— 259 —

Yusuf Ziya, der ein Mitglied der Kommission der Sachverständigen (ehl-i vukuf) und einer der Berater (müsavirler) im Amt für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Riyaseti) ist, und auch die Hocas dort bestellen bei uns eine komplette Sammlung (tamam bir takimi) der Risale-i Nur. Des Weiteren haben sie uns aufgrund einiger Abhandlungen, wie dem Dreißigsten Wort, das von den Atomen handelt, dem Anfang des ersten Kapitels über ein Atom im Zweiunddreißigsten Wort, der Anmerkung über "Hu" ("Er", Hüve Nüktesi) und dem Kapitel über das Atom (zerre) aus der Abhandlung über die Natur (Tabiat Risalesi), die wir durch Hasan Çaliskan zu ihnen gesandt hatten, respektvoll in der Art einer Bitte eine Antwort gesendet. Sie wollen sozusagen die Bedeutung (mana) von:

﴿ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ ﴾

{"Es gibt kein Ding, außer es preist Ihn mit Lob und Dank." (Sure 17, 44)}

verstehen. Durch die mitgebrachten Abhandlungen wird nun diese Ayah verständlich und bringt zugleich die Materialisten (maddiyyunlar) zum Schweigen, die inzwischen begonnen haben, frei ihre Meinung zum Verderben (ifsad) aller auszustreuen.

Said Nursî

Obwohl sie mich eigentlich von Gesetzes (kanun) wegen hätten verhören (ifade) müssen, haben sie mich doch nicht verhört. Ich erkläre (beyan) jetzt dennoch meine Aussage (ifade) vor der Geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) * der Justiz (adliye) und dem Innenminister (dâhiliye vekili) zur Inkenntnisnahme (bera-yi malûmat):

{* Ustadh Said Nursi vollzieht dies alles nur in seiner Vorstellung! (A.d.Ü.)}

Einem Mann, der innerhalb der letzten vierzig Jahre diesem Land (vatan) und diesem Volk (millet) niemals einen Schaden zugefügt hat, sondern sehr viel Nützliches (menfaati) getan hat; der z.B. acht rebellierende (isyan) Bataillone während des Aufstandes (İhtilâli) vom März 1908 mit seiner Ansprache (nutuk) zum Gehorsam (itaat) brachte und damit viele Offiziere rettete; der im nationalen Widerstandskampf (harekât-i milliye) mit seiner Abhandlung "Sechs Schritte" (Hutuvat-i Sitte Risalesi) die Gelehrten (ulema), den Scheyhü-l'islâm und die Bewohner von Istanbul davor rettete, gegen die fremdländische Besatzungsmacht (isgal) Stellung (tarafdarlik) zu beziehen; der im ersten Weltkrieg opferbereit seinen Dienst versah, wozu ihm der verstorbene (merhum) Enver Pasa vielmals gratulierte und ihn lobte (takdir ve tahsin); gegen den drei fürchterliche Kommandeure es nicht wagten (cesaret), ihm etwas anzutun (ilismege), obwohl sie über ihn empört (hiddet) waren; obwohl ihn - aufgrund der Verleumdungen (iftiralar) der heimlichen Atheisten (zindiklar) - die Gesetze (kanun) dafür verantwortlich (mes'ul) machten, waren drei Gerichte (mahkeme) gegenüber der Wahrheit (hakikat), der er stets folgte, machtlos (maglub) und wagten (cesaret) es nicht, ihn zu verurteilen (mahkûmiyet); dessen Abhandlungen (risaleler) bei den Wissenschaftlern (ehl-i fen) und Gelehrten (ehl-i ilim) viel Lob (takdir) und große Anerkennung (tahsin) finden und der im Namen dieser Abhandlungen (risaleler) spricht, nur eine Stunde zuzuhören, ist in Anbetracht eurer Verpflichtung (vazife) geradezu unentbehrlich (elzem) und durchaus notwendig (vâcib).

So beginne ich denn. Wir haben das Recht (hak) auf unserer Seite. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), uns nicht in eine Lage geraten lassen, in der wir gezwungen (mecbur) wären, unser Recht (hakk) mit Gewalt (kuvvet) durchzusetzen oder auf eine andere Weise zu suchen, âmîn!

— 260 —

Da wir in den letzten zwanzig Jahren bereits hunderte Male erfahren haben, wie uns die Gnade Gottes (inayet-i Ilâhiyye) immer wieder beschützt und uns aus allen erdenklichen fürchterlichen Grausamkeiten errettet hat, dürfen wir völlig sicher sein, dass sie uns auch jetzt wieder vor diesen neuen, völlig sinnlosen und ganz und gar ungesetzlichen, fürchterlichen, böswilligen Grausamkeiten bewahren wird. Wenn wir dabei auch ein wenig Anstrengungen, Strapazen und Mühsal erfahren, wird uns doch als Lohn (sevab) dafür, tausendfach mehr als alle Mühsal, Gottes Erbarmen und Seine Güte (rahmet ve ihsan-i Ilâhiyye) zuteilwerden, wobei wir durch die Barmherzigkeit Gottes (Rahmet-i Ilâhiyye) zugleich die sehr große Hoffnung haben, dass dies alles im Glauben sehr vieler, hilfloser Leute des Glaubens (ehl-i imanin imanlari) als eine andere Form eines heiligen (kudsi) Dienstes gilt. Im Folgenden möchte ich nun erklären, dass das nachstehende Ereignis (hadith) auf zehnfache Weise ungesetzlich ist.

Erstens: Obwohl doch die Risale-i Nur bereits vor drei Gerichtshöfen durch drei Sachverständigenkomitees, von sieben Ämtern in Ankara und durch die Hand ihrer Justizbeamten ganz genau untersucht und begutachtet worden war, wonach dann alle diese Abhandlungen freigegeben und zugleich auch Said und seine fünfundsiebzig Mitgefangenen übereinstimmend und ohne jede Gegenstimme freigesprochen worden waren, ohne auch nur für einen einzigen Tag eine Freiheitsstrafe erhalten zu haben, wurden (dennoch alle Bände der Risale-i Nur), als handle es sich hier um gemeine (staatsfeindliche) Schriften, erneut beschlagnahmt. In welchem Maße das gegen jedes Gesetz ist, kann sich jeder, der auch nur ein Fünkchen Verstand hat, selbst ausmalen.

Zweitens: Wenn (Leute) bei einem Mann, der dreieinhalb Jahre nach seinem Freispruch in Emirdag isoliert und in der Fremde lebt, der seine Tür sowohl mit einem Schlüssel von außen abschließen lässt, als auch selbst noch zusätzlich von innen verriegelt und kaum einen von hundert Besuchern ohne einen dringenden Grund zu sich hereinlässt, der seine schriftstellerische Tätigkeit, mit der er seit zwanzig Jahren beschäftigt war, schließlich abbricht und nichts mehr weiter schreibt, aufgrund weltlicher (dunya), politischer Angelegenheiten Schloss und Riegel aufbrechen, um zu ihm gelangen zu können und dann am Ende ihrer "Hausdurchsuchung" doch weiter nichts anderes finden als sein arabisches Gebetbuch und am Kopfende (seines Bettes) ein paar Plakate, die über den Glauben (din) handeln, so wird ein jeder, der auch nur über einen Funken Verstand verfügt, verstehen können, in welchem Grade eine derartige Belästigung gesetzwidrig (hilâf-i kanun) ist!

Drittens: (Wenn man also nun) bei einem Mann, dem das Gericht aufgrund von siebzig Zeugen bestätigt hat, dass er sich sieben Jahre lang nicht um den Zweiten Weltkrieg gekümmert oder allein schon aus Neugierde danach gefragt, sich danach schon seit zehn Jahren eben diese Haltung bewahrt, vielmehr schon seit fünfundzwanzig Jahren keine Zeitung mehr gelesen oder dergleichen gehört, ja stattdessen dreißig Jahre lang immer nur

اَعُوذُ بِاللهِ مِنَ الشَّيْطَانِ وَالسِّيَاسَةِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem Teufel und der Politik."}

gesagt hat und vor der Politik stets mit aller Macht geflohen ist, der nun schon seit zweiundzwanzig Jahren alle Arten von Schikanen zu erdulden hat, sodass er es schon gar nicht mehr wagt, die aufmerksamen Augen der Politiker auf sich zu lenken, und weil er endlich einmal seine Ruhe haben will, auch kein Gesuch bei der Regierung einreicht, (wenn man also nun bei einem solchen Mann), so als handle es sich hier um gemeingefährliche politische Intrigen (und einen hinterhältigen Ränkespieler), den Ort seines Aufenthaltes erstürmt, an dem er seine Verbannung (inzivagâh) zubringt und ihn so mit seinem Leben (ruh) in eine beispiellose Bedrängnis versetzt, wie soll das denn nun mit dem "Gesetz" übereinstimmen? Jeder, der in seiner Seele (vicdan) auch nur einen Hauch (von Gefühl) verspürt, wird dies nachempfinden können.

— 261 —

Viertens: Obwohl nach einer sechsmonatigen Untersuchung vor dem Gerichtshof in Eskischehir, aufgrund der Befürchtung und unter dem Vorwand der Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tarikat), und obwohl der große Führer (Kemal Pascha), weil er ja einen persönlichen Groll gegen (Ustadh) hegte und deshalb einige Justizbeamte gegen ihn aufgehetzt hatte, haben sie uns dennoch, was sowohl die Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tarikat) als auch die Risale-i Nur betrifft, freigesprochen und lediglich die Abhandlung über die "Verhüllung der Frau", (Tesettür Risalesi), welche ja nur ein kleiner Abschnitt der Risale-i Nur ist, als Vorwand dazu verwandt, nicht etwa nach dem Gesetz, sondern lediglich aufgrund persönlicher Überzeugung (kanaat-i vicdaniye) fünf oder zehn Schüler von insgesamt hundertundzwanzig Schülern zu sechs Monaten Freiheitsstrafe zu verurteilen, wovon sie vier Monate in Untersuchungshaft und daran anschließend noch weitere anderthalb Monate Haftstrafe verbüßt haben. Trotzdem wurden sie zehn Jahre später durch den Gerichtshof in Denizli abermals wegen Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tarikat) zu neun Monaten Haft (verurteilt). Anhand ähnlicher vorgeschobener Gründe wurden nun auch alle seine "Briefe" (Mektubat) und alles, was er in den letzten zwanzig Jahren geschrieben hatte, Stück für Stück untersucht. Doch obwohl selbst der Gerichtshof für Kapitalverbrechen in Ankara, dem man fünf Kisten voller Bücher zugesandt hatte, nachdem die Gerichtshöfe in Ankara und Denizli alle diese Briefe und Bücher zwei Jahre lang haargenau unter die Lupe genommen hatten und alle diese Gerichtshöfe alle diese Bücher und Briefe hinsichtlich (des Vorwurfs) der Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tarikat) und anderer ähnlich vorgeschobener Gründe frei gegeben und ihren Besitzern unbeanstandet wieder ausgehändigt hatten, wonach Said und seine Gefährten (arkadas) wieder freigesprochen wurden, behielt man ihn dennoch (unter dem Verdacht), eine politische Organisation zu leiten, weiterhin im Auge, ja beschuldigte ihn (auch weiterhin), in der Politik durch die Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tarikat) seine Ränke (gegen die Regierung) zu schmieden. Wenn es also bei diesem Punkt, den die Justizbeamten gegen ihn anführen, (wieder einmal um eine politische) Vereinigung geht, so vermag nun jeder, der noch nicht (seine Fähigkeit), gerecht und menschlich zu empfinden, verloren hat, zu erkennen, wie sehr (dies alles) gegen das "Gesetz" ist!

Fünftens: Einen Mann ganz im Gegensatz zu seiner Haltung (hal), die er sich in den letzten zwanzig, dreißig Jahren seines Lebens zum Prinzip gemacht hatte, sodass sie für ihn zu seinem Weg und der Wahrheit seines Lebens (hakikî meslek ve mesreb) geworden war, in einer Nacht- und Nebel-Aktion zu überfallen, als habe er sich in irgendeiner Weise verdächtig gemacht, ist ein Vorfall, dem der folgende Sachverhalt zugrunde liegt:

In Anbetracht jener Liebe (sefkat), die die Grundlage des Weges ist, den uns die Risale-i Nur weist (Risale-i Nur mesleginin esasi), kann ich, um dabei nicht noch einen Unschuldigen zu verletzen, auch den Übeltätern, die mich hier quälen, kein Leid zufügen, ja sie noch nicht einmal verfluchen. Ja, obwohl ich in der Tat auf diese boshaften, ja, selbst glaubenslosen Sünder, die mich in ihrer Wut auf das äußerste peinigten, richtig wütend war, verbietet gerade diese Liebe (sefkat) es mir, massiv darauf zu reagieren, oder sie auch nur zu verfluchen. Denn um solch bedauernswerte alte Leute, wie den Vater oder die Mutter von diesem grausamen Tyrannen, oder solch Unschuldige, wie seine Kinder, davor zu bewahren, von einem derartigen physischen oder psychischen Schlag mitbetroffen zu werden, möchte ich diesem grausamen Tyrannen kein Leid zufügen, ja ich könnte ihm sogar verzeihen (helal).

Es ist also das Geheimnis einer solchen Liebe (sirr-i sefkat), dass ich, so wie ich selbst nie und in gar keiner Weise die allgemeine Ruhe und Ordnung störe, dies auch immer allen Gefährten (arkadas) eindringlich ans Herz gelegt habe, sodass einige der recht und billig denkenden Polizeibeamten in drei Provinzen mir gegenüber gestanden haben: "Diese Nurdschus sind ihrer Gesinnung (manevi) nach selbst Polizeibeamte, indem sie auch selbst diese allgemeine Ruhe und Ordnung aufrechterhalten." Obwohl sie dies so gesagt haben und Tausende von Zeugen und mein eigenes Leben diese Tatsache seit zwanzig Jahren bestätigen, auch die Polizei selbst bestätigt und bekräftigt, dass sie unter Tausenden von Schülern nicht einen einzigen Vorfall zu vermelden hatten, haben trotzdem gewissenlose Kerle das Zimmer dieses armen Mannes gestürmt, ihn belästigt und beleidigt, als wäre er der gewissenlose, ungezügelte Anführer einer revolutionären Bande und haben, nachdem sie in seinem Zimmer nichts weiter finden konnten, sogar sein Gebetbuch und die Plakate über dem Kopfende (seines Bettes) beschlagnahmt, als handele es sich dabei um die Dokumente einer Straftat und der Mann hätte hundert Verbrechen begangen. Ja, welches "Gesetz" in aller Welt könnte etwa dergleichen erlauben?

— 262 —

Sechstens: Wenn ein Mann, der heute vor dreißig Jahren durch die Gnade Gottes des Gerechten (Cenab-i Hakkin inayeti) und mit dem Segen des Qu'rans in grenzenloser Dankbarkeit verstanden hat, wie heillos, sinnlos und nutzlos der vergängliche Ruhm und die Ehre dieser Welt (dunya), die selbstgefällige (enaniyet) Wichtigtuerei und Prahlsucht ist, und wenn er seit dieser Zeit mit ganzer Kraft gegen seine eigenwillige Seele (nefs-i emmare) ankämpft, um seine Ichsucht (benlik) aufzugeben, und sich (stattdessen), soweit ihm das möglich ist, darum bemüht, alles Unechte und (jede Art von) Verstellung von sich abzulegen und in aller Bescheidenheit (zu leben), was (auch all) die Leute, die ihm dienen und freundschaftlich (arkadas) mit ihm verkehren, absolut sicher wissen und auch bezeugen können, (wenn er also schon) seit zwanzig Jahren im Gegensatz zu all dem dieses übersteigerte Wohlwollen, das ihm ein jeder entgegenbringt, und die Zuwendung aller, den Lobpreis für seine Person, wenn sie ihm einen hohen geistigen Rang (makam) zuerkennen, mit aller Macht flieht, wenn er darüber hinaus selbst noch das Wohlwollen seiner engsten Mitbrüder zurückweist und seine aufrichtigen Mitbrüder (auf diese Weise) kränkt, wenn er auch in seinen Briefen, die er ihnen als Antwort schreibt, alles Lob und jedes übertriebene Wohlwollen, das sie ihm in ihren Briefen entgegenbringen, zurückweist, alle Ehrerbietung (fazilet) und Wertschätzung ablehnt und stattdessen alle Ehrerbietung (fazilet) allein der Risale-i Nur, die ein Kommentar zum Qur'an ist, und damit indirekt auch der geistigen Körperschaft ihrer Schüler zuweist, als deren einfacher Diener er sich versteht, so beweist dies alles mit Sicherheit, dass er sich nicht darum bemüht, immer und überall willkommen zu sein, es nicht will, es vielmehr ablehnt, obwohl selbst einige Freunde ganz ohne sein Einverständnis in weit entfernten Orten sich ganz besonders wohlwollend über ihn äußern, ihn in den Himmel heben und ihm einen besonderen Rang (makam) zuerkennen, und wenn auch ein ihm völlig unbekannter Hodscha aus der Umgebung von Kütahya das eine oder andere Wort in dieser Richtung geäußert hat: welches "Gesetz" kann (diese Worte) zum Gegenstand einer Anklage (medar-i mesuliyet) machen, um so in das Zimmer einzudringen, in dem ein alter, hilfloser, kranker Greis ein Einsiedlerleben in der Fremde führt, und den Beamten (zu erlauben), Schloß und Riegel aufzubrechen, eine Hausdurchsuchung bei ihm durchzuführen, als habe er ein Kapitalverbrechen begangen, wobei sie dann als Vorwand nichts weiter finden konnten als sein Gebetbuch und einige Plakate (die den Islam betreffen). Ja, kann es denn auf dieser Welt irgendein "Gesetz" geben oder eine Politik, die derartige Übergriffe zulässt?

— 263 —

Siebtens: Obwohl in heutiger Zeit im Inland - und im Ausland genauso viele - (allerlei) Aufegung hervorrufende, politische Strömungen an der Tagesordnung sind, schrieb er an seine Gefährten (arkadas), anstelle daraus zur Gänze seinen Nutzen zu ziehen, d.h. den Boden dafür zu bereiten, Tausende von Diplomaten für sich zu gewinnen statt einiger weniger Gefährten (arkadas), nur um sich nicht in die politischen Angelegenheiten einzumischen, die Wahrhaftigkeit (ihlas) nicht zu verletzen, die Aufmerksamkeit der Regierung nicht auf sich zu lenken und sich mit weltlichen Dingen (dunya) nicht zu beschäftigen: "Gebt acht, dass ihr euch nicht von derartigen Strömungen mit fortreißen lasst, nicht in (das Geschäft) mit der Politik eintretet und die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht stört!" Doch auch nachdem er dies gesagt hatte, und obwohl die beiden politischen Strömungen (die Volkspartei und die demokratische Partei) ihm wegen seiner zögerlichen Haltung das Leben schwer machten, die alte (Volkspartei) wegen ihres Misstrauens ihm gegenüber und die neue (demokratische Partei) mit der Begründung: "Er hilft uns nicht.", viel Sorge machten, kümmerte er sich auch weiterhin nicht um die Angelegenheiten der Leute in dieser Welt (ehl-i dünyanin dünyalarina), sondern beschäftigte sich stattdessen mit den Dingen in jener Welt (ahira). Einen solch Hilflosen in seiner Beschäftigung mit der jenseitigen Welt (ahira) zu belästigen, ja welches Gesetz erlaubt denn so etwas? Und wenn schon die Verbreitung der Bücher der Atheisten, welche doch für das Land, das Volk und die guten Sitten sehr gefährlich sind, die Veröffentlichungen der Kommunisten dem Gesetz der Freiheit entsprechend aber dennoch nicht behindert werden, wie ist es dann überhaupt möglich, wo doch einige Bände der Risale-i Nur, wie das "Zülfikâr" und der "Stab Mosis" (Asa-yi Musa), in denen drei Gerichte überhaupt nichts finden konnten, was ein Grund zur Anklage (medar-i mes'uliyet) hätte sein können, die aber seit zwanzig Jahren dazu beitragen, das gesellschaftliche Leben des Volkes, seine Sicherheit und Ordnung im Lande und seine guten Sitten zu festigen und bei der Erneuerung und Stärkung der Bruderschaft der islamischen Welt mit ihm und der Freundschaft mit ihm, welche Stützpfeiler und ein wahrer Halt für das Volk sind, wirksam zu unterstützen, wobei die Gelehrten (ulema) des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (diese Werke) im Auftrag des Innenministeriums drei Monate lang untersucht haben, in der Absicht die kritischen Punkte darin herauszufinden, jedoch nichts darin gefunden haben, was zu kritisieren gewesen wäre, vielmehr den Wert (dieser Werke) voll und ganz zu schätzen wussten und sagten, dass dies ein "wertvolles Werk" sei, worauf es in die Bibliothek des Amtes für Religiöse Angelegenheiten aufgenommen wurde, wie ist es dann überhaupt möglich, sie als gefährliche Dokumente zu beschlagnahmen und sie den Händen des Gerichtes zu überstellen, und könnte es denn überhaupt ein derartiges Gesetz geben, und könnte denn überhaupt eine Überzeugung, ein vernunftgemäßer Gedankengang etwas Derartiges zulassen?

— 264 —

Achtens: Gegen einen Mann, der - obwohl man ihn nach zwanzigjähriger, qualvoller, (noch dazu) unbegründeter Verbannung wieder freigelassen hatte, nicht zurückging in das Land, in dem er geboren wurde und wo er Tausende Verwandte und Freunde hat, sondern es vorzog, in der Fremde zu bleiben, wo es niemanden gab, den er gekannt hätte, um so jede Berührung mit der Welt (dunya), dem gesellschaftlichen wie dem politischen Leben zu vermeiden - es vorzog, auf das besonders verdienstvolle Gebet mit der Gemeinschaft in der Moschee zu verzichten und stattdessen allein in seinem Zimmer zu sitzen, d.h., jenen Seelenzustand (hâlet-i ruhiye) auf sich nahm, in dem er sich z.B. vor der Verehrung durch die Leute zurückzog, dem Zeugnis seines Lebens in den letzten zwanzig Jahren, bestätigt von hunderttausenden ehrenwerter türkischer Persönlichkeiten, entsprechend einen frommen, gläubigen Türken vielen abständig gewordenen Kurden vorzog, ja sogar vor Gericht versicherte, einen türkischen Mitbruder, wie Hafis Ali mit seinem starken Glauben nicht gegen hundert Kurden tauschen zu wollen, gegen einen solchen Mann, der - insoweit dies nicht notwendig ist - nicht mit (anderen) Leuten zusammenkommt, weil er ihren Respekt und ihre Ehrerbietung nicht annehmen will, weswegen er auch nicht in die Moschee geht, sich jedoch seit vierzig Jahren mit aller Kraft und mit all seinen Werken für die Bruderschaft im Islam und die gegenseitige Liebe (muhabbet) der Muslime einsetzt und der sich selbst einem ernstzunehmenden Feind gegenüber nicht ablehnend verhält, ja sich noch nicht einmal mit ihm beschäftigt, ihn auch nicht verflucht, gegen einen solchen Mann mit einem ganz offiziellen Propagandaorgan (resmî lisan) vorzugehen, nur um ihn damit zu ärgern und seinen Freunden zu sagen: "Er ist ein Kurde, ihr aber seid Türken, er ist ein Schafi, ihr aber seid Hanefi", nur um sie von ihm abzuschrecken, Leute von ihm abzuschrecken, damit sie sich von ihm zurückziehen sollen: was für eine Sache ist das, ja welches "Gesetz" kann das sein, das so etwas erlaubt?

Neuntens: Ist von großer, ja überwältigender Bedeutung. {(Anmerkung): Unter den islamischen Regierungen (hükûmetler) leben Christen und Juden und auch unter den christlichen und anderen Regierungen (Mecusi hükûmetler) leben Muslime, was zeigt, dass die Gegner (muhalifler), welche die öffentliche Sicherheit (asayis) und Ordnung (idare) nicht aktiv stören, selbst auch nicht belästigt werden. Außerdem kann eine bloße Wahrscheinlichkeit (imkânat) noch kein Grund sein, jemanden dafür zur Verantwortung (medar-i mes'uliyet) zu ziehen, da ja bei jedem Menschen die Wahrscheinlichkeit angenommen werden könnte, dass er vielleicht einen anderen Menschen töten wird. Dann müsste (lâzim) man nämlich jeden aufgrund dieser Möglichkeit (imkânat) vor Gericht (mahkeme) stellen.} Da (dieser Punkt jedoch) die Politik berührt, schweige ich darüber.

Neuntens: Auch dies ist ein Angriff, den überhaupt kein Gesetz erlaubt und der gar keiner Sache dienlich ist, vielmehr nur aus sinnlosen Verdächtigungen besteht, die ein Korn zu einer Kuppel aufbauen, auf die sich dann überhaupt kein Gesetz mehr anwenden lässt. Da wir aber unserer Berufung (meslek) entsprechend nicht weiter darauf schauen dürfen, um nicht (auf diese Weise wieder) mit der Politik in Berührung zu kommen, schweigen wir davon weiter und sagen somit über derartige in zehnfacher Hinsicht gesetzlose Handlungen nur:

﴿ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ ﴾

{"Gott genügt uns und ist unser bester Sachwalter!" (Sure 3, 173)}

Said Nursî

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), sei unendlicher Dank (sükür), dass dieser jüngste Angriff (taarruz) und auch dieser überaus umfassende und dieses Mal auf einem besonderen Argwohn (evham) beruhende Angriff (taarruz) von hundert zu eins herabgemindert war. Gestern hatten sie mich vor Gericht (mahkeme) vier Stunden lang verhört (ifade). Ich habe euch wieder nach Inhalt und Darstellung (izahat) mit derselben Aussage (ifade) geantwortet, die ich euch bereits vorher geschickt hatte. Gott (Allah) möge mit der Justiz (Adliye) in Isparta sehr zufrieden sein (razi olsun), weil der uns hierher zugesandte Hinweis (is'ar) zu unseren Gunsten (lehimize) uns sehr geholfen (yardim) hat. Anderenfalls hätten wir noch erhebliche Schwierigkeiten (zahmet) bekommen, wenn es auch hier den gleichen Argwohn (evham) gäbe wie in Afyon und auch hier einige Beamte (resmîler) unseren verborgenen Feinden geholfen (yardimlar) hätten.

— 265 —

Unser Qur'an-Exemplar, das sie in Beschlag (müsadere) genommen haben, sollen sie an den Vorsitzenden des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Reisi') gesandt haben. Daraufhin haben wir die beiden Abschnitte (cüz), die wir nach Istanbul gesandt hatten, zusammen mit dem ersten Abschnitt (cüz) und einem beigefügten Brief auch an den Vorsitzenden des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Reisi') gesandt. Darin haben wir geschrieben: "Wir bemühen uns darum, diese Abschnitte nach dem Offset-Verfahren drucken zu lassen und hoffen, dafür die Zustimmung (tensib) und Unterstützung (muavenet) des Vorsitzenden des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Reisi') zu erhalten."

Eine der sehr vielen sinnlosen (manasiz) Fragen, die sie mir diesmal wieder vor Gericht (mahkeme) gestellt haben, war auch die Frage: "Wovon lebst du?" Ich habe gesagt: "Vom Segen der Sparsamkeit (iktisad)." Ein Mann, der schon einmal während des Ramadans in Isparta von einem Laib Brot, einem Kilo Joghurt im Beutel und einem Kilo Reis gelebt hat, erniedrigt (tenezzül) sich nicht um der irdischen (dünya) Dinge willen und ist auch nicht gezwungen (mecbur), für seinen Lebensunterhalt (maiset) Geschenke (hediye) anzunehmen (kabul).

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Wir beglückwünschen (tebrik) euch von ganzem Herzen und aus tiefster Seele (ruh u canim) zu eurem Erfolg (muvaffakiyet), zu eurer Ausdauer (sebat) und auch dazu, dass ihr jetzt das Neunundzwanzigste Wort auf Matrize übertragt und dabei besonders auf diese wunderbare (keramet) symmetrische Übereinstimmung der Buchstaben achtet (muhafaza), ohne eurer Arbeit überdrüssig zu werden.

Zweitens: Vier Stunden lang haben sie mich diesmal verhört (ifade), was mich wieder maßlos aufgeregt (sikinti) hat. Im gleichen Rahmen und nur zehn Stunden später ging plötzlich das Gebäude der Behörde für Unterricht und Erziehung (maarif) in Flammen auf und verursachte dadurch einen Schaden von zwei Millionen, was zeigte, dass die Risale-i Nur der Schalter (vesile) ist, der uns solche Unglücksfälle (belalar) vom Leibe (def'ine) hält. Denn dort, wo die Lichter (Nurlar) angegriffen (hücum) werden, da bricht sich auch das Unglück (bela') Bahn und findet seinen Weg.

Drittens: Wir haben eine Woche lang darauf gewartet, euch diesen obigen Abschnitt zu senden, in dem über das Feuer als einer Wundertat (keramet) der Risale-i Nur berichtet wurde. Denn wegen ihres außerordentlichen Misstrauens (evham) wurden die Postämter besonders kontrolliert (dikkat), weswegen wir ihn nicht per Post senden konnten. Wir machen uns auch Sorgen (merak) wegen eurer jetzigen tatsächlichen Situation (hakikî vaziyet) vor Gericht (mahkeme). Bruder Burhan schreibt, dass er ein kleines Problem (musibet) hat. Worum geht es denn da? Wir machen uns deswegen natürlich Sorgen. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), es ihm abnehmen. Über die Briefe sowohl von Re'fet Bey, als auch von Abdullah Çavus habe ich mich sehr gefreut (memnun). Ich sende ihnen meine herzlichen Grüße (hususan selâm) und grüße auch euch alle (umuma selâm).

Euer Bruder
Said Nursî
— 266 —

Ein Anhang, den ich unbedingt noch zu dem Gesuch (istidanin zeyli) an den Staatspräsidenten (Reisi cumhur) schreiben musste (mecbur).

Der wahre und eigentliche Grund (en esasli sebeb) all dieser gehässigen (garazkârlar) Angreifer (hücum): Sie versuchen wegen ihrer Freundschaft (dostluk) und dieser Vetternwirtschaft (tarafgirlik) mit Mustafa Kemal mich am Boden zu zerstören. Ich sage jedoch diesen Gehässigen: Über einen solchen Mann, der schon längst gestorben, begraben und aus der Welt (dünya) gegangen und dessen Verbindung mit der Regierung (hükûmet) bereits abgeschnitten ist, habe ich bereits vor dreißig Jahren entsprechend einer Voraussage einer Heiligen (serif) Hadith gesagt, dass ein solcher Mann, der dem Qur'an schadet, einmal erscheinen wird; und inzwischen hat die Zeit bereits gezeigt, dass dieser Mann Mustafa Kemal ist.

Da ich aber nun die Ehre (seref) und den Sieg (zafer) eines heldenmütigen Heeres, das seit fünfhundert Jahren durch seinen Heldenmut und seine Rechtschaffenheit (hakperestlik) die ganze Welt (dünya) herausforderte, nicht Mustafa Kemal zuschreibe, was anderenfalls der Wahrheit zuwiderlaufen (hilaf-i hakikat) würde, quälen mich (tazib) seine gehässigen Freunde (garazkâr dostlari) seit zwanzig Jahren mit ihren Vorwänden (bahaneler).

Wie ich bereits vor dem Gericht bewiesen (isbat) habe, werden "Ehren (Serefler), gute Werke (müsbet hayirlar), materielle und geistige (maddî-manevî) Beute (ganîmet) dem Heer und der Gemeinschaft (cemaat) zugeschrieben und zugeteilt; Fehler und Mängel und alle Misserfolge (menfî icraat) werden hingegen in der Tat der Führungsmacht (basa) und ihrem Anführer (reise) angelastet." Aufgrund dieser allgemein anerkannten Regel (kaide-i hakikat) dürfen die Siege (zaferler) und alle Ehren (serefler) des heldenmütigen Heeres, seiner Soldaten und mutigen Offiziere (cesur zabitler), welche die Soldaten befehligt haben, nicht Mustafa Kemal zugeschrieben werden, vielmehr werden ihm nur die Fehler und Mängel (kusurlar, hatalar) zugeschrieben. Diejenigen, die mich beschuldigen (ittiham), ihn auf diese Weise nicht zu lieben (sevmemek), beschuldige ich meinerseits, dass sie das heldenmütige Heer nicht lieben und seine Ehre (serefler) missachten. Ich betrachte sie daher als Volksverräter (hain-i millet). Diesen Sachverhalt (hakikat), so wie ich ihn vor dem Gericht (mahkeme) bewiesen (isbat) habe, bin ich bereit, in gleicher Weise auch seinen verbohrten Freunden (muannid dostlari) zu beweisen (isbat). Ich liebe (severim) diese Millionen Soldaten und Offiziere (efrad ve zabitler) des kämpferischen Heeres (bahadir ordusu) dieses segensreichen Volkes (mübarek millet). Meinen Respekt (hürmetler) ihnen gegenüber und ihr Ansehen (haysiyetler) versuche ich - soweit ich kann - aufrechtzuerhalten (muhafaza). Die mir gegenüber so gehässigen Gegner (garazkâr muarizlar) begehen aus ihrer Liebe (sevmek) zu diesem einen einzigen Mann den Millionen Soldaten (efrad) gegenüber geistig (mânen) einen Verrat (ihanet), ja hegen sogar eine Feindschaft (adavet) gegen sie.

Wir haben anhand vieler Anzeichen (emareler) erkannt, dass diejenigen, die mich angreifen (hücum), sich in der Tat durch meine Einwände (itiraz) gegenüber Mustafa Kemal provoziert fühlen (tahrik), und weil ich ja ihm gegenüber nicht freundlich (dost) gesonnen bin. Alle anderen Gründe sind dagegen nur ein Vorwand (bahane). Ich sehe mich deshalb dazu gezwungen (mecbur), meinen Gegnern (muarizlar) Folgendes zu sagen:

Mustafa Kemal lud mich nach Ankara ein, weil er mir eine Gunst (taltif) erweisen wollte, indem er mich zum öffentlichen Prediger für sämtliche Ostprovinzen (vilayat-i sarkiye) ernennt. Ich bin dahin gegangen. Die folgenden drei Punkte haben mich dazu veranlasst, mich von seiner Freundschaft (dostluk) abzuwenden. Ich habe in meinem Einsiedlerleben (inzivada) zwanzig Jahre lang darunter gelitten (azab) und mich zugleich auch nicht in ihre weltlichen (dünyalar) Angelegenheiten eingemischt.

Erster Punkt: Mustafa Kemal hat mit seiner Tat (ef'ali) gezeigt, dass er der Mann war, von dem eine Heilige (serif) Hadith berichtet, dass er sich in der Endzeit (âhirzaman) dafür einsetzen wird, den islamischen Sitten (an'anat) zu schaden. Ich hatte vor sechsunddreißig Jahren diese Hadith ausgelegt (tefsir). Und genau diesen Mann traf ihre Auslegung (mana). Die ausführliche Erkärung (izah) dazu findet sich im "Dritten Grundsatz" (Üçüncü Esas) meines Plädoyers (müdafaat) und liegt in dieser Form dem Gericht (mahkeme) vor.

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Zweiter Punkt: Es ist eine schlichte Tatsache (hakikat), dass im Prinzip (kaide) das Vorhandensein (vücud), die Pflege (tamir) und das Leben (hayat) einer Sache nur aufgrund (erkân) gewisser Gegebenheiten (vücud) und der Voraussetzungen (serait) möglich ist, während deren Fehlen (ademi), Zerstörung (tahrib) oder Tod durch die Ausschaltung einer einzigen Voraussetzung (sart) erfolgt. In allen Zungen (dil) der Welt gilt das Sprichwort (darb-i mesel): "Zerstören ist viel leichter als wieder aufbauen." Aufgrund dieser durchaus zuverlässigen Regel (kaide) führten die Irrtümer (hata) dieses Kommandeurs zu weiteren beträchtlichen Fehlern und zur Vernichtung (tahribatlar), während hohe Ehren (serefler) und beachtliche Siege (zaferler) dem Heldenmut des Heeres zuzuschreiben sind. Daher müsste man eigentlich alle Verluste (fenaliklar) ihm und alle Verdienste seinem Heer (ordu) anrechnen (lâzim). Es ist daher eine furchtbare Ungerechtigkeit (dehsetli bir haksizlik), im völligen Gegensatz (aksine) dazu die Verdienste der Gemeinschaft (cemaatin hayrini) einem Einzigen (ferd) an der Spitze (basta) und alle Verluste, welche dieser Einzelne (o ferdin serrini) verursacht hat, einer ganzen Gemeinschaft (cemaat) zuzuschreiben.

Dritter Punkt: Was nun die Anrechnung (isnad) der Verdienste einer Gemeinschaft (Cemaatin hayrini) und der Siege eines Heeres (ordunun zaferini) seiner Führung (basa) betrifft und die Anrechnung (isnad) der Fehler dieser Führung (basin kusuru) einer ganzen Gemeinschaft (cemaat), so würde dies heißen, Tausende Verdienste (hayirlar) auf ein einziges Verdienst herabzumindern und einen einzigen Fehler zu Tausenden Fehlern zu machen. Denn wenn ein Bataillon einen fürchterlichen Feind zurückschlägt, so bekommt jeder Soldat (nefer) den Rang (rütbe) eines tapferen Frontkämpfers (gazilik). Wenn dies jedoch nur ihrem General (binbasi) zugeschrieben wird, so beschränkt dies Tausende auf einen Einzigen und nur dieser eine ist dann der wahre Held (tek razi). Würde jedoch durch den Fehler (hata) dieses Generals irgendwo ein Gewaltverbrechen (zalimane bir katil) verübt und würde dieser Mord (katil) nicht etwa ihm, sondern dem ganzen Bataillon zugerechnet, so würde dieses Eine Verbrechen für Tausend Verbrechen (cinayet) gelten, und Tausend Soldaten würden dafür verantwortlich (mesul) gehalten und dafür bestraft (ceza) und verurteilt werden. So gilt denn auch: Würden diese verheerenden, für alle offensichtlichen Missgriffe, nicht diesem inzwischen verstorbenen Mann angerechnet, der sie begangen hatte, so würde diese Schandtat (kusur) durch den Hinweis auf das ganze Heer, das sich der Welt (dünya) seit fünfhundert, ja vielleicht tausend Jahren als ein Heer tapferer und rechtschaffener (hakperest) Frontkämpfer (gazilik) gezeigt und den Erlass seiner Ehre (ferman-i serefini) und seinen Dienst als Bannerträger (bayrakdarlik) des Qur'an mit seinem Schwert (kilinçlar) und mit seinem Blut (kanlar) unterzeichnet (imza) hatte, um Tausende Grade, entsprechend der Anzahl seiner Offiziere (erkânlar) vermehrt, die überaus glänzende Vergangenheit (parlak mazisi) dieses Heeres aber auf furchtbare Weise verdüstert (dehsetli karartir), und das Heer in diesem Jahrhundert vor den gleichen Heeren der vergangenen Jahrhunderte beschämt (mahcub) und verantwortlich (mes'ul) gemacht werden. Und würden all die Ehren (serefler) und Siege (zaferler) unserer Zeit (mevcud) nur einem einzigen Mann zugeschrieben, so würden sie dadurch tausendfach geschmälert, ihre Verdienste (hayirlar) und ihr Heldenmut (gazilik) nach der Anzahl der Offiziere und einzelnen Kämpfer (erkân ve efrad) zu einem einzigen zusammenschrumpfen und verblassen und würden nicht mehr als eine Buße für ihre Fehler (keffaret-üz zünub) betrachtet. So habe ich denn aus diesen Gründen seine freundschaftlichen Beziehungen zu mir (dostluk) abgebrochen und an ihrer Stelle die Freundschaft zu diesem Heer gesetzt, in dem ich mich in kritischer Zeit befunden und dem ich aufrichtig (tesirli) gedient habe. Um seine Ehre (seref), die noch tausendfach wertvoller ist, auch weiterhin aufrecht (muhafaza) zu erhalten, arbeite ich auch weiterhin im Dienste der Risale-i Nur.

In Emirdag
Said Nursî
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In den letzten zwanzig Jahren hat mich die Polizei (zabitalar) in vielen Provinzen (vilayet) nicht wegen meiner Bekleidung (kiyafet) belästigt. Nur vor fünfundzwanzig Jahren wollte der Gouverneur (Valis) von Ankara, Nevzad Bey, mit Gewalt etwas an meiner Bekleidung ändern; doch das ist ihm nicht gelungen (muvaffak) und er wurde dafür vom Schicksal geohrfeigt, indem er in den Selbstmord (intihar) ging. Als darüber hinaus ein hoher Beamter (memur) des Gouverneurs von Afyon Befehl (emir) erteilte, mit Gewalt etwas an meiner Bekleidung zu ändern, widersetzte sich ihm ein ganz gewöhnlicher Justizbeamter (adliye memuru) in Emirdag, indem er zu ihm sagte: "Außerhalb des Gesetzes dürfen wir nichts tun." So zeigte er seine Gesetzestreue (kanunperestlik). Da auch der hiesige Landrat (kaymakam), der mir gegenüber keinen Argwohn (evham) hegt, mir kein Unrecht antun will, versuchten sie diesen einsichtigen Herrn (vicdanli zât) zu versetzen (tebdil). Da ich nun aber nach den gesetzlichen Vorschriften über die Erteilung einer medizinisch begründeten Sondergenehmigung (doktorluk kanunu) aufgrund meiner Menschenscheu (merdümgirizlik), einer Krankheit, die mich davon abhält, in die Moschee (câmiye) und zum Freitagsgebet (cuma) zu gehen und auch wegen noch einiger anderer körperlicher Krankheiten (maddî hastalik) für eine Woche ein Attest (rapor) erhalten hatte, damit sie mich nicht zum Verhör (ifade) beordern können, schickten sie stattdessen nun zwei andere Ärzte aus Afyon, um dieses Attest wieder für ungültig zu erklären, wobei wir ihren Willkürgesetzen (keyfî kanunlar) so weit ausgesetzt (maruz) wurden, dass sie sogar versuchten, auch diesen Arzt noch vor Gericht (mahkeme) zu stellen.

Dies hier ist die Anmerkung (hasiye) und die Ergänzung (lâhika) zu meiner Aussage (ifade), die der Geistigen Körpersschaft (sahs-i manevî) der Justiz (adliye) und dem Innenminister (dâhiliye vekili) zur Inkenntnisnahme (bera-yi malûmat) vorgelegt (takdim) wurde und die ich auch beim Verhör (istintakt) in Emirdag gemacht habe.

In den letzten fünfundzwanzig Jahren habe ich niemals mehr eine Zeitung gelesen oder mir vorlesen lassen. Gestern las jedoch der Mann, der mir dient (hizmet), einen Abschnitt aus der Zeitung vor. Als ich darin hörte, dass das Gebäude des Erziehungsministeriums (maarif dairesi) mit einem Schaden von zwei Millionen, des Weiteren ein Parkhaus in Ankara und zur gleichen Zeit eine bedeutende Fabrik in Izmir und wiederum zur gleichen Zeit ein großes Gebäude auf einer Insel völlig niederbrannte, bedauerte ich dieses arme Volk (fakir millet) in tiefer Trauer (teessür) und mit sehr viel Mitgefühl (yaziklar). Zur gleichen Zeit geriet ich selbst in eine Bedrängnis (sikinti), wie ich sie in meinem ganzen Leben noch nie zuvor erlitten hatte. In einer Zeit, in der ich viereinhalb Stunden pausenlos, trotz meines alten (ihtiyar) und kranken Zustandes (hasta halim), zwangsweise (mecbur) einem Kreuzverhör (ifademi sual-cevab) unterzogen wurde, wie ich dies noch nie zuvor in irgendeinem anderen Gerichtsverfahren (mahkeme) durchlebt hatte, hätte ich all dies ganz und gar nicht ertragen (dayana) können, gäbe es da nicht eine gewisse Menschlichkeit (insaniyet) bei der hiesigen Justiz (adliye) und in gewissem Grade sogar Mitgefühl (sefkat). So hatte ich mich beinahe schon fest entschlossen (karar), d.h. bereits ins Auge gefasst, bei dieser Kälte - und das trotz meiner Krankheit - wegen eines scharfen, unhöflichen Wortes (sert bir sözle) ins Gefängnis zu kommen. Auch hatten wir uns dazu entschlossen, dass einer der mir dient, irgendjemandem eine Ohrfeige versetzen solle, damit er wegen meines Dienstes (hizmet) zu mir in meine Zelle gebracht werde. Doch die Menschlichkeit (insaniyet) der hiesigen Justiz (adliye) und die Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) verliehen mir Geduld (sabir); und so habe ich denn alles Weitere durchgestanden (tahammül).

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Ich wollte den Grund dieses eigenartigen Sachverhaltes (vaziyet) und dieser grundlosen Angst (evham) herausfinden. Die ganz offizielle Druckerlaubnis (resmen tab'edilmesi) und die Verbreitung (intisar) des Wegweisers für die Jugend (Gençlik Rehberi) hat sehr vielen Schulen (mektebler) das Licht geschenkt (tenvir). Sogar an der Universität (Dârülfünunu) von Ankara und an der Universität (Dârülfünun) in Istanbul haben unsere werten jungen Leute (kiymetdar gençler) die Grundlagen (esasat) der Risale-i Nur erkannt und wissen, dass sie dem Glück (saadet) dieses Volkes in diesem Lande (vatan milletini) dienen, und sehr viele Lehrer (muallimler) beschäftigen sich hinsichtlich ihres nationalen Eifers (hamiyet-i milliye), ihrer Liebe zur Heimat (vatan), ja ihres Ansehens als Wissenschaftler (haysiyet-i ilmiye) vollauf begeistert (kemal-i istiyak) mit der Risale-i Nur, was allerdings die Aufmerksamkeit (nazar-i dikkat) des Erziehungsministeriums (maarif dairesini) auf sich lenkte, weswegen es nun in gewissem Grade in der Weise, in der es ihm nicht gefällt, gegen die Lichter (Nurlar) vorgehen (ilismek) will. Ja, es wurde hier sogar die Nachricht (ihbar) durchgegeben: "Diese jungen Leute (gençler) geraten in seine Hände. Durch diese von ihm gedruckten Wegweiser für die Jugend (Gençlik Rehberi) weckt er das Interesse der Schüler (mekteb talebeleri) für die Religion (din)." Daraufhin wurden sowohl ich selbst, als auch die meisten Schüler (sakirdler) der Risale-i Nur in manchen Provinzen (vilayet) von ihnen belästigt. Da ich selbst ja eigentlich aus einer Medresse komme, sollte ich auch von den Hocas Hilfe (istimdad) erwarten dürfen (lâzim). Stattdessen vertraute (itimad) ich mit ganzer Kraft (kuvvet) dem Erziehungsministerium (maarif dairesi) und den Schülern (mektebliler) und wollte mich auf sie stützen (dayanmak). Denn die meisten von denjenigen, die in den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) eintreten, sind Schüler (mektebliler), während es unter ihnen nur wenige Hocas gibt. Doch obwohl diese noch sehr zurückhaltend sind, schätzen die Schüler (mektebliler) die Lichter (Nurlar) in vollkommener Hochachtung (kemal-i takdir). Daher sagte ich mir immer in meinem Herzen (kalb): Möge Gott es so wollen (insâallah), dass das Erziehungsministerium (maarif dairesi) die Schüler (sakirdler) des Lichtes (Nur) in Schutz nehmen wird. Während ich aber noch auf ihre Hilfe (yardimlar) hoffte, kam stattdessen plötzlich dieser neue Angriff (taarruz) über uns. Der Grund dafür: am Schluss des gedruckten Wegweisers für die Jugend (Gençlik Rehberi) findet sich der Satz: "Für die Schüler des Lichtes (Nur sakirdleri) ist es geboten (münasib), aufgrund der Erlaubnis der Regierung (hükûmetin müsaadesi), {nach Aufhebung des Versammlungsverbotes (A.d.Ü.)} nun soviele Wohnstätten des Lichtes (Nur dershaneleri) zu eröffnen wie möglich." Das war für unsere verborgenen Feinde der Auslöser (vesile), weswegen sie das Erziehungsministerium (maarif dairesi) gegen uns aufzuhetzen versuchten.

Bisher versuchten unsere Feinde stets, uns durch ihre Intrigen (desise) mit Hilfe der Justiz (adliye) ins Verderben (perisan) zu stürzen, was ihnen aber nicht gelang (muvaffak). Sie konnten dabei nichts für sich herausschlagen. Danach versuchten fanatische (mutaassib), eigenwillige (enaniyetli) Hocas, die noch dazu einen offiziellen Rang (resmî makamlar) bekleiden, uns zu provozieren. Doch auch damit haben sie keinen Erfolg gehabt. Während sie jetzt aber das Erziehungsministerium (maarif idaresi), auf dessen Hilfe (yardim) ich mich bisher immer am meisten verlassen hatte, missbrauchen (istimal) und während in einer Zeit, in der sie sich darum bemühen, einige Beamte (memurlar) dieser Regierung (hükûmet) unter dem Vorwand (bahane), wir hätten versucht, eine Organisation (cem'iyetçilik) oder eine Ordensgemeinschaft (tarîkatçilik) aufrichten zu wollen, wovon wir jedoch vor drei Gerichten bereits einen letztgültigen Freispruch erlangt haben, versuchen sie nun in einem weitläufigen Bereich die hilflosen armen Schüler des Lichtes (Nur sakirdler) und mich vom Studium (mütalaa) der Risale-i Nur abzuhalten (mahrum). Doch nun verbrannte zur gleichen Zeit meines viereinhalbstündigen, qualvollen (acinacak) Verhörs (istintak) das Gebäude des Erziehungsministeriums (maarif dairesi) völlig unerwartet bis auf die Grundmauern. Man fand keine Möglichkeit, das Feuer zu löschen, und so verbrannte es, was nicht nach einem Zufall (tesadüf) aussieht, vielmehr lässt sich dahinter eine Spur von Wut (eser-i hiddet) erkennen.

Am Ende dieses Verhörs und auch schon während des Verhörs (ifade) hatte ich gesagt: Haltet mich hier, wo ich fremd (gurbet) und einsam (yalnizlik) bin, nicht auch noch vom Studium (mütalaa) meiner Bücher ab (mahrum), ansonsten werde sowohl ich als auch dieses Land einen Schaden erleiden. Drei Minuten, nachdem ich gesagt hatte, dass die Erde vielleicht wieder in ihrer Wut (hiddet) erbeben wird, hat die Erde tatsächlich drei Sekunden lang gebebt (zelzele). Auch nachdem ich diesen Satz (fikra) vor Gericht (mahkeme) noch einmal wiederholt hatte, griff die Erde mit ihrem Feuer - und zwar wieder etwa zur gleichen Zeit, entweder in der Nacht oder am Tage - das Erziehungsministerium (maarif dairesi) an. So wurde auch bereits vor Gericht (mahkeme) viermal bewiesen, dass sich Erdbeben oftmals während eines Angriffs (taarruz) auf die Risale-i Nur oder ihre Schüler ereignet haben, was auf keinen Fall jedes Mal ein Zufall (tesadüf) gewesen sein kann. So sind denn also die Wahrheiten (hakikatlar) der Risale-i Nur ein großer Grundstein (temel tasi) dieses Landes (vatan) und Volkes (millet) und der öffentlichen Sicherheit (asayis), weshalb die Aufmerksamkeit dieses Volkes (milletin nazar-i dikkat) mit solchen ereignisschweren Schlägen (vukuatli tokatlar) auf die Risale-i Nur gelenkt wird, die ein wahrer, wahrhaftiger (hakikî ve hakikatli) und kraftvoller Kommentar (kuvvetli tefsir) zum Qur'an ist. Das Volk (millet) wird dadurch für sie begeistert (tesvik), während ihre Gegner zugleich für ihre Angriffe (muarizlar) einen zärtlichen Klaps (sefkat tokadi) bekommen.

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So wie ein Almosen (sadaka) ein Unglück (bela') verhindern kann, so wurde auch durch viele ähnliche Ereignisse (hâdiseler) deutlich (tahakkuk), dass auch die Risale-i Nur heutzutage in diesem Land (memleket) eine Möglichkeit (vesile) darstellt, ein Unglück (bela') fernzuhalten. Und so beweist (isbat) auch diesmal wieder das Hereinbrechen dieser Brandkatastrophe (yangin belasini) zur gleichen Zeit mit einem Angriff (hücum) auf die Risale-i Nur, dass die Risale-i Nur eine Möglichkeit (vesile) gewesen wäre, diese Katastrophe noch zu verhindern.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Gleich wie der Mann, der in Egirdir den Stab Mosis (Asâ-yi Musa) in Beschlag genommen und zum Gericht (mahkem) gebracht hat, mit einer zweijährigen Gefängnisstrafe (hapis cezasi) selbst eine Ohrfeige bekommen hat, und der Richter (hâkim), der Hüsrev in seiner Wut (hiddet) zu einem Monat Haft (ceza) verurteilt hat, gezwungen (mecbur) wurde, von seinem Posten zurückzutreten (istifa) und durch den Abschied (müfarakat) von seiner Gefährtin (refika) nochmals so eine Art Ohrfeige bekommen hat, so zeigen diese zweifellos als solche gesicherte Ohrfeigen auch hier genauso, wie wir es euch geschrieben (pusla) und beigefügt (leffen) gesandt haben, dass wir unter Gottes Schutz und Gnade (himayet ve inayet) stehen. Wie diejenigen, die uns belästigen, im Jenseits (âhiret) heftige Ohrfeigen bekommen werden, so bekommen sie einem Teil davon noch ganz schnell in dieser Welt (dünya). Zudem war diesmal der Winter während ihrer Angriffe (hücum) zur gleichen Zeit besonders wütend (kis çok hiddet) und zeigte uns durch seine strenge Kälte und heftigen Stürme (firtina), wie empört das Wetter war. Mit dem Ende ihrer Angriffe (hücum) und durch die Erleichterungen (ferahlanmasi) für die Nurdschus begannen nun die Wintertage (zemherir) wie Naurostage (nevruz) {Frühling} zu lächeln. Dieses Lächeln (tebessüm), das sich nun noch weiter fortsetzt, überzeugt uns davon, dass es uns geistig (manevî) eine frohe Botschaft (müjde) senden und uns Trost (teselli) bringen will. Wie diesmal in eurem Schriftstück (pusla) geschrieben steht, hat auch die öffentliche (resmî) Polizei, die versucht hat, die allgemeine Sympathie (teveccüh-ü ammeyi) uns gegenüber dadurch zu unterbinden, dass sie ganz merkwürdige (acib), ans kabarettistische grenzende Verleumdungen (iftira) in die Welt gesetzt haben, von denen selbst noch nicht einmal der Teufel (seytan) irgendjemanden überzeugen könnte, und zur gleichen Zeit ihre Ohrfeigen bekommen haben, was zeigt, dass diejenigen, die uns angreifen (hücum) gar keinen anderen Weg (çare) mehr finden können, außer dem der Verleumdung. Eine andere Möglichkeit (çare) finden sie nicht mehr. Zudem sind wir selbst auch dazu gezwungen (mecbur), weit vorsichtiger (dikkat) und umsichtiger (ihtiyat) zu sein und derartigen Gerüchten (sayialar) weiter keine Beachtung zu schenken.