Risale-i Nur

Said Nursi - Sein Leben und Werk
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Gebet (ibadet) erfüllte Spanne des Leben an Lohn gewinnen lässt! Bis zu den Festtagen (bayram) sollten also die Nur-Schüler, soweit wie sie dazu imstande sind, aufrichtig (ikhlas) für einander beten (dua) und innerlich (manevi) "Amen!" dazu sagen, sodass ein jeder Einzelne, der sich daran beteiligt, seinen Fähigkeiten entsprechend, (seinen Anteil) an diesem achtzigjährigen (Leben) gewinnen möge. So werdet ihr sicherlich diesem, euren kranken Bruder, der unter euch der schwächste und am schwersten beladene ist, geistigen (manevi) Beistand leisten.

Zweitens:

Da sich ein, zwei Ärzte, die zu den Säulen der Risale-i Nur gehören, weil ich mich, trotz meiner schweren Krankheit nicht bei diesen aufrichtigen (halis) und treuen (sadiq) Seelen wegen meiner Krankheit gemeldet habe, keine Medizin genommen habe, trotz meiner so schweren Krankheit nicht um Rat gebeten, auch in dieser Zeit meines fortschreitenden Alters und in all meinen Schmerzen meine Krankheit nicht zum Thema gemacht habe, obwohl sie mich doch besucht hatten, viel Kummer und Sorgen um mich gemacht haben, sehe ich mich nun doch noch dazu gezwungen, diese ansonsten sehr persönliche (sirr) Tatsache (haqiqat) bekannt zu machen. So schreibe ich euch dies denn, damit es euch vielleicht von Nutzen sein könnte.

So habe ich ihnen denn gesagt: Sowohl meine heimlichen Feinde als auch mein Ego (nefs) suchen mit Hilfe des Satans bei mir die empfindliche Stelle, wo sie mich packen und so meinem völlig aufrichtigen (ikhlas) Dienst an der Risale-i Nur einen Schaden zufügen könnten. Mein schwächster Punkt und meine schrecklichste Behinderung ist aber (dort zu suchen), wo meine Krankheit (sitzt). Je wichtiger man aber diese Krankheit nimmt, desto mehr wird sie ihren Sieg über den Gemütszustand, den Leib und die Seele (nefs) davon tragen. "Das ist notwendig! Das ist zwangsläufig!", sagt sie und bringt so Herz (qalb) und Verstand (ruh) zum Schweigen. So macht sie den Arzt zu einem despotischen Herrscher (hakim). Der aber zwingt (den

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Patienten) dazu, seine Vorschriften zu befolgen und die (vorgeschriebenen) Medizinen einzunehmen. Weil dies aber so ist, schadet sie so einem opferbereiten und aufrichtigen (ikhlas) Dienst. Zudem haben sich meine heimlichen Feinde auch darum bemüht, diesen schwachen Nerv (in mir zu ihren Gunsten) auszunutzen und tun dies noch heute. Und in gleicher Weise verfahren sie auch mit der Furcht, der Gier, mit Ruhm und Ehre... (Was jedoch die Angst, also den schwächsten Punkt im menschlichen (Leben), betrifft, so konnten sie damit bei mir nichts ausrichten, denn sie wissen genau, dass ich ihrer Todesstrafe keine fünf Para Wert beimesse).

Danach haben sie sich auch viel mit der Sorge um das tägliche Brot, einer anderen menschlichen Schwäche, beschäftigt und sich auch hinsichtlich der (menschlichen) Gier große Mühe gegeben. Doch bis heute konnten sie auch aus dieser Schwäche keinen Nutzen für sich ziehen. Danach ist es ihnen klar (tahaqquq) geworden, dass die irdischen (dunya) Güter, für die sie opfern, was (nach islamischem Verständnis) heilig (muqaddesat) ist, in unseren Augen überhaupt gar keinen Wert haben; und es waren viele Ereignisse an Hand derer ihnen das klar (tahaqquq) geworden ist! Ja, in diesen zehn letzten Jahren haben sie schon mehr als hundertmal an die Regierung eine offizielle Anfrage gerichtet: "Wovon lebt der denn eigentlich?" und über welche Rücklagen verfügt er denn?

Danach haben sie sich mit dem Ruhm und der Ehre des Menschen und mit seiner Stellung (beschäftigt), die auch mit zu seinen größten Schwächen (gehören), haben auch an dieser empfindlichen Stelle (versucht), mich zu provozieren, mir ihre abgekartete Verachtung gezeigt, mir auf eine besonders schmerzliche Weise Beleidigungen zugefügt und haben so (versucht), mir mit ihren Schikanen auf die Nerven zu gehen und haben doch damit in gar keiner Weise Erfolg gehabt. Endlich haben sie nun absolut verstanden, dass wir wissen, dass Ruhm und Ehre, die sie doch in dieser Welt (dunya) anbeten, nur eine Theatervorstellung und

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eine gefährliche (Art) der Selbstgefälligkeit ist. Ihrer Sucht nach Ruhm, Ehre und einer (hohen) Stellung in dieser Welt (dunya), auf die sie einen so außergewöhnlichen Wert legen, messen wir keine fünf Para an Wert bei... wissen vielmehr, dass sie in dieser Hinsicht geradezu verrückt sind.

Sich also einen geistlichen Rang (manevi maqam) zuzuschreiben, halten wir daher letztendlich für eine Schwachstelle bei unserem Dienst, auch in Anbetracht der Tatsache (haqiqat), dass er von allen hochgeschätzt wird und jeder danach strebt, einen solchen zu erlangen und so auf der Leiter der Gottesfreundschaft (velayet) fortzuschreiten und zu wissen, dass man der Gnade Gottes (ni'met-i Ilahiyye) teilhaftig geworden ist, was den Menschen förderlich ist und ihnen darüber hinaus keinerlei Schaden zufügt. Doch in einer Zeit, in der ein derartiges Gefühl der Ich-Bezogenheit (benlik), des Egoismus (enaniyet), der Sucht nach dem eigenen Vorteil und der Sorge um die eigene (nefs) Sicherheit vorherrscht, erfordert es der Dienst am Glauben (iman), der auf dem Geheimnis der Aufrichtigkeit (ikhlas) beruht und keinem anderen Zweck als Mittel dienen darf, nicht für sich selbst einen geistigen Rang (maqam-i maneviye) anzustreben. Deswegen ist es notwendig, in all seinem Verhalten dergleichen nicht zu erstreben, ja nicht einmal daran zu denken, um das Geheimnis der wahren Aufrichtigkeit (haqiqi ikhlasin sirri) nicht dadurch zu beflecken.

Aus diesem Grunde haben diejenigen, die mich bei meinen Schwachstellen packen wollten, verstanden, dass ich, nach inneren Schauungen, Wundern und geistigen Vollkommenheiten (keshf-u keramati ve kemalat-i ruhiye), nach denen jedermann sucht, nicht suche, wo dies außerhalb meines Dienstes an der Risale-i Nur geschieht. So mussten sie sich denn auch in diesem Punkt geschlagen geben.

Friede (selam) jedem einzelnen unserer Brüder! Und für die kommende Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadir) erbitten wir von Gott, dem Allbarmherzigen (Rahmet-i Ilahiyye),

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Er möge für jeden Schüler der Risale-i Nur, um dieser Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadir) willen, wahr (haqiqat) werden zu lassen, dass doch (diese Nacht) einem ganzen Leben von dreiundachtzig Jahren im Gebet (ibadet) verbracht, gleich kommen möge!

Euer Bruder

Said Nursi

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens:

In der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadir), ist mir eine Wahrheit lang und breit ins Herz gedrungen, die ich hier ganz kurz ausdeuten möchte. Es ist dies wie folgt:

Aufgrund der furchtbaren Ungerechtigkeiten und der furchtbaren Unterdrückung der Menschheit in diesem letzten Weltkrieg und seiner gnadenlosen Zerstörungen und der vielen hundert Unschuldigen, die wegen eines einzigen feindlichen Soldaten zu Grunde gerichtet wurden, und der schrecklichen Verzweiflung der Besiegten und der schrecklichen Panik der Sieger, weil sie ihren Herrschaftsbereich nicht verteidigen können, und ihrer schrecklichen Gewissensqualen, weil sie den großen Schaden nicht wieder gutmachen können, und der allgemeinen Einsicht in die totale und absolute Nichtigkeit und Vergänglichkeit des irdischen Lebens und in die Trug- und Traumbilder der Zivilisation, und der allgemein verbreiteten schrecklichen Verwüstungen in den großartigen Anlagen und im Kern humanistischer Gesinnung auf dem Grunde menschlichen Wesens, und der Vernichtung von Gottvergessenheit, Irrglaube und tauber, unfruchtbarer Naturphilosophie mit dem diamantenen Schwerte des Qur'an, und der Erkenntnis des so hässlichen und so erbärmlichen wahren Gesichts der

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allgemein über die Erde verbreiteten Politik, deren trügerischer Schleier aus Gottvergessenheit und Irrtum alles überdeckt und erstickt, besteht sicher und gewiss kein Zweifel daran, dass die Menschheit, wie wir das im Norden, im Westen und in Amerika bereits in Spuren erkennen können, weil das irdische Leben, das ihre weltliche Geliebte ist, so abstoßend und vergänglich ist, auf ihrer Suche nach ihrem in Wahrheit geliebten Menschenwesen das ewige Leben mit ganzer Kraft suchen wird, und es besteht sicherlich auch kein Zweifel daran, dass es der Qur'an, ein Wunder der Verkündigung, der seit 1360 Jahren mit seinen 350 Millionen Schülern in jedem Jahrhundert und Millionen Kennern der Wahrheit, die alle seine Verordnungen und Lehren mit ihrer Unterschrift bestätigen, der in den Herzen von Millionen seiner Rezitatoren wohnt, mit deren Zungen er in jeder Minute die Menschen unterrichtet, der in einer Weise, die keinem anderen Buche vergleichbar ist, der Menschheit die frohe Botschaft vom ewigen Leben und der ewigen Glückseligkeit verkündet, der die Wunden der ganzen Menschheit heilt, dass es dieser Qur'an ist, den, weil er mit tausenden von Ayat mächtig und kraftvoll immer wieder, ja sogar zehntausend Mal ausdrücklich oder hinweisend einlädt und berichtet und mit unerschütterlich sicheren Beweisen, mit zahllosen, unbezweifelbaren Zeugnissen die frohe Gewissheit vom ewigen Leben ausruft und die Lehre von der ewigen Glückseligkeit bringt, die Menschheit sicherlich, falls sie nicht ganz und gar den Verstand verloren hat, oder der Untergang der materiellen oder geistigen Welt über sie hereingebrochen ist, wie die berühmten Schriftsteller, die sich darum bemühen, dass in Schweden, Norwegen, Finnland und England der Qur'an angenommen werden möge, und wie die bedeutende Gruppe in Amerika, die den wahren Glauben sucht, ja große Länder und ganze Staatenbünde diesen Qur'an, dieses Wunder der Verkündigung, suchen, und nachdem sie seine Wahrheit verstanden hat, mit ganzem Herzen und ganzer Seele annehmen wird.

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Denn vom Standpunkt der Wahrheit aus betrachtet, hat der Qur'an mit Sicherheit nicht Seinesgleichen und nichts kann den Platz dieses so großen Wunders einnehmen.

Zweitens:

Die Risale-i Nur hat in der Hand des großen Wunders (d.h. des Qur'an) nicht nur als ein diamantenes Schwert gute Dienst erwiesen und ihre verstockten Feinde zur Aufgabe gezwungen, sondern vermag zudem auch das Herz, den Geist und auch die Gefühle vollständig zu erleuchten, ihnen Heilmittel zu bereiten und auf diese Weise die Schätze des Qur'an bekannt zu machen. Die Risale-i Nur kennt außer ihm kein Quellen- oder Nachschlagewerk, widerspiegelt vielmehr seine Bedeutung vollkommen, hat alle Gegenpropaganda überstanden und die so starrsinnigen Atheisten vollständig besiegt. Sie hat die so feste und starke Burg der Naturphilosophen mit ihrer "Natur Risale" in Stücke geschlagen und die sich bis in weite Fernen ausdehnende Finsternis einer völlig undurchdringlichen, erstickenden Gottvergessenheit vertrieben, die sich so weit ausdehnenden Schleier der Naturwissenschaften mit der sechsten Problemstellung der "Frucht Risale" und mit dem ersten, zweiten, dritten und achten Zeugnis in dem Band "Stab Mosis" auf eine wirklich glänzende Weise zerrissen und das Licht der Einheit Gottes aufscheinen lassen. So sind denn jetzt, nachdem die Erlaubnis, für den Religionsunterricht Privatschulen (dershane) zu eröffnen, offiziell erteilt worden ist, diese sicherlich für uns notwendig und noch notwendiger für das Volk und ist es jetzt, nachdem diese Erlaubnis erteilt worden ist, notwendig, dass alle Schüler der Risale-i Nur, soweit dies möglich ist, dafür überall solche winzig kleinen Schulen (dershane-i Nuriye) eröffnen. Natürlich kann dabei ein jeder auch für sich selbst seinen Nutzen daraus ziehen, doch kann nicht jeder jedes Thema voll und ganz begreifen. Weil aber (die Risale-i Nur) eine Erklärung der Glaubenswahrheiten (haqiqat) ist, ist sie zugleich sowohl Religionswissenschaft (ilim) als auch Gotterkenntnis (marifetullah) und Gottesdienst (ibadet).

Statt der fünf oder zehn Jahre an einer alten Medresse

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wird man heute mit Gottes Hilfe (insha-a'llah) das gleiche Ergebnis an einer Medresse der Risale-i Nur schon in fünf oder zehn Wochen erreichen. Und so wird das schon seit zwanzig Jahren gemacht. Da die (göttlichen) Funken des Qur'an sowohl für die Regierung, das Volk, das Land, das irdische Leben (hayat-i dunyeviye), die Politik und das Jenseits (ukhreviye) von sehr großem Nutzen sind, ist es dringend notwendig, die Risale-i Nur als seinen Verkünder nicht zu belästigen, sondern sich vielmehr alle Mühe zu geben, deren Verbreitung in jeder Hinsicht zu fördern, damit sie zur Buße für alle vergangenen entsetzlichen Sünden und als ein Schutzwall gegen alle künftigen schrecklichen Plagen und gegen die Anarchie dienen kann.

Meine Brüder, macht euch keine Sorgen! Begnügt euch damit, (die Herzen) wie hinter einem Vorhang verborgen, für die Risale-i Nur zu gewinnen. Wir kennen aus der Geschichte bis heute kaum ein Werk, das unter solch schwierigen Umständen einen derartigen Einfluss gehabt hätte. Der Grund dafür, dass euch nicht die völlige Freiheit gegeben wird und die Weisheit (hikmet) dahinter ist die, dass man die außerordentliche Macht der Risale-i Nur fürchtet, ja es wurde sogar die Nachricht verbreitet, sie könne einen Aufstand zuwege bringen. Doch obwohl der Vorsitzende des Amtes (diyanet, für religiöse Angelegenheiten die Risale-i Nur) durchaus hochschätzt und anerkennt, geriet er dennoch (bei dem Gedanken an) eine derzeitige offizielle Druckerlaubnis in Panik und sprach sogleich deswegen bei dem Herrn Staatspräsidenten vor. Zwar will man jetzt (1944) nicht mehr wie in früheren Zeiten (1925) zum Angriff übergehen, sondern wünscht vielmehr den Frieden (musalah) zu bewahren. Möge aber Gott es wollen (insha-a'llah), dass die mächtigen Strömungen zugunsten der Risale-i Nur diese Befürchtungen in Begeisterung verwandeln und so (am Ende doch noch) eine offizielle Druckerlaubnis erteilt werden wird. {was dann 1950 tatsächlich geschah!}

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Auch sind viele egoistisch (denkende Menschen, die lieber ihre eigenen) Werke veröffentlicht sehen möchten, weil sie die Eifersucht plagt, keineswegs dafür, dass die Risale-i Nur, eine allgemeine Verbreitung finden könnte.

Drittens:

Durch die Pilgerströme (Hadji) wird die Risale-i Nur nun auch in anderen Ländern der islamischen Welt bekannt. So gelangt sie jetzt (gewissermaßen) aus eigener Kraft in würdige Hände. Der "Stab Mosis (Asa-yi Musa)" und das «Dhu-l'Fikar» {1. Auferstehung (hashir), 2. Wunder Mohammeds (Mudjizati Ahmediye), 3. Der Qur'an als ein Wunder (Mudjizat-i Qur'aniye) aus dem Band "Worte (Sözler)": drei getrennte Bände.} haben wir als handschriftliche Kopie nach Damaskus gesandt, wo (diese Bände von den dortigen) Gelehrten (hey'et-i ilmiye) fünfzehn Tage lang studiert wurden. Danach brachten sie ihre Hochschätzung zum Ausdruck mit den Worten: "Das werden wir in unserer Zeitschrift in Fortsetzungen abdrucken lassen, da eine Gesamtausgabe dieser Werke zu viel Geld erfordern würde."

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens:

Ich möchte euch hier (zwei) Erlebnisse aus meinem, doch recht eigenartigen, sowohl oft leidvollen, zudem aber auch gestig orientierten (latif) Leben (erzählen), als auch von den Verleumdungen durch meine Feinde, die zwar ganz abscheulich sind, mit denen sie jedoch unter tausend Möglichkeiten mit keiner einzigen Möglichkeit auch nicht einen einzigen Teufel oder sonst jemanden täuschen können, was denn auch erklärt, warum sie überhaupt keine Waffen mehr haben, die sie gegen die Risale-i Nur einsetzen könnten. Es ist dies wie folgt:

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Für die, die meinen Lebenslauf kennen, ist folgendes bekannt: Vor fünfundfünzig Jahren, als ich etwa zwanzig Jahre alt war, wohnte ich zwei Jahre in dem Haus des verstobenen Gouverneurs Ömer Pascha in Bitlis, weil er das Wissen hochschätzte und auf meinem Bleiben beharrte. Er hatte sechs Töchter. Drei davon waren noch klein und die anderen drei waren groß. Ich habe aber die drei großen niemals kennen gelernt und konnte sie noch nicht einmal von einander unterscheiden, obwohl wir zwei Jahre mit einander im selben Hause wohnten. Ich habe sie niemals lange genug aufmerksam betrachtet, um sie wiedererkennen zu können. Ein Gelehrter, der mich einmal besuchen kam und eine Zeitlang mein Gast war, konnte sie schon nach zwei Tagen voneinander unterscheiden und sie wiedererkennen. Jeder war über meine Haltung erstaunt und fragte mich: Warum siehst du sie denn nicht einmal an? Ich sagte immer: "Die Wahrung der Würde der Wissenschaft (ilmin izzetini) lässt es nicht zu, mir (die Mädchen) anzusehen."

Ein andermal stiegen wir, das heißt, der inzwischen verstorbene Abgeordnete Molla Seyyid Taha und der Abgeordnete Hadji Ilyas und ich, und das war vor vierzig Jahren und in Kagithane, einem Stadtteil von Istanbul und gerade an einem besonderen Feiertag, wo Tausende offen und freizügig bekleideter griechischer, armenischer und anderer Istanbuler Mädchen und Frauen zu beiden Ufern des Goldenen Hornes zwischen der Galata-Brücke bis nach Kagithane auf und ab flanierten, zusammen in ein Boot. Und so fuhren wir an diesen Frauen vorbei. Doch ich nahm sie überhaupt nicht wahr. Nach etwa einer Stunde gestanden mir dann Molla Taha und Hadji Ilyas, dass sie mich in Wirklichkeit hatten prüfen wollen und mich abwechselnd beobachtet hatten. Dabei sagten sie: "Wir haben uns sehr über dein Verhalten gewundert. Du hast noch nicht einmal geguckt!" Ich sagte: "Da die Folgen solch nutzloser, flüchtiger und zudem noch sündhafter Genüsse nur Leiden und ein (schmerzliches) Bedauern sind, will ich so etwas nicht."

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Darüber hinaus wissen alle, die mit mir befreundet sind, dass ich mein ganzes Leben lang niemals Geschenke angenommen habe, mich auch stets geweigert habe, von irgendwelchen Leuten Almosen (sadaqa) oder sonstige gute Gaben (ihsan) entgegen zu nehmen, die mich ihnen gegenüber zu Dank verpflichtet hätten. Um der Ehre der Risale-i Nur, des Dienstes am Glauben (iman) und des Qur'an willen und um ihre Unabhängigkeit (selamet) zu wahren, habe ich auf alle weltlichen (dunya) Güter und das gesellschaftliche Leben verzichtet, mein Interesse an der Politik aufgegeben und auf den Zorn der Leute und ihre Morddrohungen keine fünf Para Wert gelegt, was auch aus den zwanzig Jahren qualvoller Gefangenschaft in zwei verschiedenen abscheulichen Kerkern und vor ihren Gerichtshöfen ohne Zweifel deutlich geworden ist.

Nachdem aber ich bereits fünfundsiebzig Jahre meines Lebens diesem Prinzip getreu verbracht hatte, setzte (so ein Kerl), der (auch noch) ein öffentliches Amt bekleidet, eine Verleumdung (in die Welt), um den außerordentlichen Wert der Risale-i Nur zu zerstören, (eine Verleumdung), wie sie sich selbst die Teufel nicht hätten erdenken oder erträumen können. Er sagte nämlich: "Nachts kommen Dirnen (fahishe) und Halunken mit Bergen von Kuchen (baklava) zu ihm!" In Wirklichkeit aber sind meine Türen nachts, und zwar (die erste) von außen und (die zweite) von innen verschlossen und diese (Doppel)-Türe wird auch noch auf Befehl dieses Unglückseligen bewacht. Zudem wissen selbst meine Nachbarn und alle meine Freunde, dass ich vom Nachtgebet (i'sha) bis zum Morgengebet (sabah) niemanden bei mir empfange. Also eine derartige Verleumdung würde doch noch nicht einmal ein armer unglückseliger Dummkopf, selbst wenn er noch dazu ein Esel wäre und danach auch noch ein dummer Teufel geworden wäre, für möglich halten! Doch dieser Mann musste es schließlich aufgeben, weiter seine Intrigen zu planen und ist von hier zu jenem anderen Ort gefahren, wo der Pfeffer (djehennem) wächst! Mit diesen Plänen, die er da geschmiedet

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hat, wollte man öffentlich nicht etwa mich, sondern die Risale-i Nur in den Schmutz zerren und diese neue Geschichte zum Anlass nehmen, um auch die Nurdjus in Misskredit zu bringen. Doch unter dem Schutz und Schirm der Güte Gottes (inayet-i Ilahiyye) sind all diese Pläne auf wunderbare Weise wirkungslos geblieben. Ich möchte mit dieser Erklärung keineswegs meine Seele (nefs) reinwaschen. Ich möchte vielmehr sagen, dass dieser heilige Dienst am Glauben (qudsi hizmet-i imaniye) meine Seele (nefs) von allen Lustbarkeiten abgewandt hat und mir nun die innerliche (manevi) Freude an diesem Dienst genügt (kafi). Und somit erkläre ich, dass auch die Nurdjus aller Umsicht und Aufmerksamkeit bedürfen.

Zweitens:

Ich werde euch einen Schreiber senden, der mit einer Maschine erfahren ist und sie beherrscht. Denn ich selbst kann doch nur mit Mühe schreiben und werde mich von jetzt an kurz fassen. Seid also deswegen nicht enttäuscht!

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Viertens:

Gerade in diesem Augenblick habe ich von Mehmet Feyzi, dem Hüsrev {Hüsrev in Isparta kann man in Kastamonu mit Mehmet Feyzi vergleichen.} von Kastamonu einen Brief erhalten, indem er uns vor Freude strahlend seine Glückwünsche (tebrik) mitteilt und uns die frohe Nachricht überbringt, dass die Risale-i Nur (alle Herzen) erobert. Und hiermit beglückwünschen wir vor allem unsere verehrten Brüder Hilmi und Emin, insgesamt fünf Brüder zusammen mit Zehra, Lütfiye und Ulviye und all die anderen Schwestern (im Dienste an) der Risale-i Nur, sowohl zu den zehn heiligen Nächten (leyali-i ashere) als auch zu den Fest- und Feiertagen (bayram) mit Herz und Verstand (ruh-u djan). Zugleich fügen wir auch noch die Briefe von Hulusi und Feyzi bei.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens:

Herzlichen Glückwunsch an alle Nurdjus zu den segensreichen Festtagen und auch zu den Feiertagen der "Nur"-Schüler, die sich auf der großen Pilgerfahrt (Haddju-l'akbar) befinden, und aller Anhänger der "Nur" (Licht: Risale-i Nur), die auf Pilgerfahrt sind. Ebenso einen Glückwunsch zum Beginn des Festtages der islamischen Welt, an dem die großen Länder der islamischen Welt, wie Indien und Arabien, die seit langer Zeit unter Kolonialverwaltung gestanden und ihre Selbstständigkeit verloren hatten, wieder zur islamischen Gemeinschaft hinzutreten. Ein islamischer Staat mit hundert Millionen Einwohnern zu beiden Seiten des indischen Subkontinents, ein anderer islamischer Staat auf der indonesischen Inselwelt mit weiteren mehr als hundert Millionen Einwohnern, und vier, fünf Regierungen in den arabischen Ländern, die sich als vereinigte Republiken zu einer arabischen Gemeinschaft zusammenfanden, die sie in dieser islamischen Einheit miteinander verbindet. Dies alles ist für uns während dieser Festtage eine wirklich gute Nachricht (mujde).

Zweitens:

Wie Re'fet Bey und Mustafa Orutj mir geschrieben haben, finden sich an der Frontseite dieses riesengroßen (Gebäudes) des Kriegsministeriums, das lange Zeit die Verwaltung des islamischen Heeres beherbergte und das später in das "Haus der Wissenschaften (darul'fenun)" umgewandelt wurde, diese beiden bedeutungsvollen Ayat:

اِنَّا فَتَحْنَا لَكَ فَتْحًا مُبِينًا ٭ وَيَنْصُرَكَ اللّٰهُ نَصْرًا عَزِيزًا

{"Wir haben dir einen offenkundigen Sieg verliehen." (Sure 48, 1) "Gott möchte dir damit mächtige Hilfe leisten." (Sure 38, 3)}

Später wurden sie mit Marmorsteinen überdeckt, sodass

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diese lichtvollen (Nur) Ayat nun darunter verborgen sind. Jetzt wurden sie wieder freigelegt, was ein Zeichen für die Wiederzulassung (1980!) der (ursprünglich für den Qur'an entwickelten) arabischen Schriftzeichen ist, ein günstiger Umstand für das von der Risale-i Nur verfolgte Ziel (einer Erhaltung der osmanischen Sprache) und ein Hinweis darauf, dass diese Universität (das oben erwähnte darul'fenun) in Zukunft eine «Nur» -Medresse (Schule der Risale-i Nur) werden wird.

Genauso schrieben mir die (beiden) Ahmeds, Nurdjus aus Denizli, ein Zitat aus einem Werk von Bismarck, der ein berühmter Gelehrter und in seinen sozialen Ideen der weitsichtigste unter den bedeutenden Denkern des 19. Jahrhunderts war. Und dieser große Bismarck sagt in seinem Werk:

"Ich habe den Qur'an von jedem Gesichtspunkt her erforscht (tetkik). Ich sah in jedem seiner Worte große Weisheiten (hikmet). Es gibt kein vergleichbares Werk, das in der Lage wäre, die Menschheit zu leiten, und kann es niemals geben."

Und er redet den Propheten direkt an indem er sagt:

«Oh Mohammed, ich bedauere es sehr, dass ich nicht zu deiner Zeit gelebt habe! Die Menschheit hat ein Mal eine so geniale und machtvolle (Persönlichkeit) wie dich schauen dürfen und wird sie danach nie wieder erleben.»

Bismarck

Darunter hat er dann seine Unterschrift gesetzt. Da er jedoch aus diesem Gedanken (fikr) heraus die offenbarten Schriften (qutub-u munzele) als verfälscht und ungültig geworden sehr weit herabgewürdigt hatte, sollte man diese Sätze besser nicht schreiben. Darum habe ich sie auch (entsprechend) angemerkt.

Diese Persönlichkeit war eine der scharfsinnigsten und größten Philosophen des 19. Jahrhunderts und einer der bedeutendsten Personen im politischen wie im soziologischen Gesellschaftsleben (itjtimaiyat-i besheriye). Auch erhielt die islamische Welt in gewissem Grade ihre Unabhängigkeit (von den Kolonialmächten), die fremdländischen

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Regierungen beginnen nach den Wahrheiten (haqq) des Qur'an zu suchen und im Westen (Amerika) wie im Nordwesten (Europa) entstanden bedeutende Strömungen (westlicher Philosophen) für den Qur'an. Desweiteren sagte Carlayl, einer der bedeutendsten und bekanntesten Philosophen Amerikas genau wie bereits Bismarck gesagt hatte: "Alle anderen Bücher können in keiner Weise dem Qur'an gleich kommen. Er ist das wahrhafte Wort (Gottes) und auf ihn müssen wir hören." Das war seine feste Überzeugung. Auch die Werke der Risale-i Nur haben überall (die Herzen) erobert und verbreiten sich weiter. Es ist ein gutes und bedeutendes Vorzeichen dafür, dass unter Ausländern viele (Leute) gleich Bismarck und Carlayl auftreten werden und dafür gibt es auch Hinweise. Als ein Festtagsgeschenk überreichen wir den Nurdjus diese Gedanken Bismarcks und fügen sie hier bei.

Zweitens:

Da die größte Kraft (quvvet) der Risale-i Nur gegenüber ihren so zahlreichen Gegnern die Wahrhaftigkeit (ikhlas) ist und da sie für keinerlei weltliche (dunya) Angelegenheiten als Werkzeug gebraucht werden darf, kann sie sich auch nicht mit Strömungen beschäftigen, die sich leidenschaftlich für die Interessen ihrer Partei einsetzen und das besonders immer dann, wenn es um Fragen der Hohen Politik geht. Denn die politische Blindheit in den Parteien zerstört die Wahrhaftigkeit und lässt die Wahrheit (haqiqat) in einem anderen Licht erscheinen.

So ist denn auch der Grund dafür, dass ich seit dreißig Jahren die Politik aufgegeben habe der, dass ein angesehener (mubarek) Gelehrter aufgrund der politischen Blindheit, mit der er einer (bestimmten) politischen Strömung folgt, einen anderen bedeutenden und durchaus aufrichtigen Gelehrten, weil er der entgegengesetzten Ansicht ist, dermaßen beleidigte, dass er ihn einen Abtrünnigen (tekfir) nannte, während er gleichzeitig einen bekannten, vorlauten Unruhestifter (munafiq) über die Maßen lobte und pries. Ich bin darüber aus tiefster Seele (ruh) erschrocken. Das heißt, wenn sich die leidenschaftliche Zuwendung zu

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einer (bestimmten) Partei bei einer politschen (Diskussion) Bahn bricht und dann zu derartigen sonderbaren Verirrungen (hata) führt, kann ich nur noch sagen:

اَعُوذُ بِاللّٰهِ مِنَ الشَّيْطَانِ وَالسِّيَاسَةِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem Teufel und seiner Politik."}

Seit dieser Zeit habe ich mich von der Politik zurückgezogen. Diese Haltung (hal) aber hatte zur Folge, dass ich, wie ihr, meine Brüder, wisst, seit fünfundzwanzig Jahren eine Zeitung weder selbst gelesen habe, noch hat sie mir jemand vorgelesen; ich hatte auch gar kein Interesse daran. Auch nach dem (zweiten) Weltkrieg (1939-45) habe ich mich zehn Jahre lang nicht danach erkundigt, nichts darüber gewusst und mich auch gar nicht dafür interessiert.

Und übrigens wisst ihr ja auch, dass ich während dieses zweiundzwanzig jährigen Exils, (verbunden mit) Gemeinheiten (jeglicher Art), von meiner Verteidigungsrede einmal abgesehen, niemals einen Antrag (muradja'at) auf Hafterleichterung (istirahat) gestellt habe, um gar nicht erst mit dem Streit der Parteien um die Politik in Berührung zu kommen und um der Aufrichtigkeit (ikhlas) im Dienste der Risale-i Nur nicht zu schaden.

Und weiterhin wisst ihr, wie ich euch bereits aus dem Gefängnis geschrieben habe, dass ich den Herren, die über meine "todeswürdigen Verbrechen (idam)" zu Gericht sitzen und mich dabei (dauernd) schikanieren, falls sie denn ihren Glauben (iman) mit Hilfe der Risale-i Nur retten sollten - und dessen sollt ihr meine Zeugen (shahit) sein - nichts nachtragen (helal) werde. Damit aber die Aufrichtigkeit (ikhlas) nicht in den politischen Quärelen zu schaden kommt, haben wir jede Berührung mit all den von innen oder außen kommenden stürmischen Ereignissen vermieden und so habe ich auch meine Brüder ermahnt, (in diesen Dingen) zurückhaltend zu sein.

Ihr müsst wissen, dass ich, da ich ja (niemals) Almosen (sadaqa) oder (sonstige) Hilfe angenommen habe, also

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auch auf dergleichen Hilfsgelder nicht zurückgreifen kann, (stets) meine Kleider und andere Gebrausgegenstände verkauft habe, um dann mit dem Geld die Bücher zu kaufen, die mir von meinen Brüdern geschrieben wurden. Damit sich kein weltlicher (dunya) Nutzen in die Reinheit und Aufrichtigkeit (ikhlas) der Risale-i Nur einschleichen kann und auf diese Weise kein Schaden entstehen kann und damit sich die übrigen Brüder daran ein Beispiel (ibret) nehmen sollten, darf sie (niemals) zu irgendetwas als Mittel gebraucht werden. Für die wahrhaften Schüler des Lichtes (Nur) genügt das Licht (Nur). Sie sollen sich damit begnügen. Auf andere Ehren (sheref), auf geistige oder materielle Vorteile sollten sie ihre Augen nicht richten.

Außerdem sollte man keine Streitgespräche, keine Wortgefechte und keine Diskussionen über Glaubensfragen (mesail-i diniye) vom Zaun brechen, als wolle man Partei ergreifen, was doch nur zu Spannungen führt, sodass sich niemand gegen die Risale-i Nur provoziert fühlt. Ja, es stieg sogar einmal, mir selbst noch nicht einmal bewusst, in meinem Herzen vor Enttäuschung eine dermaßen heftige Wut auf, weil nämlich im selben Augenblick unser Bruder Mustafa Orutj mit irgendjemandem, ganz im Gegensatz zu seiner inneren Berufung (meslek) durch die Risale-i Nur eine heiße Diskussion führte. Und ich hatte sogar den Wunsch, ihn von seinem so bedeutenden Rang zu stürzen, den er sich durch die Risale-i Nur erworben hatte. Dann aber tat es mir doch im Herzen leid. Dabei war er mir doch (so lieb wie mein Neffe) Abdurrahman! Warum denn nur hatte ich mich (so über ihn) aufgeregt?

Später kam er dann an diesem Festtag (bayram) zu mir. Und Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq) sei Dank, hörte er (an diesem Tag) eine ganz besonders wichtige Lektion und sah so seinen großen Fehler ein. Und so gestand er nun seinen Fehler, über den ich (damals) im gleichen Augenblick so wütend geworden war. Gebe Gott (inshaa'llah), dass er nun Buße tut und so wieder rein geworden, gerettet wird.

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Vier, fünf Monate lang hat mir jemand eine Zeitung hierher geschickt. Danach erhielt ich die Mitteilung, dass sie mir auch weiterhin geschickt werden solle. Da aber meine Freunde hier meine Gewohnheit kennen, keine Zeitung und, außer der Risale-i Nur, kein Buch und keine Illustrierte anzunehmen, ich auch von der neumodischen Schrift keinen einzigen Buchstaben kenne, so zögerten sie auch nicht, sie mir, ohne weiter ein Wort darüber zu verlieren, sie mir gar nicht erst zu zeigen. Nun hat mir jemand den Brief eines Journalisten, der ein Freund und Landsmann von mir ist, gezeigt, von dem aber nur eine Seite an mich gerichtet ist. Man sagte mir dabei: Dieser Mann hat Ihnen schon seit langem eine Zeitung geschickt. Wir haben uns aber gescheut, es Ihnen zu sagen. Ich sagte ihnen:

Bestellt dieser Person meinerseits viele Grüße (selam)! (Und sagt) meinem Freund, dass der alte Said, so wie er ihn noch in Erinnerung hat, sich inzwischen geändert hat. Er hat seine Beziehungen zur Welt (dunya) abgebrochen. Diese Person möge mir also nicht böse sein, wenn ich nun krank geworden bin und daher meinem Bruder auch nicht mehr selbst einen Brief schreiben kann. Hier nun allen unseren Freunden, besonders aber Hafidh Emin und Hafidh Fahreddin meine Grüße (selam) und zu den Fest und Feiertagen nochmals Gottes Segen (tebrik)!

Unendlicher Dank sei (Gott) dafür, dass die Risale-i Nur von den beiden Wallfahrtsorten (haremeyn-i sherifeyn) angenommen worden ist, wofür folgendes ein Zeichen ist: Der wackere Hafidh Mustafa aus Denizli hatte in Istanbul (die Bücher) «Dhu-l'Fikar (Alis Schwert)» und «Asa-yi Musa (Stab Mosis)» und «Siradju-n'Nur (Leuchte des Lichtes)», die den Gelehrten in Indien geschickt werden sollten, mit sich genommen, sie unterwegs einigen Pilgern (hadji) vorgelesen, die mit ihm zusammen nach Medine-i Münevvere fuhren, und sie schließlich einer sehr berühmten gelehrten Persönlichkeit aus Kaschmir, der auch ausgezeichnet türkisch verstand, übergeben. Diese Person wusste das auch durchaus zu würdigen und versprach, (diese

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Bücher) einem Kreis indischer Gelehrter zu übersenden. So kamen die nach Medine-i Münevvere gesandten Bände sicher an den Ort ihrer Bestimmung und auch die übrigen Bände kamen sicher (selamet) an und so brachten mir die beiden jungen Leute, die auch Nurdjus sind und auch Pilger aus Afyon, die (auf ihrer Pilgerfahrt die Risale-i) Nur zusammen mit ihrem Weggefährten Hafidh Mustafa aus Denizli gelesen hatten, sowie auch die anderen Pilger (hadji) diese gute Nachricht. Dadurch erhielten wir die frohe Kunde, dass die Risale-i Nur auch im Ausland Ansehen und Anerkennung genießt.

Said Nursi
* * *
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Macht euch, bitte, gar keine Sorgen! Da wir in den letzten zwanzig Jahren bereits hunderte Male erfahren haben, wie uns die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiyye) immer wieder beschützt und uns aus allen erdenklichen fürchterlichen Grausamkeiten errettet hat, dürfen wir völlig sicher sein, dass sie uns auch jetzt wieder vor diesen neuen, völlig sinnlosen und ganz und gar ungesetzlichen, fürchterlichen, böswilligen Grausamkeiten bewahren wird. Wenn wir dabei auch ein wenig Anstrengungen, Strapazen und Mühsal erfahren, wird uns doch als Lohn (sevab) dafür tausendfach mehr als alle Mühsal Gottes Erbarmen und Seine Güte (rahmet ve ihsan-i Ilahiyye) zuteil werden, wobei wir durch die Barmherzigkeit Gottes (Rahmet-i Ilahiyye) zugleich die sehr große Hoffnung haben, dass dies alles im Glauben sehr vieler, hilfloser Leute des Glaubens (ehl-i imanin imanlari) als eine andere Form eines heiligen (qudsi) Dienstes gilt. Im Folgenden möchte ich nun erklären, dass das nachstehende Ereignis (hadithe) auf zehnfache Weise ungesetzlich ist.

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Erstens:

Obwohl doch die Risale-i Nur bereits vor drei Gerichtshöfen durch drei Kommiteen Sachverständiger, von sieben Ämtern in Ankara und durch die Hand ihrer Justizbeamten ganz genau untersucht und begutachtet worden war, wonach dann alle diese Abhandlungen freigegeben und zugleich auch Said und seine Fünfundsiebzig Mitgefangenen übereinstimmend und ohne jede Gegenstimme freigesprochen worden waren, ohne auch nur für einen einzigen Tag eine Freiheitsstrafe erhalten zu haben, wurden (dennoch alle Bände der Risale-i Nur), als handle es sich hier um gemeine (staatsfeindliche) Schriften, erneut beschlagnahmt. In welchem Maße das gegen jedes Gesetz ist, kann sich jeder, der auch nur ein Fünkchen Verstand hat, selbst ausmalen.

Zweitens:

Wenn (Leute) bei einem Mann, der dreieinhalb Jahre nach seinem Feispruch in Emirdagh isoliert und in der Fremde lebt, der seine Tür sowohl mit einem Schlüssel von außen abschließen lässt, als auch selbst noch zusätzlich von innen verriegelt und kaum einen von hundert Besuchern, ohne einen dringenden Grund zu sich herein lässt, der seine schriftstellerische Tätigkeit, mit der er seit zwanzig Jahren beschäftigt war, schließlich abbricht und nichts mehr weiter schreibt, aufgrund weltlich (dunya), politischer Angelegenheiten Schloss und Riegel aufbrechen, um zu ihm gelangen zu können und dann am Ende ihrer "Hausdurchsuchung" doch weiter nichts anderes finden als sein arabisches Gebetbuch und am Kopfende (seines Bettes) ein paar Plakate, die über den Glauben (din) handeln, so wird ein jeder, der auch nur über einen Funken Verstand verfügt, verstehen können, in welchem Grade eine derartige Belästigung gesetzwidrig (hilaf-i kanun) ist!

Drittens:

(Wenn man also nun) bei einem Mann, dem das Gericht aufgrund von siebzig Zeugen bestätigt hat, dass er sich sieben Jahre lang nicht um den Zweiten Weltkrieg gekümmert oder allein schon aus Neugierde danach gefragt, sich danach schon seit zehn Jahren eben diese Haltung bewahrt, vielmehr schon seit fünfundzwanzig Jahren

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keine Zeitung mehr gelesen oder dergleichen gehört hat, stattdessen dreißig Jahre lang immer nur

اَعُوذُ بِاللّٰهِ مِنَ الشَّيْطَانِ وَالسِّيَاسَةِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem Satan und seiner Politik"}

gesagt hat und vor der Politik stets mit aller Macht geflohen ist, der nun schon seit zweiundzwanzig Jahren alle Arten von Schikanen zu erdulden hat, sodass er es schon gar nicht mehr wagt, die aufmerksamen Augen der Politiker auf sich zu lenken und weil er endlich einmal seine Ruhe haben will, auch kein Gesuch bei der Regierung einreicht, (wenn man also nun bei einem solchen Mann), so als handle es sich hier um gemeingefährliche politische Intrigen (und einen hinterhältigen Ränkespieler), den Ort seines Aufenthaltes erstürmt, an dem er seine Verbannung (inzivagah) zubringt und ihn so mit seinem Leben (ruh) in eine beispiellose Bedrängnis versetzt, wie soll das denn nun mit dem "Gesetz" übereinstimmen? Jeder, der in seiner Seele (vidjdan) auch nur einen Hauch (von Gefühl) verspürt, wird dies nachempfinden können.

Viertens:

Obwohl nach einer sechsmonatigen Untersuchung vor dem Gerichtshof in Eskishehir, aufgrund der Befürchtung und unter dem Vorwand der Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tariqat) und obwohl der große Führer (Kemal Pasha), weil er ja einen persönlichen Groll gegen (Ustadh) hegte und deshalb einige Justizbeamte gegen ihn aufgehetzt hatte, haben sie uns dennoch, was sowohl die Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tariqat) als auch die Risale-i Nur betrifft, freigesprochen und lediglich die Abhandlung über die Verhüllung der Frau (Tesettür Risalesi), welche ja nur ein kleiner Abschnitt der Risale-i Nur ist, als Vorwand dazu verwandt, nicht etwa nach dem Gesetz, sondern lediglich aufgrund persönlicher Überzeugung (kanaat-i vidjdaniye) fünf oder zehn Schüler von insgesamt hundertundzwanzig

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Schülern zu sechs Monaten Freiheitsstrafe zu verurteilen, wovon sie vier Monate in Untersuchungshaft und daran anschließend noch weitere anderthalb Monate Haftstrafe verbüßt haben. Trotzdem wurden sie zehn Jahre später durch den Gerichtshof in Denizli abermals wegen Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tariqat) zu neun Monaten Haft (verurteilt). Anhand ähnlicher vorgeschobener Gründe wurden nun auch alle seine Briefe ("Mektubat") und alles, was er in den letzten zwanzig Jahren geschrieben hatte, Stück für Stück untersucht. Doch obwohl selbst der Gerichtshof für Kapitalverbrechen in Ankara, dem man fünf Kisten voller Bücher zugesandt hatte, nachdem die Gerichtshöfe in Ankara und Denizli alle diese Briefe und Bücher zwei Jahre lang haargenau unter die Lupe genommen hatten und alle diese Gerichtshöfe alle diese Bücher und Briefe hinsichtlich (des Vorwurfs) der Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tariqat) und anderer ähnlich vorgeschobener Gründe freigegeben und ihren Besitzern unbeanstandet wieder ausgehändigt hatte, wonach Said und seine Gefährten (arkadash) wieder freigesprochen wurden, behielt man ihn dennoch (unter dem Verdacht), eine politische Organisation zu leiten, weiterhin im Auge, ja beschuldigte ihn (auch weiterhin) in der Politik durch die Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft seine Ränke (gegen die Regierung) zu schmieden. Wenn es also bei diesem Punkt, den die Justizbeamten gegen ihn anführen, (wieder einmal um eine politische) Vereinigung geht, so vermag nun jeder, der noch nicht (seine Fähigkeit), gerecht und menschlich zu empfinden, verloren hat, zu erkennen, wie sehr (dies alles) gegen das "Gesetz" ist!

Fünftens:

Einen Mann ganz im Gegensatz zu seiner Haltung (hal), die er sich in den letzten zwanzig, dreißig Jahren seines Lebens zum Prinzip gemacht hatte, sodass sie für ihn zu seinem Weg und der Wahrheit seines Lebens (haqiqi meslek ve meshreb) geworden war, in einer Nacht und Nebel Aktion zu überfallen, als habe er sich in irgendeiner Weise verdächtig gemacht, ist ein Vorfall, dem

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der folgende Sachverhalt zugrunde liegt:

In Anbetracht jener Liebe (shefqat), die die Grundlage des Weges ist, den uns die Risale-i Nur weist (Risale-i Nur mesleghinin esasi), kann ich, um dabei nicht noch einen Unschuldigen zu verletzen, auch den Übeltätern, die mich hier quälen, kein Leid zufügen, ja sie noch nicht einmal verfluchen. Ja obwohl ich in der Tat auf diese, in boshaften, ja selbst glaubenslosen Sünder, die mich in ihrer Wut auf das äußerste peinigten, richtig wütend war, verbietet gerade diese Liebe (shefqat) es mir, massiv darauf zu reagieren, oder sie auch nur zu verfluchen. Denn um solch bedauernswerten alten Leute, wie den Vater oder die Mutter von diesem grausamen Tyrannen oder solch Unschuldige, wie seine Kinder davor zu bewahren, von einem derartigen physischen oder psychischen Schlag mitbetroffen zu werden, möchte ich diesem grausamen Tyrannen kein Leid zufügen, ja ich könnte ihm sogar verzeihen (helal).

Es ist also das Geheimnis einer solchen Liebe (sirr-i shefqat), dass ich, so wie ich selbst nie und in gar keiner Weise die allgemeine Ruhe und Ordnung störe, dies auch immer allen Gefährten (arkadash) eindringlich ans Herz gelegt habe, sodass einige der recht und billig denkenden Polizeibeamten in drei Provinzen mir gegenüber gestanden haben: "Diese Nurdjus sind ihrer Gesinnung (manevi) nach selbst Polizeibeamte, indem sie auch selbst diese allgemeine Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten." Obwohl also sie dies so gesagt haben und Tausende von Zeugen und mein eigenes Leben diese Tatsache seit zwanzig Jahren bestätigt, auch die Polizei selbst bestätigt und bekräftigt, dass sie unter Tausenden von Schülern nicht einen einzigen Vorfall zu vermelden hatten, haben trotzdem gewissenlose Kerle das Zimmer dieses armen Mannes gestürmt, ihn belästigt und beleidigt, als wäre er der gewissenlose, ungezügelte Anführer einer revolutionären Bande und haben, nachdem sie in seinem Zimmer nichts weiter finden konnten, sogar sein Gebetbuch und die Plakate über dem Kopfende (seines Bettes) beschlagnahmt, als

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handele es sich dabei um die Dokumente einer Straftat und der Mann hätte hundert Verbrechen begangen. Ja, welches "Gesetz" könnte etwa in aller Welt dergleichen erlauben?

Sechstens:

Wenn ein Mann, der heute vor dreißig Jahren durch die Gnade Gottes des Gerechten (Djenab-i Haqqin inayeti) und mit dem Segen des Qur'ans in grenzenloser Dankbarkeit verstanden hat, wie heillos, sinnlos und nutzlos der vergängliche Ruhm und die Ehre dieser Welt (dunya), die selbstgefällige (enaniyet) Wichtigtuerei und Prahlsucht ist, und wenn er seit dieser Zeit mit ganzer Kraft gegen seine eigenwillige Seele (nefs-i emmare) ankämpft, um seine Ichsucht (benlik) aufzugeben, und sich (stattdessen), soweit ihm das möglich ist, darum bemüht, alles Unechte und (jede Art von) Verstellung von sich abzulegen und in aller Bescheidenheit (zu leben), was (auch all) die Leute, die ihm dienen und freundschaftlich (arkadash) mit ihm verkehren, absolut sicher wissen und auch bezeugen können, (wenn er also schon) seit zwanzig Jahren im Gegensatz zu all dem dieses übersteigerte Wohlwollen, das ihm ein jeder entgegen bringt, und die Zuwendung aller, den Lobpreis für seine Person, wenn sie ihm einen hohen geistigen Rang (maqam) zuerkennen, mit aller Macht flieht, wenn er darüber hinaus selbst noch das Wohlwollen seiner engsten Mitbrüder zurückweist und seine aufrichtigen Mitbrüder (auf diese Weise) kränkt, wenn er auch in seinen Briefen, die er ihnen als Antwort schreibt, alles Lob und jedes übertriebene Wohlwollen, das sie ihm in ihren Briefen entgegenbringen, zurückweist, alle Ehrerbietung (fadilet) und Wertschätzung ablehnt und stattdessen alle Ehrerbietung (fadilet) allein der Risale-i Nur, die ein Kommentar zum Qur'an ist, und damit indirekt auch der geistigen Körperschaft ihrer Schüler zuwendet, als deren einfacher Diener er sich versteht, so beweist dies alles mit Sicherheit, dass er sich nicht darum bemüht, immer und überall willkommen zu sein, es nicht will, es vielmehr ablehnt, obwohl selbst einige Freunde ganz ohne sein Einverständnis in weit entfernten Orten sich ganz besonders

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wohlwollend über ihn äußern, ihn in den Himmel heben und ihm einen besonderen Rang (maqam) zuerkennen, und wenn auch ein ihm völlig unbekannter Hodja aus der Umgebung von Kütahya das eine oder andere Wort in dieser Richtung geäußert hat: welches "Gesetz" kann (diese Worte) zum Gegenstand einer Anklage (medar-i mes'uliyet) machen, um so in das Zimmer einzudringen, indem ein alter, hilfloser, kranker Greis ein Einsiedlerleben in der Fremde führt, und den Beamten (zu erlauben), Schloss und Riegel aufzubrechen, eine Hausdurchsuchung bei ihm durchzuführen, als habe er ein Kapitalverbrechen begangen, wobei sie dann als Vorwand nichts weiter finden konnten als sein Gebetbuch und einige Plakate (die den Islam betreffen). Ja, kann es denn auf dieser Welt irgendein "Gesetz" geben oder eine Politik, die derartige Übergriffe zulässt?

Siebentens:

Obwohl in heutiger Zeit im Inland - und im Ausland genau so viele - (allerlei) Aufregung hervorrufende, politische Strömungen an der Tagesordnung sind, schrieb er an seine Gefährten (arkadash), anstelle daraus zur Gänze ihren Nutzen zu ziehen, d.h. den Boden dafür zu bereiten, Tausende von Diplomaten für sich zu gewinnen statt einiger weniger Gefährten (arkadash), nur um sich nicht in die politischen Angelegenheiten einzumischen, die Wahrhaftigkeit (ikhlas) nicht zu verletzen, die Aufmerksamkeit der Regierung nicht auf sich zu lenken und sich mit weltlichen Dingen (dunya) nicht zu beschäftigen: "Gebt Acht, dass ihr euch nicht von derartigen Strömungen mit fortreißen lasst, nicht in (das Geschäft) mit der Politik eintretet und die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht stört!" Doch auch nachdem er dies gesagt hatte, und obwohl die beiden politischen Strömungen (die Volkspartei und die demokratische Partei) ihm wegen seiner zögerlichen Haltung das Leben schwer machten, die alte (Volkspartei) wegen ihres Misstrauens ihm gegenüber und die neue (demokratische Partei) mit der Begründung: "Er hilft uns nicht.", viel Sorge machten, kümmerte er sich auch weiterhin nicht um die Angelegenheiten der Leute in dieser Welt (ehl-i dunyanin dunyalarina),

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sondern beschäftigte sich stattdessen mit den Dingen in jener Welt (akhira). Einen solch Hilflosen in seiner Beschäftigung mit der jenseitigen Welt (akhira) zu belästigen, ja welches Gesetz erlaubt denn so etwas? Und wenn schon die Verbreitung der Bücher der Atheisten, welche doch für das Land, das Volk und die guten Sitten sehr gefährlich sind, die Veröffentlichungen der Kommunisten dem Gesetz der Freiheit entsprechend aber dennoch nicht behindert werden, wie ist es dann überhaupt möglich, wo doch einige Bände der Risale-i Nur, wie der «Dhu-l'Fikar» und der "Stab Mosis (Asay-i Musa)", in denen drei Gerichte überhaupt nichts finden konnten, was ein Grund zur Anklage (medar-i mes'uliyet) hätte sein können, die aber seit zwanzig Jahren dazu beitragen, das gesellschaftliche Leben des Volkes, seine Sicherheit und Ordnung im Lande und seine guten Sitten zu festigen und bei der Erneuerung und Stärkung der Bruderschaft der islamischen Welt mit ihm und der Freundschaft mit ihm, welche Stützpfeiler und ein wahrer Halt für das Volk sind, wirksam zu unterstützen, wobei die Gelehrten (ulema) des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (diese Werke) im Auftrag des Innenministeriums drei Monate lang untersucht haben, in der Absicht die kritischen Punkte darin herauszufinden, jedoch nichts darin gefunden haben, was zu kritisieren gewesen wäre, vielmehr den Wert (dieser Werke) voll und ganz zu schätzen wussten und sagten, dass dies ein "wertvolles Werk" sei, worauf es in die Bibliothek des Amtes für religiöse Angelegenheiten aufgenommen wurde, wie ist es dann überhaupt möglich, sie als gefährliche Dokumente zu beschlagnahmen und sie den Händen des Gerichtes zu überliefern, und könnte es denn überhaupt ein derartiges Gesetz geben, und könnte denn überhaupt eine Überzeugung, ein vernunftgemäßer Gedankengang etwas derartiges zulassen?

Achtens:

Gegen einen Mann, der - obwohl man ihn nach zwanzigjähriger qualvoller, (noch dazu) unbegründeter Verbannung wieder freigelassen hatte, nicht zurück ging in das Land, in dem

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er geboren wurde und wo er Tausende Verwandte und Freunde hat, sondern es vorzog, in der Fremde zu bleiben, wo es niemanden gab, den er gekannt hätte (kimsesiz), um so jede Berührung mit der Welt (dunya), dem gesellschaftlichen wie dem politischen Leben zu vermeiden, es vorzug, auf das besonders verdienstvolle Gebet mit der Gemeinschaft in der Moschee zu verzichten und stattdessen allein in seinem Zimmer zu sitzen, d.h., jenen Seelenzustand (halet-i ruhiye) auf sich nahm, in dem er sich z.B. vor der Verehrung durch die Leute zurückzog dem Zeugnis seines Lebens in den letzten zwanzig Jahren, bestätigt von hundert Tausenden ehrenwerter türkischer Persönlichkeiten, entsprechend einen frommen, gläubigen Türken vielen abständig gewordenen Kurden vorzog, ja sogar vor Gericht versicherte, einen türkischen Mitbruder, wie Hafidh Ali mit seinem starken Glauben nicht gegen hundert Kurden tauschen zu wollen, gegen einen solchen Mann, der - insoweit dies nicht notwendig ist, nicht mit (anderen) Leuten zusammen kommt, weil er ihren Respekt und ihre Ehrerbietung nicht annehmen will, weswegen er auch nicht in die Moschee geht, sich jedoch seit vierzig Jahren mit aller Kraft und mit all seinen Werken für die Bruderschaft im Islam und die gegenseitige Liebe (muhabbet) der Muslime einsetzt und der sich selbst einem ernst zu nehmenden Feind gegenüber nicht ablehnend verhält, ja sich noch nicht einmal mit ihm beschäftigt, ihn auch nicht verflucht, gegen einen solchen Mann mit einem ganz offiziellen Propagandaorgan (resmi lisan) vorzugehen, nur um ihn damit zu ärgern und seinen Freunden zu sagen: "Er ist ein Kurde, ihr aber seid Türken. Er ist ein Schafi, ihr aber seid Hanefi", nur um sie von ihm abzuschrecken Leute von ihm abzuschrecken, damit sie sich von ihm zurückziehen sollen: was für eine Sache ist das, ja welches "Gesetz" kann das sein, das so etwas erlaubt?

Neuntens:

Ist von großer, ja überwältigender Bedeutung. Da (dieser Punkt jedoch) die Politik berührt, schweige ich darüber.

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Zehntens:

Auch dies ist ein Angriff, den überhaupt kein Gesetz erlaubt und der garkeiner Sache dienlich ist, vielmehr nur aus sinnlosen Verdächtigungen besteht, die ein Korn zu einer Kuppel aufbauen, auf die sich dann überhaupt kein Gesetz mehr anwenden lässt. Da wir aber unserer Berufung (meslek) entsprechend nicht weiter darauf schauen dürfen, um nicht (auf diese Weise wieder) mit der Politik in Berührung zu kommen, schweigen wir davon weiter und sagen somit über derartige in zehnfacher Hinsicht gesetzlose Handlungen nur:

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott genügt uns und ist unser bester Sachwalter!" (Sure 3, 173)}

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens:

Unserem Mitbruder Hafiz Mustafa, der sich immer mit großem Mut (ehemmiyetli kahraman) für die Risale-i Nur einsetzt, sagen wir: wie wunderbar hat Gott dies doch eingerichtet (masha-a'llah), dass er diese so bedeutenden Bände der Risale-i Nur nach dem Ehrenwerten Mekka (Mekke-i Mukerreme) mitgenommen und sie dort dem so berühmten indischen Gelehrten (alim) Ahmed Ali shimshiriy anvertraut hat, mit der Zusicherung, dass er sie sowohl ins Urdu übersetzen als auch nach Indien schicken werde, tausend Mal Glück und Segen von Gott (Barekallah ve Es'adekallah)! Möge sich die Medresetu-z'Zehra {Gemeint ist die Schülerschaft der Risale-i Nur. (A.d.Ü.)} mit diesem bedeutenden Gelehrten im Ehrenwerten Mekka (Mekke-i Mukerreme) in Verbindung (muhabere) setzen!

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Zweitens:

Bei dem Ereignis (um das es sich hier handelt) haben wir erfahren, dass sie ein Korn aufgrund einer bloßen Verdächtigung zu vielen Kuppeln ausgebaut haben. Ein Hinweis darauf ist das Folgende: Auf den Befehl des Innenministers kam der Gouverneur (vali) von Afyon mit seinem Polizei-Chef mitten in der Nacht hierher (nach Emirdagh), und noch in der Nacht wollten sie in mein Zimmer eindringen. Da aber der Staatsanwalt (in Emirdagh) dem nicht zustimmte, warteten sie da bis zum Morgen, beauftragten dann zwei unsrer erbittertsten Gegner, die Türe aufzubrechen und stürmten so plötzlich in mein Zimmer. Und ferner, als ich noch am gleichen Tag (wie zu damaliger Zeit allgemein üblich) mit einer Droschke ausfuhr, flogen fünf Flugzeuge, da sie (ganz offensichtlich) meine Droschke kannten, in einer hier noch nie zuvor erlebten Weise, zwei, drei Mal im Tiefflug

Wir Nur-Schüler bezeugen in der Tat, dass sich diese Dinge ganz genau so abgespielt haben.

Gezeichnet: Schneider Mustafa, Ismail, Mustafa, Diener Nuri, Hayri, Halil.

über uns hinweg. Am nächsten Tag, während ich mit meiner Droschke in einer anderen Richtung fuhr, nämlich an einem Bach entlang, der (von Schatten spendenden Bäumen überdeckt) nur schwer einzusehen ist, umkreisten uns (abermals) fünf Flugzeuge im Tiefflug, so als suchten sie dort unten etwas. Und so verstanden wir denn, dass wir es waren, nach denen sie (da unten) suchten.

Ein andermal kreisten genau so wie vorgestern wieder die gleichen fünf Flugzeuge über unserem Städtchen (kasaba); und sobald wir in unser Zimmer zurückkehrten, drehten auch sie wieder ab; was ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass hier aus einem Korn gleich hundert Kuppeln gemacht wurden. Was diese sinnlosen Verdächtigungen betrifft, deretwegen man mich hier belästigt, so teilt der Regierung und dem (Amt) für Justiz in Isparta mit, dass ich ihnen meinen Dank und meine Anerkennung (teshekkür ve minnetdar)

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dafür (schulde), dass sie diese unerschrockenen Männer unserer Schülerschaft (Medreset-uz'Zehra) im Vergleich zu hier nur auf Stufe eins von zehn Stufen schmoren zu lassen, und dass ich ihnen alle diese Belästigungen verzeihe (helal), die sie mir (statt ihnen) zugefügt haben.

Said Nursi

Ein persönliches, jedoch bedeutsames Bittgesuch an den Herrn Kabinettsminister und den Präsidenten der Abgeordnetenkammer

Obwohl ich mich schon seit dreißig Jahren aus dem politischen Leben zurückgezogen habe, möchte ich hiermit ausnahmsweise auf ein Problem der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verweisen, von dem das Land und das Volk in letzter Zeit betroffen ist. Es handelt sich um Folgendes:

Aufgrund vieler Hinweise sind wir zu der festen Überzeugung gelangt, dass gegen mich und diese Stadt (kasaba) Emirdagh ein Attentat geplant sei, was dieses Land in die Anarchie stürzen würde, auf welche Weise sie schließlich ein Korn zu ganzen Kuppeln aufgebauscht und ein Ereignis, das noch nicht einmal die Bedeutung eines Mückenflügels hatte, so dargestellt haben, als handle es sich dabei um einen ganzen Berg, während sie mich selbst in diesem Lande, das doch eigentlich Ruhe nötig hätte, zum Vorwand dafür gebraucht haben, um uns, d.h., die Nur-Schüler, die sich darum bemühen, unsere hilflosen Mitbürger vor einer Hinrichtung auf ewige Zeiten (idam-i ebedi) und vor Zweifeln am Jenseits (shubehat-i ukhreviye) zu retten, mit Hilfe eines fremdländischen Plans, der wiederum nur in die Anarchie führen würde, ganz gegen jedes Gesetz und vollkommen willkürlich anzugreifen. So haben sie mich denn in ihrem ganz offensichtlichen Groll und aufgrund ihrer Verdächtigungen zum Vorwand genommen, ein

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Attentat gegen mich zu verüben, so wie man eine Lunte an ein Pulverfass hält, so als ginge es um das Land und die öffentliche Sicherheit. Es ist dies folgendermaßen:

Obwohl drei Gerichte, nachdem sie die Briefe und die Bücher, die ich in den letzten zwanzig Jahren geschrieben hatte und meine ganze Art und Weise, wie ich in dieser Zeit gelebt (hal) hatte, auf das genaueste untersucht und uns danach freigesprochen und auch meine Bücher wieder frei gegeben hatten, ich auch seit drei Jahren gar keinen Artikel mehr geschrieben habe, auch nur mehr einen Brief die Woche schreiben konnte, auch nur drei, vier Schneidergesellen erlaubte, mich abwechselnd täglich mit allen unbedingt notwendigen Dingen zu versorgen und die täglich erforderlichen Dienste zu verrichten, und obwohl ich nun freigesprochen wurde, aber dennoch nicht mehr nach Hause (memleket) zurückkehrte, haben sie dennoch, in einer Art, wie ich das noch nie zuvor in meinem Leben erlebt hatte, und nur um mich in Wut zu versetzen, ein Durcheinander anzurichten, und mit der Absicht, mich in aller Öffentlichkeit zu beleidigen und zu verärgern, ohne Rücksicht auf irgendwelche Gesetze, aus reiner Bosheit meine Tür aufgebrochen, mein ganzes Zimmer durchsucht, mir meinen Qur'an weggenommen, die arabisch geschriebenen Plakate (mit den Gebeten) beschlagnahmt, als wären es gefährliche Dokumente, alles und auch mich selbst mitgenommen, wonach dann noch einer der maßgeblichen Beamten zu dem zuständigen Justizvollzugsbeamten im Tone eines Befehlshabers sagte: "Ihr hättet diesen Said in aller Deutlichkeit zwischen zwei Polizeibeamten abführen müssen, ihm zwangsweise (den in der Türkei verbotenen Turban vom Kopf reißen und) eine Schirmmütze aufsetzen müssen und ihn in dieser Weise zur Verhandlung vorführen sollen! Auch hättet ihr alle, die gerade in seiner Nähe waren, gleich mitverhaften müssen." Das alles sagte er während einer wichtigen Versammlung (seiner Beamten), auf der auch meine Verteidigungsschrift vorgelesen wurde, die aber auch nur die reine Wahrheit enthielt.

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Aus all dem geht hervor, dass dies alles nur aus reiner Bosheit geschah, um mich absichtlich zu beleidigen, zu verärgern und derart in Wut zu versetzen, dass am Ende durch mich die öffentliche Sicherheit in Gefahr zu geraten scheint.

Unendlicher Dank sei Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq), der mir in Seiner Güte (ihsan) einen Seelen- und Gemütszustand (halet-i ruhiye) geschenkt hat, der es mir ermöglicht, für das Wohl der Armen in diesem Land meine Ehre (sheref) und meinen guten Ruf tausendmal zu opfern, damit sie von allen Übeln verschont blieben. So habe ich mich denn auch dazu entschlossen, alle Beleidigungen und allen Ärger, den sie mir bisher angetan haben und noch antun werden, geduldig zu ertragen. Auch bin ich bereit, für die öffentliche Sicherheit dieses Volkes, besonders aber für seine schuldlosen Kinder, die verehrungswürdigen Alten und die hilflosen Kranken und die Armen (fakir), für sein Wohl in diesem Leben (dunyevi) und seine Ewige Glückseligkeit im Jenseits (ukhrevi) tausendmal mein Leben und tausendmal meinen guten Ruf (sheref) zu opfern.

Ein Hinweis darauf, dass sie aus einem Mückenflügel einen ganzen Berg gemacht haben, ist Folgendes:

Dass für einen Mann wie mich, der in der Fremde ist, krank, alt und schwach und der ganz allein lebt, innerhalb von zehn Tagen fünf Mal der Gouverneur (vali) von Afyon, der Polizeipräsident und zwei Mal der Staatsanwalt aus Afyon meinetwegen hierher gekommen sind und dass an zwei aufeinander folgenden Tagen, dem einen wie dem anderen Tag, fünf Flugzeuge in den Orten, immer dort, wo ich gerade einen Ausflug unternahm, ebenfalls gerade einen Aufklärungsflug durchführten, während zugleich auch noch fünf Polizeispitzel ausgeschickt wurden, um weitere Umstände meines Lebens (hal) auszuspionieren, zugleich auch in den Postämtern ganz offiziell angeordnet wurde, Briefe, die an mich gerichtet waren, zu beschlagnahmen, (das alles zeigt), dass sie sich dabei in ihrer Phantasie (auham) eine Art Aufstand (hadithe) ausgemalt hatten,

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vergleichbar den "Aufständen (hadithe)" unter Scheich Said ve Menemen, nur zehn Mal schlimmer noch! So hat man (dem Kabinett und den Abgeordneten) ein Korn als eine Kuppel dargestellt, damit sie nun eine derartige Haltung (vaziyet) einnehmen sollen. Dabei haben sie (sicherlich) an mein früheres Leben gedacht und glauben nun, dass ich infolge all dieser Kränkungen in Wut geraten werde. Doch sie haben sich in ihren Erwartungen getäuscht! Denn wir arbeiten mit aller Kraft an der Errichtung einer qur'anischen Mauer gegen die Anarchie, der Mauer von Dhu-l'Karneyn {Hier soll eine vom Verfall bedrohte Mauer wieder instand gesetzt werden. (A.d.Ü.)} vergleichbar. Die uns aber dabei behindern, bereiten den Boden für eine Anarchie, ja vielleicht für den Kommunismus vor.

Ginge es in der Tat darum, so wie in meinem früheren Leben, um des Ansehens eines Wissenschaftlers (izzet-i ilmiye) willen, niemals eine Beleidigung zu dulden, und wäre meine Aufgabe in Wahrheit (vazife-i haqiqiye), nicht allein die Aufgabe (vazife), um des Jenseits willen, die Muslime vor der Verurteilung zu einem Tod für Zeit und Ewigkeit (idam-i ebedi) zu erretten, sondern so wie diejenigen, die mich (hier ständig) belästigen, allein für diese Welt (dunya) und (in ihr) für eine Politik zu arbeiten, die nur zerstört, so würden diejenigen, deren Interessen auf eine Anarchie hinzu steuern, einen Aufstand verursachen, von einem Ausmaß, wie es zehnfach dem Aufstand eines Menemen oder zehnfach dem eines Scheich Said gleichen würde.

Und wollte man nun des weiteren, nachdem drei Gerichte und zwanzig Jahre lang Polizisten vieler Provinzen sich nicht daran gestört haben, dass meine Bekleidung keineswegs den Vorschriften entsprach und es sowohl aufgrund meiner eigenen Rechtfertigung dafür, als auch aufgrund meines erzwungenen Einsiedlerlebens niemals deswegen eine Mahnung gegeben hat, meine Kleidung zu ändern, plötzlich heute willkürlich, wider Recht und Gesetz versuchen, mir unter Zwang, vor allen Leuten eine

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Schirmmütze überzustülpen, so würde das die Erde (zemin) durch die Hunderttausenden, die mir in diesem Lande seit vierzig Jahren, besonders aber durch den Unterricht (ders) im wahrhaftigen Glauben (iman-i tahqiqi) brüderlich verbunden sind, durch ihr Weinen und Wehklagen ohne Beispiel und durch ihre gewaltig große Erregung in Wut versetzen. {D.h., ein Erdbeben verursachen (A.d.Ü.)} Wir sind anhand vieler Hinweise bereits zu der festen Überzeugung gelangt, dass hier ausländische Kräfte ihre Hand im Spiel haben, die anscheinend mit dem Gedanken das allgemeine Wohlwollen (teveddjuh-u amme) mir gegenüber zu zerstören gesetzwidrige Handlungen, die mir auf die Nerven gehen könnten, zu dem oben erwähnten Zweck zu begehen. Aber Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq) sei unendlicher Dank dafür, dass ihre gesetzwidrige Art mich zu belästigen, einen Mann wie mich, der an der Pforte des Grabes, ohne irgendwelche Angehörigen und der Welt bereits überdrüssig, die Respektbezeugungen und Gunsterweise (teveddjuh-u amme) der Leute flieht, nach Ruhm und Ehre gar kein Bedürfnis mehr hat, den es auch gar nicht mehr nach irgendeiner selbstgefälligen oder scheinheiligen Haltung verlangt: ein solcher Mann in einem derartigen Zustand misst diesen Dingen überhaupt gar keine Bedeutung mehr bei. So überlasse ich denn diese Dinge Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq). Wenn ich daran denke, wie diejenigen, die mir aufgrund sinnloser Verdächtigungen Qualen bereiten, in Kürze durch den Tod für Zeit und Ewigkeit ihrer Hinrichtung (idam-i ebediye) entgegengehen werden,

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so tun sie mir wirklich leid! Oh Herr, rette ihren Glauben durch die Risale-i Nur! Verwandle den Tod für sie im Geheimnis des Qur'an von einer Hinrichtung ohne Wiederkehr (idam-i ebedi) in eine Entlassungs (aus diesem Erdenleben)! Und auch ich verzeihe ihnen und verzichte ihnen gegenüber auf mein Recht (haqqimi helal)!

Said Nursi
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Siebenter Abschnitt

Das Leben in Afyon

Bediüzzamans Verhaftung

In den letzten Monaten des Jahres 1947 kamen drei Polizeibeamte (in Zivil) aus Afyon nach Emirdagh, um die Umtriebe eines angeblich religiösen Geheimbundes im ganzen Lande zu erforschen. Insbesondere versuchten sie Said Nursi und die Schüler der Risale-i Nur (bei ihren verbotenen Aktivitäten) zu überraschen. Am Ende erfanden sie einfach irgendwelche aus der Luft gegriffene Vorwände. Ein Beispiel dafür ist Folgendes:

Ein Zivilbeamter schreibt auf einen Zettel: "Saids Diener hat hier eine Flasche Raki für Said gekauft." Dann fordert er einen bereits betrunkenen und kaum mehr seiner Sinne mächtigen Mann auf, diesen Zettel zu unterschreiben. Doch dieser Mann entgegnet ihm: "Gott möge mir verzeihen! Wer sollte eine solche Lüge unterschreiben?" Aber der Polizist, der versucht hatte, diesen Zettel unterschreiben zu lassen, damit aber keinen Erfolg gehabt hatte, erhielt noch in selbiger Nacht bei einem merkwürdigen Zwischenfall die Ohrfeige für den Fehler, den er damit begangen hatte. Es ist dies wie folgt:

Als er mit den Männern, mit denen er selbst noch zuvor Raki getrunken hatte an einem Bach entlang ging, gerieten sie miteinander in Streit. Da verpassten sie diesem unglückseligen Mann eine gehörige Tracht Prügel und nahmen ihm auch noch seine Pistole weg.

Zwei Tage lang verfolgten fünf Flugzeuge den Meister (Ustadh) jedes Mal wenn er mit einer Droschke einen Ausflug machte. Sobald aber der Meister (Ustadh) sein Haus

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betrat, zogen auch sie sich aus Emirdagh zurück. Da aber nun der Dienst, den der Meister (Ustadh) für den Qur'an (verrichtete), sich ausschließlich auf den Glauben und das Jenseits (ukhrevi) bezog, unterschoben sie ihm eine falsche Auslegung, machten auf diese Weise gegen ihn Propaganda und stellten ihn also bei den ihnen übergeordneten Behörden völlig falsch dar.

Aufgrund der Veröffentlichung der Risale-i Nur mit Hilfe eines Kopiergerätes und der Verbreitung ihrer Werke in Anatolien haben sich die atheistischen Untergrundorganisationen aufgemacht und begonnen, die Regierung mit falschen Vorstellungen herauszufordern, in der Absicht, diesen Dienst am Glauben zu stoppen. So wurde denn ein Befehl erlassen, die Häuser der Nurdjus in vielen Provinzen (vilayet), Städten (kasaba) und Dörfern, wie Emirdagh, Isparta, Kastamonu, Konya, Inebolu, Safranbolu, Aydin zu durchsuchen. So wurden denn im letzten Monat des Jahres 1947 Ustadh Said Nursi und etwa fünfzehn Nur-Schüler von Emirdagh nach Afyon gebracht und, nachdem man sie verhört hatte, gefangen gesetzt. Auch die Nur-Schüler in anderen Provinzen wurden gleichfalls verhaftet und nach Afyon überstellt. Damit begann also nun (nach Denizli und Eskishehir) das Leben in der dritten Schule Josefs (Medrese-i Yusufiye).

Bediüzzaman vor dem Gerichtshof in Afyon

Bediüzzaman wies immer, wenn er wieder einmal ins Gefängnis kam, seinen Mitgefangenen den rechten Weg (irshad). Dort im Gefängnis wurden dann selbst Mörder noch sanft wie die Lämmer. Trotzdem er im Gefängnis in Einzelhaft (tedjrid-i mutlaq) gehalten wurde, verlieh er dem Gefängnis dennoch den Zustand (vaziyet) einer Schule der Risale-i Nur. Deshalb nennt er auch die Gefängnisse, in die er eingeliefert wurde, eine Schule des ägyptischen

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Josef (Medrese-i Yusufiye). Selbst ein Teil der in dieser im Gefängnis einsitzenden jungen Leute wollten diese "Medrese-i Yusufiye" nicht verlassen. Sie sagten: "Solange Bediüzzaman hier bleibt, werden auch wir uns als schuldig erweisen, unsere Strafe bekommen, von hier nicht mehr weg gehen und auch weiter in der Risale-i Nur unseren Unterricht (ders) empfangen.

Nachdem im Gefängnis zu Denizli das "Frucht-Abhandlung (Meyve Risalesi)" genannte Werk verfasst worden war, konnte man dort eine offensichtliche Verbesserung (der Verhältnisse) beobachten... Dieser Umstand brachte sogar eine Hochschätzung von Seiten ihrer Feinde zuwege.

Aufrichtige Nur-Schüler, die das Wesen der Risale-i Nur durch aufmerksames und besinnliches Lesen erfasst hatten und sich einen wahrheitsgemäßen Glauben zu eigen gemacht hatten (tahqiqi bir imana sahib olan halis Nur talebeleri), fürchteten sich weder vor dem Tod, der Gefangenschaft und dem Kerker, noch irgendeine menschliche Art der Bestrafung oder Qual. Wenn sie ihren Dienst am Heiligen Qur'an und am Glauben (iman) für die ewige Errettung des Landes, des Volkes, der islamischen Welt und der ganzen Menschheit verrichten, und wenn sie dabei die Ungerechtigkeit und alles Unheil, dass die Atheisten ihnen bereiten, über sich herabkommen sehen, geraten sie darüber doch keineswegs in Verzweiflung und geben niemals ihre Hoffnung auf. So gingen sie stolz (erhobenen Hauptes) und seelenruhig in ihr Gefängnis. Für sie gab es nur eines, was ihnen Halt gab, und das war der Dienst am Qur'an und am Glauben (iman) in Aufrichtigkeit (ikhlas) und einzig um des Wohlgefallens Gottes (riza-yi Ilahi) willen. Der Schutz (muhafiz) der Armen und der Unterdrückten ist Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq). So erwarteten sie denn nach dem Vorbild ihres stets mutigen Meisters (Ustadh) keinerlei Gegenleistung, maßen keinem Hindernis irgendeine Bedeutung bei, lasen dabei einzig die Risale-i Nur und verbreiteten sie. So arbeiteten denn die Nur-Schüler während

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einer fünfundzwanzig Jahre währenden fürchterlichen Gewaltherrschaft (istibdad-i mutlaq) für die Risale-i Nur und ließen sich nicht in ihrem Glauben (iman) und in ihrem Dienst an der Islamiyet erschüttern. "Die Dinge, die äußerlich betrachtet nachteilig erscheinen, sind in Wirklichkeit eine Gnade (haqiqatta ni'met). Darin, dass man sich bemüht, liegt der Segen (rahmet). Um des Dienstes am Glauben (iman) willen ist alles gut, was immer uns zustoßen mag. Unsere Pflicht ist nicht die Sorge um das, was uns zustoßen könnte. Unsere Pflicht ist vielmehr der Dienst am Qur'an. Wir stehen immer unter der Gnade unseres barmherzigen Herrn (Rabb-i Rahimi). Sterben wir, sind wir Märtyrer (shehid). Bleiben wir (im Leben), stehen wir im Dienst am Qur'an. Wenn die Feinde des Islam uns für Allezeit in einem irdischen (dunya) Gefängnis einsperren, stehen wir dennoch im Dienste der Risale-i Nur." Das war ihre feste Überzeugung (iman). Doch sind sie bei dieser Überzeugung (iman) allein nicht std sn geblieben, sondern haben auch danach gehandelt. Und das war ganz offensichtlich.

Dieses glaubensstarke Volk kennt Bediüzzaman in seiner Rechtschaffenheit, seine Größe, seinen Mut und seine Entschlossenheit, ist ihm treu ergeben und vertraut ihm in gleichem Maße. Darum glauben sie nicht dem, was man auch an Propaganda gegen ihn unternehmen möge. Was auch immer sie an Grausamkeiten und Gemeinheiten, die man Bediüzzaman wieder angetan hat: es stärkt nur noch die Liebe (sevgi) zu ihm in ihren Herzen (qalb) und ihre Verbundenheit mit ihm. Und so sagen sie denn: "Einen solchen Helden im Glauben (din) wie Bediüzzaman, eine solch große und (ganz offensichtlich) gesegnete (mubarek) Persönlichkeit ins Gefängnis zu werfen und (die Menschen) daran zu hindern, seine Werke ungezwungen lesen zu können, bedeutet, zu versuchen, den Glauben (din) aus Anatolien zu verbannen und sich anzustrengen, die Islamiyet zu zerstören." So wird (das Volk) zu (erbitterten) Gegnern all der Schikanen und Ungerechtigkeiten, zu denen

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Kommunisten und Atheisten anstiften. Daher muss die Regierung vor allen anderen Dingen, um diesen Plan, der gegen die Regierung geschmiedet wird, zum Scheitern zu bringen, Bediüzzaman aufgrund erwiesener Unschuld frei lassen. Solange Bediüzzaman dermaßen unterdrückt wird, wird auch das Volk gegen die Regierung sein.

Um der Sicherheit (selamet) des Glaubens (din), des Landes und des Volkes willen halten wir es für unsere Pflicht, diesen Sachverhalt (haqiqat) bekannt zu machen.

Nachdem nun Bediüzzaman in der Tat im Jahre 1944 vor dem Gerichtshof in Denizli freigesprochen worden war, traf man Anordnung (memur), dass er ab sofort in einer kleinen Stadt (Emirdagh kazasi) im Bezirk Afyon (vilayet) seinen Aufenthalt (ikamet) zu nehmen habe. Während er sich dort für sich selbst mit dem Jenseits (akhira) und der Risale-i Nur beschäftigte, wurde er schließlich 1948 auf Betreiben seiner heimlichen Gegner, als wäre es noch immer nicht genug der Ungerechtigkeiten, zusammen mit fünfzig Schülern der Risale-i Nur vor den Gerichtshof für Kapitalverbrechen in Afyon gebracht, wo man gebetsmühlenartig: "Er hat einen Geheimbund gegründet. Er hetzt das Volk gegen die Regierung auf. Je älter er wird, mit desto größerer Macht und Energie versucht er (die Regierung zu stürzen) und das System zu zerschlagen. Er sagt, dass Mustafa Kemal der Deddjal des Islam, ein Sufyan sei.", und dergleichen mehr vorgeschobene Anschuldigungen gegen ihn vorbrachte und ihn schließlich ins Gefängnis warf.

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Am Ende einer jahrelangen, eingehenden Untersuchung konnte jedoch kein einziger Beweis gefunden werden, (der Grund genug) zu einer Anklage gewesen wäre. Was nun aber auch immer sich hinter den Kulissen abgespielt haben mag und hinter verschlossenen Türen besprochen wurde: schließlich verurteilte das Gericht (angeblich aus Gewissensgründen (kanaat-i vidjdaniye)) Bediüzzaman zu zwanzig Monaten, einen scharfsichtigen Gelehrten zu achtzehn Monaten und zweiundzwanzig weitere Personen zu jeweils sechs Monaten Freiheitsstrafe. Alle übrigen wurden freigesprochen mit der Bemerkung: "Die (Angeklagten) halten Bediüzzaman für einen großen Lehrer (murshid) und lesen die Risale-i Nur, um damit ihre innere Leere zu füllen." Die Verurteilungen aber wurden folgendermaßen begründet: "Sie haben Bediüzzaman bei der Organisation einer Untergrundbewegung unterstützt." Das Urteil wird sofort vollstreckt. Sodann wurden sie alle abgeführt.

Natürlich wurde gegen ein solches Urteil sofort Revision eingereicht. Der Kassationsgerichtshof konnte seine Nachforschungen bereits nach kurzer Zeit beenden, hob dieses Urteil von Grund an auf und erklärte sodann: "Da nun einmal Bediüzzaman Said Nursi bei dem Gerichtsprozess in Denizli von derselben Anklage freigesprochen worden ist, welcher Prozess bereits ein Kassationsverfahren durchlaufen hat, kann ein solches Verfahren nicht noch einmal wieder aufgerollt werden, und zwar selbst dann nicht, wenn das Urteil von Denizli fehlerhaft gewesen wäre." Stattdessen musste nun ein neuer Prozess eröffnet werden. Nun wollte man wissen, wie die Angeklagten selbst darüber denken. Die Nur-Schüler aber waren vollkommen unschuldig und erklärten nun, sie wollten, dass (die Aufhebung) des Urteils durch den Kassationsgerichtshof befolgt werde. Jetzt begann der Gerichtshof in Afyon des Langen und Breiten darüber nachzudenken, ob sie dem Revisionsurteil folge leisten oder nicht folge leisten sollten und am Ende beschlossen sie, dem Urteil folge zu leisten. Schließlich fingen sie damit an, in einer Art Abschlussprüfung nach

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Fehlern zu suchen. Doch diese Arbeit kam irgendwie nie zu Ende und so wurde der Prozess ständig wieder vertagt. Am Ende wurden Bediüzzaman und seine Schüler, ohne dass jemals ein Urteil zustande kam, aus dem Gefängnis entlassen, nachdem sie ihre Strafe bereits abgesessen hatten. Und wie schon oben erwähnt, streckt sich dieser Prozess jetzt bereits über drei Jahre hin.

Milliardenfach Schande! Eine so geniale Persönlichkeit, wie sie nicht ihresgleichen hat und jenen Dienst am Glauben (iman) versieht, der für unser Volk und Land, unsere Jugend und die islamische Welt das Allerheiligste (muqaddes) ist, und die so außerordentliche, großartige Werke verfasste, welche alle geistigen (manevi) Bedürfnisse der Menschheit zufriedenstellen können, von Prozess zu Prozess zu schleppen und sich darum zu bemühen, dass sie in den Gefängnissen zugrunde geht!

Bediüzzaman wurde auch in diesen letzten drei, vier Jahren den gleichen, dermaßen beispiellosen Schikanen ausgesetzt, wie in den zwanzig Jahren zuvor; verbrecherische Gemeinheiten gegenüber einem Mann der Wissenschaft, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat! Qualen, die er in Denizli in einem ganzen Monat erleiden musste, hat er später in Afyon an einem einzigen Tag erlitten. Der Umgang mit ihm widersprach völlig allem Recht und jedem Gesetz. Man ließ ihn im Gefängnis ganze zwanzig Monate lang in einer ungepflegten, völlig vernachlässigten Zelle, die im Winter noch dazu ungeheizt und kalt war, allein und erwartete, er würde dort in völliger Isolierung (tedjrid-i mutlaq) schließlich (elendiglich) zugrunde gehen. Als sich während des Winters, bei strengem Frost, die Fenster des Gefängnisses millimeterdick mit Eis überzogen, hat man ihm auch noch Gift gegeben und überließ ihn dann, alt und

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bereits totkrank wie er war (hal), noch monatelang seiner Qual. Auch als es schon so weit gekommen war (hal), dass (unser ehrwürdiger Meister) sich in seinem Bett noch nicht einmal mehr umdrehen konnte, wurde keinem seiner Schüler erlaubt, ihm zu Dienst zu sein. So erwartete man einfach, dass er unter diesen schrecklichen Bedingungen ganz und gar allein gelassen vom Tode dahin gerafft werden würde. Seine Krankheit verschlimmerte sich so sehr, dass er tagelang nichts mehr zu sich nehmen konnte und ohne jegliche Nahrung in einen kachektischen Zustand (vaziyet) hinüberglitt. Doch auch noch in diesem Zustand (hal), unter strenger Bewachung und ständiger Kontrolle, vernachlässigte er nicht die (mündliche) Abfassung der Risale-i Nur, sondern verfasste diese Werke auch weiterhin, wenn auch im geheimen, wie er das auch in allen früheren Gefängnissen (getan hatte). Die Gefangenen aber schrieben die Risale-i Nur (nach seinen Worten auf und) immer wieder ganz im geheimen ab, vervielfältigten sie auf diese Weise, schmuggelten sie sodann aus dem Gefängnis heraus und sicherten auf diese Weise ihre Verbreitung. So wurde denn auch in den Tagen, in denen Bediüzzaman im Gefängnis saß, die Verbreitung der Risale-i Nur nicht unterbrochen und so gelang es den Nur-Schülern, tapfer und mutig wie Husrev, hunderttausende von Exemplaren in der alten (arabischen) Schreibweise ganz im Verborgenen zu verbreiten.

Während er nun - infolge dieser Vergiftung - im Gefängnis auf dem Sterbebett lag, sagte er zu einem seiner Schüler, der einen Weg gefunden hatte, ihn zu besuchen: "Vsinleicht werde ich nicht mehr länger leben können. Doch möge dann mein ganzes Leben (maudjudiyet) für das Land, das Volk, seine Jugend, die islamische Welt, ja die ganze Menschheit und Ewiges Glück und Zufriedenheit (im Jenseits) ein Opfer sein. Wenn ich sterbe, mögen aber meine Freunde keine Rache nehmen!"

Als einmal einer der Gefangenen, der durch die Anwesenheit Bediüzzamans im Gefängnis sehr viel

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Unterstützung erfahren hatte, ihn durch das Fenster begrüßte (selam), wurde der verprügelt, wobei man zu ihm sagte: "Warum hast du diesen Bediüzzaman begrüßt (selam)? Warum hast du durch sein Fenster geschaut?" Die Schüler, die heimlich versucht hatten, eine Gelegenheit zu finden, ihren hoch gesegneten (mubarek) und viel geliebten Meister (Ustadh) in seinem kranken und so elenden Zustand (vaziyet) zu besuchen, erhielten die Prügelstrafe dafür zugeteilt und wurden geschlagen, wenn sie dabei ertappt wurden. Aber sie haben niemals wegen dieses Unrechts nachgegeben und riefen stattdessen mit einer Standhaftigkeit, die aus ihrem Glauben und der islamischen Würde (izzet) herrührt, bei jedem Schlag, mit dem ihre Folterknechte auf sie einschlugen: "Schlag zu! Nur zu!" Und damit folgten sie ihrem Meister Bediüzzaman, der einmal in einer Zeitung schrieb: "Spucke deinem Feind ins Gesicht! So wirst du deine Seele retten, auch wenn er deinen Leib malträtiert und dich mit seinem Stiefel auf deinem Halse würgt."

So versuchte man denn mit verschiedenerlei Schikanen und Methoden der Unterdrückung, ihn daran zu hindern, sei es innerhalb des Gefängnisses, sei es außerhalb, weiterhin sein Werk (hizmet) zu verrichten. Folterqualen wurde er unterzogen und Beleidigungen wurden Bediüzzaman zugefügt, wie sie sonst niemandem auf der Welt angetan wurden. Endlich wurde er am 20.9.49 entlassen, nachdem die Zeit seiner Strafe im Gefängnis abgelaufen war. Während aber die Gefangenen in allen anderen Gefängnissen morgens nach der Wachablösung entlassen wurden, was in dem Gefängnis in Afyon gewöhnlich um zehn Uhr der Fall war, entließ man Bediüzzaman bereits z.Zt. der Morgendämmerung, noch vor dem Morgengebet (sabah) aus dem Gefängnis, um so zu verhindern, dass sich das Volk darauf vorbereitet, ihm (am Gefängnistor) entgegenzukommen und ihm einen großartigen Empfang zu bereiten.

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(Nach seiner Entlassung) wohnte Bediüzzaman Hazretleri erst noch eine Weile in Afyon. In dieser Zeit postierte man, obwohl er doch seine Strafe bereits abgesessen hatte und das Revisionsgericht das Hafturteil gegen ihn ohne alle Einschränkungen aufgehoben hatte, drei Polizisten vor seiner Türe, die dort Tag und Nacht Wache hielten. So setzten sie ihre Quälereien und ihre Unterdrückung fort (um schließlich zu erreichen), dass er es noch bereuen sollte, das Gefängnis überhaupt verlassen zu haben. Denn obwohl er doch nun einer zwei Jahre langen repressiven Behandlung im Gefängnis entronnen war, die ihn eigentlich hätte vernichten sollen, duldete man es dennoch nicht, dass (Menschen) kamen, die sich nur in seiner Krankheit nach ihm erkundigen wollten. Obwohl der russische Kommandant ihm, wie seine Biographie (Tarihtje-i hayat) zeigt, einstmals die Freiheit geschenkt hatte, wurde den Leuten, die anlässlich eines Festtages (bayram) gekommen waren, um Bediüzzaman, der für sein eigenes Land und die gesegnete (mübarek), verehrte islamische Nation alles geopfert hatte, von seiten der Regierungsbeamten untersagt, ihn zu besuchen. Selbst von denjenigen, die dabei ertappt wurden, dass sie auch nur mit seinem Diener sprachen, wurden aus reiner Schikane die Personalien festgehalten, wobei man ihnen erklärte: "Du hast mit Bediüzzamans Diener geredet!" Doch alle diese Gesetzwidrigkeiten bewirkten, dass sich die Menschen (halk) nur noch stärker zu ihm hingezogen fühlten und nicht nachließen, immer wieder neu nach seinen Werken zu verlangen. Sie hatten im Gegenteil eher noch die Wirkung einer Peitsche, die sie zu noch größerem Eifer antrieb. Das aber entfernte diejenigen, die gegen Bediüzzaman Propaganda machten und ihre Hintermänner immer mehr von ihm. Während sie sich darum bemühten, die Verehrung des Volkes (teveddjuh-u amme) für Bediüzzaman zu zerstören, wuchs die Hochachtung (hürmet) der Leute (millet) und besonders der Jungend und die Verbundenheit der Studenten an den Hochschulen für ihn immer mehr. Je mehr Propaganda sie gegen

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Bediüzzaman machten, um so stärker verschweißt mit ihm fühlten sie sich. Ziel all dieser Propaganda gegen ihn war es, die Verehrung (teveddjuh) der Leute (millet) für Bediüzzaman zu zerstören, seine Person in Misskredit zu ziehen und die weitere Verbreitung der Risale-i Nur zu verhindern. Doch die Risale-i Nur ist nicht an die Persönlichkeit ihres Verfassers gebunden. Die Risale-i Nur ist Eigentum des Qur'an. Die Risale-i Nur ist nicht gleich wie andere Werke. Die Risale-i Nur steht für sich allein wie ein Schatz von Zeugnissen und Beweisen, d.h., sie ist in sich selbst ein Beweis und ein Zeugnis. Wer die Risale-i Nur liest, betrachtet dabei nicht die Person ihres Verfassers, vielmehr richtet sich sein Blick direkt auf die Wahrheiten (haqiqat) innerhalb dieses Werkes, ihre Zeugnisse und ihre Beweise. Es ist dies und aufgrund noch vieler anderer Tatsachen (haqiqat), dass diese gegen Bediüzzaman in aller Öffenlichkeit unternommene abscheuliche Propaganda so fruchtlos bleibt. Und sie ist dazu verdammt, auch weiterhin erfolglos zu bleiben.

Diese Islamische Nation (millet) bedauert es in der Tat milliardenfach, dass dieser großartige Verfasser und Denker, der dem Land und dem Volk einen so grenzenlosen Gewinn zukommen ließ, der mit solch einer noch nie dagewesenen Selbstlosigkeit (feraghat-i nefs) und Opferbereitschaft dem Qur'an und dem Glauben (iman) dient, auf diese Weise vor die Gerichte geschleppt worden ist! So erklären wir denn im Interesse des Landes und des Volkes: diese Angelegenheit muss so schnell wie möglich beendet und vor den Gerichten zum Abschluss gebracht werden! Denn dieser Dienst am Qur'an, den Bediüzzaman hier verrichtet, umschließt die Weite der islamischen Welt (dunya) und umfasst das All. Die so hohen Wahrheiten (haqiqat) und erhabenen Kostbarkeiten, über die wir hier im Zusammenhang mit Bediüzzaman Said Nursi berichtet haben, sind nicht ohne Beweise und enthalten keine Überteibungen. Alle, die daran zweifeln, können, indem sie Bediüzzaman, der ja noch am Leben ist, persönlich kennen

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lernen und, wenn sie die Risale-i Nur mit Geduld, Ausdauer und in reiner Absicht durchlesen, wahrnehmen, dass unsere Worte und Darstellungen bei der Wiedergabe der Wahrheiten (haqiqat) in dieser Biographie (tarihtje-i hayat) doch recht schwach sind. Doch werden sie dabei von ihrer Begeisterung so überwältigt sein, dass sie ihre Erkenntnisse, die ihnen in ihrer Aufrichtigkeit (ikhlas) mehr als durch uns selbst zuteil (idrak) werden, der ganzen Menschheit verkündigen werden.

Wenn nun auch die Gerichte der ganzen Welt aufgrund der Anschuldigungen der heimlichen Feinde des Glaubens (din) versuchen, Bediüzzaman zu verurteilen, so können sie Bediüzzaman dennoch nicht verurteilen, wenn diese Gerichte (ihr Urteil dabei) auf die Beweise (seiner Unschuld) stützen.

Hazret Bediüzzaman Said Nursi musste aufgrund all der Krankheiten, die ihm seine Feinde der Islamiyet mit ihrem Gift zugedient hatten, seine Tage ständig im Bett verbringen, wobei er dann sagte: "Ich warte an der Schwelle meines Grabes." Doch haben wir mit aller Macht und ganzer Kraft bei Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq) darum gebetet und gefleht, Er möge doch in Seiner Gnade (lütuf) diesem großen und mutigen Mann des Glaubens (din) noch die Spanne eines lang andauernden Lebens (ömur) schenken. Denn solch eines opferwilligen und wahrhaftigen Dieners des Qur'an, solch eines gewaltigen Genies, solch eines großen Denkers, solch eines mutigen (Verkünders) der Wahrheit (haqiqat), solch eines beispiellosen islamischen Gelehrten (hakim) bedarf die ganze Islamische Welt (alem) und die gesamte Menschheit (cihan).

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Die Fünfzehnte Hoffnung entnehmen wir aus den Blitzen (Lem'alar), die Bediüzzaman selbst verfasst hat, während er in Emirdagh und in Afyon lebte (hayat), und fügen sie hier ein.

Fünfzehnte Hoffnung

Ich war damals in Emirdagh wegen der Schikanen, die sie mir mit der Verbannung, dem Hausarrest, der einer Einzelhaft gleich kam und mir durch die Überwachung fast unerträglich wurde, und infolge all der diktatorischen Verordnungen des Lebens überdrüssig und bedauerte es, das Gefängnis verlassen zu haben. Mit Herz und Seele sehnte ich mich nach dem Gefängnis von Denizli zurück und wünschte mich schon ins Grab.

Als ich "Gefängnis und Grab sind besser als diese Lebensweise" sagte und beschloss, ins Grab hinabzusteigen, oder wieder ins Gefängnis zu gehen, eilte mir die Gnade Gottes zu Hilfe; sie gab in die Hände der Medreset-üz-Zehra-Schüler, deren Stifte auch so produktiv wie eine Vervielfältigungsmaschine waren, eine neu herausgekommene Vervielfältigungsmaschine. Mit einem Stift, der die Vervielfältigungsmatrize beschrieben hat, entstanden auf einmal fünfhundert Exemplare eines jeden wertvollen Werkes der Risale-i Nur. Der Beginn ihrer Verbreitung und die positive Wirkung, die von ihr ausging, ließ mich dieses Leben trotz aller Strapazen und Schikanen dennoch lieben und "unendliche Male Dank!" sagen.

Eine Weile später konnten die geheimen Feinde der Risale-i Nur die Verbreitung der Risale-i Nur nicht ertragen. Sie haben die Behörden gegen uns aufgehetzt. Wieder einmal begann das Leben, mir schwer zu werden. Plötzlich erschien die Gnade des Herrn. Die verantwortlichen Beamten, die "die Lichter" am nötigsten hatten, studierten die beschlagnahmten Abhandlungen im Rahmen ihres Dienstes eingehend und mit großem Interesse. Die Lichter

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aber eroberten ihre Herzen. Als sie anfingen, die Lichter zu würdigen, statt sie zu kritisieren, weitete sich die "Nur"-Medresse aus. Es hat uns hundert Grade mehr Nutzen gebracht als der uns entstandene Schaden; das ganze lähmende Entsetzen tendierte plötzlich gen Null.

Sodann lenkten die verborgenen, feindlich gesinnten Heuchler die Aufmerksamkeit der Behörden auf meine Person. Sie erinnerten sie an meine politische Vergangenheit. Sie haben beim Justizministerium, dem Bildungsministerium, den Ordnungsbehörden und dem Innenministerium Argwohn gegen mich erweckt. Durch die Provokationen der Anarchisten, versteckt unter dem Deckmantel ihrer Parteipolitik oder getarnt als Kommunisten, verbreitete sich dieser Argwohn. Sie begannen uns zu peinigen und einzusperren und die Abhandlungen, die in ihre Hände gerieten, zu beschlagnahmen. Die Tätigkeit der "Nur"-Schüler geriet ins Stocken. Um meine Person in Misskredit zu bringen, sprach eine Gruppe unter den offiziellen Beamten falsche, völlig unglaubwürdige Beschuldigungen gegen mich aus. Sie haben versucht, sehr merkwürdige Verleumdungen in Umlauf zu bringen. Jedoch haben sie niemanden überzeugen können. Danach haben sie mich unter äußerst primitiven Vorwänden in den kältesten Tagen des strengen Winters inhaftiert und in eine große, sehr kalte Zelle, in der zwei Tage lang kein Ofen stand, in absoluter Einzelhaft eingesperrt. Obwohl ich doch in meinem kleinen Zimmer an einem Tag mehrmals den (geschlossenen) Ofen angeheizt hatte und sich auch in meinem (offenen) Mangal immer glühende Kohle befand, konnte ich es auf Grund meiner schlechten körperlichen Verfassung und meiner Krankheit dort nur schwer aushalten.

Als ich so in dieser meiner Lage fror und auch innerlich voller Wut und voller Unruhe war, offenbarte sich mir durch Gottes Gnade die folgende Wahrheit in meinem Herzen: "Du hast das Gefängnis als die Schule Josefs bezeichnet. Außerdem hast du (mit deinen Schülern) damals in Denizli tausendfach mehr innere Freude als Bedrängnis verspürt.

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Das geistige Verdienst und der Nutzen der Lichterabhandlungen für die Mitgefangenen, deren Erfolge auf hoher und höchster (politischer) Ebene und ähnliche Resultate veranlassten euch statt zu jammern tausendmal Dank zu sagen. Jede Stunde eures Gefängnisaufenthaltes und eures Leides ließ es zu zehn Stunden Gebet werden. Diese vergänglichen Stunden wurden unvergängliche. Insha-al'lah, so Gott will, wird der Nutzen der Lichterabhandlungen und ihr Trost für die Mitgefangenen in dieser dritten Schule Josefs euch in dieser Kälte erwärmen und eure schwere Mühsal in Frohsinn verwandeln. Wenn die Männer, auf die du wütend bist, getäuscht wurden, tun sie dir unbewusst Unrecht an. Nicht Wut wäre hier angemessen. Wenn sie dich wissentlich und in böser Absicht und im Sinne ihres Irrglaubens belästigen und schikanieren, werden sie in ziemlich kurzer Zeit für ewig mit dem Tode bestraft, zur Einzelhaft im Grabe verurteilt werden und einer immerwährenden, peinlichen Strafe ausgeliefert sein. In Anbetracht ihrer Schikanen wirst du sowohl viel Sevab (Verdienste) sammeln, als auch deine vergänglichen Stunden in unvergängliche verwandeln, als auch geistige Freuden erleben und deinen Dienst als Mann der Wissenschaft und des Glaubens in Wahrhaftigkeit versehen." So wurde ich in meiner Seele ermahnt und sagte aus all meiner Kraft Elhamdulillah, aller Dank sei Allah! Vom Standpunkt meiner Menschlichkeit und ihrer Ungerechtigkeit taten sie mir leid und so betete ich und sagte: "Oh Herr, bringe sie auf den rechten Weg!" In meiner Aussage an das Innenministerium habe ich geschrieben, dass dieses jüngste Ereignis in zehnfacher Hinsicht gesetzwidrig ist. Dabei sind die eigentlich Schuldigen diese Ungerechten selbst, die im Namen des Gesetzes gesetzwidrig handeln. Sie haben nach Ausreden und Vorwänden gesucht und versucht mit Verleumdungen und mit Erdichtungen, über die jeder nur lachen kann, welche aber alle die, welche die Wahrheit lieben zum Weinen bringen, uns und die Risale-i Nur anzugreifen. Das zeigt allen einsichtigen und gemäßigten, dass

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jene innerhalb eines rechtlichen und gesetzlichen Rahmens keine Gelegenheit finden werden, die Risale-i Nur und ihre Schüler anzugreifen, weshalb jene sich dann in Haltlosigkeiten verirren.

Zum Beispiel:

Beamte, die uns einen Monat lang observiert hatten, konnten keinen Vorwand ausfindig machen, weshalb sie schließlich auf einen Zettel schrieben: "Saids Diener hat in einem Laden eine Flasche Raki gekauft und ihm überbracht." Weil sie aber niemanden finden konnten, der diesen Zettel unterschreiben wollte, schnappten sie sich schließlich irgendeinen betrunkenen Strolch, drohten ihm und befahlen ihm: "Komm her und unterschreibe das!" Er erwiderte: "Nie und nimmer, Gott bewahre mich davor! Wer könnte denn eine solch sonderbare Lüge unterschreiben?" Daraufhin mussten sie diesen Zettel zerreißen.

Ein zweites Beispiel:

Ein Mann, von dem ich nichts wusste und den ich auch bis heute nicht kenne, hat mir sein Pferd zur Verfügung gestellt, damit ich einen Ausflug mache. Aus gesundheitlichen Gründen ging ich an den meisten Tagen im Sommer ein, zwei Stunden lang spazieren, um frische Luft zu schöpfen. Ich habe es mir versprochen, dem Besitzer des Pferdes und des Wagens Bücher im Wert von fünfzig Lira zu schenken, um nicht gegen mein Prinzip zu verstoßen, d.h. um niemandem einen Dank schuldig zu bleiben. Gibt es etwa bei dieser Sache irgendeine Möglichkeit, einen Schaden zu verursachen? Es ist aber so, dass selbst der Gouverneur, die Justizbeamten, die Ordnungshüter und die Polizei uns fünfzigmal die Frage gestellt haben: "Wem gehört dieses Pferd?" Als wäre es angeblich ein großes politisches Ereignis und ein Vorfall, der die allgemeine Ruhe und Ordnung betrifft. Sie haben sogar zwei Leute mit mir zusammen verhaftet, weil sie ausgesagt hatten, der eine, dass ihm der Wagen, der andere, dass ihm das Pferd gehöre, damit diese sinnlose Fragerei aufhören solle. Es gab da noch eine ganze Reihe anderer vergleichbarer Kinderspiele, an denen wir als Zuschauer beteiligt waren, mit einem weinenden und einem

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lachendem Auge, und dabei verstanden, dass diejenigen, die die Risale-i Nur und ihre Schüler angreifen, nur sich selber zum Gespött machen.

Hierzu nur ein weiteres Beispiel für ein feinsinniges Gespräch: Da als Grund für meine Verhaftung die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit angegeben wurde, habe ich, noch bevor ich das Schreiben überhaupt gesehen hatte, dem Staatsanwalt gesagt: "In der vergangenen Nacht habe ich über dich gesprochen. Ich habe dem Polizisten, der mich im Auftrag des Polizeipräsidenten vernommen hat, gesagt: Wenn ich der öffentlichen Sicherheit in diesem Lande nicht so viel wie tausend Staatsanwälte und tausend Polizeipräsidenten gedient gehabt habe, so soll mich Allah verfluchen." Diesen Fluch habe ich dreimal wiederholt.

Danach überwältigte mich der Zorn und übermannte mich die Wut über diejenigen, die mich in dieser Kälte und zu einer Zeit, in der ich am meisten der Erholung bedurfte, mich nicht erkälten sollte und mich nicht über weltliche Dinge aufregen durfte, einer derart unerträglichen Zwangsumsiedlung, die - verbunden mit Isolation, Haft und Unterdrückung - ihren Hass und ihre Bosheit ahnen ließ, ausgesetzt haben. Doch da eilte mir Seine Gnade zu Hilfe. In meinem Herzen vernahm ich folgende Ermahnung:

"Selbst noch in dieser Ungerechtigkeit, die dir die Menschen antun, hat die Bestimmung Gottes, die zugleich auch Gerechtigkeit ist, einen großen Anteil. Zudem ist hier in diesem Gefängnis für dich gesorgt. Und diese deine Versorgung hat dich hierher gerufen. Dem muss man mit Einverständnis und Ergebenheit begegnen. Daran haben auch die Weisheit und Barmherzigkeit des Herrn einen großen Anteil, die denjenigen, die in diesem Gefängnis leben, Licht und Trost spendet, wodurch ihr auch noch Sevab (einen Verdienst) erwerben könnt. Für diesen Anteil muss man in Geduld tausendmal Dank sagen.

Außerdem hat deine Begierde auf Grund ihrer Fehler, derer du dir nicht bewusst bist, daran einen Anteil. Auf Grund

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dieses Anteils musst du bei Gott um Verzeihung bitten, Ihn anflehen und deiner Begierde sagen:

'Du hast dir diese Ohrfeige verdient! Außerdem haben die verborgenen Feinde auch einen Anteil, die mit Intrigen einige leichtgläubige und misstrauische Beamte getäuscht und zu dieser Ungerechtigkeit verleitet haben. Demgegenüber hat dich die Risale-i Nur, die diesen Heuchlern fürchterliche geistige Schläge versetzt, an ihnen vollständig gerächt. Das ist schon genug für sie. Der letzte Anteil gehört den zuständigen Beamten, die an dieser Sache aktiv teilnehmen. Von den Lichterabhandlungen, die sie mit der Absicht, sie zu kritisieren, studieren, werden sie so oder so, zweifelsohne für ihren Glauben Nutzen ziehen. Bezüglich dieses Anteils ist es eine vornehme Gesinnung, ihnen um ihres Nutzens willen nach dem Grundsatz

وَالْكَاظِمِينَ الْغَيْظَ وَالْعَافِينَ عَنِ النَّاسِ

{"Sie bezwingen ihren Groll und vergeben den Menschen." (Sure 3, 134)}

zu verzeihen.'"

Aufgrund dieser wahrhaftigen Ermahnung habe ich mich entschlossen, in vollkommener Freude und Dank in dieser neuen Schule Josefs auch weiterhin zu bleiben, sogar einen harmlosen Fehler zu begehen, der eine Strafe nach sich ziehen würde, was denjenigen, die gegen mich waren, behilflich sein könnte.

Einem Mann wie mir, der keine Bindungen hat, sind in seinem fünfundsiebzigsten Lebensjahr, in dieser Welt nur fünf von siebzig geliebten Freunden am Leben geblieben. Siebzigtausend Exemplare der Lichterabhandlungen, die ihren lichtvollen Auftrag erfüllen werden, sind erhalten geblieben und befinden sich frei im Umlauf. Für einen Mann wie mich, der so viele Mitbrüder und Erben hat, die nicht nur mit einer, nein, mit vielen tausend Zungen den Dienst am Glauben versehen, ist das Grab hundertfach besser als der Aufenthalt in diesem Gefängnis. Selbst dieses Gefängnis

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ist noch hundertfach angenehmer und besser als eine Freiheit unter ständiger Bevormundung draußen, die jeglicher Freiheit entbehrt. Denn statt draußen die Bevormundung von hunderten zuständigen Beamten allein zu ertragen, muss man dagegen im Gefängnis mit hunderten Gefangenen gemeinsam nur eine leicht erträgliche nachvollziehbare Bevormundung durch ein, zwei Personen wie den Direktor und den Oberwachtmeister ertragen. Außerdem erfährt man im Gefängnis unter Freunden brüderliche Zuneigung und Trost. Da sich die selbstlose Liebe, die aus der islamischen Gesinnung erwächst, und die menschliche Natur in dieser Situation der Alten erbarmt, verwandeln sich die Belastungen im Gefängnis in Barmherzigkeit. Daher war ich mit dem Gefangenendasein zufrieden.

Als ich diesmal zum dritten Prozess kam, strengte mich das Stehen in meinem Alter, meiner körperlichen Schwäche und Krankheit an. Ich setzte mich vor dem Eingang des Gerichtssaals auf einen Stuhl. Plötzlich kam ein Richter, wurde zornig und sagte in herabwürdigendem Ton: "Warum wartet er nicht im Stehen?"

Alt und schwach wie ich war, wurde ich über eine solche Unbarmherzigkeit wütend. Plötzlich sah ich, dass sich sehr viele Muslime in vollkommener Liebe und Brüderlichkeit mit barmherzigen Blicken um uns versammelten. Sie konnten nicht fort gejagt werden. Sofort tauchten zwei Wahrheiten in mir auf.

Erste Wahrheit:

Die Leute, die mir und den Lichtern versteckte Feinde waren, wollten - um den Respekt, den die Öffentlichkeit mir gegen meinem Willen entgegenbringt, untergraben zu können - die Verbreitung der Lichterabhandlungen aufhalten. Darum suchten sie manche leichtgläubige Beamte der Regierung zu täuschen und sie zu einem derart entehrenden Verhalten zu provozieren, um meine Person beim Volk in Misskredit zu bringen.

Als Geschenk für den Dienst der Lichterabhandlungen am Glauben hingegen verwies mich die göttliche Gnade

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auf hundert Leute, anstelle dieses einen einzigen Mannes mit seinem entehrenden Verhalten: Diese sind es, die euch begrüßen und die euch mit aller Liebe und mit jeglichem Interesse willkommen heißen, indem sie sich für euren Dienst begeistern und mit euch fühlen. Am zweiten Tag, während ich im Untersuchungsgericht auf die Fragen des Staatsanwaltes Antworten gab, versammelten sich sogar fast tausend Leute auf dem Hof der Behörde vor den Fenstern des Gerichtssaales und brachten auf diese Weise in völliger Verbundenheit unausgesprochen ihre Forderung zum Ausdruck: "Belästigt sie nicht!" Die Polizisten konnten ihre Versammlung nicht auflösen. Und in meinem Herzen wurde mir eingegeben: Diese Leute wollen in diesem gefahrvollen Zeitalter einen vollständigen Trost und ein unauslöschliches Licht, einen starken Glauben und eine überzeugende Botschaft von der ewigen Glückseligkeit, wonach sie von Natur aus suchen. Bestimmt haben sie davon gehört, dass sich das, wonach sie suchen, in den Abhandlungen des Lichts finden lässt, sodass sie um dieses bisschen Dienstes am Glauben willen für meine Wenigkeit weit mehr Zuneigung empfinden, als ich verdient habe.

Zweite Wahrheit:

So wurde ich denn darauf hingewiesen, dass es dem entwürdigenden Verhalten gegenüber, entstanden aus einem Gerücht heraus, wir würden die öffentliche Sicherheit gefährden, und der schlechten, beleidigenden Behandlung durch ein paar irregeführte Leute, welche auf diese Weise den Respekt, den die Öffentlichkeit uns entgegenbringt, untergraben wollen, andererseits grenzenlos viele Kenner der Wahrheit und künftige Generationen voll Jubel und Begeisterung gibt.

Die anarchistische Gesinnung untergräbt unter dem Deckmantel des Kommunismus die öffentliche Sicherheit auf schreckliche Weise. Dagegen versuchen die Risale-i Nur und ihre Schüler mit der Kraft des wahrhaftigen Glaubens diese entsetzliche geistige Zerstörung überall in diesem Land aufzuhalten und zu zerschlagen. Sie arbeiten sicherlich im Sinne der Aufrechterhaltung der öffentlichen

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Sicherheit und Ordnung, sodass drei, vier Gerichte und die Sicherheitsorgane von zehn Provinzen in diesen zwanzig Jahren keinen Vorfall festgestellt und aufgenommen haben, den die Risale-i Nur Schüler, welche überall in diesem Land in großer Zahl vorhanden sind, verursacht haben könnten. Ein Teil der rechtschaffenen Sicherheitskräfte aus drei Provinzen soll gesagt haben:

"Die Nur-Schüler sind geistige Ordnungshüter. Bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung leisten sie uns Hilfe. Durch ihren überzeugten Glauben lassen sie bei jedem Mann, der die Lichter studiert, in seinem Sinn einen Wächter zurück, und versuchen so die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten." Ein Beispiel dafür ist das Gefängnis von Denizli. Mit den Lichterabhandlungen, die dort Eingang gefunden haben, und mit der "Frucht"-Abhandlung, die dort für die Gefangenen verfasst wurde, haben sich diese mehr als zweihundert Gefangenen innerhalb von drei, vier Monaten dermaßen gebessert und wurden gehorsam und fromm, dass selbst ein Mann, der drei, vier Leute umgebracht hatte, sich nun gar zurückhielt, die Läuse zu töten. Er begann seinem Lande ein ganz barmherziges Glied (der menschlichen Gesellschaft) zu werden, von dem nie wieder eine Gefahr ausging. Diese Lagewendung versetzte selbst die verantwortlichen Beamten in Staunen und Bewunderung.

Außerdem sagten einige junge Gefangene, die noch nicht verurteilt waren: "Wenn die Nur-Schüler im Gefängnis bleiben, wollen wir uns für solange verurteilen und inhaftieren lassen, bis wir, die wir uns an ihnen ein Beispiel genommen haben, so wie sie geworden sind." Durch ihren Unterricht werden auch wir selbst gebessert werden. Diejenigen, welche die Nur-Schüler dieser Art der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit beschuldigen, haben sich in jedem Fall furchtbar geirrt oder sie ٍَؤd getäuscht worden oder sie täuschen bewusst oder unbewusst die Behörden im Interesse des Anarchismus und versuchen uns mit ihren Schikanen einzuschüchtern. Leuten von diesem Schlag sagen wir:

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Da der Tod nun einmal nicht getötet und das Grabestor nicht geschlossen werden kann, wandern die Reisenden in Scharen aus diesem Gasthaus der Welt schnell und in Aufregung einer nach dem anderen unter die Erde und verschwinden. Ganz sicher werden wir in einer sehr kurzen Zeit voneinander Abschied nehmen. Ihr werdet die Strafe für eure Ungerechtigkeit auf eine fürchterliche Weise bekommen, zumindest aber gleichsam wie am Galgen die Todesstrafe für die Ewigkeit erleiden, der für die (z. Zt. noch) entrechteten Leute des Glaubens ein Entlassungsschein ist. Die vergänglichen Freuden, die ihr in dieser Welt in der Vorstellung, unsterblich zu sein, erlebt, werden sich in bleibendes und qualvolles Leid verwandeln.

Die Wahrheit des Islam, welche mit dem Blut und dem Schwert von hunderten Millionen Märtyrern, die den Rang eines Heiligen erlangt hatten, und heldenhaften Kriegsveteranen dieses religiösen Volkes erworben wurde und aufrechterhalten wird, bezeichneten leider unsere heimlichen Feinde in ihrer Verlogenheit (munafiq) manchmal als (die Lehre des) "Orden" (tariqat) und die Art der Mystiker, die auch nur einen Lichtstrahl aus der Sonne des Islam bilden, als diese Sonne selbst, um einige oberflächliche Regierungsbeamte Irre zu führen. Diese wollen jene gegen uns aufhetzen, indem sie die Nur-Schüler, die für die Wahrheit des Qur'an und des Glaubens wirkungsvolle Arbeit leisten, als Ordensgemeinschaft und politische Organisation bezeichnen. Wir sagen es ihnen sowie denjenigen, die ihnen zu unserem Nachteil Gehör verleihen, was wir schon bei unserer Verhandlung vor dem Gerichtshof von Denizli gesagt haben:

"Für eine heilige Wahrheit, für die schon vor uns hunderte Millionen ihren Kopf hingehalten haben, wollen auch wir jetzt unseren Kopf hinhalten. Auch wenn ihr die ganze Welt für uns zu einem Feuerball machen würdet, werden wir auch dennoch bereit sein, unseren Kopf für die Wahrheit des Qur'an hinzuhalten, werden vor der Glaubenslosigkeit nicht kapitulieren und von unserem heiligen Dienst

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nicht zurücktreten. Wolle es Gott!"

So eilten mir denn die heiligen Tröstungen, die mir aus dem Glauben und dem Qur'an erwuchsen, in meinen Schmerzen und in meiner Verzweiflung - einer Folge der Überraschungen meines Alters - zu Hilfe. Ich würde heute kein noch so qualvolles Jahr in meinem Alter gegen zehn der heitersten Jahre meiner Jugend tauschen. Da insbesondere dem, der im Gefängnis seine Pflichtgebete einhält und um Vergebung bittet, eine jede Stunde für zehn Stunden Gebet angerechnet wird und in Zeiten einer Krankheit oder ungerechten Behandlung, ein jeder vergängliche Tag so viel Sevab (Verdienste) bringt, wie zehn ausschließlich einem ewigen Leben gewidmete Tage, wurde mir durch diese innere Ermahnung klar, wie sehr, ein Mann, der gleich mir vor dem Tor des Grabes auf seine Abberufung wartet, zu Dank verpflichtet ist. "Unendlich Dank meinem Herrn!" sagte ich, war mit meinem Alter zufrieden und einverstanden mit meiner Haft. Denn die Zeit bleibt nicht stehen, das Leben vergeht sehr schnell. Mag es ein sorgloses und heiteres Leben sein, das man in Gottvergessenheit verbringt, es vergeht, verlischt, hinterlässt Bedauern, Undankbarkeit und manch eine Sünde, denn am Ende der Freude steht der Schmerz. Wenn es aber im Gefängnis und unter Strapazen vergeht, wird es in gewisser Hinsicht zu einem beständigen und bringt mit seinen kostbaren Früchten ein ewiges Leben zum Gewinn, weil es als eine Art Gottesdienst gilt und am Ende des Schmerzes eine geistige Freude steht. Zudem gilt es als Buße für die früheren Sünden und für die Vergehen, die zu dieser Freiheitsstrafe geführt haben, und reinigt sie. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, müssen die Gefangenen also ihre Pflichtgebete verrichten und geduldig und dankbar sein.

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Bediüzzaman Said Nursis Prozess vor dem Gerichtshof in Afyon

Die heimlichen Atheisten, die mit ihren Intrigen und Verleumdungen (schließlich erreicht haben), dass der Prozess gegen Bediüzzaman zu Afyon eröffnet wurde, hatten einen Plan geschmiedet, seine Hinrichtung zu bewirken. Seine ausführliche Verteidigungsrede ist von außerordentlicher Bedeutung und enthält alle die Wahrheiten (haqiqat), die er diesen Atheisten in ihrer Gesetzlosigkeit und Kritiksucht entgegenschleuderte und dabei seinen eigenen Tod für nichts erachtete. Im Ergebnis wurde schließlich das Hafturteil gegen ihn im Revisionsverfahren wieder aufgehoben. So wurde Bediüzzaman von demselben Gerichtshof sogar zwei Mal freigesprochen. Und am Ende wurden Bediüzzaman das Gesamtwerk der Risale-i Nur einschließlich der etwa fünfhundert Briefe vollständig und ohne Ausnahme zurückgegeben.

* * *
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Aufgrund gewisser Anzeichen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass unsere heimlichen Feinde in dem Gedanken, den Wert der Werke der Risale-i Nur herabzusetzen, weil sie die Vorstellung haben (ich könne eines Tages den Anspruch erheben) der Mehdi zu sein (was für sie selbstverständlich irgendetwas) mit Politik zu tun hat, wozu mir dann die Werke der Risale-i Nur angeblich als Mittel dienten, nun (um ihre Pläne durchsetzen zu können) nach irgendwelchen völlig haltlosen Gründen suchen. Diese Art von Schikanen gegenüber meiner Person entstehen jedoch

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aus derartigen irrigen Vorstellungen. Jenen heimlichen, skrupellosen Feinden und denen, die ihnen zuhören, wenn sie so gegen uns (hetzen), sage ich aber: "Gott bewahre! Und nochmals: Gott bewahre! Noch zu keiner Zeit habe ich meine Grenzen dergestalt überschritten und die Wahrheiten (haqiqat) des Glaubens (iman) als ein Werkzeug dazu benutzt, um Rang und Namen (maqam-i shan) für den Ruhm und Ruf meiner Person zu erwerben! Dafür sind die fünfundsiebzig Jahre meines Lebens, besonders aber die letzten dreißig Jahre, die hundertunddreißig Abhandlungen der Risale-i Nur und viele Tausend Personen, die mit mir bestens befreundet sind, meine Zeugen.

In der Tat wissen die Schüler der Risale-i Nur und auch ich selbst habe bei den Gerichtsprozessen die Zeugnisse dafür gezeigt, dass ich nicht für meinen Ruf, für Ruhm und Ansehen, meiner Person einen Rang (maqam-i shan) zuschreiben und dabei eine jenseitige (ukhrevi), geistige Stufe (mertebe) erlangen möchte, vielmehr dazu bereit bin, um den die Leuten des Glaubens (ehl-i iman) mit meiner ganzen Überzeugungskraft einen Dienst am Glauben (hizmeti imaniye) zu erweisen, nicht nur mein diesseitiges Leben und seine vergängliche Rangstufen (fani maqamat), ja (notfalls) sogar mein künftiges Leben (akhiret hayati) und alle jenseitigen, ewigen Rangstufen (ukhrevi baqi mertebe), nach denen doch einjeder strebt, aufzuopfern, ja sogar, um einigen jener armseligen die Rettung aus der Hölle (djehennem) vermitteln zu können (notfalls) selbst noch den Himmel (djennet) zu verlassen und zur Hölle (djehennem) hinab zu steigen. Doch obwohl meine wahrhaftigen Brüder das sehr wohl wissen und ich das auch vor den Gerichten in gewisser Hinsicht bewiesen habe, hat man mich trotzdem beschuldigt, in meinem Dienst an der Risale-i Nur und am Glauben (iman) der Unaufrichtigkeit bezichtigt und den Wert der Werke der Risale-i Nur Werke herabgewürdigt.

Könnte es denn etwa aufgrund eines Gesetzes überhaupt ein Verbrechen sein, wenn in der Vorstellung dieser Unglückseligen, die diese Welt (dunya) für ewig halten, doch

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ein jeder wie sie selber die Religion und den Glauben (zum Schein annimmt und dann) als ein Werkzeug für (seine) weltlichen Interessen (dini ve imani dünyaya alet) missbraucht, dann aber einige aufrichtige Brüder einem Mann, der die Leute des Irrweges (ehl-i dalalet) in dieser Welt (dunya) herausfordert und auf dem Weg des Dienstes am Glauben (hizmet-i imaniye yolunda) sowohl sein diesseitiges (dunyevi) als auch notfalls sein jenseitiges Leben (ukhrevi hayat) zu opfern bereit ist und, sowie er bei den Prozessen vor Gericht behauptet, nicht diese seine eine und einzige Wahrheit des Glaubens (haqiqat-i imaniye) gegen das Königreich dieser Welt (dünya saltanati) tauschen will und deshalb nach dem Geheimnis der Wahrhaftigkeit vor der Politik und allen materiellen und geistigen Rangstufen (maddi ve manevi mertebe), die auch nur nach Politik riechen, mit aller Kraft flüchtet, beispiellosen Schikanen zwanzig Jahre lang standhält, sich in Anbetracht seines Weges nicht auf die Politik einlässt, der sich im Hinblick auf seine eigene Seele (nefs) gegenüber seinen Schülern als weit geringer betrachtet und deshalb von ihnen stets ihre geistige Unterstützung und ihr Gebet erwartet, der davon überzeugt ist, dass seine eigene Seele (nefs) ganz armselig und unbedeutend ist, dem sie, diesem Armseligen, als dem Überbringer der Risale-i Nur, die außerordentliche Glaubensstärke, die sie ihr entnehmen, wegen seines Dienstes als ihr Überbringer einige Tugenden dieser Abhandlungen zuzuschreiben und ihm, ohne auch nur im geringsten an irgendeine Politik zu denken, doch einen hohen Rang (maqam) zuschreiben und eine hohe Meinung von ihm haben, die tausendfach über jedes Maß hinaus reicht, wie es von altersher zwischen dem Meister (Ustadh) und seinen Schülern so üblich ist und ganz selbstverständlich so gehandhabt wird, als Ausdruck des Dankes sehr viel Lob und Preis darbringen, ja könnte dies denn etwa aufgrund irgendeines Gesetzes ein Verbrechen sein? Derartige Übertreibungen widersprechen zwar in gewisser Hinsicht den tatsächlichen Gegebenheiten (haqiqat). Wenn jedoch ein

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Mann, der in der Fremde niemanden hat (und ganz auf sich allein gestellt ist), dagegen viele Feinde hat und da es viele Gründe gibt, die geeignet wären, seine (feiwilligen) Helfer von ihm fernzuhalten, um auch nur die innere Verfassung (quvve-i maneviye) seiner Helfer gegen all diese vielen maßlosen Kritiker zu stärken und sie davor zu bewahren, sich von ihm fernzuhalten und, um die Begeisterung derer, die ihn auf eine so übertriebene Weise loben, nicht erkalten zu lassen, (wenn also dieser Mann) ihre Lobeshymnen auf die Risale-i Nur hinlenkt und sie nicht etwa ganz und gar ablehnt, so wird verständlich, in wieweit einige Beamte, die sich darum bemühen, seinen Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) selbst noch an der Schwelle seines Grabes (als einen Dienst) um rein irdischer Beweggründe willen umzuinterpretieren, sich damit von jedem Gesetz und allem vernunftgemäßen Denken entfernen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen der gepriesen sei"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens:

Macht euch keine (unnützen) Sorgen und Gedanken! Da hinter einem jeden Geschehnis, das uns zustößt, sowohl gleichsam durch einen Schleier verhüllt, als auch hinsichtlich seiner Konsequenzen eine Aufmunterung und ein Lächeln der Güte (inayet) und der Barmherzigkeit Gottes (rahmet) verborgen ist, es zugleich aber auch als unsere Erziehung durch alles, was uns vorgegeben (qadr) oder zustandegekommen (kismet), was recht und billig ist, uns (als ein Ausdruck) der Liebe Gottes (shefqat) begegnet, wie es sich anhand gesicherter, wiederholter Erfahrungen als wahr herausgestellt hat, ist es auch unsere Pflicht ist, selbst unter den allerbittersten Umständen und bei

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aller Anstrengung (Gott trotzdem) in volkommener Geduld (sabr) zu danken.

Die Qualen, die die Nur-Schüler im Heiligen Dienst für die Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) heute durchleiden müssen, sind nur ein Beispiel für all das, was Tausende und Millionen Kämpfer (mudjahid) für die Wahrheit (haqiqat) erlitten haben, unter ihnen auch Djerdjis, mit dem Friede sei, {der heilige Georg, einer der zahllosen Märtyrer der Syrischen Kirche, die in vorislamischer Zeit ihre Missionen bis nach China hinein ausdehnte. (A.d.Ü.)} dem man (zwei Mal) bei lebendigem Leibe die Haut herunter zog, und können im Vergleich kaum ein Tausendstel der Qualen jener Märtyrer (Missionare und Propheten) aus alter Zeit sein. Doch möge es Gottes Wille sein (insha-a'llah), dass sie im Hinblick auf Lohn und Verdienst, die sie sich dadurch erwerben, ihnen gleich und mit ihnen vereinigt sein möge.

Zweitens:

Da unsere heimlichen Feinde, die es elf Mal versucht haben, ein Attentat gegen mich zu verüben, vier Mal Anklage vor Gericht gegen uns erhoben und damit drei Mal unsere Inhaftierung erreichten (bisher) mit all ihren Plänen gegen die Risale-i Nur gescheitert sind, versuchen sie nun, mit aller List meine Wenigkeit durch eine völlige Isolierung und die Unterbindung jeglicher Kontakte zu mir auf die Folter zu spannen (und durch alle möglichen anderen Versuche) meine Nerven zu ruinieren. Ich betrachte jedoch alle diese Schikanen nur als eine Aufmunterung aus der Hand der Güte Gottes (inayet), übe mich in Geduld und danke (Gott). Dabei meine ich, dass meine Geduld in all diesen Qualen, die für mich ja zehn Mal stärker sind, weil ich doch körperlich zehn Mal schwächer bin als ihr, in euren Augen, die ihr ja solch starke und edelmütige Persönlichkeiten seid, zu winzig kleinen, unbedeutenden Anstrengungen zusammenschrumpfen, weswegen ich es nicht weiter für nötig halte, euch deswegen auch noch zu trösten.

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Drittens:

Seid nicht beunruhigt, wenn sie versuchen, mich in Misskredit zu bringen, mich unter Druck setzen und versuchen, mich in Rage zu bringen. Denn das ist ein Hinweis darauf, dass sie die Risale-i Nur und ihre Schüler nicht weiter stören werden, und ein Zeichen, dass sie sich ganz und gar irren. Das heißt, dass sie Wert und Energie (hinter der ganzen Arbeit) in meiner Person suchen und deshalb mich unter Druck setzen und in Misskredit bringen wollen. Doch darin täuschen sie sich, und das dient der Risale-i Nur in sehr hohem Maße und ist dafür von großem Vorteil. Meine persönliche Aufgabe (vazife) und mein Dienst an der Risale-i Nur, den ich doch kaum richtig leisten konnte, bewirkt jetzt, dass ich sie (nun doch erfüllen kann), wenn auch im umgekehrten Sinne! {indem sie meine Schüler zu doppeltem Eifer anspornt (A.d.Ü.)} Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass meine Fehler (dadurch dass sie meine Schüler anspornen) im gleichen Maße zu einem Segen (sevab) werden und (auf diese Weise doch) wieder ausgeglichen werden.

Viertens:

Diese heimlichen Unruhestifter (munafiq) haben wohl einige Beamten irgendwie in die Irre geführt und sie aufgeschreckt, indem sie sagten: "Wer diesem Said begegnet, wird zu einem Freund und Nurdju (Schüler der Risale-i Nur). Deshalb darf niemand mit ihm in Kontakt kommen." Deshalb laufen sogar (die Leute) vom Wachdienst und vom Verwaltungsrat vor mir davon. Doch ich bin (trotz aller) Umstände (hal) dankbar und zufrieden. Und wenn wir uns auch nicht leiblich begegnen können, so schadet es doch nichts. Denn wir sind (trotzdem) mit Leib und Seele (manen), mit Geist (ruh) und Herz (qalb), durch unsere Aufgabe (vazifah) und in Gedanken (fikren) im selben Gebäude einander gemeinschaftlich verbunden. Wir treffen uns innerlich und das genügt!!!

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen der gepriesen sei!"}

Meine lieben, getreuen Brüder, opferwillige und standhafte Gefährten im Dienst am Qur'an und am Glauben!

Seid nicht betrübt, weil ich seit ein paar Tagen mit Euch nicht mit meiner Feder kommuniziert habe. Doch jetzt ist mir zu Herzen gekommen, zwei Punkte zu erklären.

Erstens: (Im Gedanken an) das Geheimnis (der Hadith) اَلْخَيْرُ فِيمَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ {"Das Gute liegt in dem, was Gott will"}, spürte ich einen Trost aufgrund meiner Hingabe (teslim) und meines Vertrauens (auf Gott). Es ist dies wie folgt:

Da sie (die Richter) uns nun, besonders aber (die Familie) Tjalishkan nicht entlassen, vielmehr (auf deren Ansehen gar keine) Rücksicht genommen, (vielmehr auch ihre Entlassung weiter) verschoben haben, möge nun Gott wollen (insha-a'llah), dass sie doch zum Ausgleich für diesen einen materiellen Schaden hundertfach einen immateriellen Verdienst und Gewinn erhalten mögen. So liegt z.B. die Verteidigungsschrift, die auf wissenschaftlicher Grundlage und der (Erkenntnis) des Glaubens (iman) absolut fundiert und zuverlässig ist und an sechs Ministerien in Ankara verschickt wurde, seit nunmehr zwanzig Tagen (dem Gericht) zur Einsicht vor. Dabei werden sowohl die durchaus belangreichen Tatsachen (haqiqat) als auch die Neugierde der zuständigen Beamten und ihr Interesse auf sich lenken und so werden auch die (verschiedenen) Phasen unseres Prozesses diese (dafür zuständigen) Ämter sicherlich nicht gleichgültig lassen. Hätten diese Tatsachen (haqiqat) sie nun nicht bereits überzeugt, so hätten sie bis heute in jedem Fall auf einen sehr deutlichen Wink und Befehl hin bereits einen Angriff gegen uns unternommen. In diesem Fall hätten diejenigen, die stets aus

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einem Körnchen (Wahrheit) eine ganze Kuppel gegen uns zu erbauen verstehen, uns deren Baumaterial unter die Augen gerieben. Das aber heißt, dass die vorliegenden Tatsachen (haqiqat) überzeugend gewesen sein müssen. Sie werden jetzt also höchstens noch eine Art Verteidigungshaltung gegen uns einnehmen wollen und uns damit ein wenig lästig fallen. Was jedoch mich selbst betrifft, so habe ich bereits für den rein materiellen Schaden und alle erlittenen Strapazen einen hundertfach größeren geistigen Gewinn erhalten. Doch wird von unseren Brüdern meines Erachtens jeder einzelne noch mehr Anteile als ich empfangen. Das aber heißt, dass es gut für uns ist, wenn sich unsere Entlassung noch etwas hinauszögert. Gleich wie also (infolge der Gefangennahme) der drei Brüder Tjalishkan sehr viele Nurdjus verschont (und nicht mehr gefangen genommen) wurden, so richteten sich auch alle Verleumdungen gegen sie, wodurch sie die Ursache dafür wurden, dass nun die Risale-i Nur den Blicken des derzeitigen Gerichtshofes entzogen wurde. Diese beiden kostbaren Verdienste haben also ihre eigene Entlassung verhindert. Diese aber hätte ihre so enge Verbundenheit mit den Nur-Werken in den Augen des Volkes zum Erlöschen gebracht.

Zweiter Punkt:

Dieser unser Prozess ist als eine so große Aufgabe am Qur'an und am Glauben (iman) mit der ganzen Islamischen Welt verbunden. Weil aber die versteckten Heuchler sich davor fürchten, versuchen sie nun (die Risale-i Nur in ihrer Bedeutung) so gering wie nur irgend möglich erscheinen zu lassen. Während sie ihr also eine große Bedeutung beimessen, bemühen sie sich gleichzeitig, sie nach außen hin als bedeutungslos darzustellen. Auf diese Weise täuschen sie die Regierung und die Justiz. Während sie z.B. die Nurdjus unter den Offizieren und Oberkommandierenden außer Acht lassen, nehmen sie einen einfachen Soldaten in Ankara, bei dem sie ein paar harmlose Abhandlungen entdeckt haben, zum Anlass, um hier den Prozess gegen die Nurdjus weiter in die Länge

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zu ziehen. Sie schikanieren mich und setzen mich unter Druck, stellen sodann die Bedeutungslosigkeit meiner Person als ihre Erfahrung dar, wobei sie die machtvollen Lesungen über die Risale-i Nur und die unerschütterliche Bruderschaft ihrer geistigen Körperschaft, die sie doch nicht zum Schweigen bringen können und die tausendmal stärker ist als meine Wenigkeit, gar nicht beachten und so tun, als hätte sie überhaupt keinen Wert. Doch zittern sie in Wirklichkeit vor ihrer Bedeutsamkeit und versuchen dabei ihre hohen Kuppelbauten als kleine Körnchen darzustellen.

Zudem haben sie sich vollkommen getäuscht. Es gibt unter uns nur vier, fünf Brüder, deren Familien hinsichtlich ihres Geschäftslebens durch diese Verzögerung einen Verlust erleiden könnten. Doch möge Gott es wollen (inshaa'llah), dass sie dafür einen sehr großen geistigen Gewinn erlangen werden, hinter dem dieser materielle Verlust durch die Gnade Gottes (inayet), unter der wir stehen, vollkommen bedeutungslos wird. Macht euch keine Sorgen und lasst euch nicht beunruhigen. Unsere Aufgabe ist es, in Geduld Dank zu sagen, uns soweit wie möglich mit den Nur-Werken zu beschäftigen und dabei unsere Mitgefangenen zu trösten, die sich in noch weit größerer Bedrängnis befinden.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Eine Angelegenheit in der Form einer innerlichen Ermahnung, möchte ich, so wie sie ganz kurz in meinem Herzen (qalb) auftauchte, bekannt machen. Die Antwort auf die Verteidigungsschrift, die an die sechs Ämter gegangen und sie überzeugt hatte, ist angekommen. Sie haben also keine Möglichkeit gefunden, uns anzugreifen. Es gibt da lediglich den Plan eines einzelnen Amtes, der einen

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geheimen Wink enthält, meine opferbereiten Brüder möchten doch (ihre Begeisterung) für mich ein wenig abkühlen lassen und ihre starke Verbundenheit mit mir ein wenig lockern. Sie hatten sich ja schon seit langem darum bemüht, diese heilige (qudsi), auf das jenseits (ukhrevi) ausgerichtete Verbundenheit im Glauben (imani) durch allerlei Schikanen, durch Verleumdungen und in der Isolationshaft zu zerstören; doch hatten sie keinen Erfolg. Da versuchen sie nun, sie mit allerlei leeren Behauptungen in Angst und Unruhe zu versetzen, oder eine Schwachstelle bei ihnen herauszufinden, um ihre Sichtweise in eine andere Richtung zu lenken. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass die heldenhafte, eisenharte Ausdauer der Nurdjus, ihre Standhaftigkeit, die Wahrheit (haqiqat) der Risale-i Nur gleich einem mächtigen Streiter (mudjahid-i ekber) und die so wunderbare Tapferkeit ihrer geistigen Körperschaft, die in ihrer Hand ein diamantenes Schwert hält, (auch weiterhin alle) Pläne (unserer Gegner) ins Leere laufen lässt. Gleich wie das Paradies (djennet) in der Tat nicht umsonst zu haben ist, so ist auch die Hölle (djehennem) nicht ohne Sinn. Es wurde euch bereits mitgeteilt, dass wir uns im Vergleich zu den heldenhaften Kämpfern (mudjahid) aus alter Zeit kaum noch anzustrengen brauchen. Doch wo damals die Bedingungen hart waren, da besteht heute ein dringendes Bedürfnis. Deshalb möge Gott (insha-a'llah) den aufrichtigen Nurdjus viel Verdienste (sevab) zuteil werden lassen. Diese wenigen Jahre eines Lebens angefüllt mit Nichtigkeiten gleich einem Windhauch, statt vielleicht in Sünden und zum eigenen Schaden (zu vergeuden), in einem solch heiligen (qudsi) Dienst am Glauben (imani) und am Qur'an zu verbringen und dadurch ein Ewiges Leben zu gewinnen, ist den Nurdjus zugedacht. Und auch ich habe mich trotz all der vielen Angriffe und dieser so großen Schwäche, die über mich gekommen sind, dazu entschlossen, standhaft zu bleiben. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass meine starken, opferbereiten, jungen, heldenhaften Brüder nicht hinter mir zurückbleiben und nicht

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davonlaufen. Und mögen sie diejenigen, die davongelaufen sind, zur Umkehr bewegen, um weiter zu arbeiten wie die, welche bis jetzt weiter gearbeitet haben.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens:

Zum ehrwürdigen Monat Redjeb (Redjeb-i Sherif) und der morgigen Nacht der Erfüllung (Leyle-i Regha'ib) wünsche ich euch mit Herz und Seele nur alles erdenkliche Gute (tebrik).

Zweitens:

Gebt eure Hoffnung nicht auf, beunruhigt euch nicht und macht euch keine Sorgen! Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass euch die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) zu Hilfe eile! Die Bombe, die man in den letzten drei Monaten für uns vorbereitet hatte, verpuffte. Mein Ofen, das Wasserglas der beiden Feyzi und Husrevs zwei Wassergläser haben uns da die richtige Nachricht überbracht. Doch war das nicht schrecklich. Alles ist noch einmal gut abgelaufen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass dieses Feuer noch völlig ausgelöscht wird! Alle ihre Angriffe dienen nur dazu, meine Person in Misskredit zu bringen und bei der Verbreitung der Risale-i Nur Verwirrung zu stiften. Der Schlag, mit dem dieser Mann, der noch gefährlicher ist, als der bekannte Heuchler aus Emirdagh und wenn auch nur ein Werkzeug in den Händen heimlicher Atheisten, zusammen mit diesem Halbhodja, der diese ketzerischen Neuerungen (bid'a) befürwortet, uns mit aller Macht zu treffen versucht haben, (hat sich in seiner Wucht) eins zu zwanzig vermindert. Möge Gott es wollen (inshaa'llah), dass sie uns nicht ein einziges Mal verwunden noch verletzen, und das, was sie denken, was sie beabsichtigen und ihre Pläne, uns auseinander zu jagen und uns von

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der Risale-i Nur zu vertreiben, auf Nichts hinauslaufen. Es ist absolut notwendig, dass wir um dieser ehrwürdigen und segensreichen Monate willen und im Vertrauen darauf, dass sie uns einen Überfluss an Verdiensten (sevab) bescheren mögen, in Ausdauer und Geduld (verharren), in Dankbarkeit auf Gott vertrauen und uns dem Grundsatz مَنْ اٰمَنَ بِالْقَدَرِ اَمِنَ مِنَ الْكَدَرِ {"Wer an das Göttliche Vorherwissen glaubt, wird frei von jeglichem Kummer."} unterwerfen. Das ist unsere Aufgabe.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder, die ihr in dieser Welt (dunya) der Anlass meines Trostes und unermüdlich im Dienste an der Wahrheit seid!

Wenn ihr euch in diesen gesegneten Monaten, in dieser Klause (tjilehanede), in der es einen so reichen Lohn (sevab zu erwerben gilt), so viel wie möglich mit dem Qur'an beschäftigt und eure Zeit bei aller Bedrängnis so weit wie möglich mit der Risale-i Nur verbringt, so liegt darin ein reichlicher Lohn. Gleich wie sie die Bedrängnis erleichtert, ein Weg ist, Herz und Verstand (qalb ve ruh) eine kostbare Ruhepause zu verschaffen, eine hohe, verdienstvolle (sevab) Anbetung (ibadet), gleich wie die Beschäftigung mit der Risale-i Nur dem Glauben (iman) dient und zugleich auch kontemplativ (tefekküri bir ibadet) ist, so gilt sie, wie am Ende der Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (ikhlas Risalesi) geschrieben steht, auch in fünffacher Weise als eine Art der Anbetung (ibadet). Während ich in diesen Tagen teilweise traurig und in Gedanken mit meiner

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Verteidigungsschrift beschäftigt war, spürte ich in meinem Herzen (qalb): "Auch dies hier ist eine wissenschaftliche (ilmi) Tätigkeit. Zudem ist die Freiheit zur Verbreitung der Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) ein Dienst und auf diese Weise auch eine Art Anbetung (ibadet). Wann immer ich mich so bedrängt fühlte, begann ich erneut, die Themen der Risale-i Nur, die ich schon hundert Mal erwogen hatte, voll Freude zu studieren. Ja ich betrachte sogar meine Verteidigungsschriften als wissenschaftliche Abhandlungen der Risale-i Nur. Einmal hatte einer meiner Mitbrüder zu mir gesagt: "Obwohl ich das Zehnte Wort schon dreißig Mal gelesen habe, fühle ich doch Wunsch und Bedürfnis, es wieder aufs Neue zu lesen." Daran habe ich erkannt, dass die besondere Eigenschaft des Qur'an darin besteht, dass man (ihn zu lesen) niemals überdrüssig wird, von den Abhandlungen der Risale-i Nur, die ein Spiegel der qur'anischen Wahrheiten und deren wahrhaftiger Kommentar (tefthir) sind, reflektiert wird.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Das wirksamste Heilmittel gegen diese furchtbaren Plagen und die Hoffnungslosigkeit in dieser Welt, besonders aber für die, welche von einem schweren Schlag getroffen wurden, vor allem auch für die Schüler der Risale-i Nur, ist, einander zu trösten und aufzuheitern, sich gegenseitig in seiner inneren Haltung zu stärken, einander als wahre, opferwillige Brüder in ihrem Kummer, in ihren Sorgen gleichsam eine heilende Salbe aufzutragen, ja ihnen zärtlich (shefqat) das betrübte Herz zu liebkosen. Diese wahrhaftige, auf ein jenseitiges Leben (ukhrevi) ausgerichtete Bruderschaft unter uns kann den nicht stützen, der sich

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beleidigt fühlt oder Partei ergreift. Da ich nun einmal all mein Vertrauen in euch gesetzt habe und mich auf euch verlassen kann, wisst ihr auch, dass ich mich entschlossen habe, nicht nur meine Bequemlichkeit, ja meine Ehre, mein Ansehen und selbst mein Leben (ruh) freiwillig für euch zu opfern... und das habt ihr auch bereits erlebt. Dabei versichere, ja schwöre ich euch, dass die Qualen, die während der letzten acht Tage durch jenen unbedeutenden Vorfall zwischen zwei leitenden Schülern der Risale-i Nur, die einander offensichtlich aus dem Wege gehen und statt einander zu trösten, sich bloß aufregen, in meinem Herzen entstanden sind, mich in Geist (ruh) und Seele und in meinem Herzen weinen und aufschreien ließen: "Oh weh, oh weh! Hilfe! Erbarmen! Oh barmherzigster Allerbarmer, steh uns bei! Beschütze und bewahre uns und errette uns vor all dem Übel der Teufel in der Gestalt von Dschinnen und Menschen! Fülle die Herzen unserer Brüder mit Treue, Redlichkeit (sadaqah), Liebe (muhabbet) und brüderlicher Zuneigung (uhuvvet ve shefqat)!"

Oh meine stahlharten und unbeugsamen Brüder! Helft mir! Unsere Situation ist äußerst sensibel. Ich habe euch so sehr vertraut, dass ich alle meine Aufgaben (vazifah) eurer geistigen Körperschaft überlassen habe. So solltet nun auch ihr mir mit allem Können und Vermögen zu Hilfe eilen. Zwar war dieser Zwischenfall ein ganz kleiner, unbedeutender und nur kurzzeitiger, doch selbst ein Haar oder ein Sandkorn stört, wenn es in das Getriebe unserer Uhr oder in unser Auge gerät. Auch dieser Gesichtspunkt ist von besonderer Bedeutung, da drei physische Explosionen {Der Ofen und die Gläser im Zusammenhang mit seiner Verteidigungsschrift. (A.d.Ü.)} und drei psychische Beobachtungen {Die Herzattacken im Zusammenhang mit dem Streit seiner Schüler. (A.d.Ü.)} ganz genaue Kunde davon geben.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Die "Nacht der Himmelfahrt (Leyle-i Mi'radj) gleicht einer zweiten Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr). In dieser Nacht so weit möglich zu arbeiten, bringt tausendfachen Gewinn. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass auch ihr in Übereinstimmung mit dem Geheimnis einer geistlichen Partnerschaft in dieser kostbaren Nacht, gleich einigen Engeln, die Gott mit Vierzigtausend Zungen lobpreisen, (Gott) mit Vierzigtausend Mündern euren Dienst (ibadet) und eure Anbetung (dua) darbringen werdet, was euch in diesem Haus voll Kummer und Sorgen viele Verdienste (sevab) erbringen wird, und ihr werdet durch eure Anbetung (ibadet) in dieser Nacht euren Dank dafür darbringen, dass der Sturm, der über uns kommen sollte, noch nicht einmal ein Tausendstel Schaden angerichtet hat. Darüber hinaus beglückwünsche ich euch zu eurer großen Umsicht und bringe euch die gute Nachricht, dass die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbani) sich hier in ganz klarer Weise für uns offenbart.

Said Nursi

Meine lieben wahrhaft getreuen Brüder!

Die Grundsätze der Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (Lem'a-i Ikhlas) und den Geist (sirr) wahrer Aufrichtigkeit (haqiqi ikhlas) unter uns und unter den anderen mit ganzer Kraft anzuwenden, so weit wir dies überhaupt innerhalb der gegebenen Möglichkeiten können, hat sich bereits bis zu einer Notwendigkeit entwickelt. Ich habe eine zuverlässige Nachricht erhalten, dass man seit drei Monaten hier drei Männer untergebracht hat, welche die (Beziehungen unter den) mir hier besonders nahe stehenden Brüdern (mit Hilfe) der Verschiedenheit ihrer Stimmungen

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und Gedanken unterkühlen sollen. Sie ziehen also die Gerichtsprozesse grundlos in die Länge, damit die Schüler der Risale-i Nur, deren überdrüssig geworden, unruhig werden und damit die sensibleren und schwächeren unter ihnen Verdacht schöpfen und den Dienst an der Risale-i Nur aufgeben sollen. Seid vorsichtig! Gebt Acht! Lasst es nicht zu, dass die Opferbereitschaft der Brüder (uhuvvet) und ihre herzliche Zuneigung (muhabbet), die ihr euch bis heute bewahrt habt, erschüttert wird! Und sollte es auch nur der Hauch (einer leisen Erschütterung) sein, so kann uns doch daraus ein sehr großer Schaden entstehen. Denn schon hat eine ganz leichte Erschütterung in Denizli uns einige Hodjas entfremdet. Obwohl es unser Dienst an Qur'an und Glaube erfordert, unser Leben (ruh) falls notwendig füreinander zu opfern, sollten wahrhaft opferbereite (Schüler), durch Schwierigkeiten oder sonstige Ursachen gereizt, nicht einander zürnen, sondern in vollkommener Demut, Bescheidenheit und Hingabe für ihre Fehler einstehen und sich darum bemühen, in ihrer Liebe und Aufrichtigkeit zueinander zu wachsen. Andernfalls wächst aus einem Korn eine ganze Kuppel, woraus dann leicht ein irrepapfeler Schaden entstehen kann. Ich überlasse nun (alles weitere) eurem Scharfsinn und damit möchte ich hier schließen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:
اَلْخَيْرُ فِيمَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ

{"Das Gute liegt in dem, was Gott will."}

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In diesem Sinne (sirr) liegt sehr viel Gutes in der Verzögerung unserer Gerichtsverhandlung und auch darin, dass unsere inzwischen entlassenen Brüder zur Gerichtsverhandlung - möge es Gott wollen (insha-a'llah) - wieder hier sein werden.

In der Angelegenheit, um die es sich bei der Risale-i Nur handelt, ist es in der Tat von ganz besonderer Bedeutung für die islamische Welt im allgemeinen und dieses Land im besonderen, dass derartige Versammlungen so von Leben erfüllt sind, dass sie die Aufmerksamkeit aller auf die Wahrheiten (haqiqat) der Risale-i Nur lenken, denn in ihrer strahlenden Gestalt, jenseits all unserer Hoffnungen, Vorsichtsmaßnahmen und (Bestrebungen) etwas zu verbergen, auch wenn unsere Gegner sie (gering schätzen) und für unbedeutend erklären wollen, unterrichtet die Risale-i Nur in ihren Lektionen Freund und Feind gleichermaßen ganz außerhalb unseres Wollens. Ohne zu zögern enthüllt sie auch noch dem am weitesten entfernten Fremdling ihre geheimsten Gedanken (en mahrem sirlarini). Da dies nun einmal die Wahrheit (haqiqat) ist, sollten wir unsere kleinlichen Kümmernisse als bittere Medizin, wie etwa Chinin, betrachten, geduldig und dankbar sein und sagen: "Oh Er (Ya Hu)! Auch das wird vorübergehen."

Zweitens:

Dem Direktor dieser Schule Josefs habe ich geschrieben: Während ich noch ein russischer Gefangener war, brach der bolschewistische Sturm zuerst in den Gefängnissen aus, so wie auch die Große Französische Revolution zuerst in den Kerkern unter den Gefangenen ausbrach, welche die Geschichte als Vagabunden bezeichnet hat. Deshalb versuchen wir Schüler der Risale-i Nur sowohl in Denizli und in Eskishehir als auch hier bei uns die Gefangenen so weit wie möglich auf den rechten Weg zu führen. In Eskishehir und in Denizli hatten wir dabei großen Erfolg. Hier werden wir aber noch erfolgreicher sein, denn als Ergebnis des Unterrichts (ders) der Risale-i Nur in dieser sensiblen Zeit und an diesem kritischen Ort milderte sich der Sturm (im Verhältnis) hundert zu eins.

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Andernfalls hätten fremde, widrige Strömungen, welche es verstehen, aus einem solchen Konflikt und dergleichen Zwischenfällen ihren Nutzen zu ziehen und solche Gelegenheiten geradezu erwarten, Feuer in das Pulver geworfen und einen Brand entfacht.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben, getreuen, unerschütterlichen Brüder, die in aller Mühsal nicht niedergeschlagen geworden sind und sich nicht von uns zurückgezogen haben!

Während meine Seele (nefs) aufgrund einer physischen wie psychischen Bedrängnis um euch besorgt war, fühlte ich plötzlich in meinem Herzen: hättest du sowohl für dich als auch für nur einen einzigen deiner Brüder hier anstelle aller Sorgen und Kümmernisse vielleicht in anderer Form das Zehnfache erleiden müssen, um ihm so bald und so nahe begegnen zu können, es wäre noch immer für dich billig gewesen.

Es scheint ja notwendig zu sein, dass, wie sich in alten Zeiten die Leute der Wahrheit (haqiqat) wenigstens ein, zwei Mal im Jahr trafen, sich nun auch die Schüler der Risale-i Nur alle paar Jahre einmal in der Schule Josefs, als der günstigsten Gelegenheit, begegnen. Auch wenn mit dem Weg der Gottesfürchtigen und Asketen, entsprechend und in der Art und Weise, denjenigen Unterricht zu erteilen, die dessen am meisten bedürfen, ja allen und selbst noch ihren Gegnern, sodass nun (auf diese Weise) ihre geistige Körperschaft sprechen kann, tausend Mühen und

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Plagen verbunden sind, so ist dies nicht von Bedeutung. Wenn einige wenige unserer schwächeren Brüder in früheren Gefängnissen es überdrüssig geworden sind und den Kreis der Risale-i Nur verlassen haben, so war dies ein sehr großer Verlust für sie, jedoch kein Schaden für die Risale-i Nur. An ihrer Stelle betraten robustere, aufrichtigere Schüler den Plan. Da nun einmal die Prüfungen in dieser Welt (dunya) vergänglich sind und rasch vorübergehen und uns dabei ihre Verdienste (sevab), ihre Früchte überlassen, sollten wir auf die Göttliche Gnade (inayet-i Ilahiyye) vertrauen und dankbar bleiben in Geduld.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder und Kommilitonen in dieser Schule Josefs!

Da die kommende Nacht, die Nacht der Freisprechung (Leyle-i Berat) {Die Nacht, in der wir das Buch unserer Sünden des vorigen Jahres abgeben, während Gott zugleich unsere Aufgaben für das kommende Jahr in das Buch des Lebens einträgt. (A.d.Ü)} einem heiligen Samen und einer Art Programm, der Bestimmung (muqadderat) der Menschheit gleicht, ist sie ebenso heilig wie die Nacht der Vorherbestimmung (Leyle-i Qadr). Und so wie jedes gute Werk (hasanah) in dieser Nacht der Bestimmung für dreißigtausend zählt, so steigert sich auch in der Nacht der Freisprechung (Leyle-i Berat) der Wert (sevab) einer jeden guten Tat (amel-i salihin) und jeden Wortes, das wir im Qur'an (lesen) auf zwanzigtausend. Ist er auch zu anderen Zeiten gleich zehn, so steigt er während dieser drei Heiligen Monate auf das Hundertfache und auf das Tausendfache. Und in diesen bekannten heiligen Nächten steigert er sich erst auf

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zehntausend, dann zwanzigtausend, dann dreißigtausend. In diesen Nächten kann er (den Wert) einer Anbetung (ibadet) von fünfzig Jahren erreichen. Darum ist es ein großes Verdienst, wenn wir den Qur'an (lesen), um Vergebung (bitten) und die Segenswünsche (salavat über den Propheten) rezitieren.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Ich beglückwünsche (tebrik) euch von ganzem Herzen und aus ganzer Seele (ruh) zu diesem ehrwürdigen (sherif) und gesegneten (mubarak) Ramadan. Möge Gott der Gerechte euch allen in dieser Nacht der Bestimmung (Leyle- i Qadr) im ehrwürdigen Monat Ramadan einen Gegenwert (hayirli) von tausend Monaten schenken. Amin. Und möge Er ihn von euch wie ein achtzigjähriges, gottgefälliges Leben annehmen. Amin.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben, getreuen, unerschrockenen und unerschütterlichen Brüder, die sich niemals von (einem Leben für) das Jenseits trennen und dieser vergänglichen Welt zuwenden würden!

Seid nicht traurig, dass ihr hier noch ein wenig länger bleiben müsst und man unsere Angelegenheit noch etwas in die Länge ziehen will. Nein, im Gegenteil: seid es, gleich mir, zufrieden. Da unsere Lebensuhr nun einmal nicht still

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steht, sondern abläuft, bekommt (unser Leben) in diesem Haus der Kasteiungen erst durch die Früchte, die es für das Jenseits hervorbringt, seine Beständigkeit. Im Übrigen erweitert sich der Kreis (der Schüler) der Risale-i Nur. So werden z.B. auch die Gelehrten des Sachverständigenkomitees gezwungen, die Leuchte des Lichtes (Siradju-n'-Nur) sehr genau zu studieren. Wenn wir zudem entlassen würden, könnte das in der einen oder anderen Hinsicht zu Ausfällen in unserem Dienst am Glauben führen. Obwohl ich selbst dabei noch weit mehr Schikanen zu erdulden habe als ihr, möchte ich doch nicht deswegen entlassen werden. Versucht nur, euch so weit wie möglich mit Ausdauer und Geduld in dieser Art zu leben zurechtzufinden und sucht beim Abschreiben und Lesen der Risale-i Nur Trost und Erleichterung zu finden.

Said Nursi
* * *
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Zweitens:

Da wir bereits wiederholt geäußert haben: "Die Risale-i Nur ist ein machtvoller und wahrhaftiger Kommentar (tefthir) zum Qur'an", jedoch einige unaufmerksame (Leute) die eigentliche Bedeutung dessen nicht kennen, habe ich nun die Eingebung bekommen, diese Tatsache näher zu erläutern. Und diese Tatsache ist folgende: Es gibt nämlich zwei Arten Qur'ankommentare.

Die erste ist die altbekannte Art Kommentare, wobei die Redewendungen im Qur'an und die Bedeutung seiner Worte und Sätze festgestellt, erklärt und erläutert werden.

Was aber die zweite Art der Auslegung betrifft, so stellt sie mit machtvollen Argumenten die Glaubenswahrheiten im Qur'an fest, erklärt und erläutert sie. Diese Art ist von sehr großer Bedeutung. Die allgemein bekannte Auslegung fasst

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manchmal diese Art kurz zusammen. Doch die Risale-i Nur betrachtet diese zweite Art als die unmittelbare Grundlage und ist eine spirituelle (auf der Wahrheit des Qur'an basierende) Auslegung, die auf beispiellose Weise alle halsstarrigen (gottlosen) Philosophen zum Schweigen verurteilt.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Von maßgeblicher Seite wurde eine maßgebliche und bedeutsame Frage gestellt. Man fragte mich daher: "Obwohl ihr doch gar keine Vereinigung seid und bereits drei Gerichtshöfe euch in diesem Punkt freigesprochen haben, hat man euch doch seit zwanzig Jahren beobachtet und unter Kuratel gestellt, während (die Gerichte) in sechs Bezirken sich da nicht weiter eingemischt haben. Trotz alledem besteht zwischen den Nurdjus ein wirklich wunderbarer Zusammenhalt, wie man ihn in sonst keiner Vereinigung, keinem Gremium (oder Untersuchungskomitee) vorfindet. Wir möchten, dass ihr dieses Problem löst."

Ich habe ihnen folgende Antwort gegeben: "Die Nurdjus sind kein Gruppen-Puppen-Spiel, schon gar nicht eine politische, weltliche (dunyevi) oder widerständlerische Vereinigung, errichtet um einem persönlichen oder gemeinschaftlichen Nutzen zu dienen, auch kein Gremium, und sie können es auch gar nicht sein. Jedoch sind sie die Nachkommen, die Söhne und Töchter der alten tapferen Männer, von Millionen, die voll Freude ihr Leben (ruh) für das Land und für den Islam eingesetzt haben und Märtyrer geworden sind. Sie haben diesen Opfermut geerbt, sodass sie nun diesen einzigartigen Zusammenhalt an den

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Tag legen und nun vor dem Gerichtshof in Denizli diese armen, elenden Mitbrüder an ihrer Stelle die folgenden Sätze sagen lassen konnten:

"Um der Wahrheit, d.h. der Wahrheit des Qur'an willen, für die Millionen heldenhafter (Menschen) ihren Kopf geopfert haben, sollten auch wir bereit sein, unseren Kopf zu opfern." So haben sie es in ihrem Namen gesagt und damit das Gericht in Staunen und Bewunderung zum Schweigen gebracht. Das aber heißt: Es gibt unter den Nurdjus tapfere Männer, die sich treu und wahrhaftig, nur um des Wohlgefallens Gottes (riza-yi Ilahi) willen in gläubigem Vertrauen für ein jenseitiges (Leben) einsetzen, sodass diese schrecklichen Komiteen der Freimaurer, der Kommunisten, (der Leute) des Verderbens, {einer westlich dekadenten Lebensweise (A.d.Ü.)} der Atheisten und der Tashnak {armenische Widerstandskämpfer (A.d.Ü.)} und ähnlicher, keine Möglichkeit finden konnten, ihnen Widerstand zu leisten, sodass sie sie nun mit Hilfe von Gummiparagraphen Zwietracht und Verderben säen wollen, indem sie den Gouverneur und das Gericht betrügen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie damit nichts erreichen werden, vielmehr den Grund dafür liefern werden, dass sich die Zahl derer, die sich für die Risale-i Nur und den Glauben (iman) hingegeben haben, noch vermehren wird.

Said Nursi
* * *
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Ich will euch von einer Frage und ihrer Antwort berichten, der ich vor vierzig Jahren einmal (begegnet bin) und

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die der Frage von gestern gleicht. In jener alten Zeit, als die Schüler des Alten Said so leidenschaftlich mit ihrem Meister (Ustadh) verbunden waren, dass sie ihr Leben für ihn hingegeben hätten, war der Alte Said in der Lage, dem Komitat der Armenier rund um Van und Bitlis, also den Kämpfern der Taschnak, die zu einem hohen Einsatz bereit waren, ein "Halt!" zuzurufen und (ihre Aktivitäten) bis zu einem gewissen Grade zum Stillstand zu bringen. Er fand Mauser-Gewehre für seine Schüler, und eine Zeitlang glich die ganze Medresse einer Kaserne, worin sich Gewehre zwischen den Büchern fanden, sodass ein General, der kam und das sah, sagte: "Dies ist keine Medresse. Es ist eine Kaserne." Aufgrund der Ereignisse in Bitlis wurde er misstrauisch und befahl: "Nehmt ihnen die Waffen ab!" So nahmen sie uns die fünfzehn Mauser-Gewehre, die in unsere Hände gelangt waren, wieder ab. Ein, zwei Monate später brach der Große Krieg aus und wir bekamen unsere Gewehre wieder zurück. Wie dem auch sei...

Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen fragte man mich damals:

"Dieses Furcht erregende, kampfbereite armenische Komitat hat Angst vor euch. Sobald ihr auf den Berg Erek steigt, ziehen sich diese tapferen Krieger vor euch zurück, verlassen die Gegend und gehen anderswohin. Was für eine Macht besitzt ihr denn, dass so etwas möglich ist?"

Zur Antwort habe ich ihnen gesagt:

"Da die armenischen Freischärler dieses einzigartige Opfer für ein vergängliches irdisches Leben bringen und für einen nur vorübergehenden Nutzen, einen negativen Nationalismus und für ihre Sicherheit und sich uns entgegenstellen, werden die Schüler, die für ein ewiges Leben und die positiven Interessen einer (welt)weiten heiligen islamischen Nation kämpfen und glauben, dass die vorherbestimmte Stunde nicht hinausgeschoben werden kann, sicherlich nicht hinter ihnen zurückstehen. Falls notwendig, werden sie sicherlich stolz und ohne zu zögern diese sichere, vorherbestimmte Stunde und einige, wenige Jahre eines illusionären äußerlichen Lebens

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für Millionen Jahre eines wahren Lebens, Wohlseins und die Interessen von Milliarden ihrer Brüder im Glauben zum Opfer bringen.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben, getreuen, glaubensstarken und liebenswerten Brüder!

Seit zwei Tagen habe ich infolge einer schweren Grippe schreckliche Schmerzen sowohl in meinem Kopf als auch in meinem ganzen Körper. Da ich mich unter diesen Umständen mit meinen Freunden treffen möchte und in gewissem Grade trostbedürftig bin und Gemeinschaft brauche, war ich durch eine schreckliche Einsamkeit und diese Isolationshaft besonders eingeengt. Klagen wie die folgende kamen mir in mein Herz: "Warum leiden wir diese Qualen? Was ist der Nutzen für unseren Dienst?"

Da spürte ich heute morgen plötzlich folgende Eingebung in meinem Herzen: Euch dieser schrecklichen Prüfung zu unterziehen und immer wieder bis in die feinsten Feinheiten hinein auf den Prüfstein geschlagen zu werden, um herauszufinden "ist es Gold oder ist es Kupfer?", euch in jeglicher Hinsicht mit äußerster Strenge zu prüfen, eure Seelen (nefs) durch drei, vier Siebe zu sichten, ob sie "etwa eigene Interessen oder Zweifel hegen, oder etwa nicht?" ist außerordentlich wichtig für euren Dienst, der einzig und allein im Namen von Recht und Wahrheit (haqq ve haqiqat) geleistet werden darf, damit Göttliches Vorherwissen (Qader-i Ilahi) und die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) ihn gestatten können. Denn da wir nun einmal auf diesem Feld der Prüfungen unseren verstockten, ungerechten Gegnern, die nur nach einem Vorwand suchen, auf diese Weise zur Schau gestellt werden, wird nun einem

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jeden klar, dass (in unserem Dienst) kein Lug und Trug, keine Selbstgefälligkeit, keine Selbstsucht, kein Vorteil in dieser (dunyevi) oder in jener (ukhrevi) Welt oder ein persönlicher Gewinn im Spiel ist, sondern einzig und allein aus Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit (haqq ve haqiqat) erwächst. Wäre er gleichsam verschleiert und verborgen geblieben, könnte man ihm die verschiedensten Gründe unterschieben. Die einfachen Gläubigen könnten nicht mehr in ihn vertrauen. Sie könnten dann sagen: "Vielleicht täuschen sie uns nur." Und auch die gebildeten Leute würden ihre Zweifel hegen. Vielleicht würden sie dann sagen, dass (diese Nurdjus diesen Dienst nur leisten), um sich gleich einigen Höhergestellten (maqamat) in ein günstigeres Licht zu setzen und damit Vertrauen zu erwerben, und könnten sich somit nicht mehr auf unseren Dienst verlassen. So fühlen sich denn nach dieser Prüfung selbst die verbohrtesten und argwöhnischsten Leute dazu gezwungen, (in unseren Dienst) zu vertrauen. So möge euch denn nun Gott (insha-a'llah) für eure Mühe tausendfachen Lohn gewähren!

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens:

Ich empfing eine Eingebung, ich solle doch dieses einerseits lehrreiche Verhalten und die andererseits so erstaunliche Behandlung beschreiben, die man meiner Person in meinen beiden Gefangenschaften (im Krieg und in der Haftanstalt) zuteil hat werden lassen. Es war dies folgendermaßen:

Wir lagen in Russland an der Kostroma zusammen mit neunzig gefangenen Offizieren in einer Halle. Von Zeit zu Zeit gab ich diesen Offizieren eine Unterweisung (ders).

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Eines Tages kam der russische Kommandant, sah das und sagte: "Dieser kurdische Kommandant eines Freiwilligen Bataillons hat einmal viele unserer Soldaten im Feld gelassen. Und jetzt gibt er ihnen hier politischen Unterricht. Ich verbiete das. Er darf keinen Unterricht erteilen." Zwei Tage später aber kam er wieder zurück und sagte: "Da euer Unterricht nicht politisch ist, sondern religiös und moralisch, mögt ihr also weitermachen." Und erteilte die Erlaubnis.

Während meiner zweiten Gefangenschaft hier in diesem Gefängnis verbat der (zuständige) Justizvollzugsbeamte einem meiner mir eng vertrauten Brüder, zu mir zu kommen, obwohl er doch seit zwanzig Jahren meine Lesungen gehört hatte und einen besseren Unterricht (ders) erteilt als ich. Man gestattete noch nicht einmal einem Diener, mir in meinen notwendigen Bedürfnissen (wie Wasser oder Essen) behilflich zu sein, damit niemand von mir unterwiesen werden könne. Dabei lässt doch die Risale-i Nur keine Notwendigkeit zu noch weiterem Unterricht (ders) mehr übrig; und es gibt auch gar nichts mehr zu unterrichten, auch kein Geheimnis mehr, das noch verborgen wäre. Wie dem auch sei: die derzeitigen Umstände sind der Grund, es hier nun mit dieser langen Geschichte kurz zu machen.

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Ein wahrer Trost, der die Bedrängnisse, die mich plagen, zunichte macht.

Erstens:

Unsere Trübsal (zahmet) verwandelt sich in Labsal (rahmet).

Zweitens:

Jener Frohsinn, der sich in der Gerechtigkeit (adalet) göttlichen Vorherwissens (qadr) findet, und in der Zufriedenheit (rida), (die sich einstellt, wenn man sich ihr) anvertraut (teslim).

Drittens:

Jene Heiterkeit, die aus der Besonderheit erwächst, dass den Nurdjus Gottes besondere Gnade (inayet) zuteil wird.

Viertens:

Jene Freude (die sich einstellt), weil selbst noch der Niedergang nur vorübergehend ist.

Fünftens:

Bedeutende Verdienste (sevab)

Sechstens:

Sich nicht einmischen in das, was Aufgabe (vazifah) Gottes ist.

Siebentens:

Angesichts auch der schwersten Angriffe nur unbedeutende Schwierigkeiten und kleinere Wunden zu erleiden.

Achtens:

Im Vergleich zu den von härteren Schicksalsschlägen Betroffenen (haben wir es) um ein vielfaches leichter.

Neuntens:

Nachdem wir in unserem Dienst am Glauben und in der Risale-i Nur schwer geprüft worden waren, ging daraus ein hoher Bekanntheitsgrad (der Risale-i Nur) hervor, woraus unsere Freude erwächst.

Diese neun geistlichen Freuden sind uns eine so milde Salbe, eine so süße Arznei, wie sie sich gar nicht beschreiben lässt; und sie erleichtert unsere schweren Qualen.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Erstens:

In einer Zeit, da eine despotische Regierung die Menschen von der Wallfahrt abhält, Semsemwasser wegschütten lässt, zulässt, dass man uns schweres Unrecht antut, darüber hinwegsieht, wenn der "Dhu-l'Fikar" und die "Leuchte des Lichtes (Siradju-n'Nur)" beschlagnahmt werden, Beamte befördert, die uns böswilliger- und ungesetzlicherweise misshandeln, die Stimme nicht hören, die aus unserem Hause dringt, wenn unser Zustand zu einem lauten Weinen wird, die unsere Unterdrückung zum Ausdruck bringt, ist der ruhigste Ort das Gefängnis. Nur wenn es nun noch möglich wäre, uns in ein anderes Gefängnis zu verlegen, wäre das unsere vollkommene Sicherheit (selamet).

Zweitens:

Gerade so wie sie auch noch die am entferntesten Stehenden gegen unseren Willen unsere privatesten Schriften haben lesen lassen, so bestehen sie auch darauf und zwingen uns geradezu dazu, eine Gemeinschaft zu bilden. Wir aber haben nicht das geringste Bedürfnis, eine Vereinigung zu sein oder ein Komitee zu bilden. Denn unter den Nurdjus hat sich die islamische Bruderschaft durch eine Gemeinschaft in der Vereinigung aller Gläubigen durch ihre Aufrichtigkeit und durch ihre Opferbereitschaft in hohem Grade entfaltet. Denn in jener mächtigen Hingabe, die sie von Millionen ihrer Vorväter geerbt hatten, sind die Schüler der Risale-i Nur an die Wahrheit gebunden, für die ihre Vorväter ihr Leben (ruh) in vollkommener Hingabe (kemal-i ashk) geopfert haben, sodass bis heute kein Bedürfnis zurückgeblieben ist, einen öffentlichen Verein, eine politische Vereinigung oder ein Komitee zu gründen, sei es nun geheim oder für jedermann zugänglich. Das aber heißt, dass jetzt eine solche Notwendigkeit besteht, denn Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi)

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hat sie geschaffen, um uns dadurch in Schwierigkeiten zu bringen. Sie tyrannisieren uns mit ihren Beschuldigungen einer imaginären politischen Organisation. Was aber das göttliche Vorherwissen (qadr) betrifft, so hat es uns mit seiner Hand geschlagen und dabei gesagt: "Warum ist denn eure Aufrichtigkeit nicht vollkommen, eure gegenseitige Unterstützung nicht vollkommen? Warum seid ihr denn keine vollkommene Partei Gottes (Hisbullah)?" So wirkt sie Gerechtigkeit.

Said Nursi

Dieses Mal findet der Angriff in einem weit größeren Rahmen statt. Der Regierungspräsident (Reis-i Hukumet) und sein Kabinett greifen uns aufgrund ihrer furchtbaren Verdächtigungen nun planmäßig an. Aufgrund einer Nachricht und vieler Hinweise haben die versteckten Heuchler durch fälschliche Berichte und mit ihren Intrigen es so dargestellt, als ob wir mit dem Kalifatskomitee und der geheimen Organisation des Nakshibandi-Ordens eng verbunden seien, ja sogar ihr Bannerträger, und dadurch die Regierung in den Alarmzustand versetzt. Als Beweis führen sie aus, dass die umfangreichen Bände der Risale-i Nur in Istanbul gebunden, über die ganze islamische Welt verbreitet werden und dort überall willkommen sind, womit sie die Regierung in Angst (und Schrecken) versetzt und erreicht haben, dass die eifersüchtigen Hodjas (vom Amt für religiöse Angelegenheiten) und die (bereits) misstrauischen Beamten sich gegen uns gekehrt haben. Sie waren der Meinung, dass zahlreiche Dokumente und Hinweise ans Licht kommen würden und dass ich es dann in den Adern des Alten Said nicht mehr länger aushalten könnte und nun das unterste zu oberst kehren würde. Doch sei Gott dem Gerechten unendlicher Dank dafür, dass er diese ganze üble Lage von Tausend zu eins herabgemindert hat. Bei all ihren

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Untersuchungen haben sie nichts entdecken können, was uns mit irgendeiner Vereinigung oder Gesellschaft in Verbindung hätte bringen können. Es gab nichts, was sie hätten finden können. Der Staatsanwalt war daher gezwungen, zu Lügen und Verleumdungen Zuflucht zu nehmen, die Dinge verkehrt auszulegen und Unterstellungen über irgendwelche Kleinigkeiten zu verbreiten, für die man niemanden verantwortlich machen kann. Da aber die Wahrheit nun einmal (so und nicht anders) ist, blieben wir und die Risale-i Nur zu neunundneunzig Prozent von diesem Übel verschont. Und weil dies so ist, dürfen wir uns nicht beklagen, sondern sollten tausendfach unseren Dank darbringen und von der Gnade Gottes (inayet-i Ilahiyye) in Geduld die Vollendung ihrer Manifestation erwarten. Und durch den Unterricht der Risale-i Nur sollten wir denjenigen Trost spenden, die seiner bedürfen und danach verlangen, die beständig zu dieser Medresse kommen oder von ihr gehen.

Said Nursi
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Meister (Ustadh) Said Nursi hat in seiner dritten Schule Josefs (Medrese-i Yusufiye) eine Abhandlung (risalah) verfasst, deren Titel "Der glänzende Beweis (Elhuddjetu-z'Zehra)" ist. Was die Einheit Gottes (tauhid), die «Risalet- i Ahmediye (A.S.M.)» und den Kommentar (tefthir) zur Suratu-l'Fatiha betrifft, so ist diese besonders wertvolle Risalah für die im Gefängnis einsitzenden Schüler der Risale-i Nur und ihre Mitgefangenen, weil sie ja Lektionen (ders) über die Erkenntnis (ilm) und den Glauben (iman) beinhaltet und so für die im Gefängnis Einsitzenden eine wohltuende und lichtvolle (nurlu) Beschäftigung darstellt. Die Schüler, die nach dem Gerichtsurteil zusammen mit ihrem Meister (Ustadh) im Gefängnis gesessen haben, verfassten dort folgenden Lobgesang, den wir hier nun originalgetreu wiedergeben wollen.

Was ist die Risale-i Nur? Wer ist Bediüzzaman?

Die höchsten Diener des Glaubens (din), deren Ankunft zu Beginn eines jeden Jahrhunderts in einem Hadith verkündet werden, sind nicht dessen Subjekt (mubtedi') {D.h. der Mittelpunkt eines Satzes, um den sich alles dreht. (A.d.Ü.)} sondern dessen gelebter Ausdruck (muttebi'). Das heißt, sie produzieren nicht von sich aus irgendetwas Neues und erfinden keine neuen Grundsätze (ahkam). Sie stärken und befestigen vielmehr die Religion (din), indem sie ihren Grundsätzen und Grundpfeilern der Religion und der Tradition des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, folgen, das Wahre und Wesentliche des Glaubens (din) aufzeigen, alles andere, was sich mit (der Religion) vermischt hatte, für Null

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und nichtig erklären, alle Angriffe gegen den Glauben (din) abwehren und zurückweisen, dem Auftrag ihres Herrn erneut wieder Geltung verschaffen und die Ehre und Erhabenheit der Göttlichen Gebote (durch ihr Leben) aufzeigen und verkündigen. Ohne die essentiellen Grundlagen (tavri esasi) zu zerstören oder den ursprünglichen Geist (ruhu asli) zu verletzten, erfüllen sie ihren Auftrag (ifa-i vazife) allein durch neue Methoden der Überzeugung, so wie sie dem Verständnis der jeweiligen Zeit entsprechen, durch eine zeitgemäße Art und Weise, die Menschen anzusprechen, sowie durch neue, detailliertere Erklärungen.

Diese Beamten ihres Herrn (Rabb) bestätigen (alle diese ihre) Aufgaben mit ihrer Tat und in ihren Werken. Sie erfüllen so (ihre Aufgabe), die Festigkeit ihres Glaubens (iman) und ihre Aufrichtigkeit (ikhlas) in sich selbst zu reflektieren. So bringen sie die Stufe ihres Glaubens (iman) durch ihre Taten zur Darstellung. Dadurch zeigen sie in der Tat, dass sie der mohammedanischen Sitte (ahlaq) voll und ganz entsprechen und in Wahrheit (haqq) mit der inneren Haltung Ahmeds und den Eigenschaften des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, bekleidet worden sind. Kurzum: In Anbetracht ihrer Taten und ihrer guten Gesittung (ahlaq), hinsichtlich der Befolgung der Sunnah des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, und im Festhalten an ihr, stellen sie ein schönes und vollkommenes Modell für die Gemeinde Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, dar und sind für sie ein Beispiel, dem man folgen sollte. Die Werke, die sie verfassen, und in denen sie das Buch Gottes (kitabullah) kommentieren, ihre Erläuterung (izah) zu den Grundsätzen (ahkam) des Glaubens (din) und die Art und Weise, wie sie diese dem Verständnis (fehim) ihrer Zeit und dem Grad ihrer Bildung (ilim) entsprechend darzustellen wissen, sind nicht in ihnen selbst und als Resultat ihres erhabenen Denkvermögens entstanden, auch nicht die Frucht ihrer eigenen Intelligenz und Bildung (zeka ve irfan). Sie sind vielmehr eine innere Eingebung (ilham) und die Stimme ihres Herzens, unmittelbar gespeist aus der

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Quelle der Offenbarung (vahy) des Herrn der Reinen Botschaft (risalah). Djeldjelutiye, {ein poetisches Werk von Imam Ali} Mesnevi-i Sherif, {das Hauptwerk von Djelaluddin Rumi} Futuh-ul Ghayb {das Hauptwerk von Abdul-Qadiru-l'Djeylani} und andere Werke dieser Art sind stets auf die gleiche Weise entstanden. Für all diese heiligen (qudsi) Werke waren solche, wenn auch hochangesehenen Persönlichkeiten, nur deren Verkünder. Diese heiligmäßigen (muqaddes) Persönlichkeiten haben einen Anteil an der Auswahl (der Themen) und der Art der Erklärung dieser erlesenen Werke, d.h., diese heiligmäßigen (qudsi) Persönlichkeiten gelten gewissermaßen als eine Art Überbringer, als Spiegel, bzw. Reflektoren ihres Sinngehaltes.

Was nun die Risale-i Nur und ihren Interpreten betrifft, so findet sich in diesem vielgepriesenen Werk ein solch hoher Segen (feyz-i ulvi) und eine in so hohem Maße wirksame Vollkommenheit, wie sie bis heute noch niemals in einem vergleichbaren Werk gefunden werden konnte. Und da man nun feststellen muss, dass sie in einer Weise, wie man sie nie zuvor in ähnlichen Abhandlungen bezeugen konnte, eine Wirksamkeit entfaltet, wie sie in der Nachfolge des Ehrwürdigen Qur'an liegt, der die Fackel Gottes (mesh'ale-i Ilahiye), die Sonne der Rechtleitung und der Mond der Glückseligkeit ist; dass ihr Wesen das reine Licht des Qur'an (nur-u mahz-i Qur'an) ist und die Wirksamkeit der Segnungen aller Lichter Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, in größerem Maße in sich trägt als die Werke aller Freunde Gottes (evliyaullah); dass die innere Anteilnahme an ihr, die Verbundenheit mit ihr, die heilige Leitung durch den Herrn der Reinen Botschaft (risalah) noch stärker (zu spüren) ist als in allen Werken der Freunde Gottes (evliyaullah); dass im übrigen die Geistigkeit jenes Mannes, der sich (durch den Qur'an) angesprochen fühlt und sein Interpret ist, in der Art, wie sehr er sich durch ihn angesprochen fühlt und ihn zu schätzen weiß,

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unvergleichlich hoch und ohne Beispiel ist, das ist eine offensichtliche Tatsache (haqiqat), so klar wie die Sonne.

Jene Persönlichkeit wurde in der Tat noch in ihrer Kindheit, weil sie ja niemals irgendwelchen Unterricht genossen hatte, um sich vor diesen äußeren Umständen zu erretten, in einer Zeitspanne von nur drei Monaten zum Erben (varith) {Die Gelehrten sind die Erben der Propheten (Hadith) (A.d.Ü.)} aller wissenschaftlichen Werke der Antike wie der Neuzeit, der Hermeneutik, der Geisteswissenschaften, der Naturwissenschaften, der Theologie und der Philosophie, eine Erfahrung, wie sie in ihrer Erhabenheit bis dahin noch nie jemandem zuteil geworden war. Von einer derart wunderbaren Gelehrsamkeit hatte man noch nie zuvor vernommen. Es besteht gar kein Zweifel, dass er, als der Überbringer des Lichtes (terdjüman-i nur), wie oben beschrieben, ganz und gar einen schlichten Anstand (iffet-i müdjessem) verkörpert, einen staunenswerten Mut und zugleich eine vollkommene Bedürfnislosigkeit zeigt, sowie in seinem ganzen Wesen von Natur (fitrat) aus ein Wunder verbunden mit einer staunenswerten Charakterfestigkeit darstellt (tedjessüm) und auf diese Weise ein Gnadengeschenk (inayet) und eine vollkommene Gabe Gottes.

Diese wunderbare Persönlichkeit forderte - selbst fast noch ein Kind und doch bereits ein respektabler Gelehrter - die ganze damalige gelehrte Welt zu einem Disput heraus, ließ alle Väter der Wissenschaften still werden und brachte sie zum Schweigen, indem er alle ihre Fragen, ganz gleich welche auch immer sie ihm stellen mochten, vollständig, zutreffend und ohne jemals zu zögern oder zu zweifeln, beantwortete, wodurch er sich bereits mit vierzehn Jahren den Titel eines Magisters (Ustadh) erwarb und weshalb nun für immer der Segen seines Wissens (feyz-i ilim) und das Licht seiner Weisheit (nur-u hikmet) von ihm ausstrahlt. Durch die Feinsinnigkeit seiner Erläuterungen, die Eloquenz seiner Darlegungen, die Sicherheit und Bestimmtheit bei all seinen kritischen Erwägungen, seinen

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ebenso scharfsinnigen wie tiefschürfenden Betrachtungen, kurzum: durch das Licht seiner Weisheit versetzte er sämtliche gebildeten Leute (erbab-i irfani) in Erstaunen, womit er sich schließlich mit vollem Recht jenen illustren Titel einer "Koryphäe der Wissenschaft" erwarb, wie er in damaliger Zeit einmalig und einzigartig ("Bediüzzaman") war. Mit seinen überragenden Fähigkeiten und seiner vorzüglichen Gelehrsamkeit verbreitete er die Religion Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, bewies sie und zeigte sich dabei (als ein Mann, der stets) das Menschenmögliche tat, wofür das Ehrenwerte Haupt (Siegel) der Propheten (Seyyid-ul Enbiya Hazretleri), mit dem Friede und Segen sei, einer solchen Persönlichkeit mit Sicherheit seine allerhöchste Zuwendung gewährte und ihm seinen erhabenen Schutz und seine Hilfe zuteil werden ließ. So war er denn ohne Zweifel eine edelmütige Persönlichkeit, die stets dem Auftrag und der Anweisung (emir ve ferman) des Propheten Gottes (nebiyy-i aqdes), mit dem Friede und Segen sei, folgte, der seinen Weisungen entsprechend handelte und so zum Erben (varith) seiner Wahrheit wurde und diese (in seiner Persönlichkeit) reflektierte.

Da er also nun die Lichter Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, die Erkenntnisse Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, und Gottes Fackel in ihrer ganzen Fülle (fuyuzat-i shem'-i Ilahi), in ihrem höchsten Glanz erstrahlen ließ, wodurch die numerischen Hinweise in Qur'an und Hadith in ihm zur Erfüllung gelangten, womit die majestätischen Verse (ayat-i djelil), die durch den Mund des Propheten (hitabat-i nebevi), mit dem Friede und Segen sei, verkündet worden sind, in ihrer numerischen Ausdeutung auf ihn zutreffen, besteht anhand dieser Hinweise kein Zweifel, dass diese Persönlichkeit aufgrund ihres Dienstes am Glauben ein klarer Spiegel des Prophetentums (risalet) ist, die höchste, oberste, leuchtend strahlende Frucht am Baume des Prophetentums (risalet), das abschließende Wort, das aus dem Munde des Propheten (lisan-i risalet) in Hinsicht auf seine Erbschaft (irsiyet) die Wahrheit (haqiqat)

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verkündigt, der letzte, der glückselig im Dienste des Glaubens (hizmet-i imani) die Fackel Gottes (shem'-i Ilahi) trägt.

Im Namen der Schüler der Risale-i Nur, die in der dritten Schule Josephs, als erste dem Unterricht in dem "Glänzenden Beweis (Elhuddjetu-z'Zehra)" und in dem "Aufscheinen des Morgensterns (Zuhretun'Nur)" gefolgt sind

Ahmed Feyzi, Ahmed Nazif, Salahaddin, Zübeyr, Djeylan, Sungur

Obwohl mir (meine Schüler) einen hundertfach höheren Anteil zugeschrieben haben, als mir eigentlich zusteht, habe ich es doch nicht gewagt, die Gefühle der Unterzeichner zu verletzen. So habe ich denn diesen Lobgesang der Schüler der Risale-i Nur im Namen ihrer geistigen Körperschaft stillschweigend akzeptiert.

Said Nursi
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Achter Abschnitt

Das Leben in Isparta

Nach 1950

Ustadh Said Nursi wurde aus dem Gefängnis in Afyon am Morgen des ersten September 1949 entlassen. Zwei Kommissare brachten ihn mit einer Droschke in ein Haus. Dort fanden sich auch seine Schüler ein, um ihm zu Diensten zu sein. Im Leben des Meisters nach seiner Gefangenschaft in Afyon zeigten sich nun die nachstehenden Veränderungen. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Meister zur Nachtzeit niemanden in seinem Hause geduldet. Vom Abend bis zum ersten Hahnenschrei hielt er seine Türe verschlossen. Nach seiner Gefangenschaft in Afyon aber blieben einige seiner getreuen Schüler ihm für seine persönlichen Dienste zur Seite. Doch behielt der Meister auch weiterhin sein privates Zimmer. Nur zu Zeiten, in denen er der Hilfe bedurfte, konnte man dort zu ihm kommen.

Nach seiner Gefangenschaft in Afyon zeigte es sich nun, dass der Meister, wie er selbst erzählt, gleichsam ein "dritter Said" wurde. Denn danach ging sein Dienst an der Risale-i Nur in eine neue Phase über. So setzte denn eine völlig neue Entwicklung ein. Diejenigen, welche dem Meister zu Hilfe kamen und ihm im Dienste an der Risale-i Nur zur Seite traten, gingen meistens noch zur Schule. Die göttliche Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahiye) verwandelte das Unglück, Gefangener in Afyon zu sein, in vielerlei Hinsicht in einen Akt der Barmherzigkeit (rahmet). Ein Aspekt dieser Barmherzigkeit (rahmet) war folgender: Während der Tage, an denen die Gerichtsverhandlungen stattfanden, kamen die Nur-Schüler aus allen umliegenden Städten und Dörfern (vilayet ve kaza) und lernten sich dort kennen. Dort fanden sie auch die Multiplikatoren (Informationsträger), die ihnen von ihrem Meister, von der Risale-i Nur und über den

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Dienst an ihr erzählten. So entwickelte sich unter ihren Händen aus einer engen brüderlichen Gemeinschaft eine geistige Kraft (quvve-i manevi), die sich (mit all ihren Elementen) durch ein auf das Jenseits und ein auf den Glauben (ukhrevi ve imani) ausgerichtetes (Leben) in der Zufriedenheit Gottes (riza-yi Ilahi) auf sie herabsenkte. Diejenigen, welche an diesen Gerichtstagen in der langen Reihe derer, welche zusammen mit ihrem Meister die Schar seiner mutigen Schüler bildeten, zum Gerichtsgebäude zogen, wurden nun das Fahrzeug, geformt aus den Herzen (qalb) der Gläubigen (mu'min), in denen sich um Gottes willen eine grenzende Liebe (muhabbet) und innere Nähe entwickelte. In der Auswirkung dieser Prozesse aber geschah es, dass sie der Anlass wurden, den Dienst für die Sache des Glaubens (iman) und des Islam zu fördern. Den Feinden des Glaubens (iman) zum Trotz war es nun, dass in der Folge dieses Unglücks viele tapfere und mutige Menschen durch die Risale-i Nur den Dienst am Glauben (iman) übernahmen und ihn sich zum Ziel ihres Lebens (hayat) setzten. Es tauchten immer neue gebildete Schüler auf. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis aber standen nun ständig ein oder zwei Polizisten vor der Haustüre des Meisters Wache und ließen niemanden zu ihm hinein. Auch während er noch im Gefängnis saß, versetzten sie die Leute in Angst und Schrecken, indem sie überall Lügen und Verleumdungen über ihn verbreiteten, wobei auch eine Nachricht die Runde machte, Bediüzzaman werde demnächst aufgehängt werden.

Nachdem der Meister zwei Monate in Afyon verbracht hatte, wurde er nach Emirdagh gebracht. In Emirdagh aber gab es bereits sehr viele Schüler der Risale-i Nur. Diese Schüler verrichteten nun dort die Dienste der Nurdjus (hizmet-i Nuriye).

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Wie verlief der Dienst (hizmet-i Nuriye) nach der Gefangenschaft in Afyon?

In Isparta wurde die Herausgabe der maschinell vervielfältigten Bände der Risale-i Nur fortgesetzt. Der Meister war wieder, so wie es seine Gewohnheit war, mit den Korrekturen beschäftigt. Nur war der Dienst (hizmet-i Nuriye) nach dem Ende der Gefangenschaft nun in verschiedene Aufgabenbereiche unterteilt. Nur war jetzt die Herausgabe nicht mehr auf die Vervielfältigung und die Abschriften von Hand beschränkt. In damaliger Zeit konnten die verschiedenen Bereiche des Dienstes auf folgende Weise dargestellt werden:

1- In den verschiedenen Dörfern, Städten und Bezirken (vilayet, kasaba ve köy) setzen sich die Nur-Schüler in ihrer jeweiligen Umgebung dafür ein, die Nur-Werke sowohl selbst zu lesen und zu schreiben, als auch sie bei anderen vorzulesen und zu verbreiten.

2- In Isparta und Inebolu die Risale-i Nur maschinell zu vervielfältigen, zu binden und sie in ihrer Umgebung zu verbreiten.

3- In Ankara und Istanbul unter den verschiedenen Gruppen der Bevölkerung, besonders aber an den Universitäten, unter den verschiedenen Schülern und Studenten, den jungen Leuten, den Beamten und Angestellten und auch unter den Frauen die Nur-Werke zu verbreiten, sie zu lesen und so bei vielen im Sinne der Risale-i Nur ein vertieftes inneres (manevi) Interesse zu wecken. So sollten aus ihnen aufrichtige, opferbereite Diener des Glaubens (iman) hervorgehen. Die rasche Entfaltung des Lichtes des Glaubens (nur-u iman) in diesen beiden Zentren.

4- Zu den zuständigen Behörden wegen der Rückgabe der (beschlagnahmten) Bücher, wegen ihrer neuerlichen Beschlagnahmung an verschiedenen anderen Orten und der gleichzeitigen Belästigungen ihrer Schüler Kontakt aufnehmen. Die Risale-i Nur im Lande und unter dem Volk

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hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Heil künftiger Generationen bekannt machen und dort eine ehrliche Überzeugungsarbeit leisten... Die neue türkische Regierung (sollte) dieses neue und vollkommene Licht des Qur'an als wertvoll betrachten. Durch die modernsten Mittel der Verbreitung sollte es sowohl in Anatolien als auch in der Islamischen Welt und der ganzen Menschheit bekannt gemacht werden.

5- Die Verbreitung der Risale-i Nur in den östlichen Gebieten (vilayet)

So hatte also Said Nursi nachdem er aus dem Gefängnis in Afyon entlassen und nach Emirdagh gebracht worden war, einen neuen Blickwinkel für die einzelnen Phasen seines Dienstes gefunden und interessierte sich nun hinsichtlich seines Dienstes auch für den Sitz der Regierung. Bis zu dieser Zeit war der Dienst an der Risale-i Nur einzig auf die Vervielfältigung dieser Werke durch Abschreiben beschränkt. Der Meister hatte seit den frühen Jahren in Barla stets Kontakt zu seinen engsten Schülern gehalten, die sich um die Verbreitung der Risale-i Nur bemühten, sie zu ihrem Dienst beglückwünscht und ihnen Mut gemacht. In letzter Zeit haben sich jedoch die Schüler, Studenten und Beamten für die Nur-Werke interessiert. Und nun traten die Schüler auf den Plan, erkannten in den Nur-Werken den Sinn ihres Leben (hayat) und begannen ihren Dienst, worin sie für das Land, für das Volk und die Islamiyet einen bedeutenden Dienst leisteten.

Der Beschluss des Gerichtes zu Afyon, die Risale-i Nur zu beschlagnahmen, wurde durch das Revisionsgericht von Grund aus aufgehoben. Einer der Gründe, die schließlich zur Aufhebung des Gerichtsbeschlusses geführt haben, war der, dass das Schwurgericht (Aghir Djeza Mahkeme) in Afyon bei der Urteilsbegründung seines Schuldspruches Abhandlungen (risalah) vorlegte, ohne zu erwähnen, dass

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diese Werke (bereits von dem Gericht) in Denizli (als unbedenklich) freigegeben worden waren. Das aber hatte zur Folge, dass die schon einmal freigegebenen Werke einen (erneuten) Schuldspruch von vornherein nichtig werden ließen. So wurde denn nur bestätigt, dass nach einem (bereits früher) rechtskräftig gewordenen Revisionsverfahren, die Eröffnung eines erneuten Gerichtsverfahrens (von vornherein) rechtswidrig ist. Nachdem also nun das Revisionsverfahren zu einer Aufhebung geführt hatte, begann man in Afyon erneut zu verhandeln. Doch während noch das Gericht weiter verhandelte, gelangte die Demokratische Partei an die Regierung (hükumet), übernahm die Macht (iktidar) im Staate und verkündete eine allgemeine Amnestie. Da nun diese Akte gleichfalls unter das Amnestie-Gesetz fiel, wurde das Verfahren bei dem Gericht in Afyon (dementsprechend offiziell) eingestellt.

(*): Gleichzeitig beschloss aber das Kollegium der Richter, die Werke der Risale-i Nur nicht freizugeben. Und dieser Beschluss blieb bis zu Jahre 1956 in Kraft. So beschloss denn das Gericht zwei Mal die Risale-i Nur zu beschlagnahmen. Und zwei Mal hat ein Revisionsgericht diese Beschlagnahme wieder aufgehoben. Zwei Mal folgte das Gericht in Afyon dem Revisionsurteil und gab die Risale-i Nur wieder frei. Auch dieses Mal hob das Revisionsgericht (das Urteil) wegen eines Verfahrensmangels wieder auf und verlangte (dieses Mal), dass das Amt für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet) diese Werke untersuchen solle. Das Religionsministerium (Diyanet) ließ also alle Werke durch ein Gremium von Sachverständigen überprüfen. Am Ende gaben sie über den in der Risale-i Nur (dargestellten) Sachverhalt (haqiqat) einen wenigstens teilweise erklärenden Bericht ab.

Nachdem nun die Sachverständigen den oben erwähnten Bericht abgegeben hatten, beschloss das Gericht zu Afyon im Juni 1956 einstimmig, die Beschlagnahme der Risale-i Nur aufzuheben und die entsprechenden Werke freizugeben. Dieses Urteil wurde rechtskräftig. Von diesem Zeitpunkt an konnten nun endlich am Sitz der Regierung (Ankara) die Bände der Risale-i Nur gedruckt und verlegt werden.}

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Said Nursi hatte bereits vor seiner Inhaftierung in Afyon bestimmt, dass der Direktor des Religionsministeriums(Diyanet Ishleri Reisi Ahmed Hamdi)zwei Gesamtausgaben der Risale-i Nur erhalten solle; eine Gesamtausgabe sollte er in seine Bibliothek(Diyanet Ishleri Kütübhanesine)stellen und eine weitere Gesamtausgabe für sich selbst behalten. Dann aber ereignete sich diese Geschichte mit dem Gefängnis und er konnte die Bände nicht mehr abschicken. Nachdem man ihn aber vom Gefängnis nach Emirdagh gebracht hatte, (setzte) der Meister sich hin, korrigierte die beiden bereits vorbereiteten Gesamtausgaben, übersandte sie Ahmed Hamdi und schrieb ihm nachstehenden persönlichen Brief:

Sehr geehrter Herr Ahmed Hamdi!

Etwas, das meine Seele umtreibt (hadise-i ruhiye), möchte ich Ihnen hierbei gerne mitteilen: Vor langer Zeit war es, dass Ihre Gedankenwelt (fikr) und die der Ihnen unterstellten (meslek) Hodjas auf das, was erlaubt (ruhsata) ist, ausgerichtet ist und die Dinge nach bestem Wissen und Gewissen (azimet-i sher'iye) vernachlässigt, was meiner eigenen Gedankenwelt (fikr) entsprechend nicht angemessen wäre. Das ist mir ihretwegen wie deinetwegen sauer aufgestoßen. Ich habe mich damals gefragt: "Warum handelt der nicht nach seinem Gewissen (azimet-i sher'-iye) und bewegt sich stattdessen an der Grenze des Zulässigen (ruhsata)?" und unmittelbar danach Ihnen die Risale-i Nur nicht mehr zugesandt. Vor drei, vier Jahren begann ich dann allerdings die Dinge etwas kritischer zu betrachten und in meinem Herzen (qalb) zu bedauern. Und dann empfing ich mit einem Mal die folgende Ermahnung:

"Es gibt unter deinen alten Mitschülern vor allem noch einige Leute wie Ahmed Hamdi, die sich in all dieser fürchterlichen, gewaltigen Zerstörung nach dem Grundsatz der

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Schadensbegrenzung darum bemühen, auch weiterhin einem Teil ihrer Verpflichtungen in der Wissenschaft (ilm) und der Erkenntnis nachzukommen und zu bewahren, was ihnen heilig (muqaddesat) ist, dabei alles, was gefährlich ist auf ein Viertel herabzumindern, weshalb ihnen Gott (insha-a'llah) in ihrer Notlage all dies als eine Entschuldigung oder Bußübung anrechnen möge, wenn sie in der Gefahr tun, was gerade noch erlaubt (ruhsat) oder vielleicht schon ein Fehler ist." Dies vernahm ich in meinem Herzen (qalb) als eine nachdrückliche Ermahnung. So habe ich denn damit begonnen, Sie und die Ihren seit dieser Zeit wieder wie meine alten Mitschüler (medrese kardeshlerim) und Schulkollegen (ders arkadashlarim) mit den Augen wahrer Brüderlichkeit zu betrachten. Aus diesem Grund habe ich, als ich schon glaubte, die Krankheit nach meiner schweren Vergiftung werde mit dem Tode enden, daran gedacht, dass einmal Sie selbst statt meiner der wahre Besitzer, Beschützer und Bewahrer der Risale-i Nur sein werden und weil Sie schon vor drei Jahren einmal den ausdrücklichen Wunsch geäußert hatten, eine Gesamtausgabe der Risale-i Nur zu besitzen, habe ich mich entschlossen (niyet), es Ihnen auch zu geben. Z.Zt. habe ich leider kein Exemplar, dass schon vollständig abgeschrieben und von mir korrigiert worden wäre. Allerdings gelang es drei Nur-Schülern ihre einzelnen vor fünfzehn Jahren abgeschriebenen Exemplare zu einer Gesamtausgabe zusammenzufügen. Ich habe sie eigens für Sie während meiner schweren Krankheit einigermaßen korrigiert. Diese eine von drei Schülern abgeschriebene Gesamtausgabe ist mir ebenso wertvoll wie zehn von ihnen. Ich hätte diese Sammlung niemandem außer Dir gegeben. Ihr Preis entspricht ihrem geistigen (manevi) Wert und umfasst drei Dinge:

Erstens:

Sie sollen - soweit das möglich ist - für das Direktorium (Diyanet Riyaseti) und alle seine Unterabteilungen, wenn möglich noch mit den alten (arabischen) und falls nicht, dann mit den neuen (lateinischen) Buchstaben, unter Mithilfe meiner engsten Freunde, von denen

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unbedingt einer die Korrektur (der Druckfahnen) beaufsichtigt, zwanzig, dreißig Ausgaben drucken lassen und sie den Unterabteilungen Ihres Amtes (Diyanet Riyaset) übersenden. Denn die Herausgabe und Verbreitung dieser Werke ist der fremdländischen, glaubenslosen Strömung (Bolschewismus) wegen die Aufgabe Ihres Amtes.

Zweitens:

Da nun einmal die Werke der Risale-i Nur Eigentum der Medresse sind, sind nun auch Sie sowohl ihr Fundament, als auch ihr Kopf und ihr Schüler. Diese sind Ihr wahrhaftiges Eigentum.

Drittens:

Die (optisch sichtbaren) Übereinstimmungen im Qur'an sollten so weit möglich im Offsetverfahren gedruckt werden, sodass man in diesen Übereinstimmungen die Wunderhaftigkeit des Qur'an erkennen kann.

Said Nursi

Einige Briefe, die Bediüzzaman Said Nursi und seine Schüler nach 1950 geschrieben haben

(Hier ein Brief), geschrieben aus Anlass eines Gesprächs, nachdem die Demokratische (Partei) es wieder erlaubt hatte, in arabischer Sprache zum islamischen Gebet (Ezan-i Muhammedi) zu rufen

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens:

Wir beglückwünschen euch dazu, dass nun der Ruf zum Gebet (Ezan-i Muhammedi) wieder in vollkommener Freiheit (kemal-i ferah) von zehntausenden Minaretten verkündet wird, was sowohl für euch, als auch für das Land und die Islamische Welt (alem-i Islam) der Beginn einer bedeutsamen, festlichen Zeit (bayram) ist, in der die Kennzeichen des Islam (sheair-i Islamiye) in diesem Land wieder in Erscheinung treten dürfen. Und wir flehen,

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indem wir zur Annahme eures Dienstes, eurer Anbetung (ibadet) und eurer Bittgebete (dua), durch die ihr in diesem ehrwürdigen Monat Ramadan (ramazan-i sherif) ebenso viele (Verdienste) erwerben könnt, wie in etwa dreiundachtzig Jahren, und noch etwas mehr, der Anbetung (ibadet) unser "Amen" sagen, dass ihr durch die göttliche Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahiye) in jeder Nacht dieses Ramadan ebenso viele Verdienste (sevab) erwerben möget wie in der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr). Da ich in diesem Monat Ramadan äußerst schwach bin und nicht mehr richtig arbeiten kann, bitte ich euch um euren geistlichen (manevi) Beistand.

Said Nursi
* * *
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

An meine gesegneten islamischen Brüder in den Zentren der Islamischen Welt (alem-i Islam)!

Euch aus ganzem Herzen und ganzer Seele (ruh-u can) einen herzlichen Glückwunsch (tebrik)! Wir haben euch ein Sendschreiben (tebrik), geschrieben von einem bedeutenden, gesegneten, kämpferischen (mudjahid) Gelehrten übersandt, das an Hazret Bediüzzaman gerichtet ist, der durch seine Werke eine Koryphäe der Gelehrten und zugleich auch eine Koryphäe der Kommentatoren (fuhul-i ulema ve fuhul-i müfessir) geworden ist.

Hazret Bediüzzaman beglückwünscht euch Tausende Male in seinem zur Antwort geschriebenen Briefe und dabei geruhte derselbige unvergleichliche Meister Hazret Bediüzzaman, mir den Auftrag zu erteilen, euch zu schreiben und euch sowohl seine große Freude darüber mitzuteilen, dass die Nurdjus, unsere gläubigen (mu'min) Brüder in

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Anatolien, als die Nachfolger der Helden des Qur'an und des Glaubens (iman), mit den Muslimen, die in Arabien an den Wahrheiten des Qur'an (haqiqat-i Qur'aniye) interessiert sind, als zwei Brüder, die in vielfacher Reihe harmonisch aufeinander abgestimmt, einen Kreis um den Qur'an bilden und sich in Reihen um ihn scharen, und dass er zugleich auch mit eurer Absicht (niyet) über die Maßen zufrieden ist, dass eure gläubigen (mu'min) Brüder, die mit der Risale-i Nur in einem so starken Interesse verbunden sind, einen Teil davon ins Arabische übersetzen und verbreiten wollen, wobei die Nurdjus der ehrenwerten islamischen Gemeinschaft in Urfa die (in ihrem Besitz befindlichen jeweiligen) Teile der Risale-i Nur, mit denen sie gerade beschäftigt sind, gut aufheben sollen.

Oh ihr verehrten lichtstrahlenden Glieder eines edlen arabischen Volkes (qaum)! Die in der Tiefe der Geschichte begrabenen und ihre aus der Vergangenheit in die Zukunft entsprungenen Vorväter, diese Leugner unseres Propheten (kuffar), deren Heere seit vierzehn Jahrhunderten diese islamische Nation (millet) angegriffen haben, um sie zu zerschlagen, konnten nun während des Ersten Weltkrieges endlich ihre Wünsche erfüllen. Die Freundschaft (muhabbet) zwischen Türken und Arabern, diesen beiden wahrhaft islamischen Brüdern, die Tausend Jahre lang unerschütterlich standgehalten hatte, ist nun mit viel List und Tücke am Erlöschen. Man konnte es einfach nicht ertragen, dass (die Gläubigen) in ihren Herzen (qalb) ihren so großen Wunsch, sich im reinen Garten (Ravda-i Mutahhara) {der Platz zwischen Mihrab und Mimber (A.d.Ü.)} jenes erhabenen Propheten, welcher der Stolz der Leute des Islam (ehl-i Islam) und des Menschengeschlechtes (nev'-i besher), die Ursache der Erschaffung (sebeb-i khilkat) allen Seins und der Spiegel aller göttlichen Segensfülle (füyuzat-i Ilahiye) ist, auf ihr Angesicht nieder zu werfen, stets lebendig erhalten wollten. Es lag diesen Leugnern des Propheten einfach) quer im Magen, dass (die

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Gläubigen), um von diesem erhabenen, ruhmreichen Propheten (Peygamber-i Dhishan) auch nur ein klein wenig Zuwendung zu erlangen, bereit waren, für ihr Leben (ruh) alles und jedes zu opfern. Sie wollen, dass die Muslime ihre prächtigen Schriften, welche die Quelle ihres Stolzes sind und denen sie seit 1400 Jahren auf dem ganzen Erdenrund, wie auf den Blättern der Zeit, mit dem Stift der weißen Klinge ihrer Blutzeugen (shehid) und Glaubenskämpfer (gazi), wie mit roter Tinte geschrieben und somit der Geschichte anvertraut haben, vergessen sollen. Auf diese Weise entschlossen voranschreitend haben diese erbarmungslosen Feinde Türken und Araber, diese beiden Brüder, durch fürchterliche Verträge in Ketten gelegt, um sie so unter bittersten Qualen zu erdrücken, damit sie sich nicht wieder vereinigen können. So haben sie viele Jahre lang unter ihren stählernen Ketten gelitten. Man hat an den Muslimen jegliche Art von Bosheit ausgeführt.

Doch ach! (Die Feinde des Glaubens) konnten nicht wissen und nicht erkennen, dass die göttliche Gnade (inayeti Ilahiye) auch dieses Mal wieder den Muslimen beistehen und ihnen mit einem derart großartigen, ja einzigartigen Kommentar (tefthir) zum Qur'an, wie es die Risale-i Nur ist, und mit Bediüzzaman, ihrem Verfasser, einen ebenso großartigen Sieg (verleihen) werde. Diese Werke beweisen die göttliche Allgegenwart (vahdaniyet-i Ilahiye), die prophetische Sendung Mohammeds (Risalet-i Muhammedi), mit dem der Friede sei, und die Wahrheit von der Auferstehung (haqiqat-i hashriye) mit so mächtigen und wahrhaftigen Zeugnissen und glanzvollen Beweisen, dass bis jetzt noch kein Denker des Ostens (alim) oder des Westens (feylesof) dagegen aufstehen und ihnen zu widersprechen vermochte.

Wir Türken nähren in unserem Herzen (qalb) und in unserer Seele (ruh) im Namen Gottes und um unseres ruhmreichen Propheten (Peygamber-i Dhishan) willen immerfort eine unendliche Liebe (sevgi) und eine grenzenlose Ehrfurcht und pflegen sie, euch, dem edlen arabischen Volk (qaum)

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gegenüber, unter dem sich so viele Nachkommen des Propheten (seyyid) befinden und dessen erlesene Nachfolger (sahabe-idh)zin) eure Vorväter sind. Um dieses erhabenen, ruhmreichen Propheten (Peygamber-i Dhishan) und seines erhabenen Glaubens (din) willen sind wir bereit, zuerst und vor allem unseren geistigen (ruh), aber auch all unseren materiellen Besitz hinzugeben.

So bitten und beten wir denn in der großen Hoffnung auf die Gnade und Freigiebigkeit (lutf-u kerem) Gottes des Gerechten (Djenab-i Haqq), Gott möge es wollen (insha-a'llah), dass Türken und Araber, die beiden wahrhaftigen Brudervölker (millet) durch die freudige Nachricht (haber-i besharet), die uns unser geliebter Meister, Hazret Ustadh Bediüzzaman, geschenkt hat, in naher Zukunft die Einheit (ittihad) bringen wird. Und so werde denn in unserer Einheit diesen schrecklichen Feinden aller Gläubigen die von ihnen ausgestreute Saat des Verderbens ins eigene Gesicht geschleudert. Und möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass diese unter ihren Ketten leidenden vierhundert Millionen Muslime wieder neu in einem heiligmäßigen islamischen Leben (hayat-i qudsiye-i Islamiye) an die Spitze des Menschengeschlechtes treten und so den Frieden (sulh) und eine allgemeine Versöhnung sicher stellen werden.

Ein Schüler der Risale-i Nur mit der Bitte um Euer Gebet (dua)

Hüsrev

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Brief an den Ministerpräsidenten Menderes

Brief des Meisters an den Ministerpräsidenten Adnan Menderes, der die Risale-i Nur in ihrem bedeutenden Dienst für das Land, für das Volk und die Islamiyet anerkennt und zu schätzen weiß,

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Obwohl ich sehr krank bin und mich für politische Fragen nicht interessiere, möchte ich mich doch gerne mit einem solch mutigen Schirmherrn des Islam, wie es Adnan Menderes ist, unterhalten (sohbet). Da aber meine Lage (hal) und mein persönlicher Zustand (vaziyet) eine solche Begegnung nicht gestatten, habe ich anstelle einer tatsächlichen Zusammenkunft diesen Brief geschrieben, damit er statt meiner zu ihm sprechen möge.

Und zwar möchte ich hier religiös interessierten Menschen wie Adnan Menderes, der ein Schirmherr der Islamiyet ist, einige kurzgefasste Grundsätze erklären:

Erstens:

Einer der so vielen Grundsätze der Islamiyet ist die Wahrheit (haqiqat) der ehrenwerten Ayah:

وَلاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى

{"Und die belastete Seele hat nicht die Last einer anderen zu tragen." (Sure 6, 164)}

Man kann also für die Verbrechen eines anderen nicht dessen Verwandte oder Freunde verantwortlich machen. Doch bei der gegenwärtigen Politik gibt man sich damit einverstanden, wenn zufolge einer fanatischen Parteilichkeit, wegen eines einzigen Verbrechers sehr viele Unschuldige zuschaden kommen. Angehörige oder auch Verwandte eines Verbrechers müssen wegen seines Vergehens unter übler Nachrede (leiden) oder werden mit Verachtung gestraft. Auf diese Weise wandelte sich ein einziges Verbrechen in hundert Verbrechen um. Ein schrecklicher Hass

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und eine fürchterliche Feindschaft kochten in den Adern hoch. Hass und Wut steigerten sich bis zur Vergeltungssucht. So entstand jenes Gift, welches das gesellschaftliche Leben gänzlich auf den Kopf stellt und den ausländischen Feinden einen Weg eröffnet, ihre Hände dabei ins Spiel zu bekommen. Vorfälle, wie sie im Iran und in Ägypten spürbar geworden sind, lassen einen solchen Sachverhalt verständlich werden. Doch ist die Situation bei uns nicht gleich wie dort. Sie ist dort weniger kritisch als hier bei uns, vielleicht nur eins zu hundert. Möge Gott uns davor bewahren! Eine solche Situation wäre hier bei uns ganz fürchterlich.

Der einzige Ausweg aus dieser Gefahr ist der: Man muss die islamische Brüderlichkeit und die reine Islamiyet als eine Nation wie einen mächtigen Stein zugrunde legen und die Vergehen, um unschuldige zu schützen, auf die Verbrecher selbst beschränkt halten.

Zudem findet dieser Grundstein aller Ruhe, Ordnung und öffentlichen Sicherheit wiederum sein Fundament in dem (oben angeführten) Grundsatz:

Fände sich z.B. in einem Haus oder auf einem Schiff neben zehn Verbrechern ein Unschuldiger, so muss man, um diesen Unschuldigen zu retten und ihn nicht in Gefahr zu bringen, um dieses Grundprinzips von Sicherheit und Ordnung willen in diesem Schiff oder Haus keine Unruhe entstehen lassen, damit dieser Unschuldige hinausgebracht werden kann.

So würde denn in Anwendung dieses qur'anischen Grundgesetzes, wegen zehn Verbrechern neunzig Unschuldige in Gefahr zu bringen, um die innere Ruhe und Ordnung nicht zu stören, der Anlass dazu sein, den göttlichen Zorn (gazab-i Ilahiye) zu wecken. Da aber nun einmal Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) in dieser gefahrvollen Zeit für einen Teil wahrhaft religiöser Menschen den Weg geöffnet hat, bis an die Spitze (des Staates) zu gelangen, gemahnt uns nun die Zeit daran, dass es notwendig

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geworden ist, dem Grundsatz des Weisen Qur'an (Qur'an-i Hakim) entsprechend, für sich selbst einen Stützpunkt zu schaffen und gegenüber denen, die wütend auf sie sind, einen schützenden Graben zu bauen.

Ein zweites Grundgesetz der Islamiyet ist folgende ehrenwerte Hadith:

سَيِّدُ الْقَوْمِ خَادِمُهُمْ

{"Das Haupt eines Volkes ist sein Diener"}

Tatsächlich heißt, ein Amt zu bekleiden, eine Dienststelle einzunehmen. Es dient nicht dazu, andere zu beherrschen und sie um des eigenen Egos willen zu unterdrücken. Infolge unseres heutigen Mangels an einer islamischen Erziehung und der Schwachheit im Dienst und in der Anbetung, haben die Ichsucht und der Egoismus an Kraft gewonnen. Entkleidet man ein Amt seiner Funktion als einer Dienststelle, so nimmt es die Form einer Stufenleiter zur Herrschaft, zu einer Diktatur, zu Unterdrückung und Eigendünkel an. So läuft die Verrichtung eines Gebets (namaz) ohne Abdest, ohne Qiblah jeglichem Sinn für Recht und Gerechtigkeit zuwider, zerstört ihn in seiner Grundlage und stellt das Recht der Diener Gottes (huquq-u ibad) auf den Kopf. Dieses Recht der Diener Gottes kann man nicht mehr ein Recht Gottes (huququllah) nennen, um Recht (haqq) sein zu können. Es wird vielmehr zu einer Ungerechtigkeit der eigenwilligen Seele (nefsu-l'emmare).

Nun aber sagt Adnan Menderes: "Ich werde erfüllen, was die Islamiyet und die Religion (din) erfordern." Doch den beiden oben erwähnten Grundsätzen laufen zwei fürchterliche Strömungen entgegen und widersprechen ihnen, weshalb die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Völker (-Partei) durch umfangreiche Bestechungen hintergangen wird, was den ausländischen (Mächten) einen Weg einzugreifen eröffnet und zum Angriff überzugehen.

Erstens:

(Die erste Strömung) läuft dem ersten Grundsatz zuwider, demzufolge wegen eines einzelnen

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Verbrechers vierzig unschuldige Menschen enthauptet und ein Dorf niedergebrannt wurde. Im Grade einer solchen Despotie (istibdad-i mutlaq) ist ein jedes Amt mit einer Bestechung in Form eines eigenen Herrschaftsbereiches verbunden, was der Seele (nefs) eine Freude bereitet, wobei gleichzeitig freiheitsliebende gläubige Menschen angegriffen werden.

Nun zum Zweiten:

Man lässt (die Menschen) die Islamiyet einer durch sie geheiligten Nation (Islamiyet milliyet-i qudsiye) aufgeben - so wie dies bereits die erste (Strömung versucht hatte) - tritt um eines einzelnen Verbrechers willen die Rechte (haqq) hunderter Unschuldiger mit Füßen, gibt sich zwar nach außen als national gesinnt, während man in Wirklichkeit rassistisch denkt, während sich doch daneben sowohl freiheitsliebende, gläubige Demokraten als auch im gesamten Vaterland siebzig Prozent noch andere Völkerstämme finden, (welches Verhalten) sich sowohl gegen die Regierung, als auch gegen die armen Türken, gegen die der demokratischen (Partei) folgende Politik richtet, wobei ihre wahnsinnigen, selbstgefälligen Seelen (nefs) eine besonders schmackhafte Bestechungspolitik betreiben und für eine rassistische Brüderlichkeit ausgeben. In dieser wohlschmeckenden Verbrüderung (befangen), können sie in ihrer Trunkenheit die Umwandlung eines solch schmackhaften Nutzens einer tausendfach wertvolleren wahrhaftigen Brüderlichkeit in Feindschaft u.dgl. ernsthafte Gefahren, gar nicht mehr wahrnehmen. Anstatt sich z.B. durch die Nationalität ihrer Islamiyet täglich von vierhundert Millionen wahrhaftigen Brüdern in dem alle umfassenden Gebet (dua)

اَللّٰهُمَّ اغْفِرْ لِلْمُؤْمِنِينَ وَالْمُؤْمِنَاتِ

{"Oh Gott vergib allen gläubigen Männern und Frauen!"}

innerlich (manevi) getragen zu sehen, geben sie in ihrem Rassenwahn vierhundert Millionen wahrhaftige Brüder für vierhundert wahnsinnige, völlig unbekümmerte (Leute) hin,

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die nur an ihrem irdischen (dunyevi), völlig unbedeutenden Nutzen (interessiert) sind. Diese Gefahr ist sowohl für das Land als auch für seine Regierung, alle gläubigen Demokraten und Türken eine große Gefahr; und die so etwas tun, sind auch gar keine richtige Türken. Die edlen Türken sollten einen solchen Fehler vermeiden. Diese beiden Strömungen werden in jedem Fall versuchen, daraus ihren Nutzen zu ziehen, um so (die Partei) der gläubigen Demokraten zu stürzen, wozu sie ja auch beauftragt worden sind; was sich jetzt anhand der bereits sichtbar gewordenen Spuren herauszustellen beginnt. Wegen dieser überwältigenden Zerstörung und wegen dieser beiden mächtigen Gegner ist es notwendig, sich wie die vierzig Sahabis, die gegen vierzig Staaten zum Kampf angetreten und siegreich geblieben sind, unerschütterlich auf die Wahrheiten des Qur'an (haqiqat-i Qur'aniye) zu stützen, so wie dies ein Tausend vierhundert Jahre lang und in jedem Jahrhundert drei, vier hundert Millionen Schüler getan haben, welche die in diesen anziehenden Wahrheiten enthaltene, ewig beglückende Seligkeit in dieser und in jener Welt (dunyevi ve ukhrevi) zu ihrem Stützpunkt gemacht haben, was gegen die erwähnten Gegner und alle äußeren wie inneren Feinde ganz besonders notwendig, ja unumgänglich und der einzig mögliche Ausweg ist. Andernfalls werden eure erbärmlichen Feinde im Inland wie im Ausland euch aus einem einzigen Vergehen Tausende machen und euren früheren Vergehen noch hinzufügen und euch aufladen, so wie sie diese (auch früher schon) auf anderer Häupter geladen haben. Das aber wird für euch, für das Land und für das Volk zu einer Gefahr werden, deren Folgen sich nicht wieder gut machen lassen. Möge Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) euren Diensten für die Islamiyet Seinen Erfolg verleihen, euch vor den oben erwähnten Gefahren behüten! Ich und meine Nurdju-Brüder werden, wenn ihr das tun wollt und die oben erwähnten Tatsachen (haqiqat) anerkennt, uns auch entschließen, noch für euch zu beten.

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Drittens:

Ein Grundsatz, der das Gemeinschaftsleben der Islamiyet betrifft, ist auch die Wahrheit (haqiqat) der folgenden ehrwürdigen Hadith:

اَلْمُؤْمِنُ لِلْمُؤْمِنِ كَالْبُنْيَانِ الْمَرْصُوصِ يَشُدُّ بَعْضُهُ بَعْضًا

{"Der Gläubige ist dem Gläubigen gleich einem Bauwerk, in dem die einzelnen Steine bleiverfugt einander Halt und Stütze gewähren."}

Das heißt: Wenn die Feinde im Äußeren angreifen, soll man alle inneren Streitigkeiten vergessen und miteinander ganz und gar solidarisch sein. Sobald auch noch der letzte, aus dem hintersten Wald kommende Hinterwäldler die Nutzanwendung dieses Grundsatzes begriffen hat, wird ein Volk, obwohl es eben zuvor noch die eigenen Väter und Brüder umgebracht hatte, nun, da ein Feind von außen in Erscheinung getreten ist, alle innere Feindschaft vergessen. Sobald aber der äußere Feind vertrieben ist, wird (ein Volk, das bis dahin) solidarisch gewesen ist - und ich sage das mit einem viel tausendfachen Bedauern: man hat schon Vorfälle erlebt (wo ein Volk) aus seinem Egoismus, seinem Eigenwillen, seinem Stolz, aus einer gnadenlosen innenpolitischen Parteigesinnung heraus, selbst wenn ihm der Teufel zur Hilfe eilte, für ihn um Erbarmen (rahmet) beten wollte, wo hingegen, wollte selbst ein Engel der oppositionellen (Partei) zu Hilfe eilen, man ihn dennoch verfluchen würde. Ja, ich habe sogar erlebt, dass ein aufrichtiger Gelehrter (alim) einem anderen großen Gelehrten, der ihm in seinen politischen Ansichten widersprach, bis zur üblen Nachrede hin verketzerte, während er einen Ungläubigen und Gegner der Islamiyet, der jedoch genau so dachte wie er, auch noch feurig lobte, um ihn so zu verteidigen. Darum habe ich den Teufel geflohen und mich zugleich vor fünfunddreißig Jahren von der Politik abgewandt.

Zudem war jetzt zu bemerken, dass den Oppositionellen das Verhalten eines Mannes, der sowohl den ehrwürdigen Monat Ramadan, als auch die Kennzeichen islamischen Lebens (in der Öffentlichkeit) und das gläubige Volk

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verachtet, recht gut gefallen hat. Nun ist aber das Einverständnis mit dem Unglauben der Unglaube (kufr) selbst. Wenn jemand mit einer Irrlehre (dalalet), der Sünde (fisq), der Ungerechtigkeit (zulm) einverstanden ist, so ist dies eine Irrlehre, eine Sünde, eine Ungerechtigkeit.

Wenn man das Geheimnis (sirr) eines so merkwürdigen Zustandes (hal) betrachtet, so bemerkt man, dass die Oppositionellen das, was diejenigen, denen es bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist, sich für das, was in den Augen ihres eigenen Volkes als eine schwerwiegende Missachtung angesehen wird, entschuldbar zu halten, selbst für gottlos und selbst für verachtenswert ansehen und es auch so darstellen möchten.

So wie denn nun die Folge all dieser verschiedenen, entsetzlichen Ungerechtigkeiten sehr gefährlich ist, so stellen sie auch die Sitten des gesellschaftlichen Lebens auf den Kopf; und das gleicht einem schwerwiegenden Attentat gegen das Land, gegen das Volk und das islamische Selbstverständnis.

Eigentlich wollte ich noch mehr dazu schreiben. Doch will ich mich hier damit begnügen, dass ich für alle freiheitsliebenden Gläubigen bereits drei grundsätzliche Punkte erklärt habe.

Said Nursi

Dem oben angeführten Sachverhalt, so wie er unser gesellschaftliches Leben betrifft, möchte ich die nachstehende Anmerkung beifügen, in der Absicht, sie Adnan Menderes übersenden zu lassen.

Anmerkung:

Um die infolge der alten nutzlosen und willkürlichen Gesetze und ihres Missbrauchs, oder vielmehr die aus einer Provokation heraus entstandene "Tidjanische Frage"

{hier geht es um einen ins Gerede gekommenen Sufi-Orden}

nicht (der Partei) gläubiger Demokraten

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anzulasten und damit diese demokratische (Partei) nicht etwa in den Augen der islamischen Welt in Misskredit gerate, kam mir, als der nach meiner Vorstellung einzig mögliche Ausweg, der folgende Gedanke:

Durch die Wiederzulassung des islamischen Gebetsrufes (Ezan-i Muhammedi) hat die Demokratische (Partei) zehnfach wieder an Kraft gewonnen. Wenn aber nun auch die Ayasofya in ihren alten heiligen Zustand (vaziyet-i qudsiye) zurückversetzt würde, in dem sie sich fünfhundert Jahre lang befunden hatte, was in der islamischen (Welt) einen sehr guten Anklang finden würde und wonach sich auch die islamische Welt der Bevölkerung dieses Landes wieder wohlwollend zuwenden würde, und wenn nun auch noch, nach achtundzwanzig Jahren, in denen die Gerichte nichts gefunden haben, was zu einem Schaden gewesen wäre, und nachdem in fünf Gerichtsprozessen die Risale-i Nur wieder freigegeben worden war, nun auch die Gläubigen der Demokratischen (Partei) die Freigabe (dieser Werke) offiziell verkünden würden, {was dann 1980 auch tatsächlich geschehen ist (A.d.Ü.)} so würde dies eine heilende Salbe auch auf diese Wunde streichen.

Dadurch könnte die erneute Zuwendung der islamischen Welt gewonnen werden und ich denke auch, dass dann niemand mehr heimtückischer Weise die Schuld (der Demokratischen Partei) zuschieben könnte. Der Gläubigen der Demokratischen (Partei) wegen, besonders aber Persönlichkeiten wie Adnan Menderes wären hier zu erwähnen, habe ich die Politik seit fünfunddreißig Jahren aufgegeben. Dies alles habe ich ein, zwei Stunden lang betrachtet und dann hier niedergeschrieben.

Said Nursi
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Ein Brief der Nur-Schüler in Ankara

Liebe getreue Brüder!

Euer Brief war für uns, als hätten wir einen Strahl der Sonne des Islam verspürt. Seit Jahrhunderten gab es Gedanken, die sich gegen die Menschlichkeit richteten, in der Islamiyet ihren Schaden anrichteten und sie angegriffen haben. Nun ist die Risale-i Nur vorgetreten, um die Zerstörungen der Leute des Unglaubens (ehl-i kufr) wieder zu reparieren; und sie ist - wie wir aus eurem Brief entnommen haben - unter den jungen Leuten verbreitet. Die wahrheitsliebenden Weggefährten auf dem Wege des Ewigen Lebens (ebedi hayat) sollen ihre eingebildeten hohlen Worte loslassen und durch die Risale-i Nur die Saat der Ungläubigen (kufr) zum Schmelzen bringt. Die Schüler der Risale-i Nur sind die wahrhaftigen Brüder der Leute des Herzens und des Glaubens (ehl-i qalb ve iman). Die Briefe von euch als unseren Mitbrüdern haben uns stets begeistert und werden dies auch in Zukunft noch tun. Die Risale-i Nur, die ein Kommentar (tefthir) zum Qur'an ist, lässt uns wissen, dass es in dieser Zeit eine große Torheit ist, im Irrglauben zu verharren und nicht gegen den Unglauben (kufr) anzukämpfen. In einer Zeit, in der der Kommunismus, der Anarchismus und die Freimaurerei an Boden gewinnen, ist es die wichtigste Aufgabe, der Risale-i Nur zu dienen, göttliches Wohlgefallen (riza-yi Ilahi) zu erlangen und (die Risale-i Nur) denen zu übermitteln, die danach verlangen. Wenn jemand will, dass wir uns von dieser wichtigsten und bedeutendsten segensreichen Aufgabe abwenden, so werden selbst ihre schwersten Angriffe unseren Eifer nur noch anfeuern. Die Risale-i Nur lehrt uns und beweist uns, dass diese Welt ein Gasthaus ist. Die das Ewige Leben ersehnen und ihre Aufgaben in diesem Gasthaus ernst nehmen, werden auch dementsprechend zufrieden gestellt. Das aber heißt, dass es jetzt unsere wesentlichste Aufgabe ist, den Herzen der Leute des Glaubens (ehl-i din), die aus dem Sumpf errettet werden möchten, die der Dunkelheit

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überdrüssig geworden sind, ohne Nahrung geblieben sind, zu Hilfe zu eilen und bei uns selbst zu beginnen, Ausrufer des Lichtes zu sein. Besonders und vor allem hier ist es besonders wichtig und außerordentlich bedeutsam, als erstes und vor allen anderen Dingen die Risale-i Nur aufmerksam und in ständigem Nachsinnen zu lesen und uns dieses gewaltige Gesamtwerk anhand der Wahrheiten des Qur'an und des Glaubens innerlich anzueignen und uns dessen Grundsätze und Anweisungen dieses außerordentlichen Gesamtwerkes unverzüglich und vollständig zu eigen zu machen. Jeder junge und überhaupt jeder Mensch, der einmal diese gewaltig große Gnade an sich erfahren hat, wird sich fortan hundertfach, ja tausendmal zum Nutzen für das Land und für das Volk einsetzen. So kann er sich für das Land, das Volk, die Jugend und die ganze islamische Welt in großem Umfang als hilfreich erweisen und seine Kräfte und Fähigkeiten entwickeln. Darum bitten wir vor allem unseren Meister Hazret-i Bediüzzaman, aber auch euch, die ihr würdig seid, wahrhaft und aufrichtig seine Schüler zu sein, um euer Gebet (dua), damit wir das Gesamtwerk der Risale-i Nur so bald wie möglich herbeischaffen, suchen, finden, aufmerksam, nachdenklich und aufrichtig lesen mögen. In dieser Weise wollen wir zum Dienst am Qur'an und am Glauben (iman) eilen. Angesichts dessen, dass es bereits genug Beweise gibt, die darauf hindeuten, dass die Risale-i Nur in diesem Jahrhundert Anklang gefunden hat, ist jeder gläubige Mitbruder, sofern er nur über einen klaren Verstand verfügt, schon von sich aus zu ihrem Helfer bestimmt.

Da nun einmal die Risale-i Nur in diesem Zeitalter ihre besonderen Eigenheiten birgt, und da nun einmal Tausende Gelehrte sie mit großem Lob angenommen haben, und da sich der Meister nun einmal für den Qur'an zu einem mutigen Ausrufer gemacht hat, wie man seinesgleichen keinen mehr zu finden vermag, der sein ganzes Leben in Vollkommenheit, aufrechten Ganges und mit wahrheitsgemäßen Grundsätzen dem Glauben und der Islamiyet

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gewidmet hat, und dabei, ohne irgendeinen diesseitigen (dunyevi) Vorteil zu suchen, sich einzig und allein um den Wohlgefallen Gottes strebend bemüht hat, würden auch die Nur-Schüler nicht zögern, mit ganzer Kraft (quvvet) ein Leben als Leute der Sunnah (ehl-i sunnah) im Rahmen des Glaubens und der Islamiyet für den Dienst zu opfern, ohne jemals nur schnödem Gewinn zu folgen, wobei hundert Tausende Nur-Schüler allem Druck und allen Drohungen zum Trotz diese Tatsache noch nachdrücklich bestätigen, sich dabei jeder Schüler darin ausgebildet hat und noch weiter ausbildet, auf all die irrigen Glaubenssätze westlicher Denker (felsefe), wie sie heute im Schwange sind, wahrheitsgemäß (haqiqi) und logisch (mantiki) Antwort zu geben; denn auf jedes Bedürfnis weiß der Qur'an eine Antwort, da sich in ihm notwendigerweise eine jede Wahrheit (haqiqat) eindeutig finden lässt; denn der Qur'an ist ein Geschenk Gottes, das auf schönste Weise Unterricht erteilt, ein Licht (Nur) und Seine Barmherzigkeit (rahmet)... Weil dies aber so ist, erklärt die Risale-i Nur, indem sie auf eine solche Weise, wie aus der Schatzkammer göttlicher Barmherzigkeit (rahmet) und Quelle Seiner Wahrheit (haqiqat) schöpfend, Unterricht erteilt, dass die Jugend und das einfache Volk sie in unmittelbarer Art verstehen kann. Aufmerksam, nachdenklich und beharrlich zu lesen und zu schreiben, als eine günstige (Gelegenheit zu nutzen), um nicht müßig zu gehen, ist der beste Gottesdienst (ibadet) und eine Quelle der Freude. (Die Risale-i Nur) ist in Gegenwart und Zukunft besonders für uns junge Leute ein außerordentlich hilfreiches und völlig ausreichendes Heilmittel, ein besonders wohlschmeckendes Elixier, das wir voll Begeisterung in uns aufgenommen haben und das für uns im übertragenen Sinne (manevi) unser Retter geworden ist. Da nun diese Wahrheiten bereits offen zutage liegen, könnte, wenn wir uns nicht an ihnen mit aller Kraft unerschütterlich festhielten, sie nicht vom Anfang bis zum Ende durchforschten, ja uns noch nicht einmal für sie interessierten, dies nur die Folge unserer Gottvergessenheit (ghaflah) sein.

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Wer also nun dem Weg der Wahrheit (haqiqat) folgen will, muss von der Risale-i Nur seinen Unterricht nehmen. Und jeder, der dem Weg der Risale-i Nur in ihrem Strahlenglanze (munauvver) {Beiname der Stadt Medina (A.d.Ü.)} folgt, wird wahrhaftige Glückseligkeit erlangen und sich über das Wesen des Antlitzes dieser Erde {den Sinn der Erschaffung der Welt (A.d.Ü.)} im Klaren werden, worin wir Nur-Schüler in Ankara unsere gemeinsame Überzeugung (ittifak) finden werden. Dann wird mit der Risale-i Nur, die uns im Weisen Qur'an die Schatzkammer des Ewigen Lebens schauen lässt, sicherlich eines Tages auch ihr lichtvoller Klang über dieser Welt (dunya) ertönen.

Da nun einmal die islamischen Gelehrten - einem ehrenwerten Hadith entsprechend - solange sie denn nichtweltlichen Interessen und ihren Lustbarkeiten hinterher laufen, die zuverlässigsten Erben der Propheten. Wir aber wissen, dass auch die Risale-i Nur deren vollkommene Erbin ist. Und so hat denn auch die Geistige Körperschaft der Risale-i Nur als deren wahrhaftige Erbin gelebt und lebt so noch heute. Die, welche gegen sie aufstehen, diese gottvergessenen (ghafil) tauben, blinden und gefühllosen, schrumpfen und werden kleiner. Die Risale-i Nur aber wird aufgrund ihrer überragenden Stellung sicherlich alle Philosophen, Gelehrten (ilm) und Leute der Wahrheit (haqq) in dieser Welt (dunya) zusammenrufen und alle die gesegneten Menschen von gesundem Verstand (aql) und gütigem Herzen (qalb-i kerim) zu ihren Schülern machen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sich dies nicht erst in ferner Zukunft, sonder bereits bald bewahrheiten (tahaqquq) wird! So befindet sich denn die Welt (dunya), wie die meisten Philosophen und Gelehrten (alim) bereits gesagt haben, an einer völlig neuen Schwelle des Bewusstseis. Die Welt (dunya) sucht nach dem Licht (Nur), das sie erleuchten wird. Mehmed akif, ein Dichter der (Qur'anischen) Wahrheiten (haqiqat) sagt:

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Oh mein Gott, sende uns Dein Licht (Nur); Jahrhunderte sind schon genug!

Wie betäubt liegt Dein Volk und sehnt sich nach einem Morgen am Horizont.

Und dass er mit diesen Worten auf das Licht (Nur) hinweist, ist für uns heute eine Tatsache (haqiqat).

Liebe Mitbrüder!

Betet mit uns, dass wir uns in einer Weise bemühen mögen, die der Risale-i Nur würdig ist, damit wir nicht unter den Lebensumständen in Ankara dahinschmelzen. Auf welche Weise jedoch das Licht (Nur) die Finsternis beseitigen möge, so ist doch wiederum ein Auge nötig, um es sehen und ein Kopf um es verstehen zu können. So möge denn unser Auge nicht von einer solchen Umgebung verblendet und verschleiert sein. Betet also für uns in unserer Schwäche.

Möge Gott uns allen gewähren, uns in unserem Festhalten an der Risale-i Nur als ehrwürdige (aziz) Diener eines eindeutigen Glaubens (din) zu erweisen, amin!

Einer unserer Brüder sagte: Heute morgen nach dem Gebet wurden mir die folgenden Verse eingegeben, die ich gerne unseren Brüdern mitteilen möchte:

Mein Glaube (din) ist der Islam, mein Buch der Qur'an, meine Überzeugung die Wahrheit (haqq).

Diesem Weg seine Seele (djan) zu weihen, ist Ewiges Leben.

Eure Euch sehr liebenden

Schüler der Risale-i Nur an der Universität zu Ankara

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Analysen

Nach einer langen Trennung

Nun ist es vielleicht schon siebenundzwanzig, achtundzwanzig Jahre her, dass ich den Meister nicht mehr gesehen habe. Und obwohl ich doch stets die Sehnsucht gehabt habe, zu ihm zu gehen und ihn zu besuchen, sich an seinem gesegneten Antlitz voll und ganz satt zu sehen, war ich doch stets so beschäftigt, dass ich nicht die Zeit dazu gefunden habe. Doch war er mir stets meinem Herzen (qalb) nahe und war sein Geist stets in meinem Inneren (manevi) anwesend. Doch konnte denn die Sehnsucht in meiner Brust meine Sehnsucht auch nur einigermaßen befriedigen? Ihn selbst zu sehen und in meinen Armen zu halten, mein Wunsch nach seinem lichtvollen Antlitz, ja dieses spürbare Verlangen zeigte mir, wie groß es war.

Seit ich den Meister kennen gelernt habe, sind nun schon vierzig Jahre vergangen. Damals kam er fast jeden Tag zu unserem Büro. Mit den Herren Akif, Naim, Ferid und Izmirli haben wir gemeinsam so viele wirklich angenehme Stunden verlebt. Der Meister sprach mit seinem ihm eigenen Akzent über hochwissenschaftliche Fragen. Sein Umgangston war von einer Kühnheit und Majestät, die uns alle begeisterte. Seine wundervolle, ganz natürliche Auffassungsgabe war geradezu ein Geschenk Gottes. Selbst noch bei den kompliziertesten Themen zeigte sich die gewaltige Kraft und Größe seiner Intelligenz. Er war ein Kopf, in dem ständig seine Gedanken arbeiteten. Und die waren für gewöhnlich nicht gerade angelernt. Sein Wegweiser war einzig der Qur'an. Aus ihm schöpfte sich seine ganze Fülle und Intelligenz. Alle seine "Blitze (Lem'alar)" entsprangen unmittelbar dieser Quelle. Als wahrer Exeget besaß er das gleiche Mitspracherecht wie ein Imam. Sein Herz war von einem Glauben (iman) erfüllt, wie dem eines Sahabis. In seinem Herzen (ruh) lebte die Unerschrockenheit eines Hazret Omar. Als Gläubiger (mu'min), der auch im

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zwanzigsten Jahrhundert das Glückliche Zeitalter noch stets innerlich (nefs) lebendig erhält, ist er ganz und gar auf den Glauben (iman) und den Qur'an ausgerichtet.

Die Grundlage für die Einheit (tauhid) und den Glauben an Gott (Allah'a Iman), welche das Ziel aller Ziele des Islam ist, war zugleich auch für ihn die Grundlage und der wichtigste Stützpfeiler für die Risale-i Nur. Hätte er in jenem Glücklichen Zeitalter gelebt, jener Zeit, in welcher der Islam entstand, so hätte ihm der Ehrenwerte Prophet die Aufgabe zugeteilt, die Götzenbilder in der Kaaba entzwei zu schlagen. Denn er war ein Feind jeder Anbetung (shirk) irgendwelcher Götzen und ihrer Gleichstellung (putperestlik) mit dem einen und einzig wahren Gott.

Es war ein langes, fast ein Jahrhundert währendes Leben, erfüllt von dem Kampf, um den Glauben (iman) und die Wahrheiten (haqiqat) des Qur'an in die Herzen einzupflanzen. Es war ein Leben, verbracht in der Tugend (fadilet) und gelebt in Unerschrockenheit. Auf dem Schlachtfeld, mit dem Schwert in der Hand, war er ein Held, der fest und aufrecht auf seinen Beinen stehend dem Feinde entgegentrat. Er war ein Held, der auch noch in Gefangenschaft sich dem feindlichen Kommandanten gegenüberstellt. Er war ein Held, der selbst noch bevor er standrechtlich erschossen werden sollte, den feindlichen Kommandanten nachdenklich werden und eines Besseren belehren konnte...

Er zögerte nicht einen Augenblick, als ein Opfer für Volk und Vaterland sein Leben (djan) zu geben. Er war ein fürchterlicher Feind von Spaltung (fitnah) und Aufruhr. Für das Wohl des Volkes konnte er jede Art von Ungerechtigkeit und alle Schikanen erdulden. Die ihn unterdrückten, verfluchte er nicht. Die ihn in den Kerker warfen, wünschte er stets nur Heil (salah) und Glaube (iman). Für sein Ideal zu sterben, war für ihn eine einfache Sache.

Er ernährte sich von einer Schale Suppe, einem Glas Wasser und einem Bissen Brot. Seine Kleidung war nur

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sehr einfach und bescheiden. So trug er nur eine wattierte Jacke aus einem weißen amerikanischen Stoff. Seine Unterwäsche wechselte er, bevor sie schmutzig geworden war und ließ sie waschen. Stets achtete er sehr sorgfältig auf seine Sauberkeit. Papiergeld nahm er niemals in die Hand und trug es nicht bei sich. Als Eigentum besaß er nichts in dieser Welt (dunya). So lebte er nicht für sich selbst, sondern für die Gemeinschaft.

Äußerlich betrachtet war er zwar klein von Wuchs, jedoch Achtung gebietend, ja geradezu majestätisch. Seine Augen strahlten von sich ein Licht (Nur) aus, das leuchtete wie die Sonne. Seine Blicke hatten etwas geradezu Königliches. Äußerlich (maddi) betrachtet mag er vielleicht der ärmste Mensch der Welt sein, innerlich (manevi) gesehen gleicht er dem König der Welt (alemin sultani).

Das Leiden hat in seinem Leben von über achtzig Jahren kaum Spuren hinterlassen; nur seine Haare wurden grau. Seine Haut war stets von einem leicht lichten rosarot. Er trug keinen Bart. Und er war auch stets wach und munter wie ein junger Mann. Er war ruhig und ausgeglichen. War er jedoch einmal in Aufregung geraten, so erhob er sich löwengleich (aus seinem Schneidersitz) auf die Knie (und sprach in dieser Haltung weiter) wie ein König (shahenshah).

Was er am allerwenigsten mochte, war die Politik. Seit fünfunddreißig Jahren hat er keine Zeitung mehr in die Hand genommen. Er hat mit seinem Interesse für weltliche Angelegenheiten (dunya) gebrochen. Vom Abendgebet bis zum Morgengebet und auch noch danach bis zum Mittagsgebet empfing er niemanden, blieb vielmehr im Gebet (ibadet) versunken. Und schlief nur sehr wenig. Auch seinen Schülern verbot er streng jeglichen Umgang mit politischen Themen. Die überall im Lande lebenden, mehr als sechshundert Tausend, ja vielleicht eine Million, Schüler sind die tugendhaftesten Kinder des Landes. Auch die Anzahl der Schüler, die an den verschiedenen Fakultäten einer Universität Naturwissenschaften studieren, ist sehr hoch und

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geht in die Hunderte, ja Tausende. Es gibt keinen Nur-Schüler, der nicht in seiner Klasse der tugendhafteste und der fleißigste wäre. Es gibt im ganzen Lande unter all den hundert Tausenden Schülern der Risale-i Nur keinen einzigen, der irgendwo auf Erden jemals die öffentliche Sicherheit gestört, ja auch nur einen derartigen Versuch unternommen hätte; und nie wurde irgendwo dergleichen registriert. Ein jeder Nur-Schüler ist von Haus aus ein Wahrer von Ruhe und Ordnung im Lande und ihr Wächter von seiner inneren (manevi) Einstellung her.

Ich habe (den Meister) gefragt, ob er während seiner Reise gelitten habe. Er gab mir zur Antwort, dass das, was ihm Kummer macht, nur die Gefahren sind, denen der Islam ausgesetzt ist. Früher kamen diese Gefahren von außen. Deswegen war auch der Widerstand dagegen leicht. Heute aber lauert die Gefahr von innen. So ist der Wurm bereits in den Körper eingedrungen. Damit ist auch Widerstand dagegen schwierig geworden. Ich befürchte, dass das Gemeinschaftswesen dem nicht zu widerstehen vermag, weil es den Feind nicht erkennt. Es hält seinen größten Feind, der an seinen Nerven nagt und sein Blut trinkt, für seinen Freund. Wenn der scharfsinnige Blick einer Gemeinschaft auf solche Weise erblindet, gerät die Burg des Glaubens (iman) in Gefahr. Das also ist meine Sorge; es ist dies meine einzige Sorge. Darüber hinaus habe ich gar keine Zeit, an den Kummer und die Sorgen, denen ich in meiner Person ausgesetzt bin, auch nur zu denken. Ach wäre ich doch nur tausendfach mehr dergleichen Kümmernissen ausgesetzt, wenn nur die Burg des Glaubens (iman) in Sicherheit (selamet) bliebe!

Geben Ihnen denn die hundert Tausenden Ihrer gläubigen Schüler keine Hoffnung und keinen Trost für die Zukunft?

Doch, schon, ich bin da keineswegs völlig hoffnungslos...

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Die Welt (dunya) ist in eine große innere (manevi) Krise hineingeraten. Eine aus der westlichen Gemeinschaft geborene Krankheit erschüttert die inneren (manevi) Fundamente;

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ein Unheil, eine Seuche, eine Pest breitet sich über die Erde aus. Dieser fürchterlichen Krankheit entgegen: mit welchen Mitteln und Möglichkeiten wird die islamische Gemeinschaft ihr entgegen treten? Etwa mit den verdorbenen, verfaulten, verwesten, hohlen Rezepten des Westens? Oder doch besser mit den taufrischen Grundsätzen einer islamischen Gemeinschaft? Ich sehe die hohen Häupter in Gottvergessenheit (ghaflah). Die Burg des Glaubens (iman) kann die verrotteten Säulen des Unglaubens (kufr) nicht bewahren. Deshalb habe ich all meine Bemühungen einzig um des Glaubens (iman) willen gebündelt.

Doch sie verstehen die Risale-i Nur nicht oder wollen sie nicht verstehen. Sie denken, dass ich der Hodja einer Medresse bin, der in dem scholastischen Sumpf versunken ist. Doch ich habe mich auch mit den positiven Wissenschaften, also den Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften dieses Jahrhunderts beschäftigt. Zu diesem Zweck habe ich auch ihre tiefsten Fragestellungen durchgearbeitet. Ja ich habe zu diesem Zweck sogar selbst einige Werke verfasst. Doch darin finden sich keine derartigen mantischen Spitzfindigkeiten. Auch leihe ich mein Ohr nicht den Taschenspielereien ihrer Philosophen. Stattdessen behandle ich in ihnen das innerliche Leben einer Gemeinschaft, ihre geistige (manevi) Existenz, ihr Gewissen und ihren Glauben (iman). Ich arbeite einzig auf der Grundlage der Einheit und des Glaubens (tauhid ve iman), die der Qur'an gelegt hat und welche die tragenden Säulen der islamischen Gemeinschaft sind. An dem Tage, da diese erschüttert werden, gibt es keine Gemeinschaft mehr.

Sie sagen zu mir: "Warum hast du diesen oder jenen angerempelt?" Doch ich habe das gar nicht bemerkt. Denn vor mir brennt ein entsetzliches Feuer. Die Flammen lodern zum Himmel empor. In ihnen brennt mein Kind. Mein Glaube hat Feuer gefasst und brennt. Ich laufe, diesen Brand zu löschen, meinen Glauben zu retten. Auf dem Wege wollte mich jemand stolpern lassen und da bin ich ihm

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auf den Fuß getreten. Welche Bedeutung hat das nun? Hat dieser kleine Zwischenfall vor diesem entsetzlichen Feuer noch irgendeine nennenswerte Bedeutung? Was für eine engstirnige Denkweise! Was für beschränkte Ansichten!

Denken sie etwa, dass ich solch ein selbstsüchtiger Mensch bin, der nur sich selbst (nefs) zu retten denkt? Um den Glauben (iman) der Gemeinschaft zu retten, habe ich meine Welt (dunya) zum Opfer gebracht, habe auch (das Streben) nach dem Jenseits (akhiret) aufgegeben. In den mehr als achtzig Jahren meines Lebens (hayat) habe ich so etwas wie die Freuden dieser Welt (dunya) gekannt. Mein ganzes Leben habe ich auf Schlachtfeldern, in Gefangenenlagern, in den Gefängnissen dieses Landes und vor den Gerichtshöfen dieses Landes verbracht. Keine Misshandlung ist mir erspart geblieben und es gab keine Schikane, die ich nicht erfahren hätte. Vor dem Kriegsgericht (1909) und während (meiner Kriegsgefangenschaft 1916) hat man mich wie einen Verbrecher behandelt. Wie einen Vagabunden hat man mich aus der einen Provinz deportiert und in die nächste Provinz verbannt. Während der monatelangen (Haft) in den Gefängnissen des Landes hat man mir jeden Verkehr mit der Außenwelt untersagt. Oftmals hat man versucht, mich zu vergiften. Man hat mich auf die verschiedensten Arten beschimpft und beleidigt. Ja, es gab eine Zeit, in der ich diesem Leben (hayat) tausendmal den Tod vorgezogen hätte. Würde mein Glaube (din) es nicht verbieten, mir das Leben zu nehmen, vielleicht würde Said heute unter der Erde liegen und vermodern.

Meine Natur kann all das Elend und die Beleidigungen nicht ertragen. Die Würde und Unerschrockenheit, wie sie mir der Islam verleiht, verbieten mir streng, mich in einem solchen Zustand zu befinden. Bin ich also einmal in einen derartigen Zustand hineingeraten, so lasse ich mich dennoch nicht von wem auch immer, und sei es auch ein grausamer, gewalttätiger und blutgieriger feindlicher Kommandant, erniedrigen. Ich werde diesem blutdürstigen

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Gewaltmenschen ins Angesicht widerstehen. Er könnte mich in den Kerker werfen und mit dem Galgen drohen, es wäre nicht von Bedeutung. Und so habe ich es auch erlebt. Es ist alles so gewesen. Hätte dieser blutdürstige Kommandant nicht seine Grausamkeiten nach einige Minuten aus seinem Herzen, seinem Gewissen verbannt, wäre Said erschossen worden und hätte sich der Schar der Unschuldigen beigesellt.

So ist denn mein ganzes Leben (hayat) mit solchen Plagen, Qualen, Übeln und Anstrengungen vergangen. Ich habe für den Glauben der Gemeinschaft meine Seele (nefs) und mein ganzen irdisches Leben (dunya) auf dem Wege der Glückseligkeit und des Segens (selamet) aufgeopfert. Möge das so recht (helal) sein! Ich habe sie noch nicht einmal verflucht. Denn auf diese Weise hat die Risale-i Nur mindestens hundert Tausend, ja vielleicht einigen Millionen Menschen - die genaue Zahl weiß ich nicht - der Staatsanwalt in Afyon spricht von fünfhundert Tausend, aber vielleicht waren es mehr, als Fahrzeug zur Rettung ihres Glaubens (iman) gedient. Wenn ich sterbe, kann ich nur mich allein retten. Bleibe ich aber am Leben und ertrage ich so alle Mühen und Plagen, so kann ich dadurch den Glauben (iman) so vieler (Menschen) retten. Dafür sei Gott tausendmal Dank (hamd)!

Außerdem habe ich, um für die Gemeinschaft den Glauben (iman) sicher (selamet) zu stellen, auch (ein Leben) für das Jenseits (akhiret) geoٰٔژrt. Ich hatte niemals die Liebe für das Paradies (djennet) noch die Furcht vor der Hölle (djehennem) im Sinn. Für die Gemeinschaft, d.h. für den Glauben (iman) von fünfundzwanzig Millionen Türken habe ich nicht einen Said, nein Tausend Said geopfert. Wenn es für den Qur'an in dieser Welt keine Gemeinschaft mehr gibt, will ich auch das Paradies (djennet) nicht mehr. Es würde mir dort zu einem Gefängnis werden. Sehe ich erst den Glauben (iman) meines Volkes in Sicherheit (selamet), werde ich auch damit zufrieden sein, in den Flammen der Hölle (djehennem) zu brennen. Denn während

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mein Leib brennt, wird mein Herz zu einem Garten voll blühender Rosen.

Der Ehrenwerte Meister (Hazret Ustadh) war ganz Feuer und Flamme. Er glich einem feuerspeienden Vulkan. Wie ein Sturmwind peitschte er das Herz der See zu Bergen wogender Wellen auf. Gleich einem Springbrunnen sprudelten seine Worte majestätisch gleich heilendem Wasser (semsem) aus ihm empor. Stets konnte er alle begeistern. Für ihn war das Volk gleich einem Katheder, von dem aus er stets seine Rede fortsetzte und nicht wollte, dass man ihn unterbrach. Ich spürte einmal seine Müdigkeit und fragte ihn, weil ich dieses beunruhigende Thema wechseln wollte: "Hat man Sie vielleicht vor dem Gericht unter Druck gesetzt?"

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Ja gibt es denn im Gesetz einen Artikel, der es zu einer Straftat deklariert, wenn jemand sich dafür ausspricht, dass unsere Frauen, unsere ehrenwerten Mitschwestern während des Religionsunterrichtes im Rahmen der islamischen Erziehung ihre Scham bewahren und auf ihre Ehre achten? Ich (Ustadh) habe die Dozenten, die sich mit dem Rechtswesen (huquq) befassen, nach ihrem Wissen befragt, wenn es darum geht, Beweise für eine Absicht aufzuzeigen, wobei es darum geht, ob der Sinn (mana) von Ausdrücken, wie: "Es tauchte in meinem Herzen (qalbe) die folgende Wahrheit (haqiqat) auf" vielleicht der sein könnte, sich damit einen persönlichen Einfluss verschaffen zu wollen.

Die Zusammenkunft mit unserem Meister hatte sich sehr in die Länge gezogen. Darum bat ich ihn nun um die Erlaubnis (mich zu verabschieden). Denn es war jetzt zu später Stunde Zeit geworden.

1952

Eshref Edib

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Said Nursi und seine Schüler

Es gab da einen glücklichen alten Mann. Der war von allen Seiten (mit Menschen) zwischen acht und achtzig Jahren aller Generationen umgeben. Jeder hatte ein anderes Alter, seinen eigenen Kopf und eine besondere Arbeit. Doch diese Verschiedenheit brachte keine Trennung mit sich. Sie alle glauben nur an den Einen... Gott!... Gott, der der Herr der Welten (alemlerin Rabbi olan Allah) ist... an Seinen erhabenen Propheten... an Sein großartiges Buch... Es herrscht unter ihnen eine Atmosphäre (hal), als sei der Qur'an gerade erst offenbart worden, so, als habe ein jeder gerade gefunden, was er schon immer gesucht hatte. Betrachtet man Said Nursi und seine Schüler, so hat man das Empfinden, als sei dies das Glückliche Zeitalter (Asr-i Sa'adet). Ihre Gesichter sind Licht (Nur). Licht (Nur) erstrahlt aus ihrem Inneren. Licht (Nur) umgibt sie von außen... Alle fühlen sich innerlich wohl... Rein, erhaben, unbegrenzt und ohne Ende ist allein Er und Ihm sind sie verbunden. Er allein ist stets überall der Allseiende, Allsehende, dem auch sie als dem Schöpfer aller Welten in Hingabe verbunden sind. Ganz hingegeben zu laufen, in Liebe (vertrauensvoll geführt wie) ein Blinder zu gehen... in der Tat!... welch eine große Glückseligkeit!

Said Nursi ist ein alter Mann, der schon in drei verschiedenen Zeitepochen gelebt hat, ein alter Mann, der (in seinem Leben schon viele) Tage gesehen hat. Die drei Epochen: Meshrutiyet, {Meshrutiyet: die Zeit nach Bekanntgabe der Konstitutionellen Monarchie (1908-1922) (A.d.Ü.)} Ittihad ve Terakki, {Ittihad ve Terakki: die Zeit der Partei für "Einheit und Fortschritt" (1908-1918) (A.d.Ü.)} Djumhuriyet. {Djumhuriyet: die Zeit der Türkischen Republik (seit 1923) (A.d.Ü.)} Diese drei Perioden erfüllt von Umsturz, Zerfall und Zusammenbruch. In all diesen Jahren gab es niemanden, der

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(nicht unter der Last der Ereignisse) fast verzweifelt wäre. (Doch da blieb fest stehend) auf seinen Beinen... dieser aus dem Osten gekommene, aus dem Lande der aufgehenden Sonne nach Istanbul gegangene Mann. Sein Glaube (iman) steht fest wie die Berge. Dieser Mann hat während dieser drei Epochen allem Bösen die Brust seines Glaubens (iman) als Schutzschild dargeboten. Er sagte: "Oh Gott!" Er sagte: "Oh Prophet!" Etwas anderes aber sagte er nicht. Und er trug den Kopf hoch und stolz wie der Berg Ararat. Kein Tyrann vermochte ihn zu beugen; kein Gelehrter konnte ihn besiegen... Unüberwindlich und furchteinflößend wie ein Felsengebirge stand sein Wille (irade) da... Sein Geist war von rascher Auffassungsgabe... So war dieser Said Nursi!... (Verfahren) vor dem Kriegsgericht, vor dem Strafgericht, Umstürze und Reformversuche, Galgen, die man für ihn errichtete... Verbannung... (nichts dergleichen) konnte diesen zutiefst Eindruck erweckenden Mann, diesen geistig so durchdrungenen Mann von seinem Weg abbringen! Er leistete all diesen Dingen mit unerschütterlicher Kraft (quvvet) und unbeugsamem Mut, der ihm aus seinem Glauben kam, Widerstand. "Soweit ihr glaubt, werdet ihr in jedem Fall überlegen sein." Heißt es im Ehrenwerten Qur'an (Sure "Al-i Imran", Ayah 139). Said Nursi begegnete so in etwa das Wort Gottes!

Wir haben seine Verteidigungsreden gelesen, die er vor den Gerichten gelesen hat. Diese Verteidigungsschriften, dienen nicht etwa der Selbstverteidigung (nefs). Sie sind die Verteidigungsschriften für einen großen Ruf (dava, geradezu eine Einladung). Ein Werk der Kühnheit und des Mutes eines solchen Geistes und geradezu ein Wunderwerk...

Warum war Sokrates eine solche Geistesgröße? Etwa, weil er um einer Idee willen das Leben (hayat) für gering achtete? Auch Said Nursi ist wenigstens ein solcher Sokrates. Doch von Seiten der Feinde des Islam gilt er als rückständig und man hält ihn für einen Fanatiker. Für sie muss man, um als groß zu gelten, ein Ausländer sein. Man

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hat ihn von Gericht zu Gericht geschleppt. Doch selbst noch als Gefangener zeigte sich seine Überlegenheit. Man warf ihn von einem Gefängnis ins nächste. Doch für ihn waren Gefängnisse und Kerker eine Schule Josefs (Medrese-i Yusufiye). Said Nursi strahlte ein Licht (Nur) aus, das die Kerker erfüllte, ein Licht (Nur), das die Herzen erleuchtete. Zahllose brutale Mörder, unzählige Gegner eines ordentlichen, ehrenwerten Lebens sinken vor diesem Vorbild des Glaubens (iman) in sich zusammen (wie Schnee vor der Sonne und stehen) wie neu geschaffen wieder auf. Sie alle nehmen die Haltung (hal) eines ruhigen, friedlichen (selim) Gläubigen (mu'min) und guten Staatsbürgers an... Welche eurer Schulen (mekteb), welches eurer Erziehungssysteme hat so etwas zustande gebracht, könnte so etwas erreichen?

Man hat ihn von einem Exil ins nächste verbannt. Und ein jeder Verbannungsort wurde für ihn zur wahren Heimat. Wohin er auch kam, wohin man ihn auch in Verbannung schickte, dort sammelte er um sich herum aufrechte, saubere Gläubige (mu'min). Gesetze, Verbote, zivile und militärische Polizei, die dicken Wände eines Gefängnisses konnten ihn keinen Augenblick lang von seinen gläubigen (mu'min) Mitbrüdern trennen. Diese zwischen den Schülern angestauten kompakten Blockaden (kesafet) wurden durch die Religion (din), die Liebe (ashk), den Glauben (iman) ihres Lehrers (murshid) in den Zustand (hal) einer Leichtigkeit (letafet) versetzt. Die Begrenzungen, ja Bedrohungen (tahdid ve tehdid) blinder Kräfte (quvvet), einer toten Materie erzeugten in den Ozeanen des Geistes (ruh) hohe Wellen. Diese Wellen aber nahmen ihren Weg aus den Gemeindesälen der Dörfer, breiteten sich dort Stufe um Stufe nach allen Seiten hinaus und erreichten schließlich sogar die Tore der Universitäten.

Jahrelang wurde zertreten, was den Kindern des Landes heilig (muqaddesat) war und eine solcher Art vernachlässigte Generation dürstet nun nach dem Glauben, eilt auf den Spuren (des Meisters), folgt seinem Licht (Nur).

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Die Botschaft des Meisters vom Licht (Ustadhin Nur Risaleleri) eilte von Hand zu Hand, von Mund zu Mund durch die Provinzen und verbreitete sich überall. Junge und Alte, Ungebildete und Intellektuelle zwischen acht und achtzig Jahren: ein jeder entnahm sich aus ihr seinen Teil und wurde von ihrem Licht (Nur) erleuchtet. Ein jeder von ihnen wurde zu einer Druckerei, einer Druckerpresse. So wurde der Glaube (iman) zum Kampf gegen die Technik herausgefordert. Und die Risale-i Nur wurde Tausende Male abgeschrieben und vervielfältigt.

Die Blinden, denen das Licht (Nur) der Augen erloschen ist, deren innere Welt, in der das Licht (ishik) erloschen ist, zur Ruine geworden ist, fürchteten sich nun vor diesem Licht (Nur) wie vor einem Scheinwerfer (ishik). Und so haben sie sich denn nicht gescheut, zu behaupten, dieser verehrungswürdige Mann stelle sich "den Reformbestrebungen (des Landes) entgegen, wende sich gegen den Laizismus", und ihn immer wieder vor Gericht gestellt, ihn wieder und wieder ins Gefängnis geworfen. Viele Male haben sie versucht, ihn zu vergiften. Sie haben ihm Gift gegeben und eine allgemeine Vergiftung (hat sich in seinem Körper ausgebreitet). Die Kerker aber wurden zu Schulen (dershane)... Ihr Licht (Nur), das Licht (Nur) des Qur'an, das Licht (Nur) Gottes überschritt die Grenzen ihres Heimatlandes und verbreitet sich nun in der gesamten Islamischen Welt. Heute gibt es in der Türkei und allen ihren (ehrenamtlichen, sozialen und wohltätigen) Vereinigungen und für jeden Einzelnen, der sein Land liebt, eine Kraft (quvvet), Said Nursi und seine Schüler, der sie ihre Ehrerbietung erweisen sollten. Sie haben keinen Verein, kein Vereinslokal, keinen Ort, keine Einrichtung, keine Partei, keine Lautsprecher, keine öffentlichen Ansprachen, Veranstaltungen, Auftritte, Paraden, Demonstrationen. Es ist dies eine gewaltige Anzahl namenloser Vollendeter, die sich bewusst, gläubig und überzeugt einem großen Ideal (dava) hingegeben haben.

O. Yüksel Serdengeçti
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Bediüzzaman wird vergiftet

Vor sieben Jahren von heute an (zurück gerechnet) hat man, in einer erbärmlichen Zeitepoche, wo die Gesetze mit Füßen getreten, die Menschenrechte ans Kreuz geschlagen, die Freiheit für nichtig erachtet, der persönliche Wille und Ehrgeiz für höher gehalten wird als die Gesetze, einen achtzig jährigen Greis, einen Religionsgelehrten (din alimi) in das Städtchen Emirdagh im Vilayat Afyon verbannt. Man hat ihn dazu gezwungen, sich beim Einwohnermeldeamt anzumelden. So wurde ein Denker, dessen einziges Ziel es war, die Weisungen des Ehrwürdigen Qur'an zu verkünden und die Menschen in der Rechtschaffenheit und allem, was gut und ehrenhaft ist, zu unterweisen, ins Exil geführt... Und so hat man ihn, der an der Front sein Blut zu vergießen bereit gewesen war, in seiner eigenen Heimat in einer Weise ungerecht behandelt und schikaniert, wie sie selbst die Inquisitionsgerichte eines Menschensohnes für unwürdig erklärt hätten. Man versuchte ständig, ihm vorzuschreiben, wie sein Backenbart und wie sein Schnurrbart auszusehen habe und wie er sich kleiden müsse, Polizisten trieben ihn mit Gewehrkolben vor sich her, ja, man wollte ihn sogar zum Tode verurteilen.

Auch noch an seinem Verbannungsort ließ man ihn nicht in Ruhe. Dabei hielt die Bevölkerung dieses kleinen Städtchens es wie alle Türken für ihre Gewissenspflicht, dieser Persönlichkeit, die durch ihre wissenschaftlichen Werke, ihre Handlungen und ihre Haltung allgemein bekannt geworden ist, die von den Ahnen ererbte Gastfreundschaft zu erweisen (musellem), sowie auch den Alten, Fremdlingen und Obdachlosen zu Hilfe zu eilen.

Diese Persönlichkeit, welche den Ernst und die Würde des Islam und das Ansehen der Wissenschaft (ilm) zu wahren wusste und sich niemals um irdischer (dunya) Freuden willen irgendwelche Mühe gab, hatte zudem auch absolut keinerlei Verbindung zu irgendeiner politischen Partei oder Organisation.

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So wie man das in der Türkei mit jedem gebildeten Menschen von Glaube (iman) und Charakter machte, wurde auch sein Haus oftmals durchsucht, er wurde vor die Gerichte geschleppt, alle seine Werke, seine Briefe und auch noch die kleinsten Kleinigkeiten wurden beschlagnahmt und er selbst wurde unschuldig in die Gefängnisse geworfen und dem Elend überlassen.

Und wir sagen in der Tat, dass er unschuldig war. Denn angefangen vom Gouverneur und dem Bürgermeister bis hin zu den Polizisten in den einzelnen Wachlokalen bot sich, wenn sie in ihrer niederträchtigen Begierde darauf brannten, um ihres Stolzes willen bei ihren Vorgesetzten an Ansehen zu gewinnen und in ihren Ämtern befördert zu werden, die ansonsten so seltene Gelegenheit, den Meister (Ustadh) zu quälen und zu peinigen und ihn in den Gefängnissen elendiglich schmachten zu lassen.

Die Ursachen für das Unrecht und alle diese Schikanen muss man in der Tendenz jener Zeit suchen, die Gewissensfreiheit und die Islamiyet zu unterdrücken, um so die Religion (din) zu bekämpfen. Unter den damaligen Verhältnissen (hal) war eine derartige Haltung keineswegs erstaunlich. Denn wenn sich im Lande damaliger Zeit, in der man eine gottlose, materialistische, ihren bestialischen Empfindungen unterworfene Generation im Untertanengeist erziehen wollte, eine solche Persönlichkeit, die ihr eigenes Leben bis zur Selbstaufopferung gering schätzte, sich in die Arena warf, weil sie eine Jugend wollte, die (von den Gedanken) der Freiheit, der Moral und des Glaubens erfüllt und nicht in tierischen Gefühlen gefangen ist, und für dieses Ideal wirken wollte, so war sie deshalb mit Sicherheit nicht gern gesehen. Für die Schmarotzer, die es sich zur Gewohnheit gemacht haben, auf dem Rücken von Millionen zu leben und die Rechte (haqq) des Volkes mit Füßen treten, ist dies aber ein furchterregender Zustand (hal). Diese Verfolgung und die Unterdrückung setzt sich seit vielen Jahren fort. Die Häuser derer, die Kontakte mit ihm unterhalten, mit ihm im Briefwechsel stehen oder ihm zu

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Hilfe geeilt sind, werden durchsucht und sie selbst verkommen im Gefängnis zu Afyon, während ihre Frauen und Kinder auf der Straße zu Not und Elend verdammt sind.

Sein mit der Hand geschriebener Ehrwürdiger Qur'an und alle Teile der Risale-i Nur, die ja dessen Kommentar (tefthir) ist, wurden, als wären es Dokumente eines Hochverrats, beschlagnahmt und dem Staatsanwalt übergeben.

Während der gesamten Prozessdauer blieb der Haftbefehl weiter bestehen und so blieb (der Meister) weitere zwanzig Monate lang im Gefängnis unschuldig in Haft.

So ist es denn jetzt so weit gekommen, dass das Gefängnis in Afyon, in dem sich alle diese Dinge ereignet haben, von unschuldigen, nichts ahnenden Landsleuten überfüllt ist, die kein anderes Verbrechen begangen haben, außer an Gott zu glauben und seine Gebote zu erfüllen. Die Ungerechtigkeiten und die Schikanen, die man nun für angemessen hält, und über die selbst der Teufel entsetzt gewesen wäre, sind bereits zu einem Höhepunkt gelangt, den man als einen Zustand von Grausamkeit bezeichnen kann. So wie dereinst Jerusalem zum Spielplatz der Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten, welche die Israeliten an ihren Propheten verübten, geworden war, so ist heute auch Afyon zu einer zweiten Stadt geworden, in der die Menschenrechte geschunden und die Bürgerrechte ans Kreuz geschlagen werden.

Bei den Wahlen am 14. Mai 1950 wurde diese Diktatur nach einem Viertel Jahrhundert endlich mit Stumpf und Stil ausgerottet und stürzte krachend in sich zusammen; worauf sich das Volk endlich wieder als Herr seiner eigenen Zukunft fühlen durfte und in grenzenlosem Jubel ein Freudenfest (bayram) veranstaltete.

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Nach dem 14. Mai 1950 erwartete nun jederman einen Wandel und musste dennoch sehen, wie der Gouverneur (vali) und die Bürgermeister ihre alten Gewohnheiten fortsetzten.

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Noch immer werden zwei, drei Landsleute, die sich miteinander unterhalten, von den Untersuchungsbeamten verfolgt und steht das Haus von Bediüzzaman auch weiterhin unter Beobachtung. Desgleichen darf selbst ein Oberwachtmeister nach den Gesetzen der Türkischen Republik ohne einen (schriftlichen) Durchsuchungsbefehl in seiner Hand (keine Wohnung betreten), weil er ja sonst (die Gesetze) über die Unverletzlichkeit der Wohnung verletzen würde. Vermisst er sich dennoch dazu, wird er nicht erleben, dass man ihn dafür bestraft. Auch wird der Meister (Ustadh) wegen seiner Art, sich zu kleiden, auch weiterhin belästigt; wie in der Zeit der vorigen Regierung werden Besucher weiterhin aufgeschrieben und ins Wachlokal gerufen.

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Sie wollten einen achtzig Jahre alten Religionsgelehrten (din alimi) töten, der dem Volk sein Leben gewidmet hat, indem sie ihm sogar noch am Abend vor dem Großen Festtag (Ramazan Bayrami) zum Fastenbrechen (iftar) Gift ins Essen mischten. Welch eine Katastrophe, was für ein unerträglicher Zustand (hal) ist doch das! Er wurde isoliert. Er wurde ständig überwacht. Draußen vor der Türe hielt ein Wärter die Wache, während er drinnen mit dem Tode allein gelassen war.

Welche Schande! Kommt ihr Leute des Islam! Weinen wir alle zusammen! Ach nein, oh nein! Mit Weinen und Wehklagen können wir einen solchen Schmerz nicht heilen... Um Gottes willen wollen wir uns alle miteinander einsetzen!

Nihat Yazar
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Bediüzzaman Said Nur

Wie unendlich viele kampfesmutige Erneuerer (mudjahid mudjeddid) und große Menschen mit einem umfassenden Geist (mana) hat nicht die Türkei hervorgebracht, die ja auch heute noch die Wiege solch großer, genialer Menschen ist! Die Lebensumstände (hayat shartlari), die ihnen (letztendlich) zu besserer Einsicht (idrak) verhalfen, die Anerkennung (itibar), die sie auf diese Weise fanden und der Respekt (hürmet), den man ihnen entgegen brachte, gereichte ihrer Würde und ihrem Ansehen keinesfalls zum Nachteil, sondern waren ihnen, wenn sie auf dem rechten (haqq) Wege voran schritten, stets nur von großem Vorteil. Diese Umstände (shart), so wie sie sich auch uns im Spiegel der letzten fünfundzwanzig Jahre wieder gezeigt haben und deren Ungerechtigkeiten wir aufs Schwerste ausgesetzt waren, haben uns zugleich auch einen solchen genialen Menschen geschenkt, der in schweren Mühen und Kämpfen (mücadele ve mücahede) geformt, von der Größe seiner Botschaft (dava) und seines Glaubens (iman) inspiriert (ilham) war und dessen Größe noch bis in die entferntesten Ecken dieser Welt (dunya) gedrungen ist, ein leuchtendes (Nur) Vorbild an Tugend (fadilet).

Dieser Mensch, der mit seinem Licht (Nur) die Dunkelheit über den Gewissen so vieler Menschen erleuchtet hat, der mit seiner Kraft (qudret) dem schwachen Glauben (iman) so vieler Menschen wieder neuen Mut gebracht und mit seinem Geist (dehasi) den Seelen (ruh) so vieler vom Pech verfolgter Menschen eine neue Begeisterung (ilham) eingeflößt hat, diese große Persönlichkeit war sicher und eindeutig Hazret Said Nursi.

Viele Menschen, die sich auf ihrem Wege verirrt hatten, haben bei ihm Unterricht in Tugend und Opferbereitschaft genommen und fanden sich am Ende glücklich und zufrieden in einem lichtvollen Garten wieder. Dieser höchst ehrenwerte Mann verfügte über eine Intelligenz und eine

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Standhaftigkeit, die ebenso stark (quvvet) war wie sein Glaube (iman). Er war eine einzigartige Persönlichkeit, die sich zwanzig Jahre lang ohne mit der Wimper zu zucken der Unterdrückung und dem Unrecht entgegen warf und den fürchterlichen Schikanen und Ungerechtigkeiten mit der aus seinem Glauben (iman) geborenen Kühnheit Widerstand bot.

Die ganze islamische Welt (dunya) konnte sich der Anziehungskraft dieses Pols (qutub) nicht entziehen. Dieses Licht (Nur), dass da über einer öden und einsamen Eck der Türkei aufgegangen war, dessen Strahlen sich bis nach Pakistan und nach Indonesien ausgebreitet haben, verbreitet nun auch über unserem Volk einen Hof von Licht (hale). Wie sehr zu bedauern ist es doch, dass dieser großartige und so gesegnete Mann, der uns eine solche Ehre hat zukommen lassen, unseren blind und trübe gewordenen Herzen wieder neuen Glanz geschenkt und die Menschen, die sich auf ihrem Weg verirrt hatten, wieder auf den rechten (haqq) Weg geführt hat, an Stelle des ihm geschuldeten Respekts nur Unrecht und Unterdrückung erfahren hat. Doch all dies konnte ihn weder entmutigen, noch von seinem Wege abbringen. Im Gegenteil: er wusste ganz genau, dass ohne Kampf, ohne Opferbereitschaft und ohne jegliche Geburtswehen seine Botschaft (dava) niemals Wurzeln schlagen kann. Doch wie dem auch sei: wie sehr wir uns auch wünschen mögen, das Licht dieser Sonne auszulöschen: sein Licht (Nur) wird die dunklen Herzen wie mit einer Fackel entzünden und durch sie erleuchten. Das ist für diesen großen Menschen nur rechtmäßig (haqq) und die Frucht seiner Botschaft (dava). Wie glücklich er doch ist!

Djevat Rifat Atilhan
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Bediüzzaman Said Nur

Bediüzzaman Said Nursi ist der Name eines prächtigen Menschen und großen Lehrers (murshid), der, aufgewachsen und ausgebildet in diesem schönen türkischen Heimatland, als ein genialer Mensch der gesamten Menschheit zum Vorbild geschenkt worden ist. In seinem fast neunzig Jahre währenden Leben (hayat) hat er an jedem Tag einen Lichtglanz (nur halesi) und eine Leuchte der Tugend (fadilet ishighi) in den Geist (ruh) und Verstand der türkischen Generationen eingepflanzt, gleich einem Ring seiner Durchsetzungskraft und seines Glaubens (iman), der ihn (täglich im Gebet mit Gott verbindet); und dieses Licht (Nur) hat jahrelang viele betrübte und nachtdunkle Seelen (ruh) erleuchtet und sie auf dem rechten, guten und lichtvollen Wege geleitet. Dieser großartige Meister (Ustadh) Hazret Said Nursi, der ein Wahrzeichen seines von Gott gegebenen Verstandes und Gottes außerordentlich großzügige Gabe war, gebrauchte sein Durchsetzungsvermögen und seine Standhaftigkeit im Glauben (mu'min) für Wohlfahrt und Fortschritt dieses kostbaren Volkes, setzte sich ein für seine Entwicklung; und sein Licht (Nur) überflutete die Türkei und seine benachbarten Länder und verbreitete sich bis hin nach Pakistan und Indonesien. Und so ist es denn unmöglich, die Strahlen dieses Lichtes (Nur), die Ethik, die es den Menschen schenkt und die Funken der Tugend in einem einzigen Scheffel {Hohlmaß für schüttbare feste Körper (z. B. Getreide) (A.d.Ü.)} der Werte und Wertschätzungen zu fassen.

In seiner Größe, mit seiner Durchsetzungskraft, seinem festen Willen (irade), seiner starken Überzeugungsfähigkeit und allen Eigenschaften seiner edlen Menschlichkeit ist er für uns alle beispielhaft, ja geradezu ein Vorbild geworden. Und das nicht nur für uns, nicht nur für die Muslime, nein: in seiner großen menschlichen Persönlichkeit

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kann die gesamte Menschheit alle Beispiele für seinen Adel, seine edle Herkunft, seine Moral, seine Tugend, ja sogar seinen großen Glauben finden und in einer geradezu die Augen blendenden (Klarheit) betrachten. Und alle türkischen Kinder können mit Stolz auf ihr Land blicken, dass einem solch göttlichen Intellekt, einer solch großartigen Persönlichkeit, einem solchen von grundauf ehrlichen Menschen als Wiege gedient hat.

Vorgestern wurde nun wieder einmal gegen ihn verhandelt. Aus dieser Verhandlung haben wir zwei Dinge gelernt: Erstens hat die edle Generation der jungen Türken einen tiefen Respekt und ein großes Interesse an seiner erhabenen Moral (uluvv-u ahlak), seinem hohen Glauben und seiner Willenskraft (irade)... Auf der anderen Seite aber (stehen diejenigen Menschen), die sich in ihrem Luxus, durch ihren Rang und ihre Stellung, in ihrem heutigen vergänglichen (fani) und armseligen Dasein über das Elend eines rückständigen türkischen Volkes zu erheben suchen, wobei sie ihre vergifteten Eingebungen (ilham), ihre Aufträge und ihren Mut (quvvet) von den geheimen, revolutionären, zerstörerischen, internationalen Feinden aller türkischen (Werte) übernommen und das Verhalten von Menschen niederer Herkunft und unbekannter Abstammung angenommen haben. Es ist eine Schar (von Menschen), die gegenüber einer großen Menge, bestehend aus einer Versammlung Hunderttausender junger gebildeter Türken nun erschrocken versuchen, ihre vergifteten, böswilligen, destruktiven Federn, wenn auch ängstlich und zitternd, heimtückisch gegen sie zu verwenden, um letztendlich mit ihrem altmodischen Geschwätz die wahren Werte (dieser jungen Leute) verächtlich zu machen.

Dabei können wir den folgenden Vergleich anstellen: ein unserem großen Meister (Ustadhi Adham) ebenfalls sehr ähnlicher großer Mensch war Mahatma Gandi, der Anführer der indischen Befreiungsbewegung. Er ist der englischen Gewaltherrschaft, dem englischen Imperialismus mit seiner furchterregenden Ausbeutung und Besatzungspolitik

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Herr geworden und hat viele Jahre (seines Lebens) dem Dienst an seiner Botschaft (dava) geweiht und dabei alle Macht (kudret) und Pracht des britischen Imperiums mit seiner gewaltigen Willenskraft (irade) lahm gelegt und in einen Zustand (hal) allgemeiner Schwäche überführt. In ähnlicher Weise ist (auch unser Meister in diesem Lande geboren und groß geworden); seine Art zu leben (hayat), zu streben und zu kämpfen war dem gleichfalls sehr ähnlich. Darüber hinaus aber empfing er von Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq) das Gnadengeschenk des Islam; und auch das Licht des Glaubens (iman nuru; und der Risale-i Nur) hat sich gleich einem Strahl der Sonne (mit seiner Hilfe) unter dem Klima des Islam {d.h. in den islamischen Ländern (A.d.Ü.)} von Ort zu Ort über alle Grenzen ausgebreitet.

Zwischen beiden gab es allerdings einen bedeutenden, wenn auch bedauernswerten Unterschied. Dieser Unterschied bestand darin, dass ersterem nahezu vierhundert Millionen Menschen Anhänger ein unerschütterliches Vertrauen, Hochachtung und ihre Verbundenheit entgegenbrachten. Unserem (Meister) hingegen zeigte, wenn auch nur eine begrenzte Anzahl nur wenig Adel in ihrer Gesinnung, äußerte ihm gegenüber die Verachtung der Unterprivilegierten und versuchte ihn hinterrücks anzugreifen.

Oh Herr! Warum sind wir denn nur so elend und armselig geworden, dass wir alle unsre Werte und Tugenden in wertlose Lumpen verwandeln müssen? Wir wissen ja, dass die Zahl unserer Sünden groß ist. Es reicht, unser Gott, genug ist unser Fall!

Djevat Rifat Atilhan
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Wer war Bediüzzaman?

Bediüzzaman war ein Mensch, der sich in Anbetracht der allbekannten, lebensgefährlichen Abgründe, mit denen das gesellschaftliche Leben in seinem Ablauf übersät ist, darum bemühte, die geistigen (manevi) Werte im Lichte des Glaubens (nur-u imani) hochzuhalten und unter Beachtung der nötigen Sicherheitsvorkehrungen eine leuchtende Rechtleitung (ziya-yi irshadi) zu geben, dabei auch über sein eigenes Leben selbst zu bestimmen (idare) und der so gegenüber den unwissenden Volksmassen als derjenige in Erscheinung trat, der ihnen die Tatsache (haqiqat) bewusst machen konnte, dass sie bis heute nur blindlings geführt (idare) worden waren.

Bediüzzaman ist derjenige, dem es geradezu in die Augen sticht, dass die ethischen Werte und Traditionen des Volkes mit (der Entwicklung der modernen) Naturwissenschaften nicht Schritt halten und für sie keinen Ausgleich (muvazi) mehr bieten können, demzufolge sich in den Herzen (ruh) der in diesem Sinne (mana) und in dieser Weise groß gewordenen und nun verdorbenen Jugendlichen, eine trockene, menschenleere Wüste ausbreitet, deren unausweichliche Folge wiederum ist, dass unser Volk für seine Zukunft schwarz und eine Katastrophe voraussieht, wofür Bediüzzaman jedoch (den Ausweg) zur Rettung vorauszusehen vermag.

Bediüzzaman erkannte, dass durch die gewaltsame Verfremdung zwischen West und Ost {Gemeint: Zwischen dem von der Regierung aufgezwungenen Laizismus im Sinne einer Verwestlichung und dem Volk, das an seinen alten Traditionen festhalten will. (A.d.Ü.)} ein (neuer) Identitätsbegriff zustande kam, der (in manchen Dingen) zu eng, in anderen viel zu weit war, wodurch in unserem Jahrhundert lediglich eine äffische Nachahmung erreicht wurde, während Bediüzzaman ein Gelehrter (alim; war und blieb), der

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in einer solchen Identitätskrise an einem Begriff der Persönlichkeit arbeitete, die sich in den Augen Gottes als der (göttliche) Funke in den Herzen versteht.

Bediüzzaman ist ein religiöser Mensch, der in Herz und Verstand (seiner Mitmenschen) eine grundlegend neue, eine göttliche Philosophie von freien Menschen, von einem freien Land prägen wollte. Dieses edle Volk braucht den Dienst solcher Menschen, die, wie Bediüzzaman die Götzen des Eigennutzes gestürzt haben, sehr, aber auch wirklich sehr.

Ziya Nur

von der Juristischen Fakultät

Eine Empfehlung an unsere Mitbrüder in der Demokratischen Partei

Die gottlosen Diener einer erbarmungslosen früheren Regierung (: der Volkspartei), deren Anführer und Diktatoren, welche die Religion (din), den Glauben (iman), die Seele (djan) und das Leben (hayat) im Lande ausgeglüht hatten, haben nun in dieser Zeit, in der sie bereits im Sterben liegt, ihre wirksamsten Waffen gegen die Demokratische Partei gerichtet, indem sie sich darum bemühen, zu zeigen, dass diese (neue Partei) noch gottloser ist als ihre eigene (alte Partei). Ein Teil (der alten Partei) hat sich das Mäntelchen der Frömmigkeit umgehängt und behauptet nun, die Demokratische Partei habe dem Volk die Religionsfreiheit (din hürriyeti) versprochen und könne nun ihr Versprechen nicht halten. Ein anderer Teil beschuldigt die Demokratische Partei, sie wolle (das Volk) in seiner Rückständigkeit bewahren, um so zu verhindern, dass diese für die Religionsfreiheit (din hürriyeti) Partei ergreift. Sie wollen diese dazu bringen, genau so wie sie selbst die Religion (din) und

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alle religiösen Einrichtungen zu zerstören und besonders hart gegen die Leute des Glaubens (din) vorzugehen. Als dann die Demokratische Partei die Regierung übernahm und nun begann, hart gegen alle Kommunisten vorzugehen, dabei zugleich auch (nach mehr als zehn Jahren) den Ruf zum Gebet (Ezan-i Muhammedi) wieder zuließ, aus welchem Grunde sie die Liebe (muhabbet) des Volkes errang und dadurch zwanzig Mal mehr Macht (quvvet) erlangte als sie ursprünglich an Macht besaß, brach bei der Volkspartei (halktjilar) eine fürchterliche Panik aus.

Wir vertrauen darauf, dass die Demokratische Partei durchaus dazu in der Lage ist, zu begreifen (idrak), dass die ungerechte Politik, mit der das alte Regime gegen die Leute des Glaubens (din ehli) und die Leute des Qur'an, zu denen die Nurdjus gehören, vorgegangen ist, (die Volkspartei) in diese Lage (hal) gestürzt hat, um nun nicht selbst in diese Falle zu stürzen.

Die wichtigsten Merkmale des alten Regierungssystems sind ja bekannt. Will also nun die Demokratische Partei weiterhin (an der Macht) bleiben, so muss sie ganz und gar gegen diese Merkmale Politik führen. Sie muss einerseits hart gegen die Kommunisten vorgehen und andererseits die Religion (din) und die Leute des Glaubens schützen. Und es ist notwendig, dass sie mutig und offen auf ihrem Wege voranschreitet. In dieser Hinsicht würde sie auch nur das leiseste Zögern oder die kleinste Unehrlichkeit in den Sumpf der Volkspartei (halktjilar) stürzen.

Wir Nurdjus steigen unter gar keinen Umständen aktiv in die Politik ein. Unser einziger Wunsch besteht darin, dass in diesem Lande die Religionsfreiheit (din hürriyeti) auch tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden kann, dass alles Unrecht und der Druck gegen die Religion (din) und die Leute des Glaubens und des Qur'an, der nun schon seit einem viertel Jahrhundert auch auf den Nurdjus lastet, voll und ganz aufgehoben wird. Daher geben wir allen Mitbrüdern in der Demokratischen Partei den guten Rat: sie sollten sich nicht von des Teufels Spielen und Listen einer

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vergangenen Zeitepoche täuschen lassen und nicht auf die gleichen Irrtümer hereinfallen, (auf die auch die Volkspartei schon einmal) hereingefallen ist. Auch sollten sie Geist und Willen (ruh ve irade) des Volkes nicht verachten, so wie diese es getan hatte. Sie sollten sich gegen die Kommunisten und für die Religion (din) einsetzen und auf diesem Wege entschlossen fortschreiten.

Im Namen der Nurdjus
Sadik, Sungur, Ziya

Bediüzzaman

"Die beiden Quellen der Moral und der Religion" Eines der neuesten Bücher von Henri Bergson (1859-1941), worin er schreibt, dass besonders immer dann, wenn die Moral (ahlak) in der menschlichen Gemeinschaft auf ihre niederste Stufe abgesunken ist, nur von ehrenwerten gläubigen (dindar) Persönlichkeiten zu ihrem erhabenen Ideal emporgehoben werden kann.

Diese Meinung hat sich in der Geschichte der Menschheit (im allgemeinen) und in der Geschichte der Muslime (im besonderen) zu allen Zeiten an Hand zahlloser Beispiele bewahrheitet (tahaqquq). Bekanntlich hat die Erziehungskunst, die sich auf die Wissenschaft (ilm) von der Psychologie stützt, auf dem Wege der mündlichen Überlieferung an diesem Prinzip festgehalten und wann immer eine Generation in eine neue Richtung gelenkt werden sollte, wuchsen in Zeitepochen vor der unsrigen Menschen, die dem Beispiel derartiger Menschen folgten im gleichen Grade glücklicher heran als wir.

Bediüzzaman, war eine solche außerordentliche, ehrenwerte Persönlichkeit, die, unabhängig davon, unter welchem Volk und in welcher Zeitepoche auch immer sie

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gelebt haben mochte, die Eigenschaften eines solchen vorbildlichen Menschen bewahrt hatte, auf die wir oben hingewiesen haben. Um das türkische Volk zugrunde zu richten hat man in aller Verschwiegenheit Spione herangebildet, hat das türkische Volk mit Lug und Trug in jeder Sekunde hintergangen, hat aus dieser Art der Lebensführung eine Kunst gemacht und so haben denn auch eine Menge Verräter und solche Geschöpfe, die Feinde des Volkes sind, diese ehrenwerte Persönlichkeit jahrelang wie in einer Kelter ständig unter Druck gehalten. Wir fragen nun: (Doch wen sollten wir da fragen? Und was sollten wir eigentlich von einer solchen Frage erwarten?) Ja sollte denn, wo in unserer ganzen Geschichte und bei jeder Gelegenheit die Prominenz derer, die wie die Könige in ihren vornehmen Villen leben, ihre gnadenlose, Schrecken erregende Feindseligkeit unter Beweis gestellt hat, (zu gleicher Zeit) Bediüzzaman, der seit Jahrhunderten in seinem Fleisch und Blut die Kopie eines wenigstens Tausend Jahre alten Grundrechts auf diese kostbare Erde mit sich trägt, mehr noch als der Wächter eines Aufruhrherdes seines Rechtes (haqq) auf Leben beraubt bleiben?

Wer unter uns könnte es ertragen, dass unsere Bücher, während wir über deren Seiten in Gedanken und im Geiste (fikri ve ruhi) eine Reise begonnen haben und wir plötzlich in unserer Wohnung, die wir für heilig zu halten wissen, überfallen werden, wobei unser Zimmer gestürmt wird, uns aus den Händen gerissen und beschlagnahmt werden? Eine solche Handlungsweise, und das, obwohl wir (doch eine moderne Gesellschaft) kopieren wollen, könnte es noch nicht einmal in Spanien geben, wo das soziale Leben, unter den neuzeitlichen zivilisierten Gesellschaften noch am rückständigsten ist. Nachdem es aber nun einmal passiert ist, sollte sich das wenigstens nicht auch noch ständig wiederholen.

Dabei verabscheuen wir ganz und gar alle diese bösen Taten, die sich besonders in den letzten Tagen noch verschlimmert haben, Taten, die sie auch noch für

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gerechtfertigt halten und mit denen sie Bediüzzaman, den Eigenschaften seiner ehrenwerten, großen Persönlichkeit, wie seine Gelehrsamkeit (ilim), seine Moral (ahlaq), seine Tugend (fadilet) und sein Anstand (edeb) besonders auszeichnen, traktiert haben.

In diesen dunklen Tagen, die über die Türken gekommen sind, da sich die stinkenden Abwässer der Unmoral gleich einer Sintflut überall hin auszubreiten beginnen, jede Tugend unter sich erstickend, finden wir Trost, wenn wir sehen, wie der Segen, der von Bediüzzaman ausgeht, jeden Widerstand bricht und die Herzen aller wie ein Sturmwind erobert... Unsere Nächte waren sehr finster geworden und der Morgen nach so finsteren Nächten ist schon nahe herbeigekommen.

إِنَّ اللّٰهَ مَعَ الصَّابِرِينَ

{"Wahrlich, Gott ist mit denen, die geduldig sind."}

Cevdet Sezer

Diverse Briefe an seine Schüler

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei"}

Sehr verehrter, sehr gesegneter, so gütiger und so sehr geliebter Hazret Ustadh!

Immer wenn wir die Risale-i Nur zu unserer geistlichen Hilfe und mit Euren Gebeten (dua) aufmerksam und nachsinnend lesen, begreifen wir (idraq), dass dies ein gewaltiges Gesamtwerk ist, das ein Entdecker der tiefen, verborgenen Wahrheit (tilsim) des Alls ist, der dieses Geheimnis (tilsim) entdeckt und löst, der große Führer (murshid-i ekber) und ein mächtiger Wegweiser (rehber-i adham) durch Gegenwart und Zukunft, und dies wiederum durch Euer Gebet (dua) und Eure geistliche Hilfe.

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In der Tat, Hazret Ustadh! Wer auch immer die Risale-i Nur mit Verstand liest, begreift (idrak), dass die Risale-i Nur, sei es für dieses Jahrhundert, sei es im vor uns liegenden Jahrhundert die Menschheit aus der Finsternis ihrer Gedankenwelt (fikir) errettet, sie erleuchtet (tenvir) und auf dem rechten Weg (irshad) leitet. Die Risale-i Nur wurde nicht nur für dieses Land und sein Volk verfasst, sondern um als ein Gesamtwerk für die ganze islamische Welt und die Bedürfnisse der gesamten Menschheit eine Antwort zu geben. Für eine Menschheit, die in heutiger Zeit in einer noch nie gekannten Katastrophe, verzweifelt einen Ausweg aus diesem Unheil sucht, gibt es kein anderes Mittel der Rettung, als an der Risale-i Nur festzuhalten, was auch immer der Preis dafür sei, (zu versuchen), die licht- und glanzvollen Teile der Risale-i Nur in die Hand zu bekommen, sie aufmerksam zu lesen und über sie nachzusinnen. Jeder, der die Risale-i Nur liest, kann diese Wahrheit (haqiqat) erfassen (idrak) und wird es tun. Wenn uns dies möglich wäre, könnten wir diese Wahrheit (haqiqat), nachdem wir zu einem Punkt hinauf gestiegen wären, von dem aus man die ganze Welt überblicken kann, dem ganzen Weltall bekannt machen. Da uns aber nun einmal dies nicht gelingen kann, und da wir nun einmal den universellen Wert der Risale-i Nur allein mit der spirituellen Unterstützung unseres Meisters (Ustadh) soweit zu erfassen (idrak) vermögen, müssen wir deshalb nun die Risale-i Nur, die das Licht (Nur), eine Schatzkammer, das Wissen (irfan) und die Quelle der Vollkommenheit (kemalat) ist, ohne auch nur eine einzige Sekunde nutzlos verstreichen zu lassen, an jedem Tag und in jeder Stunde ständig, ja ununterbrochen lesen. Mögen wir uns mit Gottes Hilfe (insha-a'llah) Tag und Nacht darum bemühen! Doch so wie bei all unserem Tun wird uns auch dies durch das Gebet (dua) und den geistlichen Beistand unseres Meisters (Ustadh) gelingen.

Auch die folgende Wahrheit (haqiqat) ist ganz klar und offensichtlich: Möge jemand auch selbst ein Gelehrter (allame) sein, so bleibt er doch ein Schüler der Risale-i Nur

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und seines Verfassers. Die Risale-i Nur zu lesen, ist eine Notwendigkeit und ein (inneres) Bedürfnis. Bleibt er jedoch gleichgültig (ghaflet), beugt er sich vor seinem Ego und verfällt so seiner eigenen Täuschung und liest dieses Gesamtwerk der Risale-i Nur nicht, so fällt er dadurch einem großen Mangel anheim. Uns aber ist klar (idraq) geworden, dass wir für diese gewaltige Wahrheit (haqiqat), die ein Retter der Menschlichkeit ist und über Milliarden von Menschen steht (und der zu dienen Ustadh) von seinem Herrn (memur-u Rabbaniye) beauftragt ist, in einem Maße dank schuldig sind, wie es sich gar nicht beschreiben lässt. Und wiederum durften wir durch sein Gebet (dua) und seinen geistlichen Beistand erfahren (idrak), dass es unsere Möglichkeiten überschreitet, auch nur für eine einzige Zeile dieses wunderbaren Gesamtwerkes, das die Risale-i Nur, dieses spirituelle Wunder (mu'djize-i maneviye) des Ehrenwerten Qur'an, auch nur einen Bruchteil ihres Gegenwertes zu entgelten. Darum haben wir beschlossen, an Gott den Gerechten (Djenab-i Haqq) wenigstens folgendes flehentliche Bittgebet zu richten:

"Oh Herr! Der du uns von der ewigen Einzelhaft (im Grabe) erlöst hast, indem Du uns mit der Risale-i Nur als einem Schlüssel zu der wahren Schatzkammer, in der wir das immer und ewig währende Glück aller Welten (alemin) erreichen können, ein beispielloses Werk geschenkt hast, gewähre uns, unseren geliebten, gütigen Meister (Ustadh) vor der Bosheit und Heimtücke all seiner Feinde und der Tyrannen zu bewahren; verleihe ihm bleibenden Erfolg im Dienst am Qur'an und am Glauben (iman). Schenke ihm in Deiner Güte (ihsan) Gesundheit, Wohlergehen und ein langes Leben!"

In der Tat, unser hochverehrter Meister! Wir, ein Teil der Jugend von der Universität, die wir die Risale-i Nur aufmerksam gelesen und darüber nachgedacht haben, sind nicht aufgrund irgendeiner Sympathie oder bloßen Vermutung heraus, sondern durch überwältigende Gnade (ni'met-i uzmasi), erforschend und auf wohldurchdachte Weise (tahqiqi ve tedkiki),

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in der Kraft des Glaubens (quvvet-i imaniye) zu der wissenschaftlich begründeten (ilme-l'yakin), unumstößlichen und nie zu erschütternden Überzeugung gelangt, dass es Bediüzzaman in der Güte des Wahrhaftigen (inayet-i Haqq) gelingen wird, die Religionslosigkeit und die Glaubenslosigkeit, welche die Ursache bis zu unserem Jahrhundert auf diesem Erdenrund noch nie geschauter Schrecken und Grausamkeiten ist, erfolgreich zu beseitigen.

Diese unsere Überzeugung beruht nicht auf Leichtgläubigkeit oder bloßer Vermutung, sondern stützt sich auf forschende (Erkenntnisse), die sich auf wissenschaftliche (ilm) Beweise zurückführen lassen. Darum wird diese Wahrheit (haqiqat) auch von denen noch in ihren Herzen (qalb) bestätigt, die (aufgrund der äußeren Umstände eigentlich) dagegen sind. Bitte gewähren Sie uns in Ihrer Güte (shefqat) Ihr Gebet (dua), damit wir im Dienst am Qur'an und im Glauben (iman) zu jedem Opfer bereit sein mögen! Mögen wir die Risale-i Nur lesen und abschreiben, ohne daneben auch nur eine Minute zu verschwenden. Und mögen wir dabei in vollkommener Wahrhaftigkeit (ikhlas) erfolgreich sein.

Im Namen der Schüler der Risale-i Nur an der Universität

Abdulmuhsin

* * *
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei"}

Vielmals gesegneter, hochverehrter Meister!

Erstens:

Alle Exemplare der Risale-i Nur, die wir unlängst empfangen haben, sind bereits verteilt worden. Alle, die sich so nach der Risale-i Nur gesehnt haben, wurden dadurch froh gestimmt. Die an der Risale-i Nur ihren Anteil haben,

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kommen einer nach dem anderen herbeigelaufen. Wenn die Brust nach dem Licht (Nur) sucht, wird sie es nach dem Leitsatz (haqiqatindja): مَنْ طَلَبَ وَجَدَّ وَجَدَ {"Wenn jemand mit Nachdruck etwas fordert, wird er es auch bekommen."}

auch finden. Diesmal haben sie sich auf die vierunddreißig Exemplare der "Worte" gestürzt, die unser Bruder Ziya einmal gebracht hat. "Stab Mosis" wurde an verschiedenen Orten im Bezirk Ankara und in Anatolien verteilt.

...............

Selbst diejenigen, die den verborgenen Glanz hinter der Risale-i Nur nicht wahrnehmen können, ergreifen dennoch für sie Partei. Die Medresse der Risale-i Nur (Medresetuz'Zehra) im Umfange von Anatolien wird sich im Rahmen der ganzen Islamischen Welt ausbreiten; darauf schließen wir von der Erhabenheit der Wahrheit (haqiqat) der Risale-i Nur und von der Bruderschaft, die zwischen den Gläubigen, die sie aufmerksam und nachsinnend lesen, und den Vertretern der Wissenschaft (ehl-i ilm) entstanden ist, einer Brüderlichkeit, die sich durch nichts erschüttern lässt. Diese gewaltige (muazzam) Aktivität der Medresetu-z'Zehra geschieht so wie sich der Frühling göttlich und gewaltig über die Erde hin verbreitet, lautlos, ohne Prunk und Getöse, ohne eine äußerliche Schau, ganz bescheiden, jedoch in einer großartigen (muazzam), nicht mehr aufzuhaltenden Weise. Der Menschensohn hat es seinem Wesen nach stets eilig und möchte, ohne über das göttliche Gesetz nachzudenken, dass sich eine jede Angelegenheit in der von ihm gewünschten Zeit erledigen lässt, wobei er den kleinen Kreis seiner eigenen Verpflichtungen überspringt und auf die größeren Kreise hin ausweicht. {D.h. eine Ethik und Moral für die ganze Islamische Welt, die aber von dem leuchtenden Vorbild jedes einzelnen ausgehen muss. (A.d.Ü.)}

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Dem beispielhaften Vorbild wahrhaft gläubiger Menschen, herangebildet von der Risale-i Nur, deren Same ausgestreut und deren Zeit der Ähren gekommen ist, wird mit Gottes Hilfe (insha-a'llah) in nahegelegener Zeit die ganze Islamische Welt folgen und sie werden in ihr das Licht der Rechtleitung (nur-u hidayet) erkennen.

Im Namen der Schüler der Risale-i Nur an der Universität zu Ankara

Abdullah

* * *

Ein großer Gelehrter (alim) und Mann des Herzens (qalb), dem die überwältigende Gnade (ni'met-i uzmasi) zuteil geworden ist, in Ankara die Risale-i Nur verbreiten zu können, schrieb dem Meister (Ustadh) folgenden Brief:

An den großen Streiter (mudjahid-i ekber) Hazret Bediüzzaman, den aufrichtigen Herrn (Sahibu-l'ikhlas) des Lichtes (Nur), der Vollkommenheit (kemal) und der Rechtleitung (irshad).

Von der Zeit an, da Ihr Euch mit Gott und für Gott (Lillah ve Fillah) in die Arena der Prüfungen und Erfahrungen gestürzt habt, bis heute haben Eure Exzellenz vor Gott und den Menschen (Haqq ve halk) ununterbrochen, wie man sagen darf, mit viel Mühe und Eifer und Einsatzfreude Tag und Nacht daran gearbeitet, mit Euren besonderen wissenschaftlichen Fähigkeiten (qudret-i ilmiye), erleuchtet (Nur) und rechtgeleitet (irshadiye) in außerordentlich schwierigen Umständen, das Recht der Allgemeinheit wie des Einzelnen (huququllah ve huquq-u ibad) zu verteidigen und zu schützen; die Engel und der Himmel, Gottes

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Thron und der Schemel seiner Füße, die Tafel der Zeugen und der Stift, der auf ihr schreibt, Himmel und Erde, das Universum allen Seins (alem-i Kevn), Menschen und Geister (Dschinnen), die Gemeinschaft der Menschen im Ausland und die ganze Islamische Welt und auch wir armseligen Diener bezeugen dies bei Gott bis ans Ende der Zeiten als Zeugen (Esh'hedu billah) für immer und ewig.

Unser Bediüzzaman, der Ihr ein Träger des Lichtes (Sahibu-n'Nur) seid! Eurer lichtvollen (Nur) Persöhnlichkeit armseliger Freund und Diener bin ich mit Herz und Seele. Meine Freundschaft gehört nicht (wie sonst alles) der Vergänglichkeit an, ist nicht wie eine Freundschaft, die nur kommt und geht.

So wie diese Freundschaft bereits in der geistigen Welt (alem-i mana) in ihrem primären Zustand (fitrat-i zatiye), in dem sie schon bestand ehe denn die Welt ward, {als Gott Seine Geschöpfe versammelte und sie befragte: "Bin ich denn nicht euer Herr (ezel-i elestu)?" (A.d.Ü.)} Bestand hatte, so wurde sie nun in diese Welt, die wir hier bezeugen (alem-i shuhud), und das ist nun fast ein halbes Jahrhundert her, transferiert. Eure vollendete Persönlichkeit (dhat-i ekmel) durchlebte in all diesen Jahren die Zeit der Despotie (devr-i istibdad, 1878-1908) und die Zeit der Konstitutionellen Monarchie (meshrutiyet, 1908-1922) und durchstand seitdem zu verschiedenen Zeiten in der jetzigen Republik (djumhuriyet) die noch weit schlimmeren Prüfungen, Leiden und Erfahrungen und die äußerst schwierigen Umstände, wie das Kriegsgericht, verschiedene Strafgerichtsverfahren, Hauen und Stechen auf dem Schlachtfeld und ist heute auf wissenschaftlichem Gebiet (ilm) den Gelehrten unserer Zeit in wissenschaftlichen (ilm) Gesprächen und Disputationen und durch die Verbreitung Eurer prächtigen und großartigen (djelil ve djemil) Werke überlegen. All dies, Euer Verhalten, Eure Worte, Euer Tun und Lassen, was Ihr an Gutem getan habt, um Gotteslohn (a'mal-i saliha) und ohne jeden Falsch (ikhlas), Eure

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erleuchtenden Gedanken (efkar-i nuriye) und all Eure kleinen und großen Anstrengungen (djihad-i asghar ve ekber) habe ich stets beobachtet, mir ein Beispiel daran genommen und in Eurer Weisheit (hikmet) meine Lehren (ders-i ibret) daraus gezogen. Das hat meine alte Freundschaft nur noch gesteigert, letztendlich gefestigt, bestärkt und bis zu (göttlicher) Liebe (ashk) und Begeisterung geführt.

In dieser Liebe (ashk) und Begeisterung habe ich seit den Zeiten von Sultan Hamid, während Ihr und die Schüler der Risale-i Nur sich um Gottes willen darum bemühten, die öffentlichen und die privaten Rechte (huquq-u umumiye ve hususiye), für die sich einsetzen, zu wahren, zu schützen und zu verteidigen, meinen Beitrag, wenn auch nur mit den Kräften einer Ameise, aus der Nähe wie aus der Ferne dazu geleistet, den innerlichen wie äußerlichen (manen-maddeten) Erfordernissen einer Freundschaft soweit möglich ohne Fehler nachzukommen, tue das noch heute und werde es auch in Zukunft tun. Diese meine Situation (hal) kennen Gott und die Menschen (Haqq ve halk) und ein bedeutender Teil Eurer Schüler der Risale-i Nur.

Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass mit dem Beistand des Gerechten (avn-i Haqq) und unter mohammedanischer Mithilfe der kleine wie der große Streit (djihad-i asghar ve ekber) zur rechten Zeit durch Eure beispiellose aufrichtige Liebe (ashk-i ikhlasiye) in kürze zum Sieg führen und der Irrtum seine Niederlage finden wird. Möge sich die Menschheit (insaniyet) der Welt im Aufgang der mohammedanischen Kultur (medeniyet) mit all ihrer Pracht in eine islamische Gemeinschaft (alem-i Islamiyet) verwandeln, Menschen und Geister (ins-u djinn), die Engel und der Himmel (melk-u felek) alle miteinander ein großes Fest (id-i ekber) feiern! Und mögen wir insbesondere auf diesem weltumspannenden Banquet (bayram) zu vollkommener Gesundheit und Bekömmlichkeit (kemal-i sihhat ve afiyet) speisen, unseren Durst löschen, umherwandeln und in der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahiye) mit unseren Familien zusammen das Gebet (dua) fortsetzen. Möge Gott

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der Gerechte (Djenab-i Haqq) von Seinem erhabenen Thron (dergah-i uluhiyet) aus unsere Gebete (dua) um der Ehre unseres Großen Geliebten (Mohammed; Habib-i Kibriya hürmet) {kibriya: bezeichnet die Größe Gottes; und Mohammed ist Sein geliebter Prophet. (A.d.Ü.)} willen erhören! Amen und abermals Amen (amin thumme amin).

Hoch gesegneter (mubarek) Freund in meinem Herzen (qalbi), in meiner Seele (ruhi) und tief in meinem Innersten (sirri)! Erinnert Ihr Euch vielleicht noch an Euren armseligen Diener? Auf alle Fälle aber möchte ich mich hiermit wieder in Erinnerung bringen: Während sich noch überall im Lande der nationale Befreiungskampf (1918-23) fortsetzte, erhielten Eure Weisheit (dhat-i hakimane) mehr als 18 Einladungen von verschiedenen Personen, die sich zur Beteiligung an diesem nationalen Befreiungskampf (mudjahede-i milliye) in Ankara eingefunden hatten. Um nun darüber zu beraten, ob Ihr diese Einladung annehmen solltet oder nicht, hatten wir uns damals an einem Tag, den wir unter uns abgesprochenen hatten, in Istanbul in Eurer Wohnung zusammengefunden, unter denen auch ich mich als einer der damaligen Rechtsgelehrten (müftü) des Bataillons, Euer alter Freund Osman Nuri aus Ankara, befand. Nach dieser Zeit war ich dann an dem Amt für den Befreiungskampf (Milli Müdafaa Vekaleti) zum Mufti ernannt worden. Fast fünfundzwanzig Jahre lang bin ich dort als Mufti tätig gewesen. Vor drei Jahren habe ich nun meinen Abschied genommen. Ich habe mich jetzt in meinem Haus in Ankara niedergelassen. (In der Vorbereitung) auf meinen Heimgang bete ich Tag und Nacht für Eure Exzellenz, für alle Menschen und den Islam. Sehnlichster Wunsch und Verlangen ist aber, bevor ich sterbe, Eure Person mit meinen sterblichen Augen zu schauen, zu besuchen und um Gottes willen (noch einmal an einer) Eurer Vortragsabende (sohbet) teilnehmen zu dürfen. Das wünsche ich mir von ganzem Herzen.

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Mein lieber (aziz) Geliebter unter den Geliebten! In vollkommener Hochachtung und mit allem geschuldeten Respekt grüßen (selam) wir Eure Weisheit (dhat-i hakimane) und Eure erleuchteten (nuriye) Schüler und gedenken Eurer in Liebe (ashk) und Begeisterung. Möge unser Großer Gott, der Heilige, Gerechte und Hochgepriesene (Haqq Te'ala ve Teqaddes Hazretleri) Euch auf unser Bitten und Flehen hin in beiden Welten für lieb und gut und würdig (aziz) {das türkische Wort "aziz" enthält alle drei Bedeutungen} erachten. Gestattet mir, mit einem Kuss Eurer so gesegneten (mubarek) Hände unsere Sehnsucht, Hingabe und Begeisterung zum Ausdruck zu bringen. Wir erwarten Euer Gebet in aufrichtigem Glauben (dua-yi ikhlas) und Eure rechte Antwort und möget Ihr Gott befohlen (Allah'a emanet) sein als unser erleuchteter Herr (Sahibu-n'Nur) und unser aufrechter, machtvoller (irade), von Gott recht geleiteter (irshad) Hazret Efendim.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Gott ist Er, der da ist und der da bleibt."}

Zum Gebet in der Höhle (yar-i gar)

{als Freunde Gottes den Heiligen und Propheten ganz nahe}

auf dem höchsten Gipfel des Berges, über den Wipfeln das Nichts,

{er hat das Höchste Gut erreicht und alle niederen Dinge losgelassen. (A.d.Ü.)}

im Staub ein Diener (abd-i gubar) des Alleinzigen
Osman Nuri
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Der Meister (Ustadh) reist nach Emirdagh

Ustadh Said Nursi begab sich nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in Afyon zusammen mit seinen Schülern nach Emirdagh. Er blieb zwei Jahre lang in Emirdagh. Im Monat Muharrem (1955) ging er nach Eskishehir und wohnte dort etwa anderthalb Jahre lang im Hotel "Yildiz". Diese Reise des Meisters (Ustadh) war auch innerlich (manidar) ein Erlebnis. Denn bis 1950 konnte er von den Orten seiner Verbannung nirgendwohin reisen, d.h. er erhielt gar keine Reiseerlaubnis. Lange Zeit durfte er noch nicht einmal ins nächste Dorf gehen.

In Eskishehir traf sich der Meister (Ustadh) mit den Schülern, die sich für ihn begeistert hatten. Die Risale-i Nur brachte nun ihre Früchte; und so nahmen denn ihre jungen Schüler Kontakt mit ihm auf; und er begann in gewissem Grade sich wieder für das gemeinschaftliche Leben (hayat-i itjtimaiye) zu interessieren. Und so wie sich bei ihm viele Schüler aus allen Schichten der Bevölkerung trafen, so gab es unter ihnen auch Soldaten, besonders der Luftstreitkräfte, von denen sehr viele Nurdjus waren. Und jeder von ihnen war ein Gläubiger (iman), gehörte zu den Leuten mit hoher Moral (ahlaq), war durch den Mut der islamischen Nation geachtet und jemand, der aufrichtig (ikhlas) war und dessen Herz (qalb) von Liebe zu dem Propheten (muhabbet-i Nebeviye), von der unschätzbaren (Bereitschaft) zu einem Dienst nach den islamischen Regeln und am Vaterland erfüllt ist.

Eine Zeitlang später begab sich der Meister (Ustadh) von Eskishehir nach Isparta, wo er etwa siebzig Tage blieb. Währenddessen ließen seine Schüler den "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)", an dem sie in Istanbul bereits gearbeitet hatten, drucken, weswegen nun gegen den Meister (Ustadh) Anklage erhoben und der Meister (Ustadh) nach Istanbul vor Gericht zitiert wurde.

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Während der Meister (Ustadh) in Isparta und in Istanbul war, schrieb er über Themen, welche die Einheit Gottes (tauhid) betrafen und die später unter dem Titel "Schlüssel zu den Lichtwelten (Nur aleminin Bir Anahtari)" veröffentlicht werden sollten und schickte sie in Form von Briefen an seine Schüler. Sie gelten als ein besonders wertvoller Schatz unter den Abhandlungen über die Einheit Gottes (tauhid).

Vor dem Gericht in Istanbul

Einige junge Studenten, in der Absicht, der Jugend einen Dienst an Glaube und Moral (iman ve ahlak) zu erweisen, hatten in Istanbul den "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)" drucken lassen. Deshalb wurde der Meister (Ustadh) nun dem Ersten Strafgerichtshof für Schwerverbrechen (Birinci Aghir Djeza Mahkeme) in Istanbul vorgeführt, unter der Behauptung des öffentlichen Anklägers, dieses Werk, geschrieben, die Grundordnung des Staates der Basis einer Religion (din) unterzuordnen, richte sich gegen den Laizismus, welcher sich auf den Paragraphen 163 stützt und sei ihrem Wesen nach nur Propaganda und Gaukelei.

Zur Teilnahme an der Gerichtsverhandlung am 22.1.1952 wurde Bediüzzaman Said Nursi von Isparta nach Istanbul überstellt, um dort zu seinem Prozess anwesend zu sein. Die jungen Schüler des Meister (Ustadh) kamen nun von der Universität und füllten den Gerichtssaal. Und es fiel auf, dass draußen auf den Gängen ein Volksauflauf entstand. Zunächst einmal wurde die Anklage, dann der Bericht der Sachverständigen verlesen und der Meister (Ustadh) ins Verhör genommen. Der Bericht der Sachverständigen erläuterte des Langen und Breiten: "Der Verfasser versucht mit diesem Werk seine religiösen Vorstellungen zu verbreiten. In seinem Wegweiser für die Jugend erläutert der

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Verfasser seine Ideen zur Verteidigung der Verhüllung der Frau, wonach es der Islamiyet widerspräche, wenn Frauen halbnackt herumlaufen und dabei ihre Beine zeigen, was (im übrigen) auch gegen die Natur der Frau sei. Und weiter sagt er, im Rahmen einer islamischen Erziehung sei die qur'anische Sittlichkeit ein Schmuck, also etwas, das einer Frau zur Zierde gereiche. Er sei für den Religionsunterricht und auch deshalb wünsche er, dass sich die grundsätzliche Ordnung des Staates den religiösen Prinzipien unterordne."

Die Verteidigungsrede von Bediüzzaman Said Nursi wurde von den Rechtsanwälten Seniyyüddin Bashak, Mihri Helav und Abdurrahman Sheref Latj in Istanbul übernommen.

Das Plädoyer, welches vorgelesen wurde (und zugleich auch) die Antwort von Ustadh Said Nursi auf diesen Bericht lautete: Bediüzzaman Said Nursi teilt Folgendes mit:

Das Beispiel seines Lebens in den letzten fünfunddreißig Jahren möge als Beispiel dafür dienen, dass er sich nicht für Politik, sowie weltliche (dunya) und andere destruktive Strömungen interessiere. Das einzige, was ihn beschäftige und worauf er seine Blicke gelenkt habe, seien die Glaubenswahrheiten und der Dienst am Qur'an. Er verfolge lediglich mit ganzer Kraft (quvvet) die Sache der Rettung des Glaubens (iman). Dabei sei zu erwähnen, dass bereits von verschiedenen Gerichten der Beschluss ergangen ist, (die Risale-i Nur) frei- und zurückzugeben. Der Grund dafür, dass das Werk mit dem Titel: "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)" von den jungen Leuten der Universität gedruckt worden wurde, war, dass sie so eine große Zufriedenheit hatten erreichen wollen. Gegen die in diesem Jahrhundert aufgetretenen Strömungen, besonders aber gegen Seuchen, wie Unmoral und Glaubenslosigkeit, welche die gesellschaftlichen Strukturen erschüttern, hatten sie alle Teile der Risale-i Nur, wie auch den "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)" veröffentlicht und der Jugend, den unschuldigen Kindern und den Frauen im allgemeinen zu lesen gegeben, worin alles, was, vom

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Standpunkt dessen, was für das Glück von Volk und Land ganz besonders dringend notwendig ist, klar und deutlich zum Ausdruck kommt. Dabei erklärte er, dass die jungen Leute an der Universität diesen Druck aufgrund der oben angeführten Ziele zwar betrieben, dies aber ohne sein Wissen getan haben.

Die (folgende) Verhandlung fand am 19. Februar 1952 statt.

An diesem (zweiten) Verhandlungstage füllten wieder eine große Besucherzahl, bestehend aus zahlreichen Studenten und anderen Intellektuellen (ehl-i irfan), die aus dem Gesamtwerk der Risale-i Nur einen großen Nutzen gezogen hatten und nun vorzeitig gekommen waren, um die Verhandlung mitzuverfolgen, die Koridore. Dann wurde der Meister (Ustadh) unter dem Jubel der Nurdjus von der Universität, gestützt auf die Arme seiner Schüler, in den Gerichtssaal geführt und setzte sich auf die Anklagebank. Auch seine Rechtsanwälte kamen herein und nahmen ihre Plätze ein. Es herrschte ein fürchterliches Gedränge im Gerichtssaal. Mehrere Tausend Leute hatten versucht, hereinzukommen, um zuzuhören. Wie Meereswogen schwappte eine gewaltige Menschenmenge durch alle Türen. Die spirituelle Bedeutung dieses schon rein äußerlich großartigen und überwältigenden Ereignisses spiegelte ein innerliches (mana) Erlebnis wieder, das von noch prächtigerer Art, ja von geradezu majestätischem Charakter war. Hier erwies eine Jugend, die in ihrer Kindheit jede religiöse Kultur hatte entbehren müssen, Said Nursi als dem persönlichen Vorbild einer Verkörperung des Lichtes (Nur) der Islamiyet, ihre Ehrerbietung und brachte ihre Dankbarkeit zum Ausdruck. Es war, als wollte sie mit ihrem Verhalten (lisan-i hal) sagen: "Oh Du großer Streiter (mudjahid), der Du mit dem Licht (Nur) des Qur'an die Finsternis des zwanzigsten Jahrhunderts durchbrichst, den Menschen des Islam die leuchtende (Nur) Frohe Botschaft am Horizont zeigst und in einer der Natur (fitrat) des Menschen angemessenen Weise zur großen und Ewigen Glückseligkeit

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einlädst! Den großen Dienst, den Du insbesondere den Kindern dieses Landes erwiesen hast, wissen wir mit Dank zu schätzen. Und auch die Zukunft wird Deiner mit Hochachtung gedenken. Du hast einer Generation, die bereits dem geistigen (manen) Tode nahe war, wie ein Arzt, der sie zur Spiritualität (maneviyat), zum Wasser des Lebens (ab-i hayati) führt, einen sehr wertvollen, einen hohen Dienst erwiesen. Wir wissen, dass Du Dich darum bemüht hast, ein Volk und die künftigen Generationen, die man ins Nichts und die ewige Qual hatte stürzen wollen, im Lichte (Nur) des Qur'an zur Ewigen Glückseligkeit (ebedi saadet) zu führen und dort Gott selbst zu begegnen, und in dieser Absicht Dein Leben (hayat) zum Opfer gebracht hast...

Glaubensstarke Generationen werden Dir folgen

Jahre und Jahrhunderte werden in Deinen Fußstapfen wandeln..."

Da aber das Gedränge im Saal allmählich überhand nahm, blieb schließlich kein Platz mehr, noch die Verhandlungen fortsetzen zu können. Selbst die Polizei, die dafür verantwortlich war, die Ordnung wiederherzustellen, konnte dem Gedränge der Leute nicht Herr werden. Am Ende wandte sich der Gerichtspräsident an das Volk und sagte:

"Wenn Ihr den Herrn Hodja liebt, so macht doch ein wenig Platz, damit wir diesen Prozess fortsetzen können!" Daraufhin begann das Volk sich zurückzuziehen. Auf diese Weise konnte nun endlich der Prozess fortgesetzt werden. Der Mann, der den "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)" gedruckt hatte und nach ihm die Polizei wurden verhört. Danach wiedersprach der Meister (Ustadh) dem Bericht der Sachverständigen. Als die Zeit für das Nachmittagsgebet (ikindi) beinahe schon verstrichen war, bat der Meister (Ustadh) um die Erlaubnis, das Gebet (namaz) zu verrichten. Der Vorsitzende (reis) des Gerichts nahm die Bitte des Meisters an und schloss die Verhandlung.

Während der Meister (Ustadh), auf die Arme einiger seiner, ihn innig (djan) liebenden Schüler, gestützt, zwischen

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den Reihen der jungen Studenten durch die Koridore nach draußen ging, jubelten ihm Tausende aus dem Volk zu, wobei er vor den anderen seiner geliebten Schüler beide Hände zum Segensgruß (selam) hob. Vor dem Gerichtsgebäude hatten sich drei, vier Tausend Leute versammelt. Sie warteten darauf, den Meister (Ustadh) sehen zu können. Der Meister (Ustadh) stieg nun die Treppe hinunter, während eine Woge dieser Tausenden von Menschen ihm zujubelte. Es gab unter ihnen Leute, die vor Rührung Tränen in den Augen hatten. Weil es aber wegen dieses Gedränges nicht möglich war, zu Fuß zu gehen, setzten die Nurdjus den Meister (Ustadh) in ein Auto und fuhren ihn so zur Sultanahmed Moschee, wo sie gemeinsam (djemaat) das Gebet (namaz) verrichteten, und brachten ihn danach zu seiner Wohnung.

Am 5. März 1952 ging Ustadh dann zur (dritten und) letzten Gerichtsverhandlung wieder durch die Volksmenge Tausender, ihn liebenden jungen Schülern in den Gerichtssaal hinauf. Damit es aber nun nicht wie das letzte Mal im Gerichtssaal zu einem solchen Gedränge kommen und damit die Fortsetzung der Gerichtsverhandlung nicht dieses Mal wieder behindert werden sollte, sperrte ein noch zusätzlich abkommandiertes Polizei-Eskadron die Seiteneingänge ab und versuchte so das Justizgebäude mit seinen Treppen und Koridoren zu überwachen. Trotz alledem war auch diesmal wieder der Gerichtssaal bis hin zu den Türen völlig verstopft.

Die Gerichtsverhandlung begann. Als Zeuge wurde nun der Student, der den "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)" hatte drucken lassen, als Zeuge vorgeladen und vernommen. Er gab das Folgende zu Protokoll: Er habe die Werke östlicher wie westlicher (Geisteswisschenschaften) gelesen. Später habe er dann auch die Risale-i Nur

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in die Hand bekommen. Er fand, dass diese Werke ihm für sein Denken und Verstehen (fikr), für Herz (qalb) und Verstand (ruh) in äußerstem Maße von Nutzen waren und ihn in seiner Entschlussfähigkeit (irade) und in seiner Moral bedeutend beinflusst hätten. Um den Glauben (iman) und die Moral der jungen Leute zu schützen und zu bewahren, habe er diesen "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)" aufgrund seiner großen Wirkung und in der Hoffnung, dem Vaterland damit einen Dienst erweisen zu können, drucken lassen, ohne dabei jemals das Gefühl gehabt zu haben, er habe damit etwas Verkehrtes getan.

Die Verteidigung des Meisters (Ustadh):

Aufgrund meiner schon lange andauernden Unterdrückung und meines geradezu abenteuerlichen Lebens (hayat), möchte ich zunächst eine kurze Bitte äußern. Ich bitte Sie also um Gehör!

Somit gab also das Gericht der Bitte des Meisters (Ustadh) statt, die Sache frei und ruhig anzugehen. Also hielt der Meister (Ustadh) nun eine lange und ausführliche Verteidigungsrede.

Euer Ehren (muhterem hakimler)!

Achtundzwanzig Jahre lang war ich beispiellosen Schikanen und Quälereien ausgesetzt, wurde ständig beobachtet oder saß in irgendeinem Gefängnis. Alle Verleumdungen und Beschuldigungen, die man dabei gegen mich vorgebracht hat, stützen sich jedoch nur auf einige wesentliche Punkte.

1 - Die erste Beschuldigung besteht darin, dass man mich für einen Regimegegner hält. Dabei ist doch allgemein bekannt, dass zu jeder Regierung auch eine Opposition gehört. Vorausgesetzt die Bedingung, dass dabei nicht die allgemeine Sicherheit und Ordnung gefährdet wird, kann man niemanden für seine Gedanken (fikir), die in seinem Gewissen und in seinem Herzen wohnen, also für das, was er überlegt und worüber er nachdenkt, verantwortlich machen. Das ist ein ganz allgemeines Recht (huquq).

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Sogar die mehr als hundert Millionen Muslime, die hundert Jahre lang unter der Herrschaft der Engländer gelebt haben, deren Regime in Religionsdingen besonders streng und unnachgiebig war und das glaubenslose Regime der Engländer nicht akzeptierten, werden bis heute von den englischen Gerichten in dieser Hinsicht keineswegs belästigt.

Hier wie in allen islamischen Ländern, wo von Alters her Juden wie Christen als Untertanen leben, werden sie von diesen Regierungen, obwohl sie die Religion und die heilige Regierung des Landes ablehnen, verwerfen, ihr widersprechen, dennoch niemals durch die Gesetze in irgendeiner Weise belästigt.

Ein einfacher Christ stand einmal zusammen mit Hazret-i Ömer, als dieser gerade Kalif war, vor Gericht, um einen Prozess gegeneinander auszufechten. Und obwohl dieser Christ seiner islamischen Regierung, dem heiligen Regime, seiner Religion (din) und seinen Gesetzen gegenüber ablehnend eingestellt war, wurde seine Haltung während der Verhandlung nicht in Betracht gezogen, was ganz klar zeigt, dass die Einrichtungen der Justiz darauf keinen Einfluss nahmen und in keiner Weise Partei ergriffen. Dieser prinzipielle Grundsatz der Glaubens- und Gewissensfreiheit gilt in der ganzen Welt, von den Kommunisten einmal abgesehen, im Osten wie im Westen, bei allen Einrichtungen der Justiz und in allen Lebenslagen. Ja bleibt denn nun meine Wenigkeit, der ich doch auf diesen prinzipiellen Grundsatz der Glaubens- und Gewissensfreiheit vertraut habe, mich auf Hunderte Ayat im Qur'an gestützt habe, weil ich jenem verdorbenen Teil der Gesellschaft widersprochen habe, der unter dem Deckmäntelchen der Freiheit daherkommt und eine absolute Zwangsherrschaft ausübt, der unter der Maske des Laizismus den schwersten Druck gegen den Glauben und alle Gläubigen ausübt, von den Gesetzen ausgeschlossen? Könnte vielleicht ein solches Verhalten nicht korrekt (haqiqat) sein? Gegen die Ungerechtigkeit, gegen die Despotie, gegen die

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Gesetzlosigkeit zu opponieren, wird von keiner Regierung als ein Verbrechen erachtet; im Gegenteil: Opposition ist ein ganz legales, völlig korrektes Werkzeug der Waage der Gerechtigkeit (muvazene-i adalet).

2 - Diejenigen, welche die mir von der vorausgegangenen Regierung angetanen Ungerechtigkeiten und die mir zugefügten Qualen für rechtens halten, beschuldigen mich - zweitens - die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu missbrauchen. Für derartige Verdächtigungen und frei erfundene, fälschliche Anschuldigungen habe ich mir achtundzwanzig Jahre Strafe zugezogen. Sie haben mich von Land zu Land, von Gericht zu Gericht geschleppt. Sie haben mich von einem Gefängnis ins nächste geworfen. Besuche wurden niemandem zugelassen. Ich wurde isoliert. Man hat versucht, mich zu vergiften. Man hat mich auf alle mögliche Weise beleidigt.

Wir aber sind (alle insgesamt) fünfhunderttausend opferbereite Schüler der Risale-i Nur, freiwillige geistliche Schützer, die überall im Lande für die Sicherheit und Ordnung sorgen. Die uns derartige Beschuldigungen zugefügt haben, versündigen sich auf diese Weise aufs schwerste. Doch obwohl sie uns auf eine so erbärmliche Weise beschuldigt haben, haben wir uns doch nie von unseren Emotionen hinreißen lassen. Für das Gefühl der Sicherheit in ihren Herzen und der Ordnung im Lande, für den Dienst am Glauben (iman) und am Qur'an und um diejenigen, die in ihrer Gottvergessenheit (ghaflet) in die Gesetzlosigkeit gestürzt sind, aus diesem Pfuhl der Anarchie herauszuziehen, sind wir keine einzige Sekunde untätig geblieben.

Euer Ehren (muhterem hakimler)! Das Folgende möchte ich mit Nachdruck unterstreichen: dies hier sind keine unbewiesenen Behauptungen. Sechs Gerichte in sechs verschiedenen Provinzen (vilayet), in denen man uns ungerecht behandelt hat und in die wir verbannt waren, haben nach langen und eingehenden Untersuchungen im Ergebnis nicht einen einzigen Vorfall feststellen können, wo die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Gefahr gewesen

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wäre. So beweist denn all unser Verhalten, dass unsere Lehranstalten (Nur mekteb-i irfani) einzig und allein einer wahren Herzensbildung der Nurdjus dienen, wobei sie gleichzeitig in deren Köpfe und in deren Herzen einen Wächter für Ordnung und Sicherheit setzen. Unser Unterricht im Glauben richtet sich gegen die Anarchie, gegen das Verderben, gegen alle Gottlosen und die Kommunisten. Man sollte doch bei allen Ämtern und Wachlokalen der Polizei nachfragen, ob es auch nur einen einzigen Vorfall gegeben hätte, wo vielleicht einer unter den fünfhundert Tausend Schülern der Lichterkenntnis (Nur irfan mektebi talebesi) wider die Sicherheit und Ordnung gehandelt haben sollte! Es gibt aber keinen. Da ist mit Sicherheit nicht einer. Denn es gibt da einen Wächter des Glaubens (iman), der in den Herzen (qalb) aller die Ordnung und Sicherheit auf die zuverlässigste Weise beschützt (muhafiz).

(In der Zeitung) «Sebilu-r'Reshad», Ausgabe Nr. 116 findet sich unter der Überschrift: "Die Wahrheit (haqiqat) spricht" ein Artikel, in dem ich diese Tatsachen (haqiqat) lang und breit erörtert habe. Wer da behauptet, dass ein Mann, dessen ganzes Leben (hayat) bezeugt (shehadet), dass er alle irdischen (dunya) Dinge, ja sogar die Erfordernisse des Lebens (hayat), ja sogar des Jenseits (akhiret) für seinen Glauben (din) geopfert hat, der schon seit fünfunddreißig Jahren die Politik aufgegeben hat, gegen den verschiedene Gerichtshöfe, bei all ihren Nachforschungen niemals einen Beweis in dieser Richtung gefunden haben, der nun schon über achtzig Jahre alt und bereits an die Schwelle des Grabes gelangt ist, der von allen irdischen (dunya) Gütern kaum einen einzigen Gegenstand besitzt oder darauf Wert legte, von einem solchen Manne zu behaupten, er "gebrauche die Religion (din) als ein Mittel zur Politik", ist von der Erde bis zum Himmel hinauf und vom Himmel bis wieder herab zur Erde eine Ungerechtigkeit, ja geradezu gewissenlos.

Wir Schüler von der Schule zur Erkenntnis des Lichtes (Nur mekteb-i irfani shakirdleri) haben aus dem weisen Qur'an

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die folgende Lektion in der Wahrheit (haqq) empfangen: Wenn sich in einem Haus oder auf einem Schiff ein Unschuldiger und zehn Verbrecher befänden, dürfte man dann etwa, obwohl es doch das qur'anische Rechtsverständnis verbietet, um nicht das Recht (haqq) dieses Unschuldigen zu verletzen, dieses Haus oder dieses Schiff in Brand zu stecken, (das Leben) von zehn Unschuldigen wegen eines einzigen Verbrechers zu vernichten, dieses Haus oder dieses Schiff in Brand stecken? Würde man es aber dennoch verbrennen, wäre das dann etwa nicht das größte Unrecht, die schlimmste Untat und die übelste Unbarmherzigkeit? Aus diesem Grunde müssen wir aufgrund unserer Religion (din) selbst wissen, dass wir, weil es doch durch göttliches Gesetz und nach der qur'anischen Wahrheit streng verboten ist, wegen zehn Verbrechern unter hundert Menschen das Leben (hayat) von neunzig Unschuldigen in Gefahr zu bringen oder ihnen einen Schaden zuzufügen, alle Sicherheitsvorkehrungen außer Kraft zu setzen, den qur'anischen Lektionen folgend, mit all unserer Kraft (quvvet) für die Wahrung (muhafaza) der Sicherheit Sorge tragen.

So sind es denn zweifelsohne die versteckten Feinde in der vorausgegangenen Regierung, die uns zu Unrecht verdächtigen und beschuldigen, ihre eigene Gottlosigkeit als Mittel der Politik gebrauchen und wissentlich oder unwissentlich darüber in Eifer geraten, in unserem Lande ihre verderbte Ideologie einzuführen. Daraus wird ersichtlich, dass nicht wir es sind, welche die Ordnung und alle Anordnungen missachten und die innere und äußere (maddi manevi) Sicherheit und Ordnung des Landes stören, sondern dass eigentlich sie es sind. Ein wahrer Muslim, ein aufrichtiger Gläubiger (mu'min) wird niemals für Anarchie und Gesetzlosigkeit Partei ergreifen. Was die Religion (din) auf äußerste verbietet, ist Aufruhr (fitnah) und Anarchie. Denn eine Anarchie respektiert überhaupt kein Recht. Der Ehrenwerte Qur'an weist darauf hin, dass am Ende der Zeiten der Mensch, sein Charakter, seine kulturellen Errungenschaften und seine Zivilisation den Charakter

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reißender Tiere annehmen, welche das Komitee von "Gog und Magog" bilden werden.

So also, Euer Ehren, hat man mich und meine Schüler achtundzwanzig Jahre lang Qualen zugefügt und uns gepeinigt. Und auch die Staatsanwälte bei Gericht haben mit Beleidigungen nicht gespart und nicht gezögert. Wir aber haben all dies geduldig ertragen. Wir haben unseren Dienst im Glauben (iman) und am Qur'an fortgesetzt. Wir haben den Männern der früheren Regierung alle ihre Schikanen und ihre Ungerechtigkeiten vergeben. Denn über sie ist das Ende, das sie verdient haben bereits gekommen. Wir aber haben inzwischen Recht (haqq) bekommen und unsere Freiheit (hürriyet) wiedererlangt. Und wir danken dafür, dass Gott uns die Gelegenheit gegeben und die Gnade gewährt hat, vor so gläubigen (iman) und gerechten Richtern, wie Ihr wie es seid, aussagen zu dürfen.

هَذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Dies ist von der Gnade meines Herrn."}

Said Nursi

Einige Abschnitte aus der Verteidigungsrede von Advokat Mihri Helav:

Der Verfasser der Risale-i Nur ist unter allen Verfassern und Schriftstellern der bescheidenste. Sich selbst zu loben und zu rühmen, ist ihm sein größter Feind. Allen weltlichen (dunya) Dingen hat er den Rücken zugekehrt. Nicht Geld und Gut, nicht Ruhm noch Ehre und Ansehen... Nichts dergleichen vermochte sich ihm anzuheften. Noch nicht einmal Gandi konnte von weltlichen (dunya) Dingen seine Hände so weit zurückziehen. Dieser große Mann, der sich von nur fünfzig Gramm Brot und eine Schale Suppe täglich ernährte, lebte einzig für seinen Dienst am Glauben (iman) und am Qur'an. Andere Dinge hatten in seinen Augen

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keinen, aber auch gar keinen Wert und keine Bedeutung. Da dies aber so ist und man sagt, er werde für sein Werk gelobt und gepriesen, wie ist es dann nach Recht (haqq) und Gerechtigkeit, der Rechtslage entsprechend und bei wissenschaftlicher (ilim) wie menschlicher Überlegung, bei klarem Verstand und logisch (mantik) nüchternem Nachdenken vereinbar, dass man sich darum bemüht, ihn zu bestrafen, ihn nach Paragraph 163 im Netz seiner Schuld verstricken will? Dies sollte einer Einschätzung des Hohen Gerichtshofes überlassen bleiben.

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Hiermit möchte ich nun dieses Thema eines Widerstandes gegen die Staatsgewalt in meinen Ausführungen mit einigen wenigen Worten zu Ende bringen. Diese Persönlichkeit, die mit ihren nun bald hundert Lebensjahren hier so vollkommen aufrichtig und ehrlich vor Ihnen steht und von Ihnen ein gerechtes Urteil erwartet, ist ein Mann, der sich in seinem ganzen Leben niemals so weit erniedrigen würde, eine Erklärung abzugeben, die der Wahrheit zuwider (hilaf-i haqiqat) läuft. Er sagt jedoch in seiner ersten Gerichtsverhandlung, dass er mit der jetzigen Regierung zufrieden ist und für ihren Erfolg betet (dua). Was die alte Regierung betrifft, eine Regierung, die ihm nicht gefallen hat und die er kritisiert hat, so hat er öffentlich gegen sie geredet. In der Tat ist mein Mandant, der zusammen mit dem ganzen Volk gegen die Despotie gekämpft und sich für die Freiheit (hürriyet) und die Wiederaufrichtung der Demokratie eingesetzt hat, jetzt mit dem Erfolg, der auf diese Weise zustande kam, gleichfalls zufrieden. Auch der Sinn der Risale-i Nur besteht darin, den Herzen (qalb) die gesellschaftliche Ordnung und ihre Anordnungen einzupflanzen. So wie sich die Politiker auf ihrem politischen Gebiet (sahada) darum bemühen, die öffentliche Ordnung, sowie das Recht (haqq) und die Freiheit (hürriyet) des Volkes sicher zu stellen, so bemüht sich auch der Verfasser der Risale-i Nur auf dem geistigen Gebiet (manevi sahada) darum, diese (Werte) in die Herzen (der Menschen)

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einzupflanzen. Ihre Ziele sind also die gleichen. Der Verfasser der Risale-i Nur, die eine Schule der Erkenntnis (mekteb-i irfan) ist, und seine Studenten sind die freiwilligen geistigen Wächter (manevi bektji) dieser Sicherheit und Ordnung und ihren Anordnungen. Sie kämpfen auf ihrem geistigen Gebiet (manevi saha) dafür, dass in den Herzen (qalb) und Hirnen keine Anarchie und Verderbnis zurückbleiben. Und so bemühen sie sich in vollkommener Aufrichtigkeit, ohne jede Gegenleistung, ohne Eigennutz und ohne irgendeinen Gewinn zu erwarten, einzig um Gottes Wohlgefallen willen und allein für die Zufriedenheit des Volkes und des Landes. Dies zu tun ist weder eine strafbare Handlung noch ein Verbrechen, sondern ein Dienst an Volk und Land. Was dies verdient, ist nicht Kritik sondern alle Anerkennung. Seinen Freispruch zu wünschen, ist unser gutes Recht (haqq). Der Beschluss ist Sache des Hohen Gerichtshofes.

Die Verteidigungsrede des Rechtsanwalts Seniyyüddin Bashak:

Nach dem ersten Verteidiger stand als Vertreter des Verfassers der Rechtsanwalt Seniyyüddin Bashak auf und sagte die folgenden wenigen Worte:

Diese ganze Angelegenheit ist nunmehr endlich klar geworden; dabei hat sich jetzt die Wahrheit (haqiqat) sonnenklar herausgestellt. Das Hohe Gericht hat bereits alle Dinge zur Kenntnis genommen. Dem brauche ich also kein Wort mehr hinzuzufügen. Eine solche Persönlichkeit, die mit so viel Tugend und Wertschätzung bereit ist, sich für das Volk und das Land zu opfern, und in Gottes Namen (fisebilillah) dafür arbeitet, ohne dafür irgendeine Gegenleistung oder einen Preis zu bekommen, an einen derartigen Ort zu bringen und hier wie einen gemeinen Verbrecher auf die Anklagebank zu setzen, lässt auf eine Denkweise schließen, zu der ich eigentlich gerne noch einige

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Überlegungen hinzufügen wollte, wozu hier aber kein Platz ist. Man müsste dazu eine eigene Abhandlung schreiben. Gegen eine solche Denkweise vorzugehen, wäre die Aufgabe (vazifedir) eines jeden Einzelnen. Ich bin aber dessen sicher, dass die hohe Meinung (vidjdan) des Hohen Gerichtes meiner Verteidigung nicht länger bedarf. Ich fühle mich daher geehrt (sheref), für meinen Mandanten den Freispruch zu fordern.

Die Verteidigungsrede des Rechtsanwalts Abdurrahman Sheref Latj:

Danach übernahm als ein weiterer berühmter Anwalt der gläubige (iman), weithin (qudret) bekannte, hervorragende Anwalt Abdurrahman Sheref Latj gleich seinen Kollegen ehrenamtlich die Verteidigung des Meisters und begann zunächst mit einer Einführung. Dabei sagte er:

Es hat sich nun als vollkommen klar herausgestellt, dass diese hier vor Eurer ehrenwerten Anwesenheit (huzurunuza) als Angeklagter erschienene ehrenwerte (mubarek), bereits über achtzig Jahre alte Persönlichkeit in gar keiner Verbindung bezüglich dessen steht, wessen man ihn beschuldigt hat. So bin ich denn der festen Hoffnung, dass das Hohe Gericht bereits zu der völligen Überzeugung gelangt ist, in diesem Falle einen Freispruch beschließen zu wollen. Und bestünde auch nur eins zu Tausend die Wahrscheinlichkeit, dass hier ein Beschluss gegen uns gefasst werden könnte, so würde ich es dennoch für pflichtvergessen (vazifesizlik) halten, diese Verteidigung eines Unschuldigen zu vernachlässigen. Dabei wäre es nötig, auch Überzeugung und Standpunkt des Revisionsgerichtes zu berücksichtigen. Auch sollte es sich in der Verhandlung dieses Falles lediglich um einen Formfehler handeln, so möchte ich doch hier besser nichts unterlassen. Deshalb bitte ich hiermit das Hohe Gericht um die Erlaubnis, diese Verteidigung übernehmen zu dürfen.

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Einverstanden, Abdurrahman Bey! Wir sind bereit, von Ihre letzte Verteidigungsrede zu hören. Bitte!

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Da sich in diesem Werk, welches den Titel "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)" trägt, nur Anweisungen (emir) des Ehrwürdigen Qur'an und die dazugehörigen Kommentare (tefthir) befinden, es also nur Dinge enthält, welche die islamische Religon (din), sowie die Weisungen (emir) und Ratschläge (nasihat) dieser Religion (din) betreffen, und da nach Paragraph 70 der Verfassung über das Recht (haqq) und die Freiheit (hürriyet) aller Türken die Unantastbarkeit der Persönlichkeit nach seinem Gewissen, seiner Denkweise (tefekkur), der Meinungs- und der Pressefreiheit zu seinen natürlichen Rechten (haqq) gehört, und da nach Paragraph 75 der Verfassung niemand aufgrund seiner Religionszugehörigkeit oder Überzeugung (mesheb) kritisiert, verachtet oder lächerlich gemacht werden darf, verstößt es gegen das verfassungsgemäße Recht, meinen Mandanten seines verfassungsgemäßem Rechtes (hüküm) auf die Freiheit (hürriyet) der Religion (din) und das Recht, zu veröffentlichen, zu berauben und ihn dementgegen einem Strafverfahren zu unterziehen.

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Den unmöglichen Fall aber einmal angenommen, dass die oben erläuterten gesetzlichen Aspekte nicht in Betracht gezogen würden und man es für möglich hielte, dass mein Mandant nach dem undemokratischen Paragraphen 163 des türkischen Strafgesetzbuches weiterhin verfolgt würde, könnte ich damit beginnen, die Anklageerhebung folgendermaßen zu analysieren:

Ein Muslim mit weißen Haaren; ein im Alter ergrauter Muslim; ein Muslim, dessen Haupthaar und die Jahre eines ganzen langen Lebens vom Lichte (Nur) gebleicht sind; ein strahlend weißer Muslim, dessen Haare, Kopf und Leben und dessen ganzes Sein im Lichte (Nur) Gottes gewaschen und gereinigt worden sind. Er hatte die ganze

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lange Spanne seines Lebens als Gabe Gottes (in'am-i Haqq) der Rettung des türkischen Volkes und dessen wahrem (haqiqi) Glück gewidmet. Er war entschlossen, bis er seine Seele (ruh), die ein Befehl Gottes (emr-i Ilahi) ist, dem wahren Herrn (hakiki malik) der Zeit, Gott (Allah), wieder zurückgeben (teslim) wird, auf eben diesem Wege weiter zu schreiten. Als ein großer Muslim gebraucht er seinen Leib, der ein Tempel des Hochgepriesenen (bina-yi subhani) ist, allein auf Gottes Wegen und wagt es, an diesem Tag, an dem man doch sagt: "es gibt doch heute eine Demokratie", zu sagen: "es gibt nur Gott (Allah)", "es gibt das Buch (Kitab)" und "es gibt den Propheten (Rasul)" und zu der Jugend (gentjlik) sagt "habt Acht"! Und gleich kommt auch schon der Herr Staatsanwalt (also der Anwalt, der die Anklage erhebt), packt ihn, hält ihn fest und sagt:

"Jetzt komm einmal her... Du hast ein Verbrechen begangen!"

Und da hüllt sich der Horizont in pechrabenschwarze Finsternis.

Doch betrachtet nun einmal diesen edlen und vornehmen alten Muslim! Wie ruhig und wie gelassen er ist! Denn er lebt nicht in der Vielheit dieser Welt, sondern in der Einheit (vahdet) der göttlichen Allgegenwart. Er ist nicht erschöpft von der Finsternis der Nacht und lässt sich nicht hinreißen von der Vielfalt der bunten Farben des Tages. Bei allen Plagen seines Kerkers schaut er doch die Reinheit (safa) eines innerlichen Frohsinns. Selbst noch an der Tafel aller Qualen hielt er (Gott) die Treue und wurde so der Erscheinung Seiner Namen (mazhar-i tedjelli) gewürdigt. So wurde ihm die wahre Natur (haqiqat) aller Dinge geoffenbart. Alle Trübsal verwandelte er in eine Labsal (letafet). Es wurde ihm das Blut entzogen. Doch anstelle des Blutes strömt nun in seinen Adern die Fülle göttlicher Wahrheit und Gerechtigkeit (feyz-i Haqq); und der Staatsanwalt (also der Anwalt, der die Anklage erhebt), packt diesen Muslim am Arm und wirft ihn ins Gefängnis.

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Warum? Wozu? Was hat denn dieser schwache Greis (piri fani) getan? Was ist denn die Schuld dieses greisen Muslims? Fragen Sie noch, was er getan hat? Schauen Sie doch einmal, was alles er nach Meinung des Staatsanwalts (der die Anklage erhebt) getan haben soll?

Ein Buch mit dem Titel: "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)" hat er herausgegeben?

A - Er hat dem "Laizismus" entgegen gehandelt. Gott (Allah), die Religion (din), der Glaube (iman) sind gegen den "Laizismus" gerichtet? Sie sind es. Nun gut, und sonst noch etwas?

B - Er wollte die gesellschaftliche, ökonomische, politische und gesetzliche Basis des Staates den Grundlagen der Religion (din) anpassen. Wieso, warum und zu welchem Zweck hat er das getan?

C - In der Absicht, einen persönlichen Einfluss nehmen zu können und sich ein größeres Ansehen zu verschaffen. Nun gut, hatte er etwa die Absicht, sich daraus politisch einen Vorteil zu verschaffen? Nein, das nicht. Selbst die Sachverständigen (ehl-i vukuf) konnten eine solche Absicht nicht entdecken. Auch der öffentliche Ankläger behauptet so etwas nicht. Nun gut, aber was erwartet denn eigentlich diese Person, ein schwacher Greis (pir-i fani) in einem derartigen körperlichen Zustand, von der Welt (dunya), wenn er noch einen Einfluss auf sie ausüben will, wo er doch gar nicht die die Absicht hat, politisch einen Nutzen daraus zu ziehen?

Der Staatsanwalt sagt: "Darüber weiß ich nichts. Er will es einfach nur. Auch die Sachverständigen sagen das so."

Nun gut, aber wie hat denn dieser Muslim diese Dinge getan?

A - Indem er die Religion (din), die religiösen Gefühle und die Dinge, die in einer Religion (din) für heilig (muqaddes) gehalten werden, einfach für diese Dinge instrumentalisiert.

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Was sind das für Dinge, die in der Religion (din) für heilig (muqaddes) gehalten werden? Die Religion (din) des Islam, das Gefühl, ein Muslim zu sein, die Ehrfurcht im Herzen (qalb) bei dem Wort "Allah", der Qur'an und der Kommentar (tefthir) dazu... Das heißt also: der Staatsanwalt kennt diese Dinge. Er glaubt, dass sie heilig (muqaddesat) sind.

Nun gut, aber heißt das denn, solche Dinge lediglich zu instrumentalisieren, wenn man sie doch kennt und an sie glaubt? In der Tat heißt dies nach Ansicht des Staatsanwalts, der die Anklage eröffnet, er habe sie lediglich instrumentalisiert. Wenn dem aber so ist, so instrumentalisiert sie auch der Herr Staatsanwalt in gleicher Weise... ja, er instrumentalisiert selbst ein politisches Gesetz für seine eigenen Zwecke... ja, instrumentalisiert es sogar noch dazu, einen Muslim auf diese Weise zu verurteilen. Und begeht er so nicht selbst nach Paragraph 163 eine strafbare Handlung?

"Nein" sagt der Staatsanwalt, "schließlich mache ich ja keine Propaganda." Und dennoch propagiert und suggeriert er. Wie sagte er so schön? Folgendes erklärte er:

"Genauso ist in dieser Zeit in dem Kampf des atheistischen Irrglaubens gegen den Islam die fürchterlichste unter den Divisionen, die mit dem Plan der eigenwilligen Seele unter das Kommando des Teufels gegeben wurden, die der halbnackten Damen, die mit ihren unbedeckten Beinen wie mit fürchterlichen Messern die Leute des Glaubens angreifen. Sie bemühen sich den Weg der Heirat zuzuschließen und den Weg zum Freudenhaus zu verbreitern. Die Begierde vieler nehmen sie auf einmal gefangen und verletzen ihre Herzen und Seelen mit großen Sünden. Vielleicht töten sie einen Teil von diesen Herzen."

Nun gut, ist das jetzt eine Lüge? Wird hier etwa geleugnet, dass eine Schar von Prostituierten (fahishe) für ihr Freudenhaus (fuhsh) werben und die Ehe (nikah) zugrunde richten wollen? Kämpft also die öffentliche Hand etwa nicht

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gegen die heimliche oder allgemeine Unzucht (fuhush)? Bekämpft die Sittenpolizei mit ihrem Strafgesetz und den Vorschriften zur Bekämpfung der Unzucht (fuhush) diese Dinge etwa nicht bei Nacht und bei Tage?

"Das stimmt schon; diese Dinge gibt es. Aber darum kümmern müssen wir uns. Oder kümmert sich etwa Allah darum?", sagt nun der Staatsanwalt. Nun gut, mag er es so sagen. Mag er das sagen, aber das Gesetz, die Polizei und der Anwalt nehmen den Täter und den, der zu der Tat angestiftet hat, erst dann fest, wenn er die Tat bereits begangen hat, d.h. erst nachdem die Tat bereits vollendet wurde, die Ehre geschändet wurde, der Mensch gestorben ist. Es gibt gesetzlich keine Möglichkeit, bereits im Voraus Maßnahmen zu ergreifen; aber die Religion (din) hat eine solche Möglichkeit: die Furcht vor Gott (Allah) und die Religion (din). Sie informiert uns, dass dank dieser Furcht jede Art von Gemeinheit von vornherein verhindert werden kann. Die Religion (din) des Islam schreibt das so vor. Sie sagt uns, dass wir vorbeugende Maßnahmen ergreifen sollen. Und wie das? Gebt (den Menschen) Ermahnungen und gute Ratschläge (nasihat mit auf den Weg), führt sie zu der Erkenntnis Gottes, bereitet in den Herzen (qalb) der Menschen einen Platz für die Furcht Gottes und die Liebe zu Gott (Allah sevgisi); lehrt sie, das Feuer der Hölle (djehennem) und die ewige Pein und Strafe zu kennen, zu verstehen und zu fürchten, die ewige Glückseligkeit zu lieben. In dieser Furcht werden sie die Bosheiten fliehen; dann werden sie gerettet werden. Dann wird auch die Gemeinschaft, die Staatsanwaltschaft, der Staat, die Regierung und das Volk in Ruhe und Frieden leben können. Darum sollt ihr die Furcht und die Liebe zu Gott (Allah korkusu ve sevgisi) in die (Herzen) der Menschen einpflanzen.

Wie können wir dieses Werk verrichten? Also sprecht, schreibt, lest! So gut, aber heute nennt man das Propaganda. Also was soll man tun? Sind dies nicht Gottes Weisungen (Allah'in emirleri), die Weisheiten des Ehrwürdigen Qur'an (Qur'an-i Adhimu-sh'Shan'in hikmetleri)? Ist die

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Religion (din) nicht Euer ganz natürliches Recht (haqq)? Wer will euch etwa davon und von Gottes Wegen abhalten? Sie sagen Euch, es sei ein Verbrechen. Ist das auch so? Lest die Weisung Gottes (Allah'in emri):

اِنَّ الَّذِينَ كَفَرُوا وَصَدُّوا عَنْ سَبِيلِ اللّٰهِ وَشَاقُّوا الرَّسُولَ مِنْ بَعْدِ مَا تَبَيَّنَ لَهُمُ الْهُدٰى لَنْ يَضُرُّوا اللّٰهَ شيْئاً وَسَيُحْبِطُ اَعْمَالَهُمْ

«So wisset denn also, dass diejenigen, die ungläubig sind, die Menschen von den Wegen Gottes abhalten und nachdem ihnen Rechtleitung (huda) zuteil geworden ist, sich gegen den Propheten (Rasul) kehren, Gott damit nicht den geringsten Schaden zufügen können, Er aber ihre Werke zunichte machen wird.» (Sure 47, 32)

Nungut, aber wenn sie nun nicht zuhören? Wiederhole es denen, die dir zuhören und Glauben (iman) schenken. Denn das Werk, das ihr verrichtet, ist schon in Ordnung... also gut für die Menschen, für die Gemeinschaft, für das Volk, für die Regierung, für den Staat; es bewahrt vor dem Bösen, vor dem Schlechten. Denen, die glauben (iman), sage:

يَا اَيُّهَا الَّذِينَ اٰمَنُوا اَطِيعُوا اللّٰهَ وَ اَطِيعُوا الرَّسُولَ وَلاَ تُبْطِلُوا اَعْمَالَكُمْ

«Oh ihr, die ihr glaubt! Gehorcht Gott und gehorcht dem Propheten (Allah ve Resulu)! Und macht eure Taten nicht wertlos!»

Und wenn sie daran auch nicht glauben, sagt ihnen: Das ist gefährlich... gefährlich aber für Land und Volk ist nicht etwa die Religion (din) oder die Verbreitung des Glaubens (din), sondern die Glaubenslosigkeit. Auch unser Ministerpräsident hat gesagt: "Der Traditionalismus kann nicht als eine Gefahr für das Land angesehen werden. Heutzutage gibt es für die Verbreitung des Glaubens (din) keine hindernde Umstände (hal) mehr. Deshalb braucht man keine Maßnahmen mehr zu ergreifen."

Euer Ehren! Ihr wisst dies wohl! Aber fragt einmal den Herrn Staatsanwalt, der die Anklage erhoben hat, ob er dazu nein sagen kann!? Wenn man die Weisungen Gottes (Allah'in emirleri) und die Weisheiten des Ehrwürdigen Qur'an (Qur'an-i Adhimu-sh'Shan'in hikmetleri)

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den jungen Menschen nicht erklärt, sie nicht darin unterweist, ihnen vielmehr sagt, dass Propaganda eine Straftat und daher verboten ist, wäre es dann etwa noch möglich, Sittenlosigkeit, Schamlosigkeit, Entwurzelung, Unzucht (fuhush), Ehebruch (zina), Mord und Totschlag einzig und allein durch das Strafgesetz aufzuhalten? Wie etwa wäre es möglich, solch eine schlimme Plage wie den "Kommunismus", der die ganze Welt (dunya) gefährdet, eine solch heimliche, wie allgemeine, rasche und heimtückische Zerstörung, vollständig verhindern?

Meine ehrenwerten, vaterlandsliebenden, an Gott und Seine Heiligtümer (Allah ve muqaddesat) treu verbundenen türkischen Richter! Bitte richten Sie einmal Ihr Augenmerk auf jene abscheuliche Propaganda, durch welche die reinen, noch unverdorbenen Gehirne unserer noch jungen, islamischen, türkischen Kinder einer jahrelangen Zerstörung ausgesetzt werden, auf das Gift, das die Feinde des Glaubens (din) verspritzen und auf die Lähmung, die es (in ihren Gehirnen) hervorruft!

In welch abscheuliche Umstände (hal) und Widersprüche sind wir da hineingeraten! Erkennt sie etwa der Herr Staatsanwalt nicht, verfolgt nicht die, welche mit ihren abscheulichen Angriffen der islamischen Religion (din) und allen heiligen Religionen (muqaddes din) ihre Verachtung zeigen und verhaftet etwa stattdessen denjenigen, der Maßnahmen empfiehlt, um die Jugend vor derartigen Angriffen zu schützen?

Hoch verehrte, türkische, islamische Richter! Sie können meinen Mandanten nicht allein wegen seines Wegweisers für die Jugend (Gentjlik Rehberi) aus jener Risale-i Nur, die einzig und allein das göttliche Licht (nur-u Ilahi) wiederstrahlen lässt, also jenes Licht (Nur), von dessen Glanz Gottes klarer und eindeutiger Qur'an (Qur'an-i Mubin) erfüllt ist, verurteilen!...

Verehrte, edle, islamische, türkische Richter! Sie wissen

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doch recht gut, dass die wahrhaft rechtgeleiteten Gelehrten (hakiki irshad alimleri) die Erben der Propheten (enbiyanin varisleri) sind. Diese gesegneten (mubarek) Persönlichkeiten sind dazu verpflichtet, aufgrund der Weisungen dieses ganz klar verständlichen Qur'an (Qur'an-i Mubin'in emirleri) den Rat und die Erkenntnis (va'z-u nasihat), die ihnen als Erbe überkommen ist, zu verbreiten. Sie tun nur ihre Pflicht (vazife) und verlangen dafür nicht Lohn noch Entgelt. Sie erfüllen ihre Aufgabe (vazife) um Gotteslohn (fisebilillah). Sie erwarten dafür einzig die Zufriedenheit Gottes und Seines Gesandten (Allah ve Resulunun rizasi). Und sie werden diese heilige Aufgabe (muqaddes vazife) auch weiterhin bis zu ihrem letzten Atemzug (nefes) erfüllen. Denn diese Aufgabe (vazife) ist ihnen von Gott und Seinem Gesandten (Allah ve Resulu) anvertraut (emanet). Aber wie kann man denn meinen Mandanten dafür quälen und verfolgen, dass er das ihm anvertraute Pfand (emanet) an seine erlesenen (Schüler) weitergibt? Wie kann man denn einem so hochbetagten Menschen in einem schwachen und hinfälligen Körper ein derart unglaublich schweres Angebot auf die Schultern laden:

"Komm nun und geh jetzt ins Gefängnis!"

Das ist die abscheulichste Grausamkeit. Doch die Aufgabe (vazifah), eine derartige Grausamkeit zu verhindern, ist Ihnen nun anvertraut.

Was aber alle Bosheit, Sünde, Sittenlosigkeit, Niedertracht, Aufruhr und Zwietracht zu beseitigen vermag, ist das Licht (Nur)...

يُرِيدُونَ اَنْ يُطْفِؤُا نُورَ اللّٰهِ بِاَفْوَاهِهِمْ وَيَاْبَى اللّٰهُ اِلاَّ اَنْ يُتِمَّ نُورَهُ وَلَوْ كَرِهَ الْكَافِرُونَ

«Sie wollen Gottes Licht mit ihrem Munde ausblasen. Gott aber möchte fürwahr Sein Licht (Nur) vollenden (zu Seinem vollen Glanz bringen)... Auch wenn das den Ungläubigen (kafir) nicht gefällt.»

Der Anwalt

Abdurrahman Sheref Latj

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Nach dieser Verteidigungsrede wurde Ustadh Said Nursi von dem Vorsitzenden des Gerichtshofes gefragt, ob er dem noch etwas hinzuzufügen habe, worauf der oben erwähnte sich erhob und sagte:

Ich bitte um die Erlaubnis, nur ein einziges Wort sagen zu dürfen.

Bitte sehr!

Der lobenden Worte, die der verehrte Herr Rechtsanwalt (vekil), was meine Person betrifft, geäußert hat, bin ich nicht würdig. Ich bin nur ein schwacher Mensch, der im Dienst am Qur'an und am Glauben (iman) tätig ist. Mehr dazu zu sagen ist nicht notwendig.

Die Verkündigung des Freispruches:

Daraufhin wurde die Gerichtsverhandlung beendet. Das Richter-Kollegium zog sich zur Beratung zurück und verkündete daraufhin einstimmig den Freispruch. Dieser Beschluss wurde von den anwesenden Studenten und dem Volk stürmisch bejubelt. Da nun auch der Staatsanwalt nicht in Berufung ging, wurde dieser Beschluss hiermit rechtskräftig.

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Ein Brief, den ein Schüler der Risale-i Nur an der Universität an seinen Freund nach der Ankunft (teshrif) Bediüzzamans in Istanbul schrieb.

Anlässlich der Ankunft (teshrif) unseres geliebten (sevgili) Meisters (Ustadh) bedanke ich mich für die an uns und ganz Istanbul ergangenen Glückwünsche (tebrik). Über diesem prachtvollen und so besonderen Ereignis (hadithe) brodelte die ganze große Stadt und feierte tief in ihrem Inneren ein Fest (bayram). Gelehrte (alim) und Ungebildete (djahil), Arme (fakir) und Reiche, Junge (gentj) und Alte waren zu den Gerichtssitzungen gelaufen. In seiner Herberge und wo immer er sich sonst zeigte, kamen sie zuhauf und wollten ihn sehen.

Selbst noch unsere Träume sind von Frohsinn und Freude erfüllt... Was aber unsere Feinde betrifft, so sind ihre Gesichter nun noch finsterer geworden. Letztendlich wissen sie nun, dass sie mit ihrer Zwietracht nichts bewirkt haben und nichts mehr bewirken werden. Unser Meister (Ustadh) hat all den Dingen, die große Persönlichkeiten aus ihrer Zeit als Andenken in Istanbul zurückgelassen haben, wieder einen neuen Geist (djan) eingehaucht. In den Augen unserer Brüder hat sich das Antlitz unserer Stadt völlig verändert. Ayasofya {Der Bezirk, in dem es so viele Moscheen gibt. (A.d.Ü.)} hat sich nun bis nach Sarayburnu ausgedehnt.

Draußen von den Minaretten kann man nun wieder den Ruf zum Gebet (ezan-i muhammedi (A.S.M.)) hören. Und drinnen haben die Rezitatoren (hafidh) wieder begonnen, den Ehrenwerten Qur'an vorzutragen. Fatih ersteht jeden Tag wieder neu aus seinem Mausoleum und grüßt seinen großen, gesegneten Gast in der von ihm eroberten Stadt. "Seid mir willkommen!", sagt er und er beglückwünscht ihn. Und uns erscheint es jetzt so, als könne man von der Neuen Moschee (Yeni Djami sherefesi) aus bis in den finstersten, verkommensten Winkel von Beyoghlu hinein

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einen Lichtstrahl erblicken. Ayasofya, Fatih, Sultan Ahmed, Eyyüb und Süleymaniye, alle Bezirke, ja das ganze islamische Istanbul wirft gleich einer strahlenden Braut den Schleier (hidjab) von ihrem Antlitz und zeigt es uns noch prächtiger und liebenswürdiger über dieser großartigen Ankunft (teshrif) und seinem erhabenen Licht (ulvi nur)... unser Meister (Ustadh) ist nun die Sonne über unserer Stadt; geht er, wird die Sonne über unserem Horizont ihm folgen und ihre Millionen werden wieder in Finsternis versinken. Doch als ein Trost bleibt uns die Hoffnung, dass mit der Risale-i Nur ihr Glanz (Nur) Sultan Fatihs Stadt erleuchten und über ihr glänzen wird.

In dem Augenblick, in dem ich telefonisch die Nachricht von der Ankunft (teshrif) des Meisters (Ustadh) erhielt, durchzuckte plötzlich ein Strom meinen seelenlosen (djansiz) Leib und elektrisierte mich. Es war kein tödlicher, nicht ein betäubender Schlag; es war vielmehr ein belebender Strom und hat mir neues Leben (djan) geschenkt... Plötzlich durchströmte mein ganzes Sein innerlich wie äußerlich (maddi ve manevi) ein Strom von Kraft (quvvet) und ich spürte, wie ein gewaltiger Magnetismus mich zu sich heran zog. Als ich dann den Großen Strafgerichtshof (Aghir Djeza Mahkemesi) erreichte, bemerkte ich, dass das, was ich bereits zuvor gespürt hatte, auch bereits die gesamte Gemeinschaft erfasst hatte. Der ganze Gerichtshof war innen wie außen gestopft voll mit Menschen. Schon wollte ich mich mit meinen Armen durch die Menge nach vorne hindurch arbeiten. Doch da blieb mein Blick an dem Meister (Ustadh) hängen, der da auf zwei Universitätsstudenten gestützt herein trat. Und obwohl er durch seine geistige Ausstrahlung (manasi), wie auch in seiner körperlichen Erscheinung und in seiner Kleidung eine völlig ungewöhnliche Persönlichkeit war und in diesem Augenblick die Blicke der Millionen auf ihn gerichtet waren, schritt er dennoch durch sie hindurch, als berühre ihn dies nicht in seinem innersten Wesen und so, als nähme er all dies nicht weiter zur Kenntnis.

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Dann bin ich im Gerichtssaal. Dann wird der erhabene Name aufgerufen. Der große Mann eines ruhmreichen Volkes, Repräsentant einer Religion (din) und einer geschichtlichen Epoche tritt ein. Nach einer kurzen Unruhe im Saal tritt nun absolute Stille ein. Jedermann spürt die Bedeutung dieses großartigen und gewaltigen Augenblicks und die allgemeine Erregung.

Obwohl der Meister (Ustadh) gesagt hatte, dass er krank sei, reagierte er dennoch von seinem Platz aus blitzschnell und sprungartig mit Einwänden und Erklärungen... und das Richterkollegium betrachtete diesen großen Mann mit Bewunderung... Zu Beginn der zweiten Sitzung war dann das Gedränge noch größer... diese staunenswerten Antworten unseres Meisters (Ustadh), wenn er direkt auf den Bericht der unverständigen Sachverständigen eingeht... und dann die Vertagung des Verhandlungstermins auf den fünften März... Zitternd näherte ich mich, meine Sünden und Schwächen tausendfach bereuend und bedauernd, küsste seine gesegneten (mubarek) Hände mit unendlicher Innigkeit, versuchte, dabei innerlich vollkommen frei zu sein und ermannte mich schließlich, ihm aufrichtig in die Augen zu blicken; dieser Augenblick, dieser Tag wird in meiner Erinnerung stets das größte und kostbarste Andenken bleiben. Meinen anderen Brüder an der Universität aber war die überaus große Ehre (sheref-i uzma) zuteil geworden, unserem Meister (Ustadh) zu Diensten sein zu können. Möge Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) mit unserem Meister (Ustadh) allezeit zufrieden sein und allen Schülern, besonders aber denen, die so wie ich nur schwach und ohnmächtig von Verstand sind, Standhaftigkeit, Entschlossenheit und Aufrichtigkeit schenken (ihsan). Amin.

In der Tat sagen wir, mein Bruder, Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq) unendlich Dank, der uns in Seiner Gnade und in unserer Hilfsbedürftigkeit die Werke eines Meisters geschenkt hat, der mit seinem Leben (hayat) und Werk befestigt hat, dass er der geistliche König dieses Zeitalters ist, weshalb uns nun Gott helfen möge (insha-a'llah),

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die Risale-i Nur, welche eine Salbe für die Wunden unserer Zeit, das am besten geeignete Heilmittel ist, das Licht (Nur), das den Angriff der Finsternis, von dem die islamische Gemeinschaft (heyet-i Islamiye) bedroht ist, am besten zu überwinden vermag, und der rechte Wegweiser (rehber) für die, welche sich in den Tälern des Irrglaubens (dalalet) verirrt haben, bis zum Ende unseres Lebens zu lesen und zu verbreiten.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der beständige ist der, der bleibt und besteht"}

Einer der Schüler der Risale-i Nur an der Universität zu Istanbul

Kamil

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Der Meister (Ustadh) geht nach Emirdagh

Nachdem der Prozess in Istanbul mit einem Freispruch geendet hatte, ging Ustadh Bediüzzaman (auf Wunsch der Regierung) nach Emirdagh. Während er aber dort in Emirdagh an einem Tag im Monat Ramadan einen Ausflug machte, schickte man einen Feldwebel mit drei bewaffneten Polizisten zu ihm, die ihn, wie im Folgenden noch näher erläutert wird, aufforderten, sich eine Schirmmütze {Der Turban, den er trug, ist in der Türkei verboten. (A.d.Ü.)} aufzusetzen; aus diesem Grunde führten sie ihn zum Wachlokal. Daraufhin schreibt der Meister (Ustadh) eine entsprechende Mitteilung und schickt diese an das Justizministerium und an das Innenministerium (vekalet); gleichzeitig schickte er diese auch an einen Schüler in Ankara und teilt diesem mit, dass er die an diesem Vorfall interessierten Abgeordneten davon informieren soll. Die Schüler in Ankara schickten eine Kopie (dieser Mitteilung), in der er sich darüber beklagt, an die Zeitung "Der Große Kampf (büyük djihad)" und veröffentlichten sie in Samsun. Der Artikel wurde in der Zeitung "Der Große Kampf (büyük djihad)" unter der Überschrift "Der größte Beweis" unter Hinzufügung einer Anmerkung veröffentlicht. Danach schickten auch die Schüler der Risale-i Nur an den Universitäten in Ankara und Istanbul zwei, drei Artikel an den "büyük djihad" und veröffentlichten sie dort. Währenddessen ereignete sich der Vorfall von Malatya und es begann eine umfangreiche Propaganda gegen gläubige Menschen (dindar) mit Lügen, Verleumdungen, Entstellungen und Verfälschungen. Einige Personen, die sich durch derartige Provokationen hatten täuschen lassen, machten sich nun an die Arbeit, um in religiös gefärbten Zeitungen nach Punkten für mögliche Anschuldigungen (medar-i ittiham) zu suchen. Auch in Samsun wurde wegen dieses oben erwähnten Artikels mit dem Titel "Der größte Beweis" und mehrerer Artikel eines

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Nurdjus von der dortigen Universität der Herausgeber der Zeitung zusammen mit dem Nurdju aus Ankara, der einige dieser Artikel an die Zeitung geschickt hatte, verhaftet und es wurde ihnen der Prozess gemacht. Gegen die Verbreitung der Nurdjuluk-Bewegung im Lande wurden Erklärungen abgegeben und Ansichten geäußert. Wie in gleicher Weise bis zu sechshundert Schüler der Risale-i Nur gezielt verhaftet wurden, wurden in der Türkei auch an fünfundzwanzig Orten Hausdurchsuchungen durchgeführt und wurde teilweise auch Anklage erhoben. Im Ergebnis wurde jedoch weder in der Risale-i Nur noch bei den Nurdjus ein Punkt entdeckt, der Grund zur Anklage gewesen wäre, sodass man zu der Überzeugung gelangte, dass hier keine Schuld vorliege.

Da aber nach Prozesseröffnung in Samsun der Beschluss zu einer Verurteilung zunächst gefasst worden, dann jedoch im Berufungsverfahren (mahkeme-i temyiz), in dem die Werke der Risale-i Nur und ihr Verfasser, Bediüzzaman, ausführlich diskutiert worden waren, von Grund auf für ungültig erklärt worden war, wurde nun der Prozess wieder aufgerollt und man gelangte zu der Überzeugung, dass in den vorliegenden Schriften kein strafbarer Tatbestand gefunden werden könne, worauf dann ein Freispruch verkündet wurde.

Wegen des Artikels mit dem Titel "Der Größte Beweis" wurde auch gegen unseren Meister (Ustadh) in Samsun ein Verfahren eröffnet. Dazu wollte man ihn auch in Samsun vor Gericht stellen. Ohne sein ärztliches Attest, dass er sehr alt und krank sei, welches ihm das Gesundheitsamt seiner kleinen Stadt (kaza) ausgestellt hatte, in Betracht zu ziehen, wollte man, dass er unter allen Umständen vor Gericht erscheinen sollte. Am Ende entschloss der Meister (Ustadh) sich, vor dem Gerichtshof in Samsun zu entscheiden und machte also auf dem Weg dorthin zunächst einmal in Istanbul Station. Da jedoch seine Gesundheit bereits so stark angegriffen war, dass er es nicht mehr ertragen konnte, diese Reise noch weiter fortzusetzen,

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musste ein Ärztegremium einen entsprechenden Bericht schreiben und an den Gerichtshof senden. In diesem Bericht stand geschrieben, dass Said Nursi entsprechend der unternommenen Untersuchung es körperlich nicht ertragen könne, zu Land, zu Wasser oder vielleicht auf dem Luftwege nach Samsun zu reisen. Schließlich fasste das Richtergremium, trotzdem der Staatsanwalt mit besonderem Nachdruck darauf bestanden hatte, dass Said Nursi in jedem Fall vor dem Gericht erscheinen müsse, aufgrund des ärztlichen Attests den Beschluss, dass Bediüzzaman mit Übereinkunft beider Gerichte ersatzweise in Istanbul zum Verhör erscheinen dürfe. Letztenendes und nach vielen aufeinander folgenden Sitzungen beschloss der Gerichtshof zu Samsun, weil er ja keine (böse) Absicht erkennen konnte, die, was die Verhandlung über die Abhandlung betraf, eine Verurteilung erforderlich gemacht hätte, Said Nursi freizusprechen.

Die folgende Verteidigungsrede durch den Gerichtshof, die mit einem Freispruch ihr Ende fand, hat unser Meister (Ustadh) Bediüzzaman Said Nursi vor dem Gerichtshof in Istanbul vorgelesen.

Unsere heimlichen Feinde sind in diesem Ehrwürdigen Monat Ramadan (Ramazan-i Sherif) wieder bei der Justizbehörde gegen mich vorstellig geworden. Die Angelegenheit steht aber im Zusammenhang mit einer kommunistischen Untergrundorganisation.

Erstens:

Ganz und gar gegen jedes Recht und Gesetz, hat man, als ich so völlig einsam und allein während eines Ausflugs auf einem Berg saß, einen Feldwachtmeister mit drei bewaffneten Gendarmen zu mir geschickt. "Sie tragen auf ihrem Kopf keine Schirmmütze.", sagten sie, packten mich und schleppten mich zum Wachlokal. Deshalb

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frage ich nun alle Justizbehörden, die sich doch die Gerechtigkeit auf die Fahne geschrieben haben:

Diese Leute, die sich in fünffacher Hinsicht gesetzwidrig verhalten und in fünffacher Hinsicht die islamischen Gesetze verletzen und die nun in Wahrheit (haqiqi) selbst einer Gesetzwidrigkeit beschuldigt werden sollten, und mich nun schon seit zwei Jahren in meinem Inneren (vidjdan) unter dem Vorwurf ihrer merkwürdigen Gesetzlosigkeit quälen, werden sicherlich am Tage der Wiederversammlung vor dem großen Weltgericht ihre Strafe erhalten und dafür büßen müssen. Welches Gesetz in dieser Welt (dunya) erlaubt es nun eigentlich, einem Mann, obwohl er in der Tat seit fünfunddreißig Jahren völlig isoliert lebt und noch nicht einmal in diesem kleinen Städtchen (kasaba) auf den Markt (und unter die Leute) geht, zu sagen: "Du trägst nicht die fränkische (: europäische) Mütze?"

Diesen Mann, der, obwohl ihn seit sechsundzwanzig Jahren in fünf Provinzen (vilayet) und vor fünf Gerichten die Polizei von fünf Vilayaten niemals wegen seiner Kopfbedeckung belästigt hat, und obwohl ihn insbesondere auch dieses Mal in Istanbul z.Zt. der Verhandlungen vor dem Gericht (mahkeme-i adilesi), wenn er vor den Augen von mehr als hundert Polizeibeamten, auch wenn er zwei Monate lang überall zu Fuß umherging, die Polizei ihm niemals lästig fiel, und wenn sogar das Revisonsgericht (mahkeme-i temyiz) den Beschluss verkündet hat, dass das Tragen einer Baskenmütze nicht verboten ist, und wenn selbst für alle Frauen, auch für die, welche ihr Haar offen tragen, und für alle Soldaten und die diensttuenden Beamten diese Bekleidung nicht vorgeschrieben ist, auch diese Bekleidung überhaupt keinen Sinn machen würde, und obwohl er noch nicht einmal eine öffentliche Funktion (vazifah) inne hatte - dort auch eine offizielle Bekleidung - eine Baskenmütze zu tragen überhaupt nicht vorgeschrieben ist, er darüber hinaus auch noch völlig isoliert lebt und überhaupt nicht unter Menschen geht und er im Ramadan (Ramazan-i Sherif), um seinen Geist (ruh) nicht mit derart gesetzwidrigen (hilaf-i kanun)

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und hässlichen Dingen zu beschäftigen und sich die Welt (dunya) nicht in Erinnerung zu rufen, selbst nicht mit seinen engsten Freunden zusammenkommt, der selbst wenn er krank war, keine Medizin einnahm, damit der Körper sich nicht mit Herz und Verstand (ruh ve kalb) beschäftigen solle, auch die Ärzte nicht aufsuchte, dann diesen Mann dennoch aufzufordern, sich einen Hut aufzusetzen, um dann genauso auszusehen wie die ausländischen Priester, ihn durch Maßnahmen der Justiz zu bedrohen, muss bei jedem, der auch nur über ein Quäntchen Gewissen (vidjdan) verfügt, mit Sicherheit Abscheu hervorrufen.

Wenn z.B. derjenige, der ihn auffordert, sagt: "Ich leiste dem mir gegebenen Befehl gehorsam.", kann es sein, dass dieser Befehl (emir) auf einem Gesetz (kanun) beruht, das lediglich Zwang und reine Willkür (djebr-i keyfi) ist, weshalb er dann nicht sagen kann: "Ich leiste dem mir gegebenen Befehl gehorsam." So findet sich in der Tat im Weisen Qur'an eine Ayah, in der es, um es vor allem den Juden und Christen nicht gleich zu tun, heißt:

يَا اَيُّهَا الَّذِينَ اٰمَنُوا اَطِيعُوا اللّٰهَ وَ اَطِيعُوا الرَّسُولَ وَاوُلِى اْلاَمْرِ مِنْكُمْ

{"Oh ihr Gläubigen, gehorchet Gott, dem Propheten und denen unter euch, die den obersten Befehl (ulu-l'emri) haben." (Sure 4, 59)}

Unter der Bedingung, dass er nicht dem Gehorsam gegenüber Gott und dem Propheten entgegengesetzt handelt, kann er etwas tun, um einem Befehl (emir) Gehorsam zu leisten. Wenn aber diesem Beispiel entsprechend die traditionellen islamischen Gesetze (an'ane-i Islamiye kanunlari) anordnen (emretmek), Kranke mit Rücksicht (shefqatle indjitmemek) zu behandeln, Fremdlinge mit Rücksicht (shefqatle incitmemek) zu behandeln, Menschen, die um Gottes willen dem Qur'an und der theologischen Wissenschaft (ilm-i imani) dienen, keine Schwierigkeiten zu machen und sie nicht zu kränken (indjitmemek), dann trotzdem gerade ein Mann, der völlig zurückgezogen (munzevi) lebt und

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dieser Welt (dunya) entsagt hat, dazu aufgefordert wird, den Hut eines ausländischen Geistlichen aufzusetzen, {Gemeint sind wohl die schwarzen Zylinderhüte, wie sie gerne von den aus dem Ausland kommenden Rabbinern getragen werden. (A.d.Ü:)} so wäre das nicht nur zehn Mal, nein, hundert Mal ungesetzlich gegenüber dem Gesetz (kanun) und überhaupt gegen alle Gesetze (kanun) islamischer Tradition und hieße, wegen eines willkürlichen Befehls (emir) die heiligen Gesetze (qudsi kanun) zu brechen. Einen Mann wie mich, der am Rande des Grabes, im hohen Alter, fremd, arm und allein (munzevi), um nicht der hochgelobten Tradition (Sunnet-i Seniye) zuwider zu handeln, seit dreißig Jahren die Welt (dunya) verlassen hat, in dieser Art und Weise zu behandeln, lässt überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen, dass hier unter dem Deckmantel des Kommunismus in zerstörerischer Absicht ganz abscheuliche konspirative Kräfte gegen das Land, das Volk, die Islamiyet und den Glauben (din) am Werk sind, gleich wie es gegen gläubige (dindar) Abgeordnete und die Demokratische Partei, welche die Absicht (niyet) haben, der Islamiyet und dem Vaterland zu dienen und sich den zerstörerischen Kräften aus dem Ausland entgegenstellen, konspirative Mächte gibt. Deshalb sollen diese Abgeordneten Acht geben und mich in der Verteidigung gegen diese schrecklichen konspirativen Kräfte nicht allein lassen.

Anmerkung:

Obwohl der russische Oberkommandierende absichtlich drei Mal an ihm vorbei ging, blieb er dennoch sitzen und erniedrigte sich nicht vor ihm und beugte sich nicht vor ihm, um trotz der ihm drohenden Hinrichtung seine islamische Würde zu bewahren. Dem englischen Oberkommandierenden, der Istanbul (von 1918-1923) besetzt hielt und denen, die zu seinen Gunsten eine Fetva erließen, entgegnete er, um der Ehre der Islamiyet willen in einem Zeitungsartikel mit dem Satz: "Gespei in das Gesicht des Tyrannen, der sich nicht deswegen schämt!" und

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gab dabei keine fünf Para auf die ihm deswegen drohende Hinrichtung. Inmitten von fünfzig Abgeordneten ließ er sich nicht von der Wut eines Mustafa Kemal beeindrucken indem er sagte: "Wer nicht betet (namaz) ist ein Verräter." Vor dem Kriegsgericht antwortete er auf jene furchterregende Frage: "Ich bin bereit, auch nur für einen einzige Themenbereich innerhalb der Scheriah mein Leben (ruh) hinzugeben; und so sagte er, der niemals ein Speichellecker war und der, um nicht den Ungläubigen ähnlich zu werden, achtundzwanzig Jahre lang ein Leben als Einsiedler gewählt hatte, ein Bannerträger des Islam und opferbereiter Diener der Qur'anischen Wahrheiten, als man ihn sinnloser und ungesetzlicher Weise aufforderte: "Du sollst den jüdischen und christlichen Geistlichen ähnlich aussehen und einen Hut aufsetzen, so wie sie es tun." und er solle so dem widersprechen, worin alle islamischen Gelehrten (ulema) übereinstimmen. Und sie drohten ihm, er werde andernfalls noch seine Strafe bekommen!" Als ein Mann, der sicherlich dazu bereit war, alles für die qur'anischen Wahrheiten zum Opfer zu bringen, auch wenn man ihn in dieser Welt (dunya) ins Gefängnis werfen, ihn bestrafen, ihn foltern, vielleicht mit einem Messer Stück um Stück zerteilen sollte, ihn in die Hölle (djehennem) werfen wollte, wolle er dennoch, auch hätte er hundert Leben (ruh), sein gesamtes Leben als ein Zeugnis zum Opfer (tarihtje-i hayatinin shehadeti) darbringen!

Was aber ist nun der Grund (hikmet) dafür, dass er diesen verborgenen Feinden des Vaterlandes und des Glaubens (din) in ihrer Nimrod-gleichen unglaublichen Tyrannei trotz einer so mächtigen geistigen Kraft (manevi quvvet), trotz seiner zu jedem Opfer bereiten Ausdauer, trotz der ihm zur Verfügung stehenden äußerlichen Gewalt (maddi quvvet) den (gegen ihn gerichteten) negativen Kräften keinen Widerstand geleistet hat? So erkläre ich denn euch und allen klar denkenden Menschen (ehl-i vidjdan), dass der Weise Qur'an, damit nicht wegen zehn Prozent erbarmungsloser Atheisten neunzig Prozent unschuldigen

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Menschen zuschaden kommen, um die Ruhe und Ordnung im Lande zu bewahren mit aller Macht (quvvet) durch die Lektionen der Risale-i Nur im Herzen (qalb) eines jeden Menschen einen Ermahner zurückgelassen hat, der ihm solche Lektionen erteilt. Andererseits hätte ich während dieser achtundzwanzig Jahre eines Tages an meinen grausamen Feinden Rache nehmen können. Doch hat er aus Respekt vor diesen Unschuldigen, um die allgemeine Ordnung aufrecht zu erhalten sein Ansehen und seine Ehre gegenüber denjenigen, die ihn beleidigten, nicht verteidigt, sondern gesagt: Ich werde nicht nur das diesseitige (dunyevi hayat) Leben, sondern, falls nötig auch das jenseitige Leben (akhiret hayati) für die islamische Gemeinschaft zum Opfer bringen.

Said Nursi
* * *

Gesegneter, geliebter, ehrenwerter und verehrungswürdiger Meister! (Ustadhimiz Hazretleri)

In diesem merkwürdigen materialistischen und glaubenslosen Jahrhundert hat sich der Blickwinkel verkürzt. Die Herzen (qalb) sind von Bosheit und Schlechtigkeit erfüllt. Einzig und allein die Risale-i Nur, die in unserer Zeit jene Tropfsteine hervorgebracht hat, die sich nachweislich als absolut echt (haqiqi) aus dem Weisen Qur'an herauskristallisiert haben, lässt diese verkürzten Blicke anscheinend bis auf den Urgrund der Materie (maddenin ruhuna) hindurchdringen und erfüllt so die Finsternis, die gleichsam die Bosheit im Kerker der Herzen (qalb) ist, mit Licht (Nur). Deswegen ist es angemessen, dieses Jahrhundert als "Jahrhundert des Lichtes" zu bezeichnen.

............

Die Risale-i Nur behandelt jene Wunde der Menschheit, die zu heilen unmöglich ist, mit Arzneimitteln aus der anderen (ukhrevi) Welt.

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Die Risale-i Nur und Sie, unser segensreicher Meister (mubarek Ustadh) als ihr wunderbarer Verfasser haben diese Aufgabe (vazifah) als Retter Tausender erleuchteter (munauwer) junger Menschen erfüllt und erfüllen sie noch heute. Dass dies so ist, dafür sind wir, die wir in unserem Glauben (iman) gerettet worden sind, bei unserer Armseligkeit die lebenden Zeugen (shahid). In diesem schrecklichen Jahrhundert schenkt die Risale-i Nur ihren Lesern - den glücklichen Menschen dieses Jahrhunderts - indem sie den Materialismus mit der Wurzel ausrottet, die kommunistischen Denksystheme und all die anderen irrigen Ideologien im Rahmen eines allgemeinen vernünftigen Wissens (idrak) und Denkens (ilim) als völlig haltlos erweist, das Wasser des Lebens (ab-i hayati), das man noch nicht gegen diese Welt (dunya), ja noch nicht einmal gegen den ganzen Kosmos (kainat) eintauschen möchte, und verleiht uns jenen Glauben (iman), der die Quelle zur Ewigkeit (ebedilik suyu), nämlich die Eintrittskarte zu einer ewig bestehenden Welt (beqa alemin) ist.

Geliebter und gesegneter Meister (mubarek Ustadh)!

Gegenüber dem, was Sie als unser Meister (Ustadh) uns als ein so wertvolles Geschenk geben, ist all unser Respekt und die Liebe (muhabbet), die wir Ihnen gegenüber nähren, nur wenig. Doch das Band, das uns, den Schülern der Risale-i Nur, mit Ihnen, unserem Meister (Ustadh) und Erretter verbindet, ist unsere ewige Verbundenheit mit Ihnen. Das kann keine Macht (quvvet) wieder lösen.

Ich küsse Ihre gesegneten (mubarek) Hände in Ehrerbietung und erhoffe von Ihnen Ihr Gebet (dua)!

Im Namen aller Schüler der Risale-i Nur an der Fakultät für Politische Wissenschaften

Ahmed Atak

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Der nachstehende Brief wurde in Samsun veröffentlicht und erschien in der Zeitung "Der Große Kampf" (Büyük Djihad Gazete). (Seine Gegner aber nutzten diesen Brief) zu einer verleumderischen Hetzkampagne, die in Samsun einen Prozess zur Folge hatte, der aber letztendlich auf einen Freispruch durch das Gericht hinaus lief.

An den Erretter der Islamischen Welt, Krone der Leute des Glaubens (ehl-i iman) und Sprachrohr der Risale-i Nur, unseren Hochehrenwerten Ustadh Bediüzzaman Said Nursi!

Einer Mitteilung gläubiger (dindar) demokratischer Parteigenossen entsprechend haben wir erfahren, dass der Gerichtshof zu Afyon die Freigabe der Risale-i Nur beschlossen und die Rückgabe aller Abhandlungen, Briefe und (beschlagnahmten) Bände verfügt hat, da sie kein Thema enthalten, das einer möglichen Schuldzuweisung dienlich sein könnte. Wie Sie bereits vor Jahren bekannt gegeben hatten, ist "die Risale-i Nur nicht Ihr Besitztum, sondern steht im Besitz des Qur'an, strömt aus der Fülle (feyz) des Qur'an. Anatolien kann sie keine Macht (quvvet) aus dem Herzen stehlen, sie seiner Brust entreißen. Die Risale-i Nur ist an den Qur'an gebunden. Was aber den Qur'an betrifft, so ist er an den Thron des Allerhöchsten (arsh-i adham) gekoppelt. Wem aber könnte es etwa zustehen, ihn dort oben abzukoppeln, ihn so zu entwurzeln?" Die eindeutige Bewahrheitung dieser treffenden Aussage hat sich als ein glänzender Beweis dafür herausgestellt, dass dieser erhabene Dienst göttlichen wie qur'anischen Ursprungs ist. Diese Entscheidung, für Freispruch zu plädieren ist für die islamische Welt, besonders aber für das islamische Volk der Beginn einer glücklicheren Zeit. Zudem aber wurde derjenige, der vor allen (anderen mit jeder Faser) seines Seins (varlik) diesen Sieg erwartet hatte und der in der Familie "Nur" und auf dem Ozean der Wahrheiten (haqiqat) der Kapitän genannt wird, der Menschheit, die in der Finsternis des Unglaubens (zulmet-i kufur) aufbegehrt, als ein

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Geschenk der Rechtleitung (hadi) gegeben. Die Gottesfürchtigen (dindar) in der demokratischen Partei, welche (diesen Prozess mit großem) Interesse verfolgt und sich die Leute des Glaubens (ehl-i iman) zu Freunden gemacht und (dabei neue) Anhänger gewonnen haben, sowie auch das Gremium der gerechten Richter beglückwünschen unseren teuren, vielgeliebten Meister in unendlicher Dankbarkeit. Dem möchten wir noch das Folgende hinzufügen:

Sie haben sich seit langen Jahren um ein Verständnis bemüht, dass aus edler und hoher Gesinnung erwächst. Um der Wahrheiten des Qur'an willen haben Sie Ihre eigenen Wünsche und Ihr ganzes Leben zum Opfer gebracht (feda-yi nefs-u djan) und damit heute den Herzen (qalb) der Leute des Glaubens (ehl-i imanin) soviel Freude gebracht wie einem ganzen Land (memleket) und seinem Volk. Diese außerordentliche Verbreitung beweist sonnenklar, wie glanzvoll und erhaben diese heilige Lehre (qudsi dava) ist, zu deren Dienst Sie gerufen wurden, desgleichen auch Ihr persönlicher Einsatz, bei dem Sie ja in der Tat auch erfolgreich gewesen sind.

Dieser wunderbare Dienst und Ihr Kampf (mudjahede), mit dem Sie sich seit fünfundzwanzig, dreißig Jahren mit unerschütterlicher Geduld und Ausdauer, allen Hindernissen und aller Mühsal zum Trotz, für die Verbreitung der Risale-i Nur einsetzen, wobei der Qur'an Ihr Herz erleuchtet (qalb-i munauwar), wird künftigen Generationen und den heldenmütigen islamischen Kämpfern ein Beispiel sein und als ein Vorbild (numune-i iktida) dienen, dem sie folgen werden. Die Strahlen der Sonne des Qur'an, die niemals untergeht, und die Blitze aus der Risale-i Nur, die immerwährende Funken sind, beseitigen die Finsternis der Unwissenheit und des Irrtums; Millionen von Herzen werden von diesem Lichte (Nur) erleuchtet, mit dem die Leute des Glaubens Ihnen dankbar geworden sind. Dieses Land und das Volk in ihm, die Geschichte und dieser Boden (auf dem sie sich abspielt) werden Ihnen Ihren Dienst und Ihre Opferwilligkeit zu keiner Zeit vergessen. Wenn einmal auch Sie,

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oh Herr, in die Ewigkeit hinüberziehen werden, wird für Sie diese Dienstbereitschaft ein Samenkorn werden, aus dem ein gewaltiger Baum emporsprießen wird, der dem Lande unter sich seinen Schatten spendet; und die großen Gemeinschaften, die sich unter dem Geäst dieses Baumes der Risale-i Nur versammeln werden und die immerdar aufgehenden Strahlen der Risale-i Nur werden gleich Ihrer Dienstbereitschaft bis in alle Ewigkeit noch strahlender und noch glänzender fortbestehen.

Weil aber Sie nun das Sprachrohr der Risale-i Nur sind und da nun einmal Ihr Dienst am Glauben (iman) am Horizont des Islam erglänzt, so sind Sie auch ein Bannerträger der Rechtleitung (hidayet) in diesem Jahrhundert.

Unser strahlender Held und geliebter Meister (Usta ِۭ, der Sie der allseits geehrte Verkündiger des Ehrwürdigen Qur'an im vierzehnten Jahrhundert islamischer Zeitrechnung sind und in dieser schrecklichen Zeit auf diese schreckliche Finsternis in großer Opferbereitschaft mit dem Lichte des Qur'an geantwortet haben und durch die allseitige Verbreitung der Risale-i Nur in hundert Tausenden von Exemplaren mit den Schreibstift hunderttausender ihrer Schüler gegen die Glaubenslosigkeit und den absoluten Unglauben eine Mauer des Qur'an errichtet haben!

Wir beglückwünschen Sie, die sie den Welten Liebe und Glück (rahmet ve saadet) gebracht, der Menschheit Trost und Segen (selamet) geschenkt und mit Ihrem heiligen Dienst den Leuten des Glaubens (ehl-i iman) die frohe Kunde gebracht und bewiesen haben, dass das Reich Gottes, welches alle Kontinente umfassen wird, bereits sichtbar geworden ist und seine Spuren sich zu zeigen beginnen. Und so wünschen wir Ihnen aus ganzer Seele (ruh) Segen zu dem lichtvollen und großen Fest (bayram). Wir erbitten (dua) für Sie von Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq) ein langes Leben und küssen Ihre Hände mit Hochachtung.

Die Studenten der Universität Ankara

Ismail, Salih, Atif, Ahmed, Ziya, Mehmed, Abdullah

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Der Verbleib von Ustadh Said Nursi in Isparta

Im Sommer des Jahres 1953 gelangte der Meister (Ustadh) von Emirdagh nach Isparta. In Isparta gab es sehr viele getreue Schüler. In einem bereits zuvor geschriebenen Brief bezeichnet (Ustadh) Isparta mit seiner Erde, seinen Steinen als gesegnet (mubarak). Dabei erklärte er, dass die Risale-i Nur hier ihre Gestalt erhielt und von hier ihren Ausgang nahm. Ihr Zustandekommen (vudjud) war der mächtigste Anlass für sein geistliches (manevi) Leben hier in Isparta und für dessen Fortdauer. In der Tat hat Isparta durch die Zeugnisse (shahadah) der Ereignisse in vielen Jahren gezeigt und bewiesen, dass sie dieser Zuneigung ihres Meisters (Ustadh) würdig ist. Denn Barla, wo die Risale-i Nur verfasst wurde und wo auch ihre erste Medresse entstand, liegt im Bezirk Isparta. Die großen Bände der Risale-i Nur wurden hier verfasst.

Die Risale-i Nur wurde in Furcht erregender Zeit mit Tausenden Stiften abgeschrieben und in Isparta und den (umliegenden) Dörfern durch ihre Schüler veröffentlicht. Um ein Beispiel zu zeigen, genügt es, das Dörfchen Sav anzuführen. Zu der Zeit als sich Ustadh in Kastamonu befand, haben in dem Dorf «Sav» (in der Nähe von) Isparta jahrelang bis zu Tausend Stifte daran gearbeitet, die Risale-i Nur abzuschreiben und zu vervielfältigen.

Die Zentren der Risale-i Nur sind in Isparta, deren jede einzelne (mit allen anderen eine solche) Verbundenheit zeigt, als wären sie eine ganze Provinz (vilayet), ja vielleicht eine noch engere (Beziehung), und arbeiten an der Verbreitung der Risale-i Nur wie die Sendestation einer Rundfunkzentrale. Gül und Nur, die an der Herstellung (der Risale-i Nur) beteiligt sind, und alle die Schüler in ihrer Nähe, sowie die Gruppe um Mübarek, sie alle befinden sich im Vilayat Isparta.

Auch die älteren Brüder, deren jeder einzelne hinsichtlich seines Dienstes am Qur'an einem geistlichen Pol (qutub)

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gleicht, auf den stolz zu sein die Brüder allen Grund (medar-i iftihar) haben, stammen alle aus Isparta.

Auch das Amtsgericht und die Sicherheitsbehörden in Isparta haben sich in Dingen der Risale-i Nur stets einsichtsvoll verhalten. Der Meister (Ustadh) hat oftmals für das Amtsgericht in Isparta gebetet (dua). In dieser Hinsicht hat er Isparta für die übrigen Vilayate als gutes Beispiel angeführt.

Unter diesen oder ähnlichen Umständen beschloss der Meister (Ustadh) den Rest seines Lebens in Isparta zu verbringen und dort dem Tod unter seinen gesegneten, getreuen Brüdern entgegen zu sehen, verfügte in seinem Testament, in Isparta, Sav oder Barla begraben zu werden und begab sich so nach Isparta. Dort mietete er sich ein Haus. An seiner Seite befanden sich vier, fünf Schüler. Mit ihnen gemeinsam rief der Meister (Ustadh) seine eigene dershane-i Nuriye ins Leben.

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Einige Perioden aus seinem Leben in Isparta

Der Ablauf der Gerichtsverhandlung:

Noch bevor die Bücher vonseiten des Gerichtshofes in Afyon wieder frei gegeben wurden, begann man in Malatya aufgrund eines Vorfalls in verschiedenen Vilayaten und an einzelnen Orten (kasaba) Untersuchungen anzustellen und Prozessverfahren zu eröffnen. Derartige Prozesse wegen der Risale-i Nur und gegen die Nurdjus gab es z.B. in Mersin, Rize und Diyarbakir. Am Ende plädierten die Gerichte zwar für einen Freispruch, doch mussten sich die Anwälte aus Isparta zu den Untersuchungen, die in einigen Vilayaten durchgeführt wurden und zur Eröffnung umfangreicher Verhöre gegen die Nurdjus hinbegeben. Gegen mehr als achtzig Schüler der Risale-i Nur wurden Anklagen vorbereitet und Vernehmungsprotokolle den Richtern vorgelegt.

Sehr viele Geheimagenten der Polizei begannen nun, sich unter die Nur-Schüler zu mischen, unter ihnen umherzugehen und jede ihrer Bewegungen zu kontrollieren. An Orten wie Ankara, Istanbul, Adapazari, Safranbolu, Karabük, Dinar, Inebolu und Van wurden Nachforschungen angestellt und Verhöre durchgeführt. Am Ende all dieser Nachforschungen und Durchsuchungen gelangte man ganz allgemein zu dem Ergebnis: es konnten keinerlei verdächtige Aktivitäten gegen Volk und Staat entdeckt werden! Ganz im Gegensatz dazu füllte sich nun die Brust eines jeden Mitbürgers mit Stolz. Denn es wurde bekannt gegeben, dass alle Aktivitäten, die für die Wissenschaft (ilm), den Glauben (iman), im Dienst für das Vaterland unternommen wurden, der Einsatz für Ethik und Moral (ahlaq), den man bisher entdeckt hatte, dass außer all diesen Zielen und der Absicht, die Risale-i Nur zu lesen, sie zu verbreiten und Vorlesungen zu veranstalten nichts gefunden werden konnte "weswegen man die Nurdjus hätte beschuldigen können, was hätte ein Anlass zur Klage sein können. Man habe keine derartigen Veranstaltungen oder Tätigkeiten wahrnehmen können." Man sei im ganzen Lande zu dieser

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Überzeugung gelangt. So haben denn alle diese Untersuchungen zum Verständnis der Wahrhaftigkeit der Risale-i Nur geführt. So wurde beschlossen, die Risale-i Nur (ihre Schriften und deren Verbreitung) freizugeben.

Nun errichteten die in Urfa und Diyarbakir tätigen Nur-Schüler eine Medrese-i Nuriye. Da also jetzt die Risale-i Nur in allen Volksschichten, besonders aber in den sich nun bildenden Gemeinschaften von Schülern und jungen Leuten gelesen wurde, begann man auch, wissenschaftlichen Vorlesungen (ilmi dersler) abzuhalten. Zur gleichen Zeit gewannen die so bedeutenden Studenten der Wissenschaft (talebe-i ulûm) gleichfalls an Ansehen. Auch in den östlichen Landesteilen gewann der Dienst am Glauben (iman) immer mehr an Bedeutung. Zu gleicher Zeit wurde einmal in Diyarbakir gegen einen Nur-Schüler, der im Dienst am Glauben (iman) und am Qur'an tätig war, ein Prozess eröffnet, der aber ebenfalls auf einen Freispruch hinaus lief. Das war für die Gläubigen ein Anlass zu Freude und Dankbarkeit.

Das Verfahren, das bis dahin in Afyon noch anhängig war, wurde beendet. Die Beratungskommission des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Ishleri Müshavere Kurulu) hatte 1956 die Risale-i Nur geprüft und in ihrem Bericht den besonderen Dienst der Risale-i Nur hinsichtlich der Vervollkommnung von Glaube, Ethik und Moral (iman ve ahlak) bekannt gegeben. Aufgrund dieses Berichtes hat nun der Gerichtshof in Afyon die Werke der Risale-i Nur und ihre Zulassung in der Öffentlichkeit frei gegeben. Dieses Urteil ist rechtskräftig.

Nach diesem Freispruch durch das Amtsgericht in Afyon hat nun auch der Untersuchungsrichter das Gerichtsverfahren eingestellt. So hat denn die Risale-i Nur, nachdem sie durch einige Siebe der Justiz hindurchgegangen ist, eine umfassende und vollständige Freiheit erlangt und ihren guten Ruf gewonnen.

Die Verbreitung der Risale-i Nur:

Während sich nun der Dienst an der Risale-i Nur auch an einigen Orten

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Anatoliens fortsetzt, findet sich heute nicht nur besonders im engeren Kreis von Istanbul, Diyarbakir und der Medrese-i Nuriyeler in Urfa, sondern auch in deren sehr weit ausgedehntem Umland dieser Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye). Diese Dienste werden nicht nur von einem einzelnen Menschen, von einem einzelnen Zentrum, von einer ganz bestimmten Persönlichkeit, nein, weil es sich hier um einen Dienst am Qur'an handelt, in vielerlei Hinsicht von sehr vielen verschiedenen Personen geleistet und erfüllt. Unzählige getreue Schüler, deren Namen wir nicht kennen, aufrichtige Gläubige, arbeiten an dieser heiligen Aufgabe (hizmet-i qudsiye) und werden in der Verbreitung des Mohammedanischen Lichtes eingesetzt.

Die Schüler an der Universität von Ankara und die ehrenwerten, ideal gesinnten Personen bemühen sich darum, die Werke der Risale-i Nur zu drucken und überall zu verbreiten und besonders die Hände all der vielen zu erreichen, die bereit sind, sich der neuen Buchstaben zu bedienen. Die jungen Leute, besonders die an den modernen Schulen, welche die gesamte Verbreitung der Risale-i Nur übernommen haben und gerade hierfür eine besonders große Einsatzfreude zeigen, sind für dieses Land und sein Volk ein großes Glück. Denn kein Mensch, der nicht diesen Vorteil für sich in Anspruch nimmt und nicht einzig für Gottes Wohlgefallen (riza-yi Ilahi) tätig ist, kann ihnen zeigen, dass er wahrhaftig zu den edlen Kindern dieses Volkes gehört.

Die Ankunft des Meisters (Ustadh) in Barla

Der Meister (Ustadh) hatte Barla vor fündundzwanzig Jahren verlassen und war bis heute (1956) nicht mehr dorthin zurückgekehrt. Dabei war er mit Barla mehr noch als mit seinem eigenen Dorf (in dem er geboren wurde - A.d.Ü.) verbunden. Denn hier hatte er begonnen, die Risale-i Nur, die sein geistliches Leben (hayat-i maneviye) werden sollte, zu verfassen. Die "Worte (Sözler)", "Briefe (Mektubat)"

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und "Lichtfunken (Lemaat-i Nuriye)", die das Licht (Nur) der Rechtleitung (hidayat) durch den weisen Qur'an darstellen, haben sich von hier aus in alle Richtungen verbreitet. Aus diesem Grunde wurde Barla zum Zentrum des ersten Lehrhauses (dershane) der Risale-i Nur.

Zwar war sein Leben in Barla (1923-31) durch seine Verbannung, sein Einsiedlerdasein und seine ständige Überwachung bitter gewesen, doch da (Barla) der Ort wurde, an dem er die Wahrheiten (haqiqat) der Risale-i Nur niederschrieb, wurde sein Leben hier für den Meister (Ustadh) das süßeste und lieblichste, wie man das Leben in Barla dennoch nennen könnte. Dieses Mal kehrte er nach Barla nicht in die Verbannung, nicht in ein Gefängnis, sondern auf eigenen Wunsch (riza) und freiwillig zurück. Er kam an einem schönen Frühlingstag nach Barla. Ein Großteil seiner Schüler zog ihrem Meister (Ustadh) entgegen. Als der Meister (Ustadh) sich dem Ort näherte, an dem er acht Jahre gelebt hatte und wo seine Schule (medrese-i nuriye) gewesen war, konnte er nicht mehr an sich halten und seine gesegneten Augen füllten sich mit Tränen. Auch war es, als wolle die majestätische alte Platane ihn grüßen. Einmal, da hatte man ihn, nachdem er schon acht Jahre dort gewohnt hatte, nach Isparta deportiert. Als er damals gehen musste, hat ihn diese gesegnete Platane innerlich (manen) wieder aufgerichtet und dem Meister (Ustadh) mit ihren Ästen wie mit majestätischen Flügeln, als wolle sie sich im Gebet vor Gott dem Gerechten niederwerfen (Djenabi Haqq'a olan sedjdevari ubudiyetiyle), ihren Abschiedsgruß entboten. Diesmal aber, als sie dem Meister (Ustadh) nach langer Trennung wieder begegnete, warf sie sich vor Freude abermals vor ihrem barmherzigen Schöpfer nieder in Dankbarkeit (Khalik-i Rahman'a sedjde-i shukrana). Der Meister (Ustadh) aber breitete seine Arme an dieser gesegneten Platane aus und sagte zu den neben ihm stehenden Schülern und den übrigen Leuten, sie mögen ihn jetzt allein lassen, da er seine Tränen kaum mehr

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zurückhalten konnte. Dann ging er in das Zimmer seines Lehrhauses (Nur Dershane) und blieb dort zwei Stunden; und draußen konnte man sein trauriges Weinen hören.

In der Tat erfuhr er nun ohne allen Zweifel zahllose Erscheinungen der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahiye). Es hatte einmal eine Zeit gegeben, da wurde er von Ost-Anatolien in die Gegend von Isparta verbannt. Von Isparta schickte man ihn dann in die Berge in der Nähe von Barla ins Exil. Dort sollte er dann (eines Tages) gestorben und vergessen sein. Eine solche Persönlichkeit, deren bisheriges Leben (tarihtje hayatin) Zeugnis seines Heldenmutes und seiner Opferbereitschaft gewesen war, der sich die Wahrheiten (haqiqat) des Weisen Qur'an ganz unmittelbar zu eigen gemacht hatte, glaubte, dass das Glück eines Einzelnen wie auch eines ganzen Volkes von seinem Festhalten an den Wahrheiten der Islamiyet (abhängig ist). Und so war denn er auch derjenige, der dies laut verkündigte und der dafür mit vernunftgemäßen Beweisen in die Arena der Wissenschaften (ilim) trat.

Er hatte drei Epochen {in der Geschichte des Osmanischen Reiches und der späteren Türkischen Republik. (A.d.Ü.)} überlebt, jedoch seinen Nacken vor den Kommandanten nicht gebeugt, sich von dem heiligen Ruf (qudsi dava) nicht abgewandt. Er wurde verwundet; ja man hat sogar versucht ihn zu vergiften; doch er starb nicht. Wogen der Ereignisse, hoch wie Berge, konnten ihn nicht entmutigen.

Die gegenwärtigen Strömungen in unserem Jahrhundert, welche ganze Völker und Nationen ergriffen und deren Meinungen und Denkweisen verändert haben, konnten diese Persönlichkeit nicht von seinem Ruf (dava) abbringen, dem Weg des Qur'an und des Glaubens (iman) zu folgen. Mit der Kühnheit seines Glaubens war er in tiefster Seele davon überzeugt, dass die Wahrheit (haqiqat), zu der er aufruft (dava), eines Tages vom Volk angenommen werde. Dann würde es nicht mehr einen Said, sondern tausende,

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ja sogar hunderttausende Saids geben. Die Entfaltung und der Sieg der Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) und ihre Verbreitung in der menschlichen Gemeinschaft wird nun beginnen... und die dunklen Wolken, die jetzt am Horizont den Islam überziehen, werden mit der Fackel der Rechtleitung (hidayat) in der Hand des Qur'an davon gejagt werden. Der Geist (ruh) des Glaubens (iman), von dem man bisher geglaubt hatte, dass er bereits im Sterben liege, wird neu wiederbelebt werden... wird den Seelen wieder neues Leben einflößen (djanlara djan katadjak)... Das islamische Volk, das bereits im Geiste (manen) zu sterben begann, wird wieder neu ins Leben (ihya) gerufen werden... Dann wird man auch im materiellen wie im geistigen Bereich verkündigt haben, dass der Herr der Welt (aleme efendi) - nach dem Willen Gottes (bi'iznillah) - in dieser Welt (djihana) die Herrschaft (efendilik) über die Islamiyet inne hat.

So wurde denn diese allseits verehrte Persönlichkeit, die der Träger und Verbreiter dieser heiligen Wahrheit (qudsi haqiqat) ist und auf den die heutige Menschheit wahrhaftig (haqiqat) stolz (medar-i iftihar) sein kann, entsprechend den Plänen der Feinde des Glaubens (din) - damals - in diese Ortschaft gesandt, damit er gegen das Regime, das sie sich in Anatolien bereits aufgebaut hatten, nichts mehr unternehmen könne und so einen aktiven Eingriff verhindert. Aber ach! Da hatte er sich schon prinzipiell aus der Politik zurückgezogen. Er wollte sich in die Angelegenheiten der Leute dieser Welt (ehl-i dunyanin dunyasi) nicht mehr einmischen. Er arbeitete nun an der Verfassung und Verbreitung der Wahrheit (haqiqat), um in ihr die Zukunft zu erleuchten. Und Gott (Allah), der Herr des Alls (kainatin sahibi) und Sachwalter aller Ereignisse wurde sein Beschützer, sein Beistand und sein Helfer.

Als er nun fünfundzwanzig Jahre später zurückkehrte nach Barla, betrachtete er seine Erfahrungen im Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) als ein großes Geschenk (ikram), dachte über die Gnadengaben (inayet) nach,

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beobachtete die Dinge rückblickend und freute sich darüber und weinte vor Freude und warf sich nieder in Dankbarkeit (sedjde-i shukran).

So nahm nun der Meister (Ustadh) Wohnung in Isparta. Dabei begab er sich manchmal nach Emirdagh und manchmal nach Barla. Weil aber dort die Zentren lagen, wo die Risale-i Nur verfasst worden und von wo aus sie sich verbreitet hatte, fühlte er sich dort innerlich (ruh) besonders stark verbunden. Da er sich jedoch bereits im neunten Jahrzehnt seines Lebens befand und man bereits einige Male versucht hatte, ihn zu vergiften, war er zugleich auch sehr unruhig. Seine Gesundheit war deshalb besonders stark angegriffen und sein Zustand unbeschreiblich labil. Auch innerlich (ruh), emotional, war er besonders empfindlich. Und die Welt (alem), besonders die Welt des Islam und vor allem der Bereich der Risale-i Nur und was ihn innerlich (vudjud-u manevi) berührte, beide Dinge {der Islam und die Risale-i Nur (A.d.Ü.)} bereiteten ihm in ihrem Wesen (vudjud) heftige Qualen. Zwar wirkten die Gebete (dua) seiner Schüler und die Verbreitung der Lichter des Glaubens (envar-i imaniye) wie eine heilende Salbe, doch aufgrund seines so weitreichenden Mitleids (shefqat) verstärkten sich diese Qualen von Zeit zu Zeit. Aus diesem Grunde war eine Luftveränderung besonders notwendig. So blieb er nie länger an einem Ort. Unternahm er zu einer solchen Luftveränderung einen Ausflug, so besserte sich seine Krankheit teilweise und er konnte wieder leichter atmen.

Da aber nun die Risale-i Nur bereits so weit verbreitet war und es überall so viele seiner Schüler gab, vermied der Meister (Ustadh) es nun völlig, noch mit den Leuten zu reden und zog sich ganz von ihnen zurück. "Meine stillen Gespräche (sohbet) mit der Risale-i Nur sind zehnmal nützlicher.", sagte er und lehnte auch alle Besuche ab. Auch mit den Schülern an seiner Seite sprach er nur, falls das nötig war.

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Schließlich sprach er darüber, dass die letzte Phase seines Lebens gekommen sei, zweifelte stets, ob er das Ende dieses Monats noch erleben werde und erwartete auf diese Weise sein Ende. Mit der Verbreitung der Risale-i Nur war er dankbar und zufrieden. Jeden Schritt, den das Volk und seine Regierung auf dem Wege zur Islamiyet und zu seinem Glück taten, begrüßte er, gab ihm seine Zustimmung und wusste ihn zu schätzen. Er wandelte auf den Pfaden der Wahrheit und Gerechtigkeit (haqq) und betete (dua) für Menschen, welche die Kennzeichen einer islamischen Lebensführung aufrecht erhalten wollten. Zu gleicher Zeit wünschte er der islamischen Welt geistig wie materiell Heil und Segen (selamet ve saadet) und empfand über den auf diesem Wege unternommenen inneren und äußeren Eifer in unendlichem Maße Freude und Zufriedenheit.

Und so verkündete er denn, in dem Wissen, dass die Risale-i Nur, die als ein Wunder des Weisen Qur'an in unsere Zeit gehört und dass die qur'anischen Wahrheiten (haqiqat), um unser Vaterland vor der Gefahr des Kommunismus zu schützen, in der Risale-i Nur bewahrt werden und in der islamischen Welt (alem) die Quelle der Brüderlichkeit, der Fraternität (uhuvvet) und der Einheit darstellt. So konnte man nun auch hören, dass unser Glück in dieser wie in jener Welt (dunyevi ve ukhrevi saadet) daran gebunden ist, dass wir an dieser Wahrheit (haqiqat) festhalten.

Deshalb war es auch seine Überzeugung, dass es absolut notwendig ist, dass sich die Risale-i Nur nicht nur in Anatolien sondern auch in den übrigen islamischen Ländern verbreiten wird. Und so wies er denn auch darauf hin, dass vor allem politischen Eifer und dergleichen Aktivitäten die Verbreitung der Risale-i Nur sinnvoll und erforderlich ist.

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Bediüzzaman und die Risale-i Nur

Was ist die Risale-i Nur und welcher Art sind ihre Erläuterungen (tefthir)?

In dem Gesamtwerk der Risale-i Nur (külliyat) werden die für jeden Menschen bedeutendsten Fragen: "Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Welche Aufgabe habe ich? Von wo kommt alles Sein (maudjudat) und wohin geht es? Worin besteht es und welches ist die Wahrheit (mahiyet ve haqiqat)?" beantwortet, erläutert und bewiesen und andere Fragen dieser Art in einer, der Wahrheit des Qur'an (haqiqat) entsprechenden Weise mit wissenschaftlicher (ilim) Überzeugungskraft, offen und mit absoluter Sicherheit, schön und faszinierend in Stil und Ausdrucksweise beantwortet und erklärt, der Geist (ruh) erleuchtet, der Verstand (aql) zufrieden gestellt.

Hier wird bewiesen und erklärt, dass diese Werke der Philosophie des Qur'an aus dem zwanzigsten Jahrhundert, wo die materielle Entwicklung einerseits die Technik, moderne Wissenschaften und die Industrie hervorgebracht hat, während andererseits die türkische Kultur geistige Werte, wie Glaube (iman), Ethik und Moral (ahlaq) umfasst und beinhaltet, alle übrigen Kulturen, die sich nur auf materielle Werte stützen können, hinter sich zurücklassen werden.

Wir arbeiten allein um Gottes Wohlgefallen willen (rizayi Ilahi). Das Glücksgefühl, das uns überströmte, wenn wir uns selbst in unserem Dienst eingesetzt haben, den Brüdern und unseren Mitbürgern, der Islamheit und der Menschheit (Islamiyet ve insaniyet) helfen zu können, die Freude und die Hoffnung, die zum ewigen Leben (ebedi hayat) gehört und die wir an dieser Pforte bereits empfangen haben und noch empfangen werden, ist für uns der einzige Ausgleich und Lohn.

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Was für ein Kommentar (tefthir) ist die Risale-i Nur?

Es gibt zwei verschiedene Arten Kommentare (tefthir). Die erste: die bekannte Art Tefthir: die Ausdrücke, Wörter und Sätze im Qur'an werden erklärt, erläutert oder bewiesen. Die zweite Art Tefthir aber ist die: die Glaubenswahrheiten (imani haqiqat) im Qur'an werden mit unumstößlichen Beweisen erklärt, erläutert und bewiesen. Diese Art hat eine ganz besondere Bedeutung. Die oben angeführte bekannte erste Art Tefthir fügt nur manchmal ganz kurz eine Erklärung bei. Doch die Risale-i Nur hat sich die zweite Art von Grund auf zum Prinzip gemacht und ist so in beispielloser Weise ein geistlicher Tefthir, der selbst auch noch verbohrte Philosophen zum Schweigen bringt.

Die Risale-i Nur ist ein Gesamtwerk, das in seiner Denkweise frei ist von persönlichen Betrachtungen, wodurch der Qur'an, der unser heiliges (muqaddes) Buch ist, in jedem Jahrhundert Millionen Menschen seine Wahrheiten auf eine objektive und vernünftige Weise erklärt und so der Menschheit zum Nutzen dient.

Die Risale-i Nur!.. ein leuchtender Tefthir zu den Ayat des Qur'an... Von allem Anfang an ein Beweis für die Wahrheiten (haqiqat) des Glaubens (iman) und der Einheit Gottes (tauhid)... Dem Verständnis einer jeden Volksschicht entsprechend angelegt... zieht auch die Naturwissenschaften mit in Betracht... überzeugt selbst Zweifler noch, deren Einflüsterungen zum Trotz... spricht alle Menschen an, von den einfachen, ungebildeten bis zu den hochgebildeten und gelehrten und nötigt selbst noch verbohrte Philosophen dazu, sie anzunehmen (teslim)...

Die Risale-i Nur!.. Ein lichterfülltes Gesamtwerk... Einhundertdreißig einzelne Schriften... in Form kleinerer und größerer Abhandlungen... gibt auf die Bedürfnisse des Jahrhunderts eine vollständige Antwort... Herz und Verstand (aqli ve qalbi) stellt es zufrieden... nicht eine wörtliche sondern eine sinngemäße Auslegung (tefthir) des Ehrenwerten Qur'an...

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Liefert die Beweise!... alles, was unverständlich war, wird verständlich... vom kleisten Stäubchen bis hin zu der großen Sonne eine Leiter des Glaubens (iman)... die göttliche Allgegenwart (vahdaniyet-i Ilahiye)... die Wahrheit über das Prophetentum (nübüvvetin haqiqati)...

Liefert die Beweise!... von der Erde über die Schichten des Himmels, Themen über die Engel und den Geist (ruh), die Wahrheit (haqiqat) über die Zeit, über die Tatsache der Auferstehung und des Jenseits (hashir ve akhiret), die Existenz von Himmel und Hölle (djennet ve djehennem), das wahre Wesen des Todes (mahiyet-i asliye), von der ewigen Glückseligkeit (ebedi saadet) bis hin zur Quelle aller Qualen... alle Fragen über den Glauben (iman), die der Verstand gestellt hat oder noch stellen wird, werden mit unumstößlichen Beweisen verstandesgemäß, logisch und wissenschaftlich bewiesen... Förderung der positiven Wissenschaften... ein Wunderwerk Herz (qalb) und Verstand (aql) überzeugender Beweise, die absolut sicher sind, welches die Sorge aufhebt und noch zuverlässiger ist als mathematische Problemstellungen,...

Die Arbeit an den Werken, die nicht den Buchhändlern in die Hände gegeben werden und nur in kleiner Anzahl gedruckt werden, geschieht nicht um eines geschäftlichen Zieles oder Zweckes willen; und der dabei erzielte Gewinn dient wiederum dem Druck der noch verbliebenen Werke. Eine wichtige Angelegenheit, die sehr viel Sorgfalt und Aufmerksamkeit erfordert, ist ihr realer Gegenwert, der in die Hände derer gelangen sollte, die der Risale-i Nur würdig sind, und ein Beitrag ist, der wenigstens fünfundzwanzig Menschen zugutekommt.

Dieser geistliche Kommentar (manevi tefthir) besteht aus vier großen Bänden, die "Worte (Sözler)", "Briefe (Mektubat) ", "Blitze (Lem'alar)" und "Strahlen (Shu'alar)" heißen und insgesamt hundertunddreißig Abhandlungen enthalten.

Die Herausgeber
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Ein Ausdruck der lauteren Wahrheit

In der Risale-i Nur wird der Beweis erbracht: Gerechtigkeit (adalet) verbirgt sich manchmal hinter einer Art von Gewalttätigkeit. Denn manchmal ist der Mensch aus irgendeinem Grunde einer Ungerechtigkeit, einer Gewalttätigkeit ausgesetzt, ein Unglück bricht über ihn herein; er wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, in den Kerker geworfen. Der Grund dafür ist ein Unrecht, das Urteil ist ein Verbrechen. Und dennoch ist dieser Vorfall ein Schlüssel für das Aufscheinen der Gerechtigkeit (adalet). Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi) hat in diesem Fall über diesen Menschen aus irgendeinem Grunde eine solche Strafe aus der Hand eines grausamen (Herrschers) herabkommen lassen und ihn ins Unglück gestürzt und so zurecht seine verdiente Strafe, seine Verurteilung (bewirkt). Auf diese Weise tritt Gottes Gerechtigkeit (adalet-i Ilahi) in Erscheinung.

Nun denke ich über Folgendes nach: Seit achtundzwanzig Jahren werde ich von Vilayat zu Vilayat, von Kasabah zu Kasabah umhergetrieben. Ich werde von einem Gericht zum anderen geschleppt. Was für eine Schuld ist das, die man mir da anhängen will und deretwegen man mich diesen grausamen Schikanen aussetzt? Vielleicht, weil ich meinen Glauben (din) für meine eigene politische Zielsetzung instrumentalisieren wollte? Aber warum denn lässt sich hier die Wahrheit (tahaqquq) nicht feststellen? Weil es in Wirklichkeit ein solches Ding überhaupt nicht gibt. Seit Monaten, ja selbst seit Jahren hat sich ein Gericht bemüht, eine Schuld zu finden, deretwegen man mich endlich verurteilen könnte; und schließlich aufgegeben. Danach hat ein anderer Gerichtshof mich aus dem selben Grund erneut einer Verhandlung unterzogen; und war so wieder für eine Weile beschäftigt; und ich wurde unter Druck gesetzt; und ich musste die verschiedensten Schikanen über mich ergehen lassen. Doch da man damit zu keinem Ergebnis kam, gab man schließlich wieder auf. Danach packte man

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mich noch ein drittes Mal am Kragen. So wurde ich fort und fort von einem Unglück ins andere, von einer Katastrophe in die nächste fortgeschleppt und gezogen. So gingen achtundzwanzig Jahre meines Lebens dahin. Am Ende haben diejenigen, die mich beschuldigt hatten, selbst verstanden, dass alle diese Schuldzuweisungen null und nichtig waren. Bringen sie nun diese Anschuldigungen mit Absicht gegen mich vor, oder haben sie nur eine gegen mich vorgebrachte Verdächtigung aufgegriffen? Aber mag es nun Absicht gewesen sein, mag es eine bloße Verdächtigung gewesen sein, so weiß ich doch in meinem Gewissen (vidjdan) mit absolut vollkommener Gewissheit, dass ich nichts mit diesen Beschuldigungen zu tun und kein Interesse an diesen Dingen habe. Ich bin kein Mensch, der die Politik als Werkzeug benutzt; und das weiß in dieser Welt (dunya) auch jeder vernünftig Denkende. Ja, das wissen sogar alle, die mich eines solchen Verbrechens beschuldigen. Warum also fahren alle, die mich derart schikanieren, beharrlich damit fort? Warum werde ich, obwohl ich doch schuldlos bin und nichts begangen habe, dennoch weiterhin so hartnäckig schikaniert und misshandelt? Warum konnte ich mich von all diesem Unglück nicht befreien? Ja, laufen denn all diese Zustände etwa der göttlichen Gerechtigkeit (adalet-i Ilahiye) nicht zuwider?

Ein Vierteljahrhundert lang konnte ich auf alle diese Fragen keine Antwort finden. Heute habe ich den wahren Grund für all die Misshandlungen und Schikanen, die man mir angetan hat, verstanden; und ich muss mit tiefstem Bedauern sagen: meine Schuld bestand darin, dass ich den Dienst am Qur'an zum materiellen und ideellen (maddi ve manevi) Werkzeug meiner Vervollkommnung gemacht habe. Doch jetzt weiß ich es und ich spüre es und ich danke Gott (Allah) tausend Mal: Denn lange Jahre hat mir mein Dienst am Glauben (iman) ohne es zu wollen, weil ich mich ja dadurch geistig wie körperlich (maddi ve manevi) höher entwickeln und vervollkommnen (kemalat), vor Strafen und Höllenqualen (djehennem) retten, ja auf diese Weise

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sogar ein Werkzeug zur Erlangung der Ewigen Seligkeit (saadet-i ebediye) gewinnen wollte oder als Mittel zu irgendeinem Zweck gebrauchen, als ein gewaltiges Hindernis im Wege gestanden. Gefühle und Eingebungen (ilham), die mir aus innerstem Herzen kamen, haben mich in tiefe Verwunderung versetzt. Ein geistiger Rang (manevi maqamat), wie er einem jeden so angenehm ist und die jenseitige Glückseligkeit (ukhrevi saadet), wie man sie durch gute Taten (a'mal-i saliha) erlangt, und sich dahin auf den Weg zu machen, wie es jedem mit Recht (haqqi) zusteht, hat mich, obwohl es doch niemandem in irgendeiner Weise schadet, in meinem Geist (ruh) wie in meinem Herzen (qalb) behindert. So wurde mir gezeigt, wie außer dem Wohlgefallen Gottes (riza-yi Ilahi) die ganz natürliche (fitri) Führung im Dienste der Wissenschaft (vazife-i ilmiye: Lehrtätigkeit) einzig und allein Sache des Dienstes im Glauben (imana hizmet) ist. Denn jetzt, wo in heutiger Zeit die Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) nicht zu anderen Zwecken instrumentalisiert werden und von nichts abhängig sein dürfen, sondern auf eine ganz natürliche Weise (ubudiyet) die Unwissenden, die das Bedürfnis haben, sie kennenzulernen, auf eine wirksame Art unterweisen, sodass im Wirrwarr dieser Welt (dunya) der Glaube (iman) gerettet und auf diese Weise den verstockten Herzen eine feste Überzeugung gegeben wird, d.h. auf eine Weise, die nicht für andere Zwecke instrumentalisiert wird, so wie dies notwendig ist, um den Qur'an unterrichten (ders) zu können, kann durch (eine Wahrheit) die den Irrtum (dalalet) eines absoluten, hartnäckigen und verbohrten Irrglaubens (kufru mutlaq) bricht, einem jeden eine solch absolute Überzeugung gegeben werden. Zu dieser Überzeugung aber kann eine Persönlichkeit in heutiger Zeit, unter diesen Umständen, unter den augenblicklichen Bedingungen nur heranreifen, wenn man weiß, dass der Glaube (din) zu keinerlei persönlichen, diesseitigen wie jenseitigen (ukhrevi ve dunyevi), materiellen wie immateriellen (maddi ve manevi) Zwecken missbraucht werden darf. Andernfalls wird

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eine Persönlichkeit, die gegen die Anhänger und die Gemeinschaft, aus der diese abscheuliche geistige Körperschaft (shahsiyet-i maneviyesi) hervorgeht, aufstehen will, auch befände sie sich auf der obersten geistigen (manevi) Sprosse, dennoch diese Zweifel nicht ganz und gar ausräumen. Denn die Seele (nefs) und das Ego (ene) könnten zu dem Verbohrten, der zum Glauben (iman) übertreten will, sagen: "Diese Person hat uns mit ihrer Genialität, ihrem staunenswerten Rang (maqam) getäuscht." So sagen sie (zu ihm) und der Zweifel in seinem Inneren bleibt.

Gott (Allah) sei Tausende Male Dank dafür, dass mich seit achtungzwanzig Jahren unter der Beschuldigung, die Religion (din) für meine eigenen politischen Ziele instrumentalisieren zu wollen, göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi), ohne dass ich es wollte, durch eine grausame menschliche Hand in lauterer Gerechtigkeit (mahz-i adalet) ohrfeigen ließ, damit ich den Glauben (din) nicht in irgendeiner persönlichen Weise für andere Zwecke instrumentalisieren solle, mich ermahnt und zu mir gesagt hat: Hüte dich! Missbrauche nicht die Glaubenswahrheiten als Instrument für deine eigenen persönlichen Interessen, damit diejenigen, die des Glaubens (iman) bedürfen, verstehen können, dass hier allein die Wahrheit (haqiqat) zum Ausdruck kommt und die irrigen Vorstellungen der Seele (nefs) und die Einflüsterungen des Teufels (sheytan) aufhören und verstummen müssen.

So ist denn das, was in den Herzen diese Begeisterung für die Nur Risale gleich Bergen und Ozeanen bewirkt, und das Geheimnis (sirr) ihrer Wirkung in (des Menschen) Brust (qalb) und in seiner Seele (ruh) Folgendes und etwas anderes gibt es nicht: obwohl Tausende Gelehrte (alim) die gleichen Wahrheiten (haqiqat) wie die Risale-i Nur in hunderttausenden von Büchern in einer noch weit prägnanteren Sprache verbreiten, können sie dennoch dem völligen Unglauben (kufr-u mutlaq) nicht Einhalt gebieten. Wenn die Risale-i Nur im Kampf gegen den völligen Unglauben (kufru mutlaq) unter derart schwierigen Umständen dermaßen

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erfolgreich ist, so ist das Geheimnis (sirr) dahinter Folgendes: es gibt gar keinen Said; auch irgendeine Machtvollkommenheit (qudret) oder Bescheinigung für diesen Said gibt es gar nicht. Die da spricht, ist nur die Wahrheit (haqiqat); es ist die Wahrheit des Glaubens (haqiqat-i imaniye) und das Licht der Wahrheit (nur-u haqiqat) wirkt in den Herzen derer, die ein Bedürfnis nach dem Glauben (iman) verspüren. Dafür ist nicht nur ein Said, nein, dafür sind tausend Said das Opfer wert. Dafür sollen auch achtundzwanzig Jahre erduldeter Leiden und Qualen, alle Schikanen, denen ich ausgesetzt bin, und alles Unglück, das über mich gekommen ist, vergeben (helal) sein. All denen, die mich gequält und gepeinigt haben, die mich von Stadt zu Stadt (kasabah) umhergetrieben haben, beleidigt haben, die mich die verschiedensten Male beschuldigt haben und mich verurteilen wollten, die mir einen Platz in den Gefängnissen bereitet haben, ihnen allen gegenüber erhebe ich keinen Anspruch auf mein Recht (haqqimi helal).

Zu dem gerechten Schicksal (adil qadere) sage ich: ich habe doch den von Dir empfangenen zärtlichen Klaps verdient. Wäre ich stattdessen, wie jeder andere, den durchaus erlaubten und völlig ungefährlichen Weg gegangen, hätte mir um mich selbst Sorgen gemacht und es nicht aufgegeben, mich an einer Fülle materieller und ideeller (maddi manevi) Güter zu erfreuen, hätte ich diese große geistige Kraft (manevi quvveti) im Dienst am Glauben (iman) verloren. Ich habe auf alle materiellen und ideellen (maddi ve manevi) Güter verzichtet, jedes Unglück ertragen, alle Leiden und Misshandlungen erduldet. Auf diese Weise haben sich die Glaubenswahrheiten (haqiqat-i imaniye) in alle Richtungen verbreitet. Auf diese Weise wurden in den Schulen der Erkenntnis des Lichtes (Nur mekteb-i irfani) hunderttausende, ja vielleicht sogar Millionen Schüler herangebildet. Sie werden schließlich auf diesem Wege im Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) weiterschreiten und nicht von jenem Pfade (meslek) abweichen, wo man auf alle materiellen wie ideellen (maddi ve manevi) Güter

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verzichtet. Sie werden sich einzig und allein dafür einsetzen, Gottes Wohlgefallen (Allah rizasi) zu gewinnen. Viele meiner Schüler waren mit mir zusammen vielerlei Qualen, Leiden und Misshandlungen preisgegeben und wurden schweren Prüfungen unterzogen. Ich möchte aber, dass sie so wie ich allen Ungerechtigkeiten gegenüber und gegenüber all denen, die ein Unrecht begangen haben, auf all ihre Rechte (haqq) Verzicht (helal) leisten. Denn diese haben ihnen ohne es zu wissen, nach dem Geheimnis göttlichen Vorherwissens (qader-i Ilahinin sirlarina) und ohne die ganze Tiefe all seiner Erscheinungsformen begreifen zu können, unserem Ruf einen Dienst zur Entfaltung der Glaubenswarheiten (haqiqat-i imaniye) erwiesen.

Unsere Aufgabe ihnen gegenüber besteht einzig darin, ihnen Rechtleitung (hidayet) zu wünschen. Was aber diejenigen betrifft, die uns quälen und misshandeln, so wünsche ich, dass keiner meiner Schüler in seinem Herzen (qalb) auch nicht ein kleines Fünkchen der Hoffnung auf Rache nähren möge und stattdessen standhaft und treu für die Risale-i Nur wirken möge.

Ich selbst bin schon sehr krank. Ich habe weder die Kraft, etwas zu schreiben, noch etwas zu sagen. Vielleicht ist dies hier mein letztes Wort. Die Schüler der Risale-i Nur an der Medreset-uz'Zehra mögen dieses mein Testament nicht vergessen.

Said Nursi
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Eine Erklärung der Nur-Schüler an der Universität als Antwort auf den Angriff, den die Feinde der Islamiyet unternommen haben und ihre gegen die Wahrheit (haqiqat) gerichtete, zersetzende Propaganda.

Liebe getreue Mitbrüder!

Eure Prüfung und euer Kampf sollen nun vergangen sein. Solche Angriffe sind für Nur-Schüler, die mit Hilfe der Risale-i Nur Unterricht (ders) im wahren Glauben (tahqiqi iman) erhalten haben und auf der Stufenleiter des Glaubens (iman) bereits fortgeschritten und höher emporgeklommen sind und so einen starken Glauben (iman) empfangen haben, in gewisser Hinsicht eine Prüfung und zugleich auch ein Prüfstein, durch den sie die Kohle von einem Diamanten unterscheiden können. Für Nur-Schüler sind Gefängnisse durch den Glauben an Gott (Allah), die Nachfolge des Propheten und durch ihr Werk im Sinne des Ehrenwerten Qur'an eine Schule Josefs {der gleichfalls lange Jahre in Ägypten im Gefängnis verbracht hat (A.d.Ü.)} (Medrese-i Yusufiye). Schikanen und Misshandlungen sind für sie gleich einer Peitsche (die sie antreibt - A.d.Ü.) und einer Niete (die sie zusammenschweißt - A.d.Ü.). Göttliche Fügung (qader-i Ilahi) ist für sie wie ein Zeichen zum Angriff, das ihnen sagt: "Auf! Steh auf und arbeite!" Im Dienst am Qur'an und am Glauben (iman) vor dem Gerichtshof zu sprechen ist für Nur-Schüler wie ein Gespräch (sohbet) mit einem Freund. Zu einer Polizeidienststelle hin und wieder zurückgebracht zu werden oder zum Einkaufen auf den Markt und wieder nach Hause zu gehen ist gar kein Unterschied. Handschellen sind im großen Kampf (djihad) um den Glauben (din) wie ein goldenes Armband. Für den, der ungerechterweise eingesperrt wird, ist dies ein Beweis dafür, dass der wahrhaft Gerechte (Haqq) ihn wieder freisprechen wird. All diese Misshandlungen und Schikanen

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sind für die Nur-Schüler eine Ehre und eine besondere Auszeichnung. Wie glücklich diejenigen, welche seit dreißig Jahren als Nur-Schüler unsere älteren Brüder sind und diese Gnadengaben (ni'met) an sich erfahren haben. Wie schade für uns heute, dass wir dieser Ehre nicht mehr teilhaftig geworden sind und es nie mehr werden. Denn die Zeit dazu, sie sich noch zu erwerben, geht nun zu Ende.

Die Risale-i Nur ist ein Werk des Glaubens (iman), das Ruhe und Ordnung in diesem Lande sicherstellt und in den Herzen (qalb) des Volkes einen Kavassen {Hausdiener oder Wächter (A.d.Ü.)} zurücklässt. In den verschiedenen Gerichtsprozessen, welche die Feinde der Islamiyet heraufbeschworen hatten, wurde die Risale-i Nur freigesprochen und in einem Revisionsverfahren wurde dieser Freispruch einstimmig bestätigt und dieses Urteil über die Risale-i Nur als nunmehr rechtskräftig verkündet. In fünfundzwanzig Strafverfahren wurde stets wieder der Gerichtsbeschluss gefasst, dass "in der Risale-i Nur kein Straftatbestand festgestellt werden konnte." In dreißig Jahren konnte man bei hunderttausenden Nur-Schülern auch nicht eine einzige kriminelle Handlung entdecken. Deswegen sind die Anarchisten, die - die wissentlich oder unwissentlich - danach streben, die Verbreitung der Risale-i Nur zu verhindern, Feinde der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und Verräter an Volk und Vaterland. Es ist nicht die Regierung, welche die Risale-i Nur behindern will; denn die Sicherheitsdienste und auch die Polizei haben verstanden, dass Bediüzzaman und die Nur-Schüler kein politisches Ziel haben. Ihr Arbeitsbereich ist ausschließlich der Glaube (iman) und die Islamiyet.

So haben sich denn die Nur-Schüler gegen die Angriffe dieser heimlichen Feinde des Glaubens (din) in der Kraft (quvvet) eben dieses Glaubens (iman), die ihnen die Risale-i Nur durch den wahrheitsgemäßen (tahqiq) Unterricht (ders) in diesem Glauben (iman) verleiht, unerschütterlich standhaft und fest um den Qur'an geschart und bilden um

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ihn eine Burg, die nicht besiegt und nicht erobert werden kann. Die Nur-Schüler werden durch ihre Treue, durch ihre Standhaftigkeit und durch ihre Tatkraft, mit der sie sich für die Risale-i Nur und für ihren Meister (Ustadh) einsetzen, gegen die Angriffe, welche von den Feinden des Glaubens (din) gestartet werden, gestärkt und zusammengeschweißt. Ein Schüler schrieb an unseren Meister (Ustadh) das Folgende:

"Oh mein heldenhafter Meister (Ustadh)! Je mehr die Zahl unserer Gegner wächst, desto stärker wird auch unsere Kraft (quvvet)... Unserem allbarmherzigen Herrn (Rabb-i Rahim) sei dafür unendlicher Dank."

In dieser finsteren Zeit der Gewalt und grausamer Unterdrückung, einer Epoche absoluter Despotie ist in der Tat ein jeder zum Schweigen verurteilt. Aber ein einziger hat nicht geschwiegen und hat sich nicht zum Schweigen bringen lassen. Und wir, die Schüler dieses einen, so einzigartigen, Bediüzzaman, werden uns auch nicht besiegen lassen.

Wir Nur-Schüler müssen zuerst unseren eigenen Glauben retten. Zugleich aber haben wir auch die Risale-i Nur gelesen, die ein solch umfassender und glänzender Kommentar (tefthir) zum Weisen Qur'an ist, und wollen sie auch unseren Glaubensbrüdern (din kardeshler) zu lesen geben und so auch ihren Glauben (iman) retten. Während wir daran arbeiten, unseren Glauben zu retten und durch die Risale-i Nur um Gottes Wohlgefallen willen (riza-yi Ilahi) einen Dienst am Qur'an und am Glauben zu erweisen, messen wir den Angriffen und Offensiven keinen Wert bei und sind zur Überzeugung gelangt, dass die Störungen und Angriffe dieser heimlichen Feinde des Glaubens (din) für uns als eine Peitsche im Interesse des Glaubens (iman) und des Qur'an und als ein Ansporn wirken. Die Ergebnisse dieser Art Vorfälle und ihre Wirkungen sind seit dreißig Jahren den Augen des islamischen Volkes offensichtlich.

Liebe Brüder, die ihr unsere neuen und so begeisterten Schüler der Risale-i Nur seid! Und da ihr nun Schüler

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eines solchen Meisters (Ustadh) und eines solchen Werkes geworden seid, werdet ihr auch dessen Früchte erlangen und nun noch stärker an der Risalah festhalten. Euer Eifer und eure Begeisterung wird sich noch steigern und so werdet ihr dazu gelangen, die Risalah treu und beharrlich zu lesen. Dazu beglückwünschen wir euch aus ganzer Seele und vollem Leben (ruh-u djanim), grüßen euch mit Tausenden Segenswünschen (selam), beten (dua) für euch und erwarten auch von euch euer Gebet (dua).

Wenn die Angriffe auf die Risalah einen Schaden verursachen, so haben sie doch auch einen zwanzigfachen Nutzen. Doch sicherlich ist gegenüber einem zwanzigfachen Nutzen ein einfacher Schaden so gut wie nichts. Ein solcher Angriff dient einzig und allein der Veröffentlichung der Risalah und ihrer stets weiteren Verbreitung, ist ein Grund zu ihrem weiteren Bekanntwerden und dient weiterhin dazu, noch mehr Zuversicht und Vertrauen in den Augen des islamischen Volkes zu gewinnen. Der materielle wie ideelle (maddi ve manevi) Einfluss, die Verbreitung und Veröffentlichung der Risale-i Nur über ganz Anatolien und (schließlich in der ganzen) islamischen Welt (alem), wie auch weit darüber hinaus in Europa und Amerika, deren Zeugen die Feinde der Islamiyet geworden sind, (hat dazu geführt, dass) sie wieder einige Angriffe geplant haben. Den Nachrichten entsprechend, die wir empfangen haben, hat sich der Einfluss der Risale-i Nur nach diesen Angriffen besonders in den östlich gelegenen Vilayaten im Vergleich zu früher während zehn Tagen verzehnfacht. Darüber hinaus hat sich auf diese Weise die allgemeine Aufmerksamkeit der Menschen der Risale-i Nur und dem Meister (Ustadh) zugewandt. Das aber bewirkte, dass die bisher geschlafen hatten, jetzt aufgewacht, die Faulenzer in Bewegung geraten und die Sorglosen etwas vorsichtiger

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geworden sind. Obwohl nun diese Angriffe kommen und gehen, beabsichtigen sie jedoch nur, ein Mittel zu sein, um Furcht und Schrecken zu verbreiten, sind daher nur ein Täuschungsmanöver. Diese leichtgläubigen Feinde des Glaubens (din) bemühen sich in dem Wunsch, die Nur-Schüler zu verängstigen, darum, einige Beamte zu täuschen, zu provozieren und zu missbrauchen. Wissen denn diese Gottvergessenen etwa nicht, dass wir Nur-Schüler sind? Diese Gottlosen, Kommunisten und dergleichen sind von ihrem Wesen her in hohem Grade schwach. Äußerlich scheinen sie stark zu sein, doch gleichen sie in der Art, wie sie zu Werke gehen, einem verwahrlosten Kind, das mit einem Streichholz ein ganzes Haus zerstört. In der Tat sind sie überaus schwach; denn da sie noch nicht einmal so viel Macht besitzen wie ein Spatz, sind sie einzig stolz auf sich selbst (varlik). Sie leben im tiefsten Elend, niederträchtig und arm; denn den Menschen sind sie Diener und Sklaven, scheinheilige Heuchler und Speichellecker. Was aber die Leute des Glaubens (ehl-i iman) betrifft, besonders aber die, welche durch (den Unterricht) im wahren Glauben (tahqiqi iman) ihren (eigenen) Glauben entfalteten, so sind sie starke und würdevolle (Persönlichkeiten). Jeder einzelne von ihnen ist ein würdevoller Diener und ein Diener (Gottes), stellvertretend für die ganze Schöpfung. Denn sie beten den Allmächtigen in Seiner Majestät (Qadir-i Dhu-l' -Djelal), den Allweisen in Seiner Vollkommenheit (Hakim-i Dhu-l'Kemal), den Schöpfer des Kosmos (Khalik-i kainat), den

رَبُّ السَّمٰواَتِ وَاْلاَرَضِ

{"Herrn des Himmels und der Erde"}

und den,

وَهُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ قَدِيرٌ

{"der über alle Dinge Macht hat"}

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an (ibadet) und dienen Ihm (kulluk)... Ihm allein folgen sie und auf Ihn allein stützen sie sich.

Diese heimlichen Feinde des Glaubens (din) haben schon längst verstanden, dass die Nur-Schüler ihr Leichentuch stets mit sich tragen. Sie können sie nicht von der Risale-i Nur und von ihrem Meister (Ustadh) trennen. Deshalb haben sie ihre teuflischen Listen und Pläne geändert. Heute ziehen sie ihren Nutzen aus den schwachen Nerven oder dem Leichtsinn (der anderen) oder gehen den Weg einer vorsätzlichen Täuschung. Diese Heuchler und ihre Hintermänner, bzw. diejenigen, die von diesen Hintermännern in die Irre geführt worden sind, verkleiden sich als Freunde oder nehmen zuweilen die Gestalt eines Schülers an und sagen dann entweder selbst oder durch ihre Mittelsmänner: "Auch dieses ist ein Dienst an der Islamiyet. Auch jenes gehört zum Kampf (gegen den Unglauben). Wenn ihr euch dieses oder jenes Wissen aneignet, könnt ihr der Risale-i Nur sogar noch besser dienen. Dies ist sogar ein noch größeres Werk." Auf diese oder ähnliche Weise führen sie die Menschen in die Irre und trachten so, die Arbeit und den Dienst der Nur-Schüler an der Risale-i Nur nach und nach zu verringern, ihren Blick anderen Dingen zuzuwenden und streben so danach, dass sie am Ende gar keine Zeit mehr haben, noch länger für die Risale-i Nur zu arbeiten und auf diese Weise in die Falle stürzen. Oder sie bemühen sich darum, Menschen durch monatliche Zahlungen, ein kleines Vermögen, (durch Versprechungen) von Ruhm, Rang und Ansehen und ähnliche Dinge zu täuschen, zu verängstigen, um sie so von ihrem Dienst abzuhalten. Wer aber die Risale-i Nur aufmerksam liest, den rüttelt sie in seinem Denken (fikr), in seiner Seele (ruh), in seinem Herzen (qalb) auf und schüttelt ihn wach, sodass alle diese Versuche (ihn zu täuschen), ihn nur noch mehr zur Risale-i Nur hinführen, ihm wieder neue Anregungen geben, sodass die Angriffe der Heuchler, ihre Intrigen in Ziel und Wirkung aufs Gegenteil hinauslaufen. Doch Gott sei gepriesen (Fesubhanallah!)... Es geschieht sogar, dass die

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Nur-Schüler, da sie ja eigentlich eine lautere Absicht (niyet) und ein heiliges (qudsi) Ziel vor Augen gehabt hatten, nun als weiteren Grund, den oben erwähnten Plänen der Heuchler zum Trotz, ganz im Gegenteil, die Welt (dunya) verlassen, sich ganz der Risale-i Nur widmen und nun selbst, so wie unser Meister (Ustadh) sagen: "(Unsere heutige) Zeit ist eine Zeit, in der Islamiyet ein Vorbild (fedai) zu sein."

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Dank sei Gott. Dies ist eine der Gaben unseres Herrn."}

Zur Politik haben wir kein Verhältnis, da wir uns ja (ganz und gar dem) Dienst am Glauben (verschrieben haben, der für uns Diamanten gleicht, die man auf keinen Fall mit) Glasstückchen verwechseln darf. Das Amt für religiöse Angelegenheiten sagt in seinem Sachverständigen-Gutachten: "In den Büchern der Risale-i Nur finden sich keinerlei Themen, die sich mit Politik befassen." Ja in damaliger Zeit urteilte selbst der Staatsanwalt in Afyon in seiner Anklageschrift: "Bediüzzaman und seine Schüler sind in ihren Aktivitäten nicht politisch." In der Tat sind die Nur-Schüler in ihren Aufgaben (vazifah), mit denen sie sich beschäftigen, noch stärker als selbst bei den gewaltigsten irdischen Angelegenheiten (mesail-i dunyevi). Wir haben keine Zeit uns mit Politik zu beschäftigen. Auch hätten wir hundert Hände, so würde uns dennoch die Risalah genügen. Auch stünde uns ein Vermögen zur Verfügung wie in England oder in Amerika, so würden wir uns dennoch darauf beschränken, die Sache des Glaubens zu retten. So haben wir auch keine Zeit, uns mit irgendwelchen politischen Dingen oder irgendwelchen irrwitzigen Strömungen oder Gedanken zu beschäftigen. Unser Leben ist kurz. Unsere Zeit ist knapp. So wie unser Meister (Ustadh) bereits gesagt hat: "Die Beschäftigung mit schlechten Dingen übt einen schlechten Einfluss aus und hinterlässt schlechte Spuren." Und besonders in dieser unserer Zeit "wenn man

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Irrtümer ausführlich beschreibt, fallen selbst noch lautere Gedanken einer Täuschung anheim." Es hat in der Tat sogar Leute gegeben, die gesagt haben: "Ich werde in der Tat lernen, die negativen Dinge zu bekämpfen," und mit dieser reinen Absicht auch damit begonnen haben, die sich dann in der Beschäftigung mit diesen schlechten Dingen Schritt für Schritt an sie gebunden und dabei ihre Festigkeit im Glauben (din) und ihre Treue im Vergleich zu ihrer früheren Haltung vernachlässigt haben.

Die Risale-i Nur bringt das Licht (Nur) herbei, beseitigt die Finsternis und macht sie zunichte. Sie lehrt das Gute, unterscheidet und differenziert es vom Bösen und lehrt uns, es aufzugeben. Sie unterrichtet (ders) in der Wahrheit (haqiqat), rettet uns vor dem Irrtum und bewahrt uns vor dem Aberglauben.

Kurz gesagt:

Wir sind einzig mit der Risalah beschäftigt. Wir bemühen uns einzig um die Juwelen des Qur'an. Wir schaffen für die Wahrheiten (haqiqat) des Qur'an, welche in ihrem Wert den ganzen Kosmos umfassen. Wir arbeiten nur für die bleibenden (baqi) Dinge. Wir verschwenden unsere Kraft nicht für vergängliche Dinge. Unser Dienst am Glauben (iman), der (ein Dienst) an der Risale-i Nur ist, lässt kein Bedürfnis mehr zurück, uns noch mit weiteren Dingen zu beschäftigen... er genügt allen Dingen...

Zusammenfassung:

Die heimlichen Feinde des Glaubens (din), die in ihrer Erbärmlichkeit mit unserem Meister (Ustadh) Bediüzzaman und gegen die Risale-i Nur kämpfen, sind in ihrer völligen Schwäche für ewig verloren. Was aber Bediüzzaman und die Risale-i Nur betrifft, so ist sie für ewig erfolgreich und siegt allezeit. (Während unsere Feinde) sich selbst in Misskredit zugrunde richten, lässt sich die Risale-i Nur niemals zugrunde richten. Denn die Risale-i Nur ist ihrem Wesen nach Zeugnis und Beweis. (Während unsere Feinde) sich darum bemühen, (der Risalah) und ihrem Verfasser zu widersprechen, sind sie doch selbst dazu verurteilt, dass man ihnen widerspricht. Während z.B. die Geschichte klar vor unseren Augen liegt, wird ihnen

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zugleich auch noch widersprochen werden. Die Risale-i Nur aber ist eine hohe Wahrheit, die für ewig und allezeit erhalten bleiben wird... Die Nur-Schüler sagten in der Tat vor dem großen Strafgerichtshof: "Kein Mensch hat die Kraft (quvvet), uns von unserem Meister (Ustadhimiz Bediüzzaman), von der Risale-i Nur und voneinander zu trennen." Auch unser Meister (Ustadh) hat in dem Band "Die Briefe (Mektubat)" gesagt: "Wäre auch einer von uns in dieser (dunya) und einer in jener Welt (akhira), einer von uns im Westen und einer im Osten, einer von uns im Norden und einer im Süden, so wären wir doch stets untereinander vereinigt."

Unser Meister (Ustadh) hat niemals einen geistigen Rang (maqam) für sich beansprucht. Von anderen ihm angebotene große und außerorentliche Titel hat er stets abgelehnt. Aber sein ganzes Auftreten, seine Haltung, sein Tun und Handeln genügten als Beweis, um zu verstehen, wer er war. Um den Dienst des Meisters (Bediüzzaman), der Risale-i Nur am Qur'an, am Glauben und an der Islamiyet verhindern zu können, hätte es einer Kraft (quvvet) bedurft, welche die Welt (dunya) in ihrer Hand zu halten und umzustülpen vermag.

Einige Sätze aus dem Großen Buch der Verteidigungsreden (Büyük Müdafaat) vor den Untersuchungsrichtern, denen unser Meister (Hazret-i Ustadh) vorgeführt wurde, in der Absicht ihn hinzurichten:

"Die Schüler der Risale-i Nur haben keine Ähnlichkeit mit anderen. {z.B. den Murieds der verschiedenen Sufi-Orden (A.d.Ü.)} Sie kämpfen nicht und man kann sie auch nicht besiegen. Denn die Risale-i Nur ist Eigentum des Qur'an. Sie ist aus dem Weisen Qur'an herausgesickert. Was aber den Qur'an betrifft, so verbindet er Himmel und Erde (arsh ve fersh) mit einer leuchtenden Kette... Wem aber stünde es zu, seine Hand danach auszustrecken?! Die Risale-i Nur ist in die Brust Anatoliens eingespflanzt. Dort kann

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sie keine Kraft der Welt (quvvet) herausreißen um sie zu vernichten."

Aus der Abhandlung "Das Große Zeichen (Ayetu-l'Kubra)", die ein berühmtes und wunderbares Werk ist: "Die Risale-i Nur bessert nicht nur kleinere Schäden wieder aus, sie setzt keine Hütte wieder in Stand, sondern wirkt einer umfangreichen Zerstörung an einer weitläufigen Burg entgegen, die den Islam umfasst und deren Steine groß wie die Berge sind. Sie bemüht sich nicht nur darum, das Herz eines einzigen Menschen und sein persönliches Gewissen zu heilen, sondern das Herz des (islamischen) Volkes und das Denken der Allgemeinheit, dem durch die Verderben bringenden Mittel und Geräte, die schon tausend Jahre lang vorbereitet und angesammelt worden sind, so fürchterliche Wunden geschlagen wurden und das Gewissen der Allgemeinheit (: Muslime), das durch den Zusammenbruch der islamischen Grundsätze, Bewegungen und Kennzeichen (shea'ir), welche ein Zufluchtsort der (islamischen) Gemeinschaft im Allgemeinen und der einfachen Gläubigen im Besonderen war, allmählich verdorben worden ist, durch das Wunder des Qur'an und seine tiefen Wunden mit den Mitteln und Möglichkeiten des Qur'an und des Glaubens zu heilen. Gegen solche allgemeine fürchterliche Zerstörung, gegen solche Verwundungen und Verletzungen ist es sicherlich notwendig, Zeugnisse von unumstößlicher Wahrhaftigkeit und Beweismittel so stark wie die Berge zu finden, erprobte Heilmittel in der Wirksamkeit von tausend Gegengiften und zahllose Medikamente. Diese Aufgabe erfüllt die Risale-i Nur, entstanden in unserer Zeit, inspiriert durch ein Wunder, welches Wunder die Verkündigung des Qur'an ist, und die ein Fahrzeug ist des Fortschritts und der Entwicklung auf den Stufen des Glaubens."

Liebe Brüder! In einer Zeit, in der hunderte Gelehrte Redeverbot hatten und die Verbreitung religiöser (Schriften) verboten war, obwohl sie aufgrund ihres Glaubens (din) eigentlich dazu verpflichtet gewesen wären, die

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Glaubenswahrheiten (haqiqat) zu verkünden und zu erklären, woran sie aber unter Zwang gehindert wurden, in der Männer des Glaubens erhängt wurden, in einer solch schrecklichen Zeit, wie sie die Geschichte nie zuvor gesehen hatte, einer solch entsetzlichen Epoche, in der Pläne, (dem Volk) den Qur'an, den Glauben (iman) und die Islamiyet zu nehmen in die Tat umgesetzt wurden, einer Zeit, in welcher der absolute Unglaube (kufr-u mutlaq), der Atheismus, nicht mehr aufzuhalten waren, zeigte sich Bediüzzaman Said Nursi als der Einzige, der als stets opferbereiter und unerschrockener Verteidiger und Bewahrer (muhafidh) des Qur'an, des Glaubens (iman) und der Islamiyet zum Kampf um den Glauben (djihad-i diniye) in die Arena trat.

Und Bediüzzaman hat in der Tat nicht nur ein einziges Land, wie das Land der Pharaonen, sondern ganz Europa (wegen der dort grassierenden) Gottlosigkeit als Einziger herausgefordert und tut es noch heute. Die Wahrheiten (haqiqat) des Qur'an breiten sich unter einer gnadenlosen Gewaltherrschaft, einer absoluten Despotie aus. "Unsere Aufgabe ist es, uns einzusetzen. Ob wir einen Sieg erringen, oder eine Niederlage erleiden, ob wir Erfolg haben werden und die Risalah angenommen wird, das liegt allein bei Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq). Wir mischen uns da nicht in die göttlichen Angelegenheiten (vazife-i Ilahiye) ein." (Ustadh hat Dinge erlebt) wie man dergleichen in der Geschichte (der Menschheit kaum jemals wieder) begegnet, Grausamkeiten und Schikanen, Ungerechtigkeiten und grobe Misshandlungen; vor seiner Türe patrouillierten Polizisten in Zivil und in Uniform, um ihn sogar daran zu hindern, zum Freitagsgebet (djuma namazi) zu gehen. Um alle diese Verbrechen, die in die Geschichte eingegangen sind, vertuschen zu können und (um zu verhindern, dass jemals) irgendwer davon hören könnte, werden sie unter besonders strengen Auflagen unter Verschluss gehalten.

Unter derartig erschwerten Umständen verfasste unser Meister (Hazret-i Ustadh) durch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye)

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die Risale-i Nur und legte sie zum größten Teil mit den Qur'anischen Buchstaben handschriftlich nieder. Auf diese Weise bewahrte er zugleich die Qur'anischen Schriftzüge, wodurch hunderttausende junger Türken, um die Risale-i Nur lesen zu können, die Gnade (ni'met) und die Ehre erlangten, die Qur'anische Schrift unseres heiligen (muqaddes) Buches zu erlernen. So hat unser Meister (Ustadh), der über die Kraft des Glaubens (quvvet-i iman) verfügte und wusste, wie man in völliger Aufrichtigkeit (ikhlas) die Qur'anischen Wahrheiten und den Glauben (iman) zum Wohle des ungebildeten Volkes wie auch der gebildeten Schüler insgesamt einsetzt, gezeigt, wie man sie auf eine völlig neue Art und Weise, unserer Zeitepoche angemessen verstehen, erklären und zum Ausdruck bringen kann. Und so kam denn durch die Gnade und die Wahrheit ein solch glänzender und hochrangiger Qur'an-Kommentar (tefthir) wie die Risale-i Nur zustande.

Dies sind wunderbare Werke, die Volk und Vaterland vor Atheismus und Kommunismus bewahren. Zudem hat (der Meister) zu einer Zeit, in der die Gewalt herrschte, die Kennzeichen des Islam (shea'ir) zwangsweise abgeschafft wurden, viele sich gezwungen sahen, um ihrer weltlichen Interessen willen auf diese heiligen Kennzeichen (qudsi shea-'ir) zu verzichten und zu tun, was ihrem Glauben (din) schadete, zu ketzerischen Neuerungen (bid'a) gezwungen wurden und sich durch eine Fetva veranlasst sahen, der Islamiyet entgegengesetzt zu verhalten, (zu dieser Zeit hat) Bediüzzaman, trotzdem er so viele Ungerechtigkeiten zu erleiden hatte und, bereits angeklagt, schon sein Todesurteil erwartete, sich weder in seiner Haltung (lisan-i hal), noch in seiner Ausdrucksweise (lisan-i qal), noch in seiner Handlungsweise auch nur im geringsten geändert. Im Gegenteil: "Unsere Todesstunde liegt bereits fest und daran ändert sich nichts... Der Tod ist ein Passierschein, um aus dieser vergänglichen Welt (alem-i fena) in die ewige Welt (alem-i beqa) und die Welt des Lichtes (alem-i nur) hinüberzugehen.", sagte er und warf sich in den Kampf.

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Er informierte über die ketzerischen Neuerungen (bid'a) und stoppte (ihre Verbreitung), bewahrte die islamischen Kennzeichen (shea'ir), hielt die Gelobten Sitten (sunnet-i seniye) lebendig, verbreitete über dreißig Jahre lang insgeheim die Werke (der Risalah) und rief in seiner Umgebung etwas ins Leben, was einem Wieder-Aufscheinen des Glücklichen Zeitalters (devr-i saadet) glich. Um nun aber nicht den Gelobten Sitten (sunnet-i seniye) zuwider handeln zu müssen, zog er all diesen (damit in Zusammenhang stehenden) Schikanen ein Leben in der Eisamkeit (inziva) vor. Dreißg Jahre einer millionenfach vorherrschenden glaubenslosen wie beispiellosen völligen Despotie konnten Bediüzzaman in keiner Weise und zu keiner Zeit dieser Herrschaft unterwerfen, sondern besiegten im Gegenteil die grausamen Tyrannen.

Die Risale-i Nur verwandelt einen nur nachahmenden Glauben (taqlidi iman) in einen wahrhaftigen Glauben (tahqiqi iman), stärkt den Glauben, lässt uns die Glückseligkeit in beiden Welten gewinnen, schenkt uns Erfolg nach einem glücklichen Ende und bringt auch noch den glaubenslosesten Philosophen zum Schweigen. Aber die Risale-i Nur hat auch noch folgende weitere Besonderheit: Im Gegensatz zu den Theologen (mutekellim, als gelehrter des Wortes) beschäftigt sie sich nicht mit den negativen Seiten der Leute des Irrwegs, sondern unterrichtet (ders) nur die positiven Dinge, behandelt also gleichsam ohne zu verwunden. Unter diesem Gesichtspunkt beseitigt die Risale-i Nur heute jede falsche Vorstellung oder Verdächtigung, beantwortet jede Unklarheit und alle Fragen, die der Verstand aufwirft, dadurch dass sie die Begierden (nefs) zum Schweigen bringt und das Herz (qalb) überzeugt. Die Risale-i Nur erhellt den Verstand, erleuchtet das Herz und macht sich die Seele (nefs) dienstbar. Aus diesem Grunde geschieht es, dass sowohl die Leute der neuzeitlichen Schulen (mekteb) wie der modernen Naturwissenschaftler (felsefe), die nur ihrem Verstand (aql) folgen, wie auch die Sufis (ehl-i tasauvuf), die nur ihrem Herzen (qalb)

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folgen, zur Risale-i Nur kommen, um nachzufragen. Dabei verstehen Schüler wie Wissenschaftler, was wahre, echte (haqiqi) Aufklärung (munevverlik) ist. Die Erleuchtung von Herz (qalb) und Verstand (aql) wird in ihrer Zusammenwirkung möglich. Allein dem Verstand (aql) zu folgen, zieht den Verstand auf die Wahrnehmungsebene hinunter. Was diesen Zustand (hal) betrifft, so gleicht er einem gebrochenen Flügel, der zur Folge hat, zum Absturz verurteilt zu sein. Ehrliche und aufrichtige Sufis (ehl-i tasauvuf) begreifen (idraq), dass unsere heutige Zeit nicht mehr die alte Zeit ist. In dieser unserer heutigen Zeit ist es notwendig, den Weg des Qur'an zu gehen, der uns auf dem Weg der Wahrheit (haqiqat) sowohl mit dem Herzen (qalb) als auch mit dem Verstande (aql) zur Wahrheit (haqiqat) hin führt, damit wir zweiflügelige Wesen sein können.

Schüler, die erwacht sind, werden erkennen, dass das, was in alten Zeiten in einer Medresse mit den damaligen Methoden gelehrt wurde, in fünfzehn Jahren zum Islam und zum Glauben (iman) als Ziel führen konnte, während in heutiger Zeit die Risale-i Nur es möglich macht, das gleiche Ziel in fünfzehn Wochen zu erreichen. Unser Meister (Ustadh) geruhte zu sagen: "Wer ein Jahr lang die

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Lektionen (ders) der Risale-i Nur liest, sie versteht und sie annimmt, kann zu einem bedeutenden und wahrhaft echten (haqiqat) Gelehrten werden."

Die Risale-i Nur ist eine Schatzkammer des Lichtes (Nur) und allen Segens (feyz), aus der uns das lichtstrahlende Wesen (nurani meshreb) unseres Herrn (efendimiz), des Ehrwürdigen Gesandten (Resul-i Ekrem), mit dem der Friede und Segen sei (Aleyhissalatü Vesselam) und die erhabenen Charakterzüge seiner Ehrenwerten Gefährten (Sahabe-i Kiram) erklärt werden. So geben uns denn diese hier angeführten Umstände und Beziehungen (vaziyet) einen Hinweis auf einen nagelneuen Aspekt dieser Wahrheit (haqiqat) in dem taufrischen, leuchtenden Leben (hayat) der heutigen Welt (dunya) und macht die Leute einer neuzeitlichen Schule (mekteb) und einer Medresse und die Sufis einer Tekke, {Wohn- und Versammlungsort der Sufis (A.d.Ü.)} von denen wir geglaubt hatten, dass sie von alters her gegeneinander eingestellt seien, mit der Risale-i Nur und der Einheit Gottes (tauhid) vertraut. Und sie versöhnt zudem auch noch den Westen mit dem Osten, die sich miteinander im Streit befinden (muaraza halinde). Auch von Seiten der Experten kommt hier Zustimmung und Bestätigung, dass die Risale-i Nur für die Anhänger des Islam der einzige Ausweg ist, um eine Einheit im Islam zustande zu bringen. Des Weiteren entstanden in Amerika, in Europa und besonders auch in Deutschland Strömungen, die nach ganz neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und neuen Ideen suchten, um die Konflikte in der heutigen Welt lösen zu können. Das Gesamtwerk der Risale-i Nur kann in dieser Hinsicht seinen Beitrag leisten, wenn es richtig gesehen und verstanden (idraq) wird.

Inzwischen wurde mit Verstand und logischem Denken bewiesen, dass die Knoten, welche die westlichen Philosophen nicht hatten lösen können und von denen auch die Wissenschaftler neuerer Zeit sagen: "Die moderne Wissenschaft kann sie noch nicht lösen.", durch die

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Segnungen (feyz) des Qur'an von der Risale-i Nur gefunden und aufgelöst werden können. Die Schwierigkeiten, welche auch alle Weisen (hukema) des Ostens auf vierzig Seiten nicht hatten erklären können, hat die Risale-i Nur auf einer einzigen Seite kurz und bündig dargelegt.

Bediüzzaman sagte 1935, als er in Erwartung seines Todesurteils dem Kriminalgerichtshof für Schwerverbrecher (Aghir Djeza Mahkemesi) vorgeführt wurde, nur ein, zwei Sätze zu seiner Verteidigung: "Die Risale-i Nur wird nicht erlöschen und kann nicht ausgelöscht werden. Die Risale-i Nur ist ein Licht (Nur), das aufstrahlt, wenn man hineinbläst, um es auszulöschen. Die Risale-i Nur gleicht einem Forscher, der das Rätsel (tilsim) eines ganzen Kosmos, ein hermetisch verschlossenes Geheimnis, aufdeckt und es entschlüsselt."

Zudem handelt es sich in der Frage der leiblichen Wiederauferstehung (hashr-i djismani) entsprechend den Gelehrten (hukema), wie Ibn-i Sina, eines berühmten Weisen, um eine Wahrheit (haqiqat), die besagt: "Die Auferstehung (hashir) ist eine Überlieferung (naql), an die wir glauben, zu welcher aber der Verstand (aql) nicht gelangen kann." In der Risale-i Nur aber wird sie mit dem Segen (feyz) des Qur'an in einer solch unvergleichlichen Weise bewiesen, dass ein jeder daraus seinen Nutzen ziehen kann. Die gezielten Einwände mit Irrtümern besudelter Philosophen (dalalet-alud) Europas und ihrer verderbten Schüler gegen einige rein bildlich verstandene erlauchte Ayat (ayat-i kerim) und ehrwürdige Überlieferungen (ahadith-i sherif), die sie anhand ihrer rein äußerlich betrachteten Bedeutung nicht verstehen konnten, wurden in der Risale-i Nur logisch und allgemein verständlich beantwortet und damit bewiesen, dass diese Ayat und Ahadith jede für sich ein Wunder (mudjize) sind. Auf diese Weise wurden denn auch die in heutiger Zeit aus den Naturwissenschaften wie auch den Geisteswissenschaften hervorgegangenen Irrtümer (dalalet) und Zweifel durch die Risale-i Nur von Grund auf klargestellt. Die Risale-i Nur folgt, indem sie dies tut,

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einem durchaus positiven Ansatz. Die Risale-i Nur verfügt über eine außerordentlich prägnante Aussagekraft. Ihrem Stil, den man in seiner außergewöhnlichen Besonderheit auch nicht mit den berühmtesten (literarischen) Werken vergleichen kann, ist eine erhabene Rhetorik, eine große Klarheit, Flüssigkeit und Kürze zu eigen. Ja sogar als die Werke Bediüzzamans in der islamischen Welt (alem) mit Nachdruck verlangt wurden und man den "Stab Mosis" großen islamischen Gelehrten (alim) brachte, um sie ins Arabische zu übersetzen, lasen sie diese und sagten dann: "Die Werke Bediüzzamans kann nur er selbst übersetzen. Die erhabene Rhetorik der Risale-i Nur, ihre beispiellose Klarheit und Kürze zu bewahren und das in ihr dargelegte Wissen zu umfassen, sind wir zu schwach!" Auf diese Weise äußerten sich diese großen Gelehrten (alim) über die Fähigkeiten des Meister (Ustadh) und die Vollendung der Risale-i Nur.

Bediüzzaman, der sich in seinen Werken von fast allen großen Dichtern und Schriftstellern unterschied, legte größeren Wert auf die Bedeutung als auf die Wörter. Er verzichtete nicht auf die dem Wort entsprechende Bedeutung; er verzichtete auf das der Bedeutung entsprechende Wort. In seiner Ausdrucksweise zog er nicht den dem Leser entsprechenden Geschmack in Betracht, für ihn war die Wahrheit und die Bedeutung (haqiqat ve mana) das Wesentliche. Wer ein Kleid für den Körper schneidert, schneidet nicht den Körper, er schneidet das Kleid zurecht. Was in der Risale-i Nur den Geist (ruh), das Herz (qalb), den Verstand (aql) und die Einsichtsfähigkeit (vidjdan) an sich zieht und sich vor der Wahrheit (haqiqat) beugen heißt, das ist die Anziehungskraft Gottes (Ilahi); Kind und Kegel, Jung und Alt, Gebildete wie das einfache Volk kommen zu diesem Lichte (Nur) gelaufen, angezogen von dem Lichte (Nur) wie die Falter. Als ein glänzendes Beispiel für die Tatsache dieser Wahrheit (haqiqat) hat eine breite Masse von Schülern in kurzer Zeit die Feinde des Glaubens (din) in einen Zustand versetzt, der sie vor Angst erzittern lässt.

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Wie in jeder anderen Hinsicht so sind allein schon in literarischer Hinsicht besonders auch wir gleich den Dichtern und Schriftstellern tausendfach davon entfernt, Wert und Bedeutung der Risale-i Nur zum Ausdruck bringen zu können. In diesem Zusammenhang möchten wir, wenn auch in aller Bescheidenheit, dennoch unserer ehrlich und aufrichtig gemeinten unendlichen Dankbarkeit, so unbedeutend sie auch sein mag, für den so großen Nutzen, den wir durch die Risale-i Nur erfahren haben, Ausdruck verleihen. Darüber hinaus kann einzig und allein der Verfasser der Risale-i Nur, der dazu die Befugnis (sahib-i salahiyet) hat und auch die nötige Sachkenntnis (sahib-i ihtisas) besitzt, zu diesen Themen Stellung nehmen.

Von Seiten der islamischen Gelehrten (ulema), welche die Tugend lieben und ihr Ego (enaniyet) um der Wahrheit (haqq) willen aufgegeben haben, wird bestätigt, dass die Risale-i Nur auf die Bedürfnisse unserer Zeit eine vollständige Antwort zu geben vermag und deshalb über alles hoch gelobt und geschätzt wurde und stets noch wird. Schon vor fünfzig Jahren berichteten die Zeitungen in Ägypten über Bediüzzaman, dass die großen Gelehrten (ehl-i ilm) anhand der Besonderheiten in den von ihm verfassten (Werken) und seines ozeangleichen genialen Wissens (ilm) Bediüzzaman Said Nursi als das Genie unseres Jahrhunderts (Fatinu-l'Asr) beurteilt haben.

Bediüzzaman hatte sich zum Prinzip (düstur-u hayat) gemacht, keine Geschenke ohne Gegenleistung anzunehmen, was selbst von seinen Feinden bestätigt wurde, während diese Feinde der Islamiyet nun die Wissenschaftler (ehl-i ilm) ihrerseits beschuldigten, was nun (der Meister) seinerseits durch sein prinzipientreues Verhalten widerlegte, indem er wiederum durch sein Verhalten beweist, dass er sein Wissen (ilm) für nichts (in der Welt) als Mittel einsetzt. So wahren und verteidigen die islamischen Gelehrten (ulema) ihre Ehre und ihre Würde wie zugleich auch das Ansehen des Islam und das Ansehen der Religion (izzet-i diniye) auch gegenüber den grausamsten und gewalttätigsten

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Herrschern. So blieb (der Meister) sein Leben lang bedürfnislos und blieb selbst in Zeiten des Hungers seinen Prinzipien treu. Dazu sagte er: "Sparsamkeit und Genügsamkeit sind zwei große Schätze. Ihr Segensreichtum (bereket) genügt mir." So zog er sich vor den Menschen zurück und tut es noch heute.

Bediüzzaman Said Nursi wurde jahrelang von Gefängnis zu Gefängnis geschleppt, von einem Kerker in den nächsten geworfen, von einer Verbannung ins nächste Exil deportiert, wurde ständig unter Druck gesetzt, abscheulichen Quälereien und fürchterlichen Schikanen ausgesetzt; siebzehn Mal versuchte man ihn zu vergiften; an manchen Tagen musste er die Leiden eines ganzen Monats über sich ergehen lassen; (alle diese Ereignisse haben seinem Leben) und dem Gesamtwerk der Risale-i Nur den Stempel der Richtigkeit (sidq) und seiner Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) aufgedrückt und sind dafür ein klarer Beweis. So hat man in Indien z.B. gefragt: "Was für ein Mensch ist dieser Bediüzzaman?" Zur Antwort hat man gesagt: "Das ist ein alter Mann, der krank, arm (fakir) und einsam in der Fremde unterdrückt wird; der keine Geschenke und keine Almosen annimmt; der trotz seiner sechzig Jahre noch immer allerlei Ungerechtigkeiten erdulden muss und dennoch nicht ablässt von seinen Idealen." Daraufhin sagen sie: "Wenn das so ist und er tatsächlich die Wahrheit (haqiqat) sagt und vor diesem völligen Unglauben (kufr-u mutlaq), der Gottlosigkeit und Glaubenslosigkeit seinen Nacken nicht beugt, wenn er nicht heuchelt und wenn er kein Speichellecker ist und dennoch einen wirkungsvollen und umfangreichen Dienst am Qur'an und der Islamiyet versieht, dann tun sie ihm damit Unrecht." {d.h. wenn sein Dienst ohne Bedeutung wäre, würden sie ihn in Ruhe lassen. (A.d.Ü.)} Was die Hochschätzung unseres Meisters (Ustadh) Bediüzzaman durch Menschen betrifft, die ihn zu schätzen wissen und die Tugend lieben, so geht es hier eigentlich

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gar nicht um Lobgesänge (sena); es geht hier um Dinge, die der Meister tut; seine Aktivitäten, seine Arbeiten, wovon hier auch nur ein Hundertstel in aller Kürze und Bescheidenheit, vielleicht noch in mangelhafter Weise überliefert wird. Zudem sind die in diesem Zusammenhang stehenden Artikel, Briefe oder Abschnitte gar kein Lobpreis (medih), sondern zielen vielmehr darauf ab, den Dienst des Meisters (Ustadh) am Glauben (din) gegen diese gottlosen, erbärmlichen, erbarmungslosen Feinde des Glaubens (din), die seine Person angreifen, in positiver Weise zu verteidigen.

All diesen Umständen zum Trotz war der Meister (Ustadh)

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über die Lobsprüche und dergleichen Äußerungen einzelner Persönlichkeiten wie auch der Schüler der Risale-i Nur wütend und sagte ihnen oftmals, indem er sogar ihre Hochachtung vor ihm zerbrach: "Diese Zeit ist nicht die Zeit einzelner Persönlichkeiten, sondern die Zeit einer Geistigen Körperschaft (shahs-i manevi). In der Risale-i Nur gibt es keine einzelnen Persönlichkeiten, sondern eine geistliche Persönlichkeit (shahs-i manevi). Ich bin ein Nichts. Die Risale-i Nur ist der Eigentum des Qur'an, wurde aus dem Qur'an herausgefiltert. Ihre Ehre und ihre Schönheit gehören dem Qur'an. Meine Person und die Risale-i Nur wurden miteinander verwechselt. Die besondere Eigenschaft ist der Risale-i Nur zu eigen. Was den wunderbaren Erfolg in der Verbreitung der Risale-i Nur betrifft, so kommt er den Schülern der Risale-i Nur zu; und nur in dieser Hinsicht hat mir Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) in Seiner Güte (ihsan) und in meiner großen Bedürftigkeit aus dem Weisen Qur'an (hakim) ein Heilmittel geschenkt; ich habe lediglich zur Feder gegriffen. Wie dem auch sein möge, so ist mir doch in dieser Zeit nur die Aufgabe (vazifah) des Dolmetschers zugefallen. So bin auch ich nur ein Schüler der Risale-i Nur. Und obwohl ich bis heute die Risalah schon hundert Mal gelesen habe, habe ich doch immer wieder das Bedürfnis, sie wieder neu zu lesen. Und so bin auch ich eurer Mitschüler."

Das Geheimnis (sirr) des außergewöhnlichen, ja triumphalen Erfolgs, den Bediüzzaman Said Nursi in seinem Dienst am Qur'an, am Glauben (iman) und der Islamiyet erlangt hat, und die gewaltige (quvvet) Wirkung der Risale-i Nur ist Folgendes: er hat für sich eine vollkommene Aufrichtigkeit (ikhlas-i etemmi) gewonnen, d.h., er hat einzig und allein die Göttliche Zufriedenheit (riza-yi Ilahi) zu seinem wesentlichen Ziel gemacht. So sagte er in diesem Zusammenhang: "Das Wesen unserer Berufung (meslek) liegt in unserer möglichst weitgehenden Ehrlichkeit (ikhlas) und der Aufgabe unserer Selbstverhaftetheit (terk-i enaniyet). Einer Tat, verrichtet mit einem Dirhem Aufrichtigkeit (ikhlas),

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ist eine Tat, verrichtet mit hundert Batman ohne diese Aufrichtigkeit (ikhlas) vorzuziehen. Vor den Geschenken der Leute, im materiellen wie im übertragenen Sinne (maddi manevi), ihrer Hochachtung (hürmet), der Zuwendung, die sie mir entgegenbringen (teveddjuh-u amme) und auch vor dem Ruhm fliehe ich mit ganzer Kraft." Der Grund (hikmet) dafür, dass er Besucher nicht empfängt, ist in dieser Einstellung (sirr) zu finden. Auch die überaus große Bedeutung, die er der Wahrhaftigkeit (ikhlas) zumisst, versteht sich aus einer Notiz, die von den einhundertdreißig Abhandlungen einzig der Einleitung zur "Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (Ikhlas Risalesi)" beigefügt ist: "Sie sollte wenigstens ein Mal in vierzehn Tagen gelesen werden." In seinem "Großen Buch der Verteidigungsschriften (Büyük Mahkeme Müdafaati)" heißt es dazu: "Die Risale-i Nur darf nicht als ein zweckdienliches Werkzeug in dieser Welt und der Schöpfung gebraucht werden; denn ihr Zweck ist einzig Gottes Wohlgefallen (riza-yi Ilahi)."

So liegt es denn im Geheimnis dieser Aufrichtigkeit (sirri ikhlas), dass ein Wissenschaftler (ehl-i ilim), der die Werke der berühmtesten islamischen Gelehrten (hükema), wie Imam Ghasali, mit dem Gott zufrieden sein möge, kritisch untersucht und erforscht (muhaqqiq ve mudaqqiq), sagt:

Der Nutzen, den mir die Lektüre einer Seite der Risale-i Nur bringt, ist eine Veredlung meines Charakters mehr denn durch zehn Seiten irgendwelcher anderer Werke.

Ein Gelehrter (muallim), der sich bereits mit wissenschaftlichen Werken (felsefe) befasst hatte, sagte:

Ich hatte mich bereits so viele Jahre mit den Werken der Natur- wie der Geisteswissenschaften (ilm ve felsefe) befasst. Nun aber habe ich erkannt, dass mich in der Behandlung der Wunden, die mir die Werke der westlichen Naturwissenschaften (felsefe) geschlagen hatten, gerade die Risale-i Nur überzeugt hat und ein Werk ist, dass auf die Bedürfnisse unserer heutigen Zeit eine vollkommene Antwort zu geben vermag.

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Ein Schriftsteller schreibt:

Mein Verstand (aql) war ohne Licht (Nur) und nur mein Herz (qalb) glaubte (mu'min). Dann hat die Risale-i Nur sowohl meinen Verstand als auch mein Herz erleuchtet und meine Begierden (nefs) zum Schweigen gebracht. So wurde ich vor der Höllenstrafe (djehennem) errettet.

Ein Arzt sagt:

Seit ich meinen Nutzen aus der Risale-i Nur zu ziehen begann, zähle ich diesen Tag als den Tag, an dem ich meine Augen auftat.

Ein glücklicher Student der Universität schreibt:

Einen Brief unseres Meisters (Ustadh) oder aus der Risale-i Nur von Istanbul an irgendeinen anderen Ort zu bringen, ist für mich ein Dienst, dem ich (ein Leben als) Abgeordneter vorziehe.

Vor dreißig Jahren sagte ein aufrichtiger und tugendhafter alter Sufi (ehl-i tasauvuf), indem er auf einen jungen Mann namens Lütfü deutete: "Dieser Nur-Schüler ist bereits weiter als ich." Und dies ist nur ein Beispiel unter Tausenden, die hier ihre Eindrücke (geschildert haben).

So ist es denn aufgrund dieses großartigen Geheimnisses der Aufrichtigkeit (sirr-i ikhlas), dass die Schüler der Risale-i Nur im Dienst am Glauben (iman) und der Islamiyet unter schwierigen Umständen und Bedingungen und bei aller Begrenzung zum Erfolg gelangt sind und ihr Leben (hayat) der Risale-i Nur und dem Meister (Ustadh) gewidmet haben. So haben sie die Risale-i Nur zum Kapital ihres Lebens (sermaye-i ömür) und zum Ziel ihres Daseins (gaye-i hayat) gemacht. Da es sich aber nun bei der Risale-i Nur um eine Angelegenheit (dava) handelt, die eine Angelegenheit (dava) göttlichen Wohlgefallens (riza-yi Ilahi) ist, sind einige auserwählte Rechtsanwälte, erfüllt von ihrem Eifer für den Islam, zu ehrenamtlichen Sachwaltern der Risale-i Nur geworden und als gläubige (dindar), rechtschaffene, kämpferische (mudjahid) Schriftsteller

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erlangten sie die Ehre und wurden begnadet (ni'met), das Licht (Nur) hinauszutragen, das alle Welt umfassen soll, und teilzuhaben an seiner Verbreitung. Die Veröffentlichung der Risale-i Nur, der Einfluss (den sie ausübt) und das Ergebnis (das sie damit erwirkt), lässt sich mit dem lautlosen Erscheinen (maudjudat) jener herrlichen, großartigen, prächtigen Frühlingszeit vergleichen, die sich über das Land hin ausbreitet.

Wohlan denn, Ihr meine Brüder, die Ihr die gewaltig große Gnade (ni'met) empfangen habt, welche die Risale-i Nur ist, die allen Lobes und Preisens (hamd-u sena) würdig ist! Ein so gewaltiges Genie, ein solch großartiger Denker (mütefekkir), ein derartiger islamischer Verfasser, dieser Gelehrte seines Jahrhunderts (allame-i asrin), der alles Wissen über das Hier und Jetzt und das Danach (ulum-u evvelin ve-l akhirin) beherrscht, dieser große, einsame Kämpfer (mudjahid-i ekber), dieser fromme und gottesfürchtige Mann (sahib-i zühd-ü taqva), der durch sein Dasein (varlik) die Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) gleichsam verkörpert, solch ein Diener allen Seins (abd-i külli), der außer dem Göttlichen Wohlgefallen (riza-yi Ilahi) zu keinem Ding eine Zuneigung verspürt, ein solcher Schüler (tilmiz) des Qur'an, dem die Ehre höchster Redlichkeit (ikhlas) zuteil geworden ist, dieser Diener (hadim) des Islam, der gesagt hat: "Einzig um den Glauben (iman) zu retten, bin ich bereit, selbst in die Hölle (djehennem) geworfen zu werden.", dieser Retter des Glaubens (halaskar-i iman), der, um zur standrechtlichen Hinrichtung verurteilt zu werden, dem Kriegsgericht (Divan-i Harb-i Örfi) vorgeführt wurde unter der Anklage: "Auch du bist ein Feind des Fortschritts (mürtedji)" und dann sagte: "Wenn diese neue Konstitutionelle Monarchie (Meshrutiyet) nichts anderes ist als ein Klüngel von Despoten, dann sollen alle Menschen und Dschinnen (ins-ü djinn) meine Zeugen (shahid) dafür sein, dass ich ein Feind dieses Fortschritts (mürtedji) bin. Und hätte ich auch tausend Seelen (ruh), so wäre ich dennoch bereit, sie alle für eine einzige Wahrheit (mes'ele) des

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Qur'an zu opfern." Und nachdem man ihn dann freigesprochen hatte, dankte er ihnen nicht etwa, sondern ging mit dem Ruf: "Hochlebe die Hölle für die Tyrannen! Hochlebe die Hölle für die Tyrannen!" durch eine riesige Menschenmenge auf dem Beyazid-Platz hindurch und von dannen. Und vierundzwanzig Jahre davor hatte er, als man den Plan gefasst hatte, ihn zu vernichten, vor Gericht gesagt: "Oh ihr Ungläubigen (mulhid)! Oh ihr Atheisten (zindik)!" Und weiter: "Ich habe sie sagen gehört: "Said hat die Macht (quvvet) von fünfzigtausend Soldaten... Doch da irrt ihr euch... Denn da ich im Dienste des Qur'an stehe und dem Glauben (iman) diene, habe ich nicht die Macht (quvvet) von fünfzigtausend, nein, ich bin so stark (quvvet) wie fünfzig Millionen! Darum erzittert! Wenn ihr es wagen könnt: nur zu dann! Dieser Tod wird über euren Köpfen explodieren wie eine Bombe und euch die Schädel zerspalten. Der Same, den ihr in die Erde gelegt habt, wird gleich hundertfältigen Ähren anstelle dieses einen Said euch diese hohe Wahrheit (haqiqat) (aus den Kehlen) hunderter Saids entgegen schreien." Und vor fünfzehn Jahren sagte er: "Und sollte ich selbst über so viele Köpfe verfügen wie ich Haare habe und ihr würdet mir täglich einen abschlagen, so würde ich dennoch nicht von meinem Dienst am Glauben zurücktreten. Und wolltet ihr selbst die ganze Welt über meinem Kopf in Brand stecken, so wird sich doch dieser Kopf, welcher der Wahrheit (haqiqat) des Qur'an geweiht ist, nicht vor einem Glaubenslosen beugen." Und über die Ausbeuter des mit grausamer Gewalt herrschenden Königreichs (Großbrittanien), die vor fünfzig Jahren die islamische Welt ausgebeutet hatten, gab er der damaligen Presse zur Antwort: "Pfui! Spucke in das Gesicht dieser schamlosen Tyrannen." Und zu dem Präsidenten der Großen Volksversammlung (Büyük Millet Medjlisi) sagte er: "Die höchste Wahrheit in der Schöpfung (kainat) ist der Glaube (iman). Nach dem Glauben (iman) aber folgt das Gebet (namaz). Wer nicht betet, ist ein Verräter. Ein Verräter aber verliert seine Ehrenrechte. Gäbe es aber etwas,

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das noch elementarer (haqiqat) wäre als das Gebet (namaz), das zu verrichten im Ehrwürdigen (kerim) Qur'an an hundert Stellen befohlen wird, so hätte Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) dieses gleich nach dem Glauben (iman) befohlen." Und so begann man denn, nachdem im Parlament (medjlis) eine entsprechende Verlautbarung unterschrieben worden war, gemeinsam das Gebet (namaz) zu verrichten. Und als er während des Ersten Weltkriegs als Kommandant eines Freikorps in russische Gefangenschaft geriet, wahrte er dennoch gegenüber dem Zaren die islamische Würde (izzet) und sagte, als die Reihe, die Kugel zu bekommen, an ihn kam: "(Euer Todesurteil ist für mich) das Visum, das ich benötige, (um die Reise) ins Jenseits (akhiret) antreten zu können." So schätzte er den Tod nur für gering. Die Werke unseres Meisters (Ustadh) Bediüzzaman, dieses Bannerträgers des Islam, lesen zu dürfen, ist für uns eine ganz große Gnade (ni'met), für die wir unser Leben weihen, der wir unser Dasein widmen, auch würden wir von einer Schikane zur anderen geschleppt und so werden wir bis an unser Lebensende, nachdem wir uns in dankbarem Gebete niedergeworfen (sedjde) haben, wieder aufstehen; und das wird es uns auch wert sein...

Unser Meister sagte sehr häufig: Unser Weg besteht in einer positiven Haltung. Denn der Qur'an verbietet uns negatives Handeln.

Oh unser Herr, der uns Vertrauen schenkt (seyyid-i senedi)! Oh Geist (ruh) unseres Geistes, Herz (qalb) unseres Herzens, Leben (djan) unseres Lebens und seine kostbare (djanan) Krone, unser geliebter Herr und Meister (Ustadhimiz Efendimiz)! Da du uns nun einmal zu einem negativen Verhalten keine Erlaubnis gegeben hast und es nun einmal so ist, erbitten wir von der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahiye) und versprechen wir, an den Feinden des Glaubens (din), die unseren Meister (Ustadh) auf so schandbare Weise gequält und so erbarmungslos misshandelt haben, auf die folgende Weise unsere Rache zu nehmen: wir werden die Risale-i Nur bis zu unserem

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Tode standhaft und in Treuen ununterbrochen lesen und sie verbreiten! Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass wir sie in goldenen Lettern niederschreiben werden!

Die Schüler der Risale-i Nur an der Universität

Eine schriftliche Mitteilung des Meisters (Ustadh) über (den Empfang) von Gästen und Besuchern

An alle meine Freunde, besonders aber meine Gäste und Besucher eine Erklärung als eine Entschuldigung, zu der ich mich leider gezwungen sehe

Da ich den größten Teil meines Lebens isoliert und in Einzelhaft (inziva) verbracht habe, dreißig, vierzig Jahre lang unter ständiger Beobachtung gestanden habe und (immer wieder) belästigt wurde, zögere ich heute, unnötig Gäste zu empfangen (sohbet), ja schrecke sogar davor zurück. Zudem ist es mir schon seit langem unerträglich geworden, Geschenke, und sei es auch nur im übertragenen Sinne (manevi ve maddi) entgegenzunehmen. Überdies ist auch noch die Zahl meiner Gäste, Freunde und Besucher angewachsen. Und zudem ist es ja auch notwendig, eine Art Gegenleistung (manevi) zu erbringen. Jetzt macht mich schon ein kleines Häppchen (lokma), das man essen könnte (maddi) bereits krank. Doch auch andere Geschenke im übertragenen Sinne (manevi), einander besuchen, besonders aber umständliche (Reisen), um jemanden an anderen Orten zu begrüßen, zu besuchen, ist auch ein bedeutendes innerliches Geschenk (hediye-i manevi). Es zu erwidern kann ich aber nicht. So etwas ist nicht billig und einfach und ist mir in meiner Seele (manen) zu teuer. Ich halte mich auch für eine solche mir dargebrachte Hochachtung nicht für würdig. Auch kann ich sie spirituell (manen)

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nicht erwidern. Darum auch hat die Güte Gottes (ihsan-i Ilahi) jetzt sowohl Geschenke im materiellen (maddi) Sinne, als auch Geschenke im geistigen Sinne (manevi), wie unnötige Besuche (sohbet) (durch die vor meiner Tür aufgestellten Wachtposten - A.d.Ü.) verhindert. Sie machen mich manchmal krank. Auch macht es mich krank, wenn ich für ein Geschenk (maddi) keine Gegenleistung erbringen kann. Nehmt mir das also nicht übel und seid auch nicht gekränkt!

Die Risale-i Nur zu lesen ist zehn Mal lohnender als mich zu besuchen. Denn ein Besuch bei mir sollte nur geschehen, wenn es dabei um (das Leben) im und für das Jenseits (akhiret), den Glauben (iman) und den Qur'an geht. Da ich mein Interesse für (die Dinge) dieser Welt (dunya) abgebrochen habe, sind Besuche zugunsten dieser Welt (dunya) ohne Sinn. Wenn es um (ein Leben) im und für das Jenseits (akhiret), um den Glauben (iman) und den Qur'an geht, so hat mich die Risale-i Nur aus meiner Notwendigkeit entlassen. Ja selbst mit den Brüdern, die mir durch ihre Dienste nahe stehen, treffe ich mich nicht mehr, wenn das nicht notwendig ist. Ich möchte mich nur noch mit den Personen treffen, deren bestimmte Dienste sich auf Erfolg und Verbreitung der Risale-i Nur beziehen. Nur wenn ich selbst um dieser Dinge willen ein Treffen wünsche, kann ein solches Treffen erlaubt sein und bereitet mir kein Unbehagen. Denen, die mich besuchen kommen und von diesen Dingen nichts wissen, teile ich mit, dass ich schon vor einigen Jahren durch die Zeitung bekannt gemacht habe, dass ich diejenigen, die mich sehen wollten, besonders wenn sie von weither gekommen sind, um mich zu sehen und wieder gehen mussten, ganz besonders in meine Gebete (dua) mit einschließe. Ich bete (dua) ja an jedem Morgen. Sie mögen daher, bitte, nicht gekränkt sein!

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ ٭ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede mit euch, Gottes Erbarmen und Seine Barmherzigkeit."}

Für unseren so sehr schwer kranken Meister (Ustadh) ist von einer bedeutenden Amtsperson ein Brief gekommen. Darin heißt es: "Eine schwerwiegende Verwechslung wichtiger Männer in der alten Partei hat bei einigen Beamten der alten Partei zu einem Fehler geführt, sodass die "Biographie (Tarihtje-i Hayat)" nicht veröffentlicht werden konnte."

Auch unser Meister (Ustadh) hat gesagt: "Der bedeutendste Teil dieser Biographie (Tarihtje-i Hayat) wurde bereits drei Mal in der Sebilü-r'Reshad (-Zeitung) veröffentlicht, und zwar vor dreißig, vierzig Jahren noch mit den alten, später dann mit den neuen Buchstaben. Darin enthalten sind auch Teile der Verteidigungsschriften, die bereits vor verschiedenen Gerichten verlesen wurden und ganz offiziell veröffentlicht worden sind. Neuerdings gibt es auch noch einige recht lehrreiche (haqiqatli) Briefe aus dem Ausland, wie z.B. aus Medina (Medine-i Munauvere) von ein, zwei Gelehrten (alim) mit Erläuterungen und mit ihrem Dank versehen. Weshalb auch vonseiten der Gerichte ganz offiziell keine weiteren Störungen mehr zu erwarten sind.

Zweitens:

Obwohl die Risale-i Nur vierzig, fünfzig Jahre lang unter dem Druck der Politiker in der islamischen Welt (alem) auf wunderbare Weise ganz allein verbreitet wurde, sind heute Millionen Menschen (damit beschäftigt, sie von Hand zu Hand) zu verbreiten. Und selbst wollte heute die alte Partei ihretwegen die ganze Welt (dunya) versammeln, um ihretwegen eine Mauer hochzuziehen: sie könnte es nicht. Vielmehr würde dies wie eine Bekanntmachung wirken. Und gerade deswegen sollten sich die Nur-Schüler gar keine Sorgen machen...

Drittens:

Zudem verzeihe (helal) ich der alten Partei alle die Schikanen, die ich ihretwegen erleiden musste. Denn

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es gilt hier ein Grundgesetz (kanun-u esasiye) des Qur'an, dass für den Fehler des einen kein anderer, keine Partei und kein Verwandter verantwortlich gemacht wird und nicht werden kann; d.h. sowohl in Anatolien als auch in den östlichen Vilayaten hat die Risale-i Nur mit ihrer Verbreitung auf eine ganz besonders wirkungsvolle Weise der öffentlichen Sicherheit und Ordnung gedient; d.h. sie hinterlässt in eines jeden Herz (qalb) einen unsichtbaren (manevi) Wachmann, der ihm sagt, was verboten ist. Von diesem Punkt aus verhindert die Risale-i Nur, dass sich die vier, fünf Fehler der alten Partei noch hundertfach vermehren. Der Fehler von 5/100 dieser Männer hat sich nicht um 95/100 gesteigert und somit nicht um das zwanzig-, dreißigfache vergrößert. Darum sollte die überwiegende Mehrheit dieser Partei bis hinauf zur Regierungspartei der Risale-i Nur dafür dankbar sein. Denn hätte die Risale-i Nur diesen Untericht (ders), den Unterricht nach dem Grundgesetz des Qur'an (kanun-u esasiye-i Qur'aniye) nicht erteilt, dann wären durch den Fehler dieser fünf Männer Tausende anderer Männer des gleichen Fehlers schuldig geworden.

Viertens:

Es hat sich mit Sicherheit bewahrheitet: Die Risale-i Nur hat das Volk und die Islamische Welt (alem-i Islamiyet) gegen den völligen Unglauben (kufr-u mutlaq) derer, die sie aus dem Ausland angreifen wollten, bewahrt und durch ihre Unterrichtung (ders) in den geistigen Wundern (mu'djize-i maneviye) des Weisen (hakim) Qur'an den ungläubigen Philosophen keine einzige Möglichkeit zu ihrer Entgegnung mehr gelassen. So habe ich denn die sichere Nachricht erhalten: Im Ausland haben an einigen Orten eine Million junger Leute gesagt, dass "die Risale-i Nur es ist, die eine allgemeine Versöhnung (musalemet-i umumiye) sicherstellt". Und ich habe auch die Nachricht erhalten, dass einige dieser Ausländer in Ländern wie Deutschland und Amerika als Anhänger einer allgemeinen Friedensbewegung (sulh-u umumi) damit begonnen haben, die Risale-i Nur zu übersetzen.

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Fünftens:

Wenn die offiziellen Leute einige neue Gesetze falsch auslegen und so ein, zwei Zeilen (in meinem Buch) kritisieren, so solltet ihr eigentlich an meiner Stelle sagen: "Ja kann man denn für den Fehler eines einzelnen Mannes zwanzigtausend seiner Nachbarn bestrafen und sie dafür einsperren? Ja gibt es denn in dieser Welt (dunya) überhaupt ein Gesetz, das so urteilt?" So gibt es denn in einem Buch, das auf jeder Seite zwanzig Zeilen zählt und fünfhundert Seiten umfasst, in irgendeiner Zeile irgendeinen Mann, der irgendwem eine fürchterliche Ohrfeige verpasst hat: Zunächst einmal: der Name dieses Mannes bleibt unerwähnt und so kann es auch keine Verantwortung dafür geben... Sollte es aber eine solche geben, wird die Zensur diese Zeile löschen. Das ganze Buch deswegen zu beschlagnahmen und zwanzigtausend Menschen dafür ins Gefängnis zu werfen, ist eine Gesetzlosigkeit, wie man dergleichen in der ganzen Welt (kainat) noch nie gehört hat und die einer Tyrannei gleich kommt. Wenn aber nun andererseits diese zwanzigtausend Zeilen bis heute den Glauben (iman) von zwanzigtausend Menschen gestärkt haben und in dieser Hinsicht daraus zwanzigtausend Tugenden und gute Werke entstanden sind, so ließe sich dafür doch sicherlich dieser eine böse Fehler verzeihen...

Wäre ich nicht so schwer krank, so könnte ich noch mehr dazu sagen. Doch könntet ihr, meine Diener und Helfer, die Korrekturen und Verbesserungen vornehmen. Obwohl die Polizisten mehr als alle anderen für den Unterricht der Risale-i Nur sein sollten, die doch im geistigen Bereich (manen) die Aufgaben der Polizisten versieht und im Dienst der öffentlichen Sicherheit eine große Kraft für die Polizisten ist, bin ich dennoch innerlich (ruh) nicht damit einverstanden, wenn man jetzt den Dienst als Durchsuchungsbeamter, der ja den Aufgaben der Polizei entgegengesetzt ist, trotzdem den Polizisten überträgt. Doch wenn ihr es für angebracht haltet, könnt ihr ihnen allen sagen, dass ich darauf verzichte, mein Recht zu bekommen (haqqimi helal).

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Sechstens:

Zu meinem großen Bedauern hatte in der Nacht der Himmelfahrt (Leyle-i Mi'radj) eine Hausdurchsuchung stattgefunden. Während wir noch dieser Mi'radji Sherif und den drei Monaten (shuhur-u Selase) {der Zeit vor Bayram Ramadan (A.d.Ü.)} unsere Reverenz (hürmet) erwiesen und diesem Anlass (freudig) entgegensahen, hat uns doch dieser Zwischenfall einen großen Kummer bereitet. "Ein Almosen (sadaqa) vertreibt ein Unglück (bela)." In diesem Sinne vertreibt nach einer zuverlässigen Überlieferung (hadith-i sahih) die Risale-i Nur die Unglücksfälle (bela) aus Anatolien, indem sie gleich einem Almosen (sadaqa) wirkt. Es hat bereits hundert Vorfälle der Art gegeben, dass durch einen Freispruch oder durch eine Entlassung gleichzeitig ein Unglück (bela) vermieden wurde, während sich zu Zeiten eines Überfalls gerade ein Unglück (bela) ereignete. Ähnlich wie manchmal ein Sturm aufkam oder die Erde bebte, sank dieses Mal die Temperatur auf nahezu achtzehn Grad unter Null, eine Kälte, wie ich sie noch nie zuvor in meinem Leben mitgemacht habe, während ich zur gleichen Zeit (in meinem Hause) überfallen und eine Durchsuchung durchgeführt wurde.

Unser Meister (Ustadh) konnte wegen seiner schweren Krankheit nicht weitersprechen, sagte aber zu seinem Diener, der ihn während seiner Krankheit versorgte: "Damit ihr euch (wegen dieser Hausdurchsuchung) keine Sorgen zu machen braucht, könnt ihr (den Bericht über diesen Vorfall) zur Kenntnisnahme (berayi malumat) an einige Freunde und auch an einige Beamte senden."

Der Diener unseres bereits todkranken Meisters (Ustadh)

Was mein Diener hier aufgeschrieben hat, ist in der Tat richtig

Said Nursi
* * *
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ ٭ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede mit euch, Gottes Erbarmen und Seine Barmherzigkeit."}

Unser verehrter Meister!

Nun endlich durften wir erfahren (idraq), wie Sie von Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq) als Belohnung für Ihren, in schönster (Djemil) Ausdauer geführten, geistlichen (manevi) Kampf in der Art mit Seiner Güte (ihsan) beschenkt wurden, dass sich der Ruf, dem Sie in ihrem geheiligten Glauben (qudsi iman davaniz) gefolgt sind, jetzt durch die freie Veröffentlichung der Risale-i Nur bewahrheitet hat. Ihr seit Jahren andauernder heiliger Ruf (qudsi dava) und ihr hohes Ideal wurde nach einem hart erkämpften Sieg beendet. Der Wille des Gerechten (haqq), der Wunsch und die Hoffnung unseres Herzens sind in Erfüllung gegangen, der Glaube (iman) hat den Unglauben (kufr) besiegt, die Schleier der Finsternis riss ritsch-ratsch entzwei und der Horizont wurde vom Glanz des hell erstrahlenden Lichtes der Risale-i Nur erleuchtet. Um zu diesem Ergebnis, zu diesem Sieg zu gelangen, die unendliche Freude in der Gnade des Glaubens (iman ni'meti) zu erleben und auf diesem Wege auch Wahrheit (haqq) und Gerechtigkeit zu erreichen, uns und dem ganzen türkischen Volk, ja vielleicht der ganzen Menschheit Glückseligkeit zu verleihen, ist für uns die Risale-i Nur im Kampf gegen die Gewalt und diese abscheuliche Glaubenslosigkeit zum Retter geworden (kurtaridji olmush), hat unseren Geist (ruh) erneuert und die Herzen (qalb) in unserer Brust erobert und gestärkt. In dieser Betrachtungsweise bringen wir Ihnen, unserem geliebten und verehrten Meister (Ustadh), unsere Dankesschuld (minnet) und unsere Dankespflicht (shukran) dar für alle Segnungen Ihres nahezu ein Jahrhundert währenden Lebens (ömr-ü mubarek), wobei Sie in allen Phasen eines Lebens (hayat) voll fürchterlichem Elend und in schrecklicher Bedrängnis, in Kummer und Qual, jeden Augenblick

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gekämpft und gestritten haben, allen Schikanen und der Verbannung zum Trotz, mit Ihrer Einsatzbereitschaft, mit Ihrer Treue, mit Ihrem Mut, unter Verzicht, aber im Bewusstsein (shu'ur) eines unendlichen Glaubens (iman) noch härter als der Stahl, kurzum: im Begreifen der Islamiyet, im Verständnis der Menschheit (insaniyet) wurden Sie in Ihrem Inneren gleich wie von außen betrachtet ein vorbildlicher Mensch, weshalb Ihnen Millionen Nur-Schüler insbesondere für Ihren Einfluss, den Sie durch das Gesamtwerk der Risale-i Nur auf die Menschenwelt (alem) ausgeübt haben, den Widerhall (den Sie damit gefunden haben), die Spuren, die Sie für immer in uns (mana) hinterlassen haben, den Weg, den Sie beschritten haben, gegangen sind und immer noch entschlossen weitergehen, ihre Begeisterung und ihre Dankbarkeit entgegenbringen.

Verehrter Meister (Ustadh)! Da Sie nun nach all den Anstrengungen und trotz Ihres hohen Alters diese harten Prüfungen beendet haben, können Sie jetzt endlich zur Ruhe kommen. Inzwischen sind auch Saids junge Leute herangewachsen, um diesen heiligen Ruf (dava), den Ruf des Glaubens (iman) und des Qur'an, in die Zukunft hineinzutragen. Sie werden im Lichte dieses Glaubens (iman) diesen heiligen und erhabenen Ruf (qudsi ve ulvi dava) weitertragen und so möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass er sich bis zum jüngsten Tage (qiyamet) fortpflanzen und von Geschlecht zu Geschlecht weitergereicht werden möge.

Verehrter Meister (Muhterem Efendimiz)! Morgen wird man Ihrer auf den Seiten der Geschichte voller Stolz und in allem Glanz in goldenen Lettern gedenken, in Ankara die Geschichte Ihres Lebens (Tarihtje-i Hayat) noch einmal neu und ausführlich drucken, und danach am Ende ein (bayram) Freudenfest feiern. Denn diese Biographie (Tarihtje-i Hayat) ist in der Hinsicht von großer Bedeutung, dass sie über die einzelnen Abschnitte Ihres Kampfes und Ihres Einsatzes für den Ruf (dava) zur Rettung des Glaubens (iman), der stets der bedeutendste Zweck Ihres ganzen Lebens gewesen ist, und wie Sie schließlich dieses Ziel trotz

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tausenderlei verschiedener Entbehrungen entschlossen erreicht haben, ohne eine Müdigkeit zu kennen, sowie die Abfassung und Einordnung der einzelnen Abhandlungen der Risale-i Nur und deren Verbreitung, was eine Barmherzigkeit ist für die ganze Welt (aleme rahmet), eine allseits befriedigende Information bietet. Und schon heute versetzt ein Meer von Licht (Nur) Millionen Menschen in tiefste Begeisterung, während es wieder und wieder aufbrausend den Unglauben (kufr) unter sich begräbt, den (Schleier) der Finsternis (und der Unwissenheit) zerreißt, dabei (die Menschen) zu Frieden und Sicherheit (selamet) führt und ihnen so zu ihrem Beschützer und Erretter wird.

Wir sind Ihnen gegenüber zu Dank verpflichtet und entbieten Ihnen aus tiefstem Herzen und in aller Liebe (muhabbet) unseren Gruß (selam) und unsere Ehrerbietung, erwarten Ihr Gebet und Ihren Segen (dua-i mübarek) und küssen, geliebter Meister (Ustadh), Ihre Hände.

Die Schüler der Risale-i Nur zu Istanbul
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Die Risale-i Nur und andere Länder

Brief einer Persönlichkeit, die in Medina (Medine-i Munauvere) lebt, die Botschaft der Risale-i Nur (Nur'un haqiqati) sehr gut verstanden hat und auf diese Weise der Islamiyet dient.

Euer Exzellenz, hochverehrter und ehrwürdiger Meister, der die Brust weitet und die Herzen erfüllt! (Gönüller fatihi pek muhterem ve mükerrem Ustadhimiz Hazretleri) Ich küsse Ihre gesegneten (mubarek) Hände und bringe zusammen mit all unseren lieben und treu ergebenen (sadaqatli) Schülern an der Schwelle des Erhabenen (barigah-i kibriya) meine Gebete dar, Sie mögen stets in Frieden, Sicherheit (selamet) und bei guter Gesundheit sein! So wie Ihr Freispruch alle Nurdjus froh und fröhlich gestimmt hat und von den Muslimen nur als der größte Feiertag (bayram) bezeichnet werden kann, ist auch Ihr ergebener Diener von aller Welten (dunya) Freude und Zufriedenheit erfüllt! Und wie sollte ich denn auch nicht zufrieden sein: die gleichzeitige Freigabe all Ihrer Werke kann ja nur als ein Sieg des Geistes (ruh) über die Materie (maddiyat), des Lichtes (nur) über die Finsternis, des Glaubens (iman) über den Unglauben (kufr), der Wahrheit (haqq) über den Irrtum, der Einheit (tauhid) über die Abgötterei (shirk) und der Erkenntnis (irfan) über die Unkenntnis (djahil) betrachtet werden.

Die viele Jahre lang vor einer Kaskade aus Licht (nur) aufgetürmten Sperren, hoch wie die Berge, Gräben, tief wie Furcht erregende Abgründe und alle die bisher errichteten Dämme wurden nun endlich auf wunderbare Weise (mudjize) abgerissen, Gräben überwunden und alle Finsternis durch das Licht (nur) vertrieben.

"Vor dem Versuch, derartige göttliche Erscheinungen, wie sie aus so außergewöhnlich wunderbaren (mudjize) Ereignissen erwachsen, darstellen zu wollen, sträubt sich die

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Feder, beginnen die Gedanken (fikir) zu brodeln und verbrennen alle Ideen (ilham) zu nichts als Asche.", pflegt man so zu sagen. In der Tat nehme ich mich, als Ihr bescheidener Diener, jetzt angesichts eines so außergewöhnlichen Sieges in meinem ganzen Dasein (varlik) nur noch als in meiner ganzen Schwäche wahr. Denn meinen Sinnen (tefekkur) und meiner inneren Eingebung (ilham) öffnen sich neue Horizonte. Die Welt (djihan) lässt einen prächtigen Tempel des Lichtes (nur mabedi) erahnen. In meiner Umgebung tritt mit jedem Ding, an jedem Ort, in höchster Ekstase, versunken in einem Zustand (hal) tiefster Hingegebenheit in jedem Stäubchen das Geheimnis des Hochgepriesenen (sirr-i Subhani):

وَإِنْ مِنْ شَىْءٍ إِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Und es gibt wahrlich kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist."}

in Erscheinung...

Daher weiß ich jetzt nicht, ob ich dieses glückselige Ereignis als einen ruhmreichen Sieg, eine großartige Eroberung, eine göttliche Errettung oder als ein weltumspannendes Fest beschreiben soll. Denn dieser göttliche Sieg, den der heilige Ruf (qudsi dava) erlangte, hat der Entschlossenheit der Kämpfer (mudjahid) in der islamischen Welt (dunya) und der ganzen Menschheit neue Kraft (quvvet), ihrer Seele (ruh) neues Leben und ihrem Glauben (iman) neuen Auftrieb und Begeisterung gegeben.

In der Tat waren viele Muslime, die in ihrer Entschlossenheit und ihrem Glauben (iman), ihrer Liebe (ashk), ihren Hoffnungen und Erwartungen noch nicht die Vollendung erlangt hatten, leider in einer bitteren Verzweiflung zurückgeblieben. Sie hatten sich die Bewahrheitung (tahaqquq) eines solchen Sieges selbst im Traum (hayal ve muhal) noch nicht vorstellen können. Doch durch die Verbreitung der Risale-i Nur, die alle ihre Fülle und das Licht aus dem ehrenwerten Qur'an erhält, der, um die Menschheit zu

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erleuchten und auf den rechten Weg zu leiten, wie eine göttliche Sonne von den lichtvollen Horizonten (ufuk) des gewaltigen Thrones herabgekommen ist, wurden Herzen, die an stille Seen denken lassen, Meeren gleich in Wallung gebracht und so zerbrachen die fürchterlichen Ketten, mit denen in Jahren der Grausamkeit und voll Trauer alle Hoffnungen und Erwartungen gebunden waren. Die Werke, die aus dieser Lichtquelle hervor sprudeln und ganz und gar in ihrer Fülle (feyz) und Weisheit (hikmet) sprühen, gleich wie sie dem urewigen (ezeli ve ebedi) Verlangen der Gefühle, der Gedanken und besonders all der Seelen (ruh), die in Flammen brennen {der brennende Schmerz, den alle Seelen empfinden, die sich nach Gott zurück sehnen, von dem sie sich getrennt fühlen (A.d.Ü.)} und dem Bedürfnis eines jeden Gewissens (nach Führung und Orientierung) Antwort geben, brachten sie Welle um Welle aus der sie erstickenden Finsternis heraus in die überaus sauberen, strahlenden und glänzenden Horizonte (ufuk) des Lichts (Nur).

Dieser heilige (qudsi) Sieg, der nach einem sich jahrelang stets fortsetzenden Schweigen, einer tiefen Gottvergessenheit (ghaflet), einer atemberaubenden Finsternis wie eine göttliche Sonne erstrahlt, verkündigt die gute Nachricht, dass eine im Elend lebende Menschheit auf ihrer Suche nach einem Weg zum Licht (nur) in naher Zukunft erwachen wird. Denn das Bedürfnis nach einem Glauben (din) ist nicht nur für Muslime, sondern für alle Menschen insgesamt ein urewiges (ezeli ve ebedi) Bedürfnis.

Heute leidet eine unglückselige Menschheit unter jenem beständig in ihren Herzen brennenden Schmerz und den Qualen, die daraus entstehen, dass sie der Gnade ihres Glaubens (din) beraubt sind. Es ist dies die fürchterliche Folge einer geradezu depressiven Melancholie, dass sie während des letzten Vierteljahrhunderts in zwei große Kriege mit hineingerissen wurden und zeigt jenen Wahnsinn, der jetzt auch noch an das Tor eines dritten pocht.

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Und es ist in der Tat der Islam die einzige Kraft (quvvet), die alle Menschen zu Geschwistern machen und unter jener universellen Fahne versammeln kann, die unter dem Winde eines Handels und Wandels (refah) in einem glücklichen Leben (saadet), in innerer Ruhe und Sicherheit flattert, der aus den lichtdurchfluteten (nur) Horizonten (ufuk) eines ganz und überall grünenden Paradieses (djennet) herüberweht.

Denn der Zustand der Menschheit heute ist noch genauso bedauernswert wie der Zustand der menschlichen Gesellschaft in vorislamischer Zeit. Daher kann der Islam, der die Menschheit damals vor dem ewigen Verderben gerettet hat, sie auch heute noch davor retten. In der Tat ist die einzige heilende (mushfik) Hand, die diese tiefe Wunde (des ewigen Verderbens) verbinden kann, aus der die Herzen von Millionen, ja Milliarden Menschen seit Jahrhunderten bluten, der Islam. Auch wenn am Horizont (ufuk) von Zeit zu Zeit einmal einige Irrlichter auftauchen, gehört doch die Zukunft einem urewigen (ezeli ve ebedi) Stern, der all seine Lichtfülle (nur ve feyz) nicht von irgendeiner Sonne, sondern direkt vom Herrn der Welten (Rabbu-l'Alemin) empfängt. Dieser Stern wird solange bestehen bleiben, wie die Welt besteht und wird diejenigen, die ihn auslöschen wollen, stets wieder umwerfen und sie noch einmal wieder zu Boden schleudern.

Mein Meister, der mir so wertvoll ist wie ganze Welten (Djihankiymet Ustadhim)! Eurer allseits bekannten Tugendhaftigkeit (fazilane) wurden in den letzten Tagen einige Bewegungen zur Erleuchtung und Rechtleitung (tenvir ve irshad) geboren, die dem Heiligen Ruf (muqaddes dava) hätten dienen sollen, doch konnte leider keine davon die wichtige Arbeit verrichten, wie sie das Gesamtwerk der Risale-i Nur versieht und den göttlichen Sieg, den sie erreicht hat, für sich gewinnen. Denn der Weg der Propheten, der Gottesfreunde (vali), der Gotteskenner (arif), der Reinen (salih) und insbesondere der heldenmütigen Märtyrer (shehid), die freiwillig ihr Leben dem göttlichen

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Geliebten zum Opfer brachten und deren Zahl nicht auf einige Millionen begrenzt werden kann, ist ein heiliger (muqaddes) Weg. Denn diejenigen, die auf diesem harten Weg voranschreiten möchten, müssen sich schreckliche Hindernisse, wie sie sich ständig vor ihnen auftun, stets vor Augen halten. In der Tat müssen diejenigen, die auf diesem Weg voranschreiten wollen, mit einem Glauben (iman) ausgestattet sein, der so unerschütterlich ist wie der Ihrige, dazu noch mit einer hohen, göttlichen Erkenntnis (irfan) und besonders auch mit der wunderbaren (Befähigung zu) Aufrichtigkeit (ikhlas) und Verzicht. Denn die Art der Verkündigung (tebligh), der Erleuchtung (tenvir) und der Rechtleitung (irshad), welcher der Ruf der Risale-i Nur in diesem bedeutenden Tal folgt, ist durch einige ganz besondere Eigenschaften gekennzeichnet. Und schließlich bitte ich noch um Ihr Gebet, mir die ganz besondere Ehre zuteil werden zu lassen, diese tiefschürfenden Gedanken, die den Menschen in ihrem Gefühl, in ihren Gedanken, ihrer Seele (ruh) und in dem (Bedürfnis ihres) Gewissens (nach Führung und Orientierung) völlig neue Horizonte (ufuk) zu eröffnen vermag, in einem eigenen ausführlichen Werk unseren verehrten (uns im Glauben verbundenen) Herzensgefährten anbieten zu dürfen. Denn diese lichterfüllten Gedanken sind solchermaßen tiefschürfend und dergestalt von Bedeutung, dass sie in einem Brief und einem Artikel von so wenigen Seiten gar nicht zur Genüge zum Ausdruck gebracht werden können.

Die Jugend, deren klare und reine Herzen sie durch das Licht des Glaubens (iman) und des Qur'an erobert haben, ist das bedeutendste Unterpfand (varlik) und der wertvollste Juwel, der den glänzendsten Beweis Ihres ihnen von Gott geschenkten Sieges bildet. Diese Jugend mit ihren klaren und reinen Herzen, deren edle und in ihrem Bewusstsein (geschulten) Seelen (ruh) ich in fast allen Versen des Gedichtes "Stimmen aus dem Licht (Nurdan Sesler)" angesprochen habe, das ist doch eine Jugend, deren Herzen in Liebe (ashk) zur Wahrheit und Wirklichkeit (haqq ve haqiqat)

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entflammt sind. Ich biete Ihnen dieses Gedicht an, das ich aus einer Inspiration heraus voller Ekstase (ilham) geschrieben habe, welche mir dieser letzte Sieg gab, den der Ruf (dava) der Risale-i Nur erworben hat. Um dessen Annahme erbitte und ersuche ich Sie hiermit.

Abermals und stets auf Neue küsse ich ihre Hände und erwarte Ihre hochgeschätzten Gebete (dua) Eure Exzellenenz, mein hochverehrter Meister (muhterem Ustadhim Hazretleri)

Von Ihren geistigen Kindern

Ali Ulvi

Der folgende Text stellt die Übersetzung eines arabischen Textes von Isa Abdulqadir dar, welcher Korrespondent der Zeitung "Eddifa" ist, die in Baghdad erscheint.

Die arabische Zeitung "Eddifa", die in Baghdad erscheint, schreibt über die Schüler der Risale-i Nur das Folgende:

Welche Beziehung besteht in der Türkei zwischen den Schülern der Risale-i Nur und der Gemeinschaft der Muslim-Brüder (Ihvan-i Muslimin)? Was verbindet sie miteinander? Sind die Nurdjus in der Türkei und solche Gemeinschaften, wie in Ägypten und den Ländern der arabischen Welt, die Muslim-Brüder, die sich um die Einheit (ittihad) im Islam bemühen, eigenständige Gemeinschaften? Oder sind die einen aus den anderen hervorgegangen? Ich gebe selbst die Antwort darauf:

Die Gemeinschaft der Nurdjus und der Muslim-Brüder haben zwar, was ihre Ziele betrifft, den Dienst an den Qur'anischen Wahrheiten (haqaiq) und am Glauben (iman) und, soweit der Rahmen einer Einheit im Islam dies zulässt, auch ihren Dienst für die Glückseligkeit der Muslime in dieser wie in jener Welt (saadet-i dunyevi ve ukhrevi) im Blick, unterscheiden sich jedoch von den Nurdjus in fünf, sechs verschiedenen Punkten:

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Der erste Unterschied:

Die Nurdjus beschäftigen sich nicht mit der Politik, im Gegenteil: sie fliehen vor ihr. Zwingt man sie, zu politischen Fragen Stellung zu nehmen, so machen sie aus der Politik einen Hebel für die Religion (din), sodass sie denen, die ihre Glaubenslosigkeit als einen Hebel in der Politik gebrauchen, die Heiligkeit der Religion (dinin qudsiyeti) aufzeigen können. Irgendeine politische Organisation kennen sie überhaupt nicht.

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so beschäftigen sie sich zugunsten der Religion je nach den Umständen in den verschiedenen Ländern mit der Politik und schließen sich auch zu politischen Organisationen zusammen.

Der zweite Unterschied:

Die Nurdjus versammeln sich nicht bei ihrem Meister (Ustadh) und werden auch nicht dazu gezwungen. Sie fühlen auch sich selbst gar nicht dazu gezwungen, sich bei ihrem Meister (Ustadh) zu versammeln. Auch halten sie es gar nicht für notwendig, sich zum Unterricht (ders) bei ihm zu versammeln. Für sie gilt das ganze große Land als ein einziges Lehrhaus (dershane). Sobald sie Bücher der Risale-i Nur in die Hand bekommen haben, erteilen diese ihnen anstelle des Meisters (Ustadh) den Unterricht (ders). Jede einzelne Abhandlung (risalah) gilt bei ihnen wie ein Said.

Insoweit es in ihrer Hand liegt, fertigen sie ohne Entlohnung Abschriften an. Und sie geben diese auch ohne eine Gegenleistung an die Bedürftigen weiter, damit sie sie vorlesen oder einer Vorlesung zuhören können. Auf diese Weise wird das ganze große Land zu einer einzigen Schule (medresse).

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so treffen sie ihre Lehrer (murshid), ihre Vorsitzenden (reis) in den allgemeinen Zentren und besuchen diese, um Weisungen (emir) zu empfangen oder am Unterricht (ders) teilzunehmen. Und in den untergeordneten Zentren einer übergreifenden Organisation treffen sie sich mit ihren großen Meistern (Ustadh), ihren Leitern und deren Stellvertretern (vekil), um

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Unterricht (ders) zu nehmen und Anweisungen (emir) zu empfangen.

Auch durch die Zeitungen, die in den allgemeinen Zentren erscheinen, und durch Broschüren, die sie erhalten können, wenn sie ihr Entgeld dafür entrichten, bekommen sie ihren Unterricht (ders).

Der dritte Unterschied:

Die Nurdjus erhalten auch an den Hochschulen (medresse) wie die Schüler an der Darülfünun-Universität Unterricht (ders) auf dem Wege eines wissenschaftlichen Fernkurses (ilmi muhabere). So verwandelt sich ein ganzes Vilayat in eine Schule (medresse). Obwohl sie also einander nicht besuchen, einander nicht kennen und weit voneinander wohnen, erteilen sie doch einander Unterricht (ders) und nehmen so miteinander an einer Vorlesung (ders) teil.

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so geben sie je nach den Verhältnissen in ihren jeweiligen Ländern Broschüren und Bücher heraus und verbreiten diese an allen Enden der Erde (aqtar-i aleme), lernen auf diese Weise einander kennen und bekommen so ihren Unterricht (ders).

Der vierter Unterschied:

Die Nurdjus sind heute und zu unserer Zeit in den meisten islamischen Ländern verbreitet und bereits sehr zahlreich. Und obwohl sich die Gebiete ihrer Verbreitung über die verschiedensten Provinzen erstrecken, brauchen sie in den einzelnen Provinzen nicht um Erlaubnis nachzusuchen, wenn sie irgendwo eine Versammlung veranstalten und dort tätig werden wollen. Denn da der von ihnen eingeschlagene Weg (meslek) nicht politischer oder organisatorischer Art ist, kennen sie auch keine Notwendigkeit, in den einzelnen Provinzen für sich um eine Erlaubnis nachzusuchen.

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so müssen sie je nach den entsprechenden Umständen, wenn sie einen politischen Kontakt aufnehmen, eine Organisation aufrichten wollen oder die Notwendigkeit besteht, ein unter- oder übergeordnetes Zentrum zu eröffnen, an dem Ort, wo sie sich

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befinden, bei der zuständigen Behörde um Erlaubnis nachkommen oder eine Genehmigung einholen. Und dabei sind sie im Gegensatz zu den Nurdjus keineswegs unbekannt. Und auf dieser Grundlage eröffnen sie für sich viele allgemeine Zentren in Ägypten, in Syrien, in Lybien und in Palästina, in Jordanien, im Sudan, in Marokko und in Baghdad.

Der fünfte Unterschied:

Unter den Nurdjus gibt es sehr viele verschiedene Schichten, angefangen von den sieben, acht Jahre alten Kindern, die in den Moscheen das "Elif-be-te-the" erlernen, um den Qur'an lesen zu können, bis hin zu siebzig, achtzig Jahre alten Greisen und Greisinnen, desgleichen Bauern oder Lastenträger bis hin zu einem bedeutenden Rechtsanwalt, einfache Soldaten bis hin zu einem bedeutenden Kommandanten finden sich unter den verschiedensten Bildungsschichten als Nurdjus wieder. All diese vielen verschiedenen Schichten unter den Nurdjus haben nur ein gemeinsames Ziel und das besteht (in dem Wunsch), unter der Leitung (hidayat) des ruhmreichen (medjid) Qur'an und der Wahrheiten des Glaubens (haqaiqi imaniye) zur Erleuchtung zu gelangen. Alle Bestrebungen gehen deshalb dahin, Wissen und Erkenntnis (ilim ve irfan) und die Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) an die Öffentlichkeit zu bringen. Ob sie sich darüber hinaus noch mit etwas anderem beschäftigen, ist nicht bekannt. Achtundzwanzig Jahre lang haben die Gegner (der Nurdjus) eifersüchtig Intrigen (gegen sie gesponnen) und abscheuliche Prozesse (gegen sie geführt). Da man jedoch außer ihrem heiligen (qudsi) Dienst kein anderes Ziel (dieser Bewegung) finden konnte, konnte man sie auch nicht verurteilen und (ihre Bewegung) auch nicht zerschlagen. Und diese Nurdjus wissen nichts von irgendeinem Zwang, auf Kundenfang zu gehen oder neue Anhänger zu werben. Stattdessen sagen sie: "Unsere Aufgabe (vazifah) ist unser Dienst. Wir suchen keine Kunden. Sie sollen kommen, um uns zu suchen und zu finden." Auf eine Massenbewegung legen sie keinen Wert. Einem Mann, der in

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Wahrheit ehrlich und aufrichtig (haqiqi ikhlas) ist, ziehen sie hundert andere vor.

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so ermuntern sie in der Tat genau wie Nurdjus die Menschen dazu, islamisches Wissen (ulum-u Islamiye) und islamische Kenntnisse (marifet-i Islamiye) zu erwerben und sich an den Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) festzuhalten und leiten sie auch dazu an, doch den Verhältnissen in den entsprechenden Ländern und den Kontakten mit der Politik zufolge, legen sie großen Wert auf viele Anhänger, um so eine Massenbewegung zu werden und suchen sie deshalb noch mehr Gefolgsleute.

Der sechste Unterschied:

Die wahrhaft aufrichtigen (haqiqi ikhlas) Nurdjus legen keinen Wert auf materielle Vorteile. In gleicher Weise sind sie geradezu extrem sparsam, genügsam und bedürfnislos (faqr-u hal). Geduldig und ohne jemals irgendwelche Ansprüche an ihre Mitmenschen zu stellen, opfern sie sich ehrlich und aufrichtig (haqiqi bir ikhlas) für ihren Dienst am Qur'an, um nicht von den sehr zahlreichen und besonders hartnäckigen Leuten des Irrglaubens (ehl-i dalalet) besiegt zu werden; die Bedürftigen laden sie zu Wahrheit und Aufrichtigkeit (haqiqata ve ikhlasa) ein, um keinen Argwohn aufkommen zu lassen; und um des göttlichen Wohlwollens (riza-yi Ilahi) willen und um diesen heiligen Dienst (hizmet-i qudsiye) für nichts anderes als Werkzeug zu missbrauchen halten sie sich auf diese Weise von allen Vorteilen (faide) des gesellschaftlichen Lebens zurück.

Was aber die Muslim-Brüder betrifft, so können sie, obwohl sie doch, was ihre innere Einstellung betrifft, aus dem gleichen Geiste (mahiyet) kommen, aufgrund des jeweiligen Ortes, eines bestimmten Anlasses, sowie einiger besonderer Umstände nicht wie die Nurdjus von den irdischen Dingen lassen. Von einer Notwendigkeit zu einer ganz außergewöhnlichen Opferbereitschaft, wissen sie nichts.

Isa Abdu-l'Qadir
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Buchgebet

بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ
يَا اَللّٰهُ ٭ يَا رَحْمٰنُ ٭ يَا رَحِيمُ ٭ يَا فَرْدُ ٭ يَا حَىُّ ٭ يَا قَيُّومُ ٭ يَا حَكَمُ ٭ يَا عَدْلُ ٭ يَا قُدُّوسُ

{"Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers." "Oh Gott! Oh Barmherziger! Oh Allerbarmer! Oh Einzigartiger! Oh Lebendiger! Oh Unwandelbarer! Oh Gerechter! Oh Heiliger!"}

Um Deines Gewaltigen Namens willen und um der Ehre des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, und um der Würde Deines ehrenwerten Gesandten willen, mit dem Friede und Segen sei, geleite diejenigen, welche dieses Buch gedruckt haben, ihre gesegneten Helfer und die Schüler der Risale-i Nur zur Ewigen Glückseligkeit in den Gärten des Paradieses. Amin. Verleihe ihnen immerwährenden Erfolg im Dienste am Glauben und am Qur'an. Amin. Und schreibe ihnen für jeden Buchstaben dieses Buches tausendmal Gutes in das Buch ihrer Guten Taten. Amin. Und gewähre ihnen Ausdauer, Stetigkeit und Aufrichtigkeit in der Verbreitung der "Licht"-Abhandlungen. Amin.

Oh Barmherziger Allerbarmer!... Schenke allen Schülern der Risale-i Nur Glück und Zufriedenheit in beiden Welten. Amin. Beschütze sie vor der Bosheit des Teufels in Dschinnen- und Menschengestalt. Amin. Und verzeihe diesem schwachen und hilflosen Said seine Fehler. Amin...

Im Namen aller Nur-Schüler

Said Nursi

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Ustadh Bediüzzaman Said Nursi am Ende des Zweiten Weltkrieges.

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Ein Foto, das 1918 von den Deutschen aufgenommen wurde als Bediüzzaman Said Nursi aus der russischen Gefangenschaft floh und dabei durch Deutschland reiste.

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Ustadh Bediüzzaman Said Nursi kurz nach dem Ersten Weltkrieg in Istanbul zusammen mit seinem Bruder Abdurrahman.

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Ein Foto Ustadh Bediüzzaman Said Nursi, das aufgenommen wurde als er das erste Mal in Barla war.

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Ustadh Bediüzzaman Said Nursi als er zu einer Sitzung vor dem Gericht in Afyon mit seinen Schülern zusammen geht.

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Ustadh Bediüzzaman Said Nursi als er zu einer Sitzung vor dem Gericht in Afyon mit seinen Schülern zusammen geht.

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Ustadh Bediüzzaman Said Nursi auf einem Foto, das 1959 als er in Istanbul verweilte in einem Auto aufgenommen wurde.

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Ustadh Bediüzzaman Said Nursi im Jahre 1959 als er ein Hotel in Ankara, in dem er zu Gast war, verlässt.