Risale-i Nur

Die Strahlen
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über derartige weltliche Dinge wie die Politik zu reden. Ein sicheres Zeugnis dafür ist, dass ich seit acht Jahren keine einzige Zeitung mehr gelesen habe oder mir hätte vorlesen lassen. Hätte mich jemals wieder irgendeiner eine Zeitung lesen sehen, oder gehört, wie mir jemand daraus berichtete, so möge er hierher kommen und es sagen. Dagegen hatte der Alte Said vor acht Jahren noch täglich vielleicht acht Zeitungen gelesen. Außerdem wird meine ganze Lebens- und Verhaltensweise seit fünf Jahren mit großer Aufmerksamkeit unter die Lupe genommen... Wer bei mir jemals bemerkt haben sollte, ich hätte etwas anklingen lassen, was nach Politik schmeckt, der möge es sagen! Denn der Gedanke eines Menschen, der so hochempfindlich ist wie ich, der nach dem Motto:

اِنَّمَا الْحِيلَةُ فِى تَرْكِ الْحِيَلِ

{"Der größte Betrug liegt in der Aufgabe des Betruges."}

einsam, furchtlos und alleine lebt, kann nicht acht Jahre lang, ja noch nicht einmal acht Tage verborgen bleiben. Hätte er die Lust verspürt, den Wunsch gehabt, Politik zu treiben, hätte das einen Donnerschlag gleich einem Kanonenschuss ausgelöst, ohne dass es dabei noch irgendwelche Nachforschungen oder Untersuchungen gegeben hätte.

Zweiter Punkt:

Warum hält sich der Neue Said so streng von jeglicher Politik zurück?

Antwort:

Er möchte sich um ein Ewiges Leben, das mehr als eine Milliarde Jahre währt, bemühen und es sich verdienen und es nicht für ein irdisches Leben von ein, zwei Jahren dahingeben, das sinn- und zwecklos mit einer Einmischung (in die Politik) verbunden ist. Deshalb flieht er für den Dienst am Glauben und am Qur'an, der der wichtigste, notwendigste, reinste und wahrhaftigste Dienst ist, so unbeirrbar vor der Politik. Denn er sagt: Ich werde alt. Ich weiß nicht, wie lange ich noch zu leben habe.

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Weil dies nun so ist, ist die wichtigste Aufgabe für mich, mich um ein Ewiges Leben zu bemühen. Schlüssel zur Ewigen Glückseligkeit und das allererste Mittel, das Ewige Leben zu verdienen, ist der Glaube. Es ist notwendig, dass ich mich um ihn bemühe. Um mich aber auch den anderen Menschen als Wissenschaftler nützlich zu erweisen, möchte ich meinen Dienst versehen als einer der dem (islamischen) Gesetz verpflichtet ist.

Natürlich könnte ich diesen Dienst auch im gesellschaftlichen und sozialen Leben tun. Jedoch bin ich dazu nicht befähigt und in stürmischer Zeit ist ein unverfälschter Dienst nicht gewährleistet. Deshalb habe ich diesen Gedanken wieder fallen gelassen und gebe nur dem Gedanken an einen Dienst im Glauben, der der wichtigste, notwendigste und reinste Dienst ist, den Vorzug. Mögen diese Glaubenswahrheiten, die ich mir selbst erworben habe und diese geistigen Heilmittel, welche ich selbst ausprobiert habe, auch noch anderen Menschen zugänglich sein! Für sie lasse ich das Tor offen. Vielleicht nimmt Gott der Gerechte diesen Dienst an und macht mir daraus eine Buße für meine Sünden. Es hat niemand, der gesteinigte Satan ausgenommen, das Recht, sei er nun ein Gläubiger oder ein Leugner, einer von den Getreuen oder einer von den Gottlosen, das Recht, gegen einen solchen Dienst etwas zu unternehmen. Doch Glaubenslosigkeit ist eine Sache, die sich nicht mit anderen Sachen vergleichen lässt. In Sachen Ungerechtigkeit, leichter Verfehlungen oder schwerer Sünde findet sich ein wenn auch abscheulich, teuflischer Wohlgeschmack. Doch in der Glaubenslosigkeit findet sich in gar keiner Weise irgendein Wohlgeschmack. Sie ist Schmerz über Schmerz. Sie ist Finsternis über Finsternis. Sie ist Qual über Qual. Einen solch lichtvollen Dienst aufzugeben, wie es der (Dienst) am Glauben und das Bemühen um ein unendliches und ewiges Leben ist, und sich im Alter in nutzlose und gefährliche Spielereien zu stürzen, was das für einen Menschen wie mich, der einsam und zurückgezogen für

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seine früheren Sünden Buße tun muss, für ein Unverstand, eine Unvernunft, eine Unklugheit und in welchem Grade ein Wahnsinn ist, das vermag selbst noch ein Wahnsinniger zu verstehen.

Wenn du sagst:

"Warum sollten der Dienst am Glauben und am Qur'an mir die Politik verbieten?" so sage ich: Die Wahrheiten des Glaubens und des Qur'an sind in der Tat jede einzelne wie ein Juwel. Hätte ich mich mit der Politik besudelt, müssten die einfachen Leute, die sich doch so leicht verführen lassen, über diese Juwelen in meiner Hand denken: "Ist das vielleicht politische Propaganda, um Anhänger zu gewinnen?" Sie würden diese Diamanten für gewöhnliche Glassplitter ansehen. Sobald ich also mit der Politik in Berührung käme, wäre das so, als würde ich diesen Juwelen Unrecht tun und ihren Wert herabmindern. Nun also, Ihr Weltleute! Warum lasst Ihr mich nicht zufrieden? Wieso gebt Ihr denn keine Ruhe und lasst mich nicht so, wie ich bin?

Wenn Ihr aber sagt:

"Auch unsere Scheiche müssen sich manchmal mit unseren Angelegenheiten befassen. Und auch du wirst manchmal ein Scheich genannt..."

Ich aber sage Euch:

Meine Herren! Ich bin kein Scheich. Ich bin ein Hodja. Beweis dafür ist, dass ich seit vier Jahren hier bin. Hätte ich auch nur einem einzigen Menschen Ordensunterricht (tariqat) erteilt, hättet ihr das Recht, mich zu verdächtigen. Doch wisst ihr, dass ich jedem, der zu mir gekommen ist, gesagt habe: Glaube ist nötig; Islam ist nötig; für Ordensunterricht ist es nicht die Zeit.

Wenn ihr sagt:

"Man nennt dich Said-i Kürdi (= Kurde). Vielleicht vertrittst du einen rassistischen Standpunkt. Das aber dient nicht unserer Sache."

Ich aber sage:

Meine Herren! Was der Alte Said und was der Neue Said geschrieben haben, liegt offen vor. Ich bezeuge, dass ich bekanntlich, entsprechend dem unbedingten Erlass (ferman):

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اَ ْلاِسْلاَمِيَّةُ جَبَّتِ الْعَصَبِيَّةَ الْجَاهِلِيَّةَ

{"Die Religion des Islam (islamiyet) hat die Merkmale vorislamischer Zeit (djahiliyet) ausgelöscht."}

seit alter Zeit Nationalismus und Rassismus, welche eine Art fränkischer (=in Europa endemischer) Krankheit in Europa darstellen, als ein mörderisches Gift angesehen habe. Und Europa hat diese fränkische Krankheit in den Islam hineingeworfen, um ihn zu spalten und zu teilen und denkt nun, dass es ihn so leichter hinunterschlucken könne. Dass ich mich schon seit langem darum bemühe, diese fränkische Krankheit zu heilen, das wissen meine Schüler und alle, die mit mir in Berührung gekommen sind. Wenn die Sache aber nun so ist, was ist dann wohl der Grund dafür, meine Herren, dass sie jedes Ereignis zum Vorwand dafür nehmen, mich zu belästigen? Wenn ein Soldat im Osten einen Fehler begeht und man bestraft dafür einen Soldaten im Westen und bereitet ihm Schwierigkeiten, bloß weil er auch in der Wehrmacht dient... oder aber, wenn ein Kaufmann in Istanbul ein Verbrechen begeht und man misst nun auch einem Händler in Bagdad eine Art von Schuld zu, weil auch er dem Stande der Kaufleute angehört, und wenn Ihr mich wegen eines jeden Vorfalles in dieser Welt belästigt, nach welchem Gesetz geht das dann? Welches Gewissen urteilt hier? Welcher Vorteil wird dadurch gewonnen?

Dritter Punkt:

Freunde, die an meine Ruhe denken und meine Haltung befremdlich finden, mit der ich jedem Übel in schweigender Geduld begegne, stellen sich folgende Frage: "Wie kannst du diese Umstände und all die Schwierigkeiten, die über dich gekommen sind, ertragen? Denn früher warst du doch so jähzornig und so auf deine Ehre bedacht und konntest noch nicht einmal eine harmlose Kränkung verkraften."

Meine Antwort:

Ich möchte Euch zwei kleine Erlebnisse und Geschichten zu Gehör bringen. Daraus könnt Ihr die Antwort entnehmen.

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Erste Geschichte:

Vor zwei Jahren hatte sich ein Direktor in meiner Abwesenheit grundlos in abschätziger Weise und mit beleidigenden Worten gegen mich ausgesprochen. Man teilte mir das später mit. Da stieg die Natur des Alten Said wieder in mir hoch und überwältigte mich fast eine Stunde lang. Danach aber ergriff durch die Barmherzigkeit Gottes des Gerechten eine Wahrheit mein Herz, vertrieb aus ihm jede Missstimmung, löschte meine Ansprüche gegenüber diesem Mann und ich trug ihm nichts mehr nach. Diese Wahrheit aber war die folgende:

Ich sprach zu meiner Seele: Wenn seine Beschimpfungen und die Fehler, die er bloßgestellt hat, mich selbst, meine Person (shahis) und meine Seele (nefs) betreffen, so möge Allahs Wohlgefallen über ihm sein, dafür, dass er die Ungebührlichkeiten meiner Seele ausgesprochen hat. Hat er Recht gesprochen, so wird dies meine Seele zur Zucht führen und mir helfen, mich vor dem Stolz zu bewahren. Hat er aber falsch gesprochen, so ist er mir eine Hilfe, mich vor Heuchelei und trügerischem Ruhm zu bewahren, der die Grundlage aller Heuchelei ist. Ich habe in der Tat noch keinen Frieden mit meiner Seele geschlossen, denn ich habe meine Erziehung noch nicht vollendet. Sagte mir jemand, es säße ein Skorpion an meinem Hals oder auf meiner Brust, oder zeigte er darauf, so sollte man deswegen nicht gekränkt, vielmehr dafür dankbar sein. Beziehen sich jedoch die Beleidigungen dieses Mannes auf mich in meiner Eigenschaft als Diener am Glauben und am Qur'an, so betrifft mich dies nicht. Diesen Mann überlass ich dem Herrn des Qur'an, der mich in Seinen Dienst genommen hat. Er ist der Allmächtige (Aziz) und Allweise (Hakim). Wäre es aber nur, um mich zu beschimpfen, beleidigen, erniedrigen, so träfe mich auch dies nicht. Als ein Verbannter, ein Gefangener, ein Fremdling, dem die Hände gebunden sind, kommt es mir nicht zu, selber meine eigene Ehre wieder herstellen zu wollen.

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Es ist dies vielmehr die Aufgabe derer, die mich als Regierungsräte und Ratsherren in diesem Dorf, dieser Stadt, diesem Vilayat als ihren Gast im Auge behalten sollen. Die Beleidigung eines Gefangenen, der sich in der Hand irgendeines Menschen befindet, betrifft dessen Herrn und diesem obliegt die Verteidigung. So sind nun einmal die Tatsachen und so kam auch mein Herz zur Ruhe. Ich sagte: "Ich stelle meine Sache Allah anheim. Denn fürwahr, Allah schaut auf Seine Diener und Verehrer." Also habe ich dieses Ereignis so hingenommen, als wäre es nie geschehen und es wieder vergessen. Leider stellte es sich dann später doch noch heraus, dass der Qur'an ihm nicht verziehen (helal) hatte...

Zweite Geschichte:

In diesem Jahr habe ich von einem Zwischenfall gehört. Nachdem sich dieser Zwischenfall ereignet hatte, hörte ich zwar nur kurz von diesem Geschehnis, wurde jedoch so behandelt, als wäre ich ernsthaft in dieses Geschehnis verwickelt gewesen. Ich tausche schon seit langem keine Nachrichten mehr aus. Wenn ich es dennoch tue, schreibe ich höchst selten einmal an einen Freund über Glaubensdinge. Selbst an meinen Bruder habe ich in vier Jahren nur einen einzigen Brief geschrieben. Ich habe diese Beziehungen sowohl mir selbst untersagt, als auch die Weltleute ihn mir untersagt haben. Nur ein, zwei Freunde konnte ich einmal in der Woche wiedersehen. Was die Gäste im Dorf - ein, zwei im Monat - betrifft, so sprachen sie mit mir ein, zwei Minuten über ein religiöses (akhiret) Thema. Hier in dieser Fremde, wo es für Leute wie mich, einen Fremdling, der allein ist und keine Menschenseele kennt, nicht möglich ist, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, bin ich von allen Menschen ausgeschlossen und alle Dinge sind mir verboten. Ich habe sogar vor vier Jahren eine halb verfallene Moschee wieder instand setzen lassen. Doch trotzdem man mir in meiner Heimat die Urkunden für meinen Dienst als Prediger und Imam ausgestellt und ausgehändigt und ich dort in dieser Moschee vier Jahre meinen

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Dienst als Imam versehen hatte (möge Allah diesen Dienst von mir annehmen), konnte ich in diesem letzten gesegneten Monat Ramadan nicht mehr in diese Moschee gehen. Mein Gebet habe ich manchmal allein verrichtet. So bin ich der fünfundzwanzig Sevab (=Verdienste) und Wohltaten eines in der Gemeinschaft verrichteten Gebetes verlustig geblieben.

So habe ich denn auch diese beiden Ereignisse, von denen ich betroffen wurde, genauso wie vor zwei Jahren das Verhalten, das dieser Beamte mir gegenüber an den Tag legte, geduldig ertragen und ausgeharrt. Und wolle es Gott, dass ich es auch in Zukunft so halten werde. Dabei denke ich und sage ich mir: Wenn dieses Leid, diese Plage, diese Unterdrückung, wie sie mir von Leuten zugefügt werden, meine Seele (nefs) betreffen, die so voller Fehler und Mängel ist, so trage ich nichts nach. Vielleicht wird meine Seele dadurch eine bessere Haltung (hal) annehmen. Und es ist zudem auch noch eine Buße für die Sünden. Ich habe in diesem irdischen Gasthaus sehr viele Vergnügungen genossen. Wenn man mich nun ein ganz klein wenig misshandelt, so bin ich auch wiederum dankbar dafür. Wenn mich die Weltleute unterdrücken, weil ich dem Glauben und dem Qur'an diene, so ist es nicht meine Sache, mich dagegen zu verteidigen. Das überlasse ich dem Allgewaltigen (Djebbar) in Seiner Allmacht (Aziz). Falls die Absicht darin besteht, die mir überwiesene allgemeine Aufmerksamkeit von mir abzulenken, um jenen eitlen Ruhm zu zerbrechen, der unbegründet und Ursache zur Heuchelei ist und die Aufrichtigkeit (ikhlas) zerstört, dann möge das Erbarmen (rahmet) mit ihnen sein. Denn ich denke, dass es für Menschen wie mich schädlich ist, in den Blickpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit zu geraten und in den Augen der Leute ein berühmter Mann zu sein. Leute, die mit mir in Verbindung stehen, wissen, dass ich keine Ehrerbietung für meine Person wünsche, vielmehr sie verabscheue. Ja, ich habe dies sogar einem achtbaren Freund, der mir etwas bedeutet,

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vielleicht fünfzigmal verwiesen. Falls sie beabsichtigen, mich zu diffamieren, mich in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen und herabzuwürdigen, um damit die Wahrheiten des Glaubens und des Qur'an, dessen Dolmetscher ich bin, zu treffen, so ist dies vergeblich. Denn die Sterne des Qur'an kann man nicht hinter einem Vorhang verstecken. "Wer seine Augen verschließt, kann nur selbst nichts sehen, andere in Nacht stürzen kann er nicht."

Vierter Punkt:

Antwort auf einige Fragen, die auf irrigen Vorstellungen beruhen.

Erste Frage:

Weltleute fragen mich immer wieder: "Wovon lebst du? Wie findest du dein Auskommen ohne zu arbeiten? Wir wollen in unserem Lande keine Leute, die faul herumsitzen und sich auf anderer Leute Kosten durchbringen!..."

Antwort:

Ich bin sparsam und mein Leben ist gesegnet. Ich nehme von niemandem außer meinem Versorger (Rezzaq) etwas an, keine Gefälligkeiten und nichts, was mich zu Dank verpflichten könnte, und habe mir das auch für die Zukunft vorgenommen. Es braucht in der Tat ein Mann, der von hundert Para, ja sogar von vierzig Para täglich lebt, von anderen keine Gefälligkeiten anzunehmen. Auf diese Frage einzugehen, war überhaupt nicht meine Absicht. Denn eine Erklärung abgeben zu müssen, die in den anderen vielleicht den Eindruck erweckt, stolz und selbstgefällig zu sein, ist mir besonders peinlich. Doch Weltleute haben mich in einer Weise verdächtigt und ausgefragt, dass ich nun sagen muss: Es ist ein Prinzip, das ich in meinem ganzen Leben stets eingehalten habe, schon von meiner Kindheit an, nichts von den Leuten anzunehmen (auch nicht, wenn es Zekat sein sollte), auch mein monatliches Gehalt nicht anzunehmen (nur ein, zwei Jahre wurde ich an der Daru-l'Hikmeti-l'Islamiye unter dem Druck meiner Freunde dazu gezwungen, es anzunehmen), nicht für mein monatliches Auskommen eine Dankesschuld auf mich zu laden. Meine Landsleute

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und auch die mich anderen Orts kennen, wissen das. In diesen fünf Jahren meiner Verbannung haben sich viele Freunde sehr darum bemüht, mir ihre Geschenke aufzudrängen. Ich habe sie nicht angenommen. Wenn sie mich dann fragen: "Wie kannst du dich unter diesen Umständen noch über Wasser halten?" antworte ich ihnen: "Ich lebe durch Gottes Segen (bereket) und Seine Freigebigkeit (ikram)." Obwohl meine Seele eigentlich jegliche Verachtung verdient hätte und dass man ihr alle Treue aufkündige, habe ich dennoch jenen Segen erfahren, welcher in der Versorgung durch Gottes Freigebigkeit besteht und ein Wunder (keramet) des Dienstes am Qur'an ist. Dem Geheimnis (der Ayah): وَ اَمَّا بِنِعْمَةِ رَبِّكَ فَحَدِّثْ {"Doch erzähle von der Gnade deines Herrn!" (Sure 93, 11)} folgend, möchte ich die Gnadengeschenke, die Gott der Gerechte mir erwiesen hat, erwähnen. Möge es eine Art von Danksagung sein, wenn ich hier einige Beispiele erzähle! Doch wenn ich es auch tue, damit es eine Danksagung sein solle, so fürchte ich doch, selbstgefällig und stolz zu erscheinen und so des Segens verlustig zu gehen. Denn wenn einer, sich selber rühmend, einen geheimen Segen ausposaunt, so verursacht er damit dessen Erlöschen. Doch was hilft das, ich muss es dennoch sagen.

Erstens:

Seit sechs Monaten komme ich mit einem Scheffel (35,27 kg) Weizen aus. Es reicht für 36 Brote. Es ist noch etwas davon da, noch nicht alles aufgebraucht. Wie lange es noch reichen wird, weiß ich nicht.

Zweitens:

In diesem gesegneten Monat Ramadan haben mir nur zwei Häuser Essen gebracht. Und beide haben mich krank gemacht. So habe ich verstanden, dass

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es mir verboten ist, Speisen von anderen zu essen. Übrigens berichtete mir Abdullah Tjawush, der Herr des Hauses und das Oberhaupt dieses ganzen gesegneten Hauses, mein getreuer Freund, der sich den ganzen Ramadan über um meine Verpflegung kümmerte, und er bezeugte, dass mir drei Laib Brot und eine Kiye (1283 g) Reis genügten. Dieser Reis ging sogar erst fünfzehn Tage nach dem Ramadan zu Ende.

Drittens:

Auf dem Berg genügte mir und meinen Gästen eine Kiye Butter für drei Monate, obwohl wir doch jeden Tag Butterbrote gegessen haben. Einer meiner gesegneten Gäste hieß Suleyman. Mein Brot und auch sein Brot gingen zu Ende. Es war an einem Mittwoch, als ich zu ihm sagte: "Gehe und bringe Brot!" Es gab aber zwei Stunden weit im Umkreis niemanden, von dem man hätte Brot holen können. Er sagte zu mir: "Ich habe den Wunsch, die Freitagsnacht bei dir auf dem Berge im Gebet zu verbringen." Ich gab ihm zur Antwort:

تَوَكَّلْنَا عَلَى اللّٰهِ

{"'Wir vertrauen auf Gott."}

Bleib also." Danach stiegen wir beide, ohne dass wir dazu eine Veranlassung gehabt hätten, oder es dafür einen Grund gegeben hätte, immer weiter wandernd bis zum Gipfel eines Berges hinauf. Bei uns hatten wir eine Kanne mit etwas Wasser. Auch hatten wir ein bisschen Zucker und etwas Tee bei uns. Ich sagte: "Mein Bruder, mach ein wenig Tee." Während er damit beschäftigt war, den Tee zuzubereiten, saß ich unter einer Zeder, die sich hoch über einem Bach erhob. Traurig dachte ich bei mir: "Wir haben noch etwas schimmeliges Brot. Es reicht heute Abend noch für uns beide. Wie sollen wir das zwei Tage lang machen und wie soll ich das diesem Mann in seiner Herzensreinheit beibringen?" Während ich noch darüber nachdachte, wendete ich meinen Kopf, und es war mir, als drehte sich mir der Kopf wie von selbst, und da

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sah ich: In den Zweigen der Zeder über mir lag ein riesengroßer Laib Brot für uns bereit. "Suleyman, eine Überraschung (müjde)!" rief ich, "Gott der Gerechte hat für uns gesorgt." Wir holten das Brot herunter, betrachteten es und sahen, dass Vögel oder andere frei lebende Tiere es nicht angerührt hatten. Seit zwanzig, dreißig Tagen war kein Mensch mehr auf diesen Gipfel gestiegen. Dieses Brot reichte uns beiden für zwei Tage. Während wir davon aßen und es fast schon aufgegessen hatten, kam (ein anderer) Suleyman, der mir schon seit vier Jahren ein wahrer und treuer Freund ist, von unten herauf mit Brot.

Viertens:

Diese Jacke, die ich hier jetzt trage, habe ich vor sieben Jahren gebraucht gekauft. In fünf Jahren habe ich für Oberkleidung, Unterwäsche, Schuhe und Strümpfe viereinhalb Lira ausgegeben. Es genügten mir der Segen Gottes, die Sparsamkeit und Seine Barmherzigkeit.

So gibt es diesen Beispielen entsprechend noch viele dergleichen Dinge und sehr viele Erscheinungsweisen göttlichen Segens. Die Bewohner dieses Dorfes kennen viele von ihnen. Es soll aber niemand meinen, dass ich all dies erzähle, um mich zu rühmen; vielmehr wurde ich dazu gezwungen. Und denken Sie bitte nicht, es habe sich mir eine Quelle aufgetan, weil ich ein so guter Mensch bin. Diese Segnungen sind entweder ein Gnadenerweis für die Lauterkeit der Freunde, welche zu mir kommen, oder ein Gastgeschenk für den Dienst am Qur'an, oder der segensreiche Gewinn der Sparsamkeit. Vielleicht ist es auch die Versorgung der vier Katzen, die bei mir sind und mit ihrem "Ya Rahim, Ya Rahim" ständig der Barmherzigkeit Allahs gedenken (dhikr) und die in Form dieses Segens zu mir kommt, wovon dann auch ich meinen Nutzen habe. Wenn du aufmerksam ihrem melancholischen schnurren zuhörst, kannst du in der Tat verstehen, wie sie «Ya Rahim, Ya Rahim» rezitieren. Die Geschichte mit der Katze bringt mir die Sache mit dem Huhn in Erinnerung. Ich habe nämlich ein Huhn. Es brachte mir während des

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Winters, einer Eiermaschine gleich, mit sehr seltenen Unterbrechungen an jedem Tag ein Ei aus der Schatzkammer der göttlichen Barmherzigkeit. Ja, an einem Tag legte es sogar zwei Eier. Ich war erstaunt und fragte meine Freunde: "Gibt es so etwas?" Sie sagten: "Vielleicht ist es ein Gnadenerweis Gottes!" Im Sommer hatte dieses Huhn auch noch ein kleines Kücken ausgebrütet. Dieses begann dann zu Anfang des heiligen Monats Ramadan mit dem Eierlegen und setzte das vierzig Tage so fort. Weder ich, noch die, welche mir dienten, hatten einen Zweifel daran, dass dieser gesegnete Umstand (hal), sowohl seine Kleinheit, als auch der Winter, als auch der Ramadan ein Gastgeschenk (ikram) des Herrn war. Als dann seine Mutter das Eierlegen einstellte, begann es sofort wieder und ließ mich nicht ohne Eier.

Die zweite irrtümliche Frage:

Die Weltleute fragen mich: "Wie können wir uns darauf verlassen, dass du dich in unsere weltlichen Angelegenheiten nicht einmischen wirst? Wenn wir dich freilassen, wirst du dich vielleicht in unsere weltlichen Angelegenheiten einmischen. Woher sollen wir wissen, was du mit deiner Schläue im Schilde führst? Woher sollen wir wissen, ob du mit deiner Schläue nicht vielleicht nur so tust, als habest du die Welt verlassen und ob du Volkseigentum nur öffentlich nicht nimmst, es aber sehr wohl im Geheimen an dich bringst?"

Meine Antwort:

Ich wurde vor zwanzig Jahren vor ein Kriegsgericht gestellt. Und auch schon früher, in der Zeit vor der Hürriyet (= die Zeit der konstitutionellen Monarchie, genannt «Hürriyet» = Freiheit) waren meine innere und äußere Haltung vielen bekannt. Desgleichen zeigt auch meine Verteidigungsrede vor dem Gericht mit dem Titel: "Mein Zeugnis an zwei Schulen des Unglücks" ganz deutlich, dass ich mein Leben in der Weise verbracht habe, dass ich mich nicht dazu erniedrigt habe, irgendwelche Manöver anzuwenden oder einen Hinterhalt anzulegen, ja noch nicht einmal zu einer harmlosen Lobhudelei.

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Hätte es eine solche Lobhudelei gegeben, so wäre in diesen fünf Jahren schon eine Anmeldung angedient worden. Mit einer solchen Lobhudelei möchte ein Mann sich beliebt machen. Er nimmt sich nicht zurück. Er hat immer eine Hinterlist, irgendeinen Betrug im Sinn. Ich aber habe mich trotz schwerer Angriffe und Kritiken zu keiner Würdelosigkeit erniedrigt. "Ich vertraue auf Gott", sagte ich und habe den Weltleuten den Rücken gekehrt. Wer zudem das Jenseits kennt und die Realitäten in dieser Welt erkannt hat, wird das nicht bedauern, kehrt nicht wieder in die Welt zurück, strebt nicht nach ihr. Nach fünfzig Jahren opfert ein Mann, der ganz auf sich allein gestellt und an Irdischem nicht interessiert ist, nicht sein Ewiges Leben für ein, zwei Jahre leeres Gerede und politische Kurpfuscherei in dieser Welt... opferte er es aber, wäre das keineswegs besonders intelligent, vielmehr irrsinniger Wahnwitz. Was aber sollte aus der Hand eines solchen wahnwitzigen Irren schon kommen, dass man sich mit ihm beschäftigen sollte?

Was jedoch den Zweifel daran betrifft, ob ich nicht äußerlich zwar die Welt verlassen habe, mich aber doch innerlich noch nach der Welt sehne, so sage ich entsprechend dem Geheimnis:

وَ مَآ اُبَرِّئُ نَفْسِى اِنَّ النَّفْسَ لَاَمَّارَةٌ بِالسُّوٓءِ

{"Ich will mein Herz (nefs) nicht freisprechen von Schuld; denn das menschliche Herz (nefsu l-emmare: das Tier in uns) ist dem Bösen zugeneigt." (Sure 12, 53),}

dass ich mich (nefs) nicht für schuldlos erklären will... denn das Tier in mir (nefs) verlangt ja nach all dem, was doch nicht gut ist. Aber in dieser vergänglichen Welt, in diesem behelfsmäßigen Gasthaus, in meinem vorgerückten Alter, ein ewiges, unvergängliches Leben und die Ewige Glückseligkeit innerhalb einer kurzen Lebensspanne für ein wenig Genuss zu zerstören, ist nicht Art eines Menschen von Verstand. Weil es aber nicht die Art eines

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Menschen von Verstand ist, hat sich dieses Tier in mir (nefsu l-emmare), mochte es nun wollen oder nicht, dem Verstand unterworfen.

Dritte irrtümliche Frage:

Die Weltleute fragen mich: Liebst du uns? Sind wir dir genehm? Wenn du uns liebst, warum bist du uns dann böse und kümmerst dich nicht um uns? Wenn wir dir nicht genehm sind, bist du unser Gegner. Gegner aber werden von uns niedergeworfen.

Meine Antwort:

Hätte ich nicht nur euch, sondern auch eure Welt geliebt, so hätte ich mich nicht aus der Welt zurückgezogen. Ihr seid mir nicht genehm und eure Welt gefällt mir auch nicht. Aber da mische ich mich nicht ein. Denn ich habe eine andere Zielsetzung. Mein Herz ist von anderen Dingen erfüllt. An andere Dinge zu denken, bleibt in meinem Herzen kein Platz mehr übrig. Eure Aufgabe ist es, auf die Hand zu achten (d.h. auf das, was tatsächlich geschieht) und nicht das Herz zu beurteilen. Denn eure Angelegenheit ist das Regierungsgeschäft und die allgemeine Sicherheit im Lande. Mischt sich jemand nicht in eure Angelegenheiten ein, welches Recht habt ihr dann noch, zu verlangen, er solle euch auch noch mit dem Herzen lieben?... Ihr mischt euch in Herzensangelegenheiten ein. In der Tat will ich und wünsche ich den Frühling zu dieser Winterzeit. Aber ich kann ihn nicht herbeiführen, ja es noch nicht einmal versuchen. In ähnlicher Weise wünsche ich auch die Erlösung der Welt und bete darum und wünsche Erlösung für alle Menschen in dieser Welt. Aber ich kann sie nicht herbeiführen... Denn das liegt nicht in meiner Hand. Tatsächlich kann ich es noch nicht einmal versuchen... Denn das ist weder meine Aufgabe, noch bin ich dazu überhaupt in der Lage.

Vierte irrtümliche Frage:

Die Weltleute sagen zu mir: Wir haben schon so viel Schwierigkeiten bekommen, dass wir niemandem mehr Vertrauen schenken können. Wie können wir deiner sicher sein, dass du dich nicht in unsere Angelegenheiten einmischen wirst, sobald sich dir nur eine entsprechend günstige Gelegenheit dazu bietet?

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Meine Antwort:

Die oben angeführten Punkte sollten euch diese Sicherheit geben. Zudem habe ich mich auch nicht in eure Angelegenheiten eingemischt, als ich noch inmitten meiner Freunde und Verwandten, die mir auf mein Wort folgten, lebte und die Ereignisse aufregend genug dazu waren. Jetzt, wo ich einsam und verlassen und ganz auf mich allein gestellt als ein Fremdling schwach und hilflos in der Verbannung lebe, isoliert von allen Menschen, die sich mit ganzer Kraft nach einer anderen Welt sehnen und von jeder Nachricht abgeschnitten lebe, hier, wo es nur wenige Freunde und Glaubensbrüder gibt, die selten genug und von weit her um des Glaubens und einer besseren Welt willen zu mir kommen und wo einer dem anderen fremd ist und sich die Menschen mit misstrauischen Blicken betrachten, mich in eure gefährlichen weltlichen Angelegenheiten einzumischen, wäre in mehrfacher Hinsicht Wahnsinn...

Fünfter Punkt:

Betrifft fünf kürzere Infragenstellungen:

Erste Infragestellung:

Die Weltleute fragen mich: Warum übernimmst du nicht unsere Art zu leben und uns zu bekleiden, kurz, den Stil unserer Kultur und die Form unserer Zivilisation? Willst du damit zum Ausdruck bringen, dass du gegen uns bist?

Ich halte dem entgegen:

Meine Herren! Mit welchem Recht erwarten Sie von mir, dass ich von Ihnen lernen soll, was Kultur und Zivilisation ist? Haben doch gerade Sie mich von jeglichem Recht auf Zivilisation ausgeschlossen und dazu gezwungen, fünf Jahre rechtlos in einem Dorf zu leben, eine Kontakt- und Nachrichtensperre über mich verhängt. Allen Verbannten haben Sie erlaubt, in den Städten mit ihren Freunden und Verwandten zusammenzukommen. Sie haben ihnen danach die Ausweispapiere ausgehändigt, mich aber ohne Grund isoliert und, von ein, zwei Ausnahmen abgesehen, keinen Verkehr mit meinen Landsleuten zugelassen. Das heißt doch wohl, dass Ihr mich nicht zu Euren Untertanen und Volksgenossen zählt. Wie könnt Ihr da noch von mir erwarten,

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dass ich die Gesetze Eurer Zivilisation übernehmen werde? Die Welt habt Ihr mir zu einem Kerker gemacht. Von einem Mann, der im Kerker sitzt, kann man aber derartige Dinge nicht erwarten. Die Türe zur Welt habt Ihr mir verschlossen. Ich aber habe an die Pforten einer anderen Welt (akhiret) angeklopft. Gottes Barmherzigkeit hat mir aufgetan. Wie aber kann man von so einem Mann, der schon an den Pforten jener Welt (akhiret) angeklopft hat, die doch so schwierigen Sitten und Gebräuche dieser Welt erwarten? Erst wenn Ihr mir meine Freiheit wiedergegeben und das Recht gegeben habt, wieder in meine Heimat zurückzukehren, erst dann mögt Ihr wünschen, dass ich Eure Sitten übernehmen solle...

Zweite Infragestellung:

Die Weltleute sagen zu mir: Wir haben ein offizielles Amt, dass dafür zuständig ist, über den Glauben (din) und die Wahrheiten des Islam zu unterrichten. Du aber, in wessen Vollmacht betreibst du denn religiöse Propaganda? Denn da du nun einmal zur Verbannung verurteilt worden bist, hast du auch kein Recht mehr, dich in diese Angelegenheiten einzumischen.

Meine Antwort:

Das Recht und die Wahrheit unterliegen keiner Beschränkung. Wie kann man Glaube (iman) und Qur'an einer Beschränkung unterwerfen? Ihr könnt eure weltlichen Prinzipien und Gesetze eersr Beschränkung unterwerfen. Doch die Glaubenswahrheiten und die Grundsätze des Qur'an können nicht nach Art der öffentlichen Angelegenheiten und gleich einem irdischen Geschäft, das man gegen Entgelt verrichtet, in eine Form gepresst werden. Denn diese Geheimnisse, die eine Gnadengabe Gottes sind, können nur reinen Herzens (niyet) empfangen werden. Diese Segnungen erlangt man nur, wenn man sich aus diesen irdischen Geschäften zurückzieht und nur dadurch, dass man über allen weltlichen (nefs) Genüssen nach Erlösung strebt. Darüber hinaus hat mich sogar Ihre eigene öffentliche Behörde, damals, als ich noch in meiner Heimat lebte, zum Prediger

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bestellt und anerkannt. Ich habe damals diese Predigerstelle angenommen, auf mein Gehalt aber verzichtet. Eine entsprechende Urkunde trage ich bei mir. Mit dieser Urkunde kann ich überall als Prediger oder Imam tätig werden. Denn meine Verbannung ist zu Unrecht erfolgt. Überdies sind ja all die Verbannten längst schon heimgekehrt und diese meine Urkunde hat Wert und Gültigkeit immer noch behalten.

Zweitens:

Durch die Glaubenswahrheiten, welche ich niedergeschrieben habe, wollte ich nur unmittelbar meine eigene Seele (nefs) ansprechen. Ich habe nicht jedermann dazu eingeladen. Vielmehr suchen diejenigen, deren Seele (ruh) ihrer bedarf und deren Herzen verwundet sind nach diesen Heilmitteln im Qur'an und finden sie dort. Zu meinem Lebensunterhalt habe ich nur die Risala über die Auferstehung drucken lassen, und zwar noch vor der Einführung der neuen Schrift. Sie wurde auch von diesem ehemaligen Gouverneur (vali), der sich mir gegenüber ungerecht verhalten hat, geprüft. Doch blieb diese Risala unbeanstandet, weil er nichts darin finden konnte, was einer Kritik wert gewesen wäre.

Dritte Infragestellung:

Manche meiner Freunde haben sich ganz offensichtlich von mir distanziert, weil ich bei den Weltleuten in Verdacht geraten bin und weil sie nun ihrerseits bei diesen Weltleuten gut angesehen sein möchten; ja sie kritisieren mich vielleicht. Doch sind diese Weltleute schlau genug, diese äußerliche Zurückhaltung und die kühle Distanziertheit solcher Leute mir gegenüber nicht als ein Zeichen der Treue gegenüber den Weltleuten anzusehen, sie vielmehr als eine Art von Heuchelei, als eine Gewissenlosigkeit zu betrachten und verfolgen solche Freunde daher mit bösen Blicken.

Ich halte dem entgegen:

Oh Ihr meine Freunde im Glauben! Wenn ich dem Qur'an diene, so braucht ihr euch deswegen nicht gleich von mir zurückzuziehen und vor mir davonzulaufen! Denn von mir droht euch inshaa'llah keine Gefahr. Denn selbst angenommen, es würde

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sich irgendetwas Schlimmes ereignen, oder mir ein Unrecht zustoßen, so könntet ihr euch doch nicht retten dadurch, dass ihr euch vor mir zurückzöget. Denn in diesem Falle hättet ihr das Unglück und den Schlag, der euch getroffen hat, nur noch umso mehr verdient. Und was ist denn eigentlich passiert, dass ihr so sehr euren Wahnideen verfallen seid?

Vierte Infragestellung:

In dieser Zeit meiner Verbannung sehe ich, dass manche Menschen, die in den Sumpf der Politik hineingeraten sind, sich selbst aber gerne ein wenig herausheben möchten, mich mit Blicken betrachten, als stünde ich auf der gegnerischen Seite, so als ob auch ich so wie sie in den Strom dieser Welt mit hinein verwickelt wäre.

Meine Herren! Der Strom, der mich bewegt, ist der Strom des Glaubens. Und der Strom, der sich mir entgegenstellt, ist der Strom des Unglaubens. Eine andere Strömung ist für mich nicht von Interesse. Männer, die sich zu einer solchen Arbeit für Lohn verdingen, mögen sich vielleicht selbst für entschuldigt halten. Mich aber ohne allen Lohn, in patriotischem Übereifer, aus einer Haltung der Parteilichkeit oder Gegnerschaft heraus anzugreifen und zu schikanieren, ist ein ganz besonders übler Fehler. Denn wie ich bereits weiter oben bewiesen habe, habe ich mich auf die Politik dieser Welt überhaupt nicht eingelassen. Ich habe all meine Zeit und mein ganzes Leben auf die Glaubenswahrheiten und den Qur'an beschränkt und nur ihm allein gewidmet. Und weil dies nun einmal so ist, möge doch derjenige, der mich in dieser Weise schikaniert und sich mir entgegenstellt, denken, dass er im Namen seiner Gottlosigkeit und Glaubenslosigkeit so handelt und damit den Glauben angreift.

Fünfte Infragestellung:

Die Welt ist nun einmal vergänglich. Außerdem ist das Leben nun einmal kurz. Außerdem gibt es nun einmal viele wichtige Aufgaben. Außerdem muss man sich nun einmal das Ewige Leben hier verdienen. Außerdem ist nun einmal diese Welt nicht ohne Besitzer.

— 795 —

Außerdem hat nun einmal diese unsere irdische Herberge einen Lenker und Leiter von großer Weisheit und Freigebigkeit. Außerdem bleibt nun einmal das Gute und das Schlechte nicht ohne seinen Lohn. Außerdem gibt es nun einmal entsprechend dem Geheimnis von

لاَ يُكَلِّفُ اللّٰهُ نَفْسًا اِلاَّ وُسْعَهَا

{"Gott verlangt von keiner Seele (nefs) mehr, als sie zu tragen vermag." (Sure 2, 286)}

keine unerträglichen Belastungen. Außerdem ist nun einmal ein gefahrloser Weg immer einem gefährlichen Weg vorzuziehen. Außerdem reichen nun einmal Freundesbande und Standesverpflichtungen nur bis zum Rand des Grabes...

Der Glücklichste aber ist sicherlich derjenige, der das Jenseits nicht um des Diesseits willen vergisst, der das Jenseits nicht dem Diesseits zum Opfer bringt, der das Ewige Leben nicht um des irdischen Lebens willen zerstört, der sein Leben nicht mit nutzlosen Dingen vertändelt, der sich selbst nur als einen Gast betrachtet und der sich den Weisungen seines Gastherrn entsprechend verhält. Er wird heil und sicher das Tor seines Grabes öffnen und in die Ewige Glückseligkeit eingehen.

— 796 —

Anhang zum "Sechzehnten Brief"

بِاسْمِهِ ٭ وَ اِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Im Namen dessen, außer dem es fürwahr kein Ding gibt, das Ihn nicht dankend lobpreist."}

Die Weltleute verdächtigen mich, einen armseligen Fremdling, ohne jeden Grund. In ihrer Phantasie meinen sie, ich sei stark wie tausend Mann und halten mich unter vielen Vorbehalten gefangen. Sie haben mir nicht erlaubt, ein, zwei Nächte an einem Ort in der Gegend von Bedre oder auf einem Berg in der Nähe von Barla zu bleiben. Ich habe sie sagen gehört: "Said hat die Macht von 50.000 einfachen Soldaten. Darum können wir ihn nicht frei lassen."

Ich halte dem entgegen: Oh ihr unglückseligen Weltleute! Warum versteht ihr die Dinge dieser Welt noch immer nicht, obwohl ihr euch doch mit all eurer Kraft für eure weltlichen Angelegenheiten einsetzt? Ihr urteilt einem Geisteskranken gleich. Wenn ihr in Bezug auf meine Person irgendwelche Befürchtungen habt, so braucht es doch nicht 50.000 Soldaten, nein, es kann vielleicht schon ein einzelner Soldat fünfzigmal mehr an Arbeit verrichten als ich. Denn er kann vor der Tür zu meiner Kammer Posten beziehen und zu mir sagen: "Hier kommst du nicht mehr raus!"

Wenn ihr euch vor meiner Berufung fürchtet, wenn ihr Angst habt, weil ich der öffentliche Ausrufer des Qur'an bin und die Kraft des Glaubens in mir ist, dann bin ich 50.000 Soldaten nicht gleichzusetzen. Da irrt ihr euch! Angesichts meiner Berufung bin ich so stark wie 50.000.000 von ihnen. Das sollt ihr wissen! Denn in der Kraft des Weisen Qur'an fordere ich mitsamt all euren Gottlosen auch ganz Europa heraus. Denn durch den Glauben (iman), dessen Lichter (envar) ich überall verbreite,

— 797 —

habe ich ihre positiven Wissenschaften, diese feste Burg, welche sie als Natur bezeichnen, zunichte gemacht. Die größten unter den atheistischen Wissenschaftlern habe ich dahin geführt, dass sie (in ihrem Unverständnis) noch unter die Tiere hinabgerutscht sind. Wolltet ihr all eure Atheisten mitsamt dem ganzen Europa zusammenrufen, so könntet ihr mich durch die Führung Allahs, der mir den Erfolg verleiht, doch nicht in auch nur einer einzigen Fragestellung von meiner Berufung abbringen. Sie werden insha-a'llah nicht den Sieg davontragen!...

Weil dies aber nun einmal so ist, mische ich mich nicht in eure weltlichen Angelegenheiten ein. Doch sollt auch ihr euch nicht in meine Angelegenheiten einmischen, welche das Jenseits betreffen. Zudem ist diese eure Einmischung auch vergeblich.

Was Gott bestimmt hat, lässt sich nicht abwenden mit des Armes Kraft.
Was der Herr entzündet hat, lässt sich nicht auslöschen mit des Mundes Blasen.

Über mich nähren die Weltleute in ganz ausnehmender Weise völlig irrige Vorstellungen, als ob sie mich fürchteten. Sie bilden sich ein, ich wäre, was ich gar nicht bin, und selbst wenn ich es wäre, bildete es doch nicht den Gegenstand einer politischen Verfehlung und wäre gar kein Grund zur Anklage, Dinge wie die Würde eines Scheichs, Größe, Vornehmheit, Adel, ein Stammesfürst zu sein, Einfluss und eine persönliche Ausstrahlung zu besitzen, viele Anhänger zu haben, mit seinen Landsleuten Umgang zu pflegen, sich für die Ereignisse in dieser Welt zu interessieren, ja sogar politisch aktiv zu sein und das selbst auf Seiten der Opposition, Dinge, die gar nicht auf mich zutreffen und über die sie dennoch in Aufregung geraten. Ja, während sie schon darüber reden, diejenigen zu amnestieren, die noch im Gefängnis sitzen oder schon

— 798 —

wieder draußen sind und die doch nach ihrer Meinung gar nicht für eine Amnestie in Frage kommen, verbieten sie mir selbst nahezu alles. Ein Mann von schlechtem Ruf und obzwar sein Ruhm schon vergänglich war, hat einmal das folgende schöne unvergängliche Wort geprägt:

Wenngleich auch das Unrecht eine Kanone hätte, eine Kugel hätte, eine Burg hätte,
So besitzt doch die Gerechtigkeit einen unbeugsamen Arm, ein Antlitz, das sich nicht abwendet.

Dementsprechend sage auch ich:

Wenngleich auch sich auf Seiten der Weltleute die Souveränität findet, die Majestät sichtbar wird, die Macht zum Ausdruck kommt,

so besitzt doch durch den Segen des Qur'an sein Diener ein unbeirrbares Wissen und ein Wort, das man nicht zum Verstummen bringen kann, einen untrüglichen Sinn und ein unauslöschliches Licht.

Viele meiner Freunde haben mir ebenso wie der Kommandant, der mich überwachte, immer wieder die Frage vorgelegt: Warum bemühst du dich nicht um einen Ausweis, stellst keinen Antrag (auf Anmeldung)?

Meine Antwort:

Es gibt fünf, sechs Gründe dafür, dass ich einen solchen Antrag nicht stelle und auch gar nicht stellen darf.

Erstens:

Ich habe mich in die weltlichen Angelegenheiten der Weltleute nicht eingemischt, sodass ich nun in ihrer Schuld stünde und bei ihnen vorstellig werden müsste.

— 799 —

Ich bin ein Schuldner der göttlichen Allmacht (Qader) und habe mich gegen sie versündigt, sodass ich nun bei ihr vorstellig werden muss.

Zweitens:

Ich habe mit absoluter Sicherheit geglaubt und erkannt, dass diese Welt eine Herberge ist, die sich schnell verwandelt. Deswegen ist sie keine wahre Heimat. Das ist überall das Gleiche. Da ich aber nun einmal nicht ewig in meiner Heimat (Bitlis) bleiben kann, bringt es auch gar nichts ein, sich vergeblich darum zu bemühen, dorthin zu gelangen. Es ist nun einmal jeder Platz einer Herberge gleich. Ist aber der Herr dieser Herberge in Seiner Barmherzigkeit mir freundlich gesinnt, so ist mir jedermann freundlich gesinnt und jeder Platz ist mir ein freundlicher Ort. Ist Er mir aber nicht freundlich gesinnt, so lastet mir jeder Ort auf der Seele (qalb) und jedermann ist mein Feind.

Drittens:

Ein Anmeldeantrag kann nur im Rahmen des Gesetzes erfolgen. Doch seit sechs Jahren hat man mich stets nur mit Willkür behandelt und außerhalb der Gesetze gestellt. Nach dem Gesetz für die Verbannten wurde ich nicht behandelt. Man hat mich so betrachtet, als sei ich vom bürgerlichen Recht, ja sogar von den Menschenrechten ausgeschlossen. Es ist daher einfach widersinnig, im Namen des Gesetzes bei denen einen Antrag auf Anmeldung einzureichen, die sich selbst gesetzwidrig verhalten.

Viertens:

In diesem Jahr hat der Herr Distriktsdirektor in meinem Namen einen Antrag eingereicht, mit der Bitte, mir für einige Tage in Bedre, einem zur Stadtgemeinde von Barla gehörigen Stadtbezirk, Aufenthalt und Luftveränderung zu gestatten. Man hat mir diese Aufenthaltsgenehmigung nicht erteilt. Wenn aber bereits bei derart unwichtigen Angelegenheiten ein Antrag abgelehnt wird, wie kann ich denn dann bei solchen Leuten noch vorstellig werden? Wollte ich bei ihnen noch einen Antrag einreichen, wäre dies eine fruchtlose Erniedrigung in einer entwürdigenden Lage.

— 800 —

Fünftens:

Gegenüber Leuten, die Unrecht für Recht hinstellen, sein Recht zu fordern und bei ihnen vorstellig zu werden, ist eine Ungerechtigkeit. Es wäre eine Respektlosigkeit gegenüber der Gerechtigkeit. Eine solche Ungerechtigkeit und eine solche Respektlosigkeit gegenüber dem Recht will ich nicht begehen und damit Friede (Selam! = Gruß beim Abschiednehmen).

Sechster Grund:

Die Schwierigkeiten, die Weltleute mir bereiten, haben keine politischen Gründe. Denn diese Leute wissen, dass ich mich nicht in die Politik einmische, dass ich die Politik fliehe. Vielleicht gehen ihre Schikanen bewusst oder unbewusst auf die Rechnung ihres Atheismus, weil ich doch dem Glauben (din) verbunden bin. Wenn dies aber so ist, dann hieße, bei ihnen vorstellig zu werden, sich mit Bedauern vom Glauben (din) abzuwenden und statt seiner dem Atheismus in die Arme zu werfen. Wollte ich aber bei ihnen vorstellig und kniefällig werden, so würde mich dennoch die Allmacht (Qudret) Gottes in ihrer Gerechtigkeit durch ihre eigene Hand bestrafen. Denn sie schikanieren mich ja, weil ich ein im Glauben (diyanet) gebundener Mensch bin. Denn nach (Gottes) Bestimmung (Qader) werde ich gepeinigt, weil mein religiöses Leben (diyanet) und meine Aufrichtigkeit (ikhlas) fehlerhaft sind und ich ab und zu einmal versucht habe, mich bei Weltleuten beliebt zu machen. Wenn dies aber so ist, dann gibt es hier und jetzt keine Rettung vor dieser Pein. Wollte ich aber bei diesen Weltleuten vorstellig werden, so sagte mir Gottes Bestimmung (Qader): "Du Heuchler! Verkoste nun die Strafe dafür, dass du dich zu ihnen hin gewandt hast!" Wenn ich mich aber ihnen nicht zuwende, dann sagen die Weltleute: "Du willst uns nicht kennen. Nun denn, so lass es und plage dich weiter!"

Siebenter Grund:

Es ist bekannt, dass die Aufgabe eines Beamten darin besteht, denjenigen, welche der Gesellschaft Schaden zufügen, keinen Platz einzuräumen und denen, welche ihm dienen, Hilfe zu gewähren.

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Dennoch kam jener Beamte, bei dem ich unter Kuratel gestellt wurde, während ich einmal einem alten Mann, der als Gast zu mir gekommen war und schon am Rande des Grabes stand, die Süße des Geheimnisses (latif) darbot, das der Glaube (iman) im لآٰ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ {"Es gibt keine Gottheit außer Allah."} in sich enthält, obwohl er lange Zeit nicht mehr bei mir gewesen war, zu mir, so als habe er mich gerade eben auf frischer Tat ertappt und als ob ich ein Verbrechen begangen hätte. Er hat diesen armen alten Mann, der mir aufrichtig (ikhlas) zuhörte, frustriert und leer ausgehen lassen und mich selbst auch noch in Wut gebracht. Dabei gab es hier noch einige andere Leute, denen er gar keine Beachtung schenkte. Als es schließlich so weit kam, dass sie in ihrer Sittenlosigkeit im gesellschaftlichen Leben des Dorfes ihr Gift verstreuten, hat er auch noch begonnen, ihnen seine Sympathie und seine Anerkennung zu bezeigen. Dabei ist doch allgemein bekannt, dass ein Mann, und säße er auch für hundert Verbrechen im Kerker, jederzeit mit den Wache habenden Beamten sprechen kann, seien sie nun Offiziere oder einfache Soldaten. Doch schon seit einem Jahr gehen sowohl der Befehlshaber als auch der wachhabende Beamte von der Nationalregierung, also zwei hohe Persönlichkeiten, jedes Mal an meiner Zelle vorüber, ohne sich auch nur im geringsten um mich zu kümmern oder gar nach mir zu erkundigen. Ich hatte zunächst einmal vermutet, das läge vielleicht daran, dass sie mir feindlich gesinnt sind. Später wurde mir dann klar, dass sie in ihrem Wahn vor mir davonlaufen, als wollte ich sie verschlingen. Eine solche Regierung, die aus derartigen Leuten zusammengesetzt ist und solche Beamten beschäftigt, überhaupt noch eine Regierung nennen zu wollen, sie als Meldebehörde anzuerkennen und dort vorstellig zu werden, widerspricht

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dem gesunden Menschenverstand, ist eine fruchtlose Erniedrigung. Der Alte Said hätte mit (dem französischen Dichter) Antere dazu gesagt:

مَآءُ الْحَياَةِ بِذِلَّةٍ كَجَهَنَّمَ ٭ وَ جَهَنَّمُ باِلْعِزِّ فَخْرُ مَنْزِلىِ

{"Wasser des Lebens in Erniedrigung ist wie die Hölle; Hölle in Ehren ist ein Ort, stolz darauf zu sein."}

Es gibt den Alten Said nicht mehr. Der Neue Said aber hält es für sinnlos, mit den Weltleuten Umgang zu pflegen. Möge ihre Welt sie den Kopf kosten! Mögen sie mit mir machen, was sie wollen! Am Tag des Großen Gerichtes wird er mit ihnen vor den Richter kommen, sagt er und schweigt.

Der Verweigerung, meine Anmeldung vornehmen zu lassen, achter Grund:

Entsprechend dem Grundsatz: "Die Folge gesetzloser Liebe ist gnadenloser Hass." wird die Allmacht (Qader) Gottes in ihrer Gerechtigkeit mich durch die ungerechte Hand dieser Weltleute bestrafen, wenn ich ihnen meine Sympathie erweise, obwohl sie derer doch gar nicht würdig sind. So denke ich denn, dass ich diese Strafe verdient habe und schweige. Denn als ich während des Ersten Weltkrieges Kommandeur eines Freiwilligenregimentes war, habe ich mich zwei Jahre lang eingesetzt und gekämpft. Ich habe unter dem Befehl vom Enver Pascha und seinem Obersten Kommandanten wertvolle Schüler und Freunde geopfert. Ich wurde verwundet und gefangen. Nach meiner Entlassung aus der Gefangenschaft habe ich mich durch meine "Sechs Schritte (Hutuvat-i Sitte)" und andere, ähnliche Werke in Gefahr gebracht und zu der Zeit, als die Engländer Istanbul besetzt hielten, die Engländer vor den Kopf gestoßen. So habe ich damals denen, die mich heute schikanieren und grundlos gefangen halten, Hilfe geleistet. So lohnen sie mir heute diese meine Hilfe auf diese ihre Weise. All die Strapazen und Schwierigkeiten unter denen ich in russischer

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Gefangenschaft drei Jahre lang gelitten hatte, haben mir hier meine "Freunde" in drei Monaten zugefügt. Denn die Russen haben mir damals, als ich noch Kommandant eines kurdischen Freicorps war und obwohl sie mich als Kosakenmörder und Gefangenenschlächter betrachteten, nicht verboten, Unterricht abzuhalten. So habe ich damals den meisten der neunzig Offiziere, die meine Kriegskameraden waren, Unterricht erteilt. Einmal kam auch der russische Kommandant und hörte mir zu. Weil er kein türkisch verstand, glaubte er, ich gäbe politischen Unterricht. So verbot er mir dies zunächst, erteilte mir aber später doch wieder die Erlaubnis. Auch haben wir noch im selben Winter einen Raum als Moschee hergerichtet. Ich habe dort als Imam gedient. Man hat uns nicht dabei gestört. Man hat Besuche mir nicht untersagt. Eine Nachrichtensperre gab es nicht. Doch meine heutigen "Freunde", obwohl sie doch meine Landsleute und Mitgläubigen sind und Männer, denen im Glauben einen Dienst zu erweisen ich mich bemühe und die doch wissen, dass ich mich nicht für Politik interessiere und um weltliche Angelegenheiten nicht kümmere, haben mich nicht nur drei, nein sechs Jahre lang gefangen gehalten, mich grundlos schikaniert und mir jeden Umgang verboten. Sie haben mir den Unterricht verboten, obwohl meine Papiere in Ordnung sind, ja sogar Privatstunden in meinem eigenen Zimmer untersagt und mich von der Außenwelt abgeschottet. Ja, sie haben mir sogar ungeachtet meiner Urkunden und Diplome meinen Gebetsraum verboten, den ich mir selbst hergerichtet hatte und in dem ich vier Jahre lang Imam gewesen bin. Ja, sie erlaubten mir jetzt noch nicht einmal, den drei Leuten, die meine Glaubensbrüder sind und mit mir eine feste Gemeinschaft bilden, ganz privat Imam zu sein, damit mir der Lohn des Gemeinschaftsdienstes versagt bleibe.

Selbst wenn irgendjemand gegen meinen eigenen Willen etwas Gutes zu mir sagt, wird der Beamte, der mich überwachen soll, blass vor Neid und rot vor Wut und ergreift

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gewissenlos Maßnahmen, um meinen Einfluss zu brechen und schikaniert mich in der Absicht, bei seinen Vorgesetzten besser angeschrieben dazustehen.

Bei wem anders soll also nun ein Mann in meiner Lage vorstellig werden, denn bei Gott dem Gerechten? Wenn der Richter selber zugleich auch der Ankläger ist, bei wem denn soll man da noch seine Klage vorbringen? Komm nun und sprich zu mir, was ich in diesem Falle sagen sollte!? Was du auch sagen magst... ich halte dem entgegen: Es gibt unter diesen meinen Freunden viele Heuchler. Ein Heuchler ist schlimmer als ein Ungläubiger. Darum verursachen sie mir Qualen, die mir die Russen nicht zugefügt haben.

Oh ihr Unglückseligen! Was habe ich euch denn getan oder tue ich denn? Ich erweise euch einen Dienst zur Rettung eures Glaubens und für eure Ewige Glückseligkeit! Mein Dienst war also nicht lauter und rein. Weil ich ihn nicht um Allahs willen verrichtet habe, ist nun eine Gegenreaktion eingetreten. Im Gegenzug kränkt ihr mich nun bei jeder Gelegenheit... Sicherlich werden wir uns vor dem Großen Gericht wieder sehen!...

حَسْبُناَ اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ٭ نِعْمَ الْمَوْلٰى وَ نِعْمَ النَّصِيرُ

{"Es genügt uns Allah und Er ist unser bester Anwalt (vakil), unser bester Herr (maula) und unser bester Helfer (nasir)."}

sage ich!

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist Er, der bleibt und besteht."}

Said Nursi
— 805 —

Meine lieben, treuen Brüder!

Den in das Elend des Kerkers gestürzten und denen, die ihnen von Außen kommend in Güte und Treue Nahrung und Hilfe bringen und denen, die sie bewachen, möchte ich "Drei Punkte" zu ihrem besonderen Trost erklären.

Erster Punkt:

Die im Kerker verbrachten Tage des Lebens können für den, der jeden Tag verdienstvoll zu gestalten vermag, je zu zehn Tagen Anbetung werden, und wer die vergänglichen Stunden umzuwandeln versteht, dem werden sie in ihren Früchten zu bleibenden Stunden für die Seele und er kann sich in diesen fünf oder zehn Jahren Strafe vor Millionen Jahren einer ewigen Kerkerhaft retten. So besteht denn die Bedingung dafür, diesen so großen und so wertvollen Gewinn zu erwerben darin, dass man das Gebet verrichtet, die Sünden bereut, welche die Ursache dieser Gefängnisstrafe waren, und in Geduld Dank sagt. Das Gefängnis ist ja schon ein Hindernis gegenüber so vielen Sünden und lässt eine Gelegenheit dazu nicht entstehen.

Zweiter Punkt:

Das Ende einer Freude ist ein Schmerz, so wie das Ende eines Schmerzes Freude ist. Jeder, der sich vergangener, froher und freudiger Tage erinnert, verspürt im Seufzen seiner Seele einen Schmerz über den Verlust und sagt: "Oh, weh!". Wenn er sich seiner vergangenen unglücklichen, leidvollen Tage erinnert, verspürt er über ihrem Entschwinden eine Freude in seiner Seele, sodass er sagt: "Elhamdulillah, dieses Unglück hat einen Verdienst mit sich gebracht und ist vorübergegangen." Freudig atmet er auf. Das heißt also, dass eine Stunde vorübergehender Schmerzen in der Seele eine geistige Freude hinterlässt und eine frohe Stunde im Gegenteil einen Schmerz zurücklässt.

Da dies nun einmal eine Tatsache ist und da nun einmal die Stunden eines vergangenen Unglücks zusammen mit ihren Schmerzen entschwunden und in Nichts zerronnen sind und die Tage künftigen Unheils ein Nichts und nicht

— 806 —

vorhanden sind und es im Nichts keinen Schmerz gibt und ein Schmerz aus dem Nichtsein nicht kommen kann, so wäre es doch sicherlich ein Irrsinn, wenn zum Beispiel jemand, aus der Möglichkeit heraus in einigen Tagen Hunger und Durst zu leiden, heute schon in dieser Vorstellung fort und fort Brot äße und Wasser tränke, was doch sicherlich ein Irrsinn wäre, in gleicher Weise, wollte er jetzt schon an die Stunden vergangener und kommender Schmerzen, die nicht mehr oder noch nicht da sind, denken und sich ungeduldig zeigen, die Fehler seiner Seele außer Acht lassen, stattdessen aber "Ach und Weh!" seufzen, und Gott deswegen anklagen.

Verausgabt man nicht die Kraft seiner Geduld nach rechts und links, das heißt für Vergangenes und Zukünftiges, bewahrt sie stattdessen für die gegenwärtige Stunde und den heutigen Tag, so genügt das. Das Unbehagen geht von zehn auf eins zurück. Wenn ich mich auch keineswegs darüber beklagen will, so hat mir doch in dieser dritten Schule des ägyptischen Josef, nach einigen Tagen im Unglück meiner körperlichen und geistigen Bedrängnis und Krankheit, besonders der Verzweiflung darüber, dass man mir den Dienst an der Risale-i Nur unmöglich gemacht hat, und der zermürbenden Unruhe in meinem Herzen und in meiner Seele die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) diese obige Wahrheit aufgezeigt. Auch ich bin in der Plage meiner Krankheit und meiner Gefangenschaft zufrieden, denn: "Für den, der so wie ich, hilflos an der Schwelle zum Grabe eine Stunde in Gottvergessenheit vorübergehen lassen könnte, ist es ein großer Gewinn, daraus zehn Stunden der Anbetung zu machen." habe ich gesagt und dafür gedankt.

Dritter Punkt:

Den Gefangenen in Liebe zu helfen und zu dienen, ihnen den notwendigen Lebensunterhalt zukommen zu lassen, die Wunden und Schmerzen ihrer Seele mit dem Balsam der Tröstung zu lindern, ist mit wenig Mühe eine verdienstvolle Handlung und ihnen die Speisen zu reichen, die ihnen von außen gebracht werden,

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wird diesen Wächtern und denen, die innerhalb wie außerhalb mit den Wächtern zusammenarbeiten, einem Almosen (sadaqa) gleich, in das Buch ihrer guten Werke eingetragen. Ist insbesondere der Unglückliche noch dazu alt oder krank oder arm oder ein Fremdling, so vermehrt sich noch beträchtlich der Lohn (sevab) solcher wohltätigen, einem Almosen gleichenden Handlungen.

So ist die Bedingung für ein so hohes Verdienst die Verrichtung der vorgeschriebenen Gebete, damit dieser Dienst um Gottes Willen (lillah) sein solle. Zudem ist es noch eine Bedingung, in Treue (sadaqat), mit Liebe (shefqat) und Freude, ohne einen Dank zu erwarten, zu einer solchen Hilfeleistung zu eilen.

Eine kurze Anmerkung zu dem "Wegweiser für die Jugend"
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen Gottes, des Hochgelobten."}

Der wahre Trost aus der Risale-i Nur ist für die Gefangenen unbedingt notwendig. Insbesondere brauchen diejenigen, die der Schlag des Schicksals wegen ihres jugendlichen Leichtsinnes getroffen hat, und die nun den Lenz ihres Lebens im Gefängnis verbringen, die "Lichter" so sehr wie das Brot.

Das junge Blut hört in der Tat mehr auf seine Gefühle als auf den Verstand. Doch Wünsche und Gefühle sind blind. Sie sehen die Folgen nicht. Ihre Vorliebe gilt dem Dirhem (3g) voll Lust im Hier und Jetzt, nicht dem Batman (8kg) voll Lust im Dort und Danach. Sie töten voll Lust in einer Minute der Rache und erleiden sodann 80.000 Stunden Gefangenschaft. Und im Rausch einer Stunde zerstören Ausschweifungen dort, wo es um die Ehre geht, mit Tausenden von Tagen im Gefängnis,

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mit Kummer und Sorgen und der Angst vor den Feinden das Glück eines Lebens.

Angesichts alles dessen haben unerfahrene junge Leute so vielgestaltige Abgründe vor sich, welche alle Süßigkeit des Lebens in Bitterkeit und Bedauern verwandeln und besonders im Norden gibt es ein großes Land, das über die Jugend und ihre Leidenschaften bestimmt und mit seinen Stürmen unser Zeitalter erschüttert. Denn es sieht die sittenreinen Töchter und ehrenhaften Frauen der Menschen für junge Leute, die blind in ihren Gefühlen die Folgen nicht sehen, als erlaubt an. Ja dadurch, dass es den Männern und Frauen erlaubt ist, nackt zusammen ins Bad zu gehen, fördert es sogar noch diese Unzucht. Zudem betrachtet es das Gut der Reichen für Gauner und arme Leute als erlaubt, sodass alle Menschen vor einer derartigen Katastrophe erzittern.

Also ist es in unserem Jahrhundert für die islamische Jugend allgemein und besonders für die türkische dringend notwendig, dass sie dieser Gefahr, die ihr von beiden Seiten droht, mutig und standhaft mit dem scharfen Schwert der Risale-i Nur, nämlich mit der Risale "Früchte" und "Wegweiser für die Jugend" entgegentritt. Anderenfalls wird diese Jugend in ihrer Unerfahrenheit ihre Zukunft sowohl in dieser Welt und das Glück ihres Lebens, als auch die jenseitige Glückseligkeit und das ewige Leben in Schmerzen und Qualen verwandeln und zu Grunde richten, sich durch Missbrauch und Ausschweifung ins Krankenhaus und durch Gesetzlosigkeit ins Gefängnis bringen. In ihrem Alter wird sie dann mit Seufzen und Wehklagen viel zu bedauern haben. Wenn sie sich jedoch durch die qur'anische Bildung und die lichtvolle Botschaft zu bewahren weiß, wird sie zu einer so starken und mutigen Jugend heranreifen, zu vollkommenen Menschen und glücklichen Muslimen werden, welche Königen gleichen über die Tiere und alles, was da lebt.

Wenn ein junger Mann nur eine einzige von vierundzwanzig Stunden seines Lebens täglich im Gefängnis für

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das fünfmalige Gebet aufwendet, und wenn er, da das Gefängnis ihn sehr häufig daran hindert, zu sündigen, auch den Fehler bereut, der ihn in dieses Unglück gestürzt hat, und sich von den übrigen Sünden zurückhält, die ihm Schaden und Leiden bringen, wird er daraus einen großen Nutzen sowohl für sein Leben, als auch für seine Zukunft, als auch für sein Land, als auch für sein Volk, als auch für seine Familie ziehen und sich in diesen zehn, fünfzehn vergänglichen Jahren seines jungen Lebens eine ewige strahlende Jugendzeit verdienen, so wie uns das vor allem der Qur'an, ein Wunder der Verkündigung, und alle die Heiligen Bücher und Offenbarungsschriften zuverlässig berichten und verkündigen.

Dankt er für seine Jugendzeit, dieses schöne Gnadengeschenk (nimet), in Geradlinigkeit (istikamet) und im Gehorsam, wird er durch sie in der Tat wachsen und reifen, sie wird ihm für die Dauer und zur Freude sein. Anderenfalls wird sie ihm sowohl Unglück bringen, als auch in Schmerzen, Leiden und Albträumen, die sie ihm verursacht, vergehen. Sie wird ihm zu einer Ursache, zu einem Haderlumpen werden, der sowohl seinen Verwandten, als auch seinem Volk und Land Schaden bringt.

Einem Gefangenen, der zu Unrecht eingesperrt wurde, vorausgesetzt, er verrichtet seine Gebete, wird jede Stunde zu einem Tag der Anbetung und das Gefängnis gilt ihm als Einkehrhaus, den Höhlen gleich, in die sich in alter Zeit die Einsiedler, denen gleich auch er zu den Frommen gezählt werden darf, zum Gebet zurückzogen.

Jemandem, der arm, alt und krank ist und sich an den Glaubenswahrheiten begeistert und dabei seine Gebete verrichtet und bereut, wird jede Stunde einer zwanzigstündigen Anbetung gleich und das Gefängnis gilt ihm als ein Erholungsheim, und seinen Freunden, die ihn mit Güte (muhabbet) umgeben, als ein Haus, in dem man sich begegnet, ein Haus, in dem man Bildung erwirbt und ein Haus, in dem man Erfahrungen austauscht. Während seines Aufenthaltes im Gefängnis vermag er die Freiheit, frei von aller Verunsicherung

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und den Verlockungen der Sünde draußen, weit mehr zu genießen. Im Gefängnis vervollständigt sich seine Bildung. Zum Zeitpunkt seiner Entlassung wird er dann nicht mehr als ein Mörder, als ein Rächer hinausgehen, sondern als ein Mann, der bereut hat, der erfahren, gebildet und ein nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft geworden ist.

Im Gefängnis in Denizli haben einige dort zuständige Persönlichkeiten, nachdem sie gesehen hatten, wie Menschen, welche aus den "Lichtern" die Unterweisung in gutem Benehmen auf wunderbare Weise in kurzer Zeit in sich aufgenommen haben, gesagt: "Anstatt sie fünfzehn Jahre zur Züchtigung ins Gefängnis zu werfen, hätte man sie besser fünfzehn Wochen lang in der Risale-i Nur unterweisen sollen. Das hätte sie viel mehr gebessert."

Der Tod stirbt nun einmal nicht und die Todesstunde ist unbekannt. Sie kann jederzeit kommen. Das Grab wird nun einmal nicht verschlossen. Schar um Schar steigt hinab und entschwindet. Der Tod ist nun einmal für die Leute des Glaubens die Umwandlung einer Verurteilung, auf ewig verloren zu sein, in den Bescheid ihrer Entlassung, wie dies nach der Lehre des Qur'an aufgezeigt wird, während er für die Leute des Irrweges und der Ausschweifung in deren Augen nichts als einen Verlust und Verlorenheit auf ewig bedeutet, eine ewige Trennung von Allem, was da war und lebte und ihnen teuer war. Es besteht bestimmt und ganz bestimmt kein Zweifel daran, dass der Glücklichste derjenige ist, der dankt in Geduld und die Zeit seiner Inhaftierung dazu nutzt, Unterricht in den "Lichtern" zu nehmen und sich im vorgegebenen Rahmen der Rechtmäßigkeit darum bemüht, dem Glauben und dem Qur'an zu dienen.

Oh Mensch, der du dem Vergnügen und dem Genuss verhaftet bist! Mir ist in meinem fünfundsiebzigsten Lebensjahr durch Tausende von Erfahrungen, Zeugnisse und Erlebnisse mit augenscheinlicher Sicherheit (ayne l-yaqien) klar geworden: Wahren Genuss, Freude ohne Schmerz, Lust

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ohne Leid und das Glück im Leben findet man nur, wenn man es im Glauben und im Lichte der Glaubenswahrheiten betrachtet; wenn nicht, hat ein irdischer Genuss viele Schmerzen zur Folge. Es ist, als ob man für eine Traube, die man isst, zehn Ohrfeigen erhielte, was einem den Genuss im Leben vergällt.

Oh ihr Armen, die ihr ins Unglück des Kerkers gestürzt worden seid! Da euch nun einmal die Welt weint und euch das Leben bitter geworden ist, müsst ihr euch nun darum bemühen, dass euch nicht auch noch das Jenseits weint, sondern euch ein ewiges Leben lächelt, es euch süß werde, und ihr so aus eurem Kerker einen Nutzen zieht. So wie angesichts des Feindes eine Stunde Wache unter schwierigen Umständen manchmal einem Jahr Anbetung gleich gewertet wird, genauso wird für euch unter diesen schwierigen Bedingungen jede Stunde, die ihr euch um das Gebet bemüht, vielen Stunden gleich und eure Mühen (zahmet) wenden sich in Erbarmen (rahmet).

Meine lieben, getreuen Brüder!

Ich möchte euch nicht mein Beileid aussprechen, sondern euch gratulieren, da uns Göttliches Vorauswissen (qader-i Ilahi) um Seiner Weisheit willen in diese dritte Schule Josefs

{dem Gefängnis entsprechend, in das auch Josef von Ägypten geworfen worden war. (A.d.Ü.)}

geführt und uns hier eine Art Versorgung (rizq) zu essen gegeben hat. Diese unsere Versorgung hat uns hierher zusammengeführt. Und da wir nun einmal das Geheimnis der Ayah

عَسٰى أَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَ هُوَ خَيْرٌ لَكُمْ

{"Es könnte doch sein, dass ihr etwas verabscheut, was eigentlich gut für euch ist." (Sure 2, 216)}

— 812 —

durch die Güte Gottes (sirrina inayet-i Ilahiye) mit Sicherheit erfahren haben, und da nun einmal in dieser Schule Josefs unsere neuen Brüder der Tröstungen der (Risale) -i Nur mehr bedürfen und auch die Juristen und Justizbeamten der Grundsätze und der übrigen heiligen Gesetze mehr bedürfen als andere Beamte, und da nun einmal all die vielen Kopien der (Risale) -i Nur eure Aufgaben draußen wahrnehmen und weiterhin (alle Herzen) erobern, und da hier nun einmal jede Stunde, die vorüber (fani) geht, den Stunden einer Ewigen (baqi) Anbetung gleicht, müssen wir dieses Geschehnis - wegen der obigen Gründe - in vollkommener Geduld und mit Fassung, freudig entgegennehmen. Ich wiederhole euch hier noch einmal all diese kurzen Briefe, die ich euch schon einmal zu eurem Trost aus dem Gefängnis zu Denizli geschrieben habe. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass euch auch diese wahrheitsgemäßen Gedanken trösten werden.

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Ich bin unendlich dankbar, dass unter den Muftis, Predigern, Imamen und Hodjas wahrhaft große Geister aufgestanden sind, welche die wahren Eigentümer der Risale-i Nur sind. Bisher waren es Jugendliche, Gebildete und Gelehrte, die bereit waren, für die (Risale)-i Nur Opfer zu bringen. Tausendmal sei Gott dafür gepriesen (barekallah), dass Edhem und all die Ibrahims und die Ali Osmans den Leuten der Medresse alle Ehre gemacht und ihre Furchtsamkeit in Mut umgewandelt haben.

Zweitens:

Sie sollten sich wegen dieses Vorfalls nicht beunruhigen, der sich aufgrund ihrer aufrichtigen Einsatzfreude und Begeisterung ereignet hat. Denn (dazu, dass sie nun) ins Gefängnis von Denizli

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(geworfen wurden, kann man nun) diejenigen, die sich so unbedacht verhalten hatten - in Anbetracht der Konsequenzen - eigentlich nur noch beglückwünschen. Ihre Schwierigkeiten waren nur gering, der geistige Gewinn dagegen sehr groß. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass diese dritte Schule Josefs nicht hinter der zweiten zurückstehen wird.

Drittens:

Da im Grade unserer Mühen und Plagen auch unser Lohn wächst, sollten wir auch für diese rauen Verhältnisse dankbar sein. Wir sollten uns darum bemühen, unsere Aufgaben, die wir im Glauben (iman) haben, als unsere Pflicht (vazifah) aufrichtig (ikhlas) zu erfüllen. Da Erfolg und gute Ergebnisse zum Aufgabenbereich Gottes (vazife-i Ilahiye) gehören, sollten wir uns nicht weiter darum kümmern, sie zu erlangen.

خَيْرُ الْاُمُورِ اَحْمَزُهَا

{"Die besten Dinge sind zugleich auch die schwierigsten."}

So sollten wir sagen und geduldig angesichts aller Schwierigkeiten in diesem Noviziat unseren Dank darbringen. Dabei sollten wir verstehen, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass unsere Bemühungen angenommen worden sind und zugleich auch ein Hinweis darauf, dass wir nun das Abschlusszeugnis (shehadah) für unser heiliges Bemühen (qudsi müdjahede) in Empfang nehmen werden.

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Eine vorzugsweise an den Direktor und das Gremium des Gefängnisses gerichtete, scheinbar belanglose, aber für mich sehr wichtige Petition

Nachdem ich zweiundzwanzig Jahre meines Lebens in völliger Isolation verbracht habe, verträgt mein Körper nun in seinem fünfundsiebzigsten Jahr keine Injektionen mehr. So hat man mich in der Tat vor langer Zeit einmal geimpft, demzufolge (eine Wunde) nun seit zwanzig Jahren forteitert. Es ist geradezu eine chronische Vergiftung daraus geworden. Zwei Ärzte in Emirdagh und auch meine Freunde wissen das. Auch in Denizli hat man mich vor vier Jahren zusammen mit allen Gefangenen geimpft. Obwohl das keinem von ihnen geschadet hat, hat es mich doch für zwanzig Tage krank werden lassen. Göttliche Vorsorge (hifdh-i Ilahi) hat mich davor bewahrt, ins Krankenhaus gehen zu müssen, was für mich gefährlich gewesen wäre. Es ist absolut sicher, dass mein Körper derartige Impfungen nicht verträgt. Meine Entschuldigung diesbezüglich ist durchaus von Gewicht. Da ich zudem in meinem Alter von fünfundsiebzig Jahren ganz besonders schwach bin, vertrage ich nur noch Injektionen für ein zehn Jahre altes Kind. Da ich zudem noch ständig in völliger Isolationshaft lebe, komme ich auch mit niemandem in Kontakt. Zudem hat mir der Gouverneur von Emirdagh erst vor einem Monat zwei Ärzte geschickt, die mich gründlich untersucht haben. Sie haben bei mir keine Spuren einer ansteckenden Krankheit finden können. Auch konnten sie außer (den Folgen einer jahrelangen) Isolationshaft und einer extremen Schwäche (infolge) meines Alters und einer Versteifung meiner Rückenmuskulatur (Lumbago) keine weiteren Krankheiten finden. (Das heißt also), das mein (derzeitiger) Zustand keine weiteren Impfungen mehr notwendig macht.

Außerdem habe ich noch eine weitere große Bitte: Bringt mich nicht ins Krankenhaus! Zwingt mich nicht in

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eine Lage, die ich in meinem ganzen Leben, besonders aber in diesen zweiundzwanzig Jahren Isolationshaft niemals ertragen hätte, nämlich unter die Oberaufsicht einer Krankenschwester zu geraten, die ich noch nicht einmal kenne. Ich beginne zwar in letzter Zeit, mir meinen Weg ins Grab als geradezu angenehm vorzustellen, doch noch ziehe ich um der Menschlichkeit willen, die ich hier erfahren habe, mit Rücksicht auf die Verwaltung dieses Gefängnisses und weil doch meine Mitgefangenen des Trostes (durch die (Risale)-i Nur) bedürfen, das Gefängnis dem Grabe vor.

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Macht euch keine Sorgen, wenn ich einmal schlecht behandelt werde oder man mich verachtet, denn sie können in der Risale-i Nur keinen Fehler finden. So richtet sich denn ersatzweise ihre Wut gegen meine Wenigkeit und all die vielen Fehler meiner Person. Ich nehme es in Kauf. Ich bin an das gebunden, was ich aus der Risale-i Nur gelernt habe. Und müsste ich selbst noch tausendmal mehr (ertragen), darf ich mich dennoch rühmen, wenn ich auch für das, was der Sicherheit (selamet) der Risale-i Nur (dient, an ihrer Stelle) Leiden, Unglück und Beleidigungen erdulden muss, und bin ich dankbar, dass ihre Ehre (unangetastet bleibt). Ihr solltet mich also in dieser Hinsicht nicht bedauern.

Zweitens:

Diese ausgedehnte, so heftige und gnadenlose Verfolgungs- und Verhaftungswelle hat sich nun im Verhältnis eins zu zwanzig abgeschwächt. Anstelle von Tausenden meiner besten (Schüler) hat man nur einige wenige und anstelle von Hunderttausenden von interessierten (Leuten) nur eine begrenzte Anzahl neuer Gefährten mitgenommen. Das heißt also, dass durch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) die Anzahl der Verhaftungen sehr gering geworden ist.

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Drittens:

Durch die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) hat sich der vorige Gouverneur (Vali), der zwei Jahre lang Pläne gegen uns geschmiedet hatte, aus dem Staub gemacht und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch der Minister des Inneren, dem man besonders starke Verdächtigungen gegen uns zugespielt hatte, diese fürchterlichen Angriffe gegen uns sehr, sehr abgeschwächt hat, dank dessen, dass er aus der gleichen Provinz stammt und die Familie, aus der er hervorgegangen, religiös ist. Seid also nicht verzweifelt oder beunruhigt.

Viertens:

Sehr viele Ereignisse und Erfahrungen (zeigen) mit völliger Sicherheit, dass, wenn die Risale-i Nur weint, entweder die Erde zittert oder auch der Himmel weint. Wie wir es oft genug mit eigenen Augen gesehen und teilweise auch vor Gericht bewiesen haben: wenn der Winter zu Beginn gleich dem Sommer auf unvergleichliche Weise lächelte, fiel dies zusammen mit einem Lächeln der Risale-i Nur, wenn sie heimlich mit der Maschine vervielfältigt wurde, und wenn sie weinte, wenn es zu einem Stillstand und überall zu Durchsuchungen und Beschlagnahmungen kam, fiel dies zusammen mit einem plötzlichen fürchterlichen Zorn und der Winter weinte. Ich nehme an, dass dies ein machtvolles Zeichen dafür ist, dass die Risale-i Nur ein großes strahlendes Wunder des Qur'an in unserer Zeit ist und dass die Erde und das All damit verbunden sind.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Heute schoss mir plötzlich der Gedanke durch den Kopf, dass ich diejenigen, die durch Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi) und Seine bestimmende Führung (kismet) in diese Schule (medresse) und dadurch in Kontakt mit der (Risale)-i Nur gekommen sind, eigentlich dazu beglückwünschen sollte, statt sie zu bedauern. Denn von den meisten (von denen, die hier unter uns sind) hat

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jeder einzelne zwanzig, dreißig, ja vielleicht hundert Jahre (bekommen). (Die übrigen) sind anstelle von tausend unschuldigen Brüdern (hierher gekommen) und haben sie so gewissermaßen vor dieser Mühsal bewahrt. Zudem setzt sich auch durch die (Risale)-i Nur euer Dienst am Glauben fort, sodass jeder einzelne in kurzer Zeit einen großen Dienst verrichtet... Manche von ihnen versehen in zehn Jahren das Werk von hundert Jahren. Zudem befinden sie sich in dieser neuen Schule Josefs wie in einer Art Prüfung und sind, um an diesen allumfassenden und weitreichenden Zielen aktiv Anteil zu nehmen, in diesen mühevollen Kampf eingetreten. Auch treffen sie sich ohne alle Schwierigkeiten mit ihren aufrichtigen, getreuen Brüdern, nach denen sie sich so sehr gesehnt haben und es wird ein angenehmer Unterricht (ders) in gegenseitigem Geben und Nehmen. Da sich zudem in dieser Welt (dunya) die Ruhepausen nicht fortsetzen und ins Nichts führen, sollte man sicher Leute, die mit so wenig Mühe einen so hohen Gewinn erzielen, nur noch dazu beglückwünschen.

Meine Brüder, diese weitläufigen Angriffe sind sicherlich gegen die Verbreitung der Risale-i Nur gerichtet. Man muss jedoch dabei verstehen, dass die Risale-i Nur, je mehr sie angegriffen wird, umso glänzender erstrahlt, sich ihr Unterrichtskreis erweitert und sie so an Bedeutung gewinnt. Sie kann nicht besiegt werden, sondern wird nur durch den Vorhang eines سِرّاً تَنَوَّرَتْ {"Geheimnisvollen Leuchtens"} verhüllt.

Aus diesem Grund haben sie ihre Taktik geändert und greifen die (Risale)-i Nur nicht mehr öffentlich an. Da aber wir unter den (Flügeln der Göttlichen) Gnade (inayet) behütet sind, sollten wir sicherlich in vollkommener Geduld unseren Dank erweisen.

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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Es ist nun notwendig geworden, über meine beiden (besonders) merkwürdigen, bzw. feinfühligen (latif) Zustände (hal) zu sprechen.

Erstens:

Hier in meiner vollständigen Isolation, wo es mir unmöglich gemacht wird, mich frei mit Brüdern gleich euch, die ich euch doch mehr als mein Leben liebe, zu treffen, wurde mir in meinem Herzen eingegeben, dass sich (gerade darin) eine Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye), ein Sinn und Nutzen finden lässt. Denn zahlreiche unserer Mitbrüder haben fünfzig Lira ausgegeben, um mich zu sehen. Sie sind nach Emirdagh gekommen, für fünfzig Minuten, manche für zehn Minuten, manche sind wieder abgereist ohne mich gesehen zu haben. Sie werden sich selbst dazu gebracht haben, dass man sie, und zwar jeden von ihnen unter einem anderen Vorwand, hier in diese Schule Josefs werfen wird. Doch selbst wenn es mir in der wenigen, mir zur Verfügung stehenden Zeit und bei meiner geistigen Verfassung hier in meinem Einsiedlerdasein noch möglich wäre, würde es mir der Dienst an der (Risale)-i Nur nicht erlauben, mich noch länger mit meinen opferbereiten Freunden zu unterhalten (sohbet).

Zweitens:

Einen berühmten Gelehrten haben einmal (andere), die auch während des Krieges in den Kampf (djihad) gezogen waren, an verschiedenen Fronten erblickt und zu ihm gesagt... Er aber antwortete ihnen: "Um mir die Möglichkeit zu geben, Verdienste zu sammeln und den Gläubigen (die Möglichkeit zu geben), aus meinem Unterricht (ders) ihren Nutzen zu ziehen, haben einige Heilige meine Gestalt angenommen, um an meiner Stelle ihr Werk zu verrichten." Auf genau die gleiche Weise hat man sogar offiziell Bericht erstattet, dass man mich in den Moscheen von Denizli erblickt hat und den Direktor und

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das Wachpersonal darüber informiert. Und einige fragten ganz alarmiert: "Wer hat ihm denn die Gefängnistore geöffnet?!" Genau das Gleiche ist auch hier geschehen. Doch statt meiner so fehlerhaften und völlig unbedeutenden Person auch nur ein ganz kleines Wunder zuzuschreiben, bewirkt der Band "Das Siegel (der Bestätigung) des Verborgenen", das die Wunder der Risale-i Nur aufzeigt und beweist, hundert-, ja sogar tausendmal mehr, dass (die Leute) Vertrauen in die (Risale)-i Nur gewinnen und setzt seine Unterschrift unter deren Annahme. Besonders die opferbereiten Schüler der Risale-i Nur setzen mit ihrer wahrhaft wunderbaren Gesinnung und mit ihrer Schreibfeder ihre Unterschrift unter deren Annahme.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Macht euch keine Sorgen um mich! Ich bin schon froh und glücklich und zufrieden, wenn wir miteinander in dem gleichen Gebäude sind.

Jetzt ist es unsere Aufgabe: eine Kopie meiner Verteidigungsschrift soll nach Isparta gesandt werden. Soweit möglich sollte man zwanzig Kopien sowohl mit den neuen Buchstaben (abtippen) als auch mit den alten Buchstaben mit der Maschine vervielfältigen. Man sollte sie sogar dem Staatsanwalt dort zeigen. Eine Kopie sollte unserem Verteidiger persönlich überreicht werden, eine weitere Kopie sollte dem Gefängnisdirektor gegeben werden, damit er sie dem Rechtsanwalt (vekil) in diesem Prozess übergebe. Auch sollte sie an die Behörde in Ankara geschickt werden, und zwar mit den neuen Buchstaben wie auch mit den alten Buchstaben, sowie wir das auch schon in Denizli getan haben. Soweit möglich sollte man fünf Kopien für die (noch weiteren) Behörden (falls nötig) bereithalten.

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Denn die beschlagnahmten Exemplare (die wir bereits an verschiedene) Behörden, insbesondere an die Untersuchungskommission des Amtes für religiöse Angelegenheiten verschickt hatten, waren noch mit den alten Buchstaben geschrieben. Sagt auch unserem Verteidiger (vekil) Ahmed Bey, er solle doch, wenn er meine Verteidigung mit der Maschine abtippt, ganz besonders darauf achten, dass sie korrekt (geschrieben ist). Denn meine Ausdrucksweise gleicht nicht der anderer (Leute). Denn ein einziger (verkehrter) Buchstabe oder ein (falsch gesetztes) Komma kann bereits den Sachverhalt verändern oder die Bedeutung verfälschen. Zudem solltet ihr die beiden Schreibmaschinen, falls ihr dafür keine Genehmigung erhaltet, wieder zurückbringen. Seid auch nicht (unnötig) aufgeregt oder besorgt und verzweifelt nicht! Mit dem Geheimnis (sirr) der Ayah

اِنَّ مَعَ الْعُسْرِ يُسْرًا

{"Siehe, mit den Schwierigkeiten kommt zugleich auch die Hilfe." (Sure 94, 6)}

Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass uns die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) rasch zu Hilfe eile!

Meine lieben, getreuen Brüder!

Die Risale-i Nur trifft sich an meiner Stelle mit euch und erteilt den neuen Brüdern, die sich nach Unterricht sehnen, einen sehr schönen Unterricht. Wir haben durch Erfahrung gelernt, dass mit der Risale-i Nur sich zu beschäftigen, indem man sie entweder liest oder vorliest, oder sie abschreibt, bringt Freude in das Herz, den Geist zur Ruhe, Versorgung (rizq) in Fülle und Gesundheit für den Körper. Nun ist uns (ein Mann) geschenkt worden, der, wie Husrev, zu Opfern für die (Risale)-i Nur bereit ist.

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Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass auch diese Schule Josefs ein gesegneter Unterrichtsraum (dershane) als Teil der Medresetu-z'Zehra werden wird. Bis jetzt hatte ich Husrev noch nicht den Weltleuten vorgestellt. Ich hatte ihn vielmehr verborgen gehalten. Doch die Sammlungen, die bisher herausgekommen sind, haben ihn den Politikern deutlich genug zu erkennen gegeben. Und nichts konnte noch verborgen bleiben. Ich habe daher zwei, drei seiner Dienste meinen mir besonders nahe stehenden Brüdern gezeigt. Nun brauchen weder ich noch er das noch länger zu verheimlichen. Falls notwendig wird also nun die ganze Wahrheit ans Licht kommen. Doch jetzt sind hier unter denen, die die Wahrheit hören wollen, zwei fürchterliche, halsstarrige (Kerle) aufgetreten, sowohl atheistisch als auch kommunistisch gesinnt, der eine von ihnen bereits in Emirdagh bekannt geworden, der andere erst hier. Sie versuchen mit besonderer Raffinesse, die Beamten vor uns zu warnen und uns zu verleumden. Deshalb müssen wir jetzt ganz besonders vorsichtig sein, uns nicht aufregen und im Vertrauen auf Gottes Gnade (inayet-i Ilahiye) und Seine Hilfe abwarten.

Oh meine Mitgefangenen und Brüder im Glauben!

Um euch sowohl vor den Qualen in dieser Welt als auch vor den Qualen in jener zu erretten, ist mir in meinem Herzen eine Ermahnung zuteil geworden, euch die folgende Wahrheit zu erklären:

Beispiel: Es habe jemand eines anderen Bruder oder Verwandten getötet. Diese eine Minute der Befriedigung seiner Rachegelüste durch einen Mord zieht sowohl Millionen von Minuten in Herzensqualen als auch eine Gefängnisstrafe nach sich. Zudem sind die Verwandten des Ermordeten durch Rachegedanken und Vorstellungen,

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die ständig um ihre Feinde kreisen, um den Reiz des Daseins gebracht und haben ihre Freude am Leben verloren. So leiden sie einerseits unter Furcht und andererseits quälen sie sich noch in ihrem Zorn. Dagegen gibt es nur ein Mittel und das heißt: Dem Befehl des Qur'an entsprechend und so wie es Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit, das Wohl (maslahat) und menschlich wie islamisch richtiges Verhalten empfiehlt und erfordert, Frieden zu schließen und sich zu versöhnen.

Wahrhaftigkeit (haqiqat) und Wohlverhalten (maslahat) bedeuten in der Tat den Frieden. Denn es gibt nur eine Todesstunde (edjel) und die verschiebt sich nicht. Jener Ermordete hätte in jedem Falle nicht länger als bis zum Eintritt seiner Todesstunde verweilen können. Was aber den Mörder betrifft, so ist er zu einem Werkzeug göttlicher Vorausschau (qadha-i Ilahiye) geworden. Wo es keine Versöhnung gibt, leiden beide Seiten ständig unter der Geißel der Blutrache und der Furcht vor ihr. Darum befiehlt der islamische Glaube: "Mehr als drei Tage soll ein Gläubiger einem anderen Gläubigen nicht zürnen."

Besonders aber dann, wenn dieser Mord nicht die Folge einer Feindschaft oder hasserfüllter Rachegedanken war, wenn jemand als ein Werkzeug der Zwietracht dazu aufgehetzt hatte, ist es dringend notwendig, sich rasch wieder zu versöhnen, sonst wird aus dem Unglück eines Einzelnen eine allgemeine Tragödie und setzt sich so fort. Schließt man aber miteinander Frieden und bereut der Mörder seine Tat und betet immer wieder für sein Opfer, dann werden beide Seiten ein hohes Verdienst erwerben und einander wie Brüder werden.

So gewinnt man im Glauben gleich mehrere Brüder anstelle des einen dahingeschiedenen. Dort wo man sich der göttlichen Vorausschau (qader-i Ilahiye) anvertraut, sich in das Geschehene und in den Willen Gottes (qadha) ergibt, seinem Feinde verzeiht, dort wird man, da alle nun einmal die Lektionen aus der Risale-i Nur gehört haben, sicherlich auch jeglichen Groll untereinander aufgeben, was ja das Wohlverhalten (maslahat) des Einzelnen und die Befriedung aller, als auch

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die Brüderlichkeit nach der Lehre der "Lichter" erfordert.

Ebenso wie alle Gefangenen im Gefängnis von Denizli, die einander Feinde waren, durch die Unterweisungen der "Lichter" einander Brüder geworden sind und dies auch zu einem Grund für unseren Freispruch geworden ist und dies alle (ja sogar die Gottlosen und die Schurken) dazu gebracht hat, angesichts der Gefangenen "Mashaallah, Barekallah" zu sagen und alle Gefangenen wieder aufatmen durften,

{Die miteinander verfeindeten Gefangenen hatten es bis dahin aus Angst und Misstrauen gegeneinander verhindert, miteinander in den Hof zu gehen. Der hier verwendete türkische Ausdruck bedeutet sowohl "aufatmen" als auch "Luft schöpfen, Pause machen". (A.d.Ü.)}

habe auch ich gesehen: Wegen eines einzigen Menschen mussten hundert Menschen leiden und konnten nicht miteinander zur Pause gehen. Sie wurden unter Druck gesetzt. Ein Gläubiger, der ein Mann ist und ein Gewissen hat, wird nicht wegen kleiner, persönlicher Misshelligkeiten oder Vorteile hundert andere leiden lassen. Hat er einen Fehler begangen, soll er schnell um Vergebung bitten.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Ich beglückwünsche (tebrik) euch und mich selbst zu (unserer Arbeit an) der Risale-i Nur mit der kostbaren Nachricht von Husrev, Hifsi und Bartinli Seyyid und bringe euch eine frohe Kunde. Pilger (Haddj) haben dieses Jahr in der Tat berichtet, dass, sowie sich bereits in Mekka große Gelehrte darum bemüht haben, die machtvollen Bände der

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(Risale)-i Nur ins Arabische und ins Hindi zu übersetzen und herauszugeben, nun auch in Medina (Munauvverah) so viel Anerkennung gefunden haben, dass sie sie an der "Grabstatt des Glückseligen vom lauteren Garten (Rauda-i Mutahhara'nin Makber-i Saadet-i)"

{der als "Paradies" bezeichnete Platz an dem der Prophet gebetet hat und der, wo er begraben wurde. (A.d.Ü.)}

angehängt haben. Haddji Seyyid hat mit seinen eigenen Augen den Band "Der Stab Mosis" am Grabe des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, gesehen. Das heißt, dass er die Anerkennung des Propheten erlangt hat und bei Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, einen Platz seines Wohlgefallens gefunden hat. Da wir zudem die gute Meinung (niyet) gefasst hatten, die Wallfahrt (Haddj) zu machen, hatten wir denen, die bereits aufgebrochen waren, gesagt (sie sollten die (Risale)-i Nur mitnehmen), sodass nun die Risale-i Nur an unserer Stelle die gesegneten Orte (mubarek makam) besucht hat. Grenzenlos Dank sei (Gott) dafür, dass es einer der so vielen Vorzüge ist (den der Umstand mit sich gebracht hat), dass einsatzfreudige (Männer) der (Risale)-i Nur diese Bände korrigiert und herausgegeben haben, dass sie mich nicht nur von der Pflicht (vazifah) und von der Sorge um die Korrektur befreit haben, sondern, dass diese (bereits korrigierten) Kopien zugleich auch die Quelle noch weiterer werden, die für die von Hand abgeschriebenen gleichsam zu Hunderten von Korrektoren geworden sind. Möge der Herr des Allerbarmens und aller Barmherzigkeit (Djenabi Erhamu-r'Rahimin) für jeden Buchstaben dieser Bände tausend Verdienste (hasana) in das Buch ihrer Verdienste einschreiben. Amin, amin, amin.

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Ein anmutiges (latif)\Traumbild~(ru'ya),\das eine frohe Botschaft verkündet und dessen Ausdeutung sich als wahr erwiesen hat

Ali, der mir zu Diensten ist, kam zu mir und sagte: "Ich habe im Traum gesehen, dass du zusammen mit Husrev die Hand des Propheten, mit dem Friede uns Segen sei, geküsst hast." Da erhielt ich plötzlich einen Brief, in dem, von Husrevs Hand geschrieben, steht, dass die Wallfahrer (Haddji) gesehen haben, wie ein Band "Stab Mosis" am Grabe Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, hochgehalten wurde. Das heißt, dass Husrev durch die Vermittlung seiner Schreibfeder an meiner Statt im Geiste die Hand des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, geküsst hat und so das Wohlwollen des Gesandten erlangt hat.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder und meine Mitgefangenen!

Erstens:

Seid nicht traurig, dass wir uns nicht persönlich begegnen konnten. Begegnen wir uns doch allezeit im Geiste. Welche Abhandlung der (Risale)-i Nur auch immer ihr statt meiner Wenigkeit mit euren Händen in Empfang nehmt und lest oder hört: ihr werdet mich anstelle einer ganz einfachen Person als einen Diener des Qur'an hinter dieser Abhandlung erblicken und mit mir Gemeinschaft (sohbet) pflegen. Denn in meinen Vorstellungen (und Gedanken) ist es so, als sähen wir uns jederzeit während meiner Gebete (dua), während eurer Schreibarbeiten, wann immer ihr euch mir verbunden

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fühlt und finden uns in diesem Bereich (des Dienstes an der Risale-i Nur) zusammen.

Zweitens:

Wir sagen dies in der neuen Schule Josefs den neuen Schülern: Wie bereits aus einem Hinweis im Qur'an zu entnehmen ist, und wie sogar das Komitee der Sachverständigen aufgrund machtvoller Beweise zugeben musste, werden "die getreuen Schüler der Risale-i Nur im Glauben (iman) ins Grab gehen. Zudem bekommt jeder Schüler aus der Fülle der geistigen Körperschaft der (Risale)-i Nur seiner geistigen Stufe entsprechend seinen Anteil an den geistigen Verdiensten und Gebeten (dua) aller Brüder. Es ist, als ob ein jeder mit tausend Zungen um Vergebung (istighfar) sucht und seine Anbetung (ibadet) darbringt." Diese beiden Verdienste (iman ve dua) und Ergebnisse (seiner geistigen Stufe entsprechend) vermindern all seine Mühen und Schwierigkeiten in dieser ungewöhnlichen Zeit zu einem Nichts. Und so werden diese beiden kostbaren Verdienste, die doch zu einem so geringen (Preis erworben wurden) ihren getreuen Kunden verliehen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Die Verteidigungsschriften in Afyon enthalten bedeutsame Wahrheiten, die sich sowohl auf uns selbst, als auch auf die (Risale)-i Nur, das Land und die islamische Welt beziehen.

In jedem Fall ist nötig, dass von (meiner Verteidigungsschrift, geschrieben mit) den neuen Buchstaben fünf oder zehn Abzüge gemacht werden, damit sie der Regierungsbehörde (makam) in Ankara übersandt werden kann.

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Ob sie uns dann entlassen oder bestrafen werden, hat weiterhin keine Bedeutung. Unsere Aufgabe jetzt ist es lediglich, sowohl die Regierung, als auch die Gerichte, als auch das Volk von der Wahrheit in der Verteidigungsschrift in Kenntnis zu setzen. Vielleicht liegt darin ja die Weisheit, mit der Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi) in diese Schule gesandt hat. (Meine Verteidigungsschrift) sollte deshalb so rasch wie möglich mit der Maschine getippt werden. Auch wollten sie uns noch heute entlassen, müssten wir sie dennoch der Regierungsbehörde übergeben. Lasst euch also nicht davon abhalten und verschiebt es nicht! Es ist endgültig genug! Nachdem wir nun in fünfzehn Jahren dreimal wegen der gleichen Frage unter fürchterlichen Ungerechtigkeiten, vorgeschobenen Beschuldigungen und beispiellosen Schikanen (gelitten) haben, möge diese nunmehr unsere letzte Verteidigungsschrift sein! Nachdem der letzte Gerichtshof uns ganz legal eine Schreibmaschine zur Verfügung gestellt hatte, damit wir uns selbst verteidigen konnten. Und es gibt kein Gesetz, uns hier dieses Recht wieder zu nehmen. Wenn ihr dafür keine offizielle Lösung findet, soll unser Anwalt draußen vor allen anderen Dingen fünf Kopien mit der Maschine schreiben. Er soll aber dabei sehr gut aufpassen, dass darin keine Fehler enthalten sind.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben neu gewonnenen Brüder und seitherigen Mitgefangenen;

Ich bin zu der festen Überzeugung gelangt, dass ein wichtiger Grund für unsere Einlieferung hier aufgrund der göttlichen Gnade (inayet-i Ilahiye) gerade ihr seid. Es geschieht dies nämlich, um euch durch die Tröstungen der

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"Lichter" und die Glaubenswahrheiten in der Bedrängnis durch das Unglück eurer Gefangenschaft und der Nutzlosigkeit eures Lebens, das euch aus den vielen schädlichen Einflüssen in dieser Welt mit ihrem Kummer und den vergeblichen Sorgen erwächst, seiner Sinnlosigkeit und Verlorenheit und vor einem solchen Weinen im Jenseits, wie es dem Weinen hier im Diesseits gleicht, zu retten und euch so eine vollkommene Tröstung zu bringen. Unter den gegebenen Umständen solltet sicherlich auch ihr, wie die Gefangenen in Denizli und die Nur-Schüler, miteinander Brüder werden. Ihr seht ja: Um zu verhindern, dass ein Messer hereingebracht wird, mit dem ihr euch gegenseitig bedrohen könntet, werden alle Dinge, die von außen herein gebracht werden, das Essen, das Brot und die Suppe, untersucht. Die Wächter, die euch in Treue dienen, geben sich große Mühe. So solltet auch ihr, wenn ihr miteinander zur Pause geht, nicht wie Wölfe und wilde Tiere übereinander herfallen.

So sollt ihr denn nun heute, ihr, in deren Adern das Blut derer rollt, die als tapfere Männer geboren wurden, als die neuen Kameraden, mit einer großen, inneren Standhaftigkeit zu euren Oberen sagen:

"Gäbe man in unsere Hände nicht nur ein Messer, nein, selbst ein Gewehr oder einen Revolver und gäbe man uns selbst den Befehl dazu, wir würden unseren armen Kameraden, die wie wir im Unglück sitzen, kein Haar krümmen. Auch hätten wir früher hunderterlei Arten von Hass und Feindschaft gegeneinander getragen, so sind wir doch nun entschlossen, unser Recht ihnen gegenüber zu löschen und uns darum zu bemühen, sie nicht zu kränken, wie es uns der Qur'an, der Glaube, die islamische Brüderlichkeit und unser Wohlverhalten (maslahat) befiehlt und lehrt." So wandelt denn nun dieses Gefängnis zu einer segensreichen Schule um.

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Meine lieben, getreuen Brüder!

Gerade so wie alle Weltleute, beschäftigt mit Politik, Kunst oder irgendeiner Aufgabe (vazifah) oder Verpflichtung im gesellschaftlichen Leben oder irgendeinem geschäftlichen Unternehmen, sich zu verschiedenen Arten von Kongressen zusammenfinden, um sich miteinander zu besprechen, so haben sich nun auch hier die Schüler der (Risale)-i Nur im Auftrag Göttlicher Vorherbestimmung (qader-i Ilahiye) in der Führung der Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) zu heiligem Dienst im wahrhaftigen Glauben (iman-i tahqiqi), einem Kongress in dieser Schule Josefs zusammengefunden. Möge Gott (insha-a'llah) uns in Seiner Güte (ihsan) zu einem sehr großen und wertvollen Gewinn und bedeutenden Ergebnissen verhelfen! Die Pfeiler der (Risale)-i Nur, die an anderen Orten jeder für sich allein nur ein Elif

{entspricht dem hebräischen Alef oder dem griechischen Alfa, dem ersten Buchstaben. (A.d.Ü.)}

bilden, hier jedoch mit weiteren drei «Elif zusammenkommen, fügen sich, Schulter an Schulter betrachtet, zu einer 1111 zusammen. Möge nun Gott es wollen (insha-a'llah), dass sich der Wert ihrer Zusammenkunft in heiligem Dienst und Verdienst (sevab) zu » tausend" wird.. «elif (eins)» wird zu «elfun (tausend)».

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Der Grund dafür, dass man mir heute meine Fenster zugenagelt hat, ist der, dass ich die Gefangenen in Verbindung mit ihrer Verhandlung nicht grüßen und nicht mit ihnen kommunizieren sollte. Sie haben ganz offensichtlich

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etwas anderes zum Vorwand dafür genommen. Aber macht euch deswegen keine Sorgen! Ganz im Gegenteil: Seit sie meine Wenigkeit so wichtig nehmen und sich dafür weniger mit der (Risale)-i Nur und deren Schülern beschäftigen, bin ich ehrlich und allen Ernstes wieder zufrieden! Da sie nun mich verfolgen, quälen und beschuldigen, bedeutet dies, dass sie nicht euch und der (Risale)-i Nur das gleiche antun, was in gewissem Grade ihre Einmischung in die "Risale-i Nur" vermindert. So bin ich denn in Zufriedenheit und Geduld dafür dankbar. So sollt auch ihr euch nicht beunruhigen. Denn ich bin der Meinung, dass es, vom Standpunkt der Sicherheit (selamet) und Dienlichkeit betrachtet, eine Gnade (inayet) und eine Wohltat ist, wenn unsere heimlichen Feinde, die Aufmerksamkeit der Amtleute meiner Person zuwenden. Einige unserer Brüder sollten deswegen nicht ärgerlich werden und scharfzüngig daherreden, sich vielmehr mit Umsicht bewegen und sich nicht unnötig aufregen. Sie sollten auch nicht mit allen und jedem über diese Angelegenheit reden. Denn es gibt Spione, die verkehrt auslegen, was einige noch unerfahrene Brüder und auch solche sagen, die es noch nicht gelernt haben, vorsichtig zu sein. Sie machen eine ganze Kuppel aus einem kleinen Korn und wissen daraus eine Information (zu zaubern). So verträgt denn unsere jetzige Lage keinen Spaß. Macht euch aber trotzdem weiter keine Sorgen! Wir stehen unter (dem Schutz) der Göttlichen Gnade (inayet-i Ilahiye) und sind fest entschlossen, jeglicher Mühsal in vollkommener Geduld (kemal-i sabir), ja selbst mit Dankbarkeit zu begegnen. Da ein Dirhem (3g) Mühsal ein Batman (8kg) Barmherzigkeit (rahmet) als Belohnung (sevab) erbringt, müssen wir dafür nur dankbar sein!

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Aus zwei wichtigen Gründen und aufgrund einer mächtigen Eingebung (ihtar) sah ich mich in meinem Herzen dazu gedrängt, alle Aufgaben (vazifah) der Verteidigung verantwortlichen Schülern (erkan), solchen, die bis jetzt hierher gekommen sind oder noch hierher kommen werden, zu übertragen, besonders aber HRTFS.

{Husrev, Refet, Tahir, Feyzi, Sabri}

Erster Grund:

Ich habe mit Sicherheit erkannt, und zwar sowohl während des Verhörs im Gerichtssaal, als auch durch viele andere Zeichen, dass sie soweit es ihnen möglich ist, versuchen mir Schwierigkeiten zu machen und zu verhindern, dass ich sie geistig besiegen könnte. Dazu haben sie auch offiziell einen Wink bekommen. Sie erlauben mir unter verschiedenen Vorwänden nicht, zu sprechen, als ob ich, wenn ich denn spräche, genügend politische Kühnheit besäße, (meine Ankläger) vor Gericht zum Schweigen zu bringen, als auch dergestalt wissenschaftlichen Scharfsinn zu beweisen, dass ich (alle) Politiker mundtot machen könnte. Dennoch antwortete ich während des Verhörs auf eine Frage: "Ich kann mich nicht daran erinnern." Der Richter daraufhin erstaunt und verwundert: "Wie könnte jemand, der so wie Sie über eine so außerordentliche Intelligenz und ein so einzigartiges Wissen verfügt, etwas vergessen?" Sie dachten sich, ich hätte mir die wunderbare Erhabenheit und wissenschaftlich genaue Wahrhaftigkeit der Risale-i Nur selbst ausgedacht und fürchteten sich daher vor mir. Sie wollen mir nicht das Wort erteilen. Sie glauben auch, dass ein jeder, der mir einmal begegnet ist, plötzlich ein hingabefreudiger Schüler würde. So erlauben sie mir auch nicht, irgendwem zu begegnen. Der Rektor (des Amtes)

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für Religiöse Angelegenheiten sagte einmal sogar: "Wer immer ihm begegnet, ist unmittelbar von ihm gefesselt... seine Anziehungskraft ist geradezu gewaltig."

Das heißt also, dass es jetzt für uns das Beste ist, wenn ich nun mein Werk anderen überlasse, um so der Sache besser dienen zu können. Und meine alten wie die neuen Verteidigungsschriften, die ihr ja noch bei euch habt, sollten an meiner Stelle an euren Beratungen teilnehmen. Das genügt.

Zweiter Grund:

Dies sollte einer anderen Zeit überlassen bleiben. Doch sei Folgendes ein kurzer Hinweis auf eine innere Eingebung: Was mich seit fünfundzwanzig Jahren dazu bewegt hat, Politik, Zeitungen und andere derart vergängliche Dinge aufzugeben und mich stets davon abgehalten hat, mich von ihnen in Beschlag nehmen zu lassen, ist, dass derart mächtige Aufgaben für das Jenseits und meine eigene vorherrschende geistige Haltung (halet-i ruhiye) mich ganz und gar davon abgehalten haben, mich bis ins Einzelne mit solchen Fragen zu befassen. Ihr könnt jedoch manchmal mit euren beiden Anwälten gelegentlich einmal auch meine Aufgaben (vazifah) diskutieren.

Meine lieben, getreuen Brüder!

Gerade wurde mir dies während des Gebetes (namaz) in meinem Herzen eingegeben: deine Brüder erwarten aufgrund ihrer außerordentlich guten Meinung von dir physische wie psychische Unterweisung (ders), Hilfe und geistlichen Beistand. So wie du bereits deine weltlichen Angelegenheiten einigen (dir besonders) nahe stehenden Schülern anvertraut, auf den Konferenzen den dafür Verantwortlichen (erkan) übertragen hast und dabei völlig richtig gehandelt hast, so hast du auch deine Schüler in

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ihrer geistigen Körperschaft angewiesen, anhand der Risale-i Nur deine wissenschaftlichen Arbeiten in ihrer Orientierung am jenseitigen Leben, dem Qur'an und dem Glauben (iman) fortzusetzen. Und die geistige Körperschaft dieser aufrichtigen und wahrhaft echten (Schüler) erfüllt deine Aufgaben (vazifah) noch zusätzlich zu ihren eigenen Aufgaben noch weit vollkommener als du selbst. Ja, sie haben es bis jetzt immer so gemacht. Wenn sich z.B. jemand mit dir trifft und von dir eine kurze Lektion (ders), gleich einem Dirhem, erhält, kann er selbst noch von nur einem Abschnitt (djuz) eine Lektion gleich hundert Dirhem bekommen. Er kann zudem von ihr statt von dir einen guten Rat (nasihah) erhalten und mit ihr Gemeinschaft (sohbet) pflegen. So verrichten zudem die dir besonders nahe stehenden unter deinen Schülern eine solche Aufgabe (vazifah) zu jeder Zeit. So möge denn Gott es wollen (insha-a'llah), dass ihre geistige Körperschaft, die einen sehr hohen Rang (makam) einnimmt und deren Gebet (hoch) geschätzt wird, allzeit als ihr Lehrer (ustadh) und Helfer bei ihnen sei, was meiner Seele (ruh) sowohl Trost und Ruhe gibt, als auch zugleich eine gute Nachricht für mich ist.

Meine lieben, getreuen Brüder!

Es hat in diesen beiden letzten Tagen zwei kleinere Explosionen gegeben, ohne dass dafür eine offensichtliche Veranlassung da gewesen wäre, was in dieser merkwürdigen, bedeutungsvollen Weise kein Zufall gewesen sein kann.

Erstens:

Der gusseiserne Ofen in meiner Zelle gab plötzlich ein lautes Geräusch gleich einem Pistolenknall von sich und der untere, dicke, starke Eisenteil platzte wie eine Bombe in zwei Teile auseinander. Der Schneider Hamdi war erschrocken und wir alle waren sehr erstaunt.

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Denn obwohl der Ofen im Winter oft von der Steinkohle rotglühend geworden war, hatte er dem doch stets standgehalten.

Zweitens:

Zwei Tage später zersplitterte in der Zelle der beiden Feyzi merkwürdigerweise und ohne jeden Anlass das Glas, das auf dem Wasserkrug gestanden hatte. Dabei fiel mir ein, dass unsere Verteidigungsschriften, die an die sechs Ämter der Regierung gesandt worden waren, dazu geführt haben, dass die fürchterlichen Bomben, die man in Ankara gegen uns vorbereitet hatte, verpufft sind. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie uns keinen Schaden zufügen. Der Ofen, der gegen uns angeheizt und vor Wut rotglühend geworden war, brach entzwei ohne uns zu schaden. Zudem wäre es möglich, dass mein geliebter Ofen, mein einziger und wirklich nützlicher Kamerad, meine Sorgen und mein Flehen gehört und mir die Nachricht überbracht hatte: "Du wirst aus diesem Gefängnis, diesem Kerker hinausgehen. Mich brauchst du dann ja nicht mehr..."

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Heute wurde mir über einer inneren Eingebung euretwegen Angst und Bange. Doch während mich noch Furcht und Kummer wegen meiner Brüder plagten, die sich Sorgen um ihren Lebensunterhalt machen und möglichst schnell wieder entlassen werden wollen, stieg gleichzeitig ein gesegneter Gedanke, eine Wahrheit, eine frohe Kunde in meinem Herzen auf: In nur mehr fünf Tagen werden die so segensreichen und so verdienstvollen drei Monate (shuhuru thelathe), erfüllt von Dienst und Anbetung (ibadet) beginnen. Denn wem zu einer anderen

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Zeit für jedes gute Werk ein zehnfacher Lohn (hasanah) winkt, der darf im ehrwürdigen Monat Redjeb (Redjeb-i Sherif) hundertfachen Lohn erwarten, im Großen Monat Shaban (Shaban-i Mu'azzam) dreihundertmal mehr, im gesegneten Monat Ramadan (Ramadan-i Mubarak) tausendfachen, Donnerstag Nacht einen viel Tausendfachen und in der Nacht der Bestimmung (laylatu-l'Qadr) dreißigtausendfachen Lohn empfangen. Um solche derart großen Verdienste für das jenseitige Leben erwerben zu können, ist es sicher sehr verdienstvoll, diese drei Monate zu einem heiligen Markt für den Handel im ewigen (ukhrevi) Sinne zu verbringen, die uns einen hohen Verdienst einbringen werden, einer ganz besondere Ausstellung für die Leute der Wahrheit, des Dienstes und der Anbetung (ibadet), und so mag denn in drei Monaten in dieser Schule Josefs, welche die Verdienste um ein zehnfaches erhöht, was sicher ein guter Tauschhandel ist, für die Leute des Glaubens (iman) ein Leben von achtzig Jahren sicher sein. Wie viel auch immer die Leiden sind, die erduldet werden müssen: es ist die reine Barmherzigkeit.

Was aber den Dienst und die Anbetung (ibadet) betrifft, so gilt gleichermaßen auch für den Dienst an der Risale-i Nur, und zwar nicht in quantitativer, wohl aber in qualitativer Hinsicht (im Gefängnis) ein fünffach höherer Lohn. Denn (die Leute), die in diesem Gasthaus ständig kommen und gehen, dienen der Lehre (ders) der Risale-i Nur zu ihrer Verbreitung. Manchmal kommt das Verdienst durch die Aufrichtigkeit eines Mannes dem von zwanzig Männern gleich. Dabei ist es nicht von Bedeutung, wenn ein solcher Mann dabei einige Mühen und Anstrengungen mit in Kauf nehmen muss, damit sich der Geist der Aufrichtigkeit (sirr-i ikhlas) entsprechend der Risale-i Nur unter den unglücklichen Gefangenen verbreiten möge, die zwar einen Nerv für politisches Heldentum in sich tragen, jedoch ganz besonders des Trostes der Risale-i Nur bedürfen. Was jedoch das Problem (der Beschaffung des notwendigen) Lebensunterhalts betrifft: Da nun einmal

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diese drei Monate dem Markt für geistliche (akhiret) Bedürfnisse zugerechnet werden, so habe ich mich, was das betrifft, vollkommen ruhig gefühlt und verstanden, dass es ein großes Geschenk (ni'met) ist, bis zu den Festtagen (Bayram) hier sein zu können, da ja jeder von euch anstelle vieler Schüler, ja einige sogar für tausend andere hierher gebracht wurden, die euch in euren Angelegenheiten draußen beistehen werden.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgepriesenen."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Zum ehrwürdigen Monat Redjeb (Redjeb-i Sherif) und der morgigen Nacht der Erfüllung (Leyle-i Regha'ib) wünsche ich euch mit Herz und Seele nur alles erdenkliche Gute (tebrik).

Zweitens:

Gebt eure Hoffnung nicht auf, beunruhigt euch nicht und macht euch keine Sorgen! Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass euch die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) zu Hilfe eile! Die Bombe, die man in den letzten drei Monaten für uns vorbereitet hatte, verpuffte. Mein Ofen, das Wasserglas der beiden Feyzis und Husrevs zwei Wassergläser haben uns da die richtige Nachricht überbracht. Doch war das nicht schrecklich. Alles ist noch einmal gut abgelaufen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass dieses Feuer noch völlig ausgelöscht wird! Alle ihre Angriffe dienen nur dazu, meine Person in Misskredit zu bringen und bei der Verbreitung der Risale-i Nur Verwirrung zu stiften. Der Schlag, mit dem dieser Mann, der noch gefährlicher ist, als der bekannte Heuchler aus Emirdagh, und wenn auch nur ein Werkzeug in den Händen heimlicher Atheisten zusammen mit diesem

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Halbhodja, der diese ketzerischen Neuerungen (bid'a) befürwortet, uns mit aller Macht zu treffen versucht haben, (hat sich in seiner Wucht) eins zu zwanzig vermindert. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie uns nicht ein einziges Mal verwunden noch verletzen, und das, was sie denken, was sie beabsichtigen und ihre Pläne, uns auseinander zu jagen und uns von der Risale-i Nur zu vertreiben, auf Nichts hinauslaufen. Es ist absolut notwendig, dass wir um dieser ehrwürdigen und segensreichen Monate willen und im Vertrauen darauf, dass sie uns einen Überfluss an Verdiensten (sevab) bescheren mögen, in Ausdauer und Geduld (verharren), in Dankbarkeit auf Gott vertrauen und uns dem Grundsatz

مَنْ اٰمَنَ بِالْقَدَرِ اَمِنَ مِنَ الْكَدَرِ

{"Wer an das Göttliche Vorherwissen glaubt, wird frei von jeglichem Kummer"}

unterwerfen. Das ist unsere Aufgabe.

Said Nursi
An das Ministerpräsidium, Justizministerium, Innenministerium

Dieses Schreiben wurde mit Erlaubnis von Hasret Ustadh, der damals in Afyon im Gefängnis saß, durch seine Rechtsanwälte abgefasst und an die oben erwähnten Behörden gesandt.

Sungur

Alle Mitglieder der Regierung, die noch die Bekanntgabe der parlamentarischen Konstitutionen (1908), den ersten Weltkrieg und die Zeit des Waffenstillstandes danach, die Errichtung einer nationalen Regierung und die Ausrufung der Republik gemeinsam miteinander erlebt haben, kennen mich sehr gut. Ich möchte aber trotzdem, mit Eurer

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gütigen Erlaubnis, gemeinsam mit Ihnen einen Blick auf mein Leben werfen, so wie man einen Film abspult.

Ich wurde in dem Dörfchen Nurs in der Provinz Bitlis geboren. In meiner Studentenzeit diskutierte ich mit all den Gelehrten, denen ich begegnet bin. Während ich durch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) in den wissenschaftlichen Disputationen alle meine Gegner besiegte, gelangte ich schließlich bis nach Istanbul. In Istanbul schleifte man mich auf Befehl des verstorbenen Sultans Abdulhamid in eine Irrenanstalt (aus der ich noch am selben Tage wieder entlassen wurde - A.d.Ü.). Bei der Errichtung des Parlaments und der neuerlichen Verkündigung seiner Konstitutionen (1908) erregte ich aufgrund meiner Aktivitäten um den 31.3.1323 (= 1909 Aufstand gegen den Sultan, wobei Hasret Ustadh die Soldaten in einer Rede aufforderte, die Waffen niederzulegen) die Aufmerksamkeit der regierenden Partei für Einheit und Fortschritt. Ich machte ihnen den Vorschlag, in Van eine islamische Universität mit Namen "Medressetu-z'Zehra" gleich der «Djami'u-l'Es'her» (in Kairo) zu eröffnen. Ich habe sogar den Grundstein dazu gelegt. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs sammelte ich meine Studenten um mich und nahm als Oberst eines Freiwilligenbataillons am Kampfe teil. Ich habe im Kaukasus gefochten und bin dort bei Tiflis in Gefangenschaft geraten. Aus der Gefangenschaft geflohen, kehrte ich wieder nach Istanbul zurück. Dort wurde ich zum Mitglied des "Hauses der Islamischen Weisheit (Daru-l'Hikmetu-l'Islamiye)" ernannt. Während des Waffenstillstands leistete ich den Besatzungsmächten (in Wort und Schrift) einen erbitterten Widerstand.

Anlässlich des Sieges der Nationalen Regierung, angesichts der Anerkennung die mir von Seiten der Regierung in Ankara für meine geleisteten Dienste zuteil wurde, wiederholte ich meinen Vorschlag, in Van eine neue Universität zu eröffnen.

Bis dahin war mein Leben meiner inneren Haltung (hal) als der eines Patrioten entsprechend verlaufen. Ich hatte

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versucht, der Religion (din) auf politischem Wege einen Dienst zu erweisen. Von da an aber wandte ich der Welt (dunya) vollständig den Rücken und trug, um es mit meinen eigenen Worten zu sagen, den "Alten Said" zu Grabe. Als ein Mensch, der sich nun (in der Gestalt) eines "Neuen Said" ganz und gar einem Leben im Sinne der jenseitigen Welt (akhirah) geweiht hatte, zog ich jetzt meine Hände von der diesseitigen Welt (dunya) zurück. Eine Weile führte ich ein Einsiedlerdasein in völliger Abgeschiedenheit auf dem Berg Yusha bei Istanbul. Später wanderte ich in Richtung Bitlis und Van, wo ich geboren bin und verschloss mich in den dortigen Höhlen. Dort blieb ich in der Freude meines Geistes (ruh) und meines Herzens ganz für mich allein. Dem Grundsatz

اَعُوذُ بِاللّٰهِ مِنَ الشَّيْطَانِ وَ السِّيَاسَةِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem Teufel und seiner Politik."}

tauchte ich hinab in die Tiefen meiner eigenen Geisteswelt. Ich verbrachte meine Zeit mit dem Studium des Qur'an-i Adhimu-sh'Shan (dessen Ruhm sich mächtig in der Welt verbreitet hat), und begann so mein Leben als der "Neue Said". Doch die Erscheinung Göttlichen Vorherwissens (qader) bewirkte, dass ich mich an verschiedenen Orten (immer wieder im inneren) Exil befand. In dieser Zeit manifestierte sich aus der Fülle des Ehrwürdigen Qur'an, geboren in der Fülle meines Herzens eine Reihe von Abhandlungen, die ich von denen, die bei mir waren, niederschreiben ließ. Ich habe der kompletten Sammlung dieser Abhandlungen den Namen "Risale-i Nur" gegeben. Da diese Abhandlungen in der Tat auf dem Licht (nur) des Qur'an basieren, ist in meinem Bewusstsein dieser Name aufgegangen. Ich bin voll und ganz davon überzeugt (iman), dass diese Abhandlungen durch Göttliche Eingebung (ilham-i Ilahi) entstanden sind und denen, die sie abschreiben "Gesegne es euch Gott!" gesagt. Denn es ist nicht möglich, anderen das Licht (nur) des

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Glaubens vorzuenthalten. Diese meine Abhandlungen wurden von einer Anzahl Gläubigen untereinander ausgeliehen und abgeschrieben. Das gab mir die bestimmte Überzeugung, dass sie von Gott dazu geführt wurden, den verletzten Glauben der Muslime zu stärken. Ich spürte, dass so wie kein Gläubiger diese Göttliche Führung hindern kann, ich in gleicher Weise dazu verpflichtet bin, sie auch dazu anzuspornen. Jedenfalls behandeln diese Abhandlungen, deren Zahl z.Zt. 130 beträgt, ausschließlich Themen, die sich mit dem Glauben (iman) und dem Leben im Jenseits (akhirah) befassen und beschäftigen sich mit Absicht nicht mit Politik und dem Leben im Diesseits (dunya). Trotzdem wurden sie zu einem Objekt des Interesses von Leuten, die nur auf ihre Gelegenheit warten. Daraufhin hat man in Eskishehir, in Kastamonu und Denizli Untersuchungen angestellt und mich eingesperrt. Gerichtsverfahren wurden angestrengt. Als Ergebnis kam die Wahrheit ans Licht und Gerechtigkeit wurde wiederhergestellt. Doch diese Opportunisten konnten nie genug davon bekommen. Dieses Mal haben sie mich wieder verhaftet und nach Afyon geschickt. Ich stehe unter Arrest und werde verhört. Sie beschuldigen mich auf folgende Weise:

1. Du hast eine politische Vereinigung gegründet.

2. Du verbreitest Ideen, die denen der Regierung entgegengesetzt sind.

3. Du verfolgst ein politisches Ziel.

Die entsprechende Begründung und die Beweise dafür finden sich in zehn, fünfzehn Sätzen aus zwei, drei dieser Abhandlungen. Ehrenwerter Herr Minister! So wie bereits Napoleon sagte: "Bringt mir einen Satz, den man nicht auslegen könnte und ich werde durch ihn euer Todesurteil fällen." Welchen Satz auch immer der Mensch äußern mag, (es gibt keinen), dem man nicht durch eine entsprechende Auslegung die Form einer Schuld oder einer strafbaren Handlung anhängen könnte. Besonders,

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wenn man wie ich, sein fünfundsiebzigstes Lebensjahr erreicht und seine Hände ganz und gar von allem irdischen Leben (dunya) zurückgezogen und nun sein Leben nur noch auf das jenseitige Leben (akhira) hin ausgerichtet hat, werden seine Schriften (von irgendeiner politischen Rücksichtnahme) frei sein. Da er in guter Absicht (niyet) handelt, wird er zudem furchtlos sein. Es wäre schlichtweg unbillig, darin nach strafbaren Handlungen zu suchen, und etwas anderes (als schlichtweg unbillig) kann es nicht sein. Daher findet sich auch in keiner der 130 Abhandlungen (risalah) irgendetwas, das ein Interesse an weltlicher Macht beinhalten könnte. Bei allen (Abhandlungen), wie sie vom Licht des Qur'an ihren Ausgang nehmen, geht es (um die Lehre vom) jenseitigen Leben (akhirah) und dem Glauben (iman). Es gibt überhaupt gar keine politischen oder weltlichen Ziele und Interessen. Was jedenfalls auch immer die Angelegenheit war, die gerade vor Gericht verhandelt wurde: jedes Mal lief es wieder auf das Gleiche hinaus und erfolgte am Ende ein Freispruch. Es ist deshalb eine Schande, die Gerichte völlig unnötigerweise damit zu beschäftigen und unschuldige Gläubige im Namen von Volk und Land von ihren Arbeiten und Geschäften abzuhalten. Hatte noch der "Alte Said" sein ganzes Leben damit verbracht, für das Glück von Land und Volk tätig zu sein, wie könnte dann der "Neue Said", nachdem er sich ganz und gar von der Welt zurückgezogen hatte, nun im Alter von 75 Jahren sich noch mit Politik beschäftigen? Davon seid doch auch ihr vollkommen überzeugt.

Ich habe nur ein einziges Ziel.

Es ist das Folgende:

In dieser Zeit, da ich mich bereits dem Grabe nähere, hören wir in unserer Heimat, die doch ein islamisches Land ist, den Schrei der bolschewistischen Eulen.

{Eulen sind lichtscheue Gesellen der Finsternis! (A.d.Ü.)}

Dieser Schrei zerstört die Fundamente des Glaubens in der islamischen Welt. Er macht das Volk und

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besonders die Jugend zu glaubenslosen, fesselt und fasziniert sie. Indem ich mit meiner ganzen Kraft dagegen ankämpfe, rufe ich die Jugend und alle Muslime zum Glauben (iman) auf. Ich kämpfe gegen diese glaubenslosen Massen. Möchte doch Gott es wollen, dass ich mit diesem meinem Kampf in Seine Gegenwart treten werde! Dies ist mein ganzes Bestreben. Was aber diejenigen betrifft, die mich von meinem Tun abbringen wollen, so befürchte ich, dass es Bolschewisten sind. Für mich ist es ein heiliges Ziel, mit den Kräften der Gläubigen Hand in Hand zu arbeiten, mit denen, die den Kampf gegen diese Feinde des Glaubens auf sich genommen haben. Lasst mich in Frieden! Wir werden uns alle gemeinsam für den Glauben des Landes und den Dienst an der Göttlichen Einheit einsetzen und die Jugend, die der Kommunismus vergiftet hat, wieder auf den rechten Weg zu führen.

Der Gefangene
Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Das wirksamste Heilmittel gegen diese furchtbaren Plagen und die Hoffnungslosigkeit in dieser Welt, besonders aber für die, welche von einem schweren Schlag getroffen wurden, vor allem auch für die Schüler der Risale-i Nur, ist es, einander zu trösten und aufzuheitern, sich gegenseitig in seiner inneren Haltung zu stärken, einander als wahre, opferwillige Brüder in ihrem Kummer, in ihren Sorgen gleichsam eine heilende Salbe aufzutragen, ja ihnen zärtlich (shefqat) das betrübte Herz zu liebkosen. Diese wahrhaftige, auf ein jenseitiges Leben (ukhrevi) ausgerichtete Bruderschaft unter uns kann den nicht stützen, der sich beleidigt fühlt oder Partei ergreift. Da ich nun

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einmal all mein Vertrauen in euch gesetzt habe und mich auf euch verlassen kann, wisst ihr auch, dass ich mich entschlossen habe, nicht nur meine Bequemlichkeit, ja meine Ehre, mein Ansehen und selbst mein Leben (ruh) freiwillig für euch zu opfern... und das habt ihr auch bereits erlebt. Dabei versichere, ja schwöre ich euch, dass die Qualen, die während der letzten acht Tage durch jenen unbedeutenden Vorfall zwischen zwei leitenden Schülern der Risale-i Nur, die einander offensichtlich aus dem Wege gehen und statt einander zu trösten, sich bloß aufregen, in meinem Herzen entstanden sind, mich in Geist (ruh) und Seele und in meinem Herzen weinen und aufschreien ließen: "Oh weh, oh weh! Hilfe! Erbarmen! Oh barmherzigster Allerbarmer, steh uns bei! Beschütze und bewahre uns und errette uns vor all dem Übel der Teufel in der Gestalt von Dschinnen und Menschen! Fülle die Herzen unserer Brüder mit Treue, Redlichkeit (sadaqah), Liebe (muhabbet) und brüderlicher Zuneigung (uhuvvet ve shefqat)!"

Oh meine stahlharten und unbeugsamen Brüder! Helft mir! Unsere Situation ist äußerst sensibel. Ich habe euch so sehr vertraut, dass ich alle meine Aufgaben (vazifah) eurer geistigen Körperschaft überlassen habe. So solltet nun auch ihr mir mit allem Können und Vermögen zu Hilfe eilen. Zwar war dieser Zwischenfall ein ganz kleiner, unbedeutender und nur kurzzeitiger, doch selbst ein Haar oder ein Sandkorn stört, wenn es in das Getriebe unserer Uhr oder in unser Auge gerät. Auch dieser Gesichtspunkt ist von besonderer Bedeutung, da drei physische Explosionen {der Ofen und die Gläser im Zusammenhang mit seiner Verteidigungsschrift (A.d.Ü.)} und drei psychische Beobachtungen {die Herzattacken im Zusammenhang mit dem Streit seiner Schüler} ganz genaue Kunde davon geben.

Said Nursi
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Meine lieben, getreuen Brüder!

Der Ofen, der zerbarst und die beiden Wassergläser von den beiden Feyzi und von Husrev, die in viele kleine Scherben zersplitterten, gaben Kunde vom Kommen einer fürchterlichen Katastrophe. Es ist in der Tat absolut notwendig, uns in gegenseitiger Hilfeleistung zu üben und die Fehler der anderen nicht anzuschauen, was unser mächtigster Stützpfeiler ist, und niemals einem so opferbereiten Mann wie Husrev etwas übel zu nehmen, da er ja schließlich meinen Platz einnimmt und ein besonders bedeutender Repräsentant der geistigen Körperschaft der Risale-i Nur ist. Ich spürte seit einigen Tagen eine fürchterliche innere Unruhe und Verzweiflung und sagte ganz aufgeregt zu mir selbst: "Unsere Feinde haben einen Weg gefunden, wie sie uns besiegen können." Sowohl der Ofen als auch die völlig richtige Beobachtung, die ich in meiner inneren Wahrnehmung gemacht hatte, übermittelten mir die richtige Nachricht: "Seid vorsichtig! Gebt Acht! Seid auf der Hut!" Bringt ganz schnell eure bisher so stahlharte gegenseitige Hilfsbereitschaft wieder in Ordnung. Es wäre bei Gott durchaus möglich, dass uns dieser Vorfall unserem Dienst am Qur'an und am Glauben zu jetziger Zeit einen noch größeren Schaden zufügen wird, als unsere Einlieferung ins Gefängnis.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Die "Nacht der Himmelfahrt (Leyle-i Mi'radj) gleicht einer zweiten Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr). In dieser Nacht so weit möglich zu arbeiten, bringt tausendfachen Gewinn.

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Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass auch ihr in Übereinstimmung mit dem Geheimnis einer geistlichen Partnerschaft in dieser kostbaren Nacht, gleich einigen Engeln, die Gott mit Vierzigtausend Zungen lobpreisen, (Gott) mit Vierzigtausend Mündern euren Dienst (ibadet) und eure Anbetung (dua) darbringen werdet, was euch in diesem Haus voll Kummer und Sorgen viele Verdienste (sevab) erbringen wird, und ihr werdet durch eure Anbetung (ibadet) in dieser Nacht euren Dank dafür darbringen, dass der Sturm, der über uns kommen sollte, noch nicht einmal ein Tausendstel Schaden angerichtet hat. Darüber hinaus beglückwünsche ich euch zu eurer großen Umsicht und bringe euch die gute Nachricht, dass die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbani) sich hier in ganz klarer Weise für uns offenbart.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Zur "Nacht der Himmelfahrt (Leyle-i Mi'radj)" gratuliere ich euch aus ganzer Seele (ruh) und mit ganzem Herzen.

Zweitens:

Seit zwanzig Jahren versichern wir stets, dass die Schüler der Risale-i Nur die öffentliche Ordnung so wenig wie möglich stören. Denn es gab da ei٧ٕۙgroße Wahrscheinlichkeit, dass diejenigen, die uns kritisieren, es als ein Zeichen betrachten werden, das vor allem ihren Argwohn (dava) einer Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bestätigt, und ihn dann zu einem Vorwand nehmen, unsere Versicherung (dava) zu widerlegen, falls sich nicht in außergewöhnlicher Weise dieses Ereignis unserer Inhaftierung in der Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) durch eure Redlichkeit (sadaqah) und Aufrichtigkeit (ikhlas) wie ein Wunder (keramet) eins zu Hundert reduziert hätte.

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Doch aus der Kuppel wurde ein Korn. {Der öffentliche Skandal, den sie sich erhofft hatten, blieb aus. (A.d.Ü.)} Andernfalls hätten diejenigen, die so gerne ein Körnchen zu einer Kuppel aufgeblasen hätten, ihren Nutzen daraus gezogen und viele dazu gebracht, ihre Verleumdungen gegen uns zu glauben.

Drittens:

Macht euch meinetwegen keine Sorgen! Da ich ja mit euch im selben Haus bin, schmelzen alle unsere Mühen und Sorgen zu nichts zusammen. Es ist in der Tat unser Zusammensein hier in vielerlei Hinsicht von Bedeutung. Auch für unseren Dienst im Glauben bringt es einen vielseitigen Nutzen. Seit eine Anzahl bedeutsamer Fakten im Anhang zu meiner schriftlichen Verteidigung an sechs Abteilungen der Regierung gesandt worden sind, haben sie dieses Mal dort sogar deren Aufmerksamkeit erregt und (die Beamten) in einer Weise beeinflusst, dass demgegenüber all unsere Mühen und Plagen wie nichts erscheinen.

Viertens:

Befasst euch so viel wie möglich mit der Risale-i Nur. Das vertreibt sowohl euren Kummer und kann zugleich auch als eine der fünf Arten der Anbetung (ibadet) gezählt werden.

Fünftens:

Durch den Unterricht (ders) in der Risale-i Nur hat sich unser Unglück von hundert zu eins reduziert. Andernfalls wären aufgrund der besonders kritischen Umstände hier an diesem Ort und in dieser Zeit, als habe man ein Häufchen Schießpulver entzündet, aus einem einzigen Korn viele Kuppeln emporgewachsen. Ja, ein Teil jener Beamten in Uniform sagte sogar: "Diejenigen, die dem Unterricht (ders) aus der Risale-i Nur gefolgt sind, haben da nicht mitgemacht." Hätten sie alle dem Unterricht gefolgt, wäre überhaupt nichts passiert. Soweit es euch möglich ist, geht jedem Anlass zu irgendeinem Streit aus dem Wege. Fügt den Widrigkeiten des Gefängnislebens hier nicht noch weitere hinzu. Auch die Gefangenen

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sollen wie die Schüler der Risale-i Nur einander Brüder und nicht aufeinander böse sein.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen wahrhaft (mukhlis)\Brüder!

Die Grundsätze der Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (Lem'a-i Ikhlas) und den Geist wahrer Aufrichtigkeit (haqiqi ikhlas) unter uns und unter den anderen mit ganzer Kraft anzuwenden, so weit wir dies überhaupt innerhalb der gegebenen Möglichkeiten können, hat sich bereits bis zu einer Notwendigkeit entwickelt. Ich habe eine zuverlässige Nachricht erhalten, dass man seit drei Monaten hier drei Männer untergebracht hat, welche die (Beziehungen unter den) mir hier besonders nahe stehenden Brüdern (mit Hilfe) der Verschiedenheit ihrer Stimmungen und Gedanken unterkühlen sollen. Sie ziehen also die Gerichtsprozesse grundlos in die Länge, damit die Schüler der Risale-i Nur - deren überdrüssig geworden - unruhig werden und damit die sensibleren und schwächeren unter ihnen Verdacht schöpfen und den Dienst an der Risale-i Nur aufgeben sollen. Seid vorsichtig! Gebt Acht! Lasst es nicht zu, dass die Opferbereitschaft der Brüder (uhuvvet) und ihre herzliche Zuneigung (muhabbet), die ihr euch bis heute bewahrt habt, erschüttert wird! Und sollte es auch nur der Hauch (einer leisen Erschütterung) sein, so kann uns doch daraus ein sehr großer Schaden entstehen. Denn schon hat eine ganz leichte Erschütterung in Denizli uns einige Hodjas entfremdet. Obwohl es unser Dienst an Qur'an und Glaube erfordert, unser Leben (ruh) falls notwendig füreinander zu opfern, sollten wahrhaft opferbereite (Schüler), durch Schwierigkeiten oder sonstige Ursachen gereizt, nicht einander zürnen, sondern in vollkommener Demut, Bescheidenheit und Hingabe für ihre Fehler einstehen und sich darum bemühen,

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in ihrer Liebe und Aufrichtigkeit zueinander zu wachsen. Andernfalls wächst aus einem Korn eine ganze Kuppel, woraus dann leicht ein irreparabler Schaden entstehen kann. Ich überlasse nun (alles weitere) eurem Scharfsinn und damit möchte ich hier schließen.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Einer wichtigen inneren Wahrnehmung zufolge gibt es z.Zt. in Verbindung mit der Risale-i Nur ein, zwei Aufgaben (vazifah), die ihr, damit es nicht zu Streitigkeiten und hinterhältigem Gezänk unter diesen hilflosen, armen, vom Unglück betroffenen Gefangenen kommt in dieser dritten "Schule Josefs", mit Hilfe der Unterweisung in der Risale-i Nur, mit ganzer Kraft in Angriff nehmen müsst. Denn es gibt da fürchterliche Unruhestifter, die fest dazu entschlossen sind, zu versuchen, hinter den Kulissen aus den Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten, dem Hass und all der Engstirnigkeit ihren Nutzen zu ziehen. Denn die Mehrheit unserer Mitgefangenen hat nun einmal eine Ader, falls nötig selbst ihr Leben (ruh) heldenhaft für das Land und das Volk und ihre Kameraden einzusetzen. Diese edelmütigen Männer sollten sicherlich für das Heil (selamet) des Volkes und die Ruhe hier im Gefängnis ihre Verbohrtheit, Hass und Feindschaft aufgeben, um sich vor der Verderbnis des Bolschewismus zu retten, der wie unter einem Deckmantel Anarchie einzuimpfen versucht, was überhaupt keinen Nutzen einbringt, deren Schaden aber in diesen stürmischen Zeiten beträchtlich ist. Andernfalls diente dies gerade zu dieser Zeit, als halte man ein Streichholz an ein Pulverfass, sowohl für hundert bedauernswerte Gefangene, für die unschuldigen Schüler der Risale-i Nur, als auch für die Provinz Afyon als ein Anlass zu erheblichen Plagen, Unruhen und vielleicht sogar dazu,

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dass ein ausländisches Komitee beunruhigt seinen Finger hebt. Da uns Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahiye) nun einmal zu ihrem Zweck hierher geführt hat und einige von uns zu ihrem Glück und um ihrer inneren Ruhe willen gar nicht mehr von hier weg wollen, und wir um ihretwillen unsere Ruhe opfern und alle Mühsal mit Geduld ertragen, ist es sicherlich ganz besonders notwendig, dass wir um unserer neuen Kameraden, wie z.B. der Gefangenen aus Denizli willen und aus Respekt vor den Monaten Schaban und Ramadan nicht ärgerlich werden, sondern wie Brüder untereinander Frieden schließen. Wir und ich betrachten sie in jedem Fall als Schüler der Risale-i Nur und schließen sie in unsere Gebete mit ein.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:
اَلْخَيْرُ فِيمَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ

{"Das Gute liegt in dem, was Gott will."}

In diesem Sinne (sirr) liegt sehr viel Gutes in der Verzögerung unserer Gerichtsverhandlung und auch darin, dass unsere inzwischen entlassenen Brüder zur Gerichtsverhandlung - möge es Gott wollen (insha-a'llah) - wieder hier sein werden.

In der Angelegenheit, um die es sich bei der Risale-i Nur handelt, ist es in der Tat von ganz besonderer Bedeutung für die islamische Welt im allgemeinen und dieses Land im besonderen, dass derartige Versammlungen so von Leben erfüllt sind, dass sie die Aufmerksamkeit aller

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auf die Wahrheiten (haqiqat) der Risale-i Nur lenken, denn in ihrer strahlenden Gestalt, jenseits all unserer Hoffnungen, Vorsichtsmaßnahmen und (Bestrebungen) etwas zu verbergen, auch wenn unsere Gegner sie (gering schätzen) und für unbedeutend erklären wollen, unterrichtet die Risale-i Nur in ihren Lektionen Freund und Feind gleichermaßen ganz außerhalb unseres Wollens. Ohne zu zögern enthüllt sie auch noch dem am weitesten entfernten Fremdling ihre geheimsten Gedanken. Da dies nun einmal die Wahrheit (haqiqat) ist, sollten wir unsere kleinlichen Kümmernisse als bittere Medizin, wie etwa Chinin, betrachten, geduldig und dankbar sein und sagen: "Oh Er (Ya Hu)! Auch das wird vorübergehen."

Zweitens:

Dem Direktor dieser Schule Josefs habe ich geschrieben: Während ich noch ein russischer Gefangener war, brach der bolschewistische Sturm zuerst in den Gefängnissen aus, so wie auch die Große Französische Revolution zuerst in den Kerkern unter den Gefangenen ausbrach, welche die Geschichte als Vagabunden bezeichnet hat. Deshalb versuchen wir Schüler der Risale-i Nur sowohl in Denizli und in Eskishehir als auch hier bei uns die Gefangenen so weit wie möglich auf den rechten Weg zu führen. In Eskishehir und in Denizli hatten wir dabei großen Erfolg. Hier werden wir aber noch erfolgreicher sein, denn als Ergebnis des Unterrichts (ders) der Risale-i Nur in dieser sensiblen Zeit und an diesem kritischen Ort milderte sich der Sturm (im Verhältnis) hundert zu eins. Andernfalls hätten fremde, widrige Strömungen, welche es verstehen, aus einem solchen Konflikt und dergleichen Zwischenfällen ihren Nutzen zu ziehen und solche Gelegenheiten geradezu erwarten, Feuer in das Pulver geworfen und einen Brand entfacht.

Said Nursi
— 851 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten"}

Meine lieben, getreuen, unerschütterlichen Brüder, die in aller Mühsal nicht niedergeschlagen geworden sind und sich nicht von uns zurückgezogen haben!

Während meine Seele (nefs) aufgrund einer physischen wie psychischen Bedrängnis um euch besorgt war, fühlte ich plötzlich in meinem Herzen: hättest du sowohl für dich als auch für nur einen einzigen deiner Brüder hier anstelle aller Sorgen und Kümmernisse vielleicht in anderer Form das Zehnfache erleiden müssen, um ihm so bald und so nahe begegnen zu können, es wäre noch immer für dich billig gewesen. Es scheint ja notwendig zu sein, dass, wie sich in alten Zeiten die Leute der Wahrheit (haqiqat) wenigstens ein-, zweimal im Jahr trafen, sich nun auch die Schüler der Risale-i Nur alle paar Jahre einmal in der Schule Josefs, als der günstigsten Gelegenheit, begegnen. Auch wenn mit dem Weg der Gottesfürchtigen und Asketen, entsprechend und in der Art und Weise, denjenigen Unterricht zu erteilen, die dessen am meisten bedürfen, ja allen und selbst noch ihren Gegnern, sodass nun (auf diese Weise) ihre geistige Körperschaft sprechen kann, tausend Mühen und Plagen verbunden sind, so ist dies nicht von Bedeutung. Wenn einige wenige unserer schwächeren Brüder in früheren Gefängnissen es überdrüssig geworden sind und den Kreis der Risale-i Nur verlassen haben, so war dies ein sehr großer Verlust für sie, jedoch kein Schaden für die Risale-i Nur. An ihrer Stelle betraten robustere, aufrichtigere Schüler den Plan. Da nun einmal die Prüfungen in dieser Welt (dunya) vergänglich sind und rasch vorübergehen und uns dabei ihre Verdienst (sevab), ihre Früchte überlassen, sollten wir auf die Göttliche Gnade (inayet-i Ilahiye) vertrauen und dankbar bleiben in Geduld.

Said Nursi
— 852 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Schickt die letzten beiden Seiten, entweder mit den alten Buchstaben geschrieben oder mit den neuen Buchstaben getippt, durch einen zuverlässigen Mann, den ihr für geeignet haltet, an den Vorsitzenden des Gerichtshofes und schreibt dazu auf einem Extrablatt: "Said dankt Ihnen und lässt Ihnen sagen: Sie haben meine Fenster wieder geöffnet. Doch der Staatsanwalt erlaubt keinem meiner Brüder oder einem Bediensteten, zu mir zu kommen. Und er bittet auch darum, dass Sie ihm diesen einzigartigen, wundersamen Qur'an

{in dem die Übereinstimmungen im Text farbig gekennzeichnet sind. (A.d.Ü.)}

der sich noch bei Gericht befindet, zurückgebt, damit er ihn während dieser gesegneten (mubarek) Monate lesen kann. Er hat drei Abschnitte (djuz) aus diesem wundersamen Qur'an als Musterexemplare an das Amt für Religiöse Angelegenheiten übersandt, damit sie einen Offset-Druck davon machen können. Außerdem ersucht er sie um einen dieser Bände der Risale-i Nur, die sich ebenfalls bei Gericht befinden, damit er sie in seiner vollkommenen Abgeschlossenheit und Einsamkeit und unter den schrecklichen Plagen lesen kann. Sie sollen ihm ein Mittel des Trostes und ein guter Kamerad sein. Diese Bände haben jedenfalls schon drei, vier Gerichtshöfe gesehen, ohne dass dabei etwas beanstandet wurde. In ähnlicher Weise wurden diese großen Bände auch von den führenden Gelehrten im Ehrwürdigen Mekka, im Strahlenden Medina, im Ehrwürdigen Damaskus (Sham-i sherif), in Aleppo (Halep) und von der Universität in Kairo (Djami'u-l'Es'her) hochgeschätzt und gepriesen und keiner von ihnen hat sie kritisiert oder hatte etwas gegen sie einzuwenden."

Said Nursi
— 853 —

Meine lieben, getreuen Brüder!

Die beiden Feyzi haben auch zwei Kopien der Hisbun'Nuri bei sich. Wenn sie sie nicht brauchen, lasst eine davon mir zukommen, oder Mehmet Feyzi kann mir noch eine Kopie anfertigen. Auch die Abhandlung über den Ramadan (Ramadhan Risalesi) und das bereits im Druck vorliegende "Große Zeichen (Ayetu-l'Kubra) werden hier gebraucht. Bringt die Spannungen unter euch rasch wieder in Ordnung! Seid vorsichtig! Gebt Acht! Schon eine kleine Abweichung im Kreis der Schüler der Risale-i Nur kann einen großen Schaden verursachen. Lasst euch nicht von Stimmungen hinwegtragen, die aus solchen Schwierigkeiten erwachsen. Als mein Ofen platzte, war dies ein Hinweis auf derartige Probleme.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder Husrev, Mehmed Feyzi und Sabri!

Ich habe euch aus meiner vollen Überzeugung vertraut. Ich habe gehofft, im Frieden meines Herzens ins Grab hinabzusteigen und euch das Wohlergehen (selamet) der Risale-i Nur überlassen zu können. Und ich war dessen sicher, dass nichts euch voneinander würde trennen können. Jetzt aber gibt es einen offiziellen Hinweis darauf, dass es einen entsetzlichen Plan gibt, die Beziehungen unter den zuverlässigsten Schülern der Risale-i Nur abkühlen zu lassen. Da ihr aber nun einmal, wie es die Stärke eurer Ergebenheit (sadaqah) und eure intensive Verbundenheit mit der Risale-i Nur erforderlich machen, auch dazu bereit seid, falls notwendig selbst euer Leben füreinander zu opfern, so seid ihr sicherlich auch dazu verpflichtet, eure so kleinlichen, vorübergehenden und völlig bedeutungslosen Gefühlsregungen aufzuopfern, so wie im anderen Falle mit Sicherheit für uns alle in dieser Zeit ein großer Schaden entstünde. Ich zittere (bei dem Gedanken),

— 854 —

dass (einer von euch) den Kreis der Schüler der Risale-i Nur verlassen könnte. Bereits seit drei Tagen befällt mich wieder ein Schauder, wie ich ihn noch nie zuvor erlebt habe. Ich habe jetzt mit Bestimmtheit erkannt, dass selbst eine leichte Gereiztheit unter (Schülern) wie ihr es seid, einem Haar, das ins Auge gerät, vergleichbar, wie eine Bombe wirkt. Ich darf euch sogar mitteilen, dass man sich bei dem vergangenen Sturm sehr darum bemüht hat, uns mit hineinzuziehen. Jetzt aber versuchen sie, euch, wenn auch nur ein ganz klein wenig, voneinander zu entfremden. Wenn ich auch mehr als zehnmal so viel gelitten habe, wie ihr, so bin ich doch mit Rücksicht auf euch entschlossen, nicht auf Fehler auch nur eines von euch zu achten.

{d.h. lasst euch in dieser angespannten Lage nicht dazu verleiten, gereizt auf eure Fehler zu reagieren, so wie auch ich nicht gereizt auf eure Fehler reagieren will. (A.d.Ü.)}

Ich bitte euch also im Namen eures Meisters, der geistigen Persönlichkeit der Risale-i Nur, nicht auf eurem eigenen Weg zu bestehen, sei es nun berechtigt oder auch nicht. Wenn an diesem ungewöhnlichen Ort verborgene Hände heimlich im Versteck in eurem Beisammensein herumrühren, so (geht auseinander und) einer von euch gehe (fort, um) mit Tahiri zusammen in einer Zelle (zu wohnen)!

Meine lieben getreuen Brüder!

Seid mir bitte nicht böse, wenn ich mich um drei unter euch, die einander böse sind, ganz besonders kümmere! Denn gleich mir sind Husrev und Feyzi ein wenig menschenscheu und fühlen sich (unter Menschen) unbehaglich. Auch sind sie in ihrem Temperament doch ein wenig verschieden voneinander. Was Sabri betrifft, so ist er aufgrund seiner Verwandten und seines Lebensunterhaltes an das gesellschaftliche Leben gebunden und muss

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deshalb in seinem Umgang vorsichtig sein. Da also aufgrund dieser Verschiedenheit von Weg (meslek) und Temperament diese drei unter euch in diesem Wirrwarr und der Bedrängnis in eurer (überfüllten) Zelle es auf gar keinem Fall aushalten und geduldig sein können, habe ich mich darüber aufgeregt und mir innerlich Sorgen gemacht. Denn in dieser Zeit genügt schon die kleinste Missstimmung, um einen großen Schaden anzurichten.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder und Kommilitonen in dieser Schule Josefs!

Da die kommende Nacht, die Nacht der Freisprechung (Leyle-i Berat)

{Die Nacht, in der wir das Buch unserer Sünden des vorigen Jahres abgeben, während Gott zugleich unsere Aufgaben für das kommende Jahr in das Buch des Lebens einträgt. (A.d.Ü.)}

einem heiligen Samen und einer Art Programm, der Bestimmung (muqadderat) der Menschheit gleicht, ist sie ebenso heilig wie die Nacht der Vorherbestimmung (Leyle-i Qadr). Und so wie jedes gute Werk (hasanah) in dieser Nacht der Bestimmung für dreißigtausend zählt, so steigert sich auch in der Nacht der Freisprechung (Leyle-i Berat) der Wert (sevab) einer jeden guten Tat (amel-i salihin) und jeden Wortes, das wir im Qur'an (lesen) auf zwanzigtausend. Ist er auch zu anderen Zeiten gleich zehn, so steigt er während dieser drei Heiligen Monate auf das Hundertfache und auf das Tausendfache. Und in diesen bekannten heiligen Nächten steigert er sich erst auf zehntausend, dann zwanzigtausend, dann dreißigtausend. In diesen Nächten kann er (den Wert) einer Anbetung (ibadet) von fünfzig Jahren erreichen. Darum ist es ein großes Verdienst, wenn wir den Qur'an (lesen), um Vergebung (bitten) und die Segenswünsche (salavat über den Propheten) rezitieren.

Said Nursi
— 856 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَآئِمًا سَلَّمَكُمُ اللّٰهُ فِى الدَّارَيْنِ

{"Im Namen des Hochgelobten. Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen für immer und ewig! Möge Gott euch schützen in beiden Welten!"}

Wir gratulieren euch von ganzer Seele (ruh) und ganzem Herzen zu der Nacht der Freisprechung (Leyle-i Berat), in der die Gläubigen den Gegenwert von fünfzig Jahren Anbetung gewinnen können. Wir erhoffen von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i Ilahiye) mit völliger Sicherheit, dass jeder einzelne von euch im Geheimnis (sirr) geistlicher Partnerschaft und mit dem Segen eines innerlichen Gemeinschaftssinnes, so wie manche Engel, den Lobpreis Gottes (tesbih) mit vierzigtausend Zungen darbringen, so auch jeder aufrichtige und wahrhaftige Schüler der Risale-i Nur, als habe er vierzigtausend Zungen, um Vergebung (istighfar) bittet.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Erstens:

Auf Vorschlag einiger Hodjas, welche die ketzerischen Neuerungen unterstützen, findet sich in der Anklageschrift ein Widerspruch zu einer Fragestellung im "Fünften Strahl", worin sie das Kommen eines Deddjal in einem islamischen Land (Sufyan) und das Kommen noch einiger weiterer Deddjale ablehnen. Eine Antwort darauf findet sich in einer zuverlässigen (sahih) Hadith, die uns ein besonders glänzendes und ganz offensichtliches Wunder des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, zeigt:

— 857 —
لَنْ تَزَالَ الْخِلاَفَةُ فِى وَلَدِ عَمِّى صِنْوِ اَبِى الْعَبَّاسِ حَتّٰى يُسَلِّمُهَا اِلَى الدَّجَّالِ

d.h. "Das Kalifat wird sich in den Söhnen meines Onkels Abbas fortsetzen bis es in die zerstörerischen Hände des Deddjal übergeht." Das aber heißt: Das Kalifat der Abbassiden wird noch lange, nämlich fünfhundert Jahre, fortbestehen. Danach wird ein Dschingis, genannt Hulagu, einer von drei Deddjalen das Königreich des Kalifen (saltanat-i Khilafet) zerstören und im Islamischen Land seine Regentschaft fortsetzen. Womit zum Ausdruck kommt, dass im Islamischen Land nach verschiedenen Hadithen drei Deddjale kommen werden, was ein offensichtlicher Beweis ist. Die Voraussagen (ihbar-i ghaybi), die in den obigen Hadithen gemacht werden, sind in zweierlei (Hinsicht) ein offensichtliches Wunder:

Erstens:

Ein "Kalifat der Abbassiden (750-1258)" wird aufgerichtet werden und fünfhundert Jahre fortbestehen.

Zweitens:

Es wird schließlich durch die Hand dieses grausamsten Deddjal mit Namen Dschingis und Hulagu zerstört werden und untergehen. Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass der Sachwalter des Gesetzes (sahibi sheriat), der in den Überlieferungen (hadith) selbst noch über die unbedeutendsten Dinge, soweit sie den Qur'an und die Kennzeichen des Islam betreffen, berichtet hat, über die so ungewöhnlichen Ereignisse hier in unserer Zeit nicht berichtet haben sollte? Und wäre es denn überhaupt möglich, dass es gar keine Hinweise auf die Schüler der Risale-i Nur geben sollte, die inmitten dieser denkwürdigen Ereignisse fest entschlossen dem Qur'an dienen, und das im weitesten Rahmen, unter den seltsamsten Umständen und schwierigsten Bedingungen, wobei die Frucht (als Ergebnis ihres Dienstes) von Freund und Feind bestätigt wird.

Said Nursi
— 858 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَآئِمًا

{"Im Namen des Hochgelobten. Und wahrlich gibt es nichts, was nicht dankend ihn lobpreist." (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen für immer und ewig!"}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Ich beglückwünsche (tebrik) euch von ganzem Herzen und aus ganzer Seele (ruh) zu diesem ehrwürdigen (sherif) und gesegneten (mubarak) Ramadan. Möge Gott der Gerechte euch allen in dieser Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr) im ehrwürdigen Monat Ramadan einen Gegenwert (hayirli) von tausend Monaten schenken. Amin. Und möge Er ihn von euch wie ein achtzigjähriges, gottgefälliges Leben annehmen. Amin.

Zweitens:

Ich bin der Überzeugung, dass viel Gutes und Vorteilhaftes darin liegt, dass wir bis zu den Festtagen (Bayram) hier bleiben werden. Würden wir jetzt schon entlassen, würden wir nicht nur all des Guten in dieser Schule Josefs entbehren müssen, auch der Ehrwürdige Ramadan, der doch einzig auf das Jenseits (ukhrevi) hin ausgerichtet ist, und unsere innere Haltung würden durch weltliche Aktivitäten Schaden erleiden. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass wir im Geiste (sirr) dieses اَلْخَيْرُ فِيمَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ {"Gutes liegt in dem, was Gott will."} eine verdienstvolle große Freude erfahren mögen. Auch habt ihr vor Gericht bereits verstanden, dass sie, da sie uns ja mit ihren Gesetzen in gar keiner Weise überführen können, stattdessen spitzfindige Diskussionen über irgendwelche Belanglosigkeiten anführen, wie z.B. einige

— 859 —

private Dinge in einem persönlichen Brief, die so wenig mit dem Gesetz zu tun haben wie der Flügel einer Mücke, weil sie nichts gefunden haben, um die wirklich bedeutenden, universellen Dinge in der Risale-i Nur angreifen zu können. Zudem statt des ganzen großen und weiten (Kreises) der Schüler, (ihres Dienstes und der Lehre) der Risale-i Nur lediglich meine eigene Person in Misskredit zu bringen und in ihrer Bedeutung zu schmälern ist für uns ein großer Vorteil, da Göttliches Vorherwissen (Qader-i Ilahi) es nicht zulässt, dass jemand sich in (die Angelegenheiten) der Risale-i Nur und ihrer Schüler einmischt. So beschäftigt man sich also nur mit meiner Person.

Ich sage deshalb euch und allen meinen Freunden: für euer Wohlbefinden (selamet) und für die Risale-i Nur akzeptiere ich aufrichtig, mit Herz und Verstand (ruh), ja sogar mit dem Einverständnis meiner eigenwilligen Seele (nefs-i emmare), mit innerer Freude und Dankbarkeit alle diese Schwierigkeiten, die man meiner Person bereitet. So wie das Paradies nicht kostenlos ist, so ist auch die Hölle nicht nutzlos. Die Welt (dunya) und ihre Plagen sind vergänglich (fani) und alles vergeht rasch, wonach dann auch unsere heimlichen Feinde für alle Unterdrückung, die wir durch sie erlitten haben, vor das Große Gericht gerufen werden und zum Teil schon in dieser Welt ihre Rache zu spüren bekommen werden, weshalb man sie, statt ihnen mit Wut zu begegnen, eher bedauern sollte. Da dies nun einmal die Wahrheit ist, ist es sicherlich auch ein großes Glück, uns ohne jede Furcht, doch mit Vorsicht, vollkommener Geduld und Dankbarkeit dem zu unterwerfen, was Göttlicher Ratschluss und Seine Vorausschau (qadha ve qader-i Ilahi) für uns bestimmt hat und auf Seine Göttliche Gnade (inayet-i Ilahiye) zu vertrauen, die uns beschützt, und uns mit wahrhaft aufrichtiger, tröstender, von Herzen kommender Freundschaft, Liebe (muhabbet) und in vertraulichem Gespräch (sohbet) für unsere Brüder einzusetzen, und zwar mit einer Hingabe,

— 860 —

für die wir in diesem ehrwürdigen Monat Ramadan tausendfältigen Lohn erhalten werden, mit unseren Rezitationen (aurat), unserem Studium (ilm-i ders) wollen wir diesen geringeren Mühseligkeiten, die vorüber gehen, keine Bedeutung beimessen. Die so tröstlichen Lektionen (ders), die uns die Risale-i Nur mit dieser so wichtigen Prüfung erteilt, und wie sie unsere Gegner dazu zwingt, sie zu lesen, ist ein bedeutender Sieg für die Risale-i Nur.

Anmerkung:

Es ist sicherlich schlimm, dass einige unserer Brüder unnötigerweise leugnen, dass sie Schüler der Risale-i Nur sind, und dass sie ihre bedeutende Vergangenheit und ihre früheren Dienste verheimlichen wollen. Doch gerade aufgrund dieser Dienste sollten wir ihnen vergeben und uns nicht über sie ärgern.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Im Namen des Hochgelobten. Und es gibt kein Ding, das ihn nicht in Dankbarkeit lobpreist."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

In zuverlässigen Überlieferungen (Rivayat-i sahiha) wird angeraten: "Forscht nach der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr) in der zweiten Hälfte, besonders aber in den letzten zehn (Tagen)." Diese kommenden Nächte, die ein mehr als achtzigjähriges Leben der Anbetung (ibadah) zu schenken vermögen, sinnvoll zu verbringen, als wäre es die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr), wobei diese Wahrscheinlichkeit (dass sie es tatsächlich sein könnte) in den kommenden Nächten sehr hoch ist, ist an diesen verdienstvollen Orten ein großes Glück.

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Zweitens:
مَنْ اٰمَنَ بِالْقَدَرِ اَمِنَ مِنَ الْكَدَرِ

{"Wer an Gottes Vorherwissen glaubt, bleibt von Kummer und Gram verschont. In diesem Geist (sirr)"}

خُذُوامِنْ كُلِّ شَىْءٍ اَحْسَنَهُ

{"Betrachtet die schöne Seite aller Dinge."}

اَلَّذِينَ يَسْتَمِعُونَ الْقَوْلَ فَيَتَّبِعُونَ اَحْسَنَهُ اُولٰئِكَ الَّذِينَ هَدٰيهُمُ اللّٰهُ وَاُولٰئِكَ هُمْ اُولُوا الْاَلْبَابِ

{"Die auf das Wort hören und dem folgen, was darin das Beste ist, das sind diejenigen, die Gott geführt hat und sie sind es, die mit Verstand begabt sind." (Sure 39, 18)}

Ganz kurz zusammengefasst sei gesagt: "Die auf die Worte hören, das Schöne in ihnen annehmen und das Schlechte darin übersehen, sind diejenigen, die von Gott die rechte Leitung erfahren (hidayet-i Ilahiye) und Verstand haben." Nun ist es für uns notwendig, von allen Dingen die gute Seite zu sehen, das Schöne in ihnen zu entdecken, den heiteren Aspekt wahrzunehmen, sodass unsinnige, unnötige, schädliche, betrübliche, hässliche, vergängliche Zustände (hal) nicht unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken und unsere Herzen mit sich beschäftigen. Im "Achten Wort" (wird erzählt wie) ein Mann einen Garten betrat, während ein anderer ihn verließ. Der Glückliche von beiden betrachtete die Blumen und alle die schönen Dinge und erfreute sich entspannt an ihnen. Doch der Unglückliche sah nur all den Schmutz und die hässlichen Dinge, obwohl er sie doch nicht zu beseitigen vermochte. Ihm drehte sich der Magen um und, anstatt sich zu erholen, beunruhigte er sich nur und ging schließlich wieder. Nun gleichen die verschiedenen Stufen des menschlichen Gemeinschaftslebens und ganz besonders die Schule Josefs einem Garten. Darin finden sich zugleich

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hässliche als auch schöne, sowohl betrübliche als auch erfreuliche Dinge. Der Verständige ist aber der, der sich mit den schönen und erfreulichen Dingen beschäftigt, den betrüblichen Dingen keine Bedeutung beimisst und anstatt sich zu sorgen und zu beklagen, lieber Dank sagt und sich freut.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die kommende Nacht die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr) sein wird. Einige Exegeten haben die Leyle-i Qadr auf diese Nacht festgelegt. Doch selbst wenn es nicht so sein sollte, die Gemeinde aber (ummah) diese Nacht als solche betrachtet, so möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie auch tatsächlich als echt angenommen werde.

Zweitens:

Ich mache mir Sort s, wie es unseren Brüdern in Zelle sechs ergehen mag, wo es z.Zt. sehr unruhig ist. Es gibt da außerhalb des Gefängnisses einen Finger, der besonders in Zelle sechs herumrührt. Unsere Brüder dort müssen Acht geben und vorsichtig sein, damit sie nicht irgendwo mit hineingezogen werden.

Drittens:

Habt ihr das Schreiben an den Rechtsanwalt geschickt, damit der Herr Vorsitzende es lesen kann? Da es sich hier nicht allein um Sabri handelt, sondern die ganze Angelegenheit uns alle betrifft, ist Halil Hilmi auch unser aller Rechtsanwalt. Jedenfalls sehe ich das so. Er sollte daher für uns alle da sein und deshalb unserem ersten Advokat ganz zur Seite stehen.

Viertens:

Ich habe Sabri die Einführung von Tashköprülü Sadik Bey zur Abschrift gegeben. Wenn er sie bereits abgeschrieben hat, sollten ihm nun die korrigierten Blätter zugeschickt werden. Eine neu angefertigte Kopie

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sollte mir zugeschickt werden. Außerdem habe ich hier noch eine Kopie von Sadiks kleinem Gedicht. Falls ihr keine habt, schicke ich euch eine.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Wir senden sowohl euch als auch unseren Brüdern im Gefängnis unsere Glückwünsche zu den Festtagen (Bayram). Diejenigen, die euch zu den Festtagen beglückwünschen (will ich so betrachten) als hätte auch ich ihre Glückwünsche von ihnen entgegengenommen. (Es soll so sein), als hätte ich euch alle persönlich zu den Festtagen besucht. Das sollt ihr wissen und es ihnen auch sagen.

Zweitens:

Infolge der Botschaft meines gusseisernen Ofens, der ohne Grund zersprang, haben wir uns auf dieses Zeichen hin mit aller gebotenen Vorsicht und Behutsamkeit (verhalten), wodurch dieser kleine Sturm von hundert zu eins vermindert wurde, vorüber ging und das Pulverfass nicht angezündet wurde. Auch jetzt wiederum unterrichtet uns meine Wasserflasche, die in dieser seltsamen Weise ohne jeden Grund in lauter kleine Stückchen zersprang, dass wir auch dieses Mal mit der größtmöglichen Behutsamkeit und Geduld die Ruhe bewahren und vorsichtig sein müssen. Ich habe eine innere Eingebung empfangen, dass versteckte Heuchler gegen religiös gesinnte Menschen liederliche Menschen, die das Gebet nicht verrichten, und kommunistisch gesinnte Renegaten einsetzen wollen und sogar schon hier bei uns ihre Finger im Spiel haben.

Eine kleine Anmerkung dazu: Gestern fühlte ich in meinem Herzen Freude und Heiterkeit. Dann bemerkte ich auf einmal, dass mein Bruder in Nurs mir acht Monate zuvor einen Krug mit Honig aus Nurs nach Emirdagh geschickt hatte.

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Gestern war er hier in Emirdagh angekommen. "Ach", sagte ich, "so bringt ihn mir doch schnell!" Dann wartete ich: nichts kam... meine Freude verkehrte sich in Ärger.

Diesen Krug mit Honig (von meinem Bruder aus Nurs geschickt und deshalb völlig unverdächtig! - A.d.Ü.) mir kostbarer als hundert (andere) Krüge, in die Hände eines Fremden (, dem man nicht vertrauen darf! - A.d.Ü.) zu geben, um ihn auf dem Markt zu verkaufen, war der Anlass dazu und der Krug zerbrach. Von dieser Süßigkeit, einer Gabe aus dem Dörfchen Nurs, in dem ich geboren wurde und das ich seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hatte, habe ich für jeden meiner Brüder ein klein bisschen als eine Kostprobe (abgeteilt und ihnen gleichsam als) eine Süßspeise für den Festtag (bayram) gegeben.

Said Nursi

Meine lieben, treuen, unerschütterlichen Brüder!

Ich beglückwünsche (tebrik) euch mit Herz (ruh) und Seele, dass ihr unsere Wunde so rasch geheilt habt. Aufgrund dieser Heilung ist mir in dieser Nacht die Brust weit geworden. Tatsächlich dehnt sich die Medressetu-s'Sehra aus und (die Schüler der Risale)-i Nur machen sich nun die echte Wahrhaftigkeit (haqiqi ikhlas), die vollkommene opferbereite Aufgabe jedweder Ichsucht und ebenso vollkommene Bescheidenheit zu eigen und sie verbreitet sich unter ihnen. Sicherlich können diese so kleinliche, doch nur zeitliche Empfindlichkeit, diese Irritation und Gereiztheit jene machtvollen Lehren (ders) und die Bande unserer Bruderschaft nicht zerstören und die Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (Ikhlas Lem'asi) gibt hierbei die beste Rechtleitung. Die übelste Strategie, um uns und die (die Schüler der Risale)-i Nur zu treffen und gegen uns zu agitieren, ist nun, (die Beziehungen unter)

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den Schülern der (Risale)-i Nur erkalten zu lassen, sodass sie einander überdrüssig werden und sich schließlich aufgrund der Verschiedenheit ihrer Charaktere und Ansichten voneinander trennen. Es war tatsächlich nur eine kleinliche Gereiztheit. Doch wie ein Härchen im Auge ebenso schmerzhaft sein kann, wie ein Stein, der auf den Kopf fällt, gab mir mein Wasserkrug davon Bericht, als sei es ein größeres Ereignis. Dabei kam mir jener Umstand (hal) seitdem schon hundertmal wieder in den Sinn, über den sich der verstorbene Hafidh Ali (dessen Gott sich erbarmen möge) damals kurz vor seinem Tode beklagt hatte, und macht mich noch immer traurig.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Ich habe die schriftlichen Beschwerden der Schüler dem Direktor gegeben. Ich habe gesagt: "Dies möchten wir zusammen mit dem Schluss meiner schriftlichen Beschwerde an das Amt für religiöse Angelegenheiten und das Kriminalgericht in Ankara senden, das uns bereits freigesprochen und auch unsere Abhandlungen freigegeben hat, und - falls Sie das für angemessen halten - auch die Liste mit den Irrtümern {in der Anklageschrift des Staatsanwalts (A.d.Ü.)} und deren Korrektur, aber nur privat und rein zur Information." Er sagte: "Das ist angemessen." Ihr könnt nun den Rechtsanwalt darum bitten, einige Kopien von den schriftlichen Beschwerden der Studenten und zwei Kopien der Liste (mit den Irrtümern) vorzubereiten.

Schreibt auch an das Amt für religiöse Angelegenheiten: Da ihr in eurem Rapport über Said und seine Freunde, die ihr dieses Mal nach Afyon geschickt habt,

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ganz richtig geschrieben habt, dass es eure Pflicht ist, die Schüler der religiösen Studien (ulum-u diniye) zu verteidigen, sind sowohl der gequälte Said als auch seine unschuldigen Freunde eurem Amt sehr dankbar dafür. Jedenfalls hat unsere Angelegenheit etwas mit Religion (din) und Wissenschaft (ilm) zu tun, sodass also das Amt für religiöse Angelegenheiten sich noch vor der Polizei, dem Gericht oder irgendeinem anderen Amt damit beschäftigen sollte. Deshalb haben wir uns sowohl in Denizli als auch in Afyon zuerst an dieses Amt gewandt und unsere Beschwerde an die Gelehrten dort geschickt. Schreibt also einen Paragraph in diesem Sinne!

Said Nursi

Mein lieber, getreuer Bruder Re'fet Bey!

Aus Achtung vor dem Ehrwürdigen Qur'an (Qur'an-i Adhim-ush'shan) und um eurer Verbundenheit mit diesem Qur'an willen, und um der Ehre eures zwanzigjährigen, durch den Glauben (getragenen), Dienstes an der Risale-i Nur, hört doch schnell damit auf, einander in dieser scheußlichen, offensichtlich so kleinlichen, doch aufgrund der Sensibilität der Lage (vaziyet) so schmerzlichen, ja geradezu katastrophalen Art und Weise den Rücken zuzukehren und euch gekränkt zu fühlen, was doch nur eine große Hilfe für diese versteckten Heuchler ist, die uns vernichten wollen und einer Lunte am Pulverfass gleicht. Halte sie also davon ab! Andernfalls könnten ein Dirhem (3g) einer persönlichen Rechthaberei hundert Batman (800 kg) Unheil über uns und unseren Dienst am Qur'an und am Glauben bringen, wozu die Wahrscheinlichkeit gerade besonders groß ist. Ich schwöre euch: wollte einer unter euch mich aufs schwerste beleidigen und die Würde meiner Person ganz und gar zerbrechen und würde doch dabei den Dienst am Qur'an, am Glauben und an

— 867 —

der Risale-i nicht aufgeben, so würde ich es ihm nicht nachtragen (helal), meinen Frieden mit ihm machen und versuchen, mich nicht gekränkt zu fühlen. Ihr wisst ja, dass unsere Feinde bestrebt sind, auch noch den leisesten Anflug von Fremdheit unter euch auszunutzen. Schließt also rasch Frieden miteinander! Hört auf, so gereizt zu reagieren, was zudem völlig sinnlos und sehr von Nachteil ist. Sonst wird noch ein Teil von euch, wie Shemsi, Shefik und Taufiq scheinbar zu unseren Gegnern überlaufen, was für unseren Dienst am Glauben ein großer Verlust wäre und ihm einen großen Schaden zufügen würde. Bis jetzt hat die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) anstelle eines solchen Verlusts uns viele zugeführt, die mit dem gleichen System {mit den entsprechenden Fähigkeiten. (A.d.Ü.)} arbeiten. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie uns (auch dieses Mal) wieder zu Hilfe kommen.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Dem Direktor haben "Das Große Zeichen" und der "Wegweiser für die Jugend" offensichtlich sehr gut gefallen. Nun möchte er auch noch den "Stab Mosis" und das «Dhu-l'Fikar». Ich habe ihm versprochen: "Ich werde es dir besorgen." Wenn es hier in Afyon (noch Kopien) davon gibt, lasst einen "Stab Mosis", ein «Dhu-l'Fikar» (gebunden, die große Ausgabe), einen Wegweiser und ein "Großes Zeichen" hierher bringen.

Said Nursi
— 868 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Dieser Bericht hatte genau das gleiche Ergebnis wie der in Denizli. Man hat uns in den Punkten, die Anlass zur Klage gegeben hatten, freigesprochen, um jedoch besser dazustehen und zu zeigen, dass sie keine Nurdjus sind, und weil von Seiten der Wahhabiten ihr Nerv (empfindlich getroffen war), haben sie uns in der Art eines Oberlehrers ein wenig angegriffen. Ich nehme einmal an, dass dieser Bericht eingetroffen ist, noch bevor die Anklageschrift abgefasst wurde, denn in dieser Anklageschrift finden sich einige Punkte davon wieder. Falls dem so ist, ist unsere Fehlerliste bereits die komplette Antwort darauf. Wie denkt ihr darüber? Und wie findet ihr meine letzten Reaktion darauf? Ist sie zutreffend? Ich habe sie nämlich in ziemlicher Eile geschrieben, und mein eigener Zustand ist obendrein noch ziemlich erbärmlich.

Zweitens:

Bis jetzt waren sie offensichtlich noch mit Fragen zu unserer Person beschäftigt, unserer politischen oder religiösen Vereinigung (tariqat) und einigen nebensächlichen persönlichen Briefen. Jetzt aber, wo sie die "Leuchte des Lichts (Siradju-n'Nur)" und die "Sechs Listen des Satans (Hudjumat-i Sitte)" konfisziert haben, wendet das Komitee der Sachverständigen seine Aufmerksamkeit auf die Risale-i Nur und richten sich die Intrigen unserer versteckten Gegner in einer Weise gegen sie, die dazu geeignet ist, die Ruhe im Lande zu stören und die man als einen Angriff gegen die Risale-i Nur bezeichnen kann. Zu genau der gleichen Zeit, als das Land in dieser Weise angegriffen wurde, ereigneten sich, wie schon so oft zuvor, zwei schwere Erdbeben, als ich gerade über dieses Thema schrieb. Das bestätigt, was ich bereits gesagt hatte: "Noch etwas dazu zu schreiben, erübrigt sich nun." Deshalb habe ich nichts weiter geschrieben.

— 869 —

Dann hörte ich heute, dass (die Leute) beginnen, sich (vor einem Zweiten Weltkrieg) zu fürchten. So sagte ich denn dem hiesigen Oberaufseher: "Bis jetzt hat, wann immer die Risale-i Nur angegriffen wurde, die Erde gezürnt oder es entstand eine Angst vor Krieg. Wir haben schon viele derartige Ereignisse mitgemacht, sodass keine Möglichkeit mehr besteht, es könne sich hier um einen Zufall handeln, und das wurde auch dem Gericht gezeigt." Das aber heißt, dass meine neuerliche furchtbare, wenn auch mir selbst unerklärliche, Sorge um die Risale-i Nur, die neidvolle Kritik durch das Komitee der Sachverständigen und die Konfiszierung eines wichtigen Bandes der Risale-i Nur, zusammenfiel mit der Leuchte des Lichtes (Siradju-n'Nur), welche einem bereits angenommenen Opfer für die Armen (sadaqa) gleicht, (dargebracht um) eine drohende Katastrophe abzuwenden, wenn sie sich wie hinter einem Schleier verbirgt, sodass nun ein Erdbeben oder aber Furcht vor einem Krieg entsteht.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Macht euch keine Sorgen: Wir stehen unter Gottes Schutz (inayet). Hinter allen äußerlichen Schwierigkeiten verbirgt sich Gottes Erbarmen (rahmet). Das Komitee der Sachverständigen war gezwungen, einen Teil (der Risale-i Nur) zu widerlegen. Sicherlich sind sie aber nun in ihren Herzen Nurdjus geworden.

Said Nursi
— 870 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen, unerschrockenen und unerschütterlichen Brüder, die sich niemals von (einem Leben für) das Jenseits trennen und dieser vergänglichen Welt zuwenden würden!

Seid nicht traurig, dass ihr hier noch ein wenig länger bleiben müsst und man unsere Angelegenheit noch etwas in die Länge ziehen will. Nein, im Gegenteil: seid es, gleich mir, zufrieden. Da unsere Lebensuhr nun einmal nicht still steht, sondern abläuft, bekommt (unser Leben) in diesem Haus der Kasteiungen erst durch die Früchte, die es für das Jenseits hervorbringt, seine Beständigkeit. Im Übrigen erweitert sich der Kreis (der Schüler) der Risale-i Nur. So werden z.B. auch die Gelehrten des Sachverständigenkomitees gezwungen, die Leuchte des Lichtes (Siradju-n'Nur) sehr genau zu studieren. Wenn wir zudem entlassen würden, könnte das in der einen oder anderen Hinsicht zu Ausfällen in unserem Dienst am Glauben führen. Obwohl ich selbst dabei noch weit mehr Schikanen zu erdulden habe als ihr, möchte ich doch nicht deswegen entlassen werden. Versucht nur, euch so weit wie möglich mit Ausdauer und Geduld in dieser Art zu leben zurechtzufinden und sucht beim Abschreiben und Lesen der Risale-i Nur Trost und Erleichterung zu finden.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten!"}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Falls notwendig kann ich euch zwei Kopien der Liste mit den Irrtümern und Korrekturen zusenden,

— 871 —

wie sie am Ende meiner Verteidigungsschrift aufgeführt sind und sich jetzt hier bei mir befinden, bereits geschrieben mit den neuen Buchstaben, damit ihr sie zusammen mit meiner Antwort an das Komitee der Sachverständigen, an das Amt für Religiöse Angelegenheiten und an das Kriminalgericht in Ankara weiterleiten könnt. Auch sollte dem Gerichtshof eine Kopie meiner Antwort an das Komitee der Sachverständigen übergeben werden.

Zweitens:

Es ist gut so, dass man unsere Angelegenheit noch etwas in die Länge zieht. Bis jetzt hat man in dem Gedanken, ihren Wert herabzumindern, zwar äußerlich ein Desinteresse zur Schau getragen, ihr jedoch dabei eine große Bedeutung beigemessen. Doch möge nun Gott es wollen (insha-a'llah), dass sich bei der derzeitigen Lage (die Dinge) für unseren Dienst am Glauben (hizmeti imaniye) und am Qur'an zum Besseren und zum Vorteil wenden.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten!"}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Wäre die Haddj in diesem Jahr freigegeben worden, hätte vielleicht ein Teil von uns diese Wallfahrt unternommen. Doch möge nun Gott es wollen (inshaa'llah), dass diese unsere Absicht (niyet) so angenommen wird, als seien wir tatsächlich gefahren, sodass unser Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) und an der Risale-i Nur ein ebenso großes Verdienst erwerben wird wie die Wallfahrt selbst.

Zweitens:

Da wir bereits wiederholt geäußert haben: "Die Risale-i Nur ist ein machtvoller und wahrhaftiger

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Kommentar (tefthir) zum Qur'an", jedoch einige unaufmerksame (Leute) die eigentliche Bedeutung dessen nicht kennen, habe ich nun die Eingebung bekommen, diese Tatsache näher zu erläutern. Und diese Tatsache ist Folgende: Es gibt nämlich zwei Arten Qur'ankommentare.

Die erste ist die altbekannte Art Kommentare, wobei die Redewendungen im Qur'an und die Bedeutung seiner Worte und Sätze festgestellt, erklärt und erläutert werden.

Was aber die zweite Art Kommentare betrifft, so stellt sie mit machvollen Argumenten die Glaubenswahrheiten im Qur'an fest, erklärt und erläutert sie. Diese Art ist von sehr großer Bedeutung. Die allgemein bekannte Auslegung fasst manchmal diese Art kurz zusammen. Doch die Risale-i Nur betrachtet diese zweite Art als die unmittelbare Grundlage und ist eine spirituelle (auf der Wahrheit des Qur'an basierende) Auslegung, die auf beispiellose Weise alle halsstarrigen (gottlosen) Philosophen zum Schweigen verurteilt.

Drittens:

Diesen Morgen wollte ich etwas schreiben, konnte aber nicht. Nun aber ist diese Angelegenheit wieder aktuell geworden und Salim Bey, unser Verwalter, hat mir dazu die Erlaubnis erteilt. Morgen sollen also Husrev und Tahiri kommen, um ein Gesuch an den Ministerrat zu richten.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Sind etwa wir und die Risale-i Nur es, die rundum am gefährlichsten sind, sodass alle anderen Schriftsteller frei sind, etwas zu schreiben und alle Schichten (der Bevölkerung) sich ungestört versammeln dürfen? Doch ohne

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jeden religiösen Unterricht können Moslems nicht regiert werden, es sei denn mit einer absoluten Zwangsherrschaft oder durch eine unbegrenzte Bestechlichkeit. Denn ebenso wenig kann bis heute ein Moslem ein wahrhaft gläubiger Jude oder Christ werden. Vielmehr verliert er seinen Glauben und wird so voll und ganz verdorben. Desgleichen kann ein Moslem auch kein Bolschewist werden. Er wird vielmehr ein Anarchist und kann nicht anders mehr gelenkt werden als durch eine absolute Zwangsherrschaft. Wir Schüler der Risale-i Nur arbeiten sowohl für die Regierung und bemühen uns zugleich um die öffentliche Sicherheit und Ordnung und das Wohlergehen von Volk und Land. Die aber gegen uns sind, das sind die glaubenslosen Anarchisten und die Feinde des Volkes und des Landes. Wesentlich für die Regierung ist, dass sie uns nicht belästigt, sondern uns ganz in Schutz nimmt und uns beisteht.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Die Entlassung von Re'fet, Ed'hem und Bürhan und der Brüder Tjalishkan, Herausgeber der Risale-i Nur, zeigt, dass ihre Veröffentlichung nicht verboten ist und das Gericht nicht dagegen einschreiten kann. Und weiter ist sie ein Zeichen für ihren Beschluss, dass hier gar keine Organisation vorhanden ist. Und da es ferner, dadurch dass es unsere Angelegenheit noch in die Länge gezogen hat, die Aufmerksamkeit auf die Risale-i Nur gelenkt hat, was, wie eine offizielle Bekanntgabe, einer öffentlichen Einladung, sie weit und breit zu lesen, gleich kommt, hat es

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das Verlangen aller Bedürftigen angestachelt, sie zu studieren, was für uns und alle Gläubigen Vorteile erbracht hat, die alle unsere bisherigen Anstrengungen und Verluste hundertfach übersteigt. Möge Gott es wollen (inshaa'llah), dass dies ein Zeichen dafür sei, dass dieser heilige Unterricht eine geradezu unheimliche Wirkung auf die aggressiven Scharen von Irrlehrern hat, die in dieser Zeit weltweit zu einem furchtbaren und allumfassenden Angriff übergegangen sind.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder Re'fet, Mehmed Feyzi und Sabri!

Auf einen nachdrücklichen Hinweis und eine innerliche Ermahnung hin muss ich euch drei doch dringend darum bitten, um der Risale-i Nur willen, zu Ehren dieses Festes (bayram) und aufgrund unserer alten (freundschaftlichen) Rechte, euch darum zu bemühen, diese neuerliche fürchterliche Wunde zu heilen. Denn unsere versteckten Feinde verfolgen zwei Pläne... der eine ist der, mich durch Verleumdungen zugrunde zu richten und der zweite der, unsere Beziehungen zu einander einfrieren zu lassen. Hauptsächlich dadurch, dass ihr Husrev kritisiert, euch mit ihm streitet und euch von ihm beleidigt fühlt, (wollen sie erreichen, dass wir) uns voneinander trennen sollen. Darum sage ich euch: hätte Husrev auch tausend Fehler, würde ich mich dennoch scheuen, gegen ihn Stellung zu beziehen. Denn sich jetzt gegen ihn zu stellen, heißt, sich unmittelbar der Risale-i Nur entgegen zu stellen, sich gegen mich zu stellen und ist noch dazu wie ein gewaltiger Verrat zugunsten derer, die uns verderben wollen, weshalb mir ein derart seltsames Ding zugestoßen ist,

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dass nämlich mein Ofen ohne alle Ursache auseinander sprang. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass die letzte Schikane, die man mir zugefügt hat, aus eurem sinnlosen und noch dazu äußerst nachteiligen Mangel an Sinn für Gemeinschaft resultiert. Da hat einer hier, und besonders in Zelle sechs, seine furchtbare Hand im Spiel! Lasst mich an diesem Festtag (bayram) nicht weinen, sondern schließt rasch von ganzem Herzen Frieden.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Eigentlich wollte ich heute, dass wenigstens zwei, drei Brüder entlassen werden. Doch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) hat sie zu ihrem eigenen Besten zurück gehalten. So müssen wir also diesen Zustand (vasiyet) noch weitere zwanzig Tage (ertragen); ja das ist geradezu notwendig. Und notwendig ist auch, dass wir uns an diesen Festtagen zusammenfinden, und zwar sowohl für uns selbst als auch für die Risale-i Nur, für unseren Dienst und für unser physisches und psychisches Wohlergehen, damit wir unseren vollen Anteil an den Gebeten (dua) der Wallfahrer (Hadjji) empfangen mögen und die Risale-i Nur, die beschlagnahmt und nach Ankara geschickt worden ist, gerettet werde und damit auch diejenigen, die mit uns hier in unserer Bedrängnis mitempfinden und daher auch mit uns an der Risale-i Nur festhalten, an Zahl wachsen mögen. Das aber könnte nun der Beweis dafür sein, dass wir nicht unsere Zuflucht zu den Verrätern von Volk, Land und Glaube genommen haben und auch nicht mit ihren großen Fehlern einverstanden sind.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Was nun die maßlose, falsche und unberechtigte Kritik des Komitees der Sachverständigen betrifft, so haben sie - aufgrund eines besonderen Nervs für die Wahhabiten, nicht in der Lage Imam Alis (mit dem Gott zufrieden sein möge) ernsthaftes Interesse und seine Hochschätzung der Risale-i Nur zu ertragen und unter dem Einfluss eines grundlosen Misstrauens, das schon dazu geführt hatte, dass letztes Jahr Semsemwasser einfach weggeschüttet wurde und dieses Jahr auch die Wallfahrt (Haddj) verhindert wurde - ihre Einwände in ihrer von Falsch und Neid erfüllten Art auf den "Fünften Strahl" gerichtet. Unter diesen Umständen, in einer Zeit der Wirren und des Misstrauens, ist das Gefängnis für uns der sicherste (selamet) Ort. Möge es Gott wollen (insha-a'llah), dass die Risale-i Nur sowohl für uns als auch für sie die Freiheit erlangen lässt. Da die Risale-i Nur auf diese Weise, unter diesen harten Bedingungen und angesichts so vieler Gegner nun in einer geradezu einmaligen Weise sich selbst lesen lässt und ihre Schüler auf verschiedene Weise im Gefängnis arbeiten lässt und durch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) nicht erlaubt, zugrunde gerichtet zu werden, müssen wir insoweit dankbar und zufrieden sein anstatt zu klagen. Aus dieser Zufriedenheit erwächst entgegen all diesen furchtbaren Bedrängnissen meine Standhaftigkeit. (Und in dieser Zufriedenheit) mische ich mich in das, was Gottes Aufgabe (vazife-i Ilahiye) ist, nicht ein.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Von diesen beiden Kopien gehört eine mir und eine dem Herrn Direktor. Korrigiert die Kopie des Direktors entsprechend der Kopie, auf der (oben) am Anfang meine eigene Schrift zu sehen ist. Dieses Mal bemerkte ich bei der Lektüre des "Großen Zeichens (Ayatu-l'Kubra)", dass das Ende des Zweiten Kapitels und die geistigen Gespräche am Ende ganz besonders wichtig sind und habe aus ihnen einen großen Nutzen gezogen. Deshalb sollte sie einer von euch (Korrektur) lesen und der andere zuhören, sodass auch ihr euren Nutzen haben werdet. Durch diese Korrekturarbeit bleiben sie nicht ungenutzt liegen, vielmehr sollten sie immer zwei (Brüder) gemeinsam studieren.

Drittens:

Meine Kopie des "Zehnten Wortes", der Band mit den Briefen hier und die anderen (Schriften) sollten nicht verloren gehen oder ungenutzt liegen bleiben. Die Beaufsichtigung habe ich Djeylan überlassen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Gerade jetzt, wo ich in der "Djeldjelutiye"

{"Die Einzigartige (bedi'u)", eine Kasside von Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge. (A.d.Ü.)}

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بِحَقِّ تَبَارَكَ ثُمَّ نُونٍ وَسَآئِلٍ

{"Um der Wahrheit (der Suren) 'Gesegnet sei (Tebaraq aus der Sure 67 = Mulk)', sowie 'Nun (Sure 68)' und 'Sie fragten (Ve-s'Sa'il aus der Sure 70 = Ma'aridj)'."}

den (obigen) Satz aus dem sechsundzwanzigsten Vers lese, der auf (das sechsundzwanzigste Wort), eine Abhandlung über das Göttliche Vorherwissen (Risale-i Qader) hinweisen könnte, tauchte in meinem Herzen die Frage auf: "Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Sure 68 ثُمَّ نُونِ {"'Nun' usw."} und dem Wort (Söz = Abhandlung) «Qadr (Göttliches Vorherwissen)» und erhielt im gleichen Augenblick eine Eingebung. Ich begann also die Sure 68 zu lesen und wurde dabei gleich auf die Ayah

نٓ وَالْقَلَمِ وَمَا يَسْطُرُونَ

{"Nun. Beim Schreibrohr und dem, was man mit ihm schreibt" (Sure 68, 1)}

aufmerksam, die darauf hinweist, dass der Ursprung, die Basis und urewige Quelle, alle Bücher, der immerwährende Meister (ustadh) all dieser Schreibrohre und was sie schreiben, die Feder des Göttlichen Vorherwissens (qaderin qalemi) ist, während der Buchstabe Nun auf das Licht (Nur) und auf das Licht des urewigen Wissens (ilmi ezelinin nuruna) hin deutet. Das aber heißt, dass - gerade so wie وَالذَّارِيَاتِ {"...bei denen, die nach allen Seiten hin ausstreuen." (Sure 51, 1)} an die Abhandlung über die Atome (Zerrat Risalesi) denken lässt, und zwar mit einer starken Beziehung, die geradezu an einen Hinweis denken lässt, so lässt auch der

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Buchstabe ن «Nun» an die Abhandlung über das Göttliche Vorherwissen (Risale-i Qader) denken, und zwar wiederum mit einem deutlichen Hinweis.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen, unerschütterlichen Brüder!

Erstens:

Dem Gedanken (sirr) اَلْخَيْرُ فِيمَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ {"Gut ist, was Gott gewollt hat."} entsprechend, liegt auch in der Verschleppung unserer Angelegenheit etwas Gutes. Mein Herz wünscht und die Freigabe der Risale-i Nur erfordert es so. Wenn ihr einander tröstet, eure Haltung aus innerer Kraft heraus stärkt, einander in Diskussionen (ilm) und angenehmen Gesprächen (sohbet) schult und dabei die Risale-i Nur abschreibt und weiter studiert, könnt ihr den Punkt dieser vorübergehenden Anstrengung (zahmet) abwischen und in Barmherzigkeit (rahmet) umwandeln

{Die beiden Buchstaben "ز (Z)" und "ر (R)" unterscheiden sich im Arabischen nur durch den Punkt über dem "(R)" voneinander. (A.d.Ü.)}

und so möge denn Gott es wollen (insha-a'llah), dass ihr diese vergänglichen (fani) Stunden erfolgreich in unvergängliche (baqi) Stunden umwandeln werdet (indem ihr sie mit Werten und einem Inhalt füllt, der euch für die Ewigkeit bleibt).

Zweitens:

Nachdem wir hier im Untersuchungsgefängnis die Festtagsglückwünsche ausgetauscht hatten, sandte ich (euch) ein wenig von dem Honig, der mir sehr

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viel bedeutet (weil er aus) meinem Heimatdorf Nurs kommt, zusammen mit Semsem(wasser), dass Zubeyir, dieser tapfere Mann aus Konya, mir geschickt hatte. Füllt also nun etwas Wasser in die Flasche und mischt es (mit dem Honig. Gebt noch etwas von dem Semsemwasser dazu). Dann trinkt mit "afiyet (Gottes Segen)".

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Von maßgeblicher Seite wurde eine maßgebliche und bedeutsame Frage gestellt. Man fragte mich daher: "Obwohl ihr doch gar keine Vereinigung seid und bereits drei Gerichtshöfe euch in diesem Punkt freigesprochen haben, hat man euch doch seit zwanzig Jahren beobachtet und unter Kuratel gestellt, während (die Gerichte) in sechs Bezirken sich da nicht weiter eingemischt haben. Trotz alledem besteht zwischen den Nurdjus ein wirklich wunderbarer Zusammenhalt, wie man ihn in sonst keiner Vereinigung, keinem Gremium (oder Untersuchungskomitee) vorfindet. Wir möchten, dass ihr dieses Problem löst."

Ich habe ihnen folgende Antwort gegeben: "Die Nurdjus sind kein Gruppen-Puppen-Spiel, schon gar nicht eine politische, weltliche (dunyevi) oder widerständlerische Vereinigung, errichtet um einem persönlichen oder gemeinschaftlichen Nutzen zu dienen, auch kein Gremium, und sie können es auch gar nicht sein. Jedoch sind sie die Nachkommen, die Söhne und Töchter der alten tapferen Männer, von Millionen, die voll Freude ihr Leben (ruh) für das Land und für den Islam eingesetzt haben und Märtyrer geworden sind. Sie haben diesen Opfermut geerbt, sodass sie nun diesen einzigartigen Zusammenhalt

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an den Tag legen und nun vor dem Gerichtshof in Denizli diese armen, elenden Mitbrüder an ihrer Stelle die folgenden Sätze sagen lassen konnten:

"Um der Wahrheit, {D.h. der Wahrheit des Qur'an willen. (A.d.Ü.)} für die Millionen heldenhafter (Menschen) ihren Kopf geopfert haben, sollten auch wir bereit sein, unseren Kopf zu opfern." So haben sie es in ihrem Namen gesagt und damit das Gericht in Staunen und Bewunderung zum Schweigen gebracht. Das aber heißt: Es gibt unter den Nurdjus tapfere Männer, die sich treu und wahrhaftig, nur um des Wohlgefallens Gottes (riza-yi Ilahi) willen in gläubigem Vertrauen für ein jenseitiges (Leben) einsetzen, sodass diese schrecklichen Komiteen der Freimaurer, der Kommunisten, (der Leute) des Verderbens, {einer westlich dekadenten Lebensweise (A.d.Ü.)} der Atheisten und der Tashnak {armenische Widerstandskämpfer (A.d.Ü.)} und ähnlicher, keine Möglichkeit finden konnten, ihnen Widerstand zu leisten, sodass sie sie nun mit Hilfe von Gummiparagraphen Zwietracht und Verderben säen wollen, indem sie den Gouverneur und das Gericht betrügen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie damit nichts erreichen werden, vielmehr den Grund dafür liefern werden, dass sich die Zahl derer, die sich für die Risale-i Nur und den Glauben (iman) hingegeben haben, noch vermehren wird.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Ich will euch von einer Frage und ihrer Antwort berichten, der ich vor vierzig Jahren einmal (begegnet bin) und

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die der Frage von gestern gleicht. In jener alten Zeit, als die Schüler des Alten Said so leidenschaftlich mit ihrem Meister (ustadh) verbunden waren, dass sie ihr Leben für ihn hingegeben hätten, war der Alte Said in der Lage, dem Komitat der Armenier rund um Van und Bitlis, also den Kämpfern der Tashnak, die zu einem hohen Einsatz bereit waren, ein "Halt!" zuzurufen und (ihre Aktivitäten) bis zu einem gewissen Grade zum Stillstand zu bringen. Er fand Mausergewehre für seine Schüler, und eine Zeitlang glich die ganze Medresse einer Kaserne, worin sich Gewehre zwischen den Büchern fanden, sodass ein General, der kam und das sah, sagte: "Dies ist keine Medresse. Es ist eine Kaserne." Aufgrund der Ereignisse in Bitlis wurde er misstrauisch und befahl: "Nehmt ihnen die Waffen ab!" So nahmen sie uns die fünfzehn Mausergewehre, die in unsere Hände gelangt waren, wieder ab. Ein, zwei Monate später brach der Große Krieg aus und wir bekamen unsere Gewehre wieder zurück. Wie dem auch sei...

Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen fragte man mich damals: "Dieses furchterregende, kampfbereite armenische Komitat hat Angst vor euch. Sobald ihr auf den Berg Erek steigt, ziehen sich diese tapferen Krieger vor euch zurück, verlassen die Gegend und gehen anderswo hin. Was für eine Macht besitzt ihr denn, dass so etwas möglich ist?"

Zur Antwort habe ich ihnen gesagt: "Da die armenischen Freischärler dieses einzigartige Opfer für ein vergängliches irdisches Leben bringen und für einen nur vorübergehenden Nutzen, einen negativen Nationalismus und für ihre Sicherheit und sich uns entgegenstellen, werden die Schüler, die für ein ewiges Leben und die positiven Interessen einer (welt)weiten heiligen islamischen Nation kämpfen und glauben, dass die vorherbestimmte Stunde nicht hinausgeschoben werden kann, sicherlich nicht hinter ihnen zurückstehen. Falls notwendig werden sie sicherlich stolz und ohne zu zögern diese sichere, vorherbestimmte

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Stunde und einige, wenige Jahre eines illusionären äußerlichen Lebens für Millionen Jahre eines wahren Lebens, Wohlseins und die Interessen von Milliarden ihrer Brüder im Glauben zum Opfer bringen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen, glaubensstarken und liebenswerten Brüder!

Seit zwei Tagen habe ich infolge einer schweren Grippe schreckliche Schmerzen sowohl in meinem Kopf als auch in meinem ganzen Körper. Da ich mich unter diesen Umständen mit meinen Freunden treffen möchte und in gewissem Grade trostbedürftig bin und Gemeinschaft brauche, war ich durch eine schreckliche Einsamkeit und diese Isolationshaft besonders eingeengt. Klagen wie die folgende kamen mir in mein Herz: "Warum leiden wir diese Qualen? Was ist der Nutzen für unseren Dienst?"

Da spürte ich heute morgen plötzlich folgende Eingebung in meinem Herzen: Euch dieser schrecklichen Prüfung zu unterziehen und immer wieder bis in die feinsten Feinheiten hinein auf den Prüfstein geschlagen zu werden, um herauszufinden "ist es Gold oder ist es Kupfer?", euch in jeglicher Hinsicht mit äußerster Strenge zu prüfen, eure Seelen (nefs) durch drei, vier Siebe zu sichten, ob sie "etwa eigene Interessen oder Zweifel hegen, oder etwa nicht?" ist außerordentlich wichtig für euren Dienst, der einzig und allein im Namen von Recht und Wahrheit (haqq ve haqiqat) geleistet werden darf, damit Göttliches Vorherwissen (Qader-i Ilahi) und die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) ihn gestatten können.

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Denn da wir nun einmal auf diesem Feld der Prüfungen unseren verstockten, ungerechten Gegnern, die nur nach einem Vorwand suchen, auf diese Weise zur Schau gestellt werden, wird nun einem jeden klar, dass (in unserem Dienst) kein Lug und Trug, keine Selbstgefälligkeit, keine Selbstsucht, kein Vorteil in dieser (dunyevi) oder in jener (uhrevi) Welt oder ein persönlicher Gewinn im Spiel ist, sondern einzig und allein aus Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit (haqq ve haqiqat) erwächst. Wäre er gleichsam verschleiert und verborgen geblieben, könnte man ihm die verschiedensten Gründe unterschieben. Die einfachen Gläubigen könnten nicht mehr in ihn vertrauen. Sie könnten dann sagen: "Vielleicht täuschen sie uns nur." Und auch die gebildeten Leute würden ihre Zweifel hegen. Vielleicht würden sie dann sagen, dass (diese Nurdjus diesen Dienst nur leisten), um sich gleich einigen Höhergestellten (maqamat) in ein günstigeres Licht zu setzen und damit Vertrauen zu erwerben, und könnten sich somit nicht mehr auf unseren Dienst verlassen. So fühlen sich denn nach dieser Prüfung selbst die verbohrtesten und argwöhnischsten Leute dazu gezwungen, (in unseren Dienst) zu vertrauen. So möge euch denn nun Gott (insha-a'llah) für eure Mühe tausendfachen Lohn gewähren!

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Während strikte Verbote bewirken sollen, dass sich die Leute überall von mir abwenden, hat ein Zeitungsartikel über einen Zwischenfall in meiner Kriegsgefangenschaft

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das öffentliche Interesse wieder angefacht. Gerade gestern wieder sagten drei Beamte, die besonders darauf aus sind, uns und insbesondere meine Person zu beleidigen: "Die Leute laufen zusammen, wenn Said sich am Fenster zeigt und sehen ihn an. Er soll nicht am Fenster stehen, oder wir werden ihn in eine andere Zelle verlegen." So sagte es mir der Oberaufseher. Aber macht euch deswegen keine Sorgen. Ich bin entschlossen, alle Schwierigkeiten zu ertragen. Möge Gott es wollen (inshaa'llah), dass sich unsere Plagen durch den Segen eurer Gebete in Freude verwandeln werden.

Dieses Vorkommnis während meiner Kriegsgefangenschaft ist in der Tat wahr. Da ich aber keine Zeugen zur Verfügung habe, habe ich das auch nicht bis ins Einzelne beschrieben. Ich wusste zunächst nicht, dass bereits ein Erschießungskommando zu meiner Hinrichtung gekommen war. Das habe ich erst später erfahren. Doch dann hat der russische Kommandant etwas auf russisch gesagt, um sich zu entschuldigen, was ich aber nicht verstanden habe. Das heißt, der damals anwesende muslimische Major, der dann später diesen Bericht an die Zeitung weitergab, verstand, dass der Kommandant immer wieder "Verzeihung" gesagt hatte.

Meine Brüder, wenn ich mit der Risale-i Nur beschäftigt bin, vermindert sich meine innere Unruhe. Das aber heißt, dass es unsere Aufgabe ist, uns mit der Risale-i Nur zu beschäftigen und den vergänglichen Dingen keine Bedeutung beizumessen, geduldig zu sein und Dank zu sagen.

Said Nursi
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Ein Staunen erregender Zug in Bediüzzamans Charakter

Der folgende Artikel erschien am 15.10.1948 in der Zeitung "Ehl-i Sünnet\(Der Traditionalist)", dessen Besitzer als Rechtsanwalt tätig ist.

Während des Ersten Weltkriegs wurde ich {also der Verfasser dieses Artikels (A.d.Ü.)} in der Gegend von Bitlis verwundet und geriet in Gefangenschaft, und zwar am gleichen Tag, an dem auch Bediüzzaman in Gefangenschaft fiel. Er wurde nach Sibirien geschickt und fand sich dort (an der Kostroma, einem Nebenfluss der Wolga) in dem größten Kriegsgefangenenlager wieder. Ich selbst war in Baku auf der Insel Nangün. Eines Tages besichtigte Nikolaj Nikolajewitsch dieses Lager, um die Gefangenen zu sehen. Doch als er an Bediüzzaman vorüber ging, schenkte dieser ihm keinerlei Beachtung und rührte sich nicht vom Fleck. Das zog die Aufmerksamkeit des Kommandanten auf sich. Der ging unter einem Vorwand ein zweites Mal an ihm vorüber. Und (Bediüzzaman) rührte sich wieder nicht. Beim dritten Mal blieb er schließlich stehen und mit Hilfe eines Dolmetschers entspann sich folgender Dialog:

- "Kennt er mich nicht?"

- "Ich kenne Euch sehr wohl: Ihr seid Nikolaj Nikolajewitsch, der Onkel des Zaren und der Oberkommandierende an der kaukasischen Front."

- "Und warum beleidigt er mich dann?"

- "Verzeiht mir! Ich wollte Euch keineswegs beleidigen. Ich tue nur, was die Heiligkeit (muqaddes) meiner Berufung mir befohlen hat."

- "Was hat die Heiligkeit der Berufung befohlen?"

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- "Ich bin ein islamischer Gelehrter. Ich habe einen Glauben (iman) in meinem Herzen. Ein gläubiger Mensch ist besser als ein ungläubiger Mensch. Wäre ich aufgestanden, hätte ich mich vor dem Heiligen als respektlos erwiesen. Darum bin ich nicht aufgestanden."

- "In diesem Fall hat er mich einen Ungläubigen genannt und dadurch mich selbst, das Heer, mein Volk und auch den Zaren beleidigt. Deswegen wird er sich vor dem Kriegsgericht verantworten müssen." Danach wurde auf seinen Befehl hin das Kriegsgericht einberufen. Türkische, deutsche und österreichische Offiziere im Hauptquartier wandten sich persönlich an Bediüzzaman und ersuchten ihn dringend, sich bei dem Oberkommandierenden zu entschuldigen. Die Antwort, die er ihnen gab, war folgende:

- "Ich möchte in das jenseitige Land (akhiret) hinüberziehen und in die Gegenwart des Propheten gelangen. Dazu benötige ich einen Pass. Ich kann mich nicht entgegen meinem Glauben (iman) verhalten."

Dem entgegen wagte niemand mehr noch etwas zu sagen und so warteten alle auf das Ergebnis. Das Verhör ging zu Ende. Man verurteilte ihn wegen Beleidigung des russischen Zaren und des ganzen russischen Heeres zum Tode. Da sagte er zu dem Offizier, der die Soldaten des Erschießungskommandos befehligte, das gekommen war, um das Urteil zu vollstrecken, voller Freude: "Gib mir noch fünfzehn Minuten Zeit, um meine Pflicht (vazifah) zu tun." So vollzog er denn die rituelle Waschung (abdest) und verrichtete die beiden Gebete (reka'ah namaz). Da trat Nikolaj Nikolajewitsch zu ihm, richtete das Wort an ihn und sagte zu ihm:

- "Er möge mir verzeihen! Ich hatte geglaubt, er habe sich so verhalten, weil er mich beleidigen wollte. Darum habe ich ihn auch nach Gesetz so behandelt. Doch nun habe ich verstanden, dass er nur seinem

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Glauben (iman) entsprechend so gehandelt hat und getan hat, was der Heilige ihm befohlen hat. Sein Urteil ist aufgehoben! Er ist ob der Aufrichtigkeit seines Glaubens (dini salahat) aller Ehren wert. Ich habe ihn (in diesem Leben, das er nach seinem Glauben führen wollte) aufgestört. Ich möchte ihn deshalb abermals darum bitten, mir zu verzeihen."

Ein Major, einer von seinen Kriegskameraden, beschreibt diesen edlen Charakterzug und seine Glaubenstreue, die ein würdiges Beispiel für alle Muslime ist, so wie er es (mit eigenen Augen gesehen und) bezeugt hat. Nachdem ich (diese Erzählung) gehört hatte, füllten sich meine Augen ungewollt mit Tränen.

Abdurrahim

Obwohl uns Ustadh nicht beauftragt hat, diesen Zeitungsartikel hier anzuführen, haben wir ihn dennoch hier eingefügt, weil er sehr interessant, lehrreich und bewegend ist.

Husrev

Meine Brüder!

Zum einen habe ich bereits meinen Appetit verloren, und da zum anderen Geschenke mich nur aufregen, sende ich euch von meinem Anteil drei Portionen Butter, einen Korb Trauben, eine Kiste Äpfel, zwei Päckchen Tee und etwas Zucker. Ich wollte euch das zuerst als ein Geschenk geben. Dann habe ich aber nachgefragt (und erfahren, das ihr das alles selbst) habt. So werde ich also (von dem, was diese Dinge) Wert sind, Joghurt, Eier, Brot u.dgl. Dinge mehr kaufen, damit die Medressetu-z'Zehra sich nicht gekränkt fühlt und nicht sagen solle: "Er hat unsere Gaben (verschmäht und) nichts davon gegessen. Verkauft also diese Gaben an die Bedürftigen. Ihr könnt sie auch etwas billiger abgeben. Verkauft sie denen, die

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es wirklich nötig haben, sodass die Gaben der Medressetu-z'Zehra und ihrer verschiedenen Zweigstellen in zweierlei Hinsicht gesegnet seien, nämlich als ein Heilmittel sowohl für mich als auch für die Käufer. Husrev soll (den Verkauf) überwachen, und Djeylan und Hifsi sollen (die Dinge) verkaufen.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Was den Artikel betrifft, der über mich in der Zeitung gestanden hat, so habe ich jetzt dazu die folgende Eingebung erhalten: Wenn auch ein mächtiger (djebbar) russischer Kommandant angesichts der Würde deines Glaubens (izzet-i iman) seinen Ärger hinunterschluckte und sich entschuldigte, und wenn auch die offiziellen Organe die so mächtigen, wahrhaftigen Lehren der Risale-i Nur gesehen haben, hundertmal besser als ich selbst sie hätte geben können, aus denen ein Mensch standhaften Glauben schöpfen kann, und dennoch in ihrer Halsstarrigkeit verharren und die Dinge nicht in ihrem Herzen gerecht betrachten wollen, so wird sicherlich nichts anderes als die Strafe der Hölle sie noch reinigen können. Denn die Strafe für ein so gewaltiges Verbrechen könnte nicht in einem so kurzen Leben bezahlt werden. Denn Butter, die ranzig geworden ist, isst man nicht mehr, jedenfalls nicht wie Milch, aus der man Joghurt gemacht hat. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass die Risale-i Nur die meisten von ihnen retten wird, ehe bevor sie ins Verderben gehen.

Zweitens:

Mehmed Feyzi soll an Bedri schreiben und ihm sagen, dass ich all diejenigen, die er in seinem Brief erwähnt, auch in meine Gebete (dua) mit einschließe. Und auch sie sollten für mich beten (dua).

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Ich empfing eine Eingebung, ich solle doch dieses einerseits lehrreiche Verhalten und die andererseits so erstaunliche Behandlung beschreiben, die man meiner Person in meinen beiden Gefangenschaften (im Krieg und in der Haftanstalt) zuteil hat werden lassen. Es war dies folgendermaßen:

Wir lagen in Russland an der Kostroma zusammen mit neunzig gefangenen Offizieren in einer Halle. Von Zeit zu Zeit gab ich diesen Offizieren eine Unterweisung (ders). Eines Tages kam der russische Kommandant, sah das und sagte: "Dieser kurdische Kommandant eines Freiwilligenbataillons hat einmal viele unserer Soldaten im Feld gelassen. Und jetzt gibt er ihnen hier politischen Unterricht. Ich verbiete das. Er darf keinen Unterricht erteilen." Zwei Tage später aber kam er wieder zurück und sagte: "Da euer Unterricht nicht politisch ist, sondern religiös und moralisch, mögt ihr also weitermachen." Und erteilte die Erlaubnis.

Während meiner zweiten Gefangenschaft hier in diesem Gefängnis verbat der (zuständige) Justizvollzugsbeamte einem meiner mir eng vertrauten Brüder, zu mir zu kommen, obwohl er doch seit zwanzig Jahren meine Lesungen gehört hatte und einen besseren Unterricht (ders) erteilt als ich. Man gestattete noch nicht einmal einem Diener, mir in meinen notwendigen Bedürfnissen (wie Wasser oder Essen) behilflich zu sein, damit niemand von mir unterwiesen werden könne. Dabei lässt doch die Risale-i Nur keine Notwendigkeit zu noch weiterem Unterricht (ders) mehr übrig; und es gibt auch gar nichts mehr zu unterrichten, auch kein Geheimnis mehr, das noch verborgen wäre. Wie dem auch sei: die derzeitigen Umstände

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sind der Grund, es hier nun mit dieser langen Geschichte kurz zu machen.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Schon zwei-, dreimal habe ich völlig unerwartet einen sehr bedeutsamen Geisteszustand (halet-i ruh) durchleben müssen. So war es auch, als es mich vor dreißig Jahren in Istanbul trieb, auf den Berg Yusha zu steigen und das attraktive Gesellschaftsleben im Haus der Weisheit (Daru-l'Hikmet) dort in Istanbul zu verlassen und ich es mir noch nicht einmal erlauben konnte, den (inzwischen verstorbenen) Abdurrahman bei mir zu behalten, der auch in Istanbul war und der erste Schüler der Risale-i Nur und stets zu einem Opfer bereit gewesen war, um mir zu dienen, (wann immer es) notwendig wäre. Und so beginnen sich nun wieder die ersten Anzeichen jener einzigartigen geistigen Wandlung (zu zeigen), welche die Charakterzüge des Neuen Said sichtbar werden ließen. So denke ich denn, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass ein dritter Said hervortreten möchte, der nun die Welt ganz und gar verlassen will. Das aber heißt, dass die Risale-i Nur und ihre stets zu Opfern bereiten Schüler meine Aufgabe (vazifah) von meinen Schultern nehmen und selbst wahrnehmen werden. Jedenfalls kann jedes in sich abgeschlossene Kapitel der Risale-i Nur und jeder ihrer unerschütterlichen, aufrichtigen Schüler einen besseren Unterricht (ders) erteilen als ich.

Said Nursi
— 892 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Erstens:

Anhand einiger Zeichen nehme ich an, dass man von den Bänden, die bisher veröffentlicht worden sind, besonders dem Wegweiser für die Jugend die höchste Bedeutung beimisst. So denke ich denn, dass die Hüve Nüktesi (Anmerkung über «Hu») unseren heimlichen atheistischen Feinden das Kreuz gebrochen und den Götzen (Taghut) "Natur", der ihre Stütze und Basis ist, vernichtet hat. Denn obgleich es noch in gewisser Weise möglich war, ihn in der dunklen Erde zu verstecken, so war es doch (nach Erscheinen) der Hüve Nüktesi (eine Abhandlung über die Luft) in gar keiner Weise mehr möglich, diesen Taghut in dieser klaren Luft zu verstecken. Demzufolge und aufgrund ihres hartnäckigen Unglaubens und ihres geradezu verbohrten Abfalls vom Glauben (Apostasie) täuschen sie die Justiz und hetzen sie gegen uns auf. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass die Risale-i Nur die Justizbehörden für uns gewinnen und die Angriffe (der Gottlosen) ins Leere laufen lässt.

Zweitens:

In letzter Zeit sind sowohl die Veröffentlichung in der «Ehl-i Sünnet (einer ägyptischen Zeitung)» als auch in den hiesigen Zeitungen und auch Zubeyirs feurige Verteidigungsrede, die sich alle mit der Risale-i Nur befassen, zu einer guten Bekanntgabe geworden. Schaut doch einmal an meiner Stelle nach den Artikeln über uns, die mir gefallen könnten, und informiert mich über sie.

Said Nursi
— 893 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder Mehmed, Mustafa, Ibrahim und Djeylan!

Erstens:

Gestern habe ich euch in ein hitziges Gespräch (sohbet) vertieft gesehen. Ich war deswegen sehr glücklich und zufrieden. Ich habe euch so mit Freuden zugehört, als wäre ich mitten unter euch gewesen. Plötzlich bemerkte ich, dass es auf beiden Seiten (Leute gab), die euch zuhörten. Das dauerte etwa eine halbe Stunde. Ich war beunruhigt und sagte mir in meinem Herzen: Mag sein, dass unter denen, die da zuhören, ein Spion ist, der aus einem Korn eine ganze Kuppel zu machen und (den Dingen) eine falsche Bedeutung beizumessen weiß. Er schenkt ihnen zwar ein aufmerksames Ohr, doch weil die Brüder nicht vorsichtig genug sind und sich an ihren Gesprächen (sohbet) erfreuen, (die heimlichen Lauscher) nicht beachten und gar nicht aufpassen, schicke ich euch diesen Hinweis. Ich weiß, dass ihr, Gott sei Dank (elhamdulillah), keine gefährlichen Reden geführt habt. Doch unter diesen heiklen Umständen muss man schon vorsichtig sein.

Zweitens:

Aus einem Brief, den Hodja Hassan geschrieben hat, entnehme ich, dass seine gute Meinung (husn-u zan), die er von mir hat, hundertmal größer ist, als mir zusteht, und dass er die Risale-i Nur in der gleichen Weise herausgeben will, wie der verstorbene Hassan Feyzi, dieser tapfere Mann aus Denizli. So möge denn Gott wollen (insha-a'llah), dass uns nun auch in Afyon einige Hassan Feyzi erwachsen, Afyon also nicht hinter Denizli zurückbleibt und unsere Mühsal (zahmet) in Labsal (rahmet) umgewandelt wird.

Said Nursi
— 894 —

Brüder!

Ich hatte kein Interesse an den Zeitungen. Doch in letzter Zeit haben die sowohl in der «Ehl-i Sünnet (der Traditionalist)» als auch in der «Sebilu-r'Reshad (der Weg der Rechtleitung)» über uns erschienenen Artikel diese heimlichen, uns feindlich gesinnten Atheisten in ihrem Neid geradezu verwirrt. Nun mache ich mir Sorgen, dass diese möglicherweise etwas unternehmen werden, um unsere Freunde (die Journalisten) zum Schweigen zu bringen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Ein wahrer Trost, der die Bedrängnisse, die mich plagen, zunichte macht.
Erstens:

Unsere Trübsal (zahmet) verwandelt sich in Labsal (rahmet).

Zweitens:

Jener Frohsinn (ferah), der sich in der Gerechtigkeit (adalet) göttlichen Vorherwissens (qadr) findet, und in der Zufriedenheit (ridha), (die sich einstellt, wenn man sich ihr) anvertraut (teslim).

Drittens:

Jene Heiterkeit, die aus der Besonderheit erwächst, dass den Nurdjus Gottes besondere Gnade (inayet-i hassan) zuteil wird.

Viertens:

Jene Freude (die sich einstellt), weil selbst noch der Niedergang nur vorübergehend ist.

Fünftens:

Bedeutende Verdienste (sevab)

Sechstens:

Sich nicht einmischen in das, was Aufgabe (vazifah) Gottes ist.

— 895 —
Siebentens:

Angesichts auch der schwersten Angriffe nur unbedeutende Schwierigkeiten und kleinere Wunden zu erleiden.

Achtens:

Im Vergleich zu den von härteren Schicksalsschlägen (musibet) Betroffenen (haben wir es) um ein vielfaches leichter.

Neuntens:

Nachdem wir in unserem Dienst am Glauben und in der Risale-i Nur schwer geprüft worden waren, ging daraus ein hoher Bekanntheitsgrad (der Risale-i Nur) hervor, woraus unsere Freude erwächst.

Diese neun geistlichen Freuden sind uns eine so milde Salbe, eine so süße Arznei, wie sie sich gar nicht beschreiben lässt; und sie erleichtert unsere schweren Qualen.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen, unbeirrbaren (metin)\Brüder!

Auch in zehn Monaten konnten die Heuchler, denen es gelungen war, einen Vollzugsbeamten auf ihre Seite zu ziehen, mit all ihren Intrigen selbst nicht den jüngsten unserer Schüler erschüttern. Ihre Verleumdungen sind ohne Bedeutung. Im Vergleich zu den hundert Lügen, die wir ihm nachgewiesen haben, entdeckte er in unseren Briefen nur einen einzigen Fehler, und der ging auf die falsche Wiedergabe in einer Zeitung zurück, die schrieb, der Gouverneur sei befördert worden. Hier lag also der Fehler bei der Zeitung. Wie dem auch sei: so wie solche Verleumdungen von solchen Leuten auf uns nicht eine von tausend Auswirkungen haben können, so möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie im Umkreis der Risale-i Nur keinen Schaden anrichten werden. So wie ich euch bereits gesagt habe, sollt ihr der verleumderischen Schrift des Vollzugsbeamten keine weitere Bedeutung beimessen; sie sollte eure Gedanken nicht in Verwirrung bringen.

— 896 —

Sollte es in meiner Verteidigungsschrift noch einen Punkt geben, den ich noch nicht behandelt habe, so könnt ihr dazu eine kurze Antwort geben. Und sagt auch: "Said sagt: um die drei Gerichtshöfe nicht zu verärgern, die uns bereits freigesprochen und auch die Risale-i Nur Werke wieder freigegeben hatten, oder sie in ihrer Kompetenz in Zweifel zu ziehen, werde ich (der ganzen Angelegenheit) keine weitere Bedeutung beimessen, indem ich zu dieser böswilligen Anklageschrift Stellung nehme. Meine umfangreiche Verteidigungsschrift, besonders aber die zehn Punkte, die auf die Ungesetzlichkeit verweisen, sind eine vollständige und perfekte Antwort."

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Erstens:

Es ist eine Gnade Gottes (inayet), dass ich die (Verlesung all der) Verleumdungen in der Anklageschrift dieses Mannes nicht gehört habe. Ich hätte sonst sehr heftig darauf reagiert. Ich habe also zu dem Präsidenten (des Gerichtshofes) gesagt, dass ich ihn vor Gericht stellen werde, d.h. wegen seiner Ungerechtigkeit vor das Große (Welt)Gericht und wegen seiner Gesetzlosigkeit vor das irdische Gericht. Und der Grund dafür, dass ich zu ihm gesagt habe, dass ich keinen Rechtsvertreter habe, war der, dass unser Advokat uns alle gemeinsam in jedweder Angelegenheit vertritt, dass aber auf die Angriffe, die sich ausschließlich gegen meine eigene Person richten, auch nur ich allein entgegnen kann. Teilt dies bitte Ahmed Hikmet mit.

Zweitens:

Gegen die Beschuldigungen des Staatsanwalts genügen unsere früheren Verteidigungsschriften.

— 897 —
Drittens:

Mustafa Osman und Djeylan schrieben mir, dass sie unter ihnen, so wie sie sie verstanden haben, kein Unwohlsein verursacht haben und auch im Kreise der (Schüler) der Risale-i Nur keine negative Wirkung hervorrufen werden. Ich habe den tapferen Tahiri getroffen. Er ist auch der gleichen Meinung. Ich mache mir Sorgen, wie Husrev, die beiden Feyzi und Sabri (diese Angelegenheit aufgenommen haben).

Viertens:

Ich meine, dass es deshalb, weil heute Unglauben und Irrlehren in Form von Gruppen und Vereinigungen uns angreifen, Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi) bewirkt, dass sie uns nun mit einer so massiven Ungerechtigkeit und der Beschuldigung quälen, eine politische Organisation zu sein. Das aber heißt, dass nun eine ganz besonders große Notwendigkeit besteht, dass die Leute des Glaubens ihre Einheit (ittihad) finden. Da wir von dieser Wahrheit (haqiqat) nichts gewusst hatten, haben wir aus der (Hand des) Göttlichen Vorherwissens (qader) diese Ohrfeige der Gerechtigkeit (adalet) empfangen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

In einer Zeit, da eine despotische Regierung die Menschen von der Wallfahrt abhält, Semsemwasser wegschütten lässt, zulässt, dass man uns schweres Unrecht antut, darüber hinwegsieht, wenn der "Dhu-l'Fikar" und die "Leuchte des Lichtes (Siradju-n'Nur)" beschlagnahmt werden, Beamte befördert, die uns böswilliger und ungesetzlicherweise misshandeln, die Stimme nicht hören, die aus unserem Hause dringt, wenn unser Zustand

— 898 —

zu einem lauten Weinen wird, die unsere Unterdrückung zum Ausdruck bringt, ist der ruhigste Ort das Gefängnis. Nur wenn es nun noch möglich wäre, uns in ein anderes Gefängnis zu verlegen, wäre das unsere vollkommene Sicherheit (selamet).

Zweitens:

Gerade so wie sie auch noch die am entferntesten Stehenden gegen unseren Willen unsere privatesten Schriften (mahrem risaleler) haben lesen lassen, so bestehen sie auch darauf und zwingen uns geradezu dazu, eine Gemeinschaft zu bilden. Wir aber haben nicht das geringste Bedürfnis, eine Vereinigung zu sein oder ein Komitee zu bilden. Denn unter den Nurdjus hat sich die islamische Bruderschaft durch eine Gemeinschaft in der Vereinigung (ittihad) aller Gläubigen durch ihre Aufrichtigkeit (khalisane) und durch ihre Opferbereitschaft (fedakarane) in hohem Grade entfaltet. Denn in jener mächtigen Hingabe, die sie von Millionen ihrer Vorväter geerbt hatten, sind die Schüler der Risale-i Nur an die Wahrheit gebunden, für die ihre Vorväter ihr Leben (ruh) in vollkommener Hingabe (kemal-i ashk) geopfert haben, sodass bis heute kein Bedürfnis zurückgeblieben ist, einen öffentlichen Verein, eine politische Vereinigung oder ein Komitee zu gründen, sei es nun geheim oder für jedermann zugänglich. Das aber heißt, dass jetzt eine solche Notwendigkeit besteht, denn Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi) hat sie geschaffen, um uns dadurch in Schwierigkeiten zu bringen. Sie tyrannisieren uns mit ihren Beschuldigungen einer imaginären politischen Organisation. Was aber das göttliche Vorherwissen (qadr) betrifft, so hat es uns mit seiner Hand geschlagen und dabei gesagt: "Warum ist denn eure Aufrichtigkeit nicht vollkommen, eure gegenseitige Unterstützung nicht vollkommen? Warum seid ihr denn keine vollkommene Partei Gottes (Hisbullah)?" So wirkt sie Gerechtigkeit.

Said Nursi
— 899 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Ich wusste ja nicht, dass ihr Trost braucht. Stärkt also einander in eurer inneren Kraft. Das ist genug. Die Tafel, die ich mir gegenüber an der Wand hängen habe, ist auch für mich genügend. Es ist ja (leicht) zu verstehen, dass dieser letzte Angriff vollkommen ungerecht und gegen jedes Gesetz und lediglich das (Ergebnis) von Verdächtigungen und (ein Ausdruck) ihrer Schwäche war, (in der Absicht) uns (auf diese Weise) einzuschüchtern. Die Haltung der Leute und der Polizei aber war die einer Art von Protest gegen diesen sinnlosen Angriff.

Zweitens:

Genügt meine Verteidigung auch (als eine Antwort) auf diese neuen Beschuldigungen? Sind denn auch Zubeyir und die Rechtsanwälte tätig? Sind sie vielleicht ängstlich, oder nicht? Sie sollten sich aber überhaupt keine Sorgen machen. Angesichts all der Dinge, deretwegen sie uns beschuldigt haben, müssten sie eigentlich alle anklagen, die an der Bruderschaft aller Gläubigen Anteil haben, ja sogar die Vereinigungen der Imame und die Schüler aller Lehrer (ustadh) und Gelehrten (muallim). Das heißt, dass ihre Gegner bereits eine große Kraft entfaltet haben, sodass man in panischer Furcht anstelle tatsächlicher Vorfälle nunmehr außergewöhnliche Wahrscheinlichkeiten vorgibt.

Drittens:

Nach meiner eigenen Ansicht sollten wir noch bis zum Frühling im Gefängnis bleiben. Es kommt ja doch im Winter alles zum Stillstand. Möge dann Gott wollen (insha-a'llah), dass die göttliche Gnade (inayet-i Ilahiye) uns wieder zu Hilfe kommt.

Said Nursi
— 900 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Ein Brief von Husrev

Unser geliebter Herr und Meister!

Während es die Hauptaufgabe der Gelehrten im Komitee der Sachverständigen gewesen wäre, die Gläubigen und besonders die "Träger des Qur'an" {die den Qur'an lesen, lehren und auslegen (A.d.Ü.)} zu verteidigen und zu beschützen, haben sie mit ihren böswilligen Berichten über uns die Justizbehörden in Afyon dazu gebracht, uns ihre ganze Aufmerksamkeit zuzuwenden und Euch, geliebter Meister acht Monate lang unter schweren Repressalien (gefangen) zu halten. Auch sind sie der Grund dafür, dass wir, Eure Schüler (mit Euch) zusammen im Gefängnis zu Afyon in beständiger Haft (gehalten werden). Sie haben die nicht zu leugnenden wunderbaren Wahrheiten der Risale-i Nur mit neidvollem Blick studiert. Ohne Zweifel war der Schriftwechsel von Euch, unserem geliebten Meister, über diesen Bericht, der die Justizbehörden von Afyon (zu Eurem großen) Bedauern gegen uns aufgestachelt und provoziert hat, und gegen den Ihr (dann ja wieder) Stellung nehmen musstet, ein Zeichen Eurer Liebe (shefqat). Lassen wir einmal beiseite, dass (sie Euch), unseren geliebten Meister (ustadh), der nun schon seit 25 Jahren mit nur einer Handvoll Schülern gegen unsere heimlichen Feinde kämpft, und die Risale-i Nur, die die größten Wahrheiten des Qur'an zum Inhalt hat, nicht verteidigt haben, so werden Eure wenigen Fragen, obwohl es zwar Euer Recht ist, diesen Gelehrten, die in diesen gefährlichen Zeiten gegen uns Front gemacht haben, eine ganze Reihe von Fragen zu stellen, nichts erreichen, außer die Gelehrten zu warnen. Die besondere Gnade (inayet-i hassa), die Gottes Güte (ihsan-i Ilahi) ist, die

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aus Quellen empor sprudelt, die wir gerade jetzt, in diesen heiklen Zeiten besonders nötig haben, verwandelt unsere Verzweiflung in Stolz (izzet) und hat sich erneut hier im Gefängnis zu Afyon gezeigt. Die Erde, die nun schon seit acht Monaten nicht mehr gebebt hatte, zürnte heute wieder und hat sich zweimal geschüttelt, so wie Ihr die Beben beschreibt, die sich immer dann ereigneten, wenn Ihr, unser geliebter Meister, und die Risale-i Nur angegriffen wurden. Auch wir sind Zeugen dessen geworden, und das hat unsere Hoffnung gestärkt. (So hatte denn Gott in Seiner Güte) Mitleid mit Eurer offensichtlichen Einsamkeit und Ohnmacht angesichts dieser schrecklichen Attacken Eurer grausamen Feinde, die danach dürsten, sie zugrunde zu richten, eilte Euch zu Hilfe und bestätigte (unterstützt) vom Beben der Erde Eure Sache. Und so brachte ich denn die gute Nachricht eines "unser ist der Sieg", was durch Ihre gesegnete Feder in einer göttlichen wie engelgleichen Macht dargestellt wurde, was uns unserem geliebten Meister gegenüber wahrhaft dankbar gemacht hat.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der beständige ist Er, der bleibt und besteht."}

Mit all seinen Fehlern und Mängeln stets Euer Schüler

Husrev

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Was heute notwendig ist, das sind Vorsicht, Besonnenheit und gegenseitige Beratung.

— 902 —
Zweitens:

Ich habe eine Eingebung bekommen, dass mir Zubeyir anstelle meines verstorbenen Neffen Abdurrahman gegeben wurde, und Djeylan anstelle meines verstorbenen Neffen Fuad. So habe ich denn meine Arbeit hier ihnen überlassen.

Drittens:

Ich habe eine Nachricht erhalten, dass der Gerichtshof jenen bekannten Brief, der sich am Anfang (des Buches) "Das Gastmahl des Qur'an (Ma'idatul'Qur'an)" findet, das Ahmed Feyzi, der ja sehr fleißig, aber doch ein wenig unvorsichtig ist, zum Vorwand genommen hat, um (zu sagen): "Said hat die Lobeshymnen und dergleichen mehr über sich selbst, bestätigt." Und mir daraus (den Strick) zu meiner Verhaftung gedreht. Ich habe schon mehrfach gesagt, dass Ahmed Feyzi vor allen Dingen erklärt hat, dass dieser Brief (in seinem Buch von Ustadh) geschrieben wurde, um (einen Teil) derartiger Briefe über sich selbst nicht zu akzeptieren und, den anderen Teil etwas abzumildern, durch den er völlig unnötigerweise ihren Zorn erregt hat. Doch könnte ich auch tausend Fehler bei ihm finden, würde ich mich doch nicht durch ihn gekränkt fühlen. Um der Risale-i Nur keinen Schaden zuzufügen, ist es jedoch notwendig, dass er sich nicht so unvorsichtig und übermütig verhält.

Viertens:

Bruder Ahmed Feyzi, dieser (so besonders) mutige Mann unter (allen) die Feyzi (heißen), sollte sich in der Medresse, die Tahiris Zelle ist, auch so wie Tahiri verhalten. Auch sollte er anstelle der bereits entlassenen (Schüler) diejenigen Schüler (die sie bis zu ihrer Entlassung unterrichtet hatten) dazu ermuntern, ihren Unterricht (fortzusetzen), den Qur'an (zu lesen) und die Risale-i Nur weiterhin abzuschreiben. Die Schreibhefte für die neu (gewonnenen) Schüler, die er mir gestern geschickt hat, haben meinen traurigen Zustand (hal) in Freude verwandelt. Gelobt sei Gott (elhamdulillah), habe ich da gesagt.

Dieses Mal findet der Angriff in einem weit größeren Rahmen statt. Der Regierungspräsident (Reis-i Hükumet) und sein Kabinett greifen uns aufgrund ihrer furchtbaren

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Verdächtigungen nun planmäßig an. Aufgrund einer Nachricht und vieler Hinweise haben die versteckten Heuchler durch fälschliche Berichte und mit ihren Intrigen es so dargestellt, als ob wir mit dem Kalifatskomitee und der geheimen Organisation des Nakshibandi-Ordens eng verbunden seien, ja sogar ihr Bannerträger und dadurch die Regierung in den Alarmzustand versetzt. Als Beweis führen sie aus, dass die umfangreichen Bände der Risale-i Nur in Istanbul gebunden, über die ganze islamische Welt verbreitet werden und dort überall willkommen sind, womit sie die Regierung in Angst (und Schrecken) versetzt und erreicht haben, dass die eifersüchtigen Hodjas (vom Amt für religiöse Angelegenheiten) und die (bereits) misstrauischen Beamten sich gegen uns gekehrt haben. Sie waren der Meinung, dass zahlreiche Dokumente und Hinweise ans Licht kommen würden und dass ich es dann in den Adern des Alten Said nicht mehr länger aushalten könnte und nun das unterste zu oberst kehren würde. Doch sei Gott dem Gerechten unendlicher Dank dafür, dass er diese ganze üble Lage von tausend zu eins herabgemindert hat. Bei all ihren Untersuchungen haben sie nichts entdecken können, was uns mit irgendeiner Vereinigung oder Gesellschaft in Verbindung hätte bringen können. Es gab nichts, was sie hätten finden können. Der Staatsanwalt war daher gezwungen, zu Lügen und Verleumdungen Zuflucht zu nehmen, die Dinge verkehrt auszulegen und Unterstellungen über irgendwelche Kleinigkeiten zu verbreiten, für die man niemanden verantwortlich machen kann.

Da aber die Wahrheit nun einmal (so und nicht anders) ist, blieben wir und die Risale-i Nur zu neunundneunzig Prozent von diesem Übel verschont. Und weil dies so ist, dürfen wir uns nicht beklagen, sondern sollten tausendfach unseren Dank darbringen und von der Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) in Geduld die Vollendung ihrer Manifestation erwarten. Und durch den Unterricht der Risale-i Nur sollten wir denjenigen Trost spenden, die seiner bedürfen

— 904 —

und danach verlangen, die beständig zu dieser Medresse kommen oder von ihr gehen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Mein lieber, getreuer Bruder!

Eine machtvolle Eingebung lehrte mich zu verstehen, dass (die Art und Weise), wie du und Ahmed Feyzi, statt dem Weg (meslek) der Risale-i Nur (zu folgen), nämlich, nicht streitsüchtig zu sein, sich mit den Weltleuten nicht auseinander zu setzen, sich nicht mit Politik zu beschäftigen und euch nur dann kurz und bündig zu verteidigen, wenn es absolut notwendig ist, stattdessen noch darüber hinaus dem Gericht viel zu viele Dinge, noch dazu zu unserem Schaden, in Form eines Streitgesprächs und nach Art eines Politikers vorgetragen habt, (der Sache) der Risale-i Nur großen Schaden zugefügt hat. Sie war sogar der Grund zu unserer Verurteilung und aller Mühsal und Plage (die man mir danach noch zugefügt hat). Ich bin aber deinetwegen nicht beleidigt und Ahmed Feyzi auch nicht böse, nur wäre es notwendig gewesen (mir deine Verteidigungsrede noch vor der Verhandlung erst einmal) zu zeigen. Eure Lage, (in die ihr nun) hineingeraten seid, ist der sichtbar gewordene Hinweis des göttlichen Rates (qadha-i Ilahi). Ihr müsst euch nun so wie ich verhalten, um den entstandenen Schaden zu begrenzen. Es ist daher unbedingt notwendig, dass auch Feyzi sich mit aller Macht (darum bemüht), in (seiner Art) sich zu verteidigen, nicht politisch zu agieren und sich stattdessen, so wie Tahiri, mit der Risale-i Nur und den neuen Schülern zu beschäftigen.

— 905 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben Brüder!

Wir müssen versuchen, die mehr als vierzig Seiten über mich und die Risale-i Nur, die Liste mit den Fehlern (in der Anklageschrift) und die Korrekturen dazu, samt Anhang und unsere Antwort an die «Posta» (eine Zeitung - A.d.Ü.) sowohl mit den alten als auch mit den neuen Buchstaben zu drucken, und zwar sowohl in Isparta als auch in Istanbul und soweit möglich auch hier. Da das Gericht nun einmal alles, was es gegen uns verwenden zu können glaubt, mit der Maschine vervielfältigt, ist es auch unser gesetzliches Recht, in der gleichen Angelegenheit alles, und auch die neunzig Fehler, zu vervielfältigen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass wir dann später auch meine lange Verteidigungsrede zusammen mit dem Widerspruch unserer Freunde Ahmed Feyzi, Zübeyir, Mustafa Osman, Husrev, Sungur und Djeylan drucken können.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَه

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Ich empfing die Eingebung, zu schreiben und euch von zwei eigenartigen, subtilen Geschehnissen zu erzählen, die sich innerhalb von zwei Stunden zugetragen haben und äußerlich (betrachtet) nur von geringer, in Wahrheit aber von großer Bedeutung waren.

— 906 —
Erstens:

Ich las gerade zwei zukünftigen Schülern der Risale-i Nur einen Abschnitt, der mir eingegeben wurde, über die "Nacht der Bestimmung (Leylatu-l'Qadr)" vor. Als ich am Schluss sagte: "Durch die Risale-i Nur erreichen die Schüler in zehn Wochen das gleiche Niveau wie die Schüler (die zukünftigen Hodjas) religiöser Lehranstalten (Medresse) in fünf oder zehn Jahren.", stieg in meinem Herzen (der Gedanke) auf: "Gerade so wie der Alte Said im Alter von fünfzehn Jahren durch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) während fünfzehn Wochen das gleiche Wissen erwarb, das man in einer Medresse gewöhnlich durch fünfzehn Jahre Studium erlangt, so genügen auch heute noch, wo es keine Medressen mehr gibt, mit Hilfe der Risale-i Nur und durch die Barmherzigkeit des Herrn (rahmet-i Rabbaniye) fünfzehn Wochen, um zu der Erkenntnis der Wahrheit und des Glaubens zu gelangen, so wie dies etwa fünfzehntausend Leute seit fünfzehn Jahren durch eigene Erfahrung bestätigt haben.

Zweitens:

Zu gleicher Zeit stürzte mein ziemlich schweres Fenster nahezu ohne (erkennbaren) Anlass auf meine Teller, Gläser und Speisen. Wir haben gedacht, dass das Fenster und alle meine Flaschen und Gläser zerbrochen und alle Speisen (auf den Tellern) verdorben wären. Doch wie ein Wunder war nichts zerbrochen oder unbrauchbar geworden. Nur das Fleisch, das ich als Geschenk bekommen und gekocht hatte, war herunter gefallen. Doch war es eigentlich für die neuen Schüler der Risale-i Nur bestimmt (kismet) und so blieb mein Prinzip, keine Geschenke anzunehmen, gewahrt und das erste Geschehnis wurde in dieser Einzigartigkeit bestätigt und besiegelt (imza).

Said Nursi
— 907 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine Brüder!

Ganz und gar gegen jedes Gesetz sind unsere Dokumente, die für den Revisionsprozess bestimmt sind, und die dazu gehörigen Schriftsätze noch nicht zum Gerichtshof geschickt worden. Daher sollten die drei von uns autorisierten Rechtsanwälte einen Weg finden, dass unsere Unterlagen so schnell wie möglich an das Appellationsgericht überwiesen werden. Denn da unsere Inhaftierung unter einem Vorwand elf Monate zu verlängern und mir nicht zu erlauben, (vor Gericht) zu sprechen, mich elf Monate in der Kälte, unter vielen Schikanen, in völliger Isolation zu quälen, eine bösartige, vom Standpunkt der Gerechtigkeit nicht annehmbare Absicht dahinter erahnen lässt, ist es eine prinzipielle Notwendigkeit, dass sowohl unsere Rechtsanwälte als auch ihr selbst alles unternehmt, was in eurer Macht steht, damit unser Prozess in eine andere Stadt verlegt wird.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen, aufrichtigen, unerschütterlichen, opferbereiten Brüder!

Erstens:

Der Grund dafür, dass sich von dem (Artikel) über das Geheimnis des اِنَّآ اَعْطَيْنَا {"Wir haben gegeben..." (Sure 108)}

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nichts mehr bei mir befindet, ist der, dass es vor langer Zeit zwischen zwei verschiedenen Vorahnungen eine Verwechslung gegeben hat.

Erstens:

Ich sah in einer Art Vorahnung voraus, dass ein schreckliches Ereignis und eine fürchterliche Unterdrückung, und zwar nur in unserem Land, stattfinden werden. Zwölf Jahre später zeigte es sich jedoch, dass dieses gewaltige Geheimnis {mit "Geheimnis" ist an dieser Stelle der Weltkrieg gemeint (A.d.Ü.)} so wie ich es vorausgesagt hatte, sich in großem Rahmen, nämlich über die ganze Erde verbreitete. So hat sich die Meinung, die ich mir gebildet hatte, zwar äußerlich etwas verändert, doch hat sich angesichts der Tatsachen die gleiche Wahrheit als völlig richtig herausgestellt. Deshalb behalte ich diese Abhandlung (mit weiteren brisanten Voraussagen - A.d.Ü.) nicht bei mir und gebe sie auch keinem anderen weiter.

Zweitens:

Vor vierzig Jahren habe ich öfter gesagt: "Wir werden ein Licht sehen." Und so gab ich denn die frohe Kunde, dass ich stets daran denke, dieses Licht werde sich weit und breit im ganzen Lande (zeigen). Dieses Licht war jedoch die Risale-i Nur. {also die Botschaft vom Licht, die sich nun im ganzen Lande verbreitet. (A.d.Ü.)} Der Kreis ihrer Schüler (dehnt sich nun) über ihre Heimat hinaus im ganzen Lande aus, während ich doch gedacht hatte, es ginge hier um einen politischen Bereich; worin ich mich jedoch geirrt hatte.

Sehr geehrter Herr Direktor!

Ich danke Ihnen sehr dafür, dass Sie am "Tag der Befreiung" vor meiner Zelle die Fahne haben hissen lassen. Während des nationalen Befreiungskampfes wusste man in Ankara sehr genau, dass ich durch Druck und Veröffentlichung meines Werkes "Die sechs Schritte (Hutuvat-i Sitte)"

— 909 —

vielleicht den Dienst einer Militärdivision (im Streit) gegen Briten und Griechen geleistet habe, wofür mich Mustafa Kemal (damals 1920) zweimal nach Ankara einladen und auszeichnen wollte. Er sagte sogar: "Wir benötigen diesen mutigen (kahraman) Hodja (hier bei uns in Ankara)!" Das heißt also: Es steht mir zu, an diesem nationalen Feiertag die Fahne zu hissen.

Said Nursi

Verteidigungsrede der Schüler der Risale-i Nur

Verteidigungsrede der Schüler der Risale-i Nur während der Verhandlung vor dem Gerichtshof in Afyon, die 1948 eröffnet wurde, wobei gleich zu Anfang propagiert wurde, (die Angeklagten hätten in diesem Verfahren) die Todesstrafe zu erwarten, und das damit endete, dass zum ersten Mal das gesamte Risale-i Nur Werk nun endlich zurückgegeben wurde.

Nachdem bereits drei Gerichtshöfe (die Risale-i Nur) in gleicher Weise für unbedenklich erklärt (und damit gezeigt hatten), wie weit diejenigen von der Wahrheit und Gerechtigkeit abgewichen sind, die die reine und nur auf das Jenseits gerichtete Verbundenheit der Nurdjus mit der Risale-i Nur und ihrem Interpreten eine weltliche, auf politische Ziele ausgerichtete Vereinigung genannt haben und versucht hatten, dies ein Verbrechen zu nennen, sagen wir:

Die Basis allen Lebens in unserer menschlichen Gesellschaft und besonders in der islamischen Nation ist eine ernsthafte Liebe (muhabbet) zwischen den Verwandten und das Interesse an einer Beziehung zwischen Stämmen und Völkern, sowie die Bruderschaft und moralische Hilfestellung für die Brüder im Glauben, wie sie aus der islamischen Nation erwächst, die aufopfernde Sorge für die eigenen Landsleute und das eigene Volk und die Mitglieder der eigenen Nation, eine unerschütterliche Verbundenheit

— 910 —

und Hingabe, und die Unterstützung des Qur'an und seiner Wahrheiten, welche das ewige Leben retten, und all derer, die sie verbreiten. Es ist nur durch die Leugnung dieser Verbundenheit, die das Leben der Gemeinschaft sicherstellt, und dadurch, dass man die Rote Gefahr so einfach hinnimmt, welche den fürchterlichen Samen der Anarchie im Norden erschüttert, die Nation und ihre Jugend vernichtet und dadurch, dass sie jedermanns Kinder zu sich heranzieht, die Familienbande und die nationale Zugehörigkeit verleugnet und den Weg zur völligen Korruption menschlicher Zivilisation und Gesellschaft öffnet, dass die Schüler der Risale-i Nur eine politische Vereinigung und der Sinn ihres Daseins ein Verbrechen genannt werden kann.

Deshalb zögern die Schüler der Risale-i Nur nicht, ihre Verbundenheit mit den Wahrheiten des Qur'an und die starke Zusammengehörigkeit mit ihren Glaubensbrüdern zu bekunden. Sie sind aufgrund dieser Bruderschaft bereit, jede Art von Bestrafung dankbar anzunehmen, die ihnen gegeben würde, und gestehen deshalb den Tatsachen entsprechend die Wahrheit vor Eurem ehrenwerten Gericht. Sie erniedrigen sich dabei nicht dazu, sich selbst mit falschem Spiel, mit Lug und Trug zu verteidigen.

Der Gefangene
Said Nursi

Husrevs Verteidigungsrede vor dem Hochgerichtshof zu Afyon

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

In seiner Anklageschrift beschuldigt mich der Staatsanwalt auf zweierlei Weise, zum einen ganz allgemein, zum anderen aber persönlich. Unter ganz allgemeiner Anklage steht mein Dienst an der Risale-i Nur und meine Teilnahme an den angeblichen Verbrechen meines Meisters (ustadh).

— 911 —

Unter persönlicher Anklage steht meine Haltung (hal) gegenüber einem Leben persönlicher Zurückgezogenheit, das völlig privat, ohne jede Bedeutung und tatsächlich nicht Gegenstand irgendeines Verbrechens ist, als auch eine Reihe von Umständen meines persönlichen Lebens. Was meinen Dienst an der Risale-i Nur und meine angebliche Teilnahme an den Verbrechen meines Meisters (ustadh) betrifft, die der öffentliche Ankläger mir unterschieben will, so sage ich hiermit:

Ich bekenne aus (tiefstem) Herzen und mit (ganzer) Seele, an dem angeblichen Verbrechen, das meinem Meister (ustadh) unterstellt wird, auf dem Weg (meslek), den er eingeschlagen hat, und in dem heiligen Dienst, durch den er mit Hilfe der Risale-i Nur der Islamischen Welt und besonders dem Land und dem Volk erweist, teilzuhaben. Ich werde Gott dem Gerechten, der mich in meinem Dienst am Glauben erfolgreich hat werden lassen, bis zum Ende meines Lebens dafür dankbar sein.

Ehrenwertes Gericht!

Ein sicherer Beweis für den Erfolg, der sich in meinem Dienst an der Risale-i Nur gezeigt hat, ist folgender:

Obwohl meine Handschrift im Schreiben des Qur'an eigentlich ziemlich mangelhaft wäre, habe ich dennoch auf wunderbare Weise weit über meinen Willen (ihtiyar) und meine Fähigkeiten (iktidar) hinaus drei Exemplare in einzigartiger und vollendet schöner Form abgeschrieben. Eines davon ist jetzt in Ihrem Besitz.

Zweiter Beweis:

Ich habe (meine Aufgabe) ungefähr sechshundert Exemplare von verschiedenen Teilen der Risale-i Nur, die sich seit zwanzig Jahren als ein sehr großer Segen (menfaat) für dieses Land und sein Volk, den Glauben und die guten Sitten herausgestellt hat, abzuschreiben erfolgreich beendet.

Es ist mir sogar in so kurzer Zeit, wie nur einem Monat, gelungen, die Abschrift von vierzehn Exemplaren (risalah) zu vollenden, wie auch meine Freunde wissen. Ich halte

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es für überflüssig, auch noch die übrigen Punkte verteidigen zu wollen, die meinen Anteil an dem heiligen Dienst meines Lehrers (betreffen), den mir der Öffentliche Ankläger zur Last legen will. Den Einspruch, den mein Meister geschrieben hat, samt Anhang, bestätige ich mit aller Kraft, so als sei dies mein eigener Einspruch und lege ihn als solchen dem Hohen Gericht vor.

Hohes Gericht!

In den gesegneten (mubarak), heiligen (quddus) und lichtvollen (nur) Werken, welche die Wahrheit (haqiqat) des Glaubens (iman) und des Qur'an enthalten und die z.Zt. dem Gericht vorliegen, leistet mein Meister (ustadh) dem Land und dem Volk einen heiligen Dienst, ohne damit irgendwelche weltlichen Ziele oder irgendwelche politischen Ziele zu verfolgen, was ich und meine Freunde zu schätzen wissen, sowie dies auch die Patrioten der (vor zwanzig Jahren) regierende Partei für Einheit und Fortschritt (Ittihad-Terakki) zu schätzen wussten. Damals hatten sie meinem Lehrer (zur Gründung) der Medresset-uz'Zehra genannten Universität (daru-l'funun) in Van 19.000 Lira in Gold zugesagt. Sie haben in ihrer Hingabe für ihr Volk die Liebe unseres Meisters (ustadh) und die wissenschaftliche Leistung dieses Patrioten voll Bewunderung anerkannt. Danach haben 163 Abgeordnete unter 200 Abgeordneten, in einer Zeit, da Geld von hohem Wert war, diese 150.000 Lira für die Universität meines Lehrers im Osten (des Landes) bewilligt. So versichere ich denn dem Hohen Gericht, dass ich stolz darauf bin, meinem heiligmäßigen und gesegneten Lehrer, der in seinem heiligen Dienst sein ganzes Leben lang das Fundament des Glücks des Landes und seines Volkes sicher zu stellen vor Augen hatte, was der Öffentliche Ankläger aber als ein Verbrechen bezeichnet, dem selbst noch die halsstarrigsten und neidischsten Feinde und diejenigen, welche vor Gericht auf das Eifrigste seine Verurteilung betrieben haben, trotz seiner heftigen und scharfen Worte nichts

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entgegenzusetzen hatten, sondern sogar noch zugeben mussten (dass er recht hatte), während zwanzig Jahren in allen seinen wissenschaftlichen Bestrebungen Sekretär gewesen zu sein und so der Risale-i Nur gedient zu haben.

Der Gefangene

Husrev Altunbashak

Tahiris Verteidigungsrede vor dem Hochgerichtshof zu Afyon

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Der Herr Generalstaatsanwalt zu Afyon hat mir mitgeteilt, dass ich die religiösen Gefühle als Mittel missbraucht haben soll, die Öffentliche Sicherheit zu gefährden und das Volk aufzuwiegeln, weshalb ich mich zusammen mit meinem Meister Bediüzzaman Said Nursi und allen anderen Gefährten schuldig gemacht hätte und vor Gericht gestellt werden müsse.

Die Antworten, die ich sowohl vor dem Amtsgerichtshof in Isparta als auch vor dem Untersuchungsgericht in Afyon auf die mir gestellten Fragen gegeben habe, sind richtig. Der Gerichtshof in Denizli, der uns freigesprochen hat, hat uns alle unsere Bücher wieder zurückgegeben und uns nicht dafür bestraft, dass wir die Abhandlungen (risalah) meines Lehrers Bediüzzaman lesen und kopieren und mit den Brüdern, die seine Schüler sind, Briefe wechseln. Ich habe sogar noch vor sechs Jahren ohne vorher die Zustimmung meines Lehrers (einzuholen) auf eigene Initiative fünfhundert Exemplare von Bediüzzamans Buch "Das Große Zeichen (Yedindji Shu'a)" bei einer Druckerei in Istanbul noch mit den alten (arabischen) Buchstaben drucken lassen, die mir das Gericht in Denizli samt Kiste laut Beschluss vom 20.7.1945 ausgehändigt hatte.

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Ich habe sie damals Nurdjus, die sie gerne haben wollten, zum Selbstkostenpreis überlassen.

So habe ich denn vor zwei Jahren, nachdem dieser Beschluss des Hohen Gerichts ergangen und durch höchstrichterliche Anordnung des Appellationsgerichtshofes für rechtskräftig erklärt worden war, in Istanbul eine Vervielfältigungsmaschine und Papier besorgt und nach Isparta gebracht.

Von den drei Bänden, die Ihnen jetzt vorliegen, hat zwei mein Bruder Husrev Altunbashak abgeschrieben. Einen habe ich kopiert. Zuerst haben wir den Band mit dem "Dhu-l'Fikar" gedruckt, der "Das Wunder des Qur'an", sowie die "Wunder Ahmeds" enthält und teilweise verkauft. Von dem Geld, das wir dafür erhalten hatten, habe ich dann auch das Papier (für den Druck) des "Stab Mosis" gekauft und (nach Isparta) gebracht. Dann haben wir den "Stab Mosis" gedruckt und auch verkauft. Danach haben wir Papier für "Die Leuchte des Lichtes (Siradjun'Nur) gekauft (auch dieses Buch) gedruckt. Das hat sich so ein Jahr lang fortgesetzt. Danach wurden uns etwa dreißig Bände auf dem Weg nach Eghridir beschlagnahmt und dem Gerichtshof (dort) in Eghridir übergeben. Kurz darauf wurde das Haus von Husrev Altunbashak auf Veranlassung des Gerichtshofs in Isparta durchsucht, sowohl seine Vervielfältigungsmaschine als auch (alle) Bücher wurden beschlagnahmt und wir (selbst) wurden vor Gericht gestellt. Da es sich dabei aber um religiöse Literatur handelte, was nicht verboten ist, verurteilte man lediglich mich, Husrev Altunbashak und alle anderen zu einem Monat Gefängnis, weil wir die Bücher ohne Genehmigung gedruckt hatten. Wir gingen aber in Revision. Bevor jedoch ein Beschluss des Appellationsgerichts ergangen war, brachte man mich in das Gefängnis nach Afyon.

So bemüht sich denn nun der Generalstaatsanwalt darum, dass das Hohe Gericht mich dafür bestrafen soll, dass ich meinem Glauben und meinen Gefährten selbstlos gedient habe, und besonders wegen der Angelegenheit

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bezüglich des Fünften Strahls, worin die Hadithe ausgelegt werden, einer Abhandlung, die uns das Gericht inzwischen wieder zurückgegeben hat, mich und den Verfasser dieser Abhandlung, sowie Husrev Altunbashak und noch weitere 46 Mitbrüder, Studenten, wegen Gefährdung der Öffentlichen Sicherheit, d.h. weil sie diese Abhandlung abgeschrieben und (sie sogar) gelesen hatten.

Als ein geborener Bürger dieses Landes sage ich vor Ihnen in Eurer Ehrenwerten Gegenwart, und weiche dabei keinen Schritt von der Wahrheit ab: Ich bin seit Jahren ein Schüler von Said Nursi, den wir mit großer Verehrung als unseren Meister (ustadh) erkannt haben, und der mit diesen Abhandlungen unsere religiöse Bildung und Gesittung geprägt, erhöht hat, und von dem ich, trotzdem er uns, wenn wir ihn unseren "Reformator (mudjeddid)" genannt haben, zurechtgewiesen hat, kategorisch und absolut sicher bezeugen kann, dass weder er selbst, noch seine Beiträge, noch seine Schüler in irgendeiner Weise versucht haben, die Sicherheit des Staates zu gefährden. Besonders einer der Gründe, weswegen man uns angeklagt hat, ist das Geld, das wir durch den Verkauf unserer Bücher erworben haben. Der Gerichtshof in Isparta war sich darüber völlig im Klaren und konnte nichts dabei finden, weswegen wir schuldig seien und weshalb er uns verurteilen sollte. Denn wir hatten es absolut nicht nötig, uns unseren Lebensunterhalt durch den Verkauf von Büchern zu verdienen, und so verwendeten wir das Geld, das wir aus dem Verkauf erworben hatten, um davon eine Vervielfältigungsmaschine zu kaufen, sowie Papier und Tinte. Es ist also gar kein Grund dazu vorhanden, unseren Dienst, den wir in reiner Gesinnung um Gottes willen verrichtet haben, für ein Verbrechen zu halten. Und ich ersuche darum das Hohe Gericht und appelliere an Ihr Gewissen, uns die Kopien der Risale-i Nur zurückzugeben.

Der Gefangene

Tahiri

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Zubeyirs Verteidigungsrede vor dem Hochgerichtshof zu Afyon

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Man hat mich der Geheimbündelei und der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung angeklagt. Da Sie aber, wie ich weiter unten noch ausführen werde, zu der sicheren Überzeugung gelangen werden, dass ich ein solches Verbrechen nicht begangen habe, weise ich hiermit Ihre Anklage zurück. Ich kann in der Tat mit Stolz geradeheraus sagen, dass ich ein Schüler der Risale-i Nur bin. Ich würde mich im Gegensatz zu den Tugenden stellen, die die Risale-i Nur mich gelehrt hat, wollte ich das leugnen. Und eine solche Missetat wollte ich nie begehen. Wer die Risale-i Nur gelesen hat, kann, was er gelesen hat, nicht verheimlichen. Im Gegenteil, er würde es geradezu stolz und frei heraus sagen. Denn es enthält keinen Satz, ja noch nicht einmal ein Wort, um dessentwillen man hier noch zögern müsste.

Ich habe versucht, die Bedeutung der Risale-i Nur, auf vierzig, fünfzig Seiten zu beschreiben. Doch kann ich sie nicht gebührend loben und preisen. Denn ich besitze nicht die Fähigkeit auch nur einen Teil der Risale-i Nur dergestalt zu würdigen, geschweige denn das gesamte Werk. Denn sie ist der wahrhafte Kommentar des Allweisen Qur'an; der Sonne, die das Universum erleuchtet; und der Geist (aql), der die Menschheit seit mehr als 1300 Jahren lenkt und leitet. So wie ich bereits oben gesagt hatte, habe ich versucht, ihren Wert zu beschreiben. Wäre darin irgendetwas zu finden, woraus man auf eine Art Geheimbündelei schließen könnte, so möge man mich für das Verbrechen bestrafen, gefährliche Schriften verbreiten zu wollen. Jedoch ist sie in der wundervollen Art und Weise, in der sie abgefasst wurde, von gebildeten Persönlichkeiten bestätigt worden, besitzt die Kraft, eine moralisch korrupte Gesellschaft zu reformieren

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und ist durchaus in der Lage, den Menschen unserer Zeit den rechten Weg zu weisen, sie vor aller Irreführung zu bewahren und vor der abgrundtiefen Finsternis ihrer Gedanken zu erretten, aus der ihre Sittenlosigkeit, der Materialismus, Naturalismus und die Anbetung ihrer Götzen hervor geht. Mit dem Segen des Allweisen Qur'an hat sie der Menschheit einen Weg zur Ewigen Glückseligkeit und zum Heil (selamet) geöffnet und ihn ganz offensichtlich im strahlenden Glanz seines Lichtes gezeigt. Wenn sich also in der Risale-i Nur keine Themen finden, die im Zusammenhang mit dem Verbrechen stehen dessen man mich beschuldigt, bin ich der Meinung, dass dieses Ehrenwerte Gericht mit mir darin übereinstimmen wird, dass eine Bestrafung meiner Person den Prinzipien der Gerechtigkeit zuwiderlaufen würde.

Man hat während des Verhörs zu mir gesagt: "Du bist doch ein Schüler der Risale-i Nur, nicht wahr?"

Ich selbst halte mich nicht für würdig, der Schüler eines solchen Genius, wie Bediüzzaman zu sein. Sollte er mich jedoch annehmen, werde ich mit Stolz sagen können: "Ja, ich bin ein Schüler der Risale-i Nur."

Mein unvergleichlicher Meister, Ustadh Bediüzzaman Said Nursi, ist unzählige Male von seinen heimlichen Gegnern verleumdet und vor Gericht gestellt und doch jedes Mal wieder freigesprochen worden. Das gesamte Werk der Risale-i Nur ist von einer Kommission, gebildet aus Professoren und islamischen Gelehrten, Zeile für Zeile untersucht worden und sie haben den Bericht darüber abgegeben, dass dieses Werk mit einer außerordentlichen Sachkenntnis abgefasst wurde und ein wahrhaftiger Kommentar zu dem Allweisen Qur'an ist. Wenn dies aber so ist, warum wird sie dann immer wieder dem Gericht vorgelegt? Meine sichere Überzeugung bezüglich dieses Sachverhalts möchte ich folgendermaßen darlegen:

Gerade besonders scharfsinnig (nachdenkende) junge Leute erlangen, indem sie die Risale-i Nur lesen, einen starken Glauben.

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Sie werden zu unerschütterlichen, zu jedem Opfer bereiten, gläubigen Patrioten. Wo sich ein unzerstörbarer Glaube findet, kann Unmoral (akhlaqsiz) und Laster (sefehat), eingeimpft durch eine verlogene Ideologie, keinen Zugang finden. Solange die Zahl derer wächst, die einen unerschütterlichen Glauben besitzen, kann sich der Kreis der Freimaurer und Kommunisten keinesfalls ausdehnen. Der Kommunismus, der sich auf eine materialistische Denkweise stützt, hat nichts mit Wahrheit und Gerechtigkeit zu tun. Seine Theorien haben keinen Nährboden. Das haben die Risale-i Nur und der Ehrenwerte Qur'an mit seinen Ayat mit sehr starken Beweisen und Argumenten verstandesmäßig, logisch und lehrmäßig erwiesen. Er erleuchtet diese verdorbenen Gedanken, wenn sie in einen Abgrund der Finsternis gestürzt sind und errettet sie. Er beweist den Materialisten, die nur glauben, was ihre Augen sehen können, die Existenz Gottes mit starken Zeugnissen, die man nicht leugnen und nicht bestreiten kann.

Besonders bei den Schülern und Studenten an den Oberschulen und Universitäten lesen sich diese wundervollen Werke mit ihrem originellen, faszinierenden Stil und ihrer hohen literarischen Kunst wie von selbst.

Es ist aus diesem Grunde, dass die Kommunisten und die Freimaurer wissen, dass die Risale-i Nur ein machtvolles Bollwerk gegen die Verbreitung ihrer giftigen Gedanken bildet. Da aber die Risale-i Nur als ein wahrheitsgetreuer Kommentar zum Qur'an eine mächtige Quelle des Glaubens ist, nehmen sie ihre Zuflucht zu verschiedenen Strategien und zu Verleumdungen, um sie auszuhebeln und zu verhindern, dass sie gelesen wird. Obwohl sie bis heute für all die Lügen, auf die sie sich stützen, keine Anzeichen finden können, setzen sie dennoch ihre Angriffe gegen uns fort. So wird denn verständlich, warum sie versuchen, uns einzuschüchtern, uns der Risale-i Nur zu entfremden und dabei uns ihre eigenen giftigen Publikationen vorsetzen wollen. Auf diese Weise bewirken sie, dass das Volk und seine Jugend ihren Glauben

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verliert. Sie führen einen Verfall der Moral und der guten Sitten herbei und wollen so erreichen, dass die Regierung in sich selbst zusammenfällt. Dabei hegen sie den Wunsch, das Land und sein Volk an eine fremde Regierung auszuliefern. So sage ich denn vor diesem Hohen Gerichtshof ohne jede Furcht:

Ihr sollt es recht gut wissen und dabei zittern, wenn wir über all eurem Lärm nicht unsere Schlappen verlieren werden. {Wir werden nicht in unserer Angst alles stehen und liegen lassen und Hals über Kopf davon laufen. (A.d.Ü.)} Denn wir haben in den Werken der Risale-i Nur Recht und Wahrheit erkannt, erfahren und glauben an sie. Die türkische Jugend schläft nicht. Dieses heldenmütige islamische Volk hier in der Türkei wird sich nicht unter das Joch einer fremden Regierung beugen. Diese heldenmütige islamische Jugend steht in der Kraft ihres wahrhaftigen Glaubens und wird ihr Vaterland nicht verkaufen. Ein religiöses, kriegerisches türkisches Volk und eine gläubige, tapfere türkische Jugend fürchten sich nicht. Es ist aus diesem Grunde, dass wir die Werke der Risale-i Nur lesen, die uns auf die höchste Stufe der Menschlichkeit und Charakterstärke emporhebt, die uns versichert, dass wir uns auf allen Gebieten entfalten werden, um deretwillen in unseren jungen Leuten die Liebe (ashk) zu ihrem Glauben, ihrem Land und ihrem Volk entflammt, für die sie uns heranbildet, als wahrhaftige Gläubige all unser Sein und Haben zu opfern bereit zu sein, und die wir darum immer wieder lesen werden. Wie ich bereits weiter oben erklärt hatte, habe ich zwar nur wenig aus der Risale-i Nur gelesen, doch einen sehr großen Nutzen daraus gezogen. Für dieses überaus nützliche Gesamtwerk, das diesem Land, seinem Volk und der ganzen Menschheit überaus großen Nutzen bringen wird, würde ich, wenn ich reich genug dazu wäre, alles ausgeben, um es zu veröffentlichen. Denn für meinen Glauben, mein Land, die Ewige Glückseligkeit und das Heil (selamet)

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meines Volkes bin ich bereit, alles zu opfern, was ich bin und habe.

Bei all dem habe ich niemals leichtfertig an die Risale-i Nur geglaubt. Dreiunddreißig Qur'anische Verse, Hasret Ali und Hasret Abdu-l'Qadiru-l'Geylani, mit denen Gott zufrieden sein möge, haben auf verborgene Weise vorausgesagt, dass die Risale-i Nur geschrieben werden würde und die Menschen unserer Zeit rechtleiten (irshad) werde. Alles in allem, haben mich die Bände der Risale-i Nur, die ich gelesen habe, zu der Überzeugung gebracht, dass das Gesamtwerk alle die Bücher umfasst, die die Menschheit Wahrheit und Recht lehren kann und in ihrer Menschlichkeit neu gestalten wird.

Ich fühlte einmal eine große Leere in mir. Da suchte ich nach einem Buch, das ich lesen wollte. Und so begann ich denn die Risale-i Nur zu lesen und konnte sie nicht mehr aus der Hand legen und mich nicht mehr (von diesem Buch) trennen. Ich fühlte, wie die Risale-i Nur in meinem Herzen ein großes Bedürfnis stillte. In ihr fand ich die Beweise, die ich mit meinem Verstand und in meinem Glauben annehmen konnte und die mich in meiner Erkenntnis und in meinem Glauben von allen Zweifeln errettet haben. So habe ich mich denn von allen Bedrängnissen irgendwelcher Einflüsterungen befreit. Aufgrund dieser Wahrheiten wurde mir klar: die Risale-i Nur wurde für uns, die Menschen dieses Zeitalters geschrieben.

Um sich edle Charakterzüge wie Anstand, Moral und gute Sitten aneignen zu können, muss man einen starken Glauben haben. Da aber diese Glaubenswahrheiten in der Risale-i Nur mit starken Beweisen und treffenden Beispielen verständlich gemacht werden, wurde mit dem Lesen auch mein Glaube gestärkt. Auf diese Weise wurde ich davor bewahrt, dem Irrtum zu verfallen und mich vom Glauben abzuwenden, der Wahrheit und Gerechtigkeit ist und die Grundsätze höchster Kultur umfasst und mich vor dem Unglück errettete, eine Beute des roten Ungeheuers zu werden. Es ist aus diesem Grunde: Da die Risale-i Nur

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ihre Leser vor so vielen materiellen wie geistigen Unglücken bewahrt und sie zu besseren Wissenschaftlern macht als die Absolventen einer Universität, ihnen die Liebe zum Islam, zu Volk und Heimat einpflanzt, sie den Gehorsam gegenüber Gott, Fleiß und Barmherzigkeit lehrt, wird niemand, der ihre Bedeutung verstanden hat, sich - was immer es kosten mag - jemals wieder von ihr trennen. Diese aufrichtige, reine Hochachtung und Ehrerbietung kann man aus keines Menschen Herz wieder herausreißen.

Die Risale-i Nur wird vom Öffentlichen Ankläger als ein Werk hingestellt, das Schaden anrichtet. Gegen diese Gewissenlosigkeit und Verlogenheit protestiere ich ganz energisch. Man hat mich auch angeklagt, ein Anstifter zu sein. Und das ist in der Tat richtig. Doch die Herzen all derer, die diese erste Unterstellung gehört haben, spüren in sich diesen Schmerz, sie haben geweint und mit den Zähnen geknirscht. Das zwanzigste Jahrhundert ist eine Zeit, in der positives Denken die Vorherrschaft hat. Dinge, die nicht offensichtlich sind und für die es gar keinen Beweis gibt, kann man nicht glauben und wir glauben sie auch nicht. Darum verlangen wir einen Beweis dafür, dass sie einen Schaden anrichten.

Falls es eine der Absichten unserer heimlichen Feinde, die uns hier verleumden, sein sollte, den Gemeinschaftssinn der Leser der Risale-i Nur, die so dem Qur'an dienen und deren Bindung an den Islam in der Weise sichtbar wird, dass sie einander in einer nie zuvor gesehenen Weise umarmen und sie dabei nur das eine Ziel und keine andere Absicht zum Ausdruck bringen, als die, einander Liebe (shefqat) und Respekt entgegenzubringen und füreinander da zu sein, zu brechen (und glauben, dass sie das könnten), so irren sie sich da. Und da sollten sie sich auch nicht vergeblich gegen uns ins Zeug legen. Unter denen, die die Risale-i Nur lesen, bin ich der rückständigste und am wenigsten gebildete. Doch möchte ich folgende Antwort geben:

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Mag einer von uns im Osten, einer im Westen, einer im Süden und einer im Norden, einer in dieser und einer in jener Welt sein: wir werden stets bei einander sein. Würde auch die ganze Welt sich gegen uns zusammentun, sie könnte uns nicht von unserem Lehrer Ustadh Said Nursi und von der Risale-i Nur und nicht voneinander trennen.

Denn dem Qur'an dienen wir und werden ihm dienen. Denn da wir an die Echtheit der jenseitigen Welt glauben, kann mit Sicherheit keine Macht diese geistliche Liebe und den Gemeinschaftssinn unter uns (aus unseren Herzen) reißen. Denn alle Muslime werden sich am Ort der Ewigen Glückseligkeit wieder versammeln.

Ich möchte nun mit Eurer Erlaubnis eine wichtige Tatsache schildern, die das Heil (selamet) unseres Volkes und Vaterlandes betrifft: Einer der geheimen Pläne der Kommunisten ist es, das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen.

Um Bediüzzaman Said Nursi ins Gefängnis werfen und zeigen zu können, dass seine Werke schädlich sind, haben sie den Regierungsbeamten falsche Berichte über Vorgänge zugespielt, die kein Mensch für möglich halten würde. Das Volk glaubt schon seit Jahren so fest daran, dass Bediüzzaman Said Nursi der Genius dieses Zeitalters und in jeder Hinsicht eine einzigartige Persönlichkeit ist, dass keine Propaganda diese aufrechte Überzeugung jemals zerstören kann und wird.

Gott dem Gerechten sei Lobpreis und Dank, dass er mich begnadet hat aus den Werken eines solchen Meisters (ustadh) meinen Nutzen ziehen zu können... Der Anlass eines solchen Vorzugs sein zu dürfen und Unterricht über den Glauben (iman ve Islamiyet) zu erhalten, dafür bin ich dem Meister (ustadh) von ganzem Herzen und ganzer Seele (ruh) zu Dank verpflichtet. Da ich, wie bereits beschrieben, jahrelang im Unglück verbracht habe und den Kommunisten ein Köder gewesen bin und er

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mich davor errettet hat, zu ewiger Einzelhaft verurteilt zu werden, bin ich nun auch dazu bereit, für meinen Meister (ustadh), der doch stets rechtschaffen (mustaqim) gewesen ist, in einem Gefängnis dieser Welt noch Jahre zu verbleiben.

Sollte ich um der Risale-i Nur willen, diesem Kommentar zum Qur'an, der in zwanzig Jahren Millionen Menschen den Glauben (iman ve Islamiyet) gelehrt, in der Tugend unterrichtet und sie vor der Glaubenslosigkeit bewahrt hat, zum Tode verurteilt werden, so bin ich bereit, mit dem Ruf "Allah Allah... Ya Resulallah" dem Galgen entgegenzulaufen.

Sollte ich für die Risale-i Nur erschossen werden, die doch die Jugend davor schützt, von den Kommunisten dazu verführt zu werden, ihren Glauben aufzugeben und auf ewig in ihr Unglück zu rennen, vor einem Verbrechen, für das sie als Vaterlandsverräter erschossen werden würden, so werde ich nicht davor zurückschrecken, den Kugeln die Brust zu bieten. Und sollte ich einmal für meinen Meister Ustadh Bediüzzaman mit Dolchen in Stücke geschnitten werden, so erbitte ich von meinem Herrn, dass das Blut, das herausspritzt, "Risale-i Nur! Risale-i Nur!" schreiben werde.

Ehrenwerte Herren des Hohen Gerichts!

Das Studium der Risale-i Nur ist in der Tat wunderbar, einzigartig und ohne Beispiel. Bei einem jeden Studium setzt man einen materiellen Gewinn und eine entsprechende Laufbahn als Ziel und setzt sein Studium dementsprechend fort. Der Unterrichtsstoff wird meistens gelesen, um materielle Güter zu erwerben und eine angesehene Stellung zu bekleiden und manchmal auch nur weil man dazu gezwungen ist. Diejenigen, welche damit fortfahren, die Werke der Risale-i Nur zu lesen und ohne irgendeine Bürokratie an einer Art Freier Universität zu studieren, verfolgen dabei einzig das Ziel, dem Qur'an und dem Glauben zu dienen und darüber hinaus keine

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weltlichen Ziele. Doch obwohl die Lage so ist, wird die Risale-i Nur, die sich ernsthaft und wissenschaftlich mit dem Glauben beschäftigt, mit einer solch grenzenlosen Liebe, Freude und Begeisterung gelesen, dass sich in ihren treuen Lesern ein mächtiger Wunsch festigt, sie wieder und immer wieder zu lesen. Selbst wenn diejenigen, welche die Risale-i Nur abschreiben und lesen, dadurch an den Pforten des Gerichtshofes mit ihrem ganzen Leben in Gefahr geraten, so gestehen sie dennoch, dass sie diese wunderbaren Werke gelesen haben und verkündigen, dass sie sie auch weiterhin lesen werden. Selbst wenn sie bereits wissen, dass man sie zum Tode verurteilen wird, zögern sie dennoch nicht, ihre Standhaftigkeit zu bekunden. So führt denn diese Besonderheit unter den vielen Wundern der Risale-i Nur zu der Frage: "Haben denn diejenigen, welche bereits gestanden haben, etwa ihr Leben auf der Straße gefunden?"

Das aber heißt, dass sich in der Risale-i Nur und bei Bediüzzaman solch eine erhabene Wahrheit findet, und dass sie es auch nicht leugnen, weil sich dort nichts findet, was von Schaden wäre.

(Normalerweise) werden die Studenten unter einer Oberhoheit und einer (dementsprechenden) Disziplin ausgebildet. Was aber Bediüzzaman betrifft, so hat er niemals irgendwen dazu gezwungen, die Risale-i Nur (zu lesen). Hunderttausende seiner Leser haben ihn niemals gesehen und sind doch seine unerschrockenen Schüler geworden, mit jenem Seil an ihn gebunden, das niemals zerreißt und empfangen so aus der Risale-i Nur ihren Unterricht.

So hat man denn noch niemals in irgendeiner Medresse einer nahen oder fernen Zeit eine solch wundervolle Lehrmethode gefunden und ist ihr noch in keiner Universität begegnet.

Der Ehrenwerte Ankläger sagte: "Diese Art, Bediüzzaman seinen Respekt zu erweisen, hat man noch bei keinem

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Qur'ankommentator (mufessir) gefunden."

Das ist richtig. Wenn man in Betracht zieht, dass ein solcher Respekt und diese Ehrerbietung der Größe und Vollendung (eines Menschen) entsprechend erwiesen werden und man Dankbarkeit jemandem erweist und sich ihm gegenüber erkenntlich zeigt, je nachdem, inwieweit man durch ihn einen Vorteil erlangt hat, kann man aus den Werken Bediüzzamans einen so gewaltigen Nutzen ziehen, dass die Dankbarkeit und die Verehrung, die man ihm entgegenbringt, ein nie zuvor gesehenes Maß erreicht.

In diesem unseren zwanzigsten Jahrhundert haben sich die Kommunisten und die Freimaurer sehr darum bemüht, den größten islamischen Denker und Schriftsteller nicht bei uns und besonders nicht bei unserer Jugend bekannt werden zu lassen. Doch ein aufgewecktes, türkisch-islamisches Volk und seine Jugend haben diesen Helden des Glaubens, unseren Lehrer (ustadh) erkannt und durften seine große Güte erfahren und an andere weitergeben. Es ist aus diesem Grunde, dass unsere außerordentliche Verbundenheit mit Bediüzzaman und unser Vertrauen in ihn nicht erschüttert werden kann.

Seitdem in der Risalne Nur die Ayat des Allweisen Qur'an, die in ihrer Eigentümlichkeit dessen größtes Wunder sind, mit großer Kunstfertigkeit und Sachkenntnis ins Türkische übersetzt (tefthir) wurden, ohne dass sie dabei etwa verloren gegangen wären, können alle Menschen, Frau oder Mann, Beamter, Kaufmann, Gelehrter oder Philosoph, und alle Schichten der Bevölkerung sie lesen und verstehen. Jeder betrachtet sie seinem Verständnis entsprechend, zieht seinen Nutzen aus ihnen und fühlt sich mehr und mehr mit ihnen verbunden. Schüler, Studenten, Professoren, Lektoren und Philosophen lesen sie. Auch die Schichten der Gebildeten, die aus ihnen in einem ganz außerordentlichen Maße ihren Nutzen ziehen und die überragende Kunstfertigkeit bestätigen, mit der die Risale-i Nur verfertigt wurde, werden von Staunen erfüllt

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und von dem sehnlichen Wunsch ergriffen, das gesamte Werk zu lesen.

Einsichtige Menschen, die Bediüzzaman und die Risale-i Nur erst neu kennen und schätzen gelernt haben, bedauern nun tausendfach, dass sie sie nicht schon früher kennen gelernt haben, und um die verlorene Zeit wieder einzuholen, versuchen sie nun, keine Zeit mehr zu vertrödeln und selbst fünf Minuten Zeit sind ihnen kostbar und so beginnen sie nun Tag und Nacht mit der Risale-i Nur zu arbeiten. Eine derartige Anziehungskraft und ein so lebhaftes Interesse haben wir noch bei keinem Werk der Psychologie, Soziologie oder Philosophie erlebt. Aus denen können nur noch einige Gelehrte ihren Nutzen ziehen. Ein Kind von der Mittelschule, oder eine Frau, die auch lesen kann, vermag aus der Zeit, die sie mit der Lektüre der Werke eines Philosophen verbringt, keinen Nutzen zu ziehen. Jedoch aus der Risale-i Nur kann jeder seiner Bildungsstufe entsprechend seinen Nutzen ziehen. Deshalb wartet nun das ganze Volk auf Eure Entscheidung, Bediüzzaman und die Schüler der Risale-i Nur freizusprechen. Hätte Said Nursi in dieser schweren Zeit der Prüfung seinen Schülern nicht Geduld, Ausdauer und Zurückhaltung ans Herz gelegt, als er während des Ersten Weltelleges als Kommandant eines Freiwilligenregiments seine Schüler für den Kampf musterte, dann hätten Tausende von Schülern der Risale-i Nur infolge der großen Ehre, in der sie ihn halten, ihre Zelte auf den Höhen rund um Afyon aufgeschlagen und auf die Entscheidung des Kriminalgerichts in Afyon gewartet, ihn freizusprechen.

Das Werk, das Said Nursi und die Schüler der Risale-i Nur verrichten, kann nicht innerhalb des Rahmens der Gesetze betrachtet werden, um einen Beweis dafür zu finden, dass es sich hier um eine Geheimorganisation handle. Und warum kann das nicht bewiesen werden? Ist etwa ein sachverständiger Jurist, der bis zu dem Posten eines Generalstaatsanwalts aufgestiegen ist, nicht dazu in der Lage, dies aufgrund der Gesetzeslage zu beweisen?

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Nein, unfähig ist er keineswegs. Es gibt nur keine Organisation, die man als eine geheime Untergrundbewegung bezeichnen könnte. Und genau deswegen kann auch nicht bewiesen werden, dass es sich hier um eine solche Organisation handelt.

Hatte doch der Staatsanwalt zunächst einmal gesagt: "Die Nurdjus sind keine Organisation.", was auch vollkommen im Einklang mit den bestehenden Gesetzen war. Wenn er dann ein wenig später, aus welchen Gründen auch immer, behauptete: "Sie sind eine Organisation.", so besteht hier ein Widerspruch. Und der ist mit Sicherheit nicht rechtskräftig. Und wir sind sicher, dass das Gremium der Richter einsehen wird, dass diese Tatsache ganz offensichtlich ist und dann den Beschluss fassen werden: "Hier handelt es sich nicht um eine Geheimorganisation".

Ehrenwerte Richter! Wenn ein Stückchen vom Herzen vor Kummer und Sorge herausbrechen könnte, müsste ein solches Herz auf die Nachricht, dass ein junger Mensch seinen Glauben verloren hat, in so viele Stücke zerbrechen, wie es Atome hat.

So wird denn der Freispruch, den sie verkünden werden, der Grund dafür sein, dass die Jugend des Islam und die ganze Islamische Welt, auf eine wirksame Weise von dieser entsetzlichen Katastrophe bewahrt bleiben wird. Und dies ist ein weiterer Grund, warum ich mich so unzertrennlich mit Bediüzzaman und seinem Werk verbunden fühle.

Durch Ihren Beschluss, die Risale-i Nur zur öffentlichen Verbreitung freizugeben, wird die türkische Jugend, ja werden alle Muslime vor dem Unglück der Glaubenslosigkeit errettet werden. Denn es wird der Tag kommen, da wird die Risale-i Nur, da sie eine Schatztruhe hoher Wahrheiten ist, und daran besteht weder ein Zweifel noch irgendeine Unsicherheit, in der ganzen Welt bekannt sein. Und damit werdet ihr die Anerkennung der ganzen

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Welt erfahren. Aufgrund dieser Eurer Freigabe wird die heutige, werden künftige Generationen Euch ihre Anerkennung und Dankbarkeit entgegenbringen. Sie werden die Risale-i Nur lesen, daraus einen gewaltigen Nutzen ziehen und Euch dafür ihre Dankbarkeit erweisen.

Hütet Euch, davor, zu denken, dass meine Worte zwar aufrichtig gemeint, jedoch geheuchelt wären. Keineswegs und absolut nicht! Denn während Bediüzzaman noch vor Gerichٕن٢teht, fürchte ich mich vor niemandem und schrecke ich nicht zurück.

So möchte ich denn mit Ihrer Erlaubnis kurz zusammengefasst nur noch Folgendes sagen:

Wenn der Herr Staatsanwalt auch weiterhin damit fortfährt, diese böswilligen Anschuldigen vorzubringen, wenn er also diese völlig falschen Anschuldigungen gegen die Risale-i Nur, die sich sowohl gegen ihren Verfasser als auch gegen ihre Leser richtet, nicht unterlässt, obwohl doch (die Risale-i Nur) eine außerordentlich wirkungsvolle Lösung anbietet, wie man der Gedankenwelt der Freimaurer und der Kommunisten in unserem gesegneten Vaterland Einhalt gebieten wird und kann, und sich, hingerissen von seinen Gefühlen, ihr widersetzt, so wird er dadurch die Kommunisten und die Freimaurer nur noch unterstützen und so noch dazu beitragen, dass der Schaden, den diese Gottlosen anrichten, gegen den sich doch diese Anklagen eigentlich richten, sogar noch zunehmen.

Ein Teil des Widerspruchs vor dem Appellationsgericht

Durch die Publikationen der atheistischen Organisationen wurde jener Zweifel und die Skepsis gesät, die jenen Glauben zerstört, den die Werke der Risale-i Nur mit ihren Beweisen wiederherzustellen sucht.

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So ist denn eines der subtilsten Geheimnisse und die Weisheit, durch welche die Jugend wie elektrisiert an der Risale-i Nur festhält, die folgende:

Mit einem Blick, der die Wahrheit erschaut und realistisch sieht, erkannte Bediüzzaman Said Nursi, der seit Jahren mit beispielloser Selbstentäußerung und Opferbereitschaft, bereits alt und krank und in einem Zustand, in dem er eigentlich besonderer Pflege bedürftig gewesen wäre, jedoch die verschiedenen, über jedes erträgliche Maß hinausgehenden Quälereien der Kommunisten und Freimaurer, seiner versteckten Feinde, und derer, die von ihnen in die Irre geführt worden sind, geduldig ertrug, sehr viele ihrer versteckten, antireligiösen Pläne und verfasste dabei noch seine Werke über den Glauben, sodass diese fürchterlichen, hinterhältigen geheimen Pläne ohne Erfolg blieben.

Doch was für ein bedauernswerter, trauriger und betrüblicher Zustand ist es doch, dass man nun schon seit 25 Jahren versucht, diesen Bannerträger des Islam, diese außergewöhnliche Persönlichkeit in Kerkern und Gefängnissen und durch Einzelhaft zu isolieren. Doch wenn man nun auch aufgrund einer Überempfindlichkeit, die aus einem unbegründeten Misstrauen erwächst, das durch die Verleumdungen der Kommunisten verursacht worden ist, den Verfasser der Risale-i Nur bestraft hat, werden die Werke der Risale-i Nur dennoch weiterhin mit großer Begeisterung und einem ständig wachsendem Interesse gelesen.

Der erste und mächtigste Hinweis darauf ist folgender: Die jungen Leute, die den "Stab Mosis" gelesen haben, also das Werk, das schon mit den neuen Buchstaben abgeschrieben worden ist, werden nun in kurzer Zeit die Qur'anischen Buchstaben lernen, um auch die übrigen, noch mit ihnen geschriebenen Werke lesen zu können. Auf diese Weise überwinden sie auch die hohen Mauern ihrer Unkenntnis der Qur'anischen Schrift, die sie bisher davon abgehalten hatte, eine ganze Reihe von Wissenschaften

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zu erlernen, und sie dazu zwingen wollte, die Werke zu lesen, die dazu verfasst wurden, sie von Religion und Glaube (din ve iman) zu entfremden. Wann immer die junge Generation mit dem Qur'an und mit den Wissenschaften, die von ihm durchstrahlt worden sind, ausgestattet und gestärkt worden ist, hat das Volk begonnen, zu wachsen und emporzustreben, da hat auch die Jugend begonnen, brennend vor Begierde nach dem Glauben (iman ve Islamiyet), ihren Geist (ruh) mit der Fülle des Lichtes und allen Segens der Risale-i Nur, dem Kommentar (tefthir) zum Qur'an, zu füllen. So hat sich unsere Jugend einen sicheren, wahrhaftigen Glauben (tahqiqi iman) zu eigen gemacht und wird nun den Kampf gegen den gottlosen Kommunismus antreten und es niemals erlauben, dass ihr Vaterland an die Feinde des Islam verkauft wird. Hätten die Kommunisten eine Möglichkeit, Papier und Tinte verschwinden zu lassen, wären viele junge wie alte Leute gleich mir bereit, sich zu opfern und für die Risale-i Nur, eine Schatztruhe der Wahrheit, wenn es möglich wäre, ihre Haut in Papier und ihr Blut in Tinte zu verwandeln.

Ja doch und wirklich und tausendmal in der Tat!...

In seiner Anklageschrift sagt der Staatsanwalt: "Said Nursi vergiftet an der Universität die Studenten mit seinen Werken." Demgegenüber antworten wir: "Wäre die Risale-i Nur ein Gift, bräuchten wir Tonnen von diesem Gift, Tausende Kilogramm. Wüsste er, wo er es im Überfluss finden könnte, sollte er es uns per Luftfracht zusenden."

Wenn wir, die Schüler der Risale-i Nur, dafür durch ein gewalttätiges Herrschaftssystem für unseren Dienst am Glauben (iman ve Islamiyet) verfolgt werden, so ziehen wir den Tod in irgendeiner Ecke eines Gefängnisses oder am Galgen einem Tod gemütlich daheim im eignen Bett vor. Wir wissen, dass es anstelle eines Lebens in dem, was äußerlich eine Freiheit zu sein scheint, in Wirklichkeit aber absoluter Despotismus in Gefangenschaft für unseren Dienst am Qur'an ist, in diesem Gefängnis, in das

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man uns zu Unrecht geworfen hat, als Märtyrer zu sterben, eine große Gnade Gottes ist.

Zübeyir Gündüzalp aus Konya

Häftling im Gefängnis von Afyon

Anmerkung:

Nachdem diese Verteidigungsschrift und dieser Widerspruch vor dem Appellationsgericht an das Appellationsgericht übersandt worden war, befahl das Appellationsgericht telegrafisch Zübeyir aus dem Gefängnis zu entlassen.

Mustafa Sungurs Verteidigungsrede

An das Hohe Strafgericht in Afyon

Der Öffentliche Ankläger behauptet, dass auch ich der "Gemeinschaft der Nurdjus" angehöre und das Volk gegen die Regierung aufgehetzt hätte, wofür ich nun bestraft werden solle.

Erstens:

Eine Gemeinschaft, die sich: "Gemeinschaft der Nurdjus" nennt, gibt es nicht. Und ich gehöre keiner derartigen Gemeinschaft an. Ich gehöre der geheiligten, himmlischen Gemeinschaft der Muslime (kudsi ve Ilahi Islamiyet) an, der nach 1350 Jahren in diesem Jahrhundert (1948) 350.000.000 Mitglieder angehören, gestiftet von Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, der Stolz des Universums, (jener gewaltigen, lichtvollen Gemeinschaft, die) der gesamten Menschheit das Heil (selamet) und Ewige Glückseligkeit verkündigt. Und ich habe mich - Dank sei Gott (Elhamdulillah) - dazu entschlossen, seinem heiligen Befehl (evamir-i qudsiye) aus allen meinen Kräften (quvvet) zu folgen (itaat). Was die Risale-i Nur betrifft, deren Schüler zu sein mir als ein Verbrechen angerechnet wird, so ist sie ein

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Wunder des Qur'an, indem sie mich meine Pflichten in Religion und Glaube (din ve iman) lehrt und mit einzigartigen Zeugnissen und glänzenden Beweisen zeigt, dass der Islam die höchste und heiligste (muqaddes) Religion (din) und die einzige Quelle der Glückseligkeit der Menschheit ist und dass der Qur'an ein Erlass des Majestätischen Herrn (Dhat-i Dhu l-Djelal) ist, der der Eigentümer allen Seins ist, allgegenwärtig und allsehend, der Lenker, unter dessen urewiger Regentschaft alles Sein von den Atomen bis zu den Sternen und Sonnen steht; ein Wunderwerk, das mit einem Blick Vergangenheit und Zukunft und alle dazwischen liegenden Ereignisse in Ewigkeit umfasst; und dass der Qur'an in vierzigfacher Hinsicht ein Wunder, das Buch über allen Büchern ist, der den Menschen die Ewige Glückseligkeit verkündigt, nach der sie sehnsüchtig und in ewiger Dankbarkeit verlangen, die Immerwährende Ansprache der Urewigen Sonne (Shems-i Sermedi); und dass der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, vom Schöpfer des Universums (Khaliq-i Kainat) gesandt worden ist, der in all seinem Tun und Reden unter allen Menschen der vollkommenste (en ekmel), aufrichtigste (en sadiq), edelste ist, der auf der Stufenleiter der Vollendung die höchste Stufe erreicht hat, der durch das Licht des Islam, das er gebracht hat, den Menschen die kostbarste Botschaft und den heiligsten Trost bringt, der über vierzehn Jahrhunderte und heute über ein Fünftel der Menschheit die geistige Herrschaft (saltanat-i maneviye) in Händen hält, in dessen Buch der guten Taten seit 1300 Jahren alle Verdienste seiner Gemeinde (ummah) eingetragen stehen, der der Grund für die Existenz des Weltalls und der Geliebte Gottes (Habibullah) ist; und dass in der Jenseitigen Welt Paradies und Hölle absolut sicher und wahr sind.

Was die Risale-i Nur betrifft, so bezeugen ihre Worte und Sätze, dass sie ein Licht ist von Ewigkeit zu Ewigkeit (ezeli ve ebedi), das vom Licht des Qur'an und dem Licht Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, ausgeht. Da sie zum Qur'an dazu gehört und sein ganz besonderer

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Kommentar ist, gehört sie aus diesem Grunde zum Himmel und zum Thron. So erteilt denn die Risale-i Nur, die man verdächtigt, das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen, mit all ihren Worten (Sözler), mit all ihren Blitzen (Lem'a), mit all ihren Strahlen (Shu'alar), mit all ihren Briefen (Mektublar) Unterricht über die göttlichen Wahrheiten (haqaiq-i Ilahiye), die Pfeiler des Islam und die Geheimnisse des Qur'an. Ist denn etwa diese ehrwürdige, so erhabene Risale-i Nur zu lesen, die Moral (akhlaq), Tugendlehre (fadhilet) und die Wahrheiten des Glaubens (haqaiq-i imaniye) unterrichtet, um des Glaubens willen jene Teile abzuschreiben, welche die Ewige Glückseligkeit schenken, oder ihr zu dienen, so dass die Gläubigen daraus ihren Nutzen ziehen können, etwa schon ein Verbrechen? Heißt das, das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen? Den Verfasser solch eines gesegneten, großartigen Werkes zu besuchen, das uns auf den höchsten Gipfel menschlicher Vollkommenheit, die oberste Stufe des Glaubens gleich einem Leuchtturm emporführt, geschmückt mit Tugend (fadhilet) und Moral (akhlaq), und einander Brüder zu sein auf dem Wege des Qur'an und des Glaubens, heißt das etwa, gemeinsam mit den Schülern der Risale-i Nur, die mit ihrer Güte, ihrer Rechtschaffenheit, ihrem unerschütterlichen Glauben, ihrer ganzen Überzeugung in unserer Zeit die Würde des Islam und die Wahrheiten des Qur'an verteidigt und hochgehalten und kein anderes Ziel haben, als Gottes Wohlgefallen zu gewinnen, nennt man das etwa "Bildung einer (politischen) Vereinigung"? Welche saubere und korrekte Überzeugung (vidjdan) könnte etwa eine Bestrafung dafür fordern?

Euer Ehren!

Die Vortrefflichkeit (Haqqaniyet) der Risale-i Nur, die von den höchsten Gelehrten bestätigt wurde, lässt (ihre Leser) die höchste Stufe des Glaubens (iman) und die höchste Liebe (ashk) zum Islam gewinnen und es gibt gar keinen Zweifel daran, dass all ihre Worte (Sözler), Blitze (Lem'a) und Strahlen (Shu'alar) ein leuchtender

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Kommentar (tefthir) zum Qur'an sind, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist. Sie alle sind strahlende Sonnen, die die Krankheiten des Geistes und alle Finsternis des Geistes zerstreut. Unser Meister (ustadh), der dazu beauftragt ist, die Risale-i Nur zu verfassen, hat auf dem Wege des Glaubens und des Qur'an jeder Art Schwierigkeiten und Schikanen die Stirn geboten und so die Wahrheiten des Qur'an verbreitet, um sich in unserem Jahrhundert dafür einzusetzen, insbesondere die Kinder dieses gesegneten Volkes vor den fürchterlichen Angriffen der Kommunisten und vor jeder Art von Gottlosigkeit zu retten. Er ist auch mit der heiligen Aufgabe betraut, in dieser Zeit für ein sauberes und unbescholtenes Leben Zeugnis abzulegen. Er erteilt uns keinen Unterricht (Gott bewahre!) in Raub und Unmoral. Er gibt uns vielmehr Unterricht, wie wir unseren Glauben retten können, was unser wichtigstes Anliegen, unsere größte Sorge in dieser Welt ist, in der wir Menschen (leben). Seit fünfundzwanzig, dreißig Jahren bemüht er sich anhand der Risale-i Nur, den Glauben von Hunderttausenden Gläubigen zu retten, besonders dadurch, dass er jene Armen, wie mich, die nichts vom Islam wissen, im Glauben unterweist, was das größte Glück im Leben ist und sein Ziel. So ist er für uns sicherlich und gewiss ein Gnadenerweis Gottes (lutf-u Ilahiye). So sagen wir denn das Folgende all denen, die seinen heiligen Dienst am Glauben und seine Aufgabe gegenüber der Religion leugnen und in irgendeiner Weise aller Wahrheit und Gerechtigkeit (haqq ve haqiqat) ablehnend gegenüberstehen und glauben, dass er dem gesellschaftlichen Leben nur Schaden zufügt:

Wenn Gott anzuhangen und den Vorschriften der Religion zu gehorchen, die Menschheit vor Sittenlosigkeit und Glaubenslosigkeit und dergleichen schrecklichen Übeln zu erretten, sie mit der immerwährenden Freude der Islamiyet glücklich zu machen, ein Verbrechen ist, dann kann man von ihm sagen, dass er der Gesellschaft Schaden zufügt. Wenn aber nicht, so ist es eine Verleumdung und

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sicherlich ein unverzeihliches Verbrechen. Das Ziel der Risale-i Nur ist nicht diese Welt (dunya), sondern die immerwährende Glückseligkeit in jener Welt (ahiret), alles Leben in dieser Welt und ihre vollkommene Schönheit jedoch nur eine Art Abglanz der Erscheinung Seiner Vollkommenheit, (Ziel aber) das Paradies (Djennet) mit seiner ganzen Anmut als ein Funke (Lem'a) Seiner Liebe (muhabbet), (ein Ziel, das zugleich auch) die Zufriedenheit des Allzeit-Seienden (Daim-i Baqi) und Allbarmherzigen in Seiner Vollkommenheit (Rahim-i Dhu l-Djemal) ist. Da sie ein solch göttliches (ilahi) und heiliges, hoch erhabenes Ziel hat, erklären wir hiermit, dass die Risale-i Nur tausendmal frei ist von allen vergänglichen Dingen (fanilik), wie niederträchtigerweise, sündhaft und ziellos das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen. So nehmen wir denn unsere Zuflucht zu Gott vor dem Übel derer, die unsere Arbeit am Glauben und unsere Unterweisung in religiösem Wissen nicht wollen und sich nun darum bemühen, uns durch diese Art Verleumdungen zu zermalmen.

Euer Ehren!

Dreiunddreißig ehrenwerte Ayat weisen darauf hin und auch Imam Ali und Ghaus-i Adham, mit denen Gott zufrieden sein möge, sowie hunderte Kenner der Wahrheit erklären voll des Lobes, dass die Risale-i Nur wahrhaftig und tatsächlich ein Licht des Qur'an ist und so möge Gott es wollen, dass sie den Glauben (iman) derer, die an ihr festhalten, retten wird. So kann sie denn mit Sicherheit nicht ausgelöscht werden und wird niemals untergehen. Dafür ein Beispiel: Die Angriffe, die seit fünfundzwanzig Jahren lanciert wurden, um sie zu vernichten, haben ganz im Gegenteil bewirkt, dass sie sich nur noch weiter verbreitet und an Glanz gewonnen hat. Denn ihr Eigentümer ist der König in Seiner Majestät (Sultan-i Dhu-l'Djelal), dessen ewiger Macht (qudret) und Willen (emir) jedes Ding von Ewigkeit zu Ewigkeit (ezelden ebede) unterstellt ist. Denn ihre Wahrheiten (haqq) sind die Wahrheiten des Qur'an, die nach Seinem Willen (insha-a'llah) unter dem

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Schutz und der Gnade (inayet) des Herrn der Wahrheit (Djenab-i Haqq) für immer glänzen werden.

Euer Ehren!

Falls die Risale-i Nur, die den Glauben (iman ve Islamiyet) mit der größten Liebe und Begeisterung lehrt und ein anderes Ziel nicht kennt und keinen anderen Zweck als das Wohlwollen Gottes und sich in dieser Zeit mit Sicherheit als ein großes Wunder des Qur'an und seinen lichtvollen Kommentar (tefthir) bewahrheitet hat, zu lesen, abzuschreiben und ihre Abhandlungen, welche die Wahrheiten des Glaubens unterweisen an die gläubigen Brüder weiterzugeben ein Verbrechen sein sollte und falls das Band des Glaubens (rabita-i diniye) und die Bruderschaft im Islam (uhuvvet-i Islamiye), ein Glaube, der sich auf die Liebe zu Gott stützt, die geheiligte (muqaddes), himmlische (ilahi), auf das Jenseits (ukhrevi) ausgerichtete Vereinigung auf dem Wege des Qur'an (die Kennzeichen einer politischen) Vereinigung sein sollten, dann ist für mich einer solchen gesegneten Gemeinschaft anzugehören eine große Glückseligkeit. Und das ist eine solche Freude, wie sie jede Art Belobigung oder Auszeichnung übersteigt. Ein Schüler der Risale-i Nur zu sein, was mich eine solche Freude und Glückseligkeit gewinnen lässt, ist für einen armseligen (Menschen) wie mich eine große Gnade, wofür ich Gott, der sie mir geschenkt hat, unendlich dankbar bin. Mein letztes Wort ist:

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ ٭ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ إِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَهُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil und ein vorzüglicher Sachwalter." (Sure 3, 173) "Gott ist unser befriedigender Anteil. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Auf Ihn vertraue ich und Er ist der Herr des Gewaltigen Thrones." (Sure 9, 129)}

Mustafa Sungur

Lehrer

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Ein Teil von Mustafa Sungurs Widerspruch vor dem Appellationsgericht

An das Hohe Strafgericht: Die Risale-i Nur gelesen zu haben, sie abgeschrieben und einen Teil davon an einen bedürftigen, gläubigen Bruder weitergegeben zu haben, damit auch er seinen Nutzen daraus ziehen möge, wurde als ein "Aufhetzen des Volkes gegen die Regierung" bezeichnet und mir als ein Verbrechen angelastet. Doch in meiner Verteidigungsschrift habe ich gegen diesen Vorwurf Folgendes eingewandt: Die Risale-i Nur, von der behauptet wird, dass sie das Volk gegen die Regierung aufwiegele, ist ein wahrhaftiger Kommentar (tefthir) zum Qur'an. Sie unterrichtet in all ihren Abhandlungen die Wahrheiten (haqq) des Glaubens und beschenkt alle, die sie lesen und die sie abschreiben mit einer ganz großen Freude. Ihr Ziel ist nicht irgendetwas Vergängliches, nicht der Weg der Vagabunden, der Unruhestifter und der Gesetzlosen, die das Volk gegen die Regierung aufhetzen, sondern vielmehr das Wohlwollen Gottes zu erlangen, welches volle Glückseligkeit und die höchste Stufe der Freude ist. Ich habe für mich im Glauben die höchste Tugend und die süßesten Wohltaten (ni'met) durch das Lesen und Kopieren der Risale-i Nur gewonnen und bin, wenn auch ihr armseligster Diener, doch darauf stolz und zugleich auch ihr glücklichster Schüler. Und obwohl ich gesagt habe, dass Schüler der Risale-i Nur zu sein, eine ganz große Güte (ihsan) Gottes ist und dass ich stets meinem Herrn (Rabb), der einem so armseligen (Menschen) wie mir diese gewaltige Gnade (ni'met) erwiesen hat, dafür dankbar bin, wenn ich ihrer auch gar nicht würdig bin, hat man ohne jede Rücksicht auf die Rechtslage oder offenkundige Beweise meine Verbundenheit mit dem Glauben (iman ve Islamiyet) als ein Verbrechen dargestellt und mich gegen Recht und Wahrheit (haqq ve haqiqat) dafür bestraft.

Ich bin dafür Zeuge: Ich habe in Kastamonu am Gölköy Internat studiert.

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Dort haben uns die Lehrer im Atheismus unterrichtet. Sie sagten: Gott bewahre!... der Ehrwürdige Prophet habe den Ehrwürdigen Qur'an geschrieben, die Islamiyet sei nun endlich abgeschafft worden, die Kultur könne sich nun (endlich) entfalten und dass es ein großer Fehler und völlig rückständig sei, noch in unserer Zeit dem Qur'an zu folgen. Ein anderer Lehrer bemerkte sogar eines Tages, dass die Muslime das Gebet verrichten und - weil sie an das Jenseits denken - stets trübseliger Stimmung sind, dass ihr Leben im Schmerz vorüber geht, dass in den Moscheen stets eine Atmosphäre des Todes hänge, in den Kirchen der Christen dagegen begegne man stets einer Freude und einem seelenvollen Leben. Sie genießen mit ihren Instrumenten und anderen Vergnügungen das Leben in Freude. So redeten sie und versuchten das Band des Glaubens (iman ve Islamiyet) zu zerreißen und uns an seiner Stelle die Verleugnung und den Unglauben einzuimpfen.

Wenn dann nach der Lektüre einiger Abhandlungen urplötzlich ein solch armseliger Mensch, dem man derartige giftige Gedanken eingeimpft hatte und dessen Spiritualität man durch solch einen giftigen, Schaden verursachenden Unterricht hatte abtöten wollen, und der durch ihn geradezu fasziniert gewesen war und (Gott bewahre!) schon beinahe selbst diese Ideen geglaubt hätte und sie zu verbreiten begann, in solch einem beispiellosen Licht des Qur'an wie der Risale-i Nur, die aus der Fülle des Qur'an entspringt und mit glänzenden Beweisen und wunderbaren Zeugnissen für die Wahrheiten des Glaubens (iman ve Islamiyet) darlegt, dass die Religion des Islam die niemals untergehende und unauslöschliche geistliche Sonne und ein Mittel ist, durch das die Menschheit zu Glück und zu Sicherheit (selamet) gelangt, alle diese giftigen Gedanken beiseite wirft, den Glauben mit beiden Händen ergreift, und nun eine unendliche Freude und Fröhlichkeit verspürt, dann diese auch seinem liebevollen und heldenmütigen Meister Hasret Ustadh Bediüzzaman,

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wie er stets loyal und treu (gegenüber seinen Schülern ist) mitgeteilt hat, jenem Verfasser, durch den er zu all diesen lichtvollen Abhandlungen (Nur risalah) gekommen ist, und so sich aus seiner früheren irrigen (dalalet) Lebensführung in Gottvergessenheit (ghaflah) befreit hat und so zum Glauben und zum Licht gelangte, und wie die Risale-i Nur dadurch, dass sie den wahren Glauben (iman) vermittelt eine Sonne der Rechtleitung (hidayet) und in unserer Zeit ein Mittel zur Glückseligkeit für die gesamte Menschheit ist und dem verehrten Meister, der mit ihrer Abfassung beauftragt ist, begeistert mitgeteilt hat, dass er durch diesen so großen und erhabenen Dienst am Glauben für die Menschheit, besonders aber für die Leute des Glaubens ein Gnadengeschenk Gottes (lutf-u Ilahiye) ist. Wie oben dargestellt, hat er die fürchterlichen, destruktiven Übergriffe gegen den Qur'an und die Islamiyet, die Kinder dieses heldenhaften Volkes des Islam dazu zu drängen, den Atheismus zu übernehmen, zu versuchen, die heiligen, göttlichen Grundsätze des Islam zu zerstören, mit denen Millionen Menschen verbunden sind, und die Ewige Glückseligkeit von Millionen Menschen zu Grunde zu richten, als "Zerstörung und Zermalmung durch die versteckten Komiteen des Sufyan" bezeichnet und über die Irrsinnigen, die ihre gemeine, zerstörerische, grausame Verwüstung bejubeln, mit tausendfachem Abscheu: "Pfui über euch!" gesagt und ruft nun seine alten Schulkameraden, die über ihren Glauben in Zweifel geraten sind, indem er sagt:

"Kommt! Hören wir endlich damit auf, den Launen (heva) und Gelüsten (arzu) unserer Seele (nefs) zu folgen! Lasst stattdessen uns lieber niedersetzen und Unterricht nehmen in den Wahrheiten des Qur'an und lasst uns zu der Medresse des Lichtes (Nur) eilen, die uns den rechten Weg zum Glück in unserer Zeit weist. Wollen wir uns von den gemeinen Lügnern und von ihren Lügen abwenden, die sie uns als wahr vorgestellt haben und denen wir über die Monate und Jahre stets zugejubelt hatten! Binden wir uns stattdessen

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lieber mit unserem Herzen an die Lehren (ders) von Bediüzzaman Said Nursi und nehmen wir ihn als unseren Lehrer (ustadh) an. Wenden wir uns von der Finsternis ab und dem Lichte (Nur) zu." Erwächst aus (all dem) und aus der Freude, die er aus dem Glauben (gewonnen hat) und aus der Liebe und der Verbundenheit mit dem Qur'an und der Islamiyet etwa nicht in jedem der Wunsch, das Volk umso mehr zu lieben und den wahren Glauben und niemals endende Glückseligkeit zu erwerben? Ist es etwa ein Verbrechen, sich mit Gott zu verbinden und zu verkünden, dass die Islamiyet die erhabenste (ali) Religion und die Botschaft von Tugend und Glückseligkeit ist?

Wäre es etwa ein Verbrechen, allen aufgrund seiner eigenen Überzeugung bekannt zu geben, dass die Risale-i Nur, ein göttliches Licht aus dem Qur'an, ein Wunder und ein Gnadengeschenk des Herrn, heilig und erhaben ist - in einer Zeit, in der von allen Seiten zerstörerische, vernichtende Angriffe gegen den Qur'an und den Islam beginnen und man durch Verleumdungen über den Ehrenwerten Qur'an und Hasret Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, den überaus hohen und heiligen Wert und die Bedeutung dieser Persönlichkeit zu bestreiten versucht und darüber hinaus die Bücher, die die Glaubenslosigkeit, den Atheismus und die Sittenlosigkeit verbreiten, und dieses Lumpenpack, das gegen Gott rebelliert und den Islam angreift, mit Hochachtung behandelt, während die ketzerischen Erneuerungen (bid'a) und islamisch ungesetzlichen Zustände bejubelt werden - und dabei eindeutig und sicher erklärt und beweist, dass der ehrenwerte Qur'an und der ehrenwerte Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, erhaben, wahrhaftig und heilig sind, dass es einen Gott gibt und die ganze Schöpfung mit allem, was da ist, mit allem, was sie umfasst und was in ihr lebt für die Einheit (vahdaniyet) ihres Schöpfers und die Notwendigkeit Seiner Existenz Zeugnis ablegt, und dass der Mensch durch seinen Verstand (aqil) und seine Auffassungsgabe (fikr) und in seiner

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Eigenschaft als Spiegel der Namen Gottes gegenüber allen anderen Geschöpfen wie ein König ist, und dass der Mensch, wenn er sich durch den Glauben und seinen Dienst und seine Anbetung Gott unterwirft und sich vor Irrtum (dalalet), Ausschweifung (sefehat) und den großen Sünden schützt, ein verehrter Gast ist, der über allem Sein würdig des Allerhöchsten ist und in das Paradies und zur ewigen Glückseligkeit gelangt; wenn er aber durch seine Abgötterei (shirk) und auflehnende Haltung (Gott gegenüber = isyan) oder in seiner Gottvergessenheit (ghaflet), seinem Irrtum (dalalet), seinen Schöpfer leugnet, als ein Unglückseliger auf eine noch niedrigere Stufe als die eines Tiers, die der Niedrigsten der Niedrigen hinabstürzt und so die ewige Höllenstrafe und unendliche Qualen verdient; dass aber der Qur'an das Wort des Wahren (Gottes) ist, das für immer unveränderlich ist und dessen Gesetze und Regeln sich nicht ändern können und niemals ändern lassen, und dass die Glückseligkeit der Menschheit in ihrer Wahrhaftigkeit und Beständigkeit einzig und allein durch die Befolgung und Einhaltung der Gesetze des Qur'an möglich ist?

Die Lektüre von Romanen, Novellen und Erzählungen über unerlaubte Vergnügungen oder gegen den Islam und ohne Rücksicht auf die Sicherheit des Volkes geschrieben, die Veröffentlichung von Büchern, die besonders gefährlich oder schädlich sind, diese noch besonders zu loben und zu empfehlen, wird nicht unter die Verbrechen gezählt. Wieso kann aber dann die Risale-i Nur zu lesen und zu kopieren, welche die Sonne der Islamiyet beschreibt, der hundert Millionen Menschen folgen und in ihr die wahre Glückseligkeit finden, welche die Wahrheiten des Glaubens (haqaiq-i imaniye) verkündigt und erläutert, ihre hohen Qualitäten, die man nicht genug loben und preisen kann, zu empfehlen, zu den Verbrechen gezählt werden? Kann also etwa ein Mensch, der Wohlfahrt (selamet) für sein Land und sein Volk wünscht und in seinem Herzen (qalb) auch nur ein Fünkchen Glauben hat, diese (Dinge) zu den Verbrechen zählen?

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Ehrenwerte Herren des Appellationsgerichts!

Diese Angelegenheit, welche in Eurer Ehrenwerten Gegenwart dargestellt wurde, betrifft unmittelbar den Glauben (iman) und den Qur'an. Es ist etwas, das sich auf die Ewige Glückseligkeit und das Heil von Millionen von Menschen bezieht. Mit dieser schwerwiegenden Angelegenheit sind vor allem der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, und alle Gesandten Gottes, mit denen der Friede sei, alle Freunde Gottes und die zahllosen Kenner der Wahrheit (haqiqat) und all unsere Vorväter, die uns im Glauben ins Haus der Ewigkeit (daru-l'beqa) vorausgegangen sind, geistig verbunden. Den Frieden (selam) und all die Liebe, das Gebet (dua) und die Fürsprache von Millionen Kennern der Wahrheit zu erlangen, liegt nun in Ihrer Hand. Die Risale-i Nur, welche die Hohe Wahrheit (ali haqiqat) genannt wird, liegt vor Ihnen. Ist ihr Ziel etwa weltliche, vergängliche, schäbige Ränge (maqam)? Oder ist es, das Wohlwollen Gottes zu erlangen, das die größte Seligkeit, hohe Freude und höchstes Glück ist? Und spornen etwa all diese Abhandlungen (Sözler) die Menschen zur Unmoral an? Oder schmückt sie sie mit der Tugend des Glaubens und leitet sie sie an zu guten Sitten und einer hohen Moral?

Die Risale-i Nur, die aus dem Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, fortströmt als ein geistliches Wunder und ein göttliches Licht (nur-u Ilahi), liegt vor Ihnen. Da aber nun einmal den Glauben (iman) zu gewinnen, um aus dieser Welt in das Haus einer beständig bleibenden Glückseligkeit (dar-i saadet-i baqiye) hinüberzugehen, für die Menschen wichtiger ist, als alles andere, ja ihre wichtigste Angelegenheit überhaupt, und da doch die Risale-i Nur aus der Fülle des Qur'an in den Wahrheiten des Glaubens (haqaiq-i imaniye) unterrichtet (ders), wie von Hunderttausenden, die sie gelesen und wieder abgeschrieben haben und nun ein zuverlässiges Zeugnis dafür ablegen, wie auch so viele Qur'anische Ayat und Hadithe Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, heilige

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Erklärungen, und viele Gottesfreunde, wie bereits Imam Ali und Ghaus-i Geylani, mit denen Gott zufrieden sein möge, sie loben und empfehlen, wird die Risale-i Nur in dieser Angelegenheit mit Sicherheit gewinnen. Sicher und gewiss werdet Ihr durch Eure hohe Liebe zu Wahrheit und Gerechtigkeit über jeder Art vergänglicher Sorge die Risale-i Nur in ihrer Hochschätzung der Wahrheit und ihr wahrhaftiges, qur'anisches Wesen und ihren tatsächlichen Wert erkennen, zu schätzen wissen und verstehen lernen. Und Ihr werdet sehen, dass die Schüler der Risale-i Nur um des Wohlgefallens Gottes willen kein anderes Ziel im Auge haben und nur ihm folgen.

Ehrenwerte Herren des Appellationsgerichtes!

Mit seiner hohen Moral (ahlak), seiner Tugendhaftigkeit (fadhilet), seiner außerordentlich großen Liebe (shefqat) und seinem Erbarmen (merhamet) bemüht sich unser geliebter, erhabener Meister, Hasret Ustadh Bediüzzaman, die Menschen vor düsteren Gedanken und einer immer und ewig währenden Einzelhaft zu erretten. Während er den härtesten Qualen und Schikanen die Stirne bot, stieg er zum höchsten Grad der Vollkommenheit in unserer Zeit empor, von Gott dem Gerechten mit dem heiligen Dienst (qudsi vazife) beauftragt, die Qur'anischen Wahrheiten (haqaiq-i Qur'aniye) zu verbreiten. Jedoch völlig entgegen aller Wahrheit und Gerechtigkeit hat man ihn ins Gefängnis geworfen. Krank und bereits hoch betagt und von allen verlassen lebt er dennoch seinem Glauben (entsprechend, und folgt den Geboten) von Dienst und Anbetung (ubudiyet) in höchster (Form), besitzt eine staunenswerte Intelligenz und Gelehrsamkeit (ilm) und hat kein anderes Ziel, als den Glauben (iman) der Menschen zu retten. Das fürchterliche Leiden unseres gesegneten (mubarek) Meisters (ustadh), der bereits 75 Jahre alt ist und alle Menschen wahrhaft liebt, in dieser großen Kälte seines Gefängnisses und sein elendiglicher Zustand wird ihm zur Qual und es zerreißt jedem das Herz und die Leber. Im Vertrauen auf Euren hohen Gerechtigkeitssinn

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und Eure wahre Liebe zu den Menschen erwarten wir nun, dass diese Liebe (shefqat) und Barmherzigkeit (merhamet) Gestalt annehmen und der Gerechtigkeit (zum Durchbruch verhelfen wird).

Mustafa Sungur

Mehmed Feyzis Verteidigungsrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Die Anklageschrift wirft mir vor, dass ich sowohl der Chefsekretär von Ustadh Said Nursi bin, als auch eng mit ihm und der Risale-i Nur verbunden bin, dass ich ihm stets sehr zu Diensten gewesen bin und dass diese Handlungsweise (der Anlass dazu ist), mich nun dafür zur Verantwortung zu ziehen. Was mich betrifft, so nehme ich mit ganzer Kraft diese Anklage auf mich und bin auf sie stolz. Denn meiner Natur (fitrat) nach habe ich ein besonders starkes Verlangen nach der Wissenschaft (ilm). Der Beweis dafür ist folgender: Als während (der großen) Verhaftungswelle (alle Nurdjus aus der ganzen Türkei) in Denizli (zusammengetrieben wurden) und man dabei auch mein Haus durchsuchte, wurde mir offiziell bestätigt, dass man in meinem Appartement 580 Bücher, einige davon in arabischer Sprache, über die verschiedensten wissenschaftlichen Themen vorgefunden hat. Was mich in meinen armseligen Verhältnissen, in meiner Jugend und trotz meiner nur mangelhaften Kenntnis der arabischen Sprache in einer Zeit, da es unter tausend Leuten kaum einen gab, der 580 verschiedene Bände besessen hätte, dazu bewegt hat, so viele Bücher zu sammeln, war mein außerordentliches Verlangen nach Bildung und eine ganz ungewöhnliche Liebe zur Wissenschaft (ashk-i ilm).

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Aufgrund dieser meiner ganz natürlichen Fähigkeit suchte ich ständig nach einem wahren Lehrer (ustadh). Unendlicher Dank sei Gott dem Gerechten, dass was ich in der Ferne gesucht hatte, mir ganz in meiner Nähe geschenkt wurde. Ziel des ganzen Lebens meines Lehrers Said Nursi ist in der Tat die Begeisterung für die Wissenschaften (ilm) und das Verlangen (ashk), Kenntnisse über den Islam zu erwerben, wofür auch sein ganzes Leben Zeugnis ablegt.

Sowohl durch meine eigenen Beobachtungen als auch aus der bereits veröffentlichten Biographie (tarihtje-i hayat) meines Lehrers (ustadh) und aus dem, was ich von den älteren Schülern mit Sicherheit erfahren habe, weiß ich, dass meine natürliche Liebe zur Wissenschaft (fitri ashk-i ilmi) sich in meinem Lehrer in einer ganz erstaunlichen Weise wiederfindet und er in dieser Zeit im Gegensatz zu allen Gelehrten (alim) an anderen Schulen (medresse) auf geradezu wunderbare Weise ganz für sich allein wie ein Schüler in einer Medresse auswendig rezitierte und dabei allen widrigen Umständen trotzte. Die Politiker aber, welche kein Interesse daran hatten, die wunderbare Verfassung meines Lehrers (ustadh) zu verstehen, versuchten nun ihn irgendwie mit ihrer Politik in Verbindung zu bringen. Ja, sie warfen ihn sogar deswegen ins Gefängnis. Doch Gott der Gerechte machte seine Liebe zur Wissenschaft (ashk-i ilm) zu einem Schlüssel für die Wahrheiten (haqq) des Qur'an. Und so entstand die Risale-i Nur, die alle Leute der Wissenschaft und alle Philosophen in Erstaunen versetzte. Ich aber, der ich mein ganzes Leben auf der Suche war, fand endlich in meinem Lehrer (ustadh) jenen Mann Gottes (ihsan-i Ilahi), der mir in seiner Natur (fitrat) ähnlich war, über sie jedoch in weit größerem Umfange verfügte, und das in Kastamonu, ganz in meiner Nähe. Bis ans Ende meiner Tage werde ich dafür dankbar sein.

Auch hatte sich mein Lehrer (ustadh), um die Ehre der Wissenschaft (ilm) zu wahren, von jeher geweigert, Dinge

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wie Almosen (sadaqa) und Geschenke anzunehmen und das auch seinen Schülern verboten. Er bittet nie um irgendetwas. Ja, er bewahrte sogar während des Krieges unter außergewöhnlichen Bedingungen, im Schützengraben kauernd an vorderster Front und wenn er Deckung suchen musste noch immer seine Würde als ein Gelehrter. {d.h. er verlor nie die Fassung, sondern nutzte jede Gefechtspause, um mit seinen Schülern, die ihm als Freiwillige dienten und deren Kommandant er war, weiter in aller Ruhe an seinem neuesten Buch zu arbeiten.} In gleicher Weise wahrte er nacheinander drei entsetzlichen Kommandanten gegenüber tapfer und, indem er ihrer Wut keine Beachtung schenkte, seine Ehre als ein Gelehrter und brachte sie so zum Schweigen. Deshalb habe ich auch diesen Lehrer (ustadh), seitdem ich wusste, dass er eine Persönlichkeit war, die, um die so hohe Ehre und Würde des Volkes, des Landes und der türkischen Gelehrten zu retten, bereit war, alles zu opfern, als meinen wahrhaftigen Meister (ustadh) angenommen. Hätte ein solcher Lehrer (ustadh), dem Land und dem Volk so aufrecht ergeben, den unmöglichen Fall einmal angenommen, auch hundert Fehler, man sollte sie mit den Augen der Barmherzigkeit betrachten und ihn nicht deswegen anklagen.

Ein Beispiel, das zeigt, dass die wahren Helden dieses Landes in der Zeit der Zweiten Konstitutionellen Monarchie (1908-20) und die Nationalisten und Patrioten der Republik den außerordentlichen Dienst, den dieser Gelehrte (ustadh) der Wissenschaft (ilm) erwies, im Namen des Landes und des Volkes zu würdigen wussten, ist Folgendes:

Für die nach dem Muster der Djami-ul Ezher geplante, Medressetu-z'Zehra genannte (Hochschule) in der Stadt Van im Osten (des Landes) legte die damals regierende Partei für Einheit und Fortschritt den Grundstein und bewilligte 19.000 Lira in Gold. Desgleichen hatte vor vierundzwanzig Jahren (1923) die Republikanische

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Volkspartei dem Meister (ustadh) mit 163 Stimmen 150.000 Lira bewilligt, bestimmt für das Haus der Wissenschaften (daru-l'Funun). Da es unserem großen Meister (ustadh) beinahe gelungen wäre, ganz allein eine so große Universität, ähnlich der Djami-ul Ezher zu gründen, was anders doch nur dem gemeinsamen Einsatz von Tausenden Gelehrten (Hodja) gelungen wäre, zeigt, dass Patrioten, Menschen, die ihre Heimat lieben, zusammen mit den Gelehrten (ulema) aller Schulen (medresse) diesen Meister (ustadh) unbedingt und unter allen Umständen schätzen und anerkennen müssten. Was aber uns betrifft, so haben wir uns, da wir einen solchen Meister gefunden haben, entschlossen, jede Art von Mühen und Plagen auf uns zu nehmen. Ich verehre ihn, als einen ganz ungewöhnlich geschulten Wissenschaftler unserer Zeit, der mich infolge seines segensreichen Wirkens als Gelehrter und seiner Wahrhaftigkeit mit seinen 130 heiligen Werken dazu gebracht hat, auf diesem Wege des Glaubens und des Wissens fortzuschreiten, aus meinem ganzen Herzen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass diese Ehrerbietung sich in Ewigkeit fortsetzen wird.

Wessen mich nun der Öffentliche Ankläger beschuldigen will, trotzdem er doch bei monatelangen Nachforschungen und Hausdurchsuchungen am Ende nichts dergleichen verifizieren konnte, ist ein "Missbrauch der Religion und der religiösen Gefühle, um die Sicherheit des Staates zu untergraben", weshalb es auch eine derartige "Untergrundorganisation" weder gibt, noch haben wir mit einer solchen Organisation irgendeine Verbindung. Unsere einzige Verbindung ist die mit der Risale-i Nur, welche sich im Rahmen der Gesetze der Regierung dieser Republik (bewegt) und die man bereits peinlich genau daraufhin untersucht hat und die bereits von Seiten der Experten aus Leuten der höchsten Gremien die notwendige Anerkennung gefunden hat, weshalb sie denn auch von einem entsprechend autorisierten Gericht wieder freigegeben worden ist.

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Deshalb ist dies auch kein Verrat am Land und am Volk, sondern ein Mühen, dem Land und dem Volk unmittelbar mit einem Wissen (ilm) zu dienen, das ihm nutzt. Wir haben darüber hinaus keine politischen Ziele und auch keine anderen selbstsüchtigen Interessen. Da also nun unsere Unschuld und unsere Aufrichtigkeit in dieser Angelegenheit offen liegen, fordere ich hiermit meinen Freispruch vor dem Hohen Gerichtshof und seiner Gerechtigkeit, damit die Gerechtigkeit offensichtlich werde, sowie dies ja auch bereits von dem Gericht in Denizli (bestätigt worden ist).

Mehmed Feyzi Pamuktju aus Kastamonu

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

Ahmed Feyzis Verteidigungsrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Ehrenwerte Herren des Gerichtshofs!

Ist es nicht das Recht und die Pflicht eines Gläubigen, einen Religionslehrer (din alimi) aufzusuchen, seine Bücher über die Wahrheiten des Glaubens (din haqiqati) zu lesen und abzuschreiben und seinen Glaubensbrüdern zu Hilfe zu eilen, indem er seinem Glauben (din), dem Qur'an und dem Propheten dient, mit dem Friede und Segen sei? Gibt es etwa einen Paragraphen im Gesetz, der uns diesen Dienst am Glauben verbietet? Wenn wir gewisse Aspekte zeitgenössischer Strömungen des Unglaubens (kufr) und der Unmoral kritisieren, stellt das dann etwa ein Verbrechen dar? Wir sind lediglich eine Gruppe von rein religiös gesinnten Menschen, die überhaupt keine Verbindung mit der Politik noch mit der Verwaltung hat. Gut über andere zu denken und sie für wert zu halten, ist jedes (Menschen) persönliche Meinung.

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Wir kennen Bediüzzaman als den größten Religionswissenschaftler (din alimi) unserer Zeit. Wir kennen ihn als einen Mann der Wahrheit (haqiqat adami), der die Glaubenswahrheiten verkündigt und erklärt, ohne dabei jemandem zu Munde zu reden. Wir nennen ihn einen "Mudjahid", weil er es unternimmt, gestützt auf die unerschütterlichen Wahrheiten des Qur'an gegen die Strömungen der Sittenlosigkeit und der Glaubenslosigkeit (iman), die unser Land bedrohen, zu verteidigen und somit dem Glauben (din) dient. In einem Lande, in dem Glaubens- und Gewissensfreiheit herrschen, kann man uns nicht für das zur Verantwortung ziehen, wovon wir in unserem Gewissen überzeugt sind. Deshalb sind wir auch nicht dazu verpflichtet, uns irgendwem gegenüber zu rechtfertigen.

Was die Frage bezüglich der Personen am Ende der Zeiten betrifft, über die uns eine Hadith Kunde gibt: Dieses Thema haben wir uns nicht selbst ausgedacht. Denn (die Hadithe) sind ein ursprünglicher Bestandteil unserer Religion (din). Der Prophet Gottes, mit dem Friede und Segen sei, sagt in einigen Hadithen, dass die Gemeinde Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, das Jahr 1500 nicht wesentlich überschreiten werde. Über diese Zeit, welche für die Gemeinde Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, und das Leben in dieser Welt (dunya) von Wichtigkeit sein werde, berichtet er und nennt er die großen geschichtlichen Ereignisse "die Zeichen des Weltuntergangs (kiyamet)". So lenkte er die aufmerksamen Blicke der islamischen Gemeinschaft (ummah) auf die (damit verbundenen) Katastrophen (sherr). Man sagt, dass diejenigen, die in ihrer Gottvergessenheit (ghafla) und Unwissenheit von solchen Katastrophen heimgesucht werden, einen ewig bleibenden Schaden und Verlust erleiden werden. Dafür gibt es in den religiösen Schriften zahllose Beweise. Wir jedoch glauben an Gott, seinen Propheten und an den Qur'an. Sollten wir also nun aufgrund unserer Überzeugung, dass unser Glaube (iman) echt und der Prophet

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wahrhaftig ist, uns etwa nicht darum bemühen, uns vor einem Untergang auf ewig zu retten? Sollten wir etwa nicht sehen, was um uns herum geschieht? Wenn wir also sagen: "Ist diese Zeit voller Gefahren bereits gekommen? Gebt Acht, dass nicht auch wir die Generation derer sind, die in Gefahr geraten ist!", sollten wir dann nicht auch zeigen, wie die bereits vorhandenen religiösen Wahrheiten angewandt werden können? Wenn wir die vor uns liegenden Beweise und Bestätigungen, die uns dahin führen, dass es einen Gott gibt (vudjud-u Ilahiye), die Zeugnisse und wissenschaftlichen Beweise für die Wahrheit nicht erkennen, sondern nur die Glaubenslosigkeit der Europäer als die größte Notwendigkeit der Zivilisation und Quelle der Erkenntnis annehmen, unseren eigenen Glauben aber verleugnen, wer wird uns dann noch vor dem ewigen Verderben erretten? Sollten wir da nicht einmal darüber nachdenken? Würde denn etwa ein Mensch, der so denkt und nichts kennt, was noch über dem Qur'an und seinen Wahrheiten steht, einzig aus Furcht vor vergänglichen Strafen sich auf ewig ins Verderben stürzen? Oder würde er vergänglichen Werten irgendeine Bedeutung beimessen? Würde er etwa seiner Aufgabe (vazifah), Gott, Seinem Propheten und dem Glauben (din) zu dienen, nicht länger mehr nachkommen? Dies sind also die tatsächlichen Faktoren, die uns an Bediüzzaman binden. Ja, gibt es vielleicht irgendeine andere Quelle des Glaubens (din), an der wir die ewigen Bedürfnisse unseres Geistes stillen könnten?

Dagegen empfiehlt uns der Herr Staatsanwalt jene Tausende von arabischen Schriften, die die Bibliotheken füllen, den Geist unserer Zeit aber nicht mehr interpretieren können. Der Herr Staatsanwalt und alle diejenigen, die so denken wie er, sind vielleicht nicht in der Lage, ein solches Kompendium des Wissens (ilm), eine solche Schatzkammer der Freiheit und der höheren Wahrheiten, wie die Risale-i Nur, richtig zu schätzen und zu würdigen, und mögen sie daher kritisieren. Aber das ist eine Angelegenheit

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ihrer eigenen Erkenntnis. Doch sollten sie sich bitte nicht in diese oder jene Dinge einmischen oder deren Wert bemessen! Wir lieben die Risale-i Nur. Und wir wissen, dass sie ein wahrheitsgetreues und ungeheucheltes Buch des Glaubens (din) und ein Kommentar (tefthir) zum Qur'an ist. Wertvorstellungen und Werturteile sind eine Frage der Gewissensentscheidung. Und damit sollte sich kein anderer befassen! Wir stimmen in der Tat darin überein, dass der Verfasser der Risale-i Nur stets nur die reine Wahrheit offen gelegt hat (und somit der wahre Kommentator der Endzeit ist. - A.d.Ü.). Wenn er auch für sich selbst nicht darin übereinstimmt, so kann das doch nicht unsere Überzeugung erschüttern. Diese Akzeptanz liegt einzig bei uns; und das nicht aufgrund irgendwelcher Wunder (keramet), sondern weil wir Zeuge seines wundervollen Unterrichts (ders) in der Risale-i Nur und seiner so vollkommenen Klarheit geworden sind, welche die gesamte wissenschaftliche Welt (djihan-i irfan) durch das Wunder seiner Gelehrsamkeit (keramet-i ilmiye) herausfordert. Obwohl doch seine schulische Bildung nicht mehr als drei Monate umfasste, strahlte seine Gelehrsamkeit (feys-i ilm) in einem solchen Ausmaß und das Wunder seiner Bildung (ilm) in den letzten Fragen der Wissenschaft (ilm) war von einer so erhabenen Logik (mantik aliye), dass selbst noch die größten Denker unter den Gelehrten (ali) staunend davor stehen bleiben. Obwohl er das alles in einer Sprache (ausdrücken musste), die er erst in der zweiten Hälfte seines Lebens erlernt hatte, war der Stil seines Ausdrucks so fesselnd, von solch einem Feuer der Begeisterung, strahlte seine Liebe (ashk) so viel Segen (feyz) aus, war seine Begeisterung derart überschwänglich, sein Glaube (iman) glich einem Ozean, einer Schatzkammer der göttlichen Einheit (Tauhid), einem Meer, das von Weisheit übersprudelt. Könntet ihr mir vielleicht einen zweiten Bediüzzaman zeigen?

Haltet ihr es vielleicht für übertrieben, wenn wir den für einen Meister (ustadh) halten, der allem äußeren Prunk

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und Pracht kein bisschen zugeneigt und nicht daran interessiert war, der sich auch nicht zu dem kleinsten bisschen Freude und Genuss erniedrigte, der keinem derer auch nur den geringsten Wert beimaß, die anderen zu Munde reden und die Füße vergänglichen Unrats umschmeicheln, der nichts von niemandem erwartet oder erbittet, und nichts annimmt, was ihm angeboten wird, der das beste Beispiel an Reinheit und Sittenstrenge gab und lebte, der geduldig jede Art von Entbehrung ertrug und, indem er ihr die Stirn bot, sich der Wahrheit (haqiqat), den Lichtern des Qur'an und den Erkenntnissen Mohammeds widmete, mit dem Frieden und Segen sei, der aus der Fülle seines Mitleids und in all seiner Liebe (shefqat) über das Leiden des Landes und des Volkes weint, der es, trotz so vieler Beleidigungen, die man ihm zugefügt hat, niemals aufgab, dem Wohlergehen aller zu dienen, die ihn umgaben, der, seines Alters und seiner Einsamkeit nicht achtend, selbstlos, uneigennützig und mit geradezu göttlichem Eifer sich bemüht und darum kämpft, die Menschen vor dem Abgrund der Unwissenheit und dem Strudel der Verleugnung zu retten? In Ergänzung zu den oben beschriebenen Wundern seiner Gelehrsamkeit (kerameti ilmiye) ist er es auch würdig, schon durch sein vollkommenes Vorbild und als einer, der den Weg (mihrab) der Tugend weist, durch seine beispiellose Entsagung und Enthaltsamkeit (istighna), und wenn er sich, in einer Zeit, in der die moralischen Werte zugrunde gehen, als ein Vorbild an Sittlichkeit und Geradlinigkeit erweist, bekannt zu werden, und dass man ihm nachfolgt.

Dies also ist unsere Sichtweise, wie wir Bediüzzaman und seine Werke betrachten. Ja, ist es denn, nur weil wir aufgrund unseres Glaubens (iman) so sehr mit dieser Persönlichkeit verbunden sind, und weil wir uns aufgrund unseres Glaubens (iman) an der heftigen Zurückweisung und Verachtung in den Fragen des Unglaubens (kufr) und der Moral (ahlak) durch den Qur'an und die Verkündigung Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, beteiligen,

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dass man uns zu Politikern macht, die sich mit vergänglichem Unrat (beschäftigen)? Wenn nun seit fünfundzwanzig Jahren in unseren Familien ein Teil der Kinder die Wahrheiten (haqiqat) unseres Glaubens (din) nicht mehr lernen kann und dem sicheren Untergang entgegengeht und wir nun, um sie vor dem ewigen Verderben zu retten und ihre reinen Seelen (ruh) in ihrem unschuldigen Gewissen zu formen (islah), ihnen von Gott und seinen Propheten, die Wahrheit und den Qur'an Kunde geben, kann man dann sagen, dass wir sie verdorben hätten?

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

Wir sind keineswegs Politiker. Wir sehen die Politik für politische Laien, wie wir es sind, als ein Handwerk, das mit 1001 verschiedenen Verlusten, Gefahren und Verantwortlichkeiten verbunden ist. Auf die vergänglichen, äußerlichen Dinge legen wir ja keinen Wert. Achten wir doch in dieser Welt (dunya) nur auf die guten Dinge, durch die wir das Wohlgefallen Gottes (riza-yi Ilahiye) erlangen können. Wir weisen daher entschieden die Beschuldigung zurück, der Politik hinterherzulaufen und das Konzept des Staates anzugreifen. Hätte es je eine solche Absicht gegeben, hätte es doch in fünfundzwanzig Jahren wenigstens eine einzige, bedeutungslose Demonstration gegeben. Wir haben in der Tat eine Negativ-Front, eine Flanke, die uns voller Kritik ihr Gesicht der Sittenlosigkeit und des Unglaubens zuwendet. Solches aber entsteht nur aus dem Glauben (iman) und daraus, dass wir uns notwendigerweise an den heftigen Erklärungen und dem schweren Tadel des Qur'an beteiligen, die sich mit den obigen Themen beschäftigen. Wenn euch diese Begründung, diese Art einer ehrlichen und aufrichtigen (ikhlas), lauteren und wahrheitsgemäßen (haqiqat) Erklärung nicht überzeugt hat, könnt ihr uns verurteilen, zu welcher Strafe auch immer euch beliebt. Doch vergesst dabei nicht, dass Hasret Isa, mit dem der Friede sei, und dem sich heute 600.000.000 Nachfolger angeschlossen haben, von den Herrschern seiner Zeit

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"unter gemeinen Dieben" zum Tode verurteilt wurde, einzig und allein deshalb, weil sein Herz (qalb) für das Glück der Menschen schlug und er das Unterpfand (emanet) seiner Verkündigung (tebligh) auf sich genommen hatte. So haben wir denn nun frei heraus gesprochen und werden jetzt mit Stolz unsere Verurteilung erwarten. Mit dem Ruf

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil und unser vorzüglicher Sachwalter." (Sure 3, 173)}

öffnen wir an der Schwelle dessen, der über unsere Bedürfnisse entscheidet, unsere Hände.

Ahmed Feyzi Kul aus dem Bezirk Ortaklar

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

Djeylans Verteidigungsrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Während der Öffentliche Ankläger aus einem Korn eine ganze Kuppel baut, nehme ich es mit Stolz auf mich, wegen meines Dienstes an meinem Meister (ustadh) und der Risale-i Nur als großer Diplomat und als ein Intrigant hingestellt zu werden, wobei man mir einen großen Anteil an dem angeblichen Verbrechen gibt, mit dem man die Risale-i Nur aufgesattelt hat. Dem entgegen sage ich: Da ich die Abhandlungen über Religion (din) und Glaube (imam) gelesen habe und einen solchen Nutzen aus ihnen gezogen habe, dass ich (heute) bereit bin, ohne zu zögern (selbst) mein Leben dafür hinzugeben, bin ich meinem Meister Bediüzzaman eng verbunden. Jedoch ist diese Verbundenheit nicht etwa, wie der Öffentliche Ankläger

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gesagt hat, zum Schaden von Land und Nation, (mit dem Zweck) das Volk gegen den Staat aufzuhetzen, (sondern dient vielmehr dazu), auf diesem Weg mich und die meinigen in dieser gefährlichen Zeit, wo der Glaube gerettet werden muss, vor der Hinrichtung auf ewige (Zeit) im Grabe zu retten, vor der kein Mensch allein gerettet werden kann und zugleich auch den Glauben (iman) meiner Mitbrüder (din) zu retten, deren Gesittung ausgerichtet werden muss, damit sie zu nützlichen Gliedern des Volkes und des Landes werden, und ist somit eine Verbundenheit, die niemals reißt und nicht zerrissen werden kann.

Ich bin einer von denen, die ihm nahe stehen. Während etwa vier Jahren habe ich ihm mit Stolz gedient. In dieser ganzen Zeit war ich niemals Zeuge von etwas anderem als einzig seiner Rechtschaffenheit. Aus seinem Munde habe ich nicht ein einziges Mal etwas darüber gehört, dass er der Mehdi oder ein Erneuerer des Glaubens (mudjeddid) wäre. Für seine vollkommene Bescheidenheit zeugen Hunderttausende aufrichtiger Nurdjus, die durch mehr als Hunderttausende Kopien der Risale-i Nur und deren Studium ihren Glauben gerettet haben.

Jener gesegnete Meister (mubarek Ustadh) sieht sich selbst genauso wie wir als einen Schüler der Risale-i Nur und genau das sagt er auch. Dies lässt sich aus all den vielen Briefen, die sich in euren Händen befinden, besonders aber aus der Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (Ikhlas Risalesi) mit Leichtigkeit entnehmen. Obwohl er nun in seinen Abhandlungen (risalah) und in seinen Briefen des Öfteren erwähnt: "Ewige (baqi), sonnenklare, diamantengleiche Wahrheiten können nicht auf vergänglichen Personen aufgebaut werden und vergängliche Personen können auf diese kostbaren Wahrheiten (haqiqat) keinen Anspruch erheben.", bleibt das Urteil, diese Person lobe nur sich selbst und behaupte so, der Mehdi oder ein Erneuerer des Glaubens (mudjeddid) zu sein, (ein Anspruch), den kein vernünftig denkender Mensch erheben könnte.

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Denn wenn ihr alle seine Abhandlungen (risalah) und Briefe sorgfältig und aufmerksam lest, werdet auch ihr zu der sicheren Überzeugung gelangen, dass dieser ehrenwerte große Gelehrte seiner Zeit (allame-i zaman) ein Religionswissenschaftler (din alimi) ist, wie man ihn seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen hat, ein Retter des Glaubens (iman), wie man seinesgleichen nicht mehr begegnen wird, der noch dazu als ein Patriot in einer Zeit, da die roten Flammen des Bolschewismus sich bereit machen, auf die Dächer unserer Häuser überzuspringen, weit mehr Nutzen und Segen (bereket) für Land und Volk zu bringen vermag, als ein ganzes Heer. So bedaure ich denn nur, dass ich nicht schon früher der Schüler eines solchen Werkes und des verehrten Meisters (ustadh) geworden bin, der dieses Werk verfasst hat.

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

In der Absicht, dass die Söhne des Vaterlandes, nachdem ich selbst die zahllosen Verdienste der Risale-i Nur erfahren hatte, nun selbst ihren Nutzen aus ihr ziehen mögen, habe ich mit offizieller Erlaubnis den "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)" in Eskishehir drucken lassen, um dem Volk damit einen heiligen Dienst zu erweisen. Während also ein so armseliger (Mensch) wie ich, für seinen Dienst an der Risale-i Nur, die doch ein wahrhaftiger und unwiderlegbarer Kommentar (tefthir) zum Qur'an und dadurch auch (ein Dienst) am Glauben ist, eigentlich Lob und Anerkennung verdient und sehr viel Ermutigung nötig hätte, frage ich Sie hier nun, inwieweit eine derart schwerwiegende Behandlung nicht einen direkten Widerspruch zur Wahrheitsfindung der Justiz (haqiqat-i adalet) darstellt. So fordere ich denn nun von eurem gerechten Gericht, die Risale-i Nur wieder frei zu geben, welche die Nahrung unserer Seele (ruh), der Grund unserer Errettung und der Schlüssel unserer Ewigen Glückseligkeit ist. Falls die Umstände, von denen ich einige oben bereits erwähnt und aufgezählt habe, in euren Augen ein Verbrechen darstellen, erkläre ich mich bereit,

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selbst noch die schwerste Strafe, die ihr dafür verhängen werdet, mit völliger Zufriedenheit in meinem Herzen (qalb) anzunehmen.

Djeylan Tjalishkan aus Emirdagh

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

Mustafa Osmans Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Was jene Fragen bezüglich der Verbrechen betrifft, die man mir unterstellt hat, nämlich die Behauptung, an angeblichen Aktivitäten gegen die Regierung teilgenommen zu haben, deren man Bediüzzaman Said Nursi verdächtigt, und den man zugleich auch beschuldigt eine Geheimorganisation errichtet zu haben und sich unter Missbrauch religiöser Gefühle an Aktivitäten beteiligt zu haben, die geeignet wären, die Sicherheit des Staates zu gefährden, so sage ich:

Erstens:

Wie so viele Schüler der Risale-i Nur habe ich in der Tat begonnen, die Abhandlungen der Risale-i Nur zu sammeln und zu lesen, in der Absicht, so eine religiös-kulturelle Erziehung zu erhalten und Qur'anische Gesittung zu erlernen, was doch Kennzeichen des Volkes ist, würdig eines wahren Türkentums und der Islamiyet und für uns eine historische Ehre und Würde. So wollte ich ein nützliches Glied des Landes und des Volkes werden, mich vor den Einflüssen der fremdländischen Ideologien schützen, mich über meine Religion (din) unterrichten und so meinen Glauben (iman) bewahren.

Doch wie könnte man so etwas als ein Verbrechen betrachten, in einer Zeit, da Laster und Immoralität die Ehre und die Verhaltensweise unserer Vorväter, welche die Geschichte berühmt gemacht hat, mit Füßen treten, das

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Leben der Gesellschaft vergiftet und in die Gosse gespült haben, in einem Ausmaß, dass sie selbst noch die unmoralische, alarmierende öffentliche Meinung verabscheuen, sodass in jedem Haus darüber gelästert wird, sodass diese belastende Situation, welche keinen Anlass zur Kritik in Form von Nachrichten über die Sittenpolizei gibt und über viele andere Themen in den Zeitungen und Illustrierten, die das Sprachorgan der öffentlichen Meinung sind, sich rasch verbreiten und so auf ziemlich einfache Weise Allgemeingut werden - die Risale-i Nur in einer solchen Zeit zu lesen, was mich durch seine religiösen, gesellschaftskritischen, ethischen und moralischen Unterweisungen aus dem Pfuhl der Sittenlosigkeit, in den ich gestürzt war, gerettet hat, so wie es alle Muslime rettet, die sie lesen, und sie meinen Landsleuten zu geben, wo sie doch so inständig darum bitten, sobald sie wussten und gehört hatten, dass ich diese Werke lese, sodass es auch ihre Moral wieder aufrichte, und so durch die Risale-i Nur und ihre wirkungsvollen Lehren als ihr Diener und Werkzeug diese Menschen zu retten, die bereits ihre Verankerung verloren hatten und somit eine Gefahr für Volk und Land geworden waren, und sie ihnen zu lesen zu geben, da es ihnen helfen würde, wieder nützlich zu werden für die Menschheit - wie aber könnte man so etwas als ein Verbrechen bezeichnen?

Es ist Bediüzzamans leuchtende, wirkungsvolle Waffe in seinem heiligen, moralischen Kampf, die allen Lobes und aller Anerkennung würdig ist. Durch seine wirkungsvollen Lehren über die Religion ist er ein Mudjahid, der gegen die gefährliche rote Seuche des Kommunismus kämpft, die sich wie die Pest in unserem Lande ausbreitet und die ganze Welt erzittern lässt. Wie kann man es mir nur als ein Verbrechen anrechnen, diese Abhandlungen an die Menschen weitergegeben zu haben, wenn sich doch dadurch in 20 Jahren 20.000 Menschen oder vielleicht sogar mehr zu nützlichen Gliedern des Landes und der Gesellschaft transformiert haben?

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Und wie kann man denn in gleicher Weise Anklage erheben gegen ihren ehrenwerten Verfasser? Diese Frage stelle ich an Ihr Gewissen.

Zweitens:

Die Hadith, von der der Öffentliche Ankläger behauptet, sie sei falsch und müsse daher als unwissenschaftlich gewertet werden, ist eine Hadith, die in den Sammlungen der Hadithe als "echt (sahih)" aufgeführt wird. Das ist eine Tatsache, die die entsprechenden Gelehrten (hadith alimleri) bereits in der (Zeit) der Parlamentarischen Monarchie (Meshrutiyet) anerkannt hatten, ebenso wie die Auslegungen und die Antworten Bediüzzamans auf die Fragen, die man ihm in Verbindung mit den Fragen gestellt hatte, die ihm die Japaner übermittelt hatten (sowie den Fragen, die ihm drei Jahre später) die Anglikanische Kirche vorgelegt hatten und die sich nun in den Abhandlungen wiederfinden, die "Der Fünfte Strahl genannt werden. Die damaligen Koryphäen (allame) unter den Istanbuler Gelehrten (alim) hatten diese Fragen an den ehrenwerten Verfasser dieser Abhandlungen weitergegeben und selbst die bedeutendsten unter ihnen hatten nichts gegen seine Antworten einzuwenden, was definitiv bestätigt, dass diese Hadith echt (sahih) ist.

Darüber hinaus sind alle Wahrheiten (haqiqat) und Unterweisungen (ders) in der Risale-i Nur und nicht nur ein Teil von ihnen so machtvoll, dass kein wahrer islamischer Gelehrter etwas gegen sie einwenden könnte, sodass vor allem das Amt für religiöse Angelegenheiten (diyanet) und alle wahren Gelehrten im ganzen Land sie seit der Zeit der Parlamentarischen Monarchie (Meshrutiyet) notwendigerweise akzeptieren und respektieren müssen. Die Einwände von zwei oder drei Leuten, die sich als Gelehrte (alim) bezeichnen, denen es jedoch an jeglichem soliden Wissen mangelt, können diese Wahrheiten (haqiqat) und machtvollen Beweise nicht entkräften. Sie sind einfach zu lächerlich. Ist es etwa Betrug, wenn man ein Dankschreiben an den Verfasser (der Risale-i Nur) schickt, wenn doch jemand an die Wahrheiten des Qur'an

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gebunden ist und an den Glauben, den sie beinhaltet, deren geistige und materielle Verdienste klar zu Tage treten und die über das ganze Land von Menschen aller Bevölkerungsschichten voller Begeisterung studiert werden, um ihr ewiges Leben vor dem Untergang zu retten, aus der Tausende Landsleute ihren Nutzen gezogen haben, wofür sie ihrem Verfasser ewig Dank schulden, weil er ihren Glauben gerettet hat? (Ist es denn Betrug), wenn man sich auf die nicht zu leugnenden Wahrheiten stützt, welche von dieser Hadith bestätigt werden, in der man einen Angriff zu erkennen glaubt, wenn man bestimmte Ereignisse und Abläufe betrachtet, die sich in diesem Lande zugetragen haben und auf die sich die Hadith bezieht? Nimmt man einmal an, dass es sich so verhält und stützt sich dabei auf die Aussagen zahlreicher islamischer Gelehrter und betrachtet dabei (die Dinge) als einen Sieg des Qur'an, so führt das dazu, gewisse Irrtümer zu korrigieren, womit man dann auch zufrieden sein kann. Legt man dann diese Betrachtungsweise ganz privat seinem Meister vor, dessen Werk bereits allgemeine Beachtung gefunden hat und hofft dabei doch, dass dieses Land nicht in Anarchie verfallen möge und so der Roten Gefahr in die Arme fiele, weswegen dann die ganze Welt erzittern wird - nennt man dies dann einen Verrat an der Regierung? Oder heißt das etwa, man wolle die Reformen (der Regierung) kritisieren?

Und obwohl doch verschiedene Gerichtshöfe diesen Wissenschaftler, der doch Lob und alle Anerkennung verdiente und der ja, obwohl er doch bereits hochbetagt ist, als ein Einsiedler völlig auf sich allein gestellt lebt, von denselben Verleumdungen bereits einmal freigesprochen haben, hat man ihn dennoch unter den gleichen Verdächtigungen (erneut) verhaftet, ihn in Einzelhaft gehalten und ihn vor Gericht gestellt. (Soll das nun heißen, dass man auch) unseren eigenen Standpunkt einer wissenschaftlichen Betrachtung und unsere Arbeit um die Rettung unseres Glaubens (iman) für ein Verbrechen hält

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und das als einen Beweis und ein Zeugnis für das Verbrechen der Gefährdung der Sicherheit des Staates vorbringt? Wessen Gewissens gerechtes Urteil sollte das nun sein? Das frage ich Ihr Gericht und (überlasse die Antwort) Ihrem Gewissen.

Drittens:

Was nun den Vorwurf betrifft, jemand habe "Bilder von Bediüzzaman wie einen heiligen Gegenstand getragen, seine Briefe gesammelt und mit ihm korrespondiert": Nicht nur ein einfaches Bild von einem Lehrer (alim) für alle (Menschen) und einem ehrenwerten Autor zu tragen, der mein inneres (manevi), Ewiges (baqi) Leben (hayat) vor der Verlorenheit gerettet und mir erlaubt hat, das Glück und die Freude meines materiellen Daseins zu genießen, der durch seine Werke den Glauben (iman) Tausender wie mich gerettet hat, sondern ein Bild, das mit Gold und Juwelen geschmückt wäre und ihm Segenswünsche (tebrik) und Briefe zu senden, andere kennen zu lernen, die ihn lieben, ist nicht nur (das Recht) jedes einzelnen Mitglieds der menschlichen Gemeinschaft, sondern auch mein eigenes Recht. Ich glaube nicht dass dieses mein Recht ein Verbrechen darstellt. Darum ist dies mein letztes Wort: Wie die Polizei zweier Provinzen und zahlreicher Städte (Dem Sprichwort: "Wer ist der Weise? Der, dem dies zugestoßen ist!") zufolge bezeugen kann {denn nur in diesen beiden Provinzen hatte die Polizei direkten Kontakt mit den Nurdjus (A.d.Ü.)} haben die Nurdjus, um diesem Lande, dem Volk und der menschlichen Gemeinschaft dienen zu können, sich durch die Risale-i Nur davor retten können, ohne ein Ziel zu sein und waren zugleich auch ein Fahrzeug zur Rettung anderer. Obwohl der patriotische Dienst, den sie jahrelang für ihr Land und seine Regierung geleistet haben, in der Tat größer ist als (der Einsatz) einer Abteilung Tausender Polizisten und aller Würdigung und Anerkennung wert wäre, hat man ihn dennoch falsch ausgelegt. So sind wir denn verhaftet und vor Gericht gestellt worden,

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wenn auch völlig willkürlich und auf Betreiben einer ausländischen Macht. All unsere Arbeit und unser Erwerb wurden dabei ganz und gar zugrunde gerichtet. Unsere armen Frauen und Kinder wurden dadurch ins Elend gestürzt und sind weinend zurückgeblieben. Welchen demokratischen Gesetzen entspricht denn das? Mit was für einem gerechten und gewissenhaften Urteil eines beeidigen und zuverlässigen Richters wäre dies zu vereinbaren? Diese Frage möchte ich Ihrem Gericht und Ihrem Gewissen vorlegen. Ich fordere von dem ehrenwerten Gericht, welches Recht spricht im Namen der gerechten türkischen Nation und ihres Hohen Gerichtshofs, dass diese Werke, ihre zahllosen Verdienste und Vorzüge, die so offensichtlich und unbestreitbar sind, wieder freigegeben werden und dass man uns (aus der Haft) entlässt.

Mustafa Osman aus Safranbolu

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

Hifzi Bayrams Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Man hat mich angeklagt, einige der Werke des islamischen Gelehrten (Islam alimi) Bediüzzaman gelesen zu haben, welche die Wahrheiten (haqaiq) des Qur'an und des Glaubens (iman) lehren und von großem Nutzen für das Land und das Volk sind. Er wird beschuldigt, die religiösen Empfindungen (des Volkes) zu missbrauchen und dadurch versucht zu haben, die Sicherheit des Staates zu gefährden. Auch soll ich einige seiner Abhandlungen (ders) von ihm erhalten und auf deren Wunsch an einige Bekannte weitergegeben haben, mit dem Wunsch, dass dies zu ihrem Besten sein möge und sie ihnen dazu dienen mögen, aus ihnen Unterricht im Glauben (ders-i imaniye)

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und eine ethisch-religiöse Erziehung zu gewinnen, die unsere nationalen Kennzeichen sind, und das, nachdem auch ich aus ihnen einen großen Gewinn im Glauben (din ve iman) erfahren hatte und durch sie eine Qur'anische Gesittung (ahlak-i qur'aniye) erwerben konnte. Darüber hinaus hat man mich verdächtigt, private oder auch wissenschaftliche Briefe von einer Anzahl meiner Bekannten empfangen zu haben, weshalb man mich nun für einen Konspiranten des oben Erwähnten hält. Die oben erwähnten Anklagepunkte, aufgrund derer man mich beschuldigt, weise ich wie folgt zurück:

Erstens:

Ich habe die Risale-i Nur, die bereits in einem früheren Gerichtsverfahren untersucht, für unbedenklich erklärt und ihrem Verfasser wieder zurückgegeben worden ist und die von den Gelehrten (ulema) des Landes entsprechend gewürdigt und gepriesen worden ist, nicht mit dieser bösen Absicht gelesen, die mir der Öffentliche Ankläger zu unterstellen versucht. Ich habe jede ihrer Abhandlungen (risalah) vom Anfang bis zum Ende als eine bedeutende Auslegung (tefthir) des Qur'an gelesen, die den Islam in wirkungsvoller Weise lehrt und religiöse Unterweisung so erteilt, dass die Menschen durch sie moralisch bereichert werden, besondere Vorzüge erlangen und das Volk davor bewahrt bleibt, in den Abgrund hinunter zu stürzen. So betrachtet hatte ich jedoch nie daran gedacht, dass diese Abhandlungen (eser), die für Volk und Land, ja sogar für die ganze Menschheit die größte innere Hilfe und nur das Beste beitragen, zu lesen, in der Absicht, meinen Glauben (iman) zu bewahren, meine Religion (din) zu studieren und sie einigen anderen zu übermitteln, ein Verbrechen sein sollte. Denn nirgendwo wurde irgendein Ereignis von der Polizei beobachtet oder berichtet, an dem Nurdjus zum Schaden des Landes, der Nation und der Regierung beteiligt gewesen wären. Außerdem ist es völlig unangebracht, zu sagen: "Man achtet bei der Lektüre und beim Studium auf die Geheimhaltung.", und so den Verdacht zu hegen, es handle sich

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hier um eine Geheimorganisation. Denn was die Nurdjus betrifft, so stehen sie mit gar keiner Vereinigung in Verbindung, sei sie nun wissenschaftlich, politisch, geheim oder öffentlich. Ja, diese Anklagen gegen Bediüzzaman zusammen mit vielen anderen sind vor einigen Jahren schon einmal (vorgebracht worden). Man hatte sie vor den Hohen Strafgerichtshof in Denizli zitiert und ihnen den Prozess gemacht. Doch obwohl alle Abhandlungen (risalah) Stück für Stück und von vorne bis hinten eingehend untersucht worden sind, hat man sie am Ende alle zusammen wieder freigegeben. Nachdem also diese Werke und ihr Verfasser freigesprochen sind, weiß ich nun nicht, in welchem Grade dieses Gesamtwerk zu lesen und es (anderen) zu lesen zu geben, als Beweis und Anklagepunkt wegen eines besonders schweren Verbrechens gegen die Sicherheit des Staates und wegen Hochverrats vorzubringen, den Erfordernissen der Gerechtigkeit (idjab-i adalet) entspricht. Ich überlasse also dies Ihrem Gewissen.

Zweitens:

Außerdem hat mir irgendein Unbekannter während meiner Gefangenschaft eine Abhandlung (risalah) zugeschickt, was denn ein weiterer Punkt der Anklage gegen mich wurde. Ich habe diese Abhandlung nicht gesehen. Über eine Mitteilung, worum es sich dabei handelt, verfüge ich auch nicht. Wenn es sich dabei um die Risale-i Nur handelt, übernehme ich dafür die Verantwortung. Also fragen Sie mich (dementsprechend) und ich werde Ihnen antworten. Ich habe lediglich gehört, dass der Herr Staatsanwalt in seiner Anklageschrift das Mehditum erwähnt. Doch mein Meister (ustadh) ist von derartigen Beschuldigungen frei. Gleichwie ich aus seinem Munde noch nie solche Dinge gehört habe, habe ich sie auch in seinen Werken nicht gesehen. Und seinen Schülern hat er bei jeder Gelegenheit untersagt, seiner Person eine solche Ehre (zu erweisen), ihn mit so viel Ehrfurcht (zu behandeln) oder ihm einen derartigen Status (zuzuerkennen). Auch hat er solche, die ihm in ihren Briefen eine

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derartige Ehrfurcht entgegenbrachten, dafür getadelt. Wir wissen nur, dass er von jeglicher Sucht nach Rang (hubb-u djah) und Namen frei, vielmehr der bedeutendste Gelehrte (alim) unserer Zeit und ein scharfsinniger Lehrer und Wissenschaftler (ilm-i tahqiq hodjasi) ist.

Der Gefangene

Hifzi Bayram

Emirdaghli Mustafas Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

(Zu dem Vorwurf) des Öffentlichen Anklägers, an dem vermeintlichen Verbrechen meines Lehrers Bediüzzaman mitbeteiligt zu sein, möchte ich kurz wie folgt Stellung nehmen:

Wegen einer solchen Verbundenheit empfinde ich auch nicht ein Stäubchen Reue. Denn der Dienst, den ich meinem Meister (ustadh) und der Risale-i Nur erwiesen habe, ähnelt nur einem Tropfen gegenüber einem Ozean von Huld und Güte (ihsan). Doch so wie man ohne zu zögern bereit wäre, ein paar kleine Stückchen Glas zu opfern, um in den Besitz eines Schatzes voll kostbarer Diamanten zu gelangen, bin auch ich jederzeit bereit, mein Leben für die Risale-i Nur zu opfern, die doch das Mittel ist, durch das ich mein Ewiges Leben (ebedi hayat) retten kann. Wegen der Risale-i Nur, die sich als ein unendlicher Gewinn in dieser und in jener Welt bewahrheitet hat, aufgrund dieser vergänglichen, unbedeutenden Haftstrafen und Unbequemlichkeiten und damit uns in diesem kurzen, unruhevollen irdischen Leben (hayat-i dunyevi) kein Leid geschehen möge auf einen so großen Gewinn zu verzichten und so der Risale-i Nur und meinem Lehrer (ustadh) gegenüber gleichgültig zu werden, betrachte ich

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gegenüber diesem gesegneten Meister (ustadh), diesem großen, geheiligten Gelehrten unserer Zeit (allame-i saman), dem Glauben (iman) und dem Qur'an, die doch sein einziges Ziel sind, als den eigentlichen Hochverrat. Ich möchte von dem, was er erlaubt und was er anordnet, auch nicht einen Fingerbreit abweichen.

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

Warum betrachtet man, wenn (in einer Zeit, da) der Bolschewismus seine giftigen Mikroben über unserer schönen Heimat ausstreuen will, ein bedeutender Religionswissenschaftler dagegen eine mächtige Front aufrichtet und nun meine Wenigkeit sein Schüler wird, dies als übertrieben? Die (derzeitigen) Verhältnisse beweisen jedoch zweifelsfrei, dass die Vordringlichkeit der Risale-i Nur (die Notwendigkeit) irdischen Reichtums bei weitem übersteigt. Damit über eine Million junger Türken, gleich mir, ihren Glauben (iman) retten und verantwortungsbewusste Bürger des Landes werden können, gebt meinen Lehrer (ustadh) und die Risale-i Nur frei! Wir jungen Türken brauchen die Risale-i Nur Tausende Male mehr als einer, der im Kerker eingesperrt ist, die Luft; mehr als einer, der in tiefer Finsternis lebt, das Licht; mehr als einer, der in der Wüste hungrig und ohne Wasser dürstet, Wasser und Nahrung; mehr als einer, der im Meer zu ertrinken droht, ein Rettungsboot braucht. Wenn man also nun uns, die wir aufgrund der oben erwähnten Tatsachen, von denen ich nur einige aufgezählt habe, durch ein unzerreißbares Seil mit Bediüzzaman verbunden sind, über den wir uns eine außerordentlich gute Meinung (husn-u zan) gebildet haben, und der (all unseren) Respekt gewonnen hat, und die wir in bester Absicht seine Schüler geworden sind, in diesem so bedauernswerten (Zustand) hier in diesem Gefängnis zugrunde gehen lassen will, so ist das unvereinbar mit dem Ansehen der Gerechtigkeit (adalet).

Mustafa Adjet aus Emirdagh

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

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Halil Tjalishkans Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

In der mir vom Herrn Staatsanwalt überreichten Anklageschrift wird mein Dienst für meinen Herrn und Meister (Üstadim efendime) als ein großes Verbrechen angesehen. Mein Meister erwies unserer Stadt 1944 die Ehre und wohnte dort vier Jahre lang als Gast. Er hatte bereits vor vierzig Jahren alle weltlichen Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten aufgegeben und arbeitet nun nur noch für den Glauben und die Islamiyet und besonders, um durch den Glauben die Ewige Glückseligkeit (saadet-i ebediye) der Muslime für das jenseitige (Leben) zu retten. Durch die Lehren (ders) der Risale-i Nur über den Glauben (iman) und die Moral (ahlak) hat er eine Barriere gegen die gefährliche bolschewistische Ideologie und andere, ähnliche Strömungen aufgebaut, deren materieller wie geistiger Schaden, den sie ganz besonders im Glauben (din) unseres Volkes anrichtet, in unserer Religion (din) gewaltige Zerstörungen verursacht. Ja, stellen denn diese etwa drei Jahre eines Dienstes an der Risale-i Nur und an meinem Lehrer (ustadh), die allen Lobes und aller Anerkennung durch alle Gelehrten der Welt würdig sind, und auf die (ich durchaus) stolz bin, in den Augen des Gesetzes (adalet) ein Verbrechen dar? Und sollte man es gleichfalls als ein Verbrechen ansehen, (wie hier in dieser Anklageschrift) geschrieben steht, wenn ich um dieses Dienstes willen (mein Handwerk als) Schneider aufgegeben habe? Würde, wenn ich für die Risale-i Nur, die doch wirklich ein Kommentar zur Wahrheit und Gerechtigkeit und zum Qur'an ist und für meinen Meister (ustadh) mein Leben opferte, mir das als ein Verbrechen angerechnet werden, ich selbst somit ein Vaterlandsverräter sein? Das frage ich euch!

Hochehrenwerter Präsident des Gerichts!

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Ich habe einige Abschnitte aus der Risale-i Nur gelesen und abgeschrieben. Gott dem Gerechten sei unendlicher Dank dafür, dass ich durch die außerordentliche Sehnsucht nach Wissen (ilm), die in meinem Herzen (qalb) lebt, Nutzen aus diesen Abhandlungen (risalah) zu ziehen begann. Und obwohl ich eng mit ihnen verbunden bin, habe ich doch nichts in ihnen gefunden, was (geeignet gewesen wäre), das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gefährden oder einen Geheimbund zu gründen, noch habe ich irgendetwas von meinem Lehrer (ustadh) über das Mehditum oder über einen Erneuerer des Glaubens (mudjeddid) oder dergleichen andere Bewegungen gehört. Das einzige Ziel der Risale-i Nur und meines Lehrers (ustadh) und uns Schülern ist es, der Islamiyet und besonders dem türkischen Volk hinsichtlich unseres Glaubens (iman) und der Moral (ahlak) einen heiligen Dienst zu erweisen. Insbesondere aber sollten die Nurdjus nicht wegen ihres Dienstes an der Risale-i Nur (mit Hausdurchsuchungen u. dgl.) belästigt werden. Dies ist unser einziger Sinn und Zweck. Irgendetwas anderes gibt es nicht. Und dieser Dienst (vazifah) ist um des Wohlgefallens Gottes (riza-yi Ilahi) willen. Jedenfalls beuten wir diesen heiligen Dienst nicht um dieser Welt (dunya) oder um irdischer Verdienste willen aus und erniedrigen uns nicht dazu. Deshalb können wir diese gegen die aufrichtigen Nurdjus, die nur in ihren Herzen (qalb) glauben, sich nur mit dem Jenseits (akhir) beschäftigen und keine anderen Ziele und Zwecke verfolgen, gerichteten Beschuldigungen des Öffentlichen Anklägers, eine Geheimorganisation errichten zu wollen, was uns noch nie in den Sinn gekommen ist, nicht länger dulden.

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

Wir meinen, dass Sie Sinn und Ziel und das Wesen der Schüler der Risale-i Nur verstanden haben und nun fest davon überzeugt sind, dass wir mit den Verbrechen, deren uns der Öffentliche Ankläger beschuldigt, nichts zu

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tun haben. Wir fordern daher von dem Hohen Gericht und von Ihrem Gewissen, dass uns unsere Bücher zurückgegeben und wir freigesprochen werden.

Halil Tjalishkan aus Emirdagh

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

Mustafa Güls Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Ich bin kein Mitglied einer Geheimorganisation. Jedenfalls hat mein Meister, der Ehrenwerte Bediüzzaman Said Nursi nie eine derartige Organisation gegründet. Er hat uns stets in den Weisheiten des Qur'an unterrichtet und uns die Beschäftigung mit Politik streng verboten. Ich bin nur ein Student des großen, ehrenwerten Meisters Said Nursi. An ihn und die Risale-i Nur bin ich mit ganzer Seele (ruh) und ganzem Herzen gebunden. Für die Risale-i Nur und meinen Lehrer (ustadh) bin ich zu jeder Art Strafe, die sie mir geben werden, bereit. Durch sein Werk hat er meinen Glauben (iman) und mein ewiges Leben (ahiret) gerettet. Sein Ziel ist es, alle Muslime und alle Landsleute von ihrem Unglauben zu erlösen, damit sie die ewige Glückseligkeit (saadet-i ebediye) erlangen. Es hat sich in allen (bisherigen) Gerichtsverfahren herausgestellt, dass wir keine politischen Ziele verfolgen. Obwohl dies in der Tat (haqiqat) so ist, hat man uns wiederum gegen jedes Recht (haqq) und völlig unangebracht vor Gericht gezerrt. Daraus wird ersichtlich, dass man unsere Verbundenheit untereinander brechen will. Doch unsere Verbundenheit untereinander bezieht sich auf keinerlei weltliche oder politische Ziele. Wir empfinden einzig und allein unserem Ehrenwerten Meister gegenüber großen Respekt, ja geradezu Verehrung. Wer die Risale-i Nur liest, erwirbt dadurch einen außerordentlichen Glauben (iman), die Islamiyet, Moral (ahlak) und Vollendung (kemalat).

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Unseren Meister (ustadh) noch mehr zu lieben (muhabbet) ist uns nicht möglich. Mit einem solchen Meister (ustadh) und mit solchen Schülern der Risale-i Nur bin ich in meinem ganzen Sein (maudjudiyet) verbunden. Diese Verbindung könnte nicht mehr gelöst oder zerbrochen werden, auch sollte ich dafür hingerichtet werden. Ich und alle meine Mitbrüder sind unschuldig. Wir fordern daher mit allem Nachdruck, dass die Risale-i Nur wieder freigegeben wird. Auch fordere ich, dass unser erhabener Meister (ustadh) und alle die unschuldigen Nurdjus mit mir zusammen freigelassen werden.

Mustafa Gül aus Isparta

Küçük Ibrahims Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

Das Verbrechen, dessen wir angeklagt sind, gehört gar nicht hier her, es gehört vielmehr sowohl zum weltlichen (dunya) als auch zum politischen Bereich. Denn ob wir nun Leute sind, die sich mit Politik beschäftigen, oder auch nicht, das haben Sie, meine ehrenwerten Richter längst schon auf den ersten Blick erkannt. Doch selbst wenn sich diese kalte und fremde Unterstellung, (den unmöglichen Fall) einmal angenommen, bestätigt durch Hunderte von Autoritätspersonen, als zu hundert Prozent wahr herausstellen würde und wenn auch mein Verstand hundertmal schärfer wäre, als er (tatsächlich) ist, würde ich dennoch aufgrund dieses innerlichen Eindrucks, den die Risale-i Nur und ihr so ehrenwerter Verfasser in mir hinterlassen hat, mit meinem ganzen Sein (maudjudiyet) vor diesem vergänglichen, flüchtigen, politischen, faszinierenden und erregenden Abenteuer flüchten, und indem ich mich vor der Hölle rette, (mein Leben) im Glauben (iman)

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an das Jenseits (ahiret) verbringen. Sowohl unser Respekt vor dem ehrenwerten Verfasser der Risale-i Nur und unsere Verbundenheit mit ihm, als auch das Lesen und Kopieren der Risale-i Nur, der Schriftverkehr und (alle sonstigen) Beziehungen der Nurdjus untereinander sind - wie der Hohe Strafgerichtshof in Denizli und der Appellationsgerichtshof bereits bestätigt haben - unmittelbar auf das Jenseits (uhrevi) hin ausgerichtet; so sehr, dass wir aufgrund der Ideen, die wir der Risale-i Nur entnommen haben, diese strahlenden Werte in gar keiner Weise gegen weltliche (dunyevi), materielle Dinge eintauschen würden. Das wird in uns als unser Glaube fortleben, bis wir sterben.

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

Hat man uns erst einmal hier unter dieser fürchterlichen Anklage bei einander gebracht, fühle ich mich nun diesem Land und meinem Gewissen gegenüber verpflichtet, folgende bedeutende Wahrheit (haqiqat) zu erklären: Allein schon in meiner Nachbarschaft hat die Umwandlung, die die Risale-i Nur in den vergangenen mehr als 10 Jahren vor den Augen des ganzen Volkes bewirkt, dass allen voran ich selbst, (aber auch) viele andere den Heimweg gefunden haben. Ihr liederlicher Lebenswandel hat sich in das Glück ihrer Familie umgewandelt. Jetzt beten (dua) ihre Mütter und Väter für diejenigen, die dafür die Ursache waren. Sie sollten einmal in unserer Gegend und im ganzen Land diese Erzählungen (hal) von ihnen und noch von vielen anderen hören! Besonders im Gefängnis von Denizli hatte die Risale-i Nur, sobald sie dort ihren Eingang gefunden hatte, einen solch überwältigend guten Einfluss auf die Gefangenen, dass dort ihr Einfluss immer noch in aller Munde ist. Genauso war es auch, als ich selbst hier im Gefängnis von Afyon ankam: wer auch immer mir begegnete, sprach mit Freude und Dankbarkeit darüber, wie es früher einmal war (hal) und wie er sich nun heute fühlt (hal) und er jetzt für die Nurdjus betet (dua). Diese Tatsache (haqiqat) ist wohlbekannt!

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Was mich selbst als Mensch betrifft, so erstaunt es mich, dass unsere Liebe (muhabbet) zur Risale-i Nur, die insbesondere zu unserem Buch, dem Qur'an ein bedeutender Kommentar ist und die mich und meine Gefährten (in unserem) moralischen (ahlak), in unserem sozialen (Verhalten) und (hinsichtlich unserer Haltung zum) Ewigen Leben (uhrevi) dermaßen verwandelt hat, und dass ihrem verehrten Verfasser und seinen Landsleuten,

{gemeint sind seine Schüler (A.d.Ü)}

einen Brief zu schreiben, um sie im Islam zu trösten, ein Politikum sein sollte. So sage ich denn aus diesem meinem Erstaunen heraus: ein solches Verbrechen gibt es gar nicht! Die heimlichen Feinde des Qur'an und demzufolge auch der Risale-i Nur haben höchstenfalls die Justizbeamten und die Polizei uns gegenüber argwöhnisch gemacht und somit einen Grund gefunden, ihre Gefängnisse zu füllen. Mit Sicherheit wird das Hohe Gericht diesen Sachverhalt (haqiqat) erkennen, ihre Hand aufs Herz legen und gerechte Urteile fällen, die viele, ewig frohe und göttliche Botschaften mit sich bringen und die türkisch-islamische Nation, die gespannt an den vier Ecken des Vaterlandes wartet, dahin führen, ihnen dankbar zu sein.

Ibrahim Fakazli aus Inebolu

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

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Fünfzehnter Strahl

Der glänzende Beweis (Elhuddjet-uz'Zehra)
Besteht aus zwei Kapiteln

Diese Lektion(ders)ist eine Abhandlung(risalah),die zwar scheinbar unbedeutend, in Wirklichkeit jedoch von großer Bedeutung und Wirksamkeit und sehr umfangreich ist. Sie ist eine qur'anische Frucht des Glaubens und des Paradieses, die aus der Vereinigung(ittihad)eines Lebens der Kontemplation(benim tefekkur) und eines wahrhaft spirituellen Lebens~(tahqiqi hayat-i maneviye)\aus der Risale-i Nur in wissenschaftlicher und augenscheinlicher Gewissheit~('ilme-l'yaqin, 'aynel'yaqin)\hervorgegangen ist.

Said Nursi

Erstes Kapitel

Besteht aus drei Teilen

Eine prägnante Zusammenfassung (hulasat-ul hulasasi)\des Zwanzigsten Briefes und der Erste Teil des Unterrichts~(ders),\der in der Dritten Schule Josefs erteilt wurde.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَ بِهِ نَسْتَعِينُ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen." "Und mit Seiner Hilfe."}

In diesem Gefängnis zu Afyon hier, hat man mich, als einen armseligen (Menschen), der ich 35 Jahre lang

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ein Einsiedlerleben geführt habe und insbesondere in der Nacht die Welt (um sich herum) vergisst und der seit 23 Jahren diese Belästigungen durch eine (geradezu) böswillige Überwachung zu erdulden hat und dadurch nun so menschenscheu geworden und so weit sich selbst überlassen ist, dass er es bereits als eine Belästigung empfindet, wenn er auch nur eine einzige Stunde mit jemandem an einem Ort zusammen sein muss, ausgenommen denn, er sei gekommen, um ihm behilflich zu sein oder habe den Wunsch, in der Risale-i Nur unterrichtet zu werden, unter dem Vorwand, ein Bittgesuch beim Appellationsgericht eingereicht zu haben, weil er ja nun schon seit 11 Monaten in vollständiger Isolationshaft gehalten wird, gewaltsam nach Zelle 5 umquartiert und meinen Mitbrüdern verboten, zu mir zu kommen. Ich war schon sehr beunruhigt darüber, in diesem Massenquartier nicht länger mehr überleben zu können, als plötzlich wie ein Zeichen von Wut und Ärger die Kälte in einem solchen Maße zunahm, dass ich, wäre ich an meinem alten Platz geblieben, es dort nicht länger mehr ausgehalten hätte. So verwandelte sich diese Qual (zahmet) für mich in eine Barmherzigkeit (rahmet).

So stieg denn in meinem Herzen, während ich die Gebete (tesbihat) rezitierte, (der folgende Gedanke auf): "In jeder Zelle setzen sich die Nurdjus sowohl um ihrer selbst willen als auch in deinem eigenen Interesse ganz und gar für den Unterricht in der Risale-i Nur ein. Da aber diese fünfte Zelle gewissermaßen isoliert ist, sich dabei aber ständig erneuert und verändert, bedarf sie ganz besonders dieser Unterweisungen (ders) in der Risale-i Nur. Da nun zudem die Jungen und die Alten die Berichte lesen, die über den Angriff der Russen geschrieben werden, die Gott nicht kennen und Ihn in ganz fürchterlicher Weise verleugnen, brauchen sie sicherlich diese Lektionen (ders) über das Dasein (maudjudiyet) und die Allgegenwart Gottes (vahdaniyet) als einen Pfeiler des Glaubens an Gott (iman-i billah) ganz besonders."

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Auch ich habe bereits an die prägnante Zusammenfassung des Zwanzigsten Briefes und des heiligen Satzes

لآَ إِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ وَحْدَهُ لاَ شَرِيكَ لَهُ، لَهُ الْمُلْكُ وَ لَهُ الْحَمْدُ يُحْيِى وَ يُمِيتُ وَ هُوَ حَىٌّ لاَيَمُوتُ بِيَدِهِ الْخَيْرُ وَ هُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ قَدِيرٌ وَ اِلَيْهِ الْمَصِيرُ

{"Es gibt keine Gottheit außer Gott, den einzigen. Er hat keinen Teilhaber. Ihm ist das Reich und Ihm gebührt der Dank. Er gibt das Leben und den Tod. Er ist der Lebendige. Nicht stirbt Er. Alles Gute liegt in Seiner Hand und Er ist aller Dinge mächtig. Und bei Ihm ist der (uns bestimmte letzte) Aufenthalt."}

gedacht, den ich seit langem zehn Mal nach dem Morgengebet lese. Denn er verweist auf die Erklärung der Bekenntnisformel (tehlil) und der allumfassenden Göttlichen Einheit (tauhid) und mit seinen elf Wörtern, die nach einer Überlieferung den Gewaltigen Namen (ism-i adham) in sich enthalten, bis ins Einzelne überaus glänzend und sonnenklar sowohl auf die elf Beweise der Notwendigkeit des Seins (vudjub-u vudjud) und der Allgegenwart des Herrn (Vahdet-i Rabbaniye) als auch auf die Elf Frohbotschaften.

Und dann tauchte plötzlich in meinem Herzen (der Gedanke auf): "Lehre Nadir Hodja und den jungen Leuten hier diese recht kurze Zusammenfassung!" So sagte ich denn "im Namen Gottes (bismillah)" und begann:

In diesem Ausdruck von der Göttlichen Einheit (kelam-i Tauhid) liegen elf Frohbotschaften und elf Beweise des Glaubens (iman). So werde ich denn jetzt diese Beweise nur ganz kurz andeuten und ihre weitere Erklärung, sowie die frohen Botschaften dem Zwanzigsten Brief und anderen Teilen der Risale-i Nur überlassen. Doch halte ich es für angemessen, dieser Abfassung noch einige Worte und Anmerkungen anzufügen, die ich (den Schülern) bei der Unterweisung dieser Lektion (ders) noch nicht gesagt hatte. Hier also von diesen Elf Worten, die den Ausdruck der Göttlichen Einheit (kelam-i Tauhid) bilden,

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Das Erste Wort:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ

{"Es gibt keine Gottheit außer Gott."}

Was den Beweis dafür betrifft, so findet er sich in der bereits gedruckten Abhandlung (risalah) "Das Große Zeichen (Ayatu-l'Kubra)". Zu diesem beispiellosen Beweis gehört es auch, dass Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, als er von den (verschiedenen) Teilen der Risale-i Nur Kunde gab, sagte:

وَ بِالْاٰيَةِ الْكُبْرٰى اَمِنِّى مِنَ الْفَجَتِ

{"Und durch das Große Zeichen bewahre mich vor dem Unvorhergesehenen!"}

und so dieses "Große Zeichen" zu einem Fürsprecher machte. Und so wie diese Abhandlung durch ihren Sieg sowohl in Ankara als auch vor dem Gerichtshof in Denizli und durch ihre heimliche Herausgabe und wirksame Verbreitung, nachdem sie die Nurdjus zunächst für neun Monate ins Gefängnis gebracht hatte, sowohl der Grund für den Freispruch der Nurdjus wurde, so ist sie auch der ganz eindeutige Beweis für das Wunder (keramet) Imam Alis, mit dem Gott zufrieden sein möge, aus dem Unsichtbaren und auch eine Bestätigung seines Gebetes (dua) für die Nurdjus.

Das Große Zeichen, welches der (siebente) Strahl ist, verweist in der Tat auf dreiunddreißig umfassende Beweise und allgemeine Zeugnisse in der Gesamtheit allen Seins. Indem sie auf die zahllosen Beweise in jedem allgemeinen Zeugnis anspielen, weisen sie darauf hin, dass vor allem die Himmel mit den Worten ihrer Sterne, die Erde mit den Sätzen und Ausdrücken ihrer Tiere und Pflanzen bis hin zur Gesamtheit des Universums mit den Worten alles dessen, was sich in ihm befindet, mit allem Sein und mit der Wahrheit, die man davon ableiten kann,

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mit all seinen Möglichkeiten und mit all seinen Veränderungen die Existenz (maudjudiyet) und Allgegenwart (vahdaniyet) dessen, der da notwendigerweise sein muss (Vadjibu-l'Vudjud) so klar und eindeutig beweisen wie die Sonne und so sicher und gewiss wie der Tag. Wer nach einem unerschütterlichen Glauben verlangt und gegen eine anarchische Gottlosigkeit nach einem Schwert sucht, das man nicht zerbrechen kann, der sollte in diesem "Großen Zeichen (Ayatu-l'Kubra) nachschlagen.

Das zweite Wort heißt:

وَحْدَهُ

{"Er ist der Eine."}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser: Man erkennt in jedem Aspekt des Kosmos eine Einheit, eine Universalität (vahdet).

Zum Beispiel: Das Universum gleicht einer wundersamen Stadt, einem prächtigen Schloss, der Manifestation eines bedeutungsvollen Buches, der Verkörperung jeder Ayah, ja sogar jedes einzelnen Buchstabens, jedes einzelnen (diakritischen) Punktes des wunderbaren Qur'an. In der Darstellung der Einzigartigkeit seiner Universalität (vahdet) zeigen auch die Lampe dieses Schlosses, seine Laterne, die uns als Kalender dient, ihr flammender Koch, ihr mit Wasser vollgesaugter Schwamm stets, dass sie eins, eins, und abermals eins sind, bis hin zu Tausenden von Einheiten und Unikaten und beweisen so mit absoluter Sicherheit, dass es diesen Besitzer (Sahib), den Herrscher (Hakim), den Schreiber (Katib) und Autor dieses Buches, dieses Schlosses, dieser Stadt, dieser Großen Verkörperung des Qur'an wirklich gibt (maudjud) und dass er ein Einziger (vahid ve bir) ist.

Das dritte Wort heißt:

لاَ شَرِيكَ لَهُ

{"Er hat keinen Teilhaber."}

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Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Quelle, Essenz und Ursubstanz (Ustadh) des Großen Zeichens (Ayatu-l'Kubra), dieses Siebten Strahls und der "Das Große Zeichen" genannten Ayah ist die Große Ayah (ayet-i ekber)

قُلْ لَوْ كَانَ مَعَهُ اٰلِهَةٌ كَمَا يَقُولُونَ إِذًا لاَبْتَغَوْا اِلٰى ذِى الْعَرْشِ سَبِيلاً

{"Sage: Wenn es neben ihm noch Götter gäbe, wie sie sagen, würden sie danach trachten, einen Zugang zum Herrn des Thrones zu finden... usw." (Sure 17, 42)}

Das aber heißt: Gäbe es einen Teilhaber und hätte er seine Finger in der Erschaffung (idjad) und Regierung (Rububiyet) der Welt dazwischen gehabt, so würde er den ganzen Kosmos durcheinander gebracht haben. Jedoch vom kleinsten Flügel einer Mücke und der Zelle in der Pupille im Auge bis hin zu den unzähligen Schwingen der Vögel in der Luft, ja bis zum Sonnensystem beweist die vollkommene Ordnung in allen Dingen, den kleinen wie den großen, den einzelnen wie den universellen, zweifelsohne und mit absoluter Sicherheit, dass es in ihr unmöglich und in keinem Fall irgendeinen Teilhaber geben kann. Und sie beweist auch ganz offensichtlich das Dasein (maudjud) und die Allgegenwart (vahdet) dessen, der da notwendigerweise sein muss.

Das vierte Wort heißt:

لَهُ الْمُلْكُ

{"Ihm ist das Reich."}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Wir sehen in der Tat mit unseren eigenen Augen, wie sich das Antlitz der Erde in Felder verwandelt und in jedem Frühling Samen von Hunderttausenden Arten von Pflanzen sich miteinander vermischt auf diesen so weit ausgedehnten Feldern aussäen. Ein Verwalter (mutesarrif), der über unendliche Macht und ein grenzenloses Wissen (hadsiz qudret ve ilim) verfügt, erntet ihre unterschiedlichen Erträge (zu verschiedenen Zeiten)

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in vollendeter Ordnung, ohne sie miteinander zu vermischen oder zu verwechseln, versorgt gleichsam (verborgen) hinter einem Vorhang die 200.000 verschiedenen Arten von Tieren durch die Hand seiner Barmherzigkeit (rahmet) und Weisheit (hikmet) und entsprechend ihren Bedürfnissen mit Nahrung und Proviant. Und so verfügt Er all diese Akte einer weit ausgedehnten Regierung in seinem Reich, besonders aber auf dem Acker dieser Erde. Die aber diesen weisen Verwalter (Mutessarif-i Hakiem) und barmherzigen König (Malik-i Rahiem) nicht kennen, müssen diese Erde gleich dem, was sie hervor bringt, entsprechend ihren dümmlichen Sophistereien verleugnen.

Das fünfte Wort heißt:

وَ لَهُ الْحَمْدُ

{"und Ihm gebührt der Dank."}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Wir können in der Tat mit eigenen Augen sehen und mit unserem Verstand klar erkennen, dass diese Stadt, die der Kosmos ist, unser Aufenthaltsort hier auf Erden, all die Unterkünfte für Mensch und Tier von einem so barmherzigen Versorger (Rezzaq-i Rahim), einem gnädigen und großzügigen Geber (Muhsin-i Kerim) verwaltet (tasarruf), gespeist und unterhalten wird. Um (die Menschen) dazu zu bringen, dass sie Ihm ihren Lobpreis und Dank (hamd ve shukr) darbringen, macht er die Erde zu einem Handelsschiff, {das auf seiner Reise um die Sonne den Raum und die Jahreszeiten durchmisst (A.d.Ü.)} zu einem Zug, der Versorgungsgüter transportiert, und den Frühling zu einem Waggon, der hunderttausend Arten Speisen (transportiert), Pakete mit Dosen, die man Euter nennt, und versorgt so gegen Ende des Winters, wenn die Vorräte erschöpft sind, alles Lebende, das Seiner bedarf. Und so wird denn ein jeder, der auch nur über ein

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Karat Verstand verfügt, bestätigen müssen, dass dies das Werk eines barmherzigen Versorgers (Rezzaq-i Rahim) ist. Wer aber dies nicht bestätigen will, sondern darauf verfällt es abstreiten zu wollen, wird sicherlich dazu gezwungen sein, all diese regelmäßig (gelieferten) Wohltaten (ni'met) und diese spezielle Versorgung auf unserer Erde zu bestreiten, die doch der Anlass sind, (Ihm) Lobpreis und Dank (hamd u shukran) darzubringen, wie ein Raubtier, das keinen Verstand hat.

Das sechste Wort heißt:

يُحْيِى

{"Er gibt das Leben."}

Ein ganz kurzer Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Im Zehnten Wort und anderen Teilen der Risale-i Nur wurde in der Tat an Hand von Zeugnissen bewiesen, dass in jedem Frühling eine ganze Armee des Hochgepriesenen (Subhan) auf dem Erdenrund zum Leben erweckt wird, die aus 300.000 Arten und verschiedensten Gattungen unendlich vieler einzelner Tiere und Pflanzen besteht. Ihnen allen wird das Leben und alles Lebensnotwendige in vollkommener Ordnung gegeben. Wer sich nicht davon überzeugen will, dass es der Lebendige und Beständige (Hayy-i Qayyum), der Lebensspender (Muhyi) und Allwissende Schöpfer (Khallaq-i Alim) ist, der all diese so ganz verschiedenen Geschöpfe eines miteinander verschwisterten Biotops so fehlerlos, ohne einen Mangel oder Makel wiederbelebt, ohne sie zu verwechseln, oder sich zu irren, oder eines von ihnen zu vergessen, sie in vollkommener Ordnung und Ausgewogenheit wiedererweckt und ihnen aus Tropfen einer wässrigen Flüssigkeit, die man Sperma nennt, das Leben schenkt, der Hunderttausende einer unendlich großen Zahl einzelner, ganz verschiedener Lebewesen, die sich voneinander in ihrer Gestalt, ihrer Funktionsweise und

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den Bedürfnissen ihres Lebensunterhalts (unterscheiden), aus Samenkörnern, die in der Erde (ruhen) und einander ähneln, aus Körnern, die sich nur wenig voneinander unterscheiden, aus den winzig kleinen Eiern der Insekten, aus Vögeln derselben Lüfte, aus einander gleichenden Flüssigkeiten und Eiern, die einander ähneln, oder nur wenig voneinander verschieden sind, ins Leben ruft, der auf Seiner Schreibtafel, die die Erde und der Frühling ist, 100.000 voneinander ganz verschiedene Bücher schreibt, eines im anderen und doch vollkommen und fehlerfrei, der Sein Werk in unendlicher Weisheit (hikmet) und mit grenzenloser Aufmerksamkeit darstellt, über sie verfügt und somit 100.000 Hinweise, ja selbst Beispiele einer gewaltigen Wiederversammlung zeigt, muss ganz bestimmt sowohl sich selbst, als auch alle Lebewesen auf der ganzen Erde, die in einem vergangenen Frühling auf dieser lebendigen Erde und in den Lüften gewesen sind und damit an den Ablauf der Zeit gebunden waren, verleugnen und das dümmste und unglücklichste aller Lebewesen sein.

Das siebente Wort heißt

وَ يُمِيتُ

{"Er gibt den Tod."}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Wir sehen in der Tat, dass im Herbst, wenn die 300.000 Arten lebender Wesen im Namen des Todes (vefat) von ihren Aufgaben entbunden werden, eine jede Art und jedes Einzelne von ihnen auf der Seite seiner Taten aufgelistet und die Liste seiner Werke und das Verzeichnis seiner Werke im kommenden Frühling und die Samen, die in gewisserweise ihre Seele (ruh) beherbergen, von der Hand der Weisheit (hikmet) des Bewahrers in all Seiner Majestät (Hafidh-i Dhu l-Djelal) ihren Plätzen anvertraut (emanet) werden. Wer aber den Allweisen Schöpfer (Khallaq-i Hakiem),

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den Lebendigen, der nie stirbt (Hayy-i Layemut), der in so winzig kleine Samen, wie die Körnchen des Feigenbaums, von denen jedes kleine Körnchen gleichsam ihre ewige Seele (ruh-u baqi) beherbergt und alle Gesetze des Lebens eines Feigenbaumes in sich trägt, die Geschichte des Lebens eines solchen Baumes, welche genug Stoff enthält, um ein ganzes Buch damit zu füllen, mit der Feder Seines Göttlichen Vorherwissens (qader) schreibt, sodass daraus ein ganzes großes Buch entsteht, (wer also seinen Schöpfer) nicht anerkennen will, ist sicherlich nicht allein ein dummer Mensch und ein unvernünftiges Tier, sondern vielmehr noch unglückseliger als ein armseliger umherschweifender Teufel, der das Feuer der Hölle schürt und zu ewiger, tödlicher (Hoffnungslosigkeit) verdammt ist.

Gerade so wie es in der Tat hundertfach unmöglich, ja selbst sinnlos ist, dass die obigen weltumspannenden, allumfassenden, so zahllosen Wunder und grenzenlos wunderbaren Ereignisse, die auf die Beweise der (obigen) Worte hindeuten, ohne den Einen sein sollten, der sie in seiner Weisheit (hakiem) getan und gewirkt hat, und dessen Wirken diese Wunder zum Inhalt hat, so ist es auch tausendmal unmöglich und im Grunde genommen (völlig ausgeschlossen), sie blinden, hilflosen, bewusstlosen, tauben, toten, wirren, ungeordneten, unaufgeräumten Ursachen und der Wut (der Elemente) zuzuschreiben. Andernfalls müsste ja in jedem Stäubchen eine grenzenlose Macht (qudret) und Weisheit (hikmet) und eine ganz wunderbare, alles umfassende handwerkliche Kunstfertigkeit (san'atkarlik) zu finden sein, die alle Kräuter und Gräser und alle Blumen gestalten kann. Und so wie es in der "Anmerkung über Hu (Er)" in dem "Wegweiser für die Jugend" heißt, müsste ein jedes Atom in der Luft die Fähigkeit besitzen, ein jedes Gespräch zu verstehen und jedes Wort über Radio und durch das Telefon zu kennen und sie den übrigen Atomen zu lehren. Was aber diese verrückte Idee betrifft, so kann noch nicht einmal der Teufel

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selbst irgendjemanden dazu bringen, sie anzunehmen. Die Strafe für Unglaube (kufr) und Gottesleugnung (inkar), die so weit entfernt ist von Vernunft und Wahrheit (haqiqat) und allen Geschöpfen gegenüber eine Beleidigung, ja eine Verletzung ist, kann nur die fürchterliche Hölle (djehennem) sein, was nur die reine Gerechtigkeit (adalet) ist. Wegen solcher Gottesleugner (munker) sollte man sicherlich ausrufen: "Es lebe die Hölle!"

Das achte Wort heißt:

وَ هُوَ حَىٌّ لاَ يَمُوتُ

{"Er ist der Lebendige, der nicht stirbt."}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Zum Beispiel: So wie der wogende Meeresspiegel und die Wellen eines Stromes, der vorüber fließt, in dem man sehen kann, wie sich in ihm tagsüber all die kleinen Sonnen spiegeln, dann dahinschwinden und die nächsten, ihnen nachfolgenden Wogen gleich den entschwundenen wieder die gleichen kleinen Sonnen widerspiegeln, auf die Sonne oben am Himmel verweisen und sie bezeugen und in ihrem Dahingleiten (seval) und Entschwinden (vefat) die Existenz einer immer währenden und stets beständigen (beqa) Sonne erkennen lassen, so (bevölkern) auch die Geschöpfe die Meere des Alls, wie sie sich alle Zeit verändern, die unendlich weiten Himmel, wie sie sich stets wieder erneuern, (aus ihrem Quellgrund entstehen) aus dem Ackerboden ihrer Zellen und Atome (wachsen) und zugleich mit allem vergänglichen Sein im Schoß der Ereignisse von dem wogenden Strom der Zeit ständig rasch davon gespült werden und zugleich mit all ihren äußerlichen Ursachen entschwinden und so stirbt auch in jedem Jahr, ja an jedem Tag eine Welt und eine neue tritt an ihre Stelle. Von dem Ackerboden ihrer Zellen und Atome werden ständig wandernde Welten und segelnde Kosmen als Ernte eingebracht. Und so wie die Wogen mit

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ihren winzig kleinen Sonnen in ihrem Zerfall ständig auf die eine Sonne verweisen, so bezeugen auch die zahllosen Geschöpfe mit dem Entschwinden (vefat) der Ernte und ihrer Entlassung in vollkommener Ordnung und zugleich mit den äußerlichen Ursachen mit einer zweifellosen Gewissheit klar wie der Tag und offensichtlich wie die Sonne die Seinsnotwendigkeit (vudjub-u vudjud) und Allgegenwart (vahdet) des Lebendigen, der nicht stirbt (Hayy-i Layemut), der immerwährenden Sonne (Shems-i Sermedi), des Ewig bestehenden Schöpfers (Khallaq-i Baqi) und Heiligen Lenkers und Leiters (Kumandan-i Aqdes). Jedes einzelne Sein (maudjudat) bezeugt Sein Sein (die Existenz Gottes) für sich selbst und in seiner Gesamtheit tausendmal klarer und offensichtlicher als das Sein des (gesamten) Universums. So habt ihr denn nun sicherlich verstanden, wie dumm und alles vernichtend jemand sein muss, wenn er sich taub stellt gegenüber all diesen lauten Stimmen, die das All erfüllen, ihre mächtigen Zeugnisse nicht hört und ihnen sein Ohr nicht leiht.

Das neunte Wort heißt

بِيَدِهِ الْخَيْرُ

{"Alles Gute liegt in Seiner Hand."}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Wir sehen, dass in unserem Universum eine jede Lebensgemeinschaft, jede Altersgruppe, ja sogar jedes einzelne Lebewesen, alle seine Organe und Organsysteme, ja sogar jede einzelne seiner Zellen ein Depot zu seiner Versorgung enthält, einen Vorratsspeicher, ein Depot, einen Acker, in dem sich dies alles vorfindet und eine Scheuer, die (dies alles) bewahrt. Denn genau zur richtigen Zeit kommt den Bedürftigen in vollkommener Ordnung und Ausgewogenheit, in unendlicher Weisheit (hikmet) und mit Göttlicher Hilfe (inayet) eine unsichtbare Hand zu Hilfe und so wird ihnen ohne ihr Wollen (iktidar)

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und Dazutun (ihtiyar) alles Lebensnotwendige gegeben. So wie z.B. die Berge alle Minerale und Heilmittel und alle Dinge, welche die Lebewesen und auch der Mensch zum Leben braucht, auf Sein Geheiß und nach Seinen Anweisungen in einer Kammer, einem vollkommenen Speicher bewahrt, so eilt der Weise Versorger (Rezzaq-i Hakiem) allem, was in den Ebenen lebt mit Seinen Lebensmitteln zu Hilfe und macht sie in vollkommener Ausgewogenheit (mizan) und Ordnung (intizam) zu Feldern und Dreschböden und zu einer Küche. {in der die Sonne alles zur Reife bringt (A.d.Ü.)} Ja, so wie selbst jeder Mensch, seine Organe und Organsysteme Schatzkammern und Vorratskammern, ja sogar seine Zellen Speicher sind, so geht es stets immer weiter bis ins Haus des Jenseits (akhir), dessen Kammer die Welt (dunya) ist, Felder und Lagerhallen für das Paradies. So bringen in dieser Welt auch alle schönen, lichtvollen und guten Werke (hasanat) in der Welt des Islam und einer wahren Menschlichkeit ihre Ernte hervor, während die Lager der Hölle (djehennem) eine Ernte alles Bösen und Hässlichen und des Unglaubens (kufr) hervorbringen, jenes Bösen, zu dem alle schmutzigen und abscheulichen Dinge und Gruppen gehören und das aus dem Nichtsein (adem) entsteht, während alles Gute aus der Welt des Seins (vudjud) hervorgeht. Die Hitze der Sterne ist der Ofen der Hölle und die Schatzkammer der Lichter (Nur), ist das Paradies. Das Wort: بِيَدِهِ الْخَيْرُ {"Alles Gute liegt in Seiner Hand.",} gibt uns mit dem Hinweis auf alle diese unendlich vielen Vorratsspeicher ein überaus glänzendes Zeugnis. Dieses Wort und der Satz:

بِيَدِهِ مَقَالِيدُ كُلِّ شَىْءٍ

d.h.: "In Seiner Hand sind die Schlüssel zu allen Dingen.", verweisen in der Tat für jeden, der nicht ganz und gar blind ist, auf das grenzenlos umfangreiche und unendlich wunderbare Zeugnis Seiner Herrschaft (Rububiyet)

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und Allgegenwart (vahdet). Betrachte z.B. von diesen unendlich vielen Schatzkammern und Vorratshäusern nur einmal die folgenden: Gerade so wie der Allweise Lenker und Leiter (Mutasarrif-i Hakiem) durch Seinen Befehl: "Wach auf!" wie mit dem Schlüssel Seines Willens (irade), durch den er den Schlüssel zu den Saatkernen und Körnern in Seiner Hand hält, die alle den winzig kleinen Vorratskammern gleichen, welche die Bestandteile und Bestimmungen (muqadderat) zu riesigen Bäumen oder prachtvollen Blumen in sich enthalten, in vollkommener Ausgewogenheit und Ordnung diese winzig kleine Türe zu dem Saatkorn öffnet, so öffnet Er auch mit Seinem Schlüssel des Regens die Schatzkammer der Erde und ohne sich zu irren, öffnet Er alle die Saaten, die kleine Vorratskammern sind, alle Keime der Pflanzen, die Spermien der Tiere und die Eier der Vögel und Insekten, die eine Flüssigkeit enthalten und den Befehl, zu wachsen erhalten haben und sich fehlerlos öffnen. Wenn du nun sehen und wissen möchtest, wie sich gleichzeitig in der Schöpfung mit der Hand Seiner Weisheit (hikmet), Seines Willens (irade), Seiner Barmherzigkeit (rahmet) und Entschlossenheit (meshiet) alle Schätze und Vorratskammern, die materiellen wie die geistigen, die allgemeinen wie die individuellen im All, eine jede mit ihrem besonderen Schlüssel öffnen, so betrachte dein eigenes Herz und Gehirn, deinen Körper mit seinem Magen, betrachte deinen Garten und seine Früchte und den Frühling, der die Blume der Erde ist! Sie werden in vollkommener Ausgewogenheit und Ordnung mit den verschiedensten Schlüsseln von der Werkbank كُنْ فَيَكُونُ {"Kun feyekun" (Sei! Und es ist)} durch die verborgene Hand geöffnet. Diese verborgene Hand zieht aus einer kleinen Schachtel von einem Dirhem (3 g) in vollkommener Ordnung einen Batman (8 kg), oder vielleicht sogar hundert Batman an Speisen und reicht sie den (verschiedenen) Lebewesen zur Speise.

Ja, wäre es denn überhaupt möglich, dass blinde Kräfte, eine taube Natur, ein zielloser Zufall, leblose, unwissende,

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machtlose Ursachen in eine solche wohlgeordnete, wohlüberlegte, klarsichtige allumfassende Handlungsweise, eine solche, keinesfalls zufällige weisheitsvolle Kunstfertigkeit (hikmetli bir san'at), eine so ausgewogene, fehlerlose Organisation (mizanli bir tasarrufa) und eine so zwanglose und vollkommen gerechte Herrschaft (adaletli bir Rububiyet) eingreifen könnten? Ja könnte sich denn einer, der nicht alle Dinge mit einem Blick überschauen und beherrschen kann, unter dessen Befehl nicht die Atome, die Planeten und alle Sterne stehen, in eine in jeder Hinsicht so weisheitsvolle (hikmetli), wunderbare (mu'djizeli) und ausgewogene (mizanli) Regierung und Verwaltung (tasarrufa ve idare) einmischen?

So erzürnt sich denn die Hölle und schäumt vor Wut über den, der den Allbarmherzigen Verwalter (Mutasarrif-i Rahiem) und Allweisen Herrscher (Rabb-i Hakiem), in dessen Händen alles Gute liegt und sich die Schlüssel aller Dinge befinden, nicht kennen will und dem Irrtum verfällt, Ihn zu verleugnen, mit Sicherheit, wenn sie sagt: تَكَادُ تَمَيَّزُ مِنَ الْغَيْظِ {"Und vor Wut beinahe platzt." (Sure 67, 8)} und dabei ohne Worte (lisan-i hal) zum Ausdruck bringt: Er zieht sich eine unendliche Qual zu und schließt sich so von der Göttlichen Barmherzigkeit (merhamet) aus.

Das Zehnte Wort heißt:

وَهُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ قَدِيرٌ

{"und Er ist aller Dinge mächtig."}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Jeder, der über ein Bewusstsein (dhi-shuur) verfügt, erkennt, sobald er in das Gasthaus dieser Welt (dunya) kommt und seine Augen öffnet, dass eine Macht (qudret), die den gesamten Kosmos im Griff hat und mit dessen Macht (qudret) ein urewiges, unerschütterliches, allumfassendes Wissen (ilim) und eine höchst aufmerksame, niemals unausgeglichene, niemals sinnlos agierende, ewige Weisheit (hikmet) und Güte (inayet) verbunden ist,

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so wie sie ein einziges Atom in einem ganzen Heer von Atomen sich wie einen Maulevi-Derwisch in Ekstase drehen lässt und es so in vielerlei Aufgaben (vazifah) seinen Dienst versieht, so auch den Erdball im gleichen Augenblick und nach demselben Gesetz in einem Jahr gleich diesem Derwisch in Ekstase eine Bahn von 24.000 Jahren (Reise zu Fuß) durchreisen lässt. Zur gleichen Zeit und nach dem gleichen Gesetz, durch das (die Macht Gottes) den Tieren und Menschen die Ernte der Jahreszeiten sendet, macht sie auch die Sonne zu einem Weberschiffchen oder zu einer Spindel, um sie als Zentrum in der Mitte des Sonnensystems in vollkommener Ordnung und Ausgewogenheit das Heer der Planeten (und der Sterne ihre Runden) drehen zu lassen und lässt sie so ihre Arbeit verrichten und ihre Aufgaben (vazifah) erfüllen. Zur gleichen Zeit und nach dem selben Gesetz der Göttlichen Weisheit (hikmet) schreibt dieselbe Göttliche Allmacht (qudret) auf diesem Blatt, das unsere Erde darstellt, Hunderte Arten von hundertmal Tausenden verschiedener Bücher, eines im anderen, ohne eines zu verwechseln oder sich zu irren und führt uns auf diese Weise Tausende Beispiele einer gewaltigen Wiederversammlung vor Augen. Und die gleiche Macht (qudret) verwandelt zur gleichen Zeit ein anderes Blatt, das unsere Atmosphäre darstellt, in eine Schreibtafel. Alle Atome beschäftigt sie wie Bleistiftspitzen oder (diakritische) Punkte in einem Buch zu den Aufgaben (vazifah), für die sie nach ihrem Willen und Befehl (emir ve irade) beauftragt wurden, und versieht alle diese Atome mit einer solchen Fähigkeit, als könnten sie alle Worte und jedes Gespräch verstehen, aufnehmen und weiterverbreiten ohne sich dabei zu irren. Es ist, als stelle sie ein ganz kleines Öhrchen, eine winzig kleine Zunge in ihren Dienst, wie um zu beweisen, dass die Luft als Element dem Willen (emr) und Befehl Gottes (irade-i ilahi) als Thron dient.

Betrachtet man also nun im Vergleich mit diesem kurzen Hinweis, den, der das All in eine wohlverwaltete Stadt,

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ein perfektes Wohnhaus, eine Herberge, ein wundersames Buch gleich dem Qur'an verwandelt und alles von dem gesamten Gebilde angefangen bis zum letzten Stäubchen im Griff hat, alle Bevölkerungsgruppen, ihre Lebensumstände und alle Arten von Geschöpfen mit einem Wissen von vollkommener Ausgewogenheit (mizan-i ilim) und Ordnung in Weisheit (nizam-i hikmet) verwaltet und so die Weisheit (hikmet) in Seiner Macht (qudret) und Barmherzigkeit (rahmet) zeigt, in dessen Sein (maudjudiyet) und Allgegenwart (vahdet) Seine vollkommene Herrschaft (rububiyet-i mutlaq) zum Ausdruck kommt, und der sich so klar wie Sonnenschein und Tageslicht zu wissen und zu erkennen gibt, wohingegen (der Mensch) Ihn im Glauben (iman) erkennen soll, Seiner Liebe (zu uns Menschen) mit seiner (Geschöpfes)-Liebe in Dienst und Anbetung (ubudiyet) entgegnen, während Er für Seine Güte (ihsanat) unsere Dankbarkeit und unseren Lobpreis (shukur ve hamd) von uns erwartet. Wer einen solchen Barmherzigen Allerbarmer (Rahman-i Rahiem) nicht anerkennen will und sich nicht darum bemüht, Ihn durch Dienst und Anbetung (ubudiyet) zu lieben, Ihn vielmehr verleugnet und auf diese Weise eine Art Feindschaft gegen Ihn hegt, der verdient mit Sicherheit wie ein Teufel in Menschengestalt, gleich einem kleinen Nimrod oder ein Pharao eine unendliche Strafe.

Das Elfte Wort heißt

وَ اِلَيْهِ الْمَصِيرُ

{"Und bei Ihm ist der (uns bestimmte letzte) Aufenthalt."}

Das aber heißt: Gerade so wie (die Menschen) dereinst zu Seinem Audienzsaal (daire-i huzur), in die Ewige Welt (alem-i baqi), das Jenseits (akhirah), das Haus der Ewigen Glückseligkeit (dar-i saadet) eingehen werden, so werden auch alle Geschöpfe im Universum (sich Ihm) zuwenden. Alle Ursachen sind wie eine Kette (silsilah), die in Ihm ihren Anfang nimmt und in Seiner Macht (qudret) verankert (istinad) ist. Und (diese Ursachen) dienen Ihm als

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ein Schleier über Seiner Verwaltung (tasarrufa). Um die Würde (izzet) und Majestät (hashmet) Seiner geheiligten Allmacht (qudret-i qudsi) zu wahren, sind alle äußerlichen Ursachen nur noch ein Schleier über ihnen. Bei der Erschaffung (idjad) (der Welt) haben sie keinerlei Einfluss. Wäre es nicht durch Seinen Befehl (emr) und Willen (irade), könnte sich kein Ding, ja noch nicht einmal ein Stäubchen bewegen.

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Erstens:

Gleich wie dieses Heilige Wort (qudsi kelime) bestätigt, werden wir, ebenso wie die Wahrheit (haqiqat) von der Wiederversammlung, dem Jenseits (akhirah) und dem Ewigen Leben (Hayat-i Baqiye), die eine so absolute und zweifelsfreie Tatsache (tahaqquq) ist, wie der kommende Frühling, jenen Beweis liefern, der zu einem vollkommenen Glauben führt, wobei wir uns auf das "Zehnte Wort" und den Anhang dazu, das "Neunundzwanzigste Wort", die "Fruchtabhandlung", die "Siebente Problemstellung" und das "Bittgebet (Dritter Strahl)" berufen können, sowie die Abhandlungen in der Risale-i Nur über den Glauben (iman). Sie haben diesen Pfeiler des Glaubens in der Tat (el-Haqq) mit unendlich vielen Zeugnissen auf eine solche Art beweisen können, dass sich das Jenseits so gewiss, wie es das Diesseits (dunya) gibt, als Gewissheit (tahaqquq) herausstellt und dadurch auch noch den hartnäckigsten Leugner (munkir) gezwungen, dies zu bestätigen.

Zweitens:

Ein Drittel des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, ist auf die Wiederversammlung und das Jenseits hin ausgerichtet und baut in all seinen Lehren (dava) darauf auf. Weil dies aber so ist, weisen alle Wunder und Zeugnisse, welche die Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) des Qur'an beweisen, zugleich auch auf die Existenz (vudjud) des Jenseits (akhirah) hin. Und so wie alle Wunder (mu'djize) und sämtliche Beweise das Prophetentum und die Wahrhaftigkeit Mohammeds, mit dem der Friede und Segen sei, bezeugen, so sind sie auch in

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gleicher Weise ein Zeugnis für die Wiederversammlung und das Jenseits (akhirah). Denn gerade so wie er, mit dem Friede und Segen sei, in seiner Person während seines ganzen Lebens den Schwerpunkt seiner Lehre immer wieder auf dem Jenseits (akhirah) begründete, so lehrten (dava) auch alle 124.000 Propheten, mit denen der Friede sei, ein Ewiges Leben (hayat-i baqiye) und eine immerwährende Glückseligkeit (saadet-i ebediye), verkündeten den Menschen diese Frohe Botschaft und bewiesen sie mit zahllosen Wundern (mu'djize) und unumstößlichen Beweisen. All ihre Wunder (mu'djize) und Zeugnisse beweisen sicherlich ihr Prophetentum und ihre Wahrhaftigkeit (sadiqiyet) und legen zugleich Zeugnis für das Jenseits (akhirah) und ein Ewiges Leben (hayat-i baqiye) als Hauptwerk und beständigem Schwerpunkt ihrer Verkündigung (dava) ab. In gleicher Weise bezeugen auch alle Beweise, welche die übrigen Pfeiler des Glaubens (erkan-i imaniye) bestätigen, dass eine Wiederversammlung stattfinden und dass sich das Haus der Glückseligkeit (dar-i saadet) öffnen wird.

Drittens:

Wäre es etwa möglich, dass der, welcher das Universum mit all seinen (kreisenden) Atomen und Planeten, Völkern und Gruppen erschaffen hat, um so Seine Vollkommenheit (kemalat), Seine Allmacht (qudret) und Seine Königsherrschaft (Rububiyet) offenbar (is'har) zu machen, der jedem Einzelnen (Seiner Geschöpfe) in vollkommener Weisheit (kemal-i hikmet) unaufhörlich eine Aufgabe (vazifah), ja selbst viele Aufgaben zuweist, der, um die zahllosen, ewigen Erscheinungsformen Seiner Namen darzustellen, Karawane um Karawane, ja selbst Welten nach sich erneuernden fahrenden Welten (dunya) und (viele) Arten von Geschöpfen (makhluqat) in das Gasthaus dieser Welt (alem) und den Ort der Prüfung für das Leben in dieser Welt (hayat-i dunya) aussendet, damit sie in der Welt der Bilder (alem-i mithal) die jenseitigen Lichtspiele und Abbilder (surah) der Fotos aus der Zwischenwelt (berzah) seien, sie Arbeiten (amel) und Aufgaben (vazifah)

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verrichten lässt und nach ihrer Entlassung andere Stämme und Karawanen und noch andere Arten von Welten (dunya) ins Feld schickt, die dahin strömen und ziehen, um an ihrem Platz ihre Aufgaben (vazifah) zu verrichten, um ein Spiegel der Erscheinungsformen Seiner Namen zu seien, (ja wäre es denn überhaupt möglich, dass) es bei diesem Meister in Seiner Majestät (Sani-i Dhu-l'Djelal), dem Schöpfer in all Seiner Schönheit (Khaliq-i Dhu-l'Djemal), bei Gott in Seiner Vollkommenheit (Allah-i Dhu-l'Kemal) nicht für das Menschengeschlecht, das Ihm, seinem Schöpfer (Khaliq) in dieser flüchtigen Welt (fani dunya) um all Seiner Absichten willen mit Bewusstsein und Verstand (akil) entgegentritt und seinen Schöpfer (Khaliq) mit all seinen Kräften (istidad) liebt und (dafür Sorge trägt, dass alle Menschen) einander lieben, Ihn erkennen und (dafür Sorge trägt, dass alle Menschen) einander kennen lernen, das Ihn in endlosen Gebeten (dua) um die Glückseligkeit (saadet) in einem beständigen Jenseits (beqa-i ahiret) anfleht, wenn ihm sein Verstand unendliches Leid verursacht, das von Ihm ein Ewiges Leben (hayat-i baqiye) ersehnt, das seiner ganzen Natur (fitrat), dem Geist (ruh) und seinen Fähigkeiten (istidad) nach die Freude selbst ist, nicht ein Haus der Entlohnung und des gerechten Ausgleichs, der Wiederversammlung und des Gerichtes offen stehen sollte? Keineswegs! Hunderttausendmal nie und keineswegs!

Da also nun (alle) diese Erläuterungen, Ausführungen und Zeugnisse sich in (den obigen) kurz zusammengefassten Hinweisen und auf glänzende, kraftvolle Weise auch in der Risale-i Nur wiederfinden, können wir uns hier damit begnügen, darauf hinzuweisen und damit diese so lange Abhandlung kurzerhand abzuschließen.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Kein Wissen haben wir, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Eine kurze Zusammenfassung der Suratu-l'Fatiha

Zweiter Teil der einen und einzigen Lektion, die ich gegeben habe, nachdem man mich in dieser Dritten Schule Josephs vorübergehend, d.h. nur für eine sehr kurze Zeit aus meiner Isolationshaft heraus in eine Gemeinschaftszelle verlegt hatte.

Dies ist kurz zusammengefasst ein Gedächtnisprotokoll der Lektion, die für die Nurdjus im Gefängnis gehalten wurde. Es war dies in etwa folgende:

Während ich die Ehrenwerte Fatiha betete, wurde ich, einen Tropfen aus ihrem Ozean und einen Blitz aus den sieben Farben ihrer Sonne zu erklären, durch die Fatiha in meinem Herzen ermahnt. Wir hatten tatsächlich schon einige recht schöne und wohltuende Anmerkungen aus diesem heiligen Schatz geschrieben, und zwar insbesondere über den Buchstaben ن "nun" in dem Wort نَعْبُدُ "na'budu" während einer vorgestellten Reise über einen Abschnitt aus dem Neunundzwanzigsten Brief, über die "Acht Symbole (Rumuz-u Semaniye)",

{deckungsgleiche Übereinstummungen im Schriftbild, die beim Lesen des Qur'an ins Auge fallen.}

die "Zeichen des Wunders (Isharat-ul I'djaz)" genannte Auslegung (tefthir) des Qur'an und andere Teile der Risale-i Nur. Doch fühlte ich mich in gewisser Weise dazu verpflichtet, von meinen Erwägungen während des Gebetes (namaz) nur die Hinweise auf die Pfeiler und Zeugnisse des Glaubens (iman), so wie sie der Qur'an so wunderbar zusammenfasst, in Form eines ganz kurz zusammengefassten Auszugs und in der Art und Weise des obigen ersten Teils niederzuschreiben. Ich verweise bei dem Wort

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen!"}

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auf zwei, drei Abhandlungen (risalah) in der (Risale-i) Nur und beginne mit اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ {"Lobpreis und Dank sei Gott!"}

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ
اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ...الخ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen! Lobpreis und Dank sei Gott, dem Herrn der Welten! Usw."}

Das erste Wort heißt:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ

{"Lobpreis und Dank sei Gott!"}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Das Antlitz der Erde, ja selbst das Universum ist angefüllt mit absichtsvollen (qasdi) {Anlage und Funktionsweise eines Euters und die Trennung von Milch und Blut in ihm sind wohlüberlegt und nicht zufällig.} Gnadengaben und Wohltaten (in'am ve ni'met), die in der Tat eine Quelle von Lobpreis und Dank (hamd ve shukur) im All sind, insbesondere für die reine, saubere, nahrhafte Milch, die den hilflosen Jungtieren (aus einer Quelle) gesandt wird, die zwischen Blut und Mist (hervorsprudelt); und genau so sind auch die freiwilligen Gaben (ihsan), Geschenke, die Gastmähler und die in Seiner Barmherzigkeit (merhamet) erwiesenen Ehren (ikram). Der Preis dafür ist das "im Namen Gottes (Bismillah)" am Anfang (des Gastmahls), das "Gott sei Lob und Dank (Elhamdulillah) am Ende (des Gastmahls) und die Empfindung der Großzügigkeit (ni'met) in dem Gastgeschenk (in'am) während des Empfangs und auf diese Weise seinen Herrn (Rabb) zu erkennen. Betrachte nun dich selbst, deinen Magen und deine Sinne! Wie viele Dinge und Geschenke (ni'met) benötigen sie doch!

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Sieh, welches Maß an Versorgung (rizq) und wohlschmeckenden Dingen sie erstreben! Vergleiche sodann alle Lebewesen (dhi-hayat) mit dir selbst! Das alles aber zeigt sonnenklar, mit wie viel grenzenlosem Lob und unendlichem Dank (hamd ve shukur) als Entgelt für diese allgemeinen Gnadengaben mit und ohne Worte (hal ve qal) zum Ausdruck gebracht wird, dass es mit großer, ja absoluter Sicherheit einen Allbarmherzigen Geber (Mun'im-i Rahiem) und die unumschränkte Herrschaft (Rububiyet) eines Lobpreis und anbetungswürdigen (Mabud-u Mahmud) Wesens (maudjudiyet) geben muss.

Das zweites Wort heißt:

رَبِّ الْعَالَمِينَ

{"Herr der Welten"}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Wir können in der Tat mit eigenen Augen sehen, dass es im Universum nicht Tausende, nein, Millionen Welten kleiner Universen gibt, die (kleinen Mikrokosmen) meistens in (den großen Makrokosmen). Und obwohl eine jede einzelne von ihnen anders organisiert (idare) ist und verschieden verwaltet (tedbir) wird, werden sie doch so vollkommen versorgt (terbiye), geführt (tedbir) und verwaltet (idare). So wird das gesamte Universum gleich einer einzigen Seite in jedem Augenblick erneuert und ausgetauscht und alle Welten gleich einer einzigen Zeile mit dem Stift der Macht (kalem-i qudret) und der Bestimmung (qader) niedergeschrieben. Innerhalb Seines grenzenlosen Herrschaftsbereiches (Rububiyet) werden mit unendlichem Wissen (ilim) und grenzenloser Weisheit (hikmet) und einer alles umfassenden Barmherzigkeit (rahmet) und Aufmerksamkeit diese Millionen von Welten (alem) und dahinströmenden Universen verwaltet (idare) und stellen so jederzeit und in jedem Augenblick, in ihrer Gesamtheit wie auch jede für sich die zahllosen und grenzenlos

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vielen Zeugnisse für den Herrn der Welten (Rabbul Alemin), der da notwendigerweise sein muss (vudjub-u vudjud) und Seine Allgegenwart (vahdet) nach der Anzahl aller Atome und nach der Anzahl der vorhandenen (maudjud) Welten dar, die aus diesen Atomen gebildet sind. Ein Mensch, der die Herrschaft (Rububiyet) dessen, der alles, von den Weiten der Atome, über das Sonnensystem und jene Galaxis, die man die Milchstraße nennt, und von der Zelle eines Körpers über jenen Vorratsspeicher, der unsere Erde ist, bis hin zum Universum in seiner Gesamtheit nach dem gleichen Gesetz (kanun), mit der gleichen (Macht) Seiner Herrschaft (Rububiyet) und der gleichen Weisheit (hikmet) lenkt und leitet (idare ve terbiye), nicht bestätigen, nicht wahrnehmen, nicht wissen und nicht sehen will, der verdient sicherlich eine unendliche Strafe und ist somit der göttlichen Barmherzigkeit (merhamet) nicht mehr würdig.

Das dritte Wort heißt:

اَلرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Er ist der Erbarmer, der Allbarmherzige."}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Die Anwesenheit und die Wahrheit (maudjudiyet ve haqiqat) von einem grenzenlosen Erbarmen (rahmet) im Kosmos ist in der Tat ebenso offensichtlich wie die Strahlen der Sonne. Mit der gleichen absoluten Sicherheit, mit der das Licht Zeugnis ablegt für die Sonne, bezeugt auch dieses weithin ausgedehnte Erbarmen (überall auf der Erde) wenn auch (oft wie) hinter einem Vorhang verborgen, das Erbarmen des Allbarmherzigen (Rahman-i Rahiem). Der bedeutendste Teil dieses Erbarmens (rahmet) ist in der Tat die Versorgung (rizq), die dem Allbarmherzigen (Rahman) die Bedeutung eines Versorgers (Rezzaq) verleiht. Was aber die Versorgung betrifft, so deutet sie so klar und offensichtlich auf einen

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allbarmherzigen Versorger (Rezzaq-i Rahim) hin, dass ein jeder, der auch nur über ein Karat Verstand verfügt, dies bestätigen muss. Zum Beispiel: Er sendet allem, was da lebt (dhihayat), vor allem aber und ganz besonders den hilflosen, (den Kindern) und Jungtieren überall auf der Erde und in der Luft auf geradezu wunderbare Weise und über alles (eigene) Können und Vermögen (ihtiyar ve iktidar) hinaus (Nahrung) in Form von Kernen, Tropfen einer Flüssigkeit und Körnern aus der Erde, die alle irgendwie einander ähnlich sind, (und bringt sie gleichsam wie) aus dem Nichts hervor. Er lässt sogar die kleinen, noch schwachen Vögel, solange sie noch nicht flügge sind und noch in ihrem Nest in der Krone eines Baumes hocken, ihre Mütter gleich Soldaten, die auf ihren Befehl warten, ausschwärmen (und Futter suchen) und es (rizq) ihnen bringen. Er unterwirft eine hungrige Löwin ihrem Jungen, sodass sie das Fleisch, über das sie verfügen könnte, nicht selber frisst, sondern ihr Junges damit füttert. Und den übrigen Jungtieren und den Babies der Menschen sendet Er, um ihnen damit zu helfen, angenehme, nahrhafte, reine, lautere, weiße Milch, gleich Kauthar-Wasser aus der Quelle ihrer Euter, ohne dass sie dabei von ihrem roten Blut und von (Kuh)-Mist verunreinigt wäre und versorgt sie so auch mit der helfenden Liebe (shefqat) ihrer Mütter. Auch lässt Er zu allen Bäumen, die ihre Art Nahrung (rizq) erheischen, auf eine ganz wunderbare Weise genau diese ihnen entsprechende Nahrung (rizq) eilen und in gleicher Weise versorgt Er in Seiner Güte (ihsan) auch die innerlichen Zentren des Menschen, die gleichfalls eine Art physischer wie psychischer Nahrung (rizq) erheischen, indem Er ihnen auf einem großen und weiten Tisch (sofra) Nahrung (rizq) für Verstand (aql), Herz (qalb) und Seele (ruh) bereitet. Es ist als bestünde das All aus Hunderttausenden ganz unterschiedlicher und völlig voneinander verschiedener Tische (sofra), {gemeint sind einfache Tücher} die wie die Blüten

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einer Rose oder Hüllblätter eines Maiskolbens übereinander liegen, sodass sie alle, für einen jeden, der nicht ganz und gar blind ist, mit soviel Zungen, wie es Tische und auf ihnen Speisen und (allerlei) Gaben (ni'met) gibt, und mit ebenso vielen ganz verschiedenen, universellen wie individuellen Sprachen auf den Einen Allbarmherzigen Ernährer (Rahman-i Rezzaq), den Allgütigen Erbarmer (Rahiem-i Kerim) hinweisen.

Wenn man also nun sagen wollte:

"Alle diese Katastrophen, Abscheulichkeiten und all das Böse in dieser Welt stehen im Gegensatz zu der alles umfassenden Barmherzigkeit (rahmet) Gottes und sind ein Schandfleck auf ihr",

so lautet die Antwort darauf:

Diese (in ihren Konsequenzen) dermaßen heikle Frage wurde in den Abhandlungen der Risale-i Nur, wie z.B. in der über das Vorherwissen Gottes (qadr) bereits vollständig beantwortet. Daher wollen wir uns hier mit dem folgenden kurzen Hinweis begnügen:

Alle (vier) Elemente, ein jedes nach seiner Art und alles Sein (maudjud), das universelle wie das individuelle, hat unendlich viele Aufgaben, und (die Erfüllung) einer jeden dieser Aufgaben bringt wiederum zahllose Ergebnisse als seine Früchte hervor. Ihre überwiegende Mehrheit ist heilsam, schön, gut und segensreich. Nur ein geringer Teil von ihnen kennt seine negativen Seiten, seine verkehrten Anschlüsse, verdient eine Strafe oder Züchtigung, (der größere aber) dient vielmehr dazu, viele fruchttragende Ähren hervorzubringen. Ein offensichtlich geringeres Übel ist die Hässlichkeit und wird als Unbarmherzigkeit angesehen. Wird aber ein Element, oder würde alles Sein (maudjud) daran gehindert, seine Aufgabe zu erfüllen, um im Namen der Barmherzigkeit (rahmet) dieses kleinere Übel zu vermeiden, so würde alles Gute und könnten alle übrigen schönen Ergebnisse nicht zustande kommen. Da aber die Abwesenheit des Guten schlecht ist und die Zerstörung der Schönheit Hässlichkeit ist, würde alles Böse,

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Hässliche und Erbarmungslose entsprechend der Anzahl solcher Ergebnisse geschehen. Das heißt also, dass hunderterlei Übel und Unbarmherzigkeiten sich fortsetzen würden, damit ein einziges Übel nicht geschieht, was aber der Weisheit (hikmet), dem Sinn (maslahat) und der Barmherzigkeit (merhamet) in der Herrschaft Gottes (Rububiyet) entgegengesetzt wäre. Wenn z.B. Schnee und Frost, Feuer und Regen in ihrer Art hunderterlei Weisheiten (hikmet) und Vorteile mit sich bringen, einige unaufmerksame, unvorsichtige (Leute) aber durch eine Fehlentscheidung sich selbst schädigen, indem sie z.B. ihre Hand ins Feuer halten und dabei sagen, dass sich in der Erschaffung des Feuers keine Barmherzigkeit (rahmet) fände, so würde all das zahl- und grenzenlose Gute des Feuers und all sein zweckdienlicher und barmherziger (merhamet) Nutzen sie Lügen strafen und sie dafür auf den Mund schlagen.

Zudem können selbstsüchtige Gelüste und niedrige, über alle Folgen hinwegsehenden Emotionen nicht als Kriterien, Maßstäbe oder Richtschnur für die Gesetze der Barmherzigkeit (rahmaniyet), der Herrschaft (hakimiyet) und der Regierung (Rububiyet) gelten, die den Kosmos durchströmen. So sieht man also (alle Dinge) entsprechend der Farbe seines Spiegels. (Ein Mensch) mit einem erbarmungslosen, schwarzen Herzen erblickt die Welt in ihrer weinerlichen, hässlichen, finsteren und ungerechten Gestalt. Betrachtet er sie aber mit den Augen des Glaubens, so kann er sie (in der Gestalt) eines riesigen Menschen bezeugen, gekleidet in 70.000 schöne Kleider, eines über dem anderen, genäht in aller Barmherzigkeit (rahmet), allem Guten und aller Weisheit (hikmet), gleich den Huris des Paradieses, die in 70 schöne Gewänder gekleidet sind, die immer lachen und erbarmungsvoll lächeln. (In dieser Welt, die einem riesigen Menschen gleicht) ist die Menschheit wie eine Welt im Kleinen und jeder einzelne Mensch gleich dessen verkleinertem Abbild, der mit Geist (ruh) und Seele ausruft:

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اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ ٭ اَلرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ مَالِكِ يَوْمِ الدِّينِ

{"Lobpreis und Dank sei Gott, dem Herrn der Welten, der am Tage des Gerichtes herrscht."}

Das vierte Wort heißt:

مَالِكِ يَوْمِ الدِّينِ

{"Er herrscht am Tage des Gerichtes."}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Erstens:

Am Ende des ersten Teils dieser Lektion (ders), worin alle Beweise dafür Zeugnis ablegen: وَ اِلَيْهِ الْمَصِيرُ {"Und bei Ihm ist der (uns bestimmte letzte) Aufenthalt."} dass die Wiederversammlung und das Jenseits (akhirah) ganz offensichtlich sind und desgleichen: مَالِكِ يَوْمِ الدِّينِ {"Er herrscht am Tage des Gerichts."} für den Glauben (iman) an die Wiederauferstehung und eine alles umfassende Wahrheit (haqiqat).

Zweitens:

Gleich wie es am Ende des Zehnten Wortes heißt, dass die Ewige Herrschaft (sermedi Rububiyet) des Schöpfers (Sanii), Sein Erbarmen (rahmet), Seine Weisheit (hikmet), Seine ewige und immerwährende Schönheit (edheli-ebedi djemal), Seine Majestät (djelal), Seine Vollkommenheit (kemal) und all die unendlich vielen Eigenschaften (sifatlar) und die Hunderten von Namen mit absoluter Sicherheit ein Jenseits verlangen, so zeugen auch der Qur'an mit seinen Tausenden von Ayat und seinen Beweisen, Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, und seine Hunderte von Wundern (mu'djizat) und Zeugnissen und alle Propheten (enbiya), mit denen der Friede sei, mit ihren himmlischen Büchern und Schriften und durch zahllose Belege für ein Ewiges Leben (hayat-i baqiye) in einer

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jenseitigen Wohnstatt (dar-i ahiret), sodass ein Mensch, der nicht daran glaubt sich noch in dieser Welt selbst in eine aus seinem Unglauben (kufr) entstehende innere Hölle (djehennem) stürzt und dort ewige Qualen leidet. Wie dies bereits in dem "Wegweiser für die Jugend" dargestellt wurde, regnen alle vergangenen und kommenden Zeiten, alle Geschöpfe und alle Welten durch ihren Zerfall und die Trennung von ihnen beständig unendlich viele Welten in ihren Geist (ruh) und ihr Herz (qalb) hinab, sodass sie, noch bevor sie zur Hölle hinabfahren, die Qualen der Hölle (djehennem) erleiden.

Drittens:

يَوْمِ الدِّينِ {"Tage des Gerichtes"} spielt mit diesem Hinweis auf dieses große und machtvolle Zeugnis der Wiederversammlung an. Doch in unserer augenblicklichen Lage (maqam) ist plötzlich ein Umstand (hal) eingetreten, welcher der Grund dafür ist, dass wir den (eigentlichen) Beweis auf eine andere Zeit verschieben mussten. Aber vielleicht ist das dann auch gar nicht mehr nötig. Denn es haben schon (verschiedene Abschnitte) der Risale-i Nur an Hand von Hunderten machtvoller Zeugnisse so sicher wie der Tag der Nacht und der Frühling dem Winter folgt bewiesen, dass der Morgen und der Frühling der Auferstehung und Wiederversammlung (heraufdämmern wird).

Das fünfte Wort heißt:

اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

{"Dich allein beten wir an und zu Dir allein flehen wir um Hilfe."}

Bevor wir auf das darin enthaltene Zeugnis (zu sprechen kommen), möchte ich aufgrund der Erläuterung im Neunundzwanzigsten Brief, kurz anführen, was mir auf einer visionären Reise (seyahat-i hayal) in meinem Herzen (qalb) deutlich geworden ist. Es ist dies wie folgt:

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Als ich einmal im Qur'an nach den Wundern (mu'djize) seiner Verkündigung suchte, wie sie in der Risale-i Nur, besonders in den "Zeichen des Wunderbaren (Isharat-ul I'djaz)", dem Buch der Kommentare (tefthir-i Nuriye), und in den "Acht Symbolen (Rumuz-u Semaniye)" erklärt worden sind, fand ich in den letzten Ayat der Sure "Fath" vier, fünf Wunder und Hinweise aus dem Verborgenen, ja in der Ayah

اَلْيَوْمَ نُنَجِّيكَ بِبَدَنِكَ

{"An jenem Tage werden wir dich in deinem Leibe retten." (Sure 10, 92)}

einem geschichtlichen Wunder, sogar in vielen Worten blitzartig aufleuchtende Wunder und wundersame Anmerkungen zu einigen (besonderen) Silben (harf). Und so tauchte denn einmal in meinem Herzen (qalb), während ich im Gebet (namaz) die Suratu-l'Fatiha rezitierte, um mich auf ein Wunder in dem arabischen Buchstaben ن «nun» (deutsch: "n") hinzuweisen, mit dem die Worte نَعْبُدُ, نَسْتَعِينُ {"wir beten an" (na'budu), "wir flehen um Hilfe" (nesta'in)} beginnen, die Frage auf: Warum sagen wir nicht einfach اَعْبُدُ, اَسْتَعِينُ {"ich bete an" ('abudu), "ich flehe um Hilfe" (esta'in)?} Warum also verwenden wir hier dieses ن «nun» der ersten Person Plural und bringen dadurch arabisch "wir" zum Ausdruck? Da ging mir plötzlich durch dieses ن «nun» hindurch das Tor zu einer visionären Reise weit auf. Und so verstand ich auf einmal dieses gewaltige Geheimnis, dieses große Verdienst des gemeinschaftlichen (djemaat) Gebetes (namaz) und ich sah und erkannte als ein Augenzeuge, dass in diesem einen einzigen Buchstaben ein Wunder sichtbar wird. Es ist dies folgendes:

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Ich sagte also damals während ich in der Bayezid Moschee zu Istanbul das Gebet (namaz) verrichtete:

اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

{"Dich allein beten wir an und zu Dir allein flehen wir um Hilfe."}

Dann blickte ich auf, und während die Gemeinde (djemaat) in dieser Moschee gleich mir (das gleiche Gebet) sprach, unterstützte sie mein Gesuch (dava) und schloss sich der Bitte (dua) اِهْدِنَا {"führe uns"} ganz und gar an. Und zugleich öffnete sich mir (eine Art) Vorhang und ich sah, wie alle Moscheen in Istanbul einer einzigen großen Bayezid Moschee gleich wurden. Und gleich mir sagten (sie alle):

اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

{"Dich allein beten wir an und zu Dir allein flehen wir um Hilfe."}

Sie unterschrieben (alle) mein Gesuch, meine Wünsche und Gebete (dua) und sagten «Amen» dazu. Und während sie (alle zusammen) für mich die Gestalt eines Fürsprechers annahmen, ging für mich auch in dieser inneren Schau (hayal) erneut ein Vorhang auf. Und ich sah, wie die ganze islamische Welt die Gestalt einer großen Moschee annahm. Darinnen bildete die Kaaba in Mekka den Mihrab. Alle Muslime nahmen zum Gebet (namaz) Aufstٌةung, bildeten um den heiligen Mihrab herum einen Kreis und rezitierten (gemeinsam):

اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ اِهْدِنَا

{"Dich allein beten wir an und zu Dir allein flehen wir um Hilfe. Führe uns!"}

Und jeder sprach im Namen aller die Gebete (dua) und die Bitte um Hilfe. So beteten sie miteinander,

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legten füreinander Zeugnis ab und nahmen einander zu Fürsprechern, während ich bei mir dachte: "Der Weg einer solch gewaltigen Gemeinschaft und was sie erstrebt, kann nicht falsch sein, und ihre Gebete können nicht zurückgewiesen werden. Sie wird die Einflüsterungen (vesvese) des Teufels zurückweisen." So bestätigte ich die augenscheinlich großen Verdienste (menfaat) des Gebetes (namaz) in der Gemeinschaft (djemaat) und wiederum öffnete sich mir ein Vorhang. Und ich sah, dass der ganze Kosmos gleich einer gewaltigen Moschee und darinnen alle Arten lebender Geschöpfe mit den unbelebten Formen Seiner Schöpfung (makhluqat) vereinigt zu einem einzigen gewaltigen Gebet (salat-i kubra), als Gemeinde (djemaat), in der ein jedes in seiner eigenen Art und Sprache oder durch sein ganzes Dasein (lisan-i hal) in wortloser Anbetung (ibadet) sein Gebet (namaz) zum Ausdruck bringt, um, ein jedes für sich, in einer großen und weiten Anbetung (ubudiyet) des Anbetungswürdigen in Seiner Majestät (Mabud-u Dhul'Djelal) und allumfassenden Herrschaft (Rububiyet) ein umfassendes Zeugnis abzulegen und Seine Einheit (tauhid) zu bestätigen, ihren Platz einzunehmen und so den Beweis für das gleiche Ergebnis zu erbringen. Und so öffnete sich mir plötzlich abermals ein neuer Vorhang. Und ich sah, wie dieser große Mensch, der der Kosmos ist, mit seinem ganzen Dasein (lisan-i hal) zum Ausdruck bringt:

اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

{"Dich allein beten wir an und zu Dir allein flehen wir um Hilfe."}

Und mit all den vielen Gliedern (die diesen Menschen bilden) in der Sprache seiner Natur (fitr) mit ihren Fähigkeiten und charakteristischen Merkmalen und mit allen mit Bewusstsein begabten Wesen (maudjudat) mit Worten:

اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

{"Dich allein beten wir an und zu Dir allein flehen wir um Hilfe."}

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sagt und so ihren Dienst und ihre Anbetung (ubudiyet) gegenüber dem allbarmherzigen (merhamet) Schöpfer (Khaliq) und Seiner Herrschaft (Rububiyet) erweisen, so bringen auch die Zellen, Organe und alle Sinne meines Körpers, gleich denen in den Körpern meiner Freunde in dieser gewaltigen Gemeinschaft (djemaat), die alle für sich einen winzig kleinen Kosmos bilden, in der Sprache ihres Daseins (lisan-i hal) mit ihrem Gehorsam (itaat) und mit all ihren Bedürfnissen gegenüber der Herrschaft (Rububiyet) ihres Schöpfers (Khaliq) zum Ausdruck:

اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

{"Dich allein beten wir an und zu Dir allein flehen wir um Hilfe."}

und zeigen so, dass sie in Übereinstimmung mit dem göttlichen Befehl und Willen (emir ve irade) handeln und in jedem Augenblick der Gnade (inayet) und des Erbarmens (rahmet) ihres Schöpfers (Khaliq) bedürfen. Und so wie ich voll Staunen das heilige Geheimnis (qudsi sirr) des Gebets (namaz) in der Gemeinschaft (djemaat) und das einzigartige Wunder (mu'djize) des ن «nun» wahrgenommen hatte und durch das Tor des ن «nun» eingetreten war, so verließ ich es nun wieder und sagte Elhamdulillah. Und so wurde es meine Gewohnheit, den Satz:

اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

{"Dich allein beten wir an und zu Dir allein flehen wir um Hilfe."}

stets im Sinne dieser drei Gemeinschaften (djemaat) mit ihren großen und kleinen Gefährten zu rezitieren. Somit haben wir nun diese Einführung beendet und kommen jetzt zu unserem eigentlichen Thema:

اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

{"Dich allein beten wir an und zu Dir allein flehen wir um Hilfe. Führe uns!"}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

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Erstens:

Wie wir mit unseren eigenen Augen sehen können, wie im gesamten Universum, besonders aber rund um die Erde im Verlauf einer beständigen (daimi), Ehrfurcht gebietenden Tätigkeit und in der schöpferischen Ordnung (faaliyet ve khallaqiyetin intizam) eine barmherzige (merhametkarane), lenkende und leitende (mudebbirane), absolute Herrschaft (rububiyet-i mutlaqa) jedem einzelnen der zahllosen Lebewesen (dhi-hayat) auf ihre Erwartung hin, ihre in Handlung, Haltung und in Worten geäußerten Bitten und Gebete mit einer vollkommenen Weisheit und Gnade (kemal-i hikmet ve inayet) tatkräftig zu Hilfe eilt und dadurch Seine absolute Gottheit (uluhiyet-i mutlaqa) und Seine universelle Anbetungswürdigkeit (ma'budiyet-i amme) in Erscheinung tritt und als Antwort auf die Gebete (ibadet) der gesamten Schöpfung, besonders aber der lebenden (Natur), und ganz besonders der Völker der Menschheit, die sie Ihm ihrer Natur (fitr) gemäß auf tausendfältige Weise willig darbringen, wie man dies mit gesundem Verstand und dem Auge des Glaubens (iman) beobachten kann und worüber uns auch alle vom Himmel herab geoffenbarten Erlasse (ferman) und die Propheten (enbiya) Nachricht gegeben haben.

Zweitens:

Wie bereits das ن «nun» in نَعْبُدُ {"Wir beten an."} in der obigen Einführung kennzeichnet, ist jede der drei Gemeinschaften (djemaat) und sind alle drei insgesamt, wie sie je nach ihrer Natur (fitr), jedoch auf ganz verschiedene Weise damit beschäftigt sind, willig ihren Dienst und ihre Anbetung (ibadet) darzubringen, ganz offensichtlich und ohne jeden Zweifel in sich selbst eine von Dank erfüllte Reaktion auf Seine Anbetungswürdigkeit (mabudiyet) und ein grenzenloses, zweifelsfreies Zeugnis (shehadet) für die Gegenwart (maudjudiyet) dieses Angebeteten Allheiligen (Mabud-u Muqaddes). Auch das ن «nun» in

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نَسْتَعِينُ {"flehen wir um Hilfe."} kennzeichnet den Hilferuf der oben erwähnten drei Gemeinschaften, ausgedrückt in ihrem Tun und in ihrer Haltung, und zwar jeder Gemeinschaft, von der Gesamtheit des Universums angefangen bis hin zur Gemeinschaft der Zellen und Atome eines Körpers, durch den sie ohne allen Zweifel in ihrer Erwartung und ihren Gebeten (dua) Zeugnis für den Einen ablegen, der ihnen voll Liebe (shefqat) zu Hilfe eilt, sie lenkt und leitet, ihre Gebete annimmt und sie erhört. So heißt es z.B. im Dreiundzwanzigsten Wort, dass die Annahme der drei Arten Gebete (dua) {Entfaltung, Versorgung, Rettung} der gesamten belebten wie unbelebten Schöpfung (makhluqat) auf der Erde überaus wunderbar und über alle Erwartung ist und so ein absolut sicheres Zeugnis (shehadet) für einen allbarmherzigen und allerhörenden Herrn (Rabb-i Rahiem ve Mudjib) ist. So wie wir also in der Tat mit unseren eigenen Augen sehen können, wie die Gebete (dua) aller Kerne und Körner, mit denen sie in der Sprache ihrer Entwicklungsfähigkeit ihren Schöpfer darum bitten, Bäume und Ähren zu werden, angenommen werden, so legt auch die Annahme der Gebete (dua) aller Tiere, wenn sie in der Sprache ihrer naturgegebenen Bedürfnisse (ihtiyadj-i fitri) von dem Einen (in Erfüllung) ihrer Wünsche (matlub) ihre Versorgung (rizq) und all das Lebensnotwendige ersehnen, was ihre Hände nicht erreichen können und außerhalb ihrer Möglichkeiten (iktidar) liegt, vor unseren eigenen Augen ganz offensichtlich Zeugnis (shehadet) für den Freigiebigen Schöpfer (Khaliq-i Kerim) ab, der (ihre Gebete) annimmt und Seiner einzigartigen lebenden wie unbelebten Natur (makhluqat) zur rechten Zeit voll Weisheit (hikmet) zu Hilfe eilt.

Ebenso legt im Vergleich mit den beiden obigen auch die wunderbare Annahme aller Arten mit Worten ausgesprochener (lisan-i qal)

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Gebete (dua), besonders der Propheten (enbiya), mit denen der Friede sei, und aller Gottesfreunde (havas) Zeugnis (shehadet) für den Beweis Seiner, (in der Bitte) وَ اِيَّاكَ نَسْتَعِينُ {"Zu Dir allein flehen wir um Hilfe!"} (zum Ausdruck gebrachten) Allgegenwart (vahdet) ab.

Das sechste Wort heißt:

اِهْدِنَا الصِّرَاطَ الْمُسْتَقِيمَ

{"Führe uns den rechten Weg!"}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

So wie unter den von einem Ort zu einem anderen Ort führenden Wegen in der Tat der kürzeste (Weg) der in die rechte Richtung weisende (Weg) und unter den von einem Punkt zu einem von ihm entfernten anderen Punkt gezogenen Linien diejenige die kürzeste ist, die vollkommen gerade verläuft, so ist auch unter den geistlichen, den innerlichen Wegen und Schulen des Herzens (kalbi meslek) der einzig richtige, in die rechte Richtung weisende (Weg), auch der kürzeste und einfachste (Weg). So weisen z.B. alle Überlegungen in der Risale-i Nur und die Gegenüberstellungen der Wege des Unglaubens (kufr) und des Glaubens (iman) mit absoluter Sicherheit darauf hin, dass der Weg des Glaubens und (die Bestätigung) der Göttlichen Einheit (tauhid) ein sehr kurzer, gerader, die rechte Richtung weisender und leichter (Weg) ist, der Weg des Unglaubens und der Verleugnung (kufr ve inkar) dagegen ein sehr langer, schwieriger und gefährlicher (Weg). Das aber heißt, dass in einem auf gerader, weisheitsvoller und in jeder Weise kurzer und leichter Bahn geführten Kosmos sicherlich eine Teilhaberschaft und Unglaube (shirk ve kufr) nicht wahrhaftig bestehen können, der Glaube (iman) und (die Bestätigung) der Göttlichen Einheit (tauhid) im Kosmos

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dagegen unentbehrlich und notwendig sind.

Zudem ist der angenehmste, vorteilhafteste, kürzeste und sicherste Weg menschlicher Moral (akhlaq) der die rechte Richtung weisende Pfad (sirat-i mustaqim) und seine Beibehaltung (istikamet).

Wenn also z.B. die Kraft des Verstandes (quvve-i aqliye) nicht der Weisheit (hikmet) des mittleren Weges (hadd-i vasat) folgt und jene einfache Orientierung (istikamet) verliert, die so verdienstvoll ist, so führt das entweder durch Übermaß (ifrat) oder durch Unzulänglichkeit (tefrit) zu einem nur negativen Geschwätz (djerbeze) und bösartiger Torheit und gerät auf ihren langen Wegen in allerlei Gefahren.

Und wenn die Kraft der Wut (quvve-i ghadabiye) nicht einer richtungweisenden Linie (hadd-i istikamet) sich mutig (schedja'at) (für eine gerechte Sache einzusetzen) folgt, so endet sie entweder in maßlosen Übertreibungen (ifrat) und äußerst gefährlichen, von Zorn erfüllten Unterdrückung und zugleich Überheblichkeit (tehevvure ve tedjebbure), oder aber in demütigender Unterlegenheit (tefrit) und schmerzlicher Feigheit und Furchtsamkeit , verliert jegliche Orientierung (istikamet), trägt dafür die Folgen ihrer Verfehlung und erleidet deshalb beständige Gewissensqualen (vidjdani bir adhab).

Und wenn die durchaus menschliche Kraft der Begierde (quvve-i sheheviye) von der sicheren Orientierung (selametli istikamet) abweicht und so die ehelichen Pflichten (iffet) verletzt werden, so führt dies entweder durch Übertreibung (ifrat) zu einer unheilvollen, schamlosen Ausschweifung (fudjur) und zur Unmoral (fuhsh), oder aber zu Potenzschwäche (tefrit) und Gefühlskälte und so verliert (jede sexuelle Empfindung) allen Genuss und jegliche Befriedigung, die in dieser Gabe (ni'met) liegt, was sich (letzten Endes) zur Qual (adhab) einer geistigen Krankheit auswächst.

Wenn man nun aber einen Vergleich anstellt, so ist im persönlichen Leben wie auch im öffentlichen Leben das gesunde Mittelmaß (istikamet) der verdienstvollste, einfachste und kürzeste von allen Wegen. Wer aber den die

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rechte Richtung weisenden Pfad (sirat-i mustaqim) verliert, dessen Wege sind unheilvoll, endlos lang und gefährlich.

Das aber heißt اِهْدِنَا الصِّرَاطَ الْمُسْتَقِيمَ {"Führe uns den rechten Weg!"} ist ein außerordentlich weites und umfassendes Gebet (dua), gleich einem Dienst, einer Anbetung (ubudiyet), und ein Hinweis auf das Zeugnis der Göttlichen Einheit (tauhid), und ein Unterricht in Ethik und Weisheit (ahlak ve hikmet).

Das siebente Wort heißt

صِرَاطَ الَّذِينَ اَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ

{"den Weg derer, denen Du huldvoll bist."}

Der darin enthaltene ganz kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Erstens:

Wer عَلَيْهِمْ {"denen"} sind, wird in der Ayah erklärt:

مِنَ النَّبِيِّينَ وَا لصِّدِّيقِينَ وَ الشُّهَدَآءِ وَ الصَّالِحِينَ

{"von den Propheten, den Getreuen, den Blutzeugen und den Wohltätern" (Sure 4, 69)}

Es handelt sich hier um die vier Klassen des Menschengeschlechts, welche die Gnade der Rechtleitung (istikamet ni'meti) empfangen haben. Als Anführer dieser verschiedenen Gruppen wird mit النَّبِيِّينَ {"Propheten"} auf Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, mit

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وَ الصِّدِّيقِينَ {"Getreuen"} auf Abu Baqr-i Siddiq, mit dem Gott zufrieden sein möge, und mit وَ الشُّهَدَآءِ {"Zeugen"} auf Omar, Osman und Ali verwiesen. Eine Kunde aus dem Verborgenen weist darauf hin, dass nach dem Propheten, mit dem Friede und Segen sei, und dem Getreuen, mit dem Gott zufrieden sein möge, Omar, Osman und Ali, mit denen Gott zufrieden sein möge, diese drei, sowohl Blutzeugen als auch Kalifen sein werden, was hier blitzartig ein Wunder beleuchtet.

Zweitens:

Die Wahrheit von der Göttlichen Einheit (haqiqat-i tauhid), welche diese vier höchsten, am besten rechtgeleiteten, getreuen Gruppen des Menschengeschlechtes seit den Zeiten Adams, mit dem der Friede sei, mit aller Kraft (quvvet) gelehrt und anhand ihrer geistigen Entdeckungen (keshfiyat) aller Art und mit zahllosen Beweisen, Wundern (mu'djize, keramet, delil) bekräftigt haben, und welche die Mehrheit aller Menschen bestätigt hat, ist mit absoluter Sicherheit so klar wie die Sonne. Mit ihren Hunderttausenden Beweisen ohne Zahl haben solche hervorragenden Führer der Menschheit ihre Rechtschaffenheit und Wahrhhaftigkeit (haqqaniyet) dargelegt und ihr Konsens und ihre Übereinstimmung in allen Dingen, die eines Beweises (musbet) bedürfen, wie der der Seinsnotwendigen Existenz (vudjub-u vudjud) und Einheit (tauhid) Gottes und Seiner Allgegenwart als Schöpfer (vahdet-i Khaliq), sind dafür ein derartiger Beweis, dass kein Zweifel daran mehr möglich ist. Ja, begehen etwa solche, die eine Wahrheit (haqiqat), welche die geradlinigsten (mustaqim), getreuesten (sadiq) und allgemein anerkannten Lehrer (murshid) und Führer (re'is) zur Vollkommenheit unter diesen vier Gruppen der Menschheit,

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welche die vorzüglichste Frucht der Schöpfung des Alls, Gottes Treuhänder (Kalif) auf Erden und durch ihre Begabung die vielseitigsten und erhabensten unter allen Lebewesen ist, und (welche diese vier Gruppen) mit ihrem Konsenz und in ihrer Übereinstimmung geglaubt und verkündigt und das ganze Universum mit der gesamten belebten wie unbelebten Natur (maudjudat) dafür angeführt haben und wovon sie in wissenschaftlicher (ilme l-yaqien), augenscheinlicher (ayne l-yaqien), ja einer, der Wahrheit gemäßen Sicherheit (haqqa l-yaqien) überzeugt waren und sich unerschütterlich zu ihr bekannt haben, nicht anerkennen wollen, ja sie sogar leugnen, nicht ein grenzenloses Verbrechen und verdienen sie dafür nicht eine unendliche Strafe?

Das achte Wort lautet:

غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ وَ لاَ الضَّآلِّينَ

{"nicht derer, denen Du zürnst und nicht derer, die in die Irre gehen."}

Der darin enthaltene kurze Hinweis auf den folgenden Beweis ist dieser:

Die Geschichte der Menschheit und die Heiligen Bücher verkünden in der Tat, gestützt auf allgemeine Überlieferungen (tevatur) und umfassende, absolut zuverlässige Berichte, in Übereinstimmung mit den Informationen und Beobachtungen von Zeitzeugen auf eindeutige und absolut zuverlässige Weise, wie den Propheten, mit denen der Friede sei, und welche die Leute des rechten Weges sind, bei Tausenden von Gelegenheiten auf ihre Bitte hin in wunderbarer Weise Hilfe aus dem Unsichtbaren zuteil wurde und sie genau das erhielten, worum sie gebeten hatten, wie jedoch zu gleicher Zeit bei Hunderten von Gelegenheiten der Zorn über die Gottesleugner kam, die ihre Feinde waren, und das Unglück vom Himmel her über ihre Köpfe herab regnete, was absolut zweifelsfrei zeigt, dass es über dem Universum und dem Menschengeschlecht darinnen einen weisen (Hakiem), gerechten (Adil), freigiebigen (Muhsin), gütigen (Kerim), ehrwürdigen (Aziz), unbesiegbaren (Qahhar)

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Herrn (Rabb) und Meister (Mutasarrif) gibt, der so vielen Propheten (nebi), wie Noah, Abraham, Moses, Hud und Salih, mit denen der Friede sei, auf so wunderbare Weise bei so vielen historischen und allgemein bekannten Ereignissen Sieg und Rettung verliehen und über Thamud, Ad und das Volk des Pharao und viele andere Tyrannen und Gottesleugner, als Strafe für ihre Auflehnung (isyan) gegen die Propheten noch in dieser Welt eine fürchterliche Strafe herabkommen ließ.

Seit der Zeit Adams, mit dem der Friede sei, finden sich in der Menschheit in der Tat zwei gewaltig große Strömungen, die aufeinander prallen. Die eine davon besteht darin, dass die Leute des Prophetentums (ehl-i nübüvvet = die Propheten), der Rechtschaffenheit (salahat) und des Glaubens (iman), indem sie dem rechten Weg folgen (istikamet), Gnade die Fülle (ni'met) und Glückseligkeit in beiden Welten (saadet-i dareyn) erlangen und dadurch, dass sie ihre Handlungen in Übereinstimmung mit der wahrhaftigen Schönheit des Universums, seiner Ordnung (intizam) und seiner Vollkommenheit (kemal) maßvoll und ausgewogen durchführen, dabei sowohl das Wohlwollen (lutuf) vom Herrn (sahib) der Welten als auch die Ewige Glückseligkeit beider Welten von Ihm erlangen, als auch durch die Glaubenswahrheiten sogar bis über die Ebenen der Menschen und Engel hinaus fortschreiten und so noch in dieser Welt (dunya) innerlich das Paradies und in jener Welt (akhirah) die Ewige Glückseligkeit (saadet) sowohl selbst erwerben, als auch andere erwerben lassen.

Was den zweiten Strom betrifft, der ja vom mittleren Weg (istikamet) abweicht, so verwandelt er den Verstand (aql) durch seine Übertreibungen (ifrat) und seine Unzulänglichkeiten (tefrit) in ein Gerät der Qual und ein Werkzeug, das die Leiden in sich sammelt. Er stürzt die Menschlichkeit (insaniyet) noch auf eine Stufe niedriger als die armen Tiere hinunter. Da er noch dazu für seine Ungerechtigkeiten hier auf Erden (dunya) eine Strafe göttlichen Zorns und die Ohrfeigen allen Übels empfängt,

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sieht er die Welt aufgrund seiner Verirrung und als der Verstand, der an sie gebunden ist, wie ein allgemeines Trauerhaus und ein wirres und abscheuliches Schlachthaus, in dem alle lebenden Wesen kopfüber in das Totenreich stürzen und versetzt somit Geist (ruh) und Gewissen in eine innerliche Hölle (manevi djehennem), selbst nur noch dazu geeignet, im Jenseits (akhirah) eine immerwährende Strafe zu erleiden.

So erteilt denn dieses Ende der Ehrenwerten Sure der Eröffnung (Fatiha-i Sherif)

اَلَّذِينَ اَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ ٭ غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ وَ لاَ الضَّآلِّينَ

{"denen Du huldvoll bist und nicht derer, denen Du zürnst und die in die Irre gehen"}

eine Lehre (ders) über diese beiden gewaltigen Strömungen. Und in der Risale-i Nur ist diese Ayah zugleich auch die Quelle, das Wesen und der Lehrer (Ustadh) aller Vergleiche. Da aber nun die Abhandlungen in der Risale-i Nur diese Ayah mit Hunderten von Vergleichen erläutern (tefthir), wollen auch wir hier nur kurz auf solche Erklärungen hindeuten und begnügen uns mit diesem Hinweis.

Das neunte Wort heißt:

اٰمِينَ

{"Amin"}

Hier nun ein kurzer Hinweis darauf:

Da nun einmal das ن "nun" in نَعْبُدُ {"wir beten an"} und نَسْتَعِينُ {"wir flehen um Hilfe"} uns diese drei gewaltigen Gemeinschaften (djemaat) vor Augen führt, besonders aber die Gemeinschaft der Gläubigen (muvahhidien)

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in jener Moschee, die die islamische Welt ist, und in der sich besonders z.Zt. des Gebetes (namaz) eine Gemeinschaft von Millionen einfindet, uns mitten unter sie führt und uns den Weg öffnet, an ihren Gebeten (dua) teilzunehmen, mit denen sie das, was wir sagen durch das, was sie sagen, bestätigen und wir also, wie durch ihre Fürsprache daran Anteil nehmen, so erfahren durch das Wort «Amen» auch wir und die Gemeinschaft der Gläubigen (djemaat-i muvahhid) und die Bitten der Beter (musallienin dualar) eine Hilfe und eine Unterstützug in unseren Gebeten (dava), wenn wir, begleitet durch ihre Fürsprache (shefa'at) und ihre geschätzte Hilfe mit einem «Amen» unsere Bitten vortragen und sich so unsere bescheidene Anbetung (ubudiyet), unser Gebet (dua) und unsere Bitten (dava) in eine allgemeine, weite und umfassende Anbetung (ubudiyet) verwandelt, sodass sie als eine Entgegennahme der ganzen, großen Herrschaft (Rububiyet) Gottes gilt. Das aber heißt, dass im Geheimnis (sirr) der Bruderschaft des Glaubens (uhuvvet-i imaniye) und ihrer Einheit im Islam (vahdet-i Islamiye) während eines jeden Gebetes (namaz) in dieser (großen) Moschee, die die islamische Welt ist (alem-i Islam mesdjidi), sich Millionen einzelne Beter einfinden, (deren «Amen») nach der «Fatiha» in Anbetracht des einigenden Bandes (rabita-i vahdet) dieser Gemeinschaft (djemaat) und mit Hilfe (einer Art) innerlichen Radiosenders in diesem «Amen» (von allen), eine Universalität und die Kraft von Millionen «Amen» gewinnen könnte.

Anmerkung:

Wenn also ein einfacher Mensch, von dieser heiligen Wahrheit (haqiqat) einem Dattelkern entsprechend seinen Anteil nimmt, so entnimmt ihr hingegen ein geistig (ruh) fortgeschrittener, bis zur Vollkommenheit (kamil) entwickelter (Mensch im Verhältnis dazu) einen Anteil gleich einer Dattelpalme. Wenn jedoch ein (geistlich) noch nicht so weit entwickelter Mensch (während des Gebetes) die «Fatiha» liest, so sollte er sich diese Bedeutungen nicht absichtlich in Erinnerung rufen, um

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Seine Gegenwart (hudhur) nicht zu stören. Sobald er zu einer (höheren) Stufe (maqam) fortgeschritten ist, werden sich diese Bedeutungen ihm ohnehin öffnen.

Eine kleine Zusatzfrage:

Wir haben unseren Lehrer nach der Bedeutung des Wortes "absichtlich" gefragt und schreiben hier zugleich auch seine Antwort auf:

Ich denke, dass man sich, während man sitzt (teshehhud) und während man die "Fatiha" betet, nicht absichtlich sondern vielmehr nur indirekt mit der ganzen breiten und hohen Bedeutung (der einzelnen) Worte beschäftigen sollte, um nicht (durch ein derart) ausführliches (Nachdenken) in eine Art Vergessen (ghaflah) der Göttlichen Gegenwart (hudhur) zu verfallen, sondern vielmehr durch einen kurzen und bündigen Gedanken die Unachtsamkeit (ghaflah) vertreiben und somit Bitte und Gebet (ubudiyeti ve munadjat) intensivieren sollte. Dies aber verweist deutlich auf den sehr hohen Wert des Gebetes (namaz), während wir (stehend) die «Fatiha» rezitieren oder uns niedersetzen (teshehhud). Was hier in dieser Anmerkung zum "Zweiten Teil" (der Abhandlung) mit "sich nicht absichtlich beschäftigen" gemeint ist: Sich selbst ausführlich mit derartigen Bedeutungen zu beschäftigen, lässt manchen darüber das ganze Gebet (namaz) vergessen, wodurch sogar die Göttliche Gegenwart (hudhur) geschmälert wird. Doch spüre ich, wenn ich nur auf eine indirekte und summarische Weise (bei dem Text) verweile, einen großen Segen.

Im Namen der Schüler der Risale-i Nur in der Dritten Schule Josephs

Gezeichnet: Djeylan

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

{"Lobpreis und Dank sei Gott, dem Herrn der Welten."}

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Kein Wissen haben wir, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَ بِهِ نَسْتَعِينُ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen." "Und bei Ihm flehen wir um Hilfe."}

Dritter Teil
Dritter Teil der einen und einzigen Lektion in dieser Dritten Schule Josephs

Einleitung

Nachdem ich auf einen inneren Befehl der «Fatiha» hin, mit dem Segen des اَشْهَدُ أَنْ لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ {"Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt, außer Gott."} bereits den (vorausgegangenen) Zweiten Teil geschrieben hatte, sehe ich mich nun durch die Worte des Satzes وَ أَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللّٰهِ {"und ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist.",} die ich während des Sitzens im Gebet (teshehhud) rezitiert hatte, durch einen inneren Befehl (ihtar) und durch das Licht der großen Ayah

هُوَ الَّذِٓى اَرْسَلَ رَسُولَهُ بِالْهُدٰى وَ دِينِ الْحَقِّ لِيُظْهِرَهُ عَلَى الدِّينِ كُلِّهِ وَ كَفٰى بِاللّٰهِ شَهِيدًا ٭ مُحَمَّدٌ رَسُولُ اللّٰهِ وَالَّذِينَ مَعَهُ أَشِدَّآءُ عَلَى الْكُفَّارِ رُحَمَآءُ بَيْنَهُمْ... الخ

{"Er war es, der euch Seinen Propheten sandte, mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit, aufgegangen über aller Religion. Und Gott genügt als Zeuge. Mohammed ist der Gesandte Gottes. Die mit ihm sind, sind streng mit den Ungläubigen, milde miteinander...usw."}

am Ende der Sure-i Fath, die fünf Wunder aus dem Verborgenen aufweist, dazu veranlasst, den dritten Teil zu

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schreiben, wofür es drei Gründe gibt, die mitzuteilen mir derzeit noch nicht erlaubt ist. Was die Erklärung (isahat) dieses Textes, die ausführlichen Erläuterungen (tafsilat) und die urkundlich erwähnten Zeugnisse dazu betrifft, so verweise ich hier auf die "Wunder Mohammads (Mu'djizat-i Ahmediye)", das Prophetentum Mohammeds betreffend, und die in arabisch (verfasste Abhandlung) "Ein Lichtschimmer (Hizb-i Nuri)" und werde hier nun mit nur drei ganz kurzen Hinweisen eine Quintessenz der "Hizb-i Nuri" geben, (und zwar in Verbindung) mit dem Wort der Göttlichen Einheit (kelime-i tauhid), wie ich es bei der täglichen Wiederholung der Gebete (tesbihat) getreulich immer in meinen Meditationen auf arabisch (tefekkur-u Arabi) gelesen (virdim) und als Zeugnis (shehadet) مُحَمَّدٌ رَسُولُ اللّٰهِ {"Mohammed ist der Prophet Gottes.} in Art einer Übersetzung im zweiten und dritten Hinweis niedergeschrieben habe.

Erster Hinweis:

Es war Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, der auf das Erscheinen der Göttlichen Herrschaft (tezahur-u rububiyet) dessen, der das All besitzt (kainat sahibi), seine urewige Gottheit (uluhiyet) und seine unendliche Güte (ihsanat) mit einem ebenso umfassenden Dienst und einer ebensolchen Anbetung (ubudiyet) reagierte und auf diese Weise für das All in gleich überwältigenderweise notwendig wurde, wie dies der Notwendigkeit der Sonne entspricht und so als der überragende Meister (ustad-i ekberi) des Menschengeschlechtes, der große Prophet, der Stolz der Welt (Fahr-i Alem) nach dem Hadith qudsi:

لَوْلاَكَ لَوْلاَكَ لَمَا خَلَقْتُ الْاَفْلاَكَ

{"Wenn nicht für Dich, wenn nicht für Dich, ja nicht erschaffen hätte Ich das All!"}

zum Ansprechspartner Gottes (hitab) wurde, indem sowohl durch seine mohammedanische Wahrheit (haqiqat-i Muhammediye),

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als auch, weil er der Grund zur Erschaffung der Welt (sebeb-i hilqat-i Alem) wurde, ihr Zweck und ihre vollkommenste Frucht, so auch durch die wahrhaftigen Vollkommenheiten (haqiqi kemalat) des Alls, welche die beständigen (baqi) Spiegel Seiner Ewigen Schönheit in Seiner Majestät (sermedi Djemil-i Dhul'djelal), die Erscheinungen Seiner Eigenschaften (sifat), die Werke Seiner von Weisheit erfüllten, zweckbestimmten Handlungen und seine so bedeutungsvollen Briefe sind und (den Keim) einer ewig bestehende Welt (alem) in sich enthalten und das Haus der Ewigen Glückseligkeit (dar-i saadet), nach dem alle mit Bewusstsein begabten Wesen verlangen, im Jenseits (akhirah) als Frucht in sich tragen und andere vergleichbare Wahrheiten (haqiqat), die alle insgesamt durch die mohammedanischen Wahrheiten (haqiqat-i Muhammediye) und das Prophetentum Ahmeds (Risalet-i Ahmediye), mit dem Friede und Segen sei, in Erfahrung gebracht (tahaqquq) werden, gleichwie das All dies und sein Prophetentum kraftvoll und absolut sicher bestätigt (shehadet), ebenso wie das Prophetentum Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, und die mohammedanischen Wahrheiten die starke und absolut zuverlässige frohe Kunde von einem Ewigen Leben (hayat-i baqiyeyi), um durch sie vor allem (die gesamte) islamische Welt, die gesamte Menschheit und alle lebenden Wesen, die immer und jederzeit in Liebe und Begeisterung (ashk ve shauk), mit ihrem ganzen Sein (mahiyet) und mit all ihren Kräften (quvvet), im Ausdruck all ihrer Fähigkeiten (istidadat), mit all ihren Gebeten, in Dienst und Anbetung (dua ve ibadet) bitten und flehen, vor der Hölle (djehennem) und der noch weit bittereren und fürchterlicheren Vernichtung (adem) im Nicht-mehr-sein, der ewigen Verdammnis und dem völligen Erlöschen (fena) zu retten, welche auf diese Weise ihre Unterschrift darunter setzen, dass er allen Anlass dazu gibt, der Stolz des Menschengeschlechtes und das edelste all seiner Geschöpfe zu sein, wobei, nach dem Grundsatz

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اَلسَّبَبُ كَالْفَاعِلِ {"Die Ursache ist dem Verursacher gleichzusetzen."}, zu allen Zeiten, was 300.000.000 Gläubige mit ihren Werken an Gutem und Schönem bewirkt haben, dem Buch der Guten Werke Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, gutgeschrieben wird, was so ist, als ob diese eine Persönlichkeit, Mohammed, mit dem Friede uns Segen sei), den Status (maqam) all der Anbetung und des Segens (ubudiyet ve fuyuzat) von Hunderten von Millionen, ja vielleicht sogar Milliarden (Menschen), die Gott anbeten (als stünde Er leibhaftig vor ihnen = muhsin), erlangt habe und so mit aller Kraft (quvvet) für das Prophetentum dieser Persönlichkeit, mit der Friede und Segen sei, Zeugnis (shehadet) ablegen und ihre Unterschrift daruntersetzen.

Zweiter Hinweis:

Ein Hinweis auf mehr als zwanzig Zeugnisse (shehadet), die ich in meinen täglichen Gebeten (virdim) stets wieder kontemplativ (tefekkur) betrachtet habe.

مُحَمَّدٌ رَسُولُ اللّٰهِ صَادِقُ الْوَعْدِ الْأَمِينُ بِشَهَادَةِ ظُهُورِهِ دَفْعَةً مَعَ اُمِّيَّتِهِ بِاَكْمَلِ دِينٍ وَ اِسْلاَمِيَّةٍ وَ شَرِيعَةٍ وَ بِاَقْوٰى اِيمَانٍ وَ اِعْتِقَادٍ وَ عِبَادَةٍ وَ بِاَعْلٰى دَعْوَةٍ وَ مُنَاجَاةٍ وَ دَعَوَاتٍ وَ بِاَعَمِّ تَبْلِيغٍ وَ اَتَمِّ مَتَانَةٍ خَارِقَاتٍ مُثْمِرَاتٍ لاَمِثْلَ لَهَا

{"Mohammed ist der Prophet Gottes, der mit dem Zeugnis seines In-Erscheinung-tretens ohne weitere Vorbereitung stets treu und vertrauenswürdig zu seinem Wort stand, zugleich mit einem vollkommenen Glauben, dem Islam und Seinem Gesetz, der, obwohl er ja eigentlich ungebildet war, doch erfüllt war von einem starken Glauben, voll Überzeugung, bereit zu seinem Dienst und zur Anbetung, (bereit) seinem Ruf zu folgen, zu Bittgebet, zur Belehrung des Volkes, zu letztendlicher Entschlossenheit, gesegnet mit einem wundersamen Erfolg, der nicht Seinesgleichen kennt."}

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Eine kurze Erläuterung (des obigen arabischen Textes) lautet in ihrer Übertragung, d.h. als ein Zeugnis für das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei:

Erstens:

Ein Zeugnis für sein Prophetentum, das aus seinen elf Kennzeichen und Charaktereigenschaften (hal) hervorgeht, ist das folgende: Obwohl er in der Tat des Lesens und Schreibens unkundig und in diesem Sinne völlig ungebildet war, hat er doch über vierzehn Jahrhunderte hinweg alle Gelehrten und Philosophen in Staunen versetzt und hat seine Religion unter den bisher offenbarten den ersten Platz erobert. So wie er Seine Religion, so plötzlich, so ohne jede Vorbereitung und ohne jegliche Vorkenntnis ins Leben rufen konnte, eine Fähigkeit (hal), die nicht ihresgleichen kennt, so ist es auch ohne Beispiel, dass die Islamiyet, die aus Seinen Worten, Taten und Fähigkeiten (hal) emporwuchs, zu allen Zeiten Geist (ruh), Seele (nefs) und Verstand (aql) von 300.000.000 Menschen unterrichtet, geschult und zu spirituellem Fortschritt gebracht hat.

Zudem kam er (zu den Menschen mit einem erneuerten) Gesetz (Scharia), was ein Ereignis (halet) ohne Beispiel ist, mit gerechten Anordnungen (kanun), die diese Persönlichkeit, mit der Friede und Segen sei, mit einem solchen Glauben (iman) und einer solchen Überzeugung vorgetragen hat, und die ein Fünftel der Menschheit vierzehn Jahrhunderte lang bei gleichzeitigem materiellem und spirituellem Fortschritt regiert haben, sodass alle Leute der Wahrheit (haqiqat) zu allen Zeiten einstimmig bestätigt haben, dass der Segen des Glaubens (iman), den sie von seiner Stufe empfangen haben, stets den höchsten und stärksten Grad erreichte, wobei der Widerspruch seiner zahllosen Gegner in damaliger Zeit ihm noch nicht einmal ein Körnchen Aufregung, Argwohn oder Zweifel verursachen konnte, was zeigt, dass die Kraft seines Glaubens (quvvet-i imaniye) ohne Beispiel, sein hoher, alles umfassender Glaube (iman) geradezu beispiellos war.

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Zugleich zeigte er dabei, dass er in seinem Dienst und in seiner Anbetung (ubudiyet ve ibadet), betrachtet man sie zu Beginn und an ihrem Ende, ohne dabei jemanden nachzuahmen, die subtilsten Geheimnisse (sirr) seines Dienstes erkannt und erfüllt hat und selbst noch in den Zeiten der größten Unruhen und Wirren in seinem Dienst, seiner Anbetung (ubudiyet) stets vollkommen geblieben ist, was eine Eigenschaft (hal) zeigt, die so unvergleichlich ist, dass er in seinen Gebeten, seinem Bitten und Flehen, dass er seinem Schöpfer (Khaliq) darbrachte, bis in heutige Zeit, selbst wenn man die Meinungen so vieler sammelt, nicht wieder erreicht werden konnte. Würde man also z.B. in dem Gebetbuch (munadjat) "Djaushanul'Kebir" tausend und einen Namen Gottes zu Hilfe rufen, so wird hier der Schöpfer (Khaliq) auf eine Weise beschrieben und dargestellt, die unvergleichlich ist, weswegen niemand ihn in seiner Erkenntnis Gottes (marifetullah) erreichen kann, sodass es in dieser Eigenschaft keinen Vergleich mit ihm gibt.

Und weiter rief er die Menschen mit einer solchen Entschlossenheit zum Glauben (din) und verkündete sein Prophetentum mit einem solchen Mut, dass, obwohl sein Volk, sein Onkel und alle die großen Staaten der Welt und die Anhänger der alten Religionen ihm alle entgegengesetzt waren, ja geradezu feindlich gegenüber standen, er nicht ein Körnchen Furcht vor ihnen zeigte, ja noch nicht einmal zögerte, sie herauszufordern und sich sogar gegen sie durchzusetzen, was gleichfalls eine seiner beispiellosen Eigenschaften (hal) ist.

So bilden denn hier für seine Aufrichtigkeit (sidqina) und sein Prophetentum die Gesamtheit dieser wunderbaren, beispiellosen acht Eigenschaften (hal) ein sehr mächtiges Zeugnis (shehadet) und zeigen diese Eigenschaften (hal), dass sein Ernst, seine innere Sicherheit, seine vollendete Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit (kemal-i sidqina ve haqqaniyet) in unendlichem Grade aus seiner innersten Überzeugung erwachsen. So erklärt denn die Welt des Islam an jedem Tag, jedes Mal,

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wenn sie sich zum Gebet niedersetzt (teshehhud) mit Millionen Zungen:

اَلسَّلاَمُ عَلَيْكَ اَيُّهَا النَّبِىُّ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Friede sei mit dir, oh Prophet! Mögen die Barmherzigkeit Gottes und Sein Segen über dir sein.",}

bezeugt so seinen göttlichen Auftrag (memuriyet) und bestätigt die frohe Kunde von der Ewigen Glückseligkeit, die er ihnen gebracht hat. Und so begegnet ihm denn die islamische Welt innerlich und begrüßt ihn: اَلسَّلاَمُ عَلَيْكَ اَيُّهَا النَّبِىُّ {"Friede sei mit dir, oh Prophet!"} voll Dankbarkeit (muteshekkirane) dafür, dass er ihnen einen sicheren Weg in jenes Ewige Leben (hayat-i baqiye) eröffnet hat, nachdem sich die ganze Menschheit mit so tiefer Liebe (ashk) und einem so gewaltigen, ihrer Natur und Veranlagung (fitr ve istidad) entsprechenden Verlangen gesehnt hatte, und heißt ihn im Namen von 350.000.000, ja vielleicht sogar Milliarden (von Gläubigen) willkommen.

Das zweite Zeugnis, das noch viele weitere Zeugnisse umfasst:

وَ بِشَهَادَةِ جَمِيعِ حَقَآئِقِ اَرْكَانِ الْاِيمَانِ عَلٰى تَصْدِيقِهِ

{"und mit dem Zeugnis aller Glaubenswahrheiten, die ihn bestätigen"}

Das aber heißt: Die Wahrheiten, Bestätigungen und Richtlinien (haqiqat ve tahaqquq ve haqqaniyet), welche von den sechs Grundpfeilern des Glaubens (iman) gestützt werden, bezeugen (shehadet) das Prophetentum und die Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, mit absoluter Sicherheit. Denn die Art und Weise, wie er als Prophet sein Leben spirituell gestaltete, bildet die Grundsubstanz seiner gesamten Botschaft und

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das Wesen seiner Sendung, und durch sie werden diese sechs Pfeiler geformt. Weil dies aber so ist, beweisen alle diese Zeugnisse, welche bestätigen, dass diese Grundpfeiler wahrhaftig (tahaqquk) sind, die Aufrichtigkeit (sadiqiyet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, und dass sein Prophetentum wahrheitsgemäß (haqq) ist. Und so wie der Beweis aller übrigen Pfeiler dafür, dass es wirklich und wahrhaftig (tahaqquk) ein Jenseits (akhirah) gibt, in der Fruchtabhandlung (Meyve Risalesi) und im Anhang zum Zehnten Wort erklärt wird, so bilden auch die Beweise eines jeden einzelnen Pfeilers zusammengenommen den Beweis für sein Prophetentum.

Das dritte, allgemeine Zeugnis(shehadet),das noch Tausende weitere Zeugnisse umfasst, (lautet):

وَ بِشَهَادَةِ ذَاتِهِ عَلَيْهِ الصَّلاَةُ وَ السَّلاَمُ بِاٰلاَفِ مُعْجِزَاتِهِ وَ كَمَالاَتِهِ وَ عُلُوِّ اَخْلاَقِهِ

{"Durch das Zeugnis dieser Persönlichkeit, mit der Friede und Segen sei, durch seine Tausende von Wundern (mu'djizat), seine Vollkommenheiten und durch seine erhabene Moral (akhlaq)"}

Das heißt: Diese Persönlichkeit, mit der Friede und Segen sei, war gleich der Sonne durch Tausende von Wundern und Vollkommenheiten, durch seine hohe Moral und edle Gesinnung (ahlaq) ein Beweis seiner selbst und ein besonders mächtiges Zeugnis für sein Prophetentum (risalet) und für seine Wahrhaftigkeit (sadiqiyet). So wie diese einzigartige Abhandlung (risalah) über die Wunder Mohammeds (Mu'djizat-i Ahmediye), mit dem Friede und Segen sei, in der Tat durch mehr als 300 zuverlässige Überlieferungen (naql-i sahih) beweist, hat diese Persönlichkeit, mit der Friede und Segen sei, die ausdrücklichen Ayat وَ انْشَقَّ الْقَمَرُ {"als der Mond gespalten wurde" (Sure 54, 1)} und

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وَ مَا رَمَيْتَ إِذْ رَمَيْتَ وَ لٰكِنَّ اللّٰهَ رَمٰى {"Und nicht du warst es, der geworfen hat, als geworfen wurde, sondern Gott hat geworfen." (Sure 8, 17)} entsprechend mit einem Finger seiner Hand den Mond in zwei Teile gespalten und entsprechend einer anderen zuverlässigen Überlieferung (naql-i sahih) nach allgemeiner Übereinstimmung aus den fünf Fingern eben dieser Hand Wasser gleich einem Brunnen sprudeln lassen, um seinem durstigen Heere von diesem Wasser zu trinken zu geben, was als ein Zeugnis (shahid) für ihn anerkannt wurde. Dergleichen wunderbare Dinge haben sich noch zwei Mal an anderen Orten ereignet. (Ein andermal) warf er mit dieser seiner Hand etwas Erde dem angreifenden feindlichen Heer entgegen, die dann einem jeden von ihnen in die Augen drang, wodurch die Angreifer in die Flucht geschlagen wurden. (Und wieder einmal) sagten kleine Steine in dieser seiner Hand, gleich Menschen die ihr Gebet (tesbih) rezitieren "Gepriesen sei Gott! (Subhanallah)". Dergleichen Hunderte, nach (Ansicht) der Erforscher der Wahrheit (ehl-i tahqiq) selbst Tausende von Wundern (mu'djizat), die anhand zuverlässiger Überlieferungen (naql-i sahih), und ein Teil von ihnen sogar nach allgemeiner Übereinstimmung, sowie sie in die Geschichte eingegangen sind, haben sich absolut sicher durch seine Hand ereignet. (Darüber hinaus) finden sich gleichermaßen bei ihm, und darin stimmen Freund und Feind gleichermaßen überein, ein guter Charakter und eine edle Gesinnung (ahlaq) in so hohem Grade,

dass alle

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Erforscher der Wahrheit (ehl-i tahqiq), die ihm in seiner Gefolgschaft nachgeeifert sind, Vollkommenheit (kemalat) erlangt und die Wahrheit (haqiqat) mit augenscheinlicher Sicherheit (ayne-l'yaqin) erreicht haben, übereinstimmend mit wahrheitsgemäßer Sicherheit (haqqa-l'yaqin) bestätigt haben, dass die Vollkommenheit (kemalat) in Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, ihren höchsten Grad erreicht hatte und die aus seinem Glauben (din) heraus in die Welt des Islam einströmenden Segnungen (fuyuzat) und die gewaltigen Wahrheiten (haqiqat) der Islamiyet seine wundersame Vollkommenheit (kemalat) beweisen. Das aber heißt, dass diese Persönlichkeit, mit der Friede und Segen sei, sicherlich in besonders glänzender, alles umfassender Weise Zeugnis (shehadet) für ihr Prophetentum abgelegt hat.

Das vierte Zeugnis(shehadet),das noch sehr viele weitere machtvolle Zeugnisse umfasst, (lautet):

وَ بِشَهَادَةِ الْقُرْاٰنِ بِمَا لاَ يُحَدُّ مِنْ حَقَآئِقِهِ وَ بَرَاهِينِهِ

{"Durch die Zeugnisse des Qur'an, die ohne Zahl sind, seine Wahrheiten und alle seine Beweise"}

Das heißt: Der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, bezeugt (shehadet) durch seine zahllosen Wahrheiten (haqiqat) und mit vielen Beweisen sein Prophetentum (risalet) und seine Wahrhaftigkeit (sadiqiyet). Durch (die Gebetsammlung) des Dhu-l'Fikar bestätigt, dass (der Qur'an) in vierzigfacher Hinsicht ein Wunder ist, über vierzehn Jahrhunderte (ein ganzes Zeitalter) erleuchtet hat, ein Fünftel des Menschengeschlechtes unverändert regiert hat, von jener Zeit an bis in unsere heutige alle seine Gegner herausgefordert hat, dass noch niemand es gewagt hat, etwas herbeizubringen, was auch nur einer seiner Suren ebenbürtig sein könnte, oder wie im Großen Zeichen (Ayetul Kubra) bestätigt wird, dessen sechs Aspekte lichtvoll sind und in die kein Zweifel eindringen kann und dessen sechs große Stufen (maqam) sich auf

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sechs unerschütterliche Wahrheiten (haqiqat) stützen und für die Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) des Qur'an unterzeichnen, wird er zu allen Zeiten von Hunderten von Millionen mit Liebe und Ehrfurcht (shauk ve hurmet) rezitiert und ist in seiner Heiligkeit mit jeder Minute in den Herzen seiner Rezitatoren (Hafidh) eingeschrieben, aus deren Zeugnis (shehadet) das Zeugnis und der Glaube (iman) der gesamten islamischen Welt hindurch sickert. Aus dieser Quelle strömt die gesamte Wissenschaft des Glaubens (ulum-u imaniye), so wie sie auch die alten himmlischen Bücher bestätigt und von allen Büchern und himmlischen Schriften im Geiste ihre Bestätigung erfährt. Der Ruhmreiche Qur'an (Qur'an-i Adhimush'shan) bestätigt und bezeugt mit all seinen Wahrheiten, Zeugnissen (haqiqat ve haqqaniyet) und Beweisen die Aufrichtigkeit (sadqina) und das Prophetentum (risalet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei.

Das fünfte, sechste, siebte und achte, allgemeine Zeugnis(shehadet):

وَ بِشَهَادَةِ الْجَوْشَنِ بِقُدْسِيَّةِ اِشَارَاتِهِ وَ رَسَآئِلِ النُّورِ بِقُوَّةِ دَلاَئِلِهَا وَ الْمَاضِى بِتَوَاتُرِ اِرْهَاصَاتِهِ وَ الْاِسْتِقْبَالِ بِتَصْدِيقِ اٰلاَفِ حَادِثَاتِهِ

{"Mit dem Zeugnis der 'Großen Rüstung (Djaushan)' und durch die Heiligkeit seiner Anspielungen, durch die Risale-i Nur und die Kraft ihrer Beweise, bei der Vergangenheit, der Übereinstimmung ihrer Zeichen einer kommenden Zeit und der Bestätigung durch Tausende von Ereignissen."}

Das heißt: Die "Große Rüstung (Djaushan-ul'Kebir)", die sowohl ganz offensichtlich als auch zeichenhaft auf 1001 Göttlichen Namen hin ausgerichtet und gewissermaßen aus dem Qur'an heraus entstanden ist, ist ein ganz wunderbares Gebetbuch, das den Gebetbüchern aller Gottkenner (arif), auch derer, die in der Erkenntnis Gottes (marifetullah) bereits fortgeschritten sind, überlegen ist und vor einem Kampf durch den Erzengel Gabriel mit den Worten: "Zieht eure Rüstung aus und legt statt dessen diese 'Rüstung (Djaushan)' an!" geoffenbart wurde und in welchem Gebetbuch (munadjat)

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die Erkenntnisse (haqiqat), die es enthält, und seine absolut zutreffenden (Beschreibungen) der Eigenschaften (tavsif) des Herrn (Rabb) Zeugnis (shehadet) für das Prophetentum (risalet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, ablegen und für seine Wahrhaftigkeit (haqqaniyet), so bezeugt auch die Risale-i Nur, die gewissermaßen aus dem Qur'an heraus gesickert und gleichsam ein Segen dieser (innerlichen) "Rüstung (Djaushan)" und aus ihr heraus geboren ist, mit ihren 130 Teilen gleich einem einzigen Beweis das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, unterrichtet (ders), dabei aber mit vernünftigen und logischen (aql ve mantik) Beweisen alle Wahrheiten über das Prophetentum (haqiqat) und selbst Dinge, die nach Ansicht der Philosophen weit davon entfernt sind, noch verständlich zu sein, auf einfache und ganz leicht verständliche (maqul) Weise, so als lägen sie (zum Greifen nahe) vor unseren Augen und bezeugt so auf umfassende Art und Weise, das Prophetentum (risalet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, und seine Wahrhaftigkeit (sadiqiyet).

So war auch die vergangene Zeit ein umfassendes Zeugnis (shahid) für sein Prophetentum, denn sehr viele Geschehnisse, die sich noch vor seinem In-Erscheinungtreten als Prophet (nubuvvet) ereignet hatten und als «irhasat (Vorzeichen)» bezeichnet werden, und Wunder (mu'djizat) der verschiedensten Art, die als übernatürliche Zeichen (harika) seines Kommens als Prophet gezählt werden und nach zuverlässiger allgemeiner Überlieferung von den Geschichtsschreibern und in den Büchern über das Leben des Propheten (siyer) berichtet werden, sind ein sehr sicheres Zeugnis für sein Prophetentum. Ein Teil von ihnen wird in den weiter unten angeführten Zeugnissen beschrieben, von anderen wird im Dhu-l'Fikar und in den Geschichtsbüchern auf zuverlässige Weise berichtet. Zum Beispiel: In der Zeit kurz vor der Geburt des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, regneten Steine aus den Klauen der Ebabil (eine Vogelart) auf die Köpfe

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der Soldaten Ebrehes herab, der gekommen war, um die Kaaba zu zerstören. In der Nacht der Geburt stürzten die Götzen in der Kaaba kopfüber herab, der Palast des Perserkönigs Chosro wurde zerstört und das Feuer der parsischen Feueranbeter, das tausend Jahre lang ununterbrochen gebrannt hatte, erlosch. Der Mönch Buheyra und Halime-i Sa'diye berichten zuverlässig, wie Wolken sein Haupt beschatteten. Und noch viele andere ähnliche Überlieferungen (hadith) gaben bereits Kunde von seinem Prophetentum, noch ehe bevor es als solches in Erscheinung trat (nubuvvetinden nubuvvetini).

Auch gibt es über die Zukunft, also die Zeit nach seinem Tode, sehr viele (Voraussagen über) Ereignisse (hadith), über die er berichtet hat und viele Prophezeiungen. Da wären zunächst einmal die Berichte aus dem Verborgenen über sein Haus (Al-i Beyt), seine Gefährten (ashabi) und die Siege des Islam, die in dem Band über die Wunder Mohammeds (Mu'djizat-i Ahmediye) aus dem Dhu-l'Fikar berichtet werden, sowie die wortgetreuen Berichte über achtzig Ereignisse, die zuverlässig überliefert worden sind, wie z.B. die Ermordung (shehid) von Hz. Osman, mit dem Gott zufrieden sein möge, während er den Qur'an las, oder von Hz. Hüsseyin, mit dem Gott zufrieden sein möge, der bei Kerbela fiel, die Eroberung von Damaskus, von Persien und von Konstantinopel, das Reich der Abbassiden (749-1258) in Bagdad und wie es von Dschingis Khan und Hulagu erobert und zerstört worden ist. So gibt es etwa achtzig solcher Berichte aus dem Verborgenen, die zuverlässig überliefert wurden und die in den Geschichtsbüchern und Biographien ausführlich beschrieben wurden (und dann später von Ustadh in seinem «Dhu-l'Fikar») übernommen worden sind. Das aber heißt, dass viele Prophezeiungen sehr vieler kommender Ereignisse und die Zukunft, welche die Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) Mohammeds beweisen, mit dem Friede und Segen sei, ebenso auch in kraftvoller und umfangreicher Weise das Prophetentum (risalet) Mohammeds, mit dem Friede

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und Segen sei, und seine Aufrichtigkeit (sadiqiyet) bezeugen (shehadet).

Neuntes, zehntes, elftes und zwölftes Zeugnis, auf das der folgende Text hinweist:

وَ بِشَهَادَةِ الْاٰلِ بِقُوَّةِ يَقِينِيَّاتِهِمْ فِى تَصْدِيقِهِ بِدَرَجَةِ حَقِّ الْيَقِينِ وَ الْاَصْحَابِ بِكَمَالِ اِيمَانِهِمْ فِى تَصْدِيقِهِ بِدَرَجَةِ عَيْنِ الْيَقِينِ وَ الْاَصْفِيَآءِ بِقُوَّةِ تَحْقِيقَاتِهِمْ فِى تَصْدِيقِهِ بِدَرَجَةِ عِلْمِ الْيَقِينِ وَ الْاَقْطَابِ بِتَطَابُقِهِمْ عَلٰى رِسَالَتِهِ بِالْكَشْفِ وَ الْمُشَاهَدَاتِ بِالْيَقِينِ

{"Durch das Zeugnis seiner Familie aus der Kraft ihrer Gewissheit, mit der sie ihn im Grade einer der Wahrheit entsprechenden Sicherheit bestätigen, seiner Gefährten aus der Vollkommenheit ihres Glaubens, mit der sie ihn im Grade augenscheinlicher Sicherheit bestätigen, der Geläuterten (= Theologen) aus der Macht ihrer Erforschungen, mit der sie ihn im Grade wissenschaftlicher Gewissheit bestätigen und der Pole (Qutub) aufgrund ihres Studiums seines Prophetentums und der Gewissheit ihrer geistigen Entdeckungen und Schauungen."}

Das heißt: das neunte unter den umfassenden Zeugnissen für die Aufrichtigkeit (sadiqiyet) und Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, ist folgendes:

Neuntens:

عُلَمَآءُ اُمَّتِى كَأَنْبِيَآءِبَنِى اِسْرَآئِيلَ

{"Die Gelehrten meiner Gemeinde sind gleich den Propheten der Söhne Israels."}

Die großen Heiligen (auliya), aus der Familie Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, Ali, Hassan und Husseyn, sowie die zwölf Imame aus der Familie des Hauses (möge Gott mit ihnen allen zufrieden sein!), durch die dieses Geheimnis offengelegt wurde und über die, gleichermaßen wie über die Familie Abrahams, mit dem der Friede sei, (täglich) die Segensgebete gesprochen werden,

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sowie Ghaus-i Adham, Ahmed-i Rufai, Ahmed-i Bedewi, Ibrahim-i Dessuki und Abu-l Hassan-i Shazelie (möge Gott ihre Geheimnisse heiligen!) und dergleichen Pole (Qutub) und Imame setzen mit ihrem Zeugnis für das Prophetentum, übereinstimmend, in der Überzeugung ihrer, der Wahrheit entsprechenden Gewissheit (haqqa l-yaqien), durch ihre geistlichen Entdeckungen und Schauungen (keshfiyat ve mushahedat) und anhand ihrer wunderbaren Unterweisungen (irshadat) und Wundertaten (keramet), die sie in ihrer Gemeinde gezeigt haben, ihre Unterschrift unter ihren Glauben an die Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) und Aufrichtigkeit (sadiqiyet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei.

Zehntens:

Nach den Propheten (enbiya) sind die Sahabis Menschen, die am meisten verehrt werden und die höchste Stufe einnehmen. Auch wenn sie ungebildete Nomaden waren, haben sie doch in ganz kurzer Zeit im Lichte Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, (die Erde) von Ost nach West gerecht regiert, Weltreiche erobert und sind gegenüber diesen fortschrittlichen, wissenschaftlich und politisch gebildeten und kultivierten Nationen als Lehrer, Diplomaten und gerechte Richter aufgetreten und haben so dieses Zeitalter zu einem glücklichen Zeitalter gemacht. Nachdem sie jeden Aspekt des Verhaltens Mohammeds, mit dem Frieden und Segen sei, genau untersucht und kritisch betrachtet hatten, gaben sie aufgrund all der vielen Wunder, die sie als Augenzeugen miterlebt hatten, ihre alten Feindseligkeiten und die früheren Gebräuche ihrer Vorväter auf, und viele unter ihnen, wie Khalid Ibn-i Velid und Ikrime Ibn-i Ebu Djehil kehrten der Anhängerschaft, der Sippe und dem Stamm ihrer Väter vollständig den Rücken, nahmen die Islamiyet mit ihrem Herzen und mit ganzer Seele (ruh) in großer Opferbereitschaft an und so bildet ihr Glaube (iman) an die Aufrichtigkeit (sidiqiyet) und das Prophetentum (risalet) Mohammeds, mit dem Frieden und Segen sei, im Grade einer augenscheinlichen Gewissheit (ayne l-yaqien) ein unerschütterliches und allumfassendes Zeugnis.

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Elftens:

Alle Rechtsgelehrten (mutschtehid), Imame und Wissenschaftler (allam), die man als die Geläuterten und Getreuen (asfiya ve siddiqien) bezeichnet, auch Philosophen, wie Ibn-i Sina und Ibn-i Rushd und dergleichen Tausende Forscher, legen auf verstandesgemäße und logische Weise und ein jeder entsprechend seiner eigenen Fakultät (meslek) ohne Zweifel mit Tausenden von Zeugnissen und gestützt auf absolut zuverlässige Beweise im Grade ihrer wissenschaftlichen Gewissheit (ilme l-yaqien) ein so umfassendes Zeugnis für ihren Glauben an das Prophetentum (risalet) und die Aufrichtigkeit (haqqaniyet) Mohammeds ab, mit dem Frieden und Segen sei, dass niemand, der nicht über die Intelligenz aller von ihnen verfügte, dagegen auftreten kann.

So ist denn eines der zahllosen Zeugnisse in dieser unserer Zeit die Risale-i Nur, der gegenüber sich die Leugner (munkir) als völlig hilflos empfinden, weshalb sie denn auch die Polizeibehörden und den Justizapparat in die Irre zu führen und (die Risale-i Nur) mit Hilfe der Gerichte zum Schweigen zu verurteilen versuchen.

Zwölftens:

Während sie sich selbst noch seelisch fortentwickelten, veranlassten die Forscher und Kenner der Wahrheit (ehl-i tahqiq ve haqiqat), die man die Pole (Qutub) nennt, und von denen ein jeder einen bedeutenden Teil aus der jeweiligen Gemeinde in der islamischen Welt in den Kreis seiner Schüler mit hinüber zog und ihn durch seine außergewöhnliche Führung (irshad) und durch seine Wunder (keramet) dazu veranlasste, sich geistig weiter zu entwickeln, wobei sie sich weniger auf Beweise stützten als vielmehr auf innere Schauungen, wobei sie im Wege ihres geistlichen Fortschritts das Prophetentum (risalet) und die Aufrichtigkeit (sadiqiyet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, auf der höchsten Stufe der Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) entdeckten und schauend erkannten. Ihr übereinstimmendes und stillschweigendes Zeugnis für sein Prophetentum stellt ihre Unterschrift in der Weise dar, dass keiner diese Unterschrift jemals wieder löschen könnte, selbst wenn er den gleichen Grad der

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Vollkommenheit erreicht haben sollte, wie ein jeder von ihnen.

Dreizehntes Zeugnis:

Besteht aus vier umfangreichen, umfassenden und gesicherten Beweisen.

وَ بِشَهَادَةِ الْاَزْمِنَةِ الْمَاضِيَةِ بِتَوَاتُرِ بَشَارَاتِ الْكَوَاهِنِ وَ الْهَوَاتِفِ وَ الْعُرَفَآءِ فِى الْاَدْوَارِ السَّالِفِينَ وَ بِمُشَاهَدَةِ بَشَارَاتِ الرُّسُلِ وَ الْاَنْبِيَآءِ وَ بِشَهَادَتِهِمْ وَبَشَارَتِهِمْ عَلَيْهِمُ السَّلاَمُ بِرِسَالَةِ مُحَمَّدٍ عَلَيْهِ الصَّلاَةُ وَ السَّلاَمُ فِى الْكُتُبِ الْمُقَدَّسَةِ

{"Durch das Zeugnis vergangener Zeiten und die Übereinstimmung der Wahrsager in der Bestimmung des richtigen Zeitpunktes, die Stimmen der unsichtbaren Geister (Havatif), der Gotteskenner (Arif) alter Zeiten, durch das Zeugnis der Propheten und Botschafter Gottes, mit denen der Friede sei, und ihrer Verkündigung in den Heiligen Schriften und durch die frohe Botschaft Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei."}

Wir wollen uns nun hier auf eine kurze Erläuterung des obigen Textes beschränken, denn es gibt bereits im «Dhu-l'Fikar» eine vollständige Erklärung mit Beweisen am Ende (der Abhandlung) über die "Wunder Mohammeds (Mu'djizat-i Ahmediye)".

Das heißt: Es wurde bereits wiederholt und völlig eindeutig darüber berichtet, und auch als eine durchaus zuverlässige Überlieferung, teilweise in allgemeiner Übereinstimmung in die Bücher über die Geschichte (tarih), das Leben des Propheten (siyer) und die Hadithe aufgenommen und bestätigt, dass in alter Zeit von den berühmtesten, namenhaften Persönlichkeiten der Menschheit, vor allem unter den Propheten, Gotteskennern und Wahrsagern, aber auch unter den Stimmen der unsichtbaren Geister (Havatif), das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, und seine Ankunft anhand gewisser Vorzeichen (irhasat) übereinstimmend vorausgesagt wurde. Weil aber nun jener Teil, der die kräftigsten und zuverlässigsten unter den Tausenden von Berichten

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bereits in den Abhandlungen (risalah) über die "Wunder Mohammeds (Mu'djizat-i Ahmediye)" ausführlich erläutert worden ist, wollen wir hier nur noch kurz darauf hinweisen und erklären, dass sich unter den Hunderten offenbarter Verse (Ayah) der Gesandten Gottes in den Heiligen himmlischen Schriften über das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, in der Thorah, den Psalmen und den Evangelien zwanzig Verse unter denen, die ganz besonders eindeutig sind, im "Neunzehnten Brief" wiederfinden. Obwohl Christen und Juden vieles verfälscht haben, wurden dennoch hundert Verse über das Prophetentum Mohammeds (nubuvvet-i Ahmediyeyi) von Hüseyn-i Djisri in seinem Buch niedergeschrieben. Was aber die Wahrsager betrifft, unter ihnen vor allem Shiqq und Satih, die mit Hilfe von Dschinnen und anderen Geistern (ruhani) Nachrichten aus dem Unsichtbaren durchgaben und heutzutage als Medien bezeichnet werden, so haben sie nach allgemeiner Übereinstimmung klar und eindeutig vorausgesagt, dass ein Prophet kommen und das Reich der Perser {634, also nur zwei Jahre nach dem Tode des Propheten!} stürzen werde. Dabei wurde wiederholt ausgesagt, dass kein Zweifel mehr daran besteht, dass er bald im Hidjas auftreten werde.

Auch Ka'b Ibn-i Lüey, einer der Gottesgelehrten und Vorväter des Propheten und noch viele andere Freunde und Kenner Gottes (auliya ve arif) jener Zeit, wie die Herrscher des Yemen und Abessiniens, unter ihnen Seyf Ibni Zieyezen und Tubba' haben klar und deutlich das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, vorausgesagt und in ihren Liedern besungen. Die wichtigsten und zuverlässigsten unter ihnen finden sich im "Neunzehnten Brief". Einer der Könige (jener Zeit) sagte sogar: "Ich möchte lieber Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, Diener sein, statt (noch länger) dieses Reich hier zu regieren." Ein anderer von ihnen sagte:

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"Wenn ich nur noch lange genug leben könnte, ich würde ihn mir als meinen Onkel {Ausdruck des Respekts (A.d.Ü.)} wünschen." D.h. ich möchte gerne, gleich Hazret-i Ali, sein Wesir und ergebenster Diener sein. Doch wie dem auch sei: Die Geschichtsschreiber und Biographen (seiner Zeit) haben alle diese Berichte überliefert und somit ihre Unterschrift unter das starke und umfassende Zeugnis der Gottesgelehrten für das Prophetentum (risalet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, und seine Aufrichtigkeit (sadiqiyet) gesetzt.

In ähnlicher Weise haben, gleich wie die Gotteskenner und Wahrsager das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, (vorausgesagt haben), und auch die "Hatif" genannten Geister (ruhani), deren Stimmen man hört, deren Gestalt man aber nicht sieht, in ganz klarer Weise die Sendung Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, verkündigt, haben viele Boten, ja sogar die den Götzen dargebrachten Opfergaben, die Götzen und die Grabsteine von seiner Sendung berichtet und ihre Unterschrift unter sein Prophetentum und seine Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) gesetzt und in der Sprache der Historiker bezeugt.

Das vierzehnte Zeugnis weist mit dem folgenden arabischen Abschnitt auf das starke Zeugnis des Universums hin:

وَ بِشَهَادَةِ الْكآئِنَاتِ بِغَايَاتِهَا وَ بِالْمَقَاصِدِ الْاِلٰهِيَّةِ فِيهَا عَلَى الرِّسَالَةِ الْمُحَمَّدِيَّةِ الْجَامِعَةِ بِسَبَبِ تَوَقُّفِ حُصُولِ غَايَاتِ الْكَآئِنَاتِ وَا لْمَقَاصِدِ الْاِلٰهِيَّةِ مِنْهَا وَ تَقَرُّرُ قِيْمَتِهَا وَ وَظَآئِفِهَا وَ تَبَارُزِ حُسْنِهَا وَ كَمَالِهَا وَ تَحَقُّقِ حِكَمِ حَقَآئِقِهَا عَلَى الرِّسَالَةِ الْاِنْسَانِيَّةِ لاَسِيَّمَا عَلَى الرِّسَالَةِ الْمُحَمَّدِيَّةِ اِذْ هِىَ الْمُظْهِرَةُ وَ الْمَدَارُ الْاَتَمُّ لَهَا وَ لَوْلاَهَا لَصَارَتْ هٰذِهِ الْكَآئِنَاتُ الْمُكَمَّلَةُ وَ الْكِتَابُ الْكَبِيرُ ذُو الْمَعَانِى السَّرْمَدِيَّةِ هَبَآءً مَنْثُورًا مُتَطَايِرَةَ الْمَعَانِى مُتَسَاقِطَةَ الْكَمَالاَتِ وَ هُوَ مُحَالٌ مِنْ وُجُوهٍ وَ جِهَاتٍ

{"Durch das Zeugnis des Alls für das allumfassende Prophetentum Mohammeds durch das, was es beabsichtigt, und das Ziel, das Gott ihm gesetzt hat, durch den Grund für die Abhängigkeit des Entstehens von Ziel und Zweck des Alls, die Gott in ihn hineingelegt hat, durch die Beständigkeit seines Wertes und seiner Aufgaben, im Sichtbarwerden seiner Schönheit und seiner Vollkommenheit, in der Verwirklichung aller Weisheiten seiner Wahrheiten von der Botschaft an die Menschheit, besonders aber der Botschaft Mohammeds, wodurch es zu einem vollkommenen Mittel und Anlass zu seiner Erscheinung wurde. Wäre es nicht um ihretwillen gewesen, dieses vollendete All, dieses Große Buch wäre für nichts gewesen und seine Ewige Botschaft wie Staub verweht, ohne einen Sinn verflogen, seine Vollkommenheit zerfallen, was jedoch in jeder Hinsicht eine unmögliche Vorstellung wäre."}

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Im "Großen Zeichen (Ayet-ul Kubra) wird der obige Text folgendermaßen ausgelegt:

Wie dieser Kosmos ein Beweis ist für den Baumeister, Schreiber und Dekorationsmaler, der ihn schuf, lenkt und leitet und über ihn verfügt wie über ein Schloss, das Er geplant, oder ein Buch, das Er verfasst, oder ein Museum, das Er entworfen hat, oder über ein Theater, über das Er Regie führt, so ist er zugleich auch ein Beweis für das Bedürfnis, ja für die Notwendigkeit eines Schlossverwalters, eines Buchverlegers, eines Museumsleiters, eines Forschers, eines Gelehrten, eines zuverlässigen Lehrers, der das Wissen über die Absichten Gottes bei der Erschaffung der Welt hat und vermitteln soll und der unabdingbar da sein muss, um die Weisheit des Herrn über allem Wechsel zu lehren, der darüber belehren soll, welchem Zweck alle diese weisungsgemäßen Bewegungen dienen, der Wesen und Bedeutung allen Seins und die in ihnen verborgene Vollkommenheit aufzeigen soll, und der auf diese furchterregenden Fragen antworten soll: "Woher kommen (alle lebenden Wesen)? Und wohin

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gehen sie? Und warum kommen sie hierher? Und warum bleiben sie nicht länger, (sondern) gehen wieder?" und der den Sinn des großen Buches erklären soll. So bezeugt denn (der Kosmos) auf eine machtvolle und allumfassende Art mit Sicherheit die Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, der seine Aufgaben in höherem Maße als alle anderen erfüllt, und auch, dass er der höchste und aufrichtigste Beamte des Schöpfers dieses Kosmos ist, mit den Worten:

اَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللّٰهِ

{"Ich bezeuge, dass Mohammed der Prophet Gottes ist."}

In dem Licht, das Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, gebracht hat, sind in der Tat das Wesen des Alls, sein Wert, seine Vollendung, sowie Sinn und Zweck, Wert und Auftrag allen Seins in ihm bekannt geworden und haben sich in ihm bewahrheitet. So wurde denn das All von einem Ende zum anderen zu einem bedeutungsvollen Brief Gottes, zur Verkörperung des Qur'an seines Herrn (Rabb) und zu einer prächtigen Ausstellung der Kunstwerke des Hochgelobten (Subhan). Andernfalls stürzt es in seinem Wesen hinab und wird zu einer in der Dunkelheit der Verlorenheit und Bedeutungslosigkeit, des Untergangs und der Vergänglichkeit (fena) umherirrenden Ruine, einem öden Ort der Verwüstung, einem schrecklichen Trauerhaus. Aufgrund dieser Tatsache (haqiqat) erklären denn die Vollkommenheit (kemalat) des Alls, alle Umwandlungen in Weisheit (hikmetli) und die ewig bleibenden Bedeutungen (die es für den Menschen hat) in machtvoller Weise:

نَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللّٰهِ

{"Wir bezeugen, dass Mohammed der Prophet Gottes ist."}

Fünfzehntes Zeugnis:

Beinhaltet sehr viele geheiligte Zeugnisse (shehadet) für das Prophetentum (risalet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, ausgestellt von dem, der das All lenkt und leitet (tasarruf), der von den Atomen bis zu den Sternen alle Umwandlungen, ihre Bewegungen

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und ihren Stillstand, ihr Leben und ihren Tod lenkt und leitet, durch den Befehl (emir), durch den Willen (irade), durch die Macht (quvvet) jenes Wesens, das da notwendigerweise sein muss (Vadjib-ul Vudjud), in der Ausübung Seiner Herrschaft (Rububiyet), angesichts der Taten Seiner Barmherzigkeit (ef'al-i Rahmaniyet) und jenes geheiligten Zeugnisses, auf das der nun folgende arabische Text hinweist:

وَ بِشَهَادَةِ صَاحِبِ الْكَٓائِنَاتِ وَ خَلاَّقِهَا وَ مُتَصَرِّفِهَا عَلَى الرِّسَالَةِ الْمُحَمَّدِيَّةِ بِاَفْعَالِ رَحْمَانِيَّتِهِ وَ بِاِجْرَااٰتِ رُبُوبِيَّتِهِ كَفِعْلِ الرَّحْمَانِيَّةِ بِاِنْزَالِ الْقُرْاٰنِ الْمُعْجِزِ الْبَيَانِ عَلَيْهِ وَ بِاِظْهَارِ اَنْوَاعِ الْمُعْجِزَاتِ عَلٰى يَدَيْهِ وَ بِتَوْفِيقِهِ وَ حِمَايَتِهِ فِى كُلِّ حَالاَتِهِ وَ بِاِدَامَةِ دِينِهِ بِكُلِّ حَقَٓائِقِهِ وَ بِاِعْلاَءِ مَقَامِ حُرْمَتِهِ وَشَرَفِهِ وَ اِكْرَامِهِ عَلٰى جَمِيعِ الْمَخْلُوقَاتِ بِالْمُشَاهَدَةِ وَ الْعَيَانِ وَ كَفِعْلِ رُبُوبِيَّتِهِ بِجَعْلِ رِسَالَتِهِ شَمْسًا مَعْنَوِيَّةً لِكَٓائِنَاتِهِ وَ بِجَعْلِ دِينِهِ فِهْرِسْتَةَ كَمَالاَتِ عِبَادِهِ وَ بِجَعْلِ حَقيقَتِهِ مِرْاٰةً جَامِعَةً لِتَجَلِّيَاتِ اُلُوهِيَّتِهِ وَ بِتَوْظِيفِهِ بِوَظَٓائِفَ ضَرُورِيَّةٍ لاَزِمَةٍ لِوُجُودِ الْمَخْلُوقَاتِ فِى هٰذِهِ الْكَٓائِنَاتِ كَلُزُومِ الرَّحْمَةِ وَ الْحِكْمَةِ وَ الْعَدَالَةِ وَ كَضَرُورَةِ لُزُومِ الْغِذَآءِ وَ الْمَآءِ وَ الْهَوَآءِ وَ الضِّيَآءِ

{"Und mit dem Zeugnis des Eigentümers und Schöpfers dieses Universums, der über es verfügt für Mohammed, durch die Taten des Allbarmherzigen, durch die Handlungen Seiner Herrschaftsgewalt, wie jene Tat Seiner Allbarmherzigkeit, in der Er den Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, geoffenbart hat, durch die verschiedenen Arten von Wundern, die Seine Hand gewirkt hat und mit der Er ihm unter welchen Umständen auch immer Erfolg verliehen und ihn behütet hat, durch die Fortdauer des Glaubens an Ihn in all seinen Wahrheiten, indem Er ihn in einen hohen Rang voll Ehre, Ansehen und Würde über allen Seinen Geschöpfen erhoben hat, wie man dies sehen und bezeugen kann, durch das Wirken Seiner Herrschaft, durch die Er Seine Botschaft zur geistigen Sonne des Universums machte, indem Er den Glauben zur Richtschnur für die Vervollkommnung Seiner Diener machte, indem Er Seine Wahrheit zu einem alles umfassenden Spiegel der Erscheinung Seiner Gottheit machte, indem Er ihn mit Aufgaben betraute, wichtig für die Existenz Seiner Geschöpfe in dieser Welt, notwendig wie Sein Erbarmen, Seine Weisheit und Gerechtigkeit und unabdingbar wie Nahrung und Wasser, Luft und Licht."}

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Überlassen wir nun die Einzelheiten dieses so zuverlässigen, breit gefächerten, heiligen Zeugnisses der Risale-i Nur und werfen wir nur noch einen kurzen Blick auf eine Zusammenfassung seiner Bedeutung:

Da es ja nun in der Tat in Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit (adalet) und Weisheit (hikmet), Seinem Erbarmen (rahmet), Seiner Gnade (inayet) und Seinem Schutz (himayet) liegt, wie wir dies im Universum mit eigenen Augen im geordneten Ablauf aller Dinge verfolgen können, jederzeit allem Guten Schutz zu gewähren und Schläge gegen alles Böse und alle Verlogenheit auszuteilen, wie Seine Herrschaft (Rububiyet) das erfordert und es Seiner Gewohnheit (adet) entspricht, so verlangen auch die Taten Seiner Barmherzigkeit (ef'al-i Rahmaniyet), den Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, in die Hände Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, zu legen und ihm an die tausend Wundertaten der verschiedensten Art zu verleihen, ihn in allen Lagen und in den bedrohlichsten Situationen (seines Lebens) in Liebe (shefqatkarane) zu behüten, ja selbst mit Hilfe einer Taube und einer Spinne zu bewahren, ihm bei seinen Aufgaben allen Erfolg zu schenken, ihn in allen Wahrheiten (haqiqat) des Glaubens (din) fortschreiten zu lassen, die Islamiyet über die Erde und das ganze Menschengeschlecht sich ausbreiten zu lassen, ihm einen Ehrenplatz (maqam-i sheref) über allen Geschöpfen (makhluqat) zuzuweisen, einen bleibenden Rang in der allgemeinen Anerkennung über allen Berühmtheiten der Menschheit, ihm - wie Freund und Feind gleichermaßen zugestehen müssen - eine Persönlichkeit zuzuerkennen, die den edelsten Charakter umfasst, ein Fünftel der Menschheit zu seiner Gemeinde (ummah) zu machen, während sie alle für seine Treue (sadiqiyet) und für seine Botschaft (risalet) auf eine überaus zuverlässige Weise Zeugnis (shehadet) ablegen. So sehen wir denn

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vom Standpunkt der Taten Seiner Herrschaft (ef'al-i rububiyet) aus betrachtet auch, dass der Statthalter und Protektor (mutasarrif ve mudebbir) dieser Welt, das Prophetentum (risalet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, zur geistigen Sonne des Alls gemacht hat, und wie in der Risale-i Nur bereits nachgewiesen wurde, mit seiner Hilfe alle Finsternis vertrieben und uns seine lichtvollen Wahrheiten (nurani haqiqat) gezeigt, ja sogar durch seine Botschaft alle lebenden Wesen mit einem Ewigen Leben (hayat-i baqi) erfreut, seinen Glauben (din) zu einem Index der Vollkommenheit (fihriste-i kemalat) und zudem ein stabiles Programm für den Ablauf des Dienstes und der Anbetung (ubudiyet) für alle seine hochgeschätzten Diener und Anbeter (ehl-i ibadet) gemacht, die Wahrheit Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, die seine geistige Persönlichkeit ist - worauf bereits im Qur'an und im Djaushan hingewiesen wurde - zu einem umfassenden Spiegel der Erscheinung Seiner Gottheit (uluhiyet) - und wie bereits in den obigen Wahrheiten (haqiqat) erwähnt wurde - (angesichts der Tatsache), dass er in vierzehn Jahrhunderten jeden Tag ebenso viel an Guten Werken gewinnt wie seine Gemeinde (ummah) und anhand der Eindrücke, die er im sozialen wie im spirituellen Leben und in der Menschheit hinterlassen hat, ihn zum höchsten Führer des Menschengeschlechtes und zu ihrem Vorbild und Lehrer (Ustadh) gemacht hat, ihn mit großen und heiligen Aufgaben (qudsi vazifeh) der Menschheit zu Hilfe gesandt hat und zugleich den Menschen, entsprechend Seiner Barmherzigkeit (rahmet), Weisheit (hikmet) und Gerechtigkeit (adalet), entsprechend der Nahrung, der Luft, dem Wasser und dem Licht ihnen auch ihr Bedürfnis nach den Wahrheiten (haqiqat)

In meinem Alter und meiner Gebrechlichkeit verspüre ich nun den Millionsten Teil jener innerlichen Versorgung (erzaq), die mir durch die Person Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, zuteil geworden ist. Wäre es mir gegeben, würde ich ihm dafür mit Millionen Zungen meinen Dank aussprechen. Und zwar folgendermaßen:

Ich leide sehr unter der Trennung und dem Verfall. Denn die Welt, die ich liebe, und alle weltlichen Dinge trennen sich von mir, verlassen mich und gehen dahin. Und ich weiß, dass auch ich dahingehen werde. Doch in meinem großen Leid und in der Verzweiflung, die meine Seele verdorren lässt, werde ich nun in einem Augenblick gerettet, wenn ich die Frohe Botschaft durch die Person Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, vernehme und fühle ich mich völlig getröstet. Ja sogar, wenn ich sitzend im Gebet (teshehhud)

اَلسَّلاٰمُ عَلَيْكَ يَا اَيُّهَآ النَّبِىُّ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بِرَكَاتُهُ

("Friede sei mit dir, oh Prophet, das Erbarmen Gottes und Sein Segen!")

sage, ist dies sowohl ein Bund (biat), als auch Hingabe und Gehorsam (teslim ve itaat) ihm gegenüber als einem Diener Gottes (memuriyet), als auch Segen (tebrik) für seinen Auftrag (vazifah), als auch eine Art "Dankeschön", als auch meine Entgegnung für seine Botschaft einer Ewigen Glückseligkeit, wofür die Muslime fünfmal täglich ihren Gruß (selam) darbringen.

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und Gesetzen (Scharia) in Seiner Islamiyet bewusst gemacht hat. Ja, sollte denn nun der Besitzer des Universums, der mit zwölf umfassenden, absolut zuverlässigen Beweisen für die Botschaft Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, ein heiliges Zeugnis (qudsi shehadet) ablegt, obgleich Er doch in der Gestaltung eines Mückenflügels oder einer Blume nicht gleichgültig bleiben kann, die Botschaft Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, die ja anhand Seiner dermaßen umfangreichen und umfassenden Zeugnisse gewürdigt wird, nicht als eine geistige Sonne des Alls erstrahlen lassen?

Somit beinhaltet denn ein jedes der obigen fünfzehn umfassenden Zeugnisse, in sich sehr viele (einzelne) Zeugnisse, ja das "Dritte Zeugnis" sogar in der Sprache der Wunder tausend Zeugnisse und beweist somit auf eine absolute und kraftvolle Weise die Aussage:

اَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللّٰهِ

{"Ich bezeuge, dass Mohammed der Prophet Gottes ist.",}

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verkündet auf diese Weise seine Wahrheit (tahaqquq), seinen Wert und seine Bedeutung. Und so wie die islamische Welt (alem) diese Botschaft (dava) jeden Tag fünf Mal mit hunderten Millionen Zungen sitzend im Gebet (teshehhud) dem All (kainat) verkündet, so haben auch Milliarden Gläubige (ehl-i iman) ohne zu zögern noch zu zweifeln angenommen und bestätigt, dass die Wahrheit (haqiqat) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, der Urkern des Universums und der Grund zu seiner Erschaffung (hilqat) und seine vollkommenste Frucht ist. Und der Herr des Universums (erhaben sei Sein Ruhm (djelle djelaluhu)!) geruhte, die spirituelle Persönlichkeit Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, zum höchsten Ausrufer der Majestät Seines Königreichs (saltanat-i rububiyet), der rechtmäßig die tiefsten Geheimnisse (tilsim) des Alls und das Rätsel der Schöpfung (khilqat) erforscht und entschleiert, zu einem glänzenden Beispiel Seines Wohlwollens und Seiner Barmherzigkeit (rahmet), zu einem redegewandten Sprecher Seiner Liebe und Zuneigung (shefqat ve muhabbet), zum machtvollsten Boten und Verkünder fortwährenden Lebens (hayat) und ewiger Glückseligkeit, zum letzten und größten Seiner Propheten zu machen.

Wer nun noch mit den Wesenszügen (mahiyet) der oben dargestellten Wahrheiten (haqiqat) nicht zufrieden ist oder ihr keinen Wert beimisst, möge jetzt selbst beurteilen und erkennen, welch ein Verlust, was für ein Fehler, welche Torheit, was für ein Verbrechen dies wäre!

So weist denn die Suratu-l'Fatiha während des Gebetes (namaz), auf die wir bereits im Zweiten Teil hingewiesen hatten, mit absolut zuverlässigen Beweisen auf die Verkündigung (dava) der Wahrheit von der Einheit Gottes (haqiqat-i tauhid) hin, unter welche wir sitzend im Gebet (teshehhud) mit der Formel:

اَشْهَدُ اَنْ لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ

{"Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Gott."}

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Tausende von Unterschriften setzen können. Desgleichen werden wir auch im Dritten Teil wiederum, sitzend im Gebet (teshehhud), mit der Aussage

وَ اَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللّٰهِ

{"Und ich bezeuge, dass Mohammed der Prophet Gottes ist."},

für die Verkündigung (dava) der Wahrheit des Prophetentums (risalet) machtvolle Zeugen herbeibringen, die ihre zahllosen Unterschriften der Bestätigung darunter setzen werden.

Oh barmherzigster Allerbarmer (ya Erhamerrahimien)! Um des Ruhmes des Ehrenwerten Propheten willen, mit dem Friede und Segen sei, gewähre uns seine Fürsprache und in der Befolgung seiner Sunnah erfolgreich zu sein! Und lass uns am Ort der Glückseligkeit bei seiner Familie und seinen Gefährten seine Nachbarn sein! Amin... amin... amin...

اَللّٰهُمَّ صَلِّ وَ سَلِّمْ عَلَيْهِ وَ عَلٰٓى اٰلِهِ وَ صَحْبِهِ بِعَدَدِ حُرُوفِ الْقُرْاٰنِ الْمَقْرُوءَةِ وَ الْمَكْتوُبَةِ اٰمِينَ

{"Oh Gott, schenke Friede und Segen ihm, seiner Familie und seinen Gefährten nach der Zahl der Buchstaben des Qur'an, seien sie nun gelesen oder geschrieben!"}

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Kein Wissen haben wir außer dem, das Du uns gelehrt hast! Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Zweites Kapitel des Glänzenden Beweises

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَ بِهِ نَسْتَعِينُ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen." "und bei Ihm suchen wir Hilfe!"}

Am Ende der Suratu-l'Fatiha werden die Leute der Rechtleitung (ehli hidayet) und des rechten Weges (istiqamet) mit den Leuten der Irreleitung (ehli dalalet) und der Rebellion (tughyan) verglichen, (ein Vergleich), auf deren Sinn (haqiqat) die Ayah aus der Suratu-n'Nur

اَللّٰهُ نُورُ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ مَثَلُ نُورِهِ كَمِشْكٰوةٍ فِيهَا مِصْبَاحٌ اَلْمِصْبَاحُ فِى زُجَاجَةٍ اَلزُّجَاجَةُ كَأَنَّهَا كَوْكَبٌ دُرِّىٌّ يُوقَدُ مِنْ شَجَرَةٍ مُبَارَكَةٍ

{"Allah ist das Licht des Himmels und der Erde. Sein Licht ist mit einer Leuchte zu vergleichen, mit einer Lampe darin. Die Lampe ist in einem Glas. Es scheint wie ein funkelnder Stern. Es brennt von einem gesegneten Baum, ..." usw. (Sure 24, 35)}

die allen Gegenüberstellungen in der Risale-i Nur als Quelle dient, und die darauf folgende Ayah

أَوْ كَظُلُمَاتٍ فِى بَحْرٍ لُجِّىٍّ يَغْشٰيهُ مَوْجٌ مِنْ فَوْقِهِ مَوْجٌ

{"Oder (die Handlungen der Ungläubigen sind) wie Finsternis in einem abgrundigtiefen Meer, das von der Woge bedeckt wird, über der eine (weitere) Woge liegt, ..." usw. (24, 40)}

hinweist. In beiden (Ayat) wird dieser Vergleich

{zwischen den Rechtgeleiteten und den Irregeleiteten}

auf wunderbare Weise zum Ausdruck gebracht.

Der erste (der beiden obigen Ayah), der Lichtvers (ayeti nur) enthält, wie bereits im "Ersten Strahl" bewiesen wurde, zehn Hinweise auf die Risale-i Nur und gibt auf wundersame Weise über diesen Kommentar (tefthir) zum Qur'an Kunde aus dem Verborgenen. Dies war der erste

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Grund dafür, dass der Risale-i Nur (Sendschriften des Lichtes) der Name نُورْ «Nur (Licht)» gegeben wurde, wobei in einem Abschnitt des Neunundzwanzigsten Briefes gleichnishaft von einer visionären Reise berichtet wird, die durch das Wort «Nur (Licht)» in diesem bemerkenswerten "Lichtvers" innerlich als eine Art Wunder (mu'djize) erfahren wurde, vergleichbar jenem Wunder, das der Buchstabe ن «nun» in dem Wort نَعْبُدُ «na'budu (wir beten an)» ist, wobei ein Reisender durch die Welt (dunya) in der Abhandlung (risalah) "Das Große Zeichen (Ayet-ul Kubra)" um seinen Schöpfer zu suchen, zu finden und Ihn kennenzulernen, das gesamte Universum und alle Arten und Formen des Seins befragte und seinen Schöpfer (Khaliq) auf dreiunddreißig verschiedenen Wegen durch unumstößliche Beweise mit wissenschaftlicher Genauigkeit (ilme l-yaqien) und augenscheinlicher Gewissheit (ayne l-yaqien) kennen lernte, wobei denn dieser Reisende auch durch die Zeitalter, die Erde und die verschiedenen Schichten der Himmel mit seinem Verstand, seinem Herzen (qalb) und in seiner Vorstellung (hayal) umherreiste ohne müde zu werden, sich dabei niemals satt sehen konnte, alle Länder der Erde erblickte und ihre Städte erkundete, manchmal sein Ross "Verstand (aql)" besteigend sie durch die Weisheit des Qur'an, manchmal in der Weisheit der Philosophie und dabei auch noch die weit entferntesten Ebenen durch das große Fernrohr seiner Vorstellungskraft betrachtend, wobei er die Wahrheit erschaute und erkannte, wie sie in Wirklichkeit ist, und uns sodann teilweise im "Großen Zeichen (Ayet-ul Kubra)" davon Bericht erstattete.

So wollen wir denn nun von all diesen vielen Welten und Seinsebenen anstelle eines Gleichnisses nur ein Beispiel für eine visionäre Reise (seyahat-i hayal) beschreiben, welche jedoch der gleichen Wahrheit zugehört, und anhand von drei Ebenen ganz kurz zusammengefasst den Vergleich am Ende der Suratu-l'Fatiha erläutern, was aber nur ein Vergleich mit der Kraft des Verstandes sein soll. Weitere

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Beobachtungen und Vergleiche überlassen wir hier den Vergleichen der Risale-i Nur.

Das erste Beispiel ist folgendes:

Da sagte jener Reisende, der nur in die Welt gekommen war, um seinen Schöpfer (Khaliq) kennen zu lernen und ihn zu finden, zu seinem Verstand: "Wir haben alle Dinge nach unserem Schöpfer gefragt und von ihnen die schönsten und vollkommensten Antworten erhalten. Da aber nun ein Sprichwort sagt: "Man soll die Sonne selbst nach der Sonne fragen.", müssen wir nun, um unseren Schöpfer (Khaliq) in den Erscheinungen Heiliger Eigenschaften wie "Wissen (ilim)", "Wille (irade)" und "Macht (qudret)" und in Seinen von uns bezeugten Werken und den Manifestationen Seiner Namen kennen zu lernen und Ihn zu finden, noch eine weitere Reise unternehmen." So sagt er und betritt die Welt. Und gleich den Irrgläubigen, die eine zweite Strömung bilden, bestieg er nun erst einmal dieses Schiff, das unser Erdball ist. Dabei setzte er sich die Brille jener Naturwissenschaften und Philosophien auf, die der Weisheit (hikmet) des Qur'an nicht folgen. Als er nun die Geographie betrachtete, eine Wissenschaft, die den Qur'an nicht liest, sah er: In einer unendlichen Leere durchwandert (unsere Erde) in einem Jahr einen Raum von 24.000 Jahren Fußmarsch mit einer Geschwindigkeit, siebzigmal schneller als eine Kanonenkugel. Dabei hat sie Hunderttausende Arten armseliger, bedauernswerter Wesen in sich aufgenommen. So verstand er denn, dass (diese Erde), wollte sie auch nur einen Augenblick von ihrer Bahn abweichen, oder würde sie mit einem verirrten Stern zusammenstoßen, auseinanderfallen, in die Unendlichkeit des Alls hinabstürzen und alle diese armseligen Lebewesen in die Nichtigkeit und Verlorenheit ausgießen, entleeren müsste.

غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ وَ لاَ الضَّالِّينَ

{"Nicht derer, denen Du zürnst oder derer, die in die Irre gehen." (Sure 1, 7)}

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Da empfand er denn die geistige Katastrophe dieser fürchterlichen Strömung und اَوْكَظُلُمَاتٍ فِى بَحْرٍ لُجِّىٍّ {"oder gleicht den Tiefen der Finsternis in einem abgrundtiefen Meer." (Sure 24, 40)} diese erstickende Finsternis und rief aus: "Oh weh! Was haben wir nur getan! Warum sind wir nur an Bord dieses fürchterlichen Schiffes gegangen? Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, um von hier gerettet zu werden?" Dann zerbrach er die Brille einer derart kurzsichtigen (kör) Wissenschaft und wandte sich wiederum dem Strom اَلَّذِينَ اَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ {"derer, denen Du huldvoll bist." (Sure 1, 7)} zu. Da kam ihm die Weisheit (hikmet) des Qur'an unmittelbar zu Hilfe, überreichte seinem Verstand ein Fernrohr, das die Wahrheit (haqiqat) erkennen lässt, und sagte: "Nun sieh!" Da blickte er hindurch und sah: رَبُّ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضِ {"Herr des Himmels und der Erde." (Sure 13, 16)} gleich einer Sonne über dem Sternbild

هُوَ الَّذِى جَعَلَ لَكُمُ الْاَرْضَ ذَلُولاً فَامْشُوا فِى مَنَاكِبِهَا وَ كُلُوا مِنْ رِزْقِهِ

{"Der euch die Erde in euren Dienst gestellt hat. Geht nun auf ihren Schultern umher und esst von dem, was sie euch zu eurer Versorgung (rizq) bereitet hat!" (Sure 67, 15)}

aufgehen. (Diese Ayah lässt uns erfahren, dass der Allmächtige Versorger (Rezzaq)) die Erde als ein sicheres und wohlgeordnetes Schiff gestaltet und für alle lebenden Wesen mit Versorgungsgütern (rizq) angefüllt hat und sie mit viel Weisheit (hikmet) und großem Nutzen auf ihrer Reise rund um die Sonne durch das Meer des Weltalls

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fahren lässt, um in den verschiedenen Jahreszeiten ihre Versorgung (erzaq) für diejenigen einzufahren, die ihrer bedürfen. Auch hat Er zwei Engel mit den Namen «Sevr (Stier)» und «Hut (Fisch)» zu Kapitänen dieses Schiffes ernannt, die es mit seinen Geschöpfen (makhluqat) und Seinen Gästen zu ihrer Freude (auf die Reise) durch dieses wunderschöne und prächtige Land ihres Herrn (memleket-i Rabbaniye), des Schöpfers in Seiner Majestät (Khaliq-i dhul'Djelal) mitnehmen sollen. So verstand denn unser Reisender und es wurde ihm die Wahrheit (haqiqat) in dem Satz اَللّٰهُ نُورُ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضِ {"Gott ist das Licht Himmels und der Erde."} klar, und lässt ihn so die Erscheinungsweise des Namens seines Schöpfers (Khaliq) erkennen. Da sagte er mit vollem Herzen und ganzer Seele (ruh): اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ {"Lobpreis und Dank sei Gott, dem Herrn der Welten."} und schloss sich der Gruppe derer اَلَّذِينَ اَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ {"denen Du Deine Gunst erwiesen hast."}, an.

Das zweite Beispiel für das, was unser Reisender auf seiner Fahrt durch die Welten gesehen hat:

Nun verließ unser Reisender dieses Schiff, das unsere Erdkugel ist und betrat die Welt der Tiere und der Menschen. Er setzte sich wieder die Brille der Naturwissenschaftler auf, die ihren Geist (ruh) nicht aus dem Glauben (din) schöpfen, und sah: Obwohl doch alle diese unendlich vielen lebenden Wesen unendlich viele Bedürfnisse hatten, dazu unendlich viele Schaden bringende Feinde, die sie ständig belästigen und verfolgen, es überdies gnadenlose

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Ereignisse gibt, war doch ihr Vermögen, diesen Bedürfnissen gegenüber nur ein tausendstel, ja vielleicht nur ein Hunderttausendstel davon. Ihr eigenes Kapital (iktidar), mit dem sie allen diesen Schaden bringenden Dingen hätten begegnen können, betrug nur den Millionsten Teil. In dieser so abscheulichen und beklagenswerten Lage, jedoch durch sein Mitempfinden mit der leidenden Kreatur und durch seine Liebe (shefqat) zu allen Leidensgenossen in seinem Verstand mit ihnen verbunden, ergriff ihn ein Schmerz über ihren Zustand gleich Höllenstrafen, quälte ihn in einem solchen Grade, machte ihn dermaßen traurig und verzweifelt, dass er es tausendmal bedauerte, in diese durcheinander geratene Welt hineingeraten zu sein, als plötzlich die Weisheit (hikmet) des Qur'an zu seiner Hilfe eilte und ihm das Fernrohr des اَلَّذِينَ اَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ {"derer, denen Du huldvoll bist"} überreichte und sagte: "Schau!" Da schaute er hindurch und sah: اَللّٰهُ نُورُ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضِ {"Gott ist das Licht Himmels und der Erde."}, (erkannte) darin die Erscheinung so vieler göttlicher Namen, wie "der Erbarmer (Rahman), der Barmherzige (Rahiem), der Versorger (Rezzaq), der Schenkende (Mun'im), der Freigiebige (Keriem), der Bewahrende (Hafiedh)", die der Sonne gleich in den Sternzeichen von

مَا مِنْ دَآبَّةٍ اِلاَّ هُوَ اٰخِذٌ بِنَاصِيَتِهَا ٭ وَ كَأَيِّنْ مِنْ دَآبَّةٍ لاَتَحْمِلُ رِزْقَهَا اَللّٰهُ يَرْزُقُهَا وَإِيَّاكُمْ ٭ وَلَقَدْ كَرَّمْناَ بَنِى اٰدَمَ ٭ اِنَّ الْاَبْرَارَ لَفِى نَعِيمٍ

{"Es gibt kein lebendes Wesen, das Er nicht an seiner Stirnlocke hielte." (Sure 11, 56) "...und es gibt kein Tier, das für sich selbst sorgte: Gott sorgt für es und für euch." (Sure 29, 60) "...denn wir waren huldvoll gegenüber den Söhnen Adams" (Sure 17, 70) "...denn die Frommen werden in Wonnen leben" (Sure 82,13)}

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aufgingen. Sie erfüllten die Welt der Menschen und Tiere mit Barmherzigkeit (rahmet) und Güte (ihsan) und verwandelten sie vorübergehend in ein Paradies. So verstand er denn, dass dieses sehenswerte, schöne und nachahmenswerte Gasthaus seinen großmütigen Gastherrn in vollkommener Weise bekannt macht und sagte tausendmal:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

{"Lobpreis und Dank sei Gott, dem Herrn der Welten."}

Das dritte unter Hunderten von Beispielen seiner Beobachtungen während seiner Reise:

Unser Weltreisender, der seinen Schöpfer (Khaliq) in den Widerspiegelungen und Erscheinungen Seiner Namen (ism) und Eigenschaften (sifat) erkennen möchte, sagte zu seinem Verstand (aql) und zu seiner Vorstellungskraft (hayal): "Komm! Lassen wir unseren Körper auf Erden zurück und steigen wir Engeln und Geistern (ruh) gleich zu den Himmeln auf! Wir wollen die Himmelsbewohner nach unserem Herrn befragen." So stiegen denn der Geist (ruh) auf sein Vorstellungsvermögen (hayal) und der Verstand (aql) auf sein Denkvermögen (fikr) und so fuhren sie zum Himmel auf. Sie nahmen sich einen gelehrten Astronomen zu ihrem Wegweiser. So betrachteten sie mit den Augen der Wissenschaft, die den Glauben nicht beachtet, jenen Vertretern einer Strömung مَغْضُوبِ, ضَّالِّينَ {"über die gezürnt wird, die in die Irre führt"} und sahen: tausendmal größer als der Erdball und in ihrer Bewegung hundert Mal schneller als eine Kanonenkugel finden sich Tausende von Himmelskörpern untereinander zerstreut, Feuer speiende Sterne, ohne jedes Bewusstsein und leblos, eilen sie miteinander vermischt, Landstreichern gleich, schnell dahin. Würde einer von ihnen zufällig für einen Augenblick vom Wege abweichen, müsste er in dieser leeren, grenzenlosen, ins Unendliche ausgedehnten Welt (alem) durch seinen Zusammenstoß mit einer anderen, ebenso bewusstlosen Kugel ein Tohuwabohu gleich einem Weltuntergang verursachen.

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Da wurde unser Weltreisender, wohin auch immer er blickte, von Angst und Schrecken, von Staunen und Furcht ergriffen und bedauerte tausendmal, zum Himmel aufgestiegen zu sein. Sein Verstand (aql) und sein Vorstellungsvermögen (hayal) wurden ganz und gar zersplittert und sagten: "Es ist unsere Aufgabe, die schönen Wahrheiten (haqiqat) zu schauen und aufzuzeigen. Wir nehmen von unserer Aufgabe Abstand, solche Dinge, die so hässlich sind wie die Hölle und derart qualvolle Bilder zu kennen und ihre Zeugen zu sein und wollen so etwas nicht." Da erhoben sich plötzlich mit der Erscheinung von اَللّٰهُ نُورُ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضِ {"Gott ist das Licht der Himmel und der Erde."} viele Namen, wie خَلَقَ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضِ {"Schöpfer Himmels und der Erde",} مُسَخِّرُ الشَّمْسِ وَ الْقَمَرِ {"Dienstherr der Sonne und des Mondes",} رَبُّ الْعَالَمِينَ {"der Herr der Welten"} jeder von ihnen (erhebt sich) gleich wie sich die Sonne über die Sternbilder solcher Ayat wie

وَ لَقَدْ زَيَّنَّا السَّمَآءَ الدُّنْيَا بِمَصَابِيحَ

{"und wir haben den Himmel über der Erde mit Lampen geschmückt" (Sure 67, 5),}

اَفَلَمْ يَنْظُرُوا اِلَى السَّمَآءِ فَوْقَهُمْ كَيْفَ بَنَيْنَاهَا وَ زَيَّنَّاهَا

{"Schauen sie denn nicht nach dem Himmel über ihnen, wie wir ihn aufgerichtet und ausgeschmückt haben." (Sure 50, 6),}

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ثُمَّ اسْتَوٰى اِلَى السَّمَآءِ فَسَوّيهُنَّ سَبْعَ سَمٰوَاتٍ

{"Dann wandte Er sich dem Himmel zu und formte ihn zu sieben Himmeln um." (Sure 2, 29)}

erhebt. Sie füllten alle Himmel mit Licht und mit Engeln und verwandelten sie in eine riesige Moschee, einen Gebetsraum oder ein Heerlager. Nun betrat unser Reisender den Strom اَلَّذِينَ أَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ {"derer, denen Du huldvoll bist"} und war vor den Irrenden und vor اَوْكَظُلُماَتٍ فِى بَحْرٍ لُجِّىٍّ {"wie Finsternis in einem abgrundigtiefen Meer"} errettet. Da erblickte er plötzlich ein prächtiges, wunderschönes und wohlgeordnetes Land und beobachtete, wie dort von allen Seiten der Majestätische Schöpfer (Khaliq-i dhul'Djelal) verkündet wurde. (In der Beobachtung) dieser Situation steigerte sich der Wert des Verstandes (aql) und des Vorstellungsvermögens (hayal) und ihre Aufgaben (vazifah) entwickelten sich tausendfach.

Was nun die vielen hundert Beispiele für die Wanderungen (seyahat) unseres Weltreisenden betrifft, die wir mit den oben erwähnten drei Beispielen vergleichen können, so überlassen wir all seine weiteren Beobachtungen und seine Erkenntnisse (marifet) des Notwendigerweise Seienden (Vadjib-ul Vudjud) in der Erscheinung Seiner Namen der Risale-i Nur, begnügen uns hier mit diesem ganz kurzen Hinweis, brechen diese so lange Geschichte kurz ab und bemühen uns gleich wie unser Weltreisender, den Weltenschöpfer (Khaliq) durch die Werke, die Erscheinungen und das Zeugnis, das in der Bewahrheitung (tahaqquk) von nur drei bedeutenden Eigenschaften (sifat)

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der sieben Eigenschaften (sifat), der heiligen Eigenschaften (qudsi sifat) liegt, die den Schöpfer (Khaliq) bekannt machen, nämlich "Wissen (ilim)", "Wille (irade)" und "Macht (qudret)" {dazu noch Leben, Hören, Sehen, Sprechen (A.d.Ü.)} durch einige ganz kurze Hinweise kennen zu lernen. Die weitere Ausführung überlassen wir dann der Risale-i Nur.

Hier nun der arabische Text eines kurz zusammengefassten Streiflichtes (Hizb-i Nurie), {ein Auszug aus der Risale-i Nur (A.d.Ü.)} den ich, kurz zusammengefasst, stets im Gebet (virdim) wiederholend kontempliere und von dem nun hier drei Stufen von dreiunddreißig Stufen des Rufes "Gott ist groß (Allahu Ekber)" erklärt werden sollen. Diesem arabischen Text folgt dann eine Art Übersetzung mit kurzen Hinweisen, wobei sich die Professoren (ulema) der Schriftkunde (ilm-i kelam) und der Dogmatik (aqide) schon sehr lange mit den Erscheinungen des Wissens (ilim), Wollens (irade) und der Allmacht (qudret) Gottes in der Welt beschäftigt und ihren Glauben (iman) mit augenscheinlicher Sicherheit (ayne l-yaqin) bestätigt gefunden haben, durch welche Bestätigung sich ihnen mit wissenschaftlicher Sicherheit (ilme l-yaqin) der Weg zu einem vollkommenen Glauben (iman) an die offensichtliche Existenz (maudjudiyet) und Allgegenwart (vahdaniyet) dessen, der da notwendigerweise Sein muss (Vadjib-ul Vudjud) geöffnet hat, wozu der (nachstehende) arabische Text (das Folgende sagt):

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَ قُلِ الْحَمْدُ لِلّٰهِ الَّذِى لَمْ يَتَّخِذْ وَلَدًا وَ لَمْ يَكُنْ لَهُ شَرِيكٌ فِى الْمُلْكِ وَ لَمْ يَكُنْ لَهُ وَلِىٌّ مِنَ الذُّلِّ وَ كَبِّرْهُ تَكْبِيرًا ٭ اَللّٰهُ اَكْبَرُ مِنْ كُلِّ شَىْءٍ قُدْرَةً وَ عِلْمًا إِذْ هُوَ الْعَلِيمُ بِكُلِّ شَىْءٍ بِعِلْمٍ مُحِيطٍ لاَزِمٍ ذَاتِىٍّ
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لِلذَّاتِ يَلْزَمُ الْاَشْيَآءَ لاَ يُمْكِنُ اَنْ يَنْفَكَّ عَنْهُ شَىْءٌ بِسِرِّ الْحُضُورِ وَ الشُّهُودِ وَ الْاِحَاطَةِ النُّورَانِيَّةِ وَ بِسِرِّ اِسْتِلْزَامِ الْوُجُودِ لِلْمَعْلُومِيَّةِ وَ اِحَاطَةِ نُورِ الْعِلْمِ بِعَالَمِ الْوُجُودِ ٭ نَعَمْ فَالْاِنْتِظَامَاتُ الْمَوْزُونَةُ وَ الْاِتِّزَانَاتُ الْمَنْظُومَةُ وَ الْحِكَمُ الْقَصْدِيَّةُ الْعَآمَّةُ وَ الْعِنَايَاتُ الْمَخْصُوصَةُ الشَّامِلَةُ وَ الْاَقْضِيَّةُ الْمُنْتَظَمَةُ وَ الْاَقْدَارُ الْمُثْمِرَةُ وَ الْاٰجَالُ الْمُعَيَّنَةُ وَ الْاَرْزَاقُ الْمُقَنَّنَةُ وَ الْاِتْقَانَاتُ الْمُفَنَّنَةُ وَ الْاِهْتِمَامَاتُ الْمُزَيَّنَةُ وَ غَايَةُ كَمَالِ الْاِنْتِظَامِ وَ الْاِنْسِجَامِ وَ الْاِتِّسَاقِ وَ الْاِتْقَانِ وَ الْاِتِّزَانِ وَ الْاِمْتِيَازِ اَلْمُطْلَقَاتِ فِى كَمَالِ السُّهُولَةِ الْمُطْلَقَةِ دَالاَّتٌ عَلٰٓى اِحَاطَةِ عِلْمِ عَلاَّمِ الْغُيُوبِ بِكُلِّ شَىْءٍ ٭ أَلاَ يَعْلَمُ مَنْ خَلَقَ وَ هُوَ اللَّطِيفُ الْخَبِيرُ ٭ فَنِسْبَةُ دَلاَلَةِ حُسْنِ صَنْعَةِ الْاِنْسَانِ عَلٰى شُعُورِ الْاِنْسَانِ اِلىٰ نِسْبَةِ دَلاَلَةِ حُسْنِ خِلْقَةِ الْاِنْسَانِ عَلٰى عِلْمِ خَالِقِ الْاِنْسَانِ كَنِسْبَةِ لُمَيْعَةِ نُجَيْمَةِ الذُّبَيْبَةِ فِى اللَّيْلَةِ الدَّهْمَآءِ اِلىٰ شَعْشَعَةِ الشَّمْسِ فِى رَابِعَةِ النَّهَارِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen." "Sage: Lobpreis und Dank sei Gott, der keinen Sohn gezeugt und keinen Partner hat in Seinem Reiche, noch einen Freund, Ihn im Elend (zu beschützen). So verherrliche Ihn denn in Seiner Größe!" (Sure 17, 111) "Gott ist größer als ein jedes Ding in Seiner Macht und in Seinem Wissen. Denn Er kennt alle Dinge in Seinem allumfassenden Wissen, so wie es Sein Wesen erfordert.

((*)

وَ لِلّٰهِ الْمَثَلُ الْأَعْلٰى : كَلُزُومِ الضَِيَآءِ الْمُحِيطَ لِلشَّمْس

("Und Gottes sind die erhabensten Gleichnisse." (Sure 16, 60): wie das alles durchströmende Licht der Sonne immanent (muhit) ist.))

Seinem Wesen entspricht es, im Geheimnis Seiner Göttlichen Allgegenwart, Seiner Zeugenschaft und alles durchdringenden Leuchtkraft, durch das Geheimnis der Notwendigkeit Seines allumfassenden Seins, durch die alles durchdringenden Strahlen Seines Wissens um die Welten des Daseins, dass es keinem Ding möglich ist, irgendetwas vor Ihm zu verbergen. In der Tat verweisen die ausgewogene Ordnung, das ausgewogene Regelmaß, die allgemeine, absichtsvolle Weisheit, die für alle und jeden geltende besondere Güte, die wohl durchdachten Beschlüsse, die an ihren Ergebnissen orientierten Bestimmungen, die durchschnittliche Lebenserwartung, die ausgewogene Ernährung (erzaq), die geschulte Geschicklichkeit, der sorgfältig ausgewählte Schmuck, die vollkommene Ordnung, Harmonie, Ausstattung, Tüchtigkeit und Ausgewogenheit, die perfekte Unterscheidung und vollkommene Leichtigkeit, sie alle deuten auf das allumfassende Wissen des Allwissenden alles Unsichtbaren in allen Dingen." (**)

((**) Diese fünfzehn Beweise werden weiter unten einzeln erläutert.)

"Sollte denn der es nicht wissen, der es erschaffen hat und selbst noch über die tiefsten Geheimnisse wohl unterrichtet ist?" (Sure 67, 14) "So wie die schönen Künste des Menschen auf das Bewusstsein des Menschen hinweisen, so verweist auch die Schönheit in der Erschaffung des Menschen auf die Allwissenheit des Schöpfers des Menschen, was einem Vergleich des schwachen Lichtschimmers eines Glühwürmchens in schwarzer Nacht mit dem strahlenden Glanz der Sonne am helllichten Mittag ähnlich ist."}

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Mit dieser sehr kurzen Art Übersetzung verweisen wir auf die göttliche Allwissenheit (ilm-i Ilahiye), diese so bedeutungsvolle Wahrheit des Glaubens (haqiqat-i imaniye) und überlassen (alle weiteren) Ausführungen der Risale-i Nur.

So wie sich in der Tat die Göttliche Barmherzigkeit (rahmet) im Wunder der Versorgung (rizq) so sonnenklar zeigt, so beweist sie zugleich auch mit absoluter Sicherheit, gleichsam hinter einem Vorhang verborgen, den Erbarmer, den Allbarmherzigen (Rahman-i Rahiem). Und so zeigen auch die Weisheiten und Früchte der Ordnung und Wohlausgewogenheit das Wissen (ilim), (als eine Eigenschaft), die in gewisser Weise die allererste der sieben heiligen Eigenschaften (sifat) ist und in den qur'anischen Versen an Hunderten von Stellen einen Ehrenplatz (mauki) einnimmt, die Existenz (maudjudiyet) dessen, der um alle Dinge weiß (Alim-i Küll-i Shey).

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Vergleicht man in der Tat die harmonisch gestalteten Meisterwerke der Kunst, die auf das Wissen (ilm) des Menschen verweisen, mit seinem Bewusstsein und die Schönheit in der Erschaffung (khilqat) des Menschen, die auf die Allwissenheit (ilm) und Weisheit (hikmet) des Schöpfers (Khaliq) des Menschen hinweisen, so ähnelt dies dem Vergleich des schwachen Lichtschimmers eines Glühwürmchens in der Nacht mit dem strahlenden Glanz der Sonne am helllichten Mittag.

Ehe wir aber nun die Beweise für die Göttliche Allwissenheit (ilm) weiter erklären, wollen wir kurz jene göttliche Anrede zu Gehör bringen, mit der Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, in der Nacht seiner Himmelfahrt (Mi'radj) beehrt wurde, wobei dann die Elemente des Kosmos auf eine so offensichtliche Art und Weise in der Erscheinung der geheiligten Eigenschaft (qudsi sifat) den, der da Heilig (Dhat-i Aqdes) ist, beweisen und bezeugen, wobei er dann als der Abgeordnete und Bote aller lebenden Wesen (dhi-hayat) und aller Arten und Formen des Daseins (makhluqat) anstelle aller mit Bewusstsein begabten Wesen den Gruß (selam) zu entbieten, plötzlich

اَلتَّحِيَّاتُ اَلْمُبَارَكَاتُ اَلصَّلَوَاتُ اَلطَّيِّبَاتُ لِلّٰهِ

{"Alle Geschenke des Lebens, Segnungen, Bitten und Gebete, Worte und Werke sind für Gott."},

sagte und so seinem Schöpfer (Khaliq) in der Art, in der sie alle durch die Erscheinung der Göttlichen Allwissenheit (sifat-i ilm) ihren Herrn (Rabb) kennen, die Geschenke aller Lebewesen darbringt. Das heißt:

اَلتَّحِيَّاتُ, اَلْمُبَارَكَاتُ, اَلصَّلَوَاتُ, اَلطَّيِّبَاتُ

{"Alle Geschenke des Lebens, Segnungen, Bitten und Gebete, Gutes"}

Mit diesen vier Bezeichnungen (at-Tahiyyat, el-Mubarakat, as-salavat, at-Tayibyat) spielt er auf die Geschenke

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des Lebens, die Segnungen, Dienst und Anbetung (ubudiyet) und die Schönheit aller Erkenntnis (marifet) an, welche die vier Arten aller lebenden Wesen dem Kenner alles Verborgenen (Allam-ul Ghuyub) in der Erscheinung allen Wissens (ilm) von Ewigkeit zu Ewigkeit darbringen, aus welchem Grunde die Rezitation dieser geheiligten (qudsi) Anrede während der Himmelfahrt (mukaleme-i mi'radjiye) im weitesten Sinne zum Pflichtteil (fardh bir vazifesi) während des kniend verrichteten Gebetes (teshehhud) für alle Muslime geworden ist. Damit überlassen wir nun die weitere Ausführung zu dieser geheiligten Anrede der (Risale-i Nur) und werden nur eine Bedeutung dieser vier Hinweise ganz kurz erörtern.

Erstens:

اَلتَّحِيَّاتُ لِلّٰهِ

{"Die Geschenke des Lebens sind für Gott."}

Die Bedeutung (dieses Hinweises) ist kurz gesagt folgende:

Wenn ein Ingenieur, der mit seinem profunden Wissen (ilm) und seiner bewunderungswürdigen Intelligenz eine staunenswerte Maschine gebaut hat und nun ein jeder, der diese Maschine erblickt, diesem Meister applaudiert, ihm gratuliert, ihn lobt und preist und ihn mit besonderen Gratifikationen, mit materiellen und ideellen Geschenken, mit Ruhm und Anerkennung (tahiye) beehrt, wenn dann auch diese Maschine auf die von ihrem Meister gewünschte Weise voll und ganz und auf die perfekte Weise seinen Wünschen entspricht und so alle seine wundersamen künstlerischen Feinheiten und seine wissenschaftlichen Fachkenntnisse unter Beweis stellt und so ihrem Meister und Erbauer durch ihr Sein und Wirken durch ihr bloßes Vorhandensein zujubelt, ihn beglückwünscht und ihn auf diese Weise mit Geschenken, mit Ruhm und Anerkennung (tahiye) beehrt, so sind in gleicher Weise auch alle die Arten lebender Wesen in der Welt (kainat), jede einzelne (Art) und jedes einzelne

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(Wesen in ihr) auf seine Art eine solche wunderbare und Staunen erregende Maschine, wenn sie ihrem Meister in all Seiner Majestät (Sani'-i Dhul-Djelal), der sich durch die tiefen und feinsinnigen Erscheinungen Seines allumfassenden Wissens (ilm) zu erkennen gibt, das die Beziehung eines jeden Dinges mit jedem anderen Ding kennt und um all die Dinge weiß, die ein jedes Wesen zu seinem Leben braucht und es ihm zur rechten Zeit zukommen lässt, durch ihr Sein und Wirken wortlos zujubelt, gleich den Bewusstsein tragenden Wesen, den Menschen, Dschinnen und Engeln, die ihrem Meister in Zungen und Worten zujubeln und mit Segenswünschen (tebrik) ihre Geschenke (tahiye) überbringen und dabei اَلتَّحِيَّاتُ لِلّٰهِ {"Die Geschenke des Lebens sind für Gott."} sagen. Und sie bieten das Kostbarste ihres Lebens in Dienst und Anbetung (ubudiyet) unmittelbar dem Schöpfer (Khaliq) an, der alle Seine Geschöpfe in jeder Lebenslage kennt. Deshalb hat auch Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, im Namen aller lebenden Wesen auf seiner nächtlichen Himmelfahrt, während seiner Audienz (hudhur) vor dem, der da notwendigerweise sein muss (Vadjib-ul Vudjud) als Gruß (selam) اَلتَّحِيَّاتُ لِلّٰهِ {"Die Geschenke des Lebens sind für Gott."}, gesagt und Gaben (tahiye), Geschenke (hediye) und die Ausdrücke ihrer Ehrerbietung (manevi selamlar) für alle lebenden Wesen dargebracht. So wie eine korrekt und ordentlich arbeitende Maschine mit ihrer Zuverlässigkeit und Ausgewogenheit insgesamt in der Tat ohne Zweifel einen geschickten und talentierten Maschinenbauer zeigt, so zeigt auch jede einzelne dieser unendlich vielen lebenden Maschinen, die die Welt (kainat) erfüllen, tausend und ein Wunder der Allwissenheit (mu'djizat-i ilmi). Was immer nun der Vergleich

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des Lichtschimmers eines Glühwürmchens mit einem Sonnenstrahl (besagen mag), so bezeugen doch sicherlich alle Lebewesen in der Erscheinung ihres Wissens (ilm) die Notwendigkeit der Existenz (vudjub-u vudjuduna) und die Anbetungswürdigkeit (mabudiyet) des Baumeisters und ewigen Künstlers (sermedi san'atkar) in aller Klarheit.

Das zweite heilige Wort während der Himmelfahrt(Kelime-i Mi'radjiye)heißt:

اَلْمُبَارَكَاتُ

{"Segnungen"}

Da nun einmal entsprechend einer Hadith das Gebet (namaz) die Himmelfahrt (mi'radj) des Gläubigen ist und den Widerschein der großen (ekber) Himmelfahrt empfängt, und da nun einmal unser Weltreisender in einer jeden Welt (alem) seinen Schöpfer (Khaliq), den allwissenden Kenner alles Verborgenen (Allam-ul Ghuyub) in Seiner Eigenschaft (sifat) als der Allwissende (ilim) gefunden hat, wollen nun auch wir uns darum bemühen, zusammen mit unserem Reisenden in jene große weite Welt all der Dinge, welche die Gesegneten (mubarekler) und die Betrachtenden "Segne es Gott (barakallah)!" ausrufen lässt, (die Welt der) اَلْمُبَارَكَاتُ {"Segnungen"} einzutreten, (die Welt) all der mit Bewusstsein begabten Lebewesen (dhiruh) und ihrer arglosen, gesegneten Jungen und vor allem der Samenkerne und Körner, welche diese kleinen vorprogrammierten Kästchen mit der Bestimmung (muqadderat) allen Lebens (dhi-hayat) sind, um jene gesegnete (mubarekat) Welt zu betrachten und zu studieren, um so unseren Schöpfer (Haliq) in den wundersamen, feinsinnigen Erscheinungsformen der heiligen Eigenschaft Seiner Allwissenheit (qudsi sifat-i ilm) mit der Sicherheit unseres Wissens (ilme-l'yaqien) kennenzulernen.

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Wir sehen in der Tat mit unseren eigenen Augen, dass all diese arglosen kleinen Jungtiere und all diese kleinen Schatzkisten und Kästchen im Wissen (ilm) des Allwissenden (Aliem) und Allweisen (Hakiem), sowohl insgesamt als auch jedes einzelne für sich, plötzlich erwachen und sich in Richtung auf das Ziel ihrer Erschaffung (khilqat) hin in Bewegung setzen. So bringen sie all die, welche die Wahrheit ins Auge zu fassen vermögen, dazu: "Tausendmal: Segne es Gott (Barekallah)! Hunderttausendmal: Wie wunderbar ist doch das, was Gott hier gewollt hat (Mashaallah)!", auszurufen.

In der Tat gibt es z.B. für alle Spermien, Eier, Samenkerne und Körner und für jedes einzelne von ihnen eine feinsinnige Ordnung (nizam), die aus einem Wissen (ilm) erwächst, eine perfekte Ausgewogenheit (mizan), die aufgrund der Geschicklichkeit (des Meisters) aus dieser Ordnung erwächst, eine Ordnung (tanzim), die planmäßig (mizan) wieder neu entsteht. Das wiederum geschieht nach einem stets neuen und ausgewogenen Maßstab (tevzin). Das aber geschieht nun entlang bestimmter Unterscheidungsmerkmale, entsprechend ihrer Versorgung (terbiye), wobei ihre Kennzeichen absichtsvoll (qasdi) von allen ähnlich aussehenden unterschieden sind. Das aber (geschieht im Zusammenhang) mit ihrem künstlerisch (gestalteten) und verzierten Schmuck. Das wiederum (geschieht im Zusammenhang) mit den weise (hakiemane) angepassten Geräten zu ihrer Gestaltung. Weil aber dies so ist, (geschieht es), um freigiebig (keriemane) all jene zufriedenzustellen, die ihre Versorgung (riziq) erheischen, nämlich alle Geschöpfe (makhluq) mit Fruchtfleisch und verschiedenen anderen essbaren Teilen. Was aber diese betrifft, (so geschieht es) im vollen Wissen (alim), auf wunderbare Weise, mit den verschiedensten Arten von Schmuck und Verzierungen. Das aber (geschieht) mit allerlei verschiedenen Duftnoten und köstlichem Geschmack. So führen denn all diese gesegneten (Geschöpfe), ein jedes für sich und alle gemeinsam, in dieser vollkommenen Ordnung (kemal-i intizam),

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getrennt und verschieden voneinander, in einer Vielzahl, unverzüglich und über unendliche Weiten, frei von jedweden Fehlern und Mängeln die Entfaltung all ihrer Formen, zu jeder Jahreszeit, unter solch wundersamen Umständen ständig in den oben aufgeführten fünfzehn Zungen diese so wunderbaren Fähigkeiten und das ganz außerordentliche Wissen (ilm) ihres Meisters, der das Verborgene kennt (Allam-ul Ghuyub), des Künstlers (Sani'), der da notwendigerweise sein muss (Vadjib-ul Vudjud) vor Augen und tun es sonnenklar kund. So war es denn aufgrund dieses so umfassenden und glänzenden Zeugnisses (shehadet) und der Glückwünsche des göttlichen Künstlers, dass jene Persönlichkeit, Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, als Vertreter der gesamten belebten und unbelebten Schöpfung (makhluqat) in der Nacht seiner Himmelfahrt (Mi'radj) das Wort اَلْمُبَارَكَاتُ {"Segnungen"} anstelle des Friedensgrußes (selam) aussprach.

Das dritte Wort heißt:

اَلصَّلَوَاتُ

{"Bitten und Gebete"}

Dieses heilige Wort (qudsi kelime), wurde sowohl von Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, während seiner allgemeinen Großen Himmelfahrt (Mi'radj-i Ekber) gesprochen, als auch von den hundert Millionen Gläubigen (ehl-i iman) kniend während des Gebetes (teshehhud), das die persönliche Himmelfahrt (Mi'radj) eines jeden Gläubigen (mu'min) ist, jeden Tag wenigstens zehnmal in der Nachfolge des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, an der Schwelle Gottes (dergah-i Ilahiye) dargeboten und somit der Welt (kainat) verkündigt. Da aber nun im "Einunddreißigsten Wort" über die Himmelfahrt (Mi'radj) bereits alle Wahrheiten (haqiqat) auf eine

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sehr bestimmte und kraftvolle Weise bewiesen wurden, und zwar selbst gegenüber einem hartnäckigen, ungläubigen Leugner, den wir uns als Ansprechpartner (muhatab) vorstellen wollen, verweisen (isbat) wir hier, was die Einzelheiten und Zeugnisse betreffen, darauf, und wollen nun mit einem ganz kurzen Hinweis (isharet) die eigenartige Welt (alem) der verschiedenen mit Geist (ruh) und Bewusstsein (shu'ur) begabten Wesen betrachten, welche die weiteren Bedeutungen dieses Dritten Wortes der Himmelfahrt (Mi'radj) beleuchten und zudem versuchen, durch die Manifestation des Urewigen Allwissenden (ilm-i edehlin) das vollkommene Erbarmen (kemal-i rahmaniyet) und die Barmherzigkeit (rahiemiyet) unseres Schöpfers (Khaliq), die ganze Weite Seiner Macht (azamet-i qudret) und Seines allumfassenden Willens (shumul-u irade) in Seiner Existenz (maudjudiyet) und Allgegenwart (vahdet) zu verstehen:

Wir sehen in dieser Welt (alem) in der Tat, dass alle beseelten Wesen (dhiruh), wenn schon nicht bewusst (shu'ur) und überlegt (aql), so doch mit ihrem Gefühl und ihrer Natur (fitrat) nach verspüren, das jedes einzelne von ihnen trotz seiner grenzenlosen Schwäche und Ohnmacht (adjz ve da'if) auch noch mit unendlich vielen Feinden und widrigen Umständen zu kämpfen hat und trotz seiner grenzenlosen Armut und Bedürftigkeit (fakr ve ihtiyadj) auch noch unendlich viele Wünsche und Sehnsüchte hat. Da seine Macht und seine Fähigkeit (iktidari ve sermaysi) nicht ausreichen, um auch nur einem tausendstel von ihnen zu begegnen, schreien und weinen sie aus Leibeskräften und flehen innerlich und ihrer Natur (fitrat) entsprechend. Während ein jedes von ihnen mit seiner eigenen Stimme und auf seine Weise mit seinen persönlichen Gebeten (dua), seinem Flehen, seiner Art Gottesdienst (namaz) und seinen Segenswünschen (salavat) an der Schwelle des Allwissenden und Allmächtigen (Aliem-i Qadir) Zuflucht sucht, erkennen wir plötzlich, dass der, welcher jede Stimme all derer, die da weinen und jedes ihrer Bedürfnisse kennt, allen Kummer und

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jeden Schmerz versteht, ihr Flehen und die Gebete ihrer Natur (fitrat) hört, der Allwissende (Aliem-i Mutlaq), der Allmächtige und Allweise (Qadir-i Hakiem) ihnen zu Hilfe eilt und all ihre Wünsche erfüllt. Er verwandelt ihr Weinen in Lachen und ihr Wehgeschrei in Dankesbezeigungen. Diese von Weisheit (hakiem), Wissen (aliem) und Erbarmen (rahiem) erfüllte Hilfe macht uns auf wahrhaft glänzende Weise, in der Manifestation von Wissen (ilim) und Erbarmen (rahmet) den Helfer, der unsere Gebete erhört (Mudjieb-i Mughies) und freigiebigen Erbarmer (Rahiem-i Kerim) bekannt, was der Sinn aller Segnungen (salavat), des Dienstes und der Anbetung (ubudiyet) ist, den die ganze beseelte (dhiruh) Welt (alem) ausschließlich Ihm darbringt, wenn Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, in seiner Großen Himmelfahrt (Mi'radj-i Ekber) und seine Gemeinde (ummah) während ihrer kleinen Himmelfahrt (Mi'radj-i asghar), die das Gebet (namaz) ist, اَلصَّلَوَاتُ اَلطَّيِّبَاتُ لِلّٰهِ {"Die Bitten, Gebete und alles Gute gehören Gott."}, sagt.

Das Vierte Wort heißt:

اَلطَّيِّبَاتُ لِلّٰهِ

{"Alles Gute gebührt Gott."}

Da in mir viele Wahrheiten (haqiqat) aus der Risale-i Nur während unserer Rezitationen (tesbihat) nach dem Gebet (namaz) in Erinnerung gerufen wurden, wurde ich nahezu ohne meinen Willen (ihtiyar) dazu getrieben, mit kurzen Hinweisen die Wahrheit (haqiqat) sowohl der Worte der Suratu-l'Fatiha, als auch die des kniend gesprochenen Gebetes (teshehhud) zu erläutern.

So verweist denn das während der Himmelfahrt (Mi'radj) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, gesprochene heilige Wort (kelime-i qudsiye)

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اَلطَّيِّبَاتُ {"Gutes"} auf die schönen Geschenke (tayibe) und guten Werke (haseneler), die auf die Schönheiten dieser Welt (alem) ausgerichtet sind, auf den Dienst und die Anbetung (ubudiyet) der Kenner der Lehre und des Glaubens (ehl-i marifet ve iman), der Menschen, Dschinnen, Engel und Geister (ruhani), die über ein sehr umfangreiches Bewusstsein (shu'ur) verfügen und die unendliche Vollkommenheit (djemal) und all die Schönheiten des Einen und Ewigen in Seiner vollkommenen Schönheit (Djemil-i Mutlaq) und die immerwährenden (sermedi) Schönheiten Seiner Namen (isim), die den Kosmos (kainat) schmücken, vollkommen kennen und mit ihnen die Welt (kainat) schmücken und auf die sie mit Liebe (ashk) und Begeisterung (shauk), mit universellem Dienst und Anbetung (ubudiyet) antworten.

Dieses Wort bezieht sich auf die unendlich vielen guten Worte, die sie ihrem Schöpfer (Khaliq) durch die Wohlgerüche, ihren strahlenden Glauben und die umfassende Kenntnis, die sie von Ihm haben, als Lob und Preis und als all diese unendlich vielen (ideellen) Geschenke (tayibat) entgegenbringen, die während dieser inneren Himmelfahrt (Mi'radj) von der gesamten Gemeinde (ummah) sinngemäß (sirr) in Worte gefasst, unermüdlich jeden Tag kniend gesprochen (teshehhud) und immer wieder als ein heiliges Wort zum Geschenk (qudsi kelime-i tayibeyi) dargebracht werden.

Die Welt ist in der Tat der Spiegel einer unendlichen, ewigen Schönheit und Vollkommenheit (djemal) und besteht aus deren Manifestationen. Alle Schönheit und Vollkommenheit des Kosmos stammen von dieser ewigen Schönheit ab und wird schön durch ihre Verbindung (intisab) mit ihr und erhöht durch sie ihren Wert. Ohne sie wäre (die Welt) nur wie eine Ruine oder eine Trümmerstätte.

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Was aber diese Verbundenheit (intisab) betrifft, so wird sie durch die Erkenntnis und die Bestätigung (marifet ve tasdiq) der Menschen, der Engel und der Geister (ruhani) verständlich, welche die Herolde und Verkündiger des Königreichs Gottes (saltanat-i uluhiye) sind.

So wie also nun Menschen und Engel durch ihren Glauben, ihren Dienst und ihre Anbetung (iman ve ubudiyet) den einzig Angebeteten in Seiner Majestät (Mabud-u Dhul-Djelal) bekannt machen, so gibt auch der Allweise in Seiner Majestät (Hakiem-i Dhul-Djelal) sich in gleicher Weise Selbst einem jeden dieser Boten, die Er mit einer überaus umfangreichen Begabung, mit solch wunderbaren Anlagen und einem subtilen Wissen (ilm) ausgestattet und zu einem Mikrokosmos gemacht hat, der dem Makrokosmos verbunden ist, zu erkennen. So stellt Er sich z.B., indem Er zahlreiche wundersame Maschinen von der größe einer Walnuss im Kopf eines Menschen erschafft, welche die Funktion des Erinnerungsvermögens, die Funktion des Vorstellungsvermögens oder die Funktion des Denkvermögens ausüben und die Funktion des Gedächtnisses zu einer großen Bibliothek werden lässt, in der Seine ewige Wissenschaft erscheint, mit sonnengleicher Klarheit Selbst dar.

Wir wollen hier nun in einer Art Übersetzung ganz kurz auf die Bedeutung des oben erwähnten arabischen Textes verweisen, der auf allgemein gültige Zeugnisse, auf zahllose Belege zu einem solchen breit gefächerten Zeugnis und auf fünfzehn Beweise hinweist, die ein umfassendes Wissen (ilm-i muhit) darstellen.

Der erste der fünfzehn Beweise ist

فَالْاِنْتِظَامَاتُ الْمَوْزُونَةُ

{"die ausgewogene Ordnung"}

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Die wohl proportionierte Ausgewogenheit und die ausgewogene Ordnung (mizanli intidham), die wir in allem Geschaffenen (makhluqat) beobachten können, bezeugen ein umfassendes Wissen (ilm). Und das heißt in der Tat, dass, angefangen vom Universum, das einem vollendeten Schloss gleicht, über das Sonnensystem, über die Luft, deren Atome gleich einem Tonträger (sahife) bei der Verbreitung von Worten, Tönen und Geräuschen eine Staunen erregende Ordnung zeigen, über das Antlitz der Erde, das in jedem Frühling 300.000 ganz verschiedene Arten (von Pflanzen und Blüten) in vollkommener Ordnung hervor bringt, bis hin zu den Organen und Organsystemen, den Zellen und Atomen aller lebenden Wesen sich (die gesamte Schöpfung) als Ausdruck eines tiefen, umfassenden und unfehlbaren Wissens (ilm), einer wohl proportionierten Ausgewogenheit und einer ausgewogenen Ordnung darstellt, was ganz offensichtlich und auf absolut sichere Weise Beweis und Zeugnis für ein allumfassendes Wissen ist.

Der zweite Beweis ist

وَ الْاِتِّزَانَاتُ الْمَنْظُومَةُ

{"ein ausgewogenes Regelmaß"}.

Das heißt: In allen diesen Kunstwerken im Universum, in jedem einzelnen für sich genommen und in ihnen allen gemeinsam betrachtet, von den Sternen bis hin zu den roten und weißen Blutkörperchen, finden wir überall ein ganz besonders ausgewogenes Regelmaß und eine wohl proportionierte Ausgewogenheit (mizan), die ganz offensichtlich ein umfassendes Wissen (ilm) beweisen und mit absoluter Sicherheit bezeugen. So sehen wir in der Tat, dass z.B. die Glieder und die Organe einer Fliege oder auch eines Menschen, ja sogar die Zellen des Körpers und die roten und weißen Blutkörperchen sich in einem so sensiblen und fein abgestimmten Maß und Gleichgewicht (mizan) befinden und dermaßen gut aufeinander

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abgestimmt und zueinander passend angeordnet sind und mit den einzelnen Organen des Körpers so gut harmonieren, dass sie niemals sein Immunsystem stören, aus welchem Grunde es auf gar keine Weise irgendeine Möglichkeit gibt, dass irgendjemand sie auf diese Weise geformt und angeordnet haben könnte, der nicht über ein unbegrenztes Wissen verfügt.

In ähnlicher Weise herrscht in allen lebenden Wesen (dhi-hayat) und in allen Arten und Formen der Schöpfung (makhluqat) von den Atomen bis hin zu den Planeten im Sonnensystem eine so vollkommene Ausgewogenheit und bis hin zu den Atomen ein so unerschütterliches und ausgeglichenes Ebenmaß, dass es mit absoluter Sicherheit ein umfassendes Wissen beweist und ein glänzendes Zeugnis (shehadet) dafür ablegt. Das aber heißt, dass alle Beweise für ein solches Wissen (ilm) zugleich auch der Beweis für die Existenz (maudjudiyet) eines Allwissenden (Dhat-i Aliem) sind. Und da es nun einmal unmöglich ist, dass es eine Eigenschaft (sifat) ohne den Träger dieser Eigenschaft (mausuf) geben könnte, so bilden alle Beweise zusammengenommen, den machtvollen und absolut sicheren Großen Beweis (huddjet-i kubra) für die Notwendigkeit der Existenz (vudjub-u vudjud) des Allwissenden von Ewigkeit (Aliem-i Edheli).

Der dritte Beweis ist

وَ الْحِكَمُ الْقَصْدِيَّةُ الْعَآمَّةُ

{"die allgemeine, absichtsvolle Weisheit"}.

Das heißt: Innerhalb der schöpferischen Tätigkeit (khallaqiyet) im gesamten Universum, hat diese ganze Schöpfung bei aller Aktivität (faaliyet) und in allem Wechsel, wo Leben (ihya) entsteht, Aufgaben (tauzifat) vergeben und Entlassungen ausgesprochen werden, in all ihren Formen und Gestalten insgesamt und in jeder einzelnen Art für sich eine den Zufall ausschließende, absichtsvolle (qasdi), an ein Wissen gebundene Weisheit (hikmet), einen Nutzen (faide) und

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eine Aufgabe (vazifah). Und wir ersehen daraus, dass keiner, der nicht ein so umfassendes Wissen (ilm) besitzt, in Bezug auf die Schöpfung (idjad) in irgendeiner Weise einen Anspruch auf eine Beteiligung (sahib) an ihr erheben könnte. So dient z.B. die Zunge, {und darüber hinaus in der Hauptsache die Nase!} die unter den hundert Gliedern des Menschen, der doch nur einer unter unendlich vielen Lebewesen (dhi-hayat) ist, nur ein einzelnes Glied und eigentlich nur ein Stückchen Fleisch ist, neben hunderterlei Weisheiten (hikmet), Zweckbestimmungen, Sinngebungen und Nutzanwendungen, insbesondere zwei großen Aufgaben (vazifah)..... Ihre Aufgabe hinsichtlich (ihrer Wahrnehmung) des Geschmacks (zevk) der Speisen ist es, den Körper, also den Magen über die verschiedenen Geschmacksrichtungen (tatlari) in Kenntnis zu setzen, die Küche der Göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahiye) sorgfältig zu inspizieren. Hinsichtlich unserer Worte ist es ihre Aufgabe, für das Herz (qalb), den Geist (ruh) und das Gehirn ein perfekter Dolmetscher und Telephonist zu sein. So beweist und bezeugt sie mit Sicherheit ein allumfassendes Wissen (ilm) auf eine überaus glänzende Weise und mit absoluter Gewissheit. Wenn also nun eine einzige Zunge mit so viel Weisheit und durch die Frucht (ihrer Tätigkeit) ein solches Zeugnis liefert, so beweisen und bezeugen unendlich viele Zungen, unendlich viele Lebewesen (dhi-hayat) und zahllose (Göttliche) Kunstwerke mit der Klarheit der Sonne und der absoluten Gewissheit des Tages ein unermessliches Wissen (ilm) und verkündigen, dass es nichts außerhalb der Grenzen des Wissens (ilm), der Weisheit (hikmet) und des Ratschlusses Gottes (meshi'et) gibt, der um das Verborgene weiß (Allam-ul Ghuyub).

Vierter Beweis:

وَ الْعِنَايَاتُ الْمَخْصُوصَةُ الشَّامِلَةُ

{"Die für alle und jeden geltende besondere Güte"}

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Das heißt: Die alle mit Leben (dhi-hayat) und Bewusstsein (dhi-shu'ur) begabten Wesen in der Welt (alem) jeder Art und jedes einzelne von ihnen auf besondere und für jedes von ihnen geeignete Weise insgesamt umfassende Güte (inayet) und Liebe (shefqat) und der Schutz (himayet), der ihnen zuteil wird, beweist ganz offensichtlich das umfangreiche Wissen und legt Zeugnis (shehadet) für die notwendige Existenz (vudjub-u vudjuduna) des Allwissenden und Allgütigen (aliem-i inayet), der alle (Wesen) Seine Güte erfahren lässt und alle ihre Bedürfnisse kennt.

Anmerkung:

Was die Worte der Erläuterung zu der Zusammenfassung dieses arabischen Textes betrifft, der die Quintessenz(hulasat-ul hulasasi)der Risale-i Nur ist, so sind sie ein Hinweis auf die Wahrheit(haqiqat),welche die Risale-i Nur, als ein Resümee des Qur'an den Funken der Ayat des Qur'an entnommen hat, besonders aber auf die Beweise und Zeugnisse für die Göttliche Allwissenheit(ilm),Seinen Willen(irade)und Seine Macht(qudret),welche hier noch eingehend erklärt werden. Das aber heißt, dass hier zu vielen Ayat je ein Hinweis und jeweils eine Anmerkung erklärt wird. Es handelt sich also keineswegs um einen Kommentar, eine Erläuterung oder eine bloße Übersetzung der einzelnen arabischen Ausdrücke.

Wir kehren zu unserem eigentlichen Thema zurück. Und so sehen wir in der Tat mit eigenen Augen, dass es einen Allwissenden und Allbarmherzigen (Aliem-i Rahiem) gibt, der uns und alle beseelten Wesen (dhiruh) kennt, und

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weil Er sie kennt, sie auch in Liebe (shefqat) beschützt, der all ihre Bedürfnisse und ihren Schmerz kennt, und weil Er sie kennt, ihnen auch in Seiner Güte (inayet) zu Hilfe eilt. Hier dazu eines von vielen Beispielen: Die besonderen und die allgemeinen dem Menschen erwiesenen Gunsterweise (inayet), wie Seine Versorgung (rizq), Heilmittel und die für ihn notwendigen Vitalstoffe, zeigen ganz offensichtlich so viele Male, wie Er ihm Seine Versorgung (rizq), Heilmittel und Vitalstoffe (zukommen lässt), Sein allumfassendes Wissen (ilm) und legen Zeugnis für den Barmherzigen Allerbarmer (Rahman-i Rahiem) ab. Die Ernährung des Menschen, besonders aber der Hilflosen und der Kinder, vor allem der Organe, ja selbst der Zellen des Körpers, die aus der Küche des Magens ihre Versorgung (rizq) erheischen und daraus ihre jeweils für sie geeignete Nahrung (rizq) erhalten und auch die Berge, die einer Apotheke gleichen und in sich alle für einen Menschen notwendigen Vitalstoffe speichern, sind in der Tat ein Werk, das nur mit Hilfe eines sehr umfangreichen Wissens (ilm) funktionieren kann. Ein bloßer Zufall, eine blinde Kraft, eine Natur, die (unserem Flehen) taub ist, Ursachen ohne Leben und Bewusstsein, primitive überwältigende Elemente, können sich auf gar keine Weise derart klug (aliemane), umsichtig (basirane), weise (hakiemane), barmherzig (merhametkarane) und gütig (inayetperverane) um ihre Versorgung und Verwaltung (= idare), ihren Schutz (himayet) und ihre Führung (tedbir) bekümmern. Diese äußeren Ursachen werden lediglich im Rahmen eines Befehls (emr), einer Erlaubnis (izin), des Wissens (ilm) und der Weisheit (hikmet) des Allwissenden (Aliem-i Mutlaq) als ein Vorhang vor der Göttlichen Macht und Würde (izzet-i qudret-i Ilahiye) eingesetzt und verwendet.

Fünfter und Sechster Beweis:

وَ الْاَقْضِيَّةُ الْمُنْتَظَمَةُ وَ الْاَقْدَارُ الْمُثْمِرَةُ

{"die wohl durchdachten Beschlüsse und die an ihren Ergebnissen orientierten Bestimmungen"}

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Das heißt: Form und Gestalt aller Dinge, der Bäume und Sträucher, der Tiere, Pflanzen und Menschen wurden entsprechend den Prinzipien vergangener und künftiger Ereignisse (qadha ve qader), welche die beiden Arten urewigen göttlichen Wissens sind, kunstreich geschneidert und jeder einzelne genau passend zu seiner Statur zusammengenäht, vollkommen gekleidet und ihm eine makellose in Weisheit (hikmet) geordnete Form gegeben. Dies alles zusammengenommen und jedes einzelne für sich beweist ein unendliches Wissen (ilm) und sie alle zeugen entsprechend ihrer Zahl für einen allwissenden Künstler (Sani-i Aliem).

Betrachten wir z.B. einmal unter zahllosen Beispielen auch nur einen einzigen Baum, oder einen einzelnen Menschen, so sehen wir in der Tat, dass der Schnittmusterbogen zu diesem Baum mit seinen vielen Früchten und zu diesem Menschen mit seinen vielen verschiedenen äußeren Gliedmaßen und inneren Organen, von einem unsichtbaren Zirkel und dem Stift eines subtilen Wissens (ilm) in der Weise gezeichnet wurde, dass ihn kein Maler fehlerfrei kopieren könnte, und allen seinen Organen eine so perfekte Form gegeben, dass sie alle die Früchte und die Ergebnisse hervorbringen und ihre naturgemäßen Aufgaben (vazife-i fitrat) erfüllen können. Da dies aber nur mit einem unendlichen Wissen geschehen kann, bezeugt all dies nach der Anzahl der Tiere und Pflanzen die notwendige Existenz (vudjub-u vudjud) und das grenzenlose Wissen (ilm) eines künstlerischen Gestalters (Mussauvir), der über alle Dinge zu bestimmen vermag (Aliem-i Muqaddir), um die Beziehungen aller Dinge mit allen anderen Dingen weiß, sie aufmerksam betrachtet und Sein Werk, allen Beispielen und Arten dieses Baumes und dieses Menschen von innen und außen genau nach Maß und Form mit Zirkel und Stift, dem urewigen Wissen (ilm) um die vergangenen und die zukünftigen Ereignisse (qadha ve qader) entsprechend in Weisheit (hakiem) zu tun versteht.

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Siebenter und achter Beweis:

وَ الْاٰجَالُ الْمُعَيَّنَةُ وَ الْاَرْزَاقُ الْمُقَنَّنَةُ

{"die durchschnittliche Lebenserwartung (edjel) und die ausgewogene Ernährung (erzaq)"}.

Das heißt: Um einer bedeutenden Weisheit (hikmet) willen ist unsere als unbestimmt vorgestellte Lebensspanne (edjel) und unsere Nahrungsmenge (rizq), oberflächlich betrachtet, hinter einem Vorhang verborgen. Alle vergangenen wie künftigen Ereignisse (qadha ve qader) sind von Ewigkeit auf der Seite Göttlichen Vorauswissens (qader-i edhelinin defter) und Planens in unserem Leben (muqadderat-i hayatiye) als unsere im Voraus bestimmte Lebensspanne (dhi-Hayatin edjeli muqadder) festgelegt. Sie kann weder verkürzt noch verlängert werden. Auch dafür, dass es für jedes Lebewesen (dhiruh) eine bestimmte, auf der Tafel (lauh) aller vergangenen wie künftigen Ereignisse (qadha ve qader) eingetragene Menge zu unserem Unterhalt (rizq) gibt, können zahllose Beweise angeführt werden. Wenn also z.B. ein Baum stirbt und an seiner Statt seinen Samen zurück lässt, der gleichsam den Geist (ruh) dieses (Baumes) in sich enthält, um seine Aufgabe (vazifah) weiterhin wahrzunehmen, so geschieht dies nach den weisen (hikmet) Gesetzen (kanun) eines Allwissenden Lagerverwalters (Aliem-i Hafidh). Und wenn der Unterhalt (rizq) aller Kinder und Jungtiere, der für sie aus Brüsten und Eutern kommt, nämlich die Milch, zwischen dem Mist und dem Blut hervortritt, ohne dabei besudelt zu werden, vielmehr rein und sauber in ihre Münder und Mäuler fließt, so weist dies jeden bloßen Zufall zurück und zeigt mit absoluter Sicherheit, dass es nach den liebevollen (shefqat) Grundsätzen eines Allweisen und Allbarmherzigen Versorgers (Rezzaq-i Aliem-i Rahiem) geschieht. Man möge nun diese beiden kleinen Beispiele auf alle mit Leben und Geist beseelten Wesen (dhi-Hayat ve dhiruh) vergleichend anwenden.

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Das aber heißt, dass sowohl unsere Lebensspanne (edjel) wahrhaftig im voraus geplant (muqadder) und geschaut ist, und dass zugleich auch unsere Versorgung (rizq), für jeden einzelnen zugemessen, im Buch der Vorausplanungen (muqadderat defter) eingetragen steht. Doch aus Gründen einer besonders bedeutsamen Weisheit (hikmet) erscheinen sowohl die (noch verbliebene) Lebensspanne (edjel) als auch der (noch vorhandene) Vorrat (riziq) wie hinter einem Vorhang verborgen, als unbekannt, unbestimmt und scheinbar nur an den Zufall gebunden. Denn würde unsere letzte Stunde genau so feststehen wie der Untergang der Sonne, würde man das halbe Leben in völliger Sorglosigkeit (ghaflet-i mutlaq) verbringen und (diese Zeit) wäre für das Jenseits (akhirah) verloren, weil wir uns gar nicht darum kümmern würden. Nach dieser Hälfte aber würde man es in einer solch schrecklichen Furcht verbringen, als ginge man mit jedem Tage wieder einen Schritt auf den Galgen zu, so als würde man innerlich (sirr) die Todesqualen noch um das Hunderfache vermehren, weshalb alle noch auf uns zukommenden Leiden und selbst der Tag der Auferstehung (kiyamet), der das Ende (edjel) der Welt (dunya) bedeutet, barmherzigerweise (merhameten) hinter dem Vorhang einer unsichtbaren Welt (ghayb) verborgen gehalten werden.

Was aber unsere Versorgung (rizq) betrifft, so ist sie nach dem Leben (hayat) der größte Schatz an Gottes Gnadengaben (ni'met) und die reichste Quelle für Lobpreis und Dank (shukur ve hamd) und die ergiebigste Mine für Gottesdienst (ubudiyet), Bitten (ridja) und Gebet (dua), wird aber offensichtlich so dargestellt, als sei sie, äußerlich betrachtet, vom Zufall abhängig. Denn für den, der an der Schwelle des Gnädigen Versorgers (Rezzaq-i Keriem) Zuflucht zu suchen, um Hilfe zu flehen und durch die Fürsprache (shefa'at) seiner Lobpreisungen und Dankgebete (shukur ve hamd) für seinen Unterhalt (rizq) nachkommt, ist die Tür nicht verschlossen. Wäre dies alles bereits geregelt, würde sich die Natur (seiner Versorgung)

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ganz und gar umwandeln. Und die Tore frohen, dankerfüllten Bittens (ridja), Betens (dua), ja sogar demütigen Dienens und der Anbetung (ubudiyet) blieben geschlossen.

Neunter und zehnter Beweis:

وَ الْاِتْقَانَاتُ الْمُفَنَّنَةُ وَ الْاِهْتِمَامَاتُ الْمُزَيَّنَةُ

{"die geschulte Geschicklichkeit und der sorgfältig ausgewählte Schmuck"}

Das heißt: In jedem Kunstwerk, in dem sich, besonders zur Frühlingszeit, im Antlitz der Erde eine ewige (sermedi) und vollkommene (djemal) Schönheit verkörpert, also in dieser ganzen so wunderbaren Schöpfung (makhluq), z.B. in den Blumen und Früchten, den Käfern und Insekten und ganz besonders in der Erschaffung (khilqat), Gestaltung (suret) und Ausrüstung goldglänzender Käfer zeigt sich eine so staunenswerte (mu'djize) Geschicklichkeit und Sorgfalt, eine so einzigartige Kunstfertigkeit, Beständigkeit, Vollkommenheit und zugleich das bewunderungswürdige (mu'djize) Talent eines Künstlers, und beweist mit einer so absoluten Sicherheit in all Seinen ganz verschiedenen Arten und Formen winzig kleiner Maschinen ein solch umfassendes Wissen (ilm) und - ich möchte hier, bitte, nicht falsch verstanden werden! - eine derart fähige und kenntnisreiche Beherrschung allen Wissens (meleke-i ilmiye), dass sie auf diese Weise bezeugen, dass ein zielloser Zufall und orientierungslose Ursachen ohne Bewusstsein sich unmöglich beteiligen könnten. Desgleichen soll mit dem Ausdruck وَ الْاِهْتِمَامَاتُ الْمُزَيَّنَةُ {der sorgfältig ausgewählte Schmuck",} gezeigt werden, dass solche schönen Kunstwerke, in einem solchen Grade anmutig verziert, so anziehend und lieblich geschmückt sind, dass es in Seiner Kunst eine

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solche Schönheit (djemal-i san'at) geben muss, die eine Arbeit von so grenzenloser Allwissenheit darstellt und Er für ein jedes Ding die schönste Form kennt und dabei die Schönheit Seiner Vollkommenheit (djemal-i kemal) und Vollkommenheit Seiner Schönheit (kemal-i djemal) in Seiner Kunstfertigkeit ausgestellt wird. Denn Er erschafft (idjad) und gestaltet (tasvir) auch noch die kleinste Blume und den winzigsten Käfer mit so viel Sorgfalt und Geschicklichkeit, mit einer solchen Kunstfertigkeit und Aufmerksamkeit. Eine mit so viel Zuwendung zustande gebrachte Ausschmückung und Schönheit beweist ganz offensichtlich ein grenzenloses und all umfassendes Wissen (ilm) und bezeugt so nach der Anzahl all dieser Schönheiten die Notwendigkeit der Existenz (vudjub-u vudjud) eines Allwissenden Herrn und Meisters all dieser Schönheit (Sani'-i Aliem-i dhul'Djemal).

Der elfte Beweis, der fünf weitere, allgemeine Beweise in sich umfasst.

وَ غَايَةُ كَمَالِ الْاِنْتِظَامِ الْاِتِّزَانِ الْاِمْتِيَازِ الْمُطْلَقَاتِ فِى السُّهُولَةِ الْمُطْلَقَةِ وَ خَلْقُ الْاَشْيَآءِ فِى الْكَثْرَةِ الْمُطْلَقَةِ مَعَ الْاِتْقَانِ الْمُطْلَقِ وَ فِى السُّرْعَةِ الْمُطْلَقَةِ مَعَ الْاِتِّزَانِ الْمُطْلَقِ وَ فِى الْوُسْعَةِ الْمُطْلَقَةِ مَعَ كَمَالِ حُسْنِ الصَّنْعَةِ وَ فِى الْبُعْدَةِ الْمُطْلَقَةِ مَعَ الْاِتِّفَاقِ الْمُطْلَقِ وَ فِى الْخِلْطَةِ الْمُطْلَقَةِ مَعَ الْاِمْتِيَازِ الْمُطْلَقِ

{"Das Ziel vollkommener Ordnung und Ausgewogenheit, die perfekte Unterscheidung und vollkommene Leichtigkeit, die Erschaffung aller Dinge in grenzenloser Vielfalt, mit unumschränkter Festigkeit, mit absoluter Geschwindigkeit und Ausgewogenheit in einer unbegrenzten Weite, mit der Schönheit einer vollkommenen Kunstfertigkeit, über unendliche Entfernungen in perfekter gegenseitiger Abstimmung und mit einer Unterscheidungsfähigkeit, die nichts übersieht."}

Dieser Beweis ist eine andere, jedoch bessere Darstellung des oben, am Ende des arabischen Textes, angeführten Beweises. Doch aufgrund meiner schweren

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Krankheit erklärt er die fünf, sechs umfangreichen Beweise, die er in sich umfasst, nur in Form von sehr kurzen Hinweisen.

Erstens:

Über die ganze Erde hin sehen wir: Diese wundersamen lebenden Maschinen, die aus einem perfekten Wissen (ilm), mit Geschicklichkeit und großer Leichtigkeit hervorgegangen sind, manche von ihnen ganz plötzlich und andere in einer Minute, einwandfrei, wohlproportioniert, unterschieden von anderen ihrer Art, beweisen ein unendliches Wissen (ilm) und bezeugen, dass die Vollkommenheit dieses Wissens der Leichtigkeit proportional ist, die aus der kenntnisreichen Geschicklichkeit herrührt, die in diesem Kunstwerk (zum Ausdruck kommt).

Zweitens:

Die vollkommene Erschaffung nach den Maßstäben einer unbeirrbaren Kunstfertigkeit, in großer Anzahl und Vielfältigkeit verweisen auf ein unendliches Wissen (ilm) innerhalb einer grenzenlosen Macht (qudret) und legen unendlich viele Male Zeugnis (shehadet) für einen Allwissenden und absolut Allmächtigen (Aliem ve Qadir-i Mutlaq) ab.

Drittens:

Im höchsten Grade ausgewogene und abgemessene Schöpfungen verweisen, zumal sie doch mit absoluter Geschwindigkeit und also sehr schnell verfertigt wurden, auf ein grenzenloses Wissen (ilm) und bezeugen (shehadet) entsprechend ihrer Anzahl den Allwissenden und Allmächtigen (Aliem-i Mutlaq ve Qadir-i Mutlaq).

Viertens:

Die Darstellung zahlloser lebender Wesen (dhi-hayat) über die ganze, große weite Erde hin, mit der größten Schnelligkeit, mit einer solchen Kunstfertigkeit, sie auszuschmücken und mit schönster, vollkommener Kunstfertigkeit anzufertigen, verweist auf ein allumfassendes Wissen (ilm), das sich niemals irrt, alles zugleich überblickt und für das kein Ding ein Hindernis für ein anderes Ding ist und bezeugt (shehadet), dass sie, ein jedes für sich und sie alle miteinander, die Kunstwerke

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dessen sind, der alle Dinge kennt (Aliem) und allmächtig (Qadir-i Mutlaq) ist.

Fünftens:

Das Zustandekommen (einer Verbindung) sehr weit voneinander entfernter Einzelteile einer Gattung, eines aus dem Osten und eines aus dem Westen, eines aus dem Norden und eines aus dem Süden, zu gleicher Zeit, auf die gleiche Weise, zwar einander ähnlich und doch in ihren besonderen Kennzeichen voneinander verschieden, ist nur durch die Allmacht (Qadir-i Mutlaq) eines Allwissenden (Aliem-i Mutlaq) möglich, der das All mit unbegrenzter Macht lenkt und alles, was er geschaffen hat (maudjudat) in jeder Situation und in seinem grenzenlosen Wissen (ilm) mit einschließt, beweist ein alles umfassendes Wissen (ilm) und bezeugt (shehadet) den allwissenden Kenner alles Verborgenen (Allam-ul Ghuyub).

Sechstens:

Die Erschaffung einer großen Menge lebender (dhi-hayat) Maschinen unter so verwirrenden Umständen (Ihtilat-i mutlaq), ohne sich jemals zu irren, oder sie miteinander zu verwechseln, einander ähnlich und zugleich an einem dunklen Ort miteinander vermischt, Stück für Stück entsprechend ihren Merkmalen wieder voneinander zu scheiden und zu trennen, wenn z.B. die Samen unter der Erde, so sehr sie auch miteinander vermischt sind, auf wundersame Weise erschaffen werden, ohne auch nur ein einziges unter all den Lebewesen (dhi-hayat) zu vernachlässigen, so weisen sie sonnenklar auf ein ewiges Wissen (ilm) hin und bezeugen (shehadet) klar wie der Tag ihre Erschaffung (khallaqiyet) durch den Allmächtigen und Allweisen (Qadir-i Mutlaq ve Aliem-i Mutlaq) und Seine Herrschaft (Rububiyet). Weitere ausführliche Erläuterungen überlassen wir nun der Risale-i Nur und brechen hier dieses so lange erklärte Thema kurz ab.

Wir wollen nun das Kapitel über den Göttlichen Willen (irade)\beginnen. (Der arabische Text aus) der "Quintessenz~(Hulasatu-l'hulasa) {das Erste Kapitel und zugleich eine Zusammenfassung des "Großen Zeichens (Ayatu-l'Kubra)"}lautet:

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اَللّٰهُ اَكْبَرُ مِنْ كُلِّ شَىْءٍ قُدْرَةً وَ عِلْمًا اِذْ هُوَ الْمُرِيدُ لِكُلِّ شَىْءٍ مَا شَآءَ اللّٰهُ كَانَ وَ مَالَمْ يَشَأْ لَمْ يَكُنْ اِذْ تَنْظِيمُ اِيجَادِ الْمَصْنُوعَاتِ ذَاتًا وَ صِفَاتٍ وَ مَاهِيَّةً وَ هُوِيَّةً مِنْ بَيْنِ الْاِمْكَانَاتِ الْغَيْرِ الْمَحْدُودَةٍ وَ الطُّرُقِ الْعَقِيمَةِ وَ الْاِحْتِمَالاَتِ الْمُشَوَّشَةِ وَ الْاَمْثاَلِ الْمُتَشَابِهَةِ وَ مِنْ بَيْنِ سُيُولِ الْعَنَاصِرِ الْمُتَشَاكِسَةِ بِهَذَا النِّظَامِ الْاَدَقِّ الْاَرَقِّ وَ تَوْزِينُهَا بِهَذَا الْمِيزَانِ الْحَسَّاسِ الْجَسَّاسِ وَ تَمْيِيزُهَا بِهَذِهِ الْاَمْثاَلِ الْمُتَشَابِهَةِ وَ التَّعَيُّناَتِ الْمُزَيَّنَةِ الْمُنْتَظَمَةِ وَ خَلْقُ الْمَخْلُوقَاتِ الْمُنْتَظَمَاتِ الْحَيَوِيَّةِ مِنَ الْبَسِيطِ الْجَامِدِ الْمَيِّتِ كَالْاِنْسَانِ بِجِهَازَاتِهِ مِنَ النُّطْفَةِ وَ الطَّيْرِ بِجَوَارِحِهِ مِنَ الْبَيْضَةِ وَا لشَّجَرَةِ بِاَعْضَآئِهَا مِنَ النُّوَاةِ وَ الْحَبَّةِ تَدُلُّ عَلٰٓى اَنَّ كُلَ شَىْءٍ بِاِرَادَتِهِ تَعَاليَ وَ اِخْتِيَارِهِ وَ قَصْدِهِ وَ مَشِيئَتِهِ سُبْحَانَهُ كَمَا اَنَّ تَوَافُقَ الْاَشْيَآءِ فِى اَسَاسَاتِ الْاَعْضَآءِالنَّوْعِيَّةِ وَا لْجِنْسِيَّةِ يَدُلُّ عَلٰٓى اَنَّ صَانِعَ تِلْكَ الْاَفْرَادِ وَاحِدٌ اَحَدٌ كَذَلِكَ اَنَّ تَمَايُزَهَا بِالتَّعَيُّنَاتِ الْمُنْتَظَمَةِ وَا لتَّشَخُّصَاتِ الْمُتَمَايِزَةِ يَدُلُّ عَلٰٓى اَنَّ ذَلِكَ الصَّانِعَ الْوَاحِدَ الْاَحَدَ فَاعِلٌ مُخْتَارٌ يَفْعَلُ مَا يَشَآءُ وَيَحْكُمُ مَا يُرِيدُ

Dieser Text ist nur einer der Beweise für den Göttlichen Willen (irade), jedoch ein allgemein gültiger und umfassender Beweis, der sehr viele umfangreiche Zeugnisse enthält. In einer kurzen Übertragung der Bedeutung (dieses Textes) wollen wir nun einen Beweis erläutern, der den Willen (irade) Gottes, Seine Entscheidung (ihtiyar) und Seinen Ratschluss (meshi'et) mit absoluter Sicherheit darstellt.

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Zudem sind alle oben angeführten Beweise für Gottes Allwissenheit (ilm-i Ilahi) zugleich auch die Beweise für Seinen Willen (irade). Denn in jedem Kunstwerk sind die Erscheinungen und die Spuren des Göttlichen Wissens (ilm) und Wollens (irade) zu erkennen.

Der Sinn des arabischen Textes ist ungefähr folgender:

Alles geschieht nämlich durch Seine Entscheidung (ihtiyar) und Seinen Ratschluss (meshi'et). Was Er will geschieht und was Er nicht will, das kann auch nicht geschehen. Was immer Er will, das tut Er. Will Er es nicht, so geschieht es auch nicht. Der Beweis dafür ist folgender: Wir sehen, dass jedes Kunstwerk mit seinen eigenen Merkmalen, besonderen Eigenschaften und speziellen Kennzeichen, in seiner außergewöhnlichen, von anderen unterschiedenen Form, aus unendlich vielen Möglichkeiten und auf untی٢chiedliche Art und Weise hervorgehen kann. Unter all diesen verwirrenden Möglichkeiten und zahllosen Sackgassen, inmitten der Elemente, die sich sintflutartig ergießen, dabei sowohl alles durcheinander wirbeln, als auch sich miteinander vermischen und gegenseitig bekämpfen und so einen Anlass zu Fehlern und Verwechslungen bieten, inmitten von Kunstwerken, die sich bei all ihrer Vielfalt doch einander ähnlich sehen, entgegen all dieser chaotischen Verhältnisse doch noch, und zwar jedes einzelne, in eine vollkommene, einwandfreie Ordnung zu bringen, sind alle Gliedmaßen und Organe mit einem äußerst empfindlichen und überaus sensiblen Maß ausgemessen, abgewogen und eingearbeitet; so ist sein Gesicht schön verziert, sein Antlitz von vollendeter Schönheit. Ihm wurde eine eigene Persönlichkeit gegeben. Er wurde aus einzelnen, voneinander äußerst verschiedenen Organen, aus einer einfachen, leblosen, toten Materie ins Leben gerufen und künstlerisch gestaltet. So ist also z.B. ein Mensch mit seinen hunderterlei verschiedenen Organen aus einem Tropfen einer Flüssigkeit erschaffen, ein Vogel mit seinen so vielen verschiedenen Gliedern und Organen in einem

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schlichten Ei zusammengefügt und ihm wurde dort eine wundervolle Form gegeben, und ein Baum mit all seinen Ästen und Zweigen und all den übrigen Organen und Bestandteilen {Blättern, Blüten und Früchten (A.d.Ü.)} wird aus einem kleinen Saatkorn herausgezogen, das sich aus so einfachen, toten (Atomen) wie Kohlenstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Sauerstoff zusammensetzt, und in eine wohlgestaltete und fruchtbringende Form gekleidet. Das alles beweist stets wieder ganz offensichtlich, mit absoluter Sicherheit, ohne allen Zweifel und im Grade einer unerlässlichen, ja zwangsläufigen Notwendigkeit, dass alle diesen Kunstwerken mit all ihren Atomen, ihren Zellen, ihrer ganzen Gestalt und ihrem Wesen nach durch den Willen (irade), den Ratschluss (meshi'et), die Entscheidung (ihtiyar) und Absicht (qasd) des Allmächtigen (Qadir-i Mutlaq), ihre ganz eigene, vollkommene Prägung (vaziyet) gegeben wurde. Und ein jedes Ding unter die Verfügung eines allumfassenden Willens (irade) gestellt ist. Und der durch ein einzelnes Geschöpf (masnu) auf solch unbezweifelbare Weise geführte Beweis des Göttlichen Willens (irade-i Ilahiye) zeigt, dass alle diese Kunstwerke (masnuat), mit absoluter, unendlicher und grenzenloser, sonnenklarer und tagheller Sicherheit ihrer Anzahl entsprechend Zeugnis ablegen für den ein jedes Ding umfassenden Göttlichen Willen (irade-i Ilahiye) und die Notwendigkeit der Existenz (vudjub-u vudjud) dessen, der die Macht (Qadir) hat und über (einen solchen Willen) verfügt (Muried).

Des Weiteren sind alle oben erwähnten Beweise für die Göttliche Allwissenheit (ilm-i Ilahi) gleichermaßen auch die Beweise für Seinen Willen (irade). Denn beide wirken mit Seiner Allmacht (qudret) zusammen. Eines kann nicht ohne das andere sein. Gerade so wie die einzelnen (Exemplare) einer Art oder Gattung in der Übereinstimmung (tevafuqlar) ihrer Organe nach Art und Gattung beweisen, dass ihr Schöpfer ein und derselbe und in ihnen allen gegenwärtig (Sani'leri birdir, vahiddir, ehaddir) ist,

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so beweisen sie zugleich auch in der Weisheit (hikmet) der Art der Unterschiedlichkeit und Verschiedenheit ihres Aussehens mit Sicherheit, dass ihr Schöpfer in Seiner Einheit und Allgegenwart so nach Seinem Willen (Sani-i Vahid-i Ehad bir fail-i muhtar) handelt. So erschafft Er ein jedes Ding nach Seinem Willen (irade), Seiner Entscheidung (ihtiyar), Seinem Ratschluss (meshi'et) und Seiner Absicht (qasd).

So wäre denn hiermit diese kurze Wiedergabe der Bedeutung des oben angeführten arabischen Textes beendet, der den einen und allgemein gültigen Beweis für den Willen (irade) darlegt. Ich hatte dabei eigentlich die Absicht gehabt, noch sehr viel mehr bedeutende Punkte (zu diesem Thema) "Wille (irade)" ebenso wie über die Fragestellung zu Seiner Allwissenheit (ilim) anzuführen. Doch weil diese giftige Krankheit in meinem Kopf eine derartige Erschöpfung bewirkt hat, habe ich dies auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Hier nun der arabische Text über die Macht(qudret):

اَللّٰهُ اَكْبَرُ مِنْ كُلِّ شَىْءٍ قُدْرَةً وَ عِلْمًا اِذْ هُوَ الْقَدِيرُ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ بِقُدْرَةٍ مُطْلَقَةٍ مُحِيطَةٍ ضَرُورِيَّةٍ نَاشِئَةٍ لاَزِمَةٍ ذَاتِيَّةٍ لِلذَّاتِ الْاَقْدَسِيَّةِ فَمُحَالٌ تَدَاخُلُ ضِدِّهَا فَلاَ مَرَاتِبَ فِيهَا فَتَتَسَاوٰى بِالنِّسْبَةِ اِلَيْهَا الذَّرَّاتُ وَالنُّجُومُ وَالْجُزْءُ وَ الْكُلُّ وَالْجُزْئِىُّ وَ الْكُلِّىُّ وَ النُّوَاةُ وَ الشَّجَرُ وَ الْعَالَمُ وَ الْاِنْسَانُ بِسِرِّ مُشَاهَدَةِ غَايَةِ كَمَالِ الْاِنْتِظَامِ الْاِتِّزَانِ الْاِمْتِيَازِ الْاِتْقَانِ الْمُطْلَقَاتِ مَعَ السُّهُولَةِ فِى الْكَثْرَةِ وَ السُّرْعَةِ وَ الْخِلْطَةِ الْمُطْلَقَةِ وَ بِسِرِّ النُّورَانِيَّةِ وَ الشَّفَّافِيَّةِ وَ الْمُقَابَلَةِ وَ الْمُوَازَنَةِ وَ الْاِنْتِظَامِ وَ الْاِمْتِثَالِ وَ بِسِرِّ اِمْدَادِ الْوَاحِدِيَّةِ وَ يُسْرِ الْوَحْدَةِ وَ تَجَلِّيِ الْاَحَدِيَّةِ وَ بِسِرِّ الْوُجُوبِ وَ التَّجَرُّدِ وَ مُبَايَنَةِ الْمَاهِيَّةِ وَ بِسِرِّ
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عَدَمِ التَّقَيُّدِ وَ عَدَمِ التَّحَيُّزِ وَ عَدَمِ التَّجَزِّي وَ بِسِرِّ اِنْقِلاَبِ الْعَوَآئِقِ وَا لْمَوَانِعِ اِلٰى حُكْمِ الْوَسَآئِلَ الْمُسَهِّلاَتِ وَ بِسِرِّ اَنَّ الذَّرَّةَ وَ الْجُزْءَ وَ الْجُزْئِىَّ وَ النُّوَاةَ وَ الْاِنْسَانَ لَيْسَتْ بِأَقَلِّ صَنْعَةً وَ جَزَالَةً مِنَ النَّجْمِ وَ الْكُلِّ وَ الْكُلِّىِّ وَ الشَّجَرِ وَ الْعَالَمِ فَخَالِقُهَا هُوَ خَالِقُ هَذِهِ بِالْحَدْسِ الشُّهُودِىِّ وَ بِسِرِّ اَنَّ الْمُحاَطَ وَ الْجُزْئِيَّاتِ كَالْاَمْثِلَةِ الْمَكْتُوبَةِ الْمُصَغَّرَةِ اَوْ كَالنُّقَطِ الْمَحْلُوبَةِ الْمُعَصَّرَةِ فَلاَبُدَّ اَنْ يَكُونَ الْمُحِيطُ وَالْكُلِّيَّاتُ فِى قَبْضَةِ خَالِقِ الْمُحَاطِ وَ الْجُزْئِيَّاتِ لِيُدْرِجَ مِثَالَهَا فِيهَا بِمَوَازِينِ عِلْمِهِ اَوْ يُعَصِّرَهَا مِنْهَا بِدَسَاتِيرِ حِكْمَتِهِ وَ بِسِرِّ كَمَا اَنَّ قُرْاٰنِ الْعِزَّةِ الْمَكْتُوبَ عَلَى الذَّرَّةِ الْمُسَمَّاةِ بِالْجَوْهَرِ الْفَرْدِ بِذَرَّاتِ الْاَثِيرِ لَيْسَ بِاَقَلِّ جَزَالَةً وَ خَارِقِيَّةَ صَنْعَةٍ مِنْ قُرْاٰنِ الْعَظَمَةِ الْمَكْتُوبِ عَلٰى صَحِيفَةِ السَّمَآءِ بِمِدَادِ النُّجُومِ وَالشُّمُوسِ كَذَلِكَ اِنَّ وَرْدَ الزَّهْرَةِ لَيْسَتْ بِأَقَلَّ جَزَالَةً وَ صَنْعَةً مِنْ دُرِّيِّ نَجْمِ الزُّهْرَةِ وَ لاَ النَّمْلَةُ مِنَ الْفِيلَةِ وَ لاَ الْمِكْرُوبُ مِنَ الْكَرْكَدَنِ وَ لاَ النَّحْلَةُ مِنَ النَّخْلَةِ بِالنِّسْبَةِ اِليَ قُدْرَةِ خَالِقِ الْكَآئِنَاتِ فَكَمَا اَنَّ غَايَةَ كَمَالِ السُّرْعَةِ وَ السُّهُولَةِ فِى اِيجَادِ الْاَشْيَآءِ اَوْقَعَتْ اَهْلَ الضَّلاَلَةِ فِى اِلْتِبَاسِ التَّشْكِيلِ بِالتَّشَكُّلِ الْمُسْتَلْزِمِ لِمُحَالاَتٍ غَيْرِ مَحْدُودَةٍ تَمُجُّهَا الْاَوْهَامُ كَذَلِكَ اَثْبَتَتْ لِاَهْلِ الْهِدَايَةِ تَسَاوِىَ النُّجُومِ مَعَ الذَّرَّاتِ بِالنِّسْبَةِ اِلٰى قُدْرَةِ خَالِقِ الْكَآئِنَاتِ جَلَّ جَلاَلُهُ ولآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ اللّٰهُ اَكْبَرُ
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{"Gott ist größer (ekber) als alle Dinge, weil er durch Seine Macht (qudret) und Sein Wissen (ilm) über ihnen steht. Denn weil Er in Seiner Allmacht (qudret mutlaq) über alle Dinge verfügen (Qadir) kann, wie es in notwendiger und der Wahrhaftigkeit entsprechender Weise für die Heiligkeit (aqdesssiyah) Seines Wesens (dhat) erforderlich ist, wäre es unmöglich, dass dessen Gegenteil sich hier einmischen könnte, weil es vor Ihm keine Abstufungen (meratib) gibt. Denn gleich sind vor Ihm die Atome wie die Sterne, das Individuelle wie das Universelle, die Teilchen wie das Ganze, das Samenkorn wie der Baum, das Weltall (alem) wie der Mensch (in ihr), und zwar im Geheimnis einer augenfälligen, vollkommenen Ordnung und Ausgewogenheit, einer Differenziertheit und Genauigkeit, verbunden mit der Selbstverständlichkeit (suhulah) eines unbegrenzten Überflusses, einer Geschwindigkeit bei aller Vermengtheit; im Geheimnis ihrer Lichtausstrahlung (nuraniyah), ihrer durchscheinenden Klarheit und Spiegelhaftigkeit, ihrer Ausgewogenheit, ihrer Geordnetheit und Gehorsamkeit; im Geheimnis einer Hilfeleistung, die aus der Einheit des Allgegenwärtigen (vahidiyet) und einer Selbstverständlichkeit, die aus der Einheit Seiner Schöpfung (vahdet) erwächst und die Erscheinung Seiner Einheit (ahadiyet) widerspiegelt; im Geheimnis der Notwendigkeit (vudjub) Seiner Existenz, Seiner Unabhängigkeit (von der Materie) und völligen Andersartigkeit (mubayinah) Seines Wesens; im Geheimnis Seiner Freiheit (von allen Fesseln irgendeiner Begrenztheit), Seiner Freiheit (von jeglicher Beschränkung), Seiner Unzertrennlichkeit (in Seinen Heiligen Namen); im Geheimnis der Umwandlung aller Hindernisse und Barrieren zu Werkzeugen (und hilfreichen Geräten) der Wegbereitung (musahhilat); in jener tiefen Weisheit (sirr), dass alles Individuelle, ein jeder Teil, jeder Same, jeder Mensch keineswegs geringer ist als alle Kunst und Beredsamkeit der Sterne, und dass der Schöpfer des Ganzen und Universellen, aller Bäume und der ganzen Welt (alem) zugleich auch der Schöpfer (Khaliq) all dieser Seiner oben angeführten Zeugen ist; auch im Geheimnis, dass alles, was uns umgibt (muhat) in all seinen Teilen (djus'iyat), gleich den winzigen Musterexemplaren, die darin eingetragen oder aus ihnen herausgemolken worden sind, unvermeidlich in der Hand ihres Schöpfers ruhen, weil sie und alles, was ihnen gleicht, durch die Ausgeglichenheit Seines Wissens in dem vorher aufgezählten mit eingeschlossen, bzw. entsprechend den Grundsätzen Seiner Weisheit (hikmet) aus ihm herausgemolken worden ist; auch im Geheimnis, dass der Qur'an, wenn er in all seiner Würde (izzet) mit Teilchen des Äthers in einem Staubkörnchen oder winzigen Partikelchen eingeschrieben steht, keineswegs weniger beredt oder minder kunstvoll ist, als ein gewaltiger Qur'an, der mit der Tinte der Sterne und Sonnen auf den Seiten (saifah) der Himmel aufgeschrieben steht. In ähnlicher Weise ist eine blühende Rose durch ihre Beziehung zur Allmacht des Schöpfers des Universums (qudreti Khaliqi-l'kainat) in ihrer Beredsamkeit und künstlerischen (Schönheit) keineswegs geringer als der Planet Venus, noch steht die Ameise unter dem Elefanten, oder die Mikrobe unter dem Nashorn, noch ist die Biene geringer als die Dattelpalme. Darüber hinaus aber verführt die überaus große Leichtigkeit und Geschwindigkeit, in der die Dinge erschaffen wurden, die Leute des Irrweges (ehlu-d'dalalah), die Erschaffung (durch den Schöpfer) mit einer (rein zufälligen Entstehung) zu verwechseln, was zahllose Unmöglichkeiten notwendig macht und daher nur eine (bloße) Einbildung ist, während dies den Leuten der Rechtleitung (ehlu-l'hidyah) beweist, dass die Atome durch ihre Beziehung zur Allmacht des Schöpfers des Universums (qudreti Haliqi-l'kainat) den Sternen gleich sind. Erhaben, oh Er, in Seiner Erhabenheit! Es gibt keine Gottheit außer Ihm, Er, der Gott ist und groß!"}

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Bevor ich aber nun eine Art kurz gefasster Übersetzung des Inhaltes dieser zunächst arabisch niedergeschriebenen Gedanken über diesen so gewaltig großen Fragenkomplex der göttlichen Allmacht (qudret) darbiete, möchte ich zunächst eine Wahrheit (haqiqat) offen legen, die mir ins Herz gegeben wurde. Es handelt sich dabei um Folgendes:

Die Existenz der Göttlichen Allmacht (qudret) steht mit einer noch größeren Sicherheit fest als die Existenz des Weltalls (kainat). Es ist in der Tat der gesamte Kosmos, sowohl in all seinen einzelnen Teilchen als auch insgesamt, die Materialisation eines Wortes (kelimat) der Göttlichen Allmacht (qudret). Sie demonstrieren Seine Existenz mit geradezu augenscheinlicher Sicherheit ('aynel yaqin). Sie bezeugen in ihrer Anzahl die Göttliche Allmacht (qadir-i mutlaq) jenes Einen, der durch sie gekennzeichnet (mausuf) ist. So besteht denn keine weitere Notwendigkeit, diese Macht mit noch weiteren Zeugnissen zu beweisen. Weil sie aber eine der bedeutendsten Grundlagen des Glaubens ist, der mächtigste Grundstein (des Glaubens) an die Auferstehung und Wiederversammlung und das wichtigste Mittel zum Verständnis vieler Glaubensfragen und qur'anischen Wahrheiten, welche die folgende Ayah mit Nachdruck verkündet

مَا خَلْقُكُمْ وَ لاَبَعْثُكُمْ اِلاَّ كَنَفْسٍ وَاحِدَةٍ

{"Euer aller Erschaffung und Wiederversammlung ist nur wie die einer einzelnen Seele." (Sure 31, 28)}

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jedoch kein Mensch mit seinem bloßen Verstand einen Zugang zu ihnen zu finden vermag, sodass einige staunend, ja ohnmächtig vor ihr stehen bleiben, ja manche sie direkt leugnen, ist es notwendig, diese mit ihr verbundene, Ehrfurcht gebietende Wahrheit (haqiqat), auch zu beweisen.

Was also diese Basis, diesen Grundstein, diese Verkündigung, diese Wahrheit betrifft, so ist sie der Sinn (die Bedeutung) der obigen Ayah. Das aber heißt: "Oh ihr Dschinnen und Menschen! Euch alle zu erschaffen und ins Dasein zu rufen, eure Auferstehung, d.h. euch erneut wieder ins Leben zu rufen, ist meiner Allmacht (qudret) genau so ein Leichtes wie die Erschaffung einer einzigen Seele (nefs)." Einen Frühling erschafft Er genau so leicht wie eine einzige Blume. Ob individuell oder universal, klein oder groß, wenig oder viel: in Seiner Macht ist das alles kein Unterschied. Er lässt die Planeten ebenso leicht sich drehen (und um die Sonne) kreisen, wie (die Elektronen) um den Atomkern.

So erklärt denn der oben in Arabisch dargelegte Gedankengang (fikra) diese Ehrfurcht gebietende Fragestellung in nur "Neun Schritten" mit absolut zuverlässigen, starken Beweisen. Ihre Bedeutung (meal) ist kurz zusammengefasst folgende: Auf die Grundlage dieser Schritte verweist (der nachstehende Text):

اِذْ هُوَ الْقَدِيرُ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ بِقُدْرَةٍ مُطْلَقَةٍ مُحِيطَةٍ ضَرُورِيَّةٍ نَاشِئَةٍ لاَزِمَةٍ ذَاتِيَّةٍ لِلذَّاتِ الْاَقْدَسِيَّةِ فَمُحَالٌ تَدَاخُلُ ضِدِّهَا فَلاَ مَرَاتِبَ فِيهَا فَتَتَسَاوٰى بِالنِّسْبَةِ اِلَيْهَا الذَّرَّاتُ وَ النُّجُومُ وَ الْجُزْءُ وَ الْكُلُّ وَ الْجُزْئِىُّ وَ الْكُلِّىُّ وَ النُّوَاةُ وَ الشَّجَرُ وَ الْعَالَمُ وَ الْاِنْسَانُ

{"Denn weil Er in Seiner Allmacht (qudret mutlaq) über alle Dinge verfügen (Qadir) kann, wie es in notwendiger und der Wahrhaftigkeit entsprechender Weise für die Heiligkeit (aqdesssiyah) Seines Wesens (dhat) erforderlich ist, wäre es unmöglich, dass dessen Gegenteil sich hier einmischen könnte, weil es vor Ihm keine Abstufungen (meratib) gibt. Denn gleich sind vor Ihm die Atome wie die Sterne, das Individuelle wie das Universelle, die Teilchen wie das Ganze, das Samenkorn wie der Baum, das Weltall (alem) wie der Mensch (in ihr), ..."}

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Das aber heißt: Es gibt eine Macht (qudret), die über alle Dinge herrscht (Qadir), die alle Dinge umfasst und wesensgemäß notwendig ist für den, der da notwendigerweise sein muss (Dhat-i Vadjib-ul Vudjud). Der Philosophie logischen Denkens (fenn-i mantik) entsprechend ist sie eine Notwendigkeit, die sich zwingend aus dem Wesen Gottes ergibt (dharuriyet-i nashie). Sie ist notwendigerweise (vadjib) untrennbar mit Ihm verbunden und kann nicht von ihm getrennt werden. Da aber nun Gott in Seiner Allheiligkeit (Dhat-i Aqdes) etwas so Notwendiges, eine solche Allmacht (qudret) besitzt, kann diese sicherlich in gar keiner Weise mit einer Art von Ohnmacht als ihrem Gegenteil verbunden sein. Sie kann den Allmächtigen (Dhat-i Qadir) nicht berühren. Da es aber nun einmal in (den verschiedenen) Dingen Abstufungen gibt, so geschieht dies dadurch, dass deren Gegenteil in sie eingeht. So entstehen z.B. die (verschiedenen) Wärmegrade und Abstufungen (von Hitze) durch das Hinzutreten von Kälte; und bei der Schönheit geschieht dies durch das Hinzutreten der Hässlichkeit. Doch die einer essenziellen Macht (qudret) entgegengesetzte Ohnmacht kann sich in gar keiner Weise mit ihr verbinden. In Gottes Allmacht (qudret-i mutlaq) kann es mit Sicherheit keine Abstufungen geben. Weil es aber in ihr keine Abstufungen gibt, sind hinsichtlich dieser Macht Sterne und Atome gleich und es gibt mit Sicherheit zwischen den Teilen und dem Ganzen, einem einzelnen Individuum und (all den verschiedenen) Arten keinerlei Unterschiede. Und einem einzelnen (Korn oder) Kern oder einem (ganzen) Baum, dem (gesamten) Kosmos, einem (einzelnen) Menschen oder einer (einzelnen) Seele (nefs) das Leben zu schenken oder (am Tage der) Wiederversammlung die mit Geist begabten Wesen wieder zu beleben ist für eine solche

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Macht das Gleiche und ist ihr ein Leichtes. Ob Groß oder klein, wenig oder viel: da gibt es keinen Unterschied. Ein zuverlässiges Zeugnis dieser Wahrheit, wie wir sie in der Erschaffung dieser Dinge beobachten können, sind die vollkommene Kunstfertigkeit, die Ordnung und Ausgewogenheit, die Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit und die vollkommene Leichtigkeit und Einfachheit trotz einer ebenso vollendeten Schnelligkeit.

Der erste Schritt:

وَ بِسِرِّ مُشَاهَدَةِ غَايَةِ كَمَالِ الْاِنْتِظَامِ الْاِتِّزَانِ الْاِمْتِيَازِ الْاِتِّقَانِ الْمُطْلَقَاتِ مَعَ السُّهُولَةِ فِى الْكَثْرَةِ وَ السُّرْعَةِ وَالْخِلْطَةِ الْمُطْلَقَةِ

{"... und zwar im Geheimnis einer augenfälligen, vollkommenen Ordnung und Ausgewogenheit, einer Differenziertheit und Genauigkeit, verbunden mit der Selbstverständlichkeit (suhulah) eines unbegrenzten Überflusses, einer Geschwindigkeit bei aller Vermengtheit; ..."}

bringt diese oben angeführte Wahrheit (haqiqat) sinngemäß zum Ausdruck.

Der zweite Schritt:

وَ بِسِرِّ النُّورَانِيَّةِ وَ الشَّفَّافِيَّةِ وَ الْمُقَابَلَةِ وَ الْمُوَازَنَةِ وَ الْاِنْتِظَامِ وَ الْاِمْتِثَالِ

{"... im Geheimnis ihrer Lichtausstrahlung (nuraniyah), ihrer durchscheinenden Klarheit und Spiegelhaftigkeit, ihrer Ausgewogenheit, ihrer Geordnetheit und Gehorsamkeit ..."}

Für eine ausführliche Erklärung dessen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Anhang zum "Zehnten Wort", das "Neunundzwanzigste Wort" und den "Zwanzigsten Brief" und wollen uns hier (stattdessen) mit einer kurzen Zusammenfassung begnügen: Da es für die Strahlen der Sonne und deren Reflexion hinsichtlich ihrer Lichtausstrahlung (nuraniyet) kraft Göttlicher Allmacht (qudret-i Rabbaniye) genau so leicht ist, den (gesamten) Meeresspiegel und jedes kleinste Tröpfchen zu erreichen wie sich in einem Stückchen Glas zu spiegeln, ist beides für sie gleich. In gleicher Weise ist es für die strahlende Allmacht (qudret) dessen, der das Licht der Lichter (Dhat-i Nur-ul Envar)

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genau so leicht, die Himmel zu erschaffen und die Sterne (ihre Bahnen über uns) ziehen zu lassen, wie eine Fliege (eine Mücke), ein Atom (ein Stäubchen) zu erschaffen und sie in Bewegung zu versetzen. Es fällt Ihm nicht schwer.

So wie sich in Göttlicher Allmacht (qudret-i Ilhaiye) auch noch im kleinsten Spiegel dank seiner glasklaren Oberfläche ein Abbild der Sonne wiederfindet, so wird auf göttlichen Befehl (emr-i Ilahi) mit der gleichen Leichtigkeit allen glänzenden Dingen, Tropfen wie durchschimmernden Glasstückchen, ja dem gesamten Meeresspiegel diese Reflexion und ein solches Licht gegeben. So sind auch (alle Dinge aus der Sicht) der Engel Kunstwerke (masnuatin melekutiye) und in ihrem Wesen durchscheinend und strahlend. Wo Gottes Allmacht (qudret-i mutlaqa) in Erscheinung tritt, da bewirkt sie, wenn auch nur eine einzigen Seele (nefs) ins Dasein tritt, dies mit genau der gleichen Art von Leichtigkeit wie Er die ganze Tierwelt insgesamt erschafft: ob wenige oder viele, groß oder klein: da ist kein Unterschied.

Würde man also in die beiden Schalen einer Waage, die dermaßen groß wäre, dass man Berge in sie hineinlegen könnte, und doch so hoch empfindlich, dass man zwei Walnüsse mit ihr wiegen könnte, so würde auch hier ein Staubkörnchen, dass man einer der beiden Nüsse hinzufügte, den Waagebalken auf der einen Seite bis zum Gipfel eines Berges emporheben und auf der anderen bis auf den Grund eines Tales hinuntersinken lassen. Würde man aber an Stelle der beiden Nüsse zwei gleich große Berge abwiegen und auf einen der beiden eine Nuss legen, so würde auch hier in gleicher Weise und mit derselben Leichtigkeit der eine Berg zum Himmel emporgehoben, der andere aber ins Tal hinuntersinken. In der Terminologie wissenschaftlicher Fachausdrücke (ilm-i Kelam) ist dies die Möglichkeit einer Gleichheit beider Seiten (Imkan, musavi-ut tarafeyn), d.h., wo etwas geradezu notwendig und keineswegs unmöglich, vielmehr möglich und wahrscheinlich ist und sich nichts finden lässt,

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was Ursache wäre, dass etwas sein müsste oder nicht sein könnte, so besteht hier eine Gleichheit und findet sich kein Unterschied. Hinsichtlich dieser Möglichkeit (Kontingenz) und Gleichheit sind hier wenig oder viel, groß oder klein einander gleich. So bewegt sich denn alles, was erschaffen wurde (makhluqat) im Bereich der Möglichkeiten (Kontingenz); und da im Grade dieser Möglichkeiten (Kontingenz) Sein oder Nichtsein (vudjud ve adem) einander gleich sind, ist es für die unendliche, urewige Macht (hadsiz qudret-i ezeli) dessen, der da notwendigerweise sein muss (Vadjib-ul Vudjud) ein Leichtes, eine einzige Möglichkeit (Kontingenz) zu realisieren (vudjud) oder alle Möglichkeiten (Kontingenz) zu realisieren (vudjud), je nachdem Er das Gleichgewicht zwischen Sein oder Nichtsein nach der einen oder nach der anderen Richtung verschiebt und so ein jedes Ding in der ihm gemäßen Weise bekleidet. Hat es aber seine Aufgabe (vazife) erfüllt, nimmt Er ihm das Kleid seiner äußerlichen Existenz (vudjud) wieder ab und schickt es scheinbar (ins Reich) des Nichtseins, bzw. sinngemäß in das Reich Seines Ewigen Gedenkens (ilm) hinüber. Das heißt also, wenn man die Dinge dem Allmächtigen (Qadir-i Mutlaq) zuschreibt, wird es ebenso leicht, vom Frühling angefangen bis hin zu einer einzelnen Blume, die gesamte Menschheit am Tage der Wiederversammlung ins Leben zu rufen wie eine einzelne Seele. Führt man sie aber auf Ursachen zurück, so wird (die Erschaffung) von einer Blume angefangen bis hin zum Frühling und von einer Fliege angefangen bis hin zum gesamten Tierreich problematisch.

Ebenso ist es der tiefen Weisheit göttlicher Ordnung entsprechend genau so einfach und leicht, mit einem Fingerdruck ein riesengroßes Schiff oder ein Flugzeug in Bewegung zu setzen, wie man mit einer einfachen Bewegung seines Daumens ein Uhrwerk aufzieht und somit in Bewegung setzt. Da nun nach den Gesetzen eines urewigen Wissens (ilm-i ezeli), den Anordnungen einer

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immerwährenden Weisheit (hikmet) und im allumfassenden Sichtbarwerden des Willens ihres Herrn (irade-i Rabbaniye) und aufgrund besonderer Prinzipien allen Dingen, individuellen wie universellen, den großen wie den kleinen, ob wenigen oder vielen eine geistige Gussform ein besonderes Maß und klare Grenzen gegeben worden sind, befinden sie sich (alle) völlig innerhalb der Ordnung Seines Wissens (intizam-i ilmi) und den Gesetzen Seines göttlichen Willens (irade kanunu). Und sicherlich ist es für die Göttliche Allmacht (Qadir-i Mutlaq) genau so einfach und leicht, das (ganze) Sonnensystem in Bewegung zu halten, das Schifflein unserer Erde Jahr um Jahr auf seiner Bahn zu halten, wie das Blut im Körper kreisen zu lassen und mit und in ihm die roten und die weißen Blutkörperchen ordnungsgemäß und seiner göttlichen Weisheit entsprechend. Und in den Atomen (der einzelnen Zellen kreisen die Elektronen um ihren Kern). Er erschafft den Menschen aus einem Tropfen Flüssigkeit nach dem Vorbild des Universums mit all seinen wunderbaren Organen mühelos in einem einzigen Augenblick. Das aber heißt: wenn man die Erschaffung (idjad) des Weltalls einer unendlichen, urewigen Macht (ezeli ve hadsiz qudret) zuschreibt, so geschieht dies ebenso leicht, wie einen einzigen Menschen ins Dasein (idjad) zu rufen und ist ganz einfach. Wenn man sie aber ihr nicht zuschreibt, so wird die Erschaffung eines einzigen Menschen mit all seinen wunderbaren Organen und Sinnen genau so kompliziert wie der Kosmos selbst.

Desgleichen kann ein Kommandant der tiefen inneren Weisheit (sirr) von Gehorsam, Folgsamkeit und Befehlserfüllung entsprechend einen Soldaten mit einem Marschbefehl angreifen lassen und in gleicher Weise leicht mit einem Befehl ein ganzes, großes, wohldiszipliniertes Heer in die Schlacht führen. Und in gleicher Weise sind auch die Geschöpfe vollkommen dem Gesetz des Göttlichen Willens (Irade-i Ilahi) gehorsam und in ihrem ganzen Sein den Anweisungen gemäß einem inneren Eifer und Bestreben ihrer Natur (fitr) folgend gleich Soldaten

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den Befehlen ihres Herrn unterstellt und innerhalb der Grenzen der Prinzipien ihres vorgegebenen Angriffsplans, bestimmt durch Weisheit und ein urewiges Wissen tausendmal gehorsamer als die Soldaten eines ganzen Heeres und in der Erwartung ihrer Befehle vollständig ihrem Herrn ergeben. Es ist daher ebenso leicht, mit dem Befehl des Herrn (emr-i Rabbani): "Auf! Tritt aus dem Nichtsein hinüber ins Dasein und schultere deine Aufgabe!" insbesondere jedes einzelne Lebewesen auf die von Seinem Wissen (ilm) bestimmte Weise und in der von Seinem Willen (irade) bestimmten Art zu bekleiden, es bei der Hand zu nehmen und ins Leben zu führen, wie das Heer der Lebewesen im Frühling mit gleicher Kraft und Macht (quvvet ve qudret) zu erschaffen und ihm seine Aufgabe zu geben. Das aber heißt: führt man ein jedes Ding auf diese Göttliche Macht (qudret) zurück, so wird die Erschaffung dieses ganzen Heeres von Atomen und Batallions von Gestirnen ebenso einfach und leicht wie die eines einzelnen Atoms oder eines Sterns. Führt man es aber auf die Ursachen zurück, so wird die Erschaffung auch nur einer einzigen Zelle in einem Auge oder im Gehirn, eines Lebewesens, verbunden mit der Fähigkeit ihre einzigartigen Aufgaben zu erfüllen genauso mühsam und schwierig wie die einer ganzen Armee von Tieren.

Dritter Schritt:

وَ بِسِرِّ اِمْدَادِ الْوَاحِدِيَّةِ وَ يُسْرِ الْوَحْدَةِ وَ تَجَلِّى الْاَحَدِيَّةِ

{"... im Geheimnis einer Hilfeleistung, die aus der Einheit des Allgegenwärtigen (vahidiyet) und einer Selbstverständlichkeit (im Sinne einer Einfachheit), die aus der Einheit Seiner Schöpfung (vahdet) erwächst und die Erscheinung Seiner Einheit (ahadiyet) widerspiegelt; ..."}

Betrachten wir einmal (dieses Geheimnis) mit Hilfe einiger kurzer Hinweise, so soll damit gesagt sein: Wenn sich dank dieser Einheit (vahidiyet) in seiner Herrschaft (hakimiyet) alle Untertanen eines Königs (padishah) oder entsprechenden Oberkommandierenden einzig seinen

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Anordnungen (emr) entsprechend verhalten, so ist es für diesen bedeutenden Herrscher (hakim-i adham) ebenso leicht, ein Riesenreich (memleket) und ein großes Volk zu regieren wie die Verwaltung eines einzelnen Dorfes. Denn durch die Einheit (vahidiyet) in seiner Herrschaft werden die einzelnen Personen in einem Volk zu Mittlern einer solchen Leichtigkeit wie einzelne Soldaten und seine Befehle (emr) und Gesetze (kanun) werden mit Leichtigkeit durchgeführt. (Überlässt man aber die Dinge mehreren) verschiedenen Herrschern (hakim) und (es herrscht dort) ein völliges Tohuwabohu, so wird die Verwaltung eines Dorfes oder nur eines einzelnen Hauses (hane) so schwierig wie die eines ganzen Reiches (memleket). Und weil darüber hinaus ein solches gehorsames Volk nur einem einzigen Kommandeur verbunden ist, kann (in gleicher Weise) schon ein einzelner seiner Soldaten, gestützt auf die Macht (quvvet) seines Kommandanten, seiner Waffenlager und seines Heeres in dieser Kraft (quvvet) selbst einen König gefangen nehmen und so Taten verrichten, die seine eigene Macht (quvvet) um ein Tausendfaches übersteigen. Seine Verbindung mit dem König (padishah) verleiht ihm eine unendliche Kraft und Macht (quvvet ve iktidar), durch die er große Taten verrichten kann. Wird diese Beziehung jedoch abgebrochen, so geht seine große Macht (quvvet) verloren, so kann er nur mehr die Werke verrichten, zu denen ihn die schwachen Kräfte (quvvet) seiner Hände und die wenigen Waffen und Vorräte auf seinem Rücken befähigen. Andernfalls kann er dank seiner Verbindung mit dieser Kraft (quvvet) alle die Dinge tun, die von dem oben erwähnten Soldaten erwartet werden. In seinen Händen befände sich alle Macht (quvvet) seines Heeres und auf seinem Rücken alle Waffen und Vorräte seines Königs (padishah).

In gleicher Weise erschafft der König von Ewigkeit zu Ewigkeit (Sultan-i Ezel ve Ebed), der Allmächtige Schöpfer (Sani'-i Qadir) dank der Einheit Seines Königreichs (vahidiyet-i saltanat)

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und als absoluter Herrscher (hakimiyet-i mutlaq) das All so leicht wie eine Stadt und eine (neue Welt im) Frühling so einfach wie einen Garten. Er schenkt am Tage der Wiederversammlung allen Toten ein neues Leben (ebenso einfach und leicht) wie Er für die Bäume im Garten neue Blätter, Blüten und Früchte erschafft. Und Er erschafft mit der Leichtigkeit, mit der man eine Fliege entsprechend einer Schablone kopiert, (in gleicher Weise und ebenso leicht) einen riesengroßen Adler. Und genauso leicht gestaltet Er den Menschen als ein verkleinertes Modell des Kosmos. Führt man die Dinge stattdessen auf die Ursachen zurück, so wird (die Erschaffung) einer Mikrobe ebenso schwierig wie die eines Nashorns und die einer Frucht gleich der eines mächtigen Baumes. Und sicherlich müsste man jeder einzelnen Zelle im Körper eines Lebewesens, die doch so wunderbare Aufgaben erfüllt, ein allsehendes Auge und einen allwissenden Verstand (ilm) verleihen, sodass sie diese so feinen wie vollkommenen Aufgaben (vazife) ihres Lebens erfüllen könnte.

Zudem erreichen (die Dinge in ihrer) Einfachheit und Leichtigkeit und Simplizität einen solchen Grad, dass sie geradezu notwendig werden. Denn so wie die Ausrüstung eines ganzen Heeres, wenn sie in einer einzigen Hand liegt und von einer einzigen Fabrik hergestellt wird, ebenso leicht wird, wie die Ausrüstung eines einzelnen Soldaten, während, wenn hier gleich mehrere ihre Hand mit im Spiel haben und die verschiedenen Teile einer Ausrüstung in jeweils wieder einer anderen Fabrik hergestellt werden, die Ausrüstung auch nur eines einzigen Soldaten infolge dieser Vielzahl tausendfach so schwierig wird. Wenn sich also die verschiedensten Befehlshaber und andere Offiziere damit beschäftigten, so würde ihre Ausrüstung ebenso kompliziert wie die von tausendmal soviel Soldaten. Legt man darüber hinaus die Ausrüstung von tausend Soldaten und das Kommando über sie (in die Hände) eines einzelnen Offiziers, so wird dies in

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gewisser Hinsicht ebenso leicht wie die eines einzelnen Soldaten. Legt man sie stattdessen (in die Hände) von zehn Offizieren, oder überlässt man sie den Soldaten selbst, so entstünde daraus eine große Verwirrung und alles würde sehr schwierig.

In gleicher Weise werden alle Dinge, schreibt man sie dem Einen und Allgegenwärtigen (Vahid-i Ehad) zu, so einfach wie ein einzelnes Ding. Schreibt man sie aber den Ursachen zu, so wird ein einziges Lebewesen so schwierig wie die ganze Erde (zemin), ja vielleicht sogar unmöglich. Das aber heißt, dass (im Falle einer) Einheit (vahdet) alle Dinge den Grad von Leichtigkeit und Notwendigkeit, ja geradezu Zwangsläufigkeit erreichen. Mischen sich jedoch mehrere Hände ein, so werden sie schwierig und erreichen schließlich den Grad einer Unmöglichkeit.

In den Briefen (Mektubat) der Risale-i Nur (heißt es einmal): Überlässt man den Wechsel von Tag und Nacht, die Bewegung der Sterne und der Wechsel der Jahreszeiten, Frühling, Sommer, Herbst und Winter einem einzelnen Offizier oder Kommandanten (amir), so wird dieser großmächtige Kommandant dem ganzen Erdball gleich einem einzelnen Soldaten befehlen: "Steh auf! Drehe dich! Geh!" Das aber wird ihm ganz leicht zum Anlass, vor Freude und Begeisterung über den empfangenen Befehl (emr) gleich einem Mevlevi-Derwisch in Ekstase, im alltäglichen wie im jährlichen Wechsel diese beiden Bewegungen auszuführen. Und so zeigen auch die tatsächliche wie die scheinbare Bewegung der Gestirne wie sie sich in dieser Einheit (vahdet) ganz einfach und leicht (vollzieht). Überlässt man jedoch das alles nicht etwa (dem Befehl) eines einzelnen Kommandanten, sondern den Ursachen und den Sternen und sagte dann der Erde: "Steh still und bewege dich nicht weiter!", so müssten in diesem Falle Tausende von Sternen und (fernen) Sonnen, tausendmal größer als unsere Erde, in jeder Nacht eine Reise von vielen Millionen Jahren unternehmen und in jedem Jahr (eine Entfernung) von Milliarden Jahren

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zurücklegen, damit der Wechsel der Jahreszeiten (und ihrer Sternbilder), von Tag und Nacht, (das Kreisen der Gestirne) u. dgl. zustande kommen könnten. Das aber wäre so schwer, so schwierig, dass es letzlich den Grad einer Unmöglichkeit (muhaliyet) erreicht.

Der in diesem "Dritten Schritt" erscheinende Satz وَ تَجَلِّى الْاَحَدِيَّةِ {"... und die Erscheinung Seiner Einheit (ahadiyet) widerspiegelt; ..."} weist auf eine ganz große, besonders feinsinnige und tiefschürfende Wahrheit (haqiqat) hin. Um dies noch näher zu erläutern und zu beweisen, verweisen wir hier auf die Risale-i Nur und wollen nun anhand eines ganz kurzen Beispiels einen einzigen Punkt aufzeigen.

So wie die Sonne mit ihren Strahlen in der Tat die ganze Erde erleuchtet und damit ein Beispiel für die Göttliche Allgegenwart (vahidiyet) ist, so hat sie auch die Fähigkeit, ihr Abbild in jedem glänzenden Ding wiederzufinden und ihr siebenfarbiges Licht wie in einem Spiegel zu reflektieren und damit ein Beispiel für die Göttliche Einheit (ahadiyet) zu geben. Besäße die Sonne Verstand (ilm), Macht (qudret) und Wille (ihtiyar) und hätten alle Glasstückchen und alle Tröpfchen und Bläschen, in denen man die Sonne erblicken kann, dem Gesetz (kanun) des Willens Gottes (irade-i Ilahiye) entsprechend die Fähigkeit dazu, so könnte sich in jedem von ihnen und neben einem jeden von ihnen die Nachbildung einer vollständigen Sonne mit all ihren Eigenschaften befinden und desgleichen an allen anderen Orten. Es gäbe dann keinen Mangel in ihrer Verfügungsgewalt. Auf den Befehl (emr), das Wort (hukum), durch die Wirkung (tesir) und in der Macht ihres Herrn (qudret-i Rabbaniye) wäre sie die Ursache wahrhaft großartiger Erscheinungen und würde so eine Leichtigkeit und Einfachheit ihrer Allgegenwart (ahadiyet) demonstrieren.

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In gleicher Weise blickt der Schöpfer in Seiner Majestät (Sani'-i Dhul-Djelal), auf alle Dinge, die Er zufolge Seiner Allgegenwart (vahidiyet) mit Seinem Wissen (ilm), Wollen (irade) und Können (qudret) umfasst; und so wie Er in ihnen zugegen ist und sie zugleich betrachtet, so erscheint Er aufgrund Seiner Göttlichen Einheit (ahadiyet) mit Seinen Heiligen Namen (isim) und Eigenschaften (sifat) in allen Dingen, besonders aber allen lebenden Wesen, sodass Er mit Leichtigkeit in einem einzigen Augenblick (als habe Er dazu eine Schablone) eine Fliege und (mit einer anderen) Schablone einen Adler und (mit wieder einer anderen) Schablone dem Weltall entsprechend den Menschen zu erschaffen (idjad) vermag. Und so hat Er denn alle Lebewesen auf eine so wunderbare Weise erschaffen, dass, wollte man alle Ursachen zusammen bringen, sie dennoch keine Nachtigall und keine Fliege versammeln könnten. Und der, welcher die Nachtigall zu erschaffen, der alle Vögel zu erschaffen vermag und der einen Menschen kreiert hat, kann einzig und allein die Person (dhat) sein, die auch das Weltall ins Dasein gerufen hat.

Vierter und fünfter Schritt

وَ بِسِرِّ الْوُجُوبِ وَ التَّجَرُّدِ وَ مُبَايَنَةِ الْمَاهِيَّةِ وَ بِسِرِّ عَدَمِ التَّقَيُّدِ وَ عَدَمِ التَّحَيُّزِ وَ عَدَمِ التَّجَزِّى

{"... im Geheimnis der Notwendigkeit (vudjub) Seiner Existenz, Seiner Unabhängigkeit (von der Materie) und völligen Andersartigkeit (mubayinah) Seines Wesens; im Geheimnis Seiner Freiheit (von allen Fesseln irgendeiner Begrenztheit), Seiner Freiheit (von jeglicher Beschränkung), Seiner Unzertrennlichkeit (in Seinen Heiligen Namen); ..."}

Da es aber nun sehr schwierig ist, die in diesen beiden (folgenden) Schritten (zum Ausdruck gebrachten) Wahrheiten allgemein verständlich zu erklären, soll deren Sinn hier anhand von nur ein, zwei Punkten kurz und bündig erläutert werden. Es sind nämlich im Verhältnis zu dem Herrn (sahib), dessen Sein (vudjud) sich auf der Stufe

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jener Notwendigkeit (vudjub) befindet, welche die mächtigste und unerschütterlichste Stufe des Daseins (vudjud) ist, (eines Seins von einem solchen) Grad, der sich von Ewigkeit zu Ewigkeit (ezeli ve ebedi) erstreckt, (im Verhältnis) zur Macht (qudret) jenes Allgewaltigen (Qadir-i Mutlaq), der unabhängig von aller Materie und von ihr unberührt ist und bekleidet von jenem Wesen Seiner Heiligkeit (mahiyet-i muqaddese), das sich (von der Natur) aller anderen vollkommen unterscheidet, die Sterne gleich den Atomen und die Wiederversammlung wie ein Frühling und bei dieser Wiederversammlung die Wiederbelebung aller Menschen gleichermaßen leicht wie die Auferstehung einer einzelnen Seele (nefs). Denn auf den Ebenen der bloßen Existenz vermag schon ein Fingernagel von der kraftvollen Art auf der schwächeren Ebene einen ganzen Berg gleichsam in der Hand zu halten und umzudrehen. {Im Gegensatz zu den lediglich möglichen (mumkin) aber nicht unbedingt notwendigen (vadjib) Daseinsformen.} So kann z.B. ein Spiegel oder die Kraft der Erinnerung auf der machtvollen Ebene äußerlicher Existenz hundert Berge und tausend Bücher auf der schwächeren, abstrakten Ebene der Bilder (Gleichnisse), Bedeutungen (und Sinngebungen) in sich aufnehmen und über sie verfügen. So wie aber die Ebene der Abbilder in gewissem Grade unter der Ebene der äußerlich sichtbaren Existenz liegt, so liegt jedoch auch diese Ebene der Möglichkeiten mit ihren erst später hervorgetretenen Daseinsformen noch tausend Grade unterhalb jener (zeitlich wie räumlich) unbegrenzten, urewigen Formen eines unabdingbaren (vadjib) Daseins, {D.h. völlig zu beherrschen und zu verwalten (A.d.Ü.)} ist also schwächer als dieses, sodass (Gott) in Seiner Heiligkeit (muqaddes) mit nur einem Fünkchen, das aus (der Welt ewigen) Seins ins (zeitliche) Dasein tritt, eine ganze Welt der Möglichkeiten in Gang setzen (und in Bewegung halten) kann.

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Leider zwingen mich drei wichtige Gründe, wie meine augenblickliche Krankheit infolge einer Vergiftung, dazu, die (an und für sich sehr) lange (Abhandlung) über diese Wahrheiten mit allen Einzelheiten auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. So überlassen wir denn hier alles weitere) der Risale-i Nur.

Sechster Schritt

وَبِ سِرِّ اِنْقِلاَبِ الْعَوَآئِقِ وَ الْمَوَانِعِ اِلٰى حُكْمِ الْوَسَآئِلِ الْمُسَهِّلاَتِ

{"... im Geheimnis der Umwandlung aller Hindernisse und Barrieren zu Werkzeugen (und hilfreichen Geräten) der Wegbereitung (musahhilat);..."}

Das aber heißt: Durch ein Gesetz der Manifestation Göttlichen Willens (irade-i Ilahiyenin), das in der wissenschaftlichen Terminologie "der Knoten des Lebens (uqde-i hayatiye)" genannt wird, durch das Göttliche Gesetz (kanun), welches der Befehl des Seins (emr-i tekvinie, das Naturgesetz - A.d.Ü.) ist und durch einen Befehl und den Göttlichen Willen (emir ve irade), der sich an einen riesigen Baum wendet, bildet nun (die Bastschicht unter der Rinde) dieser harten (hölzernen) Äste, die doch über gar kein Bewusstsein verfügen, mit deren Zweigen kein Hindernis, keine Sperre oder Blokade gegenüber den notwendigen Nährstoffen und Nahrungsmitteln, die durch sie hindurch zu den Früchten, Blättern und Blumen strömen, sondern dienen vielmehr dazu, die Zufuhr zu erleichtern und zu beschleunigen. Da nun alle Hindernisse in der Erschaffung des Universums (kainat) und allen Daseins (makhluqat) auf diese Weise aufhören, vor der Erscheinung Göttlichen Willens (irade), wenn der Befehl ihres Herrn (emr-i Rabbani) sich ihnen zuwendet, Hindernisse zu sein, sondern zu Werkzeugen einer Einfachheit werden, so wird es vor der Macht des Immerwährenden (qudret-i sermedi) so leicht, diesen einen Baum zu erschaffen, wie das Universum (kainat) mit allen Arten des Daseins auf dieser Erde (zemin) zu erschaffen. Denn kein Ding fällt Ihm schwer. Wollte man aber alle diese Schöpfungsakte

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nicht dieser Macht (qudret) zuschreiben, so würden der Aufbau und die Unterhaltung (insha ve idare) dieses einen Baumes ebenso schwierig wie die aller Bäume, ja selbst die Erschaffung und Verwaltung (idjad ve idare) der Erde (zemin). Denn dann würden alle Dinge zu Hindernissen und Barrieren werden. Wollte man in diesem Falle alle nur möglichen Ursachen sammeln und zu einander bringen: sie könnten den Früchten, Blättern, Ästen und Zweigen nicht die notwendigen Nährstoffe und Nahrungsmittel in der ordnungsgemäßen (intizam) Weise zuführen, kraft (jenes Gesetzes), das "der Knoten des Lebens (uqde-i hayatiye)" genannt wird und (dem Codex) der Befehle (emr) und des Göttlichen Willens (irade) entspringt. Es sei denn, man gäbe jedem Teil dieses Baumes, ja sogar jeder einzelnen seiner Zellen ein Auge, das den ganzen Baum und alle seine Teile, ja sogar jede einzelne Zelle zu sehen vermöchte, ein Wissen (ilim), das alles umfasst, eine wunderbare Macht (qudret) und (die Fähigkeit) zu einer außergewöhnlichen gegenseitigen Hilfeleistung (muavenet).

So steige denn nun diese fünf Stufen hinauf und schau dich um! Was für ein Grad von Schwierigkeiten, ja geradezu Unmöglichkeiten findet sich im Unglauben (kufr) und in der Beigesellung (shirk), und wie weit ist das doch davon entfernt, vernünftig und logisch zu sein, und schließt (die Wahrheit) völlig aus! Und siehe und wisse, welch eine Leichtigkeit im Glauben (iman) und auf dem Weg des Qur'an liegt, eine Einfachheit im Grade einer Notwendigkeit, wie verständlich und akzeptabel, wie absolut und im gleichen Grade einer Notwendigkeit zuverlässig diese Wahrheit und Gerechtigkeit (haqq ve haqiqat) ist und was für eine Ruhe von ihr ausgeht! (So sage denn):

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلٰى نِعْمَةِ الْاِيمَانِ

{"Dank sei Gott für die Gnadengabe des Glaubens!"}

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(Mein Unwohlsein und die schwierigen Umstände sind der Grund dafür, dass der noch verbliebene Teil dieses so bedeutsamen Schritts auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden musste.)

Siebenter Schritt:

وَ بِسِرِّ اَنَّ الذَّرَّةَ وَ الْجُزْءَ وَ الْجُزْئِىَّ وَ النُّوَاةَ وَ الْاِنْسَانَ لَيْسَتْ بِأَقَلَّ صَنْعَةً وَ جَزَالَةً مِنَ النَّجْمِ وََ الْكُلِّ وَ الْكُلِّيِّ وَ الشَّجَرِ وَ الْعَالَمِ

{"... in jener tiefen Weisheit (sirr), dass alles Individuelle, ein jeder Teil, jeder Same, jeder Mensch keineswegs geringer ist als alle Kunst und Beredsamkeit der Sterne, und dass der Schöpfer des Ganzen und Universellen, aller Bäume und der ganzen Welt (alem) ..."}

Anmerkung:

Die Grundlage der Wahrheit, ihre Quelle und ihre Sonne, (wie sie in diesen) neun Schritten (dargelegt wird, findet sich) in den Ayat der Sure «Ikhlas».

قُلْ هُوَ اللّٰهُ اَحَدٌ ٭ اَللّٰهُ الصَّمَدٌ

{"Sprich! Gott ist der Eine. Gott ist der Einzigartige." (Sure 112, 1-2)}

Sie sind kurze Hinweise auf die Funken, die aus dem Geheimnis dieser Seiner Einheit (sirr-i ahadiyet) und im Aufscheinen Seiner Einzigartigkeit (samediyet) entstehen. Wir wollen nun hier in ein, zwei Punkten ganz kurz und bündig die Bedeutung dieses siebenten (Schrittes) betrachten, und verweisen, was die weiteren Einzelheiten betrifft, auf die Risale-i Nur.

Es ist nämlich eine Zelle im Auge oder im Gehirn, wie sie ihre wunderbaren Aufgaben erfüllt, nicht geringer als ein Stern, noch ein Teil geringer als das Ganze. So ist z.B. das Gehirn oder das Auge nicht geringer als der Mensch als ein Ganzes, ein einzelnes Individuum hinsichtlich seiner Schönheit und Kunstfertigkeit und im Wunder seiner Schöpfung (khilqat) nicht geringer als eine ganze (alle Individuen) umfassende Spezies, ein Mensch mit seiner ganz besonderen Ausstattung und seinen Fähigkeiten nicht geringer als all die vielen Tierarten. Auch betrachtet man sich die Liste, das Programm, worin die Gedächtnisleistung

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eines Samenkorns besteht, in seiner technischen Vollkommenheit und der Speicherung seiner Daten, so ist (doch das Samenkorn nicht geringer) als ein riesiger Baum. Auch ist die Vollkommenheit der Erschaffung (kemal-i khilqat) des Menschen hinsichtlich seiner so umfangreichen, vollkommenen Ausstattung, (die ihn befähigt), Tausende staunenswerter Aufgaben zu erfüllen, als verkleinertes Abbild des Kosmos (kainat) keineswegs geringer als die Erschaffung des ganzen Weltalls (kainat). Das aber heißt, dass der, welcher ein Atom zu erschaffen (idjad) vermag, nicht zu schwach sein kann, einen Stern zu erschaffen (idjad). Und der, welcher ein Organ, wie z.B. die Zunge erschaffen kann, der kann sicherlich leicht auch einen ganzen Menschen erschaffen. Und der, welcher einen einzelnen Menschen so vollkommen erschaffen kann, der kann auf jeden Fall auch mit vollendeter Leichtigkeit alle Tiere erschaffen und erschafft sie tatsächlich auch vor unseren Augen. Und der, welcher das Wesen eines Samenkorns, seine Liste, sein Inhaltsverzeichnis, sein Notizbuch mit den Aufträgen entsprechend den göttlichen Weisungen (emr) als einen Knoten des Lebens (uqde-i hayatiye) erschafft, wird sicherlich zugleich auch der Schöpfer (Khaliq) aller Bäume sein. Und der, welcher den Menschen erschaffen hat, als eine Art geistigen Samen der Welt (alem) und eine Frucht, die alles in sich enthält, als einen Spiegel, in dem alle Namen Gottes (esma-i Ilahi) sichtbar werden, jene Persönlichkeit, die ihn zur Bezugsperson für das Weltall (kainat) erschaffen und ihn zum Kalifen dieser Erde (zemin) erhoben hat, verfügt ganz sicher und bestimmt auch über die Macht (qudret), die ganze riesige Welt genau so leicht zu erschaffen wie einen Menschen zu kreieren und sie zu ordnen. Da dies aber so ist, muss, wer immer der Schöpfer (Khaliq), Künstler (Sani) und Herr (Rabb) aller Atome, Bausteine und Bestandteile, der Samenkörner und jedes einzelnen Menschen sein mag, sicher und gewiss auch der Schöpfer (Khaliq), Künstler (Sani) und Herr (Rabb) aller Sterne,

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einer ganzen Spezies, aller Individuen und ihrer Gemeinschaften, der Bäume und des gesamten Weltalls (kainat) sein. Etwas anderes wäre unmöglich und unvorstellbar.

Achter Schritt:

وَ بِسِرِّ اَنَّ الْمُحَاطَ وَ الْجُزْئِيَّاتِ كَالْاَمْثِلَةِ الْمَكْتُوبَةِ الْمُصَغَّرَةِ اَوْ كَالنُّقَطِ الْمَحْلُوبَةِ الْمُعَصَّرَةِ فَلاَبُدَّ اَنْ يَكُونَ الْمُحِيطُ وَ الْكُلِّيَّاتُ فِى قَبْضَةِ خَالِقِ الْمُحَاطِ وَ الْجُزْئِيَّاتِ لِيُدْرِجَ مِثَالَهَا فِيهَا بِمَوَازِينِ عِلْمِهِ اَوْ يُعَصِّرَهَا مِنْهَا بِدَسَاتِيرِ حِكْمَتِهِ

{"... auch im Geheimnis, dass alles, was uns umgibt (muhat) in all seinen Teilen (djus'iyat), gleich den winzigen Musterexemplaren, die darin eingetragen oder aus ihnen herausgemolken worden sind, unvermeidlich in der Hand ihres Schöpfers ruhen, weil sie und alles, was ihnen gleicht, durch die Ausgeglichenheit Seines Wissens in dem vorher aufgezählten mit eingeschlossen, bzw. entsprechend den Grundsätzen Seiner Weisheit (hikmet) aus ihm herausgemolken worden ist; ..."}

Das aber heißt, dass zwischen den Teilen (die ein Ganzes in sich) tragen, sowie innerhalb eines Ganzen dessen Bestandteilen und Einzelexemplaren, Samenkörnern und Kernen und dem Großen Ganzen, das Alles umfasst, eine Wechselbeziehung besteht, wobei diese winzig kleinen Abbildungen (des Ganzen) auf kleinstem Raum gleichsam eine überaus feine Inschrift als verkleinertes Abbild sowohl des einzelnen Individuums als auch des Großen Ganzen in sich tragen. Weil dies aber so ist, muss das Ganze, welches (alles) umfasst, in der Hand des Schöpfers (Khaliq) aller seiner Teile liegen und gänzlich zu Seiner Verfügung stehen, sodass Er nach (kluger) Abwägung (mizan) Seines Verstandes mit ganz feinen Stiften jenes große, alles umfassende Buch (der Schöpfung gleich einem Baum) auf Hunderte winzig kleiner Abschnitte (seiner Samenkörner) gleich (den Seiten) eines Notizbuches übertragen kann. Diese Wechselbeziehung zwischen den Teilen (eines Ganzen), die (von diesem Ganzen) umsorgt werden und ihren Unterteilen samt deren

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Umgebung kommt in dem Vergleich (mit einer Kuh zum Ausdruck), wobei sich dann die Milch (aus Bestandteilen der gesamten Umgebung, die von der Kuh aufgenommen, zusammengesetzt und schließlich) aus ihrer Umgebung wieder herausgemolken werden kann... oder aber (in einer Art Sinnbild), in dem jemand die Umgebung melkt, worauf dann aus ihr (die oben gleich Punkten angeführten Teile und Unterteile, wie Kerne und Körner gleichsam) heraustropfen. So gleicht z.B. der Kern einer Melone einem solchen Tropfen, der aus seiner Umgebung (und allen anderen Umständen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben) herausgemolken wurde, oder einem Punkt, in den ein ganzes Buch hineingeschrieben wurde, da er ein Inhaltsverzeichnis, eine Liste, ein ganzes Programm in sich enthält. Weil dies aber so ist, muss sich das ihn umgebende Ganze und das ganze Universum notwendigerweise und mit Sicherheit in der Hand jenes Künstlers (Sani') befinden, der alle Teile, alle Tropfen alle Punkte und jedes einzelne Individuum gemacht hat, damit Er entsprechend den höchst sensiblen Prinzipien Seiner Weisheit (hikmet) diese einzelnen Individuen, Tropfen und Punkte aus ihnen herausmelken kann. Das aber heißt, dass derjenige, welcher einen einzigen Samen, oder ein einzelnes Individuum erschaffen hat, wiederum mit Sicherheit derjenige sein muss, der auch alle übrigen Arten, das Große Ganze, den gesamten Kosmos und alles, was sie umgibt, und alle übrigen Universen, die noch weit größer sind erschaffen hat. Es kann gar kein anderer sein. Weil dies aber so ist, kann der, welcher eine einzelne Seele zu erschaffen vermag kein anderer sein, als der, welcher auch die gesamte Menschheit erschuf. Und der, welcher einen einzigen Toten neu belebt, vermag am Tage der Wiederversammlung auch die Toten aller Dschinnen und aller Menschen neu zu beleben und wird sie wieder ins Leben zurückrufen. So siehe denn nun, wie sehr die Aussage, die Botschaft der Ayah

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مَا خَلْقُكُمْ وَلاَ بَعْثُكُمْ اِلاَّ كَنَفْسٍ وَاحِدَةٍ

{"Eure Erschaffung wie eure Auferstehung sind nicht anders als die einer einzigen Seele." (Sure 31, 28)}

mit absoluter Sicherheit und in glänzender Weise wirklich und wahrhaftig (haq ve ayn-i haqiqat) ist.

Neunter Schritt:

وَ بِسِرِّ كَمَا اَنَّ قُرْاٰنَ الْعِزَّةَ الْمَكْتُوبَ عَلَى الذَّرَّةِ الْمُسَمَّاةِ بِالْجَوْهَرِ الْفَرْدِ بِذَرَّاتِ الْاَثِيرِ لَيْسَ بِاَقَلَّ جَزَالَةً وَ خَارِقِيَّةَ صَنْعَةٍ مِنْ قُرْاٰنِ الْعَظَمَةِ الْمَكْتُوبِ عَلٰى صَحِيفَةِ السَّمَآءِ بِمِدَادِ النُّجُومِ وَ الشُّمُوسِ كَذَلِكَ اِنَّ وَرْدَ الزَّهْرَةِ لَيْسَتْ بِأَقَلَّ جَزَالَةً وَ صَنْعَةً مِنْ دُرِّىِّ نَجْمِ الزُّهْرَةِ وَ لاَ النَّمْلَةُ مِنَ الْفِيلَةِ وَ لاَ الْمِكْرُوبُ مِنَ الْكَرْكَدَنِ وَ لاَ النَّحْلَةُ مِنَ النَّخْلَةِ بِالنِّسْبَةِ اِلٰى قُدْرَةِ خَالِقِ الْكَآئِنَاتِ فَكَمَا اَنَّ غَايَةَ كَمَالِ السُّرْعَةِ وَ السُّهُولَةِ فِى اِيجَادِ الْاَشْيَاءِ اَوْقَعَتْ اَهْلَ الضَّلاَلَةِ فِى اِلْتِبَاسِ التَّشْكِيلِ بِالتَّشَكُّلِ الْمُسْتَلْزِمِ لِمُحَالاَتٍ غَيْرِ مَحْدُودَةٍ تَمُجُّهَا الْاَوْهَامُ كَذَلِكَ اَثْبَتَتْ لِاَهْلِ الْهِدَايَةِ تَسَاوِيَ النُّجُومِ مَعَ الذَّرَّاتِ بِالنِّسْبَةِ اِلٰى قُدْرَةِ خَالِقِ الْكَآئِنَاتِ جَلَّ جَلاَلُهُ ولآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ اللّٰهُ اَكْبَرُ

{"... auch im Geheimnis, dass der Qur'an, wenn er in all seiner Würde (izzet) mit Teilchen des Äthers in einem Staubkörnchen oder winzigen Partikelchen eingeschrieben steht, keineswegs weniger beredt oder minder kunstvoll ist, als ein gewaltiger Qur'an, der mit der Tinte der Sterne und Sonnen auf den Seiten (saifah) der Himmel aufgeschrieben steht. In ähnlicher Weise ist eine blühende Rose durch ihre Beziehung zur Allmacht des Schöpfers des Universums (qudreti Khaliqi-l'kainat) in ihrer Beredsamkeit und künstlerischen (Schönheit) keineswegs geringer als der Planet Venus, noch steht die Ameise unter dem Elefanten, oder die Mikrobe unter dem Nashorn, noch ist die Biene geringer als die Dattelpalme. Darüber hinaus aber verführt die überaus große Leichtigkeit und Geschwindigkeit, in der die Dinge erschaffen wurden, die Leute des Irrweges (ehlu-d'dalalah), die Erschaffung (durch den Schöpfer) mit einer (rein zufälligen Entstehung) zu verwechseln, was zahllose Unmöglichkeiten notwendig macht und daher nur eine (bloße) Einbildung ist, während dies den Leuten der Rechtleitung (ehlu-l'hidyah) beweist, dass die Atome durch ihre Beziehung zur Allmacht des Schöpfers des Universums (qudreti Khaliqi-l'kainat) den Sternen gleich sind. Erhaben, oh Er, in Seiner Erhabenheit! Es gibt keine Gottheit außer Ihm, Er, der Gott ist und groß!"}

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Ich hätte die Bedeutung dieses letzten Schrittes gerne ausführlich erklärt. Doch bin ich in meiner derzeitigen schweren Notlage, hervorgerufen durch willkürliche Unterdrückung und allerlei Schikanen, durch meine Schwäche und schwere Krankheit infolge einer Vergiftung so sehr daran gehindert, dass ich leider dazu gezwungen bin, mich mit einem ganz kurzen Hinweis auf dessen Bedeutung zu begnügen.

Das heißt: Würde man den Glorreichen Qur'an (Qur'an-i Adhimush'shan), den unmöglichen Fall einmal angenommen, auf ein Atom schreiben, jenes Elementarteilchen, das die Theologen (ilm-i Kelam) und Philosophen als Materie (djauher-i ferd) bezeichnen, die sich als einzigartig bezeichnen lässt, die sich nicht weiter aufspalten (kabil-i inkisam) lässt (ohne ihren einzigartigen Charakter als ein Stückchen Materie zu verlieren), und zwar mit jenen Teilchen aus einem ätherischen Stoff, die noch weit subtiler sind (als gewöhnliche Materie), und schriebe man zugleich mit Sternen und mit Sonnen einen ganz großen Qur'an (Qur'an-i Kebir) auf die Seiten der Himmel, und würde man sodann die beiden miteinander vergleichen, so würde der auf ein winzig kleines Stückchen Materie (djauher-i ferd zerresi) geschriebene Qur'an, den man nur noch unter dem Mikroskop (erkennen kann und betrachtet man ihn hinsichtlich) seiner Einzigartigkeit und wunderbaren künstlerischen Gestaltung, so wäre er mit Sicherheit keineswegs geringer als der Gewaltige Große

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Qur'an (Qur'an-i Adhim ve Kebir), der das Antlitz der Himmel vergoldet. Ja er wäre ihm in gewisser Hinsicht vielleicht sogar noch überlegen.

In gleicher Weise ist eine Blume (zuhre), bedenkt man, in welch einzigartiger und geradezu vollkommener Weise sie der Schöpfer des Alls (Khaliq-i Kainat) in seiner Macht (qudret) gestaltet hat, auch nicht geringer als unsere Venus (zuhre), eine Ameise nicht weniger als ein Elefant. Ja, selbst noch eine Mikrobe ist hinsichtlich ihrer Erschaffung (khilqat) noch wunderbarer als ein Nashorn und eine Biene angesichts ihrer staunenswerten natürlichen (fitrat) Fähigkeiten (Honig und Wachs zu bereiten) gar einer Dattelpalme überlegen. Das aber heißt: der, welcher eine Biene zu erschaffen vermag, kann auch alle Tiere erschaffen. Wer eine Seele (nefs) ins Leben zu rufen vermag, kann auch am Tage der Wiederversammlung alle Menschen wieder auferwecken und sie am Platz der Auferstehung wieder versammeln. Und sie werden wieder auferstehen! Nichts ist für ihn schwierig: vor unseren Augen erschafft Er ganz schnell und leicht in jedem Frühling Hunderttausende Beispiele dieser Wiederauferstehung.

Der Sinn des letzten Satzes in dem obigen arabischen Text ist ganz kurz zusammengefasst folgender: Da die Leute der Irreleitung die unerschütterlichen Wahrheiten (haqiqat) der obigen Schritte nicht kennen, und da alle Geschöpfe auf einmal, sehr schnell und ganz leicht ins Dasein (vudjud) treten, stellen sie sich vor, dass deren Formgebung und ihre Erschaffung durch die grenzenlose Macht (qudret) eines Künstlers (Sani) sich von allein gestaltet und aus sich selbst heraus entstanden (vudjud) wäre und haben sich auf diese Weise selbst die Türe zu allerlei unmöglichen, ja selbst undenkbaren Arten von Aberglauben geöffnet, die keinerlei Verstand, ja noch nicht einmal unserer Einbildungskraft zugänglich sind. In diesem Fall aber müsste man z.B. jeder einzelnen Zelle (dherre) eines Lebewesens eine grenzenlose Macht (qudret),

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ein unendliches Wissen (ilim), ein allsehendes Auge und die Fähigkeit (iktidar) zuschreiben, jedes beliebige Kunstwerk anfertigen zu können. Wer also nicht eine einzige Gottheit (ilah) anerkennen will, müsste statt dessen seinem Glauben (mesheb) entsprechend, der Anzahl der Zellen (dherre) entsprechend ebenso viele Götter (ilah) anerkennen und verdiente mit Recht (mustehaq), dafür zu den Niedrigsten der Niedrigen in der Hölle hinunterzugehen.

Was aber die Leute der Rechtleitung betrifft, so verleihen ihnen die in den obigen Schritten angeführten machtvollen Wahrheiten (haqiqat) und unwiderlegbaren Beweise in ihrem unverfälschten Gemüt (qalb) und in ihrem geradlinigen Denken (mustaqiem aqil) eine absolut sichere Überzeugung, einen starken Glauben (iman) und ein Bekenntnis (tasdiq), das auf augenscheinlicher Sicherheit (ayne-l'yaqin) beruht, sodass sie ohne irgendwelche Zweifel oder böse Ahnungen im Frieden ihres Herzens (itminan-i qalb) glauben (itikad), dass vor der Allmacht Gottes (qudret-i Ilahiye) zwischen den Sternen und den Atomen, dem kleinsten und dem Größten kein Unterschied besteht, wie auch alle diese einzigartigen Dinge vor unseren Augen geschehen. Und jedes einzigartige Kunstwerk bestätigt die Aussage der Ayah

مَا خَلْقُكُمْ وَ لاَبَعْثُكُمْ اِلاَّ كَنَفْسٍ وَاحِدَةٍ

{"Eure Erschaffung wie eure Auferstehung sind nicht anders als die einer einzigen Seele." (Sure 31, 28)}

und bezeugt, dass dieses ihr Urteil (hukum) auf Recht und lauterer Wahrheit (haqq ve haqiqat) beruht. (Und jedes von ihnen) sagt ohne Worte (lisan-i hal): "Gott ist groß (Allahu Ekber)!" So sagen denn auch wir ihrer Anzahl entsprechend so viele Male: "Gott ist groß (Allahu Ekber)!" Und bestätigen die Aussage dieser Ayah mit der ganzen Kraft (quvvet) unserer Überzeugung und bezeugen (shehadet) aufgrund zahlloser Beweise,

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dass dieses Urteil (hukum) auf lauterem Recht und reiner Wahrheit (haqq ve haqiqat) beruht.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ ٭ اَللّٰهُمَّ صَلِّ وَسَلِّمْ عَلٰى مَنْ اَرْسَلْتَهُ رَحْمَةً لِلْعَالَمِينَ ٭ وَ الْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

{"Gepriesen seiest Du! Kein Wissen haben wir, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32) "Oh Gott schenke Friede und Segen dem, den Du als Deine Barmherzigkeit für die Welten gesandt hast!" Denn aller Dank gebührt Gott dem Herrn der Welten.}

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Ein Lobgesang (als Antwort) auf die Frage: Was ist die Risale-i Nur? Worum handelt es sich, in Anbetracht der Tatsachen (haqiqat), bei der Risale-i Nur und welches ist der Beitrag ihres Vermittlers?

Die höchsten Diener des Glaubens (din), deren Ankunft zu Beginn eines jeden Jahrhunderts in einem Hadith verkündet werden, sind nicht dessen Subjekt (mubtedi') {d.h. der Mittelpunkt eines Satzes, um den sich alles dreht} sondern dessen gelebter Ausdruck (muttebi'). Das heißt, sie produzieren nicht von sich aus irgendetwas Neues und erfinden keine neuen Grundsätze (ahkam). Sie stärken und befestigen vielmehr die Religion (din), indem sie ihren Grundsätzen und Grundpfeilern der Religion und der Tradition des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, folgen, das Wahre und Wesentliche des Glaubens (din) aufzeigen, alles andere, was sich mit (der Religion) vermischt hatte, für Null und nichtig erklären, alle Angriffe gegen den Glauben (din) abwehren und zurückweisen, dem Auftrag ihres Herrn erneut wieder Geltung verschaffen und die Ehre und Erhabenheit der Göttlichen Gebote (durch ihr Leben) aufzeigen und verkündigen. Ohne die essenziellen Grundlagen (tavr-i esasi) zu zerstören oder den ursprünglichen Geist (ruh-u asli) zu verletzten, erfüllen sie ihren Auftrag (ifa-i vazife) allein durch neue Methoden der Überzeugung, so wie sie dem Verständnis der jeweiligen Zeit entsprechen, durch eine zeitgemäße Art und Weise, die Menschen anzusprechen, sowie durch neue, detaillierteren Erklärungen.

Diese Beamten ihres Herrn (memurin-i Rabbaniye) bestätigen (alle diese ihre) Aufgaben mit ihrer Tat und in ihren Werken. Sie erfüllen so (ihre Aufgabe), die Festigkeit ihres Glaubens (iman) und ihre Aufrichtigkeit (ikhlas) in sich selbst zu reflektieren. So bringen sie die Stufe ihres Glaubens (iman)

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durch ihre Taten zur Darstellung. Dadurch zeigen sie in der Tat, dass sie der mohammedanischen Sitte (ahlaq) voll und ganz entsprechen und in Wahrheit (haqq) mit der inneren Haltung Ahmeds und den Eigenschaften des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, bekleidet worden sind. Kurzum: In Anbetracht ihrer Taten und ihrer guten Gesittung (ahlaq), hinsichtlich der Befolgung der Sunnah des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, und im Festhalten an ihr, stellen sie ein schönes und vollkommenes Modell für die Gemeinde Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, dar und sind für sie ein Beispiel, dem man folgen sollte. Die Werke, die sie verfassen, und in denen sie das Buch Gottes (Kitabullah) kommentieren, ihre Erläuterung (izah) zu den Grundsätzen (ahkam) des Glaubens (din) und die Art und Weise, wie sie diese dem Verständnis (fehim) ihrer Zeit und dem Grad ihrer Bildung (ilim) entsprechend darzustellen wissen, sind nicht in ihnen selbst und als Resultat ihres erhabenen Denkvermögens entstanden, auch nicht die Frucht ihrer eigenen Intelligenz und Bildung (zeka ve irfan). Sie sind vielmehr eine innere Eingebung (ilham) und die Stimme ihres Herzens, unmittelbar gespeist aus der Quelle der Offenbarung (vahy) des Herrn der Reinen Botschaft (risalah).

Djeldjelutiye, {ein poetisches Werk von Imam Ali. (A.d.Ü.)}

Mesnevi-i Sherif, {das Hauptwerk von Djelaluddin Rumi. (A.d.Ü.)}

Futuh-ul Ghayb {Das Hauptwerk von Abdu-l'Qadiru-l'Geylani. (A.d.Ü.)}

und andere Werke dieser Art sind stets auf die gleiche Weise entstanden. Für all diese heiligen (qudsi) Werke waren solche, wenn auch hochangesehenen Persönlichkeiten, nur deren Verkünder. Diese heiligmäßigen (muqaddes) Persönlichkeiten haben einen Anteil an der Auswahl (der Themen) und der Art der Erklärung dieser erlesenen Werke, d.h., diese heiligmäßigen (qudsi) Persönlichkeiten gelten gewissermaßen als eine Art Überbringer, als Spiegel, bzw. Reflektoren ihres Sinngehaltes.

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Was nun die Risale-i Nur und ihren Interpreten betrifft, so findet sich in diesem viel gepriesenen Werk ein solch hoher Segen (feyz-i ulvie) und eine in so hohem Maße wirksame Vollkommenheit, wie sie bis heute noch niemals in einem vergleichbaren Werk gefunden werden konnte. Und da man nun feststellen muss, dass sie in einer Weise, wie man sie nie zuvor in ähnlichen Abhandlungen bezeugen konnte, eine Wirksamkeit entfaltet, wie sie in der Nachfolge des Ehrwürdigen Qur'an liegt, der die Fackel Gottes (mesh'ale-i Ilahiye), die Sonne der Rechtleitung und der Mond der Glückseligkeit ist; dass ihr Wesen das reine Licht des Qur'an (nur-u mahz-i Qur'an) ist und die Wirksamkeit der Segnungen aller Lichter Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, in größerem Maße in sich trägt als die Werke aller Freunde Gottes (auliya-ullah); dass die innere Anteilnahme an ihr, die Verbundenheit mit ihr, die heilige Leitung durch den Herrn der Reinen Botschaft (risalah) noch stärker (zu spüren) ist als in allen Werken der Freunde Gottes (auliya-ullah); dass im übrigen die Geistigkeit jenes Mannes, der sich (durch den Qur'an) angesprochen fühlt und sein Interpret ist, in der Art, wie sehr er sich durch ihn angesprochen fühlt und ihn zu schätzen weiß, unvergleichlich hoch und ohne Beispiel ist, das ist eine offensichtliche Tatsache (haqiqat), so klar wie die Sonne.

Jene Persönlichkeit wurde in der Tat noch in ihrer Kindheit, weil sie ja niemals irgendwelchen Unterricht genossen hatte, um sich vor diesen äußeren Umständen zu erretten, in einer Zeitspanne von nur drei Monaten zum Erben (Varith) {Die Gelehrten sind die Erben der Propheten (Hadith)} aller wissenschaftlichen Werke der Antike wie der Neuzeit, der Hermeneutik, der Geisteswissenschaften, der Naturwissenschaften, der Theologie und der Philosophie, eine Erfahrung, wie sie in ihrer Erhabenheit bis dahin noch nie jemandem zuteil geworden war. Von einer derart wunderbaren Gelehrsamkeit hatte man

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noch nie zuvor vernommen. Es besteht gar kein Zweifel, dass er, als der Überbringer des Lichtes (Terdjuman-i Nur), wie oben beschrieben, ganz und gar einen schlichten Anstand (iffet-i mudjessem) verkörpert, einen staunenswerten Mut (shedjaat-i harika) und zugleich eine vollkommene Bedürfnislosigkeit (istighna-yi mutlaq) zeigt, sowie in seinem ganzen Wesen von Natur (fitrat) aus ein Wunder verbunden mit einer staunenswerten Charakterfestigkeit (metanet-i akhlaqiye) darstellt (tedjessum) und auf diese Weise ein Gnadengeschenk (inayet) und eine vollkommene Gabe Gottes.

Diese wunderbare Persönlichkeit forderte - selbst fast noch ein Kind und doch bereits ein respektabler Gelehrter - die ganze damalige gelehrte Welt zu einem Disput heraus, ließ alle Väter der Wissenschaften still werden und brachte sie zum Schweigen, indem er alle ihre Fragen, ganz gleich welche auch immer sie ihm stellen mochten, vollständig, zutreffend und ohne jemals zu zögern oder zu zweifeln, beantwortete, wodurch er sich bereits mit vierzehn Jahren den Titel eines Magisters (Ustadh) erwarb und weshalb nun für immer der Segen seines Wissens (feyz-i ilim) und das Licht seiner Weisheit (nur-u hikmet) von ihm ausstrahlt. Durch die Feinsinnigkeit seiner Erläuterungen, die Eloquenz seiner Darlegungen, die Sicherheit und Bestimmtheit bei all seinen kritischen Erwägungen, seinen ebenso scharfsinnigen wie tiefschürfenden Betrachtungen, Kurzum: durch das Licht seiner Weisheit versetzte er sämtliche gebildeten Leute (erbab-i irfani) in Erstaunen, womit er sich schließlich mit vollem Recht jenen illustren Titel einer "Koryphäe der Wissenschaft" erwarb, wie er in damaliger Zeit einmalig und einzigartig ("Bediüzzaman") war. Mit seinen überragenden Fähigkeiten und seiner vorzüglichen Gelehrsamkeit verbreitete er die Religion Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, bewies sie und zeigte sich dabei (als ein Mann, der stets) das Menschenmögliche tat, wofür das Ehrenwerte Haupt (Siegel) der Propheten (Seyid-ul Enbiya Hazretleri), mit dem Friede und Segen sei,

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einer solchen Persönlichkeit mit Sicherheit seine allerhöchste Zuwendung gewährte und ihm seinen erhabenen Schutz und seine Hilfe zuteil werden ließ. So war er denn ohne Zweifel eine edelmütige Persönlichkeit, die stets dem Auftrag und der Anweisung (emir ve ferman) des Propheten Gottes (Nebiy-i Aqdes), mit dem Friede und Segen sei, folgte, der seinen Weisungen entsprechend handelte und so zum Erben (Varith) seiner Wahrheit wurde und diese (in seiner Persönlichkeit) reflektierte.

Da er also nun die Lichter Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, die Erkenntnisse Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, und Gottes Fackel in ihrer ganzen Fülle (fuyuzat-i shem'-i Ilahi), in ihrem höchsten Glanz erstrahlen ließ, wodurch die numerischen Hinweise in Qur'an und Hadith in ihm zur Erfüllung gelangten, womit die majestätischen Verse (ayat-i djelil), die durch den Mund des Propheten (hitabat-i Nebevi), mit dem Friede und Segen sei, verkündet worden sind, in ihrer numerischen Ausdeutung auf ihn zutreffen, besteht anhand dieser Hinweise kein Zweifel, dass diese Persönlichkeit aufgrund ihres Dienstes am Glauben ein klarer Spiegel des Prophetentums (risalet) ist, die höchste, oberste, leuchtend strahlende Frucht am Baume des Prophetentums (risalet), das abschließende Wort, das aus dem Munde des Propheten (lisan-i risalet) in Hinsicht auf seine Erbschaft (irsiyet) die Wahrheit (haqiqat) verkündigt, der letzte, der glückselig im Dienste des Glaubens (hizmet-i imani) die Fackel Gottes (shem'-i Ilahi) trägt.

Im Namen der Schüler der Risale-i Nur, die in der dritten Schule Josephs, als erste dem Unterricht in dem "Glänzenden Beweis (Elhuddjetu-z'Zehra)" und in dem "Aufscheinen des Morgensterns (Zuhretu-n'Nur)" gefolgt sind.

Ahmed Feyzi, Ahmed Nazif, Salahaddin, Zübeyr, Ceylan, Sungur, Tabancali.

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Obwohl mir (meine Schüler) einen hundertfach höheren Anteil zugeschrieben haben, als mir eigentlich zusteht, habe ich es doch nicht gewagt, die Gefühle der Unterzeichner zu verletzen. So habe ich denn diesen Lobgesang der Schüler der Risale-i Nur im Namen ihrer geistigen Körperschaft stillschweigend akzeptiert.

Said Nursi
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Ein Brief

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ ٭ وَ اِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ ٭ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَآئِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." "Und es gibt kein Ding, das nicht lobend Ihn preist." (Sure 17, 44) "Friede mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen für immer und ewig."}

Unser vielgeliebter, über alles liebenswerter, gesegneter, gütiger Herr (Efendim),\unser hochverehrter~(Hazret)\und verehrenswürdiger Lehrer~(Ustadh)!

Oh Ihr, unser ehrwürdiger Lehrer (muhterem Ustadh), der Ihr Euren eigenen Willen (irade) vollständig aufgegeben und dafür all Eure Angelegenheiten (umur) dem Willen des Herrn (irade-i Rabbani) überlassen habt, der Ihr in allem offensichtlichem Unglück und hinter allen Schikanen dennoch das Erbarmen und die Weisheit (merhamet ve hikmet) und das göttliche Vorauswissen (qader-i Ilahi) zu erkennen vermögt und in vollkommenem Vertrauen und mit Hingabe (kemal-i tevekkul ve teslimiyet) an den Herrn (Rabb) geduldig (sabir) erwartet, welchen Ausgang Sein Erscheinen bringen wird! Nun, da an manchen Orten die Säulen, auf die sich die Leute des Glaubens (ehl-i iman) bisher immer gestützt hatten (nokta-i istinad), zu bröckeln beginnen, und Menschen, die Gott leugnen, zum Teil dem Zeitgeist entsprechend, stolz und in aller Öffentlichkeit mit ihren Publikationen gegen die Grundfesten des Glaubens agitierend umherstolzieren, sich den Weisungen des Qur'an widersetzen, an geistige Kräfte nicht mehr glauben, hingegen das Recht, zu erschaffen und zu gestalten, einer blinden und tauben Natur ohne jedes Bewusstsein zusprechen (und all dies) als Kennzeichen der Aufklärung und der Bildung verstanden wissen wollen, habt Ihr, unser höchst ehrbarer Meister (faziletmeab efendimiz) die Risale-i Nur für alle diejenigen geschrieben, die mit zitternden Herzen unter diesem so schrecklichen Zeitalter leiden, als Heilmittel jenes spirituelle Wunder des Qur'an angeboten,

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um den Herzen der Ärmsten, die ihres Glaubens (iman) als Wasser des Lebens dringend bedürfen, als Gegengift zu dienen und ihnen die frohe Botschaft Ewiger Glückseligkeit zu verkünden. Auf der breiten Straße der Wahrheit (haqiqat djadde-i kubra), welche seinen Ruf (dava) mit sehr sicheren Beweisen und Zeugnissen belegt, (habt Ihr als) unser lieber, verehrter (qudsi) Wegweiser, entsprechend der tiefen inneren Wahrheit (sirr), اَسَّبَبُ كَالْفَاعِلِ {"Wer die Ursache ist, gleicht dem, der danach handelt."} durch die Risale-i Nur den Glauben Hunderttausender Nur-Schüler gerettet, wofür nun der Gegenwert ihrer guten Werke auch im Buche eurer Taten gutgeschrieben wird!

Genauso wie im Gefängnis zu Denizli gewährte uns Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) in Seiner Güte (ihsan) die "Frucht-Abhandlung" als ein Heilung spendendes Mittel, das alle Qual der Gefangenschaft in Nichts zerrinnen lässt, so wie der so süße Duft einer Rose die Schmerzen ihrer Dornen vergessen lässt, wodurch ja dann auch alle unsere vorübergehenden (fani) Qualen verschwunden sind. In gleicher Weise geruhte der Ehrenwerte Allbarmherzige und Herr aller Schönheit (Rahiem-i Dhul'Djemal Hazretleri) zu Afyon, wobei ein Tag auch nur der körperlichen Leiden im Gefängnis zu Denizli einem ganzen Monat der Qualen in diesem Gefängnis hier entspricht, in Seiner Güte (Kerim) uns durch Eure Hand, geliebter Meister (Ustadh) zu ermöglichen, als ein Heilmittel und ein Gegengift angeboten, uns zur Einheit Gottes (tauhid) zu bekennen, Ihm unseren Dank (tahmid) zu erweisen, zu Ihm allein unsere Zuflucht (istiane) zu nehmen und das Prophetentum (risalet) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, zu bestätigen.

Wir, Eure mit so vielen Fehlern behafteten Schüler, die wir mit dem Segen (feyz) der Risale-i Nur das Lesen und

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Schreiben erlernt haben, betrachten diese drei kurzen Abhandlungen (risalah) sowohl als einen absolut sicheren Beweis für den Wahrheitsgehalt (haqqaniyet) der Risale-i Nur als auch in gewisser Weise für deren kurz und bündige Zusammenfassung, und zwar in der Weise, wie sich in den Samenkörnern eines Tannenzapfens das Inhaltsverzeichnis, bzw. das Programm eines ganzen großen Baumes verbirgt.

Wenn wir auch zu schwach sind, ihre Segnungen (fezail) recht zu begreifen, so hat deren Lesung uns doch dazu verholfen, für unseren Geist (ruh) eine große innere Ruhe (inshirah) zu finden; unsere körperlichen Qualen haben sich in unseren Herzen (qalb) in Freude verwandelt und wir haben im Garten des Glaubens unendlich viele Früchte geerntet. Die erste dieser drei kleinen Abhandlungen (risalah) zerstört anhand ihrer elf Beweise für die göttliche Einheit (tauhid) den Unglauben (kufr), den Irrglauben (dalalet) und den Naturalismus (tabiat) und seine Finsternis weicht. Die zweite erklärt die Suratul'Fatiha, welche als Quelle, Fundament und Lehrmeister (Ustadh) alle Gegenüberstellungen, wie sie sich in der Risale-i Nur finden, in sich enthält und bietet uns dafür eine wunderschöne Auslegung (tefthir) an. Die dritte schließlich erläutert durch eine geradezu vollkommene Übersetzung jenen Abschnitt über das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, auf eine glänzende, tief innere Befriedigung verleihende Weise, so wie sie Euch, unser geliebter Meister (Ustadh) in der Schule Josephs zu Afyon in Euer gesegnetes Herz (qalbi mubarek) gelegt worden ist.

Und wenn wir auch in gar keiner Weise irgendeiner Sache würdig sind, so werden wir uns doch mit ganzer Kraft (quvvet) darum bemühen, diese Eure Werke, ihrem Inhalt entsprechend, so wie wir sie empfangen haben, auch zu verbreiten. Wir bieten Gott dem Gerechten (Djenab-i Haqq) unseren grenzenlosen Dank an und sagen in unseren Gebeten (dua): "Oh barmherzigster Allerbarmer,

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mögest Du mit unserem Lehrer und Meister (Ustadh) immer und ewig zufrieden sein!"

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}

Im Namen der Schüler der Risale-i Nur
Zübeyr, Ceylan, Sungur, Ibrahim
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Einführung in die Übersetzung der arabischen Lektion, genannt "Die Predigt zu Damaskus (Hutbetu-sh'Shamiye)"

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ ٭ وَ اِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ ٭ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَآئِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." "Und es gibt kein Ding, das nicht lobend Ihn preist." (Sure 17, 44) "Friede mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen für immer und ewig."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Vor vierzig Jahren spürte der Alte Said in der Großen Omayaden-Moschee zu Damaskus, während er auf die dringende Bitte der Gelehrten(ulema)von Damaskus vor einer riesigen Zuhörerschaft von nahezu zehntausend Menschen, unter ihnen hundert Professoren(ehl-i ilim)auf arabisch die nun folgende Predigt(hutbah)hielt, eine Vorahnung kommender Ereignisse und gab diese gute Nachricht, vollkommen von ihr überzeugt, weiter und dachte dabei, dass alle (seine Zuhörer) diese Ereignisse in ganz kurzer Zeit erleben würden. Stattdessen hatten zwei Weltkriege und fünfundzwanzig Jahre einer absoluten Despotie zur Folge, dass sich die Erfüllung dieser Vorahnung um vierzig Jahre verschob. Nun aber ist die Zeit gekommen, dass sich die Zeichen in der Islamischen Welt zu mehren beginnen und sichtbar werden. Das heißt, dass die damals so bedeutende Lektion trotz der inzwischen vergangenen Zeit keineswegs eine veraltete Predigt(hutbah)ist, es vielmehr angemessen erscheint, dass ihr nun die Übersetzung dieser höchst bedeutenden und instruktiven Lektion veröffentlichen möget, und zwar nicht als eine veraltete und längst überholte Predigt, sondern als eine, der neuen (Zeit entsprechende), sachdienliche Lektion über soziale wie islamische Fragen, die sich heute - 1371 (1951) und nicht mehr 1327 (1908) direkt an eine Versammlung von 370.000.000 Gläubigen in dieser Moschee der islamischen Welt und nicht mehr in der Omayaden-Moschee richtet.

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In diesem Zusammenhang will ich hier eine besonders bemerkenswerte Antwort zitieren, welche auf eine äußerst wichtige Frage gegeben wurde. Denn in dieser Lektion spricht der Alte Said vor vierzig Jahren vorausschauend so als ahne er bereits diese wunderbaren Lektionen in der Risale-i Nur und welche Wirkung sie auslösen werden. Deswegen wollen wir hier die folgenden Fragen und Antworten niederschreiben:

Von vielen Seiten wurde sowohl an mich als auch an einige Schüler der Risale-i Nur die folgende Frage gerichtet und sie fragen mich noch heute:

"Wieso kommt es eigentlich, dass (die Ideen) der Risale-i Nur nicht von so vielen Gegnern, verbohrten Philosophen und Leuten des Irrwegs widerlegt und überwunden werden können? Und das, obwohl sie doch versucht haben, die Verbreitung von Millionen wertvoller Bücher über die Wahrheiten des Glaubens und des Islam bis zu einem gewissen Grade zu unterbinden, und obwohl sie doch so viele, Junge wie Alte, die ihrem ausschweifenden Lebenswandel und den weltlichen Vergnügungen ergeben sind, der Glaubenswahrheiten zu berauben und obwohl sie sich doch so darum bemüht haben, durch ihre wütenden Angriffe, ihre unmenschlichsten Schikanen und die schlimmste verlogene Gegenpropaganda die durchschlagende Wirkung der Risale-i Nur zu stoppen, die Leute abschrecken und sie dazu zu veranlassen, sich von diesen Lehren abzuwenden, sie aufzugeben und vor ihnen zu fliehen, hat sich dennoch die Risale-i Nur in einem nie zuvor gekannten Ausmaß verbreitet, wie dies

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noch bei keinem anderen Werk gesehen wurde, ja wurden sogar die meisten der 600.000 Abschriften der Risala von Hand angefertigt und mit höchster Begeisterung im In- und Ausland gelesen. Worin aber liegt nun ihre Weisheit und was ist der Grund dafür, (dass so viele Menschen) sich dazu anspornen ließen, sie so voller Begeisterung heimlich zu verbreiten? Auf all die vielen Fragen dieser Art ist die Antwort folgende:

Die Risale-i Nur, deren Geheimnis sich darin findet, ein wahrhaftiger Kommentar (tefthir) jenes Wunders zu sein, das der Weise Qur'an (Qur'an-i Hakiem'in sirr-i i'djazi) ist, zeigt uns, dass der Irrweg (dalalet) schon in dieser Welt (dunya) eine Art Hölle (djehennem) ist, so wie (die Risale-i Nur) auch beweist, dass die Seele schon in dieser Welt im Glauben eine Art Paradies (djennet) finden kann. Sie zeigt uns, wie all die seelischen Qualen, die unter Sünden, Bosheiten und verbotenen Vergnügungen im Herzen nagen und beweist zugleich, wie ein edler Charakter, der alle guten Werke in Wahrhaftigkeit und Gottes Gesetzen entsprechend tut, in seinem Herzen überirdische Freuden empfängt, die nur noch dem Jubel (der Engel) im Paradies vergleichbar sind. Auf diese Weise rettet (die Risale-i Nur) diejenigen, welche dem Laster verfallen und so in die Irre gegangen sind, doch ihren Verstand noch nicht verloren haben. Denn in unserer Zeit gibt es zwei fürchterliche Zustände (hal):

Der einzige Ausweg, sie aus dieser Gefahr zu erretten ist der, sie auf die Strafen und höllischen Schmerzen hinzuweisen, die sie (dafür noch in dieser Welt (dunya) zu erwarten haben); ein Weg (meslek), welchem auch die Risale-i Nur folgt.

Erstens:

Da die Sinne des Menschen - weil sie die Folgen nicht erkennen können - ein Dirhem (3 g) augenblicklichen Genusses einem Batman (etwa 8 kg) zukünftiger Freuden vorziehen und so die Oberhand über Vernunft und Verstand gewinnen, und auf diese Weise Vernunft und Verstand besiegt, bleibt als einziger Ausweg,

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die Maßlosen von ihrer Maßlosigkeit zu befreien, sie wieder Herr ihrer Sinne werden zu lassen, ihnen den Schmerz, der dem Genuss folgt, vor Augen zu führen und so ihre Gefühle wieder unter Kontrolle zu bringen. Daher weist die Ayah

يَسْتَحِبُّونَ الْحَيٰوةَ الدُّنْيَا

{"Sie bevorzugen das irdische Leben." (Sure 14, 3)}

daraufhin, dass in unserer Zeit (die Menschen, obwohl sie doch eigentlich) Gläubige (ehl-i iman) sind und die Freuden der jenseitigen Welt (akhirah) kennen, diesen diamantenen Gnadengaben (ni'met) dennoch die zerbrechlichen Glasstückchen dieser Welt (dunya) vorziehen und aufgrund dieses Geheimnisses (sirr), den Leuten des Irrwegs (ehl-i dalalet) in ihrer Weltliebe (hubb-u dunya) folgen. Der alleinige Ausweg, sie vor dieser Gefahr zu retten, besteht einzig darin, ihnen schon in dieser Welt die Höllenstrafen und Schmerzen aufzuzeigen, genau jene Methode also, welche die Risale-i Nur zur Anwendung bringt.

Andernfalls gäbe es in unserer heutigen Zeit der Verstocktheit, die aus völligem Unglauben (kufr-u mutlaq), einem wissenschaftlich fundierten Irrweg und einer Sucht erwächst, welche die Folge einer Maßlosigkeit ist, (und die den Menschen) auf jenen Irrweg führt, den die Naturphilosophen (lehren) und das Ergebnis ihrer Ausschweifungen darstellt, wollte man sie dadurch wieder auf den rechten Weg führen, dass man ihnen Gott den Gerechten (Djenab-i Haqq) vor Augen stellt und ihnen danach die Existenz der Hölle und ihrer Strafen bewiese, um sie so durch Strafe von Bosheit und Laster abzubringen, einen unter zehn, ja vielleicht nur einen unter zwanzig, der daraus seine Lehre ziehen und sich von seiner Schlechtigkeit und Bosheit abwenden würde. (Jeder andere) würde nach einer solchen Vorlesung (ders) sagen: "Gott der Gerechte wird mir schon verzeihen und sich meiner

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erbarmen (Djenab-i Haqq Ghafuru-r'Rahiem). Und außerdem ist die Hölle ja noch ziemlich weit weg." Er würde weiter seinem ausschweifenden Lebenswandel folgen. Seine Sinne würden ihm erneut Herz (qalb) und Verstand (ruh) betören.

So flößen denn die meisten Darstellungen (in der Risale-i Nur) anhand der schmerzhaften und abscheulichen Folgen, die der Unglaube und (ein Lebenswandel) auf Irrwegen noch in dieser Welt (dunya) mit sich bringen, selbst noch den verbohrtesten und selbstsüchtigsten Menschen einen solchen Abscheu gegenüber ihren Unheil bringenden, unerlaubten (haram) Genüssen und Vergnügungen ein, dass alle, die noch Herr ihrer Sinne sind, so zu einer inneren Einkehr (taubah) geführt werden.

Von diesen Gleichnissen schrecken die kurzgefassten Gleichnisse im Sechsten, Siebten und Achten Wort, sowie die ausführlich (dargestellte) Gegenüberstellung im Dritten Kapitel des Zweiunddreißigsten Wortes selbst noch den maßlosesten Menschen und den, der sich am weitesten verirrt hat, so sehr ab, dass er seinen Ausschweifungen und Irrwegen gegenüber Abscheu empfindet und daraus seine Lehre (zieht und) annimmt. Zum Beispiel:

So will ich nun als ein Beispiel einen kurzen Hinweis auf meine Lage geben, in der ich mich anhand einer Ayah (Sure 24, 40) während einer imaginären Reise (seyahat-i hayaliye) befand, während der ich, einer tatsächlichen Reise gleich, Bilder erschaut habe, wie sie dem Licht-Vers (Sure 24, 35) gleichen. Wer aber den ausführlichen (Text nachlesen) möchte, kann am Ende des Bandes "Das unsichtbare Siegel" (Sikke-i Ghaybiye) auf den Seiten 246-248 nachschlagen!

Kurzum:

Als ich auf dieser imaginären Reise (seyahat-i hayaliye) das Reich der Tiere erblickte, die ihrer Versorgung bedürfen, betrachtete ich sie mit den Augen der Naturphilosophen.

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Da zeigte sich mir die grenzenlose Not der ganzen Tierwelt und ihrem großen Hunger und zugleich mit dem großen Hunger auch die Schwäche und Hilflosigkeit (da'f u adjz) dieser Welt der Lebewesen als besonders bedauernswert und leidvoll. Ich betrachtete sie mit den Augen derer, die in die Irre gehen und gottvergessen (Ehl-i dalalet ve ghaflet) leben und schrie auf vor Schmerz.

Doch schließlich schaute ich in der Weisheit des Qur'an und des Glaubens (hikmet-i Qur'aniye ve iman) wie durch ein Fernrohr und sah: der Name des Erbarmers (er-Rahman) ging über dem Sternzeichen des Versorgers (er-Rezzaq) auf, dem strahlenden (Glanz) der aufgehenden Sonne gleich und vergoldete diese armselige Welt hungernder Lebewesen mit dem Licht Seiner Barmherzigkeit (rahmet).

Danach sah ich innerhalb der Welt der Tiere noch eine andere düstere Welt, in der ihre schwach, hilflos und bedürftig (da'f u adjz ve ihtiyadj) darin zappelnden Jungen, mit ihrem Schmerz jeden zu Bedauern und Mitgefühl bewegen. Da ich sie mit den Augen derer, die auf Irrwegen gehen, betrachtete, schrie ich: "Oh weh!" Doch da reichte mir der Glaube (iman) eine Brille und ich sah:

Der Name des "Barmherzigen" (Rahiem) ging über dem Sternbild der Liebe (shefqat) auf. Da verwandelte sich alle Bitternis dieser Welt auf eine so schöne und liebliche Weise in eine freundliche Welt, wurde von Licht überstrahlt, ja verwandelte all meine Zähren der Klage, der Bitterkeit und der Trauer in Freudentränen voll Begeisterung und Dankbarkeit.

Nun zeigte sich mir wie auf einer Leinwand die Welt der Menschen. Ich betrachtete sie durch das Fernglas derer, die auf Irrwegen gehen: Diese Welt war so finster und schrecklich, dass ich aus tiefstem Herzen aufschrie. "Oh weh!" rief ich, denn die Wünsche und Hoffnungen der Menschen sind auf die Ewigkeit hin ausgerichtet, ihre Vorstellungen und Gedanken umfassen das ganze Weltall,

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ihre Strebungen und natürlichen Antriebe ersehnen so sehr das ewig Bleibende und die Ewige Glückseligkeit des Paradieses. Seine natürlichen Fähigkeiten (fitri istidadlar) kennen keine Grenze und können sich frei entfalten. Doch trotz aller auf ungezählte Ziele gerichteten Bedürfnisse, aller Schwäche und Hilflosigkeit (da'f u adjz) sind sie zahllosen Unglücksfällen und Leiden ausgesetzt, von Feinden verfolgt ist ihr Leben außerordentlich kurz. Sie leben ein verwirrendes und hektisches Leben, jeden Tag, ja jede Stunde von der Furcht vor dem Tode begleitet. Sie leiden in ihrem Herzen und mit allen Sinnen ständig unter den Übeln des Abschieds und der Vergänglichkeit, verbunden mit einem Höchstmaß an Leid und Angst. Denn das Leben der Gottvergessenen läuft auf Grab und Friedhof hinaus, was ihnen wie die Pforte zu ewiger Finsternis erscheint. Ich habe gesehen, wie sie einer nach dem anderen, ja scharenweise in diese finstere Grube hinabgeworfen wurden.

Doch siehe, in diesem Augenblick, da ich diese Welt der Menschen in dieser Finsternis geschaut hatte, Herz, Sinn, Verstand und alle meine menschlichen Sinne, ja jede Faser meines Körpers aufschreien wollte und zu weinen beginnen, da zerbrach plötzlich ein Licht, das aus dem Qur'an kam, und eine Kraft diese Brille meines Irrtums; mein Verstand bekam eine neue Brille und damit sah ich:

Der Name Gottes, des Wahrhaftigen und Gerechten (Djenab-i Haqq'in Adil) ging über dem Sternbild der Weisheit (Hakiem), der Name des Erbarmers (Rahman) über dem Sternbild der Freigiebigkeit (Keriem), der Name des Barmherzigen (Rahiem) über dem Sternbild der Verzeihung (Ghafur), der Name des Verlebendigers (Ba'ith) über dem Sternbild des Nachlassverwalters (Varith), der Name des Lebensspenders (Muhyi) über dem Sternbild des Wohltäters (Muhsin), der Name des Herrn (Rabb) über dem Sternbild des Eigentümers (Malik) auf; und jeder einzelne Name erstrahlte gleich wie die Sonne, wobei hier jedes Sternbild die Bedeutung des Namens angibt. Die Finsternis der Menschenwelt insgesamt, wie sie so viele Welten

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in sich enthält, wurde plötzlich beleuchtet und belebte sich. Die höllischen Erscheinungsbilder lösten sich auf, die lichtvollen Fenster zur jenseitigen Welt taten sich auf und die turbulente Welt des Menschen wurde von Licht übergossen. Da sprach ich: "Lob, Preis und Dank sei Allah (Elhamdulillah, Esh-shukrulillah) so viele Male wie es Stäubchen im Weltall gibt!" Und mit augenscheinlicher Sicherheit (ayne l-yaqien) sah ich:

Es gibt im Glauben für die Seele eine Art von Paradies und auf Irrwegen eine Art von Hölle für die Seele schon in dieser Welt. So habe ich es mit Sicherheit erkannt.

Danach zeigte sich mir die Welt hier auf diesem Globus. Auf meiner imaginären Reise trat mir die düstere Welt der wissenschaftlichen Prinzipien und einer Philosophie, die sich dem Glauben widersetzt, als eine furchtbare Welt vor mein geistiges Auge. Mit einer Bewegung, siebzig Mal schneller als eine Kanonenkugel, durcheilt eine armselige Menschheit den unendlichen leeren Raum mit einer Ausdehnung von 25.000 Jahren in einem einzigen Jahr mit dieser unserer uralten und hochbetagten Erde wie auf einem schrecklichen Schiff, das ständig auseinander zu fallen droht, zu jeder Zeit von Unruhen geschüttelt und von inneren Beben erschüttert wird; ein Zustand furchterregender Verlassenheit in dieser Finsternis. Der Kopf drehte sich mir und vor meinen Augen wurde es schwarz. Ich warf die Brille dieser Philosophen zur Erde und zerbrach sie. Plötzlich schaute ich mit einem Auge, das von der Weisheit des Qur'an erleuchtet wurde, und sah:

Die Namen des Schöpfers Himmels und der Erden (Khaliq-i Ardh ve Semevat), Allmächtiger (Qadir), Allweiser (Alim), Herr (Rabb), Gott (Allah), Herr der Himmel und der Erden (rabb-us'Semevati ve-l'Ardh), Dienstherr über Sonne und Mond (Musahhir-us'Shemsi ve-l'Qamer) gingen der Sonne gleich auf über dem Sternbild des Erbarmers (rahmet), des Gewaltigen (azamet), dem Zeichen Seiner göttlichen Herrschaft (rububiyet). Sie erleuchteten diese schreckliche, dunkle und einsame Welt so, dass die Erde mir vor dem Auge meines Glaubens wie ein Schiff erschien,

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das in schönster Ordnung und bestem Zustand, mit allen notwendigen Erfordernissen und Bequemlichkeiten für eine sichere Reise ausgestattet ist, beladen mit Proviant für jeden Einzelnen, vorbereitet für einen Ausflug, für Handel und Erholung, kam sie mir vor wie ein Schiff, ein Flugzeug oder Eisenbahnzug, der alle Seelen (dhiruh) im Lande des Herrn um die Sonne herumfährt und die Erzeugnisse des Sommers, des Frühlings und des Herbstes herbeischafft, allen denen, die ihre Versorgung erheischen.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلٰى نِعْمَةِ الْاِيمَانِ

{"Lobpreis und Dank sei Allah für die Gnadengabe des Glaubens,}

so viele Male, wie es Atome auf der Erde gibt!" sagte ich da.

So wurde in gleicher Weise auch in der Risale-i Nur mit sehr vielen Gleichnissen bewiesen, dass die Leute der Maßlosigkeit und des Irrweges noch in dieser Welt in einer Art von Hölle für die Seelen ihre Strafe erhalten. Und auch die Leute des Glaubens und der Rechtschaffenheit vermögen, wenn der Glaube aufstrahlt und sich manifestiert, schon in dieser Welt in einer Art von Paradies für die Seelen jene innerlichen, paradiesischen Freuden zu verkosten, die durch den Islam und seine Menschlichkeit erst bekömmlich werden. Und wirklich vermögen sie, je nach dem Grade ihres Glaubens, ihren Nutzen daraus zu ziehen.

Doch in dieser turbulenten Zeit gibt es Strömungen, die eine Art von Betäubung mit sich bringen, alle Empfindungen auslöschen und die Blicke des Menschen in die Weiten schweifen lassen, wo sie sich verlieren und in der Ferne ertrinken. Auch die Leute der Rechtleitung werden von diesen Strömungen überspült, sodass sie die wahren Freuden gar nicht mehr so recht wahrnehmen können.

Der zweite fürchterliche Zustand(hal)in heutiger Zeit:

In alter Zeit waren Irrlehren, die aus einem alles ablehnenden Unglauben und aus den Wissenschaften entsprangen und eine Unbelehrbarkeit, die aus einem sich allem widersetzenden Unglauben erwuchs, verglichen mit heutiger Zeit noch sehr selten anzutreffen. Darum genügte der Unterricht der alten islamischen Gottesgelehrten (muhaqqiq)

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und ihre Beweisführung in damaliger Zeit völlig. Glaubenszweifel (kufr-u meshkuk) konnten noch rasch ausgeräumt werden. Da der Glaube an Allah noch allgemein selbstverständlich war, wandten sich die meisten, denen man Allah wieder in Erinnerung gerufen und sie an die Strafen der Hölle gemahnt hatte, von ihren Lastern und von ihrem Irrglauben wieder ab.

Jetzt aber gilt: Fand man in alter Zeit in einem Lande einen einzigen völlig Ungläubigen, so trifft man heute in einer einzigen Stadt schon hundert von ihnen. Im Vergleich zu früher haben sich jetzt diejenigen, die von den Natur- und Geisteswissenschaften in den Irrglauben geführt und sich nun verstockt und unbelehrbar gegen die Glaubenswahrheiten gewandt haben, hundertmal vermehrt.

Da diese Unbelehrbaren und Verstockten in ihrem pharaonengleichen Stolz und in ihrem fürchterlichen Irrglauben den Glaubenswahrheiten widerstreben, ist es sicherlich notwendig, gegen sie eine heilige Wahrheit zum Einsatz zu bringen, die die Grundsätze dieser Leute wie mit der Energie einer Atombombe in Stücke zerschlägt, sodass ihre Angriffe zurückgewiesen werden und ein Teil dieser Menschen dem Glauben zurückgewonnen werden könnte. Gott dem Gerechten sei unendlich Dank, dass Er durch die Risale-i Nur gleich einem unsichtbaren Wunder und Blitzstrahl des Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, mit so vielen Gleichnissen wie mit einem vollkommenen Elixier gegen die Wunden unserer Zeit zu heilen und wie mit dem diamantenen Schwerte des Qur'an die Unbelehrbarkeit auch der gefährlichsten unter den Verstocktesten zu zerschlagen vermag. Sie weist mit so vielen Zeugnissen und Beweisen wie es Atome im Weltall gibt, auf die Gegenwart (vahdaniyet) Gottes und die Glaubenswahrheiten hin, dass sie trotz heftigster Angriffe seit fünfundzwanzig Jahren nicht besiegt werden konnte, sondern gesiegt hat und ihren Siegeszug immernoch fortsetzt.

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In der Tat beweist die Risale-i Nur dies durch ihre Vergleiche zwischen Glaube und Unglaube und die Gegenüberstellung von Rechtleitung und Irrweg.

Zum Beispiel: Wenn man die Beweise und Schlaglichter aus den beiden Kapiteln (maqam) des Zweiundzwanzigsten Wortes, dem ersten Kapitel (maukif = Haltepunkt) des Zweiunddreißigsten Wortes, dem Kapitel (pendjere = Fenster) des Dreiunddreißigsten Briefes und den "Elf Beweisen" aus dem "Stab Mosis" den übrigen Vergleichen gegenüberstellt und dabei aufmerksam verfährt, dann versteht man: Was in heutiger Zeit den völligen Unglauben, die Uneinsichtigkeit und Verstocktheit der Irrlehrer zu zerbrechen und zu zerschlagen vermag, das ist die Wahrheit des Qur'an, die in der Risale-i Nur Gestalt annimmt.

Wie sich nun aber in dem «Tilsimlar Medjmuasi» die entscheidenden tiefen Wahrheiten (tilsim) des Glaubens und die Geheimnisse der Weltenschöpfung zu einzelnen Abschnitten gesammelt und erklärt finden, so werden auch diejenigen Abschnitte aus dem «Nur», die zeigen, wie die Leute des Irrwegs schon in dieser Welt ihre Höllenstrafe und die Leute der Rechtleitung schon in dieser Welt die Freuden des Paradieses finden und dass der Glaube ein unsichtbares Samenkorn des Paradieses und der Unglaube die Wurzel des Zakkum -Baumes der Hölle ist, kurz zusammengefasst und insha-a'llah in Buchform herausgebracht werden.

Said Nursi
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Über Zeichen aus dem Verborgenen (isharet-i ghaybiye)

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ ٭ وَ اِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." "Und es gibt kein Ding, da nicht lobend Ihn preist." (Sure 17, 44)}

Meine lieben, getreuen, unbeirrbaren, ausdauernden, opferwilligen Brüder!

Ihr wisst ja, dass die Sachverständigen (ehl-i vukufu) in Ankara (all die vielen) Wunder (keramet) und Zeichen aus dem Verborgenen (isharet-i ghaybiye) rund um die Risale-i Nur nicht leugnen konnten. Sie vermuteten lediglich fälschlicherweise, dass ich selbst daran meinen Anteil gehabt hätte und sagten daher: "Man sollte über diese Dinge nicht in einem Buch schreiben und derartige Wunder nicht auch noch publizieren." Ich habe damals in meiner Verteidigungsrede auf diese milde Kritik folgendermaßen entgegnet:

Sie sind keineswegs mein (Werk); auch würde ich auf diese Wunder (keramet) niemals einen Anspruch erheben. Sie sind vielmehr ein Destilat und Funken der Wunder (mu'djize) des Qur'an, welche durch die Risale-i Nur als deren wahrheitsgemäße Auslegung (tefthir) in ihrem Sinngehalt Gestalt annehmen. Sie sind eine Art Gnadengeschenk (ikramat-i Ilahiye), um die geistigen Kräfte (quvve-i maneviye) ihrer Schüler zu stärken. Was diese Gnadengaben (ikram) betrifft, so ist deren Bekanntgabe unser Dank (shukur) und also erlaubt (djaiz) und akzeptabel (makbul). Und aus einem ganz besonderen Grunde will ich nun hier meine Antwort noch ein wenig erläutern. Denn man hat mich auch gefragt, warum ich denn (diese Dinge) veröffentliche, warum ich denn auf diesem Punkt so sehr beharre und warum ich denn in den letzten Monaten auf dieses Thema derart nachdrücklich eingegangen bin. Denn die meisten Briefe beschäftigen sich doch gerade mit diesen Wundern?

Hier nun meine Antwort:

Obwohl doch in unserer Zeit die (Risale-i Nur) in ihrem Dienst am Glauben (iman)

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angesichts Tausender zerstörerischer (Kräfte) hundert Tausender (Leute) bedarf, die (die Dinge) wieder instand setzen, und auch ich selbst wenigstens einige Hundert Schreiber und noch andere Hilfskräfte nötig hätte, und obwohl es doch eigentlich notwendig wäre, dass das Volk und die Leute von der Regierung, statt uns aus dem Wege zu gehen und jede Berührung mit uns zu vermeiden, uns vielmehr bestätigen, uns helfen und uns Mut machen und Kontakt mit uns aufnehmen würden und die Gläubigen (ehl-i iman) doch eigentlich in ihrem Dienst am Glauben (iman) das Ewige Leben (hayat-i baqiye) in Betracht ziehen müssten (vadjib), anstatt sich mit diesem vergänglichen Leben (hayat-i faniye) zu beschäftigen und ihm dessen angenehme Seiten vorzuziehen, möchte ich mich selbst zum Beispiel nehmen und sage daher:

Da meine Gegner mich in allen Dingen zu behindern suchen, Kontakte unterbinden und meine Helfer von mir fern halten und die innere Kraft meiner Freunde mit aller Macht brechen wollen, damit (ihr Interesse) an mir und an der (Risale-i Nur) erkalten solle, und weil man einem alten Mann wie mir, der zudem krank, schwach und hilflos in der Fremde lebt, wo niemand sich um ihn kümmert, Aufgaben, die sonst tausend Mann zu verrichten hätten, aufgebürdet hat, und weil (ein solches Leben) unter dem Druck einer einsamen (Verbannung) ihn geradezu körperlich krank macht, weshalb er sich nun gezwungen sieht, jeglichem Umgang und Kontakt mit den Menschen aus dem Weg zu gehen, und weil er zudem auf diese Weise die Leute dermaßen wirkungsvoll zurückschrecken und ihre innerlichen Kräfte zerbrechen ließ, aus diesem Grunde und ganz außerhalb meines eigenen Willens begann ich nun allen Hindernissen entgegen, um den Schülern der Risale-i Nur einen inneren Halt zu geben und sie so zu stützen und zu stärken, ihnen die Gnadengaben Gottes (ikramat-i Ilahiye) zu erklären und so die inneren Kräfte rund um die Risale-i Nur zu mobilisieren, ihnen zu zeigen, dass die Risale-i Nur ganz von sich aus

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und alleine (ohne dazu die Hilfe von anderen zu benötigen) in der Lage ist, ebenso stark zu sein wie ein ganzes Heer und wurde so dazu veranlasst, darüber und dergleichen andere Dinge mehr zu schreiben. Mich (den Leuten) anzubieten, mich selbst zu rühmen, zu loben und zu preisen hieße andernfalls - um Gottes willen! - das Geheimnis der Aufrichtigkeit (ikhlas sirrini), das eine wichtige Grundlage der Risale-i Nur ist, zu zerstören. Möge Gott es so wollen (Insha-allah), dass die Risale-i Nur sich aus sich selbst heraus verbreiten und sich selbst verteidigen wird, und so wie sie ihren wahren Wert gezeigt hat, so wird sie dann gleichsam auch uns verteidigen und uns zu einem Anlass werden, uns unsere Fehlleistungen zu verzeihen.

Mit tausend Segenswünschen und Gebeten (selam ve dua) an jeden meiner Brüder und Schwestern und besonders die Gruppe jener gesegneten, unschuldigen, deren Gebete erhört werden und aus der Gemeinschaft der ehrwürdigen Alten, wünschen wir allen in diesem Monat (Ramazan-i Sherif) Glück und Segen und bitten euch um euer Gebet.

Euer kranker Bruder

Said Nursi

— 1133 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Dieser euer unbedeutender Bruder {im Gegensatz zur Bedeutung der Risale-i Nur zu lesen!} erklärt sowohl jener Persönlichkeit, die einmal ein Freund gewesen war, dann aber Einspruch erhoben hatte, als auch dem geneigten Leser und auch euch (Schülern): Aus dem Schatz der wunderbaren Verkündigung (Mu'djiz-ul Beyan) des Qur'an schöpft der Neue Said derart logische und wahrhaftige Beweise für die Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye), dass nicht nur die islamischen Gelehrten, sondern auch noch die verbohrtesten europäisch (geschulten) Philosophen sich genötigt sehen, sie anzuerkennen; was sie denn auch tun. Was nun die Zeichen und Hinweise in der wunderbaren Verkündigung (Mu'djiz-ul Beyan) des Qur'an auf der Ebene (verschlüsselter) Anspielungen betrifft, welche die Aufmerksamkeit auf die Risale-i Nur hinlenken, die eines der Wunder des Geistes (mu'djize-i maneviye) in unserer Zeit ist, so handelt es sich hierbei um Zeichen jener wunderbaren Verkündigung (Mu'djiz-ul Beyan) des Qur'an, vergleichbar den Voraussagen von Hazret-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, und Ghaus-i Azam, mit dem Gott zufrieden sein möge, über den Wert und die Bedeutung der Risale-i Nur. Und diese verborgene Sprache (lisan-i ghayb) ist sogar eine der Notwendigkeiten einer solchen geradezu wunderbaren Beredsamkeit (des Qur'an).

So wurde mir in der Tat während einer schrecklichen Zeit im Gefängnis zu Eskishehir, wo wir doch so notwendig eines geistlichen (qudsi) Trostes bedurft hätten, eine innerliche Ermahnung zuteil: "Du zitierst die Gottesfreunde (auliya) der alten Zeit als Zeugen für deren Anerkennung der Risale-i Nur.

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Doch in Übereinstimmung mit der Ayah

وَ لاَ رَطْبٍ وَ لاَ يَابِسٍ اِلاَّ فِى كِتَابٍ مُبِينٍ

{"Nichts Feuchtes und nichts Trockenes, das nicht in einer deutlichen Schrift (verzeichnet) wäre." (Sure 6, 59)}

und ihrer tiefen Weisheit (sirr) ist es gerade der Qur'an, dem in dieser Angelegenheit in erster Linie das Wort gehört. Hält etwa der Qur'an die Risale-i Nur für akzeptabel? In welcher Weise betrachtet er sie?"

So sah ich mich denn dieser merkwürdigen Frage gegenüber gestellt. Also ersuchte auch ich den Qur'an um Hilfe. Und noch zur gleichen Stunde gewann ich plötzlich den Eindruck, dass einzig die Risale-i Nur eines der Bausteine auf der Ebene hinweisender Bedeutungen von dreiunddreißig Ayat ist, von der Art jener Ebenen, welche sich aus den Einzelheiten ihrer ausdrücklichen Bedeutungen zusammen setzt (und die Gesamtheit ihrer hinweisenden Bedeutungen mit einschließt) und dass es machtvolle Wechselbeziehungen zwischen dem gibt, was sie mit einbeziehen und welches die Mittel ihrer Unterscheidung sind. Einen Teil davon erkannte ich bis zu einem gewissem Grade in allen Einzelheiten und einen anderen Teil lediglich summarisch. So blieb denn vor meinem geistigen Auge kein Zweifel und kein Argwohn (vesvese) mehr, keine (Möglichkeit zu irgendeinem) Irrtum und keinerlei Skepsis. So schrieb denn auch ich diesbezüglich meine feste Überzeugung nieder, in der Absicht, mit Hilfe der Risale-i Nur den Glauben der Gläubigen zu stärken und vertraute dieses Traktat einigen meiner engsten Freunde an, mit der Bedingung, es unter Verschluss (mahrem) zu halten. Und in dieser Abhandlung (risalah) sagen wir auch nicht, dass dies die eindeutige Bedeutung dieser Ayah sei, damit die Hodjas nicht etwa sagen könnten: فِيهِ نَظَرٌ {"In ihm ist der Blick." (d.h. man sollte einmal genauer hinsehen - A.d.Ü.)}

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Und wir sagen auch nicht, es sei dies die ganz allgemeine Bedeutung. Vielmehr sagen wir, dass unterhalb der eindeutigen Bedeutung noch viele andere Schichten liegen. Eine dieser Schichten enthält die Andeutungen und die hinweisende Bedeutung. Auch diese nur hinweisende Bedeutung ist ganz allgemeiner Art und umfasst in jedem Jahrhundert ihre ganz bestimmten Einzelheiten. Und auch in diesem Jahrhundert ist die (Risale-i Nur) auf der Ebene allgemeiner spiritueller Hinweise nur ein einzelnes Element. Deutungsversuche, wie sie die Gelehrten seit alten Zeiten unter Zuhilfenahme der Djifr- und Ebdjed- Rechnung unternommen, vielmehr als Beweis dafür verwendet haben, um ein solches einzelnes (Element, wie z.B. die Risale-i Nur) absichtlich in den Blickpunkt rücken zu können, um so zu zeigen, dass dieses Element eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat, mindern nicht (den Wert) der Ayat des Qur'an und (schmälern nicht) deren Eindeutigkeit, sondern dienen vielmehr dazu, aufzuzeigen, wie wunderbar (i'djaz) sie sind und welche Eloquenz (in ihnen verborgen liegt). Man kann derartige Hinweise aus dem Verborgenen (isharat-i ghaybiye) nicht bestreiten. Wer diese unzählbar und grenzenlos vielen Ausdeutungsmöglichkeiten (der Exegeten) solch zahlloser Hinweise im Qur'an nicht leugnen kann, wie sie von Leuten der Wahrheit (ehl-i haqiqat) unternommen werden, sollte sie nicht verleugnen und wird das auch nicht tun.

Wollte jedoch eine gewisse, kritische Persönlichkeit, die es, dermaßen erstaunt und verwundert, für unmöglich hält, dass unter den Händen eines so unbedeutenden Menschen wie ich es bin, ein solch bedeutendes Werk entstehen konnte, einmal darüber nachdenken, welch ein Beweis für die Größe und Allmacht Gottes (azamet ve qudret-i Ilahiye) es ist, wenn aus einem Samenkorn, von einem Weizenkorn angefangen bis zu einem Tannenkern (Pflanzen von Gräsern bis hin zu) Bäumen groß wie Berge erschaffen werden, so müsste er eigentlich sagen, dass die Erscheinung eines solchen Werkes zur Zeit

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eines solch dringenden Bedürfnisses (unter den Händen) eines so völlig schwachen und völlig armseligen, wie ich es bin, mit Sicherheit ein Wunder (delil) der unendlichen Barmherzigkeit Gottes (vus'at-i rahmet-i Ilahiye) sein muss. So versichere ich denn euch und allen, die noch widerstreben, bei der Ehre und angesichts der Würde der (Risale-i Nur):

Diese Hinweise, diese zeichenhaften Andeutungen und Anspielungen der Freunde Gottes (auliya) haben mich stets dazu geführt, Lobpreis und Dank (shukur ve hamd) darzubringen und um Vergebung (istighfar) meiner Fehler zu bitten. Ich kann euch anhand (jener Spuren), die zwanzig Jahre meines Lebens gleich Tropfsteinen vor euren Augen zurückgelassen haben, beweisen, dass meine eigenwillige Seele (nefs-i emmare) zu keiner Zeit und noch nicht einmal eine Minute lang jene Selbstsucht und diesen Egoismus (enaniyet ve benlik) entwickelt hat, der die Quelle von Stolz und Hochmut (fakhr u gurur) ist. Nichts desto weniger ist der Mensch keineswegs frei von Fehlern. Und wenn ich mir dessen auch nicht bewusst bin, so habe ich doch viele Fehler. Ja vielleicht habe ich sogar einiges mit meinen eigenen Gedanken vermischt und könnten diese Abhandlungen (risalah) deshalb einige Fehler enthalten. Man sollte aber einen solchen Mann (wie mich) nicht deshalb dermaßen kritisieren, während (der mich hier kritisiert dabei) völlig übersieht, wie die Leute des Irrtums mit Hilfe einer von Menschen gemachten Übersetzung, durch welche sie ihre falschen und verfälschenden Auslegungen verschleiern, die heiligen Buchstaben (hurufat-i qudsiye) des Qur'an durch ihre unzureichenden modernen (lateinischen) Buchstaben ersetzen und so die Ayat in ihrer eindeutigen (Klarheit) trüben, um einen solchen armseligen, (zu Unrecht) unterdrückten Menschen, der, um seine Mitbrüder im Glauben (iman) zu stärken, eine Anmerkung zu einem Wunder (i'djaz) erklärt, in seinem Dienst am Glauben (iman) zu entmutigen, den sicherlich nicht einmal Leute, welche die Wahrheit kennen (ehl-i haqiqat), ja auch solche nicht, die auch nur über ein klein wenig Einsicht verfügen, deswegen kritisieren würden.

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Darüber hinaus möchte ich auch noch das folgende hinzufügen: Obwohl doch in dieser unserer Zeit die ansonsten so mächtigen, der Wahrheit (haqiqat) verpflichteten Millionen opferwilliger Gemeinschaften, Gesellschaften und Orden (tariqat = Sufis) durch einen entsetzlichen Angriff der Irregeleiteten nach außen hin eine Niederlage einstecken mussten, kann ein nur halb gebildeter Mann wie ich, einsam und allein und unter ständiger Beobachtung durch die Polizeistation ihm gegenüber, der unter verschiedenen, schrecklichen Arten von Propaganda (leben muss), die jeden (Menschen) vor ihm zurückschrecken lassen, gar nicht Anspruch auf die Risale-i Nur erheben, die doch allen anderen Bewegungen voraus ist und ihnen in weit stärkerem Maße stand gehalten hat; sie kann gar nicht ein Werk sein, das aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten entstand und auf das er stolz (iftikhar) sein dürfte. Sie wurde ihm vielmehr unmittelbar als Geschenk (ihsan) der Göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahiye) des Allweisen Qur'an (Qur'an-i Hakiem) in unserer Zeit als eine Art innerliches Wunder (mu'djize-i manevi) anvertraut. Dieser Mann hat lediglich mit Tausenden seiner Gefährten seine Hände nach diesem Geschenk des Qur'an ausgestreckt. Und er war es, dem, wie auch immer, die Aufgabe zufiel, ihr erster Interpret zu sein. Ein Beweis dafür, dass die Risale-i Nur nicht das Werk seiner Intelligenz (fikr), seiner Bildung (ilm) oder seines besonderen Scharfsinns (zeka) sein kann, (ist der Umstand), dass einzelne ihrer Teile Abhandlungen (risalah) sind, die in sechs Stunden, andere, die in zwei Stunden, wieder andere in einer Stunde und solche, die sogar in nur zehn Minuten niedergeschrieben worden sind. Und ich versichere sogar an Eides statt, dass selbst alle gemeinsamen Anstrengungen der Gedächtnisleistungen (hafidha) des Alten Said, mit dem Gott zufrieden sein möge und meiner

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eigenen Gedanken (fikr) nicht imstande gewesen wären, eine Arbeit von nur zehn Minuten selbst in zehn Stunden zu bewerkstelligen.

Auch könnte ich eine Risalah, die mir in nur einer Stunde (zur Niederschrift eingegeben wurde), trotz aller Begabung und Überlegung nicht zustande bringen. Auch das "Dreißigste Wort", eine Risalah, die mir an einem einzigen Tag in nur sechs Stunden (zur Niederschrift eingegeben wurde), könnte weder ich noch könnten selbst die scharfsinnigsten Religionsphilosophen diese auch nicht in sechs Tagen erforschen. Und so weiter...

Das aber heißt, dass ich, obwohl wir ja doch eigentlich Bankrotteure sind, wir dennoch Herold und Diener im Laden eines ganz besonders reichen Juwelenbesitzers sind. Möge daher Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) in Seiner Gnade und Großmut (fadl-u kerem) uns und allen Schülern der Risale-i Nur durch Reinheit und Beharrlichkeit in seinem Dienst stets gewähren, erfolgreich zu sein. Amin in Verehrung des Herrn der Gesandten (Amin bilhurmeti Seyyid-il Murselien).

Said Nursi
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Neunundzwanzigster Blitz

Zweites Kapitel
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Dieses Zweite Kapitel handelt von "Elhamdulillah".

Diese kurze Abhandlung(risalah),"Das Zweite Kapitel" genannt, das die Menschen den Ruf: "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!"\auszusprechen lehrt, enthält nur neun von zahllos vielen Nutzanwendungen und Lichtern~(Nur)\des Glaubens~(iman).

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen."}

Erster Punkt:

Hierbei soll zunächst einmal an zwei Dinge erinnert werden:

1- Die (westliche) Philosophie ist eine düstere Brille, die alle Dinge hässlich und Furcht erregend aussehen lässt. Was aber den Glauben (iman) betrifft, so ist er dagegen eine Brille mit kristallklaren, durchsichtigen, lichtstarken Gläsern, die alle Dinge in schönstem, vertrauten (Lichte) zeigt.

2- Der Mensch ist von Natur (khilqat) aus (ein Wesen), das mit allem Sein (makhluqat) verbunden ist und dabei notwendiger Weise, einem Würfel vergleichbar, allen Dingen nach sechs Seiten hin, also nach rechts und nach links, nach vorne und nach hinten, nach oben und nach unten, und zwar in Worten und Gedanken begegnet und

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(in ständigem) Geben und Nehmen gut nachbarlich mit ihnen verkehrt.

Je nachdem, ob der Mensch nun die eine oder die andere Brille auf hat, kann er die (verschiedenen Aspekte) des Seins (makhluqat), die Geschöpfe und diversen Umstände entsprechend den oben erwähnten (sechs) Seiten betrachten.

Die rechte Seite:

Mit dieser rechten Seite ist die Vergangenheit gemeint. Betrachtet man die rechte Seite durch die Brille der (westlichen) Philosophie, erscheint das Land der Vergangenheit so, als sei der Weltuntergang über es hereingebrochen, das Unterste zu Oberst gekehrt worden und alles erinnert an einen großen, finsteren, Furcht erregenden Friedhof. Da bleibt dann kein Zweifel mehr, dass der Mensch durch diese Sichtweise in ein ganz großes Entsetzen, Furcht und Verzweiflung gestürzt wird.

Betrachtet man aber diese Seite durch die Brille des Glaubens und erkennt, dass in diesem Land in der Tat das Unterste zu Oberst gekehrt wurde, jedoch das Leben erhalten geblieben ist. So wird denn verständlich, dass alle Fährleute, die Mannschaften und die Einwohner (von hier in eine andere), in eine schönere, lichtvollere Welt hinüber (gerettet) worden sind. Und man könnte sich nun vorstellen, dass die Gräber (in denen die Toten ruhen) und der ausgeschachtete Raum (dem man die zur Bestattung benötigte Erde entnommen hatte, in Wirklichkeit) Tunnel wären, die gewissermaßen unterirdisch in eine lichtvolle Welt hinüberführen. Das aber heißt, dass die Freude und aller Frohsinn, die innere Zufriedenheit und Zuversicht (inshirah), welche der Glaube (iman) dem Menschen schenkt, eine Gnade von Gott (ni'met) ist, die ihn Tausende Male "Dank sei Gott (Elhamdulillah)" sagen lässt.

Die linke Seite:

Damit ist jene Seite gemeint, die der Zukunft zugewandt ist. Betrachtet man sie durch die Brille

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der (westlichen) Philosophie, so erscheint sie uns in der Gestalt eines finsteren, Grauen erregenden, großen Grabes, worin wir verwesen und zerfallen werden, Schlangen und Skorpionen zum Fraß.

Betrachtet man sie dagegen durch die Brille des Glaubens (iman), so zeigt sie sich uns gleichsam in der Gestalt eines gedeckten Tisches (maide), einer Tafel Seiner Barmherzigkeit (sofra-i Rahman), auf der Gott der Gerechte, der allbarmherzige Schöpfer in Seinem Erbarmen (Djenab-i Haqq'in Khaliq-i Rahman-i Rahiem) die verschiedensten, wohlriechenden köstlichen Speisen und erlesenen Getränke bereit gestellt hat. Das lässt ihn Tausende Male stets wieder "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!", ausrufen.

Die obere Seite:

Das ist die den Himmeln (semavat) zugewandte Seite. Wenn diese jemand mit Hilfe der (westlichen) Philosophie betrachtet, so überfällt ihn dabei vor dieser unendlichen Leere, den Milliarden von Sternen und Sternenwelten, Rennpferden gleich oder Soldaten, die ins Manöver ziehen und dabei mit Höchstgeschwindigkeit die verschiedensten Bewegungen ausführen, ein furchtbarer Schrecken, Furcht und Angst.

Betrachtet sie jedoch ein gläubiger Mensch, so sieht er, wie diese fremdartigen, merkwürdigen Manöver unter Aufsicht und auf Befehl eines Kommandanten abgehalten werden. Er erblickt diese himmlischen Welten in ihrem Schmuck und die Sterne in der Gestalt Licht spendender Leuchter und er empfindet gegenüber den dahin galoppierenden Pferden nicht Furcht und Schrecken, sondern Vertrautheit und Liebe (muhabbet). Wenn sie so die himmlischen Welten erleuchten (tasvir), so ist es sicherlich ein Weniges, für die Gnade des Glaubens (iman nimetin) Tausende Male "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!" zu sagen.

Die untere Seite:

Das ist die Seite, welche die Erde zu unseren Füßen darstellt. Betrachtet man sie mit den Augen der (westlichen) Philosophie, so sieht man eine Erde, die wie ein Tier, herrenlos, ziellos und ungezügelt um die Sonne herum galoppiert, oder als ein Boot, das

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bereits leck geschlagen, ohne seinen Kapitän (führerlos und steuerlos dahintreibt) und verfällt (bei diesem Anblick) in Furcht und gerät in Panik. Betrachtet man sie jedoch im Glauben (iman), so wird die Erde für ihn zu einem Schiff des Allbarmherzigen (Rahman), das unter Gottes Kommando mit allen notwendigen Speisen und Getränken und mit Kleidung versehen wurde; und er sieht, wie auf ihr die Menschheit wie auf einem Dampfer eine Vergnügungsreise um die Sonne unternimmt. So beginnt er denn für dieses große Gnadengeschenk (ni'met) ein ganz großes "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!" anzustimmen, das aus seinem Glauben (iman) erwächst.

Die Vorderseite:

Wenn ein in (westlicher) Philosophie geschulter Mensch diese Seite betrachtet, so sieht er, das alle Geschöpfe Gottes, seien sie nun Menschen oder seien sie Tiere, mit großer Geschwindigkeit, in Scharen nach dieser Seite dahinscheiden und untergehen. Das heißt, sie gehen ins Nichts und hören auf zu sein. (Der Mensch), der weiß, dass auch er ein Wanderer auf diesem Wege ist, verliert über diesem unglückseligen Zustand beinahe noch den Verstand.

Für den Gläubigen jedoch, der mit den Augen des Glaubens (iman) schaut, sind die Menschen, die in diese Richtung gehen, keine Reisenden in die Welt des Nichts, sondern gleichen den Nomaden, die mit ihrer Herde von Weide zu Weide auf der Wanderschaft sind und ziehen von dieser vorübergehenden Bleibe zu einer beständigen (baqi) Lagerstätte und von den Almen ihres Dienstes und ihrer Arbeit zu ihrem Lohnbüro, aus dem Reich der Fron und der Mühen in das Reich ihres Lohnes (rahmet); das heißt, sie ziehen nicht hinüber in eine Welt des Nichts, sondern wandern glücklich und zufrieden in diese Richtung.

Alle Nöte, denen sie auf ihrem Wege begegnen, wie der Tod und das Grab, sind in Anbetracht des Zieles (dem sie entgegenziehen, eine Quelle Ewiger) Glückseligkeit. Denn der Weg, der sie zu diesen lichtvollen (nurani) Welten leitet,

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führt sie durch das Grab hindurch und das größte Glück steht als Ziel und Ergebnis (am Ende) bitterer Katastrophen. So erlangte z.B. Joseph (Hazret-i Yusuf) nur dadurch schließlich das Glück, Großwesir von Ägypten zu werden, dass ihn seine Brüder zunächst in eine Zisterne warfen, wonach dann später Zuleyha ihn verleumdete und so dafür sorgte, dass er ins Gefängnis geworfen wurde. In ähnlicher Weise wird einem Kind das aus dem Schoß seiner Mutter in diese Welt kommt, nur unter dem Druck und den Strapazen am Ende schließlich das Glück in dieser Welt zuteil, die es, wie allgemein bekannt, gleichsam durch einen Tunnel hindurch und hinaus pressen.

Die Rückseite:

Wer die Zurückgebliebenen (nach dieser Seite hin) mit den Augen der (westlichen) Philosophie betrachtet, kann auf die Frage: "Mein Gott (Yahu), woher kommen sie denn alle und wohin gehen sie denn nur und warum eigentlich sind sie in das Land (memleket) dieser Welt gekommen?", keine Antwort finden; und so verharrt er natürlich verwundert und ratlos in (einem Zustand beständiger) Qual.

Wer sie jedoch im Lichte und durch die Brille des Glaubens (nur-u iman) betrachtet, der versteht, dass die Menschen hier nur Beobachter sind, die der Urewige König (Sultan-i Ezelie) gesandt hat, um die einzigartigen, Staunen erregenden, Wunderwerke der Allmacht (qudret) Gottes, die gleichsam wie in einem kosmischen Museum ausgestellt sind, zu besichtigen. Und so verstehen sie denn, dass sie, nachdem sie, entsprechend den Kenntnissen, die sie sich über Wert und Größe dieser Wunderwerke erworben hatten und über den Grad, in welchem sie auf die Größe des Urewigen Königs (Sultan-i Ezelie azametine) verweisen, ihr Zeugnis und Zertifikat erhalten haben, wieder in das Reich des Urewigen Königs (Sultan-i Ezelie) zurück kehren werden. Und dieses Geschenk (ni'met) des Glaubens (iman), dass sie die Gnade (ni'met) des Verstehens erlangen lässt, (bewegt sie dazu), "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!" auszurufen.

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Anmerkung:

Da nun aber der Dank (hamd), den wir darbringen, wenn wir für die Gnade des Glaubens (iman nimetine), der die oben erwähnten Schleier der Finsternis lichtet, "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!" sagen, gleichfalls wieder eine Gnade Gottes ist, für die wir danken sollten. Und der Dank für diesen zweiten Dank ist ein dritter und für diesen ein vierter Dank! وَهَلُّمَ جَرًّا {"Und so weiter!"}

Das aber heißt: Geboren aus einem ersten (ursprünglichen) Dank (hamd-i vahid) entsteht eine aus unendlich vielen Danksagungen bestehende endlose Kette von Danksagungen (silsile-i hamdiye).

Zweiter Punkt:

Auch für die Gnade Gottes (iman nimetine), welche diese sechs Aspekte erleuchtet (tenvir), muss man "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!" sagen. Denn gerade dadurch, dass der Glaube die Dunkelheit der sechs Aspekte vertreibt, mag er als die große Gnade betrachtet werden, die das Übel abwendet und in gleicher Weise, wie er natürlich diese sechs Aspekte erleuchtet, könnte er auch als die zweite Gnade betrachtet werden, welche alles Gute zu sich heranzieht.

So wie also der Mensch von Natur (fitri) aus ein zivilisiertes Wesen ist, so ist er auch mit allem Sein (makhluqat) in den sechs Aspekten verbunden und hat er durch die Gnade des Glaubens die Möglichkeit, aus diesen sechs Aspekten seinen Nutzen zu ziehen.

Dementsprechend findet der Mensch, nach der tiefen Weisheit (sirr) der ehrenwerten Ayah

فَأَيْنَمَا تُوَلُّوا فَثَمَّ وَ جْهُ اللّٰهِ

{"Wohin auch immer du dich wenden magst, dort findest du das Antlitz Gottes." (Sure 2, 115)}

in jedem beliebigen Aspekt Erleuchtung (tenauvir), gleich welchen dieser sechs Aspekte er auch wählen mag. Ja, für den gläubigen Menschen erstrecken sich die Spanne

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seines Lebens und seine Vorstellungen (manevi), die er davon hat sogar vom Anbeginn der Welt (dunya) bis an ihr Ende. Und die Ideen (manevi) des Menschen über diese Spanne seines Lebens empfangen ihre Hilfe und ihre Unterstützung aus einem Licht über seinem Leben (hayat) von dessen Urbeginn bis in Ewigkeit. Auf diese Weise verwandeln sich die knapp bemessene Zeit und der eng begrenzte Raum des Menschen im Glauben, der diese sechs Aspekte erleuchtet, in eine weit ausgedehnte und erholsame Welt (alem). Diese große, weite Welt wird gleichsam des Menschen Haus und ebenso die vergangene und die zukünftige Zeit für Herz (qalb) und Verstand (ruh) des Menschen ein zeitloser Zustand (zamani hal). Der Abstand zwischen beiden ist aufgehoben.

Dritter Punkt:

Da Glaube (iman) nun einmal der Punkte bedarf, auf die er sich stützen und an die er sich halten kann, ist es auch notwendig, "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!" zu sagen.

Das Menschengeschlecht ist aufgrund seiner Schwachheit (adjz) und der Vielzahl seiner Feinde in der Tat auf einen Stützpunkt (nokta-i istinad) angewiesen, an den es sich halten kann und einen Fluchtpunkt, von dem aus es seine Feinde vertreiben kann. Desgleichen braucht es aufgrund der Vielzahl seiner Nöte (kethret-i hadjat) und der extremen Armut (shiddet-i fakr) einen Hilfspunkt (nokta-i istimdad), von dem aus es eine Hilfe erwarten kann, durch deren Unterstützung es seine Bedürfnisse decken kann.

Oh Mensch! Dein einziger und alleiniger Stützpunkt (nokta-i istinad) ist der Glaube an Gott. Und was den Ruhepunkt (nokta-i istimdad) deiner Seele (ruh) und für dein Gewissen (vidjdan) betrifft, so ist dies allein der Glaube an das Jenseits (akhirah). Herz (qalb) und Verstand (ruh), insofern sie nichts von diesen beiden Punkten wissen, stürzen deshalb in Furcht und Verzweiflung, ständig durch ihr Gewissen gequält. Der Mensch jedoch, der Hilfe von seinem ersten Punkt und eine Stütze von seinem zweiten Punkt empfängt, verspürt in seinem Herzen (qalb) und in seiner Seele (ruh) sehr viel Freude, Wohlgeschmack und Vertrautheit, sodass er sich

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sowohl getröstet fühlt, als auch in seiner Seele (vidjdan) zufrieden (mutma'in) gestellt ist.

Vierter Punkt:

Das Licht des Glaubens lässt die Schmerzen, die aufkommen, wenn die erlaubten Genüsse dem Untergang entgegen gehen, (die Schmerzen jedoch) wieder entschwinden, wenn sich (im Glauben) zeigt, dass es noch andere, ähnliche (Genüsse) gibt, die kommen werden. Wenn also diese Gnadengaben (nimetler) fortbestehen und nicht entschwinden werden, so schenkt dies (dem gläubigen Menschen) seine innere Sicherheit, indem es ihm zeigt, was die Quelle dieser Gnadengaben ist.

So heilt es denn die Trennung und den Schmerz über das Dahinscheiden, indem es die Freude über gleichwertige Begegnungen aufscheinen lässt. Denn so wie der Gedanke an die Vergänglichkeit einer einzigen Freude sehr viele Schmerzen hervorruft, so verweist der Glaube (iman) auf vergleichbare Freuden und hebt dadurch die Schmerzen wieder auf. So liegen in jedem Geschehnis weitere Freuden durch die Erneuerung der Freuden. Wo es nur mehr eine einzige Frucht, aber keinen Baum mehr gibt, da beschränkt sich in der Tat die Freude (des Menschen) auf diese letzte Frucht und endet, sobald er sie gegessen hat; und dieses Ende ihres Bestehens ist der Grund seines Kummers. Wo (der Mensch) jedoch weiß, dass es diesen Baum, von dem die Frucht (stammt, noch gibt), da schmerzt (der Verzehr und damit) das Ende der Frucht nicht, denn es wird wieder neue (Früchte von diesem Baum) geben.

Zu gleicher Zeit ist schon dieses Heranreifen (neuer Früchte) in sich selbst ein Genuss! Denn was die Seele (ruh) des Menschen am meisten bedrückt, sind die Schmerzen, die aus einer Trennung erwachsen. Im Gegensatz dazu stillt das Licht des Glaubens diese Schmerzen durch die Hoffnung auf das Heranreifen neuer (Früchte) und auf die Wiederholung in einer ähnlichen Begegnung.

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Fünfter Punkt:

Diejenigen Dinge innerhalb der Schöpfung (maudjudat), von denen der Mensch annimmt, dass sie ihm feindlich und fremd seien und die er sich als leblos und verloren wie Waisenkinder oder tot vorstellt, zeigen sich ihm im Lichte des Glaubens wie Freunde und Brüder und erscheinen ihm statt dessen voller Leben, in der Gestalt (von Wesen), die Gott loben, preisen und Ihm danken (tesbih). Denn die Menschen in der Gottvergessenheit (ghaflah) betrachten die Dinge (maudjudat) dieser Welt (alem) als feindlich und gefährlich und fürchten sich vor ihnen. Er betrachtet die Dinge so als wären sie ihm fremd. Denn mit den Augen der Irregeleiteten (dalalet) betrachtet gibt es zwischen den Dingen der Vergangenheit und denen der Zukunft keine Bande (rabita) der Freundschaft und keine Bindungen unter Brüdern. Es gibt nur in der Gegenwart unter ihnen ein paar kurze, flüchtige Berührungen. Demzufolge gleicht die "Brüderlichkeit", welche die Leute des Irrweges (ehl-i dalalet) einander erweisen, (in ihrer Art und Weise, die Dinge zu sehen) einer Minute in (einer Zeitspanne) von Tausenden von Jahren.

Ebenso erscheinen, mit den Augen des Glaubens betrachtet, auch alle Himmelskörper wie lebende, miteinander vertraute Wesen. Und jeder dieser Körper zeigt sich (wie ein Himmelswesen), das seinen Schöpfer (Khaliq) ohne Worte (lisan-i hal) lobt und preist und Ihm dankt (tesbihat). In dieser Hinsicht sind alle Himmelskörper wie eine Art Lebewesen einander seelenverwandt (ruh). Betrachtet man sie auf diese Weise mit den Augen des Glaubens, so findet sich in diesen Himmelskörpern nicht Furcht noch Schrecken. Es gibt nur Vertrautheit und Liebe (muhabbet).

Die Irregeleiteten (dalalet) aber stellen sich nach ihrer Sichtweise die Menschen als völlig machtlos (adjiz) vor, nicht imstande, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, ohne einen Herrn und Beschützer, wie Waisenkinder, die ob ihrer Schwäche (adjz) traurig und kummervoll weinen. Was aber die

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Sichtweise des Glaubens betrifft, so sind die lebenden Wesen (makhluqat) keineswegs nur weinende Waisenkinder, sondern Beamte, betraut mit einer (verantwortungsvollen) Aufgabe und beauftragt (muvazzaf), Gottes zu gedenken (dhakir) und Ihm in Lobpreis (tesbihhan) und Dankgebet (ibad) zu dienen.

Sechster Punkt:

Das Licht des Glaubens schildert (tasvir) uns die Welten im Diesseits (dunya) und im Jenseits (ahiret) als zwei Tafeln (sofra), mit den verschiedensten Gastgeschenken (nimetler) gedeckt, von denen sich der Gläubige (mu'min) durch die Hand seines Glaubens (iman), mit Hilfe seiner (fünf) äußeren und (fünf) inneren Sinnesorgane (z.B. Herz und Verstand) und seiner subtilen Fähigkeiten (letaif), wie Seele und Geist also von diesen Tischen bedienen kann. Was aber die Sichtweise der Irregeleiteten (dalalet) betrifft, so schrumpft das Umfeld, von dem die Lebewesen ihren Nutzen ziehen können und beschränkt sich auf die rein materiellen Genüsse. {Also das, was man mit den äußeren Sinnesorganen wahrnehmen kann} Betrachtet man jedoch (die Dinge) mit den Augen des Glaubens (iman), so erweitert sich sein Umfeld und umfasst schließlich die Himmel und die Erde (semavat ve arzi). Für einen Gläubigen (mu'min) gleicht die Sonne in der Tat einer Druckluftlampe, die unter dem Dach seines Hauses hängt, und der Mond einem Öllämpchen für die Nacht. In dieser Weise werden Sonne und Mond für ihn zu Gnadengaben (ni'met). Insofern wird für einen gläubigen Menschen das Umfeld, aus dem er seinen Nutzen ziehen kann, (als ein Geschenk der Gnade Gottes selbst noch) größer und weiter als die Himmel.

Der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Qur'an-i Mu'djiz-ul Beyan) ist, verweist in der sprachlichen Schönheit (belaghat) der Ayat

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وَ سَخَّرَ لَكُمُ الشَّمْسَ وَ الْقَمَرَ ٭ وَ سَخَّرَ لَكُمْ مَا فِى الْبَرِّ وَ الْبَحْرِ

{"...und Er hat die Sonne und den Mond in euren Dienst gestellt." (Sure 14, 33) "...und Er hat in euren Dienst gestellt, was auf dem Lande und im Meer ist." (Sure 22, 65)}

auf diese wundervollen Gnadengaben (in'am), die dem Menschen im Glauben (iman) gegeben werden.

Siebenter Punkt:

Im Lichte des Glaubens (Nur-u iman) lässt sich erkennen: Das Sein Gottes ist eine solch große Gnade (ni'met) über allen anderen Gnadengaben (nimetler), dass sie eine Quelle, die unendlich viele Gnadengaben und einen Brunnen, der ungezählte, verschiedene Sorten von Geschenken und zahllose andere Arten kleiner Aufmerksamkeiten in sich enthält. Es ist daher geradezu eine Verpflichtung, für diese Gnade des Glaubens so viele Male Lob und Preis (hamd u sena) darzubringen, wie es Atome in der Welt (alem) gibt. Auf einen Teil von ihnen wird in den verschiedenen Kapiteln der Risale-i Nur hingewiesen. Außerdem heben einzelne Abschnitte der Risale-i Nur, die den Glauben an Gott behandeln, den Schleier über diesen Gnadengaben (ni'met) und weisen auf sie hin. Eine dieser Gnadengaben (ni'met), für die wir uns mit all der Dankbarkeit (hamd), die der Ausruf الْحَمْدُ لِلّٰهِ {"Dank sei Gott!"} in sich enthält, dankbar erweisen sollten, ist die Gnade der göttlichen Barmherzigkeit (rahmaniyet), auf die das لِ «l» (lam-i istighraq) {dieses لِ "li" in لِلّٰهِ "lillah" weist auf اللّٰهْ Allah hin.} hinweist.

Tatsächlich enthält die göttliche Barmherzigkeit (rahmaniyet) zahllos viele Gnaden (ni'met), entsprechend der Zahl der Lebewesen, die in den Genuss der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet) gelangen. Denn ganz besonders der Mensch ist mit allen lebenden Wesen verbunden.

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Auf diese Weise ist der Mensch froh mit der Freude der Tiere und traurig über ihren Schmerz. Weil dies aber so ist, ist eine jede Gnade (ni'met), die irgendeinem einzelnen Menschen zuteil wird, zugleich auch eine Gnade für alle seine Freunde. Und weiter ist da die göttliche Barmherzigkeit (rahimiyet), welche, entsprechend der Anzahl der Kinder, die mit der Liebe (shefqat) ihrer Mütter begnadet sind, ebenso viele Gnadengaben in sich enthält und daher mit Recht allen Dank und jedes Lob verdient.

Tatsächlich wird ein Mensch mit Herz (vidjdan), der ein mutterloses Kind, das weint, bedauert und bemitleidet, sich bestimmt über die Liebe (shefqat) der Mütter zu ihren Kindern freuen, davon beeindruckt und zufrieden sein. So sind denn derartige Freuden eine Gnade (ni'met) Gottes und erfordern ihren Lobpreis und Dank (hamd ve shukur).

Und weiter ist eines (von den Gnadengaben, auf die das لِ «li» hinweist), die Göttliche Weisheit (hakimiyet), die gleichfalls so viel Lob und Dank (hamd ve shukur) erheischt, wie es in allen Gattungen einzelne Exemplare gibt, mit denen der ganze Kosmos in Weisheit (hikmet) ausgestattet ist. Denn genau so wie die Seele (nefs) des Menschen mit der Erscheinung des Göttlichen Erbarmens (rahmaniyet) und sein Herz (qalb) mit der Sichtbarwerdung der Göttlichen Barmherzigkeit (rahimiyet) begnadet ist, so genießt auch der Verstand (aqil) des Menschen alle Subtilitäten der Göttlichen Weisheit (hakimiyet) und erfreut sich an ihr. So erfordert denn in dieser Hinsicht all das Lobpreis und Dank (hamd ve sena), indem (der Mensch) von ganzem Herzen dafür "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!" sagt.

Und weiter ist es die Gnade (ni'met) der Bewahrung (hafidhiyet) aller guten Werke für die wir unseren Dank schulden, so oft wie uns unter den schönen Namen Gottes (esma-i husna) der Name "Erbe (varith)" erscheint, entsprechend der Anzahl der Sprösslinge, die nach dem Vergehen der Frucht (der sie) gleich ihren Vorvätern entstammen, entsprechend der Anzahl aller Wesen in der jenseitigen Welt (alem-i ahiret) und entsprechend der

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Anzahl der guten Werke eines Menschen, die für seine Belohnung im Jenseits aufbewahrt werden, mit einem so großen "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!", das unsere Stimme den ganzen Himmel erfüllt, Dank sagen zu können. Denn ein Geschenk, das sich fortsetzt, ist noch kostbarer als ein Geschenk in sich selbst. Eine Freude, die beständig ist, ist noch erfreulicher als die Freude in sich selbst. Ständig im Paradies zu sein, steht noch über dem Paradies selbst, usw...

Deswegen sind die Gnadengaben (ni'met), die Gott der Gerechte in Seiner Eigenschaft als der Bewahrer (Djenab-i Haqq'in hafidhiyeti) in sich umfasst, zahlreicher als alle Gnadengaben, die es im ganzen Universum gibt, und ihnen allen überlegen. Deshalb erfordern sie auch ein "Dank sei Gott (Elhamdulillah)!", das die ganze Welt (dunya) erfüllt.

Du kannst nun die übrig gebliebenen schönen Namen Gottes (esma-i husna) mit den vier bereits erwähnten vergleichen. Und da sich in jedem Namen unendlich viele Gnadengaben (ni'met) finden, muss man dafür auch unendlichen Lobpreis und Dank (hamd, shukur) darbringen.

Und weiter ist auch Hasret Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, und der uns die Gnade des Glaubens (ni'met-i iman) vermittelt, welche der Schlüssel zur Schatzkammer aller Gnadengaben (ni'met) ist, ein solches Gnadengeschenk (ni'met), dass das ganze Menschengeschlecht in Ewigkeit (ilel'ebed) verpflichtet ist, dieser Persönlichkeit Lob und Dank (medh u sena) entgegenzubringen.

Und weiter verdienen die Gnadengaben der Islamiyet und des Qur'an, die Quelle und Inhaltsverzeichnis aller Arten Gnadengaben, der materiellen wie der spirituellen (manevi) sind, mit Recht unseren grenzenlosen Dank (hamdler).

Achter Punkt:

Dank sei nun Ihm, dem Gott gesagt, den, entsprechend der Verkündigung des ruhm- und preisenswürdigen Qur'an (Qur'an-i Adhimush'shan), welcher der Kommentar zu dem Großen Buch (Kitab-i Kebir) ist,

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in dem das Weltall seinen Ausdruck gefunden hat, und in dem ein jedes Kapitel, jeder Abschnitt, jede Seite, jede Zeile, jedes Wort und jeder Buchstabe den Allheiligen Herrn (Dhat-i Aqdes) offenbaren, dessen Eigenschaften Schönheit und Vollkommenheit (Djemal ve Kemal) ist; Ihm sei Lobpreis und Dank (hamd u sena) gesagt!

Dies geschieht folgendermaßen: In jenem Großen Buch (kitab-i kebir) lobt und preist ein jedes Ornament, sei es nun klein oder groß (jedes in seiner Art) die majestätischen (Djelal) Eigenschaften seines Designers (nakkash) des Einen und Einzigartigen (Vahid ve Samad) und macht sie vor allen offenbar.

Und weiter preist alles und ein jedes, was in diesem Buch geschrieben steht, Ihn, der die Eigenschaften Seiner ganzen Schönheit (djemal) offenbart, Ihn, den Barmherzigen, den Allerbarmer (Rahman ve Rahiem).

Und weiter loben all die Inschriften, Punkte und Ornamente, indem sie die Erscheinungen und Manifestationen der schönen Namen (esma-i husna) dieses Buches widerspiegeln und reflektieren, den Allheiligen Herrn (Dhat-i Aqdes), sie heiligen und sie ehren Ihn.

Und weiter lobt und preist eine jede Ode, eine jede Kasside in diesem Buch ihren Dichter, den Allmächtigen, den Allwissenden (Qadir, Aliem).

Neunter Punkt: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Ich habe nicht den Schlüssel, um diese Chiffren enträtseln zu können. Darüber hinaus kann ein Mensch in der Fastenzeit weder diese Chiffren entziffern noch deren Bedeutung enträtseln. Entschuldigt also bitte, wenn ich nur dieses Wenige (aus dem Arabischen) übersetzen konnte, und auch das nur mit der moralischen Unterstützung seines Autors, den Segen der Nacht der Bestimmung (leyle-i qadr) und Dank der Nachbarschaft zu Maulana (Djelalu-d'Din Rumi).

Der Übersetzer

Abdulmedjid Nursi

اَلْحَمْدُ مِنَ اللّٰهِ بِاللّٰهِ عَلَى اللّٰهِ لِلّٰهِ
Said Nursi
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اَدَّاعِى
"Bittgebet"

Zerstört (und geschändet) selbst noch das Grab (meiner Ideale), in dem aufgehäuft liegen Neunundsiebzig

Leiber des toten Said mit all seinen Sünden und Leiden.

Ein achtzigster zu Stein geworden an seinem Grab. Und alle weinen sie über den Niedergang der Islamischen Welt.

Mit meinem Grabstein weinen viele Tote an meinem Grab. Und ich bin unterwegs auf meinem letzten Gang zum morgigen Tag im jenseitigen Land.

Doch habe ich die Gewissheit, dass der Himmel über der Zukunft und Asien zu Füßen die Erde

Werden gemeinsam ihre Zuflucht nehmen (teslim) in die weißen Hände

{Eine Anspielung auf das Wunder (keramet), das Moses vor dem Pharao gewirkt hat, um von ihm die Erlaubnis zu erwirken, sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens herauszuführen in das Land, indem Milch und Honig fließt. (A.d.Ü.)}

des Islam

Denn es ist die Wohlfahrt und Sicherheit im Glauben,

die Frieden und Geborgenheit (emni eman) verleiht allen Geschöpfen.

— 1154 —

Buchgebet

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ
يَا اَللّٰهُ ٭ يَا رَحْمٰنُ ٭ يَا رَحِيمُ ٭ يَا فَرْدُ ٭ يَا حَىُّ ٭ يَا قَيُّومُ ٭ يَا حَكَمُ ٭ يَا عَدْلُ ٭ يَا قُدُّوسُ

{"Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers." "Oh Gott! Oh Barmherziger! Oh Allerbarmer! Oh Einzigartiger! Oh Lebendiger! Oh Unwandelbarer! Oh Gerechter! Oh Heiliger!"}

Um Deines Gewaltigen Namens willen und um der Ehre des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, und um der Würde Deines ehrenwerten Gesandten willen, mit dem Friede und Segen sei, geleite diejenigen, welche dieses Buch gedruckt haben, ihre gesegneten Helfer und die Schüler der Risale-i Nur zur Ewigen Glückseligkeit in den Gärten des Paradieses. Amin. Verleihe ihnen immerwährenden Erfolg im Dienste am Glauben und am Qur'an. Amin. Und schreibe ihnen für jeden Buchstaben dieses Buches tausendmal Gutes in das Buch ihrer Guten Taten. Amin. Und gewähre ihnen Ausdauer, Stetigkeit und Aufrichtigkeit in der Verbreitung der "Licht"-Abhandlungen. Amin.

Oh Barmherziger Allerbarmer!... Schenke allen Schülern der Risale-i Nur Glück und Zufriedenheit in Beiden Welten. Amin. Beschütze sie vor der Bosheit des Teufels in Dschinnen- und Menschengestalt. Amin. Und verzeihe diesem schwachen und hilflosen Said seine Fehler. Amin...

Im Namen aller Nur-Schüler
Said Nursi