Die Strahlen
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Vierzehnter Strahl

Ein kurzer Anhang zu meiner Erklärung

Hiermit erkläre ich vor dem Gerichtshof zu Afyon:

Wie ich in meiner Erklärung, die Ihnen (und damit) vor dem Gesetz und dem Recht dargelegt wurde, bereits gesagt habe, hat der dreimalige Überfall auf mein Haus, Durchsuchung, Festnahme, Vorführung, Verhör und Kerkerhaft die Würde dreier Obergerichtshöfe beleidigt, ihr Ansehen und ihre Autorität verletzt, ja geschmäht.

Denn drei Höfe und drei Komitees von Sachverständigen haben zwei Jahre lang meine Bücher und meine Briefe aus zwanzig Jahren eingehend unter die Lupe genommen. Danach hat man uns beide sowohl freigesprochen, als mir auch meine Bücher und meine Briefe zurückgegeben. Auch nachdem man uns freigesprochen hatte, wurde mir während dreier Jahre einer völligen Isolation unter strengster Überwachung nur gestattet, einmal in der Woche einigen meiner Freunde einen harmlosen Brief zu schreiben. Es war mir, als wären alle meine Verbindungen mit der Welt (dunya) wie abgeschnitten. Denn obwohl man mir meine Freiheit wiedergegeben hatte, konnte ich doch nicht mehr in meine Heimat zurückkehren. Wenn nun die gleiche Frage wieder aufgeworfen wird, so heißt das, die Ehre dieser drei Gerichtshöfe mit Füßen treten, so als wolle man ihre gerechten Entscheidungen vollkommen missachten. Darum richte ich meine Bitte an den ehrenwerten Gerichtshof, die Ehre dieser Gerichte zu wahren, die mir gegenüber gerecht gehandelt haben. Sie sollten sich also etwas anderes ausdenken, weswegen Sie mich beschuldigen könnten, als "die Risale-i Nur", "Organisation einer politischen Partei", "Gründung eines Sufi-Ordens" oder die "Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung". Denn das alles betrifft den gleichen Fall. Ich habe viele Fehler. Darum habe

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ich mich nun dazu entschlossen, Ihnen dabei zu helfen, wie Sie mich zur Verantwortung ziehen könnten. Denn ich habe außerhalb meines Gefängnisses bereits mehr gelitten als in ihm. Nun ist meine Ruhestätte entweder im Grab oder im Gefängnis. Ich bin wahrhaftig des Lebens überdrüssig geworden. Genug seien nun zwanzig Jahre, verbunden mit vielerlei Qualen, mit einsamer Kerkerhaft, unter polizeilicher Aufsicht und verschiedenen Demütigungen. Es könnte einmal an Gottes Ehre rühren! Es wird noch einmal peinlich sein für dieses Land. Ich möchte Sie daran gemahnen! Unsere festeste (metin) Zuflucht und unser Schild ist:

﴿ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ٭ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ إِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَهُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِ ﴾

{"Gott ist unser befriedigender Anteil und unser vorzüglicher Sachwalter." (Sure 3, 173) "Gott allein genügt mir. Es gibt keine Gottheit außer Ihm. Auf Ihn vertraue ich und Er ist der Herr des Gewaltigen Thrones." (Sure 9, 129)}

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بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَ بِهِ نَسْتَعِينُ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen" "Und zu Ihm flehen wir um Hilfe"}

Dieses Gesuch, dass ich nach achtzehn Jahren Schweigen gezwungenermaßen dem Gerichtshof vorgelegt hatte, und von dem ich bereits eine Kopie nach Ankara gesandt habe, enthält betreffend der Beschuldigung gegen mich, meine schriftlichen Einwände, die hiermit vorzulegen ich mich veranlasst sehe.

Dies ist eine Zusammenfassung einer kurzen Verteidigungsrede:

Es dürfte bekannt sein, dass dies genau das ist, was ich dem öffentlichen Ankläger und dem Polizei-Inspektor

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schon zweimal und bei der dritten Gelegenheit dem Chef der Polizei und sechs oder sieben Inspektoren der Polizei, die dreimal gekommen sind, um mein Haus in Kastamonu zu durchsuchen, gesagt habe. Ich habe dies auch in Beantwortung der Frage des öffentlichen Anklägers in Isparta gesagt, sowie vor dem Gerichtshof in Denizli und in Afyon. Es handelt sich dabei um Folgendes:

Ich habe achtzehn, zwanzig Jahre lang allein gelebt. Ich habe in Kastamonu acht Jahre lang gegenüber der Polizei-Station gelebt und zwei Jahre an anderen Orten unter ständiger Kontrolle und Überwachung, und der Ort, an dem ich lebte, wurde zu verschiedenen Gelegenheiten durchsucht. Doch hat man nicht das kleinste Zeichen oder auch nur den leisesten Hinweis für irgendetwas gefunden, dass mit dieser Welt (dunya) oder der Politik in Verbindung gestanden hätte. Hätte es meinerseits irgendwelche Unregelmäßigkeiten gegeben und die Polizei oder der Staatsanwalt hätten es nicht bemerkt, oder zwar davon gewusst, es aber ignoriert, so wären sie dafür sicherlich in größerem Maße verantwortlich gewesen als ich. Und falls nicht, warum dann, wo doch nirgendwo in der Welt Einsiedler, die sich um ihr Leben im Jenseits (akhir) bekümmern, belästigt werden, belästigen sie mich unnötigerweise in einem Ausmaß, das Volk und Land zum Schaden gereicht?

Wir Schüler der Risale-i Nur machen die Risale-i Nur nicht zu einem Werkzeug (im Dienste) irdischer Interessen oder gar des ganzen Kosmos. Ferner verbietet uns {d.h. den Nur-Schülern (A.d.Ü)} der Qur'an streng (jede Beschäftigung mit) der Politik. Die Aufgabe der Risale-i Nur ist in der Tat der Dienst am Qur'an durch die Wahrheit des Glaubens und durch machtvolle Beweise, welche angesichts eines völligen Unglaubens (kufr-u mutlaq), der das Ewige Leben zerstört und auch das irdische Leben in ein schreckliches Gift verwandelt, auch noch den verbohrtesten atheistischen Philosophen zum

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Glauben zu führen.

Deshalb dürfen wir die Risale-i Nur nicht zu einem Werkzeug machen für was (auch immer) es sei.

Erstens:

Um nicht die diamantengleichen Wahrheiten des Qur'an in den Augen der Gottvergessenen (ghaflah) auf den Wert von Glassplittern herabzumindern, indem man sie fälschlicherweise als politische Propaganda deklariert und so diese kostbaren Wahrheiten missachtet.

Zweitens:

Liebe (shefqat), Wahrheit (haqq) und Recht (haqiqat) und das Gewissen (vidjdan) als der Weg (meslek) der Risale-i Nur verbieten uns strengstens, uns mit Politik und den Regierungsangelegenheiten zu beschäftigen. Denn abhängig von zwei oder drei areligiösen Leuten, die dem absoluten Unglauben (kufr-u mutlaq) verfallen sind und dafür Unglück (bela) und Schläge (tokat) verdient haben, gibt es sieben oder acht unschuldige - Kind und Kegel, Kranke und Greise. Wenn Unglück und Schläge (musibet) den einen oder den anderen unter ihnen treffen, so leiden diese Bedauernswerten mit ihnen. Weil also das Ergebnis zweifelhaft ist, ist es uns streng verboten, mit den Mitteln der Politik in das soziale Leben einzugreifen und so die Regierung und die allgemeine Ruhe und Ordnung zu stören.

Drittens:

Fünf Prinzipien sind in dieser eigenartigen Zeit grundsätzlich notwendig, um das soziale Leben dieses Volkes und Landes vor einer Anarchie zu retten: "Respekt (hurmet), Mitleid (merhamet), die Zurückhaltung vor dem, was verboten (haram) ist, Sicherheit (emniyet), die Aufgabe der Gesetzlosigkeit und der Gehorsam (gegenüber dem Gesetz)." Der Beweis dafür, dass, wann immer die Risale-i Nur sich um die sozialen Belange bekümmert, sie diese fünf Grundsätze aufrichtet und sie in einer mächtigen und geheiligten Weise stärkt und den Grundstein der öffentlichen Sicherheit und Ordnung wahrt, ist der, dass die Risale-i Nur in den letzten zwanzig Jahren hunderttausend Leute zu friedlichen Bürgern gemacht hat, nützlichen Gliedern dieses Landes und seines Volkes. Die Provinzen um Isparta und Kastamonu bezeugen dies. Das

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aber heißt, dass diejenigen, die wissentlich oder unwissentlich den weit überwiegenden Teil der Risale-i Nur behindern wollen, Land und Volk und die Herrschaft des Islam gering schätzen und damit eine Anarchie begünstigen. Die 130 großen Verdienste und Wohltaten (faide ve hasene) der 130 Abhandlungen (risalah) der Risale-i Nur können nicht aufgrund von zwei oder drei ihrer Abhandlungen zurückgewiesen werden, die den oberflächlichen Blicken der Gottvergessenen zufolge als fehlerhaft angesehen werden. Wer die einen mit den anderen zugleich zurückweist, ist in einem außerordentlichen Grade ungerecht und ein Tyrann.

Was aber die Fehler meiner eigenen unbedeutenden Person betrifft, so muss ich - wenn auch gegen meinen Willen - sagen: ja was für ein Gesetz gibt es denn eigentlich (das es erlaubt) einen Mann, der 22 Jahre allein gelebt hat und in der Einsamkeit und in der Verbannung mit Einzelhaft bestraft worden ist, der in dieser ganzen Zeit nicht ein einziges Mal nach eigenem Wunsch und Willen auf den Markt oder in eine von einer großen Menschenmenge besuchte Moschee gehen konnte, der obwohl er viel unter Verfolgung und unter Schikanen gelitten hat, doch niemals um seiner eigenen Bequemlichkeit willen eine Eingabe bei der Regierung gemacht hat, ganz im Gegensatz zu allen anderen, die mit ihm in der Verbannung lebten, der in zwanzig Jahren nie eine Zeitung gelesen hat, oder dem sie vorgelesen worden wäre und der auch nie auf (eine Zeitung) neugierig gewesen ist, der, wie alle seine engeren Freunde und solche, die ihm begegnen konnten, bezeugen, volle zwei Jahre lang in Kastamonu und sieben Jahre lang an anderen Verbannungsorten nichts von den Unruhen und Kriegen in der Welt wusste, und ob dort Frieden geschlossen wurde oder nicht und wer sonst noch mit in die Kämpfe verwickelt worden war, und der sich auch nicht dafür interessierte und fast drei Jahre lang nicht auf das achtete, was in dem Radio in seiner Nähe gesagt wurde, vielleicht

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drei (Gelegenheiten) ausgenommen, einen solchen Mann, der, wie hunderttausend Zeugen bestätigen, die durch die Risale-i Nur ihren Glauben gerettet haben, beweist, dass er mit der Risale-i Nur siegreich einem völligen Unglauben (kufr-u mutlaq) entgegen treten kann, der das ewige Leben zerstört und (selbst noch) das irdische Leben in Leid über Leid und Qual über Qual verwandelt, der durch die Risale-i Nur, die aus dem Qur'an (wie Wasser aus dem Felsen) herausgesickert ist, für hunderttausend Menschen den Tod als eine Hinrichtung auf ewig (und ohne Wiederkehr) in eine Entlassungsurkunde umgewandelt hat, diesen Mann dermaßen zu belästigen und in die Verzweiflung zu treiben und indem man ihn zum Weinen bringt seine Hunderttausenden unschuldigen Brüder (mit ihm) zum Weinen zu bringen? Welch ein Vorteil sollte denn darin liegen? Ist dies nicht eine beispiellose Grausamkeit im Namen der Gerechtigkeit? Eine im Namen des Gesetzes beispiellose Gesetzlosigkeit?

Wenn mir nun bei dieser Hausdurchsuchung einige Beamte widersprochen und zu mir gesagt haben:

"Sie und ein oder zwei Ihrer Abhandlungen richten sich gegen unser Regime und unsere Prinzipien!", so ist meine Antwort:

Erstens:

"Eure neuen Prinzipien haben überhaupt kein Recht, in die Häuser (tjilehane) der Schüler spiritueller Unterweisungen (münsevi) einzudringen.

Zweitens:

Etwas abzulehnen ist eine Sache. Etwas nicht von ganzem Herzen anzunehmen ist eine andere Sache. Nicht (entsprechend) zu handeln ist abermals wieder etwas völlig anderes. Regierungsleute schauen auf die Hände. Sie sehen nicht ins Herz. Ausgesprochene Oppositionelle, die sich nicht gegen die Verwaltung (richten) und die öffentliche Ruhe und Ordnung nicht stören, finden sich in jeder Regierung. Ja, auch während der Regierungszeit des Kalifen Omar, mit dem Gott zufrieden sein möge, wurden die Christen nicht weiter belästigt, obwohl sie doch das islamische Gesetz (Scharia) und den

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Qur'an ablehnen. Nach den Regeln der Freiheit von Meinung (fikr) und Gewissen dürfen die Schüler der Risale-i Nur, unter der Bedingung, dass sie die Verwaltung nicht antasten, und zwar auch dann, wenn sie euer Regime und eure Prinzipien in ihren Gedanken (ilm) nicht akzeptieren und (in ihren Gedanken) ihnen entgegengesetzt handeln, ja sogar dem Herrn dieses Regimes feindlich gesinnt sind, dennoch gesetzlich nicht belästigt werden. Was nun die Abhandlungen betrifft, so haben wir bereits gesagt, dass diese Abhandlungen privat (mahrem) waren und ihre Veröffentlichung untersagt. Was zum Anlass dieser Affäre geworden ist, war in der Tat, dass jemand in Kastamonu ein- oder zweimal in acht Jahren mir eine Kopie gebracht hat. Ich habe sie noch am selben Tage beiseite gelegt. Jetzt haben Sie sie absichtlich veröffentlicht und so ist sie denn berühmt geworden.

Es ist ja bekannt, dass, für den Fall, dass sich Fehler in einem Brief finden, nur die fehlerhaften Wörter zensiert werden, während die übrigen zugelassen werden. Als Ergebnis einer vier Monate langen Untersuchung durch den Gerichtshof in Eskishehir wurden nur fünfzehn Worte in den hundert Abhandlungen der Risale-i Nur gefunden, die Anlass zu Kritik gegeben haben, und neuerlich nur auf zwei Seiten der insgesamt vierhundert Seiten des "Dhul'Fikar", einer Erklärung der Ayat des Qur'an über das Erbrecht und die Verschleierung der Frau, die vor dreißig Jahren geschrieben wurde und nun nicht mit dem Zivilrecht übereinstimmt, was mit Sicherheit beweist, dass es hier nicht um weltliche Interessen geht, vielmehr ein jeder ihrer bedarf. Dieses vierhundert Seiten lange Dhul'Fikar, dessen ein jeder bedarf, darf nicht beschlagnahmt werden, nur weil zwei seiner Seiten (beanstandet wurden). Diese zwei Seiten sollten herausgenommen und der (restliche) Band uns im Ganzen zurückgegeben werden; und diese Rückgabe ist unser Recht.

Wenn sie denken, Gottlosigkeit sei eine Art von Politik und wenn nun einige unter Ihnen (im Zusammenhang mit)

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diesem Vorfall erklären: "Mit diesen Abhandlungen zerstören Sie unsere Zivilisation, unser Wohlbefinden."

So sage ich Ihnen hingegen:

"Eine Nation ohne Glaube ist nicht lebensfähig." Das ist ein allgemeines weltweit (gültiges) Gesetz. Besonders dann, wenn es sich um den absoluten Unglauben (kufr-u mutlaq) handelt, so hat das schon hier in dieser Welt, wie ich das bereits im Wegweiser für die Jugend aus der Risale-i Nur mit völliger Sicherheit bewiesen habe, eine leidvolle Strafe, schlimmer als die Hölle, zur Folge. Was diese Abhandlung betrifft, so ist sie inzwischen offiziell heraus gekommen. Wenn einmal, was Gott verhüten möge, ein Muslim vom Glauben abfällt, so verfällt er dem absoluten Unglauben (kufr-u mutlaq). Er kann nicht in einem Zustand zweifelnden Unglaubens verharren, der ihn in gewissem Grade noch am Leben erhält. Er kann auch nicht wie einer dieser atheistischen Fremdlinge (aus Europa) sein. Was aber die Freuden dieses Lebens betrifft, so fällt (der Atheist) noch hundert Stufen tiefer als das Tier, das Vergangenheit und Zukunft nicht kennt. Denn aufgrund seiner Irreleitung wird sein Herz durch den Tod aller vergangenen und zukünftigen Lebewesen und deren ewige Trennung ständig überwältigt. Wenn der Glaube in sein Herz einkehrt und er gläubig wird, werden seine zahllosen Freunde (im Jenseits) wieder zum Leben erweckt. "Wir sind nicht gestorben und wir wurden nicht vernichtet.", sagt uns dann ihr Zustand ohne Worte (lisan-i hal). Ihr höllenartiger Zustand wurde in die Freuden des Paradieses umgewandelt. Da dies aber nun einmal die Wahrheit (haqiqat) ist, warne ich Sie: "Kämpft nicht gegen die Risale-i Nur, die sich auf den Qur'an stützt. Sie kann nicht besiegt werden. Es wäre zum Schaden für dieses Land. Sie würde irgendwo anders hingehen und dort ihr Licht leuchten lassen. Hätte ich zudem so viele Köpfe

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wie ich Haare auf meinem Kopf habe, und würde man mir jeden Tag einen abschlagen, so würde ich doch nicht mein Haupt, das der Wahrheit des Qur'an (haqiqat-i Qur'ani) geweiht ist, vor dem Atheismus und dem völligen Unglauben (kufr-u mutlaq) beugen und den Dienst am Glauben und der (Risale) -i Nur aufgeben und könnte das auch gar nicht.

Sicherlich wird man über irgendwelche Fehler in den Erklärungen eines (Mannes), der zwanzig Jahre lang allein gelebt hat (münsevi), hinwegsehen. Da er die Risale-i Nur verteidigt, wird man nicht sagen können, er weiche vom Thema ab.

Da nun einmal der Gerichtshof in Eskishehir nachdem er hundert Abhandlungen, die vertraulichen (mahrem) wie die nicht vertraulichen, vier Monate lang untersucht und nichts gefunden hatte, ein, zwei Abhandlungen ausgenommen, die ein oder zwei Themen berührten, wo eine leichte Strafe erforderlich war, was für 15 von 120 Personen eine Strafe von sechs Monaten einbrachte und auch wir diese Strafe auf uns gezogen haben; und da nun aber vor einigen Jahren alle Teile der Risale-i Nur in die Hände der Autoritäten in Isparta gelangt sind, die sie einige Monate lang studiert und dann ihren Eigentümern zurückerstattet haben;

und da nun, nachdem wir diese Strafe verbüßt hatten, während acht Jahren in Kastamonu trotz minutiöser Untersuchungen nichts mehr gefunden werden konnte, was Polizei und Justiz noch länger interessiert hätte;

und da in Kastamonu während der letzten Durchsuchung einige meiner Abhandlungen ans Licht gekommen waren, wo sie eigentlich gar nicht gefunden und gedruckt werden sollten, nämlich schon seit Jahren unter Stößen von Brennholz verborgen, wo sie dann von einem Trupp Polizisten entdeckt worden waren;

und da nun, obwohl der Polizeichef von Kastamonu und die Justizbehörde mir das feste Versprechen gegeben

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hatten, mir diese völlig harmlosen Bücher, die ich versteckt hatte, wieder zurückzugeben, dennoch schon am zweiten Tag plötzlich der Haftbefehl aus Isparta kam und ich in Marsch gesetzt wurde, ohne noch dieses Unterpfand wieder erhalten zu haben;

und da nun aber der Gerichtshof in Denizli und in Ankara uns bereits freigesprochen und alle meine Abhandlungen zurückgegeben hat,

erfordert es ihre Stellung sicherlich und zweifelsfrei in der Konsequenz der obigen sechs Tatsachen, dass der Gerichtshof in Afyon und der Staatsanwalt dort dieses mein wirklich sehr bedeutendes Recht in Erwägung ziehen wird, wie dies auch der Gerichtshof in Denizli und der Staatsanwalt dort bereits getan haben.

So hoffe und erwarte ich denn, dass der Staatsanwalt, der die allgemeinen Rechte verteidigt, auch meine eigenen persönlichen Rechte verteidigen wird, die durch mein Verhältnis zur Risale-i Nur den bedeutenden allgemeinen Rechten gleich zu stellen sind.

Der Neue Said hat sich vor 22 Jahren aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen, kennt die gegenwärtigen Gesetze nicht und weiß auch nicht, wie man sich (den neuen Gesetzen entsprechend) verteidigen sollte, erlaubt sich jedoch, dem neuen Gerichtshof seine hundertseitige, unwiderlegbare Verteidigungsschrift, die er (nach seinen eigenen Gedanken) bereits dem Gerichtshof in Eskishehir und in Denizli eingereicht hatte, nun erneut vorzulegen. Er hat bis heute die Strafe für seine (angeblichen) Verfehlungen bereits (in der Untersuchungshaft) verbüßt und lebt seitdem in Kastamonu und in Emirdag in einer Art Einzelhaft unter ständiger Überwachung. Er zieht sich also nun stillschweigend zurück und überlässt es jetzt dem Alten Said, zu reden.

Und der Alte Said sagt:

Seitdem der Neue Said sein Antlitz von der Welt abgewandt hat, spricht er nun nicht mehr mit den Weltleuten, außer, wenn er unausweichlich

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dazu gezwungen wird, sich zu verteidigen und hält das auch nicht für notwendig. Zahllose unschuldige Bauern und Kaufleute sind jedoch in dieser Angelegenheit wegen einer oberflächlichen Bekanntschaft mit mir eingesperrt worden und haben daher mein ganz besonderes Mitgefühl wachgerufen, weil sie nun mitten in der (Ernte)-Zeit nicht mehr in der Lage sind, sich den Unterhalt für ihre Angehörigen (in Haus und Hof) zu verdienen. Ich habe aus tiefstem Herzen über sie geweint. Ich schwöre, dass ich, wäre dies nur möglich gewesen, alle ihre Schwierigkeiten auf mich genommen hätte. Denn wenn es hier irgendwo irgendeine Schuld gegeben hätte, so läge sie bei mir. Denn sie sind unschuldig. So sage denn auch ich aufgrund dieser leidvollen Sachlage, und zwar trotzdem der Neue Said jetzt schweigt: Da der arme Neue Said bereits die vielen hundert völlig überflüssigen Fragen des Öffentlichen Anklägers in Isparta, Denizli und Afyon beantwortet hat, habe auch ich das Recht, dem gegenwärtigen Justizminister in der Absicht, meine Rechte zu verteidigen, jene drei Fragen zu stellen, die ich bereits dem Innenminister und besonders Kaya Shükrü vor dreizehn Jahren gestellt hatte:

Erstens:

Welches Gesetz bestimmt, dass 120 Leute, mich selbst mit eingeschlossen, aufgrund eines bloßen Wortgefechts zwischen einem Gendarmerie-Feldwebel und einem (einfachen) Mann aus Egridir, der noch nicht einmal ein Schüler der Risale-i Nur war, aber (die Abschrift) eines völlig bedeutungslosen Briefes bei sich trug, eingesperrt werden sollen? Nach einer vier Monate andauernden Untersuchungshaft, wurde die Unschuld aller, mit Ausnahme von fünfzehn bedauernswerten (Leuten) gerichtlich festgestellt und sie wurden entlassen. Nach welchem Grundsatz geschieht es, dass man hier eine bloße Wahrscheinlichkeit anstelle von Tatsachen anführt? Und aufgrund welchen Grundsatzes der Justiz geschieht es, wenn ein andermal in Denizli 70 arme (Leute) die nach einer neunmonatigen Untersuchungshaft

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freigesprochen wurden, (auf diese Weise) für Tausende Lira Schaden erleiden?

Zweitens:

Ein grundlegender Ferman lautet:

﴿ وَ لاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى ﴾

{"Kein Träger einer Bürde kann die Bürde eines anderen tragen." (Sure 6, 164)}

Demnach kann selbst der leibliche Bruder nicht für die Fehler seines Bruders verantwortlich gemacht werden. Aufgrund welcher Rechtsverordnung geschieht es also nun, dass ich wegen einer kurzen Abhandlung, die ursprünglich vor 25 Jahren geschrieben worden und danach ein- oder zweimal in acht Jahren durch meine Hände gegangen war, welche die Gläubigen in einer Reihe wichtiger Punkte von ihren Zweifeln befreit und sie davon abhält, einige Hadithe aufgrund falschverstandener Allegorien (muteshabih) zu bestreiten (inkar), deren Veröffentlichung ich aber verhindert hatte, damit sie nicht falsch ausgelegt werden könne, (mitten im) Ramadan verhaftet werde, weil diese Abhandlung bei jemandem gefunden wurde, den ich nicht kannte und der weit von hier entfernt wohnt, (eine Abhandlung), der man dann auch noch einen falschen Sinn unterlegt hat und die man zusammen mit einem etwas anstößigen Brief in (der Gegend) von Kütahya und Balikesir gefunden hat? Und warum werden jetzt in klirrender Kälte zahlreiche Bauern und Kaufleute verhaftet, weil sie einen alten, ganz allgemein gehaltenen Brief, den ich einmal geschrieben habe, bei sich hatten, oder weil sie mich einmal in ihrem Wagen mitgenommen haben, oder wegen ihrer freundschaftlichen Gesinnung mir gegenüber, oder weil sie eines meiner Bücher gelesen haben? Warum also richtet man sie jetzt zugrunde und richtet so ihnen, dem Volk und dem Land wegen eines völlig unnötigen Verdachtes einen materiellen und immateriellen Schaden von Tausenden Lira an? Was für ein Gesetz verlangt denn das? Welcher Artikel in welchem

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Gesetz macht das denn nötig? Wir möchten gerne diese Gesetze kennen lernen, damit wir uns nicht in die verkehrte Richtung bewegen.

Ein Grund für unsere Verhaftung sowohl in Denizli als auch in Afyon war in der Tat der folgende:

Selbst wenn man einmal das Unmögliche annimmt, dass der "Fünfte Strahl" sich auf diese Welt und die Politik bezöge, obwohl er schon vor langer Zeit geschrieben wurde, während ich mich noch am Haus der Weisheit des Islam (Daru-l'Hikmeti-l'Islamiye) befand, und die ursprüngliche Fassung wurde sogar noch früher konzipiert, in dem Gedanken, angesichts derer, die einige Hadithe leugnen, weil sie denken, der "Verstand könne sie nicht annehmen", weil sie nicht wissen, wie man sie auslegen solle, den Glauben der einfachen Leute zu retten, doch selbst wenn er in heutiger Zeit geschrieben worden wäre, so stört er dennoch nicht die öffentliche Sicherheit und Ordnung und stellt sich ihr nicht entgegen, weil er rein persönlich (mahrem) abgefasst und also bei den Durchsuchungen nicht bei uns gefunden wurde. Doch seine Voraussagen für die Zukunft haben sich als wahr herausgestellt und zerstreuen daher alle Zweifel über eine Frage des Glaubens. Er informiert lediglich, benennt aber keine Personen, sondern stellt nur eine akademische Wahrheit in ihrer allgemeinen Form dar. Da aber dies nun einmal der Fall ist, muss man sicherlich sogar die Bedeutung der Hadith als bestimmten Personen unserer Zeit entsprechend sehen. Bevor das Gericht sie bekannt gegeben und veröffentlicht hat, haben wir sie als rein persönlich (mahrem) angesehen, um Streitgespräche darüber zu vermeiden. So kann sie in gar keiner Weise ein Verbrechen im juristischen Sinne darstellen. Wir halten es auch nicht für möglich, dass es in der Welt ein Gesetz geben könne, das sie als ein Verbrechen ansehen könnte. Denn: "etwas zu verwerfen ist das eine, es aus wissenschaftlichen Erwägungen nicht anzuerkennen oder nicht in Übereinstimmung damit zu handeln aber etwas ganz und gar anderes.

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Diese Abhandlung akzeptiert aus wissenschaftlichen Gründen nicht ein Regime, von dem man erwartet, dass es erst in naher Zukunft in Erscheinung treten soll."

Zusammenfassung:

Die Risale-i Nur hat seit dreißig Jahren den völligen Unglauben (kufr-u mutlaq), der das ewige Leben zerstört und das irdische Leben in ein furchtbares Gift verwandelt und so alle Freuden zunichte macht, mit der Wurzel ausgerottet. Es ist ihr gelungen, die schrecklichen atheistischen Ideen der Naturwissenschaftler auszulöschen. Sie hat die Grundsätze der Glückseligkeit des Volkes in beiderlei Leben (= Welten) mit wundervollen Argumenten auf glänzende Weise bewiesen und stützt sich auf den Qur'an als die Wahrheit (haqiqat) des göttlichen Thrones. Ich behaupte und ich bin bereit, auch zu beweisen: enthielte sie nicht nur in ein oder zwei Themen dieser kurzen Abhandlung einen, ja selbst tausend Fehler, so müsste man dies aufgrund ihrer tausend großartigen guten Aspekte verzeihen.

Drittens:

Es gilt die Regel, dass in einem Brief mit fünf fehlerhaften Worten unter zwanzig Worten diese fünf Worte zensiert und die restlichen genehmigt werden. Da also der Gerichtshof in Eskishehir während einer viermonatigen Untersuchung nur 15 Worte unter 100.000 finden konnte, die bei oberflächlicher Betrachtung als anstößig angesehen wurden, und da also der Gerichtshof nur die Erklärungen zu zwei Ayat auf 2 von 400 Seiten des "Dhu-l'Fikar" in Frage gestellt hatte, weil sie den derzeitigen Gesetzen widersprechen, obwohl sie schon vor dreißig Jahren geschrieben worden sind und die Sachverständigen (am Gerichtshof) in Denizli und in Ankara nur 15 Fehler beanstandet hatten, und da also die Absicht bestand, den Charakter von Hunderttausenden zu verbessern, hat die Risale-i Nur tausend Dinge hervorgebracht, die für dieses Land und sein Volk weithin verdienstvoll waren, und da nun aber diese (bedauernswerten Leute) kleine Dienste erwiesen, oder, einzelne Abhandlungen abschrieben, die sie in ihrem

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Glauben bewahrt hatten: mit welchen Prinzipien der Regierung der Republik wäre es nun zu vereinbaren, bedauernswerte Leute wie die Tjalishkans, die mir in ihrer Güte (shefqat) brüderlich zugetan waren, weil ich schon älter bin und ein Fremdling in Emirdag und die mir um Gotteslohn (riza-yi Ilahi) kleinere Dienste erwiesen haben, mitten aus ihrer Arbeit heraus in dieser Winterkälte in Untersuchungshaft zu nehmen? Und welches ihrer Gesetze gäbe eine Handhabe, so etwas zu erlauben?

Da in Übereinstimmung mit dem Gesetz der Gewissensfreiheit die Grundsätze der Republik die Gottlosen nicht berühren, ist es sicherlich notwendig, ja sogar zwangsläufig, dass diese (Grundsätze) auch religiöse Leute nicht berühren, die - so weit wie möglich - sich nicht um diese Welt (dunya) kümmern, sich mit Weltleuten nicht streiten und sich stattdessen in guter Manier um das Jenseits (akhir), den Glauben (iman) und auch um ihr Vaterland kümmern. Ich weiß, dass die Politiker, die in Asien regieren, woher auch die Propheten kamen, eine Gottesfurcht (taqua) und gute Werke (salahat) nicht verbieten wollen und können, was seit tausend Jahren für diese Nation ein so notwendiges Bedürfnis war, wie Nahrungsmittel und Heilmittel. Denn nach einem Leben von zwanzig Jahren in Einsamkeit (münsevi) ist es ein Gebot der Menschlichkeit, in den Fragen, die mit dem Kopf des Said von vor zwanzig Jahren gestellt wurden, über all jene Fehler hinwegzusehen, die nicht mit der Art und Weise übereinstimmen, wie die obigen Fragen gegenwärtig betrachtet werden.

Ich betrachte es als meine patriotische Pflicht, zum Wohle meines Landes und Volkes und für die öffentliche Sicherheit und Ordnung Folgendes in Erinnerung zu rufen: Leute zu verhaften und sie auf diese Weise gegen sich aufzubringen, nur weil sie in losem Kontakt zu mir und der Risale-i Nur stehen, könnte sehr viele Leute, die fromm sind und die gegenüber ihrem Lande und seiner Sicherheit und Ordnung positiv eingestellt sind, (dazu veranlassen)

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sich nun gegen ihre Regierung zu kehren und so einer Anarchie die Wege öffnen. Es gibt in der Tat weit mehr als hunderttausend Leute, die ihren Glauben durch die Risale-i Nur gerettet haben und zu völlig friedlichen und für die Nation brauchbaren (Bürgern) geworden sind. In ihrer Mäßigung und ihrem Nutzen (für die Nation) findet man sie vielleicht in jedem größeren Amt der Regierung der Republik und in einer jeden Gesellschaftsschicht. Es ist also besonders notwendig, (diese Leute) nicht zu verärgern, sondern sie zu schützen.

Ich befürchte ernstlich, dass gewisse staatliche Angestellte, die weder auf unsere Beschwerden Rücksicht nehmen, noch uns erlauben, (während einer Gerichtsverhandlung) auszusagen und unter jedem Vorwand versuchen, uns zu unterdrücken, zum Schaden unseres Landes alle Wege in die Anarchie öffnen.

Wenn es also nun darum geht, was für die Regierung das Beste wäre, so sage ich: Da der Gerichtshof sowohl in Denizli als auch in Ankara den "Fünften Strahl" bereits sorgfältig geprüft hat und ihn nicht angetastet hat, sondern ihn uns wieder zurückgegeben hat, ist es jetzt sicherlich notwendig für die Regierung, dass diese Verfahren nicht noch einmal wieder eröffnet werden, um nicht jeglichem Gerede Tür und Tor zu öffnen. So wie wir diese Abhandlung zunächst einmal verborgen gehalten haben, bevor sie dann in die Hände des Gerichtshofes geriet und veröffentlicht wurde, so sollte sie auch die Verwaltung und der Gerichtshof in Afyon nicht zum Objekt von Frage und Antwort machen. Denn sie ist voll Kraft und nicht zu widerlegen. Sie hat Voraussagen gemacht und diese haben sich als richtig herausgestellt. Zudem ist ihr Ziel nicht die Welt (dunya), sondern bestenfalls ist eine ihrer vielen Bedeutungen diejenige Bedeutung, die am besten auf eine Person zutrifft, die bereits gestorben und von uns gegangen ist. Um dieses Landes, seines Volkes, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung willen bin ich in meinem Gewissen gebunden, davor zu warnen, diese Voraussagen

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und ihre Bedeutung aufgrund einer geradezu fanatischen Freundschaft für ihn zu veröffentlichen und sie, dadurch dass sie diesen Prozess gegen uns führen, noch weiterhin publizieren.

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An den öffentlichen Ankläger, den Vorsitzenden und die Mitglieder des Gerichtshofes

Hiermit möchte ich Ihnen noch einmal eben dieselben "Neun Grundsätze" vorlegen, die ich bereits bei der Justizbehörde in Denizli eingereicht hatte, um mich zu verteidigen.

Vor zwanzig Jahren habe ich mich vom öffentlichen Leben und besonders von diesem offiziellen, vielfältigen, politischen Leben zurückgezogen. Ich weiß nicht, welche Haltung ich in einer solchen Situation einnehmen sollte und denke auch gar nicht darüber nach. Das darüber Nachdenken verursacht mir ein heftiges Unbehagen. Doch sah ich mich gezwungen, diese nicht besonders ausgefeilte Verteidigungsschrift, diese Petition, welche die Schlussfolgerung und Zusammenfassung meiner Antwort ist, auf die zahlreichen, wiederholten, sinnlosen Fragen eines uneinsichtigen Mitgliedes des Gerichtshofes zu geben. Vielleicht fehlt es ihr an Ordnung und enthält einige unbedeutende und überflüssige Wiederholungen und ein paar ziemlich scharfe Ausdrücke, die dann gegen mich verwandt werden könnten und vielleicht auch ein paar Sätze die gegen eine dieser neuen Verordnungen verstoßen, die mir nicht bekannt sind. Weil es aber dabei um die Wahrheit (haqiqat) geht, sollte man diese Fehler doch um der Wahrheit willen übersehen. Diese Petition, meine Verteidigungsschrift, beruht auf neun Grundsätzen.

Erstens:

Da in Übereinstimmung mit dem von der Republik (garantierten) Recht auf Gewissensfreiheit die Republik sich nicht um kulturelle, freigeistige und freikörperliche Bestrebungen bekümmert, sollte sie sich ebenso wenig um Bestrebungen bekümmern, die dem Glauben (din) und

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der Gottesfurcht (taqwa) (verpflichtet) sind. Und da eine Nation nicht ohne Glauben (din) fortbestehen kann und Asien vom Standpunkt des Glaubens aus betrachtet nicht Europa gleicht und ein ungläubiger Muslim keinem anderen glaubenslosen (Menschen) gleicht, und da keine Art von Fortschritt oder Zivilisation den Platz der Religion (diyanet), der Frömmigkeit und besonders nicht den einer Lehrstätte für die Glaubenswahrheiten einnehmen kann, was hierzulande ein natürliches (fitri) Bedürfnis des Volkes ist, das seit tausend Jahren die Welt mit seinem Glauben (diyanet) erleuchtet hat und mit großem Mut standhaft seinen Glauben (din) gegen die Angriffe der ganzen Welt bewahrt hat und gar nicht dazu gebracht werden kann, dieses Bedürfnis zu vergessen, kann sicherlich keine Regierung, die über dieses Volk in diesem Lande herrscht, gegen die Risale-i Nur Stellung nehmen aus Hochachtung vor der Gerechtigkeit (adalet) und dem Gesetz (kanun) und darf dies (mit Rücksicht auf) die öffentliche Sicherheit und Ordnung auch gar nicht erlauben.

Zweiter Grundsatz:

Da etwas zurückzuweisen nun einmal die eine Sache ist, und nicht entsprechend zu handeln etwas ganz und gar anderes ist, und da es nun einmal in jeder Regierung scharfe Gegner gibt, und da es auch unter zoroastrischer Regierung Muslime und unter der islamischen Regierung des Kalifen Omar Juden und Christen gegeben hat, und all diejenigen, welche die Regierung und die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht stören, ihre persönliche Freiheit haben und ihnen diese nicht beschnitten werden darf, und da eine Regierung auf die Finger sieht und nicht in das Herz, und da nun einmal derjenige, der die öffentliche Sicherheit und Ordnung, die Verwaltung stören und sich in die Politik einmischen will, sich zweifelsohne für die Zeitungen und das alltägliche Geschehen interessieren wird, um etwas über die Vorgänge, Situationen und Ereignisse zu erfahren, um keine falschen Schritte zu unternehmen, und da die Risale-i Nur ihre Schüler so sehr einschränkt, dass, wie meine engsten

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Freunde wissen, sie bewirkt hat, dass ich es seit zwanzig Jahren aufgegeben habe, die Zeitung zu lesen, danach zu fragen, mich dafür zu interessieren oder über sie nachzudenken, mich auch seit zehn Jahren aus dem öffentlichen Leben in einem solchen Umfang zurückgezogen habe, dass ich, einmal abgesehen vom Untergang des Deutschen Reiches und der Ausbreitung des Bolschewismus, keine Nachrichten mehr über das, was in der Welt geschieht und über die laufenden Ereignisse gehört habe, so können also die Weisheit der Regierung, die Gesetze der Politik und die Grundsätze der Gerechtigkeit mir gewiss und mit aller Sicherheit nichts anhaben und meinen Mitbrüdern ebenso wenig. Und sollten sie das dennoch tun, so geschieht dies aufgrund ihrer Einbildung, ihrem Hass oder wegen ihrer Verbohrtheit (inad).

Dritter Grundsatz:

Ich fühle mich dazu verpflichtet, die folgenden, langatmigen Einzelheiten aufgrund der bedeutungslosen und völlig überflüssigen Einwände des öffentlichen Anklägers anzumerken, die dieser aufgrund eines Missverständnisses gemacht hat, was jedoch nicht das Gesetz betrifft, sondern lediglich seine fanatische Liebe (dostlu) zu einer gewissen bereits verstorbenen Person.

Erstens:

Bevor (diese Abhandlung) in die Hände der Regierung fiel, haben wir den "Fünften Strahl" stets als vertraulich (mahrem) behandelt. Darüber hinaus hat man ihn auch während aller Hausdurchsuchungen nie bei mir gefunden. Und weiter ist dessen Ziel nur, den Glauben des einfachen Volkes vor Zweifeln zu bewahren und davor, allegorisch gemeinte Hadithe zu verwerfen. Er bezieht sich auf den weltlichen Aspekt (nur indirekt) und in dritter und vierter Linie. Doch die Voraussagen, die er macht, sind wahr. Darüber hinaus greift er die Leute der Welt und der Politik nicht an. Er macht nur Voraussagen. Und weiter legt er sich nicht auf eine bestimmte Person fest. Er erklärt nur die Wahrheit einer Hadith in ganz allgemeiner Form. Doch werden diese allgemeinen Wahrheiten einer furchterregenden Persönlichkeit zugeschrieben, die in

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diesem Jahrhundert gelebt hat. Sie haben sich deshalb dem widersetzt, in dem Gedanken, dies sei in den letzten Jahren geschrieben worden. In Wirklichkeit gab es diese Abhandlung ursprünglich schon vor (meiner Zeit am) Haus der Islamischen Weisheit (Daru-l'Hikmet). Sie wurde erst einige Zeit später (von mir) redigiert und in die Risale-i Nur eingefügt. Es war dies wie folgt:

Vor vierzig Jahren, ein Jahr vor Ausrufung der "Hürriyet", {d.h. der Konstitutionellen Monarchie am 23.07.1908 (A.d.Ü.)} kam ich nach Istanbul. Damals hatte der japanische Oberkommandierende den islamischen Gelehrten einige Fragen über die Religion (din) gestellt. Diese Fragen wurden dann von den Hodjas in Istanbul mir vorgelegt (Hier wird also ein Kurde von den Gelehrten in Istanbul über den Islam befragt!) Sie haben mir in diesem Zusammenhang noch viele andere Fragen gestellt.

So fragten sie mich z.B. über ein Hadith, worin es heißt: "In der Endzeit wird eine furchterregende Person am Morgen aufstehen und auf seiner Stirn wird geschrieben stehen: "Dieser ist ein Ungläubiger." Ich erklärte ihnen dazu: "Diese merkwürdige Person wird kommen, um an die Spitze der Nation zu treten. Er wird am Morgen aufstehen, sich eine Schirmmütze aufsetzen und auch andere (dazu veranlassen, eine solche Mütze mit Schirm) zu tragen."

Nachdem sie diese Antwort erhalten hatten, fragten sie mich: "Werden dann etwa in jener Zeit nicht alle, die sie aufsetzen, zu Ungläubigen werden?" Ich sagte: "Die Mütze wird auf ihren Kopf gelangen und sagen: "Wirf dich nicht nieder zum Gebet (sedjde)." Doch der Glaube in den Köpfen wird auch die Mütze dazu bringen, sich ebenfalls niederzuwerfen und so möge Gott es wollen (inshaa'llah), dass sie ein Muslim wird."

Da sagten sie zu mir: "Diese Person wird eine Flüssigkeit trinken. In seiner Hand wird ein Loch sein und an diesem Merkmal wird man erkennen, dass er der Sufyan ist."

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Ich gab ihnen zur Antwort: "Man sagt ganz allgemein von einem Verschwender, seine Hand habe ein Loch. Sein Vermögen bleibt nicht in seiner Hand, es zerrinnt (ihm zwischen den Fingern) und ist verloren. So wird denn dieser schreckliche Mensch einer Flüssigkeit mit Namen "Raki" versklavt sein, wodurch er krank werden und einer maßlosen Verschwendung anheimfallen wird. Auch wird er andere dazu bringen, es ihm gleich zu tun."

Danach fragte mich jemand: "Sobald er gestorben ist, wird der Teufel von einem Obelisken herab laut der Welt verkündigen, dass der So-und-so gestorben ist." Damals habe ich gesagt: "Die Nachricht wird telegrafisch verbreitet werden." Doch wenig später hörte ich, dass das Radio erfunden worden war, und da wusste ich dann, dass meine Antwort nicht ganz korrekt gewesen war. Darum sagte ich acht Jahre später an der Daru-l'Hikmet: "Der Teufel wird es die Welt über Radio {also von einem Sendemast herab! (A.d.Ü.)} hören lassen."

Sodann stellten sie mir Fragen über die Mauer des Dhu-l'Qarneyn, über Gog und Magog, den Drachen (Dabbatu-l'Ard), den Großen Betrüger (Deddjal) und die Wiederkunft Christi, mit dem der Friede sei; und ich gab ihnen die Antworten. Sie finden sich übrigens teilweise bereits in den früheren Abhandlungen. Mustafa Kemal hat mich einige Zeit später (= 1922) noch zweimal über den ehemaligen Gouverneur von Van, Tahsin Bey, einen alten Freund von mir, verschlüsselt nach Ankara eingeladen, um mich in Anerkennung der Ausgabe meiner "Sechs Schritte (Hutuvat-i Sitte)" zu belohnen. Ich ging. Da Scheich Sinusi kein Kurdisch konnte, schlug man mir vor, an seiner Stelle das Amt eines General-Predigers (vaiz-i umumi) in den östlichen Provinzen (= Kurdistan) auf der Basis eines Monatsgehaltes von dreihundert Lira {drei Lira waren damals allgemein üblich! (A.d.Ü.)} zu übernehmen.

Gleichzeitig bot man mir auch einen Abgeordnetensessel an und dazu noch (als Ersatz für) meinen ehemaligen

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Posten am Daru-l'Hikmet gemeinsam mit meinen früheren Kollegen gefälligkeitshalber (einen ebenbürtigen Posten) im Amt für Religiöse Angelegenheiten. Ferner wurden mir mit Billigung von 163 Abgeordneten unter 200 die 19.000 Lira in Gold, die mir bereits Sultan Reshad für die Medressetu-z'Zehra, meine Universität (daru-l'fenun) im Osten zugesagt hatte, für die ich in Van schon den Grundstein gelegt hatte, auf 150.000 Lira in Banknoten erhöht. Trotzdem aber dies alles bereits bewilligt worden war, habe ich dennoch die Botschaft eines Teils des "Fünften Strahls" in seiner ursprünglichen Fassung dort in diesem Menschen gesehen. So war ich also dazu gezwungen, alle diese so wichtigen Angebote (vazife) abzulehnen. Und da es unmöglich ist, einem solchen Menschen die Stirn zu bieten und ihm zu trotzen, gab ich die Welt (dunya), die Politik und das öffentliche Leben auf und widmete meine ganze Zeit ausschließlich für meinen Weg der Rettung des Glaubens. Doch eine Reihe grausamer und ungerechter Beamter zwang mich, zwei, drei Abhandlungen zu schreiben, die sich mit weltlichen (Dingen) beschäftigen.

Später habe ich dann in Verbindung mit ein paar Fragen, die mir von einigen Leuten über allegorische Hadithe gestellt wurden, welche über die Ereignisse in der Endzeit berichten, diese frühere Abhandlung neu redigiert. Sie erhielt nun den Titel "Fünfter Strahl". Die Risale-i Nur ist nicht in der Reihenfolge ihrer Abhandlungen chronologisch nummeriert. So wurde z.B. der "33. Brief" vor dem "1. Brief" geschrieben. Und die ursprüngliche Fassung des "Fünften Strahls" wie auch einige andere Abhandlungen wurden sogar noch vor der Risale-i Nur selbst geschrieben. Wie dem auch sei... die illegalen, völlig überflüssigen und ebenso falschen Einwände und Befragungen des Öffentlichen Anklägers, Fragen, gestellt aufgrund einer fanatischen Liebe (dostluk) zu Mustafa Kemal, zwangen mich dazu,

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eine Erklärung abzugeben, die ein klein wenig außerhalb des Themas liegt. Ich führe hier als Beispiel einige der ganz und gar persönlichen und völlig ungesetzlichen Dinge an, die er im Namen des Gesetzes geäußert hat. Er sagte nämlich:

"Tut es dir nicht von Herzen leid, dass du ihn im "Fünften Strahl" mit Ausdrücken wie 'Raki und Wein hinuntergießen und strömen lassen wie eine Wasserpumpe' {die Ödeme, die sich bei Mustafa Kemal gebildet hatten, wurden abgepumpt! (A.d.Ü.)} beleidigt hast?" Meine Antwort auf diesen seinen ganz und gar sinnlosen und völlig unangebrachten, aus seiner Freundschaft (dostluk) heraus entstandenen Fanatismus wäre: "Den Sieg und die Ehre (sheref) eines heldenmutigen (kahraman) Heeres darf man nicht ihm zuschreiben, vielmehr kann er nur seinen Anteil daran bekommen. So wie es ein Verbrechen wäre und ein fürchterliches Unrecht, gäbe man die ganze Kriegsbeute und allen Besitz und die Versorgungsgüter einer Armee allein ihrem Kommandanten, und er mich tatsächlich beschuldigte, diesen ungerechten und mit so viel Schuld behafteten Menschen nicht zu lieben und ein Verräter zu sein, so beschuldige auch ich ihn, das Heer nicht zu lieben, denn er spricht alle Kriegsbeute an Ruhm und Ehre dem Mann zu, den er liebt und lässt das Heer ohne Ruhm zurück. Die Wahrheit (haqiqat) ist, dass alle Wohltaten und alle guten und schönen Dinge unter der Gemeinschaft, bzw. unter dem Heer verteilt werden sollten, die schlechten Dinge und alles, was falsch und destruktiv ist, aber ihrem Anführer angerechnet werden sollte. Denn alles, was da ist (vudjud), ist abhängig von der Existenz (vudjud) seiner Fundamente und Grundbedingungen, wovon der Kommandant nur eine seiner Bedingungen ist. Ist ein Ding jedoch gar nicht vorhanden, oder scheitert eine Sache, so liegt das daran, dass eine Bedingung nicht erfüllt, eine Basis nicht gegeben war und so gescheitert ist (was hätte zustande kommen sollen). Dieses Unglück

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wird dann der Führung, ihrem Präsidenten angelastet. Der überwiegende Teil all jener Dinge, die gut und schön sind, gehört dem Bereich des Seins (vudjud) an. Die leitenden Personen haben an ihnen keine Besitzansprüche. Was schlecht, was böse ist, gehört dem Bereich des Nicht-Seins und der Zerstörung an. Die leitenden Personen tragen dafür die Verantwortung. Da die Wahrheit und Gerechtigkeit (haqq ve haqiqat) aber nun einmal so sind und eine Dorfgemeinschaft zum Narren gehalten wird, wenn sie überlegen gewesen ist, "Hasan Agha" nun dazu beglückwünscht wird, jedoch "Pfui über euch!" gerufen wird, wann immer sie unterlegen war und dies der Wahrheit ganz und gar entgegengesetzt ist, so ist es in genau der gleichen Weise, wenn mich der Öffentliche Ankläger beschuldigt, dies jedoch sein Fehler und der Wahrheit und Gerechtigkeit ganz und gar entgegengesetzt ist, als habe er im Namen des Gerichtshofes geurteilt.

Vergleichbar mit seinem Fehler kamen einmal noch vor dem Ersten Weltkrieg, während ich noch in Van lebte, einige gläubige, gottesfürchtige Männer zu mir und sagten: "Einige Kommandanten handeln gegen den Glauben. Komm und schließe dich uns an. Wir wollen gegen diese Anführer einen Aufstand machen."

Ich aber sagte zu ihnen: "Alle Bosheit und Gottlosigkeit passen zu solchen Kommandanten wie diesen. Das Heer kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden. In der ottomanischen Armee gibt es vielleicht hunderttausend Freunde Gottes (auliya). Ich werde mein Schwert nicht gegen sie ziehen und ich werde mich euch nicht anschließen." Da zogen diese Männer von dannen, zogen ihre Schwerter und es folgten jene fruchtlosen Geschehnisse von Bitlis. Kurze Zeit später brach der Weltkrieg aus. Das Heer nahm um des Glaubens willen daran teil. Ein Djihad wurde ausgerufen. So stiegen hunderttausend Märtyrer zur Stufe der Gottesfreunde empor und bestätigten so, was ich bereits zuvor gesagt hatte und siegelten den Ferman ihrer Heiligkeit mit ihrem Blut. Wie dem auch sei... ich

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musste hier doch etwas weiter ausholen. Die außergewöhnliche Haltung des öffentlichen Anklägers, der mich und die Risale-i Nur aufgrund seiner persönlich gefärbten, falschen Empfindungen und seiner Parteilichkeit mit so viel Verachtung behandelt hat, hat mich dazu veranlasst, im Namen wahrer Gerechtigkeit (adalet haqiqati), jenem unverwechselbaren Merkmal einer Unbeeinflussbarkeit durch irgendwelche Gefühle oder äußere Merkmale, eine derart lange Erklärung abzugeben.

Vierter Grundsatz:

Nachdem der Gerichtshof in Eskishehir vier Monate lang Hunderte von Kopien von Abhandlungen und Briefen sorgfältig untersucht hatte, konnte er nur 15 von 120 Personen zu 6 Monaten verurteilen und über mich selbst wegen 15 Worten in 2 von 100 Abhandlungen ein Jahr Haftstrafe aussprechen. Sie haben uns von dem Verdacht, einen Sufi-Orden gründen oder eine politische Partei aufrichten zu wollen und auch in der Fragestellung, welche die Schirmmütze (betrifft) freigesprochen. Zudem haben wir auch noch unsere Strafe bekommen. Danach haben sie in Kastamonu bei zahlreichen Hausdurchsuchungen nichts gefunden. Vor einigen Jahren sind in Isparta alle Abhandlungen der Risale-i Nur, sowohl die privaten wie auch alle anderen ohne Ausnahmen in die Hände der Behörden gefallen. Sie alle wurden nach drei Monaten Untersuchung ihren Eigentümern wieder zurückgegeben. Ein paar Jahre später blieben alle diese Teile der Risale-i Nur für zwei Jahre bei den Gerichtshöfen von Denizli und Ankara. Sie wurden alle uns wieder zurückgegeben. Es ist aber nun die Tatsache (haqiqat) diese: Die, welche mich und die Schüler der Risale-i Nur kritisieren und so wie er im Namen des Gesetzes entgegen jedem Gesetz hinterhältig und emotionsgeladen beschuldigen, kritisieren sicherlich noch vor uns auch den Gerichtshof in Eskishehir, die Verwaltung in Kastamonu und deren Polizei, die Justizbehörde in Isparta, den Gerichtshof in Denizli und den Kriminalstrafgerichtshof in Ankara und machen

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sie so zu Partnern unseres Verbrechens, gäbe es ein solches. Denn wären wir schuldig gewesen, so hätten das die drei oder vier Behörden trotz langwieriger Untersuchungen nicht in ihrer Nähe bemerkt oder nicht beachtet. Zwei Gerichtshöfe hätten zwei Jahre lang trotz aller eingehenden Untersuchungen von nichts gewusst oder nichts bemerkt. So wären sie denn dadurch mehr noch als wir schuldig geworden. Hätte es jedoch in uns einen Wunsch gegeben, uns in weltliche Angelegenheiten zu mischen, so wäre es nicht bei dem Sirren einer Mücke geblieben. Es hätte einen Schlag wie Kanonendonner gegeben, (oder wie wenn eine Bombe) explodiert.

Wer eine Person, die sich nach den Ereignissen um den "31. März (1909)" vor dem Militärgericht (divan-i harb) selbst in scharfem Ton, provokativ und ganz ungeniert verteidigt und im Parlament (divan-i riyaset) einem wütenden Mustafa Kemal ins Gesicht hinein widerspricht, als einen politischen Intriganten beschuldigt und von ihr sagt, sie schmiede seit achtzehn Jahren ihre Ränke, ohne das irgendjemanden merken zu lassen, tut dies sicherlich in böser Absicht. Wir hoffen, dass gleich dem Öffentlichen Ankläger in Denizli auch der Staatsanwalt in Afyon uns vor der Bosheit und den Anklagen solcher Leute erretten und uns wahre Gerechtigkeit (haqiqat-i adalet) bezeigen wird.

Fünfter Grundsatz:

Ein prinzipieller Grundsatz der Schüler der Risale-i Nur ist, sich so weit wie möglich nicht in die Politik, die Angelegenheiten der Verwaltung oder die Maßnahmen der Regierung einzumischen. Denn für sie ist der aufrichtige (khalis) Dienst am Qur'an völlig ausreichend und mehr wert als alles andere.

Zudem kann sich heute niemand, der angesichts dieser mächtigen Strömungen noch ins politische (Leben) eintritt, weiterhin seine Unabhängigkeit und Aufrichtigkeit (ikhlas) bewahren. Die (politische) Strömung wird seine Bewegungen in jedem Fall auf ihre Rechnung nehmen und ihn für ihre weltlichen Zwecke als Werkzeug gebrauchen.

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Sie wird die Heiligkeit seines Dienstes verderben. Zudem müsste er angesichts der fürchterlichen Ungerechtigkeit und der schrecklichen Unterdrückung, die ein Prinzip dieses Jahrhunderts ist, bei einer materiellen Auseinandersetzung aufgrund eines Fehlers (den eine Person begeht) viele Unschuldige seiner Anhänger vernichtend schlagen. Oder er würde selbst besiegt und geschlagen. Außerdem würde es in den Augen derer, die ihren Glauben für ihre weltlichen Interessen aufgegeben haben, oder ihn als ein Mittel gebrauchen, so scheinen, als würden die heiligen Wahrheiten (haqiqat) des Qur'an, {die ein Ziel sind und kein Mittel (A.d.Ü.)} die doch für kein Ding (der Welt) als Mittel gebraucht werden dürfen, als ein Mittel zur politischen Propaganda gebraucht. Und ferner sollte eine jede Volksschicht, Anhänger wie Gegner, Beamte und ganz gewöhnliche Leute ihren Anteil an diesen Wahrheiten haben; und sie bedürfen ihrer auch. Die Schüler der Risale-i Nur müssen sich deshalb von der Politik und allen Auseinandersetzungen (mit Waffen, Hass und Gewalt) vollkommen fernhalten und sich in gar keiner Weise in sie verwickeln lassen, um so ganz und gar unparteiisch bleiben zu können.

Sechster Grundsatz:

In dieser Angelegenheit sollte aufgrund meiner eigenen Fehler oder der einiger Brüder die Risale-i Nur nicht angegriffen werden. Sie ist unmittelbar an den Qur'an gebunden; und der Qur'an ist gebunden an den Gewaltigen Thron. Wer aber hätte die Fähigkeit, seine Hand auszustrecken und diese starken Seile zu lösen? Und ferner findet sich bereits in dreiunddreißig Ayat, in den drei wunderbaren Verheißungen (keramet) von Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge und in einigen Aussprüchen des Ghathu-l'Adham (Gott heilige seine Geheimnisse) der Hinweis, dass die Risale-i Nur diesem Lande einen ganz außerordentlichen Dienst erweisen und eine Quelle seines materiellen wie spirituellen

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Wohlstands sein wird, und nicht für unsere armseligen, persönlichen Fehler zur Verantwortung gezogen werden kann, nicht werden wird und nicht werden darf. Andernfalls wird diesem Land sowohl ein materieller als auch ein spiritueller Schaden erwachsen, der sich nicht wiedergutmachen ließe.

Um der Risale-i Nur willen werden die Angriffe einiger uns feindlich gesinnter Atheisten und die Pläne ihrer teuflischen Ränkeschmiede zum Scheitern gebracht werden. Denn ihre Schüler können mit anderen {z.B. denen der Sufi-Orden (A.d.Ü.)} nicht verglichen werden. Sie können weder zerstreut noch zur Aufgabe gezwungen werden. Durch die Gnade (inayet) Gottes des Gerechten werden sie nicht besiegt werden. Hätte ihnen nicht der Qur'an verboten, Gewalt anzuwenden, sodass diese Schüler, die ja überall sind und das allgemeine Wohlwollen gewonnen haben, das doch der Lebensstrom des Volkes ist, niemals in solch armselige und nutzlose Ereignisse wie der Zwischenfall mit Scheich Said (1930) und der in Menemen (1935) verwickelt werden können, so würden die Atheisten und die Heuchler, die die Regierung hinters Licht führen, wenn einmal, was Gott verhüten möge, (unsere Schüler) in die Ausweglosigkeit getrieben würden und die Risale-i Nur wäre angegriffen, es noch tausendmal zu bereuen haben.

Zusammenfassung:

Da wir uns nun einmal nicht um die weltlichen Angelegenheiten der Weltleute kümmern, sollten auch sie uns (in unserem Bemühen um) das Jenseits und in unserem Dienst am Glauben nicht stören.

Ich möchte hier im Zusammenhang mit meiner Verteidigung von einer Erinnerung, einer amüsanten Anekdote berichten, die schon etwas länger zurückliegt und am Gerichtshof in Eskishehir nicht weiter erwähnt wurde und auch im offiziellen Prozessbericht oder in meiner Verteidigungsschrift nicht erscheint.

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Sie fragten mich nämlich damals: "Wie denkst du über die Republik?" Ich antwortete ihnen: "Wie meine Biographie, die sie in ihren Händen halten, beweist, war ich schon ein frommer und gläubiger Republikaner, ehe bevor einer von ihnen, der Präsident des Gerichtshofes ausgenommen, noch zur Welt gekommen war. Es war dies kurz gesagt Folgendes: Ich lebte damals wie heute zurückgezogen in einer leerstehenden Türbe. Man brachte mir gewöhnlich Suppe und ich fütterte gewöhnlich die Ameisen mit Brotkrumen. Ich tauchte mein Brot in meine Suppe. Sie fragten mich danach und ich sagte ihnen: "Das Volk der Ameisen und das Volk der Bienen sind Republikaner. Ich gebe die Brotkrumen den Ameisen aus Respekt (hurmet) vor ihrer republikanischen Gesinnung."

Dann sagten sie: "Deine Haltung widerspricht den rechtgesinnten Nachfolgern der Sahabis (selef-i salihin)." Daraufhin entgegnete ich ihnen: "Die vier rechtgeleiteten Kalifen waren nicht nur die Kalifen, sondern zugleich auch die Präsidenten ihres Volkes. Abu Bakr der Getreue, mit dem Gott zufrieden sein möge, war gewissermaßen der Präsident eines Volkes von Sahabis und der Zehn Glücklichen (denen das Paradies versprochen wurde). Sie waren keine bloßen Namen und Gestalten ohne Inhalt, sondern gleich Präsidenten, welche die Gerechtigkeit in Wahrhaftigkeit (haqiqat-i adalet) und die Freiheit in Gesetzlichkeit (hürriyet-i sher'iyeyi) repräsentierten."

Wohlan denn, Herr Staatsanwalt und Sie, meine Herren Vorsitzenden!

Sie beschuldigen mich einer Idee, die dem, was ich seit fünfzig Jahren vertrete, entgegengesetzt ist. Wenn Sie mich über eine laizistische Regierung befragen, so verstehe ich darunter, dass man mit laizistisch unparteilich meint, also eine Regierung, die in Übereinstimmung mit dem Grundsatz der Gewissensfreiheit die religiös gesinnten und frommen (Menschen) nicht belästigt, so wenig wie sie auch die areligiösen (dinsiz) und freizügigen (Menschen = sefehat) nicht stört. Ich habe mich aus dem politischen wie aus

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dem öffentlichen Leben vor fünfundzwanzig Jahren (1923) zurückgezogen. Was in der Zwischenzeit aus der Regierung dieser Republik geworden ist, weiß ich nicht. Doch wenn sie nun, was Gott verhüten möge, in die fürchterliche Lage geraten ist, aufgrund ihrer Gottlosigkeit Gesetze anzunehmen und zu erlassen, um diejenigen, welche sich um ihren Glauben (din) und das Leben in der zukünftigen Welt (akhira) bemühen, zur Verantwortung zu ziehen, so gemahne ich Sie ohne Furcht und Säumen: Hätte ich selbst tausend Leben, so wäre ich dennoch bereit, sie für meinen Glauben und das jenseitige Leben zu opfern. Tut also nun, was Ihr tun wollt! Doch mein letztes Wort ist:

﴿ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ﴾

{"Gott ist unser genügender Anteil und Er ist unser bester Anwalt." (Sure 3, 173)}

Wenn Sie mich ungerechterweise zu Tod oder Zuchthaus verurteilen, so erwidere ich Ihnen: Die Risale-i Nur hat mir mit absoluter Sicherheit enthüllt, dass ich nicht hingerichtet sondern entlassen werde. Ich werde in die Welt des Lichtes und der Ewigen Glückseligkeit hinübergehen. Ihr aber, unsere heimlichen Feinde und uns Bösgesinnten, die Ihr uns aufgrund Eurer Irreleitung unterdrückt! Da ich sehe und weiß, dass Ihr zu einer Hinrichtung auf ewig und einsamer Kerkerhaft verurteilt seid, nehme ich so meine vollkommene Rache an euch und bin dazu bereit, meinen Geist (ruh) in vollkommener Ruhe meines Herzens aufzugeben."

Siebenter Grundsatz:

Aufgrund oberflächlicher Untersuchungen, die an anderen Orten durchgeführt worden waren, betrachtete uns der Gerichtshof in Afyon als eine politische Vereinigung. Unsere Antwort darauf ist:

Erstens:

Wie schon von allen, mit denen ich befreundet bin, bezeugt worden ist, habe ich seit neunzehn Jahren

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keine Zeitung gelesen, ist mir auch keine vorgelesen worden, noch habe ich danach gefragt; und seit zehn Jahren und fünf Monaten habe ich keine Nachrichten mehr erhalten, außer über den Untergang des Deutschen Reiches und das kommunistische Terrorregime. Ich bin niemals neugierig gewesen. Ein Mensch, der so wenig informiert ist, hätte mit Sicherheit keine politischen Verbindungen und könnte auch gar keine Beziehungen zu politischen Organisationen haben.

Zweitens:

Die 130 Teile der Risale-i Nur liegen offen. So war es denn für den Gerichtshof in Eskishehir klar ersichtlich, dass sie außer den Glaubenswahrheiten keine weltlichen Ziele und Zwecke verfolgen. So gab es denn dagegen auch keine Einwände, mit Ausnahme von ein oder zwei Abhandlungen; und der Gerichtshof in Denizli hatte gar keine. Einer ständigen Überwachung von acht Jahren zum Trotz konnte selbst der riesige Polizeiapparat in Kastamonu außer meinen beiden Dienern und noch zwei weiteren Männern niemanden finden, den sie hätten beschuldigen können, es sei denn unter einem Vorwand, was ein sicherer Beweis dafür ist, dass die Schüler der Risale-i Nur keine politische Vereinigung sind. Wenn das, was in der Anklageschrift mit "Vereinigung" gemeint ist, eine Gemeinschaft (des Lebens für) den Glauben und das Jenseits sein soll, so ist unsere Antwort darauf:

Wollte man die Studenten an einer Universität (darul'funun) und jede Art von Kaufleuten als eine solche Gemeinschaft (djemaat) bezeichnen, so könnte man auch uns den Namen einer solchen Gemeinschaft geben. Wenn sie uns aber den Namen einer solchen Gemeinschaft geben, welche die innere Sicherheit gefährden könnte, indem sie dazu die religiösen Gefühle missbraucht, so sagen wir dementgegen: Die Tatsache, dass über einen Zeitraum von zwanzig Jahren die Schüler der Risale-i Nur an keinem Ort die innere Sicherheit gefährdet oder die Ordnung in der Öffentlichkeit

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gestört haben, und dass kein Vorfall dieser Art je der Regierung oder irgendeinem Gerichtshof gemeldet worden ist, zeigt, dass diese Anschuldigung faul ist. Wolle man aber der Stärkung religiöser Gefühle für die Zukunft den Namen einer Gemeinschaft anhängen, welche die innere Ordnung gefährdet, so setzen wir dem Folgendes entgegen:

Zunächst einmal verrichten vor allem das Amt für Religiöse Angelegenheiten (diyanet) und alle Prediger den gleichen Dienst.

Zum zweiten stören die Schüler der Risale-i Nur nicht den Frieden und gefährden nicht die Sicherheit, sondern schützen vielmehr die Nation mit ihrer ganzen Kraft und Überzeugung vor der Anarchie und wahren den Frieden und bewachen die Sicherheit, wofür der Beweis bereits im ersten Grundsatz angeführt worden ist.

Wir sind in der Tat eine Gemeinde (djemaat). Unser Ziel und unser Programm ist es, zunächst einmal uns selbst und dann die ganze Nation vor einer Hinrichtung auf ewig und vor einer immerwährenden Einzelhaft im Kerker des Zwischenreiches (bersah) zu retten, unsere Gefährten vor einer Anarchie und Lumpenherrschaft zu bewahren und auch uns selbst durch die stählernen Wahrheiten der Risale-i Nur gegen den Atheismus zu schützen, durch den beide Leben (im Diesseits wie im Jenseits (A.d.Ü.)) zerstört werden.

Achter Grundsatz:

Sie sagen, dass in ihren Abhandlungen einige provokante Äußerungen auftauchen und beschuldigen uns infolge ihrer mangelhaften und nur oberflächlichen Studien, die an anderen Orten durchgeführt wurden. Dementgegen sagen wir: Da unser Ziel nun einmal der Glaube (iman) und das Jenseits (akhir) sind, ist ein Streit mit den Weltleuten nicht (unser Ziel). Und da diese wenigen, nur in ein, zwei Abhandlungen auftauchenden, zwar provokanten, ansonsten aber völlig unbedeutenden

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Bemerkungen nicht mit Absicht gefallen waren, wir vielmehr lediglich auf dem Weg zu unserem Ziel mit ihnen zusammengestoßen waren, geschah dies mit Sicherheit nicht aus einer politisch feindseligen Einstellung heraus. Und da nun einmal Möglichkeiten die eine Sache und Vorkommnisse eine andere Sache sind, und da nun einmal das, weswegen wir angeklagt sind, eine "mögliche" Störung der öffentlichen Ordnung ist und nicht etwa, dass wir sie (tatsächlich) gestört hätten, ist dies eine Anschuldigung ohne Bedeutung, gleich der Beschuldigung, irgendjemand hätte möglicherweise einen anderen töten können. Und da sie nun einmal in einem Zeitabschnitt von zwanzig Jahren, trotz ihrer intensiven Untersuchungen bei Zwanzigtausenden von Leuten und unter Tausenden von Briefen und Kopien und all ihren Nachforschungen in Eskishehir, in Kastamonu, in Isparta und in Denizli nichts hatten finden können, was ein wirkliches Verbrechen hätte sein können, war der Gerichtshof in Eskishehir schließlich dazu gezwungen, uns wegen einer einzigen kurzen Abhandlung für schuldig zu befinden, und zwar aufgrund eines Gummiparagraphen, weil anders sie nichts weiter hätten finden können. Und so konnten sie denn nur fünfzehn Leute unter hundert zu sechs Monaten Haft verurteilen, und zwar in der Art, wie sie alle (Menschen), die Religionsunterricht erteilen, {wegen religiöser "Propaganda" (A.d.Ü.)} hätten bestrafen können. Ich möchte gerne wissen, hätte man zwanzig private Briefe, die einer Ihrer Leute während eines Jahres geschrieben hatte, derart gewissenhaft durchforscht, hätten sie dann nicht gleichfalls zwanzig Sätze eines Verbrechens enthalten, dessen man sich hätte schämen müssen? Doch die Tatsache, dass sie in 20.000 Briefen und kopierten Abhandlungen, (geschrieben von) 20.000 Leuten keine 20 wahrhaft kriminellen Sätze hatten finden können, zeigt, dass das Ziel der Risale-i Nur einzig das jenseitige (Leben) ist. Es

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hat zu diesem weltlichen Handel und Wandel keine (Beziehung).

Neunter Grundsatz:

Was die Angelegenheiten betrifft, die der recht und billig denkende Staatsanwalt aufgrund der ungerechten und oberflächlichen Nachforschungen an anderen Orten, so z.B. am Gerichtshof in Afyon, der Anklage beigefügt hat und die auf das verweisen, was wir während des Verhörs erfahren haben, so sind bereits dagegen Einwände erhoben worden, dass wir wegen der gleichen Angelegenheit noch einmal angeklagt worden sind: undatierten Briefen, einer Korrespondenz über zwanzig, fünfzehn und zehn Jahre und der "Fünfte Strahl", zu dem sich ganz genaue Antworten im obigen Dritten Grundsatz und in der zweiten Frage meiner obigen Petition, und vier oder fünf Abhandlungen unter den einhundertunddreißig der Risale-i Nur und einer Anzahl Briefe und Abhandlungen, die von dem Gerichtshof in Eskishehir genau untersucht worden sind und worüber die Gerichtsurteile bereits gefällt worden sind und die dann später unter die Amnestie fielen, wodurch sie auch vom Gerichtshof in Denizli wieder freigegeben wurden. Kann man von jemandem, der während der Ereignisse um den "31. März (1909)" nur durch eine Ansprache vor dem Kriegsministerium acht Bataillone, die nicht auf den Scheichu-l'Islam und die Gelehrten gehört hatten, zur Raison brachte, sagen, wie der Polizeibericht behauptet, dass er in acht Jahren trotz all seiner Bemühungen nur zwanzig oder dreißig Leute habe überzeugen können? Er habe in einer so großen Stadt wie Kastamonu nicht mehr als fünf Leute in die Irre führen können? Denn während noch die ganze Affaire in Denizli sich abspielte, hat man in Kastamonu alle meine Bücher und Papiere, sowohl die privaten (mahrem) als auch andere unter Stapeln von Brennholz hervorgezogen und konnte doch, nachdem man sie drei Monate lang untersucht hatte, in dieser riesigen Stadt außer Feyzi, Emin, Hilmi, Taufiq und Sadiq niemand weiter finden. Weil aber Feyzi und die anderen

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mir um Gotteslohn einige persönliche Dienste erwiesen hatten, steckte man sie ins Gefängnis, zusammen mit ihren drei Brüdern und drei oder vier anderen, die sie in Emirdag gefunden hatten und die mir dreieinhalb Jahre gedient hatten. Hätte ich getan, was dieser oberflächliche Bericht behauptete, dann hätte ich nicht nur fünf oder zehn Leute angeblich in die Irre geführt, sondern vielleicht 500 oder 5000 oder sogar 500.000. Ich habe bereits vor dem Gerichtshof in Denizli auf die vielen Irrtümer in dem Polizeibericht hingewiesen und will das hier noch einmal anhand von zwei Beispielen tun.

Sie haben uns der Verfälschung der Religion (tahrifat) beschuldigt, weil ich einer islamischen Sitte, wie sie seit den Tagen des Propheten praktiziert wurde, folgend, aus Hunderten wohlbekannter Ayat, welche die Quelle der Risale-i Nur bilden, einen Auszug aus dem Qur'an (Hisbul'Qur'ani) in Form einer Anthologie (En'am = Blumenlese) zusammengestellt hatte.

Außerdem hatte ich bereits eine Strafe von einem Jahr abgesessen, als man mir, wie bereits in dem Polizeibericht vermeldet wurde, die Abhandlung über "Die Verhüllung der Frau (Tesettur Risalesi)", die ich bis dahin für privat (mahrem) angesehen hatte, unter dem Stapel Brennholz hervorzog, behauptete, sie sei erst in diesem Jahr geschrieben und veröffentlicht worden (und mich erneut deswegen zur Anzeige brachte). Und obwohl nun eine wohlbekannte Persönlichkeit nicht geantwortet und bei allen Gegenargumenten und scharfen Worten, die ich vor der Versammlung der Abgeordneten in Ankara zu ihm gesagt hatte, auch weiterhin geschwiegen hatte, nahm der Öffentliche Ankläger dennoch mit großer Eloquenz meine ganz natürliche und durchaus notwendige, wenn auch sehr allgemein gehaltene, persönliche Kritik in meinen Ausführungen von vor vierzig Jahren, bezüglich der Hadithe, die seine Irrtümer beschreiben, wörtlich, wandte sie auf ihn an und machte sie zu einem Punkt (der Anklage), um uns dafür zur Rechenschaft zu ziehen. (Ja könnte

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man denn da nicht vielleicht einen Vergleich ziehen zwischen dem) was dem Ansehen einer Person dient, die bereits verstorben ist und keine Beziehungen mehr zur Regierung hat und den Prinzipien der Gerechtigkeit, die dem Ansehen von Volk und Staat dienen und eine (Art) Manifestation der Herrschaft Gottes des Gerechten sind?

Zudem ist die Freiheit des Gewissens derjenige unter den Grundsätzen der Regierung der Republik, auf den wir uns am meisten gestützt und auf den wir uns in unserer Verteidigung stets berufen haben. Den aber hat man nun zu einem Punkt der Anklage gegen uns gemacht, so als hätten nun (wir selbst) gegen diesen Grundsatz der Gewissensfreiheit verstoßen.

Zudem hatte ich in einer Abhandlung die Fehler und Mängel der Zivilisation kritisiert und es wurden mir in dem Polizeireport ganz unvorstellbare Dinge unterstellt, z.B. dass ich den Gebrauch eines Radios, des Flugzeugs und der Eisenbahn ablehne. Deshalb beschuldigten sie mich denn, gegen den heutigen Fortschritt zu sein.

Zieht man also nun diese Beispiele zum Vergleich heran, so möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass auch der Gerichtshof in Afyon gleich dem recht und billig handelnden Staatsanwalt und dem Gerichtshof in Denizli zeigen wird, dass diese Behandlung entgegen der Gerechtigkeit ist und den Verdächtigungen derartiger Polizei-Reporte keine weitere Bedeutung beimessen.

Das merkwürdigste ist aber doch Folgendes: Ich habe da einmal gesagt: Obwohl die Menschheit auf die großen Gnadengaben Gottes des Gerechten, wie dem Flugzeug, der Eisenbahn und dem Radio mit großer Dankbarkeit

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hätten entgegnen sollen, erstatteten sie ihm keinen Dank, worauf Er von ihren Flugzeugen Bomben auf ihre Köpfe herabregnete. Auch das Radio ist solch ein großes Gnadengeschenk Gottes; und der Dank dafür könnte darin bestehen, es zu einem "Hafidh-i Qur'an" mit Millionen von Zungen zu machen und so allen Menschen auf dem ganzen Erdenrund zu erlauben, auf ihn zu hören. Ich habe auch gesagt, als ich das "Zwanzigste Wort" erklärt habe, dass der Qur'an für die Zukunft die Wunder der Zivilisation voraussagt. Eine dieser Ayat weist darauf hin, dass die Ungläubigen die Islamische Welt mit der Eisenbahn besiegen werden. Obwohl ich nun die Islamische Welt dazu angespornt habe, doch diese Wunder zu nutzen, haben uns trotzdem einige der Staatsanwälte an früheren Gerichtshöfen beschuldigt, gegen den heutigen Fortschritt, also gegen die Eisenbahn, das Flugzeug und das Radio zu sein.

Und obwohl dies des Weiteren in gar keinem Zusammenhang damit steht, sagte doch jemand über den Namen "Risalatu-n'Nur", welches nur ein anderer Name für "Risale-i Nur" ist, dass sie "eine Botschaft (risalah) aus dem Lichte des Qur'an ist, durch ihn inspiriert. Sie sei ein Botschafter (risalah), der (in der Position) eines Erben (des Propheten) die Aufgabe der Scharia erfüllt." An anderer Stelle der Anklage wurde dem fälschlicherweise ein Sinn unterlegt, der zur Basis weiterer Anklagen wurde, so als hätte ich gesagt: "Die Risale-i Nur ist ein Prophet (Rasul)".

Wir haben also schon an zwanzig Stellen in meiner Verteidigungsschrift mit absoluter Sicherheit bewiesen, dass selbst wenn dies für die ganze Welt wäre, wir dennoch nicht unseren Glauben, den Qur'an oder die Risale-i Nur als ein Mittel verwenden könnten und dürften und wir nicht eine ihrer Wahrheiten gegen die Weltherrschaft eintauschen würden; und genauso sind wir auch in der Tat. Und für diese Behauptung gibt es in zwanzig Jahren tausend Hinweise. So wie jedoch z.Zt. die Verhöre in Afyon

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ablaufen und entsprechend der Anklage, die sich aus ihnen und im übrigen aus den Polizeiberichten ergibt, werden wir wegen anderer Dinge zur Rechenschaft gezogen, so als sei es unsere Absicht und wollten wir alle unsere Anstrengungen für unsere weltlichen Intrigen einsetzen und beeilten uns nun zu den hasserfüllten Spielen dieser Welt, und wollten wir unsere Religion als Mittel zu unseren niederen Interessen missbrauchen und so ihre Heiligkeit in den Schmutz ziehen. Da dies aber nun einmal so ist, sage ich und sagen wir alle aus ganzer Kraft

﴿ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ﴾

{"Gott ist unser genügender Anteil und Er ist unser bester Anwalt." (Sure 3, 173)}

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei!"}

Eine Ergänzung meines schriftlich eingereichten Widerspruchs zu der Anklage, die der Gerichtshof in Afyon gegen uns erhoben hat.

Ich richte (diese Ergänzung) zu meinem Widerspruch nicht an den Staatsanwalt und den Gerichtshof zu Afyon, sondern an diese boshaften und misstrauischen Beamten, die aufgrund der falschen und mangelhaften Berichte des Öffentlichen Anklägers andernorts, seiner Informanten und Detektive, diese außergewöhnliche Situation hier und während des Verhörs in der Polizeidienststelle gegen uns heraufbeschworen haben.

Erstens:

Wie weit davon entfernt es ist, gerecht zu sein, Schüler der Risale-i Nur, die völlig unschuldig sind und nichts mit Politik zu tun haben, eine politische Organisation zu nennen, was völlig ohne Strunk und Stiel und uns noch nie in den Sinn gekommen ist, und diese unglückseligen, die in den Kreis (der Schüler) der Risale-i Nur eingetreten sind und kein anderes Ziel haben, als Glaube (iman) und Jenseits (akhir) und die Verbreitung (der Abhandlungen) für die Gemeinschaft, Säulen (der Gemeinschaft) mit Führungsaufgaben und einfache Mitglieder, die die Risale-i Nur lesen oder sie andere lehren oder (für andere) kopieren, eines Verbrechens zu beschuldigen und vor Gericht zu stellen, dafür liefert das Folgende einen unumstößlichen Beweis:

Obwohl in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Gedankenfreiheit und der Freiheit von Wissenschaft (Forschung und Lehre) solche, die Werke lesen, die von Dr. Dozy und anderen Atheisten geschrieben wurden und (der Seele) schaden, nicht als Verbrecher betrachtet werden, werden (im Gegensatz dazu) solche, die ein großes

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Bedürfnis und ein sehnsüchtiges Verlangen haben, die Wahrheiten (haqiqat) des Qur'an und des Glaubens (iman) zu lernen und die Risale-i Nur zu lesen und zu schreiben, die diese Wahrheiten so klar wie Sonnenlicht lehrt, als Verbrecher betrachtet. Außerdem haben wir unter den hundert Abhandlungen, um zu verhindern, dass ihnen eine falsche Ausdeutung zugeschrieben werden könne, bis sie von den Gerichten der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, zwei oder drei Abhandlungen als privat (mahrem) behandelt, von denen dann einige Sätze als Vorwand dazu dienten, uns beschuldigen zu können. Der Gerichtshof in Eskishehir hat jedoch mit einer Ausnahme alle sorgfältig geprüft, sodann (das Verfahren) abgeschlossen und dabei nur in der Abhandlung über die "Verhüllung der Frau (Tesettür Risalesi)" ein oder zwei Punkte indiziert. Diese Ausnahme wurde sowohl in meiner Petition als auch in meinem Einspruch gegen diese Anschuldigung mit äußerster Bestimmtheit klargestellt. Die Tatsache, dass wir "in unseren Händen ein Licht (Nur) tragen und keine politische Keule" konnten wir vor dem Gerichtshof in Eskishehir in zwanzigfacher Hinsicht unwiderlegbar beweisen. Auch der Gerichtshof in Eskishehir prüfte sämtliche Abhandlungen der Risale-i Nur ohne Ausnahme und obwohl er gegen keine irgendwelche Einwände erhoben hatte, dehnten diese ungerechten Ankläger diese drei oder vier (bereits indizierten) Sätze aus zwei oder drei Anhandlungen auf die ganze Risale-i Nur aus. Und so wie sie (am liebsten) auch die vierhundert Seiten der (Abhandlung) «Dhu-l'Fiqar (Ali's Schwert)» wegen zweier Seiten konfisziert hätten, beschuldigten sie auch alle, die die Risale-i Nur lesen oder abschreiben eines Verbrechens und klagten auch mich selbst des Widerstands gegen die Staatsgewalt an.

Ich stelle mich und alle meine Freunde, die mir nahe stehen und mich besuchen, zu Zeugen vor und schwöre und versichere (unter Eid), dass ich schon seit zehn Jahren außer zwei Präsidenten, einem Abgeordneten und

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dem Gouverneur (der Provinz) Kastamonu nicht mehr weiß, wer die Präsidenten des Staates sind, wer seine Minister, seine Kommandeure, Beamten und Abgeordneten. Und ich bin auch gar nicht neugierig, das herauszufinden. Vor ein oder zwei Jahren jedoch haben ein oder zwei Personen Verbindung mit mir aufgenommen und so erfuhr ich dann auch etwas von fünf oder sechs führenden Mitgliedern der Regierung. Ja wäre es denn in irgendeiner Weise möglich, dass jemand die Leute, die er bekämpft, gar nicht kennt und auch gar nicht das Interesse hat, etwas über sie zu wissen und keinen Wert darauf legt, zu erfahren, ob sie ihm Freund oder Feind sind? Aus diesen Umständen wird ersichtlich, dass sie, um mich zu verderben, in jedem Fall irgendwelche bodenlos unbegründeten Vorwände erfinden.

Da aber nun einmal die Sachlage so ist, sage ich nicht dem Gerichtshof hier, sondern jenen Ungerechten: Ich gebe keine fünf Para für eure schwerste Strafe und sie ist für mich ohne jede Bedeutung. Denn ich bin bereits 75 Jahre alt und stehe am Tor des Grabes. Ein oder zwei Jahre eines unschuldigen Lebens in der Verfolgung gegen die Rangstufe eines Märtyrers eintauschen zu dürfen, wäre für mich die höchste Glückseligkeit. Dank Tausender Beweise der Risale-i Nur glaube ich mit absoluter Sicherheit, dass der Tod für uns eine Entlassungsurkunde ist. Selbst was äußerlich betrachtet wie eine Hinrichtung erscheint, ist für uns, wenn auch eine Stunde der Qual, dennoch der Schlüssel zur Ewigen Glückseligkeit (als Ausdruck göttlicher) Barmherzigkeit. Doch Ihr, unsere heimlichen Feinde, die Ihr in eurer Ungerechtigkeit die Justiz zugunsten Eures Atheismus in die Irre führt und die Regierung (dazu treibt) sich grundlos mit uns zu beschäftigen! Wisset es und zittert: Ihr seid zur Hinrichtung auf ewig und zur ewigen Einzelhaft verurteilt. Wir sehen, dass unsere Rache euch in einer vielfachen und umfangreichen Weise auferlegt werden wird. Ja, wir bedauern Euch deswegen. In der Tat verlangt die Wahrheit des Todes,

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der diese Stadt hundertmal in den Friedhof füllt, mit Sicherheit stets mehr vom Leben. Einen Weg zu finden, um von dieser Verurteilung zum Tode errettet zu werden, ist für den Menschen über all seine Probleme hinaus sein aus dieser Notlage heraus (geborenes) größtes, wichtigstes, dringendstes Erfordernis und sein absolutes Bedürfnis. Wer aufgrund banaler Vorwände den Schülern der Risale-i Nur, die für sich selbst diesen Weg bereits gefunden haben, und der Risale-i Nur, die diesen Weg durch Tausende Zeugnisse zu finden lehrt, eine Schuld zuzuschieben versucht, wird selbst in den Augen der Wahrheit und Gerechtigkeit (haqiqat ve adalet) in einer Weise schuldig, dass dies selbst noch ein Dummkopf es verstehen kann.

Es gibt drei Gründe, die ungerechte Leute täuschen können und den Verdacht entstehen lassen, als handle es sich hier um eine politische Organisation (djemiyet), auch wenn damit gar kein Zusammenhang besteht.

Erstens:

Die Tatsache, dass meine Schüler schon seit den ersten Tagen wie Brüder innig mit mir verbunden sind, erregt den Verdacht, es handle sich dabei um eine Gemeinschaft (djemiyet).

Zweitens:

Einige Schüler der Risale-i Nur haben wie eine Islamische Gemeinschaft (djemaat-i Islamiye) gehandelt, so wie man sie überall vorfindet und wie sie ja auch vom Gesetz der Republik erlaubt sind und nicht verfolgt werden und wurden deshalb als eine Organisation (djemiyet) angesehen. Doch diese sehr begrenzten drei, vier Schüler hatten nicht die Absicht, irgendeine Vereinigung (djemiyet) zu gründen, sondern nur einander aufrichtig im Glauben zu dienen und sich gegenseitig im Dienst für das Jenseits zu unterstützen.

Drittens:

Weil aber nun diese ungerechten Leute wissen, dass sie sich im Irrtum befinden und in die Welt vernarrt sind und weil sie einige der staatlichen Gesetze und Verordnungen als gerade passend für sich finden, denken

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und sagen sie sich: "Höchstwahrscheinlich sind Said und seine Freunde gegen uns und gegen die Gesetze der Regierung, welche uns ein (Leben) nach Bürgerlichem Recht (ermöglichen), (obwohl das eigentlich) verboten (nameshru') ist. Weil dies aber so ist, sind sie eine verbotene (muhalif) politische Partei."

Dagegen sage ich:

Ihr Lumpengesindel! Wäre die Welt ewig und könnte der Mensch auf ewig in ihr verweilen, und die Aufgabe des Menschen wäre einzig in der Politik zu finden, vielleicht könnte man dann in euren Verleumdungen noch irgendeinen Sinn entdecken. Hätte ich mein Werk mit einem Auge auf die Politik unternommen, so würdet ihr nicht zehn Sätze in diesen Abhandlungen finden, sondern tausend politische, streitbare (Äußerungen). Den unmöglichen Fall einmal angenommen, wir würden gleich Euch all unsere Kraft für weltliche (dunya) Zwecke, (irdische) Vergnügungen und politische (Ziele) einsetzen - selbst der Teufel würde nicht versuchen, dazu jemanden zu überreden und niemand würde so etwas annehmen - doch sei's nun einmal drum! - ein derartiger Vorfall konnte selbst in zwanzig Jahren nicht aufgezeigt werden. Die Regierung sieht auf die Hände und nicht in das Herz und in einer jeden Regierung gibt es streitbare Gegner. Ihr könnt sicherlich keinen von uns nach Recht und Gesetz für schuldig erachten.

Mein letztes Wort:

﴿ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ إِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَهُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِ ﴾

{"Gott ist mein genügender Anteil. Es gibt keine Gottheit außer Ihm. Auf Ihn vertraue ich und Er ist der Herr des Gewaltigen Thrones." (Sure 9,129)}

Said Nursi
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Obwohl ich nach dem Freispruch vor dem Gerichtshof in Denizli drei Jahre lang in Einsamkeit gelebt und mich nicht für Politik interessiert habe, erkläre ich (nachstehend), dass dieser neue Vorfall, der dazu geführt hat, dass wir ins Gefängnis in Afyon (überstellt wurden), in zehn verschiedenen Hinsichten ungesetzlich ist.

Erstens:

Obwohl die Risale-i Nur von drei Gerichtshöfen und drei Expertenkomiteen und sieben Ämtern in Ankara und allen Justizbehörden, die sie zwei Jahre lang zwecks genauerer Untersuchung (beschlagnahmt hatten) alle einstimmig und ohne alle Einwände mit allen ihren Abhandlungen wieder freigegeben worden war, auch Said und seine 75 Gefährten wieder freigesprochen worden waren und keiner von ihnen auch nur zu einem einzigen Tag Kerkerhaft verurteilt worden war, hat man nun dennoch wiederum seine Hand nach diesen Abhandlungen ausgestreckt, als handle es sich dabei um gefährliche Papiere. Inwieweit dies völlig illegal ist, kann jeder verstehen, der auch nur über ein Körnchen Einsicht verfügt.

Zweitens:

Einem Mann, der nach seinem Freispruch dreieinhalb Jahre ganz allein als ein Fremder in Emirdagh gelebt hatte, hinter einer Tür, die von außen verschlossen und von innen verriegelt war, und der unter hundert Besuchern nur einen einzigen in wichtigen Angelegenheiten empfing, ja der selbst das Schreiben nach zwanzig Jahren aufgegeben hatte und nun nicht mehr schrieb, die Riegel aus politischen Gründen von Detektiven zu zerbrechen und ihm dann, nachdem bei der Hausdurchsuchung außer einem arabischen Gebetbuch und einer Tafel mit Glaubenssätzen an der Wand nichts weiter gefunden worden war, auch noch einen solchen Tort anzutun, {ihn nach Afyon zu überstellen (A.d.Ü.)} ist in einem derartigen Maße gegen das Gesetz, dass ein

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jeder, der auch nur über ein Körnchen Einsicht verfügt, es begreifen kann.

Drittens:

Bereits vor dem Gerichtshof habe ich gesagt: Könnte es etwa in Übereinstimmung mit irgendeinem Gesetz sein, einem Mann, dem 70 Zeugen bestätigt haben, dass er sechs Jahre lang nichts vom Großen (Zweiten) Krieg gewusst und sich nie dafür interessiert und auch nie danach gefragt hat und der diese Haltung seit zehn Jahren beibehalten hat, der seit 25 Jahren keine Zeitung gelesen oder zugehört hätte (wenn sie vorgelesen wurde) und der seit dreißig Jahren sagt:

اَعُوذُ بِاللّٰهِ مِنَ الشَّيْطَانِ وَ السِّيَاسَةِ

{"Ich nehme meine Zuflucht vor dem Teufel und seiner Politik",}

der die Politik mit aller Macht flieht und der in 22 Jahren schrecklicher Torturen sich doch, um nicht die Aufmerksamkeit der Politiker auf sich zu lenken und so mit der Politik in Berührung zu kommen, niemals an die Regierung gewandt hat, ihm (seine Haftbedingungen) zu erleichtern, seine Unterkunft und das Haus seiner Einzelhaft zu durchsuchen, als handle es sich hier um einen fürchterlichen Politiker oder einen politischen Intriganten, und ihm, während er doch schon krank ist, noch weitere unerhörte Leiden zuzufügen? Wer auch nur ein Körnchen von Gewissen empfindet, wird mit ihm in dieser Lage Mitleid empfinden!...

Viertens:

Der Gerichtshof in Eskishehir hat die Risale-i Nur sechs Monate lang genau untersucht, weil wir angeklagt waren, eine (politische) Vereinigung, einen Sufi-Orden gegründet zu haben. Aufgrund dieser Verdächtigung und wegen des persönlichen Hasses des großen Führers gegen uns veranlasste er gewisse Mitglieder der Justizbehörde, gegen uns vorzugehen. Doch das Gericht sprach uns von der Anklage, eine solche Vereinigung oder einen Orden oder die Risale-i Nur betreffend, frei und nur ein kleiner Teil der Risale-i Nur, nämlich die Abhandlung

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über "die Verhüllung der Frau (Tesettür Risalesi)" ergab eine Strafe von sechs Monaten für 15 von 100 Schülern, was aber auch nicht in Übereinstimmung mit dem Gesetz geschah, sondern nur aufgrund von Indizien. Da sie aber bereits viereinhalb Monate in Untersuchungshaft verbracht hatten, verbüßten sie danach nur noch anderthalb Monate. Zehn Jahre später sandte der Gerichtshof in Denizli abermals aufgrund einer Reihe von Vorwänden wie Gründung einer solchen Vereinigung oder eines Ordens u. dgl. und nachdem sie Briefe und andere Schriftstücke von zwanzig Jahren sorgfältig untersucht hatten, fünf Kisten Bücher an den Hochgerichtshof in Ankara, obwohl doch diese Bücher und Schriften schon einmal Gegenstand einer zwei Jahre langen, sehr sorgfältigen Untersuchung an den Gerichtshöfen in Ankara und in Denizli gewesen waren, wo bereits der einstimmige Beschluss (ergangen war), Said und seine Gefährten (von der Anklage) dieser Vereinigung oder eines Ordens

und anderer Vorwände frei zu sprechen und auch die Bücher ihren Eigentümern wieder zurückzugeben. So wird denn ein jeder, der noch nicht ganz seine

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Menschlichkeit verloren hat, verstehen, wie ungesetzlich es ist, ihn als einen politischen Agitator oder als Intriganten zu beschuldigen und die Beamten des Gerichtshofes wegen einer Ordensgründung gegen ihn aufzuwiegeln.

Fünftens:

Aufgrund des Mitleids (shefqat), das die Basis meines Weges (meslek) und die der Risale-i Nur und seit dreißig Jahren der Grundsatz meines Lebens ist, kritisiere ich nicht die Verbrecher, welche einem Unschuldigen Schaden zufügen und mir Unrecht tun und verfluche sie schon gar nicht. Sollten mir selbst einige Sünder oder glaubenslose Übeltäter noch im höchsten Zorn Unrecht tun, so hält mich doch mein Mitleid (shefqat) davon ab, sie physisch anzugreifen oder gar zu verfluchen. Denn selbst diese heimtückischen Unmenschen haben gleich ihren Eltern bedauernswerte Alte oder Unschuldige, wie die Kinder, weshalb ich diese heimtückischen Unmenschen niemals angreifen würde, damit nicht vier oder fünf Unschuldige zu Schaden kommen. Und manchmal verzichte (helal) ich sogar auf mein Recht (haqq). Es geschieht aus dem Geheimnis dieses Mitleids (sirr-i shefqat) heraus, dass ich mich absolut niemals in (die Angelegenheiten) der Regierung einmische oder (gar) die öffentliche Ruhe und Ordnung störe, wie ich dies auch allen meinen Gefährten so sehr eingeschärft habe, dass sogar einige der gerecht denkenden Polizeibeamten in den drei Provinzen (Eskishehir, Denizli, Afyon) zugegeben haben: "Diese Nur-Schüler sind ihrer Gesinnung nach auch Polizisten. Sie unterstützen die Verwaltung und sorgen für Ruhe und Ordnung (im Lande)." Für diese Tatsache gibt es Tausende von Zeugen. Sie bestätigen, dass in zwanzig Jahren ihres Lebens die Polizei noch nie einen Zwischenfall mit ihnen aufgezeichnet hat; und Tausende von Schülern bestärken dies nochmals. Welches Gesetz erlaubt es also nun, dass das Haus dieses unglücklichen Mannes durchsucht wird und dass dann diese Unmenschen ihn anklagen und, trotzdem sie nichts in seinem Hause gefunden hatten, ihm wie einem hundertfachen

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Verbrecher seine wertvollen Besitztümer, diesen so kostbaren, wunderbaren Qur'an und die Tafel mit den Glaubensinschriften wie gefährliche Blätter wegnehmen? Ja wofür sollte das denn gut sein, Tausende frommer Menschen, die durch ihre gute Gesinnung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dienen, mit einigen haltlosen Verdächtigungen gegen die Verwaltung und gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufzubringen?

Sechstens:

Unendlicher Dank sei Gott dem Gerechten, dass ein Mann durch den Segen des Qur'an erkannte, wie nutz- und sinnlos der flüchtige Ruhm und die Ehre (shan u sheref) dieser Welt und ihre egoistische Selbstbewunderung (enaniyetli hodfürush) und Ruhmsucht (shöhret) sind. Und seit der Zeit hat dieser Mann mit aller Kraft gegen seine eigenwillige Seele (nefs-i emmare) angekämpft um sie aufzugeben und seine Ich-Verhaftetheit zu brechen, um nicht gekünstelt (riya) und überheblich daher zu kommen. Wer immer dazu imstande war, sich für ihn einzusetzen und ihm zu dienen, oder mit ihm befreundet war, wusste dies mit absoluter Sicherheit und bezeugte es. Dennoch flieht er seit zwanzig Jahren davor, bei den Menschen wohlangesehen zu sein, ihre Zuneigung zu genießen, worüber sich jeder andere doch nur gefreut hätte. Doch im Gegensatz zu einem jeden anderen hat er Lobpreis und, wenn (die Menschen) ihm zujubelten und ihm einen geistlichen Stand (manevi makam) zuschreiben wollten, dies stets zurückgewiesen. Er hat selbst die gute Meinung (husn-u zan) seiner engsten Brüder (und deren Übertreibungen) abgelehnt. So hat er diese aufrichtigen Brüder gekränkt, wenn er ihre Lobeshymnen in den Briefen, die er ihnen als Antwort schrieb, nicht annahm. Er hat sich stets leer von jenen Vorzügen gezeigt, die er dann immer der Risale-i Nur, als dem Kommentar zum Qur'an und demzufolge den Schülern als geistiger Körperschaft der (Risale-i) Nur zuschrieb, während er sich selbst nur als deren niedrigen Diener begriff, was absolut sicher beweist, dass er sich nie darum bemühte, selbst verehrt zu werden, weil er das nicht wollte, ja dies sogar zurückwies.

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Ja wurde er denn unter den bestehenden Gesetzen für schuldig befunden, weil seine Freunde an einem weit entfernten Ort ihre gute Meinung (husn-u zan) von ihm übertrieben, ihm Lobeshymnen darbrachten und ihm einen (besonderen) Rang einräumen wollten, und aufgrund dessen, was ein Mann aus der Gegend von Kütahya, den er gar nicht kennt, gesagt haben soll, und aufgrund eines Briefes mit einer gefälschten Unterschrift, der nach Kütahya gesandt worden war, obwohl er doch gar keinen Brief geschrieben hatte, und aufgrund eines provokativen Buches in Balikesir, dessen Autor unbekannt geblieben ist? Ja würde es denn irgendein Gesetz irgendwo in der Welt erlauben, Beamte auszuschicken, um die Riegel zu dem Raum eines armseligen, alten, kranken Fremdlings aufzubrechen, so als habe er ein schweres Verbrechen begangen, und ihnen dies erlauben, einzig, um ein Gebetbuch und eine Tafel mit Segensprüchen vorzufinden? Würde etwa irgendein Gesetz in dieser Welt, irgendeine Politik einen derart aggressiven Einbruch (in die Privatsphäre eines solchen Mannes) erlauben?

Siebentens:

Würde etwa irgendein Gesetz es erlauben, solch einen Unglücklichen, der - und das, obwohl in der Zeit innerhalb des Landes, in der es so viele, inländische wie ausländische, politische Parteien und Strömungen gibt und der Boden bereits dazu reif ist, seinen Vorteil daraus zu ziehen, d.h. zahlreiche Diplomaten und Politiker zu seiner Unterstützung anstelle einer handvoll von Freunden zu gewinnen - zu all seinen Freunden gesagt hat - nur, weil er sich nicht in die Politik einmischen und sich die Reinheit seiner Absicht bewahren wollte, auch nicht die Aufmerksamkeit der Regierung auf sich lenken und sich nicht mit weltlichen Dingen beschäftigen wollte: "Passt auf, dass ihr nicht von den politischen Strömungen mitgerissen werdet! Lasst euch nicht in die Politik verwickeln! Stört nicht die öffentliche Sicherheit und Ordnung!" - und der, obwohl zwei Strömungen (= Parteien) ihn aufgrund seiner Zurückgezogenheit angegriffen und

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ihm viele Ungelegenheiten bereitet haben, die Alten aufgrund ihrer grundlosen Furcht und die Neuen, weil sie sagen: "Er hilft uns nicht!" - sich dennoch nicht in die weltlichen (Angelegenheiten) der Weltleute eingemischt, sondern sich nur mit dem Jenseits beschäftigt und selbst seinem eigenen Bruder in dem Dörfchen Nurs, in seiner Heimat, in 22 Jahren nicht einen einzigen Brief geschrieben, auch noch keine zehn Briefe in zwanzig Jahren an die Freunde in ihren Provinzen geschrieben hat, ja würde denn irgendein Gesetz es erlauben, solch einen Unglücklichen, der sich doch nur mit dem Jenseits beschäftigt, auf eine derartige Weise zu belästigen?

Ja würde es denn irgendein Gesetz erlauben, Kopien der Risale-i Nur, worin drei (verschiedene) Gerichtshöfe nichts verdächtiges gefunden hatten, obwohl unter den (derzeitigen) liberalen Gesetzen die Veröffentlichung der Glaubenslosen und der Kommunisten nicht verhindert wird, obwohl sie doch so sehr schädlich für Volk und Land und seine Moral sind, denn die Risale-i Nur bemüht sich seit zwanzig Jahren, das Land und das öffentliche Leben, seine Moral und seine Sicherheit zu bewahren und kämpft wirkungsvoll, um für dieses Volk die wahre Unterstützung wiederzugewinnen, die Bruderschaft der islamischen Welt und seine Freundschaft zu stärken, Abhandlungen aus der Risale-i Nur, wie den «Dhu-l'Fiqar (Alis Schwert)» und den "Stab Mosis (Asa-yi Musa)", die auf Anweisung des Ministeriums für Innere Angelegenheiten drei Monate vom Amt für Religiöse Angelegenheiten untersucht worden sind, in der Absicht, einen Anlass zur Kritik darin zu finden, und die dann doch ganz und gar anerkannt und in die Bibliothek der Regierung als ein "bedeutendes Werk" aufgenommen wurden, wobei dann der "Stab Mosis" sogar auf das Grab des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, gestellt wurde, als ein Zeichen seiner Akzeptanz, sodass er dort von den Pilgern in Augenschein genommen werden konnte, ja würde irgendein Gesetz, eine Gewissensentscheidung oder ein

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Beschluss der Justizbehörden es erlauben, diese Kopien einzusammeln, als ob es sich dabei um gefährliche Schriften handle, und sie an das Gericht einsenden?

Achtens:

22 Jahre später, nach (langer) sinnloser Mühsal im Exil, kehrte (diese Person), obwohl man ihm die völlige Freiheit wieder geschenkt hatte, nicht mehr in sein Geburtsland zurück, wo er Tausende Freunde und Verwandte gehabt hatte, sondern zog es vielmehr vor, in der Fremde zu leben, wo sich niemand um ihn sorgt, sodass er ferner keinen Kontakt mehr mit dieser Welt, dem gesellschaftlichen Leben und der Politik haben würde. So gab er denn auch die so verdienstvolle (Gebets-) Gemeinschaft in der Moschee auf und zog es stattdessen vor, in seinem Zimmer allein zu beten und zu bleiben, weil seine innere Verfassung ihn dazu bewog, sich vor der Verehrung des Volkes zurückzuziehen. Auch wurde in zwanzig Jahren seines Lebens bezeugt und von Tausenden von Türken, wertvollen Persönlichkeiten, bestätigt, dass er einen einzigen frommen und gottesfürchtigen Türken, vielen (religiös) gleichgültigen Kurden vorzieht. Ja, er bewies sogar vor Gericht, dass er einen türkischen Bruder, so einen wie Hafidh Ali, mächtig und stark im Glauben nicht gegen hundert Kurden tauschen würde. Um nicht das Objekt ihres Respekts und ihrer Verehrung zu werden, vermied er es auch, unter die Leute zu gehen, wenn es nicht sein musste, ging deshalb auch nicht zur Moschee. Seit vierzig Jahren hat er sich mit seiner ganzen Kraft und in all seinen Werken für die Brüderlichkeit im Islam und dafür, dass die Muslime einander lieben (muhabbet) sollten, eingesetzt. Da das türkische Volk der Bannerträger des Qur'an ist und das Lob des Qur'an verdient hat, liebt er dieses Volk sehr und verbringt sein Leben unter ihnen. Einen (solchen Mann) zu beschuldigen und, ihn zu verärgern, im Ton einer Amtsperson gegen ihn Propaganda zu machen, damit seine Freunde von ihm abspenstig werden, sagte der frühere Gouverneur: "Er ist ein Kurde und ihr seid Türken. Er ist Shafi'ite und ihr seid Hanefiten."

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Um so zu versuchen, jeden abzuschrecken, damit sie sich von ihm abwenden sollten. Und obwohl man ihn in zwanzig Jahren niemals und auch nicht vor Gericht dazu gezwungen hatte, seine Art, sich zu kleiden, zu ändern, auch die Hälfte der Soldaten heute keine Schirmmützen mehr zu tragen brauchen, versuchte man dennoch, eine solche Schirmmütze auf den Kopf dieses Einsiedlers zu setzen. Was für ein Sinn sollte aber darin liegen? Und welches Gesetz könne so etwas erlauben?

Neuntens:

Dies ist sehr wichtig und von großer Kraft!

Weil es aber an die Politik heranreicht, will ich lieber davon schweigen.

Zehntens:

Dies ist auch ein Angriff, den kein Gesetz erlaubt, einer, der völlig sinnlos ist und demzufolge, aufgrund einer bloßen Verdächtigung, aus einem Korn ganze Kuppeln erwachsen, einer, der von keinem Gesetz gedeckt wird. Was diesen betrifft, so will ich auch darüber stillschweigen, um nicht mit der Politik in Konflikt zu geraten, was hinsichtlich unserer Berufung (meslek) für uns nicht in Betracht kommt.

Angesichts einer solchen Behandlung, welche auf zehnfache Weise derart illegal ist, können wir nur noch ausrufen:

﴿ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ﴾

{"Gott ist unser befriedigender Anteil und unser vorzüglicher Sachwalter!" (3, 173)}

Said Nursi
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Es gibt da noch einige Punkte mehr, die ich der Regierung, den Beamten der Justiz und der Polizei in Afyon vorlegen möchte.

Erstens:

Die meisten der Propheten, die im näheren und ferneren Orient erschienen sind und die meisten Philosophen in den näheren und ferneren Ländern Europas sind ein Zeichen urewigen göttlichen Vorherwissens (qader-i edhel) dessen, dass in Asien Religion vorherrschend ist, während Philosophie den zweiten Platz einnimmt. In der Folge dieses Zeichens dürfen diejenigen, welche in Asien die Herrschaft innehaben, diejenigen, die sich für den Glauben einsetzen, nicht behindern, sondern sollten sie vielmehr dazu ermutigen.

Zweitens:

Der allweise Qur'an ist der Verstand (aqil) und die Geisteskraft (quvve-i mutefekkir) im Kopf unserer Erde. Sollte einmal - was Gott verhüten möge - sich dieser Qur'an vom Kopf unserer Erdkugel trennen, so würde die Welt ihren Verstand verlieren und es wäre gar nicht so unverständig, anzunehmen, dass ein anderer Planet mit diesem Kopf, der nun seines Verstandes entleert geblieben ist, zusammenstoßen und so die Ursache des Weltunterganges werden könnte. Ist doch der Qur'an in der Tat gleich einer Kette, die den Thron (Gottes) mit der Erde verbindet, also das Seil Gottes (hablu-llah). Mehr als die Schwerkraft behütet und bewahrt (muhafidh) er die Erde. Desgleichen ist auch die Risale-i Nur als ein wahrhaftiger und mächtiger Kommentar zum hochehrwürdigen Qur'an, ein großes, göttliches Gnadengeschenk (nimet-i Ilahiye) und ein unauslöschliches Wunder (mu'djize) des Qur'an, das in diesem Jahrhundert schon seit zwanzig Jahren seine Wirksamkeit bewiesen hat. Deshalb sollte die Regierung sie darin nicht behindern und nicht versuchen, ihre Schüler von ihr abzuhalten, vielmehr sie schirmen und schützen und dazu anregen, sie zu lesen.

Drittens:

Da aber nun all die Leute des Glaubens, die bereits gekommen sind mit all denen, die in vergangenen (Zeiten) gekommen waren und durch deren Gebete (dua)

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um die Vergebung (maghfiret) und durch gute Werke (hasanat) mit ihren Seelen (ruh) verbunden sind, habe ich vor dem Gerichtshof in Denizli gesagt:

Wenn Sie einmal vor dem großem Gerichtshof von Milliarden von Leuten des Glaubens als Ihren Anklägern und all den Nur-Schülern, die der Wahrheit des Qur'an gedient haben und die Ihr zu verurteilen und zu verderben versucht habt, gefragt werden solltet: "Warum habt Ihr denn, obwohl Ihr doch aufgrund Eurer liberalen Gesetze die Veröffentlichungen der Gottlosen, der Kommunisten und ihrer Vereinigungen, die dem Anarchismus als Nährboden gedient haben, mit so viel Toleranz und Nachsicht betrachtet und sie nicht verhindert habt, dennoch die Risale-i Nur und ihre Schüler, die sich doch darum bemüht hatten, Land und Volk vor der Anarchie, der Gottlosigkeit und der Sittenverderbnis zu bewahren und alle seine Bürger vor dem Tod, der zur ewigen Verdammnis führt, sie nun durch Gefängnisstrafen und beständige Unterdrückung ins Verderben zu führen versucht? Welche Antwort wollt ihr ihnen dann geben?" Und auch wir möchten Sie das gleiche fragen. Das habe ich zu ihnen gesagt. Und diese gerecht und billig denkenden Menschen haben uns damals freigesprochen und somit die Gerechtigkeit ihrer Justiz unter Beweis gestellt.

Viertens:

Ich hatte erwartet, dass man zu dem Verhör in Ankara oder in Afyon aufgrund der bedeutenden Angelegenheiten und um des Dienstes an der Risale-i Nur willen eine Konferenz einberufen würde, um Rede und Antwort zu stehen. In der Tat ist ein Hinweis darauf, dass die Risale-i Nur das Fahrzeug und zugleich das stärkste Mittel ist, die alte brüderliche Liebe (muhabbet) und den guten Willen von 350.000.000 Muslimen wiederherzustellen und ihre moralische Unterstützung im Lande zu erlangen, der folgende:

In diesem Jahr hat ein sehr großer Gelehrter die hauptsächlichsten Abschnitte der Risale-i Nur in Urdu und ins Arabische übersetzt und sie nach Indien und nach Arabien

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geschickt und dabei geschrieben: "Gleich wie wir uns darum bemühen, dass Einheit (vahdet) und Bruderschaft (uhuvvet) im Islam unsere größte Stütze (nokta-i istinad) sein mögen, so zeigt uns die Risale-i Nur auch, dass das türkische Volk uns stets in Religion und Glaube vorangeht."

Außerdem hatte ich erwartet, dass man spontane Fragen stellen würde, wie etwa die: "In welchem Umfang kann die Risale-i Nur eine Hilfe gegen die Gefahr des Kommunismus sein, die unser Land in Anarchie zu stürzen droht, und wie kann unser gesegnetes Land vor dieser fürchterlichen Sturzflut bewahrt bleiben?" Es hätte dies so geschehen können, hätten da nicht einige armselige Leute durch eine sehr persönlich gemeinte Verleumdung in ihrer Hinterhältigkeit aus einem Körnchen gleich eine ganze Kuppel gemacht und über Dinge von völliger Bedeutungslosigkeit, die doch gewiss gar keine Verbrechen waren, diskutiert, was mir unter solch ernsten Umständen eine solche Übelkeit verursachte, wie ich sie noch nie zuvor in meinem Leben mitgemacht hatte. In der gleichen Angelegenheit, über die wir bereits von drei Gerichten verhört und dann freigesprochen worden waren, wurden wir nun nochmals vernommen und wurden uns in ein, zwei weiteren Angelegenheiten noch zusätzliche, belanglose Fragen gestellt.

Fünftens:

Gegen die Risale-i Nur kann man weder zum Wettkampf antreten, noch sie besiegen. Sie hat seit zwanzig Jahren auch noch die verbohrtesten Philosophen zum Schweigen gebracht. Sie zeigt die Glaubenswahrheiten so klar und deutlich auf wie die Sonne. Diejenigen, die dieses Land regieren, sollten sich ihre Kraft zunutze machen.

Sechstens:

Wenn auch meine Wenigkeit durch die ihr anhaftenden Fehler in Misskredit gebracht und in den Augen der Öffentlichkeit durch falsche Anschuldigungen herabgewürdigt werden kann, so kann dies doch der Risale-i Nur keinen Schaden zufügen; es wird sie vielmehr in gewisser Weise nur noch stärken. Denn anstelle meiner eigenen vergänglichen Zunge kann die Risale-i Nur mit

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den unvergänglichen (baqi) Zungen ihrer hunderttausend kopierter Exemplare nicht schweigen; sie wird reden. Und so wie sie bisher mit Tausenden starker Zungen ihrer aufrechten Schüler stets ihren heiligen, umfassenden lichtvollen Dienst (vazife-i Nuriye) verrichtet hat, so möge Gott auch wollen (insha-a'llah), dass sie dies bis zum Tag der Auferstehung auch weiterhin tun wird.

Siebentens:

Wie ich bereits bei früheren Gerichtsverhandlungen dargelegt habe und den Beweisen entsprechend, die wir dabei vorgelegt haben, sind unsere heimlichen Feinde und unsere Gegner von Amts wegen oder auch nicht von Amts wegen, wenn sie die Regierung betrügen, bei einigen ihrer führenden Männer Misstrauen erregen und (dafür sorgen, dass) die Justizbehörden gegen uns tätig werden, entweder in schwerwiegender Weise selbst die Betrogenen, bzw. wiederum von anderen in die Irre geführt worden, oder außergewöhnlich bösartige Betrüger im Dienste ihrer anarchistischen Ideen, oder listenreiche Atheisten, die als Abtrünnige gegen den Islam und die Wahrheiten des Qur'an kämpfen. Indem sie eine absolute Despotie als "Demokratie (Djumhuriyet)" bezeichnen, um uns auf diese Weise angreifen zu können, machen sie ihren vollständigen Abfall vom Glauben zur Regierungsform, hängen ihren zügellosen Ausschweifungen (das Mäntelchen) der "Zivilisation" um, erklären ihre Unterdrückung im Namen atheistischer Willkür als "Gesetz" und führen auf diese Weise sowohl uns selbst ins Verderben, als auch die Regierung in die Irre und halten so die Justizbehörden auf sinnlose Weise in Bewegung. Wir überlassen sie nun dem Zorn des Unbezwingbaren in Seiner Majestät (Qahhar-i Dhu-l'Djelal), sagen, um uns vor ihren bösen (Werken) zu beschirmen

﴿ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ﴾

{"Gott ist unser befriedigender Anteil und unser vorzüglicher Sachwalter!" (3, 173)}

und nehmen unsere Zuflucht zu dieser Burg.

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Achtens:

Letztes Jahr schickten die Russen zahlreiche Leute auf die Wallfahrt (Haddj) und nutzten das für ihre Propaganda, um damit zu zeigen, dass sie mehr Hochachtung (hurmet) vor dem Qur'an haben als andere Völker. So trachteten sie die islamische Welt um des Glaubens wegen gegen das gläubige Volk aufzuwiegeln. Doch waren in jener Zeit die meisten Exemplare der Risale-i Nur bereits in Mekka und Medina, in Damaskus (Sham-i Sherif), auch in Ägypten und in Aleppo verbreitet, wo sie die allgemeine Anerkennung der Gelehrten erlangten und so der Islamischen Welt zeigten, dass sie wie einst das türkische Volk und seine Brüder Glaube und Qur'an unterstützen und so die älteren Brüder anderer islamischer Völker sind und ihr heldenmütiger Anführer im Dienste am Qur'an. Diese Wahrheit demonstrierten die Exemplare der Risale-i Nur in diesen heiligen Zentren. Wenn dieser so wertvolle nationale Dienst der (Risale-i) Nur in dieser Weise durch bloße Schikanen beantwortet wird, wird denn dann nicht die Erde darüber in Wut geraten?

Der neunte Punkt ist eine sehr kurze Zusammenfassung einer Angelegenheit, die bereits bei meiner Verteidigung in Denizli durchleuchtet und geklärt worden ist:

Wenn so ein abscheulicher Kommandant mit seiner geradezu genialen Intelligenz alles, was sein Heer an guten Taten vollbracht hat, seinem eigen Konto gutschreibt, die eigenen Schlechtigkeiten aber seinem Heere zuschiebt, sodass die Anzahl aller guten Taten auf einen Einzelnen reduziert, der dann zu einem Helden erhoben wird, während seine Schlechtigkeiten, wenn sie dem Heere zugeschrieben werden, sich nach der Anzahl der Soldaten steigern, was für eine fürchterliche Ungerechtigkeit ist das dann und wie weit der Wahrheit völlig entgegengesetzt! Dieser Mensch, so sagte ich damals dem öffentlichen Ankläger bei einem der früheren Verhöre, als er mich aufgrund eines Hadith angriff, dass nach meiner Erklärung diesen Mann vor vierzig Jahren getroffen hatte: "Es ist wahr: Ich beleidige ihn durch die Voraussagen,

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welche diese Hadithe ihm gemacht haben. Doch ich verteidige gleichzeitig auch die Ehre seines Heeres und bewahre ihn so vor einem schwerwiegenden Irrtum. Was jedoch Sie betrifft, so beleidigen Sie um eines einzigen Freundes willen die Ehre (sheref) eines ganzen Heeres, das der Bannerträger des Qur'an ist und der heldenhafte Befehlshaber der ganzen Welt." Möge Gott es wollen (inshaa'llah), dass der öffentliche Ankläger diese Angelegenheit nun etwas gerechter betrachtet und von seinem Irrtum befreit wird.

Zehntens:

Es gehört nun einmal zur Verfahrensweise der Justizbehörde, dass - wo die Grundsätze der Justiz und des Rechtes eines jeden, der (an das Recht) appelliert, ohne Unterschied (der Person) gewahrt werden, und es die Aufgabe derer, die sich damit befassen ist, einzig für die Sache der Gerechtigkeit zu arbeiten - selbst Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, in der Zeit seines Kalifates zusammen mit einem Juden vor Gericht erscheinen musste, wo gegen ihn verhandelt wurde. Bei einer anderen Gelegenheit sah ein gerechter Richter, wie ein Henker zornig wurde, als er einem der des Diebstahls überführt war, die Hand abhacken sollte, wie das Gesetz es befiehlt. Er setzte den Henker sofort ab und sagte voll Bedauern: "Alle diejenigen, die bisher in dieser Weise von ihren Gefühlen überwältigt wurden, während sie das Urteil vollstreckten, haben damit ein großes Unrecht begangen. Ja selbst wenn er bei der Vollstreckung des Urteils kein Mitleid mit dem Delinquenten empfindet, so darf er doch auch nicht zornig auf ihn sein. Ist er es dennoch, so ist er gewalttätig und handelt ungerecht. Vollstreckt er die Todesstrafe als Vergeltung in Wut, so wird er dadurch selbst in gewisser Weise zum Mörder." So hat es der gerechte Richter gesagt.

Obwohl das nun diese reine, vorbehaltslose Wahrheit ist, die an einem Gerichtshof vorherrscht und obwohl wir bereits vor drei Gerichten freigesprochen worden sind und diese vielleicht sogar wussten, dass neunzig Prozent

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des Volkes für uns Zeugnis ablegen würden, dass die Schüler der Risale-i Nur völlig harmlos, ja sogar nützlich für unser Volk sind, wurden unsere Schüler dennoch heimtückisch und mit einer geradezu kalten Gehässigkeit misshandelt, obwohl sie doch unschuldig waren und sehr des Trostes und einer entsprechend milden Behandlung durch das Gesetz bedurft hätten. Wir aber sind jedem Unglück und jeder Anschuldigung mit Geduld und Nachsicht begegnet, haben geschwiegen, die (ganze Angelegenheit) Gott überlassen und gesagt: "Vielleicht findet sich ja auch in diesen Dingen noch etwas Gutes." Doch befürchtete ich dabei, dass diese unglückseligen (und doch dabei völlig) unschuldigen Leute, die aufgrund (völlig) unbegründeter Verdächtigungen und (einiger) bösartiger Berichte von Informanten auf diese Weise behandelt worden waren, von einer Katastrophe heimgesucht werden würden und sah mich deshalb dazu gezwungen, dies alles aufzuschreiben. Sollte aber in dieser Angelegenheit ein Fehler unterlaufen sein, so liegt das bei mir. Diese unschuldigen Leute haben mir nur geholfen und dabei Gottes Wohlgefallen gesucht, um ihres Glaubens willen und für das jenseitige (Leben). Für sie ist eine derartige Behandlung, wo sie doch ein großes Lob und (alle) Anerkennung verdient hätten, genug um jedermann in Wut zu versetzen.

Des Weiteren, so erstaunlich das sein mag, gibt es auch dieses Mal wieder einige unbestätigte Anspielungen auf eine politische Vereinigung. Dabei haben alle drei Gerichtshöfe diesen Aspekt der Angelegenheit sorgfältig durchforstet und uns dann freigesprochen. Weder die Gerichtshöfe, noch die Polizeibehörden, noch die Komiteen der Fachgelehrten haben irgendein Anzeichen irgendeiner Vereinigung feststellen können, dass zu einer solchen Beschuldigung berechtigen könnte: Die Schüler der Risale-i Nur sind eine religiöse Bruderschaft, gleich Schülern eines Lehrers oder Universitätsstudenten oder Schüler eines Qur'an-Gelehrten, der sie darin unterrichtet, wie man

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den Qur'an auswendig lernen soll. Wer sie als eine politische Vereinigung bezeichnet und sie als eine solche beschuldigt, müsste eigentlich alle Händler, alle Prediger, ja alle Schulkinder als politische Vereinigungen ansehen. Ich sehe daher keine Notwendigkeit, die, welche hier aufgrund derartiger haltloser und sinnloser Anschuldigungen eingesperrt sind, zu verteidigen.

Hingegen gibt es überhaupt keinen Grund, der mich davon abhalten könnte, die Risale-i Nur zu verteidigen, und zwar mit den gleichen Argumenten, mit denen ich sie die drei vorausgehenden Male verteidigt habe. Denn sie ist für dieses Land und die Islamische Welt von großer Bedeutung und hat sich als ein Segen und ein Nutzen materieller wie spiritueller Art für diesen Boden und seine Nation bewahrheitet. Es gibt auch kein Gesetz und keine Politik, die mir dies verbietet oder verbieten könnte.

Wir sind in der Tat eine Vereinigung. Doch wir sind eine Vereinigung, die in jedem Jahrhundert ihre 350.000.000 Mitglieder hat. Jeden Tag verkündigen sie durch ihr fünfmaliges Gebet (namaz) in vollkommener Hingabe und Verehrung, ihre Verbundenheit und Dienstbereitschaft.

﴿ اِنَّمَا الْمُؤْمِنُونَ اِخْوَةٌ ﴾

{"In der Tat sind alle Gläubigen Brüder." (Sure 49, 10)}

Mit diesem heiligen Programm beeilen sie sich mit ihren Gebeten (dua) und mit ihren spirituellen Verdiensten einander zu Hilfe zu eilen. So sind wir denn Mitglieder dieser heiligen, gewaltigen Vereinigung. Und es ist unsere ganz besondere Aufgabe, in kritisch betrachtender Form und auf eine untersuchende Weise den Leuten des Glaubens die Glaubenswahrheiten des Qur'an zu erklären und so zugleich uns und sie vor der ewigen Verdammnis und der immerwährenden Einzelhaft im Zwischenreich (berzah) zu erretten. Wir haben absolut keine Verbindung mit irgendeiner weltlichen oder politischen Verschwörung

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oder revolutionären Vereinigung, wie man es uns zu unterstellen versucht. Wir begeben uns nicht auf die Stufe irgendeiner solchen sinn- und bedeutungslosen geheimen Verbindung hinunter. Dies haben in jedem Fall schon vier Gerichtshöfe bis in die kleinsten Feinheiten untersucht und uns am Ende schließlich diesbezüglich freigesprochen.

Said Nursi
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Eine Ergänzung zu meinem Widerspruch und zu meiner Verteidigungsschrift, die ich bereits an sechs Ministerien in Ankara geschickt hatte und hiermit dem Kriminalgerichtshof in Afyon vorlegen möchte.

Hiermit möchte ich dem Kriminalgerichtshof in Afyon Folgendes mitteilen: Nun reicht es aber! Meine Geduld dies alles noch länger zu ertragen, ist erschöpft. Es ist ein grausames und noch nie da gewesenes Unrecht, so wie es die Welt noch nicht gesehen hat, dass man mich nicht nur seit 22 Jahren grundlos schikaniert, indem man mich unter ständiger Beobachtung in der Verbannung hält, in Einzelhaft und völliger Isolation und die Schüler der Risale-i Nur schon dreimal gesetzwidrig eingesperrt hat, was uns infolge von Verdächtigungen, die völlig unbegründet und nur unter Verwendung von irgendwelchen "Möglichkeiten" anstelle von Tatsachen (zustande gekommen waren), einen Verlust von mehreren Hunderttausenden Lira eingebracht hat, und das ungeachtet der Tatsache, dass - von ein oder zwei Angelegenheiten einmal abgesehen - sechs Gerichtshöfe nicht imstande waren, in den hundert verschiedenen Teilen der Risale-i Nur irgendeine Gesetzwidrigkeit festzustellen; weshalb eine zukünftige (Zeit) und ihre kommenden Generationen noch alle diese Gewaltherrscher verfluchen werden, die dafür die Verantwortung tragen, weshalb ich auch meinen Trost in der Überzeugung gefunden habe, dass sie vor dem Letzten Gericht in die tiefsten Tiefen der Hölle verdammt sein werden, und habe so bis heute schweigend ausgeharrt. Anderenfalls hätten wir voll und ganz unsere Rechte verteidigt.

So haben denn in mehr als fünfzehn Jahren sechs Gerichtshöfe die Risale-i Nur und unseren Briefwechsel peinlich genau untersucht und fünf von ihnen haben uns in allen Punkten freigesprochen. Nur der Gerichtshof zu Eskishehir sprach unter Verwendung eines Gummiparagraphen

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eine leichte Strafe aus, wobei er unter einem Vorwand in einer einzigen Angelegenheit, nämlich in der kurzen Abhandlung über die Verschleierung der Frau fünf oder zehn Worte beanstandete, weshalb ich dann die folgende Berichtigung zunächst an den Appellationsgerichtshof und schließlich ganz offiziell nach Ankara geschickt habe, und zwar als das einzige Beispiel für eine Ungesetzlichkeit:

Einem Mann, der die Ayah über die Verhüllung der Frau (tesettür ayeti), die seit 1350 Jahren durch diesen heiligen Grundsatz, der 350.000.000 Menschen eine mächtige, ununterbrochene islamische Praxis lehrt und befiehlt, zu damaliger Zeit sowohl aufgrund der Einwände eines gewissen Atheisten gegen diese Ayah des Qur'an, als auch aufgrund der Kritik der (westlichen) Zivilisation an ihr dem Consensus und dem Urteil von 350.000 Qur'ankommentatoren und ihren Urteilen folgend und dem Weg (meslek), dem unsere Vorväter seit 1350 Jahren gefolgt sind, diese Ayah ausgelegt (tefthir) hat, für einen solchen Mann (wird die Gerechtigkeit sicherlich das Urteil) zu der wegen seines Kommentars über ihn verhängten Strafe und nachfolgenden Inhaftierung, wenn es auf der Welt überhaupt eine Gerechtigkeit gibt, auf jeden Fall das Urteil wieder aufheben und diesen so merkwürdigen Fleck auf dem (Antlitz) der Justiz einer solchen islamischen Regierung abwischen. So habe ich in dem Schriftsatz zu dem Widerspruch (den ich eingelegt habe) geschrieben und so dem Staatsanwalt (in Eskishehir) vorgelegt. Der war darüber entsetzt und sagte damals: "Du lieber Himmel (aman)! Dieser Widerspruch ist doch jetzt gar nicht mehr nötig! Von ihrer Haftstrafe ist doch nur wenig, ja wirklich, doch nur noch sehr wenig verblieben! Ihn jetzt noch einzureichen ist doch gar nicht mehr nötig."

So habt ihr denn jetzt sicherlich die merkwürdigen Beispiele in meiner Verteidigung und meinem Widerspruchsverfahren

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gleich diesem verstanden, so wie es euch und den Behörden der Regierung in Ankara vorgelegt worden ist. Was ich von dem Gerichtshof in Afyon fordere und erwarte ist Folgendes: Wir erwarten von ihm, dass er im Namen der Gerechtigkeit für vollkommene Freiheit für die Risale-i Nur plädiert, deren Dienst und Segen (bereket) dem Land und seinem Volk von gleichem Nutzen ist, wie ein ganzes Heer. Andernfalls muss ich euch mitteilen, dass mir nun, nachdem meine fünf oder zehn Mitgefangenen weggegangen waren, in meinem Herzen der Gedanke aufgekommen ist, ein Verbrechen zu begehen, dass die größtmögliche Strafe nach sich ziehen wird, sodass ich auf diese Weise gezwungen sein werde, vom Leben Abschied zu nehmen. Es ist dies wie folgt:

Obwohl es doch eigentlich notwendig wäre, dass die Regierung mich zum Wohle des Volkes und zum Besten des Landes voll und ganz in Schutz nehmen und mir helfen sollte, lässt doch die Tatsache, dass sie mich stattdessen unter Druck setzt, vermuten, dass einzelne aus dem kommunistischen Komitee, die sich jetzt dem geheimen atheistischen Komitee angeschlossen haben, das mich schon seit vierzig Jahren bekämpft, nun einige bedeutende öffentliche Ämter erlangt haben und sich jetzt mir widersetzen. Es bereitet mir Sorge, dass es viele Zeichen dafür gibt, dass die Regierung entweder nichts davon weiß oder aber billigt.

Herr Präsident! Wenn Sie mir gestatten, möchte ich Sie zu einer Sache fragen, die mich doch sehr neugierig gemacht hat. Warum, wo ich mich doch überhaupt nicht um die Politik kümmere, haben mich die Politiker dennoch aller meiner bürgerlichen Rechte, meines Rechtes auf Freiheit, ja sogar meines Rechtes auf Leben beraubt? Und warum haben sie sogar meinen so aufmerksamen Brüdern und getreuen Helfern, die doch versucht hatten, mich während meiner dreieinhalbmonatigen Isolationshaft gegen diese Pläne, mich zu ermorden, zu bewahren und mich vor meinen heimlichen Feinden, die schon elfmal

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versucht haben, mich zu vergiften, zu beschützen, jeden Kontakt mit mir verboten und mich sogar noch davon abgehalten, meine geliebten (mubarek) und dabei doch völlig harmlosen Bücher zu studieren, mit denen ich als ein alter Mann, einsam, krank und allein in der Verbannung, stets vertraut gewesen bin!?

Ich habe den Herrn Staatsanwalt sehr darum gebeten, mir doch eines meiner Bücher zu überlassen. Doch hat er mir keines gegeben, obwohl er es mir doch eigentlich versprochen hatte. Man hat mich dazu gezwungen, einsam und ohne jede Beschäftigung in einer großen, eiskalten Zelle zu verbleiben und die Beamten und Angestellten, welche sich um mich kümmern sollten, sogar dazu angehalten, statt mit mir freundlich umzugehen und mich zu ermutigen, mich vielmehr auch noch feindselig zu behandeln. Hierzu nur ein kleines Beispiel: Ich habe einmal an den Gefängnisdirektor, den Staatsanwalt und den Gerichtspräsidenten eine Petition geschrieben und sie an einen meiner Brüder geschickt, mit der Bitte, sie in die neuen Buchstaben umzusetzen, weil ich sie nicht beherrsche. Er hat sie geschrieben und sie wurde ihnen gegeben. Daraufhin hat man mir, als hätte ich ein großes Verbrechen begangen, auch noch die Fenster zugenagelt. Da der Rauch mich beinahe erstickte, hatte ich darauf bestanden, wenigstens ein Fenster offen zu lassen. Jetzt haben sie das auch noch zugenagelt. Und zudem verbrachte ich, obwohl doch eine Einzelhaft im allgemeinen nicht länger als 15 Tage dauert, insgesamt drei und einen halben Monat in einer völligen Isolation, und man erlaubte in dieser Zeit meinen Freunden nicht irgendeinen Kontakt mit mir. So hat man vor drei Monaten auch eine vierzig Seiten lange Anklageschrift gegen mich erstellt und mir gezeigt. Ich kann aber diese neuen Buchstaben nicht lesen, ich war krank, und meine eigene Handschrift ist nur sehr mangelhaft. So bat ich nachdrücklich darum: "Bitte, lassen Sie zwei meiner Schüler kommen, die meine Ausdrucksweise kennen. Sie könnten

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mir die Anklageschrift vorlesen und meine Gegenargumente niederschreiben". Sie haben das aber nicht erlaubt, sondern stattdessen gesagt: "Ihr Verteidiger soll kommen und das lesen." Doch dann haben sie auch ihn davon abgehalten und haben nur zu einem Mitbruder gesagt: "Schreib das mit den alten Buchstaben ab und gib es ihm!" Doch diese vierzig Seiten abzuschreiben hätte sechs, sieben Tage gedauert. Diese eine Stunde Arbeit, um mir diese Anklageschrift vorzulesen, auf sechs, sieben Tage hinaus zu strecken, in dem Gedanken, dass so niemand mit mir Kontakt aufnehmen werde, ist eine reine Repressalie, die mich vollständig meines Rechtes beraubt, mich verteidigen zu können. In dieser Welt bekommt noch nicht einmal ein hundertfacher Mörder vor seiner Hinrichtung eine solche Behandlung. Ich erleide hier tatsächlich sehr große Qualen, weil ich gar keinen Grund für diese beispiellosen Schikanen kenne. Ich habe aber gehört, dass der Vorsitzende des Gerichtshofes ein rechtschaffener (vidjdanli) und barmherziger (merhametli) Mann sein soll. Ich habe deshalb zum ersten und letzten Mal diese Petition und Beschwerdeschrift geschrieben.

In völliger Isolationshaft, in einem kranken und erbärmlichen Zustand

Said Nursi

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Diese Schrift enthält vier grundsätzliche Punkte der Anklage gegen mich:

Erster Punkt:

Man wirft mir vor, stolz und überheblich zu sein und mir einzubilden, ein Erneuerer des Glaubens (Mudjeddid) zu sein.

Ich lehne das mit aller Macht (quvvetim) ab. Des Weiteren bezeugen alle meine Brüder, dass ich die Unterstellung, ein Mehdi zu sein, niemals akzeptiert habe. In der Tat erklärte Said in seiner Verteidigungsrede, als das Komitee der Sachverständigen vor dem Gerichtshof in Denizli behauptete: "Würde Said sich selbst zum Mehdi erklären, würden alle seine Schüler das akzeptieren." Indem er sagte: "Ich bin kein Seyyid (= ein Nachkomme des Propheten). Der Mehdi wird aber ein Seyyid sein." Auf diese Weise wies er (ihre Anschuldigungen) zurück.

Zweiter Punkt:

Er publiziert im Geheimen.

Unsere geheimen Feinde sollen nicht unsere Schriften dadurch verfälschen, dass sie deren falsche Auslegung betreiben. Denn es findet sich nichts in ihnen, was die Politik und die öffentliche Ordnung betrifft. Auch sollten sie den Vervielfältigungsapparat und die alten (arabischen) Buchstaben nicht zum Vorwand nehmen. Sechs Gerichtshöfe und verschiedene Regierungsabteilungen in Ankara wussten sehr wohl, dass die Risale-i Nur

sich mit

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dieser Ohrfeige gegen Kemal Mustafa Pascha richtete, haben sich aber nicht (in diese Angelegenheit) eingemischt, sondern uns freigesprochen und uns alle unsere Bücher samt dem Fünften Strahl wieder zurückgegeben. Im Übrigen wurden seine üblen Taten aufgezeigt, um so den Wert seines Heeres zu bewahren. Hier ging es darum, eine einzelne Person nicht zu lieben, nur um sein ganzes Heer zu lieben und zu loben.

Dritter Punkt:

"Er hetzt dazu auf, gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung zu verstoßen." Gegen diesen Vorwurf ist zu bemerken, dass in den vergangenen zwanzig Jahren sechs Gerichtshöfe und die Polizei in zehn Provinzen nicht einen einzigen Zwischenfall bemerkt und darüber berichtet haben, dass hunderttausend Nurdjus und hunderttausend Exemplare einzelner Kapitel der Risale-i Nur die öffentliche Sicherheit und Ordnung gestört und gegen die Sicherheitsvorschriften verstoßen hätten, was die merkwürdige Beschuldigung zurückweist und zunichte macht. Es hätte keinen Sinn, noch einmal auf einige wenige bedeutungslose Dinge in dieser neuen Anklageschrift einzugehen, nachdem bereits drei Gerichtshöfe uns in eben diesen selben Punkten freigesprochen haben, auf die wir ja bereits mehrfach eingegangen sind.

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Uns wegen eben dieser Dinge erneut anzuklagen, kommt einer Anklage gegen das Kriminalgericht in Ankara sowie der Gerichtshöfe in Eskischehir und Denizli gleich, die uns in dieser Angelegenheit bereits freigesprochen haben, weshalb ich es diesen überlasse, darauf zu antworten. Doch gibt es da noch zwei, drei weitere Punkte.

Erstens:

Obwohl (das indizierte Buch) zwei Jahre lang in Denizli und vom Kriminalgerichtshof in Ankara in allen Einzelheiten genau untersucht worden war und man uns danach freigesprochen und das Buch wieder zurückgegeben hatte, bezieht nun diese Anklageschrift ein, zwei Dinge im Fünften Strahl auf einen Heerführer, der bereits verstorben und dahingegangen ist, und macht uns dafür haftbar. Wir aber halten dagegen: Kein einziges Gesetz kann uns eine Schuld dafür zusprechen, wenn wir eine allgemeine, berechtigte Kritik gegen eine Person erheben, die verstorben und dahingegangen und somit von allen Regierungsgeschäften abgeschnitten ist.

Des Weiteren hat die Staatsanwaltschaft eine ganz allgemeine, beliebig anwendbare Bedeutung dahingehend manipuliert, dass sie einen Teilaspekt auf einen ganz bestimmten Heerführer angewandt hat. Kein Gesetz kann es als ein Verbrechen ansehen, wenn sich nur der hundertste Teil einer Bedeutung, den man vielleicht in einer Beziehung zu einer bestimmten Person interpretieren könnte, in einer vertraulichen, rein privaten (mahrem) Abhandlung (risalah) vorfindet. Zudem interpretiert doch diese Abhandlung die allegorisch (auszulegenden) Hadithe auf eine staunenswerte Weise. Da diese Erklärungen schon vor dreißig, vierzig Jahren niedergeschrieben worden sind und in meinen Schriften zur Verteidigung und zum Widerspruch ganz präzise beantwortet sind, und außer Ihrem bereits drei anderen Gerichtshöfen und sechs Abteilungen der Regierung in Ankara zweimal in drei Jahren vorgelegt worden sind, ohne dass eine Kritik gegen sie erhoben wurde, kann es doch wohl kein Gesetz als ein Verbrechen ansehen, wenn es sich herausstellt, dass Erklärungen

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der wahren Bedeutung von Hadithen genau zu einem mit Fehlern behafteten Individuum passen.

Des Weiteren sind die Verdienste an den Reformen, an denen diese Person ihren Anteil hatte und die Fehler, deren Ursache er war, nicht nur seine eigenen; sie sind auch die des Heeres und der Regierung. Er hatte nur einen Anteil an ihnen. Und wenn es auch sicherlich kein Verbrechen ist, ihn wegen seiner Fehler zu kritisieren, so kann man doch auch nicht sagen, dass (eine Kritik) ein Angriff gegen seine Reformen ist. Und gäbe es da weiter vielleicht eine Möglichkeit, jenen Mann, der den ewigen Ruhm dieser heldenhaften Nation, dessen Quelle in seinem Dienst am Qur'an und in seinem ganzen Streben (Djihad) in dieser Welt gleich einem ganz großen Denkmal wie ein Juwel glänzt, dieses so große und kostbare Andenken an die Schwerter, die Ayasofya (während des Kampfes um Byzanz) in einen Götzentempel und den Meshihat (den Sitz des Scheichu-l'Islam) in ein Lyzeum umgewandelt hat, dass es ein Verbrechen sein sollte, einen solchen Mann nicht zu lieben?

Zweiter Punkt der Schuldzuweisung in dieser Anklage:

Drei Gerichtshöfe haben mich in dieser Angelegenheit bereits freigesprochen; und wie ich schon vierzig Jahre zuvor die Auslegung einer wunderbaren Hadith erläutert habe, bestätigte der Scheichu-l'Islam aller Menschen und Djinnen, Sembili Ali Efendi: "Es darf nicht erlaubt werden, eine solche Schirmmütze aufzusetzen, noch nicht einmal zum Scherz." Der Scheichu-l'Islam und die ganze islamische Ulema (= der Rat der Gelehrten) haben dies für nicht erlaubt angesehen. In einer Zeit, in der das ganze islamische Volk dazu gezwungen war, sie aufzusetzen, befanden sich alle die großen Gelehrten des Islam in Gefahr (denn sie mussten ihren Glauben aufgeben, um nicht in einen Zustand der Rebellion hineinzugeraten). Da es aber bereits in einem Abschnitt des Fünften Strahls, der bereits vierzig Jahre zuvor niedergeschrieben worden war, heißt: "Die Mütze wird auf den Kopf gelangen und sagen:

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Beuge (sedjde) dich nicht! Doch der Glaube in den Köpfen wird diese Mützen dazu bringen, sich zu beugen. Und so möge Gott wollen (insha-a'llah) dass sie Muslime werden!" wurde die Masse der Muslime vor einer Rebellion oder einer Revolte bewahrt, als auch davor, ihren Glauben freiwillig aufzugeben. Und obwohl es gar kein Gesetz gibt, dass einem Eremiten derartige Dinge aufzwingen könnte und mich in zwanzig Jahren auch keine der sechs verschiedenen Provinzregierungen dazu zwingen konnte, so etwas aufzusetzen, die Beamten in ihren Büros, die Frauen, die Kinder und die Leute in den Moscheen und die Mehrheit aller Bauern, so etwas auch gar nicht zu tragen brauchen, hat man sie nun auch offiziell von den Köpfen der Soldaten genommen und so sind denn nun in vielen Provinzen Barette und faltbare Mützen nicht mehr verboten. Dennoch ist (die ganze Angelegenheit) jetzt zu einem Grund der Anklage für mich selbst und meine Mitbrüder geworden. Ja könnte es denn durch irgendein Gesetz der Welt, der Zweck eines solchen Verfahrens sein, eine so völlig sinnlose Anklage zu erheben, es handle sich hier um ein Verbrechen?

Dritter Punkt der Schuldzuweisung in dieser Anklage:

Er hetzt in der Provinz Emirdag dazu auf, gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung zu verstoßen. Mein Widerspruch dagegen ist folgender:

Da ist zunächst einmal eine ganze Liste von Gründen für ein Widerspruchsverfahren, die nicht von der Hand zu weisen sind und die ich dem Gerichtshof hier bereits vorgelegt habe, sowie mit Wissen und Erlaubnis des Gerichts auch den sechs Abteilungen der Regierung in Ankara. Ich lege sie deshalb jetzt auch genauso als Widerspruch gegen die Anklageschrift vor.

Zweitens:

So wie alle, die mir in Emirdag begegnet sind, bereits bezeugt haben, auch die Leute dort und die Polizei bestätigt haben, habe ich während meines einsamen Lebens mich mit ganzer Kraft dagegen gesträubt,

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mich in die Politik in dieser Welt einzumischen. Ich habe es sogar aufgegeben, zu schreiben und mit anderen zu korrespondieren. So habe ich denn außer zwei Abhandlungen, einer über (den Sinn) der Wiederholungen im Qur'an und (einer zweiten) über die Engel, nichts weiter geschrieben. Und ich habe jede Woche für einen bestimmten Ort einen Brief geschrieben, um (die Leute dort) zur Risale-i Nur zu ermuntern. Ja ich habe in der Tat während dreier Jahre nur drei oder vier Briefe an meinen leiblichen Bruder geschrieben, der Mufti ist und zwanzig Jahre lang mein Schüler war. Er hat sich große Sorgen um mich gemacht und mir zu den Festtagen Glückwünsche (tebrik) gesandt. Und obwohl ich zwanzig Jahre lang meinem Bruder in der Heimat niemals geschrieben habe, werde ich nun in der Anklageschrift auch noch beschuldigt, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gefährden, und (der Staatsanwalt) sagt mir redegewandt (djerbeze) nach, indem er den alten Refrain wieder aufwärmt: "er widersetzt sich der Reform". Dem halten wir entgegen:

Die Tatsache, dass in zwanzig Jahren sechs Gerichtshöfe und die Polizeiorgane, die in zehn Provinzen mit der Materie vertraut sind, nicht einen einzigen Zwischenfall registriert haben, was die Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung betrifft, und das in Verbindung mit zwanzigtausend, ja vielleicht hunderttausend Leuten, die voll Begeisterung die zwanzigtausend Kopien der Risale-i Nur gelesen haben, zeigt, dass es vielleicht nur eine einzige Möglichkeit unter Tausenden von Möglichkeiten gibt, die man als Tatsache ansehen könnte. Wenn es aber gar kein Anzeichen dafür gibt, dass es eine solche Möglichkeit unter zwei oder drei Möglichkeiten gegeben hätte, so liegt hier auch überhaupt gar kein Verbrechen vor. Und zudem gibt es unter Tausenden von Möglichkeiten nicht nur eine Möglichkeit, dass jeder, den öffentlichen Ankläger mit eingeschlossen, der mich angreift, zahllose Leute umbringen könnte. Sie könnten unter Hinweis auf die Anarchisten und Kommunisten die öffentliche Sicherheit

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und Ordnung stören, Ruhe und Ordnung gefährden. Das aber heißt: eine derart merkwürdige und solchermaßen übertriebene Verwendung bloßer Möglichkeiten als tatsächliche Ereignisse anzunehmen ist ein Angriff gegen das Gericht und ein klarer Verstoß gegen das Gesetz.

Überdies gibt es in jeder Regierung eine Opposition. Es ist also kein Verbrechen, wenn auch nur in Gedanken ein Oppositioneller zu sein. Die Regierung schaut auf die Hände, ins Herz schaut sie nicht. Besonders aber machen wir uns Sorge darüber, dass diejenigen, die jemanden, der seinem Volk einen großen Dienst erwiesen hat und seinem Lande von Nutzen war, ohne dass dabei irgendein Schaden entstanden wäre, der sich außerdem nie um das gesellschaftliche Leben gekümmert hat, den man vielmehr dazu gezwungen hat, in völliger Isolierung zu leben, dessen Werke jedoch in den Zentren der islamischen Welt mit einer uneingeschränkten Begeisterung und Anerkennung (taqdir ve tahsin) aufgenommen werden, {Im 81. der 100 Irrtümer hinsichtlich der Werke behauptet der Öffentliche Ankläger in seiner Anklageschrift: "Die Erläuterungen im Fünften Strahl sind falsch."} die also einen solchen Mann auf eine derart merkwürdige Weise und so grundlos verdächtigen, sich für die Sache des Anarchismus, ja sogar für den Kommunismus missbrauchen lassen.

Antwort:

Es heißt da im Fünften Strahl: "Gott weiß, dass dies eine (mögliche) Auslegung ist." Damit ist Folgendes gemeint: "Es ist möglich, dass dies die Auslegung der Hadith sein könnte." Nach den Gesetzen der Logik (mantik) kann (in dieser Aussage) keine Lüge enthalten sein. Dies könnte nur durch einen Beweis seiner Unmöglichkeit bewiesen werden.

Zweitens:

In den letzten zwanzig, oder eigentlich vierzig Jahren, hat keiner meiner Gegner oder einer derjenigen, die sich darum bemüht haben der Risale-i Nur zu widersprechen, sei es aus wissenschaftlichen Gründen (ilm),

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oder aufgrund der (Gesetze) der Logik (mantik) meinen Auslegungen widersprochen, selbst nicht die großen Gelehrten unter meinen Gegnern (ulema) und nicht die Tausenden Wissenschaftler (alim) unter den Nur-Schülern; ja sie haben noch nicht einmal gesagt: "Das sollte man noch genauer unter die Lupe nehmen (fihi nazarun)." So überlasse ich es denn nun Ihrer rechtschaffenen Gesinnung, (zu beurteilen) wieweit die Gesinnung dessen, der noch nicht einmal weiß, wie viele Suren der Qur'an hat, davon entfernt ist, noch rechtschaffenen zu sein, wenn er (eine solche Auslegung) mit einer solchen Zurückweisung entgegennimmt.

Kurzum:

Der Sinn der (indizierten) Auslegung ist der, dass der mögliche oder wahrscheinliche Sinn einer Hadith oder Ayah einer unter vielen anderen Sinngebungen ist.

Aufgrund einiger Hinweise habe ich erkannt, dass unsere verborgenen Feinde, in der Absicht den Wert der Risale-i Nur herabzumindern und unter dem Verdacht, es ginge mir um die Idee des "Mehdi", was wiederum politische Assoziationen wach ruft, und ich würde dafür die Risale-i Nur als Mittel gebrauchen, völlig haltlose Verdächtigungen untersuchen. Vielleicht entstehen alle diese Schikanen gegen meine Person aufgrund dieser Verdächtigungen. Wir aber sagen diesen verborgenen, grausamen Gegnern und denen, die in ihrer Feindseligkeit gegen uns auf sie hören: Gott bewahre! Und noch einmal: da sei Gott vor! 70 Jahre meines Lebens und besonders diese letzten 30 Jahre, die 130 Kapitel der Risale-i Nur und Tausende von Leuten, die mir ihre aufrechte Freundschaft entgegen gebracht haben, bezeugen, dass ich zu keiner Zeit meine Grenzen in dieser Weise überschritten und die Glaubenswahrheiten als ein Mittel gebraucht habe, um Ruhm (makam), Ruf und Ehre für mich selbst zu gewinnen.

Die Nur-Schüler wissen es und ich habe den Gerichtshöfen in gewisser Weise die Beweise dafür vorgelegt,

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dass ich nicht um meinetwillen, für Ruhm (makam), Ruf und Ehre, um einen Platz auf der Stufenleiter im Jenseits und in der geistigen Welt zu gewinnen, sondern um mit meiner ganzen Kraft und Überzeugung den Leuten des Glaubens einen Dienst im Glauben zu erweisen, gewillt bin, nicht nur das Leben in dieser Welt und seine vergänglichen Stufen (fani makamat), sondern, wenn es notwendig sein sollte, auch das jenseitige Leben (ahiret hayati) und seine jenseitigen, ewigen Stufen, wie jeder sie erstrebt, hinzugeben (feda); ja sollte es notwendig sein, so wäre ich selbst noch bereit (kabul) das Paradies (Djennet) zu verlassen und in die Hölle (Djehennem) zu gehen. So wie meine aufrechten Brüder dies wissen und ich es den Gerichten in gewisser Weise auch bewiesen habe, so wird es dieses Volk, unter derartigen Anschuldigungen, in meinem Dienst an der Risale-i Nur und in meinem Glauben nicht aufrichtig zu sein und dabei die Risale-i Nur in ihrem Wert derart herabzuwürdigen, auch noch seiner großen Wahrheiten (haqiqat) berauben.

Wenn also etwa deswegen, weil sie sich diese Welt als ewig vorstellen und dabei denken, dass ein jeder Religion und Glaube (din ve iman) für weltliche Zwecke gebraucht, diese Unglückseligen ihre weltlichen Motive jemandem unterschieben, der alle Leute des Irrweges in dieser Welt herausfordert und dazu bereit ist, sein diesseitiges und, wenn es sein muss, auch sein jenseitiges Leben hinzugeben, und der den Anspruch erhebt, nicht eine einzige Glaubenswahrheit für das Königreich dieser Welt einzutauschen, und der im Sinne seiner Aufrichtigkeit (ikhlas sirri) mit aller Macht vor der Politik flieht und vor all den materiellen und spirituellen Rängen, die irgendwie nach Politik riechen, der seit zwanzig Jahren alle unvergleichlichen Qualen erduldet, und der getreu seiner Berufung (meslek) sich nicht zur Politik herabgelassen hat, der sich um seiner Seele (nefs) willen für weit unterhalb seiner Schüler einschätzt und deshalb stets von ihnen ihren Beistand (himmet) und ihr Gebet (dua) erwartet,

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sich selbst aber für wahrhaft erbarmungswürdig und unbedeutend hält, wenn sie also diesem Mann, dem einige seiner aufrichtigen Brüder aufgrund ihrer außerordentlichen Glaubensstärke, die sie aus der Risale-i Nur gewonnen haben, in ihren persönlichen Briefen einige Tugenden der Risale-i Nur zuschreiben, weil er ja ihr Dolmetscher ist, und aufgrund einer Gewohnheit, der absolut keine politischen Hintergedanken zugrunde liegen, einen hohen Rang zuerkennen, so wie Menschen diesen bedauernswerten Mann, den sie aber aufgrund seiner "Sendschreiben" hoch verehren und ihn "mein Herr (Sultan) und mein Wohltäter" nennen, und die tausendmal besser von ihm denken als ihm zusteht und dabei einer altehrwürdigen Sitte folgen, wie sie zwischen Lehrer und Schüler (ustadh ve taleb) üblich ist und die Bedeutung einer Art Dankbarkeit hat, und die ihn dabei über die Maßen preisen und ekstatische Lobeshymnen über ihn schreiben, so wie es üblich war, sie am Ende eines weithin gerühmten Buches zu schreiben, wenn sie also derartige Dinge tun, kann man dies denn dann in irgendeiner Weise als ein Verbrechen betrachten? Es ist dies sicherlich der Wahrheit in gewisser Weise entgegengesetzt, weil es eine Übertreibung ist.

Da er aber nun ein Fremdling ist, der keinen hat und um den sich niemand kümmert, aber sehr viele Feinde hat und viele Gründe, die seine Helfer in die Flucht jagen könnten, und er nun einzig um die innere Kraft seiner Helfer angesichts so vieler Widersacher zu stärken, sie davor zu bewahren, die Flucht zu ergreifen und den Enthusiasmus derer nicht zu zerstören, die ihm solche Lobeshymnen singen, einen Teil ihrer Lobeshymnen (über ihn) in Lobeshymnen über die Risale-i Nur verwandelte, mag man nun, obwohl er sie nicht ganz und gar zurückgewiesen hatte, verstehen, wie weit sich einige Beamte unter den Staatsdienern von der Wahrheit, dem Gesetz und jeglichem rechtschaffenem Denken entfernt haben und wie tief sie doch gesunken sind, wenn sie sich darum bemühen,

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den Glaubensdienst eines alten Mannes an der Schwelle des Grabes so hinzustellen, als geschehe dies alles nur um weltlicher Dinge willen. Mein letztes Wort lautet:

﴿ ﴿لِكُلِّ مُصِيبَةٍ﴾ إِنَّا لِلّٰهِ وَإِنَّآ إِلَيْهِ رَاجِعُونَ ﴾

{"In allem Unglück: Fürwahr, Gottes sind wir und zu Ihm kehren wir zurück." (Sure 2, 156)}

Said Nursi
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Nachtrag

Ich habe gesehen, dass auf der Rückseite des letzten Berichtes bezüglich der Nachforschungen des Untersuchungsrichters Folgendes vermerkt wurde:

"Unter dem Vorwand, dass die Auslegung der drei Ayat sich gegen die moderne Zivilisation richtet, nicht konform geht mit dem derzeitigen Bürgerlichen Recht, wurde vor vier Monaten vom Kabinett der Beschluss gefasst, die Verbreitung des Fünfundzwanzigsten Wortes (mit dem Titel): Der Qur'an als ein Wunder, zu verbieten."

Meine Antwort darauf ist diese: "Der Qur'an als ein Wunder" ist jetzt ein Teil des Dhu-l'Fiqar (= Alis Schwert) und nur auf 2 Seiten des etwa 400 Seiten umfassenden Dhu-l'Fiqar finden sich diese Erläuterungen zu den drei Ayat, die sich, in einer Weise, der man nicht widersprechen kann, gegen eine gewisse Kritik des Qur'an an der modernen Zivilisation richten, und in dreien meiner früheren Abhandlungen enthalten sind. Eine davon handelt über die Verschleierung der Frau (tesettur-u nisvan), die zweite

﴿ فَیِلاُمِّهِ السُّدُسُ ﴾

{"und die Mutter ein Sechstel" (Sure 4, 11)}

betrifft das Erbrecht und gleich wie die dritte

﴿ فَلِلذَّكَرِ مِثْلُ حَظِّ الْاُنْثَيَيْنِ ﴾

{"und dem Mann einen Anteil gleich dem zweier Frauen" (Sure 4, 176)}

Ich habe die Weisheit, die in der Bedeutung dieser Verse liegt, vor zwanzig Jahren auf zwei Seiten und auch in meinen übrigen Abhandlungen vor dreißig Jahren in einer Weise erläutert, welche die Philosophen zum Schweigen bringen würde. Es ist deshalb laut Gesetz unser Recht, anstatt den Dhu-l'Fiqar mit seinen 400 Seiten zu

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beschlagnahmen, mit der Verdächtigung, er sei jetzt erst geschrieben worden, nur diese beiden Seiten herauszunehmen und uns dann das Buch wieder zurückzugeben. Es ist so, als enthalte ein Rundschreiben ein oder zwei provokante Wörter: man schneidet diese Wörter heraus und danach ist seine Veröffentlichung erlaubt. In dieser Art erbitten wir entsprechend der Gerechtigkeit Ihres Gerichtshofes unser Recht.

Da bisher niemand die Gelegenheit finden konnte, zu mir zu kommen und mir diese vierzig Seiten lange Anklageschrift vorzulesen, die man mir vor einem Monat gegeben hat, hat man sie mir erst heute, am 11. Juni, zum ersten Mal vorgelesen. Ich habe mir das alles angehört und sehe nun, dass der Widerspruch, den ich vor zwei Monaten eingelegt hatte, mit allen Punkten, mit Anhang und Ergänzung zu meinen Einwänden sowohl zu sechs verschiedenen Abteilungen in Ankara als auch zu Ihrer Behörde geschickt worden ist. Dieser Widerspruch (den ich Ihnen eingereicht habe), widerlegt Ihre Anklageschrift von Grund auf und weist sie zurück. Ich sehe daher keine Notwendigkeit, hier alle meine Einwendungen noch einmal aufzulisten. Ich möchte dem öffentlichen Ankläger lediglich zur Erinnerung in zwei, drei Punkten Folgendes sagen:

Der Grund dafür, dass ich der Anklageschrift keine weitere Beachtung geschenkt habe und nicht mehr auf ihre einzelnen Punkte eingegangen bin, war der, dass ich die drei rechtschaffenen Gerichtshöfe, die uns bereits freigesprochen hatten, in ihrer Ehre nicht verletzen und missachten wollte. Denn diese Gerichtshöfe hatten uns bereits freigesprochen, nachdem sie alle Punkte der jetzt vorliegenden Anklageschrift bis ins kleinste Detail genau untersucht hatten. Ihren Freispruch so völlig unbeachtet zu lassen, hieße die Ehre des Gerichtswesens zu verletzen.

Zweiter Punkt:

Der Öffentliche Ankläger stellt uns nun aufgrund seiner grob fahrlässigen Ausdeutungen, wobei er einige Meinungsäußerungen, an die wir dabei gar nicht

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gedacht hatten, mit ein oder zwei Punkten unter tausend anderen verbindet, unter Anklage. Diese Punkte finden sich jedoch in dem Gesamtwerk der Risale-i Nur. Die Gelehrten der Al-Ashar Universität in Kairo, die führenden Gelehrten in Damaskus, auch die scharfsinnigsten Gelehrten in Mekka und Medina, in Aleppo und anderswo, ganz besonders aber auch die mit der Untersuchung (beauftragten) Gelehrten im Direktorat für Religiöse Angelegenheiten haben sie alle gesehen und gepriesen, ihr beigestimmt und ihre Unterschrift unter sie gesetzt. So habe ich denn mit Erstaunen und Befremden einige Anklagepunkte gelesen, welche nach Art von Wissenschaftlern, Gelehrten und Kennern der Materie vorgetragen werden. Selbst wenn mir einige Irrtümer unterlaufen wären und wenn nun die Anklage gerechtfertigt wäre, wobei nun Tausende von Gelehrten sie nicht bemerkt hätten, so wäre auch das nur ein akademischer Fehler und keineswegs ein Verbrechen. Zudem haben bereits drei Gerichtshöfe sowohl die Risale-i Nur freigegeben als auch uns selbst freigesprochen. Nur der Gerichtshof in Eskishehir hat aufgrund von fünfzehn Worten im "Vierundzwanzigsten Blitz", was die Verschleierung der Frau betrifft, einige leichte Urteile über mich selbst und über 15 von 100 meiner Kollegen ausgesprochen. Ich habe Widerspruch dagegen eingelegt und geschrieben, dass wenn es überhaupt noch eine Gerechtigkeit auf dem Antlitz der Erde gibt, sie es nicht zulassen könnte, dass ich aufgrund eines solchen Kommentars zu einer Ayah verurteilt werde, der doch nur zusammenfasst, was bereits in 350.000 Kommentaren dargelegt worden ist. Es ist, als wolle der Öffentliche Ankläger von tausend Dächern Wasser sammeln {d.h. er sucht nach einer Ausrede (A.d.Ü.)} und versuche nun, eine Reihe von Sätzen, die ich im Laufe der letzten zwanzig Jahre in meinen Büchern und Briefen geschrieben habe, zusammenzustellen und gegen uns zu verwenden. Auf

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diesen Punkten beruht nun unser imaginäres Verbrechen, von dem uns nicht nur drei, sondern bereits fünf oder sechs Gerichtshöfe freigesprochen haben. Daran möchte ich nur den auf Gerechtigkeit bedachten Gerichtshof erinnern, nicht etwa um die Ehre dieser Gerichtshöfe anzugreifen.

Drittens:

Sogar der ausdrückliche Widerspruch und die Kritik an einem Führer, der längst schon gestorben und begraben ist, und dessen Verbindungen zur Regierung aufgehört haben, zu bestehen, und der die Ursache einiger Fehler in den Reformen gewesen ist, kann gesetzlich noch kein Verbrechen sein. Eine solche Kritik gibt es aber gar nicht. Der Öffentliche Ankläger hat meine allgemeinen Bemerkungen ihm gegenüber völlig falsch ausgelegt. Er hat diese vertraulich gehaltenen (mahrem) Ansichten, wie wir sie nicht jedem mitteilen, an die Öffentlichkeit gebracht und die allgemeine Aufmerksamkeit auf sie gelenkt. Wenn es also in dieser Angelegenheit ein Verbrechen gibt, dann ist hier der Öffentliche Ankläger der Schuldige. Denn er wiegelt das Volk auf und lenkt dessen Aufmerksamkeit auf dergleichen Ansichten.

Viertens:

Aufgrund haltloser Verdächtigungen und indem er stets den alten unsinnigen Kehrreim wiederholt und Wasser von tausend Dächern zusammenträgt, untersucht hier der Öffentliche Ankläger Hinweise auf eine illegale Organisation, und das trotzdem drei Gerichtshöfe uns ganz eindeutig freigesprochen haben. Während es aber nun zahlreiche politische Organisationen gibt, die gefährlich sind für das Land und für unser Volk, aber mit Nachsicht und Toleranz behandelt werden, nennt man stattdessen die Kameradschaft unter den Schülern der Risale-i Nur, die nach dem Zeugnis von Tausenden und aufgrund der Tatsache, dass die Gerichtshöfe von sechs Provinzen sich da nicht eingemischt haben, die nur zum Besten von Land und Volk ist, (zum Wohle) seines Glaubens und für die Glückseligkeit in dieser und in der kommenden Welt (wirken) und so gegen jene Strömungen innerhalb

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und außerhalb des Landes ankämpfen, die in Korruption verstrickt sind, eine illegale Organisation und klagt sie mit den Worten des Staatsanwalts an, "die Religion zu missbrauchen, das Volk aufzuhetzen, die öffentliche Ordnung zu stören und die Sicherheit zu gefährden." Und das obwohl doch in zwanzig Jahren nicht ein einziger Vorfall dieser Art im Zusammenhang mit der Risale-i Nur und ihren Schülern gemeldet worden ist, was nicht nur die Menschheit, sondern die Erde als Ganzes in Wut versetzen und so eine derartige Anklage zurückweisen wird. Es besteht jedoch keine Notwendigkeit, mich noch weiter darüber auszulassen. Der Widerspruch, den ich verfasst habe und die Ergänzung dazu, die ich bereits lange vor der Erhebung einer Anklage abgefasst habe, sind meine Antworten darauf.

Der Gefangene in der Strafanstalt zu Afyon
Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Vor dem Gerichtshof in Afyon und dem Vorsitzenden der Strafgerichtskammer erkläre ich hiermit Folgendes:

Da ich es seit meiner frühesten Jugend nie vertragen konnte, wenn man mir Befehle erteilen wollte, brach ich meine Beziehungen zur Welt ab. Nun ist mir das Leben unter dieser beständigen sinn- und zwecklosen Unterdrückung so sehr zur Last geworden, dass ich nicht mehr länger leben möchte. Außerhalb des Gefängnisses habe ich nicht mehr die Kraft, diese Unterdrückung durch Hunderte von Amtspersonen zu ertragen. Ich habe jetzt genug von dieser Art Leben. Ich fordere Sie daher mit meiner ganzen Kraft dazu auf, mich zu verurteilen. Zu Grabe getragen zu werden liegt nicht in meiner Macht. Für mich ist es notwendig, im Gefängnis zu bleiben. Die Beschuldigungen des Öffentlichen Anklägers sind, wie sie ja wissen, völlig haltlos. Sie können mich auf dieser Grundlage nicht verurteilen. Stattdessen habe ich gegenüber meinen wirklichen Aufgaben große Fehler begangen, für die ich in der Tat innerlich (manen) zur Verantwortung zu ziehen wäre. Sollte es nun angemessen erscheinen, mich darüber zu befragen, so fragen sie mich nur, ich werde Ihnen antworten. Unter meinen großen Fehlern ist in der Tat mein einziges Verbrechen, und war hinsichtlich der tatsächlichen Lage ein unverzeihlicher Fehler, dass ich, weil ich die Welt ja nicht beachtet hatte, die schweren Aufgaben nicht erfüllt habe, zu denen ich mich im Namen dieses Landes, seines Volkes und seines Glaubens verpflichtet gewesen wäre. Dass ich nichts davon gewusst hatte, ist keine Entschuldigung. Zu dieser Überzeugung bin ich inzwischen hier in diesem Gefängnis zu Afyon gelangt.

Die Tatsache, dass drei verschiedene Gerichtshöfe uns in dieser Hinsicht freigesprochen haben, zeigt nun, wie weit sich jene von Recht und Wahrheit entfernt haben, die

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den Schülern der Risale-i Nur wegen ihrer aufrichtigen und rein auf das Jenseits gerichteten Verbundenheit mit (den Werken der Risale)-i Nur und dem, der sie erläutert, den Namen einer weltlichen, politischen Vereinigung anhängen wollen und wie sie nun versuchen, aufzuzeigen, dass sie sich damit eines Verbrechens schuldig gemacht hätten.

Dementgegen sagen wir: Fundament und Grundlage einer menschlichen Gesellschaft und besonders der Gemeinschaft aller Muslime sind die aufrichtigen Bande (muhabbet) zwischen den Verwandten und all die lebhaften Beziehungen zwischen den Stämmen und Völkern, und entsprechend dieser islamischen Volkszugehörigkeit die innere, geistige Hilfsbereitschaft und Hingabe gegenüber allen Glaubensbrüdern, die unverbrüchliche Gebundenheit an die Wahrheit und besonders die Wahrheit des Qur'an, die sein ewiges Leben rettet, und an den, der sie verkündet. Es geschieht einzig durch die Verleugnung dieser Verbundenheit, die ein Leben in Gemeinschaft garantiert, in Anerkennung jener "Roten Gefahr", wodurch der fürchterliche Same der Anarchie aus dem Norden zerschmettert wird, der die junge Generation, das junge Volk zugrunde richtet, jedermanns Kinder an sich zieht, Gefolgschaft und nationale Bindung zerstört und den Weg zur vollständigen Korrumpierung jeglicher menschlichen Zivilisation und allen gesellschaftlichen Lebens, wenn die Schüler der Risale-i Nur eine politische Vereinigung genannt und eines entsprechenden Verbrechens beschuldigt werden kann. Denn aus diesem Grunde bekennen sich die Schüler der Risale-i Nur öffentlich zu ihrer heiligen Verbundenheit mit den Wahrheiten des Qur'an, zu den unerschütterlichen Banden mit jener Bruderschaft, die auf das Jenseits ausgerichtet ist. Da sie aber aus freien Stücken dazu bereit sind, um einer solchen Bruderschaft willen jedwede Strafe auf sich zu nehmen, bekennen sie vor Ihrem Rechtschaffenen Gericht die Wahrheit, so wie sie nun einmal ist. So erniedrigen sie sich auch

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nicht dazu, stattdessen Lügen, Schmeicheleien oder Ausreden vorzuschieben.

Der Gefangene

Said Nursi

Eine Ergänzung zum Anhang meines Widerspruchs gegen die Verurteilung, die mir vor dem Gerichtshof zu Afyon überreicht worden ist

Erstens:

Vor dem Gerichtshof erkläre ich Folgendes:

Da die neuerliche Anklage auf den früheren Anklagepunkten der Gerichtshöfe in Denizli und Eskishehir beruht, sowie auf den oberflächlichen Untersuchungen eines bereits voreingenommenen Komitees von Sachverständigen, so versichere ich hiermit Ihrem Gerichtshof, dass ich damit einverstanden bin, eine Strafe von hundert Jahren auf mich zu nehmen, für den Fall, dass ich nicht in der Lage sein sollte, hundert Fehler in dieser Anklageschrift nachzuweisen. Nun, nachdem ich diese meine Versicherung noch einmal überprüft habe, kann ich ihnen jetzt auf Wunsch eine Liste von mehr als hundert Fehlern vorlegen.

Zweitens:

Als während der Verhandlungen vor dem Gerichtshof in Denizli alle unsere Bücher und Unterlagen nach Ankara übersandt worden waren und ich bereits voll Kummer und Verzweiflung war, dass der Gerichtshof ein Urteil gegen uns fällen würde, schrieb ich an meine Kollegen die folgende kurze Mitteilung, die dann am Ende einiger meiner Verteidigungsschriften beigefügt wurde: Falls die Justizbeamten, welche die Risale-i Nur untersuchen, in der Absicht, sie zu kritisieren, auf diese Weise im Glauben gestärkt oder gerettet werden und mich sodann zum Tode verurteilen, so sollt ihr meine Zeugen dafür sein,

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dass ich ihnen deswegen nichts nachtragen werde. Denn wir sind hier, um zu dienen. Es ist die Aufgabe der Risale-i Nur, den Glauben zu stärken und zu retten. Uns obliegt der Dienst am Glauben, ohne dabei zwischen Freund und Feind zu unterscheiden oder Partei zu ergreifen.

Hochachtbare Herren des Gerichtshofes! Aufgrund dieser Tatsache haben die unwiderlegbar starken Zeugnisse der Risale-i Nur im Laufe des Prozesses alle Herzen für sich erobert. Was auch immer Sie gegen mich unternehmen mögen: ich werde es Ihnen nicht nachtragen, es Ihnen nicht verübeln. Aus diesem Grunde habe ich auch die Verachtung ertragen, mit der man mich behandelt hat, auch alle Verleumdung, obwohl es mich zutiefst gekränkt hat, die außergewöhnlichen diktatorischen Maßnahmen und alle Repressalien, die ich zu erdulden hatte wie noch niemals zuvor in meinem Leben. Ja, ich habe (diese Leute) noch nicht einmal verflucht. Das Gesamtwerk der Risale-i Nur, das sich in Ihrer Hand befindet, ist meine unanfechtbare Verteidigungsschrift und ein unwiderlegbarer Widerspruch gegen alle Anklagen und Beschuldigungen, die uns zur Last gelegt werden.

Es ist doch erstaunlich, dass dieser kluge Herr, der die Anklagepunkte gegen uns zusammengestellt hat, obwohl doch die Gelehrten in Kairo, in Damaskus, in Aleppo, in der Erleuchteten Stadt Medina und im Ehrwürdigen Mekka, die Gelehrten im Amt für Religiöse Angelegenheiten, die doch stets alles genau unter die Lupe nehmen, das gesamte Werk der Risale-i Nur sorgfältig studiert und es keineswegs kritisiert, es vielmehr sehr gelobt und hochgepriesen haben, durch einen ganz ungewöhnlichen aber ebenso offensichtlichen Fehler, indem er nämlich von den 140 Suren im Qur'an spricht, zu erkennen gibt, mit welch einer Oberflächlichkeit er die ganze Angelegenheit behandelt. Obwohl doch die Risale-i Nur unter diesen schwierigen Bedingungen, während ich selbst in der Verbannung, einsam und allein, arm, krank und dabei noch

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heftigen Angriffen ausgesetzt bin, bei Hunderttausenden Leuten der Wahrheit ihre Anerkennung gefunden hat, behauptet doch dieser Herr, der noch nicht einmal weiß, wie viele Suren der Qur'an hat: "Obwohl doch die Risale-i Nur vorgibt, eine Auslegung (tefsir) des Qur'an zu sein und die Hadithe zu erklären, lässt sie doch hinsichtlich dessen, was der Leser aus ihr lernen könnte, keine wissenschaftliche Substanz oder Wert erkennen." Gerade das aber macht verständlich, wie weit seine Kritik vom Gesetz und von allem, was recht und billig wäre, entfernt ist.

Ferner möchte ich mich bei Ihnen darüber beschweren, dass Sie, obwohl Sie uns doch dazu gezwungen hatten, uns zunächst einmal zwei Stunden lang die Anklageschrift anzuhören, die Hunderte von Fehlern enthält und uns in unseren Herzen verletzt hat, mir, auch nachdem ich darauf bestanden hatte, noch nicht einmal zwei Minuten Zeit gegeben haben, meine Antwort von anderthalb Seiten Länge vorzulesen, welche die volle Wahrheit enthält. Im Namen der Gerechtigkeit ersuche ich Sie deshalb, mir zu gestatten, die vollständige Liste meines Widerspruchs vorlesen zu dürfen.

Drittens:

Eine jede Regierung hat ihre Gegner. Doch solange sie die öffentliche Ordnung nicht stören, kann man sie von Gesetzeswegen nicht belangen. Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass ich und all diejenigen, die sich gleich mir von der Welt abgewandt haben und nur noch für das Grab arbeiten, es aufgeben sollten, in dem Rahmen, den der Qur'an vorgegeben hat und auf dem Weg, den unsere Vorväter seit 1350 Jahren gegangen sind, in einer Weise, die den Grundsätzen entspricht, wie sie 350.000.000 Gläubige zu allen Zeiten geheiligt haben, für das Ewige Leben zu wirken, und sich stattdessen von unseren heimlichen Feinden um eines vergänglichen und nur sehr kurzen irdischen Lebens willen dazu zwingen lassen, den wilden Gesetzen und Prinzipien eines unmoralischen und zügellosen Lebens, ja, in der Tat einer Art Bolschewismus

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als unserem Weg zu folgen? In dieser Welt könnte kein Gesetz und kein Mensch, der auch nur über ein Stäubchen billigen Denkens verfügt, uns dazu zwingen, etwas Derartiges anzunehmen. Diesen unseren Gegnern sagen wir nur: Ihr sollt uns nicht lästig werden, wie ja auch wir euch nicht belästigt haben!

So geschieht es denn aus diesem Grunde, dass wir die willkürlichen Befehle eines Kommandanten, die man als Gesetze bezeichnet und welche die Ayasofya in einen Götzentempel {indem sie die alten Ikonen aus vorislamischer Zeit wieder restauriert haben. (A.d.Ü.)} und das Büro Scheichu-l'Islam in ein Lyzeum verwandelt haben, weder in unseren Ansichten (fikr) noch in unserer Lehre (ilm) unterstützen. Wir richten uns auch in unserem Privatleben nicht nach ihnen. Doch obwohl ich seit zwanzig Jahren aufs Schwerste unterdrückt worden bin und (in diesen Jahren meiner Gefangenschaft jeder nur möglichen Art) Schikanen ausgesetzt war, habe ich mich dennoch nie um die Politik gekümmert, noch die Regierung provoziert, noch die öffentliche Ordnung gestört. Obwohl ich Hunderttausende von Freunden der Risale-i Nur habe, ist doch kein einziger Fall registriert worden, wo die öffentliche Ordnung gestört worden wäre. Nun aber bin ich des Lebens bereits überdrüssig geworden; und das aufgrund äußerster Erniedrigung und der ungerechten Behandlung, die ich in diesem letzten Abschnitt meines Lebens hier in der Verbannung über mich ergehen lassen musste, so wie ich sie noch nie zuvor erlitten habe; sie hat meine Nerven völlig ruiniert. Unter diesen bedrückenden Umständen ekelt es mich selbst schon vor meiner Freilassung. Ich habe deshalb ein Gesuch an Sie geschrieben, worin ich Sie im Gegensatz zu allen anderen nicht um meine Freilassung sondern um meine Bestrafung gebeten habe. Ich bitte Sie nicht um eine leichte, sondern um die schwerste Strafe. Denn um von dieser so unvergleichlichen, außergewöhnlichen,

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diktatorischen Behandlung errettet zu werden, gibt es für mich keinen anderen Ausweg, als entweder ins Grab oder ins Gefängnis zu gehen. Was das Grab betrifft - und da es nicht erlaubt ist, sich selbst das Leben zu nehmen, das Ende aber im Verborgenen und daher jetzt nicht in meinen Händen liegt, so bin ich denn mit dem Gefängnis einverstanden, in dem ich seit fünf, sechs Monaten in Einzelhaft gehalten werde. Aber dieses Gesuch habe ich auf Bitten meiner unschuldigen Kameraden noch nicht bei Ihnen eingereicht.

Viertens:

Bestätigt durch all das, was ich in diesen letzten dreißig Jahren, jener Periode, die ich nach dem Neuen Said benannt hatte, immer wieder in der Risale-i Nur geschrieben habe und all die Tatsachen, die meine Person betreffen, bezeugt durch alle aufrichtigen Freunde, die mir in ehrlicher Absicht begegnet sind, erkläre ich hiermit Folgendes: Soweit ich dazu in der Lage gewesen bin, habe ich immer versucht, meine eigenwillige Seele (nefsu-l'emmare) davon abzuhalten, in Selbstgefälligkeit, Ruhmsucht, Eitelkeit und Stolz aufzugehen; und vielleicht hundertmal habe ich die Gefühle der Schüler der Risale-i Nur verletzt, die doch mir gegenüber eine so hohe Meinung hegten. Ich bin hier nicht der Besitzer. Ich bin nur der armselige kleine Ausrufer jenes Juwelierladens, der der Qur'an ist, wie das sowohl von meinen engsten Freunden als auch von meinen Brüdern, wie auch durch die Zeichen, die sie gesehen haben, bestätigt worden ist. Es geht hier nicht darum, einen Posten (makam) in dieser Welt zu erobern, Ruhm und Ehre für meine Person zu gewinnen. Sollte mir (wenn wir das hier einmal annehmen wollen) vielleicht einmal ein hoher geistlicher Rang (makam) verliehen werden, so befürchte ich, dass meine Seele vielleicht ihren Anteil an dem Dienst nehmen könnte, den ich verrichte, und so die Aufrichtigkeit und reine

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Absicht verdürbe. Darum habe ich mich entschlossen, diesen Rang meinem Dienst zum Opfer darzubringen. Doch onwohl ich in dieser Weise gehandelt habe und ich auch die Dankbarkeit einiger meiner Brüder für den Segen, den sie aus der Risale-i Nur empfangen haben, die ja Ihrem hohen Gericht vorgelegt worden ist, was damals eine politische Angelegenheit von großer Bedeutung war, zurückgewiesen hatte, haben Sie dennoch ihren Respekt (hurmet) mir gegenüber, welcher größer ist als der eines Sohnes gegenüber seinem Vater, zum Gegenstand Ihres Verhörs gemacht. Sie haben sogar einige von ihnen dazu getrieben, das zu verleugnen und uns dazu gebracht, mit Erstaunen zuzuhören. Ja kann man es sich denn als ein Verbrechen vorstellen, wenn jener Armselige gepriesen wird, obwohl er gar nicht damit einverstanden ist und sich auch gar nicht als dessen würdig hält?

Fünftens:

Ich darf Ihnen versichern, dass diejenigen, welche die Schüler der Risale-i Nur, die keiner Vereinigung angehören, auch an gar keiner Organisation oder politischen Strömung interessiert sind, beschuldigen, einer derartigen Vereinigung oder politischen Richtung anzugehören, auf der Basis einer geheimen atheistischen Organisation, die seit vierzig Jahren direkt gegen den Islam und den Glauben arbeitet, bzw. im Namen einer Art Bolschewismus die Anarchie im Lande schürt, wissentlich oder unwissentlich gegen uns kämpfen. Denn bereits drei Gerichtshöfe haben die Risale-i Nur in dieser Hinsicht freigegeben und die Schüler der Risale-i Nur freigesprochen. Nur der Gerichtshof in Eskishehir hat mich zu einem Jahr verurteilt und 15 von 120 meiner Freunde jeweils sechs Monate gegeben, und zwar wegen einer einzigen, kleineren Angelegenheit bei einer kurzen Abhandlung über die Verschleierung der Frau. Vielleicht, weil dort der Satz stand: "Wie ich gehört habe, soll sich am Sitz der Regierung ein Schuhputzer der halbnackten Frau einer bedeutenden Persönlichkeit mitten auf dem Marktplatz gegenüber schamlos benommen

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haben, und seine erstaunliche Unverfrorenheit ist wie ein Schlag in die schamlose Fratze all derer, die gegen die Verschleierung der Frauen sind." Das aber heißt, die Risale-i Nur und ihre Schüler noch einmal anklagen zu wollen, hieße, diese drei Gerichtshöfe anzuklagen, zu verurteilen und Schande über sie zu bringen.

Sechstens:

Man kann die Risale-i Nur nicht bekämpfen. Alle islamischen Gelehrten, die sie gelesen haben, bestätigen, dass sie ein wahrheitsgemäßer Kommentar (haqiqatli bir tefsir) zum Qur'an ist, ein mächtiger Beweis für seine Wahrheit, sein geistiges Wunder (mu'djize-i manevi) in diesem Jahrhundert, ein starkes Bollwerk für unser Land und sein Volk gegen die Gefahren, die ihm aus dem Norden drohen. Ich habe daher verstanden, dass es die Pflicht ihres Gerichtshofes ist, seine Schüler nicht abzuschrecken, sondern sie in Anbetracht allgemein gültiger Rechte zu ermutigen. Und genau das erwarten wir auch von Ihnen. Trotzdem aber, dank der Freiheit in der Lehre wird (die Herausgabe) von Büchern und Zeitschriften der Atheisten und einiger gottloser Politiker, die dem Land und seinem Volk schaden und die öffentliche Ordnung stören, nicht behindert. Deshalb ist es sicherlich kein Verbrechen, ein Schüler der Risale-i Nur zu sein, den Glauben unschuldiger, bedürftiger junger Leute zu retten und sie vor der Sittenverderbnis zu bewahren; vielmehr sollte die Regierung und das Ministerium für Erziehung diesen Umstand noch begrüßen und (solche jungen Leute) unterstützen.

Schlusswort:

Möge Gott der Gerechte den Richtern (in der Verwirklichung) einer wahrhaftigen Gerechtigkeit zum Erfolg verhelfen! Amen.

﴿ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ٭ نِعْمَ الْمَوْلٰى وَ نِعْمَ النَّصِيرُ ٭ اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ ﴾

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173) "Der bester Beschützer und der beste Helfer." (Sure 8, 40) "Aller Lobpreis und Dank gebührt dem Herrn der Welten." (Sure 1, 1)}

Said Nursi
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Schlusswort

Hiermit erkläre ich vor dem Gremium der Richter Folgendes:

Aus der Anklageschrift als auch während all der vielen langen Monate in Einzelhaft ist mir klar geworden, dass es in dieser Angelegenheit in erster Linie um meine Person geht und dass es dabei als angemessen gilt, mich in meiner Persönlichkeit in Misskredit zu bringen. Es ist, als sei meine Person eine Gefahr für die Regierung und die öffentliche Ordnung, als hegte ich hinter der Maske meiner Religion weltliche Absichten und würde so einer Art von Politik hinterherlaufen. Dementgegen erkläre ich Ihnen mit absoluter Sicherheit:

Beleidigen Sie nicht aufgrund irgendwelcher Verdächtigungen die Risale-i Nur und ihre Schüler, die in ihrer Hingabe an dieses Land und sein Volk von hohem Wert sind! Denn wenn sie das machen, wäre dies zu einem großen inneren (manevi) Schaden für dieses Land und sein Volk, ja könnte es sogar in Gefahr bringen. Darum sage ich Ihnen auch mit absoluter Sicherheit: Was auch immer auf mich zukommen sollte an Beleidigungen, Verachtung, Verleumdung, Misshandlungen und Gefängnisstrafen: ich habe mich dazu entschieden, es auf dem Wege (meslek), dem ich jetzt folge, anzunehmen, unter der Bedingung, dass die Risale-i Nur und ihre Schüler nicht durch mich zu Schaden kommen. Darin liegt auch der Lohn für mich im Jenseits. Kann ich auf diese Weise mich vor dem Übel meiner eigenwilligen Seele retten, werde ich zwar einerseits weinen, aber doch dabei zufrieden sein. Wären nicht diese armseligen unschuldigen Menschen zusammen mit mir wegen dieser Angelegenheit ins Gefängnis gekommen, so könnte ich jetzt hier vor Gericht laut und heftig reagieren. Auch haben Sie bereits gesehen, dass die Person, welche diese Anklage verfasst hat, als wolle sie von tausend Dächern Wasser sammeln, meinen Schriften, die

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ich in den letzten zwanzig, dreißig Jahren verfasst habe, Büchern und Briefen, eine völlig falsche Bedeutung unterlegt hat (und dabei auch noch so tut), als wäre all das erst im letzten Jahr geschrieben und noch nie einem Gerichtshof vorgelegt worden, als habe es noch nie eine Amnestie oder eine Verjährung gegeben, und die auf diese Weise versucht, meine Person in Misskredit zu bringen. Obwohl ich bereits selbst hundertmal gesagt habe, dass meine armselige Person all der Ehren gar nicht wert ist, ist der Grund dafür, dass die Politiker in einem solchen Grade in Panik geraten sind, nachdem sie mich doch bei jeder Gelegenheit diffamiert hatten, ohne dass dies für mich irgendeine Auswirkung in der Öffentlichkeit gehabt hätte, ist der, dass es hier und heute ein überaus starkes Bedürfnis nach Religionsunterricht und einer Stärkung im Glauben gibt, dass die Leute die Wahrheit für nichts zum Opfer bringen würden, sie zu keinem Zweck missbrauchen würden und auch keinen Anteil für sich selbst (nefs) darin suchen würden. Einzig auf diese Weise können sie aus dem Unterricht im Glauben ihren Nutzen ziehen und zu einer absolut sicheren Überzeugung gelangen.

Es gab in der Tat noch zu keiner Zeit in diesem Land ein solch großes Bedürfnis danach wie in heutiger Zeit. Denn die Gefahr kommt mit aller Kraft von außerhalb. Obwohl ich ja zugebe, dass ich nicht der Mann bin, der geeignet wäre, dieser Not zu begegnen, und das auch gesagt habe, nimmt man nun trotzdem an, dass ich dieser Not entgegentreten sollte, nicht etwa, weil ich dazu besonders befähigt wäre, sondern, weil die Not so groß ist, ohne dass viele sie überhaupt wahrnehmen. Ich habe mir das eine lange Zeit mit Erstaunen und Verwunderung angesehen. Doch erst jetzt verstehe ich die Weisheit hinter diesem allgemeinen Interesse, dessen ich doch in keiner Weise würdig bin, meine fürchterlichen Fehler mit inbegriffen. Und diese Weisheit ist folgende:

Die Wahrheit der Risale-i Nur und die geistige Körperschaft ihrer Schüler haben hier und jetzt diese große Not

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zu sich selbst herbeigezogen. Sie haben gedacht, dass meine Person der Repräsentant dieser wunderbaren Wahrheiten der Risale-i Nur und ihrer reinen und wahren Verkörperung wäre, obwohl doch mein Dienst bei diesem Werk nur einen Anteil von einem Tausendstel ausmacht und mir deshalb ihre Aufmerksamkeit geschenkt. Zwar ist diese Aufmerksamkeit sowohl von Nachteil für mich als auch eine schwere Bürde. Sie steht mir auch gar nicht zu. Doch um der (Risale) -i Nur und ihrer geistigen Körperschaft willen schweige ich darüber und nehme alle diese Nachteile mit in Kauf. Sogar die göttlichen Eingebungen einiger Gottesfreunde wie Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, und Scheich Geylani (Ghaus-i Adham, Gott heilige seine Geheimnisse) haben von der Risale-i Nur, ein Spiegel des geistigen Wunders des Allweisen Qur'an in unserer Zeit und ein verborgener Hinweis auf die geistige Körperschaft ihrer aufrichtigen Schüler Kunde gegeben und dabei auch meine eigene Wenigkeit im Dienste der Wahrheit mit in Betracht gezogen. Dabei denke ich, dass ich mich insofern geirrt habe, als ich an einigen Stellen ihre gütige Aufmerksamkeit auf meine Person bezogen und nicht der Risale-i Nur zugewendet habe. Der Grund für diesen meinen Fehler liegt in meiner Schwäche, mit der ich ganz offensichtlich einen Teil (dieser Aufmerksamkeit), der sich anscheinend auf meine Person bezog, in Anspruch genommen habe, um so Dinge zu verhindern, die vielleicht andere abschrecken könnten, mir bei der Verbreitung zu helfen und so ihr Vertrauen in mein Wort zu gewinnen. Doch möchte ich Sie hierbei darauf aufmerksam machen:

Es gibt gar keinen Grund, meine armselige Person in ihrer Vergänglichkeit (fani) und am Tore des Grabes zu diffamieren und ihr eine solche Aufmerksamkeit zuzuwenden. Denn Sie können die Risale-i Nur nicht bekämpfen. Also bekämpfen Sie sie nicht! Sie können sie nicht besiegen. Wenn Sie sie bekämpfen, werden Sie diesem Land und seinem Volk einen großen Schaden zufügen.

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Ihre Schüler aber werden Sie nicht spalten können. Denn Sie werden die Nachkommen der Vorväter, die in diesem Lande, auf dem Wege der Bewahrung der Glaubenswahrheiten des Qur'an vierzig, fünfzig Millionen in den Martertod gegeben hatten, nicht dazu bringen können, nun in unserer Zeit die Bewahrung der Qur'anischen Glaubenswahrheiten und die großen Taten, die in den Augen der islamischen Welt als denen vergangener Zeiten gleich erachtet werden, wieder aufzugeben. Denn diese aufrichtigen Schüler bleiben, auch wenn sie sich nach außen hin zurückziehen, auch weiterhin mit Leib und Leben der Wahrheit verbunden. Sie werden die Risale-i Nur, welche ein Spiegel dieser Wahrheit ist, nicht wieder aufgeben und nicht durch eine derartige Aufgabe ihrem Land und ihrem Volk und der öffentlichen Ordnung einen Schaden zufügen.

Ich schließe mit der Ayah:

﴿ فَاِنْ تَوَلَّوْ فَقُلْ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ إِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَ هُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِ ﴾

{"Wenn sie sich aber abwenden, so sage zu ihnen: 'Gott ist mein Genügen. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Auf Ihn vertraue ich, und Er ist der Herr des gewaltigen Thrones.'" (Sure 9, 129)}

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Eine Petition, gesandt an den Rat der Minister. Eine ganz besonders wichtige Bitte an den Rat der Minister.

Hiermit ersuche ich den Ministerrat, dass jene fünfzehn Seiten mit der Bezeichnung "Fünfter Strahl", die schon vor längerer Zeit geschrieben und später der mehr als dreihundert Seiten umfassenden Sammlung mit der Bezeichnung "Die Leuchte des Lichts (Siradjun Nur)" angefügt wurden und der eigentliche Anlass dazu waren, dass das gesamte Werk durch den Ministerrat beschlagnahmt wurde, von der "Leuchte des Lichts" abgetrennt werden. Denn es hat sich herausgestellt, dass letztgenanntes Werk in vielfacher Hinsicht für jeden, besonders aber für die vom Unglück betroffenen, die Alten und die von Zweifeln im Glauben geplagten, von sehr großem Nutzen ist. Ich bitte darum, dass erstgenannter Teil, der für gefährlich erachtet wird, herausgetrennt und verboten werden kann, hingegen aber für die verbleibenden dreihundert Seiten die Erlaubnis zur Veröffentlichung erteilt wird, sodass die vom Unglück betroffenen, die Alten und die, welche der Glaubenswahrheiten bedürfen, daraus ihren Nutzen ziehen und ihren Trost schöpfen können.

Des Weiteren bitten wir darum und fordern Sie auf, jene Passagen in dem vierhundert Seiten umfassenden Dhu-l'Fikar, die vor dreißig Jahren als eine Antwort an die europäischen Philosophen abgefasst wurden, wobei es sich um einen Kommentar (tefthir) zu den beiden Ayat über das Erbrecht und die Verschleierung der Frau handelt, sowie eine Zeile über das Bankwesen aus den "Zeichen der Wunderhaftigkeit (Isharatu-l'I'djaz)", ein Kommentar zur Ayah

﴿ اَحَلَّ اللّٰهُ الْبَيْعَ وَ حَرَّمَ الرِّبَوا ﴾

{"Gott hat den Handel erlaubt und den Zins verboten." (Sure 2, 275)},

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gleichfalls vor dreißig Jahren verfasst, als ich noch am Daru-l'Hikmet tätig war, und zwar im Zusammenhang mit den sechs Fragen, die der Erzbischof der Anglikanischen Kirche dem Amt des Scheichu-l'Islam vorgelegt hatte, weiterhin unter Verschluss bleiben könnten, während der Dhu-l'Fikar, der in der islamischen Welt hochgepriesen wird und dessen wohltätige Wirkung in der Tat bereits sichtbar wird, und der drei Pfeiler des Glaubens in wunderbarer Art beweist, der aber unter Hinweis auf diese beiden Seiten und eine Zeile beschlagnahmt worden war, weil diese Sammlung ja mit dem derzeitigen bürgerlichen Recht nicht übereinstimmt, uns wieder zurückgegeben wird. Es ist dies unser gutes Recht: so wie man ja auch fünf Worte in einem Brief zensiert, den übrigen Teil aber freigibt, so verlangen auch wir dieses bedeutende, gesetzlich verbriefte Recht. Wir verlangen aber auch für alle, die durch die (Risale) -i Nur, den Qur'an und ihre Liebe zum Glauben unserem Land, seinem Volk und der öffentlichen Ordnung dienen, von der Unterdrückung durch diejenigen befreit zu werden, die immer dann, wenn es um unsere Interessen geht, ein Korn zu einer Kuppel aufbauschen. So habe ich auch keine Abschrift der "Sechs Angriffsmethoden (Hudjumat-i Sitte)" mehr gesehen, die ich vor achtzehn Jahren zu einer Zeit geschrieben hatte, als ich voll Ärger über die schweren Ungerechtigkeiten war, die ich damals zu erdulden hatte. Doch hatte ich damals gesagt, dass dies vertraulich sei und daher keine Erlaubnis zur Veröffentlichung gegeben. Zwar gelangten (einige Abschriften) trotzdem in die Hände von drei oder vier Gerichtshöfen, wurden aber ihren Besitzern wieder zurückgegeben.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Ein Dank an das Sachverständigenkomitee im Amt für Religiöse Angelegenheiten. Ich möchte hier drei Punkte erklären, um Ihnen dabei zu helfen, einige kleinere Kritikpunkte auszuräumen, zu denen die Antwort ja schon längst vorliegt.

Erster Punkt:

Ich möchte mich aus drei Gründen bei den Gelehrten bedanken. Dabei fühle ich mich ihnen gegenüber auch aus persönlichen Gründen zu Dank verpflichtet.

Erstens

dafür, dass Sie, vom "Fünften Strahl" einmal abgesehen, die dreizehn Teile der "Leuchte des Lichtes" mit soviel Wertschätzung zusammengefasst haben.

Zweitens

dafür, dass Sie jeglichen Grund zu einer Anklage wegen Gründung einer religiösen oder weltlichen Vereinigung (tariqat ve djemiyet) oder Gefährdung der Sicherheit und Ordnung zurückgewiesen haben.

Drittens

dafür, dass Sie meine Aussagen vor Gericht unterstützt haben. Denn ich hatte vor Gericht erklärt: Wenn es hier einen Fehler gegeben hat, so liegt dieser Fehler bei mir. Die Schüler der Risale-i Nur sind aufrichtig und unschuldig und arbeiten für die (Risale) -i Nur um ihres Glaubens willen. So hat denn Ihr Expertenkomitee auch die Schüler der Risale-i Nur gerettet. Sie haben die ganze Schuld mir gegeben. So darf denn auch ich zu Ihnen sagen: Möge Gott mit Ihnen zufrieden sein. Sie haben nur den verstorbenen Hasan Feyzi, den verstorbenen Hafidh Ali und noch zwei oder drei andere, die die Arbeitsmethoden dieser beiden gesegneten Märtyrer als ihr Erbe übernommen haben, zu Partnern an meiner Schuld gemacht. Doch sie irren sich in dieser Hinsicht. Denn sie waren mir nicht in ihren Fehlern voraus, sondern in ihrem Dienst am Glauben und mir durch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) als

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eine Barmherzigkeit (merhamet) in meiner Schwäche als Helfer gegeben worden und bleiben daher von meinen Fehlern unberührt.

Zweiter Punkt:

Das Komitee der Sachverständigen behauptet, dass bei einigen der im "Fünften Strahl" angeführten (Hadithe) die Überlieferung nur schwach (da'if), andere erst später eingefügt worden (maudu') und ihre Auslegung teilweise falsch sei. Das alles ist in dem gleichen Stil geschrieben, wie die Anklageschrift, die zu Afyon gegen uns gerichtet wurde und die auf fünfzehn Seiten 81 Fehler enthält, wie ich ja bereits auf einer Liste nachgewiesen habe. Die ehrenwerten (Herren vom) Komitee der Sachverständigen mögen sich diese Liste einmal ansehen. Hier nur ein Beispiel dafür:

Der Ankläger behauptet:

Alle Auslegungen sind falsch und die (ihnen zugrunde liegenden) Überlieferungen entweder später erst hinzugefügt (maudu') oder nur schwach (da'if).

Wir hingegen sagen:

Eine Auslegung zu geben, bedeutet, dass der der Hadith unterlegte Sinn beabsichtigt, möglich oder wahrscheinlich sein kann. Nach den Regeln der Logik (mantik) ist es nur möglich, eine Bedeutung auszuschließen, wenn man ihre Unmöglichkeit beweisen kann. Doch gerade so wie seine Bedeutung unseren Augen erkennbar geworden ist und sich als wahr herausgestellt hat, so hat sich auch ganz offensichtlich auf der Hinweisebene den Augen unseres Jahrhunderts ein Aspekt der Universalität dieser Hadith wie ein wundersamer Blitz als Kunde aus dem Unsichtbaren gezeigt und kann deshalb in gar keiner Weise abgestritten oder zurückgewiesen werden. Der Liste entsprechend wurde gleichfalls bewiesen, dass die Behauptung des Staatsanwalts, alle Überlieferungen seien entweder hinzugefügt (maudu') oder schwach (da'if), auf dreifache Weise falsch ist.

Erstens:

Imam Ahmed Ibn Hanbal, der eine Million Hadithe auswendig wusste und Imam Bukhari, der fünfhunderttausend Hadithe auswendig kannte, haben (eine solche Behauptung)

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nie gewagt. Doch obwohl sich ihre Widerlegung nicht beweisen lässt, (der Staatsanwalt) auch gar nicht die Bücher aller Hadithe gesehen hat, hat doch der überwiegende Teil der Umma in jedem Jahrhundert erwartet, dass die Bedeutungen der Überlieferungen in Erscheinung treten oder ein einzelner Aspekt von ihnen sichtbar werden möge und so hat sich die Umma (diesen Überlieferungen bis zum Standpunkt) einer allgemeinen Akzeptanz angenähert. Eine Reihe von Aspekten und Beispielen, welche vollkommen richtig sind, sind in Erscheinung getreten und sichtbar geworden. Diese Überlieferungen zur Gänze zu leugnen, ist daher in zehnfacher Hinsicht ein Fehler.

Zweiter Aspekt:

Mit der Bezeichnung "maudu'" soll gesagt sein, dass eine Überlieferung im Gegensatz zu einem Hadith nicht urkundlich überliefert ist. Damit soll nicht gesagt sein, dass sie auch inhaltlich falsch ist. Da nun einmal die Umma und die Kenner der Wahrheit (ehl-i haqiqat) und die, welche ihnen die Wahrheit enthüllt haben (ehl-i keshf), ein Teil der Schüler der Hadithe (ehl-i hadith) und ihre großen Exegeten (ehl-i itschtihad), (auch diese Überlieferungen) anerkannt hat und nun darauf wartet, dass sich ereignen wird, was sie beinhalten, so enthalten diese Überlieferungen mit Sicherheit Wahrheiten, die Sprichwörtern gleich, jedermann etwas angehen.

Der dritte Aspekt:

Gibt es etwa eine Fragestellung oder Überlieferung, ohne dass in den Büchern der verschiedenen Gelehrten, je nach Schule (meshreb) und Charakter (medhheb) Widerspruch laut geworden wäre? Zum Beispiel: eine der Überlieferungen über die Erscheinung einiger Deddjal innerhalb des Islam ist folgende ehrenwerte Hadith, welche die Zerstörungen (fitnah) voraussagt, welche Djengis und Hulagu anrichten werden:

لَنْ تَزَالَ الْخِلاَفَةُ فِى وَلَدِ عَمِّى صِنْوِ اَبِى الْعَبَّاسِ حَتَّى يُسَلِّمُهَا اِلَى الدَّجَّالِ

{"Das Kalifat wird unter den Nachkommen meines Onkels, den Söhnen des Abi-l'Abbas, nicht untergehen, bis es in die Hände des Deddjal fallen wird."}

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Das heißt: "Das Kalifat der Abbasiden wird noch lange fortbestehen. Danach wird das Kalifat in die Hände des Deddjal übergehen." Es wird also innerhalb des Islam nach 500 Jahren ein Deddjal kommen; und so wie er das Kalifat zerstören wird, so gibt es auch viele Überlieferungen, die von den Gestalten berichten, die in der Endzeit erscheinen werden. Es gibt jedoch einige Exegeten (ehl-i itschtihad), die verschiedene Schulen (medhheb) oder extreme Ansichten (fikri mufrit) vertreten, welche (diese Überlieferungen) nicht übernommen haben und behaupten, sie seien nur schwach (da'if) oder "maudu'". Wie dem auch sei... der Grund dafür, dass ich hier eine lange Geschichte schließlich kurz gefasst habe, zeigt sich im Zusammenhang mit der Risale-i Nur, als sich nämlich vier schwere Erdbeben gleichzeitig mit den Angriffen auf die (Risale) -i Nur ereignet haben und so den Grimm der Erde deutlich machten, wie ja auch die Erde zweimal heftig gebebt hat während der Stunden, in denen ich meine Antwort hier niedergeschrieben habe. Es war dies folgendermaßen:

Es gab da zwei Erdbeben, die sich gleichzeitig mit dem Leiden ereigneten, das mich aufgrund der Wunden befiel, die mir die Operation als Folge des Berichtes der Experten geschlagen hat, (ein Bericht) den man mir an jenem Abend überreicht hatte, aber auch infolge der erbärmlichen Schwierigkeiten, weil ich ja mit niemandem Kontakt habe und nun selber mit meiner elenden Feder schreiben muss. An jenem Abend empfing ich in der Tat den Bericht vom Amt für Religiöse Angelegenheiten, auf den ich mich doch in den sechs Monaten Isolationshaft mit so vielen Schikanen so sehr verlassen und doch erwartet hatte, dass sie uns zu Hilfe kämen. An diesem Morgen verstand ich denn, dass sie mit ganz kleinen unbedeutenden Dingen nicht mir, sondern dem öffentlichen Ankläger geholfen hatten. Ich bemerkte, dass sie gesagt hatten: "Die letzten vier Erdbeben geschahen als ein Wunder (keramet) der (Risale) -i Nur; hat der Said gesagt." Stattdessen hatte ich auf der Liste der Irrtümer vermerkt: Sie ist gleich einer

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(von Gott) angenommenen Almosenspende, mit der man versucht, ein Unglück abzuwenden. Wann immer die (Risale) -i Nur angegriffen wird, eilt auch das Unglück herbei und nutzt gewissermaßen die Gelegenheit. Und manchmal ergrimmt die Erde. So hatte ich auch die Absicht, selbst etwas zu schreiben. Doch da erschütterten zwei heftige Stöße die Erde

Diese beiden Erdstöße ereigneten sich zu gleicher Zeit am Freitag, den 18.09.1948 in den frühen Morgenstunden. Gezeichnet im Namen der Schüler der Risale-i Nur im Gefängnis zu Afyon:

Halil, Mustafa, Mehmed, Feyzi, Husrev

und so verzichtete ich darauf, noch etwas dazu zu sagen. Und indem ich (diesen Gedanken) aufgebe, gehe ich hiermit zum dritten Punkt über.

Dritter Punkt:

Oh Ihr Erforscher der Wahrheit! Ihr wahrhaftigen, recht und billig denkenden (Herren) vom Komitee der Sachverständigen! Aufgrund einer alten, unter den Gelehrten traditionsgemäß üblichen Praxis, bei der Herausgabe von schönen neuen Büchern im Anhang, am Ende schöngeistiger Werke, die von anderen verfasst worden sind, eine Empfehlung, eine Laudatio anzufügen, dabei auch ein wenig zu übertreiben, wurde dieser Lobpreis dann auch veröffentlicht, womit dann der Verfasser vollkommen zufrieden war und sich demgegenüber, der seine Laudatio geschrieben hatte, sogar dankbar erwies. So habe denn auch ich es keineswegs abgelehnt, wenn ein Teil der reinen und aufrichtigen Schüler der Risale-i Nur Lobeshymnen in der Art des verstorbenen Hassan Feyzi und des Märtyrers Hafidh Ali verfasst hat, geschrieben mit dem Gedanken, mir einerseits in meiner Hilflosigkeit und Schwäche, so einsam und allein wie ich bin und angesichts so vieler ungerechter Leute, die mich scharf angreifen und mir widersprechen, sowohl eine Hilfe zu sein, als auch andererseits die Bedürftigen zu ermuntern, die Risale-i Nur anzunehmen, weshalb ich denn nur einen Teil dieser Elogen, soweit sie meine Person betreffen, auf

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die Risale-i Nur Werke abgelenkt habe, was Sie jedoch leider als eine Art Selbstbeweihräucherung betrachtet haben. Ich kann das mit sorgsamer Aufmerksamkeit, exaktem Wissen, gütiger Hilfeleistung und einem hoch anständigen Entgegenkommen nicht vereinbaren. Und es macht mich sehr traurig.

Die Kollegen, die mit reinem Herzen dergleichen Elogen geschrieben haben, dachten dabei keineswegs an Politik, sondern sagten aufgrund ihrer Berechnungen: "Ein Aspekt im Gesamt der Hinweise und ihrer Bedeutung, der sich als richtig erwiesen hat als auch eine ihrer kleinen Einzelheiten in dieser unserer Zeit ist die Risale-i Nur." Das aber kann man nicht als einen Fehler bezeichnen, denn das Zeit(geschehen) bestätigt es. Möge man (die Begeisterung meiner Kollegen) als völlig exaltiert, ja sogar als einen Fehler betrachten: es bleibt in jedem Fall ein Denkfehler. Dabei darf selbstverständlich jeder seine Meinung niederschreiben. Sie wissen ja, dass es zwölf verschiedene Rechtsschulen (medhheb) gibt: Hanefi, Maliki, Shafi, Hanbeli und an die siebzig hohe Gelehrte im Umkreis der Theologie, der Beweisführung und der Urteilsfindung, wie groß die Verschiedenheiten unter ihnen sind und wie weit in den Büchern, die sie geschrieben haben, ihre Meinungen und Ansichten voneinander abweichen. Jedoch hat es bis heute noch zu keiner Zeit unter den Gelehrten ein so großes Bedürfnis nach Einheit (ittifaq) gegeben und den Wunsch, sich nicht untereinander zu streiten.

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Drei Fragen an die unparteilichen Hodjas im Komitee der Sachverständigen

Erstens:

Wird ein Mann schuldig, der von einem anderen Mann in ehrlicher Absicht gelobt wird? Besonders dann, wenn er das gar nicht wünscht? Könnte man vielleicht dabei denken, er wolle sich damit selbst loben, wenn er derartige Lobeshymnen so weit wie möglich zurückweist, oder aber sie jemand anderem zuwendet, oder wenn er, um einen ehrlichen und aufrichtigen Freund nicht zu verlieren, ihn nicht tadelt, wenn er ihm mit Stillschweigen begegnet, wenn er doch erklärt, das Lob sei hundertfach größer als ihm zusteht?

Zweite Frage:

Verdient etwa ein Schüler der Risale-i Nur, (in einer Zeit), da so schreckliche Angriffe gegen den Glauben an der Tagesordnung sind und inmitten von Glaubensfragen, groß wie Berge, dass man ihn in seiner übertriebenen Liebe zur Wahrheit wegen eines winzig kleinen Denkfehlers, einer irrtümlichen Ansicht in einer solchen Weise schmäht und erniedrigt? Ist es etwa angemessen, einem Schüler, der eine Lobeshymne verfasst hat und nun von Lehrern gleich Ihnen (meine Herren!) erwartet, dass man ihn mit allem Verständnis (shefqat) auf seinen Fehler aufmerksam macht, auf diese Weise aus der Hand der Justiz einen Schlag ins Gesicht zu verpassen?

Dritte Frage:

Ist eine derartige Kritik an der Risale-i Nur, aufgrund von lediglich ein oder zwei Fragestellungen, die in diesen zwanzig Jahren von ihren zahllosen Gegnern niemals erschüttert werden konnte, jedoch den Glauben von Hunderttausenden Bedürftiger gestärkt hat überhaupt noch angemessen? Überdies möchte ich diese überaus kritischen Gelehrten noch an Folgendes erinnern: ich fand oben auf dieser Eloge, die Ahmed Feyzi verfasst hatte, einen Brief von mir. Nun aber kritisieren Sie mich in Ihrem Bericht, so als hätte ich diese Eloge selbst verfasst. Ich habe diesen Brief jedoch verfasst, weil

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ich diese Lobeshymnen nicht für meine Person akzeptieren, sondern wollte, dass sie (aus dem Text) herausgenommen werden und habe auch tatsächlich einen entsprechenden Abschnitt markiert. Einen anderen Teil wollte ich noch korrigieren, kam aber nicht mehr dazu, weil ich in Eile war; und so sandte ich ihn an meine Brüder (in einem der Dörfer). Dort aber legte man ihn oben auf die verpönten Elogen und schickte sie weiter an eine gewisse private (hususi) Person, wo sie dann in die Hände der Regierung gerieten. Ja verdient denn eine solche private (mahrem) Eloge, die nichts weiter enthielt als einige ehrliche Gedanken und persönliche Ansichten, und von einem Freund abgesandt worden war, in der Absicht, über ihre Modifizierung zu beraten, einen dermaßen heftigen Protest? Überdies enthielten diese beiden kleinen in rot und schwarz gebundenen Päckchen nichts als eine Anzahl vertraulicher Briefe, als private (Mitteilungen) an einige Freunde geschickt, um ihnen zu gratulieren, sie zu ermutigen oder ihnen eine kleine Freude zu bereiten. (Diese Briefe) wurden aber, wie auch immer, von ein, zwei neugierigen Leuten, damit sie nicht verloren gehen sollten, (nochmals abgeschrieben) und in einem Büchlein zusammengefasst. Dabei aber fielen sie dann während einer Hausdurchsuchung der Polizei in die Hände. Gibt es denn irgendeine Notwendigkeit, aus solchen Briefen derartige Vermutungen abzuleiten und daraufhin ein Kreuzverhör zu veranstalten, um eine politische Angelegenheit daraus zu machen? Ist es nicht so, als sei man gegenüber diesen fürchterlichen Drachen, die den Qur'an angreifen, blind und wolle sie gar nicht sehen und versuche stattdessen, sich gegen eine Mücke zu wehren?

Läuft das alles nicht (am Ende) darauf hinaus, dass man (den Herrn) Saratjoglu, der den Glauben und die mohammedanische Erziehung als Gift bezeichnet, beiseite schiebt und stattdessen über die "Leuchte des Lichtes" disputiert, die doch die qur'anischen Wahrheiten so klar darstellt wie das Sonnenlicht und beweist, dass sie das

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vollkommene Gegenmittel für die Wunden der Menschheit ist, dabei behauptet, dass die am Ende des Sammelbandes der (Risale) -i Nur angefügte Risalah nur eine Auslegung von schwachen (da'if) Hadithen sei und nun auch noch dabei Hilfe leistet, diesen Sammelband zu konfiszieren? Wir erwarten von solchen Persönlichkeiten, wie Sie es sind, Balsam für unsere Wunden, Ihre Einsicht und Ihre Hilfeleistung. Wenn Sie daneben noch gleichzeitig einige persönliche Einwände haben, sind wir deswegen keineswegs beleidigt.

Der Gefangene

Said Nursi

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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Eine Einführung in die nachfolgenden Abschnitte

In der Absicht, ein wenig dabei zu helfen, mit wahren und wahrhaftigen Beweisen, das Urteil des Gerichtshofes zu Afyon zu widerlegen und das Appellationsgericht zu unseren Gunsten umzustimmen und um einige der Irrtümer in der Anklageschrift kurz anzuführen, haben wir die persönlichen Abschnitte (mahrem risaleler), die Sie in der Anklageschrift aufgeführt haben, noch einmal genau dargestellt, um auf die Fehler zu verweisen, die wir denjenigen darlegen möchten, die uns als eines Fehltritts schuldig überführen möchten.

Zum Beispiel: Um mich zu einer besonders harten Strafe verurteilen zu können, haben sie am Ende der Anklageschrift eine Liste all meiner Verbrechen angefügt und geschrieben: "Eine der Angelegenheiten, wo Said Nursi sich dagegen wendet, ist die Aufhebung des Sultanats und des Kalifats." Das aber ist sowohl falsch als auch kurzsichtig. Denn ich habe bereits vor fünfzehn Jahren vor dem Gerichtshof in Eskishehir zu der Frage, was ich denn im "Sechsundzwanzigsten Blitz", einem Seelenführer für alte Leute, geschrieben hätte, geantwortet: "Das Ende, welches das Kalifat in seiner Autonomie (khilafet saltanatinin vefati) genommen hat, hat mich traurig gemacht." Das hat sie zum Schweigen gebracht. Wer auch immer eine bedeutungslos gewordene, inzwischen längst verjährte Angelegenheit, die unter das Gesetz der Amnestie fällt, sodass hier ein Freispruch ergangen ist, noch immer als ein Verbrechen ansieht, macht sich dadurch selbst schuldig.

Zudem verwiesen sie noch auf ein Hadith, das ich in einem der Blitze (angeführt hatte) und das sich auch in den "Wundern Ahmeds (mit dem Friede und Segen sei)"

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wieder findet, offensichtlich als Dokument für dieses angebliche Verbrechen (gedacht, wo es heißt):

اِنَّ الْخِلاَفَةَ بَعْدِي ثَلاَثُونَ سَنَةً ثُمَّ تَكُونُ مُلْكًا عَضُوضًا وَ فَسَادًا وَ جَبَرُوتًا

{"Fürwahr, das Kalifat wird nach mir noch dreißig Jahre währen. Danach wird eine habsüchtige Monarchie daraus werden. Das Verderben (wird hereinbrechen) und eine Gewaltherrschaft (errichtet werden)."}

Das heißt, nach den vier rechtgeleiteten Kalifen wird das Verderben hereinbrechen. So habe ich denn in einer meiner früheren Abhandlungen geschrieben, dass diese Hadith drei wunderbare Prophezeiungen enthält. In der Anklageschrift wurde mir das dann als ein Verbrechen zur Last gelegt (und behauptet), Said habe in einer Abhandlung gesagt: "Nach dem Kalifat kommen die Gewalt und das Verderben." Oh Ihr oberflächlichen Leute eines Komitees! Wer auch immer es für ein Verbrechen hält, die wunderbare Vorausschau einer Hadith zu erklären, welche das weitverbreitete materielle wie geistige Verderben in der Menschheit unserer Zeit voraussagt und Ereignisse, welche das absolute Chaos über die Erde bringen werden, macht sich selbst in materieller wie in geistiger Hinsicht eines Verbrechens schuldig.

Sie haben auch geschrieben, dass "eine Person, die Reformen, wie die Schließung der Tekkes (= Klöster der Sufi-Orden), der Einsiedeleien und Medressen (= religiöse Schulen) die Einführung des Laizismus, die Übernahme nationalistischer Prinzipien anstelle des Islams, das Tragen der Schirmmütze, die Aufhebung der Verschleierung für Frauen, die erzwungene Annahme des lateinischen Alphabets anstelle der qur'anischen Schreibweise, der Ruf zum Gebet (edhan ve iqamah) auf türkisch, die Aufhebung des Religionsunterrichts in den Schulen, die Gleichstellung von Mann und Frau im Erbrecht und im Zivilrecht, die Aufhebung des Mehrfrauenrechts (zugunsten der Einehe) als ketzerische Neuerungen (bid'a), als Irreführung (und Merkmale des) Atheismus bezeichnet, sich der Fortschrittsfeindlichkeit schuldig macht.

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Oh ihr uneinsichtigen Leute des Komitees! Der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, war in jedem Jahrhundert der heilige, himmlische Wegweiser für 350.000.000 Menschen, das Programm zu ihrer Glückseligkeit, die heilige Schatzkammer für das Leben im Diesseits und im Jenseits. Wäre es möglich, seine vielen so eindeutigen Verse, über die Verschleierung der Frau, das Erbrecht, die Mehrehe, das Gedenken Gottes (dhikru-llah), die religiöse Unterweisung, die Verbreitung des Glaubens und die Bewahrung der Kennzeichen der Religion, an denen es nichts zu deuten gibt, abzustreiten und alle die autorisierten Interpreten islamischer Gesetze und alle Scheichu-l'Islam für schuldig zu erklären, und könnten Sie den Fluss der Zeit aufhalten, die zahlreichen Freisprüche der Gerichtshöfe und alles, was längst verjährt ist, für nichtig erklären, und alles, was privat ist, was persönliche Ansicht ist, die Freiheit des Gewissens, die Gedankenfreiheit, die Opposition im Denken und in der Wissenschaft aus dem Lande und seiner Regierung verbannen, dann können Sie mich auch dieser Dinge für schuldig erklären. Andernfalls werden Sie vor dem Gerichtshof der Wahrheit und Wahrhaftigkeit, des Rechts und der Gerechtigkeit ganz fürchterlich schuldig werden!

Said Nursi
* * *

Ein Abschnitt, den der Gerichtshof erstaunlicherweise gegen uns angewandt hat, obwohl er doch eigentlich gegen sie selbst ist.

"Ich halte jedoch der Versammlung des Gerichtshofes entgegen: Die Gerechtigkeit, falls es diese auf Erden gibt, wird sicher einen ungerechten Gerichtsbeschluss, durch den ein Mann verurteilt wurde, weil dieser das Gesetz

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Gottes, das in 1350 Jahren und in jedem Jahrhundert mindestens 350.000.000 Menschen in ihrem gesellschaftlichen Leben über alles heilig war und sich unter ihnen als wahr und wirksam erwiesen hat, das von 350.000 Kommentaren zum Qur'an bestätigt und durch deren Übereinstimmung bekräftigt wurde und von welchem unsere Väter seit 1350 Jahren fest überzeugt waren, kommentiert hat, wieder aufheben und diesen Gerichtsbeschluss revidieren."

Ein Abschnitt, den der Gerichtshof voll Erstaunen und in Anerkennung in seinem Urteil geschrieben hat und der gegen uns gerichtet sein sollte, obwohl er sich doch gegen sie selbst richtet.

Im "Sechsundzwanzigsten Brief" schreibt Said Nursi über sich selbst das Folgende:

So gibt es denn in diesem euren niederen Bruder drei Persönlichkeiten. Sie sind voneinander weit entfernt, ja in der Tat wirklich sehr weit voneinander entfernt.

Die erste Person:

In Anbetracht dessen, dass ich der Verkünder jenes erhabenen Schatzes bin, welcher der Qur'an ist, ist mir vorübergehend eine Persönlichkeit zu eigen, die ganz allein dem Qur'an gehört. Der hoch erhabene Charakter, der von einer solchen Stellung eines Verkünders verlangt wird, ist nicht mein Charakter; ich besitze ihn nicht. Vielmehr ist es ein Charakter, den diese Stellung, diese Aufgabe erfordert. Was immer von dieser Art ihr in mir sehen mögt, gehört nicht mir. So betrachtet mich denn nicht in diesem Zusammenhang. Es gehört zu meinem Stand (makam).

Die zweite Person:

Zur Gebetszeit wird mir durch die Güte (ihsan) Gottes des Gerechten für die Zeit, die ich

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mich der Schwelle Gottes zuwende, eine Person gegeben, eine Persönlichkeit, die gewisse Kennzeichen trägt. Diese Persönlichkeit erwächst aus dem, was die Wesenselemente des Dienstes und der Anbetung sind: "seine Fehler kennen, seine Schwäche und Armseligkeit verstehen, in seiner Niedrigkeit an der Schwelle Gottes Zuflucht suchen". Mit Hilfe dieser (zweiten) Person erkenne ich mich selbst mehr als jeder andere als niedrig, schwach, armselig und fehlerhaft. Sollte auch die ganze Welt mich feiern und lobpreisen, sie könnten mich nicht davon überzeugen, dass ich ein guter und vollkommener (Mensch) bin.

Die dritte Person:

Dies ist meine wahre Persönlichkeit, d.h. die Persönlichkeit des Alten abgetakelten Said, also einige Adern aus dem Erbe des Alten Said. Der neigt manchmal zur Heuchelei und Geltungssucht (riya ve hubb-u djah). Und weil ich auch nicht aus vornehmem Hause stamme, so kann man bisweilen niedere Charakterzüge, wie eine Neigung zur Sparsamkeit bis zum Geiz, beobachten.

Ich möchte euch nun nicht ganz vertreiben, wenn ich euch noch alle meine verborgenen Fehler und Schlechtigkeiten beschreibe.

Des Weiteren hat Gott der Gerechte in Seinem Erbarmen (merhamet) Seine Gnade (inayet) über mir in der Weise gezeigt, dass er diese meine Persönlichkeit wie den niedersten einfachen Soldaten in den Dienst an den Geheimnissen des Qur'an gestellt hat wie auf den höchsten Platz (makam), einem Marschall entsprechend.

Hunderttausendmal Dank!...

Die Seele (nefs) ist niederer als alles, die Aufgabe ist höher als alles...

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Lob und Dank sei Gott! Dies ist von der Güte (fadl) meines Herrn."}

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Dies ist ein Absatz, der den Gerichtshof so sehr in Angst und Schrecken versetzt hat, dass sie in ihrem Urteilsspruch gegen uns daraus zitiert haben. Doch wurden diese furchtbaren Worte vor fünfzehn Jahren niedergeschrieben und später in folgender Weise abgemildert: "Meine Brüder! Um der Unschuldigen und der Alten willen nehmt keine Rache an denen, die mich widerrechtlich töten. Ihre Strafe im Grab und in der Hölle wird ihnen genügen." Diese Anmerkung sollte sie zur Einsicht bringen.

"Da es nach eurer Vorstellung und aufgrund der Art und Weise wie ihr mich behandelt nun einmal zwischen euch und mir ganz allgemein einen Gegensatz gibt, bringt ihr für diese Welt (dunya) Glaube und Jenseits zum Opfer dar. Wir hingegen sind nach eurer Meinung aufgrund dieses Gegensatzes und im Gegensatz zu euch jederzeit dazu bereit, diese Welt für unseren Glauben und das (Leben im) Jenseits aufzuopfern. Zwei oder drei Jahre meines Lebens unter eurem grausamen und demütigenden Regime im Elend zu verbringen, um so die Heiligkeit des Märtyrertums zu gewinnen, ist wie Wasser aus dem Kautharstrome für uns. Doch gestützt auf den strahlenden Glanz und die Hinweise aus dem Weisen Qur'an gebe ich Ihnen mit absoluter Sicherheit die Kunde, die Sie erzittern lassen soll:

Nachdem Sie mich umgebracht haben, werden Sie nicht länger mehr am Leben bleiben. Ihr werdet durch die Hand des Unbesiegbaren (Qahhar) aus eurem vergänglichen (fani) Paradies und der Welt, die ihr geliebt habt, vertrieben werden und rasch in die ewige Finsternis geworfen werden. Nach mir werden eure nimrodgleichen Führer (König Nimrod ließ Abraham ins Feuer werfen - A.d.Ü.) elend zugrunde gehen und neben mir (in das Grab) geschickt werden. Ich jedoch werde sie in Gottes Gegenwart am Kragen packen und indem Gottes Gerechtigkeit

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sie in die tiefsten Tiefen hinabschleudert, werde ich so meine Rache nehmen.

Oh ihr Unglückseligen, die ihr euren Glauben und das jenseitige (Leben) um der Welt willen verkauft habt! Wenn euch euer Leben lieb ist, so belästigt mich nicht länger! Wenn ihr mir noch länger lästig fallt, so wisset, dass meine Rache in vielfältiger Weise über euch kommen wird und erzittert! Ich erhoffe von der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahiye), dass mein Tod mehr als mein Leben dem Glauben dienen wird. Mein Tod wird über euren Häuptern wie eine Bombe explodieren und eure Häupter zerschmettern! So quält mich denn ruhig noch weiter, wenn ihr den Mut dazu habt! Tut ihr irgendetwas (dergleichen), so werdet ihr schon sehen (was dann geschieht)!" So habe ich dies (damals) geschrieben und mit einer Ayah abgeschlossen.

Das Folgende hat das Gericht gegen mich geschrieben, obwohl es doch eigentlich ein Abschnitt ist, der sie des Extremismus (ifrat) beschuldigt.

In Ankara betrat Mustafa Kemal das Büro des Sprechers der Regierung und schäumte vor Wut: "Wir haben Sie hier zusammengerufen, damit Sie uns Ihre besten Ideen erläutern sollen. Sie aber sind gekommen und haben uns etwas über das Gebet (namaz) geschrieben und Zwietracht (ikhtilaf) unter uns gesät." (Damals) hat Said auch zu ihm gesagt: "Wer das Gebet nicht verrichtet, ist unzuverlässig und treulos und was er sagt, ist unglaubwürdig." Später dann aber brachte Mustafa Kemal doch noch eine Art Entschuldigung hervor, schluckte seinen Ärger hinunter, und obwohl er sich in seinen Gefühlen verletzt und in seinen Grundsätzen missachtet fühlte, streckte doch niemand die Hand nach dem Alten Said aus, ja diese sonst

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stets gewaltbereiten Kommandeure fürchteten sich sogar vor ihm. (In den Gerichtsakten) steht vermerkt, dass dies durch die wunderbare Kraft der geistigen Körperschaft der künftigen heldenhaften Schüler der Risale-i Nur geschah und ein glänzendes Wunder (keramet) der Risale-i Nur ist.

Ein Abschnitt, der gegen uns geschrieben wurde, jedoch den Gerichtshof als den eigentlich Schuldigen erkennen lässt.

Es heißt (in der Gerichtsakte weiter): "Wir unterstützen weder nach unserer Meinung noch entsprechend unserer Bildung (fikren ve ilmen) die willkürlichen, im Namen des Gesetzes erteilten Befehle eines Kommandanten, der die Ayasofya in einen Götzentempel und den Amtssitz des Scheichu-l'Islam in ein Lyzeum umgewandelt hat; und ich für meine Person handle nicht in Übereinstimmung mit ihnen."

In der Petition vom 29.08.1948 heißt es: "In meinem Herzen ist die folgende Idee entstanden: Die Tatsache, dass die Regierung - die mich doch zum Wohle des Landes und seines Volkes beschützen und mir helfen sollte - mich stattdessen unterdrückt, lässt vermuten, dass die geheime atheistische Organisation, die sich mit einem Teil der kommunistischen Organisation zusammengeschlossen hat, bedeutende Positionen in öffentlichen Ämtern erlangt hat und nun gegen mich kämpft. Was aber die Regierung betrifft, so ist sie (über diese Vorgänge) entweder nicht informiert, oder aber sie duldet sie (stillschweigend). Ja könnte es denn ein Verbrechen sein, einen Mann nicht zu lieben, der die Ayasofya, die in dieser Welt eine immerwährende Quelle des Stolzes eines heldenhaften Volkes im Dienste des Qur'an und seines Glaubens

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ist, ein Ehrenzeichen gleich einem gewaltig großen Diamanten und ein gewaltig großes Denkmal (der Macht) ihrer Schwerter, in einen Götzentempel und den Amtssitz des Scheichu-l'Islam in ein Lyzeum umgewandelt hat?"

Die folgenden Gedanken, die der Gerichtshof auf die Anklageschrift gesetzt hat, waren diejenigen, welche Said mit der größten Wahrscheinlichkeit überführt hätten. Er unterlegte jenen Worten, die Said vor dem Gerichtshof in Denizli gegen seine verborgenen Feinde gebraucht hatte eine total irrige Meinung und verdrehte sie in der Weise, dass sie sich gegen die Regierung richteten und gebrauchte sie so als einen Vorwand für seine Verurteilung.

Er nannte einige dieser neuen Gesetze des Staates, der diese Reformen durchgeführt hatte, als willkürlich aufgezwungene, zugunsten des Unglaubens, die Republik als den absoluten Despotismus, die Regierung als den absoluten Abfall vom Glauben und einen (reinen) Kommunismus und die Zivilisation als pure Ausschweifung (sefehat-i mutlaq).

Ein Gedanke, der im Gerichtshof mit Erstaunen und (zugleich auch) mit Bewunderung in die Anklageschrift aufgenommen wurde.

Die Niederschrift der Risale-i Nur bringt zahlreiche Segnungen sowohl in jener als auch in dieser Welt. Es sind dies:

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1. Die Aufnahme eines inneren Kampfes gegen die Leute des Irrweges.

2. Sie hilft Ustadh in der Verbreitung der Wahrheit.

3. Sie dient den Muslimen hinsichtlich ihres Glaubens.

4. (Sie ist) das Studium der Wissenschaften mit der Feder.

5. Ihre Gedanken (teffekur) gleichen Gebeten (ibadet), wobei manchmal eine Stunde einem Jahr der Anbetung gleicht.

6. Man steigt im Glauben (iman) in das Grab.

Sie birgt außerdem auch noch fünf Vorzüge im weltlichen (Leben):

1. Segen für den Unterhalt (rizq).

2. Ruhe und Frohsinn im Herzen.

3. Leichtigkeit beim Erwerb seines Lebensunterhaltes.

4. Erfolg bei der Arbeit.

5. Die Tugend, ein Schüler zu sein, verleiht ihm einen Anteil an den Gebeten aller Schüler der Risale-i Nur. Das wird die Jugend sehr bald begreifen und die Universität in eine Lehrstätte der (Risale) -i Nur umwandeln.

Es ist sehr erstaunlich, dass man (Ustadh) diese aufrichtige Hingabe (samimi fedakar) als ein Verbrechen angelastet hat.

Einer der beiden Pläne, denen diese Heuchler aus ihrem Versteck heraus folgten, war dieser: meinen guten Ruf zu zerstören, als könnten sie auf diese Weise den Wert der (Risale) -i Nur herabmindern.

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Zweitens:

Die Verbreitung der (Risale) -i Nur zu verhindern, indem sie die Schüler der (Risale) -i Nur ängstlich und mutlos werden lassen. Aber habt keine Angst! Wir wollen die Köpfe solch armseliger Menschen wie wir es sind, für jene geheiligte Wahrheit zum Opfer bringen, für die bereits vor uns Millionen von Helden ihren Kopf geopfert haben!

Es klingt völlig absurd und doch wird behauptet, dass dieses aufrichtige Vorwort von Hassan Feyzi, welches nichts als ein Lobgesang und die reine Wahrheit ist, welches mit den Tatsachen völlig übereinstimmt und niemandem schadet, vielmehr ein Segen für viele ist, der Anlass zu einer Schuldzuweisung ist, und da es am Ende der (Risale)-i Nur angefügt worden war, nun als Grund dafür herhalten muss, dass die ganze Sammlung beschlagnahmt wird.

Der Brief, den Hassan Feyzi geschrieben hat, ist kurz zusammengefasst folgender:

"Oh Risale-i Nur! Es gibt keinen Zweifel, dass du die Zunge der Wahrheit (haqq) bist und die Eingebung (ilham) der Wahrheit (haqq) und mit Seiner Erlaubnis geschrieben wurdest. Ich bin niemandes Eigentum. Ich wurde keinem Buche entnommen. Ich wurde aus keinem Werk entwendet. Ich gehöre dem Herrn (Rabb) und dem Qur'an. Ich bin jenes Wunder (keramet) wirkende Licht, das dem Werk (= dem Qur'an) des Unsterblichen (Gottes) entspringt."

"Du bist das wahrhaftige (haqq) Buch voll des Segens (rahmet) und der Fülle (feyiz). Du schmückst und ehrst einige deiner besonderen, aufrichtigen Schüler mit dem Schmuck deiner Heiligen und lauteren Theologen.

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Mehr noch: deine Abhandlungen sind nicht vor Gericht getreten als Verbrecher oder als verdächtige Subjekte, sondern als Lehrer, Instruktoren, Meister und Führer (Murshid). In jeder Gerichtssitzung (divan-i adalet) hast du dich in deiner ganzen furchterregenden Macht, Würde und Größe, deinem Glanz und deiner Pracht gezeigt. Du hast sie mit dem Wasser des Glaubens und des Qur'an gereinigt und geläutert."

"Oh du, Diener der Risale-i Nur und ihr Interpret (ustadh), Knecht Gottes (Allah'in abd) und geistiger Sohn Iman Alis, mit dem Gott zufrieden sein möge, Schüler (muried) von Ghaus-i Adham (= Scheich Geylani), Gott heilige sein Geheimnis! Erhebe mich in die erhabene Gegenwart deiner Erkenntnis!" Siehe, da ist sein Vorrat, seine Versorgung für einen Monat: nur ein Kilogramm, das, in Papier eingewickelt an einem Nagel hängt. In der Nichtigkeit (seines Daseins) ist er bis an die Unerschöpflichkeit des Seins gelangt. Er hält sich vor der Annahme von Zuwendungen und Geschenken zurück. Würde er Almosen (zekat ve sadaqa), Spenden und Opfergaben entgegennehmen, er wäre heute längst schon zum Millionär geworden.

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Sie haben sich nur mit einem der neun Gründe aufgehalten, wie die Risale-i Nur zu ihrem Namen kam. Sie sagten, dass sie im Kreise der ihm vertrauten Schüler niemanden gefunden hätten, der "Nur" hieße. Als Antwort dazu heißt es in einer Fußnote, dass jetzt Nur Benli und Küreli Nuri, der Uhrmacher, im Dienste der (Risale)-i Nur besonders ausgezeichnet sind. Das aber heißt, dass sie keinen Grund für ihre Kritik finden können und sich deshalb gezwungen sehen, in ihren Ausreden zu Nebensächlichkeiten zu greifen.

Der Grund dafür, dass im "Sechsundzwanzigsten Wort" die dreiunddreißig Worte, dreiunddreißig Briefe, einunddreißig Blitze und dreizehn Strahlen als die Risale-i Nur bezeichnet werden, ist der: Mein ganzes Leben lang ist mir allerorten das Wort «Nur (Licht)» begegnet. So heißt z.B. mein Heimatdorf Nurs, der Name meiner verstorbenen Mutter war Nuriye, mein Naqshi-Lehrer (ustadh) war Seyyid Nur Mohammed. Einer meiner Qadiri-Lehrer war Nuruddin, einer meiner Qur'an-Lehrer hieß Nuri und auch unter meinen Schülern haben die, welche mir am engsten vertraut sind, ein «Nur» in ihrem Namen. (Wie merkwürdig ist es hingegen doch, dass es unter den wirklich bedeutenden Schülern der Risale-i Nur keinen mit dem Namen Nur gibt!) Auch unter meinen Büchern sind diejenigen Beispiele, welche am nachhaltigsten erklärt und erläutert werden, die Vergleiche mit dem Licht. Und was die meisten meiner Schwierigkeiten in Bezug auf die göttlichen Wahrheiten gelöst hat, ist der lichtvolle Name «Nur» unter den Schönen Namen. Auch mein ganz besonderes Vorbild (imam) in meiner leidenschaftlichen Begeisterung (shiddet-i shauk) für den Qur'an und meinem ausschließlichen Dienst für ihn ist Othman Dhin-Nureyn, mit dem Gott zufrieden sein möge.

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Die Hudjumat-i Sitte (Sechs Angriffe) samt Anhang wurden vor zwanzig Jahren, einerseits aufgrund der heftigen und grausamen Übergriffe geschrieben und sind andererseits sehr vertraulich (mahrem). Zudem hatte der Gerichtsprozess gerade erst stattgefunden. Zudem hatte ich in einem Zustand der Erregung geschrieben. Zudem war damals gerade die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Das alles lässt meinen damaligen Ärger für gerechtfertigt erscheinen. Es so, als sei es gerade erst geschrieben, als ein Verbrechen anzusehen und zu beschlagnahmen, ist weit davon entfernt, gerecht zu sein.

Im Anhang zu den "Sechs Angriffen" heißt es in der Überschrift: Dieser Anhang wurde geschrieben, um den Abscheu und die Verachtung zu vermeiden, die sich andernfalls hier in künftiger Zeit ausbreiten werden. Das heißt, er wurde geschrieben, so dass, wollte da einer sagen: "Pfui über alle diese geistlosen Faulpelze in unserem Zeitalter!", seine Spucke unser Gesicht nicht treffen möge, bzw. um sie von ihm wieder abzuwischen. Mögen die tauben Ohren dieser wilden Leiter eines Europa hinter ihrer humanistisch gesinnten Maske davon widerklingen!... Und möge es diesen maßlosen Tyrannen, welche uns mit diesen gewissenlosen Gewaltmenschen heimgesucht haben, in ihre nichtssehenden Augen gesteckt werden! Es ist dies eine Petition, geschrieben, um damit den Anhängern einer mehr ärgerlichen als bürgerlichen Zivilisation (mimsiz medeniyet) über die Köpfe zu hauen, die es in diesem Jahrhundert mehr als hunderttausendmal nötig gemacht haben, zu rufen: "Es lebe die Hölle!"

In letzter Zeit haben die versteckten Angriffe der Glaubenslosen eine ganz besonders hässliche Form angenommen, wobei sie mit ihren erbärmlichen, ungerechten Angriffen gegen die so unglücklichen Leute des Glaubens (vorgingen und sich sogar) in unseren privaten und keineswegs

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offiziellen Ruf zum Gebet, also in dieses unser privates Gebet einmischten, das ich mit noch zwei mir eng verbundenen Brüdern in einem privaten Raum verrichtete, den ich mir selbst dafür hergerichtet hatte. Man sagte also zu mir: "Warum rezitierst du den Ruf zum Gebet in arabischer Sprache und wieso versuchst du das geheim zu halten?" Da war denn doch meine Geduld erschöpft. So richte ich mich denn nicht etwa an diese unzivilisierten, gottlosen (Leute), die einer Antwort gar nicht wert sind, sondern an den pharaonengleichen Vorstand einer Gesellschaft, der mit einer geradezu despotischen Willkür mit dem Schicksal einer ganzen Nation spielt, (mit dem Ruf): "Oh ihr Leute einer ketzerischen Neuerung (bid'a) und der Gottlosigkeit (ilhad)!... Ich erwarte eine Antwort (auf die folgenden) sechs Fragen.

Erstens:

Jede Regierung in der Welt, jedes Volk und jeder Stamm, ja selbst ein Stamm Menschenfleisch essender Kannibalen, ja sogar ein Räuberhauptmann in all seiner Wildheit und Grausamkeit herrscht und regiert auf seine Weise und urteilt nach seinen Prinzipien. Ihr aber, nach welchen Prinzipien führt ihr diese außerordentlichen Angriffe aus? Legt mir die Artikel eures Gesetzes vor! Oder akzeptiert ihr die willkürlichen Einfälle einer Handvoll niederträchtiger Beamter? Denn für ein solches privates Gebet gibt es kein Gesetz und kann es ein solches Gesetz nicht geben!...

Es ist sehr bedauerlich, dass sie gegen ein, zwei Sätze in den "Sieben Zeichen (Isharat-i seb'a) etwas einzuwenden hatten, (eine Abhandlung), die sowohl alt als auch rein privat (mahrem) ist und zudem durchaus der Wahrheit entspricht, die sie aber beschlagnahmen und deretwegen sie Anklage erheben wollten. Doch die Wahrheit, die sie enthält, ist so kraftvoll, dass sie der ganzen Welt und der Menschheit zum Wohle des gesellschaftlichen Lebens verkündet werden sollte.

In dieser Welt ist der größte Dummkopf der, der Fortschritt und Glück im Leben von solchen glaubenslosen

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Anarchisten wie diesen erwartet. Einer dieser Toren, der eine hohe Position besetzt hatte, sagte: "Wir sagten immer nur Allah, Allah und sind dabei rückständig geblieben. Europa aber sagte immerzu: Kanonen und Gewehre, und schreitet dabei stets voran."

Nach dem Grundsatz:
جَوَابُ اْلاَحْمَقِ السُّكُوتُ

{"Die Antwort für einen Toren ist Schweigen."}

ist die Antwort für solche (Leute) das Schweigen. Da sich aber hinter einigen unter diesen Toren auch einige recht kluge, aber bedauernswerte (Menschen) finden, wollen wir sagen: Oh ihr Hilflosen! Diese Welt ist ein Gasthaus. Da es nun einmal den Tod gibt und wir einmal ins Grab hinabsteigen werden, weil das Leben vergeht und dann ein beständiges Leben beginnt, wird es notwendig, wenn Gewehre und Kanonen sprechen, tausendmal «Allah! Allah!» zu rufen.

Ja, man muss geradezu darüber staunen:

Doch im "Sechzehnten Blitz" haben sie tatsächlich einen Satz, der zu unseren Gunsten spricht, so herumgedreht, dass er gegen uns sprechen muss und uns dann gezeigt, dass sie geneigt sind, diese so wertvolle Abhandlung zu beschlagnahmen.

Aus dem "Sechzehnten Blitz: Was aber das Übel des Krieges betrifft, so würde er unserem Dienst am Qur'an einen sehr bedeutsamen Schaden zufügen. Möge der, der alles vermag (Qadir-i Kull-i Shey), in einer Minute den mit Wolken verhangenen Himmel leer fegt und reinigt und uns am Antlitz des Himmels wieder das Licht der Sonne zeigt, nun auch diese finsteren, gnadenlosen Wolken zerstreuen und uns wieder die Sonne der Wahrheit des Gesetzes schauen lassen. Wir erbitten von seiner Barmherzigkeit (rahmet), dass er uns (Seine Wahrheit) nicht teuer verkaufen möge. Und möge er den Köpfen oben an der Spitze (des Staates)

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Verstand verleihen und Glaube ihren Herzen; so würde dies genügen. Danach würde die ganze Angelegenheit schon sich selbst regeln.

Da nun einmal das, was du in deinen Händen hältst, Licht ist und von dem Licht kein Schaden ausgehen kann, warum gemahnst du dann deine Freunde zur Vorsicht?

Eine kurzgefasste Antwort auf diese Frage ist folgende: Die meisten unter den Köpfen da oben an der Spitze (des Staates) sind betrunken und können sie nicht lesen. Und selbst dann, wenn sie sie lesen könnten, würden sie sie doch nicht verstehen. Sie würden sie verkehrt auslegen und dann (ihre Veröffentlichung) zu verhindern versuchen. Damit sie aber (ihre Veröffentlichung) nicht verhindern können, sollte man sie ihnen nicht zeigen, bis sie wieder zu Verstand kommen. Darum rate ich meinen Brüdern, vorsichtig zu sein und die Wahrheit nicht in die Hände derer zu legen, die für sie nicht geeignet sind.

Obwohl die Verschleierung der Frau eine Anweisung (emir) des Qur'an ist und eine sehr kraftvolle Antwort (bezüglich dieser Frage) bereits gegeben und schon vor langer Zeit geschrieben wurde, weshalb wir denn auch schon unsere Strafe verbüßt haben, sehen sie dies dennoch wieder als ein Verbrechen an; desgleichen auch die Abhandlung für die Alten, welche von größtem Wert ist und von Nutzen für jedermann, und der Wegweiser (für die Jugend), die eine eigene Wahrheit enthalten. Das zeigt: sie konnten nichts finden, was Anlass zur Kritik sein könnte.

Nach der Erklärung im "Vierundzwanzigsten Blitz" über die Verhüllung der Frau, eine Verhüllung auf Anweisung (emir) des Qur'an, heißt es dann weiter:

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"Wie ich gehört habe, soll in der Hauptstadt des Landes ein ganz einfacher Schuhputzer vor den Augen der Leute die Frau eines weltbekannten großen Mannes am helllichten Tage mitten auf dem Marktplatz ihrer unverhüllten Beine zufolge, belästigt haben. Das versetzt doch jenen, die so unverfroren gegen die Verhüllung der Frau sind, einen Schlag ins Gesicht!"

Im "Sechsundzwanzigsten Blitz", (der Abhandlung) über die Alten, heißt es dann weiter: "Einmal bestieg ich die höchste Stelle der alten Festung von Ankara. Diese Festung erschien mir wie Ereignisse der Geschichte, die sich in Stein verwandelt hatten. Mein Altsein, das Altsein der Festung, das Altsein des ruhmreichen osmanischen Reiches und das Ableben der Herrschaft des Kalifats machten mich sehr traurig. In diesem schmerzlichen Zustand schaute ich die Bäche der vergangenen Zeit hinunter und auf die Berge der zukünftigen Zeit hinauf. Über die Vergangenheit erfasste mich Entsetzen anstelle einer Tröstung. Die Zukunft erschien mir für mich, für meine Altersgenossen und für die künftigen Generationen wie ein großes und finsteres Grab. Ich schaute auf den gegenwärtigen Tag: er kam mir so vor, als würde mein Körper zunächst noch auf der Schlachtbank zappeln, danach aber als eine Leiche in den Sarg gelegt."

Sie haben in dem, was sie eigentlich sehr zu schätzen wissen müssten, einen Anlass zur Kritik gesehen und ein Verbrechen daraus gemacht.

"Ich habe den größten Teil meines Einkommens, das ich vom "Haus der Weisheit des Islams (Daru-l'Hikmetu-l'Islamiye)" empfangen habe, wieder ausgegeben. Nur einen kleinen Teil davon habe ich mir für die Pilgerfahrt (Haddj) aufgespart. Das wenige Geld war mir durch den

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Segen (bereket) aus Sparsamkeit und Genügsamkeit genug. So konnte ich es vermeiden, gedemütigt zu werden. Von diesem gesegneten Geld ist immer noch ein wenig übrig geblieben."

Es steht ausdrücklich vermerkt, dass der "Zweiundzwanzigste Blitz" als privat (mahrem) gekennzeichnet und nur für meine engsten, aufrichtigsten und getreuesten Mitbrüder bestimmt ist. "Erster Hinweis: Warum mischen sich, obwohl du dich doch niemals in die weltlichen Angelegenheiten der Weltleute einmischt, diese bei jeder Gelegenheit in deine jenseitigen Angelegenheiten ein? Wer auf diese Frage eine Antwort geben sollte, ist die Regierung von Isparta, sind die Einwohner dieser Stadt."

Diejenigen, nach deren Vorstellung diese unschuldige, aufrichtige, von Staunen erfüllte Hoffnung, diese Sehnsucht, ja ein Segenswunsch, der aus jener Liebe (shefqat) geboren wird, die der Glaube erweckt, ein Verbrechen darstellt, machen sich sicherlich selbst eines solchen Verbrechens schuldig.

Said sagt in einem seiner, von ihm unterschriebenen, Briefe: "Was mochte wohl die Weisheit hinter jenen sieben Jahre, zehn Jahre alten unschuldigen Kindern sein, die, wenn ich in einer Kutsche umherfuhr und sie mich erblickten, gelaufen kamen und meine Hände ergriffen? Und dann tauchte plötzlich in mir die Vorstellung auf und ich verstand: "Diese Gruppe kleiner unschuldiger (Kinder) spürt es bereits, dass sie später einmal durch die Risale-i Nur zur Glückseligkeit finden und von den geistigen Gefahren errettet werden wird."

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Der folgende Abschnitt, den man zunächst einmal zu meinen Gunsten ausgelegt hatte, endigt in einem Wunsch, einer Hoffnung. Ihn als ein Verbrechen anzusehen, liegt außerhalb jeden recht und billigen Denkens.

(In der Gerichtsakte steht weiterhin) geschrieben: Eine Anzahl Ayat und Hadithe spielen einhellig auf eine lichtvolle Wahrheit in diesem Jahrhundert an und verweisen auf einen großen Erneuerer (mudjeddid-i ekber), der am Ende der Zeiten (akhirazaman) kommen wird. Die wichtigste der drei Aufgaben dieser künftigen Person und ihrer Gemeinschaft wird es sein, den Glauben zu retten. Darüber hinaus wird es kein Problem sein, wenn sie die beiden anderen Aufgaben, die in einem weiteren Rahmen von Bedeutung sind, wie die Erneuerung der Scharia (das isl. Gesetz - A.d.Ü.) und die Errichtung eines (funktionstüchtigen) Kalifats dabei nicht mit in Betracht ziehen. Dies könnte jedoch die Gegner der Risale-i Nur, und unter ihnen insbesondere die Politiker dazu verleiten, diese zu kritisieren und anzugreifen, aus welchem Grund er Ustadh einen Teil der kurzen Abhandlung eines gewissen Mitbruders später noch in etwas abgemilderter Form nachsenden wird, während er einige andere Sätze ganz herausgeschnitten hat.

Und weiter schreibt Said Nursi in einem von ihm unterzeichneten Brief: Die Tatsache, dass die Ayah

﴿ اِنَّا فَتَحْنَا لَكَ فَتْحًا مُبِينًا ٭ وَ يَنْصُرَكَ اللّٰهُ نَصْرًا عَزِيزًا ﴾

{"Wir haben dir einen offenkundigen Sieg verliehen." (Sure 48, 1) "Gott hilft dir mit mächtiger Hilfe." (Sure 48, 3)}

über dem Tor des (früheren) Kriegsministeriums, das inzwischen in das Haus der Wissenschaften (Daru-l'Fünun) umgewandelt wurde, in qur'anischer Schrift angebracht, dann mit Marmorplatten überdeckt, schließlich wieder ans Licht gebracht wurden, ist ein Zeichen dafür, dass hier die qur'anische Schrift wieder zugelassen wurde und

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so das Ziel, das die Risale-i Nur verfolgt, bereits erreicht worden ist. Es ist auch ein Zeichen dafür, dass diese Universität einmal eine Medresse der Risale-i Nur sein wird.

Dies ist Husrevs Fußnote am Ende meines Briefes (mit dem Titel) "Die Tekbirate

{das sind die Rufe der Pilger: "Allahu ekber (Gott ist groß)"! - A.d.Ü.}

der Pilger", eine vollkommene Antwort auf ihre Kritik an meinen Auslegungen.

In einem von Said Nursi unterschriebenen Brief mit der Überschrift "Die Tekbirate der Pilger auf dem (Berg) Arafat" findet sich eine Antwort auf die nachdrückliche Frage eines bedeutenden Teils der Schüler der (Risale) -i Nur nach einem großen Lehrer (Murshid) aus der Familie des Propheten, der am Ende der Zeiten (akhirazaman) kommen soll. Und sie denken, dass du das bist. Was dich betrifft, so hast du ihre Ideen immer zurückgewiesen, bist davor zurückgeschreckt. Das ist ein Widerspruch. Das müssen wir klarstellen."

Um auf diese Frage, die sie mir gestellt haben, eine Antwort zu geben (muss man wissen), dass der Mehdi (nach der Prophezeiung) des Propheten, der die geistige Körperschaft einer heiligen Gemeinschaft repräsentieren wird, drei Aufgaben zu erfüllen hat: den Glauben zu retten, die Kennzeichen des Islam unter dem Kalifat Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, wieder aufzurichten und sich diese Persönlichkeit darum bemühen wird, jene gewaltig große Aufgabe zu erfüllen, viele qur'anische Gebräuche (ahkam-i qur'aniye) und Verordnungen (kanun), entsprechend den Gesetzen (sheriat) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, die bis zu einem gewissen Grade unanwendbar geworden sind, zeitgemäß zu reformieren. Da die Schüler der Risale-i

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Nur ihre erste Aufgabe vollständig in der Risale-i Nur erblicken und sagen, dass die zweite und dritte Verpflichtung erst an zweiter und dritter Stelle kommen, nehmen sie mit Recht an, dass die geistige Körperschaft der Risale-i Nur eine Art Mehdi sein muss. Da einige von ihnen meinen, ihr armseliger Interpret sei der Repräsentant dieser geistigen Körperschaft, belegen sie ihn auch mit dem entsprechenden Namen. Ja sie behaupten sogar, dass aus den Voraussagen einiger Heiliger bei entsprechender Forschung und Auslegung ersichtlich wird, dass die Risale-i Nur in der Tat jener Wegweiser (hidayet) am Ende der Zeiten ist. So entsteht hier eine Verwirrung bezüglich zweier Punkte. Und die müssen nun geklärt werden.

Erstens:

Die letzten beiden Aufgaben sind - um bei der Wahrheit zu bleiben - in der Tat nicht von gleicher Bedeutung wie die erste. Doch beeinflusst von den Ideen dieses Jahrhunderts betrachtet die Masse der Leute und die Politiker das Kalifat Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, und die Vereinigung der islamischen Welt (diese letzteren Aufgaben) als ein tausendmal weiteres Feld. In der Tat erschien und erscheint jedes Jahrhundert eine Art Mehdi und Erneuerer (mudjeddid), der Rechtleitung (hidayet) gibt. Doch seitdem jeder von ihnen gewissermaßen nur noch eine dieser drei Aufgaben erfüllt, wurde der für die Endzeit (zu erwartende) Titel eines Großmehdi nicht mehr verliehen.

Zweitens:

Diese große Persönlichkeit der Endzeit wird aus dem Hause des Propheten (Al-i Beyt) kommen. Ich bin sicherlich im Geiste Sohn von Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, gleich einem geistigen Kind. Von ihm habe ich Unterricht in der Wahrheit (haqiqat) erhalten. Und da die Familie Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, in gewissem Sinne die wahrhaftigen Schüler der (Risale) -i Nur mit einschließen, darf auch ich mich der Al-i Beyt zugehörig fühlen. Doch auf dem Weg der (Risale) -i Nur ist es nicht erlaubt, in irgendeiner Weise egoistisch oder persönlich zu sein, einen Rang (makam) für

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seine Person anzustreben oder Ruhm und Ehre zu erlangen. Um die Aufrichtigkeit (ikhlas) im (Dienst an der Risale)-i Nur nicht zu zerstören, ist mir bewusst, dass ich jeden Rang, der mir im Jenseits gegeben würde, ablehnen müsste.

Indem er so in Form einer halben Zustimmung (diese Frage) beantwortet, hat er die Zuschreibung der Mehdi zu sein, nicht klar und eindeutig zurückgewiesen.

Oh Ihr uneinsichtigen Sachverständigen! Wie könnte denn eine noch eindeutiger ablehnende Antwort (auf diese Frage) gegeben werden?

Im Namen der Nur-Schüler

Husrev

Die Ereignisse in diesem Abschnitt entsprechen den Tatsachen, und das in erstaunlicher Weise:

Drei Minuten nachdem ich gesagt hatte: Ihr dürft mich nicht kränken, sonst wird die Erde zornig, erbebte sie. Dies sollte mit Erstaunen und Verwunderung begrüßt werden und verlangt eigentlich nach Mitleid (shefqat). Es sollte nicht Objekt einer Kritik werden.

(Das Gericht) zitiert weiter: "Etwa zehn Stunden nachdem ihm aufgrund eines vierstündigen Verhörs unwohl geworden war, zeigte ein Brand, der etwa zu dieser Zeit im Erziehungsministerium ausbrach und einen Schaden von zwei Millionen Lira anrichtete, dass die Risale-i Nur ein Mittel ist, ein Übel zurückzuweisen. Denn wenn die (Risale) -i Nur angegriffen wird, findet das Übel seinen Weg und schlägt zu."

(Das Gericht) zitiert aus dem Brief Nr. 141: "Es ist bewiesen, dass die Feuer im Ministerium für Erziehung in Ankara, in der (dortigen) Garage, in einer Fabrik in Ismir und in einem großen Gebäude in Adana, das bis auf die

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Grundmauern abbrannte, nachdem ich viereinhalb Stunden lang verhört worden war, kein Zufall gewesen sein können. Denn es heißt: "Nehmt mir meine Abhandlungen (risalah) nicht weg, sonst werden sowohl ich als auch das Land dafür bezahlen müssen und die Erde wird vor Zorn beben. Drei Minuten nachdem ich dies gesagt hatte, bebte die Erde drei Sekunden lang und das Erziehungsministerium ging in Flammen auf. Verschiedene Erdbeben fielen mit diesen Angriffen auf die Risale-i Nur und ihre Schüler zusammen, was das Gericht viermal bestätigt hat. Zahlreiche Vorfälle haben gezeigt, dass die Risale-i Nur ein Mittel ist, dass (gleich guten Werken) Katastrophen von diesem Land abwenden kann.

Im Brief Nr. 147 heißt es weiter: "Diesmal zeigte der Winter seine ganze Wut, und zwar zur gleichen Zeit, in der wir angegriffen wurden. Das Wetter zeigte seine ganze Strenge mit Stürmen und grausamer Kälte. Als aber die Angriffe nachließen und man den Nur-Schülern eine Erholungspause gönnte, begannen diese strengen Wintertage wie Nauroz (= Frühling) Tage zu lächeln... Und der Brand im Erziehungsministerium war für alle ein gewaltiger Schlag.

Eine Situation, die es wert ist, dass man sich gratuliert und applaudiert, sollte nicht mit kritischen Blicken betrachtet werden.

Eine der zahlreichen, unsinnigen Fragen, die man mir dieses Mal vor Gericht gestellt hat, lautete: "Wovon lebst du?" Ich sagte: "Vom Segen der Sparsamkeit. Ein Mann, der einmal im Ramadan in Isparta von einem Laib Brot, einem Kilo Yoghurt in einem Sack (aus Leinen) und einem Kilo Reis lebte, erniedrigt sich nicht, sich um seines Lebensunterhalts willen vor der Welt zu demütigen und hat es nicht nötig, Geschenke anzunehmen.

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Was die von Zubeyir dem Gericht vorgetragene Verteidigungsrede betrifft, so brachte sie (das Gremium) dazu, diese glänzende Lobrede mit Anerkennung und Bewunderung entgegenzunehmen. Möge Gott es wollen (inshaa'llah), dass sie bei so viel Bewunderung mit in die Akten aufgenommen wird!

In einer Broschüre mit der Überschrift: "Unsere jungen Leute möchten in der Wahrheit und Gerechtigkeit unterrichtet werden und wünschen sich Wissen und eine hohe Moral." schrieb Zubeyir Gündüzalp mit seiner Schreibmaschine auf Seite dreizehn: "Die Risale-i Nur ist ein Meisterwerk, das nicht aus dem Willen des Verfassers, sondern durch die Eingebung unseres Schöpfers geschrieben wurde, um die Muslime des zwanzigsten Jahrhunderts und die ganze Menschheit aus der Dunkelheit ihrer finsteren Gedanken zu erretten."

Auf Seite zwölf heißt es dann: Würde man einem Diener der Risale-i Nur sagen: Schreibe anstelle der Risale-i Nur diese Bücher hier ab und ich werde dir alle Reichtümer von (Henry) Ford geben, er würde, ohne auch nur die Spitze seiner Feder zu erheben, die folgende Antwort geben: "Und gäbest du mir auch alle Reichtümer und die Herrschaft (saltanat) über die ganze Welt, ich würde es nicht annehmen."

Und weiter: "In der Weise, wie die geistige Persönlichkeit der Risale-i Nur die sozialen, geistigen (ruh) und religiösen Krankheiten unserer Tage diagnostiziert hat, so bietet sie in unserer Zeit auch die Wahrheiten des Weisen Qur'an in seinem göttlichen Auftrag der ganzen Menschheit an, um die chronisch gewordenen gesellschaftlichen Leiden zu heilen."

Seite fünfzehn: "Und wären wir auch hundertmal an irgendeinen aufrecht denkenden Schreiber gebunden, so sind wir doch einer solch großen Persönlichkeit wie Bediüzzaman,

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der uns Wegweiser in dieser und jener Welt ist, eine Dezillion Mal, ja unendlich verbunden.

Seite vierundvierzig: "Bediüzzaman sagt, dass jemand, der diese Abhandlungen ein Jahr lang studiert, ein bedeutender Gelehrter unserer Zeit werden kann. Und das ist in der Tat auch so."

Auf Seite vierundfünfzig heißt es dann: "Man wird es nicht erleben, dass Richter, welche die Risale-i Nur studiert haben, ein ungerechtes Urteil fällen."

Der nun folgende Teil ist ganz und gar zu meinen Gunsten und die lautere Wahrheit und sollte eigentlich nicht der Anklageschrift beigefügt werden.

Nachdem er einen Teil der Abhandlung von Ahmed Feyzi bereits abgemildert hatte, konnte er jedoch den anderen Teil in der Eile nicht mehr abschwächen und schickte ihn weg. {d.h. es kam ein Besucher, dem er dann die Abhandlung unkorrigiert mitgab. (A.d.Ü.)} Darin heißt es dann: "Wenn jemand Saratjoghlu ignoriert, der doch die Religion und die Erziehung Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, Gift nennt, und stattdessen über die Leuchte des Lichtes (Siradju-n'Nur) disputiert, die doch die qur'anischen Wahrheiten (so klar) zeigt wie Sonnenlicht, so wird daraus deutlich, dass er dadurch mithilft, (diese Schrift) zu beschlagnahmen."

In der Verteidigungsschrift, die hier dem Gericht ohne Datum vorliegt, heißt es kurz zusammengefasst, dass er und seine Schüler sich nicht mit Politik beschäftigen, seine als Angriff indizierten Schriften rein privater Natur (mahrem) seien und dass wir Gewissens- und Gedankenfreiheit hätten. Ja selbst wenn man das obige als Kritik einiger Gesetze ansehen wollte, würde das doch noch kein Verbrechen

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darstellen. Zudem wurden viele der hier vorliegenden Abhandlungen schon vor langer Zeit {noch vor dem ersten Weltkrieg (A.d.Ü.)} geschrieben. Sie wurden von einem Komitee von Sachverständigen sorgfältig untersucht und für harmlos befunden, was ja auch schon das Gericht in Eskishehir in seinem Urteil konstatiert hatte. Deshalb waren sie ja auch von dem Gerichtshof in Denizli freigesprochen worden, weshalb es nun nicht richtig sei, wenn sie wegen desselben Verbrechens abermals dem Gericht vorgelegt würden. Die Nur-Schüler seien bis heute in keinerlei Aktivitäten verwickelt gewesen, welche die öffentliche Sicherheit und Ordnung gestört hätten. Da zudem im "Fünften Strahl" keine Namen genannt werden und sein Zweck nur rein informativ sei, kann dies auch nicht Gegenstand eines Verbrechens sein. Dies hat (der Angeklagte) zu seiner Verteidigung vorgebracht.

Zu diesen (obigen) Beispielen könnte man noch weitere zum Vergleich herbeiziehen.

Said Nursi
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An das Gremium der Richter des Appellationsgerichts

Während des (zweiten) Gerichtsverfahrens, das (wiederum) in Afyon stattfand, nachdem das Appellationsgericht (das erste in Afyon) gegen uns erlassene ungerechte Urteil aufgehoben hatte, hat man mich wieder nicht zu Wort kommen lassen. Stattdessen mussten wir uns ein drittes Mal eine schwere Anklage gegen uns anhören. Sie haben es auch nicht erlaubt, dass jemand zu mir gekommen wäre, um mir beim Schreiben zu helfen. Trotz meiner mangelhaften Schreibkünste und obwohl ich dabei auch noch krank war, lege ich diese Beschwerde dennoch dem Gerichtshof vor, der uns ja schon zweimal vollkommen gerecht behandelt hat, und zwar als eine Ergänzung zu meinem Gesuch bezüglich des Appellationsverfahrens.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Eine Petition an den Obersten Gerichtshof am Tage der Wiederversammlung und eine Klage vor der Schwelle Gottes (dergah-i Ilahiye). Auch der heutige Appellationsgerichtshof sollte (sie) hören, ebenso wie die kommenden Generationen und die künftigen erleuchteten Lehrer und Schüler an den Universitäten. Von den Hunderten Schikanen und Katastrophen, die ich in diesen dreiundzwanzig Jahren habe erdulden müssen, stelle ich hier zehn mit meiner Klage dem gerechten Richter an der Schwelle Seiner Majestät und Gerechtigkeit (adil Hâkim-i Dhu l-Djelal'in dergah-i adaletine) vor.

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Erstens:

Trotz all meiner Fehler habe ich doch mein Leben dem Glück dieses Volkes und der Rettung seines Glaubens (iman) gewidmet. Um der Wahrheit, d.h. der Wahrheit des Qur'an willen, für die Millionen heldenhafter (Menschen) ihren Kopf geopfert haben, bin auch ich bereit, im Dienst an der Risale-i Nur meine ganze Kraft einzusetzen und dafür meinen Kopf zu opfern. Angesichts all dieser grausamen Quälereien habe ich doch in der Kraft (taufiq) Gottes ausgeharrt. Ich habe mich nicht zurückgezogen.

Ich fasse hier zusammen:

Als ich während meines Aufenthaltes in Afyon und vor Gericht und bei all der grausamen Behandlung dort meinen Kopf hinhalten musste, haben sie mich und die schuldlosen Schüler der Risale-i Nur, die von der Gerechtigkeit (adalet) Trost und Hilfe erwarteten, dreimal, und jedes Mal fast drei Stunden lang, gezwungen, sich diese Böswilligkeiten und Verleumdungen in der Anklageschrift mit anzuhören und mir dabei, obwohl ich sie doch fünf oder zehn Minuten lang eindringlich darum gebeten hatte, uns doch die Erlaubnis zu erteilen, unser Recht zu verteidigen, noch nicht einmal für mehr als ein, zwei Minuten die Erlaubnis dazu erteilt.

Obwohl man mich zwanzig Monate lang in totaler Isolation gehalten hat, erlaubte man nur ein, zwei Freunden, mich für drei, vier Stunden zu besuchen. Zur Niederschrift meiner Verteidigung bekam ich nur bei einem kleinen Teil eine Hilfe. Danach wurde auch das verboten. Auch wurden sie brutal misshandelt und hart bestraft. Der öffentliche Ankläger sammelte dann Wasser von tausend Dächern {d.h. er setzte seine Anklage aus vielen kleinen, völlig nebensächlichen, einzelnen Ereignissen zusammen (A.d.Ü.)} und (kombinierte) Verdrehungen mit Verleumdungen und falschen Anschuldigungen zu einer geradezu böswilligen Anklage, die man uns dann anzuhören zwang, (eine Anklage) von fünfzehn Seiten Länge, auf denen ich einundachtzig Fehler nachgewiesen habe. Man erlaubte mir nicht zu sprechen. Hätte man mir erlaubt,

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zu sprechen, so hätte ich gesagt:

Obwohl ihr euch doch, wann immer Juden, Christen oder Parsen und besonders heute die Anarchisten, die Renegaten und die Heuchler unter dem Deckmantel des Bolschewismus, unter dem Vorwand der Freiheit des Gewissens und der Freiheit der Gedanken den (islamischen) Glauben verleugnen, eure Vorväter des Irrtums bezichtigen, unseren Propheten, mit dem Friede und Segen sei, zurückweisen und die qur'anischen Gesetze ablehnen und Ihr euch nicht weiter darum kümmert, und obwohl doch Millionen Muslime, die zu jeder Zeit durch den Qur'an unterwiesen werden, unter der Regierung, im imperialen Machtbereich und unter der Herrschaft (hakimiyet) eines christlichen Fundamentalismus alle diese irrigen Vorstellungen und unislamischen (kufr) Grundsätze der Engländer zurückweisen, kümmern sich deren Gerichtshöfe nicht weiter darum, und obwohl die Gegner, und obwohl die Oppositionellen, die es in jeder Regierung gibt, ihre Ideen in der Öffentlichkeit verbreiten können, ohne dass sich deren Regierungen darum kümmern, und obwohl die 130 Bücher, die ich in vierzig Jahren meines Lebens (geschrieben habe), die rein persönlichen (mahrem) Abhandlungen und Briefe sowohl von der Regierung in Isparta, als auch von dem Gerichtshof in Denizli, sowohl vom Kriminalgerichtshof in Ankara, als auch vom Amt für religiöse Angelegenheiten, als auch vom Appellationsgerichtshof, in deren Händen sich all diese Exemplare der Risale-i Nur, sowohl die rein persönlichen wie auch alle anderen, zwei, drei Jahre lang befunden hatten, zweimal oder vielleicht dreimal eingehend untersucht worden waren, ohne dass sich auch nur bei einem einzigen Gegenstand etwas gezeigt hätte, was eine kleine Bestrafung erfordert hätte, und obwohl ich doch schon dermaßen schwach bin, geschlagen und unterdrückt unter schwierigsten Umständen (lebe), und obwohl doch die gesammelten Bände der Risale-i Nur, die sich in euren Händen befinden, und die sich für zweihunderttausend

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aufrichtige und opferbereite Schüler, für das Land, das Volk und der öffentlichen Ordnung zum Wohle als kraftvoller, zuverlässiger und wahrhaftiger Wegweiser (rehber) erwiesen haben, sowie vierhundert Seiten Verteidigungsschriften unsere Unschuld bereits bewiesen haben, (warum also dann und) mit welchem Gesetz, nach welchem Gewissen, zu welch Gutem, für welch ein Verbrechen sprecht ihr dann den härtesten Schuldspruch über uns aus, verurteilt ihr uns zu einer harten Strafe und schwerer, einsamer Kerkerhaft? Mit Sicherheit werdet ihr am Tage der Wiederversammlung vor dem Großen (Welt)Gerichtshof darüber befragt werden.

Zweitens:

Ein Grund, den sie für meine Bestrafung vorgebracht haben, war meine Auslegung jener doch so eindeutigen Ayat im Qur'an über die Verhüllung der Frau, das Erbrecht, Gottesgedenken, {gemeint sind die Sufiorden (A.d.Ü.)} die Mehrehe, (geschrieben), um diejenigen zum Schweigen zu bringen, die sie im Namen der Zivilisation kritisieren.

Vor fünfzehn Jahren schrieb ich den nachfolgenden Abschnitt an den Gerichtshof in Eskishehir und an den Appellationsgerichtshof, der ebenfalls bei der Urteilsfällung des Gerichtshofes mit inbegriffen war. Ich wiederhole hier diesen Abschnitt noch einmal als eine Klage vor dem Großen Gerichtshof am (Tage) der Wiederversammlung und als eine Warnung an die erleuchteten Lehrer der Zukunft, zusammen mit der «el-Huddjetu-z'Zehra (der glänzende Beweis)», als eine Art Ergänzung zu meiner Petition beim Appellationsgerichtshof, der schon zweimal gerecht gehandelt hat, indem er mich freisprach und meinem Schrei nach Gerechtigkeit Gehör gegeben hat, und bei dem Gremium (von Richtern), die mich gar nicht erst zu Wort kommen ließen, durch deren böswilligen Urteilsspruch, der, wie ich bereits bewiesen habe, achtzig Irrtümer enthält, ich zu zwei Jahren harter Strafe und einsamer Isolationshaft und zwei Jahren Verbannung an einem anderen Ort

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verurteilt und schließlich unter Kuratel gestellt wurde. So halte ich denn der Versammlung des Gerichtshofes entgegen: Die Gerechtigkeit, falls es diese auf Erden gibt, wird sicher einen ungerechten Gerichtsbeschluss, durch den ein Mann verurteilt wurde, weil dieser das Gesetz Gottes, das in 1350 Jahren und in jedem Jahrhundert mindestens 350.000.000 Menschen in ihrem gesellschaftlichen Leben über alles heilig war und sich unter ihnen als wahr und wirksam erwiesen hat, das von 350.000 Kommentaren zum Qur'an bestätigt und durch deren Übereinstimmung bekräftigt wurde und von welchem unsere Väter seit 1350 Jahren fest überzeugt waren, kommentiert hat, wieder aufheben und diesen Gerichtsbeschluss revidieren. Mögen es auch die tauben Ohren dieses Jahrhunderts hören! Ja ist es denn nicht eine Verleugnung des Islam und Verachtung von Millionen heldenhaft gläubiger Vorfahren, jemanden zu verurteilen, weil er diese Ayat ausgelegt hat, weil er in Gedanken wie seiner wissenschaftlichen (Überzeugung) nach die fremdländischen Gesetze ablehnt, einen Mann, der vom politischen (Leben) Abstand genommen und sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hat? Und steht diese Verdächtigung nicht im Gegensatz zu Millionen Qur'ankommentaren?

Drittens:

Ein Grund zu unserer Verhaftung: ein Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften und eine Störung der öffentlichen Ordnung: sie schieben selbst noch eine weit entfernte Möglichkeit nach vorne, eine unter hundert oder tausend (Möglichkeiten) anstelle tatsächlicher Ereignisse, unterlegen vierzig oder fünfzig Worte in einigen persönlichen (mahrem) Abhandlungen und privaten (mahrem) Briefen unter hunderttausend Wörtern und Sätzen der Risale-i Nur mit einer falschen Bedeutung und stellen diese als (tatsächliche) Ereignisse dar; schließlich beschuldigen sie uns dessen und fordern unsere Bestrafung.

Ich aber rufe all diejenigen, welche mein Leben seit dreißig, vierzig Jahren kennen, und die Tausenden mir

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nahe stehenden Nur-Schüler zu Zeugen auf, wenn ich jetzt sage:

In einer Zeit, da der Kommandant der britischen Besatzungsmächte in Istanbul zwischen den Muslimen Zwietracht säte, ja sogar den Scheichu-l'Islam und einen Teil der Hodjas in die Irre führte und gegeneinander aufhetzte, das Komitee für Einheit, Fortschritt und Freiheit und die Akkord-Partei dazu brachte, sich gegenseitig zu bekämpfen und so den Griechen den Weg zum Sieg ebnete und der Nationalen Bewegung zum Erfolg verhalf, vereitelte ein Mann diesen fürchterlichen Plan dank der Bemühungen von Eshref Edib, indem er sein Werk, die "Hutuvat-i Sitte (Sechs Schritte)" gegen Briten und Griechen druckte und veröffentlichte. Und er gab auch dann nicht auf, als man ihm mit Hinrichtung drohte. Er floh auch nicht nach Ankara, selbst dann nicht, als ihn die Anführer nach Ankara riefen. Auch als er ein Kriegsgefangener war und der russische Oberkommandierende den Befehl zu seiner Hinrichtung erteilte, maß er dem keine Bedeutung bei. Während der Ereignisse vom 31. März gehorsamten ihm acht Bataillone auf seine Ansprache hin. Vor dem Militärgericht antwortete er den versammelten Generälen auf ihre Frage: "Bist auch du ein Reaktionär (und somit gegen den Fortschritt)? Und willst auch du das islamische Gesetz (Scharia)?" ohne seiner drohenden Hinrichtung auch nur den Wert von fünf Para beizumessen: "Wenn eure Konstitutionen nichts anderes sind, als die Zwangsherrschaft einer einzelnen Partei, so mögen Menschen und Dschinnen dessen Zeuge sein, dass ich so rückständig bin, mein Leben für auch nur einen Artikel der Schariah hinzugeben.", womit er sich das Lob und die Achtung dieser hochrangigen Offiziere erwarb. Und noch während er seine Hinrichtung erwartete, entschieden sie sich für einen Freispruch. Als er danach entlassen wurde, dankte er ihnen keineswegs, sondern ging seiner Wege, indem er rief: "Lang lebe die Hölle für die Tyrannen!" Als während einer Ratssitzung in Ankara, wie wir in

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der Urteilsfindung von Afyon nachlesen können, Kemal Mustafa ziemlich wütend zu ihm sagte: "Wir haben dich hierher bestellt, damit du uns deine hohen Gedanken mitteilen mögest. Du aber bist gekommen und hast nur ein paar Dinge über das Gebet (namaz) geschrieben und damit Zwietracht (ikhtilaf) unter uns gesät." Dem entgegnete er: "Das höchste (Gut) nach dem Glauben (iman) ist das Gebet (namaz). Wer das Gebet nicht verrichtet, ist nicht vertrauenswürdig, und wem man nicht vertrauen kann, dessen Urteil muss man zurückweisen." Dies sagte er vor vierzig, fünfzig Abgeordneten. So musste dieser fürchterliche Kommandant sich in gewisser Weise bei ihm entschuldigen und seinen Ärger hinunterschlucken.

Es gibt in den Protokollen der Polizei nicht eine einzige Angelegenheit, wo in den sechs Provinzen, im Zusammenhang (mit diesem Mann) von einer Störung der öffentlichen Ordnung berichtet würde. Auch unter den Hunderten und Tausenden von Schülern ist nicht der kleinste Zwischenfall bezeugt (abgesehen von einem unbedeutenden Zwischenfall, bei dem es um eine rechtmäßige Verteidigung ging und an dem ein Schüler beteiligt war). Im Zusammenhang mit diesen Schülern hat man niemals von irgendeinem Verbrechen gehört. Wo immer man ihn ins Gefängnis eingeliefert hat, hat er den Gefangenen wieder einen Sinn (islah) im Leben geschenkt. Und wie diese dreiundzwanzig Jahre im Leben beweisen, hat die Risale-i Nur, dem Freispruch von drei Gerichtshöfen und den Regierungen dreier Provinzen entsprechend, Hunderttausenden ihrer Schüler, die ihren Wert kennen, bezeugen und in Wort und Tat bestätigen, bei all den vielen Hunderten und Tausenden Exemplaren, die im ganzen Lande verteilt worden sind, nur Gutes gebracht und niemals einen Schaden angerichtet. Wer (von einem solchen Mann, der) in der Fremde einsam und zurückgezogen lebt, alt und arm, und sich selbst am Tore des Grabes sieht, der mit ganzem Einsatz und in voller Überzeugung alle weltlichen Dinge aufgegeben hat, der für seine früheren

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Fehler um Vergebung gebetet hat und sich nun um das Ewige Leben (hayat-i baqi) bemüht und Auszeichnungen im irdischen (Leben) keinen Wert mehr beimisst, der aus seinem tiefen Mitleid (shefqat) heraus und damit den unschuldigen (Kindern) und den alten (Leuten) kein Leid geschehen möge, diejenigen, die ihn quälen und misshandeln, nicht verflucht, nun auch noch sagt: "Dieser alte Eigenbrötler bedroht die öffentliche Ordnung und gefährdet die allgemeine Sicherheit, seine Absichten sind weltliche Intrigen und sein Briefwechsel ist um dieser Welt willen und darum ist er schuldig." und ihn (zu einer Haftstrafe) unter solchen derart unerträglichen Umständen verurteilt, dessen eigene Schuld reicht wie der Himmel über der Erde so weit, und wird einmal vor dem Großen (Welt)Gericht Rechenschaft ablegen müssen.

Kann man etwa von einem Mann, der mit seiner Ansprache acht meuternde Regimenter dazu aufrufen konnte, ihren Kommandeuren zu gehorsamen, und der mit einer einzigen Abhandlung Tausende Menschen überredete, ihn zu unterstützen, der den drei oben erwähnten fürchterlichen Kommandanten furchtlos gegenüber trat und sich ihnen nicht beugte, und der vor dem Gerichtshof erklärte: "Und hätte ich auch so viele Köpfe, wie ich Haare auf meinem Kopf habe, und man würde mir jeden Tag einen davon abschlagen, so würde ich mich dennoch dem Atheismus und der Irreführung nicht unterwerfen, das Land, das Volk und den Islam nicht verraten und diesen Kopf, der dem Qur'an geweiht ist, nicht vor den Tyrannen beugen.", und der sich um niemanden in Emirdagh gekümmert hat, außer um fünf oder zehn Brüder im Glauben und um drei oder vier seiner Diener, ja könnte man denn über einen solchen Mann, wie es in der Anklageschrift heißt, sagen: "Dieser Said hat heimlich in Emirdagh konspiriert und das Hirn einiger Leute vergiftet, indem er ihnen die Idee (in den Kopf) gesetzt hat, den Frieden zu stören. Er hat zwanzig Leute um sich herum versammelt. Er hat Briefe geschrieben, die ihn lobpreisen.

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Und alles deutet darauf hin, dass er einen Aufstand geplant hat und in eine Untergrund-Politik gegen die Regierung verwickelt war"? Ich berufe mich auf euer Gewissen, damit ihr verstehen sollt, wie weit sich doch diejenigen, die ihn misshandelt, ihn seit zwei Jahren zu einsamer Haft ins Gefängnis geworfen und ihm nicht erlaubt haben, vor Gericht zu reden, mit einer noch nie da gewesenen Erbitterung und mit welchem Hass sie sich von Recht, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit entfernt haben.

Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass jemand, dem eine öffentliche Aufmerksamkeit zuteil geworden ist, die tausendfach größer ist, als ihm zusteht, der durch eine einzige Ansprache Tausende Menschen zum Gehorsam geführt hat, der Tausende Menschen mit einem einzigen Zeitungsartikel dazu gebracht hat, sich der "Ittihad-i Mohammedi" anzuschließen und dessen Ansprache in der Ayasofya-Moschee 50.000 Menschen voll Bewunderung gelauscht haben, dass so ein Mann drei Jahre lang in Emirdagh daran gearbeitet haben sollte, nur um vielleicht fünf oder zehn Menschen für sich zu gewinnen und so das Grab, dem er sich bereits nähert, mit völlig nutzloser Finsternis, statt mit Licht, füllen sollte? Wäre so etwas denn möglich? Sicherlich könnte noch nicht einmal der Teufel jemanden dazu bringen, so etwas anzunehmen.

Viertens wird als ein wichtiger Grund für mein Erscheinen vor Gericht angeführt, dass ich keine Schirmmütze aufgesetzt habe.

Man hat mir aber das Sprechen nicht erlaubt. Ich hätte sonst nämlich denen, die mich so gerne bestrafen möchten, gesagt: "Drei Monate lang war ich in Kastamonu in der Polizeistation und im Kommissariat zu Gast. Niemals hat man mir da gesagt: "Du musst einen Hut aufsetzen." Und obwohl ich vor drei verschiedenen Gerichtshöfen niemals einen Hut aufgesetzt, vor Gericht niemals meinen Turban abgenommen habe, hat man mich doch niemals deswegen belästigt. Doch unter diesem Vorwand hat eine Anzahl glaubensloser Tyrannen

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mich dafür ohne Gesetz dreiundzwanzig Jahre lang durch schwere, kaum zu ertragende Plagen gleichsam dafür bestraft. Frauen und Kinder, die meisten Dorfbewohner, die Beamten im Büro und alle, die eine Mütze tragen {z.B. weil es draußen kalt ist (A.d.Ü.)} werden nicht dazu gezwungen, einen Hut zu tragen. Und obwohl man, physisch gesehen, überhaupt keinen Nutzen finden kann, warum man ihn tragen sollte, musste dennoch ein Einsiedler wie ich aufgrund ihrer haltlosen, frei erfundenen Behauptungen mit einer Strafe von dreiundzwanzig Jahren dafür büßen, dass er keinen Hut trägt, was doch alle Gelehrten (mutschtehid) und die Lehrer des Islam (sheichu-l'Islam) für verboten erklärt hatten. Der, welcher sich nun aufgrund einer bedeutungslosen Gewohnheit bezüglich der Bekleidung wiederholt darum bemüht, dass ich erneut bestraft werde und mich aufgrund meiner Kleidung mit solchem Nachdruck, wiederholt und hartnäckig schuldig sehen will und sich dabei mit denjenigen vergleicht, die während des Ramadans am helllichten Tage und in aller Öffentlichkeit Raki trinken und das Gebet nicht verrichten, sie deswegen nicht weiter belästigt und sagt, das sei "persönliche Freiheit", wird sicherlich, nach seiner Verurteilung zu einem Tod auf ewig und immer währender Einzelhaft im Grabe, vor dem Großen (Welt)Gericht nach dieser Untat befragt werden.

Fünftens:

Diejenigen, welche dieses dritte Urteil vernommen haben und den Urteilsspruch gesehen haben, den wir veröffentlicht haben, bestätigen, dass man unter einem Vorwand, der so durchsichtig ist, wie ein Mückenflügel, versucht, Abhandlungen der Risale-i Nur, auf die dreiunddreißig Ayat lobend hinweisen und die von solchen Gottesfreunden wie Imam Ali (möge Gott sein Andenken ehren) und Ghaus-i Adham (Gott heilige sein Geheimnis) gepriesen werden, was von hunderttausend Gläubigen bekräftigt wird, und die in zwanzig Jahren ohne irgendeinen Nachteil eine Stellung von hohem Wert für

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Volk und Land erlangt haben, zu beschlagnahmen. Es wurden sogar zwei Seiten über zwei durchaus korrekte Erklärungen zweier Ayat, die vor langer Zeit geschrieben worden sind, und was inzwischen schon längst verjährt ist, erneut zum Vorwand genommen, den gesamten «Dhu'l-Fikar» mit seinen vierhundert Seiten und den "Wundern Mohammeds (Mudjisat-i Ahmediye)", welcher den Glauben hunderttausender Menschen gestärkt und gerettet hat und deshalb außerordentlich verdienstvoll und sehr wertvoll ist, erneut zu beschlagnahmen. Und jetzt, wo man zwei oder drei unter tausend Worten falsch ausgelegt hat, versucht man abermals, diese unendlich nutzvolle Abhandlung zu beschlagnahmen. Wir hingegen sagen:

﴿ لِكُلِّ مُصِيبَةٍ إِنَّا لِلّٰهِ وَ إِنَّآ إِلَيْهِ رَاجِعُونَ ٭ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ﴾

{"In allem Unglück sind wir doch Gottes, und zu Ihm kehren wir zurück." (Sure 2, 156) "Gott ist unser zufriedenstellender Anteil und unser vorzüglicher Anwalt." (Sure 3, 137)}

Sechstens:

Denen, die mich als eines Verbrechens schuldig überführen möchten, weil einige der Schüler der (Risale) -i Nur die wunderbaren Beweise für die Risale-i Nur gesehen haben und ihren Nutzen aus den unwiderlegbaren Lehren über den Glauben gezogen haben, die von augenscheinlicher Sicherheit (ayne l-yaqien) sind, um mich zu ermuntern, mich zu beglückwünschen, mir zu gratulieren und mir gewissermaßen zu danken, mich über alle Maßen lobpreisen und eine ganz ungewöhnlich gute Meinung von mir haben, möchte ich Folgendes sagen: In einer Zeit, da ich selbst schwach und ohnmächtig war, einsam und allein in der Fremde, einer mir feindseligen Propaganda ausgesetzt, dazu bestimmt, das Volk abzuschrecken, fand ich für mich unter den Heilmitteln im Qur'an, im Glauben und seinen heiligen Wahrheiten die geeignete Medizin gegen meinen Kummer, gelangte so zu der Überzeugung, dass dies auch das geeignete Heilmittel für das Volk und die Söhne dieses Landes ist und

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griff um dieser kostbaren Wahrheiten willen zur Feder. Da aber nun meine Handschrift sehr schlecht ist und ich dringend Hilfe brauchte, gab mir die Güte Gottes (inayet-i Ilahiye) wahre, getreue und standhafte Helfer.

Hätte ich ihre wohlmeinende Gesinnung und ihr aufrichtiges Lob ganz und gar zurückgewiesen und so ihre Gefühle durch einen Tadel verletzt, es wäre dies gleich einer Verachtung und Feindseligkeit gegen die Lichter (Nur), die sie aus der Schatztruhe des Qur'an entnommen hatten. So habe ich denn selbst den Gedanken, der diese Helfer mit dem diamantenen Griffel und dem goldenen Herzen in die Flucht geschlagen hätte, stets zurückgewiesen und ihren Lobpreis für einen ganz einfachen Habenichts wie mich der Risale-i Nur als dem wahren Eigentümer und Wunder aus dem Geist des Qur'an (manevi mu'djize-i Qur'aniye) und der geistigen Persönlichkeit ihrer Schüler zugewandt. Doch habe ich öfter ihre Gefühle dadurch verletzt, dass ich ihnen sagte, dass sie mir als meinen Anteil hundertmal mehr zuschreiben, als mir eigentlich zusteht. Könnte aber nun irgendein Gesetz jemandem eine Schuld zuschreiben, weil andere ihn loben und preisen, obwohl er doch davor zurückschreckt und damit überhaupt nicht glücklich ist? Denn genau das ist es, was die Beamten im Namen des Gesetzes tun.

Des Weiteren steht auf Seite 54 des Gerichtsbeschlusses geschrieben, was zwar gegen uns geschrieben sein sollte, wir aber dennoch veröffentlichen möchten, nämlich: "Diese bedeutende Persönlichkeit am Ende der Zeiten wird aus der Familie des Hauses (Al-i Beyt) entstammen. Wir Schüler der (Risale)-i Nur können uns nur im übertragenen Sinne zur Familie des Hauses zählen. Ferner gibt es auf dem Wege der (Risale)-i Nur {in der Bruderschaft der Schüler (A.d.Ü.)} in gar keiner Weise irgendeinen Egoismus, auch keinen Wunsch, sich zu profilieren oder einen besonderen Rang, Ruhm und Ehre zu erlangen. Selbst wollte man mir einen

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(hohen) Rang (makam) in Bezug auf das jenseitige (Leben) anbieten, würde ich mich doch gezwungen sehen, ihn zurückzuweisen, um meine Aufrichtigkeit (ikhlas) gegenüber der (Risale) -i Nur nicht zu gefährden.

Des Weiteren lesen wir auf den Seiten zweiundzwanzig und dreiundzwanzig: "Wenn jemand seine Fehler und Schwächen kennt, um seine Hilflosigkeit und Armseligkeit weiß und demütig an der Schwelle Gottes (dergah-i Ilahiye) Zuflucht sucht, so sehe ich doch mich selbst als noch armseliger, schwächer, fehlerhafter und hilfloser als irgendein anderer. Auch wollten mich alle Leute loben und preisen, so könnten sie mich doch niemals glauben machen, dass ich gut bin, dass ich ein Träger der Vollkommenheit (sahib-i kemal) bin. Damit ihr nicht noch ganz und gar vor mir davon lauft, werde ich euch nicht von den vielen verborgenen Fehlern und Schwächen erzählen, mit der meine dritte, wahren Persönlichkeit {Said: 1. als Lehrer, 2. als Beter, 3. als Mensch} (behaftet ist). In Seiner Güte (inayet) hat Gott der Gerechte (Djenab-i Haqq) diese Person hier wie einen ganz einfachen Soldaten zu den Geheimnissen des Qur'an in Seine Dienste genommen. Ihm sei hunderttausendmal Dank dafür! Das Gefühl (nefs) steht unter allen (Dingen) an letzter, die Pflicht (vazifah) an höchster Stelle." Da dies in der Urteilsbegründung so geschrieben steht, verdienen diejenigen, die mich dennoch für schuldig erklärt haben, etwa weil man mich aufgrund der Lobpreisungen anderer als eine überragende Führerpersönlichkeit (hidayet) bezeichnet, was sich aber in Wirklichkeit auf die Risale-i Nur bezieht, für einen solchen Fehler sicherlich mit Recht eine fürchterliche Strafe.

Siebentens:

Obwohl aber nun der Gerichtshof in Denizli und das Kriminalgericht in Ankara und auch der Appellationshof uns übereinstimmend freigesprochen und alle Abhandlungen der Risale-i Nur (für unbedenklich erklärt) und sie uns und all unsere Briefe zurückgegeben

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hatten und dabei hinzugesetzt haben: "Selbst wenn der Appellationshof beschlossen hätte, die Entscheidung (des Gerichtshofs) in Denizli niederzuschlagen, weil dessen Entscheidung falsch gewesen wäre, so hätte hier dennoch ein rechtskräftiges Gerichtsurteil vorgelegen und dieser Fall hätte nie wieder aufgerollt werden dürfen.", hat man mich dennoch wieder nach Emirdagh überstellt, wo ich drei Jahre lang wie ein Einsiedler gelebt habe. Ich habe dort, wenn es nicht gerade notwendig war, nur mit den zwei oder drei Schneiderlehrlingen gesprochen, die mir der Reihe nach geholfen haben, und nur selten einmal für fünf oder zehn Minuten mit einigen frommen Leuten. Ich habe auch keine Briefe geschrieben, es sei denn einmal die Woche, um (die Menschen im Geiste) der Risale-i Nur zu stärken. Auch habe ich in drei Jahren nur drei Briefe an meinen Bruder geschrieben, der ein Mufti ist. Ich habe es aufgegeben, noch weiter Abhandlungen zu schreiben, was ich doch zwanzig, dreißig Jahre lang getan hatte, außer zu zwei Punkten, etwa zwanzig Seiten in Länge, die nützlich sind für die Leute des Qur'an und um des Glaubens willen. Die eine ging über die Weisheit, die in den Wiederholungen im Qur'an liegt, und die andere über die Engel. Andere Abhandlungen habe ich nicht geschrieben.

Eine Erlaubnis habe ich nur für die Abhandlungen erteilt, die der Gerichtshof wieder zurückgegeben hatte, um sie einer längeren Sammlung beizufügen. Nachdem uns der Gerichtshof auch die fünfhundert Kopien des "Großen Zeichens", die noch mit den alten (arabischen) Buchstaben geschrieben worden waren, wieder zurückgegeben hatte, habe ich meinen Brüdern auch die Erlaubnis erteilt, sie zu vervielfältigen, da ja Kopiermaschinen nicht offiziell verboten sind. So konnten sie zum Segen der Islamischen Welt verbreitet werden, und danach habe ich mich damit beschäftigt, sie Korrektur zu lesen. So habe ich mich gewiss in gar keiner Weise mit Politik beschäftigt. Mehr noch: obwohl wir offiziell die Erlaubnis

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erhalten hatten, in unsere Heimat zurückzukehren, habe ich mich doch, im Gegensatz zu allen anderen, dazu entschlossen, weiterhin in der Verbannung zu bleiben, um nicht wieder in (Geschäfte mit) der Politik und andere weltliche Angelegenheiten verwickelt zu werden, und bin also nicht wieder zurückgekehrt. Die Behandlung, die ich in den letzten zwanzig Monaten erfahren musste, beweist, dass die Person, die es immer noch versucht, irgendwo eine Schuld in diesem dritten Urteilsspruch zu finden, mit ihren haltlosen Beschuldigungen lügt. Seine Fehlinterpretationen werden von zwei angsterfüllten Ansichten beherrscht, auf die ich hier nicht näher eingehen will. Was ich aber sagen will, ist dies: Das Grab und die Hölle reichen aus und ich überlasse dies dem Letzten Gericht.

Achtens:

Als wir den "Fünften Strahl" zurückerhalten hatten, nachdem er zwei Jahre in Händen der Gerichtshöfe in Denizli und Ankara gewesen war, fügten wir ihn am Ende der umfangreichen Sammlung, genannt "Die Leuchte des Lichts (Siradju-n'Nur)" ein, zusammen mit meiner Verteidigungsschrift, die zu meinem Freispruch vor dem Gerichtshof in Denizli geführt hatte. Zwar hatten wir sie zunächst für vertraulich (mahrem) gehalten, doch nachdem sie von Gerichts wegen an die Öffentlichkeit gelangt und uns dann zurückgegeben worden war, hieß dies, dass sie niemanden gefährden würde. Das Original des "Fünften Strahls" war dreißig, vierzig Jahre zuvor verfasst worden und handelte über bildliche Redewendungen (Hadith), die zwar in der (islamischen) Gemeinde von Alters her weit verbreitet waren, einige Gelehrte (ehl-i hadith) aber zu den als "schwach (da'if)" bezeichneten zählen, wobei jedoch ihre Kritik an der Oberfläche der eigentlichen Bedeutung haften blieb. Sie waren zunächst nur aufgeschrieben worden, um die Gläubigen vor Zweifeln zu bewahren und obwohl ein Teil ihrer außergewöhnlichen Auslegungen einige Zeit später bereits offensichtlich geworden war, hielten wir sie weiterhin für vertraulich, um sie so vor einer irrtümlichen

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Auslegung zu bewahren. Danach haben zahlreiche Gerichtshöfe sie peinlich genau untersucht, dabei auch dafür gesorgt, dass sie an die Öffentlichkeit gelangt sind und sie uns danach wieder zurückgegeben. Wir appellieren daher an das Gewissen derer, die uns nach ihrer eigenen Ansicht abermals für schuldig erklären wollen, zu erkennen, wie weit entfernt dies davon ist, ehrlich, aufrichtig und gerecht zu sein und überlassen sie hiermit dem Großen (Welt)Gericht, indem wir sagen

﴿ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ﴾

{"Gott ist unser zufrieden stellender Anteil und unser vorzüglicher Sachwalter." (Sure 3, 137)}

Neuntens:

Dies ist zwar sehr wichtig, doch mit Rücksicht auf die, welche die Risale-i Nur erst studiert und uns dann verurteilt hatten, habe ich dies nicht aufgeschrieben, um sie nicht noch weiter zu verärgern.

Zehntens:

Auch dies ist machtvoll und bedeutend, doch auch diesmal habe ich es, weil ich sie ja nicht kränken will, vorerst nicht niedergeschrieben.

Der Gefangene in vollständig einsamer Isolationshaft

Said Nursi

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Teil eines Gesuchs, vor fünfzehn Jahren während des Gerichtsverfahrens in Eskishehir geschrieben und dem Rat der Minister zugesandt.

{Vor fünfzehn Jahren wurde in der gleichen Angelegenheit eine Bittschrift an den Ministerrat geschickt. Nun muss ich sie in der gleichen Angelegenheit erneut an dieselbe Regierung senden.}

Oh ihr Leute aller vertraglichen Bindungen und Verpflichtungen!

Ich habe Ungerechtigkeiten erleiden müssen, wie man sie nur selten in dieser Welt findet. Da es nun aber ehrlos (hurmetsiz) wäre, angesichts dieser Ungerechtigkeiten zu schweigen, bin ich gezwungen, eine besonders bedeutende Wahrheit zu enthüllen. Ich sage daher: Weisen Sie mir entweder im Rahmen der (bestehenden) Gesetze mein Verbrechen nach, wenn es denn die Todesstrafe oder hundert Jahre Haft verlangt, oder beweisen Sie, dass ich ganz und gar verrückt bin, oder geben Sie mir, der Risalah und meinen Freunden die völlige Freiheit und begleichen Sie den gesamten Verlust und Schaden zu Lasten derer, die ihn verursacht haben!

In der Tat hat eine jede Regierung ihre Vorschriften und Gesetze. Und diesen Gesetzen entsprechend verhängen sie ihre Strafen. Findet sich aber in den Gesetzen der Regierung der Republik kein Gesetz, das für mich und meine Freunde die Höchststrafe fordert, sollte man uns die völlige Freiheit zurückgeben, und zwar als (ausdrückliche) Würdigung, Anerkennung und Entschädigung. Denn wenn mein ganz offensichtlich bedeutsamer Dienst am Qur'an gegen die Regierung wäre, so könnte man mich nicht so einfach mit einem Jahr Gefängnis und meine Freunde mit jeweils sechs Monaten Haft bestrafen, sondern müsste mich zu 101 Jahr oder zum Tode oder dergleichen und alle Freunde, die mir in ernstem Dienen verbunden sind zu einer Höchststrafe verurteilen. Ist aber unser Dienst nicht gegen die Regierung

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gerichtet, so müsste man uns nicht mit Strafen, Haft und Kerker, sondern mit einer entsprechenden Anerkennung und Würdigung entgegnen. Denn der Dienst, dessen 120 Abhandlungen (risalah) Sprachrohr dieses Dienstes sind, dieser Dienst, der die Philosophen aus ganz Europa auf den Plan ruft, (führt letztendlich dazu, alle ihre) Prinzipien über den Haufen zu werfen.

Denn ein solch wirksamer Dienst führt entweder zu ganz schrecklichen Ergebnissen im Land, oder aber er bringt besonders heilsame, erhabene Ergebnisse und Früchte der Wissenschaft hervor, in welchem Falle man mich nicht so einfach gleich einer Augenauswischerei mit nur einem Jahr bestrafen, die Öffentlichkeit hinters Licht führen könnte und so die Lügen und Intrigen der Tyrannen über unsere Rechte verschleiern, als ginge es dabei nur um ein Kinderspiel. Menschen wie ich werden entweder zum Tode verurteilt und besteigen stolz den Galgen, oder aber sie bleiben freie (Menschen) und behalten die (gesellschaftliche) Stellung, die ihnen zusteht.

Ein geschickter Dieb, der die Gelegenheit bekommt, Diamanten im Werte von einigen tausend Lira zu stehlen, (wird sich nicht der Gefahr aussetzen), für einige Glasscherben im Werte von zehn Kurush wegen eines Diebstahls die gleiche Strafe zu erhalten. Es gibt in dieser Welt keinen Dieb, ja vielleicht niemanden, der bewusst so etwas tun würde. Ein Dieb ist schlau genug, nicht etwas so Dummes zu tun.

Meine Herren! Nehmen wir doch einmal an, ich wäre so wie dieser Dieb! Statt wie ein Einsiedler neun Jahre lang in einem kleinen Dorf in einem der Bezirke in der Provinz Isparta zu leben und mich und meine Arbeit (risalah), die den Inhalt meines Lebens (hayat) bildet, in Gefahr zu bringen und die Meinung von fünf oder zehn leichtgläubigen, bedauernswerten (Bauern), die jetzt hier bei mir (im Gefängnis) sind, zu überreden und gegen die Regierung (aufzuwiegeln), wofür wir dann alle zu einer ganz leichten Strafe verurteilt worden sind, hätte ich doch besser wie in

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alten Zeiten in Ankara oder in Istanbul eine hohe Stellung als Beamter bekleiden und Tausende Männer von dem Ziel, das ich verfolge, überzeugen können. In diesem Falle wäre ich doch nicht zu einer so elendiglichen Haftstrafe verurteilt worden, sondern hätte mich, meinem Weg (meslek) und meiner Pflicht entsprechend, in Ehren um meine weltlichen (Aufgaben) gekümmert!

Ich sage dies in der Tat nicht aus Stolz oder um mich zu rühmen, sondern aus Scham und weil ich mich dazu gezwungen sehe, auf die Irrtümer derer hinzuweisen, die mich, indem sie mich auf meine alte Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit hinweisen, wieder von meinem hohen Ross herunterholen wollen, damit ich, nun zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken, keinen Nutzen mehr aus meiner Stellung ziehen kann. Ihnen möchte ich sagen:

ulen des Unglücks" {nämlich Irrenanstalt und Gefängnis (A.d.Ü.)} gelesen haben, bezeugen können, während der Ereignisse um den "31. März (1909)" durch seine Ansprache acht rebellierende Regimenter zum Gehorsam bewegen konnte, der, wie damalige Zeitungen berichten, während des Befreiungskampfes {1920 eroberten die Briten Istanbul. Das Osmanische Reich ging unter. 1923 erklärte Kemal Mustafa Pascha die Türkei zur Republik und machte Ankara zu seiner Hauptstadt. (A.d.Ü.)} in einem Artikel mit dem Titel: "Die sechs Schritte" in Istanbul die Ansichten der Gelehrten (so beeinflusste), dass sie sich gegen die Briten wandten und so der nationalen Widerstandsbewegung einen bedeutenden Dienst erwies, der in der Ayasofya-Moschee mit seiner Ansprache Tausende Menschen in seinen Bann schlug, der von den Abgeordneten in Ankara mit stehendem Applaus begrüßt wurde, dem 163 Abgeordnete mit ihrer Unterschrift 150.000 Lira für seine Medresse und

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das Haus der Wissenschaften (daru-l'funun) bewilligten, der im Sitzungssaal einem wütend gewordenen Staatspräsidenten ohne zu zögern Rede und Antwort stand und ihn aufforderte, die vorgeschriebenen Gebete (namaz) zu verrichten, der, als er sich noch im Hause der Weisheit des Islam (Daru-l'Hikmetu-l'Islamiye) befand, von der (Partei) für Einheit (des Volkes) und Fortschritt der Aufgabe (vazifah) für wert befunden wurde, den Philosophen (hukema) in Europa die Weisheit des Islam (hikmet-i Islamiye) in effektiver Weise annehmbar zu machen, dessen "Zeichen des Wunders (Isharatu-l'I'djaz)", das er während des Krieges an der Front geschrieben hatte und das jetzt beschlagnahmt wurde und das Enver Pascha, dem damaligen Oberkommandierenden, als so wertvoll erschien, dass er lief, um es in Ehren, die er sonst keinem erwies, in Empfang zu nehmen und in dem Gedanken an alles Gute und Ehrenwerte (das mit diesem Buch verbunden ist) als ein Andenken an diesen Krieg das Papier für den Druck der Isharatu-l'I'djaz stiftete - dieser Mann, an dessen Einsatzfreude während des Krieges man sich mit Lob und Anerkennung erinnert, würde es nicht wagen, sich derart zu erniedrigen, dass er seine Ehre (izzet) als ein Wissenschaftler und die Heiligkeit seines Dienstes und Tausende seiner ehrenwerten Freunde wie ein einfacher Pferdedieb, ein Taschendieb, wie jemand, der ein Mädchen (ohne Bezahlung) entführt hat, auf eine derart gewöhnliche Weise in Verruf bringt, sodass ihr ihn wie einen, der Ziegen oder Schafe gestohlen hat, behandeln und (so einfach) zu einem Jahr Haft verurteilen könnt...

Er würde einem Leiden unter der willkürlichen Verfolgung durch einen hinterhältigen Spitzel oder Unterdrückung durch einen gewöhnlichen Polizisten und dem Jahr (Kerker), zu dem man ihn nun verurteilt hat, mit anschließend einem weiteren Jahr Kuratel, nachdem man ihn (der doch schon die herrische Haltung des Sultans kaum ertragen konnte) zehn Jahre lang ohne allen Grund überwacht und misshandelt hat, seine Hinrichtung vorziehen.

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Wäre ein solcher Mann in weltliche Angelegenheiten verwickelt gewesen und hätte er auch diesen Wunsch gehabt, sich in sie einzumischen, und sein heiliger Dienst es ihm erlaubt hätte, er hätte sich (gewiss) in sie eingemischt in einem Maß, zehnmal größer als die Menemen-Affaire und der Aufstand von Scheich Said. Diesen Kanonendonner, den man über die ganze Welt hin hätte hören können, hätte man nicht mehr so weit dämmen können, ja selbst bis hinab zu dem Summen einer Mücke!

So möchte ich denn in der Tat das aufmerksame Auge der Regierung der Republik (auf Folgendes) lenken: Diese ganze Angelegenheit, die mich in dieses Unglück gestürzt hat, wurde durch die Maßnahmen, die Intrigen und die Propaganda einer Organisation im Hintergrund hervorgerufen, denn der Beweis dafür ist der, dass eine derart umfassende Propaganda, Terror und Verschwörung gegen uns inszeniert worden ist, wie wir sie in dieser Art noch nie zuvor erlebt haben, ist der, dass, obwohl ich doch Hunderttausende Freunde habe, in sechs Monaten noch kein einziger von ihnen imstande gewesen ist, mir einen Brief zu schreiben oder auch nur einen (kurzen) Gruß zu senden, und die Tatsache, dass aufgrund von Informationen durch Verschwörer, die sich darum bemühen, die Regierung in die Irre zu führen, sich überall in allen Provinzen vom Osten bis zum Westen die Durchsuchungen und die Verhöre weiter fortsetzen.

So ist denn der Plan, den sich diese Verschwörer ausgedacht haben, der, einen Zwischenfall zu inszenieren, der für Tausende Männer wie mich die schwersten Strafen nach sich ziehen sollte. Stattdessen ergab sich am Ende eine Strafe, die an einen Vorfall erinnert, bei dem nur der allereinfachste Mann in einen ganz gewöhnlichen Diebstahl (verwickelt) war. Unter 115 Männern erhielten 15 eine Strafe von fünf, sechs Monaten. Ja würde denn in dieser Welt (ein Mann) ohne jeden Verstand, der in seiner Hand ein außerordentlich scharf (geschliffenes) diamantenes Schwert hält, einen

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fürchterlichen Löwen oder Drachen ganz leicht in seinen Schwanz pieken, um dessen Aufmerksamkeit auf sich zu lenken? Wäre es seine Absicht, sich (damit) zu verteidigen oder zu kämpfen, würde er doch sein Schwert an einer anderen Stelle einsetzen!

So habt ihr mich denn in eurer Sicht- und Betrachtungsweise für einen solchen Mann angesehen und dementsprechend verurteilt und bestraft. Hätte ich auf diese Weise ohne Sinn und Verstand gehandelt, sollte man nicht deswegen dieses ganze Riesenreich terrorisieren und die öffentliche Meinung mit Propagandamethoden gegen mich aufwiegeln, sondern mich wie einen ganz gewöhnlichen Geisteskranken in eine Irrenanstalt stecken! Wäre ich dagegen ein Mann von der Bedeutung, die ihr mir zumesst, (ein solcher Mann) würde doch sein scharf (geschliffenes) Schwert nicht dazu verwenden, den Löwen zum Sprung auf sich selbst, den Drachen zum Angriff gegen sich selbst zu reizen, sondern doch dazu, sich so weit wie möglich damit zu verteidigen! So wie ich mich seit zehn Jahren dazu entschlossen habe, mich freiwillig in die Einsamkeit zurückzuziehen und alle Strapazen über jedes menschliche Vermögen hinaus zu erdulden, so habe ich mich auch in keiner Weise in die Regierungsgeschäfte eingemischt und werde mich auch niemals einmischen. Denn meine heilige Pflicht verbietet es mir.

Oh ihr Leute aller vertraglichen Bindungen und Verpflichtungen! Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass (bei einem Mann), wie eine Zeitung vor fünfundzwanzig Jahren schreibt, dem es gelingt, dreißigtausend Menschen mit einer seiner Abhandlungen (dazu zu veranlassen), seine Ideen zu übernehmen, der alle Blicke und die ganze Aufmerksamkeit eines riesigen einsatzbereiten Heeres auf sich zu lenken wusste, dem es gelang, dem Erzbischof von Großbritannien, der von ihm (eine Antwort) von sechshundert Worten verlangt hatte, eine Antwort in sechs Worten gab, der anlässlich der Erklärung

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der Konstitutionellen Monarchie (bidayet-i hürriyet 1908) wie ein Diplomat die Ansprache hielt, dass sich also in den 120 Abhandlungen (risalah) eines solchen Mannes nur ganze fünfzehn Worte finden, die sich auf diese Welt (dunya) und ihre Politik beziehen? Ja wäre es denn überhaupt noch verständlich, dass ein solcher Mann politische Ziele verfolgen, (rein) weltliche Absichten haben und sich in die Politik einmischen könnte? Wäre es seine Idee gewesen, sich um die Politik und die Regierungsgeschäfte zu bemühen, ein solcher Mann hätte seine Absichten in einer einzigen Abhandlung an hundert Stellen klar gemacht, auf sie hingewiesen, sie spürbar werden lassen. Ja wäre es denn die Absicht eines solchen Mannes gewesen, die Politik (dieses Landes) zu kritisieren, hätte er dann seine Kritik auf ein, zwei Grundsätze über die Verschleierung der Frau und das Erbrecht beschränkt, so wie das seit alten Zeiten der Brauch ist?

In der Tat würde ein Regimegegner, der politische Absichten verfolgt, gegen eine Regierung, die weitreichende Reformen durchgeführt hat, nicht nur ein, zwei Gegenstände, sondern Hunderttausende Gegenstände seiner Kritik gefunden haben. Als handle es sich bei den Reformen der Regierung dieser Republik nur um ein, zwei kleinere Angelegenheiten! Obwohl ich doch in gar keiner Weise die Absicht gehabt hatte, mit diesen ein, zwei Worten, die ich in ein zwei Büchern erwähnt und vor langer Zeit einmal geschrieben hatte, etwas zu kritisieren, wurde (in der Anklageschrift) dennoch behauptet: "Er greift die Regierung und ihre Reformen an." So frage denn auch ich: "Sollte ein solcher Gegenstand wissenschaftlicher (Disputationen), eine Angelegenheit, die noch nicht einmal der Grund für die kleinste Strafe ist, so dargestellt werden, dass er ein ganzes Riesenreich damit beschäftigt und in Aufregung versetzt?

Da man nun also mir und fünf oder zehn meiner Freunde nur diese kleine, unbedeutende Strafe erteilt und das ganze Land durch eine fürchterliche Propaganda gegen

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uns eingeschüchtert hat und (alle Leute dazu bringen wollte), uns zu hassen, und Shükrü Kaya, den Innenminister unter einem bedeutenden Aufgebot nach Isparta gerufen hat, um einen Auftrag zu erfüllen, den ein einzelner Soldat hätte erledigen können, nämlich, um mich zu verhaften, und der Ratsvorsitzende mit dem gleichen Auftrag in die westlichen Provinzen abgereist ist, da man mir also während zwei Monaten Kerker verboten hat, mit irgendwem zu sprechen und da also hier, wo ich einsam und allein in der Fremde bin, es niemandem erlaubt war, sich nach mir (hal) zu erkundigen und mir seine Grüße zu schicken, beweist dies, dass dieser Zustand über jedes Maß sinnlos, unverständlich und ungesetzlich ist, vergleichbar mit einem riesengroßen Baum, der eine einzige Frucht in der Größe einer Erbse hervorbringt. Das alles kann doch nicht die Aufgabe einer Regierung sein, die sich peinlich genau an das Gesetz hält und nach dem Gesetz regiert, wie die Regierung dieses Landes (hükümeti djumhuriye), und schon gar nicht die irgendeiner Regierung in dieser Welt (dunya), wenn sie sich doch als Regierung bezeichnet und (das Volk) mit Weisheit (hikmet) regiert.

Ich möchte mein Recht im Rahmen der (bestehenden) Gesetze. Ich klage diejenigen, die im Namen des Gesetzes gesetzlos handeln, ihres Verbrechens an. Die Gesetze der Regierung dieses Volkes (hükümet-i djumhuriye) werden sicherlich die Gesetzlosigkeit solcher Krimineller zurückweisen. Und so hoffe ich denn, dass meine Rechte wiederhergestellt werden.

Said Nursi
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Ein Beispiel für die Echtheit und Aufrichtigkeit (= haqqaniyet) der Risale-i Nur

Eine Anmerkung

Alle, die recht und billig denken und die Risalah,

die vor neunzehn Jahren herausgegeben wurde, gelesen haben, sind zu der Erkenntnis, zu der sicheren Überzeugung gelangt, dass das Gesamtwerk der Risale-i Nur in all ihren Teilen mit ihren 130 Büchern, von allen politischen und weltlichen (dünyevi) Zielen frei und ledig, vollständig in Geist (ruh) und Wesen (eines Lebens) aus dem Glauben (iman) an eine jenseitige (uhrevi) Welt verfasst wurde. Diese eindeutig gesicherte Tatsache wurde von den Gerichtshöfen in Eskishehir, Isparta, Denizli und Afyon durch langwierige Nachforschungen und minutiöse Untersuchungen bestätigt. Aus diesem Grund möchten wir Ihre Aufmerksamkeit (auf diese Angelegenheit lenken) und ersuchen Sie um ihre Hilfe, damit wir all unsere Bücher zurückerhalten, die nun schon seit mehr als zwanzig Monaten durch den Gerichtshof in Afyon in Beschlag gehalten werden, obwohl doch der Appellationsgerichtshof nicht ein i-Tüpfelchen in ihnen entdecken konnte, das (Anlass zu) einer Anklage hätte geben können, dabei aber für Hunderttausende der Rettung des Glaubens (dienen) und von ihren Lesern, den Gelehrten und der (ganzen) islamischen Welt hochgeschätzt und gepriesen werden.

Der größere Teil der Bücher, die von dem Gerichtshof in Afyon (beschlagnahmt wurden), wurden von den ersten

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Gefährten gesammelt, die entlassen worden sind. Sie sagten: "Wir übergeben diese Bücher unserem Lehrer (ustadh), der auch ihr Eigentümer ist. Ihm sollten sie ausgehändigt werden." Sie haben sie also mir überlassen. Besonders aber überließen sie im Gericht den vergoldeten Qur'an, der in seiner Schreibweise diese wundersame Übereinstimmung in den Buchstaben aufweist, der unsinnigerweise unter die vor zwei Jahren beschlagnahmten Bücher geraten war. Vor allen Dingen erwarten wir also die baldige Rückgabe unserer Bücher und unseres Qur'an, die man uns ursprünglich bereits von den Gerichtshöfen in Denizli und in Ankara zurückgegeben worden waren.

Said Nursi
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Sechzehnter Brief

﴿ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ اَلَّذِينَ قاَلَ لَهُمُ النَّاسُ اِنَّ النَّاسَ قَدْ جَمَعُوا لَكُمْ فاَخْشَوْهُمْ فَزَادَهُمْ اِيمَانًا وَ قاَلوُا حَسْبُناَ اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ ﴾

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen. Man sagte zu ihnen, dass die Menschen sich grade gegen die Menschen gesammelt haben. Fürchtet euch vor ihnen. Doch das bestärkte sie im Glauben und sie sagten: 'Es genügt uns Allah und Er ist unser bester Anwalt (Vekil)'" (Sure 3, 173)}

Dieser Brief verdeutlicht den Sinn der Ayah: فَقُولاَ لَهُ قَوْلاً لَيِّنًا {"Sprich mit sanften Worten zu ihm!" (Sure 20, 44)} und ist deshalb nicht in scharfe Worte gesetzt. Er ist die Antwort auf eine Frage, die in wörtlichem oder übertragenem Sinne von vielen gestellt wurde.

Es ist mir keineswegs angenehm, diese Antwort zu geben und eigentlich wollte ich es gar nicht. Ich hatte mein ganzes Vertrauen (tevekkul) in Gott den Gerechten gesetzt. Weil man mich aber nicht mir selbst und in meiner Welt in Frieden leben lassen, vielmehr mir das Gesicht zur Welt hin drehen wollte, will ich hier nun in "Fünf Punkten" eine Erklärung abgeben; nicht jedoch als der Neue Said, sondern erzwungenermaßen in der Sprache des Alten Said; und das nicht um meinetwillen, sondern um meine Freunde wie auch meine Worte (Sözler) vor den Weltleuten mit ihren Verdächtigungen und Nachstellungen zu retten und den wirklichen Sachverhalt sowohl meinen Freunden als auch den Leuten von Welt und den Leuten von Urteil Klarheit zu verschaffen.

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Erster Punkt:

Es wurde gesagt: Warum hast du dich aus der Politik zurückgezogen? Warum zeigst du dich so wenig entgegenkommend?

Antwort:

Vor neun oder zehn Jahren hatte sich der Alte Said einmal ein wenig mit Politik befasst. Doch der Dienst, den er dem Glauben und der Wissenschaft mit der Politik hatte erweisen wollen, erwies sich als eine vergebliche Mühe und so musste er einsehen, dass dieser Weg zweifelhaft und schwierig und für ihn ein unnötiger Weg ist, dass er für seine wichtigsten Aufgaben ein Hindernis und ein gefährlicher Weg ist. Das meiste (an der Politik) ist Lüge und es besteht die Möglichkeit, dass man, ohne es zu bemerken, zum Werkzeug in der Hand des (nichtislamischen) Auslands wird. Zudem wird, wer sich mit der Politik beschäftigt, entweder für sie oder gegen sie sein. Wollte ich für sie sein, wäre - da ich kein Beamter oder Abgeordneter bin - die Beschäftigung mit der Politik eine nutz- und zwecklose Sache. Man benötigt mich nicht, sodass ich mich vergeblich mit ihr beschäftige. Wollte ich aber in den Reihen der Opposition Politik machen, müsste ich dies entweder in Gedanken tun, oder aber die Macht dazu haben. Täte ich es in Gedanken, so wäre ich dazu nicht vonnöten. Denn die Problematik ist allgemein bekannt. Jeder kennt sie so gut wie ich. Zweckloses Gerede aber ist zugleich auch sinnlos. Wollte ich aber mit Macht Widerstand leisten und den Lauf der Dinge herausfordern, dann bestünde die Möglichkeit, Tausende von Sünden zu begehen, um eines Zweckes willen, dessen Erreichung unsicher ist. So würden um eines Einzelnen willen viele ins Unglück gestürzt. Weil aber das Gewissen sich weigert, wegen ein, zwei Möglichkeiten unter zehn Möglichkeiten eine Sünde zu begehen und Unschuldige mit in eine Sünde hineinzureißen, hat es der Alte Said aufgegeben, zu rauchen, Zeitungen zu lesen, Politik zu betreiben, oder auch nur bei privaten Zusammenkünften

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über derartige weltliche Dinge wie die Politik zu reden. Ein sicheres Zeugnis dafür ist, dass ich seit acht Jahren keine einzige Zeitung mehr gelesen habe oder mir hätte vorlesen lassen. Hätte mich jemals wieder irgendeiner eine Zeitung lesen sehen, oder gehört, wie mir jemand daraus berichtete, so möge er hierher kommen und es sagen. Dagegen hatte der Alte Said vor acht Jahren noch täglich vielleicht acht Zeitungen gelesen. Außerdem wird meine ganze Lebens- und Verhaltensweise seit fünf Jahren mit großer Aufmerksamkeit unter die Lupe genommen... Wer bei mir jemals bemerkt haben sollte, ich hätte etwas anklingen lassen, was nach Politik schmeckt, der möge es sagen! Denn der Gedanke eines Menschen, der so hochempfindlich ist wie ich, der nach dem Motto:

اِنَّمَا الْحِيلَةُ فِى تَرْكِ الْحِيَلِ

{"Der größte Betrug liegt in der Aufgabe des Betruges."}

einsam, furchtlos und alleine lebt, kann nicht acht Jahre lang, ja noch nicht einmal acht Tage verborgen bleiben. Hätte er die Lust verspürt, den Wunsch gehabt, Politik zu treiben, hätte das einen Donnerschlag gleich einem Kanonenschuss ausgelöst, ohne dass es dabei noch irgendwelche Nachforschungen oder Untersuchungen gegeben hätte.

Zweiter Punkt:

Warum hält sich der Neue Said so streng von jeglicher Politik zurück?

Antwort:

Er möchte sich um ein Ewiges Leben, das mehr als eine Milliarde Jahre währt, bemühen und es sich verdienen und es nicht für ein irdisches Leben von ein, zwei Jahren dahingeben, das sinn- und zwecklos mit einer Einmischung (in die Politik) verbunden ist. Deshalb flieht er für den Dienst am Glauben und am Qur'an, der der wichtigste, notwendigste, reinste und wahrhaftigste Dienst ist, so unbeirrbar vor der Politik. Denn er sagt: Ich werde alt. Ich weiß nicht, wie lange ich noch zu leben habe.

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Weil dies nun so ist, ist die wichtigste Aufgabe für mich, mich um ein Ewiges Leben zu bemühen. Schlüssel zur Ewigen Glückseligkeit und das allererste Mittel, das Ewige Leben zu verdienen, ist der Glaube. Es ist notwendig, dass ich mich um ihn bemühe. Um mich aber auch den anderen Menschen als Wissenschaftler nützlich zu erweisen, möchte ich meinen Dienst versehen als einer der dem (islamischen) Gesetz verpflichtet ist.

Natürlich könnte ich diesen Dienst auch im gesellschaftlichen und sozialen Leben tun. Jedoch bin ich dazu nicht befähigt und in stürmischer Zeit ist ein unverfälschter Dienst nicht gewährleistet. Deshalb habe ich diesen Gedanken wieder fallen gelassen und gebe nur dem Gedanken an einen Dienst im Glauben, der der wichtigste, notwendigste und reinste Dienst ist, den Vorzug. Mögen diese Glaubenswahrheiten, die ich mir selbst erworben habe und diese geistigen Heilmittel, welche ich selbst ausprobiert habe, auch noch anderen Menschen zugänglich sein! Für sie lasse ich das Tor offen. Vielleicht nimmt Gott der Gerechte diesen Dienst an und macht mir daraus eine Buße für meine Sünden. Es hat niemand, der gesteinigte Satan ausgenommen, das Recht, sei er nun ein Gläubiger oder ein Leugner, einer von den Getreuen oder einer von den Gottlosen, das Recht, gegen einen solchen Dienst etwas zu unternehmen. Doch Glaubenslosigkeit ist eine Sache, die sich nicht mit anderen Sachen vergleichen lässt. In Sachen Ungerechtigkeit, leichter Verfehlungen oder schwerer Sünde findet sich ein wenn auch abscheulich, teuflischer Wohlgeschmack. Doch in der Glaubenslosigkeit findet sich in gar keiner Weise irgendein Wohlgeschmack. Sie ist Schmerz über Schmerz. Sie ist Finsternis über Finsternis. Sie ist Qual über Qual. Einen solch lichtvollen Dienst aufzugeben, wie es der (Dienst) am Glauben und das Bemühen um ein unendliches und ewiges Leben ist, und sich im Alter in nutzlose und gefährliche Spielereien zu stürzen, was das für einen Menschen wie mich, der einsam und zurückgezogen für

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seine früheren Sünden Buße tun muss, für ein Unverstand, eine Unvernunft, eine Unklugheit und in welchem Grade ein Wahnsinn ist, das vermag selbst noch ein Wahnsinniger zu verstehen.

Wenn du sagst:

"Warum sollten der Dienst am Glauben und am Qur'an mir die Politik verbieten?" so sage ich: Die Wahrheiten des Glaubens und des Qur'an sind in der Tat jede einzelne wie ein Juwel. Hätte ich mich mit der Politik besudelt, müssten die einfachen Leute, die sich doch so leicht verführen lassen, über diese Juwelen in meiner Hand denken: "Ist das vielleicht politische Propaganda, um Anhänger zu gewinnen?" Sie würden diese Diamanten für gewöhnliche Glassplitter ansehen. Sobald ich also mit der Politik in Berührung käme, wäre das so, als würde ich diesen Juwelen Unrecht tun und ihren Wert herabmindern. Nun also, Ihr Weltleute! Warum lasst Ihr mich nicht zufrieden? Wieso gebt Ihr denn keine Ruhe und lasst mich nicht so, wie ich bin?

Wenn Ihr aber sagt:

"Auch unsere Scheiche müssen sich manchmal mit unseren Angelegenheiten befassen. Und auch du wirst manchmal ein Scheich genannt..."

Ich aber sage Euch:

Meine Herren! Ich bin kein Scheich. Ich bin ein Hodja. Beweis dafür ist, dass ich seit vier Jahren hier bin. Hätte ich auch nur einem einzigen Menschen Ordensunterricht (tariqat) erteilt, hättet ihr das Recht, mich zu verdächtigen. Doch wisst ihr, dass ich jedem, der zu mir gekommen ist, gesagt habe: Glaube ist nötig; Islam ist nötig; für Ordensunterricht ist es nicht die Zeit.

Wenn ihr sagt:

"Man nennt dich Said-i Kürdi (= Kurde). Vielleicht vertrittst du einen rassistischen Standpunkt. Das aber dient nicht unserer Sache."

Ich aber sage:

Meine Herren! Was der Alte Said und was der Neue Said geschrieben haben, liegt offen vor. Ich bezeuge, dass ich bekanntlich, entsprechend dem unbedingten Erlass (ferman):

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اَ ْلاِسْلاَمِيَّةُ جَبَّتِ الْعَصَبِيَّةَ الْجَاهِلِيَّةَ

{"Die Religion des Islam (islamiyet) hat die Merkmale vorislamischer Zeit (djahiliyet) ausgelöscht."}

seit alter Zeit Nationalismus und Rassismus, welche eine Art fränkischer (=in Europa endemischer) Krankheit in Europa darstellen, als ein mörderisches Gift angesehen habe. Und Europa hat diese fränkische Krankheit in den Islam hineingeworfen, um ihn zu spalten und zu teilen und denkt nun, dass es ihn so leichter hinunterschlucken könne. Dass ich mich schon seit langem darum bemühe, diese fränkische Krankheit zu heilen, das wissen meine Schüler und alle, die mit mir in Berührung gekommen sind. Wenn die Sache aber nun so ist, was ist dann wohl der Grund dafür, meine Herren, dass sie jedes Ereignis zum Vorwand dafür nehmen, mich zu belästigen? Wenn ein Soldat im Osten einen Fehler begeht und man bestraft dafür einen Soldaten im Westen und bereitet ihm Schwierigkeiten, bloß weil er auch in der Wehrmacht dient... oder aber, wenn ein Kaufmann in Istanbul ein Verbrechen begeht und man misst nun auch einem Händler in Bagdad eine Art von Schuld zu, weil auch er dem Stande der Kaufleute angehört, und wenn Ihr mich wegen eines jeden Vorfalles in dieser Welt belästigt, nach welchem Gesetz geht das dann? Welches Gewissen urteilt hier? Welcher Vorteil wird dadurch gewonnen?

Dritter Punkt:

Freunde, die an meine Ruhe denken und meine Haltung befremdlich finden, mit der ich jedem Übel in schweigender Geduld begegne, stellen sich folgende Frage: "Wie kannst du diese Umstände und all die Schwierigkeiten, die über dich gekommen sind, ertragen? Denn früher warst du doch so jähzornig und so auf deine Ehre bedacht und konntest noch nicht einmal eine harmlose Kränkung verkraften."

Meine Antwort:

Ich möchte Euch zwei kleine Erlebnisse und Geschichten zu Gehör bringen. Daraus könnt Ihr die Antwort entnehmen.

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Erste Geschichte:

Vor zwei Jahren hatte sich ein Direktor in meiner Abwesenheit grundlos in abschätziger Weise und mit beleidigenden Worten gegen mich ausgesprochen. Man teilte mir das später mit. Da stieg die Natur des Alten Said wieder in mir hoch und überwältigte mich fast eine Stunde lang. Danach aber ergriff durch die Barmherzigkeit Gottes des Gerechten eine Wahrheit mein Herz, vertrieb aus ihm jede Missstimmung, löschte meine Ansprüche gegenüber diesem Mann und ich trug ihm nichts mehr nach. Diese Wahrheit aber war die folgende:

Ich sprach zu meiner Seele: Wenn seine Beschimpfungen und die Fehler, die er bloßgestellt hat, mich selbst, meine Person (shahis) und meine Seele (nefs) betreffen, so möge Allahs Wohlgefallen über ihm sein, dafür, dass er die Ungebührlichkeiten meiner Seele ausgesprochen hat. Hat er Recht gesprochen, so wird dies meine Seele zur Zucht führen und mir helfen, mich vor dem Stolz zu bewahren. Hat er aber falsch gesprochen, so ist er mir eine Hilfe, mich vor Heuchelei und trügerischem Ruhm zu bewahren, der die Grundlage aller Heuchelei ist. Ich habe in der Tat noch keinen Frieden mit meiner Seele geschlossen, denn ich habe meine Erziehung noch nicht vollendet. Sagte mir jemand, es säße ein Skorpion an meinem Hals oder auf meiner Brust, oder zeigte er darauf, so sollte man deswegen nicht gekränkt, vielmehr dafür dankbar sein. Beziehen sich jedoch die Beleidigungen dieses Mannes auf mich in meiner Eigenschaft als Diener am Glauben und am Qur'an, so betrifft mich dies nicht. Diesen Mann überlass ich dem Herrn des Qur'an, der mich in Seinen Dienst genommen hat. Er ist der Allmächtige (Aziz) und Allweise (Hakim). Wäre es aber nur, um mich zu beschimpfen, beleidigen, erniedrigen, so träfe mich auch dies nicht. Als ein Verbannter, ein Gefangener, ein Fremdling, dem die Hände gebunden sind, kommt es mir nicht zu, selber meine eigene Ehre wieder herstellen zu wollen.

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Es ist dies vielmehr die Aufgabe derer, die mich als Regierungsräte und Ratsherren in diesem Dorf, dieser Stadt, diesem Vilayat als ihren Gast im Auge behalten sollen. Die Beleidigung eines Gefangenen, der sich in der Hand irgendeines Menschen befindet, betrifft dessen Herrn und diesem obliegt die Verteidigung. So sind nun einmal die Tatsachen und so kam auch mein Herz zur Ruhe. Ich sagte: "Ich stelle meine Sache Allah anheim. Denn fürwahr, Allah schaut auf Seine Diener und Verehrer." Also habe ich dieses Ereignis so hingenommen, als wäre es nie geschehen und es wieder vergessen. Leider stellte es sich dann später doch noch heraus, dass der Qur'an ihm nicht verziehen (helal) hatte...

Zweite Geschichte:

In diesem Jahr habe ich von einem Zwischenfall gehört. Nachdem sich dieser Zwischenfall ereignet hatte, hörte ich zwar nur kurz von diesem Geschehnis, wurde jedoch so behandelt, als wäre ich ernsthaft in dieses Geschehnis verwickelt gewesen. Ich tausche schon seit langem keine Nachrichten mehr aus. Wenn ich es dennoch tue, schreibe ich höchst selten einmal an einen Freund über Glaubensdinge. Selbst an meinen Bruder habe ich in vier Jahren nur einen einzigen Brief geschrieben. Ich habe diese Beziehungen sowohl mir selbst untersagt, als auch die Weltleute ihn mir untersagt haben. Nur ein, zwei Freunde konnte ich einmal in der Woche wiedersehen. Was die Gäste im Dorf - ein, zwei im Monat - betrifft, so sprachen sie mit mir ein, zwei Minuten über ein religiöses (akhiret) Thema. Hier in dieser Fremde, wo es für Leute wie mich, einen Fremdling, der allein ist und keine Menschenseele kennt, nicht möglich ist, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, bin ich von allen Menschen ausgeschlossen und alle Dinge sind mir verboten. Ich habe sogar vor vier Jahren eine halb verfallene Moschee wieder instand setzen lassen. Doch trotzdem man mir in meiner Heimat die Urkunden für meinen Dienst als Prediger und Imam ausgestellt und ausgehändigt und ich dort in dieser Moschee vier Jahre meinen

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Dienst als Imam versehen hatte (möge Allah diesen Dienst von mir annehmen), konnte ich in diesem letzten gesegneten Monat Ramadan nicht mehr in diese Moschee gehen. Mein Gebet habe ich manchmal allein verrichtet. So bin ich der fünfundzwanzig Sevab (=Verdienste) und Wohltaten eines in der Gemeinschaft verrichteten Gebetes verlustig geblieben.

So habe ich denn auch diese beiden Ereignisse, von denen ich betroffen wurde, genauso wie vor zwei Jahren das Verhalten, das dieser Beamte mir gegenüber an den Tag legte, geduldig ertragen und ausgeharrt. Und wolle es Gott, dass ich es auch in Zukunft so halten werde. Dabei denke ich und sage ich mir: Wenn dieses Leid, diese Plage, diese Unterdrückung, wie sie mir von Leuten zugefügt werden, meine Seele (nefs) betreffen, die so voller Fehler und Mängel ist, so trage ich nichts nach. Vielleicht wird meine Seele dadurch eine bessere Haltung (hal) annehmen. Und es ist zudem auch noch eine Buße für die Sünden. Ich habe in diesem irdischen Gasthaus sehr viele Vergnügungen genossen. Wenn man mich nun ein ganz klein wenig misshandelt, so bin ich auch wiederum dankbar dafür. Wenn mich die Weltleute unterdrücken, weil ich dem Glauben und dem Qur'an diene, so ist es nicht meine Sache, mich dagegen zu verteidigen. Das überlasse ich dem Allgewaltigen (Djebbar) in Seiner Allmacht (Aziz). Falls die Absicht darin besteht, die mir überwiesene allgemeine Aufmerksamkeit von mir abzulenken, um jenen eitlen Ruhm zu zerbrechen, der unbegründet und Ursache zur Heuchelei ist und die Aufrichtigkeit (ikhlas) zerstört, dann möge das Erbarmen (rahmet) mit ihnen sein. Denn ich denke, dass es für Menschen wie mich schädlich ist, in den Blickpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit zu geraten und in den Augen der Leute ein berühmter Mann zu sein. Leute, die mit mir in Verbindung stehen, wissen, dass ich keine Ehrerbietung für meine Person wünsche, vielmehr sie verabscheue. Ja, ich habe dies sogar einem achtbaren Freund, der mir etwas bedeutet,

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vielleicht fünfzigmal verwiesen. Falls sie beabsichtigen, mich zu diffamieren, mich in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen und herabzuwürdigen, um damit die Wahrheiten des Glaubens und des Qur'an, dessen Dolmetscher ich bin, zu treffen, so ist dies vergeblich. Denn die Sterne des Qur'an kann man nicht hinter einem Vorhang verstecken. "Wer seine Augen verschließt, kann nur selbst nichts sehen, andere in Nacht stürzen kann er nicht."

Vierter Punkt:

Antwort auf einige Fragen, die auf irrigen Vorstellungen beruhen.

Erste Frage:

Weltleute fragen mich immer wieder: "Wovon lebst du? Wie findest du dein Auskommen ohne zu arbeiten? Wir wollen in unserem Lande keine Leute, die faul herumsitzen und sich auf anderer Leute Kosten durchbringen!..."

Antwort:

Ich bin sparsam und mein Leben ist gesegnet. Ich nehme von niemandem außer meinem Versorger (Rezzaq) etwas an, keine Gefälligkeiten und nichts, was mich zu Dank verpflichten könnte, und habe mir das auch für die Zukunft vorgenommen. Es braucht in der Tat ein Mann, der von hundert Para, ja sogar von vierzig Para täglich lebt, von anderen keine Gefälligkeiten anzunehmen. Auf diese Frage einzugehen, war überhaupt nicht meine Absicht. Denn eine Erklärung abgeben zu müssen, die in den anderen vielleicht den Eindruck erweckt, stolz und selbstgefällig zu sein, ist mir besonders peinlich. Doch Weltleute haben mich in einer Weise verdächtigt und ausgefragt, dass ich nun sagen muss: Es ist ein Prinzip, das ich in meinem ganzen Leben stets eingehalten habe, schon von meiner Kindheit an, nichts von den Leuten anzunehmen (auch nicht, wenn es Zekat sein sollte), auch mein monatliches Gehalt nicht anzunehmen (nur ein, zwei Jahre wurde ich an der Daru-l'Hikmeti-l'Islamiye unter dem Druck meiner Freunde dazu gezwungen, es anzunehmen), nicht für mein monatliches Auskommen eine Dankesschuld auf mich zu laden. Meine Landsleute

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und auch die mich anderen Orts kennen, wissen das. In diesen fünf Jahren meiner Verbannung haben sich viele Freunde sehr darum bemüht, mir ihre Geschenke aufzudrängen. Ich habe sie nicht angenommen. Wenn sie mich dann fragen: "Wie kannst du dich unter diesen Umständen noch über Wasser halten?" antworte ich ihnen: "Ich lebe durch Gottes Segen (bereket) und Seine Freigebigkeit (ikram)." Obwohl meine Seele eigentlich jegliche Verachtung verdient hätte und dass man ihr alle Treue aufkündige, habe ich dennoch jenen Segen erfahren, welcher in der Versorgung durch Gottes Freigebigkeit besteht und ein Wunder (keramet) des Dienstes am Qur'an ist. Dem Geheimnis (der Ayah): وَ اَمَّا بِنِعْمَةِ رَبِّكَ فَحَدِّثْ {"Doch erzähle von der Gnade deines Herrn!" (Sure 93, 11)} folgend, möchte ich die Gnadengeschenke, die Gott der Gerechte mir erwiesen hat, erwähnen. Möge es eine Art von Danksagung sein, wenn ich hier einige Beispiele erzähle! Doch wenn ich es auch tue, damit es eine Danksagung sein solle, so fürchte ich doch, selbstgefällig und stolz zu erscheinen und so des Segens verlustig zu gehen. Denn wenn einer, sich selber rühmend, einen geheimen Segen ausposaunt, so verursacht er damit dessen Erlöschen. Doch was hilft das, ich muss es dennoch sagen.

Erstens:

Seit sechs Monaten komme ich mit einem Scheffel (35,27 kg) Weizen aus. Es reicht für 36 Brote. Es ist noch etwas davon da, noch nicht alles aufgebraucht. Wie lange es noch reichen wird, weiß ich nicht.

Zweitens:

In diesem gesegneten Monat Ramadan haben mir nur zwei Häuser Essen gebracht. Und beide haben mich krank gemacht. So habe ich verstanden, dass

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es mir verboten ist, Speisen von anderen zu essen. Übrigens berichtete mir Abdullah Tjawush, der Herr des Hauses und das Oberhaupt dieses ganzen gesegneten Hauses, mein getreuer Freund, der sich den ganzen Ramadan über um meine Verpflegung kümmerte, und er bezeugte, dass mir drei Laib Brot und eine Kiye (1283 g) Reis genügten. Dieser Reis ging sogar erst fünfzehn Tage nach dem Ramadan zu Ende.

Drittens:

Auf dem Berg genügte mir und meinen Gästen eine Kiye Butter für drei Monate, obwohl wir doch jeden Tag Butterbrote gegessen haben. Einer meiner gesegneten Gäste hieß Suleyman. Mein Brot und auch sein Brot gingen zu Ende. Es war an einem Mittwoch, als ich zu ihm sagte: "Gehe und bringe Brot!" Es gab aber zwei Stunden weit im Umkreis niemanden, von dem man hätte Brot holen können. Er sagte zu mir: "Ich habe den Wunsch, die Freitagsnacht bei dir auf dem Berge im Gebet zu verbringen." Ich gab ihm zur Antwort:

تَوَكَّلْنَا عَلَى اللّٰهِ

{"'Wir vertrauen auf Gott."}

Bleib also." Danach stiegen wir beide, ohne dass wir dazu eine Veranlassung gehabt hätten, oder es dafür einen Grund gegeben hätte, immer weiter wandernd bis zum Gipfel eines Berges hinauf. Bei uns hatten wir eine Kanne mit etwas Wasser. Auch hatten wir ein bisschen Zucker und etwas Tee bei uns. Ich sagte: "Mein Bruder, mach ein wenig Tee." Während er damit beschäftigt war, den Tee zuzubereiten, saß ich unter einer Zeder, die sich hoch über einem Bach erhob. Traurig dachte ich bei mir: "Wir haben noch etwas schimmeliges Brot. Es reicht heute Abend noch für uns beide. Wie sollen wir das zwei Tage lang machen und wie soll ich das diesem Mann in seiner Herzensreinheit beibringen?" Während ich noch darüber nachdachte, wendete ich meinen Kopf, und es war mir, als drehte sich mir der Kopf wie von selbst, und da

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sah ich: In den Zweigen der Zeder über mir lag ein riesengroßer Laib Brot für uns bereit. "Suleyman, eine Überraschung (müjde)!" rief ich, "Gott der Gerechte hat für uns gesorgt." Wir holten das Brot herunter, betrachteten es und sahen, dass Vögel oder andere frei lebende Tiere es nicht angerührt hatten. Seit zwanzig, dreißig Tagen war kein Mensch mehr auf diesen Gipfel gestiegen. Dieses Brot reichte uns beiden für zwei Tage. Während wir davon aßen und es fast schon aufgegessen hatten, kam (ein anderer) Suleyman, der mir schon seit vier Jahren ein wahrer und treuer Freund ist, von unten herauf mit Brot.

Viertens:

Diese Jacke, die ich hier jetzt trage, habe ich vor sieben Jahren gebraucht gekauft. In fünf Jahren habe ich für Oberkleidung, Unterwäsche, Schuhe und Strümpfe viereinhalb Lira ausgegeben. Es genügten mir der Segen Gottes, die Sparsamkeit und Seine Barmherzigkeit.

So gibt es diesen Beispielen entsprechend noch viele dergleichen Dinge und sehr viele Erscheinungsweisen göttlichen Segens. Die Bewohner dieses Dorfes kennen viele von ihnen. Es soll aber niemand meinen, dass ich all dies erzähle, um mich zu rühmen; vielmehr wurde ich dazu gezwungen. Und denken Sie bitte nicht, es habe sich mir eine Quelle aufgetan, weil ich ein so guter Mensch bin. Diese Segnungen sind entweder ein Gnadenerweis für die Lauterkeit der Freunde, welche zu mir kommen, oder ein Gastgeschenk für den Dienst am Qur'an, oder der segensreiche Gewinn der Sparsamkeit. Vielleicht ist es auch die Versorgung der vier Katzen, die bei mir sind und mit ihrem "Ya Rahim, Ya Rahim" ständig der Barmherzigkeit Allahs gedenken (dhikr) und die in Form dieses Segens zu mir kommt, wovon dann auch ich meinen Nutzen habe. Wenn du aufmerksam ihrem melancholischen schnurren zuhörst, kannst du in der Tat verstehen, wie sie «Ya Rahim, Ya Rahim» rezitieren. Die Geschichte mit der Katze bringt mir die Sache mit dem Huhn in Erinnerung. Ich habe nämlich ein Huhn. Es brachte mir während des

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Winters, einer Eiermaschine gleich, mit sehr seltenen Unterbrechungen an jedem Tag ein Ei aus der Schatzkammer der göttlichen Barmherzigkeit. Ja, an einem Tag legte es sogar zwei Eier. Ich war erstaunt und fragte meine Freunde: "Gibt es so etwas?" Sie sagten: "Vielleicht ist es ein Gnadenerweis Gottes!" Im Sommer hatte dieses Huhn auch noch ein kleines Kücken ausgebrütet. Dieses begann dann zu Anfang des heiligen Monats Ramadan mit dem Eierlegen und setzte das vierzig Tage so fort. Weder ich, noch die, welche mir dienten, hatten einen Zweifel daran, dass dieser gesegnete Umstand (hal), sowohl seine Kleinheit, als auch der Winter, als auch der Ramadan ein Gastgeschenk (ikram) des Herrn war. Als dann seine Mutter das Eierlegen einstellte, begann es sofort wieder und ließ mich nicht ohne Eier.

Die zweite irrtümliche Frage:

Die Weltleute fragen mich: "Wie können wir uns darauf verlassen, dass du dich in unsere weltlichen Angelegenheiten nicht einmischen wirst? Wenn wir dich freilassen, wirst du dich vielleicht in unsere weltlichen Angelegenheiten einmischen. Woher sollen wir wissen, was du mit deiner Schläue im Schilde führst? Woher sollen wir wissen, ob du mit deiner Schläue nicht vielleicht nur so tust, als habest du die Welt verlassen und ob du Volkseigentum nur öffentlich nicht nimmst, es aber sehr wohl im Geheimen an dich bringst?"

Meine Antwort:

Ich wurde vor zwanzig Jahren vor ein Kriegsgericht gestellt. Und auch schon früher, in der Zeit vor der Hürriyet (= die Zeit der konstitutionellen Monarchie, genannt «Hürriyet» = Freiheit) waren meine innere und äußere Haltung vielen bekannt. Desgleichen zeigt auch meine Verteidigungsrede vor dem Gericht mit dem Titel: "Mein Zeugnis an zwei Schulen des Unglücks" ganz deutlich, dass ich mein Leben in der Weise verbracht habe, dass ich mich nicht dazu erniedrigt habe, irgendwelche Manöver anzuwenden oder einen Hinterhalt anzulegen, ja noch nicht einmal zu einer harmlosen Lobhudelei.

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Hätte es eine solche Lobhudelei gegeben, so wäre in diesen fünf Jahren schon eine Anmeldung angedient worden. Mit einer solchen Lobhudelei möchte ein Mann sich beliebt machen. Er nimmt sich nicht zurück. Er hat immer eine Hinterlist, irgendeinen Betrug im Sinn. Ich aber habe mich trotz schwerer Angriffe und Kritiken zu keiner Würdelosigkeit erniedrigt. "Ich vertraue auf Gott", sagte ich und habe den Weltleuten den Rücken gekehrt. Wer zudem das Jenseits kennt und die Realitäten in dieser Welt erkannt hat, wird das nicht bedauern, kehrt nicht wieder in die Welt zurück, strebt nicht nach ihr. Nach fünfzig Jahren opfert ein Mann, der ganz auf sich allein gestellt und an Irdischem nicht interessiert ist, nicht sein Ewiges Leben für ein, zwei Jahre leeres Gerede und politische Kurpfuscherei in dieser Welt... opferte er es aber, wäre das keineswegs besonders intelligent, vielmehr irrsinniger Wahnwitz. Was aber sollte aus der Hand eines solchen wahnwitzigen Irren schon kommen, dass man sich mit ihm beschäftigen sollte?

Was jedoch den Zweifel daran betrifft, ob ich nicht äußerlich zwar die Welt verlassen habe, mich aber doch innerlich noch nach der Welt sehne, so sage ich entsprechend dem Geheimnis:

﴿ وَ مَآ اُبَرِّئُ نَفْسِى اِنَّ النَّفْسَ لَاَمَّارَةٌ بِالسُّوٓءِ ﴾

{"Ich will mein Herz (nefs) nicht freisprechen von Schuld; denn das menschliche Herz (nefsu l-emmare: das Tier in uns) ist dem Bösen zugeneigt." (Sure 12, 53),}

dass ich mich (nefs) nicht für schuldlos erklären will... denn das Tier in mir (nefs) verlangt ja nach all dem, was doch nicht gut ist. Aber in dieser vergänglichen Welt, in diesem behelfsmäßigen Gasthaus, in meinem vorgerückten Alter, ein ewiges, unvergängliches Leben und die Ewige Glückseligkeit innerhalb einer kurzen Lebensspanne für ein wenig Genuss zu zerstören, ist nicht Art eines Menschen von Verstand. Weil es aber nicht die Art eines

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Menschen von Verstand ist, hat sich dieses Tier in mir (nefsu l-emmare), mochte es nun wollen oder nicht, dem Verstand unterworfen.

Dritte irrtümliche Frage:

Die Weltleute fragen mich: Liebst du uns? Sind wir dir genehm? Wenn du uns liebst, warum bist du uns dann böse und kümmerst dich nicht um uns? Wenn wir dir nicht genehm sind, bist du unser Gegner. Gegner aber werden von uns niedergeworfen.

Meine Antwort:

Hätte ich nicht nur euch, sondern auch eure Welt geliebt, so hätte ich mich nicht aus der Welt zurückgezogen. Ihr seid mir nicht genehm und eure Welt gefällt mir auch nicht. Aber da mische ich mich nicht ein. Denn ich habe eine andere Zielsetzung. Mein Herz ist von anderen Dingen erfüllt. An andere Dinge zu denken, bleibt in meinem Herzen kein Platz mehr übrig. Eure Aufgabe ist es, auf die Hand zu achten (d.h. auf das, was tatsächlich geschieht) und nicht das Herz zu beurteilen. Denn eure Angelegenheit ist das Regierungsgeschäft und die allgemeine Sicherheit im Lande. Mischt sich jemand nicht in eure Angelegenheiten ein, welches Recht habt ihr dann noch, zu verlangen, er solle euch auch noch mit dem Herzen lieben?... Ihr mischt euch in Herzensangelegenheiten ein. In der Tat will ich und wünsche ich den Frühling zu dieser Winterzeit. Aber ich kann ihn nicht herbeiführen, ja es noch nicht einmal versuchen. In ähnlicher Weise wünsche ich auch die Erlösung der Welt und bete darum und wünsche Erlösung für alle Menschen in dieser Welt. Aber ich kann sie nicht herbeiführen... Denn das liegt nicht in meiner Hand. Tatsächlich kann ich es noch nicht einmal versuchen... Denn das ist weder meine Aufgabe, noch bin ich dazu überhaupt in der Lage.

Vierte irrtümliche Frage:

Die Weltleute sagen zu mir: Wir haben schon so viel Schwierigkeiten bekommen, dass wir niemandem mehr Vertrauen schenken können. Wie können wir deiner sicher sein, dass du dich nicht in unsere Angelegenheiten einmischen wirst, sobald sich dir nur eine entsprechend günstige Gelegenheit dazu bietet?

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Meine Antwort:

Die oben angeführten Punkte sollten euch diese Sicherheit geben. Zudem habe ich mich auch nicht in eure Angelegenheiten eingemischt, als ich noch inmitten meiner Freunde und Verwandten, die mir auf mein Wort folgten, lebte und die Ereignisse aufregend genug dazu waren. Jetzt, wo ich einsam und verlassen und ganz auf mich allein gestellt als ein Fremdling schwach und hilflos in der Verbannung lebe, isoliert von allen Menschen, die sich mit ganzer Kraft nach einer anderen Welt sehnen und von jeder Nachricht abgeschnitten lebe, hier, wo es nur wenige Freunde und Glaubensbrüder gibt, die selten genug und von weit her um des Glaubens und einer besseren Welt willen zu mir kommen und wo einer dem anderen fremd ist und sich die Menschen mit misstrauischen Blicken betrachten, mich in eure gefährlichen weltlichen Angelegenheiten einzumischen, wäre in mehrfacher Hinsicht Wahnsinn...

Fünfter Punkt:

Betrifft fünf kürzere Infragenstellungen:

Erste Infragestellung:

Die Weltleute fragen mich: Warum übernimmst du nicht unsere Art zu leben und uns zu bekleiden, kurz, den Stil unserer Kultur und die Form unserer Zivilisation? Willst du damit zum Ausdruck bringen, dass du gegen uns bist?

Ich halte dem entgegen:

Meine Herren! Mit welchem Recht erwarten Sie von mir, dass ich von Ihnen lernen soll, was Kultur und Zivilisation ist? Haben doch gerade Sie mich von jeglichem Recht auf Zivilisation ausgeschlossen und dazu gezwungen, fünf Jahre rechtlos in einem Dorf zu leben, eine Kontakt- und Nachrichtensperre über mich verhängt. Allen Verbannten haben Sie erlaubt, in den Städten mit ihren Freunden und Verwandten zusammenzukommen. Sie haben ihnen danach die Ausweispapiere ausgehändigt, mich aber ohne Grund isoliert und, von ein, zwei Ausnahmen abgesehen, keinen Verkehr mit meinen Landsleuten zugelassen. Das heißt doch wohl, dass Ihr mich nicht zu Euren Untertanen und Volksgenossen zählt. Wie könnt Ihr da noch von mir erwarten,

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dass ich die Gesetze Eurer Zivilisation übernehmen werde? Die Welt habt Ihr mir zu einem Kerker gemacht. Von einem Mann, der im Kerker sitzt, kann man aber derartige Dinge nicht erwarten. Die Türe zur Welt habt Ihr mir verschlossen. Ich aber habe an die Pforten einer anderen Welt (akhiret) angeklopft. Gottes Barmherzigkeit hat mir aufgetan. Wie aber kann man von so einem Mann, der schon an den Pforten jener Welt (akhiret) angeklopft hat, die doch so schwierigen Sitten und Gebräuche dieser Welt erwarten? Erst wenn Ihr mir meine Freiheit wiedergegeben und das Recht gegeben habt, wieder in meine Heimat zurückzukehren, erst dann mögt Ihr wünschen, dass ich Eure Sitten übernehmen solle...

Zweite Infragestellung:

Die Weltleute sagen zu mir: Wir haben ein offizielles Amt, dass dafür zuständig ist, über den Glauben (din) und die Wahrheiten des Islam zu unterrichten. Du aber, in wessen Vollmacht betreibst du denn religiöse Propaganda? Denn da du nun einmal zur Verbannung verurteilt worden bist, hast du auch kein Recht mehr, dich in diese Angelegenheiten einzumischen.

Meine Antwort:

Das Recht und die Wahrheit unterliegen keiner Beschränkung. Wie kann man Glaube (iman) und Qur'an einer Beschränkung unterwerfen? Ihr könnt eure weltlichen Prinzipien und Gesetze einer Beschränkung unterwerfen. Doch die Glaubenswahrheiten und die Grundsätze des Qur'an können nicht nach Art der öffentlichen Angelegenheiten und gleich einem irdischen Geschäft, das man gegen Entgelt verrichtet, in eine Form gepresst werden. Denn diese Geheimnisse, die eine Gnadengabe Gottes sind, können nur reinen Herzens (niyet) empfangen werden. Diese Segnungen erlangt man nur, wenn man sich aus diesen irdischen Geschäften zurückzieht und nur dadurch, dass man über allen weltlichen (nefs) Genüssen nach Erlösung strebt. Darüber hinaus hat mich sogar Ihre eigene öffentliche Behörde, damals, als ich noch in meiner Heimat lebte, zum Prediger

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bestellt und anerkannt. Ich habe damals diese Predigerstelle angenommen, auf mein Gehalt aber verzichtet. Eine entsprechende Urkunde trage ich bei mir. Mit dieser Urkunde kann ich überall als Prediger oder Imam tätig werden. Denn meine Verbannung ist zu Unrecht erfolgt. Überdies sind ja all die Verbannten längst schon heimgekehrt und diese meine Urkunde hat Wert und Gültigkeit immer noch behalten.

Zweitens:

Durch die Glaubenswahrheiten, welche ich niedergeschrieben habe, wollte ich nur unmittelbar meine eigene Seele (nefs) ansprechen. Ich habe nicht jedermann dazu eingeladen. Vielmehr suchen diejenigen, deren Seele (ruh) ihrer bedarf und deren Herzen verwundet sind nach diesen Heilmitteln im Qur'an und finden sie dort. Zu meinem Lebensunterhalt habe ich nur die Risala über die Auferstehung drucken lassen, und zwar noch vor der Einführung der neuen Schrift. Sie wurde auch von diesem ehemaligen Gouverneur (vali), der sich mir gegenüber ungerecht verhalten hat, geprüft. Doch blieb diese Risala unbeanstandet, weil er nichts darin finden konnte, was einer Kritik wert gewesen wäre.

Dritte Infragestellung:

Manche meiner Freunde haben sich ganz offensichtlich von mir distanziert, weil ich bei den Weltleuten in Verdacht geraten bin und weil sie nun ihrerseits bei diesen Weltleuten gut angesehen sein möchten; ja sie kritisieren mich vielleicht. Doch sind diese Weltleute schlau genug, diese äußerliche Zurückhaltung und die kühle Distanziertheit solcher Leute mir gegenüber nicht als ein Zeichen der Treue gegenüber den Weltleuten anzusehen, sie vielmehr als eine Art von Heuchelei, als eine Gewissenlosigkeit zu betrachten und verfolgen solche Freunde daher mit bösen Blicken.

Ich halte dem entgegen:

Oh Ihr meine Freunde im Glauben! Wenn ich dem Qur'an diene, so braucht ihr euch deswegen nicht gleich von mir zurückzuziehen und vor mir davonzulaufen! Denn von mir droht euch inshaa'llah keine Gefahr. Denn selbst angenommen, es würde

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sich irgendetwas Schlimmes ereignen, oder mir ein Unrecht zustoßen, so könntet ihr euch doch nicht retten dadurch, dass ihr euch vor mir zurückzöget. Denn in diesem Falle hättet ihr das Unglück und den Schlag, der euch getroffen hat, nur noch umso mehr verdient. Und was ist denn eigentlich passiert, dass ihr so sehr euren Wahnideen verfallen seid?

Vierte Infragestellung:

In dieser Zeit meiner Verbannung sehe ich, dass manche Menschen, die in den Sumpf der Politik hineingeraten sind, sich selbst aber gerne ein wenig herausheben möchten, mich mit Blicken betrachten, als stünde ich auf der gegnerischen Seite, so als ob auch ich so wie sie in den Strom dieser Welt mit hinein verwickelt wäre.

Meine Herren! Der Strom, der mich bewegt, ist der Strom des Glaubens. Und der Strom, der sich mir entgegenstellt, ist der Strom des Unglaubens. Eine andere Strömung ist für mich nicht von Interesse. Männer, die sich zu einer solchen Arbeit für Lohn verdingen, mögen sich vielleicht selbst für entschuldigt halten. Mich aber ohne allen Lohn, in patriotischem Übereifer, aus einer Haltung der Parteilichkeit oder Gegnerschaft heraus anzugreifen und zu schikanieren, ist ein ganz besonders übler Fehler. Denn wie ich bereits weiter oben bewiesen habe, habe ich mich auf die Politik dieser Welt überhaupt nicht eingelassen. Ich habe all meine Zeit und mein ganzes Leben auf die Glaubenswahrheiten und den Qur'an beschränkt und nur ihm allein gewidmet. Und weil dies nun einmal so ist, möge doch derjenige, der mich in dieser Weise schikaniert und sich mir entgegenstellt, denken, dass er im Namen seiner Gottlosigkeit und Glaubenslosigkeit so handelt und damit den Glauben angreift.

Fünfte Infragestellung:

Die Welt ist nun einmal vergänglich. Außerdem ist das Leben nun einmal kurz. Außerdem gibt es nun einmal viele wichtige Aufgaben. Außerdem muss man sich nun einmal das Ewige Leben hier verdienen. Außerdem ist nun einmal diese Welt nicht ohne Besitzer.

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Außerdem hat nun einmal diese unsere irdische Herberge einen Lenker und Leiter von großer Weisheit und Freigebigkeit. Außerdem bleibt nun einmal das Gute und das Schlechte nicht ohne seinen Lohn. Außerdem gibt es nun einmal entsprechend dem Geheimnis von

﴿ لاَ يُكَلِّفُ اللّٰهُ نَفْسًا اِلاَّ وُسْعَهَا ﴾

{"Gott verlangt von keiner Seele (nefs) mehr, als sie zu tragen vermag." (Sure 2, 286)}

keine unerträglichen Belastungen. Außerdem ist nun einmal ein gefahrloser Weg immer einem gefährlichen Weg vorzuziehen. Außerdem reichen nun einmal Freundesbande und Standesverpflichtungen nur bis zum Rand des Grabes...

Der Glücklichste aber ist sicherlich derjenige, der das Jenseits nicht um des Diesseits willen vergisst, der das Jenseits nicht dem Diesseits zum Opfer bringt, der das Ewige Leben nicht um des irdischen Lebens willen zerstört, der sein Leben nicht mit nutzlosen Dingen vertändelt, der sich selbst nur als einen Gast betrachtet und der sich den Weisungen seines Gastherrn entsprechend verhält. Er wird heil und sicher das Tor seines Grabes öffnen und in die Ewige Glückseligkeit eingehen.

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Anhang zum "Sechzehnten Brief"

بِاسْمِهِ ٭ وَ اِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Im Namen dessen, außer dem es fürwahr kein Ding gibt, das Ihn nicht dankend lobpreist."}

Die Weltleute verdächtigen mich, einen armseligen Fremdling, ohne jeden Grund. In ihrer Phantasie meinen sie, ich sei stark wie tausend Mann und halten mich unter vielen Vorbehalten gefangen. Sie haben mir nicht erlaubt, ein, zwei Nächte an einem Ort in der Gegend von Bedre oder auf einem Berg in der Nähe von Barla zu bleiben. Ich habe sie sagen gehört: "Said hat die Macht von 50.000 einfachen Soldaten. Darum können wir ihn nicht frei lassen."

Ich halte dem entgegen: Oh ihr unglückseligen Weltleute! Warum versteht ihr die Dinge dieser Welt noch immer nicht, obwohl ihr euch doch mit all eurer Kraft für eure weltlichen Angelegenheiten einsetzt? Ihr urteilt einem Geisteskranken gleich. Wenn ihr in Bezug auf meine Person irgendwelche Befürchtungen habt, so braucht es doch nicht 50.000 Soldaten, nein, es kann vielleicht schon ein einzelner Soldat fünfzigmal mehr an Arbeit verrichten als ich. Denn er kann vor der Tür zu meiner Kammer Posten beziehen und zu mir sagen: "Hier kommst du nicht mehr raus!"

Wenn ihr euch vor meiner Berufung fürchtet, wenn ihr Angst habt, weil ich der öffentliche Ausrufer des Qur'an bin und die Kraft des Glaubens in mir ist, dann bin ich 50.000 Soldaten nicht gleichzusetzen. Da irrt ihr euch! Angesichts meiner Berufung bin ich so stark wie 50.000.000 von ihnen. Das sollt ihr wissen! Denn in der Kraft des Weisen Qur'an fordere ich mitsamt all euren Gottlosen auch ganz Europa heraus. Denn durch den Glauben (iman), dessen Lichter (envar) ich überall verbreite,

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habe ich ihre positiven Wissenschaften, diese feste Burg, welche sie als Natur bezeichnen, zunichte gemacht. Die größten unter den atheistischen Wissenschaftlern habe ich dahin geführt, dass sie (in ihrem Unverständnis) noch unter die Tiere hinabgerutscht sind. Wolltet ihr all eure Atheisten mitsamt dem ganzen Europa zusammenrufen, so könntet ihr mich durch die Führung Allahs, der mir den Erfolg verleiht, doch nicht in auch nur einer einzigen Fragestellung von meiner Berufung abbringen. Sie werden insha-a'llah nicht den Sieg davontragen!...

Weil dies aber nun einmal so ist, mische ich mich nicht in eure weltlichen Angelegenheiten ein. Doch sollt auch ihr euch nicht in meine Angelegenheiten einmischen, welche das Jenseits betreffen. Zudem ist diese eure Einmischung auch vergeblich.

Was Gott bestimmt hat, lässt sich nicht abwenden mit des Armes Kraft.
Was der Herr entzündet hat, lässt sich nicht auslöschen mit des Mundes Blasen.

Über mich nähren die Weltleute in ganz ausnehmender Weise völlig irrige Vorstellungen, als ob sie mich fürchteten. Sie bilden sich ein, ich wäre, was ich gar nicht bin, und selbst wenn ich es wäre, bildete es doch nicht den Gegenstand einer politischen Verfehlung und wäre gar kein Grund zur Anklage, Dinge wie die Würde eines Scheichs, Größe, Vornehmheit, Adel, ein Stammesfürst zu sein, Einfluss und eine persönliche Ausstrahlung zu besitzen, viele Anhänger zu haben, mit seinen Landsleuten Umgang zu pflegen, sich für die Ereignisse in dieser Welt zu interessieren, ja sogar politisch aktiv zu sein und das selbst auf Seiten der Opposition, Dinge, die gar nicht auf mich zutreffen und über die sie dennoch in Aufregung geraten. Ja, während sie schon darüber reden, diejenigen zu amnestieren, die noch im Gefängnis sitzen oder schon

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wieder draußen sind und die doch nach ihrer Meinung gar nicht für eine Amnestie in Frage kommen, verbieten sie mir selbst nahezu alles. Ein Mann von schlechtem Ruf und obzwar sein Ruhm schon vergänglich war, hat einmal das folgende schöne unvergängliche Wort geprägt:

Wenngleich auch das Unrecht eine Kanone hätte, eine Kugel hätte, eine Burg hätte,
So besitzt doch die Gerechtigkeit einen unbeugsamen Arm, ein Antlitz, das sich nicht abwendet.

Dementsprechend sage auch ich:

Wenngleich auch sich auf Seiten der Weltleute die Souveränität findet, die Majestät sichtbar wird, die Macht zum Ausdruck kommt,

so besitzt doch durch den Segen des Qur'an sein Diener ein unbeirrbares Wissen und ein Wort, das man nicht zum Verstummen bringen kann, einen untrüglichen Sinn und ein unauslöschliches Licht.

Viele meiner Freunde haben mir ebenso wie der Kommandant, der mich überwachte, immer wieder die Frage vorgelegt: Warum bemühst du dich nicht um einen Ausweis, stellst keinen Antrag (auf Anmeldung)?

Meine Antwort:

Es gibt fünf, sechs Gründe dafür, dass ich einen solchen Antrag nicht stelle und auch gar nicht stellen darf.

Erstens:

Ich habe mich in die weltlichen Angelegenheiten der Weltleute nicht eingemischt, sodass ich nun in ihrer Schuld stünde und bei ihnen vorstellig werden müsste.

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Ich bin ein Schuldner der göttlichen Allmacht (Qader) und habe mich gegen sie versündigt, sodass ich nun bei ihr vorstellig werden muss.

Zweitens:

Ich habe mit absoluter Sicherheit geglaubt und erkannt, dass diese Welt eine Herberge ist, die sich schnell verwandelt. Deswegen ist sie keine wahre Heimat. Das ist überall das Gleiche. Da ich aber nun einmal nicht ewig in meiner Heimat (Bitlis) bleiben kann, bringt es auch gar nichts ein, sich vergeblich darum zu bemühen, dorthin zu gelangen. Es ist nun einmal jeder Platz einer Herberge gleich. Ist aber der Herr dieser Herberge in Seiner Barmherzigkeit mir freundlich gesinnt, so ist mir jedermann freundlich gesinnt und jeder Platz ist mir ein freundlicher Ort. Ist Er mir aber nicht freundlich gesinnt, so lastet mir jeder Ort auf der Seele (qalb) und jedermann ist mein Feind.

Drittens:

Ein Anmeldeantrag kann nur im Rahmen des Gesetzes erfolgen. Doch seit sechs Jahren hat man mich stets nur mit Willkür behandelt und außerhalb der Gesetze gestellt. Nach dem Gesetz für die Verbannten wurde ich nicht behandelt. Man hat mich so betrachtet, als sei ich vom bürgerlichen Recht, ja sogar von den Menschenrechten ausgeschlossen. Es ist daher einfach widersinnig, im Namen des Gesetzes bei denen einen Antrag auf Anmeldung einzureichen, die sich selbst gesetzwidrig verhalten.

Viertens:

In diesem Jahr hat der Herr Distriktsdirektor in meinem Namen einen Antrag eingereicht, mit der Bitte, mir für einige Tage in Bedre, einem zur Stadtgemeinde von Barla gehörigen Stadtbezirk, Aufenthalt und Luftveränderung zu gestatten. Man hat mir diese Aufenthaltsgenehmigung nicht erteilt. Wenn aber bereits bei derart unwichtigen Angelegenheiten ein Antrag abgelehnt wird, wie kann ich denn dann bei solchen Leuten noch vorstellig werden? Wollte ich bei ihnen noch einen Antrag einreichen, wäre dies eine fruchtlose Erniedrigung in einer entwürdigenden Lage.

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Fünftens:

Gegenüber Leuten, die Unrecht für Recht hinstellen, sein Recht zu fordern und bei ihnen vorstellig zu werden, ist eine Ungerechtigkeit. Es wäre eine Respektlosigkeit gegenüber der Gerechtigkeit. Eine solche Ungerechtigkeit und eine solche Respektlosigkeit gegenüber dem Recht will ich nicht begehen und damit Friede (Selam! = Gruß beim Abschiednehmen).

Sechster Grund:

Die Schwierigkeiten, die Weltleute mir bereiten, haben keine politischen Gründe. Denn diese Leute wissen, dass ich mich nicht in die Politik einmische, dass ich die Politik fliehe. Vielleicht gehen ihre Schikanen bewusst oder unbewusst auf die Rechnung ihres Atheismus, weil ich doch dem Glauben (din) verbunden bin. Wenn dies aber so ist, dann hieße, bei ihnen vorstellig zu werden, sich mit Bedauern vom Glauben (din) abzuwenden und statt seiner dem Atheismus in die Arme zu werfen. Wollte ich aber bei ihnen vorstellig und kniefällig werden, so würde mich dennoch die Allmacht (Qudret) Gottes in ihrer Gerechtigkeit durch ihre eigene Hand bestrafen. Denn sie schikanieren mich ja, weil ich ein im Glauben (diyanet) gebundener Mensch bin. Denn nach (Gottes) Bestimmung (Qader) werde ich gepeinigt, weil mein religiöses Leben (diyanet) und meine Aufrichtigkeit (ikhlas) fehlerhaft sind und ich ab und zu einmal versucht habe, mich bei Weltleuten beliebt zu machen. Wenn dies aber so ist, dann gibt es hier und jetzt keine Rettung vor dieser Pein. Wollte ich aber bei diesen Weltleuten vorstellig werden, so sagte mir Gottes Bestimmung (Qader): "Du Heuchler! Verkoste nun die Strafe dafür, dass du dich zu ihnen hin gewandt hast!" Wenn ich mich aber ihnen nicht zuwende, dann sagen die Weltleute: "Du willst uns nicht kennen. Nun denn, so lass es und plage dich weiter!"

Siebenter Grund:

Es ist bekannt, dass die Aufgabe eines Beamten darin besteht, denjenigen, welche der Gesellschaft Schaden zufügen, keinen Platz einzuräumen und denen, welche ihm dienen, Hilfe zu gewähren.

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Dennoch kam jener Beamte, bei dem ich unter Kuratel gestellt wurde, während ich einmal einem alten Mann, der als Gast zu mir gekommen war und schon am Rande des Grabes stand, die Süße des Geheimnisses (latif) darbot, das der Glaube (iman) im لآٰ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ {"Es gibt keine Gottheit außer Allah."} in sich enthält, obwohl er lange Zeit nicht mehr bei mir gewesen war, zu mir, so als habe er mich gerade eben auf frischer Tat ertappt und als ob ich ein Verbrechen begangen hätte. Er hat diesen armen alten Mann, der mir aufrichtig (ikhlas) zuhörte, frustriert und leer ausgehen lassen und mich selbst auch noch in Wut gebracht. Dabei gab es hier noch einige andere Leute, denen er gar keine Beachtung schenkte. Als es schließlich so weit kam, dass sie in ihrer Sittenlosigkeit im gesellschaftlichen Leben des Dorfes ihr Gift verstreuten, hat er auch noch begonnen, ihnen seine Sympathie und seine Anerkennung zu bezeigen. Dabei ist doch allgemein bekannt, dass ein Mann, und säße er auch für hundert Verbrechen im Kerker, jederzeit mit den Wache habenden Beamten sprechen kann, seien sie nun Offiziere oder einfache Soldaten. Doch schon seit einem Jahr gehen sowohl der Befehlshaber als auch der wachhabende Beamte von der Nationalregierung, also zwei hohe Persönlichkeiten, jedes Mal an meiner Zelle vorüber, ohne sich auch nur im geringsten um mich zu kümmern oder gar nach mir zu erkundigen. Ich hatte zunächst einmal vermutet, das läge vielleicht daran, dass sie mir feindlich gesinnt sind. Später wurde mir dann klar, dass sie in ihrem Wahn vor mir davonlaufen, als wollte ich sie verschlingen. Eine solche Regierung, die aus derartigen Leuten zusammengesetzt ist und solche Beamten beschäftigt, überhaupt noch eine Regierung nennen zu wollen, sie als Meldebehörde anzuerkennen und dort vorstellig zu werden, widerspricht

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dem gesunden Menschenverstand, ist eine fruchtlose Erniedrigung. Der Alte Said hätte mit (dem französischen Dichter) Antere dazu gesagt:

مَآءُ الْحَياَةِ بِذِلَّةٍ كَجَهَنَّمَ ٭ وَ جَهَنَّمُ باِلْعِزِّ فَخْرُ مَنْزِلىِ

{"Wasser des Lebens in Erniedrigung ist wie die Hölle; Hölle in Ehren ist ein Ort, stolz darauf zu sein."}

Es gibt den Alten Said nicht mehr. Der Neue Said aber hält es für sinnlos, mit den Weltleuten Umgang zu pflegen. Möge ihre Welt sie den Kopf kosten! Mögen sie mit mir machen, was sie wollen! Am Tag des Großen Gerichtes wird er mit ihnen vor den Richter kommen, sagt er und schweigt.

Der Verweigerung, meine Anmeldung vornehmen zu lassen, achter Grund:

Entsprechend dem Grundsatz: "Die Folge gesetzloser Liebe ist gnadenloser Hass." wird die Allmacht (Qader) Gottes in ihrer Gerechtigkeit mich durch die ungerechte Hand dieser Weltleute bestrafen, wenn ich ihnen meine Sympathie erweise, obwohl sie derer doch gar nicht würdig sind. So denke ich denn, dass ich diese Strafe verdient habe und schweige. Denn als ich während des Ersten Weltkrieges Kommandeur eines Freiwilligenregimentes war, habe ich mich zwei Jahre lang eingesetzt und gekämpft. Ich habe unter dem Befehl vom Enver Pascha und seinem Obersten Kommandanten wertvolle Schüler und Freunde geopfert. Ich wurde verwundet und gefangen. Nach meiner Entlassung aus der Gefangenschaft habe ich mich durch meine "Sechs Schritte (Hutuvat-i Sitte)" und andere, ähnliche Werke in Gefahr gebracht und zu der Zeit, als die Engländer Istanbul besetzt hielten, die Engländer vor den Kopf gestoßen. So habe ich damals denen, die mich heute schikanieren und grundlos gefangen halten, Hilfe geleistet. So lohnen sie mir heute diese meine Hilfe auf diese ihre Weise. All die Strapazen und Schwierigkeiten unter denen ich in russischer

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Gefangenschaft drei Jahre lang gelitten hatte, haben mir hier meine "Freunde" in drei Monaten zugefügt. Denn die Russen haben mir damals, als ich noch Kommandant eines kurdischen Freicorps war und obwohl sie mich als Kosakenmörder und Gefangenenschlächter betrachteten, nicht verboten, Unterricht abzuhalten. So habe ich damals den meisten der neunzig Offiziere, die meine Kriegskameraden waren, Unterricht erteilt. Einmal kam auch der russische Kommandant und hörte mir zu. Weil er kein türkisch verstand, glaubte er, ich gäbe politischen Unterricht. So verbot er mir dies zunächst, erteilte mir aber später doch wieder die Erlaubnis. Auch haben wir noch im selben Winter einen Raum als Moschee hergerichtet. Ich habe dort als Imam gedient. Man hat uns nicht dabei gestört. Man hat Besuche mir nicht untersagt. Eine Nachrichtensperre gab es nicht. Doch meine heutigen "Freunde", obwohl sie doch meine Landsleute und Mitgläubigen sind und Männer, denen im Glauben einen Dienst zu erweisen ich mich bemühe und die doch wissen, dass ich mich nicht für Politik interessiere und um weltliche Angelegenheiten nicht kümmere, haben mich nicht nur drei, nein sechs Jahre lang gefangen gehalten, mich grundlos schikaniert und mir jeden Umgang verboten. Sie haben mir den Unterricht verboten, obwohl meine Papiere in Ordnung sind, ja sogar Privatstunden in meinem eigenen Zimmer untersagt und mich von der Außenwelt abgeschottet. Ja, sie haben mir sogar ungeachtet meiner Urkunden und Diplome meinen Gebetsraum verboten, den ich mir selbst hergerichtet hatte und in dem ich vier Jahre lang Imam gewesen bin. Ja, sie erlaubten mir jetzt noch nicht einmal, den drei Leuten, die meine Glaubensbrüder sind und mit mir eine feste Gemeinschaft bilden, ganz privat Imam zu sein, damit mir der Lohn des Gemeinschaftsdienstes versagt bleibe.

Selbst wenn irgendjemand gegen meinen eigenen Willen etwas Gutes zu mir sagt, wird der Beamte, der mich überwachen soll, blass vor Neid und rot vor Wut und ergreift

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gewissenlos Maßnahmen, um meinen Einfluss zu brechen und schikaniert mich in der Absicht, bei seinen Vorgesetzten besser angeschrieben dazustehen.

Bei wem anders soll also nun ein Mann in meiner Lage vorstellig werden, denn bei Gott dem Gerechten? Wenn der Richter selber zugleich auch der Ankläger ist, bei wem denn soll man da noch seine Klage vorbringen? Komm nun und sprich zu mir, was ich in diesem Falle sagen sollte!? Was du auch sagen magst... ich halte dem entgegen: Es gibt unter diesen meinen Freunden viele Heuchler. Ein Heuchler ist schlimmer als ein Ungläubiger. Darum verursachen sie mir Qualen, die mir die Russen nicht zugefügt haben.

Oh ihr Unglückseligen! Was habe ich euch denn getan oder tue ich denn? Ich erweise euch einen Dienst zur Rettung eures Glaubens und für eure Ewige Glückseligkeit! Mein Dienst war also nicht lauter und rein. Weil ich ihn nicht um Allahs willen verrichtet habe, ist nun eine Gegenreaktion eingetreten. Im Gegenzug kränkt ihr mich nun bei jeder Gelegenheit... Sicherlich werden wir uns vor dem Großen Gericht wieder sehen!...

﴿ حَسْبُناَ اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ٭ نِعْمَ الْمَوْلٰى وَ نِعْمَ النَّصِيرُ ﴾

{"Es genügt uns Allah und Er ist unser bester Anwalt (vakil), unser bester Herr (maula) und unser bester Helfer (nasir)."}

sage ich!

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist Er, der bleibt und besteht."}

Said Nursi
— 805 —

Meine lieben, treuen Brüder!

Den in das Elend des Kerkers gestürzten und denen, die ihnen von Außen kommend in Güte und Treue Nahrung und Hilfe bringen und denen, die sie bewachen, möchte ich "Drei Punkte" zu ihrem besonderen Trost erklären.

Erster Punkt:

Die im Kerker verbrachten Tage des Lebens können für den, der jeden Tag verdienstvoll zu gestalten vermag, je zu zehn Tagen Anbetung werden, und wer die vergänglichen Stunden umzuwandeln versteht, dem werden sie in ihren Früchten zu bleibenden Stunden für die Seele und er kann sich in diesen fünf oder zehn Jahren Strafe vor Millionen Jahren einer ewigen Kerkerhaft retten. So besteht denn die Bedingung dafür, diesen so großen und so wertvollen Gewinn zu erwerben darin, dass man das Gebet verrichtet, die Sünden bereut, welche die Ursache dieser Gefängnisstrafe waren, und in Geduld Dank sagt. Das Gefängnis ist ja schon ein Hindernis gegenüber so vielen Sünden und lässt eine Gelegenheit dazu nicht entstehen.

Zweiter Punkt:

Das Ende einer Freude ist ein Schmerz, so wie das Ende eines Schmerzes Freude ist. Jeder, der sich vergangener, froher und freudiger Tage erinnert, verspürt im Seufzen seiner Seele einen Schmerz über den Verlust und sagt: "Oh, weh!". Wenn er sich seiner vergangenen unglücklichen, leidvollen Tage erinnert, verspürt er über ihrem Entschwinden eine Freude in seiner Seele, sodass er sagt: "Elhamdulillah, dieses Unglück hat einen Verdienst mit sich gebracht und ist vorübergegangen." Freudig atmet er auf. Das heißt also, dass eine Stunde vorübergehender Schmerzen in der Seele eine geistige Freude hinterlässt und eine frohe Stunde im Gegenteil einen Schmerz zurücklässt.

Da dies nun einmal eine Tatsache ist und da nun einmal die Stunden eines vergangenen Unglücks zusammen mit ihren Schmerzen entschwunden und in Nichts zerronnen sind und die Tage künftigen Unheils ein Nichts und nicht

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vorhanden sind und es im Nichts keinen Schmerz gibt und ein Schmerz aus dem Nichtsein nicht kommen kann, so wäre es doch sicherlich ein Irrsinn, wenn zum Beispiel jemand, aus der Möglichkeit heraus in einigen Tagen Hunger und Durst zu leiden, heute schon in dieser Vorstellung fort und fort Brot äße und Wasser tränke, was doch sicherlich ein Irrsinn wäre, in gleicher Weise, wollte er jetzt schon an die Stunden vergangener und kommender Schmerzen, die nicht mehr oder noch nicht da sind, denken und sich ungeduldig zeigen, die Fehler seiner Seele außer Acht lassen, stattdessen aber "Ach und Weh!" seufzen, und Gott deswegen anklagen.

Verausgabt man nicht die Kraft seiner Geduld nach rechts und links, das heißt für Vergangenes und Zukünftiges, bewahrt sie stattdessen für die gegenwärtige Stunde und den heutigen Tag, so genügt das. Das Unbehagen geht von zehn auf eins zurück. Wenn ich mich auch keineswegs darüber beklagen will, so hat mir doch in dieser dritten Schule des ägyptischen Josef, nach einigen Tagen im Unglück meiner körperlichen und geistigen Bedrängnis und Krankheit, besonders der Verzweiflung darüber, dass man mir den Dienst an der Risale-i Nur unmöglich gemacht hat, und der zermürbenden Unruhe in meinem Herzen und in meiner Seele die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) diese obige Wahrheit aufgezeigt. Auch ich bin in der Plage meiner Krankheit und meiner Gefangenschaft zufrieden, denn: "Für den, der so wie ich, hilflos an der Schwelle zum Grabe eine Stunde in Gottvergessenheit vorübergehen lassen könnte, ist es ein großer Gewinn, daraus zehn Stunden der Anbetung zu machen." habe ich gesagt und dafür gedankt.

Dritter Punkt:

Den Gefangenen in Liebe zu helfen und zu dienen, ihnen den notwendigen Lebensunterhalt zukommen zu lassen, die Wunden und Schmerzen ihrer Seele mit dem Balsam der Tröstung zu lindern, ist mit wenig Mühe eine verdienstvolle Handlung und ihnen die Speisen zu reichen, die ihnen von außen gebracht werden,

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wird diesen Wächtern und denen, die innerhalb wie außerhalb mit den Wächtern zusammenarbeiten, einem Almosen (sadaqa) gleich, in das Buch ihrer guten Werke eingetragen. Ist insbesondere der Unglückliche noch dazu alt oder krank oder arm oder ein Fremdling, so vermehrt sich noch beträchtlich der Lohn (sevab) solcher wohltätigen, einem Almosen gleichenden Handlungen.

So ist die Bedingung für ein so hohes Verdienst die Verrichtung der vorgeschriebenen Gebete, damit dieser Dienst um Gottes Willen (lillah) sein solle. Zudem ist es noch eine Bedingung, in Treue (sadaqat), mit Liebe (shefqat) und Freude, ohne einen Dank zu erwarten, zu einer solchen Hilfeleistung zu eilen.

Eine kurze Anmerkung zu dem "Wegweiser für die Jugend"
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen Gottes, des Hochgelobten."}

Der wahre Trost aus der Risale-i Nur ist für die Gefangenen unbedingt notwendig. Insbesondere brauchen diejenigen, die der Schlag des Schicksals wegen ihres jugendlichen Leichtsinnes getroffen hat, und die nun den Lenz ihres Lebens im Gefängnis verbringen, die "Lichter" so sehr wie das Brot.

Das junge Blut hört in der Tat mehr auf seine Gefühle als auf den Verstand. Doch Wünsche und Gefühle sind blind. Sie sehen die Folgen nicht. Ihre Vorliebe gilt dem Dirhem (3g) voll Lust im Hier und Jetzt, nicht dem Batman (8kg) voll Lust im Dort und Danach. Sie töten voll Lust in einer Minute der Rache und erleiden sodann 80.000 Stunden Gefangenschaft. Und im Rausch einer Stunde zerstören Ausschweifungen dort, wo es um die Ehre geht, mit Tausenden von Tagen im Gefängnis,

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mit Kummer und Sorgen und der Angst vor den Feinden das Glück eines Lebens.

Angesichts alles dessen haben unerfahrene junge Leute so vielgestaltige Abgründe vor sich, welche alle Süßigkeit des Lebens in Bitterkeit und Bedauern verwandeln und besonders im Norden gibt es ein großes Land, das über die Jugend und ihre Leidenschaften bestimmt und mit seinen Stürmen unser Zeitalter erschüttert. Denn es sieht die sittenreinen Töchter und ehrenhaften Frauen der Menschen für junge Leute, die blind in ihren Gefühlen die Folgen nicht sehen, als erlaubt an. Ja dadurch, dass es den Männern und Frauen erlaubt ist, nackt zusammen ins Bad zu gehen, fördert es sogar noch diese Unzucht. Zudem betrachtet es das Gut der Reichen für Gauner und arme Leute als erlaubt, sodass alle Menschen vor einer derartigen Katastrophe erzittern.

Also ist es in unserem Jahrhundert für die islamische Jugend allgemein und besonders für die türkische dringend notwendig, dass sie dieser Gefahr, die ihr von beiden Seiten droht, mutig und standhaft mit dem scharfen Schwert der Risale-i Nur, nämlich mit der Risale "Früchte" und "Wegweiser für die Jugend" entgegentritt. Anderenfalls wird diese Jugend in ihrer Unerfahrenheit ihre Zukunft sowohl in dieser Welt und das Glück ihres Lebens, als auch die jenseitige Glückseligkeit und das ewige Leben in Schmerzen und Qualen verwandeln und zu Grunde richten, sich durch Missbrauch und Ausschweifung ins Krankenhaus und durch Gesetzlosigkeit ins Gefängnis bringen. In ihrem Alter wird sie dann mit Seufzen und Wehklagen viel zu bedauern haben. Wenn sie sich jedoch durch die qur'anische Bildung und die lichtvolle Botschaft zu bewahren weiß, wird sie zu einer so starken und mutigen Jugend heranreifen, zu vollkommenen Menschen und glücklichen Muslimen werden, welche Königen gleichen über die Tiere und alles, was da lebt.

Wenn ein junger Mann nur eine einzige von vierundzwanzig Stunden seines Lebens täglich im Gefängnis für

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das fünfmalige Gebet aufwendet, und wenn er, da das Gefängnis ihn sehr häufig daran hindert, zu sündigen, auch den Fehler bereut, der ihn in dieses Unglück gestürzt hat, und sich von den übrigen Sünden zurückhält, die ihm Schaden und Leiden bringen, wird er daraus einen großen Nutzen sowohl für sein Leben, als auch für seine Zukunft, als auch für sein Land, als auch für sein Volk, als auch für seine Familie ziehen und sich in diesen zehn, fünfzehn vergänglichen Jahren seines jungen Lebens eine ewige strahlende Jugendzeit verdienen, so wie uns das vor allem der Qur'an, ein Wunder der Verkündigung, und alle die Heiligen Bücher und Offenbarungsschriften zuverlässig berichten und verkündigen.

Dankt er für seine Jugendzeit, dieses schöne Gnadengeschenk (nimet), in Geradlinigkeit (istikamet) und im Gehorsam, wird er durch sie in der Tat wachsen und reifen, sie wird ihm für die Dauer und zur Freude sein. Anderenfalls wird sie ihm sowohl Unglück bringen, als auch in Schmerzen, Leiden und Albträumen, die sie ihm verursacht, vergehen. Sie wird ihm zu einer Ursache, zu einem Haderlumpen werden, der sowohl seinen Verwandten, als auch seinem Volk und Land Schaden bringt.

Einem Gefangenen, der zu Unrecht eingesperrt wurde, vorausgesetzt, er verrichtet seine Gebete, wird jede Stunde zu einem Tag der Anbetung und das Gefängnis gilt ihm als Einkehrhaus, den Höhlen gleich, in die sich in alter Zeit die Einsiedler, denen gleich auch er zu den Frommen gezählt werden darf, zum Gebet zurückzogen.

Jemandem, der arm, alt und krank ist und sich an den Glaubenswahrheiten begeistert und dabei seine Gebete verrichtet und bereut, wird jede Stunde einer zwanzigstündigen Anbetung gleich und das Gefängnis gilt ihm als ein Erholungsheim, und seinen Freunden, die ihn mit Güte (muhabbet) umgeben, als ein Haus, in dem man sich begegnet, ein Haus, in dem man Bildung erwirbt und ein Haus, in dem man Erfahrungen austauscht. Während seines Aufenthaltes im Gefängnis vermag er die Freiheit, frei von aller Verunsicherung

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und den Verlockungen der Sünde draußen, weit mehr zu genießen. Im Gefängnis vervollständigt sich seine Bildung. Zum Zeitpunkt seiner Entlassung wird er dann nicht mehr als ein Mörder, als ein Rächer hinausgehen, sondern als ein Mann, der bereut hat, der erfahren, gebildet und ein nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft geworden ist.

Im Gefängnis in Denizli haben einige dort zuständige Persönlichkeiten, nachdem sie gesehen hatten, wie Menschen, welche aus den "Lichtern" die Unterweisung in gutem Benehmen auf wunderbare Weise in kurzer Zeit in sich aufgenommen haben, gesagt: "Anstatt sie fünfzehn Jahre zur Züchtigung ins Gefängnis zu werfen, hätte man sie besser fünfzehn Wochen lang in der Risale-i Nur unterweisen sollen. Das hätte sie viel mehr gebessert."

Der Tod stirbt nun einmal nicht und die Todesstunde ist unbekannt. Sie kann jederzeit kommen. Das Grab wird nun einmal nicht verschlossen. Schar um Schar steigt hinab und entschwindet. Der Tod ist nun einmal für die Leute des Glaubens die Umwandlung einer Verurteilung, auf ewig verloren zu sein, in den Bescheid ihrer Entlassung, wie dies nach der Lehre des Qur'an aufgezeigt wird, während er für die Leute des Irrweges und der Ausschweifung in deren Augen nichts als einen Verlust und Verlorenheit auf ewig bedeutet, eine ewige Trennung von Allem, was da war und lebte und ihnen teuer war. Es besteht bestimmt und ganz bestimmt kein Zweifel daran, dass der Glücklichste derjenige ist, der dankt in Geduld und die Zeit seiner Inhaftierung dazu nutzt, Unterricht in den "Lichtern" zu nehmen und sich im vorgegebenen Rahmen der Rechtmäßigkeit darum bemüht, dem Glauben und dem Qur'an zu dienen.

Oh Mensch, der du dem Vergnügen und dem Genuss verhaftet bist! Mir ist in meinem fünfundsiebzigsten Lebensjahr durch Tausende von Erfahrungen, Zeugnisse und Erlebnisse mit augenscheinlicher Sicherheit (ayne l-yaqien) klar geworden: Wahren Genuss, Freude ohne Schmerz, Lust

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ohne Leid und das Glück im Leben findet man nur, wenn man es im Glauben und im Lichte der Glaubenswahrheiten betrachtet; wenn nicht, hat ein irdischer Genuss viele Schmerzen zur Folge. Es ist, als ob man für eine Traube, die man isst, zehn Ohrfeigen erhielte, was einem den Genuss im Leben vergällt.

Oh ihr Armen, die ihr ins Unglück des Kerkers gestürzt worden seid! Da euch nun einmal die Welt weint und euch das Leben bitter geworden ist, müsst ihr euch nun darum bemühen, dass euch nicht auch noch das Jenseits weint, sondern euch ein ewiges Leben lächelt, es euch süß werde, und ihr so aus eurem Kerker einen Nutzen zieht. So wie angesichts des Feindes eine Stunde Wache unter schwierigen Umständen manchmal einem Jahr Anbetung gleich gewertet wird, genauso wird für euch unter diesen schwierigen Bedingungen jede Stunde, die ihr euch um das Gebet bemüht, vielen Stunden gleich und eure Mühen (zahmet) wenden sich in Erbarmen (rahmet).

Meine lieben, getreuen Brüder!

Ich möchte euch nicht mein Beileid aussprechen, sondern euch gratulieren, da uns Göttliches Vorauswissen (qader-i Ilahi) um Seiner Weisheit willen in diese dritte Schule Josefs

{dem Gefängnis entsprechend, in das auch Josef von Ägypten geworfen worden war. (A.d.Ü.)}

geführt und uns hier eine Art Versorgung (rizq) zu essen gegeben hat. Diese unsere Versorgung hat uns hierher zusammengeführt. Und da wir nun einmal das Geheimnis der Ayah

﴿ عَسٰى أَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَ هُوَ خَيْرٌ لَكُمْ ﴾

{"Es könnte doch sein, dass ihr etwas verabscheut, was eigentlich gut für euch ist." (Sure 2, 216)}

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durch die Güte Gottes (sirrina inayet-i Ilahiye) mit Sicherheit erfahren haben, und da nun einmal in dieser Schule Josefs unsere neuen Brüder der Tröstungen der (Risale) -i Nur mehr bedürfen und auch die Juristen und Justizbeamten der Grundsätze und der übrigen heiligen Gesetze mehr bedürfen als andere Beamte, und da nun einmal all die vielen Kopien der (Risale) -i Nur eure Aufgaben draußen wahrnehmen und weiterhin (alle Herzen) erobern, und da hier nun einmal jede Stunde, die vorüber (fani) geht, den Stunden einer Ewigen (baqi) Anbetung gleicht, müssen wir dieses Geschehnis - wegen der obigen Gründe - in vollkommener Geduld und mit Fassung, freudig entgegennehmen. Ich wiederhole euch hier noch einmal all diese kurzen Briefe, die ich euch schon einmal zu eurem Trost aus dem Gefängnis zu Denizli geschrieben habe. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass euch auch diese wahrheitsgemäßen Gedanken trösten werden.

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Ich bin unendlich dankbar, dass unter den Muftis, Predigern, Imamen und Hodjas wahrhaft große Geister aufgestanden sind, welche die wahren Eigentümer der Risale-i Nur sind. Bisher waren es Jugendliche, Gebildete und Gelehrte, die bereit waren, für die (Risale)-i Nur Opfer zu bringen. Tausendmal sei Gott dafür gepriesen (barekallah), dass Edhem und all die Ibrahims und die Ali Osmans den Leuten der Medresse alle Ehre gemacht und ihre Furchtsamkeit in Mut umgewandelt haben.

Zweitens:

Sie sollten sich wegen dieses Vorfalls nicht beunruhigen, der sich aufgrund ihrer aufrichtigen Einsatzfreude und Begeisterung ereignet hat. Denn (dazu, dass sie nun) ins Gefängnis von Denizli

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(geworfen wurden, kann man nun) diejenigen, die sich so unbedacht verhalten hatten - in Anbetracht der Konsequenzen - eigentlich nur noch beglückwünschen. Ihre Schwierigkeiten waren nur gering, der geistige Gewinn dagegen sehr groß. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass diese dritte Schule Josefs nicht hinter der zweiten zurückstehen wird.

Drittens:

Da im Grade unserer Mühen und Plagen auch unser Lohn wächst, sollten wir auch für diese rauen Verhältnisse dankbar sein. Wir sollten uns darum bemühen, unsere Aufgaben, die wir im Glauben (iman) haben, als unsere Pflicht (vazifah) aufrichtig (ikhlas) zu erfüllen. Da Erfolg und gute Ergebnisse zum Aufgabenbereich Gottes (vazife-i Ilahiye) gehören, sollten wir uns nicht weiter darum kümmern, sie zu erlangen.

خَيْرُ الْاُمُورِ اَحْمَزُهَا

{"Die besten Dinge sind zugleich auch die schwierigsten."}

So sollten wir sagen und geduldig angesichts aller Schwierigkeiten in diesem Noviziat unseren Dank darbringen. Dabei sollten wir verstehen, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass unsere Bemühungen angenommen worden sind und zugleich auch ein Hinweis darauf, dass wir nun das Abschlusszeugnis (shehadah) für unser heiliges Bemühen (qudsi müdjahede) in Empfang nehmen werden.

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Eine vorzugsweise an den Direktor und das Gremium des Gefängnisses gerichtete, scheinbar belanglose, aber für mich sehr wichtige Petition

Nachdem ich zweiundzwanzig Jahre meines Lebens in völliger Isolation verbracht habe, verträgt mein Körper nun in seinem fünfundsiebzigsten Jahr keine Injektionen mehr. So hat man mich in der Tat vor langer Zeit einmal geimpft, demzufolge (eine Wunde) nun seit zwanzig Jahren forteitert. Es ist geradezu eine chronische Vergiftung daraus geworden. Zwei Ärzte in Emirdagh und auch meine Freunde wissen das. Auch in Denizli hat man mich vor vier Jahren zusammen mit allen Gefangenen geimpft. Obwohl das keinem von ihnen geschadet hat, hat es mich doch für zwanzig Tage krank werden lassen. Göttliche Vorsorge (hifdh-i Ilahi) hat mich davor bewahrt, ins Krankenhaus gehen zu müssen, was für mich gefährlich gewesen wäre. Es ist absolut sicher, dass mein Körper derartige Impfungen nicht verträgt. Meine Entschuldigung diesbezüglich ist durchaus von Gewicht. Da ich zudem in meinem Alter von fünfundsiebzig Jahren ganz besonders schwach bin, vertrage ich nur noch Injektionen für ein zehn Jahre altes Kind. Da ich zudem noch ständig in völliger Isolationshaft lebe, komme ich auch mit niemandem in Kontakt. Zudem hat mir der Gouverneur von Emirdagh erst vor einem Monat zwei Ärzte geschickt, die mich gründlich untersucht haben. Sie haben bei mir keine Spuren einer ansteckenden Krankheit finden können. Auch konnten sie außer (den Folgen einer jahrelangen) Isolationshaft und einer extremen Schwäche (infolge) meines Alters und einer Versteifung meiner Rückenmuskulatur (Lumbago) keine weiteren Krankheiten finden. (Das heißt also), das mein (derzeitiger) Zustand keine weiteren Impfungen mehr notwendig macht.

Außerdem habe ich noch eine weitere große Bitte: Bringt mich nicht ins Krankenhaus! Zwingt mich nicht in

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eine Lage, die ich in meinem ganzen Leben, besonders aber in diesen zweiundzwanzig Jahren Isolationshaft niemals ertragen hätte, nämlich unter die Oberaufsicht einer Krankenschwester zu geraten, die ich noch nicht einmal kenne. Ich beginne zwar in letzter Zeit, mir meinen Weg ins Grab als geradezu angenehm vorzustellen, doch noch ziehe ich um der Menschlichkeit willen, die ich hier erfahren habe, mit Rücksicht auf die Verwaltung dieses Gefängnisses und weil doch meine Mitgefangenen des Trostes (durch die (Risale)-i Nur) bedürfen, das Gefängnis dem Grabe vor.

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Macht euch keine Sorgen, wenn ich einmal schlecht behandelt werde oder man mich verachtet, denn sie können in der Risale-i Nur keinen Fehler finden. So richtet sich denn ersatzweise ihre Wut gegen meine Wenigkeit und all die vielen Fehler meiner Person. Ich nehme es in Kauf. Ich bin an das gebunden, was ich aus der Risale-i Nur gelernt habe. Und müsste ich selbst noch tausendmal mehr (ertragen), darf ich mich dennoch rühmen, wenn ich auch für das, was der Sicherheit (selamet) der Risale-i Nur (dient, an ihrer Stelle) Leiden, Unglück und Beleidigungen erdulden muss, und bin ich dankbar, dass ihre Ehre (unangetastet bleibt). Ihr solltet mich also in dieser Hinsicht nicht bedauern.

Zweitens:

Diese ausgedehnte, so heftige und gnadenlose Verfolgungs- und Verhaftungswelle hat sich nun im Verhältnis eins zu zwanzig abgeschwächt. Anstelle von Tausenden meiner besten (Schüler) hat man nur einige wenige und anstelle von Hunderttausenden von interessierten (Leuten) nur eine begrenzte Anzahl neuer Gefährten mitgenommen. Das heißt also, dass durch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) die Anzahl der Verhaftungen sehr gering geworden ist.

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Drittens:

Durch die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) hat sich der vorige Gouverneur (Vali), der zwei Jahre lang Pläne gegen uns geschmiedet hatte, aus dem Staub gemacht und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch der Minister des Inneren, dem man besonders starke Verdächtigungen gegen uns zugespielt hatte, diese fürchterlichen Angriffe gegen uns sehr, sehr abgeschwächt hat, dank dessen, dass er aus der gleichen Provinz stammt und die Familie, aus der er hervorgegangen, religiös ist. Seid also nicht verzweifelt oder beunruhigt.

Viertens:

Sehr viele Ereignisse und Erfahrungen (zeigen) mit völliger Sicherheit, dass, wenn die Risale-i Nur weint, entweder die Erde zittert oder auch der Himmel weint. Wie wir es oft genug mit eigenen Augen gesehen und teilweise auch vor Gericht bewiesen haben: wenn der Winter zu Beginn gleich dem Sommer auf unvergleichliche Weise lächelte, fiel dies zusammen mit einem Lächeln der Risale-i Nur, wenn sie heimlich mit der Maschine vervielfältigt wurde, und wenn sie weinte, wenn es zu einem Stillstand und überall zu Durchsuchungen und Beschlagnahmungen kam, fiel dies zusammen mit einem plötzlichen fürchterlichen Zorn und der Winter weinte. Ich nehme an, dass dies ein machtvolles Zeichen dafür ist, dass die Risale-i Nur ein großes strahlendes Wunder des Qur'an in unserer Zeit ist und dass die Erde und das All damit verbunden sind.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Heute schoss mir plötzlich der Gedanke durch den Kopf, dass ich diejenigen, die durch Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi) und Seine bestimmende Führung (kismet) in diese Schule (medresse) und dadurch in Kontakt mit der (Risale)-i Nur gekommen sind, eigentlich dazu beglückwünschen sollte, statt sie zu bedauern. Denn von den meisten (von denen, die hier unter uns sind) hat

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jeder einzelne zwanzig, dreißig, ja vielleicht hundert Jahre (bekommen). (Die übrigen) sind anstelle von tausend unschuldigen Brüdern (hierher gekommen) und haben sie so gewissermaßen vor dieser Mühsal bewahrt. Zudem setzt sich auch durch die (Risale)-i Nur euer Dienst am Glauben fort, sodass jeder einzelne in kurzer Zeit einen großen Dienst verrichtet... Manche von ihnen versehen in zehn Jahren das Werk von hundert Jahren. Zudem befinden sie sich in dieser neuen Schule Josefs wie in einer Art Prüfung und sind, um an diesen allumfassenden und weitreichenden Zielen aktiv Anteil zu nehmen, in diesen mühevollen Kampf eingetreten. Auch treffen sie sich ohne alle Schwierigkeiten mit ihren aufrichtigen, getreuen Brüdern, nach denen sie sich so sehr gesehnt haben und es wird ein angenehmer Unterricht (ders) in gegenseitigem Geben und Nehmen. Da sich zudem in dieser Welt (dunya) die Ruhepausen nicht fortsetzen und ins Nichts führen, sollte man sicher Leute, die mit so wenig Mühe einen so hohen Gewinn erzielen, nur noch dazu beglückwünschen.

Meine Brüder, diese weitläufigen Angriffe sind sicherlich gegen die Verbreitung der Risale-i Nur gerichtet. Man muss jedoch dabei verstehen, dass die Risale-i Nur, je mehr sie angegriffen wird, umso glänzender erstrahlt, sich ihr Unterrichtskreis erweitert und sie so an Bedeutung gewinnt. Sie kann nicht besiegt werden, sondern wird nur durch den Vorhang eines سِرّاً تَنَوَّرَتْ {"Geheimnisvollen Leuchtens"} verhüllt.

Aus diesem Grund haben sie ihre Taktik geändert und greifen die (Risale)-i Nur nicht mehr öffentlich an. Da aber wir unter den (Flügeln der Göttlichen) Gnade (inayet) behütet sind, sollten wir sicherlich in vollkommener Geduld unseren Dank erweisen.

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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Es ist nun notwendig geworden, über meine beiden (besonders) merkwürdigen, bzw. feinfühligen (latif) Zustände (hal) zu sprechen.

Erstens:

Hier in meiner vollständigen Isolation, wo es mir unmöglich gemacht wird, mich frei mit Brüdern gleich euch, die ich euch doch mehr als mein Leben liebe, zu treffen, wurde mir in meinem Herzen eingegeben, dass sich (gerade darin) eine Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye), ein Sinn und Nutzen finden lässt. Denn zahlreiche unserer Mitbrüder haben fünfzig Lira ausgegeben, um mich zu sehen. Sie sind nach Emirdagh gekommen, für fünfzig Minuten, manche für zehn Minuten, manche sind wieder abgereist ohne mich gesehen zu haben. Sie werden sich selbst dazu gebracht haben, dass man sie, und zwar jeden von ihnen unter einem anderen Vorwand, hier in diese Schule Josefs werfen wird. Doch selbst wenn es mir in der wenigen, mir zur Verfügung stehenden Zeit und bei meiner geistigen Verfassung hier in meinem Einsiedlerdasein noch möglich wäre, würde es mir der Dienst an der (Risale)-i Nur nicht erlauben, mich noch länger mit meinen opferbereiten Freunden zu unterhalten (sohbet).

Zweitens:

Einen berühmten Gelehrten haben einmal (andere), die auch während des Krieges in den Kampf (djihad) gezogen waren, an verschiedenen Fronten erblickt und zu ihm gesagt... Er aber antwortete ihnen: "Um mir die Möglichkeit zu geben, Verdienste zu sammeln und den Gläubigen (die Möglichkeit zu geben), aus meinem Unterricht (ders) ihren Nutzen zu ziehen, haben einige Heilige meine Gestalt angenommen, um an meiner Stelle ihr Werk zu verrichten." Auf genau die gleiche Weise hat man sogar offiziell Bericht erstattet, dass man mich in den Moscheen von Denizli erblickt hat und den Direktor und

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das Wachpersonal darüber informiert. Und einige fragten ganz alarmiert: "Wer hat ihm denn die Gefängnistore geöffnet?!" Genau das Gleiche ist auch hier geschehen. Doch statt meiner so fehlerhaften und völlig unbedeutenden Person auch nur ein ganz kleines Wunder zuzuschreiben, bewirkt der Band "Das Siegel (der Bestätigung) des Verborgenen", das die Wunder der Risale-i Nur aufzeigt und beweist, hundert-, ja sogar tausendmal mehr, dass (die Leute) Vertrauen in die (Risale)-i Nur gewinnen und setzt seine Unterschrift unter deren Annahme. Besonders die opferbereiten Schüler der Risale-i Nur setzen mit ihrer wahrhaft wunderbaren Gesinnung und mit ihrer Schreibfeder ihre Unterschrift unter deren Annahme.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Macht euch keine Sorgen um mich! Ich bin schon froh und glücklich und zufrieden, wenn wir miteinander in dem gleichen Gebäude sind.

Jetzt ist es unsere Aufgabe: eine Kopie meiner Verteidigungsschrift soll nach Isparta gesandt werden. Soweit möglich sollte man zwanzig Kopien sowohl mit den neuen Buchstaben (abtippen) als auch mit den alten Buchstaben mit der Maschine vervielfältigen. Man sollte sie sogar dem Staatsanwalt dort zeigen. Eine Kopie sollte unserem Verteidiger persönlich überreicht werden, eine weitere Kopie sollte dem Gefängnisdirektor gegeben werden, damit er sie dem Rechtsanwalt (vekil) in diesem Prozess übergebe. Auch sollte sie an die Behörde in Ankara geschickt werden, und zwar mit den neuen Buchstaben wie auch mit den alten Buchstaben, sowie wir das auch schon in Denizli getan haben. Soweit möglich sollte man fünf Kopien für die (noch weiteren) Behörden (falls nötig) bereithalten.

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Denn die beschlagnahmten Exemplare (die wir bereits an verschiedene) Behörden, insbesondere an die Untersuchungskommission des Amtes für religiöse Angelegenheiten verschickt hatten, waren noch mit den alten Buchstaben geschrieben. Sagt auch unserem Verteidiger (vekil) Ahmed Bey, er solle doch, wenn er meine Verteidigung mit der Maschine abtippt, ganz besonders darauf achten, dass sie korrekt (geschrieben ist). Denn meine Ausdrucksweise gleicht nicht der anderer (Leute). Denn ein einziger (verkehrter) Buchstabe oder ein (falsch gesetztes) Komma kann bereits den Sachverhalt verändern oder die Bedeutung verfälschen. Zudem solltet ihr die beiden Schreibmaschinen, falls ihr dafür keine Genehmigung erhaltet, wieder zurückbringen. Seid auch nicht (unnötig) aufgeregt oder besorgt und verzweifelt nicht! Mit dem Geheimnis (sirr) der Ayah

﴿ اِنَّ مَعَ الْعُسْرِ يُسْرًا ﴾

{"Siehe, mit den Schwierigkeiten kommt zugleich auch die Hilfe." (Sure 94, 6)}

Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass uns die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) rasch zu Hilfe eile!

Meine lieben, getreuen Brüder!

Die Risale-i Nur trifft sich an meiner Stelle mit euch und erteilt den neuen Brüdern, die sich nach Unterricht sehnen, einen sehr schönen Unterricht. Wir haben durch Erfahrung gelernt, dass mit der Risale-i Nur sich zu beschäftigen, indem man sie entweder liest oder vorliest, oder sie abschreibt, bringt Freude in das Herz, den Geist zur Ruhe, Versorgung (rizq) in Fülle und Gesundheit für den Körper. Nun ist uns (ein Mann) geschenkt worden, der, wie Husrev, zu Opfern für die (Risale)-i Nur bereit ist.

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Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass auch diese Schule Josefs ein gesegneter Unterrichtsraum (dershane) als Teil der Medresetu-z'Zehra werden wird. Bis jetzt hatte ich Husrev noch nicht den Weltleuten vorgestellt. Ich hatte ihn vielmehr verborgen gehalten. Doch die Sammlungen, die bisher herausgekommen sind, haben ihn den Politikern deutlich genug zu erkennen gegeben. Und nichts konnte noch verborgen bleiben. Ich habe daher zwei, drei seiner Dienste meinen mir besonders nahe stehenden Brüdern gezeigt. Nun brauchen weder ich noch er das noch länger zu verheimlichen. Falls notwendig wird also nun die ganze Wahrheit ans Licht kommen. Doch jetzt sind hier unter denen, die die Wahrheit hören wollen, zwei fürchterliche, halsstarrige (Kerle) aufgetreten, sowohl atheistisch als auch kommunistisch gesinnt, der eine von ihnen bereits in Emirdagh bekannt geworden, der andere erst hier. Sie versuchen mit besonderer Raffinesse, die Beamten vor uns zu warnen und uns zu verleumden. Deshalb müssen wir jetzt ganz besonders vorsichtig sein, uns nicht aufregen und im Vertrauen auf Gottes Gnade (inayet-i Ilahiye) und Seine Hilfe abwarten.

Oh meine Mitgefangenen und Brüder im Glauben!

Um euch sowohl vor den Qualen in dieser Welt als auch vor den Qualen in jener zu erretten, ist mir in meinem Herzen eine Ermahnung zuteil geworden, euch die folgende Wahrheit zu erklären:

Beispiel: Es habe jemand eines anderen Bruder oder Verwandten getötet. Diese eine Minute der Befriedigung seiner Rachegelüste durch einen Mord zieht sowohl Millionen von Minuten in Herzensqualen als auch eine Gefängnisstrafe nach sich. Zudem sind die Verwandten des Ermordeten durch Rachegedanken und Vorstellungen,

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die ständig um ihre Feinde kreisen, um den Reiz des Daseins gebracht und haben ihre Freude am Leben verloren. So leiden sie einerseits unter Furcht und andererseits quälen sie sich noch in ihrem Zorn. Dagegen gibt es nur ein Mittel und das heißt: Dem Befehl des Qur'an entsprechend und so wie es Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit, das Wohl (maslahat) und menschlich wie islamisch richtiges Verhalten empfiehlt und erfordert, Frieden zu schließen und sich zu versöhnen.

Wahrhaftigkeit (haqiqat) und Wohlverhalten (maslahat) bedeuten in der Tat den Frieden. Denn es gibt nur eine Todesstunde (edjel) und die verschiebt sich nicht. Jener Ermordete hätte in jedem Falle nicht länger als bis zum Eintritt seiner Todesstunde verweilen können. Was aber den Mörder betrifft, so ist er zu einem Werkzeug göttlicher Vorausschau (qadha-i Ilahiye) geworden. Wo es keine Versöhnung gibt, leiden beide Seiten ständig unter der Geißel der Blutrache und der Furcht vor ihr. Darum befiehlt der islamische Glaube: "Mehr als drei Tage soll ein Gläubiger einem anderen Gläubigen nicht zürnen."

Besonders aber dann, wenn dieser Mord nicht die Folge einer Feindschaft oder hasserfüllter Rachegedanken war, wenn jemand als ein Werkzeug der Zwietracht dazu aufgehetzt hatte, ist es dringend notwendig, sich rasch wieder zu versöhnen, sonst wird aus dem Unglück eines Einzelnen eine allgemeine Tragödie und setzt sich so fort. Schließt man aber miteinander Frieden und bereut der Mörder seine Tat und betet immer wieder für sein Opfer, dann werden beide Seiten ein hohes Verdienst erwerben und einander wie Brüder werden.

So gewinnt man im Glauben gleich mehrere Brüder anstelle des einen dahingeschiedenen. Dort wo man sich der göttlichen Vorausschau (qader-i Ilahiye) anvertraut, sich in das Geschehene und in den Willen Gottes (qadha) ergibt, seinem Feinde verzeiht, dort wird man, da alle nun einmal die Lektionen aus der Risale-i Nur gehört haben, sicherlich auch jeglichen Groll untereinander aufgeben, was ja das Wohlverhalten (maslahat) des Einzelnen und die Befriedung aller, als auch

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die Brüderlichkeit nach der Lehre der "Lichter" erfordert.

Ebenso wie alle Gefangenen im Gefängnis von Denizli, die einander Feinde waren, durch die Unterweisungen der "Lichter" einander Brüder geworden sind und dies auch zu einem Grund für unseren Freispruch geworden ist und dies alle (ja sogar die Gottlosen und die Schurken) dazu gebracht hat, angesichts der Gefangenen "Mashaallah, Barekallah" zu sagen und alle Gefangenen wieder aufatmen durften,

{Die miteinander verfeindeten Gefangenen hatten es bis dahin aus Angst und Misstrauen gegeneinander verhindert, miteinander in den Hof zu gehen. Der hier verwendete türkische Ausdruck bedeutet sowohl "aufatmen" als auch "Luft schöpfen, Pause machen". (A.d.Ü.)}

habe auch ich gesehen: Wegen eines einzigen Menschen mussten hundert Menschen leiden und konnten nicht miteinander zur Pause gehen. Sie wurden unter Druck gesetzt. Ein Gläubiger, der ein Mann ist und ein Gewissen hat, wird nicht wegen kleiner, persönlicher Misshelligkeiten oder Vorteile hundert andere leiden lassen. Hat er einen Fehler begangen, soll er schnell um Vergebung bitten.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Ich beglückwünsche (tebrik) euch und mich selbst zu (unserer Arbeit an) der Risale-i Nur mit der kostbaren Nachricht von Husrev, Hifsi und Bartinli Seyyid und bringe euch eine frohe Kunde. Pilger (Haddj) haben dieses Jahr in der Tat berichtet, dass, sowie sich bereits in Mekka große Gelehrte darum bemüht haben, die machtvollen Bände der

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(Risale)-i Nur ins Arabische und ins Hindi zu übersetzen und herauszugeben, nun auch in Medina (Munauvverah) so viel Anerkennung gefunden haben, dass sie sie an der "Grabstatt des Glückseligen vom lauteren Garten (Rauda-i Mutahhara'nin Makber-i Saadet-i)"

{der als "Paradies" bezeichnete Platz an dem der Prophet gebetet hat und der, wo er begraben wurde. (A.d.Ü.)}

angehängt haben. Haddji Seyyid hat mit seinen eigenen Augen den Band "Der Stab Mosis" am Grabe des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, gesehen. Das heißt, dass er die Anerkennung des Propheten erlangt hat und bei Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, einen Platz seines Wohlgefallens gefunden hat. Da wir zudem die gute Meinung (niyet) gefasst hatten, die Wallfahrt (Haddj) zu machen, hatten wir denen, die bereits aufgebrochen waren, gesagt (sie sollten die (Risale)-i Nur mitnehmen), sodass nun die Risale-i Nur an unserer Stelle die gesegneten Orte (mubarek makam) besucht hat. Grenzenlos Dank sei (Gott) dafür, dass es einer der so vielen Vorzüge ist (den der Umstand mit sich gebracht hat), dass einsatzfreudige (Männer) der (Risale)-i Nur diese Bände korrigiert und herausgegeben haben, dass sie mich nicht nur von der Pflicht (vazifah) und von der Sorge um die Korrektur befreit haben, sondern, dass diese (bereits korrigierten) Kopien zugleich auch die Quelle noch weiterer werden, die für die von Hand abgeschriebenen gleichsam zu Hunderten von Korrektoren geworden sind. Möge der Herr des Allerbarmens und aller Barmherzigkeit (Djenabi Erhamu-r'Rahimin) für jeden Buchstaben dieser Bände tausend Verdienste (hasana) in das Buch ihrer Verdienste einschreiben. Amin, amin, amin.

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Ein anmutiges (latif) Traumbild (ru'ya), das eine frohe Botschaft verkündet und dessen Ausdeutung sich als wahr erwiesen hat

Ali, der mir zu Diensten ist, kam zu mir und sagte: "Ich habe im Traum gesehen, dass du zusammen mit Husrev die Hand des Propheten, mit dem Friede uns Segen sei, geküsst hast." Da erhielt ich plötzlich einen Brief, in dem, von Husrevs Hand geschrieben, steht, dass die Wallfahrer (Haddji) gesehen haben, wie ein Band "Stab Mosis" am Grabe Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, hochgehalten wurde. Das heißt, dass Husrev durch die Vermittlung seiner Schreibfeder an meiner Statt im Geiste die Hand des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, geküsst hat und so das Wohlwollen des Gesandten erlangt hat.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder und meine Mitgefangenen!

Erstens:

Seid nicht traurig, dass wir uns nicht persönlich begegnen konnten. Begegnen wir uns doch allezeit im Geiste. Welche Abhandlung der (Risale)-i Nur auch immer ihr statt meiner Wenigkeit mit euren Händen in Empfang nehmt und lest oder hört: ihr werdet mich anstelle einer ganz einfachen Person als einen Diener des Qur'an hinter dieser Abhandlung erblicken und mit mir Gemeinschaft (sohbet) pflegen. Denn in meinen Vorstellungen (und Gedanken) ist es so, als sähen wir uns jederzeit während meiner Gebete (dua), während eurer Schreibarbeiten, wann immer ihr euch mir verbunden

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fühlt und finden uns in diesem Bereich (des Dienstes an der Risale-i Nur) zusammen.

Zweitens:

Wir sagen dies in der neuen Schule Josefs den neuen Schülern: Wie bereits aus einem Hinweis im Qur'an zu entnehmen ist, und wie sogar das Komitee der Sachverständigen aufgrund machtvoller Beweise zugeben musste, werden "die getreuen Schüler der Risale-i Nur im Glauben (iman) ins Grab gehen. Zudem bekommt jeder Schüler aus der Fülle der geistigen Körperschaft der (Risale)-i Nur seiner geistigen Stufe entsprechend seinen Anteil an den geistigen Verdiensten und Gebeten (dua) aller Brüder. Es ist, als ob ein jeder mit tausend Zungen um Vergebung (istighfar) sucht und seine Anbetung (ibadet) darbringt." Diese beiden Verdienste (iman ve dua) und Ergebnisse (seiner geistigen Stufe entsprechend) vermindern all seine Mühen und Schwierigkeiten in dieser ungewöhnlichen Zeit zu einem Nichts. Und so werden diese beiden kostbaren Verdienste, die doch zu einem so geringen (Preis erworben wurden) ihren getreuen Kunden verliehen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Die Verteidigungsschriften in Afyon enthalten bedeutsame Wahrheiten, die sich sowohl auf uns selbst, als auch auf die (Risale)-i Nur, das Land und die islamische Welt beziehen.

In jedem Fall ist nötig, dass von (meiner Verteidigungsschrift, geschrieben mit) den neuen Buchstaben fünf oder zehn Abzüge gemacht werden, damit sie der Regierungsbehörde (makam) in Ankara übersandt werden kann.

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Ob sie uns dann entlassen oder bestrafen werden, hat weiterhin keine Bedeutung. Unsere Aufgabe jetzt ist es lediglich, sowohl die Regierung, als auch die Gerichte, als auch das Volk von der Wahrheit in der Verteidigungsschrift in Kenntnis zu setzen. Vielleicht liegt darin ja die Weisheit, mit der Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi) in diese Schule gesandt hat. (Meine Verteidigungsschrift) sollte deshalb so rasch wie möglich mit der Maschine getippt werden. Auch wollten sie uns noch heute entlassen, müssten wir sie dennoch der Regierungsbehörde übergeben. Lasst euch also nicht davon abhalten und verschiebt es nicht! Es ist endgültig genug! Nachdem wir nun in fünfzehn Jahren dreimal wegen der gleichen Frage unter fürchterlichen Ungerechtigkeiten, vorgeschobenen Beschuldigungen und beispiellosen Schikanen (gelitten) haben, möge diese nunmehr unsere letzte Verteidigungsschrift sein! Nachdem der letzte Gerichtshof uns ganz legal eine Schreibmaschine zur Verfügung gestellt hatte, damit wir uns selbst verteidigen konnten. Und es gibt kein Gesetz, uns hier dieses Recht wieder zu nehmen. Wenn ihr dafür keine offizielle Lösung findet, soll unser Anwalt draußen vor allen anderen Dingen fünf Kopien mit der Maschine schreiben. Er soll aber dabei sehr gut aufpassen, dass darin keine Fehler enthalten sind.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben neu gewonnenen Brüder und seitherigen Mitgefangenen;

Ich bin zu der festen Überzeugung gelangt, dass ein wichtiger Grund für unsere Einlieferung hier aufgrund der göttlichen Gnade (inayet-i Ilahiye) gerade ihr seid. Es geschieht dies nämlich, um euch durch die Tröstungen der

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"Lichter" und die Glaubenswahrheiten in der Bedrängnis durch das Unglück eurer Gefangenschaft und der Nutzlosigkeit eures Lebens, das euch aus den vielen schädlichen Einflüssen in dieser Welt mit ihrem Kummer und den vergeblichen Sorgen erwächst, seiner Sinnlosigkeit und Verlorenheit und vor einem solchen Weinen im Jenseits, wie es dem Weinen hier im Diesseits gleicht, zu retten und euch so eine vollkommene Tröstung zu bringen. Unter den gegebenen Umständen solltet sicherlich auch ihr, wie die Gefangenen in Denizli und die Nur-Schüler, miteinander Brüder werden. Ihr seht ja: Um zu verhindern, dass ein Messer hereingebracht wird, mit dem ihr euch gegenseitig bedrohen könntet, werden alle Dinge, die von außen herein gebracht werden, das Essen, das Brot und die Suppe, untersucht. Die Wächter, die euch in Treue dienen, geben sich große Mühe. So solltet auch ihr, wenn ihr miteinander zur Pause geht, nicht wie Wölfe und wilde Tiere übereinander herfallen.

So sollt ihr denn nun heute, ihr, in deren Adern das Blut derer rollt, die als tapfere Männer geboren wurden, als die neuen Kameraden, mit einer großen, inneren Standhaftigkeit zu euren Oberen sagen:

"Gäbe man in unsere Hände nicht nur ein Messer, nein, selbst ein Gewehr oder einen Revolver und gäbe man uns selbst den Befehl dazu, wir würden unseren armen Kameraden, die wie wir im Unglück sitzen, kein Haar krümmen. Auch hätten wir früher hunderterlei Arten von Hass und Feindschaft gegeneinander getragen, so sind wir doch nun entschlossen, unser Recht ihnen gegenüber zu löschen und uns darum zu bemühen, sie nicht zu kränken, wie es uns der Qur'an, der Glaube, die islamische Brüderlichkeit und unser Wohlverhalten (maslahat) befiehlt und lehrt." So wandelt denn nun dieses Gefängnis zu einer segensreichen Schule um.

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Meine lieben, getreuen Brüder!

Gerade so wie alle Weltleute, beschäftigt mit Politik, Kunst oder irgendeiner Aufgabe (vazifah) oder Verpflichtung im gesellschaftlichen Leben oder irgendeinem geschäftlichen Unternehmen, sich zu verschiedenen Arten von Kongressen zusammenfinden, um sich miteinander zu besprechen, so haben sich nun auch hier die Schüler der (Risale)-i Nur im Auftrag Göttlicher Vorherbestimmung (qader-i Ilahiye) in der Führung der Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) zu heiligem Dienst im wahrhaftigen Glauben (iman-i tahqiqi), einem Kongress in dieser Schule Josefs zusammengefunden. Möge Gott (insha-a'llah) uns in Seiner Güte (ihsan) zu einem sehr großen und wertvollen Gewinn und bedeutenden Ergebnissen verhelfen! Die Pfeiler der (Risale)-i Nur, die an anderen Orten jeder für sich allein nur ein Elif

{entspricht dem hebräischen Alef oder dem griechischen Alfa, dem ersten Buchstaben. (A.d.Ü.)}

bilden, hier jedoch mit weiteren drei «Elif zusammenkommen, fügen sich, Schulter an Schulter betrachtet, zu einer 1111 zusammen. Möge nun Gott es wollen (insha-a'llah), dass sich der Wert ihrer Zusammenkunft in heiligem Dienst und Verdienst (sevab) zu » tausend" wird.. «elif (eins)» wird zu «elfun (tausend)».

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Der Grund dafür, dass man mir heute meine Fenster zugenagelt hat, ist der, dass ich die Gefangenen in Verbindung mit ihrer Verhandlung nicht grüßen und nicht mit ihnen kommunizieren sollte. Sie haben ganz offensichtlich

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etwas anderes zum Vorwand dafür genommen. Aber macht euch deswegen keine Sorgen! Ganz im Gegenteil: Seit sie meine Wenigkeit so wichtig nehmen und sich dafür weniger mit der (Risale)-i Nur und deren Schülern beschäftigen, bin ich ehrlich und allen Ernstes wieder zufrieden! Da sie nun mich verfolgen, quälen und beschuldigen, bedeutet dies, dass sie nicht euch und der (Risale)-i Nur das gleiche antun, was in gewissem Grade ihre Einmischung in die "Risale-i Nur" vermindert. So bin ich denn in Zufriedenheit und Geduld dafür dankbar. So sollt auch ihr euch nicht beunruhigen. Denn ich bin der Meinung, dass es, vom Standpunkt der Sicherheit (selamet) und Dienlichkeit betrachtet, eine Gnade (inayet) und eine Wohltat ist, wenn unsere heimlichen Feinde, die Aufmerksamkeit der Amtleute meiner Person zuwenden. Einige unserer Brüder sollten deswegen nicht ärgerlich werden und scharfzüngig daherreden, sich vielmehr mit Umsicht bewegen und sich nicht unnötig aufregen. Sie sollten auch nicht mit allen und jedem über diese Angelegenheit reden. Denn es gibt Spione, die verkehrt auslegen, was einige noch unerfahrene Brüder und auch solche sagen, die es noch nicht gelernt haben, vorsichtig zu sein. Sie machen eine ganze Kuppel aus einem kleinen Korn und wissen daraus eine Information (zu zaubern). So verträgt denn unsere jetzige Lage keinen Spaß. Macht euch aber trotzdem weiter keine Sorgen! Wir stehen unter (dem Schutz) der Göttlichen Gnade (inayet-i Ilahiye) und sind fest entschlossen, jeglicher Mühsal in vollkommener Geduld (kemal-i sabir), ja selbst mit Dankbarkeit zu begegnen. Da ein Dirhem (3g) Mühsal ein Batman (8kg) Barmherzigkeit (rahmet) als Belohnung (sevab) erbringt, müssen wir dafür nur dankbar sein!

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Aus zwei wichtigen Gründen und aufgrund einer mächtigen Eingebung (ihtar) sah ich mich in meinem Herzen dazu gedrängt, alle Aufgaben (vazifah) der Verteidigung verantwortlichen Schülern (erkan), solchen, die bis jetzt hierher gekommen sind oder noch hierher kommen werden, zu übertragen, besonders aber HRTFS.

{Husrev, Refet, Tahir, Feyzi, Sabri}

Erster Grund:

Ich habe mit Sicherheit erkannt, und zwar sowohl während des Verhörs im Gerichtssaal, als auch durch viele andere Zeichen, dass sie soweit es ihnen möglich ist, versuchen mir Schwierigkeiten zu machen und zu verhindern, dass ich sie geistig besiegen könnte. Dazu haben sie auch offiziell einen Wink bekommen. Sie erlauben mir unter verschiedenen Vorwänden nicht, zu sprechen, als ob ich, wenn ich denn spräche, genügend politische Kühnheit besäße, (meine Ankläger) vor Gericht zum Schweigen zu bringen, als auch dergestalt wissenschaftlichen Scharfsinn zu beweisen, dass ich (alle) Politiker mundtot machen könnte. Dennoch antwortete ich während des Verhörs auf eine Frage: "Ich kann mich nicht daran erinnern." Der Richter daraufhin erstaunt und verwundert: "Wie könnte jemand, der so wie Sie über eine so außerordentliche Intelligenz und ein so einzigartiges Wissen verfügt, etwas vergessen?" Sie dachten sich, ich hätte mir die wunderbare Erhabenheit und wissenschaftlich genaue Wahrhaftigkeit der Risale-i Nur selbst ausgedacht und fürchteten sich daher vor mir. Sie wollen mir nicht das Wort erteilen. Sie glauben auch, dass ein jeder, der mir einmal begegnet ist, plötzlich ein hingabefreudiger Schüler würde. So erlauben sie mir auch nicht, irgendwem zu begegnen. Der Rektor (des Amtes)

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für Religiöse Angelegenheiten sagte einmal sogar: "Wer immer ihm begegnet, ist unmittelbar von ihm gefesselt... seine Anziehungskraft ist geradezu gewaltig."

Das heißt also, dass es jetzt für uns das Beste ist, wenn ich nun mein Werk anderen überlasse, um so der Sache besser dienen zu können. Und meine alten wie die neuen Verteidigungsschriften, die ihr ja noch bei euch habt, sollten an meiner Stelle an euren Beratungen teilnehmen. Das genügt.

Zweiter Grund:

Dies sollte einer anderen Zeit überlassen bleiben. Doch sei Folgendes ein kurzer Hinweis auf eine innere Eingebung: Was mich seit fünfundzwanzig Jahren dazu bewegt hat, Politik, Zeitungen und andere derart vergängliche Dinge aufzugeben und mich stets davon abgehalten hat, mich von ihnen in Beschlag nehmen zu lassen, ist, dass derart mächtige Aufgaben für das Jenseits und meine eigene vorherrschende geistige Haltung (halet-i ruhiye) mich ganz und gar davon abgehalten haben, mich bis ins Einzelne mit solchen Fragen zu befassen. Ihr könnt jedoch manchmal mit euren beiden Anwälten gelegentlich einmal auch meine Aufgaben (vazifah) diskutieren.

Meine lieben, getreuen Brüder!

Gerade wurde mir dies während des Gebetes (namaz) in meinem Herzen eingegeben: deine Brüder erwarten aufgrund ihrer außerordentlich guten Meinung von dir physische wie psychische Unterweisung (ders), Hilfe und geistlichen Beistand. So wie du bereits deine weltlichen Angelegenheiten einigen (dir besonders) nahe stehenden Schülern anvertraut, auf den Konferenzen den dafür Verantwortlichen (erkan) übertragen hast und dabei völlig richtig gehandelt hast, so hast du auch deine Schüler in

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ihrer geistigen Körperschaft angewiesen, anhand der Risale-i Nur deine wissenschaftlichen Arbeiten in ihrer Orientierung am jenseitigen Leben, dem Qur'an und dem Glauben (iman) fortzusetzen. Und die geistige Körperschaft dieser aufrichtigen und wahrhaft echten (Schüler) erfüllt deine Aufgaben (vazifah) noch zusätzlich zu ihren eigenen Aufgaben noch weit vollkommener als du selbst. Ja, sie haben es bis jetzt immer so gemacht. Wenn sich z.B. jemand mit dir trifft und von dir eine kurze Lektion (ders), gleich einem Dirhem, erhält, kann er selbst noch von nur einem Abschnitt (djuz) eine Lektion gleich hundert Dirhem bekommen. Er kann zudem von ihr statt von dir einen guten Rat (nasihah) erhalten und mit ihr Gemeinschaft (sohbet) pflegen. So verrichten zudem die dir besonders nahe stehenden unter deinen Schülern eine solche Aufgabe (vazifah) zu jeder Zeit. So möge denn Gott es wollen (insha-a'llah), dass ihre geistige Körperschaft, die einen sehr hohen Rang (makam) einnimmt und deren Gebet (hoch) geschätzt wird, allzeit als ihr Lehrer (ustadh) und Helfer bei ihnen sei, was meiner Seele (ruh) sowohl Trost und Ruhe gibt, als auch zugleich eine gute Nachricht für mich ist.

Meine lieben, getreuen Brüder!

Es hat in diesen beiden letzten Tagen zwei kleinere Explosionen gegeben, ohne dass dafür eine offensichtliche Veranlassung da gewesen wäre, was in dieser merkwürdigen, bedeutungsvollen Weise kein Zufall gewesen sein kann.

Erstens:

Der gusseiserne Ofen in meiner Zelle gab plötzlich ein lautes Geräusch gleich einem Pistolenknall von sich und der untere, dicke, starke Eisenteil platzte wie eine Bombe in zwei Teile auseinander. Der Schneider Hamdi war erschrocken und wir alle waren sehr erstaunt.

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Denn obwohl der Ofen im Winter oft von der Steinkohle rotglühend geworden war, hatte er dem doch stets standgehalten.

Zweitens:

Zwei Tage später zersplitterte in der Zelle der beiden Feyzi merkwürdigerweise und ohne jeden Anlass das Glas, das auf dem Wasserkrug gestanden hatte. Dabei fiel mir ein, dass unsere Verteidigungsschriften, die an die sechs Ämter der Regierung gesandt worden waren, dazu geführt haben, dass die fürchterlichen Bomben, die man in Ankara gegen uns vorbereitet hatte, verpufft sind. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie uns keinen Schaden zufügen. Der Ofen, der gegen uns angeheizt und vor Wut rotglühend geworden war, brach entzwei ohne uns zu schaden. Zudem wäre es möglich, dass mein geliebter Ofen, mein einziger und wirklich nützlicher Kamerad, meine Sorgen und mein Flehen gehört und mir die Nachricht überbracht hatte: "Du wirst aus diesem Gefängnis, diesem Kerker hinausgehen. Mich brauchst du dann ja nicht mehr..."

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Heute wurde mir über einer inneren Eingebung euretwegen Angst und Bange. Doch während mich noch Furcht und Kummer wegen meiner Brüder plagten, die sich Sorgen um ihren Lebensunterhalt machen und möglichst schnell wieder entlassen werden wollen, stieg gleichzeitig ein gesegneter Gedanke, eine Wahrheit, eine frohe Kunde in meinem Herzen auf: In nur mehr fünf Tagen werden die so segensreichen und so verdienstvollen drei Monate (shuhuru thelathe), erfüllt von Dienst und Anbetung (ibadet) beginnen. Denn wem zu einer anderen

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Zeit für jedes gute Werk ein zehnfacher Lohn (hasanah) winkt, der darf im ehrwürdigen Monat Redjeb (Redjeb-i Sherif) hundertfachen Lohn erwarten, im Großen Monat Shaban (Shaban-i Mu'azzam) dreihundertmal mehr, im gesegneten Monat Ramadan (Ramadan-i Mubarak) tausendfachen, Donnerstag Nacht einen viel Tausendfachen und in der Nacht der Bestimmung (laylatu-l'Qadr) dreißigtausendfachen Lohn empfangen. Um solche derart großen Verdienste für das jenseitige Leben erwerben zu können, ist es sicher sehr verdienstvoll, diese drei Monate zu einem heiligen Markt für den Handel im ewigen (ukhrevi) Sinne zu verbringen, die uns einen hohen Verdienst einbringen werden, einer ganz besondere Ausstellung für die Leute der Wahrheit, des Dienstes und der Anbetung (ibadet), und so mag denn in drei Monaten in dieser Schule Josefs, welche die Verdienste um ein zehnfaches erhöht, was sicher ein guter Tauschhandel ist, für die Leute des Glaubens (iman) ein Leben von achtzig Jahren sicher sein. Wie viel auch immer die Leiden sind, die erduldet werden müssen: es ist die reine Barmherzigkeit.

Was aber den Dienst und die Anbetung (ibadet) betrifft, so gilt gleichermaßen auch für den Dienst an der Risale-i Nur, und zwar nicht in quantitativer, wohl aber in qualitativer Hinsicht (im Gefängnis) ein fünffach höherer Lohn. Denn (die Leute), die in diesem Gasthaus ständig kommen und gehen, dienen der Lehre (ders) der Risale-i Nur zu ihrer Verbreitung. Manchmal kommt das Verdienst durch die Aufrichtigkeit eines Mannes dem von zwanzig Männern gleich. Dabei ist es nicht von Bedeutung, wenn ein solcher Mann dabei einige Mühen und Anstrengungen mit in Kauf nehmen muss, damit sich der Geist der Aufrichtigkeit (sirr-i ikhlas) entsprechend der Risale-i Nur unter den unglücklichen Gefangenen verbreiten möge, die zwar einen Nerv für politisches Heldentum in sich tragen, jedoch ganz besonders des Trostes der Risale-i Nur bedürfen. Was jedoch das Problem (der Beschaffung des notwendigen) Lebensunterhalts betrifft: Da nun einmal

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diese drei Monate dem Markt für geistliche (akhiret) Bedürfnisse zugerechnet werden, so habe ich mich, was das betrifft, vollkommen ruhig gefühlt und verstanden, dass es ein großes Geschenk (ni'met) ist, bis zu den Festtagen (Bayram) hier sein zu können, da ja jeder von euch anstelle vieler Schüler, ja einige sogar für tausend andere hierher gebracht wurden, die euch in euren Angelegenheiten draußen beistehen werden.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgepriesenen."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Zum ehrwürdigen Monat Redjeb (Redjeb-i Sherif) und der morgigen Nacht der Erfüllung (Leyle-i Regha'ib) wünsche ich euch mit Herz und Seele nur alles erdenkliche Gute (tebrik).

Zweitens:

Gebt eure Hoffnung nicht auf, beunruhigt euch nicht und macht euch keine Sorgen! Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass euch die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) zu Hilfe eile! Die Bombe, die man in den letzten drei Monaten für uns vorbereitet hatte, verpuffte. Mein Ofen, das Wasserglas der beiden Feyzis und Husrevs zwei Wassergläser haben uns da die richtige Nachricht überbracht. Doch war das nicht schrecklich. Alles ist noch einmal gut abgelaufen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass dieses Feuer noch völlig ausgelöscht wird! Alle ihre Angriffe dienen nur dazu, meine Person in Misskredit zu bringen und bei der Verbreitung der Risale-i Nur Verwirrung zu stiften. Der Schlag, mit dem dieser Mann, der noch gefährlicher ist, als der bekannte Heuchler aus Emirdagh, und wenn auch nur ein Werkzeug in den Händen heimlicher Atheisten zusammen mit diesem

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Halbhodja, der diese ketzerischen Neuerungen (bid'a) befürwortet, uns mit aller Macht zu treffen versucht haben, (hat sich in seiner Wucht) eins zu zwanzig vermindert. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie uns nicht ein einziges Mal verwunden noch verletzen, und das, was sie denken, was sie beabsichtigen und ihre Pläne, uns auseinander zu jagen und uns von der Risale-i Nur zu vertreiben, auf Nichts hinauslaufen. Es ist absolut notwendig, dass wir um dieser ehrwürdigen und segensreichen Monate willen und im Vertrauen darauf, dass sie uns einen Überfluss an Verdiensten (sevab) bescheren mögen, in Ausdauer und Geduld (verharren), in Dankbarkeit auf Gott vertrauen und uns dem Grundsatz

مَنْ اٰمَنَ بِالْقَدَرِ اَمِنَ مِنَ الْكَدَرِ

{"Wer an das Göttliche Vorherwissen glaubt, wird frei von jeglichem Kummer"}

unterwerfen. Das ist unsere Aufgabe.

Said Nursi
An das Ministerpräsidium, Justizministerium, Innenministerium

Dieses Schreiben wurde mit Erlaubnis von Hasret Ustadh, der damals in Afyon im Gefängnis saß, durch seine Rechtsanwälte abgefasst und an die oben erwähnten Behörden gesandt.

Sungur

Alle Mitglieder der Regierung, die noch die Bekanntgabe der parlamentarischen Konstitutionen (1908), den ersten Weltkrieg und die Zeit des Waffenstillstandes danach, die Errichtung einer nationalen Regierung und die Ausrufung der Republik gemeinsam miteinander erlebt haben, kennen mich sehr gut. Ich möchte aber trotzdem, mit Eurer

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gütigen Erlaubnis, gemeinsam mit Ihnen einen Blick auf mein Leben werfen, so wie man einen Film abspult.

Ich wurde in dem Dörfchen Nurs in der Provinz Bitlis geboren. In meiner Studentenzeit diskutierte ich mit all den Gelehrten, denen ich begegnet bin. Während ich durch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) in den wissenschaftlichen Disputationen alle meine Gegner besiegte, gelangte ich schließlich bis nach Istanbul. In Istanbul schleifte man mich auf Befehl des verstorbenen Sultans Abdulhamid in eine Irrenanstalt (aus der ich noch am selben Tage wieder entlassen wurde - A.d.Ü.). Bei der Errichtung des Parlaments und der neuerlichen Verkündigung seiner Konstitutionen (1908) erregte ich aufgrund meiner Aktivitäten um den 31.3.1323 (= 1909 Aufstand gegen den Sultan, wobei Hasret Ustadh die Soldaten in einer Rede aufforderte, die Waffen niederzulegen) die Aufmerksamkeit der regierenden Partei für Einheit und Fortschritt. Ich machte ihnen den Vorschlag, in Van eine islamische Universität mit Namen "Medressetu-z'Zehra" gleich der «Djami'u-l'Es'her» (in Kairo) zu eröffnen. Ich habe sogar den Grundstein dazu gelegt. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs sammelte ich meine Studenten um mich und nahm als Oberst eines Freiwilligenbataillons am Kampfe teil. Ich habe im Kaukasus gefochten und bin dort bei Tiflis in Gefangenschaft geraten. Aus der Gefangenschaft geflohen, kehrte ich wieder nach Istanbul zurück. Dort wurde ich zum Mitglied des "Hauses der Islamischen Weisheit (Daru-l'Hikmetu-l'Islamiye)" ernannt. Während des Waffenstillstands leistete ich den Besatzungsmächten (in Wort und Schrift) einen erbitterten Widerstand.

Anlässlich des Sieges der Nationalen Regierung, angesichts der Anerkennung die mir von Seiten der Regierung in Ankara für meine geleisteten Dienste zuteil wurde, wiederholte ich meinen Vorschlag, in Van eine neue Universität zu eröffnen.

Bis dahin war mein Leben meiner inneren Haltung (hal) als der eines Patrioten entsprechend verlaufen. Ich hatte

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versucht, der Religion (din) auf politischem Wege einen Dienst zu erweisen. Von da an aber wandte ich der Welt (dunya) vollständig den Rücken und trug, um es mit meinen eigenen Worten zu sagen, den "Alten Said" zu Grabe. Als ein Mensch, der sich nun (in der Gestalt) eines "Neuen Said" ganz und gar einem Leben im Sinne der jenseitigen Welt (akhirah) geweiht hatte, zog ich jetzt meine Hände von der diesseitigen Welt (dunya) zurück. Eine Weile führte ich ein Einsiedlerdasein in völliger Abgeschiedenheit auf dem Berg Yusha bei Istanbul. Später wanderte ich in Richtung Bitlis und Van, wo ich geboren bin und verschloss mich in den dortigen Höhlen. Dort blieb ich in der Freude meines Geistes (ruh) und meines Herzens ganz für mich allein. Dem Grundsatz

اَعُوذُ بِاللّٰهِ مِنَ الشَّيْطَانِ وَ السِّيَاسَةِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem Teufel und seiner Politik."}

tauchte ich hinab in die Tiefen meiner eigenen Geisteswelt. Ich verbrachte meine Zeit mit dem Studium des Qur'an-i Adhimu-sh'Shan (dessen Ruhm sich mächtig in der Welt verbreitet hat), und begann so mein Leben als der "Neue Said". Doch die Erscheinung Göttlichen Vorherwissens (qader) bewirkte, dass ich mich an verschiedenen Orten (immer wieder im inneren) Exil befand. In dieser Zeit manifestierte sich aus der Fülle des Ehrwürdigen Qur'an, geboren in der Fülle meines Herzens eine Reihe von Abhandlungen, die ich von denen, die bei mir waren, niederschreiben ließ. Ich habe der kompletten Sammlung dieser Abhandlungen den Namen "Risale-i Nur" gegeben. Da diese Abhandlungen in der Tat auf dem Licht (nur) des Qur'an basieren, ist in meinem Bewusstsein dieser Name aufgegangen. Ich bin voll und ganz davon überzeugt (iman), dass diese Abhandlungen durch Göttliche Eingebung (ilham-i Ilahi) entstanden sind und denen, die sie abschreiben "Gesegne es euch Gott!" gesagt. Denn es ist nicht möglich, anderen das Licht (nur) des

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Glaubens vorzuenthalten. Diese meine Abhandlungen wurden von einer Anzahl Gläubigen untereinander ausgeliehen und abgeschrieben. Das gab mir die bestimmte Überzeugung, dass sie von Gott dazu geführt wurden, den verletzten Glauben der Muslime zu stärken. Ich spürte, dass so wie kein Gläubiger diese Göttliche Führung hindern kann, ich in gleicher Weise dazu verpflichtet bin, sie auch dazu anzuspornen. Jedenfalls behandeln diese Abhandlungen, deren Zahl z.Zt. 130 beträgt, ausschließlich Themen, die sich mit dem Glauben (iman) und dem Leben im Jenseits (akhirah) befassen und beschäftigen sich mit Absicht nicht mit Politik und dem Leben im Diesseits (dunya). Trotzdem wurden sie zu einem Objekt des Interesses von Leuten, die nur auf ihre Gelegenheit warten. Daraufhin hat man in Eskishehir, in Kastamonu und Denizli Untersuchungen angestellt und mich eingesperrt. Gerichtsverfahren wurden angestrengt. Als Ergebnis kam die Wahrheit ans Licht und Gerechtigkeit wurde wiederhergestellt. Doch diese Opportunisten konnten nie genug davon bekommen. Dieses Mal haben sie mich wieder verhaftet und nach Afyon geschickt. Ich stehe unter Arrest und werde verhört. Sie beschuldigen mich auf folgende Weise:

1. Du hast eine politische Vereinigung gegründet.

2. Du verbreitest Ideen, die denen der Regierung entgegengesetzt sind.

3. Du verfolgst ein politisches Ziel.

Die entsprechende Begründung und die Beweise dafür finden sich in zehn, fünfzehn Sätzen aus zwei, drei dieser Abhandlungen. Ehrenwerter Herr Minister! So wie bereits Napoleon sagte: "Bringt mir einen Satz, den man nicht auslegen könnte und ich werde durch ihn euer Todesurteil fällen." Welchen Satz auch immer der Mensch äußern mag, (es gibt keinen), dem man nicht durch eine entsprechende Auslegung die Form einer Schuld oder einer strafbaren Handlung anhängen könnte. Besonders,

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wenn man wie ich, sein fünfundsiebzigstes Lebensjahr erreicht und seine Hände ganz und gar von allem irdischen Leben (dunya) zurückgezogen und nun sein Leben nur noch auf das jenseitige Leben (akhira) hin ausgerichtet hat, werden seine Schriften (von irgendeiner politischen Rücksichtnahme) frei sein. Da er in guter Absicht (niyet) handelt, wird er zudem furchtlos sein. Es wäre schlichtweg unbillig, darin nach strafbaren Handlungen zu suchen, und etwas anderes (als schlichtweg unbillig) kann es nicht sein. Daher findet sich auch in keiner der 130 Abhandlungen (risalah) irgendetwas, das ein Interesse an weltlicher Macht beinhalten könnte. Bei allen (Abhandlungen), wie sie vom Licht des Qur'an ihren Ausgang nehmen, geht es (um die Lehre vom) jenseitigen Leben (akhirah) und dem Glauben (iman). Es gibt überhaupt gar keine politischen oder weltlichen Ziele und Interessen. Was jedenfalls auch immer die Angelegenheit war, die gerade vor Gericht verhandelt wurde: jedes Mal lief es wieder auf das Gleiche hinaus und erfolgte am Ende ein Freispruch. Es ist deshalb eine Schande, die Gerichte völlig unnötigerweise damit zu beschäftigen und unschuldige Gläubige im Namen von Volk und Land von ihren Arbeiten und Geschäften abzuhalten. Hatte noch der "Alte Said" sein ganzes Leben damit verbracht, für das Glück von Land und Volk tätig zu sein, wie könnte dann der "Neue Said", nachdem er sich ganz und gar von der Welt zurückgezogen hatte, nun im Alter von 75 Jahren sich noch mit Politik beschäftigen? Davon seid doch auch ihr vollkommen überzeugt.

Ich habe nur ein einziges Ziel.

Es ist das Folgende:

In dieser Zeit, da ich mich bereits dem Grabe nähere, hören wir in unserer Heimat, die doch ein islamisches Land ist, den Schrei der bolschewistischen Eulen.

{Eulen sind lichtscheue Gesellen der Finsternis! (A.d.Ü.)}

Dieser Schrei zerstört die Fundamente des Glaubens in der islamischen Welt. Er macht das Volk und

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besonders die Jugend zu glaubenslosen, fesselt und fasziniert sie. Indem ich mit meiner ganzen Kraft dagegen ankämpfe, rufe ich die Jugend und alle Muslime zum Glauben (iman) auf. Ich kämpfe gegen diese glaubenslosen Massen. Möchte doch Gott es wollen, dass ich mit diesem meinem Kampf in Seine Gegenwart treten werde! Dies ist mein ganzes Bestreben. Was aber diejenigen betrifft, die mich von meinem Tun abbringen wollen, so befürchte ich, dass es Bolschewisten sind. Für mich ist es ein heiliges Ziel, mit den Kräften der Gläubigen Hand in Hand zu arbeiten, mit denen, die den Kampf gegen diese Feinde des Glaubens auf sich genommen haben. Lasst mich in Frieden! Wir werden uns alle gemeinsam für den Glauben des Landes und den Dienst an der Göttlichen Einheit einsetzen und die Jugend, die der Kommunismus vergiftet hat, wieder auf den rechten Weg zu führen.

Der Gefangene
Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Das wirksamste Heilmittel gegen diese furchtbaren Plagen und die Hoffnungslosigkeit in dieser Welt, besonders aber für die, welche von einem schweren Schlag getroffen wurden, vor allem auch für die Schüler der Risale-i Nur, ist es, einander zu trösten und aufzuheitern, sich gegenseitig in seiner inneren Haltung zu stärken, einander als wahre, opferwillige Brüder in ihrem Kummer, in ihren Sorgen gleichsam eine heilende Salbe aufzutragen, ja ihnen zärtlich (shefqat) das betrübte Herz zu liebkosen. Diese wahrhaftige, auf ein jenseitiges Leben (ukhrevi) ausgerichtete Bruderschaft unter uns kann den nicht stützen, der sich beleidigt fühlt oder Partei ergreift. Da ich nun

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einmal all mein Vertrauen in euch gesetzt habe und mich auf euch verlassen kann, wisst ihr auch, dass ich mich entschlossen habe, nicht nur meine Bequemlichkeit, ja meine Ehre, mein Ansehen und selbst mein Leben (ruh) freiwillig für euch zu opfern... und das habt ihr auch bereits erlebt. Dabei versichere, ja schwöre ich euch, dass die Qualen, die während der letzten acht Tage durch jenen unbedeutenden Vorfall zwischen zwei leitenden Schülern der Risale-i Nur, die einander offensichtlich aus dem Wege gehen und statt einander zu trösten, sich bloß aufregen, in meinem Herzen entstanden sind, mich in Geist (ruh) und Seele und in meinem Herzen weinen und aufschreien ließen: "Oh weh, oh weh! Hilfe! Erbarmen! Oh barmherzigster Allerbarmer, steh uns bei! Beschütze und bewahre uns und errette uns vor all dem Übel der Teufel in der Gestalt von Dschinnen und Menschen! Fülle die Herzen unserer Brüder mit Treue, Redlichkeit (sadaqah), Liebe (muhabbet) und brüderlicher Zuneigung (uhuvvet ve shefqat)!"

Oh meine stahlharten und unbeugsamen Brüder! Helft mir! Unsere Situation ist äußerst sensibel. Ich habe euch so sehr vertraut, dass ich alle meine Aufgaben (vazifah) eurer geistigen Körperschaft überlassen habe. So solltet nun auch ihr mir mit allem Können und Vermögen zu Hilfe eilen. Zwar war dieser Zwischenfall ein ganz kleiner, unbedeutender und nur kurzzeitiger, doch selbst ein Haar oder ein Sandkorn stört, wenn es in das Getriebe unserer Uhr oder in unser Auge gerät. Auch dieser Gesichtspunkt ist von besonderer Bedeutung, da drei physische Explosionen {der Ofen und die Gläser im Zusammenhang mit seiner Verteidigungsschrift (A.d.Ü.)} und drei psychische Beobachtungen {die Herzattacken im Zusammenhang mit dem Streit seiner Schüler} ganz genaue Kunde davon geben.

Said Nursi
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Meine lieben, getreuen Brüder!

Der Ofen, der zerbarst und die beiden Wassergläser von den beiden Feyzi und von Husrev, die in viele kleine Scherben zersplitterten, gaben Kunde vom Kommen einer fürchterlichen Katastrophe. Es ist in der Tat absolut notwendig, uns in gegenseitiger Hilfeleistung zu üben und die Fehler der anderen nicht anzuschauen, was unser mächtigster Stützpfeiler ist, und niemals einem so opferbereiten Mann wie Husrev etwas übel zu nehmen, da er ja schließlich meinen Platz einnimmt und ein besonders bedeutender Repräsentant der geistigen Körperschaft der Risale-i Nur ist. Ich spürte seit einigen Tagen eine fürchterliche innere Unruhe und Verzweiflung und sagte ganz aufgeregt zu mir selbst: "Unsere Feinde haben einen Weg gefunden, wie sie uns besiegen können." Sowohl der Ofen als auch die völlig richtige Beobachtung, die ich in meiner inneren Wahrnehmung gemacht hatte, übermittelten mir die richtige Nachricht: "Seid vorsichtig! Gebt Acht! Seid auf der Hut!" Bringt ganz schnell eure bisher so stahlharte gegenseitige Hilfsbereitschaft wieder in Ordnung. Es wäre bei Gott durchaus möglich, dass uns dieser Vorfall unserem Dienst am Qur'an und am Glauben zu jetziger Zeit einen noch größeren Schaden zufügen wird, als unsere Einlieferung ins Gefängnis.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Die "Nacht der Himmelfahrt (Leyle-i Mi'radj) gleicht einer zweiten Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr). In dieser Nacht so weit möglich zu arbeiten, bringt tausendfachen Gewinn.

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Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass auch ihr in Übereinstimmung mit dem Geheimnis einer geistlichen Partnerschaft in dieser kostbaren Nacht, gleich einigen Engeln, die Gott mit Vierzigtausend Zungen lobpreisen, (Gott) mit Vierzigtausend Mündern euren Dienst (ibadet) und eure Anbetung (dua) darbringen werdet, was euch in diesem Haus voll Kummer und Sorgen viele Verdienste (sevab) erbringen wird, und ihr werdet durch eure Anbetung (ibadet) in dieser Nacht euren Dank dafür darbringen, dass der Sturm, der über uns kommen sollte, noch nicht einmal ein Tausendstel Schaden angerichtet hat. Darüber hinaus beglückwünsche ich euch zu eurer großen Umsicht und bringe euch die gute Nachricht, dass die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbani) sich hier in ganz klarer Weise für uns offenbart.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Zur "Nacht der Himmelfahrt (Leyle-i Mi'radj)" gratuliere ich euch aus ganzer Seele (ruh) und mit ganzem Herzen.

Zweitens:

Seit zwanzig Jahren versichern wir stets, dass die Schüler der Risale-i Nur die öffentliche Ordnung so wenig wie möglich stören. Denn es gab da eine große Wahrscheinlichkeit, dass diejenigen, die uns kritisieren, es als ein Zeichen betrachten werden, das vor allem ihren Argwohn (dava) einer Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bestätigt, und ihn dann zu einem Vorwand nehmen, unsere Versicherung (dava) zu widerlegen, falls sich nicht in außergewöhnlicher Weise dieses Ereignis unserer Inhaftierung in der Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) durch eure Redlichkeit (sadaqah) und Aufrichtigkeit (ikhlas) wie ein Wunder (keramet) eins zu Hundert reduziert hätte.

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Doch aus der Kuppel wurde ein Korn. {Der öffentliche Skandal, den sie sich erhofft hatten, blieb aus. (A.d.Ü.)} Andernfalls hätten diejenigen, die so gerne ein Körnchen zu einer Kuppel aufgeblasen hätten, ihren Nutzen daraus gezogen und viele dazu gebracht, ihre Verleumdungen gegen uns zu glauben.

Drittens:

Macht euch meinetwegen keine Sorgen! Da ich ja mit euch im selben Haus bin, schmelzen alle unsere Mühen und Sorgen zu nichts zusammen. Es ist in der Tat unser Zusammensein hier in vielerlei Hinsicht von Bedeutung. Auch für unseren Dienst im Glauben bringt es einen vielseitigen Nutzen. Seit eine Anzahl bedeutsamer Fakten im Anhang zu meiner schriftlichen Verteidigung an sechs Abteilungen der Regierung gesandt worden sind, haben sie dieses Mal dort sogar deren Aufmerksamkeit erregt und (die Beamten) in einer Weise beeinflusst, dass demgegenüber all unsere Mühen und Plagen wie nichts erscheinen.

Viertens:

Befasst euch so viel wie möglich mit der Risale-i Nur. Das vertreibt sowohl euren Kummer und kann zugleich auch als eine der fünf Arten der Anbetung (ibadet) gezählt werden.

Fünftens:

Durch den Unterricht (ders) in der Risale-i Nur hat sich unser Unglück von hundert zu eins reduziert. Andernfalls wären aufgrund der besonders kritischen Umstände hier an diesem Ort und in dieser Zeit, als habe man ein Häufchen Schießpulver entzündet, aus einem einzigen Korn viele Kuppeln emporgewachsen. Ja, ein Teil jener Beamten in Uniform sagte sogar: "Diejenigen, die dem Unterricht (ders) aus der Risale-i Nur gefolgt sind, haben da nicht mitgemacht." Hätten sie alle dem Unterricht gefolgt, wäre überhaupt nichts passiert. Soweit es euch möglich ist, geht jedem Anlass zu irgendeinem Streit aus dem Wege. Fügt den Widrigkeiten des Gefängnislebens hier nicht noch weitere hinzu. Auch die Gefangenen

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sollen wie die Schüler der Risale-i Nur einander Brüder und nicht aufeinander böse sein.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen wahrhaft (mukhlis) Brüder!

Die Grundsätze der Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (Lem'a-i Ikhlas) und den Geist wahrer Aufrichtigkeit (haqiqi ikhlas) unter uns und unter den anderen mit ganzer Kraft anzuwenden, so weit wir dies überhaupt innerhalb der gegebenen Möglichkeiten können, hat sich bereits bis zu einer Notwendigkeit entwickelt. Ich habe eine zuverlässige Nachricht erhalten, dass man seit drei Monaten hier drei Männer untergebracht hat, welche die (Beziehungen unter den) mir hier besonders nahe stehenden Brüdern (mit Hilfe) der Verschiedenheit ihrer Stimmungen und Gedanken unterkühlen sollen. Sie ziehen also die Gerichtsprozesse grundlos in die Länge, damit die Schüler der Risale-i Nur - deren überdrüssig geworden - unruhig werden und damit die sensibleren und schwächeren unter ihnen Verdacht schöpfen und den Dienst an der Risale-i Nur aufgeben sollen. Seid vorsichtig! Gebt Acht! Lasst es nicht zu, dass die Opferbereitschaft der Brüder (uhuvvet) und ihre herzliche Zuneigung (muhabbet), die ihr euch bis heute bewahrt habt, erschüttert wird! Und sollte es auch nur der Hauch (einer leisen Erschütterung) sein, so kann uns doch daraus ein sehr großer Schaden entstehen. Denn schon hat eine ganz leichte Erschütterung in Denizli uns einige Hodjas entfremdet. Obwohl es unser Dienst an Qur'an und Glaube erfordert, unser Leben (ruh) falls notwendig füreinander zu opfern, sollten wahrhaft opferbereite (Schüler), durch Schwierigkeiten oder sonstige Ursachen gereizt, nicht einander zürnen, sondern in vollkommener Demut, Bescheidenheit und Hingabe für ihre Fehler einstehen und sich darum bemühen,

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in ihrer Liebe und Aufrichtigkeit zueinander zu wachsen. Andernfalls wächst aus einem Korn eine ganze Kuppel, woraus dann leicht ein irreparabler Schaden entstehen kann. Ich überlasse nun (alles weitere) eurem Scharfsinn und damit möchte ich hier schließen.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Einer wichtigen inneren Wahrnehmung zufolge gibt es z.Zt. in Verbindung mit der Risale-i Nur ein, zwei Aufgaben (vazifah), die ihr, damit es nicht zu Streitigkeiten und hinterhältigem Gezänk unter diesen hilflosen, armen, vom Unglück betroffenen Gefangenen kommt in dieser dritten "Schule Josefs", mit Hilfe der Unterweisung in der Risale-i Nur, mit ganzer Kraft in Angriff nehmen müsst. Denn es gibt da fürchterliche Unruhestifter, die fest dazu entschlossen sind, zu versuchen, hinter den Kulissen aus den Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten, dem Hass und all der Engstirnigkeit ihren Nutzen zu ziehen. Denn die Mehrheit unserer Mitgefangenen hat nun einmal eine Ader, falls nötig selbst ihr Leben (ruh) heldenhaft für das Land und das Volk und ihre Kameraden einzusetzen. Diese edelmütigen Männer sollten sicherlich für das Heil (selamet) des Volkes und die Ruhe hier im Gefängnis ihre Verbohrtheit, Hass und Feindschaft aufgeben, um sich vor der Verderbnis des Bolschewismus zu retten, der wie unter einem Deckmantel Anarchie einzuimpfen versucht, was überhaupt keinen Nutzen einbringt, deren Schaden aber in diesen stürmischen Zeiten beträchtlich ist. Andernfalls diente dies gerade zu dieser Zeit, als halte man ein Streichholz an ein Pulverfass, sowohl für hundert bedauernswerte Gefangene, für die unschuldigen Schüler der Risale-i Nur, als auch für die Provinz Afyon als ein Anlass zu erheblichen Plagen, Unruhen und vielleicht sogar dazu,

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dass ein ausländisches Komitee beunruhigt seinen Finger hebt. Da uns Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahiye) nun einmal zu ihrem Zweck hierher geführt hat und einige von uns zu ihrem Glück und um ihrer inneren Ruhe willen gar nicht mehr von hier weg wollen, und wir um ihretwillen unsere Ruhe opfern und alle Mühsal mit Geduld ertragen, ist es sicherlich ganz besonders notwendig, dass wir um unserer neuen Kameraden, wie z.B. der Gefangenen aus Denizli willen und aus Respekt vor den Monaten Schaban und Ramadan nicht ärgerlich werden, sondern wie Brüder untereinander Frieden schließen. Wir und ich betrachten sie in jedem Fall als Schüler der Risale-i Nur und schließen sie in unsere Gebete mit ein.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:
اَلْخَيْرُ فِيمَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ

{"Das Gute liegt in dem, was Gott will."}

In diesem Sinne (sirr) liegt sehr viel Gutes in der Verzögerung unserer Gerichtsverhandlung und auch darin, dass unsere inzwischen entlassenen Brüder zur Gerichtsverhandlung - möge es Gott wollen (insha-a'llah) - wieder hier sein werden.

In der Angelegenheit, um die es sich bei der Risale-i Nur handelt, ist es in der Tat von ganz besonderer Bedeutung für die islamische Welt im allgemeinen und dieses Land im besonderen, dass derartige Versammlungen so von Leben erfüllt sind, dass sie die Aufmerksamkeit aller

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auf die Wahrheiten (haqiqat) der Risale-i Nur lenken, denn in ihrer strahlenden Gestalt, jenseits all unserer Hoffnungen, Vorsichtsmaßnahmen und (Bestrebungen) etwas zu verbergen, auch wenn unsere Gegner sie (gering schätzen) und für unbedeutend erklären wollen, unterrichtet die Risale-i Nur in ihren Lektionen Freund und Feind gleichermaßen ganz außerhalb unseres Wollens. Ohne zu zögern enthüllt sie auch noch dem am weitesten entfernten Fremdling ihre geheimsten Gedanken. Da dies nun einmal die Wahrheit (haqiqat) ist, sollten wir unsere kleinlichen Kümmernisse als bittere Medizin, wie etwa Chinin, betrachten, geduldig und dankbar sein und sagen: "Oh Er (Ya Hu)! Auch das wird vorübergehen."

Zweitens:

Dem Direktor dieser Schule Josefs habe ich geschrieben: Während ich noch ein russischer Gefangener war, brach der bolschewistische Sturm zuerst in den Gefängnissen aus, so wie auch die Große Französische Revolution zuerst in den Kerkern unter den Gefangenen ausbrach, welche die Geschichte als Vagabunden bezeichnet hat. Deshalb versuchen wir Schüler der Risale-i Nur sowohl in Denizli und in Eskishehir als auch hier bei uns die Gefangenen so weit wie möglich auf den rechten Weg zu führen. In Eskishehir und in Denizli hatten wir dabei großen Erfolg. Hier werden wir aber noch erfolgreicher sein, denn als Ergebnis des Unterrichts (ders) der Risale-i Nur in dieser sensiblen Zeit und an diesem kritischen Ort milderte sich der Sturm (im Verhältnis) hundert zu eins. Andernfalls hätten fremde, widrige Strömungen, welche es verstehen, aus einem solchen Konflikt und dergleichen Zwischenfällen ihren Nutzen zu ziehen und solche Gelegenheiten geradezu erwarten, Feuer in das Pulver geworfen und einen Brand entfacht.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten"}

Meine lieben, getreuen, unerschütterlichen Brüder, die in aller Mühsal nicht niedergeschlagen geworden sind und sich nicht von uns zurückgezogen haben!

Während meine Seele (nefs) aufgrund einer physischen wie psychischen Bedrängnis um euch besorgt war, fühlte ich plötzlich in meinem Herzen: hättest du sowohl für dich als auch für nur einen einzigen deiner Brüder hier anstelle aller Sorgen und Kümmernisse vielleicht in anderer Form das Zehnfache erleiden müssen, um ihm so bald und so nahe begegnen zu können, es wäre noch immer für dich billig gewesen. Es scheint ja notwendig zu sein, dass, wie sich in alten Zeiten die Leute der Wahrheit (haqiqat) wenigstens ein-, zweimal im Jahr trafen, sich nun auch die Schüler der Risale-i Nur alle paar Jahre einmal in der Schule Josefs, als der günstigsten Gelegenheit, begegnen. Auch wenn mit dem Weg der Gottesfürchtigen und Asketen, entsprechend und in der Art und Weise, denjenigen Unterricht zu erteilen, die dessen am meisten bedürfen, ja allen und selbst noch ihren Gegnern, sodass nun (auf diese Weise) ihre geistige Körperschaft sprechen kann, tausend Mühen und Plagen verbunden sind, so ist dies nicht von Bedeutung. Wenn einige wenige unserer schwächeren Brüder in früheren Gefängnissen es überdrüssig geworden sind und den Kreis der Risale-i Nur verlassen haben, so war dies ein sehr großer Verlust für sie, jedoch kein Schaden für die Risale-i Nur. An ihrer Stelle betraten robustere, aufrichtigere Schüler den Plan. Da nun einmal die Prüfungen in dieser Welt (dunya) vergänglich sind und rasch vorübergehen und uns dabei ihre Verdienst (sevab), ihre Früchte überlassen, sollten wir auf die Göttliche Gnade (inayet-i Ilahiye) vertrauen und dankbar bleiben in Geduld.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Schickt die letzten beiden Seiten, entweder mit den alten Buchstaben geschrieben oder mit den neuen Buchstaben getippt, durch einen zuverlässigen Mann, den ihr für geeignet haltet, an den Vorsitzenden des Gerichtshofes und schreibt dazu auf einem Extrablatt: "Said dankt Ihnen und lässt Ihnen sagen: Sie haben meine Fenster wieder geöffnet. Doch der Staatsanwalt erlaubt keinem meiner Brüder oder einem Bediensteten, zu mir zu kommen. Und er bittet auch darum, dass Sie ihm diesen einzigartigen, wundersamen Qur'an

{in dem die Übereinstimmungen im Text farbig gekennzeichnet sind. (A.d.Ü.)}

der sich noch bei Gericht befindet, zurückgebt, damit er ihn während dieser gesegneten (mubarek) Monate lesen kann. Er hat drei Abschnitte (djuz) aus diesem wundersamen Qur'an als Musterexemplare an das Amt für Religiöse Angelegenheiten übersandt, damit sie einen Offset-Druck davon machen können. Außerdem ersucht er sie um einen dieser Bände der Risale-i Nur, die sich ebenfalls bei Gericht befinden, damit er sie in seiner vollkommenen Abgeschlossenheit und Einsamkeit und unter den schrecklichen Plagen lesen kann. Sie sollen ihm ein Mittel des Trostes und ein guter Kamerad sein. Diese Bände haben jedenfalls schon drei, vier Gerichtshöfe gesehen, ohne dass dabei etwas beanstandet wurde. In ähnlicher Weise wurden diese großen Bände auch von den führenden Gelehrten im Ehrwürdigen Mekka, im Strahlenden Medina, im Ehrwürdigen Damaskus (Sham-i sherif), in Aleppo (Halep) und von der Universität in Kairo (Djami'u-l'Es'her) hochgeschätzt und gepriesen und keiner von ihnen hat sie kritisiert oder hatte etwas gegen sie einzuwenden."

Said Nursi
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Meine lieben, getreuen Brüder!

Die beiden Feyzi haben auch zwei Kopien der Hisbun'Nuri bei sich. Wenn sie sie nicht brauchen, lasst eine davon mir zukommen, oder Mehmet Feyzi kann mir noch eine Kopie anfertigen. Auch die Abhandlung über den Ramadan (Ramadhan Risalesi) und das bereits im Druck vorliegende "Große Zeichen (Ayetu-l'Kubra) werden hier gebraucht. Bringt die Spannungen unter euch rasch wieder in Ordnung! Seid vorsichtig! Gebt Acht! Schon eine kleine Abweichung im Kreis der Schüler der Risale-i Nur kann einen großen Schaden verursachen. Lasst euch nicht von Stimmungen hinwegtragen, die aus solchen Schwierigkeiten erwachsen. Als mein Ofen platzte, war dies ein Hinweis auf derartige Probleme.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder Husrev, Mehmed Feyzi und Sabri!

Ich habe euch aus meiner vollen Überzeugung vertraut. Ich habe gehofft, im Frieden meines Herzens ins Grab hinabzusteigen und euch das Wohlergehen (selamet) der Risale-i Nur überlassen zu können. Und ich war dessen sicher, dass nichts euch voneinander würde trennen können. Jetzt aber gibt es einen offiziellen Hinweis darauf, dass es einen entsetzlichen Plan gibt, die Beziehungen unter den zuverlässigsten Schülern der Risale-i Nur abkühlen zu lassen. Da ihr aber nun einmal, wie es die Stärke eurer Ergebenheit (sadaqah) und eure intensive Verbundenheit mit der Risale-i Nur erforderlich machen, auch dazu bereit seid, falls notwendig selbst euer Leben füreinander zu opfern, so seid ihr sicherlich auch dazu verpflichtet, eure so kleinlichen, vorübergehenden und völlig bedeutungslosen Gefühlsregungen aufzuopfern, so wie im anderen Falle mit Sicherheit für uns alle in dieser Zeit ein großer Schaden entstünde. Ich zittere (bei dem Gedanken),

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dass (einer von euch) den Kreis der Schüler der Risale-i Nur verlassen könnte. Bereits seit drei Tagen befällt mich wieder ein Schauder, wie ich ihn noch nie zuvor erlebt habe. Ich habe jetzt mit Bestimmtheit erkannt, dass selbst eine leichte Gereiztheit unter (Schülern) wie ihr es seid, einem Haar, das ins Auge gerät, vergleichbar, wie eine Bombe wirkt. Ich darf euch sogar mitteilen, dass man sich bei dem vergangenen Sturm sehr darum bemüht hat, uns mit hineinzuziehen. Jetzt aber versuchen sie, euch, wenn auch nur ein ganz klein wenig, voneinander zu entfremden. Wenn ich auch mehr als zehnmal so viel gelitten habe, wie ihr, so bin ich doch mit Rücksicht auf euch entschlossen, nicht auf Fehler auch nur eines von euch zu achten.

{d.h. lasst euch in dieser angespannten Lage nicht dazu verleiten, gereizt auf eure Fehler zu reagieren, so wie auch ich nicht gereizt auf eure Fehler reagieren will. (A.d.Ü.)}

Ich bitte euch also im Namen eures Meisters, der geistigen Persönlichkeit der Risale-i Nur, nicht auf eurem eigenen Weg zu bestehen, sei es nun berechtigt oder auch nicht. Wenn an diesem ungewöhnlichen Ort verborgene Hände heimlich im Versteck in eurem Beisammensein herumrühren, so (geht auseinander und) einer von euch gehe (fort, um) mit Tahiri zusammen in einer Zelle (zu wohnen)!

Meine lieben getreuen Brüder!

Seid mir bitte nicht böse, wenn ich mich um drei unter euch, die einander böse sind, ganz besonders kümmere! Denn gleich mir sind Husrev und Feyzi ein wenig menschenscheu und fühlen sich (unter Menschen) unbehaglich. Auch sind sie in ihrem Temperament doch ein wenig verschieden voneinander. Was Sabri betrifft, so ist er aufgrund seiner Verwandten und seines Lebensunterhaltes an das gesellschaftliche Leben gebunden und muss

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deshalb in seinem Umgang vorsichtig sein. Da also aufgrund dieser Verschiedenheit von Weg (meslek) und Temperament diese drei unter euch in diesem Wirrwarr und der Bedrängnis in eurer (überfüllten) Zelle es auf gar keinem Fall aushalten und geduldig sein können, habe ich mich darüber aufgeregt und mir innerlich Sorgen gemacht. Denn in dieser Zeit genügt schon die kleinste Missstimmung, um einen großen Schaden anzurichten.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder und Kommilitonen in dieser Schule Josefs!

Da die kommende Nacht, die Nacht der Freisprechung (Leyle-i Berat)

{Die Nacht, in der wir das Buch unserer Sünden des vorigen Jahres abgeben, während Gott zugleich unsere Aufgaben für das kommende Jahr in das Buch des Lebens einträgt. (A.d.Ü.)}

einem heiligen Samen und einer Art Programm, der Bestimmung (muqadderat) der Menschheit gleicht, ist sie ebenso heilig wie die Nacht der Vorherbestimmung (Leyle-i Qadr). Und so wie jedes gute Werk (hasanah) in dieser Nacht der Bestimmung für dreißigtausend zählt, so steigert sich auch in der Nacht der Freisprechung (Leyle-i Berat) der Wert (sevab) einer jeden guten Tat (amel-i salihin) und jeden Wortes, das wir im Qur'an (lesen) auf zwanzigtausend. Ist er auch zu anderen Zeiten gleich zehn, so steigt er während dieser drei Heiligen Monate auf das Hundertfache und auf das Tausendfache. Und in diesen bekannten heiligen Nächten steigert er sich erst auf zehntausend, dann zwanzigtausend, dann dreißigtausend. In diesen Nächten kann er (den Wert) einer Anbetung (ibadet) von fünfzig Jahren erreichen. Darum ist es ein großes Verdienst, wenn wir den Qur'an (lesen), um Vergebung (bitten) und die Segenswünsche (salavat über den Propheten) rezitieren.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَآئِمًا سَلَّمَكُمُ اللّٰهُ فِى الدَّارَيْنِ

{"Im Namen des Hochgelobten. Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen für immer und ewig! Möge Gott euch schützen in beiden Welten!"}

Wir gratulieren euch von ganzer Seele (ruh) und ganzem Herzen zu der Nacht der Freisprechung (Leyle-i Berat), in der die Gläubigen den Gegenwert von fünfzig Jahren Anbetung gewinnen können. Wir erhoffen von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i Ilahiye) mit völliger Sicherheit, dass jeder einzelne von euch im Geheimnis (sirr) geistlicher Partnerschaft und mit dem Segen eines innerlichen Gemeinschaftssinnes, so wie manche Engel, den Lobpreis Gottes (tesbih) mit vierzigtausend Zungen darbringen, so auch jeder aufrichtige und wahrhaftige Schüler der Risale-i Nur, als habe er vierzigtausend Zungen, um Vergebung (istighfar) bittet.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Erstens:

Auf Vorschlag einiger Hodjas, welche die ketzerischen Neuerungen unterstützen, findet sich in der Anklageschrift ein Widerspruch zu einer Fragestellung im "Fünften Strahl", worin sie das Kommen eines Deddjal in einem islamischen Land (Sufyan) und das Kommen noch einiger weiterer Deddjale ablehnen. Eine Antwort darauf findet sich in einer zuverlässigen (sahih) Hadith, die uns ein besonders glänzendes und ganz offensichtliches Wunder des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, zeigt:

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لَنْ تَزَالَ الْخِلاَفَةُ فِى وَلَدِ عَمِّى صِنْوِ اَبِى الْعَبَّاسِ حَتّٰى يُسَلِّمُهَا اِلَى الدَّجَّالِ

d.h. "Das Kalifat wird sich in den Söhnen meines Onkels Abbas fortsetzen bis es in die zerstörerischen Hände des Deddjal übergeht." Das aber heißt: Das Kalifat der Abbassiden wird noch lange, nämlich fünfhundert Jahre, fortbestehen. Danach wird ein Dschingis, genannt Hulagu, einer von drei Deddjalen das Königreich des Kalifen (saltanat-i Khilafet) zerstören und im Islamischen Land seine Regentschaft fortsetzen. Womit zum Ausdruck kommt, dass im Islamischen Land nach verschiedenen Hadithen drei Deddjale kommen werden, was ein offensichtlicher Beweis ist. Die Voraussagen (ihbar-i ghaybi), die in den obigen Hadithen gemacht werden, sind in zweierlei (Hinsicht) ein offensichtliches Wunder:

Erstens:

Ein "Kalifat der Abbassiden (750-1258)" wird aufgerichtet werden und fünfhundert Jahre fortbestehen.

Zweitens:

Es wird schließlich durch die Hand dieses grausamsten Deddjal mit Namen Dschingis und Hulagu zerstört werden und untergehen. Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass der Sachwalter des Gesetzes (sahibi sheriat), der in den Überlieferungen (hadith) selbst noch über die unbedeutendsten Dinge, soweit sie den Qur'an und die Kennzeichen des Islam betreffen, berichtet hat, über die so ungewöhnlichen Ereignisse hier in unserer Zeit nicht berichtet haben sollte? Und wäre es denn überhaupt möglich, dass es gar keine Hinweise auf die Schüler der Risale-i Nur geben sollte, die inmitten dieser denkwürdigen Ereignisse fest entschlossen dem Qur'an dienen, und das im weitesten Rahmen, unter den seltsamsten Umständen und schwierigsten Bedingungen, wobei die Frucht (als Ergebnis ihres Dienstes) von Freund und Feind bestätigt wird.

Said Nursi
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﴿ بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَآئِمًا ﴾

{"Im Namen des Hochgelobten. Und wahrlich gibt es nichts, was nicht dankend ihn lobpreist." (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen für immer und ewig!"}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Ich beglückwünsche (tebrik) euch von ganzem Herzen und aus ganzer Seele (ruh) zu diesem ehrwürdigen (sherif) und gesegneten (mubarak) Ramadan. Möge Gott der Gerechte euch allen in dieser Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr) im ehrwürdigen Monat Ramadan einen Gegenwert (hayirli) von tausend Monaten schenken. Amin. Und möge Er ihn von euch wie ein achtzigjähriges, gottgefälliges Leben annehmen. Amin.

Zweitens:

Ich bin der Überzeugung, dass viel Gutes und Vorteilhaftes darin liegt, dass wir bis zu den Festtagen (Bayram) hier bleiben werden. Würden wir jetzt schon entlassen, würden wir nicht nur all des Guten in dieser Schule Josefs entbehren müssen, auch der Ehrwürdige Ramadan, der doch einzig auf das Jenseits (ukhrevi) hin ausgerichtet ist, und unsere innere Haltung würden durch weltliche Aktivitäten Schaden erleiden. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass wir im Geiste (sirr) dieses اَلْخَيْرُ فِيمَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ {"Gutes liegt in dem, was Gott will."} eine verdienstvolle große Freude erfahren mögen. Auch habt ihr vor Gericht bereits verstanden, dass sie, da sie uns ja mit ihren Gesetzen in gar keiner Weise überführen können, stattdessen spitzfindige Diskussionen über irgendwelche Belanglosigkeiten anführen, wie z.B. einige

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private Dinge in einem persönlichen Brief, die so wenig mit dem Gesetz zu tun haben wie der Flügel einer Mücke, weil sie nichts gefunden haben, um die wirklich bedeutenden, universellen Dinge in der Risale-i Nur angreifen zu können. Zudem statt des ganzen großen und weiten (Kreises) der Schüler, (ihres Dienstes und der Lehre) der Risale-i Nur lediglich meine eigene Person in Misskredit zu bringen und in ihrer Bedeutung zu schmälern ist für uns ein großer Vorteil, da Göttliches Vorherwissen (Qader-i Ilahi) es nicht zulässt, dass jemand sich in (die Angelegenheiten) der Risale-i Nur und ihrer Schüler einmischt. So beschäftigt man sich also nur mit meiner Person.

Ich sage deshalb euch und allen meinen Freunden: für euer Wohlbefinden (selamet) und für die Risale-i Nur akzeptiere ich aufrichtig, mit Herz und Verstand (ruh), ja sogar mit dem Einverständnis meiner eigenwilligen Seele (nefs-i emmare), mit innerer Freude und Dankbarkeit alle diese Schwierigkeiten, die man meiner Person bereitet. So wie das Paradies nicht kostenlos ist, so ist auch die Hölle nicht nutzlos. Die Welt (dunya) und ihre Plagen sind vergänglich (fani) und alles vergeht rasch, wonach dann auch unsere heimlichen Feinde für alle Unterdrückung, die wir durch sie erlitten haben, vor das Große Gericht gerufen werden und zum Teil schon in dieser Welt ihre Rache zu spüren bekommen werden, weshalb man sie, statt ihnen mit Wut zu begegnen, eher bedauern sollte. Da dies nun einmal die Wahrheit ist, ist es sicherlich auch ein großes Glück, uns ohne jede Furcht, doch mit Vorsicht, vollkommener Geduld und Dankbarkeit dem zu unterwerfen, was Göttlicher Ratschluss und Seine Vorausschau (qadha ve qader-i Ilahi) für uns bestimmt hat und auf Seine Göttliche Gnade (inayet-i Ilahiye) zu vertrauen, die uns beschützt, und uns mit wahrhaft aufrichtiger, tröstender, von Herzen kommender Freundschaft, Liebe (muhabbet) und in vertraulichem Gespräch (sohbet) für unsere Brüder einzusetzen, und zwar mit einer Hingabe,

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für die wir in diesem ehrwürdigen Monat Ramadan tausendfältigen Lohn erhalten werden, mit unseren Rezitationen (aurat), unserem Studium (ilm-i ders) wollen wir diesen geringeren Mühseligkeiten, die vorüber gehen, keine Bedeutung beimessen. Die so tröstlichen Lektionen (ders), die uns die Risale-i Nur mit dieser so wichtigen Prüfung erteilt, und wie sie unsere Gegner dazu zwingt, sie zu lesen, ist ein bedeutender Sieg für die Risale-i Nur.

Anmerkung:

Es ist sicherlich schlimm, dass einige unserer Brüder unnötigerweise leugnen, dass sie Schüler der Risale-i Nur sind, und dass sie ihre bedeutende Vergangenheit und ihre früheren Dienste verheimlichen wollen. Doch gerade aufgrund dieser Dienste sollten wir ihnen vergeben und uns nicht über sie ärgern.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Im Namen des Hochgelobten. Und es gibt kein Ding, das ihn nicht in Dankbarkeit lobpreist."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

In zuverlässigen Überlieferungen (Rivayat-i sahiha) wird angeraten: "Forscht nach der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr) in der zweiten Hälfte, besonders aber in den letzten zehn (Tagen)." Diese kommenden Nächte, die ein mehr als achtzigjähriges Leben der Anbetung (ibadah) zu schenken vermögen, sinnvoll zu verbringen, als wäre es die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr), wobei diese Wahrscheinlichkeit (dass sie es tatsächlich sein könnte) in den kommenden Nächten sehr hoch ist, ist an diesen verdienstvollen Orten ein großes Glück.

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Zweitens:
مَنْ اٰمَنَ بِالْقَدَرِ اَمِنَ مِنَ الْكَدَرِ

{"Wer an Gottes Vorherwissen glaubt, bleibt von Kummer und Gram verschont. In diesem Geist (sirr)"}

خُذُوامِنْ كُلِّ شَىْءٍ اَحْسَنَهُ

{"Betrachtet die schöne Seite aller Dinge."}

﴿ اَلَّذِينَ يَسْتَمِعُونَ الْقَوْلَ فَيَتَّبِعُونَ اَحْسَنَهُ اُولٰئِكَ الَّذِينَ هَدٰيهُمُ اللّٰهُ وَاُولٰئِكَ هُمْ اُولُوا الْاَلْبَابِ ﴾

{"Die auf das Wort hören und dem folgen, was darin das Beste ist, das sind diejenigen, die Gott geführt hat und sie sind es, die mit Verstand begabt sind." (Sure 39, 18)}

Ganz kurz zusammengefasst sei gesagt: "Die auf die Worte hören, das Schöne in ihnen annehmen und das Schlechte darin übersehen, sind diejenigen, die von Gott die rechte Leitung erfahren (hidayet-i Ilahiye) und Verstand haben." Nun ist es für uns notwendig, von allen Dingen die gute Seite zu sehen, das Schöne in ihnen zu entdecken, den heiteren Aspekt wahrzunehmen, sodass unsinnige, unnötige, schädliche, betrübliche, hässliche, vergängliche Zustände (hal) nicht unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken und unsere Herzen mit sich beschäftigen. Im "Achten Wort" (wird erzählt wie) ein Mann einen Garten betrat, während ein anderer ihn verließ. Der Glückliche von beiden betrachtete die Blumen und alle die schönen Dinge und erfreute sich entspannt an ihnen. Doch der Unglückliche sah nur all den Schmutz und die hässlichen Dinge, obwohl er sie doch nicht zu beseitigen vermochte. Ihm drehte sich der Magen um und, anstatt sich zu erholen, beunruhigte er sich nur und ging schließlich wieder. Nun gleichen die verschiedenen Stufen des menschlichen Gemeinschaftslebens und ganz besonders die Schule Josefs einem Garten. Darin finden sich zugleich

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hässliche als auch schöne, sowohl betrübliche als auch erfreuliche Dinge. Der Verständige ist aber der, der sich mit den schönen und erfreulichen Dingen beschäftigt, den betrüblichen Dingen keine Bedeutung beimisst und anstatt sich zu sorgen und zu beklagen, lieber Dank sagt und sich freut.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die kommende Nacht die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadr) sein wird. Einige Exegeten haben die Leyle-i Qadr auf diese Nacht festgelegt. Doch selbst wenn es nicht so sein sollte, die Gemeinde aber (ummah) diese Nacht als solche betrachtet, so möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie auch tatsächlich als echt angenommen werde.

Zweitens:

Ich mache mir Sorgen, wie es unseren Brüdern in Zelle sechs ergehen mag, wo es z.Zt. sehr unruhig ist. Es gibt da außerhalb des Gefängnisses einen Finger, der besonders in Zelle sechs herumrührt. Unsere Brüder dort müssen Acht geben und vorsichtig sein, damit sie nicht irgendwo mit hineingezogen werden.

Drittens:

Habt ihr das Schreiben an den Rechtsanwalt geschickt, damit der Herr Vorsitzende es lesen kann? Da es sich hier nicht allein um Sabri handelt, sondern die ganze Angelegenheit uns alle betrifft, ist Halil Hilmi auch unser aller Rechtsanwalt. Jedenfalls sehe ich das so. Er sollte daher für uns alle da sein und deshalb unserem ersten Advokat ganz zur Seite stehen.

Viertens:

Ich habe Sabri die Einführung von Tashköprülü Sadik Bey zur Abschrift gegeben. Wenn er sie bereits abgeschrieben hat, sollten ihm nun die korrigierten Blätter zugeschickt werden. Eine neu angefertigte Kopie

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sollte mir zugeschickt werden. Außerdem habe ich hier noch eine Kopie von Sadiks kleinem Gedicht. Falls ihr keine habt, schicke ich euch eine.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Wir senden sowohl euch als auch unseren Brüdern im Gefängnis unsere Glückwünsche zu den Festtagen (Bayram). Diejenigen, die euch zu den Festtagen beglückwünschen (will ich so betrachten) als hätte auch ich ihre Glückwünsche von ihnen entgegengenommen. (Es soll so sein), als hätte ich euch alle persönlich zu den Festtagen besucht. Das sollt ihr wissen und es ihnen auch sagen.

Zweitens:

Infolge der Botschaft meines gusseisernen Ofens, der ohne Grund zersprang, haben wir uns auf dieses Zeichen hin mit aller gebotenen Vorsicht und Behutsamkeit (verhalten), wodurch dieser kleine Sturm von hundert zu eins vermindert wurde, vorüber ging und das Pulverfass nicht angezündet wurde. Auch jetzt wiederum unterrichtet uns meine Wasserflasche, die in dieser seltsamen Weise ohne jeden Grund in lauter kleine Stückchen zersprang, dass wir auch dieses Mal mit der größtmöglichen Behutsamkeit und Geduld die Ruhe bewahren und vorsichtig sein müssen. Ich habe eine innere Eingebung empfangen, dass versteckte Heuchler gegen religiös gesinnte Menschen liederliche Menschen, die das Gebet nicht verrichten, und kommunistisch gesinnte Renegaten einsetzen wollen und sogar schon hier bei uns ihre Finger im Spiel haben.

Eine kleine Anmerkung dazu: Gestern fühlte ich in meinem Herzen Freude und Heiterkeit. Dann bemerkte ich auf einmal, dass mein Bruder in Nurs mir acht Monate zuvor einen Krug mit Honig aus Nurs nach Emirdagh geschickt hatte.

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Gestern war er hier in Emirdagh angekommen. "Ach", sagte ich, "so bringt ihn mir doch schnell!" Dann wartete ich: nichts kam... meine Freude verkehrte sich in Ärger.

Diesen Krug mit Honig (von meinem Bruder aus Nurs geschickt und deshalb völlig unverdächtig! - A.d.Ü.) mir kostbarer als hundert (andere) Krüge, in die Hände eines Fremden (, dem man nicht vertrauen darf! - A.d.Ü.) zu geben, um ihn auf dem Markt zu verkaufen, war der Anlass dazu und der Krug zerbrach. Von dieser Süßigkeit, einer Gabe aus dem Dörfchen Nurs, in dem ich geboren wurde und das ich seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hatte, habe ich für jeden meiner Brüder ein klein bisschen als eine Kostprobe (abgeteilt und ihnen gleichsam als) eine Süßspeise für den Festtag (bayram) gegeben.

Said Nursi

Meine lieben, treuen, unerschütterlichen Brüder!

Ich beglückwünsche (tebrik) euch mit Herz (ruh) und Seele, dass ihr unsere Wunde so rasch geheilt habt. Aufgrund dieser Heilung ist mir in dieser Nacht die Brust weit geworden. Tatsächlich dehnt sich die Medressetu-s'Sehra aus und (die Schüler der Risale)-i Nur machen sich nun die echte Wahrhaftigkeit (haqiqi ikhlas), die vollkommene opferbereite Aufgabe jedweder Ichsucht und ebenso vollkommene Bescheidenheit zu eigen und sie verbreitet sich unter ihnen. Sicherlich können diese so kleinliche, doch nur zeitliche Empfindlichkeit, diese Irritation und Gereiztheit jene machtvollen Lehren (ders) und die Bande unserer Bruderschaft nicht zerstören und die Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (Ikhlas Lem'asi) gibt hierbei die beste Rechtleitung. Die übelste Strategie, um uns und die (die Schüler der Risale)-i Nur zu treffen und gegen uns zu agitieren, ist nun, (die Beziehungen unter)

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den Schülern der (Risale)-i Nur erkalten zu lassen, sodass sie einander überdrüssig werden und sich schließlich aufgrund der Verschiedenheit ihrer Charaktere und Ansichten voneinander trennen. Es war tatsächlich nur eine kleinliche Gereiztheit. Doch wie ein Härchen im Auge ebenso schmerzhaft sein kann, wie ein Stein, der auf den Kopf fällt, gab mir mein Wasserkrug davon Bericht, als sei es ein größeres Ereignis. Dabei kam mir jener Umstand (hal) seitdem schon hundertmal wieder in den Sinn, über den sich der verstorbene Hafidh Ali (dessen Gott sich erbarmen möge) damals kurz vor seinem Tode beklagt hatte, und macht mich noch immer traurig.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Ich habe die schriftlichen Beschwerden der Schüler dem Direktor gegeben. Ich habe gesagt: "Dies möchten wir zusammen mit dem Schluss meiner schriftlichen Beschwerde an das Amt für religiöse Angelegenheiten und das Kriminalgericht in Ankara senden, das uns bereits freigesprochen und auch unsere Abhandlungen freigegeben hat, und - falls Sie das für angemessen halten - auch die Liste mit den Irrtümern {in der Anklageschrift des Staatsanwalts (A.d.Ü.)} und deren Korrektur, aber nur privat und rein zur Information." Er sagte: "Das ist angemessen." Ihr könnt nun den Rechtsanwalt darum bitten, einige Kopien von den schriftlichen Beschwerden der Studenten und zwei Kopien der Liste (mit den Irrtümern) vorzubereiten.

Schreibt auch an das Amt für religiöse Angelegenheiten: Da ihr in eurem Rapport über Said und seine Freunde, die ihr dieses Mal nach Afyon geschickt habt,

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ganz richtig geschrieben habt, dass es eure Pflicht ist, die Schüler der religiösen Studien (ulum-u diniye) zu verteidigen, sind sowohl der gequälte Said als auch seine unschuldigen Freunde eurem Amt sehr dankbar dafür. Jedenfalls hat unsere Angelegenheit etwas mit Religion (din) und Wissenschaft (ilm) zu tun, sodass also das Amt für religiöse Angelegenheiten sich noch vor der Polizei, dem Gericht oder irgendeinem anderen Amt damit beschäftigen sollte. Deshalb haben wir uns sowohl in Denizli als auch in Afyon zuerst an dieses Amt gewandt und unsere Beschwerde an die Gelehrten dort geschickt. Schreibt also einen Paragraph in diesem Sinne!

Said Nursi

Mein lieber, getreuer Bruder Re'fet Bey!

Aus Achtung vor dem Ehrwürdigen Qur'an (Qur'an-i Adhim-ush'shan) und um eurer Verbundenheit mit diesem Qur'an willen, und um der Ehre eures zwanzigjährigen, durch den Glauben (getragenen), Dienstes an der Risale-i Nur, hört doch schnell damit auf, einander in dieser scheußlichen, offensichtlich so kleinlichen, doch aufgrund der Sensibilität der Lage (vaziyet) so schmerzlichen, ja geradezu katastrophalen Art und Weise den Rücken zuzukehren und euch gekränkt zu fühlen, was doch nur eine große Hilfe für diese versteckten Heuchler ist, die uns vernichten wollen und einer Lunte am Pulverfass gleicht. Halte sie also davon ab! Andernfalls könnten ein Dirhem (3g) einer persönlichen Rechthaberei hundert Batman (800 kg) Unheil über uns und unseren Dienst am Qur'an und am Glauben bringen, wozu die Wahrscheinlichkeit gerade besonders groß ist. Ich schwöre euch: wollte einer unter euch mich aufs schwerste beleidigen und die Würde meiner Person ganz und gar zerbrechen und würde doch dabei den Dienst am Qur'an, am Glauben und an

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der Risale-i nicht aufgeben, so würde ich es ihm nicht nachtragen (helal), meinen Frieden mit ihm machen und versuchen, mich nicht gekränkt zu fühlen. Ihr wisst ja, dass unsere Feinde bestrebt sind, auch noch den leisesten Anflug von Fremdheit unter euch auszunutzen. Schließt also rasch Frieden miteinander! Hört auf, so gereizt zu reagieren, was zudem völlig sinnlos und sehr von Nachteil ist. Sonst wird noch ein Teil von euch, wie Shemsi, Shefik und Taufiq scheinbar zu unseren Gegnern überlaufen, was für unseren Dienst am Glauben ein großer Verlust wäre und ihm einen großen Schaden zufügen würde. Bis jetzt hat die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) anstelle eines solchen Verlusts uns viele zugeführt, die mit dem gleichen System {mit den entsprechenden Fähigkeiten. (A.d.Ü.)} arbeiten. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie uns (auch dieses Mal) wieder zu Hilfe kommen.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Dem Direktor haben "Das Große Zeichen" und der "Wegweiser für die Jugend" offensichtlich sehr gut gefallen. Nun möchte er auch noch den "Stab Mosis" und das «Dhu-l'Fikar». Ich habe ihm versprochen: "Ich werde es dir besorgen." Wenn es hier in Afyon (noch Kopien) davon gibt, lasst einen "Stab Mosis", ein «Dhu-l'Fikar» (gebunden, die große Ausgabe), einen Wegweiser und ein "Großes Zeichen" hierher bringen.

Said Nursi
— 868 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Dieser Bericht hatte genau das gleiche Ergebnis wie der in Denizli. Man hat uns in den Punkten, die Anlass zur Klage gegeben hatten, freigesprochen, um jedoch besser dazustehen und zu zeigen, dass sie keine Nurdjus sind, und weil von Seiten der Wahhabiten ihr Nerv (empfindlich getroffen war), haben sie uns in der Art eines Oberlehrers ein wenig angegriffen. Ich nehme einmal an, dass dieser Bericht eingetroffen ist, noch bevor die Anklageschrift abgefasst wurde, denn in dieser Anklageschrift finden sich einige Punkte davon wieder. Falls dem so ist, ist unsere Fehlerliste bereits die komplette Antwort darauf. Wie denkt ihr darüber? Und wie findet ihr meine letzten Reaktion darauf? Ist sie zutreffend? Ich habe sie nämlich in ziemlicher Eile geschrieben, und mein eigener Zustand ist obendrein noch ziemlich erbärmlich.

Zweitens:

Bis jetzt waren sie offensichtlich noch mit Fragen zu unserer Person beschäftigt, unserer politischen oder religiösen Vereinigung (tariqat) und einigen nebensächlichen persönlichen Briefen. Jetzt aber, wo sie die "Leuchte des Lichts (Siradju-n'Nur)" und die "Sechs Listen des Satans (Hudjumat-i Sitte)" konfisziert haben, wendet das Komitee der Sachverständigen seine Aufmerksamkeit auf die Risale-i Nur und richten sich die Intrigen unserer versteckten Gegner in einer Weise gegen sie, die dazu geeignet ist, die Ruhe im Lande zu stören und die man als einen Angriff gegen die Risale-i Nur bezeichnen kann. Zu genau der gleichen Zeit, als das Land in dieser Weise angegriffen wurde, ereigneten sich, wie schon so oft zuvor, zwei schwere Erdbeben, als ich gerade über dieses Thema schrieb. Das bestätigt, was ich bereits gesagt hatte: "Noch etwas dazu zu schreiben, erübrigt sich nun." Deshalb habe ich nichts weiter geschrieben.

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Dann hörte ich heute, dass (die Leute) beginnen, sich (vor einem Zweiten Weltkrieg) zu fürchten. So sagte ich denn dem hiesigen Oberaufseher: "Bis jetzt hat, wann immer die Risale-i Nur angegriffen wurde, die Erde gezürnt oder es entstand eine Angst vor Krieg. Wir haben schon viele derartige Ereignisse mitgemacht, sodass keine Möglichkeit mehr besteht, es könne sich hier um einen Zufall handeln, und das wurde auch dem Gericht gezeigt." Das aber heißt, dass meine neuerliche furchtbare, wenn auch mir selbst unerklärliche, Sorge um die Risale-i Nur, die neidvolle Kritik durch das Komitee der Sachverständigen und die Konfiszierung eines wichtigen Bandes der Risale-i Nur, zusammenfiel mit der Leuchte des Lichtes (Siradju-n'Nur), welche einem bereits angenommenen Opfer für die Armen (sadaqa) gleicht, (dargebracht um) eine drohende Katastrophe abzuwenden, wenn sie sich wie hinter einem Schleier verbirgt, sodass nun ein Erdbeben oder aber Furcht vor einem Krieg entsteht.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Macht euch keine Sorgen: Wir stehen unter Gottes Schutz (inayet). Hinter allen äußerlichen Schwierigkeiten verbirgt sich Gottes Erbarmen (rahmet). Das Komitee der Sachverständigen war gezwungen, einen Teil (der Risale-i Nur) zu widerlegen. Sicherlich sind sie aber nun in ihren Herzen Nurdjus geworden.

Said Nursi
— 870 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen, unerschrockenen und unerschütterlichen Brüder, die sich niemals von (einem Leben für) das Jenseits trennen und dieser vergänglichen Welt zuwenden würden!

Seid nicht traurig, dass ihr hier noch ein wenig länger bleiben müsst und man unsere Angelegenheit noch etwas in die Länge ziehen will. Nein, im Gegenteil: seid es, gleich mir, zufrieden. Da unsere Lebensuhr nun einmal nicht still steht, sondern abläuft, bekommt (unser Leben) in diesem Haus der Kasteiungen erst durch die Früchte, die es für das Jenseits hervorbringt, seine Beständigkeit. Im Übrigen erweitert sich der Kreis (der Schüler) der Risale-i Nur. So werden z.B. auch die Gelehrten des Sachverständigenkomitees gezwungen, die Leuchte des Lichtes (Siradju-n'Nur) sehr genau zu studieren. Wenn wir zudem entlassen würden, könnte das in der einen oder anderen Hinsicht zu Ausfällen in unserem Dienst am Glauben führen. Obwohl ich selbst dabei noch weit mehr Schikanen zu erdulden habe als ihr, möchte ich doch nicht deswegen entlassen werden. Versucht nur, euch so weit wie möglich mit Ausdauer und Geduld in dieser Art zu leben zurechtzufinden und sucht beim Abschreiben und Lesen der Risale-i Nur Trost und Erleichterung zu finden.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten!"}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Falls notwendig kann ich euch zwei Kopien der Liste mit den Irrtümern und Korrekturen zusenden,

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wie sie am Ende meiner Verteidigungsschrift aufgeführt sind und sich jetzt hier bei mir befinden, bereits geschrieben mit den neuen Buchstaben, damit ihr sie zusammen mit meiner Antwort an das Komitee der Sachverständigen, an das Amt für Religiöse Angelegenheiten und an das Kriminalgericht in Ankara weiterleiten könnt. Auch sollte dem Gerichtshof eine Kopie meiner Antwort an das Komitee der Sachverständigen übergeben werden.

Zweitens:

Es ist gut so, dass man unsere Angelegenheit noch etwas in die Länge zieht. Bis jetzt hat man in dem Gedanken, ihren Wert herabzumindern, zwar äußerlich ein Desinteresse zur Schau getragen, ihr jedoch dabei eine große Bedeutung beigemessen. Doch möge nun Gott es wollen (insha-a'llah), dass sich bei der derzeitigen Lage (die Dinge) für unseren Dienst am Glauben (hizmeti imaniye) und am Qur'an zum Besseren und zum Vorteil wenden.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten!"}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Wäre die Haddj in diesem Jahr freigegeben worden, hätte vielleicht ein Teil von uns diese Wallfahrt unternommen. Doch möge nun Gott es wollen (inshaa'llah), dass diese unsere Absicht (niyet) so angenommen wird, als seien wir tatsächlich gefahren, sodass unser Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) und an der Risale-i Nur ein ebenso großes Verdienst erwerben wird wie die Wallfahrt selbst.

Zweitens:

Da wir bereits wiederholt geäußert haben: "Die Risale-i Nur ist ein machtvoller und wahrhaftiger

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Kommentar (tefthir) zum Qur'an", jedoch einige unaufmerksame (Leute) die eigentliche Bedeutung dessen nicht kennen, habe ich nun die Eingebung bekommen, diese Tatsache näher zu erläutern. Und diese Tatsache ist Folgende: Es gibt nämlich zwei Arten Qur'ankommentare.

Die erste ist die altbekannte Art Kommentare, wobei die Redewendungen im Qur'an und die Bedeutung seiner Worte und Sätze festgestellt, erklärt und erläutert werden.

Was aber die zweite Art Kommentare betrifft, so stellt sie mit machvollen Argumenten die Glaubenswahrheiten im Qur'an fest, erklärt und erläutert sie. Diese Art ist von sehr großer Bedeutung. Die allgemein bekannte Auslegung fasst manchmal diese Art kurz zusammen. Doch die Risale-i Nur betrachtet diese zweite Art als die unmittelbare Grundlage und ist eine spirituelle (auf der Wahrheit des Qur'an basierende) Auslegung, die auf beispiellose Weise alle halsstarrigen (gottlosen) Philosophen zum Schweigen verurteilt.

Drittens:

Diesen Morgen wollte ich etwas schreiben, konnte aber nicht. Nun aber ist diese Angelegenheit wieder aktuell geworden und Salim Bey, unser Verwalter, hat mir dazu die Erlaubnis erteilt. Morgen sollen also Husrev und Tahiri kommen, um ein Gesuch an den Ministerrat zu richten.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Sind etwa wir und die Risale-i Nur es, die rundum am gefährlichsten sind, sodass alle anderen Schriftsteller frei sind, etwas zu schreiben und alle Schichten (der Bevölkerung) sich ungestört versammeln dürfen? Doch ohne

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jeden religiösen Unterricht können Moslems nicht regiert werden, es sei denn mit einer absoluten Zwangsherrschaft oder durch eine unbegrenzte Bestechlichkeit. Denn ebenso wenig kann bis heute ein Moslem ein wahrhaft gläubiger Jude oder Christ werden. Vielmehr verliert er seinen Glauben und wird so voll und ganz verdorben. Desgleichen kann ein Moslem auch kein Bolschewist werden. Er wird vielmehr ein Anarchist und kann nicht anders mehr gelenkt werden als durch eine absolute Zwangsherrschaft. Wir Schüler der Risale-i Nur arbeiten sowohl für die Regierung und bemühen uns zugleich um die öffentliche Sicherheit und Ordnung und das Wohlergehen von Volk und Land. Die aber gegen uns sind, das sind die glaubenslosen Anarchisten und die Feinde des Volkes und des Landes. Wesentlich für die Regierung ist, dass sie uns nicht belästigt, sondern uns ganz in Schutz nimmt und uns beisteht.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Die Entlassung von Re'fet, Ed'hem und Bürhan und der Brüder Tjalishkan, Herausgeber der Risale-i Nur, zeigt, dass ihre Veröffentlichung nicht verboten ist und das Gericht nicht dagegen einschreiten kann. Und weiter ist sie ein Zeichen für ihren Beschluss, dass hier gar keine Organisation vorhanden ist. Und da es ferner, dadurch dass es unsere Angelegenheit noch in die Länge gezogen hat, die Aufmerksamkeit auf die Risale-i Nur gelenkt hat, was, wie eine offizielle Bekanntgabe, einer öffentlichen Einladung, sie weit und breit zu lesen, gleich kommt, hat es

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das Verlangen aller Bedürftigen angestachelt, sie zu studieren, was für uns und alle Gläubigen Vorteile erbracht hat, die alle unsere bisherigen Anstrengungen und Verluste hundertfach übersteigt. Möge Gott es wollen (inshaa'llah), dass dies ein Zeichen dafür sei, dass dieser heilige Unterricht eine geradezu unheimliche Wirkung auf die aggressiven Scharen von Irrlehrern hat, die in dieser Zeit weltweit zu einem furchtbaren und allumfassenden Angriff übergegangen sind.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder Re'fet, Mehmed Feyzi und Sabri!

Auf einen nachdrücklichen Hinweis und eine innerliche Ermahnung hin muss ich euch drei doch dringend darum bitten, um der Risale-i Nur willen, zu Ehren dieses Festes (bayram) und aufgrund unserer alten (freundschaftlichen) Rechte, euch darum zu bemühen, diese neuerliche fürchterliche Wunde zu heilen. Denn unsere versteckten Feinde verfolgen zwei Pläne... der eine ist der, mich durch Verleumdungen zugrunde zu richten und der zweite der, unsere Beziehungen zu einander einfrieren zu lassen. Hauptsächlich dadurch, dass ihr Husrev kritisiert, euch mit ihm streitet und euch von ihm beleidigt fühlt, (wollen sie erreichen, dass wir) uns voneinander trennen sollen. Darum sage ich euch: hätte Husrev auch tausend Fehler, würde ich mich dennoch scheuen, gegen ihn Stellung zu beziehen. Denn sich jetzt gegen ihn zu stellen, heißt, sich unmittelbar der Risale-i Nur entgegen zu stellen, sich gegen mich zu stellen und ist noch dazu wie ein gewaltiger Verrat zugunsten derer, die uns verderben wollen, weshalb mir ein derart seltsames Ding zugestoßen ist,

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dass nämlich mein Ofen ohne alle Ursache auseinander sprang. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass die letzte Schikane, die man mir zugefügt hat, aus eurem sinnlosen und noch dazu äußerst nachteiligen Mangel an Sinn für Gemeinschaft resultiert. Da hat einer hier, und besonders in Zelle sechs, seine furchtbare Hand im Spiel! Lasst mich an diesem Festtag (bayram) nicht weinen, sondern schließt rasch von ganzem Herzen Frieden.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Eigentlich wollte ich heute, dass wenigstens zwei, drei Brüder entlassen werden. Doch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) hat sie zu ihrem eigenen Besten zurück gehalten. So müssen wir also diesen Zustand (vasiyet) noch weitere zwanzig Tage (ertragen); ja das ist geradezu notwendig. Und notwendig ist auch, dass wir uns an diesen Festtagen zusammenfinden, und zwar sowohl für uns selbst als auch für die Risale-i Nur, für unseren Dienst und für unser physisches und psychisches Wohlergehen, damit wir unseren vollen Anteil an den Gebeten (dua) der Wallfahrer (Hadjji) empfangen mögen und die Risale-i Nur, die beschlagnahmt und nach Ankara geschickt worden ist, gerettet werde und damit auch diejenigen, die mit uns hier in unserer Bedrängnis mitempfinden und daher auch mit uns an der Risale-i Nur festhalten, an Zahl wachsen mögen. Das aber könnte nun der Beweis dafür sein, dass wir nicht unsere Zuflucht zu den Verrätern von Volk, Land und Glaube genommen haben und auch nicht mit ihren großen Fehlern einverstanden sind.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Was nun die maßlose, falsche und unberechtigte Kritik des Komitees der Sachverständigen betrifft, so haben sie - aufgrund eines besonderen Nervs für die Wahhabiten, nicht in der Lage Imam Alis (mit dem Gott zufrieden sein möge) ernsthaftes Interesse und seine Hochschätzung der Risale-i Nur zu ertragen und unter dem Einfluss eines grundlosen Misstrauens, das schon dazu geführt hatte, dass letztes Jahr Semsemwasser einfach weggeschüttet wurde und dieses Jahr auch die Wallfahrt (Haddj) verhindert wurde - ihre Einwände in ihrer von Falsch und Neid erfüllten Art auf den "Fünften Strahl" gerichtet. Unter diesen Umständen, in einer Zeit der Wirren und des Misstrauens, ist das Gefängnis für uns der sicherste (selamet) Ort. Möge es Gott wollen (insha-a'llah), dass die Risale-i Nur sowohl für uns als auch für sie die Freiheit erlangen lässt. Da die Risale-i Nur auf diese Weise, unter diesen harten Bedingungen und angesichts so vieler Gegner nun in einer geradezu einmaligen Weise sich selbst lesen lässt und ihre Schüler auf verschiedene Weise im Gefängnis arbeiten lässt und durch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) nicht erlaubt, zugrunde gerichtet zu werden, müssen wir insoweit dankbar und zufrieden sein anstatt zu klagen. Aus dieser Zufriedenheit erwächst entgegen all diesen furchtbaren Bedrängnissen meine Standhaftigkeit. (Und in dieser Zufriedenheit) mische ich mich in das, was Gottes Aufgabe (vazife-i Ilahiye) ist, nicht ein.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Von diesen beiden Kopien gehört eine mir und eine dem Herrn Direktor. Korrigiert die Kopie des Direktors entsprechend der Kopie, auf der (oben) am Anfang meine eigene Schrift zu sehen ist. Dieses Mal bemerkte ich bei der Lektüre des "Großen Zeichens (Ayatu-l'Kubra)", dass das Ende des Zweiten Kapitels und die geistigen Gespräche am Ende ganz besonders wichtig sind und habe aus ihnen einen großen Nutzen gezogen. Deshalb sollte sie einer von euch (Korrektur) lesen und der andere zuhören, sodass auch ihr euren Nutzen haben werdet. Durch diese Korrekturarbeit bleiben sie nicht ungenutzt liegen, vielmehr sollten sie immer zwei (Brüder) gemeinsam studieren.

Drittens:

Meine Kopie des "Zehnten Wortes", der Band mit den Briefen hier und die anderen (Schriften) sollten nicht verloren gehen oder ungenutzt liegen bleiben. Die Beaufsichtigung habe ich Djeylan überlassen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Gerade jetzt, wo ich in der "Djeldjelutiye"

{"Die Einzigartige (bedi'u)", eine Kasside von Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge. (A.d.Ü.)}

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بِحَقِّ تَبَارَكَ ثُمَّ نُونٍ وَسَآئِلٍ

{"Um der Wahrheit (der Suren) 'Gesegnet sei (Tebaraq aus der Sure 67 = Mulk)', sowie 'Nun (Sure 68)' und 'Sie fragten (Ve-s'Sa'il aus der Sure 70 = Ma'aridj)'."}

den (obigen) Satz aus dem sechsundzwanzigsten Vers lese, der auf (das sechsundzwanzigste Wort), eine Abhandlung über das Göttliche Vorherwissen (Risale-i Qader) hinweisen könnte, tauchte in meinem Herzen die Frage auf: "Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Sure 68 ثُمَّ نُونِ {"'Nun' usw."} und dem Wort (Söz = Abhandlung) «Qadr (Göttliches Vorherwissen)» und erhielt im gleichen Augenblick eine Eingebung. Ich begann also die Sure 68 zu lesen und wurde dabei gleich auf die Ayah

﴿ نٓ وَالْقَلَمِ وَمَا يَسْطُرُونَ ﴾

{"Nun. Beim Schreibrohr und dem, was man mit ihm schreibt" (Sure 68, 1)}

aufmerksam, die darauf hinweist, dass der Ursprung, die Basis und urewige Quelle, alle Bücher, der immerwährende Meister (ustadh) all dieser Schreibrohre und was sie schreiben, die Feder des Göttlichen Vorherwissens (qaderin qalemi) ist, während der Buchstabe Nun auf das Licht (Nur) und auf das Licht des urewigen Wissens (ilmi ezelinin nuruna) hin deutet. Das aber heißt, dass - gerade so wie وَالذَّارِيَاتِ {"...bei denen, die nach allen Seiten hin ausstreuen." (Sure 51, 1)} an die Abhandlung über die Atome (Zerrat Risalesi) denken lässt, und zwar mit einer starken Beziehung, die geradezu an einen Hinweis denken lässt, so lässt auch der

— 879 —

Buchstabe ن «Nun» an die Abhandlung über das Göttliche Vorherwissen (Risale-i Qader) denken, und zwar wiederum mit einem deutlichen Hinweis.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen, unerschütterlichen Brüder!

Erstens:

Dem Gedanken (sirr) اَلْخَيْرُ فِيمَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ {"Gut ist, was Gott gewollt hat."} entsprechend, liegt auch in der Verschleppung unserer Angelegenheit etwas Gutes. Mein Herz wünscht und die Freigabe der Risale-i Nur erfordert es so. Wenn ihr einander tröstet, eure Haltung aus innerer Kraft heraus stärkt, einander in Diskussionen (ilm) und angenehmen Gesprächen (sohbet) schult und dabei die Risale-i Nur abschreibt und weiter studiert, könnt ihr den Punkt dieser vorübergehenden Anstrengung (zahmet) abwischen und in Barmherzigkeit (rahmet) umwandeln

{Die beiden Buchstaben "ز (Z)" und "ر (R)" unterscheiden sich im Arabischen nur durch den Punkt über dem "(R)" voneinander. (A.d.Ü.)}

und so möge denn Gott es wollen (insha-a'llah), dass ihr diese vergänglichen (fani) Stunden erfolgreich in unvergängliche (baqi) Stunden umwandeln werdet (indem ihr sie mit Werten und einem Inhalt füllt, der euch für die Ewigkeit bleibt).

Zweitens:

Nachdem wir hier im Untersuchungsgefängnis die Festtagsglückwünsche ausgetauscht hatten, sandte ich (euch) ein wenig von dem Honig, der mir sehr

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viel bedeutet (weil er aus) meinem Heimatdorf Nurs kommt, zusammen mit Semsem(wasser), dass Zubeyir, dieser tapfere Mann aus Konya, mir geschickt hatte. Füllt also nun etwas Wasser in die Flasche und mischt es (mit dem Honig. Gebt noch etwas von dem Semsemwasser dazu). Dann trinkt mit "afiyet (Gottes Segen)".

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Von maßgeblicher Seite wurde eine maßgebliche und bedeutsame Frage gestellt. Man fragte mich daher: "Obwohl ihr doch gar keine Vereinigung seid und bereits drei Gerichtshöfe euch in diesem Punkt freigesprochen haben, hat man euch doch seit zwanzig Jahren beobachtet und unter Kuratel gestellt, während (die Gerichte) in sechs Bezirken sich da nicht weiter eingemischt haben. Trotz alledem besteht zwischen den Nurdjus ein wirklich wunderbarer Zusammenhalt, wie man ihn in sonst keiner Vereinigung, keinem Gremium (oder Untersuchungskomitee) vorfindet. Wir möchten, dass ihr dieses Problem löst."

Ich habe ihnen folgende Antwort gegeben: "Die Nurdjus sind kein Gruppen-Puppen-Spiel, schon gar nicht eine politische, weltliche (dunyevi) oder widerständlerische Vereinigung, errichtet um einem persönlichen oder gemeinschaftlichen Nutzen zu dienen, auch kein Gremium, und sie können es auch gar nicht sein. Jedoch sind sie die Nachkommen, die Söhne und Töchter der alten tapferen Männer, von Millionen, die voll Freude ihr Leben (ruh) für das Land und für den Islam eingesetzt haben und Märtyrer geworden sind. Sie haben diesen Opfermut geerbt, sodass sie nun diesen einzigartigen Zusammenhalt

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an den Tag legen und nun vor dem Gerichtshof in Denizli diese armen, elenden Mitbrüder an ihrer Stelle die folgenden Sätze sagen lassen konnten:

"Um der Wahrheit, {D.h. der Wahrheit des Qur'an willen. (A.d.Ü.)} für die Millionen heldenhafter (Menschen) ihren Kopf geopfert haben, sollten auch wir bereit sein, unseren Kopf zu opfern." So haben sie es in ihrem Namen gesagt und damit das Gericht in Staunen und Bewunderung zum Schweigen gebracht. Das aber heißt: Es gibt unter den Nurdjus tapfere Männer, die sich treu und wahrhaftig, nur um des Wohlgefallens Gottes (riza-yi Ilahi) willen in gläubigem Vertrauen für ein jenseitiges (Leben) einsetzen, sodass diese schrecklichen Komiteen der Freimaurer, der Kommunisten, (der Leute) des Verderbens, {einer westlich dekadenten Lebensweise (A.d.Ü.)} der Atheisten und der Tashnak {armenische Widerstandskämpfer (A.d.Ü.)} und ähnlicher, keine Möglichkeit finden konnten, ihnen Widerstand zu leisten, sodass sie sie nun mit Hilfe von Gummiparagraphen Zwietracht und Verderben säen wollen, indem sie den Gouverneur und das Gericht betrügen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie damit nichts erreichen werden, vielmehr den Grund dafür liefern werden, dass sich die Zahl derer, die sich für die Risale-i Nur und den Glauben (iman) hingegeben haben, noch vermehren wird.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Ich will euch von einer Frage und ihrer Antwort berichten, der ich vor vierzig Jahren einmal (begegnet bin) und

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die der Frage von gestern gleicht. In jener alten Zeit, als die Schüler des Alten Said so leidenschaftlich mit ihrem Meister (ustadh) verbunden waren, dass sie ihr Leben für ihn hingegeben hätten, war der Alte Said in der Lage, dem Komitat der Armenier rund um Van und Bitlis, also den Kämpfern der Tashnak, die zu einem hohen Einsatz bereit waren, ein "Halt!" zuzurufen und (ihre Aktivitäten) bis zu einem gewissen Grade zum Stillstand zu bringen. Er fand Mausergewehre für seine Schüler, und eine Zeitlang glich die ganze Medresse einer Kaserne, worin sich Gewehre zwischen den Büchern fanden, sodass ein General, der kam und das sah, sagte: "Dies ist keine Medresse. Es ist eine Kaserne." Aufgrund der Ereignisse in Bitlis wurde er misstrauisch und befahl: "Nehmt ihnen die Waffen ab!" So nahmen sie uns die fünfzehn Mausergewehre, die in unsere Hände gelangt waren, wieder ab. Ein, zwei Monate später brach der Große Krieg aus und wir bekamen unsere Gewehre wieder zurück. Wie dem auch sei...

Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen fragte man mich damals: "Dieses furchterregende, kampfbereite armenische Komitat hat Angst vor euch. Sobald ihr auf den Berg Erek steigt, ziehen sich diese tapferen Krieger vor euch zurück, verlassen die Gegend und gehen anderswo hin. Was für eine Macht besitzt ihr denn, dass so etwas möglich ist?"

Zur Antwort habe ich ihnen gesagt: "Da die armenischen Freischärler dieses einzigartige Opfer für ein vergängliches irdisches Leben bringen und für einen nur vorübergehenden Nutzen, einen negativen Nationalismus und für ihre Sicherheit und sich uns entgegenstellen, werden die Schüler, die für ein ewiges Leben und die positiven Interessen einer (welt)weiten heiligen islamischen Nation kämpfen und glauben, dass die vorherbestimmte Stunde nicht hinausgeschoben werden kann, sicherlich nicht hinter ihnen zurückstehen. Falls notwendig werden sie sicherlich stolz und ohne zu zögern diese sichere, vorherbestimmte

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Stunde und einige, wenige Jahre eines illusionären äußerlichen Lebens für Millionen Jahre eines wahren Lebens, Wohlseins und die Interessen von Milliarden ihrer Brüder im Glauben zum Opfer bringen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen, glaubensstarken und liebenswerten Brüder!

Seit zwei Tagen habe ich infolge einer schweren Grippe schreckliche Schmerzen sowohl in meinem Kopf als auch in meinem ganzen Körper. Da ich mich unter diesen Umständen mit meinen Freunden treffen möchte und in gewissem Grade trostbedürftig bin und Gemeinschaft brauche, war ich durch eine schreckliche Einsamkeit und diese Isolationshaft besonders eingeengt. Klagen wie die folgende kamen mir in mein Herz: "Warum leiden wir diese Qualen? Was ist der Nutzen für unseren Dienst?"

Da spürte ich heute morgen plötzlich folgende Eingebung in meinem Herzen: Euch dieser schrecklichen Prüfung zu unterziehen und immer wieder bis in die feinsten Feinheiten hinein auf den Prüfstein geschlagen zu werden, um herauszufinden "ist es Gold oder ist es Kupfer?", euch in jeglicher Hinsicht mit äußerster Strenge zu prüfen, eure Seelen (nefs) durch drei, vier Siebe zu sichten, ob sie "etwa eigene Interessen oder Zweifel hegen, oder etwa nicht?" ist außerordentlich wichtig für euren Dienst, der einzig und allein im Namen von Recht und Wahrheit (haqq ve haqiqat) geleistet werden darf, damit Göttliches Vorherwissen (Qader-i Ilahi) und die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) ihn gestatten können.

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Denn da wir nun einmal auf diesem Feld der Prüfungen unseren verstockten, ungerechten Gegnern, die nur nach einem Vorwand suchen, auf diese Weise zur Schau gestellt werden, wird nun einem jeden klar, dass (in unserem Dienst) kein Lug und Trug, keine Selbstgefälligkeit, keine Selbstsucht, kein Vorteil in dieser (dunyevi) oder in jener (uhrevi) Welt oder ein persönlicher Gewinn im Spiel ist, sondern einzig und allein aus Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit (haqq ve haqiqat) erwächst. Wäre er gleichsam verschleiert und verborgen geblieben, könnte man ihm die verschiedensten Gründe unterschieben. Die einfachen Gläubigen könnten nicht mehr in ihn vertrauen. Sie könnten dann sagen: "Vielleicht täuschen sie uns nur." Und auch die gebildeten Leute würden ihre Zweifel hegen. Vielleicht würden sie dann sagen, dass (diese Nurdjus diesen Dienst nur leisten), um sich gleich einigen Höhergestellten (maqamat) in ein günstigeres Licht zu setzen und damit Vertrauen zu erwerben, und könnten sich somit nicht mehr auf unseren Dienst verlassen. So fühlen sich denn nach dieser Prüfung selbst die verbohrtesten und argwöhnischsten Leute dazu gezwungen, (in unseren Dienst) zu vertrauen. So möge euch denn nun Gott (insha-a'llah) für eure Mühe tausendfachen Lohn gewähren!

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Während strikte Verbote bewirken sollen, dass sich die Leute überall von mir abwenden, hat ein Zeitungsartikel über einen Zwischenfall in meiner Kriegsgefangenschaft

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das öffentliche Interesse wieder angefacht. Gerade gestern wieder sagten drei Beamte, die besonders darauf aus sind, uns und insbesondere meine Person zu beleidigen: "Die Leute laufen zusammen, wenn Said sich am Fenster zeigt und sehen ihn an. Er soll nicht am Fenster stehen, oder wir werden ihn in eine andere Zelle verlegen." So sagte es mir der Oberaufseher. Aber macht euch deswegen keine Sorgen. Ich bin entschlossen, alle Schwierigkeiten zu ertragen. Möge Gott es wollen (inshaa'llah), dass sich unsere Plagen durch den Segen eurer Gebete in Freude verwandeln werden.

Dieses Vorkommnis während meiner Kriegsgefangenschaft ist in der Tat wahr. Da ich aber keine Zeugen zur Verfügung habe, habe ich das auch nicht bis ins Einzelne beschrieben. Ich wusste zunächst nicht, dass bereits ein Erschießungskommando zu meiner Hinrichtung gekommen war. Das habe ich erst später erfahren. Doch dann hat der russische Kommandant etwas auf russisch gesagt, um sich zu entschuldigen, was ich aber nicht verstanden habe. Das heißt, der damals anwesende muslimische Major, der dann später diesen Bericht an die Zeitung weitergab, verstand, dass der Kommandant immer wieder "Verzeihung" gesagt hatte.

Meine Brüder, wenn ich mit der Risale-i Nur beschäftigt bin, vermindert sich meine innere Unruhe. Das aber heißt, dass es unsere Aufgabe ist, uns mit der Risale-i Nur zu beschäftigen und den vergänglichen Dingen keine Bedeutung beizumessen, geduldig zu sein und Dank zu sagen.

Said Nursi
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Ein Staunen erregender Zug in Bediüzzamans Charakter

Der folgende Artikel erschien am 15.10.1948 in der Zeitung "Ehl-i Sünnet (Der Traditionalist)", dessen Besitzer als Rechtsanwalt tätig ist.

Während des Ersten Weltkriegs wurde ich {also der Verfasser dieses Artikels (A.d.Ü.)} in der Gegend von Bitlis verwundet und geriet in Gefangenschaft, und zwar am gleichen Tag, an dem auch Bediüzzaman in Gefangenschaft fiel. Er wurde nach Sibirien geschickt und fand sich dort (an der Kostroma, einem Nebenfluss der Wolga) in dem größten Kriegsgefangenenlager wieder. Ich selbst war in Baku auf der Insel Nangün. Eines Tages besichtigte Nikolaj Nikolajewitsch dieses Lager, um die Gefangenen zu sehen. Doch als er an Bediüzzaman vorüber ging, schenkte dieser ihm keinerlei Beachtung und rührte sich nicht vom Fleck. Das zog die Aufmerksamkeit des Kommandanten auf sich. Der ging unter einem Vorwand ein zweites Mal an ihm vorüber. Und (Bediüzzaman) rührte sich wieder nicht. Beim dritten Mal blieb er schließlich stehen und mit Hilfe eines Dolmetschers entspann sich folgender Dialog:

- "Kennt er mich nicht?"

- "Ich kenne Euch sehr wohl: Ihr seid Nikolaj Nikolajewitsch, der Onkel des Zaren und der Oberkommandierende an der kaukasischen Front."

- "Und warum beleidigt er mich dann?"

- "Verzeiht mir! Ich wollte Euch keineswegs beleidigen. Ich tue nur, was die Heiligkeit (muqaddes) meiner Berufung mir befohlen hat."

- "Was hat die Heiligkeit der Berufung befohlen?"

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- "Ich bin ein islamischer Gelehrter. Ich habe einen Glauben (iman) in meinem Herzen. Ein gläubiger Mensch ist besser als ein ungläubiger Mensch. Wäre ich aufgestanden, hätte ich mich vor dem Heiligen als respektlos erwiesen. Darum bin ich nicht aufgestanden."

- "In diesem Fall hat er mich einen Ungläubigen genannt und dadurch mich selbst, das Heer, mein Volk und auch den Zaren beleidigt. Deswegen wird er sich vor dem Kriegsgericht verantworten müssen." Danach wurde auf seinen Befehl hin das Kriegsgericht einberufen. Türkische, deutsche und österreichische Offiziere im Hauptquartier wandten sich persönlich an Bediüzzaman und ersuchten ihn dringend, sich bei dem Oberkommandierenden zu entschuldigen. Die Antwort, die er ihnen gab, war folgende:

- "Ich möchte in das jenseitige Land (akhiret) hinüberziehen und in die Gegenwart des Propheten gelangen. Dazu benötige ich einen Pass. Ich kann mich nicht entgegen meinem Glauben (iman) verhalten."

Dem entgegen wagte niemand mehr noch etwas zu sagen und so warteten alle auf das Ergebnis. Das Verhör ging zu Ende. Man verurteilte ihn wegen Beleidigung des russischen Zaren und des ganzen russischen Heeres zum Tode. Da sagte er zu dem Offizier, der die Soldaten des Erschießungskommandos befehligte, das gekommen war, um das Urteil zu vollstrecken, voller Freude: "Gib mir noch fünfzehn Minuten Zeit, um meine Pflicht (vazifah) zu tun." So vollzog er denn die rituelle Waschung (abdest) und verrichtete die beiden Gebete (reka'ah namaz). Da trat Nikolaj Nikolajewitsch zu ihm, richtete das Wort an ihn und sagte zu ihm:

- "Er möge mir verzeihen! Ich hatte geglaubt, er habe sich so verhalten, weil er mich beleidigen wollte. Darum habe ich ihn auch nach Gesetz so behandelt. Doch nun habe ich verstanden, dass er nur seinem

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Glauben (iman) entsprechend so gehandelt hat und getan hat, was der Heilige ihm befohlen hat. Sein Urteil ist aufgehoben! Er ist ob der Aufrichtigkeit seines Glaubens (dini salahat) aller Ehren wert. Ich habe ihn (in diesem Leben, das er nach seinem Glauben führen wollte) aufgestört. Ich möchte ihn deshalb abermals darum bitten, mir zu verzeihen."

Ein Major, einer von seinen Kriegskameraden, beschreibt diesen edlen Charakterzug und seine Glaubenstreue, die ein würdiges Beispiel für alle Muslime ist, so wie er es (mit eigenen Augen gesehen und) bezeugt hat. Nachdem ich (diese Erzählung) gehört hatte, füllten sich meine Augen ungewollt mit Tränen.

Abdurrahim

Obwohl uns Ustadh nicht beauftragt hat, diesen Zeitungsartikel hier anzuführen, haben wir ihn dennoch hier eingefügt, weil er sehr interessant, lehrreich und bewegend ist.

Husrev

Meine Brüder!

Zum einen habe ich bereits meinen Appetit verloren, und da zum anderen Geschenke mich nur aufregen, sende ich euch von meinem Anteil drei Portionen Butter, einen Korb Trauben, eine Kiste Äpfel, zwei Päckchen Tee und etwas Zucker. Ich wollte euch das zuerst als ein Geschenk geben. Dann habe ich aber nachgefragt (und erfahren, das ihr das alles selbst) habt. So werde ich also (von dem, was diese Dinge) Wert sind, Joghurt, Eier, Brot u.dgl. Dinge mehr kaufen, damit die Medressetu-z'Zehra sich nicht gekränkt fühlt und nicht sagen solle: "Er hat unsere Gaben (verschmäht und) nichts davon gegessen. Verkauft also diese Gaben an die Bedürftigen. Ihr könnt sie auch etwas billiger abgeben. Verkauft sie denen, die

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es wirklich nötig haben, sodass die Gaben der Medressetu-z'Zehra und ihrer verschiedenen Zweigstellen in zweierlei Hinsicht gesegnet seien, nämlich als ein Heilmittel sowohl für mich als auch für die Käufer. Husrev soll (den Verkauf) überwachen, und Djeylan und Hifsi sollen (die Dinge) verkaufen.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Was den Artikel betrifft, der über mich in der Zeitung gestanden hat, so habe ich jetzt dazu die folgende Eingebung erhalten: Wenn auch ein mächtiger (djebbar) russischer Kommandant angesichts der Würde deines Glaubens (izzet-i iman) seinen Ärger hinunterschluckte und sich entschuldigte, und wenn auch die offiziellen Organe die so mächtigen, wahrhaftigen Lehren der Risale-i Nur gesehen haben, hundertmal besser als ich selbst sie hätte geben können, aus denen ein Mensch standhaften Glauben schöpfen kann, und dennoch in ihrer Halsstarrigkeit verharren und die Dinge nicht in ihrem Herzen gerecht betrachten wollen, so wird sicherlich nichts anderes als die Strafe der Hölle sie noch reinigen können. Denn die Strafe für ein so gewaltiges Verbrechen könnte nicht in einem so kurzen Leben bezahlt werden. Denn Butter, die ranzig geworden ist, isst man nicht mehr, jedenfalls nicht wie Milch, aus der man Joghurt gemacht hat. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass die Risale-i Nur die meisten von ihnen retten wird, ehe bevor sie ins Verderben gehen.

Zweitens:

Mehmed Feyzi soll an Bedri schreiben und ihm sagen, dass ich all diejenigen, die er in seinem Brief erwähnt, auch in meine Gebete (dua) mit einschließe. Und auch sie sollten für mich beten (dua).

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Ich empfing eine Eingebung, ich solle doch dieses einerseits lehrreiche Verhalten und die andererseits so erstaunliche Behandlung beschreiben, die man meiner Person in meinen beiden Gefangenschaften (im Krieg und in der Haftanstalt) zuteil hat werden lassen. Es war dies folgendermaßen:

Wir lagen in Russland an der Kostroma zusammen mit neunzig gefangenen Offizieren in einer Halle. Von Zeit zu Zeit gab ich diesen Offizieren eine Unterweisung (ders). Eines Tages kam der russische Kommandant, sah das und sagte: "Dieser kurdische Kommandant eines Freiwilligenbataillons hat einmal viele unserer Soldaten im Feld gelassen. Und jetzt gibt er ihnen hier politischen Unterricht. Ich verbiete das. Er darf keinen Unterricht erteilen." Zwei Tage später aber kam er wieder zurück und sagte: "Da euer Unterricht nicht politisch ist, sondern religiös und moralisch, mögt ihr also weitermachen." Und erteilte die Erlaubnis.

Während meiner zweiten Gefangenschaft hier in diesem Gefängnis verbat der (zuständige) Justizvollzugsbeamte einem meiner mir eng vertrauten Brüder, zu mir zu kommen, obwohl er doch seit zwanzig Jahren meine Lesungen gehört hatte und einen besseren Unterricht (ders) erteilt als ich. Man gestattete noch nicht einmal einem Diener, mir in meinen notwendigen Bedürfnissen (wie Wasser oder Essen) behilflich zu sein, damit niemand von mir unterwiesen werden könne. Dabei lässt doch die Risale-i Nur keine Notwendigkeit zu noch weiterem Unterricht (ders) mehr übrig; und es gibt auch gar nichts mehr zu unterrichten, auch kein Geheimnis mehr, das noch verborgen wäre. Wie dem auch sei: die derzeitigen Umstände

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sind der Grund, es hier nun mit dieser langen Geschichte kurz zu machen.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Schon zwei-, dreimal habe ich völlig unerwartet einen sehr bedeutsamen Geisteszustand (halet-i ruh) durchleben müssen. So war es auch, als es mich vor dreißig Jahren in Istanbul trieb, auf den Berg Yusha zu steigen und das attraktive Gesellschaftsleben im Haus der Weisheit (Daru-l'Hikmet) dort in Istanbul zu verlassen und ich es mir noch nicht einmal erlauben konnte, den (inzwischen verstorbenen) Abdurrahman bei mir zu behalten, der auch in Istanbul war und der erste Schüler der Risale-i Nur und stets zu einem Opfer bereit gewesen war, um mir zu dienen, (wann immer es) notwendig wäre. Und so beginnen sich nun wieder die ersten Anzeichen jener einzigartigen geistigen Wandlung (zu zeigen), welche die Charakterzüge des Neuen Said sichtbar werden ließen. So denke ich denn, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass ein dritter Said hervortreten möchte, der nun die Welt ganz und gar verlassen will. Das aber heißt, dass die Risale-i Nur und ihre stets zu Opfern bereiten Schüler meine Aufgabe (vazifah) von meinen Schultern nehmen und selbst wahrnehmen werden. Jedenfalls kann jedes in sich abgeschlossene Kapitel der Risale-i Nur und jeder ihrer unerschütterlichen, aufrichtigen Schüler einen besseren Unterricht (ders) erteilen als ich.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Erstens:

Anhand einiger Zeichen nehme ich an, dass man von den Bänden, die bisher veröffentlicht worden sind, besonders dem Wegweiser für die Jugend die höchste Bedeutung beimisst. So denke ich denn, dass die Hüve Nüktesi (Anmerkung über «Hu») unseren heimlichen atheistischen Feinden das Kreuz gebrochen und den Götzen (Taghut) "Natur", der ihre Stütze und Basis ist, vernichtet hat. Denn obgleich es noch in gewisser Weise möglich war, ihn in der dunklen Erde zu verstecken, so war es doch (nach Erscheinen) der Hüve Nüktesi (eine Abhandlung über die Luft) in gar keiner Weise mehr möglich, diesen Taghut in dieser klaren Luft zu verstecken. Demzufolge und aufgrund ihres hartnäckigen Unglaubens und ihres geradezu verbohrten Abfalls vom Glauben (Apostasie) täuschen sie die Justiz und hetzen sie gegen uns auf. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass die Risale-i Nur die Justizbehörden für uns gewinnen und die Angriffe (der Gottlosen) ins Leere laufen lässt.

Zweitens:

In letzter Zeit sind sowohl die Veröffentlichung in der «Ehl-i Sünnet (einer ägyptischen Zeitung)» als auch in den hiesigen Zeitungen und auch Zubeyirs feurige Verteidigungsrede, die sich alle mit der Risale-i Nur befassen, zu einer guten Bekanntgabe geworden. Schaut doch einmal an meiner Stelle nach den Artikeln über uns, die mir gefallen könnten, und informiert mich über sie.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder Mehmed, Mustafa, Ibrahim und Djeylan!

Erstens:

Gestern habe ich euch in ein hitziges Gespräch (sohbet) vertieft gesehen. Ich war deswegen sehr glücklich und zufrieden. Ich habe euch so mit Freuden zugehört, als wäre ich mitten unter euch gewesen. Plötzlich bemerkte ich, dass es auf beiden Seiten (Leute gab), die euch zuhörten. Das dauerte etwa eine halbe Stunde. Ich war beunruhigt und sagte mir in meinem Herzen: Mag sein, dass unter denen, die da zuhören, ein Spion ist, der aus einem Korn eine ganze Kuppel zu machen und (den Dingen) eine falsche Bedeutung beizumessen weiß. Er schenkt ihnen zwar ein aufmerksames Ohr, doch weil die Brüder nicht vorsichtig genug sind und sich an ihren Gesprächen (sohbet) erfreuen, (die heimlichen Lauscher) nicht beachten und gar nicht aufpassen, schicke ich euch diesen Hinweis. Ich weiß, dass ihr, Gott sei Dank (elhamdulillah), keine gefährlichen Reden geführt habt. Doch unter diesen heiklen Umständen muss man schon vorsichtig sein.

Zweitens:

Aus einem Brief, den Hodja Hassan geschrieben hat, entnehme ich, dass seine gute Meinung (husn-u zan), die er von mir hat, hundertmal größer ist, als mir zusteht, und dass er die Risale-i Nur in der gleichen Weise herausgeben will, wie der verstorbene Hassan Feyzi, dieser tapfere Mann aus Denizli. So möge denn Gott wollen (insha-a'llah), dass uns nun auch in Afyon einige Hassan Feyzi erwachsen, Afyon also nicht hinter Denizli zurückbleibt und unsere Mühsal (zahmet) in Labsal (rahmet) umgewandelt wird.

Said Nursi
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Brüder!

Ich hatte kein Interesse an den Zeitungen. Doch in letzter Zeit haben die sowohl in der «Ehl-i Sünnet (der Traditionalist)» als auch in der «Sebilu-r'Reshad (der Weg der Rechtleitung)» über uns erschienenen Artikel diese heimlichen, uns feindlich gesinnten Atheisten in ihrem Neid geradezu verwirrt. Nun mache ich mir Sorgen, dass diese möglicherweise etwas unternehmen werden, um unsere Freunde (die Journalisten) zum Schweigen zu bringen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Ein wahrer Trost, der die Bedrängnisse, die mich plagen, zunichte macht.
Erstens:

Unsere Trübsal (zahmet) verwandelt sich in Labsal (rahmet).

Zweitens:

Jener Frohsinn (ferah), der sich in der Gerechtigkeit (adalet) göttlichen Vorherwissens (qadr) findet, und in der Zufriedenheit (ridha), (die sich einstellt, wenn man sich ihr) anvertraut (teslim).

Drittens:

Jene Heiterkeit, die aus der Besonderheit erwächst, dass den Nurdjus Gottes besondere Gnade (inayet-i hassan) zuteil wird.

Viertens:

Jene Freude (die sich einstellt), weil selbst noch der Niedergang nur vorübergehend ist.

Fünftens:

Bedeutende Verdienste (sevab)

Sechstens:

Sich nicht einmischen in das, was Aufgabe (vazifah) Gottes ist.

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Siebentens:

Angesichts auch der schwersten Angriffe nur unbedeutende Schwierigkeiten und kleinere Wunden zu erleiden.

Achtens:

Im Vergleich zu den von härteren Schicksalsschlägen (musibet) Betroffenen (haben wir es) um ein vielfaches leichter.

Neuntens:

Nachdem wir in unserem Dienst am Glauben und in der Risale-i Nur schwer geprüft worden waren, ging daraus ein hoher Bekanntheitsgrad (der Risale-i Nur) hervor, woraus unsere Freude erwächst.

Diese neun geistlichen Freuden sind uns eine so milde Salbe, eine so süße Arznei, wie sie sich gar nicht beschreiben lässt; und sie erleichtert unsere schweren Qualen.

Said Nursi

Meine lieben, getreuen, unbeirrbaren (metin) Brüder!

Auch in zehn Monaten konnten die Heuchler, denen es gelungen war, einen Vollzugsbeamten auf ihre Seite zu ziehen, mit all ihren Intrigen selbst nicht den jüngsten unserer Schüler erschüttern. Ihre Verleumdungen sind ohne Bedeutung. Im Vergleich zu den hundert Lügen, die wir ihm nachgewiesen haben, entdeckte er in unseren Briefen nur einen einzigen Fehler, und der ging auf die falsche Wiedergabe in einer Zeitung zurück, die schrieb, der Gouverneur sei befördert worden. Hier lag also der Fehler bei der Zeitung. Wie dem auch sei: so wie solche Verleumdungen von solchen Leuten auf uns nicht eine von tausend Auswirkungen haben können, so möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass sie im Umkreis der Risale-i Nur keinen Schaden anrichten werden. So wie ich euch bereits gesagt habe, sollt ihr der verleumderischen Schrift des Vollzugsbeamten keine weitere Bedeutung beimessen; sie sollte eure Gedanken nicht in Verwirrung bringen.

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Sollte es in meiner Verteidigungsschrift noch einen Punkt geben, den ich noch nicht behandelt habe, so könnt ihr dazu eine kurze Antwort geben. Und sagt auch: "Said sagt: um die drei Gerichtshöfe nicht zu verärgern, die uns bereits freigesprochen und auch die Risale-i Nur Werke wieder freigegeben hatten, oder sie in ihrer Kompetenz in Zweifel zu ziehen, werde ich (der ganzen Angelegenheit) keine weitere Bedeutung beimessen, indem ich zu dieser böswilligen Anklageschrift Stellung nehme. Meine umfangreiche Verteidigungsschrift, besonders aber die zehn Punkte, die auf die Ungesetzlichkeit verweisen, sind eine vollständige und perfekte Antwort."

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Erstens:

Es ist eine Gnade Gottes (inayet), dass ich die (Verlesung all der) Verleumdungen in der Anklageschrift dieses Mannes nicht gehört habe. Ich hätte sonst sehr heftig darauf reagiert. Ich habe also zu dem Präsidenten (des Gerichtshofes) gesagt, dass ich ihn vor Gericht stellen werde, d.h. wegen seiner Ungerechtigkeit vor das Große (Welt)Gericht und wegen seiner Gesetzlosigkeit vor das irdische Gericht. Und der Grund dafür, dass ich zu ihm gesagt habe, dass ich keinen Rechtsvertreter habe, war der, dass unser Advokat uns alle gemeinsam in jedweder Angelegenheit vertritt, dass aber auf die Angriffe, die sich ausschließlich gegen meine eigene Person richten, auch nur ich allein entgegnen kann. Teilt dies bitte Ahmed Hikmet mit.

Zweitens:

Gegen die Beschuldigungen des Staatsanwalts genügen unsere früheren Verteidigungsschriften.

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Drittens:

Mustafa Osman und Djeylan schrieben mir, dass sie unter ihnen, so wie sie sie verstanden haben, kein Unwohlsein verursacht haben und auch im Kreise der (Schüler) der Risale-i Nur keine negative Wirkung hervorrufen werden. Ich habe den tapferen Tahiri getroffen. Er ist auch der gleichen Meinung. Ich mache mir Sorgen, wie Husrev, die beiden Feyzi und Sabri (diese Angelegenheit aufgenommen haben).

Viertens:

Ich meine, dass es deshalb, weil heute Unglauben und Irrlehren in Form von Gruppen und Vereinigungen uns angreifen, Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi) bewirkt, dass sie uns nun mit einer so massiven Ungerechtigkeit und der Beschuldigung quälen, eine politische Organisation zu sein. Das aber heißt, dass nun eine ganz besonders große Notwendigkeit besteht, dass die Leute des Glaubens ihre Einheit (ittihad) finden. Da wir von dieser Wahrheit (haqiqat) nichts gewusst hatten, haben wir aus der (Hand des) Göttlichen Vorherwissens (qader) diese Ohrfeige der Gerechtigkeit (adalet) empfangen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

In einer Zeit, da eine despotische Regierung die Menschen von der Wallfahrt abhält, Semsemwasser wegschütten lässt, zulässt, dass man uns schweres Unrecht antut, darüber hinwegsieht, wenn der "Dhu-l'Fikar" und die "Leuchte des Lichtes (Siradju-n'Nur)" beschlagnahmt werden, Beamte befördert, die uns böswilliger und ungesetzlicherweise misshandeln, die Stimme nicht hören, die aus unserem Hause dringt, wenn unser Zustand

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zu einem lauten Weinen wird, die unsere Unterdrückung zum Ausdruck bringt, ist der ruhigste Ort das Gefängnis. Nur wenn es nun noch möglich wäre, uns in ein anderes Gefängnis zu verlegen, wäre das unsere vollkommene Sicherheit (selamet).

Zweitens:

Gerade so wie sie auch noch die am entferntesten Stehenden gegen unseren Willen unsere privatesten Schriften (mahrem risaleler) haben lesen lassen, so bestehen sie auch darauf und zwingen uns geradezu dazu, eine Gemeinschaft zu bilden. Wir aber haben nicht das geringste Bedürfnis, eine Vereinigung zu sein oder ein Komitee zu bilden. Denn unter den Nurdjus hat sich die islamische Bruderschaft durch eine Gemeinschaft in der Vereinigung (ittihad) aller Gläubigen durch ihre Aufrichtigkeit (khalisane) und durch ihre Opferbereitschaft (fedakarane) in hohem Grade entfaltet. Denn in jener mächtigen Hingabe, die sie von Millionen ihrer Vorväter geerbt hatten, sind die Schüler der Risale-i Nur an die Wahrheit gebunden, für die ihre Vorväter ihr Leben (ruh) in vollkommener Hingabe (kemal-i ashk) geopfert haben, sodass bis heute kein Bedürfnis zurückgeblieben ist, einen öffentlichen Verein, eine politische Vereinigung oder ein Komitee zu gründen, sei es nun geheim oder für jedermann zugänglich. Das aber heißt, dass jetzt eine solche Notwendigkeit besteht, denn Göttliches Vorherwissen (qader-i Ilahi) hat sie geschaffen, um uns dadurch in Schwierigkeiten zu bringen. Sie tyrannisieren uns mit ihren Beschuldigungen einer imaginären politischen Organisation. Was aber das göttliche Vorherwissen (qadr) betrifft, so hat es uns mit seiner Hand geschlagen und dabei gesagt: "Warum ist denn eure Aufrichtigkeit nicht vollkommen, eure gegenseitige Unterstützung nicht vollkommen? Warum seid ihr denn keine vollkommene Partei Gottes (Hisbullah)?" So wirkt sie Gerechtigkeit.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Ich wusste ja nicht, dass ihr Trost braucht. Stärkt also einander in eurer inneren Kraft. Das ist genug. Die Tafel, die ich mir gegenüber an der Wand hängen habe, ist auch für mich genügend. Es ist ja (leicht) zu verstehen, dass dieser letzte Angriff vollkommen ungerecht und gegen jedes Gesetz und lediglich das (Ergebnis) von Verdächtigungen und (ein Ausdruck) ihrer Schwäche war, (in der Absicht) uns (auf diese Weise) einzuschüchtern. Die Haltung der Leute und der Polizei aber war die einer Art von Protest gegen diesen sinnlosen Angriff.

Zweitens:

Genügt meine Verteidigung auch (als eine Antwort) auf diese neuen Beschuldigungen? Sind denn auch Zubeyir und die Rechtsanwälte tätig? Sind sie vielleicht ängstlich, oder nicht? Sie sollten sich aber überhaupt keine Sorgen machen. Angesichts all der Dinge, deretwegen sie uns beschuldigt haben, müssten sie eigentlich alle anklagen, die an der Bruderschaft aller Gläubigen Anteil haben, ja sogar die Vereinigungen der Imame und die Schüler aller Lehrer (ustadh) und Gelehrten (muallim). Das heißt, dass ihre Gegner bereits eine große Kraft entfaltet haben, sodass man in panischer Furcht anstelle tatsächlicher Vorfälle nunmehr außergewöhnliche Wahrscheinlichkeiten vorgibt.

Drittens:

Nach meiner eigenen Ansicht sollten wir noch bis zum Frühling im Gefängnis bleiben. Es kommt ja doch im Winter alles zum Stillstand. Möge dann Gott wollen (insha-a'llah), dass die göttliche Gnade (inayet-i Ilahiye) uns wieder zu Hilfe kommt.

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Ein Brief von Husrev

Unser geliebter Herr und Meister!

Während es die Hauptaufgabe der Gelehrten im Komitee der Sachverständigen gewesen wäre, die Gläubigen und besonders die "Träger des Qur'an" {die den Qur'an lesen, lehren und auslegen (A.d.Ü.)} zu verteidigen und zu beschützen, haben sie mit ihren böswilligen Berichten über uns die Justizbehörden in Afyon dazu gebracht, uns ihre ganze Aufmerksamkeit zuzuwenden und Euch, geliebter Meister acht Monate lang unter schweren Repressalien (gefangen) zu halten. Auch sind sie der Grund dafür, dass wir, Eure Schüler (mit Euch) zusammen im Gefängnis zu Afyon in beständiger Haft (gehalten werden). Sie haben die nicht zu leugnenden wunderbaren Wahrheiten der Risale-i Nur mit neidvollem Blick studiert. Ohne Zweifel war der Schriftwechsel von Euch, unserem geliebten Meister, über diesen Bericht, der die Justizbehörden von Afyon (zu Eurem großen) Bedauern gegen uns aufgestachelt und provoziert hat, und gegen den Ihr (dann ja wieder) Stellung nehmen musstet, ein Zeichen Eurer Liebe (shefqat). Lassen wir einmal beiseite, dass (sie Euch), unseren geliebten Meister (ustadh), der nun schon seit 25 Jahren mit nur einer Handvoll Schülern gegen unsere heimlichen Feinde kämpft, und die Risale-i Nur, die die größten Wahrheiten des Qur'an zum Inhalt hat, nicht verteidigt haben, so werden Eure wenigen Fragen, obwohl es zwar Euer Recht ist, diesen Gelehrten, die in diesen gefährlichen Zeiten gegen uns Front gemacht haben, eine ganze Reihe von Fragen zu stellen, nichts erreichen, außer die Gelehrten zu warnen. Die besondere Gnade (inayet-i hassa), die Gottes Güte (ihsan-i Ilahi) ist, die

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aus Quellen empor sprudelt, die wir gerade jetzt, in diesen heiklen Zeiten besonders nötig haben, verwandelt unsere Verzweiflung in Stolz (izzet) und hat sich erneut hier im Gefängnis zu Afyon gezeigt. Die Erde, die nun schon seit acht Monaten nicht mehr gebebt hatte, zürnte heute wieder und hat sich zweimal geschüttelt, so wie Ihr die Beben beschreibt, die sich immer dann ereigneten, wenn Ihr, unser geliebter Meister, und die Risale-i Nur angegriffen wurden. Auch wir sind Zeugen dessen geworden, und das hat unsere Hoffnung gestärkt. (So hatte denn Gott in Seiner Güte) Mitleid mit Eurer offensichtlichen Einsamkeit und Ohnmacht angesichts dieser schrecklichen Attacken Eurer grausamen Feinde, die danach dürsten, sie zugrunde zu richten, eilte Euch zu Hilfe und bestätigte (unterstützt) vom Beben der Erde Eure Sache. Und so brachte ich denn die gute Nachricht eines "unser ist der Sieg", was durch Ihre gesegnete Feder in einer göttlichen wie engelgleichen Macht dargestellt wurde, was uns unserem geliebten Meister gegenüber wahrhaft dankbar gemacht hat.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der beständige ist Er, der bleibt und besteht."}

Mit all seinen Fehlern und Mängeln stets Euer Schüler

Husrev

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Erstens:

Was heute notwendig ist, das sind Vorsicht, Besonnenheit und gegenseitige Beratung.

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Zweitens:

Ich habe eine Eingebung bekommen, dass mir Zubeyir anstelle meines verstorbenen Neffen Abdurrahman gegeben wurde, und Djeylan anstelle meines verstorbenen Neffen Fuad. So habe ich denn meine Arbeit hier ihnen überlassen.

Drittens:

Ich habe eine Nachricht erhalten, dass der Gerichtshof jenen bekannten Brief, der sich am Anfang (des Buches) "Das Gastmahl des Qur'an (Ma'idatul'Qur'an)" findet, das Ahmed Feyzi, der ja sehr fleißig, aber doch ein wenig unvorsichtig ist, zum Vorwand genommen hat, um (zu sagen): "Said hat die Lobeshymnen und dergleichen mehr über sich selbst, bestätigt." Und mir daraus (den Strick) zu meiner Verhaftung gedreht. Ich habe schon mehrfach gesagt, dass Ahmed Feyzi vor allen Dingen erklärt hat, dass dieser Brief (in seinem Buch von Ustadh) geschrieben wurde, um (einen Teil) derartiger Briefe über sich selbst nicht zu akzeptieren und, den anderen Teil etwas abzumildern, durch den er völlig unnötigerweise ihren Zorn erregt hat. Doch könnte ich auch tausend Fehler bei ihm finden, würde ich mich doch nicht durch ihn gekränkt fühlen. Um der Risale-i Nur keinen Schaden zuzufügen, ist es jedoch notwendig, dass er sich nicht so unvorsichtig und übermütig verhält.

Viertens:

Bruder Ahmed Feyzi, dieser (so besonders) mutige Mann unter (allen) die Feyzi (heißen), sollte sich in der Medresse, die Tahiris Zelle ist, auch so wie Tahiri verhalten. Auch sollte er anstelle der bereits entlassenen (Schüler) diejenigen Schüler (die sie bis zu ihrer Entlassung unterrichtet hatten) dazu ermuntern, ihren Unterricht (fortzusetzen), den Qur'an (zu lesen) und die Risale-i Nur weiterhin abzuschreiben. Die Schreibhefte für die neu (gewonnenen) Schüler, die er mir gestern geschickt hat, haben meinen traurigen Zustand (hal) in Freude verwandelt. Gelobt sei Gott (elhamdulillah), habe ich da gesagt.

Dieses Mal findet der Angriff in einem weit größeren Rahmen statt. Der Regierungspräsident (Reis-i Hükumet) und sein Kabinett greifen uns aufgrund ihrer furchtbaren

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Verdächtigungen nun planmäßig an. Aufgrund einer Nachricht und vieler Hinweise haben die versteckten Heuchler durch fälschliche Berichte und mit ihren Intrigen es so dargestellt, als ob wir mit dem Kalifatskomitee und der geheimen Organisation des Nakshibandi-Ordens eng verbunden seien, ja sogar ihr Bannerträger und dadurch die Regierung in den Alarmzustand versetzt. Als Beweis führen sie aus, dass die umfangreichen Bände der Risale-i Nur in Istanbul gebunden, über die ganze islamische Welt verbreitet werden und dort überall willkommen sind, womit sie die Regierung in Angst (und Schrecken) versetzt und erreicht haben, dass die eifersüchtigen Hodjas (vom Amt für religiöse Angelegenheiten) und die (bereits) misstrauischen Beamten sich gegen uns gekehrt haben. Sie waren der Meinung, dass zahlreiche Dokumente und Hinweise ans Licht kommen würden und dass ich es dann in den Adern des Alten Said nicht mehr länger aushalten könnte und nun das unterste zu oberst kehren würde. Doch sei Gott dem Gerechten unendlicher Dank dafür, dass er diese ganze üble Lage von tausend zu eins herabgemindert hat. Bei all ihren Untersuchungen haben sie nichts entdecken können, was uns mit irgendeiner Vereinigung oder Gesellschaft in Verbindung hätte bringen können. Es gab nichts, was sie hätten finden können. Der Staatsanwalt war daher gezwungen, zu Lügen und Verleumdungen Zuflucht zu nehmen, die Dinge verkehrt auszulegen und Unterstellungen über irgendwelche Kleinigkeiten zu verbreiten, für die man niemanden verantwortlich machen kann.

Da aber die Wahrheit nun einmal (so und nicht anders) ist, blieben wir und die Risale-i Nur zu neunundneunzig Prozent von diesem Übel verschont. Und weil dies so ist, dürfen wir uns nicht beklagen, sondern sollten tausendfach unseren Dank darbringen und von der Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) in Geduld die Vollendung ihrer Manifestation erwarten. Und durch den Unterricht der Risale-i Nur sollten wir denjenigen Trost spenden, die seiner bedürfen

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und danach verlangen, die beständig zu dieser Medresse kommen oder von ihr gehen.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Mein lieber, getreuer Bruder!

Eine machtvolle Eingebung lehrte mich zu verstehen, dass (die Art und Weise), wie du und Ahmed Feyzi, statt dem Weg (meslek) der Risale-i Nur (zu folgen), nämlich, nicht streitsüchtig zu sein, sich mit den Weltleuten nicht auseinander zu setzen, sich nicht mit Politik zu beschäftigen und euch nur dann kurz und bündig zu verteidigen, wenn es absolut notwendig ist, stattdessen noch darüber hinaus dem Gericht viel zu viele Dinge, noch dazu zu unserem Schaden, in Form eines Streitgesprächs und nach Art eines Politikers vorgetragen habt, (der Sache) der Risale-i Nur großen Schaden zugefügt hat. Sie war sogar der Grund zu unserer Verurteilung und aller Mühsal und Plage (die man mir danach noch zugefügt hat). Ich bin aber deinetwegen nicht beleidigt und Ahmed Feyzi auch nicht böse, nur wäre es notwendig gewesen (mir deine Verteidigungsrede noch vor der Verhandlung erst einmal) zu zeigen. Eure Lage, (in die ihr nun) hineingeraten seid, ist der sichtbar gewordene Hinweis des göttlichen Rates (qadha-i Ilahi). Ihr müsst euch nun so wie ich verhalten, um den entstandenen Schaden zu begrenzen. Es ist daher unbedingt notwendig, dass auch Feyzi sich mit aller Macht (darum bemüht), in (seiner Art) sich zu verteidigen, nicht politisch zu agieren und sich stattdessen, so wie Tahiri, mit der Risale-i Nur und den neuen Schülern zu beschäftigen.

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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben Brüder!

Wir müssen versuchen, die mehr als vierzig Seiten über mich und die Risale-i Nur, die Liste mit den Fehlern (in der Anklageschrift) und die Korrekturen dazu, samt Anhang und unsere Antwort an die «Posta» (eine Zeitung - A.d.Ü.) sowohl mit den alten als auch mit den neuen Buchstaben zu drucken, und zwar sowohl in Isparta als auch in Istanbul und soweit möglich auch hier. Da das Gericht nun einmal alles, was es gegen uns verwenden zu können glaubt, mit der Maschine vervielfältigt, ist es auch unser gesetzliches Recht, in der gleichen Angelegenheit alles, und auch die neunzig Fehler, zu vervielfältigen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass wir dann später auch meine lange Verteidigungsrede zusammen mit dem Widerspruch unserer Freunde Ahmed Feyzi, Zübeyir, Mustafa Osman, Husrev, Sungur und Djeylan drucken können.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَه

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen Brüder!

Ich empfing die Eingebung, zu schreiben und euch von zwei eigenartigen, subtilen Geschehnissen zu erzählen, die sich innerhalb von zwei Stunden zugetragen haben und äußerlich (betrachtet) nur von geringer, in Wahrheit aber von großer Bedeutung waren.

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Erstens:

Ich las gerade zwei zukünftigen Schülern der Risale-i Nur einen Abschnitt, der mir eingegeben wurde, über die "Nacht der Bestimmung (Leylatu-l'Qadr)" vor. Als ich am Schluss sagte: "Durch die Risale-i Nur erreichen die Schüler in zehn Wochen das gleiche Niveau wie die Schüler (die zukünftigen Hodjas) religiöser Lehranstalten (Medresse) in fünf oder zehn Jahren.", stieg in meinem Herzen (der Gedanke) auf: "Gerade so wie der Alte Said im Alter von fünfzehn Jahren durch die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) während fünfzehn Wochen das gleiche Wissen erwarb, das man in einer Medresse gewöhnlich durch fünfzehn Jahre Studium erlangt, so genügen auch heute noch, wo es keine Medressen mehr gibt, mit Hilfe der Risale-i Nur und durch die Barmherzigkeit des Herrn (rahmet-i Rabbaniye) fünfzehn Wochen, um zu der Erkenntnis der Wahrheit und des Glaubens zu gelangen, so wie dies etwa fünfzehntausend Leute seit fünfzehn Jahren durch eigene Erfahrung bestätigt haben.

Zweitens:

Zu gleicher Zeit stürzte mein ziemlich schweres Fenster nahezu ohne (erkennbaren) Anlass auf meine Teller, Gläser und Speisen. Wir haben gedacht, dass das Fenster und alle meine Flaschen und Gläser zerbrochen und alle Speisen (auf den Tellern) verdorben wären. Doch wie ein Wunder war nichts zerbrochen oder unbrauchbar geworden. Nur das Fleisch, das ich als Geschenk bekommen und gekocht hatte, war herunter gefallen. Doch war es eigentlich für die neuen Schüler der Risale-i Nur bestimmt (kismet) und so blieb mein Prinzip, keine Geschenke anzunehmen, gewahrt und das erste Geschehnis wurde in dieser Einzigartigkeit bestätigt und besiegelt (imza).

Said Nursi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine Brüder!

Ganz und gar gegen jedes Gesetz sind unsere Dokumente, die für den Revisionsprozess bestimmt sind, und die dazu gehörigen Schriftsätze noch nicht zum Gerichtshof geschickt worden. Daher sollten die drei von uns autorisierten Rechtsanwälte einen Weg finden, dass unsere Unterlagen so schnell wie möglich an das Appellationsgericht überwiesen werden. Denn da unsere Inhaftierung unter einem Vorwand elf Monate zu verlängern und mir nicht zu erlauben, (vor Gericht) zu sprechen, mich elf Monate in der Kälte, unter vielen Schikanen, in völliger Isolation zu quälen, eine bösartige, vom Standpunkt der Gerechtigkeit nicht annehmbare Absicht dahinter erahnen lässt, ist es eine prinzipielle Notwendigkeit, dass sowohl unsere Rechtsanwälte als auch ihr selbst alles unternehmt, was in eurer Macht steht, damit unser Prozess in eine andere Stadt verlegt wird.

Said Nursi
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Meine lieben, getreuen, aufrichtigen, unerschütterlichen, opferbereiten Brüder!

Erstens:

Der Grund dafür, dass sich von dem (Artikel) über das Geheimnis des اِنَّآ اَعْطَيْنَا {"Wir haben gegeben..." (Sure 108)}

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nichts mehr bei mir befindet, ist der, dass es vor langer Zeit zwischen zwei verschiedenen Vorahnungen eine Verwechslung gegeben hat.

Erstens:

Ich sah in einer Art Vorahnung voraus, dass ein schreckliches Ereignis und eine fürchterliche Unterdrückung, und zwar nur in unserem Land, stattfinden werden. Zwölf Jahre später zeigte es sich jedoch, dass dieses gewaltige Geheimnis {mit "Geheimnis" ist an dieser Stelle der Weltkrieg gemeint (A.d.Ü.)} so wie ich es vorausgesagt hatte, sich in großem Rahmen, nämlich über die ganze Erde verbreitete. So hat sich die Meinung, die ich mir gebildet hatte, zwar äußerlich etwas verändert, doch hat sich angesichts der Tatsachen die gleiche Wahrheit als völlig richtig herausgestellt. Deshalb behalte ich diese Abhandlung (mit weiteren brisanten Voraussagen - A.d.Ü.) nicht bei mir und gebe sie auch keinem anderen weiter.

Zweitens:

Vor vierzig Jahren habe ich öfter gesagt: "Wir werden ein Licht sehen." Und so gab ich denn die frohe Kunde, dass ich stets daran denke, dieses Licht werde sich weit und breit im ganzen Lande (zeigen). Dieses Licht war jedoch die Risale-i Nur. {also die Botschaft vom Licht, die sich nun im ganzen Lande verbreitet. (A.d.Ü.)} Der Kreis ihrer Schüler (dehnt sich nun) über ihre Heimat hinaus im ganzen Lande aus, während ich doch gedacht hatte, es ginge hier um einen politischen Bereich; worin ich mich jedoch geirrt hatte.

Sehr geehrter Herr Direktor!

Ich danke Ihnen sehr dafür, dass Sie am "Tag der Befreiung" vor meiner Zelle die Fahne haben hissen lassen. Während des nationalen Befreiungskampfes wusste man in Ankara sehr genau, dass ich durch Druck und Veröffentlichung meines Werkes "Die sechs Schritte (Hutuvat-i Sitte)"

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vielleicht den Dienst einer Militärdivision (im Streit) gegen Briten und Griechen geleistet habe, wofür mich Mustafa Kemal (damals 1920) zweimal nach Ankara einladen und auszeichnen wollte. Er sagte sogar: "Wir benötigen diesen mutigen (kahraman) Hodja (hier bei uns in Ankara)!" Das heißt also: Es steht mir zu, an diesem nationalen Feiertag die Fahne zu hissen.

Said Nursi

Verteidigungsrede der Schüler der Risale-i Nur

Verteidigungsrede der Schüler der Risale-i Nur während der Verhandlung vor dem Gerichtshof in Afyon, die 1948 eröffnet wurde, wobei gleich zu Anfang propagiert wurde, (die Angeklagten hätten in diesem Verfahren) die Todesstrafe zu erwarten, und das damit endete, dass zum ersten Mal das gesamte Risale-i Nur Werk nun endlich zurückgegeben wurde.

Nachdem bereits drei Gerichtshöfe (die Risale-i Nur) in gleicher Weise für unbedenklich erklärt (und damit gezeigt hatten), wie weit diejenigen von der Wahrheit und Gerechtigkeit abgewichen sind, die die reine und nur auf das Jenseits gerichtete Verbundenheit der Nurdjus mit der Risale-i Nur und ihrem Interpreten eine weltliche, auf politische Ziele ausgerichtete Vereinigung genannt haben und versucht hatten, dies ein Verbrechen zu nennen, sagen wir:

Die Basis allen Lebens in unserer menschlichen Gesellschaft und besonders in der islamischen Nation ist eine ernsthafte Liebe (muhabbet) zwischen den Verwandten und das Interesse an einer Beziehung zwischen Stämmen und Völkern, sowie die Bruderschaft und moralische Hilfestellung für die Brüder im Glauben, wie sie aus der islamischen Nation erwächst, die aufopfernde Sorge für die eigenen Landsleute und das eigene Volk und die Mitglieder der eigenen Nation, eine unerschütterliche Verbundenheit

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und Hingabe, und die Unterstützung des Qur'an und seiner Wahrheiten, welche das ewige Leben retten, und all derer, die sie verbreiten. Es ist nur durch die Leugnung dieser Verbundenheit, die das Leben der Gemeinschaft sicherstellt, und dadurch, dass man die Rote Gefahr so einfach hinnimmt, welche den fürchterlichen Samen der Anarchie im Norden erschüttert, die Nation und ihre Jugend vernichtet und dadurch, dass sie jedermanns Kinder zu sich heranzieht, die Familienbande und die nationale Zugehörigkeit verleugnet und den Weg zur völligen Korruption menschlicher Zivilisation und Gesellschaft öffnet, dass die Schüler der Risale-i Nur eine politische Vereinigung und der Sinn ihres Daseins ein Verbrechen genannt werden kann.

Deshalb zögern die Schüler der Risale-i Nur nicht, ihre Verbundenheit mit den Wahrheiten des Qur'an und die starke Zusammengehörigkeit mit ihren Glaubensbrüdern zu bekunden. Sie sind aufgrund dieser Bruderschaft bereit, jede Art von Bestrafung dankbar anzunehmen, die ihnen gegeben würde, und gestehen deshalb den Tatsachen entsprechend die Wahrheit vor Eurem ehrenwerten Gericht. Sie erniedrigen sich dabei nicht dazu, sich selbst mit falschem Spiel, mit Lug und Trug zu verteidigen.

Der Gefangene
Said Nursi

Husrevs Verteidigungsrede vor dem Hochgerichtshof zu Afyon

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

In seiner Anklageschrift beschuldigt mich der Staatsanwalt auf zweierlei Weise, zum einen ganz allgemein, zum anderen aber persönlich. Unter ganz allgemeiner Anklage steht mein Dienst an der Risale-i Nur und meine Teilnahme an den angeblichen Verbrechen meines Meisters (ustadh).

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Unter persönlicher Anklage steht meine Haltung (hal) gegenüber einem Leben persönlicher Zurückgezogenheit, das völlig privat, ohne jede Bedeutung und tatsächlich nicht Gegenstand irgendeines Verbrechens ist, als auch eine Reihe von Umständen meines persönlichen Lebens. Was meinen Dienst an der Risale-i Nur und meine angebliche Teilnahme an den Verbrechen meines Meisters (ustadh) betrifft, die der öffentliche Ankläger mir unterschieben will, so sage ich hiermit:

Ich bekenne aus (tiefstem) Herzen und mit (ganzer) Seele, an dem angeblichen Verbrechen, das meinem Meister (ustadh) unterstellt wird, auf dem Weg (meslek), den er eingeschlagen hat, und in dem heiligen Dienst, durch den er mit Hilfe der Risale-i Nur der Islamischen Welt und besonders dem Land und dem Volk erweist, teilzuhaben. Ich werde Gott dem Gerechten, der mich in meinem Dienst am Glauben erfolgreich hat werden lassen, bis zum Ende meines Lebens dafür dankbar sein.

Ehrenwertes Gericht!

Ein sicherer Beweis für den Erfolg, der sich in meinem Dienst an der Risale-i Nur gezeigt hat, ist folgender:

Obwohl meine Handschrift im Schreiben des Qur'an eigentlich ziemlich mangelhaft wäre, habe ich dennoch auf wunderbare Weise weit über meinen Willen (ihtiyar) und meine Fähigkeiten (iktidar) hinaus drei Exemplare in einzigartiger und vollendet schöner Form abgeschrieben. Eines davon ist jetzt in Ihrem Besitz.

Zweiter Beweis:

Ich habe (meine Aufgabe) ungefähr sechshundert Exemplare von verschiedenen Teilen der Risale-i Nur, die sich seit zwanzig Jahren als ein sehr großer Segen (menfaat) für dieses Land und sein Volk, den Glauben und die guten Sitten herausgestellt hat, abzuschreiben erfolgreich beendet.

Es ist mir sogar in so kurzer Zeit, wie nur einem Monat, gelungen, die Abschrift von vierzehn Exemplaren (risalah) zu vollenden, wie auch meine Freunde wissen. Ich halte

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es für überflüssig, auch noch die übrigen Punkte verteidigen zu wollen, die meinen Anteil an dem heiligen Dienst meines Lehrers (betreffen), den mir der Öffentliche Ankläger zur Last legen will. Den Einspruch, den mein Meister geschrieben hat, samt Anhang, bestätige ich mit aller Kraft, so als sei dies mein eigener Einspruch und lege ihn als solchen dem Hohen Gericht vor.

Hohes Gericht!

In den gesegneten (mubarak), heiligen (quddus) und lichtvollen (nur) Werken, welche die Wahrheit (haqiqat) des Glaubens (iman) und des Qur'an enthalten und die z.Zt. dem Gericht vorliegen, leistet mein Meister (ustadh) dem Land und dem Volk einen heiligen Dienst, ohne damit irgendwelche weltlichen Ziele oder irgendwelche politischen Ziele zu verfolgen, was ich und meine Freunde zu schätzen wissen, sowie dies auch die Patrioten der (vor zwanzig Jahren) regierende Partei für Einheit und Fortschritt (Ittihad-Terakki) zu schätzen wussten. Damals hatten sie meinem Lehrer (zur Gründung) der Medresset-uz'Zehra genannten Universität (daru-l'funun) in Van 19.000 Lira in Gold zugesagt. Sie haben in ihrer Hingabe für ihr Volk die Liebe unseres Meisters (ustadh) und die wissenschaftliche Leistung dieses Patrioten voll Bewunderung anerkannt. Danach haben 163 Abgeordnete unter 200 Abgeordneten, in einer Zeit, da Geld von hohem Wert war, diese 150.000 Lira für die Universität meines Lehrers im Osten (des Landes) bewilligt. So versichere ich denn dem Hohen Gericht, dass ich stolz darauf bin, meinem heiligmäßigen und gesegneten Lehrer, der in seinem heiligen Dienst sein ganzes Leben lang das Fundament des Glücks des Landes und seines Volkes sicher zu stellen vor Augen hatte, was der Öffentliche Ankläger aber als ein Verbrechen bezeichnet, dem selbst noch die halsstarrigsten und neidischsten Feinde und diejenigen, welche vor Gericht auf das Eifrigste seine Verurteilung betrieben haben, trotz seiner heftigen und scharfen Worte nichts

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entgegenzusetzen hatten, sondern sogar noch zugeben mussten (dass er recht hatte), während zwanzig Jahren in allen seinen wissenschaftlichen Bestrebungen Sekretär gewesen zu sein und so der Risale-i Nur gedient zu haben.

Der Gefangene

Husrev Altunbashak

Tahiris Verteidigungsrede vor dem Hochgerichtshof zu Afyon

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Der Herr Generalstaatsanwalt zu Afyon hat mir mitgeteilt, dass ich die religiösen Gefühle als Mittel missbraucht haben soll, die Öffentliche Sicherheit zu gefährden und das Volk aufzuwiegeln, weshalb ich mich zusammen mit meinem Meister Bediüzzaman Said Nursi und allen anderen Gefährten schuldig gemacht hätte und vor Gericht gestellt werden müsse.

Die Antworten, die ich sowohl vor dem Amtsgerichtshof in Isparta als auch vor dem Untersuchungsgericht in Afyon auf die mir gestellten Fragen gegeben habe, sind richtig. Der Gerichtshof in Denizli, der uns freigesprochen hat, hat uns alle unsere Bücher wieder zurückgegeben und uns nicht dafür bestraft, dass wir die Abhandlungen (risalah) meines Lehrers Bediüzzaman lesen und kopieren und mit den Brüdern, die seine Schüler sind, Briefe wechseln. Ich habe sogar noch vor sechs Jahren ohne vorher die Zustimmung meines Lehrers (einzuholen) auf eigene Initiative fünfhundert Exemplare von Bediüzzamans Buch "Das Große Zeichen (Yedindji Shu'a)" bei einer Druckerei in Istanbul noch mit den alten (arabischen) Buchstaben drucken lassen, die mir das Gericht in Denizli samt Kiste laut Beschluss vom 20.7.1945 ausgehändigt hatte.

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Ich habe sie damals Nurdjus, die sie gerne haben wollten, zum Selbstkostenpreis überlassen.

So habe ich denn vor zwei Jahren, nachdem dieser Beschluss des Hohen Gerichts ergangen und durch höchstrichterliche Anordnung des Appellationsgerichtshofes für rechtskräftig erklärt worden war, in Istanbul eine Vervielfältigungsmaschine und Papier besorgt und nach Isparta gebracht.

Von den drei Bänden, die Ihnen jetzt vorliegen, hat zwei mein Bruder Husrev Altunbashak abgeschrieben. Einen habe ich kopiert. Zuerst haben wir den Band mit dem "Dhu-l'Fikar" gedruckt, der "Das Wunder des Qur'an", sowie die "Wunder Ahmeds" enthält und teilweise verkauft. Von dem Geld, das wir dafür erhalten hatten, habe ich dann auch das Papier (für den Druck) des "Stab Mosis" gekauft und (nach Isparta) gebracht. Dann haben wir den "Stab Mosis" gedruckt und auch verkauft. Danach haben wir Papier für "Die Leuchte des Lichtes (Siradjun'Nur) gekauft (auch dieses Buch) gedruckt. Das hat sich so ein Jahr lang fortgesetzt. Danach wurden uns etwa dreißig Bände auf dem Weg nach Eghridir beschlagnahmt und dem Gerichtshof (dort) in Eghridir übergeben. Kurz darauf wurde das Haus von Husrev Altunbashak auf Veranlassung des Gerichtshofs in Isparta durchsucht, sowohl seine Vervielfältigungsmaschine als auch (alle) Bücher wurden beschlagnahmt und wir (selbst) wurden vor Gericht gestellt. Da es sich dabei aber um religiöse Literatur handelte, was nicht verboten ist, verurteilte man lediglich mich, Husrev Altunbashak und alle anderen zu einem Monat Gefängnis, weil wir die Bücher ohne Genehmigung gedruckt hatten. Wir gingen aber in Revision. Bevor jedoch ein Beschluss des Appellationsgerichts ergangen war, brachte man mich in das Gefängnis nach Afyon.

So bemüht sich denn nun der Generalstaatsanwalt darum, dass das Hohe Gericht mich dafür bestrafen soll, dass ich meinem Glauben und meinen Gefährten selbstlos gedient habe, und besonders wegen der Angelegenheit

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bezüglich des Fünften Strahls, worin die Hadithe ausgelegt werden, einer Abhandlung, die uns das Gericht inzwischen wieder zurückgegeben hat, mich und den Verfasser dieser Abhandlung, sowie Husrev Altunbashak und noch weitere 46 Mitbrüder, Studenten, wegen Gefährdung der Öffentlichen Sicherheit, d.h. weil sie diese Abhandlung abgeschrieben und (sie sogar) gelesen hatten.

Als ein geborener Bürger dieses Landes sage ich vor Ihnen in Eurer Ehrenwerten Gegenwart, und weiche dabei keinen Schritt von der Wahrheit ab: Ich bin seit Jahren ein Schüler von Said Nursi, den wir mit großer Verehrung als unseren Meister (ustadh) erkannt haben, und der mit diesen Abhandlungen unsere religiöse Bildung und Gesittung geprägt, erhöht hat, und von dem ich, trotzdem er uns, wenn wir ihn unseren "Reformator (mudjeddid)" genannt haben, zurechtgewiesen hat, kategorisch und absolut sicher bezeugen kann, dass weder er selbst, noch seine Beiträge, noch seine Schüler in irgendeiner Weise versucht haben, die Sicherheit des Staates zu gefährden. Besonders einer der Gründe, weswegen man uns angeklagt hat, ist das Geld, das wir durch den Verkauf unserer Bücher erworben haben. Der Gerichtshof in Isparta war sich darüber völlig im Klaren und konnte nichts dabei finden, weswegen wir schuldig seien und weshalb er uns verurteilen sollte. Denn wir hatten es absolut nicht nötig, uns unseren Lebensunterhalt durch den Verkauf von Büchern zu verdienen, und so verwendeten wir das Geld, das wir aus dem Verkauf erworben hatten, um davon eine Vervielfältigungsmaschine zu kaufen, sowie Papier und Tinte. Es ist also gar kein Grund dazu vorhanden, unseren Dienst, den wir in reiner Gesinnung um Gottes willen verrichtet haben, für ein Verbrechen zu halten. Und ich ersuche darum das Hohe Gericht und appelliere an Ihr Gewissen, uns die Kopien der Risale-i Nur zurückzugeben.

Der Gefangene

Tahiri

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Zubeyirs Verteidigungsrede vor dem Hochgerichtshof zu Afyon

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Man hat mich der Geheimbündelei und der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung angeklagt. Da Sie aber, wie ich weiter unten noch ausführen werde, zu der sicheren Überzeugung gelangen werden, dass ich ein solches Verbrechen nicht begangen habe, weise ich hiermit Ihre Anklage zurück. Ich kann in der Tat mit Stolz geradeheraus sagen, dass ich ein Schüler der Risale-i Nur bin. Ich würde mich im Gegensatz zu den Tugenden stellen, die die Risale-i Nur mich gelehrt hat, wollte ich das leugnen. Und eine solche Missetat wollte ich nie begehen. Wer die Risale-i Nur gelesen hat, kann, was er gelesen hat, nicht verheimlichen. Im Gegenteil, er würde es geradezu stolz und frei heraus sagen. Denn es enthält keinen Satz, ja noch nicht einmal ein Wort, um dessentwillen man hier noch zögern müsste.

Ich habe versucht, die Bedeutung der Risale-i Nur, auf vierzig, fünfzig Seiten zu beschreiben. Doch kann ich sie nicht gebührend loben und preisen. Denn ich besitze nicht die Fähigkeit auch nur einen Teil der Risale-i Nur dergestalt zu würdigen, geschweige denn das gesamte Werk. Denn sie ist der wahrhafte Kommentar des Allweisen Qur'an; der Sonne, die das Universum erleuchtet; und der Geist (aql), der die Menschheit seit mehr als 1300 Jahren lenkt und leitet. So wie ich bereits oben gesagt hatte, habe ich versucht, ihren Wert zu beschreiben. Wäre darin irgendetwas zu finden, woraus man auf eine Art Geheimbündelei schließen könnte, so möge man mich für das Verbrechen bestrafen, gefährliche Schriften verbreiten zu wollen. Jedoch ist sie in der wundervollen Art und Weise, in der sie abgefasst wurde, von gebildeten Persönlichkeiten bestätigt worden, besitzt die Kraft, eine moralisch korrupte Gesellschaft zu reformieren

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und ist durchaus in der Lage, den Menschen unserer Zeit den rechten Weg zu weisen, sie vor aller Irreführung zu bewahren und vor der abgrundtiefen Finsternis ihrer Gedanken zu erretten, aus der ihre Sittenlosigkeit, der Materialismus, Naturalismus und die Anbetung ihrer Götzen hervor geht. Mit dem Segen des Allweisen Qur'an hat sie der Menschheit einen Weg zur Ewigen Glückseligkeit und zum Heil (selamet) geöffnet und ihn ganz offensichtlich im strahlenden Glanz seines Lichtes gezeigt. Wenn sich also in der Risale-i Nur keine Themen finden, die im Zusammenhang mit dem Verbrechen stehen dessen man mich beschuldigt, bin ich der Meinung, dass dieses Ehrenwerte Gericht mit mir darin übereinstimmen wird, dass eine Bestrafung meiner Person den Prinzipien der Gerechtigkeit zuwiderlaufen würde.

Man hat während des Verhörs zu mir gesagt: "Du bist doch ein Schüler der Risale-i Nur, nicht wahr?"

Ich selbst halte mich nicht für würdig, der Schüler eines solchen Genius, wie Bediüzzaman zu sein. Sollte er mich jedoch annehmen, werde ich mit Stolz sagen können: "Ja, ich bin ein Schüler der Risale-i Nur."

Mein unvergleichlicher Meister, Ustadh Bediüzzaman Said Nursi, ist unzählige Male von seinen heimlichen Gegnern verleumdet und vor Gericht gestellt und doch jedes Mal wieder freigesprochen worden. Das gesamte Werk der Risale-i Nur ist von einer Kommission, gebildet aus Professoren und islamischen Gelehrten, Zeile für Zeile untersucht worden und sie haben den Bericht darüber abgegeben, dass dieses Werk mit einer außerordentlichen Sachkenntnis abgefasst wurde und ein wahrhaftiger Kommentar zu dem Allweisen Qur'an ist. Wenn dies aber so ist, warum wird sie dann immer wieder dem Gericht vorgelegt? Meine sichere Überzeugung bezüglich dieses Sachverhalts möchte ich folgendermaßen darlegen:

Gerade besonders scharfsinnig (nachdenkende) junge Leute erlangen, indem sie die Risale-i Nur lesen, einen starken Glauben.

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Sie werden zu unerschütterlichen, zu jedem Opfer bereiten, gläubigen Patrioten. Wo sich ein unzerstörbarer Glaube findet, kann Unmoral (akhlaqsiz) und Laster (sefehat), eingeimpft durch eine verlogene Ideologie, keinen Zugang finden. Solange die Zahl derer wächst, die einen unerschütterlichen Glauben besitzen, kann sich der Kreis der Freimaurer und Kommunisten keinesfalls ausdehnen. Der Kommunismus, der sich auf eine materialistische Denkweise stützt, hat nichts mit Wahrheit und Gerechtigkeit zu tun. Seine Theorien haben keinen Nährboden. Das haben die Risale-i Nur und der Ehrenwerte Qur'an mit seinen Ayat mit sehr starken Beweisen und Argumenten verstandesmäßig, logisch und lehrmäßig erwiesen. Er erleuchtet diese verdorbenen Gedanken, wenn sie in einen Abgrund der Finsternis gestürzt sind und errettet sie. Er beweist den Materialisten, die nur glauben, was ihre Augen sehen können, die Existenz Gottes mit starken Zeugnissen, die man nicht leugnen und nicht bestreiten kann.

Besonders bei den Schülern und Studenten an den Oberschulen und Universitäten lesen sich diese wundervollen Werke mit ihrem originellen, faszinierenden Stil und ihrer hohen literarischen Kunst wie von selbst.

Es ist aus diesem Grunde, dass die Kommunisten und die Freimaurer wissen, dass die Risale-i Nur ein machtvolles Bollwerk gegen die Verbreitung ihrer giftigen Gedanken bildet. Da aber die Risale-i Nur als ein wahrheitsgetreuer Kommentar zum Qur'an eine mächtige Quelle des Glaubens ist, nehmen sie ihre Zuflucht zu verschiedenen Strategien und zu Verleumdungen, um sie auszuhebeln und zu verhindern, dass sie gelesen wird. Obwohl sie bis heute für all die Lügen, auf die sie sich stützen, keine Anzeichen finden können, setzen sie dennoch ihre Angriffe gegen uns fort. So wird denn verständlich, warum sie versuchen, uns einzuschüchtern, uns der Risale-i Nur zu entfremden und dabei uns ihre eigenen giftigen Publikationen vorsetzen wollen. Auf diese Weise bewirken sie, dass das Volk und seine Jugend ihren Glauben

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verliert. Sie führen einen Verfall der Moral und der guten Sitten herbei und wollen so erreichen, dass die Regierung in sich selbst zusammenfällt. Dabei hegen sie den Wunsch, das Land und sein Volk an eine fremde Regierung auszuliefern. So sage ich denn vor diesem Hohen Gerichtshof ohne jede Furcht:

Ihr sollt es recht gut wissen und dabei zittern, wenn wir über all eurem Lärm nicht unsere Schlappen verlieren werden. {Wir werden nicht in unserer Angst alles stehen und liegen lassen und Hals über Kopf davon laufen. (A.d.Ü.)} Denn wir haben in den Werken der Risale-i Nur Recht und Wahrheit erkannt, erfahren und glauben an sie. Die türkische Jugend schläft nicht. Dieses heldenmütige islamische Volk hier in der Türkei wird sich nicht unter das Joch einer fremden Regierung beugen. Diese heldenmütige islamische Jugend steht in der Kraft ihres wahrhaftigen Glaubens und wird ihr Vaterland nicht verkaufen. Ein religiöses, kriegerisches türkisches Volk und eine gläubige, tapfere türkische Jugend fürchten sich nicht. Es ist aus diesem Grunde, dass wir die Werke der Risale-i Nur lesen, die uns auf die höchste Stufe der Menschlichkeit und Charakterstärke emporhebt, die uns versichert, dass wir uns auf allen Gebieten entfalten werden, um deretwillen in unseren jungen Leuten die Liebe (ashk) zu ihrem Glauben, ihrem Land und ihrem Volk entflammt, für die sie uns heranbildet, als wahrhaftige Gläubige all unser Sein und Haben zu opfern bereit zu sein, und die wir darum immer wieder lesen werden. Wie ich bereits weiter oben erklärt hatte, habe ich zwar nur wenig aus der Risale-i Nur gelesen, doch einen sehr großen Nutzen daraus gezogen. Für dieses überaus nützliche Gesamtwerk, das diesem Land, seinem Volk und der ganzen Menschheit überaus großen Nutzen bringen wird, würde ich, wenn ich reich genug dazu wäre, alles ausgeben, um es zu veröffentlichen. Denn für meinen Glauben, mein Land, die Ewige Glückseligkeit und das Heil (selamet)

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meines Volkes bin ich bereit, alles zu opfern, was ich bin und habe.

Bei all dem habe ich niemals leichtfertig an die Risale-i Nur geglaubt. Dreiunddreißig Qur'anische Verse, Hasret Ali und Hasret Abdu-l'Qadiru-l'Geylani, mit denen Gott zufrieden sein möge, haben auf verborgene Weise vorausgesagt, dass die Risale-i Nur geschrieben werden würde und die Menschen unserer Zeit rechtleiten (irshad) werde. Alles in allem, haben mich die Bände der Risale-i Nur, die ich gelesen habe, zu der Überzeugung gebracht, dass das Gesamtwerk alle die Bücher umfasst, die die Menschheit Wahrheit und Recht lehren kann und in ihrer Menschlichkeit neu gestalten wird.

Ich fühlte einmal eine große Leere in mir. Da suchte ich nach einem Buch, das ich lesen wollte. Und so begann ich denn die Risale-i Nur zu lesen und konnte sie nicht mehr aus der Hand legen und mich nicht mehr (von diesem Buch) trennen. Ich fühlte, wie die Risale-i Nur in meinem Herzen ein großes Bedürfnis stillte. In ihr fand ich die Beweise, die ich mit meinem Verstand und in meinem Glauben annehmen konnte und die mich in meiner Erkenntnis und in meinem Glauben von allen Zweifeln errettet haben. So habe ich mich denn von allen Bedrängnissen irgendwelcher Einflüsterungen befreit. Aufgrund dieser Wahrheiten wurde mir klar: die Risale-i Nur wurde für uns, die Menschen dieses Zeitalters geschrieben.

Um sich edle Charakterzüge wie Anstand, Moral und gute Sitten aneignen zu können, muss man einen starken Glauben haben. Da aber diese Glaubenswahrheiten in der Risale-i Nur mit starken Beweisen und treffenden Beispielen verständlich gemacht werden, wurde mit dem Lesen auch mein Glaube gestärkt. Auf diese Weise wurde ich davor bewahrt, dem Irrtum zu verfallen und mich vom Glauben abzuwenden, der Wahrheit und Gerechtigkeit ist und die Grundsätze höchster Kultur umfasst und mich vor dem Unglück errettete, eine Beute des roten Ungeheuers zu werden. Es ist aus diesem Grunde: Da die Risale-i Nur

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ihre Leser vor so vielen materiellen wie geistigen Unglücken bewahrt und sie zu besseren Wissenschaftlern macht als die Absolventen einer Universität, ihnen die Liebe zum Islam, zu Volk und Heimat einpflanzt, sie den Gehorsam gegenüber Gott, Fleiß und Barmherzigkeit lehrt, wird niemand, der ihre Bedeutung verstanden hat, sich - was immer es kosten mag - jemals wieder von ihr trennen. Diese aufrichtige, reine Hochachtung und Ehrerbietung kann man aus keines Menschen Herz wieder herausreißen.

Die Risale-i Nur wird vom Öffentlichen Ankläger als ein Werk hingestellt, das Schaden anrichtet. Gegen diese Gewissenlosigkeit und Verlogenheit protestiere ich ganz energisch. Man hat mich auch angeklagt, ein Anstifter zu sein. Und das ist in der Tat richtig. Doch die Herzen all derer, die diese erste Unterstellung gehört haben, spüren in sich diesen Schmerz, sie haben geweint und mit den Zähnen geknirscht. Das zwanzigste Jahrhundert ist eine Zeit, in der positives Denken die Vorherrschaft hat. Dinge, die nicht offensichtlich sind und für die es gar keinen Beweis gibt, kann man nicht glauben und wir glauben sie auch nicht. Darum verlangen wir einen Beweis dafür, dass sie einen Schaden anrichten.

Falls es eine der Absichten unserer heimlichen Feinde, die uns hier verleumden, sein sollte, den Gemeinschaftssinn der Leser der Risale-i Nur, die so dem Qur'an dienen und deren Bindung an den Islam in der Weise sichtbar wird, dass sie einander in einer nie zuvor gesehenen Weise umarmen und sie dabei nur das eine Ziel und keine andere Absicht zum Ausdruck bringen, als die, einander Liebe (shefqat) und Respekt entgegenzubringen und füreinander da zu sein, zu brechen (und glauben, dass sie das könnten), so irren sie sich da. Und da sollten sie sich auch nicht vergeblich gegen uns ins Zeug legen. Unter denen, die die Risale-i Nur lesen, bin ich der rückständigste und am wenigsten gebildete. Doch möchte ich folgende Antwort geben:

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Mag einer von uns im Osten, einer im Westen, einer im Süden und einer im Norden, einer in dieser und einer in jener Welt sein: wir werden stets bei einander sein. Würde auch die ganze Welt sich gegen uns zusammentun, sie könnte uns nicht von unserem Lehrer Ustadh Said Nursi und von der Risale-i Nur und nicht voneinander trennen.

Denn dem Qur'an dienen wir und werden ihm dienen. Denn da wir an die Echtheit der jenseitigen Welt glauben, kann mit Sicherheit keine Macht diese geistliche Liebe und den Gemeinschaftssinn unter uns (aus unseren Herzen) reißen. Denn alle Muslime werden sich am Ort der Ewigen Glückseligkeit wieder versammeln.

Ich möchte nun mit Eurer Erlaubnis eine wichtige Tatsache schildern, die das Heil (selamet) unseres Volkes und Vaterlandes betrifft: Einer der geheimen Pläne der Kommunisten ist es, das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen.

Um Bediüzzaman Said Nursi ins Gefängnis werfen und zeigen zu können, dass seine Werke schädlich sind, haben sie den Regierungsbeamten falsche Berichte über Vorgänge zugespielt, die kein Mensch für möglich halten würde. Das Volk glaubt schon seit Jahren so fest daran, dass Bediüzzaman Said Nursi der Genius dieses Zeitalters und in jeder Hinsicht eine einzigartige Persönlichkeit ist, dass keine Propaganda diese aufrechte Überzeugung jemals zerstören kann und wird.

Gott dem Gerechten sei Lobpreis und Dank, dass er mich begnadet hat aus den Werken eines solchen Meisters (ustadh) meinen Nutzen ziehen zu können... Der Anlass eines solchen Vorzugs sein zu dürfen und Unterricht über den Glauben (iman ve Islamiyet) zu erhalten, dafür bin ich dem Meister (ustadh) von ganzem Herzen und ganzer Seele (ruh) zu Dank verpflichtet. Da ich, wie bereits beschrieben, jahrelang im Unglück verbracht habe und den Kommunisten ein Köder gewesen bin und er

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mich davor errettet hat, zu ewiger Einzelhaft verurteilt zu werden, bin ich nun auch dazu bereit, für meinen Meister (ustadh), der doch stets rechtschaffen (mustaqim) gewesen ist, in einem Gefängnis dieser Welt noch Jahre zu verbleiben.

Sollte ich um der Risale-i Nur willen, diesem Kommentar zum Qur'an, der in zwanzig Jahren Millionen Menschen den Glauben (iman ve Islamiyet) gelehrt, in der Tugend unterrichtet und sie vor der Glaubenslosigkeit bewahrt hat, zum Tode verurteilt werden, so bin ich bereit, mit dem Ruf "Allah Allah... Ya Resulallah" dem Galgen entgegenzulaufen.

Sollte ich für die Risale-i Nur erschossen werden, die doch die Jugend davor schützt, von den Kommunisten dazu verführt zu werden, ihren Glauben aufzugeben und auf ewig in ihr Unglück zu rennen, vor einem Verbrechen, für das sie als Vaterlandsverräter erschossen werden würden, so werde ich nicht davor zurückschrecken, den Kugeln die Brust zu bieten. Und sollte ich einmal für meinen Meister Ustadh Bediüzzaman mit Dolchen in Stücke geschnitten werden, so erbitte ich von meinem Herrn, dass das Blut, das herausspritzt, "Risale-i Nur! Risale-i Nur!" schreiben werde.

Ehrenwerte Herren des Hohen Gerichts!

Das Studium der Risale-i Nur ist in der Tat wunderbar, einzigartig und ohne Beispiel. Bei einem jeden Studium setzt man einen materiellen Gewinn und eine entsprechende Laufbahn als Ziel und setzt sein Studium dementsprechend fort. Der Unterrichtsstoff wird meistens gelesen, um materielle Güter zu erwerben und eine angesehene Stellung zu bekleiden und manchmal auch nur weil man dazu gezwungen ist. Diejenigen, welche damit fortfahren, die Werke der Risale-i Nur zu lesen und ohne irgendeine Bürokratie an einer Art Freier Universität zu studieren, verfolgen dabei einzig das Ziel, dem Qur'an und dem Glauben zu dienen und darüber hinaus keine

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weltlichen Ziele. Doch obwohl die Lage so ist, wird die Risale-i Nur, die sich ernsthaft und wissenschaftlich mit dem Glauben beschäftigt, mit einer solch grenzenlosen Liebe, Freude und Begeisterung gelesen, dass sich in ihren treuen Lesern ein mächtiger Wunsch festigt, sie wieder und immer wieder zu lesen. Selbst wenn diejenigen, welche die Risale-i Nur abschreiben und lesen, dadurch an den Pforten des Gerichtshofes mit ihrem ganzen Leben in Gefahr geraten, so gestehen sie dennoch, dass sie diese wunderbaren Werke gelesen haben und verkündigen, dass sie sie auch weiterhin lesen werden. Selbst wenn sie bereits wissen, dass man sie zum Tode verurteilen wird, zögern sie dennoch nicht, ihre Standhaftigkeit zu bekunden. So führt denn diese Besonderheit unter den vielen Wundern der Risale-i Nur zu der Frage: "Haben denn diejenigen, welche bereits gestanden haben, etwa ihr Leben auf der Straße gefunden?"

Das aber heißt, dass sich in der Risale-i Nur und bei Bediüzzaman solch eine erhabene Wahrheit findet, und dass sie es auch nicht leugnen, weil sich dort nichts findet, was von Schaden wäre.

(Normalerweise) werden die Studenten unter einer Oberhoheit und einer (dementsprechenden) Disziplin ausgebildet. Was aber Bediüzzaman betrifft, so hat er niemals irgendwen dazu gezwungen, die Risale-i Nur (zu lesen). Hunderttausende seiner Leser haben ihn niemals gesehen und sind doch seine unerschrockenen Schüler geworden, mit jenem Seil an ihn gebunden, das niemals zerreißt und empfangen so aus der Risale-i Nur ihren Unterricht.

So hat man denn noch niemals in irgendeiner Medresse einer nahen oder fernen Zeit eine solch wundervolle Lehrmethode gefunden und ist ihr noch in keiner Universität begegnet.

Der Ehrenwerte Ankläger sagte: "Diese Art, Bediüzzaman seinen Respekt zu erweisen, hat man noch bei keinem

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Qur'ankommentator (mufessir) gefunden."

Das ist richtig. Wenn man in Betracht zieht, dass ein solcher Respekt und diese Ehrerbietung der Größe und Vollendung (eines Menschen) entsprechend erwiesen werden und man Dankbarkeit jemandem erweist und sich ihm gegenüber erkenntlich zeigt, je nachdem, inwieweit man durch ihn einen Vorteil erlangt hat, kann man aus den Werken Bediüzzamans einen so gewaltigen Nutzen ziehen, dass die Dankbarkeit und die Verehrung, die man ihm entgegenbringt, ein nie zuvor gesehenes Maß erreicht.

In diesem unseren zwanzigsten Jahrhundert haben sich die Kommunisten und die Freimaurer sehr darum bemüht, den größten islamischen Denker und Schriftsteller nicht bei uns und besonders nicht bei unserer Jugend bekannt werden zu lassen. Doch ein aufgewecktes, türkisch-islamisches Volk und seine Jugend haben diesen Helden des Glaubens, unseren Lehrer (ustadh) erkannt und durften seine große Güte erfahren und an andere weitergeben. Es ist aus diesem Grunde, dass unsere außerordentliche Verbundenheit mit Bediüzzaman und unser Vertrauen in ihn nicht erschüttert werden kann.

Seitdem in der Risale-i Nur die Ayat des Allweisen Qur'an, die in ihrer Eigentümlichkeit dessen größtes Wunder sind, mit großer Kunstfertigkeit und Sachkenntnis ins Türkische übersetzt (tefthir) wurden, ohne dass sie dabei etwa verloren gegangen wären, können alle Menschen, Frau oder Mann, Beamter, Kaufmann, Gelehrter oder Philosoph, und alle Schichten der Bevölkerung sie lesen und verstehen. Jeder betrachtet sie seinem Verständnis entsprechend, zieht seinen Nutzen aus ihnen und fühlt sich mehr und mehr mit ihnen verbunden. Schüler, Studenten, Professoren, Lektoren und Philosophen lesen sie. Auch die Schichten der Gebildeten, die aus ihnen in einem ganz außerordentlichen Maße ihren Nutzen ziehen und die überragende Kunstfertigkeit bestätigen, mit der die Risale-i Nur verfertigt wurde, werden von Staunen erfüllt

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und von dem sehnlichen Wunsch ergriffen, das gesamte Werk zu lesen.

Einsichtige Menschen, die Bediüzzaman und die Risale-i Nur erst neu kennen und schätzen gelernt haben, bedauern nun tausendfach, dass sie sie nicht schon früher kennen gelernt haben, und um die verlorene Zeit wieder einzuholen, versuchen sie nun, keine Zeit mehr zu vertrödeln und selbst fünf Minuten Zeit sind ihnen kostbar und so beginnen sie nun Tag und Nacht mit der Risale-i Nur zu arbeiten. Eine derartige Anziehungskraft und ein so lebhaftes Interesse haben wir noch bei keinem Werk der Psychologie, Soziologie oder Philosophie erlebt. Aus denen können nur noch einige Gelehrte ihren Nutzen ziehen. Ein Kind von der Mittelschule, oder eine Frau, die auch lesen kann, vermag aus der Zeit, die sie mit der Lektüre der Werke eines Philosophen verbringt, keinen Nutzen zu ziehen. Jedoch aus der Risale-i Nur kann jeder seiner Bildungsstufe entsprechend seinen Nutzen ziehen. Deshalb wartet nun das ganze Volk auf Eure Entscheidung, Bediüzzaman und die Schüler der Risale-i Nur freizusprechen. Hätte Said Nursi in dieser schweren Zeit der Prüfung seinen Schülern nicht Geduld, Ausdauer und Zurückhaltung ans Herz gelegt, als er während des Ersten Weltkrieges als Kommandant eines Freiwilligenregiments seine Schüler für den Kampf musterte, dann hätten Tausende von Schülern der Risale-i Nur infolge der großen Ehre, in der sie ihn halten, ihre Zelte auf den Höhen rund um Afyon aufgeschlagen und auf die Entscheidung des Kriminalgerichts in Afyon gewartet, ihn freizusprechen.

Das Werk, das Said Nursi und die Schüler der Risale-i Nur verrichten, kann nicht innerhalb des Rahmens der Gesetze betrachtet werden, um einen Beweis dafür zu finden, dass es sich hier um eine Geheimorganisation handle. Und warum kann das nicht bewiesen werden? Ist etwa ein sachverständiger Jurist, der bis zu dem Posten eines Generalstaatsanwalts aufgestiegen ist, nicht dazu in der Lage, dies aufgrund der Gesetzeslage zu beweisen?

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Nein, unfähig ist er keineswegs. Es gibt nur keine Organisation, die man als eine geheime Untergrundbewegung bezeichnen könnte. Und genau deswegen kann auch nicht bewiesen werden, dass es sich hier um eine solche Organisation handelt.

Hatte doch der Staatsanwalt zunächst einmal gesagt: "Die Nurdjus sind keine Organisation.", was auch vollkommen im Einklang mit den bestehenden Gesetzen war. Wenn er dann ein wenig später, aus welchen Gründen auch immer, behauptete: "Sie sind eine Organisation.", so besteht hier ein Widerspruch. Und der ist mit Sicherheit nicht rechtskräftig. Und wir sind sicher, dass das Gremium der Richter einsehen wird, dass diese Tatsache ganz offensichtlich ist und dann den Beschluss fassen werden: "Hier handelt es sich nicht um eine Geheimorganisation".

Ehrenwerte Richter! Wenn ein Stückchen vom Herzen vor Kummer und Sorge herausbrechen könnte, müsste ein solches Herz auf die Nachricht, dass ein junger Mensch seinen Glauben verloren hat, in so viele Stücke zerbrechen, wie es Atome hat.

So wird denn der Freispruch, den sie verkünden werden, der Grund dafür sein, dass die Jugend des Islam und die ganze Islamische Welt, auf eine wirksame Weise von dieser entsetzlichen Katastrophe bewahrt bleiben wird. Und dies ist ein weiterer Grund, warum ich mich so unzertrennlich mit Bediüzzaman und seinem Werk verbunden fühle.

Durch Ihren Beschluss, die Risale-i Nur zur öffentlichen Verbreitung freizugeben, wird die türkische Jugend, ja werden alle Muslime vor dem Unglück der Glaubenslosigkeit errettet werden. Denn es wird der Tag kommen, da wird die Risale-i Nur, da sie eine Schatztruhe hoher Wahrheiten ist, und daran besteht weder ein Zweifel noch irgendeine Unsicherheit, in der ganzen Welt bekannt sein. Und damit werdet ihr die Anerkennung der ganzen

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Welt erfahren. Aufgrund dieser Eurer Freigabe wird die heutige, werden künftige Generationen Euch ihre Anerkennung und Dankbarkeit entgegenbringen. Sie werden die Risale-i Nur lesen, daraus einen gewaltigen Nutzen ziehen und Euch dafür ihre Dankbarkeit erweisen.

Hütet Euch, davor, zu denken, dass meine Worte zwar aufrichtig gemeint, jedoch geheuchelt wären. Keineswegs und absolut nicht! Denn während Bediüzzaman noch vor Gericht steht, fürchte ich mich vor niemandem und schrecke ich nicht zurück.

So möchte ich denn mit Ihrer Erlaubnis kurz zusammengefasst nur noch Folgendes sagen:

Wenn der Herr Staatsanwalt auch weiterhin damit fortfährt, diese böswilligen Anschuldigen vorzubringen, wenn er also diese völlig falschen Anschuldigungen gegen die Risale-i Nur, die sich sowohl gegen ihren Verfasser als auch gegen ihre Leser richtet, nicht unterlässt, obwohl doch (die Risale-i Nur) eine außerordentlich wirkungsvolle Lösung anbietet, wie man der Gedankenwelt der Freimaurer und der Kommunisten in unserem gesegneten Vaterland Einhalt gebieten wird und kann, und sich, hingerissen von seinen Gefühlen, ihr widersetzt, so wird er dadurch die Kommunisten und die Freimaurer nur noch unterstützen und so noch dazu beitragen, dass der Schaden, den diese Gottlosen anrichten, gegen den sich doch diese Anklagen eigentlich richten, sogar noch zunehmen.

Ein Teil des Widerspruchs vor dem Appellationsgericht

Durch die Publikationen der atheistischen Organisationen wurde jener Zweifel und die Skepsis gesät, die jenen Glauben zerstört, den die Werke der Risale-i Nur mit ihren Beweisen wiederherzustellen sucht.

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So ist denn eines der subtilsten Geheimnisse und die Weisheit, durch welche die Jugend wie elektrisiert an der Risale-i Nur festhält, die folgende:

Mit einem Blick, der die Wahrheit erschaut und realistisch sieht, erkannte Bediüzzaman Said Nursi, der seit Jahren mit beispielloser Selbstentäußerung und Opferbereitschaft, bereits alt und krank und in einem Zustand, in dem er eigentlich besonderer Pflege bedürftig gewesen wäre, jedoch die verschiedenen, über jedes erträgliche Maß hinausgehenden Quälereien der Kommunisten und Freimaurer, seiner versteckten Feinde, und derer, die von ihnen in die Irre geführt worden sind, geduldig ertrug, sehr viele ihrer versteckten, antireligiösen Pläne und verfasste dabei noch seine Werke über den Glauben, sodass diese fürchterlichen, hinterhältigen geheimen Pläne ohne Erfolg blieben.

Doch was für ein bedauernswerter, trauriger und betrüblicher Zustand ist es doch, dass man nun schon seit 25 Jahren versucht, diesen Bannerträger des Islam, diese außergewöhnliche Persönlichkeit in Kerkern und Gefängnissen und durch Einzelhaft zu isolieren. Doch wenn man nun auch aufgrund einer Überempfindlichkeit, die aus einem unbegründeten Misstrauen erwächst, das durch die Verleumdungen der Kommunisten verursacht worden ist, den Verfasser der Risale-i Nur bestraft hat, werden die Werke der Risale-i Nur dennoch weiterhin mit großer Begeisterung und einem ständig wachsendem Interesse gelesen.

Der erste und mächtigste Hinweis darauf ist folgender: Die jungen Leute, die den "Stab Mosis" gelesen haben, also das Werk, das schon mit den neuen Buchstaben abgeschrieben worden ist, werden nun in kurzer Zeit die Qur'anischen Buchstaben lernen, um auch die übrigen, noch mit ihnen geschriebenen Werke lesen zu können. Auf diese Weise überwinden sie auch die hohen Mauern ihrer Unkenntnis der Qur'anischen Schrift, die sie bisher davon abgehalten hatte, eine ganze Reihe von Wissenschaften

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zu erlernen, und sie dazu zwingen wollte, die Werke zu lesen, die dazu verfasst wurden, sie von Religion und Glaube (din ve iman) zu entfremden. Wann immer die junge Generation mit dem Qur'an und mit den Wissenschaften, die von ihm durchstrahlt worden sind, ausgestattet und gestärkt worden ist, hat das Volk begonnen, zu wachsen und emporzustreben, da hat auch die Jugend begonnen, brennend vor Begierde nach dem Glauben (iman ve Islamiyet), ihren Geist (ruh) mit der Fülle des Lichtes und allen Segens der Risale-i Nur, dem Kommentar (tefthir) zum Qur'an, zu füllen. So hat sich unsere Jugend einen sicheren, wahrhaftigen Glauben (tahqiqi iman) zu eigen gemacht und wird nun den Kampf gegen den gottlosen Kommunismus antreten und es niemals erlauben, dass ihr Vaterland an die Feinde des Islam verkauft wird. Hätten die Kommunisten eine Möglichkeit, Papier und Tinte verschwinden zu lassen, wären viele junge wie alte Leute gleich mir bereit, sich zu opfern und für die Risale-i Nur, eine Schatztruhe der Wahrheit, wenn es möglich wäre, ihre Haut in Papier und ihr Blut in Tinte zu verwandeln.

Ja doch und wirklich und tausendmal in der Tat!...

In seiner Anklageschrift sagt der Staatsanwalt: "Said Nursi vergiftet an der Universität die Studenten mit seinen Werken." Demgegenüber antworten wir: "Wäre die Risale-i Nur ein Gift, bräuchten wir Tonnen von diesem Gift, Tausende Kilogramm. Wüsste er, wo er es im Überfluss finden könnte, sollte er es uns per Luftfracht zusenden."

Wenn wir, die Schüler der Risale-i Nur, dafür durch ein gewalttätiges Herrschaftssystem für unseren Dienst am Glauben (iman ve Islamiyet) verfolgt werden, so ziehen wir den Tod in irgendeiner Ecke eines Gefängnisses oder am Galgen einem Tod gemütlich daheim im eignen Bett vor. Wir wissen, dass es anstelle eines Lebens in dem, was äußerlich eine Freiheit zu sein scheint, in Wirklichkeit aber absoluter Despotismus in Gefangenschaft für unseren Dienst am Qur'an ist, in diesem Gefängnis, in das

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man uns zu Unrecht geworfen hat, als Märtyrer zu sterben, eine große Gnade Gottes ist.

Zübeyir Gündüzalp aus Konya

Häftling im Gefängnis von Afyon

Anmerkung:

Nachdem diese Verteidigungsschrift und dieser Widerspruch vor dem Appellationsgericht an das Appellationsgericht übersandt worden war, befahl das Appellationsgericht telegrafisch Zübeyir aus dem Gefängnis zu entlassen.

Mustafa Sungurs Verteidigungsrede

An das Hohe Strafgericht in Afyon

Der Öffentliche Ankläger behauptet, dass auch ich der "Gemeinschaft der Nurdjus" angehöre und das Volk gegen die Regierung aufgehetzt hätte, wofür ich nun bestraft werden solle.

Erstens:

Eine Gemeinschaft, die sich: "Gemeinschaft der Nurdjus" nennt, gibt es nicht. Und ich gehöre keiner derartigen Gemeinschaft an. Ich gehöre der geheiligten, himmlischen Gemeinschaft der Muslime (kudsi ve Ilahi Islamiyet) an, der nach 1350 Jahren in diesem Jahrhundert (1948) 350.000.000 Mitglieder angehören, gestiftet von Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, der Stolz des Universums, (jener gewaltigen, lichtvollen Gemeinschaft, die) der gesamten Menschheit das Heil (selamet) und Ewige Glückseligkeit verkündigt. Und ich habe mich - Dank sei Gott (Elhamdulillah) - dazu entschlossen, seinem heiligen Befehl (evamir-i qudsiye) aus allen meinen Kräften (quvvet) zu folgen (itaat). Was die Risale-i Nur betrifft, deren Schüler zu sein mir als ein Verbrechen angerechnet wird, so ist sie ein

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Wunder des Qur'an, indem sie mich meine Pflichten in Religion und Glaube (din ve iman) lehrt und mit einzigartigen Zeugnissen und glänzenden Beweisen zeigt, dass der Islam die höchste und heiligste (muqaddes) Religion (din) und die einzige Quelle der Glückseligkeit der Menschheit ist und dass der Qur'an ein Erlass des Majestätischen Herrn (Dhat-i Dhu l-Djelal) ist, der der Eigentümer allen Seins ist, allgegenwärtig und allsehend, der Lenker, unter dessen urewiger Regentschaft alles Sein von den Atomen bis zu den Sternen und Sonnen steht; ein Wunderwerk, das mit einem Blick Vergangenheit und Zukunft und alle dazwischen liegenden Ereignisse in Ewigkeit umfasst; und dass der Qur'an in vierzigfacher Hinsicht ein Wunder, das Buch über allen Büchern ist, der den Menschen die Ewige Glückseligkeit verkündigt, nach der sie sehnsüchtig und in ewiger Dankbarkeit verlangen, die Immerwährende Ansprache der Urewigen Sonne (Shems-i Sermedi); und dass der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, vom Schöpfer des Universums (Khaliq-i Kainat) gesandt worden ist, der in all seinem Tun und Reden unter allen Menschen der vollkommenste (en ekmel), aufrichtigste (en sadiq), edelste ist, der auf der Stufenleiter der Vollendung die höchste Stufe erreicht hat, der durch das Licht des Islam, das er gebracht hat, den Menschen die kostbarste Botschaft und den heiligsten Trost bringt, der über vierzehn Jahrhunderte und heute über ein Fünftel der Menschheit die geistige Herrschaft (saltanat-i maneviye) in Händen hält, in dessen Buch der guten Taten seit 1300 Jahren alle Verdienste seiner Gemeinde (ummah) eingetragen stehen, der der Grund für die Existenz des Weltalls und der Geliebte Gottes (Habibullah) ist; und dass in der Jenseitigen Welt Paradies und Hölle absolut sicher und wahr sind.

Was die Risale-i Nur betrifft, so bezeugen ihre Worte und Sätze, dass sie ein Licht ist von Ewigkeit zu Ewigkeit (ezeli ve ebedi), das vom Licht des Qur'an und dem Licht Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, ausgeht. Da sie zum Qur'an dazu gehört und sein ganz besonderer

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Kommentar ist, gehört sie aus diesem Grunde zum Himmel und zum Thron. So erteilt denn die Risale-i Nur, die man verdächtigt, das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen, mit all ihren Worten (Sözler), mit all ihren Blitzen (Lem'a), mit all ihren Strahlen (Shu'alar), mit all ihren Briefen (Mektublar) Unterricht über die göttlichen Wahrheiten (haqaiq-i Ilahiye), die Pfeiler des Islam und die Geheimnisse des Qur'an. Ist denn etwa diese ehrwürdige, so erhabene Risale-i Nur zu lesen, die Moral (akhlaq), Tugendlehre (fadhilet) und die Wahrheiten des Glaubens (haqaiq-i imaniye) unterrichtet, um des Glaubens willen jene Teile abzuschreiben, welche die Ewige Glückseligkeit schenken, oder ihr zu dienen, so dass die Gläubigen daraus ihren Nutzen ziehen können, etwa schon ein Verbrechen? Heißt das, das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen? Den Verfasser solch eines gesegneten, großartigen Werkes zu besuchen, das uns auf den höchsten Gipfel menschlicher Vollkommenheit, die oberste Stufe des Glaubens gleich einem Leuchtturm emporführt, geschmückt mit Tugend (fadhilet) und Moral (akhlaq), und einander Brüder zu sein auf dem Wege des Qur'an und des Glaubens, heißt das etwa, gemeinsam mit den Schülern der Risale-i Nur, die mit ihrer Güte, ihrer Rechtschaffenheit, ihrem unerschütterlichen Glauben, ihrer ganzen Überzeugung in unserer Zeit die Würde des Islam und die Wahrheiten des Qur'an verteidigt und hochgehalten und kein anderes Ziel haben, als Gottes Wohlgefallen zu gewinnen, nennt man das etwa "Bildung einer (politischen) Vereinigung"? Welche saubere und korrekte Überzeugung (vidjdan) könnte etwa eine Bestrafung dafür fordern?

Euer Ehren!

Die Vortrefflichkeit (Haqqaniyet) der Risale-i Nur, die von den höchsten Gelehrten bestätigt wurde, lässt (ihre Leser) die höchste Stufe des Glaubens (iman) und die höchste Liebe (ashk) zum Islam gewinnen und es gibt gar keinen Zweifel daran, dass all ihre Worte (Sözler), Blitze (Lem'a) und Strahlen (Shu'alar) ein leuchtender

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Kommentar (tefthir) zum Qur'an sind, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist. Sie alle sind strahlende Sonnen, die die Krankheiten des Geistes und alle Finsternis des Geistes zerstreut. Unser Meister (ustadh), der dazu beauftragt ist, die Risale-i Nur zu verfassen, hat auf dem Wege des Glaubens und des Qur'an jeder Art Schwierigkeiten und Schikanen die Stirn geboten und so die Wahrheiten des Qur'an verbreitet, um sich in unserem Jahrhundert dafür einzusetzen, insbesondere die Kinder dieses gesegneten Volkes vor den fürchterlichen Angriffen der Kommunisten und vor jeder Art von Gottlosigkeit zu retten. Er ist auch mit der heiligen Aufgabe betraut, in dieser Zeit für ein sauberes und unbescholtenes Leben Zeugnis abzulegen. Er erteilt uns keinen Unterricht (Gott bewahre!) in Raub und Unmoral. Er gibt uns vielmehr Unterricht, wie wir unseren Glauben retten können, was unser wichtigstes Anliegen, unsere größte Sorge in dieser Welt ist, in der wir Menschen (leben). Seit fünfundzwanzig, dreißig Jahren bemüht er sich anhand der Risale-i Nur, den Glauben von Hunderttausenden Gläubigen zu retten, besonders dadurch, dass er jene Armen, wie mich, die nichts vom Islam wissen, im Glauben unterweist, was das größte Glück im Leben ist und sein Ziel. So ist er für uns sicherlich und gewiss ein Gnadenerweis Gottes (lutf-u Ilahiye). So sagen wir denn das Folgende all denen, die seinen heiligen Dienst am Glauben und seine Aufgabe gegenüber der Religion leugnen und in irgendeiner Weise aller Wahrheit und Gerechtigkeit (haqq ve haqiqat) ablehnend gegenüberstehen und glauben, dass er dem gesellschaftlichen Leben nur Schaden zufügt:

Wenn Gott anzuhangen und den Vorschriften der Religion zu gehorchen, die Menschheit vor Sittenlosigkeit und Glaubenslosigkeit und dergleichen schrecklichen Übeln zu erretten, sie mit der immerwährenden Freude der Islamiyet glücklich zu machen, ein Verbrechen ist, dann kann man von ihm sagen, dass er der Gesellschaft Schaden zufügt. Wenn aber nicht, so ist es eine Verleumdung und

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sicherlich ein unverzeihliches Verbrechen. Das Ziel der Risale-i Nur ist nicht diese Welt (dunya), sondern die immerwährende Glückseligkeit in jener Welt (ahiret), alles Leben in dieser Welt und ihre vollkommene Schönheit jedoch nur eine Art Abglanz der Erscheinung Seiner Vollkommenheit, (Ziel aber) das Paradies (Djennet) mit seiner ganzen Anmut als ein Funke (Lem'a) Seiner Liebe (muhabbet), (ein Ziel, das zugleich auch) die Zufriedenheit des Allzeit-Seienden (Daim-i Baqi) und Allbarmherzigen in Seiner Vollkommenheit (Rahim-i Dhu l-Djemal) ist. Da sie ein solch göttliches (ilahi) und heiliges, hoch erhabenes Ziel hat, erklären wir hiermit, dass die Risale-i Nur tausendmal frei ist von allen vergänglichen Dingen (fanilik), wie niederträchtigerweise, sündhaft und ziellos das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen. So nehmen wir denn unsere Zuflucht zu Gott vor dem Übel derer, die unsere Arbeit am Glauben und unsere Unterweisung in religiösem Wissen nicht wollen und sich nun darum bemühen, uns durch diese Art Verleumdungen zu zermalmen.

Euer Ehren!

Dreiunddreißig ehrenwerte Ayat weisen darauf hin und auch Imam Ali und Ghaus-i Adham, mit denen Gott zufrieden sein möge, sowie hunderte Kenner der Wahrheit erklären voll des Lobes, dass die Risale-i Nur wahrhaftig und tatsächlich ein Licht des Qur'an ist und so möge Gott es wollen, dass sie den Glauben (iman) derer, die an ihr festhalten, retten wird. So kann sie denn mit Sicherheit nicht ausgelöscht werden und wird niemals untergehen. Dafür ein Beispiel: Die Angriffe, die seit fünfundzwanzig Jahren lanciert wurden, um sie zu vernichten, haben ganz im Gegenteil bewirkt, dass sie sich nur noch weiter verbreitet und an Glanz gewonnen hat. Denn ihr Eigentümer ist der König in Seiner Majestät (Sultan-i Dhu-l'Djelal), dessen ewiger Macht (qudret) und Willen (emir) jedes Ding von Ewigkeit zu Ewigkeit (ezelden ebede) unterstellt ist. Denn ihre Wahrheiten (haqq) sind die Wahrheiten des Qur'an, die nach Seinem Willen (insha-a'llah) unter dem

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Schutz und der Gnade (inayet) des Herrn der Wahrheit (Djenab-i Haqq) für immer glänzen werden.

Euer Ehren!

Falls die Risale-i Nur, die den Glauben (iman ve Islamiyet) mit der größten Liebe und Begeisterung lehrt und ein anderes Ziel nicht kennt und keinen anderen Zweck als das Wohlwollen Gottes und sich in dieser Zeit mit Sicherheit als ein großes Wunder des Qur'an und seinen lichtvollen Kommentar (tefthir) bewahrheitet hat, zu lesen, abzuschreiben und ihre Abhandlungen, welche die Wahrheiten des Glaubens unterweisen an die gläubigen Brüder weiterzugeben ein Verbrechen sein sollte und falls das Band des Glaubens (rabita-i diniye) und die Bruderschaft im Islam (uhuvvet-i Islamiye), ein Glaube, der sich auf die Liebe zu Gott stützt, die geheiligte (muqaddes), himmlische (ilahi), auf das Jenseits (ukhrevi) ausgerichtete Vereinigung auf dem Wege des Qur'an (die Kennzeichen einer politischen) Vereinigung sein sollten, dann ist für mich einer solchen gesegneten Gemeinschaft anzugehören eine große Glückseligkeit. Und das ist eine solche Freude, wie sie jede Art Belobigung oder Auszeichnung übersteigt. Ein Schüler der Risale-i Nur zu sein, was mich eine solche Freude und Glückseligkeit gewinnen lässt, ist für einen armseligen (Menschen) wie mich eine große Gnade, wofür ich Gott, der sie mir geschenkt hat, unendlich dankbar bin. Mein letztes Wort ist:

﴿ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ ٭ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ إِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَهُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِ ﴾

{"Gott ist unser befriedigender Anteil und ein vorzüglicher Sachwalter." (Sure 3, 173) "Gott ist unser befriedigender Anteil. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Auf Ihn vertraue ich und Er ist der Herr des Gewaltigen Thrones." (Sure 9, 129)}

Mustafa Sungur

Lehrer

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Ein Teil von Mustafa Sungurs Widerspruch vor dem Appellationsgericht

An das Hohe Strafgericht: Die Risale-i Nur gelesen zu haben, sie abgeschrieben und einen Teil davon an einen bedürftigen, gläubigen Bruder weitergegeben zu haben, damit auch er seinen Nutzen daraus ziehen möge, wurde als ein "Aufhetzen des Volkes gegen die Regierung" bezeichnet und mir als ein Verbrechen angelastet. Doch in meiner Verteidigungsschrift habe ich gegen diesen Vorwurf Folgendes eingewandt: Die Risale-i Nur, von der behauptet wird, dass sie das Volk gegen die Regierung aufwiegele, ist ein wahrhaftiger Kommentar (tefthir) zum Qur'an. Sie unterrichtet in all ihren Abhandlungen die Wahrheiten (haqq) des Glaubens und beschenkt alle, die sie lesen und die sie abschreiben mit einer ganz großen Freude. Ihr Ziel ist nicht irgendetwas Vergängliches, nicht der Weg der Vagabunden, der Unruhestifter und der Gesetzlosen, die das Volk gegen die Regierung aufhetzen, sondern vielmehr das Wohlwollen Gottes zu erlangen, welches volle Glückseligkeit und die höchste Stufe der Freude ist. Ich habe für mich im Glauben die höchste Tugend und die süßesten Wohltaten (ni'met) durch das Lesen und Kopieren der Risale-i Nur gewonnen und bin, wenn auch ihr armseligster Diener, doch darauf stolz und zugleich auch ihr glücklichster Schüler. Und obwohl ich gesagt habe, dass Schüler der Risale-i Nur zu sein, eine ganz große Güte (ihsan) Gottes ist und dass ich stets meinem Herrn (Rabb), der einem so armseligen (Menschen) wie mir diese gewaltige Gnade (ni'met) erwiesen hat, dafür dankbar bin, wenn ich ihrer auch gar nicht würdig bin, hat man ohne jede Rücksicht auf die Rechtslage oder offenkundige Beweise meine Verbundenheit mit dem Glauben (iman ve Islamiyet) als ein Verbrechen dargestellt und mich gegen Recht und Wahrheit (haqq ve haqiqat) dafür bestraft.

Ich bin dafür Zeuge: Ich habe in Kastamonu am Gölköy Internat studiert.

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Dort haben uns die Lehrer im Atheismus unterrichtet. Sie sagten: Gott bewahre!... der Ehrwürdige Prophet habe den Ehrwürdigen Qur'an geschrieben, die Islamiyet sei nun endlich abgeschafft worden, die Kultur könne sich nun (endlich) entfalten und dass es ein großer Fehler und völlig rückständig sei, noch in unserer Zeit dem Qur'an zu folgen. Ein anderer Lehrer bemerkte sogar eines Tages, dass die Muslime das Gebet verrichten und - weil sie an das Jenseits denken - stets trübseliger Stimmung sind, dass ihr Leben im Schmerz vorüber geht, dass in den Moscheen stets eine Atmosphäre des Todes hänge, in den Kirchen der Christen dagegen begegne man stets einer Freude und einem seelenvollen Leben. Sie genießen mit ihren Instrumenten und anderen Vergnügungen das Leben in Freude. So redeten sie und versuchten das Band des Glaubens (iman ve Islamiyet) zu zerreißen und uns an seiner Stelle die Verleugnung und den Unglauben einzuimpfen.

Wenn dann nach der Lektüre einiger Abhandlungen urplötzlich ein solch armseliger Mensch, dem man derartige giftige Gedanken eingeimpft hatte und dessen Spiritualität man durch solch einen giftigen, Schaden verursachenden Unterricht hatte abtöten wollen, und der durch ihn geradezu fasziniert gewesen war und (Gott bewahre!) schon beinahe selbst diese Ideen geglaubt hätte und sie zu verbreiten begann, in solch einem beispiellosen Licht des Qur'an wie der Risale-i Nur, die aus der Fülle des Qur'an entspringt und mit glänzenden Beweisen und wunderbaren Zeugnissen für die Wahrheiten des Glaubens (iman ve Islamiyet) darlegt, dass die Religion des Islam die niemals untergehende und unauslöschliche geistliche Sonne und ein Mittel ist, durch das die Menschheit zu Glück und zu Sicherheit (selamet) gelangt, alle diese giftigen Gedanken beiseite wirft, den Glauben mit beiden Händen ergreift, und nun eine unendliche Freude und Fröhlichkeit verspürt, dann diese auch seinem liebevollen und heldenmütigen Meister Hasret Ustadh Bediüzzaman,

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wie er stets loyal und treu (gegenüber seinen Schülern ist) mitgeteilt hat, jenem Verfasser, durch den er zu all diesen lichtvollen Abhandlungen (Nur risalah) gekommen ist, und so sich aus seiner früheren irrigen (dalalet) Lebensführung in Gottvergessenheit (ghaflah) befreit hat und so zum Glauben und zum Licht gelangte, und wie die Risale-i Nur dadurch, dass sie den wahren Glauben (iman) vermittelt eine Sonne der Rechtleitung (hidayet) und in unserer Zeit ein Mittel zur Glückseligkeit für die gesamte Menschheit ist und dem verehrten Meister, der mit ihrer Abfassung beauftragt ist, begeistert mitgeteilt hat, dass er durch diesen so großen und erhabenen Dienst am Glauben für die Menschheit, besonders aber für die Leute des Glaubens ein Gnadengeschenk Gottes (lutf-u Ilahiye) ist. Wie oben dargestellt, hat er die fürchterlichen, destruktiven Übergriffe gegen den Qur'an und die Islamiyet, die Kinder dieses heldenhaften Volkes des Islam dazu zu drängen, den Atheismus zu übernehmen, zu versuchen, die heiligen, göttlichen Grundsätze des Islam zu zerstören, mit denen Millionen Menschen verbunden sind, und die Ewige Glückseligkeit von Millionen Menschen zu Grunde zu richten, als "Zerstörung und Zermalmung durch die versteckten Komiteen des Sufyan" bezeichnet und über die Irrsinnigen, die ihre gemeine, zerstörerische, grausame Verwüstung bejubeln, mit tausendfachem Abscheu: "Pfui über euch!" gesagt und ruft nun seine alten Schulkameraden, die über ihren Glauben in Zweifel geraten sind, indem er sagt:

"Kommt! Hören wir endlich damit auf, den Launen (heva) und Gelüsten (arzu) unserer Seele (nefs) zu folgen! Lasst stattdessen uns lieber niedersetzen und Unterricht nehmen in den Wahrheiten des Qur'an und lasst uns zu der Medresse des Lichtes (Nur) eilen, die uns den rechten Weg zum Glück in unserer Zeit weist. Wollen wir uns von den gemeinen Lügnern und von ihren Lügen abwenden, die sie uns als wahr vorgestellt haben und denen wir über die Monate und Jahre stets zugejubelt hatten! Binden wir uns stattdessen

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lieber mit unserem Herzen an die Lehren (ders) von Bediüzzaman Said Nursi und nehmen wir ihn als unseren Lehrer (ustadh) an. Wenden wir uns von der Finsternis ab und dem Lichte (Nur) zu." Erwächst aus (all dem) und aus der Freude, die er aus dem Glauben (gewonnen hat) und aus der Liebe und der Verbundenheit mit dem Qur'an und der Islamiyet etwa nicht in jedem der Wunsch, das Volk umso mehr zu lieben und den wahren Glauben und niemals endende Glückseligkeit zu erwerben? Ist es etwa ein Verbrechen, sich mit Gott zu verbinden und zu verkünden, dass die Islamiyet die erhabenste (ali) Religion und die Botschaft von Tugend und Glückseligkeit ist?

Wäre es etwa ein Verbrechen, allen aufgrund seiner eigenen Überzeugung bekannt zu geben, dass die Risale-i Nur, ein göttliches Licht aus dem Qur'an, ein Wunder und ein Gnadengeschenk des Herrn, heilig und erhaben ist - in einer Zeit, in der von allen Seiten zerstörerische, vernichtende Angriffe gegen den Qur'an und den Islam beginnen und man durch Verleumdungen über den Ehrenwerten Qur'an und Hasret Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, den überaus hohen und heiligen Wert und die Bedeutung dieser Persönlichkeit zu bestreiten versucht und darüber hinaus die Bücher, die die Glaubenslosigkeit, den Atheismus und die Sittenlosigkeit verbreiten, und dieses Lumpenpack, das gegen Gott rebelliert und den Islam angreift, mit Hochachtung behandelt, während die ketzerischen Erneuerungen (bid'a) und islamisch ungesetzlichen Zustände bejubelt werden - und dabei eindeutig und sicher erklärt und beweist, dass der ehrenwerte Qur'an und der ehrenwerte Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, erhaben, wahrhaftig und heilig sind, dass es einen Gott gibt und die ganze Schöpfung mit allem, was da ist, mit allem, was sie umfasst und was in ihr lebt für die Einheit (vahdaniyet) ihres Schöpfers und die Notwendigkeit Seiner Existenz Zeugnis ablegt, und dass der Mensch durch seinen Verstand (aqil) und seine Auffassungsgabe (fikr) und in seiner

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Eigenschaft als Spiegel der Namen Gottes gegenüber allen anderen Geschöpfen wie ein König ist, und dass der Mensch, wenn er sich durch den Glauben und seinen Dienst und seine Anbetung Gott unterwirft und sich vor Irrtum (dalalet), Ausschweifung (sefehat) und den großen Sünden schützt, ein verehrter Gast ist, der über allem Sein würdig des Allerhöchsten ist und in das Paradies und zur ewigen Glückseligkeit gelangt; wenn er aber durch seine Abgötterei (shirk) und auflehnende Haltung (Gott gegenüber = isyan) oder in seiner Gottvergessenheit (ghaflet), seinem Irrtum (dalalet), seinen Schöpfer leugnet, als ein Unglückseliger auf eine noch niedrigere Stufe als die eines Tiers, die der Niedrigsten der Niedrigen hinabstürzt und so die ewige Höllenstrafe und unendliche Qualen verdient; dass aber der Qur'an das Wort des Wahren (Gottes) ist, das für immer unveränderlich ist und dessen Gesetze und Regeln sich nicht ändern können und niemals ändern lassen, und dass die Glückseligkeit der Menschheit in ihrer Wahrhaftigkeit und Beständigkeit einzig und allein durch die Befolgung und Einhaltung der Gesetze des Qur'an möglich ist?

Die Lektüre von Romanen, Novellen und Erzählungen über unerlaubte Vergnügungen oder gegen den Islam und ohne Rücksicht auf die Sicherheit des Volkes geschrieben, die Veröffentlichung von Büchern, die besonders gefährlich oder schädlich sind, diese noch besonders zu loben und zu empfehlen, wird nicht unter die Verbrechen gezählt. Wieso kann aber dann die Risale-i Nur zu lesen und zu kopieren, welche die Sonne der Islamiyet beschreibt, der hundert Millionen Menschen folgen und in ihr die wahre Glückseligkeit finden, welche die Wahrheiten des Glaubens (haqaiq-i imaniye) verkündigt und erläutert, ihre hohen Qualitäten, die man nicht genug loben und preisen kann, zu empfehlen, zu den Verbrechen gezählt werden? Kann also etwa ein Mensch, der Wohlfahrt (selamet) für sein Land und sein Volk wünscht und in seinem Herzen (qalb) auch nur ein Fünkchen Glauben hat, diese (Dinge) zu den Verbrechen zählen?

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Ehrenwerte Herren des Appellationsgerichts!

Diese Angelegenheit, welche in Eurer Ehrenwerten Gegenwart dargestellt wurde, betrifft unmittelbar den Glauben (iman) und den Qur'an. Es ist etwas, das sich auf die Ewige Glückseligkeit und das Heil von Millionen von Menschen bezieht. Mit dieser schwerwiegenden Angelegenheit sind vor allem der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, und alle Gesandten Gottes, mit denen der Friede sei, alle Freunde Gottes und die zahllosen Kenner der Wahrheit (haqiqat) und all unsere Vorväter, die uns im Glauben ins Haus der Ewigkeit (daru-l'beqa) vorausgegangen sind, geistig verbunden. Den Frieden (selam) und all die Liebe, das Gebet (dua) und die Fürsprache von Millionen Kennern der Wahrheit zu erlangen, liegt nun in Ihrer Hand. Die Risale-i Nur, welche die Hohe Wahrheit (ali haqiqat) genannt wird, liegt vor Ihnen. Ist ihr Ziel etwa weltliche, vergängliche, schäbige Ränge (maqam)? Oder ist es, das Wohlwollen Gottes zu erlangen, das die größte Seligkeit, hohe Freude und höchstes Glück ist? Und spornen etwa all diese Abhandlungen (Sözler) die Menschen zur Unmoral an? Oder schmückt sie sie mit der Tugend des Glaubens und leitet sie sie an zu guten Sitten und einer hohen Moral?

Die Risale-i Nur, die aus dem Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, fortströmt als ein geistliches Wunder und ein göttliches Licht (nur-u Ilahi), liegt vor Ihnen. Da aber nun einmal den Glauben (iman) zu gewinnen, um aus dieser Welt in das Haus einer beständig bleibenden Glückseligkeit (dar-i saadet-i baqiye) hinüberzugehen, für die Menschen wichtiger ist, als alles andere, ja ihre wichtigste Angelegenheit überhaupt, und da doch die Risale-i Nur aus der Fülle des Qur'an in den Wahrheiten des Glaubens (haqaiq-i imaniye) unterrichtet (ders), wie von Hunderttausenden, die sie gelesen und wieder abgeschrieben haben und nun ein zuverlässiges Zeugnis dafür ablegen, wie auch so viele Qur'anische Ayat und Hadithe Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, heilige

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Erklärungen, und viele Gottesfreunde, wie bereits Imam Ali und Ghaus-i Geylani, mit denen Gott zufrieden sein möge, sie loben und empfehlen, wird die Risale-i Nur in dieser Angelegenheit mit Sicherheit gewinnen. Sicher und gewiss werdet Ihr durch Eure hohe Liebe zu Wahrheit und Gerechtigkeit über jeder Art vergänglicher Sorge die Risale-i Nur in ihrer Hochschätzung der Wahrheit und ihr wahrhaftiges, qur'anisches Wesen und ihren tatsächlichen Wert erkennen, zu schätzen wissen und verstehen lernen. Und Ihr werdet sehen, dass die Schüler der Risale-i Nur um des Wohlgefallens Gottes willen kein anderes Ziel im Auge haben und nur ihm folgen.

Ehrenwerte Herren des Appellationsgerichtes!

Mit seiner hohen Moral (ahlak), seiner Tugendhaftigkeit (fadhilet), seiner außerordentlich großen Liebe (shefqat) und seinem Erbarmen (merhamet) bemüht sich unser geliebter, erhabener Meister, Hasret Ustadh Bediüzzaman, die Menschen vor düsteren Gedanken und einer immer und ewig währenden Einzelhaft zu erretten. Während er den härtesten Qualen und Schikanen die Stirne bot, stieg er zum höchsten Grad der Vollkommenheit in unserer Zeit empor, von Gott dem Gerechten mit dem heiligen Dienst (qudsi vazife) beauftragt, die Qur'anischen Wahrheiten (haqaiq-i Qur'aniye) zu verbreiten. Jedoch völlig entgegen aller Wahrheit und Gerechtigkeit hat man ihn ins Gefängnis geworfen. Krank und bereits hoch betagt und von allen verlassen lebt er dennoch seinem Glauben (entsprechend, und folgt den Geboten) von Dienst und Anbetung (ubudiyet) in höchster (Form), besitzt eine staunenswerte Intelligenz und Gelehrsamkeit (ilm) und hat kein anderes Ziel, als den Glauben (iman) der Menschen zu retten. Das fürchterliche Leiden unseres gesegneten (mubarek) Meisters (ustadh), der bereits 75 Jahre alt ist und alle Menschen wahrhaft liebt, in dieser großen Kälte seines Gefängnisses und sein elendiglicher Zustand wird ihm zur Qual und es zerreißt jedem das Herz und die Leber. Im Vertrauen auf Euren hohen Gerechtigkeitssinn

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und Eure wahre Liebe zu den Menschen erwarten wir nun, dass diese Liebe (shefqat) und Barmherzigkeit (merhamet) Gestalt annehmen und der Gerechtigkeit (zum Durchbruch verhelfen wird).

Mustafa Sungur

Mehmed Feyzis Verteidigungsrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Die Anklageschrift wirft mir vor, dass ich sowohl der Chefsekretär von Ustadh Said Nursi bin, als auch eng mit ihm und der Risale-i Nur verbunden bin, dass ich ihm stets sehr zu Diensten gewesen bin und dass diese Handlungsweise (der Anlass dazu ist), mich nun dafür zur Verantwortung zu ziehen. Was mich betrifft, so nehme ich mit ganzer Kraft diese Anklage auf mich und bin auf sie stolz. Denn meiner Natur (fitrat) nach habe ich ein besonders starkes Verlangen nach der Wissenschaft (ilm). Der Beweis dafür ist folgender: Als während (der großen) Verhaftungswelle (alle Nurdjus aus der ganzen Türkei) in Denizli (zusammengetrieben wurden) und man dabei auch mein Haus durchsuchte, wurde mir offiziell bestätigt, dass man in meinem Appartement 580 Bücher, einige davon in arabischer Sprache, über die verschiedensten wissenschaftlichen Themen vorgefunden hat. Was mich in meinen armseligen Verhältnissen, in meiner Jugend und trotz meiner nur mangelhaften Kenntnis der arabischen Sprache in einer Zeit, da es unter tausend Leuten kaum einen gab, der 580 verschiedene Bände besessen hätte, dazu bewegt hat, so viele Bücher zu sammeln, war mein außerordentliches Verlangen nach Bildung und eine ganz ungewöhnliche Liebe zur Wissenschaft (ashk-i ilm).

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Aufgrund dieser meiner ganz natürlichen Fähigkeit suchte ich ständig nach einem wahren Lehrer (ustadh). Unendlicher Dank sei Gott dem Gerechten, dass was ich in der Ferne gesucht hatte, mir ganz in meiner Nähe geschenkt wurde. Ziel des ganzen Lebens meines Lehrers Said Nursi ist in der Tat die Begeisterung für die Wissenschaften (ilm) und das Verlangen (ashk), Kenntnisse über den Islam zu erwerben, wofür auch sein ganzes Leben Zeugnis ablegt.

Sowohl durch meine eigenen Beobachtungen als auch aus der bereits veröffentlichten Biographie (tarihtje-i hayat) meines Lehrers (ustadh) und aus dem, was ich von den älteren Schülern mit Sicherheit erfahren habe, weiß ich, dass meine natürliche Liebe zur Wissenschaft (fitri ashk-i ilmi) sich in meinem Lehrer in einer ganz erstaunlichen Weise wiederfindet und er in dieser Zeit im Gegensatz zu allen Gelehrten (alim) an anderen Schulen (medresse) auf geradezu wunderbare Weise ganz für sich allein wie ein Schüler in einer Medresse auswendig rezitierte und dabei allen widrigen Umständen trotzte. Die Politiker aber, welche kein Interesse daran hatten, die wunderbare Verfassung meines Lehrers (ustadh) zu verstehen, versuchten nun ihn irgendwie mit ihrer Politik in Verbindung zu bringen. Ja, sie warfen ihn sogar deswegen ins Gefängnis. Doch Gott der Gerechte machte seine Liebe zur Wissenschaft (ashk-i ilm) zu einem Schlüssel für die Wahrheiten (haqq) des Qur'an. Und so entstand die Risale-i Nur, die alle Leute der Wissenschaft und alle Philosophen in Erstaunen versetzte. Ich aber, der ich mein ganzes Leben auf der Suche war, fand endlich in meinem Lehrer (ustadh) jenen Mann Gottes (ihsan-i Ilahi), der mir in seiner Natur (fitrat) ähnlich war, über sie jedoch in weit größerem Umfange verfügte, und das in Kastamonu, ganz in meiner Nähe. Bis ans Ende meiner Tage werde ich dafür dankbar sein.

Auch hatte sich mein Lehrer (ustadh), um die Ehre der Wissenschaft (ilm) zu wahren, von jeher geweigert, Dinge

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wie Almosen (sadaqa) und Geschenke anzunehmen und das auch seinen Schülern verboten. Er bittet nie um irgendetwas. Ja, er bewahrte sogar während des Krieges unter außergewöhnlichen Bedingungen, im Schützengraben kauernd an vorderster Front und wenn er Deckung suchen musste noch immer seine Würde als ein Gelehrter. {d.h. er verlor nie die Fassung, sondern nutzte jede Gefechtspause, um mit seinen Schülern, die ihm als Freiwillige dienten und deren Kommandant er war, weiter in aller Ruhe an seinem neuesten Buch zu arbeiten.} In gleicher Weise wahrte er nacheinander drei entsetzlichen Kommandanten gegenüber tapfer und, indem er ihrer Wut keine Beachtung schenkte, seine Ehre als ein Gelehrter und brachte sie so zum Schweigen. Deshalb habe ich auch diesen Lehrer (ustadh), seitdem ich wusste, dass er eine Persönlichkeit war, die, um die so hohe Ehre und Würde des Volkes, des Landes und der türkischen Gelehrten zu retten, bereit war, alles zu opfern, als meinen wahrhaftigen Meister (ustadh) angenommen. Hätte ein solcher Lehrer (ustadh), dem Land und dem Volk so aufrecht ergeben, den unmöglichen Fall einmal angenommen, auch hundert Fehler, man sollte sie mit den Augen der Barmherzigkeit betrachten und ihn nicht deswegen anklagen.

Ein Beispiel, das zeigt, dass die wahren Helden dieses Landes in der Zeit der Zweiten Konstitutionellen Monarchie (1908-20) und die Nationalisten und Patrioten der Republik den außerordentlichen Dienst, den dieser Gelehrte (ustadh) der Wissenschaft (ilm) erwies, im Namen des Landes und des Volkes zu würdigen wussten, ist Folgendes:

Für die nach dem Muster der Djami-ul Ezher geplante, Medressetu-z'Zehra genannte (Hochschule) in der Stadt Van im Osten (des Landes) legte die damals regierende Partei für Einheit und Fortschritt den Grundstein und bewilligte 19.000 Lira in Gold. Desgleichen hatte vor vierundzwanzig Jahren (1923) die Republikanische

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Volkspartei dem Meister (ustadh) mit 163 Stimmen 150.000 Lira bewilligt, bestimmt für das Haus der Wissenschaften (daru-l'Funun). Da es unserem großen Meister (ustadh) beinahe gelungen wäre, ganz allein eine so große Universität, ähnlich der Djami-ul Ezher zu gründen, was anders doch nur dem gemeinsamen Einsatz von Tausenden Gelehrten (Hodja) gelungen wäre, zeigt, dass Patrioten, Menschen, die ihre Heimat lieben, zusammen mit den Gelehrten (ulema) aller Schulen (medresse) diesen Meister (ustadh) unbedingt und unter allen Umständen schätzen und anerkennen müssten. Was aber uns betrifft, so haben wir uns, da wir einen solchen Meister gefunden haben, entschlossen, jede Art von Mühen und Plagen auf uns zu nehmen. Ich verehre ihn, als einen ganz ungewöhnlich geschulten Wissenschaftler unserer Zeit, der mich infolge seines segensreichen Wirkens als Gelehrter und seiner Wahrhaftigkeit mit seinen 130 heiligen Werken dazu gebracht hat, auf diesem Wege des Glaubens und des Wissens fortzuschreiten, aus meinem ganzen Herzen. Möge Gott es wollen (insha-a'llah), dass diese Ehrerbietung sich in Ewigkeit fortsetzen wird.

Wessen mich nun der Öffentliche Ankläger beschuldigen will, trotzdem er doch bei monatelangen Nachforschungen und Hausdurchsuchungen am Ende nichts dergleichen verifizieren konnte, ist ein "Missbrauch der Religion und der religiösen Gefühle, um die Sicherheit des Staates zu untergraben", weshalb es auch eine derartige "Untergrundorganisation" weder gibt, noch haben wir mit einer solchen Organisation irgendeine Verbindung. Unsere einzige Verbindung ist die mit der Risale-i Nur, welche sich im Rahmen der Gesetze der Regierung dieser Republik (bewegt) und die man bereits peinlich genau daraufhin untersucht hat und die bereits von Seiten der Experten aus Leuten der höchsten Gremien die notwendige Anerkennung gefunden hat, weshalb sie denn auch von einem entsprechend autorisierten Gericht wieder freigegeben worden ist.

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Deshalb ist dies auch kein Verrat am Land und am Volk, sondern ein Mühen, dem Land und dem Volk unmittelbar mit einem Wissen (ilm) zu dienen, das ihm nutzt. Wir haben darüber hinaus keine politischen Ziele und auch keine anderen selbstsüchtigen Interessen. Da also nun unsere Unschuld und unsere Aufrichtigkeit in dieser Angelegenheit offen liegen, fordere ich hiermit meinen Freispruch vor dem Hohen Gerichtshof und seiner Gerechtigkeit, damit die Gerechtigkeit offensichtlich werde, sowie dies ja auch bereits von dem Gericht in Denizli (bestätigt worden ist).

Mehmed Feyzi Pamuktju aus Kastamonu

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

Ahmed Feyzis Verteidigungsrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Ehrenwerte Herren des Gerichtshofs!

Ist es nicht das Recht und die Pflicht eines Gläubigen, einen Religionslehrer (din alimi) aufzusuchen, seine Bücher über die Wahrheiten des Glaubens (din haqiqati) zu lesen und abzuschreiben und seinen Glaubensbrüdern zu Hilfe zu eilen, indem er seinem Glauben (din), dem Qur'an und dem Propheten dient, mit dem Friede und Segen sei? Gibt es etwa einen Paragraphen im Gesetz, der uns diesen Dienst am Glauben verbietet? Wenn wir gewisse Aspekte zeitgenössischer Strömungen des Unglaubens (kufr) und der Unmoral kritisieren, stellt das dann etwa ein Verbrechen dar? Wir sind lediglich eine Gruppe von rein religiös gesinnten Menschen, die überhaupt keine Verbindung mit der Politik noch mit der Verwaltung hat. Gut über andere zu denken und sie für wert zu halten, ist jedes (Menschen) persönliche Meinung.

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Wir kennen Bediüzzaman als den größten Religionswissenschaftler (din alimi) unserer Zeit. Wir kennen ihn als einen Mann der Wahrheit (haqiqat adami), der die Glaubenswahrheiten verkündigt und erklärt, ohne dabei jemandem zu Munde zu reden. Wir nennen ihn einen "Mudjahid", weil er es unternimmt, gestützt auf die unerschütterlichen Wahrheiten des Qur'an gegen die Strömungen der Sittenlosigkeit und der Glaubenslosigkeit (iman), die unser Land bedrohen, zu verteidigen und somit dem Glauben (din) dient. In einem Lande, in dem Glaubens- und Gewissensfreiheit herrschen, kann man uns nicht für das zur Verantwortung ziehen, wovon wir in unserem Gewissen überzeugt sind. Deshalb sind wir auch nicht dazu verpflichtet, uns irgendwem gegenüber zu rechtfertigen.

Was die Frage bezüglich der Personen am Ende der Zeiten betrifft, über die uns eine Hadith Kunde gibt: Dieses Thema haben wir uns nicht selbst ausgedacht. Denn (die Hadithe) sind ein ursprünglicher Bestandteil unserer Religion (din). Der Prophet Gottes, mit dem Friede und Segen sei, sagt in einigen Hadithen, dass die Gemeinde Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, das Jahr 1500 nicht wesentlich überschreiten werde. Über diese Zeit, welche für die Gemeinde Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, und das Leben in dieser Welt (dunya) von Wichtigkeit sein werde, berichtet er und nennt er die großen geschichtlichen Ereignisse "die Zeichen des Weltuntergangs (kiyamet)". So lenkte er die aufmerksamen Blicke der islamischen Gemeinschaft (ummah) auf die (damit verbundenen) Katastrophen (sherr). Man sagt, dass diejenigen, die in ihrer Gottvergessenheit (ghafla) und Unwissenheit von solchen Katastrophen heimgesucht werden, einen ewig bleibenden Schaden und Verlust erleiden werden. Dafür gibt es in den religiösen Schriften zahllose Beweise. Wir jedoch glauben an Gott, seinen Propheten und an den Qur'an. Sollten wir also nun aufgrund unserer Überzeugung, dass unser Glaube (iman) echt und der Prophet

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wahrhaftig ist, uns etwa nicht darum bemühen, uns vor einem Untergang auf ewig zu retten? Sollten wir etwa nicht sehen, was um uns herum geschieht? Wenn wir also sagen: "Ist diese Zeit voller Gefahren bereits gekommen? Gebt Acht, dass nicht auch wir die Generation derer sind, die in Gefahr geraten ist!", sollten wir dann nicht auch zeigen, wie die bereits vorhandenen religiösen Wahrheiten angewandt werden können? Wenn wir die vor uns liegenden Beweise und Bestätigungen, die uns dahin führen, dass es einen Gott gibt (vudjud-u Ilahiye), die Zeugnisse und wissenschaftlichen Beweise für die Wahrheit nicht erkennen, sondern nur die Glaubenslosigkeit der Europäer als die größte Notwendigkeit der Zivilisation und Quelle der Erkenntnis annehmen, unseren eigenen Glauben aber verleugnen, wer wird uns dann noch vor dem ewigen Verderben erretten? Sollten wir da nicht einmal darüber nachdenken? Würde denn etwa ein Mensch, der so denkt und nichts kennt, was noch über dem Qur'an und seinen Wahrheiten steht, einzig aus Furcht vor vergänglichen Strafen sich auf ewig ins Verderben stürzen? Oder würde er vergänglichen Werten irgendeine Bedeutung beimessen? Würde er etwa seiner Aufgabe (vazifah), Gott, Seinem Propheten und dem Glauben (din) zu dienen, nicht länger mehr nachkommen? Dies sind also die tatsächlichen Faktoren, die uns an Bediüzzaman binden. Ja, gibt es vielleicht irgendeine andere Quelle des Glaubens (din), an der wir die ewigen Bedürfnisse unseres Geistes stillen könnten?

Dagegen empfiehlt uns der Herr Staatsanwalt jene Tausende von arabischen Schriften, die die Bibliotheken füllen, den Geist unserer Zeit aber nicht mehr interpretieren können. Der Herr Staatsanwalt und alle diejenigen, die so denken wie er, sind vielleicht nicht in der Lage, ein solches Kompendium des Wissens (ilm), eine solche Schatzkammer der Freiheit und der höheren Wahrheiten, wie die Risale-i Nur, richtig zu schätzen und zu würdigen, und mögen sie daher kritisieren. Aber das ist eine Angelegenheit

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ihrer eigenen Erkenntnis. Doch sollten sie sich bitte nicht in diese oder jene Dinge einmischen oder deren Wert bemessen! Wir lieben die Risale-i Nur. Und wir wissen, dass sie ein wahrheitsgetreues und ungeheucheltes Buch des Glaubens (din) und ein Kommentar (tefthir) zum Qur'an ist. Wertvorstellungen und Werturteile sind eine Frage der Gewissensentscheidung. Und damit sollte sich kein anderer befassen! Wir stimmen in der Tat darin überein, dass der Verfasser der Risale-i Nur stets nur die reine Wahrheit offen gelegt hat (und somit der wahre Kommentator der Endzeit ist. - A.d.Ü.). Wenn er auch für sich selbst nicht darin übereinstimmt, so kann das doch nicht unsere Überzeugung erschüttern. Diese Akzeptanz liegt einzig bei uns; und das nicht aufgrund irgendwelcher Wunder (keramet), sondern weil wir Zeuge seines wundervollen Unterrichts (ders) in der Risale-i Nur und seiner so vollkommenen Klarheit geworden sind, welche die gesamte wissenschaftliche Welt (djihan-i irfan) durch das Wunder seiner Gelehrsamkeit (keramet-i ilmiye) herausfordert. Obwohl doch seine schulische Bildung nicht mehr als drei Monate umfasste, strahlte seine Gelehrsamkeit (feys-i ilm) in einem solchen Ausmaß und das Wunder seiner Bildung (ilm) in den letzten Fragen der Wissenschaft (ilm) war von einer so erhabenen Logik (mantik aliye), dass selbst noch die größten Denker unter den Gelehrten (ali) staunend davor stehen bleiben. Obwohl er das alles in einer Sprache (ausdrücken musste), die er erst in der zweiten Hälfte seines Lebens erlernt hatte, war der Stil seines Ausdrucks so fesselnd, von solch einem Feuer der Begeisterung, strahlte seine Liebe (ashk) so viel Segen (feyz) aus, war seine Begeisterung derart überschwänglich, sein Glaube (iman) glich einem Ozean, einer Schatzkammer der göttlichen Einheit (Tauhid), einem Meer, das von Weisheit übersprudelt. Könntet ihr mir vielleicht einen zweiten Bediüzzaman zeigen?

Haltet ihr es vielleicht für übertrieben, wenn wir den für einen Meister (ustadh) halten, der allem äußeren Prunk

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und Pracht kein bisschen zugeneigt und nicht daran interessiert war, der sich auch nicht zu dem kleinsten bisschen Freude und Genuss erniedrigte, der keinem derer auch nur den geringsten Wert beimaß, die anderen zu Munde reden und die Füße vergänglichen Unrats umschmeicheln, der nichts von niemandem erwartet oder erbittet, und nichts annimmt, was ihm angeboten wird, der das beste Beispiel an Reinheit und Sittenstrenge gab und lebte, der geduldig jede Art von Entbehrung ertrug und, indem er ihr die Stirn bot, sich der Wahrheit (haqiqat), den Lichtern des Qur'an und den Erkenntnissen Mohammeds widmete, mit dem Frieden und Segen sei, der aus der Fülle seines Mitleids und in all seiner Liebe (shefqat) über das Leiden des Landes und des Volkes weint, der es, trotz so vieler Beleidigungen, die man ihm zugefügt hat, niemals aufgab, dem Wohlergehen aller zu dienen, die ihn umgaben, der, seines Alters und seiner Einsamkeit nicht achtend, selbstlos, uneigennützig und mit geradezu göttlichem Eifer sich bemüht und darum kämpft, die Menschen vor dem Abgrund der Unwissenheit und dem Strudel der Verleugnung zu retten? In Ergänzung zu den oben beschriebenen Wundern seiner Gelehrsamkeit (kerameti ilmiye) ist er es auch würdig, schon durch sein vollkommenes Vorbild und als einer, der den Weg (mihrab) der Tugend weist, durch seine beispiellose Entsagung und Enthaltsamkeit (istighna), und wenn er sich, in einer Zeit, in der die moralischen Werte zugrunde gehen, als ein Vorbild an Sittlichkeit und Geradlinigkeit erweist, bekannt zu werden, und dass man ihm nachfolgt.

Dies also ist unsere Sichtweise, wie wir Bediüzzaman und seine Werke betrachten. Ja, ist es denn, nur weil wir aufgrund unseres Glaubens (iman) so sehr mit dieser Persönlichkeit verbunden sind, und weil wir uns aufgrund unseres Glaubens (iman) an der heftigen Zurückweisung und Verachtung in den Fragen des Unglaubens (kufr) und der Moral (ahlak) durch den Qur'an und die Verkündigung Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, beteiligen,

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dass man uns zu Politikern macht, die sich mit vergänglichem Unrat (beschäftigen)? Wenn nun seit fünfundzwanzig Jahren in unseren Familien ein Teil der Kinder die Wahrheiten (haqiqat) unseres Glaubens (din) nicht mehr lernen kann und dem sicheren Untergang entgegengeht und wir nun, um sie vor dem ewigen Verderben zu retten und ihre reinen Seelen (ruh) in ihrem unschuldigen Gewissen zu formen (islah), ihnen von Gott und seinen Propheten, die Wahrheit und den Qur'an Kunde geben, kann man dann sagen, dass wir sie verdorben hätten?

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

Wir sind keineswegs Politiker. Wir sehen die Politik für politische Laien, wie wir es sind, als ein Handwerk, das mit 1001 verschiedenen Verlusten, Gefahren und Verantwortlichkeiten verbunden ist. Auf die vergänglichen, äußerlichen Dinge legen wir ja keinen Wert. Achten wir doch in dieser Welt (dunya) nur auf die guten Dinge, durch die wir das Wohlgefallen Gottes (riza-yi Ilahiye) erlangen können. Wir weisen daher entschieden die Beschuldigung zurück, der Politik hinterherzulaufen und das Konzept des Staates anzugreifen. Hätte es je eine solche Absicht gegeben, hätte es doch in fünfundzwanzig Jahren wenigstens eine einzige, bedeutungslose Demonstration gegeben. Wir haben in der Tat eine Negativ-Front, eine Flanke, die uns voller Kritik ihr Gesicht der Sittenlosigkeit und des Unglaubens zuwendet. Solches aber entsteht nur aus dem Glauben (iman) und daraus, dass wir uns notwendigerweise an den heftigen Erklärungen und dem schweren Tadel des Qur'an beteiligen, die sich mit den obigen Themen beschäftigen. Wenn euch diese Begründung, diese Art einer ehrlichen und aufrichtigen (ikhlas), lauteren und wahrheitsgemäßen (haqiqat) Erklärung nicht überzeugt hat, könnt ihr uns verurteilen, zu welcher Strafe auch immer euch beliebt. Doch vergesst dabei nicht, dass Hasret Isa, mit dem der Friede sei, und dem sich heute 600.000.000 Nachfolger angeschlossen haben, von den Herrschern seiner Zeit

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"unter gemeinen Dieben" zum Tode verurteilt wurde, einzig und allein deshalb, weil sein Herz (qalb) für das Glück der Menschen schlug und er das Unterpfand (emanet) seiner Verkündigung (tebligh) auf sich genommen hatte. So haben wir denn nun frei heraus gesprochen und werden jetzt mit Stolz unsere Verurteilung erwarten. Mit dem Ruf

﴿ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ ﴾

{"Gott ist unser befriedigender Anteil und unser vorzüglicher Sachwalter." (Sure 3, 173)}

öffnen wir an der Schwelle dessen, der über unsere Bedürfnisse entscheidet, unsere Hände.

Ahmed Feyzi Kul aus dem Bezirk Ortaklar

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

Djeylans Verteidigungsrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Während der Öffentliche Ankläger aus einem Korn eine ganze Kuppel baut, nehme ich es mit Stolz auf mich, wegen meines Dienstes an meinem Meister (ustadh) und der Risale-i Nur als großer Diplomat und als ein Intrigant hingestellt zu werden, wobei man mir einen großen Anteil an dem angeblichen Verbrechen gibt, mit dem man die Risale-i Nur aufgesattelt hat. Dem entgegen sage ich: Da ich die Abhandlungen über Religion (din) und Glaube (imam) gelesen habe und einen solchen Nutzen aus ihnen gezogen habe, dass ich (heute) bereit bin, ohne zu zögern (selbst) mein Leben dafür hinzugeben, bin ich meinem Meister Bediüzzaman eng verbunden. Jedoch ist diese Verbundenheit nicht etwa, wie der Öffentliche Ankläger

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gesagt hat, zum Schaden von Land und Nation, (mit dem Zweck) das Volk gegen den Staat aufzuhetzen, (sondern dient vielmehr dazu), auf diesem Weg mich und die meinigen in dieser gefährlichen Zeit, wo der Glaube gerettet werden muss, vor der Hinrichtung auf ewige (Zeit) im Grabe zu retten, vor der kein Mensch allein gerettet werden kann und zugleich auch den Glauben (iman) meiner Mitbrüder (din) zu retten, deren Gesittung ausgerichtet werden muss, damit sie zu nützlichen Gliedern des Volkes und des Landes werden, und ist somit eine Verbundenheit, die niemals reißt und nicht zerrissen werden kann.

Ich bin einer von denen, die ihm nahe stehen. Während etwa vier Jahren habe ich ihm mit Stolz gedient. In dieser ganzen Zeit war ich niemals Zeuge von etwas anderem als einzig seiner Rechtschaffenheit. Aus seinem Munde habe ich nicht ein einziges Mal etwas darüber gehört, dass er der Mehdi oder ein Erneuerer des Glaubens (mudjeddid) wäre. Für seine vollkommene Bescheidenheit zeugen Hunderttausende aufrichtiger Nurdjus, die durch mehr als Hunderttausende Kopien der Risale-i Nur und deren Studium ihren Glauben gerettet haben.

Jener gesegnete Meister (mubarek Ustadh) sieht sich selbst genauso wie wir als einen Schüler der Risale-i Nur und genau das sagt er auch. Dies lässt sich aus all den vielen Briefen, die sich in euren Händen befinden, besonders aber aus der Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (Ikhlas Risalesi) mit Leichtigkeit entnehmen. Obwohl er nun in seinen Abhandlungen (risalah) und in seinen Briefen des Öfteren erwähnt: "Ewige (baqi), sonnenklare, diamantengleiche Wahrheiten können nicht auf vergänglichen Personen aufgebaut werden und vergängliche Personen können auf diese kostbaren Wahrheiten (haqiqat) keinen Anspruch erheben.", bleibt das Urteil, diese Person lobe nur sich selbst und behaupte so, der Mehdi oder ein Erneuerer des Glaubens (mudjeddid) zu sein, (ein Anspruch), den kein vernünftig denkender Mensch erheben könnte.

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Denn wenn ihr alle seine Abhandlungen (risalah) und Briefe sorgfältig und aufmerksam lest, werdet auch ihr zu der sicheren Überzeugung gelangen, dass dieser ehrenwerte große Gelehrte seiner Zeit (allame-i zaman) ein Religionswissenschaftler (din alimi) ist, wie man ihn seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen hat, ein Retter des Glaubens (iman), wie man seinesgleichen nicht mehr begegnen wird, der noch dazu als ein Patriot in einer Zeit, da die roten Flammen des Bolschewismus sich bereit machen, auf die Dächer unserer Häuser überzuspringen, weit mehr Nutzen und Segen (bereket) für Land und Volk zu bringen vermag, als ein ganzes Heer. So bedaure ich denn nur, dass ich nicht schon früher der Schüler eines solchen Werkes und des verehrten Meisters (ustadh) geworden bin, der dieses Werk verfasst hat.

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

In der Absicht, dass die Söhne des Vaterlandes, nachdem ich selbst die zahllosen Verdienste der Risale-i Nur erfahren hatte, nun selbst ihren Nutzen aus ihr ziehen mögen, habe ich mit offizieller Erlaubnis den "Wegweiser für die Jugend (Gentjlik Rehberi)" in Eskishehir drucken lassen, um dem Volk damit einen heiligen Dienst zu erweisen. Während also ein so armseliger (Mensch) wie ich, für seinen Dienst an der Risale-i Nur, die doch ein wahrhaftiger und unwiderlegbarer Kommentar (tefthir) zum Qur'an und dadurch auch (ein Dienst) am Glauben ist, eigentlich Lob und Anerkennung verdient und sehr viel Ermutigung nötig hätte, frage ich Sie hier nun, inwieweit eine derart schwerwiegende Behandlung nicht einen direkten Widerspruch zur Wahrheitsfindung der Justiz (haqiqat-i adalet) darstellt. So fordere ich denn nun von eurem gerechten Gericht, die Risale-i Nur wieder frei zu geben, welche die Nahrung unserer Seele (ruh), der Grund unserer Errettung und der Schlüssel unserer Ewigen Glückseligkeit ist. Falls die Umstände, von denen ich einige oben bereits erwähnt und aufgezählt habe, in euren Augen ein Verbrechen darstellen, erkläre ich mich bereit,

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selbst noch die schwerste Strafe, die ihr dafür verhängen werdet, mit völliger Zufriedenheit in meinem Herzen (qalb) anzunehmen.

Djeylan Tjalishkan aus Emirdagh

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

Mustafa Osmans Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Was jene Fragen bezüglich der Verbrechen betrifft, die man mir unterstellt hat, nämlich die Behauptung, an angeblichen Aktivitäten gegen die Regierung teilgenommen zu haben, deren man Bediüzzaman Said Nursi verdächtigt, und den man zugleich auch beschuldigt eine Geheimorganisation errichtet zu haben und sich unter Missbrauch religiöser Gefühle an Aktivitäten beteiligt zu haben, die geeignet wären, die Sicherheit des Staates zu gefährden, so sage ich:

Erstens:

Wie so viele Schüler der Risale-i Nur habe ich in der Tat begonnen, die Abhandlungen der Risale-i Nur zu sammeln und zu lesen, in der Absicht, so eine religiös-kulturelle Erziehung zu erhalten und Qur'anische Gesittung zu erlernen, was doch Kennzeichen des Volkes ist, würdig eines wahren Türkentums und der Islamiyet und für uns eine historische Ehre und Würde. So wollte ich ein nützliches Glied des Landes und des Volkes werden, mich vor den Einflüssen der fremdländischen Ideologien schützen, mich über meine Religion (din) unterrichten und so meinen Glauben (iman) bewahren.

Doch wie könnte man so etwas als ein Verbrechen betrachten, in einer Zeit, da Laster und Immoralität die Ehre und die Verhaltensweise unserer Vorväter, welche die Geschichte berühmt gemacht hat, mit Füßen treten, das

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Leben der Gesellschaft vergiftet und in die Gosse gespült haben, in einem Ausmaß, dass sie selbst noch die unmoralische, alarmierende öffentliche Meinung verabscheuen, sodass in jedem Haus darüber gelästert wird, sodass diese belastende Situation, welche keinen Anlass zur Kritik in Form von Nachrichten über die Sittenpolizei gibt und über viele andere Themen in den Zeitungen und Illustrierten, die das Sprachorgan der öffentlichen Meinung sind, sich rasch verbreiten und so auf ziemlich einfache Weise Allgemeingut werden - die Risale-i Nur in einer solchen Zeit zu lesen, was mich durch seine religiösen, gesellschaftskritischen, ethischen und moralischen Unterweisungen aus dem Pfuhl der Sittenlosigkeit, in den ich gestürzt war, gerettet hat, so wie es alle Muslime rettet, die sie lesen, und sie meinen Landsleuten zu geben, wo sie doch so inständig darum bitten, sobald sie wussten und gehört hatten, dass ich diese Werke lese, sodass es auch ihre Moral wieder aufrichte, und so durch die Risale-i Nur und ihre wirkungsvollen Lehren als ihr Diener und Werkzeug diese Menschen zu retten, die bereits ihre Verankerung verloren hatten und somit eine Gefahr für Volk und Land geworden waren, und sie ihnen zu lesen zu geben, da es ihnen helfen würde, wieder nützlich zu werden für die Menschheit - wie aber könnte man so etwas als ein Verbrechen bezeichnen?

Es ist Bediüzzamans leuchtende, wirkungsvolle Waffe in seinem heiligen, moralischen Kampf, die allen Lobes und aller Anerkennung würdig ist. Durch seine wirkungsvollen Lehren über die Religion ist er ein Mudjahid, der gegen die gefährliche rote Seuche des Kommunismus kämpft, die sich wie die Pest in unserem Lande ausbreitet und die ganze Welt erzittern lässt. Wie kann man es mir nur als ein Verbrechen anrechnen, diese Abhandlungen an die Menschen weitergegeben zu haben, wenn sich doch dadurch in 20 Jahren 20.000 Menschen oder vielleicht sogar mehr zu nützlichen Gliedern des Landes und der Gesellschaft transformiert haben?

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Und wie kann man denn in gleicher Weise Anklage erheben gegen ihren ehrenwerten Verfasser? Diese Frage stelle ich an Ihr Gewissen.

Zweitens:

Die Hadith, von der der Öffentliche Ankläger behauptet, sie sei falsch und müsse daher als unwissenschaftlich gewertet werden, ist eine Hadith, die in den Sammlungen der Hadithe als "echt (sahih)" aufgeführt wird. Das ist eine Tatsache, die die entsprechenden Gelehrten (hadith alimleri) bereits in der (Zeit) der Parlamentarischen Monarchie (Meshrutiyet) anerkannt hatten, ebenso wie die Auslegungen und die Antworten Bediüzzamans auf die Fragen, die man ihm in Verbindung mit den Fragen gestellt hatte, die ihm die Japaner übermittelt hatten (sowie den Fragen, die ihm drei Jahre später) die Anglikanische Kirche vorgelegt hatten und die sich nun in den Abhandlungen wiederfinden, die "Der Fünfte Strahl genannt werden. Die damaligen Koryphäen (allame) unter den Istanbuler Gelehrten (alim) hatten diese Fragen an den ehrenwerten Verfasser dieser Abhandlungen weitergegeben und selbst die bedeutendsten unter ihnen hatten nichts gegen seine Antworten einzuwenden, was definitiv bestätigt, dass diese Hadith echt (sahih) ist.

Darüber hinaus sind alle Wahrheiten (haqiqat) und Unterweisungen (ders) in der Risale-i Nur und nicht nur ein Teil von ihnen so machtvoll, dass kein wahrer islamischer Gelehrter etwas gegen sie einwenden könnte, sodass vor allem das Amt für religiöse Angelegenheiten (diyanet) und alle wahren Gelehrten im ganzen Land sie seit der Zeit der Parlamentarischen Monarchie (Meshrutiyet) notwendigerweise akzeptieren und respektieren müssen. Die Einwände von zwei oder drei Leuten, die sich als Gelehrte (alim) bezeichnen, denen es jedoch an jeglichem soliden Wissen mangelt, können diese Wahrheiten (haqiqat) und machtvollen Beweise nicht entkräften. Sie sind einfach zu lächerlich. Ist es etwa Betrug, wenn man ein Dankschreiben an den Verfasser (der Risale-i Nur) schickt, wenn doch jemand an die Wahrheiten des Qur'an

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gebunden ist und an den Glauben, den sie beinhaltet, deren geistige und materielle Verdienste klar zu Tage treten und die über das ganze Land von Menschen aller Bevölkerungsschichten voller Begeisterung studiert werden, um ihr ewiges Leben vor dem Untergang zu retten, aus der Tausende Landsleute ihren Nutzen gezogen haben, wofür sie ihrem Verfasser ewig Dank schulden, weil er ihren Glauben gerettet hat? (Ist es denn Betrug), wenn man sich auf die nicht zu leugnenden Wahrheiten stützt, welche von dieser Hadith bestätigt werden, in der man einen Angriff zu erkennen glaubt, wenn man bestimmte Ereignisse und Abläufe betrachtet, die sich in diesem Lande zugetragen haben und auf die sich die Hadith bezieht? Nimmt man einmal an, dass es sich so verhält und stützt sich dabei auf die Aussagen zahlreicher islamischer Gelehrter und betrachtet dabei (die Dinge) als einen Sieg des Qur'an, so führt das dazu, gewisse Irrtümer zu korrigieren, womit man dann auch zufrieden sein kann. Legt man dann diese Betrachtungsweise ganz privat seinem Meister vor, dessen Werk bereits allgemeine Beachtung gefunden hat und hofft dabei doch, dass dieses Land nicht in Anarchie verfallen möge und so der Roten Gefahr in die Arme fiele, weswegen dann die ganze Welt erzittern wird - nennt man dies dann einen Verrat an der Regierung? Oder heißt das etwa, man wolle die Reformen (der Regierung) kritisieren?

Und obwohl doch verschiedene Gerichtshöfe diesen Wissenschaftler, der doch Lob und alle Anerkennung verdiente und der ja, obwohl er doch bereits hochbetagt ist, als ein Einsiedler völlig auf sich allein gestellt lebt, von denselben Verleumdungen bereits einmal freigesprochen haben, hat man ihn dennoch unter den gleichen Verdächtigungen (erneut) verhaftet, ihn in Einzelhaft gehalten und ihn vor Gericht gestellt. (Soll das nun heißen, dass man auch) unseren eigenen Standpunkt einer wissenschaftlichen Betrachtung und unsere Arbeit um die Rettung unseres Glaubens (iman) für ein Verbrechen hält

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und das als einen Beweis und ein Zeugnis für das Verbrechen der Gefährdung der Sicherheit des Staates vorbringt? Wessen Gewissens gerechtes Urteil sollte das nun sein? Das frage ich Ihr Gericht und (überlasse die Antwort) Ihrem Gewissen.

Drittens:

Was nun den Vorwurf betrifft, jemand habe "Bilder von Bediüzzaman wie einen heiligen Gegenstand getragen, seine Briefe gesammelt und mit ihm korrespondiert": Nicht nur ein einfaches Bild von einem Lehrer (alim) für alle (Menschen) und einem ehrenwerten Autor zu tragen, der mein inneres (manevi), Ewiges (baqi) Leben (hayat) vor der Verlorenheit gerettet und mir erlaubt hat, das Glück und die Freude meines materiellen Daseins zu genießen, der durch seine Werke den Glauben (iman) Tausender wie mich gerettet hat, sondern ein Bild, das mit Gold und Juwelen geschmückt wäre und ihm Segenswünsche (tebrik) und Briefe zu senden, andere kennen zu lernen, die ihn lieben, ist nicht nur (das Recht) jedes einzelnen Mitglieds der menschlichen Gemeinschaft, sondern auch mein eigenes Recht. Ich glaube nicht dass dieses mein Recht ein Verbrechen darstellt. Darum ist dies mein letztes Wort: Wie die Polizei zweier Provinzen und zahlreicher Städte (Dem Sprichwort: "Wer ist der Weise? Der, dem dies zugestoßen ist!") zufolge bezeugen kann {denn nur in diesen beiden Provinzen hatte die Polizei direkten Kontakt mit den Nurdjus (A.d.Ü.)} haben die Nurdjus, um diesem Lande, dem Volk und der menschlichen Gemeinschaft dienen zu können, sich durch die Risale-i Nur davor retten können, ohne ein Ziel zu sein und waren zugleich auch ein Fahrzeug zur Rettung anderer. Obwohl der patriotische Dienst, den sie jahrelang für ihr Land und seine Regierung geleistet haben, in der Tat größer ist als (der Einsatz) einer Abteilung Tausender Polizisten und aller Würdigung und Anerkennung wert wäre, hat man ihn dennoch falsch ausgelegt. So sind wir denn verhaftet und vor Gericht gestellt worden,

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wenn auch völlig willkürlich und auf Betreiben einer ausländischen Macht. All unsere Arbeit und unser Erwerb wurden dabei ganz und gar zugrunde gerichtet. Unsere armen Frauen und Kinder wurden dadurch ins Elend gestürzt und sind weinend zurückgeblieben. Welchen demokratischen Gesetzen entspricht denn das? Mit was für einem gerechten und gewissenhaften Urteil eines beeidigen und zuverlässigen Richters wäre dies zu vereinbaren? Diese Frage möchte ich Ihrem Gericht und Ihrem Gewissen vorlegen. Ich fordere von dem ehrenwerten Gericht, welches Recht spricht im Namen der gerechten türkischen Nation und ihres Hohen Gerichtshofs, dass diese Werke, ihre zahllosen Verdienste und Vorzüge, die so offensichtlich und unbestreitbar sind, wieder freigegeben werden und dass man uns (aus der Haft) entlässt.

Mustafa Osman aus Safranbolu

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

Hifzi Bayrams Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Man hat mich angeklagt, einige der Werke des islamischen Gelehrten (Islam alimi) Bediüzzaman gelesen zu haben, welche die Wahrheiten (haqaiq) des Qur'an und des Glaubens (iman) lehren und von großem Nutzen für das Land und das Volk sind. Er wird beschuldigt, die religiösen Empfindungen (des Volkes) zu missbrauchen und dadurch versucht zu haben, die Sicherheit des Staates zu gefährden. Auch soll ich einige seiner Abhandlungen (ders) von ihm erhalten und auf deren Wunsch an einige Bekannte weitergegeben haben, mit dem Wunsch, dass dies zu ihrem Besten sein möge und sie ihnen dazu dienen mögen, aus ihnen Unterricht im Glauben (ders-i imaniye)

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und eine ethisch-religiöse Erziehung zu gewinnen, die unsere nationalen Kennzeichen sind, und das, nachdem auch ich aus ihnen einen großen Gewinn im Glauben (din ve iman) erfahren hatte und durch sie eine Qur'anische Gesittung (ahlak-i qur'aniye) erwerben konnte. Darüber hinaus hat man mich verdächtigt, private oder auch wissenschaftliche Briefe von einer Anzahl meiner Bekannten empfangen zu haben, weshalb man mich nun für einen Konspiranten des oben Erwähnten hält. Die oben erwähnten Anklagepunkte, aufgrund derer man mich beschuldigt, weise ich wie folgt zurück:

Erstens:

Ich habe die Risale-i Nur, die bereits in einem früheren Gerichtsverfahren untersucht, für unbedenklich erklärt und ihrem Verfasser wieder zurückgegeben worden ist und die von den Gelehrten (ulema) des Landes entsprechend gewürdigt und gepriesen worden ist, nicht mit dieser bösen Absicht gelesen, die mir der Öffentliche Ankläger zu unterstellen versucht. Ich habe jede ihrer Abhandlungen (risalah) vom Anfang bis zum Ende als eine bedeutende Auslegung (tefthir) des Qur'an gelesen, die den Islam in wirkungsvoller Weise lehrt und religiöse Unterweisung so erteilt, dass die Menschen durch sie moralisch bereichert werden, besondere Vorzüge erlangen und das Volk davor bewahrt bleibt, in den Abgrund hinunter zu stürzen. So betrachtet hatte ich jedoch nie daran gedacht, dass diese Abhandlungen (eser), die für Volk und Land, ja sogar für die ganze Menschheit die größte innere Hilfe und nur das Beste beitragen, zu lesen, in der Absicht, meinen Glauben (iman) zu bewahren, meine Religion (din) zu studieren und sie einigen anderen zu übermitteln, ein Verbrechen sein sollte. Denn nirgendwo wurde irgendein Ereignis von der Polizei beobachtet oder berichtet, an dem Nurdjus zum Schaden des Landes, der Nation und der Regierung beteiligt gewesen wären. Außerdem ist es völlig unangebracht, zu sagen: "Man achtet bei der Lektüre und beim Studium auf die Geheimhaltung.", und so den Verdacht zu hegen, es handle sich

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hier um eine Geheimorganisation. Denn was die Nurdjus betrifft, so stehen sie mit gar keiner Vereinigung in Verbindung, sei sie nun wissenschaftlich, politisch, geheim oder öffentlich. Ja, diese Anklagen gegen Bediüzzaman zusammen mit vielen anderen sind vor einigen Jahren schon einmal (vorgebracht worden). Man hatte sie vor den Hohen Strafgerichtshof in Denizli zitiert und ihnen den Prozess gemacht. Doch obwohl alle Abhandlungen (risalah) Stück für Stück und von vorne bis hinten eingehend untersucht worden sind, hat man sie am Ende alle zusammen wieder freigegeben. Nachdem also diese Werke und ihr Verfasser freigesprochen sind, weiß ich nun nicht, in welchem Grade dieses Gesamtwerk zu lesen und es (anderen) zu lesen zu geben, als Beweis und Anklagepunkt wegen eines besonders schweren Verbrechens gegen die Sicherheit des Staates und wegen Hochverrats vorzubringen, den Erfordernissen der Gerechtigkeit (idjab-i adalet) entspricht. Ich überlasse also dies Ihrem Gewissen.

Zweitens:

Außerdem hat mir irgendein Unbekannter während meiner Gefangenschaft eine Abhandlung (risalah) zugeschickt, was denn ein weiterer Punkt der Anklage gegen mich wurde. Ich habe diese Abhandlung nicht gesehen. Über eine Mitteilung, worum es sich dabei handelt, verfüge ich auch nicht. Wenn es sich dabei um die Risale-i Nur handelt, übernehme ich dafür die Verantwortung. Also fragen Sie mich (dementsprechend) und ich werde Ihnen antworten. Ich habe lediglich gehört, dass der Herr Staatsanwalt in seiner Anklageschrift das Mehditum erwähnt. Doch mein Meister (ustadh) ist von derartigen Beschuldigungen frei. Gleichwie ich aus seinem Munde noch nie solche Dinge gehört habe, habe ich sie auch in seinen Werken nicht gesehen. Und seinen Schülern hat er bei jeder Gelegenheit untersagt, seiner Person eine solche Ehre (zu erweisen), ihn mit so viel Ehrfurcht (zu behandeln) oder ihm einen derartigen Status (zuzuerkennen). Auch hat er solche, die ihm in ihren Briefen eine

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derartige Ehrfurcht entgegenbrachten, dafür getadelt. Wir wissen nur, dass er von jeglicher Sucht nach Rang (hubb-u djah) und Namen frei, vielmehr der bedeutendste Gelehrte (alim) unserer Zeit und ein scharfsinniger Lehrer und Wissenschaftler (ilm-i tahqiq hodjasi) ist.

Der Gefangene

Hifzi Bayram

Emirdaghli Mustafas Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

(Zu dem Vorwurf) des Öffentlichen Anklägers, an dem vermeintlichen Verbrechen meines Lehrers Bediüzzaman mitbeteiligt zu sein, möchte ich kurz wie folgt Stellung nehmen:

Wegen einer solchen Verbundenheit empfinde ich auch nicht ein Stäubchen Reue. Denn der Dienst, den ich meinem Meister (ustadh) und der Risale-i Nur erwiesen habe, ähnelt nur einem Tropfen gegenüber einem Ozean von Huld und Güte (ihsan). Doch so wie man ohne zu zögern bereit wäre, ein paar kleine Stückchen Glas zu opfern, um in den Besitz eines Schatzes voll kostbarer Diamanten zu gelangen, bin auch ich jederzeit bereit, mein Leben für die Risale-i Nur zu opfern, die doch das Mittel ist, durch das ich mein Ewiges Leben (ebedi hayat) retten kann. Wegen der Risale-i Nur, die sich als ein unendlicher Gewinn in dieser und in jener Welt bewahrheitet hat, aufgrund dieser vergänglichen, unbedeutenden Haftstrafen und Unbequemlichkeiten und damit uns in diesem kurzen, unruhevollen irdischen Leben (hayat-i dunyevi) kein Leid geschehen möge auf einen so großen Gewinn zu verzichten und so der Risale-i Nur und meinem Lehrer (ustadh) gegenüber gleichgültig zu werden, betrachte ich

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gegenüber diesem gesegneten Meister (ustadh), diesem großen, geheiligten Gelehrten unserer Zeit (allame-i saman), dem Glauben (iman) und dem Qur'an, die doch sein einziges Ziel sind, als den eigentlichen Hochverrat. Ich möchte von dem, was er erlaubt und was er anordnet, auch nicht einen Fingerbreit abweichen.

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

Warum betrachtet man, wenn (in einer Zeit, da) der Bolschewismus seine giftigen Mikroben über unserer schönen Heimat ausstreuen will, ein bedeutender Religionswissenschaftler dagegen eine mächtige Front aufrichtet und nun meine Wenigkeit sein Schüler wird, dies als übertrieben? Die (derzeitigen) Verhältnisse beweisen jedoch zweifelsfrei, dass die Vordringlichkeit der Risale-i Nur (die Notwendigkeit) irdischen Reichtums bei weitem übersteigt. Damit über eine Million junger Türken, gleich mir, ihren Glauben (iman) retten und verantwortungsbewusste Bürger des Landes werden können, gebt meinen Lehrer (ustadh) und die Risale-i Nur frei! Wir jungen Türken brauchen die Risale-i Nur Tausende Male mehr als einer, der im Kerker eingesperrt ist, die Luft; mehr als einer, der in tiefer Finsternis lebt, das Licht; mehr als einer, der in der Wüste hungrig und ohne Wasser dürstet, Wasser und Nahrung; mehr als einer, der im Meer zu ertrinken droht, ein Rettungsboot braucht. Wenn man also nun uns, die wir aufgrund der oben erwähnten Tatsachen, von denen ich nur einige aufgezählt habe, durch ein unzerreißbares Seil mit Bediüzzaman verbunden sind, über den wir uns eine außerordentlich gute Meinung (husn-u zan) gebildet haben, und der (all unseren) Respekt gewonnen hat, und die wir in bester Absicht seine Schüler geworden sind, in diesem so bedauernswerten (Zustand) hier in diesem Gefängnis zugrunde gehen lassen will, so ist das unvereinbar mit dem Ansehen der Gerechtigkeit (adalet).

Mustafa Adjet aus Emirdagh

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

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Halil Tjalishkans Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

In der mir vom Herrn Staatsanwalt überreichten Anklageschrift wird mein Dienst für meinen Herrn und Meister (Üstadim efendime) als ein großes Verbrechen angesehen. Mein Meister erwies unserer Stadt 1944 die Ehre und wohnte dort vier Jahre lang als Gast. Er hatte bereits vor vierzig Jahren alle weltlichen Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten aufgegeben und arbeitet nun nur noch für den Glauben und die Islamiyet und besonders, um durch den Glauben die Ewige Glückseligkeit (saadet-i ebediye) der Muslime für das jenseitige (Leben) zu retten. Durch die Lehren (ders) der Risale-i Nur über den Glauben (iman) und die Moral (ahlak) hat er eine Barriere gegen die gefährliche bolschewistische Ideologie und andere, ähnliche Strömungen aufgebaut, deren materieller wie geistiger Schaden, den sie ganz besonders im Glauben (din) unseres Volkes anrichtet, in unserer Religion (din) gewaltige Zerstörungen verursacht. Ja, stellen denn diese etwa drei Jahre eines Dienstes an der Risale-i Nur und an meinem Lehrer (ustadh), die allen Lobes und aller Anerkennung durch alle Gelehrten der Welt würdig sind, und auf die (ich durchaus) stolz bin, in den Augen des Gesetzes (adalet) ein Verbrechen dar? Und sollte man es gleichfalls als ein Verbrechen ansehen, (wie hier in dieser Anklageschrift) geschrieben steht, wenn ich um dieses Dienstes willen (mein Handwerk als) Schneider aufgegeben habe? Würde, wenn ich für die Risale-i Nur, die doch wirklich ein Kommentar zur Wahrheit und Gerechtigkeit und zum Qur'an ist und für meinen Meister (ustadh) mein Leben opferte, mir das als ein Verbrechen angerechnet werden, ich selbst somit ein Vaterlandsverräter sein? Das frage ich euch!

Hochehrenwerter Präsident des Gerichts!

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Ich habe einige Abschnitte aus der Risale-i Nur gelesen und abgeschrieben. Gott dem Gerechten sei unendlicher Dank dafür, dass ich durch die außerordentliche Sehnsucht nach Wissen (ilm), die in meinem Herzen (qalb) lebt, Nutzen aus diesen Abhandlungen (risalah) zu ziehen begann. Und obwohl ich eng mit ihnen verbunden bin, habe ich doch nichts in ihnen gefunden, was (geeignet gewesen wäre), das Volk gegen die Regierung aufzuhetzen, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gefährden oder einen Geheimbund zu gründen, noch habe ich irgendetwas von meinem Lehrer (ustadh) über das Mehditum oder über einen Erneuerer des Glaubens (mudjeddid) oder dergleichen andere Bewegungen gehört. Das einzige Ziel der Risale-i Nur und meines Lehrers (ustadh) und uns Schülern ist es, der Islamiyet und besonders dem türkischen Volk hinsichtlich unseres Glaubens (iman) und der Moral (ahlak) einen heiligen Dienst zu erweisen. Insbesondere aber sollten die Nurdjus nicht wegen ihres Dienstes an der Risale-i Nur (mit Hausdurchsuchungen u. dgl.) belästigt werden. Dies ist unser einziger Sinn und Zweck. Irgendetwas anderes gibt es nicht. Und dieser Dienst (vazifah) ist um des Wohlgefallens Gottes (riza-yi Ilahi) willen. Jedenfalls beuten wir diesen heiligen Dienst nicht um dieser Welt (dunya) oder um irdischer Verdienste willen aus und erniedrigen uns nicht dazu. Deshalb können wir diese gegen die aufrichtigen Nurdjus, die nur in ihren Herzen (qalb) glauben, sich nur mit dem Jenseits (akhir) beschäftigen und keine anderen Ziele und Zwecke verfolgen, gerichteten Beschuldigungen des Öffentlichen Anklägers, eine Geheimorganisation errichten zu wollen, was uns noch nie in den Sinn gekommen ist, nicht länger dulden.

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

Wir meinen, dass Sie Sinn und Ziel und das Wesen der Schüler der Risale-i Nur verstanden haben und nun fest davon überzeugt sind, dass wir mit den Verbrechen, deren uns der Öffentliche Ankläger beschuldigt, nichts zu

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tun haben. Wir fordern daher von dem Hohen Gericht und von Ihrem Gewissen, dass uns unsere Bücher zurückgegeben und wir freigesprochen werden.

Halil Tjalishkan aus Emirdagh

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon

Mustafa Güls Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Ich bin kein Mitglied einer Geheimorganisation. Jedenfalls hat mein Meister, der Ehrenwerte Bediüzzaman Said Nursi nie eine derartige Organisation gegründet. Er hat uns stets in den Weisheiten des Qur'an unterrichtet und uns die Beschäftigung mit Politik streng verboten. Ich bin nur ein Student des großen, ehrenwerten Meisters Said Nursi. An ihn und die Risale-i Nur bin ich mit ganzer Seele (ruh) und ganzem Herzen gebunden. Für die Risale-i Nur und meinen Lehrer (ustadh) bin ich zu jeder Art Strafe, die sie mir geben werden, bereit. Durch sein Werk hat er meinen Glauben (iman) und mein ewiges Leben (ahiret) gerettet. Sein Ziel ist es, alle Muslime und alle Landsleute von ihrem Unglauben zu erlösen, damit sie die ewige Glückseligkeit (saadet-i ebediye) erlangen. Es hat sich in allen (bisherigen) Gerichtsverfahren herausgestellt, dass wir keine politischen Ziele verfolgen. Obwohl dies in der Tat (haqiqat) so ist, hat man uns wiederum gegen jedes Recht (haqq) und völlig unangebracht vor Gericht gezerrt. Daraus wird ersichtlich, dass man unsere Verbundenheit untereinander brechen will. Doch unsere Verbundenheit untereinander bezieht sich auf keinerlei weltliche oder politische Ziele. Wir empfinden einzig und allein unserem Ehrenwerten Meister gegenüber großen Respekt, ja geradezu Verehrung. Wer die Risale-i Nur liest, erwirbt dadurch einen außerordentlichen Glauben (iman), die Islamiyet, Moral (ahlak) und Vollendung (kemalat).

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Unseren Meister (ustadh) noch mehr zu lieben (muhabbet) ist uns nicht möglich. Mit einem solchen Meister (ustadh) und mit solchen Schülern der Risale-i Nur bin ich in meinem ganzen Sein (maudjudiyet) verbunden. Diese Verbindung könnte nicht mehr gelöst oder zerbrochen werden, auch sollte ich dafür hingerichtet werden. Ich und alle meine Mitbrüder sind unschuldig. Wir fordern daher mit allem Nachdruck, dass die Risale-i Nur wieder freigegeben wird. Auch fordere ich, dass unser erhabener Meister (ustadh) und alle die unschuldigen Nurdjus mit mir zusammen freigelassen werden.

Mustafa Gül aus Isparta

Küçük Ibrahims Verteidigungrede

An das Hohe Strafgericht zu Afyon

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

Das Verbrechen, dessen wir angeklagt sind, gehört gar nicht hier her, es gehört vielmehr sowohl zum weltlichen (dunya) als auch zum politischen Bereich. Denn ob wir nun Leute sind, die sich mit Politik beschäftigen, oder auch nicht, das haben Sie, meine ehrenwerten Richter längst schon auf den ersten Blick erkannt. Doch selbst wenn sich diese kalte und fremde Unterstellung, (den unmöglichen Fall) einmal angenommen, bestätigt durch Hunderte von Autoritätspersonen, als zu hundert Prozent wahr herausstellen würde und wenn auch mein Verstand hundertmal schärfer wäre, als er (tatsächlich) ist, würde ich dennoch aufgrund dieses innerlichen Eindrucks, den die Risale-i Nur und ihr so ehrenwerter Verfasser in mir hinterlassen hat, mit meinem ganzen Sein (maudjudiyet) vor diesem vergänglichen, flüchtigen, politischen, faszinierenden und erregenden Abenteuer flüchten, und indem ich mich vor der Hölle rette, (mein Leben) im Glauben (iman)

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an das Jenseits (ahiret) verbringen. Sowohl unser Respekt vor dem ehrenwerten Verfasser der Risale-i Nur und unsere Verbundenheit mit ihm, als auch das Lesen und Kopieren der Risale-i Nur, der Schriftverkehr und (alle sonstigen) Beziehungen der Nurdjus untereinander sind - wie der Hohe Strafgerichtshof in Denizli und der Appellationsgerichtshof bereits bestätigt haben - unmittelbar auf das Jenseits (uhrevi) hin ausgerichtet; so sehr, dass wir aufgrund der Ideen, die wir der Risale-i Nur entnommen haben, diese strahlenden Werte in gar keiner Weise gegen weltliche (dunyevi), materielle Dinge eintauschen würden. Das wird in uns als unser Glaube fortleben, bis wir sterben.

Ehrenwerte Herren des Gerichts!

Hat man uns erst einmal hier unter dieser fürchterlichen Anklage bei einander gebracht, fühle ich mich nun diesem Land und meinem Gewissen gegenüber verpflichtet, folgende bedeutende Wahrheit (haqiqat) zu erklären: Allein schon in meiner Nachbarschaft hat die Umwandlung, die die Risale-i Nur in den vergangenen mehr als 10 Jahren vor den Augen des ganzen Volkes bewirkt, dass allen voran ich selbst, (aber auch) viele andere den Heimweg gefunden haben. Ihr liederlicher Lebenswandel hat sich in das Glück ihrer Familie umgewandelt. Jetzt beten (dua) ihre Mütter und Väter für diejenigen, die dafür die Ursache waren. Sie sollten einmal in unserer Gegend und im ganzen Land diese Erzählungen (hal) von ihnen und noch von vielen anderen hören! Besonders im Gefängnis von Denizli hatte die Risale-i Nur, sobald sie dort ihren Eingang gefunden hatte, einen solch überwältigend guten Einfluss auf die Gefangenen, dass dort ihr Einfluss immer noch in aller Munde ist. Genauso war es auch, als ich selbst hier im Gefängnis von Afyon ankam: wer auch immer mir begegnete, sprach mit Freude und Dankbarkeit darüber, wie es früher einmal war (hal) und wie er sich nun heute fühlt (hal) und er jetzt für die Nurdjus betet (dua). Diese Tatsache (haqiqat) ist wohlbekannt!

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Was mich selbst als Mensch betrifft, so erstaunt es mich, dass unsere Liebe (muhabbet) zur Risale-i Nur, die insbesondere zu unserem Buch, dem Qur'an ein bedeutender Kommentar ist und die mich und meine Gefährten (in unserem) moralischen (ahlak), in unserem sozialen (Verhalten) und (hinsichtlich unserer Haltung zum) Ewigen Leben (uhrevi) dermaßen verwandelt hat, und dass ihrem verehrten Verfasser und seinen Landsleuten,

{gemeint sind seine Schüler (A.d.Ü)}

einen Brief zu schreiben, um sie im Islam zu trösten, ein Politikum sein sollte. So sage ich denn aus diesem meinem Erstaunen heraus: ein solches Verbrechen gibt es gar nicht! Die heimlichen Feinde des Qur'an und demzufolge auch der Risale-i Nur haben höchstenfalls die Justizbeamten und die Polizei uns gegenüber argwöhnisch gemacht und somit einen Grund gefunden, ihre Gefängnisse zu füllen. Mit Sicherheit wird das Hohe Gericht diesen Sachverhalt (haqiqat) erkennen, ihre Hand aufs Herz legen und gerechte Urteile fällen, die viele, ewig frohe und göttliche Botschaften mit sich bringen und die türkisch-islamische Nation, die gespannt an den vier Ecken des Vaterlandes wartet, dahin führen, ihnen dankbar zu sein.

Ibrahim Fakazli aus Inebolu

Gefangener in der Strafanstalt zu Afyon