Risale-i Nur

Die Strahlen
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Aus dem Risale-i Nur Gesamtwerk

Strahlen

Kommentare zum Qur'an
von
Bediüzzaman Said Nursi
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Said Nursi (1877-1960)

...erhielt vom Scheichu-l'Islam den Ehrentitel Bediüzzaman (sprich: Bedius-Saman), welcher besagt, dass er zu seiner Zeit seinesgleichen nicht hatte.

...Zeigte schon als Knabe erstaunliches, wissenschaftliches Interesse und lernte viele Bücher auswendig. Versuchte dem Niedergang der Türkei durch Besinnung auf die Werte des Islam entgegen zu wirken.

...Schrieb 130 Abhandlungen über den Qur'an, welche in viele Sprachen übersetzt wurde.

...Lehrte entsprechend dem islamischen Glauben, dass die Schöpfung selbst stets aufs Beste über ihren Schöpfer unterrichtet und somit sogar moderne Wissenschaften Kunde geben von Gott.

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Titel der Originalausgabe:

Şuâlar

Übersetzt von:

Davut Korkmaz

Piccoloministraße 607

51067 Köln

http://www.lichtstr.de

Mitarbeiter:

R. Wagner, U. Grünberg

(c) Alle Rechte vorbehalten Urheberrechtlich geschützt

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Regeln für die Schreibweise und Aussprache für die in diesem Buch verwendeten Fremdwörter:

Dh entspricht der engl. Aussprache in "there"

Gh entspricht dem deutschen "r"

Kh entspricht dem "ch" in "Acht"

Sh deutsches "sch"

Th entspricht der engl. Aussprache in "thing"

Dj entspricht der Aussprache des "dsch"

Tj entspricht der Aussprache des "tsch"

Q hauchloses "k"

R wird grundsätzlich gerollt

S wird scharf ausgesprochen wie "ß"

H wird grundsätzlich ausgesprochen

V wird "w" ausgesprochen

Y wie in deutsch "Ja"

Z wie deutsches "s" am Silbenanfang

Doppelkonsonanten werden separat ausgesprochen.

Die Verse im Qur'an (Einzahl: Ayah, Mehrzahl: Ayat) wurden nur in arabischer Schrift mit nachfolgender deutscher Übersetzung angeführt.

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Zweiter Strahl

Die letzte Frucht (= Abhandlung) aus dem Gefängnis in Eskishehir
Zweiter Strahl des Einunddreißigsten Blitzes
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen."}

Dieser Strahl wurde vor sechzehn Jahren geschrieben (1935), zu einer Zeit, als ich nach der Entlassung meiner Freunde allein im Gefängnis zu Eskischehir zurückgeblieben war. Ich hatte (diesen Strahl) mit meiner eigenen nur sehr unzureichenden Handschrift zu einer sehr aufreibenden und höchst unerfreulichen Zeit in großer Eile geschrieben, weshalb denn auch manches ziemlich ungereimt erscheint. Als ich ihn nun kürzlich korrigiert habe, sah ich, dass er dennoch äußerst wertvoll, voller Kraft und von großer Bedeutung ist.

Said Nursi

(Dieser Strahl bildet den Siebenten Punkt, im Anhang zu den sechs Punkten, die bereits im Dreißigsten Blitz behandelt worden waren, und handelt von

اَللّٰهُ اَحَدٌ

{"dem Einen Gott"}, jenem größten Seiner Namen (Ism-i A'dham).)

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Anmerkung

Diese Abhandlung ist meiner Meinung nach auf Grund der bedeutungsvollen und sehr subtilen Geheimnisse des Glaubens, die sie enthält, entwickelt und zur Darstellung bringt, von großer Wichtigkeit. Wer diese Abhandlung liest und versteht, wird - so Gott will - seinen Glauben bewahren. Leider hatte ich hier keine Gelegenheit, mich mit irgendwem zu treffen, um ihn darum zu bitten, sie noch einmal sauber abzuschreiben. Willst du den Wert dieser Abhandlung verstehen, so lies vor allem erst einmal die Zweite und die Dritte Frucht und das Nachwort mit der Problemstellung auf den letzten beiden Seiten an ihrem Ende aufmerksam durch. Danach erst studiere sorgfältig den ganzen (Text).

Siebenter Punkt

Anhang zu den sechs Punkten, welche die Sechs Gewaltigen Namen erläutern. (Dieser Punkt) handelt von

اَللّٰهُ اَحَدٌ

{"dem Einen Gott".}

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَبِهِ نَسْتَعِينُ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen... und von Ihm kommt unsere Hilfe."}

Von jener geradezu einzigartigen Aussage der Ayah فَاعْلَمْ اَنَّهُ لآَ إِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ {"... und wisse, dass es keine Gottheit gibt, außer Gott" (Sure 47, 19)} und zugleich auch durch die allgemein bekannte Eidesformel

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des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, in meinem Inneren angerührt, verspürte ich jene feinsinnige Anspielung auf drei wunderschöne, süße, subtile Früchte göttlicher Einheit (tauhid), drei Dinge, die sie erforderlich machen und drei Dinge, die zu ihrem Beweis dienen.

So war denn die Eidesformel, die Gottes höchst ehrenwerter Gesandter, mit dem Friede und Segen sei, zu schwören am häufigsten gebrauchte, war der Ferman, den er stets wieder verwendete

وَالَّذِى نَفْسُ مُحَمَّدٍ بِيَدِهِ

{"Bei dem, in dessen Hand die Seele (nefs) Mohammeds ruht."}

Und diese Eidesformel zeigt, dass selbst der höchste Wipfel des Weltenbaumes und seine entferntesten Zweige und seine feinsten Verästelungen aus der Macht (qudret) und dem Willen (irade) jenes Einen und Allgegenwärtigen (Vahid-i Ahad) Wesens heraus existieren. Denn wenn die Seele selbst noch des erlesensten und außergewöhnlichsten Geschöpfes, die (Seele) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, sich nicht selbst besitzt und nicht frei ist in ihren Handlungen, vielmehr in ihren Bewegungen an einen anderen Willen (ihtiyar) gebunden ist, so kann es sicherlich keine Funktion, keinen Umstand, keinen Sachverhalt geben, weder teilweise noch insgesamt, der außerhalb des alles umspannenden Willens (ihtiyar) und Seiner alles umfassenden Macht (iqtidar) läge.

Was in der Tat mit dieser bedeutungsvollen Eidesformel Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, zum Ausdruck gebracht wird, ist die Herrschaft (Rububiyet) jener allgewaltigen und alles umfassenden Einheit (tauhid). Da nun aber bereits hundert, ja vielleicht tausend klare Beweise dieser Göttlichen Einheit (tauhid) in der Risale-i Nur als der Lampe für das Licht des Qur'an (Siradju-n'Nur) erklärt worden sind, wollen wir hier nur noch auf die Einzelheiten und Beweise für diese erhabene Wahrheit hinweisen. In diesem Zweiten Strahl, und zwar in den ersten

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drei kurzen Kapiteln, wollen wir nun diese höchst bedeutende Glaubenswahrheit kurz zusammenfassend erklären, als drei subtile, süße, kostbare, leuchtende, zum Wohle aller bestimmte Früchte unter zahllosen anderen Früchten und dabei auf jene Einsichten und Erfahrungen anspielen, die mein Herz zu diesen Früchten hingezogen haben.

Im Zweiten Kapitel sollen dann drei universale Motive und Themen zur Sprache kommen, welche diese heilige Wahrheit notwendig werden lassen, da sie die Kraft von dreitausend solcher Themen haben.

Im Dritten Kapitel sollen dann drei Merkmale der Wahrheit von der Göttlichen Einheit (tauhid) Erwähnung finden, welche die Kraft von dreihundert solcher Merkmale, Andeutungen und Beweise in sich tragen.

Die Erste Frucht des Ersten Kapitels

In der Göttlichen Einheit (tauhid) und Allgegenwart (vahdet) werden die Göttliche Schönheit (djemal) und die Vollkommenheit des Herrn (kemal) offenbar. Gäbe es diese Göttliche Allgegenwart (vahdet) nicht, bliebe dieser urewige Schatz verborgen. Und es ist in der Tat dieser Spiegel Göttlicher Allgegenwart (vahdet), der es bewirkt, dass die Göttlichen Namen, mit Hilfe dieser Göttlichen Allgegenwart (vahdet) schließlich in den einzelnen (Früchten) am Ende des Baumes der Schöpfung wie in einem Brennpunkt in ihrer grenzenlosen Göttlichen Schönheit und Vollkommenheit, in der unendlichen Vollkommenheit ihres Herrn, Seiner Lieblichkeit, Seinen unzählbaren Wohltaten, in den kostbaren Gaben des Allbarmherzigen (baha-i Rahmani) und in der so unendlich vollkommenen Schönheit des Unvergleichlichen (kemal-i djemal-i Samedani) in Erscheinung treten.

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Wenn also z.B. in einem einzelnen besonderen Akt der Hilfeleistung an einem Säugling, der sich nicht selbst helfen (iktidarsiz ve ihtiyarsiz) und versorgen kann, von einer Stelle aus, wo man es eigentlich gar nicht erwartet, nämlich mitten zwischen Blut und Ausscheidungen, reine, saubere, weiße Milch herangetragen wird, so wird, vom Standpunkt der Betrachtung der Bestätigung Göttlicher Einheit (tauhid) aus betrachtet, sogleich durch die wunderbare, zärtliche Versorgung aller Menschenkinder und der Jungen aller Tiere und der sie versorgenden Mütter die unsterbliche Schönheit und Barmherzigkeit des Allerbarmers (rahmet-i Rahman djemal-i Layedhel) in all Seiner Herrlichkeit sichtbar. Wenn man diese Dinge nicht mit den Augen Göttlicher Einheit (tauhid) betrachtet, so bleibt diese Schönheit verborgen und diese besondere Art der Versorgung wird den Ursachen zugeschrieben, dem Zufall oder der Natur, wodurch sie ihren Wert ganz und gar verliert und sogar in ihrem Wesen verfälscht wird.

Betrachtet man z.B. die Heilung von einer fürchterlichen Krankheit vom Standpunkt einer Bestätigung Göttlicher Einheit (tauhid) aus, so wird bei all den Kranken das Geschenk der Genesung in diesem riesigen Sanatorium, das man die Erde nennt, durch die Heilmittel, die Medizin aus dieser großen und weiten Apotheke, die man die Welt nennt, im individuellen wie universellen, nämlich die Schönheit des Allbarmherzigen in Seiner Vollkommenheit (Rahiem-i Mutlaq djemal-i shefqat) und die Taten Seiner Barmherzigkeit (rahimiyet) in einer alles umfassenden, strahlenden Weise sichtbar. Betrachtet man hingegen (diese Heilung) nicht vom Standpunkt der Bestätigung Göttlicher Einheit (tauhid) aus, so wird man dieses besondere Geschenk der Heilung, wie es doch nur (aus der Hand dessen kommen kann,) der (um all diese Dinge) weiß, sie wahrnimmt, sich ihrer bewusst ist, den Eigenschaften einer leblosen Medizin, blinden Kräften oder einer unbewussten Natur zugeschrieben, wodurch Ihr (eigentliches) Wesen völlig verändert wird und die (in ihr verborgene) Weisheit, ihr (wahrer) Wert werden verloren gehen.

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Ich möchte hierbei einen Punkt näher erläutern, der mir im Zusammenhang mit einem Segensgebet (salavat) in den Sinn gekommen ist. Es ist dies wie folgt: Am Ende der Rezitationen (tesbihat) nach den täglichen Gebeten (namaz) wird bei den Schafis sehr häufig dieses allgemein bekannte Segensgebet (salavat) angefügt:

اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلٰى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ وَعَلٰٓى اٰلِ سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ بَعَدَدِ كُلِّ دَآءٍ وَدَوَآءٍ وَبَارِكْ وَسَلِّمْ عَلَيْهِ وَعَلَيْهِمْ كَثِيرًا كَثِيرًا

{"Oh Gott, segne unseren Herrn Mohammed, die Familie Mohammeds entsprechend der Anzahl aller Krankheiten und ihrer Heilmittel. Segne ihn und sie alle und schenke ihnen die Überfülle Deines Friedens und Deines Segens!"}

Dies ist wichtig, denn entsprechend der Weisheit der Erschaffung des Menschen und dem Geheimnis seiner Vielseitigkeit sucht er jederzeit und in jedem Augenblick Zuflucht bei seinem Schöpfer, dankt (shukur) Ihm, lobt und preist (= hamd) Ihn. Auch die Krankheit gleicht einem Peitschenschlag, der den Menschen in aller Schärfe und Deutlichkeit zur Schwelle Gottes hintreibt. Die süßesten Gaben, die den Menschen dazu antreiben, mit ganzem Eifer zu danken, (Gott) zu loben und Ihn zu preisen sind vor allem seine Genesung, seine Heilmittel und sein Wohlergehen. Daher ist dieses Segensgebet ganz besonders angesehen und von solch großer Bedeutung. Manchmal, wenn ich بِعَدَدِ كُلِّ دَآءٍ وَدَوَآءٍ {"nach der Anzahl der Krankheiten und ihrer Heilmittel"} rezitiere, scheint mir die Erde einem Sanatorium zu gleichen und ich spüre die ganz offensichtliche Gegenwart des wahren Heilers (Shafi-i Haqiqi), der die Heilmittel für alle leiblichen wie geistigen Krankheiten schenkt, der uns in all unseren Nöten entgegen kommt, Seine allumfassende Güte (shefqat) und Seine heilige, sich weit und breit erstreckende Barmherzigkeit (rahimiyet).

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Wenn man also z.B. das Geschenk (ihsan) der Rechtleitung und des Glaubens, das einem Menschen gegeben wird, der die so fürchterlichen innerlichen Qualen auf seinem Irrweg erfährt, vom Standpunkt der Bestätigung Göttlicher Einheit (tauhid) her betrachtet und die urewige Schönheit des Freigiebigen und Allgütigen (Kerim ve Muhsin), die diesen kleinen, sterblichen (fani), schwachen Menschen offensichtlich durch diese außerordentliche Gabe mit einmal zu einem Diener (abd), ja zum Gesprächspartner seines Geliebten macht, dem Schöpfer und Herrscher über das gesamte Universum zuschreibt, so wird Er ihn in seinem Glauben, und mit ihm alle Gläubigen ihrer jeweiligen Stufe entsprechend, mit ewiger Glückseligkeit in einer weiten, breiten, prächtigen, ewigen Welt beschenken und sie ihm zu ewigem Eigentum geben. Ein einziger Strahl dieser urewigen Schönheit ist von der Art, dass er alle Gläubigen zu Seinen Freunden werden lässt, sodass einige von ihnen in aller Aufrichtigkeit von Seiner Liebe (ashk) gefangen genommen werden. Wenn aber (der Mensch das Geschenk des Glaubens) nicht vom Standpunkt der Einheit Gottes (tauhid) aus betrachtet, so wird er seine ganz persönliche Überzeugung entweder, anmaßend und von sich selbst überzeugt wie die Mu'tesiliten, sich selbst zuschreiben oder aber auf die Ursachen zurückführen. Dann aber wird dieses funkelnde Juwel des Allbarmherzigen (Rahman), dessen wahrer Wert und Preis das Paradies ist, zu einer Glasscherbe reduziert werden und somit als Spiegel für den Strahl Seiner Heiligen Schönheit (djemal) verloren gehen.

So möge man denn nun auf Grund dieser drei Beispiele erkennen, wie, vom Standpunkt der Einheit Gottes (tauhid) betrachtet, tausende Arten und hunderttausende verschiedener Erscheinungsformen Göttlicher Schönheit (djemal-i Ilahi) und der Vollkommenheit des Herrn (kemal-i Rabbani) in den einzelnen Arten des Seins in konzentrierter Form am äußeren Rande jeglicher Vielfalt in all ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen sichtbar werden, erkannt und

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verstanden werden und in ihrer Wahrhaftigkeit festgestellt werden können.

So ist es denn, weil diese Schönheit Gottes und Seine Vollkommenheit (djemal-i ve kemal-i Ilahi) durch die Bestätigung Göttlicher Einheit (tauhid) im Herzen sichtbar und in der Seele (ruh) spürbar werden, dass alle Heiligen, Mystiker und Gottesfreunde ihre süßeste Freude und zarteste innere Versorgung in der ständigen Erinnerung (dhikr) und Wiederholung des لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّهُ {"Es gibt keine Gottheit außer Gott."} jener Formel der Einheit (kelime-i tauhid) gefunden haben. Weil nun aber darüber hinaus die ganze, gewaltige Größe Gottes (azamet-i kibriya), die Majestät des Hochgelobten (djelal-i Subhani) und das Königreich des vollkommenen Herrn in Seiner Unvergleichlichkeit (saltanat-i mutlaqa-i Rububiyet-i Samedaniye) in diesem Wort der Einheit verwirklicht werden, erließ Gottes ehrenwerter Gesandter, mit dem Friede und Segen sei, den folgenden Ferman

اَفْضَلُ مَا قُلْتُ اَنَا وَالنَّبِيُّونَ مِنْ قَبْلِى لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ

das heißt: "Die größte Tugend und das kostbarste Wort, das ich und die Propheten, die vor mir gekommen sind, (der Welt) gebracht haben, ist das Wort لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ {"Es gibt keine Gottheit außer Gott."}

Obwohl nun eine Frucht, eine Blume, ein ganz kleines Geschenk, eine Wohltätigkeit wie ein Lichtlein, nur einem kleinen Spiegel gleicht, so steht es doch im Geheimnis der göttlichen Einheit (tauhid) plötzlich mit allen seinesgleichen Schulter an Schulter, verwandelt sich so in einen großen Spiegel und zeigt uns einen Aspekt der Schönheit

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Gottes (djemal) entsprechend seiner jeweiligen Art. In seiner vergänglichen, doch nur flüchtigen Anmut verweist es auf eine ewige, bleibende Schönheit. So wie Maulana Djelalu-d'Din Rumi einmal sagte

اٰنْ خَيَالاٰتِى كِه دَامِ اَوْلِيَاسْت ٭ عَكْسِ مَهْرُويَانِ بُوسْتَانِ خُدَاسْت

{"Die Vorstellungskraft, welche für die Heiligen einer Saite gleicht, ist für sie auch ein Spiegelbild der mondengleichen Schönheit des Gartens Gottes."}

Sie wird zum Spiegel Göttlicher Schönheit. Gäbe es nicht dieses Geheimnis Göttlicher Einheit (tauhid), so würde jede einzelne Frucht für sich allein bleiben. Sie würde weder diese Heilige Schönheit (djemal) noch ihre erhabene Vollkommenheit (kemal) zeigen. Sogar dieser besondere Funke in ihr würde verlöschen und zu Grunde gehen. Er würde sich in sein Gegenteil verkehren und von einem Diamanten zu einer bloßen Glasscherbe werden.

Ebenso tritt durch das Geheimnis Göttlicher Einheit (tauhid) in allen lebenden Wesen, welche die Früchte am Baum der Schöpfung sind, Gott in Seiner Persönlichkeit, der Herr als der Alleine (ahadiyet-i Rabbani), der Allerbarmer (Rahman) mit Seinen Sieben Attributen (sifat) in Seiner inneren Gestalt, in der Konzentration Seiner Namen, in der Offenbarung Seiner bestimmenden persönlichen Attribute in Erscheinung als der, den wir mit den Worten ansprechen:

اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَاِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

{"Dich allein beten wir an und bei Dir allein suchen wir unsere Zuflucht." (Sure 1, 5)}

Wäre dies nicht so, so würde Seine Persönlichkeit, Seine Alleinheit (ahadiyet) und das Antlitz Seiner Göttlichkeit und die Offenbarung Seiner persönlichen Attribute sich so weit wie das ganze Universum ausdehnen, ausbreiten und auf diese Weise verborgen bleiben. Sie könnte nur noch mit den Augen solcher Herzen erblickt werden, die wahrhaft groß und weit (genug sind, um alles zu umfassen).

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Denn Seine gewaltige Größe (azamet ve kibriya) würde Ihn wie ein Schleier umhüllen, sodass nicht jedes Herzens Auge Ihn erblicken könnte.

So wird denn durch diese einzelnen Lebewesen ganz klar und deutlich verständlich, dass der große Meister (Sani') (dessen Kunstwerke sie sind) sie sieht und sie kennt, sie hört und sie nach Seinen Wünschen gestaltet. Erst hinter dieser Geschöpflichkeit aller lebenden Wesen werden die bestimmenden innerlichen Attribute und Eigenschaften dessen, dem die Macht und der Wille zu Eigen ist, der alles hört und weiß und erkennt, im Glauben offenbar.

Und besonders hinter dem Geschaffensein des Menschen als einem lebenden Wesen lassen sich im Glauben und im Geheimnis der Göttlichen Einheit (tauhid) ganz klar und deutlich die bestimmenden Attribute Seiner Persönlichkeit und die Prägungen Seiner Heiligkeit erkennen und bezeugen. Denn Beispiele für Eigenschaften wie Wissen, Macht, Leben, Gehör und Gesicht (sem' ve basar), wie sie die Merkmale der Alleinheit (ahadiyet) Seiner Persönlichkeit sind, finden sich zugleich auch im Menschen wieder und weisen durch diese Beispiele auf sie hin. Denn der, welcher z.B. die Augen gibt, sieht sowohl das Auge als zugleich auch das, was dieses Auge sieht, worin denn auch dessen feinsinnige Bedeutung liegt. Der Optiker, der dir eine Brille für deine Augen anpasst, sieht zunächst einmal, dass die Brille für deine Augen geeignet ist. Erst dann macht er sie für dich zurecht. Auch der, welcher dir die Ohren gibt, hört sicherlich zugleich auch, was deine Ohren hören, bevor Er sie macht und dir gibt. Nun magst du (die Schönheit, die dein Auge erblickt - A.d.Ü.) mit den übrigen Eigenschaften (und Fähigkeiten Gottes) vergleichen!

Darüber hinaus trägt der Mensch auch die Erscheinungen und Ornamentierungen der Namen Gottes in sich. Durch sie bezeugt er den heiligen Sinn (dieser Namen). Des Weiteren dient der Mensch in seiner Schwäche, Unfähigkeit, Armseligkeit und Unwissenheit gewissermaßen

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als Kontrast, (vor dem als Hintergrund) er die Macht (qudret), das Wissen (ilm), den Willen (irade) und dergleichen Attribute Gottes bezeugt, der sich seiner in seiner Schwäche und Armseligkeit erbarmt und ihm zu Hilfe eilt.

Da also nun im Geheimnis Göttlicher Allgegenwart (vahdet) tausend und ein Name an den äußersten Enden konzentriert sind und die einzelnen von ihnen in der Sphäre ihrer Vielfalt als jene winzig kleinen Briefe, die man Lebewesen nennt, am weitesten voneinander entfernt und zerstreut sind und dort klar und eindeutig erkannt und entziffert werden können, vervielfältigt der allweise Schöpfer (Sani-i Hakiem) die Kopien dieser Lebewesen in einer großen Vielzahl. Insbesondere die verschiedenen Arten von Kleinstlebewesen macht Er außerordentlich zahlreich, vervielfältigt sie in den verschiedensten Variationen und verbreitet sie überall.

Was mich zu der Wahrheit dieser Ersten Frucht führte und leitete, war ein Gefühl und eine Erfahrung. Es war dies wie folgt:

Zu einer bestimmten Zeit war ich durch übergroßes Mitleid und überströmende Liebe (shefqat) und ein Gefühl des Bedauerns gegenüber allen Lebewesen, besonders aber gegenüber denjenigen, die über ein Bewusstsein verfügen, unter ihnen besonders den Menschen, unter ihnen besonders den unterdrückten und unter diesen besonders denen, die von einem Unglück betroffen waren und durch ihre Lebensumstände in meinem Herzen von tiefem Mitleid und einer großen Liebe (shefqat) angerührt. Und so fragte ich mich denn in meinem Herzen: "Weder hören diese starren Gesetze, welche die Welt beherrschen, das Wehgeschrei dieser Ohnmächtigen, Schwachen, Unglückseligen, noch hören ihn die tauben Elemente und Ereignisse, wenn sie über ihn kommen und sich seiner bemächtigen. Gibt es denn da niemanden, der sich ihrer in ihrem armseligen Zustand erbarmt und in ihrer außergewöhnlichen Lage eingreift?" So klagte meine Seele (ruh) aus tiefsten Abgründen. "Haben denn diese

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so hübschen Sklaven (memluk), diese so kostbaren Güter, diese so sehnsüchtig verlangenden, von Dankbarkeit erfüllten Freunde keinen Herrn, keinen Besitzer, keinen wahren Freund, der sich um ihre Angelegenheiten kümmert, der sie begleitet und beschützt?" So schrie mein Herz aus all seiner Kraft auf.

So war es denn die befriedigende, beruhigende und völlig ausreichende Antwort auf das Wehgeschrei meiner Seele (ruh) und die Klage meines Herzens: Durch das Geheimnis der Einheit Gottes (sirr-i tauhid) empfing ich aus der Hand des Glorreichen Herrn (Dhat-i Dhu l-Djelal), der der Barmherzige und Allerbarmer (Rahman ve Rahiem) ist und über dem Gesetz steht, die Ihm eigenen Gnadengaben (ihsan) und Seine besondere Hilfe für Seine liebenswerten Untertanen, die unter dem Druck der Gesetze und dem Übergriff der Ereignisse weinen und klagen, und trifft für alle Dinge in der Macht Seiner Ihm eigenen Herrschaft Seine besondere Vorsorge, lenkt selbst alle Dinge und hört selbst auf die Klagen aller Dinge. Er ist ihr wahrer Herr, Eigentümer und Beschützer. Dies bekam ich im Geheimnis des Qur'an und im Lichte des Glaubens zu wissen. Da fühlte ich an Stelle dieser grenzenlosen Verzweiflung eine unendliche Freude. Und da nun alle Lebewesen im Besitz dieses Glorreichen Besitzers (Malik-i Dhu l-Djelal) und Sein Eigentum sind, gewannen sie in meinen Augen eine tausendmal höhere Bedeutung und einen viel höheren Wert.

Denn so wie jeder stolz ist auf die Ehre seines Meisters und dessen guten Ruf und auf die Stellung (maqam), die eine Person einnimmt, der er sich verbunden fühlt und dadurch selbst an Würde gewinnt, und wie eine Ameise aus der Kraft (Gottes) den Pharao besiegte und aus der Ehre ihrer Zugehörigkeit (zu Gott) so stolz (iftikhar) sein kann wie tausend Pharaonen, die gottvergessen leben und denken, sie seien völlig frei und ungebunden Herr ihrer selbst und sich stolz ihrer Ahnen und des ganzen Ägyptischen Königreiches rühmen, wo doch ihr Stolz am Tore des Grabes erlischt. So verwandelte auch eine Mücke Nimrods

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Stolz auf dessen Sterbebett in Qual und Scham und bewies dadurch die Würde (sheref), die aus ihrer Zugehörigkeit (zu Gott) erwächst und machte so Nimrods Stolz zunichte. So wird denn mit der Ayah اِنَّ الشِّرْكَ لَظُلْمٌ عَظِيمٌ {"Fürwahr, im Beigesellen von Partnern liegt ein gewaltiges Verbrechen." (Sure 31, 13)} ausgedrückt und mitgeteilt, dass im Beigesellen von Partnern ein ganz großes Verbrechen liegt. Diese Beigesellung wäre ein großes Unrecht, denn dadurch werden die Rechte, die Ehre (sheref) und die Würde aller Kreaturen mit Füßen getreten. Die Hölle allein vermag es zu tilgen.

Die Zweite Frucht der Göttlichen Einheit (tauhid)

So wie die Erste Frucht jenen Heiligen Herrn (Dhat-i Aqdes) in Betracht zieht, welcher der Schöpfer des Universums ist, so betrachtet nun die Zweite Frucht dieses Universum, sein Wesen und seine wahre Natur. Es ist in der Tat im Geheimnis dieser göttlichen Allgegenwart (vahdet), dass die Vollkommenheit des Universums verwirklicht wird, die Erhabenheit der Funktionen allen Seins verstanden werden, der Zweck der Erschaffung aller Geschöpfe klar ersichtlich wird, der Wert aller Kunstwerke erkannt wird, der Plan Gottes mit der Welt Gestalt gewinnt, die Weisheit hinter der Erschaffung aller lebenden wie Bewusstsein tragenden Wesen und ihr Geheimnis, wenn sie aus dem Nichtsein ins Dasein treten, offenbar wird, das lächelnde, wunderschöne Antlitz der Weisheit und Barmherzigkeit hinter den wütenden (qahhar) und sauren Gesichtern der vernichtenden Stürme Furcht erregender Umwandlungen erscheint und so viele Formen des Seins wie auch ihre

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Funktionen, die mit ihrem Untergang und Zerfall vergehen, wahrgenommen werden, wobei dann ihr wahres Sein und Wesen, die Seele (ruh) allen Seins und ihr Lobpreis (tesbihat) an ihrer Stelle in der bezeugten Welt treten, bevor sie entschwinden.

Und fernerhin geschieht es einzig und allein im Geheimnis dieser Göttlichen Einheit (tauhid), wenn wir nun wissen, dass das Universum vom einen Ende bis zum anderen als ein Ganzes ein Buch des Einzigartigen (kitab-i Samedani) von außerordentlicher Bedeutung ist, und dass alles Sein von Grund auf bis zum Throne (Gottes) eine höchst wunderbare Sammlung von Briefen des Hochgelobten (mektubat-i Subhani) ist und dass alle Arten von Geschöpfen eine ganz prachtvolle und wohlgeordnete Armee ihres Herrn sind, und dass all die vielen Völkerstämme lebender Wesen, angefangen von den Mikroben und den Ameisen bis hin zum Adler und selbst die Planeten intelligente Beamte des Ewigen Königs (Sultan-i Edhel) sind. Und da sie alle ein Spiegel ihres Herrn sind und in dieser Eigenschaft mit Ihm in Verbindung stehen, übersteigt ihr Wert insgesamt den Wert des Einzelnen um das Tausendfache und beantworten so die sonst unlösbaren Fragen über unzugängliche Bedeutungen, wie: "Woher kommt diese ganze Flut des Seins, die Karawane von Geschöpfen und wohin zieht sie? Warum sind sie gekommen und was machen sie eigentlich?" Andernfalls aber würde diese ganze oben erwähnte erhabene Vollkommenheit des Universums verlöschen und diese hohen und heiligen Wahrheiten würden sich in ihr Gegenteil verkehren.

So ist es denn, weil dieses Verbrechen einer Beigesellung und des Unglaubens eine Aggression gegen die Vollkommenheit des ganzen Universums, seine erhabenen Gesetze und heiligen Wahrheiten hervorrufen, dass das Universum von Zorn auf die Ungläubigen und alle Götzenanbeter erfüllt wird. Himmel und Erde werden zornig. Die Elemente vereinigen sich, um sie zu vernichten. Sie überwältigen und vertilgen solche Götzendiener, wie das

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Volk Noahs, mit dem der Friede sei, die Völker von Ad und Thamud und die des Pharao und ertränken sie. Im Geheimnis der Ayah تَكَادُ تَمَيَّزُ مِنَ الْغَيْظِ {"Beinahe birst sie vor Wut." (Sure 67, 8)} tobt und schäumt die Hölle so sehr vor Wut über die Ungläubigen und die Götzendiener, dass sie in ihrem Zorn beinahe platzt. Abgötterei ist in der Tat eine große Beleidigung des Universums und ein fürchterliches Verbrechen. In der Leugnung der heiligen Pflichten des Kosmos und der Weisheit der Schöpfung verletzten sie deren Ehre (sheref). Um dies besser darstellen zu können, wollen wir hier unter Tausenden von Beispielen nur eines anführen.

So geschieht es z.B. im Geheimnis der göttlichen Allgegenwart (vahdet), dass der Kosmos einem riesigen, leibhaftigen Engel gleicht, der seinen Meister mit Hunderttausenden von Köpfen lobpreist, entsprechend der Anzahl der Arten allen Seins, und mit Hunderttausenden von Mündern entsprechend der Anzahl von Klassen dieser Arten, und mit Hunderttausenden von Zungen in jedem Mund, entsprechend der Anzahl der Organe und Organsysteme, der Zellen und der Moleküle dieser Arten und ihrer Unterarten, eine wunderbare Versammlung erhabener Geschöpfe, die in der Heiligung und Anbetung Gottes ihren Dienst tun, gleich dem Engel Israfil. Darüber hinaus ist der Kosmos im Geheimnis der Göttlichen Einheit (tauhid) auch ein Acker, auf dem die Ernte dieser Welt für die Wohnstätten in jener Welt heranreift, eine Fabrik, in der zahlreiche Güter produziert werden, was den Bemühungen der Menschen auf der Ebene für die Wohnungen der Glückseligkeit gleicht. Auch ist er eine Kamera, die mit hunderttausend Linsen zugleich pausenlos Bilder von dieser Welt aufnimmt, um dann später den Zuschauern in der Ewigkeit und besonders im Paradies gezeigt zu werden. Gott einen Partner beizugesellen heißt, diesen wahrhaft

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wunderbaren, unbedingt gehorsamen, lebendigen, leibhaftigen Engel in ein lebloses, seelenloses (ruh), vergängliches, aufgabenloses, der Vernichtung anheim gegebenes, bedeutungsloses, drunter und drüber gehenden Zufällen ausgeliefertes, allen Stürmen der Umwälzungen und des beständigen Wechsels unterworfenes in der Finsternis des Nichtseins umhergeworfenes, elendigliches Sammelsurium zu verwandeln und so aus dieser einzigartigen, perfekt organisierten, Wohltaten spendenden Fabrik das Spielzeug eines unbewussten Zufalls zu machen, der nichts produziert, der keinen Sinn und Zweck, weder eine Funktion noch ein Ergebnis erkennen lässt, ein Trauerhaus für alle mit einem Bewusstsein begabten, ein Schlachthaus für alles, was da lebt und ein Tal der Tränen zu machen.

So ist denn in Übereinstimmung mit der Ayah اِنَّ الشِّرْكَ لَظُلْمٌ عَظِيمٌ {"In der Tat, Götzendienst ist ein schweres Verbrechen." (Sure 31, 13)} der Götzendienst, obwohl er nur ein einzelnes Verbrechen ist, die Quelle so vieler und so großer Verbrechen, dass er eine unendliche Strafe in der Hölle verdient. Wie dem auch sei... da nun diese Zweite Frucht ausführlich in der "Leuchte des Lichtes" erklärt und wiederholt bewiesen worden ist, haben wir hier diese lange Geschichte kurz gefasst.

Was mich zu dieser Zweiten Frucht geführt und geleitet hat, war ein recht merkwürdiges Gefühl und eine ganz einzigartige Wahrnehmung. Es war dies wie folgt:

Als ich einmal im Frühling meine Beobachtungen anstellte, sah ich, wie alles Sein, besonders die lebenden Geschöpfe, vor allem aber diese ganz kleinen Lebewesen, Karawane um Karawane kamen und gingen, sich nur kurz zeigten und gleich danach wieder zu Grunde gingen. Es war dies ein fürchterliches Geschehen inmitten

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der Tafeln von Tod und Zerfall, und es machte mich ganz traurig. Ich fühlte darüber ein so heftiges Mitleid, dass es mich geradezu zum Weinen brachte. Je häufiger ich den Tod dieser niedlichen kleinen Lebewesen beobachten konnte, desto mehr zog sich mein Herz zusammen. "Oh, was für ein Verlust! Ach, welch ein Verlust!" so rief ich "Oh" und "Ach" und fühlte dabei dieses "Ach" und "Weh" in meiner tiefsten Seele (ruh). Wenn das Leben stets zu einem solchen Ende führt, so erschien es mir ein noch schlimmeres Leiden zu sein als der Tod.

Auch die lebenden Wesen in der Tier- und Pflanzenwelt, so schön und liebenswert und welch kostbare Kunstwerke sie auch sein mochten, öffnen ihre Augen für nur einen einzigen Moment, um diese Ausstellung zu betrachten, die der Kosmos ist, gehen in einem einzigen Augenblick zu Grunde und vergehen wieder. Je mehr ich diese Verhältnisse beobachtete, desto mehr zerriss es mir das Herz. Mein Herz wollte weinen, und es klagte und es fragte: "Warum kommen sie denn eigentlich und gehen dann wieder von dannen ohne sich aufzuhalten?" Diese furchtbaren Fragen stellte mein Herz nach dem Räderwerk der Zeit. Diese offensichtlich nutzlosen, sinnlosen, zwecklosen kleinen Kunstwerke, die so schnell wieder zerstört, vor meinen Augen in Fetzen gerissen werden, obwohl sie doch gerade erst erschaffen worden sind, ernährt und aufgezogen mit so viel Sorgfalt, Aufmerksamkeit, Fürsorge, Aufwand und künstlerischem Geschick, in einer so kostbaren Art und Weise, sie werden nun nur noch wie Lumpen in Fetzen zerrissen und in die Finsternis des Nicht-mehr-Seins hineingeworfen. Je mehr ich dies sah, desto mehr wurden alle meine Sinne, Empfindungen und inneren Wahrnehmungen, gefangen genommen von der Vollkommenheit, hingerissen von der Schönheit und verliebt (ashik) in alle die kostbaren Dinge schrien nun auf und klagten: "Warum erbarmt sich denn ihrer niemand? Ist dies denn nicht jammerschade? Woher kommen denn diese Schwindel erregenden Umwälzungen,

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der Tod, die Zerstörung, der Verfall und die Vergänglichkeit, die gegen diese armseligen Geschöpfe zum Angriff vorgehen?"

Während ich noch damit beschäftigt war, derart fürchterliche Einwände gegen göttliches Vorherwissen zum Ausdruck zu bringen, über das, was das Leben äußerlich bestimmt, all die schmerzlichen Ereignisse und Vorkommnisse, da kamen mir plötzlich das Licht des Qur'an, das Geheimnis des Glaubens, die Güte des Allbarmherzigen (lutf-u Rahman) gemeinsam mit der Einheit Gottes (tauhid) zu Hilfe. Sie hoben die Finsternis auf, verwandelten all mein Weh und Ach in Freude, meine Tränen in Glückseligkeit und mein Mitleid in Ausrufe eines: "Gepriesen sei Gott! Wie Wunderbares hat Gott doch gewollt (masha-a'llah! baraka'llah!)" und ließen mich ausrufen:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلٰى نُورِ الْاِيمَانِ

{"Gott sei gelobt und gepriesen für das Licht des Glaubens (el-hamdu lil'ahi 'ala nuri-l'iman)!"}

Denn im Geheimnis der Göttlichen Allgegenwart (vahdet) sah ich Folgendes: Alle Geschöpfe, besonders alle mit Bewusstsein begabten Wesen bringen im Geheimnis der Göttlichen Einheit (tauhid) ganz große Ergebnisse hervor und sind ein Segen (fayda) für alle Welt.

Zusammenfassung:

Jedes Lebewesen, z.B. diese Blume hier in ihrem Schmuck, oder jenes Insekt dort, das Süßigkeiten sammelt, ist bedeutungsvolle, göttliche, in Reime gefasste Kasside, die von zahllosen, Bewusstsein tragenden Wesen mit Vergnügen studiert wird. Sie sind so kostbare Wunderwerke göttlicher Macht (qudret) und verkündigen Seine Weisheit, indem sie die Kunstwerke ihres Meisters in geradezu fesselnder Weise vor unendlich vielen bewundernden Betrachtern zur Schau stellen. Zudem ist es ein großartiges Ergebnis ihrer Erschaffung, sich den Blicken ihres Ruhmreichen Schöpfers (Fatir-i Dhu l-Djelal), der die Schönheit (djemal) Seines Schöpfungswerkes bezeugen und die Pracht der Erscheinung Seiner Namen in diesen kleinen Spiegeln auch selbst betrachten möchte, zu zeigen und vor Seinem Blick zu erscheinen.

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Eine weitere erhabene Auswirkung ihrer Schöpfung wurde bereits im Vierundzwanzigsten Brief beschrieben und besteht darin, in fünffacher Weise der Manifestation Seiner Herrschaft und der Offenbarung Seiner göttlichen Vollkommenheit zu dienen, was diese unendlich vielen Tätigkeiten im Universum notwendig macht.

So sah ich denn, dass, soweit es sich dabei um beseelte (ruh) Wesen handelt, sie außer ihren Verdiensten (die sie erworben) und den Ergebnissen (die sie erreicht haben), wie bereits oben (beschrieben wurde), nachdem sie an ihrem Platz in dieser bezeugten Welt ihre Seele (ruh), unendlich viele Erinnerungen und andere wohlverwahrte Tafeln, ihre frühere Gestalt und ihre Identität zurückgelassen und zugleich in ihren Samen- und Eizellen die Gesetze ihres Seins und einer Art Zukunft und in der Welt des Unsichtbaren (alem-i ghayb), dem Bereich der Göttlichen Namen (daire-i esma), alle Vollkommenheiten und alle Schönheiten, die sie einmal widerspiegelt hatten, ihr offensichtlicher Tod die Bedeutung einer glücklichen Entlassung von ihren Verpflichtungen hatte, sie ganz einfach hinter den Vorhang des Zerfalls getreten waren, der sie nun vor unseren irdischen Augen verbirgt, sodass ich nun ausrief: "Oh, Lobpreis und Dank sei Gott (Elhamdulillah)!"

Diese durchaus ursprünglichen, mächtigen (quvvet), fehlerlosen, so überaus glänzenden (Gestalten) voll Schönheit (djemal) und Lieblichkeit, wie wir sie auf all den verschiedenen Ebenen des Kosmos und allen Stufen des Seins mit unseren Augen erblicken können und wie sie schon überall ihre Wurzeln geschlagen haben, zeigen in der Tat mit vollkommener Sicherheit, dass die früheren so hässlichen, rüden, so abschreckenden, elenden Verhältnisse, wie sie der Götzendienst erfordert, ganz unmöglich und völlig illusorisch sind. Denn eine solche abscheuliche Hässlichkeit kann unmöglich hinter dem Schleier einer so ursprünglichen Schönheit (djemal) verborgen bleiben. Könnte man sie hinter ihm finden, diese wahrhaftige Schönheit würde unwahr, grundlos, flüchtig und illusorisch sein.

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Das aber heißt, dass Abgötterei keine Wahrheit in sich enthält, ihr Weg ist versperrt, bleibt im Morast stecken. Ihre Position ist unmöglich und unvorstellbar. Diese Wahrheit des Glaubens, wie sie oben dargestellt wurde, beruht nur auf Emotionen. Dies wurde in vielen Abschnitten (Risala) der "Leuchte des Lichts (Siradju-n'-Nur)" im Einzelnen erklärt und mit sicheren Beweisen belegt. Wir begnügen uns deshalb hier mit einem kurzen Hinweis.

Dritte Frucht

Betrifft die mit Bewusstsein begabten Wesen, besonders aber den Menschen.

Der Mensch kann im Geheimnis der göttlichen Allgegenwart (vahdet) in der Tat unter allen Geschöpfen Herr der großen Vollkommenheit (kemal sahib), die kostbarste Frucht des Kosmos, das vollkommenste und am meisten umsorgte Geschöpf, das glücklichste und zufriedenste unter allen lebenden Wesen, Freund und Ansprechpartner des Schöpfers aller Welten (Khaliq-i Alemin) werden. Und tatsächlich ist alle menschliche Vollkommenheit, sind alle die erhabenen Ziele des Menschen an die Einheit Gottes (tauhid) gebunden und finden im Geheimnis Seiner Allgegenwart (vahdet) ihre Verwirklichung (vudjud). Denn gäbe es diese göttliche Allgegenwart (vahdet) nicht, so wäre der Mensch auf der untersten Stufe allen Seins das unglücklichste aller Geschöpfe, das bedauernswerteste aller Tiere, das traurigste unter allen mit Bewusstsein begabten Wesen, überhäuft von Kummer und Qual. Denn während der Mensch einerseits doch so unendlich schwach ist, so unendlich viele Feinde hat, so unendlich arm und so unendlich bedürftig ist, so verfügt er doch andererseits über so große Fähigkeiten und so viele Sinne, dass er hunderttausend verschiedene Schmerzen empfinden kann

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und hunderttausende Arten von Genüssen zu verkosten wünscht. Dabei hat er solche Ziele und Wünsche, dass einer, der nicht das ganze Universum zugleich zu regieren vermag, all diese Wünsche nicht befriedigen kann. So lebt zum Beispiel im Menschen ein außerordentlich starkes Verlangen nach Beständigkeit (beqa). Diesem Verlangen des Menschen vermag nur ein solcher Herr zu entsprechen, der über den ganzen Kosmos wie über einen Palast verfügen kann. Wer die Türe zu dem einen Raum zu schließen und die Türe zu einer anderen Wohnstätte zu öffnen vermag, der kann genauso leicht das Tor zu dieser Welt schließen und das Tor zum Jenseits öffnen. Auch hat der Mensch Tausende von guten Wünschen und schlechten Begierden, die sich gleich dem Wunsch nach Beständigkeit über die ganze Welt erstrecken und bis in die Ewigkeit hinein ausdehnen, dass nur der alleinige Herr (dhat-i ahad), welcher im Geheimnis der göttlichen Allgegenwart (vahdet) den ganzen Kosmos in Seinen Händen hält, in der Beantwortung aller Wünsche des Menschen diese beiden schrecklichen Wunden von Schwäche und Armseligkeit genesen kann.

Mehr noch, hat doch der Mensch Wünsche nach Ruhe und Frieden seines Herzens, die so feinsinnig, so versteckt, so individuell verschieden sind, und Erwartungen im Zusammenhang mit der Beständigkeit seines Geistes (ruh) und der Quelle seines Glücks, so groß, umfangreich und universell, dass nur ein solcher Herr sie zu gewähren vermag, der selbst noch die subtilsten, unsichtbaren Schleier seines Herzens sieht, darüber nicht gleichgültig bleiben kann. Des Weiteren hört Er auch noch die geheimsten, unhörbaren, verborgenen Stimmen und lässt sie nicht ohne Antwort. Und Er muss zudem die Macht (muqtedir) haben, Himmel und Erde wie zwei gehorsame Soldaten seinem Befehl zu unterwerfen, um sie umfassende Arbeiten verrichten zu lassen.

Und ferner gewinnen alle Glieder des Menschen, seine Organe und seine Sinne im Geheimnis der göttlichen Allgegenwart (vahdet)

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einen sehr hohen Wert, während sie durch Abgötterei und Unglauben auf eine sehr tiefe Stufe herabsinken. So ist z.B. das kostbarste Gerät, über das der Mensch (bewusst) verfügt, sein Verstand. (Verfügt er über ihn) im Geheimnis der göttlichen Einheit (tauhid), so wird er ihm sowohl zu einer heiligen Schatzgrube Gottes als auch zum Schlüssel zu den Tausenden von Schatztruhen des Universums, kostbar wie ein Diamant. Sinkt er aber auf die (Stufe) der Abgötterei und des Unglaubens herab, so wird er zu einem Werkzeug von Unheil (bela) und Verderben und damit zu einer Ursache des Schreckens, das im Kopf des Menschen alle Trauer und allen Schmerz vergangener Zeiten und all die schrecklichen Ängste vor der zukünftigen Zeit zusammenhäuft.

So ist also z.B. des Menschen feinsinnigstes (latif) und lieblichstes Kennzeichen die Liebe (shefqat). Eilte ihr das Geheimnis göttlicher Einheit (tauhid) nicht zu Hilfe, so wird sie zu einem fürchterlichen Folterinstrument, einem Brandstapel, einem (Gefühl hilfloser) Hilfsbereitschaft, einer Qual, die den Menschen bis auf die unterste Stufe seines Elends hinunterzieht. Eine Mutter, die in ihrer Gottvergessenheit (glaubt), sie habe ihr einziges (ach so) hübsches Kindlein für ewig verloren, fühlt diese brennende Qual zu Gänze.

So ist z.B. die Liebe (muhabbet) das süßeste und angenehmste Vergnügen des Menschen und seine teuerste Empfindung. Kommt ihm dabei die göttliche Einheit (tauhid) zu Hilfe, so lässt sie dieses kleine Menschlein bis zur Länge und Breite des Weltalls heranwachsen und macht es zum zärtlich geliebten König aller Geschöpfe. Sinkt er aber (auf die Stufe) der Abgötterei und des Unglaubens herab, so ereilt ihn - ich nehme meine Zuflucht zu Gott - ein solches Unheil, dass er von seinen zahllosen geliebten (Angehörigen) auf ewig getrennt bleibt, weil sie ständig dem Verfall und dem Verderben ausgesetzt sind, und das Herz dieses Menschen wird in jedem Augenblick in Stücke gerissen. Doch seine Vergnügungen lassen ihn

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Gott vergessen, betäuben äußerlich seine Sinne vorübergehend, sodass er dies nicht mehr verspürt.

Wenn du also nun anhand dieser drei Beispiele einerseits und den vielen hundert Fähigkeiten des Menschen und seinen Sinnesorganen andererseits Analogien bildest, so magst du den Grad verstehen, bis zu dem die Einheit Gottes (tauhid) und Seine Allgegenwart (vahdet) für ihn eine Quelle der Vollkommenheit sind. Da auch diese Dritte Frucht in vielleicht zwanzig Abhandlungen (Risala) der "Leuchte des Lichtes" (Siradju-n'Nur) bereits sehr gut und bis ins Einzelne erklärt und bewiesen worden ist, will ich mich hier mit dem kurzen Hinweis begnügen:

Was mich zu dieser Frucht hinführte, war folgende Empfindung:

Einmal befand ich mich auf dem Gipfel eines hohen Berges. Infolge eines geistigen Erwachens, stark genug, (den Schleier) meiner Gottvergessenheit zu zerreißen, erschien mir mein Grab in seiner vollen Bedeutung und der Tod in seiner ganzen Nacktheit, Untergang (fena) und Zerfall, (dargestellt) auf Bildtafeln, die mich zum Weinen brachten. Meine Natur (fitrat), wie die Natur eines jeden (Menschen), erhob sich in ihrer Liebe zur Beständigkeit (ashk-i beqa) auf einmal gegen den Verfall und lehnte sich gegen ihn auf. Auch die Liebe (muhabbet) und Hochachtung, wie sie in meiner Natur liegen, lehnt sich gegen die Auslöschung all jener auf, die Vollkommenheit erlangt haben, der Propheten, Heiligen und Gottesfreunde (enbiya ve auliya ve asfiya), die weltbekannt geworden sind und zu denen ich eine große Liebe (muhabbet) und Zuneigung empfinde. Ich kochte (geradezu vor Wut) über das Grab. Ich sah mich in den sechs Richtungen um und suchte nach Hilfe, fand aber weder Trost noch Beistand. Denn, sah ich in die Vergangenheit, erblickte ich ein großes Gräberfeld; (sah ich) in die Zukunft: Dunkelheit; über mir: Schrecken; zu meiner Rechten und Linken: traurige und schmerzliche Zustände, unter mir zahllose schädliche Dinge, die mich angreifen.

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Auf einmal eilte mir das Geheimnis der göttlichen Einheit (tauhid) zu Hilfe, zog den Schleier zur Seite, der das Gesicht der Wirklichkeit verhüllte. "Schau!" sagte es.

Zunächst einmal blickte ich in das Gesicht des Todes, vor dem ich mich sehr fürchtete. Da sah ich, dass er für die Leute des Glaubens eine Entlassung von ihren Pflichten ist. Die Todesstunde entspricht der Überreichung der Entlassungspapiere. Sie ist eine Art Ortswechsel, der Beginn und das Tor zu einem beständigen Leben (hayat-i baqi). Es war wie eine Entlassung aus dem Gefängnis, wie ein Flug in die Gärten des Paradieses. Es war die Gelegenheit, in die Gegenwart des Allbarmherzigen (hudhur-u Rahman) zu treten, um seinen Lohn für geleistete Dienste in Empfang zu nehmen. Ich verstand, (dass der Tod) mit Sicherheit eine Einladung an den Ort der Glückseligkeit (bedeutet) und begann den Tod, dieses Dahinscheiden zu lieben.

Sodann betrachtete ich den Verfall und das Vergehen (fena) und ich erkannte sie als eine erfreuliche Erneuerung, gleich Bildern auf einer Leinwand und Blasen über Sonnen beschienenem, fließendem Wasser. Sie kommen aus der Welt des Unsichtbaren, um die außerordentlichen Erscheinungen aller schönen Namen zu erneuern, gleich einem Ausflug, einer Exkursion in die von uns bezeugte Welt, wobei denn einige Pflichten übernommen werden müssen. Sie sind eine durchaus weise und sinnvolle Erscheinung der Schönheit des Herrn (Djemal-i Rububiyet). Sie erfüllen die Aufgabe von Spiegeln für die ewige Schönheit allen Seins. Dies habe ich mit Sicherheit (yaqin) erfahren.

Dann schaute ich mich in den sechs Richtungen um und sah, dass sie im Geheimnis der göttlichen Einheit (tauhid) so von Licht erfüllt waren, dass ich meine Augen in ihm baden konnte. Ich erkannte, dass die Vergangenheit kein Massengrab war, sondern in die Zukunft transformiert worden war. Sie war zu tausenden leuchtender Versammlungsorte und einer Vereinigung von Freunden

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geworden, zu tausenden lichterfüllter Landschaften. Entsprechend diesen beiden oben beschriebenen Themen bemerkte ich das wahre Gesicht von noch tausenden anderer Themen und erkannte, dass sie außer Freude und Dankbarkeit keinen anderen Eindruck vermitteln, dass von ihnen nur diese eine Wirkung ausgeht.

So habe ich denn nun meine Gefühle und Emotionen hinsichtlich dieser Dritten Frucht mit Beweisen, individuellen wie universellen, in vielleicht vierzig Abhandlungen der "Leuchte des Lichts" (Siradju-n'Nur) dargelegt. Sie sind besonders in den dreizehn "Hoffnungen" des Sechsundzwanzigsten Blitzes, der ein "Seelenführer für die Alten" genannt wird, so eindeutig klar und schön erläutert worden, dass es keiner weiteren Erläuterung mehr bedarf. Daher habe ich diese so lange Darstellung an dieser Stelle so kurz gefasst.

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Zweites Kapitel

Es gibt zahllose Beweise, die die Einheit Gottes(tauhid),Seine Gegenwart zu jeder Zeit und an jedem Ort(vahdaniyet ve vahdet)auf eine absolut sichere Weise erfordern und notwendig machen, was eine Teilhaberschaft weder akzeptiert noch erlaubt. Da aber bereits hunderte, ja vielleicht tausende von ihnen in der Risale-i Nur ausführlich bewiesen worden sind, wollen wir hier nur drei dieser Erfordernisse kurz anführen.

Erstens:

Entsprechend dem Zeugnis solch weisheitsvoller Handlungen, wie wir sie mit unseren Augen sehen können, der Leitung, wie wir sie im Weltall wahrnehmen können, wurden seine Kunstwerke durch die alles umfassenden Eigenschaften (sifat) und Namen und das unbegrenzte Wissen (ilm) eines Allweisen Herrschers (Hâkim-i Hakiem), des Großen Vollkommenen (Kebir-i Kamil) und Seine Allmacht (qudret) geschaffen und ins Dasein gerufen (idjad).

Es wird aus diesen Kunstwerken in der Tat mit einer überirdischen Klarheit deutlich, klar verständlich, ja geradezu sichtbar, dass ihr Meister (Sani') über eine Herrschafts- (rububiyet) und Befehlsgewalt (amiriyet) im Grade völliger Souveränität (hakimiyet), eine Macht und Größe (kibriya ve azamet) im Grade vollständiger Gewalt (djeberutiyet) und eine Vollkommenheit (kemal) und einen Reichtum (istighna) im Grade einer so erhabenen Göttlichkeit (uluhiyet-i mutlaq) verfügt und Sein Wirkungsbereich (faaliyet), Sein Königreich (saltanati), keiner einzigen Bedingung unterworfen ist und sich keine Beschränkung darin findet. Was aber diese Souveränität, die Größe und Vollkommenheit, den Reichtum, die Absolutheit, die Allumfassendheit, Unbegrenztheit und Grenzenlosigkeit betrifft, so erfordern sie eine derartige Allgegenwart (vahdet) und sind einer Beigesellung entgegengesetzt.

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Was aber das Zeugnis Seiner Souveränität und Befehlsgewalt(hakimiyet ve amiriyet) für Seine Allgegenwart~(vahdet)\betrifft, so wurde sie in der Risale-i Nur bereits an vielen Stellen mit absoluter Sicherheit bewiesen. Ein kurz zusammengefasster Abriss daraus ist folgender:

Kennzeichen und Erfordernis der Souveränität (hakimiyet) ist es, allein und unabhängig zu sein und jede Einmischung eines anderen zurückzuweisen. Ja selbst Menschen, die auf Grund ihrer Schwäche von Natur (fitrat) aus auf Hilfe angewiesen sind und nur über einen Schatten von Souveränität verfügen, weisen fremde Einmischung zurück und bewahren ihre Unabhängigkeit. Es ist dies der Grund dafür, dass es nicht zwei Kaiser in einem Reich, nicht zwei Könige in einem Land, nicht zwei Präsidenten in einer Provinz, zwei Bürgermeister in einer Stadt, zwei Schulzen in einem Dorf geben kann. Gäbe es zwei von ihnen, führte das zu einem Chaos, eine Rebellion bräche aus, und Gesetz und Ordnung würden zusammenbrechen. Da nun einmal der bloße Schatten einer Herrschaft (hakimiyet) in schwachen Menschen, die doch der Hilfe bedürfen, einen solchen Widerstand gegen eine Teilhaberschaft und jegliche Einmischung anderer hervorruft, so wird sicherlich auch die Herrschaft (hakimiyet) Gottes, welche frei ist von irgendeiner Schwäche des Allmächtigen in Seiner Vollkommenheit (Qadir-i Mutlaq) und in Seiner Souveränität zum Ausdruck kommt, in gar keiner Weise irgendeine Teilhaberschaft und jegliche Einmischung anderer akzeptieren. Er wird sie vielmehr mit allem Nachdruck zurückweisen und solche, die von ihrer irrigen Vorstellung einer Teilhaberschaft überzeugt sind, mit ganzer Härte von Seiner Schwelle zurückweisen. Die so nachdrücklichen, heftigen Erklärungen des Weisen Qur'an gegen die Leute der Abgötterei erwachsen also aus dieser oben erwähnten Wahrheit.

Was jedoch das Zeugnis der Größe(kibriya),der Allmacht(azamet)und Majestät (Gottes =djelal)für dessen Allgegenwart(vahdet)betrifft, so wurde dies bereits in der Risale-i Nur

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mit glänzenden Beweisen dargestellt. Wir weisen daher hier nur mit einer sehr kurz zusammengefassten Erklärung darauf hin.

So hat z.B. das Licht der Sonne in seiner gewaltigen Ausdehnung (azamet) und in der Größe (kibriya) seiner Strahlen in keiner Weise ein Bedürfnis an irgendwelchen anderen schwachen Lichtern, die sich in ihrer Nähe befinden und durch keine Wand von ihr getrennt sind und ihre Mitwirkung anbieten wollen. In gleicher Weise hat auch die Allmacht (azamet) und Größe (kibriya), die Kraft Gottes (qudret) nicht das Bedürfnis an irgendeiner anderen Macht (quvvet), an irgendeiner Kraft (qudret). Sie vermag nichts ins Dasein zu rufen und keinen wahren Beitrag dazu zu liefern. Dies gilt besonders auch für lebende und mit Bewusstsein begabte Wesen, welche Quellgrund und Mittelpunkt aller Absichten des Herrn im Universum sind und bei denen es nicht möglich ist, sie einem anderen zuzuschreiben. Es ist zudem auch auf gar keine Weise möglich, dass die Früchte, Ergebnisse und Umstände bei der Erschaffung des Menschen und aller lebenden Wesen, die das Ziel zahlloser Arten von Wohltaten und das Objekt sind, wo sie in Erscheinung treten, der Hand eines anderen zugeschrieben werden sollten. Es wäre z.B. ein Angriff auf die Allmacht und Größe (azamet) der Herrschaft Gottes (Rububiyet), die Erhabenheit Seiner Göttlichkeit (uluhiyetin kibriya) und die Würde des Einen absolut Anbetungswürdigen (mabudiyet-i mutlaq), wollte irgendein lebendes Wesen irgendeinem anderen als Gott dem Gerechten dankbar sein für irgendeine kleinere Unterstützung, für seine Versorgung oder für seine Rechtleitung und ihn dafür noch besonders loben und preisen. Es wäre eine Beleidigung der Majestät Gottes (djelal).

Was nun jene Vollkommenheit(kemal)betrifft, die auf das Geheimnis der Göttlichen Allgegenwart (vahdet)\verweist, so wurde auch dies bereits mit allen glänzenden Beweisen in der Risale-i Nur dargelegt. Eine, wenn auch nur äußerst kurze, Zusammenfassung ist folgende:

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Selbstverständlich macht die Erschaffung des Himmels und der Erde eine absolute Macht (qudret) in großer Vollkommenheit (kemal) notwendig. Ja, auch die wunderbaren Funktionswege der Organe und Organsysteme aller Lebewesen erfordern die Macht (qudret) einer solch absoluten Vollkommenheit (kemal). Was aber die Vollkommenheit einer solch absoluten Macht (qudret) betrifft, die frei ist von jeglicher Ohnmacht, Schwäche und Begrenztheit, so verlangt sie mit Sicherheit nach der Göttlichen Allgegenwart (vahdet). Denn dieser Vollkommenheit (kemal) einen solchen Mangel zuschreiben und so den Unbegrenzten eingrenzen, das Unendliche endlich machen und die größte Macht (qudret) in ohnmächtige Schwäche verwandeln zu können, hieße, eine grenzenlose Macht durch etwas Begrenztes in Schranken zu verweisen, wo sie doch über alle Begrenzungen hinaus herrscht. Dies aber ist in einer fünffachen Unvorstellbarkeit nicht vorstellbar.

Was nun aber das Zeugnis des Grenzenlosen, alles Umfassenden, Unendlichen für die Allgegenwart Gottes (vahdet)\betrifft, so wurde auch dies bereits in den Abhandlungen der Leuchte des Lichtes~(Siradju-n'Nur)\beschrieben. Eine kurze inhaltliche Zusammenfassung davon ist wie folgt:

Da alles Geschehen im Universum bewirkt, dass die Werke (Gottes) sich überall in reicher Fülle ausbreiten, so zeigt dies, dass sie umfassend, unbegrenzt, unbeschränkt und absolut sind; und da nun Teilhaberschaft und Abgötterei allem, was umfassend und unbeschränkt ist, eine Grenze setzt, begrenzt, was unbegrenzt ist und so die Wahrheit von der Vollkommenheit und das wahre Wesen von dem, was alles umfasst, verdirbt, kann eine Beigesellung in ihren Werken mit Sicherheit unmöglich vollkommen und allumfassend sein. Dies wäre unmöglich. Die Natur des Unbegrenzten ist in der Tat einer Beigesellung entgegengesetzt. Denn unbegrenzt zu sein, bedeutet selbst bei endlichen, materiell begrenzten und beschränkten Dingen, dass sie sich nach

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allen Seiten hin ausdehnen, überall verbreiten und alles durchdringen.

So können sich z.B. Licht und Luft, Strahlungen und Hitze, ja sogar das Wasser, wenn es nicht eingedämmt wird, überall hin ausbreiten. Da dieser Aspekt des Unbegrenzten bewirkt, dass materielle, begrenzte Dinge sich ausdehnen und verbreiten, auch wenn es sich dabei nur um einzelne Dinge handelt, würde eine wahre und universelle Unbegrenztheit sicherlich (göttlichen) Eigenschaften, weil sie (in ihrer Art) zugleich unendlich und unstofflich, grenzenlos und frei von irgendwelchen Mängeln sind, in keiner Hinsicht Teilhaberschaft und Abgötterei (zulassen). Eine solche Möglichkeit gibt es nicht.

Zusammenfassung:

Sowohl die Souveränität (hakimiyet) und Größe (kibriya), die Vollkommenheit (kemal) und Umfassendheit, die Unbegrenztheit, Unbeschränktheit und Unendlichkeit tausender Geschehnisse, wie wir sie im Kosmos beobachten können, als auch hunderte göttlicher Namen, deren Erscheinungen wir beobachten können, sind ein äußerst mächtiger Beweis göttlicher Einheit (tauhid) und Allgegenwart (vahdet).

Eine überlegene Macht (quvvet) möchte desgleichen in Tätigkeit treten (faaliyet) und (sein Betätigungsfeld) ausdehnen und vertreibt deswegen alle anderen Kräfte (quvvet). In gleicher Weise wird aus allen Werken göttlicher Herrschaft (rububiyet), aus allen Erscheinungen seiner erhabenen Namen ersichtlich, dass ihre Werke von so außerordentlicher Macht (quvvet) sind, dass, wäre es nicht um einer alles umfassenden Weisheit (hikmet) und absoluten Gerechtigkeit (adalet-i mutlaq) willen, die sie davor zurückhalten würden, jedes von ihnen alles Sein überwältigen könnte. Ja, wäre es denn z.B. möglich, dass jene Macht (quvvet), die alle Pappelbäume auf Erden erschaffen hat und sie verwaltet, daneben auch all jene einzelnen (Bäume), die zwischen ihnen wachsen, wie die Walnussbäume, die Apfelbäume und die Aprikosenbäume und noch andere ähnliche Bäume, die unter den Pappeln

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wachsen, nicht unter ihrer Kontrolle halten könnte, sodass sie ihr von fremden Mächten entrissen würden? Man spürt in der Tat bei allem, was erschaffen wurde, ja sogar bei jedem einzelnen Geschöpf eine lenkende Kraft (quvvet), eine leitende Macht (qudret), die das ganze Universum gleichsam zu unterwandern vermag, bemerkt die Art und Weise, wie sie alle Dinge beherrscht und alles Sein unter ihre Herrschaft (hukmu) bringt. Eine solche Macht (quvvet) würde sicherlich eine Partnerschaft in keiner Weise akzeptieren, eine Beigesellung nicht dulden.

Und so wie denn ferner für den Besitzer eines Obstbaumes die Früchte an dessen Zweigen und für deren Kultivierung die Samen dieser Früchte in deren Herzen von größter Wichtigkeit sind, da sie ja deren Herzstück bilden, so wird denn auch ihr Eigentümer, wenn er klug genug ist, diese Früchte an den Zweigen nicht für die Dauer fremden Eigentümern überlassen und sich so sein Besitzrecht für nichts verderben lassen. Genauso würde Er es nicht in irgendeiner Weise erlauben, dass die Elemente, welche die Äste am Weltenbaum darstellen, die Pflanzen und Tiere, welche das Ende (in der Kette) der Elemente bilden und die Blüten und Blätter an ihm sind, und die Menschen, welche die Früchte über allen Blüten und Blättern sind, ihren Dienst, ihre Anbetung und ihre Dankbarkeit, die doch die Früchte, ja die bedeutendsten (unter allen) Früchten, ihre Samen und das Ziel der ganzen Schöpfung sind, jene (das Programm des ganzen Schöpfungsbaumes in sich) enthaltenden Kerne dieser Früchte, ihr Gedächtnisvermögen, das man als das sie unterstützende Herz bezeichnen könnte, von fremden Mächten geraubt und das Königtum Seines Reiches durch einen solchen Raub zerstört und mit dieser Zerstörung (Seine Würde, in der Sie Ihm) dienen und Ihn anbeten, verdorben und verloren ginge.

Er würde ferner, da ja das Ziel göttlicher Herrschaft (maqasid-i rubibiyet) sich in den Einzelexemplaren an den Außenenden der Sphäre aller Zusammenhänge und aller Vielfalt konzentriert,

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und das sogar in den Zuständen dieser Einzelexemplare und in ihren Umständen, und da sie die Quelle allen Dankes sind und der Anbetung, die sich ausbreitet und auf das Eine, wahre Objekt ihrer Anbetung ausgerichtet ist, mit Sicherheit keinem anderen überlassen und somit Seine Weisheit wertlos werden lassen. Könnte Seine Weisheit wertlos werden, würde somit auch Seine Gottheit (uluhiyet) zunichte werden. Denn das wichtigste Ziel Seiner Herrschaft (Rabbaniye) in der Erschaffung allen Seins besteht darin, sich selbst allen mit Bewusstsein begabten Wesen zu erkennen zu geben, um von ihnen geliebt zu werden, damit sie Ihn loben und preisen und Ihm ihre Dankbarkeit erweisen.

Es ist auf Grund dieses subtilen Geheimnisses, wonach der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, um darzustellen, dass Gnadenerweise und allgemeine wie auch besondere Handlungen am äußersten Rande der Vielheit, wie Versorgung (rizq) und Heilung (shifa), die Anlass sind zu Dank und Dankerweisung, Verehrung, Liebe (muhabbet), Lobpreis, Dienst und Anbetung unmittelbar das Werk, Geschenk (ihsan), Gnadenerweis, Gabe und die Tat des Schöpfers der Welt und Königs allen Seins sind, immer wieder Versorgung (rizq), Leitung (hidayah) und Heilung (shifa) dem Einen Notwendig-Seienden (Vadjibu-l'Vudjud) zuschreibt und dabei erklärt, dass ihre Gewährung nur "Ihm zukommt und Ihm vorbehalten"

bleibt und dabei jegliche Einmischung anderer streng zurückweist.

Wer das Geschenk des Glaubens verleiht, das einen Menschen den Ort der Glückseligkeit erlangen lässt, kann mit Sicherheit und in jedem Fall nur das Gnadengeschenk des Einen Herrn in Seiner Majestät (Dhat-i Dhu l-Djelal) sein,

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der diesen Ort der Seligkeit erschaffen und den Glauben als den Schlüssel dazu gemacht hat. Kein anderer könnte dieses größte Fenster, das sich zu dem wahren Objekt der Anbetung hin öffnet, wieder verschließen, indem er ein gleich großes Geschenk anbietet. Niemand anderer könnte diesen bedeutendsten Zugang versperren oder (den Schlüssel dazu) stehlen.

Zusammenfassung:

Ganz außerordentliche Ereignisse und die Früchte an den Enden des Baumes der Schöpfung weisen in zweierlei Hinsicht auf die Einheit (tauhid) und Allgegenwart (vahdet) Gottes hin und bezeugen sie.

Erstens:

Die Ziele Göttlicher Herrschaft (Rububiyet) über das Universum werden in ihnen gesammelt und ihr Zweck konzentriert sich in ihnen. Und die Erscheinung und Offenbarung der meisten Schönen Namen, ihre Ergebnisse und der Zweck der Erschaffung allen Seins und deren Vorzüge sind in ihnen zusammengefasst und jede von ihnen spricht aus diesem Zentrum heraus: "Ich bin das Eigentum, die Tat, das Werk dessen, der den ganzen Kosmos erschaffen hat."

Zweite Hinsicht:

Da die Herzen all dieser Früchte, wie auch das Gedächtnis des Menschen, das in einer Hadith die Stütze des Herzens (thahr-i qalb) genannt wird, ein genaues Inhaltsverzeichnis der meisten Arten, eine kleine Darstellung ihrer Gattungen, gleichsam ein Kern vom Weltenbaum und winzig kleine Spiegel der meisten Göttlichen Namen sind, und da zudem die Herzen und das Gedächtnis aller einander ähneln und den gleichen Stempel tragen und weit und breit über (den Spiegel) des Universums ausgebreitet sind, sind sie sicherlich auch auf den ausgerichtet, der den ganzen Kosmos in Seiner Macht hält und über ihn verfügt und sagen: "Wir sind einzig Sein Werk und das Werk Seiner Kunst."

Zusammenfassung:

Gleich wie eine Frucht, hinsichtlich ihres Wertes auf den Eigentümer des ganzen Baumes

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hin ausgerichtet ist, und was ihren Kern betrifft, dieser auf alle Teile, Unterteile und die Natur des ganzen Baumes hin ausgerichtet ist, und was das Siegel auf ihrem Antlitz betrifft, der auf allen von ihnen der gleiche ist, und alle Früchte dieses Baumes bezeugen: "Wir sind alle eins und aus der Hand des Einen hervorgegangen, sind Eigentum des selben Herrn. Und der, welcher einen von uns gemacht hat, hat sicherlich auch alle von uns gemacht." So ist es auch in gleicher Weise, was die Lebewesen am Ende des Bereiches ihrer Vielfalt und das Siegel auf dem Antlitz der Lebewesen und besonders des Menschen, das Inhaltsverzeichnis in seinem Herzen, den Sinn seines Wesens betrifft, und dass er (selbst eine solche) Frucht ist, dass sie direkt auf jenen Herrn ausgerichtet ist, der den ganzen Kosmos in Seiner Macht (rububiyet) hält und über ihn verfügt und sie bezeugt Seine Allgegenwart (vahdet).

Das zweite Erfordernis der Göttlichen Gegenwart(vahdaniyet):

In der Allgegenwart Gottes (vahdet) findet sich eine Leichtigkeit und Einfachheit bis zum Grade einer reinen Notwendigkeit (vudjub); Beigesellung jedoch führt zu Schwierigkeiten und Komplikationen bis zum Grade der Unmöglichkeit. Was die Tatsache betrifft, die bereits in vielen jener Abhandlungen, die Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, als "Leuchte des Lichtes" (Siradjun'Nur) bezeichnet hat, besonders aber im "Zwanzigsten Brief" ausführlich und im "Vierten Punkt" des "Dreißigsten Blitzes" nur ganz kurz, doch auf eine sehr überzeugende und glänzende Art mit besonders kräftigen Beweisen dargestellt und erläutert wurde: Schreibt man alle Dinge einem einzigen Herrn (Dhat) zu, so wird die Erschaffung, Lenkung und Leitung des ganzen Kosmos so leicht wie die eines einzelnen Baumes und die Schaffung und Gestaltung eines Baumes so einfach wie die einer einzelnen Frucht, und die Gestaltung, das Arrangement für einen Frühling so simpel wie die einer einzelnen Blume, die Administration

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und Aufzucht ganzer Arten mit unzähligen einzelnen Exemplaren so sehr ohne alle Probleme wie die eines solchen Einzelexemplars.

Wollte man stattdessen auf dem Wege der Beigesellung alle Dinge den Ursachen und der Natur zuschreiben, so wäre die Schaffung eines einzigen Individuums so schwierig wie die einer ganzen Art, die der Arten gleich; der eines einzigen Kernes, die eines Baumes vielleicht der von hundert Bäumen; und einen Baum zu erschaffen, ihn wachsen und gedeihen zu lassen, ihm Leben zu schenken, ihn zu verwalten, ihn zu versorgen und sich um ihn kümmern so kompliziert wie um den gesamten Kosmos, ja vielleicht sogar noch mühsamer.

Da nun aber die wirkliche Sachlage in der "Leuchte des Lichtes" (Siradju-n'Nur) bereits so weit klargestellt wurde, und da wir nun bezeugen können, was wir mit eigenen Augen gesehen haben, gibt es in sehr hohem Grade eine Überfülle zugleich mit einem hohen Grad von Kunstschätzen und Kunstwerken, die zugleich wundersame Maschinen sind mit vielen wunderbaren Bauteilen und Unterteilen, all die Lebewesen, die durch eine geradezu vollkommene Großzügigkeit ins Dasein treten, unendlich leicht und mit einer so wunderbaren Schnelligkeit, als entzündete man ein Streichholz, zeigt notwendigerweise und ganz offensichtlich, dass diese Überfülle und Leichtigkeit von den Werken jenes einen Herrn (Dhat) ausgeht, der ein Einziger und Allgegenwärtiger (= vahdet) ist. Wäre dies nicht so, dann gäbe es sie auch nicht zu einem so geringen Preis, in solcher Fülle, mit solcher Schnelligkeit und Leichtigkeit und mit einem solchen Wert, dass man eine Frucht im Werte von heute fünf Para noch nicht einmal für fünfhundert Lira erhalten könnte, ja sie vielleicht so selten wären, dass man kaum noch eine von ihnen finden könnte. Und die Erschaffung allen Seins und aller lebenden Wesen, gleich wundersamen Maschinen, die heute so einfach und leicht ist wie das Aufziehen einer Uhr oder die Bedienung eines elektrischen Schalters, würde mühsam,

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schwierig bis zur Unmöglichkeit; und ein Teil der Tiere, die an einem Tag, in einer Stunde, einer Minute (komplett) mit all ihren Organen und (genau unter den passenden) Lebensumständen und Bedingungen ins Dasein treten, würde nun erst nach einem Jahr, einem Jahrhundert oder vielleicht gar nicht mehr (zur Welt) kommen.

Es wurde bereits an hundert Stellen in der "Leuchte des Lichtes" (Siradju-n'Nur) mit Sicherheit bewiesen, dass es selbst noch den verstocktesten Leugner zum Stillschweigen bringen muss, dass, schreibt man alle Dinge dem Einen und Allgegenwärtigen Herrn (Dhat-i Vahid-i Ahad) zu, so (geschieht) alles leicht und schnell und zum gleichen niedrigen Preis wie ein einzelnes Ding. Wollte man hingegen auch den Ursachen und der Natur ihren Anteil abgeben, so würde die Erschaffung eines einzelnen Dinges so kompliziert, langsam, unbedeutend und kostspielig wie die (der Gesamtheit) aller Dinge. Möchtest du aber die Beweise für diese Wahrheit sehen, so sieh einmal im 20. und 33. Brief; im 22. und 32. Wort; über die Natur im 23. Blitz und im 30. Blitz über den Gewaltigen Namen (Ism-i A'dham) nach und lies nach über den Vierten und über den Sechsten Punkt des 30. Blitzes über den Namen "Der Alleinige (Ferd)" und den Namen "Der Unwandelbare (Qayyum)" und du wirst sehen, dass dies dort mit der gleichen Sicherheit bewiesen wurde, wie zwei mal zwei vier ist. Wir wollen hier nur eines unter hunderten dieser Beweise als Hinweis anführen. Es ist dies wie folgt:

Die Dinge entstehen (idjad) entweder aus dem Nichts heraus, oder aber aus schon vorhandenen Dingen durch Zusammensetzung von Atomen und Molekülen. Schreibt man sie einem einzigen Wesen zu, so muss dieses Wesen in jedem Fall über ein Wissen (ilm) verfügen, das all diese Dinge umfasst und eine Macht (qudret), die alle diese Dinge beherrscht. Und auf diese Weise ist es für Sein Wissen (ilm) ebenso leicht und einfach, den Dingen eine

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äußere Gestalt zu verleihen, deren Formen bereits in Seinem Wissen vorhanden sind, bzw. bereits als Idee existieren und sie so aus ihrem offensichtlichen Nicht-vorhanden-sein herauszuführen, wie man ein Streichholz entzündet, oder wie man eine Flüssigkeit über eine unsichtbare Schrift streicht, um sie sichtbar zu machen, oder wie man das Negativ eines Fotos auf Positivpapier überträgt. Durch Seinen Befehl: كُنْ فَيَكُونُ {"Sei! und es ist." (Sure 36, 82)} bringt der Meister (Sani') seine Kunstwerke, deren Plan, Programm, Form und Gestalt in Seinem Wissen (ilm) bereits vorhanden sind, aus dem Zustand ihres offensichtlichen Nicht-vorhanden-seins heraus in ihr äußerlich (sichtbares) Dasein.

Geschieht dies nach der Art einer Komposition (einer Zusammenstellung) oder wie in der bildenden Kunst und nicht als eine Schöpfung aus dem Nichts und dem Nichtsein, sondern als eine Versammlung aus den Elementen der Umgebung, so gleicht dies den Mitgliedern eines Regimentes, die sich auf den Schall einer Posaune hin wieder sammeln, nachdem sie ein wenig geruht hatten, Soldaten, die sich wohlgeordnet und diszipliniert wieder zusammenfinden, um diese Übung zu erleichtern, und ihre Stellungen wieder einnehmen, gleich der Macht (quvvet), dem Gesetz, dem Auge ihres Kommandeurs. In genau der gleichen Weise werden auch die Atome und Moleküle unter dem Oberbefehl des Königs des Alls (Sultan-i Kainat) mobilisiert, zusammen mit allem Sein, mit dem sie in Verbindung stehen, so als seien sie die helfenden Kräfte (quvvet), das Gesetz und die Beamten dieses Königs, nach Maßgabe Seines Wissens (ilm) und Wollens (qadr) und den Gesetzen Seiner alles umfassenden Macht. Um ein lebendes Wesen zu Stande zu bringen, nehmen sie eine bestimmte Form und Gestalt an, welche ihrer immateriellen Form

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entspricht, gestaltet aus göttlichem Wissen (ilm) und Wollen (qadr) und verharren sodann in ihr.

Schreibt man stattdessen die Dinge anderen Dingen, wie verschiedenen Händen, Ursachen und der Natur zu, so könnte doch, wie jeder verständige Mensch zugeben muss, niemals eine Ursache auf welche Weise auch immer irgendetwas aus dem Nichtsein, aus dem Nichts, erschaffen. Denn da die Ursachen über kein alles umfassendes Wissen (ilm) und keine alles beherrschende Macht (qudret) verfügen, könnte ein Nichtsein nicht als ein nur äußerliches und offensichtliches Nichtsein bestehen. Es müsste vielmehr ein totales Nichts sein. Wäre es aber ein absolutes Nichts, könnte es in gar keiner Weise die Quelle des Daseins bilden. Wäre dies aber so, so müsste es in jedem Fall eine Symphonie komponieren (eine Zusammenstellung erbringen). Doch den Körper einer Fliege oder einer Blume nach dem entsprechenden Muster aufzubauen und zusammenzustellen könnte nur mit Tausenden von Schwierigkeiten erfolgen, nachdem es zuvor aus dem Antlitz der Erde den Staub gesammelt, durch ein entsprechend feines Sieb passiert und so die entsprechenden Atome und Moleküle gewonnen hat. Aber auch nachdem sie zusammengekommen wären, wären nun materielle, naturgemäße Formen, entsprechend der Anzahl aller Organe notwendig, damit sie nicht wieder auseinander fallen, sondern in bester Ordnung ihre Form bewahren, da ja keine immateriellen Gussformen, wie das entsprechende Wissen, vorhanden sind, damit die Atome und Moleküle, nachdem sie zusammengekommen sind, nun auch einen lebendigen Körper formen können.

So ist es denn im Grade einer Notwendigkeit, eines Erfordernisses, leicht, alle Dinge einem einzigen Wesen zuzuschreiben, während es im Grade einer Unmöglichkeit schwierig, ja geradezu ausgeschlossen ist, sie den verschiedenen Ursachen zuzuschreiben. In gleicher Weise werden alle Dinge, schreibt man sie dem einen Einzigen

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und Allgegenwärtigen Herrn (Dhat-i Vahid-i Ahad) zu, auch wenn ihr Preis nur äußerst gering ist, doch zugleich äußerst wertvoll, sind ein außergewöhnliches Kunstwerk, voll tiefer Bedeutung und außerordentlich kraftvoll, während sie, schreibt man sie im Zuge der Beigesellung den verschiedenen Ursachen und der Natur zu, obwohl sie doch unendlich teuer sind, völlig bedeutungslos, kunstlos, inhaltslos und vollkommen kraftlos werden.

Denn so wie ein Mann, der zum Militärdienst eingezogen nun seinem Oberkommandierenden unterstellt ist und sich auf ihn stützen kann, insoweit notwendig und das gesamte Heer in seinem Rücken, von ihm die moralische Unterstützung (quvve-i manevi) erhält und nun die Macht (quvvet) des Kommandanten und seines gesamten Heeres als unterstützende Kraft (quvvet) erhält und so über ein Waffenarsenal verfügt, dass ihn tausendmal stärker sein lässt, als es seiner persönliche Macht (quvvet) entspricht und der seine so wichtigen Ressourcen und das ganze Waffen- und Munitionslager - weil es ja das Heer für ihn befördert - nicht selbst zu transportieren braucht, und weil er so die Möglichkeit erhält, geradezu Übermenschliches zu leisten, kann er nun, obwohl er nur ein einzelner Soldat ist, einen feindlichen Marschall gefangen nehmen, eine Stadt räumen lassen oder eine Burg erobern. Und seine Taten werden wunderbar und von großem Wert sein.

Verlässt er jedoch seine Armee und bleibt er für sich allein, verliert plötzlich seine ungewöhnliche moralische Stärke (quvve-i manevi), seine so besondere Gewalt (qudret), seine wundersame Macht und kann nun als ein ganz gewöhnlicher Niemand entsprechend seinen persönlichen Fähigkeiten (iktidar) nur noch kleine, wertlose, unbedeutende Dinge tun. Und seine Werke werden dementsprechend kleiner.

In gleicher Weise gilt: Da nun einmal auf dem Wege der Einheit Gottes (tauhid) ein jedes Ding mit dem Allmächtigen in Seiner Majestät (Qadir-i Dhu-l'Djelal) verbunden ist

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und sich auf Ihn stützen kann und so eine Ameise den Pharao, eine Mücke den Nimrod und eine Mikrobe einen Tyrannen besiegen kann, so kann auch ein Samenkorn, klein wie ein Fingernagel einen Baum so groß wie ein Berg auf seinen Schultern tragen und die Quelle für all seine Werkzeuge und Geräte und seine Werkbank sein. Und so können auch alle Atome und Moleküle in ihrer Verbundenheit und durch die Hilfe, die sie erfahren, unendlich viele Aufgaben übernehmen und helfen Hunderttausend verschiedene Arten und Formen von Körpern zu bilden. Die Werke, an denen sich diese winzigen Beamten, diese kleinen Soldaten beteiligen, sind vollkommen perfekt, kunstvoll und kostbar. Denn der, welcher alle diese Werke verrichtet, ist der Allmächtige in Seiner Majestät (Qadir-i Dhu-l'Djelal). Er hat sie in ihre Hände gelegt, sie selbst sind nur der Schleier (über Seinen Händen). Schreibt man sie stattdessen auf dem Wege der Beigesellung den Ursachen zu, so werden die Werke einer Ameise so unbedeutend wie die Ameise selbst und die Kunst der Atome so wertlos wie diese Atome selbst. Und so wie ein jedes Ding dadurch seinen eigentlichen Wert verloren hat, so wird es auch seinen materiellen Wert verlieren, sodass niemand mehr für diese ganze riesige Welt auch nur mehr fünf Para geben wollte.

Da dies aber nun, wie wir sehen und mit eigenen Augen erkennen können, eine Tatsache (haqiqat) ist und da nun einmal jedes Ding in unendlichem Grade kostbar, kunstvoll, bedeutungsvoll und machtvoll ist, gibt es sicherlich keinen anderen Weg als den Weg der Einheit Gottes (tauhid) und kann es ihn auch gar nicht geben. Wenn es ihn gäbe, müsste man alle Dinge austauschen, die Welt bis zum Nichtsein entleeren und sie dann wieder neu mit äußerlichen Dingen füllen, damit sich ihnen ein Weg zur Abgötterei öffne.

So hast du denn nun aus hunderten von Beweisen nur einen einzigen kurz zusammengefasst gehört, so wie die Einheit Gottes (tauhid) in der Risale-i Nur erklärt wird, die

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nach den Worten von Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, die Leuchte des Lichtes (Siradju-n'Nur) und Leuchte der Leuchten (Siradju-s'Surdj) ist. Die anderen magst du nun damit vergleichen.

Das dritte Erfordernis der Göttlichen Einheit(tauhid):

Da in Übereinstimmung mit der Erschaffung aller Dinge und besonders der belebten unter ihnen, ein Samenkorn, entsprechend seiner außergewöhnlich künstlerischen Gestaltung eine Art Konzentrat einer Frucht, die Frucht das eines Baumes, der Baum das seiner Gattung und die Gattung das des gesamten Kosmos ist, gewissermaßen als ein verkleinertes Abbild, eine Zusammenfassung in Form eines Inhaltsverzeichnisses, eine Art Übersichtskarte, ein Sammelpunkt, jener Tropfen, der mit einer Masse reagiert, ist derjenige, der eines von ihnen zu erschaffen vermag, in jedem Fall auch derjenige, der den ganzen Kosmos zu erschaffen vermag. Wer einen Kürbiskern machen kann, der kann ohne Zweifel auch einen Kürbis machen. Es kann kein anderer sein, und dass (es ein anderer sein) könnte, ist ausgeschlossen, ist völlig unmöglich.

Wenn wir unser Blut betrachten, so sehen wir in der Tat, dass jede seiner Zellen (in ihrem Kreislauf) so viele Aufgaben in schönster Ordnung wahrnimmt, dass sie alle den Sternen nicht nachstehen. (So können wir uns vorstellen, mit welch) einem Grad an Bewusstsein ein jedes der roten und weißen Blutkörperchen daran mitwirkt, den Körper zu beschützen und ihn zu ernähren und wie sie darin noch vollkommener sind als ein ganzes Versorgungsamt oder die Schutzpolizei. Und jede einzelne Zelle unseres Körpers offenbart (bei ihrer Versorgung durch die einzelnen Blutkörperchen) einen solchen Grad an Wohlordnung bei den Arbeiten, bei Einkommen (Aufnahmen) und Ausgaben (Ausscheidungen), dass ihre Verwaltungsarbeit dabei noch vollkommener ist (und sie sich um unseren Körper besser kümmern und ihn versorgen),

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als wir selbst uns um unseren Körper (kümmern und ihn versorgen) oder ein Schloss verwalten könnten. Und jedes Tier und jede Pflanze trägt auf ihrem Antlitz ein Siegel und eine (kleine) Maschine in ihrer Brust, dass nur der, welcher alle diese Tiere und Pflanzen erschaffen hat, auch diese Siegel auf ihr Antlitz (geprägt) und diese (kleinen) Maschinen in ihre Brust (eingepflanzt) haben kann. Und jede einzelne Tierart hat sich in einem solchen Grade wohlgeordnet über das Antlitz der Erde ausgebreitet und sich in solch einem (ökologischen) Gleichgewicht unter die anderen Tierarten gemischt, dass einer, der nicht alle Arten zugleich erschaffen, lenken, verwalten und (ihre Jungen) aufziehen und nicht jenes so reich verzierte, künstlerisch (gestaltete), lebendige Tuch, gewebt aus den Fäden, welche die vierhunderttausend Tier- und Pflanzenarten miteinander bilden, erschaffen und über das Antlitz der Erde breiten kann, der kann auch nicht eine einzige ihrer Arten erschaffen, sie nicht lenken und leiten. Vergleicht man aber dies mit all den anderen Dingen, so versteht man auch, dass der gesamte Kosmos, hinsichtlich seiner Erschaffung und Hervorbringung (khalq ve idjad) ein Ganzes ist, das keine Spaltung erträgt und dessen Teilung hinsichtlich seiner Verwaltung und Versorgung und seiner göttlichen Herrschaft (rububiyet) unmöglich ist.

Dieses "Dritte Erfordernis" wurde bereits in vielen Abhandlungen der Leuchte des Lichtes (Siradju-n'Nur), besonders aber im Ersten Kapitel des Zweiunddreißigsten Wortes mit solch zuverlässigen und glänzenden Beweisen erklärt und bewiesen, dass dieser Beweis göttlicher Allgegenwart (vahdet) gleich den Strahlen der Sonne in jedem Ding gegenwärtig und das Zeugnis Seiner Einheit (tauhid) in ihnen reflektiert wird. Mit dieser Erklärung wollen wir uns hier begnügen und so eine lange Geschichte kurz fassen.

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Drittes Kapitel

In diesem Kapitel werden drei allgemeine Merkmale der Göttlichen Einheit (tauhid) kurz und bündig erklärt.

Beweise, Merkmale und Zeugnisse, welche die Wahrheit(tahaqquq)der Existenz (Gottes und Seine) Allgegenwart(vahdet)aufzeigen, sind ohne Maß und Zahl. Da bereits Tausende dieser Beweise in der "Leuchte des Lichtes" (Siradju-n'Nur)\ausführlich erklärt worden sind, haben wir uns in diesem Dritten Kapitel damit begnügt nur drei universelle Beweise kurz darzustellen.

Das Erste Zeichen und der Beweis ist die Schlussfolgerung:

وَحْدَهُ

{"Er ist eins."}

Gottes Allgegenwart (vahdet) findet sich in einem jeden Ding. Was diese Allgegenwart (vahdet) betrifft, so ist Einheit (vahid) ein Beweis dafür und weist darauf hin. In der Tat muss ein Werk, das diese Einheit (vahid) aufweist, ganz offensichtlich aus der Einheit seines Meisters hervorgegangen sein. Eins geht sicherlich aus dem Einen hervor. Wenn sich diese Einheit in einem jeden Ding wiederfindet, so zeigt dies sicherlich, dass es das Werk eines einzigen Meisters ist. Das Universum gleicht in der Tat einer Rosenknospe, gehüllt in tausend Schleier. Oder vielleicht ist es gleich einem einzigen riesengroßen Menschen, bekleidet in die Male der Göttlichen Allgegenwart (vahdet) nach der Anzahl der göttlichen Namen und Seiner Werke. Oder vielleicht ist es gleich dem Tuba-Baum der Schöpfung, an dessen Zweigen diese Male göttlicher Allgegenwart hängen, entsprechend der Anzahl der Arten alles Geschaffenen.

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Es ist in der Tat die Verwaltung des Universums eins, der es lenkt und leitet eins, Sein Königreich eins, das Siegel eins und eins, eins, eins und bis zu tausendundeinem Mal ein einziger Einheiten... Und ferner sind auch die Namen und Werke, welche den gesamten Kosmos lenken und leiten, eins und jeder von ihnen umfasst das ganze Universum. Das heißt also: die Weisheit, die in ihm wirkt, ist eins, Gottes Gnade (inayat) ist eins, Seine Leitung ist eins, Seine Versorgung ist eins, Sein Erbarmen, das den Bedürftigen zu Hilfe eilt, ist eins, und der Regen als der Mundschenk Seiner göttlichen Barmherzigkeit ist eins, u.dgl. mehr: eins und eins, eins, eins und bis zu tausendundeinem Mal ein einziger Einheiten... Und ferner ist auch die Sonne als der Ofen der Welt (in der wir leben) eins, der Mond als ihre Leuchte eins, das Feuer als unser Koch ist eins, die Berge als unsere Vorratshäuser, unsere Schatzkammern, unsere Masten und unsere Wasserträger sind eins, (die Wolken), die wie Schwämme unsere Gärten bewässern sind eins, u.dgl. mehr: eins und eins, eins, eins und bis zu tausendundeinem Mal ein einziger Einheiten...

So sind denn alle diese Einheiten und Gegenwärtigkeiten in dieser Welt ganz offensichtlich Zeugnisse und Beweise, die auf den Einen und Allgegenwärtigen (Vahid-i Ahad) hindeuten und Ihn so klar wie die Sonne beweisen. Ferner sind die Elemente des Universums, aber auch all die Arten (Pflanzen und Tiere), die miteinander das Antlitz der Erde bedecken und sie, untereinander vermischt, bevölkern, wenn sie sich miteinander verbinden, vereinigen, ja einander beistehen, mit Sicherheit ein klares Zeichen dafür, dass ihr König (malik), Herr (sahib) und Meister (sani') ein Einziger ist.

Das Zweite Zeichen und der Beweis ist die Schlussfolgerung aus dem Satz:

لاَ شَرِيكَ لَهُ

{"Er hat keinen Mitgesellen".}

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Im ganzen Universum findet sich von den Atomen bis zu den Sternen in allen Dingen eine fehlerlose vollkommene Ordnung, ein Gewebe von makelloser Schönheit und eine Waage der Gerechtigkeit, die niemandem Unrecht tut. Es kann eine solch vollkommene Ordnung, eine so ausgewogene Gerechtigkeit nur in der göttlichen Allgegenwart (vahdet) geben. Wenn sich aber verschiedene Hände in eine Arbeit einmischen, so entsteht nur Verwirrung.

So komm denn nun und sieh die Majestät (hashmet) hinter dieser Ordnung: sie hat das Universum zu einem Schloss von so großer Vollkommenheit gemacht, dass jeder Stein in ihr so kunstvoll ist wie ein ganzes Schloss und zu einer prachtvollen Stadt, in der alle Import- und Exportgüter, all die vielen kostbaren Artikel und Produkte zu ihrer Versorgung zu ihrer Zeit und in vollkommener Ordnung wie verborgen hinter einem Vorhang von unvorhergesehenen Orten her eintreffen und sie so zu einem wundersamen Buch von einer solchen Bedeutung verwandelt, dass ein jeder seiner Buchstaben die Bedeutung von hundert Zeilen ausdrückt, und jede Zeile die Bedeutung von hundert Seiten, und jede Seite die Bedeutung von hundert Kapiteln, und jedes Kapitel die Bedeutung von hundert Büchern. Mehr noch beziehen sich alle diese Kapitel, Seiten, Zeilen, Worte und Buchstaben aufeinander und weisen aufeinander hin.

Und nun komm und betrachte diese wunderbare, so perfekt ausgerichtete Gerechtigkeit innerhalb dieser einzigartigen Ordnung, worin dieses riesige Universum einer blitzsauberen Stadt, oder vielmehr einem hübschen Palast gleich, in dem sehr viel Wert auf Sauberkeit gelegt wird, oder vielmehr einer Huri gleich, die sich in siebzig Prachtgewänder eingehüllt hat, eines über dem anderen, oder vielmehr einer Rosenknospe gleich, die mit siebzig feinsten, verzierten Hüllen umwickelt ist, rein und lauter ist.

Und nun komm und betrachte diese vollkommene Gerechtigkeit der Waage innerhalb dieser Ordnung und

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Reinlichkeit, wo winzig kleine und hauchzarte Geschöpfe, Mikroorganismen, die erst in tausendfacher Vergrößerung sichtbar werden, wo Sterne und Sonnen, die tausend Mal größer sind als unsere Erde, auf dieser Waage, auf ihren Waagschalen entsprechend Maß und Größe gewogen werden und alle notwendigen Dinge fehlerfrei erhalten. Und diese winzig kleinen Geschöpfe und die riesengroßen Himmelskörper stehen gemeinsam Schulter an Schulter vor dieser Waage der Gerechtigkeit. Dabei gibt es im Grunde genommen unter den großen solche, dass, würden sie auch nur für den Bruchteil einer Sekunde ihr Gleichgewicht verlieren, sie die ganze Welt aus dem Gleichgewicht bringen und so den Anbruch des Weltuntergangs bewirken könnten.

So komm denn nun und betrachte diese überaus wundervolle, so anziehende Schönheit innerhalb aller Ordnung, Sauberkeit und Ausgewogenheit. Sie hat diesem weiten Universum ein glänzendes Festbankett (bayram), eine Ausstellung von erlesensten Schmuckstücken und die Gestalt eines Frühlings gegeben, voll von Blüten, die sich gerade eben erst geöffnet haben. Sie hat auch diesen weit ausgebreiteten Frühling zu einem Topf voll schönster Blumen und einem Rosenstrauß gemacht. Ja, sie gibt jedem Frühling die Form einer prachtvollen Blume, die sich Frühling um Frühling mit Hunderttausenden von Verzierungen über das Antlitz der Erde hin öffnet. Und so hat sie im Frühling eine jede Blüte mit den allerverschiedensten Verzierungen geschmückt. Durch diese prachtvollen Erscheinungen der schönen Namen, welche die äußerste Schönheit in vollendetem Grade verkörpern offenbart in der Tat jede einzelne Art im All, ja sogar jedes einzelne Exemplar entsprechend ihren Fähigkeiten eine solche Schönheit, dass Imam Ghasali, der (Huddjatu-l'Islam), dazu sagt:

لَيْسَ فِى الْاِمْكَانِ اَبْدَعُ مِمَّا كَانَ
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Das heißt: "Im Bereich der Möglichkeiten (imkan) kann es nichts Besseres und nichts Schöneres geben, als diesen Inbegriff allen Daseins (mukauvenat)." So ist denn diese allumfassende, so anziehende Schönheit, diese allgemeine wunderbare Reinheit, dieses alles beherrschende, umgreifende und überaus empfindliche Gleichgewicht, diese überall wahrnehmbare und in jeder Hinsicht phantastische Harmonie und Ordnung ein solcher Beweis und Kennzeichen der göttlichen Einheit (tauhid) und Allgegenwart (vahdet), dass sie ein noch leuchtenderes und klareres Licht sind als die Strahlen, die am helllichten Mittag die Sonne zeigen.

Es folgt nun eine sehr kurze aber kräftige Antwort auf eine sehr wichtige Frage zu diesem Kapitel. Sie besteht aus zwei Teilen.

Erster Teil der Frage:

In diesem Kapitel sagst du, dass Schönheit (hüsün), Vollkommenheit (djemal), Güte (güzellik) und Gerechtigkeit (adalet) das All umschließen. Was aber sagst du nun zu all den vielen hässlichen und fürchterlichen Dingen (die in der Welt geschehen), den Katastrophen, die sich vor unseren Augen (ereignen) und dem Tod?

Antwort:

Auch all die hässlichen Dinge, wenn sie hinwiederum schöne Dinge im Gefolge haben oder doch auf sie hinweisen, sind letztendlich schön (zu nennen). Dementgegen ist das nicht Vorhandensein von Hässlichkeit oder deren Unsichtbarkeit, welche so viele schöne Dinge verbirgt und nicht gestattet, dass man sie sieht, keine einfache, sondern eine vielfache Hässlichkeit. Wenn z.B. eine Hässlichkeit, welche wir als Maßeinheit annehmen wollen, gar nicht vorhanden ist, so wäre die Schönheit nur von einer Art und ihre vielfältigen Abstufungen blieben verborgen. Denn es geschieht erst durch das Dazwischentreten der Hässlichkeit, dass die verschiedenen Abstufungen der Schönheit sich entfalten können. So wie die

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verschiedenen Abstufungen von Hitze durch die Existenz der Kälte und die verschiedenen Abstufungen bei der Beleuchtung durch das Vorhandensein von Dunkelheit offensichtlich werden, so wird auch alles Gute und alles Schöne, werden alle Wohltaten und alle Gnadengaben erst durch das Vorhandensein kleinerer Einsprengsel von Bosheit, Kummer und Harm, Unglücke und Hässlichkeiten offensichtlich. Das aber heißt, dass die Erschaffung der Hässlichkeit gar nicht hässlich ist, sondern schön ist, weil sie in ihrem Ergebnis doch mehrheitlich schön ist. Ein fauler Kerl, der Regen als schädlich erachtet, kann die guten Ergebnisse, die er im Namen der göttlichen Barmherzigkeit bewirkt, nicht abstreiten. Er kann nicht die göttliche Barmherzigkeit (rahmet) in Mühsal (zahmet) umwandeln.

Was nun den Untergang, Zerfall und Tod betrifft, so wurde bereits im "Vierundzwanzigsten Brief" anhand von starken und zuverlässigen Beweisen dargestellt, dass sie ganz allgemein der göttlichen Barmherzigkeit, Seiner alles umfassenden Schönheit und alles umgreifenden Güte nicht entgegengesetzt sind; sie werden vielmehr erst durch sie notwendig gemacht. Selbst noch der Teufel (Sheytan) ist, als Ursache allen Kampfes und allen Wettstreits die Antriebsfeder zu jeglicher menschlichen Entwicklung und darum gut; und so ist eine jegliche Schöpfung in ihrer Art und in dieser Hinsicht auch schön. Es ist auch gut für die Ungläubigen, wenn sie in der Hölle ihre Strafe erhalten, da sie ja durch ihren Unglauben die Rechte aller lebenden Wesen verletzt und sie in ihrer Ehre (sheref) gekränkt haben. Diese beiden Punkte sind in anderen Abhandlungen bereits ausführlich erklärt worden, weshalb wir uns hier mit diesem kurzen Hinweis begnügen können.

Der zweite Teil der Frage:

Nun gut! Insoweit können wir also der Antwort über den

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Teufel und die Ungläubigen von einem ganz allgemeinen Gesichtspunkt aus betrachtet zustimmen. Doch wie kommt es dann, dass der Vollkommen Schöne (Djemil-i Mutlaq), der Allbarmherzige (Rahim-i Mutlaq) und Vollkommene Wohltätige (hayr-i mutlaq), der Herr eines grenzenlosen Reichtums (Dhat-i Ghaniy-i 'ale-l'itlaq) einzelnen armseligen Individuen so übel mitspielt, ihnen solche Bosheiten und hässlichen Dinge zufügt?

Antwort:

Was auch immer es an Gutem und Schönem und an allen Gnadengaben gibt: sie kommen unmittelbar aus der Schatzkammer der Barmherzigkeit (rahmet) des Schönen (Djemil) und Allerbarmers (Rahim-i Mutlaq), sind ein Gnadengeschenk (ihsanat) aus Seiner Privatschatulle. Was aber das Übel und alle Bosheiten betrifft, so handelt es sich hier um vereinzelte kleine Ergebnisse unter so vielen anderen Ergebnissen allgemeiner, universeller Gesetze, welche Gottes Gewohnheiten (adetullah) im Königreich Seiner Herrschaft (Saltanat-i Rububiyet) genannt werden und Seinen universellen Willen (irade) darstellen. Da sie aber nur gering sind, die Durchführung dieser Gesetze sie aber erfordern, so erschafft Er auch diese bösen kleinen Konsequenzen, um diese Gesetze zu bewahren und zu erhalten, welche ja eine Quelle allgemeiner Wohltaten sind. Jedoch angesichts solcher kleinerer, leidvoller Konsequenzen einiger, die ins Unglück gestürzt sind, antwortet Er auf den Hilferuf dieser Einzelnen, von Unheil und Mühsal heimgesuchten mit der ganz besonderen Hilfe Seiner Barmherzigkeit (Rahman) und der dem Herrn (Rabb) eigenen persönlichen Güte (ihsanat). Und um zu zeigen, dass Er nach Seinem Willen handelt und dass alle Aspekte aller Dinge an Seinen Willen gebunden sind, und dass auch die universellen Gesetze stets Objekt Seines Willens (irade) und Wollens (ihtiyar) sind, und dass der Erbarmungsvolle Versorger (Rabb-i Rahim) diesen Einzelnen, die unter dem Druck der Gesetze aufschreien, Seine Beachtung schenkt und mit Seinen Gunsterweisen (ihsan) auf ihre Hilfeschreie antwortet, indem

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Er von diesen universellen Prinzipien (adetullah) und allgemein gültigen Gesetzen und deren kleineren üblen Folgen eine Ausnahme macht, ihnen ein unbegrenztes Feld für die unbegrenzte Erscheinung Seiner Namen öffnet und so (bewirkt), dass Er für Seine besonderen Gunsterweise (ihsanat) auch in einer besonderen Weise geliebt wird, öffnet Er ihnen (auf diese Weise auch) die Tore zu einzelnen ganz besonderen Erscheinungen.

Dieses Zweite Zeichen der Einheit Gottes (tauhid) wurde schon vielleicht an hundert verschiedenen Stellen in der "Leuchte des Lichtes" (Siradju-n'Nur) beleuchtet, und so begnügen wir uns denn hier mit einem kurzen Hinweis darauf.

Das Dritte Zeichen und der Beweis sind die zahllosen Siegel Seiner göttlichen Einheit(tauhid),auf die mit dem Satz:

لَهُ الْمُلْكُ وَلَهُ الْحَمْدُ

{"Sein ist das Reich und Ihm gebührt der Dank".}

hingewiesen wird. Gleich wie der Widerschein der Sonne in einem Spiegel die Sonne zeigt, so zeigt sich in der Tat auch im Antlitz aller Dinge, seien sie nun individuell oder universell, angefangen von den Atomen bis hin zu den Planeten ein Siegel, das einem Spiegel gleich auf jene Sonne von Ewigkeit zu Ewigkeit hinweist und von Seiner Allgegenwart (vahdet) Zeugnis ablegt. Da aber bereits eine große Zahl dieser unzähligen Siegel in der "Leuchte des Lichtes" (Siradju-n'Nur) ausführlich beschrieben worden sind, können wir uns hier damit begnügen, drei von ihnen in einem kurzen Hinweis zu betrachten. Es ist dies wie folgt:

So wie dem Antlitz des Universums als Ganzes ein (großes und) breites Siegel der göttlichen Allgegenwart (vahdet) aufgeprägt ist, das aus gegenseitiger Hilfeleistung, die die einzelnen Arten einander erweisen, ihrer Solidarität, ihrer Ähnlichkeit und ihrer wechselseitigen Durchdringung besteht, so ist auch das Siegel der göttlichen

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Einheit (tauhid) dem Antlitz der Erde aufgeprägt, indem das Heer des Hochgelobten (Subhaniye) mit seinen vierhunderttausend Pflanzen- und Tierarten ihre jeweilige unterschiedliche Versorgung, Waffen, Uniformen, Instruktionen, sowie ihre Entlassung - und alles in schönster Ordnung, ohne jede Verwechslung und zur genau richtigen Zeit - zugestellt erhalten. Und so ist denn auch dem Antlitz des Menschen dieses Siegel göttlicher Alleinheit (vahdaniyet) aufgeprägt, indem sich auf jedem einzelnen Gesicht Unterscheidungsmerkmale finden, die sie (von den gemeinsamen Merkmalen) aller anderen Gesichter unterscheiden. So ist denn dem Antlitz eines jeden einzelnen Seiner Kunstwerke, den individuellen wie den universellen, dieses Siegel der göttlichen Einheit (tauhid) aufgeprägt. Und am Kopfstück eines jeden geschaffenen Dinges, sei es groß oder klein, seien es ihrer viele oder wenige, lässt sich dieser Stempel Seiner göttlichen Allgegenwart (vahdaniyet) bezeugen. Vor allem aber die Siegel der lebendigen Geschöpfe sind ganz besonders prächtig. Ja jedes einzelne Lebewesen ist für sich selbst, und zwar jedes einzelne ein Siegel der göttlichen Einheit (tauhid), jedes einzelne ein Stempel Seiner Allgegenwart (Vahdet), jedes einzelne ein Mal Seiner Alleinzigkeit (ahadiyet), jedes einzelne eine Signatur Seiner Einzigartigkeit (Samediyet).

Jede einzelne Blüte, jede einzelne Frucht, jedes einzelne Blatt, jede einzelne Pflanze, jedes einzelne Tier ist in der Tat eine solche Signatur Seiner Alleinzigkeit (ahadiyet), ein solches Mal Seiner Einzigartigkeit (Samediyet), das jeden einzelnen Baum in einen Brief Seines Herrn (Rabb), jede einzelne Art von Geschöpfen in ein Buch des Allbarmherzigen (Rahman) und jeden einzelnen Garten in einen Ferman des Hochgelobten (Subhan) verwandelt, indem der Baum Seine Unterschrift unter diesen Brief setzt, entsprechend der Anzahl seiner Blüten, Seine Signatur entsprechend der Zahl seiner Früchte und Seine Male entsprechend der Anzahl seiner Blätter. Um aber ihren

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Schreiber aufzuzeigen und bekannt zu machen, wurden diese Siegel entsprechend der Zahl der einzelnen Exemplare dem Buch aufgeprägt, das diese verschiedenen Arten und Gattungen sind. Um ihren Sultan bekannt zu machen und vorzustellen, wurden diese Stempel diesem Garten aufgeprägt, entsprechend der Anzahl seiner Pflanzen, Bäume und Tiere. Ja, es gibt auf einem jeden Baum zum Beginn und am Ende (seiner Entwicklung), auf seiner äußeren (Erscheinung) und seinem inneren (Leben) entsprechend der Namen

هُوَ الْأَوَّلُ وَالْاٰخِرُ وَالظَّاهِرُ وَالْبَاطِنُ

{"Er ist der Erste und der Letzte, der Offenbare und der Verborgene." (Sure 57, 3)}

insgesamt sogar vier Stempel, auf welche diese Namen hinweisen.

Sein Name als "der Erste (Auwal)" weist darauf hin, dass ein Same der ursprüngliche Kern

eines jeden Frucht tragenden Baumes ist, ein kleines Kästchen, welches das Programm, das Inhaltsverzeichnis, den Plan dieses Baumes enthält... Er ist eine Werkbank, die alle die Anlagen enthält und alles, was notwendig ist, um (einen Baum) herzustellen, ihn zu formen, eine Maschine,

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die mit Beginn (seines Wachstums) diese winzigen Mengen regelt, die er (während seines Wachstums) aufnehmen und jene kleinsten Einheiten, die er wieder abgeben wird.

Sein Name als "der Letzte (Akhir)" weist darauf hin, dass (das Produkt) eines jeden Baumes, sein Ergebnis, seine Frucht die Beschreibungen, die Konstruktionsanleitungen sind, mit deren Hilfe er im Herzen einer solchen Frucht seine Gestalt und seine Eigenschaften hervorbringt. Es sind Erklärungen, mit deren Hilfe er seine Funktionen zu erkennen gibt, seine Produkte, seine Vorzüge, seine charakteristischen Eigenschaften, eine Zusammenfassung, durch die er mit den Kernen, die sich im Herzen einer Frucht finden, seinesgleichen bekannt gibt, uns über seine Herkunft und seine Nachkommen unterweist.

Sein Name "der Äußere (Dhahir)" weist darauf hin, dass Form und Gestalt, mit der die Bäume bekleidet sind, sorgfältig geschneiderte und reich verzierte Kleider und Mäntel sind, die ganz genau entsprechend den Ästen und Zweigen der Bäume und all ihrer Teile und Unterteile zurechtgeschnitten, maßgeschneidert und verziert wurden. Sie sind so sehr ausgewogen, angepasst und ausdrucksvoll, dass sie die Bäume in ein Buch, einen Brief, ja ein Gedicht (kasside) verwandeln.

Sein Name "der Innere (Batin)" weist darauf hin, dass diese Werkbänke im Innern des Baumes die Fabriken sind, welche all die Teile und Unterteile der Bäume mit der ausgefeiltesten Sorgfalt und Ausgewogenheit formen, gestalten und verwalten. Sie bringen auch alle diese so unterschiedlichen Dinge, welche zur Versorgung all dieser Teile erforderlich sind, in schönster Vollkommenheit und Ordnung herbei, teilen und verteilen sie unter ihnen so blitzschnell, dass der Verstand staunend dabei still steht. Und diese wunderbaren Fabriken funktionieren mit der Leichtigkeit, mit der man eine Uhr aufzieht und in der gleichen Harmonie und Einheit, mit der man eine Armee kommandiert.

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Zusammenfassung:

Zu Beginn (auwal) eines jeden Baumes steht so ein kleines Kästchen und ein Programm... und an seinem Ende (akhir) finden sich diese Konstruktionsanleitungen und Musterbogen... äußerlich (dhahir) sehen wir diese künstlerisch gestalteten und verzierten Gewänder... in seinem Inneren (batin) steckt solch eine Fabrik, eine Werkbank, dass diese vier Aspekte aufeinander abgestimmt und als ein Ganzes ein gewaltiges Siegel formen. In der Tat wird in ihm dieser gewaltige Name (Ism-i A'dham) sichtbar, denn ganz offensichtlich kann kein anderer als der Eine und Allgegenwärtige Meister (Sani-i Vahid-i Ahad), der den Kosmos lenkt und leitet, solche Werke vollbringen. Und so wie dieser Baum, so trägt auch ein jedes Lebewesen bei seinem Beginn (wenn es keimt und wächst), an seinem Ende (wenn es blüht und Frucht bringt), äußerlich wie innerlich dieses Siegel der göttlichen Einheit (tauhid), jedes einzelne einen Stempel Seiner Allgegenwart (Vahdet), jedes einzelne eine Signatur Seiner Einzigartigkeit (ahadiyet), jedes einzelne ein Mal Seiner Macht und Größe (= Vahdaniyet).

Wenn wir also nun diese drei Bäume in den obigen Beispielen miteinander vergleichen, dann ist auch der Frühling ein solcher mit Blüten übergossener Baum. Die Samen, Samenkörner und Wurzeln - der Hand des Herbstes anvertraut - tragen das Siegel Seines Namens "der Erste (Auwal)"... Die Früchte, das Korn und das Gemüse, ausgegossen in den Schoß des Sommers, füllen seine Schürze und tragen den Stempel Seines Namens "der Letzte (Akhir)"... Die Brokatstoffe wie auch die naturbelassenen Kleider mit ihren hunderttausend Verzierungen, die der Frühling - einer Huri gleich - eine über der anderen trägt, tragen das Zeichen Seines Namens "der Äußere (Dhahir)"... während die im Inneren der Erde arbeitenden Fabriken des Einzigartigen (Samad), die brodelnden Kessel des Allbarmherzigen (Rahman) und die Küchen, welche die Speisen des Herrn (Rabb) kochen, das Mal Seines Namens "der Innere (Batin)" tragen.

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Ja sogar jede einzelne Gattung - z.B. die des Menschengeschlechtes - ist auch ein solcher Baum: gerade so wie seine Wurzeln und seine Samen der Vergangenheit, seine Früchte und was sie hervorbringen (werden) aber der Zukunft angehören, so tragen auch die so wohlgeordneten Gesetze für das Leben der menschlichen Gattung und den Fortbestand seiner Art das Siegel der göttlichen Einheit (tauhid), geregelt durch die Grundsätze persönlichen wie gemeinschaftlichen Lebens. Sein Zustand in gegenwärtiger Zeit ist der einer Menschheit, die inmitten eines nur äußerlichen Wirrwarrs einen verborgenen, (sauber und) korrekt geschnittenen Stempel göttlicher Allgegenwart (vahdet) trägt und unter ihren so verwirrenden menschlichen Zuständen das Mal einer göttlichen Einzigartigkeit (Vahdaniyet), geregelt durch die Grundsätze göttlicher Allwissenheit in Vergangenheit und Zukunft, was wir als den vorbestimmten Lebenslauf kennen.

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Schlusswort

Ein kurzer Hinweis mit einem Wort für jeden der übrigen Pfeiler des Glaubens innerhalb des Geheimnisses der göttlichen Einheit (tauhid).

Oh du gottvergessener Mensch! Komm nun, denke nach, betrachte einmal die in den drei Kapiteln dieser Abhandlung besprochenen "drei Früchte, drei Erfordernisse und die drei Beweise" und sage dann, ob es denn überhaupt möglich wäre, da doch der Allmächtige (Qadir), Allweise (Hakiem), Allbarmherzige (Rahiem) und Allwissende (Aliem) Meister (Sani'), der das Weltall lenkt und leitet und da Er selbst noch das winzigste Heilmittel und den geringsten Dank in Betracht zieht, selbst das unbedeutendste Kunstwerk wie den Flügel einer Mücke nicht anderen überlässt oder in Auftrag gibt und ihn nicht achtlos übergeht, und da Er noch dem einfachsten Samenkorn Aufgaben und Weisheit (hikmet) riesengroß wie ein Baum zuteilt, und da Er Sein Erbarmen (rahmaniyet), Seine Barmherzigkeit (rahimiyet) und Weisheit (Hakiem) durch jedes einzelne Kunstwerk erahnen lässt und sich selbst auf jede nur mögliche Weise und Seine Liebe mit jedem Gnadengeschenk zu erkennen gibt, ja wäre es also nun denkbar, dass Er der allen Werten mohammedanischer Wahrheit, die den Geist des Kosmos erfüllen, dem Lobpreis Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, und dem islamischen Licht gegenüber, gleichgültig bleiben sollte?

Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, welches (Gottes) Kunstwerke übergoldet und Seine Schöpfung mit Freude erfüllt, den ganzen Kosmos erleuchtet, Himmel und Erde in Wallung versetzt, der die halbe Erde und ein Fünftel der Menschheit seit mehr als vierzehn Jahrhunderten ununterbrochen unter seiner geistigen wie materiellen Herrschaft (saltanat) hält und der diese ruhmreiche

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Herrschaft im Namen und Auftrag des Schöpfers des Universums fortsetzt, ja wäre es denn überhaupt möglich, dass sein Prophetentum nicht eine der wichtigsten Aufgaben, Lichter und Spiegel seines Meisters und die anderen Propheten, die der gleichen Wahrheit wie Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, gedient haben, nicht gleichfalls des Meisters Botschafter, Freunde und Beamte wären? Gott bewahre! und nach der Anzahl der Wunder des Propheten so viele Male: keineswegs!

Und wäre es denn ferner überhaupt möglich, dass der Weise und Allbarmherzige Schöpfer (Haliq-i Hakiem-i Rahim), der Hunderte verschiedener Weisheiten gleich Früchten an den Ästen und Zweigen als den kleinsten Dingen befestigt und durch Seine einzigartige Weisheit (Hikmet) und Sein allumfassendes Erbarmen (rahmaniyet) bewirkt, dass Seine Herrschaft (Rububiyet) bekannt ist und geliebt wird, all Seine Weisheit und Barmherzigkeit, ja selbst noch Seine Herrschaft und Seine Vollkommenheit (Kemalat) verleugnen und verleugnen lassen sollte, indem Er die Auferstehung nicht zustande brächte, welche Seiner Allmacht (qudret) doch so leicht wäre wie ein Frühling? Sollte Er etwa nicht ein Haus der Glückseligkeit eröffnen, eine für ewig beständige Wohnstatt, und stattdessen alle seine geliebten Geschöpfe für ewig zum Tode verurteilen? Gott bewahre! Hunderttausend Mal keineswegs! Gottes Schönheit in ihrer Vollkommenheit (Djemal-i Mutlaq) ist von einer solch absoluten Hässlichkeit hunderttausende Male frei, rein und heilig.

Eine ziemlich lange Anmerkung:

Eine Problemstellung in Bezug auf die Wiederversammlung: Im Qur'an zeigen die oftmals wiederholten Erlasse (ferman): اِنْ كَانَتْ اِلاَّ صَيْحَةً وَاحِدَةً {"Es wird aber sein wie ein einziger Schrei." (Sure 36, 29)} oder auch:

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وَمَآ أَمْرُ السَّاعَةِ إِلاَّ كَلَمْحِ الْبَصَرِ {"Die Angelegenheit der 'Stunde' wird nur ein Augenblick sein." (Sure 16, 77)} dass die gewaltige Wiederversammlung in einem zeitlosen Augenblick zu Stande kommen wird. Doch unser begrenzter Verstand verlangt nach einem augenfälligen Beispiel, um diese so über alle Grenzen wunderbare und beispiellose Angelegenheit mit innerer Sicherheit annehmen zu können.

Die Lösung:

Bei der Wiederversammlung werden die Seelen zu ihren Körpern zurückkehren. Sodann findet die Wiederbelebung dieser Körper statt. Dann werden die Körper wiedererbaut werden. Daraus ergeben sich folgende drei Problemstellungen.

Erste Problemstellung:

Ein Beispiel für die Rückkehr der Seelen zu ihren Körpern: Die einzelnen Soldaten eines wohldisziplinierten Heeres, die sich zu einer Ruhepause nach allen Seiten hin zerstreut haben, werden durch einen lauten Posaunenstoß wieder versammelt. Ja, so wie die "Sur", die Posaune des Erzengels Israfil, sicherlich nicht weniger mächtig erschallt als die Posaune des Heeres, so werden sicherlich auch die Seelen, welche sich noch in den Ewigkeiten und der Welt der Atome befanden, als die Frage an sie erging: اَلَسْتُ بِرَبِّكُمْ {"Bin ich nicht euer Herr?"} und sie قَالُوا بَلٰى {"Sie sagten: ja."} zur Antwort gaben, tausendmal folgsamer, gehorsamer, disziplinierter sein als die einzelnen Soldaten dieses Heeres. Außerdem wurde schon im "Dreißigsten Wort" durch

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unwiderlegbare Zeugnisse bewiesen, dass nicht nur die Seelen, sondern sogar alle Zellen einem Heer des Hochgelobten (Subhan) und seinen gehorsamen Soldaten vergleichbar sind.

Zweite Problemstellung:

Ein Beispiel für die Wiederbelebung der Körper: So, wie in einer sehr großen Stadt in einer festlichen Nacht von einem einzigen Kraftwerk aus hunderttausend elektrische Lampen in einem einzigen Augenblick mit Licht und Leben erfüllt werden könnten, so wäre es auch möglich, von einem einzigen Kraftwerk aus über das Antlitz des ganzen Erdenrundes hinweg hundert Millionen Lampen aufleuchten zu lassen. Wenn also eine Schöpfung Gottes des Gerechten wie z.B. die Elektrizität als ein Diener und ein Leuchter in Seinem Gasthaus durch die Ausbildung, die er von seinem Schöpfer empfangen hat und im Gehorsam Ihm gegenüber eine solche Fähigkeit erzeigen kann, dann kann sicherlich auch die Gewaltige Wiederversammlung in einem einzigen Augenblick stattfinden im Rahmen der regulären Gesetze der göttlichen Weisheit, welche Tausende Seiner erleuchteten Diener darstellen, wie z.B. die Elektrizität.

Dritte Problemstellung:

Ein Beispiel für die plötzliche Wiedererbauung der Körper: Zur Frühlingszeit werden innerhalb weniger Tage alle Blätter sämtlicher Bäume, die doch tausendmal zahlreicher sind als das ganze Menschengeschlecht, plötzlich und in vollkommener Weise und genau so wie im vergangenen Frühling wieder aufgebaut. Auch alle Blüten, Blätter und Früchte sämtlicher Bäume werden wie im vergangenen Frühling und zur Erntezeit im vergangenen Herbst blitzschnell wieder zu Stande gebracht. Auch die zahllosen Samenkörnchen, Kerne und Wurzeln werden zu Beginn des Frühlings plötzlich alle zusammen auferweckt, entfaltet und wiederbelebt. Auch die Skelette all der Bäume, die den aufrecht stehenden Gebeinen der Verstorbenen gleichen, offenbaren plötzlich den Befehl zur بَعْثُ بَعْدَ الْمَوْتِ {"ba'thu ba'da-l'maut" - "Auferstehung nach dem Tod"}

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und entfalten sich wieder. Auch unzählige kleine Tierchen verschiedenster Art werden in überaus kunstvoller Weise wieder ins Leben berufen.

Auch besonders die Fliegen in ihren verschiedenen Stämmen, die uns doch beständig an Abdest und Reinheit erinnern, wenn sie immer wieder ihr Gesicht, ihre Augen, ihre Flügel putzen, werden wieder auferweckt. Ihre Zahl in ihren Stämmen ist in jedem Jahr noch zahlreicher als die Zahl der Kinder Adams, von Adams Zeiten an gerechnet. In jedem Frühling werden sie zusammen mit anderen Arten in ein paar Tagen auferbaut, wiederbelebt und wiederversammelt. Sicherlich gibt es für die Wiedererbauung der menschlichen Leiber am Jüngsten Tage nicht nur ein solches Beispiel, sondern Tausende von Beispielen.

Tatsächlich ist unsere diesseitige Welt ein Haus der Weisheit, die jenseitige aber das Haus der Macht. Darum erfordern die vielen Namen (Gottes), wie «Hakim» (Allweiser), «Murattib» (Ordner, Setzer), «Mudabbir» (Ordner, Leiter), «Murabbi» (Versorger, Lehrer), dass sich die Dinge in dieser Welt stufenweise und mit der Zeit entfalten. So wurde dies ein Erfordernis der Weisheit des Herrn. Aber da nun einmal Macht und Barmherzigkeit (qudret ve rahmet) im Jenseits stärker in Erscheinung treten als Weisheit, werden die Dinge auf einmal erbaut, ohne eine Materie, Zeitraum, Zeitpunkt oder Zeitablauf zu benötigen. Als Hinweis darauf, dass die Dinge, die hier einen Tag oder ein Jahr benötigen, im Jenseits plötzlich, in einem Augenblick erbaut werden, ergeht im Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, der Erlass (ferman):

وَمَآ أَمْرُ السَّاعَةِ إِلاَّ كَلَمْحِ الْبَصَرِ اَوْ هُوَ أَقْرَبُ

{"Es ist aber die Angelegenheit der 'Stunde' nur ein Augenblick oder noch weniger." (Sure 16, 77)}

Wer mit der Sicherheit des kommenden Frühlings an die künftige Auferstehung glauben möchte, der siehe einmal

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im Zehnten und im Neunundzwanzigsten Wort nach und lese es aufmerksam! Glaubst du dann immer noch nicht mit der Sicherheit des kommenden Frühlings, dann magst du mich tadeln, wenn du das Gegenteil beweisen kannst!

Vierte Problemstellung:

Der Untergang der Welt und der Anbruch des Jüngsten Tages: Würde einmal ein Planet oder ein Komet auf Befehl seines Herrn mit der Erdkugel, die unsere Herberge ist, zusammenstoßen, so könnte diese unsere Herberge zerstört werden. Ebenso könnte ein Schloss, das in zehn Jahren erbaut wurde, in einer einzigen Minute wieder zerstört werden.

Die obige Zusammenfassung der vier Problemstellungen über die Auferstehung möge für jetzt genügen! Und so kehren wir denn nun wieder zu unserem Hauptthema zurück.

Und wäre es denn ferner überhaupt möglich, dass der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, der so beredte Interpret aller echten und erhabenen Wahrheiten, das wunderbare Sprachrohr des Schöpfers des Alls mit all seinen Vollkommenheiten und bezaubernde Sammelband all seiner Ziele und Zwecke, nicht das Wort Seines Schöpfers ist? Gott bewahre! nach der Anzahl der Ayat keineswegs!

Und wäre es denn ferner überhaupt möglich, dass der Allweise Künstler (Sani-i Hakiem) alle Seine Lebewesen und mit einem Bewusstsein begabten Kunstwerke dazu veranlassen sollte, miteinander zu kommunizieren und in Tausenden verschiedener Zungen miteinander zu reden und Er ihre Stimmen und ihre Worte kennte und sie hörte und ihnen in Seinen Werken und in Seinen Gnadenerweisen Antwort gäbe, jedoch dabei nicht spräche und nicht sprechen könnte? Ja wäre so etwas denn wahrscheinlich? Gäbe es vielleicht eine solche Möglichkeit?...

Da Er aber ganz offensichtlich spricht und da seine verständigsten Gesprächspartner (muhatab) vor allem die

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Menschen sind, mit denen Er am besten kommunizieren kann, sind sicherlich vor allem der Qur'an und alle bekannten Heiligen Bücher Sein Wort.

Und wäre es denn ferner überhaupt möglich, dass der Allweise Künstler (Sani-i Hakiem), der dieses riesige Universum erschaffen hat, um selbst in ihm erkannt, geliebt, gelobt und gepriesen zu werden, der alle Lebewesen mit Seinen vielfältigen Gnadengaben glücklich und zufrieden macht und ihre Freude und Dankbarkeit zu einer bedeutenden Quelle Seiner Herrschaft (Rububiyet) gemacht hat, nachdem Er diesen riesigen Kosmos mit all seinen Säulen, Elementen, Arten zu willigen Dienern, zu einem Aufenthaltsort, einer Ausstellung, einem Festmahl gemacht hat, und es gewollt hat, dass sich die vielen tausend verschiedenen Arten lebender Wesen vermehren sollen, und von den Blättern der Bäume, die kein Obst hervorbringen, wie die Pappel und die Ulme jedes einzelne Blatt zugleich zu einer Wiege, zum Schoß und zur Vorratskammer gemacht hat für jene Lebewesen, die in der Luft Gottes Gedenken (dhikr), nämlich ganze Regimenter von Fliegen, nun die reich verzierten Himmel und die leuchtenden Sterne ohne einen Besitzer, ohne Geist, ohne Leben und ohne Bewohner leer, einsam und nutzlos, d.h. ohne Engel und Geister gelassen haben sollte? Gott bewahre! nach der Zahl dieser Engel und Geister: keineswegs!

Und wäre es denn ferner überhaupt möglich, dass der Allweise Meister, Lenker und Leiter (Sani-i Hakim-i Mudebbir), der mit dem Stift Seines göttlichen Vorherwissens (qalem-i qader) in die Samen und Früchte noch der unbedeutendsten Pflanzen und kleinsten Bäume ihren Ursprung, ihr Ziel und ihren Lebenslauf in schönster Ordnung einträgt und der in ebenso vollkommener Ordnung und Ausgewogenheit die Ursprünge und Ergebnisse des großen und weiten Frühlings aufzeichnet, so als handle es sich nur um einen Baum und der noch dem letzten unbedeutenden Ding gegenüber nicht gleichgültig bleibt, nicht die Taten und Handlungen der Menschen eintragen sollte, die eine

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so große Bedeutung haben, wo der Mensch doch das Ergebnis des Universums ist, Gottes Stellvertreter auf Erden, Administrator aller Arten von Geschöpfen und ihr Befehlshaber, sie nicht in Sein Vorherwissen (qader) mit einschließen oder ihnen gegenüber gleichgültig bleiben könnte? Gott bewahre! nach der Anzahl der Taten des Menschen, die alle auf der Waage abgewogen werden: keineswegs!

Kurzum:

Der gesamte Kosmos mit all seinen Tatsachen und Gegebenheiten ruft es aus:

اٰمَنْتُ بِاللّٰهِ وَمَلٰٓئِكَتِهِ وَكُتُبِهِ وَرُسُلِهِ وَبِالْيَوْمِ الْاٰخِرِ وَبِالْقَدَرِ خَيْرِهِ وَشَرِّهِ مِنَ اللّٰهِ تَعَالٰى وَالْبَعْثُ بَعْدَ الْمَوْتِ حَقٌّ اَشْهَدُ اَنْ لآَ إِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ وَاَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّ اللّٰهُ عَلَيْهِ وَعَلٰٓى اٰلِهِ وَصَحْبِهِ وَاِخْوَانِهِ وَسَلِّمْ اٰمِينَ

{"Ich glaube an Gott, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Propheten, an den Letzten Tag, an ein Vorherwissen alles Guten und Bösen, wie es von Gott, dem Allerhöchsten, kommt, und dass die Auferstehung nach dem Tode wahr ist. Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Gott. Ich bezeuge, dass Mohammed Gottes Gesandter ist. Möge Gottes Segen und Sein Friede auf ihm ruhen, auf Seiner Familie, auf seinen Gefährten und auf allen Brüdern. Amen."}

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Vorwort zu einem Gebet (munadjat) im Gedenken an die Einheit Gottes (tauhid)

In seinem Unvergleichlichen Gedicht (Qassidatu-l'Djeldjelutiye) nennt Imam Ali, möge Gott Seine Zufriedenheit über ihm ausströmen lassen und sein Antlitz mit Ehre übergießen (radiyallahu anh ve kerremallahu vedjehu), die Risale-i Nur auf wunderbare Weise eine Leuchte des Lichts (Siradju-n'Nur) und Leuchte der Leuchten (Siradju-s'Surdj). Da er ihr aber diese beiden zusätzlichen Namen gibt und der Name "Leuchte des Lichts" (Siradju-n'Nur) in der vorliegenden Abhandlung mehrfach erwähnt wurde, haben wir einige seiner bedeutendsten Gebete (munadjat) entliehen, erweitern sie um eine weitere Stufe und bringen sie nun, indem wir seine erhabene Ausdrucksweise gebrauchen, mit unseren eigenen Worten an der Schwelle des Einen und Allgegenwärtigen (Vahid-i Ahad) dar.

Gebet
اَللّٰهُمَّ إِنَّهُ لَيْسَ فِى السَّمٰوَاتِ دَوَرَاتٌ وَنُجُومٌ وَمُحَرَّكَاتٌ سَيَّارَاتٌ وَلاَ فِى الْجَوِّ سَحَابَاتٌ وَبُرُوقٌ مُسَبِّحَاتٌ وَرَعَدَاتٌ وَلاَ فِى الْاَرْضِ غَمَرَاتٌ وَحَيَوَانَاتٌ وَعَجَآئِبُ مَصْنُوعَاتٍ ٭ وَلاَفِى الْبِحَارِ قَطَرَاتٌ وَسَمَكَاتٌ وَغَرَآئِبُ مَخْلُوقَاتٍ ٭ وَلاَ فِى الْجِبَالِ حَجَرَاتٌ وَنَبَاتَاتٌ وَمُدَخَّرَاتُ مَعْدَنِيَّاتٍ ٭ وَلاَ فِى الْاَشْجَارِ وَرَقَاتٌ وَزَهَرَاتٌ مُزَيَّنَاتٌ وَثَمَرَاتٌ ٭ وَلاَ فِى الْاَجْسَامِ حَرَكَاتٌ وَ اٰلاَتٌ وَمُنَظَّمَاتُ جِهَازَاتٍ ٭ وَلاَ فِى الْقُلُوبِ خَطَرَاتٌ وَاِلْهَامَاتٌ وَمُنَوَّرَاتُ إِعْتِقَادَاتٍ اِلاَّ وَهِىَ كُلُّهَا عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِكَ شَاهِدَاتٌ وَعَلٰى وَحْدَانِيَّتِكَ دَآلاَّتٌ وَفِى مُلْكِكَ مُسَخَّرَاتٌ فَبِالْقُدْرَةِ الَّتِى سَخَّرْتَ بِهَا الْاَرَضِينَ وَالسَّمٰوَاتِ سَخِّرْ لِى نَفْسِى وَسَخِّرْلِى مَطْلُوبِى وَسَخِّرْ لِرَسَآئِلِ النُّورِ وَلِخِدْمَةِ الْقُرْاٰنِ وَالْاِيمَانِ
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قُلُوبَ عِبَادِكَ وَقُلُوبَ الْمَخْلُوقَاتِ الرُّوحَانِيَّاتِ مِنَ الْعُلْوِيَّاتِ وَالسُّفْلِيَاتِ يَا سَمِيعُ يَا قَرِيبُ يَا مُجِيبَ الدَّعَوَاتِ اٰمِينَ وَالْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ
سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Oh Gott, es gibt im Himmel keine Kreisbahn, keine Sterne, keine Bewegung unter den Planeten,

Am Himmel nicht Blitz noch Donner, der Dich nicht lobt und preist, Auf Erden keinen Staub, keine Blätter und keine Tiere oder andere einzigartige Geschöpfe,

Keinen Tropfen im Meer, noch Fische oder andere seltsame Geschöpfe, Auf den Bergen keinen Stein und keine Pflanze, und keine Erze oder Mineralien in ihnen,

An den Bäumen keine Blätter, noch Schmuck seiner Blüten noch Früchte, Kein Ding, das sich bewegt, keine Werkzeuge, perfekt funktionierende Geräte oder Maschinen,

In den Herzen der Menschen keinen Gedanken, keine Eingebung noch erleuchtete Inspiration,

Die nicht Zeugnis ablegt für die Notwendigkeit Deines Daseins, Die nicht ein Beweis wäre für Deine Allgegenwart,

Die nicht der Herrschaft Deines Reiches unterworfen wäre.

Bei der Macht, mit der Du Dir die Himmel und die Erde unterworfen hast,

unterwirf mir auch meine eigene Seele,

unterwirf mir meine Wünsche und

unterwirf der Risale-i Nur und dem Dienst am Qur'an und dem Glauben die Herzen Deiner Diener und die Herzen aller geistigen Wesen, der hohen und erhabenen wie auch der niederen!

Oh Du Allhörender! Oh Du uns nahe Stehender! Oh Du, der Du unsere Gebete erhörst!

Aller Lobpreis und Dank (sei Gott) dem Herrn der Welten!"

"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Du bist der Allwissende und der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Dritter Strahl

Vorwort

So wie dieses Achte "Zeugnis für den Glauben" die Notwendigkeit der Existenz Gottes(vudjub-u vudjud)und Seine allgegenwärtige Einheit(vahdaniyet)beweist, so beweist es auch unwiderlegbar, dass Seine Herrschaft(rububiyet)alles umfasst und Seine Macht gewaltig groß(qudretinin azamet)ist. Des Weiteren beweist es, dass Seine Souveränität (hakimiyet)\und Seine Barmherzigkeit~(rahmet)\alles erfasst und dass Seine Weisheit~(hikmet)\und Sein Wissen~(ilm)\den Kosmos mit all seinen Bestandteilen umfasst.

Kurzum: Dieses Achte "Zeugnis für den Glauben" enthält in jedem Abschnitt acht Hauptanliegen. In jedem der acht Abschnitte werden diese acht Hauptanliegen mit den entsprechenden Zeugnissen bewiesen. Daher ist dieses Achte "Zeugnis für den Glauben" von besonderer Bedeutung.

Said Nursi
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Bittgebet

Diese Abhandlung beweist mit Nachdruck, mit Autorität und mit Sicherheit, zugleich aber auch mit einer bewunderungswürdigen Bestimmtheit die bedeutendsten Fundamente des Glaubens, wie die Notwendigkeit des Seins (vudjub-u vudjud), die Einheit (ahadiyet) und Allgegenwart (vahdet) Gottes, den Glanz Seines Reiches (Rubibiyet), Seine gewaltige Macht (azamet-i qudret), die Länge und Breite Seines Erbarmens (rahmet), Seine allumfassende Herrschaft (hakimiyet), Sein profundes Wissen (ilm) und Seine universelle Weisheit (hikmet). Die Hinweise auf die Auferstehung und besonders die starken Hinweise am Ende (dieser Abhandlung) sind besonders machtvoll.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ إِنَّ فِى خَلْقِ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ وَاخْتِلاَفِ الَّيْلِ وَالنَّهَارِ وَالْفُلْكِ الَّتِى تَجْرِى فِى الْبَحْرِ بِمَا يَنْفَعُ النَّاسَ وَمَآ أَنْزَلَ اللّٰهُ مِنْ السَّمَآءِ مِنْ مَآءٍ فَأَحْيَا بِهِ الْاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَا وَبَثَّ فِيهَا مِنْ كُلِّ دَآبَّةٍ وَتَصْرِيفِ الرِّيَاحِ وَالسَّحَابِ الْمُسَخَّرِ بَيْنَ السَّمَآءِ وَالْاَرْضِ َلاٰيَاتٍ لِقَوْمٍ يَعْقِلُونَ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen. Fürwahr, in der Erschaffung der Himmel und der Erde, in der Aufeinanderfolge von Tag und Nacht, in den Schiffen, die zum Nutzen der Menschen auf dem Meer fahren, darin, dass Gott Wasser vom Himmel sandte und mit ihm die Erde wieder belebte, nachdem sie gestorben war, dass Er sich alle die Tiere auf ihr ausbreiten ließ, im Wechsel der Winde, im Dienste der Wolken zwischen Himmel und Erde sind Zeichen für ein nachdenkendes Volk." (Sure 2, 164)}

Oh Gott (Ilahi),\oh mein Herr~(Rabb)!

Mit dem Auge des Glaubens, belehrt durch den Qur'an und in seinem Lichte unterrichtet

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durch Deinen höchst ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und durch die Manifestation Deines Namens "der Allweise (Hakiem)" sehe ich: Es gibt im Himmel überhaupt keinen Umlauf und keine Bewegung, die durch ihre Wohlordnung Deine Existenz (maudjudiyet) nicht aufzeigt und beweist. Und es gibt überhaupt keine Himmelskörper, die nicht für Deine Herrschaft und Deine Allgegenwart (rububiyet ve vahdet) Zeugnis ablegen und auf sie hinweisen, indem sie lautlos und ohne Lärm ihren Dienst versehen und sich frei ohne Stützpfeiler halten. Und es gibt auch keinen Stern, der durch seine wohlausgewogene Erschaffung, seine wohlgeordneten Verhältnisse, sein funkelndes Lächeln und durch das Siegel seiner Ähnlichkeit mit allen anderen Sternen nicht auf die Majestät Deiner Gottheit und Deine Allgegenwart (hashmet-i uluhiyet ve vahdaniyet) hinweist und sie bezeugt. Und unter den zwölf Planeten gibt es keinen, der durch seine weisheitsvolle Bewegung, seine gehorsame Unterwerfung, seinen wohlgeordneten Dienst und seine zugehörigen Monde nicht für die Notwendigkeit Deiner Existenz (vudjub-u vudjud) Zeugnis ablegt und nicht auf das Königreich Deiner Gottheit (saltanat-i uluhiyet) hindeutet.

So wie alles, was in den Himmeln wohnt, Zeugnis ablegt, genauso legen alle gemeinsam in ihrer Gesamtheit - Oh Schöpfer, der Du die Erde und die Himmel erschaffst! - ein dermaßen klares Zeugnis für die Notwendigkeit Deiner Existenz (vudjub-u vudjud) und - Oh, der Du die Atome in ihrem wohlgeordneten Gefüge lenkst und leitest und diese Planeten mit ihren wohlausgewogenen Monden kreisen lässt und Deinen Befehlen unterwirfst! - ein dermaßen starkes Zeugnis für Deine Allgegenwart und Deine Einheit (= vahdet) im Grade der Offensichtlichkeit ab, dass so viele leuchtende Zeugnisse und funkelnde Beweise, wie es Sterne am Himmel gibt, dieses Zeugnis bestätigen. Diese klaren, sauberen und schönen Himmel, die mit ihren überaus großen und überaus schnellbeweglichen Himmelskörpern die Form und Gestalt eines Heeres und einer königlichen Flotte, geschmückt mit elektrischen Lampen annehmen,

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zeigen ganz offensichtlich die Majestät Deiner Herrschaft (rububiyet) und die gewaltige Größe (azamet) Deiner alles erschaffenden (idjad) Macht (qudret), weisen auf Deine Autorität, die den grenzenlosen Kosmos unterwirft, und auf Deine unendliche Barmherzigkeit (rahmet), die alle Lebewesen in ihren Schoß aufnimmt, hin und bezeugt, dass Dein Wissen (ilm), das alle Angelegenheiten der Geschöpfe im Himmel erfasst, im Griff hält und ordnet, alles umspannt, und dass Deine Weisheit (hikmet) alles umschließt. Dieses Zeugnis und dieser Hinweis ist dermaßen sichtbar, als wären die Sterne Bekenntnisworte der Himmel und ihre lichtvollen Beweise, die einen Körper angenommen haben. Was die Sterne in der Arena, im Meer und im All des Himmels betrifft, so sind sie wie dienstbereite Soldaten, wohlgeordnete Schiffe, wunderbare Flugzeuge und einzigartige Lampen, die die Pracht Deiner göttlichen Königsherrschaft (saltanat-i uluhiyet) demonstrieren. Die Auswirkungen der Sonne, die ein Stern ist und diesem Heer einem Soldaten gleich angehört, auf die Planeten und auf unsere Erde machen uns deutlich und lassen uns ahnen, dass die Sterne, die die Gefährten der Sonne sind, nicht ohne Aufgaben sind und ein Teil von ihnen mit jenseitigen Welten in Beziehung steht, ja sie vielmehr Sonnen der beständigen Welten sind.

Oh der Du notwendigerweise da sein musst (Vadjib-ul Vudjud)!\Oh der Du der Eine, der Allgegenwärtige~(Vahid-i Ahad)\bist!

Diese wunderbaren Sterne, diese einzigartigen Sonnen und Monde werden in Deinem Reich, in Deinen Himmeln, mit Deinem Befehl (emr), mit Deiner Macht (quvvet) und Deiner Kraft (qudret), mit Deiner Lenkung und Leitung (idare ve tedbir) in Dienst gestellt, wohlgeordnet und beauftragt. Alle diese Himmelskörper preisen den einen und einzigen Schöpfer, der sie erschaffen hat, kreisen lässt und lenkt, machen Seine Größe bekannt und rufen in der ihr eigenen Weise (lisan-i hal): "Gepriesen sei Allah (Subhanallah), Allah ist groß (Allahu Ekber)!" All ihre Lobpreisungen (tesbih) biete auch ich Dir dar und nenne Dich hochheilig (taqdis).

Oh majestätischer Allmächtiger(Qadir-i Dhu l-Djelal),der Du im Glanz Deiner gewaltigen Ausstrahlung (shiddet-i zuhur)\verborgen bist! Oh Du absolut Mächtiger~(Qadir-i Mutlaq),\der Du auf Grund Deiner gewaltigen Größe~(azamet-i kibriya)\unsichtbar bist!

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Belehrt durch Deinen Weisen Qur'an und unterrichtet durch Deinen höchst ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, habe ich erkannt: Wie Himmel und Sterne Deine Existenz (maudjudiyet) und Allgegenwart (vahdet) bezeugen, so bezeugt auch die Atmosphäre mit ihren Wolken, Blitzen, Donnern, Winden und Regen die Notwendigkeit Deiner Existenz (vudjub-u vudjud) und Deine Allgegenwart (vahdet).

In der Tat ist es Deine Barmherzigkeit (rahmet) und Deine Weisheit (hikmet), die eine Wolke ohne Leben und Bewusstsein mit dem Regen, der das Wasser des Lebens ist, den notleidenden Lebewesen zu Hilfe schickt. Der Zufall, der selbst nur ein Ausdruck des Chaos ist, kann hier nicht seine Hand im Spiel haben. Der Blitz, der die stärkste Form der elektrischen Energie darstellt, und durch den Hinweis seiner Leuchtkraft die Menschen dazu anspornt, sie in ihrem praktischen Leben anzuwenden, präsentiert Deine Macht in der Atmosphäre aufs Schönste. Der Donner, der die Ankunft des Regens ankündigt, die weite Atmosphäre zum Sprechen bringt und mit dem Hall seiner Rezitation den ganzen Himmel erfüllt, lobpreist Dich mit lauter Stimme und bezeugt Deine Herrschaft (rububiyet). Die Winde, die die lebenswichtigsten Mittel für die Versorgung der Lebewesen bringen, am einfachsten zu Nutzen sind, die Atemluft spenden, die Seelen erquicken und mit noch anderen ähnlichen Aufgaben betraut sind, weisen auf die Tätigkeiten hin, denen Deine Macht zu Grunde liegt, und bezeugen Deine Existenz, indem sie die Atmosphäre einer Weisheit zufolge in eine "Tafel der Manifestation von Zerstörung und Aufbau (Lauh-i Mahv ve Isbat)" verwandeln, das heißt, in eine Art "Schiefertafel", auf der die Winde mit Deiner Macht zeichnen, etwas zum Ausdruck bringen und wieder abwischen. Der Regen, der mit Deinem Segen von den Wolken gemolken zu den Lebewesen herab gesandt wird, legt mit den Worten seiner wohlausgewogenen und wohlgeordneten Tropfen Zeugnis für Deine grenzenlose Barmherzigkeit (rahmet) und für Deine unendliche Liebe (shefqat) ab.

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Oh der Du die Verfügungsgewalt über alles besitzt und ununterbrochen erschaffst (Mutasarrif-i Fa'al)!\Oh der Du der Erhabene bist in Deiner Fülle~(Feyyaz-i Muteal)!

So wie die Wolke, der Blitz, Donner, Wind und Regen, ein jeder die Notwendigkeit Deiner Existenz (vudjub-u vudjud) bezeugen, so weisen sie in ihrer Gesamtheit, in der sie eine Einheit bilden, zusammen sind, harmonisch ineinander laufen und sich gegenseitig in der Diensterfüllung beistehen, obwohl sie von ihrer Art und Weise her voneinander weit entfernt und von ihrem Wesen her einander entgegengesetzt sind, auf Deine Allgegenwart (vahdet) und Deine Einheit mit Nachdruck hin. Des Weiteren bezeugen sie, dass Deine Herrschaft (rububiyet) in ihrer Größe (hashmet) den riesigen Himmel in einen einzigartigen Versammlungsort verwandelt und an manchen Tagen mehrmals füllt und leert, und dass Deine gewaltige Macht (qudretinin azamet) über diese weite Atmosphäre gleich einer Schiefertafel, auf der geschrieben und korrigiert wird, und gleich einem Schwamm, der ausgedrückt wird und dadurch den Erdengarten bewässert, verfügt und alles umfasst. Genauso zeigen sie, dass Deine Barmherzigkeit (rahmet) und Deine Souveränität (hakimiyet) in ihrer unendlichen Weite die ganze Erde, alles Geschaffene unter dem Himmelszelt versorgt, sie lenkt und leitet und allen Dingen zu Hilfe eilt. Die Luft in der Atmosphäre wird für so zweckmäßige Aufgaben gebraucht, und Wolke und Regen werden mit so großem Nutzen eingesetzt, dass dieser Gebrauch, dieser Einsatz ohne ein alles umfassendes Wissen (ilim) und ohne eine alles erfassende Weisheit (hikmet) nicht möglich ist.

Oh der Du mit Deinem freien Willen handelst (Fa'al-u li ma Yurid)!

Deine Macht, die durch die Ereignisse in der Atmosphäre jederzeit eine Nachbildung der Wiederversammlung und der Wiederauferstehung vorführt, in einer Stunde den Sommer in den Winter und den Winter in den Sommer verwandelt, eine Welt hervorbringt und eine Welt in das Verborgene schickt und noch andere vergleichbare Tätigkeiten vollbringt, weist darauf hin, dass sie diese Welt in das Jenseits verwandeln und im Jenseits ewig bleibende Tätigkeiten darbieten wird.

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Oh Majestätischer Allmächtiger (Qadir-i Dhu l-Djelal)!

Die Luft, die Wolke und der Regen, der Blitz und der Donner, sie alle und die ganze Atmosphäre stehen in Deinem Reich, unter Deinem Kommando und Deiner Führung, versehen ihren Dienst in Deiner Kraft und Macht (quvvet ve qudret) und sind mit verschiedenen Aufgaben betraut. Diese Geschöpfe des Himmels, die in ihrem Wesen voneinander weit entfernt sind, loben ihren Kommandeur und Herrscher (hâkim) und preisen Deine Barmherzigkeit (rahmet), indem sie Deinen Befehlen und Kommandos rasch und ohne Säumen nachkommen.

Oh Du majestätischer Schöpfer (Khaliq-i Dhu l-Djelal)\der Erde und der Himmel!

Belehrt durch Deinen Weisen Qur'an und unterrichtet durch Deinen höchst ehrenwerten Gesandten bekenne und erkenne ich: So wie die Himmel mit ihren Sternen und die Atmosphäre mit allem, was ihr zugehört, die Notwendigkeit Deiner Existenz (vudjub-u vudjud), Deine Einheit und Deine Allgegenwart (vahdet) bezeugen, genauso legt die Erde mit all ihren Geschöpfen und zyklischen Veränderungen für Deine Existenz und für Deine Allgegenwart so viele Zeugnisse ab, wie viele verschiedene Formen des Seins es auf ihr gibt. In der Tat gibt es auf der Erde keine einzige Veränderung und keinen Wechsel wie das jährliche Wachstum der Baumrinde und die Häutung der Tiere - sei es nun im Kleinen oder Großen - die mit ihrer Wohlordnung nicht auf Deine Existenz und Deine Allgegenwart hinweisen sollte.

Zudem gibt es auch kein Tier, das nicht seiner Schwäche und Bedürftigkeit entsprechend barmherzig versorgt und mit lebenswichtigen Organen in Weisheit ausgestattet wird und Deine Existenz und Einheit nicht bezeugt.

Zudem gibt es überhaupt keine Pflanze und kein Tier, die nicht in jedem Frühling vor unseren Augen erschaffen werden und Dich nicht durch die einzigartige Kunst in ihnen, durch die feinsinnige Verzierung auf ihnen, durch ihre Hervorhebung mit ihren eigentümlichen Merkmalen und durch ihr Wohlgeordnetsein und Wohlausgewogensein bekannt geben.

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Die fehlerlos, perfekt, verziert und mit Unterscheidungsmerkmalen erschaffenen und die Erdoberfläche füllenden, Tiere und Pflanzen genannten, Wunder Deiner Macht sind ein solches Zeugnis für die Existenz (vudjud) und die allgegenwärtige Einheit (vahdet) und Weisheit (hikmet) und unendliche Macht ihres weisen Schöpfers (Sani-i Hakiem), dass es glänzender und stärker ist als das Zeugnis des Lichts für die Sonne. Die Pflanzen und Tiere, die die Erdoberfläche füllen und einzigartige und wunderbare Kunstwerke Deiner Macht sind, aus einer begrenzten Anzahl von großen und winzig kleinen Eiern, Spermien, Samenkörnern und Kernen, die aus denselben Bestandteilen bestehen und einander ähnlich aussehen, mit Unterscheidungsmerkmalen perfekt, geschmückt und fehlerlos erschaffen werden, legen ein dermaßen starkes und glänzendes Zeugnis für die Existenz, die allgegenwärtige Einheit, Weisheit und unendliche Macht ihres Schöpfers ab, das noch glänzender und stärker ist als das Zeugnis des Lichts für die Sonne.

Zudem gibt es überhaupt kein Element wie Licht, Luft, Feuer, Wasser und Erde, das nicht Deine Existenz und Einheit bezeugen sollte, indem es, wie mit Bewusstsein begabt, perfekten Aufgaben nachgeht, obwohl es über kein Bewusstsein verfügt; überaus wohlgeordnete und verschiedene Früchte und Ernten aus der unsichtbaren Schatzkammer herbeiholt, obwohl es gleichförmig ist, alles um sich herum einnimmt und sich überall bis in den letzten Winkel hinein ausbreitet.

Oh Du Schöpfer, der Du allmächtig bist (Fatir-i Qadir)!\Oh Du Eröffner, der Du alles weißt~(Fettah-i Allam)!\Oh Du Lenker und Leiter, der Du erschaffst~(Fa'al-i Khallaq)!

Wie die Erde mit all ihren Bewohnern bezeugt, dass ihr Schöpfer der Notwendig-Seiende ist, so bezeugt sie Deine Allgegenwart und Deine Einheit (vahdet ve ahadiyet) - oh Du allgegenwärtiger Einer (Vahid-i Ahad)! Oh Du Barmherziger und Erbarmer (Hannan-i Mennan)! Oh Du Spender und Versorger (Vehhab-i Rezzaq)! - ganz offensichtlich durch die Einheit und Gemeinsamkeit der Gesichter ihrer Bewohner, dadurch, dass sie bunt gemischt einander Hilfe leisten und dass die Namen und Tätigkeiten, die ihre

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Versorgung betreffen, ein und dieselben sind, so viele Male, wie es Formen des Daseins gibt.

Und so, wie die Erde, die einem Heerlager, einem Ausstellungsort, einem Ausbildungsplatz gleicht, und auf der vierhunderttausend verschiedene Völker von Pflanzen und Tieren ihre voneinander unterschiedlichen Ausrüstungen wohlgeordnet erhalten, die Majestät Deiner Herrschaft (rububiyetinin hashmet) und Deine Macht, die alles erfasst, zeigt, genauso zeigt auch die gütige (rahim) und freigiebige (kerim), unterschiedliche Versorgung all der zahllosen Lebewesen zur rechten Zeit am richtigen Ort, aus einfacher, trockener Erde und der Gehorsam all dieser zahllosen Lebewesen in vollkommener Bereitschaft gegenüber den Befehlen des Herrn, dass Deine Barmherzigkeit (rahmet) alles umfasst und Deine Herrschaft (hakimiyet) über allem steht.

Des Weiteren bezeugen die Lenkung und Leitung der Scharen der Geschöpfe, die sich auf der Erde ständig erneuern und in Tod und Leben der Reihe nach ablösen, und die Versorgung und die Verwaltung der Tiere und der Pflanzen, dass sie nur mit Deinem Wissen (ilim), das alles umfasst, und mit Deiner unbegrenzten Weisheit (hikmet), die in allen Dingen herrscht, möglich sind. Eine dermaßen große Bedeutung, die dem Menschen, der für eine kurze Zeit auf der Erde zahllose Aufgaben versieht, und der über alles Dasein auf Erden verfügt, und der mit Begabungen und geistigen Fähigkeiten ausgestattet ist, als würde er eine endlose Zeit leben, (eine solche Bedeutung, die dem Menschen) auf dem Übungsgelände dieser Welt, diesem zeitweiligen Heerlager der Erde, diesem vorübergehenden Ausstellungsort beigemessen wird, (eine solche Bedeutung und) dermaßen große Ausgaben, dermaßen unendliche Erscheinungen der Herrschaft (rububiyet), dermaßen grenzenlos viele Ansprachen Gottes des Gepriesenen (Subhan) (an den Menschen durch die Natur) und so viele Gaben Gottes ohne Ende, passen mit Sicherheit keinesfalls in diese so kurze Spanne voll Leid, ein Leben voller Sorgen und voller Veränderungen und diese Welt voller Katastrophen

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und voller Vergänglichkeit. Vielmehr können sie nur für ein anderes und unendliches Leben und für einen ewig bestehenden Ort der Glückseligkeit sein. Daher weisen sie auf die Gottesgaben hin, die wir im Jenseits, in der ewig bestehenden Welt vorfinden werden, ja bezeugen dies.

Oh Du Schöpfer aller Dinge (Khaliq-i Kulli Shey)!

Alle Geschöpfe dieser Erde werden in Deinem Reich, in Deiner Welt, durch Deine Macht und Kraft (haul u quvvet), durch Dein Vermögen (qudret) und Deinen Willen (irade), durch Dein Wissen (ilm) und Deine Weisheit (hikmet) gelenkt und geleitet und sind Dir gehorsam.

Die Herrschaft (rububiyet), deren Aktivitäten auf dem Antlitz der Erde beobachtet werden, präsentiert einen dermaßen großen Umfang und Machtbereich, deren Verwaltung, Maßnahmen und Versorgung dermaßen vollkommen und dennoch dermaßen sensibel ist, deren Durchführungen überall in einer vollkommenen Einheit, Zusammenhalt und Gemeinsamkeit erscheint, was uns mitteilt, dass sie eine Verfügungsgewalt, eine Herrschaft ist, die eine Ganzheit bildet und überhaupt keine Unterteilung duldet. Des Weiteren heiligt die Erde mit all ihren Bewohnern den Schöpfer und gedenkt Seiner mit zahllosen Zungen noch klarer als sich mit Worten sagen lässt. Unausgesprochen (lisan-i hal) durch ihre unendlich vielen Geschenke dankt (hamd) sie dem majestätischen Versorger (Rezzaq-i Dhu l-Djelal), lobt und preist Ihn.

Oh Du, der Du hinter der gewaltigen Macht Deiner Erscheinung (shiddet-i zuhur)\verborgen bleibst! Oh Du, der Du Dich mit Deiner gewaltigen Größe~(azamet-i kibriya)\verhüllst! Oh Du allheili\ٕ١ Herr~(Dhat-i Aqdes)!

Mit allem Gedenken und allen Lobpreisungen der Erde heilige ich Dich über allen Fehlern und Schwächen und allem, was sie Dir Beigesellen, und lobpreise Dich und danke Dir mit all ihren Lobpreisungen und Danksagungen (hamd ve shukr).

Oh Du Herr über Land und Meere (Rabb-ul Berri ve l-Bahr)!

Belehrt durch den Qur'an und unterrichtet durch Deinen höchst ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, habe ich erkannt:

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So wie die Himmel, das Weltall und die Erde für Deine Existenz und Deine Einheit Zeugnis ablegen, genauso legen Meere, Ströme, Quellen und Flüsse für die Notwendigkeit Deiner Existenz (vudjub-u vudjud) und für Deine Einheit und Deine Allgegenwart (vahdet) im Grade der Offensichtlichkeit Zeugnis ab.

In den Meeren, welche die Staunen erregenden Verdunstungsbecken unserer Erde sind, gibt es in der Tat überhaupt kein Wesen, noch nicht einmal einen Tropfen Wasser, der nicht durch seine Existenz, seine Wohlordnung, durch seine Nützlichkeit und durch seine Beschaffenheit Seinen Schöpfer bekannt machen sollte. Unter den einzigartigen Geschöpfen, die in gewöhnlichem Sand und in gewöhnlichem Wasser bestens versorgt werden und unter den Meerestieren, die überaus wohlgeordnet erschaffen sind, besonders unter den Fischen, von denen einer mit einer Million Eiern die Meere belebt, gibt es kein einziges, das nicht durch seine Erschaffung, seine Aufgabe, seine Führung, seine Verwaltung und seine Versorgung (terbiye) ein Zeichen für seinen Schöpfer setzt und nicht Zeugnis für seinen Versorger (Rezzaq) ablegt.

Des Weiteren gibt es unter den wertvollen, besonderen, schön verzierten Schätzen im Meer keinen einzigen, der Dich nicht durch seine Erschaffung (idjad), den Zauber seiner Natur und seine nützlichen Eigenschaften erkennt und zu erkennen gibt. So, wie jedes Einzelne Dich bezeugt, so bezeugen sie auch in ihrer Gesamtheit Deine Einheit und Allgegenwart (vahdet), in ihrer Gemeinsamkeit bei aller Vermischung, durch das einheitliche Siegel ihrer Erschaffung (khillqat), in der Leichtigkeit ihrer Erschaffung und der Vielheit ihrer Anzahl. Genauso weisen diese Meere, die die Erdoberfläche mit ihren Kontinenten umspannen, frei schwebend und um die Sonne kreisend, ohne (ihr Wasser) zu vergießen oder zu verschleudern, ohne das Land zu überschwemmen, (die Meere) in denen aus gewöhnlichem Sand und Wasser verschiedene Lebewesen und Bodenschätze in schönster Ordnung erschaffen werden, ihre

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Versorgung und ihre sonstigen Bedürfnisse umfassend und reibungslos gesteuert und befriedigt werden, und auf denen keine der sonst zahllosen Kadaver zu sehen sind, auf Deine Existenz und die Notwendigkeit Deiner Gegenwart entsprechend der Vielzahl alles dessen, was in ihnen ist, hin und bezeugen es. So, wie sie Deine majestätischen Herrschaft (saltanat-i rububiyetinin hashmet) und majestätische Größe Deiner Macht (qudretinin azamet), die alles umfasst, in aller Deutlichkeit zeigen, genauso zeigen sie die grenzenlose Weite Deiner Barmherzigkeit (rahmet) und Deiner Souveränität (hakimiyet), die alles - angefangen von den riesengroßen Sternen, die über den (Weiten und Höhen) der Himmel ihre Bahnen ziehen, bis hin zu den winzig kleinen Fischen, die in den (Weiten und) Tiefen der Meere ihre Nahrung finden - erreicht und umfasst, und weisen durch ihre Wohlordnung, ihren vielfachen Nutzen, ihr Gleichgewicht, ihre Weisheit und ihre Ausgewogenheit auf Dein alles umspannendes Wissen (ilm) und Deine alles umfassende Weisheit (hikmet) hin. Seine Barmherzigkeit, die in diesem Gasthaus der Erde für die Reisenden derartige Wasserbecken bereit stellt, und die diese den Menschen für ihre Reisen und Fahrten, für ihre Schiffe, ihren Gewinn zur Verfügung stellt, zeigt, dass derjenige, der seinen Gästen, die auf ihrem Weg in dieser Herberge eine Nacht rasten, so viele Gastgeschenke aus dem Meer bietet, mit Sicherheit am ewig bestehenden Sitz Seines Königreiches (saltanat-i ebediye) ewige Meere Seiner Barmherzigkeit (rahmet) besitzt, sodass eine solche (Herberge) nur eine kleine, vergängliche Nachbildung davon ist. So zeigen die Meere, welche samt ihren Staunen erregenden Bewohnern die Kontinente in solch wunderbarer Weise umspannen und die Geschöpfe in den Meeren, die so wohl verwaltet und versorgt werden, ganz offensichtlich, dass sie nur durch Deine Macht (quvvet), Deine Stärke (qudret), Deinen Willen (irade) und Deine Weisungen (tedbir), in Deinem Reich (mulk) Deinen Befehlen (emr) folgen. Sie bringen auf ihre eigene Weise (lisan-i hal) den Lobpreis (taqdis) ihres Schöpfers zum Ausdruck und rufen: «Allahu Ekber, Gott ist groß!»

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Oh majestätischer Allmächtiger (Qadir-i Dhu l-Djelal),\der Du die Berge für das Schiff der Erde als Masten voller Schätze errichtet hast!

{Schätze der Berge:

Sind hier im weitesten nur möglichen Sinne zu verstehen, also nicht nur als Bodenschätze. Die Schätze der Berge sind auch alles, was auf den Bergen wächst und lebt: die Wälder und Felder, die Kräuter und Heilpflanzen, das Vieh und überhaupt alle Tiere. Ja, sogar die reine Luft ist ein Schatz der Berge. (A.d.Ü.)}

Unterrichtet durch den höchst ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und belehrt durch den Weisen Qur'an verstand ich: So, wie die Meere Dich erkennen und zu erkennen geben, genauso erkennen und verkünden Dich auch die Berge, die dazu dienen, das Land vor der Überflutung der Meere zu schützen, die Luft von den giftigen Gasen zu reinigen und das Wasser zu halten und zu speichern, und die den Lebewesen als Schatzmeister der notwendigen Mineralien dienen.

Es gibt keine von den Arten der Steine auf den Bergen, von den Sorten der Stoffe, die für verschiedene Krankheiten als Heilmittel gebraucht werden, von all den verschiedenen Mineralien, die für die Lebewesen, besonders für die Menschen so notwendig sind, von den Pflanzenarten, die die Berge und die Wüsten mit ihren Blumen und Blüten verzieren und mit ihren Früchten beleben - die durch ihre Zweckmäßigkeit und ihre Wohlgeordnetheit, die keineswegs einem Zufall zugeschrieben werden kann, durch ihre schöne Beschaffenheit, durch ihre Nützlichkeit, besonders der Mineralien wie Salz, und Alaun und Kristallen wie Zitronensäure und Chininsulfat, die zwar ähnlich aussehen, deren Geschmack sich aber stark voneinander unterscheiden, und besonders durch die Pflanzen, die aus gewöhnlicher Erde die verschiedensten Arten von Blüten und Früchten hervorbringen - nicht den Absolut-Allmächtigen (Qadir), Allweisen (Hakiem), Allbarmherzigen (Rahiem) und freigiebigen Meister (Kerim bir Sani') und die Notwendigkeit Seiner Existenz (vudjub-u vudjud) offensichtlich bezeugen. Mit ihrer Gemeinsamkeit, durch ihre gleiche Verwaltung, gleiche Regeln

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und durch die Gemeinsamkeit ihrer Quelle, ihrer Wohnstatt, ihrer Erschaffung und ihrer Gestaltung, durch ihre Einheit, ihre Preiswürdigkeit, ihre einfache Art, ihre Vielzahl und durch ihr schnelles Entstehen bezeugen sie die Einheit (ahadiyet) und Allgegenwart (vahdet) ihres Meisters (Sani').

So, wie die Geschöpfe, die auf der Oberfläche und im Innern der Berge - überall auf der Erde - zu finden sind, und jede Spezies von ihnen in gleicher Zeit, auf gleiche Art und Weise, ohne Fehler, überaus perfekt und schnell, ohne irgendwelche Verwechslung - obwohl sie mit verschiedenen anderen Arten vermischt waren - hervorgebracht werden, wobei eine Arbeit die andere nicht behindert, die Majestät Deiner Herrschaft (rububiyetinin hashmet) und die gewaltige Größe Deiner Macht (qudretinin azamet), der nichts zu schwer fällt, zeigen, so zeigen auch die Berge, deren Oberfläche mit wohlgeordneten Bäumen und Pflanzen, und deren Inneres mit Mineralien gefüllt ist, wie sie auf der ganzen Erde die zahllosen Bedürfnisse alles Lebendigen befriedigen, deren verschiedensten Krankheiten, ja sogar ihren unterschiedlichen Sinnen und Empfindungen dienlich sind, und den Bedürftigen zur Verfügung stehen, die unendliche Weite Deiner Barmherzigkeit (rahmet) und den grenzenlosen Umfang Deiner Herrschaft (hakimiyet). Die Mineralien, die im Dunkel der Erde verborgen und vermischt waren, wurden durch den Allwissenden und Allsehenden, ohne Verwechslung, wohlgeordnet, den Bedürfnissen entsprechend bereit gestellt, wodurch man den Umfang Seines auf alles bezogenen Wissens (ilm), und Seine alles umfassende und jedes Ding ordnende Weisheit (hikmet) - durch die Anfertigung der Heilmittel und durch die Speicherung der Bodenschätze - die Schönheit der barmherzigen und freigiebigen Verwaltung Seiner Herrschaft (rububiyet) und die vorsorgliche Feinheit Seiner Güte (inayet) in aller Klarheit erkennt.

Diese riesigen Berge, die für die durchreisenden Gäste in dieser Herberge "Erde" als wohlgeordnete Versorgungslager für ihre Bedürfnisse in der Gegenwart und in der Zukunft, als Gerätelager und perfekte Magazine vieler

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Bodenschätze, die für das Leben notwendig sind, dienen, sind Hinweise, vielmehr Beweise, sogar Zeugnisse dafür, dass der Meister (Sani'), der so freigiebig, gastfreundlich und so weise (hakiem) und zärtlich (shefqat), so mächtig (qadier) ist und Seine Herrschaft (rububiyet) mit so viel liebender Sorgfalt ausübt, mit Sicherheit über ewige Schatzkammern mit ewigen Geschenken in einer ewigen Welt für die Gäste verfügt, die Er liebt. Anstelle der Berge hier (auf Erden) versehen dort (im Jenseits) die Sterne dieselbe Aufgabe.

Oh Du, der Du über alles mächtig bist (Qadier-i Kulli Shey)!

Die Berge sind Speicher in Deinem Reich, und was in ihnen ist, steht durch Deine Macht und Stärke (quvvet ve qudret), durch Dein Wissen und Deine Weisheit (ilim ve hikmet) zur Verfügung. Sie loben und preisen (taqdis ve tesbih) den Schöpfer, der sie in dieser Weise beauftragt hat und zur Verfügung hält.

Oh barmherziger Schöpfer (Khaliq-i Rahman)!\Oh gütiger Herr~(Rabb-i Rahiem)!

Unterrichtet durch den höchst ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und belehrt durch den Qur'an habe ich verstanden: So, wie das All und die Himmel, Erde, Meere und Berge mit dem, woraus sie bestehen und mit ihren Geschöpfen Dich erkennen und zu erkennen geben, so geben alle Bäume und Pflanzen, mit ihren Blättern, Blüten und Früchten Dich im Grade der Offensichtlichkeit zu erkennen und erkennen Dich. So, wie alle Bäume und Pflanzen mit allen ihren Blättern, die sich im Gottesgedenken ekstatisch bewegen, mit allen ihren Blüten, die durch ihre Ausschmückung die Namen ihres Meisters () beschreiben und bekannt geben, mit allen ihren schönen und guten Früchten, die in Seiner barmherzigen Erscheinung lächeln, und deren Wohlordnung wunderbaren künstlerischen Aufbaus, die keineswegs dem Zufall zuzuschreiben ist, deren wohlgeordnete Ausgewogenheit, ihre wohlausgewogene Ausstattung, deren verzierte Ornamente, deren verschiedene, schöne Düfte und deren verschiedene Geschmacksarten für die Notwendigkeit der Existenz (vudjub-u vudjud) des unendlich barmherzigen (Rahiem) und freigiebigen (Keriem) Meisters (Sani') im Grade der Offensichtlichkeit Zeugnis ablegen,

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so legen sie alle gemeinsam durch ihre Einheit und Zusammengehörigkeit auf der ganzen Erde, durch die Ähnlichkeit des Siegels ihrer Erschaffung, durch die Verbundenheit in ihrer Lenkung und Leitung, durch die Entsprechung der Umstände und des Ablaufs ihres Wachstums und durch die Entsprechung der auf sie bezogenen Namen des Herrn und durch die Verwaltung der zahllosen Einzelnen dieser hunderttausend Arten gleichzeitig ohne Verwechslung, obwohl sie miteinander vermischt sind, für die Einheit (ahadiyet) und Allgegenwart (vahdet) des Meisters (Sani'), der notwendigerweise da sein muss, ein klares Zeugnis ab.

Wie sie für die Notwendigkeit Deiner Existenz (vudjub-u vudjud) und für Deine Allgegenwart (vahdet) Zeugnis ablegen, so zeigen zahllose Einzelne in dem Heer der Lebewesen auf der Erde, das aus vierhunderttausend Völkern besteht, welche auf Hunderttausende Arten und Weisen ohne Verwechslung und ohne Fehler ernährt und versorgt werden, die majestätische Größe Deiner allgegenwärtigen Herrschaft (rububiyetinin vahdaniyetteki hashmet) und die gewaltige Größe Deiner Macht (qudretinin azamet), die einen Frühling in der Leichtigkeit einer Blume erschafft (idjad), und ihre Verbundenheit mit allem Sein. Des Weiteren zeigen sie die grenzenlose Weite Deiner Barmherzigkeit (rahmet), die den zahllosen Tieren und Menschen überall auf der riesigen Erde verschiedenste Sorten zahllos vieler Speisen zur Verfügung stellt, und den grenzenlosen Umfang Deiner Herrschaft (hakimiyet), die diese zahllos vielen Arbeiten vollbringt, Gaben verteilt, alle versorgt und alle ernährt, die Ihre Vorhaben bestens durchführt und deren Plänen und Ausführungen alles, sogar die Atome Gehorsam leisten und sich unterwerfen. Diese Bäume und Pflanzen, deren jedes Blatt, jede Blüte, jede Frucht, jede Wurzel, jeder Ast und jeder Zweig mit allem, was sie betrifft und wessen sie bedürfen, zeigen ganz offensichtlich, dass Dein Wissen (ilm) alles umfasst und Deine Weisheit (hikmet) alles umschließt, und weisen mit zahllos vielen Fingern darauf hin - sie loben und preisen die Schönheit Deiner überaus vollkommenen Kunstfertigkeit und die Vollkommenheit Deiner überaus schönen Gaben

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mit zahllosen Zungen. Diese so wertvollen Gaben und Geschenke, der außerordentlich hohe Wert der gemachten Aufwendungen und der erwiesenen Gastfreundschaft, durch die Hände der Bäume und Pflanzen in dieser vorübergehenden Herberge, in diesem vergänglichen Gasthaus in wenig Zeit, einer nur kurzen Spanne, weisen darauf hin, ja legen vielmehr Zeugnis dafür ab, dass der barmherzige Herr (Dhat-i Rahiem), der Seinen Gästen hier so sehr Seine Güte erweist, sich nach all Seinen umfangreichen Ausgaben und zahlreichen Geschenken, durch die Er Seine Liebe zeigen und unter Beweis stellen möchte, nicht entgegengesetzt verhalten wird. Das heißt: damit die Geschöpfe nicht sagen könnten: "Er ließ es uns schmecken und machte dann mit uns ein Ende, bevor wir noch zu Ende gegessen hatten." und damit das Königreich Seiner Gottheit (saltanat-i uluhiyet) für sie nicht zusammenbricht, Er Seine grenzenlose Barmherzigkeit (rahmet) nicht verleugnet und nicht verleugnen lässt und damit alle Seine Freunde, die nach Ihm sehnsüchtig verlangen, durch Entsagung nicht zu Feinden werden, denen Er in einem ewigen Land, in einer ewigen Welt einen ewigen Aufenthalt gewährt, weshalb Er aus den ewig bestehenden Schatzkammern Seiner Barmherzigkeit in Seinen ewigen Paradiesen Frucht tragende Bäume und Blüten tragende Pflanzen, wie sie der Ewigkeit und dem Paradies würdig sind, bereit hält. Die aber, die hier zu sehen sind, sind nur Musterbeispiele, die den Kunden vorgeführt werden.

So, wie die Bäume und andere Pflanzen Dich mit all ihren Blättern, Blüten und Früchten - als ihren Worten - loben, preisen und Dir danken, so lobt dich auch ein jedes (von diesen Worten) besonders. Die unausgesprochenen Lobpreisungen, die durch ihre Taten, besonders durch ihre Früchte, die in einzigartigen Formen, mit sehr unterschiedlichem Fruchtfleisch, mit überaus bewunderungswürdiger Kunstfertigkeit, mit außergewöhnlich wunderbaren Kernen gemacht, und als Speisetafeln in die Hände der Bäume und auf die Häupter der Pflanzen gelegt und

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zu Seinen lebendigen Gästen gesandt werden, steigern sich zur Deutlichkeit eines gesprochenen Wortes. Sie alle stehen in Deinem Reich, durch Deine Kraft und Macht (quvvet ve qudret), mit Deinem Willen (irade) und Deinen Gaben (ihsan), durch Deine Barmherzigkeit und Weisheit (rahmet ve hikmet) im Dienst und sind jedem Deiner Befehle gehorsam.

Oh allweiser Meister(Sani-i Hakiem),der Du im Glanz Deiner gewaltigen Ausstrahlung (shiddet-i zuhur)\verborgen bist! Oh Du allbarmherziger Schöpfer~(Khaliq-i Rahiem),\der Du auf Grund Deiner gewaltigen Größe~(kibriya-yi azamet)\unsichtbar bist!

Mit den Sprachen und der Anzahl aller Bäume und aller Pflanzen, aller Blätter, Blüten und Früchte heilige (taqdis) ich Dich über jeglichen Fehlern und Schwächen und allem, was sie Dir beigesellen, lobe und preise Dich.

Oh allmächtiger Schöpfer (Fatir-i Qadier)!\Oh allweiser Lenker und Leiter~(Mudebbir-i Hakiem)!\Oh allbarmherziger Erzieher~(Murebbi-i Rahiem)!

Unterrichtet durch Deinen höchst ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und belehrt durch den Weisen Qur'an verstand und bekenne ich: So, wie die Pflanzen und Bäume Dich kennen und Deine heiligen Eigenschaften und Deine schönen Namen bekannt geben, so gibt es keinen unter den Menschen und den Tieren, die zu den beseelten, (fühlenden) Lebewesen gehören, der nicht durch innere und äußere Organe, die überaus wohlgeordnet in seinem Körper wie ein Uhrwerk gehen und angetrieben werden, durch Sinnesorgane und Empfindungen, die in seinem Leib mit einer überaus feinen Ordnung, mit einer hochempfindlichen Ausgewogenheit angelegt sind, und der nicht auf Grund seiner weisheitsgemäßen Ausstattung und der überaus feinen Ausgewogenheit seiner Glieder für die Notwendigkeit Deiner Existenz (vudjub-u vudjud) und für die Wahrheit Deiner Eigenschaften (sifatlarinin tahaqquq) Zeugnis ablegt. Denn: bei einem so hochempfindlichen Kunstwerk, das nur das Werk eines Sehenden (basir) sein kann, einer so klarsichtigen Weisheit (hikmet), die ein Bewusstsein (shuur) voraussetzt, und einer so vollkommenen Ausgewogenheit, die gründliche Planung voraussetzt, können sicherlich blinde Kräfte, die unbewusste Natur und ein planloser Zufall nicht ihre Hände im Spiel

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gehabt haben. Es kann nicht ihr Werk sein und ist nicht möglich. Und aus sich selbst heraus zu entstehen und diese Formen anzunehmen, ist auch eine hundertfache Unmöglichkeit in einer Unmöglichkeit. Denn, in diesem Fall müsste jedes Atom ein so umfassendes Wissen und eine so umfangreiche Macht wie Gott besitzen, um alles, ja sogar die Entstehung unseres Körpers, selbst alles in der Welt, mit dem es in Kontakt kommt, kennen, erkennen und zu Stande bringen können. Dann könnte man die Entstehung des Körpers auf es zurückführen und sagen, dass er aus sich selbst entstanden sei. Unter den Sachverhalten, wie dem einer einheitlichen Planung in ihrer Gesamtheit, einer einheitlichen Lenkung und Leitung, der Einheit ihrer Arten und Gattungen und der einheitlichen Prägung bei ihrer Erschaffung, die aus der Übereinstimmung der Sinnesorgane in den Gesichtern aller, wie Auge, Ohr und Mund ersichtlich ist, die ein einheitliches Siegel der Weisheit, das sich in jedem einzelnen Gesicht jeder einzelnen Art erkennen lässt, und dem der Gleichheit bei der Versorgung und der Erschaffung und eines gemeinsamen Miteinanderlebens, gibt es keinen, der nicht für Deine Einheit und Allgegenwart (vahdet) ein sicheres Zeugnis ablegt. Es gibt kein einziges (Zeugnis) von ihnen, in dem sich die Erscheinungen aller Namen, die sich auf den ganzen Kosmos beziehen, finden, das für sich allein kein Zeichen für die Einheit (ahadiyet) Deiner Allgegenwart (vahidiyet) setzen könnte.

So, wie die Menschen mit den Tieren, die auf der ganzen Erdoberfläche in hunderttausend Arten verbreitet, wie ein wohlgeordnetes Heer ausgerüstet und Anordnungen unterstellt sind, Gehorsam leisten und in Dienst stehen, vom Kleinsten bis zum Größten von ihnen, unter denen die Befehle der Herrschaft (rububiyet) wohlgeordnet fließen, die majestätische Größe Deiner Herrschaft (rububiyetinin deredje-i hashmet) zeigen, und ihre Erschaffung - die trotz ihrer großen Vielzahl sehr wertvoll, trotz ihres überaus schnellen Zustandekommens vollkommen einwandfrei und trotz ihrer kunstvollen Ausstattung dennoch sehr leicht verläuft - die gewaltige Größe

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Deiner Macht (qudretinin deredje-i azamet) beweisen, so beweisen sie ganz deutlich auch den grenzenlosen Umfang Deiner Barmherzigkeit (rahmet), die zu allen, von einer Mikrobe bis zum Nashorn, von der kleinsten Fliege bis zum größten Vogel überall, vom Osten bis zum Westen, vom Norden bis zum Süden, alle ihre Nahrung erreichen lässt, und die unendliche Weite Deiner Herrschaft (hakimiyet), die jeden wie einen dienstbereiten Soldaten seinen natürlichen Aufgaben nachgehen lässt und die Erdoberfläche für das Heer der Neurekrutierten, anstelle der im Herbst Entlassenen, in jedem Frühling zu einem Heerlager macht.

So, wie jedes der Tiere, die als kleine Muster und verkleinerte Beispiele dieses Kosmos mit einem überaus tiefen Wissen (ilim) und mit einer überaus feinsinnigen Weisheit (hikmet), ohne ihre Organe miteinander zu vermischen oder zu verwechseln, in voneinander verschiedenen Formen, ohne eine Verwechslung, ohne einen Mangel, ohne einen Makel gebildet werden, dafür so viele Zeichen wie ihre Zahl setzen, dass Dein Wissen alles umfasst und Deine Weisheit über allem steht, so verweisen sie, indem jedes von ihnen als ein wunderbares Kunststück und als das Werk einer wunderbaren Weisheit kunstvoll und schön gemacht wird, auch auf die überaus vollkommene Schönheit der Kunstfertigkeit Deiner Herrschaft (san'at-i Rabbaniye kemal-i hüsnü) hin, die Du liebst und ausstellen möchtest. Alle, besonders die Jungtiere, die überaus zärtlich und fürsorglich ernährt und deren Launen und Wünsche befriedigt werden, erbringen grenzenlos viele Hinweise für die überaus anmutige Schönheit (djemal) Deiner Güte (inayet).

Oh barmherziger Erbarmer (Rahman-ur Rahiem)!\Oh Du Vertrauter, der Sein Versprechen hält~(Sadiq-ul Va'd-il Amin)!\Oh Herr des Gerichtstages~(Malik-i Yevmid'din)!

Unterrichtet durch Deinen höchst ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und gelehrt durch Deinen Weisen Qur'an verstand ich: Das erlesenste Ergebnis des Kosmos ist das Leben. Der erlesenste Extrakt des Lebens ist der Geist (ruh). Die erlesensten unter den Geisttragenden, sind diejenigen, die Bewusstsein (shuur) haben. Der

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Vielseitigste unter den Bewusstseintragenden ist der Mensch. Der ganze Kosmos steht aber im Dienst des Lebens und arbeitet dafür. Die Lebewesen stehen denjenigen, die Geist besitzen, zu Diensten und helfen ihnen. Die Menschen lieben von ihrem Wesen (fitrat) her den Schöpfer innig und aufrichtig. Auch der Schöpfer liebt sie und versucht ihnen bei jeder Gelegenheit Seine Liebe zu erweisen. Die Begabungen (istidad) des Menschen und seine geistigen Anlagen beziehen sich auf eine andere, ewig bestehende Welt und auf ein ewig dauerndes Leben. Das Herz des Menschen und sein Bewusstsein verlangt mit aller Kraft nach ewigem Bestehen. Seine Zunge bittet den Schöpfer mit zahllosen Gebeten um ewiges Bleiben. Mit Sicherheit und auf gar keinen Fall kann wahr sein und wäre es möglich, diese Menschen, die Ihn sehr lieben und von Ihm geliebt werden, die Liebende (muhib) und Geliebte (mahbub) sind, dem Tod auszuliefern, ohne sie wiederzubeleben, und sie dadurch zu kränken und zu einer ewigen Feindschaft zu veranlassen, wo sie doch für eine ewige Liebe (muhabbet) geschaffen sind. Vielmehr ist er zu dieser Welt gesandt worden, sich hier anzustrengen für ein glückliches Leben in einer anderen ewigen Welt und es zu gewinnen. Die Namen Gottes, die in dem Menschen erscheinen, weisen durch ihre Ausstrahlung in diesem vergänglichen und kurzen Leben darauf hin, dass die Menschen, die ihnen als Spiegel dienen, in der ewig bestehenden Welt deren bleibende Manifestationen erleben werden.

In der Tat wird der treue Freund des Ewigbestehenden für ewig bestehen und der bewusstseinstragende Spiegel des Beständigen muss beständig bleiben.

Dass die Seelen der Tiere für ewig bestehen werden, und dass einige bestimmte Tiere wie der Wiedehopf des Propheten Salomo, mit dem Friede sei, und seine Ameise, die Kamelstute des Propheten Salih, mit dem Friede sei, sowohl mit ihrer Seele als auch mit ihrem Leib in die ewige Welt gehen, und dass jede Tiergattung einen einzigen Leib besitzen wird, den sie ab und zu gebrauchen,

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geht aus einer zuverlässigen Überlieferung von dem Propheten hervor, was auch die Weisheit (Gottes = hikmet), Seine Wahrheit (haqiqat), Seine Barmherzigkeit (rahmet) und Seine Herrschaft (rububiyet) erfordern.

Oh Du Allmächtiger, unser unwandelbarer Halt (Qadier-i Qayyum)!

Alle, die da lebendig sind, eine Seele (ruh) haben und über Bewusstsein (shuur) verfügen, sind in Deinem Reich (mulk), nur durch Deine Kraft (quvvet) und Deine Macht (qudret) und allein durch Deinen Willen (irade) und Deine Maßnahmen (tedbir) und durch Deine Barmherzigkeit (rahmet) und Deine Weisheit (hikmet) den Befehlen Deiner Herrschaft (rububiyet) unterworfen und durch naturgegebene (fitri) Dienste verpflichtet. Ein Teil von ihnen steht im Dienst des Menschen, nur durch Deine Barmherzigkeit (rahmet), nicht wegen seiner Kraft (quvvet) und seiner Überlegenheit, sondern wegen seiner angeborenen Schwäche und Ohnmacht (da'if ve adjz). Jede Gattung verrichtet ihr spezielles Gebet (ibadet), indem sie auf ihre eigene Art (lisan-i hal) und mit ihren eigenen Worten (lisan-i qal) den Schöpfer und Angebeteten (Sani' ve Mabud) preist, Ihn über allen Fehlern und über allem, was sie Ihm beigesellen heiligt (taqdis), Ihm für Seine Gaben dankt und Ihn lobt (shukur ve hamd).

Oh, allheiliger Herr (Dhat-i Aqdes),\der Du im Glanz Deiner gewaltigen Ausstrahlung~(shiddet-i zuhur)\verborgen und auf Grund Deiner Größe~(azamet-i kibriya)\unsichtbar bist!

Mit der Absicht, Dich mit der Lobpreisung (tesbihat) aller Beseelten zu heiligen, rufe ich:

سُبْحَانَكَ يَا مَنْ جَعَلَ مِنَ الْمَآءِ كُلَّ شَىْءٍ حَىٍّ

{"Gepriesen seist Du, Oh Du, der Du jedes Ding durch das Wasser lebendig gemacht hast!"}

Oh Du Herr der Welten (Rabb-el Alemien)!\Oh Du Gott der Ersten und der Letzten~(Ilahe-l Auwweline Ve-l Akhirien)!\Oh Du Herr der Himmel und der Erde~(Rabb-es Semavat-i ve-l Aradien)!

Unterrichtet durch den höchst ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, und belehrt durch den Weisen Qur'an habe ich verstanden und bin zur Überzeugung gelangt: So, wie der Himmel, das Weltall, die Erde, Land und Meer, Bäume, Pflanzen und Tiere mit ihrer Gesamtheit, mit ihren Gliedern und mit ihren Zellen Dich kennen, bekannt geben und Deine Existenz und Deine Einheit bezeugen,

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beweisen und darauf hinweisen, genauso bezeugen die Lebewesen die ein Auszug des Kosmos sind, die Propheten, die Heiligen (auliya) und die Theologen (asfiya), welche die Erwählten unter den Menschen sind, und ihr Herz und ihr Verstand, die aus ihnen geläutert sind, anhand ihrer Beobachtungen (mushahedat), ihrer geistigen Entdeckungen (keshfiyat), ihrer Inspirationen (ilhamat) und ihrer Erkenntnisse mit einer Sicherheit in der Kraft von Hunderten Folgerungen und Hunderten Übereinstimmungen der konkreten Kenntnisse die Notwendigkeit Deiner Existenz (vudjub-u vudjud), Deine Einheit (ahadiyet) und Deine Allgegenwart (vahdaniyet) und geben uns Kunde davon. Die Propheten und die Gottesfreunde (auliya) beweisen diese Kunde durch ihre Wunder (mu'djizat ve keramet), die Theologen durch ihre Gewissheit (yaqien-i burhanlar).

In der Tat gibt es in den Herzen überhaupt garkeine Erinnerung aus dem Verborgenen, die auf einen Herrn hinter dem unsichtbaren Schleier hinweist; garkeine echte Inspiration (ilhamat-i sadiqa), die uns auf einen, der sie eingibt, lenkt; garkeine Gewissheit, die in Form einer wahrhaftigen Gewissheit (haqqa l-yaqien) Deine heiligen Eigenschaften (sifat-i qudsiye) und Deine Schönen Namen enthüllt; garkeinen Propheten und garkeinen Gottesfreund, der mit seinem lichtvollen Herzen die Lichter dessen, der notwendigerweise da sein muss, mit augenscheinlicher Gewissheit (ayne l-yaqien) betrachtet; garkeinen Reinen und garkeinen Getreuen (afiya ve siddiqien), der mit seinem erleuchteten Verstand die Zeichen der Notwendigkeit (vudjub) dessen, der alle Dinge erschafft (Khaliq-i Kulli Shey), und die Zeugnisse Seiner allgegenwärtigen Einheit (vahdet) mit einer wissenschaftlichen Gewissheit (ilme l-yaqien) bestätigt und beweist, welche die Notwendigkeit Deiner Existenz (vudjub-u vudjud), Deine heiligen Eigenschaften (sifat-i qudsiye), Deine Allgegenwart (vahdet), Deine Einheit (ahadiyet) und Deine Schönen Namen nicht bezeugen, sie uns nicht zeigen und nicht auf sie hinweisen. Besonders unter den eindeutigen Wundern des höchst ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, dem Vorbeter, Führer und Erwählten unter allen Propheten, Heiligen, Theologen und Getreuen, und von den Versen über die Einheit Gottes und von den heiligen Fragestellungen über die Glaubensfragen im Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder

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ist, der die konzentrierte Zusammenfassung all der heiligen Bücher ist, welche die Wahrheit lehren, gibt es keine, die die Notwendigkeit Deiner Existenz, Deine heiligen Eigenschaften, Deine Allgegenwart, Deine Einheit und Deine Namen nicht bezeugen, nicht zeigen und auf sie nicht hinweisen.

So, wie alle diese Hunderttausenden zuverlässigen Berichterstatter auf Grund ihrer Wunder und Zeugnisse Deine Existenz und Deine Einheit bezeugen, genauso machen sie die Größe Deiner Herrschaft (rububiyetinin deredje-i hashmet), die die allumfassenden Angelegenheiten Deines gewaltigen Thrones verwaltet, alle Erinnerungen, Wünsche und Gebete des Herzens, bis zu den Verborgensten und Einfachsten kennt, sie hört und ihnen nachgeht, und die gewaltige Größe Deiner Macht (qudretinin deredje-i azamet), die zahllos verschiedene Dinge vor unseren Augen gleichzeitig erschafft, und auch das größte Ding genauso leicht wie eine Mücke zu Stande bringt, ohne dass eine Tat eine andere Tat, eine Arbeit eine andere Arbeit behindert, übereinstimmend und gemeinsam bekannt, verkünden und beweisen sie.

So, wie sie außerdem den grenzenlosen Umfang Deiner Barmherzigkeit (rahmet), die diesen Kosmos für die beseelten Wesen, besonders für die Menschen zu einem vollkommenen Schloss macht, das Paradies und die ewige Glückseligkeit für Menschen und Dschinnen vorbereitet, selbst das kleinste Lebewesen nicht vergisst und sich bemüht, selbst noch das schwächste Herz zu befriedigen und zu erfreuen, und die unendliche Weite Deiner Herrschaft (hakimiyet), der alle Arten von Schöpfungen, angefangen von einem Atom bis zu den Planeten, ihren Befehlen Gehorsam leisten, die sie unterwirft und in den Dienst stellt, verkünden und anhand ihrer Wunder und Zeugnisse beweisen, genauso bezeugen sie übereinstimmend und gemeinsam, dass Dein Wissen (ilm), das den Kosmos zu einem großen Buch gemacht hat, dessen Abhandlungen ebenso zahlreich sind wie seine Teile, das den Lebenslauf alles dessen, was da ist, in dem "deutlichen Vorbild" (das

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Buch der Planungen = imam-i mubin) und in dem "deutlichen Buch" (das Buch der Ergebnisse = kitab-i mubin) von den Büchern der "wohlverwahrten Tafel (Lauh-i Mahfudh)" überträgt, und das Inhaltsverzeichnis aller Bäume und ihre Programme in den Kernen und in den Lebenslauf jedes einzelnen Bewusstseintragenden in seinem Gedächtnis ohne Fehler geordnet einträgt, alles umfasst, und dass Deine Heilige Weisheit (hikmet), die mit allem, was da ist, so viele nutzbringende Funktionen verbindet, sogar einen Baum entsprechend der Zahl seiner Früchte ebenso viele Ergebnisse hervorbringen lässt; die in jedem Lebewesen so viele Ziele verfolgt, wie es Glieder, Organe und Zellen hat, sogar der Zunge des Menschen so viele Aufgaben gegeben und sie mit ebenso vielen Geschmacksempfindungen, gleich kleinen Messinstrumenten, ausgestattet hat wie die Speisen Geschmacksnuancen haben, alles mit einschließt; dass sich die Erscheinungen Deiner majestätischen und anmutigen Namen, deren Beispiele wir in dieser Welt sehen, in der Ewigkeit in einer noch glänzenderen Form fortsetzen, dass Deine Gaben, deren Beispiele wir in dieser vergänglichen Welt betrachten, an dem Ort der Glückseligkeit in einer noch prunkvolleren Form ewig bestehen und weiter existieren; und dass diejenigen, welche sie in dieser Welt gesehen und so sehnsüchtig nach ihnen verlangt hatten, ihnen auch in der Ewigkeit wieder begegnen und sich mit ihnen zusammenfinden werden, dies alles zeigen uns die Propheten und verweisen darauf.

Vor allem verkündet Dein höchst ehrenwerter Gesandter, mit dem Friede und Segen sei, auf Grund hunderter seiner eindeutigen Wunder, mit Deinem Weisen Qur'an, gestützt auf hunderte seiner zuverlässigen Ayat, verkündigen alle Propheten durch ihren lichtsprühenden Geist, alle Gottesfreunde (Heiligen) aus ihrem erleuchteten Herzen und alle Theologen mit ihrem erleuchteten Verstand verkünden auf Grund Deiner in den heiligen Blättern und Büchern so oft wiederholten Versprechungen und Drohungen, vertrauend auf Deine heiligen Namen und Eigenschaften

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wie auf Deine Macht (qudret), Barmherzigkeit (rahmet), Güte (inayet), Weisheit (hikmet), Majestät und Schönheit (djelal ve djemal), auf Deine majestätische Würde (izzet-i djelal) und auf das Königreich Deiner Herrschaft (saltanat-i rububiyet), anhand ihrer geistigen Entdeckungen (keshfiyat), ihrer Visionen (mushahedat) und ihrer wissenschaftlich fundierten Sicherheit (ilme l-yaqien), die ewige Glückseligkeit den Menschen und den Dschinnen. Sie tun kund, dass es für die Leute des Irrweges eine Hölle gibt, machen es öffentlich bekannt, bekennen und bezeugen es.

Oh Allweiser, Allmächtiger(Qadier-i Hakiem)!Oh Erbarmer und Barmherziger (Rahman-i Rahiem)!\Oh Freigiebiger, der Sein Versprechen hält~(Sadiq-ul Va'd-il Keriem)!\Oh zorniger Herr voll Würde~(Qahhar-i Dhu l-Djelal),\Größe und Majestät~(izzet ve azamet ve djelal)!

Du bist hunderttausendfach heilig über jedweder Bestätigung der Leute des Irrweges und des Unglaubens, die so viele Deiner Namen und Eigenschaften, so viele Deiner treuen Freunde der Lüge bezichtigen, so viele Deiner Versprechungen bestreiten, die Herrschaft Deines Königreiches (saltanat-i rububiyet) als nicht erforderlich kategorisch ablehnen, die zahllosen Gebete und Anrufungen Deiner zahllosen geschätzten Diener, die Du liebst und die sich dadurch, dass sie Dich anerkennen (tasdiq) und Dir ihren Gehorsam (itaat) leisten, darum bemühen, von Dir geliebt zu werden, zurückweisen, die durch ihren Unglauben, ihre Empörung (isyan) und indem sie Dein Versprechen für eine Lüge halten, Deine majestätische Größe (azamet-i kirbiya) und Würde (izzet-i djelal) und die Ehre Deiner Gottheit (uluhiyet) angreifen und die Liebe Deiner Herrschaft (shefqat-i rububiyet) herabwürdigen, und ihrer Verleugnung der Auferstehung am Jüngsten Tag! Du bist grenzenlos hoch und erhaben! Ich bekenne, dass Deine grenzenlose Gerechtigkeit (adalet), Deine Schönheit (djemal) und Deine Barmherzigkeit (rahmet) heilig ist und frei von einer solch unendlichen Ungerechtigkeit und Hässlichkeit! Die Ayah

سُبْحَانَهُ وَتَعَالٰى عَمَّا يَقُولُونَ عُلُوًّا كَبِيرًا

{"Gelobt sei Er und erhaben über das, was sie sagen, gepriesen ist Er, hocherhaben und groß!" (Sure 17, 43)}

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möchte ich nach der Anzahl der Zellen meines Körpers sagen! Alle diese Deine treuen Botschafter und aufrichtigen öffentlichen Ausrufer Deines Königreiches (saltanat) bezeugen mit wahrhaftiger Gewissheit (haqqa l-yaqien), mit augenscheinlicher Gewissheit (ayne l-yaqien) und mit wissenschaftlich fundierter Gewissheit (ilme l-yaqien) die Schätze Deiner Barmherzigkeit (rahmet) im Jenseits, die Fundgruben Deiner Gaben in der ewigen Welt und die wunderschönen Erscheinungen Deiner Schönen Namen, die in der ewigen Glückseligkeit vollständig hervortreten, weisen auf sie hin und geben von ihnen frohe Kunde. Sie bekennen, dass der große Strahl Deines Namens «Al-Haqq, der Wahre», der die Quelle, die Sonne und der Hort aller Wahrheiten ist, die Wahrheit der größten Wiederversammlung am Jüngsten Tag ist, und lehren es Deinen Dienern.

Oh Herr der Propheten und der Getreuen (Rabb-ul Enbiya ve-s Siddiqien)!

Alle diese (Propheten, Gottesfreunde, Theologen, Getreuen...) stehen in Deinem Reich, unter Deinem Befehl (emr), in Deiner Macht (qudret), durch Deinen Willen (irade) und entsprechend Deiner Führung (tedbir), durch Dein Wissen (ilm) und Deine Weisheit (hikmet) im Dienst und versehen ihre Aufgaben. Sie machen die Erdkugel durch ihre Anrufungen Deiner Heiligkeit (taqdis) und Deiner Größe (tekbir), durch ihren Lobpreis (tahmid) und ihr Zeugnis (tehlil) (La ilaha illa'llah) zu einem gewaltig großen Gedenkhaus (dhikr) und die Schöpfung zur großen Moschee.

Oh Herr, der Du über mich und über die Himmel und die Erde verfügst (Ya Rabbi ve ya Rabb-es Semavati Ve-l Aradien)!\Oh Schöpfer, der Du mich und alle Dinge geschaffen hast~(Ya Khaliqi ve ya Khaliq-i Kulli Shey)!

Um Deiner Macht, die die Himmel mit ihren Sternen, die Erde mit allem, was zu ihr gehört, und alle Geschöpfe mit all ihren Eigenschaften unterwirft, um Deines Willens, Deiner Weisheit, Deiner Herrschaft und Deiner Barmherzigkeit willen, lass mich meine Begierde (nefs) beherrschen! Und lass mich meine Wünsche beherrschen! Für den Dienst an Qur'an und Glaube lass die Risale-i Nur die Herzen der Menschen beherrschen! Gib mir und meinen Mitbrüdern einen vollkommenen Glauben und ein gutes Ende (hüsn-ü khatime). So, wie Du den Propheten Moses,

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mit dem Friede sei, das Meer, den Propheten Abraham, mit dem Friede sei, das Feuer, den Propheten David, mit dem Friede sei, den Berg und das Eisen, den Propheten Salomo, mit dem Friede sei, die Menschen und Dschinnen, und den Propheten Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, die Sonne und den Mond hast beherrschen lassen, so lass nun auch die Risale-i Nur unsere Herzen und unseren Verstand beherrschen! Bewahre mich und die Schüler der Risale-i Nur vor dem Übel der Begierde und des Teufels, vor der Qual im Grab und vor dem Höllenfeuer und gib uns die ewige Glückseligkeit in den Gärten des Paradieses! Amin, amin, amin.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ ٭ وَاٰخِرُ دَعْوٰيهُمْ أَنِ الْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

{"Gepriesen seist Du! Kein Wissen haben wir, außer dem, was du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32) "Und der Schluss unseres Gebetes sei: 'Aller Lobpreis und Dank gebührt Allah, dem Herrn der Welten!'" (Sure 10, 10)}

Wenn ich mit diesem Unterricht, den ich den Bittgebeten (munadjat) des Propheten aus dem Qur'an und aus dem Djaushanul'Kebir (Anrufung der Namen Gottes) entnommen habe und als ein Gebet durch Nachdenken (ibadet-i tefekkur) vor der Schwelle des barmherzigen Herrn (Rabb-i Rahiem) darbringe, Fehler begangen habe, so bitte ich Seine Barmherzigkeit (rahmet) um Verzeihung (afq), indem ich den Qur'an und das Djaushanu-l'Kebir mir zum Fürsprecher anbiete.

Said Nursi
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Vierter Strahl

Dies ist hier der so kostbare Vierte Strahl, der seinem Inhalt nach und in der Folgeordnung seiner Einreihung, von seiner Form her und was seinen Zusammenhang(makam)mit dem Einunddreißigsten Blitz des Einunddreißigsten Briefes betrifft, als der Fünfte Blitz erscheint. Es handelt sich hier um einen besonders wichtigen Punkt in der Ayah: "Unser befriedigender Anteil... (Hasbiye)"\(Sure 3, 173)

Anmerkung:

Die Risale-i Nur erscheint im Gegensatz zu anderen Büchern zunächst einmal wie ein verschlossenes (Buch) und öffnet sich dann nur langsam. Besonders aber die "erste Stufe" dieser Abhandlung ist nicht nur eine sehr kostbare Wahrheit, sondern zugleich auch besonders tiefsinnig und subtil. Zudem hat diese "erste Stufe" gefühlsmäßig besonders für mich zu einem wichtigen Beschluss geführt, zu einer lebhaften Diskussion über den Glauben, zu einem stillen und geheimen Zwiegespräch in meinem Herzen, und ihm in seinen verschiedenen, tiefen Leiden Heilung gebracht. Diejenigen, welche mit mir in Harmonie und völliger Übereinstimmung (tevafuq)\leben, werden das nachempfinden können. So nicht, werden sie auch keine Freude daran haben...

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen." "Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

In einer Zeit, in der die Weltleute mich von allen Dingen isoliert hatten, geriet ich auf fünf verschiedene Arten in die Fremde. Infolge meines Alters litt ich damals unter fünf verschiedenen Krankheiten, die mir zum Teil aus meinem Kummer erwuchsen.

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In der Gottvergessenheit, die aus einer inneren Unruhe erwuchs, betrachtete ich geradewegs mein Herz und durchsuchte meinen Geist, ohne die tröstenden und helfenden Lichter der Risale-i Nur zu beachten. Ich sah, dass mich eine überaus starke Sorge um meine Existenz, ein mächtiges Interesse an ihren Grundlagen, ein heftiges Verlangen nach ihrem Fortbestand, eine grenzenlose Schwäche und eine unendliche Armseligkeit beherrschten. Dagegen löscht aber eine fürchterliche Vergänglichkeit dieses Fortbestehen aus. Aus dieser Haltung heraus sagte ich mit folgenden zu Herzen gehenden Worten eines Dichters:

Das Herz verlangt, dass der Körper besteht,

Gott der Gerechte jedoch, dass er vergeht.

Von einem unheilbaren Schmerz bin ich betroffen,

Ach! Wofür selbst Loqman (der Arzt) den Rat nicht weiß.

Ich senkte meinen Kopf. Plötzlich kam mir die Ayah حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ {"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)} zu Hilfe. "Lies mich mit Aufmerksamkeit!" sagte sie mir. Und so rezitierte ich sie auch eines Tages fünfhundert Mal. Da ich nur einen Teil seiner kostbaren Lichter, welche sich vor mir in Form einer augenscheinlichen Sicherheit (ayne l-yaqien) entfalteten, und zwar neun dieser verschiedenen Stufen und Lichter kurz notiert habe, verweise ich die Leser der Risale-i Nur, was die Einzelheiten betrifft, nun auf die wissenschaftliche Sicherheit (ilme-l'yaqin) und nicht mehr auf die frühere augenscheinliche (ayne-l'yaqin) Sicherheit.

Erste Stufe der leuchtenden(Ayah)vom "befriedigenden Anteil":

Die Sorge um mich und meine eigene Existenz (ashk-i beqa), ist mir nicht um meinetwillen und um meiner eigenen Existenz willen gegeben, vielmehr findet

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sich in meinem Wesen (mahiyet) eine - wenn auch nur schattenhafte Erscheinung - des einen Namens des Herrn, dem die Vollkommenheit und die Größe (Dhat-i Dhu l-Kemal ve Dhu l-Djemal) ist, und der absolut vollkommen (kemal-i mutlaq) ist, den man aus keinem anderen Grunde liebt (mahbub) als um Seiner Selbst willen. Die Liebe in meiner Natur (fitrat), die auf das Dasein, die Vollkommenheit (kemal) und das Fortbestehen (beqa) des absolut Vollkommenen (Kamil-i Mutlaq) hin orientiert ist, verlor und verirrte sich in ihrer Gottvergessenheit (ghafla), heftete sich an Schatten und Schemen und verfiel der Sorge um den Fortbestand ihres Spiegelbildes. Da tauchte in mir die Ayah حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ {"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)} auf und lüftete den Schleier. Ich sah, verspürte und nahm mit wahrheitsgemäßer Gewissheit (haqqa-l'yaqin) wahr, dass das Glück und die Freude über mein Fortbestehen (beqa) genauso und sogar in einer noch vollkommeneren Form in meinem Bekenntnis, in meinem Glauben und in meiner festen Überzeugung liegt, dass der Vollkommen-Beständige (Baqi-i Dhu l-Kemal) ewig fortbesteht, und dass Er mein Herr und mein Gott ist. Denn die unsterbliche Wahrheit (haqiqat) wurde durch Sein ewig Fortbestehen (beqa) für mich verwirklicht. Also bewirkt mein Bewusstsein im Glauben, dass "mein Wesen (mahiyet) der Schatten eines Namens Gottes ist, der zugleich beständig und immerwährend ist und niemals stirbt."

So wird denn durch dieses Bewusstsein im Glauben das Sein des absolut Vollkommenen (Kamil-i Mutlaq) und vollkommen Geliebten (mahbub-u mutlaq) erkannt und so diese heftige, naturgemäße (fitri) Liebe (der Seele zu) ihrem Herrn zufrieden gestellt. Durch dieses Bewusstsein im Glauben an das Ewige Sein (beqa) und Bestehen des Allzeit Seienden (Baqi-i Sermedi) wird die Vollkommenheit (kemalat) der Welt und des Menschengeschlechtes erkannt und erfahren

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und so befreit sich (die Seele) von den endlosen Qualen, die ihr aus ihrer naturgemäßen (fitri) Liebe zur Vollkommenheit (kemalat) erwächst und empfängt dafür Freude und Seligkeit.

So entsteht denn durch diese In-Dienst-Nahme im Bewusstsein des Glaubens an den Ewig-Seienden (Baqi-i Sermedi) und durch den Glauben an diese Verbindung auch eine Verbindung mit Seinem ganzen Königreich (malikiyet), und auf Grund dieser Verbindung betrachtet (die Seele) mit den Augen des Glaubens dieses Reich ohne Grenzen als wäre es ihr eigenes Königreich und genießt es gewissermaßen innerlich.

So kommt denn durch dieses Bewusstsein im Glauben, die In-Dienst-Nahme, die Beziehung (zu Gott) eine Verbindung, eine Art Verbundenheit mit allem Sein zu Stande. Auf diese Weise wird durch dieses Bewusstsein im Glauben, die In-Dienst-Nahme, die Verbindung und Verbundenheit, also durch diese Beziehung auf einer zweiten Stufe neben dem persönlichen Dasein ein (neues) unbegrenztes Dasein geschaffen, so als handle es sich dabei um das Dasein der eigenen (Seele) und die natürliche Liebe (fitri ashk) zum Dasein wird dadurch zufrieden gestellt.

So kommt denn durch dieses Bewusstsein im Glauben, die In-Dienst-Nahme, die Beziehung (zu Gott) eine Verbindung, eine Art Verbundenheit, ja eine Bruderschaft mit allen Vollendeten (ehl-i kemalat) zu Stande. Auf diese Weise erkennt (die Seele), dass dank des Seins und Fortbestehens des Ewig-Seienden (Baqi-i Sermedi) diese unendliche Schar der Vollendeten nicht verloren gegangen ist und dieses Fortbestehen ihrer zahllosen Freunde, mit denen sie sich in Liebe, Bewunderung und Hochachtung verbunden fühlt, und deren Fortdauer ihrer Vollkommenheit vermittelt ihr eine erhabene (eine himmlische) Freude.

So kommt es denn, dass ich durch dieses Bewusstsein im Glauben, die In-Dienst-Nahme, die Beziehung (zu Gott), die Brüderlichkeit und das Glück meiner Freunde,

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für deren Zufriedenheit ich gerne mein eigenes Leben und mein Fortbestehen (beqa) opfern würde, nun auch in mir selbst ein grenzenloses Glücksgefühl wahrnehmen konnte.

Denn ein wahrer Freund ist auch selbst glücklich und zufrieden über das Glück eines geliebten Freundes. Daher fühlte ich denn und nahm durch dieses Bewusstsein im Glauben wahr, dass im Sein und ewigen Fortbestehen des Beständigen in Seiner Vollkommenheit (Baqi-i Dhu l-Kemal) zunächst der ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, aber auch seine Familie und seine Gefährten, die Propheten, die Gottesfreunde und Heiligen (auliya ve asfiya), meine Vorväter, denen ich in Liebe (ahbab) verbunden bin, und alle meine zahllosen Freunde, von einer Verurteilung zu einem ewigen Tode errettet wurden und die Ewige Glückseligkeit erlangt haben. Und so verstand ich denn in Geheimnis dieser Beziehungen, der Verbundenheit, der Brüderlichkeit und der Freundschaft, dass sich ihr Glück in mir widerspiegelte und so auch mich (mit ihnen) glücklich machte.

So kommt es denn, dass ich durch dieses Bewusstsein im Glauben von unendlichem Leid erlöst wurde, das mir aus meinem Mitleid mit meinen Mitmenschen und der Liebe (shefqat) zu meinen Verwandten erwachsen war und eine unendliche geistige Freude empfand. Denn ich fühlte durch dieses Bewusstsein im Glauben, dass vor allem meine Vorfahren, Väter wie Mütter, alle meine Verwandten früherer Generationen, der gegenwärtigen wie der künftigen Generation und auch alle mir seelisch verwandten, für die ich ein natürliches Bedürfnis verspürte, mein Leben und Fortbestehen zu opfern, was ich denn auch mit Stolz getan hätte, durch das Ewige Sein des Wahren Beständigen (Baqi-i Haqiqi) von der Vernichtung, dem Nicht-mehr-Sein, einer Hinrichtung für immerwährende Zeiten und nie endenden Schmerzen befreit und Seine grenzenlose Barmherzigkeit (rahmet) erlangen werden. Ich spürte, dass ein unendliches Erbarmen (rahmet) sie

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beschützte und sie anstelle meines nur unbedeutenden und nur wenig wirksamen Mitgefühls (shefqat) überwachte, das doch nur Kummer und Sorgen produzierte. Wie eine Mutter sich darüber freut, wenn ihre Kinder froh und munter und zufrieden sind, so empfand auch ich Freude und Zufriedenheit über die Rettung und die Seelenruhe unter dem Schutz dieser Barmherzigkeit (rahmet) für alle meine Lieben (shefqat) und ich war dafür aus tiefstem (Herzen) dankbar.

So kommt es denn, dass ich durch dieses Bewusstsein im Glauben sah und fühlte, dass die Risale-i Nur, die das Ergebnis meines Lebens ist, der Grund meiner Glückseligkeit und meine natürliche Aufgabe (vazife) davor bewahrt wurde, verloren zu gehen und der Vergessenheit anheim zu fallen, vielmehr in der Verbundenheit mit dem Glauben Frucht brachte und bleiben (baqi) werde. So hatte ich denn die Überzeugung, dass dies so war und empfand darüber eine Freude des Geistes weit hinaus über die Freude an meinem eigenen Fortbestehen. Denn nun glaubte ich, dass die Risale-i Nur durch das Ewige Sein des Allzeit Beständigen in Seiner Vollkommenheit (Baqi-i Dhu-l'Kemal) nicht nur in die Herzen und das Gedächtnis (hafidha) der Menschen eingeschrieben steht, sondern auch von zahllosen Geist und Bewusstsein tragenden Wesen studiert wurde und darüber hinaus auch Gottes Wohlwollen empfing, auch auf den Wohlverwahrten Tafeln und Büchern (lauh-i mahfudh ve elvah-i mahfudha) eingetragen stand, geschmückt mit den Früchten und Verdiensten (sevab), die sie erbrachte. Und ich wusste, dass sie insbesondere durch ihre Verbundenheit mit dem Qur'an und ihre Anerkennung durch den Propheten und Gottes Wohlgefallen, der über ihr sein möge (insha-a'llah) ein einziger Augenblick ihres Daseins (vudjud) wie auch ihres Daseins unter den Augen ihres Herrn weitaus mehr wert war als der Beifall all dieser Weltleute.

Und da ich stets dazu bereit bin, mein Leben und Fortbestehen für die Fortdauer, das weitere Bestehen, die

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Ausdruckskraft, aber auch die Anerkennung einer jeden Abhandlung (risalah), welche die Wahrheit und den Glauben bestätigt, zum Opfer zu bringen, so erkannte ich denn, dass mein Glück darin liegt, dass sie ihren Dienst am Qur'an leisten. Auf diese Weise erkannte ich durch meine Verbindung mit dem Glauben (intisab-i imani), dass sie durch die göttliche Beständigkeit (beqa) eine hundertmal größere Anerkennung erhalten als dies durch den Beifall der Massen und das, was sie als schön empfinden würden, der Fall sein könnte. So sagte ich denn aus ganzer Kraft (quvvet)

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

So kommt es denn, dass ich durch dieses Bewusstsein im Glauben wusste, dass der Glaube an das Ewige Sein und Bestehen (beqa) des Immerwährenden in Seiner Majestät (Baqi Dhu-l'Djelalin beqasina ve vudjuduna) ist, der dieses Fortbestehen und immerwährendes Leben (hayat) schenkt, ein Ergebnis des Glaubens ähnlich dem der guten Werke, bleibende Frucht dieses flüchtigen Lebens und ein Fahrzeug, um zu einem ewigen und bleibenden (Leben) zu gelangen. Wie ein Kern seine Schale verlässt, um sich seinerseits wieder in einen Baum zu verwandeln, der seine Frucht bringt, überredete auch ich meine Seele (nefs), diese Schale einer irdischen Beständigkeit (beqa) zu verlassen, um bleibende Früchte zu erbringen. Zusammen mit meiner Seele sagte ich

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

"Und Seine Beständigkeit genügt uns." So kommt es denn, dass ich durch dieses Bewusstsein im Glauben und

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in Verbindung mit Seinem Dienst und Seiner Anbetung mit wissenschaftlicher Gewissheit (ilme l-yaqien) erkannte, was mir jener Vorhang aus dem Staub (der Erde) bisher verborgen hatte und nun auf einmal erhellt und die schwere Decke über den (Leibern) - nämlich der (Raum) unter der Erde, in den die Verstorbenen hinabgestiegen waren - gar nicht so dunkel und vom Nichtsein befleckt war. Und mit ganzer Kraft (quvvet) rief ich aus:

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

So kommt es denn, dass ich durch dieses Bewusstsein im Glauben in zweierlei Weise auf das Sein des Beständigen in Seiner Vollkommenheit (Baqi-i Dhu-l'Kemal) schaute, während ein Verlangen (ashk) nach Fortbestand in meiner Natur (fitrat) außerordentlich stark war, dabei aber mit vollkommener Gewissheit spürte und mit einer wahrheitsgemäßen Sicherheit (haqqa l-yaqien) wusste, dass ich jemand geworden war, der ganz verblüfft und verwirrt über den Verlust seines Geliebten (mahbub), weil sein Ego (ihm gleichsam einen Spiegel vorhielt und ihm so seinen Geliebten) gleich einem Vorhang verbarg und der nun begann stattdessen den Spiegel zu verehren. Dieser so tiefe und mächtige Wunsch (ashk) nach einem Fortbestehen beherrschte mit Hilfe des Schattens eines der Namen des Absolut Vollkommenen (kemal-i mutlaq), der aus keinem anderen Grund als nur um Seiner Selbst willen geliebt und angebetet wird, und den zu lieben und zu verehren der menschlichen Natur (fitrat) entspricht, mein Wesen (mahiyet). Er hatte diesen Wunsch nach Beständigkeit (beqa) gegeben, und während Seine Vollkommenheit (kemal), die keinen anderen Grund, keine Ursache, keinen weiteren Anlass erfordert, geliebt zu werden, außer Ihm Selbst vollkommen als Gegenstand der Anbetung und Verehrung genügt, wie wir oben bereits erklärt haben, die oben

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erwähnten bleibenden Früchte geschenkt. So fühlte ich denn, wie eine jede von ihnen es wert ist, nicht nur für ein einziges Leben und Fortbestehen, nein, wenn es denn möglich wäre, für ein Tausendfaches an irdischem Leben und Bestehen geopfert zu werden. Er hatte diesen natürlichen Wunsch (fitri ashk) in mir nur noch gesteigert. Ja wäre ich nur dazu imstande, ich würde mit jeder einzelnen Zelle meines Seins ausrufen:

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

Und so habe ich denn das mit dieser Absicht erklärt. So gab mir denn dieses Bewusstsein im Glauben, das nach Beständigkeit strebt und diese göttliche Beständigkeit auch gefunden hat und auf dessen Früchte in den obigen Absätzen, beginnend mit "So kommt es denn, dass ich..." verwiesen habe, eine solche Freude und soviel Vergnügen, dass ich voller Begeisterung (ruh), aus allen meinen Kräften (quvvet) und aus tiefstem Herzen zusammen mit meiner Seele (nefs) ausrief:

حَسْبِي مِنَ الْبَقَآءِ لَذَّةً وَ سَعَادَةً اِيمَانِي وَ شُعُورِى وَ اِذْعَانِى بِاَنَّهُ هُوَ اِلٰهِىَ الْبَاقِى حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Es genügt mir die ewige Freude (lezzet) und die Glückseligkeit (saadet) durch dieses Bewusstsein im Glauben (shuur-u imani) und mein Verständnis (iz'an), dass Er mein ewig-bleibender Gott ist. Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

Zweite Stufe der leuchtenden(Ayah)vom "befriedigenden Anteil":

Als mich die Weltleute mit Intrigen und Spitzeln, trotz der unendlichen natürlichen (fitrat) Schwäche in meinem Alter und meiner Verlassenheit, in der Fremde und in meiner Isolation angriffen, sagte ich meinem Herzen: "Ein einzelner, schwacher und kranker Mann mit gebundenen Händen wird von ganzen Armeen angegriffen. Gibt es denn für mich keinen Zufluchtsort?" So sagte ich und wandte mich an die Ayah

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حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

Sie teilte mir mit: Durch deine Glaubenszugehörigkeit als deinem Ausweis gehörst du einem absoluten, allmächtigen König (Qadir-i Mutlaq bir sultan), der auf der Erde in jedem Frühling Heere von Pflanzen und Tieren ausrüstet, die aus vierhunderttausend Völkern bestehen, der jedes Jahr die Uniformen der beiden gewaltigen Heere erneuert, die man die Bäume und die Vögel nennt, sie wieder neu einkleidet, und so wie er die Kleider und Uniformen der Hennen und anderer Vögel, ihren Überwurf und ihren Schleier ändert, so verändert Er auch das Kleid der Berge und den Sari der Wüsten. Vor allem aber gibt Er den Menschen, aber auch dem gewaltig großen Heer der Tiere ihre Werkzeuge in vollkommener Wohlordnung und versorgt sie (mit Nahrung und allem, was notwendig ist). Und alle Speisen von jeglicher Art verpackt Er in jenen Konzentraten, die wir als Kerne und Körner bezeichnen und die hundertmal wunderbarer sind als die Fleischextrakte und all die vielen anderen, überzuckerten Zivilisationsprodukte, die moderne Menschen in letzter Zeit entdeckt (und entwickelt) haben. Diesen Konzentraten, wohlverwahrt in ihren kleinen Kästchen fügt Er dann noch einen bereits vorbereiteten Plan für alles Wachstum und Gedeihen bei. Die Erschaffung dieser Kästchen erfolgt in der Fabrik كَافْ - نُونْ {"Kaf-Nun" (Sure 36, 82)}, und zwar so schnell und leicht und in solcher Fülle, dass der Qur'an sagt: "Es geschieht auf einen bloßen Befehl hin." Und obwohl nun alle diese Extrakte und Konzentrate einander ähneln, ja sogar aus den gleichen Atomen zusammengesetzt sind, und obwohl man mit ihnen noch nicht einmal (die Vorratslager) einer einzigen Stadt füllen

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könnte, füllt doch der Allgütige Versorger (Rezzaq-i Kerim) alle Städte der Erde mit außerordentlich vielen wohlschmeckenden Speisen, die Er im Sommer aus ihnen zubereitet.

So kannst du denn nun mit deinem Ausweis über deine In-Dienstnahme im Glauben einen Zufluchtsort (nokta-i istinad) finden und dich so auf eine grenzenlose Kraft und Macht (quvvet ve qudret) stützen. Und auch ich empfing, jedes Mal, wenn ich durch diese Ayah meine Unterweisung erhalten hatte, eine so große geistige Kraft (quvvet-i manevi) und verspürte eine solche Stärke im Glauben (iktidar-i iman), dass ich nicht nur meine gegenwärtigen Feinde sondern sogar die ganze Welt hätte herausfordern können und rief aus meiner ganzen Seele (ruh)

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

Und in meiner grenzenlosen Armut und Not suchte ich erneut nach einem Ort der Zuflucht (nokta-i istimdad) und fand ihn wiederum in dieser Ayah. Und so sagte ich zu mir: "Durch deine In-Dienst-Nahme und durch deine Anbetung (memlukiyet ve ubudiyet) gehörst du nun zu deinem Allgütigen König (Malik-i Kerim) und bist zu deiner Versorgung in Seinem Buch eingetragen. Er deckt in jedem Frühling und in jedem Sommer hundertmal aus dem Unsichtbaren, aus dem Nichts, aus unerhofften Quellen und aus trockener Erde den Tisch der Welt, schmückt ihn und trägt immer wieder andere Gerichte auf und ab. Es ist als wäre die Zeit mit all ihren Jahren und die Jahre mit all ihren Tagen wie Schalen voller Früchte der Güte Gottes (ihsan) und Schüsseln, gefüllt mit Speisen der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet) und ein Bankett der Güte des Allbarmherzigen Versorgers (Rezzaq-i Rahim), abgestuft je nach dem Einzelnen oder einer ganzen Gruppe. So bist du denn ein Diener des Vollkommenen Eigentümers aller Reichtümer (Ghaniy-i Mutlaq). Bist du dir bewusst, Sein Diener und

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Anbeter zu sein, so wird sich deine leidvolle Armseligkeit in ein lustvolles Verlangen umwandeln. Auch ich habe diese Unterweisung empfangen." Und indem ich zusammen mit meiner Seele (nefs) ausrief: "Ja, in der Tat, so ist es richtig!", sagte ich voll Vertrauen (mutevekkil)

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

Dritte Stufe der leuchtenden(Ayah)vom "befriedigenden Anteil":

Nachdem ich unter dem Druck (der Verhältnisse hier) in der Fremde, Krankheiten und Ungerechtigkeiten bemerkt hatte, dass meine Interessen, die mich mit dieser Welt verbunden hatten, abgerissen waren, inspirierte mich der Glaube (mit dem Gedanken), dass ich für eine immerwährende Glückseligkeit in einer ewigen Welt und in einem Land vorbestimmt bin, das auf die Dauer besteht. Da hörte ich denn auf, "Ach!" und "Oh weh!" (zu klagen und zu seufzen), und rief nun statt dessen "Oh, oh!" aus. Doch dieses Ideal, dieses Ziel vor meinem geistigen (Auge), das Ergebnis der Schöpfung, kann einzig und allein durch die grenzenlose Macht (qudret) des Absolut-Allmächtigen (Qadir-i Mutlaq) Wirklichkeit werden, der alles Ruhen und Bewegen, das Verhalten und alle Tätigkeiten Seiner Geschöpfe in ihren Handlungen und in ihren Äußerungen kennt und sie aufzeichnet und der sich dieses winzig kleine, so absolut schwache Menschlein zu Seinem Freund und Ansprechpartner gemacht hat und ihm eine Stellung (makam) über allen anderen Geschöpfen verleiht, indem Er dem Menschen Seine grenzenlose Güte (inayet) schenkt und ihm eine solche Bedeutung beimisst. Ich dachte darüber nach und wünschte mir eine Erklärung zu diesen beiden Punkten, d.h. die Tätigkeit einer solchen Macht und die tatsächliche Bedeutung dieses äußerlich so unbedeutenden Menschen, damit mein Glaube sich entfalte und mein Herz zufrieden

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sein möge. Und wiederum wandte ich mich an diese Ayah. Sie sagte zu mir und befahl: Achte auf das نَا (uns) in dem Wort حَسْبُنَا (unser befriedigender Anteil...) und höre, wer denn da noch mit dir zusammen mit seinen Worten (lisan-i qal) oder durch seine Haltung (lisan-i hal) dieses حَسْبُنَا (unser befriedigender Anteil...), zum Ausdruck bringt! Da bemerkte ich plötzlich, dass auch unendlich viele (große) Vögel und kleine Vögelchen, Fliegen und unzählige (große) Tiere und kleine Tierchen, viele große Bäume (und andere) Pflanzen und kleines Grünzeug genau so wie ich in der jeweils ihnen eigenen Sprache (lisan-i hal) dem Sinne nach

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

rezitieren und jeden dazu veranlassen, sich daran zu erinnern, dass sie einen Verwalter (wakil) haben, der sich für alles Lebensnotwendige verbürgt. Er erschafft hunderttausend verschiedene Sorten von Vögeln. Sie (schlüpfen) aus Eiern, die alle so ähnlich aussehen und auch so ähnlich zusammengesetzt sind; Hunderttausende Gattungen von Tieren aus (Samen)Tropfen, die einander gleichen; Hunderttausende Arten von Bäumen aus Kernen, die einander ähneln, und bringt sie (jedes Jahr) besonders aber im Frühling ohne Fehler, ohne Makel, ohne sie miteinander zu verwechseln, schön verziert, wohlausgewogen, wohlgeordnet, in den unterschiedlichsten Formen und Arten vor unseren Augen hervor, außerordentlich schnell, außerordentlich leicht, in außerordentlichem Umfang, ja in Hülle und Fülle zu Stande. Durch all dies Zusammenspiel, die Ähnlichkeiten, eine bunte Mischung (von Pflanzen und Tieren), eine gewisse Gleichartigkeit in ihrer Erschaffung (und Ausstattung) führt Er

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uns Seine Einheit (ahadiyet) und Allgegenwart (vahdet) in der Majestät und Größe Seiner Macht (qudretinin azamet) vor Augen. So verstand ich denn, dass Er uns auf diese Weise mitteilen wollte, dass es nicht möglich war, dass es bei diesem Akt göttlicher Herrschaft (fiil-i rububiyet), bei der Verfügung über die erschaffenden Kräfte (tasarruf-u Khallaqiyet), die so grenzenlos viele Wunder aufweisen, irgendeine Form von Einmischung oder Teilhaberschaft geben könnte.

Sodann wandte ich mich dem اَنَا (ich) zu, das in dem نَا (wir) von حَسْبُنَا (unser befriedigender Anteil) enthalten ist und sah, dass der Schöpfer auch mich unter vielen Tieren aus einem Tropfen (Sperma) gleich meinem Ursprung erschaffen, mich wunderbar gestaltet, mein Ohr geöffnet, mir ein Auge geschenkt, meinem Schädel ein Gehirn eingefügt, in meine Brust ein Herz versenkt und in meinen Mund eine Zunge gelegt hat, Hirn, Herz und Zunge, die Hunderte kleinster Waagschalen und Messinstrumente umfassen, damit ich mit ihnen all die Gaben und Geschenke wägen, messen und erkennen könne, die der Allerbarmer (Rahman) in den Schatzkammern Seiner Barmherzigkeit gespeichert hat. Denn Er hat für (all diese Dinge) Tausende von Geräten geschaffen, sie gestaltet und in sie (ein Programm) eingeschrieben, uns diese Schatzkammer voll zahlloser Erscheinungen Seiner Schönen Namen erschlossen und zu verstehen gegeben und ihnen Anweisungen erteilt, entsprechend der Anzahl Gerüche, Geschmacksempfindungen und Farben, um diese Geräte zu unterstützen.

Auch hatte Er in meinem Körper so viele empfindliche Sinne, Gefühle, aufs Beste ausgewogene Feinheiten des Geistes und innerliche Empfindungen in vollkommener Ordnung angelegt, und dabei alle die vielen, so kunstvollen Zellen, Organe und Organsysteme, wie sie für das menschliche Leben notwendig sind, für meinen Körper in vollkommener Weisheit erschaffen, um es mir zu ermöglichen, all die verschiedenen Arten Seiner Gnadengaben

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zu erfahren und zu verstehen und all die zahllosen verschiedenen Erscheinungen Seiner Namen zu kennen und durch meine Sinne, Gefühle und Empfindungen wahrzunehmen.

Indem Er gleich den Körpern aller Gläubigen auch diesen meinen armen Körper, der doch als so unwichtig erscheint, zu einem empfindsamen Kalender, einem Tagebuch des Universums gemacht, zu einem leuchtenden Musterexemplar des Kosmos, einem verkleinerten Abbild unserer Welt, einem deutlich sichtbaren Wunder Seiner Kunstfertigkeit erschaffen hat, gleich einem Kunden, der wie ein Brunnen nach jeder Art Seiner Gnadengaben verlangt, gleich einem Ort, an dem alle Leitungen über die Durchführung der Gesetze Seiner göttlichen Herrschaft (Rububiyet) zusammenfließen, einer Liste, einem Inhaltsverzeichnis gleich einem Gartenmodell mit all Seinen Gaben und den Blumen Seiner Weisheit (Hikmet) und Barmherzigkeit (Rahmet) und zu einem verständnisvollen Partner (muhatab) für die Ansprache (hitabat) des Hochgelobten (Subhan), so hat Er mir auch das Leben in meinem Körper geschenkt, um meinen Daseinsbereich (vudjud) als Sein größtes Geschenk (ni'met) zu erweitern und mit ihm zu wachsen. Denn durch das Leben kann sich das Gnadengeschenk meines Daseins (vudjud) entfalten bis ans Ende der Bezeugten Welt.

Er hat mir auch meine Menschlichkeit verliehen, damit sich das Gnadengeschenk meines Daseins in der physischen wie in den metaphysischen Welten entfalten möge, und so durch die dem Menschen eigenen Sinnesorgane den Weg geöffnet, um von allen weiten Tischen meinen Nutzen zu ziehen.

Auch hat Er mir den Islam (islamiyet) geschenkt. Durch diese Islamiyet hat sich das Gnadengeschenk meines Daseins bis ans Ende der bezeugten wie der unsichtbaren Welt ausgedehnt.

Er hat mir auch einen sicheren und wahrhaftigen Glauben (iman-i tahqiq) verliehen.

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Durch diesen Glauben umspannt das Gnadengeschenk meines Daseins die ganze diesseitige Welt (dunya) und das Jenseits (akhira).

Auch hat Er mir die Erkenntnis (ma'rifet) und die Liebe (muhabbet) aus dem Glauben gegeben. Durch diese Erkenntnis (ma'rifet) und die Liebe (muhabbet) hat Er mir mit dem Gnadengeschenk meines Daseins einen Rang verliehen, von dem aus ich meine Hand ausstrecken möge, um durch Lobpreisungen Segnungen auf allen Ebenen zu ernten, von den Ebenen des Möglichen bis zur Welt des Notwendigen und den Ebenen der Namen Gottes.

Er hat mir im Besonderen auch das Wissen aus dem Qur'an gegeben und die Weisheit aus dem Glauben, durch welches Gnadengeschenk Er mir eine Überlegenheit über so viele Geschöpfe gegeben hat.

Auch hat Er mir vielseitige Fähigkeiten gleich den oben erwähnten verliehen, wodurch ich ein vollkommener Spiegel Seiner Einheit (ahadiyet) und Einzigartigkeit (samadiyet) sein und mit einem universellen Gottesdienst Seiner alles umfassenden heiligen Herrschaft (rububiyet) antworten möge.

In Übereinstimmung aller Heiligen Schriften, Bücher und Erlasse, die Er durch Seine Propheten den Menschen offenbart hat und im Einklang mit allen Propheten, Heiligen und Theologen (auliya ve asfiya), kauft Er mein Dasein, mein Leben und meine Seele (nefs), die, wie die Aussage einer Ayah im Qur'an bestätigt, mir als Unterpfand (emanet), als Seine Gabe (hediye) anvertraut worden sind, damit ich sie nicht sinnlos in meinen Händen halte und sie verloren gingen. Er hat ja des öfteren in einer absolut verlässlichen Weise versprochen und versichert, dass Er sie aufbewahren wolle, um sie dann wieder zurückzugeben, und dass Er als Preis die Ewige Glückseligkeit und das Paradies dafür geben wolle. Das habe ich mit wissenschaftlicher Gewissheit (ilme l-yaqien) und in vollkommenem Glauben verstanden.

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In dieser Weise wurde ich auch durch die Ayah vom "Befriedigenden Anteil" (Ayet-i Hasbiye) unterrichtet, dass mein Versorger (Rabb), der majestätische und freigiebige Herr (Dhat-i Dhu-l'Djelal-i ve l'Ikram), der in Seinem Namen "der Eröffner (Fattah)" die Formen Hunderter und Tausender Arten von Tieren und Pflanzen aus einigen wenigen Samentropfen und -körnern mit der äußersten Leichtigkeit, Geschwindigkeit und Vollkommenheit entwickelt und, wie bereits oben erwähnt, dem Menschen diese erstaunliche Bedeutung verleiht, ihn zum Mittelpunkt aller bedeutenden Werke Seiner Herrschaft (Rububiyet) macht, auch die Wiederversammlung zu Stande bringen, uns das Paradies erschaffen und die Ewige Glückseligkeit schenken, was genauso leicht und in absolut zuverlässiger Weise durch Ihn geschehen wird, wie Er auch den kommenden Frühling erschafft. Wäre es möglich, würde ich mit den Zungen aller Geschöpfe erklären

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

Da dies aber nicht möglich ist, erkläre ich dies als meine Absicht (bin-niyet), meine Vorstellung (bit-tassauvur), als ein Ideal (bil-hayal). Und in diesem Sinne möchte ich es immer und immer wieder und in alle Ewigkeit wiederholen.

Vierte Stufe der leuchtenden(Ayah)vom "befriedigenden Anteil":

In einer Zeit, da mich das Alter, die Fremde, Krankheit, Niederlagen und dergleichen Zustände, die mein ganzes Dasein (vudjud) erschütterten, fast im Schlaf (ghafla) überraschten und ich schmerzlich befürchtete, dass mein ganzes Dasein, dem ich so sehr verbunden und in das ich geradezu verliebt war, ja die gesamte Schöpfung aus dem Dasein in das Nichtsein hinübergleiten werde, wendete ich mich wieder an diese Ayah vom "befriedigenden Anteil" (Ayet-i Hasbiye).

Sie sagte zu mir: "Achte einmal darauf, was ich (die Ayah)

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bedeute und schaue einmal durch das Fernglas des Glaubens!" Ich schaute und sah mit dem Auge des Glaubens, dass mein Dasein (vudjud), so winzig klein und unbedeutend es auch sein mag, dennoch Spiegel eines grenzenlosen Seins (vudjud) ist, und ein Mittel, sich über alle Grenzen hin auszudehnen, auf diese Weise noch unendlich viele weitere Daseinsformen (vudjud) hinzuzugewinnen und so diese vielen verschiedenen ewig bestehenden Daseinsformen (vudjud) als eine Frucht hervorzubringen, die sogar noch wertvoller ist als mein (eigenes, privates, kleines) Dasein (vudjud), das dennoch ein Wort der Weisheit (hikmet) ist, das (von Gott) seinen Ausgang nimmt, wodurch ein einziger Augenblick meines Lebens den Wert ewigen Seins (vudjud) besitzt. Dies habe ich mit wissenschaftlicher Gewissheit (ilme-l'yaqin) erkannt. Denn indem ich verstand, dass mein Dasein aus dem Bewusstsein im Glauben eine Spur, ein Kunstwerk ist, eine Erscheinungsweise dessen, der da notwendigerweise sein muss (Vadjibu-l'Vudjud), und so aus den grenzenlosen Finsternissen meiner Ängste in der Einsamkeit errettet und von den Schmerzen so unendlich vieler Scheidungen und Trennungen befreit wurde, erkannte ich, dass in der vorübergehenden Trennung von der gesamten, so geliebten Schöpfung (Gottes), besonders aber Seinen lebenden (Geschöpfen), zu denen ich nach der Anzahl der Taten und der Namen Gottes brüderliche Beziehungen (rabita) angenommen hatte, ein beständiges Zusammensein mit ihnen liegt.

Es ist ja doch bekannt, dass Männer, die miteinander im gleichen Dorf, der gleichen Stadt, dem gleichen Land leben, zum selben Regiment gehören, oder durch einen ihnen gemeinsamen Kommandeur, einen Lehrer (ustadh) miteinander verbunden (rabita) sind, ein Gefühl brüderlicher Liebe, Freundschaft oder Kameradschaft zueinander empfinden, während diejenigen, die solche Bindungen entbehren müssen, ständig Kummer und Leid in Finsternis erleben. Auch Früchte eines Baumes, hätten

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sie ein Bewusstsein, sie würden sich als Geschwister, als Gleichberechtigte, als Kameraden und Beschützer füreinander fühlen. Gäbe es diesen Baum nicht, oder würden (die Früchte vom Baum) abgepflückt, so würde jede von ihnen sich nach der Anzahl der Früchte als getrennt empfinden.

So gewinnt denn auch mein eignes Dasein (vudjud), wie das eines jedes Gläubigen, durch den Glauben (iman) und die Verbundenheit, die aus dem Glauben erwächst, ohne jedes Getrenntsein die Lichter unendlich vieler Daseinsformen (vudjud); und auch wenn es schließlich von dannen geht, (wenn also der Körper vergeht), ist es (= mein Sein) zufrieden, wenn alle anderen hinter ihm zurückbleiben, so als wäre es selbst dageblieben. Darüber hinaus ist das Sein (vudjud) aller lebenden Wesen, besonders aber der geistbeseelten (ruh), wie dies bereits im Vierundzwanzigsten Brief dargelegt und mit vollkommener Sicherheit bewiesen worden ist, gleich einem Wort. Es wird ausgesprochen und niedergeschrieben; danach verschwindet es wieder. Doch anstelle des eigenen Daseins (vudjud) lassen sie viele andere Daseinsformen (vudjud) hinter sich zurück, die sie nun (gewissermaßen) als eine Daseinsform (vudjud) zweiten Grades zählen können, nämlich ihre Bedeutungen, ihre Bilder (die sie hervorrufen = mithal) und Gleichnisse (surah), ihre Resultate (die sie bewirken) und, wenn sie segensreich (mubarak) sind, ihre Belohnungen (sevab) und ihre Wahrheit (haqiqat). Erst dann verschwinden sie hinter dem Vorhang.

In gleicher Weise verbleiben, nachdem ich, gleich allen anderen lebeit n Wesen (vudjud), soweit sie beseelt (ruh) sind, meine äußerliche Hülle (vudjud) verlassen habe, meine Seele (ruh), ihre Bedeutung, ihre Wahrheit (haqiqat), ihr Bild (mithal), das Ergebnis ihres irdischen Lebens und dessen jenseitige Früchte als individuelle Merkmale ihres Wesens (mahiyet) erhalten. Und so werden auch ihre Charaktereigenschaften und ihre Bilder (surah)

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im Gedächtnis (hafidh), auf der Wohlverwahrten Tafel (lauh-i mahfudh), auf Filmen mit immerwährenden Szenen, in Ausstellungen ewig währenden göttlichen Wissens (ilm), in den Geschichtsbüchern der Werke ihres natürlichen (fitri) Lobpreises (Gottes), {z.B. der Gesang der Vögel (A.d.Ü.)} worin sie sich selbst darstellen und die ihnen Ewigkeit (beqa) verleihen, in den Erscheinungen der Namen Gottes und den natürlichen Antworten auf deren Notwendigkeiten {z.B. Gefühle, die die Namen Gottes auslösen und die natürlichen Reaktionen auf diese Gefühle (A.d.Ü.)} als Spiegelerscheinungen (vudjud) im Umkreis dieser Namen und dergleichen mehr Daseinsformen (vudjud) im übertragenen Sinne, die statt ihrer erhalten bleiben und die noch wertvoller sind als ihr (bisheriges) äußeres Dasein (vudjud) aufbewahrt. Sodann gehen sie (= ihre Körper) dahin. Dies habe ich als wissenschaftliche Gewissheit (ilme-l'yaqin) erfahren.

So kann man denn im Glauben und im Bewusstsein und in der Verbundenheit mit dem Glauben seinen Anspruch auf diese oben erwähnten ewig bestehenden (baqi) Daseinsformen (vudjud) im übertragenen Sinne erheben. Wem dieser Glaube fehlt, der geht - all dieser anderen Daseinsformen beraubt, wenn sein äußerliches Dasein (= sein Körper) in jenen Abgrund des Nichtseins hinabstürzt - zugleich auch selbst mit ihm zu Grunde.

Einmal zur Frühlingszeit wurde ich sehr traurig darüber, dass die Blumen so rasch wieder verwelkten. Ja diese zarten (Pflanzen und ihre Frühlingsblüten) taten mir wirklich leid. Doch die oben erwähnte Glaubenswahrheit zeigt, dass diese Blumen Samenkörner in der Welt der Bedeutungen sind und, wie wir bereits oben erwähnt haben, einen Baum darstellen, der neben ihrem Geist (ruh) alle diese Daseinsformen (vudjud) als seine Früchte trägt, oder, wenn wir das Sein (Vudjud) als Licht (Nur) betrachten, einer Ähre gleichen, die hundertfältige Frucht hervorbringt.

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So geht ihre äußerliche Erscheinungsform (vudjud) nicht verloren, sie verbirgt sich nur. Ferner sind sie die reale Erscheinung ihrer Art, die ewig (baqi) besteht und sich beständig erneuert. Die Daseinsformen des vergangenen Frühlings, wie Blätter, Blüten und Früchte sind die gleichen, die auch in diesem Frühling (wieder erscheinen). Ihr Unterschied ist nur ein scheinbarer. Und so verstand ich, dass selbst dieser scheinbare Unterschied nur dazu dient, diesen Worten der Weisheit, diesen Ausdrücken der Barmherzigkeit und Präpositionen der Macht (qudret) sehr viele, ganz verschiedene neue Bedeutungen zu geben. Und statt zu klagen, sagte ich: "Wie wunderbar ist doch, was Gott hier beabsichtigt hat (masha-a'llah)! Gott sei gepriesen (baraka'llah)!"

So verspürte ich denn, wenn auch nur von Ferne, im Bewusstsein des Glaubens, im Glauben verbunden (rabita) und vom Standpunkt dieser Verbundenheit mit dem Meister, der Himmel und Erde gemacht hat, betrachtet und das entsprechende Bewusstsein vorausgesetzt, welch eine Quelle des Stolzes und der Ehre es ist, das Kunstwerk jenes Künstlers zu sein, der die Himmel und die Erde gemacht und sie mit Sternen und mit Blumen und anderen schönen Geschöpfen geschmückt hat und mit einem jeden Seiner Kunstwerke hundert verschiedene Wunder vorführt, und wie kostbar und einzigartig es ist, von einem so unendlich wunderbaren Meister gemacht zu sein. Die (unten stehende) Ayah belehrte mich im Besonderen, wie dieser so unendlich wunderbare Meister in dieses kleine Büchlein des Menschen dieses gewaltige Buch Seiner weiten Himmel und Erden einträgt, ja den Menschen dazu erwählt hat, eine perfekte Zusammenfassung dieses Buches zu sein, und welch große Ehre (sheref), welche Vollendung (kemal) es für den Menschen bedeutet und welch eine Möglichkeit (sich damit für ihn erschließt), zu seinem (eigentlichen) Wert zu gelangen, und dass durch sein Verhältnis zum Glauben, sein Bewusstsein und seine Verbundenheit (mit Gott) er diese

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Ehre erlangen könne. Und so sagte ich denn in der Absicht (niyah) und Vorstellung (tassauvur) mit den Stimmen allen Daseins:

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{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

Fünfte Stufe der leuchtenden(Ayah)vom "befriedigenden Anteil":

Wieder einmal wurde mein Leben durch besonders schwere Umstände erschüttert. Das lenkte meinen Blick auf mein Leben und seine Spanne; und diese Spanne schwand schnell dahin. Das Jenseits rückte näher und so neigte sich mein Leben unter dem Druck der Verhältnisse seinem Verlöschen zu. Doch ich dachte schmerzlich darüber nach, dass das Leben auf Grund seiner bedeutenden Aufgaben (vazife), seiner großen Vorzüge, seiner Kostbarkeiten und der Nutzanwendungen, wie sie in meiner Abhandlung über den Namen «Hayy» (der Lebendige) erklärt wurden, es verdiente, sehr lange zu währen und nicht so schnell einfach wieder zu verlöschen. Wieder wandte ich mich meinem Lehrmeister (ustadh), der Ayah

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{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

zu. Sie sagte zu mir: "Betrachte das Leben (mit den Augen) des Lebendigen, des Beständigen (Hayy-i Qayyum), der dir das Leben gab. Da betrachtete ich es und erkannte: Wenn mein Leben, von mir aus betrachtet nur ein Einfaches ist, so ist es in den Augen des Lebendigen, der das Leben schenkt (Hayy ve Muhyi) ein Hundertfaches. Ist es in den Ergebnissen, die ich mir selbst zuschreiben kann, ein Einfaches, so ist es in dem, was meinem Schöpfer zuzuschreiben ist, ein Tausendfaches. In dieser

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Hinsicht erfordert es keine lange Zeit, sondern gar keine Zeit. Nur einen Augenblick zu leben, genügt bereits. Diese Wahrheit wurde in der Risale-i Nur bereits an Hand von Beweisen besprochen und soll daher hier nur in vier Fragestellungen kurz erklärt werden.

Erste Fragestellung:

Ich betrachtete das Wesen des Lebens (Hayy), seine Realität (haqiqat) und die Art und Weise, wie es auf den Lebendigen und Beständigen (Hayy-i Qayyum) ausgerichtet ist und erkannte: Mein Leben war seinem Wesen nach ein Schlüsselkasten, um die Schätze der Göttlichen Namen zu öffnen, eine kleine Landkarte, die mich zu (ihren verschiedenen) Erscheinungsweisen hin dirigiert, eine Liste dieser Manifestationen, eine Waage und ein hochempfindliches Messinstrument für die großen Wahrheiten des Kosmos, ein Wort der Weisheit (hikmet), niedergeschrieben, um die bedeutungsvollen und so kostbaren Namen des Lebendigen und Beständigen (Hayy-i Qayyum) zu kennen und bekannt zu geben, zu verstehen und verständlich zu machen. Auf diese Weise gewinnt die Realität des Lebens einen tausendfachen Wert und eine Stunde die Bedeutung einer ganzen Lebensspanne. Hinsichtlich seiner Beziehung zum Herrn der Ewigkeit (Dhat-i Edheliye), der keine Zeit kennt, zählt nicht die Länge noch Kürze (der Zeit).

Zweite Fragestellung:

Ich betrachtete die wahren Rechte des Lebens und sah: Mein Leben ist ein Brief meines Herrn.

{eine Mitteilung Gottes an mich (A.d.Ü.)}

Er lädt alle mit Bewusstsein begabten Geschöpfe, die meine Brüder sind, dazu ein, ihn

{die Botschaft Gottes, die das Leben ist, das Er mir geschenkt hat. (A.d.Ü.)}

zu lesen. Er ist eine Hohe Schule, um seinen Schöpfer kennen zu lernen. Zudem ist er ein Manifest, um die Vollkommenheit (kemalat) meines Schöpfers zu verkünden. Und nachdem ferner das Leben sich selbst wissentlich mit den kostbaren

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Geschenken und Auszeichnungen schmückt, die es von dem Schöpfer des Lebens erhalten hat, zeigt es sich in der täglich wiederkehrenden Parade selbstbewusst, dankbewusst, zu Dank verpflichtet und gläubig seinem unvergleichlichen König (in diesem Schmuck). Und ferner versteht, bezeugt und verkündigt es so bezeugend alle die guten Gaben, die die unzähligen Lebewesen von ihrem Schöpfer empfangen haben, zählt sie auf und lobpreist (Gott) für Seine Geschenke in Dankbarkeit. Und ferner werden alle Schönheiten und Vorzüge der Herrschaft (rububiyet) des Lebendigen und allzeit Beständigen (Hayy-i Qayyum) in verbalem (lisan-i qal) wie nonverbalem Ausdruck (lisan-i hal) und im Ausdruck unseres Dienstes und unserer Anbetung (lisan-i ubudiyet) bekannt gemacht. Wie aber dergleichen hohe (und ewige) Rechte des Lebens (hayat) keine lange Zeit beanspruchen und zugleich das Leben tausendfach erhöhen, so sind sie auch hundertmal wertvoller als die Rechte dieses irdischen Lebens. Dies habe ich mit wissenschaftlicher Gewissheit (ilme-l'yaqin) erkannt und gesagt: "Gepriesen sei Gott (Subhanallah)!" Wie wertvoll und lebendig ist doch der Glaube! Wo immer er eintritt, bringt er Leben. Ein Funke (dieses Glaubens) verwandelt dieses flüchtige Dasein in ein ewiges (baqi) Leben und wischt so die Vergänglichkeit auf ihm hinweg.

Dritte Fragestellung:

Ich betrachtete die natürlichen Aufgaben (fitri vazife) meines Lebens und seinen immateriellen Nutzen (manevi faide), der auf den Schöpfer (Khaliq) meines Lebens hin ausgerichtet ist, und erkannte: Mein Leben dient in dreifacher Hinsicht dem Schöpfer meines Lebens als Hintergrund (für Seine Offenbarungen):

Die erste Hinsicht:

Mein Leben dient in seiner Ohnmacht (adjz), Schwäche (da'if), Armut (fakr) und Not als Hintergrund (für die Offenbarung) Seiner Macht (quvvet) und Stärke (qudret), Seines Reichtums (ghina) und Erbarmens (rahmet). Im gleichen Grade wie der Genuss beim Essen dem Grad des Hungers proportional ist, die Abstufungen des Lichtes den Stufen der Finsternis und der Maßstab der Wärmegrade

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dem der Kältegrade, so verstand ich denn in der Tat auf gleiche Weise in der grenzenlosen Schwäche (adjz) und Armseligkeit (fakr) meines Lebens die grenzenlose Macht (qudret) und Barmherzigkeit meines Schöpfers, der meine grenzenlose Bedürftigkeit aufhebt und mir meine unendlich vielen Feinde vertreibt. Und ich erkannte, dass die Anfrage (sual), das Gebet (dua), meine Zuflucht, meine Niedrigkeit, mein Dienst und meine Anbetung meine Aufgabe sind und nahm sie auf mich.

Die zweite Hinsicht:

In meinem Leben dienen mein persönliches Wissen und Wollen, mein Hören und Sehen und dergleichen Fähigkeiten als Hintergrund für die universellen und allumfassenden Eigenschaften (sifat) meines Schöpfers und Seine Beweggründe (shu'unat). Anhand der vielen Fähigkeiten, die ich in meinem eigenen Leben und bewusstem Tun erfahren habe, wie Wissen, Hören, Sehen, Sprechen und Wollen, verstand ich in der Tat etwa in dem Grade wie sich meine eigene Größe zu der des Universums verhält, nur in weit größerem Maßstab das allumfassende Wissen (ilim) und Wollen (irade), Hören und Sehen, die Macht (qudret), aber auch das Leben und dergleichen Fähigkeiten und Wesensmerkmale Gottes, Sein Wohlgefallen (muhabbet), Seinen Zorn (ghadab) und Sein Erbarmen (shefqat) und dergleichen Beweggründe Gottes. Dies habe ich im Glauben befestigt und bestätigt und so noch einen weiteren Weg zur Erkenntnis (marifet) gefunden.

Die dritte Hinsicht:

Mein Leben ist der Hintergrund für die Schönheiten und Erscheinungen der göttlichen Namen. Jedes Mal, wenn ich mein Leben und meinen Körper betrachtete, sah ich hundert verschiedene Arten wunderbarer Taten, Kunstwerke und allerlei Verzierungen, und darüber hinaus beobachtete ich, dass ich mit aller Liebe (shefqat) ernährt wurde. Und so verstand ich denn im Lichte des Glaubens, wie außergewöhnlich freundlich und freigiebig, wie so voll Erbarmen, aber auch wie geschickt jener ist, der mich erschaffen hat und der mir das

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Leben geschenkt hat, wie wunderbar Seine Macht ist und wie, wenn ich das einmal so sagen darf, effizient, erfinderisch und vorausschauend. Und ferner verstand ich nun auch die (Bedeutung) der natürlichen Aufgaben, die Ziele der Schöpfung und die Ergebnisse, welche das Leben zustande bringt, wie das Lob Gottes, Seine Heiligung, Preis und Dank, Seine Verherrlichung, die Ehrfurcht vor Ihm, die Verkündigung Seiner Größe, die Bestätigung Seiner Einheit (Tauhid) und Einzigartigkeit Seiner Gottheit (tehlil). Und ich verstand mit wissenschaftlicher Gewissheit (ilme-l'yaqin), dass der Sinn des Lebens das wertvollste Geschöpf im Universum zum Ziel hat, das Geheimnis der Unterordnung unter dieses Ziel und welche Weisheit darin liegt, dass jeder eine geradezu leidenschaftliche Sehnsucht nach dem Leben hat und der Glaube das Leben allen Lebens ist.

Vierte Fragestellung:

Um zu sehen, worin die wahre Freude und Glückseligkeit in meinem Leben besteht, betrachtete ich die Ayah

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

und erkannte: Die reinste Freude und das lauterste Glück liegt im Glauben. Das heißt, mein sicherer Glaube, dass ich ein Geschöpf, Kunstwerk und Diener (memluk) des Allbarmherzigen Herrn (Rabb-i Rahim) bin, der mich erschaffen und mir das Leben geschenkt hat, der mich genährt und aufgezogen hat und dem ich allzeit vor Augen bin, dessen ich ständig bedarf, der zugleich mein Herr (Rabb) und mein Gott (Ilah) ist und der von einem solchen Wohlwollen (merhamet) und einer solchen Liebe (shefqat) ist, ist mir eine so vollkommene, bleibende (kafi ve vafi), furchtlose Freude und Glückseligkeit, dass sie sich gar nicht beschreiben lässt. Und so verstand ich denn auf Grund dieser Ayah, wie sehr hier doch das Stoßgebet:

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اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلٰى نِعْمَةِ الْاِيمَانِ

{"Lob und Preis sei Gott für die Gnade meines Glaubens."}

am rechten Platz ist.

So zeigen denn diese "Vier Fragestellungen", welche sich auf die Wirklichkeit (haqiqat), die Rechte (huquq) und Pflichten (vazife) und die inneren Freuden (manevi lezzet) des Lebens beziehen, dass, je mehr das Leben auf den Allzeit Lebendigen und Beständigen Herrn (Dhat-i Baqi-i Hayy-i Qayyum) ausgerichtet ist und je mehr der Glaube das Leben und der Geist (ruh) des Lebens wird, desto beständiger (beqa) wird es und desto mehr beständige (baqi) Früchte bringt es hervor. Mehr noch: Es wird dadurch so sehr erhöht, dass es eine Erscheinung der Ewigkeit annimmt. Daher achtete ich nun nicht mehr darauf, ob eine Lebensspanne kurz oder lang sei, zog meine Lehre aus dieser Ayah und sagte in diesem Sinne (niyet), mit dieser Vorstellung (tassauvur), dieser Idee (hayal) im Namen allen Lebens und aller lebenden Wesen:

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

Sechste Stufe der leuchtenden(Ayah)vom "befriedigenden Anteil":

Zu einer Zeit, in der mich mein Alter inmitten der Ereignisse der Endzeit an (meinen eigenen Abschied vom Leben), meine persönliche Trennung (von dieser Welt) gemahnt, (Ereignisse, die nun ihrerseits) die Zerstörung der Welt mit einer allgemeinen Trennung (als deren Folge) verkünden, und meine Seele in diesem letzten Abschnitt meines Lebens (ömür) mit außerordentlicher Sensibilität und mit allen Sinnen meines Wesens (fitrat) die Schönheiten zu verehren und alles Gute zu lieben und sich für die Vollkommenheit zu begeistern

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begann, sah ich mit ungewöhnlicher Klarheit und großem Schmerz, dass Untergang und Verfall diese schöne Welt ständig zerstören, Tod und Vernichtung diese Schöpfung in all ihrer Schönheit immer wieder zertrennen, sie in fürchterlicher Weise beständig zerspalten, zerreißen und ihre Schönheit vernichten.

Als ich nun nach einem Trost suchte, weil meine Natur in ihrer rein irdischen Liebe sich heftig einer derartige Lage widersetzte, ja geradezu auflehnte, nahm ich abermals Zuflucht zu dieser Ayah. Sie sagte zu mir: "Rezitiere mich (= diese Ayah) und untersuche meine Aussage aufmerksam (= was diese Ayah dir mitteilen will)."

Auch betrat ich das Observatorium jener Ayah in der Sure «en'Nur» (das Licht),

اَللّٰهُ نُورُ السّمَوَاتِ وَ الْاَرْضِ

{"Gott ist das Licht der Himmel und der Erde. Usw..." (Sure 24, 35)}

richtete das Fernglas des Glaubens auf die fernsten Ebenen der Ayah "Befriedigenden Anteil" (Ayet-i Hasbiye), betrachtete durch das Mikroskop des Glaubensbewusstseins seine (letzten, kaum) noch sichtbaren Geheimnisse und erkannte: Wie Spiegel, Glasstückchen und andere glänzende Gegenstände, ja sogar Wasserbläschen die unterschiedlichsten, ja selbst noch verborgenen Schönheiten der Sonnenstrahlen, ihre vielfältige Schönheit in den sieben Farben (des Regenbogens) aufzeigen und in ihren stets sich erneuernden Bewegungen, in ihren unterschiedlichen Möglichkeiten, das Licht zu brechen (und seine verschiedenen Farben wiederzuspiegeln) diese Schönheiten und ihre anmutigen Erscheinungen immer wieder neu darstellen, genauso kommen und gehen diese schönen Kunstwerke, diese süßen Geschöpfe, alles Sein in der (ihm eigenen) Vollkommenheit, ohne sich aufzuhalten, um für die heilige Schönheit des majestätischen Schönen (Djemil-i Dhu l-Djelal), der die Sonne aller Ewigkeiten ist, und für die immerwährenden Schönheiten Seiner grenzenlos schönen

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Namen und für die Erneuerungen ihrer Erscheinungen als Spiegel zu dienen. Alle Schönheit, die in ihnen sichtbar wird, ist nicht ihr Eigentum, vielmehr Zeichen einer immerwährenden, heiligen, absoluten und reinen Schönheit, die sich ständig offenbart und sich durch ihre Besonderheiten in ihrer ganzen, blitzenden (und funkelnden) Erscheinung bekannt machen will. Besonders kräftige Beweise dazu wurden in einer Abhandlung der Risale-i Nur eingehend erklärt. Hier wollen wir nun drei dieser Zeugnisse kurz erklären:

Erstes Zeugnis:

Gleich wie die Schönheit eines gut verarbeiteten Werkes auf die Schönheit seiner Verarbeitung, die Schönheit seiner Verarbeitung aber auf das Gütesiegel des Namens dessen, von dem dieses schöne Kunstwerk stammt und auf den seine Schönheit hinweist, das Gütesiegel des Namens der Kunstfertigkeit des Meisters auf die Schönheit der Eigenschaften, die diesem Kunstwerk zugehörig sind, und die Schönheit seiner Eigenschaften auf die Schönheit seiner Fähigkeiten und Talente und die Schönheit seiner Fähigkeiten ganz offensichtlich und auf absolut sichere Weise auf die Schönheit seines Wesens und seiner Wahrheit verweist, so verweist in gleicher Weise auch die Schönheit in allem Sein, die den Kosmos vom Aufgang bis zum Niedergang erfüllt und jedes einzelne Schöpfungswerk in all seiner Schönheit auf die Schönheit aller Werke des Ruhmreichen Künstlers (San'akar-i Dhu l-Djelal), die Feinheit und Schönheit in allem, was er tut, aber ohne Zweifel auf das Gütesiegel, das sich auf alles bezieht, was er verfertigt, d.h. auf die Erlesenheit und Schönheit, für die Sein Name steht, was aber die Schönheit und Eleganz Seiner Namen betrifft, so bezeugen sie mit Sicherheit die Schönheit und Eleganz Seiner heiligen Attribute (qudsi sifat), welche die Quelle jener Namen sind. Was aber die Schönheit und Eleganz Seiner Eigenschaften betrifft, so bezeugen sie mit Sicherheit die Schönheit und Eleganz Seiner Wesensmerkmale (shuunat-i dhatiye), welche der Urgrund all Seiner Eigenschaften sind. Was aber die Schönheit und

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Eleganz Seiner Wesensmerkmale (shuunat-i dhatiye) betrifft, so bezeugen sie mit einer ganz offenkundigen, völligen Sicherheit die Schönheit und Eleganz des Wesens, das allen Seinen Tätigkeiten, Namen und Attributen zu Grunde liegt, die geheiligte Vollkommenheit jener Essenz und die geheiligte Schönheit Seiner Wahrheit. Das aber heißt, dass der Meister in Seiner Schönheit (Sani-i Dhu-l'Djemal) eine so grenzenlose Schönheit und Eleganz haben muss, wie es Seines heiligen Wesens (Dhat-i Aqdes) würdig ist, sodass deren Abglanz das ganze Sein vom Aufgang bis zum Niedergang verschönert. Er muss eine so reine und heilige Schönheit haben, dass dessen Erscheinung den Kosmos ganz und gar verschönert und das gesamte Reich der Möglichkeiten mit den Funken dieser Schönheit und Eleganz verziert und erleuchtet.

In der Tat ist es nicht möglich, dass ein Werk ohne jedes Zutun zum Abschluss gebracht werden könnte, ebenso wie auch eine Tätigkeit nicht sein kann, ohne den, der sie tut. Und ebenso wie es keine Namen geben kann, ohne den, welchen sie benennen, so kann es auch keine Bezeichnung (sifat) geben, ohne den, der durch sie bezeichnet wird. Denn da das Vorhandensein eines Kunstwerks und ein jedes Wirken ganz offensichtlich auf das Vorhandensein eines Künstlers verweist, durch dessen Zutun das Werk zu Stande gekommen ist, so bezeugt es auch das Vorhandensein der Eigenschaft und des Namens, demzufolge das Werk, die Arbeit und sein Gütesiegel zu Stande gekommen sind. Die Vollkommenheit und Schönheit des Werkes wiederum verweist auf eine Vollkommenheit und Schönheit, wie sie der Anfertigung (dieses Kunstwerks) entspricht. Dies verweist ebenso mit wissenschaftlicher Sicherheit (ilme l-yaqien) auf eine Vollkommenheit und Schönheit, wie sie dem Wesen (des Herrn = dhat) angemessen ist und der Echtheit (haqiqat) (in seinen Werken) entspricht.

In gleicher Weise ist es auch unmöglich, dass hinter diesen Kunstwerken ständig eine Kraft (faaliyet-i daime), gewissermaßen wie hinter einem Schleier verborgen, wirken könnte, ohne

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dass dort jemand am Werk wäre, und die Erscheinungsformen und Verzierungen der Namen, deren Erscheinungen wir auf diesen Kunstwerken mit eigenen Augen sehen können, ohne den sein können, den (diese Namen) bezeichnen. Unmöglich ist es auch, dass Attribute (sifat) wie Macht (qudret) und Wille (irade), die wir in einem solchen Grade wahrnehmen, dass wir sie sogar bezeugen können, ohne ihren Träger (mausuf) sein könnten. Alle Werke (der Schöpfung) im gesamten Kosmos und alles Sein (makhluk) und all die unendlich vielen so kunstvollen Formen des Daseins (vudjud) bezeugen ganz offensichtlich das Dasein dessen, der sie geschaffen hat, die Gegebenheit (vudjud) all Seiner Namen, die Gegebenheit all Seiner Attribute (ausaf), die Gegebenheiten Seiner Beweggründe (z.B. Seine Liebe, unseren Gefühlen vergleichbar) und das Seinsnotwendige Dasein (vudjub-u vudjuduna) der Heiligkeit des Wesens (Dhat-i Aqdes) des Schöpfers (Khaliq) und Künstlers (Sani'), der alles bewirkt und weisen mit völliger Sicherheit darauf hin.

In gleicher Weise bezeugen all die verschiedenen Erscheinungsformen Seiner Vollkommenheit, Schönheit und Anmut, die wir in all Seinen Kunstwerken wahrnehmen können, ganz offensichtlich die unendliche Vollkommenheit und grenzenlose Schönheit Seiner Handlungen, Namen, Attribute und Beweggründe, die (Vollkommenheit) des Herrn (Dhat) und Meisters in Seiner Majestät (Sani-i Dhu-l'Djelal) und weisen mit einer völligen Sicherheit auf sie hin, so wie sie (dieser Erscheinungsformen) würdig und angemessen ist, der Notwendigkeit Seines Seins (vadjibiyet) und Seiner Heiligkeit (qudsiyet) gebührt und über den ganzen Kosmos (ausgebreitet ist).

Zweites Zeugnis:

Besteht aus fünf Punkten.

Erster Punkt:

Alle führenden Kenner der Wahrheit, kommen trotz aller Unterschiede und Verschiedenheiten in ihren Wegen und Methoden (meshreb ve meslek) dennoch einstimmig zu dem Urteil und bekennen auf Grund ihrer meditativen Wahrnehmungen und geistigen Entdeckungen (keshf) übereinstimmend,

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dass die Schönheit und Eleganz in allem Sein der Abglanz und Funke einer geheiligten Schönheit und Eleganz und eine hinter einem Schleier (verborgene) Erscheinung des Herrn ist, der da notwendigerweise sein muss (Dhat-i Vadjibu-l'Vudjud).

Zweiter Punkt:

Alles, was einmal erschaffen wurde, erscheint in all seiner Schönheit gleich Karawanen, die unaufhaltsam kommen und gehen, verschwinden (fena) gleich wie in einem Tunnel und gehen zu Grunde. Doch eine erhabene, unwandelbare Schönheit erscheint und bringt sich selbst im Spiegel der Schöpfung zur Darstellung und bringt durch ihr fortwährendes Immer-wieder-in-Erscheinung-treten mit Gewissheit zum Ausdruck, dass ihre Schönheit nicht Eigentum dieser schönen (Schöpfung) und ihre Anmut (Djemal) nicht dem Spiegel zu eigen ist. Vielmehr ist die Schönheit in den Sonnenstrahlen, die wir in den Wassertropfen erblicken, die über die Wellen tanzen, das Licht einer ewigen (sermedi) Schönheit (Djemal).

Dritter Punkt:

Es ist ja ganz klar, dass, sowie das Licht von dem kommt, der das Licht ausstrahlt, das Sein (vudjud) in jedem Fall von dem gegeben wird, der (in sich selbst) der Seiende (maudjud) ist, die Großmut (ihsan) von dem kommt, der reich (ghani) ist, die Freigiebigkeit von dem, der ein Vermögen hat, der Unterricht (talim) von dem, der über das Wissen (ilim) verfügt. So kann auch die Güte nur von dem verliehen werden, der (selbst) die Güte ist, Anmut nur von dem, der (selbst) die Anmut ist, und Schönheit (djemal) nur von dem, der (selbst) die Schönheit ist. Anders kann es nicht sein. Und so geschieht es denn auf Grund dieser Wahrheit (haqiqat), dass wir fest daran glauben (iman), dass alle Schönheit, die sich in dieser Welt zeigt, von dem herrührt, dem diese Schönheit zu Eigen ist und die das Weltall in fortwährendem Wechsel und beständiger Erneuerung in der Sprache allen Seins (maudjudat), dem (diese Schönheit) als Spiegel dient, als jene Schönheit beschreibt und darstellt, die Ihm in Seiner Anmut (djemal) zu Eigen ist.

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Vierter Punkt:

So wie der Leib von der Seele (ruh) abhängig ist, durch sie auf seinen Füßen steht und von ihr belebt wird; ein Wort sich nach seiner Bedeutung, es erhellend, richtet; eine Form durch ihren Wahrheitsgehalt an Wert gewinnt... so ist auch diese stoffliche Welt der Materie, die wir bezeugen wie ein Körper, ein Wort (Gottes), gleich einer Form, die abhängig ist von den göttlichen Namen, die hinter dem Schleier der Welt des Unsichtbaren verborgen bleiben, sie jedoch beleben, ihr Halt geben, sie gewissermaßen durchbluten, versorgen und schmücken. Jede physische Schönheit geht von der metaphysischen (manevi) Schönheit ihrer Wahrheit und ihrer Bedeutung (mana) aus. Was aber diese Wahrheit (haqiqat) betrifft, so empfängt sie ihre Fülle durch die Namen Gottes und ist gleichsam deren Abglanz. Und diese Wahrheit wurde mit Sicherheit in der Risale-i Nur bewiesen.

Das aber heißt, dass alle Arten von Schönheit im All und ihre Vielfalt Zeichen sind, Spuren und Erscheinungsformen einer Schönheit, die hinter der Welt des Unsichtbaren (alem-i ghayb) durch Seine Namen sichtbar wird, heilig, makellos und frei von jeglicher Stofflichkeit.

Doch gibt es nichts, was mit dem, der da notwendigerweise Sein muss (Vadjibu-l'Vudjud), dem Herrn in Seiner Heiligkeit (Dhat-i Aqdes) vergleichbar wäre, da Seine Eigenschaften (sifat) in unendlichem Grade erhabener sind als die Eigenschaften (in der Welt der) Möglichkeiten. In gleicher Weise ähnelt auch seine Geheiligte Schönheit (qudsi djemal) in nichts der Schönheit in (der Welt) der Möglichkeiten und alles Geschaffenen und steht in unendlichem Grade über ihr. In der Tat kann eine immerwährende Schönheit, von der das ganze weite Paradies samt all seiner Schönheit und Anmut nur eine (der vielen möglichen) Erscheinungsformen ist und die auch nur eine Stunde zu schauen alle Leute des Paradieses dieses ganze Paradies vergessen ließe, sicherlich nicht endlich sein und kann es auch nichts geben, was ihr ähnlich wäre oder was man mit ihr vergleichen könnte.

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Es ist ja bekannt, dass die Schönheit eines jeden Dinges ihm selbst entspricht. Und es gibt tausenderlei verschiedene Arten davon. Und entsprechend ihrer Verschiedenartigkeit unterscheiden sie sich auch in ihrer Schönheit. So ist z.B. die Schönheit, die man mit dem Auge wahrnimmt, nicht gleich der Schönheit, die man mit dem Ohr erlauscht. Gleich wie ein guter Gedanke, an dem sich der Verstand erfreut, nicht das gleiche ist wie der gute (Geschmack) einer Mahlzeit, die man mit der Zunge verkostet, so sind auch die Schönheiten, die man mit seinen inneren und äußeren Sinnen, wie Herz und Verstand (ruh) wahrnimmt und sie zu schätzen weiß, genauso unterschiedlich wie ihre Verschiedenheiten. Gleich wie z.B. die Schönheit des Glaubens, die Schönheit der Wahrheit, die Schönheit des Lichtes, die Anmut einer Blume, die Schönheit (djemal) des Geistes (ruh), die Schönheit in der Ästhetik (suret), wie der Liebe (shefqat) und der Gerechtigkeit (adalet), Barmherzigkeit (merhamet) und Weisheit (hikmet) ganz verschieden voneinander sind und da auch die Güte der schönen Namen des in unendlichem Grade anmutigen Herrn in der Vollkommenheit Seiner Schönheit (Djemil-i Dhu-l'Djelal) alle ganz verschieden voneinander sind, so fällt auch alle Schönheit, der wir in diesem Dasein (maudjudat) begegnen, ganz verschieden voneinander aus.

Wenn du eine der Erscheinungen der Schönheit unter den Namen des Herrn in der Vollkommenheit Seiner Schönheit (Djemil-i Dhu-l'Djelal) im Spiegel Seiner Schöpfung (maudjudat) beobachten willst, so wirf einmal in deiner Vorstellung einen umfassenden Blick auf das Antlitz der Erde und stell dir dabei vor, es sei ein kleiner Garten, dann wirst du sehen, dass Ausdrücke wie Erbarmen (rahmaniyet) und Barmherzigkeit (rahimiyet), Weisheit (hakiemiyet) und Gerechtigkeit (adiliyet) sowohl auf die Namen und Taten (fiil) als auch auf die Attribute (sifat) und Qualitäten Gottes des Gerechten hinweisen.

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Und so beobachte denn einmal die Versorgung (erzaq) vor allem des Menschen, aber auch aller Tiere, wie sie stets in schönster Ordnung hinter dem Vorhang der unsichtbaren (Welt) erfolgt und erkenne in ihr die Schönheit (Djemal) göttlicher Barmherzigkeit (rahmaniyet-i Ilahiye)!

Und betrachte auch die wunderbare Versorgung all der Jungtiere und die beiden über ihren Köpfen an den Busen ihrer Mütter befestigten Beutel mit einer Milch, süß und rein wie Kauthar-Wasser und erkenne darin die anziehende Schönheit (Djemal) ihres allbarmherzigen Herrn (Rahimiyet-i Rabbaniye).

Und betrachte auch die unvergleichliche Schönheit (djemal) göttlicher Weisheit (hakiemiyet-i Ilahiye), die die ganze Schöpfung mit all ihren Arten zu einem gewaltigen Buch dieser Weisheit (hikmet) werden lässt und siehe, wie in jedem Buchstaben Hunderte von Worten, in jedem Wort Hunderte von Absätzen, in jedem Absatz Hunderte von Kapiteln und in jedem Kapitel wiederum hunderte kleiner Büchlein enthalten sind.

Und betrachte auch die majestätische Schönheit in jener Gerechtigkeit (adiliyetin hasmetli), die den ganzen Kosmos und alles, was in ihm lebt und webt im Gleichgewicht (misan) hält. Siehe, wie sie die Ausgewogenheit zwischen all den verschiedenen Himmelskörpern, den nahen und den fernen bewahrt, ihnen ihre Harmonie verleiht, die die bedeutendste Basis der Schönheit ist, und alle Dinge (lebende wie tote) dazu hinführt, die jeweils beste Form und Gestalt (vasiyet) anzunehmen, wie sie allen lebenden Wesen ihr Recht zu leben (haqq-i hayat) verleiht, ihnen Recht (ihqaq-i haqq) widerfahren lässt und denen in den Arm fällt, die ihre Rechte überschreiten und sie zur Rechenschaft zieht.

Und betrachte auch, wie die Lebensgeschichte des Menschen in sein Gedächtnis eingespeichert wird, eine Kapazität (quvvet) so winzig klein wie vergleichsweise ein Weizenkorn, oder wie das künftige Leben eines jeden

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Baumes, wie überhaupt aller Pflanzen bereits in ihren Samen vorprogrammiert ist! Und achte auch einmal auf die Werkzeuge und Geräte, die notwendig sind für die Erhaltung der lebenden Wesen, z.B. diese kleinen Flügelchen der Biene, der Giftstachel zu ihrer Verteidigung, die kleinen Bajonette stacheliger Pflanzen und Dornsträucher und die harten Schalen der Samenkörner und nimm die subtile (letafet) Schönheit (djemal) wahr, mit der der Herr sie bewahrt und beschützt (hafieziyet ve hâfiziyet-i Rabbaniye)!

Dann achte auch einmal auf die Gäste des Barmherzigen Allerbarmers (Rahman-i Rahim), des Vollkommenen Freigiebigen (Kerim-i Mutlaq), an dem Tisch, der unsere Erde ist, den Wohlgeruch der zahllosen verschiedenen Speisen, die der Erbarmer (Rahman) zubereitet hat, ihre verschiedenen bunten Farben und ihren verschiedenartigen Wohlgeschmack und all die Freude und den Wohlgefallen, der allen lebenden Wesen gleichsam als ihr Werkzeug zu Hilfe eilt, und siehe, welch eine Eleganz (djemal) und was für eine reizende Schönheit der Güte und der Großmut des Herrn (ikram ve kerimiyet-i Rabbaniye) dies ist.

Dann betrachte die so besonders sinnvolle (Gestaltung) der Körper all der Tiere, aber auch der Menschen, die sich durch die Erscheinung der Namen "der Öffnende (Fattah)" und "der Formende (Mussauwir)" aus einem Tropfen Flüssigkeit entfalten, und die so reizenden Gesichter der Blumen im Frühling, die sich aus ihren Samenkernen und Körnern heraus öffnen und siehe, welch eine wunderbare Schönheit (mu'djizatli djemal) des göttlichen Öffnens und Seiner Formgebung (fettahiyet ve mussauwiriyet-i Ilahiye) dies ist!

So hat denn analog (qiyas) zu den oben angeführten Beispielen jeder göttliche Name eine ihm eigene heilige Schönheit, wobei schon eine einzige seiner Erscheinungen die ganze große, weite Welt mit zahllosen Seiner Wesen verschönt. So wie du die Erscheinung der Schönheit seiner Namen schon in einer einzelnen Blume erkennen kannst, doch auch der Frühling einer Blume gleicht und auch das

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Paradies einer noch nie zuvor gesehenen Blume gleicht, und wenn du dir nun den Frühling als Ganzes vor Augen holen kannst und das Paradies mit den Augen des Glaubens betrachten kannst, dann komm und sieh, und du wirst die überwältigende Majestät (hashmet) immerwährender Schönheit (Djemal-i Sermedi) verstehen!

Antwortest du angesichts dieser Schönheit mit der Schönheit des Glaubens in Dienst und Anbetung (ubudiyet), so wirst du ein wunderschönes Geschöpf sein. Begegnest du ihr dagegen mit der abgrundtiefen Hässlichkeit der Irreleitung (dalalet) und antwortest ihr mit einer so abscheulichen Haltung wie der der Aufsässigkeit (isyan), so wirst du sowohl zu einem vollkommen hässlichen Geschöpf als auch unter allen schönen und guten Geschöpfen gleichsam abscheulich sein.

Fünfter Punkt:

So wie es einen Meister (Dhat) gibt, der über hunderterlei schöne Künste und Kunstfertigkeiten, über Vollkommenheit (kemal) und Eleganz (djemal) verfügt, und wenn nun - in Übereinstimmung mit dem Grundsatz, dass alle schönen Künste und Kunstfertigkeiten sich darstellen möchten und jedes schöne Kunstwerk nach Anerkennung verlangt, was vollkommen (kemal) ist, sich auch zeigen will und was schön (djemal) ist, nach Ausstellung strebt - also auch dieser Meister, weil Er ja alle Seine Künste und Kunstfertigkeiten, Seine Vollkommenheit und verborgenen Schönheiten darstellen, ausstellen, also zeigen möchte, einen wundervollen Palast gebaut hat, sodass ein jeder, der diesen wunderschönen Palast sieht, sofort an die Künste und Kunstfertigkeiten und die Vollkommenheit dieses Meisters (ustadh) und Schlossherrn denkt, an sie glaubt und so als habe er (die Kunstwerke des Meisters) vor Augen, zu dem Urteil kommt und bestätigt: "Wäre diese Persönlichkeit (dhat) hier nicht ein in jeder Hinsicht guter und geschickter (Meister), so könnte sie auch nicht der sein, der dieses in jeder Hinsicht so wunderschöne Bauwerk nach eigenen Ideen und Vorstellungen geplant und aufgebaut hat. Es

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ist jedoch so, als hätte die innere Schönheit und Vollkommenheit (manevi hüsünler ve kemaller) in diesem Palast ihren Ausdruck gefunden."

In ganz genau der gleichen Weise wird einer, der diese Ausstellung von Wundern und Schönheiten dieses prachtvollen Palastes dieser Welt, d.h. also dieses Universums, sieht, und dessen Verstand noch nicht getrübt und dessen Herz noch nicht verdorben ist, sich sicherlich klar machen, dass dieser Palast ein Spiegel ist, der auf diese Weise geschmückt worden ist, um so die Schönheiten (djemal) und die Vollkommenheit (kemal) eines anderen aufzuzeigen. Und es gibt in der Tat nichts, was dem Palast dieser Welt ähnlich wäre, sodass man seine Schönheiten hätte nachahmen und kopieren können. Sicherlich und in jedem Fall verfügt der Baumeister (ustadh) in Seinem Wesen (dhat) und in Seinem Namen über Schönheiten, die Seiner würdig sind und von denen dieser Kosmos abgeleitet und dementsprechend aufgebaut worden ist, und der Ausdruck zu verleihen er (so perfekt abgefasst) wurde wie ein Buch.

Drittes Zeugnis:

Besteht aus drei Punkten.

Erster Punkt:

Dies ist eine Wahrheit, die im Dritten Kapitel des "Zweiunddreißigsten Wortes" mit mächtigen Zeugnissen dargelegt worden ist. Wir verweisen auf die dort ausführlich dargelegte Erklärung zu diesem Wort und wollen sie hier nur mit einem kurzen Hinweis anführen. Es ist dies wie folgt:

In der Betrachtung solcher Kunstwerke, insbesondere aber der Tiere und Pflanzen, bemerken wir (die allgemein gültige Tatsache), dass sie ständig verziert und geschmückt werden, was Wissen (ilm) und Weisheit (hikmet) erkennen lässt und auf eine Absicht (qasd), einen Willen (irade) verweist, und darauf, dass eine sinnvolle, harmonische Gestaltung, die man unmöglich dem Zufall zuschreiben kann, sie beherrscht.

Zudem wird in allen Dingen eine so subtile Kunst, eine so feinsinnige Weisheit (hikmet), werden (Schmuckstücke)

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von so erhabener Machart, in einer so liebevollen (shefqat) Zusammenstellung, also in einer Anordnung (vasiyet) sichtbar, die so geschmackvoll ist, dass durch sie Seine Kunst gefallen findet, die Blicke des aufmerksamen (Betrachters) auf sie gelenkt, Seine Zuschauer und alle Seine Geschöpfe zufrieden gestellt werden, wodurch nun ganz klar verständlich wird, dass hinter dem Schleier des Unsichtbaren ein Künstler verborgen ist, der sich den mit Bewusstsein begabten Wesen bekannt machen, sich ihnen vorstellen möchte, dass Er anhand eines jeden Seiner Kunstwerke Seine Fähigkeiten, Seine Vollkommenheit erkennbar machen, sich durch sie als liebenswert erweisen, gelobt und gepriesen werden möchte. Ferner beschenkt (ihsan) Er alle mit Bewusstsein begabten Wesen, damit sie froh und dankbar und Ihm in Freundschaft verbunden sein mögen, mit wohlschmeckenden Gaben (ni'met) jeglicher Art, die ihnen von unerwarteter Seite zuteil werden, sodass es unmöglich wäre, sie dem bloßen Zufall zuzuschreiben.

Und ferner kann man eine nahezu intime, großzügige (kerim) Behandlung (durch Ihn) bemerken, eine Kenntnisnahme, ein freundschaftliches Gespräch, wie es in und durch (Seine Schöpfung) zum Ausdruck gebracht wird (lisan-i hal), eine barmherzige (rahim) Entgegennahme unserer Gebete (dua), was in uns eine tiefe Liebe (shefqat) und das Gefühl einer großen Barmherzigkeit (merhamet) aufkeimen lässt. Das aber heißt, dass die Großzügigkeit (ikram), mit der er seine Gaben (ni'met) verteilt, und die Freude, die wir hinter Seiner Liebe und unserer Inkenntnisnahme bemerken, Dinge, die so klar und offensichtlich wie die Sonne sind, entstehen aus dem Ihm wesensgemäßen Wunsch, uns zu lieben (irade-i shefqat) und Seinem so mächtigen (quvvet) Willen (arzu), barmherzig (merhamet) zu sein. Was aber diesen mächtigen Wunsch einer so absolut autonomen Persönlichkeit (Mustaghni-i Mutlaq), die in gar keiner Weise irgendwelche Bedürfnisse hat, zu lieben und barmherzig (irade-i shefqat ve rahmet) zu sein, betrifft, so zeigt er

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mit Sicherheit und in jedem Fall eine überaus vollkommene, beispiellose Anmut (djemal), eine ewige, unvergleichliche Schönheit und bleibende Eleganz, dessen Natur und Wirklichkeit es notwendig machen, sich zu manifestieren und sich selbst in einem Spiegel zu sehen. Um sich selbst darzustellen und in den verschiedenen Spiegeln zu sehen, hat diese Schönheit die Form des Mitleids und der Barmherzigkeit (merhamet ve shefqat) angenommen. Dann hat sie in den Spiegeln bewusstseintragender Wesen den Status von Geschenken angenommen. Dann hat sie eine Form angenommen, die sich selbst bekannt und geliebt machen möchte. Danach hat sie den Kunstwerken den Glanz der Verzierung und Verschönerung geschenkt.

Zweiter Punkt:

Die ureigenste, intensive und mächtige Liebe des Menschengeschlechtes zu Gott (ashk-i Lahuti) und starke Leidenschaft für ihren Herrn (muhabbet-i Rabbaniye), und insbesondere die der gehobenen Klassen und zahlloser Personen, deren Wege so verschieden sind, deutet ganz offensichtlich auf eine unvergleichliche Schönheit (djemal) hin, ja, sie bezeugt sie geradezu. Eine solche Liebe (ashk) schaut in der Tat einzig nach einer solchen Schönheit aus und macht sie notwendig und eine derartige Leidenschaft (muhabbet) macht diese Lieblichkeit erforderlich. Der ganze Lobgesang und Preis, der von der gesamten Schöpfung ausdrücklich oder entsprechend der Art ihrer Gattung (lisan-i hal ve lisan-i qal) dargebracht wird, ist auf diese urewige Schönheit ausgerichtet und führt zu ihr hin. In den Augen der Liebenden, wie in denen eines Shems-i Tebrisi, sind alle Anziehungskraft, alles, was uns gefangen nimmt, die Ekstase, die Zeichnung der Wahrheit im Universum, Zeichen der Anziehungskraft einer Wahrheit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Zugleich ist jene ekstatische Bewegung, die alle Himmelskörper zugleich mit allem Sein in ihren Bann schlägt und sie zwingt, sich den Faltern und den Maulawi Derwischen gleich im Kreis zu drehen, die leidenschaftliche und von ihrer Aufgabe (vazife) erfüllte Antwort auf die majestätische

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Erscheinung einer Wahrheit, die sie ganz gefangen nimmt, und ihrer heiligen Schönheit.

Dritter Punkt:

Alle Erforscher der Wahrheit stimmen insgesamt darin überein, dass das Sein (vudjud) rein, gut und licht ist. Nichtsein ist das nackte Böse, die Finsternis. Die Großen unter den Menschen mit Herz und Verstand sind überein gekommen, dass bei einer abschließenden Analyse alles, was schön und gut ist und Freude bereitet, aus dem Sein erwächst und alles, was hässlich und böse ist, was Leid und Verderben bedeutet und selbst noch die Sünde dem Reich des Nichtseins zugeordnet werden muss.

Wenn man nun sagt:

Obwohl doch das Sein die Quelle aller Schönheit ist, finden wir dennoch in diesem Sein (vudjud) auch Unglaube (kufr) und den Egoismus der Seele (enaniyet-i nefs)?

Antwort:

Was den Unglauben betrifft, so ist er als die Verleugnung und Verneinung der Glaubenswahrheiten ein Nichtsein. Was aber die Existenz des Egoismus betrifft, so ist er eine Art Nichtexistenz, das die Form und Farbe eines Seins angenommen hat, das irrigerweise für sich die Herrschaft beansprucht, nicht wissend, dass es nur die Funktion eines Spiegels hat, und das nun für wahr hält, was es sich vorstellt.

Da aber nun einmal das Sein die Quelle ist, aus der alle Schönheit hervorsprudelt, und das Nichtsein die Grube, aus der alle Hässlichkeit empor gefördert wird, so wird sicherlich auch das Sein (vudjud), das in Seiner Notwendigkeit die mächtigste, höchste, und prächtigste unter allen Stufen des Daseins und vom Nichtsein am weitesten entfernt ist, so wird also jenes Wesen von Ewigkeit zu Ewigkeit nach derjenigen Schönheit verlangen, die am mächtigsten, höchsten, und prächtigsten ist und am weitesten davon entfernt, noch mangelhaft zu sein, vielmehr einer solchen Schönheit Ausdruck geben, oder besser noch: selbst diese Schönheit sein. So wie das Licht, das

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alles umfasst, notwendigerweise aus der Sonne hervorgeht, so strahlt auch der da notwendigerweise sein muss (Vadjibu-l'Vudjud) diese immerwährende Schönheit aus und schenkt durch sie Licht.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلٰى نِعْمَةِ الْاِيمَانِ ٭ رَبَّنَا لاَ تُؤَاخِذْنَآ اِنْ نَسِينَآ اَوْ اَخْطَأْنَا ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Dank sei Gott für die Gabe des Glaubens." "Unser Herr, strafe uns nicht, wenn wir uns vergessen oder vergangen haben." (Sure 2, 286) "Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

Eine abschließende Bemerkung:

Ursprünglich sollte über diese lichtvolle Ayah vom "befriedigenden Anteil" (Hasbiye-i Nuriye) in neun Stufen abgehandelt werden. Doch auf Grund gewisser Umstände ist die Besprechung von dreien dieser Stufen ausgegliedert worden.

Und ein mahnender Hinweis:

Da die Risale-i Nur ein Kommentar zum Qur'an ist, der Zeugnisse aus dem Qur'an anführt, enthält sie auch notwendige, weisheitsvolle, ja sogar unentbehrliche und zweckdienliche Wiederholungen, ebenso wie der Qur'an subtile, weisheitsvolle und notwendige Wiederholungen enthält, die keinen Überdruss aufkommen lassen. Ebenso sind, da die Risale-i Nur aus Beweisen für das Bekenntnis zur Einheit Gottes (kelime-i Tauhid) besteht, das ständig eifrig und freudig, ohne einen Überdruss, in aller Munde wiederholt wird, notwendige Wiederholungen kein Fehler, und Überdruss wird dadurch nicht und soll dadurch nicht verursacht werden.

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Fünfter Strahl

In den vor dreißig Jahren (1921) gedruckten "Spontanen Überlegungen(Muhakemat-i Bediiye)",von denen ein Teil bereits vor dreizehn Jahren (1908) als Manuskript abgefasst wurde, finden sich als Ergänzung zu diesen Überlegungen(Muhakemat)zwanzig Fragestellungen, darunter auch die "Mauer(Sedd-i Dhu-l'Karneyn)", "Gog und Magog~(Ye'djudj Me'djudj)"\und andere über die Zeichen des Weltendes. Auf Bitten eines guten Freundes wurden sie überarbeitet, woraus dann der "Fünfte Strahl" entstand.

(Fünfter Strahl aus dem Einunddreißigsten Blitz des Einunddreißigsten Briefes)
Anmerkung:

Man sollte die nach der Einleitung folgenden Fragestellungen zuerst lesen, um den Sinn der Einleitung besser verstehen zu können.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen"}

فَقَدْ جَآءَ اَشْرَاطُهَا

{"... wo doch ihre Vorzeichen schon erschienen sind!" (Sure 47,18)}

eine Anmerkung zu dieser Ayah, die geschrieben wurde, um in heutiger Zeit den Glauben des ungebildeten Volkes zu schützen und vor Zweifeln zu bewahren. Ein Teil der Hadithe über die Ereignisse der Endzeit hat ähnlich wie die Allegorien im Qur'an eine tiefgründige Bedeutung, die nicht jeder herauslesen und ausdeuten (tefthir) kann, wie ein Dogma, das an die Interpretation (tefthir) des Textes gebunden ist,

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sondern muss statt dessen frei interpretiert werden (wobei man sich in den Sinn der Textstelle vertieft).

وَمَا يَعْلَمُ تَأْوِيلَهُ إِلاَّ اللّٰهُ وَالرَّاسِخُونَ فِى الْعِلْمِ

{"Und keiner kennt ihre Bedeutung außer Gott und denen, die in ihrem Wissen (ilm) fest gegründet sind." (Sure 3, 7)}

Nach dem tieferen Sinn (sirr) dieser Ayah wird ihre Auslegung erst verständlich, nachdem etwas geschehen ist, was nur die erkennen können, die in ihrem Wissen (ilm) fest verwurzelt sind. Sie sagen dann:

اٰمَنَّا بِهِ كُلٌّ مِنْ عِنْدِ رَبِّنَا

{"Wir glauben daran. Alles kommt von dem, was bei unserem Herrn ist." (Sure 3, 7)}

und legen somit die verborgenen Wahrheiten offen.

Dieser "Fünfte Strahl" umfasst eine Einleitung und dreiundzwanzig Fragestellungen. Die Einleitung aber besteht aus fünf Punkten.

Erster Punkt:

Da der Glaube (iman) und die Verantwortlichkeit (teklif) eine Prüfung (imtihan), eine Erfahrung, ein Wettbewerb im Rahmen der Entscheidungsfreiheit (ihtiyar) sind, können solch nachdenkenswerte Themen, Dinge, die verborgen und tiefgründig sind und weiterer Vertiefung, Erforschung und Erfahrung bedürfen, gewiss nicht offensichtlich sein. Sie erfordern nicht notwendiger Weise, dass ein jeder ihnen nolens-volens zustimmen muss, sodass die Abu Bekirs zu den höchsten Höhen aufsteigen und die Abu Djahils in die tiefsten Tiefen stürzen können. Wo es nichts zu wollen (ihtiyar) gibt, bleibt auch nichts zu verantworten (teklif). Es liegt in diesem Geheimnis (sirr), dass Wunder nur manchmal und nur sehr selten geschehen. Zudem sind die Hinweise auf das Weltende und die Zeichen der Stunde, die in diesem Haus der Verantwortung mit bloßem Auge zu erkennen sein sollten, wie ein Teil der Allegorien des Qur'an hermetisch und insofern auslegbar. Wenn dann die

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Sonne im Westen aufgeht und sie so deutlich sein werden, dass jeder sie bestätigen muss, wird das Tor zur Vergebung geschlossen sein und dann werden Reue (taubah) und Glaube (iman) nicht mehr angenommen werden. Dann werden die Abu Bekirs und die Abu Djahils in ihrer Bestätigung miteinander eins sein. Sogar die Herabkunft Isas (Jesus) selbst, mit dem der Friede sei, und dass er selbst Isa, mit dem der Friede sei, ist, kann nur im aufmerksam (betrachtenden) Lichte des Glaubens erkannt werden. Nicht jeder kann es erkennen. In gleicher Weise werden auch solche Schreckensgestalten wie der Deddjal oder ein Sufyan sich noch nicht einmal selbst erkennen.

Zweiter Punkt:

Ein Teil jener Gegebenheiten aus der unsichtbaren Welt (umur-u ghaybiye), die dem Propheten bekannt gemacht worden waren, wurde ihm auch im Einzelnen erklärt. Über diesen Teil konnte er nicht verfügen oder einen Einfluss auf ihn ausüben, wie z.B. die Dogmen im Qur'an und der Heiligen Überlieferung (hadith-i qudsi). Und ein anderer Teil wurde ihm kurz zusammengefasst mitgeteilt. Dessen Auslegung und Beschreibung aber blieben seinem Verständnis überlassen, wie z.B. weltliche Dinge und zukünftige Ereignisse, die nicht den Glauben betreffen. Solche Gegebenheiten pflegte der Prophet, mit dem Friede und Segen sei, seiner Beredsamkeit entsprechend, in Form von Beispielen, zu beschreiben und zu erklären, wie es dem Sinn (sirr) und der Weisheit unserer Verantwortlichkeit gemäß ist. Zum Beispiel: Während einer Zusammenkunft (sohbet) hörte man auf einmal einen Donnerschlag aus der Tiefe. Da geruhte er zu sagen (ferman): "Dieser Donnerschlag ist das Getöse, mit dem ein Stein, der seit siebzig Jahren zur Hölle hinab gerollt war, in diesem Augenblick auf dem Boden der Hölle aufgeschlagen ist." Fünf, sechs Minuten nach dieser seltsamen Ankündigung kam jemand und sagte: "Oh Prophet Gottes! Der Heuchler N.N. ist im Alter von siebzig Jahren gestorben und zur Hölle gefahren." Und erklärte somit die Bedeutung dieser Worte (kelam) und zeigte so die hohe Beredsamkeit des Propheten.

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Anmerkung:

Kleinere zukünftige Ereignisse, die nicht die Glaubenswahrheiten betreffen, sind in den Augen des Propheten ohne Bedeutung.

Dritter Punkt:

Er besteht aus zwei Punkten

Erstens:

Da im Laufe der Zeit manche Hadithe, die in Form von Allegorien und Gleichnissen überliefert sind, in den Ohren einfacher Leute wörtlich (haqiqat) genommen wurden, geben sie nicht die Tatsachen wieder. Obwohl sie doch die reine Wahrheit (haqiqat) sind, entsprechen sie nicht den Tatsachen. Zum Beispiel:

Entsprechend den Engeln, die den Thron (Gottes) tragen, stellt man sich zwei Engel namens Sevr (Stier) und Hut (Fisch) bildlich vor, wie sie in der Gestalt eines Stieres und eines Fisches {Stier und Fisch sind Tierkreiszeichen! - A.d.Ü.} die Erde tragen.

Zweitens:

Obwohl manche Hadithe vom Standpunkt einer Mehrheit im Islam, der Islamischen Regierung oder vom Blickpunkt des (jeweiligen) Sitzes eines Kalifen aus betrachtet und entsprechend verstanden wurden, glaubte man, dass sie sich an alle Bewohner dieser Welt (ehl-i dunya) richten. Obwohl sie nur für einen bestimmten Kreis gedacht waren, wurde ihnen eine allgemeine und umfassende Bedeutung beigemessen. Zum Beispiel: In einer Überlieferung heißt es: "Es wird eine Zeit kommen, in der es keinen mehr geben wird, der noch "Allah! Allah!" ruft", d.h. alle Tekken (Dhikirhane) werden geschlossen werden und man wird auf Türkisch zum Gebet rufen (edhan ve iqamah).

Vierter Punkt:

Es ist durchaus sinnvoll (hikmet) und zweckmäßig, wenn viele Dinge aus der unsichtbaren Welt (umur-u ghaybiye), wie unsere Lebensspanne (edjel) und der Tod verborgen bleiben. So wird auch das Ende der Welt (qiyamah), als der Welt (dunya) Untergang und Tod, sowie die dem Menschengeschlecht und der Tierwelt bestimmte Lebensspanne und ihr Ableben (vefat) aus vielerlei Gründen nicht bekannt gegeben. Wäre die Todesstunde vorher bekannt, so würde man in der Tat die Hälfte (seines Lebens)

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in völliger Gottvergessenheit (ghafla) verbringen und danach die andere Hälfte in völligem Entsetzen jeden Tag und Schritt um Schritt dem Erhängen am Galgen entgegengehen. In gleicher Weise würde das so sinnvolle und zweckmäßige Gleichgewicht von Furcht und Hoffnung (khauf u redja) dadurch zerstört, wenn die Zeit des Weltendes (qiyamah) bekannt wäre, die den Tod und Untergang der Welt (dunya) bedeutet. Die Antike und das Mittelalter würden so durch den Gedanken an das Jenseits (fikr-i ahiret) kaum noch beeinflusst werden. Die Endzeit aber fände sich in völligem Entsetzen wieder. Dem diesseitigen Leben (hayat-i dunyeviye) bliebe weder Freude noch Wert. Zwischen Furcht und Hoffnung (khauf u redja) fände sich im Dienst und in der Anbetung (ubudiyet) als einem Akt des Willens (ihtiyar) weder Sinn (hikmet) noch Zweck. Wäre zudem (das Ende) bekannt, wäre auch ein Teil der Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) offensichtlich und nolens-volens müsste sie jeder bestätigen. Das Geheimnis der Verantwortung (sirr-i teklif) und die Weisheit des Glaubens (hikmet-i iman), die an Wahl und Wille (ihtiyar ve irade) gebunden sind, würden so zunichte werden. So ist es denn um all dieser Vorzüge willen, dass die unsichtbaren Dinge (umur-u ghaybiye) verborgen bleiben. Da also ein jeder jeden Augenblick sowohl seine Endlichkeit (edjel) als auch seine Beständigkeit (beqa) vor sich hat, kann er sowohl für diese Welt (dunya) als auch für jene Welt (ahira) wirken. Ebenso kann er in jedem Zeitalter sowohl an den Anbruch des Weltendes (qiyamet) als auch an den Fortbestand der Welt denken und dabei sowohl in dieser flüchtigen (fani) Welt für ein Ewiges Leben (hayat-i baqiye) als auch für das Gedeihen dieser Welt wirken, so als würde er niemals sterben.

Wenn nun zudem die Zeit der Katastrophen offensichtlich wäre, würde ein Mensch, der eine solche Katastrophe auf sich zukommen sieht, vielleicht innerlich eine zehnmal größere Katastrophe erleiden als die Katastrophe, die er erwartet hatte. Es aber nicht auf sich zu ziehen - wegen

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seiner Erwartung - hält sie die Weisheit (hikmet) und die göttliche Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahi) hinter einem Schleier verborgen. Weil aber die meisten solcher welterschütternden Ereignisse einer solchen Weisheit verborgen gehalten werden, ist auch eine Kunde von solchen verborgenen Dingen verboten.

لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ إِلاَّ اللّٰهُ

{"Niemand kennt das Verborgene außer Gott."}

Um diesem Prinzip gegenüber nicht ungehorsam und respektlos zu sein, haben diejenigen, die mit Erlaubnis des Herrn (Rabb) von den verborgenen Dingen (umur-u ghaybiye) Kunde gegeben haben, dies nur dort getan, wo es sich nicht um eine Prüfung oder um Glaubenswahrheiten (haqaiq-i imaniye) handelte und nur zeichenhaft, hinweisend und indirekt darüber berichtet. Ja selbst die frohe Kunde und die Nachrichten, die uns von unserem Propheten über die Thora, die Evangelien (Indjil) und die Psalmen (Zebur) erreicht haben, sind zum Teil verborgen und verschleiert, weshalb die Anhänger solcher Schriften diesen Passagen eine andere Bedeutung beimessen und sie (auf ihre Weise) glauben. Da jedoch die Weisheit von der Verantwortlichkeit es notwendig macht, dass die Fragen, die sich mit den grundsätzlichen Überzeugungen des Glaubens (itiqadat-i imaniye) beschäftigen mit Erklärungen und Wiederholungen verkündet und in klar verständlicher Weise erläutert werden, hat der Ruhmreiche Überbringer des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, über die jenseitigen Dinge (umur-u uhreviye) ausführlich und über die zukünftigen Ereignisse in dieser Welt (dunya) kurz und bündig berichtet.

Fünfter Punkt:

Da nun des weiteren die Wunderdinge, die so typisch sind für das Zeitalter des Antichrists wie auch des Deddjals (= iki Deddjal), wann immer von ihnen die Rede war, im Zusammenhang mit ihnen erwähnt wurden, glaubte man am

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Ende, sie gingen von diesen Personen aus, weshalb diese Überlieferungen als allegorisch verstanden wurden, während ihre (wahre) Bedeutung verborgen blieb. Zum Beispiel ihre Reisen mit dem Flugzeug oder mit der Eisenbahn...

Und weiter ist bestens bekannt, dass - wenn der islamische Deddjal sterben wird - der Teufel, der ihm dient, vom istanbuler Stadtteil «Dikili Tash (Obelisk)» aus in die Welt hinaus rufen wird, und jeder seine Stimme hören wird: "Er ist gestorben.", d.h. höchst merkwürdiger Weise und so, dass selbst der Teufel sich darüber wundert, wird diese Nachricht (vom Sendemast) der Rundfunkstation (in Dikilitash in die Welt hinaus) gerufen werden.

Auch blieb, weil ja von den merkwürdigen Umständen und furchterregenden Maßnahmen des Regimes des Deddjals, sowie der Partei, die er gegründet hat, und ihrer Regierung im Zusammenhang mit dieser Person berichtet wurde, dessen (wahre) Bedeutung im Dunkeln. Zum Beispiel wird überliefert: "Er ist so stark und wird fortbestehen, sodass nur Hazret Isa, mit dem der Friede sei, ihn zu töten vermag. Einen anderen Ausweg gibt es nicht." Das heißt, seinen Weg und sein reißendes Regime zu zerstören und ihn zu töten, vermag nur eine himmlische, erhabene Religion (din), wie sie nur unter Christen entstehen kann, die den qur'anischen Wahrheiten folgt und integriert, nämlich jene christliche Religion, die durch Hazret Isa, mit dem der Friede sei, herabkommen und diesen Weg des Unglaubens zugrunde richten und töten wird. Andernfalls könnte seine Person ebenfalls durch Mikroben oder eine (Art) Grippe getötet werden.

Auch wurde ein Teil der Erklärungen und Verlautbarungen einiger Erzähler durch ihre eigenen Auslegungen und Bemühungen, die Irrtümern zugänglich sind, mit den Worten der Hadithe vermengt. Danach hat man dann geglaubt, dass ihre eigenen Worte ein Teil der Hadith seien und so wurde deren Bedeutung verschleiert. Sie scheint nicht mehr mit der Wirklichkeit konform zu gehen und erscheint auf diese Weise nun allegorisch zu sein.

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Zudem war in alten Zeiten die geistige Person einer Gemeinschaft oder Gesellschaft noch nicht so entwickelt und die Idee von einer individuellen Persönlichkeit war noch vorherrschend. Deshalb wurden die gewaltigen Eigenschaften und die umfassenden Bewegungen einer Gemeinschaft dem Führer dieser Gemeinschaft zugeschrieben. Um nun solch wunderbarer, universaler Eigenschaften wert zu sein und ihnen entsprechen zu können, und weil es daher notwendig wurde, dass diese Personen einen gewaltig großen Körper, eine riesige Statur, gewaltige Kräfte und Fähigkeiten hatten, hundertmal größer und stärker als ihr tatsächlicher Körper, wurden sie auch dergestalt beschrieben. Das entsprach nun nicht mehr der Wirklichkeit und so wurde die ganze Erzählung allegorisch.

Wenn also nun die Umstände und Eigenschaften der beiden Deddjals zwar weit voneinander abweichen, so wurden sie dennoch in ihren noch unbestimmten Überlieferungen miteinander verwechselt und der eine für den anderen gehalten. Auch die Vorstellungen vom "Großen Mehdi", die mit den Erzählungen nicht übereinstimmen, die auf frühere Mehdis hinweisen, werden so zu einem allegorischen Hadith. Imam-i Ali hingegen, mit dem Gott zufrieden sein möge, erwähnt einzig den islamischen Deddjal (und nicht den Antichrist).

Hier endet die Einführung. Beginnen wir nun mit den Vorzeichen (des Weltendes).

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Von jetzt an werden wir mit dem Beistand des Herrn(taufiq-i Rabbani)unter Hunderten von Beispielen solcher Erzählungen aus dem Verborgenen(hadithat-i gaybiye)dreiundzwanzig Vorzeichen ganz kurz und knapp erklären, die von Atheisten angeführt werden, um die Überzeugungen des einfachen Volkes zu untergraben. Und dabei erbitte ich die Hilfe des allbarmherzigen Herrn(rahmet-i Rabbani),dass diese Vorzeichen keinen Schaden anrichten werden, wie sich das die Atheisten vorgestellt haben, sondern zu einem wichtigen Grund dafür werden, dass der Glaube des einfachen Volkes dadurch gestärkt wird, dass jedes einzelne von ihnen als ein Blitzlicht erscheinen möge, das die Wunder des Propheten sichtbar werden lässt, sodass deren wahre Bedeutung erkannt und aufgezeigt wird. Auch erflehe ich von meinem Herrn und Erbarmer (Rabb-i Rahim)\die Vergebung und Verzeihung~(afq ve maghfiret)\meiner Fehler und Irrtümer.

Zweites Kapitel (maqam) des Fünften Strahls (Shu'a) über die Vorzeichen

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes de Erbarmers des Allbarmherzigen."}

Erstes Vorzeichen:

In einer Überlieferung heißt es: "Die Hand des Sufyan, der eine bedeutsame Erscheinung am Ende der Zeiten ist, wird ein Loch haben."

Wenn auch Gott (allein den Sinn dessen) kennt, so ist eine (mögliche) Auslegung folgende: Wenn jemand ausschweifend lebt, sich amüsiert und durch seine große Verschwendung sein Vermögen nicht zusammenhalten kann,

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es vielmehr in seiner Verschwendung zwischen seinen Fingern zerrinnt, so sagt das Sprichwort von ihm: "Herr N.N. hat ein Loch in der Hand." Das heißt, er ist ein großer Verschwender.

Indem also der Sufyan die Verschwendung (auch noch) fördert, eine heftige Gier und Habsucht (hirs ve tama') weckt, wie die Hadith zu berichten weiß, macht er sich die Menschen dienstbar, indem er sie an dieser Schwachstelle zu packen bekommt. Sie sagt, dass ihr Gefangener wird, wer der Verschwendungssucht unterliegt; denn er stürzt in ihre Falle.

Zweites Vorzeichen:

In einer Überlieferung heißt es: "Am Ende der Zeiten wird eine abscheuliche Person morgens aufstehen und auf ihrer Stirn wird geschrieben stehen: "Dies ist ein Ungläubiger (hadha kafir)."

Wenn auch Gott allein die Antwort kennt, so ist eine (mögliche) Auslegung folgende: Dieser Sufyan wird sich selbst jenen fränkischen (= europäischen) Kopfputz (= die Schirmmütze) aufsetzen, den zu tragen er auch jeden anderen zwingen wird. Nachdem dies jedoch gesetzlich und gezwungenermaßen durchgesetzt worden ist, so möge Gott es auch wollen (insha-a'llah), dass sich auch dieser Kopfputz vor Gott niederwirft (sedjde), damit ein jeder, der ihn - wenn auch widerwillig - trägt, dennoch dadurch nicht zum Ungläubigen (kafir) wird.

Drittes Vorzeichen:

In einer Überlieferung heißt es: "Am Ende der Zeiten werden die despotischen Herrscher, besonders aber der Deddjal, ein falsches Paradies und (erlogene) Höllen haben."

اَلْعِلْمُ عِنْدَ اللّٰهِ

{"Das Wissen ist bei Gott."}

Eine Erklärung dazu ist folgende: In Kreisen der Regierung wird man einerseits wie andererseits Pläne für Schulen und Gefängnisse schmieden und diese einander entsprechenden Zustände werden als hässliche Nachahmungen (des Paradieses für) die Jungfrauen (huri) und Jungmänner (qhilman)

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einerseits und Folterkammern und Gefängnisse (als Nachahmungen der Hölle) andererseits einen Hinweis (dieses dritten Vorzeichens) darstellen.

Viertes Vorzeichen:

In einer Überlieferung heißt es: "In der Endzeit wird es niemanden mehr geben, der noch 'Allah, Allah' sagen wird."

لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ إِلاَّ اللّٰهُ

{"Niemand kennt das Verborgene außer Gott."}

Eine Auslegung dazu sollte das Folgende sein:

Die Tekken, Dhikirhäuser und Medressen, in denen man "Allah!. Allah!. Allah!..." ruft, werden geschlossen werden und anstelle des Namens Gottes ("Allahu ekber!") wird man mit anderen Worten ("Tanri büyüktür!"), als diesen typischen Kennzeichen des Islam (edhan ve iqamah) zum Gebet rufen. Das aber heißt nicht, dass alle Menschen dem absoluten Unglauben (kufr-u mutlaq) verfallen werden. Denn Gott verleugnen zu wollen ist so weit entfernt von jeglicher Logik wie eine Verleugnung des Kosmos. Eine solche Haltung anzunehmen ist nicht für alle Menschen, ja noch nicht einmal für die meisten von ihnen logisch. Die Ungläubigen leugnen Gott noch nicht einmal, sie machen lediglich einen Fehler, was Seine Attribute (sifat) betrifft.

Eine andere Auslegung ist folgende:

Wenn der Weltuntergang (qiyamet) hereinbrechen wird, werden die Seelen der Gläubigen, um seine Schrecken nicht erleben zu müssen, kurz zuvor herausgezogen. Danach wird der Weltuntergang über den Ungläubigen (kafir) hereinbrechen.

Fünftes Vorzeichen:

In einer Überlieferung heißt es: "Am Ende der Zeit werden einzelne Personen wie (z.B. auch) der Deddjal Göttlichkeit (uluhiyet) für sich in Anspruch nehmen und andere dazu veranlassen, sich vor ihnen niederzuwerfen."

Wenn auch Gott (allein die Antwort) kennt, so ist eine (mögliche) Auslegung folgende: So wie ein Beduinenhauptmann, der seinen König nicht anerkennen will, sich

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in sich selbst und anderen Häuptlingen ein kleines Stückchen Königtum (hakimiyet) vorstellt, ebenso stellen sich diejenigen, die gekommen sind, um die Schule (mes'heb) der Naturalisten und Materialisten zu leiten, in sich selbst, ihrer Macht (quvvet) entsprechend, eine Art von Königsherrschaft (rububiyet) vor und lassen ihre Untertanen um dieser Macht (quvvet) willen vor sich selbst und ihren Standbildern in Dienst und Anbetung (ubudiyet) das Haupt beugen und sich vor ihnen verneigen (ruku).

Sechstes Vorzeichen:

In einer Überlieferung heißt es: "Die Versuchung (fitnah) jener letzten Tage wird so schrecklich sein, dass niemand mehr seine Begierden (nefs) kontrollieren (hâkim) kann." Deswegen hat seit 1300 Jahren die ganze Gemeinde (ummah) auf Anweisung des Propheten (bei Gott) Zuflucht vor dieser Versuchung gesucht und nachdem sie (das Gebet der Zuflucht) vor der Folter des Grabes (gebetet hatten, auch das Gebet der Zuflucht)

مِنْ فِتْنَةِ الدَّجَّالِ.. مِنْ فِتْنَةِ اٰخِرِ الزَّمَانِ

{"vor der Versuchung durch den Deddjal und vor der Versuchung der letzten Tage"}

rezitiert.

Wenn auch Gott allein die Antwort kennt, so ist eine (mögliche) Auslegung folgende: Diese Versuchungen (fitnah) werden die Seelen (nefs) in sich hinein ziehen und sie gefangen nehmen. Doch die Menschen begeben sich freiwillig, ja sogar freudig in Versuchung. Zum Beispiel: Wenn Männer und Frauen gemeinsam nackt miteinander ins Bad (hamam) gehen und die Frauen sehr dazu geneigt sind, ihre Schönheit zu zeigen, werfen sie sich freiwillig der Versuchung in die Arme und gehen so auf Abwege. Die Männer aber, welche die Schönhe٦ۙanbeten, werden von ihrer Leidenschaft (nefs) überwältigt, stürzen von Freude überwältigt ins Feuer und verbrennen. So ziehen denn Lustbarkeiten, wie Tanz und Theater, aber auch Sünden (kebair) und ketzerischen

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Neuerungen (bid'a) in der (End-)Zeit die Vergnügungssüchtigen an, sammeln sie um sich wie die Motten (das Licht) und machen sie berauscht. Geschieht dies aber unter dem (inneren) Zwang (djebr-i mutlaq) (des Deddjal), so bleibt der (freie) Wille (ihtiyar) davon ausgeschlossen und so kann es (unter diesen Umständen) keine Sünde (günah) sein.

Siebentes Vorzeichen:

In einer Überlieferung heißt es: "Der Sufyan wird ein großer Gelehrter (alim) sein. Durch seine Gelehrsamkeit (ilm) wird er dem Irrtum (dalalet) verfallen. Und viele Gelehrte (alim) werden von ihm abhängig (tabi') sein."

Wenn auch das Wissen (ilm) allein bei Gott liegt, so ist eine (mögliche) Auslegung folgende:

Obwohl er nicht wie andere Könige seine Herrschaft (saltanat) auf seine Macht und Stärke (quvvet ve qudret), ein Volk, eine Nation, persönlichen Mut und ein eigenes Vermögen stützen kann, wird er dennoch diese Stellung durch seine Klugheit (zeka), seine Philosophie (fen), seine Diplomatie zu erobern wissen, sich die Denkweise (aqil) vieler Gelehrter durch seinen eigenen Gedankenreichtum (aql) unterwerfen und (alle) um ihn herum dazu bringen, seine Erlassschreiber (fetvaci) zu werden. Und er wird viele Gelehrte (muallim) für sich gewinnen, ihnen ein Wegweiser zu einer vom Religionsunterricht gesäuberten Erziehung werden und sich mit ganzer Kraft für deren allgemeine Verbreitung einsetzen.

Achtes Vorzeichen:

Überlieferungen weisen darauf hin, dass der Deddjal unter den Muslimen eine so furchtbare Verwirrung (fitna) hervorrufen wird, dass die ganze Gemeinde (ummah) davor bei Gott ihre Zuflucht suchen wird.

لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ إِلاَّ اللّٰهُ

{"Niemand kennt das Verborgene außer Gott."}

Eine (mögliche) Auslegung ist folgende: Der Deddjal der islamischen Gemeinschaft hat seine Eigenarten. So erklären einige Erforscher der Wahrheit (ehl-i tahqiq) so wie bereits Imam-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, gesagt hatte: Der Deddjal (der Muslime) ist ein Sufyan. Er

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wird unter den Muslimen auftauchen und sein Werk unter ihnen mit Lug und Trug verrichten. Dagegen hat auch der Große Deddjal außerhalb der islamischen Welt seine Eigenarten. Unter ihm werden diejenigen, die der nackten Gewalt und Unterdrückung (djebr ve djeberut-u mutlaq) des Großen Deddjal nicht Gehorsam leisten, zu Märtyrern. Doch die nur widerwillig Gehorsam leisten, werden nicht zu Ungläubigen (kafir), ja sie sind noch nicht einmal Sünder.

Neuntes Vorzeichen:

In den Überlieferungen heißt es, dass die Ereignisse, die dem Sufyan zugeschrieben werden, in Syrien (Sham) und anderen arabischen Ländern stattfinden werden.

Wenn auch das Wissen (ilm) allein bei Gott liegt, so ist eine (mögliche) Auslegung folgende: Da in alten Zeiten die Kalifen in Baghdad (Irak), Damaskus (Sham) und Medina residierten, stellten die damaligen Erzähler diese Ereignisse ihrer eigenen Sichtweise entsprechend so dar, als spielten sie ganz in ihrer Nähe, am "Sitz der islamischen Regierung", so als blieben (die Dinge stets unveränderlich weiter) so und (blieben mit ihren Erzählungen weiter) in Syrien (Haleb ve Sham) und fügten der Hadith ihre eigenen Betrachtungen (müdjmel haberlerini) hinzu.

Zehntes Vorzeichen:

In den Überlieferungen wird von der außerordentlichen Macht (iktidar) der Gestalten in der Endzeit berichtet.

Wenn auch das Wissen (ilm) bei Gott (allein) liegt, so ist eine (mögliche) Auslegung folgende: Es handelt sich hier um eine Anspielung auf diese gewaltige geistige Persönlichkeit, welche durch diese Gestalten repräsentiert wird. In einer Karikatur wurde einmal der japanische Oberkommandierende, der Russland besiegt hatte, mit einem Fuß im Pazifik und dem anderen Fuß in Port Arthur

{eine ehemalige russische Hafenstadt im heutigen China; wurde 1904 von den Japanern erobert. - A.d.Ü.}

dargestellt.

Genauso wird die furchterregende Größe dieser geistigen

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Persönlichkeit, in der Darstellung seiner Gestalt, auch durch die Darstellung großer Statuen gezeigt. Was seine außergewöhnlichen, ja ans wunderbare grenzenden Fähigkeiten (iktidar) betrifft, so erscheinen seine Fähigkeiten (iktidar) deshalb als so ungewöhnlich, weil die meisten seiner Werke Zerstörung sind und Begehrlichkeit wachrufen und es nun einmal leicht ist, zu zerstören. Mit einem Streichholz kann man ein Dorf in Brand stecken. Was aber die Begehrlichkeit betrifft, so kann sie leicht zur Hysterie werden, weil die Seele (nefs) auf ihrer Seite ist.

Elftes Vorzeichen:

Eine Überlieferung sagt: "In der Endzeit wird ein Mann vierzig Frauen beaufsichtigen."

Wenn sich auch bei Gott (allein) die Antwort findet, so gibt es doch zwei (mögliche) Auslegungen:

Erstens:

In jener Zeit werden die gesetzlichen Ehen (meshru nikah) zurückgehen. Wer davor flieht, sich an eine einzige Frau zu binden, wird zum Hirten von vierzig unglücklichen Frauen, die allein geblieben sind.

Zweite (mögliche) Auslegung:

Es besteht ein Hinweis, dass unter diesen unruhigen Verhältnissen (fitnah) und in Kriegszeiten, sehr viele Männer ums Leben kommen werden. Zudem werden aufgrund einer Weisheit, die meisten (Kinder), die geboren werden, Mädchen sein.

Zwölftes Vorzeichen:

Eine Überlieferung sagt: "Des Deddjals erster Tag dauert ein Jahr, der zweite Tag einen Monat, der dritte Tag eine Woche und der vierte Tag einen Tag lang."

لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ إِلاَّ اللّٰهُ

{"Niemand kennt das Verborgene außer Gott."}

Dazu gibt es zwei (mögliche) Auslegungen:

Erstens:

Es gibt einen Hinweis oder ein Zeichen, dass der Große Deddjal in der Arktis oder einer anderen nördlich gelegenen Gegend in Erscheinung treten wird. Denn in der Gegend des Nordpols ist das Polarjahr ein Tag und

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eine Nacht. Wer einen Tag lang mit der Eisenbahn durch die dortigen Gegenden fahren könnte, würde dort im Sommer (erleben, dass) die Sonne einen Monat lang nicht unter geht. Würde er dort einen Tag lang mit dem Auto umherreisen, könnte er eine ganze Woche lang die Sonne sehen. Als ich noch in russischer Kriegsgefangenschaft war, befand ich mich (an der Kostroma) ziemlich in der Nähe dieser Gegend. {Das ist die Gegend der weißen Nächte, was nicht heißen soll, dass im Norden die Tage länger werden. Nur die Zeit, die es taghell bleibt, wird länger, da ja die Sonne nachts über den nördlichen Horizont wandert. - A.d.Ü.} Das aber heißt, dass der große Deddjal aus dieser Richtung her angreifen wird. Fürwahr eine wunderbare Voraussage.

Zweite (mögliche) Voraussage:

Sowohl der große Deddjal wie auch der islamische Deddjal (herrschen) über drei Zeit-Epochen der Tyrannei, welche die Bedeutung von drei Tagen haben. "An diesem ersten Tag seiner Regierungszeit wird er Werke von so großem Umfang durchführen, dass 300 Jahre zu ihrer Wiederherstellung nicht genügen. Am zweiten Tag, also in der zweiten Epoche, lässt er in einem Jahr solche Werke vollbringen, dass dreißig Jahre zu ihrer Wiederherstellung nicht genügen. Am dritten Tage wird man die bewerkstelligten Umwandlungen jener Epoche, wie sie in einem Jahr geschehen sind, nicht in zehn Jahren Jahre wiederherstellen können. Der vierte Tag wird eine ganz gewöhnliche Epoche sein, an dem er nichts mehr tun wird. Er wird sich nur noch darum bemühen, seine Stellung zu halten." So berichtet er seiner Gemeinde (ummah) mit einer großen Beredsamkeit.

Dreizehntes Vorzeichen:

Es gibt eine absolut sichere Überlieferung, die sagt: "Isa, mit dem der Friede sei, wird den großen Deddjal töten."

Wenn auch das Wissen (ilm) bei Gott (allein) liegt, so gibt es doch zwei (mögliche) Aspekte:

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Der erste (mögliche) Aspekt ist folgender:

Wer diesen furchterregenden Deddjal, der andere durch seine Staunen erregenden Künste (istidradj), wie Magie, Magnetismus und Spiritismus zu fesseln und ihre Selbstüberschätzung dadurch noch zu steigern vermag und sich auf diese Weise an der Macht hält, dennoch zu töten und den Weg (meslek), den er gewiesen hatte, zu wenden vermag, kann nur eine wunderbare Person sein, einer der Wunder wirken kann und allgemein anerkannt ist. Diese Persönlichkeit ist am stärksten betroffen und der Prophet der meisten Menschen. Es ist Hazret Isa, mit dem der Friede sei.

Der zweite Aspekt ist der folgende:

Nachdem Isa selbst, mit dem Friede und Segen sei, mit seinem Schwert den Deddjal getötet hat, werden es nur noch die christlichen Geistlichen sein, welche die gewaltige Gestalt und geistige Persönlichkeit des von ihr gebildeten fürchterlichen Materialismus und der Glaubenslosigkeit (din) töten und seine atheistische Denkweise (fikr-i kufri) in der Ablehnung Gottes vernichten, das Wesen (haqiqat) der christlichen Religion (din-i Isevi) mit dem Wesen (haqiqat) des Islam amalgamieren und in dieser Kraft (den Deddjal) geistig töten und (seine Ideenwelt) wieder auflösen können. Die Überlieferung: "Hazret Isa, mit dem der Friede sei, wird kommen und Hazret Mehdi im Ausdruck und mit seiner Haltung im Gebet (namaz) folgen.", weist sogar auf diese Einigung (ittifak) hin und auf die Gefolgschaft, welche (die Christenheit) der Wahrheit (haqiqat) des Qur'an leisten und dessen Herrschaft (hakimiyet) sie sich beugen wird.

Vierzehntes Vorzeichen:

So wie die Ereignisse um Gog und Magog im Qur'an kurz zusammengefasst erwähnt werden, gibt es darüber auch eine ein wenig ausführlichere Überlieferung. Was aber diese Überlieferung betrifft, so ist sie kein fest umrissener Lehrsatz, wie diese kurzen, prägnanten Lehrstücke im Qur'an, sondern gelten in gewissem Grade als allegorisch. Sie bedürfen einer Auslegung. Gerade weil sich die Meinung des Erzählers mit ihnen vermischt hat, bedürfen sie einer deutlichen Erklärung. In der Tat:

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لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ إِلاَّ اللّٰهُ

{"Niemand kennt das Verborgene außer Gott."}

Dazu gibt es eine (mögliche) Auslegung: Es gibt eine Anspielung und einen Hinweis, dass zentralasiatische Reiterstämme, die der Qur'an in seiner himmlischen Sprache als "Gog und Magog" bezeichnet, in alter Zeit mehrmals ganz Asien in ein Tohu va Bohu verwandelt haben. Und genau so werden sie auch in Zukunft wieder die Welt (dunya) auf den Kopf stellen. Ja einige von ihnen finden sich selbst heute noch unter den kommunistischen Anarchisten. In der Tat entstand der Sozialismus (1830) während der Französischen Revolution (1789) durch die Besamung und Befruchtung des Liberalismus und wurde (als dessen Umkehrschluss) aus ihr geboren. Da aber der Sozialismus einen Teil von dem zerstört hatte, was bis dahin heilig war, verwandelten sich die Ideen, die er (den Menschen) eingeimpft hatte, in Bolschewismus (1903). Und da nun der Bolschewismus viele der heiligen, moralischen, menschlichen Werte korrumpierte und das menschliche Herz verdarb, wird er natürlich auch die Saat, die er ausgestreut hatte, nämlich die Anarchie, wieder ernten, die keine Beschränkungen welcher Art auch immer anerkennt, da sie gar keinen Respekt vor was auch immer hat. Sobald dann dieser Respekt und die Barmherzigkeit (hurmet ve merhamet) das menschliche Herz verlässt, macht ihr Verstand und ihre Klugheit diese Menschen furchtbaren und überaus grausamen Raubtieren gleich, weshalb sie durch politische (Maßnamen) nicht mehr gelenkt werden können. Was aber den Nährboden einer solchen anarchistischen Gedankenwelt betrifft, so wird dieser von den elenden, übervölkerten Nomadenstämmen gebildet werden, die zudem auch noch rückständig sind und nach ihren eigenen Gesetzen leben wollen. Was aber die Menschen betrifft, die diesen Bedingungen angepasst sind, so waren es die Völkerstämme im inneren Asiens, deretwegen

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die chinesische Mauer errichtet wurde, die sich in ihrer Länge über vierzig Tagesreisen weit erstreckt und eine der sieben Weltwunder darstellt.

Fünfzehntes Vorzeichen:

Es gibt im Zusammenhang mit Hazret Isa, mit dem der Friede sei, folgende Überlieferung, wie er den Deddjal getötet hat: "Die Gestalt des Deddjal wird so gewaltig groß sein, dass sie selbst noch ein Minarett überragt. Im Verhältnis dazu wird Hazret Isa, mit dem der Friede sei als winzig klein dargestellt."

لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ إِلاَّ اللّٰهُ

{"Niemand kennt das Verborgene außer Gott."}

Eine Auslegung müsste aber folgende sein: Es ist eine Anspielung und ein Zeichen, dass die geistige Gemeinschaft der Streiter (Mudjahid), die Hazret Isa, mit dem der Friede sei, im Lichte des Glaubens anerkennen und ihm folgen werden, sehr klein und gering an Zahl sein werden, im Vergleich zu den gut ausgebildeten, militärisch geschulten, ausgerüsteten und versorgten Armeen des Deddjals.

Sechzehntes Vorzeichen:

Eine Überlieferung sagt: "An dem Tag, an dem der Deddjal erscheint, wird die ganze Welt es hören; er wird in vierzig Tagen durch die ganze Welt reisen und (dabei) über einen wundersamen Esel verfügen."

Wenn auch Gott allein es weiß, so könnte doch, unter der Voraussetzung, dass diese Überlieferung vollkommen echt (tamamen sahih) ist, ihre Auslegung folgende sein: Diese Überlieferung berichtet wundersamer Weise, dass "zu Zeiten des Deddjal sich die Nachrichtenverbreitung und die Reisemöglichkeiten so weit entwickelt haben werden, dass eine Nachricht (hadithe) sich in einem Tag um die ganze Welt verbreiten wird. Sie wird über Radio ausgerufen werden, im Westen wie im Osten gehört werden und in allen Zeitungen zu lesen sein. Ein Mensch wird in vierzig Tagen

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um die Welt reisen, die sieben Kontinente sehen und siebzig Länder besuchen.", und gibt uns so auf wunderbare Weise noch zehn Jahrhunderte vor ihrer Erfindung von Telegrafen und Telefonen, Radio, Eisenbahnen und Flugzeugen Kunde.

So wird man denn von dem Deddjal nicht aufgrund seiner eines Deddjals würdigen Fähigkeiten (haysiyet) hören, sondern weil er ein Herrscher (kral) ist, der die Eigenschaften (sifat) eines Diktators hat. Auch wird er nicht umherziehen, um sich alle Länder zu unterwerfen, sondern um Unruhe und Aufruhr (fitnah) zu stiften und die Menschen von rechten Wege ab zu leiten. Was aber sein Reittier, also diesen Esel betrifft, so wird dies nicht die Eisenbahn sein, dessen eines Ohr, dessen Kopf dem feurigen Schlund der Hölle gleicht, während das andere Ohr zu einem falschen Paradies geschmückt und ausgestattet sein sollte. Er sendet seine Feinde zu seinem feurigen Kopf und seine Freunde zu seinem festlich geschmückten Kopf. (Nein!) Vielmehr wird sein Esel, also sein Reittier dieses fürchterliche Automobil sein, oder ein Flugzeug, oder, oder... (hier muss man schweigen!)

Siebzehntes Vorzeichen:

Eine Überlieferung sagt: "Wenn meine Gemeinde (ummah) auf dem rechten (istiqamet) Weg bleibt, wird sie einen Tag haben." Das heißt:

فِى يَوْمٍ كَانَ مِقْدَارُهُ أَلْفَ سَنَةٍ

{"An einem Tag, dessen Maßstab Tausend Jahren gleicht." (Sure 32, 5)}}

Dem Sinn (sirr) dieser Ayah entsprechend wird sie die Herrschaft und den Glanz von Tausend Jahren haben. Wandeln sie aber nicht auf dem rechten Weg, haben sie nur einen halben Tag. Es bleiben ihnen also nur fünfhundert Jahre ihrer Herrschaft (hakimiyet), wo sie siegreich sein werden.

Doch Gott allein weiß es: Diese Überlieferung gibt uns keine Nachricht über den Jüngsten Tag (qiyamah), sondern erzählt von der siegreichen Herrschaft des Islam und der

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Herrschaft (saltanat) der Kalifen, (welche Voraussage) sich als wahr (haqiqat) und ein Wunder aus dem Verborgenen (mu'djize-i ghaybiye) erwiesen hat. Denn weil am Ende des Kalifats der Abbassiden die Politiker ihre Orientierung (istiqamet) verloren hatten, hatte (dieses Kalifat) nur fünfhundert Jahre bestand. Da aber die Gemeinde (ummah) in ihrer Gesamtheit nicht vom rechten Wege (istiqamet) abgewichen ist, eilten ihr die osmanischen Kalifen zu Hilfe und so verlängerte sich die Herrschaft (der Kalifen) bis zu 1300 Jahren. Da aber danach auch die osmanischen Politiker ihre Orientierung (istiqamet) verloren, blieb auch dieses Kalifat nur fünfhundert Jahre bestehen und so bestätigte das Kalifat der Osmanen mit seinem Ende (vefat) die wunderbare Voraussage (ihbar) dieser Hadith. Da aber nun diese Hadith bereits an anderer Stelle behandelt worden ist, können wir uns hier damit begnügen.

Achtzehntes Vorzeichen:

In den Überlieferungen gibt es viele verschiedene Berichte über Hazret Mehdi, mit dem Gott zufrieden sein möge, der ein Zeichen der Endzeit sein und aus dem Hause des Propheten (Al-i Beyt-i Nebevi) entstammen wird. Ja, es gibt sogar einige unter den Wissenschaftlern (ehl-i ilim) und unter den Freunden Gottes (ehl-i velayet), die behaupten, dass er schon lange erschienen sei.

Wenn auch Gott (allein) die Antwort weiß, so könnte doch die Auslegung all der verschiedenen Überlieferungen folgende sein: Der Große Mehdi hat viele Aufgaben. So wie er in der Welt der Politik (siyaset), in der Welt der Religion (diyanet), in der Welt der Herrschaft (saltanat), in der Welt ernsten Strebens (Djihad) auf vielen Gebieten seine Aufgaben hat, so besteht auch eine Notwendigkeit, immer wenn die Zeit gekommen ist, dass eine Art Mehdi kommt, der immer dann, wenn (die Menschen) verzweifelt sind, sie wie in jeder Epoche in seiner geistigen Kraft tröstet und stärkt oder die Möglichkeit, dass ein Mehdi ihnen in der jeweiligen Zeit zu Hilfe kommen kann. Daher ist in jeder Epoche,

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ja in jedem Jahrhundert durch die Barmherzigkeit Gottes eine Art Mehdi aus dem Hause des Propheten erschienen, um das Gesetz (Schariah) der Väter zu wahren und seine Tradition (Sunnah) neu zu beleben, wie z.B. der Mehdi der Abbassiden (Baghdad) für die weltlichen Angelegenheiten (siyaset), sowie Ghauth-i Adham, Schah-i Naqshiband, die vier Pole (aqtab-i erbaa) und die Zwölf Imame und andere Persönlichkeiten, welche einen Teil der Aufgaben des Großen Mehdi für die religiösen (diyanet) Angelegenheiten übernommen haben. Da es sich bei den Überlieferungen über den Mehdi um eine Vorausschau Mohammeds handelt, mit dem der Friede sei, und die Überlieferungen (in ihrem Wortlaut) verschieden auslegbar sind, sagt ein Teil der Kenner der Wahrheit (ehl-i haqiqat): "Er ist schon vor langer Zeit erschienen." Wie dem auch sei... Da diese Angelegenheit bereits in der Risale-i Nur behandelt worden ist, überlassen wir ihr (die Diskussion darüber) und sagen hier nur: Es gibt in dieser Welt (dunya) keinen Clan, in dem (die Menschen) einander so sehr unterstützen, keinen Stammesverband, in dem (die Menschen) so aufeinander abgestimmt sind und keine Gesellschaft oder Gemeinschaft (djemaat), die so erleuchtet ist, dass man sie mit der Familie des Propheten (Al-i Beyt), seinem Clan, seinem Stamm, seiner Gesellschaft oder Gemeinschaft (djemaat) vergleichen könnte.

Die Familie des Propheten (Al-i Beyt) hat in der Tat Hunderte heiligmäßiger tapferer Männer hervorgebracht, Tausende geistliche Kommandanten an die Spitze ihrer Gemeinschaft (ummah) gestellt. Sie wachsen und gedeihen aus dem Quellgrund qur'anischer Wahrheiten (haqiqat), dem Licht des Glaubens (iman) und der Würde der Islamiyet und es ist daher vollkommen logisch, dass in der Endzeit durch die Wiederbelebung, die Verkündigung und Anwendung des mohammedanischen Gesetzes (Schariah), der Wahrheit der (qur'anischen) Unterscheidung und der Sunna Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, sie der Welt gegenüber die vollkommene Gerechtigkeit (kemal-i adalet)

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und Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) des Großen Mehdi, ihres Oberkommandierenden repräsentieren werden. Das aber ist sowohl eine besondere Notwendigkeit und zwangsläufig ein Erfordernis der Prinzipien des Lebens in der menschlichen Gesellschaft.

Neunzehntes Vorzeichen:

Die Sonne wird im Westen aufgehen und aus dem Boden wird ein Erdtier (dabbetul'ard) hervortreten.

Was aber den Aufgang der Sonne im Westen betrifft, so ist dies ein Zeichen (des Tages) der Auferstehung (alamet-i kiyamet). Weil dies aber dergestalt offensichtlich ist, wird es ein himmlisches Ereignis (hadithe-i semaviye) sein, das das Tor zur Vergebung (tövbe) schließt, die an den Verstand (aql) und den freien Willen (ihtiyar) gebunden ist. Seine Auslegung und Bedeutung ist daher offensichtlich und bedarf keiner weiteren Auslegung. Es genügt daher das folgende:

Wenn auch Gott es am besten weiß, so wird doch der ganz offensichtliche Grund dafür der sein: Sobald der Qur'an, der der Verstand (aql) im Haupt des Erdenrundes ist, aus diesem Kopf entweicht, verliert die Erde ihren Verstand. Sollte dieser Kopf durch Gottes Erlaubnis mit einem anderen Planeten zusammenstoßen, so würde er sich in seiner Bewegung umkehren, seine Bewegung von West nach Ost würde sich durch Gottes Willen (irade-i Rabbani) von Ost nach West umkehren und die Sonne nun im Westen aufzugehen beginnen. Der Qur'an ist in der Tat das feste Band (hablu-'llah-i'l-metin), mit dem Gott die Erde mächtig an die Sonne bindet (Sure 3, 103), und der Boden für den Thron Gottes. Würde seine Schwerkraft von ihm abgeschnitten, ginge dieses Band mit dem Erdenrund zugrunde. (Die Erde) hinge verloren (im All). Ihre Bewegung würde sich umkehren und die Sonne würde in einer unkontrollierten Bewegung im Westen aufgehen. Es gibt da aber noch eine andere mögliche Art der Auslegung: durch eine derartige Kollision würde durch Gottes Weisung (emri Ilahi) der Tag der Auferstehung (kiyamet) hereinbrechen.

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Zwanzigstes Vorzeichen:

Das Tier aus der Erde (dabbetul'ard): Es gibt im Qur'an einen besonders prägnanten Hinweis, eine kurze, non verbale Darstellung (lisan-i hal), einen Ausdruck, zu dem ich die Auslegung z.Zt. gleich anderen ähnlichen Beispielen nicht mit völliger Sicherheit angeben kann. Doch soviel möchte ich noch dazu sagen:

لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ إِلاَّ اللّٰهُ

{"Niemand kennt das Verborgene außer Gott."}

So wie das Volk des Pharao von "Flöhen und einer Heuschreckenplage" und das Volk des Ebrehe, das die Kaaba zu zerstören suchte, von "Vogelschwärmen (Ebabiel)" (Sure 105, 3) heimgesucht wurde, so wird ein Tier aus der Erde hervorkommen, die Menschen heimsuchen, die infolge einer von den Sufyanen und Deddjallen angestifteten Revolution und die Anarchie unter Gog und Magog wissentlich und wollendlich (gegen Gott) rebellieren und sich (gegen Ihn) auflehnen und dem Verderben (fesad) verfallen sind, in Gottlosigkeit, Glaubenslosigkeit und Undankbarkeit gestürzt sind, und das unterste zuoberst kehren, um sie wieder zur Besinnung zu bringen. Und wenn auce Sott es am besten weiß, wird (es sich dabei nicht um ein einzelnes) Tier, (sondern eine ganze) Tierart handeln. Denn wenn es nur ein einzelnes gewaltig großes Tier wäre, könnte es doch nicht überall hin gelangen. Das heißt, es wird eine wahrhaft fürchterliche Tierart sein. Vielleicht wird dieses Tier, einem Hinweis der Ayah

دَآبَّةُ الْاَرْضِ تَأْكُلُ مِنْسَأَتَهُ

{"...bis ein Tier aus der Erde, das seinen Stock zerfraß..." (Sure 34, 14)}

entsprechend eine Art Holzwürmer (oder Termiten?) sein, die hier als "ein Tier aus der Erde" (dabbetu-l'ard) bezeichnet werden, die die Knochen der Menschen zernagen werden, als ob sie aus Holz wären, und sich in den

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Zähnen des Menschen ansiedeln bis hin zu seinen Nägeln. Doch die Gläubigen werden durch den Segen (barakah) des Glaubens (iman) gerettet werden, wenn sie sich von ihren Ausschweifungen und jeglichem Missbrauch abkehren. Mit diesem Hinweis spricht das Tier in dieser Ayah (Sure 27, 82) über den Glauben.

رَبَّنَآ لاَ تُؤَاخِذْنَآ اِنْ نَسِينَآ اَوْ اَخْطَأْنَا

{"Oh Herr, ziehe uns nicht zur Rechenschaft, wenn wir vergesslich waren oder einen Fehler begangen haben." (Sure 2, 286)}

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Kein Wissen besitzen wir, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Als Anhang zu den vorausgegangenen zwanzig Vorzeichen(mesele)hier noch drei kleinere Fragestellungen(mesele):

Erste Fragestellung:

Genauso wie in einigen Überlieferungen Hazret-i Isa, mit dem der Friede sie, als der "Messias" bezeichnet wird, so wird auch den beiden Deddjallen der Titel "Messias" verliehen, und in allen Überlieferungen heißt es:

مِنْ فِتْنَةِ الْمَسِيحِ الدَّجَّالِ... مِنْ فِتْنَةِ الْمَسِيحِ الدَّجَّالِ

{"...vor der Verführung des Messiha-d'Deddjal ...vor der Verführung des Messiha-d'Deddjal..."}

Was ist die Weisheit und welches die Auslegung dazu?

Antwort:

Wenn auch Gott allein die Antwort kennt, so ist doch die Weisheit, die darin liegt, folgende: So wie das Christentum (auf Beschluss des Apostelkonzils) einen Teil der schweren Vorschriften des Mosaischen Gesetzes aufgehoben und manche Dinge erlaubt (helal) hat, so wird auch der Große Deddjal durch die Verführung des Teufels und seine Beeinflussung die Geltung der christlichen Gebote aufheben, und indem er den Bund (rabita) zerstört, der das christliche Gemeinschaftsleben bestimmt, wird er für Gog und Magog den Boden zu ihrer Anarchie vorbereiten. In ähnlicher Weise wird auch ein Sufyan, als der Deddjal des Islam, durch die Einflüsterungen der Begierde (nefs) und des Teufels versuchen, einige der ewigen Anordnungen des mohammedanischen Gesetzes aufzuheben und die materiellen und spirituellen (manevi) Bindungen (rabita) des menschlichen Lebens zu zerstören, wonach er die wankelmütigen, betrunkenen, berauschten Seelen (gleich streunenden Hunden) zurücklässt und dabei die lichtvollen Bindungen der Achtung und der Barmherzigkeit (hurmet ve merhamet) löst und indem er ihnen eine Freiheit schenkt, die sie zugleich versklavt, sodass sie in einem Sumpf stinkender Leidenschaften einander verfallen sind und ihnen eine Freiheit gibt,

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die (sie nicht selbst gewählt haben, ihnen vielmehr) aufgezwungen wurde und so einer furchtbaren Anarchie den Weg bereitet, wird man die Menschen nicht mehr anders unter Kontrolle halten können als durch eine besonders rigorose Zwangsherrschaft.

Zweite Fragestellung:

In den Überlieferungen ist von den wunderbaren Dingen die Rede, welche die beiden Deddjale vollbringen werden, von ihren so außergewöhnlichen Fähigkeiten (iktidar) und all ihrem äußeren Glanz. Ja es wird sogar darüber berichtet, dass einige unglückselige Menschen ihnen eine Art von Göttlichkeit zuschreiben wird. Was ist der Grund dafür?

Antwort:
اَلْعِلْمُ عِنْدَ اللّٰهِ

{"Wenn auch bei Gott allein das Wissen darüber ist"},

so lässt sich doch über die großen und wunderbaren Dinge, die sie vollbringen werden, folgendes sagen: da es sich bei den meisten Dingen nur um Zerstörung und die Erweckung (tierischer) Lust handelt, können sie leicht derartige wunderbare Dinge vollbringen. So heißt es z.B. in einer Überlieferung: "Ihre Tage werden gleich Jahren sein.", d.h. die Taten, die sie in einem Jahr vollbringen, können nicht in dreihundert Jahren wieder ins Lot gebracht werden. Ihre Fähigkeiten werden in vierfacher Hinsicht als ganz außergewöhnlich angesehen werden. Dafür gibt es folgende Gründe:

Erstens:

Da sie (alle) Taten, die unter der Diktatur in ihrem Riesenreich verrichtet werden, und alle guten und fortschrittlichen Dinge, die nur durch den Mut ihrer Heere und den Einsatz eines mächtigen Volkes zustande kommen konnten, in ihrem Größenwahn (istidradj) ungerechter Weise sich selbst zuschreiben, führt dies dazu, dass man sich vorstellt, dass diese Personen so mächtig wie Tausend Mann sein werden. Statt dessen sollte aber in Wirklichkeit und grundsätzlich alles, was eine Einheit in gemeinsamem Einsatz

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an Gutem, an Ehre und Beute gemacht hatte, unter dieser Gemeinschaft verteilt und den Einzelnen gegeben werden. Handelt es sich aber dabei um Bosheit, um Zerstörungen und Verluste, dann sollte man diesen Mangel an entsprechenden Maßnahmen und alle Fehler dem jeweiligen Oberkommandierenden zuschreiben. Zum Beispiel: Erobert ein Bataillon eine Burg, gehört alle Beute und die Ehre seinen Bajonetten. Treten aber infolge falscher Maßnahmen Verluste ein, werden diese dem Kommandanten zugeschrieben.

So werden denn in Wirklichkeit und grundsätzlich und völlig im Gegensatz zu Recht und Wahrheit (haq ve haqiqat) jeder Fortschritt hin zum Guten und alles Positive diesen furchtbaren Anführern, alles Negative und alle Bosheiten ihrem unglückseligen Volk zugeschrieben. So werden diese Personen, die eigentlich die Verachtung aller verdient hätten, aufgrund dieses Größenwahns (istidradj) von Seiten aller Gottvergessenen (ehl-i ghaflet) eine allseitige Liebe erfahren.

Zweitens:

Da jeder der beiden Deddjale sich so extrem despotisch verhalten wird, ihre Ungerechtigkeit so gewaltig und ihre Schreckensherrschaft so außergewöhnlich und so fürchterlich sein wird, werden sie auch als so außergewöhnlich mächtig angesehen. Ja, ihr Despotismus ist in der Tat dermaßen ungewöhnlich, dass sie sich sogar unter dem Deckmantel des Gesetzes in jedermanns Gewissen und alles, was ihnen heilig ist, einmischen, ja selbst (in die Art) ihrer Bekleidung. So denke ich, dass die Liberalen unter den Türken und in der islamischen Welt gegen Ende des vorigen Jahrhunderts diese abscheuliche Zwangsherrschaft bereits als eine Art Vorahnung in sich verspürt, ihre Pfeile auf sie gerichtet und sie angegriffen haben. Doch sie wurden bitter enttäuscht und griffen ein falsches Ziel an der verkehrten Front an. Und es war ein solcher Despotismus und eine solche Unterdrückung, dass man um eines Mannes willen Hundert Dörfer zerstörte und Hunderte von unschuldigen (Menschen) dafür bestrafte, umsiedelte und ins Verderben schickte.

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Drittens:

Da beide Deddjale die Unterstützung eines jüdischen Geheimkomitees gewonnen hatten, das eine heftige Begierde nährte, sich an den Christen und den Muslimen zu rächen, sowie den Beistand eines weiteren schrecklichen Komitees unter dem Deckmantel der Befreiung der Frauen, und da es dem islamischen Deddjal sogar gelungen war, das Komitee der Freimaurer zu täuschen und ihre Hilfe zu erhalten, dachte man, dass sie über eine furchtbare Macht (iktidar) verfügten. Auch versteht man aufgrund von Offenbarungen einiger Gottesfreunde, dass der sufyanische Deddjal sich an die Spitze der islamischen Regierung setzen, einen besonders fähigen (muktedir), genialen und sehr regen (faal) Ministerpräsidenten finden wird, der kein Aufsehen wünscht und keinen Wert auf persönlichen Ruhm und Ansehen (shan u sheref) legt, sowie einen Kriegsminister, der besonders dazu fähig (iktidar) ist, tapfer (metin), energisch und resolut, der sich nicht zu bloßer Ruhmsucht (riya) herablässt, und sie in seine Dienste stellen wird. Unter Ausnützung ihrer Bescheidenheit wird er ihre außerordentlich glanzvollen und genialen Werke sich selbst zuschreiben und ebenso die Fortschritte, die sie erreicht haben, auf welche Weise er dann, was sie, getrieben von dem dringenden Bedürfnis bewirkt haben, das aus der Erneuerung des riesigen Heeres, der Umgestaltung der Regierung, dem Umsturz und den Umwälzungen des Weltkrieges entstanden ist, seiner eigenen Person anrechnen und so durch seine Lobredner überall das Gerücht verbreiten, dass er über ganz außerordentliche, ja geradezu wunderbare Kräfte (iktidar) verfüge.

Viertens:

Der Große Deddjal wird über fantastische, ans Spiritistische grenzende Fähigkeiten (hassalar) verfügen. Das Auge des islamischen Deddjal wird auch eine fantastische magnetische Ausstrahlung haben. Es gibt zudem eine Überlieferung, die besagt: "Der Deddjal wird auf einem Auge blind sein." Indem sie ihre Aufmerksamkeit auf dieses Auge lenkt, verweist sie darauf, dass das eine Auge des Großen Deddjal blind und ein Auge des anderen (Deddjal) im Vergleich mit seinem anderen Auge blind sein wird, womit

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diese Hadith andeutet, dass sie, weil sie ja völlig ungläubig (kafir-i mutlaq) sein werden, sie auch nur ein Auge haben werden und ihre Sichtweise auf diese Welt (dunya) beschränkt sein wird und weist damit darauf hin, dass sie für die Folgen (ihrer Taten) keinen Blick und für das Jenseits (ahirah) kein Auge haben werden.

Auch ich habe den islamischen Deddjal in einer geistigen Schau (manevi alem) gesehen. So konnte ich mit eigenen Augen sehen, dass nur ein Auge diesen fantastischen Magnetismus ausübte und erkannte, dass er (Gott) ganz und gar verleugnete. So wird er denn mit dieser Dreistigkeit und Frechheit, die aus seiner absoluten Verleugnung (inkar-i mutlaq) erwächst, alles angreifen, was (den Menschen) heilig ist. Weil aber das einfache Volk die tatsächlichen Verhältnisse (haqiqat-i hal) nicht kennt, wird es (seine Macht) für eine staunenswerte Kraft (iktidar) und eine besondere Kühnheit halten.

Da also ein solcher fantastischer (istidradj), ruhmreicher, vom Glück begünstigter, erfolgreicher und listenreicher Kommandant einer (bis dahin) ruhmreichen und heldenhaften Nation in der Zeit ihrer Niederlage erscheint, werden sie ihn mit ihrem Sinn für das Heldenhafte umjubeln, ihm einen Ehrenplatz einräumen und versuchen, seine schlechten Taten zu überdecken ohne seine verborgene, abscheuliche Natur (mahiyet) in Betracht zu ziehen. Doch aus den Überlieferungen wird verständlich, dass das heldenhafte und kampferprobte (mudjahid) Heer und eine gläubige (din) Nation mit dem Leuchten des Glaubens (nur-u iman) und dem Licht des Qur'an in ihrer Seele (ruh) die tatsächliche Lage (haqiqat-i hal) erkennen und versuchen werden, nach den (von ihm angerichteten), so furchtbaren Zerstörungen, nun wieder aufzubauen.

Dritte kleine Fragestellung:

Es handelt sich um drei beispielgebende Vorfälle (hadithe)

Erster Vorfall(hadithe):

Einmal zeigte der Ehrenwerte Prophet, mit dem der Friede und Segen sei, Hazret Omar, mit dem Gott zufrieden sein möge, auf eines unter den jüdischen

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Kindern hin und sagte: "Dieses trägt sein Gesicht." Daraufhin entgegnete Hazret Omar, mit dem Gott zufrieden sein möge: "So werde ich es also töten." Doch jener wendete mit folgender Verlautbarung (ferman) ein: "Wäre er der Sufyan und der islamische Deddjal, so könntest du ihn nicht töten und wenn er es nicht wäre, so dürfte er nicht getötet werden, (nur weil er) so ähnlich (surah) aussieht."

Diese Überlieferung weist darauf hin, dass sowohl sein Bild in dieser Zeit auf vielen Dingen zu sehen sein wird, und auch er selbst unter den Juden geboren werden wird. Es ist jedoch eigenartig, dass (gerade) Hazret Omar, mit dem Gott zufrieden sein möge, der sich über dieses Kind mit dem Gesicht (des Deddjal) so sehr ärgerte und ihm so sehr feindselig gesinnt war, dass er es töten wollte, sich (am Ende) als derjenige herausstellte, den der Sufyan so ganz besonders verehrte und bewunderte und über den er so viele Male mit Hochachtung und Lobpreis sprach.

Zweiter Vorfall(Hadithe):

Viele (Leute) erzählen, dass der islamische Deddjal neugierig ist, zu wissen, was die Sure وَالتِّينِ وَالزَّيْتُونِ {"Bei der Feige und der Olive" (Sure 95, 1)} bedeutet und danach fragt. Es ist dabei merkwürdig, dass der Satz اِنَّ الْاِنْسَانَ لَيَطْغٰى {"Fürwahr, der Mensch ist rebellisch." (Sure 96, 6)} aus der Sure اِقْرَاْ بِاسْمِ رَبِّكَ {"Lies! Im Namen deines Herrn" (Sure 96, 1)} entsprechend dem Zahlenwert seiner Buchstaben (djifr) und seiner Bedeutung gleichzeitig auf seine Zeit und seine Person hinweist und dabei zeigt, dass er rebellisch gegen die

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Leute des Gebets (salah) vorgehen wird. Das heißt, dass dieser größenwahnsinnige (istidradj) Mensch (sehr wohl) spürt, dass eine (dieser beiden) kurzen Ayat (= suren) ihn selbst betrifft. Er irrt sich jedoch dabei und klopft dabei an der Türe ihrer Nachbarin. {d.h. er verwechselt diese beiden kurzen Ayat miteinander - A.d.Ü.}

Dritter Vorfall:

In einer Überlieferung heißt es: "Der Deddjal wird in Khorassan in Erscheinung treten." لاَيَعْلَمُ الْغَيْبَ اِلاَّ اللّٰهُ {"Wenn auch niemand das Unsichtbare kennt, außer Gott,"} so ist doch eine mögliche Auslegung die folgende: Das türkische Volk, {d.h. die in der Zeit des Propheten in der Gegend von Khorassan lebenden Seltjuken - A.d.Ü.} welches im Osten das mutigste, mächtigste und zahlreichste war und schließlich das tapferste islamische Heer (z.Zt. der Kreuzfahrer) stellte, sich z.Zt. dieser Überlieferung in Khorassan befand und noch nicht in Anatolien heimisch geworden war. Die Erwähnung ihres Wohnsitzes (Khorassan) in damaliger Zeit weist darauf hin, dass der sufyanische Deddjal unter ihnen erscheinen werde.

Das ist doch merkwürdig, ja wirklich sehr merkwürdig: er versucht hier die türkische Nation, die über siebenhundert Jahre in der Hand des Qur'an als Zeichen ihres Ruhmes das blitzende diamantene Schwert des Islam war, und die nationaltürkische Bewegung (türktjülük) zeitweilig gegen einen Teil der Kennzeichen des Islams zu missbrauchen. Doch er wird dabei keinen Erfolg haben und sich wieder zurückziehen. So versteht man denn aus den Überlieferungen: "Das heldenhafte Heer rettet allzeit die Zügel aus seinen (des Deddjals) Händen."

وَاللّٰهُ اَعْلَمُ بِالصَّوَابِ ٭ لاَيَعْلَمُ الْغَيْبَ اِلاَّاللّٰهُ

{"Und Gott (allein) kennt die Antwort. Niemand kennt das Verborgene außer Gott."}

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Sechster Strahl

Besteht aus nur zwei Punkten
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen."}

Der Sechste Strahl besteht aus zwei Antworten auf zwei Fragen, zwei Punkte betreffend, die sich auf die Formeln im Abschnitt "teshahhud"\in dem Gebet~(namaz)\beziehen, das beginnt:

اَلتَّحِيَّاتُ اَلْمُبَارَكَاتُ اَلصَّلَوَاتُ اَلطَّيِّبَاتُ لِلّٰهِ

{"Aller Lobpreis, Verherrlichung, Segen, Gebet und jedes gute Wort gebührt Gott....."}

Indem wir die Erklärungen der übrigen Wahrheiten, wie sie in der obigen Formel (teshahhud)\enthalten sind, auf ein andermal verschieben, wollen wir in diesem "Sechsten Strahl" nur zwei unter hundert Punkten kurz und bündig erklären.

Erste Frage:

Die gesegneten Worte dieser Formel (teshahhud) sind ein Dialog zwischen Gott dem Gerechten und Seinem Gesandten in der Nacht seiner Himmelfahrt (mi'radj). Worin liegt also der Sinn ihrer Rezitation während des Gebetes (namaz)?

Antwort:

Das Gebet (namaz) aller Gläubigen ähnelt gewissermaßen ihrer Himmelfahrt (in die göttliche Allgegenwart). Was aber die Worte betrifft, die einer solchen Gegenwart (huzur) würdig sind, so handelt es sich dabei um die Worte, die während der Großen Himmelfahrt Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, gewechselt

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wurden, und jedes Mal, wenn sie rezitiert (dhikr) werden, wird diese heilige Begegnung (sohbet) in Erinnerung gerufen. Mit dieser Erinnerung aber, steigen diese gesegneten Worte in ihrer individuellen Bedeutung zu einer universellen Bedeutung auf und ihre geheiligte, umfassende Bedeutung wird (für jeden) vorstellbar (tasauvur), bzw. kann (sich nun jeder) vorstellen. Unter dieser Art Meditation (tasauvur) wird ihr Wert und ihr Licht (Nur) erhöht und breitet sich aus.

So sagte z.B. der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, anstelle des (sonst üblichen) Friedensgrußes (selam) in jener Nacht zu Gott dem Gerechten:

اَلتَّحِيَّاتُ لِلّٰهِ

{"Aller Lobpreis gebührt Gott!"}

Das aber heißt: "Oh mein Herr! Der lebendige Lobpreis (tesbihat-i hayatiye), den Dir alle lebenden Wesen mit ihrem Dasein entgegenbringen, die Gaben, die sie ihrem Meister (Sani') in der Art darbieten, wie sie ihrer Natur entspricht, gebühren Dir allein. So will nun auch ich sie Dir in meiner Vorstellung (tasauvur) und durch meinen Glauben (iman) darbringen." So wie denn in der Tat der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, mit dem Wort اَلتَّحِيَّاتُ {"aller Lobpreis (at-Tahiyat)"} seine Absicht (niya) erklärte, (Gott) all die Anbetung aufzuopfern, die die lebenden Wesen der Art ihrer Erschaffung entsprechend darbringen (ibadat-i fitriye), so bringt er in ähnlicher Weise auch mit dem Wort اَلْمُبَارَكَاتُ {"Segnungen (mubarakat)"}, in dem sich aller Lobpreis Gottes (tahiyat) konzentriert,

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die natürlichen Segnungen und alle Fülle, den Dienst und die Anbetung der Geschöpfe, besonders aber der Saaten und Samenkörner und der Eier dar, welche die Fülle aller Segnungen zum Ausdruck bringen und darum segensreich genannt werden, weil sie die Essenz des Lebens und aller lebenden Wesen sind, und die daher ein Anlass sind, auszurufen: "Wie groß sind Gottes Segnungen! (baraka'llah)". Dies sagte er in des Wortes weitester Bedeutung.

Mit dem Wort اَلصَّلَوَاتُ {"Gebete",} welches alle Segnungen (barakat) in sich umfasst, rief er sich all die vielen Arten des Dienstes und der Anbetung, welche die verschiedenen beseelten Wesen (ruh) verrichten, die ja gewissermaßen eine Zusammenfassung aller lebenden Wesen (hayat) darstellen, vor Augen (tasauvur) und brachte sie an der Schwelle (dergah) Gottes in dieser alles umfassenden Bedeutung dar.

Mit dem Wort اَلطَّيِّبَاتُ {"Gutes",} das eine Zusammenfassung aller Gebete (salavat) ist, sprach er gewissermaßen den lichtvollen Dienst und die hohe Anbetung aller vollkommenen Menschen (kamil insan) und der Thronengel (Cherubim) an, die alle beseelten Wesen in sich umfassen und brachte sie dem Einen und einzig Angebeteten (ma'bud) als Ihm allein gebührend dar.

Und so wie ferner in dieser Nacht von Seiten Gottes des Gerechten (Djenab-i Haqq) gesagt wurde:

اَلسَّلاَمُ عَلَيْكَ يَآ اَيُّهَا النَّبِىُّ

{"Friede sei mit Dir, oh Prophet!",}

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was ein Hinweis und indirekt auch ein Befehl an die vielen hundert Millionen Menschen, von denen in Zukunft jeder Einzelne wenigstens zehn Mal an jedem Tag sagen würde:

اَلسَّلاَمُ عَلَيْكَ يَآ اَيُّهَا النَّبِىُّ

{"Friede sei mit Dir, oh Prophet!",}

womit dieses Wort durch den Gruß Gottes ein weithin strahlendes Licht und seine hohe Bedeutung empfängt, so brachte auch der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, indem er diesen Gruß erwiderte, als er sagte:

اَلسَّلاَمُ عَلَيْنَا وَعَلٰى عِبَادِ اللّٰهِ الصَّالِحِينَ

{"Friede sei über uns und allen aufrichtigen Dienern Gottes."}

zum Ausdruck, dass er seinen Schöpfer bittend und betend darum ersuchte, dass in Zukunft seine gewaltig große Gemeinde und alle Rechtschaffenen (Salih) in seiner Gemeinde zu jenem Islam (d.h. Hingabe) gelangen werden, der diesen göttlichen Frieden (selam) zum Gruß und Inhalt hat, und dass die Gläubigen seiner ganzen Gemeinde einander mit:

اَلسَّلاَمُ عَلَيْكَ وَعَلَيْكَ السَّلاَمُ

{"Friede sei mit Dir! und auch mit Dir sei der Friede!"}

grüßen werden, was zwischen allen Gläubigen (mu'min) ein allgemeines Merkmal des Islam ist.

Der Erzengel Gabriel (Hasret Djebrail), der auch an dieser (himmlischen) Begegnung (sohbet) seinen Anteil nahm, sagte in dieser Nacht auf göttlichen Befehl (emr-i Ilahi):

اَشْهَدُ اَنْ لآَ إِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ وَاَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللّٰهِ

{"Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt, außer Gott, und ich bezeuge, dass Mohammed, der Gesandte Gottes ist",}

womit er die frohe Botschaft verkündete, dass die ganze

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Gemeinde (umma) auf diese Weise Zeugnis ablegen werde bis zum Jüngsten Tage. Ruft man sich diesen heiligen Grußwechsel in Erinnerung, so gewinnt die Bedeutung dieser Worte an Weite und Glanz.

Es ist dies ein seltsamer Geisteszustand (halet-i ruhiye),\der mir geholfen hat, die obige Wahrheit zu entfalten:

Einmal, während ich mich in finsterer Verbannung, in einer finsteren Nacht, in einem nachtschwarzen Zustand der Gottverlassenheit (ghafla) befand, erschien mir dieses gewaltige Universum in seinem gegenwärtigen Zustand (hal) in meiner Vorstellung wie ein lebloser, seelenloser (ruhsuz), toter, leerer, verlassener, scheußlicher Leichnam. Auch die Vergangenheit erschien mir in dieser Vorstellung als ganz und gar tot, leer, ausgestorben und furchterregend. Dieser grenzenlose Raum, diese unbegrenzte Zeit nahm die Form einer finsteren Wüstenei an. Um mich von diesem Zustand zu befreien, nahm ich meine Zuflucht zum Gebet (namaz). Als ich das Teshahhud rezitierte und dabei اَلتَّحِيَّاتُ {"aller Lobpreis (at-Tahiyat)"} aussprach, erstand das Universum von den Toten, wurde plötzlich lebendig und nahm eine lebendige, leuchtende Gestalt an. Es wurde zu einem glänzenden Spiegel des Lebendigen, Unwandelbaren (Hayy-i Qayyum). Ich sah nun, dass (der Kosmos) mit all seinen lebendigen Gliedern beständig den Lobpreis allen Lebens und alle lebendigen Gaben dem Lebendigen, Unwandelbaren Herrn (Dhat-i Hayy-i Qayyum) darbrachte. Dies habe ich mit wissenschaftlicher Gewissheit ('ilme-l'yaqin), ja mit wahrhaftiger Gewissheit (haqqa-l'yaqin) erkannt und erfahren.

Als ich dann sagte:

اَلسَّلاَمُ عَلَيْكَ يَآ اَيُّهَا النَّبِىُّ

{"Friede sei mit Dir, oh Prophet!"},

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wurde dieser (Kosmos) aus der grenzenlosen Leere seiner Zeit heraus unter der Leitung des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, von einer schrecklichen Einöde in einladende Rastplätze umgewandelt.

Zweite Frage:

Der Vergleich am Ende der Teshahhud-Formel:

اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلٰى مُحَمَّدٍ وَعَلٰٓى اٰلِ مُحَمَّدٍ كَمَا صَلَّيْتَ عَلٰٓى اِبْرَاهِيمَ وَعَلٰٓى اٰلِ اِبْرَاهِيمَ

{"Oh Gott! Segne Mohammed und die Familie Mohammeds, so wie Du Abraham und die Familie Abrahams gesegnet hast."}

scheint den Vergleichsregeln zuwider zu laufen, denn Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, war größer als Abraham, mit dem der Friede sei, und hat mehr Barmherzigkeit (rahmet) empfangen. Welches ist also das Geheimnis dahinter? Und was ist die Weisheit (hikmet) hinter diesem Teshahhud -Gebet, dass es stets in dieser Form vorgeschrieben wird? Seit alten Zeiten wird stets das gleiche Gebet (dua) und immer zu den vorgeschriebenen Gebetszeiten (namaz) wiederholt. Dabei würde es doch vollkommen genügen, wenn eine Bitte im Gebet (dua) auch nur ein einziges Mal erhört wurde. Wenn für all diejenigen, für die bereits Millionen Mal Gebete erhört worden sind, und wenn nun auch noch das, wofür gebetet werden soll, bereits von Gott versprochen wurde, immer noch weiter gebetet wird... So hat z.B. Gott der Gerechte versprochen:

عَسٰٓى اَنْ يَبْعَثَكَ رَبُّكَ مَقَامًا مَحْمُودًا

{"Bald wird dir dein Herr den Status von Lobpreis und Ehre (maqam mahmud) verleihen." (Sure 17, 79)}

Doch obwohl Gott der Gerechte dies bereits versprochen hat, wird dennoch nach jedem Aufruf zum Gebet (edhan ve iqama) das alte, überlieferte Gebet gesprochen:

وَابْعَثْهُ مَقَامًا مَحْمُودًا. اَلَّذِى وَعَدْتَهُ

{"Verleihe ihm den Status von Lobpreis und Ehre, so wie Du es versprochen hast."}

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Und die ganze Gemeinde betet darum, dass dieses Versprechen in Erfüllung gehen möge. Was aber ist nun der Sinn und Zweck (sirr-i hikmet) dahinter?

Antwort:

Diese Frage enthält drei Möglichkeiten der Betrachtung und drei weitere Fragen.

Erster Aspekt:

Hasret Ibrahim (Abraham), mit dem der Friede sei, ist sicherlich Hasret Mohammed, mit dem der Friede sei, nicht gleichgestellt. Doch seine Familie (d.h. seine Nachkommen) waren Propheten. Die Familie Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei (also seine Nachkommen), waren die Freunde Gottes (auliya); diese Heiligen (auliya) aber können nicht (an den Status) der Propheten heranreichen. Der Beweis dafür, dass das obige Gebet für seine Nachkommen auf glänzende Weise angenommen wurde, ist folgender:

Der Grund dafür, dass die aus den Hunderten von Millionen (seiner Gemeinde) hervorgegangenen Freunde Gottes von nur zwei Persönlichkeiten aus der Familie Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, nämlich von Hasret Ali und Hasret Husseyn, mit denen Gott zufrieden sein möge, abstammen, in der weit überwiegenden Mehrheit geistliche Führer und Leiter (Pir ve Murshid) der wahrhaftigen Schulen (meslek) und Orden (tariqat) waren, ist der, dass sich an ihnen die Aussage der Hadith

عُلَمَاَءُ اُمَّتِى كَاَنْبِيَآءِ بَنِى اِسْرَآئِيلَ

{"Die Gelehrten meiner Gemeinde sind den Propheten der Kinder Israels gleichgestellt."}

bewahrheitet hat. Diejenigen, welche den größten Teil der Gemeinde (umma) auf den Weg der Gerechtigkeit (haqiqat) und der islamischen Wahrheit (haqiqat-i Islamiyet) geführt (irshad) haben, vor allem Djafer-i Sadiq, Ghaus-i Adham, Shah-i Naqshiband, mit denen Gott zufrieden sein möge, waren - jeder einzelne - die Früchte der Annahme dieses Gebetes für die Familie Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei.

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Zweiter Aspekt:

Der Grund (hikmet) dafür, dass Segnungen (salavat) dieser Art auf das Gebet (namaz) beschränkt bleiben, ist der, dass sie daran erinnern, dass er auf dem Weg ist, den die Propheten und Gottesfreunde geöffnet haben und auf dem sie in der Großen Karawane mitziehen als diejenigen unter all den berühmten Menschen, die auf dem rechten Weg (siratu-l'mustaqim) zur Erleuchtung (Nur) und Vollendung (Kemal) am weitesten vorangeschritten sind. Er hat sich jener gewaltigen Gemeinde (djemaat) angeschlossen, die ihre Stärke (quvvet) aus ihrer hundertfältigen Übereinstimmung schöpft und sich nicht irren kann und (ihn) auf dem rechten Weg geleitet. Indem er sich daran erinnert, rettet er sich vor teuflischen Zweifeln und den Wahnbildern des Bösen. Der Beweis dafür, dass diese Karawane des Herrn über den Kosmos (die Schar) der Freunde, jener hochgeschätzten Kunstwerke, ist, und dass ihre Gegner Seine Feinde sind, ist der, dass seit Adams Zeiten stets aus dem Unsichtbaren Hilfe für die Karawane gekommen ist, während Gott seine Gegner stets mit Katastrophen heimgesucht hat.

Gerade so wie in der Tat das Volk Noahs, Thamuds, Ads, des Pharao und Nimrods u.dgl. andere Gegner (Gottes) Schläge aus dem Unsichtbaren erleiden mussten, wie sie der Zorn Gottes und Seine Strafe erahnen lassen, haben auch Gottes Streiter wie Noah und Abraham und Moses, mit denen der Friede sei und Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, in einer außergewöhnlichen und einzigartigen Weise Wunder aus dem Unsichtbaren und die Güte Gottes (ihsan) erfahren. Und so wie schon ein einziger Schlag die Wut und ein einziges Gastgeschenk (ikram) die Liebe (muhabbet) zum Ausdruck bringt, so bezeugen und beweisen Tausende von Schlägen, die auf die Gegner hernieder prasseln und Tausende von Gastgeschenken und Hilfspaketen für die Karawane ganz offensichtlich und so klar wie der lichte Tag, dass diese Karawane rechtschaffen handelt und auf dem

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rechten Weg (siratu-l'mustaqim) voran schreitet. Die Ayah:

صِرَاطَ الَّذِينَ اَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ

{"Den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast." (Sure 1, 7)}

verweist auf diese Karawane, während die Ayah

غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ وَلاَ الضَّاَلِّينَ

{"Nicht den Weg derer, denen Du zürnst und nicht den Weg derer, die in die Irre gehen." (Sure 1, 7)}

auf deren Gegner hindeutet. Was diesen Punkt betrifft, den wir hiermit erklärt haben, so ist er noch deutlicher (in der Diskussion) über das Ende der Suratu-l'Fatiha.

Dritter Aspekt:

Das Geheimnis der Weisheit (sirr-i hikmet) dermaßen oft darum zu bitten, dass etwas gegeben werde, was sowieso mit Sicherheit gegeben werden wird, ist folgendes: Das, worum man bittet, z.B. den Status von Lobpreis und Ehre (maqam-i Mahmud) gleicht der Spitze eines Eisberges oder dem Zweig einer gewaltigen Wahrheit, die wiederum Tausende bedeutender Wahrheiten wie der des Maqam-i Mahmud mit einschließt. Er ist eine Frucht des bedeutendsten Ergebnisses der Schöpfung der Welt. Was aber das Gebet (dua) um diese Spitze, den Zweig, die Frucht betrifft, so bedeutet es gewissermaßen, um die Verwirklichung dieser großen und allgemeinen Wahrheit zu bitten, um das Kommen einer beständigen (baqi) Welt, welche der größte Zweig am Baum der Schöpfung ist, um die Wiederversammlung und Auferstehung von den Toten als die Verwirklichung und das größte Ziel der Schöpfung und um die Öffnung des Hauses der Glückseligkeit. Und indem er darum bittet, nimmt er am Gottesdienst (ubudiyet) der Menschheit und allen Gebeten (dua) der Söhne Adams teil, die der bedeutendste Grund für das Dasein (vudjud) des Paradieses und des Hauses der Glückseligkeit sind. Diese zahllosen Gebete (dua)

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sind in der Tat nur ein Geringes für ein so unaussprechlich gewaltiges Ziel. Mehr noch ist die Verleihung dieses Status (Maqam-i Mahmud) an Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, ein Zeichen für seine Große Fürsprache (shefaat-i kubra) zugunsten seiner ganzen Gemeinde (umma). Schließlich ist er auch zutiefst mit dem Glück seiner ganzen Gemeinde verbunden. Darum ist es auch pure Weisheit (hikmet), wenn er von seiner ganzen Gemeinde (umma) so unendlich viele Segenswünsche (salavat) und Gebete (dualar) um Gottes Barmherzigkeit (rahmet dualari) erbittet.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Siebenter Strahl

Das große Zeichen
Ein wichtiges Wort im Voraus und eine Erklärung über seine Absicht

Es wird nicht ein jeder in der Lage sein, all die Themen, die in dieser höchst bedeutungsvollen Abhandlung erörtert werden sollen, zu verstehen, doch wird er auch nicht ohne seinen Anteil bleiben. Betritt jemand einen großen Garten, so wird er finden, dass seine Hände gar nicht alle Früchte dieses Gartens erreichen können. Doch genügt dir die Menge, die deine Hände zu fassen vermögen. Dieser Garten ist nicht für ihn alleine da. Es bleibt noch immer ein Anteil für solche, die die längeren Arme haben.

Es gibt fünf Gründe, die es schwer machen, dieses Buch zu verstehen:

Erstens:

Ich habe hier meine eigenen Beobachtungen niedergeschrieben, meinem eigenen Verständnis entsprechend und für mich selbst. Ich habe hier nicht dem Verständnis und dem Auffassungsvermögen anderer entsprechend geschrieben, wie in anderen Büchern.

Zweitens:

Weil hier aber nun die wahre Einheit Gottes (Tauhid-i haqiqi) als die Erscheinung des gewaltigen Namens (Ism-i adham) in einem gewaltig großen Umfang beschrieben worden ist, sind die hier behandelten Themen sowohl außerordentlich umfangreich, als auch besonders tiefschürfend und manchmal ungewöhnlich lang, sodass sie nicht jeder gleich auf einmal verstehen kann.

Drittens:

Weil hier aber nun mit jedem Thema eine große und umfangreiche Wahrheit abgehandelt wird, wird sich zuweilen ein Satz über eine Seite oder ein ganzes Blatt erstrecken, um die Wahrheit nicht zu zerstückeln. So erfordert die Führung eines einzelnen Beweises die Beachtung vieler Voraussetzungen.

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Viertens:

Weil hier aber nun sich bei den meisten Themen zu jedem einzelnen sehr viele Beweise mit ebenso vielen Argumenten finden lassen und es manchmal zehn und manchmal zwanzig Beweise zu einem einzigen Zeugnis gibt, zieht es sich besonders in die Länge. Ein kurzer Verstand vermag das nicht zu fassen.

Fünftens:

Während ich die Lichter dieser Abhandlung aus der Fülle des Ramadan empfing, befand ich mich in mehrfacher Hinsicht in einem Zustand (hal) der Verwirrung.

So schrieb ich denn (diese Abhandlung) in einer Zeit, da (die Gesundheit) meines Körpers durch verschiedene Krankheiten völlig zerrüttet war, in ziemlicher Eile und ohne sie nachträglich noch zu korrigieren. Überdies fühlte ich, dass ich nicht aus eigenem Willen (irade) und Wollen (ihtiyar) heraus schrieb und so schien es mir auch unpassend, (den Text) meiner eigenen Vorstellung entsprechend zu korrigieren und neu zu arrangieren. Auch das hat dazu beigetragen, ihn in dieser Form ein wenig schwer verständlich werden zu lassen. Zudem haben sich ganze Abschnitte in arabischer Sprache eingeschlichen. Ja, das ganze "Erste Kapitel" wurde vom Anfang bis zum Ende in arabisch abgefasst, ausgesondert und separat herausgegeben.

Allen Mängeln und Schwierigkeiten, die sich aus diesen fünf Gründen ergeben haben, zum Trotz hat diese Abhandlung eine solche Bedeutung, dass Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, in wunderbarer Weise ihre Abfassung voraussah und sie als "Das Große Zeichen" und den "Stab Mosis" bezeichnete. Er betrachtete diesen Teil der Risale-i Nur mit besonderem Interesse und lenkte (unsere) Aufmerksamkeit auf sie hin.

Die Ereignisse, die inzwischen in Denizli stattgefunden haben, bestätigten die Voraussage von Imam Ali, was das "Große Zeichen" betrifft. Denn die Vervielfältigung dieses Buches im Geheimen war der Grund für unsere Verhaftung, und der Triumph ihrer heiligen und ihrer so machtvollen Wahrheit (haqiqat) war der hauptsächliche Grund zu unserem Freispruch und zu unserer Entlassung. So machte Imam Ali seine wunderbare Voraussage war und bewies damit die Annahme des Gebetes, das er um unseretwillen gesprochen hatte:

وَبِالْاٰيَةُ الْكُبْرٰى اَمِنِّى مِنَ الْفَجَتْ

("Um des Großen Zeichens willen errette uns vor dem Verderben!")

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Die Risalah "Das Große Zeichen" ist eine wahrheitsgemäße Auslegung (haqiqi tefthir)\der Ayah "Das Große Zeichen" (Sure 17, 44) und umfasst gleichzeitig den "Siebten Strahl", den Hasret Imam, mit dem Gott zufrieden sein möge, als "Stab Mosis" bezeichnete.

Diese Abhandlung besteht aus einer Einführung und zwei Kapiteln. Die Einführung dazu erklärt vier wichtige Fragestellungen. Das Erste Kapitel ist der arabische Teil der Erklärung der Großen Ayah (Ayet-i Kubra).\Das Zweite Kapitel ist die Übersetzung dieser Erklärung, erweitert durch einige Beweise und ausführliche Deutungen.

Die folgende Einführung enthält zwar mehr Erklärungen, als eigentlich notwendig gewesen wäre, doch war es eigentlich gar nicht meine Absicht, dass sie so lang geworden ist. Das aber heißt: es bestand ein Bedürfnis, sie in dieser Länge abzufassen, oder vielmehr: es gibt einige Leute, die diese Länge noch als zu kurz betrachten.

Said Nursi
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Einführung

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَمَا خَلَقْتُ الْجِنَّ وَ الْاِنْسَ اِلاَّ لِيَعْبُدُونِ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Ich habe Dschinnen und Menschen allein dazu erschaffen, dass sie mich anbeten." (Sure 51, 56)}

Das Geheimnis dieser gewaltigen Ayah besteht in der Weisheit, die den Menschen in diese Welt gesandt hat, mit dem Ziel, den Schöpfer des Alls kennen zu lernen, an Ihn zu glauben, Ihn anzubeten und Ihm zu dienen. Und es ist des Menschen naturgegebene Aufgabe (vazife-i fitrat) und seine eingeschriebene Verpflichtung, Gott zu kennen (marifetullah) und an Ihn zu glauben (iman-i billah). Und mit Hingabe (iz'an ve yaqien) all seiner geistigen Kräfte und Fähigkeiten Seine Existenz und Seine Einheit (vahdet) zu bestätigen.

In der Tat haben alle Güter und alle Fähigkeiten für den Menschen, der sich von Natur aus stets nach einem ewigen Leben sehnt und danach, endlos lang weiterzuleben, für diesen armseligen Menschen, dessen grenzenloses Hoffen mit unendlichen Schmerzen verbunden ist, hat alles, ausgenommen die Erkenntnis Gottes (marifetullah) und der Glaube an Ihn (iman-i billah), was sicherlich die Grundnotwendigkeiten eines ewigen Lebens sind und der Schlüssel dazu, nur einen untergeordneten Wert. Ja, meistens hat es überhaupt keinen Wert...

In der Risale-i Nur wurde diese Tatsache bereits mit starken Argumenten bewiesen. Deshalb können wir uns hier darauf beschränken, auf diese Wahrheit in der Risale-i Nur hinzuweisen. Hier wollen wir nur vier Probleme

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aufwerfen, in denen zwei Abgründe enthalten sind, die in unserer Zeit die Glaubensgewissheit erschüttern und in Zweifel ziehen.

Zur Rettung vor dem ersten Abgrund führen uns die beiden folgenden Fragestellungen:

Erste Hinsicht:

Wie wir im Dreizehnten Blitz des Einunddreißigsten Briefes bewiesen haben, hat bei allgemeinen (umumi) Problemen eine Leugnung keinen Wert und wohl gar keine Beweiskraft. Zum Beispiel: Wenn zu Beginn des Heiligen Monats Ramadan zwei ungebildete Menschen über den neuen Mond das Zeugnis ablegen, ihn gesehen zu haben, Tausende ehrenwerter und gebildeter Menschen aber dies leugnen und sagen: "Wir haben ihn nicht gesehen", so hat deren Leugnung keinen Wert und keine Kraft. Denn dort, wo es sich darum handelt, etwas zu beweisen, bekräftigt ein Zeugnis das andere; sie stützen einander und führen einen Konsens herbei.

Bei einer Leugnung aber besteht zwischen einem Menschen und tausend Leuten kein Unterschied. Jeder von ihnen spricht für sich selbst und bleibt allein. Denn der, welcher etwas beweist, blickt um sich und urteilt der Natur der Sache (nefs-ul emr) entsprechend. Zum Beispiel: wie oben angeführt, ist da einer, der sagt: "Der Mond steht am Himmel." Sein Kollege deutet auf ihn mit dem Finger. Die beiden tun sich zusammen und bestärken einander.

Wer dagegen etwas leugnen, etwas abstreiten will, der urteilt nicht in Anbetracht der Dinge (nefs-ul emr) und kann es auch gar nicht. Denn es ist ein bekannter Grundsatz, dass ich "eine Verneinung, die sich nicht auf mich selbst beschränkt oder nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist, nicht beweisen kann".

Zum Beispiel: Wenn ich beweise, dass es irgendetwas auf der Welt gibt, während ein anderer behauptet, dass es dies nicht gibt, so kann ich dessen Existenz leicht mit einem Indizium beweisen, während der andere, sie zu leugnen, d.h. dessen Nichtvorhandensein zu beweisen,

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die ganze Welt danach durchsuchen, durchkämmen muss, sie mir zu zeigen, ja sogar in der Vergangenheit an allen Ecken danach Ausschau halten muss. Erst dann kann er sagen: "So etwas gibt es nicht, hat es niemals gegeben."

Weil aber nun einmal diejenigen, welche etwas leugnen, etwas bestreiten wollen, nicht in Anbetracht der Dinge (nefs-ul emr) urteilen, vielmehr die Dinge so beurteilen, wie sie ihnen in ihrem Gefühl, in ihren Gedanken, in ihren Augen erscheinen, können sie mit Sicherheit nicht einander unterstützen und bestärken. Denn die Schleier, die Ursachen, die sie daran hindern, etwas zu sehen und zu wissen, sind verschieden. Jeder von ihnen kann sagen: "Ich sehe es nicht. Für mich und nach meiner Überzeugung gibt es so etwas nicht." Aber er kann nicht sagen: "So etwas gibt es tatsächlich nicht." Wollte er das sagen - und das gilt ganz besonders, wenn es sich dabei nicht um persönliche, sondern ganz allgemeine, universelle (umum) Dinge handelt, wie zum Beispiel Glaubensfragen - dann wäre dies eine so allgemeine, eine so universelle Lüge, dass sie niemals den Tatsachen entsprechen und niemals als Beweis dienen könnte.

Kurzum:

Das Ergebnis eines Beweises ist stets ein und dasselbe und dient der Bekräftigung. Im Falle einer Leugnung aber erhalten wir dafür nicht nur eines, sondern mehrere Ergebnisse. Weil die Vorbedingungen je nach dem Blickwinkel des einzelnen, der "bei mir und von meinem Standpunkt aus" oder "nach meiner Überzeugung" sagt, in ihrer Verschiedenheit auch zu verschiedenen Ergebnissen führen, können sie auch nicht einander stützen.

Deshalb hat vom Standpunkt dieser Tatsache aus betrachtet die Vielzahl der Ungläubigen und Glaubensleugner und die offensichtliche Mehrheit derer, die sich gegen den Glauben wenden, keinen Wert. Doch was eigentlich nicht den Glauben und die Sicherheit eines Gläubigen erschüttern sollte, so haben ihn in dieser Zeit dennoch die

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Philosophen Europas verleugnet und bestritten und so einen Teil ihrer unglücklichen Sympathisanten unter den Gläubigen schwankend werden lassen. Sie haben ihnen ihre Sicherheit genommen und ihre ewige Glückseligkeit zerstört. So betrachten die Menschen den Tod, der an jedem Tag dreißigtausend Seelen hinwegrafft und die Bedeutung eines Dahinscheidens hat, wenn ihre Frist abgelaufen und die Stunde der Entlassung gekommen ist, wie eine Hinrichtung, haben ihn zu einer Verurteilung in Ewigkeit gemacht. Die stets geöffneten Pforten des Grabes vergiften das behagliche Leben des Gottesleugners, erfüllen ihn mit Kummer und Bitternis und gemahnen ihn ständig an das über ihn verhängte Ende. So verstehe denn nun, welch eine große Gnade (nimet) der Glaube ist und das Leben des Lebens!

Zweite Hinsicht:

Wenn unter Wissenschaftlern oder Künstlern ein strittiges Problem auftaucht, gelten die Stimmen derjenigen Leute, nicht welche dieser Wissenschaft fern stehen, mögen sie ansonsten auch noch so große Wissenschaftler oder Künstler sein. Ihr Urteil hat keine Aussagekraft. Es wird im Konsens der Wissenschaftler dieser Fakultät nicht mitgezählt.

Zum Beispiel: Das Urteil eines großen Ingenieurs hat bei der Diagnose und Therapie einer Krankheit weniger Aussagekraft als das eines kleinen Arztes. So können insbesondere die Worte auch des größten Philosophen, wenn er ein Gottesleugner ist und sich viel mit dem Materialismus beschäftigt, wenn er allmählich von den geistigen Dingen (maneviyat) abständig und dem Lichte gegenüber unempfindlich und schwerfällig geworden und ihm der Verstand in die Augen gerutscht ist, bei der Betrachtung der geistigen Dinge (maneviyat) nicht berücksichtigt werden und sind wertlos.

Vergleicht man mit Scheich Geylani (Allah heilige sein Geheimnis), der, während er noch auf Erden weilte, den Gewaltigen Thron erschaute, der in den Heiligen Wissenschaften über eine erstaunliche Genialität verfügte, der

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sich neunzig Jahre lang um die Vervollkommnung in den geistigen Wissenschaften bemühte und die Wahrheiten des Glaubens mit einer Sicherheit offen legte, die durch wissenschaftliche Kenntnisse begründet (ilme-l'yaqin), die augenscheinlich bezeugt (ayne-l'yaqin) war, ja, die er selbst erlebt und gelebt hat (haqqa-l'yaqin) und Hunderttausenden anderer Kenner der Wahrheit, die mit ihm in den Fragen der Einheit (Tauhid), der Heiligkeit und des Geistes übereinstimmen, was sind dann dagegen die Worte der Philosophen, die in eine Vielzahl unterschiedlichster Arten von Materie und eine Unzahl kleinster Kleinigkeiten verstrickt sind, in ihnen verloren gehen, darin ersticken? Sind nicht ihre Gegenargumente, die Einwände und Widersprüche, die sie dagegen erheben, so schwach wie das Sirren einer Mücke im Vergleich mit dem Grollen des Donners?

Das Wesen des Unglaubens, der sich den Wahrheiten des Islam entgegenstellt, sich ihnen widersetzt und sie bekämpft, ist eine Zurückweisung, eine Unwissenheit, eine Verleugnung. Mag er auch den Charakter einer Bestätigung, einer Realität vorweisen, so ist er doch seinem Inhalt nach ein Mangel, eine Verneinung. Der Glaube ist dagegen Wissenschaft, Realität, Bestätigung, Schlussfolgerung. Selbst noch die negative Aspektierung eines Problems erfolgt unter dem Titel einer Bestätigung der Wahrheit und versteckt sich dahinter. Wenn sich die Ungläubigen in ihrem Kampf gegen den Glauben unter großen Schwierigkeiten darum bemühen, ihre falschen Überzeugungen in Form einer Annahme, dass etwas nicht sei (kabul-u adem) und eines Beweises dafür, dass etwas nicht sei, zu beweisen und annehmbar zu machen (tasdiq-i adem), dann kann man diesen Unglauben als eine Art irrtümlicher Wissenschaft und als eine falsche Schlussfolgerung ansehen. Wäre dies nicht so und wäre es so leicht, anzunehmen, dass etwas nicht sei, etwas abzustreiten (adem-i kabul) und zu beweisen, dass es nicht sei (adem-i tasdiq), so wäre dies völlige Unwissenheit und Mangel an Schlussfolgerung.

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Kurz gesagt, die Überzeugung vom Unglauben(itiqad-i kufr)hat zwei Gesichtspunkte:

Der erste betrifft nicht die islamischen Wahrheiten. Er ist eine ihm eigene irrtümliche Bestätigung, eine fälschliche Überzeugung, eine fehlerhafte Annahme und eine ungerechte Schlussfolgerung. Dieser Gesichtspunkt liegt außerhalb unserer Betrachtung. Er betrifft uns nicht, noch haben wir irgend etwas damit zu tun.

Die zweite Art Unglaube widersetzt sich den Glaubenswahrheiten und bekämpft sie. Deren gibt es wiederum zwei Formen.

In seiner ersten Form leugnet der Unglaube die Existenz der vorhandenen Gegebenheiten (= adem-i kabul). Er weigert sich lediglich, die vorhandenen Beweise zu ratifizieren (tasdiq). Das aber ist eine Art der Unwissenheit, eine Kritiklosigkeit (hükümsüz) und eine einfache Art. Auch diese Art brauchen wir nicht weiter zu betrachten.

In seiner zweiten Form geht der Unglaube von der Annahme aus, dass etwas nicht vorhanden ist (= kabul-u adem). Er bestätigt seinen Nihilismus (ademini tasdiq) mit dem Herzen. In dieser Form basiert er auf einer Schlussfolgerung (hüküm), einer Überzeugung (itiqad), einer Stellungnahme (iltizam). Doch in dieser seiner Stellungnahme muss er beweisen, was er bestreitet.

Es zu bestreiten, gibt es wiederum zwei Möglichkeiten:

Erstens:

Er sagt: "In einem bestimmten Bereich oder in einer besonderen Hinsicht gibt es das nicht." Und in dieser Form lässt sich das auch beweisen. Auch diese Möglichkeiten brauchen wir nicht weiter zu untersuchen.

Die zweite Möglichkeit

ist die, die allgemeinen und umfassenden Angelegenheiten, die heiligen Dinge und Gegenstände der Glaubenslehre (iman), die sich auf das Diesseits, den Kosmos und das Jenseits und den Wechsel der Zeiten beziehen, zu leugnen und abzustreiten. Doch diese Art, zu behaupten, dass es etwas nicht gibt, lässt sich, wie wir das in der Ersten Hinsicht klar gemacht haben, in gar keiner Hinsicht beweisen. Dazu müsste man die

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Grenzen des Alls überblicken können, Einsicht in das Jenseits haben und ein Auge besitzen, das über die unendlichen Zeiten und Räume hinwegzublicken verstünde, sodass solche Verneinungen bewiesen werden könnten.

Der zweite Weg der Rettung vor dem Abgrund öffnet sich uns in den beiden folgenden Problemstellungen:

Erstens:

Wenn Leute von Verstand in Anbetracht der Unendlichkeit, im Anblick überwältigender Majestät und Größe (azamet ve kibriya), jedoch der Gottvergessenheit, der Sünde und dem Materialismus verfallen, sich in die Enge getrieben fühlen, die Dinge, die über ihren Verstand hinausgehen, nicht mit dem Verstand erfassen können, so weichen sie ihnen in ihrem Gelehrtenstolz aus und streiten sie ab. Tatsächlich werfen sie sich, wenn sie in ihrem begrenzten Verstand, in ihrem eingetrockneten Hirn, in ihrem aus der Art geschlagenen, geistig gestorbenen Herzen keinen Platz mehr finden für die so weiten, so tiefen und so umfassenden Dinge des Glaubens, in den Unglauben, in den Irrtum und gehen darin unter.

Könnten sie ihrem Unglauben aufmerksam ins Gesicht sehen und das Wesen ihres Irrtums betrachten, würden sie erkennen, wie sich, im Gegensatz zu der Logik, Angemessenheit und Notwendigkeit jener gewaltigen Majestät und Größe (= azamet), die sich im Glauben findet, hinter dem Unglauben Hunderte Unvorstellbarkeiten, Unmöglichkeiten und unüberwindbare Schwierigkeiten verbergen.

Die Risale-i Nur hat diese Tatsache mit hunderterlei gegeneinander abgewogenen und ausgewogenen Maßstäben so sicher bewiesen, wie zwei mal zwei vier ist. Zum Beispiel: Ein Mann, der ob der gewaltigen Majestät und Größe (= azamet), Gott den Gerechten, Seine unabdingbar notwendige Existenz (vudjub-u vudjud), Seine Urewigkeit (edheliyet) und Seine allumfassenden Attribute (sifat) nicht anerkennen will, kann von seinem Unglauben nur dann überzeugt sein, wenn er entweder all den unzählig vielen Dingen, die es gibt, ja selbst den zahllos vielen Stäubchen eben diese unabdingbar notwendige

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Existenz (vudjub-u vudjud), Ewigkeitscharakter (edheliyet) und göttlichen Attribute (uluhiyet sifatlar) verleiht, oder aber gleich diesen dummen Sophisten, die sowohl ihre eigene Existenz als auch die des Weltalls leugnen und bestreiten, seinen Verstand niederlegt und von ihm zurücktritt.

So retten sich nun alle diese Wahrheiten des Glaubens und des Islam, indem sie ihre sichtbaren Aspekte auf die überwältigende Bedeutung stützen, die ihnen innewohnt, vor dem fürchterlichen Unsinn des Unglaubens, dem entsetzlichen Aberglauben und der grausamen Dummheit und pflanzen sich mit vollkommener Gewissheit (kemal-i izan) und Hingabe (teslimiyet) in ihre reinen Herzen und ihren geraden Geist (mustaqiem aqil).

Tatsächlich zeigen die meisten äußerlichen Kennzeichen des Islam (sheair-i Islamiye), wie der Ruf zum Gebet (adhan) und das Gebet selbst (namaz) in ihrer beständigen Wiederholung:

اَللّٰهُ اَكْبَرُ ٭ اَللّٰهُ اَكْبَرُ ٭ اَللّٰهُ اَكْبَرُ ٭ اَللّٰهُ اَكْبَرُ

{"Allah-u Ekber 4 x = 'Gott ist groß, bzw. sehr groß, bzw. Die unvergleichliche Größe Allahs sprengt alle unsere Maßstäbe und übersteigt unsere Vorstellungen'"}

deren überwältigende Majestät und Größe (azamet ve kibriya), desgleichen auch die Aussage (ferman) der Heiligen Hadith (Hadith-i Qudsi):

{Die Heilige Hadith (= Hadith-i Qudsi) ist das Wort Gottes, das der Prophet Mohammed (ASM) durch den Engel Grabriel oder unmittelbar durch Eingebung bekam und sinngemäß mit seinen eigenen Worten weitergab. (A.d.Ü.)}

اَلْعَظَمَةُ اِزَارِى وَالْكِبْرِيَآءُ رِدَآئِى

{"Majestät ist mein Schild und Größe mein Mantel."}

so wie auch der 86. Uqde (Knoten) der Munadjat (Bittgebet) «Djaushanu-l'Kebir»:

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يَا مَنْ لاَ مُلْكَ اِلاَّ مُلْكَهُ ٭ يَامَنْ لاَ يُحْصِى الْعِبَادُ ثَنَاءَهُ
يَا مَنْ لاَ تَصِفُ الْخَلآَئِقُ جَلاَلَهُ ٭ يَا مَنْ لاَ تَنَالُ الْاَوْهَامُ كُنْهَهُ
يَا مَنْ لاَ يُدْرِكُ الْاَبْصَارُ كَمَالَهُ ٭ يَا مَنْ لاَ يَبْلُغُ الْاَفْهَامُ صِفَاتَهُ
يَا مَنْ لاَ يَنَالُ الْاَفْكَارُ كِبْرِيَآءَهُ ٭ يَا مَنْ لاَ يُحْسِنُ الْاِنْسَانُ نُعُوتَهُ
يَا مَنْ لاَ يَرُدُّ الْعِبَادُ قَضَآءَهُ ٭ يَا مَنْ ظَهَرَ فِى كُلِّ شَىْءٍ اٰيَاتُهُ
سُبْحَانَكَ يَا لآَ إِلٰهَ اِلاَّ أَنْتَ الْأَمَانُ الْأَمَانُ نَجِّنَا مِنَ النَّارِ

{"Oh Du, bei dem es Kein Königtum gibt außer Deinem Königtum!"

"Oh Du, dessen Lobpreisungen von Deinen Dienern und Anbetern nicht gezählt werden können!"

"Oh Du, dessen Ruhm Seine Geschöpfe nicht zu beschreiben vermögen!

"Oh Du, dessen Wesen niemandes Vorstellung zu erfassen vermag!"

"Oh Du, dessen Vollkommenheit niemandes Blick zu erschauen vermag!"

"Oh Du, dessen Attribute niemandes Verständnis zugänglich sind!"

"Oh Du, dessen Größe niemandes Gedanken zu erfassen vermag!"

"Oh Du, dessen Wert und Bedeutung kein Mensch zu würdigen vermag!"

"Oh Du, dessen Erlasse keiner Deiner Diener und Anbeter zu umgehen vermag!"

"Oh Du, dessen Wunderzeichen (Ayat) sich in allen Dingen offenbaren."

"Gepriesen seist Du, oh Du, außer dem es keinen Gott gibt! Unser Schutz, unser Hort, bewahre uns vor dem Feuer!"}

Auch dieses so bekannte Bittgebet (munadjat) Mohammeds (ASM) zeigt, dass die überwältigende Majestät und Größe (azamet ve kirbiya) ein notwendiger Schleier ist.

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Das große Zeichen

Betrachtung eines Reisenden, der das All nach seinem Schöpfer befragt
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ تُسَبِّحُ لَهُ السَّمٰوَاتُ السَّبْعُ وَالْاَرْضُ وَمَنْ فِيهِنَّ وَإِنْ مِنْ شَىْءٍ إِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ وَلٰكِنْ لاَ تَفْقَهُونَ تَسْبِيحَهُمْ إِنَّهُ كَانَ حَلِيمًا غَفُورًا

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Es lobpreisen Ihn die sieben Himmel und die Erde und was darinnen ist und es gibt kein Ding, das nicht Seinen Lobpreis besingt. Doch ihr versteht ihren Lobpreis nicht. Siehe, Er ist milde (Halim) und Er vergibt (Ghafur)!" (Sure 17, 44)}

(Diese zweite Abhandlung(makam) ist eine Auslegung~(teffhir)\dieser gewaltigen Ayah und ist zugleich eine Erläuterung der Beweise und Zeugnisse aus der arabisch verfassten ersten Abhandlung, deren Übersetzung und kurze Erklärung.)

Das schöne Antlitz des Himmels

In dieser gewaltigen Ayah werden, wie in vielen Ayat (Qur'anversen), zuerst die Himmel erwähnt, jene glänzendste Seite der Einheit (Tauhid), die jederzeit und von jedermann mit großer Bewunderung betrachtet und mit viel Freude studiert wird. Dementsprechend wollen auch wir gleich zu Anfang mit ihnen beginnen.

Tatsächlich sieht jeder Gast, der in das Königreich, das Gasthaus kommt, das diese Welt ist, wenn er seine Augen öffnet, dass sich ihm als erstes das schöne Antlitz des Himmels zeigt, wie es mit goldener Leuchtschrift gezeichnet

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ist und er wird überaus neugierig, den Herrn dieses schönen Gasthauses, den Verfasser dieses großen Buches, den König dieses großartigen Reiches kennen zu lernen, jener Herberge, in der man so ganz besonders freigiebig ist, dieser Ausstellung, in der man so ungewöhnliche Kunstwerke zeigt, jenes Heerlager, wo man solche Pracht entfaltet, dieses Ausflugsortes und Freilichttheaters, das ein solches Erstaunen erregt und eine solche Begeisterung hervorruft und jener bedeutungsvollen Bibliothek, die so viel Weisheit in sich gesammelt hat. (Dieser Himmel sagt zu ihm:) "Schau mich an! Ich werde dir den weisen, den du suchst." So blickt er ihn an und sieht:

Da sind Hunderttausende von Himmelskörpern, einige tausendmal größer als die Erde, einige siebzigmal schneller als eine Kanonenkugel. Sie sind nicht an Masten befestigt und fallen dennoch nicht herunter. Sie durcheilen miteinander den Himmelsraum, über alle Maßen schnell, doch ohne aneinander zu stoßen. Zahllose Lampen brennen beständig, ohne Öl, und erlöschen dennoch nicht. Ihre riesigen Massen werden verwaltet, ohne irgendwelche Unruhe zu verbreiten oder einen Aufstand zu verursachen. Gleich wie die Sonne und der Mond ihre Aufgaben erfüllen, arbeiten diese so großen Gestirne (makhluqat) und erfüllen ihre Aufgaben. Gottes Herrschaft (rububiyet) lenkt alle diese Milliarden von Lichtjahren voneinander entfernten Gestirne zu gleicher Zeit, mit der gleichen Kraftanstrengung (quvvet), in der gleichen Art und Weise. Seine Leitung trägt überall den gleichen Stempel, wirkt überall fehlerfrei und in der gleichen Form. Diese so großen und gefährlichen Kräfte der Natur und im All werden Gesetzen unterworfen, die sie nicht zu überschreiten vermögen. Gleich wie die Trümmer in diesem grenzenlosen Gedränge keine Möglichkeit erhalten, das Angesicht des Himmels zu verunreinigen, so wird es auch von jeglichem Unrat auf das Schönste gesäubert. Alle Gestirne müssen ihre Bewegungen wie ein diszipliniertes Heer im Manöver

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durchführen. Während die Erde kreist und sich dreht, wird allen Geschöpfen, gleich wie einem Publikum vor einer Kinoleinwand, dieses majestätische Manöver ihrer tatsächlichen und ihrer scheinbaren Bewegungen im Wechsel der Nächte und im Verlaufe der Jahre in immer neuen Formen dargeboten. In den Taten (faaliyet) dieser göttlichen Herrschaft (rububiyet) können wir eine Wahrheit erblicken, die in Unterordnung, Verwaltung, einem beständigen Kreislauf, Disziplin, Reinerhaltung und der Erfüllung von Aufgaben zum Ausdruck kommt. Diese Tatsache in ihrer allumfassenden gewaltigen Majestät und Größe (= azamet) ist ein offensichtliches Zeugnis dafür, dass es notwendigerweise (vudjub-u vudjud) einen Schöpfer der Himmel geben muss, ein Zeugnis für Seine Einheit (vahdet) und auch dafür, dass Sein Dasein (maudjudiyet) noch offensichtlicher ist, als das Dasein des Himmels. In diesem Sinne wurde auf der Ersten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) Folgendes gesagt:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ السَّمَاوَاتُ بِجَمِيعِ مَا فِيهَا بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ إِحَاطَةِ حَقِيقَةِ التَّسْخِيرِ وَالتَدْبِيرِ وَالتَّدْوِيرِ وَالتَّنْظِيمِ وَالتَّنْظِيفِ وَالتَّوْظِيفِ الْوَاسِعَةِ الْمُكَمَّلَةِ بِالْمُشَاهَدَةِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen die Himmel mit allem, was darinnen ist, durch das gewaltige und alles umfassende, wahre Zeugnis der umfassenden und vollkommenen Unterordnung, der Verwaltung, des beständigen Kreislaufs, der Disziplin, der Reinerhaltung und der Erfüllung seiner Aufträge, so wie wir es bezeugen."}

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Die Sphäre des Himmels

Nach all dem ruft der Weltraum, den man die Sphäre des Himmels nennt und welcher dieser einzigartige Ort der Wiederversammlung ist, dem Reisenden und Gast, der in diese Welt gekommen ist, mit Donnerstimme zu: "Schau mich an! Du kannst durch mich den erkennen und finden, nach dem du so eifrig suchst und der dich hierher gesandt hat." Der Gast betrachtet sein trübes, wolkenverhangenes, doch barmherziges (merhamet) Gesicht und lauscht seiner Furcht erregenden, doch eine gute Botschaft verkündenden Donnerstimme, und er sieht:

Die Wolken, die zwischen Himmel und Erde schweben, bewässern den Garten der Erde mit großer Weisheit und Barmherzigkeit (hakiemane ve rahiemane), bringen den Bewohnern der Erde das Leben spendende Wasser, mildern die Hitze (d.h. die Heftigkeit des lebensspendenden Feuers), und eilen, überall dort Hilfe zu bringen, wo Not ist. Und nachdem sie noch viele andere ähnliche Aufgaben gleich diesen Aufgaben erfüllt haben, versteckt sich plötzlich dieses ganze riesige Gewölk, das den Himmel bedeckt hatte, so wie sich ein wohlgeordnetes Heer den raschen Befehlen folgend bald zeigt und bald wieder verbirgt, zieht alle seine Teile zu einer Ruhepause zurück, und es ist keine Spur mehr von ihm zu sehen. Dann aber versammeln sie sich, sobald sie den Befehl: "Zum Regen auf die Plätze!" erhalten haben, innerhalb einer Stunde, ja, sogar einigen Minuten, bedecken den Himmel und gehen in Bereitschaft, so als ob sie den Befehl eines Kommandanten erwarteten.

Nun betrachtet der Reisende die Winde unter dem Himmel und sieht: Die Luft ist aus der großen Weisheit und Freigiebigkeit (hakiemane ve keriemane) ihres Herrn mit so vielen Aufgaben betraut, dass es ist, als ob jedes einzelne unter diesen Atomen der unbelebten Luft, die doch kein Bewusstsein hat, die Befehle des Königs (sultan) der Welten (kainat) hört und versteht und keinen von ihnen vernachlässigt, sie in der Macht (quvvet) dieses

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Kommandanten erfüllt und in bester Ordnung durchführt. Zu ihren Aufgaben gehört es, allen Seelen der Erde die Atemluft zu spenden, so lebensnotwendige Dinge wie Wärme und Energie zu übertragen, die Sonnenstrahlung zu filtern, bei der Bestäubung der Pflanzen mitzuhelfen. Diese und noch viele andere Aufgaben erfüllt die Luft im Dienste der Allgemeinheit, beauftragt aus dem Bewusstsein (shuur) und dem Wissen (alîm) ihres Herrn und Lebensspenders wie von unsichtbarer Hand geleitet.

Danach betrachtet er den Regen und sieht: Er besteht aus Tropfen süßen, klaren, weichen Wassers, das aus der Schatzkammer der Barmherzigkeit (rahmet) wie aus dem Nichts und aus dem Verborgenen herabgesandt wurde, so viele Geschenke der Erbarmung in sich enthält und so viele Aufgaben hat, als habe die Erbarmung in diesen Tropfen Gestalt angenommen und ströme aus der Schatzkammer des Herrn. In diesem Sinne bezeichnet man den Regen als Barmherzigkeit (rahmet).

Danach betrachtet er den Blitz, lauscht dem Donner und erkennt, dass auch diese beiden mit einzigartigen und staunenswerten Diensten beauftragt sind.

Danach kehrt er seinen Blick nach innen, wendet sich an seinen Verstand und sagt zu sich selbst:

"Diese Wolken, die aussehen wie Baumwollhaufen, ohne Leben und ohne Bewusstsein (shuur), wissen sicherlich nichts von uns. Sie können nicht Mitleid mit uns empfinden, und uns von sich aus zu Hilfe eilen, nicht ohne einen Befehl auf dem Platz erscheinen oder wieder verschwinden. Vielmehr bewegen sie sich dem Befehl eines großmächtigen und allbarmherzigen (qadier ve rahiem) Kommandanten entsprechend, ziehen sich zurück ohne eine Spur zu hinterlassen und erscheinen plötzlich wieder an ihrem Platz, nehmen ihre Arbeit auf. Auf den Befehl (Ferman) und in der Kraft (quvvet) eines besonders rührigen und hocherhabenen (faal ve mute'al), majestätischen (hashmet) Sultans, dessen Wirken überall sichtbar wird, erfüllt und entleert Er von Zeit zu Zeit die Atmosphäre, beschreibt in Weisheit (hikmet) unablässig Seine Tafel, lässt sie zur nächsten Pause wieder

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auslöschen; und so wie Er an Seinem schwarzen Brett alle Dinge entfernt und sie zum Beweis wieder anbringt (mahv ve isbat lauh), so gestaltet Er in ihnen das Bild des Weltendes und der Wiederauferstehung. Ein besonders gütiger (lutuf) König, der es liebt, Geschenke auszuteilen (ihsan) und sehr freigiebig (kerem) ist, ein Herrscher (hâkim-i mudebbir), der Sein Amt versteht, ein Regent lässt auf Seinen Befehl hin die Wolken die Winde besteigen, schickt in ihnen die Schatzkammern Seines Regens gleich Bergen auf die Reise und sendet sie, wohin immer sie gebraucht werden. Es ist, als hätten sie Mitleid (mit der ausgetrockneten Erde) und weinten über sie, dass sie über diese Tränen in Blumen lächle. Sie mildern die sengende Hitze der Sonne, sprengen wie mit einem Schwamm die Gärten, waschen und reinigen das Antlitz der Erde."

Da wendet sich dieser Reisende verwundert an seinen eigenen Verstand und sagt:

"Hunderttausende in Weisheit und Erbarmung (hakiemane ve rahiemane) kunstvoll durchgeführter Arbeiten, die auf der Leinwand dieses toten, unbelebten, unbeständigen, stürmischen, unruhevollen Himmels, der kein eigenes Bewusstsein (shuur) hat, dessen Anblick sich ständig verändert, der kein Ziel kennt und keine Absicht verfolgt, Hunderttausende von Geschenken, die in äußerlich sichtbarer Gestalt zu uns kommen, Hunderttausende von Hilfeleistungen beweisen, dass dieser fleißige Wind, dieser unermüdliche Diener, nichts aus sich selbst heraus tut, vielmehr auf Befehl eines allmächtigen (Qadier), allwissenden (Alim) und allweisen (Hakiem), freigiebigen (Keriem) Herrn handelt. Es ist, als verstünde jedes einzelne Atom jede beliebige Arbeit, hörte wie ein Soldat jeden Befehl seines Herrn, als bewegte sich der Befehl seines Herrn durch die Luft fort und befolgte ihn. Sie bringen Luft und Leben für Mensch und Tier. Sie befruchten die Pflanzen und versorgen sie mit allem, was sie zum Leben und Gedeihen benötigen. Sie lenken und leiten die Wolken, lassen Schiffe und Flugzeuge auf ihren Reisen segeln, hin und her durch Luft und Meer. Sie ermöglichen das Hören von Geräuschen und Stimmen.

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Elektromagnetische Wellen durcheilen den Raum, verbinden die Menschen mit drahtlosen Telefonen und Telegrafen über den Rundfunk miteinander. Ich habe gesehen, dass die Luft, die aus zwei einfachen Bestandteilen wie Stickstoff und Sauerstoff zusammengesetzt ist, diese Atome, die einander zu gleichen scheinen, außer zu diesen und anderen allgemeinen Aufgaben, von der Hand der Weisheit (hikmet) in vollkommener Ordnung in den Kunstwerken des Herrn, die auf der Erde in Hunderttausenden von Arten sich finden, beschäftigt werden.

Mit anderen Worten:

وَتَصْرِيفِ الرِّيَاحِ وَ السَّحَابِ الْمُسَخَّرِ بَيْنَ السَّمَآءِ وَ الْاَرْضِ

{"Im Wechsel der Winde und Wolken, die Ihm zwischen Himmel und Erde dienen müssen." (Sure 2, 159)}

Aus dieser Ayah wird unserem Reisenden klar, und er zieht daraus die Schlussfolgerung, dass der, welcher über die Winde verfügt und sie ohne Ende zu Seinen königlichen Diensten einsetzt, sich die Wolken unterwirft und ihnen zahllose Arbeiten Seiner Erbarmung (Rahmani) gebietet, der die Luft solcher Art ins Dasein gerufen hat, derjenige sein muss, dessen Dasein sich mit Notwendigkeit ergibt (Vadjibu-I'Vudjud), der Macht hat über alle Dinge (Qadier-i Kulli Shey) und um alle Dinge weiß (Alim-i Kulli Shey), der Herr in Seiner Majestät und in Seiner Freigiebigkeit (Rabb-i Dhu l-Djelali Ve-l Ikram).

Danach betrachtet er den Regen und sieht:

Die Menge seiner Wohltaten (menfaat) entspricht der Zahl seiner Tropfen, die Manifestationen der Erbarmungen (Gottes, rahmani) ihrer Menge, und die Weisheit (hikmet), die in ihnen zum Ausdruck kommt, ihrer Unendlichkeit. Auch werden diese schönen, feinen, gesegneten Regentröpfchen in einer so wundervollen Ordnung erschaffen. Selbst der Hagel, der im Sommer vom Himmel fällt, zeigt noch Ausgewogenheit und Ordnung. Wenn heftige Stürme im Brausen ihrer Winde alle Dinge umherwirbeln und gegeneinander stoßen, so stören sie

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doch die Ausgewogenheit und Ordnung der Dinge nicht; Regentropfen treffen aufeinander, vereinigen sich und bilden doch nicht eine schädliche Masse miteinander. In ähnlicher Weise wird das Wasser, das aus zwei so einfachen Bestandteilen wie Sauerstoff und Wasserstoff zusammengesetzt ist, die ohne Leben noch Bewusstsein sind, für höchst weisheitsvolle (hakiemane) Tätigkeiten, ja, sogar in den Lebewesen eingesetzt, zu Hunderttausenden voneinander verschiedenen Dienstleistungen und künstlerischen Tätigkeiten, die Weisheit und Bewusstsein (hikmet ve shuur) erfordern, angestellt. Das heißt, der Regen, der selbst eine Verkörperung der Barmherzigkeit (rahmet) ist, kann nur in der verborgenen Schatzkammer des Erbarmers (Rahman-i Rahiem) gemacht werden, der ihn in der Überfülle Seiner Erbarmungen (rahmet) herabsendet als einen substanziellen Kommentar zu der Ayah:

وَ هُوَ الَّذِى يُنَزِّلُ الْغَيْثَ مِنْ بَعْدِ مَا قَنَطُوا وَ يَنْشُرُ رَحْمَتَهُ

{"Er ist es, der Hilfe (= Regen) herabsendet, nachdem sie schon verzweifelt hatten, und Sein Erbarmen ausbreitet." (Sure 42, 27).}

Danach lauscht er dem Donner, betrachtet den Blitz und sieht:

Diese beiden bemerkenswerten Ereignisse in der Atmosphäre kommentieren in ganz und gar substanzieller Weise die Ayah: وَ يُسَبِّحُ الرَّعْدُ بِحَمْدِهِ {"Und es lobpreist Ihn der Donner in Dankbarkeit (hamd)" (Sure 13, 14)} und يَكَادُ سَنَا بَرْقِهِ يَذْهَبُ بِالْأَبْصَارِ {"Der Glanz Seines Blitzes blendet die Augen" (Sure 24, 43).}

Sie künden das, Kommen des Regens und bringen frohe Kunde den Bedürftigen.

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In der Tat treffen Ereignisse voll Weisheit (hikmet) und Einzigartigkeit gleich dem wundersamen Donnerschlag, der plötzlich aus dem Nichts kommt, den Himmel zum Sprechen bringt und dem außergewöhnlichen Licht und Feuer, das den dunklen Himmel erfüllt, erleuchtet und den Wolken, die gleich Bergen von Watte und Schläuchen gefüllt mit Hagel, Schnee oder Wasser ähnlich sind, den Kopf des sorglosen Menschen von oben herab wie mit einem Holzhammer:

"Hebe dein Haupt und betrachte die wunderbaren Taten einer mächtigen Persönlichkeit (qudretli bir dhat), die allzeit wirkt und erkannt werden will. So wie du nicht Herr deiner eigenen Entscheidungen bist, so zeigen sich auch diese Ereignisse nicht ohne den Willen ihres Herrn. Jedes von ihnen ist gehalten, seine Aufgabe in großer Weisheit (hikmet) zu verfolgen. So stehen sie im Dienste ihres weisen Herrn, der sie lenkt und leitet (Mudebbir-i Hakiem)." So ermahnen sie die Menschen.

So hört also dieser Reisende erstaunt das hohe und klare Zeugnis einer Wahrheit, die sich aus der Herrschaft über die Wolken und dem Wechsel der Winde, dem Herabströmen des Regens und der Lenkung der Ereignisse im Himmelsraum ergibt und sagt: «Amentu bi'llah (ich glaube an Gott)». Auf der Zweiten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) bringt der folgende Abschnitt die erwähnte Beobachtung dieses Reisenden über den Himmelsraum mit folgenden Worten zum Ausdruck:

{(Hinweis): Ich möchte die vorliegende, dreiunddreißig Stufen umfassende Abhandlung über die Einheit noch ein wenig erläutern. Doch in meiner jetzigen Lage und in meinem augenblicklichen Zustand bin ich leider dazu gezwungen, mich mit einigen ganz kurzen Beweisen und einer nur knappen Auslegung zu begnügen. Da aber in den dreißig, ja vielleicht sogar hundert Abhandlungen der Risale-i Nur diese dreiunddreißig Stufen auf verschiedene Arten bewiesen, ja, in jeder Risala die eine oder andere Stufe dargelegt wurde, können wir die Erklärung insgesamt diesen Risalat überlassen.}

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لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ الْجَوُّ بِجَمِيعِ مَا فِيهِ بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ إِحَاطَةِ حَقِيقَةِ التَّسْخِيرِ وَ التَّصْرِيفِ وَ التَّنْزِيلِ وَ التَّدْبِيرِ الْوَاسِعَةِ الْمُكَمَّلَةِ بِالْمُشَاهَدَةِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweist die Atmosphäre mit allem, was in ihr enthalten ist, durch das gewaltige und alles umfassende wahre Zeugnis der umfassenden und vollkommenen Unterordnung, des Wechsels der Winde, der Herabkunft des Regens und dem, der sie lenkt und leitet, so wie wir es bezeugen."}

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Die Erde wie ein Buch

Nun wendet sich die Erdkugel dem in seine Gedanken versunkenen Gast, der sich nun schon an seine Gedankenreise gewöhnt hat, zu und sagt ihm in ihrer Art: "Was wanderst du zwischen den Himmeln und den Wolken und im Weltraum umher? Ich werde dich zu dem weisen, den du suchst. Wenn du mich bei meinen Aufgaben betrachtest, kannst du in mir lesen wie in einem Buch."

Er betrachtet sie und sieht: Die Erde beschreibt in ihrer zweifachen Bewegung, die der Ursprung der Tage, Jahre und Jahreszeiten ist, einem Mevlevi-Derwisch gleich einen Kreis um den Platz der gewaltigen Wiederversammlung. Sie ist ein majestätisches Schiff im Dienste ihres Herrn, das Hunderttausende Arten all dessen, was da lebt, samt ihrer Nahrung und allem, dessen sie bedürfen, in sich trägt, das Weltenmeer in vollkommener Ausgewogenheit und Ordnung durchfährt und die Sonne auf ihrer Reise umkreist.

Danach beginnt er in diesem Buche zu lesen und jedes Tor (Kapitel) darin öffnet ihm die Seiten zu Tausenden von Ayat, die ihm den Herrn der Erde weisen. Er hat keine Zeit, sie alle zu lesen. So betrachtet er nur diese eine Seite, die davon handelt, wie alles, was da lebt, im Frühling ins Dasein gerufen wird (idjad) und seine Aufgabe erhält. So wird er folgender Dinge Zeuge:

Hunderttausend verschiedene Arten und einzelne Formen entfalten sich in schönster Ordnung aus einem ganz unscheinbaren Gebilde und werden in so barmherziger Weise genährt (rahimane terbiye). Einigen von ihren Samen werden auf ganz wundersame Weise kleine Flügel gegeben. So können sie sich im Fluge verbreiten. Sie werden mit großer Umsicht angeleitet, mit viel Liebe gepflegt (mushfiq) und genährt. Der Allernährer und Allerbarmer (rahimane ve rezzaqane) versorgt sie aus dem Nichts, aus dürrer Erde oder Wurzeln, die einander gleichen, sich kaum voneinander unterscheiden und knochentrocken

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zu sein scheinen, mit dem Saft, der sie auf vielfältige Weise mit vielen verschiedenen, reichhaltigen und zuträglichen Nährstoffen speist, zieht sie aus Samenkörnern und Wassertropfen auf. In jedem Frühling werden hunderttausend Dinge zur Ernährung und Versorgung alles Lebendigen aus der verborgenen Schatzkammer in vollkommener Ordnung wie in einen Waggon geladen und zu allem Lebendigen gesandt. Besonders aber die Milchkonserven in den Nahrungsmittelpaketen, die den Jungtieren gesandt werden und die Säcke voll süßer Milch, die so liebevoll (shefqatli) an den Eutern der Muttertiere herabhängen, machen sichtbar, wie viel Liebe (shefqat), Barmherzigkeit (merhamet) und Weisheit (hikmet) darinnen liegt und beweisen, dass dies offensichtlich eine Manifestation der Barmherzigkeit (rahmet) und Güte (ihsan) dessen ist, der nach der Überfülle Seiner Erbarmungen (Rahman-i Rahiem) alles, was da lebt, mit so viel Liebe pflegt und nährt (mushfiqane ve murebbiyane).

Zusammenfassung:

Diese Seite frühlingshaften Lebens zeigt in hunderttausend verschiedenen Arten und Beispielen substanziell in besonders glänzender Weise die Auslegung der Ayah:

فَانْظُرْ اِلٰٓى اٰثَارِ رَحْمَتِ اللّٰهِ كَيْفَ يُحْيِى الْاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَآ إِنَّ ذٰلِكَ لَمُحْيِى الْمَوْتٰى وَهُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ قَدِيرٌ

{"Siehe die Male der Barmherzigkeit Allahs: Wie Er die Erde nach ihrem Tode wieder lebendig macht! Fürwahr, Er ist es, der die Toten wieder belebt und Er hat Macht über alle Dinge." (Sure 30, 50)}

In dieser Ayah kommt auch die Bedeutung dieser Seite wundervoll zum Ausdruck. Da verstand er, dass die Erde auf allen ihren Seiten und mit all ihrer Macht (quvvet) und Größe لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ {"Es gibt keinen Gott außer Ihm (Allah)!"} sagt.

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Nun ist also die Erde ein Buch mit mehr als zwanzig großen Seiten. Auf einer einzigen Seite finden sich zwanzig Aspekte. Als ein kurzes Zeugnis, einem einzigen Aspekt entnommen, und als eine Erklärung der Beobachtungen und Entdeckungen, die der Reisende mit den übrigen Aspekten auf den anderen Seiten gemacht hat und als ein Ausdruck dessen, was er bezeugt hat, wird auf der Dritten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) Folgendes gesagt:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ الْاَرْضُ بِجَمِيعِ مَا فِيهَا وَمَا عَلَيْهَا بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ إِحَاطَةِ حَقِيقَةِ التَّسْخِيرِ وَ التَّدْبِيرِ وَ التَّرْبِيَةِ وَ الْفَتَّاحِيَّةِ وَ تَوْزِيعِ الْبُذُورِ وَ الْمُحَافَظَةِ وَ الْاِدَارَةِ وَ الْاِعَاشَةِ لِجَمِيعِ ذَوِى الْحَيَاةِ وَالرَّحْمَانِيَّةِ وَالرَّحِيمِيَّةِ الْعَآمَّةِ الشَّامِلَةِ الْمُكَمَّلَةِ بِالْمُشَاهَدَةِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweist die Erde mit allem, was darauf und darinnen ist, durch das gewaltige und alles umfassende, wahre Zeugnis der Unterordnung, der Verwaltung und Pflege, der Erschließung, der Verteilung der Samen, der Erhaltung, Versorgung und Ernährung aller Lebewesen durch Seine alles umfassende, vollkommene Gnade und Barmherzigkeit, so wie wir sie bezeugen."}

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Das Zeugnis der Meere und Ströme

Nun verstärkt sich mit jeder Seite, die er liest, sein Glaube (iman), welcher der Schlüssel zur Glückseligkeit ist. Es wächst seine Erkenntnis (marifet), die der Schlüssel geistiger Entwicklung ist. Bis zu einem gewissen Grade liegt ihm nun die Wahrhaftigkeit des Glaubens an Allah (iman-i billah haqiqat) klarer vor Augen, die der Grundsatz und die Quelle jeglicher Vollkommenheit ist. Der innere Genuss und der Geschmack (den er am Reisen gewonnen hat), spornt seinen Eifer mächtig an. Obwohl er die so völlig sicheren Lektionen des Weltraumes von Himmel und Erde empfangen hat, fragt er dennoch beharrlich: هَلْ مِنْ مَزِيدٍ {"Gibt es da nicht noch mehr?"}

Da hört er die elegische Stimme der Meere, die berauschende Stimme der großen Ströme in ihrer ekstatischen, von Begeisterung erfüllten Dhikr-Feier. In ihrem Tun und Rauschen rufen sie ihm zu: "Sieh auch uns an! Lies auch in uns!" Da betrachtet er sie und erkennt:

Die Meere, in deren Natur es liegt, ein lebendiger, ständig bewegter Organismus zu sein, sich auszubreiten, alles zu überfluten und zu überschwemmen, umspannen die Erde, durchlaufen mit der Erde den Jahreskreis mit einer solchen Geschwindigkeit, dass sie 25.000 mal schneller sind als der Mensch. Trotzdem verbreiten sie sich nicht weiter, überfluten nicht die Erde und überschwemmen nicht das Land ihrer Nachbarn. Das heißt also, dass ein überaus starker und gewaltiger Herr (qudretli ve azametli bir dhat) sie durch Seinen Befehl und in Seiner Macht (emr ve quvvet) still stehen lässt oder in Bewegung versetzt, sie bewacht und bewahrt.

Danach schaut er in das Innere des Meeres und sieht: Es gibt darinnen nicht nur die schönsten und kunstvollsten, wohlgestalteten Schätze, nein, Tausende von Lebewesen werden in ihm genährt und geführt, werden in ihm geboren und finden darin ihren Tod. All dies geschieht in schönster Ordnung. Die Nahrung und Versorgung, die in

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so vollkommener Weise aus einfachem Sand und salzigem Wasser erwächst, ist ganz offensichtlich ein Beweis für die Lenkung und Leitung und für die Versorgung durch den Allmächtigen in Seiner Majestät (Qadier-i Dhu l-Djelal), den Allbarmherzigen in Seiner Vollkommenheit (Rahiem-i Dhu l-Djemal = Schönheit).

Danach betrachtet dieser Gast die Flüsse und sieht: Ihre Wohltaten (menfaat), die sie spenden, ihre Aufgaben, die sie verrichten, ihr Einzugsgebiet und ihre Kapazität sind so voll Weisheit und Erbarmen (rahimane ve hakimane). Sie beweisen ganz offensichtlich, dass alle Ströme, Flüsse, Bäche, Quellen alle die großen Wasserstraßen aus der Schatzkammer der Erbarmungen (rahmet) des Barmherzigen in Seiner Majestät und Freigiebigkeit (Rahman-i Dhu l-Djelali Ve-l Ikram) hervorkommen und ihr entströmen. Ja, das Bewässerungssystem mit seinen Schleusen und Speichern funktioniert in so vorzüglicher Weise, dass die Überlieferung sagt: "Vier Flüsse entströmen dem Paradies." Das heißt also, dass ihre Ursprünge weit jenseits der äußerlichen Welt liegen, dass sie aus dem Geist und aus der Schatzkammer eines Paradieses und nur aus dem Segen (feyz) einer unsichtbaren und unerschöpflichen Quelle fließen.

Zum Beispiel:

Der heilige (mubarek) Nilstrom, der das Sandland Ägypten in ein Paradies verwandelt, fließt, als wäre er ein kleines Meer, aus einem Felsen, der Mondberg genannt wird, unaufhörlich heraus, ohne sich jemals zu erschöpfen. Könnte man seine Wassermassen sechs Monate lang sammeln und einfrieren, es entstünde daraus ein noch weit größerer Berg. Doch der für die Einlagerung eines solchen Eisberges zur Verfügung stehende Platz genügt noch nicht einmal seinem sechsten Teil. Was aber die Erneuerung des Wasservorrates betrifft, so genügt der Regen, der in dieser heißen Gegend nur sehr spärlich fällt und von der durstigen Erde schnell wieder aufgesaugt wird, kaum, ihn stets wieder aufzufüllen. Er ist sicherlich nicht im Stande, das Gleichgewicht im Wasserhaushalt aufrecht zu erhalten. So findet hier die Überlieferung, die besagt, dass der heilige Nil aus einem unsichtbaren

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Paradies entströmt, entgegen dem, was sonst auf Erden üblich ist, in einer sehr tiefen und schönen Wahrheit ihren Ausdruck.

So hat er denn nun den tausendsten Teil der ozeangleichen Wahrheit und der Zeugnisse gesehen, die Meere und Ströme in sich enthalten. Und er hat verstanden, dass sie alle zusammen mit einer Kraft (quvvet), die der Größe der Meere entspricht لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ {"Es gibt keinen Gott außer Ihm."} und zur Bestätigung dieses Bekenntnisses so viele Zeugnisse anführen, wie es Bewohner (Makhluqat) in ihnen gibt. In der Absicht, das ganze Zeugnis der Meere und Ströme zum Ausdruck zu bringen, haben wir in der Vierten Stufe des Ersten Kapitels (makam) sinngemäß gesagt:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ جَمِيعُ الْبِحَارِ وَ الْاَنْهَارِ بِجَمِيعِ مَا فِيهَا بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ إِحَاطَةِ حَقِيقَةِ التَّسْخِيرِ وَ الْمُحَافَظَةِ وَ الْاِدِّخَارِ وَ الْاِدَارَةِ الْوَاسِعَةِ الْمُنْتَظَمَةِ بِالْمُشَاهَدَةِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen die Ströme und Meere mit allem, was darinnen ist, durch das gewaltige und alles umfassende, wahre Zeugnis der Unterordnung, der Erhaltung, der Speicherung, der umfassenden und wohlgeordneten Bewirtschaftung, so wie wir sie bezeugen."}

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Die Berge als Masten

Dann rufen die Berge und Wüsten jenem Wanderer, der sich auf seiner Gedankenreise befindet, zu: "Auch wir sind ein Buch. Komm nun und lies in uns!" Da blickt er sie an und sieht:

Alle die Dienste und die vielen Aufgaben der Berge sind so gewaltig (azametli) und so voller Weisheit (hikmetli), dass es den Verstand in Erstaunen versetzt. Zum Beispiel: Auf Befehl des Herrn traten die Berge aus der Erde hervor, und so aus der Erde hervortretend, beruhigten sie die Aufregungen, den Zorn und die Wut, welche die Umwälzungen im Inneren (der Erde) hervorruft. Im Hervorquellen der Berge und in ihren Kratern atmet die Erde, befreit sich so von gefährlichen Erschütterungen und Beben und stört nicht die Ruhe ihrer Bewohner, während sie ihre Bewegungsaufgabe erfüllt. Das heißt, so wie man Masten auf Schiffen errichtet, um sie vor Erschütterung zu bewahren und das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, so sind auch die Berge auf dem Schiff unserer Erde gleichsam als von Schätzen erfüllte Masten aufgerichtet, so wie viele Ayat des Qur'an, der ein Wunder der Verkündigung ist, es zum Ausdruck (Ferman) bringen, mit den Worten:

وَ الْجِبَالَ اَوْتَادًا ٭ وَ اَلْقَيْنَا فِيهَا رَوَاسِىَ ٭ وَالْجِبَالَ أَرْسٰيهَا

{"Er hat die Berge zu Pflöcken gemacht" (Sure 78, 7) "Wir haben auf der Erde Berge errichtet" (Sure 50, 7) "Er hat die Berge fest begründet." (Sure 79, 32)}

Und noch ein Beispiel: Im Inneren der Berge finden sich lebensnotwendige Quellen jeder Art, Gewässer, Bodenschätze, Mineralien und Heilmittel eingelagert, aufgespeichert und bereitgestellt mit so viel Weisheit (hakiemane) und Umsicht (mudebbirane), mit solcher Freigiebigkeit (kerimane) und Voraussicht, dass er sich sagt, dies beweise ganz offensichtlich die grenzenlose Macht (qudret) des Allmächtigen (Qadier) und die grenzenlose Weisheit (hikmet)

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des Allweisen (Hakiem) und die Existenz Seiner Schatzkammern, Vorratshäuser und Seiner Dienerschaft. Und so verstand er es. Dann vergleicht er die Aufgaben der Berge und Wüsten, ihre Weisheiten (hikmet), die so groß wie Berge sind. Mit diesen beiden Juwelen (= Beispielen) gelangt er zu einer Erkenntnis, die so mächtig und so unerschütterlich ist wie die Berge, so groß und so weit wie die Wüsten, wenn sie in ihrer Vorratshaltung das Zeugnis von der Einheit Gottes (Tauhid) ablegen und sprechen: لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ {"Es gibt keinen Gott außer Ihm."}

Und er sagt: "Ich glaube an Allah."

So ist bereits auf der Fünften Stufe der Ersten Abhandlung, um den Sinn all dessen zum Ausdruck zu bringen, gesagt worden:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الَّذِي دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ جَمِيعُ الْجِبَالِ وَالصَّحَارَى بِجَمِيعِ مَا فِيهَا وَمَا عَلَيْهَا بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ اِحَاطَةِ حَقِيقَةِ الْاِدِّخَارِ وَ الْاِدَارَةِ وَنَشْرِ الْبُذُورِ وَ الْمُحَافَظَةِ وَالتَّدْبِيرِ وَ الْاِحْتِيَاطِيَّةِ الرَّبَّانِيَّةِ الْوَاسِعَةِ الْعَامَّةِ الْمُنْتَظَمَةِ الْمُكَمَّلَةِ بِالْمُشَاهَدَةِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen alle die Berge und Wüsten mit allem, was auf ihnen und in ihnen ist, durch das gewaltige und alles umfassende, wahre Zeugnis der Speicherung, der Bewirtschaftung, der Verbreitung der Samen, der Erhaltung und Verwaltung, der wohlgeordneten, vollkommenen, alles umfassenden Vorsorge des Herrn, so wie wir sie bezeugen."}

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Die Welt der Bäume und Pflanzen

So durchfliegt nun der Reisende in seinen Gedanken die Berge und Wüsten und dabei öffnet sich seinen Gedanken das Tor zu den Welten der Bäume und aller übrigen Pflanzen. Sie fordern ihn zum Eintritt auf und rufen ihm zu: "Komm! Sieh Dich auch in unseren Gebieten um! Lies, was auch in uns geschrieben steht!" Da trat er ein und sah, dass sich eine hochherrschaftlich bekleidete Gesellschaft in geradezu königlichem Schmuck gebildet hat, welche die Schehada (La ilahe illallah) rezitiert, der Einheit und der Namen Allahs gedenkt (dhikir) und Dank (shukur) sagt. Da verstand er, dass alle Arten von Bäumen und sonstigen Pflanzen auf ihre Weise (lisan-i hal) gemeinsam لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ {"Es gibt keinen Gott außer Ihm."} sagen. Denn durch alle die Bäume und die übrigen Pflanzen, die Früchte hervorbringen, bezeigen und bezeugen sie in einem immerwährenden Lobpreis und in der wohlgeformten und klaren Ausdrucksweise ihrer Blätter, in der kunstvollen eleganten Sprache ihrer Blüten, mit Früchten, die wohlgesetzten und treffenden Worten gleichen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm. Und so erkannte er die folgenden drei umfassenden Wahrheiten.

Erstens:

So wie sich in ganz offensichtlicher Weise eine wohldurchdachte (qasd) Zuwendung (in'am) und Freigiebigkeit (ikram), eine klare und freie (ihtiyar) Güte (ihsan) und Wohlgesonnenheit in ihrer wahren und wirklichen Bedeutung bei jeder einzelnen Pflanze erkennen lässt, so wird sie auch in deren Gesamtheit mit sonnenlichtklarer Deutlichkeit sichtbar.

Zweitens:

Es lässt sich eine wohldurchdachte (qasdi), von so viel Weisheit (hakiemane) erfüllte Trennung und Differenzierung, die in jeder Weise die Möglichkeit irgendeines Zufalls zunichte macht und eine so klare und freie (ihtiyari) Ausschmückung und

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Ausgestaltung von solcher Barmherzigkeit (rahimane) bei so unendlich vielen Arten und Einzelexemplaren so klar und offensichtlich erkennen wie der lichte Tag. Und das zeigt, dass dies die Werke und Spuren eines allweisen Meisters (Sani-i Hakiem) sind.

Drittens:

Diese Formen, die auf zahllose Weisen in hunderttausend überaus verschiedenen Arten und Gestalten hervortreten, entfalten sich und erblühen in schönster Ordnung, in Schönheit und Ausgewogenheit aus einigen wenigen, untereinander austauschbaren, einfachen und leblos erscheinenden, einander zum Verwechseln ähnlich aussehenden oder kaum voneinander unterschiedenen Samenkernen und Körnchen zu zweihunderttausend untereinander verschiedenen, wohlgeordneten, völlig unterschiedlichen, ausgewogenen, lebendigen, weisheitsvollen, fehlerfreien, makellosen, auf ihre Art einmaligen Gestalten. Dies ist eine Tatsache, die noch klarer ist als Sonnenlicht. Da erkannte er, dass es entsprechend der Zahl der Blumen im Frühling, und der Früchte und Blätter, die er hervorbringt, ebenso viele Zeugen für diese Wahrheit gibt, und sagte:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلَى نِعْمَةِ الْاِيمَانِ

{"Lobpreis und Dank sei Allah für die Gnade des Glaubens."}

Entsprechend wurde auf der Sechsten Stufe der Ersten Abhandlung (makam), um dieser Wahrheit Ausdruck zu verleihen, Folgendes ausgeführt:

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لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ اِجْمَاعُ جَمِيعِ أَنْوَاعِ الْاَشْجَارِ وَ النَّبَاتَاتِ الْمُسَبِّحَاتِ النَّاطِقَاتِ بِكَلِمَاتِ أَوْرَاقِهَا الْمَوْزُونَاتِ الْفَصِيحَاتِ وَ أَزْهَارِهَا الْمُزَيَّنَاتِ الْجَزِيلاَتِ وَ اَثْمَارِهَا الْمُنْتَظَمَاتِ الْبَلِيغَاتِ بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ إِحَاطَةِ حَقِيقَةِ اَلْاِنْعَامِ وَ الْاِكْرَامِ وَالْاِحْسَانِ بِقَصْدٍ وَرَحْمَةٍ. وَحَقِيقَةِ التَّمْيِيزِ وَ التَّزْيِينِ وَ التَّصْوِيرِ بِاِرَادَةٍ وَ حِكْمَةٍ مَعَ قَطْعِيَّةِ دَلاَلَةِ حَقِيقَةِ فَتْحِ جَمِيعِ صُوَرِهَا الْمَوْزُونَاتِ الْمُزَيَّنَاتِ الْمُتَبَايِنَةderلْمُتَنَوِّعَةِ غَيْرِ الْمَحْدُودَةِ مِنْ نُوَتَاتٍ وَ حَبَّاتٍ مُتَمَاثِلَةٍ مُتَشَابِهَةٍ مَحْصُورَةٍ مَعْدُودَةٍ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen alle Arten von Bäumen und sonstigen Pflanzen in ihrer Einheit, die Ihn in der Sprache ihrer wohlproportionierten und ihnen eindeutig zugeordneten Blätter, im Schmuck ihrer harmonisch gestalteten Blüten, ihrer wohlgestalteten, prägnanten Früchte lobpreisen, durch das gewaltige und alles umfassende, wahre Zeugnis der Geschenke, der Freigiebigkeit und Güte, mit dem Erbarmen und durch die Wahrheit der Unterscheidung, der bewussten Ausschmückung, mit dem Willen zur Gestaltung in Weisheit mit dem zuverlässigen Beweis der Wahrheit der Entfaltung aller ihrer wohlgestalteten, verzierten, voneinander unterschiedenen, zahllosen Formen von begrenzten, abgezählten Samenkernen und Körnern, die einander ähneln und entsprechen."}

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Rezitation der Tiere

Nun holt sich unser Weltreisender aus dem Garten des Frühlings einen Rosenstrauß voll Erkenntnis und Glauben (marifet ve iman), so groß wie der Frühling selbst. Auf seiner Gedankenwanderung öffnet sich seinem Denken, während mit seinem Interesse und mit seinen Fortschritten auch Lust und Neigung wachsen, in dem Wissen um die Wahrheit und seinem Verständnis in der bereitwilligen Annahme des einmal als richtig Erkannten, das Tor zur Welt der Tiere des Himmels und der Erde. Mit Hunderttausenden unterschiedlichster Stimmen und in den verschiedensten Zungen wird er nun hereingerufen. "Tritt ein!", rufen sie ihm zu. Und er tritt ein und sieht:

Alle Tiere des Himmels und der Erde in allen ihren Klassen, Gruppen und Familien sprechen gemeinsam je nach ihrer Art und Ausdrucksweise (lisan-i qal ve lisan-i hal): لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ {"Es gibt keinen Gott außer Ihm."} und verwandeln so das Antlitz der Erde in ein Haus des Gottesgedenkens (dhikr) und eine Gesellschaft, welche die Schehada (tehlil) rezitiert. Und so erkennt er, dass jedes einzelne von ihnen in seiner Eigenschaft eine Kasside des Herrn, ein Wort der Lobpreisung (kelime-i Subhani), einen bedeutungsträchtigen Buchstaben des Allbarmherzigen (harf-i Rahmani), des Meisters (Sani') verkörpert, Ihm in dieser Art Lob sagend und Ihm dankend (hamd u sena). Es ist, als seien alle diese Empfindungen, Fähigkeiten, Instrumente, Werkzeuge und Geräte all der Tiere des Himmels und der Erde gleich wohlgesetzten Versen nach Reim und Metrik, gleich wohlgeordneten und vollendeten Worten. So ihrem Schöpfer und Ernährer (Khallaq ve Rezzaq) dankend (shukur) und Seine Gegenwart (Vahdaniyet) bezeugend, sind sie ein absolut sicherer Beweis der nachstehenden drei gewaltigen und allumfassenden Wahrheiten, von denen unser Reisender Zeugnis gibt:

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Erstens:

Die Weisheit (hakiemane), die sich bei ihrer Schöpfung aus dem Nichts (= idjad) offenbart, die Kenntnis und der Sachverstand (ihtiyar ve alimane), der sich bei ihrer Erschaffung und Gestaltung (khalq ve insha) zeigt, die Kunstfertigkeit (san'at), die darin deutlich wird, wie sie ins Dasein treten (ibda'), können unmöglich einem planlosen Zufall, einer blinden Macht und den unbewussten Kräften der Natur zugeschrieben werden. Die Tatsache, dass ihnen die Seele (ruh) eingehaucht und das Leben gegeben wurde, und dass sich in ihnen zwanzigfach Wollen (irade), Wissen (ilim) und Weisheit (hikmet) manifestiert, ist ein ozeangleiches Zeugnis, dass in so vielfacher Weise bestätigt wird, wie es beseelte Wesen gibt. Sie bezeugt den Herrn des Lebens, der Unwandelbarkeit (Dhat-i Hayy-u Qayyum), die unbedingte Notwendigkeit Seiner Existenz (vudjub-u vudjud), Seine sieben Eigenschaften (sifat-i seb'a: Leben, Wissen, Hören, Sehen, Wollen, die Macht und das Wort) und die Einheit (Vahdet).

Zweitens:

In zahllosen Kunstwerken, die sich in ihrem Aussehen voneinander unterscheiden, sowie entsprechend ihrer künstlerischen Gestaltung (zinet), entsprechend dem ökologischen Gleichgewicht (miqdar mizan) ihrer Population und entsprechend der Stimmigkeit (intidham) in ihrer Erscheinung, die nun voneinander getrennt und kunstvoll verziert werden, denen nun eine Form gegeben, wird diese so gewaltige Wahrheit sichtbar, dass alle diese umfassenden Vorgänge, die in jeder Hinsicht Tausende von Wundern und Weisheiten sichtbar machen, keinen anderen zum Herrn haben können, als den, der aller Dinge mächtig ist (Qadier-i Kulli Shey), und der um alle Dinge weiß (Alim-i Kulli Shey). Eine andere Möglichkeit gibt es nicht und ist auch gar nicht vorstellbar.

Drittens:

Aus lauter kleinen und großen Eiern, die alle dieselbe Form haben, die alle gleich oder ähnlich aussehen, bzw. sich nur wenig voneinander unterscheiden, begrenzt und beschränkt in ihrer Zahl, sowie aus Wassertropfen, die man Spermien nennt, entstehen diese Hunderttausende unterschiedlichster Arten verschiedenster Tiere, und jedes einzelne seinem Wesen nach ein Wunder der Weisheit, überaus wohlgeformt und gestaltet in

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makelloser Ausgewogenheit, entfalten sich und sind so - jedes einzelne von ihnen - als eine glänzende Tatsache Zeugnis und Urkunde entsprechend der Anzahl der Tiere und beleuchten dergestalt diese Wahrheit.

Also sprechen diese Arten von Tieren in Übereinstimmung (ittifaq) mit den drei Wahrheiten: لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ {"Es gibt keinen Gott außer Ihm."}

Dafür legen sie Zeugnis ab. Und es ist, als ob die Erde wie ein einziger großer Mensch ihrer Größe entsprechend لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ {"Es gibt keinen Gott außer Ihm."} sagte, sodass es die Bewohner des Himmels hören. Dies hat unser Reisender erkannt und alle Lehren daraus gezogen.

Auf der Siebenten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) haben wir Folgendes gesagt, um dieser Tatsache (haqiqat) Ausdruck zu verleihen:

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لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ إِتِّفَاقُ جَمِيعِ أَنَوَاعِ الْحَيَوَانَاتِ وَ الطُّيُورِ الْحَامِدَاتِ الشَّاهِدَاتِ بِكَلِمَاتِ حَوَاسِّهَا وَ قُوَاهَا وَحِسِّيَاتِهَا وَ لَطَآئِفِهَا الْمَوْزُونَاتِ الْمُنْتَظَمَاتِ الْفَصِيحَاتِ وَ بِكَلِمَاتِ اَجْهِزَتِهَا وَ جَوَارِحِهَا وَ اَعْضَآئِهَا وَ اٰلاَتِهَا الْمُكَمَّلَةِ الْبَلِيغَاتِ بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ إِحَاطَةِ حَقِيقَةِ الْاِيجَادِ وَالصُّنْعِ وَالْاِبْدَاعِ بِالْاِرَادَةِ وَحَقِيقَةِ التَّمْيِيزِ وَالتَّزْيِينِ بِالْقَصْدِ. وَحَقِيقَةِ التَّقْدِيرِ وَالتَّصْوِيرِ بِالْحِكْمَةِ مَعَ قَطْعِيَّةِ دَلاَلَةِ حَقِيقَةِ فَتْحِ جَمِيعِ صُوَرِهَا الْمُنْتَظَمَةِ الْمُتَخَالِفَةِ الْمُتَنَوِّعَةِ غَيْرِ الْمَحْصُورَةِ مِنْ بَيْضَاتٍ وَ قَطَرَاتٍ مُتَمَاثِلَةٍ مُتَشَابِهَةٍ مَحْصُورَةٍ مَحْدُودَةٍ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen alle Arten von Vögeln und sonstigen Tieren in ihrer Einheit, die Ihn lobpreisend bezeugen in der Sprache ihrer wohlausgewogenen, wohlgeordneten, eindeutigen Anlagen und Fähigkeiten, ihres inneren und äußeren Wahrnehmungsvermögens, in der beredsamen Sprache ihrer Körper mit ihren Organsystemen und sonstigen Kostbarkeiten, ihren Besonderheiten und vollkommenen Werkzeugen, durch das gewaltige und alles umfassende, wahre Zeugnis der Schöpfung, Formung und Gestaltung, durch Seinen Willen und durch die Wahrheit der Unterscheidung, der bewussten Ausschmückung, durch die Wahrheit der Vorausplanung, der Gestaltung in Weisheit mit dem zuverlässigen Beweis der Wahrheit der Entfaltung aller ihrer wohlgestalteten, voneinander unterschiedenen, zahllosen Formen von begrenzten und verschlossenen Eiern und Spermien, die einander ähneln und entsprechen."}

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Die aufrechten Botschafter

Nun wollte unser Gedankenreisender auf der endlosen Sprossenleiter der Gotteserkenntnis (marifet-i Ilahiye), der zahllosen Freuden und der Lichter weiter voranschreiten, in den Kosmos der Menschen und die Welt des Menschlichen eintreten. Da luden ihn zuerst diejenigen ein, welche Propheten genannt werden. Er trat ein, betrachtete zuerst die Wohnstätten vergangener Zeiten und erkannte:

Alle Propheten, welche unter den Menschen höchste Erleuchtung (nurani) und größte Vollkommenheit erlangt haben, sprechen gemeinsam: لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ {"Es gibt keinen Gott außer Ihm."}

Sie wiederholen unablässig Seinen Namen (dhikr). Sie rufen in der Kraft (quvvet) zahlloser, glänzend bestätigter Wunder zur Einheit Gottes (Tauhid) und geben den Menschen, die sie zum Glauben an Gott (iman-i billah) eingeladen haben, Unterricht, um sie von der Stufe der Tiere zum Rang der Engel empor zu führen. Dies sehend, kniet auch er in dieser lichtvollen Medresse nieder, um am Unterricht teilzunehmen. Und er erkannte:

Da der Schöpfer des Alls durch die Hand jedes Einzelnen von den großen unter den berühmtesten Lehrern der Menschheit Wunder wirkte, um ihre Auserwählung zu bestätigen, fanden sie auch durch die Botschaft jedes einzelnen unter ihnen Bestätigung bei einer gewaltig großen Menschenmenge, die ihre Gemeinde bildete und zum Glauben gelangte. So konnte er nun rückschließend feststellen, was für eine mächtige und absolut sichere Wahrheit dieser Tatsache zu Grunde liegt, die von Hunderttausenden ernsthafter und geradliniger Persönlichkeiten gemeinsam und übereinstimmend beurteilt und bestätigt wird. Zudem verstand er nun, was für einen Fehler, welch

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ein Verbrechen die Leute des Irrwegs (ehl-i dalalet) begehen und welch grenzenlose Strafe sie verdienen, wenn sie diese mächtige Wahrheit leugnen, die doch durch zahllose Wunder von so vielen aufrechten Botschaftern ratifiziert (tasdiq) und bewiesen wurde. Und andererseits erkannte er nun, welche Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit (haq ve haqiqat) auf Seiten derer ist, welche die Propheten bestätigen und den Glauben angenommen haben. So wurde ihm eine noch höhere Stufe eines heiligen (qudsi) und makellosen Glaubens offenbar.

Es sind in der Tat nicht nur die zahllosen Wunder, welche eine aktive Bestätigung von Gott dem Gerechten für Seine Propheten sind, die so sehr vielen himmlischen Schläge, welche die Gegner treffen und die Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) aufzeigen, die Vollendung ihrer Persönlichkeit, die beweist, dass sie gerecht sind, die Wahrhaftigkeit ihrer Lehren, die Stärke ihres Glaubens, die bezeugt, dass sie geradlinig sind, indem sie ihrem Wege folgten, was ein Zeugnis ist dafür, dass ihre Wege geradlinig sind und wahr. Es ist zudem auch der Konsens dieser durchaus ernstzunehmenden Botschafter, ihre Übereinstimmung in allen konkreten Fragen, in ihren Aussagen, in ihrer Beweisführung, ihre wechselseitige Unterstützung und gegenseitige Bestätigung. Dies alles ist gleich einer Urkunde und eine solche Kraft liegt darin, dass keine Macht der Welt dem zu widerstehen vermag und keine Zweifel und keine Unentschlossenheit danach mehr zurückbleibt.

Er verstand nun auch, dass der Glaube an alle Propheten, inbegriffen in den Glaubensgrundsätzen, eine weitere Bestätigung, und diese Bestätigung eine große Quelle der Kraft ist. Aus ihrem Unterricht empfing er viel Segen für seinen Glauben (feyz-i iman). Den oben erwähnten Lektionen des Reisenden entsprechend wurde auf der Achten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) Folgendes zum Ausdruck gebracht:

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لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ إِجْمَاعُ جَمِيعِ الْاَنْبِيَآءِ بِقُوَّةِ مُعْجِزَاتِهِمِ الْبَاهِرَةِ الْمُصَدِّقَةِ الْمُصَدَّقَةِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen alle Propheten in ihrer Gemeinsamkeit durch die Kraft ihrer offensichtlichen Wunder, die sowohl bestätigen, als auch bestätigt sind."}

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Die Schule der Nachfolger der Propheten

Nun wurde unser reisender Schüler, nachdem er aus der Kraft des Glaubens eine hohe Begeisterung gewonnen hatte, auf dem Wege von der Versammlung der Propheten von den Kennern der Wahrheit (muhaqqiqin), die durch sichere und starke Zeugnisse der Gelehrten ('ulema) mit wissenschaftlicher Genauigkeit ('ilme-l'yaqin) die Lehre (dava) bewiesen, der Geläuterten (Asfiya) und der Getreuen (Siddiqin), die den Ozean der Lehre in sich enthalten und die Exegeten des Qur'an (mudjtehid) sind, in ihre Schule eingeladen. Dorthin ging er nun und sah:

Tausende überragender Geister und Hunderttausende von Forschern und Exegeten mit ihren eingehenden Untersuchungen, die keine Haaresbreite für einen Zweifel offen lassen, beweisen die Notwendigkeit der Existenz Gottes (vudjub-u vudjud) und Seiner Einheit (vahdet), und befassen sich zugleich mit der Lösung aller konkreten Angelegenheiten des Glaubens. Es ist in der Tat bei aller Unterschiedlichkeit in ihrer Begabung und Berufung gerade die ihnen allen gemeinsame Übereinstimmung in den Grundsätzen und in der Ausübung des Glaubens (usul ve erkan-i iman), es sind die starken und zuverlässigen Zeugnisse, auf die sie sich stützen, welche in ihrer Beweiskraft so stark sind, dass man sich ihnen nur dann entgegenstellen könnte, wenn es möglich wäre, ihrer Gesamtheit eine geistige Kapazität und Intelligenz entgegenzusetzen und entgegen der Gesamtheit ihrer Beweisführung einen Gegenbeweis zu erbringen. Weil dies aber so ist, können die Gegner des Glaubens (munkirler) nur in ihrer Unbelehrbarkeit (djehalet) und Torheit (edjheliyet) und in ihrer Widersetzlichkeit (inkar), in ihrer Hartnäckigkeit (inad) bei nicht zu beweisenden abstrakten Fragen dadurch noch das Gegenteil erreichen, dass sie ihre Augen vor (solchen Beweisen) verschließen. Doch wer seine Augen verschließt, verwandelt den Tag dadurch nur für sich selbst in Nacht.

Unser Reisender erkannte, dass die Lichter über dieser großartigen und weiten Schule, welche von diesen ehrenwerten

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und ozeangleichen Lehrern (Ustadh) ausstrahlen, schon seit mehr als tausend Jahren den halben Erdkreis erleuchten. Und er traf dort eine so starke geistige Kraft an, dass alle Bestreiter der Wahrheit, hätten sie sich dort versammelt, keinen unter ihnen hätten beirren oder erschüttern können. So wurde auf der Neunten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) zu der Lektion, die der Reisende in dieser Schule erhalten hatte, folgender kurzer Hinweis gegeben:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ اِتِّفَاقُ جَمِيعِ الْأَصْفِيَآءِ بِقُوَّةِ بَرَاهِينِهِمِ الزَّاهِرَةِ الْمُحَقَّقَةِ الْمُتَّفِقَةِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen alle Geläuterten (Asfiya) in ihrer Einheit und Übereinstimmung durch die Kraft ihrer offensichtlichen, wahren, miteinander übereinstimmenden Zeugnisse."}

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Im Hause des Gottesgedenkens

Nun wird unser Gedankenreisender, nachdem sich sein Glaube noch mehr gestärkt und entfaltet hat, vom Grade wissenschaftlicher Überzeugung (ilme l-yaqien) zur Stufe augenscheinlicher Sicherheit (ayne l-yaqien) fortgeschritten ist und er sich sehr danach sehnt, die Lichter und die Freuden zu schauen, auf dem Wege aus der Medresse von Hunderttausenden, ja Millionen heiligmäßiger Lehrer (Murshid), die in dem einen so überaus segensreichen und erleuchteten großen Derwischkloster, das so weit ist wie die Wüste, hervorgegangen aus der Vereinigung zahlloser Konvente großer und kleiner Derwischklöster, die sich in der Herberge, in dem Hause des Gottesgedenkens (dhikr) und der Rechtleitung, in dem großen Garten (djadde-i kubra) Mohammeds (Friede und Segen sei mit ihm) und unter dem Schatten der Himmelfahrt Ahmeds (Friede und Segen sei mit ihm) um die Wahrheit bemühen, zur Wahrheit gelangt sind, ja, sie mit augenscheinlicher Sicherheit (ayne l-yaqien) erkannt haben, ins Kloster (dergah) eingeladen. Dort tritt er nun ein und sieht:

Diese Lehrer (murshid) machen als Entdecker und Wundertäter (ehl-i keshf u keramet), gestützt auf das, was sie erkannt (keshfiyat) und bezeugt (mushahede) haben, und auf ihre Wunder (keramet), vor aller Welt die notwendige Existenz (vudjub-u vudjud) und Einheit des Herrn (vahdet-i Rabbani) bekannt und sprechen alle miteinander gemeinsam: لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ {"Es gibt keinen Gott außer Ihm."}

So wie man die Sonne durch das Licht ihrer sieben Farben erkennt, so erkannte auch unser Reisender durch die siebzig Farben, ja sogar durch so viele Farben, wie es Namen Gottes gibt, mit augenscheinlicher Sicherheit (ayne l-yaqien), wie offensichtlich und klar die urewige Sonne der göttlichen Wahrheit ist, deren verschiedenste lichtvolle Farben, Orden von Rechtgläubigen unterschiedlichster Couleur, differenzierte

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echte Berufungen (meslek), voneinander abgegrenzte Schulen der Wahrheit (haqli meshreb) durch überragende Geistesgrößen von heiligmäßigem Ruf, durch erleuchtete Kenner (nurani arifler) der Wahrheit in allgemeiner Übereinstimmung unterstrichen werden. So wurde ihm die Übereinstimmung der Propheten untereinander, der Gelehrten (asfiya) und der Heiligen (auliya) mit ihnen und die gemeinsame Übereinstimmung all dieser drei mit weit größerer Schärfe klar, als das Licht des Tages auf das Vorhandensein der Sonne hinzuweisen vermag.

Als ein kurzer Hinweis auf den Segen (feyz), den dieser Gast in dem Kloster (tekke) empfing, wurde in der Zehnten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) wie folgt gesagt:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ إِجْمَاعُ الْاَوْلِيَآءِ بِكَشْفِيَاتِهِمْ وَكَرَامَاتِهِمِ الظَّاهِرَةِ الْمُحَقَّقَةِ الْمُصَدَّقَةِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen alle Gottesfreunde (auliya) in ihrer Einheit und Übereinstimmung durch ihre offensichtlichen, wahrhaftigen und bestätigten Entdeckungen und Wunder (keramat)."}

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Die Begegnung mit Engeln

Jetzt erhob unser Weltreisender, in dem Wissen, dass die höchste, bedeutendste Stufe menschlicher Vollendung, ja vielleicht Ursprung und Quelle aller menschlichen Vollkommenheit die Gottesliebe (muhabbetullah) ist, die aus dem Glauben an Allah (iman-i billah) und der Gotteserkenntnis (marifetullah) erwächst, sein Haupt zum Himmel und wünschte sich mit aller Macht und Fähigkeit (quvvetiyle ve letaif), dass sich die Kraft seines Glaubens und die Entfaltung seiner Erkenntnis (marifet) noch stärker entwickeln möge, und sagte zu seinem Verstand:

"Es ist nun einmal das Leben das Kostbarste, was es in der Welt gibt. Alles, was da ist im All, ist in den Dienst des Lebens gestellt. Unter allem, was da lebt aber hat der Geist (ruh) den höchsten Wert. Unter allen beseelten Wesen aber sind am kostbarsten die mit Bewusstsein (shuur) begabten. Um dieses ihres Wertes willen und um alles Lebendige unablässig zu mehren, füllt sich und leert sich das Erdenrund von Generation zu Generation und von Jahr zu Jahr. Es ist ohne allen Zweifel sicher, dass der Himmel ein Aufenthaltsort ist für Bewohner, die Leben, Geist und Bewusstsein besitzen, wie denn auch von alters her übereinstimmende Ereignisse tradiert und überliefert werden, dass sich in Gegenwart Mohammeds (Friede und Segen sei mit ihm) Engel gleich dem Erzengel Gabriel (Friede sei mit ihm) verkörperten, auch seinen Gefährten sichtbar wurden und mit ihnen redeten. Würde dies geschehen, könnte auch ich mit den Bewohnern des Himmels plaudern und wüsste um ihre Gedanken. Denn ihnen kommt die bedeutendste Aussage über den Schöpfer des Alls zu." Während er noch darüber nachdachte, hörte er plötzlich eine Stimme vom Himmel, die zu ihm sprach:

"Du hast also nun den Wunsch geäußert, uns zu begegnen und dich an unserem Unterricht zu beteiligen. So wisse denn, dass wir die Dinge des Glaubens als erste angenommen haben, welche durch unsere Vermittlung

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zu allen Propheten gelangt sind, vor allem aber der Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, und vor allem zu Hasret-i Mohammed (Friede und Segen sei mit ihm).

So haben denn alle guten Geister (ervah-i tayyib), welche Gestalt angenommen, sich den Menschen gezeigt haben und zu den unsrigen gehörten, einstimmig und ohne jede Ausnahme Zeugnis abgelegt, dass es mit Notwendigkeit einen Schöpfer (vudjub-u vudjud) des Alls geben muss, Seine Einheit (Vahdet) und Seine heiligen Attribute (sifat-i qudsiye) bekannt, einander in Übereinstimmung und gegenseitiger Entsprechung davon Kunde gebracht. Diese unbegrenzte Entsprechung und Übereinstimmung (tevafuq) sei dir ein sonnengleicher Führer." Da erglänzte das Licht seines Glaubens und er stieg von der Erde zum Himmel auf.

So wurde auf der Elften Stufe der Ersten Abhandlung als ein kurzer Hinweis auf die Lektion, die unser Reisender von den Engeln empfangen hatte, Folgendes gesagt:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ اِتِّفَاقُ الْمَلٰٓئِكَةِ الْمُتَمَثِّلِينَ لِأَنْظَارِ النَّاسِ وَالْمُتَكَلِّمِينَ مَعَ خَوَاصِّ الْبَشَرِ بِاِخْبَارَاتِهِمِ الْمُتَطَابِقَةِ الْمُتَوَافِقَةِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen die Engel in ihrer Einheit und Übereinstimmung, die sich vor den Augen der Menschen manifestiert und mit auserwählten Menschen gesprochen und ihnen übereinstimmende, einander entsprechende Botschaften gebracht haben."}

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Die Denker und die Leute des Herzens

Nun hatte unser Gast, brennend vor Sehnsucht und Begeisterung, nachdem er in der Welt des Zeugnisses, der Verkörperung und der Materie, von verschiedenen Gruppen ausgesprochen wie unausgesprochen (lisan-i hal) Unterricht erhalten hatte, noch den Wunsch, durch die Welt des Verborgenen und die Zwischenwelt (berzah) zu reisen, sie zu studieren und die Wahrheit eingehend zu untersuchen. Da öffnete sich ihm das Tor eines friedfertigen und lichtvollen (selim ve nurani) Herzens und eines geradlinigen und erleuchteten Geistes (mustaqiem ve munevver aqil), der Kern menschlichen Wesens, wie er sich unter jeder Gruppe Menschen findet, und die Frucht des Alls ist, sodass der Mensch trotz seiner Kleinheit innerlich die ganze Welt umfasst. Er sah:

Sie bilden die Zwischenwelt des Menschen (insani berzah) in der Mitte zwischen der unsichtbaren und der bezeugten Welt (alem-i ghayb ve alem-i shehadet). Er sah die Stelle, wo diese beiden Welten einander berühren und sich miteinander austauschen, wie es dem Menschen entspricht, und sprach zu seinem Herzen und zu seinem Verstand:

"Kommt, der Weg zur Wahrheit durch das Tor, das ihr seid, ist noch kürzer. Wir sollten nicht wie auf den bisherigen Wegen über das Medium der Sprache unseren Unterricht erhalten, vielmehr im Glauben ihre besonderen Eigenschaften und Farben studieren und daraus unseren Nutzen ziehen." So begann er mit dem Studium...

Und er erkannte:

Mögen sie auch in ihren Charakteren (istidad) sehr voneinander abweichen (mukhtelif) und ihre Wege (medhheb) weit voneinander entfernt, ja einander entgegengesetzt (mukhalif) sein, so stimmen sie dennoch in der Geradlinigkeit (istiqamet) und leuchtenden Klarheit ihres Denkens, in der Standfestigkeit und ruhigen Zuversicht ihrer Überzeugung und Gewissheit im Glauben und in der Lehre von der Einheit (Tauhid) miteinander überein. Das heißt also, dass sie sich auf eine Wahrheit stützten und

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sich ihr verbunden wussten, dass ihre Wurzeln tief in die Wahrheit eingedrungen waren und nicht wieder ausgerissen werden können. So bildet denn ihre Einheit in den Grundsätzen des Glaubens in dem, der Da-Sein (vudjub) muss und in Seiner Einheit (tauhid) eine leuchtende Kette, die nie zerbrochen werden kann, und ist zugleich ein erleuchtetes Fenster, das sich auf die Wahrheit hin öffnet.

Nun also sah er: Mochten auch die Wege, die sie eingeschlagen hatten, noch so weit voneinander entfernt und voneinander verschieden sein, so sind doch ihrer aller Herzen gefestigt und erleuchtet in der Übereinstimmung in den Glaubensgrundsätzen, in der ruhigen Zuversicht, in den Entdeckungen, die ihre Begeisterung erwecken, in den Beobachtungen (keshfiyat) und den Entsprechungen (mushahedat), die sie bezeugen und in der Lehre von der Einheit, (tauhid) die sie alle miteinander vereint. Das heißt also, dass diese leuchtenden Herzen, die auf die Wahrheit ausgerichtet sind, zur Wahrheit gelangt sind, und sie verkörpern und von denen jedes einzelne einem winzigen Thron der Erkenntnis des Herrn, jedes einzelne einem Brennspiegel göttlicher Einzigartigkeit (Samad) gleich, diese Fenster, die sich auf die Wahrheit hin öffnen, alle zusammen einen gewaltigen Spiegel bilden, der dem Meeresspiegel gleich das Licht der Sonne empfängt. Ihre Gemeinsamkeit und Übereinstimmung in der Lehre von der Existenz und Einheit des Notwendig-Seienden (vudjub-u vudjuduna ve vahdet) ist ein vollkommener Wegweiser und ein überragender Lehrer (Murshid), der niemals irrt und niemals in die Irre führt. Denn es ist unter gar keinen Umständen möglich oder auch nur wahrscheinlich, dass eine Vorstellung, abweichend von der Wahrheit, ein unwahrer Gedanke, eine irreale Fähigkeit so dauerhaft und beständig die scharf und weitsichtigen Augen aller, gleichzeitig und insgesamt betrügen oder ihnen etwas vorgaukeln sollte. Da verstand er, dass nur ein krankhafter und verdorbener Intellekt so etwas für möglich halten könnte. Denn selbst diese törichten Philosophen, die das Weltall verleugnen, wären nicht damit zufrieden,

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würden so etwas zurückweisen. Nun sagten Herz und Verstand gemeinsam: اٰمَنْتُ بِاللّٰهِ {"Wir glauben an Allah."}

So wurde auf der Dreizehnten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) über die Erkenntnis aus dem Glauben (marifet-i imaniye) in einem kurzen Hinweis auf den Nutzen, den unser Reisender von den geradlinig denkenden Intelligenzen (mustaqiem aqil) und den erleuchteten Herzen (munevver qalb) empfangen hatte, Folgendes gesagt:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ اِجْمَاعُ الْعُقُولِ الْمُسْتَقِيمَةِ الْمُنَوَّرَةِ بِاِعْتِقَادَاتِهَا الْمُتَوَافِقَةِ وَبِقَنَاعَاتِهَا وَيَقِينَاتِهَا الْمُتَطَابِقَةِ مَعَ تَخَالُفِ الْاِسْتِعْدَادَاتِ وَالْمَذَاهِبِ وَكَذَا دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ اِتِّفَاقُ الْقُلُوبِ السَّلِيمَةِ النُّورَانِيَّةِ بِكَشْفِيَاتِهَا الْمُتَطَابِقَةِ وَبِمُشَاهَدَاتِهَا الْمُتَوَافِقَةِ مَعَ تَبَايُنِ الْمَسَالِكِ وَالْمَشَارِبِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen alle aufrechten Intelligenzen in ihrer Gemeinsamkeit, erleuchtet von ihrem übereinstimmenden Glauben und der einander entsprechenden Gewissheit, trotz aller Verschiedenheit in ihren Begabungen und aller Unterschiedlichkeit ihrer Wege. Genau so beweist auch die Einheit und Übereinstimmung der rechtgeleiteten Herzen, erleuchtet von ihren übereinstimmenden geistigen Entdeckungen und einander entsprechenden Visionen, trotz aller Verschiedenheit in ihren Wegen und ihrer Temperamente die Notwendigkeit Seiner Existenz."}

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Offenbarung und Inspiration

Nun fragte unser Reisender auf seiner Fahrt durch Herz und Verstand: "Was wird wohl die Welt des Verborgenen (alem-i ghayb) sagen?", und klopfte in diesem Gedanken voll Ungeduld an die Pforte zur verborgenen Welt. Denn es gibt nun einmal in dieser Welt der Verkörperung und der Materie ein Wesen, eine Persönlichkeit (dhat), die offensichtlich klarer als durch Worte und Reden sich in Taten gleich unendlich vielen überaus schönen, kunstvoll gestalteten Arbeiten zu erkennen gibt, ob unendlich vieler wohltuender, schön gestalteter Gnadenerweise geliebt zu werden wünscht, und Seine verborgene Vollkommenheit in unendlich vielen wunderbaren und geistvollen Werken verständlich machen möchte. Er drückt sich bestimmt in jedem Fall, wie Er das durch Seine Taten und in Seinem So-Sein tut, auch in Wort und Rede aus, gibt sich darin zu erkennen und bewirkt, dass Er durch sie geliebt wird. Deshalb sagt er nun in Anbetracht der verborgenen Welt (alem-i ghayb): "Wir müssen Ihn auf Grund Seiner Manifestationen (tethahur) erkennen." So trat er denn mit seinem Herzen in sie ein, schaute sie mit den Augen seines Verstandes und erkannte:

Die Tatsache der Offenbarung (vahiy) herrscht in der unsichtbaren Welt (alem-i ghayb), und manifestiert sich in ihr mit großer Macht (quvvet). Weit mehr als das Zeugnis des Alls und der Geschöpfe erwächst aus der Welt des Unsichtbaren durch die Wahrheit der Offenbarung und der Inspiration (vahiy ve ilham) das Zeugnis der Existenz (shehadet-i vudjud) und Einheit (Tauhid) Gottes. Das Zeugnis für sich, Seine Existenz (vudjud) und Seine Einheit (Vahdet) bleibt nicht allein abhängig vom Zeugnis Seiner Werke. Er macht sich verständlich durch das urewige Wort (kelam-i edhel), das Seiner würdig ist. Und das Wort, das von Ihm ausgeht, ist gleichfalls grenzenlos, ist allgegenwärtig und allschauend in Seinem Wissen (ilim) und in Seiner Macht (qudret). Wie der Geist (mana) Seiner Worte uns Ihn erkennen lässt, so lässt uns Seine Mitteilungsfähigkeit (tekellum) auch Seine Attribute (sifat) erkennen.

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In der Tat ist es nach der Überlieferung von hunderttausend Propheten und in der Übereinstimmung ihrer Berichte, was ihre Erwählung zu Empfängern und Verkündern der göttlichen Botschaft betrifft, durch die Beweise und Wunder der heiligen Bücher und himmlischen Schriften, welche die überwältigende Mehrheit des Menschengeschlechtes bestätigt und als Richtschnur angenommen hat, ihnen folgt und welche die Früchte der Offenbarung und selbst bezeugte Offenbarung sind, ganz klar und offensichtlich geworden, dass die Offenbarung (Gottes) wahrhaftig eine feststehende Tatsache ist. Dies erkannte er und verstand, dass die Tatsache der Offenbarung in fünf heiligen Wahrheiten zum Ausdruck kommt und in ihnen ihr Gutes findet.

Erstens:

اَلتَّنَزُّلاَتِ الْاِلٰهِيَّةِ اِلٰى عُقُولِ الْبَشَرِ

{"Die göttliche Herabkunft (entspricht) dem menschlichen Intellekt."}

So zu sprechen, wie der menschliche Intellekt (aqil) es zu verstehen mag, ist Herabkunft göttlicher Demut (tenezzul-u Ilahiye). Er hat in ٕ١ Tat allen Seinen beseelten Geschöpfen die Fähigkeit zu sprechen verliehen und versteht ihre Sprache. Sich selbst an ihren Konferenzen mit einer eigenen Rede zu beteiligen, ist gewiss ein Erfordernis Seiner göttlichen Herrschaft (rububiyet).

Zweitens:

Derjenige, welcher um Seiner Selbstoffenbarung willen das All mit einem grenzenlos hohen Aufwand von Grund auf wunderbar erschaffen hat, dass es Seine Vollkommenheit mit Tausenden von Zungen verkünde, wird sich selbst gewiss auch mit eigenen Worten zum Ausdruck bringen.

Drittens:

So wie Er die Bittgebete (munadjat) und die Dankgebete (shukur) derjenigen unter Seinen Geschöpfen, die Er als erste erwählt hat, welche Seiner am meisten bedürfen, welche so hoch empfindlich sind und mit solcher Sehnsucht nach

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Ihm verlangen, nämlich der wahren Menschen, mit tatkräftiger (fiil) Hilfe beantwortet, so ist es auch Kennzeichen Seiner Schöpfermacht (khaliqiyet), ihnen auch mit Worten Sein Entgegenkommen zu erweisen.

Viertens:

Die Gabe des Wortes (mukaleme sifat) ist eine Erscheinung von leuchtender Klarheit, absolut notwendig zur Erkenntnis (ilim) und für das Leben. In einer Persönlichkeit (dhat), die umfassendes Wissen (ilim) besitzt und ewiges Leben in sich trägt, wird sie sich bestimmt auch in einer umfassenden und ewigen (sermedi) Form vorfinden.

Fünftens:

Eine Persönlichkeit (dhat), die Seinen Geschöpfen in ihrem Bedürfnis zu lieben und geliebt zu werden, in ihrer Angst und Sorge, in ihrem Suchen nach Halt und Stütze (nokta-i istinad), in ihrem Verlangen, ihren Herrn und König (sahib ve malik) zu finden, den Hunger und die Sehnsucht, die Armut und die Bedürftigkeit (fakr ve adjz), die Sorge um die Zukunft, die Liebe und Verehrung eingegeben hat, muss ihnen sicherlich auch als ein Erfordernis Seiner Göttlichkeit, von Seiner Existenz dadurch Mitteilung machen, dass Er sie anspricht.

Also verstand er denn, dass die Herabkunft göttlicher Demut (tenezzul-u Ilahi), die Selbstoffenbarung Gottes (taaruf-u Rabbani), das Entgegenkommen des Allbarmherzigen (Rahman), das Wort des Hochgelobten (mukaleme-i Subhani) und die Mitteilung des Einzigartigen (Samad), Wahrheiten, die alle zusammen in den himmlischen Offenbarungen enthalten sind, in ihrer Gesamtheit einen Beweis für die Existenz dessen, der Da-Sein muss (Vadjib-ul'Vudjudun vudjud) und Seine Einheit (vahdet) darstellen, wie dieser Beweis gleichsam als eine Urkunde noch stärker (quvvetli) ist als am Tage die Sonnenstrahlen ein Zeugnis für die Sonne.

Nun lässt er seine Blicke unter den Eingebungen (ilham) umherschweifen und erkennt: Echte Eingebungen (sadiq ilhaml) gleichen im Grunde einer Art von Offenbarung (vahiy), doch gibt es immerhin zwei Unterschiede zwischen ihnen:

Erster Unterschied:

Eine Offenbarung ist eine erhabene Eingebung, meistens durch die Vermittlung eines Engels, während die meisten Eingebungen ohne einen Mittler geschehen.

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So hat z.B. ein König bekanntlich zwei Möglichkeiten zu reden und Befehle zu erteilen:

Erstens:

Wenn es ihm ganz allgemein um die Majestät seines Königreichs (hashmet-i saltanat) geht und um seine Souveränität (hakimiyet), so schickt er einen Botschafter zu einem Gouverneur. Um den Glanz seiner Herrschaft (hakimiyet) und die Bedeutung seines Auftrags zu betonen, bespricht er sich zunächst mit seinem Gesandten, bevor er seinen Erlass (ferman) veröffentlicht.

Zweitens:

Geschieht aber etwas nicht unter dem Zeichen des Sultans, nicht öffentlich im Namen des Königs, vielmehr in seinem eigenen Namen, in einer privaten Angelegenheit oder unbedeutenden Sache, dann äußert er sich privat durch einen persönlichen Boten, durch einen untergeordneten Diener oder über sein Privattelefon.

In ähnlicher Weise mag auch der urewige König unter Seinem Namen als dem Herrn aller Welten und mit dem Titel des Schöpfers des Alls Sein Wort in Form einer Offenbarung (vahiy) oder in Form einer an alle gerichteten Eingebung (shümullü ilham), die den Dienst einer Offenbarung (vahiy hizmeti) versieht, oder in persönlicher Form an jeden einzelnen richten, weil Er der Herr (Rabb) und Schöpfer jedes einzelnen Lebewesens ist, doch hinter einem Schleier verborgen und dessen Auffassungsgabe entsprechend.

Zweiter Unterschied:

Eine Offenbarung ist schattenlos und rein, bestimmt für die Auserwählten. Eine Eingebung aber ist überschattet, unklar in ihren Farben und richtet sich an jedermann. Es gibt Eingebungen, die den Engeln zuteil werden, Eingebungen an Menschen, Eingebungen für Tiere (Instinkte!). So gibt es die allerverschiedensten und höchst unterschiedlichen Arten von Eingebungen, zahlreich wie die Tropfen des Meeres. Sie sind Quelle und Grund der Verbreitung der Worte des Herrn.

لَوْ كَانَ الْبَحْرُ مِدَادًا لِكَلِمَاتِ رَبِّى لَنَفِدَ الْبَحْرُ قَبْلَ أَنْ تَنْفَدَ كَلِمَاتُ رَبِّى

{"Wäre das Meer Tinte, um die Worte meines Herrn zu schreiben, das Meer wäre ausgeschöpft, noch bevor sich die Worte meines Herrn erschöpften." (Sure 18, 109)}

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Da verstand er, dass dies einen Aspekt der Ausdeutung (tefthir) dieser Ayah darstellt.

Nun sah er sich unter Wesen (mahiyet), Weisheit (hikmet) und Zeugnis (shehadet) für die Offenbarung um und erkannte: Wesen, Weisheit und Frucht (der Offenbarung) besteht aus vier Lichtern.

Erstens:

So wie die Gottesliebe (Teveddud-u Ilahi) bedeutet, dass Er in Seinen Taten Seine Geschöpfe dazu veranlasst, Ihn zu lieben, desgleichen ist es auch ein Erfordernis der göttlichen Freundschaft (Vedudiyet) und Seiner Barmherzigkeit (rahmaniyet), sie auch durch Sein Wort (qaulen), Seine Gegenwart (huzur) und das vertraute Gespräch mit Ihm (sohbet) zu Seiner Liebe zu bewegen.

Zweitens:

So wie Er die Gebete (dualar) Seiner Diener und Anbeter mit Seinen Taten beantwortet, so ist es auch ein Kennzeichen Seiner Barmherzigkeit (rahimiyet), ihnen auch mit Worten hinter einem Schleier zu entgegnen.

Drittens:

Den Geschöpfen, die von schwerem Unglück betroffen, in bedrückende Umstände geraten, um Hilfe rufen, schreien, flehen, nicht nur tatkräftig zu helfen, sondern ihnen auch mit inspirierenden (ilhami) Worten, wie in einer Art von Gespräch, Stütze zu geben, ist ein Erfordernis Seiner Göttlichen Herrschaft (rububiyet).

Viertens:

Nun verstand er: So wie Er Seinen mit Bewusstsein begabten Geschöpfen (dhi-shuur) in all ihrer Unfähigkeit (adjz), in all ihrer Schwäche (da'if), in all ihrer Armut (fakir), in all ihrer Bedürftigkeit, die doch ihres Königs (malik), ihres Hirten, ihres Führers (mudebbir), ihres Beschützers (hafiz) so sehr bedürfen und sich so sehr nach Ihm sehnen, in der Tat Sein Dasein, Seine Gegenwart, Seinen Schutz verspüren lässt, so projiziert Er auch einige Seiner echten Eingebungen (sadiq ilham), die als eine Art Spruch des Herrn (mukaleme-i Rabbaniye) gezählt werden, gleichsam wie auf eine Leinwand, um ihnen entsprechend ihrer Fähigkeit über das Telefon ihres Herzens auch durch Sein Wort Sein persönliches Dasein und Seine Gegenwart verspüren zu lassen. Dies ist ein zwangsläufiges und notwendiges Erfordernis göttlicher Liebe (shefqat-i Uluhiyet) und der

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Barmherzigkeit des Herrn (rahmet-i rububiyet).

Danach schaute er das an, wofür die göttlichen Eingebungen (ilham) Zeugnis (shehadet) sind und erkannte: Setzen wir einmal den unmöglichen Fall voraus, die Sonne besäße Leben und Bewusstsein und die sieben Farben ihres Lichtes wären ihre sieben Fähigkeiten. Unter diesem Gesichtspunkt wären die Strahlungen und Wirkungen ihres Lichtes eine Art ihrer Kommunikation. In diesem Fall fände sich ihr Bild und Reflex in allen glänzenden Gegenständen. Sie könnte mit jedem Spiegel, mit jedem reflektierenden Gegenstand, mit jedem Glassplitter, mit jedem Bläschen und Tröpfchen, ja, mit jedem einzelnen glänzenden Stäubchen seiner Fähigkeit entsprechend kommunizieren und seinem Bedürfnis entsprechend entgegnen. Keine ihrer Handlungen stört eine andere ihrer Handlungen. Keines ihrer Gespräche würde ein anderes ihrer Gespräche behindern. So wie man dies alles mit bloßem Auge wahrnehmen könnte, so wäre offensichtlich in gleicher Weise auch zu verstehen, dass der König in Seiner Majestät von Ewigkeit zu Ewigkeit (edhel ve ebedin Dhu l-Djelal Sultan), der glorreiche Schöpfer allen Seins in Seiner Vollkommenheit (Dhu l-Djemal Khaliq-i Dhi-Shan), die immerwährende Sonne (Shems-i Sermedi), wie mit Seinem Wort (mukaleme), so auch in gleicher Weise mit Seinem Wissen (ilim) und Seiner Macht (qudret), über allen Dingen steht, sie alle umfasst und sich entsprechend der Fähigkeit jeden Dinges manifestiert. Keine Bitte (sual) tritt einer anderen Bitte, keine Angelegenheit einer anderen Sache, keine Anrede (khitab) einer anderen Ansprache (khitab) in den Weg und stört sie nicht. Nun verstand er mit einer an augenscheinliche Sicherheit (ayne l-yaqien) grenzenden wissenschaftlichen Genauigkeit (ilme l-yaqien), dass alle diese Auswirkungen, alle diese Arten der Kommunikation und der Eingebung, einzeln für sich betrachtet wie insgesamt und im Einklang miteinander, ein Beweis und ein Zeugnis für die Gegenwart (huzur), die notwendige Existenz (vudjub-u vudjud), Einheit und Allgegenwart (Vahdet ve Ahadiyet) dieser urewigen Sonne sind.

Als einen kurzen Hinweis auf die Lektion in Erkenntnis (ders-i marifet), die dieser interessierte Gast aus der verborgenen Welt (alem-i ghayb)

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empfangen hatte, wurde auf der Vierzehnten und Fünfzehnten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) Folgendes gesagt:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الْوَاحِدُ الْاَحَدُ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ إِجْمَاعُ جَمِيعِ الْوَحْيَاتِ الْحَقَّةِ الْمُتَضَمِّنَةِ لِلتَّنَزُّلاَتِ الْإِلٰهِيَّةِ وَلِلْمُكَالَمَاتِ السُّبْحَانِيَّةِ وَلِلتَّعَرُّفَاتِ الرَبَّانِيَّةِ وَلِلْمُقَابَلاَتِ الرَّحْمَانِيَّةِ عِنْدَ مُنَاجَاةِ عِبَادِهِ وَلِْلاِشْعَارَاتِ الصَّمَدَانِيَّةِ لِوُجُودِهِ لِمَخْلُوقَاتِهِ وَكَذَا دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ إِتِّفَاقُ الْاِلْهَامَاتِ الصَّادِقَةِ الْمُتَضَمِّنَةِ لِلتَّوَدُّدَاتِ الْاِلٰهِيَّةِ وَلِلْاِجَابَاتِ الرَّحْمَانِيَّةِ لِدَعَوَاتِ مَخْلُوقَاتِهِ وَلِْلاِمْدَادَاتِ الرَّبَّانِيَّةِ لِاِسْتِغَاثَاتِ عِبَادِهِ وَلِْلاِحْسَاسَاتِ السُّبْحَانِيَّةِ لِوُجُودِهِ لِمَصْنُوعَاتِهِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss, der Einzige (Ahad) und Allgegenwärtige (Vahid). Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweisen alle echten Offenbarungen in ihrer Übereinstimmung, welche die göttliche Herabkunft, die Ansprache des Gepriesenen, die Verlautbarungen des Herrn, die Entgegnung des Erbarmers im Bittgebet Seines Dieners, die einzigartigen Kennzeichen Seiner Existenz für Seine Geschöpfe darstellt und so beweisen auch die echten Eingebungen in ihrer Gemeinsamkeit und Übereinstimmung die Notwendigkeit Seiner Existenz, welche die göttliche Freundschaft (Vedud) beinhaltet, sowie die Erfordernisse Seiner Barmherzigkeit gegenüber den Gebeten Seiner Diener, welche die Hilfe durch Seine Herrschaft auf die Hilferufe Seiner Diener und all Seiner Geschöpfe ist, und die ruhmreiche Vermittlung Seiner Existenz gegenüber Seinen Geschöpfen."}

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Eine Reise in die "Glückliche Zeit"

Dann sagte der Reisende zu seinem Verstand: "Da suche ich also hinter allem Sein in diesem Kosmos meinen Herrn, Dem ich angehöre (maliki) und Der mein Schöpfer ist. Sicherlich muss ich zuerst, um Mohammed (mit dem Friede und Segen sei) zu besuchen und ihn nach Dem zu fragen, Den ich suche, in die 'Glückliche Zeit' (asr-i sa'adet) eingehen." So nahm er seinen Verstand und ging dahin. Mohammed-i Arabi (mit dem Friede und Segen sei), der der berühmteste unter allem Sein und - wie auch seine Feinde es bestätigen - der vollkommenste, der größte Befehlshaber und der bekannteste Herrscher, der mächtigste in der Rede, der brillanteste von Verstand, erleuchtete vierzehn Jahrhunderte durch sein Leben, durch seine Lehre und durch sein(es Herrn) Buch (Qur'an). Und er sah, dass diese Zeit durch diese Persönlichkeit tatsächlich eine "Glückliche Zeit" für die Menschheit war, denn durch das Licht, das er brachte, machte er in kurzer Zeit aus einem Volk von primitiven Wilden eine Nation von Gelehrten, die die Welt beherrschte.

Dann sagte er weiter zu seinem Verstand: "Zuerst müssen wir in gewissem Grade den Wert dieser außerordentlichen Persönlichkeit, den Wahrheitsgehalt seiner Worte und die Zuverlässigkeit seiner Aussagen kennen lernen. Dann müssen wir ihn nach unserem Schöpfer fragen", und begann mit seiner Untersuchung. Von den zahllosen schlüssigen Beweisen, die er fand, wollen wir hier nur neun von den allgemein gültigen einzeln kurz aufzeigen.

Erstens:

In dieser Persönlichkeit finden sich - wie selbst seine Feinde bestätigen - alle schönen und guten Charakterzüge und Eigenschaften. Entsprechend der eindeutigen Aussage der Ayat وَنْشَقَّ الْقَمَرُ {"Der Mond hat sich gespalten." (Sure 54, 1)}

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und

وَمَا رَمَيْتَ إِذْ رَمَيْتَ وَلٰكِنَّ اللهَ رَمٰى

{"Nicht du warst es, der geworfen hat, als du geworfen hast, sondern Allah hat geworfen" (Sure 8, 17)}

wurde der Mond mit einem Fingerzeig gespalten und mit ein wenig Staub in seiner Hand, das er dem Heer seiner Feinde, dem der Staub in die Augen drang, entgegenwarf, jagte er das ganze Heer in die Flucht. Als sein eigenes Heer ohne Wasser war, tränkte er es ausreichend mit dem Wasser, das wie Kauthar (der Strom des Paradieses) seinen fünf Fingern entströmte. Durch seine Hand geschahen Hunderte dergleichen von Wundern, die zum Teil im Qur'an erwähnt werden (nass-i kat'i), zum Teil dennoch unbestreitbar sind (tevatur). Da ein Teil von ihnen - und zwar mehr als dreihundert - dies in einer außerordentlichen, die Wunder (des Qur'an) aufzeigenden Risala, die "Neunzehnter Brief über die Wunder Ahmeds (mit dem Friede und Segen sei)" genannt wird, mit zuverlässigen Quellenhinweisen belegt, lässt unser Reisender es damit bewenden und sagt: "Eine Persönlichkeit, die so viele gute und vollkommene Charakterzüge (akhalq-i hasene ve kemalat), und so viele offensichtliche Wunder gewirkt hat, spricht sicherlich nichts als die reine Wahrheit. Es ist unmöglich, dass er sich auf die Ebene der Charakterlosen (akhlaqsiz) herabbegeben und lügen, täuschen, fälschen könnte."

Zweitens:

In seiner Hand befindet sich ein Erlass des Besitzers (sahib) des Universums. Diesen Erlass erkennen in jedem Jahrhundert dreihundert Millionen Menschen an. Dieser Erlass ist der hocherhabene Qur'an, welcher in siebenfacher Hinsicht ein Wunder (hariqa) ist. In einer berühmte Risala, in der im "Fünfundzwanzigsten Wort" der Qur'an als ein Wunder bezeichnet wird, und in der Risale-i Nur wie die Sonne ist, wurde ausführlich und mit nicht zu widerlegenden Beweisen dargelegt, dass dieser Qur'an in vierzigfacher Hinsicht ein Wunder (mu'djize) ist und als das Wort des Schöpfers des Universums gilt. So lässt

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es denn unser Reisender damit bewenden und sagt: "Eine Persönlichkeit, die der lautere Überbringer und Ausrufer eines solchen wahren und wahrhaftigen (haq ve haqiqat) Erlasses ist, kann nicht lügen, und keine Lüge kann an ihm gefunden werden, die ein Verstoß gegen den Erlass und ein Verrat an dem Erlassgeber wäre."

Drittens:

Diese Persönlichkeit (mit dem Friede und Segen sei) brachte das islamische Gesetz (Sharia), den Islam, den anbetenden Dienst (ubudiyet), die Fürbitte (dua), den Ruf (zum Glauben = da'wa) und den Glauben (Iman) in einer solchen Weise, wie es bis dahin noch nie da gewesen, noch jemals wieder sein wird.

Niemals wurde je etwas vollkommeneres gefunden, noch könnte es je gefunden werden. Denn diese Schariah, die, von einer Persönlichkeit erlassen, welche selbst des Lesens und Schreibens unkundig war, seit vierzehn Jahrhunderten ihre Menschen und heute ein Fünftel der Menschheit mit zahllosen Gesetzen in Gerechtigkeit (adil), Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) und Genauigkeit leitet, lässt keinen Vergleich zu.

Überdies ist der Islam, der durch Worte, Taten und die Wesensart (ahval) eines Analphabeten geprägt und in jedem Jahrhundert Zuflucht und Leitung für dreihundert Millionen Menschen wurde, Weisung und Leitung in ihrem Denken, Reinigung und Erleuchtung für ihre Herzen, Erziehung und Läuterung für ihre Seelen, der Angelpunkt für die Entfaltung und der Grundstoff für die Entwicklung ihrer Seelen, auch in dieser Hinsicht ohne Beispiel und wird es bleiben...

Zudem findet er sich in seinem Glauben (din) bei allen Arten jeglicher Anbetung (ibadet) in vorderster Reihe... und er findet sich in seiner frommen Zurückhaltung (taqwa) über allen anderen... und in seiner Gottesfurcht (Allah'tan korkmas)... und obwohl immer und überall in Kampf und Streit verwickelt, war er dennoch in seinem Dienst und in seiner Anbetung (ubudiyet) bis ins innerste Geheimnis hinein sorgfältig und genau... wie er niemanden nachahmte, so begann er in gleicher Vollkommenheit und verknüpfte in gleicher Vollkommenheit den Anfang und das Ende... sicherlich wird gleich ihm einer nicht geschaut

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und kann nicht geschaut werden.

Des Weiteren zeigt er in seinem Djauschanu-l'Kebir, welcher nur eines ist unter Tausenden von seinen Gebeten und Fürbitten (dua ve munadjat), dass er seinen Herrn in einem solchen Grade mit einer derartigen Erkenntnis seines Herrn (marifet-i Rabbani) zu beschreiben vermag, dass seit jener Zeit alle Männer von Gotteserkenntnis und Heiligkeit (ehl-i marifet ve ehl-i velayet) zusammengenommen ihn nicht auf der Stufenleiter der Erkenntnis noch in dem hohen Grade seiner Darstellungskunst (taussif) zu erreichen vermochten; also hat er auch im Gebet (dua) nicht seinesgleichen. Ein Mensch, der auch nur einen Abschnitt betrachtet aus dem Anfang der Risale-i Munadjat (= Abhandlung in Form einer Fürbitte), in dem ein Abschnitt von neunundneunzig Abschnitten des Djauschanu-l'Kebir kurz in seiner Bedeutung erklärt wird, wird sagen: Auch der Djauschan ist ohne Beispiel.

Des Weiteren zeigte er in seiner prophetischen Verkündung (tebligh-i risalet) und in seiner Art, wie er den Menschen zur Wahrheit rief (dawet), einen solchen Grad von Unerschütterlichkeit (metanet), Ausdauer und Tapferkeit, dass er, trotzdem die großen Staaten, die großen Religionen, ja, sogar sein Volk, Stamm, Onkel ihm furchtbar feindselig gesinnt waren, nicht im mindesten eine Spur von Unschlüssigkeit, Unruhe oder Furcht. Er trat allein gegen die ganze Welt auf den Plan, trotzte ihr, bot ihr die Stirn... machte den Islam zur Krone der Welt. Das alles beweist, dass er auch mit seiner Verkündigung und seinem Aufruf (tebligh ve da'wa) ohne Beispiel ist und bleibt.

In seinem Glauben (iman) war eine so außerordentliche Kraft, eine so ungewöhnliche Gewissheit, eine so wunderbare Weite (inkishaf) und eine so erhabene, die Welt erleuchtende Überzeugung, dass keine der Ansichten und Bekenntnisse, die damals die Welt beherrschten, keine Weisheit der Philosophen und keine Lehre der geistigen Führer, trotz Feindschaften, Widerständen und Ablehnungen ihn in seiner Gewissheit, seiner Überzeugung, seinem Vertrauen, seiner Ruhe erschüttern und zu einem Zweifel, einer Unschlüssigkeit, einer Schwäche, einer Unruhe (vesvese) veranlassen konnten...

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Ja, mehr noch: Seine Sahabis (Bundesgenossen), alle Heiligen (ehl-i velayet), die in den Geisteswissenschaften und auf der Stufenleiter des Glaubens vorangeschritten sind, haben alle Zeit von seiner Stufe des Glaubens herab ihren Segen empfangen, ihn stets im höchsten Range gefunden. All dies zeigt klar, dass auch sein Glaube (iman) ohne Beispiel ist.

Und so verstand unser Reisender also, dass ein Mann, der solch eine beispiellose Schariah (islamisches Gesetz), einen so unvergleichlichen Islam, einen so außergewöhnlichen anbetenden Dienst (ubudiyet), ein so überragendes Gebet (dua), einen solchen Ruf (da'wa) an alle Welt zu richten, einen so wunderbaren Glauben (iman) vorzuweisen vermag, sicherlich keineswegs eine Lüge aussprechen oder einen Betrug begehen kann. Auch sein Verstand bestätigte dies.

Viertens:

So wie die Übereinstimmung (idjma') der Propheten als ein voll überzeugender Beweis für die Existenz und die Einheit Gottes (vudjud ve vahdaniyet-i Ilahiye) gilt, so auch als ein besonders sicheres Zeugnis für die Aufrichtigkeit und das Prophetentum dieser Persönlichkeit. Denn die Geschichte bestätigt, dass all das, was an heiligen Eigenschaften (qudsi sifatlar), Wundern (mu'djize), Heilstaten (vazife) und an Aufrichtigkeit der Gesandten den Eckstein der Propheten bildet, mit denen der Friede sei, bei dieser Persönlichkeit unübertroffen waren. Das heißt, so wie die Thora, die Evangelien, der Psalter und die Schriften der übrigen Propheten mit ihrem Wort das Kommen dieser Persönlichkeit vorhergesagt und den Menschen hierüber eine frohe Botschaft gebracht haben, was wir im "Neunzehnten Brief" in mehr als zwanzig recht offensichtlichen Ausschnitten dieser frohe Botschaft verkündenden Zeichen aus den Heiligen Schriften recht schön dargelegt und bewiesen haben, so bestätigen sie (die Propheten) auch in ihren Heilstaten (vazife), nämlich mit ihrem Prophetentum und durch ihre Wunder, dass diese Persönlichkeit in ihrer Berufung und ihren Heilstaten den ersten Platz einnimmt und höchst vollkommen ist; und sie unterstreichen seinen Ruf (da'wa). So verstand denn unser Reisender,

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dass sie (die Propheten), so wie sie in der Übereinstimmung (idjma') ihrer Aussagen einen Beweis liefern für die Einheit (Gottes; Vahdaniyet), so auch mit ihrer Übereinstimmung in ihren Heilstaten die Aufrichtigkeit dieser Persönlichkeit bezeugen.

Fünftens:

Und so wie Tausende von Heiligen durch die Grundsätze, die Lehren und die Nachfolge dieser Persönlichkeit zur Wahrheit (haqqa), Wirklichkeit (haqiqat) und Vollkommenheit (kemalat) gelangten, Gnadengaben (keramet), geistige Klarsicht (keshfiyat) und innere Schau (mushaheda) erlangten und gleich einem Beweis der Einheit (Gottes; Vahdaniyet) wurden, so bezeugen sie auch alle durch ihre Übereinstimmung die Aufrichtigkeit (sadiqiyet) und das Prophetentum dieser Persönlichkeit, die ihr Lehrer (ustad) ist. Ihr Zeugnis, das sie im Lichte der Heiligkeit (nur-u velayet) über einen Teil der Berichte geben, welche ihnen (der Prophet) aus der Welt des Unsichtbaren (alem-i ghayb) überbracht hatte, ihre Überzeugung und Bestätigung alles dessen im Lichte des Glaubens, und zwar in der Form tatsächlichen Wissens (ilme l-yaqien), tatsächlicher Wahrnehmung (ayne l-yaqien) und tatsächlicher Wahrheit (haqqa l-yaqien), legt sonnenklar den Grad der Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) und Aufrichtigkeit (sadiqiyet) dieser Persönlichkeit offen, die ihr Lehrer ist.

Sechstens:

Und so wie Millionen von Forschern (Asfiya-i mudaqqikin), Gelehrten (Siddiqin-i muhaqqiqin) und Philosophen (Dahi-i hukema-i mu'minin) durch die Heilige Wahrheit (haqaiq-i qudsiye), die er - obwohl selbst Analphabet - brachte, durch die Hohe Wissenschaft (ulum-u a'Iiye), die er begründete, durch seine Unterweisungen und Belehrungen in der Erkenntnis Gottes (marifet-i Ilahiye), die ihm in seiner geistigen Schau (keshfet) zuteil wurde, auf der Leiter der Wissenschaft zur höchsten Stufe emporstiegen, die Einheit (Gottes; Vahdaniyet), welche das Fundament seiner Sendung darstellt, mit einstimmig unumstößlichen Beweisen belegen und bestätigen, so ist auch ihr übereinstimmendes Zeugnis für die Wahrhaftigkeit dieses gewaltigen Lehrers und großen Meisters, für die Wahrhaftigkeit seiner Worte ein Beweis seines Prophetentums und seiner

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Aufrichtigkeit, klar wie der lichte Tag. So ist auch die Risale-i Nur mit all ihren 130 Teilen ein einziges Zeugnis seiner Aufrichtigkeit.

Siebentens:

Die gewaltig große Gruppe jener, welche man die Familienangehörigen und die Bundesgenossen (des Propheten, mit dem Friede und Segen sei,) nennt und die nach den Propheten alle Menschheit dank ihrer Einsicht (feraset), ihres Verständnisses und ihrer Vollkommenheit überragt an Ruhm, Ruf, Ehre, Frömmigkeit (dindar) und wacher Aufmerksamkeit, beobachtete, prüfte und untersuchte sein gesamtes Verhalten - privat und in der Öffentlichkeit - seine Haltung und seine Denkweise mit höchstem Interesse, mit großer Aufmerksamkeit und tiefem Ernst, mit dem Ergebnis, dass sie übereinstimmend zu der festen Überzeugung gelangten und bestätigten, dass er die aufrichtigste (sadiq), erhabenste, rechtschaffenste (haqli) und wahrhaftigste (haqiqatli) Persönlichkeit in dieser Welt ist. So verstand denn unser Reisender, dass ihre Bestätigung und ihr unerschütterlicher und fester (quvvetli) Glaube auf Grund ihrer allen gemeinsamen Übereinstimmung ein Beweis ist, gleich wie der Tag ein Beweis ist für das Sonnenlicht.

Achtens:

Wie dieser Kosmos ein Beweis ist für den Baumeister, Schreiber und Dekorateur, der ihn schuf (idjad), lenkt und leitet und über ihn verfügt wie über ein Schloss, das Er geplant, oder ein Buch, das Er verfasst, oder ein Museum, das Er entworfen hat, oder über ein Theater, über das Er Regie führt, so ist er zugleich auch ein Beweis für das Bedürfnis, ja für die Notwendigkeit eines Schlossverwalters, eines Buchverlegers, eines Museumsleiters, eines Forschers, eines Gelehrten, eines zuverlässigen Lehrers, der das Wissen über die Absichten Gottes bei der Erschaffung der Welt hat und es vermitteln soll, der die Weisheit des Herrn über allem Wechsel lehren soll, der darüber belehren soll, welchem Zweck alle diese weisungsgemäßen Bewegungen dienen, der Wesen und Bedeutung allen Seins und die in ihnen verborgene Vollkommenheit aufzeigen soll, der den Sinn des

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großen Buches erklären soll. So verstand denn unser Reisender, dass (der Kosmos) in Anbetracht all dessen die Wahrhaftigkeit dieser Persönlichkeit bezeugt, und auch, dass er der höchste und aufrichtigste Beamte des Schöpfers dieses Kosmos ist, der seine Aufgaben in höherem Maße als alle anderen erfüllt.

Neuntens:

Es ist da hinter dem Vorhang Einer, der Seine eigene Geschicklichkeit und Kunstfertigkeit in ihrer Vollkommenheit darstellen will durch Seine Werke voll Schönheit und Weisheit, um sich selbst mit ihnen bekannt zu machen. In all dem, was Er geschaffen, mit Schmuck und Ornamenten verziert hat, möchte Er sich vorstellen und geliebt werden. Für alle Seine zahllosen, kostbaren, wohlschmeckenden Gottesgaben (nimet) erwartet Er von uns Lobpreis und Dank (teshekkur ve hamd). Er schützt, versorgt und ernährt alle Seine Geschöpfe mit Zärtlichkeit (shefqat), deckt ihnen den Tisch, bereitet ihnen ein Festmahl, welches jede Art von Geschmack - selbst den feinsten und auch die verwöhnteste Nase zu befriedigen vermag, damit sie Ihm mit Lob und Preis und Dank ihre Anbetung darbringen sollen. Er zeigt Seine Göttlichkeit, wenn Er in majestätischer Pracht schaltet und waltet, lenkt und leitet, schafft und verändert, z.B. den Wandel der Zeiten und den Wechsel von Tag und Nacht hervorbringt. Ob Seiner Hoheit sollen wir Ihm Glaube (iman), Hingabe (teslim), Demut und Gehorsam entgegenbringen. Er möchte alle Zeit das Gute und die Guten beschützen, das Böse und die Bösen vernichten und mit Schlägen von oben die Tyrannen und die Lügner zu Grunde richten und so Seine Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit (haqqaniyet ve adalet) erweisen. An der Seite dessen, der da verborgen ist, steht sicher und gewiss das Geschöpf Seines höchsten Wohlgefallens, Sein über alles rechtschaffener Diener und Verehrer, der den oben erwähnten Zielen vollauf gerecht wird, der den verborgenen Sinn und die verschlossene Wahrheit hinter der Erschaffung des Alls zu enträtseln und zu enthüllen vermag... der immer im Namen seines Schöpfers handelt... von Ihm Hilfe erbittet... und Erfolg erwartet...

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von Ihm Hilfe empfängt und dem von Ihm der Erfolg gegeben wird. Das ist jene Persönlichkeit, die Mohammed-i Qureyshi, mit dem Friede und Segen sei, genannt wird.

Da sagte (unser Reisender) zu seinem Verstand: "Da also nun diese oben erwähnten neun Tatsachen die Aufrichtigkeit (sidq) dieser Persönlichkeit bestätigen, gereicht dieser Mann den Söhnen Adams zum Ruhm und aller Welt zur Ehre. Er verdient völlig zu Recht, der Würdenträger der Welt (Fakhr-i Alem) und der Stolz der Söhne Adams (Sheref-i Beni-Adam) genannt zu werden. Die Ausdehnung des königlichen Einflussbereiches des Geistes der Verkündigung des Wunders, das der Qur'an ist, über die halbe Erde, ein Erlass des Allbarmherzigen (Rahman), den er in der Hand hält, seine eigene Vollkommenheit und seine ihm angeborenen überragenden Eigenschaften bezeigen, dass er in dieser Welt die bedeutendste Persönlichkeit ist. Das bedeutendste Wort über unseren Schöpfer ist sein."

Nun also komm und sieh: Das, was allen seinen Absichten zu Grunde liegt und Ziel seines ganzen Lebens war, beruht auf der Kraft von Hunderten allgemein bekannter, unleugbarer Wunder dieser außerordentlichen Persönlichkeit sowie tausender Tatsachen von fundamentaler Bedeutung in seinem Glauben, nämlich: Ein Zeuge zu sein und das lebendige Beweisstück für jenes Sein, welches zwangsläufig allem Sein zu Grunde liegt (Vadjib-ul Vudjudun vudjuduna), die Einheit (vahdet), Attribute (sifat) und Namen Gottes, und dieses Sein hinter allem Sein zu beweisen, zu erklären und zu verkündigen. Das heißt also, dass diese Persönlichkeit, welche Habibu'llah (der Geliebte Gottes) genannt wird, die geistige Sonne des Alls und das strahlendste Zeugnis für unseren Schöpfer ist.

Es gibt drei bedeutende Personengruppen, deren Consensus nicht irrt und die nicht getäuscht werden können. Seine Zeugenschaft bestärken, bestätigen und unterstreichen sie.

Erstens:

"Würde der Schleier des Verborgenen hinweggezogen, meine Sicherheit (yaqien) würde sich nicht erhöhen",

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sagte Imam Ali (möge er Allahs Wohlgefallen finden). Ghauthu-l'A'dham (Abdul Qadir Geylani, Allah heilige sein Geheimnis!), sah von der Erde aus den Höchsten Thron und die überragende Gestalt des Erzengels Israfil. {Erzengel, der am Jüngsten Tag die Posaune blasen wird.} Ihr Zeugnis und das Zeugnis Tausender Aqtab (Personen, die den Mittelpunkt eines geistigen Zentrums bilden) und gewaltiger Heiliger, begabt mit Scharfsicht und einem Blick, der in das Unsichtbare dringt, im Kreise jener erleuchtenden Gemeinschaft, die als Familie Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, berühmt geworden ist, bilden den ersten Konsens.

Zweitens:

Der Konsens einer weltberühmten Gemeinschaft mit einem festen Glauben, der es ihr ermöglichte, ihr Leben, ihren Besitz, ihre Väter und ihre Stammesgemeinschaft aufzugeben, die Bundesgenossen des Propheten (ashab) genannt, welche sich inmitten eines nicht zivilisierten Volkes ohne sozialen Zusammenhalt, ohne höhere kulturelle oder politische Bildung, ohne jedes Schrifttum in einem dunklen Zeitalter zwischen den Propheten (fetret) befanden und in ganz kurzer Zeit Lehrer, Führer, Diplomaten und gerechte Richter über Völker und Staaten wurden, die in ihrem sozialen und politischen Leben bereits weit vorangeschritten waren, sodass sie von Ost bis West die Bewunderung der ganzen Welt erlangten.

Drittens:

Der Consensus tatsächlichen Wissens ('ilmel'yaqin) der gewaltigen Gemeinschaft (Djema'at) zahlloser Forscher und Gelehrter mit profundem Wissen, die in ihrer Gemeinschaft (in der Umma des Propheten, mit dem Friede und Segen sei,) herangebildet wurden. In jedem Jahrhundert fanden sich Tausende von ihnen, waren in jeder Wissenschaft außerordentlich fortgeschritten und arbeiteten auf verschiedenen Gebieten. Das heißt also, dass das Zeugnis, welches diese Persönlichkeit von der Einheit (Gottes; Vahdaniyet) bringt,

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nicht sein eigenes persönliches ist, sondern ein allgemeines, umfassendes und nicht zu erschütterndes. Sollten sich auch alle Teufel dagegen versammeln, sie könnten es nicht im geringsten von der Stelle rücken. So urteilte unser Reisender. Als eine kurze Anmerkung zu der Lektion, die der Gast in dieser Welt und Reisende durch das Leben auf seiner Reise, die er zusammen mit seinem Verstand in die "Glückliche Zeit" unternommen hatte, in der Schule der Erleuchtung empfing, wurde nun auf der Sechzehnten Stufe des Ersten Kapitels Folgendes gesagt:

لآَ اِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الْوَاحِدُ الْاَحَدُ الَّذِى دَلَّ عَلَى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ فَخْرُ عَالَمٍ وَشَرَفُ نَوْعِ بَنِى اٰدَمَ بِعَظَمَةِ سَلْطَنَةِ قُرْاٰنِهِ وَحَشْمَةِ وُسْعَةِ دِينِهِ وَكَثْرَةِ كَمَالاَتِهِ وَعُلْوِيَّةِ اَخْلاَقِهِ حَتّٰى بِتَصْدِيقِ أَعْدَآئِهِ. وَكَذَا شَهِدَ وَبَرْهَنَ بِقُوَّةِ مِئَآتِ الْمُعْجِزَاتِ الظَّاهِرَاتِ الْبَاهِرَاتِ الْمُصَدَّقَةِ الْمُصَدِّقَةِ وَبِقُوَّةِ اٰلاَفِ حَقَآئِقِ دِينِهِ السَّاطِعَةِ الْقَاطِعَةِ بِاِجْمَاعِ اٰلِهِ ذَوِى الْاَنْوَارِ وَبِاِتِّفَاقِ اَصْحَابِهِ ذَوِى الْاَبْصَارِ وَبِتَوَافُقِ مُحَقِّقِى أُمَّتِهِ ذَوِى الْبَرَاهِينِ وَالْبَصَآئِرِ النَّوَّارَةِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss, der Einzige (Ahad) und Allgegenwärtige (Vahid). Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweist der Stolz der Welt und die Ehre der Söhne Adams durch die Größe des Herrschaftsbereichs (Sultanat) Seines Qur'an, die Majestät der Ausdehnung seiner Religion, durch die Vielzahl seiner vollkommenen Eigenschaften, die Erhabenheit seiner Gesittung, selbst noch in der Bestätigung seiner Feinde, und genauso bezeugt und beweist (der Prophet) durch die Kraft hunderter offensichtlicher, eindeutiger, bestätigter und bestätigender Wunder und in der Kraft Tausender glänzender, zuverlässiger Wahrheiten seines Glaubens, entsprechend dem Konsens aller Erleuchteten seiner Familie, im Einklang mit den kritisch betrachtenden Sahabis, entsprechend den Forschern (muhaqqiq) seiner Gemeinde (umma) und den scharfsichtigen, erleuchteten Beweisträgern."}

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Die Herausforderung des Qur'an

Nun wandte sich unser nimmermüder Reisender, der sich noch nie satt zu sehen vermochte, wohl wissend, dass das Ziel des Lebens in dieser Welt und das Leben des Lebens selbst der Glaube (iman) ist, an das eigene Herz und sagte zu ihm:

"Lasst uns das Buch jener Persönlichkeit befragen, die wir suchen und deren Wort (söz) und Spruch (kelam) es genannt wird, das in dieser Welt das berühmteste, hervorragendste und weiseste ist und das in jeder Generation wieder jeden, der sich ihm nicht fügen will, erneut herausfordert, nämlich den Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist. Lasst uns fragen, was es uns sagt! Vor allem aber ist es erst einmal notwendig, zu beweisen, dass es das Buch unseres Schöpfers ist." Und so begann er mit seinem Studium.

Da unser Reisender aber in gegenwärtiger Zeit lebt, betrachtete er zunächst die Risale-i Nur und erkannte, dass ihre hundertdreißig Bände, Wunder und Funke aus dem Geiste des Qur'an, Anmerkungen und Lichter zu den Wunderzeichen der Unterscheidung (Qur'an) und deren grundlegende Auslegung sind. Wenn die Risale-i Nur in einer Zeit wie der heutigen, wo die Menschen so verbohrt sind und so wenig Einsicht (vidjdan) haben, die Wahrheit des Qur'an mit einem derartigen Idealismus verbreiten kann, ohne dass jemand dagegen aufzustehen vermag, so beweist dies, dass der Qur'an ihr Lehrmeister (Ustadh), von dem sie ihre Autorität bezieht, ihre Sonne im Himmel ist und nicht Menschenwort. Ja, in der Risale-i Nur wird unter Hunderten von Zeugnissen schon allein im Fünfundzwanzigsten Wort und am Ende des Neunzehnten Briefes als ein einziges Zeugnis für den Qur'an dergestalt der Beweis erbracht, dass der Qur'an in vierzigfacher Hinsicht ein Wunder ist, dass der, welcher ihn liest, ihn nicht kritisieren noch etwas dagegen einwenden kann, sondern angesichts dieser Beweisführung von Bewunderung

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und Hochachtung erfüllt wird und höchstes Lob spendet. So überließ er es der Risale-i Nur, den Qur'an als ein Wunder darzustellen und zu beweisen, dass er das wahre Wort Allahs ist, und achtete nur darauf, in wenigen Stichpunkten kurz auf dessen Größe hinzuweisen.

Erster Punkt:

So wie der Qur'an mit allen Wundern und allen Tatsachen, die ein Beweis seines Wahrheitsgehaltes sind, ein Wunder Mohammeds (mit dem Friede und Segen sei) ist, so ist auch Mohammed (mit dem Friede und Segen sei) mit all seinen Wundern, Beweisen für sein Prophetentum und seiner Vollendung in der Wissenschaft ein unumstößliches Zeugnis dafür, dass der Qur'an ein Wunder ist und dass der Qur'an Allahs Wort ist.

Zweiter Punkt:

Der Qur'an, welcher in so lichtvoller beseligender und wahrheitsgemäßer Weise das gesellschaftliche Leben veredelt und sowohl den Seelen als auch den Herzen, dem Geist, als auch dem Intellekt, im persönlichen Leben, wie auch im gesellschaftlichen Leben, wie auch im politischen Leben eine solche Umwälzung zu Stande gebracht hat und noch immer zu Stande bringt und als eine Richtschnur dient, dessen 6666 Ayat im Verlaufe von vierzehn Jahrhunderten von mehr als hundert Millionen Menschen mit völliger Ehrerbietung rezitiert werden, ihre Seelen (nefs) wäscht und ihre Herzen reinigt, ihrem Geiste Wachstum und Gedeihen schenkt, dem Intellekt Ausrichtung und Licht, dem Leben (ewiges) Leben und Glück, dieser Qur'an ist sicherlich ein Buch ohne seinesgleichen, einzigartig, außerordentlich und wunderbar.

Dritter Punkt:

Der Qur'an hat seit der Epoche seiner Entstehung bis in unsere Zeit eine so überwältigende Schönheit gezeigt, dass die unter der Bezeichnung «mu-'alIaqat-i seb'a» (wörtlich; die sieben Hängenden) an den Wänden der Kaaba mit goldenen Lettern geschriebenen berühmten Kassiden der bekanntesten Dichter von ihm so sehr in den Schatten gestellt wurden, dass die Tochter des Dichters Lebid, als sie die Kasside ihres Vaters in der

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Kaaba abnahm, sagte: "Sie haben im Vergleich mit diesen Ayat ihren Wert verloren."

So warf sich ein beduinischer Dichter, nachdem er die Ayah: فَاصْدَعْ بِمَا تُؤْمَرُ {"Verkündige, was dir befohlen wurde!" (Sure 15, 94)} gelesen hatte, zur Erde nieder und antwortete denen, die ihn fragten: "Bist du nun ein Muslim geworden?"

"Nein! Nur vor der unvergleichlichen Schönheit dieser Ayah habe ich mich zu Boden geworfen."

Gleich ihm haben Tausende von Imamen und Sprachforschern wie Abdulqadir-i Djurdjani, Sekkaki und Zemahsheri, Rhetorik-Wissenschaftler von überragendem Geist, insgesamt übereinstimmend das Urteil abgegeben: "Die überwältigende sprachliche Schönheit des Qur'an übersteigt alles menschliche Fassungsvermögen und bleibt unerreichbar."

Seit dieser Zeit reizt der Qur'an ständig stolze und selbstgefälligen Dichter und Schriftsteller zum Widerstand auf und indem er die Stolzen zerbricht, sagt er zu ihnen: "Bringt doch nur eine einzige, ähnliche Sure herbei oder nehmt in dieser und in jener Welt euren Untergang und eure Schande hin!" Obwohl aber doch der Qur'an sie dazu eingeladen hatte, gaben die halsstarrigen Dichter jener Zeit ihre Bemühungen auf, den kürzeren Weg einzuschlagen und auch nur eine einzige ähnliche Sure hervorzubringen und wählten statt dessen den langwierigen Kampf, in dem sie Gut und Leben aufs Spiel setzten, was beweist, dass es unmöglich ist, den kurzen Weg zu beschreiten.

So haben Freunde des Qur'an in ihrer Begeisterung versucht, den Qur'an nachzuahmen, und auch seine Feinde kamen dazu, etwas zu schaffen, was dem Qur'an vergleichbar gewesen wäre, und ihn zu kritisieren. Millionen arabischer Bücher sind mit dem Fortschritt des Gedankenaustausches

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auf den Markt gelangt. Keines davon konnte dem Qur'an gleichen. Ja, würde selbst ein ungebildeter Mensch sie hören, sagte er gewiss: "Dieser Qur'an ist ihnen nicht gleich. Ja, er steht noch nicht einmal auf gleicher Stufe mit ihnen. Er muss entweder unter ihnen oder aber über ihnen allen stehen". Dass er unter ihnen stünde, kann in dieser Welt niemand, kein Ungläubiger, ja noch nicht einmal ein dummer Mensch behaupten. Das heißt also, das die Stufe seiner sprachlichen Schönheit weit über ihnen allen liegt. Einmal hatte jemand die Ayah سَبَّحَ لِلّٰهِ مَا فِى السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ {"Es preist Allah, was in den Himmeln und auf Erden ist." (Sure 57, 1)} gelesen und gesagt: "Ich kann an dieser Ayah nichts von der sprachlichen Schönheit finden, die als so bewundernswert in ihr gesehen wird." Da sagte man ihm:

"Geh doch auch du wie jener Reisende hinab in die damalige Zeit und lausche!" Da stellte er sich selbst vor, in der Zeit vor dem Qur'an dort zu sein und sah:

Alle Wesen der damaligen Welt befanden sich in einem heillosen, dunklen, erstarrten, kaum noch bewussten Zustand, ziellos in einem grenzenlos leeren, unendlich öden Raum, in einer unbeständigen, vergänglichen Welt. Plötzlich hörte er die Stimme des Qur'an diese Ayah verkünden, und erkannte, dass diese Ayah über der Welt und dem Antlitz der Erde einen Schleier hob, sie erleuchtend, allen mit Bewusstsein begabten Seelen in den Bankreihen der Jahrhunderte mit dieser urewigen Ansprache, diesem zeitlosen Erlass (ferman), Unterricht erteilend, und so verstand er, dass das All einer großen Moschee gleich, von Himmel und Erde angeführt mit all seinen Geschöpfen in ein lebendiges Gedenken Gottes (dhikr) und in Seinen Lobpreis versunken, seine Pflicht glücklich, begeistert und zufrieden erfüllt. Dies bezeugte er. Da genoss er die vollendete Schönheit dieser Ayah, verglich sie

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mit noch anderen Ayat und verstand, dass die Hälfte der Erde und ein Fünftel der Menschheit vom Raunen der Suren angerührt, von ihrer vollendeten Schönheit erfüllt wurde. Hierin liegt eine Weisheit unter Tausenden von Weisheiten, grundlegend für den Fortbestand des Königreiches in all Seiner Majestät und vollkommenen Würde, ununterbrochen seit vierzehn Jahrhunderten.

Vierter Punkt:

Der Qur'an weist eine solche wahrhaftige Süßigkeit auf, dass die Rezitation des Qur'an niemals Überdruss hervorruft, obwohl doch häufige Wiederholungen auch der süßesten Dinge überdrüssig werden lassen, sodass sich seine Süßigkeit bei der Wiederholung nur noch vermehrt, soweit das Herz des Menschen noch unverdorben und sein Geschmack noch unverfälscht geblieben sind. Dies ist schon seit langem so gewiss für jedermann, dass es bereits zum Sprichwort geworden ist.

Dabei erweist sich noch immer seine ursprüngliche Jugendlichkeit und Frische, sodass er trotz seines Alters von vierzehn Jahrhunderten und obwohl er doch jedermann leicht zugänglich ist, seine Frische so bewahrt hat, als wäre er gerade erst offenbart worden. Jedes Jahrhundert hat in ihm eine solche Jugendlichkeit erblickt, als habe er es unmittelbar angesprochen. Und obwohl jeder Zweig der Wissenschaft sich stets an ihm orientierte, ihnen stets eine Vielzahl von Exemplaren zur Verfügung stand und alle ihm in ihrer Ausdrucksweise nacheiferten, vermochte er dennoch seinen ursprünglichen, unverfälschten Stil und seine originäre Ausdrucksweise bis in unsere Tage zu bewahren.

Fünfter Punkt:

So wie der Qur'an mit dem einen Flügel in der Vergangenheit, mit dem anderen in der Zukunft, den die alten Propheten auf Grund der Tatsache ihrer Übereinstimmung, die seine Wurzel und der eine seiner Flügel ist, bestätigen und bestärken, sie gleichfalls in dieser Übereinstimmung bestätigt, so beweisen auch Männer wie die Freunde (auliya) und Gelehrten (asfiya) Gottes, dass sie die Frucht des Lebens an dem vollkommenen,

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segensreichen und segenspendenden Baum sind, der die Quelle der Wahrheit ist; und auch alle echten Orden der Freundschaft (mit Gott), alle wahrhaftigen Wissenschaften des Islam, die sich unter dem Schutz des zweiten Flügels gesammelt haben und leben, legen Zeugnis dafür ab, dass der Qur'an als die Wahrheit selbst, als ein Kompendium der Wahrheit, und als ein Gesamtwerk ein Wunder ohnegleichen ist.

Sechster Punkt:

Der Qur'an spendet Erleuchtung nach sechs Seiten; sie alle bezeigen seine Richtigkeit und Wahrhaftigkeit. So, wie an seiner Unterseite die Pfeiler von Zeugnis und Beweis, an seiner Oberfläche das funkensprühende Siegel seiner Wunderhaftigkeit, an seiner nach vorne zielenden Seite die Geschenke der Glückseligkeit in beiden Welten, an seiner Rückseite der Stützpunkt der Offenbarung der himmlischen Wahrheiten, an seiner Rechten die Bestätigung durch die Beweise unendlich vieler geradliniger Intelligenzen, an seiner Linken die ernsthaften, vertrauensvollen, innerlich hingezogenen und ergebungsvoll hingegebenen Herzen und reinen Gewissen beweisen, dass der Qur'an eine über alle Maßen wunderbare, feste, unangreifbare Burg des Himmels auf Erden ist, und so, wie auch der Lenker der Welt auf sechs verschiedenen Ebenen dafür unterschrieben hat, dass er (der Qur'an) die Wahrheit und Aufrichtigkeit selbst ist und nicht Menschenwort, noch ein Irrtum, und sich den Grundsatz Seines Handelns zur Gewohnheit gemacht hat, dafür Sorge zu tragen, dass in der Welt jederzeit zunächst die Schönheit sichtbar wird und das, was gut und richtig ist, Betrug und Verleumdung aber auszurotten, und dem Qur'an die höchstgeschätzte und erhabene Ehrenstellung in der Regierung der Welt und einen Grad des Erfolges gegeben, ihn bestätigt und für ihn unterschrieben hat, so vermochte man auch bei ihm, der die Quelle des Islam ist und der Dolmetscher des Qur'an , der, welcher sich stärker als jeder andere auf ihn stützte, ihn verehrte, der, welcher sich zur Zeit seiner Herabkunft in einer

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Art Schlafzustand befand, sodass andere Worte (des Propheten den Qur'an) nicht erreichen und ihm keineswegs gleich sein konnten, der obwohl selbst des Lesens und Schreibens unkundig, aus dem Qur'an die vergangenen und die künftigen Ereignisse in der Welt in Wahrheit aus dem Verborgenen mit unbeirrter innerer Sicherheit verkündete, selbst unter den Blicken höchst aufmerksamer Augen, keine Spur von Betrug oder Falschheit zu entdecken. Er, der als sein Dolmetscher mit ganzer Kraft an alle Bestimmungen des Qur'an glaubte, sie bestätigte und sich durch nichts darin erschüttern ließ, unterschrieb auch dafür, dass der Qur'an vom Himmel herabgekommen und wahrhaftig das gesegnete Wort seines eigenen allbarmherzigen Schöpfers (Khaliq-i Rahiem) ist.

Zudem gilt die gläubig hingerissene Verbundenheit eines Fünftels, ja, sogar eines Großteils der Menschheit, mit diesem offen vor unseren Augen liegenden Qur'an, die Sehnsucht und Begeisterung, mit der sie ihm ihr Ohr leihen, das Zeugnis der vielen Hinweise, Ereignisse und Entdeckungen, dass sich auch Dschinnen, Engel und Geister zur Zeit der Lesung voll Verehrung für die Wahrheit, den Faltern gleich, um ihn versammeln, als eine Urkunde dafür, dass der Qur'an weltweit angenommen wurde und eine hohe Stufe einnimmt.

Zudem ist die Tatsache, dass in allen Schichten des Menschengeschlechtes, von dem primitivsten und ungebildetsten angefangen bis zu den klügsten und intelligentesten, jeder einzelne zur Gänze seinen Nutzen aus den Lektionen des Qur'an gezogen hat, selbst noch seine tiefsten Geheimnisse verstehen kann und jede Art von Erforschern der Wahrheit, gleich Hunderten von Wissenschaftlern und islamischen Gelehrten, Religionswissenschaftler und Theologen, aus dem Qur'an die Antwort auf alle ihre Fragen entsprechend ihrem Wissensgebiet gefunden haben, gleicht einer Urkunde dafür, dass der Qur'an die Quelle der Gerechtigkeit und eine Fundgrube der Wahrheit ist.

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Außerdem haben selbst unter den fortgeschrittensten Sprachwissenschaftlern diejenigen arabischen Dichter, die den Islam nicht angenommen haben, mochten sie nun noch so sehr das Bedürfnis haben, Widerstand zu leisten, bis heute nicht einmal die unvergleichliche sprachliche Schönheit des Qur'an , die doch nur ein einziges Wunder unter den sieben Aspekten seiner Wunderhaftigkeit ist, nicht eine einzige Sure, nachzuahmen vermocht. Auch heute noch versuchen sie mit ihrem Widerstand an Ansehen zu gewinnen, doch konnte von allen berühmten Dichtern und überragenden Wissenschaftlern keiner auch nur einen einzigen Aspekt seiner Wunderhaftigkeit widerlegen. Alle wurden sie schwach und verstummten. Auch dies gleicht einer Urkunde dafür, dass der Qur'an über alle Menschenkraft hinaus ein Wunder ist.

In der Tat, bei einem Wort zu fragen: "Von wem stammt es, und an wen richtet es sich und in welchem Zusammenhang wurde es ausgesprochen?", bestimmt seinen allgemeinen Wert, die individuelle Hochschätzung und den sprachlichen Rang. Auch von diesem Standpunkt betrachtet gibt es nichts, was man mit dem Qur'an vergleichen oder was ihn erreichen könnte. Denn der Qur'an ist die Anrede und Ansprache des Herrn und Schöpfers aller Welten, ein Wort, in dem sich nicht das geringste Zeichen entdecken ließe, das auf eine Nachahmung oder Vortäuschung schließen lässt. Aus ihm erwuchs durch den starken universalen Glauben seines Sprechers, welcher zugleich auch der Sprecher für die ganze Menschheit, ja, sogar der Abgeordnete der gesamten Schöpfung, unter allen Menschen der gerühmteste und mit den höchsten Ehren ausgezeichnete ist, der riesige Baum des Islam. In seiner Herabkunft erhob er seinen Besitzer bis zur Stufe (makam) von Kab-i Kauseyn und ließ ihn zum Gesprächspartner des Einzigartigen (Samad) werden. Er erklärt und erläutert alle Fragen, die sich auf das Glück in beiden Welten, die Auswirkungen der Erschaffung des Alls, die in ihnen (verborgene) Absicht des Herrn beziehen,

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den hohen und weiten Glauben seines Sprechers, der alle Wahrheiten des Islam in sich enthält. Er zeigt alle Seiten des gewaltigen Kosmos, einer Landkarte, einer Uhr oder einem Haus gleich, belehrt über den Meister, der ihn gemacht hat, ihn lenkt und leitet, stellt Ihn anhand Seiner Taten vor. So ist es ohne allen Zweifel unmöglich, dem Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, ein Gleiches an die Seite zu stellen und den Grad seiner Wunderhaftigkeit zu erreichen.

Zudem zeigen und beweisen all die Forscher von hohem Geist, Tausende von Wissenschaftlern und Gelehrten, die den Qur'an kommentiert haben - manche von ihnen haben dreißig, vierzig, ja sogar siebzig Bände geschrieben und jeder seinen eigenen Kommentar! - durch die Veröffentlichung ihrer Urkunden und Zeugnisse die grenzenlosen Vorzüge und Besonderheiten und die außergewöhnlichen Werte des Qur'an, seine Geheimnisse, seinen erhabenen Sinn und die vielen Beispiele jeder Art verborgener Dinge. Insbesondere beweist jede einzelne der hundertdreißig Abhandlungen der Risale-i Nur mit absolut sicheren Zeugnissen die Vorzüge und Besonderheiten des Qur'an. Desgleichen wird auch in der Abhandlung über die Wunderhaftigkeit des Qur'an, im Zweiten Kapitel (makam) des Zwanzigsten Wortes, wo von Eisenbahnen und Flugzeugen und vielen anderen "Wundern" (hariqa) der modernen Zivilisation und Technik, auf die sich Hinweise im Qur'an finden, die Rede ist, und in den "Erster Strahl" genannten Hinweisen des Qur'an, wo auf die Ayat verwiesen wird, die sowohl auf die Risale-i Nur einerseits als auch auf die Elektrizität andererseits hingewiesen wird, also in den "Acht Hinweise" genannten kleinen Abhandlungen, die zeigen, wie wohlgeordnet, geheimnis- und bedeutungsvoll die "Buchstaben" (harf) des Qur'an sind, in einer kleinen Abhandlung, die anhand der letzten Ayah der Sure «Feth» in fünffacher Hinsicht den auf die unsichtbare Welt bezogenen Aspekt der Wunderhaftigkeit beweist, in jedem kleinsten Teil der

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Risale-i Nur eine Ansicht der Wahrheit und des Lichtes klargelegt. Das alles ist wie eine Urkunde für die Unvergleichlichkeit, Wunderhaftigkeit (mudjise) und Außerordentlichkeit (hariqa) des Qur'an. In dieser bezeugten Welt ist er die Sprache der unsichtbaren Welt und das Wort dessen, der um alles Verborgene weiß (Allam-ul Ghuyub).

Auf Grund dieser oben erwähnten, in sechs Punkten, sechs Aspekten und sechs Stufen aufgezeigten Vorzüge und Besonderheiten, hat der Qur'an in seinem lichtvollen Königreich, in seinem gewaltigen, Heiligen Sultanat das Antlitz der Jahrhunderte erleuchtet und erhellt auch das Antlitz der Erde schon seit tausenddreihundert Jahren. Es besteht weiter in vollkommener Würde fort. Ja, in diesem Königreich ist jeder Buchstabe des Qur'an hundert verdienstvollen guten Werken (sevab ve hasane) gleich, bringt zehnfache, beständige Frucht. Auch in manchen Ayat und Suren bringt jeder Buchstabe hundert oder tausend oder noch mehr Früchte hervor und in Heiligen Zeiten vervielfältigen sich das Licht, die Verdienste und die Werte um das Zehnfache. Da erkannte unser Reisender, welche geheiligten Privilegien man erwerben kann, und sprach zu seinem Herzen:

"Nun also legt der Qur'an, der in jeder Hinsicht ein Wunder ist, durch die Gemeinsamkeit seiner Suren und den Einklang seiner Ayat, durch die Entsprechungen seiner Geheimnisse und Lichter, durch die Übereinstimmung seiner Früchte und Werke und mit Zeugnissen, die einen sicheren Beweis liefern, ein solches Zeugnis dafür ab, dass notwendigerweise ein absolutes Sein da sein muss (Vadjib-ul'Vudjudun vudjuduna), (ein Zeugnis) für Seine Einheit (vahdet), Seine Attribute (sifat) und Namen (Charaktereigenschaften), dass die unendliche Zahl der Zeugnisse aller Männer des Glaubens als ein Zeugnis angesehen werden kann, das aus dem Zeugnis des Qur'an herausgewachsen ist."

So wurde denn auf der Siebzehnten Stufe der Ersten Abhandlung als ein kurzer Hinweis auf die Lektion über die Einheit (tauhid) und den Glauben, die unser Reisender erhalten

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hatte, das Folgende gesagt:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الْوَاحِدُ الْاَحَدُ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ اَلْقُرْاٰنُ الْمُعْجِزُ الْبَيَانِ اَلْمَقْبُولُ الْمَرْغُوبُ لأَجْنَاسِ الْمَلَكِ وَالْاِنْسِ وَالْجَانِّ اَلْمَقْرُوءُ كُلُّ اٰيَاتِهِ فِى كُلِّ دَقِيقَةٍ بِكَمَالِ الْاِحْتِرَامِ بِأَلْسِنَةِ مِئَاتِ الْمَلاَيِينَ مِنْ نَوْعِ الْاِنْسَانِ اَلدَّآئِمُ سَلْطَنَتُهُ الْقُدْسِيَّةُ عَلٰٓى اَقْطَارِ الْاَرْضِ وَالْاَكْوَانِ وَعَلٰى وُجُوهِ الْاَعْصَارِ وَالزَّمَانِ وَالْجَارِي حَاكِمِيَّتُهُ اَلْمَعْنَوِيَّةُ النُّورَانِيَّةُ عَلٰى نِصْفِ الْاَرْضِ وَخُمْسِ الْبَشَرِ فِى اَرْبَعَةَ عَشَرَ عَصْرًا بِكَمَالِ الْاِحْتِشَامِ وَ كَذَا شَهِدَ وَ بَرْهَنَ بِاِجْمَاعِ سُوَرِهِ الْقُدْسِيَّةِ السَّمَاوِيَّةِ وَ بِاِتِّفَاقِ اٰيَاتِهِ النُّورَانِيَّةِ الْإِلٰهِيَّةِ وَ بِتَوَافُقِ أَسْرَارِهِ وَ أَنْوَارِهِ وَ بِتَطَابُقِ حَقَآئِقِهِ وَثَمَرَاتِهِ وَ اٰثَارِهِ بِالْمُشَاهَدَةِ وَالْعَيَانِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss, der Einzige (Ahad) und Allgegenwärtige (Vahid). Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweist der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, der allgemein anerkannt und hochgeschätzt ist bei den verschiedensten Engeln, Menschen und Dschinnen, dessen Verse in jeder Minute in vollkommener Ehrfurcht von Hunderten Millionen von Zungen des Menschengeschlechts gelesen werden, dessen geheiligter Herrschaftsbereich sich bis an die Enden der Welt, ja des Kosmos und in alle Aspekte der Zeiten und der Äonen erstreckt, dessen lichtvolle, geistige Herrschaft seit vierzehn Jahrhunderten in vollkommenem Glanz über der halben Erde und für ein Fünftel der Menschheit seine Gültigkeit besitzt. Genauso bezeugt und beweist (der Qur'an die Existenz Gottes) in der Gemeinsamkeit seiner himmlischen, heiligen Suren, in der Übereinstimmung seiner göttlichen, erleuchteten Verse, im Einklang mit seinen tiefen Erkenntnissen (esrar) und seinem Licht, in der Entsprechung seiner Wahrheiten, Wirkungen und Werke, so wie wir es bezeugen und erkennen."}

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Das große Zeugnis des Kosmos

Da sagte nun unser Reisender und Wanderer durch das Leben, der wusste, dass der Glaube, als das wertvollste Startkapital des Menschen, einen armen Menschen ein Feld, ein Haus nicht nur zeitweilig und vorübergehend, sondern auf Dauer einen ganzen, gewaltigen Kosmos gewinnen lässt, ein immerwährendes Reich, groß wie die Welt, und einen vergänglichen Menschen mit allem versorgt, was er an Gütern für ein ewiges Leben benötigt, den Ärmsten, der auf den Galgen wartet, vor der ewigen Verdammnis rettet und ihm für ewig die Schatzkammer der Glückseligkeit öffnet, zu seiner Seele:

"Auf nun! Wollen wir noch zu einer weiteren Stufe der zahllosen Stufen des Glaubens gelangen, uns beim Weltall als Ganzes erkundigen und hören, was es sagt! Wir wollen uns die Lektionen, die wir von untergeordneten und übergeordneten Beamten erhalten haben, ergänzen und klar machen." Er nahm das Fernrohr, das er aus dem Qur'an erhalten hatte, mit seiner weiten und breiten Optik, sah hindurch und erkannte:

"Dieser Kosmos ist so sinnvoll und wohlgeordnet, dass es scheint, als hätte das Buch des Hochgelobten (kitab-i Subhan) Gestalt angenommen, redete zu uns und des Herrn Qur'an wäre leibhaftig unter uns erschienen. Ja, einem kunstvoll gestalteten Schloss des Einzigartigen (Samad) und einer wohlgeordneten Stadt des Allbarmherzigen (Rahman) gleicht das All. So wie all die Suren und Ayat, die Worte und Buchstaben, die Kapitel, Abschnitte, Seiten und Zeilen, die alle insgesamt so sinnvoll getilgt und wieder bestätigt, mit so viel Weisheit umgewandelt und verändert werden, auch offensichtlich alle insgesamt ein Ausdruck dessen sind, der um alle Dinge weiß (Alim-i Kulli Shey) und aller Dinge mächtig (Qadier-i Kulli Shey) ist, eines göttlichen Grafikers und eines Dekorateurs, der in Seiner Majestät alles und jedes kennt und durchschaut, der alle Zusammenhänge kennt und beachtet, ein Abbild der Existenz und des Daseins eines göttlichen Schreibers

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in Seiner Vollkommenheit, so machen auch alle Arten und Bestandteile, alle die Teilchen und Bruchstücke, das gesamte lebende und tote Inventar der Welt, was sie hervorbringt und was sie zurücklässt, all die zweckmäßigen Veränderungen und sinnvollen Erneuerungen, die Existenz und die Einheit eines erhabenen Meisters und Künstlers ohne Beispiel sichtbar, der sich mit unendlicher Macht und grenzenloser Weisheit um alle Dinge kümmert. Zwei umfassende große Wahrheiten, so gewaltig wie das All, bestätigen dieses große Zeugnis des Kosmos.

Erste Wahrheit:

Die Weisen des Islam und die Wissenschaftler der Grundlagen des Glaubens und des Wortes (Theologie), Gelehrte von überragendem Geist, haben erkannt und auf Grund zahlloser Zeugnisse bewiesen, dass es eine Wahrheit vom Sein gibt, das uns als ein abgeleitetes (huduth) oder als ein veränderliches (imkan) Sein entgegentreten kann, (also der Erschaffung und Gestaltung bedarf). Sie sagten darüber:

"Auf Grund der Veränderung und des Wandels, dem nun einmal die Welt und alles in ihr unterworfen, ist sie mit Sicherheit vergänglich. Ihr Dasein ist abgeleitet und nicht ewig (qadiem). Weil aber ihr Dasein ein abgeleitetes ist, muss es mit Sicherheit einen Meister (Sani') geben, der sie ins Dasein gerufen hat. Weil man aber in keinem Ding eine essenzielle Ursache finden kann, die es ins Dasein ruft oder es vernichtet, befinden sich alle Dinge in einem Gleichgewicht. Sie sind mit Sicherheit weder notwendig (vadjib) noch ewig (edheli)..."

Und da es außerdem unmöglich und unvorstellbar ist, dass sie einander wie aus einer Zentrifuge oder durch eine Kettenreaktion hervorgebracht hätten, was durch eine unumstößliche Beweisführung belegt wurde, ist mit Sicherheit die Existenz eines Notwendig-Seienden (Vadjibu-I'Vudjud) erforderlich, der nicht Seinesgleichen kennt und dem ähnlich zu sein unmöglich ist, während alle anderen Dinge möglich (mümkün) und jegliches Dasein geschaffen (makhluq) ist.

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Tatsächlich durchdringt die Tatsache von der Abhängigkeit allen Seins (huduth) das All. Man kann das größtenteils mit Augen erkennen; alles übrige erkennt der Verstand. Denn vor unseren Augen stirbt im Herbst jeden Jahres eine solche Welt. Und mit dieser Welt gehen Hunderttausende Arten von Pflanzen und winzig kleinen Tieren - und jede Art besteht aus unendlich vielen Einzelwesen - deren jedes einzelne wieder eine Welt für sich ist, zu Grunde. Aber dieser Abschied vollzieht sich so wohlgeordnet, dass sie im Herbst erst die Samenkerne und Körner und die Eier, in denen der Grund zu ihrer Wiederentstehung und Verbreitung gelegt ist - ein Wunder des Allmächtigen und Allwissenden (qudret ve ilm) - an ihrer Stelle zurücklassen, ihr Arbeitsheft und die Programme der Arbeiten, die sie durchgeführt haben, aushändigen und alles unter den Schutz und der Weisheit des göttlichen Behüters und Bewahrers (Hafiz-i Dhu l-Djelal) anvertrauen, bevor sie dahinscheiden.

Im Frühling dann erwachen diese kahlen Bäume, diese saft- und kraftlosen Wurzeln, und auch manche Tiere kehren ins Leben wieder zurück und stellen so Hunderttausende von Beispielen und Mustern, ja, Beweisen der Wiederversammlung dar. Und an die Stelle von einigen (unter ihnen) werden andere nach ihrem Muster gesetzt, gleichartige, die ihnen ähnlich sehen, ins Leben gerufen. So veröffentlichen sie die Blätter der Lebewesen des vergangenen Frühlings gleich einer Anzeige, zusammen mit deren Werken und Aufgaben und geben ein Beispiel für die Ayah:

وَاِذَا الصُّحُفُ نُشِرَتْ

{"Wenn die Blätter ausgebreitet werden..." (Sure 81, 10)}

So stirbt denn eine ganze große Welt, wenn man sie insgesamt betrachtet, in jedem Herbst, und eine neue Welt tritt jeden Frühling ins Dasein. Und dieses Aus-dem-Dasein-Scheiden und Wieder-darin-Eintreten verläuft in einer solchen Ordnung, und innerhalb dieses Scheidens und Wieder-Eintretens ereignet sich das Scheiden und

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Wieder-Eintreten so vieler Arten mit einer solchen Ordnung und Ausgewogenheit, dass die Welt einer Herberge gleicht, in der die Welt des Lebendigen als Gast erscheint. Eine wandernde Schöpfung, reisende Welten treten in sie ein, verrichten darin ihre Aufgabe und gehen wieder.

So gibt es denn in dieser Welt einen Herrn, welcher Welten des Lebens, dienstbereite Universen in vollendetem Wissen und vollkommener Weisheit, ausgeglichen und ausgewogen, geordnet und geregelt ins Dasein gerufen (idjad) und aufgebaut, ihnen ein Ziel gesetzt und einen göttlichen Zweck verliehen, ihnen in Seinem Erbarmen (Rahmani) einen Auftrag erteilt, sie in Seiner Allmacht (qadierane) und Barmherzigkeit (rahiemane) zu Nutz und Frommen in Dienst genommen hat. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in all Ihrer Majestät (Dhat-i Dhu l-Djelalin vudjub-u vudjud), Seine unendliche Allmacht und grenzenlose Weisheit sind dem Verstand ganz offensichtlich sonnenklar erkennbar. Damit wollen wir dieses Kapitel abschließen und überlassen der Risale-i Nur und den Büchern der Erforscher der Wahrheit (muhaqqiq) vom Wort (Theologen) die Frage um das erschaffene Sein (huduth)...

Was nun aber den Aspekt der Veränderlichkeit allen Seins (= imkan) betrifft, {imkan = Möglichkeit, d.h. der Stoff aus dem die Welt besteht, gleicht einer amorphen Matrix, die der Gestaltung durch ihren Schöpfer bedarf. (A.d.Ü.)} so beherrscht und erfüllt sie das All. Denn wir sehen, dass alle Dinge in ihrer Universalität oder Individualität, seien sie klein oder groß, vom Thron (Gottes) bis hinunter zur Erde, von den Atomen angefangen bis zu den Planeten mit einer besonderen Eigenart, einer bestimmten Gestalt, einer vorzüglichen Ausstattung, mit spezifischen Eigenschaften, mit zweckdienlichen Attributen und nutzbringenden Werkzeugen in die Welt gesandt werden. Um aber dieser spezifischen Matrix ( mahsus dhat), {mahsus dhat = alles Geschaffene ist privat, d.h. trägt das charakteristische Merkmal, den besonderen Stempel seines Schöpfers. (A.d.Ü.)} dieser Materia prima (mahiyet)

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innerhalb ihrer unendlich vielen Möglichkeiten (imkan) den charakteristischen Stempel zu geben und weiter, ihr entsprechend der möglichen (imkan) und wahrscheinlichen Formen eine kunstvolle, spezifische, passende, festgesetzte Form anzuziehen, und weiter, einem Individuum entsprechend der Menge der Artgenossen, die innerhalb so vieler Möglichkeiten (imkan) hin- und hergeworfen sind, einem solchen Subjekt die nur ihm gebührende besondere Eigenart zuzuerkennen, und weiter, für ein Kunstwerk, das unbestimmt und formlos ist, entsprechend der möglichen (imkan) und wahrscheinlichen Arten und Stufen seiner Eigenschaften seine eigenen, passenden und nützlichen Eigenschaften anzufertigen, und weiter, ein Geschöpf, das ratlos, verwirrt und ziellos ist inmitten so vieler möglicher und wahrscheinlicher Arten und Wege mit so weisheitsvollen Eigenschaften und segensreichen Anlagen auszustatten und auszurüsten, bilden mit Sicherheit entsprechend ihren universellen oder individuellen Möglichkeiten und entsprechend den oben erwähnten unterschiedlichen Wesensmerkmalen, Charakteren, Formen und Gestalten, Eigenschaften und Verhältnissen der Materie (imkan), Hinweise, Zeichen und Zeugnisse für die Seins-Notwendigkeit des notwendig Seienden (Vadjibu-I'Vudjudun vudjub-u vudjudu), der alle Dinge ins Dasein ruft, sie auserwählt, über sie bestimmt und verfügt, dessen Macht grenzenlos und dessen Weisheit unendlich ist, vor dem kein Ding sich verbergen und nichts sich verstecken kann, für den auch die größte Aufgabe, so leicht wie die kleinste ist und für den es ebenso einfach ist, einen Frühling zu gestalten wie einen Baum und einen Baum gleich wie ein Samenkorn - diese Zeugnisse, die aus der Veränderlichkeit allen Seins (imkan) erwachsen, bilden den einen Flügel dieses großen Zeugnisses des Alls.

Das Zeugnis des Alls mit seinen zwei Flügeln oder den beiden Tatsachen ("imkan" und «huduth» als einem und «teavun» als anderem Flügel) wurde in den einzelnen Abhandlungen

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der Risale-i Nur und besonders im Zweiundzwanzigsten und Zweiunddreißigsten Wort (Sözler), sowie im Zwanzigsten und Dreiunddreißigsten Brief (Mektubat) vollkommen klargestellt und bewiesen. Wir begnügen uns deshalb damit, hier kurz darauf hinzuweisen, und können deshalb dieses so lange Lehrstück kurz fassen.

Den zweiten Flügel des großen und allumfassenden Zeugnisses, welchen das All in seiner Gesamtheit erbringt, beweist die folgende zweite Wahrheit:

Alles Erschaffene arbeitet trotz aller Veränderungen und Umwandlungsprozesse ständig daran, seine Stabilität nach innen und seine Wirkung nach außen aufrecht zu erhalten und - insoweit es sich dabei um Lebewesen handelt - sein Leben fortzusetzen und seine Aufgaben zu erfüllen, was die Tatsache einer gegenseitigen Hilfeleistung (= teavun) aufzeigt, wie sie ganz und gar außerhalb der eigenen Kraft liegt.

Zum Beispiel:

Die Elemente der Natur eilen, um den Lebewesen zu helfen, besonders aber die Wolken, um den Pflanzen beizustehen. Die Pflanzen sind eine Hilfe für die Tiere, und die Tiere für die Menschen. Die Jungtiere werden mit Milch ernährt, die ihnen wie Kauthar aus den Eutern (der Muttertiere) entgegenströmt. Allem Leben wird seine Versorgung seinen zahlreichen Notwendigkeiten, deren Befriedigung ganz außerhalb seiner Möglichkeiten liegt, entsprechend gegeben. Ja, sogar die kleinsten Bestandteile der Nahrung eilen, um den Zellen des Körpers Entsatz zu bieten. In dieser Weise zeigen noch sehr viele andere Beispiele für die Tatsache gegenseitiger Hilfeleistung (haqiqat-i teavun) in der Unterwerfung unter den Herrn und im Dienste des Allbarmherzigen (Rahman) die allumfassende und erbarmende Königsherrschaft (rahimane rububiyet) des Herrn der Welten (Rabb-ul Alemin), der das gesamte All wie ein Schloss verwaltet.

In der Tat bezeigen diese toten Hilfstruppen, ohne Liebe (shefqatsiz) und ohne Bewusstsein, einander eine so liebevolle (shefqat) und klarbewusste Haltung, dass sie ganz bestimmt in der Kraft (quvvet), durch die Barmherzigkeit und auf den Befehl eines

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überaus barmherzigen und weisen Herrn und Königs (Rahiem ve Hakiem bir Rabb-i Dhu l-Djelal) in Bewegung versetzt worden sind.

Dieser Grundsatz von einer allgemeinen und gegenseitigen Hilfeleistung (teavun), wie er im gesamten Kosmos, von den Sternen angefangen bis hin zu den Zellen, Organen und Organsystemen des Körpers gilt, und in Vollkommenheit und Ordnung in ihm zum Ausdruck kommt, dieses allgemeine Gleichgewicht und die umfassende Sicherheit, jene Schönheit, welche der Pinsel malt, angefangen bei dem goldenen Antlitz des Himmels, dem Antlitz der Erde in ihrem schönsten Kleid bis hin zu den künstlerisch gestalteten Gesichtern der Blumen, diese Ordnung, die überall herrscht, von der Milchstraße angefangen über das Sonnensystem bis zu Obst und Gemüse, Mais und Granatapfel, dieser Auftrag, mit dem alle Dinge in Dienst gestellt sind, von der Sonne und dem Mond angefangen über die Kräfte und Elemente der Natur, über die Wolken bis hin zu der Biene, zeigt: Die Zeugnisse all dieser bedeutenden Tatsachen bilden den zweiten Flügel des Zeugnisses des Alls und stellen ihrer Bedeutung entsprechend den Beweis dafür dar.

Nun haben wir aber in der Risale-i Nur dieses bedeutende Zeugnis schon bewiesen und erläutert. Wir können uns deshalb hier mit einem kurzen Hinweis begnügen.

Als einen kurzen Hinweis auf den Unterricht im Glauben, den unser Reisender vom Universum empfangen hatte, wurde auf der Achtzehnten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) als kurzer Hinweis Folgendes ausgeführt:

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لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الْمُمْتَنِعُ نَظِيرُهُ اَلْمُمْكِنُ كُلُّ مَا سِوَاهُ اَلْوَاحِدُ الْاَحَدُ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ هذِهِ الْكَآئِنَاتُ الْكِتَابُ الْكَبِيرُ الْمُجَسَّمُ وَالْقُرْاٰنُ الْجِسْمَانِىُّ الْمُعَظَّمُ وَ الْقَصْرُ الْمُزَيَّنُ الْمُنَظَّمُ وَ الْبَلَدُ الْمُحْتَشَمُ الْمُنْتَظَمُ بِاِجْمَاعِ سُوَرِهِ وَاٰيَاتِهِ وَكَلِمَاتِهِ وَحُرُوفِهِ وَاَبْوَابِهِ وَفُصُولِهِ وَ صُحُفِهِ وَ سُطُورِهِ وَ اِتِّفَاقِ اَرْكَانِهِ وَ اَنْوَاعِهِ وَ اَجْزَآئِهِ وَ جُزْئِيَّاتِهِ وَ سَكَنَتِهِ وَ مُشْتَمِلاَتِهِ وَ وَارِدَاتِهِ وَ مَصَارِفِهِ بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ إِحَاطَةِ حَقِيقَةِ الْحُدُوثِ وَ التَّغَيُّرِ وَ الْاِمْكَانِ بِاِجْمَاعِ جَمِيعِ عُلَمَآءِ عِلْمِ الْكَلاَمِ وَ بِشَهَادَةِ حَقِيقَةِ تَبْدِيلِ صُورَتِهِ وَ مُشْتَمِلاَتِهِ بِالْحِكْمَةِ وَ الْاِنْتِظَامِ وَتَ جْدِيدِ حُرُوفِهِ وَ كَلِمَاتِهِ بِالنِّظَامِ وَ الْمِيزَانِ وَ بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ إِحَاطَةِ حَقِيقَةِ التَّعَاوُنِ وَ التَّجَاوُبِ وَ التَّسَانُدِ وَ التَّدَاخُلِ وَ الْمُوَازَنَةِ وَ الْمُحَافَظَةِ فِى مَوْجُودَاتِهِ بِالْمُشَاهَدَةِ وَالْعَيَانِ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss. Unmöglich kann (neben Ihm) noch ein Gleiches sein, wo doch (neben anderen) alles möglich sein kann, und nur Er allein nicht (neben anderen) sein kann, dem Einzigen (Ahad) und Allgegenwärtigen (Vahid). Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweist dieses Weltall, das große, Gestalt gewordene Buch, die gewaltige Verkörperung des Qur'an, in der Gemeinsamkeit seiner Suren, seiner Verse, seiner Wörter, seiner Buchstaben, seiner Abschnitte, seiner Kapitel, seiner Seiten, seiner Zeilen, das harmonisch verzierte Schloss, in der Übereinstimmung seiner Grundpfeiler, das wohlgeordnet großartige Land, in der Übereinstimmung seiner Arten und Bestandteile, Teilchen und Bruchstücke, seinem gesamten lebenden und toten Inventar und allem, was es hervorbringt und was es zurücklässt, durch das gewaltige und alles umfassende, wahre Zeugnis des Daseins (huduth), seiner Umwandlungen, seiner in ihm enthaltenen Möglichkeiten, in Übereinstimmung aller gelehrten Theologen (ulema-i ilm-i kelam), durch das Zeugnis der Wahrheit vom Wechsel von Form und Inhalt, in aller Weisheit und Wohlordnung, durch die Erneuerung ihrer Buchstaben und Worte, durch die Ordnung und Ausgewogenheit, durch das gewaltige und alles umfassende, wahre Zeugnis hilfreicher Aktionen, Reaktionen, Unterstützungen, Interferenzen, des Ausgleichs und der Instandhaltung in allem Sein, wie wir bezeugen und erkennen."}

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In der Gegenwart Gottes

Nun wandte sich unser Reisender, der voll Wissensdurst und Sehnsucht in die Welt gekommen ist, um den Schöpfer der Welt zu suchen, nachdem er achtzehn Stufen emporgestiegen und auf der Himmelsleiter des Glaubens (mi'radj-i imani), die bis zum Thron der Wahrheit hinaufreicht, in dem Wissen um das Göttliche Er (ghaib) die Stufe (makam) der Gegenwart des Göttlichen Du (muhatab) {El-Muhatab = das Du, der Gesprächspartner, die zweite Person (A.d.Ü.)} erlangt hatte, an seine eigene Seele (ruh) und sprach zu ihr:

Wenn man zu Beginn der Ehrwürdigen Suratu-l'Fatiha (der Sure der Eröffnung) bei dem Wort اِيَّاكَ {"iyaka: Dich allein!"} angekommen, lobend und preisend in die Gegenwart dessen gelangt ist, von dem hier die Rede ist, {El-Ghaib = Er, der Unsichtbare, der Abwesende, die dritte Person (A.d.Ü.)} und Er in diesem (iyaka) nun gegenwärtig geworden ist, dann muss man auch, die gesuchte dritte Person (ghaib) aufgebend, unmittelbar den Gesuchten selbst nach dem Gesuchten fragen, so wie man auch die Sonne, die alle Dinge zeigt, nach der Sonne fragen muss. In der Tat zeigt sie, die alle Dinge zeigt, sich selbst klarer als alle Dinge. So wie wir die Sonne in ihren Strahlen sehen und erkennen können, so müssen wir auch danach streben, unseren Schöpfer in Seinen Schönen Namen (esma-i husna) und Heiligen Attributen (sifat-i qudsiye) zu erkennen, so weit wir es vermögen.

Von den unendlich vielen Wegen, welche zu diesem Ziel führen, wollen wir hier nur zwei Wege, von den unendlich vielen Stufen nur zwei Stufen, aus einer Fülle von

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Tatsachen und an Stelle vieler langer Ausführungen in dieser Risala nur zwei Tatsachen kurz und bündig erklären:

Erste Wahrheit:

Wie wir ganz offensichtlich mit eigenen Augen sehen können, wird in allem, was da geschaffen wurde im Himmel und auf Erden, überall und jeder Zeit, wohlgeordnet und Furcht einflößend das Tun (faaliyet) einer Wahrheit sichtbar, die das All durchdringt und erfüllt, die alles lenkt und leitet, verändert und erneuert. Innerhalb dieser Tatsache, einer Tätigkeit (faaliyet), die in jeder Hinsicht von Weisheit erfüllt, ist die Tatsache der Erscheinung der Herrschaft (Gottes = rububiyet) sichtbar zu verspüren. Und innerhalb dieser Tatsache der Erscheinung der Herrschaft (Gottes = rububiyet), die in jeder Hinsicht Ihr Erbarmen ausbreitet, ist die Tatsache der Offenbarung Gottes (uluhiyet) unabdingbar zu erkennen.

So kann man denn ständig die Auswirkungen der Tätigkeit des Allmächtigen und Allwissenden (Fa'il-i Qadier ve Alimin ef'al) hinter Seinem weisheitsvollen und hoheitsvollen Tun (hakiemane ve hâkimane faaliyet) gleichsam wie hinter einem Vorhang erahnen, so als beobachtete man Ihn direkt bei Seiner Arbeit. Und hinter diesem hochherrschaftlichen Tun und Walten des Herrn (murebbiyane ve mudebbirane ef'al-i Rabbaniye), hinter diesem Vorhang, erfährt man ganz offensichtlich die Namen Gottes, wie sie sich in allen Dingen offenbaren, als könne man sie direkt wahrnehmen. Und hinter der Erscheinung der Schönen Namen (Esma-i Husna) in Hoheit (Djelal) und Schönheit (Djemal), hinter diesem Vorhang vermag man die Existenz und Gegebenheit der sieben heiligen Attribute (Gottes = sifat-i seb'a qudsiye) mit wissenschaftlicher (ilme l-yaqien), ja, augenscheinlicher Klarheit (ayne l-yaqien), ja bis zum Grade einer wahrhaftigen Gewissheit (haqqa l-yaqien) zu begreifen. Und in diesen Seinen sieben Heiligen Attributen, in Übereinstimmung mit dem Zeugnis der ganzen Schöpfung gibt sich Er, der in der Gestalt eines unendlich Lebendigen, eines Allmächtigen, eines Allwissenden, eines Allhörenden und Allsehenden, eines, der mit freier Rede und Entscheidung (Murid) begabt ist, offensichtlich und mit Notwendigkeit und mit wissenschaftlicher Sicherheit (ilme l-yaqien) als der, welcher notwendigerweise da

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sein muss (Vadjibu-I'Vudjud) und Träger der obengenannten Eigenschaften ist, welcher Ein-Einziger (Vahid-i Ahad) ist, welcher als der völlig unabhängige Einzelvollbringer (Fa'il-i Ferd-i Samad) bezeichnet wird, dem Auge des Glaubens im Herzen mit Sicherheit und gleichsam sichtbar zu erkennen, und zwar in einer Weise, die noch glänzender ist als es ganz offensichtlich die Existenz der Sonne ist. Denn zu einem schönem und inhaltsreichem Buch, einem gutgebautem Haus, bedarf es offensichtlich der Tätigkeit (fiil) des Schreibens und Erbauens. Schön zu schreiben und gut zu bauen aber ist eine Tätigkeit (fiil), die offensichtlich nach einer Person verlangt, die man als Schreiber oder Baumeister bezeichnet. Der Titel "Schreiber" oder "Baumeister" verlangt aber offensichtlich nach einer Schreibkunst oder Baukunst. Diese Kunst oder Eigenschaft aber verlangt offensichtlich und in jedem Fall nach einer Person, welche diese Kunst ausübt, nach ihr benannt wird und Träger der genannten Eigenschaften sein muss. Denn so wie es keine Tätigkeit geben kann ohne einen, der sie verrichtet und keinen Namen ohne den, der ihn trägt, so kann es auch keine Eigenschaft geben ohne den, der sie besitzt und keine Kunst ohne einen Künstler.

Gleich wie nun dieser Kosmos mit allen seinen Geschöpfen auf diesen Tatsachen und Grundsätzen errichtet wurde, vergleichbar einer unendlichen Zahl inhaltsreicher Bücher und Briefe, geschrieben mit dem Stift (göttlicher) Bestimmung (qaderin qalem), unendlich vielen Gebäuden und Schlössern, mit der (göttlichen) Maurerkelle (qudretin tschekidjiyle) erbaut, deren jedes einzelne aus tausend Aspekten und sie alle zusammen in unendlich vielen Aspekten durch die grenzenlosen Taten des Herrn und Erbarmers (Rahman), in dem unendlichen Aufleuchten von Tausend und einem Namen Gottes, der der Keim Seines Wirkens ist und in der grenzenlosen Offenbarung der sieben Eigenschaften des Hochgelobten (sifat-i Subhaniye), welche die Quelle dieser Schönen Namen sind, unendlich viele Hinweise und grenzenlos viele Zeugnisse für die Notwendigkeit von Sein (vudjub-u vudjud) und Einheit (Vahdet) des Herrn

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der Herrlichkeit (Dhat-i Dhu l-Djelal) von Ewigkeit (edhel) zu Ewigkeit (ebed) ablegen, welcher Ursprung und Träger dieser allumfassenden, heiligen Eigenschaften ist, so legen auch alle diese inneren und äußeren Schönheiten, Werte und Vollkommenheiten, jede für sich und alle gemeinsam Zeugnis ab für die heilige Schönheit (Djemal) und Vollkommenheit (Kemal) der Taten des Herrn (ef'al-i Rabbaniye), der Namen Gottes (esma-i Ilahiye), der Attribute des Einzigartigen (sifat-i Samedaniye) und des Wirkens des Hochgelobten (shuunat-i Subhaniye) so wie es ihrer würdig ist und ihnen entspricht, und bezeugen so offensichtlich die Schönheit und Vollkommenheit einer Hochheiligen Persönlichkeit (Dhat-i Aqdes).

So zeigt sich denn die Wahrheit von der Herrschaft (Gottes = rububiyet haqiqat) in der Tatsache Seines Wirkens (faaliyet haqiqat) und gibt sich selbst durch das Wissen und die Weisheit, mit der Er erschafft und hervorbringt (khalq ve idjad), formt und wieder neu gestaltet (sun' ve ibda'), durch das Gleichmaß und die Ausgewogenheit, mit der Er plant und schafft (taqdir ve tasvir), anordnet und kalkuliert, mit der Absicht und Entschiedenheit (qasd ve irade), in der Er verändert und verwandelt, vernichtet und vervollkommnet, durch die Liebe und das Erbarmen (shefqat ve rahmet), mit der Er ernährt und beschenkt (it'am ve in'am), Freigiebigkeit und Güte (ikram ve ihsan) erweist, in all Seinem Schalten und Walten (shuunat) zu erkennen.

Die Tatsache der Offenbarung Gottes (uluhiyet), die in der Tatsache der Erscheinung der Herrschaft (Gottes = tezahur-u rububiyet) ganz offensichtlich zu spüren und zu finden ist, gibt sich selbst voll Huld und Erbarmen in den Manifestationen Seiner Schönen Namen und in dem Aufleuchten Seiner sieben inhärenten Eigenschaften - "Leben, Wissen, Wollen, Entscheiden, Sehen, Hören, Reden" (Gottes wesensgemäße Eigenschaften, deren Quelle und Träger Er ist) zu erkennen und zu verstehen.

So wie sich in dem Attribut (Gottes) als "Das Wort" durch Offenbarungen und Inspirationen (vahiy ve ilham) der Herr der Heiligkeit (Dhat-i Aqdes) zu erkennen gibt, ebenso wird in der Tat auch, wie ein Wort, das Gestalt angenommen hat, in dem Attribut (Gottes) als "Macht" durch Seine kunstvollen Werke dieser Herr der Heiligkeit (Dhat-i Aqdes) bekannt, zeigt (Seine Macht) sich

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gleich dem leibhaftigen Wesen (des Buches) der Unterscheidung (Furqan) von einem Weltenende zum anderen, kennzeichnet den Allmächtigen in Seiner Majestät (Qadier-i Dhu l-Djelal), und lässt uns von Ihm wissen.

So lässt auch das Attribut (Gottes) als "der Allwissende" durch eine Vielzahl weisheitsvoller, wohlgestalteter und ausgewogener Kunstwerke und eine große Anzahl Geschöpfe, die durch eine (göttliche) Wissenschaft (ilim) gelenkt, geleitet, kunstvoll gestaltet und voneinander unterschieden werden, diesen einzigartigen Herrn der Heiligkeit (Dhat-i Aqdes) als ihren Ursprung und Träger (mausuf) erkennen.

Was "Leben (Hayat)" als Wesensmerkmal (Gottes = sifat) betrifft, so weist es, wie alle Werke die Macht (Gottes) erkennen lassen, all die Formen und Gestalten in ihrer Ordnung und Weisheit, in ihrer Ausgewogenheit und ihrem Schmuck die Existenz (göttlicher) Allwissenheit sichtbar werden lassen, wie alle Beweise auch die übrigen Eigenschaften (Gottes) erkennen lassen und den Beweisen für "das Leben" (als Wesensmerkmal Gottes), auf "das Leben" als Wirklichkeit (tahaqquq) hin, so auch das Leben selbst, wenn es alles, was da lebt und Spiegelbild (göttlichen Lebens) ist, zum Beweis als Zeugen vorführt, um den Herrn des Lebens und der Beständigkeit (Dhat-i Hayy-u Qayyum) zu erkennen.

Es verwandelt das All, um dieses jederzeit immer wieder neu und immer wieder anders hervorzubringen und auszuschmücken, in einen riesigen Spiegel, der sich ständig verändert, erneuert und selbst wieder aus unzähligen Spiegeln zusammengesetzt ist. Entsprechend den oben angeführten Beispielen lassen auch die Attribute "Sehen und Hören, Wollen und Reden", jedes einzelne für sich, dem Kosmos gleich, den Herrn der Heiligkeit (Dhat-i Aqdes) erkennen und verstehen.

Und so wie diese Eigenschaften die Existenz des Herrn in Seiner Majestät (Dhat-i Dhu l-Djelal) beweisen, so beweisen sie auch die Existenz und die Wahrheit des Lebens (als Attribut Gottes)

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und auch, dass dieser Herr frisch und lebendig ist. Denn "Kenntnis" ist ein Zeichen des Lebens. "Hören" ist eine biologische Funktion. "Sehen" ist eine Eigenschaft von Lebewesen. "Wollen" ist ein Ausdruck des Lebens. Willenskraft findet sich nur bei Lebewesen. Sprache ist ein Kennzeichen vernunftbegabter Wesen.

So geht denn aus dem obengesagten hervor, dass es für das Attribut "Leben" sieben Beweise gibt, jeder einzelne Beweis, bewiesen durch den ganzen Kosmos, Zeugnisse, die seine eigene Existenz erkennen lassen und auch die Existenz seines Trägers (maussuf), sodass es zum Ursprung und Grund aller Attribute, zur Quelle und zum Angelpunkt des Großen Namens (ism-i A'dham) wird. Doch da die Risale-i Nur diese erste Wahrheit bereits mit starken Zeugnissen bewiesen und in gewissem Grade erläutert hat, können wir uns hier mit dem schon erwähnten Tropfen aus diesem Meere begnügen.

Zweite Wahrheit:

Die göttliche Ansprache (tekellum-u Ilahi), die aus Seinem Attribut "Das Wort" hervorgeht:

لَوْ كَانَ الْبَحْرُ مِدَادًا لِكَلِمَاتِ رَبِّى

{"Würde das Meer zur Tinte werden für die Worte meines Herrn." (Sure 18, 109)}

Dem Geheimnis dieser Ayah entsprechend kennt das göttliche Wort keine Grenzen. Der Hinweis, welcher am klarsten das Dasein einer Person erkennen lässt, ist sein Sprechen.

{konushma: Die Fähigkeit, Kontakt aufzunehmen, sich auszudrücken und mitzuteilen. (A.d.Ü.)}

Das heißt also, dass diese Tatsache unbegrenztermaßen Zeugnis für die Existenz und Einheit (maudjudiyet ve vahdet) des urewigen Wortes (Mutekellim-i Edhel) ist. Nun wurde aber mit zwei starken Zeugnissen für diese Tatsache bereits auf der Vierzehnten und Fünfzehnten Stufe der Risala über Eingebungen und Offenbarungen und weiter ein ausführliches Zeugnis,

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auf das auf der Zehnten Stufe hingewiesen wird und die Heiligen Bücher und offenbarten Schriften betrifft und in noch vielen anderen umfangreichen und glänzenden Zeugnissen auf der Siebzehnten Stufe über den Qur'an als ein Wunder in seiner Aussage diese Tatsache bereits erklärt. Das Zeugnis diesen Stufen überlassend erschien unserem Reisenden Licht und Geheimnis der gewaltigen Ayah

شَهِدَ اللّٰهُ أَنَّهُ لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ وَ الْمَلٰئِكَةُ وَ أُولُوا الْعِلْمِ قَآئِمًا بِالْقِسْطِ لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ

{"Allah bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm; ebenso Seine Engel, die Gelehrten, die in der Gerechtigkeit fest stehen. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allweisen." (Sure 3, 18)}

als ausreichend und genügend, und so vermochte er nicht weiter vorzudringen. Dementsprechend wurde auf der Neunzehnten Stufe der Ersten Abhandlung (makam) als ein Hinweis auf die kurz zusammengefasste Bedeutung dessen, was unser Reisender auf dieser Heiligen Stufe (makam) als Lektion gelernt hatte, Folgendes gesagt:

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لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ الْوَاحِدُ الْاَحَدُ لَهُ الْاَسْمَآءُ الْحُسْنٰى وَ لَهُ الصِّفَاتُ الْعُلْيَا وَ لَهُ الْمَثَلُ الْاَعْلٰى اَلَّذِى دَلَّ عَلٰى وُجُوبِ وُجُودِهِ فِى وَحْدَتِهِ الذَّاتُ الْوَاجِبُ الْوُجُودِ بِاِجْمَاعِ جَمِيعِ صِفَاتِهِ الْقُدْسِيَّةِ الْمُحِيطَةِ وَجَمِيعِ اَسْمَآئِهِ الْحُسْنٰى اَلْمُتَجَلِّيَةِ وَبِاِتِّفَاقِ جَمِيعِ شُؤُونَاتِهِ وَاَفْعَالِهِ الْمُتَصَرِّفَةِ بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ حَقِيقَةِ تَبَارُزِ الْاُلُوهِيَّةِ فِى تَظَاهُرِ الرُّبُوبِيَّةِ فِى دَوَامِ الْفَعَّالِيَّةِ الْمُسْتَوْلِيَةِ بِفِعْلِ الْاِيجَادِ وَ الْخَلْقِ وَ الصُّنْعِ وَ الْاِبْدَاعِ بِاِرَادَةٍ وَ قُدْرَةٍ وَ بِفِعْلِ التَّقْدِيرِ وَ التَّصْوِيرِ وَ التَّدْبِيرِ وَ التَّدْوِيرِ بِاِخْتِيَارٍ وَ حِكْمَةٍ وَ بِفِعْلِ التَّصْرِيفِ وَ التَّنْظِيمِ وَ الْمُحَافَظَةِ وَ الْاِدَارَةِ وَ الْاِعَاشَةِ بِقَصْدٍ وَ رَحْمَةٍ وَ بِكَمَالِ الْاِنْتِظَامِ وَ الْمُوَازَنَةِ. وَ بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ إِحَاطَةِ حَقِيقَةِ اَسْرَارِ شَهِدَ اللّٰهُ اَنَّهُ لآَ إِلٰهَ اِلاَّ هُوَ وَ الْمَلٰٓئِكَةُ وَ اُولُوا الْعِلْمِ قَآئِمًا بِالْقِسْطِ لآَ إِلٰهَ اِلاَّ هُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ

{"Es gibt keinen Gott (ilah) außer Gott (Allah), der da notwendigerweise sein muss, dem Einzigen (Ahad) und Allgegenwärtigen (Vahid). Ihm gehören alle schönen Namen, alle hohen Eigenschaften und Ihn umschreiben wir mit den erhabensten Vergleichen. Die Notwendigkeit Seiner Existenz in Seiner Allgegenwart beweist die Persönlichkeit (dhat = Wesen) dessen, der da notwendigerweise sein muss, in der Übereinstimmung mit allen Seinen umfassenden heiligen Eigenschaften, mit der Manifestation aller Seiner schönen Namen und im Einklang aller Seiner Werke und Taten, die Er vollbracht hat, durch das gewaltige, wahrhaftige Zeugnis, in dem sich Seine Göttlichkeit offenbart, in der Erscheinung Seiner Herrschaft, in der Fortdauer Seiner Aktivitäten, die alles beherrschen, im Akt der Hervorbringung, Erschaffung, Formung und Gestaltung durch Seine Führung, Seinen Willen, Seine Macht, zu lenken, zu bestimmen und zu gestalten, in der Freiheit Seiner Entscheidung, Seiner Weisheit, im Akt Seiner Entfaltung und Bewahrung, Ordnung, Erhaltung und Gestaltung, der Versorgung, zielgerichtet und voll Erbarmen, in vollkommener Ordnung und Ausgewogenheit, mit dem großartigen, alles umfassenden, wahrhaftigen Zeugnis Seines innersten Geheimnisses (esrar) - Gott bezeugt, dass es keine Gottheit (ilah) gibt außer Ihm, und so auch Seine Engel, die Leute des Wissens. Er hält die Gerechtigkeit aufrecht. Es gibt keine Gottheit (ilah) außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allweisen."}

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Anmerkung

So wie jede einzelne Tatsache in der oben angeführten zweiten Abhandlung (makam), das Erste Kapitel (bab = Tor) betreffend auf neun Stufen Zeugnis ablegt und in ihrer Gegenwart, durch ihre bloße Anwesenheit, die Notwendigkeit der Existenz (Gottes = vudjub-u vudjud) beweist, so beweist sie auch durch ihre Allgemeingültigkeit Seine Einheit (Ahadiyet) und Allgegenwart (Vahdet). Weil sie aber vor allem ganz klar Zeugnis gibt für die Existenz (Vudjud), wurde sie auch den Beweisen für die Notwendigkeit Seiner Existenz (vudjub-u vudjud) beigezählt.

Was nun die zweite Abhandlung (makam), die sich auf das Zweite Kapitel (bab) bezieht, betrifft, so wird sie, weil sie vor allem ganz klar die Einheit (vahdet) und damit gleichzeitig auch Seine Existenz (Vudjud) ganz klar bewiesen hat, das Zeugnis der Einheit (Tauhid) genannt. Doch beweist jede der beiden Abhandlungen Einheit (Tauhid) und Existenz (Vudjud). Um den Unterschied herauszustellen, haben wir im ersten Kapitel (bab) stets

بِشَهَادَةِ عَظَمَةِ اِحَاطَةِ حَقِيقَةِ

{"...durch das Zeugnis der gewaltigen und umfassenden Wahrheit."}

wiederholt, während wir im Zweiten Kapitel (bab)

بِمُشَاهَدَةِ عَظَمَةِ اِحَاطَةِ حَقِيقَةِ

{"...durch das Zeugnis, welches die Wahrheit mit so gewaltiger Macht und allgemeiner Gültigkeit ablegt."}

gesagt haben, um ein ganz klar erkennbares Zeugnis für die Einheit (vahdet) zu setzen. In dem Zweiten Kapitel (bab), das wir nun anfügen wollen, beabsichtigte ich, die Stufen in gleicher Weise zu erklären wie im Ersten Kapitel (bab). Doch gewisse Umstände zwangen mich dazu, hier nur kurz zusammenzufassen. Eine Erläuterung, wie sie recht und billig wäre, überlasse ich daher der Risale-i Nur.

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Zweites Kapitel (bab)

Das Zeugnis für die Einheit (Tauhid) betreffend

Unser Reisender war um des Glaubens(iman)willen in die Welt gesandt worden, hatte in Gedanken den gesamten Kosmos bereist und jedes Ding nach seinem Schöpfer befragt, an jedem Ort nach seinem Herrn gesucht und Gott auf der Stufe gesicherter Wahrheit(haqqa-l'yakin)gefunden, als einen, den es unabdingbar geben muss(vadjibu-l'vudjud).Nun sprach er zu seinem Verstand: "Komm! Machen wir uns noch einmal gemeinsam auf die Reise, um die Zeugnisse für die Einheit (vahdet)\unseres Schöpfers, den es ja notwendigerweise geben muss, zu betrachten."

Da machten sie sich zusammen auf die Reise... an ihrem ersten Aufenthaltsort erblickten sie die vier heiligen Wahrheiten, welche den gesamten Kosmos beherrschen und ganz offensichtlich nach der Einheit (Gottes =vahdet)verlangen und sie erfordern.

Die erste Wahrheit:

Das Absolute in Seiner Gottheit (Uluhiyet-i mutlaq).

Es ist in der Tat jede einzelne Gruppe innerhalb des Menschengeschlechtes mit irgendeiner, ihr wie ganz selbstverständlich eingegebenen (fitri) Art der Anbetung (ibadet) beschäftigt. Bei den übrigen Lebewesen, ja sogar in der unbelebten Natur findet sich noch immer irgendein Dienst in der Art einer Anbetung. Alle materiellen und ideellen (manevi) Gnadengaben und Wohltaten (nimet ve ihsan) von Seiten des Angebeteten regen zu Dank und Verehrung an und dienen als ein Fahrzeug zu Dienst und Dank. Alle Eingebungen (ilham) und Offenbarungen (vahy), so wie sie aus der unsichtbaren Welt herausgesickert

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sind und aus der Welt des Geistes (manevi) heraus sichtbar geworden sind, verkünden die Anbetung des einen Gottes. Sie alle beweisen ganz klar und offensichtlich die Wahrheit und Hoheit einer absoluten Gottheit (uluhiyet-i mutlaq). In Anbetracht dieser Tatsache einer absoluten Gottheit, ist (der Gedanke an) eine Teilhaberschaft (ishtirak) unannehmbar. Denn diejenigen, welche der Gottheit um ihrer Anbetungswürdigkeit willen mit Dank und Verehrung entgegenkommen, das sind die mit Bewusstsein begabten Früchte von den höchsten Zweigen am Baume des Kosmos. Könnten andere diese mit Bewusstsein begabten Wesen dazu bringen, ihr Antlitz von der Zufriedenheit und Dankbarkeit abzuwenden und den wahrhaft Angebeteten zu vergessen, weil Er ja unsichtbar ist und in der Tat leicht vergessen werden kann, so wäre das dem Wesen und den geheiligten Absichten der Gottheit dermaßen entgegengesetzt, dass es in gar keiner Hinsicht erlaubt werden kann. Wenn der Qur'an so häufig und mit solcher Heftigkeit jede Partnerschaft (neben Gott) zurückweist und die Götzendiener (mushrik) mit Höllenstrafen bedroht, so geschieht das in dieser Hinsicht.

Die zweite Wahrheit:

Das Absolute in Seiner Herrschaft (Rububiyet-i mutlaq).

Es ist in der Tat diese universale Verfügungsmacht im ganzen All, wie sie besonders in allem, was da lebt und speziell in ihrer Versorgung (terbiye) und Entwicklung in überall stets gleicher, nie ganz voraussehbarer Weise für alle gemeinsam und jedes einzelne inmitten all der anderen von unsichtbarer Hand mit so viel Weisheit (hakiemane) und Erbarmen (rahiemane) dargeboten wird, welche mit Sicherheit als (Gottes) absolute Herrschaft (Rububiyet-i mutlaq) hervortritt und aufstrahlt. Und sie ist ein sicheres Zeugnis für diese Tatsache.

Gibt es aber eine solche absolute Herrschaft (Gottes = Rububiyet-i mutlaq), so kann sie Partnerschaft und Götzendienst mit Sicherheit nicht akzeptieren. Denn so, wie es der Wunsch dieser (göttlichen) Herrschaft ist, ihre Schönheit (Djemal) zu offenbaren, ihre Vollkommenheit (Kemal) zu verkünden,

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ihre kostbaren Kunstwerke auszustellen und ihre verborgenen Fähigkeiten zu zeigen, so konzentrieren sich Ziel und Zweck in den kleinsten Dingen und Lebewesen, vereinigen sich in ihnen. Wollte sich auch nur ein winziges Stäubchen, auch nur das kleinste Lebewesen in ihnen zum Partner aufspielen, so würde es diesen Zweck hintertreiben. Es würde die Erreichung dieses Zieles vereiteln. Und das Antlitz aller mit Bewusstsein begabten Wesen von diesen gottgewollten Zielen und Zwecken abzukehren und den Ursachen zuzuwenden, wäre Haltung und Wesen dieser (göttlichen) Herrschaft so ganz und gar konträr und entgegengesetzt, dass eine solche absolute Herrschaft (Rububiyet-i mutlaq) eine Partnerschaft in gar keinem Falle neben sich dulden könnte.

Eine Vielzahl von Lobeshymnen (tesbihat) und Heiligpreisungen (taqdis) im Qur'an verweist (irshad) mit Versen (ayat), Worten (Kelimat), ja sogar Buchstaben insgesamt beständig auf die Einheit (Tauhid) hin, woraus dieses große Geheimnis erwächst (= das Geheimnis der Rububiyet).

Dritte Wahrheit:

Vollkommenheit (Kemalat).

In der Tat zeigt all die erhabene Weisheit im Kosmos, seine wunderbare Schönheit, seine gerechten Gesetze und seine weisheitsvollen Zielsetzungen, dass Vollkommenheit (kemalat) in ihm ganz offensichtlich eine gegebene Tatsache ist. Besonders aber ist das Zeugnis für die Vollkommenheit seines Schöpfers, der das All aus dem Nichts hervorgebracht hat (= idjad) und es in jeder Hinsicht auf eine so schöne und wunderbare Art und Weise lenkt und leitet und für die Vollkommenheit des Menschen, welcher das mit Bewusstsein begabte Spiegelbild dieses Schöpfers ist, ganz offensichtlich.

So gibt es denn die Wahrheit von der Vollkommenheit (kemalat). Und so gibt es denn die Gewissheit der Vollkommenheit des Schöpfers, der das All in Vollkommenheit hervorgebracht (idjad) hat. Und so gibt es auch die Wahrheit von der Vollkommenheit des Menschen, der die bedeutendste Frucht

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des Alls, Kalif {Der Mensch ist ein Beamter Gottes auf Erden und soll sich nach Seinen Gesetzen verhalten und er ist unmittelbar Ihm gegenüber verantwortlich. (A.d.Ü.)} auf Erden, das wichtigste Kunstwerk und der vielgeliebte seines Schöpfers ist; und dies ist eine Tatsache... In der Tat wäre eine Teilhaberschaft (Shirk), welche diese mit unseren eigenen Augen sichtbare Vollkommenheit und Weisheit (kemalli ve hikmetli) im All auflösen (fena), vernichten und wirkungslos machen und den Kosmos in einen Spielball des Zufalls, einen Spielplatz der Natur, ein Schlachthaus für alles Lebendige, ein fürchterliches Trauerhaus für jedes bewusste Sein verwandeln und den Menschen, den wir anhand seiner Werke als vollkommen erkennen können, zu dem armseligsten, verlorensten und niedrigsten Tier herabwürdigen müsste und das Zeugnis allen Seins, welches doch ein Spiegel der Vollkommenheit seines Schöpfers ist, das dieses für die Vollkommenheit seines Schöpfers ablegt, dessen geheiligte Vollkommenheit keine Grenze kennt, verschleiern und verdecken und das Ergebnis Seines schöpferischen Tuns (khallaqiyet) zunichte machen würde, eine solche Teilhaberschaft wäre in der Tat unmöglich. Und die Wahrheit kann in ihr nicht sein.

Teilhaberschaft (Shirk) ist jeder Vollkommenheit Gottes, des Menschen und überhaupt allen Seins entgegengesetzt und zerstört diese Vollkommenheit. Das haben wir bereits im zweiten Strahl der ersten Kapitel (makam), der Risala über die drei Früchte der Einheit (Tauhid) mit starken und sicheren Zeugnissen bewiesen und erklärt. Wir möchten den Leser darauf verweisen und haben uns deshalb kurz gefasst.

Vierte Wahrheit:

Souveränität (Hakimiyet).

In der Tat sieht jeder, der das All mit ganzer und ungeteilter Aufmerksamkeit betrachtet, das dieses All einem außerordentlich glanzvollen Königreich gleicht, in dem eine ungewöhnliche Tätigkeit (faaliyet) herrscht, ja einer Stadt, die mit außerordentlicher Weisheit (hikmet) verwaltet wird und deren

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Regierung (hâkimiyet) außerordentlich stark (quvvetli) ist. Er findet, dass alle Dinge jeder Art gehorsam mit ihrer besonderen Aufgabe beschäftigt sind.

وَ لِلّٰهِ جُنُودُ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضِ

{"Allahs sind die Heere der Himmel und der Erde." (Sure 48, 4)}

Dem in dieser Ayah aufgestellten Gleichnis entsprechend vermag man sich ein martialisches Bild vorzustellen, wo die Heerscharen des Herrn (djunud-u Rabbaniye), angefangen von den Kompanien der Atome über die Bataillone der Pflanzen und die Regimenter der Tiere bis hin zu den Armeen der Sterne, die winzig kleinen Beamten und die ganz großen Soldaten, unter den souveränen (hâkimane) Gesetzen der Natur, den obrigkeitlichen Befehlen, den königlichen Erlassen, offensichtlich die Existenz einer vollkommenen Souveränität (hâkimiyet-i mutlaq) und einer allumfassenden Herrschaft (amiriyet-i kulliye) beweisen.

Da es aber nun einmal diese Wahrheit von der absoluten Souveränität (Gottes = hâkimiyet-i mutlaq) gibt, kann es gewiss eine Wahrheit von einer Teilhaberschaft (Shirk) nicht geben. Denn

لَوْ كَانَ فِيهِمَآ اٰلِهَةٌ إِلاَّ اللّٰهُ لَفَسَدَتَا

{"Gäbe es in ihnen beiden (= Himmel und Erde) noch eine andere Gottheit außer Allah, so wären beide verdorben." (Sure 21, 22)}

Auf Grund der unumstößlichen Wahrheit dieser Ayah würden mehrere verschiedene Hände, die sich despotisch in eine Arbeit einmischen, alles durcheinander mischen. Gäbe es in einem Reich zwei Könige, ja sogar in einer Stadt zwei Bürgermeister, so würde das die Ordnung stören. Die Verwaltung würde zum Tohuwabohu. Doch finden wir vom Flügel einer Mücke bis zu den Leuchten am Himmel und von den Zellen des Körpers bis hin zu den Sternbildern eine solche Ordnung, dass darinnen auch nicht für ein Stäubchen Teilhaberschaft mehr Platz bleibt. Außerdem bezeichnet "Souveränität (hâkimiyet)" eine Stufe der Ehre (makam-i izzet). Einen Gegenspieler (raqib) anzuerkennen, würde

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den Ehrenrang einer solchen Souveränität verderben. In der Tat zeigt der Mensch, der ja in seiner Schwäche doch so vieler Helfer bedarf, wenn er um seiner winzigen, äußerlichen und doch nur vorübergehenden Souveränität willen despotisch seinen Bruder und seine Kinder tötet, dass Souveränität keinen Nebenbuhler duldet. Wenn so ein armseliger Mensch um einer so geringfügigen Souveränität willen so etwas tut, dann kann der vollkommene und allmächtige (Qadier-i Mutlaq haqiqi) König (malik) des gesamten Alls unmöglich die Heiligkeit Seiner Souveränität, welche Quelle all Seiner wahrhaftigen Herrschaft (rububiyet) und der Angelpunkt Seiner Gottheit (uluhiyet) ist, mit einem anderen teilen, könnte unter gar keinen Umständen einen Teilhaber neben sich dulden.

Diese Tatsache wurde bereits im Zweiten Kapitel (makam) des Zweiten Strahls und auch noch an einigen anderen Stellen der Risale-i Nur mit starken Zeugnissen bewiesen. Wir können es deshalb dabei belassen.

So betrachtete also unser Reisender diese vier Wahrheiten und erkannte die Einheit Gottes (vahdaniyet-i Ilahiye) im Grade eines Augenzeugen. Sein Glaube leuchtete. So sagte er mit ganzer Kraft:

لآَ إِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ وَحْدَهُ لاَ شَرِيكَ لَهُ

{"Es gibt keinen Gott außer Allah. Einzig ist Er und ohne einen Partner."}

Als einen kurzen Hinweis auf die Lektion, die er an diesem Ort empfangen hatte, wurde im Zweiten Kapitel (bab) der Ersten Abhandlung (makam) Folgendes gesagt:

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لآَ إِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ الْوَاحِدُ الْاَحَدُ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وَحْدَانِيَّتِهِ وَوُجُوبِ وُجُودِهِ مُشَاهَدَةُ عَظَمَةِ حَقِيقَةِ تَبَارُزِ الْاُلُوهِيَّةِ الْمُطْلَقَةِ وَكَذَا مُشَاهَدَةُ عَظَمَةِ اِحَاطَةِ حَقِيقَةِ تَظَاهُرِ الرُّبُوبِيَّةِ الْمُطْلَقَةِ الْمُقْتَضِيَّةِ لِلْوَحْدَةِ. وَكَذَا مُشَاهَدَةُ عَظَمَةِ اِحَاطَةِ حَقِيقَةِ الْكَمَالاَتِ النَّاشِئَةِ مِنَ الْوَحْدَةِ وَكَذَا مُشَاهَدَةُ عَظَمَةِ اِحَاطَةِ حَقِيقَةِ الْحَاكِمِيَّةِ الْمُطْلَقَةِ الْمَانِعَةِ وَالْمُنَافِيَةِ لِلشَّرِكَةِ
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Die wahre Einheit

(Fünf umfassende Wahrheiten im All)

Nun sprach unser ruheloser Gast zu seinem Herzen: Menschen des Glaubens, besonders aber Ordensleute (= Sufis) wiederholen ständig:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ

{"Es gibt keinen Gott außer Ihm."}

So erinnern sie ständig an die Einheit Gottes (Tauhid) und verkünden sie und zeigen damit, dass die Einheit Gottes (Tauhid) viele verschiedene Stufen hat. Überdies ist "Einheit" (Tauhid) die bedeutendste, angenehmste und erhabenste heilige Aufgabe, eine naturgegebene Verpflichtung, ist Dienst am Glauben. Weil dies aber so ist, darum komm! Wir wollen, um noch eine weitere Stufe zu finden, die Türe zu noch einer anderen Wohnstatt in diesem Lehrgebäude öffnen. Denn die wahre Einheit (haqiqi Tauhid), die wir suchen, ist nicht nur eine Erkenntnis, die aus innerer Schau (tasavvur) erwächst. Sie ist vielmehr eine Bestätigung, die in der Sprache der Logik (ilm-i mantik) den Gegenwert zur inneren Schau (tasavvur) darstellt, noch weit bedeutender ist als eine Erkenntnis, die aus innerer Schau erwächst und Konsequenz eines Zeugnisses ist und die wissenschaftlich (ilim) genannt wird.

Denn wahre Einheit (tauhid-i haqiqi) bedeutet eine Schlussfolgerung (hukum), eine Bestätigung (tasdiq), Verständnis (iz'an) und Annahme (kabul), dass man in jedem Ding seinen Herrn finden kann. Und in jedem Ding sieht man einen Weg, der zu dem Schöpfer führt. Und kein Ding vermag Seiner Gegenwart im Wege zu stehen. Anderenfalls wäre es, um Seinen Herrn zu finden, immer wieder erforderlich, den Schleier dieser Welt zu zerreißen, ihn zu öffnen. Wenn das nun so ist: "Auf dann und

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vorwärts!" sagte unser Reisender und klopfte an die Pforte der überwältigenden Allmacht und Größe Seiner Majestät (kibriya ve azamet). Er trat ein in die Wohnstatt der Werke (ef'al) und Taten und die Welt allen geschaffenen und ungeschaffenen Seins (idjad ve ibda') und sah: Es gibt im All fünf umfassende Wahrheiten, die überall ihre Gültigkeit haben. Sie legen ein offensichtliches Zeugnis für die Einheit Gottes (tauhid) ab.

Erste Wahrheit:

Die Wahrheit von der überwältigenden Allmacht und Größe Seiner Majestät (kibriya ve azamet).

Diese Wahrheit wurde bereits im Zweiten Kapitel (makam) des Zweiten Strahls und an verschiedenen Stellen der Risale-i Nur bewiesen und erklärt. Wir können hier deshalb sagen: Er, der die Millionen von Lichtjahren voneinander entfernten Sterne zu gleicher Zeit und in gleicher Weise erschuf, sie lenkt und leitet, der diese unendlich vielen Einzelexemplare einer Blume im Osten und Westen, im Süden und Norden der Erde zu gleicher Zeit und mit der gleichen Gestalt hervorgerufen (idjad) und gebildet hat und der zudem gleich wie

هُوَ الَّذِى خَلَقَ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضَ فِى سِتَّةِ اَيَّامٍ

{"Er, der die Himmel und die Erde in sechs Tagen geschaffen hat." (Sure 57, 4)}

auch durch ein vergangenes und unseren Augen, die hier in der Gegenwart verweilen, unsichtbares und sehr bemerkenswertes Ereignis einen Beweis gegeben hat, Er, der auch in fünf, sechs Wochen in einem ähnlich bemerkenswerten Gleichnis zur Frühlingszeit, wie um uns mehr als hunderttausend Beispiele zu zeigen, mehr als zweihunderttausend Pflanzenarten und Tiergattungen hervorbringt, ihren Bestand in vollkommener Ordnung und Ausgewogenheit verwaltet, ohne jegliche Verwirrung, ohne irgendeinen Fehler oder Irrtum, gemeinsam, untereinander verteilt, sie versorgt und ernährt und verschönt, ohne sie zu verwechseln, der zudem die Ayah:

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يُولِجُ الَّيْلَ فِى النَّهَارِ وُ يُولِجُ النَّهَارَ فِى الَّيْلِ

{"Er bringt die Nacht aus dem Tage hervor und Er bringt den Tag aus der Nacht hervor." (Sure 3, 27)}

offen legt, die Erde sich drehen lässt, die Seiten des Tages und der Nacht gestaltet und sie umblättert, sie mit den täglichen Ereignissen füllt und ihre Beschriftung täglich wieder ändert. Er, der Herr, kennt auch die geheimsten und leisesten Regungen der Herzen und lenkt sie nach Seinem Willen (irade). Da aber nun alle diese einzelnen Handlungen insgesamt einer einzigen Handlung entspringen, muss notwendigerweise auch der Handelnde ein Einziger, einzelner Allmächtiger (vahid ve qadier) sein, ein Handelnder voll Majestät (fa'il-i Dhu l-Djelal), und Seine überwältigende Größe und Allmacht (kibriya ve azamet) ist von der Art, dass daneben nichts und nirgendwo und unter gar keinen Umständen auch nur der Schatten einer Möglichkeit zu irgendeiner Art von Teilhaberschaft (Shirk) Platz finden kann, vielmehr Shirk dadurch mit der Wurzel ausgerottet wird.

Da es aber nun einmal eine solche überwältigende Größe und Allmacht (kibriya ve azamet-i qudret) gibt und da nun einmal diese Größe (kibriya) unendlich vollkommen und allumfassend ist, ist es auch in gar keinem Fall möglich, dass sie Platz ließe für eine Teilhaberschaft und es ihr erlaubte, diese Macht (qudret) schwach (adjz) und hilfsbedürftig werden zu lassen, dieser Größe (kibriya) einen Fehler zuzufügen, dieser Vollkommenheit einen Mangel anzuheften, dem Unbegrenzten eine Grenze und dem Unendlichen ein Ende zu setzen. Keine Intelligenz vermag dies anzunehmen, ohne ihre eigene Natur zu zerstören. Da also Gott einen Partner beizugesellen, einen Schatten auf Seine Größe wirft, Seine Ehre verletzt, Seine Majestät beleidigt und Seiner Allmacht Abbruch tut, ist dies ein solches Verbrechen, dass es niemals vergeben werden kann (kabil-i afw). Darum findet sich in dem hochehrwürdigen Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, mit ausdrücklicher

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Bestimmtheit der Erlass:

إِنَّ اللهَ لاَ يَغْفِرُ أَنْ يُشْرَكَ بِهِ وَيَغْفِرُ مَادُونَ ذٰلِكَ

{"Fürwahr: Allah verzeiht ihnen nicht, was sie Ihm beigesellen; doch verzeiht Er, was sie außerdem tun." (Sure 4, 48)}

Zweite Wahrheit:

Die Taten des Herrn (Ef'al-i Rabbaniye),\wie sie in absoluter, allumfassender und grenzenloser Form in Erscheinung treten und überall im Kosmos sichtbar werden.

Ihre Steuerung und die Bedingungen, denen sie unterworfen sind, ist reine Weisheit und ein Ausdruck Seines Willens (irade). Und sie sind abhängig von der Fähigkeit dessen, an dem sie sichtbar werden. Und ein blinder Zufall, die unverständige Natur, rohe Gewalt, starre Gesetze, ungelenke, allüberall waltende Elemente können diese so ausgewogenen Taten (des Herrn), voll Weisheit, Umsicht (basierane), Leben, Ordnung und Beständigkeit nicht bewirken. Sie dienen vielmehr dem, der in Seiner Majestät der Handelnde (Fa'il-i Dhu l-Djelal) ist, auf Seinen Befehl (emir), in der Kraft (quvvet) und Macht (qudret) seines Willens (irade) als der sichtbare Schild, hinter dem sich Seine unsichtbare Macht (qudret) verbirgt. Dafür drei Beispiele unter zahllosen Beispielen:

Wir wollen hier aus den unendlich vielen Sinngebungen drei Bedeutungen von drei aufeinander folgenden Ayat herausgreifen, die sich auf einer Seite der Sure "die Bienen" (Suratu-n'Nahl) finden und auf drei Handlungen hinweisen und wollen diese erklären:

Erstens:

وَ أَوْحٰى رَبُّكَ اِلَى النَّحْلِ أَنِ اتَّخِذِى مِنَ الْجِبَالِ بُيُوتًا

{"Und es hat dein Herr der Biene eingegeben, Wohnstätten zu suchen in den Bergen usw." (Sure 16, 68)}

In der Tat ist die Biene von Natur (fitrat) aus und ihrer Aufgabe nach solch ein Wunder, dass eine ganze Sure nach ihr benannt wurde. Denn für dieses kleine Köpfchen dieser so winzig kleinen Honigmaschine ein ihrer wichtigen Aufgaben vollkommen entsprechendes Programm zu entwerfen,

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in ihrem winzig kleinen Magen die wohlschmeckendste aller Speisen vorzubereiten und ausreifen zu lassen, ihr ein kleines Bajonett einzupflanzen, durch dessen Gifte die Lebewesen verletzt, ja getötet werden können, ohne dass durch diese Gifte die eigenen Organe, der eigene Körper, dabei zu Schaden kommt. Eine so außerordentliche Aufmerksamkeit und Sachkenntnis (ilim), eine so ungewöhnliche Weisheit und Zielstrebigkeit (irade), eine solche Ordnung und Ausgewogenheit kann unmöglich Kräfte ohne Bewusstsein, ohne Ordnung und Ausgewogenheit wie die Kräfte der Natur oder die Gesetze des Zufalls an der Mitwirkung beteiligen.

So beweist denn diese in dreifacher Hinsicht wunderbare Kunstfertigkeit Gottes, die Taten des Herrn, die sich an zahllosen Bienen auf dem ganzen Erdenrund mit gleicher Weisheit, gleicher Aufmerksamkeit, gleicher Ausgewogenheit, zu gleicher Zeit und auf gleiche Weise zeigen und wirksam werden, ganz offensichtlich die Einheit Gottes (vahdet).

Zweite Ayah:

وَ إِنَّ لَكُمْ فِى الْاَنْعَامِ لَعِبْرَةً نُسْقِيكُمْ مِمَّا فِى بُطُونِهِ مِنْ بَيْنِ فَرْثٍ وَدَمٍ لَبَنًا خَالِصًا سَآئِغًا لِلشَّارِبِينَ

{"Siehe: am Vieh habt ihr wahrlich eine Lehre. Wir tränken Euch mit dem, was in ihren Leibern ist, mitten zwischen Mist und Blut, mit lauterer Milch, die so wohl schmeckt dem, der sie trinkt." (Sure 16, 66)}

Dies ist eine Ayah, die eine Fülle von Belehrungen in sich enthält. In der Tat erfordert, was vor allem Kühe und Kamele, Ziegen und Schafe betrifft, in den Eutern der Muttertiere - einer Milchfabrik gleich - zwischen Blut und Mist, ohne dass sie damit in Berührung käme und so dadurch verunreinigt würde, ganz und gar im Gegenteil dazu eine reine, lautere, saubere, nahrhafte, wohlschmeckende weiße Milch zu erzeugen und in die Herzen dieser Tiere eine selbstlose Liebe (shefqat) für ihre Jungtiere hineinzulegen,

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die noch angenehmer, lieblicher, süßer und wertvoller ist als Milch, sicherlich einen solchen Grad von Barmherzigkeit (rahmet), Weisheit (hikmet), Kenntnis (ilim), Macht (qudret), Entscheidungskraft (ihtiyar) und Aufmerksamkeit, dass dies in gar keiner Hinsicht das Werk eines blinden Zufalls, entfesselter Elemente oder finsterer Mächte sein kann.

So beweist denn diese so überaus wunderbare und weisheitsvolle Kunst des Herrn, die Taten Gottes (fiili Ilahi), die auf dem ganzen Erdenrund in den Herzen unendlich vieler Muttertiere von hunderttausend verschiedenen Tierarten, sowie in deren Eutern zu gleicher Zeit, in gleicher Weise, mit gleicher Weisheit, mit gleicher Aufmerksamkeit in Erscheinung tritt, all ihr Tun, Machen und Wirken ganz offensichtlich die Einheit Gottes (vahdet).

Dritte Ayah:

وَ مِنْ ثَمَرَاتِ النَّخِيلِ وَ الْأَعْنَابِ تَتَّخِذُونَ مِنْهُ سَكَرًا وَرِزْقًا حَسَنًا إِنَّ فِى ذٰلِكَ لَاٰيَةً لِقَوْمٍ يَعْقِلُونَ

{"Ja auch von den Früchten der Palme und des Rebstocks bereitet ihr ein starkes Getränk und eure Nahrung. Fürwahr: darin liegt ein Zeichen für ein verständiges Volk!" (Sure 16, 67)}

Diese Ayah lenkt unsere Aufmerksamkeit auf Datteln und Trauben und sagt: "Für diejenigen, die Verstand besitzen, findet sich in diesen beiden Früchten ein großes Zeichen (Ayah) für die Einheit (Tauhid), ein Beweisstück und ein Beleg." In der Tat sind diese beiden Früchte sowohl Unterhalt als auch Nahrung, sowohl ein Hauptgericht als auch eine Nachspeise. Zugleich bereitet man aus ihnen auch eine köstliche Mahlzeit. Diese Palmen und Rebstöcke, die in wasserlosem Sande oder trockener Erde gedeihen, sind in hohem Grade ein Wunder der Macht (mu'djize-i qudret) und ein Wunder (hariqa) der Weisheit. Sie gleichen so sehr einer Helva produzierenden Süßwarenfabrik oder einer Maschine, die honiggleichen Saft herstellt, einem Kunstwerk von einer feinempfundenen Ausgeglichenheit,

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vollkommener Ordnung, Weisheit und Sorgfalt, dass jeder Mensch, der auch nur einen Funken Verstand besitzt: "Wer diese Dinge so gemacht hat, kann sicherlich nur der sein, der auch das Weltall erschaffen hat" sagen muss.

Denn jede nur fingerdicke Weinrebe hier vor unseren Augen trägt z.B. zwanzig Trauben. Und jede Traube besteht wieder aus Hunderten winziger Schläuche, die mit zuckersüßem Saft gefüllt sind. Jeder von ihnen ist mit einer hauchdünnen, schönen, feinen, bunten Hülle umkleidet. In sein weiches, empfindliches Innere sind diese hartschaligen, nussartigen Kerne gelegt, die Inhalt, Programm und Lebensgeschichte eines ganzen Pflanzendaseins sind. Wer aus dem Inneren dieser Beeren ein honigartiges Getränk gemacht hat, das der Helva des Paradieses gleicht und süß schmeckt wie Kauthar (paradiesisches Wasser), wer auf dem ganzen Erdenrund unzählige Beispiele gleicher Aufmerksamkeit und gleicher Weisheit, die gleichen Wunderwerke, zu gleicher Zeit und in gleicher Art erschaffen hat, der zeigt uns in ganz offensichtlicher Weise: der diese Arbeit getan hat, ist auch der Schöpfer des ganzen Alls. Und diese Tat (fiil), die unendliche Macht (qudret) und grenzenlose Weisheit (hikmet) erfordert, kann allein nur Sein Werk (fiil) sein.

In der Tat können an dieser so empfindsamen Ausgewogenheit, mit diesem Werk von solcher Kunstfertigkeit, mit dieser so weisheitsvollen Ordnung, Kräfte, Naturgewalten und Kausalitäten nicht beteiligt sein, die blind, ziellos und ohne Ordnung sind, die weder Bewusstsein noch Ausrichtung haben, aggressiv und turbulent sind. Sie können hier ihre Hand nicht mit im Spiel haben. Sie sind nur die Objekte und Empfänger und nur einem Schild gleich für die Weisungen ihres Herrn (emr-i Rabbani) in Dienst gestellt.

Diese drei Ayat weisen also auf drei Tatsachen hin, deren drei Sinngebungen gleich zahllosen Erscheinungen und Wirkungen der zahllosen Taten des Herrn (ef'al-i Rabbani) übereinstimmend für die Einheit und Allgegenwart (vahid-i ahad) des Herrn in Seiner Majestät (Dhat-i Dhu l-Djelal vahdet) Zeugnis ablegen.

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Dritte Wahrheit:

Wie alle Dinge ins Dasein treten(= idjad),besonders die Pflanzen und Tiere, wie sie trotz absoluter Geschwindigkeit in einer absoluten Vielzahl und völligen Ordnung, trotz absoluter Leichtigkeit als so außerordentlich schöne Kunstwerke mit einer solchen Meisterschaft, Zuverlässigkeit und Ordnung, trotz absoluter Fülle und totaler Verbreitung als so außerordentlich wertvoll und erlesen erscheinen.

In der Tat ist eine so außerordentliche Geschwindigkeit, eine so ungewöhnliche Kunstfertigkeit und Meisterschaft, Ordnung und Aufmerksamkeit, Leichtigkeit und Mühelosigkeit trotz einer so außerordentlichen Vielzahl und allseitigen Verbreitung ein solcher Wert und eine solche Erlesenheit, wo keines das andere stört und nichts von einem anderen gestört wird oder das andere beeinträchtigt, das alles zu schaffen ist einzig und allein nur dem möglich, welcher der Einzige (vahid) und der Mächtige (qudret) ist und dessen Macht (qudret) niemals eine Sache schwer fällt.

Ja, für diese Macht ist es einfach, leicht und mühelos - von den Gestirnen angefangen bis hinunter zu den Atomen, vom Größten bis zum Kleinsten, von einer ganzen Gattung mit zahllosen Einzelexemplaren bis hin zu einem solchen Einzelexemplar, von einem großen allumfassenden Ganzen bis hin zu einem winzig kleinen Stück davon - die ganze große Erde zu erschaffen und mit Leben zu erfüllen bis hin zu einem einzelnen Baum; einen Baum wachsen zu lassen - groß wie ein Berg, oder ein Samenkorn von der Größe einer Nadel zu machen, all diese Dinge vor unseren Augen zu schaffen.

So ist es also dieses bedeutende Geheimnis der Dritten Stufe der Einheit (Tauhid), der Dritten Wahrheit, das Wort von der Einheit (Tauhid = La ilaha illa'llah), das nämlich die größte Ganzheit dem kleinsten Teilchen gleicht, zwischen der größtmöglichen Anzahl und der kleinsten noch möglichen sich kein Unterschied findet, das also diese ihre Staunen erregende Weisheit, dieses gewaltige Tor zu ihrem Geheimnis, diese ihre unzugängliche Feste außerhalb

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der Reichweite unseres Verstandes, diese bedeutendste Grundwahrheit des Islam, diese tiefste Quelle des Glaubens, dieses größte Fundament der Einheit (Tauhid) erklärt, gemeistert, entschleiert und bewiesen wird, welches das Tor ist zu dem Geheimnis des Qur'an. Und so wird die verborgenste, dem Verstande unzugänglichste, rätselvolle Wahrheit von der Erschaffung des Alls erkennbar, welche zu verstehen das Vorstellungsvermögen der Philosophen nicht in der Lage ist.

Dem barmherzigen Schöpfer (Khaliq-i Rahiem) sei hunderttausend Mal Dank und Preis (shukur ve hamd) so viele Male wie es Buchstaben gibt in der Risale-i Nur, das durch sie sich das Tor zu diesem Staunen erregenden Geheimnis aufgetan, die geheimnisvolle Feste sich geöffnet hat und diese Wahrheit nun gemeistert, entschleiert und bewiesen werden konnte. Besonders aber im "Zwanzigsten Brief", fast schon am Ende, wo die Aussage

وَ هُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ قَدِيرٌ

{"Doch Er ist aller Dinge mächtig."}

behandelt wird, im "Neunundzwanzigsten Wort", die Wiederversammlung behandelt wird, wo es heißt, "der Handelnde ist dazu im Stande (Fa'il muqtedir)" und sowie im arabischen Text des "Neunundzwanzigsten Blitz", wo die verschiedenen Stufen von "AIlahu ekber" behandelt und die Macht Gottes (qudret-i Ilahiye) bewiesen wird, wird dies mit eben derselben Sicherheit bewiesen wie zwei mal zwei vier ist. Obwohl wir nun in unseren Erklärungen es dabei bewenden lassen können möchte ich doch noch kurz die Grundlagen und Beweise, die dieses Geheimnis offen legen, in dreizehn Stufen gleich dreizehn Geheimnissen auflisten und auf sie hinweisen. Das erste und das zweite Geheimnis habe ich bereits beschrieben. Doch leider haben mich die äußeren und innerlichen Umstände als zwei starke Hindernisse bis heute an der Fortsetzung gehindert.

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Das erste Geheimnis:

Wenn irgendetwas wesentlich ist, kann dessen Gegenteil am Wesen dieses Dinges keinen Anteil haben. Denn dies käme einer "Vereinigung der beiden Gegensätze" gleich, was aber unmöglich ist. So ist also auf Grund dieses Geheimnisses und weil die Macht Gottes (qudret-i Ilahiye) Ihm essenziell ist und eine zwangsläufige Notwendigkeit des Wesens Seiner Allheiligkeit (Dhat-i Aqdes), sicherlich eine Schwäche (adjz) unmöglich, welche das Gegenteil dieser Macht (qudret) wäre, ein Anteil am Wesen des Allmächtigen (Dhat-i Qadier) zu nehmen.

Ja, wenn man nun irgendwo Abstufungen vorfindet, so geschieht dies dadurch, dass in ein Ding dessen Gegenteil eintritt. Zum Beispiel: die Abstufungen des Lichtes - wie stark und schwach - kommen durch eine abgestufte Beteiligung der Finsternis, die Abstufungen der Wärme - mehr oder weniger - durch eine abgestufte Beteiligung der Kälte, die Abstufungen der Macht - größer oder geringer - aber dadurch zu Stande, dass sich ihr ein Widerstand hindernd gegenüberstellt. Gewiss kann man aber in dieser essenziellen Allmacht (qudret-i dhetiye) keine Abstufungen (merteb) vorfinden. Sie bringt alle die Dinge insgesamt gleich einem einzigen Ding hervor (idjad). Und weil sich nun einmal in dieser essenziellen Allmacht (qudret-i dhetiye) keine Abstufungen (merteb) finden lassen, Schwächen (da'if) und Mängel nicht auftreten, können sich ihr auch keine Hindernisse in den Weg stellen, kann Ihr die Erschaffung (idjad) irgendeines Dinges keine Schwierigkeiten bereiten.

Und weil Ihr nun einmal die Erschaffung keines Dinges Schwierigkeiten bereitet, vermag sie auch die gewaltige Wiederversammlung so leicht wie einen einzigen Frühling, einen Frühling so einfach wie einen einzigen Baum, einen Baum so mühelos wie eine einzige Blume hervorzubringen und eine einzige Blume genauso kunstvoll zu gestalten wie einen einzigen Baum so wunderbar zu erschaffen wie einen Frühling und einen einzigen Frühling so vollständig und einzigartig ins Dasein zu rufen. Und Sie erschafft es vor unseren Augen.

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Wir haben in der Risale-i Nur mit starken und unwiderleglichen Zeugnissen bewiesen, dass es - gäbe es Gottes Allgegenwart und Einheit (vahdet ve tauhid) nicht - genauso schwierig wäre eine Blume zu erschaffen wie einen Baum, ja vielleicht noch schwieriger, einen Baum zu gestalten genauso kompliziert wie einen Frühling, ja vielleicht noch komplizierter und all seine Schönheit und sein ganzer Kunstwert müssten ganz und gar zerfallen. Und ein Lebewesen, das jetzt in einer Minute gemacht wird, würde dann erst in einem Jahr gemacht werden, ja vielleicht würde es überhaupt nicht gemacht werden.

So ist es denn auf Grund dieses oben erwähnten Geheimnisses, dass diese Früchte, diese Blumen, diese Bäume und diese kleinen Tiere, obwohl sie doch so zahlreich und in Massen in Erscheinung treten, dennoch so kostbar sind und obwohl sie mit einer solchen Schnelligkeit und Leichtigkeit erschaffen werden, dennoch so kunstvoll gestaltet sind, in schönster Ordnung hervortreten und mit ihrer Aufgabe beginnen. Sie vollbringen ihren Lobpreis (tesbihat), vollenden ihn, lassen ihren Samen an ihrer Stelle zurück und gehen von dannen.

Das zweite Geheimnis:

Es entspricht dem Geheimnis des Lichtglanzes, der Durchsichtigkeit und des Reflexionsvermögens sowie dem Geheimnis des Gehorsams, wenn eine einzige Sonne, als eine Erscheinungsform der Macht Gottes (qudret-i dhetiye), ihre leuchtenden Strahlen mit der gleichen Leichtigkeit einem einzigen Spiegel zusendet oder unendlich vielen Spiegeln und glänzenden Gegenständen und Tröpfchen. Es sind die gleichen leuchtenden und wärmenden Strahlen. Es ist die gleiche, weitreichende Aktivität dieser grenzenlosen Macht. Und alles geschieht mit Leichtigkeit. Ob es dabei um viele geht oder um wenige: es gibt dabei keinen Unterschied.

So wie aber nun ein einzelnes Wort, das ausgesprochen wurde, infolge der grenzenlosen Ausdehnung einer grenzenlosen Schöpferkraft (khallaqiyet) mühelos in das Ohr eines einzelnen Menschen eingeht, so geht es auch ebenso

— 297 —

mühelos mit Gottes Hilfe (izn-i Rabbani) in eine Million von Ohrmuscheln ein. Es ist gleich, ob da Tausende von Zuhörern sind oder nur ein einziger Zuhörer. Das macht keinen Unterschied.

Desgleichen schaut das Licht eines einzigen Auges oder ein einziger lichtvoller Geist wie Gabriel infolge der allumfassenden Aktivität des Herrn (faaliyet-i Rabbaniye), die sich als Barmherzigkeit offenbart (tedjelli-i rahmet), mit Leichtigkeit einen einzelnen Ort, begibt sich dorthin und verweilt mit Leichtigkeit an einem einzigen Ort. Ebenso aber findet es sich durch Gottes Allmacht (qudret-i Ilahiye) mit gleicher Leichtigkeit an tausend Orten, schaut sie und begibt sich dorthin. Es gibt keinen Unterschied zwischen wenigem oder vielem. Da aber nun in gleicher Weise die ursprüngliche und urewige Macht (Gottes = qudret-i dhetiye-i edhel) ein vollkommen reines und alldurchdringendes Licht und das Licht der Lichter ist und der wesentliche, wahrhaftige, der Engelwelt zugewandte Aspekt (melekutiyet) aller Dinge glasartig klar und durchsichtig ist und glänzend wie ein Spiegel, und ein jedes Ding, von den Atomen angefangen über die Pflanzen und die Tiere bis hin zu den Sternen, den Sonnen und Monden in einem solchen Maße der Verfügungsgewalt (hukum) dieser (göttlichen) Allmacht (qudret-i dhetiye) unterstellt, unterworfen ist und den Befehlen dieser ewigen Macht (qudret-i edheliye) in äußerstem Grade folgt und gehorcht, ruft sie auch mit Sicherheit unendlich viele Dinge gleich einem einzigen Ding ins Dasein (= idjad) und ist ihnen zur Seite gegenwärtig. Keines Seiner Werke kann einem anderen Seiner Werke hinderlich sein. Mag es ein großes sein oder ein kleines, viel oder wenig, ein Stückchen davon oder ein Ganzes: vor Ihgerst es gleich und keines davon fällt Ihm schwer.

So haben wir denn im Zehnten und im Neunundzwanzigsten Wort gesagt, dass in dem Geheimnis der Wohlgeordnetheit und Ausgewogenheit, in dem Gehorsam gegenüber der Entscheidungsmacht und in der Ausführung der Befehlsgewalt entsprechend ein riesiges Schiff, so groß wie hundert Häuser, vorangetrieben und gesteuert wird, wie der Finger eines Kindes sein Spielzeug lenkt.

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Und so wie ein einzelner Soldat durch den Marschbefehl seines Kommandanten in die Schlacht geschickt wird, ebenso wird auch ein ganzes wohlgeordnetes, einsatzbereites Heer durch diesen einen einzigen Befehl in den Kampf geführt.

Und nehmen wir nun einmal an, es befänden sich in den beiden Schalen einer großen und hochempfindlichen Waage zwei Berge miteinander im Gleichgewicht, in den beiden Schalen einer anderen Waage aber zwei Eier, sodass die eine der beiden Schalen durch eine einzige Nuss hinuntergedrückt, die andere aber emporgehoben würde, dann müsste dem Gesetz der Weisheit entsprechend die eine Schale der anderen Waage mitsamt dem Berge gegen den Gipfel des Berges emporgehoben, der andere Berg aber gegen seinen Talgrund hinuntergedrückt werden.

Genauso verhält es sich nun aber mit der unendlichen, lichtvollen, ursprünglichen (dheti), unvergänglichen (sermedi) Macht des Herrn (qudret-i Rabbaniye), die an keinerlei Bedingungen gebunden ist, jedoch verknüpft ist mit einer unendlichen Weisheit und Gottes hochempfindlicher Waage der Gerechtigkeit (adalet-i Ilahiye), welche in ihr enthalten ist und welche aller Regel, Ordnung und Ausgewogenheit Grund, Quelle, Ursprung und Angelpunkt ist und welcher Entscheidungskraft dieser Macht das Ganze und ein jedes Stückchen davon, alles Große und jedes kleine Ding und alle Dinge und alle Sachen unterstellt und ihrer Lenkung unterworfen sind: ganz sicher bewegt sie die Elektronen mit der gleichen Leichtigkeit und lässt sie kreisen, wie sie in dem gleichen Geheimnis auch die Sterne mit Leichtigkeit in Weisheit und Ordnung ihre Bahnen ziehen lässt.

So wie Er im Frühling auf Seinen Befehl mit Leichtigkeit einer Fliege wieder Leben gibt, so schenkt Er auch allen Arten von Fliegen, allen Pflanzen, dem Heer winzig kleiner Tierchen mit dem gleichen Befehl und mit der gleichen Leichtigkeit nach dem Geheimnis Seiner Weisheit und Ordnung in Seiner Macht das Leben, führt sie wieder

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dem Felde des Lebens zu.

Und so wie Er einen Baum im Frühling rasch wieder zum Leben erweckt und den Gebeinen wieder Leben einzuflößen vermag, so wird Er auch in Seiner vollkommenen Weisheit, Gerechtigkeit und Allmacht (hikmetli adaleti qudret-i mutlaq) den riesengroßen Leichnam, der unsere Erde ist, im Frühling mit der gleichen Leichtigkeit gleich einem Baum wiederbeleben und so hunderttausend verschiedene Beispiele der Wiederversammlung schaffen. Er belebt mit Seinem Schöpfungsbefehl die Erde wieder und verkündet in Seinem Erlass:

إِنْ كَانَتْ اِلاَّ صَيْحَةً وَاحِدَةً فَاِذَا هُمْ جَمِيعٌ لَدَيْنَا مُحْضَرُونَ

{"Dann wird man nur ein einziges Mal in die Posaune stoßen und schon sind sie alle in Unsere Gegenwart gestellt." (Sure 36, 53)}

Also werden alle Menschen und Dschinnen beim ersten Posaunenstoß auf Unseren Befehl vor Uns erscheinen, vor Unserer Gegenwart erscheinen. Ebenso ist sein Erlass:

وَ مَآ أَمْرُ السَّاعَةِ إِلاَّ كَلَمْحِ الْبَصَرِ اَوْ هُوَ أَقْرَبُ

{"Die Angelegenheit jener Stunde aber wird einem Augenzwinkern gleich sein oder noch weniger." (Sure 16, 77)}

Das heißt, die Auferstehung und Wiederversammlung zu bewirken und durchzuführen gleicht dem Öffnen und Schließen der Augen oder geschieht sogar noch schneller. Ebenso lesen wir in Ayah (Sure 13, 28):

مَا خَلْقُكُمْ وَ لاَ بَعْثُكُمْ إِلاَّ كَنَفْسٍ وَاحِدَةٍ

{"Eure Erschaffung und eure Auferweckung gleicht der einer einzigen Seele."}

Das heißt, oh ihr Menschen! Eure Erschaffung und Wiederbelebung und Wiederversammlung und Wiederherstellung wird so leicht sein wie die Wiederbelebung einer einzigen Seele und der Macht nicht schwer fallen.

— 300 —

Betrachtet man den Sinn, der hinter der Bedeutung dieser drei Ayat verborgen ist, werden auf ein und denselben Befehl hin und mit gleicher Leichtigkeit alle Menschen und Dschinnen, alle Tiere, Geister und Engel auf dem großen Platz der Wiederversammlung zusammengebracht und vor der gewaltigen Waage aufgestellt. Dabei behindert eine Arbeit nicht eine andere Arbeit.

Das dritte und vierte Geheimnis bis hin zum dreizehnten wurde entgegen meiner ursprünglichen Absicht auf eine spätere Zeit verschoben.

Vierte Wahrheit:

Die einzelnen Existenzen verkünden durch ihr Dasein und durch ihr Erscheinungsbild, in ihrer Ökologie, ihrem Miteinander- und Ineinander-Verbundensein, ihrer Ähnlichkeit untereinander und wie sie einer des anderen verkleinertes Abbild oder dessen vergrößerte Version zum Ausdruck bringen, wenn ein Teil von ihnen ein Ganzes bildet oder eine Allgemeinheit, ein anderer, dessen Bestandteil oder Einzelexemplare, wie sie jeder für sich das Siegel der Natur(sikke-i fitrat)tragen in ihrer Ähnlichkeit, einander gleichen in der Kunstfertigkeit, mit der sie geschmückt sind, wenn sie einander helfen und einander in ihren natürlichen Aufgaben(vazife-i fitri)vervollkommnen, ganz offensichtlich in all diesen vielen Aspekten ihrer Einheit(vahdet)die Einheit Gottes(tauhid),beweisen, dass ihr Schöpfer(sani')ein Einziger (vahid)\ist und zeigen hinsichtlich der Herrschaft~(rububiyet)\(Gottes) über das All, dass diese eine Ganzheit und Universalität darstellt, welche jeglicher Spaltung und Aufteilung abhold ist.

Es gibt hier in der Tat ein Beispiel: In jedem Frühling von vierhunderttausend Arten Pflanzen und Tieren die einzelnen Exemplare gemeinsam und untereinander vermischt, im selben Augenblick und auf die gleiche Weise, ohne einen Mangel oder Fehler, in vollkommener Weisheit und in schönster Kunstfertigkeit zu erschaffen, zu versorgen und zu unterhalten, zudem all die Vögel, deren verkleinerte Abbilder die Fliegen sind, bis hin zu deren riesigen Modellen, welche die Adler sind, in zahllosen Einzelexemplaren

— 301 —

zu erschaffen, ihnen die Organe zu geben, die ihnen helfen, zu fliegen und zu leben, durch die Lüfte zu reisen und sie zu beleben, ihren Gesichtern auf wunderbare Weise (mu'djizane) das Münzsiegel Seiner Kunst (sikke-i san'at), ihren Körpern in Seiner Leitung (mudebbirane) das prophetische Siegel Seiner Weisheit (khatem-i hikmet), ihrem Wesen zu ihrer Fürsorge (murebbiyane) das königliche Siegel Seiner Einheit (Ahadiyet) aufzuprägen, auch den Molekülen der Nahrung den Weg zu weisen, den Zellen des Körpers zu Hilfe zu eilen, den Pflanzen zur Hilfe der Tiere, den Tieren zur Hilfe der Menschen und allen Müttern ihren hilflosen Kleinen Unterstützung zu geben, in Barmherzigkeit (rahiemane) zu laufen, auch von der Milchstraße angefangen über unser Sonnensystem bis hin zu den Elementen der Erde, ja die Lider unseres Augapfels, die Kelchblätter der Rosenknospe und die Hüllblätter des Maiskolbens und die Kerne der Melone wie in konzentrischen Kreisen im Großen und Ganzen wie in seinen kleinen Bestandteilen in gleicher Ordnung und künstlerischer Schönheit durch ein und dieselbe Handlung und in vollkommener Weise zu lenken: all dies ist doch in ganz offensichtlicher Weise ein Beweis dafür, dass der, welcher all diese Dinge tut, ein Einziger (vahid) ist.

Alle Dinge tragen Sein Siegel. Doch gleich wie Er nie und nirgends irgendeinen Raum einnimmt, so ist Er dennoch immer und überall gegenwärtig. Und so wie die Sonne sind alle Dinge weit von Ihm entfernt, doch Er ist allen Dingen nahe. Und gleich wie große Dinge wie die Milchstraße und das Sonnensystem Ihm keine Schwierigkeiten bedeuten, so sind auch die Blutkörperchen in den Adern und die Gedanken in den Herzen vor Ihm nicht verborgen, noch Seiner (göttlichen) Leitung und Führung entzogen.

Und gleich wie ein jedes Ding, wie groß und zahlreich es auch sein mag, und auch das kleinste und seltenste Ding für Ihn ein Leichtes ist, so erschafft Er auch eine Fliege nach dem Musterbeispiel eines Adlers, ein Samenkorn, das den Schaltplan eines ganzen großen Baumes

— 302 —

in sich enthält, einen Baum nach Art eines Gartens, einen Garten so kunstvoll wie den Frühling und einen Frühling nach dem Maßstab einer Wiederversammlung mit gleicher Leichtigkeit. Er gibt uns kunstvolle und höchst kostbare Dinge in Seiner Huld und Güte für nur ein Geringes. Der verlangte Preis ist nur ein «Bismillah» und ein «Elhamdulillah». Denn der für diese kostbaren Gnadengaben (nimet) angemessene Preis ist, zu Beginn «Bismillahir'Rahmani-r'Rahim» und am Ende «Elhamdulillah» zu sagen.

Diese Vierte Wahrheit wurde bereits in der Risale-i Nur erläutert und bewiesen. Wir begnügen uns deshalb hier mit einem kurzen Hinweis.

Es folgt daher nun als die Zweite Wohnstatt, die unser Reisender gesehen hat:

Fünfte Wahrheit:

Der gesamte Kosmos und alles was darinnen ist, seine Pfeiler und seine Bestandteile und alles was darinnen lebt, in seiner vollendeten Ordnung, alle seine Bausteine und alle Wesen in ihm, die mit einem Auftrag betraut sind und in diesem weiten Königreich der Grund dafür sind, dass für sie die Gestirne kreisen und dass es für sie ein Amt und eine Verwaltung gibt und die mit dem großen Ganzen in Verbindung stehen, alle die Namen (isimler) und Taten Gottes (fiiller), welche diese königliche Stadt und deren Messegelände regieren, alle untereinander verbunden, einzigartig in sich selbst und eins in ihrem gemeinsamen Wesen, an jedem Ort der gleiche Name und die gleiche Tat, ein jedes Ding oder doch die meisten von ihnen umfassend und umgreifend, alle die Grundelemente und Eigenschaften, die zur Unterhaltung und Belebung dieses Juwels von einem Schloss beitragen, alle untereinander verbunden, einzigartig in sich selbst und eins in ihrem gemeinsamen Wesen, an jedem Ort das gleiche Grundelement und die gleiche Eigenschaft, das ganze Antlitz der Erde - oder doch den größten Teil davon - in ihrer Verbreitung überziehend, dies alles erfordert ganz offensichtlich und mit Notwendigkeit, beweist, bezeugt

— 303 —

und bezeigt, dass der Meister und Lenker (sani' ve mudebbir) dieses Kosmos, der König und Verwalter (sultan ve murabbi) dieses Landes, der Herr (sahib) und Meister dieses Schlosses ein und derselbe ist, eins (vahid) und einzigartig (ahad) in sich und Seiner Schöpfung.

Er kennt weder Abbild noch Ebenbild, weder Helfer noch Vertreter, weder Mitspieler noch Gegenspieler. Er hat keine Schwäche und keinen Fehler. In der Tat ist die Ordnung ein in sich geschlossenes Ganzes (= vahdet); sie erfordert einen einzigen Ordnungsgeber. Sie verträgt keine Partnerschaft, die Ursache für einen Streit sein könnte...

So besteht also, von der ganzen großen Einheit des Kosmos angefangen über die tägliche Umdrehung der Erde und ihren Umlauf im Jahreskreis bis hin zum Menschen in seiner gesamten Erscheinung mit Herz und Verstand und seinem ganzen Sinnensystem, bis hin zu dem Blutkreislauf mit seinen weißen und roten Blutkörperchen, im Allgemeinen wie im besonderen eine Ordnung voller Weisheit und Sorgfalt in jedem Ding. Es gibt mit Sicherheit neben dem Allmächtigen (Qadier-i Mutlaq) und Allweisen in Seiner Vollkommenheit (Hakiem-i Mutlaq) nichts und niemanden, der mit Vorbedacht und Schöpferkraft (qasd ve idjad) seine Hand nach irgendeinem Ding ausstrecken oder sich in irgendeine Angelegenheit mit einmischen könnte. Vielmehr sind alle Dinge nur Befehlsempfänger und Erscheinungsbilder. Sie haben nur passive Funktion.

Zudem kann auch nur der eine Ordnung aufrecht erhalten, sinnvoll und zielstrebig schaffen und seine Angelegenheiten bedachtsam und ordnungsgemäß regeln, welcher es mit Sachkenntnis (ilim) und Weisheit (hikmet) tut, Entscheidungskraft und Durchsetzungsvermögen (irade ve ihtiyar) besitzt.

Diese so unendlich vielfältigen Erscheinungsformen einer Ordnung in der Schöpfung, wie sie sich - von höchster Weisheit erfüllt - vor unseren Augen ausbreitet, beweist in der Tat ganz offensichtlich und in jedem Fall, dass der Schöpfer (khaliq), Lenker und Leiter (mudebbir) dieses Kosmos ein Einziger ist, einer, der Tatkraft (fa'il) und Entscheidungsvermögen (mukhtar) besitzt.

— 304 —

Durch Seine Macht (qudret) treten alle Dinge ins Dasein (vudjud), durch Seinen Willen (irade) nimmt jedes von ihnen seine entsprechende Form (vaziyet-i mahsus) an und durch Seine Entscheidung (ihtiyar) erhält es die ihm gemäße Gestalt (suret-i muntadhama)...

So ist denn nun die Lampe über dieser unseren irdischen Herberge, welche zugleich auch ihre Heizung ist, nur eine, der Leuchter, welcher uns hilft, die Stunden zu zählen, ein Einziger, der Schwamm Seiner Barmherzigkeit ein einziger (d.h. die Wolken überall am Himmel über der Erde spenden alle das gleiche Regenwasser - A.d.Ü.), der feurige Koch (unserer Nahrung am Himmel) ist einer, der lebensspendende Trank ist einer (d.h. das Wasser ist überall auf der Erde das gleiche - A.d.Ü.), die sorgentragenden Felder sind eins (d.h. die Erde, welche uns ihre Frucht gibt, ist überall die gleiche - A.d.Ü.). Eins eins - eins - immer wieder und tausendmal und noch einmal eins...

Mit Sicherheit bezeugen diese einzigartigen Einheiten ganz offensichtlich, dass der Erbauer und Herr (sani' ve sahib) dieses Gasthauses ein Einziger ist. Zudem ist Er auch überaus freigiebig und gastfreundlich und lässt seine hohen und höchsten Beamten die Gäste, die sich auf der Reise befinden, bedienen und für ihr Wohlergehen sorgen.

So sind denn nun diese Namen (isim), welche aller Orten die Welt regieren, die wie Juwelen überall in Erscheinung treten "Weiser (Hakiem), Barmherziger (Rahiem), Gestalter (Musavvir), Verwalter (Mudebbir), Lebendigmacher (Muhyi) und Leiter (Murebbi)", Attribute (she'n) wie "Weisheit (hikmet), Barmherzigkeit (rahmet) und Gnade (inayet)", Taten (fiil) wie "Gestaltung (tasvir), Ablauf (tedvir) und Entwicklung (terbiye)" eines. Allerorten sind die gleichen Namen, die gleichen Taten einander zugeordnet, finden sich auf höchster Stufe und umfassen alles.

Überdies vervollkommnen sie in ihrem Schmuck und in ihrer Schönheit einander so, als ob sich die Namen und Taten untereinander vereinigten; Macht (qudret) zu Weisheit (hikmet) und Barmherzigkeit (rahmet), und Weisheit (hikmet) zu Gnade (inayet) und Leben (hayat) würden.

— 305 —

Zum Beispiel: Sobald der Name "Lebensspender" in einem Ding seine Wirksamkeit zu zeigen beginnt, beginnen im selben Augenblick überall auch viele andere Namen wie "Schöpfer, Gestalter und Versorger" in gleicher Weise ihre Wirksamkeit zu zeigen. Sicherlich, offensichtlich und tatsächlich bezeugt das, dass der mit diesen allumfassenden Namen Bezeichnete und der Vollbringer dieser überall in gleicher Weise sichtbar werdenden umfangreichen Taten (fiil) ein Einziger, Alleiniger (vahid) und Allgegenwärtiger (ahad) ist. Dies ist unser Glaube und dazu geben wir unsere Zustimmung (= amenna ve saddaqna).

Zudem erfüllen aber nun die Elemente, welche die Grund- und Aufbaustoffe aller Kunstwerke sind, die Erde. Und jede einzelne von den Arten, welche die verschiedensten Siegel tragen und so die Einheit (vahdet) der Geschöpfe aufzeigen, ist einzig in ihrer Art und erobert und bedeckt doch die ganze Erde. Sicherlich und ganz offensichtlich beweist dies, das alle diese Elemente und all das, was zu ihnen gehört und alle diese Arten mit allen ihnen zuzurechnenden Einzelstücken Gut und Eigentum eines einzigen Herrn (dhat) sind. Sie sind die Kunstwerke und Diener des Allgegenwärtigen und Allmächtigen (Vahid-i Qadier), gewaltige, aggressive Elemente, die Er als Seine äußerst gehorsamen Diener und Arten, welche über das gesamte Antlitz der Erde verteilt sind und die Er als Seine äußerst disziplinierten Soldaten in die Pflicht nimmt.

Diese Wahrheit haben wir bereits in der Risale-i Nur aufgezeigt und bewiesen und können uns deshalb hier mit einem kurzen Hinweis begnügen.

Unser Reisender empfing aus den obigen fünf Wahrheiten den Segen des Glaubens und in der hohen Freude und mit dem tiefen Sinn der Einheit (Tauhid) fasste er seine Beobachtungen zusammen, legte Zeugnis ab und sprach zu seinem Herzen, indem er seinen Empfindungen Ausdruck gab:

— 306 —

Betrachte im Buche der Schöpfung

eine farbigنيeite,

mit dem goldenen Stifte der Macht,

siehe, wie schön sie gemalt ist!

Nicht blieb da noch sein dunkler Fleck für die Scharfsichtigen,

so als habe Gott Seine Wunderzeichen (= Verse) mit Licht darauf geschrieben.

Und nun wisse noch dies:

Die Seiten im Buche der Welt sind ihre unendlichen Maße.

Die Zeilen der Geschehnisse darinnen sind ihre Werke ohne Zahl.

Geschrieben an der Werkbank der wohlbewahrten Tafel der Wahrheit (lauh-i mahfudh-u haqiqat).

Die Verkörperung eines bedeutungsvollen Wortes - in der Welt - ein jedes Geschöpf.

Nun aber höre:

چُو لآٰ اِلٰهَ الاَّ اللّٰهُ بَرَابَرْ مِيذَنَنْدْ هَرْشَىْ دَمَادَمْ جُويَدَنْدْ يَاحَقْ سَرَاسَرْ كُويَدْنَنْدْ يَاحَىُّ

{"Wohlan! 'Es gibt Keinen Gott außer Allah', so verkünden sie mit einer Stimme alle Dinge, rufen beständig 'Oh, Wahrhaftiger, Einer', flehen gemeinsam 'Oh Du Lebendiger!'"}

نَعَمْ وَ فِى كُلِّ شَىْءٍ لَهُ اٰيَةٌ تَدُلُّ عَلٰٓى اَنَّهُ وَاحِدٌ

{"Ja, in allen Dingen ist von Ihm ein Mal und ein Hinweis fürwahr, dass Er ist Ein-Einziger."}

Sein Herz und auch seine Seele bestätigten dies und sprachen: "In der Tat, so ist es (evet, evet)!"

So war denn im Zweiten Kapitel (bab) der Ersten Abhandlung (makam) über die Zweite Wohnstatt als ein kurzer

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Hinweis auf die fünf Wahrheiten von der Einheit (Tauhid), die unser Gast in dieser Welt und Tourist im All in der Zweiten Wohnstatt in Augenschein genommen hatte, Folgendes gesagt worden:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاحِدُ الْاَحَدُ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وَحْدَتِهِ فِى وُجُوبِ وُجُودِهِ مُشَاهَدَةُ حَقِيقَةِ الْكِبْرِيَآءِ وَ الْعَظَمَةِ فِى الْكَمَالِ وَ الْاِحَاطَةِ. وَ كَذَا مُشَاهَدَةُ حَقِيقَةِ ظُهُورِ الْاَفْعَالِ بِالْاِطْلاَقِ وَ عَدَمِ النِّهَايَةِ لاَ تُقَيِّدُهَا اِلاَّ الْاِرَادَةُ وَ الْحِكْمَةُ. وَ كَذَا مُشَاهَدَةُ حَقِيقَةِ اِيجَادِ الْمَوْجُودَاتِ بِالْكَثْرَةِ الْمُطْلَقَةِ فِى السُّرْعَةِ الْمُطْلَقَةِ وَخَلْقُ الْمَخْلُوقَاتِ بِالسُّهُولَةِ الْمُطْلَقَةِ فِى الْاِتْقَانِ الْمُطْلَقِ وَ اِبْدَاعُ الْمَصْنُوعَاتِ بِالْمَبْذُولِيَّةِ الْمُطْلَقَةِ فِى غَايَةِ حُسْنِ الصَّنْعَةِ وَ غُلُوِّ الْقِيْمَةِ. وَ كَذَا مُشَاهَدَةُ حَقِيقَةِ وُجُودِ الْمَوْجُودَاتِ عَلٰى وَجْهِ الْكُلِّ وَ الْكُلِّيَّةِ وَ الْمَعِيَّةِ وَ الْجَامِعِيَّةِ وَ التَّدَاخُلِ وَ الْمُنَاسَبَةِ. وَ كَذَا مُشَاهَدَةُ حَقِيقَةِ الْاِنْتِظَامَاتِ الْعَآمَّةِ الْمُنَافِيَةِ لِلشَّرِكَةِ. وَ كَذَا مُشَاهَدَةُ وَحْدَةِ مَدَارَاتِ تَدَابِيرِ الْكَآئِنَاتِ الدَّآلَّةِ عَلٰى وَحْدَةِ صَانِعِهَا بِالْبَدَاهَةِ. وَ كَذَا وَحْدَةُ الْاَسْمَآءِ وَ الْاَفْعَالِ الْمُتَصَرِّفَةِ الْمُحِيطَةِ. وَ كَذَا وَحْدَةُ الْعَنَاصِرِ وَ الْاَنْوَاعِ الْمُنْتَشِرَةِ الْمُسْتَوْلِيَةِ عَلٰى وَجْهِ الْاَرْضِ
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In der Medresse von Imam-i Rabbani (RA)

Nun gelangte unser Weltenreisender auf seiner Wanderung durch die verschiedenen Zeitalter an der Schwelle zum zweiten Jahrtausend (mudjeddid-i elf-i sani) zu der Medresse des großen Gelehrten Imam-i Rabbani Ahmed-i Faruqi, trat ein und nahm an dem Unterricht teil, den der Imam gab. Dieser sagte:

«Die bedeutendste Frucht aller Orden(tariqat)ist die Entfaltung(inkishaf)der Glaubenswahrheiten. Der völligen Offenlegung(inkishaf)einer einzigen Glaubensfrage ist vor tausend Wundern(keramet)und geistigen Genüssen der Vorzug zu geben.»

Und weiter sagte er:

"In alten Zeiten haben große Persönlichkeiten gesagt: es wird unter den Wortgewaltigen und den großen Gelehrten der Theologie(ilm-i kelam)einer kommen. Der wird alle Wahrheiten des Glaubens und des Islam in allgemein verständlicher Form und mit ganz offensichtlichen Beweisen klarstellen. Ich wünschte, ich wäre dieser Mann und vielleicht bin ich es.

{Die Zeit hat jedoch bewiesen, dass dieser Mann nicht ein einzelner Mann ist, sondern die Risale-i Nur. Vielleicht haben die großen Entdecker im Reiche des Geistes (ehl-i keshf) in ihrer inneren Schau (keshf) die Risale-i Nur in der Gestalt ihres unbedeutenden Sprachrohres und Herausgebers geschaut und deshalb "ein Mann" gesagt.} Glaube (iman)\und Einheit~(Tauhid)\sind Essenz, Hefe, Licht und Leben aller menschlichen Vollkommenheit.

تَفَكُّرُ سَاعَةٍ خَيْرٌ مِنْ عِبَادَةِ سَنَةٍ

{"Eine Stunde Nachdenken ist besser als ein Jahr Anbetung (ibada = zusätzlich zum Pflichtgebet = namaz übernommene, freiwillige Andachten)."}

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Getreu diesem Grundsatz wird im Nakschi-Orden das stillschweigende Gedenken Gottes (hafi dhikr)\gepflegt. Es ist eine sehr wertvolle Art des Nachsinnens~(tefekkur)."\So wurde unser Reisender belehrt.

Der Reisende hörte sich das alles an. Dann drehte er sich um und sagte zu seiner Seele: "Das war es also, was dieser hochherzige (kahraman) Imam gesagt hat. Es ist ja doch mehr wert, seine Glaubenskraft (quvvet-i imaniye) um ein Stäubchen zu vermehren als ein Batman (etwa 7,6 kg) an Erkenntnissen und Vorzüglichkeiten (marifet ve kemalat) und noch hundertmal süßer als der Honig innerer Schau (ezvak).

Es haben sich ja doch seit tausend Jahren die Philosophen Europas ihre Einwände und Zweifel gegen den Glauben und gegen den Qur'an zusammengetragen und Wege gefunden, die Gläubigen anzugreifen. Und sie wollen auch die Grundsätze des Glaubens erschüttern, welche Schlüssel, Quelle und Fundament einer Ewigen Glückseligkeit, eines beständigen Lebens und eines immerwährenden Paradieses sind. Darum auch müssen wir vor allen Dingen unseren Glauben stärken, dadurch, dass wir unseren traditionellen Glauben (imani taqlid) auf seinen Wahrheitsgehalt (tahqiq) hin untersuchen und in die Tat umsetzen.

Wenn das so ist, auf dann! Lass uns die neunundzwanzig Stufen des Glaubens, die wir gefunden haben und deren jede so mächtig ist wie ein Berg, auf dreiunddreißig Stufen erhöhen, jener gesegneten Zahl der gesegneten Anrufungen (tesbihat) nach dem Gebet (namaz), um auch noch die Dritte Wohnstatt dieses Lehrhauses zu schauen. Klopfen wir also an die Türe zum Reich aller Lebewesen und ihrer Versorgung durch ihren Herrn! Öffnen wir sie mit dem Schlüssel des 'Bismillahi-r'-Rahmani-r'Rahim!'" sagte er und klopfte ungestüm an die Türe der Dritten Wohnstatt, jenes wunderbaren Ortes der Auferstehung und einer einzigartigen Wiederversammlung. Mit einem

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بِسْمِ اللّٰهِ الْفَتَّاحْ {"Im Namen Allahs, der öffnet (el-Fettah)."} öffnete er. Die Dritte Wohnstatt zeigte sich. Er trat ein und erblickte vier gewaltige, allumfassende Wahrheiten, welche diese Wohnstatt erleuchteten und die Einheit (Tauhid), der Sonne gleich aufzeigten.

Erste Wahrheit:

Die Wahrheit von der Eröffnung (Fettahiyet).

D.h. durch die Erscheinung des Namen dessen, der da öffnet (Fettah) wird eine ganz einfache Materie in völlig verschiedene und ganz und gar unterschiedliche, zahllose, wohlgeordnete Formen aufgeschlossen, und zwar sie alle zusammen, allerorten und im gleichen Augenblick und durch die gleiche Tat (fiil).

Denn so wie in der Tat im ganzen Gartenlande des Kosmos unendlich viele verschiedene Erscheinungsformen gleich Blumen durch den Namen "Fettah" ihre für sie geeignete, wohlgeordnete Form und ihre besonderen Merkmale durch die Macht des Schöpfers (qudret-i Fatir), der sie aufgeschlossen, erhalten haben, so haben auch in gleicher, jedoch weit wundersamer Weise vierhunderttausend Arten des Lebendigen im Garten "Erde" - jede für sich - in außerordentlich weiser (hikmetli) und kunstvoller Art (san'atli) ihre eigene, harmonische, schmuckvolle und so ganz besondere Form erhalten.

يَخْلُقُكُمْ فِى بُطُونِ أُمَّهَاتِكُمْ خَلْقًا مِنْ بَعْدِ خَلْقٍ فِى ظُلُمَاتٍ ثَلٰثٍ ذٰلِكُمُ اللّٰهُ رَبُّكُمْ لَهُ الْمُلْكُ لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ فَأَنّٰا تُصْرَفُونَ ٭ إِنَّ اللهَ لاَ يَخْفٰى عَلَيْهِ شَىْءٌ فِى الْاَرْضِ وَ لاَ فِى السَّمَآءِ ٭ هُوَ الَّذِى يُصَوِّرُكُمْ فِى الْاَرْحَامِ كَيْفَ يَشَآءُ لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ

{"Er hat euch im Bauche eurer Mutter erschaffen, Schöpfung für Schöpfung in dreifacher Finsternis. So ist der Herr, euer Gott. Sein ist das Reich. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Wie dann könnt ihr euch noch abwenden?" (Sure 39, 6) "Wahrlich, Allah ist es, vor dem nichts verborgen bleibt, was auf Erden und was in den Himmeln ist, Er, der euch im Mutterschoß (rahm = hysterix) geformt hat nach Seinem Willen. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Mächtigen, dem Weisen." (Sure 3, 5-6)}

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Wie diese Ayat zeigen, ist es der stärkste Beweis (en quvvetli delil) für die Einheit (Tauhid) und das Wunder (mu'djize) der Macht (qudret), das in höchste Begeisterung versetzt, wie Er die Formen aufschließt. Es ist diese Weisheit und die Wahrheit von der Aufschließung der Formen (feth-i suver), die wir - in verschiedenen Formen - in der Risalet-ün Nur wiederholt und besonders auf der Sechsten und Siebenten Stufe des Ersten Kapitels (bab) der Zweiten Abhandlung (makam) dieser Risale bewiesen und erklärt haben. Deshalb möchten wir dies nun auf sich beruhen lassen und beschränken uns darauf, Folgendes zu sagen:

Botanik und Zoologie weisen auf Grund eingehender Untersuchungen nach, dass die Entfaltung der Arten (feth-i suver) eine so umfangreiche Sachkenntnis und eine derartige Kunstfertigkeit erkennen lässt, dass niemand außer dem allgegenwärtigen Ein-Einzigen (Vahid-i Ahad) vollkommen Allmächtigen (Qadier-i Mutlaq), der alles in allem zu schauen und zu machen weiß, und kein Ding der Urheber einer so vielseitigen und umfassenden Tat sein kann. Denn die Tat einer solchen Entfaltung der Arten (feth-i suver), wie sie sich jederzeit und allerorten vorfindet, verlangt nach einer Weisheit, einer Aufmerksamkeit und nach einer Sachkenntnis (hikmet) in einem so unendlichen Maß innerhalb einer unendlichen Macht (qudret). Eine solch unendliche Macht aber kann sich nur in der Hand einer Persönlichkeit finden, welche den gesamten Kosmos lenkt und leitet.

In der Tat ist z.B. entsprechend dem Erlass (ferman) der berühmten Ayat die Entfaltung so vieler unterschiedlicher menschlicher Formen im Schoß all der vielen Mütter - in einer dreifachen Finsternis - mit einer solchen Ausgewogenheit, Unterschiedlichkeit, Kunstfertigkeit und Ordnung, ohne sich zu irren, etwas falsch zu machen oder zu verwechseln, aus einem einfachen Stoff heraus aufzuschließen

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und zu erschaffen und die Tatsache der Entfaltung der Arten (fettahiyet) mit derselben Macht, mit derselben Weisheit, mit derselben Kunstfertigkeit auf dem ganzen Erdenrund, welche das Gesamt aller Menschen, aller Tiere und aller Pflanzen umfasst, der stärkste Beweis für Gottes Allgegenwart (Vahdaniyet). Denn dieses Umfassen (ihata etmek) ist Einheit (Vahdet), lässt keinen Platz für eine Teilhaberschaft. Und die neunzehn Wahrheiten, die im Ersten Kapitel die Existenz Gottes mit Notwendigkeit bezeugen (vudjub-u vudjud), beweisen durch ihre Existenz die Existenz des Schöpfers. Ebenso bezeugen sie durch ihre Allgemeingültigkeit Gottes Allgegenwart (Vahdet).

Die zweite Wahrheit, welche unser Reisender in der Dritten Wohnstatt geschaut hat, ist die Wahrheit von der Barmherzigkeit Gottes(Rahmaniyet).

Wir sehen nämlich mit unseren eigenen Augen, dass es einen gibt, der das Antlitz der Erde mit Tausenden von Geschenken Seiner Barmherzigkeit (rahmet) erfüllt. Er hat sie zu einem Festplatz gemacht. Und Er hat in Seiner Barmherzigkeit (Rahmaniyet) einen Tisch bereitet, der mit Hunderttausenden verschiedenster wohlschmeckender Speisen gedeckt ist. Und Er hat das Innere der Erde zu einem Lagerhaus Seiner Barmherzigkeit (Rahiemiyet) und Weisheit (Hakiemiyet) gemacht, angefüllt mit Tausenden kostbarer Güter. Und Er belädt für uns die Erde im Jahreskreis mit den lebensnotwendigen Gütern für Mensch und Tier wie ein Handelsschiff oder ein Güterzug aus der unsichtbaren Welt, Jahr für Jahr gefüllt mit Hunderttausenden der verschiedensten schönen Dinge. Und Er schickt uns gleich einem Waggon, beladen mit Nahrung und Kleidung, den Frühling, ernährt uns mit großem Erbarmen (rahiemane). Und um von all diesen Geschenken, diesen Gnadengaben (nimet) Gebrauch machen zu können, hat Er uns Hunderte und Tausende von Geschmacksrichtungen, Bedürfnissen, Gefühlen, Empfindungen und Sinneswahrnehmungen gegeben.

Und Er hat uns in der Tat einen Magen gegeben, der - wie wir im "Vierten Strahl" über die Ayet-i Hasbiye (Sure 3, 173) erklärt und bewiesen haben - an unzähligen Speisen

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seinen Geschmack findet.

Und Er hat uns das Gnadengeschenk (nimet) eines solchen Lebens verliehen, dass wir durch die Vermittlung unserer Sinne in dieser großen weiten Welt von so unendlich vielen Wohltaten Gebrauch machen können, als wäre sie ein Tisch, der mit Seinen Wohltaten gedeckt ist.

Und Er hat uns den Vorzug unserer Menschlichkeit in der Weise verliehen, dass wir die zahllosen Geschenke sowohl der materiellen als auch der geistigen Welt mit vielen Hilfsmitteln wie Herz und Verstand genießen können.

Und Er hat uns den Islam in einer Weise vermittelt, das wir aus der unsichtbaren Welt wie auch aus der bezeugten Welt einen grenzenlosen Schatz an Licht empfangen.

Und Er hat uns in der Weise zum Glauben geleitet, dass wir - erleuchtet von den grenzenlosen Lichtern und Geschenken der diesseitigen und jenseitigen Welten - unseren Nutzen empfangen können. Ganz so, als wäre der Kosmos ein Schloss, erbaut von der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet) und verziert mit unendlich vielen wertvollen Dingen von hohem Alter und großer Seltenheit. Und die Schlüssel, um alle diese unendlich vielen Kammern und Truhen in diesem Schloss öffnen zu können, sind in die Hand des Menschen gelegt. Und alle die Bedürfnisse und Empfindungen, Nutzen daraus ziehen zu können, sind in die Natur des Menschen gelegt.

So ist denn diese Erbarmung (rahmet), welche Diesseits und Jenseits und alle Dinge umfasst, mit Sicherheit eine Manifestation essenzieller Einheit (Ahadiyet) innerhalb der göttlichen Allgegenwart (Vahidiyet).

Denn so wie das Sonnenlicht ein Beispiel ist für die göttliche Allgegenwart (Vahidiyet), wenn es alle Dinge umfasst, die in den Bereich seiner Strahlung gelangen, so ist auch sowohl die Strahlung der Sonne als auch ihre Wärme, als auch die Siebenfarbigkeit ihres Lichtes, welches alle glänzenden oder auch durchsichtigen Dinge je nach Fähigkeit zurückwerfen, ein Beispiel für die essenzielle

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Einheit Gottes (Ahadiyet). Sicherlich kommt darum der, welcher bemerkt, wie umfangreich diese Einstrahlung ist, zu dem Urteil: "Die Sonne unserer Erde ist überall ein und dieselbe." Und der Mensch, der bezeugt, dass das Licht der Sonne und ihre Wärme von jedem glänzenden Gegenstand, ja von jedem Tropfen zurückgeworfen wird, weiß auch um die essenzielle Einheit (ahadiyet) der Sonne, d.h. die reale (bizzat) Gegenwart der Sonne in ihren Eigenschaften und er sagt: "Sie ist jedem Dinge gegenwärtig und in dem Herzensspiegel eines jeden Dinges anwesend."

Genauso gilt: So wie der Barmherzige (Rahman) in dem weltweiten Erbarmen (rahmet) Seiner Vollkommenheit (Rahman-i Dhu l-Djemal) dem Lichte gleich alle Dinge umfasst und so die Gegenwart des Barmherzigen erkennen lässt, neben dem sich keinesfalls ein Partner findet, so schenkt Er auch jenen Lebensfunken, der sich in jedem Ding befindet, besonders aber in allem, was da lebt und speziell im Menschen hinter dem Schleier Seines allumfassenden Erbarmens. Diese Strahlung der meisten Namen des Barmherzigen und die Art der Manifestation Seines Wesens (dhat) findet jedes einzelne und setzt das ganze All miteinander in Beziehung und ist allen Dingen gemeinsam. Die Allgegenwart des Barmherzigen (Rahmanin Vahidiyet) beweist, dass Er allen Dingen innewohnt und in jedem Dinge alles bewirkt.

Und so wie der Barmherzige (Rahman) durch die Allgegenwart Seines allumfassenden Erbarmens (rahmetin Vahidiyet) in der Tat die Majestät Seiner Glorie (djelalin hashmetin) im ganzen Kosmos und über das Antlitz der Erde hin zeigt, so gilt auch: so wie Er durch die Manifestation Seiner Einheit (Ahadiyet) in allem, was da lebt, besonders aber im Menschen alle Arten Seiner Gnadengaben konzentriert, die Werkzeuge und Organe Seiner Geschöpfe durchdringt und ordnet und so den Kosmos im Ganzen für jedes einzelne unter ihnen zu einer Art Haus gestaltet - ohne ihn dabei zu zerteilen - so erweist Er auch jedem einzelnen unter ihnen die Vollendung (Djemal) Seiner ganz persönlichen Liebe (shefqat).

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Im Menschen aber gibt Er in besonders reichem Maße alle Arten seiner Güte zu erkennen.

Und so wie sich überdies z.B. eine Melone in jedem ihrer Kerne zusammengefasst wiederfindet, so ist der Herr (dhat), der diesen Kern gemacht hat, sicherlich auch der, welcher die Melone macht und danach mit der Ihm eigenen Ausgewogenheit Seines Wissens und dem Ihm eigenen Gesetz diesen Kern aus ihr herauszieht, aus ihr heraus komprimiert und ihm seine Gestalt gibt. Und kein Ding außer dem einen und einzigen Meister dieser Melone vermag einen solchen Kern zu machen und ihn zu machen ist unmöglich.

Desgleichen gilt: weil die Manifestation der Barmherzigkeit (rahmaniyet) im Kosmos einem Baum oder einem Garten, auf Erden einer Frucht oder einer Melone, im Leben und im Menschen einem Samenkorn gleicht, muss der Schöpfer und Herr auch des kleinsten Bausteins alles Lebendigen sicherlich auch der Schöpfer der gesamten Erde und des Weltalls sein.

Wir fassen zusammen:

So wie Gott, durch die Tatsache, dass Er alle Dinge umfasst (ihat) und aller Dinge Anfang (Fettahiyet) ist und alles Sein aus einfachen Stoffen in schönster Ordnung gestaltet und entfaltet und so offensichtlich Seine Allgegenwart (vahdet) beweist, so zeigt Er auch, durch die Tatsache, dass Er alle Dinge in Seiner Barmherzigkeit (rahmaniyet) umfasst (ihat) und alles, was ins Dasein gelangt und alles Lebendige, was ins irdische Leben eintritt und besonders die Neuankömmlinge mit vollkommener Ordnung umsorgt, ihnen alles Notwendige zukommen lässt und keines von ihnen vergisst und jedes einzelne von ihnen mit gleichem Erbarmen (rahmet) jederzeit und jedenorts zu erreichen vermag, ganz offensichtlich sowohl Seine Allgegenwart (vahdet) als auch Seine Einheit (Ahadiyet) innerhalb Seiner Allgegenwart (vahdet).

Da aber die Risale-i Nur nun einmal eine Offenbarung (madhhar) des göttlichen Namens "der Weise (Hakiem)" und Seines Namens

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"der Barmherzige (Rahiem)" ist und auch an vielen Stellen der Risale-i Nur die einzelnen Punkte und Aspekte dieser Tatsache Seiner Barmherzigkeit (haqiqat-i rahmet) aufgezeigt und bewiesen worden sind, wollen wir hier nur mit einem Tropfen auf dieses Meer hinweisen und fassen deshalb diese ganze lange Geschichte kurz zusammen.

Dritte Wahrheit, die unser Reisender in der Dritten Wohnstatt beobachtet hat: die Wahrheit von der Lenkung(Mudebbiriyet)und Leitung(idare).

D.h. die Tatsache, dass diese so Furcht erregenden, schnell dahin eilenden Himmelskörper, diese so zerstörerischen und aggressiven Elemente, diese so bedürftigen und schwachen Geschöpfe der Erde mit vollkommener Ordnung und Ausgewogenheit gelenkt (idare), füreinander hilfreich gestaltet, im Einklang miteinander geleitet (idare ve tedbir) werden, wodurch diese ganze große Welt in ein vollkommenes Königreich, eine kaiserliche Stadt, ein Juwel von einem Schloss verwandelt wird.

Doch wollen wir hier nun diesen ganzen riesigen Verwaltungsbereich (idare) voll königlicher Majestät und Barmherzigkeit (djebbarane ve rahmanane) verlassen und nur eine Seite, ein einziges Kapitel dieser Verwaltung (idare), wie sie sich im Frühling auf Erden ereignet, an einem Beispiel in kurzer Form darstellen, da wir ja (diese Wahrheit) schon in der Risale-i Nur, wie z.B. in einer so bedeutenden Risala wie dem Zehnten Wort, erklärt und bewiesen haben. Es ist dies wie folgt:

Nehmen wir z.B. einmal an (mesela ve farada): Da ist ein wundersamer Welteroberer. Der stellt aus vierhunderttausend grundverschiedenen Völkerstämmen und Nationen ein Heer auf. Dabei erhalten die Soldaten jeder Nation und jeden Stammes sowohl ihre typische Kleidung als auch eigene Waffen und gesonderte Verpflegung; sie werden unabhängig voneinander eingestellt oder entlassen und versehen getrennt voneinander ihren Dienst. Sie erhalten auch verschiedenes Gerät. Und all dies geschieht, ohne dass dabei jemals ein Fehler unterläuft, eine Panne passiert, ein Irrtum auftritt, zur rechten Zeit, ohne eine Verspätung oder Verwechslung, auf wunderbare Art, in vollkommener Weise.

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Sicherlich wird sich hier über die außergewöhnliche Macht dieses wundersamen Kommandanten hinaus keine "Ursache" in diese außerordentlich weitläufige, vielfältige, differenzierte, wohlausgewogene, verschiedenartige und gerechte Verwaltung (adaletli idare) einmischen. Würde sich eine solche Hand danach ausstrecken, würde sie das Gleichgewicht zerstören und nur Verwirrung anrichten.

Desgleichen gilt: Mit unseren eigenen Augen können wir sehen, wie in jedem Frühling eine unsichtbare Hand ein prächtiges Heer aufstellt, das aus vierhunderttausend verschiedenen Arten gebildet (idjad) ist, und es befehligt (idare). In den Herbsttagen, die dem Jüngsten Tag gleich sind, werden dann dreihunderttausend von vierhunderttausend Pflanzen- und Tierarten im Gewande des Zerfalls und im Namen des Todes aus ihren Aufgaben entlassen und in den Urlaub geschickt.

Zur Frühlingszeit, die der Auferstehung und Wiederversammlung gleicht, erstellt (Allah) innerhalb weniger Wochen in vollkommener Ordnung dreihunderttausend Beispiele jener gewaltigen Wiederauferstehung. Ja, sogar jeder einzelne Baum zeigt uns vier kleine Wiederversammlungen, nämlich seine eigene (Wiederbelebung) und (das Neu-Erstehen) seiner Blätter, Blüten und Früchte, genauso wie er dies auch im vorausgegangenen Frühling vor unseren Augen getan hat. In diesem Heere des Hochgelobten (Subhan), das bis zu vierhunderttausend Arten erreichen kann, erhält jede Art, jede Gattung ihre eigene für sie bestimmte ganz besondere Nahrung (mahsus ve munasib rizq), eigene ganz verschiedene Waffen zu ihrer Verteidigung, eine völlig unterschiedliche Kleidung. Sie alle werden unabhängig voneinander eingestellt und wieder entlassen. Er stattet sie alle mit völlig verschiedenen Waffen und Geräten aus. Und all dies geschieht in vollkommener Ordnung, ohne dass dabei ein Fehler unterläuft, eine Panne passiert, ein Irrtum auftritt und ohne dass dabei irgendeine Verwechslung vorkommt oder etwas vergessen wird, zu genau richtiger

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Zeit und wie von unsichtbarer Hand. Das alles beweist die Allgegenwart (Vahdaniyet), Einheit (Ahadiyet) und Einzigartigkeit (Ferdiyet), die unbegrenzten Fähigkeiten (iktidar) und das grenzenlose Erbarmen (rahmet) innerhalb einer vollkommenen Herrschaft (kemal-i Rububiyet), Souveränität (hâkimiyet) und Weisheit (hikmet), in welcher der Erlass der göttlichen Einheit (Tauhid) wie mit dem Stift der göttlichen Vorherbestimmung (Qader) auf der Seite eines jeden Frühlings über das Antlitz der Erde schreibt.

Nachdem unser Reisender auch nur eine Seite aus dem Erlass eines einzigen Frühlings gelesen hatte, sprach er zu seiner Seele (nefs):

Wenn jemand auch jetzt, nachdem im Frühling Tausende Male eine Wiederversammlung stattgefunden hat, die noch wunderbarer ist als die große Wiederversammlung, da um zu belohnen und zu bestrafen einer, der so mächtig ist, dass er die Wiederversammlung im Verhältnis zum Frühling noch leichter zu Stande bringen und den Jüngsten Tag heraufführen wird, was Er auch durch alle Seine Propheten Tausende Male gelobt und geschworen hat, dieses Ereignis der Wiederversammlung, auf das Er auch im Qur'an Tausende Male hingewiesen und in Tausenden Ayat eindeutig festgelegt, versprochen und davor gewarnt hat, noch immer alle die vielen Versprechungen des allgewaltig Mächtigen (Qadier-i Djebbar), des Unüberwindlichen in all Seiner Majestät (Qahhar-i Dhu l-Djelal) bestreitet, Seine Macht leugnet und in den Fehler einer Leugnung der Wiederversammlung verfällt, so ist die Höllenstrafe für ihn nur die reine Gerechtigkeit (adalet).

Und auch seine Seele sagte: "Wir glauben (Amenna)."

Vierte Wahrheit, die unser Reisender in der Dritten Wohnstatt beobachtet hat(dies ist die Dreiunddreißigste Stufe):die Wahrheit von der Barmherzigkeit und der Versorgung(Rahiemiyet ve Rezzaqiyet).

Dies bedeutet: Auf der ganzen Welt, in der Erde, in der Luft und im Meer versorgt Er alles, was da lebt, besonders die mit Verstand begabten Lebewesen, besonders die schwachen und hilflosen (adjiz ve da'ifler) und besonders die,

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welche noch jung und noch klein sind mit Nahrung und Kleidung für Leib und Seele, die Er aus der nackten Erde oder aus knochentrockenem Holz wachsen lässt und vor allem mit vielen tausend Pfund allerfeinster Nahrung, die Er inmitten zwischen Blut und Urin oder aus einigen Gramm knochenähnlicher Kerne bereitet. Dies ist die Wahrheit, wie uns vor unseren Augen von unsichtbarer Hand zur rechten Zeit und in schönster Ordnung beschert wird, ohne dass Er dabei etwas vergisst oder verwechselt.

إِنَّ اللهَ هُوَ الرَّزَّاقُ ذُو الْقُوَّةِ الْمَتِينُ

{"Fürwahr, Allah ist es, der Versorger ist und ein Herr in zuverlässiger Macht." (Sure 52, 58)}

Diese Ayah bringt mit Sicherheit zum Ausdruck, dass allein Gott der Gerechte unser Ernährer ist und Ihm allein unsere Versorgung zukommt.

وَمَا مِنْ دَآبَّةٍ فِى الْاَرْضِ اِلاَّ عَلَى اللّٰهِ رِزْقُهَا وَيَعْلَمُ مُسْتَقَرَّهَا وَمُسْتَوْدَعَهَا كُلٌّ فِى كِتَابٍ مُبِينٍ

{"Und es gibt nichts was sich bewegt auf Erden, was nicht seine Versorgung hätte bei Allah. Er kennt seinen Aufenthaltsort und seinen Rastplatz. All (dies steht) in einem offenen Buch." (Sure 11,6)}

Auch dieser Ayah entsprechend ist die Versorgung (rizq) aller Menschen und Tiere einem Versprechen des Herrn unterstellt und durch Ihn verbürgt.

وَكَأَيِّنْ مِنْ دَآبَّةٍ لاَ تَحْمِلُ رِزْقَهَآ اَللّٰهُ يَرْزُقُهَا وَإِيَّاكُمْ وَهُوَ السَّمِيعُ الْعَلِيمُ

{"Ja, wie viele unter (all) denen, die sich bewegen (auf Erden), tragen nicht (selbst Sorge für) ihren (Lebens)unterhalt? Allah versorgt sie und auch Euch. Und Er ist der Allhörende und Allwissende." (Sure 29, 60)}

Auch diese Ayah beweist und erklärt, dass die Versorgung (rizq)

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der Hilflosen (adjiz) und Schwachen (da'if), die unfähig (iktidarsiz) sind, keine Möglichkeit haben, sich selbst zu versorgen, ganz offensichtlich von dort kommt, von wo sie es nicht erwarten, gleichsam aus dem Verborgenen, ja wie aus dem Nichts. So erhalten sie z.B., die Schalentiere in der Tiefe des Meeres, wie aus dem Nichts und Jungtiere, ohne dass sie es wüssten woher. Und alle Tiere erhalten in dem Frühling ihre Nahrung durch eine Bürgschaft der Tat. Auch für diejenigen Menschen, welche die "Ursachen" anbeten, ist Er es, der sie ihnen hinter dem Schleier der Ursachen reicht. Und so wie diese Ayat, zeigen auch noch viele andere Ayat im Qur'an und zahllose Tatsachen in der Natur (shevahid-i kauniye) übereinstimmend, dass alle Lebewesen aus der Barmherzigkeit (rahiemiyet) eines einzigen Ernährers in Seiner Majestät (Rezzaq-i Dhu l-Djelal) ernährt werden.

In der Tat besitzen die Bäume, die sich ihre eigene Art der Versorgung wünschen, weder Verstand (iktidarsiz) noch freien Willen (ihtiyarsiz). Also verharren sie vertrauensvoll (mutevekkilan) an ihren Plätzen und ihre Ernährung (rizq) kommt eilends ihnen zugelaufen. Auch der Unterhalt der hilflosen (adjiz) Jungtiere strömt in Staunen erregender Weise aus den kleinen Zitzen in ihre Mäuler. Sobald aber die Jungtiere ein ganz klein wenig zu Verstand (iktidar) gekommen sind und schon ein Stück weit eigenen Willen (ihtiyar) besitzen, versiegt die Milch. Insbesondere die kleinen Menschenkinder erhalten in der Mutterliebe (shefqat) eine Hilfe. Dies alles beweist ganz offensichtlich, dass erlaubte (helal) Nahrung nicht dem Können (iktidar) und Wollen (ihtiyar) proportional ist, sondern vielmehr entsprechend der Schwäche und Hilflosigkeit (da'if ve adjz) kommt, die (sich auf Gott verlässt und Ihm) vertraut (tevekkul).

Meistens wird die Gier (hirs), welche die Ursache des Mangels (sebeb-i khusran) ist, durch das Wollen (ihtiyar), durch das Können (iktidar) und durch die Klugheit (zekavet) mancher Schriftsteller erregt, welche die Schriftsteller bis zu einer Art von Bettelei führte, während ganz ungebildete Leute (zekavetsiz) in ihrer Unfähigkeit (iktidarsiz) durch ihr völliges Gottvertrauen (tevekkul) zu Reichtum gelangen. Auch das Sprichwort:

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كَمْ عَالِمٍ عَالِمٍ أَعْيَتْ مَذَاهِبُهُ وَجَاهِلٍ جَاهِلٍ تَلْقَاهُ مَرْزُوقًا

{"Wie viele Gelehrte haben sich in all ihrem Wissen umsonst bemüht und wie viele Toren haben in all ihrer Unwissenheit ihren Unterhalt bekommen?"}

beweist, dass die rechte Versorgung (rizq-i helal) nicht kraft Könnens (iktidar) und Wollens (ihtiyar) erworben wird. Nein, nicht dadurch findet man sie, sondern nur von Seiten jener Barmherzigkeit (merhamet), die Mühe und Arbeit anzuerkennen weiß. Sie ist ein Geschenk dessen, der sich unserer Hilfsbedürftigkeit erbarmt (shefqat).

Es gibt zwei Arten von Versorgungsgütern(rizq):

Erstens:

Die natürlichen Grundnahrungs- und Lebensmittel (haqiqi ve fitri rizq), für die es vom Herrn eine Bürgschaft gibt. Die Versorgung mit diesen ist dermaßen gut geregelt, dass der Körper mit den in Form von Fett und dergleichen eingelagerten natürlichen Vorräten auch dann, wenn es nichts mehr gibt, noch mehr als zwanzig Tage ohne zu essen weiterleben, seine Existenz aufrechterhalten kann. Wenn also jemand noch vor Ablauf dieser zwanzig, dreißig Tage scheinbar Hungers stirbt, ohne dass die im Körper eingelagerten Vorräte schon verbraucht wären, so ist dies nicht die Folge eines Mangels an Nahrung, vielmehr stirbt er infolge einer Krankheit, die er sich durch Unvorsichtigkeit zugezogen hat, oder aber durch die Aufgabe seiner Gewohnheiten (terk-i adet).

Die zweite Art von Versorgungsgütern:

Durch Gewohnheit, Verschwendung und Missbrauch zur Sucht gewordene Genussmittel und Luxusgüter, die künstlich erzeugt werden und deren Notwendigkeit nur in der Einbildung besteht. Für diese Güter gibt es keine Bürgschaft von dem Herrn. Er gibt sie manchmal in Seiner Güte und manchmal gibt Er sie nicht.

Was diese zweite Art der Versorgungsgüter betrifft, so ist glücklich der, welcher sich in Bescheidenheit (kanaat) und Sparsamkeit (iktisad), der Quelle von Glück und Zufriedenheit, seinen Lebensunterhalt in rechter

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Weise (helal) erwirbt und darin eine Art der Anbetung (ibadet) und einen Werkgottesdienst (fiil dua) erblickt, Gottes Güte in Achtung und Dankbarkeit annimmt und so ein glückliches Leben führt. Unglückselig aber der, welcher in Verschwendung und Gier, der Quelle von Unglück, Mangel und Qual, vom rechten (helal) Lebenserwerb abkommt, an jede Türe klopft, sein Leben faul und ungerecht mit Klagen verbringt und seine Zeit totschlägt.

Und so wie der Magen nach Nahrung verlangt, genauso verlangen auch Herz, Geist, Verstand, Auge, Ohr und Zunge usw., alle die Sinne und Organe des Menschen danach, von dem barmherzigen Versorger (Rezzaq-i Rahiem) ihren Unterhalt und erhalten ihn in Dankbarkeit. Jedem einzelnen von ihnen wird seine ganz besondere, nur ihm eigene Form der Nahrung geschenkt (ihsan), wie sie ihm gefällt und ihn befriedigt. Ja, der barmherzige Versorger (Rezzaq-i Rahiem) hat jeden einzelnen dieser hochempfindlichen Rezeptoren wie Auge und Ohr, Herz, Sinn (hayal) und Verstand als Schlüssel zur Schatzkammer Seiner Barmherzigkeit erschaffen, um (dem Menschen) seine Versorgung noch reichlicher schenken zu können. So gleicht z.B. das Auge einem Schlüssel zu den Schatzkammern so kostbarer Juwelen, wie sie sich so schön (hüsün) und vollkommen (djemal) auch auf dem Antlitz der Schöpfung zeigen. Das gleiche gilt auch für all die anderen Schlüssel zur Welt, von denen wir im Glauben Gebrauch machen.

Der allmächtige Weise (Dhat-i Qadier-i Hakiem), der dieses Weltall gemacht hat, hat - so wie Er das Leben als einen kompletten Extrakt aus dem Kosmos erschaffen und all Seine Absichten und die Erscheinungen all Seiner Namen darin konzentriert hat - in gleicher Weise auch in der Welt alles Lebendigen den Lebensunterhalt zum gemeinsamen Mittelpunkt allen Geschehens gemacht und in die Lebewesen das Bedürfnis nach Nahrung und die Freude am Essen hineingelegt und so als das bedeutendste Ziel und die höchste Wahrheit des Alls die immerwährende Dankbarkeit für Seine Liebe und eine beständige Anerkennung und Verehrung

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Seiner (göttlichen) Herrschaft (rububiyet) zur Antwort gegeben.

Zum Beispiel: Dieses ganze große Reich des Herrn in all seiner Größe, in allen vier Winden, und besonders die Himmel mit Engeln und Geistern und die unsichtbare Welt mit Seelen zu bevölkern, desgleichen auch diese unsere irdische Welt, besonders aber Luft und Erde, jederzeit überall mit Wesen zu bevölkern und zu beleben, die auf Reize reagieren (ziruh), besonders aber mit Vögeln und Insekten, die Menschen und die Tiere auf Nahrungssuche zu treiben, weil der Nahrungstrieb und die Lust am guten Essen sie in Bewegung versetzt, sie hin und her treibt und sie so vor Faulheit und Müßiggang zu bewahren, dies ist eine Weisheit der Taten des Herrn. Gäbe es nicht so bedeutende Weisheiten wie diese Weisheit, müsste Er auch zu den Tieren - gleich wie zu den Bäumen ihre Nahrung (mit dem Wasser) gelaufen kommt - den ihnen bestimmten Anteil zur Befriedigung ihrer natürlichen (fitri) Bedürfnisse laufen lassen, ohne dass diese sich dabei anstrengen müssten.

Gäbe es, die Schönheit (djemal) des Namens "Erbarmer (Rahiem)" und "Versorger (Rezzaq)" vollständig zu schauen und Seine Allgegenwart (Vahdaniyet) zu bezeugen, ein Auge, welches das ganze Erdenrund in einem einzigen Augenblick zu umfassen und zu betrachten vermöchte, dann könnte es sehen, wie der barmherzige Versorger (Rezzaq-i Rahiem) gegen Ende des Winters, wenn die Nahrung für die (verschiedenen) Tiergattungen knapp zu werden beginnt, als unsichtbare Hilfe und Gnadenerweis des Barmherzigen (ihsan-i Rahman) ganz besonders schmackhafte, besonders viele und ganz unterschiedliche Speisen und Gnadengaben (ni'met) sendet, die einzig aus der Schatzkammer Seiner Barmherzigkeit kommen, sie in die Hände der Pflanzen legt, sie an die Spitzen der Bäume hängt und in den Eutern der Muttertiere bereitet; könnte sehen, welch liebevolle Schönheit sich in Seiner Zärtlichkeit (shefqat) offenbart und welch vollkommene Schönheit (tatli bir djemal) darin zum Ausdruck kommt; würde dann erfahren, das derjenige,

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der einen einzigen Apfel macht und ihn dem Menschen als ein Geschenk anbietet, das ihm zur Freude und zur Nahrung dient, nur der sein kann, der Herr (dhat) ist über den Wechsel der Jahreszeiten, der Tag und Nacht einander folgen lässt und die Erde mit den Erzeugnissen der Jahreszeiten einem Handelsschiff gleich zu den Gästen fahren lässt, die auf diesem Globus ihrer Versorgung bedürfen. Denn so wie die Erscheinungsform dieses Apfels geprägt ist von dem Stempel der Natur (fitrat) und dem Siegel der Weisheit (hikmet), versehen ist mit einer Plombe der Einzigartigkeit (samediyet), die Prägung Seines Erbarmens (rahmet) trägt und so auch alle Apfel und die übrigen Früchte und alle Pflanzen und Tiere, so kann der wahre Eigentümer und Meister (haqiqi maliki ve sani') dieses einen Apfels sicherlich und in jedem Fall nur der glorreiche Eigentümer (Malik-i Dhu l-Djelal) und vollkommene Schöpfer (Khaliq-i Dhu l-Djemal) all dessen sein, was auf Erden wächst und lebt, all der Ebenbilder, Artgenossen und Brüder dieses Apfels der ganzen, großen und weiten Erde, die der Garten dieses Apfels ist, des Baumes, welcher der Hersteller (also gleichsam eine Apfelfabrik) ist, der Jahreszeit, die seine Werkbank ist und des Frühlings und Sommers, in dem dieser Apfel herangereift ist, und anders ist dies nicht möglich.

Das heißt also, dass jede Frucht ein solches Siegel der göttlichen Gegenwart (vahdet) ist, dass es von dem Meister der Erde verkündet, die gleich einem Baum ist und von dem Schreiber des kosmischen Buches, das wie ein Garten ist (in dem der Baum wächst, an dem die Frucht reift) und Seine Gegenwart (vahdet) bezeigt. Und sie ist ein Hinweis auf den Erlass (ferman) Seiner göttlichen Gegenwart (vahdaniyet), der so viele Siegel trägt, wie es Früchte gibt.

Da sich aber in der Risalet-ün-Nur der Name des Allerbarmers (Rahiem) und der Name des Allweisen (Hakiem) bereits offenbart hat und die Wahrheit von diesem Erbarmen (rahiemiyet) schon in vielen Blitzen und in vielen Geheimnissen bewiesen wurde, wollen wir es auf Grund meines unerfreulichen Zustandes

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mit einem kurzen Hinweis auf diese so große Schatzkammer bewenden lassen.

So sagte denn unser Reisender nun: "Elhamdulillah, Dank sei Gott! Ich habe an jedem Ort nach meinem Schöpfer (khaliq) und Herrn (malik) gesucht und jedes Ding nach Ihm befragt. Nun aber habe ich die dreiunddreißig Wahrheiten gesehen und von ihnen vernommen, welche die Notwendigkeit Seiner Existenz (vudjubu vudjud) und Seine Gegenwart (vahdet) bezeugen. Jede einzelne Wahrheit leuchtet wie die Sonne, lässt nichts mehr im Dunkeln. Sie ist stark wie ein Berg und vermag nicht erschüttert zu werden. Und jede einzelne Tatsache, die sich als wahr herausgestellt hat, bezeugt mit unfehlbarer Klarheit Seine Existenz. Und ihre Allgemeingültigkeit ist ein völlig eindeutiger Beweis für Seine Gegenwart (vahdet). Und auch für die übrigen Glaubensgrundsätze findet sich in ihr ein starker Beweis. Fassen wir also das Gesamte aller übereinstimmenden Wahrheiten zusammen, so schreitet unser Glaube von einer bloßen Nachahmung (imani taqlid) zu einem begründeten und wohlverstandenen, von einem wohlverstandenen zu einem wissenschaftlich ergründeten und erforschten, von einem erforschten und begründeten zu einem augenscheinlich wahrgenommenen und offensichtlichen und von einem offenbaren und augenfälligen zu einem wahrhaftigen, durch Tatsachen bestätigten Glauben voran.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Dank sei Gott, dies ist eine Gnadengabe (fadl) meines Herrn!"}

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ الَّذِى هَدٰينَا لِهٰذَا وَمَا كُنَّا لِنَهْتَدِىَ لَوْلآَ أَنْ هَدٰينَا اللّٰهُ لَقَدْ جَآءَتْ رُسُلُ رَبِّنَا بِالْحَقِّ

{"Lobpreis und Dank sei Allah, der uns bis hierher geführt hat. Und wlr wären nicht bis hierher gelangt, wenn Allah uns nicht geführt hätte. Fürwahr, die Propheten des Herrn sind zu uns gekommen mit der Wahrheit." (Sure 7, 43)}

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Entsprechend wurde als ein sehr kurzer Hinweis auf das Licht (envar) des Glaubens, das unser Reisender mit so hohem Interesse gesucht und aus den vier gewaltigen Wahrheiten empfangen hatte, welche er in der Dritten Wohnstatt schauen konnte, im Zweiten Kapitel der Zweiten Abhandlung (makam) Folgendes über die Wahrheiten dieser Dritten Wohnstatt gesagt:

لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ الْوَاحِدُ الْاَحَدُ الَّذِى دَلَّ عَلٰى وَحْدَتِهِ فِى وُجُوبِ وُجُودِهِ مُشَاهَدَةُ عَظَمَةِ اِحَاطَةِ حَقِيقَةِ الْفَتَّاحِيَّةِ بِفَتْحِ الصُّوَرِ ِلأَرْبَعِ مِاٰئَةِ أَلْفِ نَوْعٍ مِنْ ذَوِى الْحَيَاةِ الْمُكَمَّلَةِ بِلاَ قُصُورٍ بِشَهَادَةِ فَنِّ النَّبَاتِ وَ الْحَيَوَانِ. وَ كَذَا مُشَاهَدَةُ عَظَمَةِ اِحَاطَةِ حَقِيقَةِ الرَّحْمَانِيَّةِ الْوَاسِعَةِ الْمُنْتَظَمَةِ بِلاَ نُقْصَانٍ بِالْمُشَاهَدَةِ وَ الْعَيَانِ. وَ كَذَا مُشَاهَدَةُ عَظَمَةِ حَقِيقَةِ الْاِدَارَةِ الْمُحِيطَةِ لِجَمِيعِ ذَوِى الْحَيَاةِ وَ الْمُنْتَظَمَةِ بِلاَ خَطَأٍ وَ لاَ نُقْصَانٍ. وَ كَذَا مُشَاهَدَةُ عَظَمَةِ اِحَاطَةِ حَقِيقَةِ الرَّحِيمِيَّةِ وَ الْاِعَاشَةِ الشَّامِلَةِ لِكُلِّ الْمُرْتَزِقِينَ الْمُقَنَّنَةِ فِى كُلِّ وَقْتِ الْحَاجَةِ بِلاَسَهْوٍ وَ لاَ نِسْيَانٍ جَلَّ جَلاَلُ رَزَّاقِهَا الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ الْحَنَّانِ الْمَنَّانِ وَ عَمَّ نَوَالُهُ وَ شَمِلَ اِحْسَانُهُ وَ لآَ إِلٰهَ إِلاَّ هُوَ ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ
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يَارَبِّ! بِحَقِّ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ يَا اَللّٰهُ يَا رَحْمٰنُ يَا رَحِيمُ صَلِّ وَسَلِّمْ عَلٰى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ وَ عَلٰى اٰلِهِ وَ اَصْحَابِهِ اَجْمَعِينَ بِعَدَدِ جَمِيعِ حُرُوفِ رَسَآئِلِ النُّورِ الْمَضْرُوبَةِ تِلْكَ الْحُرُوفُ فِى عَاشِرَاتِ دَقَآئِقِ جَمِيعِ عُمْرِنَا فِى الدُّنْيَا وَالْاٰخِرَةِ مَعَ ضَرْبِ مَجْمُوعِهَا فِى ذَرَّاتِ وُجُودِى فِى مُدَّةِ حَيَاتِى وَ اغْفِرْ لِى وَ لِمَنْ يُعِينُنِى فِى نَشْرِ رَسَآئِلِ النُّورِ وَ كِتَابَتِهَا بِصَدَاقَةٍ بِكُلِّ صَلاَةٍ مِنْهَا وَ لِاٰبَآئِنَا وَ لِسَادَاتِنَا وَ شُيُوخِنَا وَ لِاَخَوَاتِنَا وَ اِخْوَانِنَا وَ لِطَلَبَةِ رِسَالَةِ النُّورِ الصَّادِقِينَ وَ بِالْخَاصَّةِ لِمَنْ يَكْتُبُ وَ يَسْتَنْسِخُ هٰذِهِ الرِّسَالَةَ بِرَحْمَتِكَ يَآ اَرْحَمَ الرَّاحِمِينَ اٰمِينَ ٭ وَ اٰخِرُ دَعْوَاهُمْ أَنِ الْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ
— 328 —

Hinweis

In der Umgebung des Landes, in dem diese Abhandlung entstanden ist, finden sich keine weiteren Abhandlungen aus der Risale-i Nur. Weil diese Abhandlung aber verfasst wurde, ohne dass ich es beabsichtigt hätte, werden darin einige kurze, aber bedeutende Fragestellungen aus anderen Abhandlungen in den "Worten" (Sözler) und "Blitzen" (Lem'alar) noch einmal erwähnt, was äußerlich wie eine Wiederholung erscheint. Jede einzelne von ihnen sollte den hiesigen Schülern einer kleinen Risalet-ün-Nur gleich sein und kam deshalb in dieser Weise zur Niederschrift.

Von diesem Manuskript die erste Abschrift wurde von einem gewissen begnadeten Schreiber abgefasst. Dieser Mann hatte von Entsprechungen (tevafuq) keine Ahnung. In seiner Abschrift haben wir aber eine so feinsinnige und bedeutsame Entsprechung gesehen, dass sie uns wert erscheint, hier erwähnt zu werden. Wir zählten am Zeilenanfang dieser Niederschrift 666 Mal den Buchstaben «Elif». Diese Tatsache (hal) aber entspricht voll und ganz dem Wert (makam) der von Hazret-i Imam-i Ali (RA) so genannten Ayet-ül Kübra, nach der gerade diese Risala benannt wurde und der nach Djifr - und Ebdjed -Rechnung mit genau dieser Zahl 666 übereinstimmt, was zeigt, dass diese Risala auch dieses Namens würdig ist. Daraus haben wir verstanden, dass auch die Zahl der Ayat im Qur'an mit 6666, also einer vierstelligen Zahl, auf die Übereinstimmung mit jener dreistelligen Zahl hinweist, die uns aus dieser Risala wie ein Blitzstrahl entgegenleuchtet.

Said Nursi
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Dieser Tage vernahm ich im Lauschen meines Herzens den folgenden Frage- und Antwortwechsel. Daraus möchte ich euch hier eine Zusammenfassung geben:

Da sagte jemand:

"Die allseitigen Vorbereitungen (tahshidat) der Risale-i Nur und ihr umfassender Einsatz aller Kräfte für Glaube (iman) und Einheit (tauhid) werden noch ständig verstärkt. Doch selbst den hartnäckigsten Atheisten zum Schweigen zu bringen, würde schon ein Hundertstel genügen. Warum aber sucht sie dann noch so fieberhaft nach immer neuen Beweisgründen (tahshidat)?"

Man gab ihm zur Antwort:

"Die Risale-i Nur bessert nicht nur kleinere Schäden wieder aus, sie setzt keine Hütte wieder in Stand, sondern wirkt einer umfangreichen Zerstörung an einer weitläufigen Burg entgegen, die den Islam umfasst und deren Steine groß wie die Berge sind. Sie bemüht sich nicht nur darum, das Herz eines einzigen Menschen und sein persönliches Gewissen zu heilen, sondern das Herz des (islamischen) Volkes und das Denken der Allgemeinheit, dem durch die Verderben bringenden Mittel und Geräte, die schon tausend Jahre lang vorbereitet und angesammelt worden sind, so fürchterliche Wunden geschlagen wurden und das Gewissen der Allgemeinheit (= Muslime), das durch den Zusammenbruch der islamischen Grundsätze, Bewegungen und Kennzeichen (Sheair), welche ein Zufluchtsort der (islamischen) Gemeinschaft im Allgemeinen und der einfachen Gläubigen im Besonderen war, allmählich verdorben worden ist, durch das Wunder des Qur'an und seine tiefen Wunden mit den Mitteln und Möglichkeiten des Qur'an und des Glaubens zu heilen. Gegen solche allgemeine fürchterliche Zerstörung, gegen solche Verwundungen und Verletzungen ist es sicherlich notwendig, Zeugnisse von unumstößlicher Wahrhaftigkeit und Beweismittel so stark wie die Berge zu finden, erprobte Heilmittel in der Wirksamkeit

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von tausend Gegengiften und zahllose Medikamente. Diese Aufgabe erfüllt die Risale-i Nur, entstanden in unserer Zeit, inspiriert durch ein Wunder, welches Wunder die Verkündigung des Qur'an ist, und die ein Fahrzeug ist des Fortschritts und der Entwicklung auf den Stufen des Glaubens." Dies ist der Sinn eines langen Gesprächsablaufes, den ich zur Gänze mit angehört habe. Er erfüllte mich mit grenzenloser Dankbarkeit. Dies ist jedoch hier nur eine kurze Zusammenfassung.

Said Nursi
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Neunter Strahl

Erster Teil eines Briefes zum "Zehnten Wort",
Ein wichtiger Anhang.
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ فَسُبْحَانَ اللّٰهِ حِينَ تُمْسُونَ وَحِينَ تُصْبِحُونَ ٭ وَ لَهُ الْحَمْدُ فِى السَّمٰوَاتِ وَالْأَرْضِ وَ عَشِيًّا وَحِينَ تُظْهِرُونَ ٭ يُخْرِجُ الْحَىَّ مِنَ الْمَيِّتِ وَيُخْرِجُ الْمَيِّتَ مِنَ الْحَىِّ وَ يُحْيِى الْأَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَا وَ كَذٰلِكَ تُخْرَجُونَ ٭ وَ مِنْ اٰيَاتِهِٓ أَنْ خَلَقَكُمْ مِنْ تُرَابٍ ثُمَّ اِذَآ أَنْتُمْ بَشَرٌ تَنْتَشِرُونَ ٭ وَ مِنْ اٰيَاتِهِٓ أَنْ خَلَقَ لَكُمْ مِنْ أَنْفُسِكُمْ أَزْوَاجًا لِتَسْكُنُوٓا إِلَيْهَا وَ جَعَلَ بَيْنَكُمْ مَوَدَّةً وَ رَحْمَةً إِنَّ فِى ذٰلِكَ لَاٰيَاتٍ لِقَوْمٍ يَتَفَكَّرُونَ ٭ وَ مِنْ اٰيَاتِهِ خَلْقُ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضِ وَ اخْتِلاَفُ أَلْسِنَتِكُمْ وَ أَلْوَانِكُمْ اِنَّ فِى ذٰلِكَ لَاٰيَاتٍ لِلْعَالِمِينَ ٭ وَ مِنْ اٰيَاتِهِ مَنَامُكُمْ بِالَّيْلِ وَالنَّهَارِ وَ ابْتِغَآؤُكُمْ مِنْ فَضْلِهِٓ اِنَّ فِى ذٰلِكَ لَاٰيَاتٍ لِقَوْمٍ يَسْمَعُونَ ٭ وَ مِنْ اٰيَاتِهِ يُرِيكُمُ الْبَرْقَ خَوْفًا وَ طَمَعًا وَ يُنَزِّلُ مِنَ السَّمَآءِ مَآءً فَيُحْيِى بِهِ الْأَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَآ اِنَّ فِى ذٰلِكَ لَاٰيَاتٍ لِقَوْمٍ يَعْقِلُونَ ٭ وَمِنْ اٰيَاتِهِٓ اَنْ تَقُومَ السَّمَآءُ وَ الْأَرْضُ بِأَمْرِهِ ثُمَّ اِذَا دَعَاكُمْ دَعْوَةً مِنَ الْأَرْضِ اِذَآ أَنْتُمْ تَخْرُجُونَ ٭ وَ لَهُ مَنْ فِى السَّمٰوَاتِ وَ الْأَرْضِ كُلٌّ لَهُ قَانِتُونَ ٭ وَ هُوَ الَّذِى يَبْدَؤُا الْخَلْقَ ثُمَّ يُعِيدُهُ وَهُوَ أَهْوَنُ عَلَيْهِ ٭ وَ لَهُ الْمَثَلُ الْأَعْلٰى فِى السَّمٰوَاتِ وَ الْأَرْضِ وَهُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ
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{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen; Lob, Preis und Dank sei Allah, wenn es für Euch Abendzeit und Morgenzeit geworden ist und Lob Ihm in den Himmeln und auf Erden zur Mittagsstunde und wenn der Tag sich neigt. Er bringt das Lebendige aus dem Toten hervor und lässt das Tote entstehen aus dem Lebendigen. Er schenkt der Erde wieder das Leben nach ihrem Tode und so werdet auch Ihr wieder hervorgerufen werden. Und zu Seinen Zeichen gehört es, dass Er Euch aus dem Staube erschaffen hat. Siehe da wurdet Ihr zu Menschen, die sich ausbreiteten! Und zu Seinen Zeichen (ayat) gehört es, dass Er für Euch Gefährten erschaffen hat aus Euch selbst, dass Ihr ihnen beiwohnet. Und Er hat Liebe und Erbarmen unter Euch gesetzt. Wahrlich, darin finden sich ja Zeichen für solche, die nachdenken. Und zu Seinen Zeichen gehört die Erschaffung der Himmel und der Erde und die Verschiedenartigkeit Eurer Zungen (= Sprachen) und (Haut)farben. Wahrlich darin finden sich ja Zeichen für die Wissenden. Und zu Seinen Zeichen gehört Euer Schlaf in der Nacht und am Tage und Euer Trachten nach Seiner Huld (fadl). Wahrlich, darin finden sich ja Zeichen für solche, die hören. Und zu Seinen Zeichen gehört es, dass Er Euch den Blitz zeigt zur Furcht und zur Hoffnung und Wasser herabsendet vom Himmel und damit die Erde vom Tode erweckt. Wahrlich, darin finden sich ja Zeichen für Leute von Verstand. Und zu Seinen Zeichen gehört es, dass Himmel und Erde fest stehen auf Sein Geheiß. Wenn Er Euch dann wieder aus der Erde hervorruft, so ersteht Ihr neu. Sein ist, was in den Himmeln und auf Erden ist und alles gehorcht Ihm. Er ist es, der die Schöpfung hervorbringt und sie sodann wieder erneuert, was für Ihn leichter ist. Und bei Ihm ist das höchste Gleichnis in den Himmeln und auf der Erde und Er ist der Mächtige, der Weise." (Sure 30, 17-27)}

In dem nun folgenden "Neunten Strahl" (Shu'a) wird ein besonders wichtiger Punkt dieser großen himmlischen Ayat erklärt, die einen Pol des Glaubens darstellen und eines von den gewaltigen Zeugnissen für die Wiederversammlung erläutern. Es war ein feinsinniges Gnadengeschenk des Herrn, als der Alte Said vor dreißig Jahren sein Werk mit dem Titel "Urteile" (Muhakemat) als Einführung zu seinem Kommentar beendete. Damals schrieb er:

Zweite Abhandlung:

Hier werden zwei Verse über die Wiederversammlung aus dem Qur'an kommentiert und erklärt.

نَخُو بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen."}

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Hier wurde er aber unterbrochen und konnte nicht mehr weiterschreiben. Lobpreis und Dank (shukur ve hamd) sei meinem Barmherzigen Schöpfer (Khaliq-i Rahiem) so viele Male wie es Beweise und Zeichen der Wiederversammlung gibt, dafür dass Er dreißig Jahre später in Seiner Güte (ihsan) den Erfolg gewährt hat. Tatsächlich verlieh Er vor zehn Jahren durch diese eine von den beiden Ayat:

فَانْظُرْ اِلٰٓى اٰثَارِ رَحْمَتِ اللّٰهِ كَيْفَ يُحْيِى الْاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَآ اِنَّ ذٰلِكَ لَمُحْيِى الْمَوْتٰى وَ هُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ قَدِيرٌ

{"Siehe die Male der Barmherzigkeit Allahs wie Er die Erde nach ihrem Tode wieder lebendig macht. Für wahr Er ist es, der die Toten wieder belebt und Er hat Macht über alle Dinge." (Sure 30, 50)}

das Zehnte als dem einen und das Neunundzwanzigste Wort, als einen weiteren glänzenden und sehr starken Beweis und Kommentar zu diesem göttlichen Erlass. Sie haben die Leugner zum Schweigen gebracht. Er hat in dieser Abhandlung (Risale) den Kommentar zu den oben erwähnten großen Versen, die gleich zwei uneinnehmbaren Festungen des Glaubens an die Wiederversammlung sind, neun, zehn Jahre später zum Geschenk gemacht. So besteht also der folgende Neunte Strahl aus "neun erhabenen Stufen", auf die mit den oben erwähnten berühmten Versen hingewiesen wurde und einer bedeutsamen Einführung dazu.

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Einführung

Zwei Punkte, mit denen die lebenswichtigen Folgen und sehr viel geistiger Nutzen des Glaubens an die Wiederversammlung zu einem einzigen Ergebnis zusammengefasst, und in denen aufgezeigt wird, in welchem Grade dieser Glaube für das menschliche Leben und besonders für das Gemeinschaftsleben erforderlich, ja, sogar zwingend notwendig ist, und in denen der Glaube an die Wiederversammlung mit einem einzigen universellen bündigen Zeugnis unter vielen Zeugnissen dargestellt, und gleichzeitig zum Ausdruck gebracht wird, in welchem Grade der Glaube an die Wiederversammlung offensichtlich und ganz ohne allen Zweifel ist.

Erster Punkt:

Für das Dogma (aqida) von der Auferstehung, welches das Grundprinzip des sozialen wie des individuellen Lebens ist und die Grundlage zur Glückseligkeit und zur Vervollkommnung des Menschen, wollen wir hier unter hunderten von Beweisen lediglich vier Beispiele an führen:

Erster Beweis:

Kinder, welche etwa die Hälfte der Menschheit ausmachen, können nur im Gedanken an das Paradies den Tod und die Trennung ertragen, die ihnen Furcht und Schrecken einjagt, sodass sie weinen. Nur so können sie in ihrer Empfindsamkeit und vergleichsweisen Schwäche die geistige Kraft für ihr Dasein aufbringen und bei ihrer so wenig widerstandsfähigen Gemütsverfassung, wo sie doch so leicht zum Weinen neigen, mit der Hoffnung auf das Paradies in Freude leben. Zum Beispiel sagt ein Kind im Gedanken an das Paradies: "Mein kleiner Bruder oder Freund ist gestorben. Nun ist er ein Vogel im Paradies geworden. Dort hat er es nun gut. Er fliegt im Paradies umher und lebt jetzt noch schöner als wir."

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Wäre das nicht so, fielen diesen hilflosen, schwachen und ängstlichen Kindern die Toten ins Auge, Große und auch Kleine in ihrem Alter, die immer und überall ringsum sie gestorben sind, vernichteten ganz und gar die Kraft ihres Widerstandes und die Stärke ihrer Seele, brächten nicht nur ihre Augen, nein, Herz, Sinn und Verstand, ihr ganzes Gemüt zum Weinen, zerstörten es gar, und die Kinder würden so verstörten, unglückseligen Tieren gleich.

Zweiter Beweis:

Die Alten aber, welche die andere Hälfte der Menschheit ausmachen, können sich nur mit dem Jenseits über die Nähe ihres Grabes hinwegtrösten. Nur so können sie sich in Anbetracht ihres eigenen Lebens im Besonderen, mit dem sie eng verbunden sind, und das doch so bald erlöschen wird, und das in Anbetracht dieses schönen Lebens allgemein, zu dem sich so bald die Türe schließen wird, noch weiter aufrecht erhalten. In ihrem Geist und Gemüt, das dem der Kinder ähnelt, können sie dem Schmerz und der Hoffnungslosigkeit, die aus dem Tod und Verfall erwächst, nur die Hoffnung auf ein bleibendes Leben entgegensetzen. Sonst würden alle diese sorgenvollen Väter und Mütter, würdig der Liebe (shefqat) und Verehrung, und bedürftig der Ruhe (rahat) für ihre Seelen und des Friedens (istirahat) für ihre Herzen, ein solches Weh des Geistes und eine derartige Verwirrung des Herzens erleiden, dass ihnen die Welt wie ein finsterer Kerker und das Leben einer peinvollen Strafe gleich wäre.

Dritter Beweis:

Die jungen Leute, welche die Ausgangsbasis des menschlichen Gesellschaftslebens bilden, diese Jugendlichen in ihrer doch so heißblütigen Art, im Überschwang (ifrat) ihrer Gefühle und Leidenschaften, können sich nicht anders vor Ausschreitungen, Gewalttätigkeiten und Zerstörung zurückhalten und einen angenehmen Ablauf des gesellschaftlichen Lebens sicherstellen als nur in dem Gedanken an die Hölle. Anderenfalls, wenn die Furcht vor der Hölle nicht wäre, würden diese jungen Menschen in ihrem Rausch nach dem Motto:

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اَلْحُكْمُ لِلْغَا لِبِ {"Das Recht ist auf Seiten des Stärkeren"} den Hilflosen, Schwachen und Armen je nach Lust und Laune das Leben zur Hölle machen, und die hohe Menschlichkeit in eine ganz gemeine Bestialität umwandeln.

Vierter Beweis:

Im irdischen Leben des Menschengeschlechtes ist der universale Mittelpunkt, der Lebensnerv, ein Paradies irdischer Glückseligkeit, ein Zufluchtsort und eine Burg das Familienleben, das Zuhause ist für jedermann seine kleine Welt. Was aber in dieses Zuhause und sein Familienleben Leben und Glück hineinbringt, ist nur in inniger, ernster und treuer Verehrung (hurmet), in aufrechtem (haqiqi), liebevollem (shefqatli) und opferbereitem Mitleid (fedakarane merhamet) möglich, und diese wahrhaftige Verehrung (haqiqi hurmet), das herzliche Erbarmen (merhamet) kann nur in dem Gedanken und auf dem Glaubensgrundsatz einer ewigen (daimi) Freundschaft und einer ewigen (sermedi) Partnerschaft und einem immerwährenden (hadsiz) Beieinandersein möglich sein in der Idee, sich für eine grenzenlose Zeit und ein unbegrenztes Leben in väterlicher, kindlicher, brüderlicher und freundschaftlicher Verbundenheit zusammenzufinden. So sagt ein Mensch zum Beispiel:

"Diese meine Frau wird in einer ewigen (ebedi) Welt, einem ewigen (ebedi) Leben meine immerwährende (daimi) Gefährtin (refiqa) sein. Es macht nichts, wenn sie jetzt alt und hässlich geworden ist. Denn ihr ist eine ewige (ebedi) Schönheit zu Eigen, die wiederkehren wird. Und ich bin dazu bereit, für eine solch immerwährende (daimi) Kameradschaft jedes Opfer zu bringen und ihr Barmherzigkeit (merhamet) zu erweisen."

So kann er seiner altgewordenen Frau mit der gleichen Liebe (muhabbet), Zärtlichkeit (shefqat) und Barmherzigkeit (merhamet) begegnen, wie einer Paradiesesjungfrau (huri). Anderenfalls würde eine Kameradschaft, die nach einem kurzen, ein-, zweistündigen, äußerlichen Beisammensein durch einen Abschied und eine Trennung auf ewig wieder gelöst wird, sicherlich nur eine Art von sehr oberflächlicher und nur vorübergehender emotionaler Bindung ohne jede Wurzel sein, worin Erbarmen (merhamet) nur ein Wort (medjazi) und Ehrerbietung (hurmet) nur gekünstelt bleibt. So wie im Tierreich

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würden arteigene Interessen und andere dominierende Eigenschaften über Ehrerbietung und Barmherzigkeit siegen und dieses irdische Paradies in eine Hölle verwandeln.

So betrifft also eine unter hundert Folgen des Glaubens an die Wiederversammlung das gesellschaftliche Leben der Menschen. Und diese eine einzige Folge hat aber hunderte von Möglichkeiten, sie zu betrachten und anzuwenden. Vergleicht man diese vier oben erwähnten Beweise mit den anderen (noch möglichen), dann wird es verständlich, dass die Wiederversammlung sich als ein tatsächliches Ereignis bewahrheiten wird, und dies mit der Gewissheit der Existenz der Menschheit und ihrer gemeinsamen Bedürfnisse.

Ja, die Existenz eines Bedürfnisses im menschlichen Magen ist sogar ein offensichtlicher Beweis und ein klares Zeugnis für die Existenz der Nahrung. Ja, sie teilt diese Tatsache sogar noch viel deutlicher mit. Das aber beweist: Nimmt man der Menschheit die Schlussfolgerung, die sich aus der Tatsache der Wiederversammlung ergibt, weg, dann fällt dieses so wichtige, erhabene und lebendige Wesen der Menschheit, seine Seele, auf die Stufe eines Kadavers herab, der als Abfall nur noch den Mikroben dient und ungenießbar (murdar, unrein) ist.

Diejenigen, welche sich so intensiv mit der Regierung, den Sitten und den gesellschaftlichen Beziehungen unter den Menschen beschäftigen, die Politiker, Moralisten und Soziologen sollen einmal die Ohren spitzen! Sollen sie doch endlich einmal sagen, wie sie diese Leere ausfüllen, und womit sie diese tiefe Wunde heilen wollen?

Zweiter Punkt:

Für die Tatsache der Wiederversammlung gibt es zahlreiche Beweise. Wir wollen hier nun einen dieser Beweise in sehr kurzer Form darlegen. Er wurde aus Zeugnissen zusammengestellt, die auf noch anderen Fundamenten des Glaubens beruhen. Es ist dies der folgende:

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Alle Wunder, die das Gesandtentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, beweisen, und all die Beweise seines Prophetentums und seiner Wahrhaftigkeit (haqqaniyet) beweisen und bezeugen zusammen, dass sich die Wiederversammlung tatsächlich bewahrheiten wird. Denn alles, was diese Persönlichkeit lehrte, konzentriert sich zunächst auf die Lehre von der Einheit (Vahdaniyet), danach aber auf die Wiederversammlung. In der Tat bezeugen alle seine Wunder und Beweise, die sämtliche Propheten zu ihrer Bestätigung gewirkt haben, und durch die sie als Propheten bestätigt worden sind, eben diese eine Wahrheit. In gleicher Weise führt وَ بِرُسُلِهِ {"und an Seine Propheten."} das Bekenntnis des Glaubens an die Propheten (von Adam bis Mohammed, mit dem Friede und Segen sei), welches وَ كُتُبِهِ {"und an Seine Schriften."} das Bekenntnis des Glaubens an die heiligen Schriften in seiner Klarheit noch steigert, zum Bekenntnis des Glaubens an eben diese eine Wahrheit. Dies ist wie folgt:

Vor allem führen sämtliche Wunder, Beweise und Tatsachen, welche die Wahrheit des Qur'an (als Gottes Wort), der ja offensichtlich selbst ein Wunder ist, belegen, insgesamt zu dem Bekenntnis des Glaubens, dass die Wiederversammlung sich als ein tatsächliches Ereignis bewahrheiten wird. Denn fast ein Drittel des Qur'an handelt von der Wiederversammlung, und die meisten kurzen Suren beginnen mit sehr starken Versen über die Wiederversammlung. Er berichtet in tausenden von Versen ausdrücklich oder inbegriffen von eben dieser einen Wahrheit, beweist sie, weist auf sie hin. Zum Beispiel:

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اِذَا الشَّمْسُ كُوِّرَتْ ٭ يَآ أَيُّهَا النَّاسُ اتَّقُوا رَبَّكُمْ اِنَّ زَلْزَلَةَ السَّاعَةِ شَىْءٌ عَظِيمٌ ٭ اِذَا زُلْزِلَتِ الْاَرْضُ زِلْزَالَهَا ٭ اِذَا السَّمَآءُ انْفَطَرَتْ ٭ اِذَا السَّمَآءُ انْشَقَّتْ ٭ عَمَّ يَتَسَآءَلُونَ ٭ هَلْ أَتٰيكَ حَدِيثُ الْغَاشِيَةِ

{"Wenn die Sonne zusammengefaltet wird..." (Sure 81, 1) "Oh Ihr Menschen, fürchtet Euren Herrn. Siehe, das Beben der 'Stunde' ist ein gewaltig Ding." (Sure 22, 1) "Wenn die Erde gewaltig erbebt..." (Sure 99, 1) "Wenn der Himmel sich spaltet..." (Sure 82, 1) "Wenn der Himmel zerreißt..." (Sure 84, 1) "Wonach fragen sie einander..." (Sure 78, 1) "Ist die Kunde von dem gewaltigen Ereignis zu dir gedrungen?" (Sure 88, 1)}

In dieser oder ähnlicher Weise zeigt der Qur'an am Anfang von dreißig, vierzig Suren mit völliger Gewissheit, dass die Tatsache der Wiederversammlung die bedeutendste Tatsache und die notwendigste (vadjib) in der Schöpfung ist. Und auch noch andere Ayat erklären diese Tatsache mit den verschiedensten Beweisen überzeugend.

Ja, wäre es denn überhaupt möglich, dass der Glaube an die Wiederversammlung, der doch aus dem Zeugnis und der Lehre des Buches, das doch mit einem einzigen Zeichen eines einzigen Verses im Bereich der verschiedenen naturwissenschaftlichen und philosophischen islamischen Wissenschaften vor unseren Augen wissenschaftliche Tatsachen sonnenklar als Frucht hervorbringt, nicht wahr sein sollte? Wäre das nicht hundertmal unmöglich und irrig, als wollte man die Existenz der Sonne bestreiten und das Weltall als nichtvorhanden erklären? Ja, wäre es denn überhaupt möglich, dass sich tausende von Aussagen, Versprechungen und Warnungen eines so ehrenwerten und vertrauenswürdigen Königs (djiddi ve izzetli sultan) als Unwahrheit und Lüge herausstellen sollten, obwohl sich doch zuweilen ein Heer auf einen einzigen Wink seines Königs in Marsch setzt, um zu kämpfen? Ja, wäre es denn für einen Menschen, der in seiner Ignoranz diese Wahrheit nicht annehmen will, obwohl doch dieser ruhmreiche, unsichtbare König, für den ein bloßer Wink genügt,

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um eine solche Tatsache zu beweisen, der seit dreizehn Jahrhunderten ununterbrochen über zahllose Geister, Intelligenzen, Herzen und Seelen Seines Reiches in Recht und Gerechtigkeit (haq ve haqiqat) herrscht, sie unterweist und lenkt und leitet, die Tatsache der Wiederversammlung mit tausenden von Erklärungen erläutert und bewiesen hat, nicht notwendig, ihn mit der Hölle zu bestrafen, und wäre das nicht für ihn die wahre Gerechtigkeit?

In dieser oder ähnlicher Weise bestätigen, auch alle die himmlischen Bücher und heiligen Schriften, deren jedes in seinem Zeitalter und in seiner Kulturepoche maßgeblich war, jene Wahrheit von der Wiederversammlung, die der Qur'an, welcher für alle Zukunft und für eine jegliche Kulturepoche maßgeblich ist, ausführlich, mit Erläuterungen und Wiederholungen erklärt. Sie alle nehmen diese Wahrheit ihrem Zeitalter und ihrer Kulturepoche entsprechend als unumstößlich an, erklären sie kurz und bündig, behaupten und beweisen sie nachdrücklich, wenn auch die Bilder dabei manchmal etwas undeutlich bleiben. Sie alle unterstreichen und bestätigen diese Lehre des Qur'an wie mit tausenden von Unterschriften.

Hier noch das Ende eines Bittgebet (Risale-i Munadja'at),\in dem dieses Thema behandelt wird:

Es wird darin ein Grundpfeiler des "Glaubens an den Jüngsten Tag" im Zusammenhang mit noch anderen Grundpfeilern des Glaubens, besonders dem, welcher das Bekenntnis des Glaubens (shahada) an die Propheten und die heiligen Bücher betrifft, in Form eines Bittgebetes (munadja'at) als ein kurz und bündig zusammengefasster Beleg für die Wiederversammlung angeführt, der sehr stark ist und jeglichen Zweifel auszuräumen vermag. Es ist dies ein Bittgebet, in dem es folgendermaßen heißt:

Oh mein barmherziger Herr (Rabbi Rahiem)! Unterrichtet durch Deinen höchst ehrenwerten Gesandten und belehrt durch den weisen Qur'an, habe ich verstanden: Vor allem der Qur'an und Dein hochehrwürdiger Gesandter, aber auch alle heiligen Bücher und Propheten bezeugen und beweisen

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übereinstimmend und weisen darauf hin, dass die Manifestationen Deiner glorreichen und anmutigen (Djelal ve Djemal) Namen, deren Abbilder wir hier in dieser Welt allüberall betrachten können, sich noch glanzvoller in der Ewigkeit der Ewigkeiten fortsetzen werden und dass Deine Gnadengaben (ihsan), deren Manifestationen und Abbildungen in Deiner Barmherzigkeit (rahiemane) dieser Welt zum Zeugnis gegeben werden, noch majestätischer an der Stätte der Glückseligkeit für immer und ewig erscheinen werden, und dass diejenigen, die sie in diesem kurzen irdischen Leben voll Freude und Sehnsucht genossen haben, und die ihnen bis in die Ewigkeit hinüber Begleiter waren, ihnen auch dort noch Begleiter sein werden, wo es keine Trennung gibt.

Zudem verkünden auch, allen voran der hochehrwürdige Gesandte und Dein weiser Qur'an, so dann alle die Propheten erleuchteten Geistes, die Heiligen (auliya), welche die Pole (qutub) aller lichtvollen Herzen, die Getreuen (siddiq), welche die Quelle allen lichten und scharfen Denkens sind, gestützt auf Deine tausenden von Verheißungen und Warnungen, die sich in allen himmlischen Büchern und heiligen Schriften so oft wiederholen, und auch im Vertrauen auf Deine heiligen Namen (she'n) und Eigenschaften (sifat): Allmacht (qudret), Barmherzigkeit (rahmet), Gnade (inayet), Weisheit (hikmet), Majestät (Djelal) und Schönheit (Djemal), welche nach einem Jenseits verlangen, im Vertrauen auf die Würde Deiner Majestät (izzet-i djelal) und das Königreich Deiner Herrschaft (saltanat-i rububiyet), auch bauend auf ihre zahllosen (spirituellen) Entdeckungen (keshfiyat) und Erfahrungen (mushahade), welche sie uns übermitteln gleich Abbildern aus dem Jenseits und Tropfsteinen, (welche, von einer himmlischen Nährlösung gespeist, von dem Boden der diesseitigen Welt empor und von ihrer Decke herabwachsen) und im Vertrauen auf ihre Überzeugungen und ihren Glauben, welcher die Sicherheit der Wissenschaft und persönlicher Wahrnehmung (ilme-l'yaqin ve ayne-l'yaqin) besitzt, (verkünden sie mit einer solchen Sicherheit) den Menschen die ewige

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Seligkeit. Sie verkünden und erklären, dass für die Leute des Irrweges (dalalet) die Hölle und für die Leute der Rechtleitung (hidayet) das Paradies da ist. Daran glauben sie fest und bezeugen es...

Oh allmächtiger König! (Ey Qadir-i Hakim!) Oh barmherziger Erbarmer! (Ey Rahman-i Rahim!) Oh Freigiebiger und Getreuer in Deinen Versprechungen! (Ey Sadiqul'Va'di-l'Kerim!) Oh gewaltiger und majestätischer Herr der Ehren, dem keiner zu widerstehen vermag!... (Ey Izzet ve A'zamet ve Djelal sahibi Qahhar-i Dhu-l'Djelal).

Gepriesen bist Du hunderttausendmal, grenzenlos rein und so hoch erhaben darüber, dass Du so viele Deiner treuen Freunde zu Lügnern stempeln solltest!... und dass sich so viele Deiner Versprechungen, Attribute (sifat) und Taten (shuunat) als verlogen herausstellen sollten!... und dass Du die absoluten Erfordernisse des Königreiches Deiner Herrschaft (saltanat-i rububiyet) verleugnen und ihnen nicht entsprechen solltest!... und dass Du die zahllosen Bitten und Gebete Deiner zahllosen Diener und Anbeter, die Du angenommen hast und liebst und die Deine Liebe dadurch erstreben, dass sie an Dich glauben (tasdiq) und Dir gehorchen, zurückweisen und nicht erhören solltest!... und dass Du die, welche auf Irrwegen (ehl-i dalalet) gehen, und die Ungläubigen, welche Deine gewaltige Größe (azamet ve kibriya) angreifen, indem sie Dich in Deinem Versprechen der Auferstehung in ihrem Unglauben und ihrer Auflehnung (isyan) zum Lügner stempeln wollen, welche Dich in der Ehre Deiner Majestät (izzet-i djelal) und in der Würde Deiner Göttlichkeit (uluhiyet) und in der Barmherzigkeit Deiner Herrschaft (shefqat-i rububiyet) beleidigen wollen, in ihrer Verleugnung der Wiederversammlung bestätigen solltest!

Über aller grenzenlosen Ungerechtigkeit und über aller grenzenlosen Abscheulichkeit sei über alles geheiligt Deine grenzenlose Gerechtigkeit (adalet), Deine grenzenlose Schönheit (djemal) und Deine unbegrenzte Barmherzigkeit (rahmet)!

Wir glauben mit aller Macht (quvvet), dass die Zeugnisse der Propheten, der Gelehrten (asfiya) und der Heiligen (auliya),

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die die hunderttausend getreuen Botschafter und grenzenlos aufrechten Ausrufer Deines Königreiches bilden und die jenseitigen Schatzkammern Deiner Barmherzigkeit, die Tresore Deiner Gnadengaben (ihsan) in der ewigen (baqi) Welt und die Manifestationen Deiner wunderbaren schönen Namen, die sich im Hause der Glückseligkeit vollständig offenbaren, werden mit wahrhaftiger Sicherheit, mit augenscheinlicher Sicherheit, mit wissenschaftlicher Sicherheit (haqqa-l'yaqin, ayne-l'yaqin, ilmel'yaqin) bestätigen, richtig und wahrhaftig sind. Ihre Beschreibungen sind zutreffend und stimmen miteinander überein. Was sie verkündigen ist zutreffend, entspricht den Tatsachen. Sie glauben, dass der größte Strahl Deines Namens, auf den alle Tatsachen hinauslaufen, der ihre Sonne und ihr Beschützer ist, "der Wahre" (Haqq) heißt, und dass er die gewaltige Tatsache der Auferstehung ist, und unterrichten dieser Wahrheit entsprechend in Deinem Auftrag Deine Diener und Anbeter. Sie belehren darüber, was die Wahrheit selbst ist.

Oh Herr! Um der Wahrheit dieses ihres Unterrichtes und der Ehrenhaftigkeit ihrer Belehrungen willen, schenke den Schülern der Risale-i Nur einen vollkommenen Glauben und ein gutes Ende! Gewähre uns, ihrer Fürsprache teilhaftig zu werden! Amen...

So wie aber nun einerseits alle Hinweise und Belege, welche die Wahrhaftigkeit des Qur'an, ja, sogar aller heiligen Schriften, beweisen, andererseits auch alle die Wundertaten und Zeugnisse des Prophetentums des Geliebten Gottes (Habibullah), ja, sogar aller Gesandten bestätigen, so beweisen sie alle auch die große Lehre vom Jenseits als einer Realität. In ähnlicher Weise bestätigen auch die meisten Hinweise und Belege, indem sie das Sein und die Einheit des Notwendig-Seienden (Vadjib-ul Vudjudun vudjuduna ve vahdet) bestätigen, gleichzeitig auch die Eröffnung des Hauses der Glückseligkeit, das die hauptsächliche Quelle und der Angelpunkt göttlicher Herrschaft (rububiyet), Seiner Erhabenheit (uluhiyet) und die Existenz einer beständigen Welt ist. Wie noch in den folgenden Abschnitten

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zu erläutern und zu beweisen sein wird, verlangen sowohl das Sein des Notwendig-Seienden als auch alle seine Eigenschaften (sifat), die meisten Seiner Namen und auch Seine Attribute (vasif) wie Herrschaft (Rububiyet), Erhabenheit (Uluhiyet), Barmherzigkeit (Rahmet), Gnade (Inayet), Weisheit (Hikmet) und Gerechtigkeit (Adalet) mit der ihr eigenen Notwendigkeit nach einem Jenseits, fordern mit zwingender Notwendigkeit nach einer beständigen Welt, rufen mit Dringlichkeit nach einer Auferstehung und Wiederversammlung, dort zu belohnen und zu bestrafen.

Da es nun einmal einen Gott (Allah) gibt von Ewigkeit zu Ewigkeit, wird es mit Sicherheit auch ein Jenseits geben, das der unvergängliche Sitz Seines Königreiches in Erhabenheit (saltanat-i uluhiytinin sermedi) ist. Und da es nun einmal in diesem Universum und über allem Lebendigen eine vollkommene Herrschaft (rububiyet-i mutlaq) in außerordentlicher Majestät (hashmet), Weisheit und Liebe (shefqat) gibt und sichtbar ist, wird sich mit Sicherheit auch ein Haus Ewiger Glückseligkeit finden, das die Majestät Seiner Herrschaft vor einem Umsturz, Seine Weisheit vor der Sinnlosigkeit und Seine Liebe (shefqat) vor der Grausamkeit bewahrt, und in das man eintreten wird.

Nun aber weisen zahllose sinnenfällig sichtbare Gnadengaben (nimet) und Geschenke (ihsan), für jeden, dessen Verstand noch nicht erloschen und dessen Herz noch nicht erstorben ist, Huld- (lutuf) und Gnadenerweise (kerem), Bezeigungen der Gunst (inayet) und Barmherzigkeit (rahmet) darauf hin, dass es wie hinter einem unsichtbaren Schleier in der Überfülle Seiner Erbarmungen einen verborgenen Herrn (Dhat-i Rahman-i Rahiem) geben muss. Und es gibt und wird mit Sicherheit auch ein immerwährendes Leben in einer beständigen Welt geben, wo die Gnade vor dem Spott, die Güte vor dem Hohn, die Huld vor der Feindschaft, die Barmherzigkeit vor der Qual, die Gunst und die Güte vor dem Verrat bewahrt bleiben, wo die Güte zur Güte und die Gnade zur Gnade wird.

Überdies ist in jedem Frühling eine Feder des Allmächtigen (qalem-i qudret) damit beschäftigt, vor unseren Augen diese knappe

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Seite, welche unsere Erde darstellt, mit hunderttausend Büchern zu beschreiben und eines in das andere fehlerfrei hineinzukomponieren. Und der Besitzer dieser Feder hat hunderttausendmal geschworen und versprochen:

"Ich werde an einem noch größeren Ort ein schönes unsterbliches Buch schreiben. Es wird dies noch leichter sein, als auf diesem begrenzten Platz das Buch des Frühlings, das so verwickelt und ineinander verschrieben ist. Das werde ich euch zu lesen geben." sagt Er und erwähnt dieses Buch in allen Seinen Erlassen. Sicher und gewiss ist das Original dieses Buches schon geschrieben, und auch die Anmerkungen dazu werden noch am Tage der Auferstehung und Wiederversammlung niedergeschrieben werden. Und auch das Berichtsheft mit den Taten und Werken aller wird sich darin aufgezeichnet finden. Nun aber ist die Erde in Anbetracht der Vielzahl alles Geschaffenen und als Wohnstätte, Ursprung, Fabrik, Messegelände und Versammlungsort hunderttausender äußerst verschiedener, ständig wechselnder belebter und beseelter Arten des Lebens das Herz, Zentrum, Mittelpunkt, Frucht und Ursache der Schöpfung des Alls, und hat als solche eine sehr große Bedeutung; sie ist trotz ihrer Kleinheit den unendlich weiten Himmelsräumen gleichgestellt. Deshalb ist in den himmlischen Erlassen immer vom

رَبُّ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضِ

{"Herrn der Himmel und der Erde"}

die Rede. Nun aber kommt dem Geschlecht der Kinder Adams eine große Bedeutung zu. Sie herrschen allüberall auf der Erde, verfügen über die Mehrzahl alles Geschaffenen, ordnen sich die Mehrzahl aller Geschöpfe unter und sammeln sie um sich, ordnen die Mehrzahl alles Geschaffenen nach eigenen Neigungen, Vorstellungen, Plänen, Bedürfnissen, Grundsätzen auf das schönste, stellen sie aus, schmücken und verzieren sie, und sammeln

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sie entsprechend einer Liste ihrer kostbarsten Arten an einzelnen Orten, sodass sie sich nicht nur die Blicke der Menschen und Dschinnen, nein, sogar die aufmerksamen Blicke und das Wohlwollen aller Bewohner der Himmel und des ganzen Universums auf sich ziehen, den bewundernden Blick des Herrn des Alls auf sich lenken, was ihnen einen großen Wert und eine hohe Bedeutung verleiht. Sie zeigen mit ihren Künsten und Wissenschaften, dass sie die Weisheit in der Schöpfung des Alls, deren großen Sinn, ihre wertvolle Frucht und den Kalifen der Erde darstellen. Sie stellen ja die wunderbaren Kunstwerke des Meisters der Welt (Sani-i Alem) auf dem Antlitz der Erde so wunderschön aus und ordnen sie an. Trotz ihrer Auflehnung (isyan) und ihres Unglaubens wurden sie auf der Erde belassen und ihre Strafe wurde ausgesetzt. Um dieses Dienstes willen wurde ihnen eine Frist gewährt und eine Möglichkeit gegeben, erfolgreich zu sein.

Es liegt aber nun einmal in dem, was die Natur der Kinder Adams ausmacht, dass sie in Anbetracht ihrer Beschaffenheit und Veranlagung außerordentlich schwach und hinfällig sind, weshalb ihnen ein ebenso mächtiger (quvvetli), weiser (hikmetli) und liebevoller (shefqatli) Herrscher (mutasarrif) in all ihrer Schwäche und Armseligkeit, ihrer grenzenlosen Bedürftigkeit und Not, dieses gewaltige Erdenrund zu einer Lagerstätte für jede Art Erz, entsprechend den Erfordernissen des Menschengeschlechtes, ein Lagerhaus für jede Art Nahrung, einen Laden verschiedenster Güter, wie sie dem Menschengeschlecht wohlgefallen, bereitgestellt hat, und der sich auf diese Weise um das Menschengeschlecht kümmert, es ernährt und dessen Wünsche befriedigt.

Es gibt nun einmal einen Herrn, der dieser Tatsache entspricht, der den Menschen sowohl liebt als auch von den Menschen geliebt werden möchte, der sowohl ewig besteht, als auch über ewig bestehende Welten verfügt, der sowohl jedes Werk in Gerechtigkeit verrichtet, als auch jedes Ding in Weisheit erschafft. Nun hat aber das Königreich des Urewigen Herrschers in Seiner Majestät (Hâkim-i Edhelin hashmet-i saltanat),

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und die Unsterblichkeit Seiner Herrschaft (sermediyet-i hâkimiyet) in diesem kurzen irdischen Leben, in dieser allzu kurzen Spanne menschlichen Daseins, auf dieser zeitlich und räumlich so begrenzten Welt keinen Platz. Und all das, was sich unter den Menschen und ihrer Welt entgegen der Ordnung, Gerechtigkeit, Ausgewogenheit und vollkommenen Schönheit ereignet, diese so große Unterdrückung und Auflehnung, die dem widerspricht, der Verrat, die Verleugnung, der Unglaube gegenüber dem Freund und Wohltäter des Menschen, der ihn so liebevoll versorgt, bleibt im Diesseits unbestraft. Die grausamen Unterdrücker verbringen ihr Leben in Bequemlichkeit, während die Unterdrückten und Armen geschunden werden. Das Wesen vollkommener Gerechtigkeit aber, dessen Spuren wir im ganzen Weltall beobachten können, kann nicht dulden, noch erlauben, dass diese grausamen Unterdrücker und die hoffnungslos Unterdrückten einander im Tode gleichgestellt sein und nicht wiederauferstehen sollten. Dies stünde ganz und gar im Widerspruch dazu.

Gleich wie aber nun der Herr des Alls die Erde im All und das Menschengeschlecht von der Erde auserwählt hat, ihm einen so hohen Rang und ihm eine solche Bedeutung verliehen hat, so hat Er auch die Propheten, die Heiligen und Gelehrten, die mit den Zielen Seiner Herrschaft (maqasid-i rububiyet) übereinstimmen, jene wahren Menschen, die in Glaube und Hingabe Sein Wohlgefallen erstreben, unter den Menschen auserwählt, sie sich zu Freunden und Ansprechpartnern gemacht, sie mit Wundertaten und Erfolgen ausgezeichnet und ihre Feinde mit außernatürlichen Katastrophen geschlagen.

Unter Seinen kostbaren und geliebten Freunden hat Er Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, ihnen als Leuchte des Glaubens erwählt, mit dessen Licht Er seit vielen Jahrhunderten eine bedeutende Hälfte des Erdenrundes und ein bedeutendes Fünftel der Menschheit erleuchtet... es scheint, als sei das Universum seinetwillen erschaffen worden, weil dessen Ziele sämtlich in ihm, in

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seinem Glauben und im Qur'an ihren Ausdruck finden. Er, der doch würdig und geeignet gewesen wäre, als Lohn Seiner grenzenlosen, so außerordentlich wertvollen Verdienste, die zu erwerben eine Million Jahre erforderlich gewesen wären, erhielt dafür nur jene kurze Lebensspanne von dreiundsechzig Jahren, erfüllt von Mühen und Kämpfen. Ja, wäre es denn in irgendeiner Hinsicht möglich, wahrscheinlich oder vorstellbar, dass diese Persönlichkeit nicht mit all seinen ihm gleichrangigen Freunden und Gefährten wieder auferweckt werden sollte? Ja, sollte er nicht hier und heute im Geiste (ruh) vital und lebendig sein? Ja, sollten sie auf ewig verurteilt und vernichtet sein? Nein, keineswegs - Gott bewahre! - und tausendmal nein!...

Tatsächlich verlangt das ganze All, erfordern die Realitäten dieser Welt seine Auferstehung. Nun aber haben im «Ayetu-l'Kubra» (Das Große Zeichen) genannten "Siebenten Strahl" dreiunddreißig überwältigend einstimmige Beweise, ein jeder einzelne so stark wie ein Berg, ergeben, dass dieses ganze Universum aus einer einzigen Hand hervorgegangen, und das Eigentum eines einzigen Herrschers ist. Sie zeigen, dass die Einheit Gottes und Seine Allgegenwart (Vahdet ve Ahadiyet) die Quelle Seiner göttlichen Vollkommenheit (kemalat-i Ilahiye) ist. Unter dieser zweifachen Einheit wurde das ganze Weltall gleich gehorsamen Soldaten und dienstfertigen Beamten diesem einen Herrn unterstellt. Unter der Betrachtung des Kommens eines solchen Jenseits bleibt Seine Vollkommenheit vor dem Sturz, Seine absolute Gerechtigkeit vor grenzenlos gnadenlosem Spott, Seine universale Weisheit vor Torheit und Ausschweifung, Seine alles umfassende Barmherzigkeit vor lasterhaften Spielen und grausamen Vergnügungen, die Würde Seiner Allmacht (izzet-i qudret) vor würdeloser Schwäche bewahrt, rein erhalten und geheiligt. Sicherlich und gewiss wird der Jüngste Tag, wie wir aus hundert Anmerkungen über den Glauben an Allah (Iman-i billah) und aus den sechs vorangegangenen "madem (überdies,

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nun, aber, zudem)"-Abschnitten den Schluss ziehen müssen, in jedem Falle hereinbrechen. Die Wiederauferstehung und Wiederversammlung wird stattfinden. Es wird ein Haus der Bestrafung und der Belohnung eröffnet werden... sodass die obenerwähnte Bedeutung der Erde, ihre zentrale Lage und die Bedeutung der Menschheit und ihr Wert sich bewahrheiten. Dann wird sich die obenerwähnte Gerechtigkeit, Weisheit, Barmherzigkeit und Herrschaft (saltanat) des weisen Schöpfers und Herrn, des Lenkers und Leiters (Khaliqi ve Rabbi olan Mutasarrif-i Hakiem) der Erde und ihrer Menschheit fest verankern und die obenerwähnten wahrhaftigen Freunde und alle, die sich nach Ihm sehnen, vor der ewigen Vernichtung bewahrt bleiben und er der größte und kostbarste unter diesen Freunden, der mit seinem heiligen Dienst das ganze Weltall glücklich und dankbar gemacht hat, seine Belohnung erhalten. So wird die Vollkommenheit des ewigen Königs (Sultan-i Sermedinin kemalat) vor Fehlern und Mängeln, Seine Macht (qudret) vor Ohnmacht (adjz), Seine Weisheit vor Sinnlosigkeit (sefahet) und Seine Gerechtigkeit vor Ungerechtigkeit bewahrt, rein und geheiligt sein.

Kurzum: Da es nun einmal Gott gibt, gibt es mit Sicherheit auch ein Jenseits...

So wie aber nun die obenerwähnten drei Grundpfeiler des Glaubens (erkan-i imaniye: Allah, die Propheten und die heiligen Schriften) mit all den Zeugnissen, die ihnen zum Beweis dienen, zugleich auch Zeugnis und Beweis sind für die Wiederversammlung, so erfordern zugleich auch die anderen beiden Grundpfeiler des Glaubens in einer nachdrücklichen Weise diese Wiederversammlung und bezeugen und beweisen eine bleibende Welt:

وَ بِمَلٰٓئِكَتِهِ وَ بِالْقَدَرِ خَيْرِهِ وَ شَرِّهِ مِنَ اللّٰهِ تَعَالٰى

{"Der Glaube an die Engel und die Macht (qader) des Guten und des Bösen von Allah dem Erhabenen."}

Es ist dies wie folgt: Alle Beweise, die zahllosen Zeugnisse und Dialoge, welche die Existenz der Engel, ihren

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Dienst vor Gott und die Anbetung, mit der sie beauftragt sind, bezeugen, bestätigen indirekt auch die Existenz der Welt der reinen Geister (alem-i ervah), die unsichtbare Welt (alem-i ghayb), die beständige Welt (alem-i beqa), die Welt des Jenseits (alem-i akhiret), jenes Haus der Glückseligkeit, das dereinst Dschinnen und Menschen beleben werden, das Dasein von Himmel (djennet) und Hölle. Denn die Engel dürfen diese Welten mit göttlicher Erlaubnis schauen und besuchen, und alle die Engel vor Gottes Thron (melaike-i muqarrebin), die wie der Erzengel Gabriel vertrauten Umgang mit den Menschen pflegten, berichten übereinstimmend über die Existenz der obenerwähnten Welten, und dass sie selbst darinnen verweilen. So wie wir von der Existenz des amerikanischen Kontinents auch dann wissen, wenn wir nicht selbst dort gewesen sind, und zwar aufgrund der Nachrichten derer, die von dort herübergekommen sind, so müssen wir auch aufgrund der Kunde der Engel an die Existenz einer beständigen Welt, eines "Hauses des Jenseits", an Himmel (djennet) und Hölle mit absoluter Sicherheit glauben, denn sie hat die hundertfache Kraft einstimmiger Überlieferung (tevatur). Und deshalb glauben wir daran.

Des Weiteren weisen auch alle die Zeugnisse, welche im "Sechsundzwanzigsten Wort", «Risale-i Qader» (Abhandlung über das göttliche Vorherwissen) genannt, den Glaubensgrundsatz des Glaubens an «Qader» bestätigen, indirekt auch auf die Wiederversammlung, die Offenlegung der persönlichen Auszeichnung (suhuf) und das Abwägen der Taten auf der Großen Waage hin. Denn die Konsequenz (qader) aller Dinge ist vor unseren Augen auf den Tafeln der Ordnung und Ausgewogenheit aufgezeichnet, der Lebenslauf alles Lebendigen ist aufgespeichert in seinem Erinnerungsvermögen, in den Samenkörnern und anderen, einer Tafel vergleichbaren Dingen, die Taten aller geistbegabten Wesen, insbesondere aber der Menschen sind eingetragen und festgehalten auf den Wohlverwahrten Tafeln (elvah-i mahfudha). Mit Sicherheit kann eine so umfangreiche Konsequenz (qader),

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eine Weisheit von solcher Folgerichtigkeit (hakiemane), eine so sorgfältige Aufzeichnung, diese schriftliche Aufbewahrung nur dem Zweck einer öffentlichen Verhandlung vor einem obersten Gerichtshof dienen, um eine ewige Belohnung oder Bestrafung auszusprechen. Anderenfalls bliebe diese umfangreiche und bis in die kleinsten Feinheiten hineinreichende Aufzeichnung und Aufbewahrung ganz und gar ohne Sinn und Wert. Sie würde der Weisheit und Wahrhaftigkeit (haqiqat) widersprechen. Ja, mehr noch, würde eine Wiederversammlung nicht stattfinden, würde auch der ganze Sinn eines solchen universalen Buches, geschrieben mit der Feder (qalem) folgerichtiger Bestimmtheit (qader), nichtig werden. Das aber kommt unmöglich in Betracht, wäre unvorstellbar, einer Leugnung des Universums vergleichbar, nicht mehr als ein Fieberwahn...

Zusammenfassung:

Die fünf Glaubensgrundsätze mit all ihren Beweisen zeigen uns die Belege für Tatsache und Ereignis der Auferstehung und Wiederversammlung, für Dasein und Eröffnung einer jenseitigen Wohnstatt und fordern uns dazu auf, dafür Zeugnis abzulegen. Da es nun aber für die Tatsache der Wiederversammlung solche ihrer Wichtigkeit völlig entsprechende, unerschütterliche und starke Stützen und Zeugnisse gibt, befasst sich ungefähr ein Drittel des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, mit der Wiederversammlung und dem Jenseits, macht sie zum Grundstein und baut alles auf diesem fundamentalen Prinzip jeglicher Wahrheit auf...

(damit schließt diese Einführung)

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Elfter Strahl

(Eine Frucht aus dem Gefängnis in Denizli)

Dies ist eine Verteidigungsschrift der Risale-i Nur gegen den Atheismus (zindik)\und gegen die absolute Glaubenslosigkeit~(kufr-u mutlaq).\Denn einzig dies ist es, wofür wir arbeiten.

Diese Abhandlung ist eine Frucht aus dem Gefängnis in Denizli, eine Erinnerung daran und der Ertrag zwischen zwei Freitagen.

Said Nursi
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بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيم ٭ فَلَبِثَ فِى السِّجْنِ بِضْعَ سِنِينَ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen; So blieb er noch einige Jahre im Gefängnis." (Sure 12, 42)}

Nach der Aussage und dem Sinn dieser Ayah ist der ägyptische Josef, mit dem Friede sei, das Oberhaupt der Gefangenen. Und das Gefängnis wird zu einer Art Schule Josefs. Da die Schüler der Risale-i Nur nun zum zweiten Mal in großer Zahl in diese Schule eintreten, ist es mit Sicherheit erforderlich, einen Teil jener kurz zusammengefassten Problemstellungen der Risale-i Nur, die sich auf das Gefängnis beziehen und hier bewiesen werden, in dieser Schule, die für die Aneignung guter Sitten eröffnet wurde, zu lesen und zum Lesen zu geben, um sich die guten Sitten vollständig anzueignen. So wollen wir nun fünf, sechs dieser Zusammenfassungen erklären:

Erste Problemstellung

Wie bereits im "Vierten Wort" erklärt wurde, schenkt uns unser Schöpfer jeden Tag vierundzwanzig Stunden als Lebenskapital, damit wir die notwendigen Dinge für unser Leben in beiden Welten mit diesem Kapital kaufen können. Für ein sehr kurzes irdisches Leben geben wir dreiundzwanzig Stunden aus. Wenn wir dabei eine Stunde, die für die fünfmaligen Pflichtgebete ausreicht, nicht für unser so langes Leben im Jenseits aufwenden, welch ein der Vernunft zuwiderlaufender (khilaf-i aqil) Fehler ist das. Als Strafe für diesen Fehler müssen wir Bedrängnisse des Herzens und der Seele (ruh) erleiden. Verderben wir wegen dieser Bedrängnisse unsere gute Gesittung, müssen wir unser Leben in Verzweiflung verbringen, eignen wir uns nicht einmal ein gutes Benehmen (terbiye) an, bewegen uns im Gegenteil allem guten Benehmen (terbiye) zuwider, dann kann man vergleichen,

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in welchem Grade wir Verlust erleiden müssen. Wenn wir diese eine Stunde für das fünfmalige tägliche Gebet ausgeben, so wird jede Stunde des Aufenthaltes im Gefängnis und dieses Unglück unter bestimmten Umständen zu einem Tag Anbetung und eine vergängliche Stunde zu ewig bleibenden Stunden. Darüber hinaus verschwinden zum Teil Verzweiflung und Bedrängnis des Herzens und der Seele (ruh). Das Gebet gilt als Buße für die Fehler die unsere Freiheitsstrafe verursacht haben, veranlasst Verzeihung (afwet) zu erlangen und ein gutes Benehmen (terbiye) zu erwerben, welches der Sinn des Aufenthaltes im Gefängnis ist. Man soll einmal daran denken, was für eine verdienstvolle Prüfung es ist, eine Lehre und eine angenehme Unterhaltung mit den Kameraden im gleichen Unglück, in der wir unsere Tröstung finden.

In dem "Vierten Wort" wurde ja von einem Mann gesprochen, der um eines tausend Lira Gewinnloses willen, in einem Glücksspiel, an dem noch tausend Leute teilnahmen, fünf, sechs Lira von seinen vierundzwanzig Lira einsetzte und ein Vierundzwanzigstel für ein Los für eine Schatzkammer der ewigen Juwelen nicht anlegte. In Wirklichkeit ist die Möglichkeit zum Gewinnen dieser tausend Lira bei den weltlichen Glücksspielen eins zu tausend, denn es gibt ja noch eintausend Mitbewerber. Bei dem Spiel um die Zukunft des Menschen im Jenseits besteht die Möglichkeit zu gewinnen für die Leute des Glaubens, die zu einem guten Ende gelangt sind (husn-u khatima), 999 zu 1000, wie die unzählbar vielen zuverlässigen Berichterstatter von den Gottesfreunden und Reinen, worüber die 124.000 Propheten berichten, auf Grund ihrer geistigen Vision bestätigen. Man kann vergleichen, in welchem Grade es dem richtigen Handeln in der Sache zuwiderläuft, wenn man dem ersten Glücksspiel nachläuft und dabei vor dem zweiten davon.

In dieser Sache werden sich die Gefängnisdirektoren, die Gefangenenwärter und besonders auch die Ordnungshüter

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und Sicherheitsbeamten mit dieser Unterweisung der Risale-i Nur zufrieden geben müssen. Denn die Verwaltung und die Führung von tausend Männern, die religiös leben und sich ständig an das Gefängnis, das die Hölle ist, erinnern, ist anhand vieler Erfahrungen viel leichter als die von zehn Männern, die ohne Glauben und ohne Gebet leben, nur an das Gefängnis auf dieser Erde denken, von Gott erlaubtes (helal) und verbotenes (haram) nicht anerkennen und sich zum Teil schon daran gewöhnt haben, Kriminelle zu sein.

Zweite Problemstellung

Zusammenfassung:

Wie aus der Risale-i Nur in dem "Wegweiser für die Jugend" aufs Schönste erläutert wurde, ist der Tod vollkommen sicher und wahr; denn wie diesem Tag die Nacht und diesem Herbst der Winter folgen wird, so auch wird der Tod über uns kommen. Wie dieses Gefängnis ein vorübergehendes Gasthaus ist, für alle, die da kommen und gehen, genauso ist auch die Erde all denen eine Herberge auf ihrem Weg, die hier für eine Nacht rasten und dann eilig wieder aufbrechen. Mit Sicherheit stellt der Tod, der jede Stadt hundertmal in den Friedhof entleert, an das Leben einen sehr hohen Anspruch. Nun aber hat die Risale-i Nur das Rätsel dieser fürchterlichen Wahrheit aufgedeckt und gelöst. Eine kurze Zusammenfassung dessen ist folgende:

Da der Tod nun einmal nicht getötet werden kann und sich das Tor des Grabes nicht schließen lässt, ist für einen Menschen, wenn es denn einen Ausweg gibt, sich aus der Hand des Vollstreckers der Todesstrafe und aus der Einzelhaft des Grabes zu retten, dieser Ausweg seine größte Sorge und die Frage über allen Fragen. Es gibt in der Tat einen Ausweg und die Risale-i Nur hat im Geheimnis des Qur'an so sicher wie zwei mal zwei vier ist,

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diesen Ausweg bewiesen. Eine kurze Zusammenfassung dessen ist folgende:

Der Tod ist entweder eine Hinrichtung für ewige Zeit, ein Galgen, an dem der Mensch nebst all seinen Freunden und Verwandten aufgehängt werden wird, oder er ist ein Ausreisevisum für eine Reise in eine ewig bestehende Welt und im Zeugnis seines Glaubens auch der Zugangsbeweis für das Schloss der ewigen Glückseligkeit.

Was aber das Grab betrifft, ist es entweder eine finstere Einzelhaft und ein bodenlos tiefer Graben, oder ein Tor, das sich von diesem irdischen Kerker öffnet zu einem Gastmahl in den immerwährenden, lichtvollen Gärten. Diese Wahrheit hatte der "Wegweiser für die Jugend" anhand eines Beispiels bewiesen:

Nehmen wir einmal an, es wären hinter der Mauer des Hofes dieses Gefängnisses Galgen für eine Hinrichtung aufgestellt. Daneben befände sich die Agentur einer Lotterie mit besonders hoher Gewinnbeteiligung, und die ganze Welt nähme daran teil. Nun werden aber in jedem Fall wir fünfhundert, die wir hier in diesem Gefängnis sitzen, ohne alle Ausnahme - es gibt keine Möglichkeit, sich davor zu retten - einer nach dem anderen aufgerufen. Entweder "Komm, nimm dein Verdammungslos und steige zum Galgen hinauf!" oder "Hier halte deinen immerwährenden Einzelhaftbefehl und gehe durch diese offene Tür!" oder "Frohe Nachricht! Dein Los ist ein Millionengewinn! Komm und nimm es!" So wird es überall bekanntgegeben. So sehen wir denn mit unserem eigenen Augen, wie sie, einer nach dem anderen, zu diesem Galgen hinaufsteigen. Wir bezeugen, dass ein Teil von ihnen aufgehängt wird. Ein anderer Teil von ihnen macht den Galgen zu einem Trittbrett, um von dort aus in die Los-Agentur hinter der Mauer einzutreten. Wie wir durch zuverlässige Mitteilungen der obersten, unbestechlichen Beamten von dort drüben wissen, so als hätten wir es selbst gesehen, kommen in unser Gefängnis zwei Gruppen. Die eine Gruppe hält in ihren Händen Instrumente,

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Getränke, sowie scheinbar überaus köstliche Helva und Baklava (Süßigkeiten). Sie laden uns zu einer Fete ein. In Wirklichkeit aber sind diese Süßigkeiten giftig. Diese Teufel in Menschengestalt haben ihr Gift darunter gemischt. Die zweite Gruppe und die Gemeinschaft (der Gläubigen und der Propheten) hält in ihren Händen Anleitungen zur Erziehung, von Gott erlaubte (helal) Speisen und segensreiche (mubarek) Getränke. Sie beschenkt uns und alle sagen gemeinsam, mit großem Ernst und völlig überzeugend: "Wenn ihr die Geschenke der ersten Gruppe, die für euch nur zur Prüfung angeboten wurden, annehmt und wenn ihr dann esst, so werdet auch ihr genau so wie die anderen vor euch, die ihr mit eigenen Augen gesehen habt, an den Galgen aufgehängt werden. Wenn ihr die Geschenke, die wir im Auftrag des Herrschers dieses Landes gebracht haben, an Stelle der ersteren annehmt und die Gebete und Rezitationen (dua ve evrad), die in der Anleitung zur Erziehung enthalten sind, lest, werdet ihr euch vor dieser Hinrichtung retten. Jeder von euch wird in der Losagentur einen Millionengewinn als Gunsterweis des Königs erhalten. Daran dürft ihr glauben, wie an den lichten Tag und als hättet ihr es mit eigenen Augen gesehen. Wenn ihr von den von Gott verbotenen (haram), zweifelhaften, giftigen Süßigkeiten esst, werdet ihr bis zu eurer Hinrichtung unter den Schmerzen des Giftes zu leiden haben. Diese absolut zuverlässige Nachricht überbringen euch diese königlichen Erlasse und wir alle gemeinsam."

Wie in diesem Beispiel händigt die Los-Agentur den Leuten, die glauben und Gehorsam leisten, - mit der Bedingung, das Leben gut zu beenden (husn-u khatima) - hinter dem Galgen ewiger Hinrichtung, den wir stets vor uns sehen, um der Zukunft des Menschengeschlechtes willen ein Gewinnlos für einen ewigen und unerschöpflichen Schatz aus. Mit einer Wahrscheinlichkeit von hundert zu hundert werden diejenigen, die so wie bisher weiter leben in ihrer Ausschweifung, mit dem, was Gott verboten (haram) hat, ohne rechte Überzeugung (itikadsiz) und in Sünden (fisq) - wenn sie nicht

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um Verzeihung (tövbe) bitten - ihre ewige Verdammnis (für diejenigen, die an das Jenseits nicht glauben) oder ständige Einzelhaft in Finsternis und ewiger Qual (für diejenigen, die an das Fortleben des Geistes glauben und dennoch in Ausschweifung weiter leben) mitgeteilt erhalten. Dies berichten mit neunundneunzig prozentiger Sicherheit vor allem 124.000 Propheten, mit denen Friede sei, die als Kennzeichen ihrer Bestätigung zahllose Wunder vorweisen konnten, und mehr als 124 Millionen Gottesfreunde, deren Geheimnis Gott heiligen möge (qaddesallahu esrarehum), welche auf Grund ihrer geistigen Wahrnehmung und Schau (keshf) die Zeichen erkannt haben, welche der Propheten Berichte und deren Wahrheit Abglanz, gleich der Projektion auf einer Leinwand bestätigt haben, und Milliarden Forscher (muhaqqiq),

Rechtsgelehrte (mutschtehid) und Theologen (siddiqien), die (über die Jahrhunderte) gekommen und wieder gegangen sind, welche die Berichte dieser beiden Arten berühmter Menschen (der Heiligen und Propheten) verständlich, mit unwiderlegbaren Zeugnissen und kraftvollen Beweisen, der Vernunft und Logik entsprechend mit Gewissheit beweisen, bestätigen und unterschreiben.

Der Zustand eines Mannes, der auf diese drei großartigen Gemeinschaften (der Propheten, Heiligen und Theologen), diese drei großen und erhabenen Gruppen der Kenner der Wahrheit, die heiligen Anführer, Sonnen, Monde und Sterne des Menschengeschlechts, und ihre Botschaft nicht hören und nicht auf dem geraden Weg gehen will, den sie zeigen und der zur Ewigen Glückseligkeit führt, und eine fürchterliche Gefahr, die mit neunundneunzig prozentiger Sicherheit besteht, nicht beachten will, der dagegen auf die Nachricht irgendeines Mannes

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von einer möglichen Gefahr den Weg verlässt und einen anderen, sehr langen Weg bevorzugt, ist mit Sicherheit folgender:

Trotz der zuverlässigen Nachrichten der zahllosen Berichterstatter verlässt er den kürzesten und leichtesten der beiden Wege, der hundertprozentig das Paradies und die Ewige Glückseligkeit erreichen lässt, und wählt den holprigsten, langen und mühsamen Weg, der mit neunundneunzig Prozent ins Gefängnis, in die Hölle und zur ewigen Qual führt. Auf die Nachricht irgendeines, vielleicht auch noch verlogenen Mannes hin, verlässt er in dieser Welt den kurzen Weg, auf dem nur ein Prozent Gefahr besteht oder die Möglichkeit einer Gefängnisstrafe von vielleicht nur einem Monat besteht und bevorzugt nur wegen seiner Gefahrlosigkeit einen langen aber nutzlosen Weg. Er misst wie ein Unglückseliger, Betrunkener, Wahnsinniger, den fürchterlichen Drachen, die schon von weitem sichtbar sind und ihn angreifen wollen, keine Bedeutung bei und beschäftigt sich statt dessen mit Fliegen. Er misst nur ihnen Bedeutung bei und verliert in gleichem Maße Herz und Verstand, Seele und alle menschlichen Qualitäten.

Da der wahre Sachverhalt nun einmal so ist, müssen wir Gefangenen, damit unsere Reaktion auf das Unglück unserer Gefangenschaft hier in diesem Gefängnis vollendet sei, die Geschenke dieser segensreichen zweiten Gruppe annehmen. Das heißt, die Befriedigung, welche eine Reaktion von nur einem einzigen Augenblick oder die Befriedigung der Leidenschaften von ein, zwei Minuten oder ein, zwei Stunden hat uns dieses Unglück von zwei, drei oder auch fünfzehn Jahren in diesem Gefängnis eingebracht und uns die Welt zum Kerker gemacht. Wir aber müssen zum Ausgleich für dieses Unglück ein, zwei Stunden im Gefängnis, als entsprechend einem Gottesdienst von ein, zwei Tagen, und unsere Strafe von zwei, drei Jahren - durch die Geschenke der segensreichen Gruppe - als einem Leben von zwanzig, dreißig unvergänglichen

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Jahren entsprechend, und unsere Strafe im Gefängnis entsprechend als einer Befreiung von Millionen Jahren Gefängnis in der Hölle ergreifen. Wir müssen unsere Klage über die Vergänglichkeit dieser Welt in das lachende Leben in der Unvergänglichkeit umwandeln, damit unsere Reaktion auf dieses Unglück vollendet sei. So wird sich das Gefängnis als Ort der Erziehung erweisen. Wir müssen versuchen, anständige und zuverlässige Leute zu werden, die für ihr Land und Volk von Nutzen sind. Die Beamten, Direktoren und das gesamte Wachpersonal sollten die Leute, die sie für Mörder, Verbrecher, Banditen, Vagabunden, Sittenstrolche und "Volksschädlinge" halten, als Schüler betrachten, die in einer segensreichen Schule wirken. Und Allah danken - mit Stolz auf euch!

Dritte Problemstellung

Ein Lehrbeispiel, das bereits im "Wegweiser für die Jugend" dargelegt wurde, hat sich kurz zusammengefasst folgendermaßen zugetragen:

Einmal saß ich an einem nationalen Feiertag am Fenster des Gefängnisses in Eskishehir. Im Hof des Lyzeums gegenüber tanzten ausgelassen große Mädchen. Auf einmal zeigte sich mir ihre Lage fünfzig Jahre später in einer geistigen Schau. Und ich sah gleichsam wie auf einer Leinwand:

Vierzig, fünfzig von diesen fünfzig, sechzig Mädchen, Schülerinnen, sind schon im Grab zu Erde geworden und haben ihre Strafe schon erhalten. Zehn von ihnen sind in ihrem siebzigsten, achtzigsten Lebensjahr hässlich geworden und lenken statt Augen voller Liebe nur Blicke voller Abscheu auf sich, weil sie in ihrer Jugend ihren Anstand nicht gewahrt haben. Das alles habe ich in aller Klarheit beobachtet und ihren bedauernswerten Zustand beweint. Einige meiner Freunde im Gefängnis haben

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mein Weinen gehört, sind gekommen und haben mich deswegen gefragt. Ich habe ihnen gesagt: Lasst mich in dieser Situation jetzt allein und geht.

Was ich gesehen hatte ist in der Tat wahr und kein Traum. Wie es nach diesem Sommer und dem Herbst Winter wird, genauso folgt dem Lenz der Jugend und dem Herbst des Alters der Winter des Grabes und des Zwischenreiches (berzah).

Könnte man, so wie man heute Ereignisse der Vergangenheit, von vor fünfzig Jahren, durch eine Filmaufnahme in der Gegenwart vorführen kann, auch die Ereignisse der Zukunft in fünfzig, sechzig Jahren im Film festhalten und ließe dann die Leute des Irrweges und der Ausschweifung so ihren künftigen Zustand sehen, so würden sie das, worüber sie heute lachen, und ihre (von Gott) unerlaubten Lustbarkeiten voll Schmerz und Abscheu beweinen.

Während ich noch im Gefängnis in Eskischehir mit diesem Gesicht beschäftigt war, erstand vor mir ein geistiges Wesen wie der Teufel in Menschengestalt, der sich für Ausschweifungen und Irrwege einsetzte, und sagte:

«Wir wollen all die verschiedenen Freuden und Lustbarkeiten des Lebens auskosten und verkosten lassen. Misch dich da nicht ein!»

Dem entgegnete ich:

Da du dich nun einmal um des Genusses und der Freude willen nicht an den Tod erinnern willst und dich in Irrtum und Ausschweifung stürzt, so sei denn vollkommen sicher, dass infolge deines Irrtums die Vergangenheit ganz und gar abgelaufen, tot und nicht mehr vorhanden ist. Sie ist ein verlassener Friedhof voller Leichen und Moder. Und da du als Mensch mit ihr verbunden bleibst, überwältigen deine Schmerzen, die aus dem Tod deiner unendlich vielen Freunde und ebenso vielen Trennungen von ihnen auf ewig erwachsen, dir wegen deines Irrtums Herz und Verstand, wenn sie denn noch vorhanden und noch nicht abgestorben sind, und zerstören dein bisschen

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gegenwärtige, kurzlebige, rauschgebundene Freude.

Genauso ist auch die Zukunft, hinsichtlich deiner Glaubenslosigkeit, wiederum gar nicht vorhanden, finster, tot und eine entsetzliche Einöde. Auch die Hilflosen, die von dort her kommen, ihre Köpfe ins Dasein hinein strecken, nur kurz an der Gegenwart vorbeischauen, um dann mit der Sense des Todes sogleich wieder enthauptet und ins Nichts zurück geworfen zu werden, lassen ständig durch deinen Verstand, der mit ihnen in Verbindung steht, auf deinen Kopf endlose Schmerzen und Sorgen hernieder prasseln.

Wenn du den Irrtum und die Ausschweifung aufgibst und in den Kreis des wahren Glaubens und der rechten Leitung trittst, dann wirst du im Licht des Glaubens sehen, dass diese vergangene Zeit nicht abwesend und kein Friedhof ist, in dem alles vermodert. Vielmehr ist sie anwesend und eine lichtvolle Welt, die sich in die Zukunft verwandelt und einem Wartesaal für die unsterblichen Seelen gleicht, die darauf warten, in der Zukunft in ihr Schloss der Glückseligkeit einzugehen. In Anbetracht dessen bringt sie kein Leid, sondern lässt entsprechend der Stärke des Glaubens eine Art geistige Freude des Paradieses noch auf dieser Erde kosten.

Auch die Zukunft ist keine Einöde und finster, vielmehr erscheint sie mit den Augen des Glaubens betrachtet als Gastmähler des majestätischen, freigiebigen und gütigen Erbarmers, dessen unendliche Barmherzigkeit und Freigebigkeit die Schlösser der ewigen Glückseligkeit erfüllen, der in jedem Jahr Frühling und Sommer zu je einem Tisch macht und mit Gastgeschenken deckt, vorbereitet und Seine Geschenke ausstellt. Dorthin führt (einen jeden) der Strom (der Zeit). Da man dies im Glauben gleichsam wie in einem Film vorgeführt erhält, kann man schon hier seiner eigenen Stufe entsprechend eine Art der Freude an der ewigen Welt verspüren.

Das heißt, wahre Freude ohne Leid gibt es allein im

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Glauben und durch den Glauben.

Einen einzigen Vorteil und eine einzige Freude unter Tausenden Vorteilen und Wirkungen, die uns der Glaube auch in dieser Welt bringt, wollen wir mit einem Gleichnis im Zusammenhang zu diesem unserem obenerwähnten Thema erklären, welches bereits als Anmerkung in dem "Wegweiser für die Jugend" beschrieben wurde. Es ist dies folgender:

Während du zum Beispiel dein einziges Kind, das du sehr liebst, im Sterbebett siehst und verzweifelt an seinen schmerzvollen Abschied für ewig denkst, kommt in diesem Augenblick ein Arzt wie Lokman, der Weise und Chidr {Chidr = der Grüne, gemeint ist der Prophet Elias, der im Augenblick höchster Bedrängnis zur Hilfe kommt. (A.d.Ü.)} und gibt ihm ein Elixier wie ein Wundermittel zu Trinken. Dein liebreizendes, schönes Kind öffnet die Augen und wird vom Tod gerettet. Man kann sich vorstellen, welch eine große Freude man darüber empfindet.

Während Millionen Menschen, die du wie dieses Kind liebst und mit denen du dich innig verbunden fühlst, nach deiner Vorstellung im Friedhof deiner Vergangenheit zu vermodern beginnen und ihre Vernichtung schon feststeht, steht in diesem Augenblick die Wahrheit des Glaubens wie Lokman, der Weise, auf, öffnet die Fenster unseres Herzens und sendet über diesen Friedhof, der als ein großer Hinrichtungsplatz vorzustellen wäre, ein Licht. Dadurch werden alle Verstorbenen von den ersten bis zu den letzten vor dir wieder lebendig. Durch ihre Erscheinung bringen sie zum Ausdruck: "Wir sind nicht gestorben und werden auch nicht sterben. Dereinst werden wir uns wiedersehen." Dies macht uns schon in dieser Welt so grenzenlos freudig und froh im Glauben, der beweist: "Die Wahrheit des Glaubens ist ein Kern, aus dem sich - wenn er Gestalt annimmt - ein persönliches Paradies entfaltet, der Tuba-Baum in diesem Kern." Wiederum sagte der Starrsinnige:

«Wir wollen unser Leben in Lustbarkeit und Freude verbringen und in Ausschweifungen und Vergnügungen leben, wie ein Tier lebt, ohne tiefer über die Dinge nachzudenken.»

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Ihm gab ich zur Antwort:

"Du kannst nicht sein wie ein Tier. Denn für ein Tier gibt es weder Vergangenheit noch Zukunft. Weder die Vergangenheit bereitet ihm Leid und Schmerz, noch bringt ihm die Zukunft Sorgen und Ängste. Es genießt voll und ganz. Es lebt in Ruhe und legt sich nieder. Es dankt seinem Schöpfer. Sogar ein Tier, das zum Schlachten hingelegt wird, spürt es nicht. Nur in dem Augenblick, in dem das Messer schneidet, will es noch etwas empfinden. Aber auch dieses Gefühl vergeht. So wird es vor dem Schmerz bewahrt. Das heißt, eine überaus große Barmherzigkeit und Liebe Gottes liegt darin, das Verborgene nicht mitzuteilen und die Dinge, die auf uns zukommen werden, nicht offen zu legen. Das gilt noch weit mehr für die Arten kleiner und junger Tiere.

Aber, oh Mensch! Da dein Denkvermögen Vergangenheit und Zukunft in gewissem Grade deinem Unterbewusstsein entrückt, bist du der Ruhe, die einem Tier aus der Verschleierung des Verborgenen zukommt, völlig beraubt. Trauer, leidvolle Trennung, die aus der Vergangenheit herrühren, Ängste und Sorgen, die aus der Zukunft herrühren, machen dir dein bisschen Freude zunichte. Mit deiner Fähigkeit, dich zu freuen, liegst du hundertfach unter dem Tier. In Anbetracht dieser Tatsache nimm entweder deinen Verstand, zieh ihn heraus, wirf ihn weg, werde ein Tier und mach dich frei! Oder komm im Glauben zur Vernunft, höre auf den Qur'an und verdiene noch in dieser Welt einen hundertfach reineren Genuß als das Tier." So wies ich seinen Anspruch zurück.

Wiederum sagte mir der Eigensinnige:

"Wir können doch mindestens so leben, wie die Nichtmuslime."

Ich gab ihm zur Antwort:

"Es ist dir auch unmöglich, so zu leben, wie die Nichtmuslime. Denn verleugnen sie auch unseren Propheten,

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können sie doch andere Propheten anerkennen. Wissen sie nichts von den Propheten, können sie doch Gott anerkennen. Wissen sie nichts von Gott, werden sich doch einige Charakterzüge bei ihnen finden, die zur Quelle der Vollendung werden. Wenn ein Muslim den Propheten der Endzeit, der der Letzte und Größte unter ihnen ist, dessen Glaube und Ruf an alle gerichtet ist, verleugnet und seine Bindung an ihn zurückweist, kennt überhaupt keinen Propheten mehr und kann deshalb auch Gott nicht kennen. Denn er erkennt alle Propheten, Gott und alle menschliche Vollkommenheit durch ihn an. Sie (die Propheten) können ohne ihn (den Prophet) keinen Platz an seinem Herzen haben. Aus diesem Grunde treten Menschen von allen Religionen von Alters her zum Islam über, und es kann überhaupt kein Muslim ein wahrer Jude oder Parse oder Christ werden, vielmehr wird er zum Atheisten, verdirbt den Charakter, verliert die Haltung zum Schaden für Volk und Land." Das habe ich ihm bewiesen. Dem Eigenwilligen und Starrsinnigen blieb nun nichts und kein Halt mehr und er verschwand. Er fuhr zur Hölle.

Wohlan denn, ihr meine Gefährten im Unterricht in dieser Schule Josefs!

Da dies nun einmal die Wahrheit ist und die Risale-i Nur diese Wahrheit dermaßen sicher und sonnenklar bewiesen hat, dass sie seit zwanzig Jahren die Starrsinnigen auf die Knie zwingt und zum Glauben bringt, müssen auch wir dem Weg des Glaubens und der rechten Leitung folgen, der sowohl für unsere Welt, für unsere Zukunft, für unser jenseitiges Leben, als auch für unser Land und für unser Volk sehr gut, einfach und sicher ist.

In unserer freien Zeit sollen wir anstelle negativer Vorstellungen die Suren, die wir aus dem Qur'an auswendig lernen und von den Kameraden, die sie kennen, ihre Bedeutung erfragen, die versäumten täglichen Gebete nachholen, einander mit unserem guten Verhalten ein Beispiel geben und durch gute Taten dieses Gefängnis in einen segensreichen Garten verwandeln, in dem all unsere

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guten Eigenschaften gleich jungen Pflanzen gedeihen.

Wir müssen uns darum bemühen, dass uns der Gefängnisdirektor und seine Mitarbeiter nicht wie Folterknechte und Höllenwächter über Mörder und Totschläger, sondern als rechtlich denkende und handelnde Lehrer und liebevolle Ratgeber behandeln, die in dieser Schule Josefs den Dienst versehen, auf die Erziehung achten und Männer vorbereiten, das Paradies zu verdienen.

Vierte Problemstellung

Wieder findet sich die Erklärung in dem "Wegweiser für die Jugend":

Einmal kam von der Seite meiner Brüder, die mir dienten, eine Frage:

"In diesen schrecklichen Zeiten des Weltkrieges, der die ganze Welt durcheinander gewirbelt hat und die Zukunft der islamischen Welt betrifft, haben Sie seit fünfzig Tagen (inzwischen sind sieben Jahre vergangen, ohne dass sich seine Haltung geändert hätte!) nie darüber gesprochen und sich nie dafür interessiert, wogegen manche religiöse und gelehrte Menschen Gemeinschaft und Gebet in der Moschee vernachlässigen und eilen, Rundfunk zu hören. Gibt es etwa ein noch größeres Ereignis als dieses? Oder ist es schädlich, sich damit zu beschäftigen?"

Ich gab folgende Antwort:

Das Lebenskapital ist sehr klein. Die notwendigen Aufgaben aber sind sehr groß. Dabei gibt es verschiedene (islamische Aufgaben-)Kreise, wobei jeder Mensch, angefangen von dem Kreis seines Herzens und seines Magens (Ernährung), von dem Kreis seines Körpers und seines Hauses, von dem Kreis seiner Nachbarschaft und seiner Stadt und von dem Kreis der Erde und der Menschheit bis hin zu dem Kreis alles Lebendigen und des ganzen Kosmos von verschiedenen Kreisen umgeben ist, die wie konzentrische Kreise ineinander liegen.

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Innerhalb eines jeden Kreises hat jeder Mensch eine gewisse Verpflichtung. In dem kleinsten Kreis hat er jedoch ständig die größte und wichtigste Verpflichtung. Während er in dem größten Kreis nur selten und nur vorübergehend die kleinste Verpflichtung hat. In diesem umgekehrten Verhältnis können nun kleine oder große Aufgaben auf ihn zu kommen. Dabei lässt der große, so verlockend erscheinende Kreis, ihn seine notwendigen und wichtigen Verpflichtungen in dem kleinen Kreis vernachlässigen und sich unnötig und sinnlos mit Ereignissen, die in der Ferne liegen, beschäftigen. Damit zerstört er das Kapital seines Lebens für ein Nichts. Die wertvolle Zeit seines Lebens schlägt er mit wertlosen Dingen tot. Wer einem derartigen Gemetzel auch noch mit Interesse folgt, wird mit seinem Herzen Teilhaber einer Seite. Er betrachtet beifällig diese Grausamkeiten. Er wird Beteiligter an diesen Grausamkeiten.

Nun die Antwort bezüglich des ersten Punktes:

Es gibt tatsächlich ein noch größeres Ereignis als diesen Weltkrieg und einen noch wichtigeren Anspruch als den Anspruch auf Weltherrschaft. Für jeden Menschen und besonders für Muslime gibt es ein solch großes Ereignis und ist ein so großer Anspruch entstanden, dass jedermann, - hätte er soviel Vermögen und eine solche Macht (quvvet) wie Deutschland oder England, und dazu auch noch Verstand - alles dafür ausgeben würde, nur um diesen Anspruch durchzusetzen. Was aber diesen Anspruch betrifft, so stellt er sich, wie die hunderttausend Berühmten (= Propheten) unter den Menschen und zahllose Sterne (= Gottesfreunde) und Lehrer der Menschheit anhand von tausend Versprechungen und Zusicherungen des Eigentümers, der diesen Kosmos lenkt und leitet, übereinstimmend berichten und was ein Teil von ihnen mit eigenen Augen gesehen hat, folgendermaßen dar:

Für jeden gilt der Anspruch, seinem Glauben entsprechend, für immer einen Acker so groß wie die Erde und ein Königreich (mulk) geschmückt mit Gärten und Schlössern,

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für ewige Zeiten zu gewinnen oder zu verlieren. Wenn man die Urkunde des Glaubens nicht fest in den Händen hält, wird er ihn verlieren. In diesem Zeitalter verlieren viele durch die Seuche einer materialistischen Gesinnung ihren Anspruch. Es hat sogar ein Mann in seinen geistigen Visionen und inneren Schauungen (ehl-i keshf ve tahqiq) an einem gewissen Ort vierzig Menschen auf ihrem Sterbebett beobachtet, von denen nur einige wenige ihren Anspruch zu verwirklichen vermochten. Die anderen gingen verloren. Könnte man etwa die Lücke eines solchen verlorenen Anspruches ausfüllen, gäbe man einem solchen Menschen die ganze Welt als sein Königreich (sultanati)?

So halten denn wir Schüler der Risale-i Nur es für völlig unvernünftig, den Dienst, der uns diesen Anspruch verwirklichen lässt und einen wunderbaren Anwalt, der einen solchen Anspruch zu neunzig Prozent nicht verloren gehen lassen wird und die Verpflichtungen, die mit der Durchsetzung dieses Anspruchs zusammenhängen, aufzugeben und sich statt dessen mit weitab liegenden sinnlosen Dingen zu beschäftigen, als bliebe man für ewig auf dieser Welt. Hätte also ein jeder von uns auch hundert Mal mehr Klugheit und Verstand, so sind wir dennoch davon überzeugt, dass wir uns notwendigerweise einzig für diese Aufgabe einsetzen müssen.

Oh meine neuen Brüder im Unglück, hier im Gefängnis! Ihr kennt die Risale-i Nur nicht, wie die alten Brüder sie kennen, die mit mir zusammen angekommen sind. Ich kann sie und weitere tausend Schüler als Zeugen bringen und beweisen - wie ich ja schon bewiesen habe - dass es die Risale-i Nur ist, die uns diesen hohen Anspruch zu neunzig Prozent verwirklichen lässt, wie sie in zwanzig Jahren zwanzig tausend Menschen in der Gewissheit wahrhaftigen Glaubens (iman-i tahqiqi) ihren Freispruch, ihre Urkunde und den Beleg für die Verwirklichung ihres Anspruches in die Hände legt. Sie entsteht aus der einzigartigen Bedeutung des weisen Qur'an und ist der beste Anwalt in unserer Zeit.

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Obwohl meine Feinde, Atheisten wie Materialisten, in den letzten achtzehn Jahren manche Regierungsbeamten mit überaus hinterlistigen Intrigen gegen mich aufgehetzt haben, um uns zu vernichten, uns dieses Mal wie auch früher schon in Gefängnisse und Kerker geworfen haben, gelang es ihnen dennoch nur zwei, drei Abhandlungen von einhundertunddreißig Teilen und Abhandlungen der Risale-i Nur, dieser stählernen Feste, anzugreifen. Das heißt, wer einen Anwalt benötigt, der braucht nur sie in die Hand zu nehmen.

Außerdem braucht ihr keine Angst zu haben: die Risale-i Nur wird nicht verboten werden! Unter den Abgeordneten und Beamten der Regierung der Republik kursieren die wichtigsten Abhandlungen - mit ein, zwei Ausnahmen völlig frei!

Insha-a'llah (wolle es Gott), werden die Direktoren und Wärter die Lichterabhandlungen an die Gefangenen, wie Brot und Wasser verteilen, um die Gefängnisse zu Genesungsstätten zu machen.

Fünfte Problemstellung

Wie in dem "Wegweiser für die Jugend" erklärt wurde, wird die Jugendzeit ohne Zweifel vorübergehen. Wie der Sommer Platz macht für Herbst und Winter, und wie sich der Tag in den Abend und die Nacht verwandelt, wird sich auch die Jugendzeit mit der selben Sicherheit in das Alter und den Tod verwandeln. Alle vom Himmel geoffenbarten Erlasse (d.h. die Heiligen Schriften) verkünden, dass ein junger Mensch, der seine vergängliche, vorübergehende Jugendzeit in Sittsamkeit, mit guten Werken (iffetle khayrat) und in Geradlinigkeit (istikamet) verbringt, sich dadurch eine ihm für ewig bleibende Jugend erwirbt.

Wenn er sie in Ausschweifung verbringt, so ist es wie bei einem Verbrechen, das in einer Minute des Jähzorns Millionen Minuten Gefängnisstrafe nach sich zieht. Genauso

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ziehen die Gelüste und Genüsse der Jugend im von Gott unerlaubten Rahmen neben der Verantwortung im Jenseits, der Strafe im Grab, dem Bedauern nach ihrem Ende, den Sünden und den weltlichen Strafen mehr Leid als Genuss nach sich, was jeder junge Mensch, der seinen Verstand im Kopf hat, aus Erfahrung bestätigen kann.

Zum Beispiel: In der von Gott verbotenen (haram) Liebe liegt das Leid der Eifersucht, das Leid der Trennung und das Leid, das daraus erwächst, dass die Liebe nicht erwidert wird. Durch viele derartige Störungen wird dieses bisschen Freude einem vergifteten Honig gleich. Wenn du wissen willst, ob junge Leute durch Krankheiten, die aus der falschen Verwendung ihrer Zeit entstehen, in Krankenhäuser, durch Übermut in Gefängnisse und durch die Bedrängnisse, die aus dem Hunger des Herzens und der Leere des Geistes entstehen, in Kneipen hineingeraten, in Bordellen landen und in Friedhöfen enden, gehe in die Krankenhäuser, Gefängnisse, Kneipen und Friedhöfe und frage dort! Mit Sicherheit wirst du von meist jungen Leuten "Oh weh", Weinen und Klagen hören, nach all den Schlägen, die diese jungen Menschen überwiegend durch Missbrauch ihrer Jugendzeit, durch ihren Übermut und als Strafe für ihre von Gott unerlaubten Gelüste bekommen haben.

Wenn die Jugendzeit aber in Geradheit (istikamet) verbracht wird, so bringt sie als ein überaus schönes und angenehmes Geschenk Gottes und als ein süßes und starkes Mittel zum guten Werk als Frucht im Jenseits eine Jugend hervor, die überaus prächtig ist und bleibt, wie dies alle vom Himmel geoffenbarten Bücher und Erlasse, besonders der Qur'an mit dem so klaren Ausdruck seiner Verse berichtet und verkündet. Da die Tatsache nun einmal so ist, und da der Bereich des Erlaubten weit genug gespannt ist, jeglichem menschlichen Wohlbefinden zu entsprechen und da eine Stunde eines Vergnügens im von Gott verbotenen (haram) Bereich manchmal ein Jahr oder

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zehn Jahre Gefängnisstrafe nach sich zieht, muss man mit Sicherheit als Dank für das Geschenk (nimet) der Jugend dieses süße Geschenk (nimet) in Sittsamkeit (iffet) und Geradheit (istikamet) bewahren; und das ist sogar unerlässlich.

Sechste Problemstellung

Den Erklärungen in den meisten Abschnitten der Risale-i Nur und dem Beweis durch zahllose unwiderlegbare Zeugnisse entsprechend wird hier nur ein Hinweis auf ein einziges Zeugnis unter tausend allgemeingültigen für den Glauben an Allah (iman-i billah) angeführt.

Ein Teil der Schüler des Gymnasiums in Kastamonu besuchte mich. Sie sagten: "Unterrichte uns bitte über unseren Schöpfer. Unsere Lehrer in der Schule sprechen von Allah überhaupt nicht."

Ich sagte ihnen: Jede Wissenschaft, die euch in der Schule gelehrt wird, spricht ständig auf ihre eigene Art von Allah und unterrichtet über den Schöpfer. Wendet also dieser eure Aufmerksamkeit zu und nicht Lehrern (die nicht von Allah sprechen).

Zum Beispiel: Eine vollkommen eingerichtete Apotheke, ausgestattet mit zahllosen Tuben und Gläsern, in denen sich lebensspendende Seren und Arzneimittel - zusammengestellt mit Hilfe einer hochempfindlichen Waage - befinden, weist ohne Zweifel auf einen hochgelehrten Chemiker, Arzt und Apotheker hin. Ebenso weisen auch die Seren und Arzneimittel in den Tuben und Gläsern, mit denen wir die vierhunderttausend verschiedenen Pflanzen- und Tierarten vergleichen können, die sich in der Apotheke unserer Erde finden, selbst noch blinde Augen darauf hin, in welchem Maße vollkommener und größer als diese Apotheke in unserer Straße die große Apotheke der Welt sein muss, und der Apotheker und Arzt in all Seiner Majestät (Hakiem-i Dhu l-Djelal) in ihr, wenn ihr sie mit den Maßstäben der medizinischen Wissenschaft betrachtet, die ihr studiert.

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Ein weiteres Beispiel: Eine wundervolle Fabrik, die tausender verschiedener Stoffe aus einfachem Material webt, unterrichtet uns zweifelsfrei über ihren Fabrikanten und hochgelehrten Maschinenbauer. Ebenso teilt uns auch diese rollende Produktionsanlage des Herrn, die wir unsere Erde nennen, mit ihren hunderttausenden von Lieferungsausgängen und hunderttausenden vollständiger Fabriken an jedem einzelnen von ihnen, mit und unterrichtet uns darüber, in welchem Grade der Erbauer und Besitzer (sahib) dieser Erdkugel, mit den Maßstäben der Maschinenbaukunde, die ihr studiert, größer und vollkommener ist, als diese Fabrik von Menschenhand.

Ein weiteres Beispiel: Ein vollständig eingerichtetes Depot, ein Lebensmittellager, ein Laden, in dem tausend und noch eine verschiedener Güter von allen Seiten herangeholt geordnet und bereitgestellt liegen, lässt uns zweifelsfrei erkennen, wer es verwaltet und sein Herr und Besitzer ist. Ebenso lässt uns dieses Depot, dieser Laden des Herrn mit seinen tausend und noch einem verschiedenen Geräten, Gütern und Konservenpaketen, erkennen, in welchem Maße dieses Raumschiff des Hochgelobten (sefine-i Subhaniye), das ein Lebensmittellager des Allerbarmers (Rahman) ist und das wir unsere Erde nennen, die in einem Jahr ihre regelmäßige Reise in einem Kreis von vierundzwanzigtausend Jahren Fußweg beschreibt, dabei noch hunderttausend Arten trägt, die der verschiedensten Speisen bedürfen, und das auf seiner Fahrt durch die Jahreszeiten reist, wobei der Frühling einem großen Waggon - gefüllt mit Tausenden verschiedenster Speisen für die notleidenden Lebewesen - gleicht, die ihre Nahrung im Winter aufgezehrt haben, verglichen mit den Maßstäben der Wirtschaftswissenschaften, die ihr studiert habt und noch studieren werdet, größer und vollkommener ist als diese Anlagen und unterrichtet uns dementsprechend mit vollkommener Sicherheit über den Herrn, der dieses Depot lenkt, leitet und verwaltet, das unsere Erdkugel ist, und weckt unsere Begeisterung für Ihn.

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Ein Heer, in dem sich vierhunderttausend Völker zusammenfinden, deren jedes nach seiner eigenen Verpflegung verlangt, seine eigenen Waffen benötigt, seine eigene Kleidung trägt, deren jedes nach eigener Anordnung übt und nach einem anderen Zeitraum entlassen wird, dieses Heer und sein Lager mit seinem Kommandanten, der einzig und allein allen diesen verschiedenen Völkern ihre ganz unterschiedliche Verpflegung und völlig verschiedenen Waffen, ihre Kleidung und Ausrüstung gibt, ohne dabei etwas zu vergessen oder zu verwechseln, weist offensichtlich und ohne allen Zweifel auf eben diesen wunderbaren Kommandanten hin und weckt unsere Begeisterung für ihn. Ebenso lässt auch das Heerlager, das sich in jedem Frühling über das Antlitz der Erde erhebt und aufs Neue seine Waffen aufnimmt, ein neues Heer des Hochgelobten (Subhan) aus vierhunderttausend Tier- und Pflanzenvölkern, die ganz verschiedene Bekleidung, Verpflegung und Ausrüstung erhalten und denen ein einziger allmächtiger Oberbefehlshaber (kumandan-i a'dham) in vollendeter Ordnung ihre Stellungs- und Entlassungsbefehle erteilt, ohne irgendetwas zu vergessen oder zu verwechseln, für jeden, der seinen Verstand beisammen hat, erkennen, in welchem Maße dieses Heerlager der Erde im Frühling, verglichen mit den Maßstäben der Militärwissenschaft, die ihr studieren wollt, größer und vollkommener ist als das obenerwähnte menschliche Heer und Heerlager, und unterrichtet uns dementsprechend, Ihn mit Lobpreis und Bewunderung (tahmid ve tesbih) als unseren Herrn (Rabb) und Herrscher (Hâkim), der die Welt lenkt und befehligt (Mudebbir) in Heiligkeit (Kumandan-i Aqdes) anzunehmen, erweckt in uns Dank und Verehrung und ruft unsere Begeisterung für Ihn wach.

In einer wunderbaren Stadt mit Millionen von kreisenden elektrischen Lampen, die überall hin gelangen, lassen diese Lampen, die immer mit Brennstoff versorgt sind, und ihre Fabrikation offensichtlich und ganz ohne Zweifel ihren wunderwirkenden Meister und über alles fähigen Elektriker, der die Fabrik erbaut und die kreisenden

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Lampen erschaffen hat und sie mit Brennstoff versorgt, der auch die elektrischen Anlagen überwacht, voll Bewunderung erkennen, segnen und sich für ihn begeistern.

Ebenso stoßen auch die Sternenlampen an der Schlossdecke der Welt in dieser kosmischen Stadt, obwohl doch einige von ihnen - nach Aussage der Astronomen - tausendmal größer sind als unsere Erdkugel und sich siebzigmal schneller bewegen als eine Kanonenkugel, nicht miteinander zusammen, erlöschen nicht und sind stets mit Brennstoff versorgt. Auch unsere Sonne, die, wie ihr gehört habt, nach Aussage der Astronomen millionenmal größer als unsere Erde ist und viele Millionen Jahre alt und eine Lampe und ein Ofen in diesem Gasthaus des Allbarmherzigen (Rahman) und für die täglich so viele Meere an Heizöl notwendig wären, wie die Erde Ozeane enthält, oder ganze Gebirge von Kohle oder Holzstöße, so groß wie tausend Erden, um sie nicht ausgehen zu lassen, und die erhabenen Sterne, die wie sie ohne Öl, ohne Holz und ohne Kohle brennen und nicht auslöschen und rasch miteinander dahineilen, ohne aneinander zu stoßen, weisen mit ihren Lichtfingern auf die allumfassende Gewalt und Herrschaft (qudret ve saltanat) Gottes hin und zeigen uns, um wie vieles größer und in welchem Maße vollkommener als in diesem unserem Beispiel, die Lampen und Leuchten dieses Weltenschlosses in unserer wundersamen kosmischen Stadt sind. Wenn ihr die Elektrotechnik dementsprechend studiert oder noch studieren werdet, wird sie uns in gleichem Maße über den König (Sultan) unterrichten, der dieses gewaltige Ausstellungsgelände des Kosmos eingerichtet (Sani') hat und es verwaltet (Mudebbir) und dessen die leuchtenden Sterne Zeugen sind und deren Beleuchtungsmeister (Munevvir) Er ist, und in Lobpreis und Verherrlichung (tesbihat ve taqdis) unsere Begeisterung und Verehrung für Ihn wecken.

Gäbe es, um ein weiteres Beispiel anzuführen, ein Buch, in dessen einzelne Zeilen sehr klein ein ganzes Buch hineingeschrieben sei und in dessen einzelne Worte mit feinem Stift eine Sure des Qur'an hineingeschrieben

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sei, ein sehr bedeutungsvolles Buch, in dem sich alle Themen gegenseitig stützen und ergänzen, so zeigte dieser wunderbare Band die außerordentlichen Fähigkeiten und Begabungen seines Schreibers und Verfassers und ließe uns ohne Zweifel, klar wie der Tag, die Vollkommenheit seines Schreibers, seines Autors, erfahren und seine Kunstfertigkeit erkennen. Es würde uns dazu veranlassen, "Masha-a'llah, Barek-a'llah!" {Masha-a'llah: Wie wunderbar ist es doch das, was mit Gottes Willen geschehen ist! Barek-a'llah: Segne es Gott! - A.d.Ü.} zu sagen und unsere Verehrung zum Ausdruck zu bringen.

Ebenso lässt auch dieses große Buch der Schöpfung, in dem eine einzige Seite die Oberfläche unserer Erde ist und auf ihr ein einzelner Bogen der Frühling mit seinen vierhunderttausend Tier- und Pflanzenarten, die vierhunderttausend Büchern gleichen, und in dem, wie wir mit eigenen Augen sehen, ein Wort gleich einem Baum wie eine Kasside oder ein Kern gleich einem Punkt fehlerlos, makellos, ohne sich zu irren oder etwas zu verwechseln, vollkommen und wohlgeordnet eines im anderen das vollständige Verzeichnis eines Buches niedergeschrieben wurde, von einer Feder bewerkstelligt, dieser Sammelband des Alls erkennen, dass diese Verkörperung des Großen Qur'an der Welt, in dem sich so unendlich viele Bedeutungen und mit jedem Wort so viele Weisheiten finden, so viel größer, vollkommener und bedeutender ist, als unser Buch in dem obenerwähnten Beispiel und wie im gleichen Grade, betrachtet mit dem großen Maßstab und dem scharfen Blick der Physik, die ihr lernt, und durch die Lese- und Rechtschreibkunde, die ihr in der Schule praktisch übt, der Designer dieses kosmischen Buches und sein Schreiber so grenzenlos vollkommen ist. Es macht Ihn durch das Wort "Allah-u Ekber" {Allah-u Ekber: Gott ist groß! - A.d.Ü.} bekannt, heiligt und erhebt Ihn mit "Subhan-a'llah", {Subhan-a'llah: Gepriesen sei Gott! - A.d.Ü.} lobpreist

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Ihn mit "Elhamdu-li'llah" {Elhamdu-li'llah: Lobpreis und Dank sei Gott! - A.d.Ü.} und weckt unsere Begeisterung für Ihn.

So ermöglicht also einem Menschen jede von Hunderten von Wissenschaften sowie die obenerwähnten Wissensbereiche mit ihren geeichten Maßstäben, ihrem eigenen Spiegel und mit ihrer weitsichtigen Optik eine Betrachtungsweise, durch die er den glorreichen Schöpfer (Khaliq-i Dhu l-Djelal) dieses Kosmos in Seinen Namen (esma) erkennen, Ihn durch Seine Attribute (sifat) und in Seiner Vollkommenheit (kemalat) schauen kann.

So ist es denn, um diesen obenerwähnten Beweis zu führen, der ein wunderbares und glänzendes Zeugnis der Einheit (Vahdaniyet) ist, dass der Qur'an, ein Wunder der Verkündigung, so häufig die folgenden Verse wiederholt:

رَبُّ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضِ

{"Herr der Himmel und der Erde."}

خَلَقَ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضَ

{"Er schuf die Himmel und die Erde."}

Mit solchen Versen unterrichtet uns der Qur'an über unseren Schöpfer, habe ich den jungen Schülern gesagt. Sie haben auch alles so angenommen und zur Bestätigung gesagt: "Unendlicher Dank sei unserem Herrn dafür, dass wir eine so reine und wahrheitsgetreue Lektion erhalten haben. Möge Allah mit dir zufrieden sein (Allah senden razi olsun)!"

Da habe auch ich zu ihnen gesagt: "Der Mensch, der unter tausend verschiedenen Schmerzen leiden und tausend unterschiedliche Arten von Freuden genießen kann, ist als ein lebendiger Organismus, der über seine große Schwäche hinaus auch noch zahllose innere und äußere Feinde und über seine grenzenlose Armseligkeit hinaus auch noch von unendlich vielen äußeren und inneren

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Faktoren abhängig ist, ein armseliges Geschöpf, auf das unablässig die Schläge des Untergangs und der Trennung herabprasseln.

Wenn er sich aber nun plötzlich dem König in Seiner Majestät (Padishah-i Dhu l-Djelal) voll Glaube und Anbetung (iman ve ubudiyet) verbindet und nun gegen alle seine Feinde einen Stützpunkt (nokta-i istinad) und in all seinen Bedürfnissen einen Quellgrund der Hilfe findet, so könnt ihr euch vorstellen, wie er, gleich jedem, der sich durch die Zugehörigkeit zu seinem Herrn geehrt fühlt und auf seinen Stand stolz ist, wenn er sich nur einem solchen allmächtigen und allbarmherzigen König (Qadier ve Rahiem bir padishah) gläubig verbindet, anbetend in Seinen Dienst tritt und sein ewiges Verbannungsurteil in eine Entlassungsurkunde umwandelt, in einer großen Zufriedenheit und Dankbarkeit und mit einer tiefen Ehrerbietung stolz (iftikhar) sein kann."

Was ich damals den jungen Schülern gesagt habe, das sage ich noch einmal genauso meinen vom Unglück betroffenen Mitgefangenen: Wer Ihn kennt und Ihm gehorcht, der ist ein Glückseliger, säße er auch in einem Gefängnis. Wer Ihn vergisst, und säße er auch in einem Schloss, der ist ein Unglückseliger. Ja, es sagte einmal ein solcher Glückseliger, der zu Unrecht verurteilt worden war, bei seiner Hinrichtung zu den unglückseligen Gewaltmenschen:

"Ich werde nicht hingerichtet, vielmehr gehe ich mit einer Entlassungsurkunde in die ewige Seligkeit ein. Ich sehe euch aber zu ewiger Verbannung verurteilt und das ist für mich eine vollständige Genugtuung." لآَ إِلٰهَ إِلاَّ اللّٰهُ {"Es gibt keinen Gott außer Allah!"} sagte er und gab freudig seine Seele hin.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Siebente Problemstellung

(Sie ist die Frucht eines Freitags im Gefängnis in Denizli)
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَ مَآ أَمْرُ السَّاعَةِ إِلاَّ كَلَمْحِ الْبَصَرِ أَوْ هُوَ أَقْرَبُ ٭ مَا خَلْقُكُمْ وَ لاَ بَعْثُكُمْ إِلاَّ كَنَفْسٍ وَاحِدَةٍ ٭ فَانْظُرْ إِلٰٓى اٰثَارِ رَحْمَتِ اللّٰهِ كَيْفَ يُحْيِى الْاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَآ إِنَّ ذٰلِكَ لَمُحْيِى الْمَوْتٰى وَ هُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ قَدِيرٌ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen" "Es ist aber die Angelegenheit der 'Stunde' nur ein Augenblick oder noch weniger." (Sure 16, 77) "Euer aller Erschaffung und Wiederversammlung ist nur wie die einer einzelnen Seele" (Sure 31, 28) "Siehe die Male der Barmherzigkeit Allahs: wie Er die Erde nach ihrem Tode wieder lebendig macht! Fürwahr, Er ist es, der die Toten wieder belebt und Er hat Macht über alle Dinge." (Sure 30, 49)}

Einmal hatten mich die Schüler des Gymnasiums in Kastamonu gebeten: "Lehre uns, unseren Schöpfer zu erkennen!". Ich hatte ihnen daraufhin nach Art der Schulwissenschaften eine Unterweisung erteilt und diese in Form der vorangegangenen Sechsten Problemstellung den Gefangenen, die im Gefängnis von Denizli mit mir Verbindung halten konnten, vorgelesen. Nachdem sie so eine völlige Gewissheit im Glauben gewonnen hatten, verspürten sie eine brennende Sehnsucht nach dem Jenseits und sagten: "Lehre auch uns all das, was uns im Jenseits erwartet, sodass uns die Begierde (nefs) und die Teufel dieser Zeit nicht mehr vom Wege abbringen und so wieder ins Gefängnis bringen können."

Auf den Wunsch der Risale-i Nur Schüler und derer, die im Gefängnis die vorangegangene Sechste Problemstellung gelesen hatten, war es notwendig geworden, einen

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weiteren Pfeiler, nämlich den des Glaubens an das Jenseits kurz zu erklären. So habe ich denn kurz und bündig aus der Risale-i Nur heraus gesagt:

In der Sechsten Problemstellung hatten wir bereits die Erde und die Himmel nach dem Schöpfer gefragt. Sie hatten uns ja den Schöpfer durch die Sprache der Wissenschaften sonnenklar zu erkennen gegeben. Ebenso wollen wir erst unseren Herrn, den wir bereits kennen gelernt haben, dann unseren Propheten, dann den Qur'an, und dann andere Propheten und heilige Bücher und dann die Engel und dann den ganzen Kosmos nach dem Jenseits befragen:

Also richten wir an erster Stelle die Frage nach dem Jenseits direkt an Allah. Er geruht durch alle gesandten Propheten und geoffenbarten Erlasse und durch alle Seine Namen und Seine Eigenschaften (sifat) zu sagen: "Jawohl, es gibt das Jenseits und ich führe euch dorthin." Das "Zehnte Wort" hat bereits anhand von "Zwölf Wahrheiten" glänzend und sicher erklärt und bewiesen, wie ein Teil der Namen Gottes Antwort (auf die Frage) nach dem Jenseits gibt. Wir wollen uns hier mit dieser Erklärung begnügen und nur noch folgenden sehr kurzen Hinweis geben:

Da es nun einmal kein Königreich gibt, in dem diejenigen, die diesem Königreich gehorchen, keinen Lohn und die Aufständischen keine Strafe empfangen, werden auf jeden Fall in einem immerwährenden Königreich (saltanat-i sermediye) auf der Stufe der absoluten Herrschaft (rububiyet-i mutlaq) diejenigen, die sich mit diesem Königreich durch den Glauben verbinden und durch die Befolgung (itaat) seiner Erlasse unterwerfen (teslim), einen Lohn und diejenigen, welche die Würde dieses Königreichs (izzetli saltanat) mit ihrem Unglauben und mit ihrer Aufsässigkeit (isyan) in Abrede bringen (= inkar), eine Strafe erhalten, wie es dieser Barmherzigkeit und dieser Schönheit (rahmet ve djemal) und wie es dieser Würde und Majestät (izzet ve djelal) gebührt, welche Antwort uns Gott ja mit Seinen Namen "Herr aller Welten (Rabb-ul Alemin)" und "Gerecht handelnder König (Sultan-ud Deyyan)" gibt.

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Wir können nun einmal taghell und sonnenklar überall auf Erden eine alles umfassende Barmherzigkeit (rahmet) und eine alles mit einschließende Liebe (shefqat) und Freigebigkeit (kerem) mit Augen erblicken. Es ist diese Barmherzigkeit, die zum Beispiel alle Frucht tragenden Pflanzen, besonders die Bäume in jedem Frühling schön wie die paradiesischen Jungfrauen bekleidet, sie schmückt, in ihre Hände jede Art von Früchten gibt, sie anbietet und sagt: "Auf, nehmt und esst!" Zudem gibt sie uns aus der Hand der Biene, mit ihrem giftigen Stachel, einen gesunden und wohlschmeckenden Honig zu essen und die feinste Seide zu unserer Bekleidung aus der Hand eines Insektes, das keine Hände hat. Eine Barmherzigkeit und eine Liebe (shefqat), die tausend Zentner Speisen in einer Handvoll winzig kleiner Kerne und Körner für uns aufbewahrt und wie eine Vorratskammer in diesen winzig kleinen Depots speichert, verurteilt auf keinen Fall - und daran kann es keinen Zweifel geben - diese liebenswürdigen gläubigen Menschen, die von ihr aufmerksam versorgt werden und die ihr gegenüber dankbar sind und sie verehren, zu (Tod und) Vernichtung. Vielmehr entlässt sie sie von ihrem Dienst im irdischen Leben, um sie zu einer noch glänzenderen (Erscheinung Seiner) Barmherzigkeit zu führen, wie Gott mit Seinen Namen "Der Barmherzige (Rahiem)" und "der Freigiebige (Keriem)" auf unsere Frage Antwort gibt und sagt:

اَلْجَنَّةُ حَقٌّ

{"(Der Glaube) an das Paradies entspricht der Wahrheit."}

Des Weiteren können wir mit eigenen Augen erkennen: Wir sehen, dass die Hand der Weisheit (hikmet) über der ganzen Schöpfung und dem Antlitz der Erde wirksam ist und alle Wirksamkeiten im Maßstab einer Gerechtigkeit (adalet) zustande kommen, dass der menschliche Verstand nicht darüber hinaus denken kann.

Zum Beispiel: Betrachten wir einmal unter den vielen Weisheiten, die mit tausenderlei verschiedenen Bestandteilen des menschlichen Körpers verbunden sind, nur das Erinnerungszentrum, das vielleicht so groß sein mag wie eine Nussschale. In diesem winzig kleinen Raum stehen

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sein ganzer Lebenslauf und unendlich viele Ereignisse, die in seinem Leben stattgefunden haben, verzeichnet, und dieses Zentrum wurde durch die Weisheit des Urewigen (edheli hikmet) gleich einer Bibliothek gestaltet und im Gehirn des Menschen gleichsam wie in eine Tasche gesteckt, damit (diese Bibliothek) ihm am Tage der Wiederversammlung als ein Zeugnis für das Buch seiner Taten bei seinem Prozess vor dem großen Gericht in die Hand gelegt werden kann.

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flanze mit einer Blüte bis zu einem Milliarden, Trilliarden Heer von geöffneten Frühlingsblumen im richtigen Verhältnis, in großer Vielzahl und doch ohne Verschwendung, wohlausgewogen, wohlgeordnet und vollkommen zu einem Kunstwerk macht, jedem Lebewesen ein Lebensrecht mit gerechten Bedingungen gibt, die guten Taten mit guten Ergebnissen und die schlechten Taten mit schlechten Ergebnissen verbindet und mit den Schlägen, die sie seit den Zeiten Adams, mit dem Friede sei, gegen Gott rebellierenden, tyrannischen Völkern versetzt hat, sich Selbst mit großer Macht wieder in Erinnerung ruft. Auf jeden Fall und ohne allen Zweifel können diese Weisheit des Urewigen (hikmet-i edhel) und diese Gerechtigkeit des Immerwährenden (adalet-i sermedi), wie Sonne und Tag nicht ohne einander sein können, ohne Jenseits nicht sein und die entsetzliche Ungerechtigkeit und Sinnlosigkeit keineswegs zulassen, sodass die extrem Ungerechten und die extrem Entrechteten durch den Tod gleichermaßen hinscheiden, wodurch Gott mit Seinen Namen "der Allweise (Hakiem), der Gerechte (Hakem), der Richter (Adl) und der Errichter der Gerechtigkeit (Adil)" auf unsere Fragen eine sichere Antwort gibt.

Des Weiteren werden allen lebendigen Geschöpfen all ihre Bedürfnisse, und all ihre natürlichen Wünsche (fitri matlab), alles

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was ihre Hände nicht erreichen können und was nicht im Rahmen ihrer Fähigkeiten liegt, in der gleichen Zeit, in der sie sich etwas in der Sprache ihrer natürlichen Anlagen und ausgedrückt durch ihre Bedürfnisse gleichsam wie in einem Gebet wünschen, von einer überaus barmherzigen (rahiem), hörenden, liebenden (shefqatli) unsichtbaren Hand gegeben und erfüllt. Von den Bittgebeten der Menschen, besonders aber den Gebeten der Heiligen und Propheten werden sechs, sieben von zehn Gebeten wunderbar erhört. Daraus wird ganz klar verständlich: Es muss hinter dem Schleier (der Schöpfung verborgen) einen geben, der hört und antwortet (Semi-i Mudjib), der das Seufzen jedes Leidenden und das Gebet jedes Bedürftigen hört und beachtet, weil Er ja (ganz offensichtlich) das kleinste Bedürfnis des kleinsten Lebewesens sieht und dessen verborgenstes Seufzen hört, ihm liebevoll (sehfqat) entgegentritt, mit der Tat (fiil) antwortet und es zufrieden stellt.

Es bleibt mit Sicherheit und in gar keinem Fall irgendeine Möglichkeit zu einem Zweifel daran, dass Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, der den Menschen, der unter allem Geschaffenen der bedeutendste ist, mit seinen wichtigsten und alles umfassenden Gebeten, wie sie sich auf den ganzen Kosmos, alle Namen und Eigenschaften Gottes beziehen und sich auf den ewigen Aufenthalt im Jenseits hin ausrichten, hinter dem alle Propheten, welche die Sonnen und Sterne, die Anführer des Menschengeschlechtes sind, stehen und zu seinen Gebeten "Amen, Amen" sagen und für den jeder einzelne Gläubige seiner Gemeinde täglich Segenswünsche ausspricht und so an dessen Gebet mit seinem "Amen, Amen" teil hat, ja vielmehr die ganze Schöpfung an seinem Gebet teil nimmt und sagt: "Ja, unser Herr! Gewähre ihm, worum er Dich bittet! Auch wir bitten Dich um das, wofür er zu Dir betet!" allein schon mit diesen seinen Gebeten um das ewige Sein im Jenseits und die ewige Glückseligkeit, unter allen diesen unwiderlegbaren Tatsachen ein ausreichender Grund ist, unter zahllosen Gründen,

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das Paradies ins Dasein und das Jenseits in seine Existenz zu berufen, was für die Macht Gottes so leicht ist, wie die Erschaffung eines Frühlings, wodurch Gott mit Seinen Namen "der Erschaffende (Mudjib), der Hörende (Semi') und der Barmherzige (Rahiem)" Antwort gibt auf unsere Fragen.

Des Weiteren ist so offensichtlich wie der Tag uns die Sonne zeigt, hinter dem Schleier dieses allgemeinen Werdens und Vergehens auf dem Antlitz der Erde und im Wechsel der Jahreszeiten, ein verborgener Lenker und Leiter (Mutasarrif) erkennbar. Die riesige Erde verwaltet Er vollkommen wohlgeordnet und so leicht wie einen Garten, ja sogar wie einen Baum. Den großartigen Frühling bringt Er so leicht und so harmonisch verziert zustande wie eine Blume. Auf der Erde schreibt Er mit der Feder Seiner Macht (qalem-i qudret) wie auf einer Seite alle Pflanzen- und Tierarten, dreihunderttausend Büchern gleich, und zeigt dreihunderttausend Beispiele und Nachbildungen für die Auferstehung und Wiederversammlung am jüngsten Tag. Alle werden ohne jede Verwechslung gleichzeitig geschrieben, sind untereinander ohne ein Durcheinander bunt gemischt, gleichen einander ohne Fehler und werden vollkommen wohlgeordnet und sinnvoll aufgezeichnet. In diesem gewaltigen Ausmaß ist eine unbegrenzte Barmherzigkeit (rahmet) und eine grenzenlose Weisheit (hikmet) am Werk. Der riesige Kosmos steht dem Menschen wie eine Wohnung zur Verfügung, aufs Schönste verziert und ausgestattet. Diesem Menschen als Treuhänder (Kalif) über die Erde wurde das größte Pfand anvertraut, vor dem Berge, Himmel und Erde zurückschreckten, es zu tragen. Er bekam über die anderen Lebewesen eine Stellung, gleich der eines Aufsichtsbeamten, denn Gott, der Gepriesene richtete sich an ihn durch Seine Weisung (hitabat-i Subhaniye), Sein Wort (sohbet) und verlieh ihm so einen hohen Rang (maqam). In allen vom Himmel geoffenbarten Erlassen wurde ihm die ewige Glückseligkeit und der ewige Verbleib im Jenseits versprochen und zugesichert. Auf jeden Fall und ohne allen Zweifel wird Er das Haus der ewigen Glückseligkeit, das

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für Seine Macht so leicht wie die Errichtung eines Frühlings ist, für diesen geehrten und gewürdigten (mukerrem ve musherref) Menschen errichten, es eröffnen und den Tag der Wiederversammlung und Wiederauferstehung anbrechen lassen, wodurch unser Schöpfer mit Seinen Namen "der Spender des Lebens (Muhyi) und Schenker des Todes (Mumit), der Lebendige (Hayy), der Unwandelbare (Qayyum), der Allmächtige (Qadier) und der Allwissende (Alim)" auf unsere Fragen antwortet.

In der Tat belebt die Macht Gottes in jedem Frühling wieder alle Bäume und die Wurzeln der Gräser und erschafft (idjad) Musterbeispiele für die Wiederversammlung und Wiederauferstehung von dreihunderttausend Arten Pflanzen und Tieren. Würde man die jeweils tausendjährige Ära der Gemeinden von Mohammed und Moses, mit denen Friede sei, einander gegenüberstellen, so könnte man beobachten, wie Er die tausend Beispiele für die Wiederversammlung und tausend Zeugnisse für den Weltuntergang und die Wiederauferstehung in zweitausend jahreszeitlichen Perioden (bahar) {Jeder Herbst (sonbahar) gleicht dem Untergang der Welt, dem Sterben und der darauf folgende Frühling (ilkbahar) seiner Wiederauferstehung.} vorführt. Die leibliche Wiederauferstehung für eine solche Macht als unmöglich anzusehen, ist eine tausendfache Blindheit und Torheit.

Des Weiteren verkündigten die 124.000 Propheten, die die berühmtesten der Menschheit sind, übereinstimmend auf Grund von tausend Zusagen und Versprechen Gottes des Gerechten die ewige Glückseligkeit und den immerwährenden Aufenthalt im Jenseits und bewiesen die Wahrheit dessen durch die Wunder, die sie gewirkt haben. Ebenso setzt die unendlich große Anzahl der Heiligen (ehl-i velayet) durch ihre innere Wahrnehmung (keshf) und geistige Schau (zevk) ihre Unterschrift unter dieselbe Wahrheit. Mit Sicherheit wird diese Wahrheit klar erkennbar wie die Sonne. Wer dennoch zweifelt, ist ein Tor.