Risale-i Nur

Die Worte
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den Augen aller Kunstliebhaber betrachten. Das heißt, Schönheit und Vollkommenheit lieben sich selbst mehr als alles andere, weil sie um ihrer selbst willen geliebt werden. Sie selbst sind sowohl Schönheit als auch Liebe. So erwächst hieraus die Einheit von Schönheit und der Liebe. Da nun einmal die Schönheit sich selbst liebt, möchte sie sich selbst in einem Spiegel betrachten. So tragen die liebenswerten Geschenke und schönen Früchte, die an die Statue gehängt und an das Bild gesteckt werden, ihrer Fähigkeit entsprechend einen Funken von einer geistigen Schönheit. Sie zeigen diesen Funken sowohl dem Herrn aller Schönheit, als auch allen anderen.

In genau der gleichen Weise setzt der Allweise Meister dem Paradies und der Welt, den Himmeln und der Erde, den Pflanzen und den Tieren, Dschinnen und Menschen, Engeln und Geistern und allen Dingen, einzeln wie insgesamt, ihre Grenzen, formt und ordnet sie und bestimmt ihnen ihr Maß. Dadurch veranlasst Er sie, Seine Namen "Der Maßgebende (Muqaddir), der Ordnende (Munazzim) und der Gestalter (Musavvir)" zu rezitieren.

Ebenso bestimmt Er jeder Form und Gestalt ihre Grenzen, damit auch die Namen "der Allwissende (Alim) und der Allweise (Hakiem)" offenbar werden. Dann beginnt Er mit dem Lineal Seines Wissens und Seiner Weisheit, innerhalb dieser Grenzen mit der Gestaltung aller Dinge. Er tut dies in der Weise, dass nun die Begriffe der "Kunstfertigkeit" und der "Gnade (inayet)" und die Namen "der Meister (Sani)" und "der Gastfreundliche (Kerim)" offenbar werden. Danach streicht Er mit der wundertätigen Hand (ye'd-i beyza) Seiner Kunstfertigkeit und dem Pinsel Seiner Gnade über die einzelnen Teile seiner Darstellungen, bei jedem einzelnen Menschen und bei jeder einzelnen Blume, über die Augen und Ohren, oder über die Blätter und Blüten, oder, wenn es sich um die Erde handelt, über ihre Erze, Pflanzen und Tiere; wenn es sich aber um das Paradies handelt, so gibt Er Seinen Gärten, Schlössern und Jungfrauen die Farbe ihrer Schönheit und ihren Schmuck. Und so weiter. Suche noch weitere, ähnliche Beispiele!

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Des Weiteren schmückt und erleuchtet Er sie in einer Weise, dass die Bedeutung von Güte und Freigiebigkeit die Vorherrschaft übernehmen, sodass alle jene schön verzierten Dinge, alle jene leuchtenden und strahlenden Kunstwerke, zur leibhaftigen Güte, zur Person gewordenen Freigiebigkeit werden. Sie rezitieren die Namen "der Gütige (Latif) und der Freigiebige (Kerim)". Was demnach diese Güte und diese Freigiebigkeit dazu führt, in dieser Art in Erscheinung zu treten, sind mit Sicherheit die Begriffe "sich liebenswert machen" und "sich bekannt geben". Das heißt, Er will sich für die lebenden Wesen liebenswert machen und den mit Bewusstsein begabten Wesen bekannt geben, wie sich hinter den Namen "der Gütige und der Freigiebige" die Namen "der Freund (Vedud) und der Offenbarte (Ma'ruf)" herauslesen lässt, was man aus der Sprache heraus hört, mit der ein Kunstwerk zu uns spricht. Dann beschenkt Er jene schön verzierten Formen des Daseins, jene schönen Geschöpfe mit wohlschmeckenden Früchten und mit wunderbaren Ergebnissen und verwandelt diesen Schmuck (d.h. Früchte und Ergebnisse) in Geschenke und Güte in Barmherzigkeit. Damit finden die Namen "der Schenker" (Mun'im) und "der Barmherzige" (Rahim) ihren Ausdruck. Hinter dem, was nach außen hin wie ein Schleier erscheint, wird die Darstellung dieser beiden Namen erkennbar.

Was aber diesen Barmherzigen, diesen Gastfreundlichen, der absolut frei von allen Bedürfnissen ist, dazu führt, in dieser Art in Erscheinung zu treten, ist, dass Er sein Erbarmen und sein Mitleid zeigen will, woraus sich die Namen "der Mitleidige" (Hannan) und "der Erbarmer" (Rahman) ablesen lassen und zur Darstellung gelangen. Was aber diesen Willen, sich zu erbarmen und Mitleid zu haben, dazu veranlasst, sich auch zu zeigen, ist mit Sicherheit eine wesensgemäße Schönheit und Vollkommenheit, die in Erscheinung treten will. Sie bewirkt es, den Namen "der Schöne" (Djemil) und

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die Namen "der Freund und der Barmherzige" (Vedud, Rahim), die in dem Namen "der Schöne" (Djemil) enthalten sind, zu rezitieren. Denn, die Schönheit liebt man um ihrer selbst willen. Die Schönheit und der, dem sie zu Eigen ist, lieben einander. So sind sie zugleich Liebender (husn) und Geliebter (muhabbet). Auch die Vollkommenheit wird um ihrer selbst willen geliebt, geliebt, ohne dass es dafür einen Grund gäbe. Sie sind sowohl Liebender (muhib) als auch Geliebter (mahbub). Eine Schönheit, die in unendlichem Maß vollkommen ist, und eine Vollkommenheit, die in unendlichem Maße schön ist, wird nun einmal in unendlichem Maße geliebt und verdient, in jeder Weise geliebt zu werden. Mit Sicherheit wollen sie dadurch bekannt geben, dass sie ihre Erscheinungen und ihren Widerschein in den Spiegeln und den Fähigkeiten der Spiegel entsprechend sehen und die anderen sehen lassen.

Das heißt also, dass sie die essentielle Schönheit und Vollkommenheit erfordern, die dem Wesen des Meisters in Seiner Majestät (Djelal), des Allweisen in Seiner Schönheit (Djemal) und des Allmächtigen in Seiner Vollkommenheit (Kemal) gehören, Erbarmen und Mitgefühl empfinden, was die Namen "der Erbarmer" (Rahman) und "der Mitfühlende" (Hannan) in Erscheinung bringen.

Was das Erbarmen und das Mitgefühl betrifft, so zeigen sie die Barmherzigkeit und die Freigiebigkeit und bringen die Namen "der Barmherzige" (Rahim) und "der Großmütige" (Mun'im) zum Ausdruck. Was die Barmherzigkeit und die Freigiebigkeit betrifft, so erfordern sie, sich liebenswert zu machen und sich bekannt zu geben. Das bringt aber die Namen "der Freund" (Vedud) und "der Offenbarte" (Maruf) zum Ausdruck und führt sie als Kunstwerk gleichsam wie auf einer Leinwand auf. Das Sich-liebenswert-machen und das Sich-Bekannt-geben bringen die Neigung hervor, gütig und freigiebig aufzutreten. Sie lassen anhand dieser Kunstwerke gleichsam wie auf einigen einzigartigen Leinwänden die Namen "der Gütige" (Latif) und "der Freigiebige" (Kerim) herauslesen. Die Neigung, gütig und freigiebig aufzutreten,

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aktiviert die Handlungsweise, zu verzieren und zu erleuchten und lässt in der Sprache der Schönheit und des Erleuchtetseins des Kunstwerkes die Namen "der Verzierende (Muzeyyin) und der Erleuchtende (Munevvir)" vortragen. Was aber die Neigung zu verzieren und zu verschönern betrifft, so erfordert sie, meisterhaft und gütig zu handeln. Das schöne Aussehen der Kunstwerke lässt Ihn die Namen "der Meister" und "der Verschönernde (Muhsin)" herauslesen. Was aber das meisterhafte und gütige Wirken anbetrifft, so erfordert es Wissen und Weisheit. Die einzelnen wohlgeordneten und weisheitsvollen Kunstwerke lassen Ihn die Namen "der Allwissende" und "der Allweise" herauslesen. Dieses Wissen und diese Weisheit erfordern aber die Handlungen, "Wohlordnen, Gestalten und Aufbauen". Die Gestaltung und der Aufbau der Kunstwerke lassen Ihn die Namen "der Gestalter (Musauvir) und der Bestimmende (Muqaddir)" herauslesen und zeigen Ihn so. Und so hat auch der Meister, der Majestät besitzt, alle Kunstwerke in der Art geschaffen, dass die meisten davon, besonders aber die lebenden Wesen, viele der Namen Gottes herauslesen lassen. Die Kunstwerke erscheinen so, als trüge jedes von ihnen zwanzig verschiedene Hüllen übereinander gezogen und wäre in zwanzig Tücher eingehüllt. Auf jeder Hülle und jedem Tuch stehen verschiedene Seiner Namen geschrieben.

Zum Beispiel:

Wie in dem Gleichnis gezeigt wurde, hat eine einzige schöne Blume und eine hübsche Dame des schönen Geschlechtes allein bei ihrer äußerlichen Erschaffung viele Seiten. Vergleiche nun die anderen, großen und umfassenden Kunstwerke mit diesen beiden kleinen Beispielen.

Erste Seite;

ist der Status, in dem das allgemeine Aussehen und das Maß zeigt und die Namen "Oh du Gestalter (Musauvir), Oh du Bestimmender (Muqaddir), Oh du Wohlordnender (Munasim)!".

Zweite Seite;

ist der grobe Umriss einer Blume und eines Menschen, der daraus entsteht, dass ihre verschiedenen Teile heraus gearbeitet werden. Auf diese Seite werden viele Namen wie "der Allwissende (Aliem), der Allweise (Hakiem)" geschrieben.

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Dritte Seite:

Dadurch, dass diesen verschiedenen Teilen dieser beiden Geschöpfe unterschiedliche Schönheit gegeben wird, werden auf dieser Seite viele Namen wie "der Meister (Sani)" und "der Schöpfer" (Bari) geschrieben.

Vierte Seite:

Diese beiden Kunstwerke tragen eine solche Verzierung und Schönheit, als hätten sich Güte (lutuf) und Freigiebigkeit in ihnen verkörpert und hätten ihre Gestalt angenommen. Diese Seiten gedenken vieler Namen wie, "Oh Gütiger (Latief)!", "Oh Freigiebiger (Keriem)!" und rezitieren sie.

Fünfte Seite:

Dadurch dass jene Blume Früchte und jene schöne Frau hübsche Kinder hervorbringt und einen guten Charakter entwickelt, lässt diese Seite die Namen "Oh Freund (Vedud)! Oh Barmherziger (Rahiem)! Oh Großmütiger (Mun'im)!" rezitieren.

Sechste Seite:

Auf dieser Seite der Großmut (in'am) und Güte (ihsan) lassen sich die Namen "Oh Erbarmer (Rahman)! Oh Mitfühlender (Hannan)!" rezitieren.

Siebte Seite:

An jenen Gaben und jenen Ergebnissen erscheinen Funken von solcher Schönheit (Djemal) und Güte (husn), welche mit einer wahrhaften Liebe (shefqat) und Begeisterung (shevk) durchknetet sind, dass sie aufrichtige Dankbarkeit und reine Liebe (muhabbet) verdienen. Auf dieser Seite stehen die Namen "Oh welche Schönheit in Deiner Vollkommenheit! Oh Vollkommener in Deiner Schönheit!" geschrieben und werden rezitiert.

Wenn also nun schon eine einzige schöne Blume und ein wunderbarer Mensch allein schon in ihrer äußerlichen Erscheinung so viele Namen Gottes aufzeigen, dann kannst du in etwa vergleichen, in welchem Grade umfassend und erhaben alle Blumen und alles, was da lebt, auch die großen Biotope, die Namen Gottes rezitieren lassen.

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Des Weiteren kannst du vergleichen, wie viele lichtvolle, heilige Namen, wie "der Lebendige (Hayy), der Beständige (Qayyum) und der Belebende (Muhyi)" der Mensch in seiner Seele (ruh), in seinem Herzen, mit seinem Verstand und mit Hilfe der Seiten seines Lebens und all seiner Feinheiten selbst rezitiert oder vortragen lässt.

So gleicht also das Paradies einer Blume. Auch die Gemeinschaft der Huris gleicht einer Blume. Das Antlitz der Erde gleicht einer Blume. Der Frühling gleicht einer Blume. Der Himmel gleicht einer Blume. Die Sterne gleichen dem vergoldeten Schmuck dieser Blume. Die Sonne gleicht einer Blume. Die sieben Farben ihres Lichtes gleichen Farben zum Schmuck dieser Blume. Das ganze Universum ist ein riesengroßer, schöner Mensch, so wie ja auch der Mensch ein Kosmos im Kleinen ist. Die Gemeinschaft der Huris, die Gemeinde aller Geistwesen, die verschiedenen Arten von Engeln, die verschiedenen Gruppen von Geistern und das ganze Menschengeschlecht sind gleich einer schönen Person geformt und gestaltet und ins Dasein gerufen worden. Wie jede Gattung in ihrer Gesamtheit, als auch jede Person für sich allein die Namen des Meisters in all Seiner Schönheit aufzeigen, so dienen sie auch Seiner Schönheit, Seiner makellosen Vollkommenheit, Seinem Erbarmen und Seiner Liebe als einzelne Spiegel. Sie sind treue Zeugen Seiner unendlichen Schönheit, Seiner makellosen Vollkommenheit, Seines Erbarmens und Seiner Liebe. Sie sind klare Zeichen (Ayat), Hinweise auf Seine Schönheit (Djemal) und Vollkommenheit (Kemal), Sein Erbarmen (Rahmet) und Seine Liebe (muhabbet).

So kommen denn alle diese unendlich vielen Arten individueller Vollkommenheit nur im Bereich allumfassender Einheit (Vahidiyet) und individueller Einheit Gottes (Ahadiyet) zu Stande. Das also heißt, dass eine Vollkommenheit, die man sich außerhalb dieses Bereiches vorstellen könnte, keine Vollkommenheit ist. Und so verstehe denn jetzt, dass sich die Wahrheit aller Dinge auf die Namen Gottes stützt, auf ihnen ruht, ja,

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dass die eigentliche Wahrheit in der Erscheinungen dieser Namen zu finden ist und jedes Ding auf vielerlei Weisen und mit vielen verschiedenen Zungen ihres Schöpfers gedenkt (dhikr) und Ihn lobpreist (tesbih).

Erkenne also nun die Bedeutung von

وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Und es gibt kein Ding, dass nicht lobend Ihn preist." (Sure 17, 44)}

und sage

سُبْحَانَ مَنِ اخْتَفٰى بِشِدَّةِ ظُهُورِهِ

{"Gepriesen sei der, der hinter der Macht Seiner Erscheinung verborgen ist."}

Und verstehe das Geheimnis, das in der Rezitation und in der Wiederholung solcher Verse wie

وَهُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ ٭ وَهُوَ الْغَفُورُ الرَّحِيمُ ٭ وَهُوَ الْعَلِيمُ الْقَدِيرُ

{"Und Er ist der Allmächtige, der Allweise." (Sure 14, 4) "Und Er ist der Verzeihende, der Barmherzige." (Sure 10, 107) "Er ist der Allwissende und der Bestimmende." (Sure 30, 54)}

liegt.

Kannst du die Namen nicht aus einer Blume herauslesen und sie klar erkennen, dann betrachte das Paradies, achte auf den Frühling und betrachte das Antlitz der Erde. Du kannst den Namen der göttlichen Barmherzigkeit, der auf einer so riesig großen Blume, wie dem Paradies, dem Frühling, der Erde geschrieben steht, klar herauslesen, deutlich sehen und erkennen, wie er auf ihr erscheint und sie schmückt.

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Zweite Abschnitt

Zweiter Punkt

Der Anwalt der Leute des Irrwegs findet keinen Stoff mehr, an den er seine Beweise anknüpfen und nichts mehr, worauf er das Gebäude seines Irrglaubens aufbauen könnte und weil er nun nichts weiter mehr vorbringen kann, sagt er:

"Das irdische Glück, die Vergnügungen des Lebens, der Fortschritt in der Zivilisation und der weitere Aufbau in der Industrialisierung erwächst nach meiner Meinung daraus, dass man nicht an das Jenseits denkt, Gott nicht kennt, die Welt und seine Freiheit liebt und nur auf sich selbst vertraut. Die meisten Menschen habe ich mit Hilfe des Satans auf diesen Weg geführt und das mache ich auch weiter so."

Nun die Antwort darauf:

Wir aber sagen im Namen des Qur'an: Oh du armseliger Mensch! Komm zur Besinnung! Höre nicht auf den Anwalt der Leute des Irrwegs! Hörst du auf ihn, wirst du dadurch einen solch großen Schaden davontragen, dass Herz, Geist und Verstand schon bei der bloßen Vorstellung erzittern. Es liegen nun zwei Wege vor dir:

Der Erste: der Elends-Treck, den der Anwalt der Leute des Irrwegs dir zeigt.

Der Andere: die glückliche Straße, die der weise Qur'an beschreibt.

Du hast ja nun die beiden Wege durch sehr viele Gegenüberstellungen in vielen Abhandlungen (Söz) und besonders durch die "Kleinen Worte" (Küçük Sözler) gesehen und verstanden. Siehe und verstehe nun in diesem Zusammenhang abermals eine weitere Gegenüberstellung unter tausend! Es ist dies wie folgt:

Der Weg der Kompromisse (shirk), Verirrungen (dalalet), Laster und Sünden stürzt den Menschen in einen bodenlosen Abgrund. In grenzenlosem Elend legt er ihm

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eine unendlich schwere Last auf seine schwachen und kraftlosen Schultern. Denn der Mensch, der Gott den Gerechten nicht kennt und nicht auf Ihn vertraut, dieser Mensch gleicht dann in seinem Jammer und Elend einem kurzlebigen (fani) Tier, das so äußerst hilflos und schwach ist, so unendlich hilfsbedürftig, armselig und zahllosen Übeln ausgesetzt, muss sich ständig trennen von allen Menschen, die ihm lieb und von allen Dingen, die ihm teuer geworden sind, lässt am Ende im Schmerz der Trennung auch noch die letzten Freunde zurück und steigt einsam in die Dunkelheit des Grabes hinab.

Eine Spanne lang kämpft er nutzlos mit einem äußerst schwachen Willen, mit seinem nur geringen Vermögen, seiner geringen Lebenskraft in seiner so beschränkten Lebenszeit, mit seinem trüben Verstand, voller Erwartung gegen ein unendliches Elend. Fruchtlos plagt er sich und wie im Leerlauf, um seine zahllosen Wünsche zu erfüllen und seine Ziele zu erreichen.

Obwohl er noch nicht einmal in der Lage ist, alle die Aufgaben der Versorgung und Ernährung seines eigenen Körpers auf sich zu nehmen, belastet er sich Leib und Seele noch zusätzlich mit der Last der ganzen großen Welt. Und noch bevor er zur Hölle fährt, zieht er schon die Strafe der Hölle auf sich.

In der Tat flüchten die Leute des Irrwegs, weil sie dieses leidvolle Elend und die fürchterliche Strafe der Seele nicht verspüren wollen, durch die Trunkenheit ihrer Gottvergessenheit in eine Art Betäubung ihrer Gefühle und verspüren sie vorübergehend nicht mehr. Doch verspüren wird er sie wieder, wenn er plötzlich verspürt, dass seine Zeit gekommen und er in die Nähe des Grabes gerückt ist. Denn wer nicht des getreuen Gottes getreuer Diener ist, der muss glauben, er sei Meister seiner selbst. Doch mit seiner geringen Willenskraft und seinem winzigen Leistungsvermögen vermag er in den Wechselfällen der Weltgeschichte noch nicht einmal den Stoffwechsel seines eigenen Körpers selbst zu meistern. Von den Krankheitserregern angefangen bis hin zu einem Erdbeben

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sieht er tausende feindlicher Truppen bereit zu einem Angriff auf sein Leben. In Qualen, Ängsten und Befürchtungen geht er dem Tor des Grabes entgegen, das ihm allzeit schrecklich vor Augen steht.

Solcher Art ist der Zustand, in dem er sich in Anbetracht seines eigenen Menschseins befindet, verbunden mit der Menschheit und der Weltgeschichte, ohne sich dabei einen Allweisen, Allwissenden, Allmächtigen, Barmherzigen und Großmütigen Herrn vorstellen zu können, der dies alles in Seinen Händen hält, schreibt vielmehr alles dem Zufall und den Naturgesetzen zu, sodass ihn ständig all das, was in der Weltgeschichte passiert und der Menschheit zustößt, in Unruhe versetzt. So leidet er zuzüglich zu seinem eigenen Elend auch noch an dem Elend der Menschheit. Erdbeben, Taifune, Pest, Hunger, Dürre, Vergänglichkeit und Zufall malen ihm das finstere Bild aller Not und Pein und allen Unglücks dieser Welt und quälen ihn.

Überdies verdient ein Mensch in diesem Zustand noch nicht einmal Mitleid (merhamet) und Erbarmen (shefqat), weil er sich ja selbst in diesen fürchterlichen Zustand gebracht hat.

Im "Achten Wort" wurde der Zustand zweier Brüder miteinander verglichen, die in eine Zisterne gesprungen waren: So wie ein Mann in einem schönen Garten, bei einem prächtigen Gastmahl unter guten Freunden sich nicht mit den sauberen, geschmackvollen, ehrbaren, willkommenen und erlaubten Freuden und Genüssen begnügt, wenn er stattdessen, um eines unerlaubten, zweifelhaften Genusses willen etwas von einem widerwärtigen, unlauteren Getränk (: Wein) zu sich nähme und sich nun in seinem Rauschzustande einbildete, es wäre mitten im Winter und er befände sich an einem schmutzigen Platz, ja inmitten von Drachen und begänne nun zitternd Zeter und Mordio zu schreien. So wie dieser kein Mitleid verdiente, wenn er seine achtbaren und ehrenwerten Freunde als eine Drachenbrut betrachtet und sie solcherart beleidigt, so wenig verdient ein solcher Mensch Mitleid,

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sondern Schläge, wenn er bei dem Gastmahl die wohlschmeckenden Speisen wegwirft, wenn ihm das saubere Tafelgeschirr wie Unrat und schmierige Steine vorkommt und er sie zu zerbrechen beginnt und wenn ihm überdies in der Festversammlung die Heiligen Bücher und die bedeutsamen Schriften wie unbedeutende und einfältige Verschönerungen erscheinen und er sie zerreißt und auf den Boden wirft usw....

Aus dem Missbrauch seiner Freiheit erwächst ihm der Unglaube, der ihm die Sinne benebelt, und in dem Wahnsinn seines Irrweges erscheint ihm die Welt, die doch eine Herberge des allweisen Meisters ist, als sei sie ein Spielball der Natur, als spiele der Zufall mit ihr. Er stellt sich vor, dass alle die Kunstwerke, die doch eine Erscheinung der Namen Gottes sind, wie sie ständig erneuert werden und - wenn ihre Zeit abgelaufen und ihre Aufgabe erfüllt ist - in die unsichtbare Welt hinüberwechseln, verurteilt und vernichtet werden. Der Lobpreis (tesbihat) der ganzen Schöpfung kommt ihm so vor, als sei er das Wehgeschrei des Verfalls und der ewigen Trennung. Diese Schöpfung, die doch ein Brief des Ewigen (mektubat-i Samedaniye) ist, alle diese Seiten vom Dasein erscheinen ihm wie eine inhaltslose Kritzelei. Das Tor des Grabes, das sich zur Welt der Barmherzigkeit öffnet, stellt er sich als den finsteren Schlund der Nicht-Existenz vor. Ist seine Frist gekommen und er eingeladen, seinen wahren Freunden (habib) wieder zu begegnen, so glaubt er, nun sei er an der Reihe, sich von allen seinen Freunden zu trennen. So bringt er sich selbst in fürchterliches Leid und Elend. Zudem will er alles, was da ist, die Namen Gottes des Gerechten und Seine Briefe nicht anerkennen, verachtet, ja beleidigt er sie. Deshalb verdient er weder Mitleid (merhamet) noch Erbarmen (shefqat), vielmehr ist nun harte Bestrafung sein Sold. Mitleid hat er jedoch auf gar keinen Fall verdient.

So ist das also, oh ihr unglückseligen Leute des Irrwegs und der Maßlosigkeit! Welche eurer Vollkommenheiten, welche eurer Philosophien, welche Perfektion,

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welche Zivilisation, welchen eurer Fortschritte könnt ihr diesem schrecklichen Verfall, dieser quälenden Hoffnungslosigkeit entgegensetzen? Wo könnt ihr jenen wahren Trost finden, dessen die Seele (ruh) des Menschen mit so heftigem Verlangen so notwendig bedarf?

Und weiter: was für eine Natur, welche der Ursachen, welches eurer Surrogate (shirk), welche von euren Entdeckungen und Erfindungen, welches Volk der Welt (millet), welche von den hohlen und nichtigen Gottheiten, die ihr anbetet, auf die ihr vertraut, auf die ihr alle eure Hoffnungen gesetzt habt und denen ihr alle die Werke Gottes und Gnadengaben des Herrn zuschreibt, vermag euch vor der Finsternis des Todes zu erretten, die euer ewiges Verdammungsurteil ist, wie ihr selbst sagt und euch über die Grenze des Grabes, des Zwischenreiches (berzah) hinüberzuhelfen, euch zum Ort der Wiederversammlung zu führen und euch über die Brücke "Sirat" hinüberzutragen, damit ihr die ewige Seligkeit erlangen könnt? Aber weil ihr das Tor des Grabes nicht verschlossen habt, werdet auch ihr mit Sicherheit Gefährten dieses Weges sein. Doch ein solcher Weggefährte sollte sich auf jemanden verlassen, der alle diese riesigen Gebiete und seine weiten Grenzen unter seiner Macht und Herrschaft hält.

Und noch etwas, ihr unglückseligen Leute des Irrweges und der Gottvergessenheit! Geheimnis des Grundsatzes: "Es ist die Folge einer unerlaubten Liebe (muhabbet), dass sie eine erbarmungslose Strafe nach sich zieht." Dass auch ihr, die ihr die Fähigkeit zu Liebe (muhabbet) und Erkenntnis, die euch natürlicherweise mit dem Wesen und mit den Eigenschaften und Namen Gottes des Gerechten verbinden sollten und die Anlage, die euch gegeben wurde, Gott zu danken, Ihn anzubeten und Ihm zu dienen, nun in ungesetzlicher Weise zu eigensüchtigen und weltlichen Zwecken missbraucht, nun auch gerechterweise eure Strafe auf euch zieht. Denn ihr habt die Liebe, die Gott dem Gerechten gebührt, eurer eigenen Seele gegeben. Und ihr habt die zahllosen Übel eurer Seele (nefs), die eure Geliebte (mahbub) ist, auf euch gezogen.

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Denn die wahre Seelenruhe (rahat) gebt ihr dieser eurer Geliebten nicht. Denn ihr vertraut sie nicht voll Zuversicht dem Allmächtigen (Qadir-i Mutlak) an, welcher der wahre Geliebte ist. Einen ewigen Schmerz zieht ihr euch zu. Und ferner habt ihr die Liebe, die den Namen Gottes des Gerechten und Seinen Eigenschaften gebührt, an die Welt verloren und die Werke Seiner Kunst aufgeteilt und den verschiedensten Ursachen zugeschrieben. So habt ihr ein Übel auf euch gezogen. Denn ein Teil dieser zahllosen "Geliebten" kehrt euch den Rücken zu und verlässt euch ohne ein "Lebewohl" zu sagen. Ein Teil von ihnen kennt euch überhaupt nicht mehr. Und auch wenn sie euch noch kennen, so lieben sie euch doch nicht mehr. Und liebten sie euch noch, so nutzte es euch nichts. Ständig leidet ihr unter Qualen durch zahllose Trennungen und Verluste ohne eine Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Das also ist von dem, was die Leute des Irrweges das Glück ihres Lebens, die Vervollkommnung der Menschheit, die Schönheit der Zivilisation und den Genuss der Freiheit nennen, die Innenseite und das wahre Wesen. Ausschweifung und Trunkenheit ist wie ein Vorhang, der Empfindungen zeitweilig gar nicht erst aufkommen lässt. So sage denn: "Ich spucke auf die Klugheit dieser Leute!"

Was aber die leuchtende Straße des Qur'an betrifft, so heilt sie durch den wahren Glauben alle die Wunden, die sich die Leute des Irrweges zugezogen haben. Alle die Finsternis, die früher über dem Wege lag, wird vertrieben. Alle die Tore des Irrglaubens und des Verderbens werden verschlossen. Und zwar geschieht dies folgendermaßen:

Der Glaube heilt alle Schwäche und Hilflosigkeit, Armseligkeit und Bedürftigkeit des Menschen mit dem Vertrauen auf den Barmherzigen-Allmächtigen. Er lädt dem Menschen nicht die Last seines Lebens und seines Daseins auf, sondern übergibt (teslim) sie der Macht und Barmherzigkeit (Gottes). So steigt der Mensch gleichsam in sein Leben ein, fühlt sich wie von seiner Seele getragen

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und auf diese Weise kommt er zur Ruhe. Der Glaube lehrt den Menschen, nicht "ein sprechendes Tier" zu sein, sondern ein wahrer Mensch und willkommener Gast des Barmherzigen. Er zeigt, dass die Welt ein Gasthaus des Barmherzigen ist und alles, was darinnen ist, Wiederspiegelungen der göttlichen Namen sind und alle die Kunstwerke, die sich darin befinden, Briefe des Einzigartigen, die sich beständig erneuern, heilt aufs Beste die Wunden, die dem Menschen von der Vergänglichkeit (fena) der Welt, dem Zerfall aller Dinge und seiner Liebe für all das Vergängliche geschlagen wurde und rettet ihn aus der Finsternis all seiner bloßen Mutmaßungen.

Überdies zeigt er den Tod und seine Stunde als den ersten Schritt ins Zwischenreich und die Ewigkeit (beqa) und zur Begegnung mit den Freunden, die ihm dorthin vorausgegangen sind. So heilt er die Wunden des Todes, den die Leute des Irrweges (in ihrer Sicht) als eine ewige Trennung von allen ihren Freunden betrachten. Und er beweist, dass eine solche Trennung in der Tat die wahre Begegnung ist.

Und weiter noch beweist er, dass das Grab ein Tor ist, das sich zur Welt des Erbarmens, zum Haus der Glückseligkeit, zu den Gärten des Paradieses und zum Lichtreich (nuristan) des Barmherzigen öffnet, nimmt so dem Menschen seine furchtbare Angst und zeigt damit, dass seine so überaus mit Leid und Gram überfrachtete Reise ins Zwischenreich in Wirklichkeit eine überaus angenehme, erfreuliche und einladende Reise ist. Mit dem Grabe verschließt er das Maul eines Drachen und öffnet das Tor zu einem lieblichen Garten. Denn er zeigt, dass das Grab gar nicht das Maul eines Drachen ist, sondern das Tor, das sich zu den Gärten des Erbarmens öffnet.

Ferner noch sagt er dem Gläubigen: "Da dein Wille so begrenzt und deine Kraft nur so gering ist, überlass dich doch ganz der alles vermögenden Entscheidungskraft (irade) deines Meisters (malik)! Da all das, was du vermagst und selbst entscheiden kannst, nur so wenig ist, vertraue doch auf die Kraft des Allmächtigen (Qadir-i Mutlak)!

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Ist dein Leben auch nur kurz, so denke doch an das ewige Leben. Hast du auch nur eine kurze Spanne zu leben, so gibt es doch danach ein Leben, das nie vergeht; darum sorge dich nicht! Wenn deine Gedanken unklar sind, tritt in das sonnenklare Licht des Qur'an! Siehe, wie im Lichte des Glaubens jede einzelne Ayah des Qur'an an Stelle deiner mottengleichen Gedanken, jede einzelne einem Stern gleich dir ihr Licht sendet. Ist dann dein Hoffen grenzenlos und sind deine Schmerzen zahllose, so sind grenzenlos doch deine Belohnungen und eine unendliche Barmherzigkeit wartet auf dich. Ist überdies deine Sehnsucht auch grenzenlos und sind deine Ideale unendlich fern, so denke nicht weiter darüber nach und gräme dich nicht. Sie haben in dieser Welt nicht ihren Raum. Sie finden anderswo ihren Platz. Und der, welcher dir ihre Erfüllung gewährt, ist auch ein anderer."

Und weiter sagt dir dein Glaube: "Oh Mensch! Du bist nicht dein eigener Herr (malik). Du bist der Diener eines gewaltigen Herrn (Qadir) von unendlicher Macht, gehörst dem Barmherzigen in seiner Majestät voll grenzenlosen Erbarmens. Weil dies aber so ist, darum lade dir nicht selbst die Last deines Lebens auf deine eigenen Schultern, denn Er ist es, der dir das Leben gibt. Er ist es, der alles lenkt und leitet. Und ferner ist diese Welt nicht ohne Besitzer (sahib), sodass du dir deinen Kopf über die Last der Welt zerbrechen müsstest. Denke nicht über ihre Krisen nach und gräme dich nicht, denn ihr Besitzer (sahib) ist der Allwissende und Allweise. Auch du bist nur ein Gast. Deine Mitbeteiligung ist unnötig. Mische dich also nicht ein!

Überdies ist, was geschaffen wurde wie Mensch und Tier, nicht sich selbst überlassen, sind vielmehr mit Aufgaben betraut, dienen im Angesichte des Allweisen und Allbarmherzigen. Denkst du über ihre Schmerzen und Leiden nach, lass deine Seele (ruh) nicht in den Schmerz mit hineinziehen! Versuche nicht in deiner Liebe weiter vorne zu sein als die Barmherzigkeit ihres barmherzigen Schöpfers. Überdies liegen die Zügel, die alle Dinge lenken,

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die dir feindlich gesinnt sind, angefangen von einzelnen Krankheitskeimen bis hin zu weltweit verbreiteten Seuchen, Taifunen, Hungersnöten, Beben in den Händen dieses Allbarmherzigen und Allweisen. Er ist der Allweise: Unsinniges tut Er nicht. Er ist der Allbarmherzige: Seine Barmherzigkeit ist eine vielfältige. In jeder Arbeit, die Er tut, liegt irgendeine Art von Gnadenerweis."

Und weiter sagt der Glaube: "Diese Welt ist zwar eine vergängliche (fani), doch sie ist zugleich der Acker für die Bedarfsgüter einer ewigen Welt. Zwar ist sie flüchtig und nur vorübergehend, doch bringt sie bleibende Früchte hervor. Sie zeigt uns, wie in ihr die unvergänglich bleibenden Namen eines beständig bleibenden Herrn Gestalt gewinnen. Und ihrer Freuden sind zwar nur wenige und es gibt viel Leiden in ihr, doch die Gnadengaben des barmherzigen Erbarmers sind unvergängliche, echte Freuden. Was aber die Leiden betrifft, so bringen sie in Anbetracht des Lohnes Freuden für die Seele hervor.

Im übrigen genügt der Rahmen des Erlaubten für alle die Genüsse und Freuden und all das Wohlbehagen von Geist (ruh), Herz (qalb) und Seele (nefs). Überschreite nicht den Rahmen des Erlaubten! Denn außerhalb dieses Rahmens zieht ein einziges Vergnügen manchmal tausend Leiden nach sich. Es ist außerdem auch noch der Grund für den Verlust der Gnadengaben des Erbarmers, welche die wahren und immerwährenden Freuden sind.

Des Weiteren lässt der Irrweg, wie wir oben erklärt haben, den Menschen bis zum Niedrigsten der Niedrigen in einen solchen Abfall hinabstürzen, dass keine Zivilisation und keine Philosophie noch einen Ausweg daraus zu finden vermag. Doch wenn auch kein menschlicher Fortschritt und keine Vervollkommnung der Wissenschaft den Menschen aus diesem Pfuhl der Finsternis wieder herauszuziehen vermag, so vermag doch der weise Qur'an den Menschen durch Glauben und gute Werke von seinem Abfall zum Niedrigsten der Niedrigen herauf zu höchsten Höhen ('ala-yi illiyin) emporzuziehen. Und er beweist mit absoluter Sicherheit, dass er ihn emporzuziehen vermag.

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Und er füllt diesen tiefen Pfuhl mit den Stufen einer geistigen Entwicklung und dem Rüstzeug geistiger Vollendung. Zudem vereinfacht und erleichtert er des Menschen lange Reise nach der Ewigkeit, die so voller Unruhen und Gefahren ist, ganz besonders. Er zeigt uns auch die Fahrzeuge, die eine Strecke von tausend, ja sogar fünfzigtausend Jahren in einem einzigen Tag überwinden können. Überdies lehrt er, den Herrn in Seiner Majestät zu kennen, welcher König ist von Ewigkeit zu Ewigkeit und macht so den Menschen zu dessen Beamten, der Ihn anbetet und der Gast ist mit einem Auftrag von Ihm. So stellt (der Glaube) sicher, dass (der Mensch) sich sowohl im Gasthause, das diese Welt ist, als auch in den Wohnstätten des Zwischenreiches (nach dem Tode) und des Jenseits (nach der Auferstehung) in völliger Ruhe und Sicherheit bewegt.

So wie ein unbestechlicher Beamte im gesamten Reich seines Königs umherreisen kann und sich über die Grenzen all seiner Städte hinweg, z.B. per Flugzeug, frei bewegen darf, ebenso fährt ein Mensch, der sich im Glauben mit seinem ewigen König verbunden weiß und Ihm durch die Erfüllung Seiner Gebote (amel-i salih) Gehorsam erweist, durch die Wohnstätten dieser Herbergs-Welt, durch die Gebiete des Zwischenreiches und der Auferstehungswelt u. dgl. alle die weiten Welten jenseits des Grabes blitzschnell hindurch, fliegt über alle ihre Grenzen, als säße er auf Buraq (dem sagenhaften Reittier des Propheten), hinüber in die ewige Seligkeit. Und für diese Tatsache finden sich (im Qur'an) die unumstößlichen Beweise. Und er zeigt sie den Heiligen (Asfiya) und Gottesfreunden (Auliya).

Zudem sagt auch die Wahrheit des Qur'an: "Oh du, der du glaubst, schenke nicht deine unendliche Liebesfähigkeit deiner hässlichen, fehlerhaften und von Gier erfüllten Seele (nefs-i emmare), die dir übel will und schaden wird. Nimm sie dir nicht zur Geliebten (mahbub) und mache dir ihre Launen nicht zum Gegenstand deiner Anbetung (ma'bud)! Schenke vielmehr diese deine so unendlich

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große Liebesfähigkeit demjenigen Herrn, der dieser unendlichen Liebe würdig ist, der dir unendliche Gnaden erweisen und dich in der Zukunft unendlich glücklich machen kann, der darüber hinaus auch alle Menschen, denen du verbunden bist, durch Seine Gnadengaben glücklich macht, sodass du an ihrem Glück mit teilnehmen kannst, einem Herrn, der unendlich vollkommen und in unendlichem Grade heilig, erhaben, rein, frei von allen Fehlern und jeglichem Makel und von unvergänglicher Schönheit ist; alle Seine Namen sind von einer unendlich hohen Schönheit und in jedem Namen findet sich eine sehr große Fülle lichtvoller Schönheit und Vollkommenheit (Djemal). Das Paradies zeigt die Schönheit in Seinem Erbarmen und das Erbarmen in Seiner Schönheit mit all ihren wundervollen Gnadengaben. Alle Schönheit und Vollkommenheit (Djemal) in der ganzen Schöpfung, schön, lieblich und liebenswert, ist ein Zeichen Seiner Schönheit und Vollkommenheit, Hinweis und Markstein einer Persönlichkeit, die Geliebter ist und der Angebetete zugleich."

Und sage noch weiter: "Oh Mensch! Verschwende doch nicht an Geschöpfe und Dinge ohne Dauer deine Liebesfähigkeit, die doch Seinen Namen und Eigenschaften gebührt, und nicht an das, was auch nur geschaffen wurde und dir keinen Nutzen zu bringen vermag (für die Ewigkeit). Denn Werke und Geschöpfe sind vergänglich. Doch die in diesen Kunstwerken und schön verzierten Schmuckstücken aufscheinenden Schönen Namen sind ewig und bleiben beständig. In jedem Namen und in jeder Eigenschaft finden sich tausende von Abstufungen der Schönheit und Güte und tausende von Ebenen der Vollkommenheit und der Liebe. Betrachte doch nur einmal den Namen "ar-Rahman": das Paradies ist eine seiner Manifestationen und die ewige Seligkeit ein Blitzstrahl von ihm, alles, was es an Versorgungsgütern und Gnadengaben in dieser Welt gibt, nur ein Tropfen davon."

So betrachte denn nun aufmerksam die Gegenüberstellung der nachstehenden beiden Verse, welche einerseits

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auf das Wesen der Leute des Irrweges und derer des Glaubens hinsichtlich des Lebens und ihrer Aufgabe hinweist:

لَقَدْخَلَقْنَا اْلاِنْسَانَ فِىٓ اَحْسَنِ تَقْوِيمٍ ٭ ثُمَّ رَدَدْناَهُ اَسْفَلَ سَافِلِينَ ٭ اِلاَّ الَّذِينَ اٰمَنوُا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ

{"Wir haben den Menschen mit einem überaus hohen Wert erschaffen. Danach erniedrigten Wir ihn wieder zum Niedrigsten aller Niedrigen, ausgenommen diejenigen, welche glauben und die Werke ihrer Frömmigkeit verrichten." (Sure 95, 4-6)}

und andererseits auf das Ende (eines solchen Lebens) hinweisen und sein Ergebnis:

فَمَا بَكَتْ عَلَيْهِمُ السَّمَآءُ وَاْلاَرْضُ

{"Und es weint nicht über sie der Himmel und die Erde." (Sure 44, 29)}

In welch erhabener und wunderbarer Weise wird hier in seiner Gegenüberstellung zum Ausdruck gebracht, was wir erklärt haben.

Was den ersten Vers betrifft, so haben wir diese Wahrheit, welche dieser Vers so wunderbar und treffend zum Ausdruck bringt, bereits ausführlich im "Elften Wort" dargelegt und wollen es hier darauf beruhen lassen.

Was den zweiten Vers betrifft, so wollen wir hier nur mit einem kleinen Hinweis zeigen, welch hohe und erhabene Wahrheit darin zum Ausdruck kommt. Es ist dies wie folgt:

Dieser Vers sagt in direktem Schluss (mefhum-u muvafiq) folgendes aus: "Wenn Leute des Irrweges sterben, weinen Himmel und Erde ihnen nicht nach."

Im Umkehrschluss (mefhum-u muhalif) wird damit ausgesagt: "Wenn Leute des Glaubens aus der Welt scheiden, weinen über ihnen Himmel und Erde" Das heißt: Wenn Leute des Irrweges, da sie ja nun einmal die Aufgaben der Himmel und der Erde leugnen, um deren Bedeutung nicht wissen, ihren Wert gering schätzen, ihren Meister nicht kennen, ihnen gegenüber mit Hass und

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Feindschaft reagieren, werden Himmel und Erde sicherlich nicht über ihnen weinen, sie vielmehr verwünschen und sich darüber freuen, wenn sie vor die Hunde gehen. Doch im Umkehrschluss heißt dies auch:

"Himmel und Erde weinen, wenn die Leute des Glaubens sterben." Denn was die Leute des Glaubens betrifft, so wissen sie um die Aufgaben der Himmel und der Erde und bestätigen diese Tatsache, diese Wahrheit, verstehen im Glauben den Sinn, den diese zum Ausdruck bringen und sagen: "Wie wunderbar sind sie erschaffen und wie wunderbar versehen sie ihren Dienst!" Sie (: die Gläubigen) messen ihnen den Wert und die Würde bei, die ihnen entspricht und erweisen ihnen die Ehre. Um Gott des Gerechten willen lieben die Gläubigen Himmel und Erde und die Namen, die sie widerspiegeln. Und um dieses Geheimnisses willen ist es, als weinten die Himmel und die Erde und trauerten, wenn die Leute des Glaubens dahinwelken und verscheiden.

Eine wichtige Frage:

Sie sagen: "Liebe (muhabbet) ist nicht vom Willen abhängig. Außerdem liebe ich aus dem natürlichen Bedürfnis heraus wohlschmeckende Speisen und Früchte. Ich liebe meinen Vater, meine Mutter und meine Kinder. Ich liebe meine Partnerin, ich liebe meine Freunde und Kollegen. Ich liebe die Gottesgesandten und die Gottesfreunde. Ich liebe mein Leben und meine Jugend. Ich liebe den Frühling, die schönen Dinge und die Welt. Wie könnte ich sie auch nicht lieben? Wie kann ich alle diese verschiedenen Arten der Liebe auf das Wesen und die Eigenschaften und die Namen Gottes des Gerechten anwenden? Was bedeutet das?"

Antwort:

Höre "vier Anmerkungen".

Erste Anmerkung:

Liebe ist zwar nicht vom Willen abhängig, aber durch den Willen kann sich das Gesicht der Liebe von einem Geliebten (mahbub) ab und einem anderen Geliebten zuwenden.

Zum Beispiel:

Wenn sich die Hässlichkeit eines Geliebten zeigt, oder aber es sich zeigt, dass er nur ein Schleier oder Spiegel vor einem anderen Geliebten ist, der eigentlich diese Liebe verdient hätte, kann sich das Gesicht der Liebe von dem metaphorischen Geliebten ab und dem wahren Geliebten zuwenden.

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Zweite Anmerkung:

Wir sagen ja nicht, dass du die Dinge, die du aufgezählt hast, nicht lieben sollst. Sondern wir sagen: "Du sollst sie im Namen Gottes des Gerechten und um Seiner Liebe willen lieben.

Zum Beispiel:

Wohlschmeckende Speisen und schöne Früchte als ein Geschenk Gottes des Gerechten und Gabe des barmherzigen Erbarmers (Rahman-i Rahim) zu lieben, bedeutet die Namen "Der Erbarmer" und "Der Geber (Mun'im)" zu lieben. Und es bedeutet gleichzeitig eine Danksagung. Nur sollte es sich so zeigen, dass diese Liebe nicht um der Begierde (nefs) willen ist, sondern im Namen des Erbarmers, sodass man (sein Geld) im von Gott erlaubten Rahmen verdient, genügsam ist und (sein Brot) mit Verstand (fikr) und mit Dankbarkeit (shukr) verzehrt.

Des Weiteren ist die Hochachtung (hurmet) vor dem Vater und die Liebe (muhabbet) zur Mutter um der Weisheit (hikmet) und des Erbarmens (rahmet) willen, welche sie mit selbstloser Liebe (shefqat) erfüllt und dich durch ihre barmherzigen (merhamet) Hände versorgt haben, Teil der Liebe (muhabbet) zu Gott dem Gerechten. Das Merkmal dafür, dass diese Liebe, Hochachtung und Zärtlichkeit um Allahs willen ist, ist folgendes: nämlich dass du - wenn sie alt werden und dir überhaupt nicht mehr von Nutzen sein können und dir nur noch Mühsal und Sorgen bereiten - ihnen noch mehr Liebe, Barmherzigkeit und Zärtlichkeit entgegenbringst.

Der Vers:

اِمَّا يَبْلُغَنَّ عِنْدَكَ الْكِبَرَ اَحَدُهُمَآ اَوْ كِلاَهُمَا فَلاَ تَقُلْ لَهُمَآ اُفٍّ

{"Sollte einer von beiden, oder beide, zusammen unter deiner Obhut alt werden, dann sollst du nicht 'Pfui!' zu ihnen sagen." (Sure 17, 23)}

der die Kinder fünffach abgestuft einlädt, (die Eltern) zu lieben und zu achten, zeigt, wie wichtig es in qur'anischer Hinsicht ist, auf die Rechte der Eltern zu achten,

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und wie hässlich es ist, sie zu missachten. Da nun ein Vater nur für sein Kind und für keinen anderen wünscht, dass es ihm besser ergehen soll, als ihm selbst, darf ein Kind seinem Vater gegenüber keine Rechte beanspruchen. Zwischen den Eltern und ihrem Kind gibt es daher von Natur aus keinen Anlass zu einem Streit. Denn Streit kommt entweder aus Neid oder aus Eifersucht, was es aber bei einem Vater seinem Sohn gegenüber nicht gibt. Oder ein Streit erwächst aus ungerechtem Handeln und das Kind hat kein Recht, sodass es seinem Vater gegenüber ein Recht beanspruchen könnte. Auch wenn es seinen Vater für ungerecht hält, darf es sich ihm gegenüber nicht empören. Das also heißt, dass derjenige, der sich seinem Vater gegenüber empört und ihn kränkt, ein Scheusal in Menschengestalt ist.

Und die Kinder als Geschenke des barmherzigen, freigiebigen Herrn zu betrachten und so mit vollkommener Zärtlichkeit und Barmherzigkeit zu lieben und zu schützen, geschieht wiederum kraft göttlichen Rechts. Das Merkmal, welches zeigt, dass es hierbei um eine Liebe (muhabbet) um Gottes des Gerechten willen geht, ist, dass man bei ihrem Tod in Geduld danken und nicht in Verzweiflung wehklagen soll. "Es war Sein liebliches Geschöpf, das mein Schöpfer unter meine Aufsicht gegeben hatte. Es war Sein Besitztum. Jetzt erforderte seine Weisheit, es von mir wegzunehmen und an einen besseren Ort zu bringen. Selbst wenn ich äußerlich gesehen auch einen scheinbaren Anteil an diesem Besitztum gehabt hätte, gehören doch tausend wahre Anteile Seinem Schöpfer. So soll man "Das Urteil liegt bei Gott." (el hukmu lillah) sagen und sich Ihm unterwerfen.

Und was die Freunde und Kollegen betrifft: wenn sie durch den Glauben und ihre guten Taten die Freunde Gottes des Gerechten sind, so ist die Liebe zu ihnen, nach dem Geheimnis "um Allahs willen zu lieben" (el hubbu fillah), auch ein Teil der Liebe zu Gott den Gerechten.

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Des Weiteren sollst du deine Lebenspartnerin als ein zutiefst liebenswertes Geschenk der Barmherzigkeit Gottes lieben und ihr freundschaftliche Zuneigung erweisen. Du sollst aber deine Liebe nicht von ihrer äußerlichen Schönheit, die so schnell vergeht, abhängig machen. Vielmehr ist die überaus reizvolle, sanfte Schönheit einer Frau, ihr guter Charakter ein Ausdruck ihrer weiblichen Anmut und Zärtlichkeit. Und ihre wertvollste und süßeste Schönheit ist ihre hohe, ernsthaft innige, lichtvolle, selbstlose Liebe (shefqat). Die Schönheit dieser selbstlosen Liebe und ihr guter Charakter setzen sich bis ans Ende ihres Lebens fort und wachsen stetig. Das Recht auf Hochachtung dieses schwachen, anmutigen Geschöpfes wird durch eine derartige Liebe bewahrt. Anderenfalls verliert diese Arme durch den Verfall ihrer äußerlichen Schönheit dieses Recht, in einer Zeit, wo sie es dringend braucht.

Des Weiteren ist die Liebe zu den Gottesgesandten und Gottesfreunden, da sie geschätzte Diener Gottes des Gerechten sind, um Seinetwillen und in Seinem Namen. Sie gehört von diesem Standpunkt aus betrachtet Ihm.

Des Weiteren ist es in gewisser Hinsicht wiederum eine Form der Liebe, das Leben als das wertvollste und das Gut, das uns ein bleibendes Leben gewinnen lässt, ein Kapital, ein Juwel, das Gott dir und allen Menschen gegeben hat, als eine Schatzkammer zu betrachten, die die Anlagen zu einer immerwährenden Vollkommenheit beinhaltet, es zu lieben, es zu schützen und es in den Dienst Gottes des Gerechten zu stellen, eine Liebe, wie sie dem Angebeteten (Ma'bud) gebührt.

Des Weiteren ist es eine Form der Liebe, in Dankbarkeit und im erlaubten Rahmen, die Anmut und Schönheit der Jugend als ein schönes, feinsinniges und anmutiges Geschenk Gottes des Gerechten zu betrachten, sie zu preisen, zu lieben und von ihr einen guten Gebrauch zu machen.

Des Weiteren den Frühling nachsinnend zu betrachten und zu lieben, als eine Seite der feinen und schönen Ornamente der lichtvollen Namen Gottes des Gerechten und als eine überaus schön geschmückte, glanzvolle Ausstellung der einzigartigen Kunstwerke des allweisen Meisters, heißt, die Namen Gottes des Gerechten zu lieben.

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Des Weiteren ist die Liebe zur Welt, als dem Acker für das Jenseits, als einem Spiegel für die Namen Gottes, als Briefe Gottes des Gerechten und als seinem vorübergehendem Gasthaus, ein Ausdruck der Liebe zu Gott dem Gerechten, unter der Bedingung, dass die eigenwillige Seele sich nicht dazwischen mischt.

Zusammenfassung:

Liebe die Welt und die Geschöpfe in ihr in der Art einer Präposition. Liebe sie nicht in der Art eines Objekts. Sage: "Wie schön sind sie geschaffen worden!" Und sage nicht: "Wie schön sie sind!" Erlaube keiner Art und Form der Liebe, das Innere deines Herzens zu betreten. Denn: Das Innere deines Herzens ist der Spiegel des Einzigartigen (Samed) und gehört Ihm allein. Sage

اَللّٰهُمَّ ارْزُقْنَا حُبَّكَ وَحُبَّ مَا يُقَرِّبُنَآ اِلَيْكَ

{"Oh Gott gewähre uns Deine Liebe und die Liebe zu den Dingen, die uns in Deine Nähe ziehen!"}

So gewähren denn all diese Arten der Liebe, so wie sie hier aufgezählt und beschrieben wurden, sowohl eine leidlose Freude, als auch in gewisser Hinsicht eine Vereinigung ohne Ende. Zudem steigern sie noch die Liebe zu Gott. Zudem bleiben sie auch im erlaubten Rahmen. Zudem sind sie eine Form der Dankbarkeit, die ein reines Vergnügen ist. Zudem sind sie auch eine Form der Anschauung (fikr), die reine Liebe ist.

Zum Beispiel:

Angenommen, ein großer König böte dir einen Apfel zum Geschenk an, so fänden sich bei diesem Apfel zweierlei Arten von Liebe und in ihm zweierlei Arten von Genuss.

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Erstens:

Der Apfel wird geschätzt, weil er ein Apfel ist. In ihm findet sich ein Genuss, der dem Apfel zu Eigen ist und der so weit reicht, wie der Apfel selbst. Diese Liebe gilt nicht dem König. Der Mann, der in der Audienz des Königs diesen Apfel zum Mund führt und isst, liebt nicht den König, sondern den Apfel und folgt seiner eigenen (nefs) Liebe. Es geschieht manchmal, dass dem König diese eigensüchtige Liebe nicht gefällt, er sie vielmehr verabscheut. Zudem ist der Genuss des Apfels nur begrenzt. Er ist zudem noch vergänglich. Nachdem man den Apfel gegessen hat, vergeht auch der Genuss. Ein Bedauern bleibt zurück.

Was die zweite Art Liebe betrifft, so gilt sie als königlicher Hulderweis, der in dem Apfel Gestalt annimmt und mit diesem Apfel zum Ausdruck kommt. Der Mann, der diesen Apfel "als Ausdruck, ja als Verkörperung königlicher Huld" an seine Stirn führt, bringt damit seine Verehrung für den König zum Ausdruck. Des Weiteren liegt in dieser Frucht, die die Hülle des Komplimentes ist, ein solcher Genuss, dass er über den Genuss von tausend Äpfeln hinaus geht. Dieser Genuss gilt als gleich mit der Dankbarkeit. Diese Liebe ist eine Liebe voll Respekt gegenüber dem König.

Bringt man aber in gleicher Weise nur den Gaben und Früchten selbst seine Liebe entgegen und genießt in ihnen gottvergessen nur ihren materiellen Genuss, so ist diese Liebe egoistisch (nefs). Diese Genüsse sind aber nur vorübergehend und (deshalb) mit Leid verbunden. Liebt man sie aber als Komplimente Seiner Erbarmung und als Früchte Seiner Güte und genießt sie in dieser Weise in vollkommenem Genuss und weiß dabei diese Güte und Huld zu schätzen, so liegt darin sowohl eine Dankbezeugung und ist zugleich auch ein Genuss ohne Leiden (im Nachhinein).

Dritte Anmerkung:

Die Liebe zu den Namen Gottes des Gerechten äußert sich auf verschiedenen Ebenen. Wie schon oben erklärt wurde, liebt man die Namen Gottes manchmal in der Form einer Liebe zu ihren Werken.

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Manchmal liebt man die Namen Gottes auch als Kennzeichen von Gottes Vollkommenheit. Manchmal verlangt der Mensch, der wegen seines vielschichtigen Wesens grenzenlose Bedürfnisse hat, nach Gottes Namen und sehnt sich nach ihnen. Er liebt sie aufgrund seiner Bedürftigkeit.

Zum Beispiel:

Während du in deiner Ohnmacht das Bedürfnis fühlst für alle deine Verwandten und die Armen, für die du ein Mitgefühl verspürst, und für alle Geschöpfe, die schwach und in Not sind, Hilfe zu erbitten, tritt einer hervor, der sich ihnen gegenüber so hilfreich erweist, wie du es dir nur wünschen kannst, wie sehr würdest du dich sicherlich über diesen Herrn mit seinem Titel "Der Geber" und über seinen Namen "Der Freigiebige" freuen und wie sehr würdest du ihn unter dieser Bezeichnung lieben. Genauso denke nur einmal an die Namen Gottes des Gerechten "Der Erbarmer" und "Der Barmherzige", wie sie alle deine gläubigen Väter und Vorfahren, Freunde und Verwandte, die du magst und die du liebst, in dieser Welt mit allen Arten Gaben, im Paradies mit allen Arten Genüssen und in der ewigen Glückseligkeit, in der du sie und sie dich sehen werden, glücklich machen. In dieser Hinsicht kannst du nun ermessen, wie würdig die Namen, "Der Erbarmer" und "Der Barmherzige" sind, geliebt zu werden und in welchem Grade die menschliche Seele (ruh) dieser beiden Namen bedarf. Und du kannst verstehen, wie sehr

اَلْحَمْدُ ِللَّهِ عَلٰى رَحْمٰنِيَّتِهِ وَعَلٰى رَحِيمِيَّتِهِ

{"Aller Dank gebührt Allah für Sein Erbarmen und Seine Barmherzigkeit."}

hier wirklich am Platz sind!

Wenn du also nun gut Acht gibst, so kannst du jetzt verstehen, wie sehr deine Seele (ruh) eines Herrn mit dem Namen "Der Allweise (Hakiem)" und dem Titel "Der Versorger (Murebbi)" bedarf, und wie sehr sie nach Ihm verlangt, der die Welt, an die du gebunden bist und wegen deren Elend du leidest, die ja gewissermaßen dein Haus ist, mit allen Geschöpfen in ihm als deren liebenswürdige Ausstattung und Verzierung, in vollkommener Weisheit ordnet, verwaltet und versorgt.

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Wenn du also nun gut Acht gibst, kannst du jetzt auch verstehen, wie sehr deine Seele der Namen - "Der Erbe (Varith)", "Der Erschaffer (Ba'ith)" und die Titel "Der Beständige (Baqi)", "Der Freigiebige (Kerim)", "Der Lebensschenkende (Muhyi)" und "Der Wohltäter (Muhsin)" - eines Herrn bedarf, der alle Menschen, mit denen du verbunden bist und unter deren Verlorenheit du leidest, in ihrem Tode vor der Finsternis des Nichtseins rettet und an einem noch schöneren Ort als dieser Erde wieder ansiedelt. Da also der Mensch hinsichtlich seines Wesens von edlem Charakter ist und seine Natur (fitrat) vielschichtig, bedarf er seinem Wesen entsprechend Tausenden von Arten Bedürfnissen Tausendundeines Namens Gottes und vieler verschiedener Stufen eines jeden einzelnen Namens. Gesteigertes Verlangen ist Sehnsucht. Gesteigerte Sehnsucht ist Liebe (Muhabbet). Gesteigerte Liebe ist Leidenschaft (Ashk). Die Stufen der Liebe entwickeln sich der Vervollkommnung der Seele (ruh) gemäß, entsprechend den Stufen der Gottesnamen. Auch die Liebe zu allen Namen verwandelt sich in die Liebe zum Wesen Gottes, da diese Namen Titel und Erscheinungen des majestätischen Herrn sind.

Nun wollen wir unter Tausendundeinem Namen (Gottes) als Beispiel nur die Namen "der Gerechte" (Adl), "der Richter" (Hakem), "der Wahrhaftige und Gerechte" (Haqq) und "der Barmherzige" (Rahim) und davon nur eine Stufe unter Tausendundeiner Stufe erklären. Es ist dies folgendermaßen: Wenn du betrachten willst, wie die Namen "der Erbarmer", "der Barmherzige" und "der Wahrhaftige und Gerechte" innerhalb der Weisheit und Gerechtigkeit in ihrer überwältigenden Ausdehnung erscheinen, betrachte nun folgendes Gleichnis: Stellen wir uns einmal ein Heer vor, in dem vierhundert verschiedene Völker dienen. Jedem Volk gefällt ein besonderes Kleid, eine besondere Ernährung, jedes Volk will besondere Waffen, die es leicht verwenden kann und braucht besondere Medikamente, die seiner Gesundheit dienen können.

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Ohne diese vierhundert Völker alle voneinander zu trennen, ohne sie auf Zug oder Kompaniestärke aufzuteilen, obwohl sie sogar noch untereinander vermischt sind, gibt ein einziger König ohne Gleichen, persönlich ohne Helfer, aus seiner vollkommenen Liebe und Barmherzigkeit und aus seinem außerordentlichen Vermögen und seinem wunderbaren Wissen und seiner Kenntnis und aus seiner außerordentlichen Gerechtigkeit und Weisheit, allen ihre besonderen Kleider, die ihnen entsprechen, Ernährung, Medikamente und Waffen, ohne irgendwelche Verwechslung und ohne irgendein Versäumnis. Du verstehst, was für ein mächtiger, liebevoller, gerechter, freigiebiger König dieser Herr sein muss. Denn, dienen in einem Bataillon Soldaten von zehn verschiedenen Völkern, wird es sehr schwer, sie alle gesondert zu kleiden und auszurüsten. Darum werden sie zwangsläufig, gleich zu welchem Volk sie gehören, doch auf selbe Art ausgerüstet.

Willst du genauso die Erscheinungen der Namen Gottes des Gerechten, "der Wahrhaftige und Gerechte (Haqq)", "der Erbarmer und der Barmherzige", in seiner Gerechtigkeit und Weisheit sehen, betrachte Sein großartiges Heer, das aus vierhunderttausend Völkern von Pflanzen und Tieren besteht und dessen Zelte im Frühling auf der Erdoberfläche errichtet werden. Alle haben, jedes für sich, ein besonderes Kleid, eine besondere Nahrung, eine besondere Waffe, eine besondere Lebensart, einen besonderen Auftrag, eine besondere Art der Entlassung aus dem Dienst. Sie haben kein Vermögen, um ihre Bedürfnisse zu sichern, und keine Sprache, um diese Wünsche zu äußern. Betrachte die Namen, "der Wahrhaftige und der Gerechte (Haqq), der Erbarmer (Rahman), der Versorger (Rezzaq), der Barmherzige (Rahim) und der Freigiebige (Kerim) und siehe ihre Ausgewogenheit und Wohlordnung im Umfang ihrer Weisheit und Gerechtigkeit, wie sie versorgen, lenken und leiten,

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ohne zu irren, ohne zu vergessen, und ohne etwas zu verwechseln. Könnte etwa ein anderer in einer Angelegenheit, die mit einer so in Erstaunen versetzenden umfassenden Ordnung und Wohlausgewogenheit verrichtet wird, seine Hand im Spiele haben? Wer, außer dem Einzigen, dem Allweisen, dem, der aller Dinge mächtig ist, könnte auch nur seine Hand nach dieser Kunstfertigkeit, dieser Umsicht, dieser Herrschaft, dieser Leitung ausstrecken? Welche Ursache könnte sich da noch einmischen?

Vierte Anmerkung:

Du sagst: Wenn die verschiedene Arten meiner Liebe, also die Liebe für Speisen, zu mir selbst (nefs), zu meiner Lebenspartnerin, zu meinen Eltern, zu meinen Kindern, zu meinen Freunden, zu den Freunden Gesandten Gottes, die Liebe für schöne Dinge, für den Frühling und für die Welt so sind, wie der Qur'an es befiehlt, welche Ergebnisse brächte denn das und wo läge denn da der Nutzen?

Antwort:

Um alle Ergebnisse zu erklären, müsste man ein dickes Buch schreiben. Für hier wollen wir aber nur kurz auf ein, zwei Ergebnisse hinweisen. Zunächst wollen wir die unmittelbaren Folgen (für das Leben) in dieser Welt erklären und anschließend die Ergebnisse, die im Jenseits in Erscheinung treten, erwähnen. Es ist dies wie folgt: Wie schon oben erklärt, haben die Arten der Liebe, wie die der Gottvergessenen und der Weltleute, die Liebe auf eigene (nefs) Rechnung, in dieser Welt viel Unglück, Schmerz und Leid, doch wenig Freude, Genuss und (Seelen)ruhe gebracht. Zum Beispiel wird die selbstlose Liebe (shefqat) in ihrer Ohnmacht zu einem schmerzvollen Unglück (musibet). Liebe (muhabbet) wird in der Trennung zum leidvollen Feuer. Genüsse werden wegen ihrer Vergänglichkeit zu einem giftigen Trank. Was aber das Jenseits betrifft, so werden sie entweder - weil sie nicht für Gott den Gerechten waren - nutzlos oder - wenn sie von unerlaubten Dingen kamen - zur Strafe.

Frage:

Wie kann Liebe zu den Gesandten und Freunden Gottes ohne Gewinn bleiben?

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Antwort:

In der gleichen Weise, wie die Liebe der Leute der Dreieinigkeit zu Jesus, mit dem Friede und Segen sei, und der Rafesiten zu Hazret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, ohne Gewinn bleibt.

Wenn Liebe für all diese Dinge der Lehre des Qur'an entspricht, um Gottes des Gerechten willen und im Namen der Liebe zu dem Erbarmer (Rahman) ist, dann bringt sie gute Ergebnisse sowohl im Diesseits, als auch im Jenseits hervor.

Was aber die Liebe in dieser Welt für geschmackvolle Speisen und schöne Früchte betrifft, so ist sie ein Geschenk ohne Schmerz und ein Genuss, welcher der Dankbarkeit gleich kommt.

Seine eigene Seele (nefs) zu lieben, heißt, Mitleid mit ihr zu haben, sie zu erziehen und sie von ihren schädlichen Neigungen zurückzuhalten. Dann wird deine Seele dich nicht reiten, dich nicht zum Sklaven ihrer Begierden machen, vielmehr wirst du deiner Seele Zügel anlegen und sie nicht zu Lustbarkeiten verführen, sondern ihr Rechtleitung (huda) geben.

Deine Liebe (muhabbet) zu deiner Lebenspartnerin wird, da sie nun einmal in ihrer inneren Schönheit begründet ist, dir zu einer Quelle selbstloser Liebe (shefqat) und einem Geschenk des Erbarmers. Wenn du mit deiner Lebenspartnerin in inniger Liebe und Barmherzigkeit umgehst, wird auch sie dir aufrichtig Respekt erweisen und dir ihre Liebe entgegenbringen. Während ihr zusammen alt werdet, wird dieses Verhältnis in eurer Haltung noch wachsen, und du wirst dadurch dein Leben in Glück verbringen. Wenn eure Liebe dagegen auf äußerer Schönheit und Sinnlichkeit (nefs) beruht, wird diese Liebe und werden auch eure guten Beziehungen im Umgang miteinander rasch zu Grunde gehen und verderben.

Deine Liebe zu deinem Vater und deiner Mutter gilt, da sie um Gottes des Gerechten willen besteht, als Gottesdienst und zugleich wird sich mit zunehmenden Alter deine Hochachtung und Liebe zu ihnen noch vermehren. Mit der edelsten Gesinnung und aufrichtigem Eifer wünschst du, dass sie lange leben und betest für ihr Bleiben:

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damit "ich vor ihrem Angesicht stets mehr Segen erlangen möge." sagst du dann und küsst in aufrichtiger Hochachtung ihre Hände, woraus dir in deiner Seele (ruh) ein hohes Wohlbefinden erwächst. Wärest du hingegen dir selbst (nefs) und der Welt verfallen, und ihre Existenz würde dir in deinen gemeinen und abscheulichen Empfindungen lästig werden, wenn sie alt geworden sind und jenen Zustand erreicht haben, in dem sie dir zur Last geworden sind, und du wünschtest dann diesen ehrwürdigen Menschen, die ja die Ursache für dein Leben waren, den Tod, so ist dies ein ödes und schmerzvolles Leiden für deine Seele (ruh).

Was aber die Liebe zu deinen Kindern betrifft, so ist diese Liebe für diese liebenswerten und freundlichen Geschöpfe, die Gott der Gerechte deiner Aufsicht und Erziehung als Pfand anvertraut hat, eine glückliche Liebe und ein Geschenk. Weder durch ein Unglück, das sie trifft, leidest du sehr, noch über ihren Tod wirst du verzweifelt wehklagen. Wie oben erwähnt wirst du - weil ihr Schöpfer sowohl allweise als auch allbarmherzig ist - sagen: "Für sie ist dieser Tod eine Glückseligkeit." Was dich selbst betrifft, so denkst du auch an die Barmherzigkeit dessen, der sie dir gegeben hat, und rettest dich so vor dem Schmerz der Trennung.

Was aber deine Liebe zu deinen Freunden betrifft: Da sie nun einmal um Allahs willen ist, wird eure Unterhaltung und eure Bruderschaft nicht durch die Trennung oder gar den Tod behindert. Deshalb wirst du von dieser geistigen Liebe und seelischen (ruh) Beziehung Nutzen ziehen. Die Freude über euer Zusammensein wird beständig sein. Ist sie nicht um Allahs willen, dann folgt der Freude bei einer eintägigen Zusammenkunft ein Trennungsschmerz von hundert Tagen.

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Was aber deine Liebe zu den Gesandten und Freunden Gottes betrifft: Da du die Zwischenwelt (berzah) im Grabe, die den Gottvergessenen wie eine finstere Einöde erscheint, durch die Anwesenheit dieser Erleuchteten als lichterfüllte Wohnstätte erkennst, wird es dir nicht Furcht und Schrecken einflößen, in diese Welt hinüber zu gehen, sondern erweckt im Gegenteil den Wunsch, ja ein Gefühl der Sehnsucht nach ihr und verdirbt dir auch nicht die Freude am irdischen Leben.

Wenn aber andererseits die Liebe von der Art ist, wie die Liebe der Leute der modernen Kultur die berühmten Menschen lieben, so fügt sie deinem leidvollen Leben noch einen zusätzlichen Schmerz hinzu, wenn du an all die vollendeten Menschen denkst, die untergehen und verlöschen und in jenem großen Grabe vermodern, dass man die Vergangenheit nennt. Das heißt, man denkt: "In dieses Grab, in dem selbst die vollendeten vermodern, werde auch ich einmal hinabsteigen", betrachtet den Friedhof mit kummervollen Blicken und seufzt sein "Ach!" und "Weh!". Wer sie jedoch mit den Augen der ersteren betrachtet, der denkt an ihren Aufenthalt in der Zwischenwelt (berzah), die der Wartesaal zur Zukunft ist, wo sie ihren Körper ausgezogen und der Vergangenheit überlassen haben, in vollendeter Ruhe, und den Friedhof als einen anheimelnden Ort.

Was aber deine Liebe für schöne Dinge betrifft, so ist sie, da (diese Dinge) nun einmal nach dem Willen ihres Meisters gestaltet wurden, von der Art zu sagen: "Wie schön sind sie gemacht worden.", gleicht diese Liebe einem süßen Nachsinnen und öffnet zugleich dem Auge deiner alles Gute und Schöne verehrenden Empfindungen einen Weg zu noch höheren, noch heiligeren und tausendfach schöneren Schätzen der Stufen göttlicher Schönheit und lenkt es auf sie. Denn sie schließt von diesen schönen Werken auf die Schönheit der Taten Gottes. Von diesen wird dem Herzen ein Weg geöffnet zu der Schönheit der Namen Gottes, von diesen zu der Schönheit der Eigenschaften Gottes, von diesen zu der beispiellosen Schönheit des majestätischen Herrn.

— 1163 —

So ist denn diese Liebe, wenn sie solcher Art ist, sowohl ein Genuss, als auch Dienst und Anbetung und zugleich auch Kontemplation.

Was aber deine Liebe zu deiner Jugend betrifft, so liebst du sie als ein schönes Geschenk (der Gnade, ni'met) Gottes des Gerechten und gibst sie für Dienst und Anbetung aus, erstickst sie nicht und schlägst sie nicht in Ausschweifungen tot. Unter diesem Aspekt ist der Dienst, die Anbetung, eine bleibende Frucht deiner vergänglichen Jugendzeit. Je älter du wirst, um so mehr wirst du die guten Taten deiner Jugendzeit als ihre beständigen Früchte ernten und dich vor den Schäden und Übertreibungen deiner Jugendzeit bewahren. Außerdem kannst du schon jetzt daran denken, wie es dir einmal in deinem Alter möglich sein wird, Gott noch mehr zu dienen und Ihn anzubeten und dich der göttlichen Barmherzigkeit stets würdiger zu erweisen. Nicht so die Leute der Gottvergessenheit, wenn sie ihre Jugendzeit beweinen und die Genüsse einer fünf bis zehn Jahre währenden Jugendzeit danach fünfzig Jahre lang bedauern und klagen: "Weh mir, dass meine Jugendzeit vorüber ist!" So wie einer von diesen einmal gesagt hat:

لَيْتَ الشَّبَابَ يَعُودُ يَوْمًا فَاُخْبِرَهُ بِمَا فَعَلَ الْمَشِيبُ

Das heißt: "Ach kehrte doch meine Jugendzeit noch einmal zu mir zurück, dann würde ich ihr berichten, welch ein Leid mein Alter über mich gebracht hat!"

Was aber die Liebe für eine Ausstellung von Schmuckstücken, wie den Frühling, betrifft, so erwächst sie aus dem Betrachten der Kunstwerke Gottes. Vergeht der Frühling, verblasst doch nicht der Genuss in seiner Betrachtung. Denn der Frühling ist wie ein vergoldeter Brief, über dessen Botschaft du zu jeder Zeit nachdenken magst. Dein Phantasievermögen und die Zeit, die beide wie ein Film abspulen und in dir die Freude an seiner Betrachtung fortsetzen, erneuern in dir dadurch Botschaft und Schönheit des Frühlings. So wird deine Liebe nicht voll Kummer und Sorgen und nur eine vorübergehende, sondern voll Freude und Genuss sein.

— 1164 —

Was aber deine Liebe zur Welt betrifft, so werden dir durch sie die ungeheuren Naturgewalten im Namen Gottes des Gerechten zu liebenswerten Freunden. Da du sie als Acker für das Jenseits liebst, wirst du aus allem ein Kapital, eine Frucht gewinnen, aus der du im Jenseits deinen Nutzen ziehen kannst. Weder können Katastrophen dich in Schrecken (in dieser Welt) versetzen, noch werden ihr Untergang und ihre Vergänglichkeit dich betrüben. In vollkommener Gelassenheit verbringst du die Zeit deines Aufenthaltes in diesem Gasthaus. Anderenfalls, wenn du sie wie die Leute der Gottvergessenheit liebst, so haben wir dir hunderte Male gesagt, dass du in deiner vergeblichen Liebe, verurteilt zu ruheloser, zerstörerischer, erstickender Vergänglichkeit, dahingehen wirst.

So haben wir dir denn von all den erfreulichen Dingen, mit denen du in Liebe verbunden bist (mahbub), jeweils nur den hundertsten Teil gezeigt, insoweit sie in der Art geliebt werden wie der Qur'an uns das lehrt. Wir haben auch auf einen unter hundert Schäden hingewiesen, (die sich einstellen) wenn sie nicht dem Wege folgend (geliebt werden), den der Qur'an uns aufzeigt.

Wenn du also nun hören und verstehen möchtest, was die Ergebnisse dieser verschiedenen Arten von Liebe sind, auf welche die klaren Verse des weisen Qur'ans hinweisen, an diesem ewigen Ort, der Welt des Jenseits, so wollen wir dir hier also nun kurz und bündig die Ergebnisse und ein Hundertstel ihres Gewinnes, welchen legale Arten der Liebe im Jenseits hervorbringen, mit einer "Einleitung" und "Neun Hinweisen" aufzeigen.

Einleitung

Gott der Gerechte hat in der Majestät seiner Göttlichkeit, der Schönheit Seines Erbarmens, der Größe Seiner Herrschaft, Seiner freigiebigen Barmherzigkeit, Seiner gewaltigen Macht, Seiner feinsinnigen Weisheit, den Körper dieses winzig kleinen Menschen mit so vielen Gefühlen

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und Empfindungen, mit so vielen Fähigkeiten und Begabungen und mit verschiedenen Sinnen und Organen, mit verschiedenen subtilen, geistigen Anlagen ausgestattet und ausgeschmückt, dass Er durch sie den Menschen mit all seinen vielen, so verschiedenen Anlagen, den grenzenlos vielen Arten Seiner Gaben, Abstufungen Seiner Wohltaten und Ebenen Seines barmherzigen Wirkens verspüren, kennen lernen, verkosten u٧ۨۙerkennen lässt. Des Weiteren will Er den Menschen dazu bewegen, dass er die grenzenlos vielen Erscheinungsformen Tausendundeines Namens über seine Fähigkeiten kennen lernt, erwägt und liebt. Und so wie jedes von diesen überaus vielen Sinnen und Organsystemen des Menschen seine eigene Art hat, Gott zu dienen und Ihn anzubeten, so hat jedes auch seine eigenen Freuden und Schmerzen, Aufgaben (vazife) und Belohnungen.

Zum Beispiel betrachtet das Auge die Schönheit in Form und Gestalt und die Arten der wunderschönen Werke der Macht in der Welt, die es hier wahrnimmt. Seine Aufgabe besteht darin, seine Lehren zu ziehen aus dem, was es wahrnimmt und sich seinem Meister gegenüber dafür dankbar zu erweisen. Die Freuden und Leiden, die nur das Auge dabei empfindet, sind bekannt. So ist es nicht nötig, sich ferner darüber auszubreiten.

Ein anderes Beispiel:

Das Ohr nimmt alle die verschiedenen Geräusche, die Töne und Melodien in der Welt unserer Hörempfindungen durch das subtile Erbarmen Gottes des Gerechten wahr. Es hat seine eigene Art von Dienst und Anbetung, seine eigenen Freuden und Genüsse und seine eigene Art der Entlohnung.

Ein anderes Beispiel:

Der Geruchssinn nimmt die Feinheiten des Erbarmens Gottes in der Welt der Gerüche war. Er hat seine eigene Aufgabe zu danken und empfindet darin seinen besonderen Genuss. Und mit Sicherheit erhält er auch seinen Lohn.

Ein anderes Beispiel:

Der Geschmackssinn der Zunge versieht seinen Dienst mit einer überaus differenzierten inneren Dankbarkeit, wenn er den Wohlgeschmack all

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der verschiedenen Speisen wahrnimmt. Und so haben denn alle Organe des Menschen, seine großen und bedeutenden Feinheiten wie Herz und Seele, Sinn und Verstand auf diese Weise ihre ganz verschiedenen Aufgaben, ihre Freude und ihren Schmerz.

So wird also nun Gott der Gerechte, der Allweise (Haqq ve Hakiem) in all Seiner Vollkommenheit mit Sicherheit jedem Organ des Menschen, das Er in Seinen Dienst gestellt hat, auch seinen ihm gebührenden Lohn geben. Diese verschiedenen Arten der Liebe, die wie oben erklärt in dieser Welt unmittelbare Ergebnisse haben, kann jeder bewusst empfinden und sie können auch durch seine innere Wahrnehmung bewiesen werden. Was aber die Ergebnisse im Jenseits betrifft, so wird in der zwölften Wahrheit des "Zehnten Wortes" und ganz klar in den sechs Grundsätzen des "Neunundzwanzigsten Wortes" in aller Kürze eindeutig bewiesen, dass es diese dort wirklich und wahrhaftig gibt. Sie werden aber ausführlich und unwiderlegbar bewiesen durch den weisen Qur'an, der

اَصْدَقُ الْكَلاَمِ وَاَبْلَغُ النِّظَامِ كَلاَمُ اللَّهِ الْمَلِكِ الْعَزِيزِ الْعَلاَّمِ

{"Das wahrhaftigste aller Worte, klar und eindeutig in seiner Rede, das Wort Gottes, des Königs, des Allmächtigen, des Allwissenden."}

durch seine ausdrücklichen Erklärungen, Anspielungen, allegorischen Darstellungen und Hinweise, ist.

Es ist also hier nicht mehr notwendig, noch weitere ausführliche Zeugnisse anzuführen. Doch wurden in jedem Fall in dem arabisch verfassten Zweiten Kapitel des "Achtundzwanzigsten Wortes", über das Paradies und im "Neunundzwanzigsten Wort" noch weitere Beweise dafür erbracht.

Erster Hinweis:

Das Ergebnis einer legalen Liebe und der Dankbarkeit für wohlschmeckende Speisen und köstliche Früchte sind nach den klaren Darlegungen des Qur'an dieselben wohlschmeckenden Speisen und guten Früchte im Jenseits, von einer Art wie sie des Paradieses

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würdig ist, und eine Liebe, die das Verlangen nach solchen Speisen und Früchten anregt. Sogar das Wort «Elhamdulillah» (Aller Dank gebührt Gott), das du über eine Frucht aussprichst, die du in dieser Welt isst, wird sich als eine Frucht des Paradieses verkörpern und dir dort überreicht werden. Hier isst du also Früchte, drüben «Elhamdulillah»! Da du in der Gabe und in der Speise die Güte (ni'met) Gottes und die Gastfreundschaft des Erbarmers siehst, wird dir jene wohlschmeckende innerliche Dankbarkeit im Paradies in Form einer überaus köstlichen Speise gereicht werden, was aufgrund einer klaren Darlegung eines Hadith, Hinweise des Qur'an und das Erfordernis der Weisheit und Barmherzigkeit feststeht.

Zweiter Hinweis:

In dieser Welt bringt Liebe zu sich selbst (nefs) in ihrer erlaubten Form, das heißt, eine Liebe (muhabbet), die nicht auf den eigenen guten Eigenschaften aufbaut, sondern darauf, seine Fehler zu erkennen, eine Liebe (shefqat), die darauf aufbaut, sich zu vervollkommnen, sich in die Zucht zu nehmen und gute Werke zu vollbringen, als Folge im Paradies alles, was diese Seele (nefs) sich nur wünschen (mahbub) mag und so wie es ihr entspricht. Hat die Seele (nefs) erst einmal in dieser Welt all ihr Sehnen und Verlangen auf den Wegen Gottes des Gerechten gestillt und so ihre Fähigkeiten und ihre Sinne in schönster Weise in Seinen Dienst gestellt, wird ihr der absolut Freigiebige (Kerim) als Frucht ihrer legalen Liebe in dieser Welt, ihres Dienstes und ihrer Anbetung Jungfrauen im Paradies als ihrem beständigen Aufenthalt geben. Er wird sie in siebzig verschiedenen Kleider hüllen, als Beispiele für siebzig verschiedenen Arten des Schmuckes und der Feinheiten des Paradieses. Er wird ihre Körper mit siebzig verschiedenen Arten der Schönheit verzieren, die allen Sinnen der Seele (nefs) schmeicheln und sie zufrieden stellen. Jede von ihnen wird wie die Seele (ruh) eines kleinen Paradieses sein. Dies wird mit sehr vielen Versen ausdrücklich erklärt und bewiesen.

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Außerdem führt die Liebe für die Jugendzeit, das heißt für die Kraft der Jugend und sie in dieser Welt für Dienst und Anbetung auszugeben, zu einer ewigen Jugend am Ort Ewiger Glückseligkeit.

Dritter Hinweis:

Wenn man seiner Lebenspartnerin im legalen Rahmen, das heißt aufgrund ihrer anmutigen, selbstlosen Liebe (shefqat), ihres angeborenen guten Charakters, ihrer inneren Schönheit aufrichtige Liebe (muhabbet) entgegen bringt und seine Partnerin vor Verstocktheit und anderen Sünden bewahrt, so bewirkt dies, so wie Gott es versprochen hat, im Jenseits folgendes:

Der absolut Barmherzige (Rahim) wird ihm diese seine Lebenspartnerin mit einer noch lieblicheren Gestalt, ausgestattet mit einem noch prächtigeren Schmuck und einer noch reizvolleren Figur, als die paradiesischen Jungfrauen selbst, als seine Lebensgefährtin am Ort der Ewigen Glückseligkeit geben. Er wird sie ihm zu einer vertrauten, anmutigen und ewigen Gefährtin machen, mit der er sich gemeinsam vergnüglich über vergangene Ereignisse in der Welt unterhält, und vergangene Erlebnisse einander in Erinnerung bringt. Er wird sie ihm zurückgeben, um ihm Geliebte (muhib) und Liebende (mahbub) zugleich zu sein. Und mit Sicherheit wird Er auch tun, was Er versprochen hat.

Vierter Hinweis:

Was das Ergebnis der erlaubten Liebe der Eltern zu ihren Kindern betrifft, so schenkt Gott der Erbarmer, der Barmherzige, wie der Qur'an ausdrücklich mitteilt, einer solch glücklichen Familie, auch wenn die Stellung (maqam) der einzelnen Familienmitglieder im Jenseits unterschiedlich sein möge, reinen Genuss im Umgang (sohbet) miteinander in einer dem Paradies würdigen guten Beziehung, an einem bleibenden Ort zu ewigem Beisammensein. Kinder, die vor ihrem 15. Lebensjahr, d.h. vor ihrer Pubertät, gestorben sind, werden als Kinder des Paradieses, was im Qur'an mit وِلْدَانٌ مُخَلَّدُونَ {"ewige Knaben" (Sure 76, 19)}

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ausgedrückt wird, in einer dem Paradies würdigen überaus reich verzierten, lieblichen Erscheinung im Paradies wieder in die Arme ihrer Väter und ihrer Mütter zurückkehren. So stellt Er ihre Eltern (auch weiterhin) in ihren Gefühlen der Liebe zu ihren Kindern zufrieden und Er schenkt ihnen diese Freude, dieses Wohlempfinden für ewig. Denn Kinder, die noch nicht das Alter erreicht haben, in dem sie Verantwortung übernehmen können, werden beständig liebenswerte, hübsche Kinder bleiben. Alle Dinge, die in dieser Welt ein Genuss sind, finden sich im Paradies in ihrer schönsten Form. Dabei dachte man aber, weil das Paradies nicht ein Ort für Zeugung ist, könne es im Paradies die tiefe Süße der Liebe zu den Kindern, d.h. die Freude, Kinder zu lieben und zu liebkosen, nicht geben. Doch findet sich diese Freude auch dort in dieser Weise, und sogar in ihrer schönsten und lieblichsten Form. Hier ist also eine frohe Kunde für diejenigen, deren Kinder noch vor den Reifejahren verstorben sind.

Fünfter Hinweis:

Liebt man in dieser Welt aufrichtige Freunde, nach dem Grundsatz "Liebe um Allahs willen" (el hubbu fillah), so hat das folgendes Ergebnis, wie aufgrund der ausdrücklichen Erklärung des Qur'an feststeht: Sie werden, wie im Qur'an mit dem Wort عَلٰى سُرُرٍ مُتَقَابِلِينَ {"Auf Sesseln einander gegenüber." (Sure 15, 47)} zum Ausdruck kommt, auf Sesseln im Paradies einander gegenüber sitzen und miteinander angenehme, anregende, gute Gespräche führen, alte Erinnerungen miteinander austauschen und sich über ihre Erlebnisse in dieser Welt unterhalten. In dieser Art reinen Liebe und Gemeinschaft (sohbet) werden sie mit ihren Freunden zusammenkommen und ewig beieinander bleiben.

Sechster Hinweis:

Das Ergebnis der Liebe zu den Gesandten und Freunde Gottes, so wie sie den Beschreibungen des Qur'an entspricht, ist folgendes: In der Zwischenwelt (berzah) und am Tage der Auferstehung wird

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sie durch die Fürsprache dieser Gesandten und Freunde Gottes (allen) zugute kommen, und (sie werden) von dem so erhabenen Rang (maqam) und Segen aus, der ihnen gebührt, durch diese Liebe (ihren) Rückhalt und Stütze empfangen. In der Tat kann ein einfacher Mann den höchsten Rang (maqam) erreichen, indem er, nach dem Geheimnis اَلْمَرْءُ مَعَ مَنْ اَحَبَّ {"Der Mensch wird mit denen zusammen sein, die er liebt."} einer von ihm geliebten Persönlichkeit hohen Ranges (maqam) nachfolgt.

Siebter Hinweis:

(Den Inbegriff) aller schönen Dinge, den Frühling im erlaubten (Rahmen) zu lieben, das heißt unter dem Blickwinkel des: "Wie schön wurden diese (Dinge) gemacht!" die Schönheit der Werke hinter diesen Arbeiten und ihre gute Ausführung und die Erscheinung der schönen Namen Gottes, die hinter der guten Ausführung dieser Arbeiten liegen und die Erscheinung der Eigenschaften Gottes, die hinter diesen schönen Namen liegen, und so weiter, zu lieben, führt an dem beständigen Aufenthaltsort zu folgendem Ergebnis: Man wird die Erscheinungen der Gottesnamen und Seine Schönheit und die Eigenschaften innerhalb dieser Gottesnamen, im Paradies in tausendfach besserer Qualität betrachten können, als die Kunstwerke, die man hier als schön ansieht. Sogar Imam Rabbani (mit dem Gott zufrieden sein möge) sagte: "Die erlesenen Dinge des Paradieses sind die Abbilder der Erscheinungen der Gottesnamen!" Denke einmal darüber nach!

Achter Hinweis:

Im Jenseits wird sich das Ergebnis einer zutiefst nachdenklichen Liebe zu den beiden schönen Gesichtern dieser Welt, nämlich Acker für das Jenseits und Spiegel der Gottesnamen zu sein, folgendermaßen zeigen: Wir werden ein Paradies erhalten, so groß wie die Welt, jedoch nicht vergänglich wie diese

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vergängliche Welt, sondern immerwährend. Des Weiteren werden uns die Gottesnamen, die in dieser Welt nur als schwache Schatten dargestellt wurden, in den Spiegeln dieses Paradieses als überaus prächtig vorgeführt werden. Des Weiteren führt eine Liebe zu dieser Welt unter dem Gesichtspunkt eines Ackers für das Jenseits zu folgendem Ergebnis: die Welt ist ein Pflanzbeet, das heißt: wir werden ein Paradies erhalten, für das (die Welt) nur ein kleines Pflanzbeet ist, das heißt, in dem also gewissermaßen nur Setzlinge heranwachsen. Während also die Organe der Wahrnehmung und die Fähigkeiten des Menschen in dieser Welt kleinen Setzlingen gleichen, werden sie sich im Paradies zu ihrer vollkommensten Gestalt entwickeln, und seine Naturanlagen, die in dieser Welt den Samenkörnern gleichen, werden ihm in Form einer Frucht zurückgegeben, die jegliche Art von Genuss und Vollkommenheit in sich enthält. Das steht nach der klaren Darlegung der Hadithe und entsprechend den Hinweisen des Qur'an fest, so wie dies auch die Barmherzigkeit und Weisheit erfordern.

Auch hat er nun einmal nicht die verwerfliche Liebe zur Welt, die das Haupt (und Anbeginn) aller Fehler ist, sondern ihre beiden Gesichter (Ausrichtungen), die nach den Gottesnamen und dem Jenseits schauen, um der Gottesnamen und des Jenseits willen geliebt und diese (beiden) Ausrichtungen mit seinen Gedanken des Dienstes und der Anbetung gepflegt, als ob er mit seiner ganzen Welt einen Dienst abgehalten und angebetet hätte. Mit Sicherheit ist es ein Erfordernis der Barmherzigkeit und Weisheit, dass er die ganze Welt zum Lohn erhält.

Des Weiteren verlangt die Tatsache, dass er nun einmal in der Liebe zum Jenseits dessen Acker und in der Liebe zu Gott dem Gerechten, den Spiegel Seiner Namen geliebt hat, mit Sicherheit nach einem Geliebten (mahbub) so groß wie die Welt. Und auch das ist ein Paradies so groß wie die ganze Welt (dunya).

Frage:

Was ist der Nutzen eines so großen und leeren Paradieses?

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Antwort:

Wenn es zum Beispiel möglich wäre, alle Gegenden der Welt und die meisten Sterne mit der Schnelligkeit deiner Gedanken zu bereisen, könntest du doch sagen: "Die ganze Welt (alem) ist mein." Wenn auch Engel, Menschen und Tiere (deine Welt mit dir) teilen, kann dies deinen Anspruch nicht zunichte machen. So könntest du auch sagen, selbst wenn dieses Paradies bewohnt ist, "Dieses Paradies ist mein." Das Geheimnis einer Hadith von "einem Paradies, das zu durchwandern man fünfhundert Jahre braucht, wie es manchen von den Bewohnern des Paradieses gegeben wird", wurde im "Achtundzwanzigsten Wort" erklärt.

Neunter Hinweis:

Der Glaube und die Liebe zu Gott führen in Übereinstimmung mit den Leuten der geistigen Entdeckungen und der Forscher zu einem Leben im Paradies, in dem eine Stunde nicht Tausend Jahren glücklichen Lebens auf Erden gleichkommt. Und die Betrachtung und Anschauung des majestätischen Herrn, des Besitzers der heiligen und reinen Schönheit und Vollkommenheit von auch nur einer Stunde kommt tausend Jahren eines solchen Lebens im Paradiese nicht gleich.

Das steht durch einen sicheren Hadith und die klare Aussage des Qur'an fest. Ein jeder verspürt ganz klar dieses sehnsüchtige Verlangen, eine Persönlichkeit zu sehen, die wegen ihrer Vollkommenheit so berühmt ist wie Hazret Suleyman (Salamon), mit dem Friede, sei und eine Sehnsucht, die danach verlangt, eine Persönlichkeit zu sehen, die mit einer solchen Schönheit ausgezeichnet ist wie Hazret Yusuf (Josef von Ägypten) mit dem Friede sei. Das Paradies, das über aller Schönheit und

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Vollkommenheit der Welt tausendmal erhabener, ist mit all seiner Schönheit und Vollkommenheit nur ein Schatten der Schönheit und Vollkommenheit des Herrn. Und so magst du denn, so weit es dir möglich ist, vergleichen, wie so sehr wünschens- und erstrebenswert es wohl sein mag, diesen Herrn zu sehen, wie sehr zu begehren und zu ersehnen es ist, Ihn anzuschauen.

اَللّٰهُمَّ ارْزُقْنَا فِى الدُّنْيَا حُبَّكَ وَحُبَّ مَا يُقَرِّبُنَآ اِلَيْكَ وَاْلاِسْتِقَامَةَ كَمَآ اَمَرْتَ وَفِى اْلاٰخِرَةِ رَحْمَتَكَ وَرُؤْيَتَكَ

{"Oh Gott, gewähre uns in dieser Welt Liebe zu Dir und Liebe zu dem, was uns näher zu Dir zieht, die Rechtleitung, die Du uns befohlen hast, und in der künftigen Welt Dein Erbarmen und Deine Anschauung."}

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

اَللّٰهُمَّ صَلِّ وَسَلِّمْ عَلٰى مَنْ اَرْسَلْتَهُ رَحْمَةً لِلْعَالَمِينَ وَعَلٰٓى اٰلِهِ وَصَحْبِهِٓ اَجْمَعِينَ اٰمِينَ

{"Oh Gott, gib Deinen Segen und Frieden dem, den Du gesandt hast als ein Erbarmen für alle Welt, Seiner Familie und allen seinen Gefährten."}

Anmerkung

Denke nun, am Ende dieses Wortes angelangt, nicht, dass diese so ausführlichen Darlegungen zu lang geraten seien. Sie sind (in Wirklichkeit noch viel zu) kurz, verglichen mit ihrer Bedeutung, und müssten (eigentlich noch viel) länger sein. Wer in allen diesen "Worten (Sözler)" spricht, das bin nicht ich, vielmehr ist es die Wahrheit im Auftrag der qur'anischen Hinweise. Was aber diese Wahrheit betrifft, so sagt sie, was wahr ist und sie sagt es richtig. Wenn ihr hier irgendetwas Falsches bemerkt, so müsst ihr mit Sicherheit wissen, dass sich meine Gedanken unbeabsichtigt eingeschlichen, Verwirrung angerichtet und das Falsche verursacht haben.

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Bittgebet

Oh Herr! Wie ein Mann, der an der Pforte eines großen Schlosses klopft, und wenn ihm nicht geöffnet wird, an der Pforte dieses Schlosses klopft und mit der im Schloss vertrauten Stimme einer anderen, angesehenen Person ruft, dass man ihm öffne... Genau so klopfe auch ich in meiner Armseligkeit an der Pforte zum Hof (Dergah) Deiner Barmherzigkeit und rufe mit der Stimme, mit der Bitte, mit dem Gebet Deines geliebten Dieners Uvays el-Qarany in der folgenden Weise. Wie Du Deinen Dergah ihm geöffnet hast, so öffne nun auch mir in Deiner Barmherzigkeit.

اِلٰهِى اَنْتَ رَبِّى وَاَنَا الْعَبْدُ ٭ وَاَنْتَ الْخَالِقُ وَاَنَا الْمَخْلُوقُ
وَاَنْتَ الرَّزَّاقُ وَاَنَا الْمَرْزُوقُ ٭ وَاَنْتَ الْمَالِكُ وَاَنَا الْمَمْلُوكُ
وَاَنْتَ الْعَزِيزُ وَاَنَا الذَّلِيلُ ٭ وَاَنْتَ الْغَنِىُّ وَاَنَا الْفَقِيرُ
وَاَنْتَ الْحَىُّ وَاَنَا الْمَيِّتُ ٭ وَاَنْتَ الْبَاقِى وَاَنَا الْفَانِى
وَاَنْتَ الْكَرِيمُ وَاَنَا اللَّئِيمُ ٭ وَاَنْتَ الْمُحْسِنُ وَاَنَا الْمُسِيئُ
وَاَنْتَ الْغَفُورُ وَاَنَا الْمُذْنِبُ ٭ وَاَنْتَ الْعَظِيمُ وَاَنَا الْحَقِيرُ
وَاَنْتَ الْقَوِىُّ وَاَنَا الضَّعِيفُ ٭ وَاَنْتَ الْمُعْطِى وَاَنَا السَّآئِلُ
وَاَنْتَ اْلاَمِينُ وَاَنَا الْخَآئِفُ ٭ وَاَنْتَ الْجَوَّادُ وَاَنَا الْمِسْكِينُ
وَاَنْتَ الْمُجِيبُ وَاَنَا الدَّاعِى ٭ وَاَنْتَ الشَّافِى وَاَنَا الْمَرِيض
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فَاغْفِرْلِى ذُنُوبِى وَتَجَاوَزْ عَنِّى وَاشْفِ اَمْرَاضِى يَا اَللَّهُ يَاكَافِى ٭ يَا رَبُُّ يَا وَافِى ٭ يَا رَحِيمُ يَا شَافِى ٭ يَا كَرِيمُ يَا مُعَافِى ٭ فَاعْفُ عَنِّى مِنْ كُلِّ ذَنْبٍ وَعَافِنِى مِنْ كُلِّ دَآءٍ وَارْضَ عَنِّى اَبدًا بِرَحْمَتِكَ يَآ اَرْحَمَ الرَّاحِمِينَ

{"So sage ich denn, wie auch er gesagt hat: Oh Gott, du bist mein Herr und Erhalter (Rabb) und ich Dein Knecht (abd). Du bist der Schöpfer (Haliq) und ich Dein Geschöpf (mahluq). Du bist der Mächtige (Aziz) und ich der Niedrige (dhelil). Du bist der Reiche (Ghaniyy) und ich der Arme (Fakir). Du bist der Lebendige (Hayy) und ich der Tote. Du bist der Beständige (Baqi) und ich der Vergängliche (fani). Du bist der Großmütige (Kerim) und ich der Elende. Du bist der Gütige (Muhsin) und ich der Rebell. Du bist der Verzeihende (Ghafur) und ich der Sünder. Du bist der Gewaltige (Azim) und ich Erniedrigte. Du bist der Starke (Qaviy) und ich der Schwache. Du bist der Geber und ich Bettler. Du bist der Zuverlässige (Amin) und ich der Furchtsame. Du bist der Freigiebige (Djevvad) und ich der Besitzlose (miskin). Du bist die Antwort (Mudjib) und ich die Frage. Du bist der Heiler (Shafi') und ich der Kranke. Vergib mir meine Sünden! Habe Geduld mit mir! Heile meine Wunden! Oh Allah! Oh Du allem Genügender (Kafi)! Oh Du unser Erhalter (Rabb)! Oh Du, der Du Dein Wort hältst! Oh Erbarmer (Rahim)! Oh unser Heiler (Shafi')! Oh Du Großmütiger (Kerim)! Oh Du, der stets vergibt, bewahrt und erhält! Vergib mir alle meine Verfehlungen! Schenke mir Heilung all meiner Krankheiten! Mögest Du immer mit mir zufrieden sein! Oh Du Barmherzigster aller Barmherzigen!"}

وَاٰخِرُ دَعْوٰيهُمْ اَنِ الْحَمْدُ ِللَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

{"Und das Ende ihrer Gebete wird sein: Lobpreis und Dank sei Gott, dem Herrn aller Welten!"}

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Dreiunddreißigstes Wort

(besteht aus dreiunddreißig Fenstern)
(in einer Hinsicht der dreiunddreißigste Brief, in einer anderen Hinsicht das dreiunddreißigste Wort)
بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ ٭ سَنُرِيهِمْ اٰيَاتِنَا فِى اْلاٰفَاقِ وَفِىٓ اَنْفُسِهِمْ حَتّٰى يَتَبَيَّنَ لَهُمْ اَنَّهُ الْحَقُّ اَوَلَمْ يَكْفِ بِرَبِّكَ اَنَّهُ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ شَهِيدٌ

{"Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Allbarmherzigen. Wir werden sie unsere Zeichen (Ayat) sehen lassen in der Welt und in ihnen selbst, damit ihnen klar werde, dass dies die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr aller Dinge Zeuge (Shehid) ist?" (Sure 41, 53)}

Frage:

Wir möchten gerne eine kurze und bündige Erläuterung, in welcher Hinsicht Mensch und Kosmos, welche die kleine und die große Welt sind, auf das Sein und die Einheit (Vahdaniyet) Gottes, Seine Attribute und die Taten des Herrn verweisen, die beide in dieser Ayah zusammengefasst sind. Denn die Nihilisten haben sich bereits sehr weit vorgewagt. Sie sagen: "Wie lange sollen wir denn noch sagen: وَهُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ قَدِيرٌ {"Er hat die Macht über alle Dinge."} und dabei die Hände in den Schoß legen?"

Antwort:

Alle die dreiunddreißig "Worte", die wir bereits niedergeschrieben haben, sind nur dreiunddreißig Tropfen aus dem Meer dieses Verses und aus jenem Ozean der Wahrheit, der die Fülle ihres Segens ist.

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Wenn ihr dort nachschaut, werdet ihr von dort eure Antwort erhalten. Hier wollen wir nur in der Art, wie ein Tropfen aus diesem Meer aufsteigt, auf das folgende hinweisend sagen:

Beispiel:

Da möchte ein wunderbarer Herr ein großes Schloss bauen. Er legt also den Grundstein, setzt die Fundamente in Ordnung und Weisheit und ordnet alles in solcher Weise, dass es in seinen Ergebnissen den zukünftigen Zwecken entspricht. Danach begibt er sich an die Ausgestaltung und Anordnung der einzelnen Wohnräume und unterteilt alles bis in alle Einzelheiten geschickt in verschiedene Räume und Säle. Schließlich verziert er sie mit allerlei Ornamenten und Stuckaturen. Sodann beleuchtet er es mit elektrischen Lampen. Danach bringt er in jedem Stockwerk die neuesten Innovationen an, kümmert sich stets um eine zeitgemäße Einrichtung und ein kunstvolles Design. Zum Schluss stellt er in jeder Wohnung ein Telefon auf, welches diese mit ihm verbindet und eröffnet in ihr ein Fenster, von wo aus man seinen Amtssitz erblicken kann.

In gleicher Art, und da Gott das erhabenste Beispiel gebührt, gilt auch, dass der Meister in Seiner Herrlichkeit (Djelal), der Herrscher in Seiner Weisheit (Hakim-i Hakiem), der gerechte Richter (Adl-i Hakem), der unvergleichliche Schöpfer (Fatir), den wir mit tausendundeinem Seiner Heiligen Namen anrufen, die Erschaffung des Weltenbaumes, dieses kosmischen Schlosses, das diese Welt im großen ist, gewollt hat. Er hat in sechs Tagen die Grundlagen zu diesem Schloss, diesem Baum den Grundzügen seiner Weisheit und den Prinzipien Seines urewigen Wissens gelegt. Danach hat Er das Schloss nach seinen Höhen und Tiefen in Stockwerke eingeteilt, den Baum nach seinen verschiedenen Zweigen und Ästen gegliedert, die Welt nach Gottes Bestimmung und den Grundlagen Seines göttlichen Vorherwissens (qaza ve qader) geordnet und gestaltet. Sodann hat Er alle Seine Geschöpfe nach Klassen und Stämmen eingeteilt und sie nach den Prinzipien Seiner Gnade und Güte gegliedert.

— 1178 —

Danach hat Er jedes Ding und alle Welt auf die Seiner Art gemäße Weise, z.B. den Himmel mit Sternen und die Erde mit Blumen verziert, ausgeschmückt und bekleidet. Daraufhin hat Er an allen Orten, wo immer Seine umfassenden Gesetze und allgemeinen Verordnungen gelten, Seine Namen aufscheinen lassen, dass sie über ihnen leuchten. Schließlich sandte Er jedem einzelnen Lebewesen, das unter der Last all dieser Gesetze seufzt und klagt, unter Seinem Namen "Barmherziger Erbarmer (Rahman-i Rahim)", jedem Hilfe in seiner Ihm eigenen Art. So gibt es denn unter all Seinen umfassenden und allgemeinen Gesetzen wiederum besondere Formen der Güte (ihsanat), eigene Arten der Hilfe und spezielle Erscheinungsweisen Seiner Namen, sodass alles jederzeit und in jeder Notlage Ihn um Hilfe bitten und diese von Ihm erwarten kann.

Und weiter hat Er von jeder Wohnstatt, von jedem Stockwerk aus für alle Welt, alle Stämme, alle Klassen, ja für jeden Einzelnen und jedes Ding Fenster geöffnet, hinter denen Er sich Selbst zeigt, d.h. Seine Existenz und Seine Einheit zu erkennen gibt. Er hat in jedem Herzen ein Telefon zurückgelassen. Wir werden nun nicht versuchen, über diese zahllosen Fenster Kunde zu geben, was sicherlich unsere Grenzen überschreiten würde und unsere Fähigkeiten übersteigen müsste. Wir wollen dies der allumfassenden göttlichen Erkenntnis (ilm) überlassen und hier nur kurz und bündig auf die dreiunddreißig Fenster des dreiunddreißigsten Briefes, des dreiunddreißigsten Wortes verweisen, welche die Strahlen (lemeat) der Verse des Qur'an sind. Diese Zahl von dreiunddreißig Fenstern wurde gegeben, um den dreiunddreißig Lobpreisungen (tesbihat) nach dem Gebet zu entsprechen. Ihre Ausdeutung wollen wir den anderen "Worten (Sözler)" überlassen....

Erstes Fenster:

Wir können mit eigenen Augen sehen, dass alles, was da ist, besonders aber alles, was da lebt, verschiedene Bedürfnisse, sehr verschiedene Wünsche hat und es für sie alle ganz unterschiedliche Erfordernisse gibt.

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Diese Wünsche, diese Notwendigkeiten, werden ihnen aus unerwarteter, ihren Händen unzugänglicher, ihnen bis dahin nicht gekannter Quelle, im rechten Augenblick, zum passenden Zeitpunkt bereitgestellt und ihnen zu ihrer Hilfe gegeben. Es reicht ja in der Tat ihre Kraft nicht dazu aus, auch nur das kleinste ihrer zahllosen Bedürfnisse zu befriedigen. Sie können ihren Bedarf nicht mit ihren Händen erreichen. Betrachte einmal dich selbst und wie viele Dinge du brauchst, die du dir, gleich dem Vermögen deiner äußeren und den Kräften deiner inneren Sinnesorgane, nicht mit deinen Händen verschaffen und erhalten kannst. Vergleiche auch all die anderen Lebewesen mit dir selbst! So wie sie nun alle, jedes für sich, von der Existenz des Notwendig-Seienden (Vudjud-u Vadjib) Zeugnis ablegen und ein Zeichen Seiner Gegenwart (Vahdet) geben, so weisen auch, wie sie in ihrer Gesamtheit, gleich den Sonnenstrahlen auf die Sonne hinweisen, die oben angeführten Umstände und Verhältnisse den Verstand auf den Notwendig-Seienden (Vadjibu l-Vudjud), den Allein-Gegenwärtigen (Vahid-i Ahad), verborgen hinter einem unsichtbaren Schleier und in ihnen verborgen zugleich auf Seine Namen Freigiebiger (Kerim), Barmherziger (Rahim), Versorger (Murabbi), Lenker und Leiter (Mudebbir) hin.

Oh du unwissender Gottesleugner und gottvergessener Sünder! Womit könntest du diese Tätigkeit (Gottes) erklären, die so voll Weisheit, Umsicht und Barmherzigkeit ist? etwa durch die taube Natur? oder vielleicht durch die blinden Kräfte? oder etwa mit einem unberechenbaren Zufall? Wolltest du sie vielleicht mit den armseligen und leblosen Ursachen erklären?...

Zweites Fenster:

Die Gestalt aller Dinge ist zunächst formlos und sie stehen den unendlich vielen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten, die ihnen ihr Dasein schenken und ihnen die nur ihnen eigentümlichen Kennzeichen aufprägen erst hilflos und staunend gegenüber. Doch dann wird ihnen urplötzlich ihr ganz persönliches Gesicht verliehen und dieses ist voll Weisheit und überaus wohlgeordnet.

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Ein Beispiel dafür ist das Gesicht eines jeden Menschen. Wir finden in diesem kleinen Gesicht Unterscheidungsmerkmale, die es unter allen Söhnen und Töchtern des Menschengeschlechtes hervorheben. In vollendeter Weisheit mit äußerlichen wie innerlichen Gefühlen ausgestattet, trägt ein solches Gesicht Gottes leuchtendes Siegel und beweist so dessen Einheit.

{Ahadiyet, d.h. ein Gesicht ist das Werk seines göttlichen Meisters und kein zufälliges Ergebnis blinder Kräfte. (A.d.Ü.)}

So wie jedes einzelne Gesicht für die Existenz seines Allweisen Meisters Zeugnis ablegt und auf Seine Gegenwart (Vahdet) hinweist, so stellt auch die Gesamtheit aller Gesichter ein solches Siegel dar und offenbart so dem Auge des Verstandes jenen Stempel, der dem Schöpfer (Haliq) aller Dinge zu Eigen ist.

Oh du Gottesleugner, an welche Werkbank glaubst du, diese Siegel, die sich doch in gar keiner Weise nachahmen lassen, dieses strahlende Gesamtsiegel des Einzigartigen verweisen zu können?...

Drittes Fenster:

Das Heer der Tier- und Pflanzenarten auf dem Antlitz der Erde, das aus vierhunderttausend verschiedenen Arten

besteht, die ganz offensichtlich in vollendeter Ausgewogenheit und Ordnung und doch völlig verschieden versorgt, gestaltet, ausgerüstet, bekleidet, in Dienst gestellt und wieder entlassen werden, ohne dass dabei irgendetwas vergessen oder irgendetwas verwechselt würde, dieses Heer, seine Regierung und seine Organisation tragen dieses Siegel. Es ist ein solches Siegel des Einzig-Allgegenwärtigen (Vahid-i Ahad), strahlend wie die Sonne, dass es keinen Zweifel zulässt. Wer außer dem, der über unermessliche Macht, ein grenzenloses Wissen und über unendliche Weisheit verfügt, dürfte es wagen, sich mit einer so über alle Maßen

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wunderbaren Regierung zu befassen? Denn wer nicht über alle diese vielen verschiedenen Arten von Biotopen mit ihrem verwirrenden Reichtum an unterschiedlichen Völkern zu regieren und zu organisieren vermag, der wird nur alles durcheinanderbringen, wollte er sich einmal damit befassen. Denn dem Geheimnis des

فَارْجِعِ الْبَصَرَ هَلْ تَرىٰ مِنْ فُطُورٍ

{"Erblickst du etwa darin einen Riss?" (Sure 67, 3)}

entsprechend gibt es in der Tat kein einziges Zeichen für ein Durcheinander. Das aber bedeutet, dass es keinen Finger gibt, es hervorzubringen.

Viertes Fenster:

Es ist dies die Erhörung der Gebete, die von allen Samenkörnern in der Sprache ihrer naturgegebenen Anlage, von allen Tieren in der Sprache ihrer naturgegebenen Bedürfnisse und überhaupt von allen Notleidenden in der Sprache ihrer eigenen Not gesprochen werden.

So wie also nun jede so ganz offensichtliche Annahme und Erhörung eines dieser unendlich vielen Gebete Notwendigkeit (Vudjub) und Gegenwart (Vahdet) Gottes bezeigen und bezeugen, weisen sie auch alle in ihrer Gesamtheit klar und eindeutig auf einen barmherzigen und freigiebigen Schöpfer (Haliq-i Rahim ve Kerim) hin, der (unsere Gebete) in großem Rahmen erhört, und es lenkt unsere Blicke auf Ihn hin.

Fünftes Fenster:

Wir sehen, wie die Dinge, besonders die belebten und beseelten unter ihnen, plötzlich und unerwartet ins Dasein treten. Diese plötzlich und unerwartet aus einfacher Materie hervortretenden Dinge müssten nun eigentlich ganz einfach, formlos und kunstlos gestaltet sein. Es werden jedoch Kunstgegenstände erschaffen, die viel Geschicklichkeit erfordern, mit Sorgfalt gearbeitete Ornamente, die viel Zeit erfordern, verziert mit einzigartigen Kunstwerken, die viele Werkzeuge erfordern und in einer Art und Weise, die viele Materialien erfordert.

— 1182 —

Wie also nun jede einzelne der auf eine so plötzliche und unerwartete Weise entstandenen wunderbaren Kunstwerke und schönen Formen Zeugnis für die Notwendigkeit der Existenz eines allweisen Meisters (Sani-i Hakiem) ablegt und auf die Gegenwart (Vahdet) Seiner Herrschaft (Rububiyet) hinweist, so zeigen sie uns alle in ihrer Gesamtheit in einer besonders glänzenden Weise den Notwendig-Seienden (Vadjibu l-Vudjud), der allmächtig (Qadir) und allweise (Hakiem) ist.

Nun also, oh du verblendeter Gottesleugner! Womit willst du das jetzt noch erklären? etwa mit einer so unberechenbaren, armseligen, unwissenden Natur wie deiner eigenen? Oder willst du etwa in den so grenzenlos maßlosen Fehler verfallen, dem Allheiligen Schöpfer den Namen "Natur" anzuhängen, dich auf die Natur stützend die Wunderwerke Seiner Macht mit einer derartigen Ausrede titulieren, und damit plötzlich eine tausendfach törichte Tat begehen?

Sechstes Fenster:

اِنَّ فِى خَلْقِ السَّمٰوَاتِ وَاْلاَرْضِ وَاخْتِلاَفِ الَّيْلِ وَالنَّهَارِ وَالْفُلْكِ الَّتِى تَجْرِى فِى الْبَحْرِ بِمَا يَنْفَعُ النَّاسَ وَمَآ اَنْزَلَ اللَّهُ مِنَ السَّمَآءِ مِنْ مَآءٍ فَاَحْيَا بِهِ اْلاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَا وَبَثَّ فِيهَا مِنْ كُلِّ دَآبَّةٍ وَتَصْرِيفِ الرِّيَاحِ وَالسَّحَابِ الْمُسَخَّرِ بَيْنَ السَّمَآءِ وَاْلاَرْضِ َلاٰيَاتٍ لِقَوْمٍ يَعْقِلُونَ

{"Fürwahr, in der Erschaffung der Himmel und der Erde, im Wechsel von Tag und Nacht, in den Schiffen, die mit dem, was den Menschen nützlich ist, über das Meer segeln, in dem Wasser, was Gott vom Himmel herabsendet, um damit die Erde nach ihrem Tode wieder neu zu beleben, in der Ausbreitung jeder Art von Tieren auf ihr, im Wechsel der Winde und Wolken, die zwischen Himmel und Erde ihren Dienst tun, sind Zeichen (Ayat) für ein verständiges Volk." (Sure 2, 164)}

So wie diese Ayah die Gegenwart (Vahdet) Gottes und die Notwendigkeit (Vudjub) Seiner Existenz aufzeigt, so ist sie zugleich ein besonders großes Fenster, das die Erscheinung Seines gewaltigen Namens (ism-i 'adham) aufzeigt.

So ist denn die Zusammenfassung einer Zusammenfassung dieser Ayah folgende:

— 1183 —

Alle Welten, die wir auf den erhabenen wie niederen Stufen des Alls vorfinden, zeigen in ganz verschiedenen Sprachen dennoch ein und denselben Zweck, nämlich die Herrschaft (Rububiyet) ein und desselben Allweisen Meisters (Hakiem). So gilt denn einerseits: So wie in den Himmeln (ja sogar nach Aussage der Astronomie) diese so wohlgeordneten Bewegungen zu ebenso großen Zwecken die Existenz (vudjud) und Gegenwart (vahdet) des Allmächtigen in Seiner Herrlichkeit (Qadir-i Dhu l-Djelal) und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft (Rububiyet) zeigen, so gilt auch andererseits: Diese so große Ordnung in allem Wandel, wie z.B. in den Jahreszeiten, richtet sich ganz offensichtlich (ja sogar nach dem Zeugnis der Geographie und ihren Aussagen) nach den großen Zielen und zeigt so gleichermaßen die Existenz und Einheit des Allmächtigen in Seiner Herrlichkeit und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft.

Wie überdies alle Tiere auf dem Land und im Meer, denen Nahrung in vollkommener Barmherzigkeit gegeben wird und die in vollkommener Weisheit mit verschiedenen Formen bekleidet werden und die in vollkommener Herrschaft mit verschiedenen Empfindungen ausgestattet werden, wie jedes für sich wiederum Zeugnis für die Existenz des Glorreichen Allmächtigen ablegt und auf Seine Gegenwart hinweist und sie zugleich auch in ihrer Gesamtheit in einem überaus weiten Maß die Größe Seiner Gottheit und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft zeigen, genauso legen auch die prächtigsten Pflanzen in wohlgeordneten Gärten, die schönsten Blumen, erblüht an diesen Pflanzen, die wohlgestalteten Früchte, hervorgegangen aus diesen Blüten, die Früchte, welche in sich und um sich staunenswerte Muster hervorbringen, sie alle legen einzeln für sich Zeugnis für die Existenz wiederum des einen Allweisen Meisters (Sani-i Hakiem) ab, weisen auf Seine Gegenwart hin und zeigen zugleich auch in ihrer Gesamtheit überaus prächtig die Schönheit Seiner Barmherzigkeit (Djemal-i Rahmet) und die Vollkommenheit (Kemal) Seiner königlichen Herrschaft.

— 1184 —

Wie überdies die Tropfen aus den Wolken am Himmel ihren Auftrag zu bedeutenden Zielen und Zwecken haben, wie sie gesandt sind, um Frucht und notwendigen Nutzen zu bringen, wie sie entsprechend ihrer Zahl, Notwendigkeit und Gegenwart wiederum dieses Allweisen Meisters und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft zeigen, genauso verweisen auch alle Berge der Erde, die Mineralien und Erze in diesen Bergen, zeigt ihre Vorbereitung und Lagerung mit allen Besonderheiten für die verschiedenen Nutzanwendungen, mächtig wie die Berge, auf die Notwendigkeit und Gegenwart wiederum dieses Allweisen Meisters und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft.

Wie überdies in den Wüsten und über die Berge hin winzige Hügelchen, geschmückt mit den verschiedensten Arten prächtiger Blumen, jedes einzelne unter ihnen Zeugnis für die Notwendigkeit des Allweisen Meisters ablegt und auf Seine Gegenwart hinweist und sie zugleich auch in ihrer Gesamtheit die Pracht Seines Königreiches und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft zeigen, genauso zeigen auch alle die Blätter an Bäumen und Sträuchern in ihren so unterschiedlichen, wunderschönen Formen, in den ganz verschiedenen Stufen ihrer Entfaltung, die Gräser im ekstatischen Tanz ihrer Bewegungen entsprechend der Zahl aller Blätter und aller Gräser wiederum die Notwendigkeit der Existenz des Allweisen Meisters, Seine Gegenwart und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft.

Wie überdies alles, was da wächst, in der Zeit, in der es sich entfaltet, mit staunenswerten Bewegungen, ausgestattet mit den unterschiedlichsten Organen, in der Kybernetik seiner Bewegungen, in seiner Orientierung auf die verschiedensten Arten von Früchten, so wie also jede einzelne Pflanze Zeugnis für die Notwendigkeit Seiner Existenz wiederum ein und desselben Allweisen Meisters ablegt und auf Seine Gegenwart hinweist und sie alle in ihrer Gesamtheit in einem überaus großen Maße auf die

— 1185 —

Ausdehnung Seiner Macht und den Umfang Seiner Weisheit, die Schönheit Seiner Kunstwerke und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft zeigt, so legen auch alle Tiere, wenn in vollkommener Weisheit der Geist (ruh = die Fähigkeit der Tiere, wahrzunehmen und sich mitzuteilen. - A.d.Ü.) und die Seele (nefs, die Triebnatur) in ihre Leiber eingepflanzt werden, wenn sie in vollkommener Ordnung mit ganz verschiedenen Organen ausgestattet werden, wenn sie in vollkommener Weisheit zu den unterschiedlichsten Diensten ausgesandt werden, Zeugnis für die Notwendige Existenz wiederum des einen Allweisen Meisters ab und weisen auf Seine Gegenwart hin, zahllos wie die Anzahl der Tiere, ja sogar durch ihre Organe und zeigen gleichzeitig auch in ihrer Gesamtheit in überaus glänzender Weise die Schönheit Seiner Barmherzigkeit und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft.

Wie überdies alle Herzen (qalb) durch eine Eingebung aus dem Unsichtbaren (ilhamat-i ghaibiyye) und in der menschlichen Intuition durch die Erfahrung von Wissen (ulum) und Wahrheit (haqiqat) wie im Instinkt der Tiere durch Beschaffung alles Lebensnotwendigen, die Existenz eines Herrn und Allerbarmers verspüren lassen und auf Seine Herrschaft hinweisen, so zeigen auch alle äußerlichen wie innerlichen Empfindungen, deren jede einzelne als Schlüssel zu verschiedenen inneren Welten dient und die dem Augenlicht vergleichbar sind, das im Garten des Kosmos (kainat) Blumen des Geistes pflückt (d.h. die Atmosphäre trinkt, die sie verbreiten - A.d.Ü.) wiederum sonnenklar die Notwendigkeit der Existenz, Gegenwart und Einheit dieses Allweisen Meisters, dieses Allwissenden und Allbarmherzigen Schöpfers (Fatir ve Haliq), dieses freigiebigen Versorgers (Rezzaq) und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft.

So öffnet sich also aus diesen oben dargestellten zwei mal sechs verschiedenen Fensterscheiben in zwölf verschiedenen Sichtweisen ein einziges, gewaltig großes Fenster: Es zeigt uns im zwölffarbigen Licht der Wahrheit die Einheit und Gegenwart Gottes des Gerechten und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft.

— 1186 —

Nun also, oh du unglückseliger Gottesleugner! Womit könntest du dieses Fenster, das so breit ist, wie der Erdkreis, ja sogar wie ihre jährliche Bahn, überdecken? Womit könntest du diese Lichtquelle auslöschen, die doch so strahlt wie Sonne? Unter welchem Schleier einer Gottvergessenheit könntest du sie verbergen?...

Siebentes Fenster:

Die Kunstwerke, die über diese Erde ausgestreut sind, in ihrer vollendeten Ordnung, in ihrer vollkommenen Ausgewogenheit, in ihrem prächtigen Schmuck, in der Leichtigkeit, mit der sie erschaffen wurden, in ihrer wechselseitigen Ähnlichkeit, durch die sie ihre Herkunft aus ein und derselben Schöpferhand offenbaren, zeigen sie in einem großen und weiten Rahmen die Notwendigkeit der Existenz eines Allweisen Meisters, die Vollendung Seiner Macht und Seine Gegenwart.

Genauso legen auch die Grundelemente der unbelebten Natur in ihren zahllosen, so ganz und gar unterschiedlichen, wunderbar aufgebauten Zusammensetzungen entsprechend ihrer Zahl wiederum Zeugnis für die Notwendigkeit der Existenz des einen Allweisen Meisters ab, weisen auf Seine Allgegenwart hin und zeigen zugleich in ihrer Gesamtheit in überaus prächtiger Form die Vollkommenheit Seiner Macht und Seiner Gegenwart.

Die Erneuerung, welche man als den Aufbau und Abbau der Zellen bezeichnet, erfolgt aus einer unendlich weitgehenden Vermischung und Vermengung und vollzieht sich in gleicher unendlich weitgehender Sichtung und Siebung.

Zum Beispiel:

Obwohl die Samenkörner und ihre Wurzeln im Erdreich bunt miteinander vermischt sind, treiben sie dennoch jeder für sich unbeirrbar ihren eigenen Halm, bringen Stiele und Stängel hervor, ohne sie miteinander zu verwechseln, treiben darin die Bausteine zu Blättern, Blüten und Früchten empor, ohne sie miteinander zu verwechseln. Nährstoffe gelangen völlig miteinander vermischt in den Körper der Lebewesen, wo sie in vollkommener Weisheit und vollkommener Ausgewogenheit säuberlich voneinander getrennt die einzelnen

— 1187 —

Zellen aufbauen und so wiederum die Notwendigkeit der Existenz des einen absoluten Allweisen, des einen absoluten Allwissenden, des einen absoluten Allmächtigen erweisen, die Vollkommenheit Seiner Macht und Seiner Gegenwart.

Die Welt der Atome, die man mit einem endlos großen und weiten Acker vergleichen kann, der in jeder Minute in vollendeter Weisheit immer wieder neu bestellt und wieder abgeerntet wird, um von ihm immer wieder neu eine kosmische Ernte einzubringen, diese armseligen, schwachen, leblosen, unwissenden Atome ihren zahllosen, so wohlgeordneten und durchaus bewussten Aufgaben, erfüllt mit einer solchen Weisheit, verbunden mit einer derartigen Leistungsfähigkeit zuzuführen, zeigt wiederum die Notwendigkeit der Existenz des einen Allmächtigen in Seiner Majestät, des einen Meisters in Seiner Vollkommenheit, die Vollkommenheit Seiner Macht, die Größe Seiner Herrschaft, Seine Allgegenwart und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft.

So öffnet sich uns denn auf diesen vier Wegen

{Der Austausch der Kunstwerke im Jahreskreis, der Wechsel im Strom der Naturelemente, der Stoffwechsel im ganzen Körper und in seinen einzelnen Zellen, die chemischen Austauschprozesse zwischen den einzelnen Atomen. (A.d.Ü.)}

ein ganz großes Fenster zur Erkenntnis Gottes (marifetullah) und zeigt unserem Verstand in einem großen Rahmen den einen Allweisen Meister.

Nun also, du Unglückseliger, der du Gott vergessen (ghafiel) hast! Wenn du Ihn auch in der gegenwärtigen Lage noch nicht sehen und erkennen magst, so nimm denn deinen Verstand, reiß ihn aus und wirf ihn von dir! Werde ein Tier und rette dich so!...

Achtes Fenster:

Das Zeugnis aller Propheten (Friede sei mit ihnen!), welche die erleuchteten Geister des Menschengeschlechtes sind, gestützt auf ihre klaren und eindeutigen Wunder (mu'djize), aller Heiligen, welche die

— 1188 —

Pole aller erleuchteten Herzen sind, vertraut mit ihren inneren Schauungen (keshf) und Wundern (keramet), aller Gottesgelehrten (asfiya), welche ihren erleuchteten Verstand beherrschen, gestützt auf ihre Erfahrungen, (dieses Zeugnis) für die Notwendigkeit der Existenz (Gottes), die Allgegenwart und die Vollkommenheit der Herrschaft des Einen-Einzigen, des Notwendig-Seienden und Schöpfers aller Dinge, ist ein sehr großes, erleuchtetes Fenster. Es verweist auch jederzeit auf den Sitz Seiner göttlichen Herrschaft.

Oh du armseliger Gottesleugner! Auf wen vertraust du denn, sodass du auf diese nicht hören willst? oder denkst du etwa, dass die Welt in Nacht getaucht wäre, wenn du vor dem hellen Tage deine Augen verschließt?...

Neuntes Fenster:

Der kosmische Gottesdienst und die weltweite Anbetung verweisen uns ganz offensichtlich auf den, welcher in Seiner Vollkommenheit angebetet wird (Ma'bud-u Mutlak). Durch das Zeugnis dieser Menschen, welche in der Welt des Geistes (ruh) und der des Inneren (batin) ein- und ausgegangen sind und mit den Engeln und Geistern Umgang pflegten, steht fest, dass diese Engel und Geister in Hingabe (Gott) ihre Anbetung darbringen und Ihm in Gehorsam dienen. So ist auch bezeugt, dass alles, was da lebt, in vollkommenem Gehorsam Ihm dient und anbetend seine Aufgaben wahrnimmt. So ist weiterhin bezeugt, wie auch die ganze unbelebte Natur, wie z.B. die Elemente der Natur, (Gott) in diesem absoluten Gehorsam dient und Ihn anbetet. So zeigen (Engel und Geister, die belebte und unbelebte Natur) durch ihren Dienst und ihre Anbetung die Notwendigkeit der Existenz des einen in Wahrheit Angebeteten und Seine Allgegenwart. Die wahrhaftige Gotteserkenntnis (marifet) aller Wissenden (arif), die Dankbarkeit einer ganzen Gruppe von dankbaren Leuten, wenn sie ihre Frucht bringt, das gnadenreiche (feyz) Gedenken all derer, die immerwährend Gottes gedenken (dhikr), der gnadenbringende (ni'met) Lobpreis all derer, die Gott loben und preisen (hamid), der mit Beweisen (burhan) belegte Glaube

— 1189 —

an den Einen Gott (Tauhid) und die Darstellung Seiner Eigenschaften (vasf) durch die Bekenner Seiner Einheit (muvahhid), die wahrhaftige Liebe (muhabbet ve ashk) aller Gott-Liebenden (muhib), der feste Wille (sadiq irade) und das Verlangen aller Schüler (murid), das ernste Streben und die Bekehrung all derer, die sich Gott hingegeben haben, sie alle diese verschiedenen Gruppen tragen jede für sich die Kraft der Übereinstimmung und allgemeiner Überlieferung (tevatur) und zeigen wiederum die Notwendigkeit der Existenz des einen Angebeteten von Ewigkeit, die Vollkommenheit Seiner Herrschaft und Seiner Gegenwart. Er ist es, der von allen gekannt (Ma'ruf), von allen erwähnt (Medhkur) wird, dem alle danken (Meshkur), den alle loben (Mahmud), der Einzige (Vahid), der von allen geliebt (Mahbub), von allen begehrt (Merghub) wird und der das Ziel (des Lebens und Strebens) aller ist (Maqsud). Auch all die hochgeschätzte Gottesanbetung der vollendeten Menschen (insanu l-kamil) und was ihre geschätzte Anbetung hervorgebracht hat an Segen (feyis), an Gebeten (munadja'at), Erlebnissen (mushahedat) und Schauungen (keshfiyat) zeigt wiederum die Notwendigkeit der Existenz des Einen, der keinen Verfall, des Einzig-Angebeteten (Ma'bud), dessen (Reich) keinen Untergang kennt, Seine Allgegenwart und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft.

So siehe denn, wie dieses große Fenster, das in dreifacher Hinsicht strahlend hell erleuchtet ist, sich Seiner Allgegenwart (Vahdaniyet) öffnet.

Zehntes Fenster:

وَ اَنْزَلَ مِنَ السَّمَآءِ مَآءً فَاَخْرَجَ بِهِ مِنَ الثَّمَرَاتِ رِزْقًا لَكُمْ وَسَخَّرَلَكُمُ الْفُلْكَ لِتَجْرِىَ فِى الْبَحْرِ بِاَمْرِهِ وَسَخَّرَلكُمُ اْلاَنْهَارَ ٭ وَسَخَّرَلَكُمُ الشَّمْسَ وَالْقَمَرَ دَآئِبَيْنِ وَسَخَّرَلَكُمُ الَّيْلَ وَالنَّهَارَ ٭ وَاٰتٰيكُمْ مِنْ كُلِّ مَاسَاَلْتُمُوهُ وَاِنْ تَعُدُّوا نِعْمَتَ اللَّهِ لاَ تُحْصُوهَا

{"Er hat Wasser vom Himmel herab gesandt und damit Früchte euch zum Unterhalt hervorgebracht. Er hat Schiffe in euren Dienst gestellt, das Meer zu befahren auf Seinen Befehl und die Flüsse euch zu dienen, und die Sonne, euch zu dienen, und auch den Mond, beide auf ihrer Bahn, und die Nacht euch zu dienen und den Tag. Und Er hat euch von allem gegeben, worum ihr Ihn gebeten habt. Wolltet ihr die Gnadengaben Gottes aufzählen, ihr könntet sie nicht zählen." (Sure 14, 32-34)}

— 1190 —

Alles, was da ist im Kosmos, unterstützt sich gegenseitig, steht in einer Art von Dialog miteinander. Das Subsidiaritätsverhältnis aller Geschöpfe untereinander zeigt uns, wie sie alle von der Sorge des Einen und Einzigen gehalten sind, der alle Dinge lenkt und leitet (Murabbi), verwaltet und regiert (Mudebbir), der über alles verfügt und befiehlt (Mutasarrif), des Herrn (Seyyid) in dessen Dienste sie alle gestellt sind. Denn angefangen von der Sonne, die auf Befehl ihres Herrn allen Lebewesen auf Erden zubereitet, wessen sie bedürfen, über dem Mond, der uns zu unserem Kalender dient, bis hin zu Licht, Luft, Wasser und Nahrung, eilen sie alle den Lebewesen zu Hilfe.

Und weiter eilen die Pflanzen den Tieren zu Hilfe. Die Tiere eilen den Menschen zu Hilfe. Ja sogar die einzelnen Organe des Körpers unterstützen sich gegenseitig. Bis schließlich am Ende selbst die Vitalstoffe den Zellen des Körpers zu Hilfe kommen.

So zeigt nach dem Grundsatz der Subsidiarität alles Geschaffene, selbst die tote, starre Materie, in der gegenseitigen Hilfeleistung, dass alles unter dem Gesetz der Freigiebigkeit, dem Grundsatz der Liebe (Shefqat), dem Prinzip der Barmherzigkeit (Rahmet) in großer Weisheit und Freigiebigkeit einander zu Hilfe kommt, einander auf den gegenseitigen Hilferuf antwortet, einander Halt und Stütze bietet und beweist dadurch offensichtlich, dass (alle Schöpfung) Diener und Beamter und zugleich auch ein Kunstwerk des Einen, Einzigen und Alleinigen (Vahid-i Ahad), Einzigartigen und Unvergleichlichen (Ferd-i Samed), Allmächtigen (Qadir-i Mutlak), Allwissenden (Alim-i Mutlak), Allbarmherzigen (Rahim-i Mutlak), des Vollkommen-Freigiebigen (Kerim-i Mutlak) und Einen, der da notwendigerweise sein muss (Vadjibu l-Vudjud), ist.

— 1191 —

Nun also denn, oh du armseliger, verlorener Sophistiker! Was hast du nun zu diesem gewaltigen Fenster zu sagen? Meinst du etwa, dass dein "Zufall" all dies zu bewirken vermöchte?...

Elftes Fenster:

اَلاَ بِذِكْرِ اللَّهِ تَطْمَئِنُّ الْقُلُوبُ

{"...und es gibt nur im Gedenken Gottes (dhikru'llah) die Geborgenheit der Herzen." (Sure 13, 28)}

Die Befreiung aller Geister und Herzen von den Leiden und Wirren, die aus Irrtümern entstehen, von den seelischen Schmerzen, die aus der Verwirrung entstehen, ist nur in der Erkenntnis des Einen und Einzigen Schöpfers (Haliq) möglich. Sie finden ihre Ruhe, wenn sie die ganze Schöpfung einem einzigen Meister zuschreiben, Geborgenheit im Gedenken an Gott, den Einen und Einzigen. Denn führt man die zahllosen Geschöpfe nicht auf einen einzigen Herrn zurück (wofür wir im "Zweiundzwanzigsten Wort" sichere Beweise erbracht haben), so müsste man jedes einzelne Ding auf zahllose Ursachen zurückführen. In diesem Falle würde jedoch das Ins-Dasein-treten eines einzigen Dinges so schwierig wie das der gesamten Schöpfung. Denn wer sie auf Gott zurückführt, der führt die zahllosen Dinge auf einen einzigen Herrn (Dhat) zurück.

Führt er sie nicht auf Ihn zurück, dann muss er jedes einzelne Ding auf zahllose Ursachen zurückführen. Dann erreicht aber (die Entstehung) einer einzigen Frucht den Schwierigkeitsgrad (der Entstehung) des ganzen Kosmos, ja würde sogar noch schwieriger als das. Denn bekanntlich entstehen einem einzelnen Soldaten, wollte man ihn unter das Kommando von hundert verschiedenen Leuten stellen, hundert Schwierigkeiten. Unterstellt man dagegen hundert Soldaten unter das Kommando eines einzigen Offiziers, so ist dies ebenso leicht wie die Führung eines einzigen Soldaten. Genauso entsteht aus der Vereinigung ganz verschiedener Ursachen zur Entstehung

— 1192 —

eines einzigen Dinges eine hundertfache Schwierigkeit. Die Erschaffung sehr vieler Dinge, führt man sie auf einen einzigen Herrn (Dhat) zurück, wird dagegen hundertmal leicht. So ist denn also das, was von zahllosen Leiden befreit, die aus dem im menschlichen Wesen begründeten Verlangen und Streben nach Wahrheit entstehen, ist allein die Einheit des Schöpfers (Tauhid-i Haliq) und die Erkenntnis Gottes (ma'rifet-i Ilahiye). Da es aber nun im Unglauben (kufr) und in der Abgötterei (shirk) zahllose Schwierigkeiten und Leiden gibt, ist dieser Weg sicherlich absurd und enthält keine Wahrheit (haqiqat). Da es aber nun in der Einheit Gottes (Tauhid) eine unendliche Einfachheit und Leichtigkeit gibt, so wie dies der Leichtigkeit in der Erschaffung aller Dinge, ihrer Vielfalt und all ihrer Kunstwerke entspricht, so ist dieser Weg mit Sicherheit notwendig und wahr.

Wohlan denn, oh du unglückseliger Mensch des Irrwegs! Sieh doch einmal wie finster und leidvoll der Irrweg ist! Willst du denn auf dem Wege gehen, der so mühevoll ist? Siehe doch, wie der Weg des Glaubens und der Einheit dagegen leicht und mühelos ist...ihn schlage ein und befreie dich!...

Zwölftes Fenster:

سَبِّحِ اسْمَ رَبِّكَ اْلاَعْلٰى ٭ اَلَّذِى خَلَقَ فَسَوّٰى ٭ وَالَّذِى قَدَّرَفَهَدٰى

{"Lobpreise den Namen deines hohen Herrn, der geschaffen und gestaltet hat, der Maß und Weg bestimmt hat!" (Sure 86, 1-3)}

Entsprechend dem Geheimnis dieser Ayat wurde allen Dingen Harmonie, Ordnung und eine Form in einer Weisheit gegeben, als wären alle Dinge, besonders aber die Kunstwerke in der belebten Natur einer weisheitsgemäßen Form entstiegen. Und in dieser Form und Harmonie finden sich entsprechend ihren Zielen und Zwecken Umgrenzungen, die in ihrem Verlauf verkrümmt und verwinkelt sind. Es findet sich überdies bei der Veränderung, welche die äußeren Kleider (: Aussehen) und Maße der Dinge im Verlauf ihres Lebens erfahren, in der schrittweisen

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Entfaltung des Lebens, wie es wiederum seiner Weisheit und Zweckmäßigkeit entspricht, ein geistig-harmonisches Bild, ein innerer Maßstab, was offensichtlich zeigt, dass diese zahllosen Kunstwerke, deren Aussehen und Form im Rahmen der Bestimmung des Einen Majestätischen Allmächtigen (Qadir-i Dhu l-Djelal), des Einen Vollkommenen Allweisen (Hakiem-i Dhu l-Kemal) angefertigt werden und deren Körper am Werktisch der Macht verfertigt wurden, die Notwendigkeit der Existenz des Herrn (Dhat) zeigen und für Seine Gegenwart und die Vollendung Seiner Macht mit zahllosen Zungen Zeugnis ablegen. Betrachte deinen eigenen Körper und seine Organe und den fruchtbaren Gewinn u nd Nutzen, den du aus ihm aus jenen Stellen (Auge, Ohr, Herz, Magen usw. - A.d.Ü.) ziehst, die (in ihrer äußerlichen Linienführung) verkrümmt und verwinkelt sind! Betrachte die Vollkommenheit der Macht (Qudret), derer sich die Vollkommene Weisheit (Hikmet) bedient!

Dreizehntes Fenster:

وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Und siehe, nichts ist da unter allen Dingen, das nicht mit Dank Ihn lobpreist!" (Sure 17, 44)}

Entsprechend dem Geheimnis dieser Ayah ruft uns jede Zunge in der ihr eigenen Weise den Schöpfer (Haliq) in Erinnerung und ruft uns zugleich zu Seiner Heiligung (taqdis) auf. Es weist uns in der Tat der Lobpreis (tesbihat), den die ganze Natur unausgesprochen (d.h. durch ihr bloßes Dasein) oder in der (ihr eigenen) Sprache der Natur (d.h. in den Geräuschen der unbelebten und in den Lauten der belebten Natur - A.d.Ü.) darbringt, auf die Existenz des Einen Einzigen Herrn, des Heiligen (Dhat-i Muqaddes) hin. Man kann dieses Zeugnis der Natur (fitrat) nicht zurückweisen. Was diese Beweislage betrifft, so lässt diese, besonders wenn sie von so vielen Seiten herbeigeführt wird, keinen Zweifel zu. Siehe, wie diese

— 1194 —

vollendeten Formen allen Daseins, welche zahllose natürliche Zeugnisse beinhalten und mit zahllosen verschiedenen Arten unausgesprochen auf (ihren Schöpfer) hinweisen und sich wie in konzentrischen Kreisen nach einem einzigen Zentrum ausrichten, jede für sich einer Zunge gleich sind! Und in ihrer harmonisch abgestimmten Gestaltung ist jede einzelne (dieser Formen als Ganzes betrachtet) eine Zunge, die (ihren Schöpfer) bezeugt. Auch das Leben (jedes Geschöpfes) in seiner Ganzheit und Vollendung ist wie eine Zunge (und jedes einzelne Geschöpf) ein Lobpreis (tesbih), wofür wir im "Vierundzwanzigsten Wort" sichere Beweise angeführt haben, wie auch dafür, dass alle diese Zungen (die Natur, die Geschöpfe, in ihrer Ganzheit, in ihren Organen, in der Vollendung ihres Lebens - A.d.Ü.) in aller Klarheit ihren Lobpreis (tesbihat), ihr Leben (tahiyyat) und ihr Zeugnis (shehadet) für den Einen Einzigen heiligen Herrn (muqaddes) darbringen. Dies alles aber weist klar wie das Sonnenlicht auf den Einen Herrn, der da notwendiger Weise sein muss, und auf Seine Göttliche Vollkommenheit (Kemal-i Uluhiyet) hin.

Vierzehntes Fenster:

قُلْ مَنْ بِيَدِهِ مَلَكُوتُ كُلِّ شَىْءٍ ٭ وَاِنْ مِنْ شىْءٍ اِلاَّ عِنْدَنَا خَزَآئِنُهُ ٭ مَا مِنْ دَآبَّةٍ اِلاَّ هُوَ آخِذٌ بِنَاصِيَتِهَا ٭ اِنَّ رَبِّى عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ حَفِيظٌ

{"Sage: In wessen Hand ruht die Herrschaft (malakut) über alle Dinge?" (Sure 23, 88) "Und siehe, es gibt kein Ding, wovon wir nicht einen Vorrat hätten." (Sure 15, 21) "Es gibt kein Tier, dass Er nicht bei seinem Schopfe hielte." (Sure 11, 56) "Und siehe, mein Herr gibt auf alle Dinge Acht" (Hafiz, Sure 11, 57)}

Entsprechend dem Geheimnis dieser Ayat bedarf alles in jedem Fall und in jedem Zustande des Einen Einzigen Schöpfers in Seiner Majestät (Haliq-i Dhu l-Djelal). Wenn wir die Dinge im All betrachten, so sehen wir in der Tat, dass in einer nicht mehr zu unterbietenden (mutlak) Schwäche eine nicht mehr zu überbietende (mutlak) Stärke sichtbar wird. Und in einer nicht mehr zu unterbietenden (mutlak) Ohnmacht erkennen wir eine nicht mehr zu überbietende (mutlak) Macht.

— 1195 —
Zum Beispiel:

Wenn die Pflanzen (im Frühjahr) in ihren Samenkörnern und aus dem Knoten ihres Lebens in ihren Wurzeln (vom Winterschlaf) erwachen und ihren Zauber offenbaren, so wird in ihnen sowohl ein überwältigender (mutlak) Reichtum in einer überwältigenden (mutlak) Armut und Dürre sichtbar (gleich der Armseligkeit der Erde und der Bäume im Winter und der Pracht, dem Vermögen, dem Reichtum im Frühling), als auch eine Spur vollendeten (mutlak) Lebens in der völligen (mutlak) Erstarrung (gleich der Verwandlung toter Materie in belebte Natur), als auch das Erscheinen eines umfassenden Bewusstseins in der völligen (mutlak) Unwissenheit (gleich wie alle Dinge von den Atomen bis hin zu den Sternen in ihren Bewegungen gemäß der Ordnung der Welt, zum Besten (messalih) des Lebens und aller Weisheit entsprechend agieren und sich einem (höheren!) Bewusstsein entsprechend verhalten). So öffnen sich denn mit dieser Stärke in der Schwäche, dieser Macht in der Ohnmacht, diesem Reichtum und Vermögen in aller Armseligkeit, diesem Leben und Bewusstsein in aller Unwissenheit und Erstarrung offensichtlich und zwangsläufig von allen Seiten Fenster zu der Notwendigkeit der Existenz und Gegenwart des einen Herrn (Dhat), des Allmächtigen (Qadir-i Mutlak ve Qaviyy-i Mutlak), Allvermögenden (Ghaniyy-i Mutlak), Allwissenden (Alim-i Mutlak), des Lebendig-Beständigen (Hayy-i Qayyum). So zeigt uns denn (der Kosmos) in seiner Gesamtheit in großem Maßstab eine leuchtende Straße.

Wohlan denn, oh du, der du in deiner Gottvergessenheit in den Sumpf der Natur(philosophie) gefallen bist! Wenn du deine (Natur)philosophie nicht aufgeben und die Allmacht Gottes nicht anerkennen willst, so musst du annehmen, dass jedem Ding, ja sogar jedem Atom eine grenzenlose Macht, Stärke und eine unendliche Weisheit, eine Fähigkeit, ja sogar das Vermögen innewohnt, die meisten Dinge zu sehen, zu wissen, zu lenken und zu leiten.

— 1196 —

Fünfzehntes Fenster:

اَلَّذِى اَحْسَنَ كُلَّ شىْءٍ خَلَقَهُ

{"Er hat alles gut gemacht, was Er erschaffen hat." (Sure 32, 6)}

Siehe wie (Gott) dem Geheimnis dieser Ayah entsprechend alle Dinge ihren gottgegebenen Anlagen und Fähigkeiten in vollendeter Ordnung und Ausgewogenheit zugeschnitten und sie in bester, kunstvoller Manier zusammengefügt hat, auf dem einfachsten Wege, in schönster Form, auf die leichteste Art, zugleich auch leicht und einfach im Gebrauch. So betrachte zum Beispiel das Kleid der Vögel und das Spiel ihrer Flügel und wie sie sie zu jeder Zeit leicht bewegen und gebrauchen können! (Gott) hat ihnen auf zweckmäßige Weise ein Dasein gegeben, ohne jede Verschwendung und sie mit einer Gestalt bekleidet, was alles für die Notwendigkeit der Existenz des Einen Allweisen (Hakiem) Meisters (Sani') mit so vielen Zungen Zeugnis ablegt, wie es Formen des Daseins gibt, und auf den Einen Allwissenden (Alim) Allmächtigen (Qadir) hinweist.

Sechzehntes Fenster:

Überall auf dem Erdenrund weisen Ordnung und Regelmaß in der Erschaffung, Lenkung und Leitung der Schöpfung, wie sie sich im Wechsel der Jahreszeiten immer wieder erneuert, ganz offensichtlich auf eine allumfassende Weisheit (hikmet) hin. Da es eine Eigenschaft ohne ihren Träger nicht geben kann, weist sicherlich diese allumfassende Weisheit zwangsläufig auch auf den Allweisen (Hakiem) hin. Und weiter weist die wundervolle Schönheit, hinter der sich (Gottes) Weisheit wie hinter einem Schleier verbirgt, ganz offensichtlich auf eine vollendete Güte (inayet) hin. Und diese vollendete Güte weist zwangsläufig auf den Einen Allgütigen-Freigiebigen Schöpfer (Haliq-i Keriem) hin. Ein alles und jeden umfassender Willkommensgruß in Freundschaft und mit Geschenken, hinter dem sich (Gottes) Güte wie hinter einem Schleier verbirgt, weist ganz offensichtlich auf eine allumfassende Barmherzigkeit (rahmet) hin.

— 1197 —

Und diese alles umfassende Barmherzigkeit verweist zwangsläufig auf den Einen Barmherzigen-Erbarmer (Rahman-i Rahim). Der Unterhalt und die Versorgung aller Lebewesen, in einer vollkommenen Weise, wie sie ihnen entspricht und wie sie dieser Versorgung bedürfen, hinter der sich die göttliche Barmherzigkeit wie hinter einem Schleier verbirgt, aber weist offensichtlich auf eine Art göttliche Versorgung hin, die sie zugleich auch schult und ausbildet, und auf Gottes liebevolle (shefqat) Herrschaft. Ihre Ausbildung aber und die göttliche Planung

{idare, die jedem Tier und jeder Pflanze ihren richtigen Platz anweist. (A.d.Ü.)}

verweist zwangsläufig auf den Freigiebigen Versorger (Rezzaq-i Kerim).

Alle Geschöpfe auf dem ganzen Erdenrund, die in vollendeter Weisheit (hikmet) ausgebildet, in vollendeter Güte (inayet) mit dem Schönsten und Besten ausgestattet, in vollendeter Barmherzigkeit (rahmet) beschenkt und freudig empfangen und in vollendeter Liebe (shefqat) versorgt werden, legen in der Tat, insgesamt und jedes einzelne von ihnen, Zeugnis für die Notwendigkeit des Einen Allweisen, Freigiebigen, Barmherzigen, Allnährenden Meisters ab, verweisen auf Seine Gegenwart. So betrachte denn einmal die allumfassende Weisheit (hikmet), die sich überall auf dem Antlitz der Erde zeigt und in allen Geschöpfen sichtbar ist und offensichtlich mit einem zielbewussten Entscheidungswillen einhergeht, die vollkommene Güte (inayet), welche auch die Weisheit mit einschließt und alle Kunstwerke der Schöpfung umspannt, das allumgreifende Erbarmen (rahmet), das Güte und Weisheit mit einschließt und alle Geschöpfe auf Erden umfasst und die ganze Ernährung und Versorgung, welche auch Barmherzigkeit, Weisheit und Güte mit einschließt und die, während sie alle Lebewesen umfasst und doch zugleich überaus freigiebig ist! So wie sich bekanntlich das (weiße) Licht aus sieben Farben zusammensetzt und dieses Licht, welches das Erdenrund erhellt,

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ohne Zweifel auf die Sonne hinweist, genauso weist auch die Güte in Weisheit, die Barmherzigkeit in Güte und die Versorgung und Ernährung in Barmherzigkeit, in einer, in großem Maßstab und in hohem Grade glänzenden Weise auf die Gegenwart des Einen Allweisen, Freigiebigen, Barmherzigen Allernährer hin, der da notwendigerweise sein muss, und auf die Vollkommenheit Seiner Herrschaft.

Wohlan denn, oh du Gottesleugner, der du in deiner Verblendung Gott vergessen hast! Wie könntest du das erklären, was wir als eine solche Weisheit, Freigiebigkeit, Barmherzigkeit, Versorgung durch (Gottes) Anleitung und als so einzigartig, so beispiellos und wunderbar vor unseren Augen sehen? etwa mit dem Zufall, der so blind ist wie du und dem es an jeder Voraussicht, Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit mangelt? oder mit der Macht des Schicksals, die so blind ist wie dein Herz? oder mit den Kräften der Natur, die so taub und hohl sind wie dein Kopf? oder mit Ursachen, die so geistlos unwissend, tot und hilflos sind wie du? Oder willst du den so unendlich über alles Allmächtigen, Allwissenden, Allhörenden, Allsehenden Herrn in Seiner Majestät (Dhat-i Dhu l-Djelal), der so unendlich rein, heilig, hoch und erhaben ist, als "Natur" bezeichnen, die doch so unendlich schwach, unwissend, taub, blind, armselig und den Umständen unterworfen ist, und damit einen so unendlich großen Fehler begehen? Und mit welcher Kraft könntest du überdies eine solche Wahrheit auslöschen, die wie die Sonne erstrahlt? Unter welchem Schleier einer Gottvergessenheit könntest du sie verstecken?

Siebzehntes Fenster:

اِنَّ فِى السَّمٰوَاتِ وَاْلاَرْضِ َلاٰيَاتٍ لِلْمُؤْمِنِينَ

{"Siehe, in den Himmeln und auf Erden sind Zeichen (Ayat) für die Gläubigen." (Sure 45, 3)}

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Wenn wir im Sommer das Antlitz der Erde betrachten, so sehen wir, dass bei der Erschaffung der Dinge, in ihrer grenzenlosen Vielzahl und unbegrenzten Produktivität, die doch Ursache für Ungenauigkeiten sind und Verwirrung hervorrufen müsste, eine so überaus große Logik, Konsequenz und Ordnung sichtbar wird. Dementsprechend betrachte z.B. einmal das Pflanzenkleid, mit dem das Antlitz der Erde geschmückt ist.

Des Weiteren sehen wir auch, wie die bei der Erschaffung der Dinge trotz Höchstgeschwindigkeit, die doch Unausgewogenheit und Verwirrung zur Folge haben müsste, dennoch eine vollendete Harmonie sichtbar wird. Dementsprechend betrachte z.B. einmal alle die Früchte, mit denen das Antlitz der Erde verziert ist.

Des Weiteren sehen wir auch, wie es trotz überwältigender Vielzahl, die doch eine Wertminderung, ja selbst den vollständigen Verlust der Schönheit zur Folge haben müsste, dennoch vollendet schöne Kunstwerke gibt. Dementsprechend betrachte z.B. einmal alle die Blumen, welche das Antlitz der Erde vergolden.

Des Weiteren sehen wir auch, wie in aller Erschaffung, trotz der ungeheuren Leichtigkeit, mit der sie geschieht, und die doch zur Folge haben müsste, dass sie uns als einfach, als primitiv und ohne jeden künstlerischen Wert erschiene, dennoch eine so unendlich große Kunstfertigkeit, Meisterschaft und Sorgfalt sichtbar wird. Dementsprechend schaue z.B. einmal aufmerksam alle die Samenkörner und Kerne an, welche einer Werkzeugkiste für alle Pflanzen auf Erden, Bäume und Sträucher gleichen, einem Dossier, das ihr Programm, die Geschichte ihres Lebens enthält.

Des Weiteren sehen wir auch eine völlige Übereinstimmung miteinander, wo doch Abstand und unendliche Entfernung eigentlich Verschiedenheiten und Divergenzen bewirken müssten. Dementsprechend betrachte z.B. einmal alle die Körner, die an allen vier Enden der Erde ausgesät sind.

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Des Weiteren sehen wir auch, wie trotz einer völligen Vermischung, die doch zur Folge haben müsste, dass jedes aufeinander abfärbt und sich alles aufeinander überträgt, dennoch eine vollkommene Auslese und Absonderung sichtbar wird. Dementsprechend betrachte z.B. einmal, wie alle die Körner, die in bunter Mischung unter die Erde fallen und hinsichtlich ihrer materiellen Zusammensetzung doch einander gleichen, zur Erntezeit wieder vollständig voneinander getrennt werden, wie die verschiedenen Nährstoffe, die von den Bäumen aufgenommen werden, sich ganz und gar unterschiedlich auf Blätter, Blüten und Früchte verteilen, wie die verschiedenen Speisen, die in den Magen eingehen, den verschiedenen Zellen und Organen entsprechend voll und ganz ausgesondert und voneinander getrennt werden und erkenne darin die Vollkommenheit göttlicher Allmacht (Qudret) in der Vollkommenheit Seiner göttlichen Weisheit (Hikmet)!

Des Weiteren sehen wir, wie alles, obwohl es in überwältigender Fülle und dabei auch noch unendlich preisgünstig vorhanden ist und man daraus schließen sollte, dass es ohne Wert noch Bedeutung sei, dennoch auf dem ganzen Erdenrund vom handwerklichen wie vom künstlerischen Standpunkt aus in unendlichem Grade wertvoll und von außerordentlich kostbarer Qualität ist. Dementsprechend betrachte z.B. einmal unter all den zahllosen staunenswerten Kunstwerken besonders die verschiedenen Arten von Beeren, welche das Konfekt auf dem Tisch des Erdenrundes göttlicher Erbarmung darstellt! Siehe die Vollkommenheit der Erbarmung, die sich in vollendeter Kunstfertigkeit offenbart!

So legt denn alles auf dem Erdenrund durch seinen grenzenlos niedrigen Preis trotz seiner außerordentlichen Kostbarkeit, in seiner völligen Vermengung und Vermischung bei einem zugleich unendlich niedrigen Preis trotz unendlich hoher Differenzierung und Erlesenheit, in seiner völligen Entsprechung und Ähnlichkeit bei unendlich hoher Differenzierung und Erlesenheit trotz unendlicher Entfernung, in seiner überaus sorgfältigen Gestaltung bei einer vollendeten Leichtigkeit und Einfachheit trotz völliger Entsprechung und Ähnlichkeit, in seiner Harmonie

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und Ausgewogenheit in höchstem Grade unter konzentrierter und sparsamster Verwendung aller Mittel und Möglichkeiten bei Höchstgeschwindigkeit und Schnelligkeit trotz überaus sorgfältiger Gestaltung, durch alle die schönen Künste bei aller Vielzahl und Überfluss trotz aller Sparsamkeit der Mittel, durch seine vollkommene Ordnung bei einer unendlichen Freigiebigkeit trotz aller künstlerischen Schönheit... so wie der Tag für das Licht und das Licht für die Sonne Zeugnis für die Notwendigkeit der Existenz des Einen Allmächtigen in Seiner Majestät (Qadir-i Dhu l-Djelal), des Allweisen in Seiner Vollkommenheit (Hakim-i Dhu l-Kemal), des Allbarmherzigen in Seiner Vollendung (Rahim-i Dhu l-Djemal) und für die Vollkommenheit Seiner Macht, die Vollendung Seiner Herrschaft (rububiyet), Seine Allgegenwart (vahdaniyet) und Seine Einheit (ahadiyet) ab. Es zeigt das Geheimnis von:

لَهُ اْلاَسْمَآءُ الْحُسْنٰى

{"Alle schönen Namen sind Sein." (Sure 20, 8).}

Nun also, du armseliger Unwissender, Gottvergessener, Verbohrter Agnostiker (muattil)! Womit willst du nun diese gewaltige Wahrheit deuten? Womit willst du nun diese so unendlich wunderbaren, so über alles großartigen Gegebenheiten (keyfiyet) erklären? Und worauf willst du (die Erklärung) solcher höchst erstaunlichen Kunstwerke stützen? Und was für ein Schleier der Gottvergessenheit sollte das wohl sein, mit dem du dieses große und weltweite (17.) Fenster bedecken und verhüllen willst? Wo bleiben nun deine Zufälle? wo deine "Kollegin Natur", der du alles zuschreibst, auf die du so stolz bist und die doch gar nichts beurteilen und entscheiden kann? wo die Stützpfeiler deines Irrtums? wo bleibt ihr nun, du und diese deine Weggefährtin (die Natur)? Ist es nicht hundertmal unmöglich, dass in diesen Dingen ein Zufall seine Hand mit im Spiel haben könnte? Und wäre es nicht tausendmal unvorstellbar, dass von all diesen wunderbaren Dingen auch nur ein Tausendstel der Natur zugeschrieben werden könnte?

— 1202 —

Oder hat etwa diese armselige, blinde Natur in jedem Ding eine unsichtbare Maschine? so viele Maschinen und Druckereien wie es Dinge (in der Natur) gibt, um diese Dinge herzustellen (ihnen Form, Aussehen und Gestalt zu verleihen)?...

Achtzehntes Fenster:

اَوَلَمْ يَنْظُرُوا فِى مَلَكُوتِ السَّمٰوَاتِ وَاْلاَرْضِ

{"Haben sie denn etwa nicht über das Reich (Malakut) der Himmel und der Erden ihre Betrachtungen angestellt?" (Sure 7, 185)}

Betrachte das Gleichnis, das im "Zweiundzwanzigsten Wort" erklärt worden ist: Es weist ja bekanntlich ein vollkommenes, wohlgestaltetes Kunstwerk, wie ein Schloss offensichtlich auf eine vollendet gestaltete Arbeit hin. Das heißt also, dass in einem Gebäude die Baukunst sichtbar wird. Eine vollendet gestaltete Arbeit aber weist wiederum zwangsläufig auf einen genialen Architekten, einen hochtalentierten Konstrukteur, einen vollkommenen Baumeister hin. Und diese Bezeichnung "genialer Architekt, Konstrukteur oder Baumeister" verweist ganz offensichtlich auf eine vollendete Fähigkeit, nämlich die Beherrschung einer Kunst hin. Und diese vollendete Fähigkeit, diese vollendete Kunstbeherrschung weist wiederum ganz offensichtlich auf einen Vorzug, das Dasein einer Qualität hin. Vollkommene Vorzüge aber sind der Beweis für das Dasein eines erhabenen Geistes (ruh) und die Existenz einer hohen Persönlichkeit.

In gleicher Weise zeigen uns auch die sich ständig erneuernden Kunstwerke, von denen die Erde, ja sogar das Weltall erfüllt ist, ganz offensichtlich eine Arbeit, die in höchstem Grade vollendet ist. Und diese Arbeit, die im Bereich einer im höchstem Grade vollendeten Form und Weisheit gestaltet wurde, verweist ganz offensichtlich auf den Träger von vollendeten Eigenschaften und zuhöchst ausgezeichneten Titeln (isim). Denn wie bekannt steht mit Sicherheit fest, dass wohlgestaltete Arbeiten und Werke voll Weisheit ohne ihren Werkmeister nicht sein können.

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Und solche zuhöchst ausgezeichnete Titel verweisen auf die in höchstem Grade vollendeten Vorzüge und Qualitäten dieses Werkmeisters. Denn nach den Regeln der (arab.) Grammatik wird das Subjekt (ism-i fail) vom Verbum abgeleitet. So sind auch Qualitäten Quelle und Ursprung der Namen und Bezeichnungen. Und diese zuhöchst ausgezeichneten Qualitäten verweisen zweifelsfrei auf den Urgrund des Wesens (shu'unat-i dhatiye) im äußersten Grade seiner Vollendung. Und dieser zutiefst innerliche Grundzug, dieser Urgrund, diese Vollendung seines Wesens, wie sie sich kaum darstellen lässt, verweist mit wahrhaftiger Gewissheit auf dieses Wesen selbst in der Unendlichkeit Seiner Vollkommenheit.

Da also nun alle Kunstwerke der Welt und alle ihre Geschöpfe, und zwar jedes einzelne von ihnen, ein vollkommenes Werk ist und jedes einzelne von ihnen gleichsam wie ein Prädikat für sein Nomen, das Nomen für sein Subjekt, das Subjekt für die Eigenschaft, die es verkörpert, die Eigenschaft für den Urgrund allen Seins und dieser Urgrund für das Sein selbst Zeugnis ablegt, so legen sie auch entsprechend ihrer Anzahl Zeugnis ab für die Notwendigkeit der Existenz des Meisters und weisen auf Seine Einheit (Ahadiyet) hin, so wie sie auch in ihrer Gesamtheit eine Sprossenleiter (mi'radj) zur Erkenntnis (der Einheit = Tauhid) sind, stark wie die Kette aller Geschöpfe (silsile-i mahlukat), (die in ihrer Zusammengehörigkeit gleichfalls einander zu einer stets größeren Einheit ergänzen. - A.d.Ü.). Sie bilden das aneinander gereihte Zeugnis für die Wahrheit (müteselsil bir bürhan-i haqiqat), das in gar keiner Weise irgendeinen Zweifel mehr offen lässt.

Nun also denn du gottvergessener Leugner! Wie willst du jetzt noch diese Kette der Zeugen zerbrechen, die so stark ist wie das All (silsile-i kainat)! Womit willst du nun dieses (18.) Fenster (groß und hoch wie ein ganzes Gebäude aus Glas - A.d.Ü.) verhüllen, das sich so vielen Strahlen der Wahrheit öffnet, wie es Kunstwerke gibt und aus unendlich vielen einzelnen vergitterten Fenstern

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(so viel wie Strahlen einer gewahrten Wahrheit) besteht? Mit welchem Schleier willst du es überdecken, um so Gott zu vergessen?

Neunzehntes Fenster:

تُسَبِّحُ لَهُ السَّمٰوَاتُ السَّبْعُ وَاْلاَرْضُ وَمَنْ فِيهِنَّ وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Die sieben Himmel und die Erde, und was sie umfassen, lobpreisen Ihn und nichts gibt es, was Ihn nicht in Dankbarkeit lobpreist." (17, 44)}

Entsprechend dem Geheimnis dieser Ayah hat der Meister in Seiner Herrlichkeit (Sani-i Dhu l-Djelal) die Himmelskörper dergestalt mit soviel Sinn und Weisheit versehen, dass die Himmel, geschmückt mit Sonnen, Monden und Sternen wie mit seinen Worten Seine Größe und Herrlichkeit (Djelal ve Djemal) zum Ausdruck bringen und auch alle Erscheinungen in der Himmelsatmosphäre dergestalt mit soviel Sinn, Weisheit und Zweckmäßigkeit versehen, dass Er die Himmelsatmosphäre mit Donner und Blitz, mit Wetterleuchten und Regentropfen gleich ihren Worten sprechen lässt. So erteilt Er in der Vollkommenheit Seiner Weisheit (Kemal-i Hikmet) und in der Herrlichkeit Seiner Erbarmung (Djemal-i Rahmet) Unterricht. Und so wie Er dem All die künstlerische Vollendung Seiner Werke dadurch zeigt, dass Er die Erde mit ihren Tieren und Pflanzen wie mit sinnreichen Worten sprechen lässt, so lässt Er auch die Bäume und alle die anderen Pflanzen, die jedes für sich eines ihrer Worte sind, mit Blättern, Blüten und Früchten wie mit ihren Worten sprechen, wodurch Er wiederum die Vollkommenheit Seiner Kunst (Kemal-i San'at) und die Herrlichkeit Seiner Erbarmung (Djemal-i Rahmet) verkündet. Er lässt auch die Blumen und die Früchte, von denen jede einzelne ein Wort ist, mit Blütenpollen und Samenkernen wie mit Worten sprechen, wodurch Er alle mit Bewusstsein begabten Wesen Seine Mikrokunstwerke und Seine Allherrschaft (Kemal-i Rububiyet) zu wissen lehrt. So wollen wir denn unter den zahllosen Worten der Lobpreisung nun wenigstens einem einzigen Grashalm, auch nur einer einzigen Blume unser Ohr leihen, hören, was sie für uns zum Ausdruck bringt, und erfahren, wie sie Zeugnis gibt.

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Es weist in der Tat jede Pflanze auf ihren Meister hin, verkündet Ihn ein jeder Baum mit so vielen Zungen, dass alle Menschen bewundernd vor ihm stehen bleiben, ihn aufmerksam betrachten und durch ihn dazu veranlasst werden "Gepriesen sei Gott! (Subhanallah!) Wie schön ist doch das Zeugnis, das er (von Gott) ablegt!" zu sagen.

Es ist in der Tat der Lobpreis (tesbih) den jede Pflanze mit einem Lächeln wortlos zum Ausdruck bringt, wenn sie ihre Blüten öffnet und ihre Halme sprießen lässt, so schön, klar und deutlich wie sie selbst. Denn durch das Gesetz (nizam), mit dem aus dem schönen Munde jeder Blume, in der prachtvollen Sprache eines jeden Halms, mit allen ihren Worten, die abgewogen wie die Körner und ausgewogen wie Samenkerne sind, zeigt sie uns jene Weisheit (hikmet), die ohne Zweifel in dem Maß (mizan) liegt, das auf die Erkenntnis (ilm) verweist. Was aber dieses Maß betrifft, so findet es sich inmitten jener kunstvollen Ornamente, welche auf eine künstlerische Fähigkeit verweisen. Diese kunstvollen Ornamente aber finden sich in jenen Verzierungen, welche Ausdruck der Gastfreundschaft und Freigiebigkeit (lutuf ve kerem) sind. Diese Verzierungen aber finden sich in jenen Düften, die auf ihre feine Art von Erbarmen und Güte (rahmet ve ihsan) künden. Und diese geistigen Qualitäten, deren jede sich wieder in einer anderen, nächstfolgenden findet, ist Zeugnis in einer solchen Sprache, dass sie sowohl den Meister in Seiner Herrlichkeit (Sani-i Dhu l-Djemal) durch Seine Namen zur Darstellung bringt, als Ihn auch mit Seinen Attributen beschreibt, Ihn auch in der Erscheinung Seiner Namen erklärt und dabei auch zum Ausdruck bringt, wie Er geliebt und erkannt werden möchte.

Wenn du also nun von einer einzigen Blume ein solches Zeugnis hörst und wenn du nun etwa alle Blumen in den Gärten des Herrn hören könntest, die es auf dem ganzen Erdenrund gibt, und wenn du nun hörtest, mit welch hoher Kraft sie die notwendige Existenz des Meisters in Seiner Herrlichkeit (Sani-i Dhu l-Djelal) und Seine Gegenwart (vahdet) verkünden, wie kannst du dann noch bei deinem Zweifel,

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deinem Verdacht verharren und Gottes nicht eingedenk sein? Verharrst du aber dennoch darin, wie sollte man dich dennoch einen Menschen nennen und einen, der mit Bewusstsein begabt ist?

Nun aber komm und betrachte einmal aufmerksam einen Baum! Siehe, wie sich im Frühling seine Blätter gleichsam auf einen Wink entfalten, seine Blüten harmonisch öffnen, seine Früchte in Weisheit und Erbarmen heranwachsen und in den Händen der Zweige Kindern gleich mit dem Wehen des Windes spielen und erkenne darin verborgen seinen Mund! Betrachte, wie seine Blätter unter der Hand des Freigiebigen ergrünen und wie er mit ihnen wie mit Zungen spricht, wie er im Blütenschmuck der Güte Gottes lächelt und durch ihn zu uns redet und wie das Lachen seiner Früchte als eine Erscheinung Seiner Barmherzigkeit nach Maßgabe Seiner Gerechtigkeit (adilli mizan) die Weisheit des Gesetzes (hikmetli nizam) zum Ausdruck bringt!

Diese mit so viel Sorgfalt verfertigten Schmuckstücke und Kunstwerke, die in ihrer Ausgewogenheit (mizan) auf ihr (göttliches Lebens)recht verweisen, diese vielen verschiedenen geschmackvollen Kostproben, die in ihrer meisterhaften Ausgestaltung und Verzierung auf die Barmherzigkeit (rahmet) und Güte (ihsan) Gottes hinweisen, alle diese Samenkerne und Körner zeigen als ein Wunder der Macht Gottes mit ihren ganz verschiedenen Wohlgerüchen, ihrem Wohlgeschmack in klarer und deutlicher Weise die Notwendigkeit der Existenz eines allweisen (Hakiem), freigiebigen (Kerim), allbarmherzigen (Rahiem), allgütigen (Muhsin), allschenkenden (Mun'im), alles vollendenden (Mudjemmil), alles erfüllenden (Mufaddil) Meisters (Sani'), Seine Allgegenwart (Vahdet), die Vollendung Seiner Barmherzigkeit (Djemal-i Rahmet) und die Vollkommenheit Seiner Herrschaft (Kemal-i Rububiyet). Wenn du also nun plötzlich hören könntest, was alle die Bäume auf Erden in der ihnen eigenen Sprache sagen, dann würdest du bemerken und könntest verstehen, welch wunderschöne Juwelen es in der Schatzkammer

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der Ayah

يُسَبِّحُ ِللَّهِ مَا فِى السَّمٰوَاتِ وَمَافِى اْلاَرْضِ

{"Es lobpreist Gott, was in den Himmeln und auf Erden ist." (Sure 62, 1)}

gibt.

Nun also, oh du unglückseliger Gottvergessener, der du dir in deiner Undankbarkeit vorstellst, dass du dir selbst überlassen wärest! Wolltest du den allein Freigiebigen in Seiner Herrlichkeit (Kerim-i Dhu l-Djemal), der sich dir in so unendlich vielen Zungen kundgeben und von dir erkannt werden will und von dir geliebt werden möchte, nicht zur Kenntnis nehmen, du müsstest all diese Stimmen zum Schweigen bringen. Da man sie aber nun einmal nicht zum Verstummen bringen kann, muss man sie anhören. Verstopfst du dir in deiner Gottvergessenheit die Ohren, kannst du dich dennoch nicht retten, denn obwohl du dir die Ohren verstopft hast, schweigt das All dennoch nicht, die Geschöpfe schweigen nicht, die Stimmen der Zeugen göttlicher Allgegenwart (Vahdaniyet) verstummen nicht. Sie werden dich mit Sicherheit verurteilen...

Zwanzigstes Fenster:

Die Wahrheit dieses Zwanzigsten Fensters kam einmal in der nachstehenden arabischen Form in mein Herz:

تَلَئْلاُءُ الضِّيَاءِ مِنْ تَنْوِيرِكَ تَشْهِيرِكَ ٭ تَمَوُّجُ اْلاِعْصَارِ مِنْ تَصْرِيفِكَ تَوْظِيفِكَ سُبْحَانَكَ مَا اَعْظَمَ سُلْطَانَكَ ٭ تَفَجُّرُ اْلاَنْهَارِ مِنْ تَدْخِيرِكَ تَسْخِيرِكَ تَزَيُّنُ اْلاَحْجَارِ مِنْ تَدْبِيرِكَ تَصْوِيرِكَ ٭ سُبْحَانَكَ مَا اَبْدَعَ حِكْمَتَكَ تَبَسُّمُ اْلاَزْهَارِ مِنْ تَزْيِينِكَ تَحْسِينِكَ ٭ تَبَرُّجُ اْلاَثْمَارِ مِنْ اِنْعَامِكَ اِكْرَامِكَ سُبْحَانَكَ مَا اَحْسَنَ صَنْعَتَكَ ٭ تَسَجُّعُ اْلاَطْيَارِ مِنْ اِنْطَاقِكَ اِرْفَاقِكَ تَهَزُّجُ اْلاَمْطَارِ مِنْ اِنْزَالِكَ اِفْضَالِكَ ٭ سُبْحَانَكَ مَا اَوْسَعَ رَحْمَتَكَ ٭ تَحَرُّكُ اْلاَقْمَارِ مِنْ تَقْدِيرِكَ تَدْبِيرِكَ تَدْوِيرِكَ تَنْوِيرِكَ ٭ سُبْحَانَكَ مَا اَنْوَرَ بُرْهَانَكَ مَا اَبْهَرَ سُلْطَانَكَ

{(Es erscheint das Licht aus deinem Lichtglanz und verkündet dich. Es wehen die Winde auf Dein Geheiß und dienen Dir. Gepriesen seist Du ob der Größe Deines Königtums! Es entspringen die Ströme aus Deinem Speicher zu Deinem Dienst. Es erhalten die Steine ihren Schmuck in Deinem Walten und Gestalten. Gepriesen seist Du in der Schönheit Deiner Weisheit! Es lächeln die Blumen als eine Zierde und Schönheit durch Dich. Es schmücken sich die Früchte mit Deiner Güte und Freigiebigkeit. Gepriesen seist Du ob der Schönheit Deiner Kunst! Es zwitschern die Vögel gesprächig durch Dich und gesellig in Dir. Es rauscht der Regen, den Du herabgesandt in Deiner Güte. Gepriesen seist Du ob Deines weltweiten Erbarmens! Es kreisen die Monde, wie Du es ihnen bestimmt und sie geheißen hast. So drehen sie sich und leuchten uns. Gepriesen seist Du ob der Klarheit Deiner Beweise und Deines beeindruckenden Königstums)

فَسُبْحَانَ الَّذِى بِيَدِهِ مَلَكُوتُ كُلِّ شىْءٍ ٭ وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ عِنْدَنَا خَزَآئِنُهُ
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وَمَا نُنَزِّلُهُ اِلاَّ بِقَدَرٍ مَعْلُومٍ ٭ وَاَرْسَلْنَا الرِّيَاحَ لَوَاقِحَ فَاَنْزَلْنَا مِنَ السَّمَآءِ مَآءً فَاَسْقَيْنَاكُمُوهُ وَمَآ اَنْتُمْ لَهُ بِخَازِنِينَ

{"Gepriesen seist Du! Erleuchtend sind Deine Zeugnisse und offensJichtlich ist Dein Königtum. Gepriesen sei der, in dessen Händen die Herrschaft (malakut) über alle Dinge ruht." (Sure 36, 83) "Und es gibt kein Ding, wovon Wir nicht einen Vorrat hätten. Davon senden Wir nur nach festgesetztem Maß. Und wir schicken die trächtigen Wolken und senden das Wasser vom Himmel herab als einen Segen, geben euch davon zu trinken. Nicht ihr seid dazu im Stande, es zu speichern." (Sure 15, 21-22)}

So wie man in all den kleinen Dingen, in allem, was Sinn und Zweck hat und überhaupt in jedem Einzelexemplar die vollkommene Weisheit (Kemal-i Hikmet) und ihre künstlerische Schönheit (Djemal) erkennt, so nehmen auch die Elemente ihrer Gesamtheit, obwohl man sie für rein zufällig und völlig ungeordnet halten könnte, ja selbst diese riesigen (Himmels)körper, die uns so ungeschlacht und ungestaltet erscheinen, eine Form an, die kunstvoll und in Weisheit gestaltet wurde.

So zeigt uns denn die Sonne die Weisheit, mit der sie in Dienst gestellt wurde und ihre Strahlen lassen mit der Erlaubnis ihres Herrn überall auf der Erde die göttlichen Kunstwerke sichtbar werden und geben von ihnen Kunde. Das heißt aber, dass sie durch den einen allweisen (Hakiem) Meister eingesetzt ist. Dieser zeigt Seine wertvollen Kunstwerke auf dem Marktstand Seiner Ausstellung, welche die Welt ist.

Betrachte jetzt die Winde, wie sie neben ihrem Zeugnis, das sie durch Auftrag (vasifa) und Nutzen (faida) in Weisheit und Freigiebigkeit erbringen, noch zu vielen anderen

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überaus wichtigen und zahlreichen Aufgaben eilen. Das heißt, dass ihr Wehen ein Dienst, ein Auftrag ist, wodurch der allweise Meister über sie verfügt. Dieses Brausen aber bedeutet, dass sie sich eilends darum bemühen, rasch den Befehl ihres Herrn durchzuführen.

Betrachte jetzt die Quellen, Bäche, Flüsse, Ströme... Es ist kein Zufall, dass sie aus den Bergen und Felsen hervorsprudeln. Denn durch ihr Zeugnis als Frucht und Nutzen als Werk der Barmherzigkeit und mit ihr verbunden und als ein Ausdruck eines Speichers nach Maßgabe (mizan) der Not und als ein Beweis für das Maß an Weisheit (mizan-i hikmet) nach dem sie ausgesandt sind, zeigen sie, dass sie von dem einen Allweisen Herrn (Rabb-i Hakiem) aufbewahrt und wieder in Dienst gestellt werden. Indem sie aber nun so hervorsprudeln, sind sie zugleich auch ein Beispiel für die Begeisterung, zu der ihnen Sein Befehl geworden ist.

Betrachte jetzt die Steine und Edelsteine, die Erze und alle die verschiedenen Arten von Mineralien in der Erde! Die Schönheit der einen und die praktischen Verwendungsmöglichkeiten der anderen sind das Werk des einen Allweisen Meisters (Sani-i Hakiem), der ihnen ihre Schönheit verleiht, sie formt und gestaltet und der sie hütet. Darin zeigt sich uns der mit ihnen in Weisheit verbundene Nutzen und die Art, wie sie im Dienste des Lebens, für die Erfordernisse der Menschen und die Bedürfnisse der Tiere bereit gehalten sind.

Betrachte jetzt die Blumen und Früchte! Ihr Lächeln, ihr Geschmack, ihre Schönheit und Harmonie und ihr Duft sind ihnen gegeben, um auf dem Tisch des einen Freigiebigen Meisters (Sani-i Kerim) und Allbarmherzigen Gastgebers (Mun'im-i Rahim) Seine Visiten-, Einladungs- und Speisekarte zu sein. Jeder Art wurde Farbe, Geruch und Geschmack in Verschiedenheit gegeben, um so in jeweils unterschiedlicher Weise einer Vorstellung und Aufforderung zu dienen.

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Betrachte jetzt die Vögel! Sie singen und zwitschern auf Geheiß des einen Allweisen Meisters, der sie Sprache und Gesang gelehrt hat, wofür ein sicherer Beweis ist, wie sie einander auf eine Art, die unsere Bewunderung erregt, mit ihren Stimmen ihre Seelenlage mitteilen und sich so all ihr Tun und Leben verdeutlichen.

Betrachte jetzt die Wolken! Das Rauschen des Regens ist kein Geräusch ohne jeden Sinn und ein Gewitter mit Blitz und Donner kein leeres Getöse. Dafür finden wir einen sicheren Beweis darin, wie derartige bemerkenswerte Phänomene hoch droben im leeren Luftraum zu Stande gebracht werden, wie dem Gewölk das Wasser des Lebens entmolken wird, wie die Not und Bedürftigkeit aller Lebewesen auf dem ganzen Erdenrund gestillt wird. Das alles zeigt, dass dieses Rauschen und Tosen voll tiefem Sinn ist und mit einer großen Weisheit erfüllt. Es ruft auf den Befehl seines freigiebigen Herrn (Rabb-i Kerim) allen Bedürftigen zu: "Wir kommen mit einer frohen Botschaft für euch!..." Dies ist der Sinn, den sie so zum Ausdruck bringen.

Betrachte jetzt den Himmel! Wende dabei unter all den zahllosen Himmelskörpern allein dem Mond deine Aufmerksamkeit zu! Seine Bewegung ist so bedeutungsvoll und so viel Weisheit liegt in ihr, mit ihm verbunden und an die Erde geknüpft, und dies alles geschieht auf Befehl des Allmächtigen-Weisen (Qadir-i Hakiem), was wir jedoch an anderer Stelle schon einmal erklärt haben und weshalb wir uns hier kurz fassen können.

Siehe, so öffnet sich uns denn hier, vom Licht bis hin zum Mond mit all den oben aufgezählten Dingen das (20.) Fenster in außerordentlich breiter Weise und großem Rahmen. Das alles weist auf die Notwendigkeit der Existenz des Einen Allgegenwärtigen (Vahdet), Seine Allmacht (Kemal-i Qudret) und die Größe Seines Reiches (Azamet-i Saltanat) hin und verkündet Ihn.

Wohlan denn, oh du Gottvergessener! Wenn du all diese vielen Stimmen gleich einem gewaltigen Donnergrollen zum Verstummen zu bringen vermagst, wenn du dieses Licht, dass so hell strahlt wie der Sonnenschein, auszulöschen vermagst, dann magst du auch Gottes

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vergessen! Anderenfalls besinne dich und sage:

سُبْحَانَ مَنْ تُسَبِّحُ لَهُ السَّمٰوَاتُ السَّبْعُ وَاْلاَرْضُ وَمَنْ فِيهِنَّ

{"Die sieben Himmel und die Erde, und was sie umfassen, lobpreisen Ihn und nichts gibt es, was Ihn nicht in Dankbarkeit lobpreist." (Sure 17, 44)}

Einundzwanzigstes Fenster:

وَالشَّمْسُ تَجْرِى لِمُسْتَقَرٍّ لَهَا ذٰلِكَ تَقْدِيرُ الْعَزِيزِ الْعَلِيمِ

{"Und die Sonne läuft ihre Bahn. So hat es der Allmächtige (Aziz), der Allwissende (Alim) bestimmt." (Sure 36, 38)}

Unsere Sonne, diese Leuchte im All, ist ein Fenster, durch das wir die Existenz und Einheit (Vahdaniyet) des Meisters über das All erkennen können, so hell und klar wie die Sonne selbst. Es besteht ja das, was wir unser Sonnensystem nennen, zusammen mit unserer Erde aus zwölf Planeten. Obwohl der Unterschied zwischen ihren Massen hinsichtlich ihrer Größe oder Kleinheit, ihrer Abstände, hinsichtlich ihrer Entfernung oder Nähe (zu uns), ihrer Geschwindigkeit höchst unterschiedlich ist, zeigen sie doch eine vollkommene Ordnung und Weisheit, eine vollendete Ausgewogenheit (mizan). Sie vollführen ihre Bewegungen auf ihren Bahnen, ohne auch nur eine einzige Sekunde darin abzuweichen. Sie sind durch ein göttliches Gesetz, welches wir das Gesetz der Anziehung nennen, an die Sonne gebunden, d.h. sie folgen ihr als ihrem Imam (Vorbeter und Vorbild im Glauben). So weisen sie im großen und weiten Rahmen auf die gewaltige göttliche Macht und die Allgegenwart des Herrn hin. Vergleiche also nun, in welchem Grade hier die Allmacht Gottes (Qudret) und Seine Weisheit sichtbar wird, welche die unbelebten Himmelskörper, diese riesigen, dennoch ohnmächtigen Massen mit einer so grenzenlosen Ordnung und weisheitsvollen Ausgewogenheit in verschiedenen Formen, in verschiedenen Entfernungen und in verschiedenen Bahnen kreisen lässt und sie sich so dienstbar macht. Wenn sich in dieses große und schwere

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Werk auch nur ein ganz kleines Fünkchen von einem Zufall einschliche, gäbe das eine solche Explosion, dass es das All zersprengen müsste. Denn stünde die Welt zufällig auch nur für eine Minute still, wäre dies die Ursache dafür, dass die Erde aus ihrer Bahn geschleudert würde und sich der Weg zu einem Zusammenstoß mit fremden (Welten) öffnete. Stell dir also nun einmal vor, wie fürchterlich der Zusammenstoß zweier riesiger Himmelskörper, die tausendmal größer als die Erde sind, sein könnte.

Wir wollen nun das Sonnensystem, d.h. die Merkwürdigkeiten der zwölf Planeten, die zu der Gemeinschaft der Sonne gehören und die Früchte (an ihrem Baume) sind, dem allumfassenden göttlichen Wissen (ilm) überlassen und allein die Erde betrachten, welche der Planet ist, den wir direkt in Augenschein nehmen können. Wir sehen dann, wie unser Planet auf Befehl des Herrn zu wichtigem Dienst (was wir bereits im "Dritten Brief" erklärt haben) auf großer Fahrt in langer Reise um die Sonne geführt wird, um uns die gewaltige majestätische Größe ihres Herrn, die Pracht des göttlichen Königreiches und die Vollendung Seiner Barmherzigkeit und Weisheit zu zeigen. Als ein "Herrenschiff" ist sie voll von einzigartigen göttlichen Kunstwerken und wurde nach Art eines Ausflugsortes wie ein fahrender Aufenthaltsort für mit Bewusstsein begabte Diener Gottes gestaltet. Auch der Mond, der uns wie ein Uhrzeiger dazu dient, die Zeit anzuzeigen und zu berechnen, ist genauen Berechnungen entsprechend mit ihr in großer Weisheit verbunden und auch der Mond wird auf eigener Fahrt und besonderer Reise durch seine Stationen geführt.

So beweisen denn diese gesegneten Verhältnisse (hal) auf und um unseren gesegneten Planeten, mit einem Zeugnis (shehadet) so mächtig wie die Erde selbst, die Notwendigkeit der Existenz des einen Allmächtigen (Qadir-i Mutlak) und Seine Allgegenwart (Vahdet). Da es sich aber nun einmal mit unserer Erde so verhält, magst du nun auch die übrigen Planeten unseres Sonnensystems

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sinngemäß mit ihr vergleichen. Überdies dreht sich die Sonne auf den Befehl des einen Majestätischen Allmächtigen (Qadir-i Dhu l-Djelal) wie ein Schaufel- oder Wasserrad um ihre Achse. Unsichtbare Seile, die man Anziehungskraft nennt, verbinden sie in einer festen Ordnung mit den Planeten. Sie wird mit all ihren Planeten einem Punkt, den man die "Sonne der Sonnen" nennt, entgegengeführt. Das alles geschieht mit Sicherheit in der Macht und auf den Befehl des Majestätischen Herrn, welcher der König von Ewigkeit zu Ewigkeit ist. Es ist als ob Er, um die Pracht Seiner Herrschaft zu zeigen, mit dem ganzen Heer unseres Sonnensystems, dessen Planeten einsatzbereiten Soldaten gleichen, ein Manöver durchführen lässt.

Oh du gelehrter Herr, der du mit der Astronomie vertraut bist! Welch ein Zufall könnte sich in dieses Werk einschleichen? die Hand welcher Ursache sich nach ihm ausstrecken? welche Kraft an ihm wirksam werden? Auf jetzt, und sprich nun! Könnte sich ein solcher König in Seiner Majestät denn schwach zeigen und einen anderen in Seinem Eigentum beteiligen? Könnte Er insbesondere die Lebewesen, welche doch die Frucht der Schöpfung, ihr Ziel und ihr Zweck sind und in denen (die ganze Schöpfung) zusammengefasst ist, in fremde Hände übergeben? einem anderen erlauben, sich in Seine Angelegenheiten einzumischen? Könnte Er insbesondere die Menschen, welche doch die Frucht mit der stärksten Konzentration (der Schöpfung) sind, in denen das Ziel (der Schöpfung) am vollkommensten zum Ausdruck kommt, die Kalifen über die Erde und die Gäste, in denen sich das Bild des Sultans am deutlichsten widerspiegelt sich selbst überlassen? indem Er sie (zum Spielball) der Natur und des Zufalls werden ließe und dadurch die Majestät Seines Königreiches zunichte machte? die Vollendung Seiner Weisheit (Kemal-i Hikmet) zu Fall brächte?

Zweiundzwanzigstes Fenster:

٭ اَلَمْ نَجْعَلِ اْلاَرْضَ مِهَادًا ٭ والْجِبَالَ اَوْتَادًا ٭ وَخَلَقْنَاكُمْ اَزْوَاجًا
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فَانْظُرْ اِلٰٓى اٰثَارِ رَحْمَتِ اللَّهِ كَيْفَ يُحْيِى اْلاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَا

{"Haben wir die Erde nicht zu einem Lager gemacht? und die Berge zu Pflöcken? und euch als Paare geschaffen?" (Sure 78, 6-8) "Betrachte die Werke der Barmherzigkeit Gottes, wie Er die Erde nach dem Tode (im Winter) wieder belebt!" (Sure 30, 50)}

Die Erdkugel ist ein Kopf, der hunderttausend Münder hat. In jedem Mund sind hunderttausend Zungen. Und mit jeder von ihnen bezeugt sie durch hunderttausend Beweise vielfältig die Notwendigkeit der Existenz des Einen in Seiner Majestät, der da notwendigerweise sein muss, des Einen, Einzigen, Allmächtigen, Allwissenden, Seine Gegenwart und Seine Heiligkeit in Seinen Attributen und in Seinen Schönen Namen.

Betrachten wir die Erde im Urzustand ihrer Schöpfung, so sehen wir sie in der Tat, wie sie nach ihrer Erschaffung aus ihrem glutflüssigen Zustand heraus zu Stein erstarrte, wonach dann der Stein zu Erde verwitterte. Wäre sie in ihrem glutflüssigen Zustande verblieben, so wäre sie unbewohnbar. Wäre sie, nachdem nun die Flüssigkeit zu Stein erstarrt war, hart wie Eisen, so könnte man sie nicht bebauen. Das, was ihr ihren heutigen Zustand verlieh, war ganz offensichtlich die Weisheit des Meisters, der in Seiner Allweisheit (Hakiem) die Bedürfnisse der Erdenbewohner kennt. Sodann wurden die Erdschichten über die Pflöcke der Erde geworfen. Auch sollten die Beben, welche aus den Umwälzungen entstehen, die sich im Erdinneren vollziehen, im Atmen der Berge die Erde in ihrer Bewegung und in ihren Aufgaben nicht in Verwirrung bringen. Und weiter sollen sie den Boden vor einer Überflutung durch das Meer bewahren.

Und weiter sollen sie für die lebensnotwendigen Bedürfnisse alles Lebendigen gleich einer Vorratskammer sein. Und weiter kämmen sie die Luft und reinigen sie von schädlichen Gasen, sodass man wieder neu Atem schöpfen kann. Und weiter sollen sie die Wasser sammeln und bewahren. Auch sollen sie den Lebewesen Brunnen und Quelle für alle für sie notwendigen Mineralien sein.

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So bezeugen sie denn in dieser ihrer Beschaffenheit mit großer Macht und Kraft und Festigkeit die Notwendigkeit der Existenz und die Gegenwart des Einen, Allmächtigen und Allweisen in Seiner Barmherzigkeit.

Nun also, mein Herr Geograph! Womit willst du dies jetzt erklären? Welcher Zufall könnte dieses hochherrschaftliche Schiff, voll mit einzigartigen Kunstwerken, als eine so einzigartige Messe ausgestaltet haben und es in einem einzigen Jahr über eine Laufstrecke von vierundzwanzigtausend Jahren kreisen lassen, ohne dass dabei eines der auf ihm ausgestellten Dinge wegfliege?

Und weiter betrachte die einzigartigen Kunstwerke auf der Erdoberfläche, die Elemente, mit welcher Weisheit sie in Dienst gestellt sind! Wie gut sorgen sie doch auf Befehl des Allmächtigen in Seiner Weisheit für die Gäste des Barmherzigen! eilen zu ihren Diensten!

Betrachte nun des Weiteren diese in ihrer einzigartigen, wunderbaren Kunst mit einer wunderbaren Weisheit bunt ausgeschmückten Streifen auf dem Antlitz unserer Erde! Wie Er für Seine Bewohner die Ströme und die Bäche, die Meere und die Flüsse, die Berge und die Hügel, wie Er sie für alle Seine verschiedenen Geschöpfe, Seine Diener und Verehrer zu geeigneten Wohnstätten und zu Transportmitteln gemacht hat. Sodann erfüllt und belebt Er sie in vollkommener Weisheit und Ordnung mit hunderttausenden von Pflanzenarten und Tiergattungen. Er schenkt ihnen das Leben. Er entlässt sie von Zeit zu Zeit durch den Tod. So leert Er (Berge und Meere) in bester Ordnung und füllt sie wieder in bester Ordnung gleich der "Auferstehung nach dem Tode". So bezeugen sie mit hunderttausenden von Zungen die Notwendigkeit der Existenz des Allmächtigen in Seiner Majestät (Qadir-i Dhu l-Djelal), des Allweisen in Seiner Vollkommenheit (Hakiem-i Dhu l-Kemal) und bezeugen Seine Allgegenwart.

Zusammenfassung:

Die Welt, auf deren Boden wir eine Messe der wunderbaren Kunstwerke finden, ein Ort, wo sich alles so wunderbar Erschaffene trifft, eine Durchzugsstraße für die Karawane Seiner Geschöpfe,

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eine Moschee und die Residenz für die Scharen Seiner Diener und Anbeter, zeigt uns das Licht der Allgegenwart (Gottes), weit wie das Universum und ist zugleich auch das Herz des Alls.

Nun also denn, mein Herr Geograph! Wenn diese Erde, wie ein Kopf mit hunderttausend Mündern Gott mit hunderttausend Zungen mit einer jeden ausruft, du aber ihn nicht erkennst, vielmehr deinen eigenen Kopf in den Sumpf deiner naturalistischen Philosophie steckst, so musst du einmal darüber nachdenken, in welchem Grade du dich damit schuldig machst! Wisse, in welchem Grade du eine schreckliche Strafe verdient hast! Komm zur Besinnung und ziehe deinen Kopf heraus aus diesem Sumpf. Sage:

اٰمَنْتُ بِاللَّهِ الَّذِى بِيَدِهِ مَلَكُوتُ كُلِّ شىْءٍ

{"Ich glaube an Gott, in dessen Hand die Herrschaft (malakut) aller Dinge liegt."}

Dreiundzwanzigstes Fenster:

اَلَّذِى خَلَقَ الْمَوْتَ وَالْحَيٰوةَ

{"Er ist es, der den Tod und das Leben schuf." (Sure 67, 2)}

Das Leben ist unter den Wunderwerken der Macht des Herrn das leuchtendste und das schönste. Unter den Beweisen für Seine Gegenwart ist es der stärkste und der glänzendste. Unter den Spiegeln Seiner Einzigartigkeit (Samedaniye) ist es der, welcher alles am klarsten in sich sammelt. In der Tat gibt einzig das Leben von dem Lebendigen und Beständigen (Hayy ve Qayyum) mit all Seinen Namen und Attributen Kunde. Denn das Leben gleicht einem Lichtstrahl, einem Heiltrank, der aus sehr vielen Zutaten zusammengestellt und gemischt ist. So wie ein Lichtstrahl sieben Farben in sich vereinigt, so finden sich auch in diesem Heiltrank verschiedene Substanzen miteinander vermischt. So ist auch das Leben eine Tatsache, die sich aus sehr vielen verschiedenen

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Umständen zusammensetzt. Einige Umstände dieser Tatsache teilen sich uns durch die Sinnesorgane mit, werden durch sie erfahren und voneinander unterschieden. Der größte Teil von ihnen aber wird in Form von Empfindungen wahrgenommen und äußert sich wie ein Strahl aus dem sprudelnden Leben.

Des Weiteren fasst das Leben die Versorgung (rizq), das Erbarmen (rahmet), die Gnade (inayet) und die Weisheit (hikmet) in sich zusammen, die in der Lenkung und Leitung der Welt eine alles umfassende Gültigkeit haben. Es ist, als ob sie das Leben mitbringt, wo immer es in Erscheinung tritt. Wenn z.B. das Leben sich verkörpert, Gestalt annimmt, so tritt es unter dem Namen "der Weise (Hakiem)" in Erscheinung. Er baut ihm in Weisheit schön sein Nest und stattet es aus. In gleicher Weise tritt auch der Name "der Freigiebige (Kerim)" in Erscheinung, richtet diese Wohnung nach den Bedürfnissen ein, gestaltet sie und schmückt sie aus. In gleicher Weise sehen wir wiederum die Erscheinung des Namens "der Barmherzige (Rahim)". Er begnadet und ehrt das Leben mit all den verschiedensten Gastgeschenken, um ihm Dauer zu verleihen und es zu vollenden.

In gleicher Weise erscheint die Manifestation des Namens "der Versorger (Rezzaq)". Er bereitet uns die körperliche und geistige Nahrung, wie sie für den Fortbestand des Lebens und seine Entwicklung notwendig ist. Und er speichert sie manchmal auch in den Körpern der Lebewesen. Das heißt also, dass im Leben die verschiedenen Eigenschaften wie in einem Brennpunkt miteinander verschmelzen, ja sogar eins miteinander werden. Es ist also mit anderen Worten das Leben zugleich auch ganz Wissen und zu gleicher Zeit Macht, zugleich auch Weisheit und Erbarmen usw.... Und so ist denn das Leben in seiner Konzentration auf das Wesentliche ein Spiegel der Einzigartigkeit Gottes (Samediyet), worin sich diese Attribute des Herrn reflektieren (man nennt sie shu'unu Dhatiye). So ist es denn aus diesem Grunde, dass der Herr in der Notwendigkeit Seines Seins (Dhat-i Vadjibu l-Vudjud),

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Er, der das Leben ist (müsste richtiger heißen: besitzt - A.d.Ü.) in Zeit und Ewigkeit (Hayy-i Qayyum) das Leben in seiner ganzen Fülle und in allen seinen Formen erschaffen hat und auch für seine Erscheinung und Verbreitung sorgt. Er ruft alle Dinge zum Dienste des Lebens herbei und versammelt sie um es. Denn die Aufgabe des Lebens ist groß. Spiegel des Einzigartigen zu sein ist in der Tat keine leichte Sache, keine einfache Aufgabe.

So zeigen denn die Lebewesen, wie wir sie alle Zeit vor Augen sehen und wie sie ohne Zahl und Grenze immer wieder neu erscheinen und der Geist, ihr Ursprung und Wesen, das sie beseelt, wenn sie plötzlich aus dem Nichtsein ins Dasein treten, oder besser gesandt werden, die Notwendigkeit der Existenz des Einen Herrn, der da notwendigerweise sein muss, des Lebendigen, Beständigen, die Heiligkeit Seiner Attribute und die Schönheit Seiner Namen, so wie sich uns die Sonne in ihren Strahlen zeigt. Ein Mensch, der die Sonne nicht kennen und nicht anerkennen will, muss das Licht leugnen, das den Tag erfüllt. In gleicher Weise muss ein Mensch, der die Sonne der Einheit (Ahad), welche das Leben in Zeit und Ewigkeit ist (Hayy-u Qayyum), das Leben und den Tod schenkt (Muhyi ve Mumit), nicht erkennen will, die Existenz aller Lebewesen leugnen, welche das Antlitz der Erde erfüllen, ja sogar ihre Vergangenheit und Zukunft, muss so noch hundertfach tiefer als das Tier fallen. Er muss von der Stufe des Lebens herabstürzen und zu einem Unwissenden erstarren, der ganz und gar ohne jede Einsicht ist.

Vierundzwanzigstes Fenster:

لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ كُلُّ شَىْءٍ هَالِكٌ اِلاَّ وَجْهَهُ لَهُ الْحُكْمُ وَاِلَيْهِ تُرْجَعُونَ

{"Es gibt keinen Gott außer Ihm. Alle Dinge werden untergehen, doch Sein Antlitz nicht. Bei Ihm ist das Urteil und zu Ihm kehrt ihr (dereinst) zurück." (Sure 28, 88)}

Der Tod ist, so eindeutig wie das Leben, ein Beweis (burhan) der Herrschaft (Gottes). Er ist ein überaus starkes Zeugnis Seiner Einheit (Vahdaniyet).

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اَلَّذِى خَلَقَ الْمَوْتَ وَالْحَيٰوةَ

{"Er ist es, der den Tod und das Leben erschuf." (Sure 67, 2).}

Diesem Hinweis entsprechend ist der Tod nicht das Nichts, die Vernichtung, der Untergang, die absolute Leere, eine Demontage ohne Fachmann, sondern vielmehr eine Dienstentlassung, eine Versetzung an einen anderen Ort, ein Wechsel der Gestalt, der Feierabend nach der Arbeit, die Befreiung aus dem Gefängnis des Körpers durch einen Fachwissenschaftler und ein wohlgeordnetes Werk der Weisheit (hikmet), so wie dies bereits im "Ersten Brief" erläutert worden ist.

So wie in der Tat die Geschöpfe und alle Lebewesen und das ganze belebte Antlitz der Erde Zeugnis ablegt für die Notwendigkeit der Existenz und die Gegenwart (Vahdaniyet) des Allweisen Meisters (Sani-i Hakiem), genauso legen diese Lebewesen durch ihren Tod auch Zeugnis ab für die Ewigkeit und Einheit (Sermediyet ve Vahidiyet) des Einen Lebendigen und Beständigen (Hayy-i Baqi). Da wir im "Zweiundzwanzigsten Wort" bereits bewiesen und erläutert haben, dass der Tod ein überaus starkes Zeugnis der Einheit und ein Beweis für die Ewigkeit (Gottes) ist, überlassen wir dieses Thema jenem "Wort" und wollen hier nur noch eine wichtige Anmerkung dazu erklären. Es ist dies folgendermaßen:

So wie die Lebewesen durch ihre eigene Existenz auch auf die Existenz des Notwendig Seienden hinweisen, so bezeugen diese Lebewesen durch ihren Tod auch die Ewigkeit und Einheit (Sermediyet ve Vahidiyet) des Einen Lebendigen Beständigen (Hayy-i Baqi).

Zum Beispiel:

Das Antlitz der Erde weist in der Einheit und Einzigartigkeit allen Lebens, durch seine Wohlgeordnetheit und in der Beständigkeit des Wechsels auf seinen Meister hin. Zur Zeit des Todes jedoch, nämlich im Winter, wird der Blick des Menschen durch sein weißes Leichentuch abgelenkt, welches das Antlitz dieser verstorbenen Erde bedeckt. Oder aber der Blick folgt dem entschwundenen Frühling auf dessen Leichenzug

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hinterdrein in die Vergangenheit und es zeigt sich ihm eine (durch noch viele weitere vergangene Frühlingszeiten - A.d.Ü.) erweiterte Aussicht. Das heißt; jener Schmuck, der in all seinen Einzelheiten als ein Wunderwerk der Macht in jedem der vergangenen Frühlingszeiten die Erde erfüllt hat, lässt uns die neu hinzukommenden Pflanzen und Tiere, welche die Erde wieder mit einem Frühling, diesem Wunderwerk der Macht erfüllen werden, erahnen und überzeugt uns von ihrer künftigen Existenz, genauso bezeugt (dieser Schmuck der Erde im Frühling) auch in weitem Umfang, in einer derartig glänzenden Weise, in dermaßen starkem Grade die Notwendigkeit der Existenz und Einheit und Beständigkeit und Ewigkeit des Einen glorreichen Meisters, des Allmächtigen in Seiner Vollkommenheit, des Unwandelbaren, des Beständigen und zeigt so klare Beweise dafür, dass man sich angesichts einer so offensichtlichen Klarheit geradezu dazu veranlasst sieht, zu sagen:

آمَنْتُ بِاللَّهِ الْوَا حِدِاْلَاحَدِ

{Ich glaube an Gott, den Alleinigen, den Allgegenwärtigen."}

Zusammenfassung:
وَيُحْيِى اْلاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَا

{"Und Er belebt, nachdem sie abgestorben war, die Erde wieder neu." (Sure 30, 50)}

Gleich wie die lebendige Erde diesem Sinn (sirr) entsprechend in einem Frühling für ihren Meister Zeugnis ablegt, so lenkt sie auch in ihrem Dahinwelken den Blick auf die Wunderwerke Seiner Macht, so wie sie (schon im Herbst) in den beiden Flügeln der Zeit, dem bereits vergangenen und dem künftigen (Frühling) ausgestellt sind. So weist sie an Stelle einer Jahreszeit auf Tausende von Jahreszeiten (: bahar, den Frühling und den Herbst mit ihrem Werden und Vergehen - A.d.Ü.) hin. Anstelle eines einzigen Wunders setzt sie ein Zeichen für Tausende Seiner Wunderwerke.

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So sind wir denn vom Kommen einer jeden Jahreszeit mehr noch als von dieser gegenwärtigen Jahreszeit überzeugt. Denn die bereits in Richtung Vergangenheit entschwundenen sind mit ihren äußerlichen Ursachen dahingegangen. Nach ihnen sind wieder andere, ihnen gleich, an deren Stelle getreten. Das aber heißt, dass die äußerlichen Ursachen nichtig sind. Es zeigt, dass der Allmächtige sie in Seiner Majestät erschafft, sie in Seiner Weisheit mit ihren Ursachen verbindet und sie uns sendet. Die lebenden Bilder der Erde aber, aufgereiht in künftigen Zeiten, legen dafür ein noch glänzenderes Zeugnis ab. Denn sie werden immer wieder neu aus dem Nichts und dem Nichtsein geschaffen, (in der Gegenwart) empfangen und an ihren Platz gestellt, erfüllen ihre Aufgabe und werden danach wieder verabschiedet.

Oh du Gottvergessener, der du dem Naturalismus verhaftet bist und in ihm zu ersticken drohst! Wie könnte etwas, das keine Hand besitzt, die sie voll Kraft und Weisheit nach aller Vergangenheit und Zukunft auszustrecken vermöchte, in das Leben der Erde eingreifen? Wie könnten denn die Natur und der Zufall hier eingreifen, die doch ebenso Null und nichtig sind wie du selbst? Willst du dich retten, so sage: "Die Natur könnte, wenn sie denn etwas sein sollte, nicht mehr sein als ein Logbuch, (geschrieben) von der Göttlichen Allmacht. Was aber den Zufall betrifft, so ist er der Schleier der verborgenen Göttlichen Weisheit, der unsere Unwissenheit verhüllt." und finde zur Wahrheit!

Fünfundzwanzigstes Fenster:

Bekanntermaßen ist eine Prägung der Nachweis dessen, der sie ausgeführt hat. Ein Kunstwerk setzt notwendigerweise seinen Künstler voraus. Ein Kind wirft die Frage nach seinem Vater auf. Ein Untertan ist ohne Obrigkeit undenkbar usw... Alle diese Begriffsbildungen einer Verhältnismäßigkeit, in der das eine nicht ohne das andere sein kann und die man als Gegensatzpaare bezeichnet, sind Beispiele, die uns zeigen, dass in allem, woraus der ganze Kosmos besteht, wie auch in seiner Gesamtheit, der sichtbar möglichen

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(Schöpfung) eine Notwendigkeit (vudjub) zu Grunde liegt (die nach einem Ausdruck sucht - A.d.Ü.). Und jede sichtbare Reaktion weist auf eine Aktion hin. Und die Geschöpflichkeit als Ganzes weist auf ihre Schöpfung hin. Und die Vielheit des Ganzen und seine Zusammenstellung hat seine Einheit (vahdet) zur Bedingung. Und Notwendigkeit (vudjub), Aktion (fi'il), Schöpfung (haliqiyet) und Einheit (vahdet) verlangen offensichtlich und zwangsläufig nach einem Träger dieser Qualitäten, der nicht nur mögliche Folge, vielfältige Entfaltung und eine Zusammensetzung von Bestandteilen, sondern notwendige Voraussetzung, aktive Handlung und der Schöpfer selbst (Haliq) ist.

Wenn dies aber so ist, dann legen offensichtlich alle die vorhandenen Möglichkeiten, alle die möglichen Reaktionen, alle Geschöpflichkeit in all ihrer Vielfältigkeit und mannigfaltigen Zusammengesetztheit im ganzen Kosmos Zeugnis für die Existenz des einen Notwendig Seienden (Dhat-i Vadjibu l-Vudjud), der vollbringt, was Er beabsichtigt hat, des Schöpfers aller Dinge, des Einen Allgegenwärtigen (Vahid-i Ahad) ab.

Zusammenfassung:

So wie man von den gegebenen Möglichkeiten auf die Notwendigkeit schließen kann, die sie zur Voraussetzung haben, von der Reaktion auf die Aktion, durch die sie ausgelöst wurde, von der Vielheit auf die Einheit (Vahdet), aus der heraus sie sich entfaltet hat und so wie nun das Dasein des einen mit Sicherheit das Vorhandensein des anderen beweist, so beweisen auch solche Qualitäten (sifat) wie die Geschöpflichkeit (mahluqiyet) der Schöpfung und ihre Abhängigkeit von ihrem Unterhalt (merzuqiyet) mit Sicherheit das Vorhandensein der ihnen entsprechenden Qualitäten dessen, der ihr Meister und Versorger ist. Die Existenz dieser Qualitäten aber beweist notwendiger und zwangsläufiger Weise auch die Existenz eines Schöpfers (Hallaq), eines Allbarmherzigen Meisters (Sani-i Rahim) und Versorgers (Rezzaq). Das aber heißt, dass alles Sein in der Sprache solcher hunderten von Eigenschaften, die es trägt, hunderte von

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Schönen Namen seines Herrn, der da notwendigerweise sein muss, bezeugt. Wollte man jedoch diese Zeugnisse nicht annehmen, dann müsste man alle diese verschiedenen Eigenschaften der Geschöpfe leugnen...

Sechsundzwanzigstes Fenster:

Die Güte (husn) und Schönheit (djemal), die sich immer wieder neu in allen Dingen und im Antlitz aller Geschöpfe des Alls zeigt und kommt und geht, zeigt uns, dass sie nur eine Art Schatten dessen ist, dessen Schönheit (Djemal) ewig währt.

Ja, so wie in der Tat die Tröpfchen an der Oberfläche eines Stromes erglänzen und sobald sie vorübergegangen sind auch die ihnen nachfolgenden und gleichfalls vorüberziehenden genauso glänzen und damit darauf hinweisen, dass sie Spiegel der Strahlen einer immerwährenden Sonne sind, so setzen auch die Strahlen der Schönheit, wenn sie auf den Geschöpfen aufleuchten, die im dahinziehenden Strom der Zeit vorübersegeln, ein Zeichen einer immerwährenden Schönheit und sind gleichsam ihr Abglanz.

Und überdies weist die Liebe (ashk), die im Herzen des Universums brennt auf den Unsterblichen Geliebten (Mashuk) hin. Es ist in der Tat der Hinweis, dass etwas, das nicht im Wesen eines Baumes vorhanden ist, sich natürlicherweise auch nicht in seiner Frucht vorfinden kann, zugleich auch ein Fingerzeig, dass die wahrhaftige Flamme der Liebe des Menschengeschlechtes zu Gott, welche die fühlende Frucht am Weltenbaume ist, sich zugleich auch als wahre Liebe und Zuneigung (ashk ve muhabbet) überall in der Welt, wenn auch in verschiedener Form wiederfindet. In gleicher Weise verweist die wahrhaftige Liebe und Zuneigung im Herzen des Kosmos auf den Ewigen Geliebten (Mahbub). Zudem zeigt die Liebe, Fürsorge, Zuneigung, wie sie sich im innersten Universum in vielfältigen Formen äußert, wachen Herzen, dass sie die Anziehung

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durch die Kraft einer ewigen Wahrheit ist. Und weiter geben auch die Gottesfreunde und Visionäre (keshf) unter den Heiligen (Velayat) Gottes, welche die lichtvollste und sensibelste Gruppe unter Seinen Geschöpfen ist, gestützt auf ihre geistigen Wahrnehmungen und Beobachtungen (shuhud), übereinstimmend von ihrer Erfahrung (mazhar) von der Erscheinung jener vollendeten Schönheit Seiner Majestät (Djemil-i Dhu l-Djelal) und in ihrem Wissen aus innerer Wahrnehmung Kunde, wie dieser eine Majestätische in Seiner vollendeten Schönheit (Djelil-i Dhu l-Djemal) erkannt und geliebt werden will, was wiederum mit Sicherheit von dem Sein dessen, der da notwendigerweise sein muss, dem Vollkommenen in Seiner Majestät (Djemil-i Dhu l-Djelal) Zeugnis gibt und davon, dass Er von den Menschen erkannt werden will.

Und weiter zeigt uns jener Stift, der mit seiner Arbeit am Antlitz des Weltalls und an Seinen Geschöpfen alles ausschmückt und verschönt, ganz offensichtlich die Schönheit der Namen dessen, dem dieser Stift gehört. So öffnet denn die Schönheit im Antlitz des Alls, die Liebe (ashk) im Herzen des Kosmos, die Faszination, welche das Innerste des Universums ausübt, die Beobachtungen und Entdeckungen (keshf) der Augen (: Heiligen) der Welt, die Schönheit und der Schmuck im Gesamt des Kosmos ein überaus liebliches, erleuchtetes Fenster. Durch es zeigt das Universum den erwachten Herzen und für klardenkende Geister (akil) den einen Vollendeten in Seiner Majestät (Djemil-i Dhu l-Djelal), den einen unsterblichen Geliebten (Mahbub), den immerwährend Angebeteten (Ma'bud), dem alle schönen Namen zu Eigen sind.

Wohlan denn, du Gottvergessener, der du (mit deinen Armen) durch die Finsternis des Materialismus, durch das Dunkel deiner Einbildung, durch deine erstickenden Zweifel ruderst! Komm zu dir! Erhebe dich in menschenwürdiger Weise heraus! Betrachte durch diese vier Öffnungen (Liebe, Schönheit, Begeisterung und die Augen der Heiligen - A.d.Ü.) die Schönheit der Einheit (Vahdet) Gottes, gelange zum vollendeten Glauben (iman) und werde ein wahrer Mensch!

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Siebenundzwanzigstes Fenster:

اَللَّهُ خَالِقُ كُلِّ شَىْءٍ وَهُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ وَكِيلٌ

{"Gott ist der Schöpfer aller Dinge und Er ist es, der sich um alle Dinge kümmert." (Sure 39, 62)}

Wenn wir alle Dinge im Kosmos betrachten, die uns als Ursachen und deren Folgen erscheinen, so sehen wir, dass auch die schwerwiegendsten Ursachen nicht dazu in der Lage sind, auch nur die einfachste Folgeerscheinung zu Stande zu bringen. Das heißt also, dass die Ursachen gleichsam nur eine Art Vorhang sind. Der, welcher ihre Folgen bewirkt, ist jedoch ein anderer.

Zum Beispiel:

Wenn wir, als nur ein kleines Beispiel unter zahllosen Kunstwerken das Erinnerungsvermögen betrachten, das im Kopf eines Menschen nicht mehr Platz einnimmt als ein Senfkorn, so sehen wir, dass es wie ein Sammelband, ja sogar wie eine Bibliothek ist, in der, ohne irgendetwas zu verwechseln, die ganze Geschichte des Lebens eingeschrieben ist.

Was könnte man wohl als Ursache für dieses Wunderwerk der Macht (Qudret) anführen? etwa die einzelnen Lappen des Gehirns? oder vielleicht seine einfachen, kleinen Zellen, die kein Bewusstsein haben? oder etwa der Zufall (elektromagnetischer) Wirbelstürme? Es muss ja in der Tat dieses Wunderwerk ein Kunstwerk des Herrn sein, sodass vor dem Menschen zur Zeit der Abrechnung bei der Wiederversammlung das große Buch seiner Taten zu seiner Erinnerung ausgebreitet werden wird, um ihn wissen zu lassen, dass alle Taten, die er begeht, aufgeschrieben werden, (ein Buch) ausgestellt und aufgeschrieben als eine kleine Urkunde und als ein Kunstwerk des einen allweisen Meisters (Sani-i Hakiem), der es gleichsam dem Verstande in seine Hand gibt. So ziehe denn nun als ein Beispiel für das Erinnerungsvermögen des Menschen einen Vergleich mit den verschiedenen Eiern, Samenkernen und Körnern und vergleiche diese so konzentrierten winzig kleinen Wunderdinge

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auch mit dem Werk, das da am Ende entstanden ist! Denn wie immer das Werk oder der Kunstgegenstand sein mag, den du betrachtest, er ist ein solches Kunstwerk, dass diese ganz gewöhnlichen, einfachen Ursachen, selbst wollte man alle Ursachen zusammenbringen, dagegen nicht mehr als nur ihre Schwäche zeigen würden. Würdest du dir zum Beispiel die Sonne als eine riesengroße Ursache, mit Macht und Bewusstsein begabt, vorstellen und zu ihr sagen: "Vermagst du eine Mücke zu Stande zu bringen?", so würde sie sicherlich sagen: "Ich habe durch die Güte (ihsan) des Schöpfers in meinem Laden jede Menge Strahlen, Farben und Hitze. Doch im Leib einer Mücke gibt es Dinge wie Auge und Ohr und Leben, die sich nicht in meinem Laden finden und die auch gar nicht in meiner Macht stehen."

Des Weiteren entthronen die wunderbaren Kunstfertigkeiten und Verzierungen an denen, die durch Ursachen zu Stande gekommen sind, die Ursachen und demonstrieren den, der notwendigerweise da sein muss, welcher der Urheber der Ursachen (Musebbib-ul Esbab) ist, und übergeben Ihm die Dinge nach der tiefen Wahrheit

وَاِلَيْهِ يُرْجَعُ اْلاَمْرُ كُلُّهُ

{"Und zu ihm kehren alle Angelegenheiten zurück." (Sure 11, 123)}

Genauso zeigen die Ergebnisse, die Ziele und die Nutzen derer, die durch Ursachen zu Stande gekommen sind, offensichtlich, dass diese Tätigkeiten eines gastfreundlichen Herrn (Rabb-i Keriem), eines barmherzigen Allweisen (Hakiem-i Rahiem) hinter dem Schleier der Ursachen sind. Denn die Ursachen, die über kein Bewusstsein verfügen, denken nicht an ein Ziel, sodass sie danach arbeiteten. Wir sehen aber, jedes Geschöpf, das ins Dasein kommt, kommt ins Dasein, indem es nicht nur einem Ziel, ja vielmehr vielen Zielen, vielen Nutzen und vielen Weisheiten folgt. Das heißt, ein allweiser und gastfreundlicher Herr macht und sendet sie. Er macht diese Nutzen zum Ziel ihrer Existenz.

Zum Beispiel:

Der Regen kommt. Es ist klar, wie weit die Ursachen,

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die den Regen augenscheinlich zu Folge haben, davon entfernt sind, an die Tiere zu denken, sie zu bemitleiden und ihnen barmherzig entgegenzukommen. Das heißt, dass er mit der Weisheit des allbarmherzigen Schöpfers, der die Tiere erschaffen und ihre Versorgung versprochen hat, zu Hilfe geschickt wird.

Sogar wird der Regen als "Segen" (rahmet) genannt. Da er reichlich viele Spuren der Barmherzigkeit und Nutzbarkeiten in sich trägt, verkörpert sich der Segen in Form des Regens, nimmt die Gestalt der Tropfen und kommt Tropfenweise. Außerdem legen alle Verzierungen und Vorführungen bei allen geschmückten Pflanzen und Tieren, die allen Schöpfungen ans Gesicht anlächeln, offensichtlich Zeugnis für die Notwendigkeit der Existenz und der Einheit des majestätischen Herrn, der sich hinter dem unsichtbaren Schleier durch diese geschmückten und schönen Kunstwerken vorstellt und liebenswert macht und bekannt geben will. Das heißt: das verzierte Aussehen und die prunkvollen Qualitäten der Dinge demonstrieren mit Sicherheit die Wünsche sich vorzustellen und liebenswert zu machen. Was aber die Wünsche betrifft, sich liebenswert zu machen und bekannt zu geben, so bezeugen sie offensichtlich die Notwendigkeit der Existenz und der Einheit des allmächtigen Meisters (Sani-i Qadir), der der Freund (Vedud) und der Erkannte (Maruf) ist.

Zusammenfassung:

Da die Ursachen überaus einfach, schwach und die Ergebnisse aber, die den Ursachen zugeschrieben werden, überaus kunstvoll und wertvoll sind, entthronen sie die Ursachen. Überdies wirft das Ziel und der Nutzen des Ergebnisses der Ursachen die Ursachen, die unwissend und leblos sind, von dem Schauplatz weg und übergibt ihn in die Hand des einen Allweisen Meisters. Überdies weisen die Verzierungen und die Kunstfertigkeiten an dem Gesicht des Ergebnisses der Ursachen auf den einen allweisen Meister (Sani-i Hakiem), der Seine eigene Macht den Bewusstseintragenden Wesen bekannt geben will und wünscht, sich liebenswert zu machen.

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Oh du hilfloser, der du die Ursachen anbetest! Womit kannst du diese drei wichtigen Tatsachen erklären? Wie kannst du dich überzeugen? Hast du Verstand, so zerreiße den Schleier der Ursachen. Sage: «Vahdehu la sherike leh. (Er ist der Eine, der keinen Partner hat)» und befreie dich von grenzenlosen Einbildungen!

Achtundzwanzigstes Fenster:

وَمِنْ اٰيَاتِهِ خَلْقُ السَّمٰوَاتِ وَاْلاَرْضِ وَاخْتِلاَفُ اَلْسِنَتِكُمْ وَاَلْوَانِكُمْ اِنَّ فِى ذٰلِكَ َلاٰيَاتٍ لِلْعَالِمِينَ

{"Und zu Seinen Zeichen gehört die Erschaffung der Himmel und der Erden und die Verschiedenheit eurer Sprachen und Hautfarben. Wahrlich, darin liegen Zeichen für die Wissenden." (Sure 30, 22)}

Wir betrachten diese Schöpfung und sehen, dass es eine Weisheit und eine Wohlordnung gibt, die alles, angefangen von den Körperzellen bis zu der ganzen Welt, umfasst. Wir betrachten die Körperzellen und sehen, dass es in diesen winzig kleinen Zellen eine bedeutsame Lenkung und Leitung gibt, mit dem Befehl und dem Gesetz des Einen, der die Angelegenheiten des Körpers sieht und regelt. Wie ein Teil der Nahrung im Magen, als Fett gelagert und in der Not verbraucht wird, genauso erfolgt diese Verwaltung und diese Lagerung auch in diesen winzig kleinen Zellen. Wir betrachten die Pflanzen und sehen eine überaus weisheitsvolle Versorgung und Verwaltung. Wir betrachten die Tiere und finden (bei allen) eine überaus gastfreundliche Versorgung und Barmherzigkeit bei ihrer Aufzucht. Wir betrachten die gewaltig großen Grundpfeiler des Kosmos, beobachten ihre majestätischen (Bewegungen) in großen Kreisen und ihre Ausstrahlung zu wichtigen Zwecken. Wir betrachten das Universum als Ganzes und erkennen eine perfekte Anordnung um der hohen Weisheit und reicher Ziele willen, als wäre es ein wohlgeordnetes Land, eine Stadt oder ein Schloss. Wie bereits im ersten Kapitel des "Zweiunddreißigsten Wortes" erklärt und bewiesen wurde, bleibt, angefangen von einem einzigen Atom bis zu den Sternen,

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kein Fünkchen Platz für eine Teilhaberschaft (shirk). Sie stehen unsichtbar untereinander so sehr in Beziehung, dass derjenige, der nicht alle die Sterne in seinen Dienst stellen und in seiner Hand halten kann, seine Herrschaft auch nicht einem einzigen Atom aufzwingen kann. Um der wahre Herr über ein einziges Atom sein zu können, muss man Herr über alle Sterne sein können. Überdies kann derjenige, der - wie im zweiten Kapitel des "Zweiunddreißigsten Wortes" erklärt und bewiesen wurde - nicht in der Lage ist, die Himmel zu erschaffen auszutarieren, auch die Identität der Menschen nach ihren Gesichtern nicht zu Stande bringen. Also kann derjenige, der nicht Herr über alle Himmel ist, auch das Unterscheidungsmerkmal im Gesicht eines einzigen Menschen nicht gestalten, (wo doch alle Menschen) ihre unterscheidenden Merkmale in ihrem Gesicht tragen.

So ist denn dies ein Fenster, so groß wie der Kosmos selbst. Blickt man durch es hindurch, so erkennt man mit dem Auge des Geistes, dass die Ayat:

اَللَّهُ خَالِقُ كُلِّ شَىْءٍ وَهُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ وَكِيلٌ ٭ لَهُ مَقَالِيدُ السَّمٰوَاتِ وَاْلاَرْضِ

{"Gott ist der Schöpfer aller Dinge und Er ist der Sachwalter aller Dinge. Sein sind die Schlüssel der Himmel und der Erde." (Sure 39, 62-63)}

mit großen Buchstaben auf den Seiten des Kosmos geschrieben stehen. Daher hat derjenige, der dies nicht sieht, entweder keinen Verstand oder kein Herz. Oder er ist ein Tier in Menschengestalt!

Neunundzwanzigstes Fenster:

وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17, 44)}

Ich ging einmal im Frühling für mich alleine und tief in meinen Gedanken auf die Reise. Als ich am Fuße eines Hügels vorbeiging, bemerkte ich eine glänzend gelbe Blume. Sie rief mir diese Art von gelben Blumen, wie ich sie

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früher in meiner Heimat und in anderen Ländern gesehen hatte, in Erinnerung. In meinem Herzen stieg folgende Bedeutung auf: Wessen Siegel, wessen Prägung, wessen Stempel und wessen Ornament diese Blume ist, dessen Stempel und dessen Siegel sind mit Sicherheit alle Blumen dieser Art auf der ganzen Erdoberfläche. Nach dieser Vorstellung über Siegel tauchte der folgende Gedanke (tasavvur) in mir auf:

Es ist da zum Beispiel ein Brief, der mit einem Siegel versehen ist. Das Siegel zeigt, von wem dieser Brief stammt. Genauso ist diese Blume ein Siegel des Erbarmers (Rahman). Dieser Hügel, verziert mit den verschiedenartigsten Schmuckstücken, ist ein Brief dessen, der seine Blumen erschuf, geschrieben auf den Zeilen seiner Pflanzen, voll Sinn und Bedeutung. Zudem ist dieser Hügel auch ein Siegel. Dieses Feld und diese Ebene nahm die Gestalt eines Briefes des Erbarmers (Rahman) an. Nach diesen Gedanken (tasavvur) kam mir die folgende Wahrheit in den Sinn: Jedes Ding verweist als ein Siegel des Herrn darauf, dass alle Dinge in dem selben Schöpfer ruhen. Es beweist, dass sie ein Brief ihres Schreibers sind. So ist jedes Ding Fenster der göttlichen Einheit (Tauhid) und erklärt alles zum Eigentum dessen, der in Seiner Herrschaft und in seinem Wesen ein Einziger ist (Vahid-i Ahad). Das heißt, dass sich in jedem Ding, besonders aber in allen Lebewesen ein solch einzigartiger Schmuck und eine so wunderbare Kunstfertigkeit finden lässt, dass derjenige, der es in dieser Art und mit so viel Bedeutung entworfen, erschaffen und gestaltet hat, alle Dinge erschaffen kann, und dass mit Sicherheit Er es ist, der alle Dinge erschafft. Das heißt, dass derjenige, der alle Dinge nicht erschaffen kann, auch nicht ein einziges Ding erschaffen kann.

Wohlan denn, oh du Gottvergessener! Betrachte das Antlitz des Kosmos. Es sind die Seiten allen Seins, welche die zahllosen ineinander verschachtelten Briefe des Einzigartigen (Samed) sind. Jeder einzelne Brief ist mit zahllosen Siegeln der Einheit (Tauhid) versehen.

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Wer kann die Zeugnisse all dieser Siegel bestreiten? Welche Macht könnte sie schweigen heißen? Welchem du auch immer mit dem Ohr deines Herzens zuhörst: du wirst hören, wie es

اَشْهَدُ اَنْ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ

{"Ich bekenne, dass es keine Gottheit gibt, außer Gott!"}

sagt.

Dreißigstes Fenster

لَوْ كَانَ فِيهِمَآ اٰلِهَةٌ اِلاَّ اللَّهُ لَفَسَدَتَا ٭ كُلُّ شَىْءٍ هَالِكٌ اِلاَّ وَجْهَهُ لَهُ الْحُكْمُ وَاِلَيْهِ تُرْجَعُونَ

{"Gäbe es in ihnen beiden Gottheiten außer Gott, dann gäbe es ja in beiden Verwirrung!" (Sure 21, 22) "Alle Dinge werden vergehen, außer Seinem Antlitz. Sein ist die Entscheidung und zu Ihm kehren wir zurück." (Sure 28, 88)}

Dieses Fenster ist das Fenster aller Gelehrten (Theologen) des Wortes (kelam) auf der Basis der Lehre vom möglichen (imkan) und vom geschaffenen Sein (huduth) und (eine Lehre), die wie eine Straße zum Beweis des Notwendig-Seienden führt. Die ausführlichen Erklärungen darüber überlassen wir den großen Büchern der Erforscher der Wahrheit, wie "die Erklärungen zu Mevakif" und "die Erklärungen zu Maqasid" und wollen hier nur ein, zwei Strahlen aufzeigen, die mir aus der Fülle des Qur'an und durch dieses Fenster in der Seele (ruh) aufgestiegen sind. Es ist dies wie folgt:

Kennzeichnend für die Tätigkeit eines Vorgesetzten (Emir) oder für die Art eines Souveräns (Hakim) ist, dass sie keine Konkurrenz duldet, jede Partnerschaft ablehnt und jede Einmischung zurückweist. Gäbe es in einem Dorf zwei Bürgermeister (muhtar), wäre die Ruhe und Ordnung dieses Dorfes gestört. Gäbe es in einem Kreis zwei Vorsteher oder in einer Provinz zwei Gouverneure (vali), so würden sie ein Chaos anrichten. Gäbe es in einem Land zwei Könige, so würden sie einen Sturm

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der Verwirrung verursachen. Wenn schon der schwache Schatten eines Schattens, das kümmerliche Beispiel einer Art zu herrschen und zu regieren unter Menschen, die hilfsbedürftig und schwach sind, so wenig Konkurrenz, Gegnerschaft und Einmischung von Gleichgestellten verträgt, so kannst du damit vergleichen, in welchem Maße dieses Gesetz der Zurückweisung einer Einmischung bei einer Souveränität in Form eines absoluten Königreiches und bei der Tätigkeit des Befehlshabers im Grade der Herrschaft eines absolut Allmächtigen grundlegend seine Berechtigung erzwingt. Das heißt also, dass das sicherste und immerwährende Erfordernis der Gottheit und ihrer Herrschaft darin zu suchen ist, einzig (Vahdet) und allein (farid) zu sein. Ein klares Zeugnis und ein sicherer Beweis dafür ist die vollkommene Wohlordnung und schönste Harmonie in der ganzen Schöpfung. Angefangen von einem Mückenflügel bis zu den Lampen des Himmels herrscht eine Wohlordnung, vor der der Verstand in Erstaunen und in Bewunderung «Subhanallah» (Gepriesen sei Gott) «Mashaallah» (So wie Gott es wollte) und «Barekallah» (Gott hat es gesegnet) ausruft und sich (anbetend) zu Boden wirft. Bestünde aber für einen Teilhaber (sherik) auch nur das Fünkchen einer Gelegenheit, so würde er versuchen, sich einzumischen. Wie die Ehrenwerte Ayah

لَوْ كَانَ فِيهِمَآ اٰلِهَةٌ اِلاَّ اللَّهُ لَفَسَدَتَا

{"Gäbe es in ihnen beiden Gottheiten außer Gott, dann gäbe es ja in beiden Verwirrung!" (Sure 21, 22)}

aussagt, würde die Wohlordnung im Kosmos zerstört werden und das Bild sich wandeln. Die Spuren der Verderbnis würden sichtbar. Statt dessen würde der Blick des Menschen, wie lange auch immer er sich darum bemühen mag, einen Fehler zu finden, wie die Ayah

فَارْجِعِ الْبَصَرَ هَلْ تَرٰى مِنْ فُطُورٍ ٭ ثُمَّ ارْجِعِ الْبَصَرَ كَرَّتَيْنِ يَنْقَلِبْ اِلَيْكَ الْبَصَرُ
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خَاسِئًا وَهُوَ حَسِيرٌ

{"So wende deinen Blick noch einmal zurück, ob du einen Riss (in Seinem Schöpfungswerk) finden könntest. Dann wende deinen Blick noch ein zweites Mal und dein Blick kehrt verstört zu Dir zurück und gibt sich geschlagen." (Sure 67, 3-4)}

aussagt, ermüdet ins Auge, seine Wohnstatt zurück, ohne irgendwo einen Fehler entdeckt zu haben, und dem kritischen Verstand, der ihn gesandt hat, sagen: "Ich habe mich umsonst bemüht. Müde bin ich geworden: es gibt keinen Fehler." Diese Aussage zeigt, dass die Anordnungen und die Wohlordnung (im ganzen Kosmos) überaus vollkommen ist. Also ist die Wohlordnung des Kosmos ein sicheres Zeugnis für die Einheit Gottes in Seiner Allgegenwart (Vahdaniyet).

Auf nun! Komm, wir wollen das Lehrthema vom geschaffenen Sein (huduth) miteinander besprechen! Die Gelehrten des Wortes sagen: "Die Welt ist der Veränderung unterworfen. Alles was sich verändert, wurde geschaffen (hadith). Jedes Erschaffene muss seinen Schöpfer haben (muhdith), d.h. einen, der es ins Dasein gerufen hat. Daher muss dieser Kosmos seinen urewigen, anfangslosen (qadim) Schöpfer haben."

Wir sagen auch: In der Tat ist dieser Kosmos erschaffen. Denn: wir sehen, dass in jedem Jahrhundert, ja sogar in jedem Jahr, ja sogar in jeder Jahreszeit ein Kosmos, eine Welt geht und eine andere Welt kommt. Das heißt; es muss doch einen geben, der in Seiner Majestät über alles allmächtig (Qadir-i Dhu l-Djelal) ist, der diesen Kosmos aus dem Nichts erschafft; in jedem Jahr, vielmehr in jeder Jahreszeit, ja sogar an jedem Tag, ihn allen mit Bewusstsein begabten Wesen zeigt, ihn dann wegnimmt und einen anderen dafür hervorbringt. Er bindet sie hintereinander an eine Kette und hängt sie an das Seil der Zeit.

Mit Sicherheit ist es die wunderbare Macht des Herrn, der über alle Dinge mächtig ist, die in jedem Frühling, der jeweils wie diese Welt als veränderlicher Kosmos gilt, die Universen, die aus dem Nichts kommen und gehen,

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vor unseren Augen ins Dasein ruft. Mit Sicherheit ist es derjenige, der jederzeit in dieser Welt Welten erschafft und verändert, der mit absoluter Sicherheit auch diese Welt erschaffen hat. Die Welt und die Erde hat er für jene bedeutenden Gäste zu einem Gästehaus gemacht.

Nun kommen wir zu dem Thema von der Lehre über das mögliche Sein (imkan). Die Gelehrten des Wortes sagen: Der Begriff "Möglichkeit" besagt, dass beide Seiten im Gleichgewicht stehen. Das heißt: Wenn das Nichtsein und das Sein beide gleichgestellt sind, muss einer da sein, der bestimmt, der bevorzugt und ins Dasein bringt. Denn: die Möglichkeiten können einander nicht ins Dasein bringen und miteinander eine Kette bilden. Oder: es kann auch nicht sein, dass einer den anderen und beide sich gegenseitig erschaffen, verursachen und bewirken. Daher muss es einen, der notwendigerweise da ist, geben, der dieses erschafft. Einen Kreislauf und eine Art von Kettenreaktion widerlegen sie anhand von zwölf sicheren Zeugnissen, die unter Bezeichnungen wie die Zeugnisse, die sich auf "Thron" ('arshi) und "Leiter" (Süllemi) beziehen, berühmt sind. Sie zeigen, dass es unmöglich ist, dass die Dinge sich hintereinander folgend erschaffen. Sie schaffen die Kettenfolge der Ursachen ab und beweisen die Existenz des Notwendig-Seienden.

Wir sagen auch, statt anhand der Zeugnisse einer Reihenfolge zu zeigen, dass die Ursachen am Anbeginn der Welt aufhören, ist es noch treffender, noch einfacher, das Siegel, das dem Schöpfer aller Dinge gehört, in jedem Ding zu zeigen. Mit dem Segen des Qur'an beruhen alle "Fenster" und alle "Worte" auf dieser Grundlage. Darüber hinaus hat der Blickpunkt der Lehre vom möglichen Sein (imkan) eine unendliche Weite. Er zeigt in zahlloser Hinsicht die Existenz dessen, der notwendigerweise da sein muss. Er ist nicht nur auf den Weg, den die Gelehrten des Wortes mit dem Aufhören der Reihenfolge der Ursachen erklären, (der mit Recht die breite und weite Straße ist) beschränkt, sondern er öffnet durch die unbegrenzbaren und unzählbaren Wege den Weg zur Erkenntnis dessen, der notwendigerweise da sein muss. Es ist dies wie folgt:

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Während ein jedes Ding bei seiner Entstehung, in der Aneignung seiner Eigenschaften und in der Dauer seines Bleibens inmitten zahlloser Möglichkeiten, das heißt, inmitten von überaus vielen Wegen und Richtungen unentschlossen ist, sehen wir, dass es bei seiner Entstehung inmitten dieser zahllosen Richtungen doch einem bestimmten wohlgeordneten Weg folgt. Jede Eigenschaft bekommt es entsprechend seinem Wesen. Alle Eigenschaften und Haltungen, die sich während der Dauer seines Bestehens ändern, werden ihm so seinem Wesen entsprechend gegeben.

Also geschieht es durch den Willen eines, der bestimmt, durch die Bewegung eines, der entscheidet, und durch die Erschaffung eines allweisen Schöpfers, sodass Er es inmitten zahlloser Wege auf einen weisheitsvollen Weg führt. Er bekleidet es mit wohlgeordneten Eigenschaften und gibt ihm eine bestimmte Haltung. Dann nimmt Er es aus seiner Isolation heraus und macht es zu einem Teil eines zusammengesetzten Körpers, wodurch sich die Möglichkeiten steigern. Denn es kann in diesem Körper in tausend Formen stehen. In Wirklichkeit wird ihm inmitten von diesen ergebnislosen Zuständen ein ergebnisbringender spezieller Zustand gegeben, sodass es wichtige Ergebnisse und Nutzen bringt und in diesem Körper Aufgaben versieht. Danach wird dieser Körper zu einem Teil eines anderen Körpers.

Die Möglichkeiten steigern sich noch mehr. Denn es kann in tausend Formen stehen. Durch diese Zustände wird es für wichtige Aufgaben vorgesehen usw... zeigt es mit immer mehr Sicherheit die Notwendigkeit des Seins des allweisen Lenkers und Leiters. Es tut kund, dass es durch den Befehl des allweisen Befehlshabers geleitet wird. Es gleicht in all diesen Zusammensetzungen wie Körper in Körper, die einander Mitglieder werden, einem Soldaten, der in seinem Zug, in seiner Kompanie, in seinem Bataillon, in seinem Regiment, in seiner Division

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und in seinem Heer zu jedem von diesen ineinander liegenden Korps eine besondere Aufgabe, ein zweckmäßiges Verhältnis und einen wohlgeordneten Dienst hat. Genauso hat eine Zelle in deiner Pupille ein Verhältnis zu deinem Auge und hat seinen Dienst. Sie hat auch ein Verhältnis zu dem ganzen Korps deines Kopfes, eine zweckmäßige Aufgabe und einen Dienst. Verirrte sie sich nur ein wenig, so wird die Gesundheit und die Verwaltung deines Körpers zu Grunde gehen. Sie hat in den Arterien, den Venen und Muskeln, sogar im ganzen Heer deines Körpers je eine besondere Aufgabe und eine zweckmäßige Haltung. Unter Tausenden von Möglichkeiten wurde ihr eine bestimmte Haltung durch die Weisheit (hikmet) des Einen Allweisen Meisters (Sani-i Hakiem) gegeben.

Genauso legt alles, was es in diesem Kosmos gibt, für den Einen, der notwendigerweise da sein muss, dadurch Zeugnis ab, dass es mit seinem eigenen Wesen und seinen eigenen Eigenschaften zwar vor den Wegen vieler Möglichkeiten steht, aber einen besonderen Körper, eine zweckmäßige Gestalt und nützliche Eigenschaften trägt. Genauso macht es, wenn es in eine Zusammensetzung kommt, in jeder Zusammensetzung mit einer anderen Sprache wieder den Meister bekannt. Und so geht es bis zur größten Zusammensetzung weiter, zu der es ein Verhältnis hat und in der es eine Aufgabe und einen Dienst versieht. Im Angesicht dessen legt es Zeugnis für die Notwendigkeit der Existenz des allweisen Meisters (Sani-i Hakiem), für Seine freie Entscheidung (ihtiyar) und für Seinen Willen (irade) ab. Denn, derjenige, der ein Ding so einsetzt, dass es zweckmäßige Verbindungen zur ganzen Zusammensetzung aufrechterhält, kann nur der sein, der Schöpfer all dieser Zusammensetzungen ist.

Also gilt jedes einzelne Ding als ein Zeuge für Ihn mit Tausenden von Zungen. So kommen Zeugnisse für die Existenz des Notwendig-Seienden auch von diesem Punkt der Möglichkeiten nicht nur nach der Anzahl all dessen, was sich im Universum befindet, vielmehr so viele, wie es für alles, was da ist, Eigenschaften und Zusammensetzungen gibt.

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Wohlan, oh du Gottvergessener! Wie taub und unvernünftig muss denn nun einer sein, der diese Zeugnisse, diese Klänge nicht hört, die den ganzen Kosmos erfüllen? Nun, sag einmal selbst!

Einunddreißigstes Fenster:

لَقَدْ خَلَقْنَا اْلاِنْسَانَ فِىٓ اَحْسَنِ تَقْوِيمٍ ٭ وَفِى اْلاَرْضِ اٰيَاتٌ لِلْمُوقِنِينَ ٭ وَفِىٓ اَنْفُسِكُمْ اَفَلاَ تُبْصِرُونَ

{"Wir haben den Menschen in seiner besten Form erschaffen." (Sure 95, 4) "Und auf Erden finden sich Zeichen für die, welche fest stehen (in der Wahrheit), und auch in euch selbst. Ja, wollt ihr denn nicht sehen?" (Sure 51, 20-21)}

Dieses Fenster ist das Fenster zum Menschen und seiner Seele (nefs). Die Einzelheiten zu diesem Fenster überlassen wir den Tausenden von ausführlichen Büchern der Forscher unter den Gottesfreunden und deren Kenntnis der Seele, und wollen hier nur auf einige Grundsätze, die wir aus der Fülle des Qur'an entnommen haben, hinweisen. Es ist dies wie folgt:

Wie bereits im "Elften Wort" erklärt wurde, ist der Mensch ein so umfassendes Wesen, dass Gott der Gerechte den Menschen all Seine Namen, in seiner eigenen menschlichen Seele empfinden lässt. Wir überlassen die ausführlichen Erklärungen anderen "Worten" und wollen hier nur drei Punkte aufzeigen.

Erster Punkt:

Der Mensch ist in dreifacher Hinsicht ein Spiegel der Namen Gottes.

Erste Hinsicht:

Wie die Finsternis in der Nacht das Licht zeigt, genauso macht der Mensch auch durch seine Schwäche und Ohnmacht, durch seine Armseligkeit und Bedürftigkeit, und durch seine Mängel und Fehler die Macht, die Kraft, den Reichtum und die Barmherzigkeit des Majestätischen, Allmächtigen bekannt. Für all diese vielen Eigenschaften Gottes dient er auf diese Weise als Spiegel. Und da er in seiner grenzenlosen Ohnmacht und

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unendlichen Schwäche und seinen zahllosen Feinden gegenüber nach einem Stützpunkt sucht, hält er in seinem Gewissen (vidjdan) beständig nach dem Notwendig-Seienden Ausschau. Da er in seiner grenzenlosen Armseligkeit, und grenzenlosen Bedürftigkeit zahllosen Zielen gegenüber gezwungenermaßen nach einem Punkt sucht, von dem ihm Hilfe kommt, sucht er in seinem Gewissen (vidjdan) in dieser Hinsicht ständig am Tore (Dergah) des Barmherzigen in all Seinem Reichtum (Ghaniyy) und streckt Ihm flehend seine Hände entgegen. Also öffnen sich in jedem Gewissen (vidjdan) hinsichtlich dieses Stützpunktes und Hilfspunktes zur Schwelle der Barmherzigkeit des Barmherzigen, Allmächtigen zwei kleine Fenster, durch die er Ihn alle Zeit betrachten kann.

Zweite Hinsicht, ein Spiegel zu sein:

Der Mensch dient durch sein persönliches Wissen, Vermögen, Sehen und Hören, durch seinen Eigentumsanspruch, seinen Herrschaftsanspruch, (alles Dinge) die ihm nur als Muster gegeben wurden, als ein Spiegel für das Allwissen, die Allmacht, das Allsehen, das Allhören und die Herrschaft des Eigentümers des ganzen Kosmos. (Alle diese Dinge) werden ihm bewusst und so gibt er sie auch kund.

Zum Beispiel:

So wie ich dieses Haus gebaut habe und es zu bauen weiß, wie ich es sehe, sein Eigentümer bin und es verwalte, genauso hat dieses riesige Weltenschloss auch einen Baumeister, der es kennt, sieht, baut, verwaltet usw.

Dritte Hinsicht, ein Spiegel zu sein:

Der Mensch dient den Namen Gottes, deren Ornamente er trägt, als Spiegel. Es gibt mehr als siebzig Namen, die in dem so umfassenden Wesen des Menschen mit ihren Ornamenten in Erscheinung treten, was bereits in der Einführung zum Dritten Kapitel des "Zweiunddreißigsten Wortes" ein wenig erläutert wurde.

Zum Beispiel:

Bei seiner Erschaffung werden die Namen "der Meister" (Sani') und der Schöpfer (Haliq), bei seiner Entstehung auf schönste Weise der Erbarmer (Rahman) und der Barmherzige (Rahim), bei seiner Versorgung in schönster Weise die Namen der Freigiebige (Kerim) und der Anmutige (Latif) usw. durch alle

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Glieder des Menschen, durch seine Organe und Zellen, durch seine subtilen Sinne und Fähigkeiten, sichtbar und zeigt er also verschiedene Ornamente der verschiedenen Namen. Wie es nun unter den Namen Gottes einen bestimmten gewaltig großen Namen (ism-i 'adham) gibt, genauso gibt es auch unter den Ornamenten dieser Namen ein bestimmtes gewaltig großes Ornament. Das aber ist der Mensch.

Oh du Mensch, der du dich als Mensch erkennst! Studiere dich selbst, sonst gerätst du in die Gefahr ein Mensch zu sein, der einem Tier oder der unbelebten Natur gleichkommt!

Zweiter Punkt:

Dieser Punkt weist auf das große Geheimnis der Einheit Gottes in Seinem Wesen (Ahadiyet). Es ist dies wie folgt:

Die Beziehung der Seele (ruh) des Menschen zum ganzen Körper ist ja von der Art, dass sie alle seine Organe und Zellen einander helfen lässt. Das heißt: Die Befehle des Seins (d.h. die Naturgesetze), welche Erscheinungen des Willens Gottes (irade illahi) sind, und die Seele, die ein Gesetz von diesen Befehlen ist, der ein äußerlicher Körper angezogen wurde, und die eine Blume des Herrn (latife rabbaniye) ist, hindert nichts bei der Lenkung und Leitung der Organe und der Zellen und dabei, dass sie die geistigen Stimmen voneinander wahrnehmen und gegenseitig ihre Bedürfnisse sehen und es verwirrt nichts die Seele (ruh). Für die Seele ist weit und nah das gleiche. Eine Tätigkeit kann sie nicht an einer anderen Tätigkeit hindern. Wenn sie will, kann sie vieles einem einzigen zu Hilfe bringen. Wenn sie will, kann sie mit jedem Teil des Körpers wissen, wahrnehmen, lenken und leiten. Wenn sie Lichtcharakter erlangt hat, der weitreichend ist, kann sie sogar mit allen Körperabschnitten sehen und hören.

Wenn die Seele, die nur ein Gesetz ist, welches von Gott dem Gerechten stammt, über den Körper und die Organe des Menschen, der eine Welt im Kleinen ist, in dieser Art wirkt, fallen dem allumfassenden Willen und der absoluten Allmacht dessen, der notwendigerweise da sein muss, grenzenlos viele Tätigkeiten, grenzenlos viele Stimmen,

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grenzenlos viele Gebete, grenzenlos viele Arbeiten im Kosmos, der die Welt im Großen ist, keineswegs schwer. Eine Sache hindert Ihn nicht an einer anderen Sache. Nichts hält den majestätischen Schöpfer (Khaliq-i Dhu l-Djelal) ab und Ihn verwirrt nichts. Das ganze sieht Er gleichzeitig und alle Stimmen hört Er gleichzeitig. Ihm ist nah und fern gleich. Wenn Er will, kann Er alle Dinge durch alle Dinge sehen und ihre Stimmen hören und alle Dinge durch alle Dinge wissen. Usw.

Dritter Punkt:

Das Leben hat ein sehr wichtiges Wesen und einen bedeutenden Auftrag. Da aber dieses Thema in dem "Fenster über das Leben" und in dem achten Wort des Zwanzigsten Briefes ausführlich behandelt wurde, verweisen wir darauf und merken nur folgendes an:

Die ineinander vermischten Ornamente, die im Leben in Form von Empfindungen sprudeln, weisen auf sehr viele Gottesnamen und auf das Wirken in Seinem Wesen hin. Sie dienen überaus glänzend als Spiegel für das Wirken im Gotteswesen. Da der passende Moment für eine Erklärung dieser tiefen Wahrheit für diejenigen nicht da ist, die Gott noch nicht kennen und Ihn noch nicht vollständig bestätigen, schließen wir hier dieses Tor.

Zweiunddreißigstes Fenster:

هُوَ الَّذِىٓ اَرْسَلَ رَسُولَهُ بِالْهُدٰى وَدِينِ الْحَقِّ لِيُظْهِرَهُ عَلَى الدِّينِ كُلِّهِ وَكَفٰى بِاللَّهِ شَهِيدًا ٭ قُلْ يَآ اَيُّهَا النَّاسُ اِنِّى رَسُولُ اللَّهِ اِلَيْكُمْ جَمِيعًا الَّذِى لَهُ مُلْكُ السَّمٰوَاتِ وَاْلاَرْضِ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ يُحْيِى وَيُمِيتُ

{"Er ist es, der Seinen Gesandten mit der Leitung sandte und dem wahren Glauben, um ihr zum Sieg über jedweden Glauben zu verhelfen. Und dafür genügt Gott als Zeuge." (Sure 48, 28) "Sag: Oh ihr Menschen! Ich bin für euch alle der Gesandte Gottes, dessen die Himmel und die Erde sind." (Sure 7, 158)}

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Dieses Fenster ist das Fenster zu Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, der die Sonne am Himmel des Prophetentums, ja, die Sonne aller Sonnen ist. Da dieses sehr große und überaus lichtvolle Fenster im "Einunddreißigsten Wort", der Abhandlung über die Himmelfahrt, im "Neunzehnten Wort", der Abhandlung über das Prophetentum Ahmeds (Mohammeds), mit dem Friede und Segen sei, und im "Neunzehnten Brief", mit neunzehn Hinweisen, so glänzend und klar gezeigt wurde, denken wir in diesem Zusammenhang an diese beiden Worte, und diesen Brief, und besonders an den Neunzehnten Hinweis dieses Briefes. Wir überlassen ihnen die Aussagen darüber und sagen nur folgendes:

Die Persönlichkeit Ahmeds (Mohammeds), mit dem Friede und Segen sei, der ein sprechendes Zeugnis der Einheit Gottes ist, bezeugt durch die Flügel des Prophetentums und der Gottesfreundschaft, das heißt, mit seiner Kraft, die die Übereinstimmung und den Konsens aller Propheten vor ihm und die Übereinstimmung und Überlieferungen aller Gottesfreunde und Reinen nach ihm inne hat, in seinem ganzen Leben mit Leib und Seele die Einheit Gottes (Tauhid) in Seiner Herrschaft und macht sie bekannt. Er öffnete zur Erkenntnis Gottes ein Fenster breit und lichtvoll wie die islamische Welt. Millionen Forscher unter den Reinen und Treuen, wie Imam Ghazzali, Imam Rabbani, Muhyi d-Din al-Arabi, Abdu l-Qadir Geylani haben durch dieses Fenster geschaut und es auch für andere geöffnet. Gibt es etwa einen Vorhang, den man vor einem solchen Fenster zuziehen könnte? Wäre etwa derjenige, der, noch dazu mit Beschuldigungen, nicht durch dieses Fenster schaut, vernünftig zu nennen? Also, nun sag doch einmal selbst!

Dreiunddreißigstes Fenster:

اَلْحَمْدُ ِللَّهِ الَّذِىٓ اَنْزَلَ عَلٰى عَبْدِهِ الْكِتَابَ وَلَمْ يَجْعَلْ لَهُ عِوَجًا قَيِّمًا ٭ الٓرٰ كِتاَبٌ اَنْزَلْنَاهُ اِلَيْكَ لِتُخْرِجَ النَّاسَ مِنَ الظُّلُمَاتِ اِلَى النُّورِ

{"Gepriesen sei Gott, der seinem Diener die Schrift gesandt und nichts Krummes in sie hinein gelegt hat. Das Rechte." (Sure 18, 1) "Elif Lam Ra. Ein Buch, das wir dir gesandt haben, um die Menschen aus der Finsternis ins Licht zu führen." (Sure 14, 1)}

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Stelle dir einmal vor, dass alle vorausgegangenen Fenster nach dem Meer des Qur'an, ein paar Tropfen aus ihm gleich wären. Dann kannst du auch vergleichen, wie viele Lichter der Einheit Gottes (Tauhid), die als Lebenselixiere gelten, es im Qur'an gibt. Selbst wenn man den Qur'an, der Brunnen, Quelle und Ursprung zu all diesen Fenstern ist, nur sehr allgemein und in einer sehr laienhaften Weise überblickt, ist er dennoch ein überaus glänzendes und lichtvolles umfassendes Fenster. Es zu erklären, wie sicher, glänzend und lichtvoll dieses Fenster ist, überlassen wir dem "Fünfundzwanzigsten Wort", der Abhandlung über das Wunder des Qur'an und dem achtzehnten Hinweis des "Neunzehnten Briefes". Wir flehen zum Thron des Erbarmers, dem Herrn, der die Majestät besitzt, der uns den Qur'an herab gesandt hat, inbrünstig und sprechen:

رَبَّنَا لاَ تُؤَاخِذْنَآ اِنْ نَسِينَآ اَوْ اَخْطَاْنَا ٭ رَبَّنَا لاَ تُزِغْ قُلُوبَنَا بَعْدَ اِذْ هَدَيْتَنَا ٭ رَبَّنَا تَقَبَّلْ مِنَّا اِنَّكَ اَنْتَ السَّمِيعُ الْعَلِيمُ ٭ وَتُبْ عَلَيْنَا اِنَّكَ اَنْتَ التَّوَّابُ الرَّحِيمُ

{"Unser Herr, strafe uns nicht, wenn wir uns vergessen oder vergangen haben." (Sure 2, 286) "Herr, lass unsere Herzen nicht wieder abirren, nachdem Du uns rechtgeleitet hast." (Sure 3, 8) "Herr, nimm dies von uns an. Fürwahr, Du bist es, der alles hört und weiß." (Sure 2, 127) "Wende Dich uns zu, denn Du bist es, der sich uns immer wieder zuwendet, der Allbarmherzige." (Sure 2, 128)}

Anmerkung

Dieser Dreiunddreißigste Brief, der dreiunddreißig Fenster hat, bringt - inshaallah - den, der keinen Glauben hat, zum Glauben. Er bestärkt den Glauben dessen, der im Glauben schwach ist. Er macht den Glauben dessen, der zwar im Glauben stark ist, dabei aber nur mitmacht (taqlid), zu einem wahrhaftigen Glauben. Er gibt dem Glauben dessen einen breiteren Rahmen, dessen Glauben wahrhaftig ist. Den, dessen Glauben weit ist, führt er, damit er in der Erkenntnis Gottes (marifetullah) fortschreitet, welche Grund und Quelle aller wahren Vollkommenheit ist und

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öffnet ihm noch lichtvollere, noch glänzendere Ausblicke. So kannst du denn nun nicht sagen: "Ein Fenster reicht mir, genügt mir." Denn, wenn erst dein Verstand zur Überzeugung gelangt ist, und seinen Anteil erhalten hat, wird auch dein Herz seinen Anteil verlangen. Auch Deine Seele (ruh) verlangt ihren Anteil. Ja sogar deine Vorstellungskraft (hayal) wird ihren Anteil an diesem Licht verlangen. Daher bringt jedes Fenster wieder einen anderen Nutzen.

In der Abhandlung über die Himmelfahrt (Mi'radj) war der direkt Angesprochene (muhatab) ein Gläubiger und der Ungläubige hatte den Status (maqam) eines Zuhörers inne. In dieser Abhandlung ist unser Gesprächspartner aber ein Ungläubiger (munkir), während der Gläubige den Status des Zuhörers einnimmt. Dies sollte man beim Lesen in Betracht ziehen.

Leider wurde dieser Brief aufgrund wichtiger Umstände sehr schnell geschrieben und ist sogar ein Manuskript geblieben, wodurch meine Art, mich auszudrücken, sicherlich ein wenig mangelhaft und schwer verständlich sein dürfte. Ich bitte daher meine Mitbrüder, ihn mit Nachsicht (entgegenzunehmen) und soweit möglich korrigieren zu wollen, und für mich um Vergebung zu beten.

وَالسَّلاَمُ عَلٰى مَنِ اتَّبَعَ الْهُدٰى وَالْمَلاَمُ عَلٰى مَنِ اتَّبَعَ الْهَوٰى ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ ٭ اَللّٰهُمَّ صَلِّ وَسَلِّمْ عَلٰى مَنْ اَرْسَلْتَهُ رَحْمَةً لِلْعَالَمِينَ وَعَلٰٓى اٰلِهِ وَصَحْبِهِ وَسَلِّمْ اٰمِينَ

{"Friede denen, die der rechten Leitung folgen und Tadel über die, die ihren Launen folgen. Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32) "Oh Gott, schenke Segen und Deinen Frieden dem, den Du als Barmherzigkeit für die Welten gesandt hast, ihm und seiner Familie und seinen Gefährten und schenke ihnen Deinen Frieden. Amin."}

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Buchgebet

بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ
يَا اَللّٰهُ ٭ يَا رَحْمٰنُ ٭ يَا رَحِيمُ ٭ يَا فَرْدُ ٭ يَا حَىُّ ٭ يَا قَيُّومُ ٭ يَا حَكَمُ ٭ يَا عَدْلُ ٭ يَا قُدُّوسُ

{"Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers." "Oh Gott! Oh Barmherziger! Oh Allerbarmer! Oh Einzigartiger! Oh Lebendiger! Oh Unwandelbarer! Oh Gerechter! Oh Heiliger!"}

Um Deines Gewaltigen Namens willen und um der Ehre des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, und um der Würde Deines ehrenwerten Gesandten willen, mit dem Friede und Segen sei, geleite diejenigen, welche dieses Buch gedruckt haben, ihre gesegneten Helfer und die Schüler der Risale-i Nur zur Ewigen Glückseligkeit in den Gärten des Paradieses. Amin. Verleihe ihnen immerwährenden Erfolg im Dienste am Glauben und am Qur'an. Amin. Und schreibe ihnen für jeden Buchstaben dieses Buches tausendmal Gutes in das Buch ihrer Guten Taten. Amin. Und gewähre ihnen Ausdauer, Stetigkeit und Aufrichtigkeit in der Verbreitung der "Licht"-Abhandlungen. Amin.

Oh Barmherziger Allerbarmer!... Schenke allen Schülern der Risale-i Nur Glück und Zufriedenheit in Beiden Welten. Amin. Beschütze sie vor der Bosheit des Teufels in Dschinnen- und Menschengestalt. Amin. Und verzeihe diesem schwachen und hilflosen Said seine Fehler. Amin...

Im Namen aller Nur-Schüler
Said Nursi