Risale-i Nur

Die Blitze
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Dritte Frage:

Der, welcher früher ein Feind war, jetzt aber sich bekehrt hat und ein Freund geworden ist, spricht: Die besonders fortschrittlichen unter den Philosophen unserer Tage sagen: "Aus dem Nichts kann nichts entstehen; und nichts kann verloren gehen. Was den Betrieb im Weltall aufrechterhält, ist nichts anderes als nur Synthese und Analyse."

Antwort:

Die modernsten unter den Philosophen, welche das Sein nicht im Lichte des Qur'an betrachten, sind in ihrer Betrachtungsweise dahin gelangt, einzusehen, dass die Entstehung und Gestaltung des Seins aus der Natur und aus den Ursachen heraus - so wie wir das bereits oben nachgewiesen haben - bis zur Unmöglichkeit schwierig ist und haben sich nun in zwei Gruppen gespalten.

Die erste Gruppe bilden die Nihilisten (Sofest), welche von der Vernunft abgerückt sind, die eine Besonderheit des Menschen darstellt. Sie sind damit noch tiefer gesunken als die unvernünftigen Tiere. Sie leugnen die Existenz des Alls. Ja, sie leugnen sogar ihre eigene Existenz... Im Wege ihres Irrtums halten sie es für erheblich leichter, sowohl sich selbst als auch das All zu leugnen, als Ursachen und Natur zum Herrn der Schöpfung anzunehmen. Sie sind der absoluten Unwissenheit (djehil-i mutlaq) verfallen.

Die zweite wird von der Gesellschaft derer gebildet, welche eingesehen haben, welch grenzenlose Schwierigkeiten es mit sich bringt, wenn man irriger Weise von dem Standpunkt ausgeht, dass Ursachen und Natur als Schöpfer eine Mücke oder ein Samenkorn hervorgebracht hätten. Denn das setzte eine Fähigkeit (iktidar) voraus, die außerhalb der Bandbreite menschlichen Verstandes liegt. Deshalb leugnen sie zwangsläufig die Schöpfung und sagen: "Es kann nichts aus dem Nichts entstehen" und halten auch den Untergang für unmöglich, indem sie urteilen: "Was einmal da ist, kann nicht wieder verschwinden."

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Sie setzen eine Situation voraus und stellen sich vor, es handele sich in allem nur um eine Bewegung von Atomen, die - vom Winde des Zufalls umhergetrieben - Analyse und Synthese (Auflösung und Wiedervereinigung) zu Stande brächten... So komm also nun und betrachte dir diese Leute auf der untersten Stufe der Unwissenheit und der Dummheit, die sich selbst doch für äußerst intelligent halten! Wisse, wie sehr ein solcher Irrealismus den Menschen zum Narren, zum Lumpen und zum Agnostiker werden lässt und ziehe daraus deine Lehre!

Es ist doch wohl eine noch größere Unwissenheit und Dummheit, die urewige Macht (qudret-i edhel), die jedes Jahr gleichzeitig vierhunderttausend Arten auf der Erdoberfläche hervorbringt, welche die Himmel und die Erde in sechs Tagen geschaffen hat und in jedem Frühling in sechs Wochen eine neue Welt voll Leben hervorbringt, noch kunstvoller gestaltet als das All und mit noch größerer Weisheit (hikmet) erfüllt und im Rahmen eines urewigen Wissens (ilm-i edhel) nach einem vorgegebenen Maß und Plan allem, was da erst noch im Projektionsstadium vorhanden ist und noch nicht Gestalt angenommen hat, ganz leicht eine nach außen sichtbare Gestalt verleiht, so wie man z.B. eine Chemikalie auf ein Schriftstück aufträgt, das mit einem für das Auge unsichtbaren Mittel niedergeschriehei wurde, um es sichtbar zu machen; diese urewige Macht für ferne zu halten und ihr Wirken zu leugnen ist doch wohl noch dümmer als der Nihilismus der zuvor erwähnten Gesellschaft.

Diese Unglückseligen, die in ihrer absoluten Machtlosigkeit (adjz-i mutlaq) nichts anderes in Händen halten als ihr kleines Stückchen Selbstbestimmung, vermögen auch in ihrem Pharaonenstolz kein Ding null und nichtig werden zu lassen und kein Stäubchen Materie aus dem Nicht-da- und Nicht-vorhanden-sein hervorzubringen und weil es nicht in der Hand der Natur und der Ursachen liegt, in die sie ihr Vertrauen setzen, etwas aus dem Nichts zu erschaffen, sagen sie in ihrem Unverstand: "Was nicht ist, kann

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auch nicht werden; und was schon vorhanden ist, kann unmöglich wieder zunichte werden." Diesen irrigen fehlerhaften Grundsatz wollen sie auch auf den Vollkommenen-Allmächtigen (Qadir-i Mutlaq) anwenden.

Ja, der Glorreiche, Allmächtige(Qadir-i Dhu l-Djelal)erschafft die Dinge in zweifacher Weise:

Erstens, durch Hervorbringung, Neuerschaffung (ibda'). Das heißt, Er gibt das Sein aus dem Nichts, dem Nichtvorhandensein und stellt ihm auch alles notwendige zur Verfügung, indem Er es aus dem Nichts erschafft. Zum anderen bildet und gestaltet Er neu. Das heißt, um die Vollkommenheit Seiner Weisheit und die Erscheinung vieler Seiner Namen aufzuzeigen und um der Tiefe Seiner Weisheit willen, erbaut Er einen Teil von allem Sein aus den Elementen des Kosmos. Er schickt ihnen durch das Gesetz der Fürsorge die Atome und die Zellen, die Seinem Befehle gehorchen und lässt diese in ihnen wirken. Ja, der Vollkommen-Allmächtige (Qadir-i Mutlaq) erschafft die Dinge auf diese beiden Arten, nämlich die Form der Neuschöpfung (ibda') einerseits und die der Neugestaltung (insha) andererseits. Die Dinge vom Noch-vorhanden-sein ins Nicht-mehr-vorhanden- sein und vom Nicht-Sein ins Da-Sein zu rufen, ist vollkommen leicht, ist ganz und gar einfach, ja sogar ein immerwährendes und allgemein gültiges Gesetz.

Ein Mann, der angesichts dieser Macht, die im Frühling dreihunderttausend Arten lebender Geschöpfe Form und Gestalt, ja außer ihren Elementen auch noch alle ihre Modalitäten (keyfiyat) und Konditionen (ahval) aus dem Nichts heraus zu verleihen vermag, noch sagt: "Es kann nichts aus dem Nichts entstehen", müsste ja selbst ein "Nichts" sein!..

Der Mensch, der den Naturalismus aufgegeben hat und zur Wahrheit gelangt ist, spricht nun: Gott dem Gerechten sei mein Lob, Preis und Dank zahllos wie der Sand des Meeres! Ich habe den vollkommenen Glauben erlangt. Ich wurde vor Zweifel und Irrtum errettet und keine Unsicherheit mehr ist in mir zurückgeblieben.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلَى دِينِ الْاِسْلاَمِ وَ كَمَا لِ الْاِيمَانِ

{"Lobpreis und Dank sei Allah für die Religion des Islam und die Vollendung im Glauben!"}

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سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Dank sei Allah für die Religion des Islam und einem vollkommenen Glauben. Gepriesen seist Du! Kein Wissen besitzen wir, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise!" (Sure 2, 32)}

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Vierundzwanzigster Blitz

Eine Abhandlung über die Verhüllung der Frauen

Obwohl diese Abhandlung als Zweite und Dritte Problemstellung in der Fünfzehnten Notiz aufgeführt worden war, erscheint sie nun auf Grund ihrer Bedeutsamkeit als "Vierundzwanzigster Blitz".

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ يَآ اَيُّهَا النَّبِيُّ قُلْ ِلاَزْوَاجِكَ وَبَنَاتِكَ وَنِسَآءِ الْمُؤْمِنِينَ يُدْنيِنَ عَلَيْهِنَّ مِنْ جَلاَبِيبِهِنَّ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Oh Prophet, sage zu deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie sich mit ihrem Überwurf verhüllen sollen." (Sure 33, 59)}

In dieser Ayah wird die Verhüllung befohlen. Die heutige Zivilisation setzt sich in ihrer Unmoral über diese Bestimmung des Qur'an hinweg. Sie sieht die Verhüllung der Frauen als nicht natürlich (fitri) an, sondern bezeichnet sie als eine Gefangenschaft.

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Antwort:

Es gibt sehr viele Weisheiten, die darauf hinweisen, dass diese Bestimmung des Weisen Qur'an genau dem Wesen (fitri) der Frau entspricht und dessen Gegenteil unnatürlich ist. Wir wollen hier nur vier von diesen vielen Weisheiten erklären.

Erste Weisheit:

Die Verhüllung ist für die Frau natürlich (fitri) und ein Erfordernis ihres Geistes (fitrat). Denn, weil die Frauen von Natur aus schwach und zart sind, brauchen sie Schutz und Hilfe durch einen Mann, der sie und ihre Kinder, die sie mehr als ihr Leben lieben, zu schätzen vermag. Deshalb haben sie ein seelisches Bedürfnis danach, geliebt und nicht verabscheut oder zurückgewiesen zu werden. Überdies sind sechs oder sieben von zehn Frauen schon alt oder von geringerer Schönheit, und so wollen sie nicht vor allen Leuten ihr Alter und ihren Mangel an Schönheit zeigen. Oder sie sind eifersüchtig und wollen nicht hässlicher sein als andere Frauen. Auch fürchten sie sich davor, vergewaltigt zu werden, vor Anschuldigungen und Verdächtigungen. Um nicht einem Angriff ausgesetzt zu sein und weil sie nicht so von ihren Männern betrachtet werden wollen, als seien sie der Untreue verdächtig, verlangen sie ihrem Wesen (fitrat) gemäß nach der Verhüllung. Andererseits sind es, wenn man es recht bedenkt, auch gerade die alten Frauen, die sich verhüllen. Unter zehn Frauen finden sich vielleicht zwei oder drei, die sowohl jung als auch schön sind und die sich nicht schämen, sich unverhüllt zu zeigen. Wir wissen ja, dass ein Mensch, der einen anderen nicht liebt und ihn lästig findet, sich schon von dessen Blick unangenehm berührt und betroffen fühlt. So ist eine schöne Frau, die sich offen und freizügig kleidet, sicherlich nur über die Blicke von zwei oder drei unter zehn fremden Männern erfreut, während die Blicke von sieben oder acht sie belästigen.

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Überdies ist eine schöne Frau, insoweit sie nicht schamlos und verkommen ist, von feiner Wesensart und leicht verletzlich. Praxis und Erfahrung bestätigen, dass sie sich ganz bestimmt allein durch bodenlos schamlose Blicke schon bedroht fühlt. Ja wir hören sogar, dass in Europa, also Ländern, wo doch recht viele solcher ziemlich freizügig gekleideter Frauen leben, auch diese sich durch aufdringliche Blicke bedroht fühlen. "Diese Schufte nageln uns mit ihren Blicken fest.", beschwerten sie sich der Polizei gegenüber. Das heißt also, dass die Aufhebung der Verhüllung durch die heutige Zivilisation unnatürlich und wesensfremd (khilaf-i fitrat) ist. Dagegen aber ist die Qur'anische Anweisung zur Verschleierung natur und wesensgemäß (fitri). Solche Frauen sind einer Goldgrube an Zuneigung (shefqat) gleich und eine kostbare Gefährtin auf ewig. Durch die Verhüllung werden sie vor Sündenfall und Schande, innerlicher (manevi) Gefangenschaft und äußerlichem Elend bewahrt.

Auch haben die Frauen von ihrer Gesittung her Furcht vor fremden Männern und sind ihnen gegenüber misstrauisch. Was aber die Furcht betrifft, so macht sie die Verhüllung geradezu wesensmäßig notwendig. Denn acht, neun Minuten Genuss bedeuten in Wahrheit tiefe Bitterkeit (für sie), nämlich acht, neun Monate unter schweren Mühen ein Kind zu tragen und weiter, ohne einen Beschützer ein Kind acht, neun Jahre aufzuziehen. So besteht die Möglichkeit, dass acht oder zehn Minuten (von Gott) verbotenen Genusses zur Mühsal werden. Und weil es auch meistens so geschieht, darum hat sie auch wirklich große Angst vor den fremden Männern und möchte sich ihre (eigene) Natur (fitrat) (und Moral) bewahren. Doch durch die Verhüllung ist für die fremden Männer eine Verlockung nicht gegeben und für Ausschreitungen kein Platz. Sie wird durch eine wesensgemäße Schwäche anbefohlen, ja sogar gefordert. So erweist sie sich als ein Schutzwall und eine Festung. Denn nach dem, was man mir erzählte, soll da doch tatsächlich ein ganz einfacher

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Schuhputzer am helllichten Tage und vor den Augen der Leute mitten in einer Stadt, ja sogar der Hauptstadt des Landes, die Frau eines weltbekannten großen Mannes, ihrer unverhüllten Beine zufolge, belästigt haben. Das versetzt doch denen, die gegen die Verhüllung sind, einen Schlag ins schamlose Antlitz!

Zweite Weisheit:

Diese so grundsätzliche und derart intensive Beziehung, diese Liebe und Verbundenheit zwischen Mann und Frau erwächst nicht nur aus einem Bedürfnis dieses irdischen Lebens. In der Tat ist eine Frau nicht nur Lebensgefährtin ihres Mannes, als seine Gattin ihm zugehörig für dieses irdische Leben. Sie ist vielmehr auch seine Lebensgefährtin im ewigen Leben. Da sie aber nun einmal auch im ewigen Leben als seine Gattin die Gefährtin ihres Mannes ist, ist es selbstverständlich notwendig, dass sie außer den Blicken ihres Mannes, welcher für ewig ihr Freund und Partner ist, nicht noch die Blicke eines anderen auf ihre Schönheit lenkt und ihn dadurch verärgert und eifersüchtig macht. Wenn ihr Gatte noch dazu ein Gläubiger (mu'min) ist, bleibt im Geheimnis des Glaubens seine Verbindung mit ihr nicht nur auf dieses irdische Leben beschränkt, ist nicht nur ein Trieb und eine Zuneigung, bestimmt für die Tage der Schönheit, sie ist vielmehr eine Verbindung für das Ewige Leben vom Standpunkt einer wesensgemäßen Lebensgemeinschaft in tiefer Liebe und Verehrung. Außerdem bringt er ihr diese tiefe Liebe (muhabbet) und Verehrung (hurmet) nicht nur während der Dauer ihrer Jugend und Schönheit, sondern auch in der Zeit ihres Alters entgegen, wenn sie schon verblüht ist. Sicherlich ist es ein Erfordernis der Menschlichkeit, dass auch sie ihre eigene Schönheit dementsprechend nur für seine Blicke bestimmt (ihtiyar) und ihre Liebe (muhabbet) und Zuneigung (hurmet) auf ihn beschränkt. Anderenfalls kann sie sehr wenig gewinnen, jedoch sehr viel verlieren.

Nach islamischem Recht soll ein Mann seiner Frau gleichwertig sein. Mit anderen Worten, sie müssen auf einander abgestimmt sein. Diese wechselseitige Gleichwertigkeit

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und Ausgewogenheit findet ihren entscheidenden Angelpunkt in der Religion.

Selig der Mann, der auf den Glauben seiner Frau Acht gibt und ihr in ihrer Frömmigkeit nacheifert! Er wird, um seine Gattin im ewigen Leben nicht zu verlieren, fromm werden. Selig die Frau, die auf den Glauben ihres Mannes Acht gibt, "Ich will meinen Ewigen Gefährten nicht verlieren." sagt und aufrichtig (fromm) wird. Wehe über jenen Mann, der einen liederlichen Lebenswandel führt, wodurch er seine aufrecht gläubige Ehefrau für ewig verliert. Wie unglücklich ist doch jene Frau, die ihrem frommen Mann nicht nacheifert und so jenen lieben (und gesegneten) Ewigen Gefährten verliert. Tausendmal wehe über jene beiden unglückseligen, Mann und Frau, die in Sünde und Ausschweifung einander nacheifern, Sie helfen sich gegenseitig, einander ins Feuer zu werfen.

Dritte Weisheit:

Das Glück im Leben einer Familie kann nur in wechselseitigem Vertrauen (emniyet) zwischen Mann und Frau, in aufrichtigen Respekt (hurmet) vor- und inniger Liebe (muhabbet) zueinander fortdauern. Die Aufhebung der Verhüllung und eine nicht ausreichende Bekleidung zerstört dieses Vertrauensverhältnis, der gegenseitige Respekt geht verloren und die Liebe zueinander zerbricht. Denn unter zehn Frauen, die sich freizügig kleiden, findet sich nur eine, die sich etwa nicht darum bemühte, sich bei Fremden beliebt zu machen, die sie nicht für schöner als den eigenen Gatten hielte neun halten sie für besser als ihren Gatten, und nur einen unter zwanzig Männern, der keine andere Frau schöner hielte als seine eigene. Im gleichen Augenblick aber ist schon der Grund dafür gelegt, dass sich mit dem Entschwinden dieser innigen Liebe und der gegenseitigen Hochachtung (hurmet) voreinander ein äußerst hässliches und ebenso niedriges Gefühl entwickelt. Das geschieht folgendermaßen:

Ein Mensch bringt von seinem Wesen her Mitgliedern seiner Familie (mahrem), z.B. seiner Schwester, keine erotischen Gefühle entgegen. Denn da die Erscheinung von Familienmitgliedern

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auf Grund der verwandtschaftlichen und häuslichen Beziehungen legitime Gefühle der Liebe und Zärtlichkeit (shefqat ve muhabbet) erweckt, ertötet sie zugleich persönliche Gelüste und Neigungen. Doch kann es auch bei Menschen mit niederer Gesinnung zur Erregung besonders hässlicher Gefühle führen, wenn die Beine und andere Körperstellen, die man nach dem Gesetz noch nicht einmal vor den eigenen Familienmitgliedern zeigen darf, offen und unbedeckt lässt. Denn die Erscheinung eines Familienmitglieds gibt Kunde von ihrer Zugehörigkeit zur Familiengemeinschaft und ähnelt nicht einer fremden Frau. Doch ein nacktes Bein gleicht einem von außerhalb der Familie. Wo es aber keine Unterscheidungsmerkmale gibt, welche von dieser Zugehörigkeit zur Familiengemeinschaft Kunde geben, kann dies bei einigen Familienmitgliedern mit niederer Gesittung Blicke animalischer Lüsternheit hervorrufen. Doch ein solcher Blick bedeutet einen haarsträubenden Verfall menschlicher Gesittung.

Vierte Weisheit:

Bekanntermaßen ist es ganz allgemein von Interesse, das eigene Geschlecht fortzusetzen. Es gibt keine Nation und keine Regierung, die nicht den Fortbestand ihres Volkes befürworten würde. Auch Allahs erhabener Botschafter (Friede und Segen sei mit ihm) hat sinngemäß das Folgende verfügt:

تَنَاكَحُوا تَكَاثَرُوا فَاِنِّىٓ اُبَاهِى بِكُمُ الْاُمَمَ

{"Verheiratet Euch miteinander und vermehret Euch. Ich werde am Jüngsten Tage stolz sein auf Eure große Zahl."}

Doch die Aufhebung der Verhüllung fördert die Zahl der Eheschließungen nicht, sondern vermindert sie beträchtlich. Denn ein junger Mann, der zeitgemäß lebt, selbst wenn er noch so freie Ansichten vertritt, möchte, eine (anständige und) unbescholtene Lebensgefährtin haben. Weil er aber nicht will, dass sie seine, der Zeit entsprechende Lebensweise und seine modernen Ansichten teilt, d.h. offen und freizügig gekleidet geht, so bleibt er Junggeselle.

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Ja vielleicht verfällt er sogar einem unzüchtigen Lebenswandel. Doch bei einer Frau ist dies nicht so. Sie kann über ihren Mann nicht in diesem Maße verfügen. Denn eine Frau, die innerhalb ihres familiären Reiches, als die Innenministerin, einer Beamtin gleicht, die das gesamte Eigentum ihres Mannes, seine Kinder und alles schützt und bewahrt, was ihm gehört, ist in ihrem eigentlichen Wesen Ergebenheit (sadaqat) und Zuverlässigkeit (emniyet). Offenheit und Freizügigkeit tut dieser Ergebenheit (sadaqat) Abbruch. Damit schwindet in den Augen ihres Mannes ihre Zuverlässigkeit (emniyet) und bereitet ihm somit innere (vidjdan) Unruhe und Qual. Ja sogar Mut und Freigiebigkeit, die bei den Männern als zwei Tugenden angesehen werden, werden bei den Frauen zu deren Untugenden gezählt, weil das der Zuverlässigkeit (emniyet) und Ergebenheit (sadaqat) schadet. Aber es ist nicht die Aufgabe des Mannes, seiner Frau als Kämmerer zu dienen und ihr seine Ergebenheit (sadaqat) zu bezeigen, sondern vielmehr sie zu beschützen (himayet), sie lieben (merhamet) und zu verehren (hurmet). Darum ist es für sie unmöglich, über ihren Mann zu verfügen und ihn zu beherrschen. Doch kann er mit anderen Frauen die Ehe eingehen (unter den selben, oben angeführten Bedingungen - A.d.Ü.)!

Unser Land kann nicht nach europäischen Verhältnissen beurteilt werden. Denn dort konnte die Ehre nur durch ziemlich drastische Methoden wie z.B. das Duell bis zu einem gewissen Grade geschützt werden. Wenn jemachedie Frau eines Mannes von Ehre mit einem abschätzigen Blick betrachtete, musste er praktisch schon "Totenhemd angezogen" haben. Zudem sind die Menschen in Europa, in den Ländern mit kaltem Klima, von Natur aus kalt wie das Klima dort. Hier bei uns in Asien, diesem Kontinent der islamischen Welt nämlich, haben die Länder ein verhältnismäßig heißes Klima. Es ist ja bekannt, dass geographische und klimatische Verhältnisse ihre Wirkung auf den Charakter des Menschen haben. In diesem kalten Land unter diesen kühlen Menschen könnte eine offene und freizügige Kleidung, welche sonst eine

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animalische Lüsternheit zu erregen vermag, vielleicht nicht so viel Missbrauch und Kraftvergeudung verursachen. Doch offene und freizügige Kleidung, welche den menschlichen Leidenschaften der in heißen Ländern so hochempfindlichen und leicht erregbaren Menschen immer wieder in Aufregung zu versetzen vermag, ist mit Sicherheit eine Ursache für öfteren Missbrauch, Kraftvergeudung und Schwächung der Potenz. So glaubt man, an Stelle eines natürlichen Bedürfnisses einmal im Monat oder in zwanzig Tagen alle paar Tage seine Kraft wieder vergeuden zu müssen. In diesem Falle neigt der Mann, der sich in jedem Monat bis zu fünf, zehn Tagen wegen der Menstruation einer Frau oder anderer Hinderungsgründe von ihr fern halten muss und wenn er sich selbst nicht beherrschen kann, dazu, Schamloses zu tun.

Stadtbewohnerinnen sollen hinsichtlich der Dorfbewohnerinnen und Landfrauen die Verhüllung nicht aufgeben. Denn im Dorf und bei den Leuten auf dem Lande, die wegen ihrer Anstrengungen um den Lebensunterhalt und ihrer körperlichen Arbeit erschöpft sind, und wenn eine unbefangene Arbeiterin oder eine nahezu plumpe Frau, die im Vergleich mit Stadtbewohnerinnen, den aufmerksamen Blick weniger auf sich ziehen, zum Teil unverhüllt sind, erregt dies die fleischlichen Gelüste nicht in gleichem Maße und außerdem finden sich dort selten Männer, die freizügig und Müßiggänger sind. Deswegen trifft man unter ihnen kaum ein Zehntel der Verderbnis und des Sittenverfalls wie in der Stadt. Deshalb also kann man sie nicht so betrachten wie unter gleichen Verhältnissen.

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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"lm Namen dessen, der gepriesen sei."}

Ein Gespräch mit den Frauen, die meine Schwestern im Glauben sind.

Da ich in einigen Städten das aufrichtige und brennende Interesse der Frauen an der Risale-i Nur bemerkt hatte und erkannte, dass sie sich mit meinen Lektionen aus der Risale-i Nur vertraut machten mehr als ich geglaubt hatte, bin ich zum dritten Mal nach Isparta in die Schule gekommen, welche seit langem den Geist der geplanten Universität "Medresetu-z'Zehra" vertritt und habe dort gehört, dass die Frauen, meine gesegneten Schwestern im Glauben, von mir Unterricht erwarteten. Ich sollte ihnen in den Moscheen Unterricht, in der Form einer Predigt erteilen. Aber ich bin in vier-, fünffacher Hinsicht krank und siech, ja sogar kaum in der Lage zu sprechen und zu denken. Doch diese Nacht stieg deutlich die Mahnung in meinem Herzen auf: Nachdem du nun einmal vor fünfzehn Jahren nach dem Wunsch der Jugend den "Wegweiser für die Jugend" verfasstest und sie sehr großen Nutzen aus ihm gezogen haben, brauchen auch die Frauen mehr noch als die Jugend in heutiger Zeit einen solchen Wegweiser. Nun will ich auch selbst dieser Ermahnung folgen und trotz meiner Krankheit, Schwäche und Hilflosigkeit, einige wichtige Dinge ganz kurz in "Drei Anmerkungen" zusammenfassen und sie für meine Schwestern und gesegneten geistigen Töchtern erklären.

Erste Anmerkung:

Einer der wichtigsten Grundsätze in der Risale-i Nur wird mit selbstloser Liebe (shefqat) bezeichnet. Da Frauen die Trägerinnen der selbstlosen Liebe sind und diese natürlicherweise (fitrat) verkörpern, stehen sie der Risale-i Nur besonders nahe. Allah sei Dank (lillahilhamd) dafür, dass man

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diese natürliche (fitri) Nähe in vielen Orten verspürt. Da die Opferbereitschaft, die aus selbstloser Liebe entspringt, aufrichtige Wahrhaftigkeit (haqiqi bir ikhlas) umfasst und zugleich auch einen Verzicht auf jede Gegenleistung bedeutet, ist sie jetzt in dieser Zeit von besonders großer Wichtigkeit.

Die Tatsache, dass eine Mutter ihr Leben opfert, um ihr Kind vor einer Gefahr zu retten, ohne irgendwelchen Lohn zu erwarten und sich in wahrhaftiger Aufrichtigkeit (haqiqi bir ikhlas) für ihr Kind hingibt, wie es natürlicher Weise ihre Aufgabe (vazife-i fitri) ist, zeigt, dass eine solch hohe Opferbereitschaft im Wesen der Frau liegt. So wird die Frau durch die Entwicklung dieser ihrer Opferbereitschaft sowohl frei werden für ihr irdisches Leben, als auch ihr ewiges Leben retten. Aber durch schlechte Einflüsse kann sich diese Stärke nicht entfalten und diese wertvollen Charakteranlagen können sich nicht entwickeln, sondern sogar missbraucht werden. Dafür ist ein kleines, unter hundert Beispielen das Folgende:

Eine Mutter in ihrer selbstlosen Liebe (shefqat) wagt in ihrer Opferbereitschaft alles, damit ihr Kind im weltlichen Leben in keine Gefahr gerät und erzieht ihr Kind dementsprechend. "Mein Kind soll einmal General werden.", sagt sie und opfert dafür ihr ganzes Eigentum, nimmt es von der Qur'an-Schule, schickt es nach Europa. Aber sie denkt nicht daran, dass das ewige Leben dieses Kindes in Gefahr gerät und bemüht sich stattdessen, es vor dem Gefängnis dieser Welt zu retten. Dabei zieht sie nicht in Betracht, dass es ins Gefängnis der Hölle fällt. So bewirkt sie, dass ganz im Gegensatz zu der Liebe, die ihrem Wesen (fitri shefqat) entspricht, ihr unschuldiges Kind, später im Jenseits zu ihrem Ankläger statt zu ihrem Fürbitter wird. "Warum hast du mich nicht in meinem Glauben bestärkt?" sagt es dann, "und so den Grund zu meiner Verdammnis gelegt." und es wird sie anklagen. Da es eine islamische Erziehung, in ihrer ganzen Bedeutung, nicht genossen hat, kann es auch der wunderbaren Liebe (shefqat) seiner Mutter nicht mit gebührender Pflichterfüllung entgegnen, sondern verstößt

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vielmehr häufig dagegen. Wenn aber die Mutter in ihrer naturgegebenen Liebe keinen Missbrauch treibt, sondern sich im Geheimnis dieser Liebe darum bemüht, ihr bedauernswertes Kind vor der Hölle, die ewige Gefangenschaft bedeutet, zu retten und vor dem Irrtum zu bewahren, Sterben bedeute für ewig verloren zu sein, so wird ihr der Gegenwert aller guten Werke (hassenat) ihres Kindes auf das Konto ihrer eigenen guten Werke überwiesen werden und seine guten Werke werden nach dem Tode alle Zeit auch für ihre Seele Licht ausstrahlen. So wird es ihr im Jenseits nicht Ankläger, sondern mit all seinem Geist und Leben ihr Fürsprecher sein und ihr für ein ewiges Leben als Kind zum Segen gereichen.

In der Tat ist die Mutter des Menschen allererste Lehrerin (ustad ve muallim) und übt auf ihn den nachhaltigsten Einfluss aus. Diese Tatsache möchte ich, mit der Sicherheit und Überzeugung, mit der ich sie immer wieder empfinde, durch die nachfolgende Erklärung noch unterstreichen:

Obwohl ich in den achtzig Jahren meines Lebens von achtzigtausend Personen Unterricht empfangen habe, schwöre ich doch, dass der Unterricht, den ich von meiner Mutter selig so grundlegend und so unerschütterlich und so immer wieder frisch erhalten habe, dass diese Stunden in meinem Geist Samenkörnern gleich ihre Wurzeln geschlagen haben und mir gleichsam in Fleisch und Blut übergegangen sind. Wie die übrigen Lektionen über diesen Samenkörnern gleichsam ihr Gebäude errichtet haben, sehe ich geradezu leibhaftig vor mir. Das heißt, dass die Dinge, die meine verstorbene Mutter mich in meinem ersten Lebensjahre lehrte und der Einfluss, den sie damit auf meine Natur (fitrat) und meinen Geist nahm, wie ich bezeugen kann, zu den grundlegenden Samenkörnern innerhalb der großen Wahrheiten wurden, die ich heute mit meinen achtzig Jahren erkenne.

Kurzum:

Ich weiß mit Sicherheit, dass meine Seele auf meinem Wege den wichtigsten von vier mir wesensgemäßen Grundsätzen, nämlich den der Liebe (shefqat), und auch

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die größte Wahrheit in der Risale-i Nur, nämlich Mitleid und Erbarmen (merhamet) aus dem liebevollen Sein und Tun und den Belehrungen meiner Mutter empfing. In der Tat wird eine falsche Sinngebung der Liebe (shefqat), welche allen Müttern eigen ist und welche mit wahrhaftiger Aufrichtigkeit (haqiqi ikhlas) eine wahrhafte Opferbereitschaft in sich trägt, wenn sie dazu führt, nicht an das Jenseits zu denken, das einem diamantenen Schatz dieses unschuldigen Kindes gleicht, sondern das Antlitz ihres bedauernswerten Kindes nach dieser Welt zu drehen, die doch wertlosen Glasscherben gleicht, und ihm auf diese Weise ihre Liebe zu bezeigen, eine solche Liebe wird missbräuchlich genannt.

Wir sehen in der Tat, dass Mutterliebe (shefqat) eine Frau dazu befähigt, für ihren Heldenmut nicht Lohn zu verlangen, noch einen Gegenwert zu erwarten oder persönlichen Vorteil und dazu bereit zu sein, ihr Leben zu opfern, ohne sich dabei zur Schau stellen zu wollen. Für eine solche Mutterliebe finden wir ein ganz kleines Beispiel in der Henne, die bereit ihr Leben zu opfern, einen Löwen anspringt, um ihr Junges zu retten.

Was heute einer islamischen Erziehung und guten Werken (a'mal-i ukhreviye) als das Wertvollste und das Notwendigste zu Grunde liegt, ist die Aufrichtigkeit (ikhlas). Opferbereitschaft (kahramanlik), die aus einer wahrhaftigen Aufrichtigkeit (haqiqi bir ikhlas) erwächst, findet man in einer derartigen selbstlosen Liebe (shefqat). Wenn sich beide Eigenschaften (Opferbereitschaft und Aufrichtigkeit) bei diesen gesegneten Frauen zu entfalten beginnen, so bilden sie den Nährboden für das ganz große Glück in der islamischen Welt. Dementgegen kann der Heldenmut der Männer ohne Gegenleistung nicht sein, vielmehr verlangen sie in hundertfacher Hinsicht eine Gegenleistung. Zum mindesten erwarten sie dafür Ruhm und Ansehen (shan u sheref). Doch bedauerlicherweise verfallen auch die hilflosen Frauen aus Armseligkeit und Schwäche auf ihre Art dieser Zurschaustellung (riya), um sich vor der Bosheit und Schlechtigkeit und der Gewalttätigkeit ihrer Männer zu schützen.

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Zweite Anmerkung:

Während ich in diesem Jahr ein Einsiedlerleben führte, mich also vom gesellschaftlichen Leben zurückgezogen hatte, habe ich auf Wunsch einiger Brüder und Schwestern unter den Nur-Schülern über die Welt nachgedacht. Von den meisten Freunden, die mit mir gesprochen haben, habe ich Klagen über ihr Familienleben gehört. "Oh weh", rief ich. "Das Familienleben ist für den Menschen, besonders für einen Muslim, sein Zufluchtsort, eine Art Paradies und eine Welt im Kleinen. Soll das jetzt etwa auch zu zerfallen beginnen?" Ich suchte den Grund dafür. Da erfuhr ich, dass ein, zwei Komitees damit beschäftigt sind, dem gesellschaftlichen Leben der Muslime und dadurch auch der Religion des Islam zu schaden und die jungen Leute von ihrem Weg abzubringen und sie in ihrer jugendlichen Leidenschaft zu Ausschweifungen zu verführen. Desgleichen hatte ich die deutliche Empfindung, dass noch ein, zwei weitere Komitees im Hintergrund intensiv daran arbeiten, einige unbedachte Frauen auf einen falschen Weg zu führen. Da wusste ich, dass das islamische Volk von dieser Seite einen fürchterlichen Schlag zu erwarten hat. Ich erkläre euch, meinen Schwestern und Kindern im Geiste, die ihr noch im jugendlichen Alter seid:

Wer nach einer Möglichkeit sucht, das Glück der Frauen in diesem und in jenem Leben zu bewahren und ihre besten Charaktereigenschaften, wie sie ihrem Wesen entsprechen, vor der Verderbnis zu schützen, findet nirgendwo anders einen Weg als in der Erziehung im islamischen Glauben. Ihr habt ja gehört, in welche Lage diese armen Frauen in Russland {Anspielung auf die allgemeine Demoralisierung im orthodoxen Russland nach der Revolution von 1917. (A.d.Ü.)} geraten sind!

In der Risale-i Nur heißt es in einer Abhandlung:

Ein Mann von Verstand stützt sich in seiner Liebe zu seiner Gattin nicht auf deren äußerliche Schönheit, die in fünf oder zehn Jahren vergeht, baut nicht auf deren Aussehen seine Freundschaft

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zu ihr auf. Vielmehr sollte er seine Liebe auf ihrer Liebe und ihrer inneren Schönheit aufbauen, wie sie der Frau eigen ist, jener Schönheit und Vollendung der Frauen, welche von Bestand und ihre größte Schönheit ist, so dass die Liebe ihres Mannes auch dann noch fortdauert, wenn aus der Jugendliche längst eine Greisin geworden ist. Seine Gefährtin ist ihm nicht nur in diesem irdischen Leben eine Zeitlang Hilfe und Partnerin, sondern auch im ewigen Leben eine immerwährende liebenswerte Lebensgefährtin. Deshalb sollten (ihtiyar) sie einander schon im Älterwerden mehr und mehr achten (hurmet) und stützen (merhamet) und lieben (muhabbet). Doch in einer Familie, die unter dem Deckmantel einer heutigen modernen Erziehung, nach einem vorübergehenden Zusammensein, so wie bei den Tieren von einer Trennung für ewig bedroht ist, wird das Leben von seiner Wurzel zerstört.

Überdies ist in einer Abhandlung der Risale-i Nur gesagt worden:

Glücklich ist jener Mann, der um seine ewige Partnerin nicht zu verlieren, seine fromme Ehefrau nachahmt und selbst fromm wird. Und glücklich ist jene Frau, die sieht, dass ihr Mann religiös ist und selbst religiös wird, um ihren ewigen Freund und Partner nicht zu verlieren und im irdischen Glück das jenseitige Glück gewinnt.

Unglücklich jener Mann, der seiner Frau in ihren Ausschweifungen folgt und sich nicht darum bemüht, dass sie dieses Leben aufgibt, ja sich sogar noch selbst daran beteiligt. Unglücklich jene Frau, die die Sünde ihres Mannes mit ansieht und ihn auf ihre Weise imitiert. Schande über jenen Mann und jene Frau, die einander helfen, sich ins Feuer zu werfen, wenn sie sich noch gegenseitig zu den Phantastereien (z.B. Ausschweifungen) der heutigen Zivilisation ermuntern.

Nun ist aber der Sinn des voranstehenden Absatzes aus der Risale-i Nur folgender:

In dieser Zeit kann ein Anstoß zur Entfaltung des Familienlebens,

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eine Grundlage für wachsendes Glück im Diesseits und im Jenseits und die Vorbedingung zur Entwicklung hoher weiblicher Charaktereigenschaften nur im Rahmen der Schariah und im Zusammenwirken mit den islamischen Sitten möglich sein.

Heute ist der wichtigste Punkt im Leben einer Familie folgender:

Wenn eine Frau erlebt, dass ihr Mann etwas Schlechtes tut, oder wenn sie Treulosigkeit (sadaqatsiz) von ihm erfährt und nun ihrem Gatten gleich und entgegen ihrer Pflicht als Frau in der Familie die Treue (sadaqat) bricht und das Vertrauen (emniyet) zerstört, dann richtet sie, einer Gehorsamsverweigerung im Militärdienst vergleichbar, in dieser Familie den ganzen Betrieb völlig zu Grunde. Vielmehr sollte sich eine solche Frau darum bemühen, die Fehler ihres Mannes so weit wie möglich zu bereinigen, um so ihren ewigen Gefährten zu retten. Wenn sie dagegen ihre Reize vor anderen offen zur Schau stellt und sich darum bemüht, sich beliebt zu machen, so trägt sie in jeder Hinsicht den Schaden davon. Denn wer von der Wahrheit (haqiqi) lässt und die Treue (sadaqat) bricht, empfängt seine Strafe schon im Diesseits. Denn die Frau erschrickt wesensgemäß vor den Blicken der Fremden, fühlt sich befangen und zieht sich vor ihnen zurück. Sie empfindet die Blicke von achtzehn unter zwanzig Männern als lästig. Was aber einen Mann betrifft, so wird er vielleicht nur vor einer unter hundert Frauen Abscheu empfinden und sich belästigt fühlen, wenn sie ihn betrachten. Deshalb wird eine Frau sich unbehaglich fühlen und sich selbst beunruhigen; sie mag darüber hinaus auch noch in den Verdacht der Treulosigkeit (sadaqatsiz) geraten und kann dann in ihrer Schwäche noch nicht einmal ihr Recht verteidigen.

Zusammenfassung:

So wie die Frauen wegen ihres Heldenmutes (kahramanlik), ihrer Aufrichtigkeit (ikhlas) und selbstlosen Liebe (shefqat) nicht den Männern gleichen, können auch die Männer sie in heldenmütiger Opferbereitschaft (kahramanlik) nicht erreichen; genauso wenig können es auch die Frauen in der Ausschweifung keineswegs den Männern gleich tun. Deswegen und entsprechend ihrem Wesen (fitrat) und der Schwäche

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in ihrer Natur (khilqat) empfinden sie eine sehr große Angst vor fremden Männern und halten es für notwendig, sich in ihrem Tscharschaf zu verhüllen. Denn dort wo der Mann zu seinem Spaß und Vergnügen sich für neun Minuten der Ausschweifung ergibt und dafür lediglich ein wenig Geld opfert, muss die Frau zur Strafe für die neun Minuten ihrer Ausschweifung auch noch neun Monate lang eine schwere Last in ihrem Bauche mit sich tragen, sich danach neun Jahre lang ohne einen Beschützer mit der Erziehung des Kindes abplagen, kann sie dem Mann in ihrer Ausschweifung nicht gleich werden, muss vielmehr eine hundertfach höhere Strafe verbüßen. Wie dergleichen gar nicht so seltene Vorkommnisse zeigen, sind Frauen wohl einerseits ihrem Wesen entsprechend eine Heimstatt hoher Moral, doch haben sie kaum die Anlage für irdische Vergnügungen in Stunde und Ausschweifung. Das heißt, sie sind vor allem dazu geschaffen und gesegnet, im Rahmen einer islamischen Gesittung im Schoße einer glücklichen Familie zu leben. Sollen die Organisationen, die diese Frauen verderben wollen, verdammt werden. Meine Schwestern aber möge Allah vor dem Übel dieser Banditen behüten. Amen.

Meine Schwestern! Ich möchte euch ein Wort unter uns(mahrem)anvertrauen:

Bevor ihr euch um des täglichen Brotes willen unter das Joch eines europäisierten, sittenlosen und verblendeten Mannes beugt, solltet ihr euch lieber darum bemühen, mit einer Sparsamkeit und Genügsamkeit (iktisad ve kanaat) wie sie eurer Gesittung entspricht, den Bauersfrauen gleich, die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, euren eigenen Haushalt zu führen, anstatt euch zu verkaufen. Falls aber ein Mann, der für euch nicht geeignet ist, trotzdem für eine von euch bestimmt (kismet) wird, sollt ihr mit eurer Bestimmung (kismet) einverstanden sein und euch mit ihm zufrieden geben. Insha-a'Ilah! wird auch er sich durch eure Zufriedenheit (razi) und Bescheidenheit (kanaat) bessern. Anderenfalls könntet ihr, wie ich jetzt vielfach höre, zwar bei Gericht die Scheidung einreichen, doch wäre dies mit dem

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islamischen Ehrgefühl und unserer nationalen Würde unvereinbar.

Dritte Anmerkung:

Meine lieben Schwestern! Ihr solltet euch dessen sicher sein, dass die Risale-i Nur mit Hunderten von Hinweisen und anhand ebenso vieler unbezweifelbarer Tatsachen nachgewiesen hat, dass mit den Vergnügungen und Freuden außerhalb des Erlaubten Rahmens ein Zehnfaches an Schmerzen und Mühen verbunden ist. Alle weiteren Einzelheiten könnt ihr daher der Risale-i Nur entnehmen. Beispiele dazu bieten euch in dem Buch: "Kleine Worte" das Sechste, Siebente und Achte Wort, sowie der "Wegweiser für die Jugend". Sie werden euch sämtliche Tatsachen besser und ausführlicher darlegen, als ich das hier kann. Deswegen sollt ihr euch mit einem Vergnügen im von Gott erlaubten Rahmen zufrieden geben und euch damit bescheiden. Mit euren Kindern zu Hause liebevollen Umgang zu pflegen, bietet mehr Genuss als Hunderte von Kinobesuchen. Ihr sollt euch dessen sicher sein, dass in diesem irdischen Leben die wahren Freuden aus einem Leben im Glauben (iman) erwachsen und aus dem Glauben (iman) selbst. Und aus jedem guten Werk (a'mal-i saliha) erwächst eine geistige Freude (manevi lezzet). Und dass sich auf Irrwegen und in der Ausschweifung schon in dieser Welt besonders bitteres und quälendes Leid einstellt, wurde bereits in der Risale-i Nur mit unbestreitbaren Beweisen dargelegt. Ja, dass im Glauben sogar, ein Kern des Paradieses und in Unglaube und Ausschweifung ein Samenkorn der Hölle liegt, wurde mir selber durch viele Erfahrungen und Erlebnisse vor Augen geführt und in der Risale-i Nur ist diese Tatsache vielmals beschrieben worden, was dann in die Hände von besonders verbohrten Kritikern geriet. Doch konnten die offiziellen Sachverständigen und die Gerichte diese Wahrheit nicht widerlegen. Nun sollen besonders die Abhandlung über die Verhüllung der Frau und der "Wegweiser für die Jugend" und die "Kleinen Worte" an meiner Stelle euch, ihr meine Schwestern und meine Töchter, unterrichten.

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Ich habe gehört, dass ihr möchtet, dass ich euch den Unterricht in der Moschee erteilen soll. Aber meine Krankheit, meine schwierige Lage und noch viele andere Ursachen erlauben es mir nicht. Ich habe mich entschlossen, alle meine Schwestern, die diesen meinen Unterricht gelesen und angenommen haben, wie Nur-Schüler in alle meine geistigen Verdienste und Gebete einzuschließen. Wenn ihr euch an meiner Stelle einen Teil des Risale-i Nur Gesamtwerkes {Zur damaligen Zeit existierte die Risale-i Nur zunächst nur in einzelnen weit verstreuten Handschriften. (A.d.Ü.)} beschaffen könnt, es lest oder hört, dann werdet ihr nach unserem Grundprinzip auch einen Anteil an den geistigen Verdiensten und Gebeten aller Nur-Schüler haben, die eure Brüder sind. Ich wollte noch mehr schreiben, aber da ich sehr krank und sehr schwach und sehr alt bin und neben Korrekturarbeiten noch viele andere Aufgaben zu erledigen habe, gebe ich mich hiermit zufrieden...

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}

Euer des Bittgebetes bedürfender Bruder
Said Nursi
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Fünfundzwanzigster Blitz

Ein Seelenführer für die Kranken
Geschrieben für die Kranken als eine Salbe, eine Tröstung, ein geistiges Rezept, an Stelle eines Besuches am Krankenbett und als ein Wunsch zur Genesung.
Erinnerung und Entschuldigung

Dieses geistige Rezept ist schneller als alles bisherige geschrieben worden.

Wir haben bei dieser Abhandlung im Gegensatz zu anderen noch nicht einmal Zeit gefunden für Korrekturen und die sonst übliیِژ Sorgfalt. Auch dabei waren wir so schnell wie bei der Abfassung, so dass wir diese Abhandlung nur einmal durchgelesen haben. Sie wurde gleich als Manuskript gedruckt. Wir haben es nicht mehr für notwendig gehalten, das, was uns so frisch und natürlich (fitri) als Einfall vom Herzen kam, noch einmal zu überprüfen, um es nicht durch erkünstelte Sorgfalt wieder zu zerstören. Die verehrten Leser, besonders aber die Kranken mögen mir nicht böse sein, wenn ich sie durch einige unbequeme Bemerkungen oder ernstgemeinte Worte und Darstellungen beunruhigt habe. Außerdem bitte ich um ihr Gebet!

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بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ اَلَّذِينَ اِذَآ اَصَابَتْهُمْ مُصِيبَةٌ قَالُوٓا اِنَّا لِلّٰهِ وَاِنَّآ اِلَيْهِ رَاجِعُونَ ٭ وَالَّذِى هُوَ يُطْعِمُنِى وَيَسْقِينِ ٭ وَاِذَا مَرِضْتُ فَهُوَ يَشْفِينِ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Sie sagen, wenn ein Übel sie trifft: 'Von Allah kommen wir und zu Ihm kehren wir wieder zurück.'" (Sure 2, 156) "(...) Der mir zu essen und zu trinken gibt, und Der, wenn ich krank bin, mich heilt und die Genesung bringt!" (Sure 26, 79-80)}

In diesem Funken (lem'a) erklären wir kurz "fünfundzwanzig Heilmittel" für die Kranken und die Unglücklichen, die ein Zehntel der Menschheit bilden, als eine wahre Tröstung und heilende Salbe.

Erstes Heilmittel:

Oh du hilfloser Kranker! Mach dir keine Sorgen! Habe Geduld! Deine Krankheit dient dir nicht zu Kummer und Sorge, sondern zum Heil. Das Leben ist ein Kapital und es vergeht. Wenn es keine Frucht bringt, büßt man es ein. Mag es auch ein ruhiges und sorgloses Leben, das in Gottvergessenheit vergeht, sein! Es vergeht sehr schnell. Die Krankheit lässt dir aus diesem deinem Kapital einen großen Verdienst als Frucht erwachsen. Ja, sie lässt der raschen Vergänglichkeit dieses Lebens keinen Raum, bewahrt es, verlängert es... damit die Früchte bleiben, nachdem es vergangen ist. Als einen Hinweis dafür, dass das Leben durch eine Krankheit verlängert wird, wurde dieses Sprichwort zum Allgemeingut: "Im Unglück wird die Zeit sehr lang, im Glück jedoch sehr kurz."

Zweites Heilmittel:

Oh du ungeduldiger Kranker! Sei geduldig, ja, sogar dankbar! In dieser deiner Krankheit wird jede einzelne Minute zu einer Stunde der Anbetung. Denn es gibt zwei Arten der Anbetung. Die eine ist die positive Art anzubeten, nämlich die bekannte Art des Pflichtgebetes und des Bittgebetes. Die andere Art ist die negative; durch Krankheit und Unglück fühlt der vom Leid Betroffene

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seine Hilflosigkeit (adjz) und Schwäche (da'if), nimmt zu seinem barmherzigen Schöpfer (khaliq-i Rahiem) Zuflucht, fleht inständig zu Ihm, gelangt zu einem reinen, ungeheuchelten (riyasiz), innerlichen (manevi) Gebet (ibadet). Ja, ein Leben in Krankheit verbracht, ohne dabei Allah anzuklagen, gilt für den Gläubigen als Anbetung, wofür es eine echte Überlieferung gibt. Auf Grund dieser echten Überlieferung und wahrhaftigen Entdeckung (keshfiyat-i sadiqa) steht sogar fest, dass eine Minute Krankheit bei manchen geduldigen und dankbaren Kranken gleich einer Stunde Anbetung, bei einigen Vollendeten eine Minute gleich einem Tag der Anbetung gilt. Klage deine Krankheit, die dir für eine Minute deines Lebens tausend gibt, und dir zu einem langen Leben verhilft, nicht an, sondern sei dankbar!

Drittes Heilmittel:

Oh du Kranker ohne Ausdauer! Der Mensch ist nicht in die Welt gekommen, um nach seiner Lust und Laune zu leben. Zeugnis dafür gibt das ständige Kommen und Gehen der Menschen. Die jungen werden alt, und sie alle werden zwischen Tod und Trennung ständig umhergetrieben. Und obwohl der Mensch unter den Lebewesen das vollkommenste, höchste, hinsichtlich seiner Anlagen reichste, ja, sogar der König aller Lebewesen ist, verbringt er dennoch, verglichen mit den Tieren, nur ein trauriges und kummervolles Leben auf der untersten Stufe, weil er ständig über vergangenes Glück und kommendes Unheil nachdenkt. Das heißt, dass der Mensch nicht in diese Welt gekommen ist, nur um sich ein schönes Leben zu machen und ruhig und unbeschwert seine Zeit zu verbringen. Er ist vielmehr hierher gekommen als ein Mensch, in dessen Händen sich ein gewaltiges Kapital befindet, um Handel zu treiben und zu arbeiten für ein immer und ewig glückseliges Leben. Das Kapital, das ihm an die Hand gegeben wurde, ist die Spanne seines Lebens. Gäbe es keine Krankheit, würden ihn Gesundheit und Wohlbehagen zur Gottvergessenheit verleiten... Die Welt erschiene ihm als ein Freudental. Das Jenseits geriete in Vergessenheit. Man möchte nicht

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an Grab und Tod erinnert werden, möchte das Kapital seines Lebens wie im Leerlauf für hohle Vergnügungen ausgeben, doch die Krankheit öffnet ihm plötzlich die Augen und spricht zu ihm, zu seinem Körper: "Du bist nicht unsterblich, nicht ungebunden, du hast eine Aufgabe. Lass deinen Stolz (gurur)! Denke an den, der dich geschaffen! Wisse, dass du ins Grab steigen wirst! Bereite dich also darauf vor!" So ist also die Krankheit von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet ein Mahner, der niemals betrügt und ein warnender Lehrer. In dieser Hinsicht sollte man sie nicht anklagen, vielmehr ihr dankbar sein und - wenn es einem zu schwer wird - um Geduld bitten...

Viertes Heilmittel:

Oh du anklagender Kranker! Was du von Rechtswegen tun solltest, ist, nicht zu klagen, sondern dankbar und geduldig zu sein. Denn dein Körper, deine Organe, deine ganze Konstitution ist nicht dein Eigentum. Du hast sie nicht gemacht... Du hast sie nicht in irgendeiner Werkstatt gekauft. Sie sind also Eigentum eines anderen. Ihr Besitzer verfügt über Sein Eigentum, so wie Er will. Wie im Sechsundzwanzigsten Wort z.B. gesagt wurde: Ein sehr reicher und hochbegabter Künstler stellt, um seine schöne Kunst und seinen kostbaren Reichtum zu zeigen, einen armen Mann für ein Stündchen gegen Honorar als Modell ein, und bekleidet diesen armen Mann mit einem besonders kunstvoll genähten und verzierten Umhang oder Anzug. Dann bestickt und modelliert er daran. Er schneidet, ändert, verlängert, verkürzt, um seine einzigartige Kunstfertigkeit zu zeigen. Wenn nun etwa dieser gegen ein Honorar angestellte, arme Mann zu jenem Herrn (dhat) sagt: "Sie machen mir Schwierigkeiten (zahmet)... Sie befehlen mir, mich zu beugen und mich wieder aufzurichten und verursachen mir allerlei Umstände... Sie verderben die ganze Schönheit, wenn Sie an diesem Umhang, der mich schmückt, herumschneiden und kürzen.", hat er dann etwa ein Recht, so zu reden? Kann er sagen: "Sie haben ohne Mitleid (merhametsiz) und Barmherzigkeit gehandelt!"? Genauso wie in diesem Beispiel ändert

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dir, oh Kranker, der erhabene Meister (Sani-i Dhu l-Djelal) deinen Körper - das Hemd, das Er dir angezogen hat - den Er mit erleuchteten Sinnen wie Augen, Ohr, Verstand und Herz ausgestattet hat, um die Ornamente Seiner schönen Namen zu zeigen, dreht und wendet dich unter den verschiedensten Umständen und Situationen. So wie du Seinen Namen der Versorger (Rezzaq) in deinem Hunger kennengelernt hast, so erfahre nun auch Seinen Namen der Heiler (Shafi) in deiner Krankheit! Weil Schmerz und Unglück einen Teil Seiner Namen erkennen und bestimmen lassen, finden sich in ihnen Funken der Weisheit (hikmet) und Strahlen der Barmherzigkeit (rahmet) und besondere Schönheiten unter diesen Strahlen. Wenn der Vorhang sich öffnet, findest du hinter dem Vorhang der gefürchteten und verabscheuten Krankheit viele liebevolle und schöne Bedeutungen.

Fünftes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du der Nörgelei verfallen bist! Ich bin aus Erfahrung zu der Überzeugung gelangt, dass in unserer Zeit Krankheit für einige eine Wohltat Gottes (ihsan-i Ilahi) und ein Geschenk Seiner Barmherzigkeit (hediye-i Rahman) ist. Obwohl ich dessen nicht würdig bin, kommen seit acht, neun Jahren einige junge Leute in ihrer Krankheit zu mir, damit ich für sie bete (dua). Ich habe bemerkt, dass diejenigen jungen Kranken, die ich gesehen habe, im Gegensatz zu anderen jungen Leuten begonnen haben, an das "Danach" (Jenseits) zu denken. Sie kennen die Trunkenheit der Jugend nicht. Sie retten sich in gewissem Grade davor, sich achtlos tierischer Lust auszusetzen. Ich habe gesehen, dass ihre Krankheiten im Rahmen ihrer Fähigkeit, sie zu ertragen, eine Wohltat Gottes (ihsan-i Ilahi) waren, und habe sie darauf aufmerksam gemacht. Ich sagte ihnen immer: "Mein Bruder, ich habe nichts gegen deine Krankheit, und bedauere dich nicht wegen deiner Krankheit, sodass ich für dich beten müsste. Bemühe dich um Geduld in deiner Krankheit bis zu deiner völligen Erweckung! Und wenn die Krankheit ihre Aufgabe erfüllt hat, wird dir der barmherzige Schöpfer (Khaliq-i Rahiem) um Seinetwillen Genesung schenken." So sagte ich weiter:

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"Ein Teil deiner Altersgenossen sind infolge des Unglücks (bela) ihrer Gesundheit der Gottvergessenheit verfallen, versäumen das Gebet, denken nicht an das Grab, vergessen Allah... In diesem irdischen Leben erschüttern, ruinieren, ja, zerstören sie vielleicht sogar in einer Stunde oberflächlicher Lust ein unendliches, ewiges Leben. Durch die Brille deiner Krankheit siehst du dein Grab, deine künftige Wohnstatt, in die du in jedem Falle hinabsteigen wirst, und noch dahinter die jenseitigen Wohnstätten, und verhältst dich dementsprechend. Das besagt also, dass für dich die Krankheit Gesundheit ist, doch bei einem Teil deiner Altersgenossen ist Gesundheit eine Krankheit..."

Sechstes Heilmittel (Erster Teil):

Oh du über Schmerzen klagender Kranker! Ich bitte dich: Denke an dein vergangenes Leben und an die in den vergangenen Tagen dieses Lebens genossenen Vergnügungen und erinnere dich an die Zeiten der Schmerzen und Leiden! In jedem Fall wirst du entweder "oh" oder "ach" sagen. Du wirst entweder mit Herz und Mund sagen "Elhamdulillah" oder aber "weh" oder "ach". Pass auf, was dich "Elhamdulillah" sagen lässt, ist das Denken an Schmerzen und Unglücksfälle, die nun aber vorüber sind. Denn das macht innerlich froh. Und dafür dankt das Herz. Denn der Schmerz weicht der Erleichterung. Sind Schmerz und Unglück gewichen, lassen sie in der Seele eine Erleichterung als Nachlass zurück. Durch Nachdenken gleichsam wie aufgewühlt, entströmt Erleichterung der Seele... Danksagung gleichsam wie Tropfen. Was dich voll Sehnsucht "oh" und voll Bedauern "ach" sagen lässt, sind die in der Vergangenheit genossenen Freuden und Vergnügungen, die einen beständigen Schmerz in der Seele zurücklassen, nachdem sie vergangen sind; jedesmal, wenn du an sie denkst, wird dieser Schmerz wieder aufgewühlt... Sehnsucht und Bedauern fließen. So kann das unerlaubte Vergnügen eines Tages zuweilen ein Jahr lang einen Schmerz in der Seele hervorrufen. Und der Schmerz, den eine vorübergehende Krankheit von einem

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Tag hervorgerufen hat, bringt für viele Tage innere Freude über den Lohn und dazu noch die innere Freude darüber, dass der Schmerz vergangen und die Krankheit überstanden ist. Denke also, dass diese zeitweilige Krankheit, die jetzt über deinem Haupte schwebt, ihren Lohn als Ergebnis und als ihr wahres Gesicht hat, sage "Das geht auch vorüber. Ya Hu!" und sei dankbar, anstatt zu klagen.

Sechstes Heilmittel (Zweiter Teil):

Oh du mein Bruder, der du an weltliche Vergnügungen denkst und deswegen unter deiner Krankheit leidest! Wenn diese Welt beständig wäre, und es keinen Tod auf unserem Wege gäbe, und die Stürme der Trennung und des Verfalls nicht bliesen, und keine Winter der Seele in der unheildurchbrausten Zukunft wären, würde auch ich mit dir zusammen deinen Zustand bedauern. Aber die Welt wird sicherlich eines Tages zu uns sagen: "Los, raus!", uns sich unserem Schreien gegenüber die Ohren zuhalten. Bevor sie uns hinauswirft, müssen wir - durch die Krankheit gewarnt - schon von jetzt an auf unsere Liebe zu ihr verzichten... bevor sie uns verlässt, müssen wir uns bemühen, sie von Herzen zu verlassen... Ja, die Krankheit erinnert uns an all dies und sagt: "Dein Körper ist nicht aus Stein oder Eisen, sondern aus verschiedenen Substanzen zusammengesetzt, welche ständig die Neigung haben, wieder auseinanderzufallen. Gib deinen Stolz (gurur) auf! Begreife deine Schwäche! Erkenne deinen Eigentümer! Wisse um deine Aufgabe! Lerne, warum du in die Welt gekommen bist!"... So flüstert sie dir heimlich in deines Herzens Ohr. Die Freuden und Vergnügen dieser Welt sind also unbeständig. Besonders wenn sie unerlaubt sind, sind sie sowohl unbeständig und leidvoll (elemli) als auch

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sündhaft (günahli). Weine nicht, weil dir nun deine Krankheit als Vorwand dient, deiner Vergnügungen verlustig zu gehen. Im Gegenteil: Denke während deiner Krankheit über die stille Anbetung, den Dienst (manevi ibadet) und die Belohnung (sevab) im Jenseits nach, und versuche, froh (zevk) zu sein!

Siebentes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du die Freude über deine Gesundheit verloren hast! Deine Krankheit lässt den Sinn für Gesundheit als einer Gabe Gottes (nimet-i Ilahiye) nicht vergehen, sondern belebt und verstärkt ihn. Denn was beständig vorhanden ist, verliert seine Wirkung. Ja, die Kenner der Wahrheit sagen sogar übereinstimmend:

اِنَّمَا الْاَشْيَآءُ تُعْرَفُ بِاَضْدَادِهَا

{"Alle Dinge erkennen sich in ihrem Gegenteil."}

Zum Beispiel:

Gäbe es keine Finsternis, könnten wir Licht nicht erkennen und es nicht genießen. Gäbe es keine Kälte, verstünden wir die Hitze nicht, hätten wir keinen Sinn dafür. Gäbe es keinen Hunger, fänden wir keinen Geschmack am Essen. Gäbe es keinen Durst, verspürten wir keine Lust, Wasser zu trinken. Gäbe es kein Unwohlsein, empfänden wir kein Wohlbefinden. Gäbe es keine Krankheit, hätten wir kein Gespür für Gesundheit. Demgemäß möchte der allweise Schöpfer (Fatir-i Hakiem) also, dass der Mensch Seine verschiedensten Gaben (ihsan) kosten, jede Art Seiner Gnadenerweise (nimet) schmecken solle, und ihn daher stets zur Dankbarkeit anleiten. Er hat den Menschen mit sehr vielen Anlagen ausgestattet, damit er all die verschiedenen, unzähligen Arten Seiner Gnadenerweise in der ganzen Welt koste und erfahre. So wie Er Gesundheit und Wohlbefinden gegeben hat, wird Er sicherlich auch Krankheiten, Unwohlsein und Kummer geben. Ich frage dich: "Hättest du nicht diese Krankheit in deinem Kopf, deiner Hand, deinem Bauch, würdest du dann auch Sinn und Geschmack für die Gabe Gottes verspüren und für die Gesundheit deines Kopfes, deiner Hand, deines Bauches danken? Sicherlich würdest du nicht danken, ja,

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vielleicht noch nicht einmal daran denken. Du würdest mit deiner Gesundheit sorglos umgehen, sie achtlos, ja, leichtfertig aufs Spiel setzen."

Achtes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du an das Jenseits denkst! Die Krankheit wäscht und reinigt wie eine Seife vom Schmutz der Sünde. Es steht auf Grund einer "wahren Überlieferung" fest, dass die Krankheiten eine Buße für die Sünden sind. Außerdem ist in einem Hadith gesagt: "So wie von einem Baum die reifen Früchte herunterfallen, wenn man ihn schüttelt, so fallen auch von einem Gläubigen die Sünden ab, wenn er in seiner Krankheit vom Fieber geschüttelt wird." Sünden sind für das ewige Leben wie andauernde Krankheiten. Sie sind außerdem in diesem irdischen Leben wie eine seelische (manevi) Krankheit für das Herz, das Gewissen, den Geist. Wenn du geduldig bist und nicht klagst, rettest du dich durch diese vorübergehende Krankheit vor sehr vielen, lang andauernden Krankheiten.

Wenn du nicht an die Sünden denkst oder nichts vom Jenseits weißt oder Allah nicht kennst, hast du so eine fürchterliche Krankheit, millionenfach größer als diese deine kleine Krankheit. Ihretwegen sollst du jammern, denn dein Herz, dein Geist und deine Seele steht in Beziehung zu allem irdischen Sein. Durch Trennung und Zerfall werden diese Beziehungen ständig zerschnitten und dir dadurch zahllose Wunden geschlagen. Besonders, weil du nichts vom Jenseits weißt, stellst du dir den Tod als das ewige Nichts vor, und es ist scheinbar so, als sei dein wunder, kranker und zerschlagener Körper so groß wie die Welt. Es ist also zunächst einmal nötig, deine Ansichten zurechtzurücken und ein Heilmittel für deinen Glauben zu suchen, eine sicher wirkende Medizin für die zahllosen Krankheiten dieses deines großen, mit zahllosen Wunden geschlagenen Seelenkörpers und ein Gegengift, das dir sichere Genesung bringen wird.

Der kürzeste Weg, dieses Mittel zu finden, besteht darin, den Vorhang deiner Gottvergessenheit durch diese,

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deine äußerliche Krankheit zu zerreißen, damit dir dahinter das Fenster deiner Schwäche und Hilflosigkeit (adjz ve da'if) gezeigt werde, durch das du die Macht und Barmherzigkeit (qudret ve rahmet) des Allmächtigen in Seiner Majestät (Qadir-i Dhu l-Djelal) kennenlernen wirst. Ja, wer Allah nicht kennt, lädt sich eine Welt voll Unglück (bela) auf sein Haupt. Wer Allah kennt, dem ist die Welt von Licht und innerer Freude erfüllt. Er empfindet sie entsprechend dem Grad, der Stärke seines Glaubens. Unter dieser inneren Freude, der Genesung, dem Gespür, das aus dem Glauben erwächst, wird der Schmerz dieser winzig kleinen, äußerlichen Krankheit weggeschmolzen und herausgedrückt.

Neuntes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du deinen Schöpfer kennst! Wenn Schmerz, Angst und Schrecken mit den Krankheiten verbunden sind, so liegt das daran, dass manche Krankheiten zum Tode führen. Weil der Tod - mit den Augen eines Gottvergessenen betrachtet, äußerlich gesehen - schrecklich ist, erregen die Krankheiten, die ihn verursachen können, Schrecken und Panik.

Erstens:

Wisse und glaube fest daran, dass der Zeitpunkt des Todes (edjel) feststeht (muqadder) und nicht verrückbar ist! Die am Bette der Schwerkranken weinten und sich dabei doch bester Gesundheit erfreuten, sind gestorben... die Schwerkranken aber fanden Genesung und überlebten...

Zweitens:

Der Tod ist gar nicht so schrecklich, wie es äußerlich erscheint. Wir haben in vielen Abhandlungen im Lichte des Weisen Qur'an mit völliger Sicherheit und in einer Weise, die über jeden Zweifel erhaben ist, bewiesen, dass der Tod für die Gläubigen eine Entlassung aus der Mühsal ihrer Lebensaufgabe bedeutet... also die Befreiung von der Pflicht zu jener Anbetung, welche in der Prüfung auf dem Weltenplatz ein Ausdruck von Bildung und Erziehung ist... ein Anlass, neunundneunzig von hundert Freunden und Verwandten wieder zu treffen, welche in die andere Welt gegangen sind... also ein Fahrzeug, um in die wahre Heimat, die Wohnstatt der ewigen Glückseligkeit einzugehen... eine Einladung heraus aus

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dem Kerker dieser Welt in die Gärten des Paradieses... dass er bedeutet, an der Reihe zu sein, aus der Freigiebigkeit (fadl) des barmherzigen Schöpfers (Khaliq-i Rahiem) den Lohn für seinen eigenen Dienst zu empfangen. Da nun vom Standpunkt der Wahrheit aus dies das Wesen des Todes ist, sollte er nicht als so schrecklich angesehen werden, sondern - im Gegenteil - als Beginn der Barmherzigkeit (rahmet) und Glückseligkeit betrachtet werden. Wenn aber dennoch ein Teil der Gottesleute den Tod fürchtet, so nicht wegen der Schrecklichkeit des Todes, sondern vielmehr, um durch die Fortsetzung ihrer Lebensaufgabe noch mehr Verdienste zu erwerben. Ja, für die Gläubigen steht der Tod an der Schwelle der Barmherzigkeit (Gottes). Für diejenigen aber, die in die Irre gehen, ist er eine Zisterne ewiger Finsternis.

Zehntes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du dir unnötig Sorge machst! Du machst dir Sorgen wegen der Schwere deiner Krankheit. Diese Sorge verschlimmert noch deine Krankheit. Wenn du also in deiner Krankheit nach Erleichterung suchst, bemühe dich, dir keine Sorgen zu machen! Denke also an den Gewinn und den Lohn deiner Krankheit, und daran, dass sie schnell vorübergehen möge; entledige dich deiner Sorgen, schneide die Wurzel deiner Krankheit ab! Ja, Sorge verdoppelt die Krankheit; unter der äußerlichen Krankheit entsteht durch die Sorge im Herzen eine innerliche Krankheit. Auf ihr fußt die äußerliche Krankheit, verbreitet sich weiter. Wenn durch Ergebung (teslim), Zufriedenheit (riza) und den Gedanken an die Weisheit (hikmet) hinter der Krankheit die Sorge verschwindet, wird dieser äußerlichen Krankheit eine wichtige Wurzel abgeschnitten, sie wird leichter, vergeht zum Teil. Besonders, wenn durch eine Einbildung eine leichte, äußerliche Krankheit von einem Dirhem (wenige Gramm) entstanden ist, wächst sie durch die Sorgen um zehn Dirhem. Beseitigt man die Sorge, vergehen neun Zehntel der Krankheit. So wie Sorge die Krankheit verschlimmert, weil sie ein Zweifel an der Weisheit Gottes ist, eine Kritik

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an dem Erbarmen Gottes, eine Klage gegen die Barmherzigkeit des Schöpfers (Khaliq-i Rahiem), so ist die Verschlimmerung der Krankheit ein Schlag entgegen der ursprünglichen Absicht. Ja, so wie Dankbarkeit die Gnadengabe vermehrt, so steigert Klage die Krankheit und das Unglück. Außerdem ist die Sorge selbst eine Krankheit. Deren Heilmittel besteht darin, die Weisheit der Krankheit zu erkennen. Weil du also schon ihre Weisheit und ihren Gewinn erkannt hast, trage diese Salbe auf deine Sorge auf und mach dich frei. Statt "ach", sage "oh", und statt zu bedauern, sage:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلَى كُلِّ حَالٍ

{"Lobpreis und Dank sei Allah für eine jede Lage."}

Elftes Heilmittel:

Oh du ungeduldiger kranker Bruder! Obwohl die Krankheit dir einen Schmerz zufügt, lässt sie dich dennoch seit dem Ende deiner vorigen Krankheit und mit dem Ende dieser Krankheit, den Sinn für das Ideelle und mit der Belohnung den Sinn für das Essenzielle verspüren. In der Zeit, die auf den heutigen Tag, vielleicht auf die jetzige Stunde folgt, gibt es keine Krankheit mehr und sicherlich aus dem Nichts auch keinen Schmerz. Wo kein Schmerz ist, gibt es auch kein Bedauern... Weil du dich auf der falschen Spur bewegst, bildest du dir etwas ein und wirst ungeduldig. Denn weil die äußeren Erscheinungen während der gesamten vor dem heutigen Tag liegenden Zeiten einer Erkrankung vorübergegangen sind, ist zugleich auch der Schmerz vorüber; geblieben ist die Belohnung, die in ihr enthalten war und die Freude an ihrem Ende. Sie müssen dir Gewinn und Freude schenken. Stattdessen aber in Ungeduld und Trauer an sie zu denken, ist Wahnsinn. Die kommenden Tage sind noch nicht gekommen... Jetzt schon an sie zu denken, an einen Tag, der nicht ist, und eine Krankheit, die es nicht gibt, einen Schmerz, den es nicht gibt, sich einzubilden und darüber nachzudenken, Ungeduld und

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Trauer darüber zu zeigen, dem Nicht-Sein auf drei Stufen des Nicht-Seins den Anstrich des Seins zu verleihen, was ist das, wenn nicht Wahnsinn? Also nochmals: In Anbetracht dieser Tatsache, ist das, was in einer Stunde sein wird, noch irreal: Die Zeit ist irreal, die Krankheit ist irreal, der Schmerz ist irreal. Zerstreue also nicht alle Streitkräfte deiner Geduld, die dir Gott der Gerechte anvertraut hat, zur Rechten und zur Linken, sondern konzentriere sie in dieser Stunde gegen deinen Schmerz und sage "Ya Sabur!" und harre aus.

Zwölftes Heilmittel:

Oh du Kranker, dem wegen deiner Krankheit Anbetung und Rezitation (ibadet ve evrad) versagt (mahrum) bleiben und der du wegen deiner Versagung (mahrumiyet) betrübt bist! Wisse, dass es auf Grund eines Hadith feststeht: "Ein frommer Gläubiger, der wegen seiner Krankheit die täglichen Rezitationen (vird) nicht zu beten vermag, erwirbt während der Zeit seiner Krankheit dennoch deren Verdienste." Für einen Kranken, der das Pflichtgebet so weit wie möglich verrichtet, gilt während der Zeit einer schweren Erkrankung die Krankheit als Ersatz für die unterbliebenen Sunna-Gebete - und zwar als ein aufrichtiges Gebet! - wenn er geduldig ist, sich (Gott) anvertraut und die Pflichtgebete verrichtet. Dennoch lässt die Krankheit den Menschen seine Schwäche und Hilflosigkeit empfinden. Sie bewirkt, dass er in seiner Schwäche und Hilflosigkeit, ausgesprochen mit seinen Worten oder unausgesprochen mit seinen Taten, sein Gebet (dua) darbringt. Gott der Gerechte hat dem Menschen eine grenzenlose und eine unendliche Hilflosigkeit gegeben, damit er beständig am Throne Gottes Zuflucht suche, zu Ihm flehend und betend:

قُلْ مَا يَعْبَؤُا بِكُمْ رَبِّى لَوْلاَ دُعَآؤُكُمْ

{"Sprich: Mein Herr würde sich nicht um euch kümmern, wäre es nicht um eures Gebetes willen." (Sure 25, 77)}

Nämlich: "Wenn ihr nicht betet, welchen Wert habt ihr dann noch?" Entsprechend dem Geheimnis dieses Verses

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ist die Krankheit eine Ursache des innigen und flehentlichen Gebetes (dua), das der verborgene Sinn der Erschaffung des Menschen ist und der Grund seines Wertes. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist es erforderlich, nicht zu klagen, sondern Allah zu danken und den Hahn des Gebetes (dua), den die Krankheit geöffnet hat, nicht zu schließen, nachdem man seine Gesundheit wieder erlangt hat.

Dreizehntes Heilmittel:

Oh du bedauernswerter Mann, der du über deine Krankheit klagst! Für manche ist eine Krankheit eine bedeutende Fundgrube, ein besonders kostbares Geschenk Gottes. Jeder Kranke kann sich vorstellen, dass seine eigene Krankheit von dieser Art sei. Es ist nun einmal die Stunde des Todes ungewiss. Gott der Gerechte hat dem Menschen, um ihn vor der völligen Verzweiflung (ye's-i mutlaq) und vor der völligen Gottvergessenheit (ghaflet-i mutlaq) zu bewahren, und damit Er ihn zwischen Angst und Hoffnung (khauf u redja) im Gleichgewicht halte, und jener sowohl Diesseits als auch Jenseits im Auge behalte, in Seiner Weisheit die Stunde des Todes verborgen. Es kann nun einmal zu jederzeit die Stunde des Todes kommen. Wenn sie den Menschen in seiner Gottvergessenheit ergreift, kann ihm das für sein ewiges Leben sehr zum Nachteil gereichen. Die Krankheit lässt die Gottvergessenheit von ihm weichen und ihn an das Jenseits denken, bringt ihm den Tod zur Erinnerung, bereitet ihn auf diese Weise vor. Was für einen großen Gewinn erhält er so! In zwanzig Tagen erreicht er eine Stufe, die er in zwanzig Jahren nicht erreicht hätte. Hierfür ein kurzes Beispiel:

Unter unseren Freunden - Allah erbarme sich ihrer! - waren zwei Jungendliche. Der eine war Ilamali Sabri, der andere Islamköylü Wesirsade Mustafa. Unter meinen Schülern konnten diese beiden nicht lesen und schreiben. Trotzdem habe ich sie zu meinem Erstaunen in ihrer Aufrichtigkeit in Dienst und Glauben immer in vorderster Reihe gesehen!... Den verborgenen Sinn kannte ich damals noch nicht. Nach ihrem Tode verstand ich ihn. Jeder von

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ihnen hatte eine schwere Krankheit. Diese Krankheit leitete sie auf dem rechten Weg (irshad). Im Gegensatz zu den anderen Jungendlichen, die gottvergessen waren, und ihre pflichtgemäßen Gebete vernachlässigten, fand man bei ihnen in hohem Maße ernste Gottesfurcht (taqwa) und Eifer für ihren wichtigen Dienst, sowie eine Haltung, die ihnen für das Jenseits zum Segen wurde. Möge es Allah gefallen, ihnen für die Anstrengungen dieser zwei Jahre Krankheit Millionen von Jahren ewig glückseligen Lebens zu verleihen! Ich verstehe jetzt, dass das Gebet (dua), das ich manchmal für ihre Gesundheit dargebracht habe, im Hinblick auf die Welt ein schlechtes Gebet war. Möge Allah dieses mein Gebet für ihre Gesundheit im Jenseits angenommen haben!

So haben diese zwei Personen nach meiner Überzeugung einen solchen Gewinn erhalten, einen solchen Verdienst, wie sie ihn in einem zehnjährigen Leben voll Gottesfurcht nicht hätten erwerben können. Hätten diese beiden wie ein Teil der Jugendlichen auf ihre Jugend und Gesundheit vertraut, sich gottvergessend in Ausschweifungen geworfen, dann hätte auch der Tod sie genau in diesem ihrem Sündenpfuhl beobachtet und ergriffen, und sie hätten ihre Gräber statt in eine Schatzkammer des Lichts in eine Grube von Schlangen und Skorpionen verwandelt.

Weil also Krankheiten einen solchen Gewinn bringen, sollte man nicht über sie klagen, sondern in Ergebung (tevekkul), Geduld, ja, sogar in Dankbarkeit auf die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i Ilahi) vertrauen.

Vierzehntes Heilmittel:

Oh du Kranker, über dessen Augen sich der Vorhang der Nacht herniedergesenkt hat! Wenn du wüsstest, welches Licht dem Gläubigen erstrahlt, und was für ein geistiges Auge er besitzt - hinter dem Vorhang, der sich über seine Augen gesenkt hat - du müsstest "hunderttausendmal Dank dem barmherzigen Herrn (Rabb-i Rahiem)!" sagen. Ich will dir das durch ein Erlebnis erklären. Wie eine lindernde Salbe biete ich es dir an.

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Eines Tages erblindete die Tante meines Dieners Süleyman aus Barla, der mir acht Jahre in voller Hingabe und Treue gedient hatte. Ich hatte niemals etwas an ihm auszusetzen gehabt. Diese aufrichtige Frau sagte zu mir: "Bete (dua) für mich, damit meine Augen geöffnet werden." Und dabei meinte sie es mit mir hundertmal besser als mir zukam. Sie passte mich an der Tür der Moschee ab. So machte ich mich denn zum Fürsprecher dieser guten Frau in ihrer tiefen und aufrichtigen Gläubigkeit und betete inständig: "Herr, erkenne ihre aufrichtige Frömmigkeit an und öffne ihre Augen." Zwei Tage später kam ein Augenarzt aus Burdur und öffnete ihre Augen. Vierzig Tage später schlossen sich ihre Augen abermals. Ich war sehr betroffen. Ich betete viel... Möge Allah diese Gebete für sie im Jenseits annehmen! Es wäre sonst dieses mein Gebet für sie ein sehr schlechtes und völlig falsches Gebet gewesen. Denn bis zu ihrem Ableben blieben ihr noch vierzig Tage. Nach vierzig Tagen - Allah möge sich ihrer erbarmen! - verschied sie.

Also anstatt vierzig Tage lang Barlas trauernde Weinberge mit den betrübten Augen des Alters zu betrachten, durfte die Verstorbene nun im Grabe vierzigtausend Tage die Weinberge des Paradieses schauen. Denn ihr Glaube war stark und ihre Aufrichtigkeit (salahat) fest. Ja, ein Gläubiger vermag, wenn sich der Vorhang über seine Augen herniedersenkt, und er mit verschlossenen Augen ins Grab steigt, über seine Stufe hinaus und bei weitem mehr als die übrigen Bewohner des Grabes die Welt des Lichtes zu schauen, wie wir in dieser Welt viele Dinge sehen... die blinde Gläubige nicht sehen. Im Grabe sehen diese Blinden, wenn sie im Glauben verstorben sind, entsprechend ihrer Stufe mehr als die übrigen Bewohner des Grabes. Sie schauen wie mit einem weitreichenden Fernglas - ihrer Stufe entsprechend - aus dem Grabe die Gärten des Paradieses, wie in einem Film.

Wenn du also geduldig und dankbar bist, kannst auch du ein solches innerliches Auge hinter dem Vorhang vor

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deinen äußerlichen Augen finden, ein Auge, das so voll ist von Licht und welches in das Paradies über den Himmeln hinüberblickt und es betrachtet, auch wenn du unter der Erde liegst. So ist also der Augenarzt, der diesen Vorhang vor deinen Augen aufzuheben vermag, dich mit diesen Augen schauen lässt, der Weise Qur'an.

Fünfzehntes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du ächzt und stöhnst! Betrachte nicht das Äußerliche deiner Krankheit und sage nicht "ach!". Betrachte ihren Sinn (mana) und sage "oh!". Wenn Krankheit nicht etwas Schönes bedeuten würde, hätte der Schöpfer in Seiner Barmherzigkeit (Khaliq-i Rahiem) Seinem vielgeliebten Diener und Anbeter nicht die Krankheiten gegeben. Ja, eine Echte Überlieferung sagt sogar:

اَشَدُّ النَّاسِ بَلاَءً: اَلْاَنْبِيَٓاءُ ثُمَّ اْلاَوْلِيَٓاءُ، ثُمَّ الْاَمْثَلُ فَالْاَمْثَلُ

Das heißt: "Diejenigen, welche am stärksten von Unglück und Mühsal geplagt sind, sind diejenigen, welche auch die besten und vollkommensten unter den Menschen sind." Allen voran der Dulder Hiob (Eyyub, Friede sei mit ihm), die Propheten, dann die Heiligen und danach alle Rechtschaffenen betrachteten die Krankheiten, unter denen sie zu leiden hatten, als wahre Anbetung und ein Geschenk der Barmherzigkeit Gottes (hediye-i Rahmaniye), und dankten in Geduld. Sie haben sie wie eine Operation angesehen, die von dem barmherzigen Schöpfer (Khaliq-i Rahiem), dem Erbarmer (rahmet) ausgeht. Oh du Kranker, der du "ach!" und "weh!" schreist!, wenn du in die Schar der Erleuchteten eingereiht werden möchtest, sei geduldig und dankbar! Wenn du aber anklagst, werden sie dich nicht in ihre Gemeinschaft aufnehmen. Du wirst in die Grube der Gottvergessenen stürzen... Du wirst einen dunklen Weg gehen. Ja, ein Teil der Krankheiten, welche zum Tode führen, gilt als ein Martyrium der Seele (shehadet) und verleiht einen Grad von Heiligkeit (velayet), der dem eines Bekenners (manevi shehid) entspricht.

Kurzum:

Es gibt besonders gesegnete Krankheiten, wie solche,

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die bei Geburt eines Kindes auftreten, Ertrinken, Verbrennen, Bauchhöhlenvereiterung sowie Seuchen, die mit dem Tode den Grad der Heiligkeit verleihen. Und weil die Krankheit die Liebe zur Welt und das Interesse an ihr schwächt, mildert sie den Schmerz, der für Weltleute wegen der mit dem Tod verbundenen Trennung von der Welt besonders traurig und bitter ist, ja, lässt den Tod zuweilen sogar herbeisehnen.

Sechzehntes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du dich über Langeweile beklagst! Krankheit lehrt tiefe Hochachtung (hurmet) und erzieht zu innigem Mitleid (merhamet), zwei sehr gute Eigenschaften, die für das menschliche Gemeinschaftsleben von ganz besonderer Wichtigkeit sind. Denn sie bewahren ihn vor der Selbstzufriedenheit (istighna), die den Menschen zu Unbarmherzigkeit und Grausamkeit führt. Denn:

اِنَّ الْاِنْسَانَ لَيَطْغٰى ٭ اَنْ رَاٰهُ اسْتَغْنٰى

{"Fürwahr ist der Mensch rebellisch und denkt, er sei sich selbst genug." (Sure 96, 6-7)}

Der Sinn dieser Qur'anverse lehrt, dass eine eigensinnige Seele, die sich in einem aus Gesundheit und Wohlbefinden entstandenem Zustand der Selbstzufriedenheit (istigha) befindet, kein Gefühl der Achtung (hurmet) mehr gegenüber der Hochachtung (hurmet) gebietenden Brüderlichkeit (ukhuvvet) verspürt. Auch empfindet sie nicht die geschuldete Barmherzigkeit und Güte (merhamet ve shefqat) gegenüber denjenigen, die unter Unglück und Krankheit leiden. Sobald er aber krank wird, begreift er unter dieser Krankheit seine Schwäche und Armseligkeit, und bezeigt seinen Brüdern die gebührende Hochachtung. Er empfindet Achtung gegenüber den gläubigen Brüdern, die kamen, ihn zu besuchen oder ihm zu helfen. Und er empfindet Erbarmen gegenüber denen, die vom Unglück geplagt sind, jene aus mitmenschlichem Empfinden

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entstandene mitmenschliche Güte, die zugleich einer der wichtigsten Charakterzüge des Islam ist. Er vergleicht die Leidenden mit sich selbst. Sie tun ihm von ganzem Herzen leid, er erbarmt sich ihrer, hilft ihnen, wo er kann, zumindest durch sein Gebet, besucht sie zumindest nach islamischem Brauch, um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen, und erwirbt so einen Verdienst (sevab).

Siebzehntes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du darüber klagst, dass du wegen deiner Krankheit keine guten Werke mehr tun kannst! Sei dafür dankbar, dass dir die Krankheit die Türe zu guten Werken geöffnet hat, die frei sind von allen Hintergedanken! Krankheit ist das wichtigste Fahrzeug zur Annahme seiner Gebete für einen Kranken und für die, die ihn um des Wohlgefallens Gottes pflegen, zusammen mit den Verdiensten, die sie beständig erwerben. Ja, Kranke zu pflegen ist für Gläubige ein hohes Verdienst. Sich nach dem Wohlergehen der Kranken zu erkundigen und sie zu besuchen, ohne ihnen lästig zu fallen, ist ein "lobenswerter Brauch (sunnet-i seniye)" und eine Buße für die Sünden. Es gibt ein Hadith, die sagt: "Bittet die Kranken um ihr Gebet, denn ihre Gebete werden angenommen." Besonders dann, wenn der Kranke ein Verwandter ist, der eigene Vater oder die eigene Mutter, ist der Dienst an ihnen bedeutsam wie ein Gottesdienst und birgt in sich bedeutsamen Lohn. Das Herz der Kranken zufriedenzustellen, ihnen Tröstung zu bringen, ist wie ein bedeutsames Almosen (sadaqa). Glücklich ist der Sohn, der sich um Vater und Mutter in ihrer Krankheit kümmert, ihre empfindsamen Herzen zufriedenstellt, und sie um ihre Gebete bittet. Ja, vor jenem treuen Bild, das die Haltung eines Sohnes, der in völliger Hochachtung und selbstloser Liebe, wie sie eines Sohnes würdig sind, die selbstlose Liebe seiner Eltern, welche die am höchsten zu achtende Grundlage menschlichen Gemeinschaftslebens ist, in den Tagen ihrer Krankheit erwidert, und menschliche Erhabenheit und Größe zeigt, rufen sogar auch die Engel "Masha-a'llah, Barek-a'llah!" rühmend und preisend aus. Es gibt tatsächlich

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während einer Krankheit sehr angenehme und erfreuliche Genüsse, welche durch die selbstlose Liebe (shefqat), das Mitleid und die Barmherzigkeit (merhamet) um ihn herum sichtbar werden, und den Schmerz der Krankheit zu nichts werden lassen.

Dass sein Gebet angenommen wird, ist für einen Kranken eine Angelegenheit von einiger Wichtigkeit.

Ich habe seit dreißig, vierzig Jahren um die Heilung von einer Krankheit, die Rheuma heißt, gebetet. Ich habe verstanden, dass die Krankheit geschickt wurde um des Gebetes willen... Ich habe verstanden, dass das Gebet erst im Jenseits seine Frucht bringt, weil das Gebet nicht durch das Gebet, d.h. das Gebet nicht durch sich selbst aufgehoben werden kann. Die Krankheit ist auch selbst eine Art Anbetung (ibadet), und der in ihr seine Schwäche begreift, nimmt am Throne Gottes seine Zuflucht. Es kam mir deshalb während der dreißig Jahre, die ich um Genesung betete, ohne dass mein Gebet äußerlich sichtbar angenommen worden wäre, niemals in den Sinn, das Gebet aufzugeben. Denn Krankheit ist eine Zeit des Gebetes, Heilung nicht die Folge des Gebetes. Wenn also der barmherzige Arzt und Herr (Djenab-i Hakiem-i Rahim) Genesung (shifa) schenkt, schenkt Er sie aus Seiner Fülle (fadl). Wenn aber das Gebet nicht in der von uns gewünschten Form erhört wurde, kann man nicht sagen, es sei nicht angenommen worden. Der allweise Schöpfer (Khaliq-i Hakiem) weiß es besser und schenkt zu unserem Wohlergehen, was uns zum Besten dient. Manchmal verwandelt Er ein dem Weltlichen zugewandtes Gebet, erhört es um unseres Heiles willen im Jenseits... und solcherart nimmt Er es an. Wie dem auch immer sei... Ein Gebet, das durch das Geheimnis der Krankheit an Reinheit gewinnt, ist besonders dann, wenn es aus Armseligkeit,

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Schwäche und dem Gefühl der Blöße und Bedürftigkeit erwächst, nahe daran, angenommen zu werden. Krankheit wird so zum Angelpunkt der Reinheit eines solchen Gebetes. Sowohl der fromme Kranke als auch die Gläubigen, welche ihn pflegen, sollten die Möglichkeit zu einem solchen Gebet wahrnehmen.

Achtzehntes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du aufgehört hast zu danken und begonnen hast zu klagen! Die Klage entsteht aus einem Rechtsanspruch. Es ist keines deiner Rechte verletzt worden, sodass du zu klagen hättest. Ja, es gibt noch viele Dankansprüche, deren Erfüllung du noch nicht nachgekommen bist. Ohne den Rechtsanspruch Gottes, des Gerechten zu erfüllen, versuchst du, dir dein Recht einzuklagen, so als ob du selber Ihm gegenüber einen Rechtsanspruch hättest. Du darfst nicht aufschauen zu denen, die sich auf einer höheren Stufe befinden als du und gesund sind, und dich dabei beklagen. Deine Aufgabe besteht vielmehr darin, in Dankbarkeit auf jene hilflosen Kranken hinunterzublicken, die sich hinsichtlich deines eigenen Gesundheitszustandes eine Stufe unter dir befinden. Hast du dir deine Hand gebrochen, schaue auf jene, die ihre Hand verloren haben! Fehlt dir ein Auge, schaue auf die Blinden, die gar keine Augen haben! Danke Gott! Es gibt niemanden, der das Recht hätte, auf Gnadengaben (nimet) zu schauen, die über ihn selbst hinausreichen. Im Unglück hat jedermann lediglich das Recht, auf diejenigen zu schauen, die sich - vom Standpunkt seines eigenen Unglücks aus betrachtet - unter ihm befinden, um dankbar zu sein. Dieses Geheimnis wurde in einigen Abhandlungen mit einem Beispiel erklärt. Es folgt hier eine kurze

Zusammenfassung:

Ein Herr lässt einen bedauernswerten Menschen in einem Minarett emporsteigen. Auf jeder Stufe des Minarettes erweist er ihm jeweils wieder eine andere Wohltat, überreicht ihm ein Geschenk. Und auch als er ganz oben angekommen ist, legt er ihm noch ein besonders großes Geschenk in den Arm... Doch wenn nun dieser ungehobelte

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Kerl alle die Geschenke vergisst, die er auf diesen Stufen empfangen hat, und - obwohl er eigentlich für diese verschiedenen Geschenke ein Gefühl aufrichtiger Dankbarkeit zum Ausdruck bringen sollte - diese geringschätzt und ohne zu danken nach oben schaut und sagt: "Ach wenn doch dieses Minarett noch höher wäre, könnte ich noch höher hinaufsteigen! Warum ist es denn nicht so gewaltig hoch wie dieser Berg oder ein anderes Minarett?", und zu klagen begänne, was wäre das doch für eine große Undankbarkeit (küfran-i nimet) und Ungerechtigkeit (haqsiz)!

Desgleichen gilt:

Der Mensch trat aus dem Nichtsein ins Dasein. Er blieb nicht Stein. Er blieb nicht Baum. Er blieb nicht auf der Stufe eines Tieres stehen. Er wurde Mensch. Er wurde Muslim. Er erfreute sich lange Zeit seiner Gesundheit. Es erging ihm wohl. Obgleich er damit Gnadengaben in hohem Maße erhalten hatte, entglitten sie wieder seinen Händen durch manche Störungen oder, weil er sich einiger Gnadengaben wie Gesundheit und Wohlergehen nicht würdig erwiesen hatte, oder durch seine Böswilligkeit (su-i ihtiyar), durch Missbrauch oder seine Hand vermochte sie nicht mehr zu erreichen. Nun klagt er, zeigt sich ungeduldig, sagt: "Was habe ich getan, dass mir solches widerfuhr?" und kritisiert mit dieser Haltung Gott den Herrn (rububiyet-i Ilahiye). Das ist schlimmer noch als eine äußerliche Krankheit, eine Erkrankung der Seele (manevi). Ähnlich wie ein Kämpfer, der mit gebrochener Hand weiter kämpft, verschlimmert er sein Übel noch durch seine Klage.

اَلَّذِينَ اِذَآ اَصَابَتْهُمْ مُصِيبَةٌ قَالُوٓا اِنَّا لِلّٰهِ وَاِنَّآ اِلَيْهِ رَاجِعُونَ

{"Sie sagen, wenn ein Übel sie schlägt: Von Allah sind wir und zu Ihm werden wir wieder zurücckehren." (Sure 2, 156)}

Vernünftig ist, wer mit diesem Geheimnis sich in Geduld ergibt, bis diese Krankheit ihre Aufgabe erfüllt hat und vorübergeht...

Neunzehntes Heilmittel:

Alle Namen Gottes, der vollkommen ist in Seiner Schönheit (Djemil-i Dhu l-Djelal), sind, wie der Titel

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"Die schönsten Namen (esma-ul husna)" Gottes, des Einzigartigen (Samed), anzeigt, vollendet und schön. Innerhalb des Seins aber ist das Leben der feinste, schönste, umfassendste Spiegel der Einzigartigkeit (Gottes = Samedaniyet). Der Spiegel der Schönheit ist schön. Der Spiegel, welcher den Wert der Schönheit aufzeigt, verschönert sich, denn was an Schönheit in diesen Spiegel hineinfällt, ist schön. So ist auch das, was ins Leben hineinkommt, vom Standpunkt der Wahrhaftigkeit (haqiqat) betrachtet, schön. Denn es zeigt die schönen Ornamente der schönen Namen (Gottes), die schön sind. Das Leben, verliefe es in Gesundheit und stetem Wohlergehen, wäre eintönig, die Spiegelung unvollständig. Ja, es wäre in dieser Hinsicht wie nichtig, gleichsam eine Negation, ließe Hohlheit empfinden und Langeweile aufkommen. Der Wert des Lebens würde gemindert. Der Sinn des Lebens würde in Langeweile verkehrt. Der Mensch in seiner Langeweile wirft sich entweder in Ausschweifungen oder in Vergnügungen, damit die Zeit rascher vergehe. Wie eine Zeitspanne, die er im Gefängnis verbringen muss, betrachtet er die Zeitspanne seines Lebens mit feindseligen Augen, möchte die Zeit totschlagen, damit sie ihm rascher vergehe. Doch ein Leben, das ständig sich wandelt und niemals sich gleicht, das wie eine Reise ständig in Aufbruch und Bewegung abrollt, lässt seinen Wert verspüren, lässt Sinn und Bedeutung der (Lebens)zeit erkennen...

Wäre es auch in Mühen und Plagen, man wollte nicht, dass das Leben vergeht. Er sagt nicht in seiner Langeweile: "Ach Gott, die Sonne ist noch immer nicht untergegangen! Die Nacht ist noch immer nicht vorüber! Oh Gott, mein Gott!" Ja, frage einmal einen sehr reichen Herrn, der in einem luxuriös eingerichteten Hause müßig auf seinem Sofa liegt: "Wie ist Ihr geschätztes Befinden?" Sicherlich wird er dir mit betrübter Miene antworten: "Ach Gott, die Zeit will nicht vergehen! Komm, wir spielen Scheschbesch oder lass uns irgendeinen anderen Zeitvertreib finden!"... Oder du bekommst Anklagen

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zu hören, die aus Gier und Geiz erwachsen sind, wie: "Dieses oder jenes fehlt mir noch" oder: "Ach, hätte ich doch noch diese Sache erledigt!" Frage dagegen einmal einen armen, geplagten Menschen, einen, der sich schwer mühen und anstrengen muss: "Wie geht es Dir?" Wenn er seine fünf Sinne beieinander hat, wird er dir antworten: "Gott sei Dank! Mir geht es gut. Ich habe Arbeit. Vergingen die Tage nicht so schnell, könnte ich diese Arbeit noch zu Ende bringen! Die Zeit vergeht schnell, steht nicht still. Das Leben vergeht. Ich habe ja wirklich meine Mühe, aber das vergeht auch. Es vergeht alles so rasch." Damit wird er dir zu verstehen geben, wie wertvoll das Leben für ihn ist, mit dem Ausdruck des Bedauerns über seine Vergänglichkeit! Das heißt, er vermag unter Mühen und Plagen sein Leben zu genießen und dessen Wert zu verstehen. Gesundheit und Wohlbefinden dagegen machen das Leben bitter, sodass man sein Ende herbeisehnt.

Ach mein kranker Bruder! Wisse, dass - wie wir bereits in anderen Abhandlungen ausführlich und auf unwiderlegbare Weise bewiesen haben - die Wurzel und Hefe des Übels, des Bösen, ja, sogar der Sünde das Nichtsein ist. Das Nichtsein aber ist das Böse, die Finsternis. Zustände wie gelangweilte Ruhe, Schweigen, Stille, Stillstand führen zur Langeweile, weil sie nahe am Nichtsein, dem Nihilismus liegen, weil sie die Finsternis des Nichtseins spürbar werden lassen. Was aber Bewegung und Veränderung betrifft, so sind sie das Sein, lassen sie "Sein" empfinden. Sein aber ist reine Güte (khalis khayir), Licht. Nun ist aber die Wahrheit folgende: Die Krankheit, die du hast, dient dazu, dein kostbares Leben zu reinigen, zu festigen, zu erhöhen und zu entfalten und alle Funktionen des menschlichen Körpers anzuregen, das erkrankte Organ helfend und heilend zu unterstützen sowie die Ornamente aller der verschiedenen Gottesnamen des Meisters und Arztes (Sani-i Hakiem) aufzuzeigen. Für alle diese und noch viele andere Aufgaben wurde diese Krankheit - gleichsam wie

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ein Gast - in deinen Körper gesendet. Insha-a'llah, dass sie ihre Aufgabe rasch beendet und vorübergeht! Dann wird sie zu deinem Wohlergehen sagen: "Komm her! Bleibe statt meiner für immer hier! Erfülle diese Aufgabe! Dieses Haus ist dein. Bleibe darin nach deinem Wohlgefallen! "

Zwanzigstes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du eine Arznei gegen deinen Kummer suchst! Es gibt zwei Arten von Krankheiten. Die eine Art sind die tatsächlichen, die andere Art sind die eingebildeten Krankheiten.

Was die Art der tatsächlichen Krankheiten betrifft, so hat der Erhabene, der Weise, der Heilende (Shafi-i Hakiem-i Dhu l-Djelal) in Seiner großen Apotheke, die der Erdball ist, für jedes Leiden ein Heilmittel aufbewahrt. Was aber diese Heilmittel betrifft, so ist das Leiden für sie notwendig. Allah hat für jedes Leiden eine Arznei geschaffen. Ein Mittel zur Behandlung zu gebrauchen, ist erlaubt. Doch sollte man dessen Wirkung und die Heilung von Gott dem Gerechten erwarten. So wie Er die Arznei gegeben hat, so wird Er auch Heilung geben... Sich an die Anweisungen geschulter und gläubiger Ärzte zu halten, ist ein bedeutendes Heilmittel. Die meisten Krankheiten entstehen durch Missbrauch, Unmäßigkeit, Maßlosigkeit (israf), Lasterhaftigkeit (khatiat), Ausschweifung und Unvorsichtigkeit. Der gläubige Arzt wird dem Kranken sicherlich im Rahmen dessen, was (im Islam) erlaubt ist, einen Rat erteilen oder ihm etwas verbieten. Er wird ihm Missbrauch und Maßlosigkeit (israf) verbieten und ihm Trost geben. Der Kranke, der auf diese Ratschläge und Tröstungen vertraut, wird für seine Krankheit Erleichterung finden, und nach seiner Beklemmung froh und frei atmen können.

Was aber die nur eingebildeten Krankheiten betrifft, so ist ihr wirksames Heilmittel, ihnen keine Bedeutung beizumessen. Misst du ihnen eine Bedeutung bei, wachsen sie, blähen sich auf. Misst du ihnen keine Bedeutung bei, schrumpfen sie, lösen sich auf. Ähnlich, wie wenn du ein Bienenvolk aufstörst, und die Bienen dir um den Kopf

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schwirren. Bleibst du unbeteiligt und ruhig, zerstreuen sie sich. Genauso vergrößert sich ein Seil, das im Dunkeln vor deinen Augen pendelt, wenn du ihm eine Bedeutung in deiner Einbildung beimisst. Es macht sogar, dass du wie im Wahnsinn fliehst. Misst du ihm keine Bedeutung bei, siehst du, dass ein einfaches Seil keine Schlange ist, und lachst über die Panik, die dich ergriffen hatte. Besteht eine eingebildete Krankheit lange Zeit fort, verwandelt sie sich in eine echte. Einbildung ist für sensible Menschen eine schlimme Krankheit. Sie bauen aus einem Samenkorn eine Kuppel. Ihre Geisteskräfte werden zerbrochen. Besonders, wenn jemand in die Hände jener unbarmherzigen, halbgebildeten oder verständnislosen Doktoren gerät, verschlimmert sich noch seine Einbildung. Handelt es sich dabei um einen Reichen, verliert er ein Vermögen. Und wenn nicht dies, dann den Verstand oder die Gesundheit.

Einundzwanzigstes Heilmittel:

Mein kranker Bruder! Deine Krankheit ist ein äußerliches Leiden. Es umgibt dich aber auch eine bedeutsame innere Freude, welche die Auswirkungen dieses äußerlichen Leidens auszugleichen vermag. Denn du hast Vater, Mutter und Verwandte. Ihre seit langem vergessenen, doch so willkommenen Zärtlichkeiten (shefqat) erwachen wieder, zusammen mit den liebevollen Blicken, wie du sie in deiner Kindheit erfahren hast und nun wieder neu erfährst. Die vielen Erweise der Freundschaft, die sie dir heimlich und im Verborgenen erbracht haben, erlebst du nun - ausgelöst durch deine Krankheit - in neuerlicher Zuwendung (muhabbet). Und sicherlich erscheint dir neben all dem dieses dein äußerliches Leiden als nur gering. Die Herren, denen zu dienen du dich gerühmt hattest und deren Gunst zu erwerben du bemüht warst, erweisen dir infolge deiner Krankheit die Dienste ihrer Barmherzigkeit. So bist du der Herr deiner Herren geworden. Zudem hast du die humanitären Gefühle der Menschheit und die Zärtlichkeit des Menschengeschlechtes zu dir selbst herangezogen und aus dem Nichts hilfreiche

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Kameraden und zärtliche Freunde gewonnen. Des Weiteren hast du auch von deiner Krankheit nach vieler, mühevoller Arbeit den Befehl erhalten, jetzt aber einmal eine Pause einzulegen, ruhst dich nun aus... Sicherlich sollten dich deine - im Vergleich zu den damit verbundenen inneren Wohltaten (manevi lezzetler) - so geringen Leiden dazu anhalten, nicht zu klagen, sondern zu danken.

Zweiundzwanzigstes Heilmittel:

Oh du Bruder, der du von schlaganfall-ähnlichen Krankheiten betroffen bist! Zunächst einmal darf ich dir verkünden, dass Schlaganfälle für die Gläubigen gesegnet (mubarek) sind. Das habe ich vor langer Zeit von den Heiligen (ehl-i velyat) gehört; denn ich kannte dieses Geheimnis noch nicht. Das Geheimnis kam auf folgende Weise in mein Herz: Die Gottesleute, wenn sie Gott, den Gerechten erreichen wollten, beachteten, um sich vor den gewaltigen geistigen Gefahren dieser Welt zu retten und sich das ewige Heil zu sichern, folgende beide Grundprinzipien (esas):

Erstens:

Die Vergegenwärtigung des Todes (rabita-i maut). Das heißt: Sie bemühten sich in der Weise um das ewige Leben, dass sie an die Vergänglichkeit dieser Welt dachten und sich selbst als einen, der darin einen auch nur vorübergehenden Gastauftrag hat.

Zweitens:

Um sich vor den Gefahren ihrer triebhaften Seele und den blinden Empfindungen (ihrer uneinsichtigen Haltung) zu erretten, fasteten sie und kasteiten sich vierzig Tage lang wie die Novizen, um ihre triebhafte Seele abzutöten.

Oh du Bruder, der du die Hälfte deiner Körperfunktionen eingebüßt hast! Diese zwei Grundprinzipien, die dich schnell und leicht zum Heile führen, sind dir in den Schoß gefallen. Der Zustand deines Körpers gemahnt dich ständig an das Ende alles Diesseitigen und die Vergänglichkeit des Menschen. Die Welt kann dich nicht mehr ersticken, die Gottvergessenheit deine Augen nicht mehr verschließen. Einen nun mehr halben Menschen kann seine triebhafte Seele sicherlich nicht mehr durch schändliche Neigungen und fleischliche Gelüste

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verführen; er wird rasch von der Plage jener Begierde errettet.

So kann ein Gläubiger durch das Geheimnis des Glaubens (sirr-i iman), der Ergebung (teslimiyet) und des Vertrauens (auf Gott = tevekkul) aus einer so schweren Krankheit wie einem Schlaganfall in kurzer Zeit den gleichen Nutzen ziehen wie die Heiligen (ehl-i velayet) aus ihren Kasteiungen. So erscheint dir dann diese schwere Krankheit nur mehr als gering.

Dreiundzwanzigstes Heilmittel:

Oh du Kranker, der du hilflos in der Fremde bist und niemanden hast! Wenn du in der Fremde zugleich auch krank bist, niemanden hast und sich nun selbst in den härtesten Herzen ein Mitleid dir gegenüber regt, und wenn du nun so die Blicke derer, die mit dir fühlen, auf dich lenkst, wirst du dann nicht etwa auch den Blick dessen, der sich selbst zu Beginn jeder Sure des Qur'an mit dem Attribut "der Erbarmer, der Barmherzige (Rahman-ir Rahim)" vorstellt, und der mit einem Funken Seiner Zärtlichkeit (lem'a-i shefqat) in allen Müttern für alle Kinder mit dieser wunderbaren Zärtlichkeit (shefqat) sorgen lässt, der jeden Frühling durch eine Manifestation Seiner Barmherzigkeit (rahmet) das Antlitz der Erde wieder neu mit Seinen Gnadengaben erfüllt, der im ewigen Leben des Paradieses in all Seiner Schönheit eine Manifestation Seiner Barmherzigkeit ist, diesen Blick des barmherzigen Schöpfers (Khaliq-i Rahiem), dem du im Glauben verbunden bist, und den du anerkennst, indem du in deiner Krankheit und Schwäche unausgesprochen (lisan-i adjz) zu Ihm flehst, in dieser deiner Krankheit mit Sicherheit auf dich lenken, wo du doch in der Fremde bist und niemanden hast? Wenn das aber nun so ist, dann ist Er da, es gibt Ihn, Er schaut (nazar-i rahmet) auf dich und alles ist für dich da. Im Grunde genommen ist derjenige in der Fremde wirklich allein, und hat tatsächlich niemanden, welcher in Glaube und Ergebung keine Verbindung mit Gott hat oder seiner Verbundenheit mit Ihm keinen Wert beimisst.

Vierundzwanzigstes Heilmittel:

Oh ihr, die ihr die unschuldigen Kinder pflegt und die alten Leute, die den unschuldigen Kindern gleich geworden sind!... Auf euch

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wartet im Jenseits ein hoher Verdienst. Strebt mit Eifer danach, euch diesen Verdienst zu erwerben... Die Krankheiten der unschuldigen Kinder sind ein Training für diese noch zarten Körper, eine Askese, einer Spritze und einer Zuchtrute des Herrn (terbiye-i Rabbani) gleich, dazu bestimmt, ihr Leben zu reinigen und das Kind auf das Leben sowohl in dieser Welt vorzubereiten und zugleich - wie die Sündenbuße der Erwachsenen - auch auf das Leben des Geistes (ruh), damit es gegenüber einer ruhelosen zukünftigen Welt widerstandsfähig werde. Sie ähneln einer Spritze für den Geist, gegeben, damit es sich für die Zukunft und für das Jenseits entwickeln kann. Die aus ihnen erwachsenen Verdienste werden auch im Buche der Taten der Eltern aufgezeichnet, besonders aber im Buche der Mutter, wenn sie zum Wohle ihres Kindes ihre eigene Gesundheit eingesetzt hat. Dies steht fest für die, welche sich die Wahrheit zu Eigen gemacht haben. Was die alten Leute betrifft, so ist es ein großes Verdienst, sie zu pflegen, auch sie um ihr Gebet zu bitten, besonders wenn es der Vater oder die Mutter ist, ihre Herzen zu erfreuen und ihnen treu zu dienen. Das trägt sowohl zum Glück in dieser Welt bei als auch zur Glückseligkeit in der jenseitigen. Dass dies so ist, steht auf Grund der Überlieferung und auch vieler geschichtlicher Ereignisse fest. Glückselig ein Kind, das dem alten Vater, der alten Mutter gehorcht, entsprechend der Haltung, die es auch bei seinen eigenen Kindern sehen möchte! Unglücklich das Kind, wenn es seine Eltern kränkt! Es wird außer der Strafe im Jenseits auch schon im Diesseits viel Unglück als Strafe erfahren. Auch dies steht auf Grund vieler Ereignisse fest. Ja, Leute des Glaubens sollten nicht nur nach den Alten, den Unschuldigen schauen, wenn es ihre Verwandten sind (denn die wahre Bruderschaft besteht im Geheimnis des Glaubens), es ist vielmehr ein Erfordernis des Islam, ihnen mit Geist und Gemüt zu dienen, wenn sie ihnen begegnen, wenn der verehrte alte, kranke Mensch sie braucht.

Fünfundzwanzigstes Heilmittel:

Oh meine kranken

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Brüder! Wenn ihr ein Gegenmittel sucht, das besonders wirksam ist und jeden Kummer heilt, das wahrhaft wohlschmeckend und rein (qudsi) ist, dann entwickelt euren Glauben (iman inkishaf)! Das heißt: Gebraucht dieses reine und heilige (qudsi) Gegenmittel, welches der Glaube ist, in Reue und Bußfertigkeit (tövbe ve istighfar), mit Gebet und Gottesdienst (namaz ve ubudiyet), ein Heilmittel, das aus dem Glauben kommt! Ja, wegen ihrer Liebe zur Welt, und weil sie ihr verhaftet sind, haben wohl wahrscheinlich die Gottvergessenen einen kranken Seelenkörper, so groß wie die Welt. Was aber den Glauben betrifft, so haben wir bereits in sehr vielen Abhandlungen unwiderlegbar bewiesen, dass der Glaube diesen Seelenkörper wie die Welt, wund und blau unter den Schlägen des Verfalls und der Trennung, plötzlich heilt, von seinen Wunden befreit, und ihm wahre Genesung schenkt. Um euch nicht länger lästig zu fallen, will ich mich kurz fassen.

Was den Glauben (iman) als ein Heilmittel betrifft, so wirkt es, wenn man seine pflichtgemäßen Gebete so weit wie möglich verrichtet. Gottvergessenheit, Ausschweifung, fleischliche Gelüste und (islamisch) ungesetzliche Vergnügungen behindern die Wirkung dieses Gegenmittels. Weil also die Krankheit Gottvergessenheit aufhebt, Begierden tötet und hindert, dass man sich (islamisch) ungesetzlichen Genüssen hingibt, sollt ihr daraus euren Nutzen ziehen. In Reue und Bußfertigkeit (tövbe ve istighfar), mit Gebet (dua) und inbrünstigem Flehen sollt ihr das reine, heilige (qudsi) Heilmittel und das Licht des wahren Glaubens (haqiqi iman) gebrauchen... Gott der Gerechte gebe euch Gesundheit, und nehme eure Krankheiten als Buße für eure Sünden an! Amen, amen, amen...

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وَقَالُوا الْحَمْدُ لِلّٰهِ الَّذِى هَدٰينَا لِهٰذَا وَمَا كُنَّا لِنَهْتَدِىَ لَوْلآَ اَنْ هَدٰينَا اللّٰهُ لَقَدْ جَآءَتْ رُسُلُ رَبِّنَا بِالْحَقِّ ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ ٭ اَللّهُمَّ صَلِّ عَلٰى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ طِبِّ الْقُلُوبِ وَدَوَآئِهَا وَعَافِيَةِ الْاَبْدَانِ وَشِفَآئِهَا وَنُورِ الْاَبْصَارِ وَضِيَآئِهَا وَعَلٰى اٰلِهِ وَصَحْبِهِ وَسَلِّمْ

{"Wir wären nicht geleitet, hätte nicht Allah uns geleitet. Wahrlich, es kamen die Gesandten unseres Herrn mit der Wahrheit." (Sure 7, 41) "Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32) "Oh Allah, segne unseren Herrn Mohammed, den Arzt unserer Herzen und seine Medizin, Wohlergehen für unsere Leiber und deren Heilung, ein Licht und eine Leuchte unseren Augen. Segne ihn und seine Familie und seine Gefährten!"}

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Sechsundzwanzigster Blitz

Ein Seelenführer für die Alten
Diese Abhandlung beinhaltet sechsundzwanzig "Hoffnungen" und tröstende Lichter.

Erinnerung:

Der Grund, dass ich am Anfang jeder "Hoffnung" meine seelischen Schmerzen dermaßen in Trauer versetzend und Mitleid erregend geschrieben habe, liegt darin, dass ich die außerordentliche Wirkung des Heilmittels, welches aus dem Weisen Qur'an kommt, zeigen will. Diese Abhandlung, die den Alten gehört, konnte aus drei, vier Gründen eine schöne Ausdrucksweise nicht beibehalten.

Erstens:

Da sie zu meinem Lebenslauf gehört, war ich in meiner Vorstellung in vergangenen Zeiten, und sie wurde in dieser damaligen Stimmung geschrieben. Daher konnte ich eine wohlgesetzte Ausdrucksweise nicht immer durchhalten.

Zweitens:

Da sie in einer Zeit nach dem Morgengebet geschrieben wurde, in der ich mich sehr müde fühlte und gezwungen war, schnell zu schreiben, ist die Ausdrucksweise unregelmäßig geworden.

Drittens:

Da ich nicht immer jemanden bei mir habe und der Schreiber, den ich habe, vier, fünf Aufgaben hat, die die Risale-i Nur betreffen, ist sie unregelmäßig geworden, da wir keine Zeit für die Korrektur hatten.

Viertens:

Nach der Abfassung waren wir beide, mein Schreiber und ich müde, konnten auf den Inhalt nicht konzentriert achten und begnügten uns nur mit einer oberflächlichen Korrektur. Mit Sicherheit werden sich in der Ausdrucksweise Fehler finden. Ich bitte die verehrten Alten, meine Fehler in der Ausdrucksweise mit Nachsicht zu betrachten. Die gesegneten Alten, deren Hände die

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Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i Ilahi) nicht leer lässt, mögen uns auch in ihre Gebete mit einschließen, wenn sie ihre Hände nach der Schwelle Gottes ausstrecken.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ كٓهٰيٰعٓصٓ ٭ ذِكْرُ رَحْمَتِ رَبِّكَ عَبْدَهُ زَكَرِيَّا ٭ اِذْ نَادٰى رَبَّهُ نِدَآءً خَفِيًّا ٭ قَالَ رَبِّ اِنِّى وَهَنَ الْعَظْمُ مِنِّى وَاشْتَعَلَ الَّرأْسُ شَيْبًا وَلَمْ اَكُنْ بِدُعَآئِكَ رَبِّ شَقِيًّا

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Qaf-Ha-Ya-'Ain- Sad. Gedacht sei (in dieser Verkündigung) der Barmherzigkeit, die dein Herr seinem Diener Zacharias bezeigt hat! (Damals) als er im Stillen seinen Herrn anrief! Er sagte: 'Herr! Das Gebein ist mir schwach geworden, und der Kopf altersgrau. Und ich hatte, wenn ich zu dir, Herr, betete, nie Misserfolg.'"(Sure 19, 1-4)}

Dieser "Blitz" besteht aus sechsundzwanzig "Hoffnungen".

Erste Hoffnung:

Oh Ihr verehrten alten Schwestern und Brüder, die Ihr in ein reifes Alter gekommen seid! Ich bin auch alt, wie Ihr. Ich will die "Hoffnungen", die ich in der Zeit meines Altseins dann und wann gefunden habe, und manche von den geistigen Zuständen, die ich erlebt habe, niederschreiben, um Euch an dem tröstenden Licht dieser Hoffnungen teilnehmen zu lassen. Das Licht, das ich gesehen habe, und die Türen der Hoffnungen, die ich gefunden habe, wurden mit Sicherheit meiner mangelhaften, gleichsam getrübten Begabung entsprechend gesehen und geöffnet. Insha-a'llah, so Gott will, werden Eure sauberen und klaren Begabungen die von mir gesehenen Lichter noch glänzender erscheinen lassen und die von mir gefundenen Hoffnungen noch weiter stärken.

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Die Quelle, Born und Brunnen dieser folgenden Hoffnungen und Lichter ist also der Glaube (iman).

Zweite Hoffnung:

Am Anbeginn meines Alters betrachtete ich einmal die Welt an einem Nachmittag im Herbst von einem hohen Berg aus. Auf einmal überkam mich ein Gefühl des Mitleids und der Trauer und eine in gewisser Hinsicht dunkle Stimmung. Ich sah, ich war alt, der Tag wurde auch alt, das Jahr wurde alt und die Welt wurde auch alt. Inmitten dieses Altseins verspürte ich, dass sich die Zeit der Trennung von der Welt und des Abschieds von allen meinen Geliebten näherte. Das Altsein erschütterte mich zutiefst. Plötzlich öffnete sich die Barmherzigkeit Gottes mir gegenüber dermaßen, dass sie diese Mitleid erregende Traurigkeit und Trennung in eine starke Hoffnung und in das Licht einer glänzenden Tröstung umwandelte.

In der Tat, oh Ihr Altgewordenen wie ich! Die Barmherzigkeit (rahmet) des gütigen Schöpfers (Khaliq-i Rahiem), der sich uns im Weisen Qur'an an hundert Stellen mit den Eigenschaften "der Barmherzige, der Gütige (Errahman-ir Rahiem)" vorstellt, der Seine Barmherzigkeit ständig den Lebewesen auf der Erde, die sich nach Barmherzigkeit sehnen, zu Hilfe schickt, der jedes Jahr den Frühling mit grenzenlosen Gaben und Geschenken aus dem Verborgenen füllt und uns, die wir der Versorgung bedürfen, zu Hilfe eilt, und der dem Grade der Schwäche und Hilflosigkeit (da'if u adjz) entsprechend Seine Barmherzigkeit erscheinen lässt, ist für uns in diesem unserem Altsein die größte Hoffnung und das stärkste Licht. Diese Barmherzigkeit (rahmet) zu finden, ist nur dadurch möglich, dass man durch den Glauben in nähere Beziehung mit diesem Barmherzigen (Rahman) tritt und in der Einhaltung der Pflichtgebote Ihm gegenüber seinen Gehorsam erweist.

Dritte Hoffnung:

Einmal, als ich aus dem Schlaf in der Nacht meiner Jugend am Morgen des Altseins erwacht war, betrachtete ich mich selber. Mein Körper bewegte sich in Richtung des Grabes, als liefe er einen Abhang hinunter. Wie Niyazi Misri sagte:

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"Jeden Tag fällt ein Stein von meinem Lebensgebäude auf die Erde, Der Geist (djan) liegt sorglos und ahnungslos, während sein Gebäude eine Ruine wird."

so wurde auch mein Körper, der das Haus meines Geistes (ruh) ist, zu einer Ruine, in der jeden Tag ein Stein herunterfiel. Meine Erwartungen und meine Hoffnungen, die mich fest an die Welt banden, begannen zu zerreißen. Ich verspürte, dass sich die Zeit der Trennung von meinen zahllosen Freunden und Geliebten näherte. Ich suchte nach der Salbe für diese geistige, sehr tiefe und scheinbar unheilbare Wunde. Ich konnte sie nicht finden. Nochmals sagte ich wie Niyazi Misri:

"Das Herz nach Bestand, Gott der Gerechte, dass verschwand der Körper verlangt,

Von einem unheilbaren Schmerz bin ich betroffen,

ach! Wofür selbst Lokman (der Arzt) den Rat nicht weiß."

{Das heißt: Obwohl mein Herz mit aller Kraft nach ewigem Bestehen (beqa) verlangt, erfordert die Weisheit Gottes die Zerstörung meines Leibes. Ich bin von einem unheilbaren Schmerz betroffen, den auch der Arzt Lokman nicht heilen kann.}

Auf einmal wurde das Licht des ruhmreichen Propheten, mit dem Friede und Segen sei, der das Sprachrohr, Beispiel, Inbegriff, Ausrufer und Repräsentant der Barmherzigkeit Gottes ist, unser Fürsprecher, der Menschheit ein Geschenk der Rechtleitung zu einer guten Salbe und einem Heiltrank für jene unheilbar geglaubte Wunde, meinen grenzenlosen Schmerz. Es verwandelte meine düstere Verzweiflung in eine lichtvolle Hoffnung.

Ja, in der Tat, ihr meine sehr verehrten Herren und Damen, die ihr wie ich euer Altsein fühlt! Wir gehen; Darüber können wir uns nicht hinwegtäuschen. Auch wenn wir davor die Augen schließen, können wir nicht länger bleiben. Das ist der Aufbruch. Die Welt des Grabes, die uns durch

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die finsteren, irrigen Vorstellungen, die aus Gottvergessenheit und zum Teil von den Leuten des Irrweges kommen, als Trennung und finster erscheint, ist der Versammlungsort der Freunde. Sie ist die Welt des Wiedersehens, vor allem mit unserem Fürsprecher, dem Geliebten Gottes (Habibullah), mit dem Friede und Segen sei, und mit allen unseren Freunden. In der Tat ist er seit 1350 Jahren der König (sultan) von 350 Millionen Menschen, der Erzieher ihrer Seelen (ruhlarinin murebbi), der Lehrer ihres Verstandes (aqillarinin muallimi) und der Geliebte ihrer Herzen (qalberini mahbub). An jedem Tag werden so viele Pluspunkte (hassenat) für die Wohltaten seiner ganzen Gemeinde nach dem Geheimnis von اَلسَّبَبُ كَالْفَاعِلِ {"Der Verursacher wird bewertet wie der Täter."} auf das Konto seiner guten Taten gebucht. Er ist der Anlass und das hohe Ziel Gottes in Seiner Schöpfung. Er ist der Grund für die Erhöhung des Wertes allen Seins. In dem Augenblick, als er, Ahmed, mit dem Friede und Segen sei, nach absolut zuverlässiger Überlieferung und auf Grund wahrhafter visionärer Schauungen (keshf-i sadiqa) zur Welt kam, rief er "Oh meine Gemeinde, oh meine Gemeinde (ummeti ummeti)". Genauso wird er am Tage der Wiederauferstehung, an dem jeder nur an sich denken und "meine Seele, meine Seele (nefsi nefsi = ich; ego)" rufen wird, wieder "Oh meine Gemeinde, oh meine Gemeinde" rufen und in einer heiligen (qudsi) und zuhöchst erhabenen Opferbereitschaft mit seiner Fürsprache seiner Gemeinde zu Hilfe eilen. Wir gehen in die Welt, in die diese Persönlichkeit gegangen ist. Wir gehen in eine solche Welt, die um jene Sonne mit den Sternen von zahllosen Reinen und Heiligen (asfiya ve auliya) erleuchtet wird.

Das also ist der Ausweg, um die Fürsprache jener Persönlichkeit zu erlangen, Nutzen zu ziehen aus seinem Licht und sich vor der Finsternis der Grabeswelt zu retten: die Befolgung seiner "hochgeschätzten Sitte (sunnet-i seniye)".

Vierte Hoffnung:

In einer Zeit, in der ich den Fuß

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schon über die Schwelle des Alters gesetzt hatte, nahm zugleich auch meine Gesundheit, die meine Gottvergessenheit fortgesetzt hätte, schaden. Alter und Krankheit haben mich zusammen angegriffen, haben mir ständig auf den Kopf getrommelt und haben mir den Schlaf geraubt. Ich hatte nichts, was mich an die Welt hätte binden können, wie Haus, Hof und Familie. Als Frucht meines Lebens, des Kapitals, das ich im Rausch der Jugend verloren hatte, fand ich nur Fehler und Sünde. Wehklagend sagte ich wie Niyazi Misri:

"Ein Geschäft habe ich nicht gemacht,

die Barschaft meines Lebens veflog,

aufgewacht hab ich mich aufgemacht,

doch ach, die ganze Karavane ist auf und davon schon,

und ich ohne Ahnung.

Tränen in den Augen, brennend der Schmerz, ratlos der Verstand, und ich ohne Ahnung."

Damals war ich in der Fremde. Eine Traurigkeit in Verzweiflung, ein Bedauern in Reue und eine nach Hilfe suchende Sehnsucht verspürte ich. Auf einmal kam der Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, mir zu Hilfe. Er öffnete mir eine Tür zu einer starken Hoffnung und verlieh mir das Licht einer dermaßen wahrhaftigen Tröstung, das selbst eine hundertfach stärkere Verzweiflung (ye's) als die in meinem damaligen Zustand zu beseitigen und jene Finsternisse zu vertreiben vermochte.

In der Tat, oh Ihr verehrten alten Frauen und Männer, deren Bindungen mit der Welt sich wie bei mir zu lösen und deren Fäden, die Euch mit der Welt verbinden, abzubrechen beginnen!

Ist es möglich, dass der majestätische Schöpfer (Sani-i Dhu l-Djelal), der diese Welt äußerst vollkommen und wohlgeordnet wie eine Stadt und wie ein Schloss erschuf, mit Seinen wichtigsten Gästen und Freunden in jener Stadt und in jenem

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Schloss nicht sprechen sollte? Er machte dieses Schloss nun einmal mit Absicht, ordnete und verzierte es mit Seinem Willen (irade) und mit Seiner Entscheidung (ihtiyar). Der, welcher etwas tut, weiß, was er tut; und so ist es auch der, welcher etwas weiß, der weiß, was er sagt. Da Er uns dieses Schloss, diese Stadt nun einmal zu einem schönen Gästehaus und Handelsplatz machte, wird es auch mit Sicherheit eine Beschreibung, ein Buch geben, das Seine Beziehungen zu uns aufzeigt und was Er von uns erwartet.

So ist das Vollkommenste jener heiligen Schriften, der Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, der sich in vierzig Hinsichten als Wunder zeigt, der in jeder Minute mindestens auf hunderttausenden Zungen ist, der Licht sprüht, der mit jedem Buchstaben mindestens zehn Segenspunkte (sevab) und soviel Segen wie von zehn Wohltaten (hassanat), manchmal zehntausend, manchmal in dem Geheimnis der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Qadir), dreißigtausend Wohltaten und so viele Früchte im Paradies und Licht in die Grabeswelt (Berzah) bringt. Im Kosmos gibt es überhaupt kein Buch von gleichem Rang, das mit ihm konkurrieren könnte, und niemand kann ein solches herbeibringen. Da dieser Qur'an in unserer Hand nun einmal das Wort und der Erlass ist, welcher die absolute Herrschaft (rububiyet-i mutlaq) des majestätischen Schöpfers (Khaliq-i Dhu l-Djelal) der Himmel und der Erde, Seine Gottheit (azamet-i uluhiyet) und den Umfang Seiner Barmherzigkeit (ihata-i rahmet) offenbart, und eine Quelle Seiner Barmherzigkeit ist, halte dich an ihm fest! Eine Heilung für jeden Schmerz, ein Licht für jede Finsternis und eine Hoffnung für jede Verzweiflung liegt darin.

So ist der Schlüssel dieser ewigen Schatzkammer der Glaube (iman) und die Ergebung (teslim), dadurch dass man ihn hört, annimmt und liest.

Fünfte Hoffnung:

In einer Zeit, zu Beginn meines Altseins war ich auf dem Berg Juscha in Istanbul in der Umgebung vom Bosporus mit dem Wunsch, ein Einsiedlerleben zu führen. Im Alleinsein suchte meine Seele nach einer

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Erholung und innerer Ruhe. An einem Tag betrachtete ich von diesem hohen Berg die Umgebung bis zum Horizont. Ein überaus trauriges und bedrückendes Bild von dem Untergang und der Trennung sah ich durch die Ermahnung des Altseins. Von der hohen Stelle des fünfundvierzigsten Zweiges meines Lebensbaumes, welcher das fünfundvierzigste Lebensjahr war, ließ ich mein Auge über die unteren Sprossen meines Lebensbaumes schweifen. Ich sah, dass sich innerhalb eines jeden Jahres da unten an jedem Ast zahllose Leichnahme meiner lieben Freunde und Bekannten befanden. In einem überaus bedrückenden seelischen Eindruck, der von jener Trennung und von dem ständigen Abschied erwuchs, dachte ich an die Freunde, die sich von mir verabschiedet hatten, und stöhnte wie Fuzuli Bagdadi:

"Jedes Mal, wenn ich mich daran erinnere, dich wieder zu treffen, muss ich weinen.

Solange mein dürrer Körper noch atmet, werde ich erheben ein Wehgeschrei."

So suchte ich nach der Tür einer Tröstung, eines Lichtes und einer Hoffnung. Plötzlich kam mir das Licht aus dem Glauben an das Jenseits zu Hilfe. Er gab mir ein nie erlöschendes Licht und eine nie zerbrechende Hoffnung.

Oh, ihr Schwestern und Brüder, die ihr alt geworden seid, wie ich! Da es nun einmal das Jenseits gibt und es ewig besteht und noch schöner ist als diese Welt, und da der Herr (Dhat), der uns erschaffen hat, nun allweise (Hakiem) und barmherzig (Rahiem) ist, sollen wir nicht über das Alter klagen und trauern. Im Gegenteil ist das Alter, das im Glauben und in der Gottesanbetung ein reifes Alter erreicht, ein Zeichen der Entlassung vom Lebensauftrag und des Heimgangs in das Land der Barmherzigkeit. Daher müssen wir uns darüber freuen. In der Tat haben alle die, nach einer Hadith, 124 tausend Propheten, welche den edelsten Teil der Menschheit verkörpern, gemeinsam und übereinstimmend verkündet, und zwar gestützt teils auf ihre eigene

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Zeugenschaft (shuhud), teils auf die Gewissheit ihrer Wahrhaftigkeit (haqqa l-yaqien), dass über die Existenz eines Jenseits Einmütigkeit besteht und alle Menschen dorthin gebracht werden, so wie es der Schöpfer (Khaliq) des Alls fest versprochen hat, sie in das Jenseits hinüberzuführen. In ähnlicher Weise bezeugen auch die 124 Millionen Heiligen, welche die Berichte (der Propheten) mit ihren Beobachtungen, Entdeckungen (keshif) und Zeugnissen (shuhud) als gesichertes Wissen (ilme l-yaqien) bestätigen, dass es ein Jenseits gibt. Auch alle Namen des weisen Baumeisters (Sani-i Hakiem) des Alls, deren Manifestationen in dieser Welt sichtbar werden, erfordern ganz offensichtlich eine beständige Welt und bezeugen wiederum die Existenz des Jenseits. Jedes Jahr im Frühling empfangen alle diese unzählbar vielen, wie tot auf ihren Beinen stehenden Skelette der Bäume, auf dem ganzen Erdenrund von der grenzenlos Urewigen Macht (qudret-i edhel) auf den Befehl: كُنْ فَيَكُونُ {"Sei und es ist!" (Sure 2, 117)} ein neues Leben, offenbaren بَعْثُ بَعْدَ الْمَوْتِ {"ba'thu ba'd al-maut" - Auferstehung nach dem Tode,} werden die dreihunderttausend Pflanzenarten und Tiergattungen auferweckt und wieder versammelt, bilden hunderttausende Beispiele der Auferstehung und Wiederversammlung. So ist auch die ewige Weisheit (hikmet-i ebed) niemals kleinlich berechnend (hesabsiz) und dennoch niemals verschwendend (israfsiz). So erfordert auch die beständige Barmherzigkeit (rahmet-i baqiye) und das immerwährende Gnadengeschenk (inayet-i da'ima), das alles, was da lebt und der Nahrung bedarf, in vollkommener Liebe (kemal-i shefqat) auf wunderbare Weise ernährt und jeden Frühling in kurzer Zeit Arten von Schönheit und Wert ohne Zahl und Grenzen hervorbringt, ganz offensichtlich die Existenz eines Jenseits. Schließlich gibt es da noch diese starke, unerschütterliche und immerwährende Liebe zur Beständigkeit, Begeisterung für die Ewigkeit und Hoffnung auf Unsterblichkeit im Menschen, der die vollkommenste Frucht der Schöpfung, das bevorzugte Kunstwerk

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des Meisters der Schöpfung ist, und mit allem, was da ist und lebt, in dieser Schöpfung am stärksten verbunden ist, die ganz offensichtlich ein Zeichen und Beweis dafür ist, dass wir nach dem Ende dieser vergänglichen Welt eine beständige Welt, eine jenseitige Wohnstatt und einen Ort der Glückseligkeit vorfinden werden. Und dieser Beweis trägt in sich eine so absolute Sicherheit, dass man die Existenz des Jenseits genauso klar und offen annehmen muss, wie die Existenz des Diesseits.

Da aber nun einmal der wichtigste Unterricht, den uns der Weise Qur'an erteilt, der Glaube an das Jenseits ist, ist dieser Glaube so stark, und liegen in diesem Glauben eine solche Hoffnung und eine solche Tröstung, dass die Tröstung, die aus diesem Glauben hervorgeht, dazu im Stande ist, dem Alter, das den Menschen befällt, hunderttausendfach Widerpart zu bieten. Wir alten Leute sollten:

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اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلَى كَمَالِ الْاِيمَانِ

{"Allah sei Dank für den vollkommenen Glauben."}

sagen und uns unseres Alters erfreuen.

Sechste Hoffnung:

Einmal, als ich in dem Schmerz meiner Gefangenschaft von den Menschen floh, verweilte ich allein auf der Hochebene von Barla auf dem Gipfel des Tannenberges (Tjam Daghi). So allein wie ich war, suchte ich nach einem Licht. Eines Nachts befand ich mich in meinem nach oben hin offenen Baumhaus in dem Wipfel einer hohen Tanne auf dem Gipfel dieses hohen Berges. Mein Alter und mit ihm verbunden drei, vier verschiedene Arten ineinander verquickter Entfremdungen machten sich mir bemerkbar. Wie bereits im "Sechsten Brief" erläutert, erweckte diese Nacht mit ihren Stimmen, die aus dem Raunen und Rauschen der Bäume kamen, mit ihrer Traurigkeit, in der ich in meinem Alter still, stumm und allein in der Fremde zurückblieb, in mir ein tiefes Gefühl der Rührung. Es gemahnte mich das Alter daran, dass - so wie der Tag mit einem schwarzen Grab vertauscht wurde und die Welt sich in ein schwarzes Leichentuch eingehüllt hatte - sich auch der Tag meines Lebens in eine Nacht, diese Welt, wie ein Tag, sich in die Nacht des Zwischenreiches (Berzah) und auch der Sommer des Lebens sich in die Winternacht des Todes verwandeln werde, und sagte in meines Herzens Ohr. Und sogleich sagte mir meine Seele (nefs):

"Nicht nur weit entfernt von der Heimat bin ich hier. Nein, noch heftiger sind Trauer und Schmerz mir ob meiner Lieben, die ich während fünfzig Jahren meines Lebens verloren habe. Allein zurückgeblieben bin ich hier als ein Fremder und mein Weinen darüber ist schlimmer noch als mein Heimweh. Und schon wächst in mir die Trauer und der Schmerz einer Entfremdung, noch stärker als die Fremdheit in der Gestalt dieses seltsamen Berges und der Erscheinung dieser unheimlichen Nacht. Es ist

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die Kunde, die das Alter mir vom Nahen der festgesetzten Zeit der Trennung von aller Welt bringt." Entfremdet fand ich mich inmitten der Fremde. Trauer über Trauer nahm Gestalt an. Da suchte ich nach einem Strahl der Hoffnung und des Lichtes. Da kam mir plötzlich der Glaube an Allah zu Hilfe und es wurde mir ein solcher Trost zuteil, dass er mir in meiner vielfachen Verlassenheit vollauf genügte und mir auch dann noch Trost genug gewesen wäre, hätte sie sich tausendfach vermehrt.

In der Tat, oh ihr alten Männer und Frauen, kann es Fremde für uns nicht geben, weil wir nun einmal einen barmherzigen Schöpfer (Rahiem bir Khaliq) haben; und weil es nun einmal Ihn gibt, sind auch alle Dinge für uns da; weil es nun einmal Ihn gibt, gibt es auch Seine Engel. Wenn das aber so ist, dann ist auch diese Erde nicht leer. Die unbewohnten Berge und die öden Wüsten sind erfüllt von den Dienern und Anbetern Gottes des Gerechten. Außer diesen, Seinen mit Bewusstsein begabten Dienern und Anbetern kann in Seinem Licht und in Seinem Namen selbst jeder einzelne Stein und Baum uns zu einem vertrauten Freund werden. Auf ihre Art können sie Zwiesprache mit uns halten und uns erfreuen. In der Tat legen alle Beweise und Zeugnisse entsprechend der Menge alles dessen, was da ist im All und entsprechend der Zahl der Buchstaben dieses großen Weltenbuches Zeugnis ab für Seine Existenz (vudjud) und beweisen nach der Menge der Ausrüstungsgegenstände, Nahrungsmittel und Gnadengaben (nimet), die Ausdruck der Liebe (shefqat), Barmherzigkeit (rahmet) und Gnade (inayet) für alles Lebendige sind, auf die (göttliche) Barmherzigkeit (rahmet) hin, zeigen uns die Schwelle zu unserem Schöpfer (Khaliq), Baumeister (Sani') und Beschützer, der für uns der Barmherzige (Rahiem), und der Freigiebige (Keriem), Freund (Enis) und Vertrauter (Vedud) ist. An dieser Schwelle ist das Bewusstsein der eigenen Schwäche und Hilflosigkeit (adjz ve da'if) der vollkommenste Anwalt. Und die beste Zeit, sich dieser seiner Schwäche und Hilflosigkeit bewusst zu werden, ist das Alter. Diesem Alter, das an einer solchen Schwelle willkommener Anwalt ist, darf man nicht zürnen, man

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muss es lieben.

Siebente Hoffnung:

In einer Zeit, am Anbeginn meines Altseins, als sich das Lachen des Alten Said in das Weinen des Neuen Said umgewandelt hatte, stellten sich die Weltleute (Politiker) in Ankara mich noch als den Früheren Said vor und luden mich dorthin ein. Ich ging. Es war bald Herbstende, da ich einmal die höchste Stelle der mehr als ich altgewordenen, zerfallenen, abgetragenen Festung von Ankara bestieg. Diese Festung erschien mir als Ereignisse der Geschichte, die sich in Stein verwandelt hatten. Der Herbst, das Altsein des Jahres, mein Altsein, das Altsein der Festung, das Altsein der Menschheit, das Altsein des ruhmreichen osmanischen Reiches und das Ableben der Herrschaft des Kalifats und das Altsein der Welt ließen mich in einem überaus traurigen, niedergeschlagenen und schmerzvollen Zustand von dieser hohen Festung in die Bäche der vergangenen Zeit und auf die Berge der zukünftigen Zeit schauen, und ich schaute. In Ankara verspürte ich inmitten der vier-, fünffachen Finsternisse des Altseins, die ineinander eng umschlungen mich umfassten, einen dunkelsten geistigen Zustand,

weshalb ich nach einem Licht, einer Tröstung, einer Hoffnung suchte. Nach rechts, in die vergangene Zeit schaute ich und suchte nach einer Tröstung. Die Vergangenheit erschien mir als ein riesiges Grabmal meines Vaters, meiner Großväter und meiner Gattung, und vermittelte mir ein Gefühl der Verlassenheit statt einer Tröstung. Die Zukunft, auf meiner linken Seite, betrachtete ich, um nach einer Abhilfe zu suchen. Ich sah sie als ein großes und finsteres Grab für mich, für meine Altersgenossen und für die künftigen Generationen. Statt einer Vertrautheit überkam mich Entsetzen. Von rechts und links schaute ich entsetzt auf den gegenwärtige Tag, in

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dem ich mich befand. Diesen meinen gottvergessenen und geschichtsbewussten Augen erschien dieser gegenwärtige Tag als ein Sarg, der einen halbtoten und auf der Schlachtbank leidenden Körper, quasi meinen Leichnam trug. Als ich dann auch in dieser Hinsicht verzweifelt war, hob ich meinen Kopf und betrachtete die Krone meines Lebensbaumes. Ich sah, dass dieser Baum nur eine einzige Frucht hatte, diese Frucht war mein Leichnam. Er hing oben am Baum und schaute mich an. Auch von diesem Anblick war ich entsetzt und senkte meinen Kopf. Ich betrachtete den unteren Teil, die Wurzel des Lebensbaumes. Ich sah, dass die Erde dort unten wie eine Mischung aus der Erde, zu der meine Knochen geworden waren, und der Erde, aus der sie ursprünglich erschaffen worden waren, quasi mit Füßen getreten wurden. Das war also auch kein Heilmittel, sondern fügte zu meinem Schmerz nur noch einen weiteren Schmerz hinzu. Blieb einzig noch der Blick nach hinten. Ich sah: Die Welt, die keine feste Grundlage hat und vergänglich ist, rollt in den Bächen der Nichtigkeiten und in dem Dunkel des Nichts immer weiter. Wo ich doch für meinen Schmerz nach einer lindernden Salbe suchte, wurde ihm noch Gift hinzugefügt. Da ich auf dieser Seite auch nichts Gutes sah, schaute ich nach dem, was vor mir lag und richtete meine Blicke dahin. Ich sah: Das Tor des Grabes stand offen, mitten auf meinem Weg. Mit geöffnetem Maul erwartete es mich. Hinter ihm verlief eine Straße, die in Richtung Ewigkeit führte, und die Scharen, die auf dieser Straße gingen, traten schon von weitem in mein Blickfeld.

Gegen diese Schrecken, die aus sechs verschiedenen Richtungen kamen, hatte ich nichts anderes außer dem Bruchteil einer persönlichen Entscheidungsfreiheit (djuz-i ihtiyar), die mir als einen Stützpunkt (nokta-i istinad) und Waffe zur Verteidigung dienen sollte. Diese persönliche Entscheidungsfreiheit, welche gegen zahllose Feinde und unzählbare, schädliche Dinge die einzige Waffe des Menschen ist, ist mangelhaft, unzureichend, schwach und kann nichts zu Stande bringen.

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Sie kann einzig nur der Akzeptanz dienen. Weder vermag sie in die Vergangenheit zurückzugehen, sodass sie die Trauer, die mir aus ihr entstand, beenden könnte, noch in die Zukunft vorauszugehen, sodass sie die Ängste, die aus ihr erwuchsen, hindern könnte. Ich sah, dass sie meinen Hoffnungen und Schmerzen bezüglich dem, was vergangen ist und was noch kommen wird, nichts nutzte. Als ich noch in der Furcht, Verlassenheit, Finsternis und Verzweiflung, die aus diesen sechs Richtungen kamen, zappelte, eilten mir die Glaubenslichter, die am Himmel des Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, leuchteten, zur Hilfe. Sie erleuchteten diese sechs Seiten so sehr und füllten sie so mit Licht, dass, auch wenn sich jene Schrecken und Finsternisse hundertfach verstärkt hätten, dieses Licht dennoch gegen sie überreichlich wäre. Es verwandelte alle diese Schrecken einen nach dem anderen in Trost und diese Einöden eine nach der anderen in Vertrautheiten. Es ist dies wie folgt:

Der Glaube (iman) zerreißt diese fürchterliche Gestalt eines großen Grabmales der vergangenen Zeit und zeigt mir mit augenscheinlicher (ayne l-yaqien), sogar wahrhaftiger Gewissheit (haqqa l-yaqien), dass sie eine vertraute, erleuchtete Versammlung und ein Zusammentreffen der Freunde ist.

Und der Glaube zeigt mit wissenschaftlicher Gewissheit (ilme l-yaqien) die Zukunft, die durch gottvergessene Betrachtung in der Gestalt eines großen Grabmals erscheint, in der Gestalt einer liebenswerten Versammlung bei dem Gastmahl des Erbarmers (Rahman) in den Palästen der Glückseligkeit.

Und der Glaube zerbricht die Gestalt der gegenwärtigen Zeit, die in gottvergessener Betrachtung wie ein Sarg aussieht, und auch die Gestalt dieses gegenwärtigen Tages und lässt diesen Tag sichtbar vor Augen die Gestalt eines Geschäftes annehmen, eines Handelsabkommens für das Jenseits, eines prächtigen Gästehauses des Erbarmers (Rahman).

Und der Glaube zeigt mit wissenschaftlicher Gewissheit (ilme l-yaqien),

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dass die einzige Frucht, die der Baum des Lebens trägt, nicht eine Leiche ist, wie es ja in gottvergessener Betrachtungsweise erscheint, sondern dass mein Geist (ruh), der das ewige Leben in sich trägt und ein Anwärter für die ewige Glückseligkeit ist, sein zerfallendes Nest verlässt, um zu den Sternen zu reisen.

Und der Glaube zeigt mir in dem Geheimnis des Glaubens, dass die Erde, zu der meine Knochen geworden sind und die Erde, aus der sie erschaffen wurden, keine bedeutungslosen, vermoderten Gebeine sind, die man mit Füßen tritt, sondern dass diese Erde das Tor der Barmherzigkeit und ein Vorhang vor dem Saal des Paradieses ist.

Und der Glaube zeigt mir im Geheimnis des Qur'an den Zustand der Welt, die hinter mir lag und in Gottvergessenheit betrachtet in Nichtigkeit, in der Finsternis des Nichtseins dahinrollte. Was diese Welt, die scheinbar in Finsternissen dahinrollt, betrifft, so zeigt der Glaube mir, dass sie ein Teil der Briefe dessen ist, der nichts und niemandes bedarf (mektubat-i Samedaniye), dessen aber alles und jedes bedarf, und dass sie die Seiten der Ornamente des Gepriesenen (Subhaniye) ist, die ihren Auftrag erfüllten, ihren Sinn zum Ausdruck brachten und ihre Früchte an ihrer Stelle im Dasein ließen.

Und der Glaube zeigte mir, im Lichte des Qur'an, das Grab, das vor mir mit aufgerissenen Augen auf mich lauerte, und die Straße, die hinter dem Grab in die Ewigkeit führt, dass dieses Grab kein Eingang zu einem Schacht ist, sondern das Tor in die Welt des Lichtes, und dass dieser Weg nicht in die Nichtigkeit und in das Land des Nichts führt, sondern ins Dasein, in das Land des Lichts und in die ewige Glückseligkeit. Da der Glaube mir dies vollkommen überzeugend zeigte, wurde das Grab zu einem Heilmittel und einer Salbe für meine Wunden.

Und der Glaube verleiht dem Menschen anstelle einer bruchstückhaften, persönlichen Entscheidungsfreiheit (djuz-i ihtiyar),

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die kaum mehr ist als ein wenig Akzeptanz (djuz-i bir kesb), eine Urkunde, die sich in der Hand dieser persönlichen Entscheidungsfreiheit gegen zahllose Feinde und Finsternisse auf eine nicht endende Macht (qudret) stützt und mit einer grenzenlosen Barmherzigkeit (rahmet) verbindet. Vielmehr wird der Glaube zu einer Urkunde in der Hand dieser persönlichen Entscheidungsfreiheit. Diese persönliche Entscheidungsfreiheit ist Waffe des Menschen, zwar selbst noch unzulänglich, schwach und mangelhaft. Aber wie ein Soldat, der, wenn er seine persönliche sehr geringe Kraft im Namen des Staates verwendet, tausendfach mehr Arbeiten, als in seiner Kraft (quvvet) liegen, vollbringen kann, genauso kann durch das Geheimnis des Glaubens auch diese bruchstückhafte, persönliche Entscheidungsfreiheit ein Paradies von einer fünfhundertjährigen Breite gewinnen, wenn sie im Namen Gottes des Gerechten auf Seinen Wegen eingesetzt wird.

Und der Glaube nimmt die Zügel dieser persönlichen Entscheidungsfreiheit, die in die vergangene und die zukünftige Zeit nicht eindringen kann, aus den Händen des Leibes und übergibt sie dem Herzen und dem Geist. Da aber der Lebensbereich des Geistes und des Herzens nicht nur auf die gegenwärtige Zeit beschränkt ist wie der des Körpers und sowohl sehr viele Jahre der Vergangenheit als auch sehr viele Jahre der Zukunft zu seinem Lebensbereich gehören, bleibt diese persönliche Entscheidungsfreiheit nicht mehr nur persönlich und bruchstückhaft sondern gewinnt ihre Ganzheit. Wie sie in die tiefsten Bäche der vergangenen Zeit durch die Kraft des Glaubens eindringen und die Finsternis aller Traurigkeit beseitigen kann, so kann sie durch das Licht des Glaubens die fernsten Berge der Zukunft besteigen, und die Ängste vernichten.

Nun, ihr Geschwister, Damen und Herren in hohem Alter, die ihr wie ich die Mühsal des Alters durchmachen müsst! Elhamdulillah, aller Dank sei Allah, dass wir nun einmal Leute des Glaubens sind und da im Glauben so

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viele lichtvolle, angenehme, liebliche, süße versteckte Schätze vorhanden sind, und da unser Alter uns an diese Schätze noch näher heranführt, sollten wir uns doch in jedem Fall nicht über das Alter, wenn es denn aus dem Glauben gelebt wird, beklagen, sondern vielmehr dafür tausende Male danken.

Achte Hoffnung:

Zu einer Zeit, da sich mein Haupt mit weißen Haaren, dem Merkmal meines Alters zu bedecken begann, sah ich den Tumult des Weltkrieges, welcher den tiefen Schlaf meines Jungseins (in dem ich mich bis dahin noch immer befunden hatte) noch mehr vertiefte, erfuhr ich die Ungewissheit meiner Gefangenschaft, stieg auf zu Amt und Würden, Ehre und Ansehen. Als ich dann in Istanbul ankam, wurde ich, angefangen von dem Kalifen, über den Scheich-ul'Islam, den Obersten Kommandanten bis hinab zu den Schülern in den Medressen mit weit größerer Hochachtung willkommen geheißen, als mir eigentlich zustand. Der Rausch der Jugendzeit und die geistige Haltung, die aus diesem Zustand erwuchs, vertiefte jenen Schlaf dermaßen, dass ich die Welt als quasi beständig und mich selbst in einem seltsamen Zustand erfuhr, gleich einem, der, als sei er selbst unsterblich, der Welt verhaftet ist.

In jener Zeit ging ich im heiligen Monat Ramadan in die gesegnete Moschee Bayezid in Istanbul, um den Rezitatoren zu lauschen, die den Qur'an aufrichtigen Herzens vortrugen. Der Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, verkündet mit seinem hohen Anspruch vom Himmel herab durch den Mund der Rezitatoren den Erlass كُلُّ نَفْسٍ ذَآئِقَةُ الْمَوْتِ {"Eine jede Seele wird einmal den Tod kosten!" (Sure 3, 185)} mit großer Macht, ein Ruf, welcher die Vergänglichkeit des Menschen und die Sterblichkeit alles Lebendigen verkündet. Dieser Ruf drang in mein Ohr ein, nistete in meinem Herzen, schlug jene so mächtigen Schichten des

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Schlafes, des Rausches und der Gottvergessenheit in Stücke. Ich ging aus der Moschee. In der Trunkenheit jenes langen und tiefen Schlafes, der so lange über meinem Haupte gelegen hatte, erlebte ich mich noch Tage lang wie ein Schiff, das gleich einem Unwetter, Feuer und Rauch über meinem Kopf, die Orientierung verloren hat. Jedes Mal, wenn ich mich im Spiegel betrachtete, sagten mir meine weißen Haare: "Gib Acht!" In der Ermahnung meiner weißen Haare wurde mir meine Lage klar und ich sah:

Die Jugendzeit, der ich so sehr vertraut hatte und in deren Freuden ich vernarrt gewesen war, sagte mir Lebewohl. Und das irdische Leben, dessen Liebe ich so sehr verhaftet gewesen war, begann zu verlöschen. Und die Welt, der ich so sehr verhaftet gewesen, in die ich geradezu verliebt gewesen war, sagte mir: "Viel Glück auf deinem Weg!", und gemahnte mich daran, dass ich aus diesem Gasthaus ausziehen werde. Sie selbst aber sagte zu mir: "Gott befohlen!" und bereitete sich auf ihren Abschied vor. Wenn der Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, den Vers كُلُّ نَفْسٍ ذَآئِقَةُ الْمَوْتِ {"Eine jede Seele wird einmal den Tod kosten!" (Sure 3, 185)} in seinem gesamten Sinngehalt verkündet, so sagt er damit: "Die Menschheit ist in ihrer Ganzheit eine Seele. Um wieder aufzuerstehen, wird sie sterben. Und auch die Erde ist eine Seele. Um ihre ewige Gestalt annehmen zu können, wird auch sie sterben. So ist auch der gesamte Kosmos eine Seele. Um seine jenseitige Gestalt annehmen zu können, wird sie auch sterben." Meinem Herzen öffnete sich diese Bedeutung durch den Hinweis dieses Qur'anverses.

In dieser Verfassung betrachtete ich meine Lage: Die Jugend, die die Quelle der Freude ist, vergeht. An ihre Stelle tritt das Alter, das der Ursprung der Trauer ist. Und

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dieses so glanzvolle, strahlende Leben vergeht. Der uns so finster und schrecklich erscheinende Tod bereitet sich vor, an seine Stelle zu treten. Ich sah, dass die Welt, die wir in ihrer Beständigkeit für so lieblich halten, und die die Geliebte der Gottvergessenen ist, in großer Geschwindigkeit ihrem Untergang entgegen strebt.

Um mich selbst zu täuschen und meinen Kopf erneut in die Gottvergessenheit zu versenken, hielt ich nach dem Genuss gesellschaftlicher Anerkennung Ausschau, die ich in Istanbul weitaus mehr erfahren hatte, als ich verdiente, was mir jedoch nichts nutzte. Alle Hochachtung, alles Entgegenkommen und aller Trost können nur bis an das nahegelegene Tor des Grabes reichen und verlöschen dort. Und unter dem geschmückten Schleier des Ruhmes und der Würde (shan u sheref), die ein Traumziel der Ruhmsüchtigen ist, sah ich eine bedrückende Heuchelei (riya), eine kalte Selbstgefälligkeit und einen nur vorübergehenden Rausch. Und so verstand ich, dass diese Dinge, die mich bis jetzt getäuscht hatten, mir keinerlei Trost geben können und es in ihnen überhaupt kein Licht gibt.

Um erneut vollständig zu erwachen, begann ich wieder den Qur'an-Rezitationen in der Bayezid Moschee zuzuhören, um an der himmlischen Lektion des Qur'an teilzunehmen. Sodann vernahm ich und entnahm dieser himmlischen Lektion frohe Botschaften mit heiligen Erlassen wie وَبَشِّرِ الَّذِينَ اٰمَنُوا...الخ {"Verkünde frohe Botschaft denjenigen, die glauben, usw."}

Durch den Segen, den ich aus dem Qur'an erhielt, suchte ich nicht mehr von außerhalb Trost, sondern gerade innerhalb jener Dinge, die mir Furcht, Verlassenheit und Verzweiflung einflößten, nun den Trost, die Hoffnung und das Licht. Dank sei Gott dem Gerechten hunderttausendmal: Innerhalb des Schmerzes selbst fand ich das Heil, innerhalb der Finsternis selbst fand ich das Licht und

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innerhalb der Furcht selbst fand ich den Trost. Als allererstes betrachtete ich das Gesicht des Todes, das alle in Schrecken versetzt und das als das Allerschrecklichste dargestellt wird. Ich sah im Lichte des Qur'an:

Der Schleier des Todes ist zwar finster, schwarz und hässlich; für einen Gläubigen aber ist sein wirkliches Antlitz schön und von guter Ausstrahlung. Und in vielen Abhandlungen stellte sich diese Tatsache mit unwiderlegbar sicheren Beweisen heraus. Wie wir schon in vielen Abhandlungen wie in dem "Achten Wort" und in dem "Zwanzigsten Brief" erläuterten, ist der Tod keine Hinrichtung, keine Trennung, sondern der Anfang des ewigen Lebens, sein Anbeginn und der Feierabend von der Mühsal des Lebensauftrages, eine Entlassung und ein Ortswechsel. Er ist ein Wiederzusammentreffen mit den Scharen der Freunde, die in das Zwischenreich ausgewandert sind. Durch dergleichen Wahrheiten wie diese, erkannte ich das wahre, schöne Gesicht des Todes. Nicht fürchtend, sondern in einer Hinsicht sehnsüchtig betrachtete ich das Antlitz des Todes. Ich verstand nun ein Geheimnis, das den Ordensleuten entsprechend in dieser Verbundenheit mit dem Tod liegt.

Dann betrachtete ich mir die Jugendzeit, die in ihrem Vergehen mich wie jeden zum Weinen bringt, über die jeder entzückt ist, deren Liebhaber ein jeder ist, und die mit Sünden und in Gottvergessenheit vergeht und vergangen ist. In ihrem derartig schönen, geschmückten Kleid erkannte ich ein überaus hässliches, trunkenes, berauschtes Gesicht. Hätte ich ihren Sinn nicht schon vorher erkannt, so hätte sie mich für hundert Jahre zum Weinen gebracht - falls ich so lange auf Erden verweilt hätte - nachdem sie mich für einige Jahre berauscht und zum Lachen gebracht hatte. Wie auch einer derer, denen es so ergangen war unter Tränen gesagt hat:

لَيْتَ الشَّبَابَ يَعُودُ يَوْمًا فَاُخْبِرَهُ بِمَا فَعَلَ الْمَشِيبُ
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Das heißt: "Ach könnte meine Jugendzeit eines Tages zurückkehren, dann würde ich mich bei ihr beklagen, welch traurige Zustände dieses Altsein über mich brachte."

Tatsächlich weinen die Alten - wie der obige - die den Sinn der Jugendzeit nicht kannten, indem sie sie bedauern und sich nach ihr sehnen, wenn sie an sie zurückdenken. In Wirklichkeit ist die Jugend ein ganz besonders solventes Handelsgut, ein guter und schöner Anlass zu segensreichen Taten, wenn sie von den Gläubigen, den Leuten des Herzens, d.h. Leuten, die sich ständig der Gegenwart Gottes bewusst sind und die ihre Sinne beisammen und das Herz am rechten Fleck haben, für Gottesdienst, für segensreiche Taten und für einen Handel ausgegeben wird, der für das Jenseitige nutzt. Und diese Jugend ist für diejenigen, die sie nicht missbrauchen, sondern die ihre religiöse Pflicht kennen, ein Geschenk Gottes (nimet-i Ilahiye), das wertvoll ist und froh stimmt. Wenn die rechte Leitung (istikamet), Sittsamkeit (iffet) und Gottesfurcht (taqwa) nicht die Jugendzeit begleitet, ist sie sehr gefährlich. Durch ihre übermütigen Handlungen schwächt die Jugend ihr Ewiges Glück und das jenseitige Leben. Sie verdirbt vielleicht auch ihr weltliches Leben vollkommen. Ja, sie wird sogar an Stelle der ein-, zweijährigen Freude in der Jugendzeit viele Jahre im Alter Kummer (gham) und Sorge (keder) haben. Die meisten Menschen kommen in ihrer Jugendzeit zu Schaden. Daher müssen wir Alten, Allah danken, dass wir nicht mehr den schädlichen und gefährlichen Einflüssen der Jugendzeit ausgesetzt sind. Wie alle Dinge werden auch mit Sicherheit die Freuden der Jugend vergehen. Wurde aber diese Zeit für Gottesanbetung und segensreiche Taten ausgegeben, bleiben an ihrer Stelle ihre Früchte bestehen und bewirken, eine Jugend im ewigen Leben zu gewinnen.

Dann betrachtete ich die Welt, in die die meisten Menschen verliebt und vernarrt sind. Im Lichte des Qur'an sah ich: Es gibt drei universelle Welten, die ineinander verflochten sind.

Der Aspekt der ersten betrifft die Namen Gottes, für die sie als Spiegel dient!

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Der Aspekt der zweiten betrifft das Jenseits, für das sie ein Acker ist!

Der Aspekt der dritten betrifft die Weltleute! Für Leute, die gottvergessen leben, ist sie ein Spielplatz.

Zudem hat jeder in dieser Welt seine eigene riesengroße Welt. So, als ob nach der Anzahl der Menschen Welten ineinander verflochten sind. Aber für jeden ist sein eigenes Leben die tragende Säule seiner persönlichen Welt. Wenn aber sein Körper zusammenbricht, bricht auch seine eigene Welt über seinem Kopf zusammen und bricht auch sein Weltuntergang an. Da die gottvergessen lebenden Leute diesen Zustand ihrer eigenen Welt (in sich), die so leicht zusammenzubrechen droht, nicht kennen, halten sie sie für so beständig wie die Welt (um sich und) im Allgemeinen und beten sie an.

"So wie die Welten der anderen habe auch ich eine Welt für mich, die leicht zerbricht und verdirbt. Was hat diese meine persönliche Welt in dieser so kurzen Lebensspanne für einen Nutzen?", fragte ich mich. Im Lichte des Qur'an erkannte ich: Sowohl für mich, als auch für jeden anderen gleicht diese Welt einem zeitweiligen Messe- und Handelszentrum, einem Gasthaus, das sich jeden Tag füllt und wieder leert, einem Basar, der zum An- und Verkauf aller, die da auf der Straße kommen und gehen, errichtet ist, ein Buch, in dem der urewige Designer in Seiner Weisheit immer wieder aufs Neue schreibt und wieder löscht. Jeder Frühling ist ein Brief von Ihm, geschrieben mit goldenen Lettern; und jeder Sommer ist Seine gereimte Kasside. Die Welt ist eine Vielzahl von Spiegeln, die die Erscheinungen der Namen des majestätischen Schöpfers (Sani-i Dhu l-Djelal) immer neu zeigen. Sie gleicht einer Baumschule für das Jenseits, einem Setzbeet der Barmherzigkeit Gottes, einem Webstuhl, der vorübergehend aufgestellt wurde, um die Szenen, die in der ewigen Welt gezeigt werden sollen, auf ihm zu gestalten. In diesem

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Sinn erkannte ich die Welt und dankte hunderttausendmal dem majestätischen Schöpfer (Khaliq-i Dhu l-Djelal), der diese Welt in dieser Form und Gestalt erschafft. Und ich erkannte, dass diejenigen, denen die Liebe zur Welt, die doch der Menschheit als deren schöner innerer Aspekt geschenkt wurde, der das Jenseits und die Namen Gottes betrachtet, missbrauchen und sie (die Liebe) als deren vergänglichen, hässlichen und verderblichen Aspekt ausgeben, einen Aspekt der Gottvergessenheit, der den Sinn der heiligen Hadith حُبُّ الدُّنْيَا رَأْسُ كُلِّ خَطِيئَةٍ {"Die Liebe zur Welt ist der Anfang aller Fehler."} erkennen lässt.

Dies also, meine Damen und Herren im vorgerückten Alter, habe ich im Lichte des Weisen Qur'an und durch mein eigenes Alter als Wahrheit erkannt, nachdem mir der Glaube die Augen geöffnet hatte. Und in vielen Abhandlungen bewies ich sie mit unwiderlegbaren Zeugnissen. Ich fand dadurch eine wahrhaftige Tröstung, eine starke Hoffnung und ein hell strahlendes Licht. Ich fand Zufriedenheit in meinem Alter und war froh, dass meine Jugend vorüber war. So sollt auch ihr nicht weinen, sondern danken. Da dies nun einmal der Glaube ist und so die Wahrheit, mögen die Leute der Gottvergessenheit weinen, mögen die Leute des Irrweges weinen...

Neunte Hoffnung:

Während des ersten Weltkrieges befand ich mich weit weg im nordöstlichen Russland in der Stadt Kostroma in Gefangenschaft. Es befand sich da am Ufer des bekannten Wolgastromes eine kleine Moschee der Tataren. Ich langweilte mich unter den Offizieren, die dort als meine Kameraden mit mir gefangen waren. Es verlangte in mir nach Einsamkeit. Draußen konnte ich nicht ohne Erlaubnis spazieren gehen. Die Tataren leisteten für mich eine Bürgschaft und nahmen mich in diese kleine Moschee am Ufer der Wolga mit. Ich schlief

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allein in der Moschee. Der Frühling war nahe. In diesen langen und tiefen Nächten im Norden des weiten Landes lag ich sehr lange wach. In diesen dunklen Nächten, in dieser düsteren Fremde, bei dem melancholischen Rauschen der Wolga, in dem klagenden Rinnen des Regens, in dem sehnsuchtsvollen Wehen des Windes wurde ich zumindest vorübergehend aus meinem tiefen, sorglosen Schlaf aufgeweckt. Ich wusste mich überhaupt noch nicht alt. Aber wer den Weltkrieg gesehen hat, der ist alt. Es war, als sei mir das Geheimnis von يَوْمًا يَجْعَلُ الْوِلْدَانَ شِيبًا {"Der Tag, an dem sich Kinder als Greise wiederfinden." (Sure 73, 17)} offenbar geworden. In solchen Tagen, da Kinder zu Greisen werden, war ich vierzig Jahre alt; aber ich befand mich in einem solchen Zustand, als sei ich schon achtzig Jahre alt. Während dieser dunklen langen Nacht, in dieser betrüblichen Fremde, in diesem betrüblichen Zustand überkam mich eine Art Verzweiflung am Leben. Ich betrachtete meine Schwäche, meine Einsamkeit, gab meine Hoffnung auf. Während ich mich noch in diesem Zustand befand, kam mir die Hilfe aus dem Weisen Qur'an. Mein Mund sprach:

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَ نِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott ist mein Genügen und Er ist der vortrefflichste Anwalt." (Sure 3, 173)}

Und auch mein Herz sagte weinend:

غَرِيبَمْ بِيكَسَمْ ضَعِيفَمْ نَاتُوَانَمْ اَ ْلاَمَانْ كُوَيمْ
عَفْوُجُويَمْ مَدَدْخَوٰاهَمْ زِدَرْكَاهَتْ اِلٰهِى

{"Ich bin in der Fremde, ohne Verwandte, schwach, kraftlos. Ich flehe um Schutz. Ich bitte um Verzeihung. Ich rufe um Hilfe an Deiner Schwelle, oh Allah!"}

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Mein Geist dachte auch an die alten Freunde in der Heimat und stellte sich meinen Tod in der Fremde vor und wie Niyazi Misri sagte ich:

"Ich habe die Sorge um weltliche Dinge aufgegeben und

meine Flügel im Nichts gebreitet und

Begeisterung mit jedem Atemzug! -

fliege ich und rufe aus: Freund! Freund!"

So sagte ich und suchte Freunde. Wie dem auch sei, in dieser langen Nacht in der Fremde, die so voll der Sehnsucht, von Traurigkeit und Klage erfüllt das Herz rührte, wurde meine Hilflosigkeit und Schwäche an der Schwelle des Hauses Gottes zu einem so großen Fürsprecher und Mittler, dass ich noch jetzt darüber erstaunt bin. Denn einige Tage später brach ich völlig unerwarteter Weise und - obwohl ich kein russisch konnte - ganz allein zu einer Flucht über eine Entfernung von einem Jahr Fußmarsch auf. Meine Schwäche und Hilflosigkeit rief die Gnade Gottes (inayet-i Ilahiye) herbei und so habe ich mich auf wunderbare Weise gerettet. Auf dem Wege über Warschau gelangte ich nach Österreich, kam in Istanbul an. Es ist ein großes Wunder, auf was für eine leichte Art ich mich zu retten vermochte. Obwohl auch die klügsten und tapfersten Männer, selbst wenn sie russisch konnten, nicht ans Ziel gelangten, habe ich doch auf eine ganz leichte und einfache Weise diese meine Reise auf der Flucht zu Ende geführt. Aber der Charakter jener oben erwähnten Nacht in der Moschee am Ufer der Wolga hat in mir den folgenden Entschluss reifen lassen: "Ich werde den Rest meines Lebens in Höhlen verbringen! Ich habe mich um das soziale Leben der Menschen gekümmert und jetzt ist es genug. Da ich nun einmal am Ende einsam ins Grab steigen werde, will ich die Einsamkeit wählen, mich ab heute an die Einsamkeit gewöhnen." Aber in Istanbul ließen mich meine vielen bedeutenden und wichtigen Freunde und das glanzvolle irdische Leben dort in Istanbul und besonders so

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nutzlose Dinge wie Ruhm und Ehre (shan u sheref), die man mir im Übermaß erwies, diesen meinen Vorsatz vorübergehend vergessen. Als ob diese Nacht in der Fremde das lichtempfindliche Schwarz im Auge meines Lebens gewesen wäre und der weiße, glanzvolle Tag von Istanbul das lichtunempfindliche Weiß im Auge meines Lebens, sodass ich nicht nach vorne schauen konnte, und wieder einschlief, bis dass mir zwei Jahre später Abdulkadir Geylanis Buch "Futuh-ul'Ghayb" (Durchbruch durch das Unsichtbare) erneut die Augen öffnete.

Also oh ihr alten Frauen und Männer! Wisset, dass die Schwäche und Ohnmacht (da'if ve adjz) im Alter ein Anlass ist, die Barmherzigkeit und Güte Gottes (rahmet ve inayet-i Ilahiye) heranzuziehen. Wie ich in meinem persönlichen Leben durch viele Ereignisse immer wieder erfahren habe, so zeigt auch die Erscheinung der Barmherzigkeit auf dem Antlitz der Erde, diese Wahrheit in einer Überaus offensichtlichen Weise. Denn die Schwächsten und Ohnmächtigsten in der Tierwelt sind die Jungtiere. In der Tat sind sie es, die die süßeste und schönste Erscheinung der Barmherzigkeit erfahren. Durch die Ohnmacht (adjz) eines Jungen im Nest auf dem Wipfel eines Baumes nimmt die Erscheinung der Barmherzigkeit als einen gehorsamen Soldaten seine Mutter in Dienst. Sie fliegt umher und bringt ihm seine Nahrung. Wann immer aber dieses Junge im Erstarken seiner Flügel seine Ohnmacht (adjz) vergisst, sagt ihm seine Mutter "Geh, such deine Nahrung selber!" und sorgt sich fortan nicht mehr um ihn.

Also, dieses Geheimnis der Barmherzigkeit, das für die Neugeborenen gilt, gilt auch für die Alten, die hinsichtlich der Schwäche und Ohnmacht den kleinen Kindern gleichen. Ich habe so viele Erfahrungen, die mich absolut sicher überzeugen, dass, wie den Säuglingen ihre Nahrung wegen ihrer Ohnmacht durch die Barmherzigkeit in einer wunderbaren Weise, aus den Hähnen der Brüste gesandt wird und fließt, auch den gläubigen Alten, die eine Unschuld erlangt haben, ihre Nahrung in Form des Segens

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gesandt wird. Außerdem beweist eine heilige Hadith diese Tatsache in dem folgenden Abschnitt:

وَ لَوْ لاَ الشُّيوُخُ الرُّكَّعُ لَصُبَّ عَلَيْكُمُ الْبَلاَءُ صَبًّا

Der übrige Abschnitt der Hadith,

وَلَوْ لاَ الْبَهَائِمُ الرُّتَّعُ وَالصٌّبْيَانُ الرُّضَّعُ

("Wären kein Vieh auf der Weide und keine zu stillenden Kinder...") usw. - oder so wie überliefert.

das heißt: "Wären keine alten Leute mit gebeugten Rücken unter euch, so würden Unglücke über euch wie eine Sintflut herabstürzen," was besagt, dass die tragende Säule in einem Haus, die Alten sind, die in ihm leben, und dass, was ein Haus vor Unglücken schützt, die hilflosen alten Frauen und Männer mit gebeugtem Rücken sind, die in dem Haus leben.

Da die Schwäche und Ohnmacht des Alters nun einmal ein solcher Anlass ist, die Barmherzigkeit Gottes heranzuziehen, und da der Weise Qur'an nun einmal mit den Versen

اِمَّا يَبْلُغَنَّ عِنْدَكَ الْكِبَرَ اَحَدُهُمَآ اَوْ كِلاَهُمَا فَلاَ تَقُلْ لَهُمَآ اُفٍّ وَلاَ تَنْهَرْهُمَا وَقُلْ لَهُمَا قَوْلاً كَرِيمًا ٭ وَاخْفِضْ لَهُمَا جَنَاحَ الذُّلِّ مِنَ الرَّحْمَةِ وَقُلْ رَبِّ ارْحَمْهُمَا كَمَا رَبَّيَانِى صَغِيرًا

{"Und zu den Eltern (solltest du) gut sein. Wenn eines von ihnen (Vater oder Mutter) oder (alle) beide bei dir (im Haus) hochbetagt geworden (und mit den Schwächen des Greisenalters behaftet) sind, dann sag nicht 'Pfui!' zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich ehrerbietig zu ihnen, und senke für sie in Barmherzigkeit den Flügel der (Selbst)erniedrigung (d.h. benimm dich ihnen gegenüber aus Barmherzigkeit freundlich und gefügig) und sag: 'Herr! Erbarm Dich ihrer (ebenso mitleidig), wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein und (hilflos) war!'" (Sure 17, 23-24)}

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die Kinder in einer überaus wunderbaren Ausdrucksweise in fünf Hinsichten zum Respekt und zur Liebe (hurmet ve shefqat) den alten Müttern und Vätern gegenüber aufruft, und da die Religion des Islam nun einmal Respekt und Güte (hurmet ve merhamet) den Alten gegenüber befiehlt, und da die Menschlichkeit in ihrem Wesen den Respekt und die Barmherzigkeit (hurmet ve merhamet) den Alten gegenüber erfordert, bekommen wir Alten auf jeden Fall anstelle von einem vorübergehenden materiellen Genuss, welcher der Genussfähigkeit der Jugend entspricht, die Barmherzigkeit und den Respekt, welche geistig, beständig und wertvoll sind und aus der Güte Gottes (inayet-i Ilahiye) und aus dem Mitgefühl erwächst, und die geistigen Freuden, die aus dieser Barmherzigkeit und diesem Respekt herrühren. Daher sollen wir dieses unser Altsein gegen hundertmal Jugend nicht tauschen. Ja, ich versichere euch, dass ich, könnte man mir zehn Jahre Jugend des Alten Said zurückgeben, kein Jahr von dem jetzigen Zustand des Neuen Said in seinem Alter abgeben würde. Mit meinem Alter bin ich zufrieden. Ihr sollt auch mit eurem zufrieden sein.

Zehnte Hoffnung:

Einmal aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, übermannte mich in Istanbul für ein, zwei Jahre wieder die Sorglosigkeit (ghaflet). Das politische Klima hatte mir den Blick von mir selbst hinweg gehoben und in alle Winde zerstreut. So saß ich eines Tages in Istanbul an hoher Stelle im Eyyub Sultan Friedhof und blickte hinunter in den Bach. Ich ließ meine Blicke über Istanbul hinweg bis zum Horizont schweifen. Plötzlich sah ich, wie mir meine persönliche Welt starb. Es kam mir eine Phantasievorstellung (halet-i hayal), so als zöge sich gewissermaßen mein Geist hinweg. Ich sagte mir: "Bringen mir etwa die Inschriften auf den Grabsteinen dieses Friedhofes solche Phantasievorstellungen?" Ich zog meinen Blick wieder zurück, ließ ihn nicht in die Ferne schweifen, sondern richtete ihn auf den Friedhof. Mein Herz wurde gemahnt: "In diesem Friedhof um dich herum ist hundertmal Istanbul. Denn hundertmal wurde Istanbul hierher entleert. Du

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kannst dich nicht vor dem Urteil (hukm) des Allmächtigen Königs (Hâkim-i Qadir) retten, der die Einwohner von ganz Istanbul hierher entleert hat, und eine Ausnahme bilden. Auch du wirst gehen!" Ich verließ den Friedhof und trat in dieser fürchterlichen Vorstellung in ein kleines Zimmer der Eyyub Sultan Moschee ein, wie ich das schon oft getan hatte. Ich dachte mir, dass ich in dreifacher Hinsicht ein Gast bin: So wie ich in diesem Zimmer hier ein Gast bin, so bin ich ein Gast auch in Istanbul, ein Gast auch in dieser Welt. Ein Gast muss auf den Weg achten. Wie ich aus diesem Zimmer weggehen werde, so werde ich eines Tages auch aus Istanbul weggehen, eines Tages auch aus der Welt weggehen.

In diesem Zustand beschlich Schmerz, Kummer und Sorge mir Herz und Verstand, ein Gefühl des Mitleidens (elem) in der Stunde der Trennung. Denn ich verliere nicht nur ein, zwei Freunde, nein, so wie ich mich von tausenden mir liebgewordenen Freunden in Istanbul trennen muss, so werde ich auch mein so geliebtes Istanbul verlassen müssen. So wie ich mich in dieser Welt von hunderttausenden Freuden trennen muss, so muss ich auch diese schöne Welt verlassen, die ich so liebe und der ich verhaftet bin. So dachte ich und begab mich wieder an jenen hohen Platz auf dem Friedhof. Ich ging damals gelegentlich ins Kino, weil mich diese neue Technik interessierte. In diesem Augenblick kamen mir die Menschen wie Schatten vor, die im Kino von der Vergangenheit in die Gegenwart hineinprojiziert werden, wobei man längst Verstorbene wieder umherwandeln sieht. In gleicher Weise erschienen mir die Menschen, die ich in diesem Augenblick sah, wie wandelnde Leichname. Mein Phantasiebild (hayal) sprach zu mir: Da man nun einmal einen Teil derer, die hier auf dem Friedhof liegen, im Kino umherwandeln sehen kann, betrachte auch diejenigen, welche ganz bestimmt einmal auf diesen Friedhof getragen werden, so, als habe man sie bereits hierher gebracht. Auch sie sind wandelnde Leichname... Plötzlich wandelte sich im

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Lichte des Weisen Qur'an und unter der Rechtleitung (irshad) von Gauth-u 'Adham Scheich Geylani (Allah heilige seine Geheimnisse) Hazretleri diese betrübliche Verfassung in einen fröhlichen und glücklichen Zustand um. Und zwar so: In dieser trübseligen Verfassung gemahnte mich das Licht, das aus dem Qur'an hervorgeht:

Du hattest im Nordosten, in Kostroma, in der Fremde, ein, zwei mitgefangene Offiziere zu Freunden. Du wusstest, dass diese Freunde auf jeden Fall nach Istanbul zurückkehren würden. Hätte jemand zu dir gesagt: "Willst du nach Istanbul zurückkehren oder hier bleiben?" und hättest du auch nur einen Funken Verstand gehabt, wärest du damit einverstanden gewesen, froh und heiter nach Istanbul zurückzukehren. Denn von tausend und einem Freund sind 999 in Istanbul. Ein oder zwei sind hier geblieben. Auch sie werden dorthin zurückkehren. Nach Istanbul zu reisen bedeutet für dich keine bedauerliche Trennung, keinen schmerzlichen Abschied. Und nun, da du angekommen bist, bist du etwa nicht zufrieden? Du hast dich vor den so düsteren, langen Nächten und den so kalten stürmischen Wintern in diesem feindlichen Land gerettet. Du bist in dieses schöne Istanbul gekommen, das in dieser schönen Welt wie ein Paradies ist. In gleicher Weise gilt: "Von deinen Lieben sind seit deiner Kindheit bis zum heutigen Tage neunundneunzig von hundert in dieses dir Furcht einflößende Gräberfeld umgesiedelt worden. Du hast noch ein oder zwei Freunde, die in dieser Welt zurückgeblieben sind. Auch sie werden dorthin umgesiedelt werden. Dein Tod in dieser Welt ist keine Trennung, sondern eine Begegnung. Du wirst deine Freunde wiedersehen. Sie, das heißt die ewigen Geister (ervah-i baqiye), verlassen ihr alt gewordenes Nest unter der Erde, ein Teil wandelt zwischen den Sternen, ein Teil wandert über die Stufen der Schattenwelt. (alem-i berzah)" So wurde ich ermahnt. Ja, Qur'an und Glaube haben diese Wahrheit in einem solchen Grade und mit so absoluter Sicherheit bewiesen, dass, wer nicht ganz und gar ohne Herz und Verstand ist,

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oder wessen Herz nicht auf einem Irrweg versunken ist, sie im Glauben annehmen muss, als sähe er sie vor Augen. Denn der freigiebige und barmherzige Meister (Sani-i Keriem ve Rahiem), der diese Welt mit so zahllosen Arten Seiner Huld und Güte (lutuf ve ihsan) geschmückt hat und über ihr Seine Herrschaft mit solcher Gast- und Menschenfreundlichkeit (mukrimane ve shefeqane rububiyet) walten lässt, der auch so winzige und bedeutungslose Dinge wie ein Samenkorn schützt, wird sicherlich und gewiss den Menschen, dieses vollkommenste und vielseitigste, dieses bedeutendste und geliebteste unter all Seinen Geschöpfen, nicht so ganz ohne Sinn und Erbarmen verurteilen, zerstören, vernichten, wie es nach außen hin den Anschein hat. Nein, der Barmherzige Schöpfer (Khaliq-i Rahiem) begräbt Seine geliebten Geschöpfe für eine Zeitlang unter der Erde, damit sie ihnen ein Tor zur Barmherzigkeit werde, so wie ein Bauer den Samen in die Erde streut, damit er in einem neuen Leben erblühe.

So also erschien mir dieses Gräberfeld lieblicher als Istanbul, nachdem ich einmal diese Ermahnung aus dem Qur'an empfangen hatte. Das Leben wie ein Eremit in der Einsamkeit wurde mir willkommener als gesellschaftlichen Umgang zu pflegen. So fand ich denn auch in Sariyer ein abgelegenes Haus für mich nahe am Bosporus. So wie mir der Ghauth-u 'Adham (Allah heilige seine Geheimnisse) durch sein «Futuh-ul'Ghayb» zum Meister (ustadh), Arzt (tabib) und Lehrer (murshid) geworden war, so wurde mir nun Imam Rabbani (Allah möge mit ihm zufrieden sein) mit seinem «Mektubat» (Briefe) zu einem Freund (enis), Vater (mushfiq) und Lehrer (hodja). Um diese Zeit begann ich schon älter zu werden und von den Genüssen des Stadtlebens Abstand zu nehmen und mich vom gesellschaftlichen Leben abzusondern. Dadurch bin ich sehr froh geworden. Dank sei Allah...

Also ihr Leute, die ihr wie ich in das Alter (des Lebens)

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eingetreten seid und durch die Ermahnung des Altseins öfters an den Tod erinnert werdet! Im Lichte des Glaubensunterrichtes, den uns der Qur'an erteilt, sollen wir das Alter, den Tod und die Krankheit als schön betrachten, ja mehr noch: uns in gewisser Hinsicht darauf freuen. Da wir nun einmal ein grenzenlos wertvolles Geschenk wie den Glauben besitzen, so ist auch das Alter schön, auch die Krankheit ist schön und auch der Tod ist schön. Was unschön ist, das sind die Sünden, die Ausschweifungen, die Ketzerei (bid'a) und der Irrglaube.

Elfte Hoffnung:

Nachdem ich aus der Gefangenschaft nach Istanbul zurückgekehrt war, wohnte ich mit meinem verstorbenen Neffen Abdurrahman (er ruhe in Frieden) zusammen in einer Villa auf dem Berg Tjamlidja. Dieses mein Leben konnte man vom Standpunkte des irdischen Lebens aus betrachtet für Menschen meines Standes als das glücklichste Leben bezeichnen.

Denn ich hatte mich aus der Gefangenschaft gerettet. An der "Dar-ul'Hikmet" hatte ich in meinem Beruf als Wissenschaftler entsprechend in höchstem Maße Erfolg mit meinen wissenschaftlichen Publikationen. Ich genoss ein hohes Ansehen und man hatte mich mit Ehren überhäuft. Verglichen mit anderen Wohnvierteln Istanbuls wohnte ich hier in Tjamlidja in der schönsten Gegend. Alle meine Angelegenheiten waren aufs Beste geordnet und es fehlte mir an nichts. Mein verstorbener Neffe Abdurrahman, ein hochintelligenter, idealgesinnter Schüler, wohnte bei mir und war zugleich mein Diener und Sekretär und mein Adoptivkind. Ich wusste, dass ich in dieser Welt mehr als andere glücklich war. Da schaute ich in den Spiegel: Ich erblickte weiße Haare auf meinem Kopf und in meinem Bart. Da wurde plötzlich mein Geist wieder so wach wie während meiner Gefangenschaft in der Moschee von Kostroma. Infolgedessen begann ich die Umstände und Ursachen kritisch zu betrachten, mit denen ich in meinem Herzen verbunden war, und die ich für den Angelpunkt meines irdischen Glückes hielt. Welche ich

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auch immer untersuchte, ich sah, dass sie faul, nicht des Interesses wert, und trügerisch waren. In der gleichen Zeit beobachtete ich bei einem Kollegen, den ich für absolut loyal (sadaqat) gehalten hatte, eine Unkollegialität (sadaqatsiz) und unvorstellbare Unzuverlässigkeit. Ein Widerwille gegenüber dem irdischen Leben überkam mich. Ich sagte mir in meinem Herzen:

Habe ich mich denn so völlig geirrt? Ich sehe, dass uns sehr viele Menschen in unserer Situation beneiden, wo wir doch in Wirklichkeit zu bedauern wären... Sind alle diese Menschen verrückt geworden? Oder werde ich jetzt selbst verrückt, sodass ich die Menschen, welche diese Welٕن٭nbeten, für verrückt halte? Wie dem auch sei... erst jetzt erkannte ich mit dem Scharfsinn, den das Alter verleiht, die Vergänglichkeit der vergänglichen Dinge, für die ich mich interessiert hatte.

Ich betrachtete mich selbst, erkannte schließlich meine Schwäche. Zu gleicher Zeit sagte mir mein Geist, der nach Ewigkeit verlangte und dem Vergänglichen verhaftet war, das er für beständig erachtete, mit aller Kraft: Da nun einmal mein Körper vergänglich ist, was soll mir da noch aus dem Vergänglichen an Gutem zuteil werden? Da ich nun einmal hilflos bin, was habe ich da noch von diesen Hilflosen zu erwarten? In meinem Kummer sagte ich mir: es muss einen Unvergänglich-Unsterblichen (Baqi-i Sermedi), einen Allmächtig-Urewigen (Qadir-i Edhel) geben, der einen Ausweg findet. So begann ich Ihn zu suchen. Zu dieser Zeit begann ich vor allem bei der Wissenschaft, die ich seit langem studiert hatte, Tröstung und Hoffnung zu suchen. Leider hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt die philosophische und die islamische Wissenschaft zusammen in mich hinein gefüllt und irrtümlicher Weise angenommen, dass die philosophischen Wissenschaften ein Mittel zur Vervollkommnung und eine Quelle der Erleuchtung seien, während doch alle diese philosophischen Fragestellungen meinen Geist über alle Maßen besudelt und mein inneres Wachstum behindert haben. Da kam mir plötzlich die heilige Weisheit

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Gottes des Gerechten in Seiner Barmherzigkeit und in Seiner Freigiebigkeit aus dem Weisen Qur'an zu Hilfe. Wie in vielen Abhandlungen erklärt wurde, hat sie alle Befleckung durch diese philosophischen Fragestellungen von mir abgewaschen und mich gereinigt. Mit einem Satz gesagt: Die Finsternis des Geistes, die die Weisheit der Philosophen ist, erstickte meinen Geist von allen Ecken des Alls. In welche Richtung ich auch immer schaute, nach Licht suchte, in ihren Fragestellungen konnte ich kein Licht finden, keinen Atem schöpfen. Da zerstreute die Lehre von der Einheit (Tauhid), die mit dem Satz: لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ {"La ilaha illa Hu (Es gibt keine Gottheit außer Ihm)"} von dem Weisen Qur'an unterrichtet wird, alle diese Finsternisse durch ein überaus strahlendes Licht. Beruhigt atmete ich auf. Aber mein Ego (nefs) und der Satan stützten sich auf den Unterricht, den sie von den Leuten des Irrweges und von den Leuten der Philosophie erhalten hatten, und griffen Herz und Verstand an. Der Angriff auf meine Seele und die Debatte mit ihr endete - Allah sei Dank! (lillahilhamd) - mit einem Sieg des Herzens. Diese Debatten wurden in sehr vielen Abhandlungen teilweise aufgeschrieben. Ich begnüge mich damit, hier nur einen von tausend Siegen des Herzens darzustellen, nur ein einziges Zeugnis unter tausenden Zeugnissen vorzulegen, um den Geist eines Teiles der alten Leute, die von Jugend an mit dem, was man die Weisheit der Fremden und die Wissenschaften ihrer Zivilisation nennt, und zum einen Teil ein Irrtum, zum anderen Teil sinnlose Problemsuche ist, ihren Geist befleckt, ihr Herz krank gemacht und ihr Ego aufgebläht hat, zu reinigen. Mögen sie vom Übel des Satans und vom Egoismus (nefs) befreit werden und zur Wahrheit von der Einheit (Tauhid) gelangen! Es geschah dies wie folgt:

In Vertretung der philosophischen Wissenschaften sprach meine Seele zu mir: "Alle Dinge im Universum stehen natürlicher Weise in einer Wechselbeziehung zueinander. Jedes Ding hat seine Ursache. Früchte darf man von einem Baum, Getreide vom Feld erwarten. Warum

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soll man auch das unbedeutendste, kleinste Ding von Allah erwarten, von Allah erflehen?" In dieser Zeit enthüllte sich mir das Geheimnis der Einheit (Tauhid) im Lichte des Qur'an auf folgende Weise. Mein Herz sprach zu dieser meiner Philosophenseele: Das unbedeutendste und kleinste Ding wie auch das größte Ding kommt unmittelbar aus der Macht (qudret) des Schöpfers (Khaliq) der Universen (kainat), geht aus Seiner Schatzkammer hervor. Auf andere Weise kann es nicht geschehen! Die Ursachen sind jedoch nur ein Schleier. Denn die Geschöpfe, die wir für die unbedeutendsten und kleinsten halten, werden manchmal - wenn man sie erst einmal so betrachtet, wie sie erschaffen und künstlerisch gestaltet wurden - noch größer als die größten unter ihnen. Wenn eine Mücke vom künstlerischen Standpunkt aus betrachtet ein Huhn zwar nicht zu übertreffen vermag, so steht sie doch auch nicht hinter ihm zurück. Und wenn dem so ist, gibt es auch keinen Unterschied zwischen groß und klein. Und entweder ist das ganze auf verschiedene materielle Ursachen zurückzuführen, oder alle Dinge gemeinsam sind einer einzigen Persönlichkeit zuzuschreiben. Wie aber der erste Fall unvorstellbar ist, so ist der zweite Fall notwendig und zwingend. Denn wenn alles einer einzigen Person (dhat), nämlich einem Allmächtig-Urewigen (Qadir-i Edhel) zuzuschreiben ist; da sich nun einmal aus der Weisheit und Ordnung alles Seienden mit absoluter Sicherheit ergibt, dass Er ein Wissen besitzt, das alle Dinge umfasst, und da nun einmal in Seinem Wissen der Maßstab aller Dinge bestimmt ist, und da nun einmal - wie wir mit eigenen Augen sehen können - ständig aus dem Nichts mit unendlicher Leichtigkeit unendlich kunstvolle Werke entstehen, und da nun einmal dieser Allmächtig-Allwissende (Qadir-i Alim), was auch immer Er will durch Seinen Befehl: كُنْ فَيَكُونُ {"Sei und es ist!" (Sure 2, 117)} so wie man ein Streichholz entzündet - ins Dasein zu rufen

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vermag, so besitzt Er auch, wie wir anhand von zahllosen starken Beweisen erklärt haben, und zwar besonders im "Zwanzigsten Brief" und auch am Ende des "Dreiundzwanzigsten Blitzes" bewiesen haben - eine grenzenlose Macht... Sicherlich beruht diese offensichtliche wunderbare spielerische Leichtigkeit auf diesem umfassenden Wissen und Seiner gewaltigen Macht.

Zum Beispiel: Wenn man in einem Buch, das mit einer dem Auge unsichtbaren Tinte geschrieben wurde, ein Mittel aufträgt, das dafür bestimmt ist, diese Schrift sichtbar zu machen, so erweist dieses riesige Buch plötzlich für jedermanns Auge seine Existenz und macht sich selbst lesbar. Im allumfassenden Wissen des Allmächtig-Urewigen (Qadir-i Edhel) sind alle Dinge in ihrer eigenen Form und in ihrem vorgegebenen Maß entsprechend festgelegt. Diese unbeschränkte Allmacht (Qadir-i Mutlaq), trägt mit Ihrem Befehl: كُنْ فَيَكُونُ {"Sei und es ist!" (Sure 2, 117)} mit dieser grenzenlosen Macht und einem alles durchdringenden Willen, mit spielerischer Leichtigkeit Ihre Kraft, die eine Manifestation ihrer Macht ist, auf das Wesen des Wissens auf, so wie man ein Mittel auf diese Schrift aufträgt, um jedem Ding einen nach außen hin wahrnehmbaren Körper zu verleihen, ihn für das Auge sichtbar zu machen, um die Weisheit der Ornamente lesbar werden zu lassen. Wenn man nicht alle Dinge gemeinsam diesem Allmächtig-Urewigen (Qadir-i Edhel) zuschreibt, Ihm, der aller Dinge Wissen (Alim-i Kulli) hat, dann ist es notwendig, den Körper auch des kleinsten Dinges, wie einer Mücke, aus den meisten Elementen der Welt in einem nur ihr eigentümlichen Maßstab entsprechend zusammenzustellen. Zudem ist dies nur dann möglich, wenn die Zellen, die im Körper dieser winzigen Mücke arbeiten, das Geheimnis ihrer Erschaffung und ihre künstlerische Vollendung in allen Einzelheiten kennen. Denn auf Grund von Ursachen,

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die in der belebten oder unbelebten Natur liegen, kann offensichtlich und in Übereinstimmung mit allen Leuten von Verstand nichts aus dem Nichts entstehen. Also müssen sie in jedem Fall zu ihrer Hervorbringung zunächst erst einmal die Bestandteile zueinander bringen. Um welches Lebewesen es sich nun aber auch immer handeln mag, es enthält in sich von den meisten Elementen ein Exemplar und verkörpert in sich Muster der meisten Arten. Es ist so, als sei es eine Zusammenfassung des Weltalls gleich einem Samenkorn. Sicherlich ist es notwendig in diesem Fall mit den empfindlichsten Messinstrumenten die Bausteine eines Baumes festzustellen, um aus ihnen ein Samenkorn zu konstruieren, und die Bauelemente des Erdkreises zu ermitteln, um mit ihrer Hilfe ein Lebewesen zusammensetzen zu können.

Es sind aber nun einmal die Ursachen, die in der unbelebten Natur liegen, unwissend und leblos und verfügen über kein Wissen, sodass sie einen Plan, eine Liste, einen Entwurf, ein Programm aufstellen könnten, um danach eine unsichtbare Gussform zu schaffen, damit die einzelnen Zellen nicht zerfallen, sodass die Funktionsfähigkeit des Zellverbandes gestört würde. Weil aber Bildung und Gestaltung eines Baumes oder einer Fliege auf zahllose Arten möglich ist, wird sie auf eine einzige Form und Größe innerhalb einer unübersehbar großen Anzahl von Möglichkeiten festgelegt. Dabei lösen sich die Zellen nicht aus ihrem Verband, obwohl ihre Atome sich gleich einem Sturzbach ständig erneuern. Vielmehr erfolgt der Austausch der Zellen geordnet, in einem nie abreißenden Strom, ohne Verwendung einer Gussform, unter Beibehaltung des Zellgefüges innerhalb eines geschlossenen Ganzen und allem, was lebt, wird seine vorgegebene Gestalt verliehen. Es ist offensichtlich, in welchem Grade dies unmöglich, unwahrscheinlich und weit davon entfernt ist, vernünftig zu sein. Sicherlich vermag dies jeder, der nicht blind ist in seinem Herzen, zu erkennen. Ja entsprechend der Wahrheit:

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اِنَّ الَّذِينَ تَدْعُونَ مِنْ دُونِ اللّٰهِ لَنْ يَخْلُقُوا ذُبَابًا وَلَوِ اجْتَمَعُوا لَهُ

und nach dem Mysterium (sirr) des großen Qur'anverses könnten - selbst wenn alle die Ursachen, die in der unbelebten Natur liegen, sich zusammensetzten und einen freien Willen (ihtiyar) besäßen - diese auch nicht den Körper einer einzigen Fliege mit den dazu passenden Organen zusammensetzen. Und könnten sie ihn zusammensetzen, sie können dennoch nicht die in diesem Körper wirkende Ordnung aufrechterhalten. Und könnten sie sie aufrechterhalten, sie könnten dennoch nicht die Atome, die ständig ausgetauscht werden und in diesem Körper ihre Funktion beginnen, zu rechter Wirksamkeit veranlassen. Wenn also dies so ist, können die Ursachen zur Erschaffung von Baum und Fliege nicht diesen selbst zur Verfügung stehen. Das heißt also, dass deren tatsächliche Verfügung in Händen eines Anderen liegt. Ja es gibt tatsächlich Einen, der über sie verfügt. Entsprechend dem Mysterium (sirr) des Qur'anverses:

مَا خَلْقُكُمْ وَلاَ بَعْثُكُمْ اِلاَّ كَنَفْسٍ وَاحِدَةٍ

{"Eure Erschaffung und Wiederauferstehung ist nicht anders als die einer einzigen Seele." (Sure 3, 27)}

erschafft Er alle Lebewesen auf dem Erdkreis mit der gleichen Leichtigkeit wie eine einzelne Mücke. Er erschafft den Frühling mit gleicher Leichtigkeit wie eine einzelne Blume. Denn für Ihn ist es nicht notwendig erst vorher die Bestandteile beisammen zu haben. Von Ihm geht der Befehl aus: كُنْ فَيَكُونُ {"Sei und es ist!" (Sure 2, 117)} und Er ruft in jedem Frühling außer den Grundbausteinen

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zu unzähligen, gerade für den Frühling so typischen Pflanzen und Tieren, auch deren unzählige Formen, Farben, Gestalten und Bedingungen aus dem Nichts hervor. In Seinem Wissen sind die Pläne und Entwürfe, die Tabellen und Programme aller Dinge vorgegeben. Alle Atome bewegen sich Seiner Anweisung folgend in Seinem Wissen und Seiner Macht. Mit der spielerischen Leichtigkeit, wie man ein Streichholz entzündet, erschafft Er ein jedes Ding. Kein Ding weicht auch nur um Haaresbreite von Seiner Bahn ab. So wie die Gestirne Sein gehorsames Heer bilden, so sind auch die Atome einem wohlgeordneten Heere gleich. Da sie sich nun einmal in ihrer Bewegung auf die urewige Macht (qudret-i edhel) stützen und nach den Grundsätzen des urewigen Wissens (ilm-i edhel) tätig werden, gelangen Seine Werke mit Sicherheit Seiner Macht entsprechend ins Dasein. Sieht man hingegen diese Individuen als unbedeutend und klein an, werden Seine Werke dadurch nicht geringer. Mit Seiner Kraft (quvvet) und Macht (qudret) verbunden, lässt eine Mücke einen Nimrod elend zu Grunde gehen, zerstört eine Ameise den Palast des Pharao, trägt ein Tannensamen - klein wie ein Stäubchen - einen Tannenbaum - groß wie ein Berg - auf seinen Schultern. Wie wir diese Tatsache in vielen Abhandlungen bewiesen haben, vermag ein Soldat, versehen mit einem Soldbuch, betrachtet man seine Zugehörigkeit zum Kaiser, dergleichen Taten zu vollbringen, wie einen König gefangenzunehmen, der hunderttausendmal mächtiger ist als er. So also vermag jedes Ding - verbunden mit der urewigen Macht - wundervolle Kunstwerke zu Stande zu bringen, die hunderttausendfach über die Naturgesetze hinausgehen.

Kurzum, die Entstehung eines jeden Dinges, das in höchstem Grade kunstvoll ist und doch mit einer derartigen Leichtigkeit erschaffen wurde, zeigt, dass es ein Werk des Allmächtig-Urewigen (Qadir-i Edhel) ist, welcher ein allumfassendes Wissen besitzt. Anderenfalls wird es auf Grund hunderttausender Unmöglichkeiten nicht ins Dasein treten,

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im Gegenteil, es wird aus dem Bereich des Möglichen, der vorhandenen Umstände, austreten und in den Bereich des Unmöglichen, der nicht vorhandenen Umstände, eintreten, ja sogar aus der Betrachtung der notwendigen Voraussetzungen ausscheiden und sich in die nicht in Betracht kommenden einreihen, weil von Anfang an Grundvoraussetzungen fehlen. Kein Ding wird Gestalt annehmen, vielmehr seine Gestalt verlieren und zu einem Unding werden.

So schwieg denn meine Seele auf Grund dieser ins Einzelne gehenden, so starken und so tiefschürfenden und so offensichtlichen Beweisführung, nachdem sie vorübergehend ein Schüler des Satans und ein Anwalt der Leute des Irrweges und der Philosophie gewesen war.

"Li'llah-il'hamd!" Ich bin nun völlig zum Glauben gelangt. Und ich sprach:

"Ja ich brauche einen solchen Schöpfer und Herrn (Khaliq ve Rabb), der auch die unscheinbarsten Dinge kennt, die mir am Herzen liegen, auch mein leisestes Flehen, so wie Er das geheimste Bedürfnis meines Herzens erfüllt und diese riesige Welt in das Jenseits umwandelt, der diese Welt auflösen und statt ihrer das Jenseits errichten wird, um mir eine ewige Glückseligkeit zu verleihen. So wie Er in der Lage ist, sowohl eine Mücke zu erfinden, als auch den Himmel zu erschaffen, so muss Er auch die Sonne gleich einem Auge am Firmament befestigen und auch die Macht haben, jede Zelle in meinem Auge zu gestalten. Kann Er aber eine Mücke nicht erschaffen, dann kann Er auch nicht tun, was mir am Herzen liegt, dem Flehen meines Geistes nicht lauschen. Kann Er die Himmel nicht erschaffen, dann kann Er mir auch die ewige Glückseligkeit nicht verleihen. So also ist mein Herr der, welcher in der Lage ist, sowohl das, was mir am Herzen liegt, zu veredeln, als auch den Wetterhimmel in einer Stunde mit Wolken zu erfüllen oder von ihnen zu entleeren, das Diesseits ins Jenseits zu verwandeln, das Paradies aufzubauen, mir dessen Türe zu öffnen, und zu sagen: 'Los, komm

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herein!'"

Nun also ihr meine alten Brüder, die ihr so wie ich unglücklicher Weise einen Teil eures Lebens mit lichtloser Philosophie und fremdländischer Wissenschaft verbracht habt! Versteht ihr jetzt den heiligen Erlass, den der Qur'an unablässig verkündet: لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ {"La ilahe illa Hu (Es gibt keine Gottheit außer Ihm!)"}

Wie stark und voll Wahrheit Er doch ist! Er ist auf keine Weise zu erschüttern, zu verletzen oder zu verändern. Versteht, wie dieser Glaubenssatz alle innerliche Finsternis auflöst und alle innerlichen Wunden heilt...

Diese lange Erzählung wurde in die Hoffnungstore meines Altseins zum Teil ohne meinen freien Willen (ihtiyar) eingereiht. Ich wollte es nicht, sogar zögerte ich, als würde sie nur langweilen. Ich kann aber sagen, dass es mir so diktiert wurde. (Wie dem auch sei... Ich komme wieder zur Sache.) In Folge der weißen Haare auf meinem Kopf und in meinem Bart und der Unzuverlässigkeit (sadaqatsiz) eines treuen (Kollegen) überkam mich ein Ekel vor jener Freude an dem irdischen, prunkvollen, äußerlich angenehmen und aufregenden Leben in Istanbul. Meine Seele suchte nach geistigen Freuden anstelle von den Freuden, in die sie vernarrt war. Sie wünschte in diesem Zustand des Alters, der in den Augen der Gottvergessenen kalt, schwer und unangenehm ist, eine Tröstung und ein Licht. "Fe-lil'lahil'hamd", hunderttausendmal Dank Gott dem Gerechten, fand ich an Stelle all dieser weltlichen Freuden, die unwahr, abgeschmackt, ohne Ziel, ohne Sinn waren, die wahren, immerwährenden und erlesenen Freuden des Glaubens in dem لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ {"La ilahe illa Hu (Es gibt keine Gottheit außer Ihm)"} und in dem Licht der Einheit Gottes (tauhid). Ich erkannte, dass das Altsein, dass in den Augen der Gottvergessenen kalt und schwer erscheint, in diesem Licht der Einheit Gottes sehr leicht, warm und lichtvoll ist.

Meine älteren Damen und Herren! Da ihr nun einmal den Glauben (iman) habt, und da ihr nun einmal die Pflicht- und Bittgebete verrichtet, welche den Glauben erleuchten und

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entwickeln, könnt ihr euer Altsein als eine ewige Jugend betrachten. Denn ihr könnt damit eine ewige Jugend erwerben. Das Alter, das in Wirklichkeit kalt, schwer, hässlich, finster und leidvoll ist, ist aber das Alter der Leute des Irrweges, ja vielmehr auch ihre Jugend. Sie müssen weinen und sagen: "Oh weh, wie schade!" Ihr, oh meine verehrten gläubigen alten Leute! Ihr sollt in Freude danken und sagen:

الْحَمْدُ لِلّٰهِ عَالَى كُلِّ حَالٍ

{"Für jeden Zustand sei Gott Dank!"}

Zwölfte Hoffnung:

In einer Zeit, in der ich im Kreis Barla von der Provinzhauptstadt Isparta in einer Gefangenschaft voller Schikanen unter dem Namen "Verbannung" in der Fremde, allein, ohne Verwandte in einem Dorf, in einem Zustand, in dem mir der Briefverkehr und der Umgang mit der Außenwelt untersagt war, in der ich sowohl krank war, als auch alt und elend, hatte Gott der Gerechte mir aus Seiner vollkommenen Güte (kemal-i merhamet) ein Licht, das sich auf die feinsinnigen Geheimnisse des Weisen Qur'an bezieht, zum Anlass der Tröstung geschenkt (ihsan). In ihm versuchte ich diesen bitteren, schmerzhaften Zustand, in dem ich mich befand, zu vergessen. Ich konnte meine Heimat, meine Freunde und meine Verwandten vergessen. Aber ich konnte "zu meinem Kummer" einen nicht vergessen. Es war mein verstorbener Neffe, der gleichzeitig mein Adoptivkind, mein opferwilligster Schüler, mein mutigster Freund war, Abdurrahman. (Möge Gott sich seiner erbarmen!) Vor sechs, sieben Jahren hatten die Umstände uns getrennt. Weder wusste er, wo ich war, sodass er mir zu Hilfe eilen und mich trösten konnte, noch wusste ich von seiner Lage, sodass ich ihm keinen Brief schreiben und ihm mein Herz nicht ausschütten konnte. Ich brauchte nun einmal in meinem Alter solch einen opferwilligen und getreuen (Helfer). Später brachte mir jemand einen Brief. Ich öffnete ihn und sah, dass er die wahre Lage von Abdurrahman genau zeigte. Ein Abschnitt

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aus seinem Brief, in dem sich drei Wunder zeigten, wurde in die Sammlung des "Siebenundzwanzigsten Briefes" eingereiht. Über diesen Brief musste ich damals sehr weinen und muss ich auch in diesem Moment immer noch weinen. Der verstorbene Abdurrahman (möge Gott sich seiner erbarmen!) schrieb in seinem Brief sehr ernsthaft und aufrichtig, dass ihm die Lust an dieser Welt zum Ekel geworden war und mich zu erreichen sein größter Wunsch war. Wie ich ihn versorgt hatte, als er noch klein war, so wollte nun auch er mir in meinem Alter dienen. Außerdem wollte er mir bei meiner wahren Aufgabe in dieser Welt, der Veröffentlichung der feinsinnigen Geheimnisse des Qur'an, mit seiner geschickten Feder, helfen. Er schrieb sogar in seinem Brief: "Schicke mir zwanzig oder dreißig Abhandlungen. Ich will zwanzig, dreißig Exemplare selbst abschreiben und andere beauftragen, sie (handschriftlich) zu vervielfältigen."

Dieser Brief gab mir erneut eine große Hoffnung, was dieses Leben betrifft. Ich hatte einen dermaßen mutigen Schüler gefunden, der eine geradezu geniale Begabung besaß und mir eine sehr viel größere Treue und Verbundenheit bewies, als ein leibliches Kind sie mir je erweisen könnte. Ich hatte diese Gefangenschaft voller Schikanen, dieses Nichts- und Niemanden-haben, diese Fremde und dieses Altsein vergessen. Bevor er diesen Brief schrieb, bekam er ein Exemplar von dem gedruckten "Zehnten Wort" (über den Glauben an die Wiederauferstehung nach dem Tode) in die Hand. Diese Abhandlung wurde für ihn zu einem Heiltrank, der alle Wunden seiner Seele, die er in sechs, sieben Jahren empfangen hatte, heilte. Er schrieb mir diesen Brief in der Stimmung eines starken und glänzenden Glaubens, als wartete er auf seine Todesstunde. Ein, zwei Monate später, als ich mir vorstellte, ein glückliches Leben auf der Erde durch Abdurrahman zu verbringen, bekam ich zu meinem Kummer plötzlich die Nachricht von seinem Tod. Diese Nachricht war für mich eine solche Erschütterung, dass ich sie auch heute,

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d.h. noch nach fünf Jahren, verspüre. Sie versetzte mich in einen solchen Zustand des Schmerzes, des Mitgefühls und der Trauer, der zehnfach schmerzhafter war als meine Gefangenschaft voller Schikanen, die Einsamkeit in der Fremde, Alter und Krankheit. Mit dem Tod meiner Mutter selig war mir die Hälfte meiner eigenen Welt gestorben. Mit dem Tod Abdurrahmans sah ich, dass nun auch die andere Hälfte gestorben war. Mein Interesse an der Welt ist ganz und gar erloschen. Denn wäre er am Leben geblieben, so hätte er mir in diesem Leben ein starker Halt bei meinen Aufgaben für jenes Leben sein können, ein guter Nachfolger, genau der, welcher nach mir meinen Platz hätte ausfüllen können, eine Tröstung, ein zutiefst opferbereiter Kamerad in dieser Welt. Er wäre ein überaus kluger Schüler, ein überaus zuverlässiger Besitzer und Verwalter der Risale-i Nur Werke gewesen. Er und die Risale-i Nur: Subjekt und Objekt! In der Tat ist ein solcher Verlust angesichts der Menschheit und für Menschen wie mich ein Schmerz, der tief in mir brennt und mich verbrennt. Zwar gab ich mir nach außen hin wirklich alle Mühe ihn zu ertragen, doch tief in meinem Inneren tobte der Sturm. Hätte mir die Tröstung, die ich dann und wann aus dem Licht des Qur'an empfing, keine Linderung gebracht, so hätte ich es nicht ertragen können. Damals ging ich einsam und allein an den Bächen und auf den Bergen von Barla spazieren. An einsamen Orten saß ich traurig und allein. Immer wenn Szenen von dem glücklichen Leben, das ich in früheren Zeiten mit meinen treuen Schülern, wie Abdurrahman verbracht hatte, wie ein Film vor meinem inneren Auge vorüber liefen, eilte die Trauer herbei, heftete sich an Alter und Fremde und brach mir erneut das Herz. Plötzlich wurde mir das Geheimnis des heiligen Qur'anverses

كُلُّ شَىْءٍ هَالِكٌ اِلاَّ وَجْهَهُ لَهُ الْحُكْمُ وَاِلَيْهِ تُرْجَعُونَ

{"Alle Dinge vergehen außer Seinem Angesicht." (Sure 28, 88)}

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offenbar.

Es ließ mich

يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى ٭ يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى

{"Oh Beständiger, Du bist es, der bleibt und besteht! Oh Beständiger, Du bist es, der bleibt und besteht!"}

rufen und flößte mir dadurch eine wahre Tröstung ein. An jenen einsamen Bächen sah ich mich in jenem traurigen Zustand in dem Geheimnis dieses heiligen Verses an der Spitze der drei großen Beerdigungen, wie bereits in der Abhandlung "Die Sprossenleiter des Vorbildes des Propheten" darauf hingewiesen wurde.

Erstes (Begräbnis):

Ich erblickte mich selbst als ein Grabmal über den Grabsteinen von fünfundfünfzig Saids, die bis zu meinem fünfundfünfzigsten Lebensjahr im Verlaufe meines Lebens gestorben und begraben worden waren.

Zweites Begräbnis:

Ich erblickte mich selbst in der Gestalt eines Lebewesens, klein wie eine Ameise, und krabbelte über das Gesicht dieses Jahrhunderts, das glich einem Grabstein an der Spitze einer großen Beerdigung meiner Zeitgenossen und aller Menschen, die seit der Zeit Adams, mit dem der Friede sei, gestorben und im Grabmal der Vergangenheit beigesetzt worden waren.

Was die dritte Beerdigung betrifft,

so gestaltete sie sich meiner Vorstellung (hayal) entsprechend im Geheimnis dieses Qur'anverses als das Große Vergehen des Kosmos gleich dem aller Menschen im alljährlichen Strom des Vergehens aller Welten (individuellen Lebens) auf dem Antlitz der Erde.

So eilte mir folgender ehrwürdiger Qur'anvers mit seiner hinweisenden Bedeutung zu Hilfe, welcher dieses entsetzliche Bild, entstanden aus der Trauer um den Tod Abdurrahmans, vollständig zu erleuchten vermochte und mir eine wahrhaftige Tröstung und ein unauslöschliches Licht brachte.

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فَاِنْ تَوَلَّوْا فَقُلْ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَهُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِ

{"Wenn sie sich abkehren, dann sprich: Mir genügt Gott. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Auf Ihn vertraue ich. Und Er ist der Herr des majestätischen Thrones." (Sure 9, 129)}

In der Tat verkündet dieser Qur'anvers: Es gibt Einen Gott, den Gerechten und Er ist aller Dinge Wert. Er ist der Ewige, der Seiende, der Beständige und Er allein ist genug. Ein einziger Funke Seiner Gnade (inayet) ersetzt (und Ihm entspricht) die ganze Welt. Das Aufscheinen Seines Lichtes schenkt den aufgeführten drei großen Beerdigungen geistiges Leben und zeigt, dass sie keine Beerdigungen (Leichenzüge) sind, sondern der Zug derer, die ihren Auftrag beendet haben und in andere Welten hinüber gegangen sind. Da dieses Geheimnis im "Dritten Blitz" bereits erläutert wurde, begnüge ich mich hier damit und sage, dass das zweimalige Rufen

يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى ٭ يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى

{"Oh Beständiger, Du bist es, der bleibt und besteht! Oh Beständiger, Du bist es, der bleibt und besteht!"}

welches die sinngemäße Bedeutung (meal) des Qur'anverses

كُلُّ شَىْءٍ هَالِكٌ اِلاَّ وَجْهَهُ

{"Alle Dinge vergehen außer Seinem Angesicht." (Sure 28, 88)}

zum Ausdruck bringt, mich von jener überaus schmerzlichen Trauer befreit hat. Es ist dies wie folgt:

Das erste Mal sagte ich,

يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى

{"Oh Beständiger, Du bist es, der bleibt und besteht!"}

und damit begann eine Behandlung gleich einer Operation

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meiner grenzenlos vielen seelischen (manevi) Wunden, die im Untergang meiner Welt, dem Untergang zahllos vieler geliebter Freunde in der Welt, mit denen ich wie mit Abdurrahman verbunden war, und durch das Zerreißen der Verbindungen mit ihnen entstanden.

Der Satz

يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى

{"Oh Beständiger, Du bist es, der bleibt und besteht!"}

den ich zum zweiten Mal sagte, wurde für all diese zahllos vielen seelischen (manevi) Wunden sowohl eine Salbe als auch ein Heiltrank. Das heißt: Du bist derjenige, der ewig besteht. Mag gehen, wer da gehen will. Du allein genügst. Du allein bestehst ewig. Das Erscheinen Deiner Barmherzigkeit ist Genüge gegenüber dem Untergang aller Dinge. Du allein bist. So sind auch für den Menschen, der durch den Glauben an Deine Existenz seine Zugehörigkeit zu Dir anerkennt und sich im Geheimnis des Islam (der Ergebenheit) dieser Zugehörigkeit entsprechend verhält, alle Dinge gegeben. Untergang und Vergänglichkeit, Tod und Vernichtung sind nur ein Schleier, dienen nur der Erneuerung, gleichen einer Reise zu den verschiedenen Wohnstätten. Indem ich so dachte, verwandelte sich dieser Trennungsschmerz, jener brennende, traurige, leidvolle, finstere und entsetzliche Seelenzustand in einen fröhlichen, freudigen, erlesenen, lichtvollen, lieblichen und vertrauten Zustand. Meine Zunge, mein Herz, ja sogar alle meine Körperzellen brachten es auf ihre Art zum Ausdruck: " Elhamdulillah", aller Dank sei Allah!

Ein Tausendstel dieser Erscheinung der Barmherzigkeit ist das Folgende: Von diesem Bach, dem Ort meiner Traurigkeit, und in jenem Zustand meiner Trauer, kehrte ich nach Barla zurück. Ich sah, dass ein Junge namens Mustafa von Kuleönü kam, um mich einiges über die rituelle Waschung vor dem Gebet (Abdest) und über das Pflichtgebet (Namaz) zu fragen. Mein Geist las wie in einem

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Vorgefühl im Geist dieses jungen Mannes die Aufrichtigkeit seines Geistes und den wertvollen Dienst,

den er in Zukunft der Risale-i Nur leisten werde. Obwohl ich damals keine Besucher annahm, konnte ich ihn nicht zurückweisen. Ich empfing ihn.

Er hat bewiesen, dass er mit Recht verdiente, nicht nur empfangen, sondern auch willkommen geheißen zu werden.

(*) Ein Vorfall, der die Meinung des Meisters über Mustafa, den ersten Schüler der Risale-i Nur, bestätigt, er verdiene, willkommen geheißen zu werden, ist der folgende: Ein Tag vor dem Arafat-Tag, dem Opferfest, wollte mein Meister einen Ausflug machen. Als er mich beauftragte ein Pferd zu besorgen, sagte ich dem Meister: "Du brauchst nicht runter zu kommen. Ich werde die Haustür schließen und hinten durch das Holzlager hinausgehen". Der Meister sagte: "Nein, geh du nur durch die Haustür hinaus" und kam runter. Nachdem ich durch die Tür herausgegangen war, verriegelte er die Tür von innen. Ich ging fort und er wieder hinauf. Dann legte er sich nieder. Nach einer Weile kam Mustafa von Kuleönü zusammen mit Hadji Osman. Der Meister empfing niemanden und wollte es auch gar nicht. Besonders empfing er damals nie zwei Männer zu gleicher Zeit und wies sie immer ab. Stattdessen war es, als der erwähnte Bruder Mustafa von Kuleönü mit Hadji Osman kam, so als spräche die Tür auf ihre Art: "Dein Meister wird dich nicht empfangen, aber ich werde mich dir öffnen." Und es öffnete sich die Tür, die von innen verriegelt war, für Mustafa von selbst. Das also heißt - und die Zukunft bestätigte diese Ansicht des Meisters über Mustafa, nämlich: "Mustafa verdient, Willkommen geheißen zu werden", wofür die Tür selbst Zeugnis ablegte. (Bericht von Husrev) Es ist in der Tat richtig, was Husrev schreibt. Ich bestätige es. Die Tür hieß diesen gesegneten Mustafa an meiner Stelle Willkommen und empfing ihn. (Bestätigung von Said Nursi)

Später ist es mir klar geworden, dass mir Gott der Gerechte anstelle von Abdurrahmen

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der im Dienst an der Risale-i Nur ein hervorragender Nachfolger hätte sein und die Aufgabe eines wahrhaften Erben vollkommen hätte durchführen können, diesen Mustafa als Musterbeispiel geschickt hat, als habe Er zu mir sagen wollen: "Ich habe von dir einen Abdurrahman genommen und werde dir dafür dreißig Abdurrahman gleich diesem Mustafa, den du siehst, geben, als einen Schüler in deinem Glaubensdienst, Neffen, Adoptivkind, Bruder und opferbereiten Kameraden." Und in der Tat, Dank sei Allah (lillahilhamd), hat Er mir dreißig Abdurrahman gegeben. Darauf sagte ich:

"Mein weinendes Herz! Nun hast du ja ein Musterbeispiel gesehen. Damit hat Er die größten Wunden deiner Seele geheilt. So musst du auch davon überzeugt sein, dass Er alle deine Wunden und deine Traurigkeit, heilen wird."

Also, oh ihr alten Brüder und Schwestern, die ihr in der Zeit eures Alters ein Kind oder einen Verwandten, den ihr lieb hattet, verloren habt! Ihr tragt die schwere Last des Alters auf eurem Rücken und auf euerem Kopf und seid nun auch noch mit dem schweren Gram der Trennung beladen! Ihr habt bestimmt erkannt, dass mein Zustand viel ernster als euer war. Da mich ein solcher ehrwürdiger Qur'anvers nun einmal behandelt und geheilt hat, so befinden sich bestimmt heilende Medikamente für alle eure Schmerzen in der heiligen Apotheke des Weisen Qur'an. Wendet ihr euch im Glauben an ihn und benutzt die Medikamente im Dienst und in der Anbetung Gottes, so werden sich die schweren Lasten des Alters und des Grams, die ihr auf eurem Rücken und auf eurem Kopf tragt, sehr erleichtern.

Der Sinn der ausführlichen Darstellung dieses Kapitels ist der, zu veranlassen, dass für den verstorbenen Abdurrahman reichlich viele Segensgebete (dua-yi rahmet) gesprochen werden. Ihr sollt dessen nicht überdrüssig werden! Außerdem wollte ich mit der so unangenehmen und leidvollen Darstellung meiner so schrecklichen Wunde, die euch vielleicht

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sehr rührte, Mitleid hervorrief und erschreckte, zeigen, was für eine wunderbare Heilung in dem Heiltrank des Weisen Qur'an liegt und was für ein glänzendes Licht er ist.

Dreizehnte Hoffnung:

In dieser "Hoffnung" möchte ich von einer wichtigen Szene in meinem Leben sprechen, und das möchte ich jedenfalls auch ziemlich ausführlich tun. Nur bitte ich Euch darum, euch dabei nicht zu langweilen und nicht zu ärgern.

Nach der Flucht aus der russischen Gefangenschaft während des Ersten Weltkrieges hielt mich meine Lehrtätigkeit im "Haus der Weisheit" (Dar-ul'Hikmet) in Istanbul zwei, drei Jahre lang fest. Danach flößte mir, ausgelöst durch die Unterweisung des Weisen Qur'an, den Segen von Gauth-u 'Adham (Scheich Geylani) und wachgerüttelt durch (die erneute Entdeckung) meines Alters, das städtische Leben in Istanbul Ekel ein und wurde ich des gesellschaftlichen Lebens überdrüssig. Das Gefühl der Sehnsucht nach der Heimat, welches Heimweh genannt wird, führte mich dazu, in meine Heimat zurückzukehren. "Da ich nun einmal sterben werde, will ich in meiner Heimat sterben", sagte ich und ging nach Van. Vor allem besuchte ich in Van meine Medresse, die Horhor genannt wird. Ich sah, dass auch sie, wie die anderen Wohngebiete in Van, während der russischen Besetzung von den Armeniern in Brand gesteckt worden war. Da war die berühmte Festung von Van, welche ganz aus dem Felsen heraus gehauen ist. Meine Medresse stand wie angeklebt genau an ihrem Fuß. Meine Schüler in dieser Medresse, die ich vor sieben, acht Jahren verlassen hatte, wahrhafte Freunde, Brüder und Vertraute, traten mir vor Augen. Ein Teil von diesen meinen opferbereiten Freunden sind als wahre Märtyrer (direkt), ein anderer Teil infolge der

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Katastrophe als geistige (manevi) Märtyrer (erst später) gestorben. Ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich stieg zur höchsten Stelle der Festung hinauf, etwa so hoch wie zwei Minarette über der Medresse, und setzte mich. Meine Phantasie (hayal) versetzte mich in die Zeit vor sieben, acht Jahren zurück. Und da meine Phantasie ziemlich stark ist, hat sie mich in der damaligen Zeit eine ganze Weile umher geführt. Es gab dort oben niemand, der mich aus meiner Phantasie hätte zurückrufen, aus jener Zeit hätte zurückführen können. Denn ich war allein. Jedes Mal wenn ich meine Augen öffnete, sah ich innerhalb von sieben, acht Jahren so viele Verwandlungen, als wäre ein Jahrhundert vergangen. Ich sah, dass die Innenstadt zu Füßen der Festung, wo meine Medresse lag, ganz und gar verbrannt und zerstört war. Was ich früher gesehen hatte und heute sah, betrachtete ich mit solch traurigen Augen, als wäre ich erst nach zweihundert Jahren wieder zur Welt gekommen. Die meisten Männer in diesen Häusern waren meine Freunde und Kameraden. Der größte Teil von ihnen starb entweder auf der Flucht (Möge Allah ihnen barmherzig sein!) oder geriet in der Fremde ins Elend. Und weiter sah ich, dass alle Häuser der Muslime in Van - außer dem Wohnviertel der Armenier - zerstört waren. Es tat mir in meinem tiefsten Herzen weh. Ein solches Mitleid ergriff mich, dass ich, hätte ich tausend Augen gehabt, mit ihnen allen zusammen geweint hätte. Ich glaubte, ich wäre aus der Fremde in meine Heimat zurückgekehrt, aus der Fremde geflüchtet. "Jammer und Elend!", es traf mich das Gefühl der Fremde am furchtbarsten in meiner Heimat. Ich sah hunderte meiner Schüler und Freunde, die mit mir, wie der in der Zwölften Hoffnung erwähnte Abdurrahman, innerlich tief verbunden waren, im Grab und ihre Wohnstätten als Ruinen.

Es gab da seit langem von jemandem einen Ausspruch in meinem Gedächtnis. Seinen Sinn konnte ich nicht erkennen... Vor dieser traurigen Szene erkannte ich aber

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seinen Sinn vollständig. Dieser Ausspruch lautete:

لَوْلاَ مُفَارَقَةُ الْاَحْبَابِ مَا وَجَدَتْ لَهَا الْمُنَايَا ِالٰٓى اَرْوَاحِنَا سُبُلاً

Das heißt: "Gäbe es keine Trennung von den Freunden, so könnte der Tod keinen Weg zu unserer Seele finden, sie nicht erreichen, um sie zu holen." Das heißt also, was in tiefster Seele den Menschen sterben lässt, ist die Trennung von den Freunden. So hat denn in der Tat noch niemals ein Schmerz so sehr in mir gebrannt, mich weinen lassen. Wenn mir keine Hilfe aus dem Qur'an und aus dem Glauben gekommen wäre, würde dieser Gram, dieses Leid und diese Trauer in mir so übermächtig geworden sein, dass sie in mir die Seele hätte vertrieben. Schon in alter Zeit weinten die Dichter über die Wohnstätten, in denen sie sich mit ihren Freunden getroffen hatten und die mit der Zeit zu Ruinen wurden. Ich hatte eine Szene voll unendlichem Schmerz, Trennung und Leid vor Augen. Trauer eines Mannes, der nach zweihundert Jahren in die Wohngebiete seiner Freunde zurückkehrt, die er so sehr geliebt hatte... da weint mein Auge, weinen mit ihm mir Seele und Herz. Vor meinen Augen zeigte sich mir damals die Zeit, in der sich, so wohl bebaute fröhliche, bevölkerte und belebte Plätze in Trümmerfelder verwandelt hatten, eine Zeit, wo ich in meinem schönsten Leben mit knapp zwanzig Jahren mit einem Lehrauftrag tätig gewesen war und sie mit meinen ehrenwerten Schülern verbracht hatte, gleich den schönsten Szenen auf einer Leinwand und wurde eine nach der anderen wieder lebendig. Dann starben sie dahin und verschwanden wieder und das ganze setzte sich noch eine Weile vor meinem inneren Auge fort. Damals staunte ich sehr über die Haltung der Weltleute. Auf welche Weise betrügen sie sich? Denn so wie diese Lage nun einmal ist, zeigt sich doch offensichtlich, wie vergänglich die Welt ist und dass die Menschen in ihr nur Gäste sind. Ich sah nun mit eigenen Augen, wie richtig es ist, wenn die Kenner der Wahrheit immer sagen: "Die Welt ist verräterisch,

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betrügerisch, und schlecht. Von ihr sollt ihr euch nicht täuschen lassen."

Ich erkannte auch selbst, dass der Mensch, wie er mit seinem Körper und seinem Haus verbunden ist, genauso auch mit seiner Stadt, mit seinem Land, sogar mit seiner Erde verbunden ist. Denn, als ich angesichts meines Körpers voll Mitleids mit mir selbst und über mein Alter mit nur zwei Augen weinte, so wollte ich über meine Medresse, nein, nicht wegen ihres Alters, sondern über ihren Tod mit zehn Augen weinen. Und wegen des Todes der Hälfte meines schönen Heimatlandes muss man und muss ich mit hundert Augen weinen. Es ist eine Hadith überliefert, die sagt: An jedem Morgen (sabah) ruft ein Engel:

لِدُوا لِلْمَوْتِ وَابْنُوا لِلْخَرَابِ

das heißt: "Ihr werdet geboren und kommt zur Welt, um zu sterben; und ihr errichtet Gebäude, damit sie zerstört werden."

Diese Tatsache habe ich also nicht mit meinen Ohren sondern mit meinen Augen wahrgenommen. Und so wie mich meine damalige Lage in Tränen versetzte, so versetzt auch meine Vorstellung seit zehn Jahren mich in Tränen, wenn sie sich an diese Lage erinnert. Die Zerstörung der Wohnstätte am Fuß jener alten Festung, die tausende Jahre überlebte, und die Stadt unter ihr, die innerhalb von acht Jahren um achthundert Jahre alterte, und das Sterben meiner Medresse, die am Fuß jener Festung, so lebendig und ein Versammlungsort von Freunden war, veranschaulichen das Sterben aller Medressen im ganzen Osmanischen Reich. Und als Zeichen der geistigen Größe ihrer Leichen wurde die Festung in Van, heraus gehauen aus einem einzigen Felsmassiv, ihr Grabstein. Es war mir, als ob meine verstorbenen Schüler, die vor acht Jahren in dieser Medresse mit mir zusammen gewesen waren, in ihren Gräbern mit mir weinten. Ja sogar die Mauern der Ruinen dieser Stadt und die

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umher liegenden Steine weinten mit mir. Damals wurde mir klar, dass ich diese Einsamkeit in meiner eigenen Heimat nicht ertragen konnte. So dachte ich denn: "Entweder muss auch ich zu ihnen ins Grab steigen, oder mich auf dem Berg in eine Höhle zurückziehen und dort auf meinen Tod warten." Und so sagte ich: "Da nun einmal in dieser Welt der Schmerz über die Trennung so unerträglich ist, dass er alle Geduld zerreißt, alle Widerstände bricht und brennt, ist der Tod doch dem Leben vorzuziehen. Diese schwierige Lebenslage ist ein Schmerz, den man nicht ertragen kann." Damals ließ ich meine Blicke nach den bekannten sechs Seiten ausschwärmen und war alles finster. Die Gottvergessenheit, die aus jenem heftigen Schmerz erwächst, ließ mir die Welt schrecklich, leer, und einsam erscheinen, als würde sie über meinem Kopf zusammenstürzen. Als mein Geist gegen diese grenzenlos vielen Übel, die mir gegenüber eine feindselige Haltung eingenommen hatten, nach einem Stützpunkt (nokta-i istinad) suchte und nach einer Stelle, von der ich für die grenzenlos vielen, sich bis in die Ewigkeit ausstreckenden Wünsche meines Geistes Hilfe herbeirufen konnte, ausschaute und als ich gegen die Trauer und das Leid, das von diesem Trennungsschmerz, dem Abschied, der Zerstörung und dem Tod herrührte, eine Tröstung erwartete, offenbarte sich mir plötzlich die Wahrheit des folgenden Verses aus dem Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist,

سَبَّحَ لِلّٰهِ مَا فِى السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ وَهُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ ٭ لَهُ مُلْكُ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ يُحْيِى وَيُمِيتُ وَهُوَ عَلٰى كُلِّ شَىْءٍ قَدِيرٌ

{"Gott preist, was in den Himmeln und auf der Erde ist. Und Er ist der Mächtige, der Weise. Ihm gehört die Königsherrschaft der Himmel und der Erde. Er macht lebendig und lässt sterben. Und Er hat Macht zu allen Dingen." (Sure 57, 1-2)}

Sie befreite mich von dieser meiner Vorstellung, die mein Mitleid erregt, diesen Schmerz über die Trennung hervorgerufen,

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mir Trauer und Furcht eingeflößt hatte, und öffnete mir die Augen. Es war mir, als schauten mich die Früchte in den Kronen der Obstbäume an und lächelten. So als wollten sie zu mir sagen: "Schenke auch uns deine Aufmerksamkeit und bleibe nicht bei den Ruinen stehen!"

So gemahnte mich die Wahrheit dieses ehrwürdigen Qur'anverses: "Warum betrübt dich die Gestalt eines Briefes so sehr, der - geschrieben von Hand der Menschen, die Gäste sind, auf das Blatt, das der Grund 'der Stadt Van' ist, und deren Form angenommen hat - in die fürchterliche Flut der russischen Invasion hineingeraten ist und ausgelöscht wurde? Betrachte doch einmal den Urewigen Designer, den wahren Herrn und Eigentümer aller Dinge: Seine Briefe werden, so wie du sie auf dem Blatt, das 'Van' hieß, in gleicher vollkommener Pracht, wie du sie in früheren Zeiten gesehen hattest, neu und weiter geschrieben werden. Deine Klage darüber, dass diese Orte hier leer, zerstört und verwaist da liegen, erwächst aus der irrigen Vorstellung und dem Vergessen Seines wahren Eigentümers, und dass du die Menschen nicht als ihre Gäste, sondern als ihre Eigentümer siehst..." Aber aus diesem Fehler heraus und weil meine Lage von geradezu beißender Schärfe war, öffnete sich mir am Ende ein Tor zur Wahrheit und meine Seele bereitete sich darauf vor, diese Wahrheit vollständig anzunehmen. So wie man das Eisen in Feuersgluten schmiedet, bis es weich wird und man es leicht biegen und formen kann, so wurden auch mir jene traurige Lage, in der ich mich befand und schreckliche Zustand meiner Seele zu einem Feuer, das mich weich werden ließ. Der Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, zeigte ihr mit der Wahrheit des oben erwähnten Qur'anverses den Segen, den die Glaubenswahrheiten enthalten, vollständig und brachte sie dazu, ihn anzunehmen. "Li-l'lahi-l'hamd", aller Dank gebührt Allah, für den Segen des Glaubens, der so wie wir bereits in verschiedenen Abhandlungen, wie

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der des "Zwanzigsten Briefes", eindeutig bewiesen haben, in der Wahrheit dieses Qur'anverses dem Geist und dem Herz jedes Menschen, entsprechend der Stärke seines Glaubens, eine Stütze verleiht. Die Kraft, mit der ich hundertfach fürchterlicherem und entsetzlichem Unglück als jenem schrecklichen Zustand widerstehen konnte, gab mir der "Glaube an Allah" und ermahnte mich wie folgt:

"Alles ist dem Befehl deines Schöpfers (Khaliq), der der wahre Eigentümer (Malik-i Haqiqi) dieses Landes ist, unterworfen. Die Zügel aller Dinge sind in Seiner Hand. Es genügt, dass du Sein bist und Ihm gehörst." Nachdem ich meinen Schöpfer erkannt und mich auf Ihn allein gestützt hatte, gaben alle feindseligen Dinge ihre Feindschaft mir gegenüber auf. Und ich begann nun, in meiner Lage Freude zu empfinden, über die ich zuvor nur zu weinen vermocht hatte. Wie wir bereits in vielen Abhandlungen mit sicheren Zeugnissen bewiesen haben, wurde mir das Licht, das aus dem "Glauben an das Jenseits" erwächst, zu einer Stütze, die nicht nur meinen winzig kleinen, vergänglichen, kurzlebigen, weltlichen Wünschen nach meinen Freunden und meiner Verbundenheit mit ihnen zu genügen vermochte, sondern selbst meinen unendlich vielen und nie enden wollenden Wünschen nach einer unendlichen, unvergänglichen ewig glückseligen Welt Stütze und Halt (nokta-i istimdad). Denn derjenige, der sich im Glauben auf das Erbarmen (rahmet) des Allbarmherzigen Allerbarmers (Rahman-ur Rahiem) stützt, der im Aufscheinen Seiner Barmherzigkeit über dem Antlitz Erde, die eine Wohnstätte in diesem Kosmos und ein vergängliches Gästehaus ist, und der Seinen Gästen in jedem Frühling Seine zahl- und grenzenlos vielen, kunstvollen und schönen Gaben auf diesem Tisch des Frühlings schenkt, um sie für ein zwei Stunden zu erfreuen, und der darüber hinaus acht immerwährende Paradiesgärten für eine endlose Zeit mit unendlich vielen Sorten Seiner Gaben füllt und für Seine Diener und Anbeter als ewige Wohnstätten vorbereitet, findet so Stütze und Halt (nokta-i istimdad)

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in seiner Zugehörigkeit zu Ihm, die ihm noch in ihrem schwächsten Ausdruck und für seine grenzenlos ewigen Hoffnungen eine bleibende Hilfe ist.

Des Weiteren erschien das Licht, das durch die Wahrheit dieses Qur'anverses aus dem Licht des Glaubens kam, so glänzend, dass die Finsternis der oben erwähnten sechs Richtungen taghell erleuchtet wurden. Denn es erhellte den Zustand, in dem ich mich nach dem Verlust meiner Medresse und der Schüler und Freunde aus dieser Stadt befand und über sie weinte, und sagte zu mir:

Die Welt, wohin deine Freunde gegangen sind, liegt keineswegs im Dunkel. Sie haben nur ihren Aufenthalt gewechselt. Ihr werdet euch wieder treffen. So ermahnte es mich und endete gänzlich mein Weinen. Es ließ mich verstehen, dass ich in dieser Welt Leute finden werde, die ihre Stelle einnehmen und ihnen gleichen. "Li-l'lahil'hamd", aller Dank gebührt Allah, Er hat in der Tat die in Van zu Grunde gegangene Medresse mit der Medresse in Isparta wieder ins Leben gerufen und auch die Freunde von dort mit noch mehr und wertvolleren Schülern und Freunden gleichsam wieder ins Leben gerufen.

Des Weiteren teilte es mir mit, dass die Welt nicht leer noch einsam ist. Meine Vorstellung, das Bild eines zerstörten Landes, war falsch. Der wahre Eigentümer verändert nach der Erfordernis Seiner Weisheit die Szenerie der ganzen Aufstellung der Menschheit und erneuert so den Brief (den Er geschrieben hat). Wie man an einem Baum ein Teil der Früchte pflückt und diese dann jedes Mal wieder durch neue Früchte ersetzt werden, so sind auch Untergang und Trennung innerhalb der Menschheit gleichsam Entsatz und Erneuerung. Sie haben vom Standpunkt des Glaubens aus betrachtet nicht Trauer und Leid zur folge, das aus dem Verlust der Freunden herrührt, sondern bewirken vielmehr eine Erneuerung, eine Trauer, die nach aller Trennung ihre Versöhnung findet durch das Wiedersehen an einem anderen, schöneren Ort. Außerdem hob es auch das Antlitz all der Wesen im

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ganzen Kosmos, das mir so finster erschienen war, aus jenem fürchterlichen Zustand empor ins Licht. Als ich damals für diese meine neue Lage danken wollte, fiel mir der folgende arabische Text ein, der genau diese Wahrheit beschreibt. Ich sagte Folgendes:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلٰى نُورِ الْاِيمَانِ الْمُصَوِّرِ مَا يُتَوَهَّمُ اَجَانِبَ اَعْدَآءً اَمْوَاتًا مُوَحِّشِينَ اَيْتَامًا بَاكِينَ اَوِدَّآءَ اِخْوَانًا اَحْيَآءً مُونِسيِنَ مُرَخَّصِينَ مَسْرُورِينَ ذَاكِرِينَ مُسَبِّحِينَ

Das heißt: Infolge der Gottvergessenheit, die unter dem Einfluss jener fürchterlichen Vorstellung entsteht, erschien mir alles in der Welt, entweder als fremd und feindselig, oder als Furcht einflößende Leichen, oder als Waisen, die über ihr Niemandes-Sein weinen.

Dieses Furcht erregende Bild, das meiner gottvergessenen Seele in ihrer Vorstellung vorgeführt wurde, betrachtete ich im Lichte des Glaubens und erkannte mit augenscheinlicher Gewissheit (ayne l-yaqien): Diejenigen, die mir fremd und feindselig erschienen, sind mir Freunde und Geschwister geworden. Was aber jene anscheinend so Furcht einflößenden Leichen betrifft, so ist ein Teil von ihnen (z.B. Berge und Meere, nicht einfach tote Materie, sondern in Wahrheit) lebendig und einladend, ein anderer Teil (d.h. die Lebewesen) sind diejenigen, die aus dem Dienst entlassen worden sind. Und was wie Wehgeschrei klingt und weinende Waisenkinder, gleicht dem Murmeln derer, die Gottes gedenken und Ihn lobpreisen (dhikr ve tesbih).

Nachdem ich dies alles im Lichte des Glaubens betrachtet hatte, war ich dem majestätischen Schöpfer (Khaliq-i Dhu l-Djelal) so unendlich dankbar, der mir diesen Glauben verlieh, welcher die Quelle so unendlicher Geschenke ist. So ist es denn in dieser Welt mein Recht und meine Pflicht, in meinen Dank, meinen Lobpreis Gottes alle lebenden Wesen in dieser meiner eigenen kleinen Welt, welche die große

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ganze Welt reflektiert, in meiner Vorstellung, in meiner Absicht mit einzuschließen. Von diesem Standpunkt aus betrachtet sagte ich, entsprechend dem Ausdruck und der Sprache alles dessen was da lebt, im ganzen wie im einzelnen:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلٰى نُورِ الْاِيمَانِ

{"Aller Dank sei Allah für das Licht des Glaubens."}

Des Weiteren dehnten sich die Lebensfreude, die durch jene schreckliche Haltung der Gottvergessenheit ins Nichts gesunken war, und die Hoffnung, die ganz und gar geschrumpft und eingeschlafen war, und die mir zugedachten Gaben (nimet) und Genüsse, die doch so sehr auf engsten Kreis beschränkt gewesen, dass sie fast zu Grunde gegangen wären - wie wir bereits in anderen Abhandlungen mit Sicherheit bewiesen haben - im Lichte des Glaubens auf einmal über jenen eng umschriebenen Kreis des (menschlichen) Herzens so weit aus, dass er schließlich den ganzen Kosmos umschloss. Anstelle der Gaben, die in jenem Garten Horhor vertrocknet waren und ihren Geschmack eingebüßt hatten, machte das Licht des Glaubens das Haus dieser Welt und das Haus jener Welt gleichsam zu je einem Gabentisch, zu einer Tafel der Barmherzigkeit. Es verlieh dem Menschen nicht nur zehn sondern hundert Organe, wie Auge, Ohr und Herz, damit ein jeder Gläubige sich seinem Grad entsprechend wie mit einer überaus langen Hand zu diesen beiden Tischen des Erbarmers ausstrecken und die Gaben von jeder Seite nehmen könne. Um dieser erhabenen Wahrheit Ausdruck zu verleihen und für diese unendlichen Geschenke zu danken sagte ich damals:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلٰى نُورِ الْاِيمَانِ الْمُصَوِّرِ لِلدَّارَيْنِ مَمْلُوئَتَيْنِ مِنَ النِّعْمَةِ وَالرَّحْمَةِ لِكُلِّ مُؤْمِنٍ حَقاً يَسْتَفِيدُ مِنْهُمَا بِحَوَاسِّهِ الْكَثِيرَةِ الْمُنْكَشِفَةِ بِاِذْن ِخَالِقِهِ

Das heißt: "Dem Schöpfer, der diese Welt und das Jenseits

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mit Gaben (nimet) und Segen (rahmet) erfüllt und den wahren Gläubigen anhand der Fähigkeiten, die sich im Licht des Glaubens und des Islam entwickelten und gediehen, ermöglicht, sich von beiden gewaltigen Tischen zu bedienen, und der mir diesen Glauben gab, sage ich mit allen Zellen meines Körpers Lob und Dank (hamd ve shukur), dass es, wenn es mir möglich wäre, diese und jene Welt füllte, für das Geschenk des Lichtes des Glaubens."

Da der Glaube nun einmal in dieser Welt eine so große Wirkung hat, wird er auf jeden Fall an bleibender Stätte solcher Art Früchte und Segen bringen, dass es der Verstand in dieser Welt nicht fassen und beschreiben kann.

Nun, oh Ihr alten Frauen und Männer, die Ihr wie ich durch das Alter unter dem Schmerz der Trennung von so vielen Freunden leidet! Auch wenn der älteste von Euch (chronologisch zwar) älter sein sollte als ich es bin, schätze ich, dass ich doch innerlich (manen) älter bin. Denn: Da meine Empathie und mein Mitgefühl mit den anderen meiner Natur (fitrat) entsprechend besonders ausgeprägt sind, leide ich nicht nur unter meinen eigenen Schmerzen, sondern im Geheimnis dieser Zärtlichkeit (shefqat) auch unter dem Schmerz von tausenden meiner Mitbrüder. Daher bin ich so alt, als hätte ich viele hundert Jahre gelebt. Wie sehr ihr auch immer unter dem Unglück der Trennung gelitten habt, so seid ihr doch von diesem Unglück nicht so sehr betroffen wie ich. Denn ich habe kein Kind, sodass ich immer an mein Kind denken müsste. In diesem so tiefen Mitempfinden und der Zärtlichkeit (shefqat), die in meinem Wesen (fitri) liegt, empfinde ich immer den Schmerz der vielen tausend islamischen Kinder, ja selbst den armen Tieren gegenüber Mitleid und Schmerz. Ich besitze keine Familie, sodass ich meine Gedanken nur ihnen widmete. Vielmehr fühle ich mich diesem Land, ja sogar der ganzen islamischen Welt wegen meiner islamischen Begeisterung so eng verbunden wie meinem eigenen Hause. Ich habe Mitgefühl mit den Leiden meiner Glaubensgenossen in diesen beiden Häusern und bin traurig, wenn ich von ihnen getrennt bin.

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So genügte mir das Licht des Glaubens bei allen meinen Schmerzen, die von dem Übel meines Alters und meiner Isolation herrühren. Es gab mir eine unzerstörbare Hoffnung, ein unauslöschliches Licht und eine nie versiegende Tröstung. Auf alle Fälle reicht euch der Glaube vollständig gegen die Finsternis, die Gottvergessenheit, die Trauer und das Leid, die aus dem Altsein kommen. Und überhaupt ist das Alter so völlig finster, so vollkommen lichtlos und trostlos, und die Trennung, am schmerzvollsten und schrecklichsten, wenn es das Alter und die Trennung der Leute des Irrweges und der Ausschweifung ist. Den Glauben, der diese Hoffnung, dieses Licht und diese Tröstung gibt, wahrzunehmen und seine Wirkung zu verspüren, ist nur dadurch möglich, dass man sich gegenüber Gott bewusst so verhält, wie es in Seinem Dienst und Seiner Anbetung dem Alter würdig ist und dem Islam entspricht. Andernfalls ist dies nicht möglich, wenn man sich bemüht, den Jugendlichen gleich zu sein, den Kopf betrunken in Gottvergessenheit vergräbt und dabei sein Alter vergisst. Ihr sollt an die folgende Hadith denken:

خَيْرُ شَبَابِكُمْ مَنْ تَشَبَّهَ بِكُهُولِكُمْ وَشَرُّ كُهُولِكُمْ مَنْ تَشَبَّهَ بِشَبَابِكُمْ

Das heißt: "Die besten unter euren Jugendlichen sind diejenigen, die in ihrer Sorgfalt und Enthaltung von Ausschweifungen den Alten gleichen. Und die Schlechtesten unter euren Alten sind diejenigen, die in ihren Ausschweifungen und wie sie ihren Kopf in Gottvergessenheit vergraben den Jugendlichen gleichen."

Oh ihr Geschwister, ihr alten Männer und Frauen! Eine heilige Hadith besagt: "Wenn ein Gläubiger, der sechzig, siebzig Jahre alt ist, vor der Schwelle Gottes seine Hände erhebt und betet, schämt sich die Barmherzigkeit Gottes, seine Hände leer zurückzuweisen." Da sich die Barmherzigkeit dermaßen respektvoll (hurmet) euch gegenüber erweist, sollt auch ihr dieser Barmherzigkeit in Seinem Dienst und Seiner Anbetung mit Respekt entgegentreten.

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Vierzehnte Hoffnung:

In der Einführung des "Vierten Strahls", in dem der lichtvolle Vers Hasbiye "Es genügt..." (Sure 3, 173) erklärt wurde, wird ganz kurz folgendes gesagt: In einer Zeit, in der die Weltleute mich von allen Dingen isoliert hatten, geriet ich auf fünf verschiedene Arten in die Fremde. In der Gottvergessenheit, die aus einer inneren Unruhe erwuchs, betrachtete ich geradewegs mein Herz und durchsuchte meinen Geist, ohne die tröstenden und helfenden Lichter der Risale-i Nur zu beachten. Ich sah, dass mich eine überaus starke Sorge um meine Existenz, eine mächtiges Interesse an ihren Grundlagen, ein heftiges Verlangen nach ihrem Fortbestand, eine grenzenlose Schwäche und eine unendliche Armseligkeit beherrschten. Dagegen löscht aber eine fürchterliche Vergänglichkeit dieses Fortbestehen aus. Aus dieser Haltung heraus sagte ich mit folgenden zu Herzen gehenden Worten eines Dichters:

"Das Herz nach Bestand, Gott der Gerechte, dass verschwand der Körper verlangt,

Von einem unheilbaren Schmerz bin ich betroffen,

ach! Wofür selbst Lokman (der Arzt) den Rat nicht weiß."

Ich senkte meinen Kopf. Plötzlich kam mir der Vers حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ {"Gott genügt uns. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)} zu Hilfe. "Lies mich mit Aufmerksamkeit!" sagte er mir. Und so rezitierte ich ihn auch eines Tages fünfhundertmal. Und während ich ihn rezitierte, öffneten sich mir "neun Stufen" seiner kostbaren Lichter, nicht nur mit wissenschaftlicher (rationaler) Gewissheit (ilme l-yaqien), sondern auch mit augenscheinlicher (realer) Gewissheit (ayne l-yaqien).

Erste Stufe:

Die Sorge um mich und meine eigene Existenz, ist mir nicht um meinetwillen und um meiner eigenen

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Existenz willen gegeben, vielmehr findet sich in meiner Natur eine wenn auch nur schattenhafte Erscheinung des einen Namens des Herrn, dem die Vollkommenheit und die Größe (Dhat-i Dhu l-Kemal ve Dhu l-Djelal) ist, und der absolut vollkommen (kemal-i mutlaq) ist, den man unmittelbar liebt, ohne einen Grund. Die Liebe in meinem Wesen, die auf die Existenz, die Vollkommenheit und das Fortbestehen (beqa) des absolut Vollkommenen hin orientiert ist, verlor und verirrte sich in ihrer Gottvergessenheit, heftete sich an Schatten und Schemen und verfiel der Sorge um den Fortbestand ihres Spiegelbildes. Da tauchte in mir der Vers حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ {"Gott genügt uns. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)} auf und lüftete den Schleier. Ich sah, verspürte und nahm mit wahrheitsgemäßer Gewissheit (haqqa l-yaqien) wahr, dass das Glück und die Freude über mein Fortbestehen genauso und sogar in einer noch vollkommeneren Form in meinem Bekenntnis, in meinem Glauben und in meiner festen Überzeugung liegt, dass der Vollkommen-Beständige (Baqi-i Dhu l-Kemal) ewig fortbesteht, und dass Er mein Herr und mein Gott ist. Die Beweisquellen dessen wurden bereits in der Abhandlung, in der der Vers Hasbiye ("Es genügt...") behandelt wurde, dermaßen feinsinnig und tiefschürfend in zwölf Absätzen, die mit "überdies" beginnen, erklärt, dass diejenigen, die ihre fünf Sinne beisammen haben, in Erstaunen versetzt und sich ihres Glaubens bewusst wurden.

Zweite Stufe:

Als mich die Weltleute mit Intrigen und Spitzeln, trotz der grenzenlosen Schwäche in meinem Wesen und trotz meines Alters und meiner Verlassenheit, in der Fremde und in meiner Isolation angriffen, sagte ich meinem Herzen: "Ein einzelner, schwacher und kranker Mann mit gebundenen Händen wird von ganzen Armeen angegriffen. Gibt es denn für mich keinen Zufluchtsort?" So sagte ich und wandte mich an den Vers

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حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott genügt uns. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

Dieser Vers teilte mir mit: Durch deine Glaubenszugehörigkeit als deinem Ausweis gehörst du einem dermaßen absoluten, allmächtigen König (Qadir-i Mutlaq bir Sultan), der auf der Erde in jedem Frühling den Heeren von Pflanzen und Tieren, die aus vierhunderttausend Völkern bestehen, vor allem aber den Menschen ihre Werkzeuge in vollkommener Wohlordnung und alle Arten von Nahrung und jegliche Versorgung gibt. Nicht wie die Fleisch- und Zuckerkonzentrate der Speisen, welche die zivilisierten Menschen in den letzten Jahren entdeckten, vielmehr hundertfach vollkommener als diese neuzeitlichen Konzentrate, werden von jeder Sorte aller Speisen in die Konzentrate, die Samen und Kerne heißen, hinein gepackt. Auch in diesen Konzentraten werden die zuvor geschriebenen Rezepte, welche ihr Reifen und Gedeihen betreffen, eingewickelt und um sie zu schützen in kleine Kästchen hineingelegt und verteilt. Was die Erschaffung dieser Kästchen betrifft, so werden sie in der Fabrik كَافْ نُونْ, die in dem Befehl كُنْ (Sei!) enthalten ist, dermaßen schnell, leicht und in Hülle und Fülle produziert, dass der Qur'an sagt: "Der Schöpfer befiehlt und es geschieht." Da du durch den Ausweis deiner Glaubenszugehörigkeit nun einmal einen solchen Zufluchtsort findest, kannst du dich auf eine grenzenlose Kraft und Macht stützen. Nachdem ich von diesem Vers meinen Unterricht bekommen hatte, fand ich eine dermaßen große Geisteskraft und verspürte eine solche Macht aus dem Glauben, mit der ich nicht nur gegen meine gegenwärtigen Feinde, sondern auch gegen die aller Welt antreten konnte. Ich sagte aus meiner ganzen Seele

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حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott genügt uns. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

Dritte Stufe:

Als ich unter dem Druck aller Fremde, Krankheiten und Ungerechtigkeiten meine (bisherigen) Interessen an der Welt abgebrochen fand, gab mir der Glaube ein, dass ich ein Kandidat für eine immerwährende Glückseligkeit in einer ewigen Welt und in einem ewig bestehenden Land bin. Darauf hin verzichtete ich auf ein "Oh weh", welches aus der Klage fließt und sagte ein "Oh, oh", das die Freude zum Ausdruck bringt. Dieses Ideal, geistliche Ziel und Ergebnis der Schöpfung kann einzig und alleine durch die grenzenlose Macht des Absolut-Allmächtigen (Qadir-i Mutlaq) wirklich werden, der alle Bewegungen, das Verhalten, die Haltungen und Tätigkeiten aller Geschöpfe in Wort und Tat kennt und sie aufzeichnet und der diese winzig kleine und absolut schwache Menschengattung zu Seinem Freund und Ansprechpartner macht und ihr eine Stellung über allen Geschöpfen verleiht, und dadurch dass Er dem Menschen Seine grenzenlose Güte gibt und ihm einen Wert beimisst. Als ich so dachte, wollte ich eine Erklärung über diese beiden Punkte, d.h. über die Tätigkeit einer solchen Macht und über die wirkliche Bedeutung dieses äußerlich unbedeutenden Menschen, um meinen Glauben entfalten und meinem Herzen Sicherheit geben zu können. Wiederum wandte ich mich an diesen Vers. Er sagte und befahl: Achte auf die نَا (uns) in dem Wort حَسْبُنَا (es genügt uns...) und höre wie viele noch zusammen mit dir in Wort und Tat das حَسْبُنَا (es genügt uns...) rufen! Plötzlich bemerkte ich, dass auch grenzenlos viele Vögel und die kleinen Vögelchen, die Fliegen, und unzählbar viele Tiere, Pflanzen und Bäume wie ich in der Tat die Bedeutung von

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حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott genügt uns. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)}

rezitieren und jeden dazu bringen, sich daran zu erinnern, dass sie einen Verwalter haben, der sich für alle ihre Lebensbedingungen verbürgt. Er erschafft hunderttausend verschiedene Sorten Vögel aus Eiern, die einander ähneln und aus dem gleichen Stoff bestehen; hunderttausend Gestalten von Tieren aus den sich einander gleichenden Tropfen; hunderttausende Arten von Bäumen aus den sich einander ähnelnden Kernen und bringt sie ohne Fehler, ohne Makel, ohne sie zu verwechseln, geschmückt, wohl ausgewogen, wohlgeordnet, in einer voneinander unterschiedenen Form vor unseren Augen, besonders in jedem Frühling außerordentlich viel, außerordentlich leicht, außerordentlich umfangreich und in Hülle und Fülle zu Stande.

Diejenigen, welche die Merkmale meines Charakters und meines Menschseins, wie auch die jedes Gläubigen verstehen wollen, und diejenigen, die wünschen, mir zu folgen, sollen in der Abhandlung über "Ich", d.h. meine Seele, die in dem نَا (uns) von حَسْبُنَا (es genügt uns...) mit enthalten ist, nachschauen, verstehen und ihren Unterricht darüber erhalten, was meine Existenz ist, die sich als ebenso bedeutungslos, gering und armselig erweist, wie die Existenz jedes Gläubigen, was das Leben ist, was das Menschsein ist, was der Islam (Ergebenheit) ist, was wohlverstandener Glaube ist, was die Erkenntnis Gottes ist und wie die Liebe zu Ihm sein soll!

Vierte Stufe:

In einer Zeit, als mich das Alter, die Fremde, Krankheit, Niederlagen und dergleichen Zustände, die meine Existenz erschütterten, unerwartet trafen und in Besorgnis versetzten und ich merkte, dass meine Existenz, mit der ich sehr stark verbunden und in die ich geradezu verliebt war, und die Erscheinungsformen aller

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Geschöpfe in das Nichts verschwinden, wendete ich mich wieder an diesen Vers "Hasbiye" (es genügt...). Er sagte mir: "Achte auf meine Bedeutung und betrachte sie mit dem Fernglas des Glaubens!" Ich betrachtete und sah mit dem Auge des Glaubens, dass dieser mein Körper, so unbedeutend wie ein Stäubchen, und das Dasein eines jeden Gläubigen der Spiegel eines grenzenlosen Seins ist, und ein Anlass, durch eine grenzenlose Ausdehnung, zu unendlichen Existenzbereichen zu gelangen und das ein Wort der Weisheit ist, das außer sich selbst noch viele wertvollere Formen des Seins, die ewig bestehen, als Früchte hervorbringt. Mit einer wissenschaftlichen (rationalen) Gewissheit (ilme l-yaqien) erkannte ich, dass entsprechend seiner Zugehörigkeit auch nur einen Augenblick zu leben, so wertvoll wie ein für ewig bestehendes Dasein ist. Denn aus dem Bewusstsein des Glaubens heraus verstand ich, dass dieser mein Körper ein Kunstwerk und eine Erscheinung dessen ist, der notwendigerweise da sein muss, und rettete mich dadurch vor den Ängsten in der Einsamkeit und vor den Schmerzen grenzenlos vieler Trennungen. Ich erkannte, dass in der vorübergehenden Trennung von allen Geschöpfen, die ich liebe und mit denen ich in der Anzahl der Taten und der Namen Gottes, die besonders die Lebendigen betreffen, geschwisterliche Beziehungen angenommen hatte, eine beständige Zusammenkunft mit ihnen liegt. So gewinnt auch mein Körper, so wie der jedes Gläubigen, durch den Glauben und durch die Zugehörigkeit, die aus dem Glauben erwächst, ohne jede Trennung Lichter von grenzenlos vielen Wesen, die da für immer verbleiben, auch wenn er selbst geht und ist damit zufrieden, als wäre er da geblieben.

Zusammenfassung:

Der Tod ist keine Trennung, er ist eine Zusammenkunft, ein Ortswechsel und bringt eine ewige Frucht.

Fünfte Stufe:

In letzter Zeit war mein Leben wieder von sehr schweren Umständen erschüttert und mein Blick wurde mir auf mein Leben und seine Zeit gerichtet. Ich

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sah, dass mein Leben wie im Flug verging. Seine Bahn neigte sich dem jenseitigen Ende zu. Unter dem Druck (der Verhältnisse) wandte sich mein Leben dem Verlöschen zu. Und ich dachte mit Bedauern, dass die wichtigen Aufgaben des Lebens, seine großen Vorzüge, sein Nutzen und seine Kostbarkeiten, wie sie in meiner Abhandlung über den Namen «Hayy» (Gott der Lebendige) erklärt wurden, nicht so schnell verlöschen sollten, sondern ein langes Leben verdienten. Wieder wandte ich mich dem Vers حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ {"Gott genügt uns. Welch vorzüglicher Sachverwalter!" (Sure 3, 173)} zu, der mein Lehrmeister ist. Er sagte mir: "Betrachte das Leben nach dem Lebendigen, der aus sich selbst besteht (Hayy-i Qayyum), der dir das Leben gab. Da betrachtete ich es also und sah: Wenn sich mein Leben nur in einer Hinsicht auf mich bezieht, so bezieht es sich doch in hundertfacher Hinsicht auf den, der lebendig ist und aus sich selbst besteht (Dhat-i Hayy-u Qayyum). Wenn von dessen Ergebnis ein Teil mir gehört, so gehören tausende meinem Schöpfer. In diesem Fall genügt es einen Augenblick lang im Bereich des Wohlwollens Gottes zu leben und braucht es daher keine lange Zeit. Diese Wahrheit wird in vier Problemstellungen erklärt. Diejenigen die nicht tot sind oder die, die lebendig sein wollen, sollen das Wesen des Lebens, seine Wahrheit und sein wahres Recht in diesen vier Problemstellungen finden und wieder zum Leben kommen.

Die Zusammenfassung dessen ist wie folgt:

Solange das Leben auf den Herrn ausgerichtet ist, der lebendig ist und aus sich selbst besteht (Dhat-i Hayy-u Qayyum), und der Glaube das Leben mit Leben und Geist erfüllt, erlangt es Beständigkeit, bringt beständige Früchte hervor und qualifiziert sich dermaßen, dass es die Ausstrahlung der Ewigkeit empfängt, und die Länge oder Kürze der Lebensspanne wird von geringer Bedeutung.

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Sechste Stufe:

In einer Zeit, in der mich mein Alter, das mich inmitten der Ereignisse der Endzeit, welche mit einer allgemeinen Trennung die Zerstörung der Welt verkünden, an meine persönliche Trennung gemahnte, und meine Seele in meinen letzten Lebensjahren mit außerordentlicher Sensibilität und mit allen Sinnen meines Wesens die Schönheiten zu verehren und alles Gute zu lieben und sich für die Vollkommenheit zu begeistern begann, sah ich, mit einer ungewöhnlichen Klarheit und Eindringlichkeit, dass Untergang und Vergehen, mit ihrer ständigen Zerstörung und Tod und Vernichtung mit ihrer beständigen Trennung, in fürchterlicher Weise dieser schönen Welt und aller schönen Schöpfung übel mitspielen, sie in Stücke reißen und ihre Schönheit vernichten. Damals, als weltliche Natur und Leidenschaft in mir aufwallte und -brauste, wandte ich mich wieder zu diesem Vers «Hasbiye» (Es genügt...), um etwas zu finden, was mich trösten konnte. Er sagte mir: "Lies mich und betrachte mit Aufmerksamkeit meine Bedeutung!" Ich trat auch in das Observatorium des Verses in der Sure «Nur» (Licht)

اَللّٰهُ نُورُ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ

{"Gott ist das Licht der Himmel und der Erde. Usw..." (Sure 24, 35)}

und schaute durch das Fernglas des Glaubens nach den weitesten Schichten dieses Verses «Hasbiye» (Es genügt...) und betrachtete durch das Mikroskop des Glaubensbewusstseins seine fernsten Geheimnisse und sah: Wie Spiegel, Gläser und glänzende Dinge, ja sogar Wasserbläschen die unsichtbaren und unterschiedlichen Schönheiten der Sonnenstrahlen und die verschiedenen Schönheiten der sieben Farben dieser Strahlen, durch die Erneuerungen, Bewegungen, unterschiedlichen Fähigkeiten und Lichtbrechungen diese Schönheiten und ihre anmutigen Erscheinungen erneuern und sehr schön darstellen, genauso kommen und gehen diese schönen

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Kunstwerke, diese süßen Geschöpfe und vollkommenen Wesen, ohne sich aufzuhalten, um für die heilige Schönheit (djemal-i qudsi) des majestätischen Schönen (Djemil-i Dhu l-Djelal), der die Sonne aller Ewigkeiten ist, und für die immerwährenden Schönheiten Seiner grenzenlos schönen Namen und für die Erneuerungen ihrer Erscheinungen als Spiegel zu dienen. Die Schönheiten, die bei ihnen sichtbar werden, sind nicht ihr Eigentum, vielmehr Zeichen einer immerwährenden, heiligen, absoluten und reinen Schönheit, die sich ständig offenbart und ihre Merkmale, ihre Blitze und ihre Erscheinungen zeigen will. Sehr starke Beweise dazu wurden in einer Abhandlung der Risale-i Nur eingehend erklärt. Dort beginnen die Erklärungen mit dem folgenden Satz: "Hier werden drei von diesen Zeugnissen kurz und in einer sehr verständlichen Weise erklärt." Jeder mit Sinn für das Schöne und Gute, der diese Abhandlung liest, gerät in Begeisterung und hält sie nicht nur für sich sondern auch für die Anderen für nützlich. Besonders in dem "Zweiten Zeugnis" werden fünf Punkte erklärt. Jeder Mensch mit klarem Verstand und redlichem Herzen, wird in jedem Fall in Hochschätzung, Begeisterung und mit Einverständnis dazu sagen «Masha-al'lah (So wie es Gott wollte!) Fe- tebareka-l'lah (Gott möge es segnen!)» Er wird sich bemühen, sein Gefühl für den Wert seiner Existenz, die ihm so armselig und wertlos vorkommt, zu erhöhen. Er wird begreifen und bestätigen, dass er in seinem Dasein ein einzigartiges Wunder ist.

Fünfzehnte Hoffnung:

Ich war damals in Emirdagh wegen der Schikanen, die sie mir mit der Verbannung, dem Hausarrest, der einer Einzelhaft gleich kam und mir durch die Überwachung fast unerträglich wurde, und infolge all der diktatorischen Verordnungen des Lebens überdrüssig und bedauerte es, das Gefängnis verlassen zu haben. Mit Herz und Seele sehnte ich mich nach dem Gefängnis von Denizli zurück und wünschte mich schon ins Grab.

Als ich "Gefängnis und Grab sind besser als diese Lebensweise"

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sagte und beschloss, ins Grab hinabzusteigen, oder wieder ins Gefängnis zu gehen, eilte mir die Gnade Gottes (inayet-i Ilahi) zu Hilfe; sie gab in die Hände der Medreset-üz-Zehra-Schüler, deren Stifte auch so produktiv wie eine Vervielfältigungsmaschine waren, eine neu herausgekommene Vervielfältigungsmaschine. Mit einem Stift, der die Vervielfältigungsmatrize beschrieben hat, entstanden auf einmal fünfhundert Exemplare eines jeden wertvollen Werkes der Risale-i Nur. Der Beginn ihrer Verbreitung und die positive Wirkung, die von ihr ausging, ließ mich dieses Leben trotz aller Strapazen und Schikanen dennoch lieben und "unendliche Male Dank!" sagen.

Eine Weile später konnten die geheimen Feinde der Risale-i Nur die Verbreitung der Risale-i Nur nicht ertragen. Sie haben die Behörden gegen uns aufgehetzt. Wieder einmal begann das Leben, mir schwer zu werden. Plötzlich erschien die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbani). Die verantwortlichen Beamten, die "die Lichter" am nötigsten hatten, studierten die beschlagnahmten Abhandlungen im Rahmen ihres Dienstes eingehend und mit großem Interesse. Die Lichter aber eroberten ihre Herzen. Als sie anfingen, die Lichter zu würdigen, statt sie zu kritisieren, weitete sich die "Nur"-Medresse aus. Es hat uns hundert Grade mehr Nutzen gebracht als der uns entstandene Schaden; das ganze lähmende Entsetzen tendierte plötzlich gen Null.

Sodann lenkten die verborgenen, feindlich gesinnten Heuchler (munafiq) die Aufmerksamkeit der Behörden auf meine Person. Sie erinnerten sie an meine politische Vergangenheit. Sie haben beim Justizministerium, dem Bildungsministerium, den Ordnungsbehörden und dem Innenministerium Argwohn gegen mich erweckt. Durch die Provokationen der Anarchisten, versteckt unter dem Deckmantel ihrer Parteipolitik oder getarnt als Kommunisten, verbreitete sich dieser Argwohn. Sie begannen uns zu peinigen und einzusperren und die Abhandlungen, die in ihre Hände gerieten, zu beschlagnahmen. Die Tätigkeit der "Nur"-Schüler geriet ins Stocken. Um meine

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Person in Misskredit zu bringen, sprach eine Gruppe unter den offiziellen Beamten falsche, völlig unglaubwürdige Beschuldigungen gegen mich aus. Sie haben versucht, sehr merkwürdige Verleumdungen in Umlauf zu bringen. Jedoch haben sie niemanden überzeugen können. Danach haben sie mich unter äußerst primitiven Vorwänden in den kältesten Tagen des strengen Winters inhaftiert und in eine große, sehr kalte Zelle, in der zwei Tage lang kein Ofen stand, in absoluter Einzelhaft eingesperrt. Obwohl ich doch in meinem kleinen Zimmer an einem Tag mehrmals den (geschlossenen) Ofen angeheizt hatte und sich auch in meinem (offenen) Mangal immer glühende Kohle befand, konnte ich es auf Grund meiner schlechten körperlichen Verfassung und meiner Krankheit dort nur schwer aushalten.

Als ich so in dieser meiner Lage fror und auch innerlich voller Wut und voller Unruhe war, offenbarte sich mir durch Gottes Gnade (inayet-i Ilahi) die folgende Wahrheit in meinem Herzen: "Du hast das Gefängnis als die Schule Josefs bezeichnet. Außerdem hast du (mit deinen Schülern) damals in Denizli tausendfach mehr innere Freude als Bedrängnis verspürt. Das geistige Verdienst und der Nutzen der Lichterabhandlungen für die Mitgefangenen, deren Erfolge auf hoher und höchster (politischer) Ebene und ähnliche Resultate veranlassten euch statt zu jammern tausendmal Dank zu sagen. Jede Stunde eures Gefängnisaufenthaltes und eures Leides ließ es zu zehn Stunden Gebet werden. Diese vergänglichen Stunden wurden unvergängliche. Insha-al'lah, so Gott will, wird der Nutzen der Lichterabhandlungen und ihr Trost für die Mitgefangenen in dieser dritten Schule Josefs euch in dieser Kälte erwärmen und eure schwere Mühsal in Frohsinn verwandeln. Wenn die Männer, auf die du wütend bist, getäuscht wurden, tun sie dir unbewusst Unrecht an. Nicht Wut wäre hier angemessen. Wenn sie dich wissentlich und in böser Absicht und im Sinne ihres Irrglaubens belästigen und schikanieren, werden sie in ziemlich kurzer

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Zeit für ewig mit dem Tode bestraft, zur Einzelhaft im Grabe verurteilt werden und einer immerwährenden, peinlichen Strafe ausgeliefert sein. In Anbetracht ihrer Schikanen wirst du sowohl viel Sevab (Verdienste) sammeln, als auch deine vergänglichen Stunden in unvergängliche verwandeln, als auch geistige Freuden erleben und deinen Dienst als Mann der Wissenschaft und des Glaubens in Wahrhaftigkeit versehen." So wurde ich in meiner Seele ermahnt und sagte aus all meiner Kraft Elhamdulillah, aller Dank sei Allah! Vom Standpunkt meiner Menschlichkeit und ihrer Ungerechtigkeit taten sie mir leid und so betete ich und sagte: "Oh Herr, bringe sie auf den rechten Weg!" In meiner Aussage an das Innenministerium habe ich geschrieben, dass dieses jüngste Ereignis in zehnfacher Hinsicht gesetzwidrig ist. Dabei sind die eigentlich Schuldigen diese Ungerechten selbst, die im Namen des Gesetzes gesetzwidrig handeln. Sie haben nach Ausreden und Vorwänden gesucht und versucht mit Verleumdungen und mit Erdichtungen, über die jeder nur lachen kann, welche aber alle die, welche die Wahrheit lieben zum Weinen bringen, uns und die Risale-i Nur anzugreifen. Das zeigt allen einsichtigen und gemäßigten, dass jene innerhalb eines rechtlichen und gesetzlichen Rahmens keine Gelegenheit finden werden, die Risale-i Nur und ihre Schüler anzugreifen, weshalb jene sich dann in Haltlosigkeiten verirren.

Zum Beispiel:

Beamte, die uns einen Monat lang observiert hatten, konnten keinen Vorwand ausfindig machen, weshalb sie schließlich auf einen Zettel schrieben: "Saids Diener hat in einem Laden eine Flasche Raki gekauft und ihm überbracht." Weil sie aber niemanden finden konnten, der diesen Zettel unterschreiben wollte, schnappten sie sich schließlich irgendeinen betrunkenen Strolch, drohten ihm und befahlen ihm: "Komm her und unterschreibe das!" Er erwiderte: "Nie und nimmer, Gott bewahre mich davor! Wer könnte denn eine solch sonderbare Lüge unterschreiben?" Daraufhin mussten sie

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diesen Zettel zerreißen.

Ein zweites Beispiel:

Ein Mann, von dem ich nichts wusste und den ich auch bis heute nicht kenne, hat mir sein Pferd zur Verfügung gestellt, damit ich einen Ausflug mache. Aus gesundheitlichen Gründen ging ich an den meisten Tagen im Sommer ein, zwei Stunden lang spazieren, um frische Luft zu schöpfen. Ich habe es mir versprochen, dem Besitzer des Pferdes und des Wagens Bücher im Wert von fünfzig Lira zu schenken, um nicht gegen mein Prinzip zu verstoßen, d.h. um niemandem einen Dank schuldig zu bleiben. Gibt es etwa bei dieser Sache irgendeine Möglichkeit, einen Schaden zu verursachen? Es ist aber so, dass selbst der Gouverneur, die Justizbeamten, die Ordnungshüter und die Polizei uns fünfzigmal die Frage gestellt haben: "Wem gehört dieses Pferd?" Als wäre es angeblich ein großes politisches Ereignis und ein Vorfall, der die allgemeine Ruhe und Ordnung betrifft. Sie haben sogar zwei Leute mit mir zusammen verhaftet, weil sie ausgesagt hatten, der eine, dass ihm der Wagen, der andere, dass ihm das Pferd gehöre, damit diese sinnlose Fragerei aufhören solle. Es gab da noch eine ganze Reihe anderer vergleichbarer Kinderspiele, an denen wir als Zuschauer beteiligt waren, mit einem weinenden und einem lachendem Auge, und dabei verstanden, dass diejenigen, die die Risale-i Nur und ihre Schüler angreifen, nur sich selber zum Gespött machen.

Hierzu nur ein weiteres Beispiel für ein feinsinniges Gespräch:

Da als Grund für meine Verhaftung die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit angegeben wurde, habe ich, noch bevor ich das Schreiben überhaupt gesehen hatte, dem Staatsanwalt gesagt: "In der vergangenen Nacht habe ich über dich gesprochen. Ich habe dem Polizisten, der mich im Auftrag des Polizeipräsidenten vernommen hat, gesagt: Wenn ich der öffentlichen Sicherheit in diesem Lande nicht so viel wie tausend Staatsanwälte und tausend Polizeipräsidenten gedient gehabt habe, so soll mich Allah verfluchen (qahret)." Diesen Fluch

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habe ich dreimal wiederholt.

Danach überwältigte mich der Zorn und übermannte mich die Wut über diejenigen, die mich in dieser Kälte und zu einer Zeit, in der ich am meisten der Erholung bedurfte, mich nicht erkälten sollte und mich nicht über weltliche Dinge aufregen durfte, einer derart unerträglichen Zwangsumsiedlung, die - verbunden mit Isolation, Haft und Unterdrückung - ihren Hass und ihre Bosheit ahnen ließ, ausgesetzt haben. Doch da eilte mir Seine Gnade (inayet) zu Hilfe. In meinem Herzen vernahm ich folgende Ermahnung:

"Selbst noch in dieser Ungerechtigkeit, die dir die Menschen antun, hat die Bestimmung Gottes (qader-i Ilahi), die zugleich auch Gerechtigkeit ist, einen großen Anteil. Zudem ist hier in diesem Gefängnis für dich gesorgt. Und diese deine Versorgung hat dich hierher gerufen. Dem muss man mit Einverständnis und Ergebenheit (riza ve teslim) begegnen. Daran haben auch die Weisheit und Barmherzigkeit des Herrn einen großen Anteil, die denjenigen, die in diesem Gefängnis leben, Licht und Trost spendet, wodurch ihr auch noch Sevab (einen Verdienst) erwerben könnt. Für diesen Anteil muss man in Geduld tausendmal Dank sagen.

Außerdem hat deine Begierde auf Grund ihrer Fehler, derer du dir nicht bewusst bist, daran einen Anteil. Auf Grund dieses Anteils musst du bei Gott um Verzeihung (istighfar) bitten, Ihn anflehen (tövbe) und deiner Begierde sagen:

'Du hast dir diese Ohrfeige verdient!' Außerdem haben die verborgenen Feinde auch einen Anteil, die mit Intrigen einige leichtgläubige und misstrauische Beamte getäuscht und zu dieser Ungerechtigkeit verleitet haben. Demgegenüber hat dich die Risale-i Nur, die diesen Heuchlern (munafiq) fürchterliche geistige Schläge versetzt, an ihnen vollständig gerächt. Das ist schon genug für sie. Der letzte Anteil gehört den zuständigen Beamten, die an dieser Sache aktiv teilnehmen. Von den Lichterabhandlungen, die sie mit der Absicht, sie zu kritisieren, studieren,

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werden sie so oder so, zweifelsohne für ihren Glauben Nutzen ziehen. Bezüglich dieses Anteils ist es eine vornehme Gesinnung, ihnen um ihres Nutzens willen nach dem Grundsatz

وَالْكَاظِمِينَ الْغَيْظَ وَالْعَافِينَ عَنِ النَّاسِ

{"Sie bezwingen ihren Groll und vergeben den Menschen." (Sure 3, 134)}

zu verzeihen. (afw)"

Auf Grund dieser wahrhaftigen Ermahnung habe ich mich entschlossen, in vollkommener Freude und Dank in dieser neuen Schule Josefs auch weiterhin zu bleiben, sogar einen harmlosen Fehler zu begehen, der eine Strafe nach sich ziehen würde, was diejenigen, die gegen mich waren, behilflich sein könnte.

Einem Mann wie mir, der keine Bindungen hat, sind in seinem fünfundsiebzigsten Lebensjahr, in dieser Welt nur fünf von siebzig geliebten Freunden am Leben geblieben. Siebzigtausend Exemplare der Lichterabhandlungen, die ihren lichtvollen Auftrag erfüllen werden, sind erhalten geblieben und befinden sich frei im Umlauf. Für einen Mann wie mich, der so viele Mitbrüder und Erben hat, die nicht nur mit einer, nein, mit vielen tausend Zungen den Dienst am Glauben versehen, ist das Grab hundertfach besser als der Aufenthalt in diesem Gefängnis. Selbst dieses Gefängnis ist es noch hundertfach angenehmer und besser als eine Freiheit unter ständiger Bevormundung draußen, die jeglicher Freiheit entbehrt. Denn statt draußen die Bevormundung von hunderten zuständigen Beamten allein zu ertragen, muss man dagegen im Gefängnis mit hunderten Gefangenen gemeinsam nur eine leicht erträgliche nachvollziehbare Bevormundung durch ein, zwei Personen wie den Direktor und den Oberwachtmeister ertragen. Außerdem erfährt man im Gefängnis unter Freunden brüderliche Zuneigung und Trost. Da sich die selbstlose Liebe, die aus der islamischen Gesinnung erwächst, und

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die menschliche Natur in dieser Situation der Alten erbarmt, verwandeln sich die Belastungen im Gefängnis in Barmherzigkeit. Daher war ich mit dem Gefangenendasein zufrieden.

Als ich diesmal zum dritten Prozess kam, strengte mich das Stehen in meinem Alter, meiner körperlichen Schwäche und Krankheit an. Ich setzte mich vor dem Eingang des Gerichtssaals auf einen Stuhl. Plötzlich kam ein Richter, wurde zornig und sagte in herabwürdigendem Ton: "Warum wartet er nicht im Stehen?"

Alt und schwach wie ich war, wurde ich über eine solche Unbarmherzigkeit wütend. Plötzlich sah ich, dass sich sehr viele Muslime in vollkommener Liebe und Brüderlichkeit mit barmherzigen Blicken um uns versammelten. Sie konnten nicht fort gejagt werden. Sofort tauchten zwei Wahrheiten in mir auf.

Erste Wahrheit:

Die Leute, die mir und den Lichtern versteckte Feinde waren, wollten - um den Respekt, den die Öffentlichkeit mir gegen meinem Willen entgegenbringt, untergraben zu können - die Verbreitung der Lichterabhandlungen aufhalten. Darum suchten sie manche leichtgläubige Beamte der Regierung zu täuschen und sie zu einem derart entehrenden Verhalten zu provozieren, um meine Person beim Volk in Misskredit zu bringen.

Als Geschenk für den Dienst der Lichterabhandlungen am Glauben hingegen verwies mich die göttliche Gnade auf hundert Leute, anstelle dieses einen einzigen Mannes mit seinem entehrenden Verhalten: Diese sind es, die euch begrüßen und die euch mit aller Liebe und mit jeglichem Interesse willkommen heißen, indem sie sich für euren Dienst begeistern und mit euch fühlen. Am zweiten Tag, während ich im Untersuchungsgericht auf die Fragen des Staatsanwaltes Antworten gab, versammelten sich sogar fast tausend Leute auf dem Hof der Behörde vor den Fenstern des Gerichtssaales und brachten auf diese Weise in völliger Verbundenheit unausgesprochen

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ihre Forderung zum Ausdruck: "Belästigt sie nicht!" Die Polizisten konnten ihre Versammlung nicht auflösen. Und in meinem Herzen wurde mir eingegeben: Diese Leute wollen in diesem gefahrvollen Zeitalter einen vollständigen Trost und ein unauslöschliches Licht, einen starken Glauben und eine überzeugende Botschaft von der ewigen Glückseligkeit, wonach sie von Natur aus suchen. Bestimmt haben sie davon gehört, dass sich das, wonach sie suchen, in den Abhandlungen des Lichts finden lässt, sodass sie um dieses bisschen Dienstes am Glauben willen für meine Wenigkeit weit mehr Zuneigung empfinden, als ich verdient habe.

Zweite Wahrheit:

So wurde ich denn darauf hingewiesen, dass es dem entwürdigenden Verhalten gegenüber, entstanden aus einem Gerücht heraus, wir würden die öffentliche Sicherheit gefährden, und der schlechten, beleidigenden Behandlung durch ein paar irregeführte Leute, welche auf diese Weise den Respekt, den die Öffentlichkeit uns entgegenbringt, untergraben wollen, andererseits grenzenlos viele Kenner der Wahrheit und künftige Generationen voll Jubel und Begeisterung gibt.

Die anarchistische Gesinnung untergräbt unter dem Deckmantel des Kommunismus die öffentliche Sicherheit auf schreckliche Weise. Dagegen versuchen die Risale-i Nur und ihre Schüler mit der Kraft des wahrhaftigen Glaubens diese entsetzliche geistige Zerstörung überall in diesem Land aufzuhalten und zu zerschlagen. Sie arbeiten sicherlich im Sinne der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, sodass drei, vier Gerichte und die Sicherheitsorgane von zehn Provinzen in diesen zwanzig Jahren keinen Vorfall festgestellt und aufgenommen haben, den die Risale-i Nur Schüler, welche überall in diesem Land in großer Zahl vorhanden sind, verursacht haben könnten. Ein Teil der rechtschaffenen Sicherheitskräfte aus drei Provinzen soll gesagt haben:

"Die Nur-Schüler sind geistige Ordnungshüter. Bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung leisten sie

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uns Hilfe. Durch ihren überzeugten Glauben (iman-i tahqiqi) lassen sie bei jedem Mann, der die Lichter studiert, in seinem Sinn einen Wächter zurück, und versuchen so die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten." Ein Beispiel dafür ist das Gefängnis von Denizli. Mit den Lichterabhandlungen, die dort Eingang gefunden haben, und mit der "Frucht"-Abhandlung, die dort für die Gefangenen verfasst wurde, haben sich diese mehr als zweihundert Gefangenen innerhalb von drei, vier Monaten dermaßen gebessert und wurden gehorsam und fromm, dass selbst ein Mann, der drei, vier Leute umgebracht hatte, sich nun gar zurückhielt, die Läuse zu töten. Er begann seinem Lande ein ganz barmherziges Glied (der menschlichen Gesellschaft) zu werden, von dem nie wieder eine Gefahr ausging. Diese Lagewendung versetzte selbst die verantwortlichen Beamten in Staunen und Bewunderung.

Außerdem sagten einige junge Gefangene, die noch nicht verurteilt waren: "Wenn die Nur-Schüler im Gefängnis bleiben, wollen wir uns für solange verurteilen und inhaftieren lassen, bis wir, die wir uns an ihnen ein Beispiel genommen haben, so wie sie geworden sind." Durch ihren Unterricht werden auch wir selbst gebessert werden. Diejenigen, welche die Nur-Schüler dieser Art der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit beschuldigen, haben sich in jedem Fall furchtbar geirrt oder sie sind getäuscht worden oder sie täuschen bewusst oder unbewusst die Behörden im Interesse des Anarchismus und versuchen uns mit ihren Schikanen einzuschüchtern. Leuten von diesem Schlag sagen wir:

Da der Tod nun einmal nicht getötet und das Grabestor nicht geschlossen werden kann, wandern die Reisenden in Scharen aus diesem Gasthaus der Welt schnell und in Aufregung einer nach dem anderen unter die Erde und verschwinden. Ganz sicher werden wir in einer sehr kurzen Zeit voneinander Abschied nehmen. Ihr werdet die Strafe für eure Ungerechtigkeit auf eine fürchterliche Weise bekommen, zumindest aber gleichsam wie am

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Galgen die Todesstrafe für die Ewigkeit erleiden, der für die (z. Zt. noch) entrechteten Leute des Glaubens ein Entlassungsschein ist. Die vergänglichen Freuden, die ihr in dieser Welt in der Vorstellung, unsterblich zu sein, erlebt, werden sich in bleibendes und qualvolles Leid verwandeln.

Die Wahrheit des Islam, welche mit dem Blut und dem Schwert von hunderten Millionen Märtyrern, die den Rang eines Heiligen erlangt hatten, und heldenhaften Kriegsveteranen dieses religiösen Volkes erworben wurde und aufrechterhalten wird, bezeichneten leider unsere heimlichen Feinde in ihrer Verlogenheit (munafiq) manchmal als (die Lehre des) "Orden" (tariqat) und die Art der Mystiker, die auch nur einen Lichtstrahl aus der Sonne des Islam bilden, als diese Sonne selbst, um einige oberflächliche Regierungsbeamte Irre zu führen. Diese wollen jene gegen uns aufhetzen, indem sie die Nur-Schüler, die für die Wahrheit des Qur'an und des Glaubens wirkungsvolle Arbeit leisten, als Ordensgemeinschaft und politische Organisation bezeichnen. Wir sagen es ihnen sowie denjenigen, die ihnen zu unserem Nachteil Gehör verleihen, was wir schon bei unserer Verhandlung vor dem Gerichtshof von Denizli gesagt haben:

«Für eine heilige Wahrheit, für die schon vor uns hunderte Millionen ihren Kopf hingehalten haben, wollen auch wir jetzt unseren Kopf hinhalten. Auch wenn ihr die ganze Welt für uns zu einem Feuerball machen würdet, werden wir auch dennoch bereit sein, unseren Kopf für die Wahrheit des Qur'an hinzuhalten, werden vor der Glaubenslosigkeit nicht kapitulieren und von unserem heiligen Dienst nicht zurücktreten. Wolle es Gott(inshaallah)!»

So eilten mir denn die heiligen Tröstungen, die mir aus dem Glauben und dem Qur'an erwuchsen, in meinen Schmerzen und in meiner Verzweiflung - einer Folge der Überraschungen meines Alters - zu Hilfe. Ich würde heute kein noch so qualvolles Jahr in meinem Alter gegen zehn der heitersten Jahre meiner Jugend tauschen. Da

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insbesondere dem, der im Gefängnis seine Pflichtgebete einhält und um Vergebung bittet, eine jede Stunde für zehn Stunden Gebet angerechnet wird und in Zeiten einer Krankheit oder ungerechten Behandlung, ein jeder vergängliche Tag so viel Sevab (Verdienste) bringt, wie zehn ausschließlich einem ewigen Leben gewidmete Tage, wurde mir durch diese innere Ermahnung klar, wie sehr, ein Mann, der gleich mir vor dem Tor des Grabes auf seine Abberufung wartet, zu Dank verpflichtet ist. "Unendlich Dank meinem Herrn!" sagte ich, war mit meinem Alter zufrieden und einverstanden mit meiner Haft. Denn die Zeit bleibt nicht stehen, das Leben vergeht sehr schnell. Mag es ein sorgloses und heiteres Leben sein, das man in Gottvergessenheit verbringt, es vergeht, verlischt, hinterlässt Bedauern, Undankbarkeit und manch eine Sünde, denn am Ende der Freude steht der Schmerz. Wenn es aber im Gefängnis und unter Strapazen vergeht, wird es in gewisser Hinsicht zu einem beständigen und bringt mit seinen kostbaren Früchten ein ewiges Leben zum Gewinn, weil es als eine Art Gottesdienst gilt und am Ende des Schmerzes eine geistige Freude steht. Zudem gilt es als Buße für die früheren Sünden und für die Vergehen, die zu dieser Freiheitsstrafe geführt haben, und reinigt sie. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, müssen die Gefangenen also ihre Pflichtgebete verrichten und geduldig und dankbar sein.

Sechzehnte Hoffnung:

Einmal - und ich war schon alt - verbüßte ich in Eskischehir eine einjährige Gefängnisstrafe und wurde dann entlassen. Ich wurde nach Kastamonu verbannt. Die Polizisten und ein, zwei Kommissare nahmen mich zwei, drei Monate als Gast auf. Man kann sich nun vorstellen, wie sehr sich ein Mann wie ich an derartigen Plätzen belästigt fühlen muss, der ein Einsiedlerleben geführt hat und sich selbst durch eine Unterhaltung mit seinen engsten Freunden bedrängt fühlt, und der die Änderung (= Europäisierung) seiner (orientalischen) Bekleidung nicht ertragen kann.

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Doch da kam mir in meinem Alter und in dieser verzweifelten Lage plötzlich die Güte Gottes (inayet-i Ilahiye) zu Hilfe. Der Kommissar und die Polizisten in dieser Polizeidienststelle wurden mir zu treuen Freunden. So haben sie mich z.B. niemals dazu aufgefordert, (wie die Europäer) einen Hut zu tragen. Sie waren sogar wie meine Diener und fuhren mich sogar in der Stadt umher, wann immer ich dies wünschte. Danach zog ich dieser Polizeidienststelle gegenüber in die "Schule des Lichtes" (Medrese-i Nuriye) in Kastamonu (d.h. in meine Privatwohnung) ein und begann mit der Abfassung der "Lichterabhandlungen" (Nurlar). Die heldenhaften Schüler, wie Feyzi, Emin, Hilmi, Sadik, Nazif, Selahaddin kamen immer zu dieser Medresse um der Veröffentlichung und Vervielfältigung der Lichterabhandlungen willen. Ihretwegen kamen wertvolle wissenschaftliche Gespräche zu Stande, noch glänzender als in meiner Jugend mit meinen alten Schülern.

Danach ließen meine heimlichen Feinde bei einem Teil der Beamten und einigen eingebildeten (enaniyetli) Hodjas und Scheichs gegen uns Verdächtigungen aufkommen. Das hatte zur Folge, dass wir und die Schüler der Lichter (Nur), die aus fünf, sechs Städten ins Gefängnis von Denizli gebracht worden waren, in dieser Schule Josefs zusammenkamen. Die Einzelheiten dieser Sechzehnten Hoffnung, welche den wahren Inhalt dieser Hoffnung glänzend zeigen, bilden meine Verteidigungsschrift vor dem Gericht, zusammen mit den kurzen Briefen, die ich in Kastamonu geschrieben hatte und die in die Briefsammlung eingereiht worden sind und die ich im Gefängnis in Denizli an die mitgefangenen Brüder heimlich geschickt habe. Für die ausführliche Erklärung verweise ich auf diese Briefsammlung und meine Verteidigungsschrift. Hier will ich nur einen kurzen Hinweis geben.

Ich hatte die meine persönlichen (mahrem) und auch die besonders heiklen Abhandlungen, welche Sufyan und Wundertaten (Keramet) der Lichtabhandlungen betreffen, unter Kohlen- und Holzhaufen versteckt. Sie sollten nach

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meinem Tod oder nachdem die Häupter an der Spitze der Regierung fähig geworden wären, die Wahrheit zu hören und zur Besinnung zu kommen, veröffentlicht werden. Während ich selbst aber noch völlig unbesorgt war, führten Durchsuchungsbeamte und der Vertreter der Staatsanwaltschaft plötzlich in meiner Wohnung eine Hausdurchsuchung durch. Sie förderten diese geheimen (mahrem), heiklen Abhandlungen unter den Holzhaufen zu Tage. Daraufhin verhafteten sie mich und lieferten mich trotz meines schlechten Gesundheitszustandes in das Gefängnis in Isparta ein. Als ich noch über den Schaden, der die Lichtabhandlung betraf, sehr traurig und bekümmert war, eilte uns die Güte Gottes (inayet-i Ilahiye) zu Hilfe. So begannen denn nun die Leute der Regierung diese heiklen Abhandlungen, die versteckt und doch zu lesen für sie so dringend notwendig war, mit großem Interesse und sehr viel Aufmerksamkeit zu lesen. So wurden die hohen amtlichen Dienststellen zu einer Art Schule der Lichter (Medrese-i Nuriye). Nachdem sie sie kritisch gelesen hatten, fingen sie an, sie zu schätzen. Sogar, als wir noch in Denizli im Gefängnis waren, lasen sehr viele offizielle und inoffizielle Leute ohne unser Wissen das "Große Zeichen", welches in aller Heimlichkeit gedruckt worden war. Sie stärkten dadurch ihren Glauben und ließen uns das Unglück unserer Inhaftierung vergessen.

Danach haben sie uns in das Gefängnis von Denizli eingeliefert. Sie hatten mich absolut isoliert in eine stinkende, feuchte und kalte Zelle eingesperrt. Als ich nun in meinem Alter, meiner Krankheit und durch viel Leid, das mir daraus erwuchs, dass meine unschuldigen Kameraden meinetwegen diese Qualen erleiden mussten, auch in großem Schmerz und innerer Bedrängnis wegen der Unterbrechung der Arbeit mit den Lichtabhandlungen, sowie sehr erregt und besorgt wegen ihrer Beschlagnahmung, eilte mir plötzlich die Güte des Herrn (inayet-i Rabbani) zu Hilfe. Auf einmal ließ Er dieses große Gefängnis in eine Schule des Lichts (Dersane-i Nuriye) umwandeln und bewies, dass

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es eine Schule Josefs war. Mit den diamantenen Schreibfedern der Schüler der "Medreset-üz-Zehra" begannen sie die Lichtabhandlungen zu verbreiten. Sogar vervielfältigte ein heldenhafter Schüler unter diesen Umständen in drei, vier Monaten mehr als zwanzig Exemplare von der "Frucht"-Abhandlung und der Verteidigungsschrift mit der Hand. Beide begannen sich sowohl im Gefängnis als auch draußen zu verbreiten. Das ließ uns den Schaden in diesem Unglück zu großem Gewinn werden, unsere Sorgen in Frohsinn umwandeln und bestätigte das Geheimnis von

عَسٰٓى اَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَهُوَ خَيْرٌ لَكُمْ

{"Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist." (Sure 2, 216)}

Danach, als die ersten Sachverständigen auf Grund ihrer falschen und oberflächlichen Urteile gegen uns heftige Kritik übten und der Erziehungsminister neben seinen fürchterlichen Angriffen gegen uns auch eine Erklärung veröffentlichte und sogar in einigen Nachrichten die Hinrichtung einiger von uns gefordert wurde, eilte uns die Güte des Herrn (inayet-i Rabbani) zu Hilfe.

Als wir vor allem von den Sachverständigen in Ankara heftige Kritik erwarteten, kamen ihre lobenden Berichte. (Sie beschlagnahmten unsere Abhandlungen gleich kistenweise und durchsuchten sie), konnten aber in fünf Kisten voll Lichtabhandlungen nur fünf bis zehn Fehler finden. Vor dem Gericht bewiesen wir, dass die Punkte, die sie als falsch und fehlerhaft angekreidet hatten, die reine Wahrheit waren und dass die Stellen, die sie für falsch und fehlerhaft hielten, sie selbst verurteilten (indem sie sie falsch beurteilten!). Außerdem fanden wir in ihrem fünfseitigen Bericht diese fünf, zehn Fehler und zeigten sie ihnen auf. Als wir wegen der "Frucht"-Abhandlung und der Verteidigungsschrift, die wir an sieben amtliche Stellen geschickt hatten, und wegen all der Abhandlungen

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des Lichts, die zum Justizministerium gesandt wurden, besonders wegen der Abhandlungen, die wir für uns als vertraulich (mahrem) bestimmt und behandelt hatten und die uns als Beleidigungen und moralische Ohrfeigen ausgedeutet werden konnten, Bedrohungen und scharfe Befehle (der Militärdiktatur) gegen uns erwarteten, schickte uns der Ministerpräsident einen äußerst milden, sogar tröstlichen Brief. Als suchten sie Frieden mit uns, bedrängten sie uns nicht, was mit Sicherheit beweist, dass die (Erkenntnisse der) Wahrheit in der Risale-i Nur sie durch das Wunder (keramet) der Güte Gottes besiegt hatte und sich ihnen als Wegweiser erwies. Sie machte diese großen Ämter zu einer Art Schule und rettete den Glauben vieler Unschlüssiger und Ratloser. Das brachte uns eine innerliche Freude und einen Gewinn, der hundertfach größer war als unsere Bedrängnis.

Danach versuchten mich die heimlichen Feinde zu vergiften. Der verstorbene Hafiz Ali, ein heldenhafter Märtyrer der Nur-Bewegung ging an meiner Stelle ins Krankenhaus (gab für mich sein Leben und starb deshalb zu gleicher Zeit, wenn auch an einem anderen Ort, weshalb das Gift, das man mir gegeben hatte, nicht wirken konnte) und reiste statt meiner in das Zwischenreich (berzah). Das stürzte uns in dunkle Traurigkeit. Wir haben viel um ihn geweint.

Vor diesem Unglück (musibet) schrie ich mehrmals laut vom Berg bei Kastamonu herab: "Oh meine Brüder! Werft dem Pferd kein Fleisch und dem Löwen kein Heu vor!" Das heißt: "Gebt nicht einem jedem jede Abhandlung, damit man uns nicht angreift." Das heißt: Es war als hätte Hafiz Ali (Möge Gott sich seiner erbarmen!) mich über eine Entfernung von sieben Tagen Fußmarsch wie durch ein geistiges Telefon gehört, und mir noch zu gleicher Zeit geschrieben: "Meister, es ist in der Tat ein Wunder (keramet) der Risale-i Nur, dass sie dem Pferd kein Fleisch und dem Löwen kein Heu vorwirft. Vielmehr wirft sie Heu vor das Pferd und Fleisch vor den Löwen, sodass dem Aslan (Löwen)

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Hodja die Abhandlung über die 'Wahrhaftigkeit im Islam (Ikhlas risalesi)' überreicht wurde." Nach sieben Tagen bekamen wir seinen Brief und rechneten nach: Zur selben Zeit, da ich so laut vom Berg herab gerufen hatte, hatte auch er diese denkwürdigen Sätze in seinem Brief geschrieben.

Während uns noch das Ableben eines solchen geistigen Helden des Lichtes und die Sorge, dass diese Heuchler (munafiq) uns mit ihren Intrigen heimlich zu bestrafen suchen sollten, und dass sie auch mich auf Grund meiner Krankheit infolge einer Vergiftung durch einen offiziellen Befehl zwingen könnten, ins Krankenhaus zu gehen, in Bedrängnis brachten, kam uns auf einmal die Güte Gottes zu Hilfe.

Durch die aufrichtigen Gebete meiner gesegneten Brüder (und die Bereitschaft von Hafiz Ali nach meiner Vergiftung selbst den Tod auf sich zu nehmen) wurde die Gefahr einer Vergiftung überwunden. Jener gesegnete Märtyrer beschäftigt sich anhand überzeugender Hinweise in seinem Grab weiter mit Lichtabhandlungen und gibt den Engeln, die ihn befragen, aus den Lichtabhandlungen Antwort.

Der heldenhafte Schüler Hassan Feyzi in Denizli, der an seiner Stelle und in gleicher Gesinnung tätig wurde, sowie seine Kameraden leisteten heimlich wirksame Dienste. Auch unsere Feinde waren für unsere Entlassung aus dem Gefängnis, da sich die Mitgefangenen durch die Lichtabhandlungen unerwartet bekehrt hatten. Wie in der Geschichte von den Heiligen Sieben Schläfern (Ashab-i Kehf), wurde das Gefängnis, anstelle eines Hauses des Leidens für die Nur-Schüler zu einer Höhle der Heiligen Sieben Schläfer und zu den Höhlen der Asketen früherer Zeiten. Sie arbeiteten mit Herzensruhe für die handschriftliche Vervielfältigungen und deren Verbreitung. Das bewies, dass uns die Gnade des Herrn zu Hilfe eilte.

Außerdem ist meinem Herzen eingefallen, dass die großen Qur'anexegeten (mutschtehid), wie Imam 'Adham, in den

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Gefängnissen litten. Dem großen Mudjahid (Kämpfer) wie Imam Ahmed ibn Hanbel wurden wegen einer einzigen Frage bezüglich des Qur'an im Gefängnis (von den Mutesiliten) sehr viele Qualen zugefügt. Er beklagte sich nicht und hielt sich in vollkommener Geduld und Standhaftigkeit bezüglich dieser Fragen (nach dem Qur'an) nicht schweigend zurück. Sehr viele Imame und Gelehrte, die sehr viel mehr als ihr unter Qualen leiden mussten, dankten in vollkommener Geduld und ließen sich nicht erschüttern. Auf alle Fälle ist es eure Pflicht, für sehr wenig Anstrengung um der vielen Erkenntnisse der Wahrheit im Qur'an willen, wofür ihr sehr großen Segen und Gewinn bekommt, tausendfach zu danken. Hier möchte ich ein Beispiel für die Offenbarung der Gnade des Herrn trotz der Ungerechtigkeiten des Menschen kurz erklären.

Als ich zwanzig Jahre alt war, sagte ich immer: "Wie die Leute, die sich in früheren Zeiten in die Höhlen zurückzogen und der Welt entsagten, will auch ich mich am Ende meines Lebens in eine Höhle auf einem Berg zurückziehen und das gesellschaftliche Leben der Menschen aufgeben."

Außerdem hatte ich in meiner Gefangenschaft im Nordosten im Ersten Weltkrieg beschlossen: "Ich will von jetzt an mein Leben in Höhlen verbringen. Aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben werde ich mich heraus halten. Ich habe mich bis jetzt genug damit beschäftigt." Als ich dies sagte, erschienen mir die Gnade des Herrn und die Gerechtigkeit der Bestimmung (adalet-i qader). Als eine Barmherzigkeit in meinem Alter verwandelten sich diese Höhlen aus meiner Vorstellung in Gefängnisse, in Häuser unter polizeilicher Aufsicht, in völlige Isolation, in Einsamkeit und Zurückgezogenheit, was eine viel bessere Ausgestaltung meines Entschlusses und Wunsches war. Sie gaben uns die Schule Josefs, die die Höhlen der Asketen und Eremiten auf den Bergen übertraf, und Einzelzellen, damit wir unsere Zeit nicht verschwenden. Sie gaben uns sowohl den jenseitigen Gewinn eines Einsiedlerlebens in

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Höhlen, als auch den kämpferischen Geist für den Dienst an der Erkenntnis der Wahrheit von Glaube und Qur'an. Ich hatte mich sogar fest entschlossen, nach dem Freispruch meiner Kameraden ein Geständnis zu erfinden, um weiter im Gefängnis bleiben zu können. Die Unverheirateten, wie Husrev und Feyzi, sollten bei mir bleiben. Ich wollte durch einen Scheingrund in Einzelhaft bleiben, um nicht mit den Menschen zu sprechen und meine Zeit nicht mit nutzlosen Unterhaltungen, dem Austausch von Höflichkeiten und mit Selbstdarstellungen zu verbringen. Aber die Bestimmung Gottes (qader-i Ilahi) und unser Schicksal (kismet) brachten uns in eine andere Haftanstalt. Nach dem Geheimnis von

اَلْخَيْرُ فِيمَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ ٭ عَسٰٓى اَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَهُوَ خَيْرٌ لَكُمْ

{"Was Gott tut, das ist wohlgetan." "Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist." (Sure 2, 216)}

wurde uns als Barmherzigkeit in meinem Alter ein Auftrag in dieser dritten Schule Josephs gegeben, um im Dienst am Glauben noch aktiver arbeiten zu können, was nicht in unserer Entscheidung (ihtiyar) und außerhalb unserer Macht (tedbir) lag.

Darin, dass mir die Gnade Gottes, als Barmherzigkeit in meinem Alter, die Höhlen, die für meine Jugend geeignet gewesen wären, in der ich noch stark war und keine Feinde hatte, in Einzelhaft im Gefängnis umgewandelt hat, liegen drei Weisheiten und drei bedeutende Vorteile für den Dienst an den Lichterabhandlungen (Nurlar):

Erste Weisheit und der erste Vorteil:

In heutiger Zeit können Versammlungen gefahrlos für die Nur-Schüler nur in den Schulen Josefs stattfinden. Außerhalb Treffen zu organisieren, ist teuer und verdächtig. Manche hatten sogar vierzig Lira ausgegeben, um kommen und mit mir sprechen zu können. Sie trafen sich entweder mit mir nur für zwanzig Minuten, oder sie gingen wieder zurück, ohne mich gesehen zu haben. Um einigen meiner Brüder

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persönlich begegnen zu können, nehme ich die Mühsal des Gefängnisses gerne an. Das heißt, unsere Inhaftierung ist für uns ein Geschenk, ist ein Segen.

Zweite Weisheit und der zweite Vorteil:

In heutiger Zeit kann der Glaubensdienst durch die Lichtabhandlungen nur dadurch geschehen, dass sie überall bekannt gemacht und die Aufmerksamkeit derer, die ihrer bedürfen, auf sie gelenkt wird. Unsere Inhaftierung lenkt also die Aufmerksamkeit auf die Lichtabhandlungen und wirkt wie eine Bekanntmachung. So finden sie selbst noch die verbohrtesten (muannid) und die bedürftigsten und retten ihren Glauben. Deren Hartnäckigkeit (inad) wird gebrochen und sie retten sich so vor der Gefahr (verloren zu gehen). So breitet sich die Schule der Lichterabhandlungen weiter aus.

Dritte Weisheit und der dritte Vorteil:

Die Nur-Schüler, die ins Gefängnis gebracht wurden, bekommen bezüglich ihrer Haltung, ihrer Moral, Wahrhaftigkeit, Opferwilligkeit voneinander Unterricht und suchen keine weltlichen Vorteile mehr im Dienst an den Lichtabhandlungen.

Da sie anhand vieler Zeichen erkannt und sogar mit ihren eigenen Augen in jeder Mühsal und Anstrengung in der Schule Josefs zehn-, sogar hundertfach mehr weltliche und jenseitige Vorteile und gute Ergebnisse erfahren und dabei erfolgreiche, reine Dienste am Glauben verrichtet haben, werden sie vollständig wahrhaftig und lassnd sich nicht mehr wegen kleinlicher, persönlicher Vorteile erniedrigen.

Diese Häuser des Leidens (Gefängnisse) haben, besonders für mich, eine hintergründige Bedeutung, und die Umstände dort sind für mich zwar traurig aber keineswegs unerwünscht. Dies ist wie folgt zu verstehen:

Ich sehe wieder dieselben Umstände wie ich sie schon in meiner Jugend in meiner Heimat in den früheren Medressen gesehen hatte. Denn: In den Ostprovinzen kam die Versorgung der Schüler mancher Medressen von außerhalb, während in anderen selbst gekocht wurde.

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In noch vieler Hinsicht glichen sie diesem Haus des Leidens (Gefängnis). Wenn ich (die Umstände) hier mit einem beinahe angenehmen Bedauern betrachte, gehe ich in meiner Vorstellung in jene frühere, angenehmere Zeit meiner Jugend zurück und vergesse die Umstände meines Alters.

Anhang zum Sechsundzwanzigsten Blitz

Es handelt sich hier um den Einundzwanzigsten Brief. Er ist in dem Band der Briefe (Mektubat) enthalten und wird daher hier nicht weiter aufgeführt.

Siebenundzwanzigster Blitz

Es handelt sich hier um das Plädoyer zu dem Prozess in Eskischehir, welches im Band der handgeschriebenen Abhandlungen (Lem'alar) und teilweise auch in der Biographie (Tarihtje-i Hayat) bereits veröffentlicht wurde.

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Achtundzwanzigster Blitz

Die ganze Abhandlung wurde in dem Band der handgeschriebenen "Lem'alar" veröffentlicht, wovon hier nur einige Abschnitte angeführt werden sollen.

Zweiter Punkt

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَمَا خَلَقْتُ الْجِنَّ وَالْاِنْسَ اِلاَّ لِيَعْبُدُونِ ٭ مَا اُرِيدُ مِنْهُمْ مِنْ رِزْقٍ وَمَا اُرِيدُ اَنْ يُطْعِمُونِ ٭ اِنَّ اللّٰهَ هُوَ الرَّزَّاقُ ذُو الْقُوَّةِ الْمَتِينُ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen. Und ich habe Dschinnen und Menschen nicht geschaffen, außer um mich anzubeten. Ich erwarte von ihnen keinen Unterhalt, noch verlange ich von ihnen, dass sie mich ernähren sollten. Denn Gott ist es, welcher der Versorger ist, der Herr aller Macht und Festigkeit." (Sure 51, 56-58)}

Eine lange Zeit haben diese Ayat meinen Geist beschäftigt, da ihre offensichtliche Bedeutung in der Erklärung der meisten Qur'ankommentatoren nicht diesen erhabenen wunderbaren Zauber des Qur'an reflektieren. Ich werde jetzt ganz kurz drei Aspekte ihrer ungewöhnlichen Schönheit und Bedeutung erklären, wie sie aus der Fülle des Qur'an hervortreten.

Erstens:

Zuweilen schreibt Gott der Gerechte gewisse Zustände (hal), die sich auf Seinen Botschafter beziehen könnten, sich selbst zu, um ihn dadurch zu ehren und zu würdigen. Hier haben die Ayat: "Ich habe euch geschaffen, um mich anzubeten und nicht, um mir Unterhalt zu verschaffen und mich zu ernähren." die folgende Bedeutung: "Mein Gesandter wünscht keine Belohnung, Bezahlung

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oder Entschädigung, auch keine Verpflegung zum Ausgleich für seine Verpflichtungen als Prophet und als eine Entsprechung zu den Pflichten seines Dienstes." Sie beziehen sich auf den Ehrenwerten Propheten, mit dem Friede und Segen sei, dem Unterhalt und Nahrung gegeben werden. Anderenfalls würden sie etwas vermelden, was ganz klar und selbstverständlich ist. Und das wiederum würde nicht zu dieser wunderbaren Beredsamkeit (belaghat) des Qur'an passen.

Der zweite Aspekt:

Da der Mensch sehr damit beschäftigt ist, für seinen Unterhalt zu sorgen, sagt die Ayah, um den Menschen nicht in Versuchung zu bringen, die Beschaffung seines Unterhalts zum Vorwand zu nehmen, die Anbetung (Gottes) zu vernachlässigen und sich dann damit zu entschuldigen: "Ihr wurdet erschaffen, um anzubeten. Der Zweck eurer Erschaffung ist die Anbetung. Auch die Beschaffung eures Unterhalts ist mit Hinsicht auf Gottes Befehl eine Art Gottesdienst. Ihr seid nicht erschaffen worden, den Unterhalt für eure Seelen (nefs), eure Familien und eure Tiere, die meine Geschöpfe sind, und für die zu sorgen ich übernommen habe, zu beschaffen, als wäret ihr es, die ihr euren Unterhalt herbeischaffen und euch um eure Nahrung, die doch mir gehört, kümmern müsstet. Denn ich bin euer Versorger (Rezzaq). Ich sorge für den Unterhalt meiner Diener, die eure Angehörigen sind. So macht sie denn nicht zu einem Vorwand, eure Anbetung zu unterlassen!"

Wenn dies nicht die beabsichtigte Bedeutung ist, wird sie zu einer Erklärung des Selbstverständlichen. Denn es ist ja allgemein bekannt, dass es offensichtlich unmöglich ist, Gott den Gerechten mit Unterhalt und Nahrung versorgen zu wollen. Es ist eine feststehende Regel in der Rhetorik (Ilm-i Belaghat), dass, insofern die Bedeutung eines Satzes allgemein bekannt und offensichtlich ist, nicht diese Bedeutung bezweckt wurde, sondern (eine Bedeutung), die durch sie erforderlich wurde und von ihr abhängig ist. Wenn du z.B. zu jemandem sagst: "Du bist ein Hafidh.",

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so ist dies eine Art der Mitteilung des bereits bekannten. Das heißt, die Bedeutung, die hier mitgeteilt werden soll ist: "Ich weiß, dass du ein Hafidh bist." Du teilst ihm also dies mit, um ihn wissen zu lassen, dass du es wusstest...

So ist denn die Bedeutung der Ayah, derzufolge das Verbot, Gott dem Gerechten Unterhalt und Nahrung zukommen zu lassen, jenem Grundsatz entsprechend eine Metapher, die sagt: "Ihr wurdet nicht erschaffen, um den Unterhalt für die Geschöpfe herbeizuschaffen, die mir gehören und deren Versorgung ich übernommen habe. Eure eigentliche Aufgabe ist vielmehr euer Dienst und euere Anbetung. Aber euch darum zu bemühen, diesen Unterhalt in Übereinstimmung mit meinen Weisungen (emir) herbeizuschaffen, ist auch eine Art Gottesdienst."

Der dritte Aspekt:

Da in der Suratu-l'Ihlas die ganz offensichtliche Bedeutung der Ayah لَمْ يَلِدْ وَ لَمْ يُولَدْ {"Er zeugt nicht und wurde nicht gezeugt." (Sure 112, 3)} ganz klar und eindeutig ist, geht es hier um eine Bedeutung, welche sich infolge dieser Bedeutung als notwendig erweist. Das heißt: So wie Gott der Gerechte ganz klar und deutlich erklärt: لَمْ يَلِدْ وَ لَمْ يُولَدْ {"Er zeugt nicht und wurde nicht gezeugt",} so meint Er damit: "Der, welcher zeugt und der, welcher gezeugt wurde, kann Gott nicht sein." Damit wird die Gottheit aller Söhne und Töchter Gottes, der Sterne und aller übrigen, fälschlicherweise Angebeteten verneint.

Und in genau der gleichen Weise heißt die Ayah in unserem Beispiel: "Die Dinge, die ernährt und unterhalten werden können, können weder Gott noch anbetungswürdig sein. Das heißt: "Der Versorger in Seiner Majestät (Rezzaq-i Dhu l-Djelal),

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der euer Angebeteter (Mabud) ist, erwartet von euch für sich keinen Unterhalt. Ihr seid nicht dazu erschaffen worden, Ihn zu ernähren, was besagt, dass alle Geschöpfe, die des Unterhaltes bedürfen und ernährt werden wollen, der Anbetung nicht würdig sind."

Said Nursi
* * *
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ اَوْ هُمْ قَائِلُونَ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen. (bei Nacht oder) während der Mittagsrast" (Sure 7, 4)}

Dies wurde in Beantwortung der Frage von Re'fet geschrieben, der sich sehr interessiert nach der Bedeutung des Wortes قَائِلُونَ {"Mittagsrast"} in der majestätischen Ayah اَوْهُمْ قَائِلُونَ {"oder während der Mittagsrast" (Sure 7, 4)} erkundigte, damit er nicht infolge der Lethargie, die dadurch entstand, dass er sich nach dem Morgengebet im Gefängnis wie die anderen hinlegte, müßig werde und um so seine diamantene Feder vor der Untätigkeit zu bewahren. Es gibt drei verschiedene Arten von Schlaf.

Erstens: Ghaylula.

Dies ist die Zeit nach dem Morgengebet (fedjr),

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etwa vierzig Minuten vor dem Sonnenaufgang, bis etwa vierzig Minuten danach, eine Zeit, in der zu beten zwar prinzipiell erlaubt, jedoch tadelnswert (vakt-i kerahet) ist. In dieser Zeit zu schlafen ist nach einem Hadith nicht gut für den eigenen Lebensunterhalt, bleibt ohne Segen und steht im Gegensatz (khilaf) zu der Gewohnheit des Propheten. Denn die am besten geeignete Zeit für die Vorbereitungen zur Arbeit für den täglichen Lebensunterhalt ist morgens, solange es noch kühl ist. Ist diese Zeit vorbei, stellt sich eine gewisse Trägheit ein. Es ist durch zahlreiche Erfahrungen bestätigt, dass, insoweit dies sich schädlich auf den Erwerb des Lebensunterhaltes auswirkt und Grund dafür ist, dass der Segen ausbleibt.

Zweitens: Feylula.

Dies ist die Zeit zwischen dem Nachmittagsgebet bis zum Sonnenuntergang. Der Schlaf (zu dieser Zeit) schadet dem Ablauf des Lebens, d.h die aus diesem Schlaf entstandene Schläfrigkeit verursacht für die Lebensspanne dieses Nachmittags, die dadurch eine verkürzte Form annimmt, einen Zustand des Halbschlafs, wodurch in ihr eine nahezu spürbare Lücke entsteht. Aber auch im übertragenen (manevi) Sinne erscheint es, da die wichtigsten Ergebnisse dieses Tages, die materiellen wie die spirituellen (manevi), sich bereits nach dem Nachmittagsgebet abzuzeichnen beginnen, so, als könne man nun diese wegen der Zeit, die man verschlafen hat, nicht mehr absehen, als habe man diesen Tag gar nicht gelebt.

Drittens:Qaylula(= Mittagsrast).

Der Schlaf zu dieser Zeit gehört zur Gelobten Sitte. Sie reicht vom Vormittag (Duha) bis zum Ende des Mittagsgebetes (Dhuhr). Er wird deshalb mit zur Sunna gerechnet, da dieser Schlaf es ermöglicht, während der Nacht zum Gebet (Tahaddjud) aufzustehen. Auf der arabischen Halbinsel hat die Gewohnheit des Volkes in dieser Gegend zur "Mittag (Dhuhr)" genannten Zeit wegen der starken Hitze eine Arbeitspause (einzulegen) diese Gelobte Sitte noch weiter verstärkt. Der Schlaf (zu dieser Zeit) dient dazu, die

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Lebenszeit zu verlängern und ist zugleich auch eine Quelle zur Vermehrung des Lebensunterhaltes. Denn eine halbe Stunde Pause (Qaylula) zu dieser Zeit entspricht zwei Stunden Nachtschlaf. Das heißt, dem Leben werden jeden Tag noch anderthalb Stunden hinzugefügt. Für die Lebenszeit, die dazu dient, für seinen Lebensunterhalt zu arbeiten, werden aus der Hand des Schlafes, der der Bruder des Todes ist, noch anderthalb Stunden gerettet, belebt und der Zeit zu arbeiten hinzugefügt.

Said Nursi

«Und auch das ist schön.»

اَلْفُ اَلْفِ صَلاَةٍ وَ اَلْفُ اَلْفِ سَلاَمٍ عَلَيْكَ يَا رَسُولَ اللّٰهِ

{"Tausend mal Tausend Segenswünsche und Tausend mal Tausend Friedensgrüße sei dir oh Prophet Gottes."}

Während ich dies in den Tesbihat nach dem Gebet (namaz) rezitierte, sah ich wie sich in weiter Ferne ein subtiler (latif) Punkt entfaltete. Zwar war ich nicht in der Lage, alles zu erfassen, doch will ich hier nach Art eines Hinweises ein, zwei Sätze dazu sagen...

Ich sah, dass die Welt der Nacht einer neu eröffneten Wohnstatt dieser Welt gleicht. Ich betrat diese Welt zur Zeit des Nachtgebetes. Da der Mensch in seinem Wesen durch seine außergewöhnliche Vorstellungskraft mit der ganzen Welt verbunden ist, sah ich diese ganze riesige Welt in jener Nacht als eine Wohnstatt. Alle Lebewesen und die Menschen wurden kleiner und kleiner, bis sie schließlich so klein waren, dass man sie gar nicht mehr sehen konnte. So beobachtete ich denn in meiner Vorstellung nur noch die geistige Persönlichkeit Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, die diese Wohnstatt

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belebte, sie mir vertraut machte und mit Licht erfüllte. Wie ein Mensch, der die Anwesenden grüßt, wenn er ein Haus betritt, war ich von dem Wunsch überwältigt, zu sagen:

اَلْفُ اَلْفِ صَلاَةٍ

{"Tausend mal Friede sei mit dir oh Prophet!"}

Es war als grüßte (selam) ich ihn nach der Anzahl aller Menschen und Dschinnen. Das heißt, ich brachte ihm meine Grüße (selamet) dar und dadurch zum Ausdruck: Ich erneuere meinen Bund mit dir, erkenne deine Sendung an und unterwerfe (itaat) mich den Gesetzen, die du gebracht hast und deinen Geboten im Gehorsam (teslim). Und ich bringe damit auch zum Ausdruck, dass du vor unseren Angriffen sicher sein wirst. Und ich veranlasse alle Dschinnen und Menschen als Teilhaber an meiner Welt als Bewusstsein tragende Geschöpfe zu sprechen und bringe in all ihrer Namen Grüße mit den oben erwähnten Bedeutungen dar.

So wie er meine Welt durch das Licht und das Geschenk, das er gebracht hat, erleuchtet hat, so erleuchtet

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er auch die Welten jedes Einzelnen in dieser Welt und erfüllt sie mit Wohltaten (nimet). In diesem Sinne sagte ich in dankbarer Entgegnung für seine Geschenke: "Tausendfacher Segen (salavat) möge über dich herabkommen!" Das heißt: Wir können deiner Güte nichts entgegen bringen, vielmehr wollen wir mit unserer Dankbarkeit auch unsere Bitte zum Ausdruck bringen, dass unser Schöpfer aus der Schatzkammer Seiner Barmherzigkeit so viele Segnungen wie es Bewohner im Himmel gibt auf dich herabsenden möge." Diese Bedeutung habe ich intuitiv (hayal) so empfunden.

Hinsichtlich seines Dienstes und seiner Anbetung und in Anbetracht dessen, dass er von seinem Volk zu dem Gerechten gerufen worden war, fordert diese Persönlichkeit, Ahmed, mit dem Friede und Segen sei, Segnungen (salavat), die den Charakter der Barmherzigkeit haben, während er hinsichtlich seiner prophetischen Sendung als Botschafter des Gerechten zu seinem Volk nach Frieden (selam) verlangt. Während er des Friedens (selam) würdig ist nach der Anzahl der Dschinnen und Menschen, opfern wir in gleichem Maße eine allgemeine Erneuerung unseres Bundes nach der Zahl aller Dschinnen und Menschen. Genauso ist er auch würdig der Segnungen (salavat) aus der Schatzkammer der Barmherzigkeit nach der Anzahl der Bewohner des Himmels und in ihrer aller Namen. Denn es geschieht durch das Licht, das er brachte, dass die Vollkommenheit eines jeden Dinges sichtbar wird und der Wert allen Seins hervortritt u٧ۨۙder Auftrag des Herrn an jedes Geschöpf bezeugt wird und die Absicht Gottes hinter allen Seinen Kunstwerken in Erscheinung tritt. Darum sagen alle Dinge, könnten sie in Worten (lisan-i qal) äußern, was sie ohne Worte durch ihr Dasein (lisan-i hal) zum Ausdruck bringen, so würden sie ganz sicher verkünden:

الصَّلاَةُ وَالسَّلاَمُ عَلَيْكَ يَارَسُولَ اللّٰهِ

{"Friede und Segen sei mit dir, oh Gesandter Gottes!"}

und sagen nun auch wir in ihrer aller Namen

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اَلْفُ اَلْفِ صَلاَةٍ وَ اَلْفُ اَلْفِ سَلاَمٍ عَلَيْكَ يَارَسُولَ اللّٰهِ بِعَدَدِ الْجِنِّ وَالْاِنْسِ وَبِعَدَدِ الْمَلَكِ وَالنُّجُومِ

{"Tausend mal Tausend Segenswünsche und Tausend mal Tausend Friedensgrüße seien dir oh Prophet Gottes nach der Anzahl der Dschinnen und Menschen und nach der Anzahl der Engel und der Sterne."}

فَيَكْفِيكَ اَنَّ اللّٰهَ صَلَّى بِنَفْسِهِ ٭ وَ اَمْلاَكَهُ صَلَّتْ عَلَيْهِ وَ سَلَّمَتْ

{"Es genügt dir, dass Gott selbst dich segnet und Seine Engel dir Segens- und Friedensgrüße senden."}

Said Nursi
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Mein lieber Bruder,

Du möchtest ein Stück weit eine Erklärung über die Einheit allen Seins (Vahdetu-l'Vudjud). In einem der Blitze des Einunddreißigsten Briefes findet sich eine sehr mächtige und erleuchtende Antwort auf Hasret Muhyiddins Ideen (fikri) in dieser Angelegenheit. Für heute wollen wir hier nur noch das Folgende sagen:

Menschen diese Fragestellung über die Einheit allen Seins in heutiger Zeit zu lehren, würde einen großen Schaden anrichten. So wie Metaphern und Vergleiche aus den Händen der Gelehrten in die der einfachen Leute überwechseln und Wissen aus der Hand der Gebildeten in die Hände der Ungebildeten, die dann alles wörtlich

nehmen, so wechseln auch die erhabenen Wahrheiten, wie die von der Einheit allen Seins zu den Leuten der Gottvergessenheit und den Ungebildeten hinüber, gehen (im Bereich) der Ursachen unter, werden für Natur gehalten und verursachen so drei bedeutende Arten von Schäden.

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Erstens:

Der Weg zur Einheit allen Seins besteht ganz einfach in der Verneinung des Universums um Gottes des Gerechten willen. Wenn jedoch dieser Gedanke von den Leuten der Gottvergessenheit und dem einfachen Volk aufgenommen wird und sich mit ihrem Denksystem verbindet, das bereits mit materialistischem Gedankengut eingefärbt ist, so geht er zu Gunsten des Weltalls und der Materie den Weg der Gottverleugnung.

Zweitens:

Der Weg der Einheit allen Seins verwirft die Herrschaft (rububiyet) von irgendetwas anderem als Gott derart vehement, dass er alles andere als Gott verleugnet und Dualität beiseite fegt. Da er das unabhängige Bestehen von irgendetwas nicht anerkennt, geschweige denn das von eigenwilligen Seelen (nefsu-l'emmare) verbunden mit der Vorherrschaft von der Idee von der Natur in unserer Zeit, wobei der Stolz und der Egoismus (gurur ve enaniyet) solche eigenwilligen Seelen auch noch aufbläht, was dann dazu führt, das Jenseits und Seinen Schöpfer in gewissem Grade zu vergessen, die Einheit allen Seins Leuten einzupflanzen, deren eigenwillige Seelen alle kleine Pharaone sind und ganz einfach die Fähigkeit besitzen, sich selbst zum Objekt der Anbetung zu nehmen und auf diese Weise ihre eigenwilligen Seelen aufzublasen, sodass man sie - und ich nehme hier meine Zuflucht zu Gott - einfach nicht mehr länger beherrschen kann.

Drittens:

Während der Herr in Seiner Majestät (Dhat-i Dhu l-Djelal) frei und unabhängig ist, rein und erhaben über allem Wechsel, jeglicher Veränderung, Teilung und Gebundenheit an Zeit und Ort, wird dies (zur Ursache) von Vorstellungen, die nicht zu der Notwendigkeit Seines Seins (Vudjubu vudjuduna) passen wollen, zu Seiner Heiligkeit, zu Seiner Reinheit (die frei ist von allen Fehlern) und führt schließlich zu falschen Lehren. Wenn also jemand von der Einheit allen Seins spricht, so hebt er seinen Geist vom Grund (der Erde) bis zum Siebengestirn, lässt das Universum

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hinter sich zurück und festigt schließlich seinen Blick am Erhabenen Thron. Dort hält er dann in seiner Ekstase das ganze Universum für gar nicht vorhanden. In der Stärke seines Glaubens mag er nun sehen, dass alles unmittelbar von dem Einen Allgegenwärtigen (Vahid-i Ahad) her stammt. Doch für einen, der vor dem Universum steht und so das Universum im Blick hat und vor sich die Ursachen sieht und dabei alles von seinem irdischen Standpunkt aus betrachtet, besteht sicherlich die Möglichkeit, über den Ursachen beinahe die Besinnung zu verlieren und so in den Sumpf der Natur zu stürzen. Der, welcher in Gedanken zum Thron empor steigt, könnte wie Djelaluddin Rumi sagen: "Öffne deine Ohren! Die Worte, die du von allen hörst, kannst du so hören, als hörtest du die Stimme Gottes des Gerechten aus einem Grammophon." Wenn du dagegen zu einem, der sich nicht so hoch erheben kann, wie Djelaluddin Rumi, noch alles Sein von der Erde bis zum Thron als einen Spiegel erblicken kann, sagst: "Leihe mir dein Ohr und du wirst das Wort Gottes von allen und jedem vernehmen.", so, als sei er tatsächlich vom Thron herab auf die Erde gestürzt, so wird er von falschen Vorstellungen gefangen genommen werden, die der Wahrheit zuwider laufen!...

قُلِ اللّٰهُ ثُمَّ ذَرْهُمْ فِى خَوْضِهِمْ يَلْعَبُونَ ٭ مَا للِتُّرَابِ وَ لِرَبِّ الْاَرْبَابِ ٭ سُبْحَانَ مَنْ تَقَدَّسَ عَنِ الْاَشْبَاهِ ذَاتُهُ وَتَنَزَّهَتْ عَنْ مُشَابَهَةِ الْاَمْثَالِ صِفَاتُهُ وَشَهِدَ عَلَى رُبُوبِيَّتِهِ اٰيَاتُهُ جَلَّ جَلاَلُهُ وَلآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ

{"Sprich: "Gott (hat euch all dies zukommen lassen). Und nun lass sie in ihrem Geplauder (mit der Wahrheit) ihr Spiel treiben." (Sure 6, 91) "Wo ist die Erde? Wo ist der Herr der Herren (= Ursachen)? Gepriesen sei der, dessen Wesen erhaben ist über allen Gleichnissen und dessen Attribute frei sind von allem, was ihnen ähnlich zu sein scheint und dessen Zeichen Seine Herrschaft bezeugen. Möge Seine Majestät gerühmt werden! Und es gibt keine Gottheit außer Ihm."}

Said Nursi
— 542 —

Antwort auf eine Frage

Die Zeit ist gerade nicht günstig, die Ideen von Mustafa Sabri und Musa Bekuf gegeneinander abzuwägen. Ich kann dazu nur dies sagen: "Das eine ist übertrieben (ifrat), das andere nicht genug (tefrit)." Mustafa Sabri hatte zwar bei seiner Verteidigung gegenüber Musa Bekuf recht, doch ist es nicht recht, jemanden wie Muhyiddin herabzuwürdigen, der doch ein Wunder der islamischen Wissenschaften (ulum-u Islamiye) war.

Muhyiddin war in der Tat für sich selbst recht geleitet und anerkannt (hadi ve maqbul), jedoch können nicht alle seine Bücher Führer und Lehrer sein. Denn er schritt zwischen den Tatsachen oft ohne Balance voran, was den Grundsätzen der Leute der Sunna widerspricht. Ja, in einigen seiner Äußerungen scheint er sogar einem Irrtum (dalalet) Ausdruck zu geben. Doch er selbst ist frei von Irrtümern. Manchmal klingt ein Wort wie Unglaube, doch sein Besitzer ist kein Ungläubiger. Mustafa Sabri hat diese Punkte nicht in Betracht gezogen. Bei seiner fanatischen Haltung gegenüber den Grundsätzen der Leute der Sunna ist er doch in einigen Punkten etwas zu weit (tefrit) gegangen. Was aber Musa Bekuf betrifft, so stand er nur allzu sehr auf Seiten der Erneuerer und ging, was seine Ideenwelt betraf, durch seine Zugeständnisse an den Zeitgeist bei weitem in die Irre. Er verfälschte einige islamische Wahrheiten durch unzutreffende Auslegungen... Indem er jemanden, der verworfen wurde wie Abu-l'Ala-i Ma'arri, über die Autorität der Wahrheitsforscher (muhaqqiqien) stellt und dabei selbst die Seite von Muhyiddin vertritt, insoweit sie seiner eigenen Ideenwelt entspricht, sich dabei aber den Leuten der Sunna entgegen stellt, übertreibt (ifrat) er doch gewaltig...

قَالَ مُحْيِى الدِّينْ : تَحْرُمُ مُطَالَعَةُ كُتُبِنَا عَلَى مَنْ لَيْسَ مِنَّا

{"Muhyiddin sagte: Unsere Bücher zu lesen ist denen, die nicht zu uns gehören, verboten."}

— 543 —

Das heißt: "Diejenigen, welche nicht zu uns gehören und unseren Rang nicht kennen, sollten unsere Bücher nicht lesen, denn es könnte ihnen schaden." Ja es schadet in der Tat in unserer Zeit, Bücher von Muhyiddin zu lesen und ganz besonders jene Abschnitte, die sich mit der Einheit allen Seins (vahdet-ul vudjud) beschäftigen.

Said Nursi
* * *
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen"}

Ich werde hier eine Angelegenheit erklären, die sich vor den Blicken meiner inneren Vorstellung (hayal) entfaltete, während ich mit meiner Linse der Sorge um die Zukunft und dem Blick für die Konsequenzen durch das Fenster meines Gefängnisses die Nacht eines rauschenden Festes und das Gelächter beobachtete, das eigentlich ein Weinen sein sollte. In der gleichen Weise wie man das Leben vergangener Zeiten (von Menschen), die nun in den Gräbern liegen, jetzt wieder im Film sehen kann, war es, als hätte ich die lebenden Leichname derer, die in nächster Zukunft die Gräber bevölkern würden, erblickt. So weinte ich denn über denen, die da lachten. Plötzlich überkam mich ein Gefühl der Einsamkeit und des Bedauerns. Ich wandte mich meinem Verstand zu und fragte die Wahrheit: "Was ist das für eine Vorstellung?" Da sagte die Wahrheit zu mir:

In fünfzig Jahren werden fünf von fünfzig dieser armen, die jetzt hier lachen und sich amüsieren, bucklige Alte von siebzig Jahren sein und die übrigen fünfundvierzig werden in ihren Gräbern vermodern. Diese hübschen

— 544 —

Gesichter hier und ihr fröhliches Lachen wird sich ins Gegenteil verkehrt haben. Nach dem Grundsatz

كُلُّ اٰتٍ قَرِيبٌ

{"Alles, was kommt, ist nahe."}

Da es nun einmal bis zu einem gewissen Grade wahr ist, dass Dinge, die sich in naher Zukunft ereignen werden, so betrachtet werden können, als seien sie bereits geschehen, ist das, was du hier siehst, sicherlich keine Einbildung.

Und da nun einmal das gottvergessene Gelächter dieser Welt (dunya) die bittere Tatsache verschleiert, dass es sich einmal in Weinen verkehren wird und nur zeitlich und zum Untergang verurteilt ist, dann ist es sicherlich nur eine unschuldige, mit Danksagung verbundene Unterhaltung im Rahmen des Erlaubten, die zum Bewusstsein der göttlichen Gegenwart führt und so die Gottvergessenheit vertreibt, die beständig sein wird auf Grund ihrer (späteren) Belohnung, die einem, die Ewigkeit anbetenden Herzen eines armseligen Menschen und seinem Geist (ruh), der ein unstillbares Verlangen nach Unsterblichkeit hat, Freude bringen, ein Lächeln schenken wird.

Es ist aus diesem Grund, dass es sehr viele Überlieferungen gibt, die mit allem Nachdruck dazu ermutigen, während einer Feier zu danken und Gottes zu gedenken, um Gottvergessenheit abzuwenden und zu verhüten, dass (die Festtagsfreude) in unerlaubte Bereiche abdriftet. Das mag zu solchen Zeiten die Gnadengaben von Freude und Glück in Dankbarkeit umwandeln und dafür sorgen, dass die Wohltaten Gottes erhalten bleiben und sich noch vermehren. Denn die Dankbarkeit steigert noch die göttlichen Gnadengaben und vertreibt die Gottvergessenheit.

Said Nursi
— 545 —
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen."}

Dies betrifft einen Punkt der Ayah

اِنَّ النَّفْسَ لَاَمَّارَةٌ بِالسُّوءِ

{"Fürwahr, die eigenwillige Seele ist zum Schlechten geneigt." (Sure 12, 53)}

Das heißt: Die Seele (nefs) führt immer zu den schlechten Dingen hin.

{Auch dieser Abschnitt ist für jeden nützlich.}

Sowie die Hadith

اَعْدَى عَدُوِّكَ نَفْسُكَ الَّتِى بَيْنَ جَنْبَيْكَ

{"Der schlimmste Feind ist deine Seele, die zwischen deinen Schultern ist."}

Die ehrenwerte Bedeutung davon ist: "Dein schlimmster Feind ist deine Seele." Ein Punkt zu dieser Hadith:

Unter der Voraussetzung, dass jemand eine eigenwillige Seele (nefs-i emmare) besitzt und diese noch nicht geläutert hat, wird ein solcher Mensch Gefallen finden an seiner eigenen Seele und sie lieben und keinen anderen lieben. Selbst wenn er einen anderen nach außen hin liebt, so tut er dies doch nicht aufrichtig, sondern liebt nur um des Nutzens und um des Vergnügens willen. Er versucht stets, bei anderen Gefallen zu finden und von ihnen geliebt zu werden. Er schreibt auch nicht seine Fehler sich selbst zu, sondern verteidigt sich selbst und hält sich selbst in Ehren wie ein Advokat. Er lobt sich selbst, übertreibt, ja lügt sogar dabei, indem er sich selbst als frei von Fehlern darstellt, so als wolle er sich selbst für heilig erklären und so empfängt er denn entsprechend dem Grad (den er dabei erreicht) von der Ayah مَنِ اتَّخَذَ اِلٰهَهُ هَوَيهُ {"...der sich seine Launen zu seinem Gott genommen hat." (Sure 25, 43)}

— 546 —

eine Ohrfeige.

Sein Eigenlob und seine Bemühungen, sich selbst beliebt zu machen, haben den umgekehrten Erfolg. Denn er (erreicht damit nur, dass man ihn als) lästig empfindet und ihm die kalte Schulter zeigt. Er verliert zudem die Aufrichtigkeit in seinen Handlungen, die auf das Jenseits hin ausgerichtet sind, und vermischt sie mit seiner Heuchelei (riya). Er wird von seinen Gefühlen, den Launen seiner Seele (heva-yi nefs) überwältigt, die den Konsequenzen gegenüber blind ist, an die Folgen nicht denkt und von ihren augenblicklichen Vergnügungen besessen ist. Nachdem eine Fetwa seines Gefühls ihn in die Irre geschickt hat, sitzt er nun wegen eines Vergnügens von einer Stunde ein ganzes Jahr im Gefängnis. Er bezahlt mit einer Strafe von zehn Jahren für den Stolz (gurur) oder die Rachsucht einer einzigen Minute. So leicht wie ein törichtes Kind, das sein "Djuz Amme (= die letzten Seiten des Qur'an, beginnend von der Sure 78), worin es gerade lernt, für ein paar Bonbons verkauft, um seinen Gefühlen zu schmeicheln, seine Sinne zu befriedigen, seinen Launen nachzugeben, (so verschleudert es) seine guten Werke, die den Wert von Diamanten haben, und macht sie zu einem Mittel (zur Erlangung) egoistischer (enaniyet) Vergnügungen, (die doch nur den Wert) unbedeutender Glasstückchen haben und verliert so den ganzen Gewinn seiner Arbeit.

اَللّهُمَّ احْفَظْنَا مِنْ شَرِّ النَّفْسِ وَالشَّيْطَانِ وَمِنْ شَرِّ الْجِنِّ وَالْاِنْسَانِ

{"Oh Gott, bewahre uns vor dem Übel der Seele und des Teufels, vor dem Übel der Dschinnen und der Menschen."}

Frage:

Wie kann eine Gefängnisstrafe für eine unendlich lange Zeit in der Hölle als Gegenleistung (adalet) für seinen Unglauben in einer kurzen Zeit gerecht sein?

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Antwort:

Wenn man das Jahr zu 365 Tagen rechnet, so erfordert das Gesetz der Gerechtigkeit für den Mord in einer einzigen Minute 7.884.000 Minuten Gefängnisstrafe. Wenn also nun eine Minute Unglauben tausend Morden nach dem Gesetz menschlicher Justiz gleicht, so müsste jemand, der ein Leben von zwanzig Jahren im Unglauben gelebt hat und dann in diesem Zustand verstorben ist, siebenundfünfzig Trillionen zweihundertundeine Milliarde zweihundert Millionen (57.000.000.201.200.000.000) Jahre Gefängnis verbüßen. So kann man also von da her verstehen, wie sehr die göttliche Gerechtigkeit (adalet-i Ilahi) doch im Einklang ist mit der Ayah خَالِدِينَ فِيهَآ اَبَدًا {"Sie werden für immer darin verweilen." (Sure 33, 65)}

Der Grund für die Verbindung zwischen diesen Zahlen, die so weit entfernt sind voneinander ist folgender: Da Mord und Unglaube Destruktion und Aggression sind, sind sie zugleich auch eine Beeinflussung anderer. Ein Mord, der eine Minute Zeit beansprucht, negiert dabei gleichzeitig im Durchschnitt wenigstens fünfzehn Jahre von dem Leben seines Opfers. So wird denn der Mörder an seiner Stelle eingesperrt. Während also eine Minute Unglaube tausendundeinen göttlichen Namen leugnet und (Gottes kunstvolles) Gewebe entwürdigt, die Rechte des Kosmos verletzt und dessen Vollkommenheit verleugnet und seine Lüge zahllosen Beweisen für die Allgegenwart Gottes (Vahdaniyet) hinzufügt und ihr Zeugnis verwirft, so wird der Ungläubige für mehr als Tausende von Jahren (in den Abgrund) der Niedrigsten aller Niedrigen (Zustände) hinabgeworfen, um für خَالِدِينَ {"ewig"} im Gefängnis (zu verweilen).

Said Nursi
— 548 —

Eine bedeutungsvolle, subtile Übereinstimmung

Die Übereinstimmung (tevafuq) des Artikels 163 (des türkischen Strafrechts), nachdem die Schüler der Risale-i Nur angeklagt wurden und verurteilt werden sollten, mit der Anzahl der 163 von zweihundert Abgeordneten, die 150.000 Lira zur Errichtung einer Medrese für den Verfasser der Risale-i Nur aufgebracht haben, sagt sinngemäß etwa Folgendes: die zustimmenden Unterschriften von 163 Abgeordneten der Regierung der Republik machen die Herrschaft dieses Artikels 163 Strafgesetzbuch über ihn zunichte.

Und wiederum ist eine bedeutungsvolle Übereinstimmung (tevafuq) subtiler Art die, dass die 128 Teile der Risale-i Nur in 115 Broschüren ihre Zusammenstellung gefunden haben. Die Zahl der Tage, angefangen von der erstmaligen Verhaftung der Schüler der Risale-i Nur und ihrem Verfasser am 27. April 1935 bis zu der Gerichtsverhandlung am 19. August 1935 war ebenfalls 115, was wiederum mit der Anzahl der Broschüren der Risale-i Nur übereinstimmt. Zusätzlich fällt auch die Anzahl der 115 Leute, die verhört und für schuldig befunden worden waren, genau mit dieser Zahl zusammen, was zeigt, dass das Unglück (musibet), welches die Schüler der Risale-i Nur und ihren Verfasser getroffen hatte, von gnädiger Hand wieder in Ordnung gebracht worden ist.

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Achtundzwanzigster Punkt des Achtundzwanzigsten Blitzes

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ لاَ يَسَّمَّعُونَ اِلَى اْلَمَلاِ الْاَعْلَى وَيُقْذَفُونَ مِنْ كُلِّ جَانِبٍ ٭ دُحُورًا وَلَهُمْ عَذَابٌ وَاصِبٌ ٭ اِلاَّ مَنْ خَطِفَ الْخَطْفَةَ فَاَتْبَعَهُ شِهَابٌ ثَاقِبٌ ٭ وَلَقَدْ زَيَّنَّا السَّمَآءَ الدُّنْيَا بِمَصَابِيحَ وَجَعَلْنَاهَا رُجُومًا لِلشَّيَاطِينِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen. So können sie der obersten Ratsversammlung nicht mehr lauschen, ohne dass man sie von allen Seiten wieder verjagt. Denn sie haben eine ständige Strafe zu erwarten. Es sei denn, dass einer zufällig etwas aufschnappt, worauf ihm ein gleißender Feuerschweif folgt." (Sure 37, 8-10) "Und wir haben den untersten Himmel mit Lampen geschmückt und sie zu Wurfgeschossen für die Teufel gemacht." (Sure 67, 5)}

Was dergleichen Ayat betrifft, so soll hier ein wichtiger Punkt in Bezug auf eine Kritik von Leuten des Irrweges erklärt werden. Es ist dies wie folgt:

Spione unter Dschinnen und Teufeln haben ihre Ohren wie die Diebe in die himmlischen Nachrichten gehängt und verbreiten nun wie die Wahrsager, Schamanen und einige Spiritisten Nachrichten aus der Welt des Unsichtbaren. Damit aber nun diese Informationen, die sie über die Welt des Unsichtbaren verbreiten, keinen Anlass zu irgendwelchen Zweifeln geben können, wurde ihre fortgesetzte Spionage größtenteils verhindert, als der Qur'an das erste Mal offenbart wurde, und sie wurden durch Sternschnuppen verjagt. Das nun Folgende ist eine kurze Antwort auf diese außerordentlich wichtige, in drei Abschnitte untergliederte Frage in Bezug auf die obigen Ayat.

Frage:

Aus solchen Ayat wie diesen kann man entnehmen, dass die Teufel sich in diese wahrhaft weit entfernten

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Lande der Himmel einschleichen, um sie auszuspionieren und etwas über einige kleinere, ja sogar persönliche Dinge aus der Welt des Unsichtbaren in Erfahrung zu bringen, als ob in diesem so weiten Land überall über solch kleine Ereignisse gesprochen würde. Welcher Teufel es nun aber auch sein mag und wo auch immer er sich einschleichen könnte, er würde diese Nachricht nur zur Hälfte hören und überbringen können. Jedoch können Verstand und Weisheit eine solche Auslegung nicht akzeptieren.

Ferner wird gesagt, dass einige der Leute der Botschaft (= Propheten) und auch einige Wundertäter (ehl-i keramet) Früchte aus dem Paradies erhalten haben, das entsprechend einiger Bestimmter Ayat jenseits der Himmel liegt, so als wäre es ganz in der Nähe, und dass sie auch von ganz in der Nähe ins Paradies schauen konnten. Diese Angelegenheit, welche eine unendliche Entfernung innerhalb einer grenzenlosen Nähe betrifft, lässt sich nicht mit dem Vorstellungsvermögen (aql) unseres Jahrhunderts vereinbaren.

Ebenso ist die bedeutungslose Situation einer unbedeutenden Person, wenn sie zum Objekt einer Diskussion vor der obersten Ratsversammlung (mele-i a'la) in diesem allumfassenden, weiten Land der Himmel wird, nicht mit der Weisheit der allweisen Lenkung und Leitung des Kosmos vereinbar. Nichtsdestoweniger werden diese drei Fragestellungen als islamische Wahrheiten betrachtet.

Antwort:

Erstens:

Auf den sieben Stufen einer Abhandlung, die das "Fünfzehnte Wort" genannt wird, wird die Verjagung und Vertreibung dieser teuflischen Spione durch Sterne aus den Himmeln mit der Ayah

وَلَقَدْ زَيَّنَّا السَّمَآءَ الدُّنْيَا بِمَصَابِيحَ وَجَعَلْنَاهَا رُجُومًا لِلشَّيَاطِينِ

{"Und wir haben den untersten Himmel mit Lampen geschmückt und sie zu Wurfgeschossen für die Teufel gemacht." (Sure 67, 5)}

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in sieben Stufen mit einer solchen Sicherheit bewiesen, dass sie selbst noch den verbohrtesten Materialisten zum Schweigen bringt und ihn dazu zwingt, sie anzunehmen.

Zweitens:

Wir werden auf diese drei islamischen Wahrheiten, von denen man annimmt, dass sie weit davon entfernt sind, vernünftig zu sein, mit einem Vergleich hinweisen, der sie selbst noch dem unzulänglichen Verstand nahe bringt.

Zum Beispiel:

Wenn das Wehrdienstamt eines Staates im Osten des Landes liegt, das Justizministerium sich aber im Westen, das Erziehungsministerium im Norden und das Amt für die Wissenschaften im Süden und dessen Amt für Liegenschaften in der Mitte befindet und jedes Amt und jedes Ministerium miteinander und untereinander durch Rundfunk, Telefon und Telegraf in vollkommener Ordnung in Verbindung steht, und wenn jedes Amt etwas über die Angelegenheiten, die sie betreffen, erfahren und Nachrichten über sie erhalten könnte, so wäre das ganze Land einfach sein Wehrdienstamt, genauso, wie es zugleich auch sein Justizministerium ist und auch sein Liegenschaftsamt und zugleich sein Amt für Wissenschaft sein wird.

Ferner geschieht es z.B. zuweilen, dass zahlreiche Länder und Staaten mit ihren verschiedenen Regierungssitzen die Herrschaft über ein einzelnes Land auf verschiedene Weise ausüben, z.B. als Kolonialmächte, durch ihre Vorrechtsstellung oder durch ihre Handelsbeziehungen. Obwohl also die Subjekte dieses Landes und die Nation eins sind, hat doch jeder einzelne Staat durch seine besondere Vorrechtsstellung eine Beziehung mit ihm. Die Angelegenheiten solcher Staaten, die zwar voneinander entfernt sind, berühren einander. Sie kommen sich einander näher in allen Häusern des Landes und haben Kontakte mit einem jeden ihrer Bürger. Ihre privaten Angelegenheiten können auch, dort wo es Kontaktpunkte gibt, in ihrem privaten Lebensbereich beobachtet werden. Jedoch nicht jede private Angelegenheit kann von der

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allgemeinen Situation abgeleitet werden. Wenn jedoch solche privaten Angelegenheiten diskutiert werden, werden sie so behandelt, als ob sie von der allgemeinen Situation abgeleitet worden seien, denn sie stimmen unmittelbar mit den allgemein gültigen Gesetzen überein und werden auch in der entsprechenden Weise besprochen, wie sie in diesem ganz allgemeinen Lebensbereich verhandelt werden.

So hat denn das Land der Himmel, wie in diesen beiden Beispielen, und obwohl es in Anbetracht seines Zentrums und seiner Hauptstadt ganz außerordentlich weit entfernt ist, immaterielle Telefone, die bis in die Herzen der Menschen in den Ländern der Erde hinabreichen. Doch sie reicht nicht nur bis hinab in die Körperwelt (einzelner Menschen), sondern, da sie auch die Welt der Geister (alem-i ervah) und die Welt der Engel (alem-i melekut) umgreift, umfasst sie auch in gewisser Weise die ganze von uns bezeugte Welt. Ebenso dehnt sich die Einflusssphäre des Paradieses, das auch zu der bleibenden Welt (alem-i baqi) gehört und ein beständiges Haus ist, trotz seiner weiten Entfernung von uns unendlich weit aus und erstreckt sich hinter diesem Schleier der bezeugten Welt in leuchtender Weise nach allen Seiten. Ebenso regiert durch die Weisheit und Macht (hikmet ve qudret) des Allweisen Künstlers in Seiner Majestät (Sani-i Hakiem-i Dhu l-Djelal) jedes Sinneszentrum im Kopf des Menschen, wie verschieden sie auch alle voneinander sind, den ganzen Körper und verfügt über ihn. In gleicher Weise umfasst auch das Universum als der kosmische Mensch, wie konzentrische Kreise einer im anderen, Tausende von Welten. Die Umstände und Ereignisse, die in ihnen ablaufen, bilden das Objekt unserer Aufmerksamkeit, was ihren allgemeinen (Rang), ihre individuelle wie ihre besondere Bedeutung oder ihr ungeheures Ausmaß betrifft, das heißt, die kleinen (Angelegenheiten) werden im begrenzten Rahmen und an nahegelegenen Orten bearbeitet, während die gewaltig großen, umfassenden (Angelegenheiten) in großen, allgemeinen und umfassenden Gremien (maqam) erledigt werden.

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Manchmal jedoch beschäftigt ein kleines, ganz persönliches Ereignis die große weite Welt. An welchem Ende der Welt man auch immer (den himmlischen Ratsversammlungen) lauschen mag, man wird von ihm hören. Und manchmal wird eine große Mobilisation nicht gegen die Mächte des Feindes veranstaltet, sondern nur um eine große, prachtvolle Heerschau auszurichten. So waren zum Beispiel das mohammedanische Ereignis (d.h. das Auftreten des Propheten) und das heilige Ereignis der Offenbarung des Qur'an im ganzen Lande der Himmel, ja sogar an allen Enden des Reiches die wichtigsten Ereignisse. Daher wurden Wächter auf den hochragenden Burgen (= Sternzeichen) in den weiten Himmeln aufgestellt, um den Teufel mit einem Geschossregen zu vertreiben und zu verjagen. Um den Grad des Glanzes der qur'anischen Offenbarung, seine glänzende Souveränität und den Grad seiner Wahrhaftigkeit, den kein Zweifel durchdringen kann, bekannt zu machen, fielen in damaliger Zeit als Zeichen Seiner Herrschaft mehr Sternschnuppen vom Himmel.

Der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, legt diese Bekanntgabe aus, verkündet sie und weist auf diese Zeichen des Himmels hin.

In der Tat dienen ein solch gewaltiges himmlisches Zeichen und die satanischen Spione, die doch ein Engel so bequem beiseite hätte blasen können, dazu zu bringen, gegen diese Engel zum Kampf anzutreten, sicherlich dazu, die Souveränität der Majestät der qur'anischen Offenbarung zu zeigen. Was zudem die majestätische Verkündigung des Qur'an und die gewaltige Mobilisation im Himmel betrifft, so dient sie dazu, nicht auszudrücken, dass Dschinnen und Teufel irgendeine Macht hätten, welche die Bewohner der Himmel dazu zwingen könnte, gegen sie zu kämpfen und sich gegen sie zu verteidigen, sondern um darauf hinzuweisen, dass es auf dem Weg vom Herzen Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, zur Welt der Himmel und dem erhabenen Thron nirgendwo

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einen Raum gibt, wo Dschinnen und Teufel sich einmischen könnten. Die qur'anische Offenbarung war eine Wahrheit, die von allen Engeln in den riesigen (Räumen) der Himmel diskutiert wurde, sodass sich die Teufel dazu gezwungen sahen, näher zu den Himmeln hinaufzurücken, was ihnen jedoch nicht gelang; denn sie wurden gesteinigt. Dies weist darauf hin, dass die Offenbarung, welche in das Herz Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, gelegt worden war, die Erscheinung Gabriels und die Wahrheiten aus dem Unsichtbaren, die sich vor seinem Auge ereigneten, wahr und zuverlässig waren und auf sie in keiner Hinsicht irgendein (Schatten eines) Zweifels fallen könnte. Der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, berichtet darüber in einzigartiger Weise.

Was aber das Paradies betrifft, das man trotz seiner großen Entfernung und obwohl es zu der Beständigen Welt (alem-i beqa) gehört, ganz aus der Nähe betrachten kann und aus dem man zuweilen Früchte empfangen kann, so ist, wie man aus den beiden obigen Vergleichen ersehen kann, diese vergängliche Welt und von uns bezeugte Welt ein Schleier über der unsichtbaren Welt und dem Haus der Beständigkeit. So wie es möglich ist, überall das Paradies, dessen großes Zentrum doch so weit von uns entfernt ist, im Spiegel der Welt der Gleichnisse (alem-i misal = Traumwelt) zu schauen, so ist es auch durch den Glauben im Grade wahrhaftiger Gewissheit (haqqa l-yaqien) möglich, dass das Paradies in dieser vergänglichen Welt - möge dieses Beispiel kein Fehler sein! - eine Art von Kolonien und Ministerien haben könnte, sodass die hohen Geister (ruh) mit Hilfe eines Telefons des Herzens mit ihm kommunizieren und von dort Geschenke empfangen könnten.

Was aber einen allgemeinen Bereich betrifft, der mit einer unbedeutenden persönlichen Angelegenheit beschäftigt ist, das heißt, ein Aspekt der Wahrheit, der in den Qur'ankommentaren so beschrieben wird, dass die Teufel zum Himmel fahren und von dort Berichte stehlen, um Wahrsagern Berichte aus der unsichtbaren Welt zu bringen,

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wobei sie jedoch nur halb und halb richtige Berichte übermitteln, so muss es sich dabei um Folgendes handeln: es ist dies keine Frage, ob sie bis in die Hauptstadt des Landes der Himmel gelangt sein und von dort eine persönliche Mitteilung erlangt haben könnten. Es gibt vielmehr einige Plätze im Lande der Himmel, zu dem auch die Erdatmosphäre gehört, die - möge dieses Beispiel kein Fehler sein! - Polizeistationen gleichen, die eine Verbindung mit dem Land der Erde haben. Die Teufel stehlen, um bestimmte persönliche Nachrichten (zu erhalten), diese an solchen besonderen Plätzen. Auch das menschliche Herz ist eines dieser besonderen Plätze, wo der Engel der Eingebung mit seinem persönlichen Teufel kämpft.

Was jedoch die Wahrheiten um Qur'an und Glaube (iman) und die mohammedanischen Ereignisse (rundum das Erscheinen des Propheten) betrifft, so werden sie, mögen sie auch noch so unbedeutend sein, genauso wie die größten, umfassendsten und bedeutendsten Ereignisse am gewaltigen Thron, als dem umfassendsten Bereich und im Bereich der Himmel - möge dieses Beispiel kein Fehler sein! - in den spirituellen (manevi) Zeitungen als die angekündigten Ereignisse des Universums veröffentlicht. Sie werden an allen Enden besprochen, und da es vom Herzen Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, bis zum Bereich des Thrones keine Möglichkeit irgendeines Eingriffs gibt, haben die Teufel keine andere Möglichkeit, als die Himmel abzuhorchen. Dies also verkündigt mit äußerster Beredsamkeit und zeigt tatsächlich auf wunderbare Weise, wie erhaben und zuverlässig die qur'anischen Offenbarungen und das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, sind, und dass es in gar keiner Weise möglich ist, dass sich in ihnen ein Widerspruch, ein Fehler oder ein Betrug finden könnte.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ
Said Nursi
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Neunundzwanzigster Blitz

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes des Erbarmers, des Barmherzigen"}

Vorwort

Vor dreizehn Jahren vereinbarten mein Herz und mein Verstand, mich auf den Weg der Kontemplation zu führen, was der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, unter anderem mit den Ayat

لَعَلَّكُمْ تَتَفَكَّرُونَ ٭ لَعَلَّهُمْ يَتَفَكَّرُونَ ٭ اَوَلَمْ يَتَفَكَّرُوا فِى اَنْفُسِهِمْ مَا خَلَقَ اللّٰهُ السَّموَاتِ وَ الْاَرْضَ ٭ لَاٰيَاتٍ لِقَوْمٍ يَتَفَكَّرُونَ

{"Damit ihr nachdenken sollt." (Sure 2, 219) "Vielleicht mögen sie einmal darüber nachdenken." (Sure 7, 176) "Denken sie denn nicht bei sich selbst darüber nach, dass Gott die Himmel und die Erde geschaffen hat?" (Sure 30, 8) "Darin finden sich ja Zeichen für solche, die nachdenken." (Sure 13, 3)}

befiehlt und dazu ermuntert, was auch eine Hadith

تَفَكُّرُ سَاعَةٍ خَيْرٌ مِنْ عِبَادَةِ سَنَةٍ

in der Bedeutung von: "Eine Stunde der Kontemplation (tefekkur) ist zuweilen besser als ein Jahr der Anbetung (ibadet)." zum Ausdruck bringt und so mit Nachdruck zur Kontemplation ermuntert. Auch ich selbst habe mir, um diese intensiven Lichter und komplizierten, langwierigen Wahrheiten festzuhalten, die während dreizehn Jahren, in denen ich diesem Weg folgte, meinem Herzen und meinem Verstand erschienen waren, eine Anzahl Worte stichpunktartig notiert, nicht etwa, um so diese Lichter beweisen zu können,

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sondern nur um auf ihr Dasein hinzuweisen, die Kontemplation zu erleichtern und Ordnung in meine Gedanken zu bringen. Dabei wiederholte ich diese Stichworte gewöhnlich für mich selbst und rezitierte sie in vielerlei verschiedenen arabischen Ausdrücken, sobald ich in die Kontemplation eintauchte. Obwohl ich (diese Übung) eine so lange Zeit tausende Male wiederholt habe, wurde sie mir doch niemals langweilig, noch schadeten sie der Freude, die ich dabei in mir empfand und auch das Bedürfnis meines Geistes verschwand dabei nicht. Denn da alle meine Kontemplationen stets aus Funken aus den Ayat des Qur'an bestanden, wurde die Qualität, die keine Ermüdung aufkommen ließ, und ihre Süßigkeit, welche die Qualität der Ayat ist, bewahrte, in den Spiegeln dieser Kontemplation dargestellt.

So habe ich denn erst kürzlich bemerkt, dass die mächtige Quelle des Lebens und die strahlenden Lichter in den verschiedenen Teilen der Risale-i Nur Funken wie die Kettenglieder meiner Gedanken (tefekkur) sind. In dem Gedanken, dass sie für andere den gleichen Effekt haben würden, den sie auf mich selbst hatten, fasste ich den Vorsatz, sie alle gegen Ende meines Lebens niederzuschreiben. Sicherlich sind sehr wichtige Gedanken daraus in der Risale-i Nur eingeschlossen, doch eine weitere Kraft und ein höherer Wert werden sich in einer Gesamtausgabe wiederfinden.

Weil aber nun das Ende des Lebens nicht fest steht und nicht bekannt ist, und da die Bedingungen meiner Gefangenschaft hier eine Form angenommen haben, die schlimmer ist als der Tod, will ich nun nicht länger mehr darauf warten, dass mein Leben zu Ende geht, sondern die folgenden Gedankenketten auf das Drängen und Beharren meiner Brüder in sieben Kapiteln niederschreiben, ohne sie dabei zu verändern.

(Die verbliebenen sechs Kapitel dieses Blitzes wurden in der handgeschriebenen Ausgabe der Blitze veröffentlicht und sind hier nicht mit eingeschlossen.)
— 558 —
اَلْبَابُ الثَّالِثُ فِى مَرَاتِبِ اَللّٰهُ اَكْبَرُ

{"Drittes Kapitel: Auf den Stufen des Allahu Ekber (Gott ist groß)"}

Wir wollen hier sieben seiner dreiunddreißig Stufen erwähnen. Ein wichtiger Teil von diesen Stufen wurde im Zweiten Kapitel des Zwanzigsten Briefes, am Ende des Zweiten Kapitels, sowie am Anfang des Dritten Kapitels des Zweiunddreißigsten Wortes erklärt. Wer die Wahrheit dieser Stufen verstehen will, sollte in diesen beiden Abhandlungen der Risale-i Nur nachschlagen.

(Es folgt die vollständige Abhandlung original als arabischer Text, welches jedoch hier nicht angeführt wird.)
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Dreißigster Blitz

Der Dreißigste Blitz des Einunddreißigsten Briefes und die Frucht aus dem Gefängnis von Eskischehir
Besteht aus sechs Punkten

Gleich wie dieMeyve Risalesi(die "Frucht- Abhandlung") eine gewaltige Lektion in der Schule Josefs in Denizli undEl-Huddjetu'z-Zehra(Ein Zeugnis für die Mondgleiche Schönheit) eine zuhöchst wertvolle Lektion der Schule Josefs in Afyon war, so ist auch dieser Dreißigste Blitz eine mächtige Lektion der Schule Josefs in Eskischehir und von größter Bedeutung und erläutert die Sechs Punkte über die Sechs Göttlichen Namen, auf denen der Gewaltige Name (Ism-i Adham)\ruht.

Nicht jeder wird unmittelbar die so tiefen und weiten Themenstellungen in den Abhandlungen über die Namen"Hayy"(der Lebendige) und "Qayyum"\(der Unwandelbare) als Bestandteil des Gewaltigen Namens~(Ism-i Adham)\verstehen können und zu würdigen wissen. Doch wird er auch nicht ohne einen Anteil an ihnen bleiben.

Erster Punkt

Eine Anmerkung zu dem Punkt des Göttlichen Namens: "Quddus (der Heilige)"

Dieser Punkt betrifft einen Aspekt des Göttlichen Namens "der Heilige" und ist gedacht als Teil eines Anhangs zum Dreißigsten Wort.

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بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَالْاَرْضَ فَرَشْنَاهَا فَنِعْمَ الْمَاهِدُونَ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen. Und die Erde haben wir weit ausgebreitet. Und wie gut haben wir sie geebnet!" (Sure 51, 48)}

Diese Erscheinung des Göttlichen Namens "der Heilige", welche eine der Bedeutungen der obigen Ayah ist, das Licht des Gewaltigen Namens oder doch ein Licht unter sechs Lichtern des Gewaltigen Namens, wurde mir während des heiligen Monats Scha'ban im Gefängnis von Eskischehir deutlich. Sie zeigte mir in vollkommener Klarheit sowohl das Dasein Gottes (maudjudiyet-i Ilahiyeyi kemal-i zuhur) als auch die Allgegenwart des Herrn (vahdet-i Rabbani). Ich sah dies folgendermaßen:

Das Weltall und unser Globus ist eine weite, beständig arbeitende Fabrik, eine Raststätte, ein Gasthaus, das sich ununterbrochen füllt und wieder leert. Im Allgemeinen werden Fabriken, Raststätten und Gasthäuser beim ständigen Gebrauch durch allerlei Unrat und Kehricht, Müll und stinkenden Abfall, der sich überall anhäuft, verschmutzt und verunreinigt. Insoweit sie nicht gut versorgt, gefegt, gewischt, gereinigt werden, kann man sich nicht in ihnen aufhalten, weil die Menschen in ihnen (vor Schmutz) ersticken würden. Doch die Fabrik des Universums und das Gasthaus "Erde" sind vollkommen rein und heilig, fleckenlos sauber, frei von allem Schutt, Schlamm und Schmutz. Es findet sich dort nichts Überflüssiges, nichts Unnötiges, nirgends ein Haufen nutzloser Unrat. Findet sich offensichtlich etwas dergleichen, rasch verschwindet es in einer Maschine zur Wiederaufbereitung und wird bereinigt.

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Das aber heißt, dass der, der sich um diese Fabrik kümmert, dies sehr gut macht. Und sein Besitzer ist von der Art, dass er die ganze riesige Fabrik, sein großes Schloss kehrt und fegt, es reinigt und alles ordnet, als handle es sich dabei nur um eine kleine Kammer. Und in dieser ganzen großen Fabrik bleibt kein Schmutz, kein Müll, kein Abfall mehr zurück. Vielmehr sind ihre Sauberkeit und Reinlichkeit in Anbetracht seiner Größe bemerkenswert.

Wenn jemand sich nicht wäscht und seinen kleinen Raum einen Monat lang nicht sauber macht, wird er sehr schmutzig und schmierig. Das aber heißt, die Sauberkeit, die Reinlichkeit, ja der Glanz in dem Palast dieser Welt erwächst aus dieser ständigen, weisheitsvollen Reinigung und sorgfältigen Säuberung. Gäbe es nicht dieses ständige Säubern und Reinigen und diese sorgfältige Pflege, so würden in einem Jahr all diese hunderttausend Tierarten auf der Erde (in ihrem eigenen Unrat) erstickt sein.

Auch die Himmelskörper in der Weite des Weltraums, die von Tod und Zerfall bedroht sind, die Meteore und Meteoriten würden uns und den Tieren und unserer Erde, ja unserer ganzen Welt (dunya) eins auf den Kopf geben. Felsbrocken so groß wie Berge würden über uns herabregnen und uns aus unserer Heimat in dieser Welt vertreiben. Doch einmal abgesehen von einigen Meteoren, die vor langer Zeit einmal vom Himmel gefallen sind, ist das Leben auf der Erde nicht ausgelöscht worden.

Und weiter würden die Leichname Hunderttausender Tierarten und die Abfallberge von zweihunderttausend Pflanzenarten durch den alljährlichen Wechsel und den Kampf auf Leben und Tod das Land und das Meer so sehr verschmutzt und verunreinigt haben, dass mit Bewusstsein begabte Wesen das Gesicht der Erde nicht mehr lieben und sich an ihm nicht mehr erfreuen könnten, sondern stattdessen Abscheu und Ekel über so viel Hässlichkeit empfinden würden, dass sie sich darüber in den Tod und das Nichtmehr-Sein geflüchtet hätten.

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So wie ein Vogel so leicht seine Schwingen putzt und ein Schreiber (nach getaner Arbeit) seine Seiten säubert, so werden auch die Schwingen dieses Flugzeugs, das unsere Erde ist, die Vögel im Weltenraum, die unsere Himmelskörper sind, und die Seiten des Buches des Kosmos gereinigt und herausgeputzt, und das so sehr, dass die Menschen, die die grenzenlose Schönheit des Jenseits nicht sehen können und nicht im Glauben an sie denken können, sich in diese Reinheit und Schönheit der Welt verlieben und sie anbeten.

Das heißt: Der Palast dieser Welt und die Fabrik des Universums stellen die Gewaltige Erscheinung des Namens «Quddus (der Heilige)» dar, wobei es nicht nur die fleischfressenden Reinigungskräfte der See sind und die Adler (und die Geier) an Land, die dem Auftrag gehorchen, diese heilige Reinigung vorzunehmen, sondern auch die Reinigungsbeamten, welche die Leichen einsammeln, wie die Würmer und die Ameisen. Wie die weißen und die roten Blutkörperchen, die durch den Körper strömen, diesem heiligen Befehl gehorchen und die Zellen des Körpers reinigen, so läutert und reinigt andererseits der Atem hinwiederum das Blut.

Und so wie die Augenlider dem Befehl gehorchen, das Auge zu reinigen und die Fliegen ihre Flügel zu bürsten, so hören auf ihn auch die ganze große Luft und die Wolken. Der Wind bläst auf die Staubpartikel und über die Erde, die sich am Boden abgesetzt hat und reinigt sie auf diese Weise. Die Wolkenschwämme sprengen Wasser über die Gärten der Erde, sodass der Staub sich wieder setzen kann. Damit sodann der Himmel nicht schmutzig wird, sammelt der Wind rasch den Unrat der Erde, zieht sich dann unauffällig wieder zurück und versteckt sich schließlich in völliger Wohlgeordnetheit. Er lässt uns das wunderschöne Antlitz und Auge des Himmels wie gewischt, gefegt, poliert, strahlend und glänzend zurück.

Und so wie die Sterne, die Elemente, die Minerale und alle Pflanzen dem Befehl zu reinigen gehorchen, so gehorchen

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ihm auch alle Moleküle und Atome. Sie widmen der Reinheit ihre Aufmerksamkeit mit einer erstaunlich stürmischen Verwandlungsfähigkeit. Sie vereinigen sich niemals irgendwo unnötig und liegen nirgendwo unnütz herum. Sie werden stets wieder von der Hand der göttlichen Weisheit zusammengeführt, um die saubersten, schönsten, glänzendsten und strahlendsten Gestalten, die besten, reinsten und subtilsten Formen anzunehmen.

So sind denn alle diese umfassenden Handlungen, nämlich die Reinigung, also dieser ganze zusammenhängende Sachverhalt (haqiqat), eine gewaltige Erscheinung des Gewaltigen Namens (Ism-i Adham) wie des Heiligen Namens (Ism-i Quddus), der sich im gewaltigen Bereich des Kosmos zeigt. Gleich wie die Sonne zeigt sie den weitsichtigen wie den kurzsichtigen Augen unmittelbar die Existenz des Herrn (maudjudiyet-i Rabbani) und die göttliche Allgegenwart (vahdaniyet) zugleich mit allen Schönen Namen.

Es wurde ja in der Tat bereits in vielen Teilen der Risale-i Nur mit zuverlässigen Beweisen offen gelegt, dass seitdem ein Akt der Wohlordnung und Anordnung als Offenbarungen der Namen «Ism-i Hakem» (der Richter) und «Ism-i Hakiem» (der Allweise), ein Akt des Wiegens und Wägens als Erscheinungen der Namen «Ism-i 'Adl ve Adil» (der Rechtsprechende und der Allgerechte), ein Akt der Ausgestaltung und der Güte als Offenbarungen der Namen " Ism-i Djemiel ve Keriem" (der Schöne und der Freigiebige) und ein Akt der Versorgung, Erziehung und Beschenkung als Erscheinungen der Namen «Ism-i Rabb ve Rahiem» (Herr und Erbarmer), jeder einzelne eine Tatsache (haqiqat) und ein Akt für sich im Bereich dieser gewaltig großen Welt ist, er als solcher auch das Notwendige Sein (vudjubu vudjudunu) dieses einen Wesens und Seine Allgegenwart (vahdet) demonstriert. In genau der gleichen Weise demonstriert auch der Akt der Reinigung und Säuberung, der eine Widerspiegelung, eine Offenbarung des Namens «Ism-i Quddus» (der Heilige) ist, sowohl sonnengleich

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die Existenz (maudjudiyet) als auch klar wie der Tag die Allgegenwart (vahdaniyet) Gottes, des Herrn, der da notwendigerweise sein muss (Dhat-i Vadjibu-l'-Vudjud).

Und so wie die oben erwähnten weisheitsvollen Taten, wie Wohlordnung, Ausgewogenheit, Ausgestaltung und Reinigung hinsichtlich der Einheit ihrer Merkmale in ihrem gewaltigen Ausmaß auf den einen Künstler (Sani-i Vahid) hinweisen, so hat auch die Mehrzahl all der übrigen Schönen Namen, ja sogar jeder einzelne von Tausend und einem Namen seine jeweils größte Erscheinungsform in dem gleichen gewaltigen Ausmaß. Und die Tat, die aus dieser Erscheinungsform hervorgeht, zeigt den Einen in Seiner Allgegenwart (Vahid-i Ahad) in aller Klarheit und Sicherheit entsprechend ihrem gewaltigen Ausmaß.

Die offensichtlichen Tatsachen (haqiqat) und auf allgemein (gültigen Gesetzen beruhenden) Handlungen, die das Antlitz des Universums leuchten und lächeln lassen, (Tatsachen) wie die universelle Weisheit (hikmet), welche alle Dinge veranlasst, ihren Regeln und Gesetzen zu folgen, die alles umfassende Gnade (inayat), die alle Dinge schmückt und ihnen zulächelt, die alles umspannende Barmherzigkeit (rahmet), die alle Dinge beglückt und zufrieden stellt, die alles umfassende Versorgung mit Nahrung und Unterhalt, die alles ernährt und erfreut, das Leben, das sich schenkt und ins Leben ruft, das jedes Ding mit allen Dingen verbindet, von dem jedes Ding seinen Nutzen zieht und in gewissem Grade gelenkt wird, alle diese offensichtlichen Tatsachen (haqiqat) und auf allgemein gültigen Gesetzen beruhenden Handlungen verweisen auf den Einen Allweisen (Dhat-i Hakiem), Freigiebigen (Keriem) und Allbarmherzigen (Rahiem), den Ernährer (Rezzaq), den Ewig Lebenden (Hayy) und Leben Schenkenden (Muhyi) so wie das Licht auf die Sonne verweist.

Wenn alle diese vielen hundert umfassenden Taten, von denen jede einzelne ein klarer Beweis für die Allgegenwart (vahdaniyet) Gottes ist, nicht auf den Einen und

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Einzigen in der Einheit Seiner Allgegenwart (Vahid-i Ahad) zurückgeführt werden, so wird jede einzelne von ihnen notwendigerweise und in hunderterlei Hinsicht unmöglich. Werden z.B. nicht nur alle diese offensichtlichen Tatsachen (haqiqat) und ganz allgemein gültigen Beweise für die Weisheit, die Gnade (Inayat), Barmherzigkeit, die Versorgung und das Geschenk des Lebens, ja wird auch nur eine einzige Handlung, wie die Reinigung, nicht auf den Schöpfer des Alls zurückgeführt, so wird das Folgende auf dem Weg des Unglaubens der Leute des Irrweges notwendig:

Es müssten entweder alle Geschöpfe, die mit dem Reinigungsdienst verbunden sind, von den Stäubchen und den Mücken bis hin zu den Elementen und den Sternen, die Fähigkeit besitzen, die Ausgestaltung, Ausgewogenheit, Ordnung und Reinigung dieses ganzen riesigen Universums zu kennen und zu durchdenken und dementsprechend zu handeln, oder aber es müsste jedes von ihnen die heiligen Eigenschaften (sifat-i qudsi) des Schöpfers der Welten (Khaliq-i Alemin) besitzen... oder aber es müsste jedes von ihnen über ein konsultatives Gremium in der Größe des ganzen Kosmos verfügen, um die Ausgestaltung und Reinigung und das Gleichgewicht zwischen den eingegangenen Erträgen und den Ausgängen in der Weite des Universums in Stand halten zu können, und die zahllosen Atome und Mücken und die Sterne müssten die Mitglieder dieses Gremiums sein usw... hunderte solcher Dinge aus dem (Bereich) des Aberglaubens und der Sophisterei müssten sich ereignen, sodass diese allgemeine, umfassende erhabene Ausgestaltung, Reinigung und Säuberung, die wir überall beobachten können und deren Zeugen wir sind, stattfinden könnten. Was aber dies betrifft, so müssten sich dafür nicht nur eine Unmöglichkeit... nein, hunderttausend Unmöglichkeiten ereignen.

Wenn nun in der Tat das Tageslicht und diese winzig kleinen nur vorgestellten Sonnen in all diesen reflektierenden

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Gegenständen auf der Erde nicht der (einen, großen) Sonne zugeschrieben und nicht als Reflexionen der Erscheinung dieser einen Sonne bezeichnet würden, so wäre es für die tatsächliche Sonne notwendig in allen Glasscherben, Wassertropfen und Schneeflocken, die auf dem Gesicht der Erde glänzen, ja sogar in den Atomen der Luft gegenwärtig zu sein, damit das universale Licht hervortreten kann.

So ist denn auch die Weisheit ein Licht. Allumfassende Liebe ist ein Licht. Ausgestaltung, Ausgewogenheit, Wohlordnung und Reinigung sind jeweils ein Licht. Sie sind die Strahlen der urewigen Sonne. So komm denn nun und sieh, wie Irreleitung und Unglaube in einen Sumpf hineingeraten sind, aus dem es keinen Ausweg gibt! Sieh nun, wie töricht eine derartige Unwissenheit auf dem Wege des Irrweges ist und sage:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلَى دِينِ الْاِسْلاَمِ وَ كَمَالِ الْاِيمَانِ

{"Dank sei Gott für die Religion des Islam und die Vollkommenheit des Glaubens!"}

In der Tat ist diese erhabene, allgemeine Reinigung, die den Palast des Universums sauber hält, mit Sicherheit die Erscheinung und das Erfordernis des Namens "Der Heilige (ism-i Quddus)". Und so wie die Lobpreisungen (tesbihat) aller Geschöpfe auf den Namen "der Heilige" ausgerichtet sind, so erfordert der Name "Der Heilige" auch eine jede Reinlichkeit.

Es ist auf Grund dieser heiligen Verbindung mit der Reinheit, dass die Hadith

اَلنَّظَافَةُ مِنَ الْاِيمَانِ

{"Die Reinheit ist aus dem Glauben."}

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die Reinheit als ein Licht des Glaubens bezeichnet.

اِنَّ اللّٰهَ يُحِبَّ التَّوَّابِينَ وَيُحِبُّ الْمُتَطَهِّرِينَ

{"Fürwahr, Gott liebt die, welche sich beständig Ihm zuwenden und er liebt die, welche sich immerwährend rein halten." (Sure 2, 222)}

Auch diese Ayah zeigt, dass Reinheit eine Quelle der göttlichen Liebe (muhabbet-i Ilahi) ist...

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Zweiter Punkt des Dreißigsten Blitzes

وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ عِنْدَنَا خَزَآئِنُهُ وَمَا نُنَزِّلُهُ اِلاَّ بِقَدَرٍ مَعْلُومٍ

{"Und es gibt nichts, von dem wir nicht Schätze hätten. Doch senden wir es nur in bestimmten Maßen herab." (Sure 15, 21)}

Eine Anmerkung zu dieser Ayah und eine Erscheinung des Gottesnamens "'Adl, der Gerechte", der ein gewaltiger Name oder ein Licht von den sechs Lichtern des Lichtbündels ist, zeigte sich mir wie die Erste Anmerkung in dem Gefängnis in Eskischehir von Weitem. Um uns dies näher zu bringen, sagen wir wiederum mit einem Beispiel:

Dieser Kosmos ist ein Palast von der Art, dass es in diesem Palast eine Stadt gibt, die ständig zwischen Abriss und Wiederaufbau hin und her geworfen wird. In dieser Stadt gibt es ein Land, dass ständig in Krieg und Flucht brodelt. In diesem Land gibt es eine Welt, die sich ununterbrochen zwischen Tod und Leben hin und her wendet. In diesem Schloss, in dieser Stadt, in diesem Land, in dieser Welt herrschen aber eine solch Staunen erregende Ausgewogenheit, eine Harmonie, ein Gleichgewicht, dass sie offensichtlich beweisen, dass die Umsätze, die Einnahmen und Ausgaben dieser zahllosen Erscheinungsformen mit der Waage des Einen und Einzigen Herrn gemessen und gewogen werden, der jederzeit den ganzen Kosmos beobachtet und überwacht. Würden andererseits die Ursachen, gleich einem Fisch unter den Fischen mit tausend kleinen Eiern, einer Blume, die wie eine Mohnblume unter den Pflanzen zwanzigtausend Samen hervorbringt, oder die Elemente, die gleich einer Flut daher brausen, die Bedrohung durch Katastrophen, die das Gleichgewicht gewaltsam zu stürzen und alles mit sich zu reißen versuchen, ungebändigt oder dem planlos umherstreunenden Zufall und den maßlosen, blinden Kräften und der unbewussten, finsteren Natur überlassen bleiben, würde dieses Gleichgewicht der Dinge und das

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Gleichgewicht des ganzen Kosmos so zerstört werden, dass es in jedem Jahr, ja sogar an jedem Tag in einem Tohuwabohu endete. Das heißt: Das Meer würde voll von chaotischen Dingen sein und stinken. Die Luft wäre von schädlichen Gasen vergiftet. Der Erdboden aber würde sich in einen Müllabladeplatz, in ein Schlachthaus, in einen Sumpf verwandeln und die Welt würde in ihm ersticken.

So wird denn nun alles, angefangen von den Zellen des tierischen Körpers, den roten und weißen Blutkörperchen, dem Stoffwechsel der Zellen und der Proportionalität der Organe, bis hin zu den Meeren mit (der Bilanz) ihrer Aufnahme und Abgabe, bis zu den Quellen und Brunnen unter der Erde mit allem, was sie füllt und was sie entleert, bis zu der Nachkommenschaft und dem Ableben der Tiere und der Pflanzen, bis zum Abbau im Herbst und dem Wiederaufbau im Frühling, bis zu den Elementen und den Sternen, dem Dienst, (den sie verrichten) und den Bewegungen, (die sie ausführen), bis zu Tod und Leben, Licht und Finsternis, Hitze und Kälte und allen Veränderungen, Auseinandersetzungen und Zusammenstößen, die sie bewirken, wird alles mit einer so empfindlichen Waage, mit einem so feinen Maß geordnet und ausgewogen, dass der menschliche Verstand nie und nirgends wirkliche Verschwendung und Sinnlosigkeit findet, sowie auch die menschliche Weisheit sich in allen Dingen in vollkommenster Ordnung und schönster Ausgewogenheit zeigt und erweist. Vielmehr ist die menschliche Weisheit eine Erscheinung und ein Sprachrohr dieser Ordnung und Wohlausgewogenheit.

Nun komm und betrachte das Gleichgewicht zwischen der Sonne und den zwölf voneinander verschiedenen Planeten. Zeigt etwa dieses Gleichgewicht nicht sonnenklar, dass der majestätische Herr (Dhat-i Dhu l-Djelal) der Gerechte (Adl) und der Allmächtige (Qadir) ist?

Besonders unsere Erde, die zu den Planeten gehört, segelt gleich einem Schiff und durchreist in einem Jahr eine

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Laufbahn von 25.000 Jahren Fußmarsch. Trotz ihrer außerordentlichen Geschwindigkeit wirft sie die Dinge, die auf dem Erdenboden geordnet und aufgestapelt sind, nicht durcheinander, erschüttert sie nicht und schleudert sie nicht in das Weltall. Wäre ihre Geschwindigkeit auch nur ein klein bisschen größer oder kleiner, würde sie ihre Bewohner durch die Luft schleudern und in den Weltraum hinaus katapultieren. Und verlöre sie für eine Minute, ja sogar nur eine Sekunde lang ihr Gleichgewicht, so würde sie unseren Lebensraum zerstören, vielleicht mit einem anderen (Planeten) zusammenstoßen und so einen Weltuntergang verursachen.

Und besonders zeigt das Gleichgewicht auf dem Antlitz der Erde, das sich in den Geburten, dem Ableben, der Versorgung und der Lebensweise von vierhunderttausend Arten in der Pflanzen- und in der Tierwelt in Barmherzigkeit (rahiemane) offenbart, den einen gerechten und barmherzigen Herrn (Dhat-i Adl u Rahiem) so, wie uns die Sonne das Licht zeigt. Und besonders stehen die einzelnen Glieder, Organe und Empfindungen eines einzigen der unendlich vielen Angehörigen unendlich vieler Völker in so empfindlichem Gleichgewicht und in einer so harmonischen Beziehung zueinander, dass diese Beziehung, diese Ausgewogenheit geradezu offensichtlich auf den einen gerechten und allweisen Baumeister (Sani-i Adl u Hakiem) hinweist. Und besonders stehen die Zellen in jedem tierischen Körper, die Blutkörperchen und die Adern und die Atome dieser Blutkörperchen in einem so feinen, empfindlichen und wunderbaren Gleichgewicht zueinander, dass dies offensichtlich beweist, dass sie der eine gerechte und allweise Schöpfer (Khaliq-i Adl u Hakiem) mit Seiner Waage, durch Sein Gesetz und Seine Anordnungen versorgt und verwaltet, der die Zügel aller Dinge und die Schlüssel aller Dinge in Händen hält, wo das eine das andere nicht behindert, und der alle Dinge so leicht lenkt und leitet wie ein einziges Ding. Wer es für unmöglich hält, dass Dschinnen und Menschen, auf der gewaltig großen Waage

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der Gerechtigkeit vor dem größten Gericht am Tage der Auferstehung nach ihren Taten gewogen werden, und nicht daran glaubt, dann jedoch dieses umfassende Gleichgewicht, das er mit seinen eigenen Augen in dieser Welt wahrnehmen kann, aufmerksam betrachtet, dem wird auf jeden Fall kein Zweifel mehr daran bleiben.

Oh du unglückseliger Mensch, der du so verschwenderisch bist und keine Sparsamkeit kennst, der du dich so ungerecht verhältst und keine Gerechtigkeit kennst, der du so schmutzig bist und keine Reinheit kennst! Da du nicht auf Sparsamkeit, auf Reinheit und auf Gerechtigkeit achtest, die das Prinzip des Lebens im ganzen Kosmos und allen Seins ist, verdienst du es, dass durch deine Opposition alles, was da ist, seinen Abscheu und seine Wut gegen dich richtet. Worauf verlässt du dich denn, dass du die ganze Schöpfung mit deinem ungerechten, unausgewogenen, verschwenderischen und unreinen Verhalten in Wut gegen dich aufbringst?

In der Tat bewegt sich die ganze Weisheit des Kosmos, die von der gewaltigen Erscheinung des Gottesnamens "Al-Hakiem, der Weise" herrührt, auf der Ebene einer ökonomischen und sparsamen Haushaltsführung. Sie schreibt die Sparsamkeit vor. Die vollkommene Gerechtigkeit im Kosmos, die von der gewaltigen Erscheinung des Gottesnamens "Al-'Adl, der Gerechte" her stammt, hält alle Dinge im Gleichgewicht. Sie befiehlt den Menschen auch die Gerechtigkeit. In der Sure "Rahman" in den Ayat

وَالسَّمَآءَ رَفَعَهَا وَوَضَعَ الْمِيزَانَ ٭ اَلاَّ تَطْغَوْا فِى الْمِيزَانِ ٭ وَاَقِيمُوا الْوَزْنَ بِالْقِسْطِ وَلاَ تُخْسِرُوا الْمِيزَانَ

{"Und den Himmel wölbte er empor und stellte die Waage auf, damit ihr das Maß nicht überschreiten möget. So haltet eure Waage recht und fälscht euer Maß nicht!" (Sure 55, 7-9)}

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wird viermal «Mizan» {Mizan, Vezn: Waage, Maß} erwähnt, was auf vier Stufen hinweist, auf vier Arten von Waagen und die Größe, die außerordentliche Wichtigkeit und Bedeutsamkeit der Waage im Kosmos zeigt.

So wie es in der Tat bei keinem Ding eine Verschwendung gibt, so gibt es auch bei keinem Ding eine wirkliche Ungerechtigkeit oder Unausgewogenheit. Und die von der gewaltigen Erscheinung des Namens Gottes «Al-Quddus, der Reine, der Heilige» abgeleitete Reinigung, Läuterung macht alles, was da ist im gesamten Kosmos sauber und schön. Unter der Bedingung, dass die unreine Hand des Menschen sich nicht einmischt, ist bei keinem Ding eine wirkliche Unreinheit oder Hässlichkeit zu sehen.

So verstehe denn nun, wie grundlegend die Wahrheit des Qur'an und die Prinzipien des Islam, wie Gerechtigkeit, Sparsamkeit, Reinheit im menschlichen Leben fundamentale Grundsätze sind. Und wisse, in welchem Grade der Qur'an in seinen Bestimmungen mit dem Kosmos übereinstimmt und seine Wurzeln im Kosmos hat und in ihm verankert ist, und dass es genauso unmöglich ist, diese Wahrheit zu zerstören, wie den Kosmos zu zerstören und seine Gestalt zu verändern. Gleich diesen drei gewaltigen Lichtern, verlangen hunderte universeller Wahrheiten, wie die Barmherzigkeit (rahmet), die Güte (inayet) und die Bewahrung (hafiziyet) (der Schöpfung), das Jenseits und die Wiederauferstehung nach dem Tode und setzen sie voraus. Ja wäre es denn überhaupt möglich, dass sich die gewaltigen, universellen Wahrheiten, die im Kosmos und im ganzen Dasein herrschen, wie Barmherzigkeit, Güte, Gerechtigkeit, Weisheit, Genügsamkeit und Reinheit, nach dem Tode in Unbarmherzigkeit, Ungerechtigkeit, Sinnlosigkeit, Verschwendung, Unreinheit und Zwecklosigkeit verkehrt werden könnte, weil die Wiederauferstehung nicht stattfindet und das Jenseits nicht beginnt? Gott bewahre!

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Hunderttausendmal nein!

Zerstören etwa die Barmherzigkeit und die Weisheit, die auch das Lebensrecht einer Mücke in Barmherzigkeit schützt, das unbegrenzte Lebensrecht aller Bewusstseintragenden und das unbegrenzte Recht der grenzenlos vielen Formen des Daseins dadurch, dass sie den Tag der Wiederauferstehung nach dem Tode nicht anbrechen lassen?

Gestattet etwa die Majestät einer Herrschaft (hasmet-i rububiyet), die auf Barmherzigkeit (rahmet), Liebe (shefqat), Gerechtigkeit (adalet) und Weisheit (hikmet) so unendlich empfindlich und aufmerksam reagiert, und das Königreich einer Gottheit (saltanat-i uluhiyet), die diesen Kosmos mit grenzenlos einzigartigen Kunstwerken und Gastgeschenken verziert, um Seine Vollkommenheit zu zeigen, sich bekannt zu machen und Seine Liebenswürdigkeit zu erweisen, dass - mit Verlaub zu sagen! - was untergegangen ist, nicht wieder auferstehen wird, was sowohl alle Seine Vollkommenheit in all ihren Erscheinungsformen, als auch alle Seine Geschöpfe zur Bedeutungslosigkeit herabsinken und sie nachgerade verleugnen ließe. Gott bewahre, nein! Eine so vollendete Schönheit erlaubt offensichtlich nicht eine ebenso vollendete Hässlichkeit.

In der Tat muss ein Mann, der das Jenseits bestreiten will, zuerst alle Welt und alle Tatsachen in ihr bestreiten. Anderenfalls wird die Welt und werden alle Tatsachen (haqaiq) in ihr ihm mit hunderttausend Zungen widersprechen und ihm als einem Lügner seine Lüge hunderttausendfach beweisen. Das Zehnte Wort beweist mit sicheren Zeugnissen, dass die Existenz des Jenseits genauso sicher und zweifelsfrei ist, wie die Existenz des Diesseits.

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Dritter Punkt, der auf das Dritte Licht von den sechs Lichtern des gewaltigen Namens Gottes hinweist

اُدْعُ اِلَى سَبِيلِ رَبِّكَ بِالْحِكْمَةِ

{"Rufe auf den Weg deines Herrn mit Weisheit!" (Sure 16, 125)}

Die Bedeutung dieser Ayah und die Erscheinung des Gottesnamens "Al-Hakem, der Richter", der ein gewaltiger Name Gottes, beziehungsweise ein Licht von den sechs Lichtern des gewaltigen Namens Gottes ist, wurden mir im heiligen Monat Ramadan erkennbar. Dieser "Dritte Punkt", der aus "Fünf Punkten" besteht, wurde nur als ein Hinweis darauf in Eile niedergeschrieben und ist Manuskript geblieben.

Erster Punkt:

Entsprechend einem Hinweis im "Zehnten Wort" verlieh die gewaltige Erscheinung des Gottesnamens "Al-Hakem, der Richter" diesem Kosmos einen solchen Ausdruck eines Buches, dass auf jeder Seiner Seiten Hunderte von Büchern geschrieben stehen! Jede Zeile beinhaltet Hunderte von Seiten. Mit jedem Wort sind Hunderte von Zeilen gegeben. Jeder Buchstabe beinhaltet Hunderte von Wörtern. Mit jedem Punkt findet sich gleichsam ein kleines Inhaltsverzeichnis dieses Buches. Seine Seiten, seine Zeilen, bis hin zu den Punkten in diesem Buch zeigen in hundert Aspekten Seinen Designer und Schreiber so eindeutig, dass das Betrachten dieses kosmischen Buches hundertfach mehr als seine eigene (Buch)-Existenz die Existenz seines Schreibers und Seine Einheit beweist. Denn obwohl ein Buchstabe, die eigene Existenz in der Größe eines Buchstabens zum Ausdruck bringt, bringt er doch seinen Schreiber in der Größe einer Zeile zum Ausdruck.

In der Tat ist die Erdoberfläche eine Seite dieses großen Buches. Man sieht mit eigenen Augen, dass auf dieser

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Seite entsprechend der Anzahl der Pflanzenarten und Tiergattungen im Frühling ebenso viele Bücher ineinander und nebeneinander geschrieben wurden, gleichzeitig, fehlerfrei, in makelloser Vollkommenheit. Auf dieser Seite gleicht jede Zeile einem Garten. Wir können mit eigenen Augen erkennen, dass darin so viele Kassiden (Gedichte) geschrieben wurden, wie es in diesem Garten Blumen, Bäume und andere Pflanzen gibt, ineinander, nebeneinander, fehlerfrei. Ein Wort in dieser Zeile gleicht einem Baum, der Blätter treibt, um Blüten und Früchte hervorbringen zu können. Diesem Wort aber entsprechen so viele sinnvolle Abhandlungen über den Lobpreis des majestätischen Richters (Hakem-i Dhu l-Djelal), wie es wohlgeordnete, wohlausgewogene, wohlgestaltete Blätter, Blüten und Früchte gibt. Wie ein jeder Baum, der Blüten trägt, so ist auch dieser Baum eine Kasside, durch die er die Lobpreisungen seines Designers singt.

Des Weiteren ist es, als wolle der majestätische Richter (Hakem-i Dhu l-Djelal) Seine kunstvollen und einzigartigen Werke, die auf dieser Messe ausgestellt sind, welche unsere Welt ist, mit tausend Augen betrachten.

Des Weiteren ist es, als wollten sich die prächtig ausgestalteten Geschenke, die der urewige König (Sultan-i Edhel) diesem Baum verliehen hat, gleichsam als Orden und Flaggen in einer so wohl verzierten, ausgewogenen, geordneten und sinnvollen Form, bei dem Frühling, der Sein besonderes Fest, ein Empfang ist, vor den Blicken des Königs darstellen, und als wolle Er ihnen in Seiner Weisheit eine Form geben, die mit jeder Blüte und mit jeder Frucht wie mit vielen ineinander liegenden Aspekten und Zungen für die Existenz und die Namen ihres Designers Zeugnis ablegt. So befasst z.B. jede Blüte und jede Frucht ihr eigenes Maß. Und diese Ausgewogenheit passt in eine bestimmte Ordnung. Diese Wohlordnung wird durch ständige Erneuerung aufrecht und in der Waage gehalten; Rhythmus (tevzin) und Versmaß (tanzim) aber finden sich in Dichtung (zinet) und Kunst (san'at). Schönheit (zinet) und Kunst aber finden wir in Geruch

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und Geschmack, die Sinn und Weisheit in uns wachrufen. Daher verweist jede Blüte entsprechend der Anzahl der Blüten des Baumes mit ebenso vielen Zeichen auf ihren majestätischen Richter (Hakem-i Dhu l-Djelal). An diesem Baum, der ein Wort ist, gilt eine Frucht als ein Buchstabe und der Kern darin als ein Punkt. Er ist ein winziges Kästchen, welches das Inhaltsverzeichnis und das Programm des ganzen Baumes beinhaltet usw. Im Vergleich damit weisen alle Zeilen und alle Seiten des kosmischen Buches durch die Erscheinung der Namen "Al-Hakem, der Richter" und "Al-Hakiem, der Weise" jeweils und nicht nur mit jeder Seite, nein, sogar mit jeder Zeile, mit jedem Wort, jedem Buchstaben und jedem Punkt die Gestalt eines Wunders auf, sodass alle Ursachen zusammengenommen nicht einmal einen Punkt daraus nachbilden und sich nicht mit ihm messen könnten. Da nun in der Tat jeder Vers (Ayah) des Seins (kaun) in diesem gewaltigen Qur'an, dem Kosmos, so viele Wunder aufzeigt, wie dieser Vers (diakritische) Punkte und Buchstaben hat, können sich mit Sicherheit der umherschweifende Zufall, die blinden Kräfte und die ziellose, unausgewogene und unbewusste Natur keineswegs in diese empfindliche Ausgewogenheit und in diese überaus feine Wohlordnung, wie sie einem Weisen (hakiem), einem Sehenden (basir) entspricht, einmischen. Hätten sie sich eingemischt, so würden doch die Spuren des Durcheinanders sichtbar. Doch ein Mangel an Ordnung ist in gar keiner Weise bemerkbar.

Zweiter Punkt:

Er besteht aus zwei "Problemstellungen".

Erste Problemstellung:

Wie im Zehnten Wort erklärt, ist es ein grundlegendes Prinzip, dass eine Schönheit in unendlicher Vollkommenheit und eine Vollkommenheit in unendlicher Schönheit sich auf jeden Fall selber betrachten, sich anderen zeigen und darstellen will. Auf Grund dieses bedeutenden, umfassenden Prinzips also macht der urewige Designer dieses großen Buches, des Kosmos, in den verschiedenen Sprachen all dessen, was da

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ist, vom Kleinsten bis zum Größten, die Schönheit Seiner Vollkommenheit (djemal-i kemal) und die Vollkommenheit Seiner Schönheit (kemal-i djemal) bekannt und liebenswert, um sich durch diese Schöpfung mit jeder Seite dieses kosmischen Buches, mit jeder Zeile, ja, sogar mit jedem Punkt und Buchstaben vorzustellen und Seine Vollkommenheit bekannt zumachen.

Oh du gottvergessener Mensch! Obwohl dieser Herrscher und allweise Richter sich dir in all Seiner Majestät und Schönheit (Hâkim-i Hakem-i Hakiem-i Dhu l-Djelal Ve l-Djemal) in jedem seiner Geschöpfe in so zahllos vielen prächtigen Formen zu erkennen zu geben und dich dazu bewegen will, Ihn zu lieben, du aber Ihn trotz Seiner Bemühungen, Sich dir zu erkennen zu geben, nun dennoch nicht den Glauben aufbringst, Ihn zu erkennen und Seinen Bemühungen, von dir geliebt zu werden, nicht mit Dienst und Anbetung entgegenkommst und so Seine Liebe erlangst, wisse also und besinne dich darauf, was für eine grenzenlose, welch vielfache Unwissenheit, und welch ein Verlust das ist!

Zweite Problemstellung des Zweiten Punktes:

In dem Eigentum des allmächtigen und allweisen Schöpfers (Sani-i Qadier ve Hakiem) dieses Kosmos ist für eine Teilhaberschaft kein Platz. Denn: Die unendliche Wohlordnung, die sich in allen Dingen findet, duldet keine Teilhaberschaft. Denn: Geraten in einer Arbeit viele Hände durcheinander, gerät die ganze Arbeit in ein Durcheinander. So wie in einem Land mit zwei Königen, in einer Stadt mit zwei Bürgermeistern oder einem Weiler mit zwei Dorfschulzen Verwirrung in allen Angelegenheiten dieses Landes, dieser Stadt, dieses Dorfes entstünde, so wird selbst noch der niederste Beauftragte die Einmischung eines anderen in seinen Aufgabenbereich nicht dulden, was zeigt, dass eines der grundlegendsten Kennzeichen der Herrschaft Unabhängigkeit und Selbständigkeit ist. Das heißt: Ordnung erfordert die Einheitlichkeit (vahdet) und Herrschaft (hakimiyet) die Selbständigkeit. Wenn also nun eine Herrschaft, flüchtig wie ein Schatten, von Menschen, die schwach und hilfsbedürftig sind, eine solche Einmischung zurückweist, muss sicherlich und

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notwendigerweise auch die wahre und absolute Herrschaft des absolut Allmächtigen (Qadier-i Mutlaq) eine Einmischung mit aller Heftigkeit zurückweisen. Gäbe es auch nur den Funken einer Einmischung, so würde diese Ordnung zerstört.

Denn der Kosmos ist in einer solchen Weise erschaffen, dass für die Erschaffung eines Kernes die selbe Macht notwendig ist, die einen ganzen Baum erschaffen kann. Um einen Baum zu erschaffen, ist die selbe Macht notwendig, die den ganzen Kosmos erschaffen kann. Gäbe es einen Teilhaber, der seine Finger im Kosmos (als ganzem) hätte, so müsste er auch noch seinen Anteil am kleinsten Kern haben. Denn dieser ist dessen Muster. In diesem Fall müssten zwei (Herren, deren) Herrschaft(sansprüche) in dem riesigen Kosmos keinen Platz finden können, in einem Kern, ja sogar in einem Atom ihren Platz finden. Das ist aber die sinnloseste und am weitesten entfernte Unmöglichkeit aller Unvorstellbarkeiten und irrigen Vorstellungen. Wisse, in welchem Grade ein vielfacher, unendlicher Widerspruch, ein Fehler, eine Lüge die Abgötterei und der Unglaube sind, welche die Ohnmacht des absoluten Allmächtigen, der alle Ereignisse und Zustände des riesigen Kosmos in der Waage Seiner Gerechtigkeit und in der Ordnung Seiner Weisheit hält, sogar auch in einem Kern erfordern, und dass die Einheit Gottes (tauhid) in unendlichem Grade recht, wahr und richtig ist und sage:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلَى الْاِيمَانِ

{"Dank sei Gott für den Glauben!"}

Dritter Punkt:

Der allmächtige Schöpfer (Sani-i Qadier) setzte in diese Welt in Seinem Namen als der "Richter (Hakem)" und als der "Allweise (Hakiem)" tausende wohlgeordneter Welten ein. Inmitten dieser Welten erschuf er den Menschen, der aller Weisheit im Kosmos Mittelpunkt und Ausdruck ist, für Sich als Drehscheibe und Mittelpunkt.

Die bedeutendsten Weisheiten und Nutzanwendungen

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in dem Verwaltungsbereich "Kosmos" sind auf den Menschen hin ausgerichtet.

In dem Verwaltungsbereich "Mensch" aber stellte Er die Versorgung in den Mittelpunkt. In der Menschenwelt sind die meisten Gegebenheiten und Angelegenheiten auf diese Versorgung hin ausgerichtet und werden im Zusammenhang mit ihr sichtbar. Im Bewusstsein des Menschen und im Genuss seiner Versorgung wird die Erscheinung des Gottesnamens "Al-Hakiem, der Allweise" auf glänzende Weise erfahrbar.

Jede Wissenschaft unter Hunderten von Wissenschaften, welche das menschliche Bewusstsein entwickelt hat, beschreibt jede einzelne Wissenschaft den Gottesnamen "Al-Hakem, der Richter" auf ihre Art und in Seiner eigenen Erscheinungsweise.

Fragt man zum Beispiel die Medizin: "Was ist diese Schöpfung?" wird sie sicherlich sagen:

"Sie ist eine überaus wohlgeordnete, vollkommene, riesige Apotheke. Darin sind alle Medikamente aufs Beste hergestellt und aufbewahrt."

Fragt man die Chemie: "Was ist diese Erdkugel?" Sie wird sagen: "Sie ist ein überaus wohlgeordnetes, vollkommenes, chemisches Institut."

Die Fachrichtung Maschinenbau wird sagen: "Sie ist eine überaus vollkommene Fabrik, ohne einen Fehler."

Die Agrarwissenschaft wird sagen: "Sie ist ein wohlbestellter Acker und ein vollkommener Garten, welche überaus ertragreich sind und jede Art Getreide und Körner zu rechter Zeit hervorbringen."

Die Wirtschaftswissenschaft wird sagen: "Sie ist eine überaus wohlgeordnete Messe, ein Markt in perfekter Ordnung und ein Geschäft für Waren von hoher Qualität."

Die Logistik wird sagen: "Sie ist ein überaus wohlgeordnetes Lager, das alle Arten Versorgungsgüter bereitstellt."

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Die Ernährungswissenschaft wird sagen: "Sie ist eine Küche Gottes des Herrn, ein Kessel, worin der Erbarmer (Rahman), Hunderttausende von wohlschmeckenden Speisen gleichzeitig in vollkommener Wohlordnung zubereiten lässt."

Die martiale Wissenschaft wird sagen: "Die Erde ist ein Heerlager. In diesem Heer finden sich vierhunderttausend verschiedene Völker, die in jedem Frühling neu rekrutiert werden und auf dem Erdenrund ihre Zelte errichten. Ihre unterschiedliche Ernährung, ihre unterschiedliche Bekleidung, ihre Waffen, ihre unterschiedliche Aushebung und ihre Entlassung werden in vollkommener Ordnung, ohne irgendeinen zu vergessen oder zu verwechseln, durch den Befehl, die Kraft, die Barmherzigkeit und durch die Schatzkammer des einen, einzigen Oberkommandanten überaus wohlgeordnet vollendet, gelenkt und geleitet."

Fragt man die Elektrizitätslehre, so wird sie mit Sicherheit sagen: "Die Decke dieses prächtigen Weltenschlosses ist mit zahllosen elektrischen Lampen überaus wohlgeordnet und wohlausgewogen verziert. Diese Wohlordnung und diese Wohlausgewogenheit ist so wunderbar, dass alle diese Lampen am Himmel, allen voran unsere Sonne, die tausendfach größer als unsere Erdkugel sind, obwohl sie ständig brennen, weder ihr Gleichmaß verlieren, noch explodieren oder eine Feuersbrunst verursachen. Ihre Ausgaben sind unendlich hoch. Woher also kommen ihre Einnahmen, ihr Öl, ihre Brennstoffe? Warum erschöpfen sie sich nicht? Warum verliert ihre Brennstärke nicht ihr Gleichmaß? Selbst eine kleine Öllampe erlischt, wenn sie nicht regelmäßig versorgt wird. Betrachte diese Weisheit und die Macht des majestätischen Allweisen (Hakiem-i Dhu l-Djelal), der die Sonne,

die astronomisch gesehen

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Millionen Mal größer als unsere Erdkugel ist und seit mehr als einer Million Jahren besteht, ohne Kohle, ohne Öl brennen und nicht erlöschen lässt, und sage: "Subhanallah, Gott sei gepriesen." Sprich entsprechend der Anzahl der Minuten und der Sekunden der Lebenszeit der Sonne so viele Male: "Masha'allah, So wie Gott es gewollt hat; Barek'allah, Gott möge segnen; La ilaha illa'llah, Es gibt keine Gottheit außer Gott".

Das heißt also, dass über diesen himmlischen Lampen eine ganz wunderbare Ordnung herrscht. Sie werden mit größter Aufmerksamkeit versorgt. Was aber diese so großen und so vielen Feuermassen und diese vielen strahlenden Leuchter betrifft, so ist es wohl die Hölle, deren Hitze unerschöpflich ist und die mit ihrer Hitze ohne Licht einen Dampfkessel speist. Die Lichtmaschine und zentrale Fabrik dieser elektrischen Lampen aber ist wohl das immerwährende Paradies, das sie mit Helligkeit und Licht versorgt. Durch die gewaltige Erscheinung des Gottesnamens «Al-Hakem, der Richter» und «Al-Hakiem, der Allweise» setzt sich ihr strahlendes Licht wohlausgewogen fort.

Und dergleichen viele andere Beispiele mehr.

Darüber hinaus stellen Hunderte von Wissenschaften sichere Zeugnisse dafür aus, dass diese Schöpfung vollkommen wohlgeordnet und frei von jeglichem Mangel in grenzenloser Weisheit und mit allem Nützlichen ausgestattet ist. Und diese wunderbare und alles umfassende Weisheit, diese Wohlordnung und Weisheit, von welcher

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der ganze Kosmos geprägt ist, sind auch noch im kleinsten Lebewesen und in verkleinertem Maßstab in einem Kern enthalten.

Es ist ganz klar und deutlich, dass seinen Absichten, Einsichten und Zweckmäßigkeiten in schönster Ordnung zu folgen, nur in freier Entscheidung, mit einem bestimmten Willen, in fester Absicht und mit Bestimmtheit möglich ist, sonst aber nicht. Das aber kann nicht das Werk von Ursachen und Naturkräften sein, die über keine Entscheidungsfreiheit, keine Willenskraft und kein Bewusstsein verfügen, die nichts beabsichtigen, ja noch nicht einmal einen Einfluss ausüben können. Das aber heißt, den, der frei ist in Seinen Handlungen und Entscheidungen, den allweisen Schöpfer (Sani-i Hakiem), den alles Sein in diesem Kosmos mit seiner grenzenlosen Wohlordnung und Zweckmäßigkeit voraussetzt und auf Ihn hinweist, nicht zu kennen oder Ihn gar zu verleugnen, wäre eine ganz erstaunliche Unwissenheit, eine solche Torheit, wie sie sich gar nicht beschreiben lässt. Wenn es in dieser Welt in der Tat etwas gibt, worüber man über alles staunen müsste, so ist dies eine solche Verleugnung. Denn: Bei dieser grenzenlosen Wohlordnung und Weisheit allen Seins im Kosmos, worin doch Zeugnisse für Seine Existenz und Einheit (vahdet) liegen, Ihn dennoch nicht wahrzunehmen und Ihn nicht erkennen zu wollen, bedeutet Verblendung und Ignoranz in einem Grade, die selbst der verblendetste Laie noch versteht. Ja, ich kann sogar sagen, dass die Sophisten unter den Leuten des Unglaubens, welche für verrückt gehalten werden, weil sie die Existenz des Kosmos bestreiten, noch am vernünftigsten sind. Denn: Da es nicht möglich ist und nicht sein kann, die Existenz des Kosmos zu bestätigen und dennoch nicht an Gott, Seinen Schöpfer, zu glauben, haben sie nun begonnen, die Existenz des Kosmos zu bestreiten, und am Ende auch sich selbst in Abrede gestellt. Indem sie sagten, es gibt gar nichts, und so ihren Verstand aufgaben, haben sie sich vor der grenzenlosen Unvernunft der übrigen Ungläubigen gerettet,

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die sich unter den Deckmantel ihrer Vernunft geflüchtet hatten und sind wieder ein wenig zur Vernunft gekommen.

Vierter Punkt:

Wir hatten bereits im "Zehnten Wort" darauf hingewiesen: Niemand, der über ein Denkvermögen verfügt, nimmt an, dass ein Baumeister, der überaus sinnvoll arbeitet und mit jedem Stein eines Schlosses, an dem Er baut, mit Sorgfalt hunderterlei Weisheiten verfolgt, kein Dach über dem Schloss errichten sollte, was doch dessen sinnlosen Zerfall zur Folge hätte, und damit all Seine sinnvolle Arbeit wieder zunichte machen würde. Es ist in keinerlei Hinsicht möglich, dass der absolute Allweise (Hakiem-i Mutlaq), der in seiner vollkommenen Weisheit aus einem Kern von einem Dirhem (ca. 3 g) Gewicht Ziel, Zweck und Nutzen, so gewichtig wie hunderte Batman (ca. 8 kg), mit Sorgfalt zu erlangen versucht, zu einer Verschwendung fähig sein sollte, die in ihrer Sinnlosigkeit Seiner Weisheit widerspricht, ihr entgegengesetzt ist, indem Er einen Baum, riesengroß wie ein Berg, mit sehr vielen Kosten versorgt, einzig zu einem Nutzen von einem Dirhem, einzig mit dem winzig kleinen Ziel, eine einzige Frucht hervorzubringen. Wenn der allweise Schöpfer (Sani-i Hakiem), der alles Sein und Leben in diesem kosmischen Schloss, mit hunderterlei Weisheiten versieht und es mit Hunderten von Aufgaben betraut, ja sogar jedem einzelnen Baum so viele Weisheiten wie Früchte und so viele Aufgaben wie Blüten gibt, den Tag des Weltuntergangs nicht anbrechen ließe und die Wiederauferstehung am Jüngsten Tag nicht bewirkte, so hieße das, dass alle grenzenlosen und zahllosen Weisheiten und diese unendlich vielen Aufgaben sinnlos, absurd, hohl und nutzlos verloren gingen. Man müsste dann der vollkommenen Macht (kemal-i qudret) des absolut Allmächtigen (Qadier-i Mutlaq) eine absolute Ohnmacht, der vollkommenen Weisheit (kemal-i hikmer) des absolut Allweisen (Hakiem-i Mutlaq) eine grenzenlose Sinnlosigkeit und Nutzlosigkeit, der Schönheit der Barmherzigkeit (djemal-i rahmet) des absolut Allbarmherzigen (Rahiem-i Mutlaq) eine unendliche Hässlichkeit, der vollkommenen Gerechtigkeit (kemal-i adalet) des Allgerechten (Adil-i Mutlaq)

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eine unendliche Ungerechtigkeit nachsagen. Das bedeutet, dass man die Weisheit, die Barmherzigkeit und die Gerechtigkeit, die sich jedem in diesem Kosmos zeigen, bestreiten müsste. Das aber wäre eine Merkwürdigkeit, deren Absonderlichkeit unendlich viele nichtige Dinge in sich enthielte.

Da sollen doch nun einmal die Leute des Irrglaubens kommen und sich einmal ihren Irrglauben betrachten und sehen, welch schreckliche Finsternis, was für eine Dunkelheit, ein Loch voller Schlangen und Skorpione, sich in ihm findet, so als wäre es ihr Grab. Was aber den Glauben an das Jenseits betrifft, so werden sie ihn als eine Straße erkennen, so schön und lichtvoll wie das Paradies, und sie werden zum Glauben gelangen.

Fünfter Punkt:

Zwei Problemstellungen

Erste Problemstellung:

Der majestätische Schöpfer (Sani-i Dhu l-Djelal) bevorzugt stets, wie es Sein Name "Al-Hakiem, der Allweise" erfordert, bei jedem Ding die einfachste Art, den kürzesten Weg, die leichteste Methode und die zweckmäßigste Vorgehensweise, was zeigt, dass es in der Schöpfung keine Verschwendung, keine Sinnlosigkeit und keine Nutzlosigkeit gibt. Wie aber die Verschwendung mit dem Gottesnamen "Al-Hakiem, der Allweise" im Widerspruch steht, so ist auch die Sparsamkeit ein Erfordernis des Namens "Al-Hakiem, der Allweise" und dessen zu Grunde liegendes Prinzip.

Oh du verschwenderischer Mensch, der du nicht haushältst (iktisadsiz)! Wisse, inwieweit du dich der Wahrheit entgegengesetzt verhältst, da du nicht auf die Sparsamkeit achtest, welche ein grundlegendes Prinzip im ganzen Kosmos ist, und verstehe, welch ein grundlegendes und umfassendes Prinzip uns die Ayah

كُلُوا وَ اشْرَبُوا وَ لاَ تُسْرِفُوا

{"Ihr sollt essen und trinken, doch nicht verschwenden!" (Sure 7, 31)}

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unterrichtet!

Zweite Problemstellung:

Man kann sagen, dass die Gottesnamen "Al-Hakem, der Richter" und "Al-Hakiem, der Allweise" die Sendung des Ehrenwerten Gesandten Gottes, mit dem Friede und Segen sei, beweisen und notwendig machen. Ein so bedeutungsvolles Buch erfordert nun einmal einen Lehrer, der es unterrichtet; eine so makellose Schönheit einen Spiegel, worin sie sich selbst sehen und worin sie sich sichtbar machen kann, ein Kunstwerk, das so vollkommen ist, denjenigen, der es überall ausstellt und bekannt macht. Mit Sicherheit findet sich ein vollkommener Führer, ein großer Lehrer des Menschengeschlechtes, welcher Ansprechpartner dieses großen kosmischen Buches ist, das in jedem Buchstaben hunderte Bedeutungen und Weisheiten enthält, damit er die heiligen und wahrhaftigen Weisheiten, die sich in diesem Buch befinden, unterrichten kann. Vielmehr soll er von der Weisheit und Zweckmäßigkeit im Kosmos verkünden, das heißt dem Aufscheinen der Absichten seines Herrn, ja geradezu ihrer Erfüllung, zum Werkzeug dienen. Er soll die Vollkommenheit der Kunstwerke und die Schönheit der Namen des Schöpfers, die Er im ganzen Kosmos in ihrer Bedeutung aufzeigen will, bekannt machen und ihnen als ein Spiegel dienen. Da der Schöpfer von allem Sein geliebt werden will und von allen Bewusstsein tragenden Geschöpfen Anerkennung erwartet, wird einer im Namen dieser Bewusstsein tragenden Geschöpfe, dieser alles umfassenden Erscheinung der Herrschaft, mit einem ebenso umfassenden Dienst und in gleicher Anbetung entgegenkommen, und durch den Ruf seiner Verkündigung und seinen Lobpreis Land und Meer in Ekstase bringen, Himmel und Erde mit ihm füllen und so die Aufmerksamkeit dieser Bewusstsein tragenden Geschöpfe auf den Künstler und Schöpfer dieser Kunstwerke lenken. Er wird durch den ruhmreichen Qur'an, dessen heiligen Lektionen und Anordnungen alle Leute von Verstand ihre Ohren neigen, die göttliche Ziele des Designers,

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welcher der Richter und der Allweise (Sani-i Hakem-i Hakiem) ist, auf schönste Weise zeigen. Eine solche Persönlichkeit, die den Erscheinungen aller Weisheit Gottes, Seiner Schönheit und Seiner Größe (djelal) aufs Schönste entgegenkommt, ist für diesen Kosmos notwendig und zwangsläufig wie die Existenz der Sonne. Derjenige, der sich so verhält und diese Aufgaben auf das Vollkommenste versieht, ist offensichtlich der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei. Daher erfordern die Weisheiten im Kosmos das Prophetentum Ahmeds (Mohammeds), mit dem Friede und Segen sei, so wie der Sonne das Licht und dem Lichte der Tag folgen muss.

Wie die gewaltige Erscheinung des Namens Gottes "Al-Hakiem, der Allweise" im größten Umfang das Prophetentum Ahmeds (Mohammeds), mit dem Friede und Segen sei, erfordert, so erfordert auch jeder von den vielen Gottesnamen wie Allah, der Erbarmer (Rahman), der Barmherzige (Rahiem), der Freund (Vedud), der Geber (Mun'im), der Gastfreundliche (Keriem), der Schöne (Djemil) und der Herr (Rab) in ihrer gewaltig großen Erscheinung, die im Kosmos sichtbar ist, im gewaltigen Umfang und auf der sichersten Stufe das Prophetentum Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei.

Zum Beispiel: Die umfassende Barmherzigkeit (rahmet-i vasia), die die Erscheinung des Gottesnamens "der Allerbarmer (Rahman)" ist, wird durch diesen Herrn, der die Barmherzigkeit für die Welt ist, sichtbar. Dass Gott von uns geliebt werden und sich in Seiner Freundschaft uns bekannt geben will, welches die Erscheinung des Namens Gottes "Al-Vedud, der Freund" ist, kommt durch diesen Geliebten des Herrn der Welten erst zum Tragen und findet durch ihn seine Resonanz.

Alle Schönheiten, die ein Funke der Ausstrahlung des Namens "Al-Djemiel, der Schöne" ist, das heißt, die Schönheit, die Sein Wesen betrifft, die Schönheit Seiner Namen, die Schönheit Seiner Kunstwerke und die Schönheit der Geschöpfe, werden erst in diesem Spiegel Ahmeds (Mohammeds), mit dem Friede und Segen sei,

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sichtbar und können erst in ihm gesehen werden. Die Erscheinung der Größe Seiner Herrschaft (hashmet-i rububiyet) und das Königreich Seiner Gottheit (saltanat-i uluhiyet) werden auch durch die Sendung des Herrn Ahmed, mit dem Friede und Segen sei, und der der öffentliche Ausrufer des Königreichs Seiner Herrschaft ist, erfahren und erkannt, verstanden und bestätigt. Und so weiter...

Wie diese Beispiele legen die meisten der schönen Namen Gottes ein glänzendes Zeugnis für das Prophetentum Ahmeds (Mohammeds), mit dem Friede und Segen sei, ab.

Zusammenfassung:

Da dieser Kosmos nun einmal da ist und nicht geleugnet werden kann, so können auch die bezeugten Wahrheiten wie Weisheit, Güte, Barmherzigkeit, Schönheit, Ordnung, Ausgewogenheit und Verzierung, die die Farben, die Verzierungen, die Lichter, die Strahlen, die Kunstwerke, das Leben des Kosmos sind und ihn im Innersten zusammen halten, in keinem Fall geleugnet werden. Da das Leugnen dieser Eigenschaften und Tätigkeiten nicht möglich ist, kann auch der Herr (Dhat), der Allweise (Hakiem), Barmherzige (Rahiem), Gastfreundliche (Keriem), Schöne (Djemiel), Richter (Hakem), Gerechte ('Adl), dessen Dasein notwendig (vadjib) ist und welcher der Träger all dieser Eigenschaften, der Täter all dieser Tätigkeiten und die Sonne über all diesen Lichtern ist, in gar keinen Fall geleugnet werden, und es ist nicht möglich, sein Dasein zu leugnen. Und mit Sicherheit kann auch das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, und welches die Quelle ist, aus der all diese Eigenschaften und Tätigkeiten in Erscheinung treten, ja sich sogar noch vervollkommnen, ja erst wirklich werden, welcher der große Führer, der vollkommenste Lehrer, der gewaltigste öffentliche Ausrufer, der Entdecker der verborgenen tiefen Wahrheiten des Kosmos, der Spiegel des Einzigartigen (Samed) und der Geliebte des Allerbarmers (Habib-i Rahman) ist, in gar keinem Fall geleugnet werden. Gleich wie die Lichtstrahlen in der Welt der Wirklichkeit und in der

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Wirklichkeit des Kosmos ist sein Prophetentum das glänzendste Licht des Kosmos.

عَلَيْهِ وَعَلَى اٰلِهِ وَصَحْبِهِ الصَّلاَةُ وَالسَّلاَمُ بِعَدَدِ عَاشِرَاتِ الْاَيَّامِ وَذَرَّاتِ الْاَنَامِ ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Ihm und seiner Familie, seinen Gefährten Friede und Segen nach der Zahl der Sekunden der Tage, der Anzahl der Atome der Menschen." "Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast, denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Vierter Punkt des Dreißigsten Blitzes

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ قُلْ هُوَ اللّٰهُ اَحَدٌ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen. Sprich: Er ist Gott, der Eine und Einzige." (Sure 112, 1)}

Ein besonders subtiler Punkt dieser Ayah und eine Erscheinung des göttlichen Namens "der Alleinige (Ferd)", welcher der Gewaltige Name (Ism-i Adham) ist, der aus dem Namen "der Eine und Einzige in Seiner Allgegenwart (Vahid ve Ahad)" besteht und ein Licht aus den sechs Lichtern ist, das der Gewaltige Name ist, erschien mir während des Monats Schawwal im Gefängnis von Eskischehir. Wenn wir uns hier auf die Einzelheiten jener größten Erscheinung der Risale-i Nur beziehen (tafsil), so wollen wir hier nur ganz kurz mit "sieben Hinweisen" jene wahre Einheit (Tauhid) erklären, die der Name "der Alleinige (Ferd)" in seiner gewaltigsten Erscheinung darstellt.

Erster Hinweis

Das Zweiundzwanzigste Wort und der Dreiunddreißigste Brief haben im Einzelnen gezeigt, dass der Gewaltige Name "Der Alleinige (Ferd)" in seiner gewaltigen Erscheinung dem Kosmos als Ganzem und jeder einzelnen Gattung und jedem einzelnen (Ding in ihm) das Siegel der Einheit (Tauhid) und den Stempel Seiner Allgegenwart (Vahdaniyet) aufgeprägt hat. Wir wollen hier nur auf drei dieser Prägungen verweisen.

Erste Prägung:

Die Erscheinung Gottes, des Alleinigen (ferdiyet), hat dem Antlitz des Kosmos einen Stempel der Einheit (vahdet) aufgeprägt, wodurch sie ihn zu einem Ganzen gemacht und so dessen Teilung nicht angenommen hat. Wer nicht die Macht hat, über das Universum als Ganzes zu verfügen, kann nicht der wahre Eigentümer auch nur irgendeines Teiles davon sein. Diese Prägung ist folgende: Gleich wie das vollkommenste Räderwerk in

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einer Fabrik, so helfen auch alle Dinge (maudjudat) und alle Arten des Seins im Universum einander und arbeiten zusammen, um einander in ihren Aufgaben zu ergänzen. In ihrer Solidarität, ihrer Zusammenarbeit, in der Art, wie sie einander in ihren Anforderungen unterstützen und wie sie einander zu Hilfe eilen, einander umarmen und schließlich miteinander eins werden, bilden sie miteinander eine Einheit des Seins (vahdet-i vudjud), derzufolge sie, wie die Glieder des menschlichen Körpers, nicht wieder voneinander getrennt werden können. Wenn jemand eines seiner Glieder kontrolliert und doch nicht die Kontrolle über alle von ihnen hat, wird seine Bemeisterung eines einzelnen Gliedes niemals vollständig sein können.

So formt denn diese Zusammenarbeit, diese Solidarität, diese gegenseitige Unterstützung und wie sie einander umarmen ein höchst glänzendes Großes Siegel göttlicher Allgegenwart (Vahdet).

Zweite Prägung:

In der Erscheinung des Namens "der Alleinige (Ferd)" auf dem Antlitz der Erde und dem Gesicht des Frühlings findet sich ein glänzendes Siegel der göttlichen Einheit (Ahadiyet) und ein Stempel der göttlichen Allgegenwart (Vahdaniyet), der beweist, dass jemand, der nicht alle Lebewesen auf dem Antlitz des Erdenrunds mit all ihren einzelnen (Gliedern), deren Angelegenheiten und Verhältnissen lenken und leiten kann und sie nicht alle zusammen sehen und kennen und sie nicht erschaffen kann, an ihrer Erschaffung in gar keiner Weise mitwirken kann. Diese Prägung ist folgende:

Wenn man einmal die höchst ordentlichen, jedoch verborgenen Prägungen auf den Mineralien, den Elementen und der unbelebten Natur dieser Erde außer Betracht lässt und nur die folgende Prägung auf den zweihunderttausend Tier- und Pflanzenarten in den Blick nehmen, so sehen wir mit unseren eigenen Augen im Frühling auf dieser Erde, dass allen Dingen mit ihren verschiedenen Aufgaben (hizmet), verschiedenen Formen, verschiedenen Formen des Unterhalts (rizq), ihren verschiedenen Arten von

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Mitgliedern, trotz ihrer Einheit ineinander und trotzdem sie alle miteinander vermischt sind, alles gegeben wird, was sie benötigen, ohne Verwirrung und ohne einen Irrtum, in vollkommener Unterscheidung und in einer perfekten Trennung voneinander, in einer außerordentlich sensitiven Balance, ohne jede Schwierigkeit, zu ganz genau der richtigen Zeit und von einem nicht erwarteten Ort aus. Diese Lage, diese Planung, diese Verwaltung bildet ein solches Siegel göttlicher Allgegenwart (Vahdaniyet) und einen Stempel Seiner Einheit (Ahadiyet), dass jemand, der nicht alles Sein gleichzeitig aus dem Nichts erschaffen, es lenken und leiten kann, sich auch in keiner Weise in die Herrschaft (rububiyet) Gottes oder irgendwie in Seine Schöpfung einmischen kann. Denn könnte er sich irgendwie in sie einmischen, so würde dieses unendlich umfangreiche System Seiner Lenkung und Leitung zerstört werden. Doch der Mensch dient wiederum nach Gottes Befehl ganz offensichtlich dem einwandfreien Ablauf entsprechend den Gesetzen Seiner Göttlichen Herrschaft (kavanin-i rububiyet).

Dritte Prägung:

Im Gesicht des Menschen findet sich eine solche Prägung der Einheit (Ahadiyet)... ja vielmehr ist das Gesicht des Menschen (selbst diese Prägung), sodass dies ein Grund dafür ist, dass, wer nicht alle Menschen, die von Adams Zeiten bis zum Weltende gekommen sind und noch kommen werden, gleichzeitig mit seinem Blick umfassen kann... und nicht in jedem einzelnen Gesicht je ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber jedem anderen setzen kann... und nicht in jedem auch noch so kleinen Gesicht unendlich viele Unterscheidungsmerkmale hinterlassen kann, seine Hand hinsichtlich der Erschaffung nicht nach dem Stempel der Allgegenwart (Vahdaniyet) im Gesicht auch nur eines einzigen Menschen ausstrecken kann. Derjenige, der mit Seinem Stempel das Gesicht eines Menschen prägt, muss in der Tat mit Sicherheit alle Glieder des Menschengeschlechts in seinem Blick haben und mit Seinem Wissen umfassen, denn obwohl die grundlegenden Teile des Gesichtes einer

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jeden Person einander ähnlich sind, unterscheiden sie sich dennoch in einigen Punkten voneinander. Die Tatsache, dass alle Teile des Gesichtes, wie Auge und Ohr, einander ähneln sind das Siegel der Einheit (sikke-i Tauhid) und bezeugen, dass der Künstler (Sani') des Menschengeschlechtes ein Einziger (vahid) ist. So bewirken auch die vielen weisen Unterschiede, im Unterschied zu den Gattungen (in der Tierwelt), in denen sie sich voneinander unterscheiden keine Verwirrung und bewahren die Rechte von ihnen allen und zeigen darüber hinaus auch noch den Willen (irade) des einen Meisters (Sani-i Vahid), seine Freiheit, etwas zu entscheiden (ihtiyar) und zu beschließen (meshiet) und sind alle verschiedene subtile Siegel der göttlichen Einheit (Ahadiyet). Sie zeigen, dass der, welcher nicht alle Menschen und Tiere, ja sogar das Universum erschaffen, auch dieses Siegel nicht (für sich in Anspruch) nehmen kann.

Zweiter Hinweis

Die verschiedenen Arten und die Elemente der Welten des Universums sind so miteinander vernetzt und verwoben, dass eine Ursache, die nicht das Universum als ganzes besitzt, nicht die wahre Verfügung über alle ihre Arten, ihre Elemente haben kann. Es ist, als ob die Erscheinung der Einheit (vahdet), die von dem Namen "der Alleinige (Ism-i Ferd)" ausgeht, den ganzen Kosmos in einer Einheit (vahdet) umfasst, sodass alle Dinge diese Einheit verkündigen. Gleich wie z.B. die Sonne, die eine einzige ist und unsere Lampe im All (kainat), darauf hinweist, dass das ganze Universum (kainat) ein Einziges ist, so ist auch das Element "Luft", dieser so rasch bewegliche Diener aller Lebewesen ein Einziges... ist auch das Feuer, das ihr Koch ist, ein Einziges... sind auch die Wolken, die wie Schwämme die Gärten der Erde bewässern, (wie einander gleich und) eins... ist auch der Regen (gleich wie) eins, der allem, was da lebt, zu Hilfe eilt... sind auch die meisten Tier- und Pflanzenarten, die sich frei über die Erde verbreiten, entsprechend ihrer Gattung und ihrem Lebensraum eins und verweisen auf eine zuhöchst

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sichere Art darauf hin und bezeugen, dass alles, was da ist und was da lebt (maudjudat) gemeinsam mit seinen Verbreitungsgebieten das Eigentum eines einzigen Herrn (bir dhat) sind.

Wenn wir also nun dieser Analogie (qiyas) folgen, so haben die ineinander verflochtenen Arten des Universums die ganze Welt zu einer Einheit (birbirine) gemacht, sodass sie hinsichtlich ihrer Erschaffung unteilbar ist. Eine Ursache, die nicht das ganze Universum regiert, kann hinsichtlich ihres Herrschaftsbereichs (rububiyet) und ihrer Schöpferfähigkeit (idjad keyfiyet) über nichts regieren und kann kein einziges Atom dazu veranlassen, ihre Autorität anzuerkennen.

Dritter Hinweis

Gleichwie der Name "der Alleinige (Ferd)" durch Seine gewaltige Manifestation das Universum zu unzähligen Briefen des Einzigartigen (mektubat-i Samedaniye) gemacht hat, wobei auf jedem einzelnen Brief unendlich viele Siegel Seiner Allgegenwart (Vahdaniyet) und sehr viele Stempel Seiner Einheit (Ahadiyet) zu sehen sind, so trägt auch ein jeder von ihnen entsprechend der Anzahl der Worte eines jeden Briefes ebenso viele Stempel Seiner göttlichen Einheit (Vahdaniyet) und verweist entsprechend der Anzahl dieser Stempel auch ebenso oft auf Seinen Schreiber.

In der Tat sind alle Blumen, alle Früchte, alle Gräser, ja sogar alle Tiere und alle Bäume Siegel der göttlichen Einheit und Stempel des Einzigartigen (Samedaniye) und was die Plätze betrifft, an denen sie gefunden werden, so hat jeder von ihnen hinsichtlich dieser Form eines Briefes, die er angenommen hat, die Gestalt einer Unterschrift angenommen, die auf den Schreiber (und Verfasser) dieses Platzes hinweist. So gleicht z.B. die Butterblume (sari tjitjek) in einem Garten dem Stempel dessen, der (den Teppich) dieses Gartens geknüpft hat. Wessen auch immer eine solche Blume ist: alle Blumen dieser Art auf dem gesamten Antlitz der Erde zeigen klar, dass sie Sein Wort sind und dass

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auch der Garten Seine Handschrift ist. Das aber heißt, dass ein jedes Ding alle Dinge auf ihren Schöpfer zurückführt und so auf die gewaltige Einheit Gottes (Tauhid) verweist.

Vierter Hinweis

Während die gewaltige Manifestation des Namens "der Alleinige (Ferd)" so offensichtlich klar und deutlich ist, so ist sie darüber hinaus auch bis zur Notwendigkeit hin verständlich und dabei auch noch unendlich leicht anzunehmen. Zudem wurde auch anhand vieler Beweise bewiesen, dass die Beigesellung von Partnern (shirk), welche dieser Erscheinung widerspricht und ihr entgegengesetzt ist, auch unendlich schwierig ist und weit davon entfernt, noch vernünftig zu sein, ja geradezu unverständlich und in der Tat unmöglich. Das wurde auch in der Risale-i Nur bereits mehrfach erklärt. Wir wollen an dieser Stelle die Einzelheiten der betreffenden Punkte dieser Beweise den entsprechenden Abhandlungen überlassen und nun hier nur "Drei Punkte" zur Erklärung anfügen.

Erstens:

Wir haben bereits am Ende des "Zehnten" und "Neunundzwanzigsten Wortes" ganz kurz und am Ende des "Zwanzigsten Briefes" ausführlich mit höchst zuverlässigen Beweisen bewiesen, dass für die Persönlichkeit des "Alleinigen und Einzigartigen (Ferd ve Ahad)" die Erschaffung des größten Dinges ebenso leicht und einfach ist wie die des kleinsten. Er erschafft den Frühling ebenso leicht wie eine Blume. Er erschafft vor unseren Augen in jedem Frühling mit Leichtigkeit tausend Beispiele für die Auferstehung. Er versorgt einen großen Baum ebenso mühelos wie eine kleine Frucht. Überlassen wir dies aber den Ursachen, dann wird eine Frucht ebenso aufwendig und schwierig wie ein ganzer Baum und eine Blume ebenso mühsam und schwierig wie der Frühling.

Wird die Ausrüstung eines Heeres auf Anordnung eines einzelnen Kommandanten in einer einzigen Fabrik angefertigt,

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dann ist die Herstellung dieser Ausrüstung ebenso einfach wie die für einen einzelnen Soldaten. Wird dagegen die Ausrüstung für die Soldaten in verschiedenen Fabriken hergestellt und wenn die Versorgung der Soldaten von einer einheitlich geregelten zu einer mehrheitlich irregulären überwechselt, so braucht ein jeder Soldat so viele Fabriken, wie es Soldaten im Heer gibt. Schreibt man in gleicher Weise jedes Ding dem Alleinigen und Einzigen zu, dann werden die zahllos vielen Einzelnen einer Art ebenso leicht wie ein Einziger. Wenn man ihn den Ursachen zuschreibt, wird dies so schwierig wie eine ganze Art.

Einheitlichkeit (vahdet) und Einzigartigkeit (ferdiyet) sind in der Tat mit dem Einen Allgegenwärtigen Herrn (Dhat-i Vahid) verbunden und finden in Ihm ihren Halt. Was aber diese Verbundenheit und diesen Halt betrifft, so können sie um einer Sache willen zu einer grenzenlosen Macht (qudret) werden, als ihre Kraft (quvvet) gelten. In der Kraft (quvvet) dieser Verbundenheit kann ein kleines Ding so viel Halt (istinad) finden, dass es viele tausendmal über seine eigene Kraft (quvvet) hinauswachsen und Leistungen vollbringen, Ergebnisse zu Stande bringen kann, während ein Ding, das über eine große Kraft (quvvet) verfügt, jedoch nicht mit dem Einzigen und Allgegenwärtigen (Ferd ve Ahad) verbunden ist und nicht in Ihm seinen Halt (istinad) findet, entsprechend seiner eigenen Stärke vielleicht nur eine mindere Leistung vollbringen kann, die dann zu entsprechend geringeren Ergebnissen führt. Während z.B. ein sehr starker und mutiger Mann, wenn er für sich allein zu Felde zieht, dazu gezwungen ist, auch seine Ausrüstung und seine Verpflegung auf seinen eigenen Schultern zu tragen und deshalb auch nur zehn Feinden einen vorübergehenden Widerstand zu leisten vermag, weil seine persönlichen Kräfte insoweit begrenzt sind, wird für einen Mann, der als Teil in einer Armee mit seinem Kommandeur verbunden ist und sich auf ihn stützen (istinad) kann, und der nicht dazu gezwungen ist, seine eigene Ausrüstung und Verpflegung zu tragen, diese Verbindung, dieser Halt zu einer unerschöpflichen

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Macht (quvvet) und wie zu einem Schatz. Durch die Macht dieser Verbindung kann er den Marschall einer besiegten feindlichen Armee mit tausenden anderen zusammen gefangen nehmen.

Das also heißt: Gleich wie in dieser Einheit (vahdet) und Einzigartigkeit (ferdiyet) in der Macht (quvvet) einer solchen Verbundenheit eine Ameise den Pharaoh besiegen, eine Mücke einen Nimrod besiegen kann und eine Mikrobe einen Tyrannen, so kann auch ein Samenkorn klein wie ein Senfkorn einen majestätischen Baum, groß wie einen Berg auf seine Schultern heben. Ein General mag in der Tat eine Armee aussenden, um einem einzelnen Soldaten zu helfen, der ihm mit dieser ganzen Armee den Rücken stärken kann, sodass er also die moralische Unterstützung (quvvet-i manevi) einer Armee hinter sich hat, und er dann durch diese Macht im Namen seines Kommandeurs große Taten vollbringen kann. In ähnlicher Weise hat der Urewige Sultan (Sultan-i Edhel), da er der Eine und Alleinige (Ferd ve Ahad) ist, keine Bedürfnisse irgendwelcher Art. Aber selbst wenn wir einmal annehmen, er hätte irgendwelche Bedürfnisse, so würde er doch alle Dinge aussenden, um jedem einzelnen Ding zu helfen und eine ganze kosmische Armee hinter einem Ding zusammenrufen; und ein jedes Ding könnte sich auf eine Macht (quvvet) stützen, so groß wie das ganze Universum und so würden für jedes Ding, bestünde ein solches Bedürfnis, alle Dinge durch die Macht (quvvet) des Alleinigen (Ferd) Kommandanten bereit stehen. Gäbe es diese All-Einigkeit (ferdiyet) (des Kommandanten) nicht, würde auch jedes (andere) Ding seine Macht verlieren, gleich einem Nichts werden und so würde auch (alles was) als Ergebnis (von ihm ausgeht) ins Nichts stürzen.

So zeigen uns denn solche kleinen, unbedeutenden Dinge, aus denen diese wahrhaft wunderbaren Werke entstehen, wie wir dies augenscheinlich jederzeit bezeugen können, ganz offensichtlich die Einheit Gottes und Sein Einzig-Sein (Ferdiyet ve Ahadiyet). Wäre es nicht (um dieser Einheit willen), würden sich die Ergebnisse,

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die Früchte und diese Werke (wie sie aus all den Dingen hervorgehen) auf die Substanz (maddi) und die Kraft (quvvet) eines jeden Dinges reduzieren und ins Nichts stürzen. Und nichts von dieser unendlichen Fülle und dem so grenzenlos günstigen Preis für diese so außerordentlich kostbaren Dinge, wie wir sie um uns herum sehen, würde noch übrig bleiben. Eine Melone oder einen Granatapfel, wie wir ihn jetzt noch für einen geringen Preis kaufen können, könnten wir dann für kein Vermögen mehr erwerben. All diese Leichtigkeit, der ganze Reichtum und dieser so günstige Preis dafür entstehen aus der göttlichen Einheit (vahdet) und bezeugen Seine Einzigartigkeit (Ferdiyet).

Zweiter Punkt:

Alles was da ist (maudjudat) wird auf zweierlei Weise (vom Nichtsein) ins Dasein gerufen: die eine ist die Erschaffung aus dem Nichts und wird Originalität oder auch die Erfindergabe genannt, die andere besteht darin, bereits bestehende Elemente und (alte) Dinge (neu) zusammenzufügen und ihnen so eine (andere) Existenz zu verleihen, was eine Komposition oder eine Synthese genannt wird. Ereignet sich dies in Übereinstimmung mit der Erscheinung göttlicher Einzigartigkeit (Ferdiyet) und im Geheimnis Seiner Einheit (Ahadiyet), so geschieht dies mit einer unendlichen Leichtigkeit, ja geradezu mit einer Einfachheit im Grade einer Notwendigkeit. Schreibt man aber (diese Vorgänge) nicht der Einzigartigkeit Gottes (Feridyet) zu, würde es unendlich schwierig und völlig unverständlich sein, ja schwierig im Grade einer Unmöglichkeit. Die Tatsache jedoch, dass alle Dinge (maudjudat) im ganzen Kosmos mit einer so unendlichen Einfachheit und Leichtigkeit ins Dasein treten, ohne jede Schwierigkeit und in einer so vollkommenen Gestalt, zeigt ganz offensichtlich die Erscheinung göttlicher Einzigartigkeit und beweist, dass ein jedes Ding unmittelbar ein Kunstwerk ist des Alleinigen Herrn in Seiner Majestät (Dhat-i Ferd-i Dhu-l'Djelal).

Schreibt man also in der Tat alle Dinge dem Alleinigen Allgegenwärtigen (Ferd-i Vahid) zu, so sind sie kraft Seiner

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unendlichen Macht (qudret) aus dem Nichts erschaffen und können aus Seinen gewaltigen Werken heraus verstanden werden, so wie man ein Streichholz (ohne jede Vorbereitung) entzünden kann. Und durch Sein allumfassendes, unendliches Wissen erhält ein jedes Ding wie in einer unsichtbaren Form sein Maß zugemessen. Die einzelnen Bestandteile aller Dinge finden bequem in dieser Form Seiner Kenntnis Platz, in Übereinstimmung mit der Form und dem Plan aller Dinge im Spiegel Seines Wissens, und dort werden sie auch in bester Ordnung bewahrt.

Sobald es notwendig wird, diese einzelnen Bestandteile von überall her zueinander zu bringen, in Übereinstimmung mit den alles umfassenden Prinzipien der Macht und den Gesetzes Seines Wissens, werden sie wie die Soldaten eines gehorsamen Heeres in bester Ordnung aneinander gebunden. Von der Macht geführt und in Übereinstimmung mit dem Wissen, kommen sie, betreten die Form des Wissens nach dem Maß jenes göttlichen Vorherwissens (qader), das das Sein des Dinges umschließt und nehmen in Leichtigkeit die (jeweilige Form) ihres Daseins an. Gleich wie eine Aufnahme (ein Ding) auf einem fotografischen Papier mithilfe einer Kamera mit einer äußerlichen Existenz bekleidet oder ein mit unsichtbarer Tinte geschriebener Brief sichtbar wird, sobald man ihn mit einem entsprechenden Mittel behandelt, so bekleidet auch die Macht (qudret) das Wesen der Dinge mit einer äußerlichen Existenz und so zeigen sich die Formen des Daseins mit großer Leichtigkeit im Spiegel des Urewigen Wissens des Alleinigen Allgegenwärtigen (Ferd-i Vahid), bringen sie aus der Welt der Bedeutungen (alem-i mana) in die sichtbare Welt und zeigen sie uns.

Wenn die Dinge nicht dem Alleinigen Allgegenwärtigen (Ferd-i Vahid) zugeschrieben werden, würde es notwendig werden, alle Teile für den Bestand einer Fliege von all überall auf der Welt und von allen Elementen her mit hochempfindlichen Waagen zusammenzubringen, als müsste man die ganze

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Erde und ihre Elemente durchsieben und dann die Atome in der richtigen Lage zu einem (neuen) wohlgeordneten Dasein zusammenfügen. Und man müsste auch alle Sinne in diesem Lebewesen (vudjud) in einer materiellen Form zu einem kunstgerechten Dasein zusammenbringen, ja sogar Formen nach der Anzahl der Elemente finden und für ihre Sinne, fein und zart wie der Geist (ruh), aus den geistigen Welten (manevi alem) eine besondere, sehr subtile Waage herüberbringen...

So wäre denn auf diese Weise die Erschaffung einer Fliege so schwierig wie die des gesamten Kosmos. Diese Schwierigkeiten würden sich in hundert Schwierigkeiten, ja sogar in völlig unmöglichen Unmöglichkeiten vervielfältigen. Denn so wie alle Leute des Glaubens und der Wissenschaft darin übereinstimmen, kann niemand außer dem Alleinigen Schöpfer (Khaliq-i Ferd) etwas aus dem Nichts erschaffen und aus dem, was nicht vorhanden ist (auch nichts gestalten). Da dies aber so ist, könnte man, wollte man auf die Ursachen und die Natur zurückgreifen, jedem Ding nur dann eine Existenz verleihen, indem man von den meisten Dingen (die dazu erforderlichen Bestandteile) sammelt.

Dritter Punkt:

Wir werden nun ganz kurz mit zwei, drei Beispielen, die bereits in anderen Teilen der Risale-i Nur erläutert worden sind, erklären, wie alle Dinge, wenn man sie dem Alleinigen Allgegenwärtigen (Ferd-i Vahid) zuschreibt, so leicht werden wie ein einzelnes Ding, während, wollte man sie den Ursachen und der Natur zuschreiben, die Existenz eines einzelnen Dinges ebenso schwierig werden würde wie die aller Dinge.

Zum Beispiel:

Wenn man die Versorgung und Führung von tausend Soldaten einem einzigen Offizier anvertraute, die von einem einzigen Soldaten aber zehn Offizieren, so wäre es zehnmal schwieriger, diesen einen Soldaten zu befehligen, als ein ganzes Bataillon zu kommandieren. Denn die, welche ihn kommandieren, behindern sich gegenseitig und in diesem Durcheinander käme der Soldat

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nicht mehr zur Ruhe. Wollte man aber, um die (notwendige) Versorgung zu regeln und das (gewünschte) Ergebnis herbeizuführen, ein (ganzes) Bataillon einem einzelnen Offizier anvertrauen, so könnte dieser das gewünschte Ergebnis leicht und ohne alle Schwierigkeiten herbeiführen und die Versorgung regeln. Wollte man, um diese Versorgung zu regeln und das (gewünschte) Ergebnis herbeizuführen, diese den Soldaten anvertrauen ohne einen Anführer, Befehlshaber oder Feldwebel, so könnte man dies nur in einem großen Durcheinander und mit vielen Streitereien erreichen, auf mangelhafte Art und mit vielen Schwierigkeiten.

Zweites Beispiel:

Wenn man z.B. einen Baumeister damit beauftragt, die Steine in einer Moschee, wie der Hagia Sophia (Ayasofya), so zu befestigen, dass sie einander in einer Kuppel in der Schwebe halten, so könnte er das vielleicht mühelos durchführen. Wollte man aber diese Aufgabe auszuführen den Steinen selbst überlassen, so müsste jeder Stein allen Steinen sowohl ein vollkommener Herrscher (hâkim-i mutlaq) als auch ein vollkommener Untertan (mahkum-u mutlaq) sein, sodass sie alle miteinander gemeinsam handelnd, einander in dieser schwebenden Position halten könnten. Um diese Arbeit, die der Meister leicht bewältigen kann, durchführen zu können, muss eine Arbeit, die hundertmal größer ist, von hundert Maurern bewältigt werden. Erst dann wird die Aufgabe erfüllt werden.

Drittes Beispiel:

Da z.B. unsere Erdkugel ein Offizier, ein Beauftragter des Alleinigen Allgegenwärtigen (Ferd-i Vahid) ist, der diesen einen Befehl seines einzigen Herrn befolgt, führt dies zu Ergebnissen wie der Entstehung der Jahreszeiten, der Folge von Tag und Nacht, den erhabenen und majestätischen Bewegungen des Himmels und dem Wechsel der himmlischen Szenen wie in einem Film. Wenn sie diesen einen Befehl ihres einzigen Herrn empfängt, so erhebt sich die Erde wie ein einziger Soldat in der Freude, die ihr aus der Erfüllung ihres Auftrags erwächst, und gleich wie ein ekstatischer Mevlevi Dervisch,

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der sich zum Sema' (Tanz) erhebt. Und so bewirkt sie das Zustandekommen all dieser prachtvollen Ergebnisse. Es ist, als ob dieser eine Soldat vor dem Angesicht des Kosmos ein großartiges Manöver befehligt.

Schreibt man aber (das Zustandekommen all dieser prachtvollen Ergebnisse) nicht dem Alleinigen Herrn (Dhat-i Ferd) zu, dessen Göttliche Herrschaft und Hochherrschaftliche Majestät (hakimiyet-i uluhiyeti ve saltanat-i rububiyet) den gesamten Kosmos umfasst und dessen Herrschaft und Befehlsgewalt über allem Sein waltet, so könnte man diese Ergebnisse, die himmlischen Manöver und die Jahreszeiten auf Erden nur dadurch hervorbringen, dass alle unsere Planeten und die Millionen von Fixsternen, die tausendmal größer sind als unsere Erde, alle vierundzwanzig Stunden und in jedem Jahr einmal diese große Reise von vielen Millionen Jahren Entfernung zurücklegen.

So sind denn diese prächtigen Ergebnisse, wie sie (unter anderem) durch diese beiden Bewegungen der Erde (mihver ve medar), die um ihre Achse und die um die Sonne, die der eines ekstatischen Mevlevi Dervisches gleichen, dieses einzigen Beauftragten gleich unserem Globus, ein Beispiel für die unendliche Leichtigkeit, wie sie sich aus der göttlichen Allgegenwart (vahdet) ergibt. Werden sie dagegen auf unendlich langen Wegen, millionenmal schwieriger als die oben beschriebenen Bewegungen erreicht, so sind sie geradezu ein Beispiel dafür, wie schwierig, ja geradezu unmöglich der Weg der Zuschreibung von Partnern (shirk) und des Unglaubens (kufr) ist und welch geradezu unmögliche, absurde Dinge sich auf ihm finden.

Betrachte nun einmal die Unwissenheit derer, welche die Ursachen und die Natur anbeten, anhand des folgenden Beispiels: du kannst nun verstehen, welches Ausmaß an Unverstand und Unwissenheit das doch ist. Nachdem also jemand seiner wunderbaren Kunst entsprechend sehr genau und ordentlich Teile für eine Maschine in einer wundersamen Fabrik vorbereitet hat, oder eine märchenhafte

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Uhr, oder einen prächtigen Palast, oder ein schönes Buch, wird jemand nicht so einfach die Teile wieder einsammeln und sie nicht mehr verwenden, sondern mit hohen und langwierigen Kosten aus jedem Teil, jeder Maschine und sogar aus jedem Blatt Papier und Bleistift herstellen, damit diese Teile nun selbst wiederum anstelle des Maschinenbauers eine solche Fabrik, diesen Palast, die Uhr herstellen sollen und auch ein Buch schreiben. Und er überlässt ihnen auch seine Kunst und Geschicklichkeit, die es ihnen ermöglichen, seine Kunstfertigkeit auszuüben und sein Geschick zu zeigen, welches darzustellen er den starken Wunsch hat.

Und in genau der gleichen Weise fallen alle die, welche die Schöpfung den Ursachen und der Natur zuschreiben in eine vielfältige Unwissenheit. Denn über der Natur und den Ursachen gibt es außerordentlich wohl geordnete Kunstwerke. Und auch sie sind Kunstgegenstände wie alles Sein. Der Eine, der sie so gestaltet hat, hat zugleich auch ihren Zweck bestimmt und stellt beides miteinander aus. Der, welcher den Kern geschaffen hat, schafft auch den Baum, der über ihn hinaus wächst. Und der, welcher den Baum erschaffen hat, hat auch die Früchte geschaffen, die an ihm wachsen. Andernfalls wären für noch weitere Naturen und Ursachen wiederum andere, neue, wohlgeordnete Naturen und Ursachen wünschenswert, um sie ins Dasein gelangen zu lassen usw. Und so müsste man denn ein Dasein als eine ganze völlig unmögliche Kette von Illusionen und Phantastereien ohne Ende und ohne Bedeutung annehmen. Das aber wäre die allersonderbarste Form aller Unwissenheiten

Fünfter Hinweis

Wir haben bereits an vielen Stellen mit zuverlässigen Zeugnissen bewiesen, dass das grundlegendste Merkmal eines Herrschers (hakimiyet) seine unabhängige und abgesonderte (Stellung) ist. Der schwache Abglanz einer Herrschaft, selbst noch in schwachen Menschen, weist die Einmischung anderer ebenso heftig zurück und erlaubt anderen

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nicht, sie in ihrem Aufgabenbereich zu behelligen, um so ihre Unabhängigkeit aufrecht zu erhalten. Viele Könige haben auf Grund einer solchen Zurückweisung jeglicher Einmischung gnadenlos ihre eigenen, unschuldigen Kinder und ihre geliebten Brüder zu Tode gebracht. Das ist sozusagen das grundlegendste Merkmal eines wahren Herrschers, und ihre unabdingbaren Notwendigkeiten und beständigen Erfordernisse sind ihre unabhängige und abgesonderte (Stellung) und ihre Zurückweisung der Einmischung anderer.

Es ist wegen dieses grundlegenden Merkmals, dass Göttliche Souveränität (hakimiyet-i Ilahi) im Grade Vollkommener Herrschaft (rububiyet-i mutlaq) die Zuschreibung von Partnern (shirk) oder Teilhabern und die Einmischung anderer so besonders heftig zurückweist. Auch der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, verweist besonders hitzig und heftig und wiederholtermaßen auf die göttliche Einheit (Tauhid) hin und jegliche Teilhaberschaft oder Mitwirkung unter Androhung gewaltiger Strafen zurück.

So macht denn die Souveränität der Göttlichen Herrschaft (rububiyetteki hakimiyet-i Ilahiye) die Göttliche Einheit und Allgegenwart (Tauhid ve Vahdet) in unabdingbarerweise notwendig, und so wie sie ein besonders starkes Motiv und eine ebenso zwingende Notwendigkeit erfordert, so ist gleichermaßen auch die im Antlitz des Kosmos ersichtliche vollkommene Ordnung und Harmonie in der Gesamtheit des Universums angefangen von den Sternen bis hin zu den Pflanzen und Tieren und den Erzen, bis hin zu den Organen, Molekülen und Atomen ein passendes Zeugnis und ein offenkundiger Beweis, dieser Einzigartigkeit (Ferdiyet), dieser Allgegenwart (Vahdet) Gottes, der in gar keiner Hinsicht irgendeinen Zweifel aufkommen lässt. Denn hätten sich andere eingemischt, so wäre dieses so sensible Gleichgewicht, diese Ausgewogenheit und Harmonie im Kosmos mit Sicherheit zerstört worden und die Anzeichen für einen Wirrwarr offensichtlich geworden. Entsprechend dem Geheimnis der Ayah

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لَوْ كَانَ فِيهِمَآ اٰلِهَةٌ اِلاَّ اللّٰهُ لَفَسَدَتَا

{"Hätte es in beiden (= Himmel und Erde) noch Gottheiten gegeben außer Gott, so wäre eine Verwirrung in beiden entstanden." (Sure 21, 22)}

würde diese wunderbare Ordnung im Kosmos in Verwirrung geraten und ins Verderben gestürzt. Denn entsprechend der Ayah

فَارْجِعِ الْبَصَرَ هَلْ تَرَى مِنْ فُطُورٍ

{"Es wendet sich dein Blick: Siehst du etwa einen Fehler?" (Sure 67, 3)}

ist von den Atomen angefangen bis hin zu den Planeten, vom Grunde (der Erde bis empor zum höchsten) Thron kein Anzeichen für irgendeinen Fehler oder einen Mangel, eine Verwirrung zu finden. So zeigen denn die Ordnung im Universum, die Wohlordnung unter den Geschöpfen und die Ausgewogenheit in allem Sein auf besonders glänzende Weise die gewaltige Erscheinung Seines Namens "der Alleinige (Ferd)" und bezeugen Seine Allgegenwart (vahdet).

Da nun ferner durch das Geheimnis der Erscheinung der Einheit Gottes (ahadiyet) noch das kleinste lebende Geschöpf ein Minimodel und ein kleines Inhaltsverzeichnis des Kosmos ist, kann nur der einen Anspruch auf dieses eine Lebewesen erheben, der jener Herr ist, der auch das ganze Universum in Seiner Hand hält und über es verfügt. Und da hinsichtlich der ganzen Schöpfung ein Samenkorn nicht geringer ist als ein Baum und ein Baum ein kleiner Kosmos ist und auch ein jedes Lebewesen ein kleiner Kosmos, eine Welt im Kleinen, hebt dieses Geheimnis der Einheit Gottes (sirr-i ahadiyet) jedwede Teilhaberschaft oder Mitwirkung (shirk ve ishtirak) auf die Stufe einer Unmöglichkeit...

In diesem Geheimnis ist dieses Universum nicht nur ein unteilbares Ganzes, sondern hinsichtlich seiner Natur (mahiyet), wie ein Ganzes, das zu teilen und in Stücke zu brechen

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unmöglich ist, und das eine Teilhaberschaft und viele verschiedene Hände nicht erlaubt. So gibt es also, da ein jeder Teil ein eigener und ganz besonderer Teil ist, und da das Ganze zugleich auch das Allgemeine ist, in keiner Hinsicht irgendeine Möglichkeit für andere, daran Anteil zu nehmen. Das aber beweist bis zum Grade des Offensichtlichen die gewaltige Erscheinung des Namens "der Alleinige (Ferd)", die Wahrheit der Einheit Gottes (Tauhid) und das Mysterium göttlichen Eins-Seins (Ahadiyet).

Da die verschiedenen Arten im Kosmos in der Tat ineinander verknüpft und verflochten sind und die Aufgaben einer jeden auf das Ganze hin ausgerichtet sind, haben sie das Universum im Hinblick auf seine Erschaffung (idjad) und die Herrschaft Gottes (rububiyet) in ihm zu einem unteilbaren Ganzen gemacht. So sind denn auch die allgemeinen und alles umfassenden Taten im Universum ineinander verwoben und durchdringen einander. So sehen wir z.B. wie in dem Akt, der das Leben schenkt, zugleich auch der Akt der Ernährung und Versorgung erkennbar wird. Und in diesem Akt der Versorgung und im Schenken des Lebens lässt sich zugleich auch ein Akt der Ordnung für den Körper der Lebewesen und deren Ausstattung beobachten. Und in diesem Akt der Versorgung und im Schenken des Lebens springt zugleich auch ein Akt der Formgebung, der Erziehung, Lenkung und Leitung ins Auge usw.. Da nun alle diese umfassenden und allgemeinen Taten miteinander verflochten sind und einander durchdringen und sich wie die sieben Farben im Licht miteinander verbinden, ja sogar vereinigen, und da jede dieser Taten ihrer Natur nach eins ist und den überwiegenden Teil allen Seins mit einschließt, und da der Eine, der alle diese Taten vollbringt, in jedem Fall der Eine und Einzige Herr all dieser Taten sein muss, und da jede von ihnen das ganze Universum durchdringt und sich mit allen anderen Taten helfend verbindet, haben sie den Kosmos zu einem unteilbaren Ganzen gemacht. Und da nun ein jedes aller lebenden Geschöpfe gleich einem Saatkorn für das Universum ist,

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ein Inhaltsverzeichnis und ein Beispiel, hat es auch das All vom Standpunkt der göttlichen Herrschaft aus betrachtet zu einem Ganzen gemacht, das zu teilen und zu zerbrechen unmöglich ist. Das aber heißt, dass der Kosmos in sich eine solche Einheit bildet, dass Herr eines Teiles von ihm zu sein nur dem möglich ist, der zugleich auch Herr über das Ganze ist. Und es ist dies ein solches Ganzes, dass ein jedes Teil von ihm zu einem selbständigen Mitglied (ferd) wird. Dieses eine Mitglied (des Ganzen) Seiner Herrschaft unterstellen zu können, ist jedoch nur möglich, wenn man Ihm zugleich auch das Ganze (in seiner Einheit) unterstellt...

Sechster Hinweis

Die Einzigartigkeit des Herrn (Ferdiyet-i Rabbaniye) und Seine Göttliche Allgegenwart (vahdet-i Ilahiye) sind die Basis und der Kern aller Vollkommenheit,

Ursprung und Quelle der Weisheit und der Absicht, die sich hinter der Erschaffung des Universums verbirgt. Sie sind zudem der Nährboden und der einzige Weg zur Erfüllung der Wünsche und Sehnsüchte aller mit Bewusstsein begabten, denkenden Wesen und besonders des Menschen. Geschähe dies nicht (an der Schwelle) dieser göttlichen Einzigartigkeit (Ferdiyet), würden alle Wünsche und Sehnsüchte des Menschen (an der

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Schwelle bloßer Ursachen) ausgelöscht werden. Auch das Ziel der Erschaffung des Kosmos würde ins Nichts stürzen. Auch die Existenz und die Realität von allem, was vollkommen ist, würde überwiegend ein Opfer der Vernichtung werden.

So hat der Mensch z.B. ein starkes, ja unerschütterliches, leidenschaftliches Verlangen nach Unsterblichkeit. Nur der, welcher im Geheimnis Seiner Einzigartigkeit (sirr-i ferdiyet) das Universum in seinen Händen hält und sein Haus in dieser Welt schließen und in jener Welt so leicht öffnen kann, wie man das eine Haus schließt und das andere öffnet, kann dieses Verlangen nach Beständigkeit zur Erfüllung bringen. Und so wie diese Sehnsucht sind all die tausend Sehnsüchte des Menschen, die sich bis in die Ewigkeit hinüber ausstrecken, an dieses Geheimnis der Einzigartigkeit Gottes und die Wahrheit Seiner Einheit (Tauhid) gebunden. Wäre es nicht um dieser Einzigartigkeit Gottes willen, so könnten keine (Sehnsüchte aufkeimen) und Frucht bringen. Und wäre da nicht der Herr in Seiner Einzigartigkeit (Dhat-i Ferd), der in Seiner Allgegenwärtigkeit (vahdet) gleichzeitig über den ganzen Kosmos verfügt, würden diese Sehnsüchte nicht in Erfüllung gehen. Gingen sie aber in Erfüllung, so geschähe es doch nur sehr mangelhaft.

Es ist auf Grund dieses gewaltigen Geheimnisses, dass der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, mit einer solchen Begeisterung und großen Beredsamkeit die Lehre von der Einheit und Einzigartigkeit (Tauhid ve Ferdiyet) Gottes wiederholt. So fanden auch alle Propheten, die Gottesgelehrten und die Heiligen zu meditativer Wahrnehmung und tiefer innerer Glückseligkeit im Wort der göttlichen Einheit (kelime-i Tauhid):

لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ

{"Es gibt keine Gottheit außer Ihm."}

Siebenter Hinweis

Gleich wie also nun Mohammed, mit dem Friede und Segen sei,

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in vollendeter Form Gottes wahrhaftige Einheit (tauhid-i haqiqi) in all ihren Stufen lehrte, bewies und verkündigte, so wurde auch sein Prophetentum im gleichen Grade der Sicherheit der Einheit Gottes errichtet. Denn da er die Einheit Gottes lehrte, die größte Wahrheit im Bereich des Seins (vudjud) in all ihren Erscheinungsformen, könnte man auch sagen, dass alle Beweise, welche die Einheit Gottes bestätigen, zwar indirekt, doch mit Bestimmtheit sein Prophetentum beweisen, die Echtheit seines Auftrags und die Richtigkeit seiner Berufung. Ein Prophetentum, das in Wahrheit die Einzigartigkeit und Allgegenwärtigkeit Gottes (Ferdiyet ve Vahdaniyet) entdeckte und lehrte und tausende solcher erhabener Wahrheiten gesammelt hat, ist auf eine sehr sichere Weise Erfordernis und Notwendigkeit dieser Einheit (Tauhid) und Einzigartigkeit Gottes (Ferdiyet). Sie verlangen danach mit Sicherheit.

So erfüllte nun Mohammed, mit dem der Friede und Segen sei, seine Aufgabe vollständig. Hier wollen wir nun mit einem Beispiel drei von vielen Ereignissen und Ursachen erläutern, die für den Grad der Bedeutung und Erhabenheit dieser geistigen Persönlichkeit Zeugnis ablegen, welche die Sonne unseres Universums ist.

Erstens:

In Übereinstimmung mit dem Grundsatz: اَلسَّبَبُ كَالْفَاعِلِ {"Der etwas zu tun veranlasst, ist gleich dem der es tut."} ist ein Äquivalent aller guten Taten, welche seine ganze Umma in all den Jahrhunderten verrichtet hat, dem Buch der guten Taten Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, gutgeschrieben worden. Denkt man einmal daran, dass die Segensgebete für den Propheten, die seine Gemeinde täglich rezitiert, mit Sicherheit angenommen werden, und an den Rang (maqam) und die Stufe, zu der diese Gebete emporheben, so kann man auch verstehen, welch eine Sonne im Universum diese geistige Persönlichkeit Mohammeds ist, mit dem Friede und Segen sei.

Zweitens:

Denkt man nun an den geistigen Fortschritt Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, dessen Natur

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Ursprung, Saat, Leben und Mittelpunkt jenes mächtigen Baumes bildet, der die Welt des Islam ist und der daraus erwuchs, dass er mit seinen außergewöhnlichen Anlagen und Fähigkeiten und all seinen Sinnen die heiligen Worte des Lobpreises (tesbihat) und der Anbetung wahrgenommen und dargebracht hat, die den geistlichen Aspekt der islamischen Welt bilden, so verstehe man auch, wie hoch im Vergleich mit anderen Heiligen die Gottesfreundschaft (Vilayat) ist, die aus dem Dienst und der Anbetung (ubudiyet) Mohammeds erwächst, mit dem Friede und Segen sei, durch die er bis zur Stufe des Geliebten Gottes (Habibiyet) emporstieg.

Einmal entfaltete sich mir (der Sinn des Lobpreises bei) einem einzigen Lobpreis (subhana Rabb...) während eines einzigen Gebetes (namaz) in einer Weise, wie sie der Art nahe kommt, in der die Sahabis ihn empfangen hatten. Und dies wurde mir so wichtig, wie die Anbetung eines ganzen Monats. Und darin verstand ich nun den hohen Wert der Sahabis. Das heißt, dass zu Beginn des Islam der Segen und das Licht, das von diesen heiligen Worten ausging, noch einen ganz anderen Wert hatte. Da sie noch neu waren, enthielten sie noch Feinheiten, eine Frische und einen Wohlgeschmack, der im Ablauf der Zeit unter dem Vorhang der Gottvergessenheit in Vergessenheit geraten, trübe geworden und verstaubt ist. Was aber die Persönlichkeit Mohammeds betrifft, mit dem Friede und Segen sei, so empfing er sie dank seiner wunderbaren Fähigkeit ganz neu und frisch geschöpft und geerntet aus ihrer ursprünglichen Quelle (dem Herrn der Heiligkeit), wurde von ihnen genährt, gestillt und hat sie in sich aufgesogen. Aus diesem Geheimnis heraus konnte er aus einer einzigen Lobpreisung so viel Segen empfangen, wie ihn andere nur in einem ganzen Jahr der Anbetung empfingen.

So könnt ihr denn nun aus diesem Blickwinkel heraus vergleichen und ermessen, in welchem Grade Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, auf der end- und

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grenzenlosen Stufenleiter zur Vollkommenheit vorangeschritten ist.

Drittens:

Da die Menschengattung im Mittelpunkt aller Absichten (maqasid) des Schöpfers des Kosmos steht, und da der Mensch mit seinem überragenden Verständnis Ansprechpartner des Hochgepriesenen (Subhaniye) ist, und da Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, der Berühmteste und Ehrenwerteste des Menschengeschlechtes ist und seine Werke und Taten für ihn zeugen und er eine vollkommene und ganz außergewöhnliche Persönlichkeit (ferd) ist, nahm der Einzigartige in Seiner Majestät (Dhat-i ferd-i Dhu l-Djelal) Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, im Namen des Menschengeschlechtes, ja sogar des ganzen Universums, zu Seinem Ansprechpartner. So hat Er denn in ihm sicherlich eine unendliche Vollkommenheit und einen unendlichen Segen offenbar werden lassen.

Da es aber noch zahlreiche andere Punkte gleich diesen drei Punkten gibt, die mit Bestimmtheit beweisen, dass, gleich wie die Persönlichkeit Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, die geistige Sonne des Universums ist, er auch das Große Zeichen (ayat-i kubra) des mächtigen (kebir) Qur'an, das als der Kosmos bekannt ist, und der Gewaltige Name (ism-i a'dham) der Gewaltigen Unterscheidung (Furqan-i A'dham) und der Spiegel der gewaltigen Erscheinung des Namens "der Alleinige (Ferd)" ist.

Wir erflehen von dem Herrn, dem Alleinigen, Einen, Einzigartigen (Dhat-i Ferd-i Ahad-i Samed) aus der unendlichen Schatzkammer Seiner Barmherzigkeit Seinen Segen und Frieden herabzusenden auf unseren Herrn Mohammed, mit dem Friede und Segen sei, nach der Anzahl der Atome die es im Kosmos gibt, mal der Zahl aller Sekunden der Minuten aller Zeiten.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise!" (Sure 2, 32)}

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Fünfter Punkt des Dreißigsten Blitzes

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ فَانْظُرْ اِلَى اٰثَارِ رَحْمَةِ اللّٰهِ كَيْفَ يُحْيِى الْاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَآ اِنَّ ذٰلِكَ َلمُحْيِى الْمَوْتَى وَهُوَ عَلَى كُلِّ شَيْءٍ قَدِيرٌ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Siehe die Male der Barmherzigkeit Gottes; wie Er die Erde nach ihrem Tode wieder lebendig macht! Fürwahr, Er ist es, der die Toten wieder belebt; und Er hat Macht über alle Dinge." (Sure 30, 50)}

اَللّهُ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ الْحَىُّ الْقَيُّومُ لاَ تَاْخُذُهُ سِنَةٌ وَ لاَ نَوْمٌ

{"Allah ist und außer Ihm gibt es keinen Gott, Er, der Lebendige, der Beständige. Nicht überkommt Ihn Schlummer noch Schlaf." (Sure 2, 255)}

Eine Anmerkung zu diesen Ayat und eine Erscheinung des Gottesnamens «Hayy (der Lebendige)», der ein gewaltiger Name oder Strahl der beiden Strahlen des Gewaltigen Namens oder ein Licht von den sechs Lichtern des Lichtbündels ist, zeigte sich von Weitem meinem Verstand im Heiligen Monat Schawwal in dem Gefängnis von Eskischehir. Ich habe das damals noch nicht bemerkt. Denn in jener Zeit war ich noch nicht in der Lage, diesen heiligen Vogel so schnell zu fangen. Nun aber, nachdem er wieder weiter gezogen ist, möchte ich wenigstens kurz, anhand einiger weniger Zeichen, einige wenige Strahlen dieser großen Wahrheit und dieses gewaltigen Lichtes aufzeigen.

Erstes Zeichen

Die Antwort auf die Fragen:

Was ist das Leben (hayat)? Was ist seine Natur (mahiyet) und seine Aufgabe (vazife)?

Jene gewaltigen Erscheinungen der Namen dessen, der das Leben besitzt (Hayy) und es schenkt (Muhyi), lauten stichwortartig aufgelistet:

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Leben ist:

das bedeutendste Ziel des Universums

und sein größtes Ergebnis

und sein strahlendstes Licht (nur)

und seine zutiefst innere Hefe

und seine ganz besonders herausgefilterte Essenz

und seine vollkommenste Frucht

und seine höchste Vollkommenheit (kemal)

und seine vollkommenste Schönheit (djemal)

und sein schönster Schmuck

und das Geheimnis seiner Einheit (sirr-i vahdet)

und das Band seiner Verbundenheit (rabita-i ittihad)

und die Quelle seiner Vollkommenheit

entsprechend seiner künstlerischen Qualität und seinem Wesen nach der wunderbarste Träger des Geistes (ruh)

eine wunderbare Gegebenheit, die jedes Geschöpf zu einer Welt im Kleinen macht.

Zudem ist es dem Weg vergleichbar, wie das Universum in einem kleinen Lebewesen seinen Platz findet und sich zugleich in diesem Lebewesen eine Art Inhaltsverzeichnis dieses riesigen Universums schafft. Es ist ein ganz außerordentliches Wunder der Macht (mu'djize-i qudret), dass die Lebewesen mit den meisten (Formen) des Seins verbindet und sie so zu einem kleinen Universum macht.

Es ist Gottes außergewöhnlich wunderbare Kunst, die ein winzig kleines Stückchen zum größten Ganzen anwachsen lässt, ein einzelnes Ding zu einer Ganzheit wie einer Welt werden lässt und zeigt, dass das Universum in Anbetracht der Herrschaft Gottes (rububiyet) ein unteilbares Ganzes ist, das nicht in Stücke zerbrochen werden kann und keine Teilhaberschaft (ishtirak) duldet.

Es ist der glänzendste, sicherste, vollkommendste Beweis innerhalb aller Wesensmerkmale im Kosmos, der

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Zeugnis ablegt für die Notwendigkeit des Seins (vudjub-u vudjudunu) des Lebendigen und Unwandelbaren Herrn (Dhat-i Hayy-i Qayyum).

Es ist unter den göttlichen Kunstwerken das verborgenste und (zugleich auch) das offensichtlichste, das kostbarste und das wertloseste (udjuz = billig), das reinste, glänzendste und bedeutungsvollste Schmuckstück aus der Kunstweberei des Herrn (Rabbani).

Zudem ist es eine feine, zarte, anmutige Erscheinung der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-i Rahmaniye), die sich alles übrige Sein dienstbar macht.

Zudem ist es ein überaus vielseitiger Spiegel aller göttlichen Eigenschaften (shuuat).

Zudem ist es ein Wunder der Schöpfung des Herrn, das die Erscheinungen vieler Seiner schönen Namen wie "der Erbarmer (Rahman), der Versorger (Rezzaq), der Barmherzige (Rahiem), der Freigiebige (Keriem) und der Allweise (Hakiem)" umfasst, viele Wahrheiten wie Versorgung, Weisheit, Gnade (inayat) und Barmherzigkeit (rahmet) für sich dienstbar macht und die Quelle, der Ursprung, aller Sinnesempfindungen wie sehen, hören und fühlen ist.

Zudem ist das Leben eine Umwandlungsmaschine in der großen Werkhalle des Universums, die ständig überall reinigt, verbessert und erleuchtet. Auch gleichen die Körper als Rastplätze des Lebens den Gasthäusern, Schulen und Kasernen für die Karawane der Atome, die darin ihren Dienst versehen zu ihrer Erleuchtung und zu ihrer Unterweisung. Es ist, als wolle der Herr, der das Leben besitzt (Hayy) und es schenkt (Muhyi), durch diese Maschine des Lebens die dunkle, vergängliche, niedere Welt verfeinern und erleuchten und ihr eine Art Dauer verleihen und sie so vorbereiten, in eine andere, ewig bestehende Welt hinüber zu gehen.

Zudem hat das Leben zwei Gesichter, nämlich eine dem irdischen, materiellen (mulk) und eine dem himmlischen, dem ideellen Königreich (melekut) zugewandte Seite.

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Beide Seiten sind glänzend, erhaben, frei von allen Unreinheiten und Unvollkommenheiten, erhaben. Es ist eine außergewöhnliche Schöpfung, über die keine äußeren Ursachen gebreitet worden sind, um durch sie das Wirken der Macht (Qudret) Gottes zu verschleiern und um zu zeigen, dass es direkt, ohne einen Schleier und ohne alle Ursachen, aus der Hand der Macht Gottes hervorgegangen ist.

Zudem ist die Wahrheit des Lebens auf die sechs Pfeiler des Glaubens ausgerichtet und beweist sie sinngemäß und indirekt. Das heißt, es ist eine leuchtende Wahrheit, die sowohl auf

das notwendige Sein des notwendigerweise Seienden und Sein immerwährendes Leben

auf das Haus des Jenseits (Dar-i Akhiret) und das bleibende Leben (hayat-i baqi)

auf die Existenz der Engel

auf die übrigen Pfeiler des Glaubens ausgerichtet ist und sie erfordert.

So wie das Leben eine Essenz ist, die rein und sauber aus dem ganzen Kosmos herausgefiltert wurde, so ist es auch ein gewaltiges Geheimnis, das Dankbarkeit (shukur), Anbetung (ibadet), Lobpreis (hamd) und Liebe (muhabbet) als die wichtigsten göttlichen Absichten (maqsad-i Ilahi) im Kosmos und die wichtigsten Ergebnisse der Erschaffung der Welt hervorbringt.

So betrachte denn nun die obigen neunundzwanzig bedeutenden, wertvollen Merkmale des Lebens und erhabenen, allgemeinen Aufgaben (vazife). Und nun siehe und betrachte die gewaltige Größe des Namens dessen, der das Leben besitzt (Hayy) hinter dem, der es schenkt (Muhyi). Und verstehe nun in Anbetracht dieser gewaltigen Besonderheiten und Früchte des Lebens, wie der Name des Lebendigen (Hayy) Teil des Gewaltigen Namens (Ism-i Adham) ist.

Und ferner verstehe auch, dass, da das Leben das

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größte Ergebnis, das gewaltigste Ziel und die wertvollste Frucht ist, das Leben auch ein Ziel und Ergebnis so groß wie der Kosmos haben muss. Denn so wie die Frucht das Ergebnis eines Baumes ist, so ist durch ihren Kern auch das Ergebnis der Frucht der künftige Baum. So wie in der Tat Ziel und Zweck dieses Lebens das Ewige Leben ist, so ist seine Frucht auch Dankbarkeit (shukur), Anbetung (ibadet), Lobpreis (hamd) und Liebe (muhabbet) dem gegenüber, der das Leben besitzt und schenkt (Dhat-i Hayy ve Muhyi). Was aber diese Dankbarkeit, Anbetung, Lobpreis und Liebe betrifft, so sind sie, wie sie die Frucht des Lebens sind, so auch das Ziel des Kosmos.

Und verstehe daraus auch, aus welch einer unschönen Dummheit, Undankbarkeit, ja Unglauben heraus diejenigen, die sagen, dass der Zweck des Lebens sei, "angenehm zu leben, sich unbekümmert zu amüsieren und das Leben nach Lust und Laune zu genießen", dieses höchst wertvolle Gnadengeschenk des Lebens, die Gabe des Bewusstseins und die Wohltat (ihsan) des Verstandes gering achten, es beleidigen und welche fürchterliche Undankbarkeit sie damit begehen.

Zweites Zeichen

Wollte man all diese Stufen, Attribute und Aufgaben des Lebens erklären, das doch die subtilste Erscheinung der Name dessen ist, der das Leben besitzt und schenkt (Dhat-i Hayy ve Muhyi), so wie es im Ersten Zeichen aufgelistet wurde, so müsste man darüber eine Anzahl von Abhandlungen schreiben, wie sie der Anzahl dieser Attribute entspricht. Da aber schon einige von ihnen in verschiedenen Teilen der Risale-i Nur erläutert worden sind, verweisen wir auf die Einzelheiten in ihnen und wollen sie hier nur in Auszügen kommentieren.

So wurde denn im Dreiundzwanzigsten der neunundzwanzig Merkmale des Lebens gesagt, dass, da die beiden Gesichter des Lebens durchsichtig und frei von allen Unreinheiten sind, die äußeren Ursachen keinen Schleier

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über die Verfügungsgewalt des Herrn gezogen haben.

In der Tat ist das Geheimnis dieses Merkmals Folgendes:

Es hat sicherlich ein jedes Ding im Universum seine schönen, guten und angenehmen Seiten, während alles Böse und Hässliche dagegen nur sehr gering ist, und nur eine Messlatte zum Vergleich darstellt, um die Stufen des Guten und Schönen darstellen, sie vermehren und vervielfältigen zu können, wodurch das Böse gut und der Fehler schön wird, doch so, dass die Beschwerden und der Ärger, der aus dem erwächst, was der oberflächlichen Betrachtung der mit Bewusstsein begabten Wesen offensichtlich als hässlich und böse, als Unglücke und Katastrophen erscheint, nicht dem Lebendigen und Unwandelbaren (Hayy ve Qayyum) zugeschrieben wird, sodass die offensichtlich schlimmen und schmutzigen Dinge nicht mit der reinen und heiligen Macht (qudret) in Berührung kommen und die Würde (izzet) der Macht beleidigt werde und die offensichtlichen Ursachen einen Schleier über das Wirken der Macht breiten. Was aber die Ursachen betrifft, so können sie nichts erschaffen, dienen aber dazu, um ein Ziel für ungerechte Beschwerden und Vorwände zu sein und die Würde und Heiligkeit (izzet ve qudsiyet) und die Unantastbarkeit der Macht zu bewahren.

Wie bereits in der Einführung zum Zweiten Kapitel des Zweiundzwanzigsten Wortes erklärt wurde, bat einmal Asrail, mit dem der Friede sei, Gott den Gerechten wegen seiner Aufgabe, die Seelen (ruh) abzuholen und sagte zu Ihm: "Deine Diener werden mir deswegen zürnen." Da wurde ihm zur Antwort gesagt: "Ich werde zwischen deiner Aufgabe und den Dahinscheidenden einen Schleier aus Krankheiten und Unglücksfällen aufrichten. Dann werden die Dahinscheidenden die Pfeile ihres Widerspruchs und ihrer Beschwerden nicht nach dir, sondern auf diesen Schleier werfen."

Nach dem Geheimnis dieser Bitte ist die Aufgabe Asrails, mit dem der Friede sei, in der gleichen Weise ein Schleier, wie auch andere Ursachen offensichtliche

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Schleier sind, sodass der Ärger und die Beschwerden derer, die das wahre, wunderschöne Gesicht des Todes - schön für die Leute des Glaubens - nicht sehen können, und die Erscheinung der Barmherzigkeit auf ihm nicht kennen, nicht gegen den Herrn, den Lebendigen, den Unwandelbaren (Dhat-i Hayy-i Qayyum) gerichtet werden können. Es erfordern die Würde und Majestät Gottes (izzet-i azamet) in der Tat, dass die Ursachen vor dem Auge der Vernunft als Schleier über der Hand der Allmacht Gottes liegen sollen... Doch die Einheit und Majestät Gottes (Vahdet ve Djelal) erfordert, dass die Ursachen ihre Hände aus dem eigentlichen Wirken Gottes heraushalten sollen...

Da jedoch das Leben sowohl seinem äußeren wie seinem inneren, seinem irdischen, materiellen (mulk) wie seinem himmlischen, dem ideellen Königreich (melekut) zugewandten Gesicht nach frei von allen Unreinheiten, Unvollkommenheiten und Fehlern ist, gibt es nichts, um etwas dagegen einzuwenden oder sich darüber zu beschweren, weil es nichts Hässliches oder Schmutziges gäbe, was der Würde und Heiligkeit der Macht (izzet ve qudsiyeti qudret) widersprechen könnte, weshalb sich (diese beiden Gesichter) unmittelbar und unverschleiert der Hand des Lebendigen und Unwandelbaren Herrn (Dhat-i Hayy-i Qayyum), der "das Leben schenkt, ins Leben ruft und am Leben erhält" übergeben haben. Das gleiche gilt auch für das Licht (Nur), das Sein (vudjud) und die Erschaffung (idjad). Aus diesem Grund sind Erschaffung und Schöpfung (idjad ve khalq) unmittelbar und unverschleiert der Macht (qudret) des Majestätischen Herrn (Dhat-i Dhu-l'Djelal) zugewandt. Da auch der Regen eine Art Leben und Barmherzigkeit Gottes ist, wurde die Zeit, in der er fällt, nicht zum Gegenstand normaler Gesetze, sodass zu jeder Zeit der Not sich die Hände zum Hofe Gottes erheben, sein Erbarmen zu erflehen. Wäre auch der Regen so wie der Aufgang der Sonne Gegenstand eines Gesetzes, würde man für diese lebenswichtige Gnadengabe nicht nachsuchen und nicht in Zeiten der Not

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darum bitten.

Drittes Zeichen

Im Neunundzwanzigsten Merkmal des Lebens wurde bereits gesagt, dass Leben ein Ergebnis des Kosmos ist. Genauso sind Dank und Anbetung (shukur ve ibadet) ein Ergebnis des Lebens, Ursache und letzter Grund für die Erschaffung des Universums und sein ersehntes Ergebnis.

In der Tat möchte der Lebendige, Unwandelbare Meister und Erbauer (Sani-i Hayy-u Qayyum) des Universums dafür, dass Er sich durch so unendlich viele Gnadenerweise bekannt und geliebt gemacht hat, sicherlich einen Dank von Seinen Geschöpfen zurückbekommen, Er möchte ihren Lobpreis um Seiner Kunstwerke willen, und dass sie Ihm, ihrem Herrn und Seinen Befehlen in Anbetung und Gehorsam entgegenkommen.

So geschieht es denn nun in Übereinstimmung mit diesem Geheimnis Seiner göttlichen Herrschaft (sirr-i rububiyet) und weil Dank und Anbetung das bedeutendste Ziel aller Formen des Lebens und deshalb auch des gesamten Kosmos ist, dass der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, Dank und Anbetung mit glühender Begeisterung, mit Nachdruck oder sanfter Überredungskunst verlangt und erwartet. Und er verkündet immer wieder: "Der Dienst und die Anbetung gebührt Gott dem Gerechten allein, Er allein ist allen Dankes würdig. Aller Lobpreis ist Ihm zu Eigen ". Es geschieht aber, um zum Ausdruck zu bringen, dass es notwendig ist, dass Dank und Anbetung sich unmittelbar an seinen wahren Eigentümer (Malik-i Haqiqi) richten sollten, wenn solche Ayat wie

وَهُوَ الَّذِى يُحْيِى َوُيمِيتُ وَلَهُ اخْتِلاَفُ اللَّيْلِ وَالنَّهَارِ ٭ هُوَ الَّذِى يُحْيِى َوُيمِيتُ فَاِذَا قَضَى اَمْرًا فَاِنَّمَا يَقُولُ لَهُ كُنْ فَيَكُونُ ٭ فَيُحْيِى بِهِ الْاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَا

{"Es ist Er, der das Leben schenkt und den Tod. Bei Ihm ist der Wechsel von Nacht und Tag." (Sure 23, 80) "Er ist es, der das Leben schenkt und den Tod. Und sobald er über ein Ding beschlossen hat, so sagt er zu ihm: 'Sei!' und es ist." (Sure 40, 68) "Und er belebt die Erde wieder nach ihrem Tode." (Sure 30, 24)}

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beweisen, dass Er das Leben in all seinen Attributen unverschleiert im Griff Seiner Macht zusammen hält, und weisen dabei jede Mittelsmacht ausdrücklich zurück. Sie schreiben das Leben unmittelbar und allein der Hand der Macht (qudret) des Lebendigen und Unwandelbaren (Hayy ve Qayyum) zu.

Die Ayat

هُوَ الرَّزَّاقُ ذُو الْقُوَّةِ الْمَتِينُ ٭ وَ اِذَا مَرِضْتُ فَهُوَ يَشْفِينِ ٭ وَهُوَ الَّذِى يُنَزِّلُ الْغَيْثَ مِنْ بَعْدِ مَا قَنَطُوا

{"Er ist der Versorger, der Herr einer feststehenden Macht." (Sure 51, 58) "Und wenn ich krank bin, ist Er es, der mich heilt." (Sure 26, 80) "Und Er ist es, der den Regen herabsendet, nachdem alle Hoffnung aufgegeben wurde." (Sure 42, 28)}

zeigen in der Tat, dass Dinge, die Anlass sind, dafür zu danken, wie für das Leben und danach für den Unterhalt, für Heilung und Regen, (also für Dinge) die zu einer zutiefst innerlichen Dankbarkeit und Zufriedenheit einladen, die ein Bedürfnis erwecken, zu lieben (muhabbet) und zu loben, direkt dem Herrn der Heilung und Versorgung (Dhat-i Rezzaq-i Shafiye) zugehören und dass die Ursachen und Mittler (all dieser Dinge) nur ein Schleier sind (der sie verdeckt). Das heißt, dass Unterhalt und Heilung und Regen einzig und allein der Macht des Lebendigen und Unwandelbaren (Dhat-i Hayy-i Qayyum) zu Eigen sind. Um auszudrücken, dass sie unmittelbar und unverschleiert von Ihm kommen, wurde in den obigen Ayat (der Ausdruck) هُوَ الَّذِى ٭ هُوَ الرَّزَّاقُ {"Er ist es, der..." "Er ist der Versorger..."} gebraucht, um das Merkmal Seiner Zueignung und Beschränkung anhand einer grammatikalischen Regel (als ein Substantiv) darzustellen (das durch seinen Artikel "der" determiniert ist).

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Er ist es, der einem Heilmittel dessen besondere Eigenschaft verleiht und dessen Wirkung herbeiführt und Er allein ist der wahre Heiler (Shafi).

Viertes Zeichen

Im Zusammenhang mit dem Achtundzwanzigsten Merkmal des Lebens wurde erklärt, dass das Leben nach den sechs Grundpfeilern (erkan) des Glaubens ausgerichtet und deren Beweis ist. Es enthält die Hinweise auf deren Existenz (bzw. Wahrheit). Ja, es ist in der Tat das Leben das bedeutendste Ergebnis, das Ferment und die Weisheit in der Schöpfung des Alls. Sicherlich ist diese erhabene Wahrheit nicht auf dieses vergängliche, kurze, fehlerhafte und schmerzvolle, irdische Leben beschränkt. Vielmehr ist das Ziel, das Ergebnis und die Frucht am Baume des Lebens, die dessen gewaltiger Größe würdig ist, das Ewige Leben, das jenseitige Leben, das Leben im "Haus der Glückseligkeit", wo Steine, Bäume und Boden von Leben erfüllt sind. Anderenfalls wäre es die notwendige Konsequenz, dass der Baum des Lebens, der so zahlreiche bedeutsame Organe hervorgebracht hat, ohne Frucht, ohne Nutzen, ohne seine Verwirklichung für alle mit Bewusstsein Begabten, besonders für den Menschen, bliebe und der Mensch, der doch von seinen Anlagen und Fähigkeiten her zwanzigmal wertvoller ist als z.B. ein Sperling, und das Wichtigste, Erhabenste und Bedeutendste unter allem, was da lebt unter den Himmeln, hinsichtlich seines Lebensglückes zwanzigmal tiefer fiele als ein Sperling und zum unglücklichsten und würdelosesten unter den Armen werden würde.

In ähnlicher Weise würde ihm auch der Verstand, diese wertvollste unter allen Gnadengaben, sein Herz mit Gedanken der Trauer über die Vergangenheit und der Furcht vor der Zukunft wund reiben, ihm in einen Tropfen Freude neun Körnchen Schmerz untermischen und ihm so zur Katastrophe gereichen. Dergleichen aber wäre in hundertfacher Weise unsinnig. Also beweist das irdische Leben mit absoluter Sicherheit den Grundsatz vom Glauben

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an das Jenseits und stellt uns in jedem Frühling mehr als dreihunderttausend Musterbeispiele der Auferstehung vor Augen. Ja, wäre es denn überhaupt möglich, dass der allmächtige Lenker und Leiter (Mutasarrif-i Qadier), der in deinem Körper, deinem Garten, deiner Heimat alle für dein Leben notwendigen und geeigneten Werkzeuge und Geräte in Weisheit, Gnade (inayet) und Barmherzigkeit (rahmet) vorbereitet hat und zu seiner Zeit bereitstellt, ja, sogar um deinen Magen weiß und ihn hört, wenn er in seinem Wunsch nach Leben und Beständigkeit mit einem so ganz privaten Gebet um Nahrung fleht, und mit zahllosen wohlschmeckenden Speisen zeigt, dass Er dieses Gebet auch annimmt und den Magen zufrieden stellt, nicht um dich wüsste, dich nicht sähe, die notwendigen Grundlagen für ein ewiges Leben, welches das höchste Ziel des Menschengeschlechtes ist, nicht vorbereiten sollte? das höchste, wichtigste, würdigste, umfassendste Gebet um das immerwährende Leben des Menschengeschlechtes nicht annehmen, ein jenseitiges Leben nicht einrichten und das Paradies nicht erbauen sollte? dem bedeutendsten Geschöpf im All, ja, König der Welt ein so umfassendes und so starkes Gebet, das um der Bedürfnisse des Menschengeschlechtes willen in Himmel und Erde wiederhallt, nicht erhören sollte, wo Er doch dem Gebet des kleinen Magens eine Bedeutung zumisst und ihn zufrieden stellt? Sollte Er ihn dahin führen, die Vollkommenheit Seiner Weisheit und Seine unendliche Barmherzigkeit zu leugnen? Keineswegs und hunderttausendmal nein!...

Und wäre es des Weiteren auch noch möglich, dass Der, welcher auch noch die ganz und gar verborgene Stimme selbst des kleinsten Lebewesens hört und dessen Schmerz wahrnimmt, ihm Heilung schenkt, seine Bedürfnisse befriedigt, sich in ganzer Liebe und Sorge um es kümmert und dafür sorgt, dass es mit Aufmerksamkeit bedient wird, ihm alle Schöpfung dienstbar macht, danach aber die einem Donner vergleichbar laute Stimme des größten und wertvollsten, beständigen und geliebten

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Lebens nicht vernehmen sollte!? sein so wichtiges Gebet um Beständigkeit, sein Verlangen und sein Flehen nicht beachten sollte? Das wäre so, als wollte Er einen einzelnen Soldaten mit vollendeter Sorgfalt ausrüsten und versorgen, ein ganzes, großes, stehendes Heer aber vernachlässigen, als könnte Er ein Stäubchen sehen, die Sonne aber nicht sehen! als könne Er das Sirren einer Mücke hören, das Grollen des Donners aber nicht hören! Keineswegs und hunderttausendmal nein!...

Ja, könnte es denn der Verstand überhaupt annehmen, dass der allmächtige und allweise Herr (Dhat-i Qadir-i Hakiem), in Seiner grenzenlosen Barmherzigkeit (rahmet), in Seiner Liebe (muhabbet) und in Seinem unendlichen Mitgefühl (shefqat), der Seine eigenen Kunstwerke doch so sehr liebt, sie dazu hinführt, Ihn zu lieben und diejenigen, welche Ihn lieben noch mehr liebt, das Leben, das Ihn über alles liebt, geliebt wird und liebenswert ist, und seinen Meister (Sani') von Natur (fitrat) aus anbetet, und die Seele (ruh), die Essenz und das Juwel des Lebens, zu ewigem Tode verurteilen und so bewirken könnte, dass der, welcher Sein eigener Liebender und liebevoller Geliebter ist, sich im Zorn für immer und ewig von Ihm abwendet, Ihm grollt, zutiefst gekränkt ist, selbst die tiefe Wahrheit Seines Erbarmens und das Licht Seiner Liebe (muhabbet) verleugnete und ihre Verleugnung verursachte? Keineswegs, hunderttausendmal nein und niemals!...

Eine solche vollkommene Schönheit (Djemal), die das All mit Ihrer (eigenen) Manifestation verschönt und eine solch vollkommene Barmherzigkeit (rahmet), welche alles Geschaffene in Freude taucht, ist sicherlich in unendlichem Grade heilig, unbefleckt und rein von einer solchen grenzenlosen Abscheulichkeit, totalen Schändlichkeit und totalen Ungerechtigkeit und Erbarmungslosigkeit.

Schlussfolgerung:

Da nun einmal in der Welt Leben ist, werden diejenigen Menschen, welche die tiefe Wahrheit des Lebens erfasst und dieses Leben nicht missbraucht haben, an einem ewigen Ort, in einem ewigen Paradies ein ewiges Leben erlangen. "Amenna" (wir glauben)...

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So wie aber nun auf dem Antlitz der Erde die glänzenden Dinge ihren Glanz in den Stahlen der Sonne entfalten, auf dem Antlitz der Meere das Licht in den Wassertropfen aufstrahlt und wieder verlischt, während nach ihnen schon wieder andere Tropfen gleich den vergangenen zu Lichtquellen winzig kleiner imaginärer Sonnen werden und damit offensichtlich zeigen, dass dieser ganze Sprühregen aus Fünkchen und Tröpfchen die spiegelgleiche Verkörperung einer einzigen großen Sonne bildet, und mit verschiedenen Zungen die Existenz der Sonne ins Bewusstsein ruft, und mit seinen Lichtfingern auf sie hinweist, ebenso erglänzt auch alles, was auf dem Antlitz der Erde und im Meere lebt, als eine gewaltige Manifestation des Namens des Herrn, des Lebendigen und Beständigen und Leben spendenden durch göttliche Allmacht, spricht «Ya Hayy» (Leben) und verschwindet hinter dem Vorhang des Unsichtbaren, um anderen, die nach ihm kommen, Platz zu machen, legt so Zeugnis ab für das Leben und dafür, dass es notwendigerweise einen Herrn des Lebens (Hayy) und der Ewigkeit (Qayyum) geben muss, der das ewige Leben ist, und weist darauf hin. Alle Beweise, die ein Zeugnis göttlichen Wissens sind, dessen Spuren in der Ordnung alles Geschaffenen sichtbar werden, alle Belege, welche die Macht beweisen, die im All herrscht, alle Zeugnisse, welche auf einen Wunsch und Willen (irade ve meshiet) hinweisen, welcher über alle Ordnung und Anordnung verfügt, alle Kennzeichen, welche das Prophetentum beweisen, welches Mittler des Wortes des Herrn und der göttlichen Ordnung ist, alle diese Wunder und dergleichen (sie alle zugleich und gemeinsam)... alle Beweise, welche für die sieben göttlichen Attribute ein Zeugnis sind, bezeugen, bestätigen und verweisen übereinstimmend darauf, dass der Herr des Lebens und der Ewigkeit der Lebendige ist.

Denn, wenn ein Ding Sehvermögen besitzt, so muss

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auch Leben in ihm sein. Ist Hörvermögen vorhanden, so ist dieses eines der Kennzeichen des Lebens. Ist Sprechvermögen vorhanden, so ist auch dieses eines der Kennzeichen für das Vorhandensein von Leben. Wo Handlungs- und Entscheidungsfreiheit (ihtiyar, irade) gegeben sind, kommt darin Leben zum Ausdruck.

In ähnlicher Weise legen auch solche Attribute wie "der Allmächtige", "der über alles Entscheidende" und "der Allwissende", deren Vorhandensein an ihren Auswirkungen ganz klar und ohne alle Zweifel erkannt werden kann, mit allen ihren Nachweisen dafür Zeugnis ab, dass der Herr des Lebens und der Ewigkeit der Lebendige ist und der notwendigerweise Seiende, und sie legen auch für ein ewiges Leben Zeugnis ab, von dem schon eine einzige Projektion einem Licht gleicht, welches das Weltall erleuchtet, und von dem schon eine einzige Manifestation genügt, das gesamte Haus des Jenseits bis in alle Teilchen hinein mit Leben zu erfüllen.

So steht das Leben auch im Zusammenhang mit dem Grundsatz des Glaubens an die Engel, weist zeichenhaft auf ihn hin. Denn da nun einmal das bedeutendste Ziel im Kosmos das Leben ist, und die Lebewesen darin am weitesten verbreitet sind, und wegen ihres Wertes vielfach wieder aufgelegt werden, und das Gästehaus dieser Erde mit ihrem Kommen und Gehen in Scharen mit Leben erfüllen, und da nun einmal das Erdenrund mit so vielen Arten von Lebewesen erfüllt ist, sich ständig in Weisheit füllt und wieder leert, um so die verschiedenen Arten von Lebewesen jederzeit wieder zu erneuern und neu wieder aufzulegen, und eine Vielzahl von Lebewesen selbst noch aus den wertlosesten und verdorbensten Dingen erschaffen werden, sodass diese zu einem Versammlungsort von Mikroben werden, werden also Bewusstsein und Vernunft, welche das reinste Konzentrat dessen sind, was aus dem Leben extrahiert wurde, und die Seele (ruh), die ein feinstofflicher und unwandelbarer Juwel ist, auf diesem Erdenrund in aller Vielfalt erschaffen.

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Es ist so, als werde die Erde durch das Leben, die Vernunft, das Bewusstsein und die Seele belebt und mit Leben erfüllt. Es liegt sicherlich nicht im Bereich der Möglichkeiten, dass die Himmelskörper, welche feinstofflicher, lichtvoller, größer und bedeutender als die Erde sind, tot und starr sein sollten, ohne Leben und Bewusstsein. Es muss also geeignete, mit Bewusstsein begabte, himmlische Lebewesen geben, um die Himmel, die Sonnen und die Sterne zu bewohnen, zu beleben und mit Leben zu erfüllen, um das Ziel der Erschaffung der Himmel zu verwirklichen und als Partner im Dialog mit dem Hochgelobten (Subhaniye) zu erscheinen. So erfordert es also das Geheimnis des Lebens, dass es auch die Engel gibt...

In ähnlicher Art weist das innerste Geheimnis des Lebens indirekt auch auf den Grundsatz des Glaubens an die Propheten hin und beweist ihn. Denn in der Tat wurde der Kosmos erschaffen um des Lebens willen, und auch das Leben ist eine einzige gewaltige Manifestation des Urewigen, des Lebendigen und Beständigen (Hayy-u Qayyum-u Edhel). Es ist eines Seiner vollkommensten Schmuckstücke. Es ist eines Seiner schönsten Kunstwerke. Und weiter enthüllt sich das ewige Leben durch die Sendung der Propheten und die Offenbarung der Schriften. Tatsächlich wüssten wir nichts vom ewigen Leben, gäbe es nicht die Bücher und die Propheten. So wie wir erkennen, dass ein Mensch noch körperlich existiert und noch geistig lebendig ist, wenn er redet, so gibt es auch die Propheten und die offenbarten Schriften, um das Wort des Herrn, der hinter der Welt des Unsichtbaren, unter dem Schleier dieses Kosmos verborgen redet und spricht, Befehle erteilt und Verbote erlässt, bekannt zu machen und Seine Ansprachen zu verbreiten.

So wie dieses irdische Leben mit absoluter Sicherheit ein zuverlässiges Zeugnis dafür ablegt, dass der Lebendige von Ewigkeit (Hayy-i Edhel) her da ist und da sein muss, so beweist es indirekt auch die Grundsätze des Glaubens an die Propheten, welche uns gesandt, und die Schriften, welche

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uns offenbart wurden, und welche die Strahlen und Manifestationen des urewigen Lebens verkörpern und uns mit ihm verbinden. Besonders weil das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, und die Offenbarung des Qur'an der Seele und dem Verstand des Lebens gleichen, kann man sagen, dass beide eine Realität darstellen, die ebenso sicher ist wie die Existenz des Lebens selbst.

So wie also das Leben tatsächlich ein Konzentrat ist, das aus dem Kosmos extrahiert wurde, Bewusstsein und Gefühl aber konzentriertes Leben, aus dem Leben extrahiert, Vernunft aber ein Konzentrat des Bewusstseins, extrahiert aus Bewusstsein und Gefühl, der Geist (ruh) aber ein echtes und reines Juwel und die unwandelbare und unabhängige Essenz des Lebens, so ist auch das leibliche und seelische Leben Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, das konzentrierte Konzentrat, das aus dem Leben und dem Geist des Kosmos extrahiert wurde. Das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, aber ist das reinste Konzentrat, das aus dem Gefühl, dem Bewusstsein und der Vernunft des Kosmos extrahiert wurde. Ja, sogar das leibliche und seelische Leben Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, ist - wie seine Werke bezeugen - das Leben des kosmischen Lebens, und das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, ist das Bewusstsein und das Licht des kosmischen Bewusstseins, und die Offenbarung des Qur'an - Zeugnis lebendiger Wahrheit! - ist der Geist des kosmischen Lebens und die Vernunft des kosmischen Bewusstseins. Ja, fürwahr, so ist das in der Tat!...

Verließe das Prophetentum Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, das All, schiede aus ihm sein Licht, so stürbe das All. Entschwände uns (die Botschaft) des Qur'an, verlöre das Erdenrund Kopf und Verstand, und das All würde verrückt werden. Vielleicht stieße dann sein willenlos gewordener Kopf gegen einen Planeten und der Jüngste Tag bräche herein...

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Leben steht ferner in Beziehung zu dem Grundsatz des Glaubens an Qader (Vorauswissen Gottes, Konsequenz im Leben) und ist der indirekte Beweis dafür. Weil aber das Leben aus dieser Erde, die wir hier bezeugen, hervorsprießt (wie das Licht aus der Sonne) und alles erfüllt und die Frucht und das Ziel des Daseins, ja, einen Brennspiegel darstellt für den Schöpfer des Alls, ein vollkommenes Abbild der Taten des Herrn und sie alle beinhaltet und als deren Programm (wenn dieser Vergleich gestattet ist) angesehen werden darf, erfordert das Geheimnis des Lebens sicherlich, dass die abwesende Welt (alem-i ghayb), nämlich die Vergangenheit und die Zukunft, sich in einem Zustand der Bereitschaft zu Regelmaß, System und Bekanntheit {malumiyet: Die Naturgesetze sind bekannt. Sie wurden in der Vergangenheit beobachtet und werden auch für die Zukunft als bekannt vorausgesetzt. (A.d.Ü.)} befindet, bezeugt, determiniert und den Naturgesetzen unterworfen, so wie es dem inneren Leben (hayat-i maneviye) der Geschöpfe entspricht. Im Pflanzkorn eines Baumes, in dessen Wurzeln und Zweigen, wie in den Samenkörnern seiner Früchte, offenbart sich gleich wie in dem Baum selbst in seiner jeweils ihm eigenen Art stets wieder das gleiche Leben. Ja, die Samenkörner tragen die Gesetze des Lebens sogar in einer noch verfeinerteren Form in sich als der ganze große Baum. In ähnlicher Weise tragen die Samenkörner und Wurzeln, die der Herbst vor dem gegenwärtigen Frühling zurückgelassen hat, und die Samenkörner und Wurzeln, die der kommende Frühling, der folgt, nachdem dieser Frühling vergangen ist, zurücklassen wird, alle das selbe Antlitz des Lebens und folgen denselben Lebensgesetzen.

In gleicher Weise haben auch alle die Äste und Zweige am Weltenbaum ihre eigene Zukunft und ihre eigene Vergangenheit. Sie haben eine Kette, die gebildet wird aus der Haltung und dem Verhalten in Vergangenheit und Zukunft.

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Jede Art und jedes Teilchen findet sich mit all seinen verschiedenen Formen im Wissen Gottes, unterscheidet sich in der Art seiner Existenz und bildet in diesem Wissen eine Kette seiner Existenz, und auch das, was in diesem Wissen existiert (vudjud-u ilmi), zeigt sich als eine Offenbarung des Geistes (manevi) und des universellen Lebens in gleicher Weise wie das, was bereits sichtbar existiert (vudjud-u haridji). Es erhält die Bestimmung seines Lebens (muqadderat-i hayatiye) von diesen mit Geist und Leben erfüllten Tafeln der Bestimmung (elvah-i qaderiye).

Die Tatsache, dass die Welt der Geister (alem-i ervah), welche einen Teil der unsichtbaren Welt (alem-i ghayb) darstellt, erfüllt ist von Geistern, die das eigentliche Leben und den Stoff des Lebens bilden und lebendige Wesen und Juwelen sind, verlangt und erfordert mit Sicherheit, dass auch die andere Art der abwesenden Welt (alem-i ghayb), die wir Vergangenheit und Zukunft nennen und ihr zweiter Teil ist, zur Verwirklichung der Manifestation des Lebens gelangen soll. Zudem zeigt auch die vollendete Ordnung, die bedeutsame Stellung, die lebendige Frucht und das Verhalten eines Dinges, so wie wir sie im Bereich des Wissens (vudjud-u ilmi) vorfinden, eine Art Manifestation geistigen (manevi) Lebens. Tatsächlich kann diese Art einer Manifestation des Lebens, die ein Strahl der Sonne des urewigen Lebens ist, sicherlich nicht allein auf diese bezeugte Welt, diese gegenwärtige Zeit und diese äußerliche Existenz beschränkt sein. Vielmehr empfängt jede einzelne Welt ihrer Fähigkeit entsprechend eine Manifestation dieses Lichtes, und das All ist voll Licht und Leben durch diese Manifestation in allen seinen Welten. Wenn dies nicht so wäre, dann wäre jede einzelne Welt, so wie dies in den Augen der Irregeleiteten erscheint, ein großer und furchtbarer Leichnam, eine von Finsternis und Zerfall erfüllte Welt inmitten eines vergänglichen und nur äußerlichen Lebens.

So wird in diesem Geheimnis des Lebens auch ein breiter

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und grundsätzlicher Aspekt des Glaubens an das göttliche Vorherwissen und seine Erfüllung (qader ve qadha) verständlich und dadurch erhärtet. Denn gerade so wie die bezeugte Welt und die gegenwärtig vorhandenen Dinge in der Art ihrer Entstehung und in dem, was sie hervorbringen, das Leben bezeigen, das in ihnen ist, genauso haben auch die Geschöpfe der vergangenen und künftigen Zeiten, die der abwesenden Welt (alem-i ghayb) zugerechnet werden, eine, inneres Leben tragende, geistige Existenz (vudjud-u manevi) und ihre geistige Gewissheit in Seinem Wissen, was sich im Namen Zukunft und durch die Vermittlung der Tafeln des göttlichen Vorherwissens und seiner Erfüllung (lauh-i qader ve qadha) in den Werken dieses geistigen Lebens (manevi hayat) zeigt und in ihnen offensichtlich wird...

Fünftes Zeichen

Zudem wurde im Sechzehnten Merkmal des Lebens gesagt:

Wenn das Leben in ein Ding eingeht, so macht es diesen Körper einer Welt gleich. Ein Teil des Körpers nimmt (am Leben) des ganzen (Körpers) teil, und selbst ein Mitglied (der Menschheit) erhält (die Bedeutung) der gesamten (Menschengattung). Das Leben ist in der Tat so umfangreich, dass es einem Sammelspiegel göttlicher Einheit (Ahadiyet) gleicht, der die meisten Schönen Namen zeigt, die überall im Universum in Erscheinung treten. Sobald also das Leben einen Leib erfüllt, gibt es ihm die Bedeutung einer kleinen Welt wie einer Art Same des Weltenbaumes, der gleichsam ein Inhaltsverzeichnis von ihm enthält. In der gleichen Art, wie ein Samenkorn nur das Werk jener Macht sein kann, die im Stande ist jenen Baum hervorzubringen, den es in sich enthält, muss der, welcher auch nur das kleinste Lebewesen erschafft, auch der Schöpfer des ganzen Kosmos sein. So zeigt denn das Leben durch seinen Umfangreichtum in sich selbst das verborgene Geheimnis der göttlichen Einheit (sirr-i ahadiyet). Das heißt, so wie die große, mächtige Sonne mit ihrem Licht, ihrem Widerschein und ihren sieben Farben

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in jedem Wassertropfen und in jedem Stückchen Glas gegenwärtig ist, das ihr zugewandt ist, so erscheinen auch in jedem Lebewesen all die göttlichen Namen und Attribute, die das All umfassen, gemeinsam. Dieser Betrachtungsweise entsprechend macht das Leben den Kosmos zu einer Ganzheit, der im Hinblick auf die Herrschaft Gottes und seine Erschaffung (rububiyet ve idjad) keine Teilung und keine Spaltung dulden kann, vielmehr zu einer Gesamtheit, bei der jede Mitwirkung oder Abspaltung außerhalb des Möglichen liegt.

Das Siegel in deinem Antlitz zeigt in der Tat ganz offensichtlich, dass der Eine, der dich geschaffen, auch der Eine ist, der die ganze Menschheit erschaffen hat. Denn die Natur (mahiyet) des Menschen ist eins. Sie zu spalten ist nicht möglich. So sind denn in (dieser Einheit allen) Lebens die einzelnen Bestandteile des Universums gleich den einzelnen Mitgliedern der Menschheitsfamilie. Und was das All betrifft, so gleicht es der Menschengattung. So wie es das Siegel der göttlichen Einheit (sikke-i ahadiyet) zeigt, so zeigt es auch den Stempel des Unwandelbaren (khatem-i samediyet) auf jedem Individuum wie auch auf dem Ganzen und weist so in jedem Fall jede Teilhaberschaft und jede Annahme eines Partners zurück.

So gibt es denn so außergewöhnlich staunenswerte Wunder (aus dem Atelier) der Kunst des Herrn, dass eine Person, eine Macht (qudret), die nicht das All erschaffen kann, auch nicht das kleinste Lebewesen erschaffen kann. Eine Feder, die in ein winzig kleines Saatkorn das Inhaltsverzeichnis einer riesengroßen Tanne und das Programm seines Lebens hineinschreiben kann, so wie man den ganzen Qur'an in einer Nuss zusammenfassen kann, kann sicher keine andere Feder sein als die, welche auch den Himmel mit seinen Sternen schreibt. Und der, der in den kleinen Kopf der Biene die Fähigkeit eingepflanzt hat, die Blumen im Garten des Universums zu kennen und mit den meisten ihrer Arten in Verbindung zu stehen, ein Geschenk der Barmherzigkeit, wie den Honig,

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zuzubereiten und an dem Tage, da sie zur Welt kommt, ihre Lebensbedingungen zu kennen, kann sicherlich kein anderer sein, als der Schöpfer des ganzen Universums.

Zusammenfassung:

Leben ist ein strahlendes Siegel der göttlichen Einheit (Tauhid) auf dem Antlitz des Universums und im Hinblick auf das Leben sind alle geistbegabten Wesen Siegel der göttlichen Einheit (Ahadiyet). Die Kunstgewebe, die sich in jedem einzelnen Lebewesen finden, formen einen Stempel göttlicher Einzigartigkeit (Samedaniyet) und setzen im Namen des Lebendigen und Unwandelbaren (Hayy-i Qayyum) durch ihr Leben ihre Unterschrift nach der Anzahl aller Lebewesen unter den Brief des Universums. Und so wie alle lebenden Wesen, gleich wie das Leben selbst, Siegel der göttlichen Allgegenwart (Vahdaniyet) in diesem Buch des Universums sind, so wurde auch einem jeden Gesicht das Siegel der göttlichen Einheit (Ahadiyet) ins Antlitz geprägt.

Und so wie ferner das Leben Unterschriften und Siegel formt, die für die Allgegenwart (Vahdet) des Lebendigen und Unwandelbaren (Hayy-i Qayyum) nach der Anzahl der einzelnen Lebewesen Zeugnis ablegen, so gibt (Gott) auch dadurch, dass Er ins Leben ruft und das Leben erhält, in diesem Akt eine Unterschrift für Seine Einheit (Tauhid). Zum Beispiel: wann immer (Gott) die Erde als ein individuelles Lebewesen wieder neu belebt, so bezeugt sie dabei genauso wt adie Sonne in ihrem Strahlenglanz Seine göttliche Einheit (Tauhid). Denn im Frühling werden mit der Wiederauferstehung der Erde dreihunderttausend verschiedene Arten und zahllose Exemplare einzelner Mitglieder wieder zurück ins Leben gerufen, eines neben dem anderen, ohne Mangel oder Fehler in regelrechter und vollkommener Ordnung. Der, welcher in einem einzigen (allumfassenden) Akt dieser Art zahllose wohlgeordnete (darin einbegriffene) Handlungen (gleicher Art) vollzieht, muss sicherlich der Schöpfer aller Wesen und Ein-Einziger (Vahid-i Ahad) sein, der Lebendige und Unwandelbare (Hayy-i Qayyum), der alle Lebewesen ins Leben ruft, dessen

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Herrschaft (rububiyet) jede Mitwirkung als unmöglich (ausschließt).

Bis hierhin wurden einige Merkmale des Lebens kurz skizziert. So überlassen wir denn die Erläuterung der übrigen Merkmale und ihre eingehende Erörterung in der Risale-i Nur für eine andere Zeit.

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Schlussfolgerung

Der Gewaltige Name (Ism-i Adham) kann nicht für jeden der gleiche sein. Für Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, bestand er aus den sechs Namen: der Alleinige (Ferd), der Lebendige (Hayy), der Unwandelbare (Qayyum), der Richter (Hakem), der Gerechte ('Adl) und der Heilige (Quddus). Für den Großen Imam (Imam-i A'dham) bestand der Gewaltige Name aus den beiden Namen der Richter (Hakem) und der Gerechte ('Adl). Für Ghauthu-l'Adham war es der Name "der Lebendige (Hayy)". Für Imam Rabbani war der Gewaltige Name der Unwandelbare (Qayyum) usw. Viele andere Leute haben einen anderen für den Gewaltigen Namen gehalten.

In Verbindung mit diesem Fünften Punkt über den Namen "der Lebendige (Hayy)" als sowohl ein Segen, ein Zeugnis, ein Beweis, ein Heiliges Zeichen, ein Gebet (dua) für uns selbst und als guten Abschluss dieser Abhandlung fügen wir, entsprechend einer Äußerung des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, noch das folgende "Große Bittgebet (Djaushanu-l'Kebir) hinzu, das uns die außerordentlich erhabene und allumfassende Stufe seines Wissens über Gott aufzeigt. Wir wollen nun in unserer Vorstellung in diese Zeit reisen und ein Amen zu dem sagen, was der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, gesagt hat, und die selben Bittgebete aussprechen und nun selbst mit den Worten Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, sagen:

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يَا حَىُّ قَبْلَ كُلِّ حَىٍّ ٭ يَا حَىُّ بَعْدَ كُلِّ حَىٍّ ٭ يَا حَيُّ الَّذِى لَيْسَ كَمِثْلِهِ حَىٌّ ٭ يَا حَىُّ الَّذِى لاَ يُشْبِهُهُ شَيْءٌ ٭ يَا حَىُّ الَّذِى لاَيَحْتَاجُ اِلَى حَىٍّ ٭ يَا حَىُّ الَّذِى لاَيُشَارِكُهُ حَىٌّ ٭ يَا حَىُّ الَّذِى يُمِيتُ كُلَّ حَىٍّ ٭ يَا حَىُّ الَّذِى يَرْزُقُ كُلَّ حَىٍّ ٭ يَا حَىُّ الَّذِى يُحْىِ الْمَوْتَى ٭ يَا حَىُّ الَّذِى لاَيَمُوتُ ٭ سُبْحَانَكَ يَا لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اَنْتَ الْاَمَانُ الْاَمَانُ نَجِّنَا مِنَ النَّارِ اٰمِينَ
سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{ "Oh Lebendiger vor allen Lebenden!

"Oh Lebendiger nach allen Lebenden!

"Oh Lebendiger, dessen Leben keines ähnelt!

"Oh Lebendiger, dessen Leben kein Ding gleicht!

"Oh Lebendiger, der kein lebendes Wesen benötigt!

"Oh Lebendiger, der keines Lebens zu Seinem Partner bedarf!

"Oh Lebendiger, der alles Leben zum Tode führt!

"Oh Lebendiger, der alle lebenden Wesen versorgt!

"Oh Lebendiger, der die Toten ins Leben zurückruft!

"Oh Lebendiger, der niemals stirbt!"

"Gepriesen seist Du! Oh Du, außer dem es keine Gottheit gibt, außer Dir. Unser Schutz, unser Hort, bewahre uns vor dem Feuer!"

"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise!" (Sure 2, 32)}

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Sechster Punkt des Dreißigsten Blitzes

Dieser Punkt beschäftigt sich mit dem göttlichen Namen "der Unwandelbare (Qayyum)".

So wie die Zusammenfassung (der Abhandlung über) den Namen "der Lebendige (Hayy)" ein Anhang (zu dem Buch) "Die Quelle des Lichtes" ist, so ist auch diese Abhandlung über den Namen "Der Unwandelbare (Qayyum) " (eine Zusammenfassung und gilt als) geeignet als Anhang zum "Dreißigsten Wort".

Zur Beachtung:

Da diese Punkte, die den Gewaltigen Namen betreffen, im äußersten Grade umfangreich und zugleich außerordentlich tiefschürfend sind, insbesondere diejenigen, die sich mit dem Namen "Der Unwandelbare (Qayyum)" beschäftigen, und da sich vor allem der "Erste Strahl"

an die Materialisten richtet und deshalb noch tiefer (in die Materie) eindringt, wird sicherlich nicht jeder in der Lage sein, jeden Punkt in all seinen Aspekten zu verstehen. Doch wird jeder dazu in der Lage sein, wenigstens aus einem Teil der Angelegenheit einen Nutzen für sich zu ziehen. Nach dem Grundsatz: "Auch wenn man eine Sache nicht vollständig in den Griff bekommt, sollte man sie sich auch nicht vollständig durch die Finger gleiten lassen." ist es nicht vernünftig, eine solche Angelegenheit vollständig beiseite zu lassen und dabei zu sagen: "Ich kann in diesem Garten des Geistes nicht alle Früchte pflücken." Soviel ein Mensch auch immer von ihnen pflücken kann, so groß wird auch sein Nutzen davon sein. Denn so wie die Dinge, die mit dem Gewaltigen Namen verbunden sind, über die Maßen umfangreich sind, sodass man sie nicht mehr erfassen kann, so sind sie zugleich

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auch so subtil, dass der Verstand nicht mehr in sie eindringen kann. Besonders (die Dinge, die sich auf) den Namen der Lebendige und der Unwandelbare (Hayy ve Qayyum) beziehen, und besonders das (Vierte) Zeichen, (in dem der Zusammenhang des) Lebens mit den (sechs) Glaubenspfeilern (bewiesen wird) und darin besonders der Hinweis des Lebens auf den Pfeiler von Qadha und Qader (= das Vorauswissen Gottes und seine Folgen) und der Erste Strahl des (nun folgenden) Kapitels über den Namen "Der Unwandelbare (Qayyum)" sind Gedankengänge, denen nicht jedermann zu folgen vermag, wenn er auch nicht ohne seinen Anteil an ihnen bleibt, vielmehr werden sie seinen Glauben stärken. Die Stärkung des Glaubens aber, welche der Schlüssel zur ewigen Glückseligkeit ist, hat eine überwältigende Bedeutung. Ja sogar die Stärkung des Glaubens auch nur um ein Stäubchen ist wie ein Schatz. Imam Rabbani Ahmedu-l'Faruqui sagte: "Wachstum in einer selbst noch nebensächlichen Glaubensfrage ist, nach meiner Meinung, Hunderten von Wundern (keramet) und geistigen Genüssen vorzuziehen. "

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ بِيَدِهِ مَلَكُوتُ كُلِّ شَيْءٍ ٭ لَهُ مَقَالِيدُ السَّموَاتِ وَ الْاَرْضِ ٭ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ عِنْدَنَا خَزَآئِنُهُ ٭ مَا مِنْ دَآبَّةٍ اِلاَّ هُوَ اٰخِذٌ بِنَاصِيَتِهَا

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen" "In dessen Hand die Herrschaft über alle Dinge ist." (Sure 36, 83) "Ihm gehören die Schlüssel der Himmel und der Erden." (Sure 39, 63) "Und es gibt nichts von allen Dingen, sie seien denn bei uns als unsere Schätze." (Sure 15, 21) "Es gibt keine Lebewesen, die sich bewegen, Er hielte sie denn an ihrem Schopfe fest." (Sure 11, 56)}

Ein Punkt, der solche Ayat wie diese betrifft, und der auf Gottes Unwandelbarkeit (Qayyumiyet) hinweist, die gewaltigste Erscheinung des Namens "der Unwandelbare (Qayyum)", der entweder der Gewaltige Name ist, oder

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der zweite der beiden Lichter des Gewaltigen Namens, oder das sechste Seiner sechs Lichter, offenbarte sich meinem Geist während des Monats Dhu-l'Qa'da. Meine Lage im Gefängnis zu Eskischehir erlaubt es mir nicht, dieses gewaltige Licht (Nuru-l'adham) in seiner ganzen Fülle darzulegen. Doch Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, erklärte den Gewaltigen Namen in (dem Gebet) Sekina aus seiner Kasside "Erdjusa" und in seiner Kasside Djeldjelutiye betrachtete er die sechs Namen, die den Gewaltigen Namen bilden zusammen mit noch anderen majestätischen Namen und erklärte sie als die größten und bedeutendsten. Da er uns unter diesen Namen eine so wunderbare Tröstung zuteil werden ließ, wollen wir hier auch auf den Namen "der Unwandelbare (Qayyum)", auf dieses gewaltige Licht, mit fünf Strahlen gleich den obigen fünf Namen zumindesten in einer verkürzten Form hinweisen.

Erster Strahl:

Der Schöpfer des Universums in Seiner Majestät (Khaliq-i Dhu-l'Djelal) ist der Unwandelbare (Qayyum), das heißt, er besteht aus sich selbst, immerwährend, fortwährend (daim), für die Dauer (baqi). Durch ihn bestehen alle Dinge immerwährend, fortdauernd. Sie bleiben im Sein (vudjud) und finden in ihm ihre Beständigkeit (baqa). Würde diese Verbindung mit dieser Unwandelbarkeit auch nur für den Bruchteil einer Sekunde unterbrochen, müsste das Universum untergehen.

Und ferner sagt der Ruhmreiche Qur'an, dass es für den Majestätischen Herrn (Dhat-i Dhu l-Djelal) neben seiner Unwandelbarkeit لَيْسَ كَمِثْلِهِ شَيْءٌ {"Kein Ding ist Ihm gleich." (Sure 42, 11)} das heißt, weder in Seinem Wesen, noch in Seinen Eigenschaften, noch in Seinen Taten ein Ebenbild gibt, eine Entsprechung, oder Seinesgleichen oder einen Teilhaber. Für Ihn, den Allheiligen Herrn (Dhat-i Aqdes), der mit Seiner Herrschaft (rububiyet) über den ganzen Kosmos mit all seinen Gegebenheiten

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und Funktionen verfügt und ihn wie sein Haus oder Schloss in vollkommener Ordnung verwaltet, versorgt, lenkt und leitet, kann es in der Tat ein Gleiches, ein Entsprechendes, einen Teilhaber (sherik) oder einen Mitwirkenden nicht geben. Dies wäre unmöglich.

In der Tat kann es für jemanden, für den die Erschaffung der Sterne genauso leicht ist wie die der Atome und dessen Macht die größten Dinge genauso unterworfen sind, wie auch die kleinsten Dinge Ihm unterworfen sind, und für den nichts ein Hindernis gegenüber irgendeinem anderen Ding ist, und keine Handlung ein Hindernis gegenüber anderen Handlungen ist, und vor dessen Augen zahllose Geschöpfe anwesend sind, in der gleichen Weise wie auch ein einzelnes Wesen vor Ihm anwesend ist, der alle Stimmen gleichzeitig hört, und der in der Lage ist, die unendlich vielen Nöte aller gleichzeitig wahrzunehmen, und außerhalb dessen Willen und Wollen (meshiet ve irade) nichts ist, keine Lage, so wie dies durch die Ordnung und Ausgewogenheit all dessen, was anwesend ist, bezeugt wird, wie durch die Wesen in aller Welt, und obwohl Er an keinem Ort ist, so ist Er doch durch Seine Macht anwesend an jedem Ort, und obwohl alle Dinge äußerlich von ihm entfernt sind, so ist Er doch auch im Stande allen äußerlich nahe zu sein: ein solcher Lebendiger und Unwandelbarer in Seiner Majestät (Dhat-i Hayy-u Qayyum-u Dhu l-Djelal) kann ganz sicher in keiner Weise einen Seinesgleichen haben, einen, der Ihm entspricht, einen Beigehilfen (sherik), einen Teilhaber, ein Gegenüber oder ein Ebenbild. Es wäre dies unmöglich. Seine heiligen Fähigkeiten und Eigenschaften (shuunat-i qudsiye) können nur in Allegorien und Metaphern betrachtet werden. Alle diese Metaphern und Allegorien in der Risale-i Nur haben eine Ähnlichkeit mit diesen Allegorien und Parabeln.

So ist denn dieser zuhöchst Reine und Heilige (= Dhat-i Aqdes) ohne einen Seinesgleichen, äußerlich weit entfernt von aller Materie und jenseits des Raumes. Ihn zu zerteilen und zu zerspalten ist in jeder Hinsicht unmöglich, wie auch irgendeine Art von Wechsel oder Veränderung. Machtlos

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oder in Not (adjz) zu sein liegt für ihn außerhalb jeglicher Grenzen irgendeiner Möglichkeit. Und doch nimmt eine Gruppe unter den Leuten der Irreleitung gewisse Erscheinungen dieses in Seinem Kern zuhöchst reinen und heiligen Wesens, das auf den Seiten des Alls erscheint und selbst auf den Seinsebenen des zuhöchst Reinen und Heiligen (Dhat-i Aqdes), und schreibt die Befehle Seiner Göttlichkeit einigen Kreaturen zu. Sie schreibt einige Attribute des Majestätischen Einen (Dhat-i Dhu l-Djelal) den Werken der Natur zu.

Doch wurde bereits an zahlreichen Stellen in der Risale-i Nur mit zuverlässigen Beweisen nachgewiesen, dass die Natur ein Kunstwerk Gottes ist. Sie kann jedoch nicht der Künstler sein. Sie ist eine Schrift des Herrn, kann jedoch nicht deren Schreiber sein. Sie gleicht einem kunstvollen Gewebe, kann jedoch nicht dessen Weber sein. Sie gleicht einem Geschäftsbuch, kann aber nicht der Geschäftsführer oder dessen Buchhalter sein. Sie ist ein Kodex von Gesetzen, aber nicht seine durchführende Instanz. Sie ist eine Lineatur, aber nicht das Lineal. Sie ist das reagierende Objekt und nicht das agierende Subjekt. Sie ist eine Regel aber nicht der Regulator. Sie ist (der Ausdruck) einer gesetzmäßigen Veranlagung, aber nicht (der Urheber) dieser Gesetzgebung.

Wenn wir einmal den unmöglichen Fall annehmen, wir würden es der Natur überlassen, auch nur das kleinste Lebewesen zu erschaffen und zu ihr sagen: "Mach dies!", so wäre es auch notwendig, die Gussformen vorzubereiten oder noch besser Maschinen entsprechend der Anzahl Exemplare dieses kleinen Lebewesens und der Glieder seines Körpers bereit zu stellen, damit die Natur nun die Arbeit ausführen könne, so wie wir dies an so vielen Stellen in der Risale-i Nur mit sicheren Beweisen gezeigt haben.

Obwohl nun darüber hinaus eine Gruppe von Leuten des Irrweges, die man Materialisten nennt, bereits in der wohlgeordneten Umwandlung (der Zusammensetzung) der Atome (zu Molekülen) eine gewaltige Manifestation

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der Schöpferkraft (khalqiyet-i Ilahiye) und Macht Gottes (qudret-i Rabbaniye) empfangen hatte, nun aber nicht wusste, woher sie diese Manifestation empfangen hatte, und nicht verstehen konnte, von wo aus diese universelle Kraft (umumi quvvet) gelenkt wurde, die in der Manifestation der Kraft des Ewig-Einzigartigen (qudret-i samedaniye) ihren Ursprung hat, und weil sie nun glaubte, diese Materie und ihre Energie hätten seit urewigen Zeiten Bestand, begannen sie die Werke Gottes den Atomen und deren Bewegungen zuzuschreiben. Gepriesen sei Gott (Fesubhanallah)! Wäre es denn für menschliche Wesen möglich, so dumm zu sein, dass sie die Handlungen und Werke den Atomen und ihren Bewegungen, die von den Stürmen eines leblosen, blinden, unbewussten, willenlosen und unwägbaren Zufalls hin und her geschleudert werden, zuschreiben, wo sie doch nur von dem ausgeführt werden können, der zwar in keinem Raum, aber doch überall in der Weise anwesend ist, dass er alles zu sehen, zu wissen und alle Dinge der Schöpfung aller Dinge an allen Orten zu lenken und zu leiten weiß?

Weil sich aber nun diese bedauernswerten Kerle in der Tat von der vollkommenen Allgegenwart (vahdet-i mutlaq) abgewandt haben, sind sie in die unendliche und grenzenlose Vielheit (kethret-i mutlaq) gestürzt. Das heißt, da sie den einen und einzigartigen Gott nicht angenommen haben, sind sie nun dazu gezwungen eine endlose Reihe von Gottheiten anzunehmen. Das aber heißt: solange sie noch nicht dazu in der Lage sind, die Idee eines einzelnen zutiefst reinen und heiligen Herrn (= Dhat-i Aqdes), Seine Urewigkeit (edheliyet) und Seine Kreativität (khaliqiyet), die ein notwendiger Ausdruck ihres Wesens sind, in ihren verdorbenen Geist hinein zu bekommen, sind sie auf Grund ihrer Ansichten gezwungen, die Urewigkeit dieser grenzenlosen, endlosen und leblosen Atome, ja sogar ihre Göttlichkeit anzunehmen.

So komm denn und betrachte diesen äußersten Rand einer solchen Dummheit! Denn die Erscheinung in den Atomen hat diesen Haufen Atome mit Sicherheit durch die Stärke (hauliye), die Macht (qudret) und den Befehl (emr) dessen, der da notwendigerweise

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sein muss (vadjibu-l'vudjud), in eine ganz prächtige wohlgeordnete Armee verwandelt. Wenn der Befehl (emr) und die Macht (quvvet) dieses gewaltigen Kommandanten auch nur für eine Sekunde zurückgezogen würde, so würde diese grenzenlose, leblose, unbewusste Masse zu einem Haufen führungsloser Soldaten, ja sie würden allesamt zu Grunde gehen.

Und ferner ist es, als würde eine andere Gruppe Leute sogar noch weiter vorausblicken. Das heißt, dass sie sogar noch mehr in die Irre geleitet sind. Sie stellen sich vor, dass jene Quintessenz, als die man den Äther bezeichnet und die eine äußerst subtile, sehr feine, gehorsame und unterwürfige Seite der Handlungen des majestätischen Herrn (Sani-i Dhu l-Djelal) ist, ein Transportmittel zur Übermittlung Seiner Befehle, ein hauchdünner Schleier über der Ausübung Seiner Macht, eine verfeinerte Tinte für Seine Schreiben, ein besonders feines Gewebe für Seine Schöpfung, das Ferment all Seiner Kunstwerke und der Acker für Seine Saat ist, (für diese Leute aber) die Grundform und das Subjekt (aller Dinge sein solle, weil es) der Spiegel Seiner göttlichen Herrschaft (rububiyet) ist.

Diese sonderbare Unwissenheit aber macht noch weitere Unmöglichkeiten notwendig, weil der Äther als Quintessenz ein Element ist, das ohne Bewusstsein ist, ohne Leben, ohne Willen, noch feiner als die Materie, aus der die Atome bestehen, in der die Materialisten baden gehen, aber noch dichter als die Essenz der Hyle (Urmaterie), in die sich die Philosophen der alten Welt gestürzt hatten. Einem solchen Stoff, der beladen ist mit den Qualitäten und Aufgaben seiner Passivität und der Fähigkeit, etwas zu übertragen, die Werke und Taten zuzuschreiben, die aus einem Willen (idare, ihtiyar) und einer Macht (iktidar) entstehen, die sieht und weiß und alle Dinge in allen Dingen weiß und erkennt und lenkt und leitet, ist falsch.

Der Schöpfungsakt (fiil-i idjad), wie er in den Dingen offensichtlich wird, ist von der Art, dass er aufzeigt, dass er von einer Macht (iktidar) ausgeht und von einem Willen (ihtiyar), der sieht und der

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die meisten Dinge kennt, ja sogar das ganze Universum in jedem einzelnen Ding, besonders aber den lebendigen, und der die Beziehungen der lebenden Wesen mit dem ganzen Kosmos erkennt und ihnen Sicherheit gibt. Er zeigt damit, dass er nicht eine Handlung der Ursachen sein kann, die auf die Materie einwirken und nicht allumfassend sind. Im Geheimnis der Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet) gebiert ein schöpferischer Akt (fiil-i idjad) ein gewaltiges Geheimnis, das darauf hinweist, dass es unmittelbar ein Akt des Schöpfers des ganzen Kosmos ist.

Zum Beispiel zeigt der Akt der Erschaffung(idjad)einer Biene, dass er mit dem Schöpfer des Universums in zweierlei Weise verbunden ist:

Erster Aspekt:

Die Tatsache, dass all die anderen Bienen all überall auf der Welt dieser einen Biene ähnlich sehen, die sich im selben Akt zur selben Zeit manifestiert, zeigt, dass der besondere (Akt der Erschaffung eines Bienenvolkes) und der individuelle Akt (der Erschaffung einer einzelnen Biene) die Spitze eines umfassenden Aktes ist, welcher das Gesicht der Erde umarmt, in welchem Fall, wer auch immer der Urheber und Besitzer dieses umfassenden Aktes sein mag, auch der Urheber dieses besonderen Aktes sein muss.

Zweiter Aspekt:

Um Urheber jener Handlungen sein zu können, die auf die Erschaffung der in Frage stehenden Biene ausgerichtet sind, ist eine Macht und ein Wille (iktidar ve ihtiyar) notwendig, der weit genug ist, um die Lebensbedingungen der Biene, ihre Veranlagung sowie ihre Beziehungen zu ihrer Welt kennen und sicherstellen zu können. Deshalb wird der, der eine einzelne Handlung durchführen will, dies nur dann perfekt machen können, wenn er auch Macht über das Universum hat.

So zeigt denn auch noch die geringste Handlung in zweifacher Hinsicht, dass sie dem Schöpfer aller Dinge zu Eigen ist.

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Die merkwürdigste und eigentümlichste Angelegenheit aber ist folgende:

Urewigkeit und Beständigkeit (edheliyet ve sermediyet), welche die wesentlichste Besonderheit und am notwendigsten für den ist, der da notwendigerweise sein muss (Dhat-i Vadjibu-l'Vudjud), der eine Notwendigkeit (vudjub) auf der mächtigsten (quvvet) Stufe des Seins (vudjud) besitzt, der von (aller Gebundenheit an) die Materie abgesondert ist, was die unbeweglichste Stufe des Seins ist, der eine Freiheit von (aller Gebundenheit an) den Raum besitzt, was jener Zustand des Seins ist, der am weitesten entfernt ist von jeglichem Zerfall und der über eine göttliche Allgegenwart (vahdet) verfügt, welche die zuverlässigste Eigenschaft des Seins ist, heilig, unwandelbar und (gewissermaßen der Gegenpol zum) Nichtsein, (eine solche Urewigkeit und Beständigkeit) den Dingen zuzuschreiben, wie dem Äther oder den Atomen, also einem Stoff, welcher der Materie auf ihrer schwächsten Stufe des Seins, in feinster, veränderlichster, wandelbarster Form, am weitesten über den Raum verteilt zugehört, und sie auf die Urewigkeit zurückzuführen, sie sich als urewig vorzustellen, während einige sogar meinen, dass alle göttlichen Werke aus ihnen entstanden seien, ist eine Auffassung, die der Wahrheit so sehr entgegengesetzt ist, den Tatsachen so sehr widerspricht, so weit entfernt davon ist noch vernünftig zu sein, dass sie geradezu absurd erscheint. Dies wurde bereits in verschiedenen Teilen der Risale-i Nur mit stichhaltigen Beweisen dargelegt.

Zweiter Strahl:

Besteht aus zwei Fragestellungen

Erste Fragestellung:

Diese Ayat verweisen auf die gewaltige Erscheinung des Namens "der Unwandelbare (Qayyum)".

لاَ تَاْخُذُهُ سِنَةٌ وَلاَ نَوْمٌ ٭ مَا مِنْ دَآبَّةٍ اِلاَّ هُوَ اٰخِذٌ بِنَاصِيَتِهَا ٭ لَهُ مَقَالِيدُ السَّموَاتِ وَ الْاَرْضِ

{"Nicht überkommt Ihn Schlummer noch Schlaf." (Sure 2, 255) "Es gibt keine Lebewesen, die sich bewegen, Er hielte sie denn an ihrem Schopfe fest." (Sure 11, 56) "Ihm gehören die Schlüssel der Himmel und der Erden." (Sure 39, 63)}

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Ein Aspekt dieser gewaltigen Wahrheit, auf die diese und ähnliche Ayat hinweisen, ist folgender:

Die Existenz und der Fortbestand der Himmelskörper und ihre Beständigkeit im Universum sind an das Mysterium der Unwandelbarkeit Gottes (sirr-i Qayyumiyet) gebunden. Würde diese Unwandelbarkeit Gottes auch nur einen Augenblick ihr Antlitz abwenden, würden Millionen von Welten, manche von ihnen tausendmal größer als die Sonne, in die unendlichen Weiten des Raumes hinausgeschleudert werden, miteinander zusammenstoßen und in das Nichts hinabstürzen.

So wie zum Beispiel die Macht der Unwandelbarkeit Gottes, die Tausende von prächtigen Schlössern, die gleich Flugzeugen in vollkommener Ordnung in der Luft verharren, auf die Reise schickt, durch die Stabilität, die Ordnung und den Fortbestand solcher Burgen (= Sternbilder) im All zu erkennen ist, so ist auch die Tatsache, dass der Unwandelbare in Seiner Majestät (Dhat-i Qayyum-u Dhu l-Djelal) die zahllosen Himmelskörper im All in aller Stabilität, Beständigkeit und Fortdauer, in äußerster Ordnung und im Gleichgewicht durch das Geheimnis der Unwandelbarkeit, ohne Stütze, in der Leere Millionen Mal mächtigere Körper hält, einige Tausend und einige sogar Millionen Mal größer als unsere Sonne, und Er sie alle mit Pflichten betraut und bewirkt, dass sie sich in vollkommener Ordnung wie eine majestätische Armee den Befehlen aus Seinem Ferman: كُنْ فَيَكُونُ {"Sei! und es ist",} unterwerfen, ein Maß der gewaltigen Erscheinung des Namens "der Unwandelbare". In gleicher Weise bestehen auch die Atome (und Moleküle) aller Dinge wie auch die Sterne im Geheimnis dieses Namens "der Unwandelbare" und sind beständig und bestehen in ihm fort.

Die Atome im Körper eines lebenden Wesens verschwinden nicht, sondern versammeln sich in Gruppen und zu Systemen, passend zu ihrem jeweiligen Verbund, ohne sich zu zerstreuen, behalten ihre Stellung im Sturm der Elemente, die gleich einem Strom dahinfließen und

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dabei in ihren Regeln und Verbänden bleiben. Da aber dieses ganz offensichtlich nicht aus sich selbst heraus geschieht, sondern aus dem Geheimnis der Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet) heraus, und da auch jeder Körper gleich einem wohlgeordneten Heer ist und jede Art einer geordneten Armee, verkündet in gleicher Weise wie die Atome der Fortbestand und die Bewegung aller lebenden Wesen und ihre Verbindungen auf Erden und die der Sterne in den Welten des Alls mit zahllosen Zungen das Geheimnis der Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet).

Zweite Fragestellung:

Dieses Thema (maqam) verlangt, auf einen Teil des Nutzens und der Weisheit der Dinge, die mit dem Geheimnis der Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet) verbunden sind, hinzuweisen.

Die Weisheit in der Existenz aller Dinge und der Zweck ihrer Natur (fitrat), der Segen in ihrer Erschaffung, sowie Ziel und Frucht ihres Lebens sind in der Tat von dreierlei Art.

Die erste Art richtet sich auf jedes Ding selbst, auf den Menschen und die Angelegenheiten des Menschen.

Die zweite Art ist wichtiger. Sie wendet sich an zahllose Leser und zeigt ihnen die Bedeutung aller Dinge, von denen jedes ein Zeichen ist, eine Botschaft, ein Buch, eine Kasside für Wesen mit Bewusstsein, um sie zu studieren, ein Zeichen, das die Erscheinung des Namens des Schöpfers in Seiner Majestät (Fatir-i Dhu l-Djelal) bekannt macht.

Die dritte Art beschäftigt sich mit dem majestätischen Schöpfer (Sani-i Dhu l-Djelal) und richtet den Blick auf Ihn. Da aber die Verdienste und die Ergebnisse aller Dinge, die auf die Dinge selbst hin ausgerichtet sind, eins sind, sind hingegen solche, die auf den majestätischen Schöpfer (Sani-i Dhu l-Djelal) hin ausgerichtet sind, Hunderte. Denn der majestätische Schöpfer (Sani-i Dhu l-Djelal) betrachtet selbst die Einzigartigkeit Seiner Kunstwerke, beobachtet die Erscheinung Seiner Namen in allem Sein, das Er selbst gestaltet hat. Insoweit diese mächtige dritte Art betroffen ist, genügt es für diese Dinge bereits, auch nur eine Sekunde zu leben.

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Es gibt auch ein Geheimnis der Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet), das die Existenz aller Dinge erfordert. Es wird im Dritten Strahl erläutert werden.

Einmal betrachtete ich in der Erscheinung des geheimnisvollen Zeichens des Kosmos und des Rätsels der Schöpfung Nutzen und Weisheit des Seins und sagte mir: "Da möchte ich doch gerne wissen, warum sich die Dinge in dieser Weise zeigen und danach so schnell wieder entschwinden und untergehen." Ich betrachte sie also in ihrer individuellen Erscheinungsform: sie werden wohlgeordnet und in Weisheit gekleidet, geschmückt und dann in diese Messehalle geschickt, um ausgestellt zu werden. Doch dann verschwinden sie in ein, zwei Tagen wieder und einige von ihnen vergehen sogar ohne jeden Sinn und Zweck in wenigen Minuten. Was ist der Zweck dessen, dass sie für uns eine so kurze Zeit sichtbar werden? Ich war also deswegen sehr neugierig.

Dann aber entdeckte ich durch die Gnade Gottes eine bedeutungsvolle Weisheit in der Tatsache, dass alle Dinge und ganz besonders alle lebenden Wesen in das Lehrhaus dieser Welt kommen. Es war dies wie folgt: Alle Dinge, besonders aber die Lebewesen, sind ein Wort von ganz besonderer Bedeutung, ein Brief, eine Kasside des Herrn und eine Verkündigung Gottes. Nachdem es von allen Bewusstsein tragenden Wesen studiert worden ist und nachdem seine Bedeutung gegenüber zahllosen Lesern zum Ausdruck gebracht worden ist, verschwindet ihre leibliche Gestalt, die einem Brief oder einem Wort gleicht, wiederum.

Für ein Jahr lang war diese Weisheit für mich ausreichend. Aber nach einem Jahr entfalteten sich mir diese wahrhaft wunderbaren und subtilen Wunder der Kunst, wie wir sie in allen Kunstwerken, besonders aber in allen Lebewesen vorfinden. Und so verstand ich denn, dass diese subtilen und so ganz besonders wunderbaren Feinheiten der Kunst nicht allein dazu da sind, um von den mit Bewusstsein begabten Lebewesen betrachtet zu werden

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und ihre Bedeutung für sie zum Ausdruck zu bringen. Zwar kann ein jedes Wesen alle diese vielen Bewusstsein tragenden Wesen studieren, doch ist dieses Studium einerseits begrenzt und andererseits können nicht alle von ihnen alle die Feinheiten der Kunst dieser lebenden Wesen durchdringen. Das aber heißt: das wichtigste Ergebnis der Erschaffung der lebenden Wesen und der bedeutendste Zweck ihrer Natur ist der, dem Auge des urewigen und unwandelbaren Herrn (Dhat-i Qayyum-u Edhel) die Wunderwerke Seiner Kunst, die Geschenke Seiner Barmherzigkeit (rahimane) und die Gnadengaben (ihsan), die Er ihnen verliehen hat, darzubieten.

Was diesen Zweck betrifft, so hat mich das eine lange Zeit befriedigt und daraus habe ich dann das Folgende verstanden: Weisheit und Zweck der Schöpfung, welcher darin besteht, diese endlos vielen Kunstwerke des Seins, besonders aber solche, wie sie sich in den lebenden Wesen finden, dem Blick des urewigen und unwandelbaren Herrn (Dhat-i Qayyum-u Edhel) darzubieten, das heißt, dem urewigen und unwandelbaren Herrn (Dhat-i Qayyum-u Edhel) die Weisheit der Schöpfung in Seinen eigenen Kunstwerken darzubieten genügte für diese große Ausgabe. Einige Zeit später bemerkte ich, dass die Feinheiten der Kunst in allen einzelnen Formen und Gestalten des Daseins sich nicht fortsetzten. Sie wurden vielmehr erneuert, durchliefen mit hoher Geschwindigkeit einen Prozess der Wandlung, wurden mit grenzenloser Aktivität und Kreativität transformiert. So begann ich denn darüber nachzudenken und sagte dann zu mir: "Die Weisheit hinter dieser Kreativität und Aktivität muss notwendigerweise genauso groß sein wie die Aktivität selbst." Da erschienen mir denn plötzlich diese beiden oben beschriebenen Arten der Weisheit als ungenügend und blieben fehlerhaft. Ich begann mit äußerster Neugierde nachzuforschen und nach noch einem weiteren Grund, einer anderen Weisheit zu suchen. Nach einiger Zeit fand ich - Dank sei Gott (lillahilhamd)! - aus der Fülle des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, im Geheimnis der Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet) eine grenzenlose, gewaltige Weisheit, eine Begründung.

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Und durch sie wurde ein göttliches Geheimnis, das Rätsel des Kosmos, die Hermeneutik der Schöpfung offenbar. (Da dies aber bereits im "Vierundzwanzigsten Brief" beschrieben wurde, wollen wir hier in diesem Dritten Strahl nur zwei, drei Punkte daraus kurz erwähnen.)

Betrachte also nun die Erscheinung der Unwandelbarkeit aus dem Blickwinkel dessen, der in der Tat alles aus dem Nicht-Sein ins Da-Sein ruft und entsprechend dem Geheimnis

اَللّٰهُ الّذِى رَفَعَ السّموَاتِ بِغَيْرِ عَمَدٍ تَرَوْنَهَا

{"Gott ist es, der die Himmel ohne alle sichtbare Stützen aufgerichtet hat." (Sure 13, 2)}

alles im grenzenlosen Raum fest verankert hat, ihnen Stabilität und Beständigkeit verleiht und so (alles Sein) dazu veranlasst, die Erscheinung des Geheimnisses der Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet) zur Darstellung zu bringen. Gäbe es diese Stützen nicht, so könnte nichts aus sich selbst heraus fortbestehen. Es würde in eine grenzenlose Leere fallen und ins Nichts hinabstürzen.

Und so wie des Weiteren alles Sein (maudjud) sich in seinem Dasein (vudjud), seinem Bestehen, seinem Fortbestand (beqa) auf den Unwandelbaren in Seiner Majestät (Qayyum-u Dhu l-Djelal) stützt und von Ihm seine Dauer erhält, so sind auch in Übereinstimmung mit der Bedeutung der Ayah

وَ اِلَيْهِ يُرْجَعُ الْاَمْرُ كُلُّهُ

{"...und zu Ihm werden alle Angelegenheiten zurückgebracht." (Sure 11, 123)}

die Enden von tausenden Ketten (silsilah), gebildet aus den Eigenschaften und Bedingungen allen Seins, mit dem Geheimnis der Unwandelbarkeit verknüpft, welches, insoweit mir dieser Vergleich gestattet sein möge, dem Zentrum eines Telefon- oder Telegraphennetzes oder einer Telefonzentrale vergleichbar wäre. (Wären nicht alle

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Eigenschaften einer Kette gleich im Wandel des Seins mit dem Geheimnis göttlicher Unwandelbarkeit verbunden, von dem her sie ihr Licht empfangen) wären tausende unendlicher Folgen von Ursachen (für die Erhaltung des Daseins) notwendig, was nach Ansicht der Gelehrten unmöglich und eine vollkommen irrige Vorstellung wäre. Es wären dazu in der Tat ebenso viele dieser absurden endlosen Folgen von Ursachen erforderlich, wie es (Formen) des Seins gibt. Zum Beispiel: ein Ding (Schutz, Licht, Sein, Versorgung u.dgl.) stützt sich in gewisser Hinsicht auf (ein anderes) und dieses auf das Folgende und dieses auf jenes, bis (letzten Endes diese endlose Kette von Ursache und Wirkung), da sie sich ja nicht endlos fortsetzen kann, (schließlich doch einmal) zu einem Ende kommen muss...

So liegt denn schließlich das Ende all dieser Ketten und Konsequenzen im Geheimnis der Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet). Sobald man jedoch das Geheimnis der Unwandelbarkeit verstanden hat, bleiben die Glieder (dieser Kette) und die Bedeutung der Dinge, die von dem Folgenden in dieser imaginären Konsequenz abhängig sind, nicht mehr (als Glieder in einer Kette von Evolutionen) bestehen, sondern verflüchtigen sich und man sieht nun ein jedes Ding unmittelbar auf das Geheimnis der Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet) hin ausgerichtet.

Dritter Strahl:

كُلَّ يَوْمٍ هُوَ فِى شَاْنٍ ٭ فَعَّالٌ لِمَا يُرِيدُ ٭ يَخْلُقُ مَا يَشَآءُ بِيَدِهِ مَلَكُوتُ كُلِّ شَيْءٍ ٭ فَانْظُرْ اِلَى اٰثَارِ رَحْمَةِ اللّٰهِ كَيْفَ يُحْيِى الْاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَا

{"Jeden Tag ist Er in Beschäftigung." (Sure 55, 29) "Er tut, was immer Er will." (Sure 11, 107) "Er erschafft, was immer er wünscht." (Sure 30, 34) "In Seiner Hand ist das Königreich aller Dinge." (Sure 36, 83) "So betrachte denn die Zeichen göttlicher Barmherzigkeit, wie Er die Erde nach ihrem Tode wieder belebt." (Sure 30, 50)}

Um auf ein oder zwei Punkte zur Einleitung hinzuweisen, wollen wir hier in gewissem Grade das Geheimnis der

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Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet) innerhalb der göttlichen Kreativität (khallaqiyet-i Ilahiye) und der Aktivität des Herrn (faaliyet-i Rabbani) enthüllen, worauf auch die obigen Ayat hindeuten.

Erstens:

Wenn wir einen Blick auf das Universum werfen, so sehen wir, dass eine Gruppe Geschöpfe, die im Strom der Zeit umhergeschleudert wird, für eine Sekunde erscheint: Karawane um Karawane kommt und geht, um sofort danach wieder zu verschwinden. Eine andere Gruppe kommt für eine Minute und zieht weiter. Eine Art hält in der Welt der bezeugten Dinge für eine Stunde und wechselt hinüber in die Welt des Unsichtbaren. Einige von ihnen kommen in diese unsere bezeugte Welt und bleiben, die einen für einen Tag, andere für ein Jahr, einige für eine ganze Epoche, andere für Jahrhunderte, verweilen, nehmen ihre Aufgabe wahr und gehen wieder.

Diese Staunen erregenden Reisen, dieser Vorübergang allen Seins, diese Züge und der Fluss aller Geschöpfe wird in einer solchen Ordnung und Ausgewogenheit vorübergetrieben, und der, der sie alle befehligt und die Karawanen lenkt und leitet, tut dies mit soviel Einsicht, mit soviel Zweckmäßigkeit und Planung, dass selbst wenn aller Verstand sich zu einem gemeinsamen Geist vereinigen würde, er doch nicht im Stande wäre, die Basis dieser weisheitsvollen Lenkung zu verstehen. Er wäre nicht im Stande, irgendeinen Fehler darin zu entdecken und könnte daher auch nirgends eine Kritik anbringen.

So sendet denn die Feder göttlichen Vorherwissens und dessen Folgen (Qalem-i Qadha ve Qader) während dieses Aktes des Herrn, den wir als ein beständiges Werden und Vergehen (khalaqiyet) bezeichnen, ihre liebenswerten und von ihr geliebten Kunstwerke (und besonders die lebenden unter ihnen) ohne ihnen zu erlauben, auch nur ihre Augen zu öffnen, in die Welt des Unsichtbaren, lässt sie nicht einmal mehr zu Atem kommen und entbindet sie so aus dem Leben in dieser Welt. So füllt sie fortwährend das Gasthaus dieser Welt und ohne die Zustimmung seiner Gäste entlehrt sie es wieder. Sie macht den Globus

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zu einer Tafel, die sie beschreibt und wieder löscht, entsprechend der Erscheinung Seines Zeichens (Ayah) يُحْيِى وَ يُمِيتُ {"Er schenkt das Leben und den Tod." (Sure 2, 258)}

So schreibt sie fortwährend Seine Briefe, ändert Seine Briefe und schreibt sie wieder neu.

So liegt denn diesem Wirken des Herrn (faaliyet-i Rabbani), diesem göttlichen Handeln, das wir als ein beständiges Werden und Vergehen (khallaqiyet-i Ilahiye) bezeichnen, ein Sinn und eine tiefe Weisheit, ein grundlegendes Erfordernis, ein auslösendes Motiv zu Grunde. Es ist dies eine unendliche, grenzenlose Weisheit, die sich in drei wichtige Zweige unterteilen lässt.

Der erste Zweig dieser Weisheit ist folgender:

Jede Tätigkeit (faaliyet), ob im Kleinen oder Großen, bringt Freude in ihrer Art. Ja, jede einzelne Tätigkeit birgt in sich eine Freude. Denn tätig zu sein (faaliyet) ist eine Erscheinungsform des Daseins, das in sich eine reine Freude enthält, in der man das Nichtsein, (dessen Drohen) reines Leiden ist, von sich abschüttelt und sich von ihm distanziert. Ein jeder, der über Fähigkeiten verfügt, folgt mit Freude der Entfaltung seiner Begabungen durch entsprechende Tätigkeiten. Die Entdeckung angeborener Fähigkeiten durch entsprechende Tätigkeiten erwächst aus der Freude und mündet in die Freude. Wer immer gewisse Vollkommenheiten in sich verbirgt, folgt mit Vergnügen ihrer Entdeckung durch entsprechende Tätigkeiten.

Da in einer jeden Handlung Vollkommenheit und Freude anwesend ist, die man als solche liebt und nach der man sucht, und da eine jede Handlung in sich vollkommen ist, und da in der Welt lebender Wesen die Erscheinung grenzenloser Liebe und unendlichen Mitleids, die aus einem immerwährenden, urewigen Leben aufsteigt, offensichtlich ist, so zeigen solche Erscheinungen, dass

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zur Erlangung solch ewigen Lebens, wie es zur notwendigen Existenz des Einen passt, der auf diese Weise liebt, der sich erbarmt und der selbst geliebt werden will, wert ist aller Heiligkeit, so sind dort, falls der Vergleich gestattet sein sollte, heilige Qualitäten am äußersten Rand in diesem Absolut Reinen und Heiligen Leben, gleich einer göttlichen Leidenschaft, heiligmäßiger Liebe und reiner Freude. Und diese Qualitäten, diese beständige Erneuerung und Handlung verändern die Welt durch endlose Aktivitäten und eine grenzenlose Kreativität.

Der zweite Zweig der Weisheit in den unbegrenzten göttlichen Aktivitäten(faaliyet-i Ilahiye)ist auf das Geheimnis der Unwandelbarkeit(sirr-i Qayyumiyet)ausgerichtet:

Dies geschieht in Verbindung mit den Namen Gottes. Es ist wohlbekannt, dass ein jeder, der über Schönheit verfügt, eine solche Schönheit sowohl sehen als auch darstellen möchte. Jeder, der über einige Fähigkeiten verfügt, wünscht es und liebt es, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, indem er (diese schönen Dinge) ausstellt und für sie wirbt. Er wünscht sich und liebt es, seine Fähigkeiten, die eine wunderschöne Wahrheit sind, deren Bedeutung aber verborgen geblieben ist, zu enthüllen, um glühende Bewunderer zu finden.

Diese fundamentalen Regeln sind in allen Dingen wirksam und in jedem nach seinem Grad. Nach dem Zeugnis des Universums, nach der Offensichtlichkeit der Erscheinungen und entsprechend den kunstvollen Geweben in Tausendundeinem der Schönen Namen des Majestätischen Unwandelbaren (Dhat-i Qayyum-u Dhu l-Djelal), der über absolute Schönheit (Djemil-i Mutlaq) verfügt, gibt es nach dem Grade eines jeden einzelnen Namens eine wahre Liebe, eine echte Vollkommenheit, wirkliche Schönheit und eine ganz außerordentliche Wahrheit. Und in der Tat finden sich auf jeder einzelnen Stufe unendlich viele verschiedene Arten von Lieblichkeit und zahllose wundervolle Wahrheiten.

Da nun einmal die Spiegel, welche die heiligen Schönheiten reflektieren, und die Tafeln, welche ihre wundervollen Gewebe zur Schau stellen und die Seiten, welche

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ihre schönen Wahrheiten ausdrücken, alle die Wesen im Einzelnen und das All im Ganzen sind, werden sicherlich auch alle diese immerwährenden, ewigen Namen in ihrem Erscheinen in Folge dieser Heiligen Göttlichen Liebe entsprechend dem Geheimnis des Unwandelbaren gänzlich und unablässig das All erneuern und verändern. Auf diese Weise werden sie ihre unendlichen Erscheinungen und grenzenlosen bedeutungsvollen Gewebe und Bücher sowohl dem bezeugenden Blick des Majestätischen Unwandelbaren (Dhat-i Qayyum-u Dhu l-Djelal), den sie darstellen, als auch dem lernenden Blick unzähliger, mit Geist und Bewusstsein begabter Wesen zeigen, und werden unzählige Tafeln aus einem endlichen und nur begrenzten Ding ausstellen und zahllose Individuen aus einem einzigen Individuum und viele Wahrheiten aus einer einzigen Wahrheit hervorbringen.

Vierter Strahl:

Der dritte Zweig der Weisheit in der beständigen und erstaunlichen Aktivität(faaliyet)des Universums:

Wer immer barmherzig (merhamet) ist, der ist auch glücklich, wenn er anderen eine Freude machen kann. Und ein jeder, der andere gern mag (shefqat), ist zufrieden, wann immer er anderen eine Freude machen kann. Ein jeder, der liebt (muhabbet), ist glücklich, wenn er Geschöpfe, die es verdienen, glücklich zu sein, glücklich machen kann. Und ein jeder Mensch von einer edlen Gesinnung ist froh, wenn er auch andere froh machen kann. Wer auch immer gerecht ist, freut sich, die Gerechtigkeit hoch zu halten und die Gunst jener zu gewinnen, deren Rechte verletzt worden sind, indem er die bestraft, die es verdienen. Und jeder geschickte Künstler ist stolz, seine Kunstwerke ausstellen zu können, wenn ihre Funktion dem entspricht, was er sich dabei vorgestellt hatte und sie das Ergebnis hervorbringen, das er sich erhofft hatte.

So ist denn ein jedes der oben erwähnten Prinzipien ein fundamentales Gesetz, das im Kosmos und in der Menschenwelt wirksam ist. Drei Beispiele, die zeigen, dass diese Gesetze entsprechend den Göttlichen Namen wirksam sind,

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wurden im Dritten Kapitel des Zweiunddreißigsten Wortes erläutert. Da es nun hier angebracht erscheint, eine Zusammenfassung zu schreiben, möchten wir das Folgende sagen:

Wenn z.B. eine ungewöhnlich barmherzige (merhamet), gütige, freigiebige und edelmütige Person, auf Grund ihres von Natur (fitrat) aus edlen Charakters arme und bedürftige Menschen an Bord eines großen Schiffes nimmt, diese bedürftigen armen mit Banketten und Gastgeschenken bewirtet und zufrieden stellt, mit ihnen alle Meere der Welt durchsegelt und sie dabei glücklich und zufrieden beobachtet, während sie doch zugleich über ihnen steht, und Freude an der Dankbarkeit der armen Leute hat, so wird sie froh und zufrieden sein, wenn auch sie ihre Freude haben. Sie wird froh und stolz (iftikhar) sein, wenn sie sich dabei wohl fühlen.

Wenn stattdessen aber ein anderer Mensch, der als Beamter lediglich die Funktion eines Paketzustellers (oder Lagerverwalters) hat, eine solche Freude, ein solches Vergnügen dabei empfindet, ein weniger bedeutendes Bankett abhält, so ist es dennoch der Lebendige und Unwandelbare (Dhat-i Hayy-u Qayyum), der alle Tiere und Menschen, zahllose Engel, Dschinnen und Geister an Bord dieses Schiffes des Allbarmherzigen (Rahman) nimmt, das unsere Erde ist. Auf ihm deckt Er den Tisch des Herrn mit den verschiedensten Speisen, mit den Freuden und Genüssen für alle Sinne. Er lässt diese armen, doch dankbaren und glücklichen Geschöpfe in alle Ecken und Enden des Universums reisen und macht sie mit all Seinen Geschenken und Gnadengaben nicht nur in dieser Welt glücklich, sondern macht auch ein jedes Geschenk zu einem Tisch auf dem niemals endenden Bankett des Paradieses im Haus der Ewigkeit. Es sind daher die Attribute der göttlichen Herrschaft (rububiyet), welche diese ständigen Aktivitäten (faaliyet) und ununterbrochenen Schöpfungsakte (khallaqiyet) erfordern und auf die diese göttlichen Qualitäten anspielen, denen gegenüber wir hilflos sind und die wir nicht auszusprechen wagen, wie die "heilige Freude", welche aus dem Dank, der Freude und

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Zufriedenheit dieser Geschöpfe erwächst, ein "seliger Stolz" und ein "himmlisches Entzücken", wie es dem Lebendigen und Unwandelbaren angemessen ist.

Wenn z.B. ein geschickter Handwerksmeister ein Grammofon baut, das ohne Schallplatten alles spielt, was er sich wünscht, wie froh und stolz würde er wohl damit sein. Und er würde zu sich selbst sagen: "Wie wunderbar ist doch, was Gott gewollt hat (Mashallah)!" Wenn schon ein so bedeutungsloses kleines Kunstwerk ohne jede schöpferische Leistung im Geiste des Handwerkers so viel Freude und Stolz (iftikhar) erweckt, so erschafft der Allweise Künstler (Sani-i Hakiem) mit Sicherheit das ganze Universum wie ein göttliches Orchester, aus dem unzählige Arten von Musik erklingen, Klänge erschallen, Lobpreisungen, Gottes Lob und Gedenken zu vernehmen sind, zusammen mit einer wunderbaren Werkbank, an der eine jede Art Universum, eine jede Welt mit einer jeweils anderen Kunst und viele andere wunderbare Kunstwerke gezeigt werden. Und er verfertigt nicht nur vielerlei verschiedene Arten von Maschinen in den Köpfen aller lebenden Wesen, jede gleich einem Grammofon, einer Kamera oder einem Telefon, sondern verfertigt auch in den Köpfen aller menschlichen Wesen nicht nur ein Grammofon ohne Schallplatte, eine Kamera ohne Film, ein draht- und schnurloses Telefon, sondern eine Maschine, die noch zwanzigmal wunderbarer ist. Es sind daher die Bedeutungen wie "heiliger Stolz", göttliche Freude und erhabene Eigenschaften dieser Art, welche von der Herrschaft Gottes (rububiyet) ausgehen und sich über die Erschaffung einer Maschine erheben, und auch darüber, dass sie in der gewünschten Art funktioniert und die verlangten Resultate liefert, die eine ununterbrochene Tätigkeit erfordern.

So hat z.B. ein gerechter Herrscher eine Freude daran, ist stolz und zufrieden, wenn er an der Seite der Unterdrückten gegen die Tyrannen Stellung bezieht, um die Gerechtigkeit hoch zu halten, die Armen gegen das Unrecht der Mächtigen zu schützen und jedem das Seine zu geben.

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Da dies ein fundamentales Gesetz für Herrschaft und Gerechtigkeit (hukum ve adalet) ist, schafft der Lebendige und Unwandelbare (Dhat-i Hayy-u Qayyum), welcher der Allweise Herrscher (Hâkim-i Hakiem) und der Gerechte Richter (Adl-i Âdil) ist, sicherlich für alles Sein und besonders alle lebenden Wesen die notwendigen Lebensbedingungen, welche als das Recht auf Leben bekannt sind. Um ihnen das Leben zu bewahren, garantiert Er ihnen die notwendigen Fähigkeiten. Er beschützt in Seiner Barmherzigkeit die Schwachen vor der Bosheit der Mächtigen.

Deshalb erfordern die Eigenschaften des Herrn und Seine heiligen Attribute, die auszudrücken wir nicht mächtig sind, sich aber aus dem oben gesagten und aus der Erfüllung des Geheimnisses der Gerechtigkeit ergeben, die in dieser Welt vollständig unter dem Aspekt der Aufrichtung der Gerechtigkeit für alle lebenden Wesen stehen und teilweise hinsichtlich der Bestrafung der Übeltäter und besonders derer, die bei der Erscheinung der Obersten Gerechtigkeit vor dem Höchsten Tribunal am Tage der Auferstehung in Erfüllung gehen wird, eine beständige Tätigkeit (faaliyet) im Universum.

So erfordern denn diese drei Beispiele, da ja ein jeder der Schönen Namen in der Bedeutung einiger Heiliger Attribute Gottes (shuunat-i Ilahiye) steht, in dieser ununterbrochenen Aktivität (faaliyet) eine ebenso ununterbrochene Kreativität (khallaqiyet). Und da die Entfaltung, Wachsen und Gedeihen aller Qualitäten und Attribute Freude und ein frohes Aufatmen bewirken und da in der Durchführung und Vervollständigung einer Pflicht und in der Befreiung davon jeder mit einer solchen Pflicht betraut wird und so ein großes Gefühl der Erleichterung und der Zufriedenheit erfährt, und da viele Früchte aus einer einzigen Saat zu empfangen und hundertfältigen Lohn aus einem einzelnen Ding zu gewinnen ein höchst erfreulicher Handel ist, lässt (Gott) sicher die zahllosen Fähigkeiten all Seiner Geschöpfe sich entfalten, beschäftigt Seine Geschöpfe mit wertvollen Aufgaben und verleiht ihnen zu ihrer Entlassung einen höheren Status. Das heißt: Er erhebt die Elemente auf die Ebene der Welt der

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Minerale, die Minerale (wenn sie von den Pflanzen aufgenommen werden) auf die Ebene der Pflanzenwelt, die Pflanzenwelt (als Versorgung der Tiere) auf die Ebene der Tierwelt und die Tiere (als Nahrung für den Menschen) auf die nächst höhere Ebene bewussten menschlichen Lebens.

Aus all dem wird nun verständlich, wie die heiligen Attribute der göttlichen Herrschaft, die sich aus den ständigen Aktivitäten (faaliyet) und ununterbrochenen Schöpfungsakten (khallaqiyet) ergeben, nach dem Zerfall der äußerlichen Erscheinungsformen eines jeden Lebewesens, wie wir dies bereits im Vierundzwanzigsten Brief näher erläutert haben, und sehr viele innere Erscheinungsformen, wie ihr Geist, ihr Wesen, ihre Merkmale und die Bilder ihrer Erinnerungen hinter ihnen zurückbleiben und nach ihnen deren Aufgaben übernehmen.

Eine bestimmende Antwort auf eine wichtige

Frage:

Eine Gruppe Leute des Irrweges sagt, dass der Eine, der in ständigem Tun und Wirken (faaliyet) das All verändert und verwandelt, sicherlich selbst wandelbar und veränderlich sein müsse.

Die Antwort:

Gott bewahre! Hunderttausend Mal, Gott bewahre! Die Tatsache, dass die Spiegel auf dem Grund sich verändern, zeigt nicht, dass sich die Sonne am Himmel verändert, sondern im Gegenteil, dass ihre Widerspiegelung erneuert worden ist. Mehr noch: Ein Wechsel oder Wandel des Allheiligen Herrn (Dhat-i Aqdes), der von Ewigkeit (edheli) zu Ewigkeit (ebedi) in Seiner Beständigkeit (sermedi), in jeglicher Hinsicht absolut vollkommen (kemal-i mutlaq) und absolut unwandelbar (istighna-yi mutlaq), völlig frei und unberührt von Raum (Zeit) und Materie ist, unbeeinflusst von allen Beschränkungen und Möglichkeiten, ist unmöglich. Eine Veränderung im Universum, beweist nicht Seine Veränderlichkeit, sondern eine Abwesenheit jeglichen Wechsels und aller Veränderung. Denn der, welcher ständig verschiedene Dinge wohlgeordnet verändert und in Bewegung versetzt, darf sich selbst nicht verändern und nicht bewegen.

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Zum Beispiel:

Wenn du eine große Anzahl Globen und Bälle drehst, von denen jeder an einer Schnur befestigt ist und sie alle dazu veranlasst, sich pausenlos ineinander zu bewegen, dann ist es für dich notwendig, an einem Platz zu bleiben, ihn nicht zu wechseln und dich nicht zu bewegen, denn falls du dich bewegtest, würde dies die Ordnung zerstören. Es ist doch klar, dass einer, der sich die Objekte geordnet bewegen lässt, sich dabei selbst nicht bewegen darf, und einer, der die Objekte dazu veranlasst, sich ständig zu verändern, selbst unverändert bleiben muss, damit sich diese Handlungen in geordneten Bahnen fortsetzen können.

Zweitens:

Wechsel und Wandel ergeben sich aus einer Bewegung, aus einer Erneuerung oder erfolgen, um sich zu vervollkommnen, aus einem Bedürfnis, aus ihrer (Zugehörigkeit zur Welt) der Materie und der Möglichkeiten. Was aber den Allheiligen Herrn (Dhat-i Aqdes) betrifft, so ist für Ihn, da Er sowohl urewig (qadim), als auch in jedweder Hinsicht absolut vollkommen (kemal-i mutlaq) und absolut bedürfnislos (istighna-yi mutlaq), als auch unabhängig von der Materie, als auch der Notwendig-Seiende ist, mit Sicherheit ein Wechsel oder Wandel unvorstellbar, ja völlig unmöglich.

Fünfter Strahl:

Besteht aus zwei Problemstellungen

Erste Problemstellung:

Wenn wir die gewaltige Erscheinung des Namens "der Unwandelbare (Qayyum)" schauen wollen, müssten wir über ein Teleskop verfügen, um die am weitesten entfernten Objekte beobachten zu können, und über ein Mikroskop, um auch noch die kleinsten Teilchen erkennen zu können. So könnten wir dann in unserer Vorstellung das ganze Universum betrachten. Schauen wir also durch unser Teleskop, erblicken wir in der Erscheinung des Namens "der Unwandelbare" Millionen Sterne und Planeten, manche von ihnen viele tausendmal größer als unsere Sonne, von denen einige offensichtlich ohne jede Unterstützung durch den Äther dahinzuschweben scheinen, (einen Stoff) der dünner als die Luft ist, während andere (unsere Sonne umkreisen).

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Dann schauen wir einmal durch das Mikroskop, sodass wir die kleinen Teilchen erkennen können. Im Geheimnis Seiner Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet) nehmen sie geordnete Positionen ein wie die Sterne, Atome und Moleküle in den Körpern aller lebenden Wesen, bewegen sich und erfüllen ihre Pflicht. Wir sehen, dass diese winzig kleinen Gebilde, welche Teilchen formen, die als rote und weiße Blutkörperchen in den lebenden Wesen bekannt sind, sich den Planeten vergleichbar (durch die Blutbahnen) bewegen.

Zusammenfassung:

Es erscheint hier eine zusammenfassende Erwähnung angebracht zu sein, um das Heilige Licht der sechs Namen zu schauen, die den Gewaltigen Namen bilden, so wie sich die sieben Farben zu einem (gemeinsamen) Lichtstrahl miteinander vermischen. Es ist dies wie folgt:

Schau hinter die gewaltige Erscheinung des Namens "der Unwandelbare (Qayyum)", der alles Sein im ganzen Kosmos zusammen hält, ihm Festigkeit und Bestand verleiht: die gewaltige Erscheinung des Namens "der Lebendige (Hayy)" hat in seiner Erscheinung alle lebenden Wesen in Brand gesetzt. Er hat das All erleuchtet und durch seine Erscheinung alle lebenden Wesen vergoldet.

Und nun schaue noch einmal: hinter dem Namen "der Lebendige", fasst die gewaltige Erscheinung des Namens "der Alleinige (Ferd)" das ganze Universum mit all seinen Elementen und Bestandteilen zu einer Einheit (vahdet) zusammen. Er drückt einem jeden Ding diesen Stempel Seiner Allgegenwart (vahdet) auf die Stirn. Er drückt einem jeden Ding das Siegel Seiner Einheit (Ahadiyet) ins Antlitz. Er veranlasst es mit unendlich vielen, zahllosen Zungen Seine Erscheinung zu verkünden.

Und nun betrachte die gewaltige Erscheinung Seines

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Namens "der Richter (Hakem)" hinter Seinem Namen "der Alleinige": Er umfasst alles Sein, das wir in unserer Vorstellung durch ein Teleskop oder Mikroskop beobachten können, von den Sternen (und Sternnebeln) bis hinunter zu den Atomen (und Molekülen), wie groß oder klein sie auch immer sein mögen, vom größten bis zum engsten Kreis, wie es einem jeden von ihnen würdig und angemessen ist, in einer Frucht bringenden Ordnung, nach weisheitsvollen Regeln, in sinnreicher Harmonie. Er schmückt alles Sein und vergoldet es.

Und nun betrachte die gewaltige Erscheinung Seines Namens "der Gerechte ('Adl)" hinter Seinem Namen "der Richter (Hakem)" (wie dies bereits im Zweiten Punkt erklärt wurde): der ganze Kosmos und alles Sein in ihm wird in einer solchen Ausgewogenheit, einem Gleichgewicht, einem Ebenmaß gelenkt und geleitet, dass, sollte auch nur einer der Himmelskörper auch nur für einen einzigen Augenblick das Gleichgewicht verlieren, das heißt, sollte er aus der Erscheinung Seines Namens "der Gerechte" ausbrechen, so würde das ein Tohuwabohu unter den Sternen verursachen und der Jüngste Tag hereinbrechen.

Das aber zeigt nun, dass jener gewaltige Kreis allen Seins, von den Heerscharen der Sterne bis zu den Heerscharen der Atome, das heißt, von jener großen Galaxie, also von jenem Gürtel, den wir die Milchstraße nennen, bis hin zu den Bahnen roter und weißer Blutkörperchen, die in best ausgewogenem Gleichgewicht Schulter an Schulter stehen, dass alles Sein sich in vollkommenem Gehorsam dem Befehl: كُنْ فَيَكُونُ {"Sei! und es ist."} unterwirft.

Und nun betrachte hinter der gewaltigen Erscheinung Seines Namens "der Gerechte ('Adl)" die gewaltige Erscheinung Seines Namens "der Heilige (Quddus)", wie wir sie im "Ersten Punkt" erläutert haben! Die Tatsache, dass Er alles Sein im Universum so rein, sauber, strahlend, klar, schön und verziert darbietet, zeigt, dass Er dem ganzen Kosmos und allem Sein jene Form von

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prächtigen Spiegeln geschenkt hat, die würdig ist, die äußerste, wesensgemäße Schönheit (djemal-i dhat) jener Absoluten Schönheit (Djemil-i Mutlaq) zu empfangen, wie sie der reinen Lieblichkeit Seiner Schönen Namen angemessen ist.

Kurzum:

Diese sechs Namen und sechs Lichter des Gewaltigen Namens haben den ganzen Kosmos und alles Sein in goldgeschmückte Tücher von immer wieder anderen, wunderhübschen Farben, die unterschiedlichsten Gewebe und immer wieder neue Verzierungen eingehüllt.

Zweite Problemstellung zum Fünften Strahl:

So wie sich uns die Erscheinung der Unwandelbarkeit (qayyumiyet) hinsichtlich Seiner Allgegenwart (Vahidiyet) und Majestät (Djelal) im All darstellt, so tritt diese Unwandelbarkeit auch im Menschen, der das Zentrum und der Mittelpunkt und die mit Bewusstsein begabte Frucht des Kosmos ist, hinsichtlich Seiner Einheit (Ahadiyet) und Vollkommenheit (Djemal) in Erscheinung. Das heißt, so wie der Kosmos im Geheimnis Seiner Unwandelbarkeit (sirr-i qayyumiyet) fortbesteht, so besteht in gewisser Hinsicht auch der Kosmos durch den Menschen, welcher der vollkommenste Ort der Erscheinung des Namens der "Unwandelbare (Qayyum)" ist. Denn da die meisten Weisheiten, Ziele und Zwecke des Kosmos sich auf den Menschen beziehen, so ist auch die Erscheinung der Unwandelbarkeit im Menschen sozusagen eine Säule des Kosmos. So kann man denn in der Tat sagen, dass der Lebendige und Unwandelbare (Dhat-i Hayy-u Qayyum) wollte (irade), dass es Menschen in der Welt gäbe und erschuf sie deshalb für ihn. Denn mit einer solch allumfassenden Natur kann der Mensch all die Schönen Namen Gottes verstehen und sich an ihnen erfreuen. Er kann viele göttliche Namen ganz besonders durch die Freude verstehen, die ihm aus seiner Versorgung erwächst. Wohingegen die Engel sie nicht aus diesem Genuss heraus kennen können. Als Ergebnis dieses wichtigen Verständnisvermögens des Menschen, hat der Lebendige und Unwandelbare

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ihm einen Bauch und den Appetit dazu gegeben, der es ihm möglich macht, alle Seine Namen zu verstehen und alle Seine verschiedenen Gnadengaben zu verkosten, und Er hat ihm in Seiner Freigiebigkeit den Tisch mit unendlich vielen Arten von Nahrung für den menschlichen Magen gedeckt. Er hat ihm auch das Leben zu seinem Bauch, dem physischen entsprechend, gemacht, und vor seinen Sinnen, die den Händen seines Bauches in seinem Leben gleichen, einen weit und breit ausgedehnten Tisch mit Seinen Gnadengeschenken gedeckt. Durch diese Sinne bringt das Leben seinen Dank für jede Art Segen auf diesem Tisch der Gnadengaben dar.

Und nach dem Bauch des Lebens hat er für den Menschen den Bauch seiner Menschlichkeit geschaffen, der seinen Unterhalt und seine Gnadengaben in einem noch weiteren Bereich als dem des Lebens empfängt. Intelligenz (aqil), Verstand (fikir) und Fantasie (hayal) ziehen wie die Hände dieses Bauches ihren Vorteil aus diesem Tisch göttlicher Barmherzigkeit, der so weit und breit ist, wie Himmel und Erde, und danken dafür.

Und nach dem Bauch seiner Menschlichkeit hat Er für den Menschen noch einen anderen Tisch Seiner Gnadengaben gedeckt, der unendlich groß ist. Er hat ihm den islamischen Glauben zu einem immateriellen Bauch gemacht, der sehr viel nach Seiner Versorgung verlangt und hat Seinen Tisch über die Sphäre seiner Reichweite hinaus ausgedehnt und die Namen Gottes mit eingeschlossen. So empfindet denn der Mensch durch seinen Magen das größtmögliche Vergnügen an seiner Versorgung und empfängt so den Namen "der Barmherzige (Rahman)" und den Namen "der Allweise (Hakiem)" und ruft aus:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلَى رَحْمَانِيَّتِهِ وَ عَلَى حَكِيمِيَّتِهِ

{"Lobpreis und Dank sei Gott für Sein Erbarmen und Seine Weisheit!"}

usw. Und er kann durch diesen großen Magen des Geistes von den unendlichen göttlichen Gnadengaben seinen Nutzen ziehen. Und da gibt es noch einen weiteren Kreis für diesen Bauch. Das ist die Freude an der göttlichen Liebe (muhabbet-i Ilahiye)...

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So hat denn der Lebendige und Unwandelbare (Dhat-i Hayy-u Qayyum) den Menschen zu einem Zentrum und Mittelpunkt des ganzen Kosmos gemacht. Er hat vor ihm einen Tisch mit Gnadengeschenken gedeckt, so groß wie das ganze Universum und ihm diesen ganzen Kosmos unterworfen. Der Grund dafür und auch dafür, dass ihm das Universum in gewisser Hinsicht im Geheimnis der Unwandelbarkeit (sirr-i Qayyumiyet) unterworfen ist, wie sie sich im Menschen offenbart, sind seine drei bedeutenden Aufgaben:

Erste Aufgabe:

Alle diese verschiedenen Arten von Wohltaten (nimet), wie sie im ganzen Universum verteilt sind, werden durch den Menschen geordnet. All diese vielen Dinge, die für den Menschen von Nutzen sind, finden sich gleich Perlen an einer Gebetsschnur (tesbih) aufgefädelt. Die beiden Enden dieser Schnur aber sind im Kopf des Menschen befestigt (wo sie alle gesichtet und geordnet werden). Auf diese Weise wird der Mensch zu einer Liste all der verschiedenen Schätze göttlicher Barmherzigkeit.

Zweite Aufgabe:

Auf Grund seiner vielseitigen Fähigkeiten ist der Mensch, angesprochen von Seinem Herrn, dem Lebendigen, dem Unwandelbaren (Dhat-i Hayy-u Qayyum), der vollkommenste Ansprechpartner, wenn er seine staunenswerten Kunstwerke hochschätzt und sie bewundert, sie mit lauter Stimme verkündet, Ihm auf allerlei Arten ganz bewusst seine Dankbarkeit darbringt, Ihm für all die verschiedenen Arten Seiner Gnadengaben und die vielen verschiedenen Erweise Seiner Güte Lob, Preis und Dank (shukur ve hamd u thena) entgegen bringt.

Dritte Aufgabe:

(Der Mensch) sollte in seinem Leben Seinem Herrn, dem Lebendigen, dem Unwandelbaren (Dhat-i Hayy-u Qayyum), Seinen Attributen (shuunat) und Seinen allumfassenden Eigenschaften (sifat) in dreierlei Weise als ein Spiegel dienen.

Erster Aspekt:

(Der Mensch) in seiner vollkommenen Schwäche (adjz-i mutlaq) sollte die vollkommene Macht (qudret-i mutlaq) seines Schöpfers auf all Seinen Stufen empfangen und entsprechend den Stufen seiner eigenen Schwäche die Stufen

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Seiner Macht erfahren. Er sollte in seiner vollständigen Armut (fakri-i mutlaq) Seine Barmherzigkeit (rahmet-i mutlaq) und die Abstufungen Seiner Barmherzigkeit (rahmet) wahrnehmen und in seiner Ohnmacht (da'if) Seine Stärke (quvvet) verstehen. usw. So sollte er im Mangel seiner eigenen Eigenschaften einen Spiegel als Maßstab für die vollkommenen Eigenschaften seines Schöpfers (Khaliq) finden. In gleicher Weise wie die Nacht das Licht nur noch stärker erstrahlen lässt, die Dunkelheit der Nacht in ihrem Kontrast die elektrischen Lampen nur noch vollkommener erscheinen lässt, so gleicht auch der Mensch im Mangel seiner Eigenschaften wie einem Kontrastbild göttlicher Vollkommenheit.

Zweiter Aspekt:

Der Mensch mit seinem winzig kleinen Stückchen Willen (djuz-i irade), seinem geringen Wissen (ilm), seinem kleinen bisschen Macht (qudret), einem nach außen hin sichtbaren Königreich und einem Haus, das er sich erbaut hat, versteht die Größe des Bauherrn des Universums anhand Seines Königreichs, Seiner Kunst, Seines Willens, Seiner Macht, Seines Wissens und dient Ihm gleichsam als Sein Kontrastbild.

Dritter Aspekt:

(Der Mensch) hat anhand seiner Eigenschaft, ein Spiegel zu sein, zwei Gesichter:

Erstes Gesicht:

Es gilt, alle diese verschiedenen kunstvoll gefertigten Werke der göttlichen Namen durch sich selbst sichtbar werden zu lassen. So ist der Mensch, schlicht gesagt, auf Grund seiner großen Vielseitigkeit ein kleines Inhaltsverzeichnis des Kosmos und dessen verkleinertes Abbild und stellt auf diese Weise alle diese kunstvollen Ornamente Seiner Namen dar.

Zweites Gesicht:

Es dient als ein Spiegel für das Wirken Gottes (shuunat-i Ilahiye). Das heißt: So wie der Mensch durch sein eigenes Leben auf das Leben des Lebendigen und Unwandelbaren (Dhat-i Hayy-u Qayyum) verweist, so dient er auch durch seine Sinnesorgane, wie Gesicht und Gehör und die Art, sie in seinem Leben wahrzunehmen, den Eigenschaften (sifat) des Lebendigen und Unwandelbaren in Seinem Hören und

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Sehen als Spiegel und macht sie auf diese Weise bekannt.

Und ferner dient der Mensch mit seinen in so vielfacher Form vorhandenen, sehr feinen, lebendigen Gefühlen, Empfindungen und Wahrnehmungen, wie sie sich in seinem Leben zwar vorfinden, doch nicht entwickeln, sondern in Form von Gefühlen und Empfindungen hervorsprudeln, mit Hilfe seiner Bedeutungen und Empfindungen als Spiegel der heiligen Attribute (shuunat) des Lebendigen und Unwandelbaren. Zum Beispiel: Als Ergebnis solcher Gefühle handelt er mit einem Ausdruck von Liebe oder Gefühlen wie stolz, zufrieden, glücklich oder fröhlich zu sein, als ein Spiegel von Attributen dieser Art, unter der Bedingung, dass sie angemessen sind und der Heiligkeit des Allheiligen Herrn (Dhat-i Aqdes), Seines vollkommenen Reichtums würdig sind.

So ist denn ferner noch der Mensch bei seiner großen Vielseitigkeit im Leben ein Instrument, das die Attribute und Eigenschaften (sifat ve shuunat) des Majestätischen Herrn (Dhat-i Dhu l-Djelal) wahrnimmt und bemisst, ein Inhaltsverzeichnis Seiner Namen und ein bewusster Spiegel der dem Lebendigen und Unwandelbaren (Dhat-i Hayy-u Qayyum) in dergleichen vielen Hinsichten als Spiegel dient. So ist denn der Mensch eine Einheit von Messinstrumenten, ein Inhaltsverzeichnis, eine Waagschale und eine Maßstab zur Bemessung der Wahrheit im Kosmos.

Zum Beispiel: Ein besonders eindeutiger Beweis für die Existenz der Wohlbewahrten Tafel (Lauh-i Mahfudh) ist das menschliche Gedächtnis und zugleich auch ein Beispiel für sie. Und ein ebenso eindeutiger Beweis für die Existenz der Welt der Bilder und Gleichnisse (alem-i misal) ist die menschliche Vorstellungskraft (quvve-i hayal) und zugleich auch ein Beispiel für sie. Und ein ebenso eindeutiger Beweis für die Existenz der Geistwesen im All sind die Kräfte und subtilen Fähigkeiten (quvveler ve latifeler) im Menschen und zugleich auch ein Beispiel für sie,

usw. In einem kleineren Rahmen und auf eine Weise, die nicht

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bestritten werden kann, vermag der Mensch die Glaubenswahrheiten im Kosmos zur Darstellung bringen.

So erfüllt denn der Mensch viele wichtige Funktionen ähnlich den oben angeführten Aufgaben. Er ist ein Spiegel immerwährender Schönheit (Djemal-i Baqi). Er ist jener Ort der Erscheinung, der eine immerwährende Vollkommenheit (Kemal-i Sermedi) verkündigt. Er ist derjenige, der beständiger Barmherzigkeit (rahmet-i ebedi) bedarf und für sie dankbar ist. Da Schönheit, Vollkommenheit und Barmherzigkeit ewig und immerwährend sind, ist es sicherlich notwendig, ja geradezu unvermeidlich, dass der Mensch als ein sehnsuchtsvoller Spiegel unvergänglicher Schönheit und leidenschaftlicher Herold immerwährender Vollkommenheit und als der, welcher stets fortdauernder Barmherzigkeit bedarf und dankbar für sie ist, zu einer bleibenden Stätte (dar-i beqa) gehen wird, um für ewig dort zu verbleiben, dass er in die Ewigkeit hinüber gehen wird, um diese ewigen Qualitäten dort zu begleiten, und er wird diese ewige Schönheit und immerwährende Vollkommenheit und die nie-enden-wollende Barmherzigkeit in alle Ewigkeiten begleiten.

Denn ewige Schönheit kann niemals zufrieden sein mit einem vorübergehenden Liebhaber und Bewunderer und einer sterblichen Geliebten. Da Schönheit sich selbst liebt, wünscht sie sich auch Liebe gleichsam als Gegenleistung für ihre Liebe. Vergänglichkeit und Zerfall verwandeln

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eine solche Liebe in Feindschaft (adavet). Ginge der Mensch nicht hinüber in die Ewigkeit, um für ewig dort zu verweilen, so würde ihn dort an Stelle seiner ihm wesensgemäßen Liebe zu ewiger Schönheit nur Feindschaft erwarten.

So wie wir bereits in einer Fußnote im Zehnten Wort erklärt haben, verbannte einmal eine gefeierte Schönheit ihren Liebhaber aus ihrer Gegenwart, worauf sich dessen Liebe (ashk) in Hass verkehrte und er schließlich, um sich selbst damit zu trösten sagte: "Pfui! was ist sie doch hässlich!" womit er sie denn in ihrer Schönheit angriff, ja ihre Schönheit verleugnete.

Der Mensch hegt in der Tat Feindschaft gegenüber allem, was er nicht kennt, wie er auch ganz einfach eine Feindschaft gegenüber all dem wünscht, wonach er vergeblich seine Hände ausstreckt, und ein Gegner all dessen ist, was er nicht bekommen kann. So wie sich nun einmal nach dem Zeugnis des ganzen Alls der Wahre Geliebte (Mahbub-u Haqiqi) und Vollkommene in all Seiner Schönheit (Djemil-i Mutlaq) den Menschen durch all Seine Schönen Namen als liebenswert erzeigen und ihn dazu bringen möchte, Ihn zu lieben, so würde Er dem Menschen, der ihm doch zugleich Liebender und Geliebter (mahbub ve habib) ist, bestimmt nicht eine angeborene Feindschaft einpflanzen, um Ihn aus tiefster Seele zu hassen. Er würde den Geist des Menschen nicht mit einer solch angeborenen Feindschaft ausstatten, die doch alles in allem der Natur (fitri) des Menschen widersprechen würde, wo er doch von Natur (fitrat) aus das liebenswerteste Geschöpf ist, ein liebendes Wesen, wie es sich aufs Äußerste von allen anderen unterscheidet und das Er geschaffen hat, um Ihn anzubeten. Denn der Mensch könnte seine tiefen Wunden, die er durch ewige Trennung von Absoluter Schönheit (Djemal-i Mutlaq), die er doch liebt und deren Wert er zu schätzen weiß, empfangen hat, einzig heilen, wenn er Ihm Feindschaft entgegen bringt, wenn er Ihm zürnt, ja wenn er Ihn verleugnet.

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So geschieht es denn aus diesem Blickwinkel heraus, dass eine Feindschaft der Ungläubigen gegen Gott entstehen kann. Weil dies aber so ist, wird (Gott) in Seiner Urewigen Schönheit (Djemal-i Edhel) sicherlich dem Menschen ein ewiges Leben an einer bleibenden Stätte (dar-i beqa) schenken, um dort auf der Reise in die Ewigkeit stets mit ihm, der Ihm ein sehnsuchtsvoller Spiegel ist, zusammen zu sein.

Da nun einmal der Mensch von seiner Natur (fitrat) aus so erschaffen wurde, dass er sich nach einer Ewig-bleibenden Schönheit sehnt und sie liebt, und da nun einmal eine solche für ewig bleibende Schönheit nicht mit einem Liebhaber zufrieden sein kann, der nur vorüber geht, und da der Mensch, wenn er nach einem Trost sucht in seinem Kummer und Sorgen um ein Ziel, das er nicht kennt und nicht erreichen kann, wenn er etwas nicht erobern und besitzen kann, so tröstet er sich dadurch, dass er nach dem Fehler sucht, der in der Sache steckt oder in sich einen heimlichen Groll dagegen schürt. Und da das All für den Menschen erschaffen wurde und der Mensch erschaffen wurde, um Gott zu erkennen und Ihn zu lieben (muhabbet) und da der Schöpfer und Seine Namen immerwährend sind, und da sich die Erscheinung Seiner Namen für immer und ewig und alle Zeit fortsetzen wird, wird der Mensch sicherlich und in jedem Fall auch zu einer bleibenden Stätte (Dar-i beqa) eingehen und ein ewig währendes Leben erlangen.

Und ferner hat Mohammed, der Prophet aus Arabien, mit dem Friede und Segen sei, als der vollendete Wegweiser und der Vollkommene Mensch auf perfekte Weise in sich selbst und seinem Glauben den Wert und alle Vollkommenheiten und Verpflichtungen, die den Menschen betreffen, gezeigt und bekannt gemacht, so wie wir dies oben erklärt haben. Dies zeigt, dass der Kosmos für die Menschheit geschaffen wurde und dass sein Ziel und Zweck die Menschheit ist. So ist denn sicherlich auch das höchste Ziel und der bedeutendste Zweck der Menschheit

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und der glänzendste Spiegel des Einen und Einzigartigen (Ahad ve Samad) Mohammed.

عَلَيْهِ وَ عَلَى اٰلِهِ الصَّلاَةُ و السَّلاَمُ بِعَدَدِ حَسَنَاتِ اُمَّتِهِ ٭ يَا اَللّهُ يَا رَحْمنُ يَا رَحِيمُ يَا فَرْدُ يَا حَىُّ يَا قَيُّومُ يَا حَكَمُ يَا عَدْلُ يَا قُدُّوسُ ٭ نَسْئَلُكَ بِحَقِّ فُرْقَانِكَ الْحَكِيمِ وَبِحُرْمَةِ حَبِيبِكَ الْاَكْرَمِ وَبِحَقِّ اَسْمَآئِكَ الْحُسْنَى وَبِحُرْمَةِ اِسْمِكَ الْاَعْظَمِ اِحْفَظْنَا مِنْ شَرِّ النَّفْسِ وَالشَّيْطَانِ وَمِنْ شَرِّ الْجِنِّ وَالْاِنْسَانِ اٰمِينَ ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Mit ihm und seiner Familie sei Friede und Segen nach der Anzahl aller guten Werke seiner Gemeinde." "Oh Gott! Oh Barmherziger! Oh Erbarmer! Oh Alleiniger! Oh Lebendiger! Oh Unwandelbarer! Oh göttlicher Richter! Oh Du Gerechter! Oh Du Heiliger! Wir bitten Dich um der Wahrheit Deiner Allweisen Unterscheidung willen und um der Verehrung für Deinen Ehrenwerten Geliebten willen und um der Wahrheit Deiner Schönen Namen willen und um der Verehrung Deines Gewaltigen Namens willen uns vor dem Übel unserer Seele und des Teufels, vor dem Übel der Dschinnen und Menschen zu schützen. Amen." "Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast, denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Einunddreißigster Blitz

Dieser wurde unter den "Strahlen (Schua')" eingereiht. Dreizehn dieser Strahlen wurden bereits abgefasst. Ein Teil ist noch nicht abgefasst worden. Dieser Einunddreißigste Blitz wird in einem eigenen Band unter dem Titel "Strahlen" herausgegeben werden.

Zweiunddreißigster Blitz

Dies ist die letzte Abhandlung des Alten Said und trägt den Titel "Lemeat". Sie wurde während zwanzig Tagen im Ramadan abgefasst, wo sie ganz spontan Gedichtform angenommen hatte. Sie wurde in dem Band der "Worte (Sözler)" eingereiht und veröffentlicht.

Dreiunddreißigster Blitz

Dieser enthält die ersten Werke des Neuen Said, die er, mit einem jeweils dazugehörigen Anhang, im Grade eines Zeugnisses als allererste Wahrheiten (haqiqat) in seinem Herzen empfing. Ihre arabischen Titel lauten: «Katre» (Tropfen), «Habbe» (Saatkorn), «Schemme» (Düfte), «Dherre» (Stäubchen), «Hubab» (Körnchen), «Suhre» (Blumen), «Schule» (Flamme). Er wurde im Gesamtwerk der Risale-i Nur als «Mesnevi-i Nuriye» eingereiht und veröffentlicht.

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Buchgebet

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ
يَا اَللّٰهُ ٭ يَا رَحْمٰنُ ٭ يَا رَحِيمُ ٭ يَا فَرْدُ ٭ يَا حَىُّ ٭ يَا قَيُّومُ ٭ يَا حَكَمُ ٭ يَا عَدْلُ ٭ يَا قُدُّوسُ

{"Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers." "Oh Gott! Oh Barmherziger! Oh Allerbarmer! Oh Einzigartiger! Oh Lebendiger! Oh Unwandelbarer! Oh Gerechter! Oh Heiliger!"}

Um Deines Gewaltigen Namens willen und um der Ehre des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, und um der Würde Deines ehrenwerten Gesandten willen, mit dem Friede und Segen sei, geleite diejenigen, welche dieses Buch gedruckt haben, ihre gesegneten Helfer und die Schüler der Risale-i Nur zur Ewigen Glückseligkeit in den Gärten des Paradieses. Amin. Verleihe ihnen immerwährenden Erfolg im Dienste am Glauben und am Qur'an. Amin. Und schreibe ihnen für jeden Buchstaben dieses Buches tausendmal Gutes in das Buch ihrer Guten Taten. Amin. Und gewähre ihnen Ausdauer, Stetigkeit und Aufrichtigkeit in der Verbreitung der "Licht"-Abhandlungen. Amin.

Oh Barmherziger Allerbarmer!... Schenke allen Schülern der Risale-i Nur Glück und Zufriedenheit in Beiden Welten. Amin. Beschütze sie vor der Bosheit des Teufels in Dschinnen- und Menschengestalt. Amin. Und verzeihe diesem schwachen und hilflosen Said seine Fehler. Amin...

Im Namen aller Nur-Schüler
Said Nursi