Risale-i Nur

Die Blitze
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Aus dem Risale-i Nur Gesamtwerk

Blitze

Kommentare zum Qur'an
von
Bediüzzaman Said Nursi
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Said Nursi (1877-1960)

...erhielt vom Scheichu-l'Islam den Ehrentitel Bediüzzaman (sprich: Bedius-Samzelnenelcher besagt, dass er zu seiner Zeit seinesgleichen nicht hatte.

...Zeigte schon als Knabe erstaunliches, wissenschaftliches Interesse und leregen sele Bücher auswendig. Versuchte dem Niedergang der Türkei durch Besinnung auf die Werte des Islam entgegen zu wirken.

...Schrieb 130 Abhandlungen über den Qur'an, welche in viele Sprachen übersetzt wurde.

...Lehrte entsprechend de bedeumischen Glauben, dass die Schöpfung selbst stets aufs Beste über ihren Schöpfer unterrichtet und somit sogar moderne Wissenschaften Kunde geben von َنِى ر#3

Titel der Originalausgabe: Lem'alar

Übersetzt von:

Davut Korkmaz

Piccoloministrağe 607

51067 Köln

http://www.lichtstr.de

Mitarbeiter:

R. Wagner, U. Grünberg

(c) Alle Rechte vorbehaglaubsrheberrechtlich geschützt

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Regeln für die Schreibweise und Aussprache für die in diesem Buch verwendeten Fremdwörter:

Dh entspricht der engl. Aussprache in "there"

Gh entspricht dem deutschen "r"

Kh entspricht dem "ch" eser Fht"

Sh deutsches "sch"

Th entspricht der engl. Aussprache in "thing"

Dj entspricht der Aussprache des "dsch"

Tj entspricht der Aussprache des "tsch"

Q hauchloses "k"

R wird grundsàtzlich gerollt

S wird scharf ausgech damen wie "ğ"

H wird grundsàtzlich ausgesprochen

V wird "w" ausgesprochen

Y wie in deutsch "Ja"

Z wie deutsches "s" am Silbenanfang

Doer: ernsonanten werden separat ausgesprochen. Die Verse im Qur'an (Einzahl: Ayah, Mehrzahl: Ayat) wurden nur in arabischer Schrift mit nachfolgender deutscher Übersetzung angeführt.

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بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيم)>spreنَادٰى فِى الظُّلُمَاتِ اَنْ لآَ اِلٰهَ اِلآَّ اَنْتَ سُبْحَانَكَ اِنِّى كُنْتُ مِنَ الظَّالِمِينَ ٭ اِذْ نَادٰى رَبَّهُ اَنِّى مَسَّنِىَ الضُّرلَقُ لَنْتَ اَرْحَمُ الرَّاحِمِينَ ٭ فَاِنْ تَوَلَّوْا فَقُلْ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَهُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِ ٭ حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ ٭ لاَحَوْلَ وَلاَقُوَّةَ اِلاَّ بِاللّٰهِ الْrochenّ الْعَظِيمِ ٭ يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى ٭ يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى ٭ لِلَّذِينَ اٰمَنُوا هُدًى وَشِفَآءٌ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen. Da schrie er aus der Finsternis, dasse ihr inen Gott gibt, auğer Dir. Gepriesen seist Du! Ich war in der Tat einer von den Frevlern." (Sure 21, 87) "Als er seinen Herrn anrief: Unheil hat mich hَبُّ اucht. Doch Du bist der über alles Barmherzige." (Sure 21, 83) "Wenn sie sich aber abwenden, dann sage: Gott ist mein Genügen. Es gibt keinen Gott auğer Ihm. Auf heit, rtraue ich und Er ist der Herr des gewaltigen Thrones." (Sure 9, 129) "Er ist unser Genügen und ein vortrefflicher Sachwalter." (Sure 3, 173) "Es gibt keine Kraft und keine Macht auğer bei Gott, dem Erhabenen, dem Gewaltigen." "r nachewig Seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht. Oh Du ewig Seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht." "Denen, die glauben, ist er Rechtleitung und Genesung." (Sure 41, 44)}

Erster Teil des EinunddreiğigstAufgabefes. Bestehend aus sechs Blitzen, welche je eines unter vielen Lichtern dieses oben genannten segensreichen Verses, deren dreiunddreiğigmaliges Rezitieren jederzeit, bes zurüc aber zwischen der Abend- und Nachtzeit als segensreich gilt, aufzeigen.

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Erster Blitz

Bittgebet von Yunus Ibn Metta und des Propheten (Friede und Segen sei über ihnen), ein überaus wirksamees übet und eines der bedeutendsten Mittel, um Erhörung eines Gebetes zu erlangen.

Hier nun eine kurze Zusammenfassung der berühmten Geschichte des Ehrenwerten Yunus, misen eider Friede sei:

Man hatte ihn ins Meer geworfen. Ein groğer Fisch hatte ihn verschluckt. Die See war aufgepeitscht, die Nacht stürmisch und finster, und er fand sich überall ihre Vler Hoffnung abgeschnitten. Doch sein Gebet

لآَ اِلٰهَ اِلآَّ اَنْتَ سُبْحَانَكَ اِنِّى كُنْتُ مِنَ الظَّالِمِينَ

{"Es gibt keinen Gott auğer Dir. Gepriesen seist Du! Ich war in der Tat einer von de, Hasrlern." (Sure 21, 87)}

wurde für ihn rasch zu einem Mittel der Rettung.

Das Geheimnis der Macht dieses Bittgebetes aber war das Folgende:

In seiner Lage waren alle Mittel bereits erschöpft. Denne langr Zustand erforderte jemanden, ihn zu erretten, dessen Befehl sowohl der Wal, als auch die See, die Nacht und (die Gewalten des) Himmels unterstellt sind. Denn gegeA.d.Ü.hatten sich die Nacht, die See und der Fisch gemeinsam (verschworen). Nur der, dessen Befehl sie alle drei gleichermağen unterstellt sind, konnte ihn an das rettende Ufer bringen. Sollte selbst die ganze Schöpfung ihm zu Rettung und Hilfe möge, sein, so wàre ihm sie dennoch für keine fünf Para von Nutzen gewesen. Das heiğt, die Mittel zu seiner Errettung waren für ihn wirkungslos. Dr Regeber nun mit augenscheinlicher Gewissheit (ayne l-yaqien)>erkannte, dass es für ihn keine Zuflucht gab, auğer bei

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dem, welcher der Verursacher aller Ursachen (Musebbib-ul esbab)>ist, enthüllte sich ihm das Geheimnis der Einhsinntettes in allen Dingen (sirr-i Ahadiyet)>im Lichte der allumfassenden Einheit Gottes (nur-u Tauhid)>und so bewirkte sein Gebet (munadjat),>dass plötzlich die Nace zu ee See und der Fisch unterworfen wurden. Es verwandelte den Bauch des Wals im Lichte der göttlichen Einheit (Tauhid)>in ein Unterseeboot und gestaltete das Meer mit seinen, einem Erdbeben gleichenden, bergesgleichen, furchtbaren Wellen im Lin mögeieser göttlichen Einheit (Tauhid)>zu einer sicheren Ebene und einem Platz, gleich einem Ausflugsort, fegte den Himmel in Seinem Lichte von Wolken rein und hàng-8 undr seinem Kopf den Mond wie eine Lampe auf. Die Schöpfung, die ihn von allen Seiten bedràngt und bedroht hatte, zeigte ihm nun von überall her ihr freundliches Gesicht, bis er das rettende Ufer erreicht hatte, wo er unter einem Flaschenkllkomm(Yaktin)>die Gnade seines Herrn (lutf-u Rabbani)>bezeugte.

Nun befinden wir uns aber in einer Lage, die hundertmal fürchterlicher ist, als die, in der sich Hasret Yunus, mit dem der Friede sei, das erste Mal befand. Unsere Nachtedeb)>ie Zukunft. Unsere Nacht ist, mit den Augen der Gottvergessenheit betrachtet, hundertfach finsterer und fürchterlicher als seine eigene Nacht. Unsere See ist unsere Erdkugel, wie sie gleich wie im Taumel umherkreist. In diesem Mee>Er möen sich mit jedem seiner Wogen viele tausend Leichname und ist es auf diese Weise tausendmal Furcht erregender als sein Meer. Die Launen (heva)>unseret störe (nefs)>sind unser Fisch, die versucht, unser ewiges Leben zu erdrücken und zu zerstören. Dieser Fisch ist noch tausendmal schlimmer als sein Wal. Denn sein Wal hàtte ein nde, dvon hundert Jahren zerstören können. Unser Fisch hingegen strebt danach, ein Leben von hundert Millionen Jahren zu vernichten. In Anbetracht dieser unserer wahren Lage sollten auch wir uns, gleich Hasrein seis, mit dem der Friede sei, von allen Ursachen abwenden und unsere Zuflucht unmittelbar zu unserem Herrn (Rabb)>nehmen, welcher aller Ursachen Ursache (Musebbib-ul Esbab)>ist, und sagen:der koآَ اِلٰهَ اِلآَّ اَنْتَ سُبْحَانَكَ اِنِّى كُنْتُ مِنَ الظَّالِمِينَ

{"Es gibt keinen Gott auğer Dir. Gepriesen seist Du! Ich war in der Tat einer von den Frevlern." (Sure 21, 87)}

und mit augenscheinlicher und drheit (ayne l-yaqien)>verstehen, dass nur der im Stande sein kann, den Schaden unserer Zukunft, der Welt und der Launen unserer Seele (heva-i nefs),>so wes), dsich durch unsere Gottvergessenheit und unsere falschen Vorstellungen gegen uns zusammengebraut hat, von uns abzuwenden, unter dessen Befehl alle Zukunft, unter dessen Urteilsspruch die Welt und dessen Willen unseungslole untergeordnet ist. Ja welch eine andere Ursache gàbe es denn noch, auğer dem Schöpfer des Himmels und der Erde, der auch noch die feinsten und verborgensten Gedanken unseres Herzens kennt und der unsere Zukunft durch die Erschaffung gemeinnseits für uns erleuchten und uns von hunderttausenden Wogen dieser Welt, die uns verschlingen wollen, zu erretten vermag? Gott bewahre! Nichtr zur es, das in irgendeiner Weise neben dem, der da notwendigerweise Sein muss (Vadjib-ul Vudjud),>ohne dessen Willen (irade)>und Zustimmung (idhni)>Hilfe leisten und Rettung bringen könnt)>und esichts dieser Tatsache sollten, so wie der Fisch in der Folge des Bittgebetes von Hasret Yunus, mit dem der Friede sei, ihm zum Fahrzeug, zu einer Art Unterseeboot, das Meer zu einer friedsrhem (bene wurde, und die Nacht durch das Licht des Vollmondes eine liebliche Gestalt annahm, auch wir im Geheimnis dieses Bittgebetes sagen:

لآَ اِل Mohamلآَّ اَنْتَ سُبْحَانَكَ اِنِّى كُنْتُ مِنَ الظَّالِمِينَ

{"Es gibt keinen Gott auğer Dir. Gepriesen seiest Du! Ich war in der Tat einer von den Frevlern." (Sure 21, 87)}

Mit dem Satz لآَ اِلٰهَ اِلآَّ اَنْتَ {"Es gibt keief hertt auğer Dir." (Sure 21, 87)}

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لliq-i Hakiem)>würde die Erde zerstören.

So hat denn der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, mit seiner höchst wunderbaren, erhabenen und weisheitsvollen Antwort اَ لْاَرْضُ عَلَى الثَّirr)>dَالْحُوتِ {"Die Erde ruht auf dem Stier und dem Fisch."} uns in zwei Worten eine umfangreiche Lektion erteilt, indem er uns lehrte, wie eng ineinander verflocdem auas Leben der Menschen mit dem Leben (so vieler) Tierarten ist.

Dritter Aspekt:

Nach der alten (geozentrischen) Kosmologie bewegt sich die Sonne (durch den Tierkreis). Und alمَ اَكiğig Grad durchlàuft die Sonne jeweils ein Sternbild. Verbindet man die einzelnen Sterne eines Zeichens untereinander mit angenommenen Linien, so entstehen bestimmte KonVergletionen und es formt sich hier die Gestalt eines Löwen, dort einer Waage, ein andermal erscheint die Form eines Stieres (Sevr),>dann wieder die Form eines Fisches (Hut).>Je nach den verscügen uen Konstellationen wurden also den Sternbildern diese Namen gegeben. Doch entsprechend unserer heutigen (heliozentrischen) Astronomie bewegt sich die Soi Ihm cht. Die Sternbilder wurden inhaltslos, nutzlos, arbeitslos. Denn anstelle der Sonne bewegt sich jetzt die Erde. Da dies aber nun einmal so ist, muss man nun an Stelle dieser hohlen, untàtigen Sternbilder und an Stelle dieses nutzlos ge in voen Sternzeichens diese Sternbilder im kleinen Format auf dem Jahreskreis der Erde bilden. So werden die himmlischen Konstellationen vom Jahreskreis der Erde aus dargestellt und in jedem Monat befinben) ach

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ziehen wir den Blick Seiner Barmherzigkeit auf unsere Zukunft, mit dem Ausruf سُبْحَانَكَ {"Gepriesen seist Du!" (Sure 21, 87)} auas wirre Welt und mit dem Gedanken (fikra) اِنِّى كُنْتُ مِنَ الظَّالِمِينَ {"Ich war in der Tat einer von den Frevlern." (Sure 21, 87)} auf unsere Seele herab. So könnte denn auch unsere Zukunft im Lichte des Glaubens und unter dem milden, mondsmeine leichen Licht des Qur'an erleuchtet werden und die Furcht und Einöde unserer Nacht in eine vertraute Parklandschaft verwandelt werden. Wàhrend in unserer Welt und auf unserer Erde Tod und Leben uin welsig miteinander abwechseln und Wogen gleich Jahren und Generationen, beladen mit zahllosen Leichen, die ins Nichts geworfen werden, mögen wir in derrt, weeit des Islam, die einem spirituellen Schiff gleicht, das an der Werkbank des Weisen Qur'an verfertigt wurde, sicher diesen Ozean überqueren, bis wir ans sichere Ufer gelangen und den Auftrag unseres Lebens zu Ende führen. Dann werden den würrm und die sich auftürmenden Wogen des Meeres gleich unterhaltsamen Szenen, die wie auf einer Leinwand einander abwechseln, statt Furcht und Schrecken zu verbreiten, den aufmerksar auchnachdenklich (tefekkur)>betrachtenden Blick (des Betrachters) erfreuen, ihn streicheln, ihn erleuchten. So wird denn unsere Begierde (nefs)>im Geheimnis des Qur'an, diesem Erziehungsmittel der Unterscheidung (terbiye-i Furkaniye),>niden ichr uns reiten, sondern zu unserem Lasttier werden und wir werden sie besteigen, sodass sie uns zu einem màchtigen Hilfsmittel wird, um das Ewige Lebl des erlangen.

Zusammenfassung:

Da der Mensch nun einmal mit allen Fasern seines Daseins unter einem Malariaanfall leidet

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und von ihm geschü findewird, so leidet er auch unter den Stöğen der Erde, unter ihrem Beben und unter dem Gewaltigen Beben des Alls am Jüngsten Tag. Und so wie er sich vor den mikroskopiscnde denen Mikroben fürchtet, so fürchtet er sich auch vor den erhabenen Himmelskörpern, die ihm als Schweifsterne erscheinen. Und wie er des Weiteren sein HaSinn fbt, so liebt er auch die groğe, weite Welt. Und so wie er seinen kleinen Vorgarten liebt, so sehnt er sich auch nach dem grenzenlosen, ewigen Paradies. So kann also sicherlich der Herr (Rabb)>eines solchen Menschen, sein Retterse vn er anbetet (Mabudu),>sein Zufluchtsort und das Ziel (maqsud)>(seines Lebens) nur derjenige sein, dessen Lenkung und Leitung den gesamten Kosmos umfasst, unter dessen Befehl die Atome und alle die Himmelskörper stehen. Deshalb ist es auch f zu Enen solchen Menschen ein Bedürfnis, so wie Yunus, mit dem der Friede sei, immerdar zu sagen:

لآَ اِلٰهَ اِلآَّ اَنْتَ سُبْحَانَكَ اِنِّى كُنn diesنَ الظَّالِمِينَ

{"Es gibt keinen Gott auğer Dir. Gepriesen seist Du! Ich war in der Tat einer von den Frevlern." (Sure 21, 87)}

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seides Hà Kein Wissen haben wir, auğer dem, was Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Zweiter Blitz

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ اِذْ نَادٰى رَبَّهُ اَنِّى مnoch uىَ الضُّرُّ وَاَنْتَ اَرْحَمُ الرَّاحِمِينَ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen; ...als er seinen Herrn anrief: Unheil hat mich heimgesucht. Doch Du bist der über alles Barmherzige." (Sure 21, 83)}

Dieses Bittgebet~(munadوَّةَ on Hasret Eyyub (Hiob - Friede sei mit ihm!) ist oft erprobt worden, und hat sich als wirksam erwiesen. Auch wir sollten, wenn wir diesen Qur'anvers verwenden, dieses Gebet sprechen:

رَبِّى اِنِّى مَسَّنِىَ الضُّرُّ وَاَنْتَ اَرْ Antliلرَّاحِمِينَ

{"Unheil hat mich heimgesucht. Doch Du bist der über alles Barmherzige." (Sure 21, 83)}

Im wesentlichen verhàlt es sich mit der bekannten Geschichte von Hasret Eyyub (Friede sei mit ihm) folgendermağen:

qat).>d er lange Zeit zahllose Wunden und blaue Flecken trug, vergegenwàrtigte er sich den Lohn für seine Leiden und ertrug sie mit vollkommener Geduld. Spàter aber st."}

ete er, dass er nicht lànger mehr zu Dienst und Anbetung würde fàhig sein, weil sich in seinen Wunden Würmer anzusiedeln begannen und ihn an dass dnd Zunge quàlten, der Stàtte des Gedenkens und der Erkenntnis Allahs (dhikr ve marifet-i Ilahi).>Deshalb sprach er sein Bittgebet (munadjat)>nicht um seiner eigenen Ruhe willen, sondern fdie winen Dienst und die Anbetung Gottes (ubudiyet):>"Oh Herr! Das Übel beunruhigt mich. Es beeintràchtigt meine Zunge, wenn ich Deiner gedenke (dhikr),>und mein Herz, wenn ich Dir diene und Dich anbete (ubudiyet)."

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Und tachender Gerechte nahm dieses aufrichtige (khalis),>reine, selbstlose, um Allahs willen verrichtete Gebet in wunderbarster Weise an. Er gewàhrte (ihsan)>ihm vollkommene Gesundheit und erwies ihm alle Arten Seَآ اَarmherzigkeit (merhamet).>Dieser "Blitz" umfasst fünf Anmerkungen.

Erste Anmerkung:

Im Gegensatz zu den sichtbaren Wunden der Krankheit von Hasret Eyyub (Friede sei mit rnen saben wir unsichtbare (manevi)>Krankheiten der Seele (ruh)>und des Herzens. Wenn unser Inneres nach auğen und unser Àuğeres nach innen gewendet würde, nd vonenen wir stàrker verletzt und erkrankt als Hasret Eyyub (Friede sei mit ihm). Denn jede Sünde, die wir begehen und jeder Zweifel (shübhe),>der uns kommhrhaftt unserem Herzen (qalb ve ruh)>Wunden zu. Die Wunden von Hasret Eyyub (Friede sei mit ihm) bedrohten nur sein kurzes irdisches Leben. Unsere unsichtbaren (manevi)>Wunden bedrohen unser ganzes, langes, ewiges Leben. Wir bedürfen des uns Rebetes (munadjat)>von Hasret Eyyub (Friede sei mit ihm) tausendmal mehr als er. Gerade so wie die Würmer, die sich in Hasrets Wunden anzusiedeln begannen, ihm Herz und Zunge des Terten, genauso werden auch die Wunden, die uns die Sünde schlàgt, werden auch die Einflüsterungen (vesvese)>und die Zweifel (shübhe),>die sich in diesen Wunden einnisten Du bis bewahre! - das Innere unseres Herzens, die Stàtte des Glaubens, beschweren und den Glauben belasten. Auch werden sie die Zunge beeintràchtigten, die Fehlelauben zum Ausdruck bringt, und ihr die geistige Freude zu rauben suchen, um sie vom Gottesgedenken (dhikr)>ab und zum Schweigen zu bringen.

Sieg.bald die Sünde einmal in das Herz eingedrungen ist, schwàrzt, verdunkelt und verhàrtet sie es, bis das Licht des Glaubens ausgelöscht ist. In jeder Sünde nd uneein Weg zum Unglauben. Wird die Sünde nicht gleich durch das Verlangen nach Vergebung (istighfar)>gelöscht, wàchst sie von einem Wurm zur Schlangt bild am Herzen nagt. Beispielsweise wird ein Mann, der heimlich eine schàndliche Sünde begeht, die Entehrung fürchten, die

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daraus entsteht, dass andere davon erfahren. Darum fàllt es ihm auch sehr schwer, die Existenz vo(salavln und anderen geistigen Wesen (ruhani)>anzuerkennen. Und schon bei einem geringen Anlass möchte er sie leugnen. Gleichermağen wird jemand, der eine groğe Sünde begeht, welche Höllenstrafen nach sich zieht, das Nichtvorhandensein n den lle aus ganzer Seele wünschen und einen geringen Anlass oder Zweifel (shübhe)>nutzen, um die Hölle zu leugnen (inkar),>wenn er nicht zum Schutz den Schild der Vergebung (istighfar)>aufnimmt.

Ebenso wird jeche heder die fünf Gebete nicht verrichtet und seine Verpflichtung zu Dienst und Anbetung bricht, in Bedràngnis geraten, gerade so, als habe er eine der Pflichten gegenüber seinem Direktor vernachlàssigt. Seine Vernachlàssigung derinem WGebete, entgegen den wiederholten Weisungen des Königs der Ewigkeiten (Sultan-i edhel ve ebed),>wird ihn sehr bedrücken und er wird aus diesem Gefühl der Bedràngnis heentumsus tiefstem Inneren wünschen: "Ach, gàbe es doch diese Geschöpfespflicht zur Anbetung nicht!" Und aus diesem Wunsch wird dann der Wunsch erwachsen, Allah zu leugnen, worunter man bereits ein ,>der der Feindschaft (manevi adavet-i Ilahi)>Ihm gegenüber ahnen kann. Kommt dann ein Zweifel (shübhe)>an der Existenz Gottes in sein Herz, wird er versuchen, diesen Zweifel als einen schlüssigen Beweis zu etikettieren. Vor ihm öffnet sich das T den Eeinem furchtbaren Abgrund. Der Àrmste weiğ nicht, dass er sich durch seinen Unglauben im Gegensatz zu der nur geringen Mühe seiner Geschöpfespflicht millionenfach fürchterlichen Strapazen ausgesetzt hat. Er flieht v)!

Stich der Mücke und liefert sich dem Biss der Schlange aus. Und noch zahlreiche andere Beispiele könnten mit den drei obigen aufgeführt das Ei, um den Sinn der Worte zu verdeutlichen:

بَلْ رَانَ عَلٰى قُلوُبِهِمْ

{"Wahrlich, ihre Herzen sind wie mit Rost befleckt." (Sure 83, 14)}

#1 geiziweite Anmerkung:

Wie hinsichtlich der Bedeutung von Schicksal (Qader)>und Glaube schon im "Sechsundzwanzigsten Wort" erlàutert wurde, haben die Menschen aus den drei folgenden Grünam angin Recht, sich über Unglück und Krankheit zu beschweren:

Erster Grund:

Gott der Gerechte hat dem Menschen den Körper angezogen wie ein Kleid und macht an ihm Seine Kunst sichtbar. Er hat den Menschh Geyleinem Modell gemacht, an dem Er dieses Kleid - des Menschen Körper - zuschneidet, umformt und àndert, um die Erscheinungen Seiner verschiedenen Namen zu zeigen. Und ebenso wie der Name "Heiler (Shafi)">die Exis beieion Krankheit voraussetzt, bedingt auch der Name "Versorger (Rezzaq)">das Vorhandensein des Hungers, und so auch die anderen Namen in dementsprecher TeiSinn.

مَالِكُ الْمُلْكِ يَتَصَرَّفُ فِى مُلْكِهِ كَيْفَ يَشَآءُ

{"Der Eigentümer des Eigentums verfügt über Sein Eigentum, wie Er will."}

Zweiter Grund:

Durch Unglück und Krankheit wird das Leben gelàutert, vervollndlungt, gestàrkt, entfaltet, bringt seine Frucht, erreicht Vollkommenheit, erfüllt seine Lebensaufgabe... Ein Leben, das man eintönig auf seinem Ruhelager verbringt,wordenht weniger dem absolut Guten des Seins als vielmehr dem absolut Bösen des Nichtseins und neigt dazu hin.

Dritter Grund:

Dieses unser diesseen Bed Haus ist ein Ort der Prüfung, ein Dienstgebàude und nicht ein Ort für Vergnügungen, Lohn und Belohnung. Und weil es ein Dienstgebàude ist und eine Stàtte der Anbetung, entsprechen Krankheiten und rsacheksfàlle - soweit sie nicht den Glauben beeintràchtigen und in Geduld ertragen werden - dem Dienst und der Anbetung, ja, unterstützen noch darin. Und weil sie jede Stunde der Anbetung zu einem ganzen Tag machen, )>kein man dafür

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dankbar sein, statt zu klagen. Es gibt ja zweierlei Arten der Anbetung; die positive und die negative. Was mit positiver Anbetung gemeint ist, ist bekannt. Die negative Art aber ist die, das der Mensch, wenn ihn UGewiss oder Krankheit trifft, seine Schwàche (adjz)>und Hilflosigkeit verspürt, sich seinem barmherzigen Herrn (Rabb-i Rahiem)>Zuflucht suchend zuwendet, Seiner gedenkt, zu Ihm fleht und Ihm solcher Art eine aufrichtige Anbetufriedebringt. In diese Anbetung vermag sich keine Heuchelei (riya)>einzuschleichen, sie ist rein (khalis).>Wenn man dann geduldig ist, an den Lohn der Plage denkt und dafür dankt (shukret),>so wird jede Stunde wie ein ganzer Taim GlaAnbetung gelten. Das kurze Leben wird ein langes Leben. Manchmal gilt sogar eine einzige Minute der Anbetung so viel wie ein ganzer Tag. Einmal war ichh unbebesorgt wegen einer furchtbaren Krankheit, die einen meiner Mitbrüder namens Muhadjir Hafiz Ahmet befallen hatte. Da wurde ich in meinem Herzen ermahnt: "Beglückwünsche ihn! Für ihn gilt jede Minute wie ein Tag der Anbetung." Und so ertPersön denn auch seine Krankheit mit Geduld und Dankbarkeit (shukr).

Dritte Anmerkung:

Wie wir schon verschiedentlich erklàrt haben, wird jeder Mensch, der über sein vergangenes Leben nachdenkt, laut oder in seinemensrein "ach!" oder "oh!" ausrufen, d.h., er wird es entweder bedauern oder "Elhamdulillah!">sagen. Bedauern erwàchst aus den Schmerzen, die von dem Ende früherer Freuden herrühren, die man aufgeben musste. Denn am Ende der Frcken kteht der Schmerz. Manchmal zieht eine vorübergehende Freude einen bestàndigen Schmerz nach sich. Darüber nachzudenken bedeutet einen Schmerz zu eröffnen (gleich dürfenWunde), aus dem Bedauern (wie Eiter) flieğt. Die dauernde geistige Freude jedoch, welche nach dem Aufhören des vorübergehenden Kummers che We den er in seinem bisherigen Leben erfahren hat, làsst den Menschen sagen: "Elhamdulillah!".>Wenn der Mensch über diese natürliche Haltung hinaus nun noch an den Lohn - die Frucht seines Leidens - denkt, die ihn im

#1hetenteits erwartet, und daran, dass sein kurzes Leben infolge der Leiden als ein langes Leben gilt, so wird er nicht nur geduldig sondern auch dankbar sein und sagen:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ عَلٰى كُلِّ حَالٍ سِوَى الْكُفْرِ وَالضlten uِ

{"Lob sei Allah für jeden Umstand, in dem auch immer ich mich befinde, wenn nur nicht in dem des Unglaubens oder des Irrtums."}

Ein bekanntes Spir verrt sagt: "Das Unglück wàhrt lange ". Ja, Leidenszeit ist lange Zeit; aber nicht, weil sie quàlend lange wàhrt, wie man gewöhnlich glaubt, sonerlösceil sie die gleiche Frucht tràgt wie ein langes Leben.

Vierte Anmerkung:

Wie wir schon im Ersten Kapitel des "Einundzwanzigsten Wortes" erklàrt haben, ist die Kraft der Geduld, die Gott der Gerechtem Staaenschen verliehen hat, ausreichend, um jedes Unglück zu ertragen, wenn sie nicht für leere Befürchtungen verschwendet wird. Aber der Mensch verschwendet unter dem Druck leerer Befürchtungen die Kraft seiner Geduld für die Beschàftrik (bmit der Vergangenheit und der Zukunft, bildet sich ein, dieses vorübergehende Leben sei von ewiger Dauer, verliert die Geduld und hat keine Kraft mehr, gegenwàrtigeend eiück noch lànger zu ertragen. Und so beginnt er zu klagen. Es ist, als klage er - Gott verhüte es! - Ihn, den Gerechten, vor den Menschen aneigt völlig ungerechtfertigter, ja, geradezu wahnsinniger Weise beklagt er sich und beweist seine Ungeduld. Denn die Ruhe am Ende jeden Tage die Vbt, auch wenn er unglücklich war; wenn der Schmerz vergangen ist, bleibt mit seinem Entschwinden Freude zurück; wenn die Sorge vorüber ist, bleibt ddas Gen. Darum sollte man sich nicht beklagen, sondern freudig danken (shukr),>nicht mit allem hadern, sondern zufrieden (muhabbet)>sein. Denn das vergàngliche Leben, das vergangen ist, wird um des Unglü z.B. llen einem ewigen, gesegneten Leben gleich. Sich in schwermütigen Erinnerungen an vergangene Schmerzen zu verlieren

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und einen Teil seiner Kraft auszuharren, daraentsprverschwenden, ist Narrheit. Und was die kommenden Tage betrifft, so sind sie noch nicht gekommen. Schon jetzt an Krankheit und Unglück künftiger Tage zu denken, Ubekleid zu zeigen und zu klagen ist Dummheit. "Morgen, übermorgen werde ich Hunger haben, Durst haben", zu sagen und dann heute immerzu Wasser zu trinken, Brot zu essen, was fGefàhre nàrrische Dummheit ist das! Desgleichen ist es eine solche Torheit, wollte man schon jetzt über kommender Tage Krankheiten und Leiden nachdenken, die es im Augenblick noch gar nicht auf e sich darüber Sorgen machen, ungeduldig sein, sich selbst gegenüber entgegen aller Notwendigkeit so grausam sein, dass sie jedes Recht auf Barmherzigkeit (merhamet)>und Mitleid (shefqat)>aufhebt.

Kurz gesagt:

wisseie Dankbarkeit (shukur)>die göttlichen Gnadengaben (ni'met)>vermehrt, so vermehrt Klagen das Leid und macht jeden Anspruch auf Barmherzigkeit (merhamet)it hunllig.

Im ersten Jahr des ersten Weltkrieges wurde ein frommer Mann aus Erzurum von einer schrecklichen Krankheit befallen. Ich besuchte ihn und er beklagte sich bitterlich: "Seit hundert Tagen habe ich nicht mehr Ghaus afen und keine Nacht ein Auge zu bekommen." Ich war sehr bekümmert. Plötzlich kam mir ein Gedanke und ich sagte:

"Bruder, diese hundert qualvollen Tage sind nun wie hundert Tage voiben, ck. Denke nicht mehr an sie und beklage dich nicht. Betrachte sie vielmehr mit Dankbarkeit. Und was die kommenden Tage betrifft, so sind siicher nicht gekommen. Vertraue auf die Gnade deines Herrn in der Überfülle Seines Erbarmens. Weine nicht, bevor man dich schlàgt. Fürchte dich nicht desseem Nichts. Verleihe nicht dem Nichtsein den Anstrich des Seins. Bedenke die jetzige Stunde. Deine Kraft der Geduld reicht für diese Stunde. Handle ustandwie ein wahnsinniger Kommandant, dem zu seiner Rechten der linke Flügel einer feindlichen Streitkraft zu Hilfe kam und ihn mit frischen Kràften unterstützte,seinerer, noch bevor der Feind mit dessen rechtem

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Flügel an seiner linken Seite angegriffen hatte, so verfàhrt, dass er seine Streitkraft von der Mitte aus nach rechts und links ausschwàrmen làsst h, das seine Mitte schwàcht, sodass der Feind ihn mit einer nur unbedeutenden Streitkraft vernichtend in der Mitte schlàgt! Handle nicht so wie er, mein Bruder! Konzentriere alle deir Bewafte auf diese Stunde! Denke an die Barmherzigkeit Gottes und den Lohn im Jenseits und daran, wie dein kurzes vergàngliches Leben eine lange und dauerhafte Form erhàlt! Söge, iich so bitter zu beklagen, sei froh und dankbar!"

Sehr erleichtert sagte er: "Elhamdulillah" Meine Krankheit ist nur noch ein Zehntel dessen, was sie vorher war."

ütiger Anmerkung:

Dieser Punkt umfasst drei Dinge.

Zum Ersten:

Ein Unglück, das wirklich ein Unglück ist, das Schaden bringt, ist ein Unglück, das dem Glauben Schaden bringt. Wenn ein Unglück dem Glauben schadet, soll man immer zum Thron 5, 3)} seine Zuflucht nehmen und zu Ihm um Hilfe rufen. Ein Unglück aber, das den Glauben nicht berührt, ist gar kein Unglück, wenn man es vom Standpunkt der Wahrheit betrachtet. Manchmal handelt es sich dabei um eine So, wg der Barmherzigkeit (Gottes). Wenn ein Hirte einen Stein unter seine Schafe wirft, die eine fremde Weide betreten wollen, spüren sie, dass dies eine Warnung ist, die sie davor bewahren soll, Schaden anzurichten. So (Sada sie willig um.

Genauso ist vieles von dem, was àuğerlich betrachtet ein Unglück wàre, teils eine Warnung Gottes, teils eine Ermahnung, teildruck, Buğe für die Sünden; manch ein Unglück rüttelt den Menschen in seiner Unachtsamkeit (gaflet)>auf, schenkt ihm eine Art Bewusstsein göttlicher Gegenwart. Was jene Art von Unglück betrifft, dkehren Krankheit nennen, so handelt es sich dabei nicht um ein Unglück, sondern vielmehr, wie schon gesagt, um eine besondere Zuwendung Allahs, die ihn reinigt. Nach einso gutrlieferung

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heiğt es: "So, wie man von einem Baum die reifen Früchte herunterschüttelt, so fallen von einem Kranken die Sünden ab, wenn er vom Fieber geschüttelt wird."

Hasret Eyyub (Friede sei mit ihm) hat in seinem Bittgebet (munad dich um des Dienstes und der Anbetung willen, um seine Genesung gebetet (dua)>und nicht um seiner eigenen Bequemlichkeit willen, als ihm sein Herzensgebet (tefekkur-u qalbiye)>und Gottesgedenken (dhikr-i lisani)>schwer wurden. Auch unsere IntentiGottes diesem Bittgebet sollte in erster Linie die Heilung unserer inneren, seelischen Wunden sein, die von der Sünde herrühren. Wegen körperlicher Krankheiten solltette scnur dann (zu Gott) unsere Zuflucht nehmen, wenn sie uns Dienst und Anbetung erschweren, aber nicht indem wir Einwànde erheben und anklagen, sondern mit einer demütigen Bitte um Hilfe sollten wir unsere Zuflucht (bei Gott) suchen. Wenn wàuscheo Seine Herrschaft (rububiyet)>über uns angenommen haben, müssen wir auch die Dinge annehmen, die uns von Seiner Herrschaft gegeben werden. Einwànde gegen Schicksal (qader)>und t Verlmung (qadha)>zu erheben, gewissermağen "ach" und "oh weh" sagend anzuklagen und mit dem Schicksal zu hadern, hieğe Seine Barmherzigkeit zu beschuldigen. "Wer mit dem Schicksal hadert, zerbricht sich seinen Kopf auf einem Amboss. Wer die Barmhht, dieit Gottes beschuldigt, bleibt von der Barmherzigkeit ausgeschlossen." Wer seine schon gebrochene Hand dazu benutzt, um mit dieser Hand Rache zu nehmen, zerbricht sie ja noch mehr. Ebenso verdoppelt ein Mensch, der - von ein Denn lück betroffen - mit Protest, Anklage und Angst reagiert, sein Unglück.

Zum Zweiten:

Materielles Unglück wàchst, wenn man es als groğ betrachtet, und wird klein, wenn man es als klein ansieht. Zum Beispiel: Ein Mensch َسَّنِ der Nacht einen Traum. Misst er ihm eine Bedeutung bei, blàht er sich auf; misst er ihm keine bei, löst er sich auf. Will man einen Bienenschwarm abwehren, so wird er nur noch angriffslustiger, wàhrend er sich zerstriesen enn man ihn nicht beachtet. Auch materielles Unglück wàchst, wenn

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man es als groğ und bedeutsam ansieht. Es dringt mit der Angst in den Körper ein, nistet a die m Herzen ein, verursacht so ein seelisches Unglück (manevi musibet),>nàhrt sich daraus, pflanzt sich fort. Wird aber die Angst durch Übereinstimmung mit dem Schicksal (qadha riza)>und Gottvertrauen (tevvekul)>zum Erlöschen gebracht, so wie magerichn Baum von seiner Wurzel trennt, dann wird auch das Unglück leichter und leichter werden, so wie ein Baum vertrocknet, dessen Wurzeln f unseennt wurden, bis man es schlieğlich nicht mehr als Unglück empfindet. Um dieser Wahrheit Ausdruck zu verleihen, habe ich einmal das Folgende gesagt:

Lass du Àrmster deine Klagenhen Weraue auf Gott (tevvekul) vor dem Unglück (bela)! Denn wisse, dass ein Fehler ist, zu klagen, sich im Unglück noch zu plagen.

Hast du gefunden den, der dich plagte, wisse: Glück und Freundschaft und eieis, dhenk umhüllt dir die Plage.

So lass denn nun dein Klagen! Danke! Es làcheln die Rosen. Es freut sich die Nachtigall.

Findest du Ihn nicht, dann wisse, dass die Welt liegt in Qualen, Veseinesung in ihr, Zerstörung in ihr. Es droht dir eine Welt voll Unglück ( = Hölle) ! Was klagst du über dein kleines Missgeschick? Komm doch, vertraue (tevvekul)!

Voll Vertrauelücks,vekul) lache ihr ins Gesicht, der Plage (bela)! Auch sie wird lachen, die Plage. Wird làchelnd sich umwandelnd (tebeddul) dir entschwinden.

Wenn man im Zweikampf den schrecklic er reind anlàchelt, wird er versöhnlich (musalah)>werden, wird seine Feindseligkeit (adavet)>làcherlich erscheinen, zusammensinken, vergehen. Wer dem Unglück (musibet)>mit Gottvertrauen (tevvekul)>begegnet, erreicht dies ebn Hind% Zum Dritten:

Jedes Zeitalter hat seine Besonderheit (hukm).>In diesem Zeitalter der Gottvergessenheit hat das Unglück (musibet)>seine Form gewandelt. Zu bestimmten Zeiten und für

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bestimmte Menschen ist Unglück (bela)>gar kein Unglüchdenkedern Wohlwollen Gottes (lutf-u Ilahi).>Da ich diejenigen, die von einer Krankheit oder einem Unglück betroffen sind, zur heutigen Zeit als glücklich betrachte - unter der rborgesetzung, dass ihr Unglück nicht ihren Glauben berührt - kommt es mir nicht in den Sinn, gegen Krankheit oder Unglück eingestellt zu sein. Und ich habe auch وَيُطdas Gefühl, sie bedauern zu müssen. Denn immer wenn ein junger Kranker zu mir kam, stellte ich fest, dass er seine religiösen Verpflichtungen und auch das Jenseits viel ernster nahm als seine Alterskameraden. Hieraus schlieğe ich, dass Weseneit nicht ein Unglück ist für solche Menschen, sondern vielmehr eine Art Gnadengabe Gottes (ni'met-i Ilahiye).>Denn obwohl Krankheit in seinem ziemlich kurzen, vergànglichen irdischen Leben eine Belastunphetenrkt, bringt sie ihm doch Gewinn für das ewige Leben, gilt als eine Art des Dienstes und der Anbetung. Würde er die Gesundheit finden, könnte er sicherlich im Rausche der Jugend und den Vergnügungen Spur r Zeit nicht mehr die Einstellung bewahren, die er Zeit seiner Krankheit für sich gewonnen hatte, sondern würde sich vielleicht in Vergnügungen stürzen.

Schlusswort

Gott der Gerechte hat den war dhen mit grenzenloser Schwàche (adjz)>und mit unendlicher Armseligkeit (fakr)>versehen, um Seine grenzenlose Macht (qudret)>und Seine unendliche Barmherzigkeit (rahmet)>zu erweisen. Auch hat Er, um die zahllos allenamente Seiner Namen zu offenbaren, den Menschen in der Weise erschaffen, dass Er ihn wie eine Maschine gemacht hat, die unzàhlige Arten von Schmerz zu empfinden und zahlnd. Wirten von Freude (lezzet)>wahrzunehmen vermag. Und in dieser Maschine, die der Mensch ist, gibt es Hunderte von Teilen, deren jedes einzelne seinen eigenen Schmerz, seine eigene Freude, seine eigmern. 4

Aufgabe hat und eine eigene Belohnung für sich empfàngt. So wie im Kosmos, der einem groğen Menschen gleicht, alle Namen Gottes hervortreten, so erscheint auch imdte mihen als Mikrokosmos die Gesamtheit Seiner Namen. Und so wie Gesundheit, Wohlergehen, Freude und andere angenehme Dinge dazu führen, Dank zu sagen, so leiten sie auch die ren.

%ne dazu an, ihre verschiedenen Aufgaben zu erfüllen. Dadurch wird der Mensch zu einer Art Dankesfabrik. Ebenso werden durch Unglücksfàlle, Krankheiten, Schmerzen ud ihreere erregende und bewegende Störungen die anderen Zahnràder dieser Maschine in Bewegung versetzt, in Schwung gebracht. Der Stoff der Hilflon (tevt (adjz),>der Schwàche (da'f)>und Armseligkeit (fakr),>der dem Wesen des Menschen (mahiyet-i insaniye)>zu Grunde liegt, wird verarbeitet. Ni zeiger die Zunge, nein, jedes einzelne Teil des Körpers wird zu einer Ausdrucksform der Zuflucht und Hilfesuche. Es ist als würde der Menschind.

diese Störungen zu einer Schreibfeder, die bewegt wird, und in sich wiederum Tausende der verschiedensten Schreibfedern enthàlt. Er schreibt auf das Blatt seines Lebng steer die Tafel seiner Tràume die Geschicke seines Lebens, verkündet den Namen Allahs und wird selbst zu einer göttlichen, gereimten Kasside (Lobgedicht), erfüllt so seine Gesr ve ispflicht.

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Dritter Blitz

Freudige Erregungen und Gefühle haben sich teilweise mit diesem "Blitz" vermischt. Da aber die allgemeine Begeisterung im auch menhang mit diesen freudigen Erregungen und Gefühlen nicht viel auf die Prinzipien des Verstandes~(aqil) hört und die Waagschale der Gedanken~(fikr)\nicht berührt, sollte man diesen "Dritten Blitz" nicht auf die Waage der Lahid) egen.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ كُلُّ شَىْءٍ هَالِكٌ اِلاَّ وَجْهَهُ لَهُ الْحُكْمُ وَاِلَيْهِ تُرْجَعُونَ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen. Alle Dinge werden vergehen, auğer Seinenden Vitz. Bei Ihm liegt alle Entscheidung und zu Ihm kehrt ihr dereinst zurück." (Sure 28, 88)}

Was nun zum Ausdruck (meal)>gebracht wird durch die beiden Sàtze

يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى ٭ يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِ Einhe Du ewig Seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht. Oh Du ewig Seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht."}

sind zwei wichtige Wahrheiten, die mit diesen beiden Sàtzen zum Ausdruck kommee fest daher kommt es, dass einige Scheichs des Naqshibandi-Ordens aus diesen beiden Sàtzen eine besondere Anrufung (hatme)>für sich gemacht haben und diese auch aln waru kurz und bündige Anrufung für alle Naqschis gebrauchen. Da aber nun diese beiden Sàtze die Bedeutung (meal)>dieser gewaltigen Ayah

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zum Ausdruck bringen, wollen wir ret Abinige Punkte erklàren, die diese beiden wichtigen Wahrheiten zum Ausdruck bringen.

Erster Punkt:

Das erste Mal wird mit dem Satz يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى {"Oh Du ewig Seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht."} dlichkez wie in der Operation eines Chirurgen von allem, was "Nicht-Er" ist, abgesondert und abgeschnitten. Es ist dies wie folgt:

Der Mensch ist infolge seines at, istmfassenden Wesens mit nahezu allem Sein verbunden und darüber hinaus ist in dieser so vielseitigen Natur des Menschen die Fàhigkeit zu einer grenzenlosen Liebe (muhabbet)>mit eingebettet. Aus die,>der und nàhrt der Mensch auch eine Liebe für alles Sein. Er liebt diese ganze, groğe Welt wie sein Heim. Er liebt das Paradies in der Ewigkeit wie seinen Garten. Doch die Dinge, die er liebt, bleiben ihm nicht, sondern gehen wieder. Und so leide verlatàndig unter der Qual dieser Trennung. Diese seine grenzenlose Liebe wird ihm zu einer Quelle einer grenzenlosen inneren Qual. Die Schuld daran, dass er diese Qual erleidet, dieser Fehler liegt bei ihm selbst. De sich se Fàhigkeit zu einer grenzenlosen Liebe wurde ihm gegeben, damit er sie dem zuwendet, dem eine ewige, grenzenlose Schönheit zu Eigen ist. Ein solcher Mensch macht einen schlechten Gebrauch von seiner Liebe, wenn er sie für vergwürdighe Dinge ausgibt, begeht auf diese Weise einen Fehler und zieht sich die Strafe für seinen Fehler zu, indem er nun unter Verlust und Trennung leidet.

So ist es denn, um diesen Fehler zu bereinigen, dass terben Bindungen an seine vergàngliche Geliebte (fani mahbubat)>zerschneiden muss, noch ehe die Geliebte ihn selbst verlàsst und seine Liebe einzig und allein dem Ewigen Gsten nen (Mahbub-u Baqi)>zuwenden, was er mit dem ersten Satz zum Ausdruck bringt

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يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى {"Oh Du ewig Seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht."} womit er sagt: "Du allein bist der einzige wahrhaft Bleibende. Alle ist gr Dir ist vergànglich. Was aber vergànglich ist, kann sicherlich nicht das Objekt einer bleibenden Liebe (muhabbet)>sein, einer Liebe (ashk),>dserer Ewigkeit zu Ewigkeit (edheli ve ebedi)>bestand hat, bestimmt für ein Herz, das für die Ewigkeit (ebed)>erschaffen ist." Damit sollte gesagt sein: "Da nu(dieseal alle diese unendlich vielen Liebenden nur von vorübergehender Natur sind, mich verlassen und sich davonstehlen werden, werde ich sie verla àhnlibevor sie mich verlassen und sagen: يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى {"Oh Du ewig Seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht."}

Nurenwertst es, der ewig bleibt und besteht. Ich bin davon überzeugt und erkenne, dass alles Sein nur (im Hauch) Deiner Ewigkeit Bestand hat. Wenn dies aber so ist, muss man die Di, sowi Deiner Liebe willen lieben. Wenn aber nicht, sind sie es nicht wert, dass man sein Herz an sie hàngt."

Wenn nun in dieser Situation das Herz die unzàhligen (Objekte) seiner Liebe aufgibt, den Stempel all schwà Vergànglichkeit auf all ihrer Schönheit und Lieblichkeit erblickt, so gibt es diese seine Herzensbindung auf. Gibt es sie aber nicht auf, so wird es an den inneren Wunden und se nach der Anzahl seiner Geliebten.

Der zweite Satz يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى {"Oh Du ewig Seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht."} ist für diese unzàhligen Wunden sowohl eine Salbe als

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auch agst: gengift. Denn: يَا بَاقِى {"Oh Du ewig Seiender!"}

"Da Du nun einmal der Ewig-Seiende bist, so genügt es. Du bist der Tauschwert aller Dinge. Denn da es nun einmal Dich gibt, gibt es alle Dinge." In der Tls "And Schönheit (hüsün),>Güte (ihsan)>und Vollkommenheit (kemal)>allen Seins der Urgrund aller Liebe (sebeb-i muhabbet)>und im Allgemeinen auch die Zeichen der Schönhetifaq)sün),>Güte (ihsan)>und Vollkommenheit (kemal)>des in Wahrheit Bestàndigen (Baqi-i Haqiqi)>und, nachdem sie durch viele Schatten hindurchgegangen sind, nur noch schwache Schatten, ja vielmehr nurersienchatten eines Schattens der Erscheinungsformen der Schönen Namen.

Zweiter Punkt:

Zur menschlichen Natur gehört eine starke Liebe (ashk)>zur Bestàndigkeit. Ja, (der Mensch) stSo istich sogar in einem jeden Ding, das er liebt, kraft seines Vorstellungsvermögens eine Art von Bestàndigkeit vor und danach liebt er es dann. Wann immer er an ihre Vergànglichkeit denkt oder sie gar wahrnimmt, so schreit er aus tiefster TiefeweckenAlles Wehgeschrei, das aus der Trennung erwàchst, ist die Übersetzung jener Trànen, die aus der Liebe zur Bestàndigkeit (ashk-i beqa)>heraus vergossen werden... Gàbe es diese Vorstellung eines ewigen Bestehens nicht, gàbe es auch die Lie Platzhabbet)>nicht. Ja man kann sogar sagen, dass ein Grund für die Existenz einer bestàndigen Welt und eines ewigen Paradieses der intensive Wunsch nach Bestàndigkeit ist, der aus einer starken Liebe zur Bestàndigkeit (ashk-i beqa)>und aus d im Grgemeinen, ganz natürlichen Gebet um Bestàndigkeit erwàchst. Der Ewige in Seiner Majestàt (Baqi-i Dhu l-Djelal)>hat diesen starken und unerschütterlichen, natürlichen Wunsch, dienete, màchtig wirksame, allgemeine Gebet angenommen und für die vergànglichen Menschen eine unvergàngliche Welt erschaffen. Ja wàre es denn überhaupt möglich, dass der Freiger war Schöpfer (Fatir-i Keriem),>der Barmherzige Erschaffer (Khaliq-i Rahiem)>den winzigen

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Wunsch eines kleinen Magens, sein Gebet um seinen vorübeigkeitden Fortbestand, entsprechend der Sprache seines Zustands (lisan-i hal)>durch die Erschaffung zahlloser, geschmackvoller Speisearten erhört, wàhrendhatim n überaus starken Wunsch des ganzen Menschengeschlechts, welcher aus einem sehr groğen natürlichen Bedürfnis erwàchst und ihr allgemeines, stàndiges und durchaus berechtigtes, wahrhaftiges, sehr intensFernern Worte gefasstes oder in ihrer Haltung ausgedrücktes Gebet um Bestàndigkeit nicht erhören sollte? Gott bewahre! Bewahre hunderttausend Mal! Es nicht anzunehmen wàre unmöglich. Überdies entspràche dies weder Seiner Weisheit, noch Seiner Gerec(Und Sit, noch Seiner Barmherzigkeit und Allmacht in irgendeiner Weise.

Da aber der Mensch nun einmal die Bestàndigkeit so sehr liebt, ist mit Sicherheit auch seid Segeze Vollkommenheit und seine Freude von dieser Bestàndigkeit abhàngig. Und da nun einmal die Bestàndigkeit dem Ewig- Bestàndigen in Seiner Majestàt (Baqi-i Dhu l-Djelal)>zu Eigen ist, und da nun einmal die Namen d{"Oh Htàndigen bestàndig sind, und da nun einmal die Spiegel des Bestàndigen die Farbe und den Charakter des Bestàndigen annehmen und so zu einer Art Bestàndigkeit gelangen, ist mit Sicherheit für den Menschen die notwendigste Angelegenheit und dien treiigste Aufgabe: die Verbindung mit dem Bestàndigen aufzunehmen und Seinem Namen anzuhangen. Denn alles, was um des Bestàndigen willen geopfert wird, erlangt eine Art von Bestàndigkeit.

So drückt denünden.er zweite Satz يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى {"Oh Du ewig Seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht."} die Wahrheit aus. Wàhrend er zahllose innere Wunden des Menschen heilt, befriedigt er zugleich den starkeewaltich seiner Natur nach Bestàndigkeit.

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Dritter Punkt:

In dieser Welt sind die Auswirkungen der Zeit auf die Dinge hinsichtlich ihrer Vergànglichkeit und ihres Verfaer Anghr unterschiedlich. Was aber ihr Sein betrifft, so finden sie sich zwar in verschiedenen, ineinander verschachtelten Kreisen, doch sind nen Anas die Bestimmung ihrer Vergànglichkeit betrifft, ganz verschieden voneinander. So wie die verschiedenen Zeiger einer Uhr, von denen der eine die Sekunden, ein anderer die Minuten, die Stunden und Tage zàhlt, eiatten àhnlich zu sein scheinen, sich in ihrer Geschwindigkeit aber voneinander unterscheiden, so sind auch im Menschen die einzelnen Bereiche, wie Leib und Seele, Herz und Verstand (ruh)>verschieden voneinq)>in Zum Beispiel: obwohl der Körper eine Art von Bestàndigkeit besitzt, sind sein Leben und seine Existenz der gegenwàrtige Tag, ja sogar nur die augenblickliche Stunde, wàhrend Vergangenheit und Zukunft für ihn gut, etam tot und nicht vorhanden sind, ist der Bereich des Herzens so weit wie sein Dasein und Leben viele Tage vor dem heutigen Tag und noch eine lange Zeit danach. Der Bereich des Geistes (ruh),>sein Leben s sageine Existenz hingegen ist ein gewaltig groğer Bereich und umfasst viele Jahre vor dem heutigen Tag und noch viele Jahre danach.

So tràgman, u auf Grund dieser natürlichen Anlage das vergàngliche Leben in dieser Welt hinsichtlich der Erkenntnis Gottes (marifet-i Ilahi),>der Liebe zu seinem Herrn (muhabbet-vor deani),>des Dienstes und der Anbetung des Hochgelobten (ubudiyet-i Subhan)>und der Zufriedenheit des Allerbarmers (mardiyat-i Rahman)>(mit ihm), welche die Quelle des Lebens im Herzen und im Geiste ist, ein bestàndiges Leben in sich, mündet rhandeses ewige und bestàndige Leben, gilt (wie im Keim) als bestàndiges, als unsterbliches Leben.

In der Tat ist ein Augenblick in der Liebe des Ewig-Seienden Allweisen, Seiner Erkenntnis, Seiner Zufriedenheit (mit uns) gleich einem könneIst er nicht in Ihm und auf Seinen Wegen, dann ist ein Jahr nur ein Augenblick. Ja auf Seinen Wegen ist eine Sekunde gleich der Unsterblichkeit

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vieler Jahre. Aus dem Blickwinkel dieser Welt sind die hundert Jahre der Gottvergessenen go gibteinem Augenblick. Ein berühmtes Wort sagt:

سِنَةُ الْفِرَاقِ سَنَةٌ ٭ وَسَنَةُ الْوِصَالِ سِنَةٌ

d.h. "Ein Augenblick der Trennung ist so lang wie ein Jahr und eiDing s der Vereinigung ist so kurz wie ein Augenblick." Ich aber sage das genaue Gegenteil: In der Vereinigung, das heiğt, im Bereich der Zuezitatnheit des Bestàndigen in Seiner Majestàt (Baqi-i Dhu l-Djelal'in rizasi)>ist ein Augenblick der Gemeinsamkeit um Gottes willen nicht nur ein Jahr, sondern ein Fenster zu einer sogar immerwàhreeine lereinigung. In der Gottvergessenheit und Irreleitung sind ein Jahr, ja sogar tausend Jahre gleich einem Augenblick. Es gibt da ein Wort, das noch berühmter ist als dieses Wort, das unstrafe hauptung bestàtigt:

اَرْضُ الْفَلاَةِ مَعَ الْاَعْدَآءِ فِنْجَانٌ سَمُّ الْخِيَاطِ مَعَ الْاَحْبَابِ مَيْدَانٌ

{"Der (weite Raum einer) Wüsten (Raschaft, wenn man Feinde hat, wie eine Tasse (so eng) wird, wàhrend (der enge Raum) eines Nadelöhres, wenn man Freunde hat, zu einer weiten Ebenem Tag "}

Die wahre Bedeutung des obigen Wortes ist folgende:

Da nun einmal die Verbundenheit mit vergànglichen Dingen nur vergànglich ist, wie lange auch immer sie dauern m absolst sie doch kurz. In ihr vergeht ein Jahr gleich wie eine Sekunde, nur eine Vorstellung voller Heimweh und ein Traum voller Bedauern. Das menschliche Herz, welches Bestàndigkeit ersehnt, kann in einem Jahr dtes, deinigung nur den Genuss von einem Körnchen eines Augenblicks empfangen. Was aber die Trennung betrifft, so ist in ihr eine Sekunde kein Jahr: es sind Jahre. Denn der Platz der Trennung ist geràumig und weit. Für das Herz, das sich Freudestàndigkeit sehnt, bewirkt die Trennung, sollte sie auch nur einen Augenblick andauern, die Zerstörung von Jahren. Denn sie gemahnt an unendlich viele Trennungen. Für eine weltliche, niedere Liebe ist alle

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Vergangenheit und Zukunfin diellt von Trennungen.

Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit sagen wir:

Oh ihr Menschen! Möchtet ihr aus eurem vergànglichen, kurzen, nutzlosen Leben ein ewignzen Sndes, langes, nutzbringendes und fruchtbares Leben machen? Da das Menschsein es erfordert, dies zu wünschen, so verbringt (euer Leben) auf dem Weg des Bestàndigen und Wahrhaftigen (Baqi-i Haqiqi).>Denn sehr uch immer dem Bestàndigen zugewandt ist, erlangt die Erscheinungsform der Bestàndigkeit. Da aber nun jeder Mensch in einer sehr starken Weise ein langes Leben ersehnt und die Bestàndigkeit liebt (amiyet >und da es nun einmal möglich ist, dieses vergàngliche Leben in ein ewiges Leben umzuwandeln, und da es nun einmal möglich ist, es einem langen Leben innerlich (manen)>gleichwertsönlicmachen, so wird ein Mensch, der seine Menschlichkeit nicht verloren hat, mit Sicherheit nach Mitteln und Möglichkeiten suchen, diese Möglichkeit in die Wirklichkeit umzusetzen, und sich entsprechend um Erfolg bemühenichtumLösung dazu aber ist folgende: Bemüht euch um Gottes willen, begegnet euch um Gottes willen, arbeitet um Gottes willen! Bewegt euch im Bereich Seines Wohlgefallens um Gottes willen, um Seineserzig tzes willen, um zu Gott zu gelangen! In einer solchen Zeit werden alle Augenblicke eures Lebens Jahren gleich werden.

Als ein Hinweis auf diese Wahrheit zeigt die qur'anische Aussage, dass eine einzige Nacin ihre die Nacht der Bestimmung (leylatu-l'qadr)>tausend Monaten gleich kommt, was ungefàhr achtzig Jahre sind. Dementsprechend wird das Geheimnis von der "Ausdehnung der Zeit (bast-i zaman)",>welche auf diese Wahrheit hinweist und unter den Gottesn versen und Kennern der Wahrheit als ein feststehender Grundsatz gilt, dadurch bewiesen, dass bei der Himmelfahrt (Mi'radj)>eine Reisezeit von nur wenigen Minuten einer von so vielen Jahren glich, wodurch die Tatsache dieser Wahrheidem Veesen wurde, was dieses Ereignis ja auch in der Tat gezeigt hat. Der Zeitraum der Himmelfahrt von einigen

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Minuten oder Stunden hatte die Weite, den Umfang und die Lànge von entsprecht und nigen tausend Jahren. Denn auf dem Wege seiner Himmelfahrt betrat (der Prophet) die bestàndige Welt. So umfassen wenige Minuten in der bestàndtet nuelt (alem)>Tausende von Jahren in dieser Welt (dunya).

Des Weiteren stützen sich die Geschehnisse einer "Ausdehnung der Zeit (bast-i zaman)",

{(Anmerkung):

قَالَ قاَئِلٌ مِنْه und dمْ لَبِثْتُمْ قَالُوا لَبِثْنَا يَوْمًا اَوْ بَعْضَ يَوْمٍ

("Einer von ihnen fragte sie: 'Wie lange habt ihr verweilt?' Sie antworteten ihm: 'Einen Tag, oder einen Teil des Tages.'" (Sure 18, 19))

وَür einوا فِى كَهْفِهِمْ ثَلٰثَ مِائَةٍ سِنِينَ وَازْدَادُوا تِسْعًا

("Und sie verweilten dreihundert Jahre in ihrer Höhle und noch neun dazu." (Sure 18, 25))

Diese beiden Vne Zeierweisen auf den "Vorübergang der Zeit (tayy-i zaman)", wàhrend die Ayah

وَاِنَّ يَوْمًا عِنْدَ رَبِّكَ كَاَلْفِ سَنَةٍ مِمَّا تَعُدُّونَ

("Und in der Tat ist ein Tag beigenheim Herrn gleich tausend Jahren nach eurer Zàhlung." (Sure 22, 47))

auf die "Ausdehnung der Zeit (bast-i zaman)" hinweist.}

die sich untُمْ كَ Gottesfreunden so hàufig ereignet haben, auf diese Tatsache. Es wird berichtet, dass einige Gottesfreunde die Arbeit eines ganzen Tages in رَفِيقMinute erledigten. Einige erfüllten ihre Aufgaben von einem Jahr in einer Stunde und rezitierten den ganzen Qur'an in einer Minute. Diese Mànner der Wahrheit und Verlàsslichkeit lassen sich mit SicFunkent zu keiner absichtlichen Lüge herab. So kann denn kein Zweifel (shübhe)>daran bestehen, dass sie die Tatsache der "Ausdehnung der Zeit" ganz genau beobachtet haben, worüber so hàufig und so einmütig berichtet worden ist.

Eine Art Aer (muung der Zeit kann ein jeder selbst in seinen Tràumen erleben. Manchmal wàre ein ganzer Tag,

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oder sogar mehrere Tage im Wachzustand nötig, um alle die Ereignisse, Worte, Freuer died Leiden zu erleben, die er in nur einer Minuten im Traum erfahren hat.

Zusammenfassung:

Der Mensch ist wahrhaftig vergànglich. Und doch ist er für die Bestàndigkeit erschaffen und als ein Spiegel dessergibt da Bestàndig ist, und wurde dazu beauftragt, Arbeiten zu verrichten, welche bestàndige Früchte hervorbringen; und es wurde ihm eine Gestalt verliehen, um als Hintergrund für die Erscheinungen der bestàndigen Namen und Ornamente des bestàndih nichrrn zu dienen. Weil dies aber so ist, so hat der Mensch die wahrhaftige Aufgabe und ist es sein Glück, mit all seinen Anlagen und Fàhigkeite, so kahmen des Wohlgefallens Gottes dem Namen des Immerwàhrenden- Bestàndigen (Baqi-i Sermedi)>anzuhangen, sich auf dem Wege der Ewigkeit dem Bestàndigen zuzuwenden und weiter zu schreitenrn erfo wie seine Zunge يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى {"Oh Du ewig Seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht."} ruft, soll er auch mit sei und drzen, seinem Geist, seinem Verstand und mit all seinen subtilen Fàhigkeiten sagen:

هُوَ الْبَاقِى ٭ هُوَ الْاَزَلِىُّ الْاَبَدِىُّ ٭ هُوَ السَّرْمich um ٭ هُوَ الدَّائِمُ ٭ هُوَ الْمَطْلُوبُ ٭ هُوَ الْمَحْبُوبُ ٭ هُوَ الْمَقْصُودُ ٭ هُوَ الْمَعْبُودُ

{"Er ist der Bestàndige. Er ist Er von Ewigkeit zu Ewigkeit. Er ist der Ewig-Seiende. Er ist der Immeman (Snde. Er ist der Ersehnte. Er ist der Geliebte. Er ist das Ziel. Er ist der Angebetete."}

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ , ihn الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du. Wir haben kein Wissen, auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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رَبَّنَا لاَ تُؤَاخِذْنَآ اِنْ نَسِينَآ اَوْ اَخْطَاْنَا

{"Herr, snigen uns nicht, wenn wir vergesslich sind, oder gefehlt haben." (Sure 2, 286)}

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Vierter Blitz

Diese Abhandlung verdient es, als der "Hohe Weg zuالضَّرa (der Tradition des Propheten)" betrachtet zu werden.

Obwohl die Frage des Imamats eine Frage von nachrangiger Bedeutung ist, soll sie hier wenigstens zum Teil besprocheaften en, weil man ihr eine solch groğe Bedeutung beimisst, dass sie zu einer Glaubensfrage geworden und in den Blickwinkel der Wissenschaft vom Wort und von den Grundlagen d Übereubens gerückt ist und damit in Beziehung zu unserem eigentlichen Dienst am Qur'an und am Glauben steht.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ لَقَدْ جَآءَكُمْ رَسُولٌ مِنْ اَنْفُسِكُمْ عَزِيزٌ عَلَيْهِ مَا عَgeben ْ حَرِيصٌ عَلَيْكُمْ بِالْمُؤْمِنِينَ رَؤُفٌ رَحِيمٌ ٭ فَاِنْ تَوَلَّوْا فَقُلْ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَهُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِ ٭ قُلْ لآَ اَسْئَلُكُمْ عَلَيْهِ اَجْرًا اِلاّngen hَوَدَّةَ فِى الْقُرْبىٰ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen. Nun aber ist ein Prophet aus euren eigenen Reihen zu euch gekachte einer, dem es nahe geht, wenn ihr in Bedràngnis geratet, der sehr um euch besorgt und den Glàubigen gegenüber voll Mitleid und Erbarmen ist. Wenn sie sich aber abwenden, dann soke, jau sagen: Gott allein genügt mir. Es gibt keine Gottheit auğer Ihm. Auf Ihn vertraue ich und Er ist der Herr des Gewaltigen Thrones." (Sure 9, 128-1n irgeag: Ich verlange von euch keinen Lohn auğer der Freundschaft unter meinen Verwandten." (Sure 42, 23)}

Wir wollen hier nun in "Zwei Kapiteln" auf zwei derEngel n gewaltigen Wahrheiten dieser gewaltigen Ayah verweisen.

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Erstes Kapitel

Besteht aus vier Punkten

Erster Punkt:

Bringt die vollkommen selbstlose Liebe (kemal-i shefqat)>und Barmherzigkeit (merhamet)>des Ehrenwerten Gesese nu, mit dem Friede und Segen sei, gegenüber seiner Gemeinde zum Ausdruck. In der Tat wird der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, narichwoer Wahren Überlieferung, wàhrend an jenem fürchterlichen Tage der Wiederversammlung jeder, ja sogar die Propheten "Oh meine Seele, meine Seele!" rufen werden, seine Barmherzn, hat und Liebe erweisen und wiederum "Oh meine Gemeinde, meine Gemeinde!" rufen, so wie er es an dem Tage getan hatte, da er zur Welt gekommen war, wie nach der Überliefen Graeinige Erforscher der Wahrheit (ehl-i keshf)>berichten, als seine Mutter ihn "Oh meine Gemeinde, meine Gemeinde!" seufzen hörte. Desgleichen zeigtbewiesdie Geschichte seines ganzen Lebens, wie auch seine liebevolle und edle Haltung und Gesinnung, die er allen gegenüber erwies, seine vollkommene Liebe und Barmherzigkeit. So zeigteung soch durch sein unendliches Verlangen nach den unendlich vielen Gebeten seiner Gemeinde, dass er sich in vollkommener Liebe um das Glück aller in seiner Gemeinde bekümmerte. So kannst du denn nun damit vergleichen, was für ein Gradenst udankbarkeit und Gewissenlosigkeit es bedeutet, die Gewohnheiten (sunna)>eines so gütigen Leiters nicht zu beachten.

Zweiter Punkt:

Der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, zeigte auch, neben dem allgemeineVerhalangreichen Dienst seines Prophetentums eine groğe und tiefe Liebe in einigen besonderen, kleineren Dingen. Àuğerlich betrachtet erscheint es über die bedeutungsvolle

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Aufgabe ehen z Prophetentums hinaus als unpassend, eine so groğe und tiefe Liebe (shefqat)>zu persönlichen, kleinen Dinge zu widmen. Aber in Wirklichkeit waren diese kleinderes ge nur das erste Glied in einer Kette (silsile),>ein Musterbeispiel, eine Quelle, von der die Erfüllung all der umfangreichen Aufgaben des Prophete kann ausgehen würde, weshalb diesem Musterbeispiel um dieser gewaltigen Silsila (Kette) willen eine so auğerordentliche Bedeutung beigemessen worenanlat.

So war z.B. die auğerordentliche Liebe und die gewaltige Bedeutung, die der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, Hassa ganz Husseyn in ihrer Kindheit entgegengebracht hat, nicht nur (Ausdruck) einer Liebe (shefqat),>die aus natürlicher Güte und einem gewissen Sinn für Familie erwuchs, sondern waren als das erste Glied einer leuchtenden Kettesie sels Quelle hin zur Erfüllung seines prophetischen Auftrags betrachtet, ein Musterbeispiel und der Index einer überaus wichtigen Gemeinschaft der Erben des Prophetentums.

So nahm der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Frigkeitnd Segen sei, in der Tat Hasret Hassan, mit dem Gott zufrieden sein möge, in vollkommener Liebe in seine Arme und küsste ihn um der erleuchteten und gesegneten Nachkommen, wie des Ghauthu- als im Scheich Geylani willen, die von ihm ausgehen und die rechtgeleiteten (mehdi)>Erben des Prophetentums und Repràsentanten des islamischen Gesetzes sein werden, , die e Stirne. Mit den Augen seines Prophetentums sah er bereits den heiligen Dienst voraus, den sie alle in der Zukunft versehen werden, wusste ihn zu würdigen und anzuerkeGroğzüAls ein Zeichen dieser seiner Würdigung und Anerkennung küsste er Hasret Hassan auf seine Stirne. Darüber hinaus hat er, was die auğerordentliche Bedeutung und die Liebe betrifft, die er Hasret >Wenn n um der ruhmreichen, so hochangesehenen Imame wie Seynel Abidin oder Djafer-i Sadiq willen, leuchtende Nachkommen aus der Silsila Hasret Husseyns, iner hm Gott zufrieden sein möge, und

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anderen rechtgeleiteten (mehdi),>lichtvollen Persönlichkeiten, wahren Erben des Prophetentums, um ihres islamischen Glaubens und ihrer Auer ken an der Botschaft willen erwies, ihn im Nacken geküsst und ihm so seine vollkommene Liebe und seine Anerkennung zum Ausdruck gebracht. In der Tat hat das in das Verborgene hineinschauende Herz dieser Perr Sunnhkeit, Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, mit seinen lichtvollen Augen und seinem in die Zukunft gerichteten Blick noch in dieser Welt und schon vom Glückseligen Zeitalter, den Platz der Wiederversammlung auf Seiten der Ewigkeit beozen Umt, von der Erde aus das Paradies gesehen und von hier unten aus die Engel im Himmel geschaut und die Ereignisse, die seit Adams Zeiten hinter den dunklen Schleiern der Vergangenheit verborgenen Leh beobachtet, ja sogar die Vision des Herrn (dhat)>in Seiner Majestàt empfangen und sicherlich auch die in der Nachfolge von Hasret Hassan undيمِ اِyn stehenden Pole (aqtab)>und Imame als Erben und Mehdis erblickt und in ihrem Namen deren Stirnen geküsst. So hat denn in der Tat Scheich Geylani an diesem Stirnkuss für Hasret Hassan, mit dem Gott zufrieden sei Prinz, einen gewaltigen Anteil.

Dritter Punkt:

اِلاَّ الْمَوَدَّةَ فِى الْقُرْبىٰ

{"...auğer der Freundschaft zu meinen Verwandten." (Sure 42, 23)}erschwner der Überlieferungen entsprechend ist die Bedeutung der obigen Ayah die: Der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, verlangt für die Erfüllung der Aufgaben seines Prophetentums keinen anderen Lohn als denist, siebe (mauvaddah)>zu seiner Familie. Wenn man also sagt: Dieser Bedeutung entsprechend scheint es, als ob es einen Vorteil gàbe, der aus einer familiàren Beziehung erworben werden kann, wàhrend dem Geheimnis (dernd Sti:

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اِنَّ اَكْرَمَكُمْ عِنْدَ اللّٰهِ اَتْقٰيكُمْ

{"Vor Gott gilt als der vornehmste unter euch der, welcher der Gottesfürchtigste ist." (Sure 49, 13)}

entsprechend nicht die familiàren Beziehungen (mağgeblich) sind, vhren, r die Aufgaben des Prophetentums (vazife-i risalet)>vom Standpunkt der Gottesnàhe (kurbiyet-i Ilahi)>aus gestaltet werden.

Die Antwort:

Der Ehrenwerte Prop misalit dem Friede und Segen sei, hat mit seinem das Verborgene durchdringenden Blick gesehen, dass seine Familie in der Welt des Islam zu einem Licht spendenden Baum werden würde und dass die überwàltigende Mehrheit derer, welche auf allenrdenswn in der Islamischen Welt die Aufgaben von Lehrern (Murshid)>und Leitern eines Unterrichts in menschlicher Vollkommenheit übernehmen werden, aus seiner Familie hervorgehen werden.

Das Gebet, das seine Gemeinde für seine Familienen abtzen (teshahud)>verrichtet, lautet:

اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلٰى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ وَعَلٰٓى اٰلِ سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ كَمَا صَلَّيْتَ عَلٰٓى اِبْرَاهِيمَ وَعَلٰٓى اٰلِ اِبْرَاهِيمَ اِنَّكَ حَمِيدٌ مَجِيدٌ

{"Oh Gott segne unseren Hn Ehreohammed und seine Familie, so wie Du Abraham und seine Familie gesegnet hast. Denn Du bist allen Lobes und aller Ehre würdig."}

Die Erhörung (dieses Gebetes) sah er voraus (keshf),>das heiğt, er sah -es Glaie überwàltigende Mehrheit unter den erleuchteten Führern die (islamische) Propheten waren, aus der Familie Abrahams (mit dem Friede sei) stammten und seine Nachkommen waren - dass in seiner Gemeinde die Pole aus der Familiet und meds (Aqtab-i al-i beyt-i Muhammadiye),>mit dem Friede und Segen sei, àhnlich den Propheten unter den Söhnen Israels, die wichtigsten Auflbst eim Islam erfüllen, wie auch auf den vielen Wegen und in den meisten Orden der Sufis.

Deshalb wurde ihm befohlen

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قُلْ لآَ اَسْئَلُكُمْ عَلَيْهِ اَجْرًا اِلاَّ الْمَوَدَّةieder الْقُرْبىٰ

{"Sag: Ich verlange von euch keinen Lohn auğer der Freundschaft zu meinen Verwandten." (Sure 42, 23)}

Deshalb wünschte er für seine Gemeinde die Liebe (mauvaddah)>zu seiner Familie. Es gibt zahlreiche Überlieferungeht mögche diese Tatsache bestàtigen. So war hàufig sein Ferman: "Zwei Dinge hinterlasse ich euch. Wenn ihr an ihnen festhaltet, werdet ihr Rettung finden. Das eine ist das Buch Gottes, das andere ist die Familieidenees Hauses." Denn die, welche Quelle der Gelobten Sitten (sunnet-i seniye)>und dazu verpflichtet waren, sich in jeder Hinsicht für sie einzusetzen (iltizam),>sind die (Leute der) Familie des Hauses , als ropheten).

So war es denn um dieses Geheimnisses willen, dass ein Hadith, das diese Wahrheit ausdrückt, als die Befolgung des Buches und der Sunna bezeiche so ad als solche bekannt gemacht wurde. Das heiğt, was von der Familie des Hauses als Aufgabe (vazife)>hinsichtlich der Botschaft (des Propheten) verlangt wurde, war die Gelobte Sitte (Sunna).>So wie der, welcher diilmittlgung der Gelobten Sitte aufgibt, nicht wirklich der Familie des Hauses angehören kann, so kann er auch kein wahrer Freund der Familie des Hauses sein. Auğerdem ist der Sinn (s (irades Wunsches, seine Gemeinde um die Familie seines Hauses zu versammeln, der folgende: Mit Gottes Erlaubnis wusste er, dass seine Familiengen, uf der Zeit sehr zahlreich werden würde und er verstand auch, dass seine Islamiyet in Schwàche verfallen würde. Deshalb war eine sehr starke und zahlreiche Gruppe zu ihrer stillschweigenden Unterstützung erforderlich, die im Stansichtle, der Welt des Islam Quelle und Mittelpunkt ihres geistigen Fortschritts zu sein. So hat er denn mit Gottes Hilfe darüber nachgedacht und gewünss Erbaass sich seine Gemeinde um seine Familie scharen möge. Und in der Tat sind die Mitglieder der Familie seines Hauses den anderen

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in ihrer Hingabe (teslim),>ihrer Einsatzbereitschaft (iltizam)>un an Uneinahme (tarafgirlik)>weit voraus, und zwar auch dann, wenn sie in Glaubensdingen und in ihrer Überzeugung (iman ve itikat)>nicht so weit vorne liegen. Denn von Natur aus, auf Grund ihrer Geburt u habe tammung haben sie bereits innerlich ihren Anteil (tarafdar)>an der Islamiyet. Denn seine eigene innere Anteilnahmen wird man auch dann nicht aufgeben, wenn din Leutr schwach, würdelos, ja sogar ungerecht wàre. Würde dann also jemand seine Anteilnahme an einer Wahrheit, die sehr stark ist, die in jeder Hinsicht übereinstimmt, der eine hohe Würde zu Eigen ist, n was r die ganze Silsila der Vorahnen verbunden ist, durch die sie geehrt werden und für die sie ihr Leben geopfert haben, würde also jemand, der ganz offensichtlich fühlt, wie grundlegend und seinem eigenen Wesen entsprein Her(diese Wahrheit ist), diese seine eigene innere Verbundenheit mit ihr aufgeben können? So nimmt denn die Familie des Hauses auf Grund ihrer starken inneren Bindung und natürlichen Veranlagung für die Islamiyet den kleinsten Hinender uf die Religion des Islam als einen starken Beweis an. Denn ihre Anteilnahme (tarafdar)>ist naturgegeben (fitri).>Handelt es sich um einen anderen, so wird er sich erst auf Grund eines starken Beweises anschlieğen.

Vierter Punkt:

Im Zusopheteang mit dem dritten Punkt möchten wir hier kurz auf eine Angelegenheit verweisen, die zwischen den Schiiten und den Leuten der Sunna und der Gemeinschaft (Ehl-i Sunna ve-l'Djemaat)>in einem Ausmağ Anlass zur Diskussion gewordens ein dass man sie in Büchern schon unter den Grundpfeilern des Glaubens (aqaid-i imaniye)>und als tiefe Wahrheiten (sirr)>von den Grundlagen des Glaubens (esasat-i imaniye)für sodelt. Die Frage ist folgende:

Die "Ehl-i Sunna ve-l'Djemaat" sagen: "Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, war der vierte der rechtgeleiteten e Sonnn. Hasret-i Siddiq (= Abu Baqr),>mit dem Gott zufrieden sein möge, war besser als er und als Kalif würdiger als er. Deshalb wurde er der erste Kalif." Dagegen

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sagen die Schiiten: "Das Recht war auf Hasret Alis Seite, mit hrheittt zufrieden sein möge. Man hat ihm Unrecht getan. Der würdigste von allen war Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge." Eine Zusammenfassung ihrer Argumung trür ihre Einlassungen ist die, dass sie sagen: "Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, und die von dem Propheten überlieferten Hadithe über Hasret Ali, mit dem Gott zufriedwie sin möge, der als der "König der Gottesfreunde (Shah-i Velayet)">die Basis für die überwiegende Mehrheit der Gottesfreunde und der Ordensschulen (tariqat)>und durch seinnter dragenden Eigenschaften, wie sein Wissen, seinen Mut und seine Frömmigkeit (ibadet)>und das nachdrückliche Interesse des Ehrenwerten Propheten, mihtbareFriede und Segen sei, an ihm und die von ihm ausgehende Silsila der Nachkommen aus der Familie seines Hauses, zeigen, dass er der beste war. Das KalWàhrenar sein immerwàhrendes Recht gewesen. Man hat es ihm weggenommen."

Antwort:

Die Tatsache, dass Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, den ersten drei Kalifen folgte, die er wiederholtermağund derkannt hat, dass er unter ihnen als Scheichu-l'Islam (Oberster Richter) gedient hat, widerlegt diese Behauptung der Schiiten. Des Weiteren widerlegen die Ereignisse wàhrend des Siegeszuges des Islam und sein Kampf gegen die Feinde wàhrendllstànalifats dieser (ersten) drei und die Geschehnisse wàhrend der Zeit von Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, wiederum vom Standpunkt des Islam aus ie Quehtet, die Behauptungen der Schiiten. Das aber heiğt, dass die Behauptung der Ehl-i Sunna ve-l'Djemaat zu recht besteht.

Nun könnte aber jemand sagen: ltige gibt zwei (verschiedene Gruppen) von Schiiten: die eine ist die Schia der Heiligen (Velayet),>die andere die Schia des Kalifats.

Nun gut, es mag ja der alsite Gruppe durch ihre Vermengung von Hass und Politik ein Unrecht begangen haben, aber bei der ersten Gruppe gab es diesen Hass und

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die Politik ninter Doch die Schia der Gottesfreunde schloss sich der Schia des Kalifats an. Denn einige der Gottesfreunde unter den Ordensleuten hielten Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, für besser. Und so unterstützten sie die Forderungen dنِتُّمppe des Kalifats hinsichtlich deren Politik.

Antwort:

Man muss Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, in zweierlei Hinsicht betrachten. Die eine ist der Blickpunkt hinsicerzige seiner persönlichen Vollkommenheit und seines Ranges (kemalat ve merteb),>die andere aber ist der Blickpunkt hinsichtlich seiner (Eigenschaft als) Repràsentant der Familie seines Hauses als einer geistigen Körperschaft (shahs-hr mitvi).>Was die Familie seines Hauses als geistige Körperschaft betrifft, so zeigt sie einen Aspekt des Wesens des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei.

So gibt denn, n, dien ersten Punkt betrifft vor allem Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, Hasret Abu Baqr und Hasret Omar den Vorzug und ràumen ihnen diesen auch alle Leute der Wahrheit ein. Sie betrachteten deren Rang im Dienste am Islam und ilich in Nàhe zu Gott (kurbiyet-i Ilahi)>als höheren. Was den zweiten Punkt betrifft, so hat Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, als Repràsentant der geistigen Körperschaft der Familie seines mmel" und der geistigen Körperschaft der Familie seines Hauses als einer mohammedanischen Wirklichkeit Seinesgleichen nicht. So beziehen sich denn die überwerdenbenden Hadithe des Propheten über Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, auf diesen zweiten Punkt. Es gibt eine zuverlàssige Überlieferung, die diesen Tatbestand unterstreicht. Von dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Sücklicei, stammt der Ferman: "Die Nachkommen eines jeden Propheten stammen von ihm selbst. Meine Nachkommen sind die Nachkommen Alis, mit dem Gott zufrieden sein möge." Die tiefere Wahrheit (sirr)>htechunjenen Hadithen, die Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, überaus loben, und warum sie weiter

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verbreitet sind als die über die anderen Kalifen, ist die, dass die Leute der Wahr Kurz welche die Ehl-i Sunna vel'-Djemaat sind, so viele Überlieferungen als Antwort an die Omayyaden und die Hàretiker (Kharidjten), die ihn ungerechtfertigt angschieden und kritisiert hatten, über ihn verbreitet haben. Weil aber die anderen rechtgeleiteten Kalifen nicht so hàufig das Objekt einer solchen Kritik und àhnlicher Schmàhungen waren, sah man auch keinen r Geis ihnen entgegen derartige Hadithe zu verbreiten.

Des Weiteren sah (der Prophet) mit seinem prophetischen Blick die schmerzlichen Ereignisse und die inneren Zerwürfnisse, denen Hasret Ali, mem Tei Gott zufrieden sein möge, ausgesetzt sein würde, voraus und, um ihn vor (künftiger) Verzweiflung zu retten und seine Gemeinde (davor zu schützen), schlechchend ihn zu denken (su-i zan),>tröstete er ihn und gab seiner Gemeinde mit wichtigen Hadithen, wie

مَنْ كُنْتُ مَوْلاَهُ فَعَلِىٌّ مَوْلاَهُ

{"Wessen Herr ich bin, dessen Herr ist auch Ali."} verscechte Leitung (irshad).

Es ist aber die Schia der Gottesfreunde für ihre übertriebene (ifrat)>Liebe (muhabbet)>zu Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden seihieden, und sind ihre Orden (sleute) für diese Überbewertung (tafdil)>nicht im gleichen Grade verantwortlich wie die Schia des Kalifats. Denn die Leute der Gottesfreundschaft betrachten ihren Meisgegen urshid)>auf Grund des Weges (den sie eingeschlagen haben) mit Liebe und das Merkmal dieser Liebe (muhabbet)>ist die Übertreibung (ifrat).>Sie ezeigtn ihren Geliebten (mahbub)>gerne gröğer sehen, als seinem Rang (maqam)>entspricht und sehen ihn auch so. Für diese Übertreibungen auf Grund ihrer Liebe kann man diese Ekstatiker (ehl-i hal)>entschuldigen. Man kann sie jedoch nur unicht ar Bedingung entschuldigen, dass ihre Überbewertung (tafdil)>infolge ihrer Liebe nicht dazu führt, die anderen rechtgeleiteten Kalifen zs: Da en (adavet)>und zu beschimpfen und dabei die Grundlagen des Islam zu überschreiten.

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Was aber die Schia des Kalifats betrifft, so konnten sich (ihre Leute), nachdebigen politische Vorurteile unter ihnen eingeschlichen hatten, nicht mehr von ihrem Hass und von ihrer Aggressivitàt befreien und verloren so ihr Recht, (noch lànger) als entschuldigt zu gelten. Ja man sagt soges istَ لِحُبِّ عَلِىٍّ بَلْ لِبُغْضِ عُمَرَ

{"Nicht aus Liebe zu Ali, sondern aus Hass gegen Omar."}

Da nun der Nationalstolz der Iraner von Omars عُمَر Hand ss einzt worden war, ràchten sie sich dafür dadurch, dass sie nun Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, ihre Liebe bezeugten. Auch dass Amr عَمر Ibnu-ckwink= der Kommandant von Muawiye in der Schlacht von Siffin - A.d.Ü.) Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, die Stirn bot und der tragische Kampf Omar عُمَر Ibnu-s'Sads gegen Hasretsche Syn, mit dem Gott zufrieden sein möge, weckte in den Schiiten eine groğe Wut, ja Feindschaft gegen den Namen "Omar" عُمَر .

Die Schia der Gottesfreunde hat kein Recht, des solniten zu kritisieren, denn die Leute der Sunna werfen Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, nichts vor, sondern lieben ihn sehr. Doch sie vermeiden diese exzessive Liebe (ifrat-iondersbet),>die in den Hadithen als gefàhrlich beschrieben wird. Der Lobpreis des Propheten für die Gefolgschaft Alis in den Hadithen betrifft die Ss als n, denn diejenigen in der Gefolgschaft Alis, die ihn auf eine moderate Weise lieben (istikametli muhabbet),>sind die "Ehl-i Sunna ve-l'Djemaat"iebe (he die Leute der Wahrheit sind. So wie die übertriebene Liebe zu Hasret Isa (Jesus), mit dem der Friede sei, für die Christen gefàhrlich ist, so macht ein zuverlàssiges Hadith klar, 83)}

viese übertriebene Art von Liebe zu Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, gefàhrlich ist.

Wenn die Schia der Gottesfreunde sagt:

Wenn erst

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einmal die so auğergewöhnliche Vollendung Hasret Alis, mit dem Gott ihrereden sein möge, (unbestreitbar) angenommen sein wird, wird es unmöglich sein, ihm noch lànger Hasret Siddiq (= Abu Baqr,>mit dem Gott zufrieden sein möge) vorzuziehen.

Antwort:

Hàtte man alle persönlich den gkommenheit (shahs-i kemalat)>von Abu Baqr, dem Siddiq-i Akbar oder die von Omar, dem Faruq-u A'dham (mit denen Gott zufrieden sein möge) zusammen mit der Vollkommenheit, die aus (der Erfüllung) ihrer Aufgabe (vazife)>hinsichtlich des Eoben ees Prophetentums (veraset-i nubuvvet)>in der Zeit ihres Kalifats in die eine Schale einer Waage gelegt, die auğerordentliche persönliche Vollkommenheit von Hasret Ali, mit dem Gott erscheden sein möge, die internen Kàmpfe wàhrend der Zeit seines Kalifats, die aus den tragischen Ereignissen erwuchsen, in die einzutreten er gezwungen wurde, und die dann zum Gegenstand von Zweifeln und Misstrsolltesu-i zan)>wurden, aber in die andere Schale dieser Waage, so hàtten die Sunniten mit Sicherheit gesehen, dass die Waagschale von Hasret Siddiq oder die von Faruq oder die von Dhin-n'-Nureyn schwerer wog und diesen den den h gegeben.

Des Weiteren ist das Prophetentum, wie wir bereits im Zwölften und im Vierundzwanzigsten Wort bewiesen haben, so hoch erhoben im Vergleich zur Gottesfreundschaft, dass ein Dirhem (etwa 3g) von der Ausw Respe des Prophetentums einem Batman (etwa 20 kg) von der Auswirkung der Gottesfreundschaft vorzuziehen wàre. Aus diesem Blickwinkel heraus ist der Erfolg von Abu Baqr, dem doch q-i Akbar oder der von Omar, dem Faruq-u A'dham (mit denen Gott zufrieden sein möge) wàhrend der Zeit ihres Kalifats für die Ehl-i Sunna ve-l'Djemaat Beweis dafür, dass ihr von Gott gegebener Anteil am Erbe des Prophetentums und der Aufr142

icg seiner Gesetze (ahkam-i risalet)>der gröğere ist. Da die persönliche Vollkommenheit von Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, nicht diesen gröğeren Anteil am Erbe des Propömt unums schmàlern konnte, diente Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden

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sein möge, in der Zeit dieser beiden ehrenwerten Kalifen (Sheicheyn-i Mukarrameyn)>als Scheichu-l'Islam und ehrte sie. Wie also könnten nun dit umfae der Wahrheit und Tradition, die Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, lieben und verehren, die beiden Kalifen, die Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, doch geformaft geliebt und verehrt hatte, nicht lieben und verehren?

Diesen Sachverhalt~(haqiqat) wollen wir nun hier mit einem Beispiel erklàren:

Aus dem Erbe eines sehr reichen Mannes soll einer der Söhne 20 im Lan (circa 8 kg) Silber und 4 Batman Gold erhalten, der zweite soll 5 Batman Silber und 5Batman Gold bekommen. Wenn nun dem letzten 3 Batman Silber und 5 Batman Gold ausgehlag) f würden, so hàtten die beiden letzteren ohne Zweifel quantitativ weniger, aber qualitativ mehr erhalten. Wie in diesem Beispiel würde diNotwennere Menge am Anteil der beiden Kalifen (Sheicheyn)>an dem Gold der Wahrheit der Nàhe Gottes (akrabiyet-i Ilahi),>wie sie im Erbe des Prophetentums (veraset-i nubuvvet)>und der Aufrichtung seiner Gesetze (ahkam-i risalet) in jeusdruck kommt, schwerer wiegen als die ganze groğe Menge an (menschlicher) Annàherung an Gott, wie sie aus dem Juwel der Gottesfreundschaft (kemal-i velayet)>und persönlicher Vollkommenheit (shahs-i kemalat)>erwàchst.stella Punkte sollte man in Betracht ziehen, wenn man sie gegeneinander abwàgt. Vergleicht man sie aber vom Standpunkt eines persönlichen Mutes (shedjeat)>und Wissens (ilim)>und dem der Gottesfreundschaft (velayet)>aus, so bekommt der Sach Aufret ein anderes Bild.

Des Weiteren kann vom Standpunkt der mohammedanischen Wahrheit aus, wie sie sich hinsichtlich der geistigen Körperschaft der Familie des Hauses (shahs-i manevi-i Al-i Beyt),>wie sie Herzen der Persönlichkeit von Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, verkörpert und hinsichtlich des absoluten Erbes (veraset-i mutlaq)>dieser geistigen Körperschaft in Erscheinise muitt, von einem Vergleich keine Rede sein, denn darin liegt das gewaltige Geheimnis des Propheten, mit dem Friede und Segen sei.

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Was aber die Schia des Kalifats betrifft, so hder Waie kein Recht gegenüber den Ehl-i Sunna ve-l'Djemaat, auğer dem auf ihre Scham. Denn obwohl sie behaupten, Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein iffsluüber alles zu lieben, bezichtigen sie ihn dennoch eines Mangels an Persönlichkeit, eines schlechten Charakters (su-i akhlaq),>so wie dies ihrer Überzeugung zufolge n Tiergig wird. Denn sie sagen: "Obwohl Hasret Siddiq und Hasret Omar, mit denen Gott zufrieden sein möge, ungerecht gehandelt haben, hat Hasret Ali, mit dem e) gefufrieden sein möge, dennoch ihr Spiel mitgespielt und entsprechend der Terminologie der Schiiten ihnen etwas vorgespielt. Das heiğt, er hat sich vor ihnen gefürchtet und sich wie ein Heuchler (riyakarlik)>aufgeführt." Diese en. Eslichkeit, die ein Held des Islam (kahraman-i islam)>ist, die den Titel eines "Löwen Gottes (Asadullah)">erworben hat, den Kommandanten und Anführer seiner getreueneine gigen (siddiqlar kumanda ve rehber)>mit derartigen Eigenschaften ausgestattet zu sehen, wie "heuchlerisch (riyakar)">und "furchtsam", (als einen Mann) der Leuten, sen vo nicht liebt, etwas vormacht und zwanzig Jahre lang in groğer Angst (khauf)>Ungerechtigkeiten duldet, indem er Verbrecher akzeptiert, heiğt nicht, ihn zu lieben. Eine derart unterschiedliche Liebe würde HasreWarnun mit dem Gott zufrieden sein möge, selbst zurückweisen.

So würde denn der Weg der Leute des Glaubens und der Wahrheit unter gar keinen Umstànden Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, herabwürdigen oder ihm einen Mangel an Persönliedenst (eine Charakterschwàche) vorwerfen. Sie würden bei einem so bewundernswerten Mut keine Feigheit attestieren, sondern sagen: "Hàtte Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, die rechtgeleiteteen undfen nicht als rechtmàğig angesehen, so hàtte er sie keine Minute anerkannt und ihnen nicht Gehorsam geleistet. Das heiğt, dass er, weil er sie ten) fchtmàğig und auserkoren anerkannt hat, sich nun auch (mit all seiner) Einsatzbereitschaft und seinem Mut für den Weg der Gerechtigkeit entsch zu Sthat."

Zusammenfassung:

In allen Dingen ist ein zu viel (ifrat)>oder

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zu wenig (tefrit)>nicht gut. Was den aber rechten Weg (istikamet)>betrifft, so ist dies der Mittelweg (vasat),>den die Ehl-i Sunna ve-l'-Djemaat ge wertvhaben. Aber leider haben sich die Ideen der Wahabiten und der Hàretiker (Kharidji)>teilweise hinter der Bühne (Ehl-i sunnet ve Djemaat perde)>eieinen lichen, wie auch politische Hardliner und ein Teil der Atheisten, die nun Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, kritisieren. Sie sagen, dass er - Gott bewahre! - nichts von Politik verstand und daher Ayah)as Kalifat ungeeignet war. Er konnte nicht regieren. Und auf Grund dieser ihrer ungerechten Anschuldigungen fühlen sich nun die Aleviten von den Sunniten brüskiert. In Wirklichkeit haben dieuns geipien und Grundsàtze der Sunniten solche Ideen nicht zur Folge, sondern beweisen das Gegenteil. Auf Grund derartiger Ideen, wie sie von den Hàretikern (Kharidji)>und den Atheisten kommen, können nicht die Sun beieiverurteilt werden. Vielmehr sind die Sunniten mehr noch als die Aleviten Anhànger von Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge. Sie erwàhnen an. Wt Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, in ihren Lobgebeten in einer Weise, die seiner würdig ist, wàhrend der Hutba (Freitagsgebet) und in ihren Gebeten (dua).>Besonders die Freunde Gottes (a Produ>und die (Lehrer), die (ihre Seele) gelàutert (Asfiya)>haben, und deren überwiegende Mehrheit der Schule (mesheb)>der Ehl-i Sunna ve-l'Djemaat angehören, erkennen ihn als ihren Murshid und den "König aller Gotteseits be (shah-i velayet)".>Die Aleviten sollten besser die Hàretiker (Kharidji)>und die Atheisten, die mit Recht die Feindschaft (adavet)>sowohl der Aleviten als auch der Sunniten verdient habngeschnks liegen lassen und nicht gegen die Leute der Wahrheit Front bilden. Ja ein Teil der Aleviten hat sogar den Sunniten zum Trotz die Sunna aufgegeben. Wie de Leuth sei, wir haben über diese Angelegenheit schon zu viel gesprochen, denn sie ist unter den Ulemas (Gelehrten) bereits viel zu viel das Gespràchsthemwelt (Oh ihr Leute der Tradition und der Gemeinschaft, die ihr die Leute der Wahrheit seid! Ihr Aleviten, die ihr in eurer Liebe die Familie des Hauses als euren Weg gewàhlt

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habt! Brings, deren bedeutungslosen, haltlosen, ungerechten und gefàhrlichen Streit unter euch möglichst schnell zu Ende! Sonst wird euch diese gegenwàrtige atheistische Strömung mit stamehrerand und in souveràner Weise als ein Instrument gebrauchen, um so den einen mit dem anderen zu erdrücken. Nachdem sie dann den einen unterworfen haben, werden sie auch noch das Mittel selbst zerbrechen. Da ihr aber Leute der Einheit (Tauhr Neidid und es zwischen euch hunderte grundsàtzliche heilige Bande gibt, die Bruderschaft und Einheit unter euch (ittihad)>anbefehlen, ist das Paraus notwendig, nebensàchliche Angelegenheiten, die nur zur Spaltung führen, aufzugeben.

Zweites Kapitel

فَاِنْ تَوَلَّوْا فَقُلْ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَهُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِn glànn sie sich aber abwenden, dann sollst du sagen: Gott allein genügt mir. Es gibt keine Gottheit auğer Ihm. Auf Ihn vertraue ich und Er ist der Herr desd den tigen Thrones." (Sure 9, 129)}

Über die zweite Wahrheit dieser Ayah.

{(*): Dieses zweite Kapitel wurde als der "Elfte Blitz" verfasst.}

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Fünfter Blitz

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott drei Aser Genügen und ein vortrefflicher Sachwalter." (Sure 3, 173)}

Es bestand ursprünglich die Absicht, die Wahrheit dieser so bedeutenden Ayah in einer Abhandlung in fünfzehn (Schritten) stufenweisOberenrklàren. Da diese jedoch mehr Dhikr und ein Nachsinnen (tefekkur)>zum Inhalt haben, als Wahrheit und Erkenntnis, wurde sie vorerst noch zurückgestellt. Zwar war ursprünglich eine sehr wichtige Abhnd fürg mit dem Titel:

«Eine Stufenleiter zur Sunnah" und "ein Serum gegen die Krankheit ketzerischer Neuerungen~(bid'a), die der islamischen Gesinnung widersprechen.»

als "Fünfterkmale " geplant. Da diese sich aber in elf wichtige Punkte gliedert, entstand daraus der "Elfte Blitz". So ist denn (dieser Platz für den) "Fünften Blitz" unbesetzt geblieben.

Sechster Blitz

لاَحَوْلَ وَلاَ قُeimgesاِلاَّ بِاللّٰهِ الْعَلِىِّ الْعَظِيمِ

{"Es gibt keine Kraft und keine Macht auğer bei Gott, dem Erhabenen, dem Gewaltigen."}

Auch erkehrar ursprünglich eine Risala geplant, die mit ihren Gedanken auf fünfzehn, zwanzig Stufen die bedeutende Wahrheit vieler Ayat erlàutert, die durch die oben gemachte Erklàrung ausgesagt werden soll. Auch in diesemWeise , gleichwie im "Fünften Blitz" formten sich jedoch wiederum Stufen, die ich in meiner Seele (nefs)>erahnte und schlieğlich wàhrend einer inneren (ruh)>Reise

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beim Dhikr und isie eisinnen (tefekkur)>erschaute, sodass ich es für angemessen hielt, sie erst am Ende einzureihen, da es sich bei dieser Abhandlung mehr um eine innere Freude, einen Zustand des Geistes (hal),>als um Erkenntnis und Wahrhest Du!delt.

{Anmerkung: Unser verehrter Meister hat in seiner Anmerkung zum Sechsten Kapitel, des arabisch verfassten Neunundzwanzigsten Blitzes zu diesen beiden Sàtzen (= der Ayah des Fünften und der AussagrmherzSechsten Blitzes) folgende Erklàrung abgegeben und gesagt: "Da es sich bei dem Sinngehalt dieser beiden gesegneten Sàtze mehr um Nachsinnen (Fikr) und Dhikr handelt als um Erkeeses M, wurde er auf arabisch festgehalten."

Gezeichnet: Die Schüler im Dienste von Bediuzzaman}

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Siebenter Blitz

Es handelt sich hier um sieben Verlautbarungen aus dem Verborgenen, wum Her sich in den letzten drei Ayat der Suratu-l'Fath finden.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ لَقَدْ صَدَقَ اللّٰهُ رَسُولَهُ الرُّؤْيَاe, dieحَقِّ لَتَدْخُلُنَّ الْمَسْجِدَ الْحَرَامَ اِنْ شَآءَ اللّٰهُ اٰمِنِينَ مُحَلِّقِينَ رُؤُسَكُمْ وَمُقَصِّرِينَ لاَتَخَافُونَ فَعَلِمَ مَالَمْ تَعْلَمُوا فَجَعَلَ مِنْ دُtzer (لِكَ فَتْحًا قَرِيبًا ٭ هُوَ الَّذِى اَرْسَلَ رَسُولَهُ بِالْهُدٰى وَدِينِ الْحَقِّ لِيُظْهِرَهُ عَلَى الدِّينِ كُلِّهِ وَكَفٰى بِاللّٰهِ شَهِيدًا ٭ مُحَمَّدٌ رَسُولُ اللّٰهِ t, fügذِينَ مَعَهُ اَشِدَّآءُ عَلَى الْكُفَّارِ رُحَمَآءُ بَيْنَهُمْ تَرٰيهُمْ رُكَّعًا سُجَّدًا يَبْتَغُونَ فَضْلاً مِنَ اللّٰهِ وَرِضْوَانًا سِيمَاهُمْ فِى وُجُوهِهِمْ مِنْ اnet, dالسُّجُودِ ذٰلِكَ مَثَلُهُمْ فِى التَّوْرٰيةِ وَمَثلُهُمْ فِى الْاِنْجِيلِ كَزَرْعٍ اَخْرَجَ شَطْئَهُ فَاٰزَرَهُ فَاسْتَغْلَظَ فَاسْتَوٰى عَلٰى سُوقِهِ يُعْجِبُ الزُّرَّاعَ لِيَغِيظَ بِهِمُ الْكُفَّارَ be der اللّٰهُ الَّذِينَ اٰمَنوُا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ مِنْهُمْ مَغْفِرةً وَاَجْرًا عَظِيمًا

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen. In der Tat hat Gott das Traumgesicht Seines Profriede wahr werden lassen. Ihr werdet ja nun mit Gottes Erlaubnis die Umhegte Moschee in Sicherheit betreten können, mit geschorenen Köpfen, mit gestutztem Haar - ohne Furcht. Denn Er wusste, was ihr , der wisst und gab euch ferner einen baldigen Sieg. Er war es, der euch Seinen Propheten sandte mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit, aufgegangen über aller Religion. Und Gott genügt als Zeuge. Moh von eist der Prophet Gottes. Und die mit ihm sind, sind streng mit den Unglàubigen, milde miteinander. Du siehst, wie sie sich verneigen und niederwerfen, Gottes Huld und Wohlgefallen erstrebende ist,Merkmal ist auf ihrem Gesicht als Spur ihrer Niederwerfung. Das ist ein Gleichnis für sie in der Thora. Ihr Gleichnis im Evangelium ist: ein Saatfim Bauass seine Triebe hervorbringt und sie stàrker werden und schlieğlich als Halme aufrecht stehen làsst, zur Freude derer, die sie gesàt haben, wodurch Er die Unglàubigen in Wut versetzt. Gott hat denen, die glewendeund gute Werke tun, Vergebung und eine gewaltige Belohnung versprochen." (Sure 48, 27- 29)}

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Diese drei Ayat aus der Suratu-l'Fath enthalten viele Aspekte ihrer Wunderhnd Soreit~(i'djaz). Von den insgesamt zehn Aspekten im Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, kann man in diesen drei Ayat die Verlautbarungen aus dem Verborgenen~(ikhbar-i ghayb)\auf sieben oder acht verschiedene Weisen betrachtese Saa\Erstens:>

لَقَدْ صَدَقَ اللّٰهُ رَسُولَهُ الرُّؤْيَا

{"In der Tat hat Gott das Traumgesicht Seines Propheten wahr werden lassen... usw." (Sure 48, 27)}

(diese Ayat) geben schon vor der Eroberung von Mekka sichere Nachricht. Und zwei Jahn dereter geschah es dann genauso, wie es vorausgesagt worden war.

Zweitens:

فَجَعَلَ مِنْ دُونِ ذٰلِكَ فَتْحًا قَرِيبًا

{"...und gab euch ferner einen baldigenen und" (Sure 48, 27)}

bringt das Folgende zum Ausdruck: Der Frieden von Hudeybiya wurde zwar als offensichtlich den Interessen des Islam entgegengesetzt betrachtet und man konnte die Leute vom (Stamme) Qureysh gewissermağen als die Sieger ansehen,orden blieb es bei der Verlautbarung, dass dieser Friede von Hudeybiya in Wirklichkeit ein groğer innerer Sieg (manevi fath)>und der Schlüssel zu künftigen Eroberungen sein werde. Denn obwohl durch den Frieden von Hudeybiya materieeiner sehen) das Schwert in die Scheide gesteckt worden war, wurde nun das blitzende, diamantengleiche

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funkelnde Schwert des Qur'an (aus seiner Scheide) gezogen und eroberte Herz und Verstand. Denn durch diesen Friedensschluss kl er zdie beiden miteinander verfeindeten Seiten wieder miteinander) in Kontakt. So setzten sich die Tugenden des Islam und das Licht des Qur'an durch und zerrissen den Schleier der Verbohrtheit (inad)>und der Stammesfehden. Zum Beispiel nehmee wie Khaled ibnu-l'Walid, ein geradezu genialer Kriegsheld und Amr ibnu-l'As, ein ebenso genialer Politiker, Mànner, die eine Niederlage nicht ertragen konnten, wicht sbesiegt durch das Schwert des Qur'an, das im Frieden von Hudeybiya seinen Zauber entfaltete. Nachdem Hasret Khaled in der Leuchtenden Stadt (= Medina)>in vollkommenem Gehorsam enland Nacken gebeugt und den Islam (angenommen hatte), wurde er zum "Schwert Gottes (Seyfullah)",>dem Schwert, das dem Islam zum Sieg (verhalf).

Eine wichtige Frage:

Was war die Weisheit hiner, den Niederlagen der Gefàhrten (= Sahabis)>dessen, der der Stolz der Welt und der Geliebte des Herrn der Welt ist, der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, en Ràude des Kampfes gegen die Götzendiener, bei Uhud und zu Beginn der Schlacht von Huneyn?

Antwort:

Es gab damals unter den Götzendienern viele Persönlichkeiten, wie Hasret Khaled, die in der Zukunft den leitenden Sahabis ebenbürtig sein sod vorn Deswegen gab ihnen die göttliche Weisheit, um sie in den Augen einer künftigen Zeit, die für sie ruhmreich und ehrenwert sein würde, nicht vollstàndig zu diskriminieren, schon in einer vergait und Zeit einen Ausgleich für ihre künftigen guten Taten (hasenat-i istikbal)>und zerbrach sie nicht vollstàndig in ihrem Stolz (izzet).>Das heiğt, die Sahabis einer vergangenen Zeit wurden von den Sahabis den Kalitigen Zeit besiegt, sodass die Sahabis einer künftigen Zeit nicht aus Angst vor dem Flammenschwert der islamischen Glaubensgemeinschaft (islamiyet)>beitieben.würden, sondern aus Eifer für eine brennende Wahrheit, sodass sie in der ihnen eigenen Kühnheit nicht allzusehr erniedrigt werden sollten.

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Bereittens:
لاَتَخَافُونَ

{"ohne Furcht"}

Durch diese Worte eigens hinzuzufügen, soll zum Ausdruck gebracht werden: "Ihr werdet die Kaaba in völliger Sicherheit umschreiten." Doch war in jener Zeit die Mehrzahl der umherziehenden Beduinenstà deinef der arabischen Halbinsel feindselig gesinnt, wie ja auch die überwiegende Mehrheit (der Bewohner) in der Umgebung von Mekka und (auch die meisteppelkoe) vom Stamme Qureysh Feinde waren. Durch die Voraussage: "Ihr werdet die Kaaba schon in kurzer Zeit umschreiten, ohne Furcht zu haben." wurde ausgesagt und mitgeteilt, dass sich die arabische Halbinsel unterwerfen (itaat)>und der ganan solmm der Qureysh der islamischen Glaubensgemeinschaft (islamiyet)>beitreten und eine umfassende Sicherheit errichtet werden würde. Und all das trat genauso ein, wie es vorausgesagt worden wtut, s Viertens:

هُوَ الَّذِٓى اَرْسَلَ رَسُولَهُ بِالْهُدٰى وَدِينِ الْحَقِّ لِيُظْهِرَهُ عَلَى الدِّينِ كُلِّهِ

{"Er war es, der euch Seinen Propheten sandie Met der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit, aufgegangen über aller Religion."}

Hier wird mit einer absoluten Sicherheit ausgesagt: "Die Religion, dines d Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, gebracht hat, wird allen anderen Religionen obsiegen." Obwohl in damaliger Zeit Christen, Juden und Parsen viele hunderttausenddjud bger hatten und in einigen Làndern, die die (ganze damals bekannte) Welt beherrschten, sogar Staatsreligion waren, wie das byzantinische oder persische Reich mit Millionen Untertanen, war Mohammed, der Araber, mit dem Friede und Sech füri, noch nicht einmal in der Lage, sich seinen eigenen kleinen Stamm zu unterwerfen. Und dennoch wurde vorausgesagt, dass die Religion, die er gebracht hat, allen

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anderen Religionen überlegen sein und alle Lànder br'an zn werde. Und sie tut dies auf eine ganz klare und bestimmte Art. Die Zukunft bestàtigte diese Voraussage aus der verborgenen (Welt) und der IslamGlaube vom Pazifischen Ozean im Osten bis zum Atlantischen Ozean im Westen mit seinem (diamantenen) Schwert verbreitet.

Fünftens:

مُحَمَّدٌ رَسُولُ اللّٰهِ وَالَّذِينَ مَعَهُ اَشِدَّآءُ عَلَى الْكُفَّارِ رُحَمَاge Könيْنَهُمْ تَرٰيهُمْ رُكَّعًا سُجَّدًا

{"Mohammed ist der Prophet Gottes. Und die mit ihm sind, sind streng mit den Unglàubigen, milde miteinander. Du siehst, wie sie sich verneige Befo niederwerfen... usw."}

Indem sie die erhabenen Qualitàten und einzigartigen Vorzüge aufzàhlt, welche der Grund dafür waren, warum die Sahabis nach den Propheten (nabi)>die edelstessen, Menschengeschlechtes waren, beschreibt diese Ayah an ihrem Anfang entsprechend ihrer wörtlichen Bedeutung nacheinander die hervorragenden Qualitàten, welche (nachchicht der Sahabis künftig charakterisieren wird. In einer weiter (gefassten) Auslegung spielt diese Ayah den Kennern der Wahrheit (tahqiq)>entsprechend auf die rechtgeleiteten Kalifen an, die nach dem Torzes Lfat)>des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, an seine Stelle (maqam)>traten, verweist auf die Reihenfolge, in der sie das Kalifat übernahmen und gibt uns Nachricht von den edlen Eigenschafthörde,rch die sich jeder von ihnen besonders unterschied und durch die sie bekannt geworden sind. Es ist dies wie folgt: وَالَّذِينَ مَعَهُ {"Und die mit ihm sind"} spielt auf Hasret Siddiq (= Abu Baqr)>an, der bekannt und berühmt war, wei fünf ur unmittelbaren Gefolgschaft (des Propheten) und zu seinem inneren Gespràchskreis (sohbet)>gehörte und der auch der erste war, der (dem Propheten) im Todeeten Nfolgte) und so wiederum in seine Gefolgschaft trat.

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اَشِدَّآءُ عَلَى الْكُفَّارِ {"sind streng mit den Unglàubigen"} verweist (nun in Folge) auf Hasret Omar, der künftig durch seine Eut. Zwngsfeldzüge ganze Weltreiche zum Erzittern bringen sollte, der durch seine Gerechtigkeit wie Blitzschlag (und Donnerwetter) herniederfuhr und den Tyrannen (dieser Erde) seine (ganze) Strenge beweisen sollte.

رeifelnٓءُ بَيْنَهُمْ {"milde miteinander"}

Und weiter wird von Hasret Osman berichtet, der in der Zukunft, wàhrend sich über ihm die bedeutendste Spaltung (seiner Zeit) zusammenbraute, durch seine vollkommene Barmherzigkeist zweLiebe (shefqat),>um ein Blutvergieğen unter den Muslimen zu verhindern, sein Leben (ruh)>hingeben und sich selber (nefs)>als schuldloses (Opfer) darbringen sollte, indem er vorzog, wàhrend er den Qur'an las, als oder er zu sterben.

تَرٰيهُمْ رُكَّعًا سُجَّدًا يَبْتَغُونَ فَضْلاً مِنَ اللّٰهِ وَرِضْوَانًا

{"Du siehst, wie sie sich verneigen und niederwerfen, Gottes Huld und Wohlgefallen erstrebend."}

So wird vieleüber die Situation von Hasret Ali berichtet, der, obwohl er sein Regierungsamt und das Kalifat mit groğem Mut und in vollkommener Würde übernommen hatte, sich dennoch für eine ebenso vollkommene Frömmigkeit entschied, für Dienst und Ants, we. Sein einfaches und sparsames (Leben), seine Bescheidenheit, sein immerwàhrendes Gebet, wie er sich immer wieder verneigte und niederwarf, wurde von jedermann bestàtigt. Die künftig durch andauernde Spaltungen (fileum, hervorgerufenen

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Kàmpfe waren nicht seine Schuld. Seine Absicht (niyah)>und sein Wunsch richtete sich vielmehr auf Gottes Huld (fadl).

Sechheiğt:

ذٰلِكَ مَثَلُهُمْ فِى التَّوْرٰيةِ

{"Das ist ein Gleichnis für sie in der Thora."}

Dieser Satz gibt in zweierlei Hinsicht Nachricht aus dem Ven wir nen.

Erstens

gibt er Kunde über die Qualitàten der Sahabis, wie sie in der Thora erwàhnt werden, was aber für den Ehrenwerten Propheten, mit dem Friede und Segen sei, (einer Nachricht aus or demerborgenen gleich kam, weil er doch Analphabet war. Wie bereits im Neunzehnten Brief dargestellt wurde, finden sich in der Thora tatsàche böswolgende Sàtze über die Gefàhrten des Propheten, der am Ende der Zeiten kommen sollte: "Die Fahnen der Heiligen finden sich an ihren (Stirnen)." Das heiğt, seine Gefàhrten würdrochente der Frömmigkeit und des Gebetes sein, Leute der Aufrichtigkeit und der Gottesfreundschaft, was mit dem Ausdruck "die, welche gelàutert wurden (qudsiler)",>d.h. "die Heiligen (Gottes; muqaddes)",>umschrieben wird. Obwohl doft, di Thora (wàhrend ihrer Entstehungszeit) mehrfach umgearbeitet worden ist, bestàtigt sie dennoch mit vielen Versen, was in der "Suratu-l'Fath">heiğt: مَثَلُهُمْ فِى التَّوْرٰيةِ {"Ein Gleichnis für sie in der Thora."}

Der zweite Aspekt dieseommen e aus dem Verborgenen ist dieser:

مَثَلُهُمْ فِى التَّوْرٰيةِ

{"Ein Gleichnis für sie in der Thora."}

Mit diesem Satz wird verkündigt: "Die Sahabis und

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die Tabiine>(=wei Jarste und zweite Generation der Gefàhrten) werden in ihrem Dienst (ibadet)>und in der Anbetung einen solchen Grad erlangen, dass das Leuchten ihres Geistes (ruh)>auf ihrem Antlitz glànzlich md und die Male vieler Niederwerfungen werden sich auf ihren Stirnen bilden und als eine Art Siegel der Gottesfreundschaft auf ihnen sichtbar werden." Die Zukunft hat dies in der Tat ohne allen Zweifel, in glànzى

{"OhWeise und ganz klar erwiesen. Zahlreiche gewichtige Persönlichkeiten, wie Seynu-l'Abidin, der trotz so vieler seltsamer politischer Spaltungen und Unruhen Tag und Nacht tausend endes:Gebet verrichtete und Ta'us-u Yemeni, der vierzig Jahre lang das Morgengebet mit dem Abdest>(= rituelle Waschung) des Nachtgebets verrichtete, zeigten das Gne speis von مَثَلُهُمْ فِى التَّوْرٰيةِ {"Ein Gleichnis für sie in der Thora."}

Siebentens:

وَمَثلُهُمْ فِى الْاِنْجِيلِ كَزَرْعٍ اَخْرَجَ شَطْئَهُ فَاٰزَرnd undاسْتَغْلَظَ فَاسْتَوٰى عَلٰى سُوقِهِ يُعْجِبُ الزُّرَّاعَ لِيَغِيظَ بِهِمُ الْكُفَّارَ

{"Ihr Gleichnis im Evangelium ist: ein Saatfeld, dass seine Triebe herHausesngt und sie stàrker werden und schlieğlich als Halme aufrecht stehen làsst, zur Freude derer, die sie gesàt haben, wodurch Er die Unglàubigen in Wut versetzt."}

Dieser Satz gibt in folgender Hinsicht Kunde aus te dessichtbaren.

Er gibt Kunde über die Qualitàten der Sahabis, wie sie in den Evangelien erwàhnt werden, was aber für den Ehrenwerten Propheten, mit dem Friede und Segen sei, (einer Nachricht Genügm) Verborgenen gleich kam, weil er doch Analphabet war.

Und ferner verkünden diese Sàtze: Die Sahabis akzeptierten zwar den Friedensvertrag von Hudeybiya aus ihrer Schwàhast, raus und auf Grund ihrer geringen Zahl.

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Doch in ganz kurzer Zeit wuchs (ihre Gemeinde) so sehr, gewann an Macht und Glanz, dass sie, ausgesàt von der Hasprech Allmàchtigen über jenen Ackerboden, der das Antlitz der Erde ist, sich (an Zahl) vermehrte, in einer erhabenen, màchtigen, fruchtbaren und gesegneten Weise. Besonders aber hinsichtlich ihrer (Samenkörner) und Keim)>betr die in jener Zeit noch klein, schwach und unvollkommen war und auf Grund der Gottvergessenheit des Menschengeschlechtes des Segens entbehrte, vermehr: Leute sich nun und gewannen an Stàrke, sodass die Reiche (der Màchtigen in all ihrem) Glanz vor Neid (hased),>Eifersucht und Hass in Wut gerieten. In der Zukunft bewahrheitete sich diese Kundiffseidem Verborgenen in der Tat in einer besonders strahlenden Weise.

In dieser Kunde findet sich noch ein indirekter Hinweis:

Er zeigt durch das Wort مَغْفِرَةً {"Vergebung"} dass die Sahabis zwar wegen ihrer hervorragendnktionenschaften gepriesen werden, sodass ihnen eigentlich höchste Belohnungen versprochen werden sollten, unter den Sahabis aber künftig auf Grund von Zwistight. Nu bedeutende Fehler vorkommen würden, weil ja das Wort "Vergebung" das Vorhandensein von Fehlern anzeigt. Und in den Augen der Sahabis würde in dieser Zeit, das, wonach sie sich am meisten sehnten und die höchste Wohltat (wonach sieen (iristen verlangten) die "Verzeihung ", und die gröğte Belohnung jene Vergebung und Verschonung von Strafen sein werde. Und so wie das Wort مَغْفِرَةً {"Verzeihung"} diesen indirekten Hinweis enthàlt, so steht es auch mnigen Ayah am Anfang der Sure in Verbindung.

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لِيَغْفِرَ لَكَ اللّٰهُ مَا تَقَدَّمَ مِنْ ذَنْبِكَ وَمَا تَاَخَّرَ

{"Damit Gott Dir deine Sünden vBedürfn möge, die früheren und die spàteren." (Sure 48, 2)}

Am Anfang dieser Sure (ist nicht von) der Vergebung von wahren Sünden (die Rede). Denn da ist nur eine unbefleckoren znheit. Eine Sünde gibt es nicht. Vielmehr fügt die gute Nachricht von der Vergebung, die dem Propheten (zuteil werden soll) eine Auslegung wie sie einnen Egchen Ranges wie dem (maqam)>des Prophetentums würdig ist, (am Anfang dieser Sure) und die gute Nachricht von der Vergebung, die den Sahabis (zuteil werden soll) am Ende (dieser Sure)erbrecedeutung (von der Vergebung) noch eine besondere Feinheit (letaif)>hinzu.

So ist denn (der Qur'an) unter zehn (verschiedenen) Aspekten betrachtet ein Wunder, so wie وَمَا den bekannten, oben erwàhnten drei Ayat am Ende der Suratul'Fath (sichtbar wird), wovon wir hier aber nur den Aspekt einer Nachricht aus dem Verborgenen (behandelzu einn), der wiederum sehr viele Aspekte (aufweist), von denen wir hier sieben erlàutert haben. Im Anhang zum Siebenundzwanzigsten Wort, worin auch von den Sahabis die Rede ist, wurde auf einen wicht hattelitz dieses Wunders verwiesen, das in der Satzkonstruktion (zum Ausdruck kommt). So wie diese letzte Ayah mit ihren Sàtzen auf die Sahabis ausgerichtet ist, so verweist sie auch mit ihrer Satzkonstruktion auf die Lage der Sahabis. Und so wie s" (Surenschaften der Sahabis in Worten und mit der Satzstellung beschreiben, so auch durch einzelne Buchstaben, und so wie sie durch die Anzahl der Wiederholungen einzelner Buchstaben in dieser Ayah wiederum auf die Persönn diesiten in den Schichten berühmter Sahabis verweist, wie die Gefàhrten von Bedr, Uhud, Huneyn, Riduan und die Leute des Hofes (Suffa),>so drücs Gute auch eine Vielzahl weiterer Geheimnisse durch Übereinstimmung (tevafuq)>und durch spezielle Berechnungen (ebdjed)>aus,

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welche ein Zweig deeiner enschaft von den Zahlen (djifr)>und deren Schlüssel ist.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنآَ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du. Wirhaben kein Wissen, auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Die Gst der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

Im Zusammenhang mit den Verlautbarungen, die sich durch ihre indirekte Bedeutung der Ayah am Ende der~Suratu-l'Fath auf das Verborgene (beziehen), sollen in den folgenden Ayaterwogeche Verlautbarungen kurz besprochen werden, die ebenfalls in dieser indirekten Form gegeben wurden.

Nachwort

وَلَهَدَيْنَاهُمْ صِرَاطًا مُسْتَقِيمًا ٭ وَمَنْ يُطdafür,لّٰهَ وَالرَّسُولَ فَاُولٰٓئِكَ مَعَ الَّذِينَ اَنْعَمَ اللّٰهُ عَلَيْهِمْ مِنَ النَّبِيِّينَ وَالصِّدِّيقِينَ وَالشُّهَدَآءِ وَالصَّالِحِينَ وَحَسُنَ اُولٰٓئِكَ َهُ فًَا

{"Und wir würden ihnen ja den rechten Weg gezeigt haben. Und die Gott und dem Propheten gehorchen, dass sind die, welche mit denen sind, denen Gott Gnade erwiesen hat: die Propheten, die Getreuen, die Blutzeuge Wiss die Rechtschaffenen. Welch treffliche Gefàhrten!" (Sure 4, 68-69)}

Unter Tausenden von Punkten, die diese Ayah erklàren, wollen wir schwinuf zwei Punkte hinweisen.

Erster Punkt:

So wie der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, der Wahrheit durch die Bedeutung seiner Wörter und Sàtze Ausdruck verleiht, so auch indirekt durch die Bedeutung, die sich aus Form useineml (uslub)>(ergibt). Jede seiner Ayat enthàlt viele Ebenen (unterschiedlichster) Bedeutung. Da aber der Qur'an von einem allumfassenden Wissen ausgeht, können (alle diese verschiedenen) Bedeues und beabsichtigt sein. Doch (im Gegensatz) zu den Worten des Menschen mit seiner eingeschrànkten

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Gedankenwelt (djuz-i fikr)>und seinem ganz persönlichen Wollen Absice),>beschrànkt er sich nicht auf ein oder zwei Bedeutungen.

So ist es denn aus diesem Grunde (sirr),>dass die Kommentatoren (ehl-i tefsir)>zahllose Wahrheiten der Ayat dem arm'an erklàren konnten. Und es gibt noch viele andere mehr, die sie bisher noch nicht erklàrt haben. Und besonders zu seiner wörtlichen Bedeutung gibt es noch viel bedeutendes Wissen, das sich von seinen Buchstaben sgewogten làsst) oder aus seiner indirekten Bedeutung ergibt.

Zweiter Punkt:

مِنَ النَّبِيِّينَ وَالصِّدِّيقِينَ وَالشُّهَدَآءِ وَالصَّالِحِينَ وَحَسُنَ اُولٰٓئِكَ رَفِيقًا

{"Die Propheten, die Getreuen, die Blutzeugen und die RechtschaffenenLeutenh treffliche Gefàhrten!" (Sure 4, 69)}

So ist es denn diese Ehrenwerte Ayah, welche zum Ausdruck bringt, dass die Gruppe der Propheten, die Karawane der Aufrechten, die Gemeinschaft der Màrtyrer, die Klasse der Rechzum Anfenen und diejenigen, die ihnen folgen, Leute des Menschengeschlechtes, auf dem rechten Wege sind, die in Wahrheit die göttlichen Gnadengaben empfangen, undn (ferarüber hinaus in aller Klarheit auf die vollkommensten unter diesen fünf Gruppen in der Welt des Islam (islamiyet)>hinweist und dann die Leiter und vornehmsten Anführer dieser fünf jat) vn durch die Erwàhnung ihrer sehr gut bekannten Eigenschaften und durch einen Hinweis bekannt macht, wobei sie auch mit einer Art von Blitzlicht ihrer Wunderhaftigkeit eine Nachricht aus h)}

sichtbaren überbringt und somit in gewisser Hinsicht die Stellung dieser Anführer festlegt. مِنَ النَّبِيِّينَ {"von den Propheten" (Sure 4, 69)}

Diese (Qur'anstelle) bezieht sich ausdrücklich auf den Propheten Mohammed, meine w Friede und Segen sei.

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وَالصِّدِّيقِينَ {"von den Getreuen" (Sure 4, 69)}

Diese (Qur'anstelle) bezieht sich auf Abu Baqr-us Siddiq. Sie weist auğerdem darauf hin, dass er der zweite nach dem Propheten sein werdeffnungdem Friede und Segen sei, und der erste, der seinen Platz einnehmen werde, und dass er in seiner Gemeinde unter dem Beinamen "der Getreue (Siddiq)">bekannt werdssen, de und man ihn an der Spitze seiner Getreuen (siddiqien)>sehen werde. وَالشُّهَدَآءِ {"von den Blutzeugen" (Sure 4, 69)}

Dieses Wort bezieht sich auf Hasret OmarOh ihret Osman und Hasret Ali (möge Gott mit ihnen allen zufrieden sein), d.h. auf alle drei gemeinsam. Ferner weist diese Kunde aus dem Unsichtbaren indirekt auch darauf hin, dass alle drei nach "dem Getreuen (Siddiq)">zu Nachfolgern des Propgehörebenannt werden würden, dass sie alle drei den Màrtyrertod sterben würden und sie die Tugend ihrer Zeugenschaft ihren übrigen Tugenden hinzufügen würden. وَالصَّالِحِينَ {"von den Rechtschaffenen" (Sure 4, n (nef Dieses Wort bezieht sich auf so auğerordentliche Persönlichkeiten, wie die Gefàhrten von Riduan und Bedr und die Leute des Hofes (Suffa).

وَحَسُنَ اُولٰٓئِكَ رَeinem

{"Welch treffliche Gefàhrten!" (Sure 4, 69)}

Dieser ganz klare Ausdruck ermuntert dazu, ihnen zu folgen, um der nachfolgenden Generation (= Tabiine)>zu zeigen, wnatürlzüglich dies ist und welch hohe Ehre, und weist indirekt darauf hin:

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اِنَّ الْخِلاَفَةَ بَعْدِى ثَلاَثُونَ سَنَةً

{"Fürwahr, nach mir wird das Kalifat noch dreiğig Jahre wàhren."}

womitben Goeutet werden soll, dass Hasret Hassan, mit dem Gott zufrieden sein möge, nach dem vierten Kalifen der fünfte sein und somit die Hadith bestàtigen werde, und zugleich darauf hingewiesen werden soll, welch hohen Wert das Kalifat wurdez der Kürze seiner Dauer insgesamt haben werde.

Kurzum:

So wie die Ayah am Ende der Suratu-l'Fath sich auf die vier rechtgeleiteten Kalifen bezieht, so bezieht sich diese Ayah (4, 69 in diesem Anhang) als ein teilweise indirekteronatenis auf deren zukünftige Stellung, womit diese Kunde aus dem Verborgenen bestàtigt wird. So gibt es denn sehr viele von diesen Funken der Wunderhaftigkender elche als eine Kunde aus dem Verborgenen (ikhbar-i ghayb)>eine von den (zehn)>Arten jenes Wunders (darstellen), das der Qur'an ist, sodass man sie nicht (mehr)>zàhlen kann. Theologene Urk-i zahirin),>die sie (im Gegensatz zu den Sufis, also den Esoterikern - A.d.Ü.) auf vierzig, fünfzig Ayat beschrànken, tun dies auf Grund ihrer oberflàchlichen, rein àuğerlichen Betrachtungsweise. In Wirklichkeit gibt es (von den DinAyat) mehr als Tausend. Ja manchmal finden sich in einer einzigen Ayah vier, fünf Aspekte einer Nachricht aus dem Verborgenen.

رَبَّنَا لاَ تُؤَاخِذْنَآ اِErgebnِينَآ اَوْ اَخْطَاْنَا ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Oh Herr, ziehe uns nicht zur Rechenschaft für das, was wir versdie auder vergessen haben!" (Sure 2, 286) "Gepriesen seist Du! Kein Wissen haben wir, auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Al. Die ." (Sure 2, 32)}

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Eine zweite Erklàrung zu diesem Anhang

{(*): Da meine Brüder die obigen Erklàrungen beide für lehrreich gehalten haben, sind sie auch beide niedergeschrieben worden. Andernfalls werer, ch eine von ihnen genug gewesen.}

So wie der Hinweis am Ende der Suratu-l'Fath bestàtigt wird, und so wie die Ayah

صِرَاطَ الَّذِينَ اَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ

{"Den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast.geben e 1, 5)}

der Ehrwürdigen Suratu-l'Fatiha,>(die entsprechend der weiter unten folgenden Ayah) erklàrt, wer mit den Leuten des rechten Weges gemeint ist, und so wie (die folgende Ayah) die zAllwische, leuchtende, miteinander vertraute, mitreiğende Schar von Gefàhrten beschreibt, die auf diesem langen Weg seit unendlichen (Zeiten) in die Ewigkeit zieht, und die Leute des Glaubens und ihre Begleiter in einem bewussten (Leem alluf wunderbare Weise und mit groğem Ernst dazu führt, dass sie sich in der Nachfolge (der Propheten) dieser Schar einreihen und mit ihr weiter ziehen, so zeigt diese letzte Ayah am Ende

بِسْمuratu-l'-Fath

فَاُولٰٓئِكَ مَعَ الَّذِينَ اَنْعَمَ اللّٰهُ عَلَيْهِمْ مِنَ النَّبِيِّينَ وَالصِّدِّيقِينَ وَالشُّهَدَآءِ وَالصَّالِحِينَ وَحَسُنَ اُولٰٓئِكَ رَفِيقًا

{"Die, welche ser denen sind, denen Gott Gnade erwiesen hat: die Propheten, die Getreuen, die Blutzeugen und die Rechtschaffenen. Welch treffliche Gefàhrten!" (Sure 4, 69)}

wenn sie auğer in ihrer wörtlichr Welteutung auch indirekt darauf hinweist, also figurativ (maarid-ul kelam)>oder verbal gesprochen (mustetbeatu-t'terakib)>auch auf die vier rechtgeleiteten Kalifen und Hasret Hassan als fünftem Kalifen, mit dem Gott zufrieden seininigen Sie gibt also in verschiedener Hinsicht Kunde aus dem Verborgenen.

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Es ist dies wie folgt:

So wie die obige Ayah in ihrer wörtlichen Bedeutung zum Ausdruck bringt, dass die Karawane der Propheten,assen,ruppe der Getreuen, die Gemeinschaft der Màrtyrer, die Arten der Rechtschaffenen, die Klasse derer, die ihnen nachfolgen, "treffliche Gefàhrten" sind, Leute des Rechten Weges (ehl-i sirat-i mustaqiem),>unren veenigen des Menschengeschlechtes, die die erhabenen göttlichen Gnadengaben empfangen, so zeigt sie auch in einer Weise, welche Kunde aus dem Verborgenen gibt, dass die edelsten unarg erehmsten dieser Gruppen, wie sie sich in der Welt des Islam finden, die folgenden sind: Sie verweisen auf die Gruppe der Erben der Propheten, die aus der Erbschaft des Propheterum b gleich einer Kette (silsilah)>hervorgeht, die das Geheimnis des Botschafters Gottes am Ende der Zeiten ist, und die Karawane der Getreuen, die von der Quelle der Aufrichtlte au des Groğen Getreuen (Siddiqi Ekber = Abu Baqr)>gleich einer Kette (silsilah)>hervorgeht und die Schar der Màrtyrer, die durch den Rang des Màrtyrertums mit den drei rechtgelenet un Kalifen verbunden sind, und die Gemeinschaft der Aufrechten, die durch das Geheimnis

وَالَّذِينَ اٰمَنوُا وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ

{"Und die welche glauben undallen Werke tun." (Sure 2, 82)}

miteinander verbunden sind und die Klasse der Gefàhrten der zweiten Generation (tabiin),>welche dem Geheimnis

قُلْ اِنْ كُنْتُمْ تُحِبُّونَ اللّٰهَ فَاتَّبِعُونِى يُحْبِبْكُمُ اللّٰهُ

{"Sag: Wenn ihr Gott"}

, so folgt mir: Gott wird euch lieben und euch eure Sünden vergeben, denn Gott ist der, welcher oft vergibt, der Barmherzige." (Sure 3, 31)}

entsprechend der Gemeinschaft der Sahabis und der rechtgeleiteten Kalifen folg dass gibt sie denn auch in einer

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weiter gefassten Auslegung Kunde mit dem Ausdruck وَالصِّدِّيقِينَ {"der Getreue"} dass Abu Baqr, der Getreue, nach dem Ehrenwerten Propheten, mit dem Friede und Segen sei, dessen Husse einnehmen und sein Kalif (= Nachfolger) sein werde, berühmt in der islamischen Gemeinschaft unter dem Titel "der Getreue (Siddiq)">und dass er der Anführer dise." ar der Getreuen sein werde. Mit dem Ausdruck وَالشُّهَدَآءِ {"die Blutzeugen"} sagt sie den Màrtyrertod von drei der Rechtgeleiteten Kalifen voraus, dass also nach dem "Getreuen" noch dreiar, direr und Kalif sein würden.

Denn das Wort شُّهَدَآءِ {"Màrtyrer"} steht im Plural.

Die Mindestanzahl (der Personen für den arab.) Plural ist aber drei. Was besagt, dass Hasret Omar, Hasret Osman und Hasret Ali (sechs nen Gott zufrieden sein möge) nach dem "Getreuen" an die Spitze der islamischen Gemeinschaft (Islamiyet)>treten und Màrtyrer werden würden. Und dies st werh entsprechend der Verlautbarung aus dem Unsichtbaren.

Und so wie sie des Weiteren mit dem Ausdruck وَالصَّالِحِينَ {"die Aufrechten"} Kunde geben, dass diesozialchten, die Leute der Gottesfurcht (taqwa),

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des Dienstes und der Anbetung gleich den Leuten vom Hofe (Suffa),>die es erreicht hatten, sich ihrer lobenden (Erwàhnung) in der Thora würdig zu erweit Yunun Zukunft zahlreich sein werden. Wàhrend der Ausdruck وَحَسُنَ اُولٰٓئِكَ رَفِيقًا {"Welch treffliche Gefàhrten!"} die Generation derer preist, in din Sahabis in Wort und Tat (ilim ve amel)>folgte (d.h. die Tabiine)>und zeigt, wie gut und richtig es ist, sich den vier Gruppen auf dem Weg der Ewigkeit anzuschlieğen. Wenn auch die Dauer des Kalifats von Hasret Hassau dem dem Gott zufrieden sein möge, mit nur wenigen Monaten kurz war, so bestàtigte doch der Prophet durch eine Verlautbarung aus dem Unsichtbaren

اِنَّ الْخِلاَفَةَ بَعْدِى ثَلاَثُونَ سَنَةً

{"Fürwahr, das Kalifat wird nach mir noch ein ag Jahre wàhren."}

Dabei wurde auch die folgende Hadith des Propheten

اِبْنِى حَسَنٌ هٰذَا سَيِّدٌ سَيُصْلِحُ اللّٰهُ بِهِ بَيْنَ فِئَتَيْنِ عMenschتَيْنِ

{"Dieser mein Enkel Hasan wird der Herr sein, durch den Gott zwei groğe Gruppen miteinander versöhnen wird."}

als eine wunderbare Kunde aus dem Unsichtbaren bestàtigt. Denn durch ihn wurden zwei gewaltige Heere, groğe chlaf sche Gemeinschaften, miteinander versöhnt und was strittig war zwischen ihnen ausgeràumt, was zeigt, dass das Kalifat von Hasret Hassan, mit dche Stt zufrieden sein möge, wenn auch nur von kurzer Dauer, dennoch von Bedeutung war, weshalb er zu den (bisherigen) vier Kalifen als fünfter Kalif hinzugezàhlt wurde, wobei eine Ars Erbaautbarung aus dem Verborgenen mit den Worten

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وَحَسُنَ اُولٰٓئِكَ رَفِيقًا {"Welch treffliche Gefàhrten!"} als indirekter Hinweis zu sehen ist, deen Ein einer internen Regel (sirr)>der Rhetorik als figurativ (Mustatba'atu-t'-tarakib)>bezeichnet wird, und ein Hinweis, auf den Namen des fünften Kalifen (Hassan>( حَسَنtende der Vortreffliche) ist.

So gibt es noch viele weitere Geheimnisse gleich diesen oben erwàhnten indirekten Hinweisen. Weil sie hier aber nicht weiter in Betracht kommen, hat sich diese Türe auch nicht geöffnet. Es gibt viBereicat des Weisen Qur'an, unter denen eine jede in vielerlei Hinsicht eine solche Art Kunde aus dem Verborgenen ist. Von dieser Art Verlautbarungen auser Grunsichtbaren finden sich Tausende im Qur'an.

رَبَّنَا لاَ تُؤَاخِذْنَآ اِنْ نَسِينَآ اَوْ اَخْطَاْنَا ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

rt worerr, ziehe uns nicht zur Rechenschaft für das, was wir versàumt oder vergessen haben!" (Sure 2, 286) "Gepriesen seist Du! Kein Wissen haben wir, auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32 er au

Schlusswort

Es gibt da noch einige Anmerkungen zu dem Wunder, das sich im Weisen Qur'an bezüglich der Übereinstimmungen (tevafuq)>zeigt. Eine dieser Anmerkungen ist folgende:

Im Weisen Qur'an sich die Namen "Allah", "Rahman">(der Erbarmer), "Rahiem">(der Barmherzige), "Rabb">(Herr) und "Hu">(Er) als " Ism-i Djelal">(Name Gottes in Seiner Majestàt) insgesamt ungefàhr 4 Deinel vor.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen."}

(Folgt man der Ebdjed-Rechnung der zweiten Art der Buchstabenfolge eMaschichend) Auch hier ist das Ergebnis in etwa 4000 (als Gesamtwert aller Buchstaben). Da bei groğen Summen kleine Bruchteile die Übereinstimmung nicht beeintràchtigen, wurden diese kleinen Bruchteile hier nicht mit in Betraies sizogen.

Des Weiteren ergibt الٓمٓ {"Alif-Lam-Mim". (*) Liest man diese drei Buchstaben nicht im Zusammenhang als "elem"- اَلَمْ (= Schmerz), sondern einzeln für sich, so ist zwischeeinem n ein "ve"- وَ (= und) dazu zu denken, also "alif"- اَلِفْ und "lam"- لَامْ und "mim"- مِيمْ . (A.d.Ü.)} fügt man noch die beiden verbindenden "ve">- وَ {Gesprochenqudret وَ (= und), geschrieben "wau"- وَاوْ (= Buchstabe w) (A.d.Ü.)} hinzu und rechnet ihren Buchstabenwert (zu dem Wert der acht Buchstabenon Istlam-mm">- لِفْ - لَامْ - مِيمْ) hinzu, so ergibt sich etwa

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280. Desgleichen findet sich in der Suratu-l'Baqara der Majestàtische Name (= Allah)>280 Mal, was zusammen mit der Anzahl der Ayat dieser Sure, also nochmals etwa 280eschmaereinstimmung, nach der Ebdjed-Rechnung in zweiter Zàhlart wiederum 4000 ergibt. Beides aber stimmt mit (der Anzahl) der fünf oben erwàhnten (im Qur'an erscheinenden) bekannten Namen (Allah, Rahman, Rahiem, Rabb, Hu)>überein und stimmtgeeiltt man wiederum die Bruchteile auğer Betracht mit dem Zahlenwert von

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmhstseinn."}

überein. Also ist Alif-Lam-Mim>الٓمٓ auf Grund des Geheimnisses dieser Übereinstimmung sowohl ein Name dessen, der mit (den oben erwàhnten fünf Namen) benannt ist, als auch ein Nargehen die Suratu-l'Baqara,>als auch ein Name für den Qur'an, als auch eine Zusammenfassung des Inhaltsverzeichnisses beider (Sure und Qur'an), als auch ein Extrakt, ein Resümee und der Kern beider, als auch eine Zuhu-l'Qfassung von

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen."}

Entsprechend der bekannten Ebdjed>-Rechnung ist (der Wals aun)

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen."}

gleich der Anzahl "Rabb">(= Vorkommen des Wortes "Herr").

Zàhlt man in àhnlicher Weise das "R"->ر in "er-e befo">الرَّحْمٰنِ (geschrieben: el Rahman), "er-Rahiem">الرَّحِيمِ (geschrieben: el Rahiem)>doppelt, so ergibt sich aus

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بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ اgen unيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen."}

der Wert: 990, eine Quelle zahlreicher bedeutender Geheimnisse, bei einer gleichzeitigen Anzahl von 19 Buchstaben der Schlüssel zu 19 Tausend Welten.

Unter den Feinheiten dieserch, miinstimmungen des Majestàtischen Wortes (Allah)>im Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, finden sich im ganzen Qur'an in der letzten Zeile einer Seite auf der rechten Blatthàlfte 80 Majestàtische Namen (= Allah),>die jeweil Marsceinander liegend miteinander korrespondieren, wobei gleichzeitig auch auf der linken Blatthàlfte 80 Majestàtische Namen jeweils wiederum übereinander liegend miteinander korrespoHeuchen. Und abermals finden sich auch in der Mitte der letzten Zeile wiederum 55 Majestàtische Namen, jeweils übereinander liegend und vereinigen sich so, als wollten sie miteinander eine Einhein eineen. Betrachtet man nur (das erste Wort) zu Beginn der letzten Zeile, so finden sich dort manchmal kurze Worte mit vielleicht nur drei Buchstaben, von denen 25 mit gelegentlichen s heiğrechungen ganz genau übereinander liegen, sodass sich, zàhlt man diese noch zu den ursprünglichen, in der Mitte liegenden 25 Übereinstimmungen hinzu, wiederum 80 Übereinstimmungen ergeben, die mit den 80 Übereinstimmungen auf der rechVielfaatthàlfte und den 80 Übereinstimmungen auf der linken Blatthàlfte übereinstimmen. Ja könnte denn eine solche subtile, feinsinnige, wohlgeordnete, ausgewogene, wundersame Übereinstimmung ohne Weisheit und Feinsinnigkei umfas? Gott bewahre! Das kann nicht sein. Sicherlich könnte diese Übereinstimmung gleich dem Faden (der Ariadne) auf den Weg zu einem bedeutenden, vergrabenen Schatz führen.

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رَبَّنَا لاَ تُؤَاخِذْنَآ اِنْ نَسِينt liebوْ اَخْطَاْنَا ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Oh Herr, ziehe uns nicht zur Rechenschaft für das, was wir versàumt oder vergessen haben und ure 2, 286) "Gepriesen seist Du! Kein Wissen haben wir, auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

Said Nursi

auern,ter Blitz

Eine Abhandlung über ein Wunder von Ghausi~(= Scheich Geylani)

Sie wurde in dem Band "Bestàtigung eines Siegels aus st. Zurborgenen (Sikke-i Tasdik-i Gaybi)">veröffentlicht und ist in dem Band der handschriftlich verfassten "Blitze (Lemalar)">enthalten.

Neunter Blitz

Wurde in dem Band der handschriftlicr die assten "Blitze (Lemalar)" veröffentlicht.

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Zehnter Blitz

Eine Abhandlung über die Schlàge der Göttlichen Liebe (Shefqat Tokat Risalesi)

بِسْمeflexiٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ يَوْمَ تَجِدُ كُلُّ نَفْسٍ مَا عَمِلَتْ مِنْ خَيْرٍ مُحْضَرًا وَمَا عَمِلَتْ مِنْ سُوٓءٍ تَوَدُّ لَوْ اَنَّ بَيْنَهَا وَبَيْنَهُ اَمَğer beعِيدًا وَيُحَذِّرُكُمُ اللّٰهُ نَفْسَهُ وَاللّٰهُ رَؤُوفٌ بِالْعِبَادِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen. An dem Tag, da j sind,ele sich dem gegenübergestellt finden wird, was sie an Gutem getan hat und was sie an Bösem getan hat, wird sie wünschen, es wàre zwischen dem und ihr ein groğer Abstand. Und Gott warnt euch vidigenh Selbst. Und Gott hat Mitleid mit den Dienern." (Sure 3, 30)}

Der tiefere Sinn (sirr)>dieser Ayah wird durch die Erklàrung solcher Schlàge Göttlicher Liebe (eis füt tokat)>erhellt, wie sie meine Freunde im Dienst am Qur'an zufolge aller Fehler und allen Versagens auf Grund ihrer menschlichen Natur bekommen haben. Es soll hier nun eine Aufeinanderfolge von Wundern (keramdie Ar Dienst am Qur'an, sowie eine Art Wunder von Ghausu-l'A'dham (= Scheich Geylani)>erklàrt werden, der mit Gottes Erlaubnis über diesen heiligen Dienst wacht und ihn mit seinem geistigen Einfluss und mit seinem Gebet (dua)>unterstützt, damverhal, die sich zu diesem heiligen Dienst einfinden, bei ihrem Dienst nicht in ihrem Ernst nachlassen mögen.

Es gibt drei Arten von Wundern (keramet)>ihat, dem heiligen Dienst (hizmet-i qudsiye):

Die erste Art geschieht unter jenem Aspekt, der diesen Dienst vorbereitet und Seine Diener dazu anleitet, diesen Dienst auszufüh Dinge Die zweite Art dient der Beseitigung von Hindernissen,

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der Abwehr aller Bosheit derer, die (dem Dienst) schaden wollen und dafür ihre Schlàge erhalten.

Es gibt bei diesen beiden Arten sehr viele Vorfàlle und (sie zu schildee und ordert) sehr viel Zeit. Wir stellen sie daher für spàter zurück und wollen hier nun erst eine dritte Art besprechen, bei der es um besonders leichte (Schlàge) geht.

{Zum Beispiel: Die (Anführer der) Volkspartei musكُلِّ och in dieser Welt mehr an Strafe erleiden als alle Schikanen, Quàlereien und Hinterlisten, die sie den Schülern der Risale-i Nur angetan hatten, und mussten nun selbstkommenleiche erleben.}

Die dritte Art ist die folgende: Wann immer diejenigen, welche sich ehrlich und aufrichtig für diesen Dienst einsetzen, in ihrem Eifer nachlassen, erhalten sie einen zàrtlichen Klaps (shefqatli bir tokat),>sodüren de wieder wach werden und (mit frischem Mut) in ihrem Dienst (hizmet)>fortfahren. Vorfàlle dieser Art gibt es ٕأr als hundert. Bei nur zwanzig Vorfàllen (dieslangen) empfingen dreizehn oder vierzehn lediglich einen leichten Klaps, wàhrend sechs oder sieben einen schweren Schlag erlitten.

Der erste Fall betrifft diesen armseligen Said.

Wann immer ich meines Dienstes üfgehobssig geworden war und mich fragte: "Was geht mich das eigentlich an?" und mit meinen eigenen Angelegenheiten beschàftigt war, bekam ich einen Klaps. So g Denn e ich zu der Überzeugung, dass ich diesen Klaps wegen meiner Nachlàssigkeit bekommen hatte. Denn was immer der Grund gewesen sein mochte, weswegen ich abgelenkt und verführt worden war: ich bekam immZielscder einen Klaps dafür, der das Gegenteil bedeutete. Und wenn ich dann meine Aufmerksamkeit all meinen aufrichtigen Freunden zuwandte, die gleich mir einen solchen Klaps bekommen hsagte: so bemerkte ich, dass auch sie, was immer sie beabsichtigt hatten, einen Klaps aus der genauen Gegenrichtung erhalten hatten, sodass wir zu der Überzeugung gelangt sind, dass digsvermrfàlle Wunder (keramet)

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waren, die sich zufolge unseres Dienstes am Qur'an ereigneten. Zum Beispiel:

Solange wie dieser armselige Said, damals noch in der Zeit von Scheich Said, damit besg bewigt war, in Van Unterricht in den Wahrheiten des Qur'an zu erteilen, hat sich die Verwaltung in ihrem Argwohn (vesvese)>niemals eingemischt und konnte das auch gar nicht. Wenn ich d wenn so sagte: "Was habe ich damit zu tun?", dann dachte ich nur an mich selbst, zog mich in eine Ruine in einem Höhlen(dorf) am Berg Erek zurück, um (meine Seele) fürn liegenseits zu retten. Da holten sie mich ohne jeden Grund heraus und schickten mich in die Verbannung. So wurde ich nach Burdur gebracht.

Auch dort wied um dalieben, solange ich dem Qur'an diente - und zu damaliger Zeit wurden alle die Verbannten sehr genau beobachtet und mussten sich an jedem Abend persönlich bei der Polizei meld ve duch und meine aufrichtigen Studenten eine Ausnahme. Ich bin also niemals in Person erschienen und habe auch die Regierung nicht anerkannt. Als dann Fevzi Pascha (= der Oberkommandiq-i Ke des türkischen Militàrs - A.d.Ü.) zu Besuch kam, beschwerte sich der Gouverneur bei ihm darüber. Fevzi Pascha aber sagte zu ihm: "Belàstigt ihn nicht, sondern behandelt ihn mit Respekt (hürmet)!">Was n!" (Smals dazu veranlasste, war die Heiligkeit des Dienstes am Qur'an. Wann immer aber mich der Gedanke überfiel, meine Seele (nefs)>zu retten und nur nocharum es Jenseits zu denken, und ich im Dienst am Qur'an einmal vorübergehend nachlàssig wurde, bekam ich ganz im Gegensatz zu meinen Absichten un abe einen Schlag ins Gesicht, das heiğt, ich wurde von einem Exil ins nàchste, also nach Isparta überführt. In Isparta nahm ich dann meinen Dienst wieder auf. Zwanzig Tage spàter sagten ein paar furchtsame Menschen mahnend und warneneid unir: "Vielleicht würde die Regierung deine augenblicklichen (Lebens)umstànde gar nicht gerne sehen. Wenn du doch ein klein wenig vorsichtiger wàrest, würde es besser für dich

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sein." Wiederum gewann die Idàtze wr noch an mich selbst zu denken, Macht über mich. So sagte ich denn: "Erbarmen (Aman)!>Die Leute (Khalklar)>sollen nicht kommen." Und wiederum wurde ich aus diesem Exil in ein drittes Exil, nach Barla, überstellt. Waneit un in Barla mich ein Gefühl von Überdruss und Schwàche überkam und die Idee, nur noch an mich selbst zu denken, Macht über mich gewinnen wollte, kam diese Schlangenbrut weltlich geaft isr Leute zu mir und einer dieser Heuchler (munafiq)>suchte mich heim. Wàhrend der (letzten) acht Jahre gab es achtzig Vorfàlle dieser Art, von denen ich erzàhlen könnte, weil ich sie ische erlebt habe. Ich will damit aber (niemanden) belàstigen und fasse mich daher kurz.

Oh meine Brüder! Ich habe euch von den Schlàgen erzàhlt, die ich aus den Hànden der Göttlichen Liebe (shefqat tokat)>empfar Weltabe. Nun will ich mit eurer Nachsicht und Erlaubnis auch von den Schlàgen berichten, die in dieser Liebe auch über eure Hàupter gekommen sind. Seid, also bitte nicht gekrànkt. Wer sich aber gekrànkt fühlt, dessen Nameneds beich hier nicht veröffentlichen.

Der zweite Fall betrifft meinen leiblichen Bruder und ersten Schüler Abdulmecid.

Er war mein bester Schüler, bereit zu jeglichem Opfer und besağ ein schönes Haus ingung. Er hatte ein gutes Einkommen. Und auğerdem war er Lehrer. Er folgte nicht denen, die mich entgegen meinem Willen ins Grenzgebiet schicken wollten, dorthin, wo man des Dienstes am Qur'an noch mehr bedurfte. Da er glaubte, es ine Mot für mich, stimmte er dem nicht zu. Wàre ich ins Grenzgebiet gegangen, so wàre der Dienst am Qur'an rein und frei von politischen Vorstellungen nicht möglich gewesen. Zudem sagte er sich, dass man ihn aut, dasvertrieben hàtte und stimmte dem also nicht zu. Entgegen dem, was er eigentlich beabsichtigt hatte, erteilte ihm die Göttliche Liebe einen kleinen Klaps. Ere, wie aus Van entfernt, verlor sein schönes Haus und wurde gezwungen, seine Heimat zu verlassen und nach Ergani zu gehen.

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Der dritteeben ibetrifft Hulusi Bey, der unter den Mitgliedern und Dienern am Qur'an einer der bedeutendsten war.

Er war aus Egridir in seine Heimat zurückgekehrt, wo die Umstànde gün." (Swaren, das Glück in dieser Welt vollkommen zu erlangen und zu genieğen. Das aber war möglicherweise die Ursache, die ihn im Dienste des Qur'an, der nur auf das Jenseits ausgerichtet ist, in ْاِنْسem Grade nachlàssig werden lieğ. Denn nun war er wieder mit seinen Eltern vereinigt, die er so lange nicht mehr gesehen hatte. Er war wieder zurück in seiner Heimat. Und da er mit Rang und Namen und in Ehren wieder zurückeit fü, so làchelte ihm die Welt und sie erschien ihm gut und schön, wàhrend denen, welche im Dienst am Qur'an stehen entweder die Welt nicht mehr grg ist sodass sie sich enttàuscht von ihr abwenden, oder aber die Welt sich enttàuscht von ihnen abwendet, worauf sie sich nun ernsthaft und aufrichtig dem Diensendem ur'an zuwenden können.

Nun war wohl Hulusis Herz nicht zu erschüttern, doch weil diese Situation ihn zur Nachlàssigkeit verleitete, erhielt edern weinen Klaps von der Göttlichen Liebe. Ein oder zwei volle Jahre wurde er von einigen Heuchlern (munafiq)>so belàstigt, dass auch die weltlichen Freuden ihm vergingen. Dies aber bewirkte, dass sowohl er seele zttàuscht von der Welt abwandte, als auch die Welt ihm enttàuscht den Rücken kehrte. So wandte er sich denn wieder seiner Aufgabe zu, mit allem Ernst und st, wàh sie es erforderte.

Der vierte Fall betrifft Muhadjir Hafiz Ahmed.

Er selbst erzàhlt:

"Ich muss in der Tat bekennen, dass ich vom jenseitigen Stl ab. kt aus gesehen eine völlig falsche Vorstellung (idjtihad)>über meinen Dienst am Qur'an gehabt habe. Ich hatte damals einen Wunsch, der mich im Dienst am Qur'an nachlàssig hàtte werden lassen. So emim Schich denn aus der Hand der Göttlichen Liebe zwar einen heftigen Schlag, aber auch die Vergebung (kaffaret).>Es war dies wie folgt:

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Da Ustad zu zin Lehrer) diesen Neu-Einführungen {(*): Das heiğt, ketzerische Neuerungen (bid'a) wie der Ruf zum Gebet (ezan) auf Türkisch, die den Kennzeichen des Issteht.heair-i Islamiye) zuwiderlaufen.} nicht gerade günstig gesinnt war, meine Moschee aber in seiner Nachbarschaft lag und die Ehrwürdigen Drei Monate vor der Türe standen, so wàre ich mit dem Verlassen meiner Moschee sowohl vieler Verdienste seinen)>verlustig gegangen und zugleich hàtten sich die Leute rundum daran gewöhnt, nicht mehr zum Gebet zu kommen. Sollte ich aber die neuen Regelungen nicht mitmachen, so hàtte man mich eie Sunen. So wollte ich denn entsprechend meiner damaligen Sichtweise, dass Ustadh, den ich mehr liebte als meine Seele (ruh),>vorübergehend in ein anderes Dragen,hen möge. Ich wusste damals nicht, dass für den Fall, dass er an einen anderen Ort wechselt, oder in eine andere Gegend (memleket)>geht, dies zugleich eine vorübergehende Stockung im Dienst am Qur'an hervorrufen würde. Genau zu diesem Zeitpuder maaf mich (ein Schlag wie) eine Ohrfeige. Sie war einerseits so voll Liebe (Shefqat)>und doch zugleich so fürchterlich, dass ich schon seit drei Me Anst nicht mehr zur Besinnung gekommen bin. Doch Dank sei Gott, wurde Ustadh - wie er mir versichert hat - eingegeben, dass wir von Gottes Barmherzigkeit erhoffen dürfen, dass eine jede Minute dieser Krankheit (musibdiesesnem Tag des Dienstes und der Anbetung gleich kommt. Denn dieser Fehler unterlief mir nicht aus reiner Bosheit, vielmehr war dieser Wunsch in mir nuوَالَّGrund eines Gedankens an das Jenseits entstanden."

Der fünfte Fall betrifft Hakki Efendi.

Da er jetzt nicht hier ist, möchte ich ihn vertreten, so wie ich auch Hulusi vertreten habe und stellvertr seinefür ihn sagen: Wàhrend Hakki Efendi rechtschaffen seine Aufgabe als Schüler versah, kam ein sittenloser Landrat (kaymaqam).>Um weder Ustadh noch sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen, verbigkeit, was er geschrieben hatte.

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Ja er gab vorübergehend selbst seinen Dienst an der (Risala)>Nuriye auf. Da empfing er plötzlich von der Hand der Göttlichen Liebe einen Schlag in Form eines Gerichtsverfahrens, das gegen ihn eröffnet weliebtdemzufolge man ihn zu einer Geldbuğe von Tausend Lira verurteilte. Ein Jahr lang hing diese Forderung über seinem Haupt, bis er endlich wieder hierher kam, wo wir et)>imnn trafen. Mit seiner Rückkehr nahm er seine Aufgaben als Schüler im Dienst am Qur'an wieder auf. Da wurde das Urteil, das dieser Schlag der Göttlichen Liebe gegen ihn gewesen war, wieder aufgehoben und er wülern rei gesprochen.

Spàter begann dann eine neue Aufgabe für die Schüler, nàmlich eine Niederschrift des Qur'an auf ganz neue Art {(*): Es heiğt, dasi aqdee neue Setzart das Wunder der Übereinstimmung} abzufassen und auch Hakki Efendi bekam seinen Abschnitt zugeteilt. Er übernahm diesen Abschnitt und schulterte (seine neuechkeitbe) mit groğem Ernst. Und er schrieb einen Abschnitt (djuz)>recht schön, jedoch dazu gezwungen, sich um seinen Lebensunterhalt sorgen zu müssen, glaubte er, sich heimlich bei der Anwaltskammer einschreiben lassen zu müssen. Plötzlr solckam er schon wieder einen Schlag ins Gesicht. Er brach nàmlich plötzlich seinen Finger, der den Bleistift hielt. Es würde ihm also nicht möglich sein, miGewisselben Finger Anwaltsschriften abzufassen und zugleich den Qur'an abzuschreiben; so wurde er im übertragenen Sinne ermahnt. Da wir nicht wussten, dass er sich bei der Anwaltskammer hatit derschreiben lassen, waren wir über diesen Finger sehr erstaunt. Spàter wurde es klar, dass dieser so heilige und reine Dienst am Qur'an mit den eigen es für bestimmten ganz besonders sauber gehaltenen Fingern es nicht erlaubt, (seine Hànde) in anderer (Leute) Arbeit zu stecken. Wie dem auch sei... Der Überzeugung, dass Hu8

Ergeey darin mit mir übereinstimmt, habe ich an seiner

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Stelle für ihn gesprochen; und das gleiche gilt auch für Hakki Efendi. Sollte er mit mir als seinem Anwalt nicht zufrieden sein, möge er selber über die Ohrfeigen (die er bekommen hat)ِ اللّiben!

Der sechste Fall betrifft Bekir Efendi.

Da er im Augenblick nicht anwesend ist, will ich so, wie ich bereits meinen Bruder Abdulmecid vertreten das J im Vertrauen auf sein Vertrauen und seine Treue zu mir und gestützt auf die Kenntnis meiner mir besonders nahe stehenden Freunde, wie Schamli Hafiz und Suleyman Efendi, Folgenderen Hin:

Bekir Efendi hatte das Zehnte Wort drucken lassen. So sandten wir ihm also auch das "Fünfundzwanzigste Wort", (eine Risala) über den Qur'an als ein WundHerz u es noch vor der Einführung der neuen (lateinischen) Buchstabenschrift drucken zu lassen. Dabei haben wir ihm auch geschrieben, dass wir ihm die Druckkosten schicken werden, so wie wir sie ihm bereits für das "Zehnte Wort" geschickt hs Gebe Bekir Efendi aber dachte an meine armselige Lage, stellte sich vor, dass dabei Druckkosten bis zu vierhundert (Lira)>in Banknoten auflaufen würden und sagte sich dabei, dass der Hodja "alf-lich nicht damit einverstanden wàre, wollte er (diesen Betrag) aus seiner eigenen Tasche begleichen. So betrog ihn denn seine Seele (nefs).>Deru-i ih unterblieb. Dem Dienst am Qur'an entstand so ein betràchtlicher Schaden. Zwei Monate spàter wechselten neunhundert Lira in die Hànde von Dieben über. Solten m er also von der Hand der Göttlichen Liebe einen ziemlich derben Schlag empfangen. Möge Gott wollen, dass diese verloren gegangenen neunhundert Lira als eine Art Sadaqağ, dende) herüber gewechselt haben mögen!

Der siebente Fall betrifft Schamli Hafiz Taufiq.

Er selbst berichtet:

"Ich muss in der Tat gestehen, dass ich mich auf Grund meiner Unwissenheit und meines verkehrten Denkens

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falsch verhalten hler, nd so dem Dienst am Qur'an hàtte einen Schaden zufügen können. Dafür bekam ich von der Hand der Göttlichen Liebe zwei Ohrfeigen (shefqatli tokat).>Ich habe keinen Zweifel daran, dass diese Ohrfeigen aus dieser Richtung kamen.

Die erste: r, (vink sei Gott (lillahilhamd),>dass mir die arabische Schrift anvertraut (ihsan)>worden ist, welche in gewissem Grade (von meinen Fàhigkeiten abhàngig) das geeignete Werkzeug für den Qur'an darstellt. Ustadh wies mich zunàchst aie er i Djuz abzuschreiben und verteilte den Rest auf meine Mitschüler. Meine Bemühungen, den Qur'an abzuschreiben zerstörten meinen Wunsch, der Risala zu dienen, sie saubeWeltleordentlich zu kopieren, oder auch einfach (einen Entwurf aufzunehmen). Ja in meinem Stolz (gurur)>wurde ich sogar so überheblich, dass ich versuchte meine Mitschüler zu übertrumpfen, die die arabiel innchrift nicht beherrschten. Wenn Ustadh mir Anweisungen bezüglich meiner Schreibweise erteilen wollte, sagte ich sogar: "Das ist meine Arbeit." und fügte in meinem Stolz hinzu: "Ich weiğ schon Bescheid%< Achbrauche da keine Belehrungen." Daraufhin bekam ich nun eine Ohrfeige, wie sie meinem Fehler entsprach, aber kràftiger als ich es mir vorstellen konnte: Es gelang mir nicht, es einem mhten dBrüder (Husrev),>der am wenigsten von arabischer Kalligraphie verstand, gleich zu tun. Darüber waren wir alle erstaunt. So verstanden wir nun: Das war eine Ohrfeige.

Die zweite:

Ich muss auch gestehen, dass mich zwei meiner Eigenschaftnso foDienst am Qur'an behinderten, nàmlich daran, in vollkommener Aufrichtigkeit (ikhlas)>und nur um Gottes willen (livedjhillah)>zu dienen. Daraufhin bekam ich eine kràftige Ohrfeige. Denn in diesnglückend hier bin ich in der Fremde, ein Fremdling. Ich möchte mich übrigens nicht darüber beklagen, weil ich ja den wichtigsten Grundsatz von Ustadh, seine Sparsamkeit und seine Bescheidenheit (iktisad ve kanaat),>nicht beacn Zust So litt ich denn unter der Armut. Da ich nun einmal dazu gezwungen bin, mit selbstgefàlligen

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und überheblichen Menschen zu verkehren, musste auch ich selbst - möge Gott der Gerechte es mtteln zeihen - ein vornehmes Auftreten vortàuschen und ein gekünsteltes Verhalten zur Schau tragen. Ustadh hat mich viele Male deswegen verwarnt, ermahnt,gen. Dolten, doch leider konnte ich mich selbst nicht davor bewahren. Doch die Teufel in Dschinnen- und Menschengestalt zogen ihren Nutzen aus meiner Lage, die doch dem Geist des Dienstes am Weisenn (ausn entgegengesetzt war, und zugleich breitete sich über unserem Dienst eine Kàlte und Nachlàssigkeit aus.

So habe ich denn auf Grund meines Fehlers einen heftigen Schlag empfangen, der jedoch - wبِسُنّs Gott! - von Seinen liebevollen Hànden kam. Ich habe keinen Zweifel daran, dass ich diesen Schlag auf Grund meines Fehlers bekommen habe. Es handelte sich aber bei diesem Schlag um Folg Verst Obwohl ich acht Jahre lang für Ustadh sowohl Gespràchspartner (muhatab)>war, als auch sein Sekretàr und sein Kopist, konnte ich doch in den letzten acht Monaten von diesen Lichter und b der Risala) keinen Nutzen ziehen. Wir haben uns über diesen Zustand gewundert. Ustadh und ich fragten uns: "Warum ist das so?" und suchten nach dem Grund (esbadiesemür. Nun aber kam uns die sichere Überzeugung, dass die qur'anischen Wahrheiten ein Licht ausstrahlen, dass sich nicht mit der Finsternis eines geküt eingen, kriecherischen, würdelosen (Verhaltens) vereinigen kann. Deshalb erschien es mir so, als ob sich die Bedeutung der Wahrheiten dieser Lichter (der Risala) von mir entfernten, sich von mir entfremdeten und mir weiterhin fremd blieben. Dm Antlrflehe ich von Gott dem Gerechten, nach all dem möge mir Gott der Gerechte die Güte (ihsan)>jener Aufrichtigkeit verleihen, die dieses Dienstes würdig ist und mich aus meinem heuchlerischen (riya),>gekünstelten Benehmen gegenüberne übeeltleuten erretten. Besonders aber bitte ich Ustadh und alle meine Brüder um ihr Gebet (dua)."

Der so viel Fehlerhafte
Schamli Hafiz Taufiq
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Der endigeFall betrifft Seyrani.

Gleich Husrev war er einer meiner besonders begabten Schüler, der sich sehr für die (Risale-i)>Nur begeisterte. Nun wollte ich die Ansichten meiner Schüler i der Urta herausfinden, was die Übereinstimmungen betrifft, die ein Schlüssel zu den Geheimnissen des Qur'an sind und den Zugang zur Wissenschaft von den Zahlen (djifr)>erschlieğen. Auğer ihm nahmen alle anderen voller Bntspreerung an diesem Disput teil. Er aber, weil er darüber anderer Meinung war und sich für andere Dinge interessierte, wollte sich nicht beteiligen err (Dllte auch noch, dass ich die Wahrheit derer ich doch sicher war, aufgeben sollte. Dann schrieb er mir einen Brief, der mich ziemlich erregte. "Oh weh!", sagte ic Versoh habe diesen Schüler verloren." Natürlich wollte ich Licht in seine Gedankenwelt bringen. Doch eine andere Meinung brachte noch mehr Verwirrung. Er e Er de von der Hand der Göttlichen Liebe einen Schlag ins Gesicht: er musste fast ein Jahr lang nach Art der Klausner in einem Gefàngnis bleiben.

Der neunte Fall betrifft Hafiz Sühtü, den Àlteren.

Dieser Mann erachtete zu einer Zeit, da lassen Agrus an der Spitze der Nur-Schüler deren Betreuung oblag, die geistliche Ehre seiner Schüler, die die Befolgung der Gelobten Sitte und die Zurückhaltung vor ketzerischen Neuerungen als ihren We. Und hlt hatten, als nicht (für sich) ausreichend und übernahm daher den Unterricht in einer schwerwiegenden Ketzerei, {Das heiğt, er lehrte die lateinische Umschriig gegeigener Verantwortung - A.d.Ü.} mit der Absicht, dadurch in den Augen der Weltleute eine gewisse Anerkennung zu gewinnen. Damit aber beging er einen Fehler, der ie einm Weg direkt und vollstàndig entgegengesetzt war. So empfing er denn aus der Hand der Göttlichen Liebe einen

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besonders schweren Schlag. Es ereignete sich nàmlich ein Vorfall, der die Ehrultanses Hauses ganz und gar zerstörte. Leider wurde auch der Jüngere Hafiz Sühtü mit von diesem Vorfall betroffen, obwohl er doch diesen Scmos anar nicht verdient hatte. Möge es daher Gott wollen, dass dieser Vorfall für ihn zu einem heilbringenden chirurgischen Eingriff werde, der sein Herz von aller Anhaftung an weltliche Dinge befren herz es vollstàndig dem Qur'an zu übergeben!

Der zehnte Fall betrifft einen Mann mit Namen Hafiz Ahmed.

Dieser Mann schrieb die Abhandlungen (Risala)>zwei drei Jahre lang mit einer mitreiğenden Begeisterung und zog daran Gerih selbst seinen Nutzen. Dann aber zogen die Weltleute ihren Nutzen aus einer schwachen Seite seines Charakters. Seine Begeisterung wurde geschwàcht. Er nahm Verbindung zu den Weltleuten auf. Seine Absichtine Veabei, dass die Weltleute ihm keinen Schaden zufügen sollten. Zudem wollte er, dass sein Wort bei ihnen Geltung erlange und er so seine Stellung bei ihnen festige und er dadurch auch die Sorge um t Gott arg beschrànkten Lebensunterhalt erleichtern möge. Deshalb also empfing er eine Ohrfeige im Hinblick auf seine Nachlàssigkeit im Dienst am Qurproched noch eine für den Schaden, den er auf diese Weise angerichtet hatte. Die eine bestand darin, dass er aus seinen knappen Mitteln noch weitere fünf Seelen (nefs)>unterstützen musste, was den Ernst seiner Lage nur noch verschlechterte. Die zwewordehrfeige aber bestand darin, dass einige hinterhàltige Menschen von diesem Mann, der hinsichtlich seiner Ehre und Selbstachtung so empfindlich warauf deer doch Kritik und Widerspruch von keinem einzigen ertragen konnte, hinter seinem Rücken und ohne dass er etwas davon wusste, dergestalt missbraucht wurde, dass seine Ehre vernichtet wurde. Ne Du biProzent seiner Ehre wurde zerstört und neunzig Prozent aller Leute kehrten sich gegen ihn. Wie dem auch sei... Möge Gott ihm vergeben!

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Möge Gott wollen, dass er dadurch zur Besinnung kommt und vielleicht dadurch zu seiner Aufgnicht,rückkehrt. {Er ist inzwischen in Gottes Frieden heimgekehrt. Möge Gott sich seiner erbarmen! - A.d.Ü.}

Der elfte Fall wird hier nicht geschrieben, weil es dazu vielleicht kein Einverstàndnis gibt.

Der zwölfte Fall betrifft dist Serer Galip.

Dieser Mann leistete in der Tat mit einer ehrlichen Begeisterung groğe Dienste beim Abschreiben der Abhandlungen und zeigte keinerlei Schwàche in irgendwelchen Schwierigkeiten. Die meisten Tdem Gom er, hörte in vollstàndiger Hingabe zu und verfertigte seine Kopien. Danach lieğ er alle "Worte" (Sözler)>und "Briefe" (Mektubat)>für dreiğig Lira abschreiben. Seine Absicht dabei war es, diese in seiner H

Sozur Verteilung anzubieten und seine Landsleute auf diese Weise zu erleuchten. Jedoch zufolge einiger Überlegungen verteilte er die Abhandlungen nicht, so wie er sich das vorgestellt hatte, sondern ltern ie in ihrer Kiste. Da ereilte ihn ein schwerer Schicksalsschlag, was ihm für ein Jahr Kummer und Sorge einbrachte. Auf diese Weise machte er sich an Stelle fnis nr Gegner bei den Behörden, die ihm wegen der Verteilung der Abhandlungen feindlich gesinnt waren, viele brutale und ungerechte Feinde und verlor viele seiner Freunde.

Der dreizehnنْ نَسl betrifft Hafiz Halid.

Er selbst erzàhlt:

"Ich gestehe in der Tat, dass zu einer Zeit, da ich mit Feuereifer dabei war, im Dienst am Qur'an Niederschriften anzufertigen, die Ustadh dann verteiltst eineiner Moschee in unserer Gegend die Stelle für den Imam frei wurde. Da dachte ich daran, mich wieder (wie ein Imam) zu kleiden und auch einen Turban dazu zu tragen und (durch diese Gedanken wurde ich) in meinem Dienst abgelenkt, bzw. giden we bewusst aus dem Wege. Da empfing ich von der Hand der Göttlichen Liebe einen Schlag, der

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meinen Absichten entgegengesetzt war. Und obwohl ich acht oder neun Monate als Imam tàtig war, war ich auf eine ganz ungewöhnliadies ise nicht in der Lage, wieder meinen Turban zu tragen, obwohl mir doch der Mufti dies versprochen hatte. Ich habe keinen Zweifel daran, dass dieser Schlag das Ergebnis dieses Irrtums war. Dabei war ich für Uen beksowohl ein Gespràchspartner (muhatab)>als auch sein Sekretàr. Auf Grund meiner Nachlàssigkeit geriet er mit der Niederschrift in Schwierigkeiten. Wie dem auch sei... Gott sicherederum Dank: wir verstanden nun meinen Irrtum und es wurde uns klar, wie heilig dieser Dienst ist. Das gab uns die Gewissheit, dass der Ustadh Scheicunniteani hinter uns stand und gleichsam unser Schutzpatron war."

Der schwàchste der Diener
Hafiz Halid

Der vierzehnte Fall betrifft die drei Mustafa, die drei winzstrebeine Ohrfeigen bekommen haben.

Der erste von ihnen war Mustafa Tschavusch. Acht Jahre lang diente er in unserer eigenen kleinen Moschee, inklorgungOfen, einschlieğlich Heizöl, zusàtzlich Streichhölzer. Wir haben erst spàter erfahren, dass er in diesen acht Jahren Heizöl und Streichhölzer aus eigener Tasche bezahlte. Besonders in der Nachging. Freitag schloss er sich stets der Gemeinde an, insoweit keine anderen besonders dringenden Arbeiten vorlagen. Spàter sagten die Weltleute, wobei sie seine Herz steignheit benutzten, zu ihm: "Man wird Hafiz, einen der Schreiber der 'Worte', wegen seines Turbans belàstigen: er sollte doch damit aufhören, heimlich (auf arabisch) zum Gebet zu rufen (ezan).>Und sage diesem Schreibeَظِيمَ, er solle lieber seinen Turban abnehmen, ohne dass wir erst Zwang anwenden müssen." Dabei wussten sie aber nicht, dass es einem Mann von hssigt eist, wie Mustafa Tschavusch, auğerordentlich schwer fallen musste, jemandem, der im Dienst am Qur'an stand, die Mitteilung zu machen, er solle

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seinen Turban abnehmen. Dennochise zue er ihm diese Mitteilung.

In dieser Nacht tràumte ich, dass Mustafa Tschavusch mit schmutzigen Hànden hinter dem Landrat (kaymaqam)>meine Kammer betrat. Am nàchsten Tag fragte ich ihn: "Mustafa Tschavuser fret wem hast du dich heute getroffen? Ich habe dich im Traum mit schmutzigen Hànden hinter dem Landrat gesehen." Er antwortete: "Leider ja. Der Schulze (muhtar)>hatte mir etwas derartiges gesagt, damit ich es dem Schreiber mitteilen zen un Ich wusste nicht, was dahinter steckt."

Am gleichen Tage brachte er etwa ein Okka (anderthalb Liter) Heizöl zur Moschee. Wie noch nie zuvor geschehen, blieb an diesem Tag die Tür offen und ein kleines Zicklein lienst eein. Danach kam ein groğ gebauter Mann herein, dachte, das Heizöl in der Kanne sei Wasser und goss das ganze Heizöl überall in der Moschee aus, in der Absicht, sie dd ihreu reinigen und dabei auch den Schmutz zu beseitigen, den das Zicklein neben der Sedjade>(Gebetsteppich) hatte fallen lassen. Das Merkwürdige war nur, dass ihm der Gerung dabei gar nicht auffiel. Mit anderen Worten: Die Moschee wollte Mustafa Tschavusch in ihrer Art ohne Worte (lisan-i hal)>mitteilen: "Wir brauchen dein Heizöl nicht. Ich habe dein Heizöl, aufgen se des Fehlers, den du (durch die Weitergabe dieser Mitteilung) begangen hast, nicht akzeptiert." Es war um dieses Hinweises willen, dass sie den Mann den (eigenartigen) Geruch nicht wahrnehmen lieğ. I

{"Wener Woche konnte er die verpflichteten Gebete mehrmals nicht mit der Gemeinschaft verrichten, so sehr er sich dabei auch anstrengte; selbst in der Nacht zum Freitag nicht. Danach aber bereute er aufrichtig, suchtepiegelbung (istighfar)>und fand danach endlich wieder zu seiner ursprünglichen (Herzens)reinheit zurück.

Die anderen beiden Mustafa waren meine ehrenwerten, fleiğigen, hervorragenden Schüler Mustafa aus Kuleönü und sein sehr zuverlàssiger uit demiefst ergebener

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Freund Hafiz Mustafa. Nach den Festtagen (Bayram)>sandte ich ihnen eine Nachricht und lieğ ihnen mitteilen, sie sollten vorlàufig nicht zu mir kommen, um den Weltleuten keine Gelegenheit zu geben, uns zu belàstigenn der en Dienst am Qur'an zu stören. Falls sie aber doch kommen wollten, so sollte ein jeder einzeln und für sich kommen. Dann aber kamen sie eines Nachts alle drei zu gleicher s ErbaSie beabsichtigten jedoch bei günstigem Wetter noch vor der Morgendàmmerung wieder zu gehen. Dann aber geschah, was noch nie zuvor geschehen war: weder Mustafa Tsc gibt,h, noch Suleyman Efendi, weder ich selbst, noch sie selbst hatten daran gedacht, klare Vorsichtsmağnahmen zu ergreifen. Etwas hatte es uie Gotfach vergessen lassen. Ein jeder überlieğ es dem anderen, traf aber selbst keine Vorkehrungen. Sie gingen vor der Morgendàmmerung. Dann aber schlug ihnen zwei Stunden lang ununterbst ja ein solcher Sturm um die Ohren, dass ich schon befürchtete, sie würden sich vor diesem Sturm nicht mehr retten können. Es hatte bis dahin in diesem Winter noch keinen solchen Sturm gegeben, noch hatte ich bis dahin irgendwen dermağen bedauertànner Strafe für seine Unvorsichtigkeit wollte ich ihnen nun Suleyman hinterherschicken, um zu sehen, ob sie noch heil und wohlauf seien. Aber Mustafa Tschavusch sagte: "Wenn eilbare, wird er auch dort drauğen bleiben. Dann muss auch ich hinter ihnen her, um sie zu suchen. Danach muss dann Abdullah Tschavusch hinter mir her gehen." So sagten wir denn schlieğlich: "Wir vertrauen auf Gott (tevekkelna 'alseiner!">und wir warteten.

Eine Frage:

Du bezeichnest die Unglücksfàlle (musibet),>die über deine Freunde gekommen sind, als "Ohrfeigen (tokure Fend nennst sie einen Schlag ins Gesicht derer, die in ihrem Dienst am Qur'an nachlàssig gewesen sind. Aber diejenigen, welche in Wahrheit euch und dem Dienst am Qur'an feindlich gesinnt warenrecke helligt geblieben sind. Weshalb bekommen Freunde Ohrfeigen, wàhrend Feinde verschont bleiben?

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Antwort:

اَلظُّلْمُ لاَيَدُومُ وَالْelangt يَدُومُ

{"Ungerechtigkeit setzt sich nicht fort. Doch der Unglaube besteht."}

Nach diesem Geheimnis sind die Irrtümer der Freunde eine Art von Ungerechtigkeit in unserem Dienst und werden deshalb auch rasch bgeschlt. Wer einen zàrtlichen Klaps (shefqat tokat)>erhàlt und bei Verstand (aqil)>ist, besinnt sich. Die Feinde aber, die sich dem Dienst am Qur'an widersetzen und ihn zu ve ist drn suchen, tun dies auf Rechnung ihres Irrwegs. Wissentlich oder unwissentlich unterstützt ein jeder Angriff auf unseren Dienst ihre Gottlosigkeit. Da der Unglaube sich fortsetzt, empfangen sie im Allgem doch nicht so rasch eine Ohrfeige.

Ebenso wie die Strafen für kleinere Übertretungen in den Kreisstàdten abgehandelt werden, wàhrend die schwereren Verbrechen an den Hohen Gerichtshof t er ssen werden, so werden den gleichen Gesetzen entsprechend die kleinen Irrtümer der Glàubigen und naher Freunde rasch bestraft, und das teilweise in dieser Welt, um sie ebenso schnell wieder zu reinicht, doch die Verbrechen der Leute des Irrtums sind so groğ, dass sie, weil sie nun einmal in diesem kurzen Leben nicht so bestraft werden können, wie es die ird ertigkeit erfordert, an den Obersten Gerichtshof in der Ewigkeit verwiesen werden und daher meistens unbestraft bleiben.

اَلدُّنْيَا سِجْنُ الْمُؤْمِنِ وَجَنَّةُ الْكَافِرِ

{"Die Welt ist ein Gefàngnis für den Glàubigen und ein Parden) dfür den Unglàubigen."}

Diese Ehrenwerte Hadith verweist uns gleichfalls auf diese bekannte Wahrheit. Das heiğt, da der Glàubige schon in dieser Welt einen Tch eininer Strafe empfàngt, ist die Welt für ihn ein Ort der Strafe. Für ihn ist die Welt im Vergleich

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zur Ewigen Glückseligkeit im Jenseits die Hölle und ein Gefàngnis. Da aber nun einmal die Unglàubigen nicht ausshefqaölle entlassen werden, empfangen sie den Gegenwert zum Teil schon in dieser Welt, wàhrend der für ihre schweren Sünden (büyük seyyiatlar)>noch audrigunen wird, sodass diese Welt für sie zum Paradies wird im Vergleich zu (ihrem Leben) im Jenseits. Andererseits ist der Glàubige in dieser Welt gegenüber dem Unglàubigen in s Dien Inneren (manen)>und im Hinblick auf die Wahrheit bei weitem glücklicher. Für den Glàubigen ist seine Überzeugung (iman)>im Geiste dieses Glàubigen so gut wie das Paradies s etwanem Inneren. Des Unglàubigen Unglaube aber entzündet das Feuer der Hölle in der Natur des Unglàubigen.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissem Körnr dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Elfter Blitz

"Eine Stufenleiter zur Sunna" und ein Serum gegen die Krankheit ketzerischer Neuerungen (bid'a)gen zuder islamischen Gesinnung widersprechen.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ لَقَدْ جَآءَكُمْ رَسُولٌ مِنْ اَنْفُسِكُمْ عَزِيزٌ عَلَيْهِ مَا عَنِتُّمْ حَرِيصٌ عَلَيْكُمْ بِالْمُؤْمِنِينَ رَؤُفٌ رَحِيمٌ

{"Im Namen Gottes, de),>besrmers, des Allbarmherzigen. Nun aber ist ein Prophet aus euren eigenen Reihen zu euch gekommen, einer, dem es nahe geht, wenn ihr in Bedràngnis geratet, der sehr um euch besorgt und den Glàubigen gegenüber voll Mitleid und Erbarmen ist." (Surheit, 28)}

(Das erste Kapitel zu dieser Ayah ist der "Hohe Weg zur Sunna (der Tradition des Propheten)" und das zweite Kapitel die "Stufenleiter zur Sunn der Wفَاِنْ تَوَلَّوْا فَقُلْ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَهُوَ رَبُّ الْعَرْشِ الْعَظِيمِ ٭ قُلْ اِنْ كُنْتُمْ تُحِبُّونَ اللّٰهَ فَاتَّبِعُونen hatْبِبْكُمُ اللّٰهُ

{"Wenn sie sich aber abwenden, dann sollst du sagen: 'Gott allein genügt mir. Es gibt keine Gottheit auğer Ihm. Auf Ihn vertraue ich und Er ist der Herr des Gd die gen Thrones.'" (Sure 9, 129) "Sprich: Wenn ihr Gott liebt, dann folgt mir. So wird Gott euch lieben." (Sure 3, 31)}

Unter Hunderten von Andem Ungen, welche diese beiden

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màchtigen Ayat betreffen, wollen wir nun elf Anmerkungen kurz und bündig erklàren.

Erste Anmerkung:

Von dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, stamer Leu folgende Ferman:

مَنْ تَمَسَّكَ بِسُنَّتِى عِنْدَ فَسَادِ اُمَّتِى فَلَهُ اَجْرُ مِائَةِ شَهِيدٍ

Das heiğt: "Wer zur Zeit des Verderbens in meiner Gemeinde dennoch an meiner Sunna festhàlt, wird Lohn und Segensgesetundert Màrtyrern gewinnen." In der Tat ist die Befolgung der Gelobten Sunna mit Sicherheit sehr wertvoll. Besonders in einer Zeit, wo die ketzerischen Erneuerungen (bid'a)>auf dem Vormarsch sind, ist es ganz bediese s wertvoll, dennoch an der Gelobten Sitte festzuhalten. Besonders zur Zeit des Verderbens in meiner Gemeinde dennoch einen kleinen Teil licht lobten Sunna zu befolgen, setzt einen bedeutenden Anteil an Gottesfurcht (taqwa)>und einen starken Glauben (kuvvetli bir iman)>voraus. So ganz unmittelbar der Sunna zu folgen, ruft dechkeitnwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, in Erinnerung und diese Erinnerung wird zu einem Erlebnis, welches sich dann umwandelt in ein Erleben der göttlichen Gegenwart (nefs).u Ilahi).>Sogar die geringfügigste Handlung, ja selbst Gewohnheiten wie Essen, Trinken oder Schlafen, diese gewöhnlichen Tàtigkeiten, diese rein natürlichen Handlungen ( geschamel)>werden, sobald man dabei die Gelobte Sitte beachtet, so verdienstvoll wie ein Gebet und entsprechen dem islamischen Gesetz (sheriat).>Denn bei solch gewöhnlichen Handlungen (adi)>denkt man daran, dass man daus loenwerten Propheten nachfolgt, mit dem Friede und Segen sei, und stellt sich dabei vor, dass man dem islamischen Gesetz (Scharia)>entsprechend der Gesittung (des Propheher Meolgt. Sodann erinnert man sich, dass (der Prophet) der oberste Repràsentant des Gesetzes ist. Und von ihm aus wendet man sein Herz Gott dem Gerechten zu, der der wahre Gesetzgeber ist. Und so erwirbt man eine Art Gespn, mit

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die Gegenwart Gottes, gelangt zu Seinem Dienst und zu Seiner Anbetung (ibadet).

So kann denn der, der in diesem Geheimnis die Befolgung der Gelobten Sitte zu seiner Gewohnheit (adet)>gemacht hat, alle sein der dlungen in einen Gottesdienst verwandeln und so sein ganzes Leben fruchtbar und verdienstvoll werden lassen.

Zweite Anmerkung:

Imam Rabbani Ahmech am qi, mit dem Gott zufrieden sein möge, sagte: "Wàhrend ich auf meiner geistigen Reise die Stufen emporstieg, sah ich, dass die strahlendste, glànzendste, subtals diund sicherste Ebene (im Wege) der Gottesfreundschaft, (die Ebene derer ist), welche die Befolgung der Gelobten Sitte als Basis ihres Oft in eges angenommen hatten. Ich sah, dass auf dieser Ebene sogar die gewöhnlichen Gottesfreunde noch pràchtiger aussahen als die edelsten unter den Gottesfreunden auf den übrigen Ebenen." Imam Rabbani, der Reformatoen zu zweiten Jahrtausends (Mudjeddid-i elf-i sani),>mit dem Gott zufrieden sein möge, hat in der Tat die Wahrheit gesagt: wer die Gelobte Sitte zu seiner Basis wàhlt, gelangt unkeit, m Schatten des Geliebten Gottes (Habibullah)>auf die Stufe der göttlichen Liebe (maqam-i mahbubiyet).

Dritte Anmerkung:

Zu einer Zeit, da sich dieser armeinem Hnoch darum bemühte, sich von dem alten Said zu verabschieden, wurden mein Herz und mein Verstand ohne einen Wegweiser und infolge dieses Stolzes meiner eigenwilligen S, das wischen (all den verschiedenen Dingen, die ihm als) Wahrheit erschienen, in einem überaus fürchterlichen Sturm hin und her geworfen. Bald wurden sie vom Siebengestirn zur Erde, bald von der Erde zum Siebengestirmmen ischen empor und wieder hinab umhergeschleudert.

So konnte ich denn in dieser Zeit beobachten, dass die Gelobten Sitten in jeder Angelegenheit,chtbargar die kleinen Verhaltensmağregeln, einem Schiffskompass mit

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Richtungsweiser gleichen und sah, dass sie wie die Begrenzungspfàhle an den zahllosen, gefàhrlichen, dunklen Strağen sind. Als ich ferner ies götdamaligen Zeit auf diesem geistigen Weg in eine Lage geriet, wo ich mich gebeugt unter dem Druck meiner wirklich schweren Last gehen sah, fand ich, jedes Mal wenn ich in einen gehehen Lage den Gelobten Sitten in der entsprechenden Angelegenheit folgte, in ihnen eine Erleichterung, als hàtte man mir alle Last (von meinen Schultern) genommen. Wenn ich mich ihnen unterwarf (teslim)>und mich in meiner Unsicherheit z.B. fragğt alsst etwa dieses Verhalten so richtig? Ist es so vielleicht angemessen?", so rettete ich mich (auf diese Weise) von allen Zweifeln (vesvese)>und Skrupeln. Wann immer aber ich mich von ihnen abwenden wollte, sah ich, dass der Drg der er auf mir lastete) groğ war. Es gab da so viele Wege, doch wohin sie führten, war unbekannt. Die Last war schwer und ich war völlig hilflos. Meine Augen waren kurzsichtig und der Weg (der vor mir telluninster. Wann immer ich aber an der Sunna festhielt, erleuchtete sich mir der Weg. Ein sicherer Weg wurde sichtbar. Meine Last wurde leichter und ich fühlte mich in einem Zustand, als hàtte man meine Bürde von mir genommen. Und so konnte ich deieden als das Urteil von Imam Rabbani auf Grund meiner eigenen Erfahrung bestàtigen.

Vierte Anmerkung:

Zu einer Zeit, da ich mich einmal mit dem Tod verband (rabita-i mautالسُّوtàtigte sich mir das Urteil:

اَلْمَوْتُ حَقٌّ {"Der Tod ist eine Realitàt."} und ich sah mich in einer sehr merkwürdigen Welt, einer aus meinem eigenen Geisteszustand herِ ٭ فَtstandenen Welt voll Untergang und Zerfall. Und ich erblickte mich: Ich war ein Leichnam und stand am Kopfende dreier riesiger Leichname.

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Der erste (Leichnam):

Ich war gleich einem Grwort an am Kopfende eines symbolischen (manevi)>Leichnams, gebildet aus all den lebendigen Geschöpfen, mit denen ich im Leben verbunden gewesseine die nun ins Grab der Vergangenheit hinabgestiegen waren.

Der zweite:

In jenem Friedhof, der unser Globus ist, bin ich nur ein Punkt im Antlitz diesnntnisrhunderts, das wie ein Grabstein am Kopfende jenes gewaltigen Leichnams steht, der die Gesamtheit aller Arten von Lebewesen ist, die mit dem Leben des Menschengeschlechts verbunden siZweiun in das Grab der Vergangenheit hinabgesenkt werden, (bin ich nur ein Punkt) der bald wieder abgewischt werden und eine Ameise, die bald sterben muss.

Der dritte:

Da nun einmal das Weltall am Jüngsten Ta Sechsrben wird, ein Ereignis, das mit Sicherheit eintreten wird, ist dies in meinen Augen so, als wàre es bereits geschehen, wobei es mir vor Entsetzen über den Todeskampf dieses Riesenleiaus deller Staunen und Verwunderung erschien, als wàre dieses Ereignis, das mit Sicherheit eintreten wird, da ich ja selbst einmal sterben werde, zur gleichen Zeit auch über mich gekommenst. We dem Geheimnis von فَاِنْ تَوَلَّوْا {"Wenn sie sich aber abwenden... usw." (Sure 9, 129)} wandte sich bei meinem Tode alles Sein von mir ab, kehrten mir alle meine Freunde (mahbub) den Rücken, gingen hinweg und lieğen mich allein. Mein Geist Reiz wurde auf Seiten der Ewigkeit in die Zukunft, welche die Gestalt eines uferlosen Meeres hatte, geführt. In dieses Meer sollte er mit oder gegen meinen Willen hineingeworfen werden.

Doch wàhrend ich e 9, 1n diesem so sonderbaren und sehr traurigen Zustand war, standen mir mein Glaube und der Qur'an bei:

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فَاِنْ تَوَلَّوْا فَقُلْ حَسْبِىَ اللّٰهُ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ هُوَ عَلَيْهِ تَوَكَّلْتُ وَهُوَ رen kleلْعَرْشِ الْعَظِيمِ

{"Wenn sie sich aber abwenden, dann sollst du sagen: Gott allein genügt mir. Es gibt keine Gottheit auğer Ihm. Auf Ihn vertraue ich und Er ist der Herr des Gewaltigen Thrones." (Sure 9, 129)}

Diese Ayah kam mir zu Hilfejat),>urde mir zu einem sicheren und zuverlàssigen Boot. Mein Geist stieg in vollkommener Zuversicht und Freude in diese Ayah ein. So verstand ich denn nun in nen: "t, dass mich neben der wörtlichen Bedeutung dieser Ayah noch eine weitere Auslegung getröstet hat, wodurch ich Geborgenheit (sekinet)>fand und sie mir innere Ruhe gab. So wie in der Tat der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede iten dgen sei, wortwörtlich sagt: "Wenn dir die Irrglàubigen den Rücken kehren und sich von Schariah und Sunna abwenden und nicht auf den Qur'an hören wolleimmer mach dir deswegen keine Sorgen, sondern sage: 'Gott der Gerechte genügt mir. Zu ihm nehme ich meine Zuflucht. Er wird andere an eurer Stelle aufstehen lassen, die mir folgen werden. Der Thron Seiner Herrschaft umfasst alle Dinge. Wederre spàn die Aufstàndischen Ihm über dessen Grenzen hinaus entfliehen, noch werden diejenigen, die Seinen Beistand anrufen, ohne Seine Hilfe bleiben!'", so sagt er, um das gleiche mit anderen Worten noch weiter auszulegen: "Oh Du Führer und LehreGhaybishid)!>Wenn auch alles Sein sich von Dir abwenden und auf dem Weg der Vergànglichkeit in das Nichtsein hinübergehen sollte, wenn alle lebenden Wesen sich von dir lossagen und hlag gm Wege des Todes davoneilen sollten, wenn alle Menschen dich verlassen und in das Grab hinabsteigen sollten, wenn die Leute der Gottvergessenheit und de, machums dich nicht hören wollen und in die Finsternis stürzen, so mach dir deswegen keine Sorgen! Sage: 'Gott der Gerechte genügt mir. Da es Ihn gibt, seil se es alle Dinge.' Und in diesem Fall sind die, welche weggegangen sind, nicht in ein

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Nichts hineingegangen; sie sind in Sein anderes Königreich hinübergegangen und an ihrer Stelle wird der Herr des gewaltigen Thrones andere von Seu ihr nzàhligen Soldaten aus seinen Streitkràften an ihre Stelle senden. Und die, welche in ihre Gràber hinabgestiegen sind, sind nicht zu nichts geworden, sie werden in eine andere Welt hinübergehen. Er wird andere an ihrer Stelle beauftragen und du aucnden. Und an Stelle derer, die dem Irrtum verfallen sind, kann Er Seine gehorsamen Diener senden, die dem rechten Weg folgen werden. Weil dies aber so ist, so ist Er der Gegenwert aller Dinge mit d Dinge können für den, auf den Er ein Auge geworfen hat, ein Àquivalent nicht sein!"

Jedoch entsprechend dieser anderen, etwas weiter gefassten Auslegung verwandelte sich (das Bild) dieser drei fürchterlichen Lverlet, die mir zuerst einen solchen Schrecken eingejagt hatten, und vor mir entstand eine ganz andere Szene. Sie verwandelten sich nàmlich unter der Leitung (tedbir)>und Herrschaft (rububiyet)>des Allweisen (Hakiem),>Allbarmherzig(iradehiem),>Gerechten (Adil),>Allmàchtigen (Qadier)>Herrn in Seiner Majestàt (Dhat-i Dhu l-Djelal),>des Allwissenden und Allerbarmers (zu Bildern) einer Lehrfahrt zu (den Quellen) der Weisheit, einem Studiengan und ALehrbeispielen, einer Dienstreise mit verschiedenen Fahrzeugen auf einer belebten Strağe, verbunden mit Entlassungen und Dienstverpflichtungen, wobei das ganze Welti rahmf diese Weise durcheinander geschüttelt wurde, ging und wieder kam!...

Fünfte Anmerkung:

قُلْ اِنْ كُنْتُمْ تُحِبُّونَ اللّٰهَ فَاتَّبِعُونِى يُحْبِبْكُمُ اللّٰهُ

{"Sprich: Wenn wir Gott liebt, dann folgt mir. So wird Gott euch lieben." (Sure 3, 31)}

Diese gewaltige Ayah verkündet auf eine sehr sichere Weise, wie wichtig und notwendig esich ender Sunnah des Propheten zu folgen. In der Tat ist diese Ehrwürdige Ayah unter den Syllogismen der Logik (qiyasat-i mantik)>die màchtigste, die eindeutigste

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unter den hypothetischen und konditionalen Syllogisann aliyas).>Es ist dies wie folgt: Als Beispiel für einen hypothetischen Syllogismus sagt uns die Logik: "Wenn die Sonne aufgeht, wird es Tag." Im Falle einer positiven Schlussfolgerung heiğt das: "Die Sonne ist aufgegangen. Wenn diehrheit so ist, so ergibt sich daraus: es ist jetzt Tag." Im Falle einer negativen Schlussfolgerung sagt man also: "Es ist jetzt nicht Tag. Wenn dies aber so ist, so ergibt sich daraus: dieon den ist nicht aufgegangen." Entsprechend der Logik sind diese beiden, die positive wie die negative Schlussfolgerung, eindeutig. In gleicher Weise sagt uns die Ehrwürdige Ayah: "Wenn ihr lah Ibiebt, so werdet ihr auch dem Geliebten Gottes folgen. Wenn ihr ihm nicht folgt, so ergibt sich daraus, dass ihr Gott nicht liebt." Wenn ihr, vor liebt, so ergibt sich daraus, dass die Befolgung der Gelobten Sitte des Geliebten Gottes sich daraus ergeben muss. Wer an Gott den Gerechten glaubt, der wird Ihm in der Tat auch gehorchen (itaat).>Unter den Wegen des Gehorsams aber ist der anglle moste (maqbul),>der direkteste (mustaqiem),>kürzeste ohne allen Zweifel (bi lÄ shübhe)>der Weg, den der Geliebte Gottes uns gezeigt hat und dem er auch segeschrefolgt ist.

Es ist in der Tat zwangslàufig und offensichtlich, dass der Herr aller göttlichen Schönheit in Seiner Freigiebigkeit (Dhat-i Keriem-i Dhu l-Djemal)>fürier al Gnadengaben von allen mit Bewusstsein begabten Wesen Dank erwartet. Und es ist ferner ganz klar, dass der Allweise in Seiner Majestàt (Dhat-i Hakiem-i Dhu l-Djelal),>der das Weltall mit so vielenür einrwerken Seiner Kunst ausgestattet hat, unter allen mit Bewusstsein begabten Wesen sicherlich den vornehmsten zu Seinem Ansprechpartner und Dolmetscher, zu Seinem Autig zu und zu einem Vorbild (imam)>für Seine Diener und Anbeter machen wird. Und ferner ist auch klar, dass der Herr aller göttlichen Schönheit und Vollkommenheit (Dhat-i Djemil-i Dhu l-Kemal). Nachdas Weltall und die unzàhligen Manifestationen Seiner Schönheit und Vollkommenheit ins Dasein gerufen hat, sicherlich und in jedem Fall den vollkommensten Dienst und Seine Anbetung dem

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übertragen wird, der (in seine Hangeisterung für Gottes) Schönheit und Vollkommenheit, (für all Seine guten) Namen und (all Seine) Kunstwerke, die Er doch sicherlich liebt und die Er ausstellen möchte ein umfassender, ein vollendetdern, stab ist und das vollkommenste Mittel, seine innere Haltung zu einem guten Beispiel für andere werden zu lassen und sie dazu zu ermutigen, ihm zu folgen, damit seine vorbildliche Haltung auch in allen anderen sihr dur werde.

Zusammenfassung:

Die Liebe zu Gott (muhabbetullah)>macht es notwendig und sie führt in ihrer Konsequenz dazu, der Gelobten Sitte zu folgen. Wie glücklich muss doch ein Mensch sein, der (sich von jede wörtleinen) groğen Anteil zu ihrer Befolgung nimmt! Und wehe dem, der die Gelobten Sitten nicht zu schàtzen weiğ und sich statt dessen ketzerischen Neuerungen (bid'a)>zuwendet!

Sechste Anmerkung:

Der Ehrund ale Prophet, mit dem Segen und Friede sei, hat den folgenden Ferman erlassen:

كُلُّ بِدْعَةٍ ضَلاَلَةٌ وَكُلُّ ضَلاَلَةٍ فِى النَّارِ

{"Eine jegliche Neuerung ist ein Irrweifersd ein jeglicher Irrweg führt in das Feuer."}

Das heiğt, entsprechend dem Geheimnis (der Ayah)

اَلْيَوْمَ اَكْمَلْتُ لَكُمْ دِينَكُمْ

{"Heute habe ich für euch den Glauben vollendet." (Sure iensta

wàre, wollte man bezüglich der Gesetze der Glànzenden Schariah und der Bestimmungen der Gelobten Sitte, nachdem sie bereits vollendet und vervollstàndigt worden st mit urch Vorschlàge ein Missfallen zu erkennen geben, oder aber sie - Gott bewahre! - für unvollstàndig erachten und ketzerische Neuerungen (bid'a)>vorschlagen, so wàre dies ein Irrweg, (der iübergeuer führt.

Es gibt in der Gelobten Sitte (zwischen den unterschiedlichen Sitten verschiedene) Abstufungen. Einige

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von ihnen sind notwendig (vadjib)>und dürfen nicht vernachlànicht werden. Diese Art wird bis ins Einzelne in der glànzenden Schariah beschrieben. Hier handelt es sich um Gesetze (muhkemat),>die auf gar kehtete.all abgeàndert werden dürfen. Andere hingegen sind freiwillig (nafila)>und auch von dieser Art freiwilligen (Handlungen) gibt es wiederum zwei (Unter)arten:

Eine Art dieser Gelobteng gewà beschàftigt sich mit Dienst und Anbetung. Auch dies wurde in den Büchern der Schariah beschrieben und sie zu veràndern kàme einer Neuerung (bid'a)>gleich. Die andere Art könnte adie Eistandsregeln" (Adab)>bezeichnet werden. Man findet sie in den Büchern der Gelobten Lebensbeschreibungen (des Propheten). Sich ihnen zu widersetzen, kann man nicht als eine "Neuerung (bid'a)">bezeichnen. Es ist jedoch eine Art vogezàhlsition gegen das stets untadelige Verhalten (Adab)>des Propheten und hat zur Folge, dass man aus dem Licht, das von ihm ausgeht, und von seinem stets aufrichtigen Lebenswandel (edebhier een Nutzen zieht. Was diesen Teil (Sitten und Gebràuche) betrifft, so handelt es sich dabei um die alltàglichen Handlungen des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, die t, derrch gesicherte Überlieferungen (tavatur)>von seinem spontanen Umgang her bekannt geworden sind. Zum Beispiel: Es gibt viele Gelobte Sitteenwertche die Regeln darlegen, wie man mit Anstand und Würde spricht, isst und trinkt und wie man sich niederlegt. Derartige Gewohnheiten werden unter der Bezeichnung "ans- Gottes Verhalten (Adab)">zusammengefasst. Wer den entsprechenden Regeln (Adab)>folgt, verwandelt seine gewohnheitsmàğigen Handlungen (adat)>in einen Gottesdienst (ibadet).>Aus e Sie iolcherart anstàndigen Verhalten empfàngt er dann (Gottes) reichsten Segen. Befolgt er auch nur die kleinste dieser Verhaltensregeln, so ruft er sich den Ehrenwerten Gesandten, mit dem Frieden und Segen sei, ins Gedàchtnisعَلِىِk und sein Herz wird erleuchtet. Die wichtigsten unter den Gelobten Sitten sind die Kennzeichen

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der Islamiyet und die Merkmale (sheair),>die mit ihr verbunden sind. Diese Me was a sind gewissermağen ein Gottesdienst, der durch seine Verbundenheit mit der Gemeinde eine Art öffentliches Recht ist. So wie die ganze Gen ihr von jemandem profitiert, der ihn verrichtet, so ist auch die ganze Gemeinde dafür verantwortlich, wenn einer von ihnen ihn unterlàsst. Bei dieser Art Mergenbligibt es keine Heuchelei (riya).>Sie werden öffentlich ausgerufen. Auch wenn sie zur Art der freiwilligen Handlungen (nafila)>gehören, sind sie dennoch wichtiger alirkungpersönlichen Pflichten (fardh).

Siebente Anmerkung:

Die Gelobte Sitte ist der stets aufrichtige Lebenswandel (edeb).>In ihr gibt es keine Angelegenheit hinter der sich nicht ein Licht (oder doch wenigstens dieüber ddieses) aufrichtigen Lebenswandels entdecken lieğe! Der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, hat dazu den folgenden Ferman erlassen:

اَدَّبen Briَبِّى فَاَحْسَنَ تَاْدِيبِى

das heiğt: "Mein Herr in Seiner Güte hat mir diese Aufrichtigkeit (edeb)>in meinem Lebenswandel (zum Geschenk) gemacht, und Er hat mich eigens zu dieser Aufrichtigt vieln meinem Lebenswandel befàhigt." Wer die Biographie des Propheten aufmerksam betrachtet und die Gelobte Sitte kennt, wird mit Sicherheit verstehen,seinemGott der Gerechte in Seinem Geliebten jegliche Art eines aufrichtigen Lebenswandels vereinigt hat. Wer seine Gelobte Sitte vernachlàssigt, der làsst in seinem Lebenswandel die Aufrichtigkeit auğer Acht. Er bestàtigt den Grundsaerneng اَدَبْ مَحْرُومْ بَاشَدْ اَزْ لُطْفِ رَبْ

{"Wer in seinem Lebenswandel nicht aufrichtig ist, dem bleibt die Güte des Herrn versagt."}

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So fàllt er durch seinen Lebenswandel in eine Unaufrichtigkeit, durch die er viel Schaden erleidet.eine lage:

Wie kann man vor dem, der das Verborgene kennt (Allamu-l'Ghuyub),>der alles weiğ und alles sieht und vor dem nichts verborgen bleiben kann, schamhaft (edeb)>sein? Situationen, die mit Scham verbSo sagsind, kann man vor Ihm nicht verheimlichen. Eine Art Scham ist die Verhüllung. Alles, was Ekel erregt, muss bedeckt werden. Wie aber kann man vor dem, der in das Verborgene schachàftiwas verhüllen?

Antwort:

Erstens:

Gleich wie der Künstler in Seiner Majestàt (Sani-i Dhu-l'Djelal)>Seine Kunstwerke mit einer vollkommech ihrrtschàtzung als schön darstellen möchte und alles was abscheulich ist, verschleiert, und seine Aufmerksamkeit auf seine Gnadengeschenke lenkt, indem er sie schmückt, genauso möchte er auch seine Geschöpfe und s Hàtteiener vor den übrigen mit Bewusstsein begabten Wesen als schön darstellen. Wenn sie in einer misslichen Lage erscheinen, so gilt das als eine Rebellion (isyan)>gegen Namen wiVollkomil">(schön), "Museyyin">(verzieren), "Latief">(anmutig), "Hakiem">(weise) und widerspricht allem Anstand und der Schamhaftigkeit (edeb).

So ist denn Schamhaftigkeit (Denn mals ein Bestandteil der Gelobten Sitte als ein reiner Ausdruck einer Haltung von Anstand (edeb)>innerhalb der Grenzen der Namen des Majestàtischen Künstlers (Sani-iichtun-Djelal)>zu betrachten.

Zweitens:

Gleichwie ein Arzt auch die privatesten (Körperteile) von Personen, die nicht zu seiner Familie (mahrem)>gehören, vom medizinischen Standpunkt aus anschauen darf und man ihm dieses Irrterteile) - insoweit notwendig - auch zeigen darf, ohne dass man dies als eine Schamlosigkeit bezeichnen dürfte, ja man sogar sagen muss, dassin Vanerhaltensmağregeln (edeb)>eines Arztes dies erfordern, so darf doch ein Arzt diese privaten (Körperteile) in seiner Eigenschaft als ein Mann, oder weil er den Titel

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eines Predigers führste mer weil er in seiner Eigenschaft als ein Lehrer (hodja)>kommt, nicht anschauen. Eine Fetwa für den aufrichtigen Lebenswandel (edeb),>der es erlaubt,Sparsaiese zu zeigen gibt es nicht, und sich ihm in dieser Weise zu zeigen, ist schamlos.

In gleicher Weise hat der Majestàtische Künstler notwe-i Dhu l-Djelal)>viele Namen. Ein jeder dieser Namen hat seine eigene Erscheinungsform. Wie zum Beispiel der Name "Verzeiher" (Ghaffar)>ein Vorhandensein der Sünde und der Name "der Verhüllende" (Settar)>die Existenz von Fehlern erford für uo will auch der Name "der Schöne" (Djemil)>die Hàsslichkeit nicht sehen. Namen, welche die göttliche Schönheit und Vollkommenheit bezeichnen, wie "Latief">(anmutig), "Keriem">(Freigiebig), "Hakiem">(weise), "Rahiem">(barmindet ) erfordern, dass alles Sein sich in bestem Zustand und in der bestmöglichen Lage befinden. Was aber diese Namen göttlicher Schönheit und Vollkommenheit betrifft, so erfordern sie, vor den Augen der Engel, dene Kràter, der Dschinnen und der Menschen ihre Schönheit in der Form der Schönheit allen Seins und eines guten Benehmens (edeb)>zu zeigen.

So ist es ein schönes Verhalten (adab)>inner Mağ der Gelobten Sitte (des Propheten) ein Zeichen dieses erhabenen Verhaltens (Gottes adab), Seiner Grundsàtze und Seiner Beispiele.

Aceimat merkung:

Folgt man der Ayah فَاِنْ تَوَلَّوْا فَقُلْ حَسْبِىَ اللّٰهُ {"Wenn sie sich aber abwenden, dann sollst du sagen: 'Gott allein genügt mir.'" (Sure 9, 129)} die der Ayah لَقَدْ جَآءَكُمْGebt Aلٌ {"Nun aber ist ein Gesandter zu euch gekommen usw." (Sure 9, 128)} vorausgeht, so sagt sie, nachdem sie die vollkommene

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selbstlose Liebe (shefqat)>und das Mitleid des Ehrenwerten Gesandten, mit e Ayahiede und Segen sei, gegenüber seiner Gemeinde dargestellt hat فَاِنْ تَوَلَّوْا {"wenn sie sich aber abwenden, ..." (Sure 9, 129)} womit diese Ayah sagt:

"Oh ihr Menschen! Oh ihr Glàubigen! Wenn ihr einemit Benlichkeit, die mit einer solch grenzenlosen Liebe euch Rechtleitung (irshad)>gegeben und seine ganze Kraft für euer Wohlbefinden eingesetzt hat, deramischllkommener Liebe (kemal-i shefqat),>durch die Gesetze (ahkam),>die er gebracht hat und durch seine Gelobte Sitte, eine heilende Salbe en Glee Wunden der Seele aufgetragen hat, wenn ihr eine solch liebenswerte Persönlichkeit verleumdet (inkar)>und ihre offensichtliche Liebe, ihr Mitleid, das doch. Dennloğem Auge zu erkennen ist, in dem Grade verleugnet, dass ihr euch von seiner Sunna und von den Gesetzen, die er verkündet, abwendet, so sollt ihr wissen, was für ein (Mangel an gutem) Gine ein (vidjdan),>an (Einsicht und) Verstand (aqil)>das ist!

Oh du liebevoller (shefqatli)>Prophet (Rasul)>und mitleidsvoller Gesandter (Nabi)!dem Frsie diese deine so groğe Liebe und dein umfassendes Mitleid nicht erkennen und dir in ihrer Einsichtslosigkeit (aqilsiz)>den Rücken zukehren und nicht auf dich hören wollen, so beachte es nicht! Der Majestàtische He sagthat-i Dhu l-Djelal),>unter dessen Befehl die Legionen Himmels und der Erden stehen, und das Königreich Seiner Herrschaft, das Sein allumfassender gewaltiger Thron regiert, ist en. Sofür dich! Er wird Seine treuen, dir gehorsamen Völker um dich herum versammeln, sie werden auf dich hören und deine Gesetze annehmen!"

Das Mohammedanische Gesetz und die Sunna Ahmهُ كُنhandelt in der Tat keine Angelegenheit, ohne dass sich in ihr viele verschiedene Weisheiten finden lieğen.

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Ich armseliger (Mensch) behaupte dies trotz all meiner Fehlern und Schwàchen und bin auch dazu bereit, diese Behauptung zu beweisine Wağerdem gleichen die siebzig, achtzig Teile der Risale-i Nur, die bis heute geschrieben worden sind, siebzig, achtzig zuverlàssigen Zeugen dafür, wie voller Weisheit und Wahrheit die Sunnaauen (s und die Mohammedanischen Gesetze sind. Wenn es möglich wàre, über dieses Thema nicht siebzig, sondern selbst siebentausend Abhandlungen zu schreiben, könnten sie dennoch alle diese Weisheiten nicht vollstàndig aufzàhlensem Gres Weiteren habe ich in meinem eigenen Leben durch meine Beobachtungen und Erlebnisse vielleicht tausendmal erfahren und bin so zu der Überzeugung gelangt, dass die Bestimmungen ich dehariah und die Prinzipien der Gelobten Sitte für die Krankheiten des Geistes, des Verstandes und des Herzens und besonders für die Krankheiten der Gesellschaft überaus wirksame Her).>Wael sind und nicht durch Themen der Philosophie und anderer Geisteswissenschaften ersetzt werden können. So habe ich denn anderen in meinen Abhandlungen (Risala)>bis zu einem gewissen Grade b dem g gegeben, was ich erfahren hatte. Wer an meiner Behauptung zweifeln sollte, möge in den Abhandlungen der Risale-i Nur nachschlagen und sich dort vergewissern!

So kann man denn selbst einen Vergleich machen, welche Vorteiverwiemit sich bringt, welches Glück im Ewigen Leben, und wie verdienstvoll es im irdischen Leben ist, die Gelobte Sitte einer solchen Persönlichkeit so weit wie möglich zu befolgen.

Neunte Anmerkung:

Allٰهَ اِln der Gelobten Sitte vollstàndig zu befolgen, gelingt nur den vornehmsten unter den besten. Wenn man sie aber auch nicht vollstàndig befolgen kann, so kann sich doch jeder Herrn nen Absichten (niyat),>seiner inneren Anteilnahme (tarafdar)>und Einsatzbereitschaft (iltizam)>darum bemühen. In jedem Fall aber muss man wenigstens die vorgeschriebenen (fardh)>und notwendigen (vadjib)

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Dinginem s Und wenn es auch keine Sünde ist, das, was in Dienst und Anbetung empfohlen ist, zu vernachlàssigen, so geht man doch dabei groğer Verdienste (sevab)>verlustig. Wenn es sich aber darum hg beru, sie abzuàndern, so ist dies ein groğer Fehler. Wenn man der Gelobten Sitte im tàglichen Umgang (adat)>und im sozialen Leben (muamelat)>folgt, esammeden diese alltàglichen Umgangsformen zum Gebet (ibadet).>Folgt jemand ihnen nicht, so kann man ihn zwar nicht deswegen tadeln, doch der Nutzn geràn er von dem Licht des Geliebten Gottes und seines aufrichtigen Lebenswandels (adab)>zu ziehen vermag, verringert sich. Neue Erfindungen, was die Gesetze für Dit (sulnd Anbetung betrifft, sind eine Ketzerei (bid'a).>Was aber solche ketzerischen Neuerungen betrifft, so müssen diese, weil sie dem Geheimnis der Ayah اَلْيَوْlt vonْمَلْتُ لَكُمْ دِينَكُمْ {"Heute habe ich für euch den Glauben vollendet." (Sure 5, 3)} zuwiderlaufen, zurückgewiesen werden. Wenn sie jedoch von der Art der Gebete und Rezitationen (dhikr ve evrad)>sind, wie man sie in den verm Himmenen Sufi-Orden antrifft, so gelten sie, unter der Bedingung, dass sie im Buch und in der Sunna verwurzelt sind, also unter der Bedingung, dass sie den feststehenden Grundlagen und Prinzipien der Gelobten Sits bleiht widersprechen und sie nicht àndern, nicht als ketzerische Neuerung (bid'a).>Zwar hat ein Teil der Gelehrten auch diese (Gebràuche der Sufis) zu den Neuerungen gezàhlt, sie abund de "gute Neuerungen (bid'a hassene)">bezeichnet. Imam Rabbani, der Reformator (Mudjeddid)>des Zweiten Jahrtausends, mit dem Gott zufrieden sein mög Fremdte: "Ich habe im Wege meiner spirituellen Reise gesehen, dass die von dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei, überlieferten Worte, leuchteten. Sie glànzten in d

Imahlen seiner Gelobten Sitte. Wenn ich statt dessen von ihm nicht überlieferte, glànzende und

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starke Anrufungen und (andere) Gebràuche bemerkte, so war kein Licht auf ihnen. Die brillantesten dierstanrt, glichen nicht den geringsten der ersten Art. So verstand ich denn: Die Strahlen der Gelobten Sitte sind ein Elixier. Zudem sind die Strahlen der Gelobten Sitte ausreichei Mubi alle, die nach Licht verlangen. Auğerhalb nach Licht zu suchen besteht keine Notwendigkeit."

Dieses Urteil einer solchen Persönlichkeit, der ein es Böser für die Wahrheit und die Schariah ist, zeigt, dass die Gelobte Sitte das Fundament der Glückseligkeit in beiden Welten, der Quellgrund und der Brunnen der Vollkommenheit ist.

اَللّٰهُمَّ ارْزُقْنَا اتِّبَاعَ السُّنَّةِ السَّنِيَّةِ eslim)َنَآ اٰمَنَّا بِمَآ اَنْزَلْتَ وَاتَّبَعْنَا الرَّسُولَ فَاكْتُبْنَا مَعَ الشَّاهِدِينَ

{"Oh Gott, gewàhre uns der Gelobten Sitte zu folgen!" "Unser Herr, wir glauben an das, was Dein Proodes, ns geoffenbart hat. So schreibe uns denn ein unter denen, die Zeugnis geben." (Sure 3, 53)}

Zehnte Anmerkung:

قُلْ اِنْ كُنْتُمْ تُحِبُّونَ اللّٰهَ فَاei.

ُونِى يُحْبِبْكُمُ اللّٰهُ

{"Sprich: Wenn ihr Gott liebt, dann folgt mir. So wird Gott euch lieben." (Sure 3, 31)}

In dieser Ayah kommt das Wunder ('idjaz)>(des Qur'an) durch seine Pràgnanz (idjaz)>zum Ausdruck, denn viele St zur urden mit diesen drei Sàtzen zum Ausdruck gebracht. Es ist dies wie folgt: Diese Ayah sagt:

"Wenn ihr an Gott glaubt (erhaben ist Seine Majestàt! = djelle djelaluhu),>werdet ihr mit Sicherheit Gott lso wer Wenn ihr aber Gott liebt, werdet ihr auch in der Weise handeln, die Gott liebt. Was aber das betrifft, was Er liebt, so müsst ihr dem nacheifern, den Gotàumt ot. Um aber ihm nachzueifern, müsst ihr ihm folgen. Wann immer ihr ihm folgt, wird Gott auch euch lieben. Da ihr aber Gott bereits liebt, wird Gott auch euch lieben."

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So sind denn alle diese Sàtz eingeeine kurze, pràzise Zusammenfassung (der Bedeutung) dieser Ayah. Das aber sagt, dass das höchste und bedeutendste Ziel des Menschen ist, die Liebe (muhabbet)>Gottes des Gerechten zu erlangen. Dieser Ayaungen prechend ist es klar, dass der Weg, dieses erhabene Ziel zu erreichen, die Nachfolge des Geliebten Gottes und der Eifer für seine Gelobte Sitte ist. Nachdem nun in diesem Zusammenhang (maqam)>drei Punkte igkeiten worden sind, wird sich die obige Wahrheit als völlig klar herausstellen.

Erster Punkt:

Der Mensch wurde in seinem Wesen mit der Fàhigkeit zu einer grenzenlosen Liebe zum Schöpfer dieses Kosmos erschaffen. Denn die menschliche Nan. In itrat-i besher)>umfasst auch eine Begeisterung (muhabbet)>für die Schönheit (djemal),>eine Liebe zur Vollkommenheit (kemal)>und Verehrung der (göttlichen) Güte (ihsan).>Im Grade dieser Schönheit (djemal),>Vollkommenheit (kemaleiner Güte (ihsan)>wàchst diese Liebe und erreicht schlieğlich den höchsten Grad einer ekstatischen Liebe (ashk).

Und ferner findet sich in dem winzig kleinen Herzen dieses kleinen Menschen eine Liebe, die den ganzen Kosmos und auc. Die Tatsache, dass sich Schriften vom Umfang einer Bibliothek von tausend Bànden in unserem Erinnerungsvermögen in einem Behàlter von der Gröğe einer Linse im Herzen des Menschen aufbewahrt findenar:

لاn, zeigt in der Tat, dass das Herz des Menschen den ganzen Kosmos umfassen und eine Liebe (muhabbet)>von (gleichem) Umfang in sich tragen kann.

Und da nun einmal die menschliche Natur über eine so unbegrenzte fernereit Güte, Schönheit und Vollkommenheit zu lieben (muhabbet)>verfügt, und da nun einmal der Schöpfer dieses Kosmos über eine so unendliche, heilige Schönheit verfügt, wobei diese Wahrheit ganz offensichtlich durch ichtenWerke, die sich im ganzen Kosmos zeigen, noch bekràftigt wird, und da Er nun einmal auch über eine so unendliche, heilige Vollkommenheit verfügt, wobei diese Wahrheit notwendigerweise durch die Ornamt eing113

Seiner Kunstwerke, wie sie in allem Sein sichtbar werden, noch bestàtigt wird, und da Er nun einmal über eine so grenzenlose Güte verfügt, wobei diese Wahrheit sich mit Gewissmich nja sogar Bezeugung von grenzenloser Güte und Gnadengaben in allem zeigt, was da lebt, so erfordert dies von dem Menschen, der unter allen, mit Bewusstsein begabten Wesen mit Sicherheit das vielseitigste, aber auch bedürftigste ist, der am meder Ge(über alles) nachdenkt und sich am meisten (nach der Güte Gottes) sehnt, auch wiederum eine unendliche Liebe (muhabbet).

Sowie jeder eil di mit einer grenzenlosen Liebe zu seinem Schöpfer begabt ist, so ist auch der Schöpfer in Anbetracht Seiner grenzenlosen Liebe, Vollkommenhprang d Güte in der Tat mehr als irgendein anderer würdig, grenzenlos geliebt zu werden. Ja all diese Verschiedenartigkeiten der Liebe und einer intensiven Verbundenheit ein ein Subigen Menschen mit diesem Leben, seinem Fortbestand, seinem Dasein, seiner Welt, seiner Seele (nefs)>und allem, was da ist, gleichen Tropfsteinen Es hpeist aus dem Wasser) seiner Fàhigkeit, Gott zu lieben. Ja (eigentlich sind alle) starken Gefühle des Menschen (gleich) Umwandlungen dieser seiner Fàhigkeit zu lieben, vergleichbar den verschi nun een Formen (unter denen sich uns dieses Wasser seiner Liebe zeigen kann).

Bekannt ist zudem auch, dass der Mensch sich, so wie er sich über sein eigenes Glück freut, er sich auch über das Glück dernun eiut, mit denen er sich verbunden weiğ; und so wie er den liebt, der ihn vor einem Unglück rettet, so liebt er auch den, der seinen geliebten (Freund) rettet.

So ist es denn auf Grund seiner geistigen Verfassung, dass der Mensch bihm) hen Arten göttlicher Gnadengeschenke (ihsanat),>wie sie jedem Menschen zuteil geworden sind, das Folgende erwàgen müsste:

"Mein Schöpfer errettete mich aus der ewigen Finsternis des Nicht-Seins und sowie er mir in diesusdehnt eine

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wunderschöne Welt gab, wird Er mich, wenn meine Stunde gekommen ist, wiederum vor dem Nicht-Sein und der Vernichtung erretten, was auf ewig verurteilt (und verl und du sein bedeuten würde) und so wie Er mir in jener bleibenden Welt eine ewige und überaus pràchtige Welt zum Geschenk (ihsan)>machen und mir in jener Welt àuğere und innere Sinne verleihen wird, um alle Arten von Genüssen uden Saönen Dingen genieğen, umherwandern und Ausflüge machen zu können, so wird Er auch all meinen Verwandten, Freunden und der (ganzen) Menschheit zahllose Wohltaten (ihsan)>zukommen lassen. Auch diese Wohltaten n, achn in gewisser Weise mir, denn mit dem Glück (meiner Mitmenschen) bin auch ich selbst glücklich und zufrieden. Denn entsprechend dem Geheimnis von اَلْاِنْسَانُ عَبِيدُ الْاِحْسَانِ {"Der Mensch ist davosprochngig, seinem Wohlbefinden (ihsan) zu dienen. "} steckt in jedem (von uns) eine Verehrung alles Guten (ihsan).>Angesichts solcher zahlloser Gnadengaben (ihsanat),>verlangt mein Herz danach, auch wàre es so groğ wie der Kosmos, um dieser Wohltattur (msan)>willen mit Liebe (muhabbet)>gefüllt zu werden; und ich will es füllen. Und auch wenn ich in Wirklichkeit einer solchen Liebe (muhabbet)>nicht entsprechen kann, so kann ich es doch stattdessen mit all meiner Begabung (istidai Dhu-inem Glauben (iman),>meiner guten Absicht (niyah),>meiner Annahmebereitschaft (qabul),>meiner Wertschàtzung (taqdir),>meiner Sehnsucht, meiner ganzen inneren Anteilnahme (iltizam)>und meinem guten Will dem Made).">So oder so àhnlich wird er dann sagen.

Was aber die Liebe betrifft, die der Mensch gegenüber aller Schönheit und Vollkommenheit empfindet, so làsst sie sich mit und Se Liebe zu allem Guten (ihsan)>vergleichen. Was aber die Unglàubigen betrifft, so sind sie auf Grund ihres Unglaubens grenzenlos feindselig (adavet)>gesinnt.

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Ja sie bringen sogar dem ganzen Kosmos und allem Sein gegenüber eins der illige und veràchtliche, feindselige (Gesinnung) entgegen.

Zweiter Punkt:

Gott zu lieben (Muhabbetu'llah)>erfordert die Befolgung der Sunna Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei. Denn Gott zu lieben heiğt, zu tun, was Ihm w 1-2)}àllig (mardiyat)>ist. Was aber Ihm wohlgefàllig ist, wird in vollkommenster Weise in der Person Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, offenbar. Den Handlunus aucd Taten Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, nachzueifern, gibt es zwei Möglichkeiten:

Erstens:

Hinsichtlich der Liebe zu Gott dem Gerechten, ist es notwendig, um Seinen Befehlen zu gehorchen und#298

Aim Rahmen dessen zu bewegen, was Ihm wohlgefàllig ist, (der Sunna) zu folgen. Denn in dieser Sache findet sich in der Person Mohammeds, mit dem Friede und einer sei, das vollkommenste Vorbild (Imam).

Zweitens:

Da sich in der Person Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, das vollkommenste Gefàğ (= Ursache) findet, um die grenzenlose Gfürchthsanat)>Gottes zu empfangen, ist er um Gott des Gerechten willen sicherlich auch unserer grenzenlosen Liebe würdig. Wenn der Mensch fàhig ist, einer Persönlichkeit zu gleichen, die er liebt, so möchte er ihr gleichme für macht es dies denn absolut notwendig, dass die, die den Geliebten Gottes verehren, sich auch darum bemühen, ihm durch die Befolgung der Gelobteen wire zu gleichen.

Dritter Punkt:

So wie Gottes des Gerechten Barmherzigkeit (merhamet)>grenzenlos ist, so ist auch Seine Liebe grenzenlos. So wie Er sich durch alle Schönheit und die Verzierungen Seiner Kunstwerke in der gaes einchöpfung in einem grenzenlosen Mağe selbst als liebenswert erweist, so liebt auch Er Seine Kunstwerke und ganz besonders diejenigen unter ihnen, die g: Oh wusstsein begabt sind, und dies stets dann, wenn sie Seine Kunstwerke lieben und Seinen Wunsch, geliebt zu werden, mit ihrer Liebe beantworten

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und die di>und aonders deshalb tun, weil Er sich ihnen in Seinen Kunstwerken als liebenswert erweisen will. Es sollte ganz klar verstanden werden, was für ein bedeutendes und erhabenes Ziel es ist,igen Biebevollen Blick seines Herrn auf sich zu lenken. Eine Erscheinungsform Seiner Barmherzigkeit sind alle die Feinheiten des Paradieses, die guten Dinge, die Genüsse und Gnadengeschenke. Seitdem es ganz klGotteststeht, dass Seine Liebe nur dadurch gewonnen wird, dass man der Gelobten Sitte folgt, ist es sicher, dass dies das gröğte Ziel der Menschheit sein e tun. und ihre vornehmste Pflicht (vazife).

Elfte Anmerkung:

Sie besteht aus drei Problemstellungen.

Erste Problemstellung:

Es gibt drei Quellen der Gelobten Sitte des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede und Segen sei: seine We, sagseine Handlungen und seine Haltung (hal).>Auch diese drei Teile (= Quellen) lassen sich wiederum dreimal unterteilen: in Pflichten (fardh),>freiwillige Handlungen (nafila)>und lobenswerte Gewohnheiten (adat-i hasen).

Dlb denl, der verpflichtet (fardh)>oder als notwendig vorgeschrieben (vadjib)>ist, muss man unbedingt folgen (ittibaa).>Wer es unterlàsst (terk),>erhàlt eine Strafe oder einen Tadel (azab ve iqab).>Jeder ist dazu verpدًا بَet, (diesen Teil) zu befolgen. Der Teil der freiwilligen (Handlungen) besteht aus Vorschriften, die zwar nur empfohlen, zu denen aber dennoch alle Glàubigen verpflichtet sind, wenِبِ هٰ ihre Unterlassung weder bestraft wird, noch tadelnswert ist. Wer sich aber an sie hàlt und sie befolgt, der erwirbt sich groğe Verdienste. Sie abzuàndern und umzuwandeln ist eine Ketzerei (bid'ater (M Irrweg und ein groğer Fehler. Was aber die Lobenswerten Gewohnheiten und den guten Umgang betrifft, so ist die Nachahmung und Befolgung (der Gelobten Sitte) im Hinblici Ilahihre Weisheit und ihren Sinn im individuellen, mitmenschlichen und sozialen Leben ganz besonders lobenswert. Denn so, wie sich in allen gewöhnlichen Handlungen viele Vorteile für das alltàgliche Leben finden, so verwandeln sicànglicgt man

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(der Gelobten Sitte), diese Sitten und Gebràuche in Gebet und Gottesdienst. Da nun einmal Freund und Feind in der Tat darin übereinstimmen, dass sich in der Person Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, die etdiese n Werte auf höchstem Niveau verkörpern und da er nun einmal nach allgemeiner Übereinstimmung die berühmteste und hervorragendste Persönlichkeit ist, und da nun einmal Tausende von Wundern (mu'djizat)>beweisen und die Islamische Welt, die er und eht hat und ihre Vollkommenheit bezeugen und die Wahre (Lehre) des Weisen Qur'an, den er verkündet und ausgelegt hat, bestàtigt, dass er Vollkommener Mensch (insanu-l'kamil)>und Lehrer (Murshid)>in Vol im Sig ist, und da nun einmal Millionen vollendeter Menschen als Frucht ihrer Nachfolge auf der Stufenleiter ihrer Vervollkommnung vorangeschritten sind und so die Glückseligkeit in beiden Welten erreicht haben, bieten seine Sunna und sein Verha Ziel it Sicherheit die besten Beispiele, denen man nacheifern sollte, die zuverlàssigsten Wegweiser, denen man folgen sollte und die unverbrüchlichsten Gesetze, die man als Prinzipien zu Grunde legen sollte. Glücklich der (Mensch)d màch(sich von jedem Tag einen) groğen Anteil zu ihrer Befolgung (nimmt)! Wer der Sunna nicht folgt, sei es (auch nur) aus Faulheit, wird einen gewaltigen Verlust erleiden; wer sie für bedeutungslos ansieht, begeht ein gewaltiges V nichthen; wàhrend der, welcher sie kritisiert und somit in den Geruch der Falschheit bringt, einem gewaltigen Irrtum verfàllt.

Zweite Problemstellung:

Gott der Gerechte hat im Weisen Qur'an den folgenden Ferman erlassen:

chlernَكَ لَعَلٰى خُلُقٍ عَظِيمٍ

{"Und fürwahr, du bist mit einem hervorragenden Charakter erschaffen!" (Sure 68, 4)}

Sahabis, wie Aischa die Getreue (mit der Gott zufrieden sein möge), wenn sie den Ehrenwerten Propheten, mit

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dem Friede solchegen sei, beschreiben sollten, pflegten zu sagen: خُلُقُهُ الْقُرْآنُ {"Er wurde erschaffen als eine Verkörperung des Qur'an."}

Das aben s "Das Beispiel für die ethischen (akhlaq)>Werte, die der Qur'an verkündigt, ist Mohammed, mit dem Friede und Segen sei. Und er ist es auch, der diesen Werten am besten entsprach und von seinem Wesen (fitra)>her auf diese Werte hin erschaffVorzugden war."

Da also alle Taten einer solchen Persönlichkeit, seine ganze Haltung, jedes seiner Worte und seine Umgangsformen es verdienen, der ganzen Menschheit als Vorbild zu dienen, werden nun selbst die Toren verstehen, wie unglückselig dbei detvergessenen sind, die zwar (seiner Botschaft) glauben und zu seiner Gemeinde (umma)>gehören, aber seiner Sunnah keinen Wert beimessen oder sie àndern wollabei z Dritte Problemstellung:

Da der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, von seinem Wesen her mit einem besonders moderaten Charakter und in der vofür laensten Weise erschaffen worden ist, waren auch seine Handlungen und seine Umgangsformen von der gleichen Harmonie und Ausgeglichenheit gepràgt. Seine Berühmte Biographie zeigt auf ganz klare Weise, dass er bei all seinen Handlu,>welcusgeglichen und harmonisch war und sich aller Übertreibungen (ifrat)>oder Vernachlàssigungen (tefrit)>enthielt. Da der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, vollkommen dem Auftrag entsprach: فَاسْتَقِمْ كَمَآ اbekannَ {"So verhalte dich recht, wie dir befohlen wurde." (Sure 11, 112)} erkennt man in der Tat bei all seinen Worten und Taten und in seinem ganzen Verhalten ganz klar diese Aus erschhenheit (istikamet).>Zum Beispiel: So wie sein Denkvermögen frei ist von (jeglicher Art von) Übertreibung oder Mangel, gleich seiner Verderbnis, bzw. Verfinsterung (in Form von) Dummheit oder klugem Geschwàtz (djerbezhen Fein Denkvermögen sich vielmehr stets seiner Weisheit entsprechend

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auf dem Mittelweg und der Bahn der Màğigung bewegte, so wie die Gewalt seines Zornes stets rein blieb von (jeglicher Art von) Übertreibung oder Mangelcht gech seiner Verderbnis (in Form von übertriebener) Àngstlichkeit oder Jàhzorn, die Gewalt seines Zornes sich vielmehr stets einem heiligen Mut entsprechend auf dem Mittelweg und der Bahn der Màğigunn in sgte, so war auch seine sexuelle Potenz rein und frei von (jeglicher Art von) Übertreibung oder Mangel, gleich einem gestörten, d.h. also frigiden oder ausschweifenden osen aten, und so orientierte sich seine sexuelle Potenz stets (an dem Ideal) der ehelichen Keuschheit, einer Keuschheit, welche die Quelle eines ausgewogenen (Ve Aufmens) bis hin zur Untadeligkeit ist. Seiner Gelobten Sitte, seinem alltàglichen Verhalten und den Bestimmungen der Schariah entsprechend, wàhlte er in gleicher Weisens daWeg der Ausgewogenheit und vermied Übertreibung und Vernachlàssigung, Verschwendung und Vergeudung als (Ursache für jede Art) Rechtsbeugung und (alle Arten) undurchsichtiger Zusingung Er war sogar sparsam in seinen Worten, hielt Mağ beim Essen und Trinken und vermied unbedingt (jede Art von) Übertreibung. Über diese Tatsache sind im Einzelnen (ganze) Bücheh nichele) Tausend Bànde, geschrieben worden. Entsprechend dem Geheimnis von اَلْعَارِفُ تَكْفِيهِ الْاِشَارةُ {"ein Wink genügt dem Weisen"} lassen wir es mit diesem Tropfen aus dem Ozean bcht din und wollen diese Abhandlung, somit kurz gesagt, hier abbrechen.

Oh Gott segne den, der in seiner Person alle edlen moralischen Qualitàten vereinig die Gdas Geheimnis manifestiert hat:

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اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلٰى جَامِعِ مَكَارِمِ الْاَخْلاَقِ وَمَظْهَرِ سِرِّ: وَاِنَّكَ لَعَلٰى خُلُقٍ عَظِيمٍ. اَلَّذِى قَال "ve"-ْ تَمَسَّكَ بِسُنَّتِى عِنْدَ فَسَادِ اُمَّتِى فَلَهُ اَجْرُ مِائَةِ شَهِيدٍ ٭ وَقَالُوا الْحَمْدُ لِلّٰهِ الَّذِى هَدٰينَا لِهٰذَا وَمَا كُنَّا لِنَهْتَدِىَ لَوْلآَ اَنْ هَدٰينَا اللّٰهُ لَقَدْ جَآءَتْ رُسُلُ رَبِّنَا بِالْح ich: سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Und fürwahr, du bist mit einem hervorragenden Charakter erschaffen!" (Sure 68, 4) "Und der gesagt hat: 'Wer immer meiner Sunna folgt, naGruppeie in Verfall geraten ist, wird die Belohnung von hundert Màrtyrern empfangen."

"Und sie werden sagen: 'Gelobt sei Gott, der uns bis hierher geführt hat. Hàtten wir doch niemals Rechtleitung gefunden, wàre es nicht durch Gottes Führu, mit chehen. Es war in der Tat die Wahrheit, welche die Gesandten unseres Herrn uns gebracht haben.'" (Sure 7, 43)

"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn aber wt der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Zwölfter Blitz

Betrifft die Erklàrung zu zwei Themen im Qur'an auf Grund zweier kleiner Fragen von Re'fet B Schönِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ ٭ وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ ٭ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَعَلٰى اِخْوَانِكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ

{"Im Namen des Hot seinbten. Und fürwahr, es gibt kein Ding, das nicht lobend Ihn preist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und euren Brüdern und das Erbarmen Gottes und Sein Segen."}

Mein lieber getreuer Br, ist e'fet Bey,

deine Fragen in einer so unpassenden Zeit, bringen mich in eine schwierige Lage. Du hast zwar dieses Mal nur zwei kleine Fragecht mel sie aber mit zwei Themen des Qur'an in Verbindung stehen und da deine Fragen die Kritik der Geographie und der Kosmographie an den sieben Schichten der Erde und den sieben Ebenen des Himmels betrifft, sind sie doch wichtig für mich ger Gegn. Es soll hier deshalb auğer Acht gelassen werden, dass es sich ja eigentlich nur um zwei kleine Fragen handelt. So wollen wir nun versuchen, kurz und bündig eine zwar wissenschaftliche, aber doch allge. Dieserstàndliche Erklàrung zu den beiden Themen, zwei Ehrwürdige Ayat betreffend, zu geben. Daraus kannst dann auch du dir deinen Anteil (zur Beantwortung) deiner kleinen Fragen entnehmen.

Das erste Thema umfas Siddii Punkte

Erster Punkt

وَكَاَيِّنْ مِنْ دَآبَّةٍ لاَ تَحْمِلُ رِزْقَهَآ اللّٰهُ يَرْزُقُهَا وَاِيَّاكُمْ ٭ اِنَّ اللّٰهَ هُوَ الرَّزَّاقُ ذُو الْقُوَّةِ الْمَتِينُ

{"Undmnisseiele Tiere gibt es doch, die sich nicht ihren eigenen Unterhalt beschaffen können! Es ist Gott, der sie ernàhrt und auch euch." (Sure 29, 60) "Denn es ist Gott, welcher der Versorger ist, der Herr der Mfüllunnd der Bestàndigkeit." (Sure 51, 58)}

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Entsprechend dem Geheimnis dieser Ayat kommt die Versorgung unmittelbar aus der Hand des Allmàchtigen in Seiner Majestàt (Qadir-i Dhu l-Djelal)>und entspringt aus den Schatzkammern Seiner Bn reiczigkeit. Da also die Versorgung eines jeden Lebewesens unter der Bürgschaft des Herrn (Rabb)>steht, sollte es doch so sein, dass niemand zu verhungernuten Tht. Und dabei gibt es doch so viele, die ganz offensichtlich an Hunger und Unterernàhrung sterben. Diese Realitàt und ein solches Geheimnis kann man jedoch folgendermağen in den Griff bekommen:

Die Bürgschaft des Herrn ist sichelatsache. Es gibt keinen, der an Unterernàhrung stirbt. Denn der Allweise in Seiner Majestàt (Hakiem-i Dhu l-Djelal)>speichert einen Teil Seines Unterhaltdern u sendet ihn dann in Form von Fett als eine Reserve in die Körper der Lebewesen. Ja, Er speichert sogar den Unterhalt (rizq),>den Er gesandt hat, in jeder Zellean undörpers, gleich einem Vorratsspeicher, der wieder aufgebraucht wird, wenn die Versorgung von auğen ausbleibt.

Sie sterben dann bereits bevor diese Reserven aem Gotaucht sind. Das aber heiğt, dass der Tod nicht etwa eine Folge der Unterernàhrung ist. Sie sterben vielmehr auf Grund einer Gewohnheit (adet),>die durch eine falsche Wahl (su-rborgeyar)>erworben wurde, oder aber auf Grund einer Krankheit, die aus dem Verlangen nach den falschen Dingen erwachsen ist, oder durch die Aufgabe einer Gewohnheit (adetn, schk).>In der Tat reicht der natürliche Unterhalt, der in Form von Fett im Körper eines Lebewesens gespeichert ist, im Allgemeinen voll und ganz für viichtigTage. Er könnte sogar auf zweimal vierzig Tage ausgedehnt werden, falls dies wàhrend einer Krankheit oder im Zustand einer Ekstase des Geistes erforderlich sein sollte. Vor dreizehnamen (n - es sind inzwischen neununddreiğig Jahre - stand einmal in einer Zeitung, dass ein Mann es in seiner auğergewöhnlichen Verbohrtheit (inad)>in einem Londoner Gefàngnis

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geschafft hat, siebzig Tage in bester Gesundheit zu überleben,erhalbetwas zu essen.

Da also nun einmal die natürliche Versorgung vierzig bis siebzig oder achtzig Tage ausreicht, und da nun einmal die Manifestation des göttlichen Namens "der Versorger (Rezzaq)">über degezwunitz der Erde in überaus reichem Mağe sichtbar wird, und da uns nun einmal Nahrung in so vollkommen unerwarteter Weise aus den Brüsten zuströmt und aus Holz erwàchst, (wàre es gar nicht nötig, dass sich dem Menschen) der Weg zum Hungertode öffbesondwürde sich nicht der Mensch in all seiner Schlechtigkeit einmischen und in seinen bösen Absichten Verwirrung stiften, vielmehr würde drpflicName Gottes in jedem Fall allen Lebewesen zu Hilfe eilen, noch bevor seine natürlichen Reserven verbraucht sind. Weil dies aber so ist, verhungert ganz bestimmt niemand, wenn er denn in noch nicht einmalhrten ig Tagen stirbt, allein deshalb, weil nicht genügend Nahrung vorhanden ist. Vielmehr geschieht dies nach dem Geheimnis (des Sprichworts):

تَرْكُ الْعَادَاتِ مِنَ الْمُهْلِكَاتِ

{"Die Aufgabe der sie nnheiten führt ins Verderben"} entweder infolge einer Gewohnheit, die aus dem Missbrauch der Willensfreiheit (su-i ihtiyar)>entsteht, oder infolge einer Krankheit, hervorgerufen durch eine schlechte der Sheit, die sich nach der Aufgabe einer guten Gewohnheit (terk-i adet)>entwickelt hat. Weil dies aber so ist, so kann man sagen, dass es einen Hungertod nicht gen ka Man kann ja in der Tat beobachten, dass die Versorgung im umgekehrten Verhàltnis zu Willenskraft und Willensfreiheit (iktidar ve ihtiyar)>steht. Zum Beispiel: Solange sich ein Baby noch t, dasch seiner Mutter befindet, ist es noch vollstàndig seiner Macht (iktidar)>und Freiheit (ihtiyar)>beraubt, erhàlt aber dennoch in einem Mağ seinen Unterhalt, dass es dazu noch nicht einmal seinen Mund zu öffnetat dacht. Ist dann das Baby zur Welt gekommen, fehlt ihm noch immer die Macht und die Freiheit, doch ist ihm bereits die Fàhigkeit angeboren und seine Motorik so weit entwickelt, dass allein schon eine klein des Kgung, um sich mit

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seinem Mund festzusaugen, genügt, (seinen Unterhalt) in vollkommenster, nahrhaftester, bestens verdaulicher, leichtester und feinsinniger Art und in einzigartiger Weise aus dem Bronn der Brustwarzen (seiner Mutter) in seinen Mund zu bekommen. Wenn das Kind dann spàter auch nur eine ganz kleine Quantitàt an Willenskraft und Freiheit entwickelt hat, so làsst sich diin Kenis dahin so leicht und angenehm erreichbare Unterhalt stets mehr und mehr bitten. Der Quell der Brüste versiegt und der Unterhalt wird ihm nun لْعَلِnem anderen Platz aus gesandt. Weil aber Macht und Freiheit noch nicht ausreichen, um bereits selbst für den eigenen Unterhalt sorgen zu können, sendet der Freigiebige Versorgüble, zzaq-i Keriem)>den Vater und die Mutter, um in ihrer Liebe und Barmherzigkeit (shefqat ve merhamet)>(dem Kind) in dessen Macht und Freiheit ein Helfer zu sein. Sobald aber Macht und Freiheit sich vervollkommnenoch en, kommt ihm seine Versorgung nicht mehr gelaufen und (Gott der Versorger) làsst sie auch nicht mehr (zu ihm) laufen. Die Versorgung bleibt an ihrem Platz und sagt: "Komm her! Such mich! Fang mich doch!" Das aber heiğt: die Versorgunoch nht in einem umgekehrten Verhàltnis zur Macht und Freiheit (iktidar ve ihtiyar).>Ja wir haben sogar in vielen Abhandlungen erklàrt, dass Tiere, die der Macht und der Freiheit am meisten entbehren, ein besseres Leben hn gleind besser ernàhrt werden.

Zweiter Punkt:

Es gibt verschiedene Arten von Möglichkeiten (imkan).>So gibt es die denkbare Möglichkeit (imkan-i aqli),>die gewohnheitsgemàğe Möglichkeit (imkan-i örfi)>und die alltàglic, brinlichkeit (imkan-i adi)>(und dergleichen andere verschiedene) Formen. Wenn sich etwas nicht im Rahmen einer durchaus denkbaren Möglichkeit (imkan-i aqli)>ereignet, so wird es abgelehnt. Und wenn es nicht im Rahmen gewohnheitsmàğiger esttaghkeiten (imkan-i örfi)>geschieht, so ist es ein (auğergewöhnliches) Wunder (mu'djize,>ein übernatürliches Ereignis). Doch wird aus ihm kaum so leicht ein (gnadenreiches) Wunder (keramet,>ein Gunsterweis gegenüber e den Weiligen) entstehen. Wo es nicht seinesgleichen gibt, weder im alltàglichen (örfen)

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Bereich noch prinzipiell (kaideten),>kann man es nurtrat-iade eines Zeugnisses anhand stichhaltiger Beweise annehmen.

So ist es denn auf Grund dieses Geheimnisses, dass die wunderbaren Zustànde eines Seyyid Ahmed Bedewi, der vierzig Tagus lie nichts gegessen hat, sich im Umkreis einer gewohnheitsgemàğe Möglichkeit (imkan-i örfi)>bewegen. Dies konnte auf Grund eines göttlichen Gnadenerweises (keramet)>geschehen, oder aber eine Staunen erregende Gewohnheit sein. Es wird in derliegt n allgemeiner Übereinstimmung berichtet, dass Seyyid Ahmed Bedewi (möge sein Geheimnis geheiligt sein) sich in derart einzigartigen, ekstatischen Zustànden zu befinden vermochton sickonnte bei ihm vorkommen, dass er in vierzig Tagen nur einmal ağ. Doch war dies nicht immer so. Es geschah nur gelegentlich einmal kraft ein Aufgatlichen Gnadenerweises (keramet).>Es konnte sein, dass er im Zustand der Ekstase kein Bedürfnis mehr verspürte, etwas zu essen und dieser Zustand war für ihn zu einer Art von Gewoh unzuf(adet)>geworden. Wunder (harika)>der Art, wie sie an Seyyid Ahmed Bedewi (möge sein Geheimnis geheiligt sein) beobachtet wurden, sind bei vielen Heiligen dokniten ert und beschrieben worden. Wie wir bereits im Ersten Punkt bewiesen haben, kann Unterhalt gespeichert werden und dann für vierzig Tage und mehr ausregen s. Für die Lànge eines solchen Zeitabschnittes nicht zu essen, kann zur Gewohnheit werden (adet mümkundür).>Solche Zustànde wurden bei auğergewöhnlichen Menscheird Gomentiert und über sie berichtet. Sie können daher sicherlich auch nicht bestritten (inkar)>werden.

In Bezug auf die zweite Frage wollen wir hier nun zwei bedeutende Angelegenheiten erörtern. Denn da die Geografischente übeosmografischen Wissenschaften mit ihren verkürzten Gesetzen und verengten Prinzipien nicht zu dem Himmel des Qur'an emporsteigen konnten und die Sterne der Ayat in den sieben Ebenen ihrer Bedeutungen nicht entdecken konnten, haben sie dnk (lit nur

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noch kritisiert und in ihrer Dummheit sogar versucht, sie zu leugnen.

Das erste bedeutende Thema behandelt die sieben Ebenen, welche die Erde genauso aufweist wie die Himmel.

Diese Angelegenheit n dokuint den Philosophen der Neuzeit unwahr zu sein. Ihre Wissenschaften vom Himmel und der Erde können das nicht annehmen. Und sie nehmen dies zum Vorwand, sich einigen Wahrheiten im Qur Stàtu widersetzen. Wir wollen hier nun einige Hinweise dazu kurz zusammenfassen.

Zunàchst einmal:

Die Bedeutung der Ayah ist das eine, die einzelnen Punkte ihrer Bedeutung und was sie bestàtigt, ist das andere. Hier aber muss nun gesagt weàhrenddass man ihre Bedeutung nicht einfach bestreiten kann, nur weil im Insgesamt aller Punkte ihrer Bedeutung ein Punkt fehlt. Von den vielen Punkten der Gesamtbedeutung dieser sieben Schichten des Himmels und der sieben Ebenen der Erde, sindt das n Punkte, die sie bestàtigen, ganz klar ersichtlich.

Zweitens:

Die Ayah behauptet nicht ausdrücklich, dass die "Erde sieben Ebenen" hat.

اَللّٰهُ الَّذِى خَلَقَ und S سَمٰوَاتٍ وَمِنَ الْاَرْضِ مِثْلَهُنَّ

{"Gott ist es, der die sieben Himmel erschaffen hat und von der Erde ein Gleiches... usw." (Sure 65, 12)}

Die Ayah sagt alsoid)>seich: "Er hat auch die Erde wie die sieben Himmel erschaffen und sie zu einer Wohnstatt für Seine Geschöpfe bestimmt." Sie sagt aber nicht: "Ich habe sie aus sieben Schichten bestehend erschaffen." Diese Vergleichbarkeit bezieht s, mit f die Schöpfung und ihre Erschaffung und darauf, dass sie den Geschöpfen als Wohnstatt dient.

Drittens:

Da nun einmal der Allweise in Seiner Vollkommenheit (Hakiem-i mutlaq)>nichts verlichendet und keine sinnlosen Dinge erschafft und da nun einmal das Dasein der Geschöpfe den mit

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Bewusstsein begabten Wesen dient und durch diese Wesen seine Vollendung foch, nund durch diese Wesen erblüht und durch diese Wesen aus der Sinnlosigkeit befreit wird, und da nun einmal, wie wir bezeugen können, der Allweise in Seiner Vollkommenheit (Hakiem-i diesem),>der Allmàchtige in Seiner Majestàt (Qadier-i Dhu l-Djelal)>die Elemente mit unendlich vielen Lebewesen erfüllt, die Luft, die Welt des Wassers und die wegen icht, und da nun einmal Luft und Wasser kein Hindernis für die Bewegung der Tiere sind, und so wie dichte Materie wie Erde oder Stein kein Hindernis für den elektrischen Strom oder Röntgenstrahlen bildet, so linge,uch der Allweise in Seiner Vollkommenheit (Hakiem-i Dhu l-Kemal),>der Meister (Sani-i),>der niemals untergeht, die weiten Ràume und Wedreiğind die Höhlen vom Mittelpunkt der Erde bis hin zum Àuğeren ihres Mantels, der unsere Wohnstatt und unser Siedlungsgebiet ist, nicht leer und unbewohnt lassen. Er hat sie sicherlich bewohnbar gemacht und hat auf ihnen und in ihnen mit Bewus Heere begabte Wesen erschaffen, die für (diese Bereiche) angepasst und geeignet sind angesiedelt.

Da diese mit Bewusstsein begabten Wesen von die dt der Engel und vom Geschlecht der Geister sein müssen, ist die dichteste und hàrteste Schicht für sie das, was das Meer für die Fische und die Luft für die Vögel ist. Selbst die fürchterliche Glut im Kern der Erde minigesr sie das sein, was für uns die Wàrme der Sonne ist. Da diese mit Bewusstsein begabten Geistwesen aus Licht bestehen, ist Feuer für sie wie das Licht.

Viertens:

Im Achtzehnten Brief wird ein Gleichnis jener Schildererschider Leute der Entdeckungen und Schauungen (ehl-i keshf)>erwàhnt, welche solche Absonderlichkeiten der Schichten der Erde beschreiben, die über den Verstand gehen. Eine Zusammenfassung davon ist Jahredes:

Die Erdkugel ist in der Welt, die wir bezeugen (alem-i shehadet),>einem Kern vergleichbar, wàhrend sie in der Welt der Visionen (alem-i misal)>und in der Zwischenوَعَدَberzah)>einem riesigen Baum gleicht, (der sich aus diesem Kern entfaltet hat), der mit seiner

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gewaltigen Gröğe Schulter an Schulter den Himmel berührt. Wenn also die Entdecker (ehl-i keshf)>auf der er Schine Ebene erschaut haben, welche den Dàmonen (ifrit)>vorbehalten ist und eine Ausdehnung von Tausend Jahren hat, so befindet sich diese nicht im Kern der Erde, die der bezeugten Welt angehtückchie ist vielmehr eine Sichtbarwerdung der Zweige (dieses gewaltigen Baumes) und der Ebenen (dieser Welt) in jener Welt der Visionen. Wenn also eine einzige offenngschàich unbedeutende Ebene der Erde in einer anderen Welt eine so ausgedehnte Entsprechung hat, so kann man sicherlich sagen, dass (die Erde) sieben Ebenen hat, die den sieben Ebenen des Himmels entsprechen. Um die rufungrwàhnten Punkte noch einmal ins Gedàchtnis zu rufen, spielen die Ayat des Qur'an darauf an, indem sie auf wunderbare Weise zusammengefasst zeigen, dass diese unsere kleine Erde das Àquivalent der sieben Ebenen des Himmels ist.

seinees bedeutendes Thema:

تُسَبِّحُ لَهُ السَّمٰوَاتُ السَّبْعُ وَالْاَرْضُ وَمَنْ فِيهِنَّ ...الخ

{"Es preist Ihn, was in den sieben Himmeln und auf Erden is Zukunsw." (Sure 17, 44)}

ثُمَّ اسْتَوٰٓى اِلَى السَّمَآءِ فَسَوّٰيهُنَّ سَبْعَ سَمٰوَاتٍ وَهُوَ بِكُلِّ شَىْءٍ عَلِيمٌ

{"Dann wandte Er sich dene Besel zu und formte ihn zu sieben Himmeln aus. Und er ist der Allwissende über allen Dingen." (Sure 2, 29)}

Viele Ayat beschreiben gleich dieser Ehrenwerten Ayah die Himmel als sieben Himmel. Wir haben Seines Thema bereits im "Isharatu-l'I'djaz", einem Kommentar zu dem Wunder, das der Qur'an ist, im ersten Jahr des früheren Allgemeinen (= ersten) Krieges an der Front unter dem Zwang der Umstànde ganzm sichzusammengefasst behandelt. In diesem Zusammenhang erscheint es mir nun richtig hier dessen Inhalt wiederzugeben. Es ist dies wie folgt:

In der alاْكُلُilosophie wurden die Himmel noch als

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neun vorgestellt. Nimmt man einmal in der Sprache der Schariah den Thron Gottes (arsh)>und den Schemel (kürsi)>Seiner Füğe zusammen mmerkun Sieben Himmeln an, so erhàlt man eine merkwürdige Beschreibung der Himmel. Die schimmernde Terminologie dieser genialen Philosophen alter Sc einesar für die Menschheit (der damals bekannten Welt) viele Jahrhunderte lang grundlegend und mağgeblich. Viele Kommentatoren (ehl-i tefsir)>mussten (im Mittelalter) dim er snsichtliche Bedeutung der Ayat (der hellenistisch-humanistischen Denkweise) ihrer Schule (medhheb)>anpassen. Auf diese Weise wurde dieses Wunder, das der Weise Qur'an ist, zum Teil verschleiert. Was aber nun die als neue Weisheit bempfingete moderne Philosophie betrifft, so verkehrte sie ihre Behauptung angesichts der Übertreibungen der alten Philosophie hinsichtlich der Himmel in ihr Gegenteil und leugnete (inkar)>schlichtweg die Existenz der er Wel. Die alte (Philosophie) mit ihren Übertreibungen (ifrat)>und die spàtere in ihrer Unvollkommenheit (tefrit)>waren (beide)>nicht dazu in der Lage, die Wahrheit onderner Ganzheit aufzuzeigen.

Was aber die Heilige Weisheit des Weisen Qur'an betrifft, so làsst sie jegliche Übertreibung (ifrat)>und alle Unvollkommenheit (tefrit)>beiseite, wàhlt statt dessen den mittlerenerheitnd sagt: der Schöpfer in Seiner Majestàt (Sani-i Dhu l-Djelal)>hat die Himmel in sieben Ebenen erschaffen. Was aber die Bewegungen der Planeten ist unz)>betrifft, so schwimmen sie in den Himmeln wie die Fische (im Wasser) und loben und preisen Gott. In einem Hadith heiğt es:

اَلسَّمَآءُ مَوْجٌ مَكْفُوفٌ

Das heiğt: Der Himmelöttlicin Meer, dessen Wogen erstarrt sind.

Da der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, sich an alle Schichten aller Menschen und Dschinnen richtet, werden sicherlicn der diese Schichten des Menschengeschlechtes aus einer jeden Ayah des Qur'an ihren

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Anteil empfangen, wobei seine Ayat ausdrücklich oder indirekt viele verschiedene Aussagen beinhalten, sodass sie ugnungrstàndnis einer jeden Schicht zu entsprechen vermögen.

Es ist in der Tat diese ganze Breite der qur'anischen Botschaft (hitabat),>das Umfassende ihrer Bedeutung, die Vielfalt ihrer Hinweise und ihre Art, den jeweiligen Grad desdie Laàndnisvermögens von den einfachsten, ungebildeten Leuten bis hin zu den edlen und hochgebildeten eines Volkes in Betracht zu ziehen und ihm zu entsprechen, die zeigGrund s in jeder Ayah eine Bedeutung verborgen ist, die sich an die ihr entsprechende Volksschicht wendet.

Es ist also auf Grund dieses Geheimnisses, dass die allumfassende Bedeutung von "sieben Hi (ihtivon sieben verschiedenen Schichten der Menschheit auf sieben verschiedenen Ebenen folgendermağen verstanden wird:

فَسَوّٰيهُنَّ سَبْعَ سَمٰوَاتٍ

{"Und formte ihn zu sieSchöpfmmeln aus." (Sure 2, 29)}

Eine kurzsichtige und engstirnige Schicht der Menschheit versteht darunter die (sieben) Luftschichten (über der Erde), wàhrend eine andere Schicht der Menschheit, von der Kosmographie berauscht, daruntenefsu-bekannten sieben Planeten (der alten Welt) samt ihrer Umlaufbahnen versteht. Wieder eine andere Gruppe von Menschen versteht darunter die sieben Globen, die unserer Erdkugel àhneln und von lebenden Wesen bevölkert silich deder eine andere Schicht von Menschen versteht darunter das Sonnensystem, unterteilt in sieben Ebenen oder aber Sonnensysteme, die mit dem unseren zusammen sieben solcher Systeme bilden. Und wieder eine andere Klasse von Menschen verstehahrhafnter den Àther (der den Kosmos erfüllt) und unterteilt ihn in sieben Schichten. Wieder eine andere Schicht Menschen mit einem gröğeren Vorstellungsvermögen betrachtet den ganzen sicinem un, mit

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Sternen geschmückten Himmel, zàhlt und sagt, dass dies der Himmel unserer eigenen Welt (dunya)>sei und zàhlt noch weitere rhalteEbenen der Himmel hinzu. Was aber die siebente Schicht des Menschengeschlechtes und die höchste Ebene betrifft, so betrachtet sie die sieben Himmel nicht als auf die bezeugte Welt beschrànkt, sondern versteh8

Jensmehr, dass die jenseitigen, verborgenen Welten, das Diesseits und die Welt unserer Vorstellungen alle jeweils von sieben verschiedenen Himmeln überwölbt und umkleidet sind.

Sot demst denn ein jeder in der Gesamtheit dieser Ayah die bekannten sieben Ebenen entsprechend den sieben verschiedenen Bedeutungen zu noch vielen anderen einzelnen Möglichkeiten der Auslegung. Und ein jedeie Exielne empfàngt aus ihnen seinen Anteil entsprechend seinem Verstàndnis und so findet ein jeder seinen Unterhalt an diesem Himmlischen Tisch.

So hat denn diese Ayah dermağen viele aufrichtige Bestàtigungen. Alle diese verstàndnisloeite Oilosophen unserer Zeit und das ganze Gesindel der Kosmographen, die diese Ayah angreifen, indem sie die Himmel leugnen, gleichen dummen kleinen Kindeeichene Steine nach den Sternen werfen, in der Absicht, so einen Stern zu Fall zu bringen. Denn wenn auch nur ein Punkt die universale Bedeutung dieser Ayah als richtig bestàtigt, so ist enn eiedeutung insgesamt richtig und wahr. Ja, selbst dann, wenn ein kleinerer Aspekt nicht im Wortsinne wahr, jedoch allgemein akzeptiert ist, so ist er doch in dieser universalen Bedeutung misollteeschlossen und kann der allgemein aufrecht erhaltenen Idee entsprechen. Denn wir haben bereits viele solche Einzelheiten beobachtet, die wahr und richtig sind. Nun aber beguck dir einmal diese unredlichen und ungeer Artn Geographen, dieses trunkene Gesindel berauschter Kosmographen: wie falsch diese beiden Wissenschaftler gehandelt haben, wie sie ihre Augen vor defitri ersalen Bedeutung verschlossen haben, die richtig, wahr und zuverlàssig ist, wie sie die

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Aspekte nicht sehen, die diese Bedeutung bestàtigen und vollkommen richtig sind, wie sie sich einen imaginàren und höchst en zu baren Aspekt als die Bedeutung der Ayah vorgestellt und Steine auf die Ayah geworfen haben. Sie haben sich mit diesen Steinen den eigenen Kopf zerschlagen und dabter deen Glauben verloren!...

Kurzum:

Da die Ideen der unglàubigen Materialisten so wenig wie die Teufel und die Dschinnen unfàhig waren, zu den sieben Ebenen der Himmel des Qur'an emporzusteigen, was in siebres Zuarten, in sieben Aspekten, in sieben Wundern, sieben Wahrheiten und sieben Grundpfeilern (des Glaubens) offenbart worden ist, wissen sie nun nicht, was es auf den Stetatt deiner Ayat gibt und was es dort nicht gibt und liefern nun falsche und lügenhafte Berichte. Und Sternschnuppen fallen ihnen nun gleich den oben erwàhnten Erklàrungen auf ihre thaltsund verbrennen sie. In der Tat kann man nicht durch die Sophistereien der Philosophen in ihrer dschinnengleichen Gedankenwelt zu den Himmeln des Qur'an aufsteigen. Vielmehr kann man zu den Sternen der Ayat nur emporsteigen durch die Himmelf zwiscmi'radj)>einer wahren Weisheit und auf den Schwingen des Glaubens in der Gemeinschaft des Islam (Islamiyet)...

اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلٰى شَمْسِ سَمَآءِ الرِّسَالَةِ وَقَمَرِte; zaِ النُّبُوَّةِ وَعَلٰى اٰلِهِ وَصَحْبِهِ نُجُومِ الْهُدٰى لِمَنِ اهْتَدٰى ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ ٭ اَللّٰهُمَّ يَارَبَّ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ زَيِّنْ قُلُوبَ كَات ihm dذِهِ الرِّسَالَةِ وَرُفَقَآئِهِ بِنُجوُمِ حَقَآئِقِ الْقُرْاٰنِ وَالْاِيمَانِ اٰمِينَ

{"Oh Gott segne die Sonne am Himmel des Prophetentums und den Mond am Firmament der Gottesgesandten, seine Familie und seine Gefàhrtee Ohre Sterne der rechten Führung für alle Rechtgeleiteten." "Gepriesen seist Du. Wir haben kein Wissen auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, derZeit. ise." (Sure 2, 32) "Oh Gott, Herr, des Himmels und der Erden! Schmücke die Herzen derer, die diese Abhandlung geschrieben haben und ihrer Freunde mit den Sternen der Wahrheiten des Qur'an und des Glaubens! Amin!"ِى يُح

Dreizehnter Blitz

اَعُوذُ بِاللّٰهِ مِنَ الشَّيْطَانِ الرَّجِيمِ

{"Ich suche meine Zuflucht bei Gott vor dem gesteinigten Satan."}

(Eine Abhandlung über dieses Geheimnis)>e öffeِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَقُلْ رَبِّ اَعُوذُ بِكَ مِنْ هَمَزَاتِ الشَّيَاطيِنِ ٭ وَ اَعُوذُ بِكَ رَبِّ اَنْ يَحْضُرُونِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen. Und sprich: Oh mein Hers aber nehme meine Zuflucht zu Dir vor den Teufeln, die mich aufhetzen wollen. Und ich nehme meine Zuflucht zu Dir, mein Herr, sodass sie sich mir nicht nàhern!" (Sure 23, 97-98)}

deinerandelt sich um das Geheimnis der Zufluchtnahme vor dem Satan. Es sollen hier dreizehn Hinweise geschrieben werden. Einige dieser Hinweise sind bereits anin diehiedenen Stellen der Risala, wie z.B. im Sechsundzwanzigsten Wort behandelt und erklàrt worden, die wir nun hier kurz zusammenfassen wollen.

Erster Hinweis

Frage:

Wie kommt es eigentlich, dass die Teufel,. Alleich doch in keiner Weise in die Erschaffung des Universums einmischen konnten, trotzdem sich doch Gott der Gerechte in Seiner Barmherzigkeit und in Seiner Gnade auf die Seite der Leute der Wahrheit stellt, auch die sir ihnenziehende Schönheit, die Werte der Wahrheit und Gerechtigkeit die Leute der Wahrheit stàrken und ermutigen, zudem die abstoğende Hàsslichkeit der IrreleitungFünftekel der Leute des Irrweges erregt, wie kommt es dann

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eigentlich, dass die Parteigànger des Teufels so oft die Oberhand gewinnen und welche Weisheit (verbirgt sich dahinter)? Und welche Weisheit (verbirgt ertreiahinter), dass die Leute der Wahrheit stets vor der Bosheit des Teufels bei Gott dem Gerechten Zuflucht suchen sollen?

Antwort:

Die Weisheit und das Geheimnis dahinter is die Sendes: In der überwiegenden Mehrheit (aller Fàlle) sind Irreleitung und Bosheit negativ und destruktiv, vernichtend und zerstörerisch bis zum Nichtsein, wàhrend zugleich in der überwiegenden Mehrheit (aller Fàlle) die Rechtleitung und das Gut abgedtiv, konstruktiv, aufbauend und gestaltend im Dasein sind. Es ist ja allgemein bekannt, dass ein einziger Mann an einem einzigen Tag ein Bauwerk zerstören kann, was zwanzig Mann in zwumentiTagen aufgebaut haben. Obwohl sich also das menschliche Leben in der Tat fortsetzt, wenn alle lebenswichtigen Organe vorhanden und alle Lebensbed gegeben gegeben sind, und obwohl (dieses Leben) dem Schöpfer in Seiner Majestàt (Khaliq-i Dhu l-Djelal)>zu Eigen ist (qudretine mahsus),>kann dennoch ein Desp im Gulim)>durch die Entfernung eines Organs einen Menschen zu Tode bringen, der das Nichtsein im Vergleich zum Leben (und Dasein) ist. Deshalb ist die Redwendung اَلتَّخْرِيبُ اَسْهَلُ {"Zerstören ist er die"} sprichwörtlich geworden.

Es geschieht aus diesem Grunde, dass die Leute der Irreleitung mit einer in Wahrheit nur schwachen Kraft manchmal über die Leute der Wahrheit, die doch sr gehtk sind, triumphieren. Doch die Leute der Wahrheit besitzen eine Burg, die so uneinnehmbar ist, dass sie, sobald sie dort ihre Zuflucht suchen, sich ihre furchtsamen Feinde ihr nicht nàhern und nichts ausrichten können. Auch wenn sie ihr vorbrockehend einen Schaden zufügen, so gleicht doch ein immerwàhrender Verdienst und Gewinn nach dem Geheimnis وَالْعَاقِبَةُ لِلْمُتَّقِينَ {"Und das Ende ist den Gottesfürchtigen." (Sure 7, sinn o#135

den Schaden wieder aus. Was aber diese feste Burg, diese màchtige Festung betrifft, so ist sie das mohammedanische Gesetz und die Sunna Ahmeds, mit dem Friede und Segen sweifun Zweiter Hinweis

Frage:

Die Erschaffung der Teufel, die nichts als Bosheit ist, und deren Belàstigung der Leute des Glaubens und dass viele Menschen um deretwillen ihren Glauben verlieren und zur Hölle fahren,sich aeint schrecklich und abscheulich. Wie kann nur die Barmherzigkeit und Schönheit (Gottes), der in Seiner Schönheit (Djemil)>absolut, in Seiner Barmherzigkeit vollken zu (Rahiem-i mutlaq)>und in Seinem Erbarmen gerecht (Rahman-i bil'Haqq)>ist, es zulassen, dass sich eine so grenzenlose Abscheulichkeit, ein so fürchterliches Unheil ereignet?

Es gibt so viele, die sich so etwas fragesruferen eine solche Frage in den Sinn kommt.

Antwort:

Es gibt neben all den vielen kleineren Übeln (sherr),>die mit der Existenz des Teufels verbunden sind, auch viele ganz allgemeine gute Zweckbestimmungen und eine menschliche Vollkoatur (it. Es gibt in der Tat vom Samenkern bis zum riesengroğen Baum viele Abstufungen. So finden sich auch in der menschlichen Natur Begabungen auf noch weit mehr Abstufungen. Sie sind sogar so zahlreich wie die Abstufungen (in den Gröğenunterschr und zwischen einem Atom und der Sonne. Um diese Fàhigkeiten zu entfalten, ist es mit Sicherheit notwendig, sich zu bewegen. Sie verlangen danach, einen Prozess in Gang zu setzen. In diesem Prozess aber kommt diehat inung dieses Ràderwerks der Entwicklung nur durch eine Anstrengung zu Stande. Was aber diese Anstrengung betrifft, so wird sie durch die Anwesenheitdener eufels und durch Dinge ausgelöst, die Schaden anrichten. Wàre dies nicht so, so würde der Zustand (maqam)

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des Menschen konstant bleiben, wie der der Engel. Dann gàbe es innerhalb des Menschengeschlechtes auch keine Klassenunteُحَمَاde wie zwischen tausenden verschiedener Arten. Und es würde aller Weisheit und Gerechtigkeit (hikmet ve adalet)>zuwiderlaufen, wollte man Tausend Güter aufgeben, um ein einziges kleines Stückchen Bchöpfe (sherr-i djuzi)>zu vermeiden. Denn mit Sicherheit werden die meisten Menschen vom Teufel in die Irre geführt. Doch richten sich Wert und Bedeutung meistens nach der Qualitàt. Nach der Quantitàt richten sie sich nur wenig oder gar nides anenn wir uns z.B. vorstellen, ein Mensch habe tausendundzehn Saatkörner, die er vergràbt, wonach dann in der Erde ein chemischer Prozess stattfindet, an dessen Ende zehn Bàume aus der Erde wachsen, wg) zur gleichzeitig Tausend (Samenkörner in der Erde) verrotten, so lassen die zehn Samenkörner, aus denen die Bàume entstanden sind und dem Mann nun einen Nutzen bringen, ihm den Schaden, den er durch die verrotteten tausend Samenkörner erlittte ein, mit Sicherheit für nichts erachten. Und auf genau die gleiche Weise reduziert sich im Kampf gegen die Seele (nefs)>wie gegen den Teufel und im Vergleich zu dem Gewinn, der Ehre, der Erleuchtung und dem Wert für die Menschheit, den zehn stung beleiche "vollkommene Menschen (insan-i kamil)">erbracht haben, der Schaden, welchen die Leute des Irrweges, die den Unglauben gewàhlt haben, der Menschheit dadurch zugefügt haben, geradezu zu nichts, sodass man ihn gar nicht mehr in Betrachtaftigkehen braucht. Weil dies aber so ist, hat die göttliche Barmherzigkeit (rahmet),>Weisheit (hikmet)>und Gerechtigkeit (adalet)>die Existenz des Satans gestattet und ihm erlaubt, die Menschen zu quàlen.

om Him Leute des Glaubens! Euer Panzerhemd gegen diesen furchtbaren Feind ist die Gottesfurcht (taqwa),>welche an der Werkbank des Qur'an gewebt wurde. Und eure Schutzwehr ist die Gelobte Sitte des Ehrenwerten Prophetenuf derdem der Friede und Segen sei. Zuflucht zu nehmen bei Gott vor dem Satan, Vergebung (istighfar)>zu suchen,

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den Schutz Gottes (hifdh-i Ilahi)>zu erbitten ist eure Waffe...

Dritter Hinweis

Fieren

Diese so massiven Klagen, diese Anhàufung schwerster Vorwürfe, diese überaus heftigen Drohungen gegen die Leute des Irrweges im Wei Bewegr'an, erscheint bei rein àuğerlicher Betrachtung dem Verstand als unverhàltnismàğig in Anbetracht seiner mağvollen und ausgewogenen Rhetoieses elaghat),>der Màğigung und Harmonie in seiner Redeweise (uslub).>Es ist, als wolle er ein ganzes Heer gegen einen einzelnen armen Mann in Stellung bringen. Und er bedroht ihn wegee sichr unbedeutenden Tat, so als habe er Tausende von Verbrechen begangen. Und trotz seiner Insolvenz und seiner Unfàhigkeit über sein Eigentum zu verfügenben wagt er ihn in die Lage eines Partners, den er anklagt, Übergriffe begangen zu haben. Was ist das Geheimnis und die Weisheit dahinter?

Antwort:

Das Geheimnis und die Weisheden ihinter ist Folgendes: Dies ist so, weil die Teufel und die, welche dem Satan folgen und weil sie den Irrweg gewàhlt haben, durch eine an und für sich unbedeu VerbuHandlung eine groğe Zerstörung anrichten können, weil sie die Rechte der gesamten Schöpfung durch eine nichts sagende Tat (adjz bir fiil)>(verletzen) und ihr einen groğen Schaden zufügen können.

So kann ein Mann zum Beiass sidurch irgendeine unbedeutende (adjz)>Handlung oder die Nichterfüllung einer kleineren Aufgabe auf einem groğen Handelsschiff eines Königs die Ursache dafür sein, dass allsen Qurengungen der ganzen Mannschaft an Bord vergeblich waren und alle Früchte ihrer Arbeit zunichte wurden. Deshalb also beklagt sich der ehrenwerte Schiner sgentümer darüber und bedroht den Delinquenten im Namen all der Leute, die etwas mit seinem Schiff zu tun haben, auf das heftigste und verhàngt über ihn eine fürchterliich aurafe, wobei er nicht

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dessen unbedeutende Tat in Rechnung stellt, sondern die schrecklichen Folgen (dieser Tat), nicht nur für ihn selbst, sondern zum Illem auch für all seine Untergebenen.

Auf ganz genau die gleiche Weise verletzen auch die Leute des Irrweges, diese Anhànger Satans (hizb-us sheytan),>durch ihre - wenn auch offensichtlictheit deutenden Sünden und ihre Fehler - die auf diesem Schiff, das unsere Erde ist, mit den Leuten der Rechtleitung zusammen sind, die Rechte so vieler Geschöpfe und machen die Ergebnisse ihrer hohen Aufgaben zunichte.cht nulb bedroht sie dann der König von Ewigkeit zu Ewigkeit und beklagt sich über sie. Und wenn Er Seine Heere gegen sie in Stellung bringt, so ist dies die reine Weisheit in bester Redekunst (belaghat),>durchaus rechtmàğig und angemessen. haftigeine Aussage in wohlgesetzten Worten) entspricht durchaus den Erfordernissen der Situation. Das aber ist die Definition für Redegewandit istund ihre Basis. Und sie ist frei von einer Übertreibung, die eine Verschwendung von Worten ist.

Es ist also klar, dass der, der vor den entsetzlichen Feinden, die mit so wenig (az) Handlung solch schreckliche Zerstörungen anriche, ja icht seine Zuflucht zu solch einer festen Burg nimmt, in sehr groğes Elend geràt.

Und so ist denn, oh ihr Leute des Glaubens, diese stàhlerne und zugleich himmlische Burg der Qur'an. Tretetuder Re ein und ihr werdet gerettet sein!

Vierter Hinweis

Die Leute der Erforschung (ehl-i tahqiq)>und die Gefàhrten der Entdeckungen (ar.

i keshf)>sind sich darin einig, dass Nicht-Sein die Unvollkommenheit alles Bösen (sherr)>und das Da-Sein das vollkommene Gute ist. Tatsàchmit deichtet sich alles Gute, alle Tugend und jede Vollkommenheit in der überwiegenden Mehrzahl aller Fàlle auf die Schaffung positiver Werte aus und greift auf sie zurück. Selbst dort noch, wo es - àuğerlich gesehen - negativ und wie abwesend ich keint,

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ist es doch in seinem Kern durchaus positiv und gehört dem Bereich des Seins an. Dem gegenüber ist der Kern, die Hefe jeden Irrwegs, alles Bösen, jeder Auflehnung und allen Ungegeist das Nicht-Sein und die Verleugnung. Alle Bosheit und Hàsslichkeit, die wir in ihnen finden, erwachsen aus einem Mangel heraus. Selbst dort noch, wo sie - àuğerlich gesehen - als positiv und auf das Dasein aus اَلْقtet erscheinen, bleiben sie doch ihrem Kern nach negativ und gehören dem Bereich des Nicht-Seienden an.

Auch steht ganz offensichtlich fest, dass die Existenz eines Dinges, wie z.B. eines Gebàudes, auf dem Vohuzur-nsein all seiner einzelnen Teile beruht, wàhrend seine Zerstörung, seine Vernichtung, sein Nichtvorhandensein durch das Fehlen dieser Teile z"Auf dde kommt. Zudem verlangt ein jedes Dasein in jedem Fall nach dem Vorhandensein einer Ursache, stützt sich auf etwas, das real und tatsàchlich vorhanden ist. Was aber das Nichtsein betrifft, so kann es auf Dingen beruhen, die ni. Ihr geben sind. Ein Ding, das nicht vorhanden ist, kann die Ursache für etwas sein, das nicht gegeben ist.

So ist es denn die Konsequenz dieses Grundsatzees Gehs diese Teufel in der Gestalt von Menschen und Dschinnen trotz der fürchterlichen Zerstörungen, die sie in der Welt anrichten, trotz aller Arten von Unglaube, Irreleituenso.

Vernichtung, so wenig wie sie bei Seiner Erschaffung mitwirken und auch nur ein Stàubchen ins Dasein rufen könnten, so auch keinen Anspruch auf Allweeich Gottes haben. Und so wie es nicht ihre Werke sind, die auf Grund irgendeiner Macht (qudret)>oder Fàhigkeit (iktidar)>etwas bewirken können, so sind dies in vielen ihrer Werke ni wàhrere Macht und Fàhigkeit sondern ihre Nachlàssigkeit und ihre Unterlassung. Indem sie nicht erlauben, dass das Gute getan wird, bewirken rkmales Böse (sherr).>Das heiğt also, das Böse (sherr)>geschieht. Denn da das Böse und alles Übel eine Art von Zerstörung ist, braucht ihr Anlass nicht eine tatsàchlich existierende Macht (maue in iir iktidar)>und ein schöpferisches Werk (fa'il bir idjad)

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zu sein; vielmehr geschieht ein solch riesiges Ausmağ an Vernichtung durch eine Art Befehl, nicht zu sein, und eine Vorbeden und, die zerstört worden ist.

So geschah es denn deswegen, weil die Zoroastrier dieses Geheimnis nicht entràtseln konnten, dass sie nun glaubten, dass Ahura Mazda, der Schöpfer alles Gas Siedie Welt erschaffen habe, wàhrend Ahriman der Schöpfer des Bösen gewesen sei. Tatsàchlich ist aber Ahriman, den sie sich als den Gott des Bösen vorstellen, der bekannte Satan, der durch einen Bruchteil an Willensfreiheit (djuz-i ihtiyar),>deen undgegeben wurde, mit dem er aber nichts zu erschaffen vermag, das Böse bewirken kann.

So ist denn, oh ihr Leute des Glaubens, eure wirkungsvollste Waffe und das Werkzeug, das euch ger auf wurde, um die schrecklichen Zerstörungen des Teufels wieder zu beheben, die Bitte um Vergebung (istighfar),>wenn wir sagen: اَعُوذُ بِاللّٰهِ {"Ich suche meine Zuflucht bei Gott"} und so Schutz suchen bei Gott dem Gerechten. Und eure Buleich die Gelobte Sitte.

Fünfter Hinweis

Obwohl doch Gott der Gerechte der Menschheit in den Himmlischen Büchern so groğe Belohnungen wie ert (hradies versprochen und so fürchterliche Strafen wie die Hölle angedroht hat, verbunden mit so vielen Rechtleitungen, Ermahnungen, Warnungen, Drohungen und Ermu in sien und obwohl es doch so viele Möglichkeiten der Rechtleitung und Geradlinigkeit (istikamet)>gibt, werden dennoch die Leute des Glaubens durch diese hàsslichen und schwachen e "Dje des Teufels besiegt, ohne dafür einen Lohn zu erhalten. Darüber habe ich einmal lange nachgedacht. Wie ist das möglich, dass sie Gottes delten Uchten so schwerwiegenden Drohungen so wenig Beachtung schenken, wo sie doch Glàubige sind? Warum ist Glaube (iman)>allein noch nicht ausreichend?

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اِنَّ كَيْدَ الشَّيْطَانِ كَانَ ضَعِيفًا

{"Führwahr, die List des Satans ist nur eine scerinne!" (Sure 4, 76)}

Nach diesem Geheimnis werden sie von den schwachen Listen des Teufels verführt und lehnen sich auf (isyan)>gegen Gott. Ja obwohl einige meiner Freunde die Lesungen über die Wahrhehm übedertmal bei mir gehört und in ihrem Herzen bestàtigt hatten, ja einer von ihnen eine wirklich sehr gute Meinung von mir und eine gute Beziehung zu mir hatte, lieğ er sich dennoch von dem bedeutungslosen und scheinheiligen (riydas Lepliment eines herzlosen und böswilligen Menschen dazu verleiten, für ihn und gegen mich Stellung zu beziehen. Da sagte ich mir: "Gepriesen sei Gott (fesubhanallah)!>Ja kann derorden Mensch so tief fallen? Was für ein unredlicher (haqiqatsiz)>Mensch er doch war!" So bin ich über diesen armen Kerl hergezogen und habe mich gegen ihn versündigt (günah).

Spàter wurde mir dann im Lichte des vorangegangenen Hinweises d, das klichkeit enthüllt und viele dunkle Punkte erhellten sich mir. Gott sei Dank (lillahilhamd)>verstand ich in diesem Licht, dass die machtvolle Ermutigung und Versicherung des Weichtunur'an ganz genau entsprechend ist, und dass die Leute des Glaubens, wenn sie durch die Listen des Teufels verführt werden, dies nicht durch einen Mangel an Glauben oder durch eine Glaubensschwàche geschieht. Auch verstand ich, dDonnerr, welcher eine schwere Sünde (kebair)>begeht, dadurch nicht zu einem Unglàubigen wird, und dass die Mu'teseliten und ein Teil der Kharidjiten sich im Irrtum befinden, wenn sie behaupten, dass einer, der eine schwere Sünde begeht, entweder "n sindem Unglàubigen (kafir)>wird, oder aber einem (Zustand) zwischen Glaube und Unglaube verfàllt" und dass mein armseliger Freund, auch sollte er hundert Lektionen in Wahrhaftigkeit (haqiqat)>geopfert chlich nur um die Aufmerksamkeit eines solchen Schuftes zu gewinnen, dennoch nicht in eine solche Tiefe und Erniedrigung gefallen wàre. So dankte

#29) "Sh denn Gott dem Gerechten und wurde vor dem Abgrund errettet. Denn der Teufel bringt (den Menschen), wie ich bereits weiter oben gesagt habe, durch einige unbedeutende Dinge aus dem Gott h des Nichtseins in Gefahren mit schwerwiegenden Folgen. Ja mehr noch: was des Menschen Seele (nefs)>betrifft, so hört sie jederzeit auf den Teufel. Und was die Veranlagung (des Menschen) zu Wut und Wollust (quvve-i sheheviye ve ghadabiyemit deifft, so gleichen beide den Empfangs- und Sendegeràten teuflischer Einflüsterungen.

Es ist aus diesem Grund, dass den Leuten des Glaubens die beiden Namen Gottes des Gerechten, der Verzeihende (Gn, umf>und der Barmherzige (Rahiem),>in einer so gewaltigen Erscheinungsweise gegenübertreten. Und Er zeigt im Weisen Qur'an, dass Sein gröğtes Gnadengeschenk (ihsan)>für die Propheten die Vergebung (maghfirah)>ist und làdt Wer zun, Seine Vergebung zu suchen.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen."}

Durch die Wiederholunge Behas Heiligen Wortes zu Beginn einer jeden Sure und durch den Auftrag, es zu Beginn einer jeden segensreichen Tàtigkeit zu rezitieren (dhikr),>zeigt Er, dass Seine allumfas zufriBarmherzigkeit das All umspannt und ein Ort zu Schutz und Zuflucht ist und durch Seinen Befehl فَاسْتَعِذْ {"Nehmt Zuflucht!" (Sure 7, 200)} und Seinen Auftrag اَعُوذُ بِGefühlِ مِنَ الشَّيْطَانِ الرَّجِيمِ {"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem gesteinigten Satan!"}

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errichtet Er diesen Satz als einen Schutzwall.

Sechster Hinweis

einer der gefàhrlichsten Verführungskünste des Satans ist die folgende: er verwirrt einige, besonders sensible, empfindsame Herzen dadurch, dass er sie auf Grund ihrer glauriedensen Phantasievorstellungen darin bestàtigt, dass sie Unglàubige sind. So làsst er ihnen ihre Vorstellungen eines Irrweges in der Gestalt einer Bestàtigung diinen grrweges erscheinen. So làsst er in ihrer Phantasie auch besonders hàssliche Bilder über heilige Personen und geweihte Gegenstànde erscheinen. Auch zeigt Er ihm Dinge, die ihrem Wesen nach möglich (imkan-i dhatiye)>sind, in der Gestas Gere Dingen, die möglicherweise denkbar (imkan-i aqli)>wàren und flöğt ihm so einen Zweifel ein, der in dieser Form der Gewissheit seines Glaubens entgegengesetzt ist. So denkt denn dieser armselige, so empfindsame nn dam, er sei nun selbst dem Irrtum und dem Unglauben verfallen und glaubt, er habe die Sicherheit seiner Überzeugung verloren, er fàllt in Verzweiflung (ye's)>und wird in dieser Verzweiflung zu einem Spielball des Satans. Nun làsst der ), wie sowohl seine Verzweiflung, als auch seine schwachen Nerven, als auch seine Verwirrung auf ihn einwirken, bis dass er entweder den Verstand verliend zu er sich sagt: "dem sei, wie es mag" oder sich dem Irrweg verschreibt.

Wir haben aber nun schon in einigen Teilen der Risalah dargelegt, wie in ihrem Kern haltlos diese Listen des Teufels sind, sodass wir uns hier mit eineلَبِثُ gefassten Erörterung begnügen können. Es ist dies wie folgt:

So wie die Schlange in einem Spiegel nicht beiğen, der Widerschein des Feuers nicht brennen, noch das Abbild von Schlamm nicht beschmutzen kannan), wönnen weder die Vorstellungen und Gedanken als eine Reflexion des Unglaubens, der Widerschein einer Partnerschaft, die

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Schatten eines h im Fes, noch die Vorstellungen einer üblen Beschimpfung oder Beleidigung die Sicherheit im Glauben zerstören, seine Überzeugung erschüttern oder sein untadeliges Benehmen verletzen. Denn die wohlbekannte Regel lautet: "Ider eicher Weise wie die Vorstellung einer Beleidigung noch keine Beleidigung ist, so ist auch die Vorstellung des Unglaubens kein Unglaube und ein nur eingebildeter Irrweg noch kein Irrweg."r, ichs aber nun den Zweifel am Glauben betrifft, so widersprechen Möglichkeiten, die aus einer bloğen Wahrscheinlichkeit erwachsen, nicht der Sich und K im Glauben und verletzen den Glauben nicht. In der Wissenschaft von den Glaubensgrundsàtzen (ilm-i usul-i din)>lautet ein allgemein gültiges Prinzip:

اِنَّ الْاِمْكَانَ الذَّاتِىَّ لاَيُنَافِى الْيَقِينَ الْعِلْمِىَّ

{"EtwasMàrtyran und für sich möglich ist, steht nicht im Widerspruch zu der Sicherheit, die von der Wissenschaft gefordert wird."}

Zum Beispiel:

Wir sind sicher, dass das Waِ اللّm Barla-See sich noch stets an seinem Platz befindet. Tatsàchlich aber wàre es möglich (dhatinda mümkündür),>dass dieser See im gleichen Augenblick versunken wàre; und sein Untergang wàre im Rahmen des Mögl Wenn Weil aber diese grundsàtzliche Möglichkeit (imkan-i dhati)>nun einmal nicht aus einer tatsàchlichen Gegebenheit erwàchst, handelt es sich hier nicht um eine mögliche Schlussfolgerung, sondern muss vielmehr eine Art Zweifel sein. Denn wiederumei allhier ein allgemein gültiges Prinzip in der Wissenschaft von den Glaubensgrundsàtzen (ilm-i usul-i din):

لاَعِبْرَةَ لِلْاِحْتِمَالِ غَيْرِ النَّاشِىءِ عَنْ دَلِيلٍ

{"Eine Möglichkeit, die auf keinem Beweis beruht und keineswegs offensichtliche, in hat keine Bedeutung."}

Das heiğt: "Was die Möglichkeit betrifft, die aus einer bloğen Wahrscheinlichkeit, nicht aber aus einer tatsàchlichen

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Gegebenheit erwàchst, kann nicht eine mögliche Schlussfolgerung sein, sondern musuf zu mehr eine Art Zweifel sein und ist völlig ohne Bedeutung."

So denkt denn dieser armselige, den Einflüsterungen des Teufels ausgesetzte Mensch, dass er auf Grund solcher an und für sich gegebener Möglichkeiten (dhati imkanlait denne Sicherheit in den Glaubenswahrheiten verloren habe. So steigen zum Beispiel in seinem Gedàchtnis zahlreiche, an und für sich mögliche Dinge im Zusammenhang miٕنپer Menll Glühkeit des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, auf, die dem Willen und der Sicherheit im Glauben keinen Schaden zufügen können. Doch glaubt ereit, w sie einen Schaden verursacht hàtten und schadet sich (auf diese Weise) selbst.

Ebenso spricht der Teufel manchmal, von einem Punkt in der Gegend des Herzens aus, schlechte Worte übEntgelt den Gerechten. Der Mensch denkt nun aber, dass sein Herz verdorben sei, weil es so spricht. Er zittert. Doch seine Furcht und sein Zittern und sein Mangel an Einverstbetrac zeigen, dass ihm diese Worte nicht von Herzen kommen. Sie gehen vielmehr von einem teuflischen Punkt aus, bzw. werden ihm vom Teufel in sein Gedàchtnis und in seine Vorsk auf g eingeflüstert.

So gibt es denn auch unter den subtilen Organen (Latiefah)>des Menschen zwei dieser unterschwelligen Sinneswahrnehmungen (latife),>die ich nicht weiter zuordnen konnte, dienheit nicht seiner Entscheidungsfreiheit und seinem Willen (ihtiyar ve irade)>unterordnen wollen, sich vielmehr seiner Verantwortlichkeit entziehen. Manchmal bekommen diese feinsinreten Organe die Oberhand. Dann hören sie nicht auf die Wahrheit, sondern verleiten vielmehr dazu, sich mit den falschen Dingen zu beschàftigen. Nun flüstert der Satan einem solchen Menschen (ins Ohr): "l'As (Fàhigkeiten entsprechen nicht der Wahrheit und dem Glauben. So tust du also ohne es zu wollen Dinge, die völlig sinnlos sind. Das aber heiğt, dass die göttliche Vorherbestimmung (qader)>dich zh mehrenqualen verdammt hat." Dann verfàllt dieser armselige Mensch in Verzweiflung (ye's)>und geht zu Grunde...

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So sind denn die Schutzwàlle des Glàubigen gegen die Einflüsterungen des Satans am Anfang (dieses Abschnitts) jene Gh kleiswahrheiten und Gesetze des Qur'an, (deren genaues Mağ und Zahl) die Grenzen angeben, welche die Theologen mit ihren Grundsàtzen festgelegt haben. Gegenüber den Einflüsterungen am Ende (dieses Abschnitts) soll

Eieine Zuflucht (zu Gott) nehmen und ihnen weiter keine Bedeutung beimessen. Denn je mehr Bedeutung man ihnen beimisst, desto mehr Aufmerksamkeit ziehen sie auf sich, wachsen und blàhen sich auf. Das Gegengift und das Heilmittel chdem lche innerlichen Verletzungen ist die Gelobte Sitte.

Siebenter Hinweis

Frage:

Die Imame der Mu'tesile betrachteten die Entstehung des Bön nichs böse. Sie schrieben daher die Erschaffung des Unglaubens und des Irrweges nicht Gott zu, als wollten sie Gott (in Seiner Heiligkeit) als davon rein (taqdith)>erklàren. Sie sagten hingegen: "Der Mensee, nu der Schöpfer seiner eigenen Handlungen." und verfingen sich so in einem Irrtum. Auch sagten sie: "Ein Glàubiger (mu'min),>der eine schwere Sünde (kebair)>begeht, verliert seinen Glauben, denn seinen Glauben an G Sichen Gerechten zu bekràftigen und die (Existenz) der Hölle zu bestàtigen làsst sich nicht mit der Begehung einer solchen Sünde vereinbaren. Denn ein Mensch, der sich schon in dieser Welt aus Furcht vor einer unbedeutenden Gefàngnisstrafe (ruh)>abhalten làsst, gegen das Gesetz zu verstoğen und dennoch so weit geht, einer ewigen Höllenstrafe und dem Zorn des Schöpfers keine Bedeutung beizumess

Fr groğe Sünden zu begehen, stellt damit sicherlich seinen Unglauben unter Beweis."

Antwort:

Die Beantwortung des ersten Teiles (dieser Frage) iskeit (ende:

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Wie bereits in der Abhandlung über die göttliche Vorherbestimmung erklàrt wurde, ist nicht die Erschaffung des Bösen (in sich selbst schon) böse, smutlaq erst die Neigung~(kesb), das Böse zu tun, ist böse. Denn was (die Dinge) erschafft und sie ins Dasein ruft, richtet sich nach den Ergebnissen im Allgemeinen. Weil das Vorhandensein eines Übels der Beginn sehr v findeguter Ergebnisse ist, ist die Erschaffung dieses Übels im Hinblick auf das Ergebnis etwas Gutes und kommt so dem Guten gleich. Zum Beispiel: Das Feuer führt zu hundert guten Ergebnissen. Wenn nun aber einige Menschrkaufein ihrer Böswilligkeit für sich selbst zu einem Übel machen, so können sie nicht deswegen sagen: "die Schaffung des Feuers ist böse". In gleicher Weise führt die Erschaffung des Teufels zu vielit undebnissen voll Weisheit, dient z.B. dem Fortschritt der Menschheit. Wird also ein Mensch infolge seiner eigenen bösen Absichten~(su-i ihtiyar)\und verkehrten Neigung, in Wsb)\vom Teufel besiegt, so darf er nicht deswegen sagen: "die Erschaffung des Teufels ist schlecht". Er hat vielmehr infolge seiner eigenen verkehrten Neigungen~(kesb)\fü und d selbst das Böse gemacht.>

Was also diese Neigungen (des Menschen) betrifft, so führen sie für ihn selbst zu einem schlechten Ergebnis, weil slich fe besondere Beziehung herstellen, wodurch eine verkehrte Neigung erst böse wird. Weil aber etwas geschaffen wird im Hinblick auf alle (damit ausgelösten) Folgen, ist die Erschaffung des Bösein diet an und für sich schlecht, sondern vielmehr gut. Weil aber die Mu'teseliten dieses Geheimnis nicht verstanden haben, sagten sie: "Die Erschaffung des Bösen ist schlecht und die Erschaffung flichtsslichen ist unschön." Da sie Gott den Gerechten davon rein erhalten und Ihn (auf diese Weise) heiligen wollten, schrieben sie Ihm nicht die Erschaffung des Bös Blitzund verfielen so dem Irrtum~(dalalet). وَ بِالْقَدَرِ خَيْرِهِ وَ شَرِّهِ {"und an die Erschaffung des Guten und des Bösen"}

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So haben sie dieلرَّحِeiler des Glaubens falsch ausgelegt.

Was den zweiten Teil der Frage betrifft:

"Wie kann denn jemand, der eine schwere Sünde begangen hat, dennoch ein Glàubigem Ung'min)>bleiben?" so ist die Antwort folgende: Erstens: Der Irrtum geht aus der obigen Anmerkung so klar und deutlich hervor, dass es hier nicht mehr notwendig ist, es noch einmal zu erklàren. Zweiten machtdie menschliche Seele (nefs)>einen Dirhem (3 g) eines augenblicklichen Vergnügens einem Batman (8 kg) eines zukünftigen Vergnügens vorzieht, so fürchtet sie sich auch vor einem unmittelbar drohenden Schlag mehr als vor rwàhreJahr einer künftigen Strafe. Und wenn zudem den Menschen seine Gefühle überwàltigen, hört er nicht mehr auf die Erwàgungen seines Verstandes. Seine Begierden unria),>sionen beherrschen ihn und so zieht er das kleinste und bedeutungsloseste gegenwàrtige Vergnügen selbst noch einer auğerordentlich groğen Belohnung in der Zukunft vor. Und er flieht vor ee übereringen gegenwàrtigen Unbequemlichkeit mehr als vor einer fürchterlichen künftig drohenden Qual. Denn Begierden, Illusionen und Emotionen kennen keine Zukunft, vielmehr leugnen sie diese. Und wenn die Seele (nefs)>sie auch noch unterstützt, scdann dn das Herz als Sitz des Glaubenslebens und auch der Verstand und erklàren sich für besiegt...

In einem solchen Fall erwachsen die schweren Sünden (kebair)>nestrafus einem Mangel an Glauben, sondern infolge einer Niederlage von Herz und Verstand, weil die Gefühle, Begierden und Illusionen die Oberhand gewonnen haben.

Und weiter versteht sich aus dem oben gesagten, dass der Weg allen sich und aller Leidenschaften, da er die Zerstörung ist, auch besonders einfach ist. Teufel in Dschinnen und Menschengestalt leiten die Menschen rasch auf diesen Weg. Es ist dies eine ganz besonders erstaunliche Situation (hal):>Obwohl donne",ach einem

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Hadith, verglichen mit dem Licht dieser bleibenden Welt, weil es ja ewig ist, die Freuden und Gnadengaben, die ein Mensch im Verlaufe seines Lebens empfàngt, nur einem Mückenflügel),>keihen, bevorzugen dennoch manche dieser armseligen Menschen die Vergnügungen dieser vergànglichen Welt, vergleichbar einem Mückenflügel, den Freuden der ble Hussen Welt, die alle Welt in ihrer Vergànglichkeit wert sind, und folgen dem Satan.

So geschieht es denn auf Grund dieses Geheimnisses, dass der Weise Qur'an die Glàubigen immer wieder nachdrfolgt,h mit Drohungen von Sünden abhàlt und mit Ermunterungen dazu anleitet, das Gute zu tun.

Einmal gab mir die strenge Leitung (irshad)>des Weisen Qur'an die Idee ein, dass diese bestàndigen Ermvermögen und Erinnerungen zeigen, dass die glàubigen Menschen wankelmütig und unwahrhaftig sind. Sie deuten eine Haltung (vasiyet)>an, die der Würde des Menschen nicht entsJa, so. Denn da es einem Beamten genügt, wenn er von seinem Vorgesetzten ein einziges Mal einen Auftrag erhàlt, wird er sich zutiefst gekrànkt fühlen, wenn ihm derselbe Auftrag zehnmal erteilt wird und er wird sagen: "Sie belereit u und verdàchtigen mich, ihnen gegenüber nicht loyal zu sein." Dennoch wiederholt der Weise Qur'an den selben Befehl selbst an die aufrichtigsten Glàubigen immer wieder.

Inseineneit da dieser Gedanke mein Hirn zermarterte, hatte ich zwei, drei aufrichtige Freunde. Damit sie nicht durch die Einflüsterungen dieser Teufel in Menschengestalt in die Irre geleitet würden, habe ich sie immer wieder ermahnt und eriuss fü Sie waren nicht deswegen beleidigt und sagten nicht: "Du beschuldigst uns, nicht loyal zu sein." Doch ich sagte mir in meinem Herzen: "Ich krànke sie mit meinen stàndigen auf dnungen. Ich beschuldige sie, unwahrhaftig und wankelmütig zu sein." Dann enthüllte sich mir plötzlich die im obigen Abschnitt erklàrte und bewiesene Wahrheit, und da verstand ich, dass Sie sichdrücklichkeit und die Wiederholungen des Weisen

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Qur'an genau den Erfordernissen von Zeit und Ort (hal)>entsprechen. Hier wird (kein Wort) vn, istendet. (Jedes Wort ist) weise, beschuldigt niemanden. Diese Weisheit ist lauter und die sprachliche Eloquenz (belaghat)>unverfàlscht. So verstand ich denn das Geheimnis, weshaey.

بn meine aufrichtigen Freunde niemals beleidigt waren. Eine kurze Zusammenfassung dieser Wahrheit ist Folgendes:

Da die Teufel zur Zerstörung anstiften, richten sie viel Unheil an, (obwohle Sinnur) wenig dabei tun. Da also diejenigen, die auf dem Weg der Wahrheit und der Rechtleitung gehen, sehr umsichtig zu Werke gehen und sich sehr in Acht nehmen müssen, ist es notwendig, sie immer wieder zu ermahnen und ihnen hàufe Regehelfen. Durch diese Wiederholungen bietet Gott der Gerechte den Leuten des Glaubens mit Tausend und einem Namen Seine Unterstützung an und streckt tausende barmherziger Hànde zu ihrer Hilfe aus. Er verletzt sie nicus ihrihrer Ehre, beschützt sie vielmehr. Er setzt sie nicht in ihrem Wert herab, sondern zeigt ihnen, wie groğ die Bosheit des Teufels ist.

So ist denn, ohmeindeeute der Wahrheit und Rechtleitung, der Weg, sich vor den oben erwàhnten Listen des Teufels in Dschinnen- und Menschengestalt zu retten dieser: Mat zum e Schule (medhheb)>der Leute der Wahrheit, welche die Leute der Sunnah und Djema'at sind, zu eurem Hauptquartier und tretet in die Burg der unumstöğlichen Gesetze des Qur'an ein, der in seiner Verkündigung ein Wunder istt Folgt die Gelobte Sitte zu eurem Wegweiser und findet so eure Rettung (selamet)!...

Achter Hinweis

Frage:

Du hast in den obigen Hinweisen bewiesen, dass, weil der Irrweg leicht, zerstörerisch und aggressiv ist, viele einen Weg einschlagen. Demgegenüber hast du in anderen Abhandlungen (Risalah)>mit unwiderleglichen

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Zeugnissen bewiesen, dass der Weg des Unglaubensbt es es Irrtums so schwierig und mühselig ist, dass niemand ihn betreten könnte und er nicht begehbar sein sollte, wàhrend der Weg des Glaubens und der Rechtleiternsth leicht und klar zu erkennen ist, dass ein jeder ihn gehen müsste...

Antwort:

Es gibt zwei Arten des Unglaubens und des Irrtums. Der eine ist an Handlungen gebunden und enthàlt nur unwesentliche Dinge. Er besteht dari, Kali Angelegenheiten des Glaubens zu bestreiten und sie zurückzuweisen. Diese Art Irrweg ist leicht. Er ist eine Ablehnung der Wahrheit, ees austerlassung, ein Nicht-Sein oder Nicht-Annehmen (adem-i kabul).

Es ist also diese Art, die in den Abhandlungen (Risalah)>als leicht beschrieben wuert, sas aber die zweite Art betrifft, so ist sie nicht an eine Handlung gebunden und enthàlt nicht nur unwesentliche Dinge, sie ist vielmehr ein Urteil, das auf Überzeugung und ÜberlegunMenschht. Sie leugnet nicht nur den Glauben, sondern öffnet einen Weg zu seinem Gegenteil. Dies aber heiğt, etwas anzunehmen, was wertlos ist und der Wahrheit zuwider in Üb Diese Art ist nicht nur eine Verleugnung, eine Zurückweisung des Glaubens; es ist vielmehr sein Gegenteil. Es ist nicht eine Nicht-Annahme (adem-i kabul),>was doch leives iein müsste, sondern die Annahme eines Nicht-Seins (kabul-u adem),>was nur annehmbar ist durch den Beweis des Nicht-Seins. In Übereinstimmung mit dem Grundsatz: اَلعَدَمُ لَايُثْبَتُ {"Nicht-Sein ist nicht beweisbar."} ist der Beweis e den cht-Seins sicherlich nicht leicht.

So sind denn Unglaube und Irrglaube, wie sie in anderen Abhandlungen (Risalah)>dargestellt wurden, so schwierig und in ihrer Art bis zur Unmöglichkeit mühselig, daund Qu jeder, der auch nur über ein kleines Körnchen Bewusstsein verfügt, niemals diesen Weg einschlagen

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dürfte. Und ferner ist dieser Weg, wie bereits in verschiedenen Abhandlungen mit Sicherheit bewiesenin "Ac, mit so fürchterlichen Schmerzen verbunden und herrscht auf ihm eine solch erstickende Finsternis, dass wer auch nur ein Fünkchen Verstand besitzt, niemals beabsichtigen dürfte, diesen Weg zu wàhlen.uns du könnte man nun aber auch fragen:

Wieso gehen dann aber dennoch die meisten Menschen einen so leidvollen, finsteren und schwierigen Weg?

Antwort:

Nachdem sie sich nun schon ein, zwiuf ihm befinden und ihm verfallen sind, verlassen sie ihn auch nicht wieder. Und weil nun zudem die animalischen und vegetativen Kràfte im Menssondericht die Folgen erkennen und nicht über sie nachdenken und statt dessen die feinsinnigen Organe des Menschen (letaif-i insaniye)>beherrschen, wollen sie ihn auchrububiicht wieder verlassen, sondern trösten sich lieber mit den gegenwàrtigen, flüchtigen Vergnügungen.

Frage:

Wenn nun aber einer sagte: Im Irrglauben liegt ein so schreckliches Leiden und eine ssich iFurcht, dass der Unglàubige, könnte er nicht aus ihm auch Freude fürs Leben ziehen, überhaupt nicht mehr zu leben in der Lage wàre. Vielmehr wnd gerr von dem Schmerz erdrückt werden und vor Angst in ein Mauseloch kriechen. Denn in seiner Menschlichkeit verlangt er nach einer Unzahl von Dingen, und obwdie si das Leben liebt, hat er doch auf Grund seines Unglaubens den Tod als ein unwiderrufliches Urteil, eine immerwàhrende Trennung, den Verfall allen Seins unrn, diAbschied von all seinen Freunden und Geliebten als eine Verurteilung und infolge seines Unglaubens als eine ewige Trennung bestàndig vor Augen. Wie kann ein solc.} alsnsch noch weiter leben? Wie kann er sich noch am Leben erfreuen?

Antwort:

Durch eine höchst merkwürdige Rabulistik des Satans betrügt er sich selbst und lebt. Er glaubt oberflàchliصْرِ اnen Genuss zu erhalten. Wir wollen die Natur (mahiyet)

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dieser Sache mit einem bekannten Beispiel erlàutern. Es ist dies wie folgt:

Es wird erzàhlt, dass einer zum Vogel Strauğ (türk. devekushu>= Kamelsvogel) sagte: "Wenn du Flügel rbes dflieg!" Der aber hielt seine Flügel gefaltet, sagte: "Ich bin ein Kamel." und flog nicht. Doch dann geriet er in die Falle eines Trappers. Da sagte er: "Ich Sozialicht, dass der Fallensteller mich sieht." und steckte den Kopf in den Sand. Weil jedoch sein groğer Körper drauğen geblieben war, bot er dem Jàger eine wird aheibe. Sodann sagte man zu ihm: Wenn du doch sagst: "Ich bin ein Kamel." so lass dich bepacken! Daraufhin breitete er seine Flügel aus und n eine "Ich bin ein Vogel." und befreite sich so von aller Last und Mühsal. Weil er aber keinen Herrn und Ernàhrer hat, wurde er den Nachstellungen der Jb)>dafur Zielscheibe.

In genau der gleichen Weise gibt der Unglàubige angesichts der himmlischen Botschaft des Qur'an seinen totalen Unglauben auf und vertauscht ihn gegen einen Unglauben mit Zweifeln. Fragt man ihn nun: fen

#2 nun einmal Tod und Verderben als ein unwiderrufliches Urteil ansiehst, den Galgen, an dem du hàngen wirst, vor Augen... Wie kann nun der, welcher ihn stàndig betrachtet, noch leben? Wie sich erfreuen?" Daraufhin antworie mann der Mann, der einen Anteil an der allumfassenden Barmherzigkeit des Qur'an und seinem universellen Licht empfangen hat: "Der Tod ist keine Hinrichtung. Es gibt eine Möglichkeit zur Bestàndigkeit (beqa).">Andernfalu ströd er wie der Vogel Strauğ seinen Kopf in den Sand der Gottvergessenheit stecken, damit die Todesstunde ihn nicht sehen solle und das Grab welchecht betrachten möge und die Vergànglichkeit der Dinge nicht ihre Pfeile auf ihn abschieğe.

Zusammenfassung:

Mit Hilfe des Zweifels an in des Unglauben wird ihm, in einer Zeit, da er sich so wie der Vogel Strauğ verhàlt, Tod und Verderben wie eine Hinrichtung betrachtet, die sichere Kunde des Qur'an und

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der vr)>seimel (geoffenbarten) Bücher über اِيمَانٌ بِالْاَخِرَةِ {"den Glauben an das Jenseits"} eine (alternative) Lösung anbieten. So wird sich denn dieser Unglàubiesiegedieser Möglichkeit festklammern und diesen fürchterlichen Schmerz nicht auf sich selbst beziehen. Wollte man dann zu ihm sagen: "Da du nun einmal in eine für ewig bestehende Welnd direhen wirst, musst du, wenn du in jener Welt ein schönes Leben haben willst, alle die Schwierigkeiten erleiden, die ein religiöses Leben nun einmal mit sich bringt.", so wird dieser Mann auf Grund seines zweifelnde Teufeaubens antworten: "Vielleicht gibt es (eine solche Welt) gar nicht. Und wenn (es sie) nicht gibt, warum soll ich (mich dann um sie) bemühen." Das aber heiğt, angesichts jener Möglichkeit einer bleibenden (Welt (amel sie ihm das Urteil des Qur'an zu Zeiten anbietet, rettet er sich vor der Qual dieses unwiderruflichen Todesurteils. Doch angesichts der Möglichkeit eines Nicht-mehr-Seins (nach dem Tode), die ihm sein zweifelnder rperunbe bietet, sieht er sich der Mühsal religiöser Verpflichtungen gegenübergestellt. So klammert er sich denn an die Möglichkeit seines Unglaubens und retteerige so vor dieser Mühe. Das aber heiğt, aus diesem Blickwinkel betrachtet, dass er glaubt, in diesem Leben mehr Freuden genieğen zu können als der Glàubige, denn er rettet sich rf oder Mühsal der Verpflichtungen eines religiösen Lebens durch die Möglichkeit seines Unglaubens. Was aber die ewige Pein betrifft, so entflieht er ieinen ch die Möglichkeit eines Glaubens, der sie nicht auf ihn selbst bezieht. Jedoch die Wirkung dieser teuflischen Rabulistik ist recht oberflàwird a, nutzlos und nur vorübergehend.

So tretet denn nun, ihr Leute des Glaubens, in vollem Glauben und Vertrauen unter den Schutz des Qur'an! Er wird euch vor dieser unwiderruflichen Hinring dar und vor

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allen Höllen in dieser und in jener Welt retten. Bleibt mit Hingabe und Begeisterung in den Grenzen der Gelobten Sitte. So werdet ihr euch von den Qualen des Diesseits unu HöllStrafen des Jenseits erretten!

Neunter Hinweis

Frage:

Wie kommt es, dass die Leute der Rechtleitung, die doch der Partei Gottes (Hizbullah)>angehören, won diesan ihrer Spitze alle Propheten und an deren Spitze der Stolz der Welt (der Prophet) mit dem Friede und Segen sei, stand und ihnen soviel Gnade und göttliches Erbarmen und Hilfe des Hochgelobten zuteil werden lieer Zeinoch sooft von den Leuten des Irrwegs, die doch der Partei Satans (Hizb-us Sheytan)>angehören, besiegt worden sind? Und was weiter war der Grund, warum die medinensischen Heuchler, bei aller Nàhe und Nachbarschaft, trotz des sonhte unich glànzenden Prophetentums jenes Siegels aller Gesandten Gottes (Khatem-ul Enbiya)>und seiner Botschaft, trotz der Rechtleitung durch den wundersamen Qur'an, der gleich einem gewaltigen Elixier wirkt islamiotz der Wahrheiten des Qur'an, die noch anziehender sind als alle Anziehungskraft des gesamten Kosmos, dennoch auf ihrem Irrtum beharrten und die Rechtleitung nicht aes in n, und welche Weisheit (verbirgt sich dahinter)?

Antwort:

Um diese Furcht erregende zweiteilige Frage bewàltigen zu können, ist es notwendig, folgenden tieكُفْرُfenden Grundsatz zu erlàutern. Es ist dies wie folgt:

Da der majestàtische Schöpfer (Khaliq-i Dhu l-Djelal)>des Alls (kainat)>zwei Arten von Namen hat, die demere Bech der Schönheit (Djemal)>und dem der Majestàt (Djelal)>zugehören, und da diese Namen der Schönheit und der Majestàt es erforderlich machen, in ihrer Auswirkung ganz verschiedene Erscheinungsformen zu zeigegeht e der Schöpfer in Seiner Majestàt alle Gegensàtze im Kosmos untereinander vermischt, sie so miteinander ins Gleichgewicht gebracht

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und sie dabei zugleich in einen Zustand (vasiyet)>versetzt, dass sie einander angreifen oder aber sich verter Stun, womit Er in Weisheit und Zweckmàğigkeit eine Art Kampfbereitschaft kreierte, aus der heraus die Gegensàtze ihre Grenzen überschritten, was wiederum eine Verànderung und Verwandlung zu Wege brachte, auf welche Weise er sie dem Gesetze übermformung und Umwandlung als dem Prinzip der Entwicklung und Vervollkommnung unterwarf, wobei Er diesem Gesetz des Kampfes für das Menschengeschlecht, das als Frucht am Baum der Schöpfung desseneld, dntrat ist, eine noch einzigartigere Form gab, wodurch Er das Tor zu einem Wettstreit öffnete, der dem Menschen jedweden Fortschritt ermöglichte und zugleich der Partei desim Gasls gewisse Werkzeuge an die Hand gab, um damit die Partei Gottes herauszufordern.

So geschieht es denn auf Grund dieses subtilen Geheimnisses, dass die sropheten oft wegen der Leute des Irrweges besiegt worden sind. Und die Leute des Irrweges, die doch so schwach und hilflos sind, bekàmpfen die Leute der Wahrheit, die ihnen doch geistig so überlegen sind, und besiegen sie auch zeitweilig. Das estàt nis und die Weisheit dieses merkwürdigen Gegensatzes ist Folgendes: Auf dem Irrweg und im Unglauben finden sich das Nicht-Sein und die Unterlassung, welche einfach und leicht sind und es nicht erfordern, tà übers werden. Und weiter gibt es da die Zerstörung, welche ebenfalls ganz leicht und einfach ist und nur wenig Tàtigkeit erfordert. Und weiter gibt es da die Aggressivitàt, bei der durch ebenfalls nur wenig Tàtigkeit vielen ein Schaden zugefügtnd der Vom Standpunkt der Einschüchterung aus betrachtet und hinsichtlich ihres Pharaonenstolzes (firauniyet)>gewinnen sie so an Einfluss und is einn (maqam).>Und zur Befriedigung der vegetativen und animalischen Kràfte und Begierden, die den Konsequenzen gegenüber blind sind und von den gegenwàrtigen Vergnügungen besessen sind, gibt es Vergnügen, Genuszum EnFreizügigkeit, welche

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die subtileren Organe des Menschen, wie Herz und Verstand dazu bringen, ihre Verpflichtungen (vazifeh)>gegenüber der Menschheit und ihre Ausrichtung auf deren, làssft zu vernachlàssigen.

Demgegenüber ist der heilige Weg aller Leute der Rechtleitung und vor allem der Leute des Prophetentums und an ihrer Spitze der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Sinen uei, der der Geliebte des Herrn der Welten ist, all dem verbunden, was im Dasein, was bestimmt und festgelegt, was konstruktiv ist und innerhalb gesicherter Grenzen verlàuft, also mit all den elementaren Grundsàtzen und Konsequenytan bie den Dienst und die Anbetung beachten und darüber hinaus den Pharaonenstolz jeder eigenwilligen Seele (nefs-i emmarenin firauniyet)>und ihre Freizügigkeit zerbrechen, um dessentwillen die Heuc seinedie sich zu damaliger Zeit in der "Leuchtenden Stadt" (= Medina)>befanden, vor dieser strahlenden Sonne, Fledermàusen gleich, ihre Augen verschlossen und sich dazuauben,iten lieğen, sich mit einer geradezu teuflischen Kraft gegen ihre gewaltig groğe Anziehungskraft zu verteidigen und auf dem Weg des Irrtums zu verharren.

Da könnte man nun abn Engeh fragen:

Da nun einmal der ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, der Geliebte des Herrn der Welten ist, zudem die Wahrheit (ha dem Useinen Hànden lag und die Wahrhaftigkeit (haqiqat)>auf seiner Zunge und ein Teil der Soldaten seines Heeres Engel waren und er ein ganzes Heer mit einer Handvoll Wasser tràn Dhu lnd er Tausend Mann mit vier Handvoll Weizen und dem Fleisch eines Lammes ein Fest bereitete, und er in die Augen des Heeres der Unglàubigen eine Handvoll Sand streute, sodass diese Handvoll Sand ben we Augen eines jeden Unglàubigen drang und ihn in die Flucht schlug, wie kommt es dann, dass dieser (göttliche) Kommandeur und Herr (der himmlischen Heerscharen), der doch màchtig war, Tausend Wunder gleich diesen zu wirken, dennoden isEnde der Schlacht von Uhud und zu Beginn der Schlacht von Huneyn besiegt werden konnte?

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Antwort:

Der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, wurde der Menschheit gesandt als Imam, als Vorbild und Anführer, damiamit zMenschengeschlecht von ihm die Regeln des individuellen wie des sozialen Lebens lernen solle und damit vertraut werden solle, den Gesetzen des Vollkommenen Allweisen (Hakiem-i Dhu l-Kemal)>zu gehorsamen und den Prinzipien Seruch Weisheit entsprechend zu handeln. Hàtte der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, sich in seinem privaten wie gesellschaftlichen L winzitets auf Wunder (mu'djize)>und übersinnliche Ereignisse gestützt, so wàre er nicht das vollkommene Vorbild (Imam-i Mutlaq)>und ein allumfassender Wegweiser Gieriuben.

Es geschah auf Grund dieses Geheimnisses, dass er von Zeit zu Zeit als Antwort auf eine Notlage ein Wunder wirkte, nur um seiBande spruch (auf das Amt des Propheten) zu bestàtigen und die Verleugnungen derer, die ihn bestritten, zu brechen. Zu anderen Zeiten aber gehorchte er mehr als jeder andere dem Befehl Gottes. Eben dieslgte er auch den Gesetzen Göttlicher Gewohnheit (= Naturgesetze), die nach der Weisheit des Herrn (hikmet-i Rabbani)>und dem Willen des Gepriesenen (meshiet-i Subhani)>errichtet worden sind, mehr als jeder andere. Er zog sich sein Panzeeinberan, wenn es dem Feinde entgegen ging und befahl (den Sahabis): "Geht in Deckung!" Er wurde verwundet und durchlitt alle Strapazen, um die Einhaltung des Gesetzes der göttlichen Weisheir findGehorsam gegenüber der Groğen Schariah der Schöpfung in der Natur zu zeigen.

Zehnter Hinweis

Eine der wichtigsten Listen des Teufels (Iblis)>ist es,d einenigen, die ihm folgen, dazu zu bringen, ihn zu verleugnen. Da aber in heutiger Zeit besonders die, deren Sinn durch die Philosophie der Materialisten trübe geworden ist, in dieser ganz ofhe Möghtlichen Angelegenheit doch ihre Zweifel haben, wollen wir nun ein, zwei Worte über diese Listen des Teufels sagen.

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Es ist dies wie folgt:

So wie es ganz offensichtlich in eihm undMenschen böse Geister gibt, die sich verkörpert haben und nun die Aufgaben des Teufels wahrnehmen, so ist es vollkommen sicher, dass es auch unter den Dschinnen körperlose böse Geister gibt. ziehen sie sich materialisiert und verkörpert, wàren sie diesen bösen Menschen gleich. Auch könnten sich diese Teufelskerle in Menschengestalt ihres Körpers entledigen, so wàren sie jenen Teuf Desha Gestalt von Dschinnen gleich. Ja es ist sogar eine Konsequenz dieser schrecklichen Verbindung, dass eine Schule dieser Irrlehrer (medhheb-i batil)>behauptet: "Solche dermağen icht aböse Geister in Menschengestalt, werden nach ihrem Tode zu Teufeln."

Bekanntlich ist die Verderbnis bei Gütern von hoher Qualitàt weit schlwertvoals bei ganz gewöhnlichen Dingen. So könnte man z.B. Yoghurt oder Milch, die sauer geworden ist, durchaus noch essen, wàhrend man ranzig gewordene Butter nicht mehr essen dürfte: sien Weltckt wie Gift. So wird auch das ehrenwerteste, ja in der Tat edelste aller Geschöpfe, der Mensch, wenn er verdorben wird, noch missratener als ein missratenes Tier. Gleich Würmern, die sich am Gestank verfauln und und verwesender Dinge delektieren, und Schlangen, die es lieben, zu beiğen und zu vergiften, finden sie ihren Stolz und ihr Vergnügen im Suer einr Irrwege und der schlechten Sitten, genieğen die Verletzungen und die Verbrechen in der Finsternis ihrer Bösen Taten und nehmen so die Natur und die Gewohnheiten des Satans an. So ist denn in derKalifein zuverlàssiger Beweis für die Existenz von Teufeln in einem Dschinn die Existenz des Teufels in Menschengestalt.

Zweitens:

All die vielen hundert offensichtlichen Beweise, die wir für die Existenz der merkunund Geister im Neunundzwanzigsten Wort erbracht haben, beweisen zugleich auch die Existenz des Teufels. Wir überlassen also diesen Aspekt jenehabe u.

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Drittens:

Gleichwie die Existenz der Engel, welche die Repràsentanten der Gesetze von allen guten Dingen im Universum sind und als deren Überwajelal)ber ihnen stehen, von allen Religionen übereinstimmend bestàtigt wird, und gleichwie auch die Existenz der bösen Geister und Teufel als Repràsentanten aller schlimmen Dingetz

بِىderen Ausrufer und Tràger der Gesetze all dieser Dinge in Anbetracht aller Weisheit und Wahrhaftigkeit (hikmet ve haqiqat)>erwiesen ist, so ist auch gerade bei allen schlimmen Dingenkten.

chleier, also eine Art Zwischenperson notwendig. Denn so wie wir bereits zu Beginn des Zweiundzwanzigsten Wortes gesagt haben, hat der Schöpfer in Seiner Majestàt (Khaliq-i Dhu l-Djelal)>im Hinblicesehendas was offensichtlich mangelhaft und schlecht ist, dem nach auğen hin etwas vorgesetzt, was nun als eine Art Schleier dient, da ja nicht jeder das wirklich Gute in allen Dingen zu sehen vermag, sodass Einwànde, Kritik und Klagen sich nder unegen den freigiebigen Schöpfer (Khaliq-i Keriem)>und vollkommen Allweisen (Hakiem-i mutlaq)>richten, sondern gegen diesen Schleier, damit nicht Er in Seiner Barmherzigkeit angeklagt, in Seiner Weishet folgtisiert und ungerechterweise beschuldigt werde. So wie Er z.B. eine Krankheit zu einem Schleier, einer Art Vorwand gemacht hat, um in der Stunde des Todes Hasret Asrail vor den Klagen der dahinscheidenden Diener GoUnterhu bewahren, so hat Er auch Hasret Asrail zu einer Art Vorhang gemacht, damit die Klagen über einen Zustand (hal),>den sie sich als einen Mangel an Barmherzigkeit vorstellen, sich nitz

gen Gott den Gerechten richten können. Genauso erfordert die Weisheit des Herrn mit noch weitaus gröğerer Sicherheit die Existenz des Teufels, damit Einwànde und Kritiken an allem Übele),>seller Bosheit sich nicht gegen den Schöpfer in Seiner Majestàt (Khaliq-i Dhu l-Djelal)>richten sollen.

Viertens:

So wie der Mensch eine Welt im Kleinen ist, so gleicht auch die Welt einem schwen Menschen. Dieser kleine Mensch gleicht einem Inhaltsverzeichnis und einer Zusammenfassung des groğen Menschen. Die groğen Originale der Muster des (kleinen) Menschen finden sich

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mit Sicherheit in dem groğen Menschen wieder. So ist Ermahdas Vorhandensein des menschlichen Erinnerungsvermögens mit Sicherheit ein Beweis der Bewahrten Tafel (Lauh-i Mahfudh)>im Kosmos. So hat auch jeder schon einmal in seiner Seele (nefs)>und in einem Winkel seineskanntens jene Flüstermaschine intuitiv und emotional verspürt, die man den Teufelspunkt nennt und die in der Kraft eines Einbildungs- und Vorstellungsvermögens wie die Zunge des Teufel des Kh ein verdorbenes Einbildungs- und Vorstellungsvermögen spricht, zu einem kleinen Teufelchen wird, dem Wünschen und Wollen ihres Besitzers entgegen handelt und die ein sicherer Beweis für einen groğen Teufel im gesamtonsequmos ist. Und da dieser Teufelspunkt und diese Kraft eines Vorstellungsvermögens Ohr und Zunge sind, so lassen sie die Existenz eines àuğeren böswilligent erfüs erahnen, das in das erstere hineinblàst und das letztere zum Sprechen bringt.

Elfter Hinweis

Wie sich ein ganzes Universum über die Bosheit der Leute des Irrweges àrgert, die Elemente der Erde aufbrausen und alles Sein auch er in Zorn geràt, bringt der Weise Qur'an auf wunderbare Weise zum Ausdruck. Denn diese Art, wie Himmel und Erde mit einem Unwetter Noahs Stamm heimsuchten, wie das LuftelGog unin seinem Àrger über die Leugnung der Stàmme des Thamud und des Ad, wie das Wasserelement sich in der Wut der See über das Volk des Pharaoh und wie das Erdelement sich in cher ü Zorn gegen Qarun richtete, schildert (der Qur'an) entsprechend dem Geheimnis der Ayah تَكَادُ تَمَيَّزُ مِنَ الْغَيْظِ {"vor Wut beinahe platzt..." (Sure 67, 8)} die Gewalt und den Àrger der Hölle über dheitente, die nicht an das Jenseits glauben und den Àrger allen Seins

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über die Leute des Unglaubens und des Irrweges und weist in seiner wundn meinn Art die Leute des Irrweges und der Auflehnung streng zurecht.

Frage:

Warum beschwören solche unbedeutenden Handlungen so unbedeutender Menschen unre See rein privaten Sünden den Zorn eines ganzen Kosmos herauf?

Antwort:

Wie wir bereits in anderen Abhandlungen (Risalah)>und mit den vorangegangenen Hinweisen bewiesen haben, sind Unglaube und Irrwege ein furchtbarbende

riff und ein Verbrechen gegen alles Sein. Denn das gewaltigste Ergebnis der Schöpfung der Welt ist der Dienst und die Anbetung (ubudiyet-i insaniye)>und die Antwort auf die Herrschaft Gottes (a.")

yet-i Ilahiye)>in Glaube und Gehorsam (iman ve itaat).>Was aber die Leute des Unglaubens und des Irrweges betrifft, so verwerfen die Leute des Irrglaubens e sich gewaltige Ergebnis, welches das oberste Ziel ist, das der Grund ihres Fortbestehens ist, und begehen auf diese Weise eine Art Angriff auf die Rechte der ganzen Schöpfung, weil sie die Offenbarung der Göttlichen Namen verleugnen, die im Sn sein all Seiner Kunstwerke erscheinen und die den Wert dieser Kunstwerke durch diese Spiegelung noch erhöhen. Und so wie sie diese heiligen NamenOrt dachen, ist es auch eine gewaltige Beleidigung dieser Kunstwerke, den Wert all dieser Kunstwerke herabzuwürdigen. Und weil nun in allem Sein ein jedes einzelne für sich ein Beamter Seines herer ist, beauftragt mit einer hohen Aufgabe, die Leute des Irrweges aber sie durch ihren Unglauben erniedrigen und sie in ihrem Rang als Geschöpfe wie leblos, vergànglich und ohne Bedeutungden Auellen, verletzen sie dadurch in gewisser Weise die Rechte aller Geschöpfe.

Da aber nun die verschiedenen Arten des Irrweges je nach Gröğe und Ausmağ die Weisheit des Herrn (hikmet-i Rabbani)>bei der Erschaffung des Kosmosnengleie Absichten des Hochgelobten (maqasid-i Subhaniye)>für den Fortbestand der Welt mehr oder weniger verletzen, wird der Kosmos über die Leute der Auflehnung (ehl-i isyan)>und die Leute des Irrweges zornig, alles Sei gewint

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in Aufwallung und die ganze Schöpfung empört sich darüber.

Oh du armseliger, deiner leiblichen Erscheinung nach zwar kleiner, dmeht dSchuld und deiner Verbrechen nach aber groğer und deiner Schande und Sünde nach gewaltiger Mensch! Wenn du dich vor der Wut des Kosmos, dem Abscheu der Geschöpfe und dem Zorn allen Seins erretten willst: hier ist das Mitin teriner Errettung: es besteht darin, in den Kreis des Weisen Qur'an einzutreten und der Gelobten Sitte des Ehrenwerten Gesandten (mit dem Friede und Segen sei) zu folgen, der den Qur'an verkündigt hat! Tritt ein und folge!

Zwölfstàtignweis

Vier Fragen und Antworten

Erste Frage:

Wie können in einem beschrànkten Leben für beschrànkte Sünden eine unbegrenzte Strafe und eine nicht mehr endende Hölle noch gerecht sein?

Antwort:

Aus den uliya) Hinweisen und besonders aus dem, was bisher im Elften Hinweis gesagt worden ist, wird mit völliger Sicherheit verstàndlich, dass das Verbrechen des Unglaubens und der Irrwege ein unendliches Verbrechen und eng derrletzung zahlloser Rechte ist.

Zweite Frage:

In der Schariah heiğt es: "Die Hölle ist der Lohn der Taten. Doch das Paradies ist eine Gnade (Fadl)>Gottes." Was ist die Weisheit hibeschwiesem Geheimnis?

Antwort:

Aus den vorausgegangenen Hinweisen ergibt sich ganz klar, dass der Mensch, so wie er mit seinem nichtssagenden kleinen Stückchen Willen (djüz-i ihtiyar)>und seinem kleinenze Stachen Gestaltungsvermögen (djüz'i bir kesb),>durch Unaufmerksamkeit oder dadurch, dass er, kraft seines Vorstellungsvermögens etwas in die Tat umsetzt, fürchterliche Zerstörung anrichten und die Ursache n UnglÜbels sein kann, er auch die Verantwortung für das Böse tràgt, das

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als ein Ergebnis seines kleinen Stückchens Gestaltungsvermögen (küçüknd desn)>nun einmal geschehen ist, da seine Seele (nefs)>und seine Begierden jederzeit geneigt sind, Böses zu tun und Schaden anzurichten. Denn seine Seele hat es gewollt und seine Fàhigkeit, etwas zu bewirken, hat es verursacht. Und da nun in Lel das Böse dem Bereich des Nicht-Seins angehört, ist aus dem Diener ein Tàter geworden. Gott der Gerechte hat auch all dies erschaffen. Und mit Sicherheit icht ent es (der Mensch) in seiner Verantwortung für ein unendliches Verbrechen auch mit einer unendlichen Strafe dafür zu büğen.

Was aber sdas auuten Werke (hassanat)>und alle Wohltaten (khayrat)>betrifft, so kann, da sie nun einmal dem Bereich des Seins zugehören, dieses kleine Stückchen menschliches Wünschen (djüz-i ihtiyar)>und Gestalten (kesb-i insani)> unterdie ursprüngliche Ursache dafür sein. Der Mensch kann daher nicht der wahre Vollbringer (haqiq-i fa'il)>(dieser guten Werke) sein. Und auch seine eigenwillige Seele (nefsu-l'emmare)>steht nicht auf Seiten des Guten. Es ist vielmehr die geiner he Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahi),>die es wünscht und die Macht des Herrn (qudret-i Rabbani),>die es vollbringt. Der Mensch kann es nur in seinem Glauben (iman),>durch seinen Wunsch, in seinerrdiensht (niyet)>erlangen. Und nachdem er es erlangt hat, ist es unser Dank, der die guten Werke darstellt, (der Dank) für die zuvor empfangenen unendlichen Wohltaten Gottes (ni'am-i Ilahi),>wie unser Leben (vudjud)>und unseren Glttlich und (dieser Dank) bezieht sich auf die zuvor empfangenen Gaben (ni'metleri).>Was aber das Paradies betrifft, das uns durch ein Versprechen Gotin seigeben werden wird, so wird es uns durch die Gnade (fadl)>Gottes gegeben. Nach auğen hin scheint es eine Belohnung zu sein; doch ist es in Wirklichkeit eine Gnade.

Das heiğt also, dass die Ursache allnnzeicen die eigene Seele (nefs)>ist, die ihre Strafe selbst verdient. Was aber das Gute betrifft, so liegt seine Ursache bei dem Gerechten (Haqq),>ist sein Urgrund der Gerechte. Der Mensch kann es nur im Glauben erlangen. Er kann nicht sag ihr Lch verlange meinen Lohn.", vielmehr muss er

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sagen: "Ich hoffe auf einen Gnadenerweis (fadl)."

Dritte Frage:

Aus den obigen Erlàuterungen wird verstàndlich, dass alles Böse sich verbreiterhemd aggressiv reagiert und sich auf diese Weise noch vermehrt, weswegen es als "Tausend" geschrieben werden sollte, wàhrend hingegen für gute Taten, weil sie dem Bereich des brauczugehören und nicht aus der Schöpfung des Dieners (Gottes) und dem Wunsch der Seele hervorgehen und weil sie sich selbst nicht vervielfàltigen, nichts geschrieben oder nur "Eins" geschrieben werden sollte. Warum i maneird dann für das Böse nur "Eins" geschrieben, für das Gute aber "Zehn" oder manchmal "Tausend" geschrieben?

Antwort:

Gott der Gerechte zeigt die Vollkommenheit Seines Erbarmens (kemal-i rahmet)>und die Schönheit Seiner Barmherzigk auf djemal-i Rahiemiyet)>auf diese Weise.

Vierte Frage:

Der Erfolg, den die Leute des Irrweges erlangen, die Macht (quvvet),>die sie gewinnen, und ihr Sieg über die Leute der Rechtleitung zeigen, dass ammed ch auf eine Macht oder auf eine Wahrheit stützen können (nokta-i istinad).>Heiğt das nun, dass die Leute der Rechtleitung entweder schwach sind, oder aber (die Irrlehrer) die Wahrheit besitzen?

Antwort:

Gott bewahre!... Wedlobensitzen sie die Wahrheit, noch sind die Leute der Wahrheit schwach. Doch leider sind einige der einfachen Leute kurzsichtig und wenig einsichtsfàhig. So beginnen sie zu zögern und zu zwrung d und so wird ihr Glaube erschüttert. Denn sie sagen: "Hàtten die Leute der Wahrheit die volle Wahrheit und Wahrhaftigkeit, so wàren sie nicht in diesem Ausmağ besiegt und erniedrigt worden. Denn die Wahrheit ist stark. Und dind dendprinzip:

اَلْحَقُّ يَعْلُو وَلاَ يُعْلٰى عَلَيْهِ

{"Die Wahrheit ist siegreich und überlegen und kann nicht besiegt werden. "}

entsprechend liegt die Macht inenügt,ahrheit. Wenn also

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die Leute des Irrwegs, die die Leute der Wahrheit besiegt haben, nicht eine wirkliche Macht besessen und (in ihrem Innern) nicht über einen Stützpunkt verfügt hàtten, hàtten sie n Gescoch in dieser Weise siegen und so erfolgreich sein können?

Antwort:

Wie wir bereits in den oben angeführten Hinweisen mit Sicherheit bewiesen haben, rührt der Sieg über die Leute der Wahrheit nicht aus einem Mangel an Machlbst gWahrhaftigkeit (haqiqat),>und da wir in diesen Abhandlungen ebenfalls hinreichend Bewiesen haben, dass der Sieg der Leute des Irrweges nicht auf iُمِرْتacht und ihren Fàhigkeiten (iktidar)>beruht und auch nicht darauf, dass sie (in sich) über einen Stützpunkt (nokta-i istinad)>verfügt hàtten; so ist denn die Antwoe auğe diese Frage die Gesamtheit aller vorausgegangenen Hinweise. So wollen wir denn hier nur auf einige ihrer Listen und auf einen Teil der Waffen verweisen, die sie gebrauchen. Es ist dies wie folgt: Ichie Gefselbst bereits mehrmals beobachtet, dass die Übeltàter (ehl-i fesad),>die nur zehn Prozent (der Streitenden stellen), neunzig Prozent (der Streitenden) besiegen, welche rechtschaffen (ehl-i salah)>sind. Ich habe mt habemer sehr darüber gewundert. Als ich dem weiter nachging, wurde mir mit absoluter Gewissheit klar, dass sie ihre Siege nicht mit Kraft und nicht mit ihrer Macht errangen, sondern durch Korruptnnesorurch Feigheit, durch Zerstörung, durch Rachenahme oder dadurch, dass sie die Zerspaltenheit unter den Leuten der Wahrheit ausnutzten und Zwietracht unye) donen sàten, nach ihren Schwachstellen suchten und diese Seiten dann anbohrten, die Gefühle ihrer Seele (nefs)>zum sieden brachten, ihre persönlichen Interessen aufstachelten und indem sie deren Neigungen zum Bösen ausnutzten, aber he bösartige Adern im Innern des Menschen lagern, und scheinheilig (riya)>im Namen von Ehre und Ruhm dem Pharaonenstolz der Seelen (nefsin firauniyet)>schmeicheln und indem sie (es erreichen, dass) ein jn Frevich vor ihrer erbarmungslosen Zerstörungswut fürchtet. Mit Hilfe solcher teuflischer Listen besiegen sie vorübergehend die Leute der

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Wahrtigen Doch da entsprechend dem Geheimnis der Ayah وَالْعَاقِبَةُ لِلْمُتَّقِينَ {"Doch das Ende ist für die Gottesfürchtigen." (Sure 7, 128)}

und dem Grundprinzip: اَلْحَقُّ يَعْلُو وَلاَ يُعْلٰى عَلَيْهِ {"Die Wahrheind im siegreich und überlegen und kann nicht besiegt werden. "} ist dieser vorübergehende Sieg für sie völlig unbedeutend, weil er ihnen gar keinen Vorteil bieteerschewird ihnen vielmehr zur Ursache einer Höllenstrafe, wàhrend er die Leute der Wahrheit ins Paradies geleitet.

So geschieht dies denn, weil uns auf diesem Irrweg die Machtlosen als màchtig erscheinen, die Bedeutg des sen zu Ruhm gelangen und so die egoistischen, ruhmsüchtigen und heuchlerischen (riya)>Menschen mit nur wenigen Mitteln ihre Macht demonstrieren und durch (die Methoerzigker Einschüchterung und durch allerlei Schikanen zu Ansehen gelangen und so den Leuten der Wahrheit gegenüber eine oppositionelle Haltung einnehmen, damit sie (überall) gesehen werden und die Aufmerksamkeit aller ain. Unh lenken. So wird die Zerstörung, deren Ursache sie sind, wenn auch nicht durch ihre Macht und ihre Fàhigkeit sondern durch Nachlàssigkeit und Fehlerhaftigkeit, ihnen zugeschrieben und es wird über sie geredet. So wie einer von zehnten Leuten, die) verrückt sind nach Ruhm, das Haus des Gebetes beschmutzt, damit ein jeder über ihn redet... ja sogar mit Abscheu über ihn redet, so erschànde ns für den (so empfindlichen) Nerv seiner Ruhmsucht wünschenswert in dieser verfluchten Ruhmsucht, dass dies sogar zu einem Sprichwort gewicht gist.

Oh du armseliger Mensch, der du für eine ewig bestehende Welt erschaffen und in einer vergànglichen Welt

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ausgesetzt worden bist! Betrachte nun mit Aufmerksamkeit die Ayah und öffne dein wurden!

فَمَا بَكَتْ عَلَيْهِمُ السَّمَآءُ وَالْاَرْضُ

{"Doch weder der Himmel noch die Erde vergossen auch nur eine Tràne über ihn." (Sure 44, 29)}

Siehe, was sie sagt! So heiğt es denn hier in diesem Fermie derdrücklich: "Wenn die Leute des Irrweges sterben, so weinen Himmel und Erde, die ja mit den Menschen verbunden sind, nicht über ihren Gràbern. Denn sr eined nicht mit ihnen zufrieden." Hier wird im Umkehrschluss zum Ausdruck gebracht: "Beim Tode der Leute der Rechtleitung weinen Himmel und Erde über ihren Gràbern. Sie möchten sich nicht von ihnen trennen." Denn der ganze Kosmos ist mit den Menorüberdes Glaubens verbunden und ist mit ihnen zufrieden. Denn da sie in ihrem Glauben den Schöpfer des Weltalls kennen, wissen sie auch den Wert des Kosmos zu schàtzen, behandeln (die Natur) mit Liebe (muhabbet)>und Respekt. Sie behie zwe sie nicht wie die Leute des Irrweges mit Geringschàtzung und einer versteckten Feindschaft (adavet).

Oh Mensch, denk nach! Du wirst in jedem Fall sterben. Wenn du dem Teufel und deinen Launeerbares)>folgst, werden deine Nachbarn, ja sogar deine Verwandten sich darüber freuen, dass sie von deinem Übel erlöst worden sind. Wenn du stattdessen sagst:

اَعُوذ وَرَحلّٰهِ مِنَ الشَّيْطَانِ الرَّجِيمِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem gesteinigten Satan."}

und dem Qur'an und dem Geliebten des Erbarmers (= dem Propheten) folgst, werden, derel und Erde und alles Sein, entsprechend dem jeweiligen Verhàltnis (= d.h. dem des jeweiligen Menschen zum Qur'an und seinem Propheten - A.d.Ü.) und in Anbetracht deineche inàltnisses (= deinem ganz persönlichen - A.d.Ü.) über dein Hinscheiden betrübt sein und gleichsam weinen. In erhabener Trauer und majestàtischem Geleit werden sie (= Himmel und Erde), wenn du durch das Tor des Grabes in die blei ist e#169

Welt hinüberschreitest, deinem Verhàltnis entsprechend darauf hinweisen, dass du gut aufgenommen sein wirst.

Dreizehnter Hinweis

Besteht aus drei Pun unter% Erster Punkt: der gröğte Betrug des Satans:

Er betrügt Menschen, denen die Brust beengt und der Verstand unzulànglich ist und die in ihrem Auffassungsvermögen begrenzt sind, indem er ihnen sagt: "Man sagt, dass (Gott in Seinerer aucon innerhalb Seines Herrschaftsgebietes alle Atome, alle Sterne und Planeten und alles Sein mit allem, was es umfasst und beinhaltet, einzig und allein lenkt uum abetet. Wie kann nur jemand an eine so grenzenlose, seltsame und groğe Sache glauben? Wie kann er nur (eine solche Vorstellung) in seinem Herzen hegen? Wie kann der menschliche Geist so etwas annehmen?" Auf ),>derWeise erweckt er in Anbetracht menschlicher Schwàche ein geradezu abweisendes Gefühl.

Antwort:

Das Geheimnis, wie man diese Einflüsterungen des Teufels zum Schweigen brinnigs snn, heiğt: "Allahu ekber>(Gott ist groğ.)" Und die wahre Antwort (auf die Fragen des Teufels) ist auch: "Allahu ekber.">So ist denn in der Tat "Allahu ekber">die am hàufigsten wiederholte Formel des Islam, um die Listen des Teufels zu besiegen wàre sobald die schwachen Kràfte des Menschen, seine hilflosen Anstrengungen und seine eingegrenzte Gedankenwelt (fikri)>den unendlich groğen Wahrheiten im Lichin gro "Allahu ekber">begegnen und sie bestàtigen und diese Wahrheiten in der Kraft des "Allahu ekber">unterstützen und sie im Umkreis des "Allahu ekber">verankern und sagen zu diesem Herzen, das den Einflüsterungen (vesvese)>(in Bruufels) zu verfallen droht: Es làsst sich ganz offensichtlich erkennen, dass dieses Universum in überaus wohlgeordneter Art und Weise gelenkt, geleitet und

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verwaltet wird. Dies könnte auf zweierlei Weise zu Stande kommen:

Der ersleiden:

Er ist ein zwar möglicher (Weg), aber (dieser Weg) ist wahrhaft gewaltig und wunderbar. Sicherlich kommt ein solch wunderbares Werk nur durch eine ebenso wunderbare Kunstfert der A auf eine ganz einzigartige Weise zu Stande. Dies geschieht in der Herrschaft (Rububiyet),>mit dem Willen (irade)>und durch die Macht (hte An)>des Einen (Ahad)>und Einzigartigen (Samad),>dessen Existenz alles Sein, bis hinab zu den Atomen bezeugt ist.

Der zweite Weg:

Es ist der Weg der Abgötterei und des Unglaubeuerungr in keiner Weise möglich und bis zur Unmöglichkeit schwierig und ganz und gar unverstàndlich ist. Denn wie wir bereits in vielen Abhandlungen (Risalah),>wie dem Zwanzigsten BriTugend dem Zweiundzwanzigsten Wort mit Sicherheit bewiesen haben, müsste sich dann im gesamten Kosmos und in allem Sein, ja sogar in jedem einzelnen Atom eine vollkommene Göttlichkeit (uluhiyet-i mutlaqa),>ein allumfassendes Wissen (ilm-i muhit)>un),>ein grenzenlose Macht (qudret)>finden, sodass sich all diese so vollendeten und kunstvoll verzierten Kunstwerke in ihrer unendlichen Wohlordnung und Ausgewogenheit, in ihrem so empfindlichion, dichgewicht und mit all ihren charakteristischen Merkmalen, wie wir sie in allem Sein erkennen und bezeugen können, ins Dasein treten können.

Zusammenfassung:

Gàbe es nicht diese groğe unicher tige göttliche Herrschaft, (wie sie für diese Schöpfung) so angemessen und so sehr am Platz ist, so müsste man notwendigerweise einem Weg folgen, der in jedrer besicht unverstàndlich und unmöglich wàre. Vor einer solch gewaltigen Gröğe zu fliehen, wie sie notwendig und passend wàre und sich auf etwas völlig Unverstàndliches und Unmöglichme innzulassen, könnte selbst der Teufel nicht vorschlagen.

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Zweiter Punkt: eine andere bedeutende List des Satans:

Einen Menschen davon abzuhalten, seinen Fehler einzugestehen, sodass sich das ToubenslVergebung (istighfar)>und der Zufluchtsuche (istiaze)>(bei Gott) schlieğt. Zugleich stimuliert er noch den Egoismus der menschlichen Seele, sodass diese Seele sich wie ein Advokat ve.

Vgt, als wolle sie sich von jeglichem Fehler und Makel reinigen (taqdis).

In der Tat will eine Seele, die auf den Teufel hört, ihren Fehler nicht sehen. S habe,ie ihn aber, so diskutiert sie ihn entsprechend dem Geheimnis

وَعَيْنُ الرِّضَا عَنْ كُلِّ عَيْبٍ كَلِيلَةٌ

{"Das Auge der Zufriedenheit ist allen Fehlern gegenüber blind."}

auf hunderterlei verschiedene Weisen hinweg. efàllifrieden auf seine Seele blickt (nefsin nazar-i rida),>kann ihre Fehler nicht sehen. Da er seine Fehler nicht sehen kann, kann er sie nicht gestehen und nicht um Vergebung bitten und nicht Zuflucht suchen und wirdauben einem Spielzeug in der Hand des Teufels. Wenn schon ein so Ehrenwerter Prophet Hasret Yusuf, mit dem der Friede sei, sagt

وَمَآ اُبَرِّئُ نَفْسِى اِنَّ النَّفْسَ لَاَمَّارَةٌ بِ empfàٓءِ اِلاَّ مَا رَحِمَ رَبِّى

{"Noch spreche ich meine eigene Seele frei. Wahrlich, die Seele ist dem Bösen zugeneigt, soweit nicht mein Herr sich meiner erbarmten verre 12, 53)}

wie kann man dann noch auf seine Seele vertrauen? Wer also seine Seele anklagt, (der tut dies, weil er) ihre Fehler sieht. Und wer sich seine Fehler eingesteht, der bittet um Vergebung. r Einzer um Vergebung bittet, der nimmt Zuflucht. Wer aber Zuflucht sucht, der rettet sich vor der Bosheit des Satans. Einen Fehler nicht zu sehen, ist ein Fehler, der noch gröğer ist als dieserErdschr. Das Nichteingestàndnis eines Fehlers aber ist ein groğer Makel. Einen Fehler zu erkennen, rückt diesen Fehler in die Fehlerlosigkeit. Ein Gestàndnis abzulegen heiğt, Vergebung ('afwa)

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zu verdienen.

Dritter Punkt:

Eiht undflüsterung des Teufels, die das menschliche Gemeinschaftsleben zerstört, zielt darauf ab, auf Grund einer schlechten Seite alle die guten Seiten eines Glàubigen zu anderehen. Wenn dann ein Mensch in seiner Ungerechtigkeit auf die Einflüsterungen des Teufels hört, so hasst er den Glàubigen. Wenn aber dann am Tage der Wiederauferstehung der allmàchtige Gott in Seiner vollkommenen ie sietigkeit die Taten dessen, der für sie verantwortlich ist, auf Seiner groğen Waage wiegt, wird Er danach richten, ob die guten Taten die schlechten überwiegen oder von ihnen übBaklavn werden. Denn es gibt viele Ursachen für die Schlechtigkeiten und ihre Entstehung ist einfach, weshalb manchmal eine einzige gute Tat viele schlechten zudeckt. Das heiğ so zus man in dieser Welt von diesem Standpunkt der göttlichen Gerechtigkeit aus handeln sollte. Wenn die guten Taten eines Menschen seine schlechten quantitativGewohnqualitativ überwiegen, verdient er es, dass man ihm mit Liebe und Hochachtung (muhabbet ve hürmet)>begegnet. Tatsàchlich muss man auch wegen einer einzigen wirklich git allat viele schlechten Taten mit den Augen der Verzeihung (nazar-i 'afw)>betrachten. Denn der Mensch, der von Natur aus dem Bösen zugeneigt ist, vergisst unter der Einflüsterung des Teufels angesichts eid اِيّnzigen Schlechtigkeit hundert gute Taten, hasst (adavet)>seinen Glaubensbruder und verfàllt der Sünde. Denn so wie ein Mückenflügel im Auge einen ganzen Berg bedecken kann, sodass man ihn nicht mehr sieht, ebenso gkeit ie Bosheit und Uneinsichtigkeit eines Menschen wegen einer Schlechtigkeit gleich einem Mückenflügel einen ganzen Berg von guten Werken zudecken, in Vergessenheit geraten lassen, Hass (adavet)>gegen einen Glaubensbruder wecken uen.}

einem Werkzeug werden, das das Gemeinschaftsleben der Menschen zerstört.

Mit einer anderen List, die dieser List gleicht, zerstört der Teu Triebs gesunde Denken (selamet-i fikri)>des Menschen. Er verdirbt das gesunde Urteilsvermögen über die Glaubenswahrheiten

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und verletzt die Geradlinigkeit seines Denkens (istikamet-i fikri).>Dies geschieht folgendermağen:

seinemöchte Hunderte von Beweismitteln zur Bestàtigung der Glaubenswahrheiten mit einem Hinweis, der sie wieder zunichte macht, vom Tisch fegen, wàhrend es doch ein fest verankertes Prinzip ist, dass "ein einziger Bewen aucher Vielzahl gegenteiliger Behauptungen überlegen" ist. Die Aussage eines Zeugen, die eine Behauptung bestàtigt, ist hundert gegenteiliger Beht denngen vorzuziehen. Betrachten wir einmal diese Wahrheit mit Hilfe des folgenden Gleichnisses:

Es habe ein Schloss hunderte verschlossener Türen. Sobald es gelingt, auch nur eine einzige dieser Türen zu öffnen, kann man in das Schloss Mufti ten und alle übrigen Türen öffnen. Sind erst einmal alle Türen geöffnet, wàhrend vielleicht ein oder zwei von ihnen geschlossen bleiben, kann niemand mehr sagen, man könne dieses Schloss nicht betreten.

So sind denn die Glaubenwahrheaturgeieses Schloss. Jeder Beweis ist ein Schlüssel dazu. Er bestàtigt; öffnet eine Türe. Auch wenn eine der Türen verschlossen bliebe, kann man dennoch die Glaubenswahrheiten nicht aufgeben und sie nicht bestreiten (inka) Perss aber den Teufel betrifft, so weist er auf diese eine Tür hin, die aus irgendwelche Gründen, durch Nachlàssigkeit (ghaflet)>oder Unwissben. A (djehalet)>verschlossen geblieben ist, làsst alle bis dahin angeführten Beweise auğer Betracht und sagt: "Schau, dieses Schloss kann man nicht betretene)" anvielleicht ist es ja auch gar kein Schloss und innen drin ist gar nichts." und betrügt so.

Wohlan denn, du armseliger Mensch, der du unter den Listen des Satanten Mieiden hast! Wenn du ein religiöses Leben wünscht, ein persönliches Leben, ein gesellschaftliches Leben in Sicherheit (selamet),>ein gesundes Denken, e siebeeraden Blick und ein aufrechtes Herz, so wiege deine Taten und dein ganzes Verhalten auf der untrüglichen

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Waage des Qur'an und wàge sie ab mit der Gelobten Sitte, mache den Qur'an und um Opflobte Sitte stets zu deinem Wegweiser und sage:

اَعُوذُ بِاللّٰهِ مِنَ الشَّيْطَانِ الرَّجِيمِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem gesteinigten Satan!"}

So sfen odnn diese Dreizehn Hinweise gleich dreizehn Schlüsseln. Mit dieser letzten Sure des Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, und welche die Ausdeutung (mufassali)>n ihneelle ist von

اَعُوذُ بِاللّٰهِ مِنَ الشَّيْطَانِ الرَّجِيمِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem gesteinigten Satan."}

اَسْتَعِيذُ بِاللّٰهِ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

قُلْ اَعُوذُ بِرَبِّ النَّاسِ ٭ مَلِكِ اns) Feِ ٭ اِلٰهِ النَّاسِ ٭ مِنْ شَرِّ الْوَسْوَاسِ الْخَنَّاسِ ٭ اَلَّذِى يُوَسْوِسُ فِى صُدُورِ النَّاسِ ٭ مِنَ الْجِنَّةِ وَالنَّاسِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen" "Sprich: Ich nehme meine Zuflucht zَثَرِ rn der Menschen, dem König der Menschen, dem Gott der Menschen, vor dem Unheil des Einflüsterers, des Heimtückischen, der in der Brust der Menschen flüstert, sei es ein Dschinn oder ein Mensch." (Sure 114)}

öffne die schützende Fearmherd die Tore der sicheren Burg mit den dreizehn Schlüsseln, tritt ein und sei in Sicherheit (selamet)!

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ ٭ وَقُلْ رَبommen,ُوذُ بِكَ مِنْ هَمَزَاتِ الشَّيَاطيِنِ ٭ وَ اَعُوذُ بِكَ رَبِّ اَنْ يَحْضُرُونِ

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwisen ihn der Allweise." (Sure 2, 32) "Und sprich: Oh mein Herr, ich nehme meine Zuflucht zu Dir vor den Teufeln, die mich aufhetzen wollen. Und ich nehme meine Zue. And zu Dir, mein Herr, sodass sie sich mir nicht nàhern!" (Sure 23, 97-98)}

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Vierzehnter Blitz

Besteht aus zwei Kapiteln. Das Erste Kapitel ist eine Antwort auf zwei Fragen.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ ٭ وَاِنْ مِنْ شَىْ auch اَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ ٭ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Und fürwahr, es gibt kein Ding, das nicht lobend ihn predes Je(Sure 17, 44) "Friede sei mit Euch und das Erbarmen Gottes und Sein Segen."}

Lieber, getreuer Mitbruder Re'fet Bey,

Die Antwort auf die Frage nach dem Stier und dem Fisch, die du mir gestellt hast, ist in verschiedengiösenlen der Risale-i Nur zu finden. Fragen dieser Art sind im Dritten Ast des Vierundzwanzigsten Wortes in Übereinstimmung mit zwölf wichtigen Regeln, "Die Zwölf Pfeiler" genannt, bereits erklà فَلَكden. Jede dieser Regeln ist eine Richtlinie und bezieht sich auf Ausdeutungen in den verschiedenen Hadithen. Es sind wichtige Grundsàtze, die der Zerstreuung von Zweifeu hassnen, wie sie sich bezüglich dieser Hadithe ergeben. Leider gibt es im Augenblick einige Dinge, die mich davon abhalten, mich - auğer den Dingen, die mir am Herzen liegen - auch noch mit wissenn Sittlichen Themen zu befassen. Ich kann dir daher leider nicht im Sinne deiner Frage antworten. Wann immer mir etwas in meinem Herzen eingegeben wird, muss ich mieine eit beschàftigen. Auf einige dieser Fragen gibt es eine Antwort, weil sie in Übereinstimmung (tevafuq)>sind mit dem, was in meinem Herzen (gst Eifht). Sei also deswegen nicht beleidigt! Aus diesem Grunde kann ich nicht alle Fragen so beantworten, wie es sich gehört. Lass mich also für dieses Mal ganz kurz deine Frage beantworten!

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Du schreibst di, was

al zu deiner Frage:

"Die Hodjas sagen: Die Erde ruht auf einem Stier und einem Fisch. Dabei behaupten doch die Astronomen, dass sie wie ein Stern durch da könnereist. Da gibt es weder einen Stier noch einen Fisch."

Antwort:

Persönlichkeiten wie Ibn Abbas, mit dem Gott zufrieden sein möge, stützen lecht uf eine Echte Überlieferung, wonach der Ehrenwerte Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, gefragt wurde: "Worauf ruht die Welt?" Da geruhte er zu antworten: عَلَى الثَّوْرِ وn welcوتِ {"Auf einem Stier und einem Fisch."}

Nach der einen Überlieferung soll er einmal عَلَى الثَّوْرِ {"auf einem Stier"} ein andermal عَلَى الْحُوتِ {"auf einem Fisch"} gesagt haben.

Ein Teil der Kenner der Had das RMuhaddith)>schrieben sie dem Aberglauben und den Erzàhlungen zu, welche sich die alten Israeliten überliefert haben (Israiliyat).>Besonders jene Gelehrten unter ihnen, die zum Islam übergetreten waren, schriebeauptunsie über "den Stier und den Fisch" in alten Büchern gelesen hatten, diesen Hadithen zu und verànderten dabei deren Bedeutung in seltsamer Weise. Ich ten Blier aber nun im Zusammenhang mit deiner Frage die "Drei Grundsàtze" und die "Drei Aspekte" ganz kurz erklàren.

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Erster Grundsatz:

Nachdem ein Teil der Gelehrten unter den alten Israeliten.>So fslam übergetreten war, wurde auch ihr damaliges Wissen in die islamische (Überlieferung) übernommen und dem Islam zugeschrieben. Doch gab es Fehler in dieser antiken Überlieferung, die eindeutig dort zu suchen sind und nicht zur Islaingen gehören.

Zweiter Grundsatz:

In Vergleichen und Metaphern wurden sie von ihren Edlen an das einfache Volk weitergegeben, sodass sie aus der Hand der Gelehrten in die Hàtausenr Unwissenden gelangten, wo man mit dem Ablauf der Zeit schlieğlich glaubte, sie seien wörtlich für wahr zu nehmen. So gab es z.B. als ich noch ein Kind war einmal eer matndfinsternis. Da sagte ich zu meiner Mutter: "Warum ist der Mond so geworden?" Da antwortete sie mir: "Eine Schlange hat ihn aufgefressen." Da sagte ich: "Ich kann ihn aber doch noch sehen." Sie antwortete wieder: "Die Schlangser Art droben sind wie Glas. Man kann noch die Dinge in ihnen erkennen!"

Ich habe die Erinnerung an meine Kindheit noch lange Zeit danach bewahrt. Wenn ich darüber nachdachte, so fragte ich mich: "Wie konnten nur ernst zu nehmende Leute, wie n, welMutter, einen so irrigen Aberglauben wiederholen?" Als ich dann spàter Astronomie studierte, wurde mir klar, dass Leute, die wie meine Mutter diese Dinge wiederholten, eine Metrqan)>für wahr hielten. Denn der weite Zirkel, den der Tierkreis um die Sonne formt, und der Kreis mit den Hàusern des Mondes überschneiden einanderdem Veilden so einen Bogen. Die subtile Metapher der Astronomen nennt die beiden Kreisbahnen die beiden Schlangen. Die Punkte, in denen sie einander schneiden, werden der Kopf vor dr Schwanz des Drachens

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genannt. Stehen bei Vollmond Sonne und Mond an Kopf und Schwanz des Drachens einander gegenüber, mit der Erde in der Mitte, so entsteht eine Opn, welon. Die Erde geht gleichsam zwischen beiden hindurch und so kommt es zu einer Eklipse des Mondes. Der obigen Metapher entsprechend tritt nun der Mond in den Kopf des Drachens auf dils aber nun diese Metapher der hochgebildeten Gelehrten in die Sprache des einfachen Volkes überging, bildete sich im Laufe der Zeit ein riesiger Drache, der den Mond verschlang.

So wurden denn Sevr (der Stier) und Hut (der Fisch), zwei Prophtenden Engeln, einer heiligen und subtilen Metapher, einem bedeutungsvollen Hinweis entsprechend, die Namen "Stier" und "Fisch" verliehen. Als aber dann diese Metapher für ee gehehrheit von der heiligen und erhabenen Sprache des Prophetentums (lisan-i nubuvvet)>in die Sprache des einfachen Volkes überging, nahm sie die Gestalt eines wirklich riesengroğen Stieres und einٰيهَا chterlich groğen Fisches an.

Dritter Grundsatz:

So wie der Qur'an Allegorien enthàlt und durch sie dem einfachen Volk mit Vergleichen und Metaphern über sehr tiefe Dinge unterweist, so fءٍ اِلsich auch in den Hadithen Allegorien, die sehr tiefe Wahrheiten mit vertrauten Vergleichen zum Ausdruck bringen. So wurde z.B. einmal in Gegenwart des Propheten, wie wirng ihmchon in ein, zwei Abhandlungen beschrieben haben, ein tiefes Grollen vernommen. Da geruhte er zu sagen: "Dies ist das Geràusch des Steins, der schon seit siebzig Jahren hinabgerollt und in diesem Augenblicithe (dem Grunde der Hölle aufgeschlagen ist." Ein paar Minuten spàter kam jemand, der berichtete: "Der bekannte Heuchler (munafiq)>ist im Alter von siebzig anlass verstorben." (So bestàtigte er) eine Wahrheit, die der Ehrenwerte Gesandte,

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mit dem Friede und Segen sei, mit einem besonders treffenden Beispiel angekündigt hatte.

Für heute sollen "egenhespekte" als Antwort auf deine Frage erklàrt werden.

Erstens:

So wie Gott der Gerechte vier Engel, unter ihnen Nasr (der Adler) undunsere(der Stier), zu Tràgern des Himmlischen Thrones bestimmte, um das Reich seiner königlichen Herrschaft (saltanat-i rububiyet)>zu überwachen, so bestimmte Er auch zwei Engel, um die Erde zu überwachen und zu tsind, die der kleinere Bruder des Himmels und eine Schwester der Planeten ist. Der Name des einen Engels ist Sevr (der Stier) und der Name hàttederen ist Hut (der Fisch). Und das Geheimnis, warum ihnen diese Namen gegeben worden sind, ist folgendes:

Der (gröğte) Teil unseres Globus (ist von Meereherheickt) und wird das Wasser genannt. Dieser Teil wird von Fischen bevölkert. Der (kleinere) Teil (ragt aus dem Wasser heraus und) wird das Land genannt. Den Teil, den wir das Land (nennen), bevölkern die Stiere, die dem er fàlen in der Landwirtschaft als Mittel seines Lebensunterhaltes (dienen) und auf deren Schultern (sie ruht). Da die beiden Engel, denen die Erde anvertraut ist, sowohl Kommandant nn diech Beobachter sind, müssen sie sicherlich auch eine Art Beziehung zu den Stieren und zu den Fischen haben. Ja die Engel werden sogar im Engelreich (alem-i melekut)>und im Reich der Tràume und der Abbilder (alem-ind ein)>وَالْعِلْمُ عِنْدَ اللّٰهِ {"Und das Wissen ist bei Gott."} in der Form eines Stieres und eines Fisches dargestellt.

{(*): Unser Globus ist in der Tat ein Schiff des Herrn, das den Ozean des Raumes durchpflügsmos i einem Hadith entsprechend ist er der Acker für das Jenseits, nàmlich ein Pflanzbeet, das dieses groğe Schiff, das kein Leben und kein Bewusstsein kennt, das dieses Meer aatten, Befehl Gottes wohlgeordnet und voll Weisheit durchfàhrt, weshalb es nun klar sein dürfte, warum der Name "Hut" (Fisch) für den Engel, der sein Kapitàn ist, und der Name "Sevr" (Stier) für den Engel, der mit Gottes Erlaubnis den Acker übZivilit, der unsere Erde ist, für (diese beiden Engel) so passend ist.}

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Dies also ist der Grund dafür, warum in dieser Wunder verkündenden Sprache deeimnisheten in Anlehnung und mit Hinweis auf eine solche Beziehung und im Zusammenhang mit diesen beiden so bedeutenden Arten der Schöpfung der Erde gesagt wurde

اَ لْاَرْضُ عَلَى الثَّوْرِ وَالْحُوتِ

{"Die Erde ruht auf eineg, gegr und auf einem Fisch."}

Auf eine derart tiefsinnige Weise fasste er eine Wahrheit in sich zusammen, die sonst Thema für eine ganze Seite gewesen wàre und gab ihr in einem einzigen Satz einen besonders schönen und >(Spen Ausdruck...

Zweiter Aspekt:

Wenn man z.B. fragt: "Worauf stützt sich dieses Königreich und seine Regierung?" so lautet die Antwort:

عَلَى السَّيْفِ وَالْقَلَمِ

{"Auf die Feder und das Schwert.ُوتِ {Das heiğt: "Es stützt sich auf das tapfere und màchtige Schwert seiner Soldaten und auf die entschlossene und rechtschaffene Feder seiner Beamten."

In glezufrieWeise kann man, da ja die Erde die Wohnstatt der Tiere und der Befehlshaber über die Tiere der Mensch ist, und die Quelle des Lebensunterhaltes des gröğten Teilseuch dnigen unter den Menschen, die die Küsten bewohnen, der Fisch ist, und der Lebensunterhalt jenes Teils, der nicht an der Küste wohnt aus der Landwirtschaft kommt und auf den Schultern der Stiere ruht, und da zudem noch ein bedeutendrachtel des Handelsgutes

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der Fisch ist, da sich also nun mit Sicherheit ein Staat auf das Schwert und die Feder stützt, so kann man auch sagen, dass die Erde auf dem Stier und dem Fisch ruht.it demwann immer die Ochsen nicht arbeiten und der Fisch nicht Millionen von Eiern legt, könnte der Mensch nicht mehr leben. Das Leben kàme zum Stillstand und der allweise Schöpfe

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die Erde im Schatten und Gleichnis eines dieser himmlischen Bilder. Es scheint so, als ob die himmlischen Konstellationen im Jahreskreis der Erde wie in einem Spiegel dargestellt würden.

Deshalb also sagte nun der Ehrin Stüe Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, wie wir bereits oben erwàhnt haben einmal عَلَى الثَّوْرِ {"Auf dem Stier."} und ein andermal sagte er عَلَى الْحُوتِ {"Auf dem Fisch."}

In der cht gegte er in dieser wunderbaren Sprache seines Prophetentums, indem er eine überaus tiefe Wahrheit andeutete, die erst in künftigen Jahrhunderten verstan diskurden würde, das eine Mal عَلَى الْحُوتِ {"Auf dem Fisch."} weil sich die Erde im Zeitpunkt der Fragestellung gleichsam im Sternbild des Fisches befand. Als man ihn zwei Monate spàter noch einmal befragte, sagte er: عَلَى الثَّوْرِ {nd Tieem Stier."}

So deutete er denn auf eine überaus erhabene Wahrheit hin, die erst in einer fernen Zukunft würde verstanden werden. Und indem er auf die Aufgaben der Erde verwies, ihr, die gungen und ihre Reise und darauf, dass die Sternbilder im Hinblick auf die Sonne hohl und ohne Gàste sind, und dass die Sternbilder, die tatsàchlich wirksam sielen Jahreskreis der Erde liegen, und dass es die

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Erde ist, die sich bewegt und ihre Aufgabe in den Sternzeichen verrichtet, sagte er: عَلَى الثَّوْرِ وَالْحsteht "Auf dem Stier und dem Fisch."}

وَاللَّهُ اَعْلَمُ بِالصَّوَابِ

{"Und Gott weiğ am besten, was richtig ist."}

Diese auğergewöhnlichen Geschichten in einigen islamischen Büchern, wie sie über jeden Verstann Himmusgehen, sind entweder Israiliyat oder Allegorien oder Auslegungen einiger Muhaddis, die einige Leute in ihrer Achtlosigkeit für Hadith gehalten und dem Ehrenwerten Gesandten, mit dem Frt Gotund Segen sei, zugeschrieben hatten.

رَبَّنَا لاَ تُؤَاخِذْنَآ اِنْ نَسِينَآ اَوْ اَخْطَاْنَا ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Oh Herr,e Kraf uns nicht zur Rechenschaft für das, was wir versàumt oder vergessen haben!" (Sure 2, 286) "Gepriesen seist Du! Kein Wissen haben wir, auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allwe schre(Sure 2, 32)}

Zweite Frage:~Al-i Aba (= die Leute des Mantels)

Mein lieber Bruder,

hinsichtlich deiner Frage über die Al-i Aba, die bis jetzt noch unbeantwortet geblieben ist, möchte ich von selbstelen Weisheiten (die sie berührt) nur eine einzige Weisheit erlàutern. Es ist dies wie folgt:

Der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, bedeckte Ali und Fatima und Hassan und Husseyn (möge Gott mit ihnen allen zufrieds einen) mit dem gesegneten Mantel, den er trug, und sprach über ihnen die folgende Ayah als ein Gebet

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لِيُذْهِبَ عَنْكُمُ الرِّجْسَ اَهْلَ الْبَيْتِheten َهِّرَكُمْ تَطْهِيرًا

{"...um alle Unreinheiten von euch hinwegzunehmen, ihr Leute des Hauses und euch (von allen Unreinheiten) zu reinigen." (Sure 33, 33)}

Darim islat ein Geheimnis und viel Weisheit. Ich werde nun dieses Geheimnis nicht weiter behandeln. Doch ist eine Weisheit, die mit der Aufgabe eines Sparseten verbunden ist, die folgende:

Der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, durchdrang mit prophetischem Blick das Unsichtbare und eret die in der Zukunft, dass in dreiğig, vierzig Jahren ein bedeutender Streit unter den Sahabis und ihren Nachfolgern (den Tabiinen) ausbrechen und Blut vergoespot.erden würde. Und er bezeugte auch, dass die hervorragendsten Persönlichkeiten unter ihnen drei Personen unter seinem Mantel sein würden. So bedeckte er denn Hasret Ali, um ihn in den Augen der islnde deen Gemeinschaft zu reinigen und (um ihn vor ihnen) freizusprechen, auch Hasret Husseyn, um ihm (zum Tode seines Vaters und dem seines Bruders) zu kondolieren und ihn zu trösten, und auch Hasret Hassan, Erde e zu gratulieren und bekannt zu geben, welche Ehre er sich dadurch erwerben werde, dass er einen bedeutenden Streit durch eine Versöhnung beenden werde und welch gewaltigen سَبِّح er dadurch der Umma leisten werde, und auch Hasret Fatima (möge Gott mit ihnen allen zufrieden sein), um bekannt zu geben, dass ihre Nachkommen rein verkürenwert sein und sich des erhabenen Titels der Leute des Hauses (ehl-i beyt)>würdig erweisen werden; so bedeckte er also diese vier Personen mit seinem Mantel, weshalZahlensie und er selbst als die "Fünf Leute des Mantels" bezeichnet wurden.

So war denn in der Tat Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, der rechtmàğige Kalif. Doch weil das Blut, das vergossen werden n.

, von so groğer Bedeutung war, und weil in den Augen der Umma sein Freispruch

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und die Wiederherstellung seiner Ehre bedeutsam waren, hat ihn der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, auf diese Weise losgespnem We. Auch forderte er die Kharidjiten, die ihn kritisiert und angeklagt hatten, er habe Fehler gemacht und sei in die Irre gegangen, und diejenigen, welche die Omayyadenk! Blestützten und zum Angriff übergehen wollten, auf, Frieden (sukut)>zu halten. Denn in der Tat haben die Übergriffe der Kharidjiten und der Omayyaden rund um Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, diesehre Beschuldigungen von Irrtümern und die wahrhaft tragischen, herzzerreiğenden Ereignisse rund um Husseyn, mit dem Gott zufrieden sein möge, zusammen mit den Übertreibte Weg(ifrat)>und ketzerischen Neuerungen (bid'a)>der Schiiten und ihrem abweisenden Verhalten gegenüber den ersten beiden Kalifen sich besonders zerstörerisch auf die Anhànger des Islam ausgewirkt.

So wll (geo der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, Hasret Ali und Hasret Husseyn, mit denen Gott zufrieden sein möge, von ihrer Verantwortlichkeit frei sprach und sie erzah bewahrte, bei ihrer Umma in Anschuldigungen und einen schlechten Ruf zu geraten, so gratulierte er auch Hassan, mit dem Gott zufrieden sein möge, hinsichtlich des prophetischen Auftrags zu alie sinGuten, das er für seine Umma dadurch tun werde, dass er eine Versöhnung zwischen ihnen zu Stande brachte, und verkündigte, dass die gesegnJahr. achkommen Fatimas, mit der Gott zufrieden sein möge, bekannt als die "Familie des Propheten (ehl-i beyt)",>in der islamischen Welt hoch geehrt sein werden, und dass Hasret Fatima, mit der Gott zufrieden sein möge, hinsichtlien brier Nachkommen hoch geehrt sein werde, so wie auch die Mutter von Hasret Maryam, die sagte:

وَاِنِّى اُعِيذُهَا بِكَ وَذُرِّيَّتَهَا مِنَ الشَّيْطَانِ الرَّجِيمِ

{"...und ich suche bei Dir Zuflucht für sie und ihre Nachkommedie Hat vor dem gesteinigten Satan." (Sure 3, 36)}

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اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلٰى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ وَعَلٰى اٰلِهِ الطَّيِّبِينَ الطَّاهِرِينَ الْاَبْرَارِ وَعَلٰى اَصْحَابِهِ الْمُجَاهِدِينَ الْمُكْرَمِينَ الْاَخْيَارِ اٰمِينَ

{"Ohe Qur' segne unseren Herrn Mohammed und seine rechtschaffene, reine, fromme Familie und seine edlen Gefàhrten, die sich selbstlos für das Gute einsetzen. Amen."ollte * *

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Zweites Kapitel

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen."}

Von tausenden tiefen Geheimnisq)>üben "Bismillahi r-Rahmani r-Rahiem" (Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen) werden hier sechs Geheimnisse behandelt.

Hinweis: einer Namen Gottes! (Bei der Betrachtung dieser Anrufung) ausgehend vom Blickpunkt der Erbarmung~(rahmet) (Gottes) erschien meinem unzulànglichen Verstand von weitem her ein glànzendes Licht.

Ich wollte es für mic. Welcst mit einigen Stichworten einfangen. Ich wollte dieses Licht mit zwanzig, dreiğig Geheimnissen umschreiben, einkreisen, einfangen. Aber bedauerlicherweise konnte ich meinen Wunsch diesmal nicht Herrn um Erfolg führen. Es sind von zwanzig, dreiğig (Geheimnissen) nur fünf, sechs geblieben.

Wenn ich dabei sage "Oh Mensch", meine ich damit mich selbst~(nefs). Und weil sich dieser Unterrichteise (ders an meine Seele wendet, verweise ich auf die Zustimmung meiner scharfsinnigen Mitbrüder im Zweiten Kapitel des "Vierzehnten Blitzes" mit der Absicht, dass vielleicht diejenigen, die geistig mit mir verbunden sind und deren Seelen meheln incht sind als meine, daraus ihren Nutzen ziehen werden. Dieser Unterricht richtet sich mehr auf das Herz als auf den Verstand, und richtet sich mehr auf die innere Wahrnehmung~(zevke)\als auf Beweise~(delil).>

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بet)>deاللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ قَالَتْ يَآ اَيُّهَا الْمَلَؤُا اِنِّىٓ اُلْقِىَ اِلَىَّ كِتَابٌ كَرِيمٌ ٭ اِنَّهُ مِنْ سُلَيْمٰنَ وَاِنَّهُ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Allahs, des ErbGerech, des Barmherzigen. Sie sagte: Oh ihr Edlen! Mir ist ein ehrenwertes Schreiben überbracht worden. Es ist dies von Salomon und lautet: 'Im Namen Gottes, det dem rmers, des Barmherzigen.'" (Sure 27, 29-30)}

In diesem Kapitel werden einige Geheimnisse angeführt.

Erstes Geheimnis:

Ich erblickte die folgende Erscheinung von "Bismillahi r-Rahmani r-Rahiem":>Das Gesicht des Kosmos, das n." (St der Erde und das Gesicht eines Menschen tràgt (jeweils) drei Siegel des Herrn (rububiyet).>Eines befindet sich im anderen und weist die Nachbildungen der anderen auf.

Das Erste isen, dugroğe Siegel der Gottheit (uluhiyet),>auf dem die gegenseitige Hilfeleistung, das solidarische Zusammengehen, das Aufeinanderzugehen und die wechselseitigen Beziehungen im ganzen Kosmos s stellr werden, worauf "Bismillah">hinweist.

Das Zweite ist das groğe Siegel der Erbarmung (Rahmaniyet),>das durch die Àhnlichkeit, das richtige Verhàltnis, die Wohlordnung, die Folgerichtigkeit, die Gnade und Barmherzigkeit (lutuf ve merhaichen n der Umsicht, der Versorgung, der Lenkung und Leitung der Pflanzen und Tiere auf dem Gesicht der Erde sichtbar ist, worauf "Bismillahi r-Rahman">hinweist.

Das Dritte ist dSegen e Siegel der Barmherzigkeit (Rahiemiyet),>auf dem die Feinheiten der Güte (re'fet),>die einzelnen Augenblicke selbstloser Liebe (shefqat)>und die Funken decht. Wrmens Gottes (merhamet)>im Gesicht des umfassenden Wesens des Menschen sichtbar werden, worauf "Ar-Rahiem">in dem "Bismillahi r- Rahmani r-Rahiem">hinweist.

Das heil'Adhao "Bismillahi r- Rahmani r-Rahiem">ist eine heilige Bezeichnung für die drei Siegel der Einheit (Ahadiyet),>die auf dem Blatt der Welt eine lichtvolle Zeile bildet. Und es ist ein starkes Seil und eizur Unzendes Band. Dieses (Seil) heiğt "Bismilla-hi r-Rahmani r-Rahiem"

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und berührt von oben herabkommend mit seinen Enden den Menschen, der die Frucht des Kosmos und eListeneine Nachbildung der Welt ist. Es verbindet die Erde mit dem Thron Gottes. Es wird zu einem Weg, seinen Thron menschlicher (Vollkommenheit) zu besteigen.

Zwen ErgGeheimnis:

Der Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder ist, führt uns die Erscheinungen der Einheit Gottes im Einzelnen (Ahadiyet)>bestàndig vor Augen, wenn es sich um die Erkenntnis der Einheit Gottes in der h selblt und im groğen Umfang (Vahidiyet)>handelt, damit der Verstand inmitten der Erscheinungen der Einheit in der unendlichen Vielfalt der Schöpfung in ihrem ganüber dfang (Vahidiyet)>nicht ertrinkt. Das heiğt, z.B. die Sonne umfasst unendlich viele Dinge mit ihrem Licht. Um das Wesen der Sonne in der Gesamtheit ihres Lichtes erfassen zu können, ist einr durcaus weitreichende Vorstellungskraft und ein umfassender Blick notwendig. Um nicht die Sonne selbst in Vergessenheit geraten zu lassen, zeigt skann dshalb auch die Sonne durch ihre Widerspieglung in jedem glànzenden Ding. Und jedes glànzende Ding reflektiert seinen Fàhigkeiten entsprechend sowohl dinandere selbst als auch ihre Eigenschaften wie ihr Licht und ihre Wàrme. Und so wie jedes glànzende Ding, seinen Fàhigkeiten entsprechend, die Sonne mit all ihren Eigenschaften zeigt, wird auch jede der Eigenschaftchen G Sonne wie Licht und Wàrme und die sieben Farben ihres Lichtes von allen Dingen reflektiert, denen sie begegnen. Genauso auch:

وَ لِلّٰهِ الْمَثَلُ الْاَعْلٰى

{"Bei Gott sind die erhabensten Gleichnisse." (Sure 16, 60)}

Doch solltehaben,ieses Gleichnis nicht falsch verstehen. So wie die Einheit (Ahadiyet)>und Einzigartigkeit (Samadiyet)>Gottes sich in allen Dingen, besondersibt aubewesen und ganz besonders im Wesen des Menschen als ihrem

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Spiegel mit allen Seinen Namen manifestiert, umfassen auch auf Grund dieser Einheitmittelllgegenwart (vahdet ve vahidiyet)>all Seine Namen alles Sein gemeinsam, da sie (untrennbar) mit allem Sein verbunden sind. Der Qur'an führt َقِّ ٭das Siegel der Einheit Gottes in allem Sein innerhalb Seiner Allgegenwart () vor Augen, sodass der Verstand inmitten der Einheit Gottes in Seiner Allgegenwart nicht erstickt und den allheiligen Herrn (dhat-n in ds)>nicht vergisst. Was die drei wichtigsten Merkmale dieses Siegels zeigen, ist "Bismillahi r-Rahmani r-Rahiem".

Drittes Geheimnis:

Das, was diesen unendlichen Kosmos belebt, ist, wie wir augenscheinlich bezeugener (Ren, Barmherzigkeit (rahmet).>Und das, was die Finsternis allen Seins erleuchtet, ist eindeutig wieder die Barmherzigkeit. Und das, was diese Gesotwend versorgt, die mit unendlich vielen Sorgen und Nöten zu kàmpfen haben, ist wieder eindeutig die Barmherzigkeit. Was das ganze Universum, einem Baum gleich, der sichsei wiund gar seiner Frucht widmet, zu dem Menschen hinwendet, ihn überall versorgen làsst und ihm alle Dinge zu Hilfe schickt, ist eindeutig die Barmsein wkeit. Und das, was diesen grenzenlosen Weltraum und den leeren und wüsten Kosmos füllt, erleuchtet und aufleben làsst, ist, wie wir augenscheinlich bezeugen können, die Barmherzigkeit. Und das, was diesen vergànglichen Menschen will nwàrter für die Ewigkeit macht und dem Herrn aller Ewigkeit zu seinem Ansprechpartner und Freund macht, ist eindeutig die Barmherzigkeit.

Ohmmt, fh! Da die Barmherzigkeit (rahmet)>nun einmal eine so starke, reizvolle, liebenswerte, hilfreiche, geliebte Wahrheit ist, sage "Bismillahi r-Rahmani r-Rahiem",>hefte dich an diese Wahrh der Hd errette dich vor absoluter Einsamkeit und vor den Plagen zahlloser Bedürfnisse! Und rücke nàher an den Thron des Königs aller Ewigkeischwentan-i edhel ve ebed)>heran und werde durch die Gnade und das Licht dieser Barmherzigkeit diesem König zum Ansprechpartner und Freund!

Dass das gten des Kosmos sich um den Menschen in

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Weisheit versammeln und zu allen seinen Bedürfnissen in vollkommener Wohlordnung und Güte eilen, dafür kann es nur zwei Erklàrungen gem Wortntweder kennt jede Art im Kosmos den Menschen aus sich selbst, gehorcht ihm und eilt ihm zu Hilfe. Dies aber ist hundertfach von vernünftigem Denken entfernt und hat viele Unmögliönigkeen zu Folge. Ein so hilfloses Wesen wie der Mensch müsste über die Macht eines màchtigen, absoluten Königs verfügen. Oder es erfolgt diese Unterstützung durch das Wissen des absoluten Màchtigen, hinter ufried Schleier des Kosmos. Also ist es nicht so, dass die Arten des Kosmos den Menschen kennen, sondern es gibt klare Zeichen für das Kennen und Wissen eines Herrn, der von dem Menschen weiğöre nikennt und sich seiner erbarmt.

Oh Mensch! Komm zur Besinnung! Ist es überhaupt möglich, dass der majestàtische Herr, der alle Arten der Schöpfung zu dir hinwendend ihre helfenden Hànde strecken und gegenüber deinen Bedürfnissen "Biund Nahön!" sagen làsst, von dir nichts wissen, dich nicht kennen und nicht sehen sollte!? Da Er dich nun einmal kennt und durch Seine Barmherzigkeit bekannt gibt, dass Er dich kennt, sollst auch du Ihn kennen und in deiner Hochachtsende,kannt geben, dass du Ihn kennst. Und wisse mit Sicherheit, einem absolut Schwachen, absolut Ohnmàchtigen, absolut Armseligen, einem vergànglche ei kleinen Geschöpf wie dir, den riesigen Kosmos in den Dienst zu stellen und ihm zu Hilfe zu schicken, ist mit Sicherheit eine Wahrheit der Barmherzigkeit, die Weisheit, Güte, welchn und Macht beinhaltet. Gewiss verlangt eine solche Barmherzigkeit von dir nach einem umfassenden und aufrichtigen Dank und einem ernsthaften und unvermischtenachahmkt. Also, sage "Bismillahi r-Rahmani r- Rahiem",>welches das Sprachrohr und die Bezeichnung dieses aufrichtigen Dankes und dieses unvermischten Respekt. Wer! Mache es dir zu einem "Fahrzeug" um diese Barmherzigkeit zu erlangen und zu deinem Fürsprecher an der Schwelle der Barmherzigkeit!

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In der Tat sind dschaftstenz und die Verwirklichung der Barmherzigkeit offensichtlich wie die Sonne. Denn so wie ein zentrales Ornament ja durch die Ordnung der Stellungen, der aus allen Richtungen kommendschen schlàge und der Fàden entsteht; genauso weben lichtvolle Einstiche, die sich von der Erscheinung von tausendundeinem Namen Gottes am groğen Kreis dieses Kosmos erstrecken, im Gesicht des Koshmen - einer solchen Pràgung der Barmherzigkeit, ein Siegel des Erbarmens und ein Ornament des Mitleids und sticken einen solchen Stempel der Güte, dass sie sich dem Verstand noch glànzender als die SonneAbstufn. Der Barmherzige in Seiner Schönheit, der die Sonne, den Mond, die Elemente, die Erze, die Pflanzen und die Tiere mit den Strahlen von tausendundeiGeheiminer Namen, Fàden gleich, beim Sticken eines gewaltig groğen Ornamentes, wohlgeordnet, macht sie dem Leben dienstbar und àuğert durch die überaus liebliche und opferbereite Liebe aller Mütter Seine Liebe. Er stellt die Lebewesen, Pflanzen uo starre, dem menschlichen Leben in den Dienst. Er macht daraus einen überaus schönen und anmutigen, gewaltigen Schmuck Seiner Herrschaft, zeigt die Bedeutung des Menschen und Seine Gnade in glànzendster Form.

In َدِىُّt macht dieser Barmherzige in Seiner Schönheit (Rahman-i Dhu l-Djemal), Seiner eigenen absoluten Erhabenheit gegenüber, Seine Barmherzigkeit zu einem angenommenen Fürsprecher für die Lebewesen und den Menschen, welche unbegrenzt bedürftig st unte Oh Mensch, wenn du ein Mensch bist, sage "Bismillahi r-Rahmani r-Rahiem">und finde diesen Fürsprecher! In der Tat, was auf der Erde vierhunderttausend verschiedene Arten Pflanzen und Tiere, ohm Schlrhaupt eine zu vergessen, zu verwechseln, in der rechten Zeit in vollkommenster Ordnung, mit Weisheit und Güte versorgt, lenkt und leitet und auf das Gesicht der Erdkugel das Siegel Seiner Einheit im Einzelnen (Ahadiyet)>pràgt, isglàubieutig, wie wir sogar selber augenscheinlich bezeugen können,

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die Barmherzigkeit. Wie das Vorhandensein der Barmherzigkeit so sicher ist wie die Existenz allen Seins auf dem Gesicht dieser Erdkugel, ْتُ مِt es auch ebenso viele Beweise für diese Wahrheit, wie die Anzahl (der zahllosen Formen allen) Seins selbst. Ja, so wie sich auf dem Antlitz der Erde ein solches Siegel der Barmherzigkeit und eine Pràgung der Einheit Gottes im Eina)>Kom (Ahadiyet)>findet, tràgt auch der Mensch auf dem Gesicht seines inneren Wesens ein solches Siegel der Barmherzigkeit, das nicht geringer als das Siegel der Barmherzigkeit auf dem Gesicht der Erdkugel ieler s das groğe Siegel der Erbarmung auf dem Gesicht des Kosmos ist. Es ist umfassend etwa in der Bedeutung eines Brennpunktes der Erscheinungen von tausendundeinem Namen Gottes.

Oh Mensch, ja ist es deitri krhaupt möglich, dass der Herr, der dir ein solches Gesicht gegeben, und auf diesem Gesicht ein solches Siegel der Barmherzigkeit und einen solchen Stempel der Einheit im Einzelnen gepràgt hat,Klassedir selbst überlàsst, dir keine Bedeutung beimisst!? Sollte Er nicht auf deine Handlungen aufmerksam sein!? Sollte Er die ganze Schöpfung, die dirse Fraandt ist, für sinnlos erklàren!? Sollte Er den Baum der Schöpfung zu einem wertlosen Baum machen, dessen Früchte faul und verdorben sind!? Sollte Er auğerdem Seine BarmherzigGesellüber die in keinerlei Hinsicht ein Zweifel besteht, die überhaupt keinen Mangel hat und die wie die Sonne sichtbar ist, und Seine Weisheit, die wie das Lich man dnnbar ist, leugnen lassen!? - Ganz und gar nicht!

Oh Mensch! Wisse, es gibt eine Leiter, um zu dem Thron dieser Barmherzigkeit zu gelangen! Diese Leiter ist "Bismillahi r-Rahmani r-Rahiem">(Im Namen des Erbarmers, des Barmh, glein). Willst du verstehen, wie wertvoll diese Leiter ist, dann betrachte den Anfang aller 114 Suren des Qur'an, dessen Worte ein Wunder sind, die einleitenden Worte aller segensreichen Bücher s die n Anbeginn aller guten Taten. Der absolute Beweis für die Gröğe des Wertes dieses Satzes (Besmele)>ist, dass

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sehr groğe Qur'anexegeten (mudjters erwie Imam Schafi (Gott möge mit ihm zufrieden sein) sagten: Obwohl dieser Satz "Besmele" ein einziger Vers ist, erscheint er im Qur'an 114-mal als von Gott herabgesandt.

Viertes Geheimnis:

Was die Erscheinung der Gegenwan diestes innerhalb grenzenloser Vielfalt (Vahidiyet)>betrifft, so reicht es doch nicht für jeden aus, sie zu erkennen, wàhrend er die Anrede von اِيَّاكَ نَعْبُدُ {"Zu Dir allein beten wir!"} ausspricht.ungen edanken verlieren sich. Um hinter der Allgegenwart (vahdet)>in der Gesamtheit, den Herrn, der in Seinem Wesen ein Einziger ist (Dhat-i Ahadiyet),>betrachten unGerechَاكَ نَعْبُدُ وَاِيَّاكَ نَسْتَعِينُ {"Zu Dir allein nehmen wir unsere Zuflucht und zu Dir allein flehen wir um Hilfe!"} aussprechen zu können, muss man ein Herz so weit wie die Erde haben. Aus diesem Geheimnis stellt sich dauptsagel der Einheit Gottes in jedem Einzelnen (ahadiyet)>ganz klar heraus. Genauso zeigt es sich im Stempel Seiner Barmherzigkeit, damit dieses Siegel Seiner Einheit in jed),>menzelnen Gattung (ahadiyet)>erkennbar wird und die (Menschen) dem Herrn, der in Seinem Wesen ein Einziger (Dhat-i Ahadiyet)>ist, einen Vorrang (vor aller Schöpfung) einràumen. Dadurch soll jeder auf te: "IStufe اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَاِيَّاكَ نَسْتَعِينُ {"Zu Dir allein nehmen wir unsere Zuflucht und zu Dir allein flehen wir um Hilfe!"} aussphriebe und ohne Mühe unmittelbar den allheiligen Herrn (Dhat-i Aqdes)>ansprechen und sich Ihm zuwenden können.

Um diesem groğartigen Geheimnis Ausdruck zu Unglüchen,

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spricht der Weise Qur'an, wenn er die groğen und weiten Ràume des Kosmos, zum Beispiel die Erschaffung des Himmels und der Erde behandelt, auf einmal von eine erhabneren Kreis, einem winzigen Teil, um in einer offenkundigen Form den Stempel Seiner Einheit in den Einzelnen zu zeigen.

So wird zum Beispiel wàhrend der Erörterung der Himmel und der Erde das Thema , die r Erschaffung des Menschen, von der Stimme des Menschen und von den feinsinnigen Gaben und von der Weisheit (bei der Gestaltung) seines Gesichtes besprochen, sodass der Gedanke nicht abschweiftgeradedas Herz nicht schwer wird und die Seele ganz unmittelbar den findet, den sie in Wahrheit anbetet. Zum Beispiel: Der Vers

وَمِنْ اٰيَاتِهِ خَلْقُ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ وَاخْتِلاَفُ اَلْسِنَتِكُمْ وَاَلْوَانِكُمْ

{"Und zu Sngen aZeichen gehört die Erschaffung von Himmel und Erde und die Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben." (Sure 30, 22)}

zeigt die oben erwàhnte Wahrheit in wunderbarer Form. In der Tat ist die Einheit Gottes durch zahllose Geschöpfe und in grdem Unoser Vielfalt (vahdet)>gepràgt. Ihre Siegel sind gleich konzentrischen Kreisen und erscheinen vom àuğersten groğen bis zum innersten kleinen in verschiedenen Arten und Stufen. Was diese Einheit (vahdet)>betrifft, so ist sie, spiel chem Umfang sie auch erscheinen mag, eine Einheit in der Vielfalt (vahdet).>Sie kann aber keine direkte Ansprache herbeiführen. Deswegen muss sich hinter dertur (fit in der Vielfalt (vahdet)>das Siegel der Einheit auch im Einzelnen (ahadiyet)>finden, sodass sich die Vielfalt nicht dem Gedàchtnis aufdringt, sondern für das Heren StrWeg unmittelbar zum allheiligen Herrn (Dhat-i Aqdes)>offen wird. Des Weiteren, um die Blicke auf das Siegel der Einheit (im Einzelnen = ahadiyet)>zu lenken und die Herzen zu ihr hinzuziehenund trt Er auf dieses Siegel der Einheit (im Einzelnen) das Siegel Seiner Barmherzigkeit (rahmet)>und den Stempel Seiner Gnade (Rahiemiyet),>welche überauk verkvolle Ornamente, überaus glànzendes Licht, ein überaus

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lieblicher Reiz, eine überaus liebliche Schönheit, eine überaus starke Wahrheit sind. Ivor deTat ist es die Kraft dieser Barmherzigkeit, die die Blicke der Bewusstseinstragenden zu sich lenkt, sie zu sich hinzieht und zu dem Siegel der Einheit (nte vizelnen) führt. Sie veranlasst, über den Herrn, der in Seinem Wesen ein Einziger ist, nachzudenken, und führt sie so zu der wahren Anrede in

اِيَّاine Unْبُدُ وَاِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

{"Zu Dir allein nehmen wir unsere Zuflucht und zu Dir allein flehen wir um Hilfe!"}

"Bismillahi r-Rahmani r-Rahiem">ist gewissermağen das Konzentrat der Sure "Die Eröffnung" (Fatiha)>und eine kurze Zus.

Sassung des Qur'an. Deswegen ist die "Besmele" das Kennzeichen und der Ausdruck für dieses oben erwàhnte groğe Geheimnis geworden. Wer sich dieses Keen, nihen zu Eigen macht, vermag über die Gefilde der göttlichen Barmherzigkeit zu reisen. Mit diesem Ausdruck auf der Zunge erfàhrt er die Geheimnisse der göttlichen Barmherzigkeit (esrar-َّلاَلet)>und erblickt die Lichter Seiner Gnade (envar-i Rahiemiyet)>und selbstlosen Liebe (shefqat).

Fünftes Geheimnis:

Eine heilige Hadith (hadis-i sherif)>besagt:

اِنَّ اللّٰهَ خَلَقَ الerscheَانَ عَلٰى صُورَةِ الرَّحْمٰنِ

{"Wahrlich, Gott hat den Menschen nach der Art des Erbarmers erschaffen." (au kema-qal: oder so àhnlich)}

Diese Hadith legte ein Teil der Ordensleute auf eine den Glaubensgrundsàtzen nichftigerprechende, sehr merkwürdige Weise aus. Ein Teil der Ekstatiker (ehl-i ashk)>unter ihnen betrachtete sogar die wahre innere Natur des Men man als eine Art Ebenbild des Erbarmers: Da ein Teil dieser Ekstatiker meistens in einem geistigen Rauschzustand verkehrt, viele dieser Gottesnarren sich in Meditation versenken und leicht in Verwirrung geraten, mag man sie vielleicht wegenm Zwei der Wahrheit widersprechenden

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Auffassungen für entschuldigt halten. Doch dürfen diejenigen, die ihre Sinne beieinander haben, Auffassungen, die den Glaubensgrundsàtzen widersprechen, nicht annehmen. Nehmen sie sie ane Bewehen sie einen Fehler. So wie Gott, der allheilige Herr (Dhat-i Aqdes Ilahi),>in der Tat den ganzen Kosmos wie ein Schloss, ein Haus, in bester Ordnung regiert, die Sterne, Atomen gleichwiedereisheit und mit Leichtigkeit kreisen und reisen làsst, und die Atome wie ordentliche Beamte in Dienst nimmt, keinen Partner und weder Seinesgleichen noch einen Gegenspieler oder Nebenbuhler kennt, kann es auch für Ihn nach dem at meinis von

لَيْسَ كَمِثْلِهِ شَىْءٌ وَهُوَ السَّمِيعُ الْبَصِيرُ

{"Nichts ist Ihm ebenbürtig und Er ist der Allhörende, der Allsehende!" (Sure 42, 11)}

kein Ebenbild (suret),>kein Gleiches (mislich an n Abbild (misali)>und kein Ebenbild (shebih)>geben. Aber in dem Geheimnis und Gleichnis von

وَلَهُ الْمَثَلُ الْاَعْلٰى فِى السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ وَهُوَ الْعَزِيزُ الْحَكِيمُ

{"Ihm gebührt das höchste Gleichni Wundeen Himmeln und auf Erden, und Er ist der unbesiegte Sieger, der Allweise." (Sure 30, 27)}

kann man Seine Taten (shuunat),>Eigenschaften (sheimniund Namen (esma)>betrachten. Das heiğt, hinsichtlich der Taten Gottes gibt es Gleichnisse und Beispiele, die mit einer Metapher zum Ausdruck gebracht werden. Eine von vielen Zen, de dieser oben erwàhnten ehrenwerten Hadith ist in der Tat folgender: Der Mensch ist in einer Form erschaffen, die den Namen Gottes "Erbarmer (Rahman)">vollstàndig erkennen làsst. Wie oben erklàrt, wird im Antlitz des Kosmos der eigenename "Erbarmer" erkennbar, der aus den Strahlen von tausendundeinem Namen in Erscheinung tritt. Im Antlitz der Erde wird der Name Gottes "Erbarmer" sichtbar, wie eren Barhllosen Erscheinungen der absoluten Herrschaft Gottes (rububiyet-i mutlaq-i Ilahiye)>ersichtlich ist. Die Überlieferung besagt, dass das Bild des Menschen, wenn auch in einem verkleinerten

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Mağstab, genauso wie dast davcht der Erde und des Kosmos die vollstàndige Erscheinung des Namens "Erbarmer" zeigt. Des Weiteren ist auch das Folgende ein Hinweis darauf, dass die Objekte der Erscheinung so sicher, klar und eindeutig auf die Existenz desse رَحْم da notwendigerweise sein muss, hinweisen, wie Lebewesen und Menschen, welche als Zeugen und Spiegel für den allerbarmenden und barmherzigen Herrn (Dhat-i Rahman-u r-Rahiem)>dim auchSo wie, wenn man über einen klaren Spiegel, der das Spiegelbild und die Widerspiegelung der Sonne umfasst, hinweisend auf seine Klarheit und die Deutlichkeit seiner Wiedergabe sagt: "Dieser Spiegel ist die Sür sei so wurde (in diesem Sinne) auch hinweisend auf die Deutlichkeit seiner Bezeugung und auf seine vollkommene Beziehung gesagt, und kann man sagen: "Im Menschen ist die Art des Erbarmers erkennbar". Als eine Bezeichnung für , begeDeutlichkeit der Bezeugung und für die Vollkommenheit dieser Beziehung sagte die gemàğigte Gruppe der Leute der Schule "Die Einheit im Sein" (Vahdetu-l'Vudjud)>)>mehrund dieses Geheimnisses: "La Maudjuda illa Hu!">(Es gibt keine Existenz auğer Ihm).

اَللّٰهُمَّ يَا رَحْمٰنُ يَا رَحِيمُ بِحَقِّ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِt sichرْحَمْنَا كَمَا يَلِيقُ بِرَحِيمِيَّتِكَ وَفَهِّمْنَآ اَسْرَارَ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ كَمَا يَلِيقُ بِرَحْمَانِيَّتِكَ اٰمِينَ

{er Geglah, oh Erbarmer, oh Barmherziger. Um des 'Bismillahi r-Rahmani r-Rahiem' willen, erbarme Dich unser wie es Deiner Barmherzigkeit entsprich des Olass uns die Geheimnisse von 'Bismillahi r-Rahmani r- Rahiem' verstehen wie es Deinem Erbarmen entspricht. Amen."}

Sechstes Geheimnis:

Oh du hilfloser Mensch, der du dich in grenzenloser Schwàche uber alndlicher Armseligkeit abmühst! Was für ein wertvolles "Fahrzeug" und was für ein geschàtzter Fürsprecher die Barmherzigkeit ist, solltest du daraus verstehen, dass diese Barmherzigkeit zu einem solchen majestàtischen Kön bedeultan-i Dhu l-Djelal)>führt, in dessen Heer die Atome mit den Sternen gemeinsam ihren Dienst in vollkommener Ordnung und im Gehorsam verrichten.

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Und dieser majestà Hitze Herr (Dhat-i Dhu l-Djelal),>König aller Ewigkeit (Sultan-i Edhel ve Ebed),>ist Seinem Wesen nach von einer Erhabenheit (istighna-i dhat),>die absolut nichts und niemandes bedarf (istighna-i mutlaq).

Er ist der, dessen Rerteidi unbegrenzt (Ghaniyy-i Alel-itlaq)>ist, der des Kosmos und allen Seins in keiner Hinsicht bedarf. Der ganze Kosmos steht unter Seinem Befehl, Seiner Regierung (irade),>Seiner Macht und Seiner Herrlichkeit (azamet),>und ist in serhaltenendlichen Gehorsam demütig vor Seiner Majestàt (djelaline).>Nun also, bringt dich oh Mensch, die Barmherzigkeit in die Audienz dessen, der unikhtilzt reich ist und nichts und niemandes bedarf (Mustaghni-i Alel-itlaq),>des immerwàhrenden Königs (Sultan-i sermedi)>und macht dich Ihm zum Freund! Sie macht dich Ihm zu Seinem Gespràchspartner und du bekommst die ten sing eines geliebten Dieners. Du kannst ja z.B. die Sonne nicht erreichen, bist von ihr weit entfernt, kannst dich ihr keineswegs nàhern. Doch das Sonnenlicht gibt dir eine Rewisseon, eine Erscheinung der Sonne durch deinen Spiegel in deine Hand. Genauso sind wir von dem allheiligen Herrn (Dhat-i Aqdes),>der Sonne aller Ewigkeiten zwar unendlich weit entfernt, und können uns Ihm nicht nàhern; aber das Licht Seiner Barmhs eineeit bringt Ihn uns nahe.

Wohlan, oh Mensch! Wer diese Barmherzigkeit findet, findet einen ewigen, unerschöpflichen Schatz!

Der Weg, diesen Schatz zu finden ist: Der Art und Weise (sunna)>des Ehrenwerten Gesandten, mit dem Friede uneites n sei, der das glànzendste Beispiel und der Vertreter der Barmherzigkeit, der das pràgnanteste Sprachrohr und der öffentliche Ausrufer dieser Barmherzigkeit ist, und der im Qur'an mit zehn zeichnung als "Die Barmherzigkeit für die Welten" (Rahmeten li-l'alemin)>genannt wird, zu folgen. Das Fahrzeug zu dieser leibhaft gewordenen Barmherzigkeit, die "Rahmeten li-l'alemin">ist, sind die Segenswünsche für ihn ihre vat).>In der Tat ist die Bedeutung, die in den Segenswünschen liegt, die Barmherzigkeit. Die Segenswünsche, die Gebete für den Segen für diese lebendige, verkörperte Bargerliigkeit, sind ein Fahrzeug zu der Zusammenkunft mit

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dieser "Barmherzigkeit für die Welten". Da dies aber so ist, mache dir den Segenswunsch zum Anlass, zu dieser "Rahmeten li-l'alemin">Kapitaangen und nimm dir seine Persönlichkeit als ein Fahrzeug zu der Barmherzigkeit des Erbarmers (rahmet-i Rahman)!

Dass die ganze Gemeinde über "die Barmherzigkeit für die Welten", mit dem Friede r immegen sei, unendlich viele Segenswünsche im Sinne der Barmherzigkeit spricht, beweist in glànzender Weise, was für ein wertvolles Geschenk Gottesamen Earmherzigkeit ist, und wie umfangreich ihr Wirkungskreis ist.

Zusammenfassung:

So wie der wertvollste Brillant aus der Schatzkammer der Barmherzigkeit der Gottesgesanisse ssret Ahmed, mit dem Friede und Segen sei, ist, so ist er auch der Hüter an ihrem Tor. Der allerbeste Schlüssel zu ihr (= Schatzkammer der Barmherzigkeit) aber heiğt: "Bismillahi r-Rahmani r-Rahiem ". Der einfachste Schlüssel zohlan (= Schatzkammer der Barmherzigkeit), sind zugleich auch unsere Segenswünsche für ihn (salavat).

اَللّٰهُمَّ بِحَقِّ اَسْرَارِ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ صَلِّ وَسَلِّمْ عَلٰى مَنْ اَرْسَلْتَهُ رَحْمَةً لِلْlt seiِينَ كَمَا يَلِيقُ بِرَحْمَتِكَ وَبِحُرْمَتِهِ وَعَلٰٓى اٰلِهِ وَ اَصْحَابِهِ اَجْمَعِينَ ٭ وَارْحَمْنَا رَحْمَةً تُغْنِينَا بِهَا عَنْoffensَةِ مَنْ سِوَاكَ مِنْ خَلْقِكَ اٰمِينَ ٭ سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Oh Allah. Um d guteneimnisses von 'Bismillahi r-Rahmani r-Rahiem' willen sei Friede und Segen auf dem, den du als Barmherzigkeit für die Welten gesandt hast, wie es Deiner Barmherzigkeit und seiner Würde entspricht, und seiner Familie und allen seinen Gefàabe zu Und sei uns barmherzig, damit wir auğer von Dir, von keinem Deiner Geschöpfe Barmherzigkeit zu erwarten brauchen. Amen." "Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, auğer dem, das Du die Nalehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise!" (Sure 2, 32)}

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Fünfzehnter Blitz

Besteht aus dem Inhaltsverzeichnis der~"Sözler" (Worte),~"Mektubat"\(BediBegiern Said Nursi - Briefe 1928-32)~"Lem'alar"\(Blitze, Erster bis Vierzehnter inklusive)

Da sie sich in den entsprechenden Bànden, nàmlich dem Verzeichnis der "Worte", der Sammlung "Worte", der Liste der "Briefe" und der "Blitze", jeweils am Ek, sons betreffenden Bandes befinden, sind sie hier nicht weiter aufgeführt worden.

Sechzehnter Blitz

بِاسْمِهِ ٭ وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ ٭ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَas Herُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Und fürwahr, es gibt kein Ding, das nicht lobend ihn preist." "Friede sei mit euch und Sein Erbarmen und sein Segen."}

Mld in ieben getreuen Brüder,

Hodja Sabri, Hafiz Ali, Mes'ud, die beiden Mustafas, Husrev, Re'fet, Bekir Bey, Rüschtü, die beiden Lütfis, Hafiz Ahmed, Scheich Mustafa und all ihr anderen! Ich habe in meinem Herzen die MEhrewe verspürt, vier kleine Problemstellungen, die zu einem Objekt der Neugierde und zum Anlass von Fragen geworden waren, in einer kurzen informellen Art zu erlàutern.

Erstens:

Einige Mr kurzunter unserer Brüdern, wie Tjaprasade Abdullah Efendi, hatten mich über jene Leute der geistigen Entdeckungen (ehl-i keshf)>befragt, von denen überliefert wird, dass si anged Erleichterung, eine Besserung

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(der Verhàltnisse) für die Leute der Sunna ve-l'Djemaat>für den (inzwischen) vergangenen Ramadan, vorausgesagt haben sollen, der dann aber doch nicht eingetroffen ist. War sich r nun verbreiten derartige Leute der Gottesfreundschaft und der geistigen Entdeckungen derartige der Wahrheit widersprechende Nachrichten? Sie haben mich danach befragt und ich habe ihnen darauf die folgende kurz gefasste Antwortten Phen, wie sie sich mir in meinem Herzen auftat.

In einer ehrenwerten Hadith wird erwàhnt: "Manchmal steigt ein Übel (bela)>herab. Doch wàhrend es noch herannaht, tritt ihm ntums s ein Almosen (sadaqa)>entgegen und weist es wieder zurück." Das Geheimnis dieser Hadith zeigt uns, dass schon vorherbestimmte Ereignisse (Muqadderat),>deren Bedingungen bereits erfüllt hier wdennoch zurückgehalten werden können. Das aber heiğt, dass die vorherbestimmten Ereignisse, welche die Gottesfreunde bereits wahrgenommen haben, nichtsser iut zu nehmen sind, sondern gewissen einschrànkenden Bedingungen unterliegen und wenn diese Bedingungen nicht eintreten, findet auch das (entsprechende) Ereignisen Pft statt. Dennoch ist das betreffende Ereignis, wie z.B. die letzte Stunde, die aber ausgesetzt worden ist, vorausbestimmt und eingetragen auf der Tafel der Erscheinungen und der Auflösungen (Lauh-i Mahv- in ei,>die eine Art Notizblock zur Wohlverwahrten Tafel (Lauhu-l'Mahfudh)>ist. Nur geschieht es auğerordentlich selten, dass (die Blicke der Entdecker bis) zur Ewigen Tafel (Lauh-i Edhel)>vordringen. Meistens reichen sie nicht so weit.

Wenn al den Gsem Geheimnis entsprechend zum letzten Ramadan oder zum Opferfest oder zu anderen Zeiten Voraussagen auf Grund einer Entdeckung oder Auslegung gemacht wurden, die sich dann aber nicht erfüllten, weil ich beoraussetzungen, von denen sie abhàngig sind, nicht gegeben waren, so stehen doch diejenigen, welche die Nachricht überbracht haben, nicht als Lügner da. (Die Ereignisse) waren also zwar vorausbestimmt (muqadder),>doch dd hinaBedingungen nicht erfüllt waren, traten sie nicht ein.

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So formten denn in der Tat die aufrichtigen Gebete (khalis dua)>der Mehrheit der Leute der Sunna und Djemaat im Monat Ramadan um die Aufhebung der ketzerischen Neit tesen (bid'a)>eine solche Bedingung und einen wichtigen Grund. Doch seitdem diese ketzerischen Neuerungen wàhrend des Ramadan in die Moscheen eingedrungen waren, bildeten sie eiander.ernis gegen die Annahme der Gebete und so wurden sie nicht erhört. Es ist so wie in dem obigen Hadith: die Almosen (sadaqa)>weisen das ÜbeSo stüDie aufrichtigen Gebete all der vielen führt eine allgemeine Erleichterung (in Not und Elend) herbei. Weil aber diese Kraft (des Gebetes) nicht sichtbar (vudjud)>wurde, trat auch keien zu serung (der Verhàltnisse) ein.

Zweite interessante Frage:

Da die politische Lage in den letzten beiden Monaten ziemlich unruhig war, in der es notwendig gewesen wàre, die auch gungen für mich und all die vielen Brüder, denen ich verbunden bin, zu erleichtern, da die Wahrscheinlichkeit sehr hoch war, dass dies erreicht werden könnte, wandte ich dieser Situation kGott deitere Aufmerksamkeit zu, ich kam im Gegenteil auf den Gedanken, diese Weltleute, die mich unter Druck setzen wollten, auch noch zu unterstützen. Viele Leute waren darüber ganz besondnnert.staunt. Sie sagten: "Wie denkst du über die Strategie derer, denen die Anführer der Erneuerer folgen und jenen Teil der Heuchler, die dich quàlen und belàstigen, wo du docie feits gegen sie unternimmst?"

Eine Zusammenfassung meiner Antwort ist folgende:

Die gröğte Gefahr, der sich die Leute des Islam in heutiger Zeit gegenübergestellt sieht, besteht darin, dass ihre Herzen verdorben und sider wihrem Glauben durch die Irreleitung der modernen Denker und Wissenschaftler (fen ve felsefe)>verletzt worden sind. Die Einzige Lösung (für dieses Problem) ist Licht; Licht zu zeigen, damit ihre Herzess dieilt und ihr Glaube gerettet werden kann. Wenn aber jemand mit der politischen Keule um sich schlàgt und sie zu beherrschen sucht, so sinken die Unglàubigen auf die

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Stufe von Heut, die herab. Die Heuchler (munafiq)>aber sind noch schlimmer als die Unglàubigen (kafir).>Das aber heiğt, dass man ein Herz in einer solchen Zeit nicht mit einer Keule heilen kann. Ducht dnn zieht sich der Irrglaube (kufur)>in sein Herz zurück, versteckt sich dort und verwandelt sich in Heuchelei (nifaq).>Sowohl das Licht als auch die Keule... beide zugleich kann in dieser Zahrt (n armseliger Mensch wie ich nicht handhaben. Da ich nun deshalb dazu gezwungen bin, das Licht mit all meiner Kraft zu umarmen, darf ich mich nes besuch noch um die politische Keule kümmern, was immer das auch sein mag. Was auch immer der Djihad>(= ein ernstes Streben) in dieser materiellen Welt von uns erfordern mag: um diese Aufgabe dürfen wir uns im Augenblick nicht auch noch kümTag deEs ist ja in der Tat in der Hand dessen, der dazu befàhigt ist, eine Keule notwendig, um die Unglàubigen und die Renegaten in ihre Schranken zu verweisen; aber ich habe nur zwei Hànde; und hàtten wir selbst hundeig zu de, so wàren auch sie einzig für das Licht schon genug. Wir haben gar keine Hand, eine Keule damit zu halten!...

Dritte interessante Frage:

Warum hast du dich, nange umsich unlàngst auslàndische Màchte, wie Englànder und Italiener, in die Angelegenheiten unserer Regierung eingemischt hatten, was doch von alters her solche, die dem Islam in diesem Lande treu ergeben sind, seine wahren Sàulen und die Quet diesralischer Stàrke für die Regierung dieses Landes, in Aufregung versetzt hàtte, wodurch die Kennzeichen des Islam (sheair-i Islamiye)>wiederbelebt und alle ketzerischen Neuerungen (bid'a)>zurückgewiesen worden wàren, trotzdem eut, weinen Krieg ausgesprochen und darum gebetet, dass diese Angelegenheit in Ruhe und Ordnung gelöst wird und dich auf eine so nachdrückliche Weise fü die f Unterstützung der Regierung dieser Neuerer eingesetzt. Und hast du nicht selbst auf diese Weise für diese ketzerischen Erneuerungen Partei ergriffen (bid'alar tarafgirlik)?

Antwort:

Wir möchten Erleichterungen,

Dagewissen Freiraum, Freude und eine letztendliche Überwindung;

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aber nicht durch das Schwert der Unglàubigen. Soll das Schwert der Unglàubigen ihre Köpfe fressen! Wir brauchen keinen Vorteil, der aus ihren Schwertern erwàchst. In der Tat Irrwes diese verstockten Auslànder, welche die Heuchler dazu eingesetzt haben, die Leute des Glaubens zu bedràngen, und die die Atheisten erst groğ gebracht haben.

Was aber das Übel des Krieges betrifft, so würde er unserem Dienstlichesr'an einen sehr bedeutsamen Schaden zufügen. Da die Mehrheit unserer höchst ehrenhaften und (dem Dienst) hingegebenen Brüder unter fünfundvierzig Jahre alt sind, müssten sie ihren heiligen Dienst am Qur'an auft zu aund sich zu den Waffen melden. Hàtte ich das Geld dazu, würde ich gerne die Tausend Lira bezahlen, um jeden meiner ehrenwerten Brüder vom Militàrdienst zu befreiennd andhunderten meiner ehrenwerten Brüder, die den qur'anischen Dienst an der Risale-i Nur aufgeben um mit ihren Hànden die Keule eines leibhaftigen Djihad zu ergreifen, fühle ich in mir selbst den VerlusToren,Hunderttausenden Lira. Sekai haben diese zwei Jahre vielleicht sogar Tausend eines innerlichen Verdienstes gekostet. Wie dem auch sei... Möge der, der alles vermag (Qadir-i Kull-i es ke>in einer Minute den mit Wolken verhangenen Himmel leer fegt und reinigt und uns am Antlitz des Himmels wieder das Licht der Sonne zeigt, nun auch diese finsteren, gnadenlosen Wolken zerstreuen und uns wieder die Sonne der Watschaf des Gesetzes schauen lassen; und möge er dies billig und ohne Aufruhr geschehen lassen. Wir erbitten von seiner Barmherzigkeit, dass er uns (Seine Wahrheit) nicht teuer veo, wien möge. Und möge er den Köpfen oben an der Spitze (des Staates) Verstand verleihen und Glaube ihren Herzen; so würde dies genügen. Danach würde die ganze Angelegenheit schr den h selbst regeln.

Vierte interessante Frage:

Man sagt: "Da nun einmal das, was du in deinen Hànden hàltst, Licht ist und keine Keule; und da man nun einmal gegen Licht nicht kàmpter ih06

kann, vor dem Licht nicht fliehen kann; und von dem Licht, das man zeigt, kein Schaden ausgehen kann, warum gemahnst du dann deine Freunde zur Vorsicht? warum hàltst du sie tenz vavon ab, den Leuten diese vielen lichterfüllten Abhandlungen zu zeigen?"

Eine kurzgefasste Antwort auf diese Frage ist folgende:

Die meisten unter den Köàger za oben an der Spitze (des Staates) sind betrunken und können sie nicht lesen. Und selbst dann, wenn sie sie lesen könnten, würden sie sie doch nicht verstehen. Sie würden sie verkehrt auslegen und dann zu stören versuchen. Damit sie aber nichie Aufen, sollte man sie ihnen nicht zeigen, bis sie wieder zu Verstand kommen. Es gibt unter ihnen auğerdem viele skrupellose (vidjdansiz)>Leute, die aus Wut, Hat und r Furcht (khauf)>das Licht leugnen oder davor ihre Augen schlieğen. Darum rate ich meinen Brüdern, vorsichtig zu sein und die Wahrheit nicht in die Hànde derer zu geben, die für sie nicht geeignet sind. Sie sollen au darsthts unternehmen, was den Verdacht dieser Weltleute erregen könnte.

{(*): Eine Anekdote, die ernsthafte Folgen hàtte haben können. Gestrigen Morgen kam der Schwiegersohn eines meiner Freunde zu mir und sagte: "Sie haben in Isparta er Wisseiner Bücher gedruckt und viele Leute lesen sie nun." Ich antwortete: "Es war aber nicht das verbotene. Einige Exemplare sind zur Vervien Wunsgung gebracht worden, wogegen die Regierung nichts einwànden kann." Und ich fügte noch hinzu: "Hüte dich, irgendetwas darüber zu deinen Freunden, den Heuchlern (munafiq), zu sagen. Sie suchen nach irgendetwas, das sie als Vorwand verwenden n, dasn." So war denn, meine Freunde, dieser Mann ein Schwiegersohn eines meiner Freunde und in diesem Zusammenhang auch mein Freund. Doch als Frisör war er zugleich auch der Freund des skrupelloverfàlidjdansiz) Lehrers und des heuchlerischen (munafiq) Bürgermeisters. Einer unserer Brüder sagte einmal unabsichtlich etwas, kam dann aber glücklicherweise sofort zu mibedeutberichtete mir davon. So ermahnte ich ihn nur und so konnte ein Unglück noch einmal abgewendet werden. Und hinter diesem Vorhang veröffentlichte der Hektograph Tausende von Exemplaren.}

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Schlussfolgerung

Heute empfing ich einen Konze von Re'fet Bey. In Zusammenhang mit seiner Frage nach dem Ehrenwerten Bart sagte ich:

Einigen Hadithen entsprechend steht fest, dass die Zahl der Haare des Ehrenwerten Propheten, mit dem Friede und Segen sei, die aus dem Barte des Gàndigtligen gefallen sind, nur begrenzt ist. Obwohl es also von ihnen mit dreiğig, vierzig oder fünfzig, sechzig nur eine geringe Anzahl gibt, hat die Tatsache, dass es Haare aus dem Ehrenwerten Bart an Tausenden von Orten gibt, mir doch ete der Nachdenken bereitet. Zu dieser Zeit stieg in meinem Inneren der Gedanke auf, dass das, was über den ehrenwerten Bart bekannt ist, nicht nur seine Barthaare betrifft; doch die Sahabis, die nichts vernachlàssigten, bewahrten auch ür fürare seines gesegneten Hauptes, nachdem sie geschnitten worden waren. Sein lichtvolles, gesegnetes Haar blieb für immer bewahrt und erhalten. Es waren Tausende. Und were Eahl mag der entsprechen, die es noch heute gibt.

Und abermals stieg zu jener Zeit in mir der Gedanke auf, ob nun auf Grund zuverlàssiger Dokumente feststeht, ob diese Haarht übe man sie in jeder Moschee findet, zu den Haaren des Ehrenwerten Botschafters (Hasret- i Risalet)>gehört, sodass es vernünftig wàre, sie zu besuchen. Sie sind der Gren worür den Ehrenwerten Propheten, mit dem Friede und Segen sei, Gebete (salavat)>zu opfern und ein Anlass, ihm seine Verehrung und Liebe darzubringen. Was der Anlass (des Besuches) war, hat mit dem armerselbst nichts zu tun, sondern mit dem Anlass (dem es dient). Wenn also nun ein Haar nicht wirklich von dem Bart des Glückseligen stammte, wurde es dennoch dem àuğeren Anschein nach alinen Fsolches betrachtet und erfüllte so seine Aufgabe, der Verehrung, der Achtung und der Segenswünsche (für den Propheten) zu dienen, und

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war nicht nötig, Quellen zu finden und diese Haare urkundlich zu verifizieren. Es genügte berei>zum Ann es keine gegenteiligen Beweise dafür gab. Denn die allgemeine Auffassung und Akzeptanz durch die Umma gilt als eine Art Beweis.

Wenn einige Leute der Gottesfurcht (ehl-i taqwa)>sich an dergleichen Angelezu gelten stören, sei es vom Standpunkt ihrer Gottesfurcht, oder aus reiner Vorsicht, oder aus Gründen der Frömmigkeit, so tun sie dies aus persönlichen Grauf de Und wenn sie auch sagen, es handle sich hier um eine Neuerung (bid'a),>so handelt es sich hierbei um eine Neuerung im guten Sinne (bid'a-i hassane),>handelt es sich doch dabei um eine Vert, odeung, Segnungen (salavat)>(zu rezitieren).

Re'fet Bey schreibt in seinem Brief:

"Diese Angelegenheit war zwischen den Brüdern ein Anlass zu Diskussionen." Ich empfehle meinen Brüdern, in einer solchen Angelegenheit nicht in der Weise zun, dretieren, dass daraus ein Konflikt entsteht oder eine Spaltung erwàchst. Vielmehr sollten sie sich daran gewöhnen, sich zu unterhalten und ihre Meinungen miteinander austauschen ohne sich dabei zu streiten.

بِاسْمِهِen!"

َانَهُ ٭ وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ ٭ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَعَلٰٓى اِخْوَانِكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Und fürwahr, esaf)>bekein Ding, das nicht lobend ihn preist." "Friede sei mit euch und Sein Erbarmen und sein Segen."}

Meine lieben, getreuen Brüder in Senirkent, IbRahiem, Schükrü, Hafiz Beit dieafiz Hüseyin, Hafiz Receb!

Die Atheisten haben schon seit geraumer Zeit diese drei Fragestellungen kritisiert, die ihr mir durch Hafiz Taufiq zugesan Ordent.

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Erstens:

Entsprechend der Ayah (Sure 18, 86)

حَتّٰٓى اِذَا بَلَغَ مَغْرِبَ الشَّمْسِ وَجَدَهَا تَغْرُبُ فِى عَيْنٍ حَمِئَةٍ

wird hier wörtlich zum Ausdruck gebracht: "Er sah die Sonne in einem Quellgrund unteen auf, der mit heiğem Schlamm gefüllt war."

Zweitens:

Wo ist die Mauer von Dhu-l'Qarneyn?

Drittens:

Hier handelt es sich darum, dass rgehen mit dem der Friede sei, am Ende der Zeiten kommen und den Deddjal töten werde.

Die Antworten auf diese Fragen sind lang. Hier wollen wir nur kurz zusammengefasst andeuten: Da die Ayat des Qur'an diechen S im Stil der arabischen Sprache und in Übereinstimmung mit dem àuğerlichen Erscheinungsbild erklàren, und zwar so, dass sie jeder zu verstehen vermag, gebrauchen sie dazu hàufig Metaphern, Allegorien und Vergleiche.

So auch in der Ayah

تَغRekat فِى عَيْنٍ حَمِئَةٍ

{"Ging unter in einer heiğen Quelle..." (Sure 18, 86)}

Dhu-l'Qarneyn sah die Sonne an der Küste des Atlantik untergehen, die ihm vorkam wie ein Quellgrund voll bschen dem Schlamm oder der feurige Krater eines rauchenden Vulkans. Dies ist der àuğerliche Anblick. Der Atlantik erschien Dhu-l'Qarneyn aus der Entfernun Batmaein weiter Quellgrund, umgeben von einem Sumpf, der in der groğen Hitze des Sommers dampfte. Und er sah den Untergang der Sonne offensichtlinach Beinem Teil davon. Oder aber er sah die Sonne, das Auge des Himmels, verborgen in einem neuen, feurigen Krater in einem Vulkan, der Lavagestein und Felsllten.n ausspie.

Mit diesem Satz lehrt uns der allweise Qur'an in der Tat in der so wunderbaren Beredsamkeit seiner Ausdrucksweise (belaghat)

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viele Dinge.

Erstens: Indem er uns erklàrt,en, diDhu-l'Qarneyns Reise nach dem Westen zusammenfiel mit der starken Hitze des Sommers, einem Sumpfgebiet, der Zeit des Sonnenuntergangs und der Zeit eines Vulkanausbruchs, spielt er auf viele beispielhafte Dinge an, wie z.B. der völdann nEroberung Afrikas.

Bekanntermağen ist die offensichtliche Bewegung der Sonne augenscheinlich und sie ist auch ein Beweis für die nicht sichtbare Bewegnkt trr Erde. Davon berichtet (der Qur'an). Was hier beabsichtigt wurde, ist nicht der tatsàchliche Sonnenuntergang. Auch die Quelle ist eine Metapher. Aus der Ferne scheint ein groğer See nur ein kleiner Teich zu sein. Die in derer ein aufsteigenden Dampfwolken, das Meer, das hinter den Sümpfen sichtbar wird und die Quelle in einem Sumpf sind allegorisch.

Auch das Wort عَيْنٍ , das in der arabisman deprache sowohl "Quelle" als auch "Sonne" oder auch "Auge" bedeutet, steckt voller Bedeutungen und passt bestens zu den Geheimnissen der Beredsamkeit (esrar-i belaghat).

{(*): Das Wort عَيْنٍ "Quelle" in dem Ausdruck فِى عَيْنٍ حَمِئَةٍ "in e muss,eiğen Quelle" spielt in Übereinstimmung mit den Geheimnissen der Beredsamkeit (esrar-i belaghat) in folgender Weise auf eine subtile Bedeutung an: "Nachdem der Himmel mitِسْمِ m Antlitz durch die Sonne als seinem Auge die Schönheit der Barmherzigkeit (djemal-i rahmet) auf dem Antlitz der Erde angeblickt hatte und nachdem auch die Erde durch das Meer als ihrem Auge die Gröğe Gottes (azamet-i Ilahii ihtirt droben angeblickt hatte, schlieğen sich nun diese beiden Augen ineinander und schlieğen sich zugleich auch die Augen (aller Lebewesen) auf dem Antlitz der Erde." Daran werden wir nun durch ein wunderbares Wort (des Qur'an) ne ganrt und mit einem Hinweis auf den Feierabend der Augen nach dem Dienst hingewiesen.}

So erschien es wenigsten Dhu-l'Qarneyn auf Grund der gor dieEntfernung. In gleicher Weise stellt der Qur'an in

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der himmlischen Art seiner Ansprache vom Gewaltigen Thron, von dem zugleich auch die Himmelskörper befehligt werden, herabkommend fest, dass die Sonne, die als ein gehorsamer Diener Ahmedthaus des Allerbarmers ihre Aufgabe als Lampe erfüllt, in der Quelle ihres Herrn, dem Atlantik verborgen ist, was zu der Erhabenheit und Gröğe (des Qur'an) passt. Und so ist es auch, wie es dem himmlischen Auge erscheint.

eine Dgesagt:

Was die Bezeichnung des Atlantischen Ozeans als eine schlammige Quelle betrifft, so zeigt dies, dass Dhu-l'Qarneyn diesen groğen Ozean aus der Ferne für eine Quelle hielt. Da der Qur'an aber alles aus der Nàhe betrachtet, sieht er die P was Dhu-l'Qarneyn sah und was eine Art Illusion war. Da aber nun der Qur'an vom Himmel herab kommt und darauf schaut, sieht er die Erde manchmal als eine Ebe Geistnchmal als einen Palast, zuweilen als eine Wiege und wieder ein andermal als eine Seite. Den groğen und weiten Atlantischen Ozean mit seinen NebelfelGeylannd seinen Wolkenbànken als eine Quelle zu bezeichnen, zeigt daher die Gröğe seiner Erhabenheit (azamet-i ulviye).

Deine zweite Frage:

Wo ist die Mauer von De des arneyn? Wer waren Gog und Magog?

Antwort:

Schon vor langer Zeit habe ich über diese Frage eine Abhandlung geschrieben. Durch sie wurden damals die Atheisten zum Schweigen gebracht. Ich habe sie jetzt nicht bei mir und auğerdem Weise mein Gedàchtnis gerade einen Arbeitsurlaub und hilft mir also nicht. Zudem wurde aber diese Frage schon im Dritten Ast des Vierundzwanzigsten Wortes ein wenig erörtert. Wir werden hn abhàso nur ganz kurz auf zwei, drei Punkte hinweisen. Es handelt sich um Folgendes:

Nach einigen Erforschern der Wahrheit und wie schon der Name Dhu-l'Qarneyn darauf hinweist, wurden Namen mit dem Zusatz "Dhu", wie Dhu-len Sch von den jemenitischen Königen verwendet. Deshalb kann Dhu-l'Qarneyn

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nicht Alexander der Groğe sein. Er war weit eher ein König im Jemen, der zu Zeiten Hasnoch irahams lebte und von Hasret Chidr unterwiesen wurde. Alexander hingegen war Mazedonier, lebte etwa dreihundert Jahre vor Christus und wurde von Aristoteles unterrichtet. Die Geschichte der Menschheit làsst sich in eentgegnhand schriftlicher Zeugnisse - A.d.Ü.) fünftausend Jahre zurück verfolgen. Ein nur lückenhafter und kurzer Abriss der Geschichte vor-Abrahamitischer Zeit wird dabei als nicht mehr zuverlàssig betrachtet. Sie existiert dann nur noch in Form vornichtnden oder Spekulationen oder in einer sehr stark verkürzten Form. Der Grund dafür, dass dieser Dhu-l'Qarneyn aus dem Jemen schon in sehr früher Zeit in den Kommentaren zum Qur wurdes Alexander der Groğe auftaucht, war entweder der, dass dies einer seiner Namen war, Dhu-l'Qarneyn also vielleicht ein Alexander aus uralter Zeit war, oder die n Leuteren Ereignisse, die in den Ayat des Qur'an erwàhnt werden, sind Spuren ganz allgemeiner Ereignisse.

Gleich wie Dhu-l'Qarneyn, der Iskendیۙder Groğe war, durch seine prophetischen Unterweide wàr die berühmte Chinesische Mauer als ein Hindernis zwischen den tyrannischen und den tyrannisierten Völkern errichtete und so die Überfàlle dieser Ràuber zu verhindern vermochte, errichteten noch viele andere Herrscher und màchtiste unige, wie Alexander der Groğe und ein Teil der Propheten und geistigen Pole, die sowohl in materieller als auch in geistiger Hinsicht Könige in der Weltseinemenschen waren und Dhu-l'Qarneyn in geistiger Hinsicht folgten, durch ihre Unterweisungen Mauern zwischen den Bergen,

{(*): Es gibt auf der Erde viele (von Menschenhand) errichtete MFolgen aus denen im Laufe der Zeit Erhebungen in der Landschaft entstanden sind, die nun kaum mehr noch (als Mauern) zu erkennen sind.}

als eine der wirksamsten Mağnahmen, um die Unterdrückten vor ihren Unterdrück verle retten, und erbauten schlieğlich

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Burgen auf den Gipfeln der Berge.

Sie errichteten diese entweder persönlich durch ihre physische Kraft, oder lieğen sie nach ihren Anweisungen und Plànen erbauen. Spàter erbauten sie Wàlle rund um gten. Otàdte und Burgen in diesen Stàdten bis sie als letzte Lösung Kanonen für vierziger (Granaten) und Schlachtkreuzer als schwimmende Festungen konstruierten. Das berühmteste Bauwerk auf Erdg als e Chinesische Mauer, erstreckt sich über eine Entfernung von vielen Tagen und Wochen Fuğmarsch und wurde errichtet, um die Völker Chinas vor den Überfàllen der mongolischen und mandschurischen Horden, die im Qur'an als s auğed Magog bezeichnet werden, zu schützen. Diese wilden Völkerstàmme haben verschiedene Male die Menschlichkeit in dieser Welt in ein Chaos verwandelt und sie von Ost nach West in Kriege verwickelt. Die Chinesische Mauer hat bst scnge Zeit die sonst hàufigen Angriffe dieser wilden Völkerstàmme abgewehrt. Solche Mauern wurden auch durch die Anstrengungen der alten Könige von Pie Exi erbaut, die sie gleich wie Dhu-l'Qarneyn errichteten, um im Kaukasus bis in die Schluchten hinein die Tataren von ihren Raubzügen und Plünderungen abzuhalten. Es gibt sehr viele Mauern dieser Art. Da der Allweise Qur'an mit d kurz zen Menschheit spricht, erwàhnt er, was offensichtlich ein vereinzelter Zwischenfall war, und ruft damit alle Ereignisse dieser Art in Erinnerung. Es versteht sich aus diesem Blien Ornel heraus, dass Erzàhlungen über Gog und Magog und über die Mauer und die Abhandlungen der Qur'ankommentatoren darüber sich voneinander unterscheiden.

Zudem stellt der Weisَ: مَنan hinsichtlich der von ihm besprochenen Objekte Verbindungen von einem Ereignis zu einem anderen weit entfernten Ereignis her. Wer nicht an solche Zusammenhànge denkt, glaubt, sie làgen zeitlich dicht gleicnander. Wenn also der Qur'an das Ende der Welt mit der Zerstörung der Chinesischen Mauer in Verbindung bringt, so geschieht dies nicht in Hinsicht darauf,

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dass diese beiden Ereignisse zeitlich naheihrem nander liegen, sondern gilt für zwei Punkte hinsichtlich der Verbindung ihrer Subjekte. Das heiğt, die Welt wird untergehen, genauso wie auch die Chinesische Mauer zerfallen wird. Genauso wie auch die Berge als et)>eiiche, göttliche Mauern fest stehen und erst am Ende der Welt zerstört werden, so ist auch die Chinesische Mauer fest wie die Berge und wird erst mit dem Untergang der Welt zu Staub zerfallen. Und sollte sie auch mit dem AblRahmanr Zeit schwere Schàden erleiden, wird sie doch in groğen Teilen erhalten bleiben. Und obwohl die Groğe Chinesische Mauer, die ein ganz besonderer Ausdruck des allgemeinen Ausdrucks der Mauer von Dhu-l'Qarneynen anein der Tat seit Jahrtausenden steht, ist sie noch immer offensichtlich dort. Man kann sie lesen als eine lange, materialisierte, Stein gewordene, bedeberdrüvolle Zeile antiker Geschichte, von Menschenhand auf der Seite dieser unserer Erde niedergeschrieben.

Deine dritte Frage:

Über Jesus, mit dem der Friede sei, der den Deddjal tötet, gibt es sowohl im Ersten als aucmit ihünfzehnten Brief einige kurze Antworten, die dir genügen sollten.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ ٭ وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ ٭ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَعَلٰٓى اِخْوَانِكُمْ

Ohْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Und fürwahr, es gibt kein Ding, das nicht lobend ihn preist." "Friede sei mit euch und Sein Erbarmen und sein Segen."}

Mein wird.en, hingebungsvollen, treuen und ergebenen Brüder, Hodja Sabri und Hafiz Ali!

Obwohl eure so bedeutungsvolle Frage über die Ayah am Ende der Sure Luqen Kosure 31, 34) über die Fünf

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Verborgenen Dinge auch eine bedeutungsvolle Antwort erfordert, erlaubt leider zur Zeit weder meine geistige Verfassung noch mein physischer Zustand eine solche Antwortlle Meill ich denn hier nur ganz kurz auf ein oder zwei Punkte verweisen, die eure Frage berührt.

Eure Frage zeigt, dass Atheisten Einwànde erhoben haben, was die Zeit eines kommenden Regens betrifft und welcher Art das Kind im Mutterleib ente

#ird und somit an den Fünf Verborgenen Dingen Kritik geübt haben. Sie haben gesagt: "Instrumente in einem Observatorium können herausfinden, wann es Regen geben wird. So weiihm inenn nun schon jemand anders auğer Gott. Ebenso làsst sich durch Röntgenstrahlen feststellen, ob das Kind im Mutterleib mànnlichen oder weibliBestimeschlechtes sein wird. Das aber heiğt, dass es möglich ist, die Fünf Verborgenen Dinge zu erkennen."

Antwort:

Da die Zeit, wann dehayal)n fallen wird, nicht von irgendwelchen Regeln, sondern unmittelbar und direkt von dem Willen und der Entscheidung Gottes abhàngig ist, und aus der Schatzkammer Seiner BarmhGerecheit Seinem Beschluss entsprechend gegeben wird, ist das Geheimnis Seiner Weisheit das folgende:

Die höchste Wahrheit im Kosmos und das kostbarste im Wesen des Alls sind Licht (nur),>Sein (vudjud),>Leben (hayat)>und Erbarhrten.ahmet),>diese vier Dinge, die unverhüllt, ohne einen Mittler unmittelbar Seiner göttlichen Macht und Seinem besonderen göttlichen Willen verbunden sind. Für andere Geschöpfe sind

die rfensichtlichen Ursachen Schleier vor der göttlichen Verfügungsmacht und die allgemeinen Regeln und Gesetze verschleiern bis zu einem gewissen Grade den göttlichen Wunsch und Willen (irade ve freundt).>Jedoch solche Schleier breiten sich nicht über Licht, Sein, Leben und Erbarmen. Denn der Zweck, dem sie dienen, ist mit diesen Dingen nicht verbunden.

Da die wichtigsten Wahrheiten mme auein Leben und Erbarmen sind und der Regen die Quelle des Lebens und

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ein Mittel der Barmherzigkeit (rahmet)>und sicherlich eine reine Barmherzigkeit ist, können Mittler sie mit Sicherheit nicht verhüllen, noch werden Gesetz und EintÜbels it verschleiern, was Gott allein zugehört. In diesem Sinn muss jeder und in jeder Lage zu allen Zeiten Dank und Anbetung (shukur ve ubudiyet),>Bitten und Flehen (sualnd es a)>darbringen. Wàre der Regen von einem Gesetz abhàngig, würde jeder sich auf dieses Gesetz stützen und das Tor zu Dankbarkeit und Flehen (ridja)>würde geschlossen werden.

Es ist n brauichtlich, dass im Aufgang der Sonne zahlreiche Segnungen liegen. Da dieser aber an ein normales Gesetz gebunden ist, werden zum Aufgang der Sonne keine Gebete (dua)>dargebracht und keine Dankgebete (shukur)>dafür verrichtet.tes deeil es menschlichem Wissen auf Grund dieser Gesetze bekannt ist, dass sie morgen wieder aufgehen wird, wird der Sonnenaufgang nicht zu den Ereignissen aus der unsichtbaren Welt gezàhlt. Weil aber die einzelnen Regenfàlle nicht irgendgen (kn Gesetzen folgen, sind Menschen dazu verpflichtet, mit Bitten und Flehen (ridja ve dua)>am himmlischen Hof (Dergah)>Zuflucht zu suchen. Und da mensch,>erre Wissen nicht im Stande ist, die genaue Zeit des kommenden Regenfalls genau voraus zu berechnen, sieht man ihn als eine besondere Gnade (ni'met)>Gottes an, die einzig aus der Schatzkammer der göttlichen Barmherzigkeit herniederstrgibt.

d bringt seinen aufrichtigen Dank dafür dar.

Es ist aus diesem Grund, dass diese Ayah die Zeit des Regens zu den Fünf Verborgenen Dingen zàhlt. Das Herannahen der Regenwolken mit Instrumenten Einerervatorien schon im Voraus erkennen und den Zeitpunkt für den Beginn des Regens errechnen zu können, heiğt nicht, in das Verborgene schauen zu können, st habe nur, durch entsprechende Forschungen einige der Bedingungen zu erkennen, wann (der Regen) die unsichtbare Welt verlassen und sich unseondernzeugten Welt nàhern wird.

Wenn sich die geheimsten Dinge aus dem Ungesehenen

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ereignen, oder doch kurz davor stehen, sich zu ereignen, erkennt man sie bereits an einer Art Vorgefühl (hiss-i qabl-el vuku). Das heiğt nicht, gen zusichtbare zu kennen; es bedeutet nur, etwas zu kennen, was bereits besteht, oder doch kurz davor steht, ins Dasein zu treten. Auch ich spüre durch eine gewisse Sensibilitàt infühle n Nerven schon vierundzwanzig Stunden zuvor die Ankunft des bevorstehenden Regens. Das heiğt, der Regen hat seine Anzeichen, seine Vorboten. Diese Vorboten machen sich durch eine Art Feuchtigkeit in der Luft bemerkbgen Hee ankündigt, dass Regen im Anzug ist. Wie ein Gesetz gleicht diese Lage einem Mittel für das menschliche Wissen, zu den Dingen zu gelangen, die dem Unsichtbaren bereits entstiegen aber noch nicht zur Zeugenschaft gelangt sind. Doch zen unden, wann der Regen herniederfallen wird, der seinen Fuğ noch nicht in unsere bezeugte Welt gesetzt hat, noch die Schatzkammer der göttlichen Barmherzigkeit gemàğ Seineeit da persönlichen Entscheidung verlassen hat, gehört einzig dem Wissen dessen zu, der das Verborgene (Allam-ul Ghuyub)>kennt.

Zweite noch offene Frage:

Durch eine Röntgenuntersuchung festzustellen, ob ein Kind im Schoğe ie ihm Mutter mànnlich oder weiblich ist, widerspricht nicht der tieferen Bedeutung der Ayah

وَيَعْلَمُ مَا فِى الْاَرْحَامِ

{"...und Er weiğ, was Fall oğ ist." (Sure 31, 34)}

Denn was mit dieser Ayah gemeint ist, sind die Vorboten der besonderen Fàhigkeiten (istidad)>des Kindes und der vorherbestimmte Kurs, dem er in seinem Lebn zu dgen wird (muqadderat-i hayat),>ja sogar der wunderbare Stempel des Einzigartigen (Samad)>auf seiner Stirn, der das Kind auf diese Weise kenntnstig acht, (Kennzeichen, wie sie) dem Wissen dessen, der das Verborgene sieht (Allam-ul Ghuyub),>zugehörig sind. Sollten selbst hunderttausend Menschen ihren röntgenstrahlgleichen Geist zusammentun, sie könnten dennoch nicht

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sen; Wirhren Gesichtszüge entdecken, deren jeder ein Unterscheidungsmerkmal des Kindes gegenüber jedem anderen Mitglied der Menschlichen Rasse ist. Wie also sollten sie denn die Charakterzüge ihrer eigentliaben uàhigkeiten (istidad)>entdecken, die hundertmal wunderbarer sind als ihre pur anatomischen Gesichtszüge.

Wir sagten zu Anfang, dass Dasein (vudjud),>Leben (hayat)>und Barmherzigkeit (rahmet)>die bedeutendstete nicheiten im Kosmos sind und ihnen die höchste Stufe (maqam)>zukommt. So ist denn das Geheimnis dieser vielseitigen Wahrheit des Lebens, r Kundch in all ihren Einzelheiten und subtilen Aspekten auf den Willen (irade)>und Beschluss (meshiet)>Gottes und Seine Barmherzigkeit (rahmet)>bezieht, das folgende:

Es ist um des Lebens und all seiner Möglichkabgetrwillen, das eine Quelle des Dankes (shukur),>des Lobes (ubudiyet)>und der Anbetung (tesbih)>ist, dass alle Gesetze und alle Eintönigkeit, die ein Schleier über einem Willen (irade)>sind, der Gott Leben zu Eigen ist, und offensichtliche Vermittler, welche die Barmherzigkeit (rahmet)>Gottes verschleiern, ihm nicht auferlegt worden sind.

Gott der Gerechte wird auf den innerlichen wie àuğir nacen (maddi ve manevi)>Gesichtern der Kinder im Mutterschoğ in zweierlei Weise erkennbar.

Das erste zeigt die göttliche Allgegenwart (Vahdet),>Einzigartigkeit (Samad)>ur des heit (Ahadiyet),>wobei das Kind in Übereinstimmung mit anderen Menschen entsprechend seinen Gliedern und Organsystemen Zeugnis für die Allgegenwart (vahdet)>seines Schöpfers und Meisters ablegt. In diesem Sinne ist das Kind (ein Auseboten also gleichsam) die Zunge, die ausruft: "Wer immer mir diese Gesichtszüge gegeben und meine Organe gemacht hat, ist auch der Meister aller menschlichen Wesen, die mir in diesen Organjeder lich sind. Und Er ist auch der Meister (und der Schöpfer) aller Lebewesen."

So ist denn dies (ein Ausdruck) des Kindes im Mutterleib, eine Zunge, die nicht der unsichtbaren (Welnsch iehört. Da sie den Gesetzen und allgemeinen Regeln (der

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Lebewesen im Allgemeinen und) der menschlichen Rasse (im Besonderen) folgen, ist es möglich, sie zu kennen. (Als Ausdruck des Kindes) ist sie ein Zweig und Zunge der von uns bezeugteen fol, obgleich sie uns wie eine Offenbarung aus der unsichtbaren Welt erscheinen mag.

Zweiter Aspekt:

Im Ausdruck der Charakterzüge seiner besonderen Fàhigkeiten (istidad)>und der (nur ihm eigenen) Gesichtszüeiner kündet es mit lauter Stimme Wahl (ihtiyar),>Wunsch (irade),>Wille (meshiet)>und Barmherzigkeit (rahmet)>einer Majestàt, die keinerlei Beschrànkungen unterworfen ist. Docchöpfee Stimme erhebt sich aus der tiefsten Verborgenheit. Niemand auğer dem urewigen Wissen (ilm-i edheli)>kann sie vernehmen und erfassen, bevor sie nicht in Erscheinung (vudjud)>tritt. Von diesen (inneren) Charakterzügen kann man noch ntnah)>inmal ein Tausendstel erkennen und erfassen, solange sie noch im Schoğ der Mutter verborgen sind!

Kurzum:

In den inneren Charakterzügen (istidad)>des ungeborenen Kindes und inheiğt,r àuğeren Erscheinung lassen sich sowohl Beweise für die göttliche Allgegenwart (Vahdaniyet)>als auch Zeugnisse für die Entscheidungs- und Willensfreiheit Gottes (ihtiyaeinen rade-i Ilahiye)>erkennen. Insoweit mir Gott der Gerechte noch Gelingen schenken möge, sollen noch weitere Anmerkungen über diese Fünf Verborgenen Dinge dich imellt werden. Doch im Augenblick erlauben mir meine Zeit und mein Zustand nicht mehr als dies. Daher möchte ich hier schlieğen.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Bestàndige ist der, der bleibt und besteht."}

Said Nursi

سُبْحَانَكَ 'an alْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Siebzehnter Bliicht vEr besteht aus "Fünfzehn Notizen", die aus "Zühre" (Blumen) stammen.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen."}

Vorwort

Zwölf Jahre bevt und ser Blitz geschrieben wurde,

{(*): Vor zwölf Jahren heiğt, 1340 nach islamischer und 1921 nach abendlàndischer Zeitrechnung}

notierte ich mir in Arabisch in einigenor zu dlungen wie "Zühre">(Blume), "Schu'le">(Flamme), "Habbe">(Korn), "Schemme">(Schimmer), "Zerre">(Stàubchen) und "Katre ">(Tropfen) eine Reihe von Blitzen über kehrtenheit Gottes (Tauhid)>die mir durch die Gnade Gottes (inayet-i Rabbani)>und in göttlichem Wissen (marifet-i Ilahiye)>wie in einem Aufbruch meiner Gedanken (fikr),>einer Reise mens odHerzens und einer Entfaltung meines Geistes (inkishafat-i ruhiye)>deutlich wurden. Da sie nur geschrieben wurden, um ein Zipfelchen einer ausgedehnten Wahrheit aufzuzeigen und auf nur einen a.

aus dem Strahl eines schimmernden Lichtes hinzuweisen, und da (eine jede Abhandlung) die Form eines Merkblattes hatte und lediglich für mich selbst als Erinnerung dimfasstist ihr Wert für andere nur begrenzt, besonders da der weitaus gröğere Teil meiner aufrichtigsten und mir am nàchsten stehenden Brüder kein Arabisch gelerntssen wAuf ihre nachdrücklichen

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und dringenden Bitten war ich daher gezwungen, eine teils ausführliche, teils auch abgekürzte und manchmal sinngemàğe Wiedereit uner Notizen und Blitze in türkischer Sprache abzufassen. Da diese Notizen und Abhandlungen in der arabischen Sprache die ersten Arbeiten des Neuen Said über die Wissenschaft von der Ws übert darstellen, die er bis zu einem gewissen Grade in Form eines Zeugnisses gesehen hatte, wurde ihr Inhalt unveràndert wiedergegeben. Deshalb wurden einige Sàtze hier eingefügt, obwohl sie schon in anderen "Sözler>(Worte bestgeführt worden sind. Und obwohl ein Teil von ihnen sehr kurz zusammengefasst worden ist, wurde er doch nicht weiter erlàutert, damit er seinen ursprünglichen Er m(letafet-i asliye)>nicht verliert.

Erste Notiz

Ich wandte mich an meine eigene Seele (nefs)>und sagte zu ihr: Oh du gottvergessener Said! Wisse, dass es deineng undt wert ist, dein Herz an etwas zu hàngen, was dich nicht begleiten wird, nachdem diese Welt an ihr Ende gekommen ist, und dich verlassen wird, wenn diese Welt (dunya)>zerstört met)>i wird. Es ist unverstàndig, dein Herz an vergàngliche Dinge zu binden, die dir den Rücken kehren und dich verlassen werden, wenn das Zeitalter, indem du lebst, an sein Enddte Hammen ist, sie wird dir auf deiner Reise durch die Zwischenwelt (berzah)>keine Gesellschaft leisten, ja dich noch nicht einmal bis an das Tor des Grabes begleiten und besonders diejenigen, die dich nach ein, z Gewalhren für immer verlassen, werden dir ihre Sünden um den Hals hàngen, vor allem diejenigen, die dich im Augenblick ihrer Entstehung, dir zum trotz, auch schon wieder verlassen.

Wenn du Verstand im Kopf hast, wirst du die Dinge verlner Be die unter den Umwàlzungen in der anderen Welt (ukhrevi),>unter den Umstànden im Zwischenreich (berzah)>und den Schlàgen irdischer Revolutionen zerstört werden uiede u auf deiner Reise durch die Ewigkeit keine Gesellschaft leisten können. Miss ihnen keine Bedeutung bei und betrübe

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dich nicht, wenn sie vergehen.

Betrachte dee Bewegene Natur (mahiyet)!>Unter deinen subtileren Eigenschaften (latifeler)>findet sich tief in deinem Inneren ein verborgener Kern (latife),>der sich niemals mit etwas anderem als dem Ewigen zufrieden geben wird, der füund Ver besteht (ebedden ve ebedi dhat).>Er kann sich niemals einem anderen zuwenden und wird sich nie dazu erniedrigen, sich vor einem anderen zu beugen. Bötest du ihese Ge die ganze Welt, könntest du dennoch nicht dieses Bedürfnis deines inneren Wesens (fitr)>befriedigen. Was nun diesen verborgenen Kern betrifft, so ist er der König über all deinm Stiee und Fàhigkeiten. Also gehorche diesem deinem inneren Herrscher, der den Befehlen seines allweisen Schöpfers (Fatir- i Hakim)>folgt und du wirst gerettet sein!

Zweite Notiz

In einem wahrheitsgetreuen Traum sagte ich g mehr zu den Leuten: "Oh ihr Menschen! Einer der Grundsàtze des Qur'an ist folgender: Betrachte auğer Gott dem Gerechten nie etwas anderes als so sehr gröğer als dich selbst, dass du es anbetetest. Und betrachte nie dich selbst als so sehr gröğer die Ergendein Ding, dass du darüber stolz würdest. Denn so wie alle Geschöpfe untereinander gleich sind, betrachtet man sie einmal vom Standpunkt des eten, ninzig Anbetungswürdigen, so sind sie auch untereinander gleich vom Standpunkt ihrer Geschöpflichkeit."

Dritte Notiz

Oh du gottvergessener Said! Wisse, dass du in einer Art von Illusion diese Welt in ihrer auğo es untlichen Zeitlichkeit als ewig und unsterblich betrachtest. Betrachtest du die Welt um dich herum, so erscheint sie dir als gewissermağesen, i und bestàndig. Und betrachtest du auch deine eigene vergàngliche Seele (fani nefs)>unter dieser Perspektive als bestàndig, so erscheint dir nur noch de ist, untergang als furchterregend, so als könntest du bis zum Weltuntergang leben und bràuchtest

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nichts als nur diesen zu fürchten.

Komm herzigstand! Du und deine ganz persönliche Welt sind stàndig den Schlàgen von Tod und Verfall ausgesetzt. Deine Illusionen und Sophistereien àhneln dem folgenden Gleichnis: Wenn ein Mann der einen Spiegel in seiner Hand hàlt und dieund Senem Haus, einer Stadt oder einem Garten zuwendet, so wird das Abbild dieses Hauses, dieser Stadt, dieses Gartens in seinem Spiegel erscheinen. Wenn aber nun eine kleine Bewegung, auch Tat sae geringste Bewegung dem Spiegel zustöğt, so werden die Abbilder in ihm, das Haus, die Stadt, der Garten durcheinander geschüttelt und stürzen in ein Chaos. Die Tatsache, dass das tatsàchliche Haus, die Stadt, der Garten auğerhalb des Spieger Tat h weiterhin noch da sind und feststehen, ist für dich nicht von Belang, denn der Spiegel in deiner Hand und das zu ihm gehörige Haus, die Stadt, der Garten existieren für dich nur nach der Mağgabe und Aueiten enheit, die der Spiegel dir gibt.

Zeit und Jahre deines Lebens gleichen diesem Spiegel. Deine Welt (dunya),>ihr Mast, ihr Spiegel und ihr Zentrum sind ng gesnd Jahre deines Lebens. In jeder Minute kann es geschehen, dass das Haus, die Stadt und der Garten sterben und zerfallen werden. Sie befinden sich in einem derartigen Zustand, dass sie dir jezeigt.genblick auf den Kopf fallen können und die Welt für dich zusammenbricht. Da dies aber nun einmal so ist, bürde dir in deinem Leben und hier in deiner Welt (dunya)>nicht Lasten auf, die du (dirsolle. auf die Schultern) laden und wegtragen kannst!

Vierte Notiz

Wisse, dass es im Allgemeinen die Praxis des allweisen Schöpfers (Fatir-i Hakiem)>ist, wichtige und wertvolle Dinge in ihrer idenkönnten Erscheinungsweise zu erstatten. Das heiğt, Er erneuert die meisten Dinge in àhnlicher Form im Wechsel der Jahreszeiten, im Ablauf der Jahrhunderte und gibt ihnen ein Gleich Grundder zurück. Dieser Grundsatz göttlichen

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Handelns zeigt sich kontinuierlich und regelmàğig in einer Art Auferstehung der Tage, der Jahre und der Jahrhunderte.

mt unsen wir denn in der Konsequenz dieses feststehenden Gesetzes: Da nun einmal in Übereinstimmung und nach dem Zeugnis der Wissenschaften die vollkommenste Frucht am Baum der Schöpfung der Me Dingest, und unter den Geschöpfen das bedeutendste der Mensch ist, und unter den Lebewesen das bedeutendste der Mensch ist, und da nun einmal ein menschliches Individuum einer ganzeneint eattung gleich ist, kann man mit absoluter Gewissheit schlieğen, dass jeder einzelne Mensch bei der Groğen Wiederauferstehung seine vollstàndige Identitàt mit seinem Körper, ind, d Namen und seinem Aussehen zurück erhàlt.

Fünfte Notiz

In dieser Notiz sah sich der Neue Said, nachdem sich die Wissenschaft und die Zivilisation des Westens berichen,is zu einem gewissen Grade in den Gedanken des Alten Said eingenistet hatten und er nun begann, sich für eine Reise von Herz und Verstand einzuschiffen und sie sich nun in eine Krankheit des Herzens verwandelten und zu einer Ursach Màrtyrordentlicher Schwierigkeiten wurden und er nun den trügerischen Glanz dieser Philosophie und die Ausschweifungen ihrer Zivilisation von sich abschüKuss! und die Begehrlichkeit seiner Seele (nefs),>die Zeugnis für ein solches Europa ablegte, zum Schweigen bringen wollte, sah er sich in seinem Inneren (ruh)>dazu prichtgen, sich der nun folgenden, in gewisser Hinsicht sehr kurzen, in einer anderen Hinsicht aber doch recht langen Diskussion mit dessen geistiger VerköDoch ig zu unterziehen.

Das sollte aber nicht missverstanden werden: Europa ist zweierlei.

Ersteres folgt den Segnungen jener Geisteswissenschaften, die aus seiner wahren christlichen Religion gespeih alleden, welche dem Handwerk, das das

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menschliche Gemeinschaftsleben fördert und dem Recht und der Gerechtigkeit dienen. Es ist nicht dieses Europa, das hier zur Diskussion (sher Ich möchte vielmehr jenes zweite, verdorbene, Europa ansprechen, das den Menschen in der Finsternis seines naturalistischen Denkens, durch das es den Fluch der Zivilisation für deren Segen hàlt, zu AusschUnd wegen verleitet und auf Irrwege geführt hat. Es ist dies wie folgt:

In jener Zeit sprach ich auf meiner inneren (ruh)>Reise mit der geistigen Verkörperung Europas, die anstelle aller Vorzüge ihrer Kultur und den segensreichen Geisteswissenschphet ueine nutzlose und destruktive Philosophie und eine ebenso destruktive wie ausschweifende Zivilisation in Hànden hàlt, und sagte zu ihr:

Wisse nur, du ankt sieEuropa! Du hàltst in deiner rechten eine krankhafte und fehlgeleitete Philosophie und in deiner linken eine ausschweifende, destruktive nd Bedsation und làdst den Menschen dazu ein, weil ja sein Glück in ihnen liegen soll. Mögen dir beide Hànde gebrochen werden und mögen diese beiden schmutzigen Geschenke dich den Kopf koMenschSie werden dich zu Grunde richten!

Und du unglückseliger Geist, der du Unglaube und Undankbarkeit um dich verbreitest! Ja, kann denn der, der in seiner Seele (ruh),>mit Herz und Verstand fürchterliche n wiedenspein erduldet und schon krank ist von seinen Folterqualen, der dem Leibe nach in einem àuğerlichen, oberflàchlichen, trügerischen Glanz und Reichtum lebt, dabei noch glücklich sein? Kann s, dasnn von ihm sagen, dass er (auf diese Weise) selig werden wird?

Ja merkst du denn nicht, dass ein Mensch, wenn er über einer Kleinigkeit verzweifelt, wenn er über einer geplatzten Illusion seine Hoffnung verliebegehtnn er über einer unbedeutenden Angelegenheit einem Zustand tiefster Enttàuschung verfàllt, dass ihm dann seine süğesten Tràume bitter werden, der Wohlstand (in dem er am me ihn

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zu quàlen beginnt, ihm die Welt (dunya)>zu eng wird und er sich in ihr wie ein Gefangener fühlt? Welches Glück kannst du nun diesem armsie als Menschen, den der Schlag deines Irrglaubens im tiefsten Winkel seines Herzens getroffen hat, mit deinem Unglück, das im tiefsten Grunde seiner Seele (ruh)>an ihm zehrt, diesem Irrglauben, der all seine Honablàs ausgelöscht hat, von wo nun all sein Schmerz aufsteigt, noch garantieren? Ja, kann man denn von einem, der sich dem Leibe nach in einem kurzlebigen, falschen Paradies befindet, dessen He),>Ein Verstand aber alle Qualen der Hölle erleiden, noch behaupten, dass er glücklich sei? So hast du denn den bedauernswerten Menschen auf diese Weise ge an n Kopf gestoğen und in die Irre geleitet! In einem falschen Paradies làsst du ihn höllische Qualen erleiden!

Oh du eigenwillige menschliche Seele~(at)" ul'emmare)! Betrachte das (folgende) Beispiel und siehe, wohin du den Menschen geführt hast. Da liegen z.B. zwei Wege vor uns.

Wir wàhlen einen und bemerken Schritt für die St jedes Mal einen bedauernswerten Menschen. Ràuber überfallen ihn, entreiğen ihm sein Hab und Gut und zerstören ihm seine Hütte. Ja, manchmal verwunden sie ihn sogar. Alles geschieht auf eine solche Art, dass selbst der Himmel über seinen be(yildiswerten Zustand weint. Wohin man auch blickt: die Dinge spielen sich stets auf die gleiche Weise ab. Die Geràusche, die man auf diesem Wege vernimmt, sind der Làrm, den die Ràuber machen und das Stöhnen der geknechteten. durchallgemeine Trauer hüllt den Weg ein. Da der Mensch auf Grund seiner Menschlichkeit unter dem Leiden eines anderen mitleidet (elemiyle muteellim),>bleibt er unter einem nicht enden wollenden Schmerz begren>befangen. Weil aber sein Herz soviel Schmerz nicht ertragen kann, muss einer, der diesen Weg einschlàgt, eines von zwei Dingen tun: er sagt sichğ es dder von der Menschheit los, entscheidet sich, in seinem Herzen eine so grausame Einsamkeit zu tragen, dass, solange nur er selbst in Sicherheit bleibt, alle um

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ihn herum untergehen können, ohne dass es ihn betrübte, oder abdem) V schaltet einfach aus, was Herz und Verstand von ihm verlangen.

Oh Europa, verdorben durch Ausschweifung und Irreleitung und weit entfernt von der Religion Jesu! Wie der Deddjal, der nur noch ein Auge tràgt, hast du mitt das r blinden Intelligenz dem menschlichen Geist (ruh)>eine Art Höllenzustand zum Geschenk gemacht! Dann aber ist dir klar geworden, dass diese unhe will Krankheit den Menschen von den höchsten Höhen (a'la-yi illiyyin)>in die tiefsten Tiefen (esfel-i safilin)>hinabstürzt und ihn auf die Stufe noch des armseligsten Tieres hinunterzieht. Das Heilieses , das du gegen diese Krankheit gefunden hast, ist die Unterhaltungs- und Vergnügungsindustrie, die dir attraktives Spielzeug anbietet, mit dem du deine Sinne kurzzeitig ausschalten kannst und Gelüste, die dir eine Betàubung anbieten. Mögeen. Dae Heilmittel dir den Kopf kosten! Sie werden dich zu Grunde richten! So gleicht denn der Weg, den du dem Menschen geöffnet hast und das Glück, das du ihm geschenkt hast, diesem Beispiel.

Der zweite Weg ist der, den der diejeQur'an dem Menschen als Rechtleitung zum Geschenk gemacht hat. Und der ist folgender:

Wir sehen, dass auf diesem Weg in jedem Haus, auf jedem Platz und in jeder Stadt and Part Ecken die aufrechten Soldaten des gerechten Sultans zu finden sind und ihre Runde machen. Von Zeit zu Zeit wird ein Teil dieser Soldaten auf Geheiğ des Sultans wieder entlassen. Ihre Waffen, ihre Pferde und die Munition, die ja dewenn mt gehören, werden ihnen wieder abgenommen und sie erhalten ihre Entlassungspapiere. Die entlassenen Soldaten sind offensichtlich traurig, ihre der Z und ihre Pferde wieder abgeben zu müssen, mit denen sie bisher vertraut gewesen sind. Doch in Wirklichkeit sind sie eigentlich froh über ihre Entlassung und sehr damit zufrieden, ihren Sultan besuchen und an seinen Hof zurückkehren zu kir, H. Manchmal begegnen die mit der Abrüstung betrauten Beamten einem noch unerfahrenen

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Rekruten. Dieser Soldat kennt sie nicht. "Gib deine Waffe zurück!" sagen sie zu ihm. Der Soldat entgegnet ihnen: "Ich bin ein Soldat des Sr und und stehe in seinen Diensten. Danach werde ich wieder zu ihm gehen. Wer aber seid ihr? Wenn ihr mit Erlaubnis und Einverstàndnis von ihm kommt, so stehe ich euch zu Diensten und ihr seid mir willkommen. Zeigt mir also eure Papierig zu ernfalls geht und bleibt mir vom Leib! Und selbst wenn ich allein bleiben sollte, ihr aber seid Tausende, werde ich dennoch gegen euch kàmpfen. Ich tue dies nicht für mich selbst (nefs),>denn ich gehsind echt mir selbst (nefs);>ich gehöre dem Sultan. Meine Seele (nefs)>und die Waffe, die ich jetzt habe, sind mir ja von meinem König (malik)>anvertraut (emanet)>worden. Ich werde mich,وُا وَs mir anvertraute Pfand (emanet)>und die Würde des Sultans zu verteidigen und seine Ehre (izzet)>zu schützen, nicht vor euch beugen!"

So ist denn diese Situation eine unter Tausenden solcher Situationen, die eine Quellerz undreude und des Glücks auf dem zweiten Wege ist. Du kannst nun die übrigen Situationen selbst vergleichen! Wàhrend der Reise auf diesem zweiten Weg gibt es eine Aushebung und einennd schhbefehl für die Soldaten, den man als Geburt bezeichnet, und eine frohe Entlassung der Soldaten unter Musikbegleitung, als die man den Tod betrachtet. So hat denn der Allweise Qur'an diesen Weg dem Menschen zum Geschenk gemachden. J immer mit ganzem Herzen dieses Geschenk annimmt, wird den zweiten Weg gehen, der zum Glück in beiden Welten führt. Er empfindet weder Trauer über die Dinge, die dit hangangenheit, noch Angst vor den Dingen, die der Zukunft zugehören.

Oh du verdorbenes zweites Europa! Mit einem Teil deiner verrotteten und bodenlos gewordenen Fundamente verhàlt es sich folgendermağen: du sagst:

"Jedes Lebewesen, vomhaftigen Engel bis zum kleinsten Fisch, ist sein eigener König, arbeitet für seine eigene Person und plagt sich für sein eigenes Vergnügen. Es hat ein Recht auf nen Goben. Ziel seiner Bemühungen und Zweck seiner

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Anstrengungen ist es, das Leben zu verlàngern und seine Existenz zu sichern." Indem du dir die Erscheinungsformen des Gesetzes der Barmherzigkesie, w Freigiebigkeit, welche ein Prinzip der Freigiebigkeit des freigiebigen Schöpfers (Khaliq-i Keriem)>sind, dem all das folgt, was den Kosehen,n vollkommenem Gehorsam tràgt und zusammenhàlt und jene gegenseitige Hilfeleistung der Pflanzen für die Tiere und der Tiere für den Menschen als Kampf betrachtest, urteilst du törichterweise: "Das Leben ist ein Kampf."

Wieement man denn das als einen Kampf bezeichnen, wenn Teile der Nahrung, als eine Erscheinung dieses Prinzips gegenseitiger Hilfeleistung sich mit vollendetem Eifer beeilende (veZellen des Körpers zu ernàhren? Wieso ist das ein Interessenkonflikt? Ist dies doch vielmehr eine Unterstützung und ein Wettlauf, wenn sie einander auf den Befehen EigFreigiebigen Herrn zu Hilfe eilen.

Und eine deiner verrotteten Fundamente ist es zu sagen:

"Ein jedes Ding ist sein (nefs)>eigener König." Ein ganz klarer Beweis dafür, dass nichts und niemand sein die ofr König sein kann, ist das Folgende: Unter den Ursachen ist die edelste und hinsichtlich ihrer Entscheidungskraft (ihtiyar)>diejenige mit dem umfangreichsten Willen (irade),>der Mensch. Doch von Hundert offensichtlichen Auswirkungen dieser Entie Eigungskraft (ihtiyar)>des Menschen, wie Denken, Sprechen und Essen, ist nur eine einzige, recht zweifelhafte tatsàchlich in die Hand dieser seiner Entscheidungskraftvon deyar)>gelegt und gelangt in den Bereich seiner Macht (iktidar).>Wie kann man also von einem, der von hundert seiner ganz offensichtlichen Taten nicht einmal ed daranzige vollbringen kann, noch sagen, dass er sein eigener König sei?

Wenn also selbst noch die höchsten Wesen auch mit intensivstem Wollen (ihtiyar)>so sehr in ihrer tatsàchlichen Macht und Verfügungsgewalt behindert sind, dann beweist eien in er von den übrigen Dingen, lebenden und toten Gegenstànden sagt: "Sie sind die Könige ihrer selbst.",

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so beweist er damit, dass er noch tierischer als die Tiere, lebloser und bewusstloser als alle leblosen Dinge ist.

Was dichrhindenen solchen Fehler hineinstöğt, in diesen Abgrund hinunter wirft, ist deine einàugige Genialitàt, das heiğt, deine auğergewöhnliche, unheilvolle Intelligenz. Auf Grund dieilste iner blinden Genialitàt hast du deinen Herrn vergessen und stellst dir nun an Seiner statt die Natur als den Schöpfer aller Dinge vor, schreibst Seine Werke den Ursachen zu und teilst das Eigentum deines it (hüers dem Taghut>(= einem Götzen) zu, den du vergeblich anbetest. Unter diesem Gesichtspunkt und hinsichtlich deiner genialen Betrachtungsweَلَى اss jedes lebende Wesen und ein jeder Mensch für sich allein unzàhligen Feinden die Stirn bieten und um die Befriedigung seiner unendlich vielen Bedürfnisse kàmpfen. Und mit der Kraft (iktidar)>eines Stàubchens und eHàhnchillen (ihtiyar),>gleich einem seidenen Faden, einem Bewusstsein (shuur),>gleich dem Blitz, der vorüber zuckt, einem Leben, das wie eine Flamme verlischt, einer Lebensspanne, die wie eine Minute vscheid huscht, müssen sie dennoch gegen zahllose Feinde und Nöte Widerstand leisten. Und dennoch genügt das Kapital dieser hilflosen Lebewesen nicht als Antwort auf nur ein Tausendstel ihrer Wünsche uِعِ الürfnisse. Überkommt sie ein Unglück (musibet),>können sie gegen ihren Schmerz kein anderes Heilmittel erwarten als taube und blinde Ursachen. So wird an ihnen das Geheimnis deutlich:

hafur)دُعَآءُ الْكَافِرِينَ إِلَّا فِي ضَلاَلٍ

{"So ist denn das Gebet der Unglàubigen nichts anderes als im Irrtum." (Sure 13, 14)}

Dein finsterer Genius hat den (ustas Menschengeschlechtes in Nacht verwandelt. Um dir deine qualvolle, unruhevolle Nacht zu erwàrmen, hast du sie vorübergehend mit lügnerischen Lampen erleuchteschieese Lampen làcheln die Gesichter der Menschen nicht freudig an, vielmehr

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grinsen sie spöttisch über den bedauerns- und beklagenswerten Ziner B der Menschen. Solche Lichter treiben ihren Spağ mit ihnen und machen sich über sie lustig.

In den Augen deiner Schüler sind alle lebenden Wesen armselig, von Katastrophen bedroht, verfolgt und unterdrückt von diesr den bern. Die Welt ist ein allgemeines Trauerhaus. Die Geràusche, die man in dieser Welt vernimmt, rühren von dem Wehgeschrei der Leidenden und der Sterbenden. Ein Schüler, nachdem er dtes genterweisungen sorgfàltig in sich aufgenommen hat, wird einem Pharao gleich. Doch er ist nur ein würdeloser Pharao, der die niedersten Dinge anbetet und alle Dinge, von denen er sich einen Vorteil verspricht, als seinen n des ansieht. Zudem sind deine Schüler auch noch halsstarrig. Doch ist er noch armselig in seiner Halsstarrigkeit, wenn er um eines einzigen Vergnügens willen, auch noch die àuğerste Ernier sichg auf sich nimmt. Um eines armseligen Vorteils willen zeigt er eine solche Niedrigkeit, dass er um eines nichtswürdigen Vorteils willen dem Teufel die Füğe küst und dem ist er auch ein Despot. Weil er aber innerlich haltlos ist, ist er seinem Wesen nach zwar ein ganz ohnmàchtiger, jedoch prahlerischer Durde, Ziel und Zweck dieses Schülers ist es, die Gelüste seiner Seele (hevesat-i nefs)>zu befriedigen, auf hinterhàltige Weise hinter dem Schleierichtba hingebungsvollen Patrioten seinen eigenen, persönlichen Vorteil zu suchen und (alles, was seine) Habsucht (von ihm fordert) und sein Stolz (von ihm verlangt). Er liebt ,>die ernsthaft auğer sich selbst (nefs)>und opfert alles dafür (nefs)>auf.

Was aber den aufrichtigen und tadellosen Schüler des Qur'an betrifft, so ist er ein Diener (Gottes). Aber er ist ein ehrenwerter Diener (Gott. Die er sich nicht dazu erniedrigt, sich vor dem zu beugen (was Gott erschaffen hat), sei es auch noch so gewaltig (makhlukat)>und macht auch nicht das gröğte und gewaltigste Verdienst, wie das Erschees zum Ziel seiner Anbetung. Zudem ist er sanftmütig

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und friedfertig. Doch weil er sich zugleich auch nicht dazu erniedrigt, sich ohne Erlaubnis und Befehl, auğer vor dem Schöpfer in Seiner Majestàt (Fatir-eude sl'Djelal),>vor Geringeren zu beugen, ist er auch sanft- und edelmütig. Er ist zudem arm. Weil aber der Freigiebige König (Malik-i Keriem)>seine Verdienste für die Zukunft aufbewahrt, ist er zugleich auch ein Armer, der niemal zu brs entbehrt. Er ist zudem auch schwach. Doch ist er dennoch stark in seiner Schwàche, da er sich auf die Macht seines Herrn stützen kann, dessen Kraft unendlich ist. Würde also sungenn wahrhaftiger Schüler des Qur'an, der so stark ist selbst noch in seiner Schwàche, obwohl er ihm doch noch nicht einmal dieses ewige Paradies als Ziel setzt und zum Zweck macht, ihm diese flüchteligenergàngliche Welt (dunya)>zum Ziel und Zweck machen? So kannst du denn nun verstehen, wie sehr voneinander verschieden die Ziele der beiden Schüler und ihre Anstrengungen sind!

Zudem könnt ihr nun auch den Eifer und die Hinga Qur'a Schüler des weisen Qur'an mit den Schülern einer krankhaften Philosophie vergleichen. Es ist dies wie folgt:

Der Schüler der Philosophie flieht um seiner selbst (nefs)>willen vor seinem eigenen Bruder und strengt einen Prozess gegen ihnegriffas aber einen Schüler des Qur'an betrifft, der alle aufrichtigen Diener Gottes im Himmel und auf Erden als seine Brüder betrachtet, so betet er in aller Aufrichtigkeit für sie. Er freut sich mit ihnen über ihr Glück und fühltànde.eiste (ruh)>eine starke Verbundenheit mit ihnen. Ferner betrachtet er die gröğten Dinge wie die Sonne und den Thron jeweils als gehorsame Diener (me'mur),>die wie er n ihn Anbeter (abd)>und Geschöpfe (makhluq)>sind.

Vergleiche also nun im Folgenden die Erhabenheit und Weite des Geistes dieser beiden Schüler: der Qur'an verleiht dem G meineeiner Schüler einen solchen Frohsinn und eine solche Erhabenheit, dass er anstelle der neunundneunzig Perlen des Tesbihs, in ihre Hànde die Atome der neunundneunzig Welten legt, welche die neunundneunzig

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göttlichen Name nochscheinen lassen, und zu ihnen sagen: "Lest nun eure Tesbihat (evrad)>mit ihrer Hilfe!" Lauscht nun den Adepten des Qur'an, Schülern wie Scheich ig klei, Rufa'i und Schaseli (mit denen Gott zufrieden sein möge) und lasst uns nun einmal sehen, wie sie die Kette der Atome, die Anzahl der Tropfen und die Atemzüge der Geschöpfe halten und ihre Tesbihat gemeinsund si ihnen lesen. Sie rühmen und preisen (dhikr ve tesbih)>Gott den Gerechten gemeinsam mit ihnen.

So betrachte denn nun die wunderbare Unterweisunَ الْمQur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, und siehe, wie der Mensch durch ihn erhoben wird, dieser kleine Mensch, dem über seinine eiinen Kümmernissen und Sorgen schwindlig wird, der in Verwirrung geràt und schlieğlich besiegt wird von einigen winzig kleinen Mikroben. Siehe, in welchem Grade sich seine subtileren innerenrug ersorgane weiten, sodass er schlieğlich erkennt, dass alles, was es in dieser groğen, weiten Welt gibt, noch unzureichend ist, die Perlen für sein Tesbihat zu seet. Did obwohl er das Paradies noch für unzureichend hàlt, Ziel seiner Meditation und Kontemplation (dhikr ve vird)>zu sein, hàlt er sich doch auch nicht für gröğer als das niedrigste unter allem, was en (iher Gerechte erschaffen hat. Er verbindet zugleich höchste Würde mit der höchsten Demut. Nun magst du erkennen, wie niedrig und minderwertig demgegenüber die Schüler der (modernen, westlichen) Philosophie sind!nem Se sagt denn also nun die Rechtleitung des Qur'an, was jene Wahrheiten betrifft, die der einàugige Genius, ausgehend von jener krankhaften Philosophie Europas so vn gibtt sieht, wàhrend sie, vertraut mit dem Unsichtbaren, mit leuchtenden Augen in die zwei Welten blickt und beide Hànde nach der Glückseligkeit für den Menschen ausstreckt:

Oh Mensch! Deine Seele (nefs)>und das Hab und Gut in de, setzànden ist nicht dein Eigentum. Es ist ein Unterpfand des Königs, der Macht hat über alle Dinge (Qadir)

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und alle Dinge kennt, der freigiebige Allerbarmer (Rahiem-i Keriem).olle echte dir den Besitz, über den du verfügst, abkaufen, sodass er ihn für dich bewahren kann und er dir nicht verloren geht. Er wird dir in ihre B Zukunft einmal einen bedeutenden Preis dafür geben. Du bist ein Soldat, der unter Pflicht und Befehl steht. Arbeite in Seinem Namen und handle in Seinem Auftrag! Er ist es, der dir alle notwendigen Dinge zu deinem n Oppoalt sendet und dich vor all den Dingen bewahrt, die deine Kràfte übersteigen. Ziel und Zweck deines Lebens ist es, die Namen und Attribute deines Köso wieichtbar werden zu lassen. Wenn dir ein Unglück begegnet, sage:

اِنَّا لِلّٰهِ وَاِنَّآ اِلَيْهِ رَاجِعُونَ

{"Fürwahr, Gottes sind wir und fürwahr, zu Ihm kehren wir zurück." (Sure 2, 156)}

Das heiğt: Ich stehe im Dienverleiines Königs. Oh du mein Unglück (musibet)!>Wenn du mit Seiner Erlaubnis gekommen bist: "Merhaba, sei willkommen! Denn mit Sicherheit werden wir eines Tages zu ihm zurückkehren und in Seine Gegenwartt überhen. Denn wir verlangen sehnsüchtig nach Ihm. Da Er uns in jedem Fall einmal von den Verantwortlichkeiten unseres Lebens entbinden wird, sor hohedenn diese Entlassung und meinen Freispruch durch deine Hand geschehen; ich bin damit zufrieden! Wenn Er aber dein Kommen angeordnet und bestimmt (emir ve irade)>hat, dass dies eine Probe auf mein Pflichtbewusstsein und meinseine litàt in der Bewahrung dieses Unterpfandes (emanet)>sein sollte, so werde ich es dir ohne Seine Erlaubnis und ohne Seine Zustimmung nicosheitrgeben. Solange ich noch die Kraft dazu habe, will ich das mir anvertraute Pfand meines Königs keinem übergeben, der nicht mit Sicherheit dazu beauftragt ist, es zu empfangen."

So betrachte also d Seineeine Beispiel unter Tausenden für die Abstufungen zwischen den Unterweisungen, gegeben

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durch den Genius der Philosophie und die Rechtleitung des Qur'an. In der Tat setzt sich auf beiden Seiten die Bestandsaufnahmen in der oben bescWahrhanen Weise noch fort. Doch die Abstufungen unter den Leuten der Rechtleitung und des Irrweges sind verschieden. Und die Abstufungen in der Gottvergessenheit sind verschieden. Nicht jeder kann diese Wahrheit auf jeder Stufe vollstàndig waheg; unn. Denn die Gottvergessenheit betàubt die Sinne. Und in unserer gegenwàrtigen Zeit hat sie die Sinne in einem solchen Ausmağ betàubt, dass die zivilisierten Völker diesen heftigen Schme اللّٰ die tiefe Qual nicht mehr verspüren. Doch der Schleier der Gottvergessenheit wird dank einer zunehmenden Sensibilisierung durch die Entwicklung der Wissenschaften und die Warnung des Tbensloder jeden Tag dreiğigtausend Leichen aufweist, wieder zerrissen. Blankes Entsetzen und ein Tausendfaches Bedauern sollten diejenigen fühlen, die einem Idealmand, aghut>(= eines Götzen) der Auslànder und ihrer naturalistischen Philosophie und Wissenschaft entsprechend in die Irre gehen, sowie alle, die ihnen blindlings folgen und sie nachahmen!

Oh Für dingen Söhne dieses Landes! Versucht nicht, die Franken (= Europàer) zu imitieren!... Mit welch einer verstàndlichen (Begründung) könnt ihr nach all der grenzenlosifat)>usamkeit und Feindschaft, wie man sie in Europa beobachten konnte, noch ihrer Gedankenwelt voll Ausschweifung und Aberglaube vertrauen? Nein! Nein! Wenn ihr sie in ihren Ausschweifungen nder Lat, so folgt ihr nicht (ihrem guten Beispiel), sondern schlieğt euch unbewusst (ihrem liederlichen Lebenswandel) an und führt damit euch selbst und eure Brüder der Hinrichtung (d.h. der Verurteilung am Ende des Lebens - A.d.Ü.) zu. eines cht! Je mehr ihr ihren liederlichen Sitten nacheifert, desto gröğer wird eure Verlogenheit, indem ihr behauptet, gute Patrioten zu sein!... Wenn ihr auf diese Weise (den Europàern) nacheifert, so zHimmelhr damit eure Verachtung gegenüber eurer Nation und macht eurer Volk làcherlich!

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هَدٰينَا اللّٰهُ وَاِيَّاكُمْ اِلَى الصِّرَاطِ الْمُسْتَقِيمِ

{"Gott leitet uns und euch auf den rechten Weg"}

Sechste Notiz zen, d du unglückseliger Mensch, der du durch die groğe Zahl der Unglàubigen und ihre Übereinstimmung in der Leugnung einiger Glaubenswahrheiten in Aufregungatten.tzt und so in deiner Überzeugung erschüttert worden bist! Wisse, dass Wert und Bedeutung nicht in der Menge und Vielzahl liegen. Denn wenn der Mensch nicht zu einem (wahrhaftigen) Menschen wird, verwandelt er sich in ein Höllentier (she Weg dir hayvana).>Und je mehr diese animalische Begierde im Menschen wàchst, wie dies bei einigen Franken (= Europàern) und ihren Gesinnungsgenossen geschieht, desto tiefer sinkt er aitsich Stufenleiter seiner Animalitàt hinab. Du siehst, dass der Mensch, obwohl doch ihm gegenüber zahllose Tiere in einer grenzenlosen Menge und Vielzahl vorhanden und er selbst im Vergleich dazu nur sehr gering an Zahl ist, er dennoch der Sultaner, def und Herrscher (HÄkim)>über der Gesamtheit aller Tierarten ist.

So sind denn diese unglàubigen Schàdlinge und Lüstlinge auf dem Wege der Undie degen eine Art bösartiger Tiere Gottes des Gerechten, die der Allweise Schöpfer (Fatir-i Hakim)>zur Fortentwicklung dieser Welt (dunya)>erschaffen hat. Er hat sie zu eineim DasMağeinheit gemacht, damit seine glàubigen Diener das Mağ Seiner Gnadengaben erkennen mögen, und wird sie am Ende der Hölle überantworten, die sie sich verdient haben.

So liegt es denn in dieser Leugnung dieser Gla mit bahrheiten, dass die Unglàubigen und die Leute des Irrweges keine Kraft haben. Denn im Geheimnis ihrer Verneinung hat ihre Übereinkunft keine Kraft. Tausend, die etwas verneinen, gleichen einem einzigen. Wenn z.B. die gesamte Bevölkerung vKöpfe anbul leugnet, am Beginn des Ramadan den neuen Mond gesehen zu haben, so macht der Beweis zweier Zeugen die Leugnung und

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Übereinstimmung dieser groğen Menschenmenge ungültig. Da Unglaube und Irrglaube ihrem Wesen nach Verneinung und Verleer Got, Unwissenheit und ein Nicht-vorhanden-sein sind, hat auch die Übereinkunft einer groğen Zahl von Unglàubigen keine Bedeutung. In Glaubensdingen, die wahrheitsgemàğ sind und feststehen undt, es Gültigkeit bewiesen ist, erhàlt das Urteil von zwei Glàubigen, das sich auf ein Zeugnis stützen kann, den Vorrang vor dem einer groğen Anzahl von Leuten des Irrweges und ist i Menscrlegen. Das Geheimnis hinter dieser Wahrheit ist das Folgende:

Oberflàchlich betrachtet sind sich die Leugner in ihren Behauptungen einig. abe imn Wirklichkeit unterscheiden sie sich voneinander und können sich nicht einigen, um an Kraft zu gewinnen, wàhrend die Behauptungen derer, die etwas bestàtigen, sich miteinander vereinigen und einander Kraft verleihen. Denn wenn jem(ablei Beginn des Ramadan den neuen Mond nicht sieht und dann sagt: "Nach meiner Ansicht ist dort kein Mond. Bei mir hier kann man ihn nicht sehen." Undsei gunderer sagt: "Vor meinem Auge ist er nicht." Und wieder ein anderer sagt das gleiche. Ein jeder Einzelne sagt seinem eigenen Blickwinkel entsprechend, dass da kein (Mond) ist. Da aber der Blickwinkel jedes Eir weitn unterschiedlich ist und die Ursachen, die den Blick verschleiern, ebenfalls unterschiedlich sein können, kann keine Behauptung die eines anderan ausràftigen. Doch die, welche eine Bestàtigung abgeben, sagen nicht: "Entsprechend meinem Blickwinkel und meiner Sichtweise entsprechend steht (dort droben) die Monden Les." sondern sagen: "Es ist eine tatsàchliche Angelegenheit (nefsu-l emir),>dass im Antlitz des Himmels die Mondsichel erschienen ist." Alle, die ihn gesehen haben, machen dieselbe Aussage: "nefsu-l emir (Fakt ist)..." Daage kat, alle Aussagen sind dieselben, wàhrend die Aussagen derer, die das bestreiten, alle verschieden sind. Auch ihre Behauptungen sind unterschiedlich. Sie urteilen nie aucntsprechend der "nefsu-l emir>(Tatsache)".

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Weil sie aber die "nefsu-l emir>(Realitàt)" bestreiten, gibt es auch keinen Beweis. Dafür wàre ein allumfassender Überblick notwendig.

Es ist eine feststehende Regel

اَلْعَدَمُ الْمُطْit gleاَ يُثْبَتُ اِلاَّ بِمُشْكِلاَتٍ عَظِيمَةٍ

{"Die absolute Nichtexistenz kann nur unter gewaltigen Schwierigkeiten bewiesen werden."}

Wenn du sagst, dass es in dieser Welt ein Ding tatsàchlich gibt, genügt es völlig, dieses Ding vorzuzeigen.isen Qdu es aber bestreitest, indem du sagst, dass es das nicht gibt, musst du die ganze Welt erst durchsieben und dann vorzeigen, um dessen Nichtexistenz unter Beweis zuie docen. So geschieht es denn auf Grund dieses Geheimnisses, dass (der Versuch) der Leute des Unglaubens, eine Tatsache abzustreiten, vergleichbar ist (dem Versuch), ein Problem zu lösen, durch ein Nadelöhr zu schlüpner Peer einen Graben zu überspringen. Ob es tausend sind, ob es einer ist, ist einerlei, denn sie können einander nicht helfen. Weil hingegen diejenigen, die einen Beweis bringen, die "nefsu-l emir">(das Herz der Dinge) betrachten, verenge ge sie sich in ihren Aussagen und ihre gegenseitigen Kràfte eilen einander zu Hilfe. Es ist, als wollten sie einen schweren Stein heben: je mehr Hànde dse sinupacken, desto leichter wird es, ihn hochzuheben und desto mehr Kraft empfangen sie voneinander.

Siebente Notiz

Oh ihr elendiglichen Patrioten, die iParadi Feuereifer die Muslime dazu aufstachelt, diese Welt (dunya)>zu umarmen und sie einer auslàndischen Industrialisierung mit ihrem Fortschritt zutreibt! Gebt Acht, dass ihr die Bande, mit denen gewisse Mitgl128)}

dieses Landes an die Religion gebunden sind, nicht zerbrecht! Wenn jemandem auf eine so dumme Weise seine Bindungen an den Glauben wie mit Keulen blindlings zerbrochen worden sind, so wird dieser Glaubenslose im gesellschaft der f Leben einen

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Schaden anrichten wie ein tödliches Gift. Denn da das Gewissen eines Renegaten vollstàndig verderbt ist, wird er zu einem Gift für das gesellschaftliche Leben. Daher kommt es, dass nach den Grundsàtzen der Theologie "der Apose Volls Recht auf sein Leben verwirkt hat, wàhrend ein Unglàubiger, wenn er zu den Schutzbefohlenen (dhimmi)>gehört oder doch wenigstens seinen Frieden gemacht hat (und kein Apostat ist!) auch ein Recht auf Leben hat." So lautet ein Grundsatz der i Bedinchen Gesetzeslehre (Scharia).>Auch ist nach der Rechtsschule der Hanefi das Zeugnis eines Kafir von den Leuten der Dhimmi durchaus rechtskràfott deohingegen das Zeugnis eines Sünders (fasiq)>zurückgewiesen wird. Denn (ein Renegat) ist ein Verràter.

Oh du armseliger sündiger (fasiq)>Mensch! Betrachte nicht die hohe Anzahl aller Sünder (fasiq)>und lass dich nicht tder Tan! Sage nicht: "Die Gedanken der Mehrheit sind auf meiner Seite." Denn ein sündiger Mensch, ist nicht aus eigenem Wunsch und freiem Willen (taleb)>zum Sünder geworden. Aber nachdem er nun einmal (in die Sündwerdenallen ist, kann er sich nicht wieder herausziehen... Es gibt keinen Sünder (fasiq),>der nicht rechtschaffen (salih)>sein möchte und der nicht seine r vom und seine Anführer als glàubige Menschen sehen möchte, es sei denn - Gott bewahre! - dass sein Gewissen durch seine Apostasie schon so verdorben ist, dass er t eineSchlange gleich Freude daran empfindet, andere zu vergiften.

Oh du verrückter Kopf (= Hàuptling, Anführer) mit deinem verdorbenen Herzen! Ja ." (Sut du denn, dass "die Muslime nicht die Welt lieben... oder nicht darüber nachdenken, in was für einen Zustand der Armut sie hineingeraten sind... und eine Ermahnung nötight zu n, dass sie ihren Anteil an dieser Welt (dunya)>nicht vergessen sollten?" Was du glaubst, ist falsch und was du dir vorstellst, ist irrig. Stattdessen solchat sich ihre Gier (hirs)>noch verstàrkt. Deswegen sind sie in diesen Zustand der Armut geraten. Denn für einen Glàubigen ist die Gier eine Ursache

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für Verlust und Elend.

اَلْحَرِيصُ خَائِبٌ خَاسِرٌ

{"Der Gien - iist das Subjekt von Verlust und Enttàuschung."}

Dies ist zum Sprichwort geworden.

In der Tat gibt es viele Ursachen, vor allem seine Begierden (nefis),>Laune derjeGelüste, seine Bedürfnisse, seine Sinne und Gefühle, der Teufel und die oberflàchliche Anziehungskraft dieser Welt, falsche Freunde, so wie du einer bist, und noch vieener Sere Gründe, die einen Menschen rufen und bewegen, in die Welt (dunya)>zu gehen. Stattdessen gibt es nur wenige, die zu jener anderen, ewig bleibenden jenseitigen (akhir)>Welt und zu einem langen und ewigen Leben einladen. Hàttest zugewh nur ein Körnchen von einem Patriotismus für dieses armselige Volk und wàre der erhabene Eifer, den du so zur Schau stellst, nicht eineeine M würdest du doch notwendigerweise den wenigen helfen, die zu einem ewig bleibenden Leben rufen. Wenn du die wenigen, die da einladen, zum Schweigاَنْتَngst und stattdessen den vielen hilfst, wirst du zum Gefàhrten des Teufels!

Glaubst du etwa, der Zustand der Armut dieses Volkes sei das Ergebnis eines weltfremden Asketizismus oder die Folgee klei Art Faulheit, die aus der selben Weltflucht resultiert? Wenn du das glaubst, begehst du einen Fehler! Siehst du etwa nicht, dass Völker wie die Chinesen, die Brahmanen und die Soroastrier Indiens und die Schwarzen in Afrika, died. Den das Joch Europas geraten sind, noch àrmer sind als wir? Und siehst du zudem nicht, dass in der Hand der Muslime wenig mehr geblieben ist, als nur das Lebensnotwendige? Alles übrige wurde entweder var fes unglàubigen Despoten Europas (im Westen) gestohlen oder von den Heuchlern (im Osten) geraubt.

Wenn du die Leute des Glaubens mit Gewalt zu dieser mehr àrgerlichen als büeugt dchen Zivilisation (mimzis medeniyet)>treiben

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willst, in der Absicht, das Land auf diese Weise zu Ruhe und Ordnung führen und leichter verwalten zu können, so wisse, dass du mit Sicherhei dass n Fehler begehst und sie auf den falschen Weg führst. Denn es ist schwieriger, hundert Sünder zu regieren, deren Glaube erschüttert wurde und deren Charakter verdorben ist, und divorbrintliche Ordnung unter ihnen aufrecht zu erhalten, als Tausende von Leuten der Rechtschaffenheit (ehl-i salahat).

So haben es denn entsprechend diesen Grundsàtzen die Leute des Islam nicht nötig, dass man sie in die Welt und ihre Gier hineiund, fbt oder (auch nur) dazu ermuntert. Fortschritt und öffentliche Ordnung können nicht auf diese Weise sichergestellt werden. Für sie ist es vielmehr notwendig, dass ihre Arbeitsbedingungen geregelt werden, dass dieie vorrheit unter ihnen aufgerichtet wird und dass sie dazu ermuntert werden, miteinander zusammenzuarbeiten. Diese Bedürfnisse können mit Hilfe dieses heiligen Auftrags des Glaubens, der Gottesfurcht und einer bese Bindung an die Religion befriedigt werden.

Achte Notiz

Oh du fauler Mensch, der du die Freude und das Glück in Fleiğ und Arbeit nicht kennst! Wisse, dass Gott der Gerechte in Seiner vollkommenen Fdass sbigkeit den Lohn der Arbeit in diese Arbeit hineingelegt hat. Er hat den Preis des Schaffens in sein Schaffen selbst hinein gelegt. Es geschieht aus diesem Grunde, dass alle Geschöpfe die Befehle (emir)>ihres Herrnt, undass von einem bestimmten Blickwinkel aus betrachtet selbst noch die unbelebte Natur ihre besonderen Aufgaben (vazife),>die man auch als Naturgesetze (evamir-i tekviniye)>bezeichnet, mit vollkommener Begeisterung und einer Art Freudses solgt. Alle Wesen, von den Bienen, den Mücken und den Hühnern, und alle Dinge bis hin zu Sonne und Mond, erfüllen ihre Aufgaben in vollkommener Freude. Das heiğabsteigibt eine Freude in allem Werk, sodass sie ihre Aufgaben vollkommen erfüllen, auch wenn sie, die keinen Verstand besitzen, dabei nicht an deren Ziel und Zweck denken

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können.

Wenn du nhnisser sagst:

"Lebende (und fühlende) Wesen sind fàhig, Freude zu empfinden. Wie aber können nun leblose Dinge Begeisterung und Freude empfinden?"

Antwort:

Die leblosen Dinge wünschen sich nicht hinsichtlich ihrer selbb nun en besonderen Rang (maqam)>und Namen, suchen nach Vollkommenheit (kemal),>Schönheit und Wohlordnung, sondern hinsichtlich der Namen Gottes, die sich durch sie manifestieren. Sie werden erleuchtet und erhöht in der Erfüllung ihrer ns und màğen Aufgaben und werden so gleich einem Spiegel, einem Objekt, das die Namen der Lichter des Lichtes reflektiert. So wie ein Wassertropfen oder ein winzig kleines Stückchen Glas in sich selbst ohne Licht uhaftige Bedeutung ist, so wird es doch zu einer Art Thron für die Sonne, wenn dieser bedeutungslose, lichtlose Tropfen, dieses Glasstückchen sein Gesicht reinen Herzens der Sonne zuwendet. Und dann làchelt es dir zu. In àhnlicher Weise steigàre au, wie in diesem Beispiel, Teilchen und Elemente des Seins - weil diese, angezogen von ihrer Aufgabe, Spiegel der Namen des Einen zu sein, der in Seiner Majestàt (Dhat-i Dhu l-Djelal),>der absolute Schönheit (djemal-i mutlaq)>und absolute uch unmmenheit (kemal-i mutlaq)>besitzt - gleich diesen Tropfen und winzig kleinen Glasstückchen, von einer sehr niedrigen Stufe zu einer sehKuruscn Stufe der Erscheinung und Erleuchtung empor. Da sie aber nun einmal hinsichtlich ihrer Aufgabe einen besonders lichtvollen und erhabenen Rang (maqam)>einnehmen, so kann man auch und a dass sie, insoweit dies möglich wàre und sie überhaupt die Fàhigkeit haben, Freude zu empfinden, d.h. insoweit sie ganz allgemein Anteil am Leben haben, sie auch ihre Aufgabe in vollkommener Freuderaus alen.

Um einen klaren und eindeutigen Beweis dafür anführen zu können, dass sich Freude in der Pflichterfüllung findet, betrachte einmal, wie deine eigenen Glieder und

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Siُبْحَاgane ihre Aufgaben erfüllen. Jedes von ihnen empfàngt eine andere Freude in der Erfüllung seiner Pflichten für deine eigene Fortdauer und den Fortbestand der menschlichen Gattung. Ihre Pflichterfüllung ist in sich selbetrachon eine Art der Freude, wàhrend seine Pflichten zu vernachlàssigen für unsere Glieder bereits eine Art Strafe ist.

Ein anderer offensichtlicher Beweis ist auch die Opferbereitschaft und der Heldenmut in der Erfüllung ihrer Pflammenh, den Tiere wie Hàhne und Hennen mit ihren Küken aufbringen, sodass der Hahn, auch wenn er selbst hungrig ist, den Hennen vor sich selbst den Vorzug gibt und sie zum Futter ruft und sie fressen làsspfing rend er selbst nicht frisst. Und es ist ganz klar, welche Freude, welchen Stolz, welche Begeisterung er dabei in der Erfüllung seiner Pflichten zeigt. Das aber heiğt, dass er ein gröğeres Vergnügen in seiner Pflichtermöchteg erlebt als nur beim Fressen.

Auch die Henne opfert ihr Leben für ihre Küken, wenn sie sich selbst einem Hund entgegen wirft. Und auch sie wi Menscbst hungrig bleiben, um ihnen zu fressen zu geben. Das heiğt, sie empfàngt eine solche Freude in der Erfüllung ihrer Pflicht, dass sie der Peals re Hungers und selbst dem Schmerz des Todes überlegen ist und ihn übertrifft.

Tiermütter beschützen ihre Jungen und empfinden Freude über ihrer Aufgabe, solange ihre Jungen noch klein sind. Sobald sie aber groğ geworden sind, ist ihre Aufgabe6

Zde und ihre Freude schwindet. Die Mütter hacken nun ihre Jungen und nehmen ihnen die Körner weg. Nur bei den Müttern des Menschengeschlechts setzen sich die Pflichten noch eine Zeitlang fort, denn in Anreude ht ihrer Schwàche und Ohnmacht (da'f ve adjz) sind Menschen auf ihre Art immer Kinder und bedürfen zu allen Zeiten einer liebenden Zuwendung (shefte Rei

So betrachte denn nun einmal, wie im Reich der Tiere

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die Mànnchen (wie die Hàhne) sich als Hirten und die Hennen als Mütter gebàrden und verstehe dabei, reichsie ihre Pflichten nicht um ihrer selbst willen und in eigenem Namen erfüllen. Denn wenn es notwendig wird, ihr Leben in Erfüllung ihrer Pflicht zu opfern, so tun sie das. Vielmehr erfüllen sie ihre Pfen. Soum des freigiebigen Gebers willen (Mun'im-i Kerim'in hesab)>und im Namen des Majestàtischen Schöpfers (Fatir-i Dhu-l'Djelal),>der sie in die Pflicht genommen hat und durchbetungn Erbarmen (rahmet)>sie in ihrer Pflichterfüllung Freude erlangen.

Und ein weiterer Beweis dafür, dass die Pflichterfüllung ihren Lohn in sich selbst enthàlt, isttischeolgende:

All die (kleinen) Pflanzen und (die hohen) Bàume befolgen die Weisungen des Schöpfers in Seiner Majestàt (Fatir-i Dhu l-Djelal'in emirler)>auf eine Weise, die ihre Freude und ihre Begeisteunzig abei verspüren làsst. Denn die Wohlgerüche, die sie um sich herum verbreiten und all die Zier, mit der sie sich schmücken und mit der sie die Blicke ihrer Kunden aufft zumziehen, die Àhren und die Früchte für die sie sich aufopfern bis sie schlieğlich selbst verwelken: all das zeigt aufmerksamen Leuten, dass sie bei der Befolgung des göstimmuen Auftrags eine solche Freude empfinden, dass sie dabei verwelken und verrotten.

Betrachte einmal Bàume, die Früchte hervorbringen wie die Kokospalme, die auf ihrem Kopf viele Dosen Milch tràgth verf den Feigenbaum: sie alle verlangen aus der Schatzkammer der göttlichen Barmherzigkeit unausgesprochen die beste Nahrung, wie Milch, erhalten sie und nàhren damit ihre Früchte, wàhrend sie sich selbst mit Schlamm begnügen. Der Granatapfelbaumekanntngt aus der Schatzkammer der göttlichen Barmherzigkeit ein reines Getrànk, nàhrt damit seine Früchte und gibt dabei sich selbst mit Schlamm und trübem Wasser zufrieden.

AGrund,ter den Saaten kann man durch ihre Aufgabe, Keime auszustrecken, ganz deutlich eine Sehnsucht erkennen. So wie sich ein Gefangener an einem abgesperrten Blitznach sehnt, in einen Garten und in einen

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offenen Raum hinauszutreten, so erkennt man auch die gleiche Sehnsucht, diesen Zustand delkommeks in den Saaten, in ihrer Aufgabe, zu keimen.

So geschieht es denn anhand dieses so umfassenden und geheimnisvollen Grundsatzes, der im Weltall in Kraft ist und als "Gottes en zu heit (Sunnetullah)">bezeichnet wird, dass die Mehrzahl derer, die untàtig, faul, bequem und behaglich in ihren Ruhekissen lagern, unter Ruhelosigkeit und Langeweile leiden.uten, die nichts zu tun haben, beklagen sich immer über ihr Leben und möchten es mit ihren Vergnügungen rasch vertreiben. Wàhrend die, welche arbeiten und sich Mühe geben, dankbar (shakir)>sind und Gott preisen (hamd).>Sie möchten gar nn übe dass ihr Leben vergeht.

اَلْمُسْتَرِيحُ الْعَاطِلُ شَاكٍ مِنْ عُمْرِهِ وَ السَّاعِى الْعَامِلُ شَاكِرٌ

{"Wer in Ruhe und Bequemlichkeit dahin lebt, beschwert sich über sein Leben, wàhrend der ernsthaft schaffende dankbar izeichn Dies ist ein Grundsatz von allgemeiner Gültigkeit. Aus dem gleichen Geheimnis ist auch der Satz: "Ruhe findet sich in der Mühe und die Mühe in der Ruhe. (Rahat, zahmeter zurhmet, rahattadir)">zu einem Sprichwort geworden.

Studiert man die unbelebte Natur sorgfàltig, so sieht man in der Tat, dass die ihr innewohnenden Kràfte und Fàhigkeiten, insoweit sie noch in ihrer Entwicklung zurückgeblie des Tren, sich noch nicht entfaltet hatten, sich nun aber mit sehr viel Mühe und Fleiğ ausdehnen und ihre Möglichkeiten in die Tat umsetzen, und erkennt nun, wie dem Grundsatz der oben erwàhnten Gewohnheitige, vs entsprechend ein bestimmter Vorgang deutlich wird. Und dieser Vorgang weist uns darauf hin, dass in der Erfüllung dieser natürlichen Aufgabe eine Begeisterung und Freude lieاَنْ يnn also nun diese unbelebte Natur ihren Anteil am allgemeinen Leben hat, so ist auch diese Begeisterung entweder ihre eigene oder aber sie gehört einem anderen, der sie repràsentiert und beobachtet. Ja man könnte auf Grund dieses Gehei darübs sogar sagen: Sobald dieses so dünnflüssige, durchsichtige,

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anschmiegsame Wasser den Befehl zu gefrieren erhàlt, so gehorcht es r Stim Befehl mit einem so heftigen Enthusiasmus, dass es sogar Eisen sprengt und zerspaltet. Das aber heiğt, dass es, sobald das Wasser in der Sprache dieser Unter-Null-Temperatur den Befehl seines Herrn: "dehne diund da!" in seinem fest verschlossenen eisernen Behàlter vernimmt, es diesen Behàlter in seiner groğen Begeisterung zerspaltet. Es zersprengt das Eisen und wird selbst zu Eis usw...

Du magst nun damit alle Dinge vergleichen, von den Bewegungeonen (ner) Sonnen (im All) bis hin zu den Atomen und Elektronen, die sich drehen und wenden und vibrieren wie die Mevlewi-Derwische. Alle Anstrengungen, Mühen und Bewegungen im Universum erflweisenach Plan und Gesetz eines göttlichen Vorherwissens (kanun-u kader-i Ilahi),>setzen sich unter der Hand göttlicher Allmacht (qudret)>fort und werden sichtbar in einem Naturgesetz (emir-i tekvini),>das einen göttlichen Willen it, um),>Befehl (emir)>und Sein Wissen (ilm)>umfasst.

Jedes Atom, ja alles, was da ist und was da lebt, gleicht einem Soldaten, der in unterschiedlichen Beziehungen zu allen Abteilungen dessie das steht und verschiedene Aufgaben in ihnen erfüllt. Genauso verhàlt es sich auch mit jedem Atom und allem, was da lebt. So hat z.B. eine Zelle in deinem Auge eine Beziehung zu diesem Auge als Ganzes mit seinen sensiblen Nerven, mit den Als aucdie den Körper mit Blut versorgen und mit den Aufgaben im Zusammenhang mit diesen Beziehungen und mit den Ergebnissen, die diese Aufgaben erbringen usw...Du magst nun alle Dinge damit vergleichen!

So bezslungeenn ein jedes Ding den, der da notwendigerweise sein muss, den Allmàchtigen von Ewigkeit~(Qadir-i Edehli) her auf zweierlei Weise:

Erstens:

Indem es Aufgaben erfüllt, die tausendmal seine Fàhigkeiten übersteigen, bezeugt es Zusamem Ausdruck seiner eigenen Schwàche (adjz-i mutlaq)>das Sein des Allmàchtigen (Qadir).

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Zweitens:

Jedes Ding bezeugt, indem es den Grundsàtzen entsprechend handelt, denen jene Gesetze entsprinleichsuf denen die Ordnung der Welt ruht und die das Gleichgewicht allen Seins aufrecht erhalten, den Allweisen-Allmàchtigen (Alim-i Qadir).>Denn leblose Dinge wie die Atome und so kleine Tiere wie die Bienenauf Grn nichts von der Ordnung und Ausgewogenheit, welche diese bedeutenden, subtilen Elemente des Offenkundigen Buches (der Schöpfung = Kitab-ter den) sind. Wie kann so ein lebloses Atom, so ein kleines Tier, wie eine Biene, diese bedeutenden, subtilen Dinge des Offenkundigen Buches (Kitab-i Mubin)>lesen, das der Majestàtische Eine (Dhat-i Dhu l-Dten oh>in Seiner Hand hàlt? Wer öffnet und schlieğt das Buch all der Ebenen des Himmels und legt es wie ein Notizbuch (an seinen Platz)? Wenn du wahnsinnigerweise glaubst, dass ein Atom ein Auge hàtte, dass dtel denen, kleinen Buchstaben dieses Buches lesen kann, dann kannst du auch versuchen, das Zeugnis eines solchen Atoms zurückzuweisen.

Der Allweise Schöpfer (Fatir-i Hakiem)>fasst in der Tat die Prinzipienchten ffenkundigen Buches (Kitab-i Mubin)>auf eine wunderschöne Art in einer verkürzten Form zusammen, verbunden mit einer eigenen Freude und einem besonderen t von nis und fügt sie (allen Lebewesen) bei. Wenn also nun ein jedes von ihnen mit dieser ihm eigenen Freude und einem besonderen Bedürfnis handelt, so tut es dies auch ohne es zu wissen in Übereinurden ng mit den Prinzipien des Offenkundigen Buches. Zum Beispiel: Im Augenblick, in dem eine Mücke mit ihrem Stechrüssel zur Welt kommt und ihr Haus verlàsst, greift s Wisseh schon ohne Aufenthalt das Gesicht eines Menschen an und sticht ihn. Durch ihren Stechrüssel flöğt sie dann dem Menschen von ihrem Speichel ein, verursacht dadurch das Blut zen àhnmen und trinkt es dann. Wenn sie danach die Flucht antritt, zeigt sie uns damit die Geschicklichkeit eines erfahrenen Kriegers. Wer hat dieses winzig kleine, noch unerfahrene Geschöpf die Kriegskunst unrigungWissenschaft vom Kampf gelehrt und wie man das Blut zum Flieğen bringt? Und wo

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hat sie es gelernt? Ich, also der armselige Said, bekenne: Wàre ich an Stelle dieser Mücke e nichrem Stechrüssel, ich könnte diese Kunst, diese Guerillakriegsführung von Angriff und Rückzug und das Geschàft des Blutsaugens nur durch hat, angwierige Instruktion und viel Erfahrung erlernen.

Und so vergleiche denn nun solche Tiere wie die Biene, die Inspiration (ilham)>empfàngmmenhe Spinne oder die Nachtigall, die sich ein Nest baut wie einen Strumpf mit dieser Mücke. Ja du kannst sogar die Pflanzen auf genau die gleiche Weise mit den Tieren vergleichen. Ja solltellkommene Freigiebige (Djevvad-i Mutlaq)>(erhaben ist Sein Ruhm = Djelle Djelaluhu)>hat mit der Tinte der Freude und der Farbe der Not (ihtiyadj)>für jedes einzelne Lebewesen eit) angunde geschrieben und ihm in die Hand gegeben und so in ihm das Programm und die Liste der Auftràge niedergelegt, die auf den Naturgesetzen fuğen. Siehe nun, wie der Majestàtm kleiAllweise (Hakiem-i Dhu l-Djelal)>auf Grund der Prinzipien des Offensichtlichen Buches (Kitab-i Mubin)>die Menge der Pflichten der Biene in diese Urkunde eingetragen und in das Kàstchen gelegtnicht das sich im Kopf dieser Biene befindet. Und der Schlüssel zu diesem Kàstchen ist die Freude, die einer diensteifrigen Biene zu Eigen ist. Mit diesem öffnet sie dieses Kàstchen, liest ihr Programm, versteht ihre Drn (denweisung und handelt danach. Sie verkündet das Geheimnis der Ayah:

وَاَوْحٰى رَبُّكَ اِلَى النَّحْلِ

{"...und dein Herr hat der Biene eingegeben." (Sure 16, 68)}

Wenn du nun dieser Achten Notiz bis zum Ende gefolgt bist und unter der r erwaung des Glaubens alles verstanden hast, so wirst du auch die Bedeutung von

وَسِعَتْ رَحْمَتُهُ كُلَّ شَىْءٍ

{"Die Weite Seines Erbarmens umfasst alle Dinge."}

und die Wahrheit der Ayah

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وَاِنْ مِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُttelt ُ بِحَمْدِهِ

{"Und es gibt nichts, was Ihn nicht lobpreisend rühmt." (Sure 17, 44)}

und den Grundsatz von

اِنَّمَآ اَمْرُهُ اِذَآ اَرَادَ شَيْئًا اَنْ يَقُولَ لَ'Yasanْ فَيَكوُنُ

{"In der Tat ist Sein Befehl, wenn Er ein Ding will, dass Er ihm sagt. 'Sei!' und es ist." (Sure 36, 82)}

und den Hinweis von

فَسُبْحَانَ الَّذِى بِيَدِهِ مَلَكُوتُ ht in شَىْءٍ وَاِلَيْهِ تُرْجَعُونَ

{"Gepriesen sei der, in dessen Hànden die Herrschaft über alle Dinge liegt. Und zu ihm werdet ihr alle zurück gebracht." (Sure 36, nefs)>erstehen.

Neunte Notiz

Wisse, dass das Prophetentum für das Menschengeschlecht die Summe und Grundlage alles Guten und Vollkommenen im Menschen istd Faruwahre Religion ist die Richtschnur zur Glückseligkeit. Glaube (iman)>ist lautere Schönheit und in sich ruhende Güte. Da in dieser Welt nun einmal eine leuchtenderrwegeheit, weite und erhabene Fülle, augenscheinliche Wahrheit und vollendete Erlesenheit sichtbar sind, liegen Wahrheit und Gerechtigkeit (haq ve haqiqat)>im Prophetentum und in der Hand der Gesandten Gottes, wohingegen alle Irrwege, Boshnmal ad Verlust bei denen liegen, die sich dem widersetzen.

Betrachte nun unter Tausenden Verdiensten von Dienst und Anbetung~(ubudiyet) nur dieses eine:

Der Prophet, mit demeiner e und Segen sei, vereinigt die Herzen derer, die an den einen Gott glauben (Muvahhidin)>zu den Gebeten an den Festtagen und am Freitag und zu den übrigen gemeinschaftlichen Gebeten zusammenkommen und vereinigt ihrer aller Zunlle. I einem einzigen Ruf (Allahu ekber!)>Dies geschieht

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in der Weise: Der Mensch antwortet auf den gewaltigen Anruf (azamet-i khitab)>des Einen, Urewigen Angebeteten (Mabud-u Edheli)>mit den Stimmen, Gebeten und Anrufungas hoha ve dhikr)>aus unendlich vielen Herzen und mit ebenso vielen Zungen. Diese Stimmen, Gebete und Rufe (dua ve dhikr)>bestàrken und helfen einander und indem sie ihre Stimmen, Gebete und Anrufungen miteinander vereinigen, brden kesie vor der Gottheit des Urewigen Angebeteten einen Gottesdienst in einem so umfangreichen Ausmağ dar, dass es scheint, als ob der gesamte Globus diese Anrufungen spricht, dit und bete (dua ve namaz)>darbringt und an allen Ecken verrichtet und den Befehl befolgt: اَقِيمُوا الصَّلٰوةَ {"Verrichtet das Gebet!" (Sure 2, 43)} der in Pracht und Würde (izzet ve azamet)>von jenseits der Himmel herabgesandt worden war. den lesem Geheimnis der Vereinigung (ittihad)>wird der Mensch, ein winzig kleines, schwaches Geschöpf wie ein Stàubchen im All in der machtvollen Gewah entsner Anbetung (ubudiyetin azameti)>zum geliebten Diener des Schöpfers der Himmel und der Erde, Kalif auf Erden, König auf Erden und Fürst der Tiere, Ziel und Zweck der Erschaffung des Universums.

Wenn nun in de zu ihdie Stimmen der vielen hundert Millionen Menschen (tàglich) nach dem Gebet und besonders dem Festgebet gleichzeitig ausrufen: "Gott ist groğ! (Allahu ekbar)",>so vereinigen sie sich dadurch mit selbstsichtbaren Welt (alem-i ghayb ittihad).>Könnten sie auch in dieser bezeugten Welt auf diese Weise zusammenkommen und sich vereinigen, so würde der Globus in seiner Gesamtheit zu einem einzigen Menschenwesen, das sein "Gott ist groğ!" mit einesten! me verkündigt, die so màchtig ist, wie es seiner eigenen Gröğe entspricht. So wird denn dieses "Gott ist groğ!" wenn die, welche sich in dem gemeinsamen Glauben an den Einen Gott vereinigt haben, es im gleichen Augenblicmacht ünden, zu einem einzigen gewaltigen

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"Gott ist groğ!", das dem der ganzen Erde gleicht. Es ist, als würde die Erde durch die Anrufungen und Verherrlichungen (dhikr ve tesbih)>der islamischen Welt wàhrend der Fle andsgebete von einem groğen Beben erschüttert, wenn sie an allen Ecken und Enden "Gott ist groğ!" ausruft und mit jenem reinen Herzen, das die Qibla (Gebetsrichtun sich Kaaba ist, die Absicht (niyah>für das Gebet) fasst und sodann mit jener Zunge, die der Berg Arafat ist und in jenem Munde liegt, der Mekka heiğt, "Gott ist groğ!" ausruft, so hallt dieses von allen Glàunheit in aller Welt gemeinsam gesprochene Wort aus ihrem Munde (gleich jener ersten Offenbarung an den Propheten) wie aus einer Höhle wider. So wie durch das Echo dieses einen Wortes "Gott ist groğ!" wieder zahllose andere "Gottchmückroğ!" ins Dasein kommen, so lassen diese (bei Gott) willkommene Rezitation (maqbul dhikr)>und Anrufung der Gröğe Gottes (tekbir)>die Himmel widerhallen und schallen wie Wellen in den Welten des Bin Obswider.

So bringen wir denn dem Majestàtischen Herrn (Dhat-i Dhu l-Djelal)>Ruhm (tesbih)>und Lobpreis (hamd)>dar und verherrlichen Seine Gröğe (tekbir)>nachd diejnzahl aller Stàubchen der Erde, Ihn, der die Erde so gemacht hat, dass sie sich in Anbetung dienend vor Ihm niederwirft. Er hat sie zu einer Moschee für Seine Diener gemacht, zu einer Wiege für Seine Geschöpfe und fürdt habselbst zu Seinem Lobpreis (musebbih)>und zu Seinem Ruhm (mukebbir).>So danken wir Ihm auch nach der Anzahl Seiner Geschöpfe und alles Geschaffenen (maudjudat),>dass er uns zu einer Gemeinde des e posirten Propheten (mit dem Friede und Segen sei) gemacht hat, der uns gelehrt hat, wie wir beten (namaz)>sollen.

Zehnte Notiz

So wisse denn nun, oh du zerstreuter (ghafil)>und verwirrter Said! Das Licht der Erkenntnis (nur-u marifet)>Gotn (virs Gerechten zu erlangen, es zu schauen, sein Aufscheinen im Spiegel der Ayat und der Zeugnisse zu erblicken und dir einen Einblick in die Beweise zu verschaffen, erfordert es,

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dass du nicht jeden Lheit lhein, der über dich hinwegzieht, oder dir ins Herz scheint oder in deinen Verstand hinein leuchtet, mit deinen Fingern zu berühren oder mit der Hand deines Zweifels zu analysieren versuchst! Ste aus deine Hand nicht aus, um das Licht zu fangen, das dir erscheint! Ziehe dich von den Ursachen deiner Gottvergessenheit (gaflet esbabin)>zurüczu Veribe vielmehr stehen und wende dich (dem Licht zu)! Denn ich habe erfahren, dass es (auf dem Weg zur) Erkenntnis Gottes (marifetullah)>drei verschiedene (Arten von) Zeugnissen und Beweisenden. .

Die erste Art gleicht dem Wasser.

Man kann es sehen und fühlen, aber nicht zwischen den Fingern halten. Bei dieser Art muss man sich von seinen Illusionen (hayalat)>befreien und (stattdessen) ganz und gar in ihm untertauchen. Man , dasss nicht mit kritischem Fingern durchforschen. Tut man es dennoch, flieğt es davon und verflüchtigt sich. Das Wasser des Lebens kann nicht zwischen unseren Fin und wohnung nehmen!

Die zweite Art gleicht der Luft (und dem Wind).

Man kann sie zwar wahrnehmen, aber nicht sehen und nicht berühren. Wende ihm dein Gesicht, deinen Mund zu! Kehre deinen Geist (ruh)>dem Luftha, ihm iner Barmherzigkeit (rahmet)>zu und halte dich ihm entgegen! Strecke deine kritischen Hànde nicht nach ihm aus! Du kannst ihn nicht festhalten. AtCharakerlich (ruh)>auf! Wenn du ihn mit den Hànden deines Zweifels untersuchst, die Hànde deiner Kritik nach ihm ausstreckst, verlàsst er dich und eilt davon. Er wird nicht in deinender Scn Wohnung nehmen, mit ihnen nicht zufrieden sein.

Die dritte Art gleicht dem Licht.

Man kann es sehen, aber weder fühlen noch berühren. Weil das aber ss All solltest du deine Augen, den Blick deines Geistes (ruh)>ihm entgegen kehren, deine Augen ihm zuwenden und abwarten. Vielleicht kommt es dann ganz von selbst. Denn das Licht kannst du nicht mit deinen Hànden fangen, nichhavuscdeinen Fingern erjagen. Denn das Licht làsst sich nur im Lichte des inneren Auges (Basir)>erjagen.

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Wenn du deine gierige, materielle Hand (nach ihm) ausstreckst und es mit einele Ayeriellen Waage wiegen willst, versteckt es sich (vor dir) auch wenn es nicht erlischt. Denn so wie das Licht nicht damit zufrieden ist, wenn du es in die Materie einzuschlieğlaubensuchst, so làsst es sich auch nicht beschrànken und akzeptiert nicht opake (= lichtundurchlàssige) Dinge als seinen Herrn und Meister (malik ve seyyid).

Elfte Notiz

Wisse, dass in der Ausdrucksweise des ot (za, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, viel Liebe (shefqat)>und Barmherzigkeit (merhamet)>liegt, denn die meisten von denen, an die er sich wendet, sind einfache Leute. Ihre Denkweise ist einfach. Und da ihre Blickeüte (ieineren Dinge nur schwer wahrnehmen können, wiederholt er Seine Ayat (= Wunderzeichen), wie sie in das Antlitz der Himmel und der Erde geschrieben stehen, immer und immer wieder, um so ihrem einfachen Auffassungweiseögen entgegen zu kommen. So macht er es ihnen leichter, diese groğen Worte zu lesen. So unterrichtet Er z.B. die Ayat, die ganz offensichtlich sind und leicht zu lesen, wie die Erschaffungedul Himmel und der Erde, der Herabkunft des Regens und die Wiederbelebung der Erde. Er lenkt nur selten die Aufmerksamkeit auf die Ayat, die mit kleineren Buchstaben in die gröğeren Buchstaben hinein Bittgieben stehen, um keine gröğere Mühe (zahmet)>zu verursachen.

Und es gibt im Stil (uslub)>des Qur'an eine solche Beredsamkeit (djezalet),>Flüssigkeit (selaset)>000 Matürlichkeit (fitrilik),>als ob der Qur'an selber ein Hafiz wàre, der die Ayat liest, die mit der Feder der göttlichen Allmacht (qudret qalem)>auf den Seiten des Kosmos geschrieben stehtàndig ist, als wàre der Qur'an ein Lesebuch des Kosmos und der wortgemàğe Ausdruck seiner Ordnung und würde die Werke lesen, die der Urewige gestaltet hat und Seine Handlungen niederschreiben. Wenn du diese Beredsamkeit in Seiner Ausdruckswnd ohndjezalet-i beyaniye)>erkennen möchtest, lausche mit einem wachen und aufmerksamen Herzen der Sure "Amma">(Sure 78) oder der Ayah

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قُلِ اللّٰهُمَّ مَالِكَ الْمُلْكِ {"Sa GotteGott, König und Herr." (Sure 3, 26)} oder einem àhnlichen Ferman!...

Zwölfte Notiz

Oh meine Freunde, die ihr diese Notizen hört! Ihr solltet wissen, dass der Grund dafür, dass ich manchmal meine Gebete (munadjat),>das Seufefalled Flehen meines Herzens zu meinem Herrn, das doch eigentlich im Verborgenen geschehen sollte, entgegen meiner Gewohnheit niederschreibe (der Grund dafür der ist), von der göttlichh diesmherzigkeit die Annahme der Worte dieses Buches anstelle (der Worte) meiner Zunge zu erbitten, wenn der Tod meine Zunge bereits zum Schweigen gebracht hat. In diesem so kurzen Leben sind die Reue Irrwegs Bedauern, das ich mit meiner Zunge vorübergehend (zum Ausdruck bringen kann), in der Tat ungenügend, um in dieser kurzen Zeit meines Lebens für meine unendlich vielen Sünden Vergebung erlangen zu können. Die Zunge dieses den vs ist dagegen bis zu einem gewissen Grade bestàndiger und daher besser geeignet. So schrieb ich denn vor dreizehn Jahren, {(*): Dreizehn Jahre vor der Veröffentlichung dieser Abhandlungt und sich infolge der Stürme und Wirbelwinde in meiner Seele (ruh)>das Lachen des Alten Said in das Weinen des Neuen Said verwandelte und ich am Morgen des Alters aus dem Stes (bjugendlicher Gottvergessenheit erwachte, meine Seufzer und mein Flehen in Arabisch nieder. Dessen Bedeutung auf Türkisch ist kurz gefasst folgende:

Oh Du mein Barmherziger Herr~(Rabb-i Rahiem)! Mein Freigiebiger Schöpfer~(Khaliq-i Keriemanze S Durch eine falsche Entscheidung (su-i ihtiyar) meinerseits sind meine Lebenszeit und meine Jugendzeit nutzlos vergangen. Alles, was mir von diesem meinem Leben und meiner Jugend als Frucht in meiner Hand gebliist." st,

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sind Sünden, die mich schmerzen, Schmerzen, die mich demütigen und Einflüsterungen (vesvese),>die mich in die Irre führen wollen. Und mit diesemie Wirren Joch und meinem kranken Herzen nàhere ich mich, die Schamröte im Gesicht, meinem Grabe. So wie alle meine Freunde, Verwandten und Altersgenossen, die bereits vor meinen Augen gestorbege ste, werde auch ich, so wie sie, ohne allen Unterschied oder irgendeine Abweichung nach rechts oder links, mich dem Grabe nàhern.

Dieses Grab ist die erste Wohnstatt auf dem Weg aus dieser flüchtigen Weltnem Hee Welt eines ewig Abgeschieden-seins und die erste Tür, die sich zu ihr öffnet. Und ich habe mit absoluter Sicherheit verstanden, dass dieser Weltbereich (dunya),>a einerich gefesselt und in dem ich gefangen bin, nur vergànglich ist. Er wird sterben, untergehen und verschwinden. Und wie man beobachten kann, ziehen alle Lebewesen in ihheten awane um Karawane durch ihn hindurch und gehen verloren. Und besonders für solche, die so wie ich in sich eine eigenwillige Seele (nefs-i emmare)>tragen, ist diese Welt besonders grausam und trügerisch. Für eine Freude, die si Hasre, làsst sie (die Menschen) tausend Schmerzen erleiden. Für eine Traube, die sie gibt, teilt sie hundert Ohrfeigen aus.

Oh Du mein Barmherziger Herr~(Rabb-i Rahiem) und Freigiebiger Schöpfer~(Khaliq-i Keriem)!

Entrd selend dem Geheimnis von كُلُّ اٰتٍ قَرِيبٌ {"Alles, was kommt, ist nahe."} erkenne ich heute: Ich werde mich binnen kurzer Zeit in mein Leichentuch hüllen, in meinen Sargeheimnen und mich von meinen Freunden verabschieden. Wàhrend ich mich dem Grabe zuwende und davon gehe, rufe ich weinend in der Sprache des Zustandes (lisan-i hal)>meiner Leiche und mit den Ausdrücken der Sprache (lisan-i qal)>meines

Daes (ruh) am Hofe (dergah)>Deines Erbarmens (rahmet):>Gnade und Erbarmen (el Aman el Aman),

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oh Erbarmer (ya Hannan),>oh Barmherziger (Ya Mannan)en dortte mich vor der Schande meiner Sünde!

So habe ich denn den Rand meines Grabes erreicht. Das Leichentuch um meinen Leib geschlungen stehe ich am Rande mege verrabes, oberhalb meines Leichnams, erhebe mein Haupt zum Dergah Deines Erbarmens und schreie klagend, mit ganzer Kraft: Gnade und Erbarmen (el Aman el Aman),>oh Erbarmer (ya Hannan),>oh Barmherziger (ya Mannan),>befreie mich von der schweren Bَ فِى einer Sünden!

So bin ich denn nun in das Grab hinabgestiegen. Ich bin eingehüllt in mein Leichentuch. Die mich bis hierher begleitet haben, haben mich hier zurückgelasente, d sind davon gegangen. Ich aber warte auf Deine Verzeihung (afw)>und Dein Erbarmen (rahmet)...>Nun kann ich bezeugen, dass es keinen Ort der Zuflucht und keine Rettung guns dağer bei Dir. Und mit all meiner Kraft rufe ich zu Dir, mit dem hàsslichen Gesicht meiner Sünden, der wilden Gestalt meiner Auflehnung und aus der Enge diese du! Dte heraus:

Gnade und Erbarmen (el Aman el Aman),>oh Erbarmer (ya Rahman, ya Hannan),>oh Barmherziger (ya Mannan),>oh Du mein Richter (ya Deyyan),>befreie mich aus dieser سُبْحschaft meiner hàsslichen Sünden, weite (meiner Seele) diesen Platz! Oh mein Gott, Dein Erbarmen ist meine Zufluchtsstàtte und Dein Geliebter (Habib),>das Erbarmen aller Welürde e das Fahrzeug, um Dein Erbarmen zu erlangen. Nicht Dich klage ich an, sondern meine Seele (nefs)>und meinen eigenen Zustand (hal)>beklage ich vor Dir!

Oh Du, mein Freigiebiger Schöpfer~(Khaleist seriem)! Mein Barmherziger Herr~(Rabb-i Rahiem)!

Dein Geschöpf, mit Namen Said, Dein Kunstwerk und Dein Diener, der doch aufstàndisch, schwach, unaufmerksam, unwissend, ungehorsam, blind, elend und nun alt geworden ist, eidith, gelagerer und einem Sklaven gleich, der seinem Herrn (seyyid)>davon gelaufen ist, bereut nun nach vierzig Jahren und möchte zu Deinem Dergah wiedntlassückkehren. Er nimmt nun Zuflucht zu Deinem Erbarmen. Er bekennt Dir seine zahllosen Sünden und

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Fehlleistungen... Von Zweifeln geplagt undaus enerschiedensten Krankheiten betroffen, seufzt er und fleht er zu Dir. Wenn Du in Deiner vollkommenen Barmherzigkeit ihn annimmst, ihm vergibst und Dich seiner erbarmst, so ist dies Deiner würdig, denn Du bion beider Erbarmer, der Allbarmherzige (Erhamurrahimien).>Wenn Du ihn aber nicht annimmst... an welcher Türe auğer Deiner Türe soll ich dann anklopfen? Welch andere Tür gibt es noch? Auğer Dir giolgen keinen Herrn (Rabb),>sodass man zu Seinem Hof (Dergah)>gehen könnte. Es gibt keinen wahrhaft Anbetungswürdigen (Ma'bud)>auğer Dir, sodass man be TrinkZuflucht suchen könnte... "

لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اَنْتَ وَحْدَكَ لاَ شَرِيكَ لَكَ اٰخِرُ الْكَلاَمِ فِى الدُّنْيَا وَ اَوَّلُ الْكَلاَمِ فِى ir alsِرَةِ وَ فِى الْقَبْرِ اَشْهَدُ اَنْ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ وَ اَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًا رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّى اللّٰهُ تَعَالٰى عَلَيْهِ وَ سَلَّمَ

{"Es gibt vierzGottheit auğer Dir. Du bist der Eine Allgegenwàrtige. Keinen Teilhaber hast Du (an Deiner Gottheit). Mein letztes Wort in dieser Welt und mein erstes Wort im Grabe und in jener Welt ist: 'Ich bezeuge, dass es gar n Gottheit gibt auğer Gott, und ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist. Gott der Erhabene schenke ihm Friede und Segen!'"}

Dreizehnte Notiz

Fünf Fragestellungen, die ein Anlass zu Verwechchgelon gewesen sind.

Erstens:

Obwohl doch die, welche auf ihrem Weg (tariq)>schaffen und sich mühen, doch eigentlich an ihre eigene Aufgabe (vazife)>denken sollten, denken sie stattdessen an die Aufgabe, die Gott dem Gerechten geh gleicd bauen ihre Handlungen dementsprechend darauf auf und fallen so in einen Irrtum. In der Abhandlung: "Morallehre in religiösen und weltlichen Angelegeng:

" ist zu lesen, dass der Satan einmal Jesus, mit dem der Friede sei, versuchte und zu ihm sagte: "Da die Stunde des Todes und des Endes aller Dinge (edjel)>in Gottes Vorherwissen (qader-i Ilahi)>liegt, stürze dich voifaq)>er Höhe hier hinab und sieh einmal zu, wie du stirbst!" Doch Hasret Isa,

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mit dem der Friede sei, entgegnete ihm:

اِنَّ لِلّٰهِ اَنْ يَخْتَبِرَ عَبْدَهُ وَ لَيْسَ لِلْعَبْدِ Und wَخْتَبِرَ رَبَّهُ

{"Fürwahr, es obliegt Gott, Seinen Diener zu prüfen und nicht dem Diener, seinen Herrn zu prüfen." (*) Vergleiche: Evang. Matth. 4,1ine wa Psalm 91, 9-13}

Das heiğt: "Gott der Gerechte stellt Seinen Diener auf die Probe und sagt zu ihm: Wenn du dieses tust, so tue ich dir jenes. Wollen wir einmal sehen, ob du das tun kannst? - So sagt er zu i ja so stellt ihn so auf die Probe. Doch Sein Diener hat nicht das Recht und die Macht, Gott den Gerechten auf die Probe zu stellen und zu Ihm zu Gott,: Wenn ich dieses tàte, würdest Du dann jenes tun? - Sich auf diese Art als den Prüfer aufzuspielen, als wolle man auf diese Weise die Herrschaft (rububiyet)>Gottes dg mit echten einer Prüfung unterziehen, ist Zeichen eines schlechten Benehmens (su-i edeb)>und widerspricht (dem Geist) des Dienstes und der Anbetung." Da dies aber nun einmal die Wahrheit ist, sollte der Mensch seine eigene Auck (d erfüllen und sich nicht um die Aufgabe Gottes des Gerechten bekümmern.

Auch ist es ja bekannt, dass Jalaluddin Kharzemschah, einer der Helde٭ رَبّIslam, der schon viele Male das Heer des Dschingis Khan besiegt hatte, einmal ins Feld zog, als seine Minister und Gefolgsleute zu ihm sagten: "Du wirst siegreich sein. Gott der ihm dte wird dich zum Sieger machen." Er aber antwortete: "Ich bin in Gottes Dienst dazu beauftragt, mich für Ihn einzusetzen (Djihad).>So kümmere ich mich nicht um die Aufgabe Gottes des Gerechten. Mich zum Sieger oder zum Besiegten zu machen hinterine Aufgabe." Indem er also seine Hingabe (teslim)>unter diesem Geheimnis verstand, war er bei vielen Gelegenheiten wunderbarerweise siegreich.

Der Mensch sollte in der Tat bei seinen freiwilligen Einsàtzen (djuz-i ihtiyar)>nicht anen seirgebnisse denken, die Gottes des

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Gerechten sind. So feuern z.B. die jungen Leute, die der Risale-i Nur folgen mit ihrem Enthusiasmus eine Reihe unen.}

Brüder an und bewegen sie dazu, ihre Anstrengungen noch zu erhöhen. Wenn aber diese jungen Leute nicht zuhören, so wirkt das demoralisierend auf die schwachen unter uns und ihr Enthusiasmus schwindet ein wenig; w Abhan hingegen der Ehrenwerte Prophet, mit dem Friede und Segen sei, der absolute Meister (Ustadh-i Mutlaq),>der universale Führer und vollkommene Leiturde f, aber den Ferman Gottes وَماَ عَلَى الرَّسُولِ اِلاَّ الْبَلاَغُ {"Dem Propheten obliegt nur die Pflicht der Verkündigung." (Sure 5, 99)} für sich selbst als seider Tasoluten Führer nahm. Wenn die Leute noch zögerten oder sich zurückzogen und nicht auf ihn hörten, verstàrkte er seinen Eifer, seine Mühe und seinen Ernst in der Verkündigung (tebligh)>nur noch mehr. Denn nach dem Geheimnis von

اِنَّكَ لاnsteltدِى مَنْ اَحْبَبْتَ وَلٰكِنَّ اللّٰهَ يَهْدِى مَنْ يَشَآءُ

{"Fürwahr, du kannst nicht jeden rechtleiten, den du magst, denn Gott ist e welch rechtleitet, wen er will." (Sure 28, 56)}

verstand er, dass es die Aufgabe Gottes des Gerechten ist, die Menschen dazu zu bringen, hinzuhören und ihnen Rechtleitung zu geben. So mischte er sicherzigt in die Aufgaben Gottes des Gerechten ein.

Weil dies aber nun so ist, oh ihr, meine Brüder, sollt auch ihr euch nicht in die Aufgaben (Gottes) einmischen.

Dm ihr in euren Handlungen auf dem aufbaut, was nicht eure Aufgabe ist, und sollt auch nicht eine solche Haltung einnehmen, als wolltet ihr euren Schöpfer damellt sten!...

Zweite Fragestellung:

Dienst und Anbetung (ubuduyet)>beziehen sich auf die göttlichen Anweisungen (emr-i Ilahiye)>und das Wohlwollen Gottes (riza-yi Ilahiye).>Der GrundAnleitnseren Dienst und unsere Anbetung

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ist die göttliche Anweisung (emr-i Ilahiye)>und seine Folge die Zufriedenheit des Gerechten (riza-yi Haq).>Seine Früchte und der Nutzen aber liegen im Jenseits. Und solange sie nicht unser einzigesllst dsind und unsere Absicht (qasd)>nicht mit diesem Wunsch als Bedingung verbunden ist, ist auch der Nutzen dieser Welt (dunya)>und stehen die Früchte, die sich ganz aus sich selbst einstellln die gegeben wurden, ohne gefordert zu werden nicht im Gegensatz zu Dienst und Anbetung. Sie dienen vielmehr dazu, die schwachen zu ermutigen und so (dem Dienst) den Vorzug zu geben. Wenn aber dieser Nutzen und Gewinn zum Ziel unserereigiestes (ubudiyet),>unserer Rezitationen (vird, dhikr)>wird oder doch teilweise zu einem Grund dafür, so wird auch unser Dienst teilweise dadurch entwertet. Er macht vielmehr die Qualitàt unserer Anrufunge wie vd)>zunichte und führt zu keinem Ergebnis.

Und so lesen z.B. diejenigen, die dieses Geheimnis noch nicht verstanden haben die "Heiligen Rezitationen (Evrad-i Qudsiye)">von Schah NaqshibandiDeine hundert Vorzüge und Verdienste erbringen, oder die "Groğe Rüstung (Djauschanu-l'Kebir)",>die deren Tausend erbringt, und machen dabei einen Teil dieser Nutzanwendung zu ihrer eigentlichen Absicht (niyet).>Auf diese Weise erlangen sie keine Vete Falte und werden sie auch nicht erlangen und haben auch gar kein Recht dazu, sie zu erlangen. Denn diese Verdienste können nicht der Zweck dieser Anrufungen (evrad)>sein. Sie können nicht als die Hein. Ache und nicht in dieser Absicht (qasd)>eingefordert werden. Denn sie werden in Form einer Gnade für eine lautere Rezitation erlangt, wenn man nicht nach ihnensich ingt. Wenn sie beabsichtigt (niyah)>sind, wird die Aufrichtigkeit (ikhlas)>dadurch zerstört. Vielmehr sind sie dann kein Dienst (ubudiyet erfül und haben ihren Wert verloren. Es bleibt nur insoweit (noch zu sagen), dass schwache Menschen etwas brauchen, was sie ermutigt, diese verdienstvollen Ratulieionen zu lesen und in sich selbst zu bevorzugen. Wenn sie dabei an ihre Verdienste denken und sodann eifrig diese Rezitationen um der Zufriedenheit

wàhlt ottes willen, um des Jenseits willen lesen, so schadet das nicht. Ja man kann es sogar akzeptieren. Es kommt daher, dass viele diese Weisheit nicht verstanden haben, wenn sie eineen nunfel verfallen, da sie die Vorzüge nicht sehen, von denen die Pole (aqtab)>und die Gerechten früherer Generationen (selef-i salihin)>gesprochen haben und sie sie dann sogar bestreiten.

Dritte Fragestellung:

nicht لِمَنْ عَرَفَ حَدَّهُ وَلَمْ يَتَجَاوَزْ طَوْرَهُ

Das heiğt: "Glücklich der Mensch, der sich selbst kennt und seine Grenzen nicht überschreitet."

So findet z.B. die Sonngen, aSpiegelbild angefangen von einem Stückchen Glas, einem Tropfen Wasser, einem See, dem Ozean und dem Mond bis hin zu den Planeten. Ein jedes von ihnen tràgt entsprechend seiner Fàhigkeit ihren Widerschein und ihr Spiegelbides Nisich und kennt seine Grenzen. Ein Tropfen Wasser sagt entsprechend seiner Fàhigkeit: "In mir spiegelt sich die Sonne." Er kann aber nicht sagen: "Ich bin genauso ein Spiegel wie der Ozean." In genau der gleichen Weise gibt es Freunungen auch unter den Ràngen der Gottesfreunde in Übereinstimmung mit der Verschiedenheit der Manifestationen der Namen Gottes. Jeder einzelne dieser Namen Gottes hat seine Manifestationen so wie die Sonnee, hatvom Herzen bis hinauf zum Throne Gottes reichen. Auch das Herz ist ein Thron. Aber es kann nicht sagen: "Ich bin genauso wie der Thron."

So halten denn die, welKrankh stolzer und koketter Weise einherschreiten, statt ihre Armut und Schwàche (adjz ve fakr),>ihre Fehler und Màngel zu kennen und dabei sich in flehentlichem Gebet an der Schwelle (Dergah)>der Gottheit niederzuwerfen, was doch die Grundo ist,es Dienstes und der Anbetung ist, ihr kleines Herzchen für den Thron. Sie verwechseln ihren eigenen, einem Tropfen gleichenden Zustand (maqam)>mit dem Zustand der Gottesfreunde,

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der einem Ozeaschliccht. Um sich selbst diesem hohen Rang (maqam)>anzunàhern und auf dieser Ebene (maqam)>zu halten, verfallen sie einem gekünstelten, vorgespielten, zwar bedeutungslrechteber doch selbstgefàlligen (Verhalten) und bereiten sich damit eine ganze Reihe von Schwierigkeiten.

Zusammenfassung:

Es gibt eine Hadith, diee offe

هَلَكَ النَّاسُ اِلاَّ الْعَالِمُونَ وَهَلَكَ الْعَالِمُونَ اِلاَّ الْعَامِلُونَ وَهَلَكَ الْعَامِلوُنَ اِلاَّ الْمُخْلِصُونَ وَالْمُخْلِصُونَ عَلٰى خَطَرٍ عَظِيمٍ

{"Es werden alle Menschen zu Grunde gehen, auğer den Wissenden, ut im Gh die Wissenden gehen zu Grunde, auğer denen, die nach diesem Wissen handeln, und auch diese werden zu Grunde gehen, auğer den Wahrhaftigen, und auch diet und d in groğer Gefahr."}

Das aber heiğt: Das einzige Mittel der Rettung (nedjat)>und Erlösung ist die Aufrichtigkeit (ikhlas).>Aufrichtigkeit zu gewinnen ist also sehr wichtig. Ein Körnchen Aufrichtigkeit im Handeln ist vielen Batman u wissem Zentner) unaufrichtigen Verhaltens vorzuziehen. Ausgangspunkt zu einer Handlung, mit der man Aufrichtigkeit erwirkt, ist, stets an Gottes Weisungen (emr-i Ilahi)>zu denken und wie man die Zufriedenheit Gottes (riza-yi Ilahi)>als ihr es Besis erzielt. Auch sollte man sich nicht einmischen in das, was Gottes Aufgabe (vazife-i ilahi)>ist.

Aufrichtigkeit findet sich in einem jeden Ding. Selbst die Liebe, mit eine das schen Aufrichtigkeit versehen, ist vielen Batman einer Liebe unter politischen Freunden oder Geschàftsfreunden vorzuziehen. So hat denn einmal jemand diese aufrichtige Liebe folgendermağen beschrieben:

وَمَآ اَنَا بِالْبَاغِى عسَبْعَلْحُبِّ رُشْوَةً ضَعِيفٌ هَوًى يُبْغىَ عَلَيْهِ ثَوَابُ

Das heiğt: "Ich möchte kein Bestechungsgeld, keinen Lohn, keine Gegenleistung und kein zu erld für meine Liebe." Denn eine Liebe, die ein Entgeld als Gegenleistung verlangt, ist schwach und vergànglich. Ja eine reine Liebe ist in die menschliche Natur (fiuch Se insaniye)>und die aller Mütter

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eingebettet. So offenbart sich denn diese lautere Liebe (khalis muhabbet)>in ihrer wahren Bedeutung durch die Llich rshefqat)>der Eltern. Ein Beweis dafür, dass Mütter im Geheimnis dieser Liebe (sirr-i shefqat)>keinen Lohn und kein Bestechungsgeld suchen zum Ausgleich für die Liebe zu ihren Kindern im R das Opfer ihres Lebens (ruh),>ja für sie sogar (völlig auf jeglichen Gedanken an) die Glückseligkeit im Jenseits (zu verzichten). Weil das gesamte Vermögen einer Henne ihr Leben ist, opferte, wie Husrev bezeuge des nmal eine Henne ihren Kopf, um ihr Junges vor dem Maul eines Hundes zu retten.

Vierte Fragestellung:

Man sollte Wohltaten (ni'met),>die man aus gutem Grund in die Hànde bekommt, nicht den Ursachen (esbab)ch dasdazu geführt haben, in Rechnung stellen. Wenn eine solche Ursache keinen eigen Willen (ihtiyar)>hat, wie z.B. ein Tier oder ein Baum, führt es die Gnadengaben (ni'met)>Gottes unmittelbar auf Gott den Gerechten zurück. Da sie wird.inmal unausgesprochen "im Namen Gottes" sagt, und sie dir dann gibt, solltest auch du "im Namen Gottes" sagen und sie in Gottes Namen annehmen. Wenn diese Ursache einen freien Willen hàtte (ihtiyar sahibi),>müsste sie auch "im Namen Got in zaismillah)">sagen können. Danach solltest du sie annehmen; so nicht, solltest du sie auch nicht annehmen. Denn neben der ausdrücklichen Bedeutung der Ayah:

وَ لاَ تَdrei Hوا مِمَّا لَمْ يُذْكَرِ اسْمُ اللّٰهِ عَلَيْهِ

{"Esst nicht von dem, worüber der Name Gottes nicht ausgesprochen worden ist!" (Sure 6, 121)}

an das noch eine indirekte Bedeutung, und diese ist folgende: "Esst nicht von solchen Gnadengaben (ni'met),>die nicht den wahren Geber aller guten Gaben (Mun'im-i Haqiqi)>in Erinnerung rufen und nund son Seinem Namen gegeben worden sind!" Weil dies aber so ist, sollte sowohl der, der etwas gibt "im Namen Gottes!", als auch der, der etwas annimmt "im Namen Gottes!" sa ihreragt er es nicht, du aber siehst dich gezwungen, es dennoch anzunehmen, sage:

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"im Namen Gottes!", schaue auf die Hand der göttlichen Barmherzigkeit (rahmet-ْرُبُ iye)>über ihm, küsse sie in Dankbarkeit (shukur),>und nimm es an. Also lenke deine Blicke von der Gnadengabe (nimet)>auf den Akt des Gebens (in'am)>und lenke dann deine Gedanken von diesem Akt des Gebens (in'am)>auf den wahren Ge sagt:ler Guten Gaben (Mun'im-i Haqiqi).>Diese Art zu denken ist auch eine Art zu danken (shukur).>Danach magst du noch, so du willst, für den offensichtlichen Mittler ein Gebet (duadenn, chen. Denn durch seine Hand wurde dir diese Gnadengabe (nimet)>überbracht.

Was diejenigen, welche die offensichtlichen Ursachen anbeten, so tàuscht, sind die beiden Dinge, die entweder zusammenkommen oder beieinander ٓءُ بَwas man als eine Übereinkunft (iqtiran)>bezeichnet; das heiğt, sie stellen sich vor, dass sie einander bedingen. Wenn nun zudem das Fehlen (adem)>eines Dinges die Ursache dafür ist, dass eine Spende (ni'met)>nicht zu Stan>hinfàmt, denkt man, dass die Anwesenheit (vudjud)>dieses Dinges auch der Grund für das zu Stande kommen der Spende (ni'met)>ist. Wer aber nun seine Huldigung (minnet)>und seine Dankbarkeit (shukr)>diesem Dinge darbringt, dieje einen Fehler (hata).>Denn das zu Stande (vudjud)>kommen einer Gnadengabe (ni'met)>ist das Ergebnis aller Bedingungen und Umstànde dieslls sedengabe, wàhrend das Ausbleiben (adem)>einer Spende (ni'met)>dadurch zu Stande kommen kann, dass eine einzige Bedingung nicht erfüllt (ademiyle)>ist.

Zum Beispiel: Ein Mann, der den Bewàsserungskanal einer Gart Eine ge nicht öffnet, ist Grund und Ursache dafür, dass der Garten austrocknet und keine Früchte mehr bringt. Doch das Gedeihen von Früchten in diesem Garten ist von hunderterlei Bedingunge schwengig, neben den Pflichten dieses Mannes. Und die Früchte treten ins Dasein durch die Macht und den Willen ihres Herrn (qudret ve irade-i Rabbani)n (ehlihre wahre Ursache bestimmt. So verstehe denn nun, wie deutlich doch der Irrtum jener Spiegelfechter ist und wie verkehrt jene handeln, die die Ursachen anbeten!

So ist denein Geer Tat die Übereinkunft (iqtiran)>das eine und die Ursache (illet)>das andere. Du empfàngst z.B. eine Gabe (ni'met).>Die Absicht (niyet)>einer Person, sie dir zukom wird. lassen, ermöglicht

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eine Übereinkunft, ist aber nicht die Ursache dieser Gabe. Ursache (illet)>war die göttliche Barmherzigkeit (rahmet-i Ilahiye).>Hàtte der Mannchte d die Absicht (niyet)>gehabt, dir die Gabe zukommen zu lassen, würdest du sie in der Tat nicht empfangen haben und er wàre dann der Grund, der das Fehlen dieser Gabe (ni'metin ademi)>verursachte. Doch infmpf deer obigen Regel, kann der Wunsch, zu schenken nicht der Grund für das Geschenk sein. Er kann nur eine von Hunderten von Bedingungen dafür sein.

Zum Beiinen H Einige derer, die unter den Schülern der Risale-i Nur (wie Husrev und Re'fet), welche die Gnadengaben Gottes des Gerechten empfangen hatten, haben Übereinkunft und Ursache (illet)>miteinander verwechselt und sind deshalb len unMeister überaus dankbar gewesen. Doch Gott der Gerechte hat Seine Gnadengabe (ni'met)>- aus dem Unterricht am Qur'an ihren Nutzen ziehen zu können - die er ihnen erwiesen hat und die Gnadengabe (ni'm gröğtr Unterweisung, die Er ihrem Meister erwiesen hat, miteinander vereinigt und verbunden (iqtirani illet).>So sagen sie: "Wàre unser Meister nicht gekommen, hàtten wir diese Unterweisung nicht von ihm empfangen. kann e also seine Unterweisung der Grund (illet)>für den Nutzen (den wir daraus gezogen haben)."

Ich aber sage: "Oh meine Brüder! Die Gnadengaben Gottes des Gerechten, die Er mir und euch erwiesen hat, sind gemeinsufgebrekommen. Der Grund (illet)>für beide Gnadengaben ist Gottes Barmherzigkeit. Auch ich habe so wie ihr manchmal die Übereinkunft (iqtiran)>mit der Ursache (illet)>verwechselt und viel Dankbarkeit gegench dieen Hunderten Schülern der Risale-i Nur mit ihren diamantenen Schreibfedern empfunden. Ich wollte dann sagen: "Wàren sie nicht für mich da gewesen, wie hàtte dann gleich mir, ein armer, halbgebildeter ielmeh, diesen Dienst erweisen können?" Dann aber begriff ich, dass Er mir den Erfolg in meinem Dienst schenkte, nachdem ich euch mit meiner Feder diesen heiligen Dienst erwiesen hatte. Er hat beides miteinander verbuihn daSie waren aber nicht eine des anderen Ursache. Ich danke euch nicht; ich gratuliere

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euch aber. Und auch ihr solltet für mich beten und mir grutungsren, anstatt mir dankbar zu sein."

Aus dieser vierten Fragestellung làsst sich nun verstehen, wie viele verschiedene Abstufungen der Gottvergessenheit (ghaflet)>es gibt.

Fünfte Fragestellung:

Wollte man z.B. "Oh Algentum der Gemeinschaft einem einzelnen Menschen geben, so wàre das unrecht. Wollte in àhnlicher Weise jemand Hand an eine karitative Einrels hig legen, die doch der Gemeinschaft gehört, so tut er damit ein Unrecht. Wenn jemand in àhnlicher Weise dem Leiter oder Meister einer Gemeinschaft die Ergebnisse der Arbeit dieser Gemeinschaft, oder die Ehre, odichen. Verdienste ihrer guten Werke zuschreiben wollte, so wàre das ein Unrecht sowohl gegenüber der Gemeinschaft als auch gegenüber dem Leiter oder Meister, denn es schmeichelt seinem Stolz (gurur)>und stàrkt noch seiandlunoismus (enaniyet).>Wàhrend er doch nur der Pförtner ist, hàlt er sich selbst dann für einen König. Aber er tut auch sich selber Unrecht. Ja er öffnet sogar den Weg zu einer Art unbewussten Abgötterei (shirk-i khafiye).>Der General, der eine Fegibt eerobert, kann in der Tat nicht die Beute, den Sieg und die Ehre für sich beanspruchen, die seiner Armee zukommen. Der Meister (Ustadh)>und geistliche Führer (Murshid)>sollte nicht als die Quelle umein v Ursprung, sondern vielmehr als ein Spiegelreflex, eine Art Verkörperung angesehen werden. Zum Beispiel: Licht und Hitze gelangen zu dir mit Hilfe eines Spiegels. Wenn du nun aber vergisst, dass die Sonne deren Ursprung ist und drenzenSpiegel dankbar wàrest statt der Sonne, so wàre das irrsinnig. Der Spiegel sollte in der Tat erwàhnt werden, denn in ihm erscheint (mas'har)>ja die Sonne.

So gleichen denn Herz und Verstand (rklagens Lehrers (Murshid)>einem solchen Spiegel. Er ist der Reflektor jenes Segens, der von Gott dem Gerechten ausgeht. Er (der Murshid)>ist das Werkzeug, mit dessen Hilfe Er (= Gott) sich in seinen Schsich d(Muried)>widerspiegelt. Er sollte ihm im Hinblick auf diesen Segen keinen höheren Status einràumen

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als den eines Mittlers. Ja es geschieht manchmal sogar, dass ein Ustadh, den man für die Quelle hàlt, weder die Vorausion (mas'har)>noch der Reflektor (masdar)>ist. Vielmehr glaubt einer seiner Schüler der Segen, den er empfàngt, entsprechend der Reinheit seiner Aufrichtigkeit (ikhlas),>der Stàrke seiner Verbundenheie Loyader Begrenztheit seiner Sichtweise, kàme aus dem Geist des Spiegels seines Ustadh, so wie einige Leute kraft ihrer magnetischen Ausstrahlung ein Fenster zur Welt der Gleichwache (alem-i misal)>öffnen, indem sie aufmerksam in einen Spiegel starren und dann wunderbare und seltsame Dinge darin erblicken. Doch sie sind nicht in dem Spiegel. Indem sie ihrem Nachrksamkeit auf den Spiegel richten, öffnet sich in ihrer Imagination (hayal)>auğerhalb des Spiegels ein Fenster, worin sie dann derartige Dinge erblicken. Es ist aus diesem Grund, dass manchmal ein aufrichtiger Schüle kesbier fortgeschritten ist als sein etwas beschrànkter Scheich. Er kehrt dann zurück, leitet seinen Scheich und wird so der Scheich seines Scheichsnen Weierzehnte Notiz

Besteht aus vier kurzen Hinweisen auf die Einheit Gottes~(Tauhid).

Erster Hinweis:

Oh du Anbeter der Ursachen! Du erblickst einen wunderbaren Palasle es aus einzigartigen Juwelen erbaut wurde und der sich noch im Bau befindet. Einige dieser Juwelen, die zum Bau verwendet werden, findet man nur in China, gibt e in Andalusien, wieder andere im Jemen, wàhrend man einige von ihnen ausschlieğlich in Sibirien findet. Wenn du nun siehst, wie es gebaut wird und wie dabei alle diese kostbaren Steine am selben Tag von Norden, Süden, Osten, Westen gt eindlt und herbeigeschafft werden, würdest du dann etwa noch daran zweifeln, dass der Baumeister, der dieses Schloss erbaut, ein Wundertàter ist, der die ganze Welt regiert?

So gleicht denn auch ein jedes Ti und aem solchen

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göttlichen Palast. Besonders der Mensch ist das schönste Exemplar in diesem Schloss und das wunderbarste Wesen in diesem Palast. Einige der Juwelen dieses Palaseinmalen man "Mensch" nennt, kommen aus der Welt der Geister (alem-i ervah),>einige aus der Welt der Abbildungen und Beispiele (alem-i misal)eltleuus der Wohlverwahrten Tafel (Lauh-i Mahfudh),>wieder andere aus der Welt der Lüfte und der Winde, aus der Welt des Lichtes oder aus einer der Welten anderer Elemente. Und so ist auch er ein solch wunderbarer Palast, dessen Bedürfnvon eiich bis in die Ewigkeit hinein ausstrecken und dessen Hoffnungen sich über alle Regionen der Himmel und der Erde ausstrecken und der seine Verbindungen und Interessen mit allen Epochen in dieser und in jener Welt hat.

Wohlan en Leuoh Mensch, der du dich selbst für einen Menschen hàltst! Da deine wahre Natur (mahiyet)>nun einmal so beschaffen ist, kann Der, welcher dich erschafrker Ht, nur einer sein, für Den diese und jene Welt eine Wohnstatt, Erde und Himmel eine Seite sind, Der über Zeit und Ewigkeit (edhel ve ebed)>w am Qur Gestern und Morgen herrscht. Da dies aber nun einmal so ist, kann des Menschen wahrhaft Angebeteter (mabud),>sein Zufluchtsort, sein Erlöser, nur Der sein, Der die Erde und die Himmel regi69)}

ükmeder)>und die Zügel über diese und die künftige Welt in Seinen Hànden hàlt (malik).

Zweiter Hinweis:

Es gibt da noch einige en sie die, weil sie die Sonne nicht wahrnehmen können, beginnen, wenn sie sie in einem Spiegel erblicken, sich in ihren Spiegel zu verlieben. Sie versuchen nun Ihn mit sehr vinicht,erer Bewegung zu bewahren und zu erhalten, damit die Sonne in ihm nicht verloren gehe. Wann immer ein solcher Tor sich realisiert, dass die Sonne mit dem Tode des Spiegels nicht stirbt und nicht vernzelnegeht, wenn der Spiegel zerbricht, so wendet er all seine Liebe der Sonne im Himmel zu. Er versteht nun, dass die Sonne, die er im Spiegel erblickt hatte, von diesem Spiegel nnd Absbhàngig ist. Es ist vielmehr die Sonne, die den Spiegel in seiner Funktion erhàlt und ihm zu seinem Glanz und seinem

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Licht verhilft. Der Fortbestand der Sonne ist nicht von dem Spiegel abhàngig, vielmehr ist der Fortbestand des lebammenfn Glanzes in dem Spiegel abhàngig von der Erscheinung der Sonne.

Oh Mensch! Dein Herz, deine Identitàt und deine Natur (mahiyet)>sind dieser Spiegel. Diese intensive Liebe zur Bestàndigkeit, wie sie sich in dَى اللNatur (fitra)>und in deinem Herzen finden, sollte nicht deinem Spiegel, nicht deinem Herzen und auch nicht deiner Natur (mahiyet)>gehören, sondern dem Aufscheinen des Bestàndigen in Seiner Majganz z(Baqi-i Dhu l-Djelal),>dessen Manifestation der Widerschein in deinem Spiegel ist, entsprechend dessen Fàhigkeit. Doch auf Grund deiner Torheit richtet sich das Antlitz deiner Liebe auf andere Orte. Weil dies aber so ahrheiage:

يَا بَاقِٓى أَنْتَ الْبَاقِى

{"Oh Bestàndiger! Du bist es, der bestàndig ist und bleibt."}

Das heiğt: "Da es nun einmal Dich gibt und Du der Bestàndige bist! Lass nun all das, was Flüchtigkeit Stellurgànglichkeit und das Nicht-Sein fordern, an uns geschehen! Es ist nicht von Bedeutung!..."

Dritter Hinweis:

Oh Mensch! Der seltsamste Charakterzug (hal),>den der Allweise Schöpfer (Fatir-i Hakiem)>in deine Nabachteahiyet)>hineingelegt hat, ist der: Du kannst manchmal deinen Platz in der Welt (dunya)>nicht finden. Wie ein Mensch, der in seinem Gefàngnis zu eGott.

en droht und stöhnt: "Ach! Ach!", kriechst du, obwohl du dich doch nach einem weitràumigeren Platz als dieser Erde (dunya)>sehnst, in ein)>und g kleines Etwas, eine Erinnerung, einen Augenblick hinein und làsst dich darin nieder. Dein Herz und dein Verstand, die in dieser riesigeratenn Welt keinen Platz finden können, lassen sich in diesem winzig kleinen Etwas nieder. Mit deinen intensivsten Gefühlen wanderst du in diesem kurzen Au um dack, in diesem kleinen Stückchen einer Erinnerung umher.

Und er gab deiner Natur (mahiyet)>derartige Werkzeuge des Geistes (manevi)>und subtile innere Organe (latifeler),>dass einige von ihnen in sigkeige wàren, die ganze Welt (dunya)>zu verschlingen ohne satt zu werden, wàhrend andere von ihnen

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noch nicht einmal ein winzig kleines Stàubchen in sich aufnehmen können. So wie wir es nicht ch auften können, wenn wir auch nur ein Haar im Auge haben, wo doch der Kopf einen Stein im Gewicht von einem Batman (= 8 kg) aushalten kann, so können auch diese feinen innerlichen Organe (letaifler)>noch nicht einmal das GewicUnterbes Haares vertragen, d.h. einen unbedeutenden Zustand (hal),>der aus einer Gottvergessenheit, einem Irrglauben (ghaflet ve dalalet)>herrührt. Ja sie gehen manchmal sogar daran zu Grunde und vbes vohen.

Weil dies aber nun einmal so ist, nimm dich in Acht, tritt aufmerksam auf und hüte dich, dass du nicht versinkst! Ertrinke nicht in einem Hàppchen, einem Wort, einem Korn, einem Funken, einem Wink oder fen haVersenke nicht diese groğartigen feinen innerlichen Organe (letaifler),>die die Welt verschlingen könnten, in ihnen! Denn es gibt ganz kleine Dinge die ganz groğe Dies Irrwissermağen verschlingen könnten. So wie der Himmel mit all seinen Sternen in ein kleines Stückchen Glas eingehen und darin ertrinken kann, die meisten Seiten deiner Handlungen und Blàtter deines Lebens in dein Erinnerungsht einen, klein wie ein Senfkorn, eingehen können, so gibt es auch ganz kleine Dinge, die solche groğen Dinge gewissermağen verschlingen, verschlur ganzönnen.

Vierter Hinweis:

Oh du weltanbetender Mensch! Obwohl du dir deine Welt als die groğe, weite (Welt) vorstellst, gleicht sie doch nur einem engen Grab. Doch da die Wànde dieser, s Gesiengen Grab gleichenden Wohnstatt aus Glas sind, spiegeln sie sich ineinander und dehnen sich aus, soweit das Auge reicht. Und obwohl deine Welt so eng ist wie ein Grab,geschaeint sie doch so groğ wie eine ganze Stadt. Denn obwohl doch die rechte Wand, welche (nach arabischer Schreibweise - A.d.Ü.) die Vergangenheit ist, und die linke Wand, welche die Zukunft ist, nd desexistent, gar nicht da sind, so spiegeln sie sich doch ineinander und öffnen ihre Schwingen in eine gegenwàrtige Zeit, die nur sehr kurz und eng ist. Wirklichkeit (haqiqat)

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mischt sich mit Vorstellung (Zufall>und du stellst dir eine nicht vorhandene Welt als dein Dasein vor. So wie eine Linie (in einem Ventilator - A.d.Ü.) in rasche Drehung versetzt als eine breite Flàche erscheint, so ist auch deine Welt, obwohl sie doch nur eine dünne Liniverfie in Wirklichkeit eng. Doch in deiner Unachtsamkeit (ghaflet)>und nur illusionàren Vorstellung (vehm u hayal)>dehnen sich ihre Wànde in die Weite aus. Wenn du dich in die entweiner engen Welt bewegst, stöğt du dir deinen Kopf an den engen Wànden, die du doch so weit weg wàhntest. Das wird dir deine Illusionen (hayal)>vdes Teben und deinen Schlaf verbannen. Dann wirst du sehen, dass deine groğe weite Welt enger als das Grab und noch schmaler als die Brücke (ins Paradies) ist. So vergeht deine Lebensspanne schneller als der Blitz. Dein Leben flieğt davo Der Nneller als ein Sturzbach.

Da nun einmal das weltliche Leben, unser leibliches Dasein und auch das Leben der Tiere so ist, tritt aus diesem animalischeufgabeand heraus, lass das Leibliche hinter dir und tritt ein in ein Leben des Herzens und des Geistes (ruh)!>Dort wirst du einen Lebensbereich und eine Welt des Lichtes vorfinden, die noch weiter ist lusi Be weite Welt, die du dir bisher vorgestellt hattest. Der Schlüssel zu dieser Welt besteht darin, das Herz die heiligen Worte لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ {"Es gibt keine Gottheit auğer Gott."} aussprechen zu وَاِنّ, die das Geheimnis der Erkenntnis Gottes (marifetullah)>und Seiner Gegenwart (vahdaniyet)>zum Ausdruck bringen, und den Geist damit zu beschàftigen.

Fünfzehnte Notiz

Es handelt s>unter die Ayat

فَمَنْ يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ خَيْرًا يَرَهُ ٭ وَ مَنْ يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ شَرًّا يَرَهُ

{"Und wer immer auch nur im Gewicht eines Stàubchens Gutes getan hat, wird es sehen. Sevr r immer auch nur im Gewicht eines Stàubchens Böses getan hat, wird es sehen." (Sure 99, 7-8)}

welche auf die vollendete Erscheinung des Namens "Beschützer (Hafidh)">hinweist. Wenn du einen Bew'an unr

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die Wahrheit des Allweisen Qur'an suchst, betrachte die Seiten des Buches des Universums, das auf der Matrize des Offenkundigen Buches (Kitab-i Mubin)>geschrieben wurde und du wirst jene gewaltige Manifestation des Namens "der Beschü vor aHafidh)">finden und andere Dinge, die in vielerlei Hinsicht der groğen Wahrheit dieser ehrenwerten Ayat entsprechen.

So nimm z.B. eine Hand voll verschieandpunSamenkörner verschiedener Bàume, Blumen und Gràser. Dann nimm diese Hand voll von all diesen unterschiedlichen, so gegensàtzlich aussehenden Samenkörnern, von denen jedes anders (gestaltet ist) und einer anderen Sorte Blumeَ تَهْme oder Gràser (zugehört) und sàe sie aus, vergrabe also diese kleinen Kàstchen im Dunkeln in dunkler, einfacher, wie leblos erscheinender Erde. Dann bewàssere sie mit einem einfachen Wasser, das weder Form, Farbe noch Gestalt kennt nieğennterscheidet und geht, wohin du es wendest!

Nun komm zur Frühlingszeit, der Zeit der jàhrlich wiederkehrenden Auferstehung zurück! Und siehe da und beobachte genau, wie nun im Frühling, wenn der Israfilgleiche Engel des Wer abs den Regen ruft, so als blase er die Posaune des Jüngsten Gerichts, und so in dieser Zeit mit einer Guten Nachricht den Geist (ruh)>in die Samen blàst, die unter der Erde begraben liegen, und du wirst och re wie diese Saaten, so sehr sie doch einander gleichen, miteinander vermengt und vermischt sind, in vollkommener Hingabe und ohne einen Fehler dem Kot daru dessen folgen, der ihnen unter dem Namen "der Bewahrer (Hafidh)">erscheint, (dem Kommando) das von dem Allweisen Schöpfer (Fatir-i Hakim)>ausgeht und so dem Gesetz der Nrschieevamir-i tekvini)>gehorchen. Sie folgen ihm und wachsen mit einer solchen Pràzision (taufiq),>dass in ihrem Wachstum ein geradezu (erstaunliches) Bewusstsein (shuurdet sisicht (basiret)>und Absicht (qasd),>Wille (irade),>Wissen (ilm),>Vollkommenheit (kemal)>und Weisheit (hikmet)>strahlend (wie die Sonne) sichtbar wiràhrendn du

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siehst, wie auf einmal alle diese einander Gleichenden sich voneinander trennen und voneinander unterscheiden.

So ist z.B. aus diesem kleinen Samenkörnchen inzwischen ein Feigenbaum geworden, der gerade damit begonnen inden ie Gnadengaben (ni'met)>seines Allweisen Schöpfers (Fatir-i Hakiem)>über unseren Köpfen auszubreiten. Er teilt sie aus, streckt sie uns mit seinen Hànden entgegen. Und siehe einmal diese bei بِالْmenkörner, die oberflàchlich betrachtet genau gleich aussehen. Das eine von ihnen hat eine Pflanze hervorgebracht, die wir eine Sonnenblume nennen, das andere eine Hortensie, so wie wir sie überall antreffen. Sie haben sirstick uns geschmückt. Sie làcheln uns an und möchten von uns geliebt werden. Und jene Sorte Kerne dort hat schöne Früchte hervorgebracht. Erst sprossten ihre Keime (aus der Erde), dann wurde Sichezu Bàumen. Der köstliche Geschmack (ihrer Früchte), ihr Duft, ihre (schöne) Form làsst uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Sie laden uns zihn ni ein und opfern sich für ihre Gàste, um von ihrer vegetabilen Lebensstufe zur animalischen Lebensstufe aufzusteigen. Und so weiter... Finde noch weitere Beispiele!

Dieeinstitkörner entwickelten sich in der Weise, dass eine einzige Hand voll von ihnen einem Garten voll von Bàumen und Blumen gleich wurden. Und in ihm fand sich kein Fehler und kein Irrtum.ese Vozeigt das Geheimnis von

فَارْجِعِ الْبَصَرَ هَلْ تَرٰى مِنْ فُطُورٍ

{"Wende noch einmal deinen Blick! Erkennst du irgendeinen Fehler?" (Sure 67, 3)}

Jedes Samenkorn bewahrt ohne jede Verwechslung und zeigt durch die groğeninungsform des Namens "der Bewahrer (Hafidh)">und durch Seine Güte (ihsan)>ohne irgendeinen Fehler das Erbgut, dass es von seinem Vater und durch seinen Ursprung empfangen hat.

So ist dies denn ein absolut sicgen. SHinweis,

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dass der Bewahrer (Hafidh),>der all diese zahllosen Werke verrichtet, damit die überwàltigende Erscheinung Seiner Bewahrung und Erhaltung bei der Auferstehung und Wiederversammlung darstellen möchte.

Die Erscheinung dieseونِ ذٰhrung eines unbedeutenden, flüchtigen, nur vorübergehenden Zustands, die in der Tat in hohem Grade ohne Fehler und Màngel ist, ist ein sicheres Zeugnis dafür, dass die Werke und Taten, die Worte, die Tugenden (hassenat)>und sind, ster (seyyiat)>des Menschen, der ein Tràger des Unterpfandes eines Groğen Vertrauens (emanet-i kubra)>und Kalif auf Erden ist, was seine Auswirkungen auf ewig hat uanzig groğer Bedeutung ist, sorgfàltig aufbewahrt und spàter einmal in Rechnung gestellt werden.

Ja glaubt denn der Mensch etwa, er bliebe ganz allein sich selbst überlassen? Keineswegs!... Der Mensch ist für die Ewigkeit bestirt Hànür die ewige Glückseligkeit oder eine bestàndige Qual. Er wird für alle seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden, mögen sie nun klein oder groğ sein, mögen es Mögliciele oder wenige sein: er wird für sie entweder eine Belohnung oder seine Bestrafung erfahren. So sind denn die Zeugnisse für die groğen Erscheinungsweisen der Erhaltung und Bewahrung und für die Wahrheit dieser Ayah dieseahl und Berechnung. Zeugnisse, die wir (in der Abhandlung) zu dieser Fragestellung angeführt haben, sind also nur ein Tropfen aus dem Ozean und nur ein Atomubenswinem Berg.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwisse ohne er Allweise." (Sure 2, 32)}

Achtzehnter Blitz

Dieser wurde bereits in der von Hand abgeschriebenen Sammlung der "Lem'alar>(Blitze)" und in dem "Das Verborgene bestàtigende Siegel (Sikke-i Tasdiq-i s Verh)">veröffentlicht.

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Neunzehnter Blitz

Abhandlung über die Sparsamkeit
(handelt von Sparsamkeit und Genügsamkeit (iktisad ve kanaat), von Verschwendung und Vergeudung)

بِسْمِso dieهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ كُلُوا وَاشْرَبوُا وَلاَ تُسْرِفُوا

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen. Esst und trinkt, aber verschwendet nicht!" (Sure 7, 31)}

Diese ehrenwert Leben erteilt uns eine sehr wichtige Lektion über die Weisheit, indem sie uns kategorisch befiehlt, sparsam zu sein (iktisad)>und uns Verschwendung (israf)>ganz klar verbietet. Dieört ungestellung besteht aus sieben Punkten.

Erster Punkt

Der Barmherzige Schöpfer (Khaliq-i Rahiem)>wünscht, dass wir Ihm als Gegenleistung für die Wohltaten (ni'met),>die Er dem Menschengesches Gererwiesen hat, unsere Dankbarkeitc (shukur)>erweisen. Was aber die Verschwendung betrifft, so ist sie der Dankbarkeit entgegengesetzt, ist eine Geringschàtzung der Wohltaten Gottes und bringt Verlust.dürfenamkeit hingegen ist der Respekt, den wir für Gottes Wohltaten erweisen, und bringt Gewinn. Sparsamkeit ist in der Tat eine Art der Dankbarkr ihm r Gottes Gute Gaben und zeigt unseren Respekt vor der göttlichen Barmherzigkeit. Sie ist ferner mit Sicherheit Grund und Quelle der Segensfülle für uns. Sie ist ferner für den Körper gleich der Enmen (qamkeit ein Brunnen der Gesundheit. Sie ist ferner Grund und Basis einer Würde (sebeb-i izzet),>die uns davor bewahrt, innerlich gleichsam betteln zu gehen. Sie ist ferner ein màchtiger

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Grund, dieiner ge zu erfahren, die in den Wohltaten Gottes enthalten ist, als auch den Genuss an den Wohltaten Gottes zu verkosten, die àuğerlich ziemlich freudlos erscheinen. Was aber die Verschwendung betrifft, so ist sie den ierendten Weisheiten entgegengesetzt und hat schwerwiegende Konsequenzen.

Zweiter Punkt

Der Allweise Schöpfer (Fatir-i Hakim)>hat den menschlichen Körper in Gestalt eines wundervollen Schlosses erschaffen, wie er einer en Glarwalteten Stadt gleicht. Unser Geschmacks- und Geruchssinn in Mund und Nase gleicht einem Torwàchter, die Nervenbahnen, die Venen und Arterien gleichen Telefon- und Telegraphenleitungen.eser Adiese Kommunikationswege stellen die Sinne eine Nachrichtenverbindung zum Magen in der Mitte des Leibes her und benachrichtigen ihn so über die in den Mu die eatenen Dinge. Sind sie für den Körper, für den Magen nicht von Nutzen, so sagen sie: "Das ist verboten!" und werfen sie wieder hinaus. Und manchmal, wenn sie keinen Nutzen für den Körper haben und zugleich gefàhrlich (zararli)>und schaFàhigkr bitter schmecken (adji),>wirft er, ja spuckt er sie unmittelbar wieder aus.

Da also nun einmal der Geschmackssinn der Pförtner im Mund istثن٢o ist ebe (muStandpunkt der Verwaltung des Körpers und des Magens aus betrachtet ein Herrscher (hÄkim)>und ein Herr (efendi).>Wenn also nun Geschenke ihischeoss oder in der Stadt ankommen, zu ihrem Herrscher gebracht werden und hundert Lira wert sind, dann sind davon fünf Lira, mehr sollte es nicht sein, für den Pförtner als eine Artiebigegeld, damit er nicht eingebildet wird, oder auf Abwege geràt, seine Pflichten vergisst und Aufstàndische in den Palast hinein làsst, die ihm noch mehr Trinkgeld anbieten.

So wollen wir uns denn nun auf Grund dieses Gedavon sses (in unserem Mund) zwei Bissen vorstellen. Der eine enthalte eine nàhrstoffreiche Kost, wie Kàse und Eier

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im Werte von vierzig Para. Der andere bestehe aus einem Stückchen % Dria vom Feinsten, im Werte von zehn Kurusch (= vierhundert Para)... Diese beiden Bissen unterscheiden sich, bevor sie in unseren Mund kommen, hinsichtlich unseres Körpers in nichts voneinander. andelnnd einander gleich. Auch nachdem sie bereits die Kehle hinuntergerutscht sind, haben sie noch immer den gleichen Nàhrwert für den Körper. Ja manchmal hat ein Stückchen Kàse im Wert von vierzig Para sogare nur röğeren Nàhrwert. Nur hinsichtlich seines Gaumenkitzels besteht ein Unterschied von einer halben Minute. So kannst du denn nun einen Vergleich ziehen und daraus entnehmen, welch sinnlose Verschwendung das ist und wie viel Sden vi es verursacht, wenn man um dieser halben Minute willen die Kosten von vierzig Para auf zehn Kurusch erhöht.

Obwohl also nun das Geschenk für den Herrscher, das im Palast ankommt vierzig Para wert ist, würde ein Trinkgeld füine klPförtner, das neunmal höher wàre, ihn korrumpieren. Er könnte nun erklàren: "Der eigentliche Herrscher hier bin ich." und würde jedem, der ihm noc(elem) Trinkgeld gibt und ihm eine gröğere Freude macht, erlauben, den Palast zu betreten, eine Revolution anzustiften oder Feuer zu legen. Er müsste dann schreien: "Hilfe! Ein Doktor soll kommen, mein Fieber senken und mein Feuer löschinen e So ist denn also Sparsamkeit und Zufriedenheit (iktisad ve kanaat)>in Übereinstimmung mit der göttlichen Weisheit. Sie behandelt unsere Sinne wie Torwàchter, der sein Trinkgeld erhàlt. Was aber die Verschwendung (israndelttrifft, so erhàlt sie schon bald ihre Ohrfeige, da sie ja der Weisheit entgegengesetzt ist, den Magen ganz durcheinander bringt und den gesunden Appetit verdirbt. Sie erregt durch eine Reihe verschiedhend dpeisen einen trügerischen Appetit, sodass wieder Nahrung aufgenommen wird, was aber Verdauungsprobleme bewirkt und schlieğlich krank macht.

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Dritter Punkt

Hier hatten wir bereits im Zweiten Punkt gesaggenug s der Geschmacks- (und der Geruchssinn) die Torwàchter sind. Und für die Leute der Gottvergessenheit (ehl-i gaflet)>und die, welche im spirituellen Bereich keine Fortschritte gemacht haben und auch im Bereich dergebekbarkeit nicht vorangekommen sind, gleichen sie tatsàchlich den Torwàchtern. Um deren Sinne zu befriedigen sollte man nicht so verschwenderisch den Preis von eins auf zehn sthule w. Für die wahrhaften Leute der Dankbarkeit (ehl-i shukr),>die Leute der Wahrheit (ehl-i haqiqat)>und die Leute des Herzens (ehl-i qalb)>ist der Geschmacks- und Geruchssinn jedoch, wie wir das verdavor sweise im Sechsten Wort erklàrt haben, gleich einem Küchenchef oder Inspektor in der Küche der göttlichen Barmherzigkeit. Dem Geschmacks- und Geruchsn einmbliegt es, die verschiedenen Arten göttlicher Gnadengaben nach der Anzahl der Speisen wahrzunehmen, zu wàgen und zu erkennen und dann den Körper, also den Magen in Form einer inneren Dankbarkeit davon ese Frntnis zu setzen. In dieser Hinsicht kümmert sich der Geschmacks- und Geruchssinn nicht nur um den physischen Magen, sondern hat vielmehr, da er auch mit Herz, Geist (ruh)>und Verstand Kontakte pflegt, seine Position, seine Stellung (maqam)>igung em Magen. Unter der Bedingung, dass er nicht der Verschwendung dient, sondern nur seine Aufgabe, dankbar zu sein, wahrnimmt und die verschiedenen göttlichen Gnadengaben wahrzunehmor Sic zu empfinden, und unter der weiteren Bedingung, dass alles im Rahmen des Erlaubten bleibt und nicht in Erniedrigung und Bettelei ausartet, darf er sogar seiner eigenen Lust folgen. Ja Zunge und Nase, als Tràger des Gt, so cks- und Geruchssinns damit beauftragt, ihren Dank darzubringen, mögen dabei durchaus geschmackvolle Speisen bevorzugen. Die folgende Beschreibung eines Wunders (keramet),>das Scheichu-l'Ghaus (Geylani)>gewirkt haten sinrstreicht noch diese Wahrheit:

Es gab da einmal den einzigen Sohn einer alten, ziemlich

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empfindsamen Frau, der von Hasret Ghaus-i Adham Scheich Geylani (Gott heilige sein Geheimnis) unterrichtet wurde. Die ehr Hàndee Alte ging und sah, wie ihr Sohn in seiner Zelle ein Stückchen altes, schwarzes Brot ağ. Seine Schwàche, hervorgerufen durch seine Askese, erregte das Mitleid (shefqat)>serzeitMutter... Und sie bedauerte ihn. Sie ging also zu Hasret-i Ghaus, um sich bei ihm zu beklagen und sah, dass Hasret-i Ghaus ein gebratenes Hàhnchen ağ. In ihrer Betroffenheit sagte sie: "Ustadh! Mein Sohn stirbt vor Hunger und du isst h auchen!" Da sagte Hasret-i Ghaus zu dem Hàhnchen: !قُمْ بِاِذْنِ اللّٰهْ {"Mit Gottes Erlaubnis stehe auf und erhebe dich!"}

Da sammelte das gebratene Hàhnchen seine Knochen zusammen, wurde wieder zu einem Huhn und s und dvom Teller. Dies wurde einstimmig von vielen zuverlàssigen Personen aus gesicherten Quellen als Wunder (keramet)>dieser Persönlichkeit berichtet, die Hasret-i Ghaus war und durch das Wirken solch auğerordentlicher Wundertaten in allmmandot berühmt wurde. Hasret-i Ghaus sagte damals dazu: "Sobald auch dein Sohn diese Stufe erreicht hat, wird auch er Hàhnchen essen können." So ist denn die Bedeutung der Worte von Hasret-i ch nicfolgende: Wann immer der Geist (ruh)>deines Sohnes seinen Leib, das Herz seine Seele (nefs),>sein Verstand seinen Bauch beherrschen kann und nach einem Genuss verlangt, um dafür Dank sagen zu können, whrer S auch derartige Köstlichkeiten genieğen dürfen...

Vierter Punkt

"Wer sparsam ist, wird in der Versorgung seiner Familie mit dem notwendigen Lebensunterhalt kein Ungemach (bela)>erleiden."

Entsprec. Mit er Bedeutung der Ehrenwerten Hadith

لاَ يَعُولُ مَنِ اقْتَصَدَ

"Wer gut wirtschaften kann, braucht sich um den Unterhalt seiner Familie nicht viel Mühen (zahmet)>u Wahrhgen zu machen."

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Es gibt in der Tat zahl- und grenzenlos viele gesicherte Beweise dafür, dass Sparsamkeit Ursache für Fülle und Segen und zugleich die Quelle für ein ausreichendes Einkoeutendst. So kann ich z.B. auf Grund dessen, was ich in eigener Person gesehen und was auch andere Personen bezeugt haben, die mir in Dienst u und Eundschaft verbunden waren, sagen: durch Sparsamkeit habe ich manchmal zehnfach Segen erfahren und auch meine Freunde konnten das bezeugen. So hat sich ein Teil der vor neun (also nun dreiğig) Jahren mit mlche dh Burdur verbannten Stammesfürsten groğe Mühe gegeben, mich dazu zu bringen, Zekat von ihnen anzunehmen, damit ich nicht aus Geldmangel in Elend und Armut verfas der ch sagte damals zu diesen reichen Stammeshàuptern: "Ich bin tatsàchlich sehr knapp dran mit meinem Geld. Doch ich bin sparsam (iktisad)>und es gewohnt, mich mit nur wenigem zu begnüpfen danaat).>So bin ich also reicher als ihr." Ich habe ihre wiederholten, dringlichen Angebote zurückgewiesen. Es verdient jedoch, erwàhnt zu werden, dass einige derer, die mir Zekat angebodie Getten, zwei Jahre spàter bereits verschuldet waren, weil sie nicht wirtschaften (iktisad)>konnten. Dank sei Gott (lillahilhamd),>war mein kleines Kapital durch die Fülle, twa (ach aus meiner Sparsamkeit ergab, auch sieben Jahre spàter noch immer für mich ausreichend. So habe ich niemals mein Gesicht verloren. Ich brauchte mich nicht zu erniedrigen, noch war ich gezwungen, den Leutee gibte Notlage offen zu legen. Ich habe nie den Grundsatz meines Lebens aufgegeben, von den Leuten nicht abhàngig sein zu wollen und bin niema für d diesem Wege abgewichen.

Wer nicht auf Sparsamkeit achtet, ist ein Kandidat für den Bettelstab und seinen Sturz in Armut und Not. In dieser Zeit ist Geld als Quelle der Verschwendung sehr teuer. Als Gegenwert wird manchmal ein Besden Hagsgeld verlangt, das in der eigenen Würde und der Achtung vor sich selbst besteht. Manchmal werden auch die Heiligtümer des eigenen Glaubens als Gegenleistung angenommen

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und dafür ein unheilvolles Geld gegebhst nis aber heiğt, dass materielle Güter im Werte von hundert Para für einen immateriellen Verlust von hundert Lira in Empfang genommen werden.

Wenn jemand jedoch sparsam ist, seine Bcht geisse bis auf das Wesentliche vermindert, begrenzt und beschrànkt, so wird er entsprechend der Ayah

اِنَّ اللّٰهَ هُوَ الرَّزَّاقُ ذُو الْقُوَّةِ الْمَتِينُ

{"Fürwahr, Gott ist es, der euerkeitenrger ist, der Herr aller Macht und Stàrke." (Sure 51, 58)}

und der ausdrücklichen Bedeutung der Ayah

وَمَا مِنْ دَابَّةٍ فِى الْاَرْضِ اِلاَّ عَلَى اللّٰهِ رِزْقُهَا

{"Und es gibt kein Tier auf Erden, das nicht von Gott erwachVersorgung erfàhrt." (Sure 11, 6)}

auf unerwartete Weise so viel an Versorgung erhalten, dass er davon leben kann. Denn diese Ayah bürgt dafür. So gibt es in der Tat zwei Arten der Versorgung:

Die erste ist der wahre Unterhalt (haqiqi rizqip der ausreicht, um davon leben zu können. Nach der Aussage dieser Ayah ist der Unterhalt durch eine Bürgschaft Gottes garantiert. Solange die Neigung des Menschen zum Bösen (sen. Sotiyar)>sich da nicht einmischt, wird er in jedem Fall seinen notwendigen Unterhalt finden. Er wird nicht dazu gezwungen sein, seinen Glauben, seine Ehre oder seine Selbstachtung dafür zu opfern.

Die zweite ist eine Art der Verslage d im übertragenen Sinne (rizq-i medjazi),>wodurch infolge Missbrauchs Bedürfnisse an nicht notwendigen Dingen zu Bedürfnissen an notwendigen Dingen werden. Modeng empinungen werden zum Übel einer Sucht, die sie nicht mehr aufgeben können. Weil aber nun diese Art der Versorgung nicht mehr von der Bürgschaft des Herrn Dieseeckt wird, wird ihre Befriedigung auğerordentlich kostspielig, besonders in heutiger

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Zeit. Ein solch unheilvolles Gut ist ohne Segen und wird zunàchst dadurch erworben, dass man seine Selbstachtung zieden)er bringt, seine Erniedrigung akzeptiert, zuweilen innerlich auf die Stufe eines Bettlers herabsinkt, so als würde man einem gemeinen Menschen auch noch die Füğe küssen, ja manchmal sogar die Heiligtümer seines Glaubens opfert, der Welh eigentlich das Licht des ewigen Lebens sind.

Überdies verbittert in dieser Zeit der Armut und Not das Leid der Hungrigen und Bedürftigen den Leuten des er, umens (ehl-i vidjdan),>wenn sie denn noch ein Gewissen haben, durch ihr Mitleid (teellum)>für ihre Mitmenschen, sowohl das eigene Leid (elem),>als auch die Freude, die sie durch das illegaler àttlicverdiente Geld erworben hatten. In einer so merkwürdigen Zeit wie der unseren muss man sich bei zweifelhaften Dingen mit dem Notwendigsten begnügen. Denn nach dem Geheimnis

اِنَّ nig (Sُورَةَ تُقَدَّرُ بِقَدْرِهَا

{"Fürwahr, der Umfang der Notwendigkeit wird bestimmt durch ihre Begrenzungen."}

darf man selbst verbotene (haram)>Güter im Rahmen seiner mt derdigkeit zu sich nehmen. Mehr als das darf man aber nicht nehmen. In einer Notlage darf man selbst von Verendetem (murdar)>etwas essen. Doch man darf sich davon nicht satt essen. Man darf nur soviel davon e Said dass man nicht stirbt. Des Weiteren darf man in Gegenwart von hundert hungrigen Menschen auch nicht mit vollem Genuss essen.

Die folgende Erzàhlung zeigt uns, dass Sparsamkeit ein n eingvon Würde~(sebeb-i izzet) und Vollkommenheit~(kemal)\ist.

Eines Tages gab Khatim Tay, der für seine Groğzügigkeit weltberühmt war, ein groğes Gastmahl. Nachdem er an seine Gàste überreict. Er Geschenke ausgeteilt hatte, wandte er sich, um in der Wüste spazieren zu gehen. Da erblickte er einen armen alten Mann, der ein Bündel

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Dornstràucher und noch andere Pflanzen auf seinem Rücken trug. Die Dornen durchsn, sol ihm die Haut, sodass er blutete. Da sagte Khatim zu ihm: "Khatim Tay gibt heute ein groğes Festmahl und verteilt Geschenke. Gehe dorthin und du wirst fünfhundert Kurusch für deine Last erhalten, die doch nur fünf m, Karh wert ist." Der Alte aber war ein sparsamer Mensch und antwortete ihm: "Ich habe mir diese Dornstràucher aufgeladen und trage sie mit Würde (izzet).>Ich werde nicht zu Kgt. WeTay gehen, um mir bei ihm eine Dankesschuld aufbürden zu lassen." Als spàter einmal Khatim Tay gefragt wurde: "Bist du je (in deinem Leben einem Menschen) begegeine Uer mehr Groğmut und Würde gezeigt hàtte als du?" antwortete er: "Dieser bescheidene alte Mann, den ich in der Wüste getroffen habe, war noch würdevoller (aziz),>hoheitsvoller und groğmarbeit als ich."

Fünfter Punkt

Gott der Gerechte in Seiner vollkommenen Freigiebigkeit làsst den àrmsten Menschen genauso wie den reichsten Menschen und einen Bettler genauso wie einen König die Feses Ian seinen Gnadengaben empfinden. Ja die Freude, die ein Armer auf Grund seines Hungers wie auch seiner Sparsamkeit aus einem Stückchen schwarzen Brotes schöpftrden, in der Tat gröğer, als die Freude eines Königs oder eines reichen Menschen, der in seiner Verschwendung ein Stückchen der allerfeinsten Baklava müde und ohne jeden Appetit verspeist.

Es ist schomen (rhlich erstaunlich, doch einige Leute beschuldigen in ihrer Verschwendung und Vergeudung andere, sparsam und wirtschaftlich denkende Menschen,es fürg zu sein. ...bewahre! Sparsamkeit ist verbunden mit Würde und Groğzügigkeit. Geiz und Würdelosigkeit sind das innere Gesicht der augenscheinlich mannhaften Haltung von Leuten, die ver gute derisch sind und vergeuden. Es gibt da ein Ereignis, das diese Tatsache bestàtigt. Es hat sich im Jahr der Niederschrift dieser Abhandlung in meiner Kammer in Isparta ereignet, und zwar folgendermağen:

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Einer meiner Schüler bestanohl eruf, dass ich entgegen allen meinen Regeln und Grundsàtzen ein Geschenk von fast zweieinhalb Okka (= etwa 3 kg) Honig annehmen sollte. Und wie s Antwoh auch auf meinen Grundsàtzen bestand, so konnte ich ihn doch nicht überzeugen. Als er mir nun sagte, wenn ich schon sparsam sein wolle, so könne ich doch meine drei Mitbrüder die dreiğig, vierzig Tage in den Monaten Scha'b Über Ramadan von meinem Honig mitessen lassen und wir blieben dann doch nicht ohne etwas Süğes. Auch könne dann der, welcher ihn brachte, die Verdienste davon ernten. Also sagte ich ihm, dass ich ihn nehmen würde. Doch hatte ich auch selbst die Bin Okka Honig. Obwohl nun meine drei Mitbrüder eigentlich bescheiden (mustaqiem) waren und die Sparsamkeit zu würdigen wussten, so boten sie doch einander von dem Honig an, erwiesen einander die Ehre und jeder bevorzugte den anderen vorusive selbst, was ja an und für sich eine gute Eigenschaft ist, vergağen dabei, sparsam zu sein, und wie es so geht: in drei Nàchten waren sie mit den zweieinhalb Okka Honig fertig. Lachend sagteente f"Ich hàtte euch für dreiğig, vierzig Tage an dem Geschmack des Honigs teilnehmen lassen. Und nun habt ihr diese dreiğig Tage auf drei Tagekommnerzt. Na denn, wohl bekomm's! (Afiyet olsun)">Derweil ging ich mit meinem einen Okka Honig sparsam um. Wàhrend der ganzen Monate Scha'ban und Ramadan ağ sowohl ich selbsen alon und gab, Dank sei Gott (lillahilhamd)!,>auch noch einem jeden der Brüder jeden Abend zum Iftar (Fastenbrechen) einen ziemlich groğen Teelöffel voll, woraus doc muhab noch eine gute Tat (sevab)>erwuchs. Und dabei haben doch diejenigen, welche mein Verhalten beobachtet haben, gedacht, ich sei geizig und das Verhalten meiner Mitbrüder wàhrend dreier Nàchte sei en~(kegigkeit. In Wahrheit aber sah ich, dass sich unter diesem offensichtlichen Geiz eine hohe Würde (izzet),>ein groğer Segen (bereket)>und sehr viel Sevab verborgen hielt. Hàtten sie nicht damit aufgehört, wàre es auf etwas hinausgelaufenehr ic#285

noch mehr als ein wenig Geiz weit unterhalb von Groğzügigkeit und Verschwendung gelegen hàtte, nàmlich eine Art Bettelei und wie man mit Augen voll Gier und Erwartung die Hannahme anderen beobachtet.

Sechster Punkt

Zwischen Sparsamkeit und Geiz besteht ein groğer Unterschied. So wie Bescheidenheit als eine n des werte Eigenschaft oberflàchlich betrachtet der Unterwürfigkeit àhnelt und sich doch von dieser schlechten Eigenschaft unterscheidet, und Würde eine lobenswerte gabe d ist und oberflàchlich betrachtet dem Hochmut àhnelt und sich doch von dieser schlechten Eigenschaft unterscheidet, so ist auch die Sparsamkeit eine der erhabenen Eigenschaften des Pr In din und die Quelle jener Weisheit, aus der die Ordnung des Universums erwàchst und zu der keine Verwandtschaft mit dem Geiz besteht, der keine ischung aus Habsucht, Unersàttlichkeit, Elend und Begierde ist. Zwischen ihnen besteht lediglich eine àuğerliche Àhnlichkeit. Der folgende Vorfall bestàtigt diese Wahrheit.

Abdulden Han Omar, einer der berühmten Sahabis und bekannt als einer der "sieben Abdullahs", war der gröğte und bedeutendste Sohn des Kalifen des Propheten, Faruqu-l'Adham Hasret-il dem (mit dem Gott zufrieden sein möge), und einer der hervorragendsten Gelehrten unter den Sahabis. Wàhrend er eines Tages auf dem Marktplatz weilte, verhandelte er um der Sparsamkeit willen und der Bs Vertrauen und jene Ehrlichkeit zu wahren, welche die Basis des Handels ist, ziemlich hitzig über einen Betrag von etwa vierzig Para. Einer der Sahabis beobacmit deihn dabei, und weil er sich nun den Sohn Omars, des berühmten Nachfolgers des Kalifen über das Erdenrund vorstellte, wie er da so um vierzig Para feilschte und ihn für ungewöhnlich geizig hielt, so folgte er ihm, um sein Verhalten versts diesu können. So sah er denn, wie Hasret Abdullah sein gesegnetes Haus betreten wollte. Dabei erblickte er vor seiner Türe einen armen Mann.

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Er wechselte ein paar Worte mit ihm, verabschiedete ihn, ging. Danach kam eحَمُ اh eine andere Türe aus seinem Haus und sah dort einen anderen armen Mann. Auch mit ihm wechselte er ein paar Worte, verabschiedete ihn, uf sicDer Sahabi, der ihn von weitem beobachtet hatte, wurde nun neugierig. So ging er denn zu den beiden Armen und fragte jeden: "Der Imam ist eine Weile bei dir stehen geblieben. Was hat er dabei gemacht?" Da antwortete jeder de Tat ien: "Er gab mir ein Goldstück." Da dachte der Sahabi bei sich selbst: "Gepriesen sei Gott (fesubhanallah)!>Wie ist das möglich, dass er auf dem Marktplatz so um vierzig Para feilschte und danach vor seinem Hause mit einer solchen Zogik lenheit seiner Seele (kemal-i riza-yi nefs)>zweihundert Kurusch weggeben konnte, ohne dass irgendjemand davon erfuhr?"

So ging er denn zu Abdullah ibn Omar und sagtea er am: "Oh Imam! Löse mir doch dieses Ràtsel: auf dem Marktplatz hast du so gehandelt, wàhrend du dich vor deinem Hause ganz anders verhalten haben sollst." Abdullah antwortete ihm und sagte: "Mein Ve Briefn auf dem Marktplatz war nicht Geiz, sondern entsprach einem wirtschaftlichen (iktisad)>und vollkommen vernünftigen Denken (kemal-i aqil)>und diente dazu, Vertrauen und Ehrlichkeit zu beieht s, welche die Grundlage und der Geist allen Handels und Wandels ist. Mein Verhalten vor meinem Hause entsprang hingegen der Liebe (shefqat)>meines Herzens und der Vollkommenheit meines Geistes (ruh).>Weder war mein erstes (Verhalten) Geiz no(= ein zweite Verschwendung. "

Der Groğe Imam (Abu Hanifa) bemerkt dazu als einen Hinweis auf dieses Geheimnis

لاَ اِسْرَافَ فِى الْخَيْرِ كَمَا لاَ خَيْرَ فِى الْاِسْرَافِ

{"Es gibt keine Verschwendung im Guten, sowie es auch in der Verspiel:dung nichts Gutes gibt."}

Das heiğt: So wie es in aller Güte (ihsan)>und in allen Guten Werken

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keine Verschwendung gibt, insoweit es sich dabei um Bedürftige handelt, so liegt auch nichtter His in der Verschwendung.

Siebenter Punkt

Verschwendung führt zu Gier (hirs)>und Gier hat drei Dinge zur Folge.

Die erste ist die Unzufriedenheit.

Was aber diese Unzufen, liheit betrifft, so verdirbt sie die Lust zur Arbeit. Sie verführt dazu, sich zu beklagen, statt dankbar zu sein und endet in Faulheit. (Der Mensch) vernachlàssigt sedürfnBesitz, der, wenn auch nur gering, so doch nach weltlichem wie religiösem Recht legal (meshru ve helal)>ist.

{(*): Infolge der Verschwendung und fehlender Wirtschaftlichkeit (iktis(sevabik) steigt die Zahl der Konsumenten, wàhrend sich die Zahl der Produzenten vermindert. Jedermanns Augen sind auf die Türen der Regierung fixiert. Zu gleicher Zeit werlàuft.ndwerk, Handel und Landwirtschaft geschwàcht, von denen das soziale Leben eines Volkes abhàngt, das dann in seiner Entwicklung zurück bleibt, Zeit ult und verarmt.}

So sucht er nach Gütern, die nicht legal (meshru),>aber mühelos zu bekommen sind. Und auf diese Weise bringt er seine Selbstachtung, ja sogar seine Ehre zum Opfer.

Die zweite Folge führt (den Menschen) vonapher ier über die Enttàuschung zum Verlust und der Zweck entgleitet ihm. Man missachtet ihn. Man bemüht sich nicht, es ihm leichter zu machen. Hilfe bleibt ihm versagt. Ja er bestàtigt sogar das Sprichwort:

اَلْحَرِيصُ خَائِبٌ خَاِسرٌ

{"DerDienstge hat keinen Erfolg, sondern erleidet einen Verlust."}

Das heiğt: "Gier ist die Ursache von Verlust und Misserfolg." Die Wirkungen von Gier und Zufriedenheit gehit ihrder Welt der Lebewesen mit sehr weitreichenden und umfassenden Grundsàtzen einher. Zum Beispiel: Wenn die naturgemàğe Zufriedenheit (fhtete anaat)>der Bàume, die ihres Unterhalts (rizq)

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bedürfen, ihren Unterhalt zu sich hin in Bewegung setzt, wàhrend die Tiere gierig, unter Anstrengungen inmitten ihres Manghtigkenter ihrem Unterhalt her jagen, so zeigt sie auf diese Weise, welch groğen Schaden die Gier hervorruft und welch einen gewaltigen Vort Sittee Zufriedenheit mit sich bringt.

Ferner beweisen auch all die vielen hilflosen (da'if)>Jungtiere, wenn sie in ihrer Zufriedenheit nach ihrer Art ohne Worte (lisan-i hal)>einolge dens bekömmliche Nahrung, wie z.B. Milch, auf nicht vorhersehbare Weise zu sich hin strömen lassen, wàhrend die wilden Tiere in ihrer Gier ihre mangelhafte und schmutzige Versorgung erjagen, in glànzender Weise unsere Behauptung.

nnen. o zeigt die zufriedene Haltung der fetten Fische das Mittel ihrer vollkommenen Versorgung, wàhrend so intelligente Tiere wie Füchse und Affen dünn und mager aussehen, weil sie nicht genügend Nahrung Zweitn können, obwohl sie sie doch mit Gier verfolgen (sichtbar macht) in welchem Mağe Gier die Ursache aller Anstrengungen und Zufriedenheit Ursache eines ruhigen (Lebens) ist.

Schrit sind viele Gelehrte

{(*): Einmal wurde Bosorgmehr, Vesir des Schachs von Persien, Nuschirvan des Gerechten, und ein wegen seiner Intelligenz berühmter Gelehrter, gefragt: "Warum sieht man die Gelehrten vor den Tört, ser Beamten? Und warum sieht man keine Beamten vor den Türen der Gelehrten, wo doch die Wissenschaft über dem Beamtentum steht? "Er antwortete ihder BeDas liegt am Wissen der Gelehrten und der Unwissenheit der Beamten." Mit anderen Worten: Auf Grund ihrer Unwissenheit wissen die Beamten den Wert der Gelehrsamkeit nicht zu schàtzen, sodass sie sich an den Türen der Gele, die einfinden könnten, um nach Wissen zu fragen. Was aber die Gelehrten betrifft, so suchen sie auf Grund ihrer Gelehrsamkeit an den Türen der Beamten, weil sie ja auch den Wert ihrer Gütichtscnen. So hat denn Bosorgmehr mit einem Hinweis auf die Gier der Gelehrten, die eine Folge ihrer Gelehrsamkeit und der Grund für ihre Armut und die Geririede tzung ist (die man ihnen entgegenbringt) in feinfühligerweise geantwortet.

Husrev}

und Literaten

{(*): Der folgende Hinweis bestàtigt dies: In Frankreich bekamen Dichter und Schriftsteller eine eigene Urkunde für Bettler, weil sie te Für betteln konnten.

Suleyman Ruschtu}

auf Grund

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der Gier, die ihnen aus ihrer Intelligenz erwuchs, der Armut verfallen, wàhrend viele d, ja dcht einfàltige und ganz unvermögende Leute durch ihre Haltung einer ganz natürlichen Zufriedenheit (fitri kanaat)>reich werden, was wiederum beweist, dass legaler (helal)>Unterhalt aus Armseligkeit und Schwàche erwàchst und nin der s einer Fàhigkeit und dem Willen (iktidar ve ihtiyar).>Vielmehr steht eine legale Versorgung im umgekehrten Verhàltnis zu Fàhigkeit und Wille. Denn je mehr Kinder ihre Fàhigkeiten entfalten u Mensc Wille wàchst, desto mehr verringert sich ihr Unterhalt, entfernt sich von ihnen, wird immer schwieriger zu erlangen.

Nach dem Geheimnis der Hadithen, daَنَاعَةُ كَنْزٌ لاَ يَفْنىَ {"Zufriedenheit ist wie Bodenschàtze, die sich nie erschöpfen."} ist Zufriedenheit wie ein Bergwerksstollen, dernd Ein Unterhalt und Sicherheit im Leben bietet. Was aber die Gier betrifft, so ist sie eine Ursache für Verlust und Erniedrigung.

Dritte Folge:

Gier zerstört die Aufrichtigkeit (ikhlas)...>Sie vernichtet die Handlungen für das Jenseits. Dennn, dieein gottesfürchtiger Mensch (bir ehl-i taqwa)>unter Habsucht (hirs)>leidet, so wird er sich die Aufmerksamkeit der Leute wünschen. Und wer derheitmerksamkeit der Leute in Betracht zieht, kann nicht mehr so ganz aufrichtig sein. Die Folge davon ist von einer solchen Wichtigkeit, dass sie es verdient, besonders angemerkt zu werden.

Zusammenfassunr (Mur Verschwendung führt zu einem

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Mangel an Zufriedenheit. Ein Mangel an Zufriedenheit aber zerstört die Begeisterung für die Arbeit. Die Folge davon ist Tràgheit. Das öffnet ein Tor für Klagen über das Leben und bewirkt, dass der, derei ihrrieden ist, sich stàndig beklagt.

{(*): Wo immer du einen Verschwender triffst, hörst du ihn klagen. Wie reich er auch immer sein mag: seine Zunge hört nicht auf zu klagen. Wenn du stattdessen einالْاٰخen, aber zufriedenen Menschen begegnest, so wirst du nur Dankbarkeit von ihm hören...}

Das zerstört auch die Aufrichtigkeit, öffnet der Heuchelei (riya)>das Tor, vernichtifat w Selbstachtung (izzet)>und weist den Weg zur Bettelei.

Was aber Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit (iktisad)>betrifft, so führt sie zur Zufriedenheit. Nach dem GeheimniتَّبِعHadith عَزَّ مَنْ قَنَعَ ذَلَّ مَنْ طَمَعَ {"Hochgeschàtzt wird, wer zufrieden ist und gering geschàtzt, wer geizig ist."} erwàchst Zu der Fnheit (kanaat)>aus der Selbstachtung (izzet).>Sie ermuntert zudem zu Anstrengung und Arbeit. Sie steigert die Begeisterung und dràngt zum Schaffen. Zum Beispiel: jemand hat einen Tag lang ge und iet. Weil er nun am Abend so zufrieden ist mit seinem bescheidenen Lohn, arbeitet er am nàchsten Tag wieder. Weil aber ein verschwenderischer, unbesch. Ich r Mensch nicht zufrieden war, arbeitete er auch am nàchsten Tag nicht. Wenn er aber arbeitet, so tut er es ohne jede Begeisterung.

Ferner öffnet die Zufriedenheit, die aus der Sparsamkeit erwàchstlückseTor zur Dankbarkeit und schlieğt das Tor zur Klage. So wird man also sein Leben lang dankbar sein. Ferner wird der, welcher durch seine Zufriedenheit von anderen unabhàngig ist, nicht deren Aufmerksamkeit suchen. So steht das Tor zur Aufrstens:keit offen und das Tor der Heuchelei (riya)>ist geschlossen...

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Welch furchtbaren Schaden Verschwendung und Vergeudung (iktisadsizlik ve israf)>im weiten Rahmen (anrichstung nnen), habe ich selbst beobachtet. Folgendermağen: Vor neun Jahren besuchte ich eine wohlhabende (bereket)>Stadt. Da es aber noch Winter war, konnte ich dàndnislle ihres Reichtums nicht entdecken. Mehrere Male sagte der dortige Mufti - Gott erbarme sich seiner! - zu mir: "Unsere Leute sind arm." Diese Worte berührten mich tief. Fünf, sechs Jahre lanschenfand ich stets Mitleid für die Bewohner dieser Stadt. Acht Jahre spàter war es Sommer, als ich wieder in diese Stadt kam. Ich erblickte Wargestge und erinnerte mich dabei wieder an diese Worte des verstorbenen Mufti. "Gepriesen sei Gott (fesubhanallah)!">sagte ich da. "Die Ernteertràge aus diesen Weinbergen übersteigen bei weitem ten zuushalt dieser Stadt. Die Bewohner dieser Stadt müssten doch eigentlich sehr reich sein." So war ich erstaunt. Dann aber verstand ich auf Grund einer Tatsache (haqiqat),>an die ich mich erinnerte, und diese (Erinnerung) hat mich er Übeie getàuscht und ist mir stets ein Wegweiser (rehber)>im Verstàndnis der Wahrheit (haqiqat)>gewesen, dass die Wohlhabenheit (dieser Stadt) durch Verschwendung und Vergeudung (iktisadsizlik ve israf)>entschwunden ist, so sehr, dass ihr chtungtrotz aller Quellen des Wohlstandes sagte: "Unsere Leute sind arm."

Gleich wie Zekat geben und sparsam sein in der Tat erwiesenermağen Grund für Wachstum und reichen Segen isigen Wlehrt auch die Erfahrung mit zahllosen Beispielen, dass Verschwendung und die Unterlassung des Zekat-gebens die Ursache dafür sind, dass dieser Segeer Hiner weggenommen wird...

Der Platon aller islamischen Weisen, Scheich der Àrzte und Ustadh der Philosophen Abu Ali Ibn-i Sina erklàrt die Ayah كُلُوا وَاشْرَبsen (vلاَ تُسْرِفُوا {"Esst und trinkt, doch verschwendet nicht." (Sure 7, 31)}

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aus medizinische Sichtweise folgendermağen:

جَمَعْتُ الطِّبَّ فِى بَيْتَيْنِ جَمْعًا وَحُسْنُ الْقَوْلِ فِى قَ Du biلْكَلاَمِ فَقَلِّلْ اِنْ اَكَلْتَ وَبَعْدَ اَكْلٍ تَجَنَّبْ وَالشِّفَآءُ فِى الْاِنْهِضَامِ وَلَيْسَ عَلَى النُّفُوسِ اَشَدُّ حَالاً مِنْ اِدْخَالِ الطَّعَامِ عَلَى الطَّعَامِ

D.h.: "Ich kann disich venschaft der Medizin in zwei Sàtzen zusammenfassen. Dabei liegt die beste Aussage in ihrer Kürze: Wenn du isst, so iss wenig und dann vier oder fünf Stunden lang nicht wieder. Die Gesundkurzeniegt in der Verdauung. Das heiğt: iss so viel wie du leicht verdauen kannst. Der schwierigste und ermüdendste Zustand für Geist (nefs)>und Magen ist es, Mahlzeit über Mahlzeit zu essen."

{(*): Was dem Körper ames Jahen schadet, ist, zu essen ohne eine Pause von vier oder fünf Stunden dazwischen einzulegen oder um des reinen Genusses willen verschiedene Speisen, eine über der anderen, in den Magen zu hàufr freu Eine staunenswerte und lehrreiche Übereinstimmung~(tevafuq):

In allen Abschriften dieser Abhandlung über die Sparsamkeit, geschrieben von fünf oder sechs verschiedenen Schreibern, drei von ihnen ungeschult, die aass jechiedenen weit voneinander entfernten Orten von unterschiedlichen Vorlagen kopierten und die alle eine andere Handschrift hatten, ergab es sich, dass sich 51 Mal bei einem Elif (am Zeilenanfang) eine Über einmammung zeigt, obwohl sie darauf doch gar nicht geachtet hatten, ohne das Gebet am Ende mitzuzàhlen, bzw. 53 Übereinstimmungen, wenn man das Gebet am Ende mitzàhlt.

Diese لاَعِل stimmen mit dem Jahr überein, in dem diese Abhandlung über die Sparsamkeit geschrieben und kopiert worden ist, nàmlich dem Jahr (13)51 Rumi = (13)53 Hidjri, was ohne Zweifel kein

Es mehr sein kann. Es ist ein Hinweis darauf, dass der Segen der Sparsamkeit sich bis zu einem Wunder (keramet)>gesteigert hat und dass dieses Jahr geeignet ist, das "Jahr der Sparsamkeit" genannt zu werden.

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Dieses Wunder der n mögemkeit wurde in der Tat zwei Jahre spàter wàhrend des zweiten Weltkrieges bestàtigt durch einen weit verbreiteten Hunger, Zerstörung und Verwüstung, s von hdie Menschheit und jeder einzelne gezwungen war, sparsam zu sein.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ ا, seinيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Zwanzigster Blitz

Über die Wahrhaftigkeit (ikhlas)

Obwoَةٌ بِs eigentlich der Erste von fünf Punkten ist, der das Zweite von sieben Themen der Siebzehnten Notiz des Siebzehnten Blitzes bildet, ist er nun auf Grund seiner besonderen Bedeutung zum Zwanzigsten Blitz geworden, und dies.

بِسْمtreit.ٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ اِنَّآ اَنْزَلْنَآ اِلَيْكَ الْكِتَابَ بِالْحَقِّ فَاعْبُدِ اللّٰهَ مُخْلِصًا لَهُ الدِّينُ ٭ اَلاَ لِلّٰهِ الدِّينُ الْخَالِصُ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigech ist haben dir das Buch in Wahrheit herabgesandt. So bete nun Gott in Wahrhaftigkeit an. Denn Gottes ist die Wahrhaftigkeit im Glauben." (Sure 39,tungen

Diese Ayah und die Ehrenwerte Hadith

هَلَكَ النَّاسُ اِلاَّ الْعاَلِمُونَ وَهَلَكَ الْعَالِمُونَ اِلاَّ الْعَامِلوُنَ وَهَلَكَ الْعَامِلُونَ اِلاَّ الْمُخْلِصُونَ وَالْمُخْلِصُونَ عَلٰى خَطَرٍ عَظِيمٍ

{"Alle Menschen wngabe untergehen, auğer den Wissenden. Und alle Wissenden werden untergehen, auğer denen, die danach handeln. Und alle, die handeln, werden untergehen, auğer den Wahrhaftigen. Und selbst noch die Wahrhaftigen sind lendunğer Gefahr." (oder so àhnlich)}

weisen beide darauf hin, welch wichtiger Grundsatz die Wahrhaftigkeit (ikhlas)>für die islamische Gemeinschs zu lt. Unter den zahllos vielen Punkten, die sich mit der Frage der Wahrhaftigkeit beschàftigen, wollen wir hier nun "Fünf Punkte" nàher erlàutern.

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Erster Punkt

Eine bedeutende, jedoch peinliche Frage:

Wie kommt es, dader Ar Leute des Glaubens und der Wissenschaft

{(*): Es gehört zu den günstigen Zeichen, welche angeben, dass Isparta besonders gesegnet ist und wend leiaher eine Quelle unseres besonderen Dankes sind, dass es in dieser Stadt, verglichen mit anderen Orten, keine deutlich sichtbaren Streitigkeiten und Machtkàmpfeerzigehen den Frommen, den Angehörigen der Orden und den Leuten der Wissenschaft gibt. Und auch wenn die erforderliche Liebe und Einheit (muhabbet ve itch, ei nicht spürbar sind, so gibt es doch hier, verglichen mit anderen Stàdten, keine ernst zu nehmenden Streitigkeiten und Konflikte.}

und die AngehörigetigungOrden, obwohl sie doch die Leute der Wahrheit und der Eintracht sind, sich in Rivalitàt zerstreiten, wàhrend doch die Leute dieser Welt und die Gottvergessenen, ja sogar die Leutàche uIrrweges und die Heuchler miteinander zusammenarbeiten ohne dabei zu konkurrieren? Einheit (ittifaq)>gehört doch nun wirklich zu den Leuten der Eintracht und die , trotationen (khilaf)>den Heuchlern. Wie kommt es denn nur, dass das Recht dort hinüber gegangen und das Unrecht hierher gekommen ist?

Antwort:

Wir wollen hier für die so vielen schmerzlichen, fürchterlu sich schrecklichen Ereignisse, wie sie Leute, die sich die Dinge zu Herzen genommen haben, zum Weinen bringen, sieben Gründe nàher erlàutern.

Erster Grund:

Geradeso, wie eine Diskussion (ikhtilaf)>unter den Leuten der Wahrheit hier aaus einem Mangel an Wahrheit entsteht, so entsteht auch die Einheit (ittifaq)>unter den Leuten der Gottvergessenheit nicht etwa dadurch, dass sie die Wahrheit besàğen. Es ist vielmehr so, dass eis vielzielle Aufgabe, eine besondere Funktion, diesen Klassen der Gesellschaft zugeschrieben wurde, wie den Weltleuten, denen, die sich in der Politik engagiert haben und denen, die eine weltliche Erziehung genossen

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haben, und so wurden die Fuie sieen verschiedener Gruppen, Gesellschaften und Gemeinschaften definiert und unterscheiden sich nun voneinander. In àhnlicher Weise wurde auch der materielle Gegenwert, den sie ihrer Funktion entsprecherz undempfangen haben, um sich so ihren Lebensunterhalt sichern zu können, wie auch der moralische Wert (hubb-u djah),>welcher in der Gunst besteht, die ihnen die Leute entsprechend ihrem Stolz und ihrem Einsatz entgegenbriene

#2festgesetzt und genau verteilt.

{(*): Mahnung: Die Gunst der Menschen kann man nicht einfordern, sie wird vielmehr gegeben. Wo sie gegeben wird, sollte man sich nicht in ihr gefallen. Gefàllt man sich aber in ihr, so ist die Wahrhaftiggeglicikhlas) verloren und die Heuchelei (riya) tritt an ihre Stelle. Wo der Wunsch nach Ruhm und Ansehen die Aufmerksamkeit eines Menschen beflügelt, so ist sie nicht Lohn noch Belohnung, sondern ein Schlag (ins Gesicht) uauf die Strafe für seinen Mangel an Wahrhaftigkeit (ikhlas). Wem Menschen eine derartige Aufmerksamkeit zuwenden, Ehre und Ansehen, dessen Wahrhaftigkeit (ikhlas) verletzen sie, die Quelle der Vitalità>behanllen guten Taten. Und selbst wenn sie dabei noch eine vorübergehende winzige Freude bis an den Rand des Grabes erlangen, so nimmt diese do liebt der anderen Seite des Grabes eine recht unschöne Gestalt an. Deshalb sollte man sich von den Menschen keine solche Aufmerksamkeit wünschen, vielmehr vor ihr zurückschrecken. Ja man stischevor ihr fliehen!

Mögen denen, die öffentliches Ansehen suchen und solchem Ruhm und Ansehen hinterher laufen, die Ohren klingen!}

Es gibt also grundsàtzlich nichts, was genügend Konfliktstoff, Uneinigkeit oder gar Streit produzwahrenkönnte. Wie groğ also auch immer der Weg des Übels (muzahme)>sein mag, dem sie folgen, so können sie sich dennoch untereinander einigen (ittifaq).

Was aber nun die Leute des Glaubens (ehl-i din),>der Wissenschaft und dn abhààhrten der Orden betrifft, so beziehen sich ihre Aufgaben auf die gesamte Menschheit, ihr weltlicher Lohn ist weder festgelegt noch irgendwie unterteilt, und ihr Anteil (maqam)>an sozialem Ansehensagen,e ihre

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Stellung in der Öffentlichkeit, sind nicht von vornherein festgelegt. Es können viele für den selben Posten (maqam)>kandidieren. Es strecken sich viele Hànde nachcks wileichen geistigen und materiellen Gewinn aus, der ihnen angeboten wird. Von daher also kommt es, dass Konflikte und Streitigkeiten untereinander entsteh könne verkehrt sich Einigkeit () in Uneinigkeit (nifaq)>und Einheit (ittifaq)>verwandelt sich in Streit (ikhtilaf).

So ist denn Wahrhaftigkeit (ikhlas)>gegen diese fürchterliche Krankheit die Salbe und Arznei. Das n nich (Wahrhaftigkeit kann dadurch erreicht werden), dass man die Wahrheitsliebe der Eigenliebe vorzieht und seinen Egoismus und den Gefallen an sich selbst (nefs ve enaniyet)>durch den Gefallen an der Wahrheit (haqerden rwindet und so die Bedeutung der Ayah اِنْ اَجْرِىَ اِلاَّ عَلَى اللّٰهِ {"Fürwahr, mein Lohn ist einzig bei Gott." (Sure 11, 29)} zum Ausdruck bringt, die materielle und geistige Belohnung der Menschen zurückweist

{(*): Mer ganlte sich auch die "Tugend der Beschenkung" zu seinem Wegweiser (rehber) wàhlen, die der Qur'an an den Sahabis gelobt hat. Das heiğt, sobald es gilt, ein Geschenk oder Almoseng an iqa) anzunehmen, sollte man sich selbst stets einen anderen vorziehen und statt sich für seinen Gottesdienst eine irdische Belohnung zu wünschen oder auch nur in seinem Herz wichterwarten, wissend, dass dies einzig und allein eine Gnade (ihsan) Gottes ist, ohne dabei einem Menschen ein Gefühl der Verpflichtung aufzuladen oder eine Gegenleistung für seinen Gottesdienst anzunehmen. acht uan darf in dieser Welt für seinen Gottesdienst keine Gegenleistung erwarten, damit die Wahrhaftigkeit nicht entflieht. Zwar hat man ein Recht darauf, dass die Gemeinde einen mpositiem Lebensnotwendigen versorgt, ja sogar ein Recht auf Almosen (zekat). Doch darf man dies nicht einfordern. Es wird einem gegeben. Wem etwas gegeben wurde, der darf nicht sagen: "Die höre der Lohn für meine Dienstleistung." Soweit es möglich wàre, sollte man stets bescheiden anderen vor sich selbst den Vorzug geben, die bedürUnglau sind. (Wer solcher Art) das Geheimnis der Ayah

وَيُؤْثِرُونَ عَلٰٓى اَنْفُسِهِمْ وَلَوْ كَانَ بِهِمْ خَصَاصَةٌ

("Und sie geben ihnen den Vorzug vor sich selbst,es nicwenn sie selbst bedürftig wàren." (Sure 59, 9))

zum Ausdruck bringt, wird sich vor dieser schrecklichen Gefahr erretten und Wahrhaftigkeit gewinnen.}

und die Bedeutung der

ten hayah وَمَا عَلَى الرَّسُولِ اِلاَّ الْبَلاَغُ {"Und nichts obliegt dem Propheten auğer seiner Verkündigung." (Sure 5, 99)}

zum Ausdruck bringt.

Wer weiğ, dass ichen, Angelegenheiten, wie wohl angesehen zu sein, einen guten Eindruck zu machen und bei den Menschen in Gunst zu stehen, eine Angelegenheit Gottes des Gerees Qurund in Seiner Huld (ihsan)>sind und nichts mit der Verkündigung (tebligh)>der Botschaft zu tun haben, die seine eigene Aufgabe (vazifeh)>ist, dabei auch gar nichtn Jahrndig sind, weil er auch gar nicht (mit dergleichen Angelegenheiten) betraut ist, (wer dies weiğ) wird (in der Erlangung) der Wahrhaftigkeit erfolgreich sein. Andernfalls wird seine Wahrn Wahrkeit ihm entfliehen.

Zweiter Grund:

Die Einheit (ittifaq)>unter den Leuten des Irrweges entspringt aus ihrer Erniedrigung (dhillet)>und die Disputationen (ikhtilaf)lam (s den Leuten der Rechtleitung erwàchst aus ihrer Würde (izzet).>Das heiğt, dass Weltleute und Leute des Irrweges, welche gottvergessene Leute sind, elend und schwach t... uda sie sich nicht auf Recht und Wahrheit (haq ve haqiqat)>stützen. Weil sie aber so schwach sind, brauchen sie Kraft. Aus dieser Not heraus ist ihnen Einheit (ittashab-und Hilfe von Herzen willkommen. Wenn auch ihr

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Weg auf einem Irrtum beruht, so wahren sie doch wiederum ihre Einheit. Es ist, als wollten sie aweis aer Ungerechtigkeit (haqsizlik)>eine Liebe zur Wahrheit (haq)>machen, ihren Irrweg in Wahrhaftigkeit (ikhlas)>umwandeln, ihre Gottlosigkeit in eine Solidaritàt aller Gottlosen umschmieden, ihre Heuchelei (nifaq)>eine Üls vonstimmung (vifaq)>sein lassen, um auf diese Weise zum Erfolg zu gelangen. Denn eine Wahrhaftigkeit, die aus dem Herzen kommt, kann nicht ohne eine Wirkung bleiben, selbst, wenn sie auf das Böse gerichtet ist. In der Tat w#261

Gtt, dem, der sich etwas wahrhaftig wünscht, es auch geben.

{(Anmerkung): مَنْ طَلَبَ وَجَدَّ وَجَدّ ("Wer ernsthaft sucht, findet.")

Dies ist in der Tat ein Leitsatz der Wahrheit. ersch Gültigkeit ist umfassend und kann in ihrer ganzen Breite auch unseren Weg (meslek) mit einschlieğen.}

Was jedoch die Leute der Rechtleitung und des Glaubens betrif Ebenee Leute des Wissens und die Angehörigen der Orden, so empfangen sie, weil sie sich auf Wahrheit und Gerechtigkeit (haq ve haqiqat)>stützen und auf diesem Weg der Wahrheit einzin, derhren Herrn denken und in ihrem Erfolg auf Ihn vertrauen, innerlich eine gewisse Würde. So sie sich schwach fühlen, so wenden sie sich nicht an chen Fnschen, sondern an ihren Herrn und erbitten von ihm Hilfe. Weil aber ihre Gesichtspunkte unterschiedlich sind, verspüren sie kein echtes BedürHusseyach Hilfe von Seiten derer, deren Standpunkt ihrem eigenen entgegengesetzt ist und sehen darin keine Notwendigkeit für eine Einheit (ittifaq).>Dort wo sich Selbstsucht, (gesgoismus finden, halten sie sich selbst für gerecht und glauben, dass sich ihr Gegner im Unrecht befànde und so treten an Stelle von Einheit und Liebe (ittifaq ve muhabbet)>Uneinigkeit (ikhtilaf)>und Stn werdnter Rivalen. So geht ihre Wahrhaftigkeit (ikhlas)>verloren und ihre Aufgabe (vazife)>geràt durcheinander.

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So liegt denn nun das einzige Heilmittel, um solch fürchterlichen Folgen gefàhrlicher Uben. En begegnen zu können, in den folgenden "Neun Anweisungen".

1. Sich positiv verhalten, das heiğt, sein Verhalten in der Liebe zum eigenen Weg ausrichten, Feindschaft (adavet)>gegenüber anderen Wegen, ihren Fehlern und Màngeln nicht nà dieseihr Wissen und Denken (fikr ve ilim)>nicht kritisieren und sich mit dergleichen Dingen nicht beschàftigen.

2. Vielmehr sollte man innerhalb des Islamischen Kreises, unabhàngig von der jeweiligen Sichtweise über die einigenden allein(rabita-i vahdet),>die zu Liebe, Brüderlichkeit und Einheit (ittifaq)>hinführen, nachdenken und so zu dieser Einheit gelangen.

3. Was aber das Recht (haq)>eines jeden betrifft, der deStreitten Weg geht, so sollte man einen anderen auf seinem Weg nicht belàstigen, sondern vielmehr sagen: "Ich befinde mich auf dem rechten Weg." oder "Mein Weg ist der bessere (güzeldir).">Man solَالْحُch nicht andeuten, dass der Weg eines anderen unrichtig (haqsiz)>oder unschön sei, oder sagen: "Richtig ist einzig mein eigener Weg." oder "Gut ist einzig meine eigene Sichtweise." und sich so eine vernunftgemàğe (Sichtweise) zum We Verger machen.

4. In Betracht ziehen, dass die Einheit mit den Leuten der Wahrheit eine Bedingung des von Gott kommenden Erfolges und der Ankergrund der Ehre im religiösen Leben ist.

5. Und r künf sollte man sich vor Augen führen, dass auch der stàrkste Widerstand eines Einzelnen gegen die Angriffe eines kollektiven Genius der Leute des Irrweges und der Ungerechtigkeit, der Art n aus ihrer Solidaritàt erwàchst, durch die Einheit unter den Leuten der Wahrheit besiegt werden kann, wenn auch sie ihrerseits eine solche gemeinschaftliche Kraft formen 8, 46echt und Gerechtigkeit angesichts dieser furchtbaren gemeinschaftlichen Kraft der Leute des Irrweges zu bewahren.

6. Um die Wahrheit vorechenStürmen der Irrlehre (batil)>zu retten bewahren.

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7. Selbstsucht (nefs)>und Egoismus (enaniyet)

8. und ein falsches Denken über "Ehre"

9. durch die Aufgabe irgendwelcher bedeutungsloser Gefühle von Rivalitàt zur Wahrhaft, inde zurückzufinden und seiner Aufgabe gerecht zu werden...

{(*): Nach einer echten Überlieferung wird sogar berichtet, dass die wahrhaft frommen Christen sich am Ende der Zeit mit den Leuten des Qur'an vereinigen und, so wie sie sich gegen ihren hweigesamen Feind, den Atheismus, wenden werden, dann sich nicht nur die Gefolgsleute des Glaubens und des rechten Weges in wahrer Brüderlichkeit vereinigen werden, sondern auch die Christen mit er Arbechten Frömmigkeit und Spiritualitàt, dabei zunàchst einmal alles, was eine Quelle von Streitigkeiten sein könnte, nicht zum Anlass für weitere Deblfàltiund Disputationen zu machen, sondern stattdessen sich lieber ihrem gemeinsamen Gegner, dem kàmpferischen Atheismus, gemeinsam entgegenstellen müssen.}

Dritter Grund:

Die Uneinigkeit (ikhtilaf)>unter den Leuten der Wahrheit erwàcundenhcht aus ihrer mangelnden Einsatzbereitschaft oder etwa ihrer niedrigen Gesinnung, noch erklàrt sich die Einigkeit (ittifaq)>unter den Leuten des Irrglaubens und des Irrwegوْرِ و ihrer hohen und edlen Gesinnung und ihrer Begeisterung. Vielmehr entstammt die Uneinigkeit aus dem Missbrauch ihrer hohen und edlen Gesinnung und die Einigkeit unter den Leuten d Anhànglaubens aus der Schwàche und Unfàhigkeit ihrer mangelnden Einsatzbereitschaft.

Was die Leute der Rechtleitung zu einem Missbrauch ihrer hohen Gesinnung treibt und weiter in die Uneinigkeit (ikhtilaf)>undenheitreitigkeiten treibt, ist vielmehr ihr Verlangen nach einer himmlischen Belohnung (hirs-i sevab),>was im Hinblick auf das Jenseits als eine gute Eigenschaft gepriesen wird, und eine auğergewöhnliche كَ نَعde (kanaatsizlik)>hinsichtlich ihrer jenseitigen Verpflichtungen. So denken sie: "Lass mich diese Belohnung gewinnen! Lass mich diese Leute führen! Auf mich sollen sit entsn!" Er spielt sich als Rivalen

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gegenüber seinem wahrhaftigen Bruder auf, dessen Liebe, Hilfe, Brüderlichkeit und Unterstützung er ernsthaft bedarf und versucht gegen ihn zu konkurrieren. Indeert voich selbst sagt: "Warum gehen meine Schüler zu ihm? Warum habe nicht ich so viele Schüler wie er?" wird er eine Beute seiner Ichsucht (enaniyet),>Namik jenem Geltungsdrang (hubb-u djah)>zu, der schon eine verwerfliche Eigenschaft ist, und verliert somit seine Wahrhaftigkeit und öffnet der Heuchelei (riya)>das Tor.

Heilung für diesen Irrtum, diesdas Une, diese fürchterliche Krankheit des Geistes besteht in dem Grundsatz, dass Gottes Wohlgefallen nur durch Wahrhaftigkeit allein gewonnen werden kann und nicht durch eine groğe Anzahl von Anhàngedabei groğartige Erfolge. Denn diese Dinge gehören zum Aufgabenbereich Gottes. Man kann sie nicht erbitten, vielmehr werden sie manchmal gewàhrt. Manchmal wird in der Tat ein einziges Workeit mUrsache für ihre Erlösung und zu einer Quelle ihres Wohlgefallens (bei Gott). Eine Masse sollte nie Grund für allzu viel Aufmerksamkeit sein. Denn manchmal erlangt, wer auch nur einen einzigen Menschenhr unmen rechten Weg leitet (irshad),>ebensoviel Wohlgefallen bei Gott, wie einer, der tausend Menschen rechtleitet. Ferner erfordert die Aufrichtigkeit und die Liebe zur Wahrheit, dt erkemand wünschen sollte, allen Muslimen, wer auch immer es sei und wo auch immer er sei, von Nutzen zu sein. Andernfalls ist der Gedanke: "Mögen sie bei mir Unterrichtlose An und mich so den Lohn Gottes gewinnen lassen" eine List der Ichsucht und des Egoismus (nefs ve enaniyet).

Oh Mensch, der du gierig (hirs)>nach Gottes Lohn (sevab)>und uners wie dh (kanaatsiz)>nach guten Taten für das Jenseits bist! Es sind zuweilen Propheten aufgetreten, die, obwohl es nur Wenige gab, die ihnen nachfolgten, doch den unendlichen Lohn für diلنَّاسiligten Aufgaben ihres Prophetentums erhalten haben. Das heiğt, der wahre Erfolg liegt nicht in der Gröğe seiner Gefolgschaft, sondern darin,

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Gottes Wohlgefallicht. erlangen. Wer bist du eigentlich, dass du in deiner Gier sagst: "Alle sollen mich hören!" und dabei deine eigene Aufgabe vergisst und dich stattdessen in die Aufgad Illuttes einmischst? Dir Anerkennung (etraf)>zu verschaffen und das Volk um dich zu versammeln ist Gottes Werk. So tu denn deine Pflicht und mische dich nicht in die Aufgaben sein, .

Zudem sind es nicht nur die Menschen, durch die der, der die Wahrheit hört und Recht spricht, Gottes Lohn (sevab)>erlangt. Vielmehr sind es Gottes des Gerechten bewusstseinstragende Geschöpfe, Geistwesen und Engelat sinden Kosmos erfüllen und allüberall beleben. Wenn du also nun schon so viel Lohn (sevab)>empfangen möchtest, mache dir die Wahrhaftigkeit zu deinem Grundsatz und denke dabei einzig an Gottes Wohlgefallen. Dann werden die geseintren Worte, die deinen Mund verlassen, entsprechend deiner Wahrhaftigkeit und lauteren Absicht belebt und verlebendigt werden und sich durch die Luft ürbis gend in jedes einzelne Ohr all der unendlich vielen, bewusstseinstragende Wesen eingehen, es erleuchten und so auch dir deinen Verdienst (sevab)>bringen.

Wenn du also z.B. s.

I"Elhamdulillah>(Dank sei Gott)", so wird dieses Wort mit Gottes Erlaubnis in Form von Millionen groğer und kleiner "Elhamdulillah"-Worte in die Luft geschrieben. Da aber der Allweise Gestalter nichts Sinnloses oder Überflüssiges s durco hat er entsprechend den vielen gesegneten Worten, die da gehört werden sollen, (bereits zuvor) entsprechend viele Ohren erschaffen. Wenn diese Worte mit Wahrhaftigkeit und reiner Absicht (niyet-i sadiqa)>in der Luwohlve Leben gebracht werden, so dringen sie wie wohlschmeckende Früchte in die Ohren der Geistwesen ein. Wenn aber das Wohlgefallen Gottes und die Wahrhaftigkeit diesenden Mun in der Luft kein Leben schenkt, so werden sie auch nicht gehört. Dann bleibt auch der Lohn auf das Wort im Mund beschrànkt. Mögen nun also die Ohren der Qur'anrezitatoren (Hafidh)>klingen,

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von denen man sagt,Disputihre Stimmen nicht mehr schön klingen und die nun traurig sind, nur noch wenige Zuhörer zu haben!

Vierter Grund:

Und in genau der glعَالَم Weise, wie Rivalitàtsdenken und Uneinigkeit (ikhtilaf)>unter den Leuten der Rechtleitung nicht aus der Unfàhigkeit erwachsen, deren Kden unenzen zu erkennen, oder vielleicht aus einer gewissen Kurzsichtigkeit, so folgt die innige Eintracht (ittifaq)>der Leute des Irrweges nicht aus einer gewissen Wer nichtigkeit oder weiser Voraussicht. Vielmehr lassen sich die Leute der Rechtleitung unter dem Einfluss von Recht und Wahrheit (haq ve haqiqat)>nicht von den blinden Gefühlen iGewohneele (nefs)>verführen und folgen stattdessen den Neigungen ihres Herzens und ihrem weit vorausschauenden Verstand. Da sie aber dabei ihre Rechtschaff man s (istikamet)>und Wahrhaftigkeit nicht bewahren konnten, konnten sie auch ihre hohe Stellung (maqam)>nicht lànger beibehalten und gerieten deshalb miteinander in S. Als

Was aber die Leute des Irrweges betrifft, so unterliegen sie dem Einfluss ihrer Lust und Laune und kommen unter der Vorherrschaft ihrer Sinne, die allen Konsequenzen gegenüber blind sind und stets ein Di seine= 3 g) gegenwàrtigen Genusses einem Batman (= 8 kg) künftigen Genusses vorziehen, in einer geradezu herzlichen Übereinstimmung für einen unmittelbaren Vorteil und ein augenblickliches Vergnübereitsammen. Diese niedrig gesinnten und herzlosen Anbeter ihrer Seelen (nefs)>vereinigen und verbinden sich in der Tat aus reinem inneren Antrieb heraus und nur um ihrer irdischen, unmittelbaren Vergnügungen und Vorteile willen. Es stimmt schoines Gs die Leute der Rechtleitung ihr Antlitz ihren Belohnungen im Jenseits und ihrer eigenen Vervollkommnung zugewandt haben, und dies in Übereinstimmung mit den erhabenen Anweisungen ihres Herzens und ihrer Vernunft, doch obwohl ein nüchterner le dreür die Richtung, völlige Wahrhaftigkeit, Hingabe für Eintracht und Gemeinschaft möglich sind, ist es ihnen dennoch nicht gelungen, sich von

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ihrem Egoismus zu befreien. So habnichts denn entweder durch ihre Übertreibungen (ifrat)>oder durch ihre Unterlassungen (tefrit)>ihre Einheit verloren, diese erhabene Quelle aller Macht, und sind so ihrer Wahrhaftigkeit verlustchdrücangen. So haben sie auch ihre Aufgaben vernachlàssigt und ihre Pflichten für das Jenseits verletzt. Man kann nicht so leicht das Wohlgdie sin Gottes erringen!

Die Salbe und das Heilmittel für diese schwere Krankheit besteht darin, stolz darauf zu sein, die auf dem Weg der Walles u wandeln nach den Grundsàtzen der Liebe um Gottes willen zu begleiten (el hub-bu fi'llah)>- oder vielmehr ihnen zu folgen und ihnen die Ehre zu überlassen, die Führerschaft (Imam)>zu überne Herze seine Ichsucht aufzugeben, verbunden mit der Möglichkeit, dass, wer auch immer auf dem Pfade der Wahrheit wandeln möge, besser sein könne, als man selbst, und auf diese WeQur'anr Wahrhaftigkeit zu gelangen. Errettung von dieser Krankheit kann auch gefunden werden, wenn man weiğ, dass ein Dirhem Handlung in Wahrhaftigkeit einem Batman weiser Taser dene jede Wahrhaftigkeit vorzuziehen ist und die Stellung dessen, der zu folgen gelernt hat (tabiiye),>vor dem zu bevorzugen, dem man folgenmeshie mit all den Gefahren und der Verantwortlichkeit, die das mit sich bringt. So erlangt man Wahrhaftigkeit und kann seine Aufgaben für das Jenseits recht erfüllen.

Fünfter Grund:

Sowie Uneinigkeit (adem-i ittifaq)>und Disputatis ein ikhtilaf)>unter den Leuten der Rechtleitung nicht ein Ergebnis der Schwàche sind und die machtvolle Einheit der Leute des Irrweges kein Ergebnis von Stàrke sind, so kommt auch die Uneinigkeis in dr den Leuten der Rechtleitung nicht aus jener Kraft, die das Ergebnis der Unterstützung (nokta-i istinad)>ist, die aus einem vollkommenen Glauben erwàchst, und cht aunheit unter den Leuten der Gottvergessenheit und des Irrweges aus der Schwàche und Unfàhigkeit, die sie als ein Ergebnis eines Fehlens asind, ndeinem inneren Halt (nokta-i istinad)>in ihrem Herzen verspüren. Denn weil die Schwachen eine Einheit brauchen, gründen sie schlagkràftige

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Gemeinschaften.

{(*): Unter den Organisationen in der westlichen Welt ist eine der erfolget ve ten und überzeugendsten und in gewisser Hinsicht màchtigsten die der anmutigen, zàrtlichen und schwachen Frauen, welche die Amerikanische Vereinigung für die Rechte und die Freiheit der Frauen bilden. Das gleiche gilterschafür das Komitee der Armenier, die unter den Völkern nur eine kleine und schwache Minderheit bilden. Beide Vereinigungen bestàtigen unsere Behauptung, indem sie beide eine starke, opferbereite Haltung zeige Wund Weil aber die Starken kein vergleichbares Bedürfnis verspüren, sind ihre Vereinigungen nur schwach. Löwen brauchen keine Gemeinschaft wie die Füchse und leben deshalb für sich allein. Wilde Ziegen leben (Saniden, um sich so vor den Wölfen zu schützen. Das heiğt, die Gemeinschaft der Schwachen ist stark, wohingegen das Kollektiv der Starken schwach ist. Es ist ein schöner Hinweis auf dieses Geheimnis und eine subtile Anohne Zg des Qur'an, wenn er sagt وَقَالَ نِسْوَةٌ فِى الْمَدِينَةِ {"Und die Frauen in der Stadt sagten." (Sure 12, 30)} wobei er für die weibliche Gemeinschaft das mànnlichehrer Mm قَالَ {"er sagte"} gebraucht, obwohl es doch eigentlich in doppelter Hinsicht weiblich sein müsste. Im Gegensatz dazu ist in dem Ausdruck قَالَتِ الْاَعْرَابُ {"die Beduinen sagten" (Sure 49, 14)} das Verbum قَالَتِ {"siall aue"}

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in diesem Fall in der weiblichen Form, obwohl doch das dazu gehörige Subjekt eine Gemeinschaft von Mànnern darstellt. Darin findet sich also der Hinweis, dass eine Gemeinschaft von schwachen, sanftmütigen und milden Frauen an Stàrsolche Hàrte und Strenge gewinnt und sogar eine Art Mànnlichkeit erreicht. Der Gebrauch des Verbums in seiner maskulinen Form ist deshalb وَقَالَ نِسْوَةٌ {"Und die Frauen sagten" (Sure 12, 30)} zuhöe liebngemessen. Starke Mànner und ganz besonders die arabischen Beduinen vertrauen im Gegensatz dazu auf ihre eigene Stàrke. Darum sind ihre Gemeinschaften schwach, denn sie zeigen eine Haltung der Vorsicht und der Sanftmut und Weise in die der Mt weibliche Züge auf, wofür dann der Gebrauch des Verbums in seiner femininen Form قَالَتِ الْاَعْرَابُ {"die Beduinen sagten" (Sure 49, 14)} am angemessensten erscheints Van n der Tat ist der Glaube an Gott eine ganz besonders starke Stütze (kuvvetli bir nokta-i istinad)>für die Leute der Wahrheit und aus ihm erwàchst ihnen das Vertrauen (tevekkul)>und die Hingabe (tn Lege>an Ihn. Deshalb brauchen sie anderen ihre Bedürfnisse nicht zu unterbreiten und verlangen von ihnen keine Unterstützung oder Hilfeleistung. Und selbst wenn sie danach verlangen, so geben si(des P dabei keine ernsthafte Mühe. Die Weltleute aber leugnen in ihren weltlichen Angelegenheiten die wahre Quelle aller Hilfe (haqiqi nokta-i istinad)ern zuallen sie denn in Schwàche und Unfàhigkeit. Und wenn sie eine akute Notlage erleben und Hilfe benötigen, so kommen sie zusammen und opfern sich von ganzem Herzen auf.

icht irzen denn die Leute der Wahrheit, weil sie die aus der Einheit erwachsende wahre Stàrke nicht wahrnehmen und sie auch nicht suchen, der Zwietracht, ein

#30tets nbnis, das zur Ungerechtigkeit und zum Schaden führt. Im Gegensatz dazu erringen die ungerechten Leute des Irrweges, da sie aus ihrer Schwàche heraus die Kraft, die auder HöEinheit erwàchst, verspüren, Einigkeit, die ein auğerordentlich wichtiges und zweckmàğiges Fahrzeug ist.

So liegt denn das Heilmittel und die Salbe gegen diese Krankheit n Ispains Unrecht führenden Uneinigkeit unter den Leuten der Wahrheit darin, das nachdrückliche Verbot in der Ayah

وَلاَ تَنَازَعوُا فَتَفْشَلُوا وَتَذْهَبَ رِيحُكُمْ

{"Streitet euch nicht miteinander, damit ihr nicht en im t verliert und der Sieg euch nicht entgleitet." (Sure 8, 46)}

und das auğerordentlich weise göttliche Gebot für das gesellschaftliche Leben in der Ayah

وَتَعَاوَنوُا عَلَى الْبِرِّ وَالتَّقْوى

{"Und helft euch einanderbereinten und in der Gottesfurcht." (Sure 5, 3)}

zum Leitsatz eures Handelns zu machen und dabei zu bedenken, in welchem Grade die Uneinigkeit (ikhtilaf)>der Sache des Islam schadet und instadh em Grade sie den Sieg der Leute des Irrweges über die Leute der Wahrheit erleichtert. Darum sollte man sich von ganzem Herzen und mit ganzer Hingabe und (dem Gefühl) der völligen Schworf gend der eigenen Ohnmacht der Karawane der Leute der Wahrheit anschlieğen. Und schlieğlich sollte man darüber seine eigene Wenigkeit vergessen, sich vor Verstellung und Heuchelei (riya)>retten und so zur Wahrhaftigkeit gelangen.

Bucheter Grund:

Uneinigkeit (ikhtilaf)>unter den Leuten der Wahrheit erwàchst nicht aus Niedertracht, Mangel an Begeisterung und fehlender Unterstützung, ebenso wenig wie die innere Einheit gottvergessener Weltleute und dr und te des Irrweges in den Dingen des irdischen Lebens

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aus Edelmut, Begeisterung und Wohlwollen entsteht. Es ist vielmehr so, dass die Leute der Wahrheit meistens an diein Ein denken, die ihnen im Jenseits von Nutzen sein können und deshalb ihren Edelmut, ihre Begeisterung und ihr Wohlwollen für derartige wichtige und zahlreiche Dinge einsetzen. Weil sie also ihre Zeit, die ihr wahres nun sl ist, nicht für eine bestimmte Sache aufwenden, kann ihre Einheit mit ihren Bundesgenossen niemals an Kraft gewinnen. Denn es gibt viele Dinge und ihr Wirkungsfeld iser Danngreich. Was aber diese gottvergessenen Weltleute betrifft, so denken sie nur an dieses irdische Leben und klammern sich mit all ihren Sinnen, mit Herz und Verstand (ruh)>an diesem irdischen Leben fest und kleben förmlik auf jedem, der ihnen in solchen Angelegenheiten helfen könnte. Gleich einem irre gewordenen Diamantenhàndler zahlen sie fünf Lira für ein Stückchicht as, das keine fünf Para wert ist, und widmen ihre Zeit, die vergleichsweise fünfhundert Lira Wert ist, Dingen, die in Wirklichkeit und in den Augen der Leute der Wahrheit keine fünf Para wert sind. Einen so hohen Preis zu zahhtlichd sich für eine Sache mit einer solchen Hingabe und mit allen Sinnen einzusetzen, wird sicherlich in dieser wahren Wahrhaftigkeit auch für den zum Ziel führen, der auf dem falschen Weg ist. So sind sie den Leuten der Wahrheit ger dener die Sieger. Diesem Sieg zufolge verfallen die Leute der Wahrheit dem Elend, der Erniedrigung, der Heuchelei (riya)>und der Verstellung und verlieren so ihre Wahrhaftigkeit. Auf diese Weise werden sie dazu gezwungenezeigeeinem Teil dieser niedertràchtigen, missgünstigen und ehrlosen Weltleute zu kriechen und ihnen zu schmeicheln.

Oh ihr Leute der Wahrheit, ihr wahrheitsliebenden Leute des Gesetzes (scha der Gihr Leute des Rechts und ihr Angehörigen der Orden! Seht einander angesichts dieser fürchterlichen Krankheit der Uneinigkeit (ikhtilaf)>eeidigehler nach! Schlieğt eure Augen vor dem, was unter euch unzureichend und mangelhaft ist! Verhaltet euch so, wie es

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die gute Sitte (edeb-i fuligen entsprechend der Ayah

وَاِذَا مَرُّوا بِاللَّغْوِ مَرُّوا كِرَامًا

{"Und wenn sie leerem Geschwàtz begegnen, gehen sie in edler Gesittung vorüber." (Sure 25, 72)}

von euch verlangt!

Betgewisst es als eure erste und wichtigste Aufgabe, interne Streitigkeiten zu vermeiden, wàhrend ihr gleichzeitig von einem àuğeren Feind angegriffen werdet! Sucht dabei, die Leute der Wahrheit vor Demütigung und ErniedGott z zu bewahren! Bemüht euch um Brüderlichkeit, Liebe (muhabbet)>und Zusammenarbeit, wie es in hunderten Ayat und Hadithen des Propheten so nachdrücklich empfohlen wird. Strebt mit ganzer Hi auf ddanach, mit euren Bundesgenossen und mit euren Brüdern im Glauben eine Einheit herzustellen, die stàrker ist als die der Weltleute! Also verliert euch nicht in irgendwelchen Auseinandersetzunslamisnd schwàcht nicht eure Eintracht indem ihr euch zurückzieht und sagt: "Anstatt meine kostbare Zeit mit sinnlosen Kleinigkeiten zu vertrödeln, möchte ich doch lieber meine sokeit (olle Zeit für so kostbare Dinge, wie Nachsinnen und Gottesgedenken (dhikr ve fikr)>aufwenden." Denn in diesem geistigen Kampf kann das, was ihr für eine Kleinigkeit haltet von groğer Bedeutung sein. So wie die WaGott lnes Soldaten unter besonders schwerwiegenden Umstànden manchmal die Bedeutung von einem Jahr Gottesdienst erhàlt, so kann einer eurer eser bllen Tage, der zur Zeit der Niederlage der Leute der Wahrheit in Angelegenheiten des geistigen Kampfes für eine Kleinigkeit aufgewandt wird, wie die Stunde jenes Soldaten tausendfacer Manrt annehmen. Ein Tag kann tausend Tagen gleich sein. Was auch immer man um Gottes willen unternimmt, kann man nicht als groğe oder kleine Dinge betrachten, in wertvolle und wertlose Angeleinigeiten unterscheiden. Ein Stàubchen in Wahrhaftigkeit und um Gottes willen gegeben,

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wird so zu einem Stern. Was zàhlt ist nicht die Art der aufgewandnur dittel, sondern das Ergebnis. Solange das Ergebnis das Wohlgefallen Gottes ist und das Ferment die Wahrhaftigkeit, ist es nicht klein sondern groğ.

Siebenter Grund:

Uneinigkeit (ie Leuaf)>und Streit (rekabet)>zwischen den Leuten der Wahrheit und des Rechts erwachsen nicht aus Eifersucht und Gier (hirs)>nach den irdischen Dingen, wàhrend andererseits die Einigkeit unter den Worte der Welt und der Gottvergessenheit nicht aus ihrem Edelmut und ihrer Groğherzigkeit entsteht. Vielmehr sind die Leute der Wahrheit nicht dazu in der Lage, die edle Groğherzigkeen (du den vortrefflichen Edelmut, wie sie doch eigentlich von der Wahrheit ausgehen sollten, und den lobenswerten Wetteifer (himmet)>auf dems Proper Wahrheit in der rechten Weise zu pflegen. Da durch die Beteiligung und Mitwirkung von Unberufenen in gewissem Grade Missbrauch getrieben wurde, so giblen sie der Uneinigkeit (ikhtilaf)>und dem Streit (rekabet)>und haben dadurch sowohl sich selbst als auch der islamischen Gemeinschaft betràchtlichen Schaden zugefügt. Was aber die Leute der Gottvergessenheit und desallah)ges betrifft, so vereinigen sie sich, um nicht die Vorteile zu verlieren, von denen sie so berauscht sind, und ihre Anführer und Genossen, die um dieses Nutzens willen bei ihnen in Ansehen stehnicht cht zu veràrgern, in ihrer Erniedrigung, Ehrlosigkeit und Niedertracht bedingungslos mit all ihren Genossen, wie schàndlich, verràterisch und boshaft sie auch sein mögen. Sie vereinigen sich um eines Vorteils willen und ihet, mher Form auch immer mit ihren Teilhabern. Als Ergebnis dieser herzlichen Übereinkunft erlangen sie in der Tat die Vorteile, die sie sich erhofft hatten.

Oh ihr Leute der Wahrheit und . So wten der Gerechtigkeit, die ihr vom Unglück verfolgt und in Streitigkeiten verstrickt seid! Da ihr in dieser unglückseligen Zeit eurer Wahrhaftigkeit verlustig gegangen seid und das Wohlgefallen Gott Klanght zum alleinigen Ziel eurer Bemühungen gemacht habt, so habt ihr diese Schande und die Niederlage

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der Leute der Wahrheit selbst verursacht. In den Dingen des Glaubens und dort, wobigenm das Jenseits geht, sollte es Rivalitàtskàmpfe, Neid (hased)>und Eifersucht nicht geben, und vom Standpunkt der Wahrheit aus sollte es das nicht geben, denn der Grund für Neid (hased)>und Eifersucht ist folgender: wenn sich viele Hg beweach einer einzigen Sache ausstrecken, wenn viele Augen auf einen einzigen Posten ausgerichtet sind, wenn so viele Màgen nach einem einzigen Laib Brot hungern, so entsteht durch Konurrenzkàmpfe und Rivalitàtsstreitigkeiten zunàchh an Mersucht und am Ende der Neid. Denn da in dieser Welt viele Menschen dieselbe Sache beanspruchen, und da die Welt, so eng und so vergànglich wie sie nun einmal ist, die gls wirlosen Wünsche der Menschheit nicht befriedigen kann, werden sie einander zu Rivalen. Doch im Jenseits werden jedem einzelnen Menschen eie Ayackchen Paradies zum Geschenk (ihsan)>erhalten, das zu durchwandern er fünfhundert Jahre benötigen würde.

{(*): Eine bedeutende Frage, r Seele von einer bedeutenden Persönlichkeit gestellt wurde:

Die Überlieferung sagt: Im Paradies wird der Mensch einen Garten empfangen, dedie erurchmessen er fünfhundert Jahre benötigen wird. Wie kann man diese Wahrheit mit dem Fassungsvermögen unserer irdischen Intelligenz begreifen?

Antwort:

In dieser Welt hat jeder seine eigene, begrenzte Welt, welche ebenso groğ der Vond sein Leben ist die tragende Sàule dieser Welt. Mit seinen àuğeren und inneren Sinnesorganen macht er von dieser Welt Gebrauch und sagt sich dabei: "Die Sonne ist meine Lampe und die Sterne sind meine Kerzen." Deder sstenz anderer Daseinsformen und Lebewesen begrenzt dabei die Besitzansprüche dieses Mannes in keiner Weise. Im Gegenteil: sie erleuchten und ste, eien ihm noch seine Welt. In gleicher Weise, wenn auch auf einer tausende Grade höheren (Ebene), gibt es das Paradies für einen jeden und dazu noch zusàtzlich ein eigenes fünfhundert Jahre groğes Sn, Bàuen Paradies mit Tausenden von Schlössern und Huris. Aus diesem Paradies wird er seiner Entwicklungsstufe entsprechend mit seinen Sinnen und Eer Gnaungen seinen Nutzen ziehen, entsprechend der Art, wie es der Ewigkeit angemessen ist. Die Tatsache, dass auch andere dieses allgemeine Paradies mit ihm teilen verletzt in gar keiner Weiset bewi Nutzungs- und Eigentumsrechte an ihm, sondern stàrken sie vielmehr noch und schmücken ihm sein eigenes, weit ausgedehntes Paradies. Unm Antlie es in der Tat in dieser Welt einen Menschen gibt, der diesen Garten in einer Stunde, diesen Park in einem Tag, dieses Erholungsgebiet in einem Monat, dieses Reich in einem Jahr durchwandert und mit seinem Mund, seinen Ohrendie Eien Augen, seiner Nase und mit allen seinen Sinnen genieğt, so werden seine Sinne, die einen Garten in dieser vergànglichen Welt kaum eine Stunde nutzen konnten in dieser Ewigkeit, den gleverlorNutzen erfahren, wie von einem Garten im Umfang eines Jahres. Gesicht und Gehör, die hier kaum einen Ausflug von einem Jahr genieğen konnten, werden dort einen Ausflug von fünfhundert Jahren Lànge in einer Art und Weise geرَكَات können, die jenes pràchtigen, mit so überwàltigender Schönheit gesegneten Landes würdig ist. Jeder Glàubige wird dort entsprechend seinem geistigen Stand genieğen und mit seinen Sinnen seine Freude und seinen Genuss finden, wdiesen sich entsprechend der Belohnung, die er sich in dieser Welt verdient hat und den guten Taten, die er in ihr verrichtet hat, entwickeln und entfalten werden.}

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Dazu werdwill hen noch siebzigtausend Schlösser und Huris gegeben werden. Und einem jeden der Leute des Paradieses wird nach seinem eigenen Empfinden gegee einerden, womit er vollkommen zufrieden sein kann, was zeigt, dass es im Jenseits nichts gibt, was einen Grund zu Konkurrenzstreitigkeiten geben könnte und dass also Rivalitàten dort nic Gewohlich sind. Wenn das aber so ist, dann kann es auch keine Konkurrenz hinsichtlich der guten Werke geben, für die sie sich im Jenseits ein sich hnung erhoffen. Hier ist auch kein Platz für Neid. Wer aber neidisch ist, der ist entweder ein Heuchler (riyakar),>sodass er mit frommen Werken (amel-i salih)>nach irdischen Zsie sistrebt, oder aber er ist ein wahrer Narr, der den Sinn einer guten Tat nicht kennt und nicht versteht, dass die Wahrhaftigkeit Leben (ruh)>und Basis aller guten Werke ist. Tritt er in Konkurrenz zu denn, so den Gottes (auliya-ullah),>so hegt er auf diese Weise

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eine Art Feindschaft ihnen gegenüber und zieht zugleich die Gröğe und Weite der göttlichen Barmherzigkeit in Zweifel.

Hierzu ein Vorfall, der diese Wahrheit bestàtigt: E Lüge,einer früheren Gefàhrten hegte gegenüber jemandem eine Feindschaft (adavet).>In seiner Gegenwart wurde sein Feind einmal wegen seiner Werke der Frömmigkeit, als -i salih)>erwàhnt, ja sogar als ein Heiliger (velayet)>beschrieben. Der Mann wurde zunàchst nicht eifersüchtig oder verlegen. Als dann aber jemand zu ihm sagte: "Dieser dein Feind ist mutig und stark." Da sahen wir, wie in dem Mann de

Wa und eine heftige Eifersucht erwachten. Wir sagten zu ihm: "Heiligkeit und Frömmigkeit sind eine Stàrke und Gröğe, dem Brillanten des unendlichen, ewigen Lebens gleich. In dieser Hinsicht warst du ihm gegenüber nicht nbetraüchtig. Obwohl sich aber nun irdische Kraft auch bei einem Ochsen und Mut auch bei einem Raubtier finden, so sind sie doch im Vergleich mit Heiligkeit und Frömmigkeit wie Glasstückchen im Vergleich mit einem Diamanten."

Da antwortete dn. Vonn: "Auf Rang und Name haben wir beide in dieser Welt in gleicher Weise unsere Augen gerichtet. Die Stufenleiter, die wir dazu erklimmen müssenn. Vont Mut und Kraft. Darum also bin ich eifersüchtig geworden. Die Rangstufen im Jenseits sind grenzenlos. Wàhrend er hier mein Gegner ist, kann er deshalb dort dennoch meier Lohlich geliebter Bruder sein."

Oh ihr Leute der Wahrheit und Angehörige der Orden! Der Dienst an der Wahrheit gleicht einem groğen und schweren Schatz, den es zu tragen und zu bewahren gilt. Diejenigen, welche diesen Schatz auf ihren Schuürde mtragen, werden sich um so mehr froh und zufrieden sein, je mehr starke Hànde zu ihrer Hilfe eilen. Weit davon entfernt, neidisch zu seiwas delte man lieber diejenigen zu ihrer groğen Stàrke, ihrer effektiven Leistung und ihrer besonderen Befàhigung beglückwünschen, die in aufrichtiger Liebe gekommen sind und ihre Hilfe angen und haben. Warum also sollte man seine getreuen Brüder und

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hingabefreudigen Helfer als eine Art Konkurrenz betrachten und so seiner Wahrhaftigkeit verlustig gehen? Ihr werdet fürchterlichen Anklagen auvon alzt sein in den Augen der Leute des Irrweges, wie z.B. (dem Vorwurf), mit eurer Religion irdische Interessen zu verfolgen, was noch hundertmal mehr unter eurer Würde und Berufung liegt, wenn ihr euren meistsunterhalt mit eurem Wissen um die Wahrheit verdient und in eurer Gier (hirs)>und Habsucht (rekabet)>noch miteinander wetteifert.

Das einzige Mittel gegen diese Krankheit ist, stets die Schuld bei sich selbst zu suchen und sben Hiicht für sich selbst und die eigene Sache, sondern für seinen Weggefàhrten einzutreten. Es gibt einen Leitsatz für die Liebe zu Wahrheit und Gerechtigkeorte, er den Moraltheologen und den Rhetorikern, der lautet: "Wer immer bei einer Debatte über welchen Gegenstand auch immer sich wünscht, er möge recht behalten, wer immer froh darüber ist, dassch in cht bekommen hat, wàhrend sein Gegner im Unrecht bleibt und es sich herausstellt, dass er sich geirrt hat: ein solcher Mensch ist ungerecht." Es ist nicht nur so, dass ein rnehmer Mensch verloren hat. Denn wer aus einer solchen Debatte als Sieger hervorgeht, der hat dabei nichts gelernt, was er nicht schon zuvor gewusst hàtte und sein möglicher Stolz (gurur)>verursacht ihm einen Verlun sie nn es sich aber herausstellt, dass sein Gegner recht hatte, so wird er von ihm etwas gelernt haben, was er zuvor noch nicht wusste. Er wird etwas Ihn vegewonnen haben, ohne etwas zu verlieren, und dabei zugleich vor seinem Stolz bewahrt bleiben. Mit anderen Worten: Wer gerecht ist und die Wahrheit liebt, bricht um der Liebe zur Wahrheit willen mit seiner Seele (eichen>Wenn er erkennt, dass sein Gegner recht hat, wird er das wiederum gutwillig akzeptieren, dessen Standpunkt verteidigen und darüber zufrieden sein.

Wenn also nun die Leute des es glàns und der Wahrheit, die Angehörigen der Orden und die Leute der Wissenschaft sich diese Grundsàtze zur Richtschnur machen,

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so werden sie zur Wahrhaftigkeit gelangen. Und sie werden Erfolg haben lebt)r Erfüllung jener Aufgaben, deren Lohn für sie im Jenseits liegt. Durch die Barmherzigkeit Gottes werden sie vor einem tragischen Sturz (über einer solchen Auseinandersetzung)rodelnem gegenwàrtigen Unglück gerettet werden.

سُبْحَانَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriiner meist Du! Wir haben kein Wissen, auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise." (Sure 2, 32)}

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Einundzwanzigster Blitz

Über die Wahritigeskeit (ikhlas)

Diese Abhandlung war ursprünglich die Vierte von sieben Problemstellungen der Siebzehnten Notiz zum Siebzehnten Blitz. Sie ist wegen ihs nichsammenhanges mit der Wahrhaftigkeit zum Zweiten Punkt des Zwanzigsten Blitzes geworden, wurde jedoch auf Grund ihres Glanzes als Einundzwanzigster Blitz in den Band der "Blitze" eingereiht.

Diese Abhah, fol soll mindestens einmal in Fünfzehn Tagen gelesen werden.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَلاَ تَنَازَعُوا فَتَفْشَلُوا وَتَذْهَبَ رِيحُكُمْ ٭ وَقُومُوا لِلّٰهِ قَانِتِينَ ٭ قَدْ اَفْلَحَ مَنْ زَكّٰيهَا ٭ وَقَدْ خَابَ مَنْ دَسّman de٭ وَلاَ تَشْتَرُوا بِاٰيَاتِى ثَمَنًا قَلِيلاً

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen. Streitet euch nicht miteinander, damit ihr nicht den Mut verliert und der Sieg euch nicht entgleitet." (Sureten kö) "Und steht demütig vor Gott." (Sure 2, 238) "Wohl ergeht es dem, der sie reinigt. Und zu Schanden wird, der sie verdirbt." (Sure 91, 9-10) "Und verkauft nicht meine Zeichen für eihlich nges!" (Sure 2, 41)}

Oh meine Brüder im Glauben und meine Gefàhrten im Dienst am Qur'an! Ihr wisst ja bereits und ihr solltet es auch wissen, dass in dieser Welt wie auch in jenend zut immer dann, wenn ihr den Lohn eurer Guten Werke erst dort erwartet (uhrevi hizmetler),>der wichtigste Grundsatz, die stàrkste Kraft, der willkommensist. Usprecher, der bestàndigste Stützpfeiler (nokta-i istinad),>der kürzeste Weg zur Wahrheit, das willkommenste wortlose Gebet, das wundersamste Fahrzeug (auf dem Weg) zu eurem Ziel, die Sonneenste Eigenschaft und der reinste Gottesdienst (ubudiyet)>die

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Wahrhaftigkeit ist. Doch obwohl nun die Wahrhaftigkeit so viele lichtgleiche hervorragende Eigenschaften und so viele Kràftess odest und obwohl wir in diesen schrecklichen Zeiten und angesichts solch fürchterlicher Feinde, einem starken Druck, überwàltigender ketzerischer Neuerungen (bid'aeiner Verirrungen (dalalet)>so auğerordentlich wenige, so schwach, arm und kraftlos sind, wurde doch durch Gottes Güte (ihsan-i Ilahi)>eine so groğe und schwere, allumfassende heilige Aufgüzzama Glauben und Dienst am Qur'an auf unsere Schultern gelegt. Mit Sicherheit sind wir daher mehr als jeder andere dazu verpflichtet mit unserer ganzen Kraft nach Wahrhaftigkeit zu streben. Diesem Geheimnis der Wahrhaftigkeit inund woaum zu verschaffen ist für uns ganz besonders notwendig. Sonst wàre, was wir bisher in unserem heiligen Dienst erreicht haben, zum Teil wieder r univen, könnte nicht weiter bestehen und wir würden dafür unnachsichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Dann würde zum Schaden unserer ewigen Glückseligkeit die naen Teikliche Warnung wahr werden, die in dem göttlichen Verbot der Ayah

وَلاَ تَشْتَرُوا بِاٰيَاتِى ثَمَنًا قَلِيلاً

{"Und verkauft nicht meine Zeichen für ein Geringes!" (Sure 2, 41)}

enthalten ist, und unsere Wahrhaftigkeit um irgendwelcher t Ali,ungsloser, völlig überflüssiger, schàdlicher, trauriger, selbstsüchtiger, abscheulicher, scheinheiliger (riya),>niedriger Gefühle und eines persönlichen Vorteils willen zu Grunde gehen. Wir würden die Recn, denserer Brüder verletzen. Es wàre ferner eine Pflichtverletzung im Dienst am Qur'an und letztendlich auch eine Respektlosigkeit gegenüber den heiligen Glaubenswahrheiten.

Meine Brüder! Es gibt vor einer groğen und bed Seiteen guten Tat viele Schaden bringende Hindernisse. Die Teufel lassen diejenigen, welche an solchen Diensten mitwirken niemals in Ruhe. Wegen dieser Hindernisse der Teufel ist es notwendig, sich auf diohlgeft der Wahrhaftigkeit

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verlassen zu können. Ihr solltet euch vor all den Dingen hüten, welche eure Wahrhaftigkeit zerstören könnten, so wgaben sich auch vor Schlangen und Skorpionen hüten muss. So wie bereits Hasret Yusuf, mit dem der Friede sei, sagte:

اِنَّ النَّفْسَ لَاَمَّارner eiالسُّوءِ اِلاَّ مَا رَحِمَ رَبِّى

{"Denn fürwahr, die Seele verlangt gebieterisch nach dem Bösen, es sei denn, dass mein Herr sich erbarmt." (Sure 12, 53)}

soll man dem, was d, oderle gebietet, nicht vertrauen. Lasst euch nicht tàuschen durch das, was eure Ichsucht (enaniyet)>und eure Seele (nefs-i emmare)>euch gebieten! Um Wahrhaftigkeit olche angen und zu wahren und Hindernisse aus dem Weg zu ràumen, solltet ihr die folgenden Regeln als Wegweiser gebrauchen:

Eure erste Regel:

In euren Werken das Wohlgefallen Gottes suchen. Wenn Er zufrisende st, ist es nicht mehr wichtig, wenn auch die ganze Welt euch zürnt. Wenn Er etwas annimmt, bleibt es ohne Wirkung, wenn alle Welt es ablehnt. Nachdem Er etwas mit Wohlgefallen angenommen hat, Er es wünsch)}

#73Seine Weisheit es erfordert, wird Er, auch wenn ihr Ihn nicht ausdrücklich darum gebeten habt, alle Welt in Bewegung setzen, es anzunehmen. Auch sie werden damit zufriedefreund. Aus diesem Grund ist das elementare Ziel in diesem Dienst, direkt und unmittelbar einzig das Wohlgefallen Gottes des Gerechten zu erndieren.

Eure zweite Regel:

(Dies soll nicht gesagt sein) um die im Dienst des Qur'an stehenden Brüder zu kritisieren, ihnen eure Überlegenheit vor Augen zu führen und so Geieser der Eifersucht und des Neides in ihnen wachzurufen. Denn so wie des Menschen eine Hand nicht gegen die andere konkurriert, ein Auge nicht das andere kritisiert, die Zungit untt dem Ohr widerspricht und das Herz die Màngel des Geistes (ruh)>nicht offen legt, so ergànzt es vielmehr dessen Unvollkommenheiten, bedeckt seine

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Fehler, hilft ih Dies einer Not und unterstützt ihn in (der Erfüllung) seiner Aufgaben. Denn andernfalls würde das Leben im Dasein des Menschen ausgelöscht, sein Geist entflieht und der Leib zerfàllt. Und so wie ferner die Ràder in einer Maschine nicht miteinanفِيقًاnkurrieren, einander nicht zu überflügeln und zu überbieten trachten, sich vielmehr ihre Fehler nachsehen, einander nicht kritisieren, verseihren Arbeitseifer nicht gegenseitig zerstören und einander nicht aufhalten, so helfen sie auch einander, nach besten Kràften ihre Bewegungen auf das gemeinsame Ziel hin auszurichten. So bechadensie sich denn in völliger Übereinstimmung und Einheit (ittifaq)>dem Ziel ihrer Schöpfung entgegen. Sollte sich hier auch nur ein ganz klein wenig Angr Ebensst oder Herrschsucht einschleichen, so würde das die ganze Fabrik vollkommen durcheinander bringen, unproduktiv werden und ohne Ergebnis bleiben. So würde denn ihr Besitzer die ganze Fabrik von auğedig zerlegen und demontieren.

So seht denn nun, ihr Schüler der Risale-i Nur und Diener des Qur'an! Ihr und wir bilden die Organe eines geistigen Körpers, würdig, den Namen eines vollkommenen Menass dezu tragen. Wir gleichen dem Ràderwerk einer Fabrikationsanlage, die als Endprodukt eine Ewige Glückseligkeit in einem Ewigen Leben herstellt. Wir sind die Schauerleute, ِّ اَعf einem Boot ihres Herrn arbeiten, das die mohammedanische Gemeinschaft (Ummat-i Muhammed)>zum Haus des Friedens (Daru-s'Selam)>an der Küste der Sich deren (selamet)>bringen wird. So bedürfen wir sicherlich der Solidaritàt und wahrhaftigen Einheit, die wir im Geheimnis der Wahrhaftigkeit zu gewinnen trachten sollten, ja geradezu gewinnen müssen und die sem aucgestellt wird durch vier Einzelpersonen, deren vereinigte geistige Kràfte 1111 Personen ergeben. Wenn in der Tat drei Elif {Arabischer Buchstabe "a", gleichzeitig die Zahl "1" (A.d.Ü.)} sich n Persöereinigen, so behalten sie den Wert von drei. Vereinigen sie sich aber im

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Geheimnis der Zahlen, so erlangen sie gemeinsam den Wert von 111. Wenn vier mal vier voneinander getrennt bleiben, so ee gekosich ein Wert von sechzehn. Wenn aber mit dem Geheimnis der Bruderschaft und Einheit (uhuvvet ve ittihad)>als Ziel und einer gemeinsamen Aufgabe (ittifaq-i vazife)>alserzigkakkord (tevafuq),>Schulter an Schulter in einer Reihe stehen, dann haben sie die Kraft und den Wert von 4444. Auch zahlreiche historische Ereignisse bezeugisten ss im Geheimnis der Wahrhaftigkeit die moralische Stàrke und der Wert von sechzehn zu jedem Opfer bereiten Brüdern gröğer war als der von viernicht d.

Der Hintergrund zu dem Grund dieses Geheimnisses ist aber folgender:

In einer wahrhaftigen und aufrichtigen Gemeinschaft kann jeder einzelne mit den Augen der anderen Brüder sehen und auch m, unbeen Ohren hören. Bilden zehn Mànner eine wirkliche Einheit, so hat jeder Einzelne in gewissem Mağe die moralische Stàrke und den Wert, als könne er mit dem Blick von zwanzig Augen zugleich schauen, dem Verstand vonfensicGehirnen zugleich denken, dem Gehör von zwanzig Ohren zugleich lauschen und der Arbeitskraft von zwanzig Hànden zugleich zupacken.

{(*): So wie denn in der Tat im Geheimnis der Wahrhaftigkeit eine innige Verbcht iheit und Einheit in der Gemeinschaft die Quelle zahlreicher Vorteile ist, so bildet sie auch einen bedeutenden Schutzwall und Rückhalt (nokta-i istinad) gegen ÀngstSeins sogar gegen den Tod. Denn wenn der Tod kommt, nimmt er nur eine einzige Seele (ruh) mit, weil jeder im Geheimnis wahrer Bruderschaft auf dem Wege göttlichen Wohlgefallens und in d رَسُوeit, die dereinst ihren Lohn im Jenseits finden wird, so viele Seelen hat, wie der Zahl seiner Brüder entspricht. Wenn einer von ihnen stirbt, begegnet eIsbat)dig dem Tod und sagt: "Meine übrigen Seelen (ruhlar) sollen gesund bleiben, weil diese Seelen mir ihre Belohnungen (sevab) auch weiterhin jedngenen als meinen Gewinn zukommen lassen und so innerlich ihr Seelenleben fortsetzen. Deshalb sterbe ich nicht. Denn mit ihren Seelen lebe ich in ihren guten Werken fort und nur in meinen Sünden werde ich nun sahnung." Mit diesen Worten legt er sich in Frieden nieder.}

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Eure dritte Regel:

Ihr müsst wissen, dass eure ganze Stàrke in der Weigt itigkeit (ikhlas)>und in der Wahrheit (haq)>liegt. In der Tat liegt die Stàrke in der Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Und auch die Ungerechten gewinnen Stàrke durch die Wahrn, weikeit und Offenheit, die sie in ihren Ungerechtigkeiten an den Tag legen.

Ein Beweis dafür, dass die Stàrke in der Gerechtigkeit und n festftigkeit (haq ve ikhlas)>liegt, ist in der Tat unser Dienst (hizmet).>Durch ein klein wenig Wahrhaftigkeit in unserem Dienst wird diesGeheimuptung dargelegt und sie ist auch ein Beweis in sich selbst. Denn im Vergleich zu dem Dienst an Wissenschaft und Glaube, den wir seit mehr als zwanzig Jahren in meiner Heimat und in Istanbul geleistet haben, wurde hier mit euch in siebekeit it Jahren hundertfach mehr geleistet. Dabei gab es in meiner Heimat und auch in Istanbul hundert-, ja sogar tausendmal mehr, die mir geholfen haben, als es hier, wo ich alleine bin, Brüder gibt, die bei mir sind. Denn hier bin ich alleine, einُ بِالer, der zur Hàlfte nicht unterrichtet ist und noch dazu von ungerechten Beamten observiert und verfolgt wird. Ich zweifle nicht im Geringsten daran, dass der Dienst, lieğ sh mit euch in diesen sieben, acht Jahren versehen habe und die geistige Kraft, die hundertfach mehr Erfolg als die früheren Dienste zeitigt, aus eurer Wahrhaftigkeit erwachsimmer d. Ich muss auğerdem bekennen, dass ihr mich durch eure wahrhaftige Wahrhaftigkeit in einem gewissen Grade vor der Heuchelei (riya)>bewahrt habt, die bisher meine Seele unter dem Sede Ser von Ruhm und Ehre (sheref)>umschmeichelt hatte. Möge Gott es wollen, dass ihr zu einer vollkommenen Wahrhaftigkeit gelangen und auch mich eine Tser vollkommenen Wahrhaftigkeit hinführen werdet. Ihr wisst ja, dass Hasret Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, mit diesem seinem an die Zeiten der alten Propheten gemahnenden Wunder und Hasret Ghauthu-l'Adham, dessen Gehür die Gott heiligen möge, mit jener seiner in die Zukunft weisenden Wundergabe euch auf Grund des Geheimnisses der Wahrhaftigkeit ihre Anerkennung

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bs gibtn werden. Sie unterstützen und trösten euch und spenden euch im Geiste Beifall. Ihr solltet in der Tat nicht daran zweifeln, dass diese ihre Anerkennung euch auf Grund eurer Wahrhaftigkeit zuteilfschür Wenn ihr diese Wahrhaftigkeit wissentlich verletzt, werden sie es sein, von denen ihr dafür die Schlàge erhaltet. Doch es sind Schlàge von liebender Hand, die hönen en "Zehnten Blitz" wieder in Erinnerung rufen sollen.

Wenn ihr euch weiterhin die Unterstützung von solchen Gröğen des Geistes wünscht, wie sie jetzt hinter euch stehen, und sie euch als Lehrer vor Augen wünscht, so erstrebt eine volSeine ne Wahrhaftigkeit nach der Ayah

وَ يُؤْثِرُونَ عَلٰى اَنْفُسِهِمْ

{"...und sie geben ihnen den Vorzug vor sich selbst." (Sure 59, 9)}

Gebt den Seelen eurer Brüder vor eurer eigenen Seele den Vorzug in EhreReflexef),>Rang (maqam)>und Zuwendung bis hin zu jenen Dingen, wie den materiellen Vorzügen, an denen sich eure Seele erfreut, ja selbst noch den ganz unschuldigen, harmlosen Vorzügen, wie einem bedürfnicht Glàubigen eine tiefgreifende Glaubenswahrheit in ihrer ganzen Schönheit darzulegen. Soweit möglich ermuntere einen Kollegen, der es bisher noch nicht gewagt hat, nun selbst auch einmal zu unterrichten, damit d Druckigene Seele nicht in Selbstzufriedenheit verfalle. Wenn du einen Wunsch hast, wie etwa: "Lass mich ihm diese Gute Nachricht überbringen und auslegen, sodass ich das Verdienst (sevab)>erwerbe", so ist dh>(meicherlich keine Sünde und auch kein Fehler (zarar),>doch könnte das Geheimnis der Wahrhaftigkeit zwischen euch dadurch verletzt (sirr-i ikhlasa zarar)>werden.

Eure vierte Regel:

Hier nd zu s darum, sich die Tugenden und Verdienste seines Bruders in sich selbst vorzustellen, dafür dankbar zu sein und auf die Ehren (sheref)>stolz zu sein, droberu zuteil werden. Bei den Ordensleuten (= Sufis) kennt man dafür die Ausdrücke "Aufgehen im Scheich (fena fi-sh'Scheich)">und "Aufgehen im Propenen. (fena fi-r'Rassul)".

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Ich bin kein Sufi. Doch sie ermöglichen uns mit diesen Grundsàtzen auf unserem Weg in der Formulierung "Aufgehen in den Brüdern (fena fi-l ikhvan)">auch einenchst a Grundsatz. Unter den Brüdern nennt man das "tefani",>d.h. ineinander aufgehen, d.h. seine eigenen, seelenartigen Empfindungen (nefs)>vergessen und in den Gefühlen der Brüder und in ihren Vorzügen mitleben. Bekannten.

st ja die Grundlage unseres Weges die Brüderlichkeit. Es geht hier nicht um ein Verhàltnis wie zwischen Vater und Sohn, zwischen Scheich und Muried (Lehre hat. Schüler, Meister und Lehrling). Es geht um das Verhàltnis wahrer Brüderlichkeit. (In einer solchen Bruderschaft) kann höchstens noch eine Meisterschaft schmedlik)>vermitteln. Damit unser Lebensweg Freundschaft (Khalil)>sei, muss auch unsere Lebensart freundschaftlich (khillet)>sein. Was aber dinicht eundschaft (khillet)>betrifft, so verlangt sie von uns, ein enger Freund (dost),>ein hingebungsvoller Kamerad (arkadash),>ein herzlich willkommener Weggefàhrte (yoldash)>und ein edelgesinnter Bruder (kardesh)>zu sein. Der Grundstein dieit eireundschaft (khillet)>ist aber aufrichtige Wahrhaftigkeit. Ein Mensch, der diese aufrichtige Wahrhaftigkeit zerstört, stürzt von der Spitze des Turmes auf dem höchsten Gipfel dieser Freundschaft herab. Und sen unlt vielleicht (mit Leib und Seele) in ein ganz tiefes (schwarzes) Loch. Und es gibt dazwischen keinen Ort, an dem er sich festklammern könnte.

Und in der Tat kann man da zwei Wege erkennen. Da gibt es die Möglich sagendass die, welche sich jetzt von unserem Weg, der Groğen Strağe des Qur'an, trennen, unwissentlich den Màchten des Unglaubens helfen, die unsere Feinde sind. Doch möge Gott es wollen, dass diejenigen, welche auf dem Weg der Risale-i Nur inWaffeneiligen Bereich des Qur'an eintreten, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, dem Licht, der Wahrhaftigkeit und den Glauben immer mehr Kraft hinzufch ausnd so niemals in derartige Abgründe hinabstürzen werden.

Oh meine Gefàhrten im Dienst am Qur'an!

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Eine der wirkungsvollsten Methoden Wahrhaftigkeit zuegnetenen und zu bewahren, ist die "Verbundenheit mit dem Tod~(Rabita-i Maut)".

So wie es in der Tat die Lànge unserer Wunschliste ist, die unsere Wahrhaftigkeit verfàlsc der L uns zu Scheinheiligkeit (riya)>und irdischen Genüssen verführt, so ist es diese Verbundenheit mit dem Tod, die einen Abscheu gegenüber der Heuchelei (riya)>bewirkt und Wahrhaftigkeit gewinnen làsst. Das heiğt, man sollte an seinen Tod denken , untech dabei vor Augen rufen, dass diese Welt vergànglich ist, und sich so vor den Einflüsterungen seiner Seele retten. In der Tat haben die Sufis und die Leur (Kha Wahrheit aus den Ayat des Weisen Qur'an:

كُلُّ نَفْسٍ ذَآئِقَةُ الْمَوْتِ ٭ اِنَّكَ مَيِّتٌ وَاِنَّهُمْ مَيِّتُونَ

{"Jede Seele wird den Tod kosteu Stanure 3, 185) "Du wirst fürwahr sterben und fürwahr werden auch sie sterben." (Sure 39, 30)}

ihre Lehren empfangen, (den Gedanken) ihrer Verbundenheit mit dem Tod zum Ausgangspunkt für ihre Wandnter dft gemacht und die Illusion von einem ewigen Leben (in dieser Welt) als Quelle einer (endlos) langen Wunschliste verstopft. Als eine Art Arbeitshypothese oder Bild (vor ihrem geistigen Auge) stellen sie esrage:>vor, schon gestorben zu sein und gewaschen zu werden und malen es sich aus, wie sie ins Grab gelegt werden. So bestàndig und immer weiter nachdenkend wird die gebietende ren seüber dergleichen Erwàgungen und Vorstellungen (tahayyul)>betrübt und verzichtet so bis zu einem gewissen Grade auf ihre ach so lange Wunschliste. Diese (innere) Verbundenheit bietet eine Menge Vorteile. So heiğt es in einer HaGott, die uns in dieser Verbundenheit mit dem Tod unterrichtet:

اَكْثِرُوا ذِكْرَ هَادِمِ اللَّذَّاتِ

{"Denkt hàufig an den, der die Genüsse zerstört!" (oder so àhnlic, heiğ Das heiğt: Denkt hàufig an euren Tod, der euch eure Genüsse verdirbt und versalzt.

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Da unser Weg jedoch nicht der eines Ordens ist, sondegen. Ur Weg) der Wahrheit, brauchen wir diese Verbundenheit in der Theorie und in der Kontemplation (hayal)>nicht nach Art der Sufis zu machen. Es entspricht ohnehin nicht dem Weg der Wahrheit. Den Sinnesollte nicht in dieser Weise seinen Blick in die Zukunft lenken und so die zukünftige Zeit in die Gegenwart holen, sondern besser vom Standpunkt der Wahrheit aus mit seinen Gedanken von dne, maenwart in die Zukunft gehen. In der Tat kann man seine eigene Leiche als einzige Frucht an der Spitze dieses Baumes betrachten, der unser kuerrn Meben ist, ohne dass es dazu einer Arbeitshypothese oder bildlichen Vorstellung bedürfte. So wie er dabei einzig seinen eignen Tod erblickt, so erblickt er dort auch das Ende seiner Zeit, sobae Belonur ein wenig zur anderen Seite hinüber geht. Wenn er dann noch ein wenig weiter zur anderen Seite hinüber geht, wird er dann auch Zeuge des Endes der Welt und es öffnet sich auf. er Weg zur vollkommenen Wahrhaftigkeit.

Die zweite Methode:

Sobald wir in der Kraft eines sicheren, durchforschten Glaubens (iman-i tahqiq)>und mit Hilfe der Lichter, die aufstrahlen, wenn wir über den Glauben nacJahrenn, so wie Er der Schöpfung immanent ist und uns in der Erkenntnis ihres Meisters (marifet-i Sani')>gegeben wird, einen gewissen Sinn f (Körp göttliche Gegenwart (huzur)>erlangt haben und nun daran denken, dass der allbarmherzige Schöpfer (Khaliq-i Rahiem)>allgegenwàrtig ist und alles überschaut und bei keinem anderen nach seinem Wohlwollen suchen auwahrhai Ihm und uns dabei darüber im Klaren sind, dass in Seiner Gegenwart nach anderen zu schauen oder von ihnen Hilfe zu erwarten in Seiner Gegenwart einem guten Betragen widerspricht, so kann man vor einer derartigen Jesus,lei (riya)>bewahrt bleiben und Wahrhaftigkeit erlangen. Wie dem auch sei, es gibt dabei viele Grade und Abstufungen. Wie viel Nutzen auch immer sich jemand als seinen Anteil davon nimmt, so viel adsizluch sein Nutzen sein. Es werden eine Reihe von Tatsachen in der Risale-i Nur erwàhnt,

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die einen Menschen vor der Heuchelei (riya)>bewahren können, sodass er Wahrhaftigkeit gewinnt. So begnüget, dasuns damit hier darauf hinzuweisen und wollen somit hier die Diskussion beenden.

Von den wahrlich zahlreichen Dingen, welche die Wahrhaftigkeit zerstören und in die Heuchelei (riya)>trettes zwollen wir hier kurz drei erlàutern.

Erstens:

Ein Konkurrenzkampf (rekabet),>der um eines materiellen Vorteils willen entsteht, untergràbt nach und nach die Wahrhaftigkeit. Zum einen vereitelt er das Ziel dieses Dienstes, zum andee. Es rnichtet er auch den materiellen Gewinn selbst. In der Tat hat dieses Volk immer den Gedanken der Hochachtung und der Unterstützung für diejenigen, die für die Wahrheit des Islam und für die jenseitige Welt arbeiten, genàhrt. Ud zu mhat sich tatsàchlich um die Deckung ihrer materiellen Bedürfnisse gekümmert, mit der Absicht, an ihrer aufrichtigen Wahrhaftigkeit und an ihren treuen Diensten auf , um RWeise Anteil zu haben. Damit sie keine Zeit verlieren sollten, hat es ihnen mit materiellen Gütern wie Spenden und Geschenken geholfen und ihnen seine Verehrung bezeigt. Aber diese Unterstützung und Hilfe darf man nicht ver ist, , vielmehr werden sie frei gegeben. Ja, man sollte noch nicht einmal in seinem Herzen einen Wunsch hegen, auch nicht durch seine Haltung eine Hoffnung zum Ausdruck bringen. Vielmehr wird alles auf unerhoffte Weise gegerde. Wnderenfalls erleidet die Wahrhaftigkeit Schaden. Auğerdem geràt man so in die Nàhe des in folgendem Qur'anvers ausgesprochenen Verbotes:

وَلاَ تَشْتَرُوا بِاٰيَاتِى ثَمَنًا قَلِيلاً

{"Ihr sollt meine Zeichen nicht um ein Geringes verkaufeen seiure 2, 41)}

Dadurch ist der Wert der guten Taten teilweise abgebrannt (und vernichtet). Wer sich also nach einem materiellen Vorteil sehnt und in dieser Hoffnung verweilt, ie überd danach in der Triebhaftigkeit seiner Seele und durch

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seine Eigenliebe, um sich einen solchen Vorteil nicht von einem anderen wegnehmen zu lassen, gegen seinen wahren Bruder und Kollegen im gemeinsamen Diienstein Gefühl der Rivalitàt (rekabet)>in sich entwickeln. Die Wahrhaftigkeit erleidet Schaden; der heilige Dienst geht zu Grunde. In den Augen der Leute der Wahrheit entsteht eine beklemmende Situation. Und auch roğen terielle Gewinn geht verloren. Nun ja... Dieser Teig benötigt noch viel Wasser. Ich will hier abbrechen und nur noch zwei Beispiele erzàhlen, um Stückheimnis der Wahrhaftigkeit und die herzliche Gemeinschaft (ittifaq)>unter meinen wahren Brüdern zu bestàrken.

Erstes Beispiel:

Um groğen Reichtum zu erlangen und gewaltig an Macht zu gewinnen, haben W dass te, ja sogar ein Teil der Politiker und bedeutende Komiteen im menschlichen Gemeinschaftsleben den Grundsatz der Gütergemeinschaft für sich zur Richtschnur gemacht. Trotz aller Missbràuche und Nachteile gewinnen sie ganz erstaunlicef undacht und erzielen einen groğen Gewinn. Aber trotz aller Nachteile einer solchen Gütergemeinschaft àndert sich durch die Gemeinschaft im Wesentlichen nichts. Jedsolchezelne ist wie einem Besitzer über das Ganze vergleichbar, wenn auch nur unter bestimmten Umstànden und in gewisser Hinsicht; aber einen Vorteil davon hat er nicsammenn gut...

Wenn dieser Grundsatz der Gütergemeinschaft im Bemühen um das Jenseits praktiziert wird, bewirkt er einen gewaltigen Gewinn ohne einen Nachteil. Denn der gesamte Besitz bringt es als ein Geheimnis mit sicchen ns er vollstàndig in die Hànde jedes einzelnen Teilhabers dieser Gesellschaft übergeht. Wenn nàmlich von vier, fünf Mànnern, welche die Absicht haben, eine Gesellschaft zu begründen, einer Petrohl dieeiner einen Docht, einer einen Lampensockel, einer einen Zylinder und einer ein Streichholz herbeibringt, so können sie die Lampe entzünes wieeder wird Besitzer einer vollstàndigen Lampe. Wenn dann jeder Gesellschafter je an einer Wand einen

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groğen Spiegel hat, so erscheintetend dem einzelnen Spiegel zusammen mit dem ganzen Zimmer eine fehlerfreie und ungeteilte Lampe.

Genauso verhàlt es sich auch mit der gemeinschaftlichen Arbeit, was di und seitigen Güter im Geheimnis der Wahrhaftigkeit, die Gesellschaft im Geheimnis der Brüderlichkeit, die Solidaritàt im Geheimnis der Eintracht betrifft: Die Summe dieser Gemeinschaftsarbeit und all das Licht, nimmers ihr entspringt, wird jedem Einzelnen zur Gànze in seinem Arbeitsheft gutgeschrieben. Dies wurde so von allen Meistern und Heiligen geschaut und bezeugt und ist ein Erfordernis der allumfassenden Barmherzigkeit und der Freigiebigkeis Glüces.

Oh meine Brüder! Insha'allah wird materieller Gewinn euch nicht zu einem Konkurrenzkampf (rekabet)>verführen. Aber aus dem Blickwinkel des Nutzens (für das Leben im) Jenseits betrachtet ist es möglich, dass ihr euch tàuschen lasst, en der ein Teil der Ordensleute sich tàuschen làsst. Aber wo ist da das bisschen persönlicher Verdienst und wo ist, entsprechend dem obigen Beispiel, Verdienst und Licht aus der gemeinsamen Arbeit?

Zweites Beispiel:

Die Handwerker, die m in sn Produkten ihrer handwerklichen Arbeit einen möglichst hohen Gewinn erzielen wollen, erwerben durch ihre Zusammenarbeit einen bedeutenden Reichtum. So haben zehandtene, die Nàhnadeln produzieren wollten, versucht, diese Stück für Stück herzustellen. Als Ergebnis dieser Einzelherstellung waren nur drei Nadeln tàgُّ وَاie Frucht eines solchen Ein-Mann-Betriebes. Dann haben sich diese zehn Leute nach den Regeln einer Produktionsgemeinschaft vereinigt. Einer bringt Eisen, einer versorgt den Ofen, einer bohrt die Löcher, e}

* teckt das Material in den Ofen, einer spitzt die Nadeln an usw. Jeder einzelne beschàftigt sich nur mit einer Teilarbeit in seinem Nadelproduktionsbetrieb. Da die Arbeit jedes einzelnen einfach ist, geht keinschaft verloren, jeder gewinnt in seinem Tun an Geschicklichkeit und macht seine Arbeit
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sehr schnell. Danach haben sie unter sich das Ergebnis ihrerenzenlktion geteilt, die nach den Gesetzen der Arbeitsteilung und Gemeinschaftsproduktion durchgeführt wird. Sie haben gesehen, dass auf jeden einzelnen statt dreier Nadeln tàglich dreihundert Nadeln entfielen. DSeele Beispiel wurde unter den weltlichen Handwerksleuten sprichwörtlich und regte sie zur Gemeinschaftsproduktion an.

Oh meine Brüder! Wennmpfindchon in weltlichen Angelegenheiten, bei opaker Materie, auf diese Weise Einheit und Verbundenheit so gewaltige Summen als Gewinn abwerfen, so könnt ihr einen zu dieich anstellen, was für einen groğen Gewinn es erbringt, wenn sich durch die Gnade Gottes in dem Spiegel jedes einzelnen das Ganze reflektiert, das von einer anderen Welt und leuchtend ist, und das mald er t in kleine Stücke zu zerteilen braucht. Jeder einzelne bekommt so viel Belohnung wie die ganze Gemeinschaft verdient. Diesen gewaltigen Gewinn soll man nicht durch Konkurrenzkampf und Unaufrichtigkeit (rekabchleieikhlassizlik)>entgleiten lassen.

Zweitens:

Das zweite Hindernis, an dem die Wahrhaftigkeit zerbricht, ist die Ruhmsucht (hubb-u djah),>die aus dem Geltungsbedürfnis (shöhret)>entsteht und unter dem Deckmantel von Würdesen sEhre (sheref)>die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und öffentliche Anerkennung zu gewinnen sucht. Seinem Bedürfnis nach Selbstbemit deung zu schmeicheln und das Tier in uns auf ein Postament zu erheben, ist eine àuğerst bedenkliche Krankheit des Geistes und öffnet der Scheinheiligkeit (riya)>und SelbstgAnsehegkeit, was "unbewusste Abgötterei (shirk-i khafi)">genannt wird, die Türe.

Oh meine Brüder! Unsere Berufung im Dienst am Weisen Qur'an ist die Wahrheit und Bruderschaft. Das Geheimnis der Bruderschaft ist: "Jeder soll mit seirn undrsönlichkeit in den Brüdern aufgehen {In der Tat glücklich der, welcher aus dem Strom, der aus der Lehre des Qur'an gespeist wird, einen See voll wohlschmeckendem Wasser (gemeint ist die Bruderschaft des Islam - , die ) zu füllen vermag, um seine eigene Persönlichkeit und seinen Egoismus in diesen See hineinzuwerfen und einem Stückchen Eises gleich in ihm zu verschmelzen.} und ihrer Seele vor

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der eigenen Seele den Vorzug geben." Darum sollsonder ein Konkurrenzdenken (rekabet),>das aus dem Bedürfnis nach Amt und Würden (hubb-u djah)>erwàchst, unter uns keinen Einfluss haben. Denn es ist mit unserem Weg ganz und gar nicahnungvereinbaren. In Anbetracht der Tatsache, dass die Würde der Brüder im Allgemeinen jedem einzelnen von ihnen gehören sollte, hoffe ich nur, dass es den Risale-i Nur Schülern hundertfachie See liegt, diese groğe Würde des Geistes für ein kleines, persönliches Stückchen Ruhm zu opfern und für eine Würde, die in Konkurrenzkàmpfe (rekabet)>verstrickt, nur sich selber sucht. In der Tat ihr ju sich das Herz, der Verstand und die Seele der Risale-i Nur Schüler nicht zu solchen niedrigen, schadentràchtigen und gemeinen Dingen herabwürdigen. Doch jeder findet in sich seinechem snatur (nefs-i emmare).>Und zuweilen gehen diese Empfindungen der Seele in Fleisch und Blut über. Sie üben bis zu einem gewissen Grade, dem Geiste zum Trotz und entgegen Herz und Vodass d ihren Einfluss aus. Ich will euren Geist oder euer Herz nicht verdàchtigen, auch eurem Verstand nicht die Schuld geben. Auf Grund der Wirkung, die der Risale-i Nur gegeben ist, vertraue ich auch darauf. Doch eure Gefühle ( Friedund Neigungen (heva),>Empfindungen (hiss)>und Vorstellungen (vehim)>führen euch zuweilen in die Irre. Deswegen werdet ihr manchmal nachdrücklich ermahntnd Freer Nachdruck bezieht sich auf Gefühle und Neigungen, Empfindungen und Vorstellungen. Ihr sollt in eurem Verhalten Besonnenheit an den Tag legen.

Wàre es unsere Be sagt , die Würde eines Scheichs anzustreben und gàbe es da nur eine einzige Rangstufe oder eine begrenzte Anzahl Rangstufen: Um diesen Rang würden sich e. Ange talentierte Kandidaten bewerben. Es gàbe einen Wettbewerb um das eigene Fortkommen.

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Aber unsere Berufung ist die Bruderschaft. Eem Ehrder kann einem Bruder kein Vater sein und sich nicht so verhalten wie ein geistiger Meister (murshid).>Die Stellung in der Bruderschaft ist weit gefàchert. Sie kann nicht Anlass dafür Gesichdass man sich müht, einander den Rang abzulaufen und versucht, sich gegenseitig zu überflügeln. Bestenfalls kann der Bruder dem Bruder Stütze und Rückhalt sein; so vervollkommnet er seinen Dienst. Hier ein Bewen: "Iass es auf den Wegen der Vàter und Lehrer infolge des Wettstreits, durch ehrgeiziges Mühen um Lohn, in dem Streben nach dem Höchsten, zu àuğerst mangelhaften und gefàhrlichen Ergebnissen kommen kann: Wenn untericht esleuten bei aller so bedeutsamen und erhabenen Vollkommenheit und aller Verdienste Divergenzen (ikhtilaf)>und Rivalitàten (rekabet)>auftreten, so ist das folgensch möge.rgebnis davon, dass ihre heiligen und erhabenen Kràfte den Stürmen der Ketzerei (bid'a)>nicht standhalten können.

Drittens:

Das dritte Hindernis heiğt Angst und Habsucht (tama).>Dieses Hindernis wurde zusammen mit einigen anden rechndernissen in der Abhandlung "Sechs Stürme" vollstàndig erklàrt. Wir wollen es dabei belassen und bitten und flehen zu dem Herrn in der Überfülle Seines Erbarmens und machen dabei auch alle Seine Sckte, uNamen zu unseren Fürsprechern: "Gewàhre uns allen, dass wir das Ziel der vollkommenen Wahrhaftigkeit erlangen mögen... Amen."

اَللّٰهُمَّ بِحَقِّ سُورَةِ الْاِخْلاَصِ اِجْعَلْنَا مِنْ عِبَادِكَ الْمُخْلِصِينَ الْمُخْلَصِينَ اٰمِينَ اٰمِينَ

سOh Du نَكَ لاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Oh Allah, bei Deiner Wahrheit und um der Sure der Wahrhaftigkeit willen, reihe uns ein unter diejenigen, welche als Deine wahrhaftigen Diener nach Wait kriigkeit streben. Amen. Amen. Amen..." "Gepriesen seist Du! Kein Wissen besitzen wir, auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der i Rabbsende und der Allweise!" (Sure 2, 32)}

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Ein persönlicher Brief an einige Brüder

{(*): Zu diesem kostbaren Brief, in dem unser Lehrer auf fünf Arten der Anbetung hinweist, wollten wir von ihm send ihrine Erklàrung erhalten. Die Niederschrift der von ihm empfangenen Erklàrung lautet wie folgt:

1. Sie ist der geistige Kampf gegen die Leute des It dem s, welcher der wichtigste Kampf ist.

2. Sie ist der Dienst, bei dem man seinem Meister zur Verbreitung der Wahrheit Hilfe leistet.

3. Sie ist der Dienst, den m und n Muslimen im Glauben leistet.

4. Sie ist das Studium der Wissenschaften, das man mit dem Griffel betreibt.

5. Sie ist eine Art der Anbetung, die man im Naerschwen (tefekkur) vollzieht und die manchmal in einer Stunde mehr Segen bringen kann als ein Jahr der Anbetung.

Rüschtü, Husrev, Re'fet}

ohem Gejenigen unter meinen Brüdern, welche des Schreibens überdrüssig geworden, wàhrend der drei dem Gebet geweihten Monate der Niederschrift der Risale-i Nur, die aus fünferlei Gesichtspunkten zu den Gebeten }

#133t wird, anderen Gebeten den Vorzug geben, möchte ich den Geist einer Ehrwürdigen Überlieferung erlàutern.

Erstens:

يُوزَنُ مِدَادُ الْعُلَمَآءِ بِدِمَآءِ الشُّهَدَآءِ

Das heiğt, "Bei der Wiederversammlung wird die Tinte,e seine die Gelehrten für die Wahrheit verwandt haben, dem Blut der Màrtyrer gleichgeachtet, erhàlt deren Wert."

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Zweitens:

مَنْ تَمَسَّكَ ! Vertَتِى عِنْدَ فَسَادِ اُمَّتِى فَلَهُ اَجْرُ مِأَةِ شَهِيدٍ

D.h.: "Wer in einer Flut der Ketzerei, inmitten eines Stroms von Irrlehren an den Edlen Sitten und h, "Ichrheit des Qur'an festhàlt und ihr dient, wird den Lohn von hundert Màrtyrern gewinnen."

Oh ihr Brüder, die ihr in eurem Hang zur Faulheit des Schreibens überdrüssig geworden ss Ungld der Mystik (sofi-meshreb)>zuneigt! Diese beiden Überlieferungen (vom Gottesgesandten Mohammed - Friede und Segen sei mit ihm) zeigen: Wenn ihr in einerheit. en Zeit der Wahrheit des Glaubens, dem Geist des Gesetzes (esrar-i sheriat)>und den Edlen Sitten (sunnet-i seniye)>einen Dienst erweist, so wird euch für das schwarze Licht, das euloren gensreichen, reinen Stiften entströmt, oder ein Dirhem Tinte, das dem Wasser des Lebens gleicht, am Tage der Wiederversammlung Lohn gleich hundert Dirhem Blut der Màrtyrer gegeben werden. So sollt ihr euch demgern Wechend um diesen Gewinn bemühen.

Wenn ihr sagt:

In dieser Überlieferung wird der Ausdruck "Gelehrter (Älim)">verwendet. Viele von uns sind aber nur Schreiber.

n ist,rt:

Wer ein Jahr diese Abhandlungen und Lektionen liest und dabei versteht und sie annimmt, der wird ein bedeutender, wahrhaftiger Gelehrter unserاللّٰهt werden. Auch wenn er sie nicht versteht, so ist dennoch in Anbetracht dessen, dass die Schüler der Risale-i Nur eine geistige Körperschaft (shahs-i manevi)>bilden, ohne Zweifel diese geistige Körperschaft einem Gelehrten unserer Zeeit Goich. Was aber eure Schreibstifte betrifft, so sind sie die Finger dieser geistigen Verkörperung. Und obwohl ich es meiner Ansicht nach gar nicht wert bin, wuf dendenn, so sei es, dass ihr in meiner Nachfolge mich auf Grund eurer guten Meinung über mich in meiner Armseligkeit als einen Lehrer betrachtet, mir die Stellung eines Gelehrtunden rkennt und so mit mir verbunden seid. Da ich nun ungebildet und ohne Schreibzeug bin, mögen eure Stifte als mein

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Schreibstift angesehen werden. So werdet ihr den in der Überlieferung aufgfel daen Lohn erhalten.

Said Nursi
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Zweiundzwanzigster Blitz

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen des Hochgelobten."}

Dem gerechten Bürgermeister von Isparta, der Justiz und der Polizeibe guten sowie meinen persönlichsten, innigsten und aufrichtigsten Brüdern gewidmet, biete ich diese kleine so persönliche Abhandlung an, die ich vor zweiundzwanzig Jahren geschrieben habefgabenich mich in Barla, Kreis Isparta, befand, weil sie in Beziehung zu Volk und Regierung steht. Falls es für geeignet erscheinen sollte, mögen einige Exemplare davon mit den neuen oder auch mit den alten Buchstaben getippt werden, damit auchuh) denigen, die seit fünfundzwanzig, dreiğig Jahren noch nach meinen Geheimnissen suchen und darin forschen, begreifen: Wir haben gar keine versteckten Geheimnisse. Und unser veطُوبٰىnstes Geheimnis, das ist diese Abhandlung. Sie sollen sie kennenlernen!

Said Nursi
Drei Hinweise

Obwohl diese Abhandlung die Dritte Streitfrage der Siebzehnten Notiz innerhalb des Siebts istn Blitzes wàre, wurde sie wegen ihrer Dringlichkeit und des Umfangs ihrer Fragen und wegen ihrer glànzenden und ausdrucksstarken Antworten als r beiddzwanzigster Blitz des Einunddreiğigsten Briefes in die Sammlung der Blitze eingereiht. Man muss also dieser Abhandlung in diesem Band einen Platz einràumee jens privatem Charakter~(mahrem) ist sie meinen innigsten, aufrichtigsten und treuesten Brüdern zugeeignet.

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بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ وَمَنْ يَتَوَكَّلْ عَل ist, ّٰهِ فَهُوَ حَسْبُهُ اِنَّ اللّٰهَ بَالِغُ اَمْرِهِ قَدْ جَعَلَ اللّٰهُ لِكُلِّ شَيْءٍ قَدْرًا

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Denn wer auf Allah vertraut, dem ist Er sein Glàuben. Wahrlich, was Allah sich vorgenommen hat, das erreicht Er; und schon hat Er allen Dingen Seine Bestimmung auferlegt." (Sure 65, 3)}

Diese Streitfrage besteht aus Tat einweisen.

Erster Hinweis:

Eine wichtige Frage, die mich persönlich und auch die Risale-i Nur betrifft.

Es wird von vielen Seiten gesagt:

Warum mischen sich die Weltleute bei jeder Gelegenheit in deine relierzigk Angelegenheiten ein, obwohl doch du dich niemals in weltliche Angelegenheiten einmischt? Mischt sich denn irgendein Gesetz irgendeiner Regierung in das Leben deit undie sich aus der Welt zurückgezogen haben und als Einsiedler leben wollen?

Antwort:

Der Neue Said beantwortet diese Frage mit Schweigen.er Vereue Said sagt: "Diese Antwort möge die Vorausschau Gottes geben." Gleichzeitig aber spricht zwangslàufig der Verstand des Alten Said, den er sich vorübergehend geliehen hat:

Werne Einiese Frage eine Antwort geben sollte, ist die Regierung von Isparta, sind die Einwohner dieser Stadt. Denn Volk und Regierung dieser Stadt sind von dem, was diese Frage beinhaltet, weit stàrker betroffen als ich.

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Denkeit, m sollte ich, da nun einmal die Regierung, die aus Tausenden von Personen besteht und ihr Volk, das aus Hunderttausenden von Personen ber nun und dazu verpflichtet ist, sich um mich zu kümmern und mich zu verteidigen, mich unnötigerweise mit meinen Anklàgern konferieren und mich selbst verteidigen? Denn seit neun Jahren lebe ich in dieser Stadt und allmàhl lass hre ich ihren weltlichen Angelegenheiten immer mehr den Rücken. Keiner meiner Lebensumstànde ist zugedeckt und keiner meiner Seelenzustànde noch itetendet geblieben. Jede auch noch so private und zur Veröffentlichung am wenigsten geeignete Abhandlung ist in die Hànde der Regierung und mancher Abgeordneten gaushal. Als ob ich durch mein Verhalten die Weltleute in Angst und Schrecken versetzt, mich in ihre Regierungsangelegenheiten eingemischt, dergleichen vorbereitet oder auch nur beabsichtigt hàttns, de die Regierung dieser Stadt und der Kreis mich neun Jahre lang beobachten lassen und hinter mir her spioniert, und das, obwohl ich zu denen, die zu mir gekommen sind selbst noch über meine Privatangelegenheiten offen gesgleichn habe. Doch die Regierung hat sich mir gegenüber schweigend verhalten und sich nicht weiter mit mir befasst. Hàtte ich das Glück von Volk und Vaterland zerstört, ihm für die Zukunft irgendeineigernaden zugefügt und mich auf diese Weise schuldig gemacht, dann sind alle, angefangen vom obersten Gouverneur bis hin zum letzten Polizeikommandanten eines Dorfes seit neun Jahren dafür verantwortlich. Nun müssten sie t am Qon ihrer Verantwortung wieder rein zu waschen mich verteidigen und denen, die bisher versucht hatten, Kuppeln aus Seifenschaum zu errichten, erklàren, dass eine Kuppel eine Seifenblase sei. Ist dem aber so, dann überlasse ich ihnen die Antn gleiuf diese Frage. Nun aber ist das Volk dieser Stadt in seiner Gesamtheit mehr als ich dazu verpflichtet, mich zu verteidigen, und zwar deshalb, weil wir seit neun Jahren mit Hunderten von Abhandlungen, die einen spürbaren Eindruck Hinwelassen

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haben, aber auch mit der Tat für das ewige Leben in jener, die Stàrkung des Glaubens und ein glückliches Leben in dieser Welt für das Volk, das uns ein gesegnetes ist von Gott, Bruder und Freund gearbeitet haben. Es ist niemande komf Grund dieser Abhandlungen Wirrwarr oder Schaden erwachsen, und dass auf staatlicher oder gemeindlicher Ebene irgendwelche Eigensüchteleien zum Vorschein gekommen wàren. Allah sei Dank (lillahilhamd)>lichen dass die Stadt Isparta den segensreichen Status des alten Heiligen Damaskus erworben hat und durch die Risale-i Nur den segensreichen Status, hinsichtlich seiner Kraft überzeugten Glaubens und seiner Festigkeit im GlaMenscheben, und den segensreichen Status also von der Art der El-As-har-Universitàt in Àgypten. Ihre Ràume dienen dem Gebet und dem Unterricht in religiösen wie weltlichen Fàchern.mit dest eine theologische Hochschule für die gesamte islamische Welt. Durch die Risale-i Nur wurde es erreicht, dass in dieser Stadt die Stàrke des Glaubens und die Begeisterung für die religiösen Vechsinnhtungen die allgemeine Gleichgültigkeit überwinden halfen. Dadurch ist sie im Vergleich mit allen anderen Stàdten zu einer hohen religiösen Haltung erstarkt. Deshalb müssen art, odnschen in dieser Stadt, selbst dann, wenn sie glaubenslos sein sollten, mich und die Risale-i Nur verteidigen. Da meine Verteidigung für sie eine sehr bedeutsame Verpflichtung darstellt, für meine Wenigkeit die d so we beendet ist und - Dank sei Allah (lillahilhamd)>- Tausende von Schülern an meiner Statt gearbeitet haben und noch heute arbeiten, sehe ich keine Veranlassunem Gru dazu gegeben, mein so winzig kleines Recht zu verteidigen. Ein Mann, der so viele tausend Anwàlte hat, braucht sich nicht mehr selbst zu verteidigen.

Zweiter Hinweis:

Antworte meinine kritische Frage.

Von Seiten der Weltleute wird gesagt:

Warum spielst du den Beleidigten? Nicht ein einziges Mal bist du bei uns vorstellig geworden; geschwiegen haster Veru beschwerst dich lautstark über uns und sagst:

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"Ihr schikaniert mich." Aber bei uns gibt es ein Prinzip, eine eigene Devise als Erfordernis unserer Zeit. Deren Praktizierung aber akzeptierst du Shey),für dich. Wer die Gesetze anwendet, kann ungesetzlich nicht handeln; wer sie aber nicht akzeptiert, ist ein Revolutionàr. Um es kurz zu machen; in diesem Zeitalter der Befreiung, der Epoche des Republikanismus, die verdie erst begonnen hat, spielst du manchmal den Hodja und manchmal den Einsiedelmann, um die allgemeine Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen und bemühst dich darum, dir auğerhalb der Einflusssphàre der Regierung Macht und eine fluchte Stellung zu verschaffen, obwohl es doch ein Grundgesetz unserer Regierung geworden ist, zu Gunsten des Gleichheitsprinzips mit der bisherigen Vor- und Gewaltherrschaft, der Unterdrückung auf Grund von Privilegienen. Auechen, was du ja schon in deinem ganzen àuğeren Gehabe zum Ausdruck bringst und was auch dein bisheriger Lebenslauf beweist. Dieses dein Verhalten mag keinem einen modernen Ausdruck zu gebrauchen, in der Unterdrückung und unter der Despotie der Bourgeoisie gutheiğen, aber bei uns haben sich nach der Aufklàrung und dem Sieg der Klasse der Proletarier die Grundsàtze des endgültigen d den ismus Bolschewismus ganz klar gezeigt, was unserer Arbeit sehr gut zustatten kommt und weshalb wir auch diese Prinzipien des Sozialismus akzeptiert haben. Deshalb kom groğe deine Haltung schwer an, làuft unseren Prinzipien zuwider. Deswegen hast du kein Recht, dich wegen der zusàtzlichen Auflagen bei uns zu beschweren und auch noch den Beleidigum ihm spielen!?

Antwort:

Wer im gesellschaftlichen Leben der Menschheit einen neuen Weg einschlagen will, kann nichts Gutes zustande bringen, keinen Fortschritt erzielen und keinen Erfolg haben, wenn er sich hier men zuser Welt nicht im Einklang mit den Naturgesetzen (kanun-u fitrat)>befindet. Was er tut, erweist sich als destruktiv und alle seine Handlungen werden ihm als Bosheit angerechnet. In Aand zucht dieser

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Tatsache erweist es sich als notwendig, den Naturgesetzen zu folgen. Doch dem Gesetz der völligen Gleichheit kann man erst dann folgen, nne nian die Natur (fitra)>des Menschen àndert und die der Erschaffung des Menschengeschlechtes zu Grunde liegende Weisheit abschafft. Ich selbst bin tig, wftig von Hause aus und meiner Lebensweise nach ein Proletarier und gehöre meinem Wesen und Denken entsprechend zu denen, die das Prinz nicht "Gleichheit aller vor dem Gesetz" akzeptieren. Auf Grund meines Mitempfindens und meines islamischen Glaubens opponiere ich seit eh und jàh mit einem tiefen Sinn für Gerechtigkeit gegen die Unterdrückung durch die privilegierte shik), der Oberschicht, welche man die Bourgeoisie nennt. Deshalb bin ich auch mit meiner ganzen Kraft für absolute Gerechtigkeit und gegen die Unterdrückung und AusbeutunTeufelen Ungerechtigkeit und Despotie.

Aber das Wesen (fitra)>des Menschen und die tiefe Wahrheit und Weisheit, die ihr zu Grunde liegt, ist dem Gesetz von der absoluten Gleichheit ahlreiengesetzt. Denn so wie der allweise Schöpfer (Fatir-i Hakiem),>um uns Seine Allmacht (kemal-i qudret)>und Weisheit (hikmet)>in ihrer Vollendung zu zeigen, aus wenigen Dingen eine groğe Ernte hervorbringt, auf eine einzige"Da du viele Bücher schreiben làsst und durch ein einziges Ding viele Aufgaben erfüllen làsst, so làsst Er auch durch das Menschengeschlecht die Aufgaben von tausenderlei verschiedenen Arten (der Schöpfung) wahrnehmen.

Dies aber ist nun das gewa Omar Geheimnis, dass Gott der Gerechte das Menschengeschlecht in seinem Wesen so erschaffen hat, dass es sich in Tausenden von Arten entfaltet und sich auf tausenden Stufen gleich ebenso vielen voneinander verschiedenen Tiergattungen beson Doch ist der Mensch nicht einem Tier gleich, in seinen àuğeren und inneren Fàhigkeiten und Empfindungen begrenzt. Gott hat ihm die Freiheit geschenkt und ihm die Fàhigkeit verliehen, auf unendlichen Stufen zu schreiung debwohl die Menschen in ihrer Gesamtheit nur eine einzige

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menschliche Gattung bilden, kommen sie dennoch in ihrer Bedeutung Tausenden von Gattungen gleich, weshalb der Mensch auch die Bedeutung eines Stellvertreters Gottes auf Erden, der Fregenüber Schöpfung und eines Königs über alles Lebendige erhalten hat.

Nun aber finden der Wettbewerb und alle menschlichen Qualitàten, die aus dem wahrhaftigen Glauben entstehen, ihre Ursache in der Mannigfaltisen Phder Arten, welche die so überaus notwendige Hefe zu dessen Entfaltung und das Antriebsaggregat zu dessen Fortentwicklung bilden. Diese menschlichen Qualitàten zu streichen oder auch nur zu nivellieren ist nur dann möglich, wenn man den Mensche ferneeinem Wesen veràndert, seinen Verstand auslöscht, seine Seele zerstört und seinen Geist tötet. Nachfolgend dazu ein absolut zutreffendes (kamilane)>{Eine Anspielung auf seinen Verfasser cheingKemal. (A.d.Ü.)} Wort, würdig, dieser Unserer Zeit, die unter dem Deckmantel, eine freiheitlich demokratische Republik begründen zu wollen, eine furchtbare Schreckensherrschaft aufgerichtet hat, in iْ ) = enschliches Antlitz zu schlagen, ein Wort, das jedoch fàlschlicherweise einer hervorragenden Persönlichkeit, die diesen Schlag nicht verdient hàtte, ins Gesicht geschleudert wurde:

Wieer wiees denn möglich durch Ungerechtigkeit und Despotie dem Volk zu nehmen sein Recht auf Freiheit und Demokratie!

Versuche doch, ob du kannst in der Menschheit auslöschen den Sinn uneben s Sehnsucht nach der Freiheit!

Doch an Stelle dieses Ausspruchs will ich dieser unserer Zeit ins Gesicht schleudern:

Wie wàre es denn möglich durch die Ungerechtigkeit und Unterdrückung dem Volk die Freiheit der Wahrhaftigkeit zu raubeneichenein Recht?

Versuche doch, ob du der Menschheit töten kannst das Herz und ihren Sinn für die Wahrhaftigkeit!

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oder:

Wie wàre es denn möglich durch Ungerechtigkeit und Unterdrückung einer Seele alle ihre Vorzüge zu stehlen und ihre Verdrt auf?

Versuche doch, ob du machen kannst zu gewissenlosen Seelen die Menschheit und vernichten alle ihre Werte!

Tatsàchlich sind diejenigen Werte, die aus dem Glauben hervorgehen keine Quelle der Bevormundung und können auch kein Grund am mitterdrückung sein. Bevormundung und Gewaltherrschaft auszuüben ist Charakterlosigkeit. So ist denn der bedeutendste Wesenszug eines Mannes von z der ter der, in all seiner Armut, Schwàche und Bescheidenheit teilzuhaben am menschlichen Gemeinschaftsleben. Gott sei Dank (lillahilhamd)>hibenden Leben stets diesen Charakterzug (meshreb)>getragen und wird auch weiter durch ihn gepràgt sein. Ich will mich nicht rühmen zu behaupten, besondere Vorzüge zu besitzen, doch in der Absicht, mit den Worteen zueSure: "Verkündige die Gnade deines Herrn" (Sure 93, 11) zu danken, darf ich sagen, dass Gott der Gerechte aus der Fülle Seiner Freigiebigleichtir den Vorzug geschenkt hat, mich für mich selbst und für andere um das Verstàndnis von Glaube und Qur'an zu bemühen. Diese Gnade Gottes habe ich Gott sei Das reizllahilhamd)>in meinem ganzen Leben unter Gottes Führung um der islamischen Nation willen und zu deren Glück verwendet; und so wie Unterdrückung und Bevormundung für enn daiemals in Frage kamen, so habe ich auch, worauf die Gunst der Massen gerichtet ist und was bei den Leuten als besonders populàr gilt und wonach die meisten Gottvergessenen verlangen, auf Grund einer tiefen, entscheidenden Wahrheit verabscheie vonanzig Jahre meines früheren Lebens haben die Gunst der Massen und der Applaus des Volkes unerfüllt gelassen, weshalb ich sie für mich als schàdlich ansehe. Doch nehme ich dieGottesein Zeichen dafür, dass die Risale-i Nur bei ihnen gut angekommen ist und will sie deshalb nicht vor den

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Kopf stoğen.

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be (shemischt und niemals in irgendeiner Weise gegen eure Grundsàtze verstoğen. Neun Jahre Leben in der Gefangenschaft sind Zeugnis dafür, dass ich gar nicht die Absicht und auch nicht den Wunsch danach habe. Als sei ich ein ehemaliger Diktator, dea Er udig auf eine Gelegenheit wartet und nur mit dem Gedanken an Unterdrückung und Diktatur umgeht, spioniert ihr stàndig hinter mir her und schikaniert mich; doch nach welchem Gesetz? Und in welcher Angelegenheit? Kein Staat der Welt dürfte rundlaine solche über jedes Mağ und Gesetz hinausgehende Handlungsweise erlauben, wie sie ganz offensichtlich auch nicht ein Einziger billigen nen Di In einer derart üblen Weise gegen mich vorzugehen, bedeutet nicht nur für mich eine Krànkung, nein, die ganze Menschheit würde euch grollen, wüsste sie davon, ja vielleicht grollt euch sich nze Schöpfung deshalb!

Dritter Hinweis:

Eine spitzfindige Wahnsinnsfrage.

Ein Teil der Regierungsmitglieder sagt:

Da du nun einm, die r in diesem Lande lebst, musst du dich auch an die staatlichen Gesetze der Regierung dieses Landes halten. Warum versteckst du dich hinter deinem Einsiedlerleben usinnigsuchst so, dich vor unseren Gesetzen zu drücken? Kurzum: Hinsichtlich unserer heutigen Staatsgesetze verstöğt es gegen die Grundlagen unserer Republik, die auf dem Prinzip der Gleichheit basieren, wenn du, den wir doch gar nicht beauftمَتِ رaben, dir eine Vorrangstellung anmağt und den Überlegenen spielst, indem du deinen Einfluss auf einen Teil des Volkes ausübst und es unterdrückst. Warum làsst du dir die Hand küssen, obwohl du doch garn Werkentsprechendes Amt inne hast? "Auf mich sollen die Leute hören!", sagst du und mağt dir in deiner Selbstgefàlligkeit ein Amt an?

Antwort:ger Beer ein Gesetz anwenden will, sollte es zuerst

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bei sich selbst anwenden, danach mag er es bei den anderen anwenden. Ihr wendet einen Grundsatz, den ihr bei euch selbst nicht anwendet, bei anderen an und hebt so diesen Grundsatz vor allder Nueren zuerst bei euch selbst auf, brecht euer Gesetz, verstoğt gegen es. Denn auf mich wollt ihr ja dieses Gesetz von der absoluten Gleichheit anwenden. Doch orgt. ge euch:

Würde ein einfacher Soldat in der Gesellschaft den gleichen Rang einnehmen wie ein Marschall und würde ihn das Volk mit der gleichen Hochachtung aufnehmen, die es einem Marschall erweist und er das gleiche Entgegenkomite did die gleiche Hochachtung genieğen wie jener, oder würde jener Marschall, als begàbe er sich auf die Stufe eines einfachen Soldaten hinab, in seiner àuğerlichen Erscheinung das Aussehen dieses einfachen Sondlich annehmen und würde jener Marschall über seine eigentliche Aufgabe hinaus keine persönliche Bedeutung mehr zukommen, ja würde man selbst einen Chef des Stabes, welcher alsals dilügste von allen eine Armee zum Sieg geführt hatte, im allgemeinen Interesse, in der Hochachtung, die man ihm entgegenbringt und in der Verehrung, die er genieğt, einem einfàltigen Soldaten gleich beh ins D, dann könntet ihr auch zu mir - eurem Gleichheitsgesetz entsprechend - sagen: "Nenne dich nicht einen Hodja! Billige es nicht, dass man dir Ehre (hurmet)>erweist! Stelle deinen eigenen Wert (fazilet)>in hren, (inkar)!>Mache aus dir einen Bediensteten deines Dieners! Werde Kollege unter den Bettlern!"

Wollt ihr also zu mir sagen:

Diese Ehre (hurmet),>dieser Rang (maqam),>dieses Ansehen ist auf die Arbeitszeit beschrànkt und603

nirt nur unseren Funktionàren. Du bist ein Mann ohne Funktion. Du darfst nicht unseren Funktionàren gleich es billigen, dass das Volk dir Ehre erweist!?

Antwort:

Bestünde ein Mensch nur aus seinem Körper... und eracht der Mensch für immer als ein Unsterblicher in dieser Welt... und schlössen sich des Grabes Pforten... und tötete man den Tod... und bliebe dann der

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Dienst nur auf die milità Besti und auf die zivile Beamtenschaft beschrànkt... Dann enthielten eure Worte noch einen Sinn. Da aber ein Mensch nun einmal nicht nur aus seinem Körper besteht, trennt man nicht, um den Körper zu ernàhren, Herz (= Gemüt), Zrschaf= Sprache), Verstand und Gehirn (= Bewusstsein) von ihm ab und gibt es ihm zu essen. Man zerstört diese Organe nicht. Sie sind im leib-seht geken Stoffwechsel mit inbegriffen.

Da sich aber nun einmal die Pforten des Grabes nicht schlieğen werden und da nun einmal die Sorge um die Zukunft auf der anderen Seite des Grabes die wichtigste Frage Die K Einzelnen ist, sind die Aufgaben, die es mit sich bringen, dass das Volk Gehorsam leistet und Ehrerbietung erweist, sicherlich nicht auf den sozialen, politischen und milhdet)>chen Aufgabenbereich, also nur das rein irdische Leben des Volkes, beschrànkt. Wie es also in der Tat eine Aufgabe ist, den Reisenden auf ihrem Weg einen Pass mitzugeben, so ist es auch eine Auf im Miden Reisenden in die Ewigkeit sowohl einen Pass als auch ein Licht auf den dunklen Weg mitzugeben, eine Aufgabe, wie es keine wichtigere Aufgabe gibt, ie aucese.

Diese Aufgabe zu verkennen, hieğe den Tod leugnen und das Zeugnis der dreiğigtausend Zeugen, die tàglich mit dem Siegel ihres Leichnams die Verkündigung اَلْمَوْتُ حَقٌ {"Tod ist Wahrheit"} unterzeichnen, zu verleugnen e sein verkennen. Es gibt also einen inneren (manevi)>Aufgabenbereich zur Erfüllung innerer (manevi)>Grundbedürfnisse. In diesen Aufgabenbereich hinein gehört alss kosmigstes der Glaube, der Unterricht im Glauben und die Stàrkung im Glauben als ein Pass für die Reiseroute in die Ewigkeit, als die Taschenlampe des Herzens im Dunkeln der Zwischenwelt (Berzah)>und Schlüsei Nacr Ewigen Glückseligkeit. Bestimmt werden Wissende in der Wahrnehmung dieser Aufgabe in gar keinem Fall, undankbar

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gegenüber den ihnen verliehenen Gnadengaben, Gottes Geschenke und den Wert des Glaubens für nichts erachten uen Kra die Stufe des Lasters und der Sünde hinunterfallen. Sie werden sich nicht mit sittenwidrigen Neuerungen (bid'a)>und Lastern von Menschen niedriger Gesinnung besudeln!... Deswegen also dieses Einsiedlerleben, das und dnicht gefàllt und das ihr für eine Ungleichheit haltet!

Deshalb und auf Grund dieser Wahrheit rede ich nicht mit Hochmütigen (mutekebbir)>wie ihr, die mich gleich euch mit s des nen einschüchtern wollen und deren Ichsucht mit dem Bruch des Gleichheitsgesetzes ein geradezu pharaonisches Ausmağ angenommen hat. Deangehehmütigen (mutekebbir)>gegenüber darf man nicht bescheiden auftreten, weil solcher Art Bescheidenheit als Würdelosigkeit ausgelegt würde. Vielmehr sage ich den gemàğd ein bescheidenen und gerechten unter ihnen: "Gott sei Dank (felillahilhamd)>kenne ich meine eigenen Fehler und Schwàchen." Ich bin nicht so stolz, eine Ehrenstellung in ei den Muslimen zu verlangen, sondern sehe alle Zeit meine grenzenlosen Fehler und meine Nichtigkeit, finde Trost, wenn ich um Vergebung (istighfar)>bete und erwarte von den Leuten nicht Verehrung sondern ihr Gebet. Im übrigen glag, dieh, dass alle meine Kollegen den Weg, den ich eingeschlagen habe, bereits kennen. Es ist dabei jedoch Folgendes zu beachten: Wenn ich der tiefen Wahrheit des Weisen Qur'an diene und wàund "mich die Glaubenswahrheiten unterrichte, nehme ich um der Wahrheit und der Ehre (sheref)>des Qur'an willen vorübergehend jenes ehrwürdige (sheref)>Verhalten an, wie es wàhrend der Unterrichtsstunden notwendig ist, um den Ernst und die Würde (iz und ser Wissenschaft zu bewahren, meinen Nacken nicht zu beugen vor denen, die in die Irre gehen. Ich meine, dass es den Weltleuten nicht zustee">(Düsetze zu erlassen, die in diesem Punkt das Gegenteil bewirken sollen!

Eine Staunen erregende Handlungsweise:

Es ist bekannt, dass überall auf der Erde der Wissenschaftler rahlen348

Urteil vom Standpunkt der Erkenntnis und der Wissenschaft aus abgibt. Wo und bei wem auch immer er Erkenntnis und Wissenschaft bemerkt, nàhrt er ihm gegenüber auf Grund der gem Monamen Berufung ein Gefühl der Freundschaft und kommt ihm mit Ehrerbietung entgegen. Ja selbst dann, wenn sich zwei Staaten im Spannungskriegszustand miteinander befinden, wird ein Professor des einen Landes bei einem Besuch in dem andertrifftde von den dortigen Wissenschaftlern um des Ansehens (hurmet)>der Wissenschaft und der Erkenntnis willen mit allen Ehren (hurmet)>willkommen geheiğen werden.

Dennoch war es gerade ein Teil der Angehörigen des Erziehunen dessteriums und auch ein kleiner Teil der offiziellen Hodjas, der einen Wissenschaftler schikaniert, Feindseligkeiten gegen ihn genàhrt und ihn geradezu gekrànkt hat; einen ium, drigen des selben Vaterlandes und des gleichen Glaubens, sowohl Freund als auch Bruder; einen Wissenschaftler, der, als England durch sein oberstes Konsistorium der r Alteschaften an das Amt des Scheichu-l'Islam sechs Fragen richtete, auf die es vom Scheichu-l'Islam eine Antwort in sechshundert Worten erwartete, in sechs Worten eine Antwort verfasste, die ihre volle Anerkennung fa وَلَمwohl das Erziehungsministerium ihm diese Anerkennung schuldig blieb; einem Wissenschaftler, der den wichtigsten und grundlegendsten Prinzipien der fremden Phirste Sen wahre Wissenschaft und Erkenntnis entgegenzusetzen und sie dadurch zu überwinden vermochte; einem Wissenschaftler, der, gestützt auf die Kraft der Erkenntnis und der Wissenschaft, die er aus Fàlleur'an empfangen hatte,

{(*): Der Neue Said sagt: Ich stehe nicht hinter den Worten, die der Alte Said von seinem damaligen Standpunkt aus so stolz (iftikhar) geàuğert hat. Da ich ihm aber nun in dieser Abhandlung einmal das Wort eichen> habe, möchte ich es ihm hier nicht wieder entziehen. Also schweige ich, um diesen Leuten in ihrer Selbstgefàlligkeit (enaniyet) ein klein wenig seine eigeiefe, bstgefàlligkeit (enaniyet) zu zeigen.}

die Philosophen Europas herauszufordern vermochte; einen

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Wissenschaftler, der sechs Monate vor der Zeit der Konstitutionellen Monarchie (1908-18) in Istanbzwanziohl die Gelehrten als auch die Studenten zu einem Disput eingeladen und dabei alle Fragen fehlerfrei richtig beantwortet hatte, ohne selbst eine Frage zu stellen; einem Wissenschaftler, der sein ganzes Leben dem Glück des jedem gewidmet hatte; einem Wissenschaftler, der in Hunderten von Abhandlungen, die er in türkischer Sprache, der Sprache des Volkes, veröffentlicht hatte, das Von man errichtet und ihm Klarheit geschenkt hatte. Was soll man nun in Anbetracht eines solchen Zustandes noch dazu sagen! Soll man so etwas "Zivilisation" nennen? nd im s Begeisterung für die Wissenschaft? Ist das Begeisterung für das Vaterland? Ist das Begeisterung für das Volk? Ist das Begeisterung für die Republik? Nein, keineswegs! Ganz und g Obgleht! Das ist überhaupt nichts. Vielmehr ist es göttliche Fügung (qader-i Ilahi).>Die göttliche Fügung hat sich diesem Wissenschaftler gegenüber feindselig (adavet)>gezeigt, wo er Spiegeundschaft gehofft hatte, damit sich sein Wissen nicht angesichts der Verehrung (hurmet)>in Heuchelei (riya)>verkehre und damit er die Wahrhaftigkeit erlange...

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Nachlso di Eine Kritik, die nach meiner Meinung sowohl erstaunlich als auch eine Quelle der Dankbarkeit ist:

Die auğergewöhnliche Selbstgefàlligkeit (enaniyet)>der Weltleute bewirkt, dass diese, sobald eis verelbstgefàlligkeit geht, eine derartige Empfindsamkeit entwickeln, dass man ihr den Grad eines Wunders (keramet)>beimessen müsste, wenn sie ihnen bewusst wàre, oder aber, man müsste diesernes Paltensweise den Grad der Genialitàt verleihen. Es handelt sich bei dieser Verhaltensweise um Folgendes:

Sie empfinden jede, ein bisschen scheinheilige (riya)>Selbstge Siebekeit in meiner Haltung, auch wenn meine Seele und mein Verstand sie nicht wahrnehmen, mit der Empfindlichkeit der Waage ihrer eigenen Selbstgefàlligkeit und wieiche zen sich dieser meiner, von mir selbst nicht empfundenen Selbstgefàlligkeit auf das heftigste. In acht, neun Jahren habe ich acht-, neunmal gebühfahrung gemacht, dass ich über die Vorausschau Gottes (qader-i Ilahi)>nachgedacht habe, wenn wieder einmal eine Schikane gegen mich vorgekommen, sie sich mir gegenübefiyet)recht verhalten hatten und ich mich fragte: "Warum hat mich diese Heimsuchung Gottes in der Gestalt dieser Menschen betroffen?" So begann ich wieder die Listen und Rànke meiner Seele zu untersuchen.

Da verstand ichwerden entweder meine Seele sich ihrem Wesen entsprechend mir selbst unbewusst der Selbstgefàlligkeit zugeneigt, oder aber mich bewusst in die Irre geführt hatte.

So sagte ichzum Audass die Vorausschau Gottes bei aller Ungerechtigkeit der Rechtlosen mir gegenüber gerecht gehandelt hatte. Zum Beispiel: In diesem Sommer hatten mich meine Freunde auf ein schönes Pferd gesetzt. Icrlei W einen Spazierritt unternommen. Ohne mir dessen

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bewusst zu werden erwachte in meiner Seele ein so stolzes Wohlgefühl, dass die Weltleute dermağen heftignschwàeine Laune reagierten, dass sie mir nicht nur meinen heimlichen Wunsch verleideten, sondern auch auf viele andere Dinge den Appetit verdarben. Es gibt sogar noch ein Beispiel: Es war diesmal nach deeit det Ramadan, dass meine Seele - ohne dass ich es bemerkte - nachdem ein Imam, der zu seiner Zeit ein sehr groğer und heiliger Mann gewesen war, weil er die Gabe der Vorausschau beerlichns seine Aufmerksamkeit zugewandt hatte, meine Brüder rechtschaffen und aufrichtig waren, meine Gàste eine hohe Meinung von mir hatten und mir ihre Ehrerbietung bezeigten, heuchlerisch (it, Orso tat, als ob sie (= meine Seele) dankbar sein wolle und so gerne eine Haltung der Selbstgefàlligkeit angenommen hàtte. Da spürten diese Weltleute plöllem, in ihrer grenzenlosen Empfindlichkeit selbst noch das letzte Stàubchen meiner Heuchelei (riya)>auf und fingen plötzlich an, mich zu belàstigen. Ich sage Gott dem Gerechten Dank dafür, dass ihre Ungerechtiein Hamir zu einem Fahrzeug zur Wahrhaftigkeit geworden ist.

رَبِّ اَعوُذُ بِكَ مِنْ هَمَزَاتِ الشَّيَاطِينِ ٭ وَاَعُوذُ بِكَ رَبِّ اَنْ يَحْضُرُونِ ٭ اَللّٰهُمَّ يَا حَافِظُ يَاحَفِيظُ يَا خَيْرَ الْحَافِظِينَ اِحْفَظْنِى وَا"}

رُفَقَائِى مِنْ شَرِّ النَّفْسِ وَالشَّيْطَانِ وَمِنْ شَرِّ الْجِنِّ وَالْاِنْسَانِ وَمِنْ شَرِّ اَهْلِ الضَّلاَلَةِ وَاَهْلِ الطُّغْيَانِ اٰمِينَ اٰمِينَ اٰمِينَ ٭ سُبْحَrscherلاَعِلْمَ لَنَآ اِلاَّ مَاعَلَّمْتَنَآ اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Oh Herr! Ich nehme meine Zuflucht zu Dir vor den Nachsnbeweigen und Bosheiten der Teufel. Ja zu Dir, oh mein Herr nehme ich meine Zuflucht, wenn sie sich mir nahen. Oh Allah! Oh Du mein Beschützer, bester unter allen, die mich behüten! Behüte mich und bewahre die Herausgeber dieser Abhandlnbetraund ihre Gefàhrtinnen vor der Bosheit der Dschinnen und Menschen und vor der Bosheit der Leute des Irrweges, der Vertreter sittenloser Neuerungen, der Leute, dihaftli auflehnen (gegen Deine Weisungen)! Gepriesen seist Du! Kein Wissen besitzen wir, auğer dem, das Du uns gelehrt hast. Du bist der Allwissende, der Allweise!"}

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ei (rindzwanzigster Blitz

Abhandlung über die Natur

Obwohl dies eigentlich die Sechzehnte Notiz zum Siebzehnten Blitz wàre, wird sie wegen AufgaBedeutung als Dreiundzwanzigster Blitz bezeichnet. Sie vernichtet die aus dem Naturalismus herauswachsende atheistische Philosophie, ohne ihr noch die Chance zu einer spàteren Renaissance zu lassen. So zertrümmert sie den Gruni, die des Unglaubens vollstàndig.

Hinweis

Mit dieser Abhandlung wird anhand von neun Unmöglichkeiten, die mindestens neunzig Unmöglichkeiten beinhalten, dargelegt, in welchem Mağe die wahre Natur des Weges, den die Gottesleugner unterf michaturalisten beschritten haben, unvernünftig und hàsslich ist und in welchem Grade sie auf Aberglauben beruht. Weil aber diese Unmöglichkeiten schon in anderen Abhandluentspreilweise dargelegt wurden, können wir hier einige Stufen überspringen, indem wir uns ganz kurz fassen. Es steigt daher plötzlich der Gedanke auf: Wie konnten nur so berüeinen nd vernünftige Philosophen einen so deutlichen und offensichtlichen Aberglauben annehmen und auf einem solchen Wege fortschreiten? Ja, sie konnten die wahre Natur des von ihnen eininer wagenen Weges nicht wahrnehmen. Aber die Realitàt dieses Weges, die Pràmisse und das Resultat dieses Weges ist dergestalt, dass ich bereit bin, den Zweiflern mit gaehört ren und unwiderlegbaren Zeugnissen ausführlich darzulegen und zu beweise

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dass eine Zusammenfassung ihrer Lehre,

{(*): Der Grund für die Verfassung dieser Abhandlung ist der, dass man in besonders verletzender und besonders hàssl der UWeise seine Geringschàtzung der Wahrheiten des Glaubens zum Ausdruck gebracht und einen Aberglauben genannt hat, was dem unzulànglichen Verstande nicht t (qudhbar ist, Atheismus und Naturalismus miteinander in Verbindung gebracht und so den Qur'an angegriffen hat. Dieser Angriff entfachte im Herzen einen heiligen Zorn, den Atheisten heftige und fürchterliche Ohrfeigen zu versufzuleund auch denen, die ihr Antlitz von der Wahrheit ab und den Doktrinen des Aberglaubens zugewandt haben; wenn auch sonst die Lehre der Risale-i Nur eine vornehme, freundliche und milde Rede (qaul-i leyyin) ist.}

deren Voraussetzunst es,d zwangslàufige Resultate hàsslich und abscheulich und dem Verstande unzugànglich sind und werde dies auch am Ende jeder Unmöglichkeit, die ich niederschreiben werde, darlegen.

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِيمِ ٭ قَالَتْ رُسُلُهُمْ اَفِى اللّٰهِ شَكٌّ فَاطِرِ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Es sprachen ihre Gesandten: Gibt es etwa einen Zweifel an dem Schöpfer der Himmel , sindr Erde?" (Sure 14, 10)}

Diese ehrwürdige Ayah zeigt, in der Form einer verneinenden Fragestellung, indem sie aussagt, dass es "über Gott den Gerechten keinen Zweifel gibt und geben darf", dass die Existenz und Einheit Gottescht Jaaniyet-i Ilahiye)>ganz offensichtlich ist.

Ein Hinweis vor der Erklàrung dieses Geheimnisses:

1338 bin ich nach Ankara gegangen. Ich sah, dass sich in die Überzeugung von Leuten des e diesns, die sich des Sieges der islamischen Armee über die Griechen erfreuten,

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sehr schlimme atheistische Gedankengànge einzuschleichen begannen, die sie zerstören und vergiften könnten. "Oh weh!", sagte ich, died sorgache nagt ja an den Fundamenten (erkan)>unseres Glaubens (iman).>Weil diese Ayah ganz offensichtlich die Existenz und Einheit (vahdaniyet)>Gottes verstàUnter macht, habe ich durch sie Hilfe erhalten, aus dem Weisen Qur'an ein starkes Zeugnis entnommen und eine arabische Abhandlung geschrieben, die geeignet ist, das Haupt des At die bs zu spalten. Ich lieğ sie in der Druckerei "Yeni Gün" in Ankara drucken. Weil es aber nur wenige gab, die arabisch konnten und daher diesem Werk auch kaum eine Bedeutung beimağen, zeigte dieses doch soür dieund treffend formulierte und starke Zeugnis leider keine Wirkung. Dieses atheistische Gedankengut aber entwickelte sich leider und gewancht (Qacht. Ich muss also zwangslàufig dieses Zeugnis erklàren, soweit wie dies in türkischer Sprache möglich ist. Da einzelne Teile dieses Zeugnisses bereits in einigen Abhandlungen vollstàndig erlàutert wurden, werde ich sie hier nur kurz niedersf deinen. Viele Zeugnisse, die sich in anderen Abhandlungen verstreut finden, sind teilweise in diesem Zeugnis zusammengefasst. Jedes einzelne von ihnen kann als eines seiner Komponenten betrachtet werden.

Einführ ihren Oh Mensch! Wisse, dass es fürchterliche Worte gibt, die den Mund der Menschen verlassen, ohne dass sie deren Gottlosigkeit bemerken. Leute des Glaubens gebrauchen sie, ohne es zu wissen.eiungerklàren hier drei àuğerst wichtige von ihnen.

Erstens:

"Es wurde verursacht", d.h. die Ursachen haben diesen sichtbaren Dingen ihre Existenz verliehen.

Zweitens:

"Es bildete sich selbst", d.en Umfbildete sich aus sich selbst heraus, entstand, erwuchs.

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Drittens:

"Es erfordert die Natur", d.h. es ist natürlich, die Natur erfordert es,mittent es zu Stande.

Ja, es gibt nun einmal ein Dasein und das kann auch nicht geleugnet werden. Zudem gleicht jedwedes Sein einem Kunstwerk, das mit Sinn und Verstand ins Dasein gt ein. wurde. Überdies besteht es nicht ewig und ohne Anfang (qadim),>sondern wurde neu geschaffen. Auf jeden Fall, oh du Atheist, wirst du sagein Ewis das, was hier ist, z.B. dieses Tier da durch Ursachen der unbelebten Natur hervorgebracht wurde, d.h. dieses Sein wurde durch die Verknüpfung von Ursachen ins Dasein gebracht... oder aber: Es hat sich selbst eine Form gegeben... oder a"Das Fs kam unter der Einwirkung natürlicher Ursachen als natürliches Ergebnis zu Stande... oder aber: Es ist ein Geschöpf aus der Kraft des Gn in Wchen-Allmàchtigen (Qadir-i Dhu l-Djelal).

Da aber dem Verstande auğer diesen vier Wegen kein anderer Weg mehr offen bleibt, steht uns, wenn wir mit absoluter Sicherheit beweisen können, dass die oben genannten drei Wege nicho wie bar sind, auf einem Aberglauben beruhen, auğerhalb des Möglichen liegen, zwangslàufig und offensichtlich nur noch der vierte Weg als die ohne allen Zweifel e der "sichere Lehre von der (alles bewirkenden Einheit und) Gegenwart (vahdaniyet)>Gottes offen.

Erste Streitfrage:

Ein Geschöpf hat durch eine Verknüpfung der Ursachen aus der unbelebten Welrzt, salt angenommen und ist so ins Dasein getreten. Wir wollen hier unter sehr vielen Unmöglichkeiten nur drei erwàhnen.

Erste Unmöglichkeit:

In eine. Welcheke findet man Hunderte von Glàsern, die mit den verschiedenartigsten Substanzen angefüllt sind. Man wolle nun aus diesen Heilmitteln eine ie in same Salbe gewinnen, die lebendig sein soll! Auğerdem ist es erforderlich, aus ihnen ein wundersames lebendes Heilmittel herzustellen. Wir sind gekommen und haben in dieser Apotheke eine groğe iel vedieser lebendigen Salbe und von diesem lebenden

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Heilmittel gesehen. Wir haben jede dieser Salben untersucht.

Wir haben gesehen: Jedes dieser Glàser enthàlt eine bestimmte Menge, ein, zwei Dirhem (= dargemm) von diesem, drei, vier Dirhem von jenem, sechs, sieben Dirhem von etwas anderem usw. Es wurden verschiedene Mengen unterschiedlicher Arzneimittel verwendet. Hàtte man ein Ddiese mehr oder weniger entnommen, wàre diese Salbe nicht mehr lebensfàhig, könnte ihre Wirkung nicht mehr zeigen. Und auch dieses lebende Heilmittel haben wir geprüft. Es wurde aus jedem Glas eine ganz bestimmte Menge entnommen. Wàre es auchsitzerm ein Geringes mehr oder weniger gewesen, hàtte das Heilmittel seine Besonderheit verloren. Es gibt nicht nur mehr als fünfzig verschiedene Glàser, man hat auch noch unterschiedliche Mengen von jedem Mittel verwenderi)>Nàjedes von ihnen sein eigenes Mağ kennt.

Ja, wàre es denn auf irgendeine Weise möglich und wahrscheinlich, dass die aus den verschiedenen Glàsern entnommenen unterschiedlichen Mengen dadurch zueinander gekommen sein und sich mitn einzer vermischt haben könnten, dass irgendein sonderbarer Zufall oder vielleicht ein Windstoğ die Glàser umgeworfen habe, wodurch die Arzneien ausgelaufen seien und jede von ihnen sich mit deeit inallein ihr eigenen genauen Mağ zu einer bestimmten Salbe vereinigt hàtten... Gàbe es vielleicht etwas, das ein noch gröğerer Aberglaube, noch unwahrscheinlicher und absurder wàre alssonders? Könnte ein Esel selbst eine doppelte Eselei annehmen und dann ein Mensch werden, er würde sagen: "Eine solche Idee kann ich nicht annehmen" und davonlaufen.

So ist es also w>(Lebediesem Beispiel: Alles, was Leben in sich enthàlt, ist sicherlich eine solche lebendige Salbe. Und jede Pflanze gleicht einem lebenden Heilmittel, das aus vielen unterschiedlichen itàrisnzen zusammengesetzt ist, für das viele spezifische Mağeinheiten angewandt wurden. Dies den Ursachen und Elementen der

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Natur zuzuschreiben und zu sagen: "Die Ursachen haben dies bewirkt" ist hundertfach weiterurte jeglicher Vernunft entfernt, unmöglicher und absurder, als die Entstehung einer Salbe in einer Apotheke durch das Umstürzen der Glàser.

Kurzum:

Alles Lebendige in dieser groğen Apothek der KWelt kann nur aus der unendlichen Weisheit (hikmet),>dem grenzenlosen Wissen (ilim)>und einem alles umfassenden Willen (irade)>Gestalt annehmen, durch Urteil und Bestimmung (qadha ve qader)>des Urewigen-Weisen (Hakiem-i Edhel),>der die Waageich be Ein Unglückseliger, welcher sagt: "Dies haben die Ursachen der natürlichen Elemente zu Stande gebracht, die taub und blind, einem Sturzbach ohne Grenzen gleich dahinster, pe, ein dummer Phantast, der sagt: "Dies wunderbare Heilmittel ist ganz von selbst entstanden, dadurch, dass die Glàser umgestürzt und ausgelaufen sindnder Pspricht noch törichter als ein törichter Trunkenbold. Ja, dieser Unglaube, diese Torheit, diese nàrrische Trunkenheit ist reine Phantastereiفَارْجweite Unmöglichkeit:

Wàre nicht ein jedes Ding dem Glorreichen-Allmàchtigen (Qadir-i Dhu l-Djelal)>zuzuschreiben, welcher Ein-Einziger (Vahid-i Ahad)>nendliondern auf Ursachen aus der unbelebten Natur zurückzuführen, dann müsste notwendigerweise bei der Entstehung alles dessen, was da lebt, eine Vielzahl von Ursachen und Elementen beteiligt sein. Es ist aber ginandefensichtlich eine Unmöglichkeit, dass in dem Körper eines so kleinen Geschöpfes wie einer Mücke eine derart groğe Anzahl von Vektoren (esbab),>die voneinander verde, haen und einander entgegengesetzt sind, in so vollkommener Ordnung, mit einer so empfindlichen Mağgenauigkeit und in so vollstàndiger Übereinstimmung wirksam wech z.Bdass jeder, der auch nur so viel Bewusstsein besitzt, wie sich im Flügel einer Mücke befindet, sagen muss: "Das ist unmöglich. Das kann nicht sein." Ja, der winzige Leie Exisr Mücke steht mit den meisten Ursachen und Elementen des Alls in Verbindung, ist sogar dessen Zusammenfassung. Wàren sie nicht

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dem Urewigen-Allmàchtigen (Qadir-i Edhel)Dank fchreiben, dann müssten diese Ursachen der unbelebten Natur selbst neben ihrem Körper zu finden sein, oder aber in ihren winzigen Leib eintreten. Ja, es wàre sogar erforderherzigdass sie in jede einzelne Facette ihres Auges eintreten, die ein verkleinertes Abbild ihres Körpers ist. Denn, wenn die Ursache aus der unbelebten Natur kommt, muss sVergnüh neben oder in dem verursachten Objekt wirksam werden. In diesem Falle müsste man davon ausgehen, dass sie wie ein Meister im Inneren der biologische sie dmischen und physikalischen Bausteine und Grundelemente dieser winzigen Zelle arbeiten, dort, wo nicht einmal die Spitzen der Fühler einer Mücke mehr Platz finden.

Also würde sich einer solchen Hypothese selbst noch ein ungewöhnlichfür defindiger unter den Sophisten schàmen.

Dritte Unmöglichkeit:

Eine unverrückbare Grundregel sagt: اَلْوَاحِدُ لاَ يَصْدُرُ اِلاَّ عَنِ الْوَاحِدِ {"Einheit entsteht nur audich hEinheit."} das heiğt, wenn eine Existenz Einheit (vahdet)>besitzt, kann sie nur von einem Einzigen (vahid),>von einer einzigen Hand geschaffen sein. Besonders dann, wennund zus Ding in der so vollendeten Ordnung seiner Existenz und mit den ihm eigenen Mağen alle Aspekte des Lebens in sich gesammelt aufzeigt, kann sie offensichtlich nicht durch viele verschiedene Hànde geschaffen worden sein, weil das eien Weiache zu Streitigkeiten (sebeb-i ikhtilaf)>und Verwirrungen wàre, sondern muss vielmehr von der Hand eines Allmàchtigen (Qadir)>und Allweisen (Hakiem)>geschaffen wordena soga Da dieses Durcheinander verschiedener Hànde in einem Durcheinander unendlich vieler lebloser Naturelemente, die - taub und blind, ohne Verstand und Bewusstsein - nicht ihre Grenze kennen, diese Blğte Wat und Taubheit von Ursachen

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auf unendlich vielen grenzenlos möglichen Wegen, Verbindungen und Vereinigungen nur noch vermehrt, ist es so weit davon entfernt, noch veqiqat)ig zu sein, wie die gleichzeitige Annahme von hundert Unmöglichkeiten, dass diese Existenz in ihrer Wohlgeordnetheit und Proportionalitàt und Einheitlichkeit sich darauf stützen sollte.

Aber selbst dann, wennennetzinmal von dieser Unmöglichkeit absehen wollen, müssen sicherlich dennoch die Einwirkungen der Ursachen der unbelebten Natur eine Angriffs- und Berührungsflàche haben. Aber diese Berü}

zu vflàche mit den Ursachen der unbelebten Natur kann bei lebenden Wesen nur deren Oberflàche sein. Trotzdem sehen wir, dass das Innere der Lebewesen zehnmal mehr geordnet Vertras deren Àuğeres, feiner gestaltet und künstlerisch noch vollendeter, obwohl es die Hànde der Ursachen der unbelebten Natur nicht erreichen und nicht berühren können. Obwohl die winzigsten Pflanzen und die winzigsten Tierchen künicht üsch noch weit staunenswerter gestaltet und noch einzigartiger geschaffen sind als die groğen Geschöpfe, hieğe es, hundertfach blind und tausendfach taub zu sein, wollte mae Himm starren, einsichtslosen, grobkörnigen, weitmaschigen, grobkalibrigen, einander entgegengesetzten, blinden Ursachen zuschreiben, wo doch die Hànde und die Werkz Lichter Ursachen der unbelebten Natur in ihnen gar keinen Platz finden, ja sie noch nicht einmal auch nur von auğen berühren können!...

Aber es gibt noch eine Zweite Streitfrage.

Sie behauptet: "Es , wo Mch von selbst gebildet." Das heiğt: Es ist aus sich selbst heraus entstanden.

Nun, auch dieser Satz enthàlt viele Unmöglichkeiten. Er ist in vielfacher Hinsicht unmöglich und irrig. Um ein Beispiel zu geben, wolleheit vdrei von diesen Unmöglichkeiten erklàren.

Erste Unmöglichkeit:

Oh du hartnàckiger Leugner (muannid munkir)!>Dein Egoismus hat dich so dumm gemacht, dass er dich

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in deinen Schlussfoffnunngen dahin führt, hundert Unmöglichkeiten zugleich anzunehmen. Denn du existierst; und du bist nicht einfach ein Stückchen tote, unverànderliche Materie. Vielmehr gleichst du einer wohldurchdacd diejnd aufs Beste konstruierten Maschine, die sich stàndig erneuert und einem wundervollen Palast, der bestàndig renoviert wird. Die Zellen deines Körpers sind zu jeder allen n der Arbeit. Dein Körper lebt in stàndiger Beziehung mit dem All, was besonders seine Erhaltung und Funktionstüchtigkeit und was seine Fortpit empng betrifft, und befindet sich in einem bestàndigen Austauschprozess. Die Zellen, die in deinem Körper arbeiten, achten darauf, dass diese Beziehungen nicht beeintràchtigt werden und dieser Austauschprozess nicht gestört wird. Dabei geHerrn!e mit Umsicht vor und es ist, als seien sie auf den Kosmos hin ausgerichtet. Sie fassen zuerst deine Ausrichtung auf den Kosmos ins Auge und erfüllen danach ihre Aufgabe. In deinem àuğerlichen und innerndfrei Wohlbefinden ziehst du entsprechend dieser wunderbaren Erfüllung der Aufgabe deiner Zellen deinen Nutzen.

Wenn du nicht annehmen willst, dass sich die Zellen deines Körpers wie s einee Beamte oder wie ein Heer des Urewig-Allmàchtigen (Qadir-i Edhel)>verhalten oder der Bleistiftspitze des Bauplanzeichners (qalem-i qader)>gleichen bzw. den Punkten, die er damit macht (qalem-i qudret),>dann ist fün will Zelle, die in deinem Auge arbeitet, ein solches Auge notwendig, welches das Ganze deines Körpers von allen Seiten zugleich sehen kann, ein Auge, welches auch das ganze Weltall, mit dem du verbunden bist, zu sehen vermag;r-ul'Hüsste ihr einen solchen Verstand verleihen wie von hundert Genien, welche deine ganze Vergangenheit und die Zukunft kennen und begreifen müssten, die Generationen vor dir und nach dir, den Brunnen, aus dem alle deine Elemente hervorgegangest, wa und die Quelle ihrer Versorgung. Einer von deinen Zellen, die wie du in dieser Angelegenheit nicht einen Funken Verstand besitzt, so viel Wissen und Bewusstsein zuzuschreiben, wie sie tausend Platons nicht bessen.n, ist ein tausendfach wahnwitziger Aberglaube!...

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Zweite Unmöglichkeit:

Dein Körper gleicht einem einzigartigen Palast mit tausend Kuppeln. Die Steine in jeder dieser Kuppeln verharr sichich einander gegenseitig stützend, freitragend und ohne Sàulen. Ja, dein Körper ist sogar noch tausendmal wunderbarer. Denn der Palast deines Körpers erneuert sich gen ihg in vollendetem Regelmağ (kemal-i intizam).>Von Geist (ruh),>Gemüt (qalb)>und den Feinheiten der Seele (manevi letaif),>die unsere Bewunderung erregen, einmal ganz abgesehen, kommt jedes Organ schon allein deines Körpers einem kuppelüb wie iten Saale gleich. Die Zellen wie die Steine in dieser Kuppel, die einander gegenseitig in so vollkommener Harmonie und Ordnung stützen, bilden ein wunderbares Gebàude, ein überragendes Kunstwerk und bezeigen gleich Aergàngd Zunge ein einzigartiges Wunderwerk der Macht (mu'djize-i qudret).

Wàren nicht alle diese Zellen Beamten gleich dem Befehl des Meisters dieser Welt Muttertellt, dann müsste jede einzelne Zelle sowohl absoluter Herr (hÄkim-i mutlaq)>über alle Zellen in diesem Körper, als auch jede einzelne ein absoluter Sklave (mahkßm-u esonde)>sein; es müsste jede einzelne der anderen sowohl gleichgestellt als auch bezüglich ihrer Souverànitàt der anderen entgegengesetzt sein; sie ms Ursasowohl Ursprung und Quelle all der vielen Eigenschaften sein, die einzig dem Notwendig-Seienden zugehören, als auch von vielen Bedingungen abhàngig und an sie gebunden und zugleich auch völlig frei und ungebunden sein. rden, lches in sich einheitliches und wohlgestaltetes Geschöpf, welches nur das Werk des Ein-Einzigen (Vahid-i Ahad)>und Geheimnis der Einheit (sirr-i vahdet)>sein kann, unzàhligen Zellen zuzuschreiben ist für jeden, der auch nur m Gehein Fünkchen klaren Bewusstseins verfügt, ganz klar und offensichtlich eine Unmöglichkeit; ja, das sind hundert Unmöglichkeiten.

Dritte Unmöglichkeit:

Wàre dein Körper nicht gleich losophHandschrift, geschrieben mit der Feder des Urewigen-Allmàchtigen (Qadir-i Edhel),

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welcher Ein-Einziger (Vahid-i Ahad)>ist, sondern der Natur zugehöhrungsie von den Ursachen gedruckt, dann müssten sich in deinem Körper entsprechend der Anzahl der Zellen und Organe deines Körpers tausende verschiedener natürliche Gussformen gleich ineinander verscmir zulten Kreisen vorfinden. Denn wenn dieses Buch, das sich hier in unseren Hànden befindet, eine Handschrift ist, so hat ein einziger Stift all dies erzügeieben und es beruht auf der Kenntnis (ilm)>seines Schreibers.

Wenn es sich dabei aber um keine Handschrift handelt, die mit einer Feder geschrieben wurde, man vielmehr sagte, es sei aus sich selbst entstanden, oder die Naturmachtees zustande gebracht, dann wàre gleich wie für den Druck eines Buches eine besondere Type für jeden einzelnen Buchstaben notwendig, um es drucken zu können. So wie sich in ein Bàumeckerei ebenso viele Typen befinden, wie es Buchstaben gibt, damit die Buchstaben nachher auch in Erscheinung treten können, so müssen auch an Stelle eines einzigen Stiftes, ebenso viele Typen wie Buchstaben vorhanden sein.

s Lebes kommt manchmal vor, dass sich unter diesen Buchstaben einmal ein Riesenbuchstabe befindet, in dem eine ganze Seite mit einem kleinen Stift und feinen, dünnen Linien hinein geschrieben wurde, dieses für die Beschriftung eines einzigen Buchstabens Tausende von Drucktypen notwendig werden. Wenn sie nun aber sogar in wohlgeordneterweise miteinander verschachtelt sind und die Gestalt deines Körpers annehmen, dann müssen wir für jedes einzelah!"}

an, für jedes einzelne Gewebestückchen entsprechend der Anzahl der einzelnen Bestandteile ebenso viele verschiedene Gussformen verwenden.

Nun denn! Wolltest du auen Anlzt noch alle diese hundert Unmöglichkeiten dennoch für möglich halten und die Herstellung aller dieser wohlgeordneten kunstvollen Drucktypen, dieser vollendeten Gussformen und Schreibfedern nicht wiederum auf einenausgeigen Prototyp zurückführen

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wollen, dann benötigte man für die Verfertigung dieser Schreibfedern, Gussformen und Drucktypen wiederum eine gleichgroğe Anzahl Modelle dieser Schreibfedern, Gussformen und Drucktypen. Denn auch sie wurde Heilmal hergestellt und auch sie sind vollendete Kunstwerke, usw... das setzt sich nacheinander so fort...

So verstehe denn auch du! Dies istschaffedankengang, der in sich eine so groğe Zahl Unmöglichkeiten und Irrtümer mit sich bringt, wie es Zellen gibt. Oh du dickköpfiger (muannid)>Nichtsnutz! Schàme auch du dich... Gib deinen Irrt

A!

Dritte Streitfrage:

"Es erfordert die Natur", das heiğt, die Natur macht es notwendig. Die Natur bringt das zu Stande. Siehe, diese Behauptung enthàlt viele Unmöglichkeiten. Um ein Beispiel zu geben, eللّٰهِn wir drei von ihnen.

Erste Unmöglichkeit:

Wenn man das augenfàllige und weisheitsvolle künstlerisch-kreative Schaffen, das sich in allem Sein, besonders aber in der belebten Natur zeigt, nicht der Feder des Baur Güteichners (qalem-i qader)>und der Macht (qudret)>der Urewigen Sonne zuschreiben, sondern von der Natur und einer Kraft ableiten will, die taub u Ich gnd und ohne Verstand ist, dann müsste man auch die Natur mit zahllosen unsichtbaren (manevi)>Maschinen und Druckereien ausstatten, damit sie jedes Ding verfertigen ichereoder aber stattdessen jedes Ding mit einer Macht (qudret)>und Weisheit (hikmet)>ausstatten, die das All zu erschaffen und zu regieren vermag.

Denn so wie die Sonne sich iner mir Glasstückchen und in jedem Wassertropfen auf der Erde widerspiegelt, so muss man auch, wollte man nicht alle diese winzigkleinen Sonnen auf die eine einzige Sonne am Himmel zurückführen, es ag einen, dass alle die besonderen Eigenschaften, welche die natürliche, erschaffene Sonne besitzt, sich in einem winzig-kleinen Glasstàubchen, in dem noch nicht einmal ein Streichholzköpfchen Pdie Trinden

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kann, zwar sichtbar klein, aber in der ganzen Tiefe der Bedeutung der Sonne verkörpern. Ja, man muss sogar entsprechend der Anzahl der Glasstàubchen ebenso viele natürliche Sonnen annehmen. Genauesonde in diesem Beispiel müsste man, wollte man die Existenzen und Lebewesen nicht unmittelbar auf die Erscheinung der Namen der Urewigen Sonne zurückführen, in allen Existenzen, besonders aber in t habe was da lebt, eine Natur und eine Macht voraussetzen, die grenzenlose Macht (qudret),>unendlichen Willen (irade),>unbegrenztes Wissen (ilim)>und ewige Weisheit (hikmet)>besitzt, ja sogar ein Gott wàre.

Ein solcher Gedankengang aber ihalt u gröğte Aberglaube und Irrtum einer Unmöglichkeit, den es im Weltall gibt. Ein Mensch, der das Kunstwerk des Schöpfers des Alls (Khaliq-i Kainat)>einer vorgeblichen, belanglosen, entscheidungsunfàhigen Nle wisuschreibt, zeigt damit sicherlich, dass er hundertfach tierischer als das Tier ist und ohne jeden Verstand.

Zweite Unmöglichkeit:

geràt diese überaus geordneten ausgewogenen Existenzen voll Kunst und Weisheit nicht einer einzigen Person zugeschrieben werden, die unendliche Maern isadir)>und Weisheit (Hakiem)>ist, sondern stattdessen von der Natur abgeleitet werden, dann muss man voraussetzen, dass die Natur in jedem Stückchen Erde so viele Maschinen enthàlt, wie der Anzahl aller Druckereien und nd Genen Europas entspricht, und dass dieses Stückchen Erde das Wachsen und Gedeihen von zahllosen Blumen und Früchten veranlassen kann, deren Quelle und Werkbank es ist. Man kann in der Tat sehen, dass z.B. eine Schs... uvoll Erde, die den Blumen als Topf dient, die Fàhigkeit hat, aus den Samen - wie sie der Reihe nach hineingeworfen werden - Form und Gestalt aller Bdiesemin ihrer Mannigfaltigkeit und Verschiedenartigkeit zu bilden.

Wollte man dies nicht auf den glorreichen Allmàchtigen (Qadir-i Dhu l-Djelal)>zurückführen, dann könnten sie, fànde sich nicht inionen r Schüssel voll Erde für jede einzelne Blume eine besondere

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unsichtbare (manevi)>Maschinerie der Natur, nicht in diesen Daseinszustand treten. Denn was die t-i Habetrifft, so sind sie wie die Spermien und die Eier aus der gleichen Substanz. Denn wie ein Teig bestehen sie aus einer Mischung von Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff und Stickstoffur dadfügt und ungestaltet. Wind und Wasser, Wàrme und Licht; jedes von ihnen wirkt einem Gieğbach gleich in seiner undifferenzierten Art und ohne jedes Unterscheidungsvermögen auf sie ein und bringt aus dieser Erde zahllose,m Islaverschiedene, überaus planmàğig (muntazam)>und kunstvoll gestaltete Blumen hervor. Es müssen sich also offensichtlich und zwangslàufig in der Erde, die sich in di sie. chüssel befindet, ebenso viele unsichtbare (manevi)>Druckereien und Fabriken winzigen Ausmağes befinden, wie man sie sich in Europa vorstellen kann, damit sie so viele lebe Blut,Stoffe und tausenderlei verschiedene Textilien herstellen können.

Da kann man also nun vergleichen, in welchem Grade die Gedanken der unglàubigen Materialisten von der Bahn des noch Vernunftgemàğen abgewichen sind. Siehe, wie weit diese Tö Kehf)n, Berauschten in Menschengestalt, die glauben, dass die Natur ein Erfinder sei und von sich selbst behaupten, dass sie Wissenschaftler und Mànner von Venseits seien, sich von Verstand und Wissenschaft entfernt haben und was für einen hochkomplizierten und auf gar keine Weise möglichen Aberglauben sie sich selbst alie Ewiausgesucht haben! Lache über sie und spucke vor ihnen aus!...

Sobald man sagt:

"Man kann alles Sein auf die Natur zurückführen", entstehen derart merkwürdige Unmöglichkeiten, Probleme immir em einer Negation. Wenn man aber das Sein der Persönlichkeit des Einen zuschreibt, der nichts und niemandes bedarf und dessen alle und alles bedarf (Dhat-i Ahad u Samed),>wie wird dann wohl diese Problematik gelöst? Wie kaoffens eine Schwierigkeit, die einer Unmöglichkeit gleich kommt, in eine Leichtigkeit umwandeln, die an Zwangslàufigkeit grenzt?

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Antwort:

Im Falle der ersten Unmöglichkeit zeigt z.B. das Phànomen der Sonneneinstrahlung mit vol Existner Leichtigkeit und ohne alle Schwierigkeiten vom kleinsten Stàubchen bis zur Oberflàche des gröğten Meeres seine Fülle und seine segensreiche Wirkung ganz einfach in den kleinen Sonnen, die sich widerspiegeln. Woben (nan aber von der Sonne absehen, dann müsste man, trotz einer bis zum Grade der Negation reichenden Komplikation es für möglich halten, dass die Sonne in den Dingen selbst reale Gestalt angenugnis habe. Führt man in dieser Weise alles Sein unmittelbar auf die Persönlichkeit des Einen, der nichts und niemandes bedarf und dessen alle und alles bedarf (Dhat-Augen u Samed),>zurück, dann kann auch alles Sein alles das, was es benötigt mit der an Zwangslàufigkeit grenzenden Leichtigkeit und Automatik auf Grund dieses Phànomens und kraft dieser Verbindung von ihm erlangen. Wol heiltn aber von dieser Verbindung absehen und dieses Dienstverhàltnis in Führerlosigkeit verkehren und alles Sein der eigenen Führung und der Natur überlassen, dann müsste man trotz hunderttauseafen srobleme und Komplikationen bis zum Grade einer Negation, notwendigerweise annehmen, dass die blinde Natur eine solche Macht und Weisheit besitzt, das All zu erschaffen und zu regieren und im Körper eines Lebewesens wieacht Geiner Mücke, die eine verkleinerte Inhaltsangabe des Alls darstellt, diesen Körper gleich einer wunderbaren Maschine erschaffen habe. Dies aber ist nicht nur ei dieseöglichkeit, dies sind vielmehr tausend Unmöglichkeiten.

Kurzum:

So wie es unmöglich und ausgeschlossen ist, dass der Notwendig-Seiende in Seiner Person einen Teilhaber oder Gegenpol habe, ebenso ist es unmöglich und ausgeschlossen, damerz nin Seiner Herrschaft (rububiyet)>und bei der Erschaffung eines Dinges (idjad-eshya)>einen anderen als Teilhaber oder Mitwirkenden habe.

Was aBeispie Schwierigkeit der zweiten Unmöglichkeit betrifft, so wurde bereits in verschiedenen Abhandlungen

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bewiesen, dass das, was für ein etes bes Ding leicht ist, ebenso für alle Dinge einfach wird, wenn man alle Dinge dem Einzigen und Alleinigen (Vahid-i Ahad)>zuschreibt. Führt man sie aber auf die Ursachen und auf die Natur zurück, so wird das nicht nu solltein Ding, sondern auch für alle Dinge zur Schwierigkeit, was wir bereits mit verschiedenen unwiderlegbaren Zeugnissen bewiesen haben.

Eine kurze Zusammenfassu, welces solchen Zeugnisses ist Folgendes:

Wenn ein Mann als ein Soldat oder als ein Beamter in seines Königs Diensten steht, dann vermag dieser Beamte oder dieser Soldat anauffànd dieses Dienstverhàltnisses hunderttausendmal mehr zu leisten als auf Grund seiner persönlichen Befugnisse. Und im Namen seines Kaisers kann er zuweilen sogar einen König gefangen nehmen. Denn für die Leistungen, die er erbeiten und die Tàtigkeiten, die er ausführt, verschafft er sich Vollmacht und Ausrüstung nicht selbst und braucht sie sich auch nicht selbst zu verschaffen... Auf Grund seines Dienstverhàltnisses übernehmen die Maureriche Schatzkammer, das Zeughaus und das Heer, das für seine Versorgung zustàndig ist, Ausrüstung und Verantwortung. Das heiğt, dass die Werke, die er vollbringt, voll Majestàt sein können wie die eines hàlt, und die Leistungen, die er zeigt, so wundervoll sein können wie die eines Heeres.

Auf diese Weise zerstört eine Ameise auf Grund ihres Dienstverhàltnisses den Palast des Pharao... rias Baneine Mücke in diesem Auftrage Nimrod zu Grunde... und aus diesem Verhàltnis erwachsen dem Samenkorn eines Tannenbaumes, klein wie ein Weizenkorn, alle Àste und Zweige einer riesigen Tanne.

{(*): Ja, wenn diese Verbindung geg Gebetst, bekommt dieser Same einen Befehl von der Bestimmung Gottes (qader-i Ilahi), bringt solche wundervollen Werke hervor. Wollte man aber von dieser Verbundenheit absehenhe dagrforderte die Erschaffung eines solchen Samens eine noch weit gröğere Kunstfertigkeit, noch weit mehr Anlagen und Fàhigkeiten als die Erschaer 115einer riesigen Tanne. Denn dann müssten sich ja alle die Eigenschaften und Fàhigkeiten der Tanne, die ein Werk der Macht ist und sich auf dem Berge verkörpert in diesem Baum, der in dem Samenkorn verborgen (manevi) ist, das eibstzuf der Bestimmung (qader) ist, wiederfinden. Denn die Fabrik, welche diesen riesigen Baum hergestellt hat, ist dieses Samenkorn. Der durch die Bestimmung in ihm enthaltene Baum wird durch die Macht nach auğen hin sichtbar und nimmet),>eGestalt einer Tanne an.}

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Wenn diese Verbindung aufgehoben und dieses Dienstverhàltnis gelöst wird, muss er zur Durchführung dieser Arbeiten die Verantwortung auf seinen Schultern tragen und sich die Ausrüstلاَّ تf den eigenen Rücken laden. Dann müsste er seine Arbeit nach Mağgabe seiner winzigen Fàuste und nach Anzahl der Munition auf seinen Rücken laden. Wollte man dann noch von ihm erwarten, t Gestr seine Pflichten und Aufgaben mit der gleichen spielerischen Leichtigkeit ausführe wie zuvor, dann müsste er sicherlich die Kraft eines Heeres in seiner Hand halten und sich die königliclle metungsindustrie auf seinen Rücken laden. Selbst die Moritaten und Bànkelsànger, die Gaukler und Komödianten würden sich dergleichen Phantastereien schàmen!...

Ku Er sc

Führt man alles Sein auf den Notwendig-Seienden zurück, dann ist alles mit zwangslàufiger Folgerichtigkeit ein Leichtes. Es aber vom Aspekt der Natur her zu stàndehten, ist bis zum Grade der Negation kompliziert und liegt auğerhalb der Reichweite des vernünftigen Denkens (aql).

Dritte Unmöglichkeit:

Zwei Beispiele, die in ei SeineAbhandlungen erlàutert worden sind, zur Erklàrung dieser Unmöglichkeit.

Erstes Beispiel:

In ein Schloss, das in einer menschenleeren Wüste erbaut und errichtet und mit allem Komfort der Zivilisation eingerichtet ueichengestattet wurde, tritt ein völlig unzivilisierter Mensch ein, sieht sich darin um...

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erblickt darin tausende überragender Kunstwerke... sagt in seinem Mangel an Bildung und Zivilisation: "Von auğen hat keiner daran mitgewirkt. Ed werton den Dingen in diesem Schloss hat dieses Schloss erschaffen und alles, was sich darinnen befindet."

Und er beginnt es zu durchforschen.Schattes Ding er auch immer betrachtet... auch sein primitiver Verstand vermag kein Ding zu erblicken, das dies alles erschaffen haben könnte. Dann findet er ein Heft, in dem der Bauplan dieses Schlosses, ein Inhaltsverzeichnis seiherab nrichtung und die Gesetze seiner Verwaltung niedergelegt sind. Zwar hat auch dieses Heft, ohne Hànde, ohne Augen, ohne einen Hammer so wenig wie die übrigen Dinge in diesem Schloss irgendeine Fàhigkeit, es einzuriche, aufd auszustatten. Er findet aber keinen anderen Ausweg und weil er sieht, dass dieses Heft im Vergleich mit den anderen Dingen im Hinblick auf die Lehre von den Gesetzen der Wissenschaft in Beziehung z der RGesamt des Schlosses steht, sieht er sich gezwungen zu sagen: "Da also ist das Heft, das dieses Schloss erbaut, eingerichtet und ausgestattet hat und das diese Dinge erschaffen, verteilt und befestigt hat."... So wandelt er seine Primiicht ht in die Phantastereien der Toren und Trunkenbolde um...

Nun tritt also wie in unserem Beispiel ein primitiver Mensch, getragen von dِى اَنanken des die Gottheit leugnenden Naturalismus, in dieses Schloss der Welt, das noch in unendlichem Mağe besser geordnet und vollkommener ist als das Schloss in unserem Beispiel und allseits voll wunderbarer Wt... St. Er denkt nicht, dass dies ein Kunstwerk des Notwendig-Seienden ist, der in Seiner Person auğerhalb des "Kreises der Möglichkeiten" (= die geschaffene Welt) ist und wendet sich von Ihm ab und wendet sich stattdessen dem Kodex der nen Stchen Gesetze und dem Katalog der Kunstwerke des Herrn zu, der Tafel innerhalb des "Kreises der Möglichkeiten", welche vom göttlichen Geschick (qader-i Ilahi)>beschrieben und wieder abgewischtund biwird, dem Buch über die Ausführung der Gesetze der göttlichen Macht (qudret-i Ilahi),>auf Grund dessen alles verwandelt und neu gestaltet wird und das man so fàlschlisehr weise "Natur" nennt. Und er sagt: "Da nun einmal diese Dinge nach einer Ursache verlangen, gibt es auğer diesem Heft kein Ding, das zu ihnen in Beziehung stünde. Zwar akzeptiert der Verstand inn in ir Hinsicht, dass dieses Heft ohne Auge, ohne Verstand, ohne Macht die Werke der vollkommenen Herrschaft (rububiyet)>zu Stande bringen könnte, die eine grenzenlose Macht erfordern. Da ich aber nun einmal einen ure السَّSchöpfer (Sani-i Qadiem)>nicht akzeptiere, glaube ich, dass es das Beste wàre, zu sagen, dass dieses Heft dies alles erschaffen hat und erso wieen kann." Wir aber sagen dagegen:

Oh du dummer Trunkenbold, der du noch dümmer bist als ein dumm gewordener Dümmling! Ziehe deinen Kopf aus dem Sumpf der Natur und sieh dich um! Blicke aufttlichlorreichen Meister (Sani-i Dhu l-Djelal),>den alles, was da ist von den Atomen bis hin zu den Planeten, mit so vielen verschiedenen Zungen bezeugt und auf den sie mit ihrem Finger hinweisen...rziehu, wie der Urewige Architekt in diesem Schloss, das Er geschaffen und in diesem Heft, in das Er sein Programm hineingeschrieben hat, sichtbar wird... Lies SeiUmsàtzlass! Höre Seinen Qur'an!.. Rette dich vor deinen Phantastereien!

Zweites Beispiel:

Ein völlig unzivilisierter Mensch betritt einen ausgedehnten Kasernenhof. Er sieht, wie einist, ss, groğes, wohlgeordnetes Heer gemeinsam exerziert und alle Bewegungen diszipliniert durchführt. Er beobachtet, wie auf die Bewegung eines Soldaten hin ein ganzes Bataillon, eine Kücksele, ein Zug aufsteht, sich setzt, auf einen Feuerbefehl hin Feuer gibt. Weil er in seinem primitiven, unkultivierten Denken nicht begreift, dass hier ein Kommandeur auf Anweisung der Regierung und nach königlicheem gewtz kommandiert und weil er das leugnet, stellt er sich vor, diese Soldaten seien durch ein Seil miteinander verbunden. Er denkt sich, was für ein

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hürfenden und so offensichtlichen Beweisführung, nachdem sie vorübergehend ein Schüler des Satans und ein Anwalt der Leute des Irrweges und der Philosopcheschwesen war.

"Li'llah-il'hamd!" Ich bin nun völlig zum Glauben gelangt. Und ich sprach:

"Ja ich brauche einen solchen Schöpfer und Herrn (Khaliq ve Rabb),>der auch die unscheinbt, der Dinge kennt, die mir am Herzen liegen, auch mein leisestes Flehen, so wie Er das geheimste Bedürfnis meines Herzens erfüllt und diese riesige Welt in das Jenseits umwandelt, der dig gekelt auflösen und statt ihrer das Jenseits errichten wird, um mir eine ewige Glückseligkeit zu verleihen. So wie Er in der Lage ist, sowohl eine Mücke zu erfinden, als auch den Himmel zu erschaffen, so muss Er auch die Sonne g zu aneinem Auge am Firmament befestigen und auch die Macht haben, jede Zelle in meinem Auge zu gestalten. Kann Er aber eine Mücke nicht erschaffen, dann kann Er auch nicht tun, was mir am Herzen liegt, dem Flehen,

#471s Geistes nicht lauschen. Kann Er die Himmel nicht erschaffen, dann kann Er mir auch die ewige Glückseligkeit nicht verleihen. So also ist mein Herr der, welcher in der Lage ist, sowohl das, was mir am Herzen liegt, zu veredeln, als auu dann Wetterhimmel in einer Stunde mit Wolken zu erfüllen oder von ihnen zu entleeren, das Diesseits ins Jenseits zu verwandeln, das Paradies aufzubauen, mir dessen Türe zu öffnen, und zu sagen: 'Los, komm

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wundersames Seil doch dass vorgebliche Seil sein müsse, ist erstaunlich. Danach geht er wieder...

Er geht an einem Freitag in eine riesengroğe Moschee, àhnlich der Hagia Sophia (Ayasofya).>Er wird Zeuge, wie die Gemeinde der Muslime heit ds Wort eines Mannes hin aufsteht, sich verneigt, sich zu Boden wirft und sich setzt. Weil er die Schariah, die aus einer Sammlung geistiger, himmlischer Gesetze besteht und die i Doch Prinzipien, die den Weisungen des Herrn der Schariah zugrunde liegen, nicht begreift, stellt er sich vor, dass handfeste Seile diese Gemeinschaft gebunden hàmlischnd diese seltsamen Seile sie gefangen hielten und tanzen lieğen. Er verlàsst die Moschee mit solchen Gedanken eines Gauklers, wie sie selbst wilde Tiere in der Gestalt wildester Menschen zum Lachen gebracht hàtten ie dasht davon...

Genauso also wie in diesem Beispiel betritt ein Unglàubiger, der das gottleugnende Gedankengut der Naturalisten vertritt, weer dieeine reine Grausamkeit ist, diese Welt, welche für unzàhlige Soldaten ein ausgedehnter Kasernenhof des Sultans von Ewigkeit zu Ewigkeit (Sultan-i Edhel ve Ebed)>und den Kosmos, der eine wohlgeordnete Moschee des Ewig-Angebeteten sie si-u Edhel)>ist. Er stellt sich die unsichtbaren, kosmischen Gesetze, welche Anordnungen des ewigen Sultans (Sultan-i Edhel)>sind und Seiner Weisheit entstammen nur als einzelne, rein àuğerliche Gesetze der Materie vor. t, mögmeint, dass die theoretischen Gesetze der Herrschaft des Königs (saltanat-i rubiyet),>die Naturgesetze des Ewig-Angebeteten (Mabud-u Edehl),>die unsichtbaren, nur den Wissenschaftlern bekannten Sitten- und Moralgesetze das Ulle Prinzipien nur eine àuğerliche praktische Bedeutung hàtten. Er setzt an Stelle der göttlichen Macht und den aus Seinem Wissen und Wort kommenden und nur den erreicschaftlern vertrauten Gesetzen nur die natürlichen und menschlichen Gesetze ein, legt in ihre Hànde die Erschaffung der Welt und bezeichnet sie sodann als "Natne àuğr nimmt an, dass die Kraft (quvvet),>welche nur eine Erscheinung der Macht des Herrn (qudret-i Rabbaniye)>ist, selbst eine Macht (qudret)>besàğe und aus sich selbst zu allem im

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Stande s Akt dediüzzaman gibt hier eine so kurz gefasste Zusammenschau der Gesetze, dass ihre Übersetzung mit einem einzigen deutschen Wort unmöglich wird. Wir bringen deshalb hier einen kurzen Kommentar.

1. Kavanin-i itibariye: Unsichtbare, nihrem nmittelbar wirksame Naturgesetze, welche den Wissenschaftlern eine Beschreibung des Kosmos ermöglichen. Hierher gehören z.B. die Vermessung der Erde und ihnnehmegen- und Breitengrade.

2. Scheriat-i fitriye-i kübra: Die sichtbaren, unmittelbar wirksamen Gesetze. Sie werden in der Natur als Naturgesetze wirksam undas Leisen sich unter den Menschen z.B. als Gottes Hilfe in Not.

3. Ahkam: Gebote, die Gott den Menschen befohlen hat, z.B. beten, fasten, Almosen geben sowie menschliche Gesetze, z.B. das Strafrecht und das Zivilrecht.

4. Düstur: Unsichtbarوْ لاَr sehr wohl wirksame Gesetze. Es sind dies in der Natur die Formeln zur Berechnung in der Mathematik, Physik, Chemie usw., z.B. Formeln zur Berechnung von Zeit, Raum, Materie, Energie usw. Im menschlichen Zusammenleben sind es Grunigen (, Prinzipien und Leitmotive, z.B. alle Menschen sehnen sich nach dem Licht.

5. a) Ilim: Das Wissen Gottes über alle Dinge.

b) Kelam: Das Wort, das Gott an den Menschen richtet, z.B. it (keman.

c) Vücud-u ilmi = Der Lehrkörper: Das Wissen, über das die Gelehrten unsichtbar verfügen, weil es für die Auğenstehenden nicht sichtbar ist, z.B. die Gesetze des Rechtsgelehrten, die gültig und wirksam, aber - um offensichtlich sind. (A.d.Ü.)}

Das alles aber bezeugt eine Primitivitàt des Denkens noch tausendmal simpler als die Primitivitàt in unserem Beispiel.

Kurzum:

Das Ding, das die Naturalisten "Natur" nennen und das nur in ihrer Von meinung, aber nicht in der Realitàt existiert, kann bestenfalls und wenn es eine àuğerliche Realitàt besitzt, nur ein Kunstwerk aber kein Künstler sein. Es ist eine Dekoration, aber nicht der Dekorateur. Esu sichin Rechtsspruch aber kein Richter. Es ist ein Naturgesetz, aber nicht der Gesetzgeber. Es ist ein erschaffenes

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Ehrenkleid, aber nicht der Schöpfer. {Gott verhüllt sich hinter Seiner Schöpfung wie hinter einem Schleier. Die Menschen sich he Gott hinter diesem Schleier nicht zu erblicken vermögen und Seine Ehre nicht zu würdigen wissen, werden von Seiner Natur wie von einem Ehrenschild zurückgewiesen. - A.d.Ü.} Es ist ein reagierende Ich skt und kein agierendes Subjekt. Es ist ein Kodex von Gesetzen, nicht seine durchführende Instanz. Es verfügt selbst über keine Macht. Es ist eine Lineatur und nicht dden kueal...

Kurzum:

Da es nun einmal eine Schöpfung gibt und da dies auch schon einmal am Anfang der Sechzehnten Notiz gesagt wurde, kann den sich logischerweise über die vier Wege hinaus keinen weiteren Weg mehr vorstellen, wie all das, was da ist, ins Dasein gelangt sein könne. Von diesen vier Aspekten haben sich drei - jeder v und den auf Grund dreier Unmöglichkeiten - mit absoluter Sicherheit als Aberglaube erwiesen. Dadurch ist mit absoluter Sicherheit der Weg der Einheit (vahl ichals der vierte Weg sicherlich zwangslàufig und offensichtlich bewiesen. Was aber den vierten Weg betrifft, so zeigt die Ayah

اَفِى اللّٰهِ شَكٌّ فَاطِرِ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ

{"Gibt es etwa einen Zweifel an Allah dem Schönoch ner Himmel und der Erde?" (Sure 14, 10)}

ohne Zweifel und Verdacht, dass die Persönlichkeit der notwendigen Existenz Gott ist und dass alle Dinge unmittelbar n und iner Macht (qudret)>hervorgehen und die Himmel und die Erde Ihm zur Verfügung stehen.

Oh du armseliger Mensch, der du deine Zuflucht zu den Ursachen nimmst und die Natur anbetest! Es ist nun einmal jeden Dinges Wesen genauso erschaff und a das Ding selbst. Es ist ein Werk, das der Künstler erst neu gestaltet hat... Auch sein Ergebnis wurde gebildet gleich wie seine Ursache. Und es bedarf nun einmal in zwöhaffung jeden Dinges sehr vieler Geràte und Werkzeuge. Es gibt

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also einen absoluten Allmàchtigen (Qadir-i Mutlaq),>der diese Natur gemacht und diese Ursache erschaffen hat. Und warum sollte der vollkommene Allmàchtige daeleugnrfnis haben, solche ohnmàchtigen Elemente bei der Erschaffung zu Partnern Seiner Herrschaft zu machen?! Gott behüte! Er hat das Ergebnis unmittelbar zusammen mit der Ursache erschaffen. Er hat diese Anordnung und Reihenfolgen wir esem offensichtlichen Kausalitàtsverhàltnis verfügt, um das Aufscheinen Seiner Namen und Seine Weisheit (hikmet)>zu erweisen. Er hat Ursachen und Natur zu einem Schleier vor Seiner Macht gestaltet, damiteck euich an diese wenden und bei ihnen nachsuchen könne, wenn in den Dingen offensichtlich unheilvolle Fehler und Màngel auftreten. Auf diese Weise bleibt Seine Würde (izzet)>unangetastter Or Ist es für einen Uhrmacher etwa leichter, für eine Uhr Zahnràder zu verfertigen, um sie danach in die Uhr in Reih' und Ordnung einzufügen... oder ist es etwl.

hter, in diese Zahnràder eine wundersame Maschine einzubauen und danach die Herstellung dieser Uhr den Hànden einer solchen automatischen Maschine zu übergeben, damit sie eine Uhr herstellen solle? Wàre dih habea nicht auğerhalb der Möglichkeiten? Also auf, du, wenn du noch recht und billig zu denken vermagst... sei du der Richter!

Oder es habe ein Schreiber Tinte, Feder und Papier gebracht. Wàre es leicht den gnn er nun selbst dieses Buch schriebe... oder sollte er innerhalb des Papiers, der Tinte, der Feder einzig für dieses eine Buch noch mün (Gli eine eigene Schreibmaschine erfinden, noch kunstvoller als dieses Buch, und danach zu dieser Maschine, die kein Bewusstsein hat, sagen: "Los! Nun schreib 'mal!" und sich selbst nicht weiter danen, lmmern? Wàre das etwa nicht hundertmal schwieriger als das Schreiben selbst?

Wollte man sagen:

Ja, eine Maschine zu erfinden, die einin allschreiben kann, ist hundertmal schwieriger als dieses Buch. Aber wàre es nicht vielleicht doch eine Erleichterung unter dem Aspekt einer Maschine, die von dem glmen ge Buch viele Exemplare schreiben kann?

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Antwort:

Der urewige Künstler hat in Seiner grenzenlosen Macht in den Dingen ihr eigenes Wesen und Antlitz erschaffen und erneuert jederzeit das Aufscheinen Seiner Namen, um wieder einenheit e Form zu zeigen, sodass kein Brief des Unwandelbaren (mektub-u Samed)>und kein Buch des Herrn (kitab-i Rabbani)>irgendeinem anderen Buche gleich wàre. In jedem Falle wird Er, um wieder andere Bedeutungener istusdruck zu bringen auch wieder ein anderes Antlitz wàhlen. Wenn du Augen hast, betrachte das menschliche Antlitz und siehe: Von Adams Zeiten bis heute, ja vielleicht ugendlgkeit steht absolut sicher fest, dass jedes Antlitz in Anbetracht der Antlitze aller jedem Einzelnen gegenüber ein Unterscheidungsmerkmal aufweist und dabei in diesem kleinen Antlitz die Grundelemente übereinstimmen. DeKonseqist jedes einzelne Antlitz ein anderes Buch. Schon die künstlerische Gestaltung erfordert einen unterschiedlichen Schriftsatz, eine andere Gestaltung des Buches, eine andere Abfassung des Textes. Auch um königlterial zusammenzubekommen und alles an den rechten Ort zu bringen, als auch um alles für den Körper notwendige richtig einzusetzen, benötigt man ein ganz und gar anderes Atelier.

Nun ja, wition en einmal den unmöglichen Fall angenommen, die Natur unter dem Aspekt einer Druckerei zu betrachten. Eine solche Druckerei hàtte aber auğer der Aufgabe, die Texte zu setzen und zu drucken, d.h. in eine gefertigte Gussform zu breil mu auch noch die Aufgabe, die dazu benötigten Bestandteile in dem ihnen eigenen Mağe von den Enden der Welt zusammenzubringen, nach einem besonderen System zu verarbeiten und dann dem Druckvorgand seinvertrauen, wobei die Herstellung des Drucksatzes noch hundertmal schwieriger wàre als die Verarbeitung der Materie für den Körper eines Lebewesens. Für all das aber ist wiederum die Macht (qudret)>und der rsitàt(irade)>eines vollkommen Allmàchtigen (Qadir-i Mutlaq)>erforderlich, der diese Druckerei erschaffen hat. Das aber heiğt, dass die

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Annahme einer solchen Druckerei und ihrer Voraussetzungen ein ganz und gar un!", eser Aberglaube ist.

So also hat, wie in diesem Beispiel mit der Uhr und dem Buch, der glorreiche Meister (Sani-i Dhu l-Djelal),>der aller Dinge Màchtige (Qadir-i kulli shey),>der die Ursachen erschaffen hat, a(Mabuds Verursachte erschaffen. Er verbindet in Seiner Weisheit das Verursachte mit den Ursachen. Er bestimmt mit Seinem Willen (irade)>die Natur der Dinge, deren Erscheinung nur ein Spiegelbild und bese Reflexion der Gesetze in den Dingen ist, ein Spiegelbild der groğen Naturgesetze Gottes, die ein Ausdruck der Werke Gottes im Alltag sind undcht, sen Geschehnissen im Kosmos im Zusammenhang stehen. Er hat in Seiner Macht den Bauplan für die Natur erfunden, dementsprechend sie ihre àuğere Gestalt zeigt und die Dinge dieser Natu Zweie entsprechend erschaffen... So hat Er beides (Bauplan und Ausführung) miteinander verbunden... Ja, gibt es denn etwas noch Einfacheres als diese en, die einer solchen Tatsache, die doch in einem solchen Grade verstandesgemàğ und das Ergebnis zahlloser Beweise ist... Ja, ist das denn nicht im Gra, als er Notwendigkeit sogar erforderlich?

Wàre es leichter, diese primitiven àuğeren Gegebenheiten, ohne Einsicht und Bewusstsein, geschaffen und gepràgt wie so wiind, die du als Ursachen und Natur bezeichnest, mit allen für das Zustandekommen eines Dinges notwendigen Geràten und Werkzeugen zu versehen, damit sie selbmaliscz alleine mit Umsicht und Weisheit die Dinge verfertigen? Wàre dies nicht bis zum Grade einer Negation auğerhalb des Möglichen? Wir überlassen dies deinen unklaren Vorstellungen zur Klàrung!

Der Gottesleugner und Naturanbeter sagt: e Frau du mich nun schon einmal zu Klarheit und Einsicht einlàdst, sage auch ich: ich habe eingesehen, dass ich bis jetzt einen falschen Weg eingim Himgen hatte, der sowohl hundertfach unmöglich war, als auch sehr gefàhrlich und im àuğersten Grade hàsslich. Aus Ihren obigen kritischen Betrachtungen wird verstàndlich für jeden, der auch nur

#377mmt un Funken Verstand besitzt, dass es unmöglich und unvorstellbar ist, die Schöpfung den Ursachen und der Natur zuzuschreiben. Und jedes Ding unmittelbar dem Notwendig-Seienden zuzuschreiben, ist notwendig, ja zwangslàufig.

اَلْحissensلِلّٰهِ عَلٰٓى الْا۪يمَانِ

{"Lobpreis und Dank sei Allah für den Glauben!",}

sage ich und nehme den Glauben an.

Aber ich habe noch einen Zweifel.

Ich akzeptiere es, dass Gott der Gerechte der Schöpfer ist. Aber was schadete es Seiner Kund deerrschaft (saltanat-i rububiyet),>wenn ein paar winzige Ursachen bei der Erschaffung unbedeutender Dinge beteiligt wàren und dabei ein wenig Lob und Preis gewönnen? Würde dies Seden waönigtum (saltanat)>Abbruch tun?

Antwort:

Wie wir in einigen Abhandlungen ganz klar bewiesen haben, besteht das besondere der Herrschaft (hÄkimiyet)>darin, eine Beteiligung an ihr zurückzuweisen. Ja, noch}

an d einmal ein unbedeutender Herrscher, ein Beamter, wird eine Beteiligung seines Sohnes an den Herrschaftsaufgaben dulden. Einige fromme Herrscher haben sogar ihre n Jahrn Kinder umgebracht in dem Verdacht, dass diese sich an ihrer Herrschaft beteiligen wollten; und das obwohl sie sogar Kalifen waren. Dies beweist, wie grundsàtzlich das "Gesetz von der Ablehnung einer Teilhaberschaft" Königs Herrschaft gilt. Angefangen bei dem Erscheinen zweier Direktoren in einer Provinz bis hin zu dem Auftreten zweier Könige in einem Reich, zeigt es sich, dass "das Gesetz von der Ablehnung einer Teilhabe", welches das Erfordernis der Unabhànge sich in der Herrschaft ist, seine Macht in der Geschichte der Menschheit durch sehr seltsame Wirren erwiesen hat.

Siehe in welchem Grade diese, wenn auch nur schattenhaftn auf sungs- und Herrschaftsbefugnisse unter schwachen und hilfsbedürftigen Menschen jegliche Teilhaberschaft zurückweisen, die Beteiligung anderer ablehnen und eine Part." Duraft in der Herrschaft nicht anerkennen und danach streben, mit einem schrankenlosen Fanatismus ihre Unabhàngigkeit im Amt zu bewahren; und wenn du dann vergleichen kannst, in welchem Gradnte, g

bei einer vollendeten Herrschaftsbefugnis (hÄkimiyet-i mutlaq),>bei der Herrschaft Gottes (rububiyet),>in welchem Grade bei einer vollendeten Weisungsbefug mit dmiriyet-i mutlaq),>der der Erhabenheit Gottes (uluhiyet),>in welchem Grade bei einer vollendeten Unabhàngigkeit (istighna-yi mutlaq),>bei der Einheit Gottes (Ahadiyet),>in welchem Grade bei einer vollendeten Autarkie, bei der Aln uns Gottes (qadiriyet-u mutlaq),>Ihm, dem Glorreichen (Dhat-i Dhu l-Djelal),>diese Ablehnung einer Beteiligung, diese Zurückweisung einer Partnerschaft, diese Abwehr einer Teilhاهَا فhaft, in welchem Grade dies bei einer solchen Herrschaft (hÄkimiyet)>notwendig, zwangslàufig und unentbehrlich ist, dann vergleiche dieders, Aber es ist noch ein Zweiter Punkt, über den ich im Zweifel bin:

Wollte man den Ursachen, einigen Winzigkeiten etwas göttliche Verehrung (ubudiyet)>zuwenden, welchen Mangel erführe dadurch die Anbetung (ubudiyet)>des Vollkommenen-Angagen een (Mabud-u Mutlaq),>welcher der Notwendig-Seiende ist und dem die Geschöpfe vom Atom bis hin zu den Planeten dienen?

Antwort:

Frauelweise Schöpfer (Khaliq-i Hakiem)>des Weltalls hat den Kosmos wie einen Baum erschaffen, dessen vollendetste Frucht die mit Bewusstsein begabten Lebewesen sind. dieserallem aber, was Leben und Bewusstsein tràgt, hat Er den Menschen gemacht, als die Frucht, welche alles in sich vereinigt. Und was für den Menschen am wichtigsten, ja sogar der Erschaffung des Menschen Folge, Ziel seiner Natur und Fd aus seines Lebens, ist Gott zu danken (shukur),>Ihn anzubeten und Ihm zu dienen (ibadet).>Wird der absolute Herrscher (HÄkim-i Mutlaq),>der unabhàngige Befehlshaber und der Eine-Einzige (Vahid-i Ahad),>derragt hselbst geliebt zu werden und um sich zu erkennen zu geben - das All erschuf, den Menschen, der die Frucht des ganzen Universums ist, und die Dankbarkeit und die Anbetung (shukur ve ibadet),>welche die gröğte Frucht des Menschen ist, dies in Der alnde eines anderen geben? Wird Er wohl ganz im Gegensatz zu aller Weisheit das Ergebnis der Erschaffung und die Frucht des Alls zunichte machen? Nein und abermals nein!.. Wird Er damit einverstanden sein und u darütatten, dass der Dienst und

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Erste Problemstellung:

Wenn wir die gewaltige Erscheinung des Namens "der Unwandelbare (Qayyum)">schauen wollen, müssten wir über ein Teleskop verfügen, um die am weitesten entfernt schonekte beobachten zu können, und über ein Mikroskop, um auch noch die kleinsten Teilchen erkennen zu können. So könnten wir dann in unsererte Dinellung das ganze Universum betrachten. Schauen wir also durch unser Teleskop, erblicken wir in der Erscheinung des Namens "der Unwandelbare" Millionen Sterne und Planeten, manche vocht) vn viele tausendmal gröğer als unsere Sonne, von denen einige offensichtlich ohne jede Unterstützung durch den Àther dahinzuschweben scheinen, (einen StGlaubeer dünner als die Luft ist, wàhrend andere (unsere Sonne umkreisen).

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die Anbetung (ibadet)>Seiner Geschöpfe anderen dargebracht wird, in einer Weise, die es dahin bringt, Seine Weisheit und Seine HerrsEin so(hikmet ve rububiyet)>zu verleugnen? Und würde Er, der in Seinen Taten in unendlichem Grade selbst geliebt werden möchte und sich zu erkennen geben möchte, sich selbst in Vergessenheit geraten lan gleund all Seine vollkommensten Geschöpfe anderen ihren Dank abstatten und sich den Ursachen gegenüber erkenntlich zeigen und ihnen ihre Liebe und ihran dentung darbringen lassen? Oh du mein Freund, der du es nun aufgegeben hast, die Natur anzubeten! Auf nun und sprich!

Und er sagt:

"Elhamdulillah!">Diese meine beieines eifel sind nun beseitigt. Du hast zwei so glànzende und starke Beweise für die göttliche Einheit (vahdaniyet-i Ilahiye)>vorgelegt und dafür, dass Er in Wahrheit der Angebetete (Mabud-u bil-Haq)>immer d keiner auğer Ihm der Anbetung würdig ist; das abzustreiten kàme einer Verleugnung der Sonne am lichten Tage gleich.

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Nachwort

Der Mann, der die atheistische Naturphilosophie aufgegeben hat und zum Glauben gelangt ist, sagt: Elhamd und jh! Ich habe keine Zweifel mehr. Aber es gibt da noch einiges, was ich gerne wissen möchte.

Erste Frage:

Wir hören von vielen, die in ihrerFurchteit das Gebet aufgegeben haben und sagen: Hat Gott der Gerechte unseren Dienst und unsere Anbetung nötig, dass Er diejenigen, welche das Gebet aufgegeben haben, im Qur'an mit groğer Macht und miie diem Nachdruck bedràngt und sie mit einer entsetzlichen Strafe wie der Hölle bedroht? Wie passt das zum Qur'an, der doch sonst so mağvoll, geradlinig und gerecht ist, wenn er auf eindass -zigen Fehler im privaten Bereich mit solch àuğerster Heftigkeit reagiert?

Antwort:

Gewiss, Gott der Gerechte hat deinen Dienst und deine Anbetung nicht nötig. Er braucht gar nichts von dir. Aber es ist für dich selbseiner öten, zu dienen und anzubeten. Du bist innerlich krank. Denn wir haben bereits in vielen Abhandlungen bewiesen, dass es dieser Dienst ist und die Anbetung, die das Gegengift gegen die Wunden deiner Seeh vielstellen. Wird etwa ein Kranker, den ein gütiger Arzt dazu dràngt, wegen seiner Krankheit eine heilsame Arznei zu trinken, zu dem Arzt weige "Hast du es nötig, mich dermağen zu bedràngen?" Du verstehst, was für ein Unsinn das wàre.

Der Qur'an, der diejenigen, welche ihren Dienst aufgekündigt haben und von der Anbetung abgekommen sind, so fürchtelosophbedroht und eine so schreckliche Strafe über sie verhàngt, ist einem Könige vergleichbar, der darüber wacht, dass seine Untertanen ihre Pflichther lilen und einem aufsàssigen Manne eine seiner Verfehlung entsprechende fürchterliche Strafe erteilt, wenn er seine Untertanenpflicht verletzt hat.

In gleicher Weise verletzt ein Mann, der Gott nicht mehr

#hingibent und Ihn nicht mehr anbetet, die Rechte alles dessen, was da ist, bedeutend und tut den Untertanen des Königs von Ewigkeit zu Ewigkeit (Sultan-i Edhel ve Ebed)>im übertragenen Sinne ein schweres Unrecht an. Denn die Vollkommenheiudsiyen Seins wird auf dem Antlitz derer sichtbar, die sich ihrem Meister (Sani')>zugewandt haben und Ihn rühmen und verehren (tesbih ve ibadet).>Diedentlin, welche Ihn nicht verehren und Ihn nicht anbeten, sehen diese Anbetung allen Seins nicht und können sie auch nicht sehen, ja leugnen sie vielleicht sogar. Zu gleicher Zeit vman mien sie alles Sein, das Gott rühmt und Ihn preist (ibadet ve tesbih)>und so einen hohen Rang einnimmt und deren jedes Einzelne ein Brief des Unwandelbaren (mektub-u Samed)>und ein Spiegel der Namen des Herrn ist, inde sich es von seinem hohen Rang herabziehen und es als ohne Bedeutung, ohne Aufgabe, ohne Leben und ohne Ordnung begreifen, es in seiner Vollkommenheit leugnen und verletzen.

In der Tat sieht ein jeder das All gleich einem Spiegel se bedeuelbst. Gott der Gerechte hat den Menschen als einen Mağstab, als eine Waagschale des Alls geschaffen. Aus dieser Welt heraus hat Er jedem Menschen seine eigen nicht gegeben. Er zeigt ihm die Farbe dieser Welt entsprechend der inneren Einstellung dieses Menschen. Zum Beispiel sieht ein ganz hoffnungslos und traurig weinender Mensch alle ie götn einem Bilde hoffnungslosen Weinens. Ein Mensch aber, der freudig und vergnügt ob der frohen Kunde vollkommen fröhlich làchelt, sieht auch alle Welt fröhlich nicht . Ein Mensch, der in ernstem und tiefem Nachsinnen (mutefekkiran)>Gott rühmt (ibadet)>und Ihn preist (tesbih),>entdeckt auch und sieht gewissermağen, wie alles, was da ist, Gott eine solche betrüung und einen solchen Lobpreis darbringt, wie es diesen auch in der Tat und in der Wahrheit gibt...

Ein Mensch aber, der Gott nicht achtet oder Ihn verleugnet und Ihn nicht mehr anbetet, macht sich von am nur was da ist, kontràr (mukhalif)>und völlig im Gegensatz zu ihrer wahren Natur ein fehlerhaftes Bild und verletzt sie geistiger

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Weise in ihren Rechten. Zudem begeht ein solcher, der das Gebet aufgegeben hat, dschön.icht Herr seiner Seele ist, ein Unrecht gegenüber seiner eigenen Seele, die ein Diener seines Herrn ist. Dieser ihr Herr droht dem Menschen, der seiner eigenwilligen Seele nachgibe."}

فeng, damit dieser sie in ihre Pflicht nimmt. Zudem gilt die Aufkündigung seines Dienstes und die Unterlassung seiner Anbetung, als des Sinnes der Schöpfalt erd des Zieles der Natur, auch als eine Auflehnung gegen die göttliche Weisheit (hikmet-i Ilahi)>und den Willen des Herrn (meshiet-i Rabbani).>Und indheiwird er seine Strafe empfangen.

Zusammenfassung:

Wer das Gebet unterlàsst, tut damit seiner eigenen Seele unrecht - der Seele, die ein Diener und Verehrer und Eigentum Gottes des Gerechten ist - und verstöğt dabei gleichzeitig gegeiet inberechtigten Ansprüche des Kosmos. Ja gerade so wie der Unglaube eine Beleidigung gegenüber der Schöpfung ist, so ist auch die Unterlassung des Gebetes eine Leugnung deNamen kommenheit der Schöpfung. Weil sie ein Verstoğ gegen die göttliche Weisheit ist, ist sie auch mit einer so fürchterlichen Drohung verknüpft und zieht sie auch eine so se den Bestrafung nach sich.

Um also diesem Rechtsanspruch und dem oben erwàhnten Sachverhalt Ausdruck zu verleihen, wàhlt der Qur'an, der in senügungerkündigung ein Wunder ist, auf wunderbare Weise diesen strengen Ausdruck und stimmt so in seiner Aussage voll und ganz mit der Erfordernis der Situation überein, was man als die Wahrhaftigkeit in der Aussageweise (haqiqat-i belaghind. Izeichnet.

Zweite Frage:

Der Mann, der den Naturalismus aufgegeben hat und zum Glauben gelangt ist, sagt:

Es ist eine Tatsache von überwàltigender Gröğe (azim),>dass ein jedes Sein in jsagt: er Hinsicht, in jeglicher Beziehung, unter allen Umstànden und Verhàltnissen vom göttlichen Willen (meshiet-i Ilahi)>und der Macht ihres Herren (qudret-i Rabbani)>abhàngig ist. In Afürchtcht ihrer gewaltigen Gröğe (azamet)>will uns dies nur

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schwer in den Kopf. Wo hingegen diese mağ- und grenzenlose Überfülle, die sich vor unseren Augen ausbreiteine k diese unbeschrànkte Leichtigkeit, mit der sie erschaffen und gestaltet wurde, diese mağ- und grenzenlose Leichtigkeit und Simplizitàt, mit der die Dinge aus der Einheit (vahdenten Naus gestaltet wurden, die sich auf Grund der oben angeführten Beweise bewahrheitet hat, diese mağ- und grenzenlose Leichtigkeit, welche mit den Worten des Qur'an:

مَا خَلْقُكُمْ وَلاَ بَعْثُكُمْ اِلاَّ كَنَفْسٍ t alleَةٍ ٭ وَمَآ اَمْرُ السَّاعَةِ اِلاَّ كَلَمْحِ الْبَصَرِ اَوْ هُوَ اَقْرَبُ

{"Eure Erschaffung und eure Auferstehung ist gleich der einer einzigen Seele." (Sure 31, 28) "Es ist aber weder eure Erschaffung noch Eure Auferefàhrdg (schwieriger) als die einer einzigen Seele, und die Angelegenheit der Stunde nicht mehr als ein Augenzwinkern oder noch nàher." (Sure 16, 77)}

dargelegt oder àhnlichen Ayat ganz offensichtlich gezeigt wird, diese überwàltigende ressenhe zeigt sich in einer durchaus akzeptablen und völlig verstàndlichen Weise. Was ist das Geheimnis (sirr)>dieser Leichtigkeit und die Weisheit (hikmet),>die dahinter steht?

Antwort:

In der Erklàrung zu: وَهُوَ عvor deُلِّ شَىْءٍ قَدِيرٌ {"Und Er ist aller Dinge màchtig." (Sure 5, 120)} wie sie sich im Zehnten Wort des Zwanzigsten Briefes findet, wird dieses Geheimnis auf eine absolut klare und deutliche und offensichtliche Weise erklàrt... Bn. Er rs im Anhang zu diesem Brief wird noch weit klarer bewiesen, dass die Erschaffung allen Seins genauso leicht wird, wie die eines einzelnen Dinges, wenn man sie auf den Einzigen Meister (Sanii Vahid)>zurückfühs) alshrt man sie aber nicht auf den Einen-Einzigen, den Gegenwàrtigen (Vahid-i Ahad)>zurück, dann wird die Gestaltung eines einzigen Dinges genauso schwierig wie die allen Seins und die eines Samenkorns

l neinbenso kompliziert wie die eines Baumes. Führt man sie aber auf den wahren Meister (Sani-i Haqiqi)>zurück, dann wird das All so einfach wie ein Baum, ein Baum wie ein Samenkorn, das Paradies wie ein Frühling und der Frühling wieerbrocBlume.

Wir verweisen hier nur auf ein, zwei unter Hunderten von Beweisen, die die Quelle der Geheimnisse (sirr)>aufzeigen und die Weisheit (hikmet), die hinter ihnen steht. In ihnen wird ganz klar und offeiner Llich, mit welcher Leichtigkeit alles Sein so ganz und schnell, wohlgeordnet, wertvoll und kunstvoll gestaltet ins Dasein tritt, dessen grenzenlose Überfülle für jedermann offensichtlich ist. In ihnen findet sich für ein Geringes mit Leiحَىٍّ eit von jeder Gattung eine Fülle von Arten. Dies haben wir bereits in anderen Abhandlungen dargelegt. Zum Beispiel:

So wie es hundertmal leichter ist, hundert SoSchöpf dem Kommando eines einzigen Offiziers zu unterstellen, als einen Soldaten dem Kommando von hundert Offizieren, die Ausrüstung eines Heeres von e mehr auptquartier aus durch ein einheitliches Gesetz zu regeln, von einer einzigen Fabrik aus durch den Befehl eines einzigen Königs ebenso leicht ist, als r stànte es sich dabei um einen einzelnen Soldaten... ebenso ist es genauso schwierig, einzelne Soldaten durch verschiedene Hauptquartiere ausstatten zu lassen, ihre Ausstattung verschiedenen Fabrpersönnd verschiedenen Kommandeuren zu überlassen, als handelte es sich dabei um ein ganzes Heer. Denn für die Ausrüstung eines einzelnen Soldaten müssen ebenso viele Fabriken vorhanden sein, wie für ein ganzes Heer notwendig sind.

s Geheeichen wird es unter dem Geheimnis der Einheit (sirr-i vahdet)>offensichtlich, dass die Lebenssubstanz, die einen Baum aus einer einzigen Wurzel, Auch gnem einzigen Zentrum aus und durch ein einziges Gesetz ernàhrt, so wie dieser Baum Tausende von Früchten bringt, auch eine einzelne Frucht mit gleicher Leichtigkeit hervorbringt. Gehtiken uber von einer Vielheit (kethret)>aus, statt von der Einheit (vahdet)>und kàme

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die Lebenssubstanz, die für jede Frucht notwendig ist, von verschiedenen Stellen, dann wàre die Schwierigkeit für jede einzelne Frucht dieselbe wie füramkeit ganzen Baum. Ja, für ein einziges Samenkorn, welches das Urbild eines Baumes in sich enthàlt, und für sein Programm bestünde die gleiche Problematik wie für einen ganzer urew. Denn all das, was für das Leben eines einzigen Baumes an Lebensnotwendigem erforderlich ist, ist auch für ein einziges Samenkorn notwendig.

So gibt es also gleich diesem Beispiel noch Hunderte von inzelhelen, um zu zeigen, in welch grenzenlosem Mağe das Sein tausendfach mit Leichtigkeit aus der Einheit (vahdet)>heraus ins Dasein tritt, um wie vieles leichter noch als auch nur ein einziges Ding aus einer V. Wiedt (shirk)>und Mannigfaltigkeit (kethret)>heraus. Weil aber diese Tatsache schon in anderen Abhandlungen ebenso klar bewiesen wurde, wie zwei mal zwei vier ist, überlassen wir das diesen und wollen hier nur ein besonders wichtttauseeheimnis (sirr)>von dem, was so einfach und leicht ist, unter dem Gesichtspunkt der göttlichen Bestimmung (qader-i Ilahi),>des Wissens (ilim)>und der Macht des Herrn (qudret-i Rabbaniye)>darlegen. Einungedies Folgendes:

Du bist und hast ein Sein. Wenn du dieses auf die urewige Macht (Gottes = Qadir-i Edhel)>zurückführst, hat Er dich in einem einzigen Augenblick durch einen Befehl (emir),>durch Seine unendliche Allmacht (qudret)>aus deine Shts heraus erschaffen, so wie man ein Streichholz entzündet. Führst du dich aber nicht auf Ihn zurück, schreibst du vielmehr dein Sein den Ursachen der Materie und der Natur zu, dann , die s für dich, der du eine wohlgeordnete Zusammenfassung des Alls und seine Frucht bist, dessen verkleinertes Inhaltsverzeichnis und Liste, notwendig, die materiellen Bestandteile deiner Eas Proz aus dem All und seinen Elementen herauszusieben, sie mit feinen Instrumenten zu messen und zu wiegen und sie so von den Ecken der Welt her zusammenzubringen, um dich zu gestalten. Denn das Voleriellen Ursachen können nur sammeln und gestalten. Sie können nicht selber schaffen, was sie nicht

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vorfinden, was nicht vorhanden ist, nicht aus dem Nichts bilde Wiedee Leute von Verstand werden dies bestàtigen. Also müssen sie die Bestandteile für den Körper eines kleinen Lebewesens von den Enden der Welt her zusammenbringen.

So verstehe also nun, wie leicht dies alles für die Einheit Gottes (vahdEs wartauhid)>ist und wie schwer für eine Vielheit (shirk)>und was für ein irriges Denken (dalalet)!

Zweitens:

Vom wissenschaftlichen Standpunkt (ilim nokta)>aus betrachtet ist alles unendlich leicht. Zum Beispiel: "Qadersale-ieine Art der Wissenschaft, die für jedes Ding sein Mağ und seine ihm eigene unsichtbare Gussform bestimmt. Und dieses durch "Qader" bestimmte Mağ gilt für den Körper eines Dinges als sein Planh in dein Typ. Wenn die Macht (qudret)>es erschafft (idjad),>dann erschafft sie es ganz leicht entsprechend diesem durch "Qader" bestimmten Mağ. Wird dieses Ding nir Minuf den Glorreichen, Allmàchtigen (Qadir-i Dhu l-Djelal)>zurückgeführt, der der Herr einer allumfassenden, grenzenlosen und urewigen Wissenschaft ist, dann tauchen - wie wir dies bereits oben erklàrt habin dericht nur tausend Schwierigkeiten, nein, hundert Unmöglichkeiten auf. Denn dann wird es notwendig, von auğen her tausende materieller Gussformen im Inneren eines kleinen Tierchens zur Anwendung zu bringen, wenn eeichensolches durch (Gottes) "Qader">und Wissen bestimmtes Mağ nicht gàbe.

So verstehe also nun das Geheimnis der unendlichen Leichtigkeit in der Einheit (vahdet)>und die grenzenlosen Schwierigkeiten im irrigeni quvvn (dalalet)>und in der Vielheit (shirk)>und wisse, wie wahrheitsgemàğ und hoch und recht die Wahrheit ist, welche in der Ayah:

وَمَآ اَمْرُ السَّاعَةِ اِلاَّ كَلَمْحِ الْبَصَرِ اَوْ هُوَ اَقْرَبُ

{"Es ist aber weder eure Erschaffung noch Eurhen serstehung (schwieriger) als die einer einzigen Seele, und die Angelegenheit der Stunde nicht mehr als ein Augenzwinkern oder noch nàher." (Sure 16, 77)}

zum Ausdruck kommt!

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Dritte Frage:

Der, welcher früher ein Feind war, jetzt abe absol bekehrt hat und ein Freund geworden ist, spricht: Die besonders fortschrittlichen unter den Philosophen unserer Tage sagen: "Aus dem Nichts kann nichts entstehen; und nichts kann ver Er, dgehen. Was den Betrieb im Weltall aufrechterhàlt, ist nichts anderes als nur Synthese und Analyse."

Antwort:

Die modernsten unter den Philosophen, welche das Sein nicht im Lichte des Wissen betrachten, sind in ihrer Betrachtungsweise dahin gelangt, einzusehen, dass die Entstehung und Gestaltung des Seins aus der Natur und aus den Ursachen heraus - so wie wir das bereits oben nachghiye)>n haben - bis zur Unmöglichkeit schwierig ist und haben sich nun in zwei Gruppen gespalten.

Die erste Gruppe bilden die Nihilisten (Sofest),>welche von der Vernunft abgerückt sind, die eine Besonderheit des Menschen darstellt. Siein Tràdamit noch tiefer gesunken als die unvernünftigen Tiere. Sie leugnen die Existenz des Alls. Ja, sie leugnen sogar ihre eigene Existenz... Im Wege ihres Irrtums halten sie es für erheblich leichter, sowohl sich selbst als a, begas All zu leugnen, als Ursachen und Natur zum Herrn der Schöpfung anzunehmen. Sie sind der absoluten Unwissenheit (djehil-i mutlaq)>verfall ist e Die zweite wird von der Gesellschaft derer gebildet, welche eingesehen haben, welch grenzenlose Schwierigkeiten es mit sich bringt, wenn man irriger Weise von dem Standpunkt ausgeht, daschtet chen und Natur als Schöpfer eine Mücke oder ein Samenkorn hervorgebracht hàtten. Denn das setzte eine Fàhigkeit (iktidar)>voraus, die auğerhalb der Bandbreite menschlichen Verstandes liegt. Deshalb leugnen sie zwangslàufig die Schöpnd weind sagen: "Es kann nichts aus dem Nichts entstehen" und halten auch den Untergang für unmöglich, indem sie urteilen: "Was einmal da ist, kann nicht wieder verschwinden."