Risale-i Nur

Briefe aus Emirdağ-2
— 363 —

Wie Afyon dadurch, dass es das Gesamtwerk (Külliyat) der Risale-i Nur zurückgegeben (iade) hat, der islamischen Welt (âlem), ja sogar der ganzen Menschheit (âlem-i insaniyet), eine sehr große Wohltat (hayra) erwiesen (vesile) hat, so ließ es dadurch auch den Fehler (hata), den es acht Jahre lang begangen hatte, vergangen (hiçe) und verziehen (afvet) sein. Auch dieses gesegnete (mübarek) Isparta ist in den Augen der islamischen Welt (âlem) - wie die Mısır Câmi-ül Ezher in Ägypten und das alte Heilige Damaskus (Şam-ı Şerif) - reich gesegnet (mübarekiyet). So wird denn auch Isparta mit Sicherheit und in Anbetracht der sehr großen Würde (şeref), die ihm daraus erwächst (hasıl), dass es die Risale-i Nur ihren Besitzern wieder zurückgibt (sahiblerine iade), keineswegs geringer (geri) als Afyon sein. Es wird vielmehr noch zwanzigfach weiter voranschreiten (ileri). Die gerechte Justiz (âdil adliye) von Isparta, die patriotischen (vatanperver) Demokraten und seine Bewohner (halk), die ihren Glauben (dindar) praktizieren, sollen, um diese gewaltig große Wohltat (hayr-ı azîm) auch ihrer Heimat (memleket) zukommen zu lassen und eine hundertfach größere Würde (şeref) als die Würde, die Afyon bereits bekam (mazhar), für sich zu erlangen (temin), sich für die Rückgabe (iade) der Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleleri) einsetzen, welche ein Erzeugnis (mahsul) dieses gesegneten (mübarek) Isparta sind. Tahsin Tola, ein Abgeordneter (meb'usu) aus Isparta, der sich für die Freigabe (iadesi) der Risale-i Nur in Ankara und in Afyon einsetzte, erwarb ja bereits so viel Nutzen (faide) wie hundert Mann und ließ die Hälfte dieser gewaltig großen Wohltat (hayr-ı azîm), den Bewohnern von Isparta zukommen (kazandırdı)."

Die Schüler des Lichtes (Nur Talebe)
In seinem Dienst (hizmet)
— 364 —

Unser Meister (Üstad) lässt sich schon seit alten Zeiten selbst vor den Vorsitzenden der höchsten Ebenen zu nichts (reislere tezellül) herab, um so die Würde der Gelehrten aufrecht (izzet-i ilmiyeyi muhafaza) zu erhalten. Zudem akzeptierte (kabul) er von den Leuten keine Geschenke (halkların hediyesi). Obwohl unser Meister heute körperlich bereits ziemlich schwach (zayıf) ist, kann er dennoch keinerlei Geschenke (hediye) annehmen, was zwar für andere Wissenschaftler (ehl-i ilme) nicht von Nachteil (mahzur) wäre, ihn selbst jedoch krank (hastalıkla) machen könnte. Selbst von uns, seinen Dienern (hizmetkârlar), kann er nichts Nennenswertes (en küçük bir şey) ohne Gegenleistung (mukabelesiz) essen. Isst er es, wird er krank. Wir sind der Überzeugung (itikad), dass, was diesen Zustand (hal) betrifft, die Sorge um das Bewahren der höchsten Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlasın muhafaza) auf dem Weg der Risale-i Nur, die zu nichts anderem als Mittel (hiçbir şeye âlet) gebraucht werden darf, bereits die Form einer Krankheit angenommen hat und er sich durch diese Krankheit davor bewahrt (men'ediliyor), dieses sein Prinzip (kaidesi) zu verletzen. Laut seiner Aussage wurde es ihm eingegeben (ihtar), wenn er sich anlässlich eines großen Festes (Bayram) zur Veröffentlichung und Verbreitung (neşir ve intişar) der Risale-i Nur überall vom Händeschütteln und von der Unterhaltung (musafaha ve sohbet) mit den Leuten, was für andere Wissenschaftler (ehl-i ilm) notwendig wäre, er sich selbst an diesem segensreichen Festtag (mübarek bayram) allein schon vom Händeschütteln und den Gesprächen (musafaha ve sohbet) mit seinen engsten Schülern (has talebe), die ihn auch nur anschauen (bakmak) würden, sich so sehr bedrängt fühlte (şiddetle sıkılıp), dass dies um der Erhaltung der höchsten Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlas) willen den Zustand einer Krankheit (hastalık haleti) annahm und ihn derartig behinderte. Wir haben sogar gesehen, dass er an diesem segensreichen Festtag (mübarek bayram) bezüglich seiner heftigen Krankheit seinen Schülern (talebe) sagte: "Mein Grab (kabr) soll an einem besonders verborgenen Ort (gizli bir yerde) sein, den außer meinen ein, zwei Schülern (talebe) niemand kennen darf. Das möchte ich hiermit testamentarisch (vasiyet) festlegen. Denn die Tatsache, die in dieser Welt (dünya) das Gespräch (sohbet) mit den Menschen verhinderte (men'eden), zwingt (mecbur) mich nun, diese Tatsache (hakikat), mit Sicherheit nach meinem Hinscheiden (vefat) auf diese Weise zu handeln."

Daraufhin fragten wir unseren Meister (Üstad): Diejenigen, die kommen, das Grab (kabr) zu besuchen, rezitieren die Sure "Fatiha" und bekommen so ihren Segen (hayır kazanır). Aufgrund welcher Weisheit (hikmet) verbieten Sie denn Ihr Grab zu besuchen (kabriniz)?

— 365 —

Als Antwort sagte unser Meister (Üstad): "In dieser furchtbaren Zeit, wie die Pharaonen alter Zeit mit dem Wunsch (arzu) nach irdischem Ruhm und Ruf (dünyevî şan ü şeref) durch Status (heykel), Bilder (resim) und Mumien die Aufmerksamkeit der Menschen (nazar-ı beşer) auf sich gelenkt haben, wird in der Gottvergessenheit (geflet), die aus Egoismus und Selbstsüchtigkeit (enaniyet ve benlik) erwächst, mittels Status, Bildern und Zeitungen die Aufmerksamkeit (nazarlar), von der Betrachtung mit der Funktion einer Präposition (mana-yı harfî) auf die Funktion des Nomens (mana-yı ismî), ganz und gar auf sie selbst gelenkt und stellt sich mehr als die Zukunft im Jenseits (uhrevî istikbal) die irdische Zukunft (dünyevî istikbal) vor; anstelle eines Besuches um Gottes willen (lillah için ziyaret) - wie in alten Zeiten - messen die Weltleute (ehl-i dünya) zum Teil im Gegensatz zu dieser Verhaltensweise (hakikate muhalif) dem weltlichen Ruhm und Ruf (dünyevî şan ü şeref) des Verstorbenen große Bedeutung (ehemmiyet) bei und besuchen ihn deshalb. Um die feinsinnige Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlas) auf dem Weg der Risale-i Nur nicht zu verletzen und aufgrund des Geheimnisses dieser Wahrhaftigkeit (ihlasın sırrı), lege ich hier auch testamentarisch fest (vasiyet), mein Grab nicht öffentlich bekannt zu geben (kabrimi bildirmemek). Außerdem gehen seine Gebete (Fatiha), gleich, von wem sie nun rezitiert werden, ob im Osten oder im Westen, zu der intendierten Seele (ruh) des Verstorbenen.

So wie eine Wahrheit (hakikat), die mich in dieser Welt (dünya) von einem Gespräch (sohbet) abhält, so wird mich auf jeden Fall auch nach meinem Hinscheiden (vefat) weiterhin dieselbe Wahrheit (hakikat) in gleicher Weise nicht hinsichtlich des Segens (sevab), sondern hinsichtlich dieser Welt (dünya) davon abhalten müssen (mecbur)."

Die Schüler in seinem Dienst (Hizmet bulunan Talebe)
— 366 —

Eine Abschrift (sure) des Schreibens, das unser Meister (Üstad) an das Gremium (Heyet) des Gerichtes (Mahkeme) in Afyon gesandt hatte

Heute bin ich nach Afyon gekommen, um Euch meine Segenswünsche (tebrik) und meinen Dank (teşekkür) auszusprechen. Ich danke Euch (teşekkür) dafür, dass Ihr schon seit so langer Zeit unsere Bücher sorgfältig aufbewahrt (muhafaza) habt, damit sie keinen Schaden erleiden (zayi') sollen. Ich teile Euch auch meine Segenswünsche (tebrik) dafür mit, dass Ihr sie jetzt nach Ankara senden wollt. Vor zehn Jahren wurden persönliche Briefe (hususî mektub), welche jemand einem anderen privat geschrieben hatte, und manchmal auch ohne meine Unterschrift (imza) in meinem Namen geschrieben, jedoch nicht veröffentlicht (neşrolmayan) hatte, zwar zuvor noch durch Euer Gericht (mahkeme) durchsucht (tedkik), jedoch nicht in Betracht (nazar-ı itibar) gezogen, weil darin nichts zu finden war, was Grund zu einer Anklage (medar-ı mes'uliyet) hätte sein können. Zudem werden die Briefe, die bereits verjährt (mürur-u zaman) sind, die nicht veröffentlicht wurden (neşredilmek), die bereits amnestiert worden (af kanunları) sind, von denen ich nichts wusste (malûmat) und die keine Verbindung (alâkası) mit den Büchern der Risale-i Nur haben, nochmals aufmerksam zu betrachten (nazar-ı dikkat), sowohl die Leute der Justiz (ehl-i adalet) als auch die Sachverständigen (ehl-i vukuf) unnötig mit sich beschäftigen (meşgul) lassen. Damit sie nicht derart damit beschäftigt (işgal) werden und somit unsere Angelegenheit (işimiz) nicht weiter auf die lange Bank geschoben (te'hire ugramamak) wird, erbitte ich Eure Gerechtigkeit (adaletinizden temenni), dass diese oben erwähnten privaten Briefe (mezkûr hususî mektub) nicht diesen segensreichen Büchern (mübarek kitab) beigefügt werden.

Diese segensreiche Justiz (mübarek adliye) hatte bereits zwei Mal beschlossen (karar), diese Bücher zur Rückgabe (iade) freizugeben (beraet). Zufolge etlicher Ursachen haben nun bereits fünf Gerichte dieselben Bücher, nachdem sie in Beschlag genommen worden waren, manchmal insgesamt (tamamın) wieder zurückgegeben. Manchmal aber wurde auch nur ein Teil der beschlagnahmten (ele geçirilen) Bücher wieder zurückgegeben. Fünf Gerichte (mahkeme) der Sicherheitsbehörden (emniyet dairesi) haben sie aber auch ihren Besitzern (sahibler) wieder zurückgegeben (teslim). Davon wollten wir Euch nur Bescheid geben. Möge Eure Gerechtigkeit (adaletiniz) und Eure gute Einstellung (hüsn-ü niyet) nach Gottes Willen (inşâallah) auch diesmal ihre Rückgabe (iade) veranlassen.

Der kranke
Said Nursî
— 367 —
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Sehr verehrter Herr (Sayın)\Adnan Menderes!

Wir, die Mitglieder (mensub) der "Demokrat" Partei und Schüler des Lichtes (Nur talebe) sind zu der festen Überzeugung (kat'î kanaat) gelangt, dass sich unser Meister (Üstad) Bediüzzaman Hazretleri (Seine Exzellenz), der sich bereits vor fünfunddreißig Jahren von der Politik (siyaset) abgewandt hatte, heute zugunsten (hesab) des Qur'ans, der İslâmiyet und der Heimat (vatan) mit aller Kraft (kuvvet), zusammen mit seinen Schülern (Nur talebe) und mit ihrem Unterricht (ders) dafür einsetzt, die "Demokrat" Partei an der Regierung (iktidar) zu halten.

Wir haben unseren Meister (Üstad) gefragt, weshalb er sich für die Erhaltung (muhafaza) der "Demokrat" Partei einsetzt. Hier seine Antwort:

— 368 —

"Sollte die "Demokrat" Partei verlieren, so wird entweder die Volkspartei (Halk Partisi) oder die Nationale Partei (Millet Partisi) an die Regierung (iktidar) kommen. Was die Volkspartei (Halk Partisi) betrifft, so wird dieses edle türkische Volk (millet) mit freiem Willen (ihtiyar) diese Partei, da die Verbrechen (cinayet) des verdorbenen Teiles der Anhänger der Einheitspartei (İttihadçı) und der größte Teil (kısm-ı a'zamı) der Maßnahmen (icraat) des erstmaligen Vorsitzenden (birinci reis) der Republik (cumhuriyet) durch den Vertrag (Muahede) von Sêvres (= Paris 1920) und unter dem Zwang (icbarıyla) vieler politischer Intrigen (siyasî desiseler) innerhalb von fünfzehn Jahren voll und ganz auf die alte Partei aufgebürdet wird, nie und nimmer an die Regierung (kat'iyyen iktidara) bringen. Denn falls die Volkspartei (Halk Partisi) an die Regierung kommen sollte, so wird die Macht (kuvvet) der Kommunisten unter derselben Partei in diesem Land die Oberhand (vatana hâkim) gewinnen. In der Tat wird ein Muslim auf gar keinen Fall (kat'iyyen) zu einem Kommunisten sondern zu einem Anarchisten werden. Einen Muslim kann man niemals mit einem Fremdgläubigen (mukayese) vergleichen. Also bemühe ich mich darum, dass die "Demokrat" Partei zugunsten des Qur'ans, der Heimat (vatan) und der İslâmiyet an der Regierung bleibt (muhafaza), damit diese Partei, die aus diesem Grund für unser gesellschaftliches Leben (hayat-ı içtimaiye) und unser Land (vatan) eine furchtbare Gefahr darstellt, nicht an die Regierung kommt.

Was nun die Nationale Partei betrifft:

Wenn in dieser Partei die Grundlage allein die İslâmiyet {(Anmerkung): Für die Nation (millet) ist die İslâmiyet als das alle vereinigende Band völlig ausreichend (kâfi). Sind allen Glaube und Sprache (din, dil) gemeinsam, so ist auch die Nation eins (millet de birdir). Wenn der Glaube eins (din bir) ist, ist auch die Nation (millet bir) eins.} ist, so liefert sie bereits für die "Demokrat" Partei ihren Beitrag (yardım) und handelt nicht etwa als Opposition oder als ihr Gegner (muhalif ve muarız) und versucht auch nicht, selbst an die Regierung (iktidar) zu gelangen. Falls in dieser Partei die Grundlage (esas) der Rassismus (Irkçılık) und die Idee des Türkismus türkischen Nationalismus ist, so hat die Mehrheit in diesem Land (vatan) keine wahrhaft türkische Herkunft (hakikî Türk). Nur drei von zehn haben einen türkischen Ursprung. Was die Übrigen betrifft, so sind sie mit anderen Völkern (millet) vermischt. Unter diesen Umständen wird wie am Anfang der Deklaration der Monarchie (Hürriyet) gegen dieses edle und unschuldige (asil ve masum) türkische Volk (millet) eine nationalistische Parteischaft (milliyetçilik tarafgirlik) entstehen. Das wird dann die wahren (hakikî) Türken in die Zwangslage (mecbur) bringen, unter das Joch der Fremden (ecnebi) zu geraten. Oder diejenigen, die sich den Türken angepasst (Türkleşmiş) haben, jedoch von anderen Völkern (unsur) abstammen, werden unter der Provokation von Rassismus und Nationalismus (ırkçılık ve unsurculuk), wie sie in diesem Land vorherrschen (mevcud), sich auf eine fremde Macht stützen (ecnebiye istinad) und so dieses unschuldige türkische Volk (masum Türk millet) unter ihre Herrschaft (tahakküm) bringen. Da diese Lage (durum) schecklich und gefährlich (dehşetli, tehlikeli) ist, rate ich ihnen (ders veriyorum), sich zugunsten des Qur'ans, des Landes und des Volkes (vatan ve millet) dafür einzusetzen, die "Demokrat" Partei an der Regierung zu halten (iktidar temin), die selbst religiös (dindar) ist und welche die Religion respektiert (dine hürmetkâr)."

— 369 —

Sehr geehrter Herr (Sayın)\Adnan Menderes,

Die Führungskräfte (elemanlar) der Volkspartei (Halk Partisi) und der Nationalen (Millet Partisi) Partei, die auf den Beitrag (yardım) einer gesegneten und verehrten Persönlichkeit (mübarek ve muhterem) wie unseren Meister (Üstad) Bediüzzaman eifersüchtig (kıskanan) sind, dessen ganzes Ideal (gaye) es ist, sich für die Sicherheit (selâmet) des Landes und Volkes (vatan ve millet) einzusetzen und der die Menschen in diesem Sinne unterweist (ders), arbeiten mit aller Kraft (var kuvvet) daran, unseren Meister (Üstad) der "Demokrat" Partei zu entfremden, indem sie ihn mit Hilfe der verschiedensten Ausreden (bahane) schikanieren, und dann behaupten, sie hätten dies für die regierende Partei (iktidar partisi) getan. Das ist die feste Überzeugung (kat'î kanaat), zu der wir gelangt sind.

Wir bitten Sie, den Ministerpräsidenten, der sagte: "Wir wollen die Erfordernisse (îcabları) der Religion (din) erfüllen. Die Religion ist für dieses Land (memleket) keineswegs eine Gefahr (tehlike teşkil)." mit Respekt und aller Hochachtung (hürmet), sicherzustellen (teminini saygı), dass die Bücher dieses unseres Meisters (mübarek Üstad) und er selbst, der zugunsten des Landes (vatan), des Volkes (millet) und der İslâmiyet für unsere Partei materiell und geistig (maddî ve manevî) einen großen Beitrag (yardım) leistet, voll und ganz frei (serbest) gegeben und er auch selbst ferner nicht weiter belästigt (rahatsız) wird.

Die Nur-Schüler (Nur talebe) von den Mitgliedern (azalar) der "Demokrat" Partei
Mustafa, Nuri, Nuri, Hamza, Süleyman, Hasan, Seyda, Receb, İbrahim, Faruk, Muzaffer, Tahir, Sadık, Mehmed
— 370 —
Ich möchte hiermit die Aufmerksamket der Demokraten auf eine besonders ernst zu nehmende Tatsache (hakikat) lenken:

Heutzutage gibt es drei Strömungen (cereyan) zum Schaden (zarar) des Qur'ans, der İslâmiyet und dieses Landes (vatan):

Erstens: die atheistische (dinsizlik) kommunistische Strömung. Diese Strömung könnte dreißig, vierzig von hundert Leuten schaden.

Zweitens: Eine Untergrundorganisation, die schon vor langer Zeit von den Kolonialisten (müstemlekât) aufgebaut wurde, um ihre Beziehung (alâkalar) mit den Türken zu beenden und den Atheismus (dinsizlik) innerhalb der Grenzen (daire) der Türkei zu verbreiten (neşretmek); ein Komitee des Verderbens (ifsad) mit Namen. Denn es könnte selbst zehn, zwanzig von hundert Leuten ins Verderben stürzen.

Drittens: Es ist ein Teil einer politischen Bewegung (siyasîler heyeti), die bestrebt ist, zu verwestlichen (garplılaşmak) und so zu werden wie die Christen, eine Art protestantische Konfession (Purutluk mezhebi) unter den Muslimen und denen, die nur sehr wenig von Religion (din) halten, zu verbreiten. Diese Strömung könnte jedoch kaum einen unter hundert, ja vielleicht kaum einen unter tausend dazu bringen (çevirebilir), sich gegen den Qur'an und die İslâmiyet zu stellen.

Wir, Diener (hizmetkâr) des Qur'ans und Nurcus arbeiten gegen die ersten beiden Strömungen (cereyan), um stets die Wahrheiten (hakikat) des Qur'ans zu bewahren (muhafaza). Bisher hatte uns unser Weg (meslek) dazu verpflichtet (mecbur), uns so weit wie möglich nicht um die Welt (dünya) und und ihre Politik (siyaset) zu kümmern. Heutzutage ist es aber nun doch notwendig (lüzum) geworden, uns in dieser Zwangslage darum zu kümmern (mecburiyetle bakmaya). Wir haben erkannt, dass die Demokraten uns Nurcus gegen diese ersten beiden furchtbaren Strömungen (müdhiş cereyan) eine Hilfe sein (yardımcı hükmünde) könnten.

Zudem waren die religiös Gesinnten (dindar) unter ihnen ihrer Auffassung entsprechend (meslek) stets gegen (muarız) diese beiden furchtbaren Strömungen (dehşetli cereyan). Was diejenigen betrifft, die nur sehr wenig von Religion (din) halten, dabei dem Weg (meslek) der Verwestlichung folgen (garblılaşmak) und so den Europäern (garblılar) nacheifern (benzemek), so helfen (yardım) sie der dritten Strömung. Diese Strömung (cereyan) könnte nun einmal kaum einen unter hundert, ja vielleicht kaum einen unter tausend dazu bringen, sich den Protestanten anzugleichen (çevirebilirler). Denn die Briten, die zweihundert Jahre lang zweihundert Millionen Muslime beherrschten (tahakküm), konnten kaum zweihundert Leute für das Christentum gewinnen (çevirememiş) und werden es nicht können.

— 371 —

Des Weiteren hat man noch niemals in der Geschichte (tarih) davon gehört, dass jemals ein Muslim zum Christentum übergetreten (tercih) wäre und seiner Überzeugung zufolge eine andere Religion (din) der İslâmiyet vorgezogen hätte. Auch wenn ein kleiner Teil innerhalb der regierenden (iktidar) Partei im Namen der Politik (siyaset) zum Nachteil der Religion (dinin zararı) die dritte Strömung (cereyan) unterstützen sollte (yardım), ist die "Demokrat" Partei nun einmal in Anbetracht ihrer Auffassung (meslek) zwangsläufig dazu verpflichtet (mecburî vazife), die beiden ersten großen Strömungen (cereyan-ı azîme) zum Stehen zu bringen und sie schließlich aufzuheben (def'etmesi). Daher kann sie für dieses Land (vatan) und die İslâmiyet von großem Nutzen (faide) sein.

Aus diesem Grund (cihet) fühlen wir uns dazu gezwungen (mecbur), zugunsten (menfaat) des Qur'ans die Demokraten an der Regierung (iktidar) zu halten, und zwar nicht , weil wir von ihnen eine besondere Unterstützung (hayır) erwarten, sondern - da sie nach unserem Verständnis (bildigimiz) - ihren politischen Auffassungen (siyasetler) zufolge gegen (muârız) die ersten beiden furchtbaren Strömungen (cereyan) sind und daher eine Möglichkeit (sebeb), mit einem sehr geringen Schaden (pek cüz'î bir zarar), den ein kleiner Teil von ihnen dem Glauben (din) zufügen könnte, so als würde einem der kleine Finger abgetrennt (kesmek), statt dass der ganze Körper zerschnitten (vücud parçalanmak) würde, doch noch vor einem überaus umfangreichen Schaden (pek küllî bir zarar) bewahrt zu bleiben. Darum rufen (davet) wir alle Gläubigen zu Hilfe (ehl-i din yardım) für diese regierende (iktidar) Partei. Wir ermahnen (ihtar) diejenigen unter ihnen ernsthaft (cidden ikaz), die der Religion gegenüber indifferent (dinde lâübali) geblieben sind, und erinnern sie: "Haltet euch rasch an der Wahrheit (hakikat-ı İslâmiye) des Islam fest." Das Fortbestehen dieses Landes und Volkes (vatan ve millet), die Erhaltung ihres Lebens (hayat) und alles Glück (saadet) ist nur dadurch möglich, dass man sich auf die Wahrheiten (hakaik) des Qur'ans stützt, in der ganzen islamische Welt (âlem) einen Rückhalt, Kraft und Unterstützung (arkasında ihtiyat kuvveti) sucht, in der islamischen Bruderschaft (uhuvvet) vierhundert Millionen Geschwister findet und einen so großen Staat (muazzam bir devlet) wie Amerika, der sich im Interesse der Religion (din lehinde) ernsthaft einsetzt, als wahren Freund für sich gewinnt. Dies ist nur im Glauben (iman) und mit Hilfe der İslâmiyet möglich.

Wir, alle Nurcus und Diener (hizmetkârlar) des Qur'ans, teilen euch dies sowohl mit (haber) und beten (dua) zugleich auch für euren Erfolg im Dienst (hizmet muvaffakıyet) an der İslâmiyet. Zudem bitten (rica) wir euch darum, dass ihr die Risale-i Nur, die ein wichtiges Produkt (ehemmiyetli mahsul) dieses Landes (memleket) ist und diesem Land und seinen Leuten (ehemmiyetli mahsulü ve vatan) in der islamischen Welt (âlem) einen so großen Beitrag und Dienst (faide ve hizmet) leistet, vor jeglicher Inbeschlagnahme rettet (müsadere kurtarıp) und bei ihrer Verbreitung mithelft (neşrine hizmet). So könnt ihr die religiös Gesinnten in diesem Land (vatanda dindar) für euch gewinnen (taraftar) und Sicherheit (selâmet) erlangen.

Said Nursî
— 372 —

Es ist lehrreich (medar-ı ibret),\erstaunlich und zugleich erfreulich~(hayret ve şükran), dass die versteckten, feindlichen Untergrundorganisationen (düşman komiteler), die sich mir seit fünfzig Jahren widersetzen, mit all ihren Intrigen (desise) die Justiz (adliyeyi) und die Regierung (hükûmet) gegen mich aufzuhetzen (sevketmek) versuchen und jede Art Ränke (desise) schmiedeten, die seit neunundzwanzig Jahren die Aufmerksamkeit (nazar) der Justiz (adliye) auf meine hundertdreißig Bücher und Tausende Briefe, die sie erforschen und durchsuchen (tedkik ve taharri) wollen zu lenken versuchten, sie nun wieder erneut darauf gelenkt haben. Fünf von diesen Justizbehörden (adliye) hatten bereits unwiderruflich einen Freispruch (kat'î beraet) beschlossen, da in allen Büchern kein Grund zu einer Anklage (suç yok) gefunden werden konnte. Aus Anlass (münasebet) des jüngsten Vorfalls (hâdise) in Malatya versuchten nun unsere verborgenen Feinde (gizli düşman) erneut die Aufmerksamkeit (nazar-ı dikkat) der Regierung (hükûmet) und der Justiz (adliye) auf uns zu lenken (çevirmeye). Daraufhin sagten 23 Gerichte (mahkeme) "Wir können keinen Grund (suç) zu einer Anklage finden."

{(Anmerkung): Die Rückgabe (iade) sämtlicher Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur in Denizli und dass sie in Istanbul und in Ankara alle in Beschlag genommenen (ellerine geçen) Bücher zurückgegeben (iade) haben, dass sie alle Abhandlungen (risaleler), die sie in Tarsus-Mersin in Beschlag genommen haben, wieder zurückgegeben haben, dass sie in Ankara nach einer viermonatigen Untersuchung (tedkik) die Freigabe (beraet) und Rückerstattung (iade) aller Abhandlungen beschlossen haben, dass diese Freigabe und Rückerstattung das Revisionsgericht (Temyiz) vier Mal verifizierte (tasdik), dass das Gericht in Afyon, das sich am meisten mit uns beschäftigte (ugraşan), erst nach vier Jahren zweimal die Freigabe und Rückerstattung beschlossen hat, zeigt, dass die Justizbehörden (adliyeler) wahrhaftig (hakikî) und vollkommen gerecht (adalet) ihre Arbeit machen, weswegen die neuen Versuche nicht mehr von Bedeutung (ehemmiyeti kalmıyor) sind.}

Obwohl es solche gibt, die gegen mich, der ich kaum eine Beziehung (münasebet) zu Weltleuten (dünya ehli) habe und eine Wahrheit (hakikat) wie die Risale-i Nur in keinem Fall für andere Dinge preisgebe (feda), in meinen 130 Büchern so sehr nach einem Vorwand (bahane) suchen, konnten sie dennoch nirgendwo einen Grund (suç) zu einer Anklage finden. Lediglich das Urteil in Eskişehir über die Verhüllung der Frau (tesettür) - wurde als einziger Grund zur Anklage - nachdem dieser Streitpunkt geklärt worden (cevab) war, in eine Gewissensfrage (kanaat-ı vicdaniye) umgewandelt. In Wirklichkeit sind in zehn Briefen, die ein Einzelner unter den Schülern des Lichtes (Nur talebe), die sich für ein gottgefälliges Leben einsetzen (takva tarafdar), innerhalb von zehn Tagen geschrieben hat, keinerlei Punkte (madde) zu finden, für die man ihn hätte verantwortlich (mes'ul) machen können. Der Grund dafür, dass die Justizbehörden (adliyeler) in einer Angelegenheit, die so grenzenlos vielfältig (kesretli) ist, keinen Grund zu einer Anklage (medar-ı mes'uliyet) vorfinden können, ist der, dass es hier nur zwei Möglichkeiten (hâlî) gibt:

— 373 —

Ohne Zweifel sind es Gottes Schutz (hıfz-ı İlahiye) und Güte (inayet), mit der Er den Schülern des Lichtes (Nur talebe) und Dienern (hizmetkâr) des Qur'ans in dieser Hinsicht (cihet) Seine Barmherzigkeit (Merhamet) und Sein Erbarmen (Rahîmiyet) erweist, sodass alle Justizbehörden (adliyeler), die sich mit uns beschäftigen, zu einer so wunderbaren Gerechtigkeit (hârika bir adalet) geführt wurden und dazu, uns in keinerlei Hinsicht (hiçbir cihette) ungerecht zu behandeln. Obwohl es gegen uns tausenderlei Gründe (esbab) gegeben hätte, haben sie uns dennoch bei unserem Dienst (hizmet) an der Heiligen Wahrheit (hakikat-ı kudsiye) des Qur'ans noch geholfen (yardım). Und dafür sind wir mit Herz und Seele (ruh u canım) dankbar (teşekkür).

Bei den Gerichtsverhandlungen (adliyeler) alter Zeit saßen Könige (padişahlar) genau wie die Armen (fukaralar) zu ihrer Verhandlung (muhakeme) auf dem Boden (diz çöküp). Während der gerechten Regierungszeit (adaleti zaman) von Hazret-i Ömer (R.A.) wurde gegen ihn zugleich mit einem gewöhnlichen (âdi) Christen, gegen Hazret-i Ali (R.A.) zugleich mit einem einfachen (âdi) Juden ein Prozess (muhakeme) geführt. Diesem gewaltig großen Geheimnis (sırr-ı azîm) der Gerechtigkeit der Justiz (adliyelik adaleti), wie es in diesen Beispielen erkennbar wird und bei dem es um nichts anderes als das Recht (adliye) geht, haben diese Justizbehörden (adliyeler), wenn sie in unserer Angelegenheit (temas) gegen uns verhandelten (cihet), stets entsprochen (mazhar). Aus diesem Grund habe ich, obwohl ich seit acht Jahren so viele Schikanen (işkenceler), Gefängnisstrafen (hapisler) und Unterdrückung (tazyikatlar) erfahren musste, aufgrund dieses gewaltig großen Geheimnisses (sırr-ı azîme) mich nie über einen von den Justizbeamten (adliye adamlar) erzürnt oder ihn gar verflucht (küsmek ve beddua), sondern empfinde im Gegenteil in meinem Herzen (kalb) stets eine Art Dankbarkeit (minnetdarlık), trage ihm gegenüber darin meine Dankesschuld (teşekkür) und einen Segenswunsch (tebrik).

Said Nursî
— 374 —
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei; und fürwahr: es gibt kein Ding, das nicht lobpreisend Ihm dankt. Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen für immer und ewig."}

Meine lieben getreuen, aufrichtigen und stets opferbereiten Mitbrüder!

Erstens: Aus ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh u canım) beglückwünsche ich euch (tebrik) zu eurem außerordentlich lichtvollen Dienst am Glauben (nuranî hizmet-i imaniye).

Zweitens: Darüber, dass die religiösen Liberalen (dindar Ahrarlar) mich so begeistert (hararet) bei ihrem Kongress in Ankara mit einem Auftrag (vazife) im Amt (daire) für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Riyaseti) einsetzen wollten (tavzif) und die Schüler des Lichtes (Nur talebeler) in der Medresetü'z-Zehra für diese Angelegenheit (mesele) zu einem Vermittler (vasıta) machten, damit ich diesen Auftrag annehme (kabul), sage ich:

Den Abgeordneten (meb'uslar) und ihren religiösen Gefährten (dindar arkadaş), die in dieser Versammlung (toplantı) diesen Vorschlag (teklif) gemacht haben, teile ich meine Dankbarkeit (teşekkür) und meine Grüße mit und bete (dua) sehr für ihren Erfolg (muvaffakiyet). Da ich aber körperlich volkommen schwach (ziyade zayıf), dazu sehr krank (şiddetli hasta) und schon alt (ihtiyar) bin und bereits hilflos (perişan) vor dem Tor des Grabes (kabir kapısı) stehe, daher auch nicht mehr in der Lage (iktidar) bin, diesen heiligen Dienst (kudsî vazife) zu verrichten, können an meiner Stelle die geistige Körperschaft (şahs-ı mânevî) der Risale-i Nur und die geistige Körperschaft (şahsiyet-i mânevi) der aufrichtigen und wahrhaftigen (has ve hâlis) Schüler des Lichtes (Nur şakirtleri) und der wahrhaftig opferbereiten (hakikî fedakârlık) der İslâmiyet an meiner statt, wie sie diesen heiligen Dienst (kudsî vazife) bis jetzt ehrenamtlich (gayr-ı resmî) und insgeheim (perde altında) versehen haben, wolle es Gott (inşaallah), nun auch in einer offiziellen (resmî) Form versehen. Und ich überlasse ihnen diesen Dienst (havale ederiz).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

Euer Bruder, der eures Gebetes bedürftig (duanıza muhtaç) ist
Said Nursî
— 375 —
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Hier geht es nun darum, wie ich in meinem Leben (hayat) den Glauben (iman) schon hier in dieser Welt (dünya) als eine Art Freude (lezzet) des Paradieses (Cennet) empfangen (temin) habe:

Seit meinem neunten Lebensjahr habe ich meine liebevolle Mutter (şefkatli vâlidem) nicht mehr gesehen und konnte also bei ihren Gesprächen (sohbet) nicht mehr anwesend sein. Ich habe also meiner Ehrfurcht bei ihren Gesprächen (hürmetli muhabbet) entbehren müssen und habe auch meine drei Schwestern (hemşire) seit meinem fünfzehnten Lebensjahr (yaşımdan) nicht mehr gesehen. Möge Gott sich ihrer erbarmen (Allah rahmet etsin)! Sie sind nun bereits zusammen mit meiner Mutter in die Welt (âlem) des Zwischenreichs (berzah) hinübergegangen. Daher habe ich auch ihre in der Welt (dünya) so fröhlichen (zevkli), genussvollen (lezzetli), geschwisterlichen Unterhaltungen (uhuvvetkârane sohbet), wie auch ihre Barmherzigkeit und Achtung (merhamet ve hürmet) mir gegenüber, entbehren müssen. Zwei meiner drei Brüder habe ich auch seit fünfzig Jahren nicht mehr wiedersehen können. Möge sich Gott (Allah) ihrer erbarmen (rahmet)! Ich habe auch die Gespräche (sohbet) dieser beiden so wertvollen (kıymetdar), frommen (dindar) und gelehrten (âlim) Brüder, die Freude (sürur) bei ihren respektvollen Gesprächen (hürmetkârane muhabbet) und ihre liebevolle Barmherzigkeit (merhametkârane şefkat) entbehren müssen. Wie die Risale-i Nur zeigt, dass im Glauben (iman) noch in dieser Welt (dünya) ein Samenkorn des Paradieses (Cennet çekirdek) liegt, wurde mir in meinem Geist (ruh) ohne Zweifel ein Fünkchen aus dem Kern des Paradieses (Cennet), der im Glauben (iman) liegt, eingegeben (ihtar), als ich heute mit meinen vier geistigen Kindern (manevî evlâd), die sich in meinem persönlichen Dienst (fedakâr hizmet) opferbereit um mich kümmern, einen Ausflug (seyahat) unternahm.

Da ich in diesem Leben ledig geblieben (ömrümde mücerred) bin und in dieser Welt (dünya) keine eigenen Kinder habe, habe ich die liebevolle Freude (şefkatkârane zevkler) und meine Zufriedenheit (memnuniyet) mit den Kindern entbehren müssen. Doch habe ich deswegen keinen Mangel (noksaniyet) verspürt. Daher hat mir Gott der Gerechte (Cenab-ı Hakk) in Seiner Güte (ihsan) jedoch heute für meine vier Wunden einen Sinn (mana) eingegeben, der mich überaus froh (zevkli) gestimmt und sie in dreierlei Hinsicht geheilt (cihetle tedavi) hat.

Eine Hadith, die in der Risale-i Nur erklärt wurde, lautet:
عَلَيْكُمْ بِد۪ينِ الْعَجَائِزِ

{"Ihr sollt dem Glauben der frommen Alten folgen."}

Durch die alten Frauen (ihtiyar kadın), die aus der Risale-i Nur ganz wunderbar ihren Nutzen ziehen (hârika istifade) und sich geistig daran erfreuen (zevk-i ruhanî), schenkte mir die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) anstelle der Freude (lezzet), die mir aus der besonderen, barmherzigen Liebe (merhametkârane şefkat) meiner Mutter selig (merhume vâlide) erwuchs, Tausende Mütter in einer umfassenden und allgemeinen (küllî ve umumî) Form.

— 376 —

Anstelle der liebevollen, geschwisterlichen Freude (şefkatkârane) und dem Frohsinn (sevinç ve sürur) meiner drei selig verstorbenen Schwestern (merhume hemşire) hat sie mir durch die Risale-i Nur Hunderttausende junge Frauen als Schwestern (hemşire) gegeben (ihsan). Durch ihre Gebete (dua) und durch ihre Verbundenheit (alâkadarlık) mit den Lichtern (Nurlar) schenkte (ihsan) sie mir anstelle dieser drei Vorteile (faide), die ich mit meinen Schwestern (hemşire) verloren habe, Tausende geistige Vorteile (faide-i manevî) und geistige Freuden (sürur-u ruhî). Es gibt Beweise und Zeichen (delil ve emare), die meine Mitbrüder kennen und viele Beweise dafür, dass dieser zweite Teil wahr (hakikat) ist.

Statt der materiellen und geistigen (maddî, manevî) Unterstützung, seiner Liebe und seines Mitgefühls (muhabbet ve şefkat) in dieser Welt, dessen ich nach dem Hinscheiden meines opferwilligen (fedakârane) Bruders selig (merhum kardeşimin vefatı) entbehren musste, hat die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) mir Hunderttausende wahrhaftige Brüder (hakikî kardeş) geschenkt, die mir gegenüber wahrhaft liebevoll (hakikî şefkat) sind, mich unterstützen und mir helfen (muavenet ve yardım), und die nicht nur dazu bereit sind, ihr Leben (hayat) auf dieser Erde (dünya), sondern vielmehr auch das Kapital (sermaye) ihres jenseitigen Lebens (hayat-ı uhrevi) zu opfern (fedai), um mir im Dienst (hizmet) der Risale-i Nur zu helfen (yardım).

Da ich in dieser Welt (dünya) keine leiblichen Kinder habe, habe ich den überaus genussvollen (zevkli meziyet) Vorzug einer Liebe (şefkat) gegenüber den Kindern entbehren (mahrumiyet) müssen. Anstelle einer solchen Liebe (şefkat) gegenüber ein, zwei Kindern werden Hunderttausende Unschuldige (masumlar) in Zukunft durch die Risale-i Nur geschult (beslenmeler) werden. So wird sich diese persönliche, ganz individuelle, liebevolle (hususî, cüz'î, şefkatkârane) Behandlung von drei Kindern in eine von Hunderttausenden umwandeln. Dafür gibt es schon heute vielerlei Anzeichen. Sogar diejenigen, die sich um meine persönlichen Angelegenheiten (bana hizmet edenler) kümmern, wissen, dass die unschuldigen Kinder (masum çocuklar) in Bolvadin und in Emirdag mir auf den meisten Straßen vielmehr Liebe (şefkat), Respekt (hürmet) und Verbundenheit (baglılık) erweisen als ihren eigenen Eltern. Es gibt noch viele Beispiele dafür, dass diese individuelle (cüz'î), persönliche (şahsî), private Freude (hususî zevki), dieser Genuss (lezzet), diese liebevolle Hochachtung (şefkatkârane hürmet) sich in tausenderlei umfangreiche, ganz allgemeine (küllî ve umumî) Formen verwandelte.

— 377 —

Wie auch bei einem Teil der gesegneten Geistwesen (mübarek zîruh) ein Gefühl der Vorausschau (hiss-i kabl-el vuku') gegeben ist, verspüren (hissetmiş) auch diese unschuldigen Kinder (masum çocuk) in ihrer Seele (ruh) in einem solchen Gefühl der Vorausschau (hiss-i kabl-el vuku'), dass die Risale-i Nur sie wie ein Vater (babalık) im Diesseits wie im Jenseits (dünyevî, uhrevî) beschirmt und beschützt (terbiye ve muhafaza), sodass sie dem Diener des Lichtes (Nur'un hizmetkâr) gegenüber eine noch größere Hochachtung als ihren eigenen Eltern entgegenbringen. Ein kleines Mädchen, das noch kaum drei Jahre alt war und das ich noch nie zuvor gesehen und nie gekannt hatte, kam einmal ungeachtet aller Dornen (dikenlere basarak) barfuß zu mir gelaufen. Im Übrigen habe ich noch sehr viele Freunde (dost) in Bolvadin. Und auch wenn wir mit einem Auto sehr schnell (çok hızlı) vorbeifahren, können wir uns dennoch nicht vor ihnen retten (kurtulamak). Obwohl sie noch nie etwas von mir gehört und mich noch nie zuvor gesehen hatten, zeigen sie mir doch überall ein Interesse (alaka), wie sie es ihren eigenen Eltern nicht entgegenbringen (alâka). Ich habe erkannt, dass für mich auch hinsichtlich meiner eigenen Seele (nefs), meines Wunsches (heves) und meines Leibes (cisman) ein Korn des Paradieses (Cennet çekirdek) im Glauben (iman) liegt.

Said Nursî
— 378 —
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Damit diejenigen, die gekommen sind, um unseren Meister zu besuchen (Üstadı ziyaret) und wieder zurückkehren mussten, ohne ihn auch nur gesehen zu haben, weil wir sie nicht hereingelassen haben, sich jetzt nicht gekränkt fühlen (hatırları kırılmamak), sind wir nun dazu gezwungen (mecbur), einen ansonsten unbekannten, außergewöhnlichen Seelenzustand (ahval-i ruhiyesi) unseres Meisters (Üstad) bekannt zu machen (beyan). Wegen einer kleinen Unachtsamkeit (dikkatsizlik) heute, dachte (niyet) er sogar daran, unseren Dienst (hizmet), den er doch so dringend (gayet çok muhtaç) brauchte, wieder zu beenden. Doch obwohl ihm das, was wir jetzt hier niederschreiben, zuvor in den Sinn (hatır) gekommen war, verzieh er uns (afvetti) später und danach war's wieder gut (helâl). Hier ist also nun der folgende Sachverhalt (hakikat):

Wir haben ohne Zweifel (kat'iyyen) verstanden: Unser Meister (Üstad) hat den größten Teil seines Lebens (hayat) für sich allein (tecerrüd) verbracht. In seinem ganzen Leben nahm er Geschenke (hediye) nicht an, denn Geschenke ohne Gegenleistung (mukabilsiz) machten ihn krank (hasta). Heute kann er selbst Respekt (hürmet) oder auch nur ein freundschaftliches (dostluk) Gespräch nur mühsam (agır) ertragen. Wir haben auch öfter bemerkt: will man seine Hände (musafaha) schütteln oder seine Hand küssen (öpmek), so fühlt er sich dadurch dermaßen gestört (ruhen müteessir), so als hätte man ihm eine Ohrfeige (tokat) versetzt. Auch wenn man ihn nur anschaut oder gar aufmerksam (dikkat) betrachtet, so fühlt er sich dadurch bereits gestört (şiddetle müteessir). Auch wenn wir für ihn seine persönlichen Dienste (hizmet) erledigen, dürfen wir ihn dabei ohne Not (zaruret) nicht anschauen. Das Geheimnis (sırr) dessen und die Weisheit (hikmet) dahinter haben wir mit Sicherheit (kat'iyyen) so verstanden:

Da das Wesen (esas) des Weges (meslek) der Risale-i Nur eine aufrichtige Wahrhaftigkeit (hakikî ihlas) ist, stören (dokunuyor) ihn solche Vorfälle (tezahür), wie wenn er ein Gespräch führen (sohbet) soll, oder Leute ihm übertrieben ihren Respekt erweisen (fazla hürmet) wollen, die in heutiger Zeit des Egoismus (enaniyet) als ein Merkmal (alâmet) der Selbstsucht (nefisperestlik), der Scheinheiligkeit (riyakârlık) und der Falschheit (tasannu') gelten können, ganz besonders. Deshalb sagt er:

— 379 —

"Wenn es sich bei demjenigen, der sich mit mir treffen will, um das Jenseits (âhiret) oder um die Risale-i Nur handelt, so hat hier die Risale-i Nur überhaupt nichts offengelassen, wofür mein eigener Beitrag (kat'iyyen ihtiyaç) noch vonnnöten wäre. Denn jedes ihrer Millionen Exemplare (nüsha) bringt so viel Nutzen (faide) mit sich wie zehn Saids. Wenn es sich bei solchen Treffen um die Welt (dünya) und um weltliche Angelegenheiten handelt, so ist das für mich nur ein Zeitverlust (vakti zayi'), da ich mich bereits definitiv von der Welt (dünya) abgewandt habe und deswegen die weltlichen Angelegenheiten für mich nutzlos (malayani) geworden sind, weshalb ich mich dann sehr gelangweilt (cidden sıkılır) fühle. Wenn es sich dabei um den Dienst (hizmet) an der Risale-i Nur und ihre Verbreitung (intişar) handelt, so genügt (kâfi) an meiner Stelle (benim bedelime) ein Gespräch mit meinen wahrhaftigen, mir in meinem persönlichen Dienst (hizmet) opferbereit zur Verfügung stehenden Schülern, meinen geistigen Kindern (manevî evlâd) und meinen Mitbrüdern (fedakâr talebe), was meinen eigenen Beitrag dazu völlig überflüssig (hiç ihtiyaç yok) macht. Diejenigen, die einen langen Weg (uzun yerler) zurückgelegt haben und aus weit entfernten Ländern (uzak memleket) hergekommen sind, sowie alle übrigen Mitbrüder (başka kardeş) sollen deswegen nicht gekränkt sein (hatırları kırılmasın). Denn seit zehn Jahren rezitiere ich (okudu evrad) oder bete je nach Auftrag (tevkil) anderer jeden Morgen und erwähne dabei jedes Mal, wenn ich jemandem den Segen meiner Gebete (sevab bagışladık) zuwende: "Oh Herr (Ya Rabbi!), der Segen dieser Rezitation möge in das Buch der guten Taten (defter-i a'mal) derer, die gekommen sind, sich mit mir zu treffen und wieder zurückkehren mussten, ohne sich mit mir treffen zu können, eingeschrieben werden." Und so schenke ich ihren Seelen den Segen (ruhlarına hediye) meiner Gebete."

Den obigen Seelenzustand unseres Meisters (Üstadımızın halini) geben wir unseren Mitbrüdern (beyan) bekannt.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

Die Schüler des Lichtes (Nur Talebe)
In seinem Dienst (hizmet)
— 380 —

Ein Zitat aus der Ausgabe (nüsha) der Zeitung "Fortschritt (Ileri)" vom 13. April 1957, während der Meister (Üstad) Bediüzzaman mit seinen Segen bringenden Händen (ugurlu elleri) den Baubeginn einer neuen Moschee eröffnet (temeli atıldı).

Üstad Bediüzzaman Said Nursî hat den Baubeginn der Moschee auf dem Gelände der dritten Ausbildungsdivision (Egitim Tümen) eröffnet. (Von unserem Sonderberichterstatter (muhabir) aus Isparta)

Zur Feier (tören) des Baubeginns einer Moschee (câmiin temeli), der auf dem Gelände der dritten Ausbildungsdivision (Egitim Tümen), das vor einigen Jahren in Isparta eröffnet (teşekkül) wurde, in einer großartigen, öffentlichen Feierstunde (merasim) beschlossen (karar) wurde, wurde der Verfasser (müellif) der Risale-i Nur Üstad Bediüzzaman Said Nursî Hazretleri eingeladen, der sich gerade in Isparta befand. Der Meister, der mit viel Aufmerksamkeit empfangen (alâka karşılanan) worden war, entleerte bei dieser Feier mit seinen Segen bringenden Händen (ugurlu elleri) die erste Kelle Mörtel (temele ilk harc) und sprach dabei die Gebete (dua).

Wie die Schüler des Lichtes (Nur şakirdler) Hüseyin Avni und Tahsin Tola ihr Herz ausschütteten (hasbihal)

Wir Schüler des Lichtes (Nur şakirdler), die wir uns durch unsere privaten Dienste (hizmet) um unseren Meister (Üstad) und auf unserem gemeinsamen Weg (meslek) {gemeint ist die RN (A.d.Ü.)} kümmern, haben mit Politik (siyaset) nichts zu tun. Da aber die Demokraten hinsichtlich der Veröffentlichung der Licht-Abhandlungen (Nurların neşrine) tolerant sind und sich an den Schikanen (zulümler), mit denen man schon seit langem die Lichter zu behindern (Nur'un men'i) versucht, nicht beteiligen, haben wir im Interesse (hatır) der Demokraten unsere Aufmerksamkeit (alâkadar) auf die Wahlen (seçimler) gerichtet. So war denn wie beim vorigen so auch dieses Mal ein großer Beitrag (epey) der Nurcus zugunsten (faide) der Demokraten. Während der ehemalige Justizminister (Adliye Vekil) Hüseyin Avni und der Abgeordnete (meb'us) aus Senirkent Tahsin Tola, die so viel für unseren Meister (Üstad) und für die Lichter (Nurlar) getan hatten (en ziyade faidesi), vor allen anderen (herkesten ziyade) die Wahl hätten gewinnen können (kazanmak), konnten sie sie doch nicht gewinnen, was uns denn auch sehr betrübt (müteessir) hat. Und das haben wir auch unserem Meister (Üstad) mitgeteilt. Dieser sagte uns dann:

— 381 —

Seid unbesorgt (müteessir)! Wir alle zusammen müssen sie gemeinsam beglückwünschen (tebrik). Denn innerhalb von zwei Jahren haben sie der Regierung (hükûmet), dem Land (vatan) und dem Volk (millet), der Religion (din) und der öffentlichen Sicherheit (asayiş) gleich wie in fünfzig Jahren gedient (hizmet). Dafür ist ein sicherer Beweis (delil-i kat'î) der, dass er wunderbarerweise (kerametkârane) genau in der gleichen Zeit, in der ich mir die Freigabe (kurtulması) des Wegweisers (Rehber) für die Jugend wünschte (arzu), ohne ihn darum zu bitten (müracaat), befahl (emir), uns die zweihundert Exemplare des Wegweisers, die in Beschlag genommen worden (müsadere) waren, wieder zurückzugeben (iadesi). Dadurch konnten zweihunderttausend Leute aus dem Wegweiser ihren Nutzen (istifade) empfangen; und sie beteten (dua) auch für ihn. Durch den einflussreichen (ehemmiyet) Einsatz von Tahsin Tola konnte der Sammelband "Worte (Sözler)" in Ankara ganz offiziell (resmen) gedruckt werden. Dadurch hatte er sowohl für die öffentliche Sicherheit (asayiş), als auch für die "Demokrat"-Partei, für dieses Land und sein Volk (vatan ve millet) einen so hohen Beitrag geleistet wie in hundert Jahren Dienstzeit als Abgeordneter (meb'usluk).

Was Hüseyin Avni und Tahsin Tola bis jetzt geistig (manevî), wahrhaftig (hakikî), für ihre Ewigkeit und das Leben im Jenseits (bâki ve uhrevî) gewonnen haben, wäre bereits genug (yeter). Mit dem Anspruch darauf, noch ein, zwei Jahre als Beamter und Abgeordneter (memuriyet ve meb'usluk) zu arbeiten, sollen sie ihre einem beständigen Diamanten (bâki elmas) gleichenden Dienste nicht gegen zerbrechliche, vergängliche Glasperlen (fâni şişe) eintauschen. Dazu beglückwünsche (tebrik) ich sie. Auch ihr sollt sie dazu beglückwünschen und für sie beten (dua). Ich hätte mir sogar gewünscht, dass Tahsin Tola* nochmals zum Abgeordneten (meb'us) gewählt würde, damit er den Lichtern dienen (Nurlar hizmet) kann. Sein bisheriger Dienst reicht (hizmeti kâfi) jedoch bereits aus. Er hat das Tor geöffnet. Mehr braucht er nicht zu tun (ihtiyaç kalmadı)."

Die Schüler des Lichtes
(Nur Talebe)
Mehmed Kaya, Hüsrev, Tahirî, Sungur, Zübeyr, Ceylan, Bayram

Anmerkung: Unser Meister sagte: Er muss zwar seinen gewissen monatlichen Lohn (mikdar banknot) entbehren, weil er in dieser Welt (dünya) kein Abgeordneter (meb'us) mehr ist. Durch die Veröffentlichung (neşriy) des Sammelbandes "Worte (Sözler)", die unter seinem Einfluss (hizmet) zustandekam, haben Millionen Menschen daraus ihren Nutzen gezogen. Von dem Teil, den ich selbst davon habe, und der mir fünfzigtausend Lira wert (faide) ist, würde ich ihm gerne eine solche Summe (azîm bir yekûn) geben, wenn ich sie nur hätte. Müsste man diesen Sachverhalt (hakikat) heute aufmerksam in Betracht (nazar-ı dikkat) ziehen, würde dieser Sachverhalt (hakikat) nicht in Betracht gezogen (nazar), wenn er wieder als Abgeordneter (meb'us) gewählt würde. Daher soll er nicht traurig (müteessir) sein, wenn er durch die Taschenspielereien (parmagıyla) einiger atheistischer Gewaltherrscher (dinsiz zalimler) nicht gewählt werden konnte (kazanmadıgından).

— 382 —
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Anhang zur Letztwilligen Verfügung (Vasiyetname)

Auf der dreißigsten Seite der Biographie (Tarihçe-i Hayat), die Eşref Edib veröffentlicht (neşret) hat, zählt er sechs Beispiele (nümune) für die besonderen Eigenschaften (hususiyet) Saids auf. Das siebte Beispiel ist, dass er nie in seinem Leben (ömr) ein Geschenk (hediye) ohne Gegenleistung (mukabelesiz) angenommen hat (kabul). Aufgrund seiner Genügsamkeit und seiner Sparsamkeit (kanaat ve iktisad) konnte er trotz seiner großen Armut (şiddet-i fakrı) damals - vor sechzig, siebzig Jahren - für seine Schüler (talebe) ihre tägliche Ration (tayinat) selber bezahlen. Ein heutiges Beispiel für seine merkwürdige Verhaltensweise (acib vaziyetin) und dessen Geheimnis (sırr) ist erst vor einigen Jahren bekannt (anlaşıldı) geworden. Daher ist nun die Zeit gekommen, im Anhang dieser letztwilligen Verfügung (vasiyetname) Folgendes zu schreiben.

Ich habe trotz großer Armut (şiddet-i fakr) und meiner Enthaltsamkeit (istigna) keine Geschenke (hediye) angenommen. Unendlicher Dank (hadsiz şükür) sei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk'a), dass die Einnahmen (sermaye) für die Risale-i Nur, die mit der Maschine geschrieben und dann veröffentlicht (neşredilen) wurde, was ja nicht verboten ist, heute in vier, fünf Provinzen, in denen die Medreset-üz Zehra inoffiziell (manevî) fortbesteht, für die Rationen (tayinat) der opferbereiten (fedakâr) Schüler des Lichtes (Nur talebe), die ihr Leben (hayat) der Risale-i Nur widmen (vakfeden) und keine Zeit finden können, um ihren Lebensunterhalt (nafaka) zu verdienen, in der Tat mit einem erstaunlichen Segen (acib bir bereket) auch weiterhin ausreichen (kâfi). Ich lege daher testamentarisch (vasiyet) fest, dass meine aufrichtigen, opferbereiten (hâlis, fedakâr) Mitbrüder über diese segensreiche Einnahme (mübarek sermaye) aus dem Verkauf (fiatı) der Exemplare des Lichtes (Nur nüshaları) nach meinem Tod weiterhin verfügen sollen, um mein Prinzip (kaide) wie damals vor sechzig, siebzig Jahren nach meiner heutigen Lage (düstur) auch nach siebzig Jahren genau so zu praktizieren (tatbik). Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass die Risale-i Nur frei gedruckt und veröffentlicht werden (tab' serbestiyet) kann. So lässt sich dann dieses Prinzip (düstur) in noch weiterem Umfang praktizieren (fazla inkişaf).

— 383 —

Damals konnte (kabul) der Alte Said in Van die Ration (tayinat) von fünf Schülern, die sich dem Studium gewidmet (Evkaf) hatten, erstaunlicherweise (medar-ı hayret) von seinem wenigen Geld selbst finanzieren, deren Zahl gelegentlich bis zwanzig, dreißig, ja bis zu sechzig anwuchs. Durch den Segen der Genügsamkeit und der Sparsamkeit (kanaat ve iktisad) und - obwohl er seine eigenen fünf, sechs Mauser-Gewehre verkaufen musste - hat er sein Prinzip (kaidesi) der Enthaltsamkeit (istigna) nicht aufgegeben. Damals gab es viele, die ihn unterstützen (yardımcılar) wollten, wie den bekannten (meşhur) Tahir Paşa. Dennoch hat er seinem Prinzip (kaidesi) nicht entgegengehandelt. Mit einem Hinweis aus dem Verborgenen (işaret-i gaybiye) seines sechzig-, siebzigjährigen Lebensprinzips (düstur-u hayat) wurde ihm nach sechzig, siebzig Jahren durch Gottes Güte (inayet-i İlahiye) eine Frucht (meyve) seiner damaligen Genügsamkeit und Enthaltsamkeit (kanaat ve istigna) geschenkt (ihsan). Obwohl es so viele Gerichtsprozesse (mahkeme), Verbote (yasak) und Beschlagnahmungen (müsadere) gab und die Veröffentlichung in der alten Schrift (huruf) nicht genehmigt wurde (izin), schenkte (hediye) die Risale-i Nur selbst seit vielen Jahren die Ration (tayinat) der opferwilligen Schüler (fedakâr talebe) der inoffiziellen (manevî) Medreset-üz Zehra im Umfang (vüs'at) von vier, fünf Provinzen (vilayet).

In der Tat habe ich einen beträchtlichen Teil (kısm-ı mühimmi) dieser Exemplare (nüsha) als Geschenk (hediye) ohne jede Gegenleistung (mukabelesiz) an die Brüder in meiner Umgebung, in der islamischen Welt (âlem) und nach Europa gesandt. Das, was er für seinen Lebensunterhalt zur Verfügung (nafaka) hat, gibt er für die Vervielfältigung der Lichter (Nur'un teksirine sarfettigi) aus. Dennoch genügten (kâfi) ihm die Einnahmen durch die Exemplare des Lichtes (Nur'un nüshaları) in einer erstaunlichen Weise (acib bir tarzda) sowohl für sich selbst als auch für seine aufrichtigen, opferbereiten (hâlis fedakârlar) Schüler. Da ich zu der absolut sicheren Überzeugung (kat'iyyen kanaat) gelangt bin, dass dies eine schöne Frucht (güzel meyve) und eine Weisheit (hikmet) des verborgenen Zeichens (işaret-i gaybiye) von damals ist, erkläre ich (beyan) am Schluss meiner letztwilligen Verfügung (vasiyetname):

— 384 —

Diese letztwillige Verfügung (vasiyetname) soll nach mir zu der übrig gebliebenen Summe (bâki kalan tayinat) gelegt werden, die für die weiteren Rationen bestimmt ist, damit einige uneinsichtige Menschen (insafsız insanlar) nicht sagen können: "Obwohl dieser Said täglich mit fünf oder zehn Kurusch auskam (yaşadıgı) und von niemandem Geld bekommen (almadıgı) hat, sieht sein Erbe jetzt wie hunderte (yüzer lira) Lira aus. Wo hatte er die bloß her (nerede buldu?)?" Daher ist es angebracht, diese Tatsache (hakikat) dergestalt zu verdeutlichen (izhar).

Hiermit lege ich testamentarisch fest (vasiyet), unter der Aufsicht (nezaret) von Persönlichkeiten (zâtlar) wie Zübeyr, Ceylan, Sungur, Bayram, Hüsnü, Abdullah, Mustafa, die meine geistigen Kinder (manevî evlâdlar) und opferbereiten Diener (fedakâr hizmetkârlarım) sind, sowie Hüsrev und Nazif, Tahirî, Mustafa Gül, welche die aufrichtigen und wahrhaft (has ve hâlis) Tapferen des Lichtes (Nur'un kahramanları) sind, dieses mein Prinzip (düstur) aufrechtzuerhalten (muhafaza).

Said Nursî
— 385 —
Wir senden euch zu eurer Kenntnisnahme (bera-yı malûmat) eine Richtigstellung (tekzib) entgegen den Lügen (yalan), die bereits in manchen Zeitungen verbreitet wurden.

Wir haben gesehen, dass einige gegnerische Zeitungen (muhalif gazeteler) die Beschuldigung (ittiham) gegen die Schüler (talebe) der Risale-i Nur "Sie haben einen mystischen Orden (tarîkat kurmuşlar) gegründet." nochmals wiederholt haben. Das hat aber mit den Tatsachen (hakikat) überhaupt nichts zu tun (alâkası yoktur). Denn dieser Sachverhalt steht durch die Beschlüsse der etwa zehn Kriminalstrafgerichte (Agır Ceza Mahkemesi) schon fest (sabit) und ist bereits rechtskräftig (kat'iyyet) geworden. Darüber hinaus konnte man in den Büchern und Briefen (dava) der Risale-i Nur, die damals in Beschlag (müsadere) genommen wurden und anschließend ohne irgendwelche Konditionen (bilâ-kayd u şart) ihren Besitzern (sahibler) wieder zurückgegeben (iade) wurden, nicht einmal ein winzig kleines Anzeichen (emare) eines mystischen Ordens (tarîkat) entdecken. Im Gegensatz dazu erklärt (beyan) unser Meister (Üstad) Said Nursi in seinen Briefen und Verteidigungsschriften (müdafaa) in nachdrücklicher Weise (kat'î bir lisan): "Diese Zeit ist keine Zeit der Orden (tarîkat); jetzt ist die Zeit, den Glauben zu retten (imanı kurtarmak). Es gibt sehr viele, die ohne Orden ins Paradies (tarîkatsız Cennet) gehen; aber es gibt niemanden, der ohne Glauben ins Paradies (imansız Cennet) eingeht." Und dieser Ausdruck wurde sprichwörtlich (ifadesi mevcud). Trotzdem dies eindeutig (sarahat) ist und obwohl alle Gerichte (mahkeme) und Staatsanwälte (müddei) seit dreißig Jahren noch nicht einmal ein winzig kleines Indiz (delil) für einen Orden (tarîkat) finden konnten (tesadüf), versucht (peşinde) eine Schar derer, welche die Religion (din) abschaffen (kaldırmak) wollen und die heutige islamische Entwicklung (inkişaf) irgendwie nicht akzeptieren (hazmetmek) können und die dem Glauben gegenüber indifferent (dine lâkayd), ja sogar feindlich (aleyhinde bir güruh) gesinnt sind, die Schulung in den Wahrheiten (hakikat) des Islam als "Orden" bezeichnen (tarîkat namını) und in diesem Land (vatan) einen Nährboden (zemin) für ihre Ideen (efkârları lehine) vorzubereiten. Auf jeden Fall wird der obige Artikel (vakıa), der durch die Intrigen (entrika) und Pläne heimlicher Atheisten (gizli dinsizler) lanziert wurde (ihdas), wie dies allzeit geschieht (defası), zugunsten (lehine) dieses Landes und seines Volkes (vatan ve millet) geklärt (tecelli) werden. Auch die Gerichte (mahkeme) in Aydın und Nazilli werden ihren gerechten Vorgängern (adaletli seleflerine) zufolge die Schüler des Lichtes (Nur şakirdler) frei (tebrie) sprechen.

— 386 —

Während die Risale-i Nur, die überall in unserem ganzen Land (vatan sathında) und darüber hinaus in der ganzen islamischen Welt (âlem) und selbst noch in vielen Orten Europas guten Anklang (hüsn-ü kabule) gefunden hat und einen weltlichen Beitrag für die Türken leistet, um zu ihrer früheren Einheit (eski ittihad) in der islamischen Welt zurückzukehren erreicht (muvaffak) hat, was sich ergeben hat (netice), ohne dass die Schüler des Lichtes (Nur şakirdleri) dabei diese Frucht in der Welt (dünyevî semeresi) beabsichtigt hätten (niyetler), und während die Regierung (hükûmet), die ausdrücklich auf die İslâmiyet, die Religion (din) und die Gewissensfreiheit (vicdan) einen besonders großen Wert (kıymet) legt, und das, was die frühere Regierung (eski hükûmet) vernichtet (tahribat) hat, wieder zu reparieren versucht, die daran arbeitet (teşebbüs), Gesetze (kanun) zu erlassen, um diejenigen, die Heiligtümer (mukaddesat) zerstören, exemplarisch bestrafen zu können u.dgl. viele positive (müsbet) Ereignisse zu unserer Erleichterung (ferahlatıcı), eine solche, unhaltbare Behauptung (asılsız mes'ele) zu lanzieren, kann nur ein Produkt (mahsulü) derer sein, die gegen die Regierung (hükûmet) und die İslâmiyet sind, woran wir auch gar keinen Zweifel (şübhe) haben.

Noch einige Beispiele (delil) für ihre Lügen sind hier die Folgenden:

Über unseren Meister (Üstad) Said Nursî haben diese Gewissenlosen (vicdansız) eine ganz offensichtliche Verleumdung (apaçık bir iftira) erfunden, indem sie sagten: "Er lebt wie ein König (şah) oder Kaiser (padişah) und versorgt sich selbst von den eingenommenen Spenden (yardımlar)." Said Nursî ist eine Persönlichkeit (zât), die nicht einmal einen Teller Suppe (çorba) bei seinem Onkel (anca) essen würde, der in seinem Leben (hayat) niemandem (minnet) einen Dank schuldig blieb, der ein Geschenk (hediye) im Werte von fünftausend Lira ablehnte und zurückwies (red ve iade), ohne ihm auch nur für fünf Para Aufmerksamkeit zu schenken, der dem Prinzip seiner Enthaltsamkeit (istigna düsturu) während seines ganzen Lebens (hayat) selbst noch in den Zeiten, in denen er unter einer besonders gewaltsamen Behandlung (zalimane muameleler) und unter Entbehrungen (mahrumiyet) zu leiden hatte, nicht zuwider handelte (bozmayan) und auf diese Weise die Würde (izzet) des Islâm und die Ehre des Glaubens (şeref-i diniye) aufrechterhalten (muhafaza) hat.

— 387 —

Das Prinzip (düstur) unseres Meisters (Üstadımız), Geschenke von irgendwelchen Leuten (halkların hediye) nicht anzunehmen (kabul), hat sich durch seine Lebensweise während achtzig Jahren bestätigt und sich in der Tat seit dreißig Jahren bei vielen Gerichtsverhandlungen (müteaddid mahkeme) aufgrund von Belegen (vesika) als wahr herausgestellt (tahakkuk) und wurde so vor aller Augen für Freund und Feind (dost ve düşman) offensichtlich. Inwieweit diejenigen von einem fürchterlichen Hass (dehşetli garazkâr) erfüllt sind, die in einer Zeit, in der diese offensichtliche Tatsache (bedihî hakikat) bereits allen bekannt ist (bilindigi bir zaman), eine solche Beschuldigung (ittiham) aufstellen, überlassen wir der Beurteilung (takdir) einsichtiger Leute (ehl-i vicdan).

Mit Einverständnis der Regierung (hükûmetin adaleti) in Ankara konnte unser Meister (Üstad) Said Nursî die Werke (eser) der Risale-i Nur schließlich drucken (basılmak) lassen. Die Einnahmen aus dem Verkauf einer gewissen Anzahl Bücher (bir mikdar kitab fiatları), die sein Anteil sind (hissesine düşen), gibt unser Meister den Schülern des Lichtes (Nur talebe), die ihr Leben (hayat) den Lichtern widmen (Nurlara vakfedip) und ihren Lebensunterhalt (nafaka) deshalb nicht selbst verdienen können (çıkaramayan), zu ihrer Unterstützung. Er selber lebt (yaşamak) dadurch in einer geradezu extremen Sparsamkeit und Genügsamkeit (iktisad ve kanaat), was inzwischen bereits allgemein bekannt (herkesin malûmu) geworden ist. Wir führen seine Lebensweise in mehr als achtzig Jahren als ein zuverlässiges Zeugnis (şahid-i sadık) dafür an, dass er sich in seinem ganzen Leben (ömr) nur durch seine außergewöhnliche Sparsamkeit (iktisad) über Wasser gehalten (idare) hat.

Noch weitere offensichtliche Verleumdungen (zahir yalanlar) in verschiedenen Zeitungen, die ihren Plänen folgen (takib), das Volk (halk) gegen die Regierung (hükûmet) der Demokraten aufzuhetzen, bestehen darin, das Gespräch (hasbihali) zwischen zwei frommen Männern (mübarek adam) in Nazilli über den heiligen (Şerif) Monat Ramadan in eine politische Diskussion (siyasetvari bir tarz) über die "Gründung eines islamischen Staates (devlet kurmak)" umzumünzen. Derartige Verleumdungen und Erfindungen (iftira ve bir uydurmalar) von Laien (acemîce) gleichen den Krämerseelen von Möchtegern-Politikern (sahte siyaset), die damit noch nicht einmal kleine Kinder zu täuschen (kandıramıyacak) wissen vermögen. Was sie mit solchen Lügen (yalanlar) bezwecken und erreichen (maksadlar istihsal) wollen, weiß jedoch niemand (meçhulü degil).

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Einen islamischen Verfasser (müellif) wie Said Nursi, der noch nie in Nazilli gewesen ist, dort auch niemanden kennt und seit vierzig Jahren stets sagt:

‌اَعُوذُ بِاللّٰهِ مِنَ الشَّيْطَانِ وَ السِّيَاسَةِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott (Allah) vor dem Teufel (Scheitan) und der Politik (siyase).",}

der sein Interesse an der Politik (siyasetle alâkası) längst aufgegeben hat, der sein Leben (ömr) einzig und allein der Sorge (dava) gewidmet hat, durch die Wahrheiten (hakikat) des Qur'ans und des Glaubens den Glauben zu retten (iman imanı kurtarmak) und sich darüber hinaus nicht mehr um weltliche Dinge (dünyevî şeyler) kümmert, der nun mit seinen fünfundsiebzig Jahren bettlägerig geworden ist, der infolge der durch die Vergiftung verursachten Krankheiten (zehirli hastalık) ständig unter lebensbedrohlichen Anfällen (ölüm nöbetleri) leidet und deshalb sagt: "Ich stehe bereits vor dem Tor des Grabes (kabir kapısı"), der daher ganz besonders der Ruhe und Erholung (sükûnet ve istirahat) bedarf, durch derartige politische Verleumdungen (siyasî iftira) ins Gerede zu bringen (mevzubahs), ist in vielerlei Hinsicht ganz erbärmlich (vecihlerle vicdansızlık), eine abscheuliche Gehässigkeit (müdhiş bir gaddarlık) und ein Absturz in den Pfuhl (derekesine sukut) einer ganz gemeinen Verlogenheit (âdi bir yalancılık).

Irgendeinen Religionslehrer (din âlimi) unter irgendeinem Vorwand (bahane) zu verdächtigen (isnad), er könne ein Prophet (peygamberlik) sein, ist ein unmittelbarer Angriff (dogruya taarruz) gegen die İslâmiyet und eine Beleidigung (ihanet) des Qur'ans.

Unser Meister (Üstad) Said Nursî hat Zeit seines Lebens (ömrü müddetince) die gelobte Sitte (sünnet-i seniye) des Propheten befolgt (ittiba). Und er hat die Todesstrafe (i'dam cezaları) verabscheut, weil er keiner einzigen gelobten Sitte des Propheten zuwider handeln wollte (muhalif hareket etmemek). Um die gelobte Sitte des Propheten neu zu beleben (ihya) und den Glauben zu bewahren (imanı muhafaza), hat er hundertdreißig Werke verfasst (eser te'lif). Er kämpfte (mücahede) unter Geringschätzung seines eigenen Lebens (hayatını istihkar) gegen die blutrünstigen Feinde des Glaubens (hunhar din düşmanları), hatte am Ende Erfolg und gewann den Sieg (muvaffak ve muzaffer). So wurde das Werk (eser), das er über die Befolgung der Sitte Mohammeds (ittiba-i sünnet-i Ahmediye) geschrieben hat, in der Tat in dreißig Jahren in Tausenden von Exemplaren (nüsha) veröffentlicht. Auch sein Buch über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye), das ein großartiges Werk (muazzam bir eseri) über den Ehrenwerten Gesandten (Resul-i Ekrem A.S.M. efendimiz) ist, auf den die Welt stolz (Fahr-i kâinat) ist, den letzten und wahren Propheten (son ve hak peygamber), ist inzwischen im Buchhandel erschienen (meydanda). Obwohl dies nun der wahre Sachverhalt (hakikat-ı hal) ist, kann man nun selber einschätzen (kıyas), wie weit diejenigen, die Said Nursî eine derartige Beschuldigung (ittiham) unterschieben wollen, von Recht und Wahrheit (hak ve hakikattan), von einer maßvollen Einsicht (insaf ve vicdan) entfernt sind. Sich eine derartige Beschuldigung (ittiham) auszudenken, würde nicht einmal dem Teufel (şeytan) in den Sinn (hatır) kommen.

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Einer der Gründe für diesen Vorfall (hâdise) dürfte aller Wahrscheinlichkeit (kavî) nach der Folgende sein: Da die Risale-i Nur dem Familienleben (aile hayat) eine große Beachtung (faide) schenkt und bewirkt (temin), dass die Frauen (hanımlar) in Ehren und Würden (iffet ve namus), glücklich und ohne Vorurteile (ismet ve saadet) leben, zeigen die Frauen ein reges Interesse (çoklukla ragbet) an der Risale-i Nur. Als ein gutes Beispiel (hüsn-ü misal) dafür wurden einige Artikel (makalesi) von Frauen veröffentlicht (neşrolunan), welche die Feinde der Religion (din düşmanları) gelesen und sie dazu bewegt haben, im Interesse (hesab) des Bolschewismus mit einigen erfundenen Vorwänden (uydurma bahaneler) zum Angriff (hücum) überzugehen. Es wird ihnen da aber kein Erfolg (aslâ muvaffak) beschieden sein. Völlig im Gegensatz zu ihren Zielen (maksadlarının tam aksine) entwickelt (inkişaf) sich die Verbreitung (neşriyat) der Risale-i Nur unter Männern und Frauen ganz hervorragend (hârika), und so wird es auch weitergehen.

Seine Schüler, die ihm in seiner Krankheit dienen (hizmet)
Tahirî, Zübeyr, Ceylan, Bayram, Sungur, Rüşdü
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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Anlässlich einer äußerst wichtigen Gerichtsverhandlung (mühim bir mahkeme) hatte ich als mein letztes Wort (son sözüm) unter der Überschrift "Meine Klage vor dem Großen Gericht am Jüngsten Tag (Mahkeme-i Kübra'ya Şekva)" etwas niedergeschrieben, das in meine Biographie (Tarihçe-i Hayat) aufgenommen und dort ein paar Mal veröffentlicht (neşrolunan) wurde. Ein eigenartiges (acib), erstaunliches (garib), kleines Beispiel dieses Vorfalls (hâdise), welcher der Grund dieser Klage (şekvanın sebebi) war, die an das Revisionsgericht (Temyiz mahkemesi), die Vorsitzenden (reisler) des Gerichtes (mahkeme) und die Behörden (makamat) in Ankara gesandt wurde, wo ich angeklagt war, hat mich hier diesmal genauso betroffen (başıma geldik) gemacht. Meiner Klage (şekvaya) vor dem Großen Gericht (Mahkeme-i Kübra) am Jüngsten Tage möchte ich (beyan) nun noch Folgendes als eine kurze Anmerkung (haşiyecik) hinzufügen:

Vor zwei Tagen bin ich aus drei Gründen (bahane) nach Konya gefahren, wonach es mich so sehr verlangte (müştak) und das vor langer Zeit noch als die Schule der Wissenschaften (medrese-i ilmiye) in Anatolien galt:

Erstens: Meine zwei wahrhaftigen, lichtvollen Mitbrüder (hakikatlı nur kardeş) sind trotz aller Unkosten (masraf) in ihren bescheidenen Verhältnissen (fakir hal) zur Verhandlung (mahkeme) nach Izmir gefahren. Auf ihrem Heimweg sind sie dann bei mir vorbeigekommen. Um sie wenigstens teilweise vor hohen Kosten (masraf) zu bewahren (kurtarmak), wollte ich sie dann in meinem Auto bis nach Konya mitnehmen.

Zweitens: Ich wollte meinen eigenen Bruder, den ich fünfzehn Jahre lang unterrichtet hatte, der etwa zwanzig Jahre als Müfti gedient hatte, der nun heute als einziger unter meinen Geschwistern (kardeş) und den übrigen Verwandten (akraba) noch am Leben (hayat) ist, und seine Kinder besuchen (ziyaret), um ihn, dem ich in vierzig Jahren nur ein einziges Mal begegnet bin, nun einmal wiederzusehen (görüşmek).

Drittens: Ich wollte zudem auch Mevlâna Celaleddin einen Besuch abstatten (ziyaret için gitmiştim), der einer der bedeutenden Meister (mühim üstadları) des Alten und des Neuen Said ist, und dadurch wie İmam-ı Rabbanî und İmam-ı Ghazalî zugleich auch mein bedeutender Lehrer (mühim bir üstad), mit dem ich sehr verbunden (alâkadar) bin, da die Mevlevîs - also seine Schüler (müridler) - überall ein reges Interesse (alâkadarlık) für die Risale-i Nur zeigen.

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Wie in dem Artikel, der in meiner Biographie (Tarihçe-i Hayat) veröffentlicht wurde (neşredilen), zu lesen ist, dass ich mich mit den Menschen nicht mehr unterhalten kann (insanlarla görüşemedik), kann ich nun auch mit Besuchern (ziyaretçiler) nicht mehr reden. Genauso wie Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) mir eine Krankheit gegeben hat, um von allen Geschenken Abstand zu nehmen (hediyelerden men'etmek), {Geschenke - meistens etwas zu essen - macht ihn nur krank (A.d.Ü.)} so ist auch dieser hochachtbare Besuch (hürmetkârane ziyaret) eine Art geistiges Geschenk (hediye-i manevi) geworden. Denn meine Stimme klingt heute nur noch gebrochen (sesim kesilip). Ich wurde als ein Geschenk der Gnade (eser-i inayet) am Sprechen gehindert (konuşmaktan men' olundum), weshalb ich nun nicht mehr zum Hause meines Bruders gehen konnte, um mit ihm zu sprechen.

Ich sah mich also nun dazu genötigt, wenigstens zwei, drei Tage in Konya zu übernachten. So bin ich denn gezwungenermaßen (zarurî iken mecburî olarak) schon nach einer Stunde wieder zurückgefahren, nachdem ich mein Gebet (namaz) verrichtet hatte. Nachträglich wurde dann mein Aufenthalt (vaziyet) dort völlig überraschend derart dargestellt, dass schließlich alle Zeitungen darüber berichteten (neşrettiler). Und obwohl ich meinen eigenen Bruder, den ich in vierzig Jahren nur ein einziges Mal gesehen hatte, danach zwar zu seinem Haus gegangen bin, ihn aber nicht gesehen und gar nicht gesprochen habe, haben sie dennoch die ganze Angelegenheit (muamele) so dargestellt, als hätte ich mich dort mit Tausenden Menschen getroffen.

Die Art und Weise (vaziyetler), wie sich die Polizisten aufgrund ihrer Instruktionen (emre) mir gegenüber verhalten (aldıkları) haben, war zwar ein sehr großer Fehler (sehiv), entsprach (muvafık) jedoch meiner schweren Krankheit (şiddetli hastalık halime), und ich war deswegen nicht weiter beunruhigt (sıkılmadım), sondern war im Gegenteil damit einverstanden (bilakis helâl). Ich sagte: "Möge Gott mit ihnen zufrieden sein!" und habe ihnen dafür gedankt (teşekkür). Da ich Luftwechsel (tebdil-i hava) dringend benötige, muss ich im Sommer in den Bergen (daglar) sein und im Winter Wohnungen (menzil) an verschiedenen Orten mieten (kira), zwischen denen ich dann meine Reisen unternehme (gezmeye mecbur). Denn ich kann nicht längere Zeit am gleichen Ort verweilen, weil sich sonst meine Krankheit nur noch verschlechtert (şiddetleniyor). Darum beabsichtige (niyet) ich auch, gelegentlich wieder einmal nach Konya und noch anderen Orten zu fahren. So habe ich in Emirdag sogar für zwei Wohnungen (iki menzil) die Miete bereits bezahlt und noch eine weitere in Eskişehir. Ich hatte infolge dieser Verhaltensweise (vaziyet) bereits in Konya verspürt (hissetmiş), dass diese sinnlose Verhaltensweise (manasız vaziyet) mich zu einem derartigen Ortswechsel (tebdil-i hava) veranlasste und an dem Besuch dieser Wohnungen (menzilleri ziyaret) hinderte. Denn ich kann absolut mit niemandem reden. Es gibt viele illegale Handlungsweisen (gayr-ı kanunî muameleler) {der Polizei (A.d.Ü.)} wie diese, denen ich wider meine sonstigen Gepflogenheiten (âdetim hilafına) unterzogen werde. Diese meine Aussage (ifadat), durch welche die jüngste oben erwähnte Verhaltensweise beschrieben (mezkûr vaziyet beyan) wird, kann zur Klage vor dem Großen Gericht (Mahkeme-i Kübra'ya Şekva), wie oben bereits dargestellt, im Anhang veröffentlicht (zeyl olarak neşredilebilir) werden.

Said Nursî
— 392 —
An den Herrn Staatspräsidenten und den Herrn Ministerpräsidenten (Reisicumhur und Başvekil)

Ein hilfloser, einsamer Alter (bîçare garib ihtiyar), der im Alter von über achtzig Jahren bereits vor dem Tor des Grabes (Kabir kapısı) steht, bereits unter verschiedenen Krankheiten leidet und sich dem Tode nahe (ölüme kendini yakın) sieht, sagt: Ich möchte euch zwei Tatsachen erklären (hakikat beyan):

Erstens: Ich beglückwünsche euch (tebrik) aus tiefster Seele und ganzem Herzen (ruh u canım) zu eurem so erfolgreichen Abkommen (muvaffakıyetkârane ittifak) zwischen Pakistan und dem Irak, das ihr diesem Volk (millet) in vollkommener Aufrichtigkeit (kemal-i samimiyet), Freude (sürur) und Erleichterung (ferah) vermittelt (kazanmak) habt. Ich verspürte in meiner Seele (ruhumda hissettim), dass dieses Abkommen (ittifakı), wolle es Gott (inşâallah), ein sicherer Anfang (kat'î bir mukaddeme) in der Erlangung (temin) eines allgemeinen Friedens (sulh-u umumi) und der Sicherheit eines Volkes (selâmet-i amme) von vierhundert Millionen Muslimen ist. Eine machtvolle Inspiration (kuvvetli bir ihtar) während der Rezitation nach dem Gebet (namaz tesbihatındaki) entfachte in mir das starke Bedürfnis (mecbur), euch dies zu schreiben. Der Grund (sebeb) für diese Eingebung in meinem Herzen (ihtar-ı kalbî), die in mir ein starkes Interesse (şiddetli bir alâka) wachgerufen hat, obwohl ich mich bereits vor dreißig, vierzig Jahren von der Welt und ihrer Politik abgewandt (dünyayı ve siyaseti terkettik) hatte, ist der: die Risale-i Nur, die seit fünfzig Jahren einen sehr kurzen Weg (gayet kısa bir yolu) zur Rettung des Glaubens (imanı kurtarmak) entdeckt hat und in dieser Zeit ein geistiges Wunder (mu'cize-i maneviye) des Qur'ans ist, ist in Arabien und Pakistan mehr als in anderen Ländern (havali) wirksam (tesirat) und hat dort einen guten Anklang (makbul) gefunden. Nach einer Nachricht (haber), die wir von da erhalten haben, finden sich dort, wie das Gericht hier festgestellt (tesbit) hat, in diesen Ländern drei Mal mehr Schüler (talebe) der Risale-i Nur. Aus diesem Grund (sır) konnte ich, nachdem ich dieses gewaltig große Ergebnis (netice-i azîme) erfahren hatte, in meiner Seele (ruh) nicht anders (mecbur), als es im letzten Abschnitt meines Lebens (âhir hayatım), noch vor dem Tor des Grabes (kabir kapısı), zu verkünden (beyan etmek).

— 393 —

Zweitens: Der rassistische Gedanke (Irkçılık fikri) gebar in der Zeit der Omajaden eine große Gefahr (tehlike). Dadurch entstand zu Beginn der Deklaration des Konstitutionalismus (Hürriyet) in Form verschiedener Vereine ("kulüpler") ein großer Schaden (zarar). Während des Ersten Weltkrieges entstand nun wiederum durch die Verbreitung des Rassismus (ırkçılıgın istimali) unter unseren gesegneten Brüdern (mübarek kardeş), den Arabern, ein Schaden (zarar) für die tapferen (mücahid) Türken. Heute kann er auch gegen die islamische Bruderschaft (uhuvvet) angewandt werden und es sind bereits die ersten Anzeichen (emareler) dafür erkennbar, dass die verborgenen Atheisten (dinsizler), welche Feinde der allgemeinen Ruhe (istirahat-ı umumiye) {Unruhestifter im Lande (A.d.Ü.)} sind, mit ihrem rassistischen Gedankengut (ırkçılık) großen Schaden (zarar) anrichten wollen. In der Tat ist der wesentliche Charakterzug (seciye-i fıtrîsi) des Rassismus (ırkçılık) der, sich durch eine negative Einstellung (menfî hareket) aus dem Schaden (zarar), den sie anderen zugefügt hatten, für sich selbst einen Gewinn (beslenmek) zu schöpfen.

Da vor allem das türkische Volk überall in der Welt (dünya) islamisch ist, ist ihr Rassegedanke (ırkçılık) mit der İslâmiyet verschmolzen und untrennbar (kabil-i tefrik) mit ihr verbunden. Türke sein, heißt zugleich Muslim sein. So gelten denn auch diejenigen unter ihnen, die keine Muslime sind, auch als aus dem Türkentum (Türklük) ausgetreten. Genauso wie bei den Türken ist auch bei den Arabern der Arabismus und der arabische Nationalismus (milliyet) mit der İslâmiyet verschmolzen. Ihre wahre Nationalität (hakikî milliyet) ist die İslâmiyet und das genügt (kâfi). So ist denn der Rassismus (Irkçılık) insgesamt und als Ganzes eine sehr große Gefahr (tehlike-i azîm). Das so wertvolle Abkommen (kıymetdar ittifak), das Ihr erst vor kurzem (defaki) mit dem Irak und Pakistan abgeschlossen habt, wird - wolle es Gott (inşâallah) - die Gefahr dieses gefährlichen Nationalismus bannen (tehlikeli ırkçılık def'edecek) und dies zu einem willkommenen Anlass (tam bir vesile) machen, anstelle von vier, fünf Millionen Rassisten (ırkçılar), Freundschaft (dostluk) zu schließen mit vierhundert Millionen Muslim-Geschwistern, mit achthundert Millionen Christen und den Angehörigen (sahibler) noch weiterer Religionen (dinler), die Frieden (sulh) und eine allgemeine Sicherheit (müsalemet-i umumiye) dringend brauchen (şiddetle muhtaç), und sie so für das Volk in diesem Lande (vatan milleti) zu gewinnen. So bin ich denn in meinem Herzen (ruhuma) zu einer festen Überzeugung (kanaat) gelangt und möchte euch das auch mitteilen (beyan).

— 394 —

Drittens: Vor 65 Jahren hatte ein Statthalter (vali) mir Folgendes aus der Zeitung vorgelesen: "Ein atheistischer (dinsiz) Kolonialminister (müstemlekât nâzırı) hielt während (einer Konferenz) den Qur'an in seiner Hand hoch und sagte dabei: "Solange dies in der Hand der Muslime ist, können wir sie nicht wirklich beherrschen (hakikî hâkim) und sie nicht unter unserer Oberhoheit (tahakküm) festhalten. Wir müssen also entweder den Qur'an zu Fall (sukut) bringen oder aber die Muslime dahin bringen, ihm die kalte Schulter zu zeigen (sogutmak)."

So versuchte das furchtbare Verderbniskomitee (dehşetli ifsad) mit diesen beiden Gedanken (fikr) diesem armen (bîçare), opferbereiten (fedakâr), unschuldigen und (masum) einsatzfreudigen Volk (hamiyetkâr millet) zu schaden. Vor 65 Jahren hatte ich jedoch gegen diese Strömung (cereyan) bei dem Weisen (Hakîm) Qur'an um Hilfe ersucht (istimdad eyledim). Da haben wir dann einen kurzen Weg zur Erkenntnis der Wahrheit (hakikat) und zwei Mittel (vesile) entdeckt, uns für das Jenseits (âhiret) zu retten, auf diese Weise (faide) zugleich auch unser irdisches Leben (hayat-ı dünyevi) vor der absoluten Despotie (istibdad-ı mutlak) zu bewahren, die uns in ihrem Unglauben zugrunde richtet (dalaletin helâket) und so die Bruderschaft (uhuvvet) zwischen den islamischen Völkern zu entwickeln (akvam inkişaf). Und so lebe ich nun schon seit 65 Jahren in der Vorstellung (tasavvur) von einem Haus der islamischen Wissenschaften (Dârülfünun).

Das erste Mittel (Vesile): Das ist die Risale-i Nur. Ein sicherer Beweis (kat'î delil) dafür, dass sie durch die Stärke des Glaubens (kuvvet-i iman) einen Beitrag für die Entwicklung (inkişaf) der Bruderschaft im Glauben (uhuvvet-i imaniye) leistet, ist der, dass sie, die in meinem Zustand einer beispiellosen Unterdrückung (emsalsiz mazlûmiyet) und meiner Schwäche (âcizlik haleti) verfasst wurde (te'lif), heute in den meisten Ländern (yerler) der islamischen Welt (âlem) wie auch in Europa und Amerika ihre Wirkung (tesir) zeigt und seit dreißig Jahren gegen die Unruhestifter (ihtilâlci), gegen die atheistische Philosophie (dinsiz felsefe) und gegen eine atheistische Denkweise (dinsizlik fikr) wie Materialismus und Naturalismus (maddiyyun ve tabiiyyun) in einer überwältigenden Weise (dehşetli bir suret) siegreich ankämpft (galebe). Und kein einziges Gericht (mahkeme) und auch keine Kommission von Sachverständigen (ehl-i vukuf) konnte sie widerlegen (cerhedememek). Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass auch in einer kommenden Zeit Herren (zâtlar) wie Ihr, die den Schlüssel der islamischen Bruderschaft (uhuvvet) wiederentdeckt haben, diesen Funken (cilve) der Wunderhaftigkeit (mu'cize) des Qur'ans allen in der islamischen Welt (âlem) bekannt machen (işittirecek) werden.

— 395 —

Das zweite Mittel (Vesile): Vor 65 Jahren wollte ich die Câmi-ül Ezher in Ägypten besuchen. Da sie eine Medrese in der islamischen Welt (âlem) ist, hatte ich die Absicht (niyet), mich in dieser gesegneten (mübarek) Medrese unterweisen (ders) zu lassen. Es war mir jedoch nicht bestimmt (kısmet olmadı). Mit dem Segen (rahmet) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hak) kam mir der folgende Gedanke in den Sinn (fikir ruhuma): So wie die Câmi-ül Ezher eine allgemeine Universität (medrese-i umumiye) in Ägypten (Afrika) ist und wie groß Asien im Vergleich zu Afrika ist, so wäre auch ein noch weit größeres Haus der Wissenschaft (dârülfünun), eine islamische Universität, in Asien erforderlich (lâzım), damit der Rassismus in all seiner Negativität (menfî ırkçılık) die islamischen Völker (kavim), z.B. die Völker (milletler) in Arabien, in Indien, dem Iran und dem Kaukasus, in Turkistan und in Kurdistan, nicht ins Verderben (ifsad) führen kann.

Möge ihnen als Völkergemeinschaft (millet) innerhalb der İslâmiyet, die allein eine wahre (hakikî), positive (müsbet), heilige (kudsî) und allgemeine, richtige Völkergemeinschaft (umumî milliyet-i hakikiye) sein kann, die vollständige Entwicklung (tam inkişafı) eines Grundgesetzes (kanun-u esasî) des Qur'ans zuteil (mazhar) werden, das da lautet:

اِنَّمَا الْمُؤْمِنُونَ اِخْوَةٌ

{"Wahrlich alle Gläubigen sind untereinander Geschwister." (Sure 49,10)}

Und die Wissenschaften der Philosophie (felsefe fünun) {die Naturwissenschaften, wie sie nur in der westlichen Welt gelehrt wurden (A.d.Ü.)} mögen sich mit den Kenntnissen des Glaubens (ulûm-u diniye) {die Wissenschaften, wie sie heute noch an den islamischen Schulen gelehrt werden (A.d.Ü.)} versöhnen (barışsın), die Zivilisation (medeniyet) Europas mit den Wahrheiten (hakaik) der İslâmiyet wahrhaft Frieden (tam musalah) schließen. Damit die Leute der Schulen westlicher (ehl-i mekteb) wie islamischer Prägung (ehl-i medrese) sich in Anatolien einander helfend einigen (yardımcı olarak ittifak) können, arbeite ich im Zentrum der östlichen Provinzen (vilayat-ı şarkıye), also in dem Zentrum (merkez) zwischen Indien, Arabien, dem Iran, dem Kaukasus und Turkistan seit 55 Jahren unter dem Namen der Medreset-üz Zehra an der Gründung eines Hauses der Wissenschaften (dârülfünun) nach dem Vorbild (üslûb) der Câmi-ül Ezher, einer Universität sowohl als Schule (mekteb) als auch als Medrese, genauso wie ich an den Wahrheiten (hakaik) der Risale-i Nur arbeite.

— 396 —

So hat denn Sultan Reşad, möge Gott sich seiner erbarmen (Allah rahmet etsin), als erster dessen Wert zu schätzen gewusst (kıymeti takdir) und versprochen, allein für den Bau der Gebäude (bina) zwanzigtausend Goldlira zu spenden. Nach meiner Rückkehr aus der Gefangenschaft (esaret) während des Ersten Weltkriegs haben 163 Abgeordnete (meb'us) der zweihundert anwesenden Abgeordneten in Ankara mit ihrer Unterschrift (imza) 150 Tausend Lira, in einer Zeit, in der das Geld noch einen Wert hatte, für den Bau genau dieser Universität zu geben angenommen zugesagt und dafür unterschrieben (kabul ve imza). Damals war auch Mustafa Kemal unter ihnen. Das also heißt, dass sie dadurch, dass sie einen Fond (tahsisat) von - nach heutiger Währung - etwa fünf Millionen Lira angelegt hatten, schon damals die Gründung einer solchen durchaus anerkannten (kıymetdar) Universität mehr als alles andere für wichtig (ehemmiyet) erachtet hatten. Auch ein Teil der Abgeordneten (meb'uslar), die der Religion vollkommen gleichgültig (dinde çok lâkayd) gegenüberstanden, für die Verwestlichung (garblılaşmak taraftarı) eintraten und von den Traditionen Abstand (an'anattan tecerrüd) nahmen, haben damals mit unterschrieben (imza). Nur zwei von ihnen sagten: "Wir brauchen (muhtac) heute mehr als die Kenntnis der Tradition (ulûm-u an'ane) und die Kenntnis der Religion (ulûm-u diniye) die Kenntnis des Westens (garblılaşmaya) und seiner Zivilisation (medeniyet)." Daraufhin habe ich ihnen Folgendes erwidert (cevab):

Anhand des Hinweises, dass die meisten Propheten (ekser enbiya) in Asien, d.h. im Orient (şark), in Erscheinung (zuhur) getreten sind, während sich der Westen (garb) mehr für die Weisen (hükema) und Philosophen interessierte (delalet), {die klassische humanistische Bildung mit Latein und Griechisch (A.d.Ü.)} wird Asien den wahren Fortschritt (hakikî terakki) bringen, weil dort anstelle von Wissenschaft und Philosophie (fen ve felsefe) mehr die religiösen Empfindungen (hiss-i din) vorherrschen (tesirat). Falls Ihr es - den unmöglichen Fall einmal angenommen (farz-ı muhal olarak) - in gar keiner Weise für nötig haltet (hiçbir cihette ihtiyaç), diese natürlichen Gegebenheiten in Betracht zu ziehen (fıtrî kanunu nazara), euch vielmehr im Sinne einer Verwestlichung (garblılaşmak) von der islamischen Tradition (an'ane) abwenden und stattdessen einen religionslosen Grundsatz (lâdinî bir esas) für euch aufstellen wollt, so ist es um der Sicherheit (selâmet) des Landes und seines Volkes (millet, vatan) willen dennoch notwendig, ja geradezu unentbehrlich (lâzım ve elzem), in den Ostprovinzen (vilayat-ı şarkıye), die im Mittelpunkt (merkez) von vier, fünf großen Völkern (millet) stehen, auf jeden Fall (kat'iyyen) für die Religion (din) und für die Wahrheiten (hakaik) der İslâmiyet Stellung (taraftar) zu nehmen. Ich möchte Ihnen hier ein kleines Erlebnis (küçük misal) dazu unter tausenderlei Erlebnissen (binler misal) erzählen:

— 397 —

Als ich noch in Van war, hatte ich einem meiner einsatzfreudigen (hamiyetli) kurdischen Schüler (talebe) gesagt: "Die Türken haben der İslâmiyet einen großen Dienst (hizmet) erwiesen. Was hältst du (ne niyetle) von ihnen?" Er sagte: "Ich ziehe (tercih) einen frommen islamischen Türken meinem sündigen (fâsık) Bruder vor. Ja er ist mir selbst näher (alâkadar) als mein eigener Vater. Denn er dient dem Glauben aufrichtig (tam imana hizmet)." Seitdem ist viel Zeit vergangen. Mein Schüler (talebe), möge sich G٨؟ seiner erbarmen (Allah rahmet), hatte, während ich noch in Gefangenschaft (esaret) war, eine Schule (mekteb) in Istanbul besucht. Nach meiner Rückkehr aus der Gefangenschaft habe ich ihn dann wiedergetroffen. Infolge seiner Reaktion (aks-ül amel) auf einige nationalistische Lehrer (ırkçı muallim) schlug er nun auf dem Weg (meslek) des kurdischen Volkstums (Kürdçülük damarı) eine andere Richtung ein und sagte jetzt zu mir: "Ich ziehe nun (tercih) einen Kurden, auch wenn er sich schwer versündigt (fâsık) hat, ja sogar zum Atheisten (dinsiz) geworden sein sollte, einem frommen (sâlih) Türken vor." Danach haben wir uns ein paar Mal miteinander unterhalten (sohbet) und so gelang es mir dann, ihn zu retten (kurtardım). Und so kam er denn zu der festen Überzeugung (kanaat), dass auch die Türken tapfere Männer (kahraman bir ordu) der islamischen Nation (millet) sind.

Oh ihr Abgeordneten, die ihr mir eine Frage gestellt (sual soran meb'uslar) habt! Im Osten (Şark) leben etwa fünf Millionen Kurden, etwa hundert Millionen Iraner und Inder, etwa siebzig Millionen Araber und vierzig Millionen Kaukasier. Ist etwa für diese Mitbrüder, die einander Nachbarn und Geschwister und aufeinander angewiesen (muhtaç) sind, der erste Zustand dieses Schülers (talebe), den er durch den Religionsunterricht (ders-i dinî) in der Medrese in Van erlangt hat, überhaupt notwendig (lâzım) oder aber der zweite Zustand (ikinci hal) dieses selig verstorbenen Schülers (merhum talebe), der ausschließlich die philosophischen Wissenschaften (ulûm-u felsefe) studierte und die islamischen Kenntnisse (ilimler) gar nicht in Betracht (nazara almamak) gezogen hat, was der Grund dafür ist, nun unter diesen Völkern Unruhe zu stiften (milletleri karıştıracak) und sich um keinen außer seinen Rassegefährten (ırkdaşlar) zu sorgen, während er die islamische Bruderschaft (uhuvvet) überhaupt nicht kennt (tanımayan), hingegen weit besser (daha iyi)? Das frage ich euch (Sizden soruyorum)!

— 398 —

Nach dieser meiner Antwort (cevabımdan) sind diejenigen, welche in jeder Hinsicht (cihet) ihre Meinung (fikr) gegen die Tradition (an'ane) und für die Verwestlichung (garblılaşmak) vertreten hatten, aufgestanden und haben unterschrieben (imza). Ich möchte aber ihre Namen hier nicht erwähnen. Möge Gott ihnen ihre Sünden verzeihen (Allah kusurlarını afvetsin). Sie sind inzwischen bereits verstorben (vefat).

Viertens: Da der Staatspräsident (Reis-i Cumhur) nun einmal unter anderen, sehr wichtigen politischen Angelegenheiten (mühim mesail-i siyasiye) die Gründung einer Universität im Osten (şark) zur höchsten Priorität erhoben (ehemmiyetli bir mes'ele), ja sie sogar soweit gefördert hat, gesetzlich (kanun) zu beschließen, in einem außerordentlichen Verfahren (hârika bir tarzda) sechzig Millionen Lira für den Bau dieser Universität auszugeben (sarf), wurde er durch diesen außerordentlichen Dienst der Stolz (medar-ı iftihar) der Medrese und begann mit dieser islamischen Medrese, die es ihm nun ermöglicht, eine große Ehre (şeref) zu erlangen, tief bewegt (hissiyat) seine alte Lehrtätigkeit (hocalık) wieder aufzunehmen, wofür ihm nun alle Gelehrten im Osten dankbar (minnetdar) sind. Die Planung dieser Universität, die heute im mittleren Osten (orta-şark) der Grundstein eines weitreichenden Friedens (sulh-u umumînin temeltaşı) und eine Burg (kal'a) sein wird, noch einmal unter anderen großen politischen Angelegenheiten (mesail-i azîme-yi siyasiye) von neuem in Betracht (nazar) zu ziehen, wird auf jeden Fall für dieses Land (vatan), für diesen Staat (devlet), für dieses Volk (millet) ein großartiger (azîm), ein verdienstvoller Beitrag (faideli hizmeti) sein. Dabei werden die Religionswissenschaften (Ulûm-u diniye) in dieser Universität die Basis (esas) formen. Denn die Zerstörung (tahribat) durch die ausländischen Mächte (hariçteki kuvvet) ist geistiger (manevî) Art und liegt in ihrer Glaubenslosigkeit (imansızlıkl). Gegen diese geistige Vernichtung (manevî tahribat) kann nur ein Widerstand, der seine Kraft aus dem Geist (manevî cihet) schöpft, aus der Macht des Geistes (maneviyattan kuvvet) heraus, diese Zerstörung (tahribat) aufhalten. Da es nun einmal notwendig (lâzım) ist, die Zustimmung eines Mannes, der in 55 Jahren seine ganze Kraft (bütün hayat) für diese Sache eingesetzt (sarfetmiş) und in allen Einzelheiten und Konsequenzen (netice) durchdacht (tedkik) hat, zu erbitten (mes'elede re'yini) und nach seiner Meinung zu fragen (fikrini sormak), und da ihr euch in dieser Angelegenheit in Amerika und Europa zu einer Beratung (istişare) gezwungen fühlt, steht es auch mir in jedem Fall zu (hakkım var), zu dieser Angelegenheit (mes'ele) etwas hinzuzufügen. Dies erwarten wir von euch im Namen des ganzen einsatzfreudigen Volkes (hamiyetkâr millet).

Said Nursî
— 399 —
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

— 400 —

Meine lieben(Aziz),getreuen(Sıddık),opferwilligen (Fedakâr),\aufrichtigen~(Hâlis),\wahrhaftigen~(Muhlis)\Mitbrüder und meine wahren~(Hakikî),\zuverlässigen~(Ciddî),\unerschütterlichen~(Metanetli)\Gefährten im Dienst~(Hizmet)\am Qur'an!

Ich möchte euch hier meinen überaus ernstzunehmenden Zustand (ehemmiyetli bir halim) und zugleich meine körperliche Krankheit (zahirî bir hastalık) schildern, die mir eine fürchterliche Mühsal (dehşetli bir zahmet) zufügt, wobei sie aber durch die Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) eine große Barmherzigkeit bedeutet (rahmet tazammun), mir zu einer geistigen Erholung (manevî bir istirahat) wurde und auch ein Zeichen (alâmet) für die Vollendung meiner Aufgabe (tamam-ı vazife) ist. Es ist dies keine Klage (Şekva), sondern eine Danksagung (teşekkür). Ich bitte euch jedoch auch, für mich um Geduld (tahammül) zu beten (dua). Dieser Zustand (halet) ist aber der Folgende:

Sobald ich etwas sagen (kelimat) will, überfällt mich plötzlich ein heftiges Fieber (şiddetli bir hararet) gleich einer Behinderung aus der geistigen (manevî bir men') Welt. Früher trank ich jeden Tag ein, zwei Mal etwas Wasser; und obwohl ich jetzt nur mehr wenig esse, muss ich (mecbur) trotzdem sogar zwanzig, dreißig Mal Wasser trinken. Und das hat sich vor zwei Tagen sogar noch verschlimmert (şiddetlendi). Ich dachte schon, es könne die Folge einer neuerlichen Vergiftung (tesemmüm) sein. Aufgrund dieses Verdachts (vehme) habe ich sogar den Brüdern bei mir davon erzählt (ifşa). Gegen diese so schwere Krankheit (hastalık) habe ich um Geduld und Ausdauer (sabır ve tahammül) gebetet. So habe ich denn die Barmherzigkeit Gottes (Rahmet-i İlahiye) angerufen, und dann stieg auf einmal ein Gedanke in meinem Herzen (kalb) auf: Bei aller Mühsal (zahmet) in meinem Leben (hayat) wurde doch immer wieder Gottes Güte und Barmherzigkeit (inayet ve rahmet) sichtbar. Wolle es Gott (inşâallah), dass sich auch hierin eine Erscheinung der Barmherzigkeit Gottes (cilve-i rahmet) zeigen wird. Während die Teufel (şeytan) unter den Dschinnen und Menschen (cinnî ve insî) und die Atheisten (dinsizler) mich vergiften und dadurch zum Schweigen (zehirlendirmek ve susturmaya) bringen wollen, lässt (vesile) dich nun die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) deine Aufgabe vollenden (vazifenin tamam olmasına) und dich zur Ruhe (istirahat) kommen. So hatte ich denn bereits vergangenes Jahr damit begonnen, den Kommentar (Tefsir) "Ein Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" und die "Harmonie des Lichtes (Mesnevî-i Arabî)" ein Jahr lang zu unterrichten (ders). Meine verborgenen Feinde (gizli düşmanlar), diese Teufel unter den Dschinnen und Menschen (cinnî ve insî şeytanları), versuchten mich mit ihren Intrigen (desais) zum Schweigen zu bringen, wohingegen die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) mir dennoch die Übersetzung sowohl von "Ein Zeichen des Wunders" als auch der "Harmonie des Lichtes" ins Türkische geschenkt (ihsan) hat. Da die Risale-i Nur im Großen und Ganzen bereits aus sich selbst heraus (kendine ders) unterrichtet und so den Einsatz von Lehrern (muallim) überflüssig macht (ihtiyaç bırakmadı), bewirkte (medar) die Güte Gottes (ihsan-ı İlahî) durch meine Aufgabe der Unterweisung (tedris vazife) für mich eine Erholung (istirahat) und zugleich einen Segenswunsch (tebrik), während andererseits diese eigenartige Krankheit (acib hastalık) für mich zu einem Ausdruck meiner Ruhe (istirahatime medar) wurde.

— 401 —

Zudem gelangte mir in meine Seele (ruh): An deiner Stelle werden Tausende, ja sogar Hunderttausende junger Saids unterrichten (ders) und für dich reden. Mit der Güte Gottes (İhsan-ı İlahî) braucht (muhtaç) die Risale-i Nur nicht wie die Bücher anderer Wissenschaften (ilimler) irgendwelche anstrengenden Unterrichtsstunden (meşakkatli dersler).

فَاِنَّكَ مَحْرُوسٌ بِعَيْنِ الْعِنَايَةِ

{"Du stehst fürwahr geschützt unter dem gütigen Auge Gottes."}

Dieser verheißungsvolle (kerametkârane) Satz von Gavs-ı Geylanî (möge Gott seine Geheimnisse heiligen) stellt sich wie in den schrecklichen Zeiten so auch in dieser Situation wieder als wahr (ayn-ı hakikat) heraus. Sich in einer Zeit wie der heutigen (dünya), in der Feinde zu Freunden geworden (düşmanlar dostlara inkılab) sind, mit den Leuten zu unterhalten (sohbet) und mit ihnen zu reden, könnte die lautere Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlas) verletzen und ein Grund (vesile) sein, die schönen Früchte des jenseitigen Dienstes (uhrevî hizmetler) noch in dieser vergänglichen Welt (fâni meyveler) zu verzehren. Denn was die lautere Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlas) betrifft, so darf sie in gar keinem Fall als Werkzeug (âlet) missbraucht werden. Zudem hat die Bestimmung Gottes (kader-i İlahî), um nicht zu versuchen sich in die Angelegenheiten Gottes (vazife-i İlahiye) einzumischen, diesen mühseligen Zustand (şiddetli halet) nicht zu meinen Ungunsten (aleyhim) sondern zu meinen Gunsten (lehim) zugelassen (fetva) und erlaubt (müsaade). So ernenne ich denn meine jungen Söhne (evlâd), die ich in meiner letztwilligen Verfügung (vasiyetname) zu meinen eigenen Söhnen angenommen (evlâd kabul) habe, auch zu meinen Erben (tevkil). Diejenigen, die mit ihnen sprechen (konuşanı), sollen stets so angesehen und akzeptiert (kabul) werden, als würde man mit mir persönlich reden (benimle konuşmuş).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der Ewig bleibt und besteht."}

Euer Bruder
Said Nursî

Diese Krankheit (hastalık) unseres Meisters (Üstad) zeigt, dass die verborgenen Atheisten (gizli dinsizler) ein Mittel gefunden (ilâç) haben, um ihn am Sprechen zu hindern und es ihm unter das Essen gemischt (yedirmişler) haben. Kurzum sehen wir selbst, dass unser Meister (Üstad) daran gehindert wird (men'edildigini), den Leuten die Hände zu schütteln (musafaha), sich mit ihnen zu treffen und zu unterhalten (sohbet).

Seine Schüler, die in den Diensten ihres Meisters (Üstadımızın hizmetinde) stehen.
Tahirî, Zübeyr, Ceylan, Hüsnü, Bayram
— 402 —

Zur Kenntnisnahme (bera-yı malûmat) möchten wir sowohl den Amtspersonen (resmî zâtlar) als auch unseren Freunden (dostlar) einen bedeutenden Abschnitt (mühim bir hakikat) seines Lebens schildern (beyan):

Unser Meister (Üstad) verhielt sich von Jugend (gençlik) an, ja sogar schon seit seiner Kindheit (çocukluk) so entschlossen, dass er von den Leuten niemals etwas annahm (halktan istigna), um sein Ansehen als das eines Gelehrten aufrechtzuerhalten (izzet-i ilmiyeyi muhafaza). Auch Almosen oder irgendwelche Spenden (zekat ve sadaka) nahm er niemals an. Wie bereits im zweiten Brief erklärt (beyan) wird, akzeptierte er auch keinerlei Geschenke (hediye kabul). Damit dieser Zustand (hal) in seinem jetzigen Alter (ihtiyarlık) und während seiner heutigen Schwäche (zayıflık) noch weiter fortbestehen kann, hat die Barmherzigkeit Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk'ın rahmeti) dieses Prinzip seiner Enthaltsamkeit (istigna düsturu) in eine Krankheit umgewandelt (hastalıga inkılab), d.h., wenn er ein Häppchen in den Mund nimmt (mukabilsiz bir lokma), macht es ihn ohne eine Gegenleistung sofort ganz krank (derhal hasta). Er kann dieses Häppchen nicht essen (lokmayı yiyemiyor). Unser Meister (Üstad) war in seiner Jugend (gençlik) kaum auf Hilfe (muhtaç) angewiesen. In Zeiten, in denen er ganz für sich allein lebte (tek başına yaşadıgı), genügten (kâfi) ihm selbst noch ganz geringe Ausgaben (pek az bir masraf). In einer Zeit, in der er wie heute noch seinen so vielen Schülern (talebe) ihren wenn auch nur geringen Anteil (tayin) gibt und dabei gleichzeitig an verschiedenen Krankheiten (birkaç hastalıkla hasta) leidet, macht ihn die Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye), um seine grundsätzliche Enthaltsamkeit (istigna düsturu) aufrechtzuerhalten (muhafaza), durch die Geschenke ohne Gegenleistung (mukabilsiz hediye) krank. In gleicher Weise gilt eine Respekterweisung (hürmet) unserem Meister (Üstad) gegenüber wie ein geistiges Geschenk (manevî bir hediye). Und so entflieht er entschlossen jedweder Ehrerbietung der Menschen (nâsın hürmeti) und ebenso wenn sie seine Hände küssen (elini öpmesi) wollten.

Nach der Aussage (şehadeti) in seiner Biographie (Tarihçe-i Hayat) und im 26. Blitz (Lem'a) über die Seelsorge für die Alten (İhtiyarlar) begann er schon in seiner Jugend (gençlik) im Gegensatz zu seinen Altergenossen (emsalleri fevkinde) in der kleinen Stadt (kasaba) Tillo in der Provinz Siirt ein Einsiedlerleben (inziva) zu führen. Dafür zog er sich in das Mausoleum (türbe) von Şeyh Ahmed Hanî Hazretleri in der Provinz Agrı zurück. Als er dann in Russland in Gefangenschaft geriet (esir düştü), fand er in der kleinen, verlassenen Moschee (küçük hâlî bir câmi) der Tataren innerhalb des Gefangenenlagers (üsera kampı) - obwohl bis dahin etwa neunzig gefangene Offiziere (esir zabit) seinen Vorlesungen über Religion (dinî dersleri) begeistert gefolgt waren (şevkle dinledik) - einen Platz für sich und zog sich dorthin in die Einsamkeit (yalnızlıga çekildi) zurück. Als er dann als Professor (a'zalık) in dem Haus der islamischen Weisheit (Dâr-ül Hikmet) in Istanbul ein attraktives und luxuriöses Leben (cazib ve şaşaalı bir hayat) führte, bevorzugte er dennoch auf dem Hügel "Yuşa" ein Leben in der Einsamkeit (kimsesizligi tercih). Als er dann später nach Van zurückkehrte, wollte er nicht unter seinen so sehr vielen alten und neuen Schülern (talebe) ein glückliches Leben (sürurlu bir ömrü) führen, sondern zog sich auf den Berg Erek in eine Höhle zurück (magaraya kapandı). Als er dann das letzte Mal infolge (netice) beispielloser Ungerechtigkeiten (emsalsiz zulümler), die er dreißig Jahre lang hatte erdulden müssen, in verschiedene Gefängnisse (hapishaneler) eingeliefert wurde, in denen er dann - obwohl nach dem Gesetz eine Isolationshaft (kanunen tecrid müddeti) nicht mehr als fünfzehn Tage dauern durfte, er aber zwanzig Monate und diese ganze Haftzeit (hapis müddeti) in Isolationshaft (tecrid-i mutlak) gehalten wurde - beklagte (şekva) er sich bei niemandem darüber.

— 403 —

All diese wechselnden Verhältnisse (haller) zeigen, dass unser Meister (Üstad) seinem Wesen (fıtratı) nach stets der Führung eines Einsiedlerlebens (inziva) den Vorzug (hüküm sürmüştür) gab. Da er jedoch nun in die Zeit (vakit) seines Greisenalters (ihtiyarlık) vorgerückt ist, und nun sehr vieler Hilfe (yardım), Dienst (hizmet) und Unterhaltung Unterstützung bedarf (sohbet muhtaç), wurde ihm eine Art Krankheitszustand (bir nevi hastalık haleti) auferlegt, damit sich dies fortsetzen kann. Wenn er nun auch nur fünf Minuten sprechen sollte, überkommt ihn eine starke Hitzewelle (şiddetli bir hararet) und er kann keinen Ton mehr herausbringen (sesi çıkmıyor). Da er jedoch der Schafi-Schule (Mezheb) folgt und im Gebet (namaz) die Sure Fatiha selbst laut genug vortragen sollte (lâzım), dass er sie auch selbst hören (işitecek derecede) kann, aber wegen seiner Krankheit (hastalık) keinen Ton mehr herausbringen (sesi çıkmadıgı) kann, verrichtet er (eda) nun seine Gebete (namaz) der hanefitischen Schule folgend (taklid). Es gibt zwei Atteste (rapor) von zwei bedeutenden Ärzten über diese Krankheit. Sie können auf Wunsch vorgelegt werden (İstenilirse gösterilecektir).

Heute, in einer Zeit (hengâmında), in der die Risale-i Nur außerordentlich verbreitet (fütuhatı) ist und sogar in der islamischen Welt (âlem) einen sehr guten Anklang (hüsn-ü kabul) findet, in einer Zeit also, in der selbst Feinde zu Freunden wurden (dostlara inkılab), die lautere Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlası) im Dienst der Risale-i Nur, die außer dem Wohlwollen Gottes (rıza-yı İlahî) für gar keinen weltlichen oder jenseitigen (dünyevî, uhrevî) Rang oder Ansehen (rütbeye, makama) als Mittel gebraucht werden darf, aufrechtzuerhalten (muhafaza), dafür hat uns diese Krankheit (hastalık) in ihrer absoluten Menschenscheu (dehşetli bir merdümgiriz), d.h. dass er sich unter den Menschen nicht mehr wohl fühlt (tevahhuş), von sich aus keinen Ton mehr herausbringt (sesi çıkmamak), deshalb nicht mehr sprechen (konuşmamak) will und wenn jemand seine Hand küssen (elini öpmek) will, ihn die Empfindung überkommt, als wolle ihm jemand eine Ohrfeige versetzen (âdeta bir tokat vurmak): dieser Zustand (vaziyet) hat uns zu der unbezweifelbaren Überzeugung (kat'iyyen bize kanaat) gebracht, dass sie eine Fügung des Herrn (istihdam-ı Rabbanî) ist.

Unser Meister (üstad) erklärte darüber hinaus, dass er hiermit demjenigen (şahs), um dessentwegen diese Tatsachen veröffentlicht (hakikat izharı) wurden, verzeiht (helâl etti).

— 404 —

Anmerkung: Wir haben unseren Meister (Üstad) gefragt: Warum sprecht ihr nicht mit den Leuten in einer Zeit, in der sich die Risale-i Nur ganz prächtig verbreitet (şaşaalı intişarı) und die Feinde sogar eine Niederlage (maglub) erleiden und deshalb nun eine freundliche Haltung (dostane vaziyet) annehmen?

Er gab zur Antwort: "Diejenigen, die mit mir sprechen wollen, sind entweder Gegner (muarız) oder Freunde (dost). Wenn es sich dabei um Freunde handelt, so spricht die Risale-i Nur an meiner statt mit ihren Hunderttausenden Exemplaren (nüsha) vollkommen. So lässt sie für mich gar kein Bedürfnis (kat'iyyen ihtiyaç) mehr offen. Handelt es sich stattdessen um meine Gegner (muarız), die mit mir sprechen wollen, so gibt es sehr viele Gerichte (mahkeme) mit ihren Sachverständigen (ehl-i vukuf), die in den vergangenen dreißig Jahren Untersuchungen (tedkik) durchgeführt haben und weder in den Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleler) noch bei den Schülern des Lichtes (Nur Talebeler) irgendeinen Grund zur Anklage (hiçbir suç) finden konnten. Vierundzwanzig Gerichte (mahkeme) sagten: "Wir können in der Risale-i Nur keinen Grund zur Anklage (suç) finden." So können denn vier Gerichte (mahkeme), die unwiderruflich alle Abhandlungen des Lichtes (Nur Risaleler) frei gegeben (beraet) haben und deren Urteile bereits rechtskräftig (kaziye-i muhkeme) geworden sind, wonach sie dann alle Bücher und Briefe ihren Besitzern (sahibler) zurückgegeben haben (iade), meinen Gegnern (muarızlar) an meiner Stelle (benim bedelime) die zutreffende Antwort schon erteilen. So haben sie mich also nicht mehr nötig (ihtiyaç kalmamış). Falls aber jemand mich dennoch persönlich (şahsî) sprechen möchte, so werden alle Schüler des Lichtes (Nur Talebe) die Rechtsvertretung (dava vekiller) dieses armen Said zu finden wissen: Rechtsanwälte (avukatlar) in Istanbul und in Ankara, mit denen er dann auf Wunsch (isteyenler) sprechen kann (görüşebilir)."

Seine Diener (hizmetkârlar), die sich angesichts der schweren Krankheit (hastalık) in seinem hohen Alter (ihtiyarlık) um seine alltäglichen Angelegenheiten (zarurî işleri) kümmern.

— 405 —
بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Unser Meister (Üstad)\brachte das Folgende zum Ausdruck~(ifade): Die Zeitung "Die Republik (Cumhuriyet)", die gegen uns (aleyhimiz) ist, veränderte (tagyir) meine Verteidigung (müdafaa) auf eine besonders irrige (yanlış) und noch dazu sehr hässliche (gayet fena) Weise. Sie schrieb sogar anstelle des Satzes: "Damit wegen eines einzigen Verbrechers (bir câni) zehn Unschuldige keinen Schaden (masum zarar) erleiden" in ihrem Unverständnis den folgenden Wahnsinn (hezeyanlar karıştırmış): "um eines Verbrechers willen zehn Unschuldige vor der Finsternis zu retten (zulmetten kurtarmak)".

Was nun meine Antwort betrifft, die ich einmal geschrieben hatte (yazdıgım cevab) und die ihr ja bereits kennt, so handelt es sich hierbei um eine Verteidigungsschrift (müdafaa), die ich vor fünf, sechs Jahren einmal bei einer Verhandlung vor der Zweiten Kammer des Kriminalstrafgerichts (Sulh Ceza Mahkeme) in İstanbul, so wie es da geschrieben steht, vorgetragen habe, wonach ich dann in diesem äußerst wichtigen Prozess (mes'ele) freigesprochen (beraet) wurde. Vor ein, zwei Monaten legte (havale edip) aber nun ein Staatsanwalt (savcı) in seinem Hassgefühl dem Staatsanwalt (müddeiumumî) in Isparta ohne jeden Sinn und Verstand (gayet manasız garazkârane), {genau dieselbe Anklageschrift abermals vor (A.d.Ü.)} als wolle er einen Sturm (fırtına) im Wasserglas entfachen und ließ mich auf meiner Reise (seyahat) nach Istanbul durch zwei Polizeibeamte in Uniform (resmî polis memuru) abholen, um mich völlig sinnloserweise zu verhören (manasız benim ifade). Ich habe zu ihnen gesagt: "In dieser Angelegenheit (mes'ele) hatte ich bereits vor fünf Jahren einmal Stellung (cevab) genommen. Hier ist die Antwort (cevab), {seine Verteidigungsschrift und den daraufhin erfolgten Freispruch (A.d.Ü.)} die ich damals gegeben hatte." Sie haben sie angenommen (kabul), mit ihrer Schreibmaschine eine Kopie angefertigt und diesem Schelm Kerl (herif) zugesandt. {Die Polizei hat die Papiere nach der Festnahme kopiert und dem Anwalt geschickt (A.d.Ü.).}

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Vor kurzem hat ein Unbekannter (başka) in einem von uns weit entfernten Ort diese Kopie abermals ohne Sinn und Verstand (tekrar manasız olarak) bei einem Landrat (kaymakam), der ebenfalls weit von uns entfernt lebt, eingereicht. Die verleumderische (iftiracı) Zeitung veröffentlichte sie nun unter der Überschrift: "Der Landrat hat dies bei dem Staatsanwalt (savcıya) eingereicht." Sie wollte dadurch einige schwache Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur verunsichern (vesvese) und verängstigen (evham). Gegen diese Veröffentlichung (yazı) sollen viele Anwälte des Lichtes (Nur'un çok avukatları) eine Richtigstellung (tekzib) schreiben. Bezüglich des Themas (mevzuu) dieses Sachverhalts (mes'ele) besitze ich vier Atteste (rapor) von dem Gesundheitsamt (sıhhî heyet) in Istanbul. Da es aber nicht notwendig (lüzumsuz) ist, habe ich es nicht so wichtig erachtet (tenezzül), sie irgendjemandem vorzulegen. Zudem habe ich erfahren, dass es gar nicht nötig (lüzum) wurde.

Said Nursî

An die beiden Direktoren des Ordnungsamtes (emniyet müdürü) in Ankara sende ich viele Grüße (selâm). Sie sollen solchen Dingen weiter keine Beachtung (ehemmiyet) schenken.

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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen für immer und ewig."}

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens: Unser Meister (Üstad) beglückwünscht euch (tebrik) zur Heiligen Nacht (leyle-i berat). Er sendet euch seine Grüße (selâm) und betet (dua) für euch.

Zweitens: Wie in dem Brief steht (ifade), den wir gestern aus Diyarbakır erhalten haben, gibt es z.Zt. in Diyarbakır samt Umgebung (havali) und im ganzen Osten (şark) etwa zweihundert Lehrhäuser des Lichtes (Nur dershanelerı). Außerdem gibt es in Diyarbakır noch vier, fünf Lehrhäuser des Lichtes (dershane-i nuriye) ausschließlich für Frauen (kadınlara mahsus). Wolle es Gott (inşâallah), dass dies ein Vorzeichen einer großen Wohltat (hayrın alâmeti) sein möge.

Die Angelegenheit der Eröffnung der Lehrhäuser des Lichtes (Nur medreseler), auf die unser Meister (Üstad) bereits vor zehn Jahren hingewiesen (işaret) und von deren großem Vorteil gesprochen (menfaatı beyan) hatte, ist jetzt in unserer Zeit in die Phase gelangt, sich ganz und gar als wahr (tam tahakkuk) herauszustellen. Er hatte damals gesagt: "So sind denn jetzt, nachdem die Erlaubnis, für den Religionsunterricht (din tedrisat) Privatschulen (dershane) zu eröffnen, offiziell (resmen) erteilt worden ist, diese sicherlich für uns notwendig und noch notwendiger für das Volk, und ist es jetzt, nachdem diese Erlaubnis erteilt worden ist, notwendig, dass alle Schüler des Lichtes (Nur şakirdleri), soweit dies möglich ist, dafür überall solche winzig kleinen Schulen des Lichtes (dershane-i Nurîye) eröffnen. Natürlich kann dabei ein jeder auch für sich selbst seinen Nutzen (istifade) daraus ziehen, doch kann nicht jeder jedes Thema voll und ganz begreifen (mes'elesini tam anlamaz). Weil aber (die Risale-i Nur) eine Erklärung der Glaubenswahrheiten (iman hakikat) ist, ist sie zugleich sowohl Religionswissenschaft (ilim) als auch Gotteserkenntnis (marifetullah) und Gottesdienst (ibadet) in Seiner Gegenwart (huzur). Statt der fünf oder zehn Jahre an einer alten Medrese wird man heute mit Gottes Hilfe (Inşâallah) das gleiche Ergebnis (netice) an einer Medrese der Risale-i Nur schon in fünf oder zehn Wochen erreichen. Und so wird das schon seit zwanzig Jahren gehandhabt."

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Unser Meister (Üstad) hat seine Wohnung (hane) in Barla, in der er neun Jahre gewohnt (ikametgâh) hatte, welche die erste Schule (dershane) der Risale-i Nur und der Kern der Medreset-üz Zehra im Umfang von sechs Provinzen (vilayet) war, als "Schule des Lichtes (Medrese-i Nuriye)" der Risale-i Nur gewidmet (vakfetmiş). Heute werden nach ihrem Vorbild (müteakib) sowohl in Isparta, als auch in kleinen Städten (kaza) und in einigen Dörfern in ihrer Umgebung (civar) sowie in Diyarbakır und im übrigen Osten (şark) Privatschulen des Lichtes (Nur dershaneler) eröffnet.

Auf diese Weise erlangen (kazandırmak) diejenigen, die in diesen Schulen (dershaneler) die Lichter (Nurlar) studieren und dabei ihre sonstigen Arbeiten (meşguliyet) mit den Lichtern (Nurlar) fortsetzen und diejenigen, die ihren Unterricht erhalten (ders alanlar), die Ehre der Studenten der Wissenschaften (talebe-i ulûm şerefi). Was die Studenten der Wissenschaften (talebe-i ulûm) betrifft, so haben einige große Exegeten (müçtehid) verkündet (beyan), dass ihre alltäglichen Handlungen (âdi harekât), ja selbst die Schlafenszeit (uyku), als Dienst und Anbetung Gottes (ibadet hükmüne) gelten.

Drittens: Die erste Ausstrahlung (intişar) der Lichter (Nurlar) begann (mukaddeme) mit einer Rundfunksendung (radyo diliyle) in Anatolien und der islamischen Welt (âlem), übereinstimmend (tevafuk) mit dieser segensreichen Heiligen Nacht (mübarek leyle-i berat), was ein Vorzeichen (alâmet) und Hinweis (işaret) zugunsten der Risale-i Nur auf eine großen Wohltat (hayr) ist für dieses Land (vatan) und die islamische Welt (âlem) (lehinde).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

Eure Mitbrüder
Tahirî, Zübeyr, Sungur, Ceylan, Bayram

Anmerkung: Dieser Brief ist zugleich auch eine Antwort für unsere Brüder, die unseren Meister (Üstad) mit einem Telegram oder einem Brief zur Heiligen Nacht (leyle-i berat) beglückwünscht (tebrik) haben.

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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der Gepriesen sei."}

Für all meine Freunde (dostlar) und Mitbrüder des Lichtes (Nur kardeşler) mache ich hiermit nun diese letztwillige Verfügung (vasiyet) öffentlich bekannt (ilân): In Anbetracht meines körperlichen Zustands habe ich bereits keine Kraft mehr (tâkatim kalmamış), die Aufgaben des Lichtes (vazife-i Nuriye) noch weiter zu erfüllen. Aber vielleicht ist ja mein Beitrag gar nicht mehr nötig (ihtiyaç da kalmamış). Außerdem habe ich aufgrund vieler Versuche, vergiftet zu werden (müteaddid tesemmüm), meiner Lage (vaziyet) in meinem nun schon hochbetagten Alter (ihtiyarlık) und meiner verschiedenen Krankheiten (hastalık), nervlich (tahammül) beinahe gar keine Kraft mehr, noch länger am Leben (hayat) zu bleiben. Auch wenn der Tod (ölüm), nach dem ich sehnsüchtig (müştak) verlange, mich noch nicht holen (elime geçmese) kommt, bin ich in meinem öffentlichen Leben (zahirî hayatı) doch fast schon wie tot, weswegen ich diese letztwillige Verfügung (vasiyet) schreibe.

Unendlicher Dank (hadsiz şükür) sei dem Schöpfer, dem Barmherzigen Allerbarmer (Hâlık-ı Rahman-ı Rahîm), dass der Alte Said damals vor sechzig, siebzig Jahren im Gegensatz zu den sonst üblichen Verhältnissen (hilaf-ı âdet) für sein Studium (tahsil-i ilim) und seine Bildung, besonders auf dem Weg zur Erfahrung seines Glaubenslebens (ilm-i iman), nicht um die Hilfe anderer zu bitten (muavenetine yalvarmamak) brauchte und seinen Schülern (talebe) trotz seiner so außergewöhnlichen Armut (fakr-ı hali) als der Alte Said noch im Kindesalter (çocukluk) und später nach seiner Jugendzeit (gençlik) ihre täglichen Rationen (tayinler) selber zu geben versuchte, wobei er nur einmal für eine kurze Zeit die fünf Rationen (beş tayin) für seine fünf Schüler von anderen akzeptieren (kabul) musste, die restlichen Rationen (tayin) für seine Schüler (mütebâki talebe) aber, deren Anzahl manchmal zwanzig, dreißig erreichte, selbt bezahlte, sodass diese Schüler (talebe) nicht in Not (mecbur) gerieten und ihr Studium (ilm) nicht als einen Grund betrachten mussten (mecbur), sich ihren Unterhalt selbst zu verdienen (vasıta-i cer). Und so wie es ihnen damals durch ihre Sparsamkeit und Genügsamkeit gelungen (İktisad ve kanaat muvaffak) ist, begann die Risale-i Nur auch heute wieder - und dafür sei Gott, dem Barmherzigen Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn) unendlicher Dank (hadsiz şükür) - so wie damals der Alte Said die Rationen (tayinler) ihrer eigenen, wahrhaftigen Schüler (hakikî talebe) durch ihre Veröffentlichung (neşriyat) {Die Rationen für den täglichen Bedarf konnten nun aus dem Erlös durch den Verkauf der Risale-i Nur gedeckt werden. (A.d.Ü.)} bestens zu geben (mükemmel). Um die lautere Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlası) nicht zu beeinträchtigen, ist das Recht (hakk) der Risale-i Nur ein Fünftel aus dem Verkauf der Exemplare (satılan nüshaları) der Risale-i Nur, das einzig für die wahrhaftigen Schüler (has talebe) der Risale-i Nur, besonders aber diejenigen, denen es nicht gelingt, sich ihren eigenen Lebenunterhalt (hususan nafakası) zu verschaffen, ganz und gar ausreichen (tam tamına idare) kann, zu verwenden. Die Einnahmen können aber heute nur für fünfzig, sechzig Schüler (talebe) ausreichen. Ich, d.h. meine Wenigkeit (bîçare Said), hat jedoch überhaupt keinen Anteil an dieser Leistung (hakkı yoktur). Lediglich die kostbare Besonderheit (kıymetdar hâsiyet) der Risale-i Nur und die vollkommene Treue (kemal-i sadakat) der Geistigen Körperschaft (şahs-ı manevî) ihrer Schüler (şakird) brachten dieses geistige Fest des Lichtes (manevî Nur bayramı) zustande.

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So ernenne ich denn nun - und damit will ich nicht sagen, dass sie über allen Schülern (talebe) stehen - vier, fünf Männer unter denjenigen, die mir am nächsten stehen, sich um meinen alltäglichen Dienst (yakınımda hizmet) kümmern und in gewissem Grade ganz und gar die Art, mich zu verhalten (tarz-ı hareket), kennen und beobachtet (yakından görenler) haben, zu meinen unbeschränkten Stellvertretern (mutlak vekil). Sollte ich also sterben oder aber in diesem Leben nicht mehr klar bei Verstand sein (hayatta şuursuz), so mögen sie, die sie meine Art den Lichtern (Nurlar) zu dienen (hizmetimin tarzı) recht gut kennen, dem vorbildlich Folge leisten. Ich lege vorerst Tahirî, Sungur, Ceylan, Hüsnü und noch ein, zwei Männer als meine unbeschränkten Vertreter (mutlak vekil) testamentarisch fest (vasiyet). Die Einnahmen (sermaye) aus den verkauften Exemplaren (nüsha) der Risale-i Nur sind von jetzt an Eigentum (mal) der Risale-i Nur und auch Said steht in ihrem Dienst (hizmetkâr). Und solange er lebt (hayat), bekommt er auch davon seinen Anteil (tayin). In den letzten Tagen erschien mir der Tod (ölüm) bereits sehr nahe (yakın). Während ich noch über eine feste Absicht (kat'î niyet) nachdachte, fünfzig, sechzig Schülern (talebe), die in sechs verschiedenen Provinzen (vilayet) leben, für zwei, drei Jahre aus den Einnahmen des Lichtes (Nur sermaye) ihre Rationen (tayin) {Was sie an Unterstützung erhalten, sollte eine Belohnung für ihre treuen Dienste im Sinne einer Anerkennung sein und nicht eine Entlohnung im Sinne einer Bezahlung für ihre Arbeit.} zu geben, habe ich doch darauf verzichtet (vazgeçtim), weil einige dies vielleicht missverstehen (mani) könnten und demzufolge den Dienst ihrer Schülerschaft (talebelik hizmeti) beenden würden. Danach habe ich dann meine letztwillige Verfügung niedergeschrieben. (Şimdi vasiyetimi yazdım).

Said Nursî

Anmerkung: Gavs-ı A'zam Şeyh-i Geylanî (R.A.) sagt in einem Abschnitt (fıkra), mit dem er als eine Verheißung aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye) auf die Risale-i Nur und ihren Verfasser (müellif) mit dem folgenden Ausdruck hinweist (işaret), تَع۪يشُ سَع۪يدًا {"mit deinem Lebensunterhalt wirst du glücklich sein".} und er prophezeiht (haber) damit, dass er hinsichtlich seines Unterhalts (maişet) unbesorgt leben (saadet) und sehr glücklich (en mes'ud) sein wird. Dagegen sahen wir jedoch rein äußerlich die Armut und Enthaltsamkeit (fakr u istigna) unseres Meisters (Üstad) bis heute damit im Widerspruch (muhalif). Diese Verheißung von Gavs-ı A'zam aus dem Verborgenen (ihbar-ı gaybiye) ging jedoch im ganzen Leben (hayat) unseres Meisters (Üstad) sichtlich in Erfüllung, sodass er schon in seiner Kindheit, als er erst zehn Jahre alt war, seinen Onkel nicht darum bat, von ihm eine Tasse Suppe (amcasının çorbası) zu bekommen. Er wollte niemals irgendjemandem einen Dank (minnet) schuldig bleiben. Auch den Lebensunterhalt (maişet) seiner alten Schüler (talebe), die er damals unterrichtet (ders) hatte, übernahm er (deruhde) selbst. Und wenn er heute die Rationen (tayin) von fünfzig, sechzig Schülern (talebe) selbst herbeischafft, so zeigt dies, dass die Verheißung aus dem Verborgenen (gaybî ihbarı) sich wörtlich als wahr (tahakkuk) herausgestellt hat und so in Erscheinung (tezahür) getreten ist.

Tahirî, Sungur, Ceylan
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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Da die Todesstunde nicht bekannt (ecel muayyen) ist und meine schwere Krankheit (şiddetli hastalık) jederzeit wieder auftreten kann, wurde mir aufgrund meiner schweren inneren Krankheit (hastalık) eingegeben, meine letztwilligen Verfügungen (vasiyetnameler), die ich bereits zuvor geschrieben hatte, mit dieser letztwilligen Verfügung (vasiyetname) zu bekräftigen (teyiden). Ich erkläre (beyan) also hiermit: Nach meinem Ableben (vefat) ist das Kapital (sermaye) der Risale-i Nur, das bei mir als Pfand (emanet elimde) liegt, und die Summe (sermaye), die in Eskişehir aufbewahrt (muhafaza) wird, um unser auf eine wunderbare (mu'cizatlı) Übereinstimmung hinweisendes Exemplar des Qur'ans herausgeben zu können (tab'ettirmek), diese Summe ist für den Offset-Druck (fotografla tab'ına) des Exemplars des Qur'ans mit der Übereinstimmung (tevafuk) bestimmt. Was die Summe (sermaye) betrifft, die sich noch bei mir befindet, so handelt es sich dabei um das Kapital (sermaye) der Risale-i Nur. Diese Summe (sermaye) ist ein Geschenk und eine Gabe des Herrn aufgrund dessen, dass ich vor mehr als siebzig Jahren im Gegensatz zu den Gepflogenheiten der damaligen Zeit (zamanın âdetine) trotz meines erbärmlichen Zustandes (fakirlik) mich um die Rationen (tayinlerin) meiner Schüler gekümmert hatte. Unendlicher Dank (hadsiz şükür) dafür sei Gott dem Barmherzigen Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn). Fünfzig, sechzig Jahre später ermöglicht der Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn), im Gegensatz zu der gängigen Gepflogenheit (âdetine muhalif), {der damaligen Gelehrten (A.d.Ü.)} meinem Prinzip zufolge für die aufrichtigen (hâlis) Schüler (talebe) der geistigen und weit umfassenden (kaidemi manevî) Medreset-üz Zehra, die sich um ihren Lebensunterhalt (tayinler) nicht kümmern (nafakasını temin) können und ihre Zeit der Risale-i Nur widmen (sarfeden), diese Summe (sermaye) genauso wie in früherer Zeit heute als ein Geschenk (ihsan-ı İlahî) der Güte Gottes (lütf-u Rabbanî) als ihre Rationen (tayinler) zu bestimmen; und sie wird lediglich für ihre Rationen (tayinleri) verwendet. Wie ich es seit vielen Jahren praktiziert habe, lege ich testamentarisch (vasiyet) fest, dass meine geistigen Kinder (manevî evlâdlar), die meine Erben (verese) sind, genauso handeln sollen.

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Wolle es Gott (inşâallah), dass die Risale-i Nur wirklich einmal mit ihrer Verbreitung (intişara) beginnen kann! Dann werden auch die Einnahmen (sermaye) für sehr viele opferbereite Schüler (fedakâr talebe) gleich den derzeitigen opferbereiten (fedakâr), der Risale-i Nur zugeweihten zugewandten Schüler (vakfeden şakirdler) ausreichen können (kâfi) und werden die Medreset-üz Zehra und die Medrese-i Nuriye im geistigen Sinne (manevî) an vielen Orten eröffnet werden. Nun bitte (rica) ich noch, meine geistigen Kinder (manevî evlâdlar), diese aufrichtigen (has) und opferwilligen (fedakâr) Diener (hizmetkâr), diese tapferen (kahraman), allseits bekannten (herkesçe malûm) Mitbrüder, die sich dem Lichte (Nur) geweiht haben (kendini vakfeden), darum, an meiner Stelle auf diese Gegebenheit (hakikat) und diesen Sachverhalt (bu hale) acht zu geben, sich darum zu kümmern (yardımlar) und meinen Wunsch (vasiyet) in die Tat umzusetzen (tatbik). Da ich nun neben der Risale-i Nur nicht mehr länger nötig bin (hiç ihtiyaç kalmadı), ist es für mich ein Grund zur Freude (medar-ı sürur), in die Welt des Zwischenreiches (âlem-i berzah) hinübergehen zu dürfen. Doch braucht ihr deswegen nicht traurig (mahzun) zu sein. Ihr solltet mich vielmehr dazu beglückwünschen (tebrik), dass ich von der Mühsal in die Barmherzigkeit (zahmetten rahmete) hinübergehen darf.

Der sehr kranke
Said Nursî

Diesen Wunsch (vasiyet) unseres Meisters (Üstad) bestätigen und bezeugen (şahidiz) Çalışkan in Emirdag, Mustafa Acet, Hüsnü in Safranbolu, Zübeyr in Ermenek und Bayram in Çogol

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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Lieber verehrter Bruder Tahsin Bey!

Wir beglückwünschen Sie (tebrik) zur Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) und wünschen Ihnen viel Erfolg (muvaffakıyet). Unser Meister (Üstad) sendet Ihnen seine persönlichen Grüße (hususî selâm). Er sagt Folgendes:

"Die Biographie, die Tahsin veröffentlicht (neşret) hat, hat so viel Nutzen (faide) erbracht wie zwanzig große Bände (mecmua) und wurde ein Erfolg (fütuhat). Er soll sich dabei keineswegs irgendwelche Sorgen (kat'iyyen merak) machen, wenn sie {die Weltleute? (A.d.Ü.)} ihn jetzt ein wenig stören (ilişmeler). Da auf diese Weise sehr viel Aufmerksamkeit (nazar-ı dikkat) erregt wurde, trug dies auch in großem Umfang zu ihrem Bekanntwerden (ilânname) bei.

Da in den letzten zwanzig Jahren bis zum heutigen Tag zwanzig große Bände (mecmua) inoffiziell verbreitet (perde altında intişar) und so zur Quelle großer Erfolge (fütuhata medar) wurden, so wird auch die inoffizielle Veröffentlichung (intişar) der Biographie (Tarihçe-i Hayat) - wolle es Gott (inşâallah) - den gleichen Erfolg (netice) verbuchen können.

Zweitens: Da Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) Ihnen in Ankara den Titel eines Oberkommandierenden unter der Risale-i Nur verliehen (ihsan) hat, so ist Ihnen auch die Veröffentlichung (neşri) des Kommentars (tefsir) "Ein Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" aus der Samlung der Risale-i Nur gelungen (müyesser), in dem die Poesie (nazmı) beschrieben (beyan) wird, die ein Aspekt (vechi) unter vierzig Aspekten der Wunderhaftigkeit (vech-i i'cazı) des Qur'ans ist. Dieser Aspekt der Poesie (vech-i nazım) besteht aus sieben Arten. Eine Art davon ist die symmetrische Übereinstimmung (tevafukat). Eine andere Art dieser Übereinstimmung ist die augenscheinliche Übereinstimmung (zahir tevafukat) in dem Wort des Majestätischen (Lafza-i Celal). {Celal = der Majestätische. Der auf diese Weise angedeutete Name Gottes ist "Allah".}

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So präsentiert das von uns kalligraphisch geschriebene wunderhafte Exemplar (mu'cizatlı) des Qur'ans diese Übereinstimmung (tevafukat). Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass Ihnen der Druck und die Herausgabe (neşri ve tab'ı) dieses auf das Wunder hinweisenden (mu'cizatlı) Exemplars des Qur'ans gelingen (nasib) wird. Unser Meister (Üstad) hatte Ihnen dafür bereits zehntausend Lira übersandt. 6666 Lira, deren Zahl mit der Anzahl der Ayat im Qur'an genau übereinstimmt (muvafık), ist das Geld, das nach Abzug der Ration (tayinat) der Schüler (talebe) für die kommenden zwei Jahre noch übrig (fazla kalan) bleibt. Darin liegt ein gewaltig großes Geheimnis (sırr-ı azîm). Es ist ebenso segensreich (mübarek) wie Goldlira (altun para). Wir dürfen (lâzım) es nicht für etwas anderes ausgeben (sarf etmemek). So senden wir Ihnen denn einige Abschnitte (cüzler) aus dem Qur'an und noch viele Grüße (pekçok selâm).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

Ihre Mitbrüder
Tahirî, Zübeyr, Ceylan, Sungur
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بِاسْمِه۪ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Ein wichtiger Grund (mühim bir sebeb) dafür, dass ich dieses Mal nach Ankara kam, ist der, den Innenminister (Dâhiliye Vekili) Namık Gedik zu besuchen, der sich aufrichtig (ciddî) für die Islâmiyet einsetzt, und einen gewissen Sachverhalt (hakikat) mit Herrn Adnan Bey, der ein Held (kahraman) der Islâmiyet ist, und desgleichen mit einem so bedeutenden Herrn (mühim zât) wie Herrn (Bey) Tevfik İleri zu besprechen. Es ist dies wie folgt:

Um der "Demokrat" Partei recht viel Kraft (kuvvet) zu vermitteln, wie sie diese ja bereits mit der Freigabe des mohammedanischen Gebetsrufs (Ezan) gewonnen hat und um ihr noch dadurch recht viele Anhänger zu verschaffen, dass sie die Veröffentlichung (neşrine) der Risale-i Nur genehmigt (müsaade) und die islamische Welt (âlem) und sowie selbst einen Teil der christlichen Staaten (Devletler) zufrieden zu stellen, müssen sie die Ayasofya von ihrem geistigen Unrat (müzahrefat) befreien {die Verwandlung eines Gotteshauses in ein Museum (A.d.Ü.)} und ihn wieder in einen Ort (mahal) der Anbetung (ibadet) verwandeln. Was dies betrifft - obwohl ich mich seit dreißig Jahren aus der Politik (siyaset) zurückgezogen habe - habe ich mir für diese Angelegenheit (mes'ele) und um dieses Punktes willen (nokta hatırı) gewünscht und bin ich gekommen, Namık Gedik zu besuchen. Um der Herren (zâtlar) Adnan Bey, Namık Gedik und Tevfik İleri willen bin ich nicht irgendwo anders (başka yere) hingegangen.

Darüber hinaus ist ein Beweis (delil) dafür, dass die Risale-i Nur, die einem Grundgesetzes des Qur'ans zufolge (kanun-u esasiye) im ganzen Anatolien und in den östlichen Provinzen (vilayat-ı şarkıye) die öffentliche Ruhe und Ordnung sicherstellt (asayişi temin) hat, eine Risale-i Nur, die mit ihren fünfhunderttausend Exemplaren (nüsha) den Kommunismus zum Schweigen gebracht (susturdu) hat, also grundsätzlich die öffentliche Ruhe und Ordnung sicherstellt (asayiş temin), Folgender: Vor mehr als zehn Jahren hatte der Staatsanwalt (Müddeiumumî) in Afyon gesagt: "Er hat sechshunderttausend opferbereite Schüler (fedakâr talebe). Er hat fünfhunderttausend Exemplare (nüsha) der Risale-i Nur veröffentlicht (neşretmiş). Das kann die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährden (neşretmiş zarar)." Dementgegen sagte Said: "Trotzdem es nun einmal sechshunderttausend opferbereite Schüler gibt und mir in diesen letzten fünfzehn Jahren derart viel Unrecht (zulüm) angetan wurde, konnte dennoch kaum ein einziger Polizist (hiçbir zabıta) noch das Gericht (mahkeme) auch nur einen einzigen Vorfall (vukuat) nachweisen."

— 416 —

Des Weiteren habe ich ihm gesagt: "Herr Staatsanwalt (müddeiumumî)! Wenn die Risale-i Nur bis jetzt für die Sicherstellung der öffentlichen Ruhe und Ordnung (asayişin teminine) nicht so viel wie Tausend Staatsanwälte (müddeiumumî) und Tausend Direktoren der Ordnungsbehörde (emniyet müdürü) beigetragen hat (hizmet), möge ich bei Gott verdammt sein (Allah beni kahretsin). Was für eine Strafe (ceza) auch immer ihr mir geben wollt, gebt sie mir (verirseniz verin) ruhig!" So sagte ich. Auf meine Aussage hin wusste er am Ende nichts mehr zu erwidern (hiçbir çare bulamadı).

Lediglich ein, zwei Jahre danach wollte sich ein kleiner Schüler (talebe) des Lichtes (Nur) in dem Gedanken (zan), einen Schaden (zarar) für die Risale-i Nur verhindern zu müssen, das Leben nehmen (intihar), damit eine kleine Abhandlung (risale), die er hatte drucken lassen (tab'ettigi), keinen Schaden (zarar) {Der Schüler hatte Angst, dass jemand seine gerade erst gedruckten Bücher der Polizei melden und dadurch seine ganze Arbeit in Gefahr bringen könnte.} erleiden sollte. Dann hat sein Meister (Üstad) ihm das aber verboten (men'etti). Es hatte sich da ein - wenn auch nur sehr kleiner - Zwischenfall (hâdise) ereignet. Doch konnten sich danach die beiden Kontrahenten wieder miteinander versöhnen (barıştırıldı).

Selbst wenn ein Meister (Üstad) auch nur zehn opferbereite Schüler (fedakâr talebe) haben sollte und einer von ihnen, der ihn gegrüsst (selâm) hat, wurde dafür geschlagen und geohrfeigt (tokat vurulmuş), oder ein anderer, der seine Hand geküsst (elini öpmüş) hatte, wurde dafür getadelt (tahkir edilmiş), so sind doch all diese opferbereiten (fedakâr) Schüler ruhig (sükût) geblieben, um die öffentliche Ruhe nicht zu stören (asayişe ilişmemek). Denn sie haben von Said gehört: "Hätte ich auch hundert Leben (yüz ruh), wäre ich doch bereit, sie alle für die Wahrung der öffentlichen Sicherheit zu opfern (asayişe feda). Einem Grundgesetz (kanun-u esasiye) zufolge, das lautet:

وَ لاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى

{"Niemand soll die Last eines anderen tragen." - Sure 6,164-}

stellt die Risale-i Nur durch ihren Dienst am Glauben (iman hizmeti) auch die öffentliche Ruhe und Ordnung vollkommen sicher (asayişi tamamıyla temin) und stellt im Herzen eines jeden Einzelnen (herkesin kalbi) einen Wächter (bir yasakçı) gegen jegliche Bosheit (fenalık) auf, damit wegen fünf Verbrechern (cani) nicht neunzig Unschuldige (masum) einen Schaden (zarar) erleiden, damit nicht wegen eines einzigen Verbrechers zehn unschuldige Frauen, Kinder und ihre Eltern (masum çoluk çocuk) Ungerechtigkeiten (zulüm) erdulden müssen. Genauso bin ich auch bereit, hätte ich auch Tausend Leben (bin ruhum), sie alle für dieses Grundgesetz des Qur'ans zu opfern (kanun-u esasiye feda), so wie meine Biographie (tarihçe-i hayat) dies auch beweist (isbat), die allen zur Verfügung (meydan) steht. Das haben sogar die Gerichte (mahkeme) bereits akzeptiert (kabul).

Darum hält er es (manası) auch für Scheinheiligkeit (riyakârlık), öffentlich aufzutreten (tezahür), für Selbstsucht (hodfüruşluk) und Egoismus (enaniyet), wandte sich von den Leuten (halklarla) ab und weigerte (terk) sich, ferner noch mit ihnen zu reden. Durch die Güte (ihsan) und Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahî) hat nun auch seine Stimme ihren Klang verloren (sesi de kesilmiş), um nicht gezwungen zu sein (mecbur), sich noch einmal mit seinen Freunden (dost) zu treffen, ohne dass sie sich jedoch deswegen gekränkt fühlen (hatırları da kırılmasın) könnten.

Said Nursî
— 417 —

Nun ist die Zeit reif (zaman geldi), eine bemerkenswerte geistige Haltung (garib bir halet-i ruhiye) unseres Meisters (Üstad) gegenüber den Staatsanwälten (müddeiumumîler) zu beschreiben (beyan).

Er hat zu mir gesagt: "Obwohl ich seit dreißig, vierzig Jahren von den Staatsanwälten (savcılar), die doch im Sinne göttlichen Rechts (hukukullah manası) mit der Aufgabe (vazife) der Wahrnehmung öffentlichen Rechts (hukuk-u amme) beauftragt sind (muvazzaf), dennoch während der meisten Gefängnisaufenthalte (hapisler) und Verbannungen (nefyim) unter Druck (tazyikat) gesetzt wurde und meist nur ihren Schikanen ausgesetzt war, stieg in mir deswegen trotzdem keine Wut (hiddet) auf und empfand ich doch in mir deswegen keinen Gram (küsmek). Dann habe ich das Folgende erkannt:

Ich erkannte die Fehlhaltungen (kusur), welche die Gründe (sebeb) ihrer äußerlichen Schikanen (zahirî şiddet) sind, nicht mehr als ihre eigenen (kendiler). Ich bemerkte vielmehr nach einer gewissen Zeit häufig, dass ich einen zärtlichen Klaps (şefkat tokadı) von der Bestimmung Gottes (kader-i İlahî) von den Staatsanwälten (savcılar) aufgrund ganz anderer Fehler (başka kusurat) erhielt. Da diese Bestimmung (kader) aber stets gerecht (adalet) handelt, habe ich einen zärtlichen Klaps (şefkat tokadı) stets mit Geist und Herz akzeptiert (ruh ve kalb kabul). Wegen solch rein äußerlicher Gründe (zahirî sebeb) dieser Schikanen der Staatsanwälte (savcıların şiddeti) verzeihe ich es ihnen (helâl ediyorum). Dank (şükür) sei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) dafür, dass heute ein Teil dieser Staatsanwälte (müddeiumumî), da die Wahrnehmung des öffentlichen Rechts (hukuk-u umumiyenin müdafaası), die ihre Aufgabe (vazife) ist, zugleich auch eine Art göttlichen Rechts (hukukullah) ist, mir gar keine Schikanen (şiddet) zugefügt hat, vielmehr im Gegenteil vom Standpunkt der wahren Gerechtigkeit (hakikî adalet), hinsichtlich des Dienstes am Glauben (hizmet-i imaniye) der Risale-i Nur, der für die ganze Islâmiyet, ja sogar für die Menschheit (insaniyet) von großem Nutzen (menfaat) ist, abgesehen von den Schikanen (şiddet), ihre rein äußerlichen Qualen (zahirî tazib), so wie sie bezogen (münasebet) auf einen zärtlichen Klaps (şefkat tokadı) der göttlichen Bestimmung (kader-i İlahî), in der Tat als einen Beitrag (hakikaten yardım) galt, habe ich aufgrund dieses großen Geheimnisses (sırr-ı azîm) allen solchen Staatsanwälten (müddeiumumî) gegenüber eine freundschaftliche Gesinnung (dostluk) angenommen und mich daher dazu entschlossen (vaziyet), für sie zu beten (dua). Die Verhältnisse (hâlât), die mir, rein äußerlich betrachtet, wie eine brutale Behandlung (şiddet-i hüküm) erschienen, sind so wie eine Bekanntmachung (ilânname) zu einem Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) geworden.

Ich sende hiermit Ihnen allen, die sich dessen bewusst (bilenler) sind, dass das öffentliche Recht (hukuk-u amme) als göttliches Recht (hukukullah) gilt, meine Grüße (selâm) und bete für Sie (dua). All Ihre Schikanen (şiddetler) mir gegenüber verzeihe ich Ihnen (helâl ediyorum)."

Said Nursî

Ich lege euch diesen Brief des Meisters (Üstad)\vor, den er euch geschrieben hat und der die lautere Wahrheit~(ayn-ı hakikat)\ist.

Sein Schüler
Sungur
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Ein Brief von Bediüzzaman Said Nursî an verschiedene Zeitungen

Wenn die Zeitungen, welche in diesen Tagen Nachrichten (mes'eleler) über uns gebracht hatten, diesen Artikel veröffentlichen (neşret), den ich hier geschrieben und an sie addressiert (hitaben) habe, werde ich ihnen ihre Anschuldigungen gegen mich (aleyhim) vergeben (isnadlarını helâl). Wegen meiner schweren Krankheit (Şiddetli hastalıgıma) sollen diese Zeitungen meinen kurzen Brief publizieren (neşretsinler), damit die Mitbrüder, die sich unseretwegen ihre Gedanken (düşünen) machen, nicht länger besorgt zu sein brauchen (kederlenmesin).

Erstens: Ihr braucht euch über die in den letzten Tagen erschienenen Berichte (mes'eleler) keine Sorgen (merak) zu machen. Durch die Güte und Barmherzigkeit Gottes (inayet ve rahmet-i İlahiye), die über uns wacht (tecelli), ist auch dies ein großer Segen (hayırdır). Darüber hinaus habe ich wegen meiner Krankheit (hasta) weder die Kraft (tahammül), mit den Leuten zu reden (konuşmaya), noch sie auch nur zu empfangen (görüşmeye). Zurzeit verbreitet sich (intişar) die Risale-i Nur im Inland und im Ausland (dâhil ve hariçteki) außerordentlich gut und genießt weit und breit Erfolge (fütuhat), wodurch sogar Feinde (düşman) zu Freunden (dost) geworden sind. Nun möchte ein jeder mit mir reden (konuşmak). Durch die Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) hat aber meine Stimme ihren Klang (kısılmış) verloren. Da jedoch die Risale-i Nur mich nun vollkommen ersetzt (ihtiyaç bırakmadı), brauche ich mich nicht mehr mit den Leuten zu treffen und nicht mehr mit ihnen zu sprechen (görüşüp, konuşam).

Während ich auf Einladung (davet) von sechs Provinzen (vilayet) unterwegs war, wurden wir von einigen netten Beamten (dost memurlar) angehalten, die das Wesen (hakikat) der Risale-i Nur und den Weg (meslek), den sie uns weist, bereits verstanden hatten, und die uns mitteilten, dass die Regierung (hükûmet) mich darum bittet (rica), dass ich mich in Emirdag zur Ruhe (istirahat) setzen möge und mich also von nun an in Emirdag aufhalten solle. Da ich es nicht länger mehr ertragen (tahammül) kann, Menschen zu begegnen und mich mit ihnen zu unterhalten (görüşmeye ve konuşmaya), wurde dieses freundliche Angebot (dostane teklif) und diese Einladung (vaziyet) für mich zu einer Gnade (inayet), weswegen meine wahren (hakikî) Mitbrüder in vielen Provinzen (vilayet), die mich eingeladen (davet) hatten, nicht gekränkt sein (hatırları kırılmasın) mögen. Außerdem mögen dadurch Hunderttausende wahre, opferbereite Schüler (hakikî fedakâr talebe) aufgrund der daraus erwachsenden Umstände (vaziyet) nicht gekränkt (gücenmesi) sein, wenn ich ansonsten zwar einige Provinzen (bazı vilayet) besuchen, hingegen andere Provinzen nicht besuchen könnte.

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Zweitens: Ein Beweis (delil) dafür, dass ich auf meinen Reisen (seyahat) überhaupt kein Interesse (alâka) mehr an der Politik (siyaset) habe, ist der, dass ich mich vor vierzig Jahren aus der Politik zurückgezogen (siyaseti terketti) habe und mich nunmehr einzig und allein auf die Risale-i Nur konzentriere, die in unserer Zeit ein vollkommener Kommentar (tam muvafık bir tefsir) des Qur'ans ist, der den völligen Unglauben vernichtet (küfr-ü mutlak kırdı) und so einen Schutzwall (sed) gegen die Anarchie und die zerstörerischen Strömungen (tahribatçı cereyan) errichtet, und unser auf das Jenseits gerichteter Dienst (uhrevî hizmet) nach dem Geheimnis (sırr) der Ayah, das der Qur'an als das Grundgesetz (kanun-u esasî) der Risale-i Nur unterrichtet (ders),

وَ لاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى

{"Niemand soll die Last eines anderen tragen." (Sure 6,164)}

ein Dienst, der dem Leitsatz folgt: "Die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gefährden (asayişe ilişmek) würde heißen, wegen fünf Verbrechern (beş cân) das Recht von neunzig Unschuldigen zu missachten (masum zulüm)," und der für das Land und sein Volk und für die öffentliche Sicherheit und Ordnung (vatan, millet ve asayiş) einen großen Beitrag (faide) leistet, weswegen ich auch den Polizisten und den Ordnungshütern, die mich bespitzeln (tecessüs) oder mich drangsaliert (zahmet) haben, verzeihe (helâl ediyorum). Ich habe sie in Freude als meine Mitbrüder angenommen (mesrurane kabul), da sie heldenhafte Beschützer (mücahid muhafız) der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (asayiş) sind. Ich habe jetzt sogar akzeptiert (kabul), dass sie mich aus Ankara ausgewiesen (çevirmeler) haben. Da mir demzufolge (vesile) die Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) zuteilgeworden ist, habe ich Gott dafür gedankt (Allah'a şükrettim) und bin in vollendeter Freude (kemal-i ferahla) aus Ankara zurückgekehrt.

Drittens: Da sich heute die Risale-i Nur überall verbreitet und gelesen (intişarı ve okunması) wird und es sehr viele Interessenten (müştakları) dafür gibt, möchten die Leute sich mit mir treffen (görüşmek), sich mit mir unterhalten (konuşmak) und mich zu sich einladen (davet). In diesem Falle hätte ich jedoch eine Rundreise durch zwanzig Provinzen (vilayet) unternehmen müssen (zaruret). Ich konnte jedoch lediglich nach Ankara, Istanbul und Konya kommen, also die Orte, wo die Risale-i Nur gedruckt (tab) wird.

Zu den Freunden (dostlar),\die mich angewiesen hatten, nach Emirdag zurückzukehren~(çeviren),\sage ich: " Diese Umgangsweise mit mir (hakkımdaki bu muamele), bewirkte (vesile), dass mir nun die Gnade und Barmherzigkeit Gottes (inayet ve rahmet-i İlahiye) zuteilwurde. So bin ich denn deswegen nicht beunruhigt (sıkılmıyorum). In der Provinz (vilayet) Isparta, wo ich zwanzig Jahre lang gewohnt (kaldıgım) hatte, gibt es eine Wohnung (evim), die ich für zwei Jahre gemietet (kira) habe, und dort sind auch noch einige Gebrauchsgegenstände (eşyalar) von mir. Aber auch die Luft (hava) dort ist wegen meiner Krankheit (hasta) ziemlich gut für mich. Mit den Genehmigungen der ensprechenden Regierungen (hükûmetin müsaadeleri) möchte ich mich (arzu) jeweils einen Monat in Emirdag und einen Monat lang in der von mir gemieteten Wohnung (kiraladıgım evimde) in Isparta aufhalten.

Bediüzzaman Said Nursî
— 420 —

Dies ist die letzte Unterweisung (en son ders) unseres Meisters (Üstad) Bediüzzaman, die er noch kurz vor seinem Hinscheiden (vefat) allen Schülern des Lichtes (umum Nur Talebe) erteilt hat (vermiş).

Meine lieben Mitbrüder!

Es ist unsere Aufgabe (vazife), sich stets positiv zu verhalten (müsbet hareket). Ein negatives Verhalten (menfî hareket) gibt es nicht. Dem Einverständnis Gottes (Rıza-yı İlahîye) entsprechend, einzig und allein den Dienst am Glauben (sırf hizmet-i imaniye) zu verrichten und nicht zu versuchen, sich in den Aufgabenbereich Gottes (vazife-i İlahiye) einzumischen. Wir sind im positiven Dienst am Glauben (müsbet iman hizmeti), der die Wahrung (muhafaza) der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (asayiş) zur Folge hat, jeder Art Mühsal (sıkıntı) gegenüber zu Geduld (sabır) und zu Dank (şükür) verpflichtet. Zum Beispiel:

Ich spreche, indem ich mich selbst als Beispiel (misal) nehme: Ich habe mich vormals einer Diktatur (tahakküm) gegenüber so wenig wie infolge einer Erniedrigung (terzil) gebeugt. Anhand vieler Ereignisse (hâdise) steht bereits fest (sabit), dass ich in meinem ganzen Leben (hayat) eine Diktatur (tahakküm) nicht vertragen konnte. Z.B. in Rusland vor dem Kommandanten nicht aufzustehen, wie auch vor dem Kriegsgericht (Divan-ı Harb-i Örfî) trotz meiner drohenden Hinrichtung (i'dam tehdidi) den Fragen der Generäle (paşalar) im Gericht (mahkeme) nicht einmal den Wert (ehemmiyet) von fünf Para beizumessen, zeigt meine Haltung (tavrım) gegenüber den vier Kommandanten, und dass ich mich auch vor einer Diktatur (tahakküm) nicht beuge. Seitdem bin ich jedoch in diesen dreißig Jahren, um mich stets positiv (müsbet) zu verhalten und nicht zuzulassen, mich negativ (menfî) zu verhalten und nicht zu versuchen, mich in den Aufgabenbereich Gottes (vazife-i İlahiye) einzumischen, um all dieser Dinge (hakikat) willen Handlungsweisen (muamele) mir gegenüber mit Geduld und Einverständnis (sabır ve rıza) begegnet. Wie der Prophet Cercis (A.S.) und all diejenigen, die in den Schlachten (muharebe) am Bedir und am Uhud {Diese Schlachten wurden am Fuß der genannten Berge geschlagen. (A.d.Ü.)} viel erleiden (cefa çeken) mussten, habe ich sie in Geduld und Einverständnis (sabır ve rıza) entgegengenommen.

Hier noch ein Beispiel: Nach dem Urteil (karar) eines Staatsanwalts (müddeiumumî) anhand falscher Anschuldigungen (yanlış iddialar) gegen uns, deren 81 Fehler (hata) ich vor dem Gericht (mahkeme) bewiesen (isbat) hatte, habe ich gegen ihn nicht einmal einen Fluch (beddua) ausgesprochen. Denn die Hauptsache (asıl mes'ele) liegt in dem geistigen Kampf (cihad-ı manevî) dieser Zeit, einen Schutzwall (sed) gegen die geistige Zerstörung (manevî tahribat) zu errichten und dadurch für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in unserem Land (dâhilî asayiş) mit aller Kraft beizutragen (kuvvetimizle yardım).

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Unser Weg (meslek) gibt uns in der Tat zugleich auch unsere Kraft (kuvvet). Doch darf diese Kraft nur zur Aufrechterhaltung (muhafaza) der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (asayiş) eingesetzt werden.

وَ لاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى

{"Niemand soll die Last eines anderen tragen." (Sure 6,164)}

Nach diesem Prinzip (düstur), das da lautet: "Wegen eines einzigen Verbrechers (cani) dürfen weder sein Bruder (kardeşi) noch seine Familie (hanedanı), noch seine Kinder (çoluk-çocuk) zur Verantwortung (mes'ul) gezogen werden." Aus diesem Grund habe ich in meinem ganzen Leben (hayat) meinen ganzen Einfluss (kuvvet) dafür geltend gemacht, die öffentliche Sicherheit und Ordnung (asayiş muhafaza) zu wahren. Eine solche Macht (kuvvet) darf jedoch keineswegs aufgrund von Fehlentscheidungen im Inland (dâhile tecavüz) zum Einsatz kommen, sondern lediglich bei Übergriffen aus dem Ausland zur Anwendung (istimal) kommen. Der Grundsatz (düstur) der oben erwähnten Ayah verpflichtet uns (vazifemiz) in jedem Fall, mit ganzer Kraft (kuvvet) in unserem Land (dâhilde) zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (asayişe) beizutragen (yardım). Aus diesem Grund kamen in der islamischen Welt (âlem) interne Auseinandersetzungen, welche die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdeten (asayiş ihlâl), nur im Verhältnis eins zu tausend (binde bir) vor. Diese ergaben sich dann (ileri gelmiş) aus unterschiedlichen Auffassungen bei der Meinungsfindung (içtihad farkından). Die größte Voraussetzung (şart) für den geistigen Kampf (cihad-ı manevi) liegt darin, nicht zu versuchen, sich in die Angelegenheiten Gottes einzumischen (vazife-i İlahiye karışmamak). "Unsere Aufgabe (vazife) besteht in unserem Dienst (hizmet). Das Ergebnis (netice) liegt in den Händen Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk). Was hingegen unser Anteil (mecbur) ist und wozu wir verpflichtet (mükellef) sind, das ist: unsere Aufgabe (vazife) zu erfüllen."

Ich sage genauso wie Celaleddin-i Harzemşah: "Meine Aufgabe (vazife) ist der Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye). Mir Erfolg (muvaffak) zuteilwerden oder nicht zuteilwerden zu lassen, das liegt im Aufgabenbereich (vazife) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk)." Und so nahm ich denn meinen Unterricht (ders) aus dem Qur'an, um in Aufrichtigkeit (ihlas) zu handeln.

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Einem Angriff (tecavüze) von außen (haricî) widersteht man (mukabele) mit Gewalt (kuvvet). Denn aller Besitz (mal) des Feindes (düşman) samt Kind und Kegel (çoluk-çocuk) gilt als Beute (ganîmet). Im Inland (dâhilde) ist dem aber nicht so. Die Handlungsweise (hareket) im Inland muss auf eine positive (müsbet) Weise geistig gegen die geistige Zerstörung (manevî tahribat) sein. Es gilt, dem Geheimnis der Wahrhaftigkeit (ihlas sırrı) entsprechend zu handeln (hareket). Der Kampf (cihad) gegen das Ausland (hariç) ist das eine, der Kampf im Inland (dâhilde) aber das andere. Heute hat mir Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) nun Millionen wahrhaftige Schüler (hakikî talebe) geschenkt. Und nun müssen wir auch positiv (müsbet) handeln, um mit aller Kraft (kuvvet) im Inland (dâhil) auch nur die öffentliche Sicherheit und Ordnung (asayiş) zu wahren (muhafaza). In heutiger Zeit ist der Unterschied des geistigen Kampfes (cihad-ı maneviye) im Inland und Ausland (dâhil ve hariç) sehr groß (fark, pek azîm).

Es gibt da noch eine Sache (mes'ele). Auch sie ist von großer Bedeutung (ehemmiyetli). Nach dem Urteil (hükm) des Qur'ans sind notwendige Grundbedürfnisse (hacat-ı zaruriye) als Erfordernisse (îcabat) der eher ärgerlichen als bürgerlichen (mimsiz medeniyet) Zivilisation in heutiger Zeit von vier auf zwanzig gestiegen. Durch Leidenschaft (tiryakilik), Mode (görenek) und Gewohnheit (itiyad) sind die nicht lebensnotwendigen Bedürfnisse (hacat-ı gayr-ı zaruriye) zu Grundbedürfnissen (hacat-ı zaruriye) geworden. Obwohl man an das Jenseits glaubt (âhirete iman), zieht man dennoch (tercih), indem man sagt: "es besteht da eine Notwendigkeit (zaruret)" - gewisse Notwendigkeiten im Sinn (zaruret zannıyla) - um eines irdischen Vorteils (dünya menfaati) willen oder der Sorge um den Lebensunterhalt (maişet derdi) wegen, das Diesseits (dünya) dem Jenseits (âhiret) vor.

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Vor vierzig Jahren schickte ein Oberkommandierender (başkumandan), um mich ein wenig mit der Welt (dünya) vertraut zu machen (alıştırmak), einige Kommandanten, ja sogar Hodschas zu mir. Sie sagten zu mir: "Heute sind wir in einer Notsituation (mecbur).

اِنَّ الضَّرُورَاتِ تُب۪يحُ الْمَحْظُورَاتِ

{"Wahrlich, in Notlagen werden bedenkliche Dinge erlaubt."}

Diesem Grundsatz (kaide) zufolge müssen wir (mecbur) einige Verfahrensweisen (usûller) Europas und Erfordernisse ihrer Zivilisation (medeniyetin îcabları) übernehmen." Dagegen sage ich: "Ihr irrt euch sehr. Eine Notlage (zaruret), die durch einen Missbrauch der Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) hervorgerufen wird, kann diese Situation keineswegs legitimieren, kann das, was verboten (haram) ist, nicht erlaubt (helâl) machen. Wird sie hingegen nicht durch einen Missbrauch der Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) hervorgerufen, d.h. wenn diese Situation (zaruret) nicht die Folge der Übertretung eines Verbots (haram) ist, so liegt hier auch keine Schuld vor (zararı yok). Wenn dagegen ein Mann seine Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) missbraucht, indem er sich z.B. betrinkt - was natürlich verboten (haram) ist - und dann in seinem trunkenen Zustand (sarhoşluk) ein Verbrechen (cinayat) begeht, so wird natürlich gegen ihn recht (hüküm) gesprochen. Er wird also nicht entschuldigt (mazur) sondern bestraft (ceza). Denn er ist durch den Missbrauch seiner Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) selbst in diese Notlage (zaruret) hineingeraten. Wenn hingegen ein zorniges Kind (meczub çocuk) in einem Wutanfall (cezbe halinde) jemanden schlägt, so wird man ihm das vergeben (mazur) und es nicht bestrafen (ceza görmez). Denn es hat dies ja nicht in böser Absicht getan (ihtiyarı dâhili)." {Ein Kind kann nach einem Wutanfall sagen: "Ich habe das nicht mit Absicht getan." (A.d.Ü.)}

Des Weiteren habe ich dem Kommandanten und den Hodschas gesagt: Was für eine Not (zaruret) gibt es für einen Menschen außer der Not (zarurî ihtiyaç), etwas Brot zu essen (ekmek yemek), um zu leben (yaşamak)? Die Handlungen, die aus dem Missbrauch der Entscheidungsfreiheit (sû'-i ihtiyar), aus im Islam nicht erlaubten Neigungen (gayr-ı meşru meyiller) und aus verbotenen Handlungen herrühren (haram muamele tevellüd), können kein Anlass (medar) sein, Verbotenes (haram) für erlaubt (helâl ) zu erklären. Wenn jemand süchtig (tiryaki) ist nach Dingen wie Kino, Theater oder Tanz, {in damaliger Zeit synonym für die Kultur der westlichen Kolonialmächte (A.d.Ü.)} Dingen, die keineswegs lebensnotwendig (zaruret-i kat'iyye) sind, und diese Sucht aus dem Missbrauch der Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) erwächst, kann es kein Grund (sebeb) sein, Verbotenes (haram) für erlaubt (helâl) zu erklären. Auch das menschliche Gesetz (kanun-u beşerî) zieht diese Punkte mit in Betracht (nazar), sodass es die Beurteilung (hüküm) von Handlungen außerhalb der Entscheidungsfreiheit aus einer absoluten Notlage (ihtiyar haricinde zaruret-i kat'iyye) heraus und solcher, die aus dem Missbrauch der Handlungsfreiheit (sû'-i ihtiyar) erwachsen, voneinander unterscheidet (ayırmış). Im Gesetz Gottes (Kanun-u İlahî) sind diese Grundlagen (esaslar) auf eine noch grundlegendere (esaslı) und klarere Weise (muhkem şekil) voneinander unterschieden (tefrik).

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Dennoch sollt ihr einige Hodschas nicht angreifen (hücum), die sich vorstellen, dass sich unter dem Druck (ilcaat) der heutigen Verhältnisse Notsituationen (zaruret) häufen und sich deswegen für ketzerische Neuerungen (bid'a) interessieren. Ihr sollt mit diesen Armseligen, die unwissend nach der Vorstellung handeln: "Es ist eine Notlage (zaruret var).", nicht ins Gericht gehen (o bîçarelere vurmayınız). Daher gebrauchen wir unsere Kraft (kuvvet) nicht für Streitigkeiten untereinander (dâhilde). Auch wenn einer dieser Armseligen (bîçare), der sich bereits in eine solche "Notlage" hineingesteigert hat, unter denen, die sich uns widersetzen (muhalif olan), ein Hodscha ist, sollt ihr ihn dennoch nicht kritisieren (ilişmek). Da ich früher gegen so viele Gegner (o kadar muarız), die damals gegen mich (aleyhim) waren, auf mich allein (tek başım) gestellt war und dennoch standhaft blieb (dayandıgım) und dabei auch kein Fünkchen (zerre kadar fütur) nachgelassen habe und so im Dienst am Glauben Erfolg (hizmet-i imaniye muvaffak) hatte, ertrage ich (tahammül) heute, während ich Millionen Schüler des Lichtes (Nur Talebe) habe, wieder durch positives Verhalten (müsbet hareket) all ihre Beleidigungen und Schikanen (tahkiratlar, zulümler).

Wir betrachten nicht diese Welt (dünya) hier. Wenn wir sie aber betrachten, dann tun wir dies, um ihr {gemeint sind hier die Ordnungshüter (A.d.Ü.)} zu helfen (yardımcı). So helfen wir (yardım) ihnen auf eine positive Weise (müsbet bir şekilde), um so die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu wahren (asayiş muhafaza). In Anbetracht solcher Tatsachen (hakikat) müssen wir duldsam (hoş görmeliyiz) sein, auch wenn sie uns Unrecht (zulüm) tun.

Die Veröffentlichung (neşri) der Risale-i Nur im ganzen Land hat jeden zu der völligen Überzeugung (kanaat-ı tâmme) gebracht, dass die Demokraten sich für die Religion einsetzen (dine taraftar). Heute noch eine Abhandlung in Beschlag zu nehmen (risaleye ilişmek), ist dem, was für Land und Volk (vatan, millet) von Vorteil ist (maslahat), völlig entgegengesetzt (tamamen zıd).

Es gab da noch eine vertrauliche Abhandlung (mahrem risale). Ich hatte die Veröffentlichung dieser vertraulichen Abhandlung untersagt (neşrini men'etmiştim). Ich hatte also gesagt: "Sie darf erst nach meinem Tod veröffentlicht werden." Dann haben die Gerichte (mahkeme) sie in Beschlag (alıp) genommen, gelesen (okudu) und eingehend (tedkik) untersucht. Dann haben sie sie wieder frei gegeben und das Revisionsgericht (Mahkeme -i Temyiz) hat diese Freigabe bestätigt (tasdik). Daraufhin habe ich ihre Herausgabe genehmigt (neşredenlere izin), um im Inland (dâhil) die öffentliche Ruhe und Ordnung sicherzustellen (asayişi temin) und 95 von hundert Unschuldigen (masum) vor einem Schaden (zarar) zu bewahren; und ich sagte mir dabei: "Said darf sie nach einer vorherigen Beratung veröffentlichen (meşveretle neşredebilir)."

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Und noch eine dritte Sache: Der absolute Unglaube (küfr-ü mutlak) bemüht sich heute um die Verbreitung (neşri) einer solchen geistigen Hölle (cehennem-i manevî), sodass kein Ungläubiger (kâfir) in der Welt (kâinat) sich so etwas vorstellen sollte (lâzım). Das Geheimnis (sırr) dessen, dass der Qur'an eine Barmherzigkeit für die Welten - "Rahmeten lil-âlemîn" - ist, liegt darin, dass er, wie er für die Muslime eine Barmherzigkeit (rahmet) ist, auch dadurch, dass der Glaube an das Jenseits (âhirete iman) auch die Möglichkeit (ihtimal) eines Glaubens an Gott (Allah'a iman) mit einschließt, auch für die Ungläubigen (dinsizler), für die ganze Welt (âlem) und das Menschengeschlecht (nev'-i beşer) eine Barmherzigkeit (rahmet) ist, die eine Anmerkung und ein Hinweis (bir nükte, bir işaret) darauf ist, dass er sie dadurch vor einer geistigen Hölle (manevî cehennem) schon in dieser Welt (dünya) in gewissem Grade bewahrt (kurtarmış). Dagegen begann der Teil der irre (dalalet) Geleiteten aus Wissenschaft und Philosophie (fen ve felsefe) {wie sie in der Sowjetunion gelehrt werden (A.d.Ü.)} heute, nämlich der Teil, der sich mit dem Qur'an nicht versöhnt (barışmayan), den Weg verloren (yoldan çıkmış) hat und sich dem Qur'an widersetzt (muhalefet), den absoluten Unglauben (küfr-ü mutlakı) nach der Weise der Kommunisten zu verbreiten (neşre). Da er unter dem Deckmantel des Kommunismus in einer Weise, die den Anarchismus zur Folge (netice) hat, durch Heuchler (münafıklar) und Atheisten (zındıklar) und einige eingefleischte atheistische Politiker (müfrit dinsiz siyasetçiler) zu veröffentlichen und einzuimpfen (neşir ile aşılanmaga) beginnt, kann das heutige Leben ohne Religion (hayat, dinsiz) nicht möglich (kabil) sein und nicht fortbestehen (yaşamaz). Der Leitsatz (hükmü): "Ein Volk ohne Glaube (dinsiz bir millet) kann nicht fortbestehen (yaşamaz)" ist ein Hinweis auf diesen Punkt (noktaya işaret). Wenn es sich um den absoluten Unglauben (küfr-ü mutlak) handelt, kann man im eigentlichen Sinn überhaupt nicht leben (hakikat-ı halde yaşanmaz). Darum erteilt der Weise (Hakîm) Qur'an den Schülern (şakirdler) der Risale-i Nur in diesem Zeitalter (asır) diesen Unterricht (ders) als sein geistiges Wunder (mu'cize-i manevi), damit er gegen den absoluten Unglauben (küfr-ü mutlakı) und den Anarchismus einen Schutzwall errichten (sed çeksin) kann. Und er hat ihn auch tatsächlich so errichtet (Hem çekmiş). Was uns gegen diese Strömung bewahrt (cereyan muhafaza), die China, das halbe Europa und den Balkan überzieht (istilâ), ist in der Tat dieser Unterricht (ders) des Weisen (Hakîm) Qur'ans, sodass er gegen diesen Angriff (hücum) einen Schutzwall (sed) errichtet und auf diese Weise gegen diese Gefahr (tehlike) einen Ausweg (çare) gefunden hat.

Also ist es für einen Muslim nicht möglich (mümkün), zu einer anderen Religion (din) überzutreten, um entweder Christ oder Jude zu sein, oder gar Bolschewist zu werden. Denn, wenn ein Christ Muslim wird, so wird er Jesus (İsa Aleyhisselâm) nur noch mehr lieben. Wenn ein Jude Muslim wird, so wird er Moses (Musa Aleyhisselâm) nur noch mehr lieben. Wenn aber ein Muslim die Befolgung der Anweisungen (zincir) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, aufgibt und seine Religion (din) verlässt, so tritt er gar keiner Religion mehr bei, sondern wird ein Anarchist und in seinem Geist (ruh) findet sich überhaupt kein Anhaltspunkt (hal) mehr, der zu seiner Vervollkommnung (kemalât) beitragen (medar) könnte. Da sein Gewissen bereits verdorben (vicdan tefessüh) ist, wird er nun zu einem Gift für das gesellschaftliche Leben (hayat-ı içtimaiyeye bir zehir).

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Darum sei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) Dank (şükür) dafür, dass sich durch die Hinweise (işarat) des Weisen (Hakîm) Qur'ans aus dem Verborgenen (gaybiye) unter den tapferen (kahraman) türkischen und arabischen Nationen (millet) eine Unterrichtung (ders) des qur'anischen Wunders (mu'cize), das dieses Jahrhundert retten (asr kurtaracak) kann, in türkischer und arabischer Sprache (lisan) unter dem Titel "Risale-i Nur" zu verbreiten (intişar) begann. So wie er bereits vor sechzehn Jahren den Glauben (iman) von sechshunderttausend Menschen gerettet (kurtardı) hat, so steht schon heute fest (sabit), dass ihre Anzahl bereits die Millionengrenze übersteigt. Das also heißt, dass die Risale-i Nur, die in gewissem Grade ein Mittel (vesile) ist, die Menschheit vor dem Anarchismus zu bewahren (kurtarmak), genauso ein Mittel (vesile) ist, die beiden tapferen Geschwister (kahraman kardeş) des Islam, Türken und Araber, zu vereinigen und die Grundgesetze (kanun-u esasîler) des Qur'ans zu verbreiten (neşretmek), wie dies selbst seine Feinde bestätigen können (düşmanlar da tasdik).

In dieser Zeit kämpft der absolute Unglaube (küfr-ü mutlak) nun einmal mit dem Qur'an. Im absoluten Unglauben (küfr-ü mutlakta) liegt nun einmal schon in dieser Welt (dünya) eine noch größere Hölle (cehennem) als die Hölle im Jenseits. Denn der Tod (ölüm) kann nun einmal nicht getötet werden (öldürülmüyor). Jeden Tag bezeugen (şehadet) dreißigtausend Beerdigungen (cenaze) weltweit (beşerde) den Fortbestand des Todes. Dieser Tod wird von denen, die in den absoluten Unglauben (küfr-ü mutlak) hinabgestürzt sind oder sich auch nur dafür interessieren (taraftar), für eine Hinrichtung ohne Wiederkehr (i'dam-ı ebedî) sowohl ihrer selbst (şahs) als auch als eine ewige Hinrichtung ohne Wiederkehr all ihrer Verwandten (akraba) vergangener als auch kommender (geçmiş, gelecek) Zeiten gehalten. So leiden sie unter einer zehnfach fürchterlicheren Höllenqual (Cehennem azabı) als in der Hölle selbst. Sie verspüren also diese Höllenqualen infolge ihres absoluten Unglaubens (küfr-ü mutlak) im eigenen Herzen (kalb). Denn jeder Mensch (insan) ist glücklich auch durch das Glück (saadetiyle mes'ud) seiner Verwandten (akraba) und erleidet ihr Leid mit ihnen (azab muazzeb). Nach der Überzeugung (itikad) derer, die Gott leugnen (Allah inkâr), wird all ihr Glück zunichte (saadetleri mahvoluyor) und treten Leiden (azab) an seine Stelle. So gibt es in dieser Zeit nur einen einzigen Ausweg (tek bir çare), der die geistige Hölle (manevî cehennem) in dieser Welt (dünya) aus den Herzen der Menschen (insanların kalbi) beseitigt. Dies ist der Weise (Hakîm) Qur'an und das sind die Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur, die dem Verständnis dieser Zeit (zamanın fehmine) entsprechend dessen geistige Wunder (mu'cize-i manevi) sind.

Wir danken Gott (Allah'a şükrediyoruz) dafür, dass heute eine der politischen Parteien (siyasî partiler) dies ein wenig verspürt (hissetti) haben muss, sodass sie die Veröffentlichung dieser Werke (eserlerin neşrine) nicht länger mehr behindert (mani') hat. Die Risale-i Nur beweist (isbat), dass die Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) den Gläubigen (ehl-i iman) schon in dieser Welt (dünya) ein geistiges Paradies (cennet-i maneviye) zuteilwerden lässt, sodass die Partei bei deren Veröffentlichung (neşrine) keine Schwierigkeiten (mümanaat) bereitet, sich vielmehr tolerant verhält (müsaadekâr davrandı) und darauf verzichtet (vazgeçti), auf deren Herausgeber (naşirler) irgendeinen Druck (tazyikat) auszuüben.

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Liebe Mitbrüder! Ich bin sehr schwer krank (hasta) und werde vielleicht schon bald sterben (yakında ölecegim) oder jedenfalls überhaupt nicht mehr sprechen können (men' edilecegim), wie dies ja schon ein paar Mal passiert ist. Daher sollen meine mir im geistlichen Leben eng verbundenen Brüder des Lichtes (Nur âhiret kardeşlerim) sagen: "Hier geht es um eine Schadensbegrenzung (ehven-üş şerr)" und einige armselige Leute, die sich nun einmal falsch verhalten (bîçare yanlışçılar), nicht wegen ihrer Fehler (hatalar) angreifen (hücum etmesinler). Sie sollen sie vielmehr stets positiv (müsbet) behandeln. Es ist nicht unsere Aufgabe (vazifemiz), uns negativ zu verhalten (menfî hareket). Denn solch ein negatives Verhalten (hareket menfîce) innerhalb unseres Landes (dâhilde) darf es nicht geben. Da nun einmal ein Teil der Politiker (siyasetçiler) der Risale-i Nur keinen Schaden (zarar) zufügt, ja sogar ein klein wenig tolerant (müsaadekâr) ist, sollt ihr sie im Sinne einer Schadensbegrenzung (ehven-üş şerr) behandeln und betrachten. Um hier einen noch größeren Schaden (a'zam-üş şer) zu vermeiden (kurtulmak), sollt ihr ihnen keine Schwierigkeiten (zarar) bereiten, sie vielmehr noch unterstützen (faide).

Des Weiteren besteht der geistige Kampf (cihad-ı manevî) im Inland darin, gegen die geistige Zerstörung (manevî tahribat) anzukämpfen, weshalb dazu nicht materielle (maddî), sondern geistige Dienste (manevî hizmetler) notwendig sind (lâzım). Darum versuchen wir nicht, uns in die Angelegenheiten der Politiker (ehl-i siyaset) einzumischen, genau so wie auch die Politiker gar kein Recht (hiçbir hakları yok) dazu haben, sich mit uns zu beschäftigen (meşgul). {und gewaltsam irgendetwas gegen uns zu unternehmen (A.d.Ü.)}

Zum Beispiel: Obwohl mir eine Partei auf tausenderlei Weise ihre Schikanen (sıkıntı) zugefügt hat und sogar seit dreißig Jahren durch Verhaftungen (hapisler) u.dgl. Druck (tazyikler) auf mich ausgeübt hat, habe ich ihnen dies bereits verziehen (hakkımı helâl). Trotz der uns zugefügten Qualen (azablar) wurde ich ein Anlass, 95/100 Unschuldige {An den uns zugefügten Qualen waren nur 5/100 als Hauptschuldige beteiligt. Die restlichen 95/100 waren lediglich Mitläufer. (A.d.Ü.)} (bîçare) davor zu bewahren (kurtulmaya), Verachtungen (tezyif), Einwänden (itirazlar) und Anschuldigungen (zulümler) ausgesetzt zu werden (maruz), sodass der Weisung (hükmünce) der Ayah entsprechend

وَ لاَ تَزِرُ وَازِرَةٌ وِزْرَ اُخْرٰى

{"Niemand soll die Last eines anderen tragen." (Sure 6,164)}

die Schuld (kabahat) nur die restlichen 5/100 traf. Diese Partei, die hier gegen uns (aleyhimiz) ist, hat nunmehr in gar keiner Hinsicht irgendein Recht (hak), sich über uns zu beklagen (aleyhimizde şekva).

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Ein Staatsanwalt hat sogar bei einer Gerichtsverhandlung (mahkeme) unter dem Verdacht (evham) hinterhältiger Agenten (yanlış muhbirler) und Spione (casuslar) und anhand seiner eigenen Missdeutungen (sû'-i fehmi) und seiner Unaufmerksamkeit (dikkatsizlik) einige Abschnitte (kısımları) der Risale-i Nur falsch ausgedeutet (yanlış mana) und versuchte dann, gegen mich und siebzig weitere Leute aufgrund von achtzig Falschaussagen (yanlış) unsere Verhaftung (mahkûm) zu erwirken. Euer Mitbruder, der - wie vor Gericht (mahkeme) bereits bewiesen (isbat) wurde - allen Angriffen 0

بcum) am meisten ausgesetzt (maruz) ist, hat, während er im Gefängnis (mahpus) saß, durch sein Fenster das drei Jahre alte Kind (çocuk) dieses Staatsanwalts (müddeiumumî) gesehen und hat nach ihr gefragt. Sie sagten ihm: Es ist die Tochter (kız) dieses Staatsanwalts. Um dieser Unschuldigen (masum) willen hat er gegen diesen Staatsanwalt (müddeî) keinen Fluch (beddua) ausgesprochen. All die Mühsal (zahmet), die er verursachte, hat vielmehr die Verbreitung (intişar) und die Bekanntmachung {durch die Berichte in den Zeitungen (A.d.Ü.)} der Risale-i Nur - dieses geistigen Wunders (mu'cize-i manevi) - veranlasst (vesile) und sie so in Segen umgewandelt (rahmetlere inkılab).

Brüder, ich werde vielleicht bald sterben. Diese Zeit hat ihre Krankheiten (hastalık). Es sind Selbstsucht (benlik), Egoismus (enaniyet), Prahlsucht (hodfüruşluk) und die Sucht (iştihası), sein Leben (hayat) aufs Schönste (güzelce) und umgeben von seinen Wunschvorstellungen modernster Technik (medeniyet fantaziye) zu verbringen u.dgl. Krankheiten mehr. Der erste Grundsatz (esas) des Unterrichts (ders), den die Risale-i Nur aus dem Qur'an empfangen hat, ist deshalb die Notwendigkeit (lüzum), Selbstsucht (benlik), Egoismus (enaniyet) und Prahlsucht aufzugeben (hodfüruşluk terk), damit der Dienst (hizmet) zur Errettung des Glaubens (imanın kurtarıl) in Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit (ihlas-ı hakikî) geleistet werden kann. Dank sei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk'a şükür), dafür, dass doch sehr viele derer, welche (efrad) diese höchste angestrebte Wahrhaftigkeit erworben (a'zamî ihlası kazananları) haben, zusammengekommen (meydan) sind. Und es gibt immer noch viele, die ihr Ego (benlik), ihren Ruhm und Ruf (şan ü şeref) für eine - wenn auch noch so kleine - Angelegenheit im Glauben (mes'ele-i imaniye) zum Opfer (feda) bringen. In einer Zeit, in der selbst noch die Feinde (düşman) eines armen Schülers des Lichtes (Nur'un bîçare bir şakird) zu Freunden (dost) geworden sind und zugleich die Anzahl derer, die sich einmal mit ihm unterhalten (sohbet) wollen, gestiegen ist, versagte in der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) seine Stimme (sesi kesilmiş). Des Weiteren stören ihn (incitiyor) allein schon die Blicke (bakanlar) derer, die ihn begeistert (takdir) betrachten, als wären sie bösartig (isabet-i nazar). Sogar ihm die Hände zu schütteln (musafaha), bestürzt ihn so (sıkıntı), als hätte man ihm eine Ohrfeige (tokat) versetzt. Man hat ihn also gefragt: "Was hast du denn nur für Zustände (vaziyet)? Warum kannst du denn bloß den Erwartungen (hatır) deiner Millionen Gefährten (arkadaşlar) nicht entgegenkommen (muhafaza)?" Zur Antwort sagte er:

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Da nun einmal unser Weg (meslek) die höchste angestrebte Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlas) ist, soll man sich von der Selbstsucht (benlik), dem Egoismus (enaniyet) und weltlicher Herrschaft abwenden. Denn es ist ein Erfordernis zuhöchst angestrebter Wahrhaftigkeit (a'zamî ihlasın iktizası), auch wenn jemandem sogar die Weltherrschaft (dünya saltanatı) angeboten würde, sich ein wenig im Glauben (mes'ele-i imaniye) zu vergewissern, weil es sich hier um etwas Beständiges (bâki) handelt, und dies für besser anzusehen, als ein Reich zu beherrschen (saltanata tercih etmek). So war ihm z.B. innmitten einer Schlacht (harb), an vorderster Front (avcı hattında), unter dem Kanonenhagel des Feindes (düşmanın top gülleleri), eine einzige Ausdeutung (nükte) eines einzigen Wortes (harf) einer einzigen Ayah des Weisen (Hakîm) Qur'ans wichtiger (tercih), und so sagte er denn unter diesem Kanonenhagel (gülleler) zu seinem Schreiber (kâtib) Habib: "Hol das Heft heraus!" und diktierte ihm noch auf seinem Pferd sitzend diese Anmerkung (nükte). Er hat also noch nicht einmal mitten im Kugelhagel des Feindes (düşmanın gülleleri) diese Ausdeutung (nükte) eines Wortes (harf) im Qur'an unterlassen (terketmek). Er zog (tercih) dies vielmehr dem Schutz des eigenen Lebens (ruhunun kurtulması) vor.

Wir haben diesen Bruder gefragt: "Woher hast du diese sonderbare Lektion (acib ders) über die Wahrhaftigkeit (ihlas) entnommen?"

Er sagte: "Aus zwei Lehrbeispielen (nokta):

Erstens: Inmitten der Schlacht am Bedr, welche in der Islamischen Geschichte (âlem) geradezu einzigartig (acib) {Es ging um Sein oder Nichtsein aller Muslime der damaligen islamischen Welt. (A.d.Ü.)} ist, befahl (emretmiş) der Stolz der Welt (Fahr-i Âlem), mit dem Friede und Segen sei, laut einer Aussage einer ehrwürdigen (şerif) Hadith, trotz der Angriffe des Feindes (düşmanın hücumu) während einer Gebeteszeit (namaz) der Hälfte aller Kämpfer (mücahidler), ihre Waffen (silâh) abzulegen und sich dem Gemeinschaftsgebet (cemaat) anschließen, um auch den Segen der Gemeinschaft (cemaat hayrı) zu erlangen (şerik). Nach zwei Rekat sollte dann auch die andere Hälfte kommen und mitbeten, um nicht ohne ihren Anteil (hissedar) an dem Segen der Gemeinschaft zu bleiben (hissesiz kalmamak). Da es in einer Schlacht (harb) nun einmal erlaubt (ruhsat) ist, auch allein zu beten, das Gebet mit der Gemeinschaft jedoch empfehlenswert (sünnet) ist, wurde in diesem Fall die Befolgung dieser Empfehlung (sünnete riayet) dem größten Weltereignis (hâdise-i dünyeviye) vorgezogen. Einen solchen Hinweis (işaret) des absoluten Meisters (Üstad-ı Mutlak) als Vorbild betrachtend, befolgen auch wir ihn nun mit Herz und Seele (ruh u canımız).

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Zweitens: İmam-ı Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, der Held (kahraman) des Islam, wünschte sich, an vielen Stellen und auch am Schluss der Celcelutiye {ein Gebetbuch, das er selbst verfasst hat (A.d.Ü.)} einen Leibwächter (himayet), damit seine Haltung vor Gott (huzur) im Gebet (namaz) nicht gestört (gaflet) werde. Damit ihn keine Angst vor einem Angriff (hücum manası) seiner Feinde (düşman) überkomme (hatırına) und wenigstens seine Konzentration im Gebet vor Gott (namazdaki huzuru) durch die Vorstellung eines Angriffs (hücum tasavvuru) seiner Feinde, deren es doch so viele gab, nicht gestört (mâni') werden könne, erbat er (niyaz) sich an der Schwelle Gottes (dergâh-ı İlahî) einen Ifrit als seinen Leibwächter (muhafız).

So hat auch eurer armer (bîçare) Bruder, dessen Leben (ömr) in diesem Zeitalter in seiner Selbstsüchtigkeit (hodfüruşluk) hin- und hergeschleudert wurde, aus diesen beiden kleinen Beispielen (nükte), sowohl aus dem Grund der Erschaffung der Welt (Sebeb-i Hilkat-ı Âlem) {Sie wurde um des Propheten willen erschaffen (A.d.Ü.)} als auch von dem Helden des Islam {Imam Ali: ihm war sein Gebet (namaz) in Gottes Gegenwart (huzur) wichtiger als sein Leben (A.d.Ü.)} seine Lehren (ders) gezogen. Er legte auf die Geheimnisse (esrar) des Qur'ans, die für diese Zeit besonders wichtig (lâzım) sind, großen Wert (ehemmiyet), achtete im Krieg (harb) nicht auf den Schutz seines eigenen Lebens (ruhunun muhafazası) und konzentrierte sich dabei auch noch auf die Ausdeutung (nükte) selbst noch eines einzigen Wortes (harf) des Qur'ans.

Said Nursî