Risale-i Nur

Briefe aus Emirdağ-1
— 201 —

Da ich die Provinz Isparta, ihre Erde, ihre Steine und alle ihre Einwohner für gesegnet (mübarek) halte, betrachte ich auch die dortige Verwaltung (hükûmet) und insbesondere die Polizei (zabita) mit wohlwollenden, geradezu freundschaftlichen (dost) Blicken. Besonders anhand vieler Erfahrungen (tecrübe) sowie Verlautbarungen (itiraf) der Polizei dreier Provinzen (vilayet), auch durch den einstimmigen Freispruch (beraet) der Gerichtshöfe (mahkeme) dieser drei Provinzen, die Anerkennung (tahsin) und Wertschätzung (takdir) dreier wissenschaftlicher Kommissionen (cem'iyet-i ilmiye) und Sachverständigen (ehl-i vukuf) steht bereits fest, dass die einzelnen Kapitel der Risale-i Nur und ihre Schüler (sakirdler) hinsichtlich der Erhaltung der öffentlichen Sicherheit (asayis) und Ordnung (inzibat), der Verwaltung (idare) sowie der Maßnahmen gegen die Sittenlosigkeit (ahlâksizlik), welche die Aufgaben (vazifeler) des Sicherheitssektors (emniyet müdürü) und der Polizei sind, mehr als alle Kommissare geistige (manevî) und überaus effektive geistige (manevî) Ordnungsbeamte (inzibat memurlari) sind, indem sie allen Herumtreibern (serkesler) Disziplin (itaat) beibringen und somit für die öffentliche Sicherheit (asayis) Sorge tragen. Daher soll die Polizei sie nicht lediglich verdächtigen (evham), sondern sie wie der Sicherheitsdirektor (emniyet müdürü) einschätzen und sie mit vollkommener Hochachtung (kemal-i takdir) betrachten. Denn der hat bereits über das "Zülfikâr" gesagt: "Es ist sehr schön. Es hat mir gut gefallen (sevdim). Ich möchte es gerne lesen... Das wird mir gut (hos) tun." Wie dem auch sei... Ihr solltet tun, was immer ihr für das Richtige (münasib) haltet.

Darüber hinaus sagen Sie dem Direktor des Sicherheitskorps (emniyet müdürü), dass unser Bruder Said gesagt hat: "Wenn ihm das "Zülfikâr" derart gut (hos) gefällt, dann soll er wissen, dass es mir gehört und dass ich es ihm schenken (hediye) möchte. Desgleichen möchte ich ihm auch den "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa), der genauso wichtig ist wie das "Zülfikâr", als Geschenk anbieten.

Da es mir meine Zeit und mein Zustand (hal) ganz und gar nicht erlauben (müsaade), persönlich auf ihre netten Briefe zu antworten, die ich aus Denizli und Tavas erhalten habe, bitte ich Sie, sich nicht gekränkt zu fühlen, wenn ich Ihnen keinen persönlichen Brief schreibe. Aus dem Brief von Çakir Yusuf entnehme ich jedoch, dass dieser vollkommen aufrichtig und ein wahrer Erbe (vâris) Hasan Feyzis ist.

Das gesegnete Kind (mübarek masum) von Re'fet Bey, der unser Bruder, einer von den Kommandanten des Lichtes (Nur) und ein Hulusi von Isparta ist, schrieb - obwohl er erst neun Jahre alt ist - dermaßen schön, das Erste Wort (Söz) aus der Risale-i Nur ab, was zeigt, dass dieser gesegnete (mübarek) Hüsnü Kandidat (namzed) ist, um genauso ein - wenn auch vorerst noch winzig kleiner - Held unter den unschuldigen Kindern (masum) wie der elfjährige Hüsnü von Safranbolu zu werden. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihn für den Dienst an den Lichtern (Nurlar) zum Geschenk erheben und ihn darin erfolgreich (muvaffak) sein lassen, âmîn. Möge Gott es wollen (insâallah), dass ich ihm seine Abschrift später korrigiert wieder zurückschicken kann.

An Hilmi Bey, ehemaliger Innenminister und jetziger Generalsekretär der Partei

Erstens: In den letzten zwanzig Jahren habe ich nur ein einziges Mal ein Gesuch eingereicht. Und das war damals, als Sie noch der Herr Innenminister waren. Doch in diesen zwanzig Jahren bin ich meinen Grundsätzen niemals untreu geworden. Nun aber würde ich gerne einmal mit dem ehemaligen Innenminister und jetzigen Generalsekretär der Partei reden. Wenn nun ein Mann, der schon seit zwanzig Jahren nicht mehr mit der Regierung gesprochen hat, einmal (die Gelegenheit erhielte), mit einer der tragenden Säulen der Regierung zu reden, so wären selbst zehn Stunden nur wenig. Gestatten Sie mir daher, bitte, einmal zwei Stunden mit Ihnen zu reden!

— 202 —

Zweitens: Da Sie jetzt Generalsekretär der Partei sind, fühle ich mich dazu genötigt, Ihnen einen Sachverhalt (hakikat) zu erklären. Und dieser Sachverhalt (hakikat) ist folgender:

Die Volkspartei, deren Generalsekretär Sie sind, hat gegenüber dem Volk eine sehr wichtige Aufgabe. Und auch diese ist folgende:

Das türkische Volk (Millet) und seine Brüder im Glauben (din), die nun der türkischen Nation beigezählt werden, das seit Tausend Jahren durch seinen Heldenmut in der Islamischen Welt (Âlem-i Islâm) alle Sympathien gewann und die Einheit {Diese Einheit wurde durch den Kalifen repräsentiert. (A.d.Ü.)} der islamischen Gemeinschaft (vahdet-i Islâmiye) bewahrte, hat (schließlich) auch Bedeutendes geleistet, um die Menschenwelt (âlem-i beseriye) vor dem absoluten Unglauben und Irrglauben (küfr-ü mutlak ve dalâlet) in bewundernswerter Weise zu bewahren.

Wenn es jedoch heute nicht mehr wie in alten Zeiten heldenhaft den Qur'an und die Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imana) bewahren wollte und sich nicht unmittelbar einsetzte, die Wahrheiten des Qur'an und des Glaubens (hakaik-i Kur'aniye ve imaniye) im Volk lebendig zu erhalten, so kann ich euch mit absoluter Sicherheit voraussagen und mit unwiderleglichen Zeugnissen beweisen, dass Ihr (auf diese Weise) bewirken werdet, dass euch die ganze Islamische Welt (Âlem-i Islâm) anstelle ihrer bisherigen Liebe und Brüderlichkeit (muhabbet ve uhuvvet) nur noch einen fürchterlichen Abscheu und dem türkischen Volk, das für sie bisher ein heldenmütiges Brudervolk und ihr Anführer gewesen ist, nur noch Feindseligkeit zeigen wird, während der Anarchismus, dem der absolute Unglaube als Nährboden dient und der heute die Islamische Welt (Âlem-i Islâm) zugrunde zu richten droht, euch überwältigen wird, das türkische Volk aber, das für die Islamische Welt (Âlem-i Islâm) eine Burg und ein ruhmreiches Heer ist, in sich zerfällt und dieser entsetzliche Drache, der aus dem Nordosten hervorkommt, (über das Land) herfällt.

In der Tat kann dieses heldenmütige Volk den beiden entsetzlichen Strömungen aus dem Ausland {Der Atheismus und die Verwestlichung der islamischen Sitten (A.d.Ü.)} nur in der Kraft (kuvvet) des Qur'an standhalten.

Anderenfalls ist das, was eine solche Strömung aufzuhalten vermag, die diesen absoluten Unglauben, diese grenzenlose Gewaltherrschaft, diese maßlose Ausschweifung (küfr-ü mutlak, istibdad-i mutlak, sefahet-i mutlak) und die Überlassung des Vermögens ehrenwerter Leute an ehrlose Kerle mit sich bringt und daher mit einer fürchterlichen Kraft einherkommt, einzig die Kraft der Religiosität und Gemeinsamkeit im Glauben (din kuvveti ve îman bütünlügü) in diesem Volk, das mit der Wahrheit des Islam (Islâmiyet hakikati) verschmolzen, vereinigt ist und all dessen Ehre in der Geschichte in seiner Gemeinschaft (Islâmiyet) gefunden hat.

In der Tat können die einsatzfreudigen Patrioten in diesem Volk, insâallah, diese Strömung noch aufhalten, indem sie vor allem die Wahrheiten des Qur'an (hakaik-i Kur'aniyye), anstelle der Erziehung zur (westlichen) Zivilisation zum Grundprinzip der lebenspendenden Ader dieses mit ihnen verschmolzenen, vereinigten Volkes machen und in ihm verankern.

— 203 —

Zweite Strömung: Wenn hingegen solche einsatzfreudigen, patriotisch gesinnten Männer (von der Regierung), wie ihr (es seid), sich darum bemühen, eine Strömung, die durch die Art und Weise, in der drei, vier Personen mit all dem, was sie im Namen der Reformen (inkilab) bewirkt haben und im Interesse der Zivilisation (medeniyet) für wesentlich (esas) halten, womit sie aber alles, was heilig (mukaddesat) ist, mit Füßen treten, auch weiterhin aufrecht zu erhalten und dabei auch noch all das, was diese Reformen an guten Seiten (hassane) und guten Ergebnissen hervorgebracht haben sollen (diesen drei Männern) zuschreiben, während alle Schlechtigkeiten dieser drei, vier Männer und ihre tatsächlichen, wirklich erschreckenden Fehler, wollte man sie dem Volke zuschreiben, zu drei, vier Millionen Schlechtigkeiten anwachsen müssten. Das aber wäre ganz und gar gegen das türkische Volk, dieses heldenhafte, aufrichtig gläubige Volk, welches das Heer des Islam ist, die Milliarden ehrenwerter, in vergangenen Jahrhunderten selig Verstorbener dieses Heeres und seine Millionen Märtyrer (sehid) gerichtet, für ihre Seelen (ervah) aber eine innere Qual und eine Entwürdigung, während zugleich drei, vier Millionen gute Werke (hassanah) und positive Ergebnisse, die doch nur in der Kraft und durch die Einsatzfreudigkeit des Volkes und seines Heeres zustande gekommen sind und an denen diese drei, vier reformatorisch gesinnten Männer nur sehr wenig Anteil gehabt haben, würden sie nur diesen drei, vier Männern zugeschrieben, auf drei, vier gute Taten zusammenschrumpfen, zunichte werden und nicht einmal mehr als Buße für (alle bis dahin begangenen) entsetzlichen Fehler gelten könnten.

Drittens: Sie werden sicherlich in vielerlei Hinsicht Ihre Gegner im In- und Ausland haben. Wenn diese Ihre Gegner im Interesse der Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) auftreten würden, könnten Sie sie mit einem Schlag niederwerfen. Denn neunzig Prozent dieses Volkes ist den islamischen Traditionen seit Tausend Jahren mit Herz und Verstand (ruh ve kalb) verbunden. Wenn es sich auch einem Befehl, der seinem Wesen zuwiderläuft, nach außen hin beugen und unterwerfen müsste, wird es sich ihm doch nicht in seinem Herzen verbunden fühlen.

Des Weiteren ist ein Muslim nicht gleich wie andere Menschen. Wenn er seinen Glauben (din) aufgibt, wird er Anarchist. Man kann ihn an kein Gesetz mehr binden. Außer in einer absoluten Despotie (Istibdad-i mutlak) oder durch eine alles umfassende Bestechung (rüsvet-i mutlak), kann er in keinerlei Weise erzogen oder mit irgendwelchen anderen Maßnahmen regiert werden. Für diese Tatsache (hakikat) gibt es viele Zeugnisse und vielerlei Beispiele. Ich fasse hier nur kurz zusammen und appelliere im Übrigen an Ihren Scharfsinn:

In unserer Zeit (asr) ist es für euch dringend notwendig, nicht hinter dem starken Verlangen zurückzubleiben, das man in Schweden, Norwegen und Finnland nach dem Qur'an verspürt. Es ist vielmehr eure Pflicht, ihnen und (Leuten) wie sie es sind, Wegweiser (rehber) zu sein. Wenn Sie die Fehler, welche die Reformen bis heute mit sich gebracht haben, diesen drei, vier Männern zuschreiben und die Zerstörungen (inkilab), welche dieser Weltkrieg und die nachfolgenden Ereignisse bis heute angerichtet haben, und zwar besonders hinsichtlich der religiösen Überlieferung (an'ane-i diniye), zu korrigieren versuchen, so wird es für euch in Zukunft eine sehr große Ehre und im Jenseits (ahiret) sowohl eine Buße (kefaret) für Ihre großen Fehler sein, als auch ein anerkennenswerter Beitrag (zum Wohle für) Land und Volk und Sie würden wahrhaft (müstahak) den Titel "Patriot" verdienen, als einer, der sein Vaterland liebt.

Viertens: Da nun einmal der Tod nicht stirbt und sich die Pforten des Grabes nicht schließen, und da nun einmal auch Sie, wie jeder andere dem Grabe zueilt, und da nun einmal der Tod, der für die Irrgläubigen (ehl-i dalâlet) einer Hinrichtung für ewige Zeiten (idam-i ebedi) gleicht, mit Sicherheit (kommen wird), kann auch eine hunderttausendfache Organisation, die Anbetung der Welt (dunya) und alle politische Betriebsamkeit nichts daran ändern. Und da nun einmal der Qur'an sonnenklar beweist, dass diese Hinrichtung für ewige Zeiten (idam-i ebedi) für die Gläubigen (ehl-i iman) in eine Entlassungsurkunde umgewandelt wird, was sie ja auch durch die Risale-i Nur bereits in die Hand bekommen haben, konnte nun schon seit zwanzig Jahren kein einziger Philosoph und niemand unter den Gottlosen dagegen auftreten; im Gegenteil: Philosophen, welche (die Risale-i Nur) aufmerksam studiert haben, sind (durch sie) zum Glauben gelangt. Und in den letzten zwölf Jahren haben vier Ihrer großen Gerichtshöfe mit all ihren Sachverständigen, bestehend aus Philosophen und Rechtsgelehrten (ulema), die Risale-i Nur gewürdigt und bestätigt. Und sie konnten (die darin enthaltenen) Beweise für den Glauben (iman) nicht widerlegen. Zugleich kann ich auch dafür, dass sie dem Volk und dem Land nie einen Schaden zugefügt hat, im Gegenteil, stets den Angriffen all dieser fürchterlichen Strömungen den Qur'an als Schutzwall gleich dem Schutzwall des Dhu-l'Qarnayn entgegengesetzt hat, Hunderttausend Zeugen aus dem türkischen Volk anführen, besonders von den jungen Leuten, die eine Schule besucht haben. Es ist selbstverständlich eure vordringliche Pflicht, diese meine Überlegungen (fikr), insoweit sie euch betreffen, sorgfältig in Betracht zu ziehen. Sie hören doch auch sonst in weltlichen Angelegenheiten jederzeit auf so viele Diplomaten. Es ist jedoch durchaus auch notwendig, ein wenig auf einen Armen zu hören, der gleich mir vor dem Tore des Grabes, über die Lage seiner Landsleute weinend, über die jenseitigen Dinge spricht.

— 204 —
Eine kleine Anmerkung:

Hilmi Bey! Du hast Glück (tâli'). Während ich noch im Gefängnis saß, aber später auch hier, habe ich bereits erkannt, wie erbarmungslos (merhametsiz) du bist. Und wann auch immer mich die Wut über dich packte, wollte (niyet) ich dir einen Fluch entgegenschleudern. Da ich jedoch einen Bruder namens Hilmi Bey, der ein aufrichtiger Schüler (Nur'un has bir sakird) ist, zu jeder Zeit in meinen Gebeten (hayirli dua) namentlich erwähnt (zikret) habe, während ich zugleich dich verfluchen wollte (beddua niyet), ist der Name Hilmi Bey, dem ich mein Gebet zugedacht hatte, sozusagen zu deinem Fürsprecher (sefaatçi) geworden und hat es mir untersagt; daraufhin habe ich dann auf meine Absicht (niyet) verzichtet. Ich musste zwar alle Schikanen (eziyet) über mich ergehen (tahammül) lassen, die mir deine Beamten zugefügt (tazib) haben, doch verzichtete ich auch weiterhin darauf, dich deswegen zu verfluchen. Darüber war ich oft sehr erstaunt. Obwohl du mich doch so oft grundlos gequält hast, wurde ich trotzdem nicht mehr wütend (hiddet) über dich. So stieg denn in meinem Herzen (qalb) das Gefühl einer Art Vorsehung (hiss-i kabl-el vuku') auf, dass wir am Ende doch noch Freunde (dost) miteinander werden könnten.

Dieses Gesuch wurde von mir verfasst und in einem Augenblick der Wut an den Herrn Innenminister Hilmi adressiert, obwohl ich mich doch seit zwanzig Jahren nicht mehr an ihn gewandt habe, nachdem er mich einmal unterdrückt (und gedemütigt) hatte. (Auch wurde dieses Gesuch) zum Zweck der Information an den Polizeipräsidenten in Afyon gesandt. Ohne jeden Sinn und Zweck haben Sie mich vier-, fünfmal gequält. Man tzlierte mich zur Polizeidienststelle und sagte zu mir: "Dies ist nicht deine Handschrift. Wer hat dies für dich geschrieben?" Deswegen habe ich gesagt: "Bei solchen Leuten kann man (kein Gesuch) einreichen... Mein zwanzigjähriges Schweigen war also berechtigt."

Sehr geehrter Herr Bürgermeister und sehr geehrter Herr Polizeipräsident! Ich wollte ihnen ja eigentlich schon vor einem Jahr mein Herz ausschütten (und habe Ihnen daher diesen Brief) geschrieben, jedoch nicht (an Sie) abgeschickt, sondern versteckt. Jetzt aber ist man in meine eigene Wohnung (ikamet) eingedrungen, hat mir verboten einen Bediensteten zu beschäftigen und dergleichen mehr. Ich werde hier völlig unterdrückt (istibdad-i mutlak) und in einer Weise behandelt, wie sie auf fünffache Weise ungesetzlich und in dieser Welt (dunya) ohne Beispiel ist. Ich möchte dies bekannt geben, in der Absicht (fikr), dadurch diejenigen, die im Namen des Gesetzes gesetzlos handeln, zur Einsicht zu bringen.

— 205 —
Teil eines Gesprächs mit dem Innenminister

.......

Einer Ungerechtigkeit, dergleichen in der Geschichte und auf Erden überhaupt noch nicht vorgekommen ist, für eine Unterdrückung und Greueltaten, wie sie in zehnfacher Hinsicht gesetzlos sind, bin ich zur Zielscheibe geworden. Es ist dies wie folgt:

Was für einen Sinn hat es eigentlich für Sie, dass Sie es für erforderlich halten, diesem hilflosen Said, der sowohl zufolge eines Giftmord-Anschlages nun in seinem einundsiebzigsten Lebensjahr bereits sehr alt, krank und schwach ist, ein Namenloser und beklagenswerter Heimatloser, der sich nun, nachdem er Mantel, Hemd und Pantoffeln verkaufen musste, um so für seinen Lebensunterhalt sorgen zu können, in einem armseligen Zustand befindet, der, da er seit fünfundzwanzig Jahren ein Einsiedlerleben führt, nur mit einem unter Tausend Männern, der noch dazu vollständig loyal sein muss, sprechen kann, der auf diese Weise menschenscheu geworden ist und vor allen Menschen zurückschreckt, einer dessen Leben, obwohl unschuldig, zwanzig Jahre lang überwacht wurde, dessen Werke von drei Provinzrichtern durch Sachverständige aus Ankara von vorn bis hinten durchforscht wurden, der dann übereinstimmend freigesprochen wurde und dessen Werke, die dem Land und Volk niemals geschadet haben, sondern ihm nur von Nutzen gewesen sind und nun (auf Gerichtsbeschluss) wieder frei gegeben wurden, der sowohl im Ersten Weltkrieg als Sohn seines Landes wichtige Dienste erwiesen hat und der nun als wahrer Patriot mit all seiner Kraft daran arbeitet, dieses Volk, dieses Land vor der Anarchie und der Demoralisierung durch die Fremden zu bewahren, während (gleichzeitig) seine Werke im Umlauf sind, von dem vor Gericht siebzig Zeugen bewiesen haben, dass er in fünfundzwanzig Jahren nicht einmal eine Zeitung gelesen hat, ja nicht einmal daran interessiert war, der sich seit sieben Jahren nicht für den zweiten Weltkrieg interessierte, nicht danach fragte und nichts darüber wusste, von dem mit machtvollen Zeugnissen bewiesen wurde, dass er in all seinen Werken seine Beziehungen zur Politik ganz und gar gebrochen hat, ein völlig harmloser Mann, über den Eure Justizämter offiziell ausgesagt haben, dass er sich nicht in eure weltlichen Angelegenheiten einmischt, der, damit das Jenseits (ahiret) und die Reinheit seiner Absicht (ihlas) keinen Schaden (zarar) nehmen, entschlossen vor den Huldigungen des Volkes (teveccüh-ü âmme) flüchtet, der alle Bezeigungen der Hochachtung (hüsn-ü zan) und Wertschätzung (medih) von Seiten seiner Mitbrüder meidet und sie gar nicht mag: welchen Sinn macht es denn vor allem für Sie, der Sie doch der Innenminister (Vakil) sind, dass Sie es für erforderlich halten, den Gouverneur (Vali) von Afyon (mit seiner Überwachung zu beauftragen, die Polizei von Emirdag gegen ihn aufzuhetzen, ihn Tag um Tag die Qual gleich einem Monat Einzelhaft erleiden zu lassen, ihn dazu zu zwingen, in vollkommener Isolation, ganz für sich allein in Einzelhaft zuzubringen? "Welches Gesetz erlaubt eine solche entsetzliche Greueltat?", das frage ich den Herrn Innenminister vor dem höchsten Amt der Justiz, der doch das öffentliche Recht (hukuk-u umumiye) zu bewahren hat.

Der ungerechterweise von allen bürgerlichen Rechten, Menschenrechten und dem Recht auf ein Leben (in Freiheit) ausgeschlossene

Said Nursî
— 206 —

Vor ein paar Tagen kamen zwei bedeutende Obristen (miralay, beide waren Kommandanten der Gendarmerie), zu unserem Meister (Üstad), dazu noch ein ebenfalls bedeutender Abgeordneter (meb'us, er war einer der Anführer, müfettis, in der Partei). Nach einer langen Unterhaltung (sohbet) entschlossen sich alle drei in völliger Hingabe (kemal-i teslimiyet) zu einer Freundschaft (dostluk) mit dem Meister. Einer von ihnen ist nun bereits Schüler (talebe) der Risale-i Nur geworden. Der Abgeordnete (meb'us, müfettis-i umumî) war bereits ein Freund (dost) des Alten Said. Nachdem sie gegangen waren, bekamen wir den Bescheid (haber), dass durch diesen Mann der frühere Innenminister (dâhiliye vekil), der jetzt Generalsekretär (kâtib-i umumî) der Partei ist, Hilmi Bey, ausdrücklich persönlich den Meister (Üstad) besuchen und sich mit ihm auf freundliche Weise (dostane) unterhalten will. Darum bat der Meister dieses Schreiben, das wir euch hiermit übersenden, ihm so wie er es geschrieben hat, zu übergeben und mit ihm darüber (mevzu) zu sprechen. Der Meister hat uns auch erlaubt, es euch zur Inkenntnisnahme (bera-yi malûmat) zu senden, noch bevor er ihn besuchen wird.

Zudem hat er am Ende von Hüsnüs kurzer Abhandlung (risale), der das gesegnete Kind (mübarek mahdum) von Ref'et Bey ist, ein Gebet (dua) geschrieben, das wir ebenfalls beifügen und euch übersenden. Unendlicher Dank (sükür) sei Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dafür, dass ein Landrat, der sowohl ein Nurdschu als auch ein wahrhafter Freund (dost) und religiös gesinnt (mütedeyyin) ist, jetzt hier zum Landrat (kaymakam) ernannt wurde. Außerdem senden wir euch nochmals den Abschnitt mit dem Titel "Ein Gespräch mit dem Innenminister (Dâhiliye Vekili ile bir hasbihal)", den wir euch bereits zuvor einmal gesandt hatten. Der Meister (Üstad) wird auch ihn noch vorlesen.

Es ist eine gute Nachricht (fâl-i hayir), dass die Anerkennung (kabul) der hohen Werte des Qur'an durch drei Staaten im Nordwesten (simal-i garb) Europas zugleich (tevafuk) mit der Veröffentlichung (intisar) des "Zülfikâr" erfolgte; und wenn es schon im vergangenen Jahr die Meinung (hüküm) des heldenhaften Nazif und auch von Yakub Cemal war, dass die Veröffentlichung des "Zülfikâr" zu einem großen Erfolg (fütuhat) im Inland wie im Ausland führen wird, was sich ja inzwischen bereits bestätigt (tasdik) hat, so schließen wir uns der Überzeugung (kanaat) dieser beiden Brüder an. In diesen stürmischen wie atheistischen Zeiten (ilhadli asir) ist es - wenn auch noch verborgen - in dem deutschen und in drei weiteren Staaten bereits offensichtlich (asikâr) geworden, dass die Menschheit (beser) es in eben dieser Zeit deutlich verspürt, wie dringend sie den Qur'an braucht (siddet-i ihtiyacini hissetmesi) und ihn auch tatsächlich akzeptiert, was ein großes qur'anisches Ereignis (hâdise-i Kur'aniye) ist. Selbst wenn auch keine drei Staaten, ja vielmehr auch nur zehn berühmte Persönlichkeiten (meshur adam) oder zehn Wissenschaftler (feylesof) in fernen Ländern gleichzeitig den Qur'an bestätigen (tasdik), ist das für uns und für die ganze islamische Welt (âlem) eine großartige frohe Botschaft (müjde) und gibt den einfachen Gläubigen (avam-i ehl-i iman) zugleich auch eine große geistige Kraft (kuvve-i manevi).

Die Weisheit (hikmet) hinter den Abhandlungen (risaleler) im Neunundzwanzigsten Brief der Risale-i Nur wie "Sechs Listen (Hücumat) des Satans" und der Anhang (Zeyl) dazu, "Die sieben Hinweise", die "Neun Andeutungen (Telvihat) zur Mystik" mit ihren Themen über die "Zeichen (rumuzat) im Qur'an" sowie die symmetrischen Übereinstimmungen (tevafukat-i Nuriye), die sich alle ineinander verschachtelt dennoch wieder zusammenfinden, dient dazu, zu bewirken, dass die Gerichtshöfe (mahkemeler) und die Sachverständigen (ehl-i vukuf) zum Schweigen gebracht werden und uns nicht dafür verantwortlich (mes'ul) machen können. Es ist, als wollten diese Zeichen (rumuzat), diese feinsinnigen (derin), tiefschürfenden (ince) Themen (mes'eleler) ihnen in der Sprache ihres Zustandes (lisan-i hal) sagen: "Kommt zur Einsicht (insaf) und belästigt nicht diejenigen, die in einem solchen Grade (derece) an den Geheimnissen (esrar) des Qur'an arbeiten!" Jetzt aber ist diese verschachtelte Form (vaziyet) überhaupt nicht mehr zweckdienlich (münasib). Denn diese Zeichen (rumuzat) und ihre Übereinstimmungen (tevafuk) kann von zwanzig nur einer anwenden (muhtaç) und begreifen (anlar). Die restlichen, noch vorhandenen Abhandlungen (risaleler), können jedoch neunzehn von zwanzig anwenden und begreifen.

— 207 —

Die Schüler hier (Nur sakirdler) sagen: "Unsere Brüder in Denizli haben das Qur'an-Exemplar, in dem die symmetrische Übereinstimmung wunderhaft zu erkennen ist (Mu'cizeli Kur'an), drei Jahre lang betrachtet. Sie sollen uns nun erlauben, dass auch wir sie drei Monate lang betrachten können. Außerdem wollen wir uns darum bemühen, auch Hizb-i Nuriye genauso wie Hizb-i Qur'aniye mit der Offsettechnik zu drucken, nachem wir von hier aus mit den Brüdern in Istanbul Kontakt (muhabere) aufgenommen haben.

Sagt diesem Freund (dost) und unserem Bruder, welcher der muslimischen Gemeinschaft in Amerika durch den Amerikanischen Botschafter (sefir) in Istanbul das "Zülfikâr" und einen Stab Mosis (Asâ-yi Musa) senden möchte: Da die Köpfe der Botschafter mit der Politik (siyaset) beschäftigt sind und die Risale-i Nur nicht an der Politik interessiert (alâkasi) ist, kann ein politischer Kopf ihren Wert nicht so rasch erkennen (takdir). Des Weiteren sucht die Risale-i Nur nicht nach Kunden (müsteriler); die Kunden sollen nach ihr suchen und um sie bitten (aramali, yalvarmali). Amerika, das hier selbst noch die kleinsten Nachrichten (havadis) mit Interesse (merak) verfolgt, wird mit Sicherheit nach der Risale-i Nur suchen, deren Botschaft das größte Ereignis hierzulande ist. Von jetzt an liegt bei allen unseren Angelegenheiten (mes'ele) die Führung (emir) in den Händen der Schüler des engsten Kreises (has sakirdler) und in euren Händen, die ihr die geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur repräsentiert (temsil). Und auch ich habe in ihr nun nur noch meine eigene Stimme (re'yim).

Euer Bruder, der allen Brüdern Tausende Grüße (selâm) sendet, für ihre Sicherheit (selâmet) betet und um ihre Gebete (dua) bittet...

Unendlicher Dank (sükür) sei Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), dass die Säulen (erkânlar) der Medreset-üz Zehra {die Studenten dieser Hohen Schule (A.d.Ü.)} durch das Wunder (keramet) ihres aufrichtigen Zusammenhaltes (hakikî bir tesanüd) und durch ihre unerschütterliche Einheit (sarsilmaz bir ittihad) alle Schwierigkeiten (müskilat) und Hindernisse (manialar) überwinden und es ihnen gelingt (muvaffak), die diamantenen (elmas) Zülfikâre des Lichtes (Nur) und ihre außerordentlichen, wunderbaren Beweise (hârika mu'cizat) schnell zu den Bedürftigen zu bringen. Für dieses Ergebnis ist jede Anstrengung (zahmet), die wir dafür durchmachen müssen, auch wäre sie noch tausendfach größer, dennoch recht und billig und kaum erwähnenswert.

Bruder Ref'et schreibt in seinem Brief, dass drei unschuldige Kinder, Münevvere, Nazmiye und Saim mit Namen, in nur drei Monaten das arabische Alphabet erlernt haben, es ihnen sogar gelungen (muvaffak) ist, den ganzen Weisen (kerîm) Qur'an durchzulesen und in ihrer Reinheit (masum) neben dem Qur'anunterricht (ders) freiwillig (müstakane) auch noch die Wahrheiten des Lichtes (Nur hakikatlari) und die Lehren des Glaubens (hakaik-i imaniye) zu lesen. Dazu gratulieren (tebrik) wir ihnen, ihrem Lehrer und ihren Eltern. Möge Gott es wollen (insâallah), dass Münevvere und Nazmiye die Aufgaben (vazife) im Dienst (Nur hizmetinde), die von Abdülbâki und Mehmed Celal noch unerledigt geblieben sind, vollenden (tekmil) werden.

— 208 —

Dem Kranken, über den uns der heldenhafte Burhan, dem wir wie allen Schülern der Risale-i Nur ganz besonders dankbar (minnetdar) sind, in seinem Brief schreibt, möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), die Genesung (sifa) geben und der verstorbenen (vefat) Mutter unseres Bruders Zekâi'n viel Erbarmen (rahmet) schenken, âmîn.

Sabri, der eine der Säulen des Lichtes (Nur'un erkâni) ist und dafür sorgt, dass die Hocas ihr Gesicht bewahren (yüzünü ak) können, schreibt mir in seinem Brief, gleichsam als Mittler des Lichtes (Nur'un santrali), dass so wie die verstorbenen (merhum) Hâfiz Ali und Hasan Feyzi nun auch Ahmed Fuad, der ihr Nachfolger (halef) ist und ihre Aufgaben (vazife) übernommen hat, für mich, ihren hilflosen Meister (bîçare üstadlari), der alt ist und bald seine Aufgabe beenden wird, sein Leben opfern (feda) und an seiner statt in das Zwischenreich (berzah) hinübereilen will. Genauso hat nun auch unser Bruder Sabri seine Seele (nefis) und sein Herz (qalb) davon überzeugt, mir wenn möglich als vierter den Rest seines Lebens (ömrü) zu schenken, wie er mir schreibt. Ich sage zu diesem sehr alten und unerschütterlichen Bruder, dessen Leben (hayat) noch für die Lichter (Nurlar) sehr von Nutzen (faideli) ist, Tausende Male: "Möge Gott dich segnen (bârekâllah)!" Ich nehme (kabul) das Leben (ömür) an, das er mir gibt; und wie auch das Leben von Ahmed Fuad gebe ich auch diese beiden noch übrig gebliebenen Leben (bâki ömrü) diesen meinen beiden Brüdern wieder zurück und vertraue (emanet) sie diesen beiden neu geborenen Saids an, damit sie an meiner statt dem Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) und dem Licht (Nur) dienen (hizmet) werden.

Weiter schreibt er in seinem Brief, dass in dem Kreis der Unterweisung (halka-i tedrisi) des Oberschreibers (bas kâtib) der Medrese-i Nuriye in Barla, Samli Hâfiz Tevfik Yusuf, das Kind (mahdum) von Siddik Süleyman sowie die Kinder des verstorbenen (merhum) Mustafa Çavus und Ahmed im Unterricht während der Qur'anlesung (ders) auch die qur'anische Schrift und von den Lichtern (Nurlar) lernen und dass Hulusi und Hâfiz Hakki die Licht-Abhandlungen (Nurlar) mit Begeisterung (sevk) abschreiben. Das hat meine Hoffnung (ümid) auf die Schüler aus Barla gestärkt (kuvvet), mich innerlich erleichtert (derince bir ferah) und froh (sürur) gestimmt. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihnen zum Erfolg (muvaffak) verhelfen, âmîn. Und auch Erfolg (tevfik) als Begleiter (refik) geben, âmîn!

Der dem Brief von Sabri beigefügte Brief von Hüseyin, dem Neffen (hemsirezade) von Siddik Süleyman, der mir so oft zu Diensten (hizmet) war, als ich noch in Barla war, und an den ich so oft gedacht (hatirim) habe, hat mich sehr gefreut. Auch wurde meine Sorge (merak) um ihn dadurch beseitigt (izale). Wie wunderbar hat Gott es doch gewollt (mâsâallah), dass er seine alte Verbundenheit (alâkadarlik) mit mir in der gleichen Art (mahiyetinde) aufrechterhalten (muhafaza) hat wie Siddik Süleyman!

Die dem Brief von Sabri beigefügten Briefe von Sükrü, Süleyman, Osman Çavus, der Schüler (talebe) der Risale-i Nur in dem Dorf Cire der Proviz Egirdir, zeigen deren aufrichtige (samimî) und wahrhaftige Verbundenheit (alâkalar) mit den Lichtern (Nurlar). Dazu möchten wir sagen: "Möge Gott euch segnen (Bârekâllah)! Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), euch zum Erfolg (muvaffak) verhelfen".

— 209 —

Einen Teil der mir anvertrauten (emanet) Abhandlungen (risaleler), die noch in Kastamonu geblieben waren, mir aber von Mehmed Feyzi und Emin, den Hüsrev und Rüsdü von Kastamonu, zugesandt wurden, habe ich erhalten. Mehmet Feyzi, welcher der Oberschreiber (serkâtib) der Risale-i Nur ist und - obwohl er krank war - ein Wörterbuch (lügatname) zum Stab Mosis (Asâ-yi Musa), den ich euch geschickt hatte, sehr schön geschrieben und wissenschaftlich (âlimane) abgefasst, dem auch am Anfang dieses Wörterbuches einen schönen Artikel (fikra) hinzugefügt und mir eigens noch einen Brief geschrieben hat, erweist trotz vieler Schwierigkeiten (müskilât) und Hindernisse (manialar), die er dort hat, eine außergewöhnliche Treue (hârika sadakat) und erhabene Verbundenheit (faik alâkasi) mit den Lichtern (Nurlar) und verrichtet in mehreren Hinsichten unerschütterlich seinen Dienst am Glauben (imana hizmeti). Das alles zeigt, dass auch er ein kleiner Hüsrev ist, doch gleichzeitig ein vollendeter Hasan Feyzi. Als ich jedoch dort war, waren da noch ein pensionierter Beamter (eski memur), der sehr einflussreich und auch selbstgefällig (enaniyetli) war und nach Art der Sufis (sofi-mesreb) lebte, sowie ein überaus bedeutender Gelehrter (malûmatli), ein mit der Welt sehr beschäftigter und zugleich politisch (siyasî) wie kaufmännisch interessierter Hoca. Da sie mich nicht weiter störten, hatte ich auch nicht versucht, sie in den Kreis des Lichtes (daire-i Nur) zu ziehen, wie auch sie mich nicht weiter gestört haben. Was jedoch Mehmed Feyzi betrifft, so gelang es ihm noch nicht, die Provinz Kastamonu vor ihrem Einfluss (nüfuz) zu retten, wie dies später die Brüder in Denizli erreicht (muvaffak) haben. Auch die Helden des Lichtes (Nur) wie Hilmi, Sadik und Ahmed Kureysî lebten damals auf den Dörfern, sodass der Dienst (hizmet) gewissermaßen einzig Feyzi überlassen blieb. Möge Gott es wollen (insâallah), dass es ihnen eines Tages auch in Kastamonu vollkommen gelingen (muvaffak) wird.

Die Zehras, Hacers, Lütfiyer, Ulviyer und Necmiyer in Kastamonu begleiten Feyzi bei seinem Dienst (Nur hizmeti) in einem anderen Bereich (nämlich dem Bereich der Frauen).

Feyzi berichtet in seinem Brief, dass eine offizielle Qur'an-Schule (resmî mekteb) nach den entsprechenden Vorbereitungen (tesebbüs) der Schüler (sakirdler) der Risale-i Nur eröffnet werden konnte, worauf als Erste die unschuldigen Kinder des Lichtes (Nur'un masumlari), vor allem die Kinder (mahdum) von Emin, in der Schule eingetragen wurden, wo sie als Erstes den Qur'an durchgelesen und zum Teil bereits begonnen haben, ihn auswendig (hifza) zu lernen. Daher gratulieren (tebrik) wir ihnen, ihren Vätern und allen Schülern (sakirdler) dort und bitten für diese unschuldigen Kinder Tausende Male, möge Gott sie segnen (bârekâllah).

Unsere angesehene Schwester Zehra kam zweimal um des Dienstes an dem Licht (Nur'un hizmeti) willen hierher und gab zweihundert Lira zur Deckung der Ausgaben für das an der Medreset-üz Zehra benötigte Papier (kâgid masrafina), was zeigt, dass es auch unter den Frauen solche gibt wie die Hüsrevs, Feyzis und Ahmeds. {und sich für ihren Dienst mit dem gleichen Eifer einsetzen (A.d.Ü.)}

Ich habe in Kastamonu mit den Unterschriften von Hâfiz Ihsan und von den Helden des Lichtes (Nur) Hilmi Bey und Emin einen gemeinsamen Brief erhalten. Ich begrüße (selâm) diese beiden alten, angesehenen, unerschütterlichen, standhaften (metin) Brüder, die Ihsans und alle die Schüler des Lichtes (Nur sakirdler) dort mit Sehnsucht (hasret) und großem Verlangen (istiyaklar). Dabei möchte ich gerne wissen, wo Ihsan ist, der doch im Gefängnis mit uns zusammen war und uns dort im Gefängnis so viele Dienste geleistet hat.

Die Mustafas, sowie Ahmed Fuad, Hifzi, Rahmi und dergleichen Brüder in der Umgebung von Safranbolu beweisen durch ihre wahrhaftige Treue (hârika sadakat) und Verbundenheit wirklich sichtbar, dass unser Dienst (Nur hizmeti) in diesen acht Jahren in Kastamonu nicht ohne Erfolg (akîm) geblieben ist und daher nun auch Safranbolu eine glanzvolle Medrese-i Nuriye werden wird. Die Mitteilung (telakki) in Mustafa Osmans letztem Brief, dass die Lichter (Nurlar) unter hunderten Jugendlichen und auch den Arbeitern in der Industriestadt (fabrikalar sehrinde) Karabük, zwei Stunden entfernt von Kastamonu, großen Anklang (fütuhat) finden wird, ist für uns eine bedeutsame und zugleich auch erfreuliche Botschaft (müjde).

— 210 —

Mustafa Sungur und Rahmi, diese kleinen Helden des Lichtes (Nur), schreiben in ihrem schönen Brief, dass in ihrem Dorf Ahmed Fuad voller Eifer unterrichtet (ders), die beiden Großgemeinden (Nahiye) Eflani und Barla eine Medrese-i Nuriye geworden sind, deren Einwohner nun voller Hingabe (istiyak) die Abhandlungen des Lichtes (Nurlar) hören, dass vor kurzem zwei weitere junge Lehrer (muallim), die noch die alte Schrift beherrschen, in den Kreis der Lichter (Nurlar) eingetreten sind und dass die Kinder begonnen haben, die Buchstaben (huruf) des Qur'an zu erlernen und mit ihnen auch die Risale-i Nur abzuschreiben. Das ist eine großartige und sehr erfreuliche Nachricht (fâl-i hayir). Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), diesen unschuldigen Kindern zum Erfolg (muvaffak) verhelfen und mit ihren Lehrern (üstad) und Eltern zufrieden (razi) sein. Sie sind im Gebet (dua) in den Kreis der unschuldigen Kinder miteingeschlossen. Wir gratulieren (tebrik) allen Einwohnern der großen Gemeinde (Nahiye) Eflani, besonders aber Ahmed Fuad, Mustafa und Rahmi.

Mustafa Sungur und Rahmi, diese kleinen Helden des Lichtes (Nur), haben in kurzer Zeit, und zwar Mustafa Sungur sehr schön die Elfte Problemstellung mit ihrem Anhang (Hatime) aus der Frucht-Abhandlung (Meyve) mit den alten Buchstaben, und Rahmi den Wegweiser für die Jugend (Gençlik Rehberi) gleichfalls mit den alten Buchstaben in bester Weise abgeschrieben und mir zusammen mit meinen Büchern, die aus Kastamonu nachgekommen sind, zugesandt. Das hat mich in der Tat so sehr zufrieden (memnun) gestellt, als wären meine guten alten Neffen (biraderzadeler), Abdurrahman und Fuad, wieder in diese Welt (dünya) zurückgekehrt.

In dem Brief, den ein in Balikesir Zugewanderter (muhacir) mit dem Namen Edhem Hoca, der ein Anhänger (mensub) Celaleddin-i Rumîs ist, seit etwa zwanzig Jahren als Dorfhoca dient, sich damit beschäftigt, die Kinder das Lesen des Qur'an zu lehren, der jetzt in Balikesir, in Kirkagaç und Umgebung voll und ganz der Risale-i Nur dient (hizmet) und in einem langen Brief, mit der Unterschrift (imza) des Imams des Dorfes Alamescid in der Provinz Sandikli, İbrahim Edhem, die furchtsamen Hocas im Namen der Schüler (Nur sakirdleri) in Balikesir, Kirkagaç und Umgebung zu den Abhandlungen (Nurlar) einlädt und sie dazu ermutigt, finden sich sehr bedeutende, wunderschöne Artikel (fikralar) und gibt es auch Ohrfeigen für diese furchtsamen Hocas. Dazu gratuliere (tebrik) ich diesem Mann wirklich. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihm Erfolg (muvaffak) schenken. Ich grüße (selâm) sowohl ihn als auch die vielen, neuen Nurcus, deren Namen sich in diesem Brief finden. Seinen langen Brief konnte ich wegen meiner Krankheit nicht korrigieren (tashih), ausbessern (islah) und abmildern (ta'dil). Denn es ist notwendig, seine allzuvielen Lobsprüche (senalar) über mich entweder ganz zu streichen oder doch wenigstens abzumildern. Ich sende eine Kopie davon, um sie in die Briefsammlung (lâhika) einzureihen. So wie bereits Hasan Feyzi und Ahmed Fuad die Lehrer (muallim) an die Abhandlungen (Nurlar) herangeführt haben, möge nun Gott es wollen (insâallah), dass auch dieser eifrige Bruder die Hocas an die Abhandlungen (Nurlar) heranführen wird.

Ich grüße (selâm) den Bäcker Mustafa, der mir ab und zu einmal durch seinen Sohn (mahdum) Brot ins Hotel in Denizli geschickt und auch Feuer gebracht und mir auch durch Tahir Çavus einen Brief gesandt hat.

Allen Tausende Grüße (selâm). Ich bete (dua) für ihre Sicherheit (selâmetler).

— 211 —

Meine lieben getreuen Brüder!

Eine Frage, die den Umständen entsprechend (gewissermaßen unausgesprochen) in der Luft (maddi ve manevi)\liegt und deren Antwort mir in den Sinn gekommen ist.

Man sagt: Warum akzeptierst du denn nicht diese unumstößliche gute Meinung der Nurschüler und ihre feste Überzeugung, was deine Person betrifft und ihre Begeisterung nur noch steigern könnte, wo es um deinen Rang und die Stufe deiner Vollkommenheit (makam ve kemalat) geht? Schreibst du all dies nur der Risale-i Nur zu und siehst dich selbst nur als deren unvollkommenen Diener?

Antwort: Unendliches Lob und Dank sei dafür, dass die Risale-i Nur über solche starken und unverrückbaren Stützpfeiler und über solch glänzende und scharfsinnige Beweise verfügt, dass es keiner weiteren Vorzüge und Fähigkeiten bedarf, die man sich als meiner Person zu eigen vorstellt. Sie sind im Gegensatz zu allen anderen Werken sonstiger Verfasser nicht von dessen Fähigkeit abhängig und entlehnen deren Akzeptanz und Stärke nicht von ihm. So stützt sich denn (die Risale-i Nur) schon seit zwanzig Jahren in aller Öffentlichkeit auf unwiderlegbare Zeugnisse und zwingt so meine äußeren (die gottlosen Lehren westlicher Philosophie) wie inneren (nefs) Feinde, sich zu ergeben. Wäre meine Person ein bedeutender Stützpfeiler für sie, würden meine Feinde, die Atheisten, gnadenlose Gegner, sich niemals geschlagen geben. Doch obwohl meine Feinde in ihrem Wahnsinn mit Lug und Trug auf jede Weise immer wieder versuchen, mich in Misskredit zu bringen und das allgemeine Wohlwollen der Leute mir gegenüber zu zerstören, können sie dennoch der allgemeinen Verbreitung der Risale-i Nur und dem Wert (den sie in den Augen der Leute hat) keinen Schaden zufügen. Selbst wenn es ihnen gelingt, einigen Schwachen, erst noch anfänglich Begeisterten den Kopf zu verdrehen, wird es ihnen dennoch nicht gelingen, sie dazu zu bringen, sich (von der Risale-i Nur) abzuwenden.

Aufgrund dieser Tatsache (hakikat) kann ich die gute Meinung, die mir (diese Leute) entgegenbringen und die weit über das hinausgeht, was mir zusteht, nicht akzeptieren, weil ja in dieser Zeit der Egoismus (enaniyet) vorherrschend ist (und diese Leute daher eine Gegenleistung von mir erwarten). Ich selbst hege nicht so, wie es meine Brüder tun, eine solch "gute Meinung" über mich. Und wäre denn die die religiöse Stufe (makam-i uhrevî), die meine Brüder ihrem armseligen Mitbruder zuschreiben, wahrhaftig meine Stufe im Glaubensleben (hakikî dinî makam), so gilt entsprechend (dem Satz) am Ende des Zweiten Briefes der gesammelten Briefe (mektubat): "Sollte ich - was Gott verhüten möge! - in dieser Vollkommenheit (kemalat), die man meiner Person als geistliches (manevi) Geschenk zuerkennt, mich selbst wiedererkennen, so wäre dies ein Beweis dafür, dass ich dies nicht bin. Wüßte ich selbst aber nichts davon, so ist es notwendig, ein derartiges Geschenk nicht anzunehmen." Sollte ich aber selbst auf einen derartigen Rang (makam) Anspruch erheben, so könnte hier der Egoismus (enaniyet) Platz greifen...

Bleibt noch als ein weiterer Punkt, dass man ja sagen könnte, dass jemand, der damit beauftragt (vazifedar) ist, die Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) für diese Welt (dunya) zu verbreiten, einen entsprechenden Rang (makam) innehaben sollte, um desto effektiver wirken zu können. Dem widersprechen jedoch zwei Dinge.

Erstens: Angenommen, es handle sich dabei um (den Rang) der Heiligkeit (velayet) und jemand strebe danach wissend und wollend, so widerspräche dies dem Wesen der Heiligkeit (velayet) und der Bescheidenheit. Niemand kann sich, wie die Sahabis, zu den Erben des Propheten (sahabis) rechnen oder dergleichen behaupten. Mit ihnen kann man sich nicht vergleichen.

— 212 —

Zweites Hindernis: Wenn ein Mensch in vielerlei Hinsicht angreifbar ist, wenn er sterblich (fani) ist, wenn er nur für sich selbst reden kann, wenn er (an die Begrenzungen von Zeit und Raum) gebunden ist, (wenn er weiß, dass auch er) Fehler hat, so ist dies für (die Botschaft) der Risale-i Nur und die Verbreitung der Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) nur von Nachteil. Es gibt jedoch (in dieser Sache) dankenswerterweise einen Punkt: Weil meine politischen Gegner über diese oben erwähnten Tatsachen (hakikat) kein Wissen haben, denken sie stets nur an den alten ehrwürdigen, hochachtbaren Said und beschäftigen sich ständig damit, anstelle der Risale-i Nur meine Person verächtlich zu machen und deren Fehler aufzuzeigen. Manche fanatischen, selbstbezogenen Lehrer (enaniyetli hocalar) hetzen (die Leute) gegen mich auf, als wollten sie die Lichter (Nur) auslöschen. Stattdessen tragen sie dazu bei, den Glanz der Lichter (Nur) nur noch zu erhöhen. Denn diese Lichter entströmen nicht meiner Wenigkeit, sondern aus der Quelle der qur'anischen Sonne.

Zusammen mit dem aufrichtigen (hâlisane) Brief von İbrahim Edhem, dem Hoca in dem Dorf Alamescid, bekam ich sechs Zettel (pusla) von sechs noch ziemlich jungen, unschuldigen (masum) Kindern, die von großer Bedeutung und die unschuldigen Schüler (Nur'un masum sakirdler) sind, die durch den Unterricht (ders) dieses segensreichen (mübarek) Hocas ihren vollkommenen Anteil (tam hisse) erhalten haben und so in den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) eingetreten sind. Sie haben sich dies selbst ausgedacht, es dann ihrem Lehrer gesagt, es dann mit ihrem eigenen Stift niedergeschrieben und nun wollen diese unschuldigen (masum) Segensreichen (mübarekler) diesem alten (ihtiyar) kranken (hasta) Said ein jedes mir einen Teil seines Lebens (ömür) geben. Das ist in der Tat (hakikaten) ein überaus staunenswürdiges (medar-i hayret) und schätzenswertes (takdir) Ereignis (hâdise-i Nuriye). Ich habe das segensreiche Geschenk (mübarek hediyeler) dieser Unschuldigen angenommen (kabul), gebe es diesen noch so winzig kleinen Saids als Geschenk wieder zurück und schenke es ihnen so wieder erneut. Mögen sie jetzt an meiner statt damit arbeiten. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), sie erfolgreich (muvaffak) werden lassen. Diese noch so winzig kleinen Saids sind aufgrund ihrer eigenen Anmerkung (isaretler) entsprechend: İbrahim, neun Jahre alt, Mustafa, elf Jahre alt, Halil İbrahim, zwölf Jahre alt, Emin Yilmaz, vierzehn Jahre alt, Mehmed, elf Jahre alt, Abdullah, zwölf Jahre alt.

Der Sohn und Erbe (mahdum ve vâris) des verstorbenen (merhum) Hâci Hafiz, der einer der Helden der Medrese-i Nuriye und segensreicher Lehrer (üstad-i mübarek) dieser Medresse war, Hâfiz Mehmed, schrieb mir in dem Brief, den er mir im Namen aller Schüler (umum sakirdler) dieser Medresse gesandt hat: "Die Arbeit mit den Abhandlungen (Nur'la istigalin) ist eine Medizin (ilâç) gegen alle Übel (bela') und Krankheiten, außer dem Tod. Diesen fürchterlichen Tod zeigen sie jedoch als das Tor des Paradieses (Cennet'in kapisi) und versetzen die Gläubigen (ehl-i iman) dadurch in Aufregung (heyecan) und Begeisterung (sevk)." Es gibt sehr viele Beispiele (hâdise) dafür, dass dieser Satz (fikra) wahr (hakikat) ist. Auch sein unschuldiges Kind (masum mahdum) hat nun begonnen, den Qur'an auswendig (hâfizlik) zu lernen. Möge Gott ihm darin Erfolg (muvaffak) verleihen (insâallah), und möge er so am Ende als ein neuer, gesegneter (mübarek) Hâfiz mit diesem Titel (ünvanlar) das Erbe seines Vaters und Großvaters fortsetzen.

In seinem äußerlich zwar nur kurzen, sinngemäß (manen) jedoch langen und bedeutungsvollen Brief schreibt Mustafa Yildiz, der in der Medrese-i Nuriye einer der Helden mit dem diamantenen Stift ist, dass das Buch mit dem Siegel der Bestätigung aus dem Verborgenen (Sikke-i Gaybiye), dessen Bearbeitung den Helden der Medrese-i Nuriye überlassen wurde, bereits vollständig auf Matrize übertragen wurde und es drei, vier Wiedehopfe (hüdhüd) bereits sinngemäß (manen) bejubelt haben, was zeigt, dass dieses Buch - wolle es Gott (insâallah) - als ein bestätigendes Siegel aus dem Verborgenen (Sikke-i Gaybiye) in einer prächtigen Form in der Medrese-i Nuriye herauskommen und einen sehr guten Anklang (fütuhat) finden wird.

— 213 —

Das kurze Bittgebet (münacat), das der heldenhafte Tahiri gesandt hat, ist korrekt (sihhatli). Lediglich der Abschnitt am Anfang ist bereits übersetzt worden. Derzeit erlaubt es mir mein Zustand (hal) nicht, es vollständig zu übersetzen. Es soll also unübersetzt bleiben. Dieses sehr kurze Bittgebet (münacat) zeigt, dass die Selbstgefälligkeit der Seele (enaniyet-i nefsiye) und die Sorge um das Leben (hissiyat-i hayatiye) bei der Abfassung der Risale-i Nur nicht dominant waren und so die Wahrhaftigkeit (ihlas) und Reinheit (safiyet) der Abhandlungen der Lichter (Nurlar) nicht angetastet werden konnten. Da ich im ersten Weltkrieg jederzeit bereit (muntazir) war, an der Front zu fallen (sehid), wurde der Kommentar zum Qur'an (Tefsir), "Ein Zeichen des Wunders" (İsarat-ül İ'caz) vollständig (tam) und aufrichtig (hâlis) verfasst. Auch die so machtvolle Erscheinung (kuvvetli tezahür) der Verbindung mit dem Tod (rabita-i mevt) in diesem Bittgebet (münacat) bewirkt, dass die Abhandlungen der Lichter (Nurlar) von reinem und aufrichtigem (safi ve hâlis) Wesen sind. Möge Gott es wollen (insâallah), dass die Interessen der eigenwilligen Seele (hissiyat-i nefsaniye) nicht in sie einzudringen vermögen.

Unter den bedeutenden jungen Schülern (sakirdler) aus Barla, wo die erste Medresse der Abhandlungen (Nurlar) entstand, mit der ich geistig (ruhen) sehr eng verbunden bin, finden sich auch ein Ahmed und ein Mehmed, neben dem Ahmed und dem Mehmed, die aus Denizli zu mir gekommen sind. Der hier zugewanderte (muhacir) Hâfiz Ahmed, mit dem ich in damaliger Zeit ebenfalls in engster Beziehung stand und der mir acht Jahre in Treue gedient hat, kam anstelle von Mustafa Çavus; Ahmed, der Sohn (mahdum) des verstorbenen (merhum) Mustafa Çavus, kam für seinen verstorbenen (merhum) Vater; der Barbier Mehmed kam für seinen Schwiegervater, den verstorbenen (merhum) Muhacir Hâfiz Ahmed und im Namen der Schüler (Nur sakirdler) in Barla. In der Tat habe ich mich darüber so sehr gefreut, als ob ich selbst nach Barla und in jene Zeit zurückgekehrt wäre. Wie wunderbar hat Gott es doch gefügt (mâsâallah), dass nun Barla zu spüren beginnt, dass es die erste Medrese-i Nuriye geworden ist und damit dort ernsthaft ein Erwachen (intibah) und ein Interesse (alâkadarlik) gezeigt hat, nun auch aktiv zu werden. Sogar Haci Bekir, der damals den Auftrag zum Druck des Zehnten Wortes erteilt hatte, hat untersagt, das Zimmer, in dem ich dort gewohnt hatte, zu verkaufen und alle Kosten für den Unterhalt (masraf) übernommen. Er hat auch eine Nachricht nach Barla gesandt, dass es als Gästezimmer (misafirhanesi) für die Schüler (Nur sakirdler) erhalten (muhafaza) bleiben soll.

Ich habe von unserem Bruder Hoca Sabri, der eine Kontaktperson für das Licht (Nur Santrali) ist, und von seiner Frau, die seit langem genauso wie er eine Nurdschu ist, und seinem kleinen Sohn (mübarek mahdum) Nureddin (Yasar) einen kurzen Brief erhalten. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihnen Gesundheit (sihhat), Wohlergehen (âfiyet) und Glückseligkeit (saadet) schenken (ihsan), âmîn.

Obwohl es überall ein Bedürfnis (ihtiyaç) nach Regen gab, kam erstaunlicherweise, und zwar nur hier in Emirdag, ein heftiger Regen und ein für das Wachstum durchaus notwendiger (faideli) Graupelschauer herunter, dessen Stücke so groß wie Haselnüsse waren, desgleichen man bisher noch nicht gesehen hatte. Zurzeit sind zwei Nurcubrüder bei mir, die mir sagen: "Sowohl das Eintreffen des Qur'an-Exemplars, {von uns bereits erwarteten, handgeschriebenen Exemplars mit den darin sichtbaren, wunderbaren Übereinstimmungen} das auf seine Wunderhaftigkeit (mu'cizatli) hinweist, als auch der Umstand, dass der Direktor der Sicherheitsbehörde (emniyet müdürü) ein Exemplar des "Zülfikâr", wegen dessen Beschlagnahme (müsadere) wir doch eigentlich einen ziemlichen Angriff (hücum) aus Afyon erwartet hatten, dieses anerkennend (takdir) las, als auch die drei maßgeblichen Beamten, die alle drei Ismail heißen, und in derselben Zeit wahre Schüler (sakird) und Verbreiter (nasir) der Abhandlungen (Nurlar) wurden, waren der Anlass zu diesem Regen." Denn anhand vieler Erfahrungen (tecrübeler) steht bis heute fest (sabit), dass durch die freie Verbreitung (intisar) der Risale-i Nur die Unglücksfälle (belalar) beendet wurden, während durch alle Versuche, das zu verhindern oder gar die Lichter (Nurlar) zum Schweigen zu bringen, die Unglücke ausgelöst wurden. Das konnte sogar vor Gericht (mahkeme) bewiesen (isbat) werden. Aus dem diesmaligen Frühlingssturm (firtina) kann man daher entnehmen, dass wieder eine Dürreperiode angebrochen ist, weil zwei ausländische und zwei inländische, d.h. also vier Strömungen, jede mit ihrer jeweiligen Absicht (maksad), die Begeisterung (sevk) und den Arbeitseifer (sa'yler) der Nurdschus eindämmen und deren Gesichter auf ihre weltlichen (dünya) und politischen (siyaset) Interessen hinlenken wollen. Möge Gott es wollen (insâallah), dass auch diese Zeit bald wieder vorübergehen wird.

— 214 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Und es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht in Dankbarkeit lobpreist. Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder Tahirî, Sabri, Salahaddin, Mehmed und Mustafa!

Erstens: Zu Ehren dieser kommenden heiligen drei Monate (suhur-u selâse) und um der Ehre der Treue (sadakat) und Wahrhaftigkeit (ihlas) der Schüler (Nur sakirdler) willen, wollen wir hier einen sehr bedeutsamen Vorfall wieder zurechtrücken, der ein Grund zu einem Tadel (sebeb-i itab) und zu einer Ohrfeige war. Ihr sollt euch nicht deswegen grämen. Es ist dies wie folgt: In jener Nacht wurde ich in Form einer strengen innerlichen (manevî) Ermahnung (ihtar), wie ich dies noch nie zuvor erfahren hatte, zurechtgewiesen (itab) und mir mahnend (tazib) gesagt: "Du warst dazu verpflichtet (mükellef), die Wahrhaftigkeit (ihlas) und die Enthaltsamkeit (istigna) in den Abhandlungen (Nurlar) zu schützen (muhafaza), indem du nicht in das weltliche (dünya) Leben, seine Freuden (zevk) und seine Bequemlichkeit (keyf) hinabsteigst. Und du warst dazu beauftragt (vazifedar), gegen die Krankheit jener anzugehen, die nach dem Geheimnis (sirr) von

يَسْتَحِبُّونَ الْحَيٰوةَ الدُّنْيَا

{"Sie ziehen das weltliche Leben vor..."}

— 215 —

in dieser Zeitepoche (asir) das Weltliche (dünya) der Religion (din) vorziehen und wissentlich die Diamanten (elmas) gegen Glasperlen (sise) eintauschen und dich stattdessen für das Licht einzusetzen (Nur vasitasi) und darum zu bemühen. Anhand von hunderterlei Erfahrungen (tecrübe) hast du auch verstanden, dass die Geschenke (hediye) der Menschen, ihre Gaben (ihsan), ja selbst noch ihre Art, dir zu helfen (yardimlar) dir überhaupt nicht guttun, ja dich sogar krank machen. Du erlebst doch jeden Tag, was da geschieht (eser) und erfährst, wie es auf dich wirkt (tecrübe). Stattdessen bist du nun dafür die Ursache (sebebiyet), dass sich die Gesichter opferwilliger Helden der Risale-i Nur, derer, denen du am meisten vertraust, mehr als ihrem Dienst (hizmet) deiner eigenen Bequemlichkeit (istirahat) zuwenden, usw. Dies und noch mehr wurde mir innerlich (manen) eingegeben und so wurde ich denn eindringlich zurechtgewiesen." Und nun fürchte ich mich vor noch einer weiteren innerlichen Ohrfeige (manevî tokat). Der einzige Ausweg (çare-i yegânesi) bei diesem Vorfall ist der, dass derjenige, der dieses Automobil gekauft hat, nun bekanntmachen wird: "Dieser unser Bruder Said konnte es nicht annehmen. Er hätte denn andernfalls in sich (manevî) einen fürchterlichen Schaden verspürt."

Zweitens: Das Auto soll jetzt zu Sabri nach Konya geschickt und dahin gebracht werden. Wenn er nicht damit einverstanden ist, soll es zu den Säulen (erkânlar) der Medreset-üz Zehra gebracht werden. Sabri soll deswegen nicht besorgt (merak) sein. Sein wunderbarer Dienst (hârika hizmet) für die Abhandlungen (Nurlar) in jedem Monat ist viel mehr wert als der Preis für ein Auto. Darum soll er auch nicht gekränkt (gücenme) sein.

Drittens: Ihr sollt ohne jeden Zweifel wissen, dass der Grund dafür, dass ich diesen furchtbaren Tadel (itab) erhalten habe, der war, dass der Fahrer während eines Ausflugs mit dem Auto sagte: "Es sind z.Zt. sehr kleine Autos neu auf den Markt gekommen, die zu einem Preis von etwa tausend Lira verkauft werden." Da sagte ich nach Art eines Wunsches (arzu), um meiner Bequemlichkeit (istirahat) willen: "Ach wäre uns doch ein solch kleines Auto zu unserer Verfügung anvertraut (emanet), um damit meine Nurcu-Brüder an anderen Orten besuchen (ziyaret) zu können." Doch hatte ich dazu noch gar keinen wirklich (hakikî) ernsthaften Entschluss (karar) gefasst. Doch obwohl es nur ein Wunsch (arzu) war, haben zwei unserer engsten Brüder hier diesen Wunsch für einen ernsthaften Entschluss gehalten und opferbereit dafür gesorgt, nicht nur tausend Lira, sondern an die viertausend Lira heranzuschaffen. Als sie dann hierher kamen, nahm ich dies sieben Stunden lang in meiner Zufriedenheit (memnuniyet) auf und dachte dabei, dass dieser Wunsch ein angenommenes Gebet (dua-yi makbul) wäre. Doch da erfuhr ich plötzlich in dieser Nacht diesen innerlichen Einspruch (manevî itiraz), diesen Tadel (itab). Und so begriff ich denn die Fehlerhaftigkeit meines Wunsches (arzumun hatasi). Diese Art innerlichen Tadels (manevî itab), den ich noch nie zuvor erfahren habe, hat drei Gründe, die ich jedoch ein andermal erläutern (izah) möchte.

Unsere fünf Brüder, welche dieses Auto gekauft hatten, sollen mit absoluter Sicherheit (kat'iyyen) wissen, dass ich durch einen Hinweis (isaret) zu der Überzeugung (ve kanaat) gelangt bin, dass nicht etwa alle fünf ein Auto als Gabe (sadaka), als Spende (ihsan), als Geschenk (hediye) gegeben haben, es vielmehr von ihnen hinsichtlich ihrer guten Absicht (hayirli niyetler) als Dienst (hizmet) im Kreis der Risale-i Nur innerlich angenommen (manen kabul) wurde, so als ob ein jeder von ihnen tatsächlich (bilfiil) ein Geschenk mit dem vollen Wert eines Autos gemacht hätte. Da nun ihr, meine Brüder, einmal eine solche Hochschätzung (hâlisane) eures aufrichtigen (hakkiniz) Dienstes (hizmet) bewiesen (makbu) habt, braucht ihr nun nicht deswegen traurig (müteessir) zu sein; vielmehr habt ihr mich von meinem innerlichen Tadel (manevî itab) befreit. So habt ihr nun die Gelegenheit (ihtimal), den Schaden rasch wieder auszubessern (tamir), der möglicherweise sowohl zu meinem Lebensprinzip (düstur-u hayatim) als auch zum Geheimnis der Wahrhaftigkeit (sirr-i ihlas) der Risale-in Nur werden könnte. Ferner soll dieses Auto nicht hier stehenbleiben. Es soll zu dem gebracht werden, der den größten Teil dafür bezahlt hat. Nachdem ich nun die drei wichtigsten Gründe erläutert habe, könnt ihr jetzt auch den Grund für meine Aufregung (telasimin hakikatini) verstehen. Ich bin bereits dazu gezwungen in diesen heiligen drei Monaten (suhur-u selâse) und bis zur Herausgabe weiterer wichtiger Bände mich drei Monate lang, auch wenn mir die Herrschaft über die ganze Welt (dünya saltanati) verliehen wäre, nicht weiter darum zu kümmern. Falls der Preis, den ihr für das Auto bezahlt habt, noch nicht gedeckt sein sollte, habe ich mich bereits entschlossen, den noch fehlenden Betrag auf jeden Fall (alâküllihal) zu ergänzen, auch wenn ich alles, was ich besitze, dafür verkaufen müsste.

Grüße an alle (Umumunuza selâm).

Tragt mir also bitte nichts nach (Hakkinizi bana helâl ediniz). Und auch ich möchte euch nichts weiter übel nehmen (Ben de sizi helâl ediyorum).

— 216 —

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Macht euch keine Sorgen! Die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) wird auch weiterhin mit uns sein. Möge Gott es wollen (insâallah), dass auch diese jüngsten Angriffe (taarruzlar) ohne Erfolg (akîm) sein und zur guten Akzeptanz des Lichtes (Nur'un fütuhatina) beitragen werden. Nun soll ein Bruder nach Ankara fahren, um uns in dieser illegalen Angelegenheit (kanunsuz muamele) zwar ohne Panik, jedoch im Rahmen des Gesetzes (kanun) zu verteidigen. Er soll die Leute, wie den Inspektor (müfettis) der alten Partei, Hilmi Uran, den Inspektor der Provinz (Vilayetinin müfettisi) Afyon, den Abgeordneten (meb'us) Celal, Ahmed Hamdi im Präsidium des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Riyaseti) und Yusuf Ziya vom Sachverständigen-Komitee (ehl-i vukuf) aufsuchen und sich darum bemühen, diese illegalen, völlig willkürlichen Amtshandlungen gegen uns zu korrigieren.

Des Weiteren sollt ihr wegen der in Beschlag genommenen Bücher "Zülfikâr" und "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)" und wegen des Kopiergeräts der Polizei (zabita) und vor Gericht (mahkeme) sagen: "Die Vervielfältigung (teksir) dieser Exemplare ist für das Ausland; sie werden also ins Ausland geschickt. Da nun einmal im Norden drei Staaten den Qur'an angenommen (kabul) und begonnen haben, ihn in ihren Schulen (mekteb) zu unterweisen (ders), und da nun einmal Indien von seiner Regierung (hükûmet) Exemplare des Ehrwürdigen (kerim) Qur'an zum Selbstkostenpreis von zwei Millionen Lira in Auftrag gegeben hat, und da nun einmal die Bücher "Zülfikâr" und "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)" zwei Jahre lang von euren drei Gerichten (mahkeme) und den gelehrten Philosophen (feylesof âlimleri) durchforscht (tedkik) worden sind und sie alle übereinstimmend (ittifak) für unseren Freispruch (beraet) plädiert und diese Bücher sehr gelobt (takdir) und hoch geschätzt (tahsin) hatten, und da nun einmal diese beiden Bücher zwei scharfe Schwerter des Qur'an und zwei glänzende Zeugnisse (hüccet) für ihn sind, die selbst noch die Verbohrtesten dazu veranlassen, ihn anzunehmen (teslim), und da nun einmal Tausende Kritiker (ehl-i tahkik) und andere Geistesgrößen (ehl-i fen) bezeugen (sehadet), dass diese beiden Bücher stark (kuvvet) genug sind, sich gegen die atheistischen Strömungen, die von Norden kommen und diesen furchtbaren (dehset), destruktiven (tahrib) Anarchismus hervorrufen, voll und ganz durchzusetzen (mukabele), und da nun einmal die jetzige Regierung (hükûmet) Schulen (mekteb) für den Qur'an eröffnet und angeordnet hat, in diesen Schulen (mekteb) Religionsunterricht (dinî dersler) zu erteilen, ist diese Art und Weise, mit uns umzugehen, in jedem Fall beispiellos, ein Akt der Willkür (keyfî), eine Ungerechtigkeit (zulüm) und ein Verbrechen (cinayet) gegenüber dem Land (vatan), seinem Volk (millet), der öffentlichen Sicherheit (asayis) und der Gewissensfreiheit (hürriyet-i vicdan). Wir wollen jedoch mit eurer rein weltlich gesinnten Politik (dünya siyaseti) nicht unsere Hände schmutzig machen. Dennoch wollen wir euch nicht im Unklaren darüber lassen, dass wir unser Recht (hakkimiz) voll und ganz zu verteidigen (müdafaa) wissen und uns nicht von euch unter Druck (mecbur) setzen lassen!"

— 217 —

Tausende Grüße (selâm) an alle!

Sendet mir auch das Exemplar des "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)", das ihr für mich gebunden habt, wenn die Zeit dazu günstig ist. Der rein materielle Schaden, der entstanden ist, nachdem Hüsrev seine Aufgabe (vazife) bereits vollendet hatte, ist überhaupt nicht von Bedeutung. Die Exemplare des "Zülfikâr" sind bereits alle verteilt. Auch wenn bei dem "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)" ein geringer Verlust eingetreten ist, so möge doch Gott es wollen (insâallah), dass die Exemplare dennoch sehr viel geistigen Nutzen (manevî menfaat) bringen werden. Die Nurdschus sollten sich jedoch ihre Standhaftigkeit (sebat) und ihren Gemeinschaftssinn (tesanüd) bewahren (muhafaza), keineswegs in Panik (telas) geraten und sich ihre Begeisterung (sevkler) nicht nehmen lassen.

Euer Bruder
Said Nursî

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Da Isparta nun einmal zu einer Schule (Nur dershanesi) geworden und die Verwaltung (hükûmet) sowie auch die Polizei dort bis jetzt mehr als in anderen Provinzen tolerant (müsamahakâr) ist, ja die Nurdschus sogar wohlwollend betrachtet und sie kaum je behelligt, fühlen wir uns um des Segens (mübarekiyet) willen, der auf Isparta ruht, auch wegen des letzten Vorfalls nicht gekränkt, weil sie uns diesmal belästigt haben, sondern beglückwünschen (tebrik) sie sogar in gewisser Hinsicht dazu, dass es ihnen nun möglich wird, diese Abhandlungen (Nur'un eczalari) pflichtgemäß (vazifece) kritisch zu studieren (tedkik), sie zu lesen und ihren Nutzen (istifade) daraus zu ziehen. Das ist schließlich auch ihr gutes Recht (hakk). Also sollen sie vorerst einmal lesen. Ein Polizist (zabita) oder ein Angestellter der Justizverwaltung (adliye memuru), der stark im Glauben (imani kuvvetli) ist, kann Volk (millet) und Land (vatan) so nützlich (faidesi) werden wie zehn Mann. Darum ist unser materieller Verlust (maddî zayiat) im Vergleich zu diesem geistigen Gewinn (manevî faide) gar nicht von Bedeutung. Wenn sich eine Gelegenheit (münasib) dazu ergibt, grüßt (selâm) den Direktor für die Sicherheit (emniyet müdürü) und den Staatsanwalt (müddeiumumî) meinerseits und sagt ihnen: "Ich verfluche (beddua) euch keineswegs, im Gegenteil, ich bete (dua) für euch: "Oh Herr (Ya Rabbi)! Verleihe ihnen einen vollkommenen Glauben (iman-i kâmil) und ein gutes Ende (hüsn-ü hâtime) und bringe sie dazu, dass sie aus den Lichtern (Nurlar) ihren Nutzen (müstefid) ziehen."

Meine lieben getreuen Brüder!

Obwohl das Auto, das fünf Brüder für mich gekauft hatten, ohne einen Dank dafür zu erwarten (minnetsiz), zwar nun in gewisser Hinsicht genauso nützlich und nötig (faidesi ve lüzumu) wie vierzigtausend Lira war, um nun die Brüder in den verschiedenen Städten (kasabalar) zu besuchen und damit in gewisser Hinsicht zum Dienst (Nur hizmeti) beizutragen, habe ich es nicht angenommen (kabul), obwohl es äußerlich als Nachteil betrachtet wurde. Im Endeffekt wurde das jedoch zu einem unwiderlegbaren Zeugnis (hüccet) in der Hand der Schüler (Nur sakirdler), dass die hohe Wahrheit (hakikat) der Risale-i Nur sich zu gar keinem weltlichen Nutzen (dünyanin menfaati) herablässt und ihm zum Werkzeug (âlet) dient, auf absolute Weise durch diesen Fall (hâdise) als ein starkes Zeugnis (hüccet) gegen die Hocas und die Politiker (siyasîler), die uns dadurch kritisierten (mu'teriz), dass um der weltlichen (dünya) Angelegenheiten willen die Zwangsläufigkeit (zaruret) gegenüber dem Wissen und der Religion (ilme ve dine) besteht und so Schaden verursachen, um sie zum Schweigen zu bringen, welches wie ein starker Beweis (kuvvetli bir sened) wirkte, ein machtvolles Zeugnis (kuvvetli bir bürhan), das stärker ist als ein außergewöhnliches Wunder (hârika keramet). Sogar einige von denen, die durchaus argwöhnisch waren und sich von dem Licht (Nur) abwandten und nicht glauben wollen (inanmayan), dass sich das Licht (Nur) niemals für ein weltliches Ding (dünyanin hiçbir sey) herablässt, haben jetzt in vollkommener Hingabe (kemal-i teslimiyet) die Wahrheiten (Nurlarin hakikatina) annehmen (teslim) und erkennen müssen, dass sie über allen anderen Dingen stehen. Das aber heißt, dass die Gnade Gottes (inayet-i Hak) auch diesen Verlust für uns in eine Barmherzigkeit (rahmet) von großer Bedeutung verwandelt hat.

— 218 —

Anmerkung: Nachdem das Auto wieder verkauft worden war, wurden dreitausend Lira dieser Summe nach Emirdag gesandt, damit sie im Dienste der Risale-i Nur ausgegeben werden. Ich habe sie jedoch mit einer telegraphischen Überweisung zu den Eigentümern zurückgesandt. Heute habe ich gehört, dass die Freunde unter den Beamten dieses Vorfalls (hâdise) zu den Gegnern (muarizlar) gesagt haben: "Ein Mann, der sich nicht für drei- oder fünftausend Lira herabwürdigen lässt, ist ein Mann, der in dieser Zeit äußerst vertrauenswürdig (itimad) ist und sich mit nichts bestechen lässt.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Wir wünschen euch noch nachträglich aus ganzem Herzen (canim) und tiefster Seele (ruh) Glück und Segen (tebrik) zur heiligen Nacht der Himmelfahrt (Mi'rac-i Serif), die segensreich (rahmet), fruchtbar (bereket) und wunderbar (keramet) war und uns endlich den ersehnten Regen brachte. Und wir erbitten (niyaz) von Gottes Barmherzigkeit (rahmet-i İlahiye), noch mit vielen dergleichen Beispielen (emsal-i kesîre) beehrt (müserref) zu werden. Wir haben die feste Überzeugung, dass dies ein Zeichen (emare) ist, wenn auch in diesem Jahr genau wie im vergangenen Jahr in der vergangenen Nacht, der Nacht der Himmelfahrt (Mi'rac gecesi), in einer kaum vergleichbaren, noch nie zuvor gesehenen Art der Regen kam, und sich in der Nacht der Himmelfahrt (Mi'rac gecesi) und am darauf folgenden Tag noch fortsetzte, ein Zeichen (alâmet) dafür, dass der Kosmos (kâinat) und die Elemente (anasir) dieser heiligen (mübarek) Nacht gejubelt haben, dass das "Zülfikâr" und der "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) besonders bei den offiziellen Behörden (resmî daireler) einen so guten Anklang (fütuhatlar) gefunden haben. Etwa zur Hälfte dieser heiligen (mübarek) Nacht verschwanden plötzlich meine Beschwerden (rahatsizlik) und meine Schmerzen (sanci), die doch so heftig gewesen waren und mich in gewissem Grade an meiner Arbeit gehindert hatten, was mich zu der Überzeugung gebracht hat, dass dies ein Zeichen dafür ist, dass die Gebete (dualar) meiner Brüder für meine Gesundheit und mein Wohlergehen (sihhat ve âfiyet) in dieser segensreichen (mübarek) Nacht angenommen (makbuliyet) worden sind; und so erhielt ich eine Art geistige frohe Botschaft (manevî müjde), dass ein Teil dieser Nacht mir aufgrund meiner schweren Krankheit mit jeder Stunde so viel Segen (sevab) gebracht hat wie sonst nur in zehn Stunden. Da dankte ich Gott (Allah'a sükrettim) und sagte dem barmherzigen Allerbarmer (Erhamürrâhimîn) meinen unendlichen Dank (hadsiz sükür).

Zweitens: Es besteht kein Zweifel daran, dass einem Kommandanten des Lichtes (Nur), Bruder Re'fet Bey, mit seiner Reise nach Ankara in kurzer Zeit ein großer Dienst (Nurlara hizmet) gelungen ist. Möge Gott es wollen (insâallah), dass sich schon bald ein Erfolg herausstellen wird und insbesondere die Angestellten (müntesibler) im Amt für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Riyaseti) alle Werke des "Zülfikâr" und den "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)" mit Lob und Hochschätzung (takdir ve tahsin) entgegennehmen; dass sie bereits versprochen haben, sie nicht zu kritisieren (tenkid), sondern sie zu beschützen und zu verteidigen (himaye ve müdafaa), ist bereits eine höchst bedeutsame Nachricht (hâdise) und eine prächtige Bekanntgabe (ilânname) für das Zülfikâr und den Stab Mosis (Asâ-yi Musa).

— 219 —

Ehrwürdiger Meister und mein höchst ehrenwerter Herr!

Da sich der Bauunternehmer, unser Bruder (Kardesimiz Müteahhid) İsmail Efendi, zu jeder Zeit persönlich mit Hizmi Bey trifft, überließen wir es ihm, die in unserer Angelegenheit (bu hususta) notwendigen Erklärungen (izahat) abzugeben, und so gingen wir denn direkt zum Präsidium des Amtes für die Religiösen Angelegenheiten (Diyanet Riyaseti). Dort fanden wir zunächst den Herrn Professor (müderris) Hasan Hüsnü Bey, den wir bereits kennengelernt hatten, als er bei uns in Isparta war. Er ist Mitglied (azas) der Beratungskommission (Heyet-i Müsavere) des Präsidiums des Amtes für die Religiösen Angelegenheiten. Ich habe mit ihm eine Weile persönlich gesprochen und ihm unsere Angelegenheit dargelegt (izahat). Danach sind wir zusammen in das Zimmer der Beratungskommission (heyet-i müsavere) gegangen und dort habe ich den Herrn Professor Yusuf Ziya angetroffen, dessen Unterschrift (imza) sich unter dem Bericht der Sachverständigen (ehl-i vukuf) in Ankara findet. Ich habe gesehen, dass die Dokumente vor ihm lagen, in denen über das Zülfikâr, den "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) und über uns berichtet wird. Er bot mir einen Platz neben sich an und ich erklärte (izahat) ihm alles ausführlich. Ich habe zu ihm gesagt: "Weshalb kommt es eigentlich, obwohl doch Ihr Bericht und der Beschluss des Gerichtes (mahkeme) in Denizli und die Bestätigung (tasdik) des Revisionsgerichtes (Mahkeme-i Temyiz) bereits vorliegen, dennoch zu diesem Angriff (taarruz) gegen uns und gegen unsere Bücher, und weshalb schikaniert (sikinti) man uns trotzdem auf diese Weise? Da doch nun einmal unter einer demokratischen Regierung (cumhuriyet idaresinde) das Gesetz (kanun) über allem steht, ein Urteil (hüküm) eigentlich seine Gültigkeit (câri) haben sollte, wir also bereits vor dem Gesetz freigesprochen (beraet) worden sind, sollte man uns jetzt nicht noch weiter belästigen. Das zu verhindern wäre also durch einen gültigen Beschluss (isabetli karar) möglich, den Sie doch erteilen könnten. Andernfalls werden wir unser Recht (hakkimiz) selbst einzuklagen (araya) wissen." Das habe ich ihm gesagt. Daraufhin entgegnete (ilâve) er mir: "Das kommt daher, dass die Justizbeamten (adliye memurlari) und die Polizei (zabita) dort keine vollständige Kenntnis (vukuf-u tammeler) in Ihrer Sache (mes'ele) haben. Eure Dokumente (evrak) liegen aber jetzt vor mir. Ich werde also die Punkte (mütalaalar), die hier falsch verstanden (sû'-i tevehhüm) wurden, der Reihe nach klarstellen." Das sagte er mir und brachte so seine Hochachtung (takdir) vor diesen Werken zum Ausdruck. Danach überbrachte ich ihm noch die Grüße (selâm) unseres Meisters (Üstad) und auch er teilte mir zur Antwort seinen Gruß (selâm) mit und bat Sie auch noch um Ihr Gebet (duanizi).

Danach habe ich mich von ihm verabschiedet und ging dann zum Präsidenten des Amtes für die Religiösen Angelegenheiten (Diyanet Reisi). Auch mit ihm habe ich noch eine Weile gesprochen und ihm einiges erklärt (izahat). Er entgegnete mir: "Ich kenne den Ehrenwerten Hoca (Hazretleri) schon vom Haus der Weisheit (Dâr-ül Hikmet). Ich verehre (hürmet) ihn. Teilen (iblag) Sie ihm meine Grüße (selâm) und meine Hochachtung (hürmet) mit." Sie haben uns gesagt: "Wir werden noch die nötige Antwort geben und so möge es denn Gott wollen (insâallah), dass alles gut wird." Alle im Amt für die Religiösen Angelegenheiten Zuständigen (müntesibler) haben den Werken (eserler) ihre Hochachtung (takdir) entgegengebracht.

So habe ich denn verstanden, dass dergleichen illegale Aktionen nur dadurch möglich werden, dass sie beim Lesen (mütalaasi) religiöser Werke (âsâr-i diniye) keine guten Absichten (hüsn-ü niyet) haben und sie nach ihren eigenen Vorstellungen ausdeuten (mana). Am nächsten Tage traf sich dann Bruder Mehmed Efendi mit dem Herrn Abgeordneten von Erzurum, Meb'usu Vehbi Pasa. Auch dieser Herr sagte ihm: "Ich werde den Innenminister (dâhiliye vekili) ansprechen und lang und breit mit ihm über diese Angelegenheit (bu hususta) reden. Bringt dem Ehrwürdigen Meister (Üstad Hazretleri) meine Hochachtung (hürmet) und meine Grüße (selâm)." Danach überließ ich İsmail Efendi die Begegnung mit den Zuständigen der Partei, und so verließen wir Ankara.

Ihr Schüler
Re'fet, mit seinen Mängeln und Schwächen
— 220 —

Um die Blütenpracht dieses Frühlings

{(Anmerkung): Der beispiellos segensreiche Regen (rahmet) dieses Jahres, die Aufhebung jenes Gesetzes, dass alle Soldaten eine Schirmmütze zu tragen haben, die Eröffnung allgemeiner Qur'anschulen (resmen mektebler) und die Verbreitung (intisar) des Zülfikâr und des "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa), um den Glauben (imani kurtarmak) auf wirksame Weise zu retten, sind ein Beweis dafür, dass sie noch viele dergleichen segensreiche (rahmetli) Ergebnisse bringen werden.

Tausende Grüße (selâm) an alle Brüder; wir beten (dua) für sie.}

schauen zu können, fuhr ich ein, zwei Stunden im Wagen spazieren. Auf eine noch nie zuvor im Leben geschaute Weise wuchsen alle Blumen, Gräser und Kräuter mehr als je zuvor. Sie öffneten ihre Blüten, sangen ihren Lobpreis (tesbihat) und priesen (takdir) ohne Worte (lisan-i hal) das Kunstwerk ihres Meisters in Seiner Majestät (Sâni-i Zülcelâl) und jubelten Ihm im Empfinden einer wahrhaften Gewissheit (hakkalyakîn) zu. So stieg denn in meiner gottvergessenen (ghafil), ungeduldigen Seele (nefs) jenes Gefühl auf, das nach einem Leben in dieser Welt (hayat-i dünyevîye) verlangt. Doch in meinem Herzen (qalb), das in aller Vergänglichkeit (fani) nach der Ewigen (baqi) Seligkeit strebte und dabei die gegebene Gelegenheit ergriff, wuchs im Ekel vor dieser Welt (dunya), überdrüssig aller Krankheit und der Bedrängnis dieses Lebens (hayat) ein brennendes Verlangen, in jene Zwischenwelt (bersah) hinüberzugehen und dort 90/100 meiner Freunde wiederzusehen. Doch da erhob sich in meinem Inneren (nefs) ein Einwand. Wegen dieses Einwandes aber zeigte sich mir plötzlich das Licht des Glaubens (iman nuru) und breitete sich in all meinem Empfinden und Gespür aus. Da sich unseren fünf Sinnen (maddi cihetinde) in so vielen Kunstwerken Schönheit (dschemal), Barmherzigkeit (rahmet) und das Leben (hayat) offenbart, ist der Erdboden gleichsam ein Schleier vor Gottes grenzenloser Barmherzigkeit (rahmet)... und nichts, was sich uns durch ihn zeigt, bleibt dem Zufall (basibos) überlassen. Dabei hat der Erdboden sicherlich seinen Anteil an jener Art Werkbänken, aus deren geistigen Zentren (manevi) all jene äußerlichen, materiellen Kunstwerke (hervorgehen), die ein Schleier über all der Pracht und Schönheit, der Vollkommenheit (dschemal), der Barmherzigkeit (rahmet) und dem Leben (hayat) sind und auf sie zurückgeführt werden können. Sicherlich sollten wir deswegen mit Ehrfurcht über diesen Erdboden schreiten, der unsere (stets alles geduldig) ertragende Mutter ist, an deren Brust wir unsere Zuflucht suchen und uns dabei ihre wahren (haqq), unvergänglichen, himmlischen (manevi) Blumen vor Augen halten, die noch weit liebenswerter sind und nach denen wir sehnsüchtig verlangen. Auf diese Weise wurden denn diese blinden Gefühle und alle Einwände meiner in diese Welt vernarrten Seele ganz und gar beseitigt und überwunden.

اَلْحَمْدُ ِللهِ عَلَى نُورِ اْلاِيمَانِ مِنْ كُلِّ وَجْهٍ

{"Dank sei Gott für das Licht des Glaubens in all seinen Aspekten!"}

Said Nursî

Meine lieben unschuldigen Kinder!

Ihr bemüht euch, Unterricht (ders) zu bekommen, um den Qur'an zu lernen. Da eine Umschrift mit den neuen Buchstaben, die ihr kennt, nur mangelhaft sein kann, sollte man, so weit wie möglich, nicht mit diesen neuen Buchstaben lesen.

Der Vorteil (faide) einer Kenntnis des Qur'an liegt zudem nicht allein darin, dass man ein Hâfiz werden, in der Welt (dünya) damit einen Rang (makam) erwerben und monatlich einen Lohn (maas) empfangen könnte, man sollte vielmehr daran denken, dass jeder Buchstabe (harf) zum mindesten von zehn bis zu Hunderten und Tausenden Früchten des Paradieses (Cennet meyveleri) an Gutem (hayrin) und Gewinne im Jenseits (âhiret faideleri) erbringt und ihn mit der Absicht (niyet) lesen, das Wohl (rahat) und die Glückseligkeit (saadet) des Ewigen Lebens (ebedî hayatin) zu erwerben.

Das Studium der Wissenschaften (fenleri ders) in den Schulen (mektebler), um sich den Lebensunterhalt auf dieser Erde (dünya maiseti) zu verdienen oder um sich einen Orden (rütbeler) zu verdienen, ist - wenn man dabei Wert und Nutzen (faide) dieses kurzen irdischen Lebens (dünyevî hayat) betrachtet - so ziemlich das Gleiche. Hingegen den Qur'an und die heiligen Worte (kudsî kelimeleri) des Qur'an und ihre lichtvollen (nurlu), auf Glauben (iman) beruhenden Bedeutungen (manalar) zu erlernen, ist in der Tat im Ewigen Leben (ebedî hayat) tausendfach wertvoller. Erstere sind wie Glasperlen, jene aber gleichen den Diamanten (elmas).

Zudem könnt ihr somit wahrhafte und nützliche Kinder (hakikî ve faideli evlâdlar) für eure Eltern werden. Da ihr nun einmal noch unschuldig (masum) und ohne Sünde seid, werdet ihr - wenn ihr mit einer solch heiligen Absicht (kudsî bir niyet) lest - unter die unschuldigen Schüler (masum sakirdleri) der Risale-i Nur aufgenommen (kabul) und so an den Gebeten (dua) aller Schüler euren Anteil bekommen und lichtvolle (nurlu) und segensreiche Schüler (mübarek talebeler) sein.

Ich wünsche viel Glück und viel Segen (tebrik) sowohl eurem Lehrer (üstad) als auch euch selbst, euren Eltern und eurem ganzen Land (memleket)!

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Wir möchten euch noch nachträglich von ganzem Herzen (canim) und tiefster Seele (ruh) zur Nacht des Göttlichen Beistands (Leyle-i Beratinizi) beglückwünschen (tebrik).

Zweitens: Es ist sehr gut, dass Re'fet Bey, der ein bedeutender Kommandant und Herausgeber (nasir) des Lichtes (Nur) ist, um des Dienstes (Nur hizmeti) willen nach Istanbul gefahren ist, und das ist sehr schön. Es war dort bereits ein Nur-Schüler wie er notwendig geworden. Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), möge ihm Erfolg (muvaffak) verleihen, âmîn.

Drittens: Ich möchteدژ ein Exemplar der beiden Bücher den Gelehrten (ülema) der Câmi-ül Ezher und jeweils ein weiteres Exemplar von diesen beiden den Gelehrten (âlimler) in der Umgebung des Begräbnisplatzes (Ravza-i Mutahhara) in Medine-i Münevvere und jeweils ein weiteres Exemplar von diesen beiden an das Gremium der Gelehrten (heyet-i ülema) im heiligen Damaskus (Sam-i Serif) senden und ließ auch dafür drei Exemplare des "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) und ebenfalls drei des Zülfikâr vorbereiten. Darin befindet sich auch noch vorne jeweils ein Brief, den wir euch bereits zuvor gesandt hatten und nun als Grußadresse an die Gelehrten (ülema) der Câmi-ül Ezher beigelegt haben. Wir möchten beides - wolle es Gott (insâallah) - so schnell wie möglich abschicken.

— 221 —

Viertens: Ich brauche in zweifacher Hinsicht dringend eure geistigen Verdienste (manevî hizmet), die ihr an meiner Stelle erbringt, weil ich dazu nicht in der Lage bin, als auch eure Gebete (dualar) und die Hilfe (imdad) eurer geistigen Leistungen (manevî kazanç).

Erste Hinsicht: Ich habe in meinem ganzen Leben (hayat) noch nicht die augenblickliche Kraftlosigkeit (kuvvetsizlik) und diese langsam wachsende Schwäche (za'fiyet) in mir gespürt. Ich kann meine regelmäßigen Gebete (evradlar) manchmal nur noch mangelhaft und mit großer Anstrengung rezitieren. Tatsächlich aber müsste ich in diesen segensreichen Tagen und Nächten (leyali-i mübarek) eigentlich hundertmal so viel tun. Und obwohl es eigentlich nötig wäre, wegen meiner Zugehörigkeit (hissem) zu eurer geistigen Körperschaft (sirket-i manevi) auch meinen Beitrag (yardim) zu leisten und mich euren Gebeten (dualar) mit einem tausendfachen Amen (âmînler) anzuschließen (istirak), kann meine Kraftlosigkeit (iktidarsizlik) zu dieser geistigen Körperschaft (sirket-i manevi) nur sehr wenig beitragen (yardim). Dafür ist dies die Lösung (çare): So wie euch meine Aufgabe (vazife) im Dienst (vazife-i Nuriye) übertragen wurde, erbitte (niyaz) ich auch von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) meine Aufgabe (vazife) in dieser Körperschaft (sirket), indem ich mit eurer geistigen Hilfe (manevî yardimlari) rechne, eurer guten Meinung (hüsn-ü zanni) von diesem eurem armen Bruder entsprechend, die doch alles Maß meiner eigenen Möglichkeiten (haddim) und Fähigkeiten (istidadim) überschreitet, zu übernehmen.

Der zweite Grund für mein Bedürfnis: Da sowohl durch euch als auch durch einige Menschen, die nicht aus unserem Kreis sind, die außergewöhnlichen Verhaltensweisen (fevkalâde halleri), die aus den Wahrheiten (hakikat) der Risale-i Nur und der geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) ihrer Schüler (sakirdler) hervortreten, und ihre Folgen von diesem eurem hilflosen Bruder beschrieben werden, wohingegen diese bedeutenden Folgen doch sehr große Fähigkeiten (iktidar) und sehr viel Ausdauer (tahammül) voraussetzen, bringt mich meine so überaus wenige und rein persönliche Arbeit (sahsî çalismam) bei meiner Krankheit und Schwäche (za'fiyet) in jedem Fall dahin, dass ich dringend euren geistigen Beistand (manevî yardim) benötige (muhtaç). Damit aber nun euer geistiger Beitrag auch zu mir eilen kann, meine ich (niyet) "euch" mit all den Worten, die Personalpronomina in der "wir"- oder "uns"- Form (mütekellim-i maalgayr) genannt werden, wie اَجِرْنَا "Schütze uns!" oder اِرْحَمْنَا "Erbarme dich unser!" Darum verhalte ich mich immer so, als ob ich mit euch allen beisammen (umumunuzla) wäre. Sage ich also "âmîn", so ist dabei meine Absicht (niyet), dass es ein "âmîn" zu all euren Gebeten sein möge. So möge denn Gott (insâallah), der Barmherzige, der Allerbarmer, in Seiner Barmherzigkeit (Erhamürrâhimîn rahmetiyle) meine so überaus mangelhafte und nur geringe Arbeit wie ein vollkommenes (mükemmel) "âmîn" zu eurer großen Arbeit annehmen (kabul).

Fünftens: Ich möchte gerne wissen (merak), wie nach dem jüngsten Vorfall (sâbik hâdise) eure jetzige Verfassung (vaziyet) ist. Gott, dem Gerechten, sei Dank (Cenab-i Hakk'a sükür), dass die Reise des heldenhaften Tahiri nach Istanbul, um ein Kopiergerät und das Papier dazu zu kaufen, wie ihr in eurem Brief schreibt, zeigt, dass dieser Vorfall (hâdise) sang- und klanglos verlischt und daraus weiter kein Hindernis (mani') für die Herausgabe der Abhandlungen (Nurlarin nesrine) entstehen wird, ja vielmehr Gott es wollen möge (insâallah), dass sich auch in anderen Ortschaften überlegene Erfolge (galibane fütuhati) einstellen werden.

— 222 —

Es handelt sich um den Stab Mosis (Asâ-yi Musa) und das "Zülfikâr", welche an das segensreiche Gremium der Gelehrten (mübarek heyet-i ülemaya) in der Umgebung des Begräbnisplatzes (Ravza-i Mutahhara)

عَلَى صَاحِبِهَا اَ unَلُ الصَّلاَةِ وَالسَّلاَمِ

{"Der höchste Segen und Friede möge über den Herrn dieses Begräbnisplatzes sein.",}

gesandt wurden, um sowohl ein Mittel seiner Fürsprache (vesile-i sefaat) zu sein, als auch an diesem heiligen (kudsî) Ort die edlen Gebete (hayirli dualar) zu empfangen; auch sollten sie anstelle des Verfassers (müellif) diese segensreichen (mübarek) Orte und Stätten besuchen.

Bei diesem Abschnitt (fikra) wurde nur in den Büchern, die nach Damaskus, Ägypten und Indien gesandt wurden, anstelle von "dem Begräbnisplatz (Ravza-i Mutahhara)", "an Câmi-ül Ezher und an die islamische Gemeinschaft in Damaskus und in Indien" geschrieben. Genauso haben wir am Anfang von allen vier "Zülfikâr" und den vier "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) geschrieben und die beiden Bücher sowohl an Câmi-ül Ezher in Ägypten, als auch an die Gelehrten in Damaskus (Sam ülemasi) und auch an das Gremium, das in Indien Qur'an-Exemplare mit zwei Millionen Lira bestellt hat, gesandt.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Wenn Ihr "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) und "Zülfikâr", welche die Abhandlungen "Wunder Mohammeds (Mu'cizat-i Ahmediye)" und "Wunder des Qur'an" beinhalten, zu einer Zeit, die ihr dafür günstig (münasib) haltet, an die Gelehrten (ülema) in der Umgebung des Begräbnisplatzes (Ravza-i Mutahhara) sendet, so schreibt ihnen dabei, dass die Medreset-üz Zehra

{(Anmerkung): Da es noch viele Hindernisse für eine materielle Errichtung (maddî tesisi) der Medreset-üz Zehra gibt, besteht sie z.Zt. nur aus dem Kreis, gebildet aus der Gesamtheit (heyet-i mecmuasi) ihrer Schülerschaft (Nur sakirdleri).}

für die Abhandlungen (Nur risaleler) ein geistiges Kind (manevî mahdum) im Schulalter (talebe) ist, welche eines gewissen Feingefühls der Gelehrten (ülemanin sefkati) in der Umgebung des Begräbnisplatzes (Ravza-i Mutahhara)

عَلَى صَاحِبِهَا اَفْضَلُ الصَّلاَةِ وَالسَّلاَمِ

{"Der höchste Segen und Friede möge über den Herrn dieses Begräbnisplatzes sein.",}

noch sehr bedarf. Sie ist ihre Schülerin (sakird), die den ungestümen Angriffen ihrer Feinde ausgesetzt ist, auch wenn sie dabei wie ein kleines Amt, eine Art Filiale (subesi), in eurer großen Medresse fortwährend die Islamische Welt erleuchtet (tenvir). Deshalb erwarten wir von den Herren (zâtlar), den ehrenwerten Meistern (âlîkadr üstad), liebevollen Vätern (müsfik peder) und großen edelmütigen Wegweisern (hamiyetkâr mürsid-i a'zam) in ihrer erhabenen Einsatzfreudigkeit (ulüvv-i himmeti), dass sie diesem ihrem Kind (bîçare evlâd) geistig (manevî) voll und ganz behilflich sein werden. Was diese beiden Bücher (ders) betrifft, die euch, unseren doch so großen Meistern (üstadlar), hiermit vorgelegt werden, so sind sie gleich einem Schüler (taleb), der am Abend seine Lektion (ders), insoweit er sie verstanden hat, für seinen Meister (üstad) oder seinen Vater niederschreibt und ihm vorlegt (takdim). In diesem Sinne sollen auch diese beiden Lektionen (ders) den nachsichtigen Augen (nazar-i müsamahalari) dieser liebevollen Gelehrten (sefkatli allâmeler) dargeboten werden.

In dieser Weise sollt ihr ihnen einen Brief schreiben und ihnen meine Grüße (selâm) und meine Verehrung (ihtiram) darbieten (teblig). Ich küsse ihre Hände.

"Der Verfasser dieser Abhandlungen (risalelerin müellifi), Said Nursi, führt seit zweiundzwanzig Jahren ein Asketenleben (inziva). Da man ihn vollkommen isoliert hat, darf er auch nicht mit den Leuten (halklar) reden. Nur insoweit dies wirklich notwendig (zaruret derecesi) ist, kann er einmal kurz mit anderen Kontakt (sohbet) aufnehmen. Bei ihm findet sich überhaupt kein Buch. Einzige Quelle (manbalar) und alleiniges Nachschlagewerk (mehazler) zu all den einhundertdreißig Abhandlungen, die er verfasst hat, ist einzig und allein der Qur'an." Das sagt er und das können auch wir selbst aus vollem Herzen (kuvvet) bestätigen (tasdik). In den Abhandlungen (risaleler), die er in seinem kranken und elenden (perisan) Zustand hier in der Fremde (gurbet) manchmal sehr schnell geschrieben hat, können sich Fehler (sehivler) eingeschlichen haben, weswegen er sagte, dass er Gelehrte (allâmeler) wie Ihr es seid, darum bittet, sie mit Nachsicht (nazar-i müsamaha) zu betrachten. Wir kommen hiermit seiner Bitte nach (teblig) und küssen eure Hände.

Die Schüler (Nur sakirdleri)
Tahirî, Hayri, Mustafa, Sadik, Osman, Hüsrev, Tahir
— 223 —

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Länder des Nordens, wie Schweden, Norwegen und Finnland, die bereits in ihren Schulen (mektebler) den Qur'an als das Buch angenommen haben (kabul), das zu ihrem größten Retter (halaskâr) geworden ist, sollen die Câmi-ül Ezher jetzt nach der Absicht (niyet) des Fastens (siyam) im Ramadan, das einer der vornehmsten Grundpfeiler des Islam ist, gefragt haben: "Gibt es vielleicht einen Weg der Erleichterung (çare-i tahfif) oder der Verzögerung (te'hir) während des Fastens an den sehr langen Tagen und Nächten des Nordens?" Also gibt es nicht nur diese kleinen Staaten in Europa, sondern auch noch einen weiteren Staat, der in der Geschichte einmal groß war und in der Welt (dünya) eine besondere Machtstellung (mevkii) innehatte, der sich aber heute {seine Interessen (A.d.Ü.)} nicht zeigt (izhar), damit man ihm keine politisch gefärbten Vorstellungen (siyaset manasi) unterschieben kann. Da er auf eine derart entsetzliche Weise und durch so entsetzliche Ohrfeigen erfahren hat, dass alles auf dieser Welt (dünya) sterblich und vergänglich (fena ve fânilik) ist und diese hohen Positionen (mertebeler) ins Nichts hinabsinken, kann er den wahren Trost (hakikî teselli) einzig und allein noch in den Wahrheiten (hakaik) des Qur'an finden. Man kann sich also vorstellen (tahmin), dass er geistig (manen) mit diesen kleinen {den oben erwähnten Staaten (A.d.Ü.)} zusammen ist.

Nachdem so das Wesen der Welt (dünyanin mahiyeti) erkannt wurde, gibt es auf jeden Fall nichts mehr, was in der Tat noch die Wunde dieser Enttäuschung (inkisar-i hayal) der Menschheit (beseriyet) zu heilen (tedavi) vermag, außer dem Ewigen Leben (hayat-i ebedi), das der Qur'an verkündet.

Mein lieber getreuer und heldenhafter Sabri!

Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), viele so Opferbereite wie Galib Bey im islamischen Heer ausbilden lassen. Dieser Herr dient dem Glauben (imana hizmet) im Westen genauso wie es Hulusi Bey im Osten tut. Er bemüht sich, durch Mystik (tarîkat), die Gläubigen (ehl-i iman) von einem Irrweg (dalalet) abzuhalten. Dieser Herr (zât) versuchte bereits lange bevor er die Risale-i Nur kennengelernt hatte, diesen Weg (Nur meslek) zu beschreiten. Später dann, wenn sich diese Bindung (Nurlarla münasebeti) noch weiter verfestigt (kuvvet) hat, wird sich auch sein Dienst (hizmet) dementsprechend erweitern. Denn es ist die Grundlage (esas) auf diesem Wege (Nur meslek), die Wahrheit (hakikat) in Acht zu nehmen, die gelobte Sitte des Propheten (Sünnet-i Seniye) und die verpflichtenden Gebote (feraiz), und sich dabei von allen schweren Sünden (günah) zu enthalten, wobei die Mystik (tarîkat) jedoch als zweit- oder drittrangig betrachtet wird. Unser Bruder Galib beabsichtigt, im Rahmen der Liebe für die Familie des Propheten (muhabbet-i Âl-i Beyt) unter den Aleviten eine Art mystischen Unterricht (tarîkat dersi) mit einer allgemeinen Übersicht (hülâsas) über alle Ordensschulen (tarîkatlar), also die Kadirî, Sazelî und Rüfaî, im Rahmen der gelobten Sitte des Propheten (sünnet-i Seniye dairesinde) zu erteilen, unter der Bedingung, dass sie die vier rechtgeleiteten Kalifen (Hulefa-yi Rasid) und die zehn Sahabis, denen das Paradies vorher verkündigt wurde (Asere-i Mübessere), nicht kritisieren werden. Im Namen der Wahrheit (hakikat) und mit der Absicht (hesab), den Glauben (iman) zu retten und vor ketzerischen Neuerungen (bid'alar) zu schützen (muhafaza), hat sein Vorhaben (hesab) drei, vier bedeutende Vorteile (faide):

— 224 —

Erstens: Es hat den bedeutenden Vorteil (faide), die Aleviten vor allerlei negativen (fena) Strömungen zu bewahren und sie in gewissem Grade vor den extremen Einflüssen (müfrit) der heretischen Râfizî und der politisierenden Bektasî zu schützen.

Zweitens: Gleich, wie weit auch die Aleviten gehen mögen (ifrat), welche die Liebe zu den Leuten der Familie des Propheten (Hubb-u Ehl-i Beyt) zu ihrem Weg (meslek) gemacht haben, selbst wenn sie so heretisch werden würden wie die Râfizî, so stürzen sie doch nicht in die Glaubenslosigkeit (zindika), in den absoluten Unglauben (küfr-ü mutlak). Denn solange die Liebe zur Familie des Propheten (muhabbet-i Âl-i Beyt) die Grundlage (esas) ihres Geisteslebens (ruh) ist, verfallen sie nicht dem absoluten Unglauben (küfr-ü mutlak), der die Feindseligkeit (adavet) gegenüber dem Propheten (Peygamber) und seiner Familie (Âl-i Beyt) miteinschließt. Sie fühlen sich durch diese Liebe (muhabbet) fest mit der Islâmiyet verbunden. Und es ist ein großer Vorteil (faide), sie als solche im Namen der Mystik (tarîkat) zur Einhaltung der Tradition des Propheten (daire-i sünnet) zu bewegen.

Außerdem ist es in dieser Zeit ein gewaltiges Unternehmen (maslahat), die Aleviten zum Eintritt in den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) zu bewegen, damit einige politische (siyasî) Strömungen, die der Einheit (vahdet) der Gläubigen (ehl-i iman) beträchtlichen Schaden zufügen, sie nicht für sich als Werkzeug (âlet) missbrauchen können, indem sie dabei deren angeborene Opferbereitschaft (fitrî fedakârliklar) ausnutzen (istifade). Da der Meister (üstad) der Schüler (Nur sakirdleri) nun einmal Imam Ali ist, mit dem Gott zufrieden sein möge, und auf dem Weg des Lichtes (Nur meslegi) die Liebe zur Familie des Propheten (hubb-u Âl-i Beyt) die Basis (esas) ist, sollten die wahren (hakikî) Aleviten in jedem Fall mit einer vollkommenen Begeisterung (kemal-i istiyak) in diesen Kreis eintreten.

Diese Zeit ist die Zeit, den Glauben (iman) zu retten. Da sich in dieser Zeit ketzerischer Neuerungen (bid'alar) während des geistigen Vorwärtsschreitens des Herzens (seyr-ü sülûk-ü kalbî) auf dem Weg der Mystik (tarîkat mesleginde) sehr viele Schwierigkeiten (müskilât) auftun, beschreitet der Kreis des Lichtes (Nur dairesi) den Weg der Wahrheit (hakikat meslegi) und verschafft den gleichen Gewinn (faide) wie die mystischen Wege (tarîkatlar). So teilt denn diesem Bruder meine Glückwünsche (tebrik) zum Ramadan und meine Grüße (selâm) mit. Auch möge er für uns beten (dua).

Die Glückwünsche (tebrikler), die seine kleinen und sehr fleißigen Kinder (masumlar), der siebenjährige Yilmaz und der dreizehnjährige Hüsnü und ihre ehrenwerte (muhterem) Mutter, die genauso wie sie an dem Licht (Nur) arbeitet, mit ihren segensreichen Stiften (mübarek kalemler) im Hause unseres aufrichtigen (hâlis) Bruders Hifzi in Safranbolu, das seine kleine Medrese-i Nuriye ist, geschrieben hatten, haben wir im Namen der Medrese-i Nuriye der beiden (umum) Provinzen Safranbolu und Eflani als paradiesische Segenswünsche (Firdevsî teberrük) dieses Ramadans entgegengenommen (kabul). Der Traum von Yilmaz hat sich als wahr herausgestellt, ohne eines Kommentares zu bedürfen.

Ein Auszug aus dem schönen, aufrichtigen (samimi) Brief von Mustafa Sungur, der wahrhaftig zu den kleinen Helden von Eflani gehört, soll in die Briefsammlung (Lâhika) aufgenommen werden. Mit Recht gilt, dass Mustafa Osman die beiden Namensvettern Mustafa Oruç und Mustafa Sungur als wirklich wahrhaftige Gefährten (arkadas) im Dienst (Nur hizmeti) gefunden hat, als eine Wundertat (keramet) seiner Treue (sadakat) und seines Erfolges (muvaffak). Wir grüßen (selâm) besonders Ahmed Fuad, welcher der Hasan Feyzi von Safranbolu ist, und all die anderen, deren Namen in ihren Briefen geschrieben stehen, jeden Einzelnen von ihnen, beten (dua) für sie und gratulieren ihnen zu ihrem außerordentlichen Fleiß (gayretlerini tebrik). Allen Brüdern senden wir Tausende Grüße (selâm).

— 225 —

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Was die nun fehlerfreie, vollkommene (mükemmel) und so schöne Ausgabe des Buches "Leuchte des Lichtes (Siracünnur)" betrifft, so ist sie ein überaus wichtiger, neuer Beitrag zum Unterricht (ders) an der Medreset-üz Zehra. Möge Gott es so wollen (insâallah), dass es im weiten Kreis (daire-i Nuriye) mit Interesse (merak) gelesen wird.

Zweitens: Wie die Briefe von Nihad und Abdurrahman İhsan zeigen, arbeitet Mehmed Feyzi, welcher der Hüsrev von Kastamonu ist, in völliger Begeisterung (kemal-i istiyak) und ohne sich jemals dabei verunsichern zu lassen, an den Abhandlungen (Nurlar), wird stets wieder dazu angetrieben und unterrichtet sie auch, worüber auch diejenigen, die von dort kommen, genauso berichten (haber). So erfüllt er seine Schülerpflicht (sakirdlik) voll und ganz. Möge Gott ihm zum Erfolg verhelfen (Allah muvaffak eylesin, âmîn!). Wir gratulieren auch Mustafa Osman, der ein Held des Lichtes (Nur) ist, zu seinem Dienst (Nur hizmeti), den er insgeheim in Karabük verrichtet (faaliyet), und den Schülern (sakirdler) in der Umgebung dort und in Eflani zu ihrer Begeisterung (sevk) und ihrem Fleiß und beglückwünschen (tebrik) sie zugleich zu der Heiligen Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir).

Anmerkung: Während ich das Buch "Leuchte des Lichtes (Siracünnur)" korrigierte, wurde ich traurig (müteessir), weil ich in diesem Ramadan nicht genügend Zeit für die mir wichtigen Rezitationen (virdler) finden konnte. Da überkam mich auf einmal die folgende Ermahnung (ihtar): Diese Abschnitte (mebhaslar), die du da gerade liest, sind in gewisser Hinsicht wie ein Gottesdienst (ibadet) und zugleich auch die Erkenntnis Gottes (ayn-i marifetullah) selbst, ein Gedenken Gottes (zikrullah), Seine Gegenwart im eigenen Herzen (huzur-u kalbî) und Ausdruck einer Liebe aus dem Glauben (muhabbet-i imaniye), welche die Rezitationen, die du ausgelassen hast, voll und ganz ersetzen. Daraufhin sagte ich: "Dank sei Gott! (Elhamdülillah)"

Soweit es sich ermöglichen ließe, wäre es am besten (münasib), wenn die Bücher, die nach Istanbul geschickt wurden, danach gebunden hierher kommen könnten. Zudem wäre es günstig, wenn zwanzig, dreißig Exemplare auch in Istanbul für mich gebunden (cildlen) und mir dann zugesandt werden könnten. Doch habe ich den Preis dafür jetzt nicht zur Hand, sodass ich ihn abschicken könnte. Außerdem geriete ich dann in eine Lage, in der ich vielen etwas schenken (hediye) müsste.

Da sich ein, zwei Ärzte, die zu den Säulen der Risale-i Nur gehören, weil ich mich, trotz meiner schweren Krankheit nicht bei diesen aufrichtigen (halis) und treuen (sadik) Seelen wegen meiner Krankheit gemeldet habe, keine Medizin genommen habe, trotz meiner so schweren Krankheit nicht um Rat gebeten, auch in dieser Zeit meines fortschreitenden Alters und in all meinen Schmerzen meine Krankheit nicht zum Thema gemacht habe, oNurhl sie mich doch besucht hatten, viel Kummer und Sorgen um mich gemacht haben, sehe ich mich nun doch noch dazu gezwungen, diese ansonsten sehr persönliche (sirr) Tatsache (hakikat) bekannt zu machen. So schreibe ich euch dies denn, damit es euch vielleicht von Nutzen sein könnte.

So habe ich ihnen denn gesagt: Sowohl meine heimlichen Feinde als auch mein Ego (nefs) suchen mit Hilfe des Satans bei mir die empfindliche Stelle, wo sie mich packen und so meinem völlig aufrichtigen (ihlas) Dienst an der Risale-i Nur einen Schaden zufügen könnten. Mein schwächster Punkt und meine schrecklichste Behinderung ist aber (dort zu suchen), wo meine Krankheit (sitzt). Je wichtiger man aber diese Krankheit nimmt, desto mehr wird sie ihren Sieg über den Gemütszustand, den Leib und die Seele (nefs) davontragen. "Das ist notwendig! Das ist zwangsläufig!", sagt sie und bringt so Herz (kalb) und Verstand (ruh) zum Schweigen. So macht sie den Arzt zu einem despotischen Herrscher (hâkim). Der aber zwingt (den Patienten) dazu, seine Vorschriften zu befolgen und die (vorgeschriebenen) Medizinen einzunehmen. Weil dies aber so ist, schadet sie so einem opferbereiten und aufrichtigen (ihlas) Dienst. Zudem haben sich meine heimlichen Feinde auch darum bemüht, diesen schwachen Nerv (in mir zu ihren Gunsten) auszunutzen und tun dies noch heute. Und in gleicher Weise verfahren sie auch mit der Furcht, der Gier, mit Ruhm und Ehre... (Was jedoch die Angst, also den schwächsten Punkt im menschlichen (Leben), betrifft, so konnten sie damit bei mir nichts ausrichten, denn sie wissen genau, dass ich ihrer Todesstrafe keine fünf Para Wert beimesse).

— 226 —

Danach haben sie sich auch viel mit der Sorge um das tägliche Brot, einer anderen menschlichen Schwäche, beschäftigt und sich auch hinsichtlich der (menschlichen) Gier große Mühe gegeben. Doch bis heute konnten sie auch aus dieser Schwäche keinen Nutzen für sich ziehen. Danach ist es ihnen klar (tahakkuk) geworden, dass die irdischen (dunya) Güter, für die sie opfern, was (nach islamischem Verständnis) heilig (mukaddesat) ist, in unseren Augen überhaupt gar keinen Wert haben; und es waren viele Ereignisse anhand derer ihnen das klar (tahakkuk) geworden ist! Ja, in diesen letzten zehn Jahren haben sie schon mehr als hundertmal an die Regierung eine offizielle Anfrage gerichtet: "Wovon lebt der denn eigentlich?" und über welche Rücklagen verfügt er denn?

Danach haben sie sich mit dem Ruhm und der Ehre des Menschen und mit seiner Stellung (beschäftigt), die auch mit zu seinen größten Schwächen (gehören), haben auch an dieser empfindlichen Stelle (versucht), mich zu provozieren, mir ihre abgekartete Verachtung gezeigt, mir auf eine besonders schmerzliche Weise Beleidigungen zugefügt und haben so (versucht), mir mit ihren Schikanen auf die Nerven zu gehen und haben doch damit in gar keiner Weise Erfolg gehabt. Endlich haben sie nun absolut verstanden, dass wir wissen, dass Ruhm und Ehre, die sie doch in dieser Welt (dunya) anbeten, nur eine Theatervorstellung und eine gefährliche (Art) der Selbstgefälligkeit ist. Ihrer Sucht nach Ruhm, Ehre und einer (hohen) Stellung in dieser Welt (dunya), auf die sie einen so außergewöhnlichen Wert legen, messen wir keine fünf Para an Wert bei... wissen vielmehr, dass sie in dieser Hinsicht geradezu verrückt sind.

Sich also einen geistigen Rang (manevi makam) zuzuschreiben, halten wir daher letztendlich für eine Schwachstelle bei unserem Dienst, auch in Anbetracht der Tatsache (hakikat), dass er von allen hochgeschätzt wird und jeder danach strebt, einen solchen zu erlangen und so auf der Leiter der Gottesfreundschaft (velayet) fortzuschreiten und zu wissen, dass man der Gnade Gottes (nimet-i Ilâhiyye) teilhaftig geworden ist, was den Menschen förderlich ist und ihnen darüber hinaus keinerlei Schaden zufügt. Doch in einer Zeit, in der ein derartiges Gefühl der Ich-Bezogenheit (benlik), des Egoismus (enaniyet), der Sucht nach dem eigenen Vorteil und der Sorge um die eigene (nefs) Sicherheit vorherrscht, erfordert es der Dienst am Glauben (iman), der auf dem Geheimnis der Aufrichtigkeit (ihlas) beruht und keinem anderen Zweck als Mittel dienen darf, nicht für sich selbst einen geistigen Rang (makam-i mâneviye) anzustreben. Deswegen ist es notwendig, in all seinem Verhalten dergleichen nicht zu erstreben, ja nicht einmal daran zu denken, um das Geheimnis der wahren Aufrichtigkeit (hakikî ihlâsin sirri) nicht dadurch zu beflecken.

Aus diesem Grunde haben diejenigen, die mich bei meinen Schwachstellen packen wollten, verstanden, dass ich, nach inneren Schauungen, Wundern und geistigen Vollkommenheiten (kesf- ü kerâmâti ve kemalât-i ruhîye), nach denen jedermann sucht, nicht suche, wo dies außerhalb meines Dienstes an der Risale-i Nur geschieht. So mussten sie sich denn auch in diesem Punkt geschlagen geben.

Friede (selam) jedem einzelnen unserer Brüder! Und für die kommende Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) erbitten wir von Gott, dem Allbarmherzigen (Rahmet-i Ilâhiyye), Er möge für jeden Schüler der Risale-i Nur, um dieser Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) willen, wahr (hakikat) werden lassen, dass doch (diese Nacht) einem ganzen Leben von dreiundachtzig Jahren im Gebet (ibadet) verbracht, gleichkommen möge!

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der bleibt und besteht."}

Euer Bruder
SAID NURSÎ
— 227 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei. Es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Ein heiliger Hadith (hadîs-i serif) sagt, dass während der letzten zehn Tage (asr-i âhir) im Monat Ramadan jede Nacht, besonders aber in den ungeraden Nächten, die Wahrscheinlichkeit besonders hoch ist, dass sich gerade in ihr die Heilige Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) ereignet. Darum müssen sich die Nurdschus gerade in diesen Nächten darum bemühen, dieses gewaltige Licht (nur-u a'zam) in sich zu empfangen (istifade).

Zweitens: Hüsrev und Tahirî, diese beiden Brüder, die ihre Aufgaben (vazife) vollkommen erfüllen und tausend Hüsrevs und fünfhundert Tahiris zustande brachten, und einen Nurcu, der auch auf ihre Weise arbeitet, vor dem Friedensgericht anzuklagen... Möge Gott es so wollen (insâallah), dass es am Ende doch noch eine große Gnade (inayet) und ein Erfolg (fütuhat) sein wird. Macht euch also deswegen keine Sorgen.

عَسَى اَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَهُوَ خَيْرٌ لَكُمْ

{"Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, das gut für euch ist." (Sure 2, 216)}

Nach dem Geheimnis (sirr) dieser Ayah wird dieses Ereignis (hâdise) - wolle es Gott (insâallah) - für die Ungerechten (zulmedenler) zu einem Anlass (sebeb), die materielle und geistige Hölle (maddî-manevî cehennem) und für die Nurdschus das diesseitige und jenseitige Paradies (dünyevî-uhrevî cennet) zu erwerben.

Drittens: Wegen eines meiner letzten Briefe habe ich zu einem bedeutenden Beamten, der gestern zu mir kam, folgendes gesagt: Drei außergewöhnliche (hârika) Ereignisse (vakia) im Leben (sergüzeste-i hayat) des Alten Said waren, wie sich jetzt als wahr (tahakkuk) herausgestellt hat, Wundertaten (keramet) der Risale-i Nur, die bereits vorausgesagt worden waren. Es ist dies wie folgt:

Obwohl während des Ereignisses vom 31. März der Oberkommandierende (Baskumandan) der Bewegungsarmee (Hareket Ordusu) Mahmud Sevket Pasa über mich außergewöhnlich wütend war und an dem Tag, an dem sie vor dem Kriegsgericht (Divan-i Harb-i Örfî) über mich verhandelt haben, fünfzehn Männer mir gegenüber am Galgen aufgehängt haben, fragte mich Hursid Pasa, der Vorsitzende (reis) des Kriegsgerichtes, in eben dieser Situation "Hast du die Scharia (Seria) gewollt? Sieh einmal: diejenigen, welche die Scharia wollen, werden genauso aufgehängt wie diese." Ich entgegnete ihm: "Für einen einzigen Abschnitt (mes'ele) der Scharia bin ich bereit, hätte ich selbst tausend Seelen (ruh), sie zu opfern." Trotzdem und obwohl es infolge der Verleumdungen der Spitzel (muhbirlerin iftiralari) sehr viele Gründe gab, mich zu verurteilen, beschlossen sie völlig unerwarteterweise einstimmig meinen Freispruch (beraet).

— 228 —

Obwohl überdies die "Sechs Schritte (Hutuvat-i Sitte)", also das, was ich gegen die Britische Besatzungsmacht derart provokativ geschrieben hatte, und meine verächtlichen (tahkirkârane) Worte an den Erzbischof von Canterbury Ende des Ersten Weltkrieges in Istanbul in die Hände des britischen Oberkommandierenden (baskumandan) gelangt waren und bereits zu hundert Prozent die Möglichkeit bestand, mich umzubringen, überwandt er dennoch seine Wut und tat mir nichts.

Zudem kam Mustafa Kemal in Ankara während der Versammlung des Präsidiums (divan-i riyaset), trotz all der vielen Abgeordneten (meb'uslar), mit einer kolossalen Wut im Bauch mitten in die Versammlung des Präsidiums (divan-i riyaset) gestürmt, schrie mich an und sagte zu mir: "Wir haben dich hierher gerufen, damit du uns etwas von hohen Ideen verkündigst. Du aber bist gekommen, hast nur etwas über das Gebet geschrieben und hast Zwietracht unter uns angestiftet." Ich entgegnete ihm in seiner Wut: "Wer das Gebet nicht verrichtet, ist ein Verräter. Das Urteil über einen Verräter ist, dass er als Zeuge abgewiesen (hükmü merduddur) wird." Dadurch hatte ich mich aber ganz fürchterlich blamiert (pot kirdim). {pot = Blamage, in arab. Buchstaben geschrieben leicht mit "put = Götze" zu verwechseln, d.h.: ich habe seine Götzen, sein Ego, seinen Hochmut zerbrochen. (A.d.Ü.)} Während die anwesenden Freunde unter den Abgeordneten in Panik (telas) gerieten und sich bereits vorstellten (tahmin), dass man mich dort in jedem Fall fertigmachen werde, entschuldigte (tarziye) er sich jedoch gewissermaßen mir gegenüber und überwand vor dem ganzen Parlament seine Wut, so als ob er eine fürchterliche Kraft (kuvvet) und Wahrheit (hakikat) über sich verspürte und zog sich zurück. Am nächsten Tag führte ich während eines persönlichen Treffens mit ihm im Präsidiumszimmer (riyaset) das Beispiel an, das sich in der "Ersten List (Birinci Desise)" des Teufels in den "Sechs Angriffen (Hücumat-i Sitte)" findet und mit dem Satz beginnt: "z.B. : die Moschee "Hagia Sophia" ist voll von tugendhaften und vollendeten Menschen (ehl-i fazl u kemal) usw..." und trug ihm eine Stunde lang das Ganze vor bis zur "Zweiten List". Obwohl ich dabei alle seine Gefühle (hissiyat) und zugleich auch seine Prinzipien verletzt hatte, unternahm er nichts gegen mich, ja bemühte sich sogar sehr, meine Zustimmung (taltifime) zu erlangen. Ohne Zweifel sind diese drei staunenswerten Verhaltensweisen (acib haletler) dieser drei Gewaltmenschen (cebbar) und außergewöhnlichen Kommandeure, die sich anscheinend vor dem "Alten Said" fürchteten, ohne Zweifel die Wirkung jener wunderbaren Kraft (hârika bir kuvvet) der Risale-i Nur und der geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) ihrer zukünftigen heldenhaften Schüler (kahraman sakirdler) und die glänzende Wundertat (parlak bir keramet) der Risale-i Nur.

Viertens: Wir wünschen unserem Bruder Yakub Cemal, der uns im Namen der Schüler (sakirdler) in Denizli zum Ramadan und zur Heiligen Nacht (Leyle-i Kadir) der Bestimmung seine Glückwünsche (tebrik) übermittelt hatte, tausendmal Gottes Segen (bârekâllah). Gott schenke ihm Erfolg (veffakakellah) im Ringen um seine eigene Seele (nefis).

Zu der Nachricht, dass dieser Bruder berichtet, dass wir hören, dass die Freunde (arkadaslar) in der letzten Ausgabe ihrer Zeitungen gelesen haben, dass in der Hauptstadt (payitaht) der Englischen Regierung ihre Prediger (hatibler) auf der Kanzel laut verkündigen: "England muss jetzt die İslâmiyet anerkennen" und die Ayat der Weisen Unterscheidung (Furkan-i Hakîm), {den Qur'an} welche alle wahren Bedürfnisse (hakikî ihtiyacat) der Menschheit (beseriyet) beinhalten, nacheinander vortragen, kommentieren (tefsir) und erklären (beyan), ein tausendfaches "Dank sei Gott (elhamdülillah)!" Nur so vermag dieser Staat in der Tat sowohl seine Welt (dünya) als auch seinen Reichtum (saltanat) und sein Glück (saadet) noch zu retten.

Wir wünschen Küçük Ali mit dem großen Geist (ruh), welcher der Held der Gesegneten (Mübarekler pehlivan) und ein Großer Abdurrahman des Lichtes (Nur) ist, wegen seines Erfolgs (muvaffakiyet) mit den Lemeat Tausende "Möge Gott ihn segnen (mâsâallah)!" und seinem unschuldigen Sohn (masum mahdum), Nur Mehmed, Tausende "Möge Gott ihn segnen (mâsâallah)!" und ihm auf seinem Weg zum Hâfiz Erfolg verleihen (veffakakellah)! Wir überlassen es eurer Zustimmung (tensib), dass die Abschnitte in dem Band "Blitze (Lem'alar)", also die Leuchte des Lichtes (Siracünnur), das Siegel aus dem Verborgenen (Sikke-i Gaybiye) und die Talismane (Tilsimlar) nun nicht mehr wiederholt werden sollten.

Tausende Grüße an alle.

— 229 —

Ferner soll er über meine Person (benim sahsim hakkinda) das Folgende mitteilen: "Ohne jeden Zweifel hat sich für uns als wahr (tahakkuk) herausgestelt, dass dieser Mann, obwohl er seit sechs, sieben Monaten sehr krank ist, um nicht die Blicke anderer auf sich (kendi cismine) zu lenken und weil er sich selbst keine weitere Bedeutung beimessen wollte, noch nicht einmal die Ärzte aufgesucht, die er besonders gerne mochte, noch ihre Medikamente (ilâçlar) eingenommen hat. Außerdem hat er, um an dieser Welt (dünya) kein weiteres Interesse zu zeigen und seine Aufrichtigkeit (ihlas) im Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) nicht zu vernachlässigen, in den letzten zehn Jahren - wie vor dem Gericht (mahkeme) bereits bewiesen (isbat) wurde - sich nicht um den Zweiten Weltkrieg gekümmert und sich nicht dafür interessiert (merak). Um des Weiteren keine Neigung zur Politik (siyaset) in sich aufkeimen zu lassen und keine weltlichen (dünya) Interessen in sich wachzurufen, las er schon seit fünfundzwanzig Jahren keine einzige Zeitung mehr und ließ sie sich auch nicht vorlesen. Er empfahl auch allen seinen Mitbrüdern und den Schülern (talebe), sich nicht weiter darum zu kümmern (karismayiniz). Und obwohl er sich zudem noch - alt und allein wie er ist - selbst um seinen Lebensunterhalt (maisetçe) kümmern muss, harrt er dennoch in aller Niedertracht (sikintilar) aus, mit der man ihn schon wegen eines bloßen Verdachtes (evham) quält, kümmert sich nicht um weltliche Angelegenheiten, fragt auch um seiner Ruhe (istirahat) willen seit zwanzig Jahren nicht wegen irgendetwas bei der Regierung (hükûmet) nach, lässt auch niemanden zu sich, insoweit es sich nicht um eine dringende Angelegenheit (zarurî bir hizmet) handelt, akzeptiert (kabul) auch von niemandem irgendwelche Hilfe und auch keine Geschenke (ihsanini kabul)." Und weiter sagt er:

"Um den Glauben (iman) zu stärken, was ich für den größten und notwendigsten Dienst (elzem hizmet) für dieses Volk (millet) und sein Land (vatan) halte, habe ich einige Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) sofort niedergeschrieben, die ich als ein geistiges Wunder (mu'cize-i manevi) des Weisen (Hakîm) Qur'an in dieser Zeit und ein Heilmittel (deva) für meine Schmerzen entdeckt hatte. Nachdem drei Gerichtshöfe (mahkeme) und ihre Sachverständigen (ehl-i vukuf) in Ankara sie zwei Jahre lang durchforscht (tedkik) hatten, entschlossen sie sich einstimmig zu einem Freispruch (beraet), da sie ja für dieses Volk und sein Land völlig ungefährlich sind. Daher habe ich - in der Absicht, diesen Dienst am Glauben (hizmet-i imaniye) fortzusetzen - meinen Kameraden (arkadas) erlaubt, einige von ihnen zu vervielfältigen (teksir).

Außerdem hören wir von diesem Mann, dass dieses Land (memleket), sein Volk (millet) und diese Regierung (hükûmet) diese Werke dringend benötigen (muhtaç).

Ich erwarte von den Beamten (erkânlar) der Regierung, dass einige von ihnen sich aktiv für dieses Werk einsetzen (sahib) werden. Denn ich stehe bereits am Rande des Grabes, meine Hände sind mir gebunden und ich kann mich nicht mehr länger für sie einsetzen. So tröste ich mich denn mit der Hoffnung, dass Gott es wollen möge (insâallah), dass fromme (dindar) und einflussreiche Männer (muktedir zâtlar) wie Ahmed Hamdi sich an meiner statt um sie kümmern werden. So bete (dua) ich denn, dass Ihre heilige Verpflichtung (kudsî vazife), der Sie diesem Land (vatan) und der Islâmiyet als Gemeinschaft gegenüber nachkommen mögen, vor dem großen Gericht am Jüngsten Tag (mahkeme-i kübra) Ihr Fürsprecher (sefaatçi) sein wird.

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens: In der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir), ist mir eine Wahrheit lang und breit ins Herz gedrungen, die ich hier ganz kurz ausdeuten möchte. Es ist dies wie folgt:

— 230 —

Aufgrund der furchtbaren Ungerechtigkeiten und der furchtbaren Unterdrückung der Menschheit in diesem letzten Weltkrieg und seiner gnadenlosen Zerstörungen und der vielen hundert Unschuldigen, die wegen eines einzigen feindlichen Soldaten zu Grunde gerichtet wurden, und der schrecklichen Verzweiflung der Besiegten und der schrecklichen Panik der Sieger, weil sie ihren Herrschaftsbereich nicht verteidigen können, und ihrer schrecklichen Gewissensqualen, weil sie den großen Schaden nicht wieder gutmachen können, und der allgemeinen Einsicht in die totale und absolute Nichtigkeit und Vergänglichkeit des irdischen Lebens und in die Trug- und Traumbilder der Zivilisation, und der allgemein verbreiteten schrecklichen Verwüstungen in den großartigen Anlagen und im Kern humanistischer Gesinnung auf dem Grunde menschlichen Wesens, und der Vernichtung von Gottvergessenheit, Irrglaube und tauber, unfruchtbarer Naturphilosophie mit dem diamantenen Schwerte des Qur'an, und der Erkenntnis des so hässlichen und so erbärmlichen wahren Gesichts der allgemein über die Erde verbreiteten Politik, deren trügerischer Schleier aus Gottvergessenheit und Irrtum alles überdeckt und erstickt, besteht sicher und gewiss kein Zweifel daran, dass die Menschheit, wie wir das im Norden, im Westen und in Amerika bereits in Spuren erkennen können, weil das irdische Leben, das ihre weltliche Geliebte ist, so abstoßend und vergänglich ist, auf ihrer Suche nach ihrem in Wahrheit geliebten Menschenwesen das ewige Leben mit ganzer Kraft suchen wird, und es besteht sicherlich auch kein Zweifel daran, dass es der Qur'an, ein Wunder der Verkündigung, der seit 1360 Jahren mit seinen 350 Millionen Schülern in jedem Jahrhundert und Millionen Kennern der Wahrheit, die alle seine Verordnungen und Lehren mit ihrer Unterschrift bestätigen, der in den Herzen von Millionen seiner Rezitatoren wohnt, mit deren Zungen er in jeder Minute die Menschen unterrichtet, der in einer Weise, die keinem anderen Buche vergleichbar ist, der Menschheit die frohe Botschaft vom ewigen Leben und der ewigen Glückseligkeit verkündet, der die Wunden der ganzen Menschheit heilt, dass es dieser Qur'an ist, den, weil er mit tausenden von Ayat mächtig und kraftvoll immer wieder, ja sogar zehntausend Mal ausdrücklich oder hinweisend einlädt und berichtet und mit unerschütterlich sicheren Beweisen, mit zahllosen, unbezweifelbaren Zeugnissen die frohe Gewissheit vom ewigen Leben ausruft und die Lehre von der ewigen Glückseligkeit bringt, die Menschheit sicherlich, falls sie nicht ganz und gar den Verstand verloren hat, oder der Untergang der materiellen oder geistigen Welt über sie hereingebrochen ist, wie die berühmten Schriftsteller, die sich darum bemühen, dass in Schweden, Norwegen, Finnland und England der Qur'an angenommen werden möge, und wie die bedeutende Gruppe in Amerika, die den wahren Glauben sucht, ja große Länder und ganze Staatenbünde diesen Qur'an, dieses Wunder der Verkündigung, suchen, und nachdem sie seine Wahrheit verstanden hat, mit ganzem Herzen und ganzer Seele annehmen wird.

Denn vom Standpunkt der Wahrheit aus betrachtet, hat der Qur'an mit Sicherheit nicht Seinesgleichen und nichts kann den Platz dieses so großen Wunders einnehmen.

— 231 —

Zweitens: Die Risale-i Nur hat in der Hand des großen Wunders (d.h. des Qur'an) nicht nur als ein diamantenes Schwert gute Dienste erwiesen und ihre verstockten Feinde zur Aufgabe gezwungen, sondern vermag zudem auch das Herz, den Geist und auch die Gefühle vollständig zu erleuchten, ihnen Heilmittel zu bereiten und auf diese Weise die Schätze des Qur'an bekannt zu machen. Die Risale-i Nur kennt außer ihm kein Quellen- oder Nachschlagewerk, widerspiegelt vielmehr seine Bedeutung vollkommen, hat alle Gegenpropaganda überstanden und die so starrsinnigen Atheisten vollständig besiegt. Sie hat die so feste und starke Burg der Naturphilosophen mit ihrer "Natur Risale" in Stücke geschlagen und die sich bis in weite Fernen ausdehnende Finsternis einer völlig undurchdringlichen, erstickenden Gottvergessenheit vertrieben, die sich so weit ausdehnenden Schleier der Naturwissenschaften mit der sechsten Problemstellung der "Frucht Risale" und mit dem ersten, zweiten, dritten und achten Zeugnis in dem Band "Stab Mosis" auf eine wirklich glänzende Weise zerrissen und das Licht der Einheit Gottes aufscheinen lassen. So sind denn jetzt, nachem die Erlaubnis, für den Religionsunterricht Privatschulen (dershane) zu eröffnen, offiziell erteilt worden ist, diese sicherlich für uns notwendig und noch notwendiger für das Volk, und ist es jetzt, nachdem diese Erlaubnis erteilt worden ist, notwendig, dass alle Schüler der Risale-i Nur, soweit dies möglich ist, dafür überall solche winzig kleinen Schulen (dershane-i Nurîye) eröffnen. Natürlich kann dabei ein jeder auch für sich selbst seinen Nutzen daraus ziehen, doch kann nicht jeder jedes Thema voll und ganz begreifen. Weil aber (die Risale-i Nur) eine Erklärung der Glaubenswahrheiten (hakikat) ist, ist sie zugleich sowohl Religionswissenschaft (ilim) {(Anmerkung): Falls sie einer kennt und daher nicht zu studieren (taallüm) braucht, braucht er dennoch den Dienst und die Anbetung Gottes (ibadet), ersehnt die Erkenntnis Gottes (marifet), verlangt nach Seiner Gegenwart (huzur). Darum ist sie für jeden ein zielgerichteter Unterricht (lüzumlu bir ders).} als auch Gotterkenntnis (marifetullah) und Gottesdienst (ibadet).

Statt der fünf oder zehn Jahre an einer alten Medresse wird man heute mit Gottes Hilfe (Insâallah) das gleiche Ergebnis an einer Medresse der Risale-i Nur schon in fünf oder zehn Wochen erreichen. Und so wird das schon seit zwanzig Jahren gemacht. Da die (göttlichen) Funken des Qur'an sowohl für die Regierung, das Volk, das Land, das irdische Leben (hayat-i dünyevîye), die Politik und das Jenseits (uhreviye) von sehr großem Nutzen sind, ist es dringend notwendig, die Risale-i Nur als seinen Verkünder nicht zu belästigen, sondern sich vielmehr alle Mühe zu geben, deren Verbreitung in jeder Hinsicht zu fördern, damit sie zur Buße für alle vergangenen entsetzlichen Sünden und als ein Schutzwall gegen alle künftigen schrecklichen Plagen und gegen die Anarchie dienen kann.

Drittens: In diesem heiligen (Serif) Monat Ramadan hatte ich den dringenden Wunsch, den Qur'an in Freude und Begeisterung (zevk ve sevk) zu lesen. Stattdessen geriet ich jedoch infolge der Auswirkungen einer schmerzhaften Erkrankung, körperlicher und geistiger Anstrengungen (sikintilar), Erschöpfung (yorgunluk) und verschiedener Arbeiten (mesgaleler), die ich noch zu erledigen hatte, geradezu in helle Aufregung (telas). Wenn ich jedoch dann diese wunderhaften Abschnitte (mu'cizatli cüzler) aus dem Qur'an, die Hüsrev mit seinem schönen Stift (sirin kalemi) geschrieben hatte, und danach diesen glanzvollen, wunderhaften (keramet) Großen Auszug (Hizb-ül Ekber) aus dem Qur'an, der Hâfiz Ali und Tahirî so viel Segen (sevab) erwerben lässt, nacheinander zu lesen begann, bekam ich eine solche Freude und Begeisterung (zevk ve sevk), dass sie meine ganze Erschöpfung in nichts zergehen ließen. Während ich, ohne für irgendeine Einflüsterung (vesvese) Platz zu lassen, auf überaus glanzvolle Weise einem qur'anischen Unterricht (ders) von ihnen folgte, wünschte ich mir von ganzem Herzen (canim) und tiefster Seele (ruh), beabsichtigte (kasd), wenn es möglich sein sollte, ja entschloss (azmettim) mich sogar, genauso wie diesen Großen Auszug (Hizb-ül Ekber) aus dem Qur'an im Offset-Druck nun - wolle es Gott (inshallah) - auch unseren wunderhaften Qur'an herauszugeben.

Said Nursî
— 232 —

Dieses Mal war die Rückgabe der in Beschlag genommenen Bücher (müsadere kitablari) auf einen Befehl (emr) aus Ankara, durch den Sieg der Lichter (Nurlarin galebesi) und ihren geistigen Erfolg (manevî fütuhati) eine großartige Botschaft (fâl-i hayir). Es war dies ein Anlass zur vollkommenen Freigabe der Risale-i Nur und daher ein großartiger Erfolg (fütuhat), der dem Dienst (maslahat-i Nuriye) sehr förderlich war.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Dank sei Gott! Dies ist aus der Fülle meines Herrn."}

Wir haben uns über die Glückwünsche (tebrikler) unserer am Lichte (Nur) so überaus fleißig arbeitenden Brüder Ali Osman und Çilingir Ali aus ganzem Herzen (canim) und tiefster Seele (ruh) gefreut und wünschen ihnen zu den Festtagen (Bayram) wie auch zur heiligen Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadir) und zu ihrem so außerordentlich wertvollen und überaus segensreichen (sevabli) Dienst (hizmet-i Nuriyeler) alles Gute (tebrik) und beten (dua) für ihren Erfolg (muvaffak) und um ihren Schutz (mahfuz). Sie haben sich so den Kreis (Nur dairesi) in gewisser Hinsicht bis in alle Ewigkeit zu Dank (minnetdar) verpflichtet. Möge Gott mit ihnen zufrieden sein (Allah razi olsun, âmîn)! Ali Osman, wir grüßen (selâm) die Brüder und Schwestern, deren Namen in deinem Brief stehen, jeden Einzelnen von ihnen, beten für sie und bitten auch sie um ihre Gebete (dualar). Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), sich über Kâzims Seele (ruh), der für uns ein gesegneter (mübarek) Bruder war, Tausende Male erbarmen (rahmet) und sein Grab mit Licht erfüllen (kabrini pürnur etsin, âmîn)!

Es ist ein wundervolles Ergebnis (keramet) des segensreichen (mübarek) Stiftes von Ali Osman, wenn zur selben Zeit, in der die fünfzehn kurzen Abhandlungen (risalecikler) bei uns hier ankamen, auch zwei bedeutende Schüler (sakird) der Medrese-i Nuriye in Konya hier ankamen und sagten: "Wir brauchen genau diese Abhandlungen", sodass wir sie ihnen sogleich geben konnten. So wird sich denn Ali Osman nun in einem noch umfangreicheren Bereich Gottes Segen (sevab) erwerben können.

Wir grüßen (selâm) euch alle gemeinsam (umuma) und einen jeden Einzelnen von euch und beten (dua) für euch.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Der Lehrer (muallim) Mustafa Sungur, der einer der jungen Helden des Lichtes (Nur) ist, kam zu uns, um uns im Namen der Brüder in Eflani, in Safranbolu, in Kastamonu, in İnebolu, in Daday und in Araç zu den Feiertagen (Bayram) zu beglückwünschen (tebrik). Wir senden auch ihn als einen kleinen Said sowohl zu euch, als auch an alle übrigen Brüder, als unseren lebenden Glückwunsch (tebrik) zu euren innerlichen wie äußerlichen Feiern und Festtagen (maddî ve manevî bayramlar). Wir haben Çaliskan Mehmed, der ein Süleyman Rüsdü von Emirdag ist, nach Istanbul gesandt, damit er sowohl das Buch "Leuchte des Lichtes" (Siracünnur) bekommt, als sich auch über die Bücher informiert, die ins Ausland gesandt wurden.

Nachdem nun die Gegner (Nurlarin muarizlari) in gewisser Hinsicht überwunden worden (maglub) sind, folgen sie jetzt einem Plan, der uns zwar äußerlich nicht angenehm (hos) erscheint, tatsächlich jedoch nützlich (menfaatli) für die Lichter (Nurlar) ist. So versuchen sie etwa den Zusammenhalt unter den Nurdschus zu behindern, indem sie einige bedeutende Säulen (mühim erkânlari) in undurchsichtiger Weise dazu veranlassen, den Aufenthalt zu wechseln. In Wirklichkeit wird der Zusammenhalt unter ihnen durch einen solchen Abschied nicht unterbrochen, während sie zugleich an den Orten, zu denen sie gehen, dringend gebraucht werden. So veranlassen sie z.B. Muharrem nach Tavas, oder Mustafa Osman nach Karabük, oder Re'fet nach Istanbul u.dgl. mehr zu gehen, um so einige Brüder voneinander zu trennen. Auch diese Brüder gehen, ohne es selbst zu bemerken, so als wären sie aus freiem Willen (ihtiyarlar) dahin gegangen. Tatsächlich aber bereiten sie, in der Absicht den Zusammenhalt zu erschweren, auf eine vollkommen unbemerkte Weise den Boden vor.

— 233 —

Es ist ferner noch einer ihrer Pläne, dass sie, obwohl wir doch nach ihrer Vorstellung eine Gefängnisstrafe verdient (müstehak) hätten, nicht für unsere Inhaftierung eintreten, sondern sagen: "Sie sollten besser doch nicht (aman!) eingesperrt werden." Der Grund dafür ist der: Das Gefängnis in Denizli könnte plötzlich zu einer Medresse (Nur medresesi) werden. Und diejenigen, die von dort aus in andere Gefängnisse überstellt wurden, haben sich bemüht, auch dort das Licht zu verbreiten (tenvir). Das hat unsere heimlichen Feinde so vollständig verwirrt (sasirtti), dass sie sich sogar für unsere Entlassung aus dem Gefängnis aussprachen. Darüber hinaus zögerten die Justizbehörden (adliyeler) in einer Art Hingabe (teslimiyet) an die Wahrhaftigkeit (hakkaniyet) der Risale-i Nur, um sich vor einer fürchterlichen zukünftigen (istikbal) Kritik (itiraz) zu retten, die Wahrnehmung der Bestimmungen (hükümler) ihrer willkürlichen Gesetze (keyfî kanunlari) hinaus und zogen sie nicht gegen uns in Betracht. Und einige verbohrte Atheisten (muannid bazi dinsizler) gaben angesichts ihrer Niederlage (maglub) gegenüber der Wahrheit des Lichtes (Nur'un hakikatina karsi) ihre Verbohrtheit (inad) auf. Und so sagten denn auch unsere heimlichen Feinde: "Die müssen unbedingt (aman!) aus dem Gefängnis entlassen werden. Sonst werden noch die Gefängnisse zu Medressen (Nur medreseleri)." So plädierten denn diese drei Gruppen {Die offenen Gegner und Kritiker, die heimlichen Feinde der Risale-i Nur und die Justizbehörden (A.d.Ü.)} einstimmig für unseren Freispruch (beraet). Das ist aber eine Gnadengabe (keramet) der Güte Gottes (inayet-i İlahiye) für die Risale-i Nur.

Gleich wie die fürchterlichsten drei großen Kommandeure dieses Jahrhunderts eingeschüchtert wurden und auf wunderbare Weise (hârika bir tarzda), sowohl während der Ereignisse des 31. März (Mart hâdisesi), der Oberkommandierende der Bewegungsarmee (Hareket Ordusu'nun Baskumandani), als auch während der Nationalen Bewegung (Hareket-i Milliye) gegen die Besatzungsmacht (istilâ) in Istanbul während des Ersten Weltkrieges dieser entsetzliche fremdländische Kommandant, der Istanbul besetzte (istilâ), eingeschüchtert wurde und uns nicht angreifen (taarruz) konnte, so verwandelte sich auch in Ankara - während der Versammlung des Präsidiums (divan-i riyaset) - die Wut (hiddet) des fürchterlichsten Anführers (reis) in eine Entschuldigung (tarziye). So haben also diese drei Justiziare (adliye), obwohl sie gegen meine provokative, ganz entschiedene Verteidigungsrede (müdafaat) tausenderlei Ausreden (bahane) zu finden suchten, gerecht (hakperest), friedliebend (musalahakârane) und einstimmig unseren Freispruch (beraet) beschlossen. Dies ist in jedem Fall eine Wundertat (keramet) der Risale-i Nur, die hinwiederum ein geistiges Wunder (mu'cize-i manevî) des Qur'an ist, wie ich dies in jener Nacht zweifelsohne als eine Ermahnung (ihtar) verspürt und niedergeschrieben habe. Doch habe ich es euch, noch ohne es zu korrigieren (tashih) und zu verbessern (islah), also noch völlig ungeordnet (müsevves), gesandt.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Eines von den beiden Exemplaren der "Leuchte des Lichtes (Siracünnur)" ist bereits vollständig, von dem anderen Exemplar haben wir nun den Rest in zwei Teilen erhalten. Er enthält nur sehr wenige Fehler. Wir senden euch, diesem Brief beigefügt, eine kleine Liste der Fehler und ihrer Korrektur (Hata-savab).

— 234 —

Zweitens: Da Isparta nun einmal eine geistige (manevî) Medreset-üz Zehra ist und die Verwaltung (hükûmet) in dieser segensreichen Schule (mübarek dershane) uns bis jetzt so weit wie möglich tolerant (müsaadekârane) behandelt, allen voran auch der Sicherheitsdirektor (emniyet müdürü) mit der Risale-i Nur recht verständnisvoll (takdirkârane) umgeht, betrachten auch wir die Verwaltung dort mit Wohlwollen. So sollt ihr denn nicht gekränkt sein und auch wir werden uns nicht gekränkt fühlen, egal was sie uns auch antun mögen.

Des Weiteren kamen bis jetzt dadurch, dass sie kaum Druck (tazyikler) gegen uns ausgeübt haben, beachtliche positive Wirkungen (hayirlar) zustande. Denn da die Risale-i Nur jetzt aufgrund eines einzigen Beitrags (maslahat) überall völlig offen verbreitet (serbest nesretmek) werden kann, dies aber vielleicht unserem Geheimnis von der "Erleuchtung im Geheimen (Sirran Tenevverat)" entgegengesetzt (münafî) sein mag, liegt in ihren Empfehlungen (tavsiyeler) zu einer gewissen Vorsicht (ihtiyat) immerhin etwas Gutes (hayir).

Drittens: Auf die Glückwünsche (tebriklar) von Hâfiz Hasan, der zu den wichtigen Lehrern (muallimler) in Daday und zu den wertvollen Herausgebern des Lichtes (Nur nasirleri) gehört, von seinen beiden segensreichen Nurcu-Kindern (mübarek mahdumlari) und von unseren teuren Mitbrüdern, von dem Arzt Dr. Hakki, von Hüsnü und Tahir aus Araç und von Fuad in Daday, zum Festtag (Bayram) beglückwünschen (tebrik) auch wir sie noch nachträglich aus ganzem Herzen (canim) und tiefster Seele (ruh) sowohl zu den Feiertagen (bayramlar), als auch zu dem Erfolg im Dienst (Nur hizmeti), den sie durch ihre Ausdauer (sebatkârane) errungen haben. So fügen wir denn nun deinen Brief diesem Brief bei, um ihn in die Briefsammlung (Lâhika) einzureihen.

Viertens: Bruder Re'fet, der einer der Helden (Nur kahramanlari) ist, fand in İstanbul einen großen überaus bedeutenden Hoca namens Abdül'ehad, dessen Arbeitsstil (sistem) seinem eigenen entsprach, als einen Bruder, der mit der Risale-i Nur ganz und gar verwachsen ist. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), auch diese beiden stets erfolgreich (muvaffak) sein lassen, âmîn!

Fünftens: Seit einiger Zeit (mikdar) bin ich darüber erstaunt, wie die unschuldigen Kinder (mâsum çocuklar), im Alter von zwei Jahren bis zu zehn Jahren, in einer Weise, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte, in höchst inniger Verbundenheit (alâka), als ob sie die Hände ihrer Eltern, die sie schon so lange nicht mehr gesehen hatten, in schier ungebändigter Sehnsucht (istiyak) festhalten (sarilmalari), genau in der gleichen Weise, während ich gerade mit einer Kutsche einen Ausflug mache, sobald sie mich erblickt haben, von weitem angelaufen kommen, um meine Hände zu ergreifen (sarildiklari), und frage mich nun, was die Weisheit (hikmet) dessen sein möge. Da erhielt ich plötzlich die Eingebung (ihtar) und verspürte den Sinn (mana) dahinter, dass die Gruppe dieser doch noch so kleinen Unschuldigen (küçücük masumlar), in ihrer Vorahnung (hiss-i kabl-el vuku'), dass sie einmal durch die Risale-i Nur zur Glückseligkeit (saadet) gelangen und sich so vor geistigen Gefahren (tehlike-i manevî) retten werden, ja vielleicht einmal viele unter ihnen Schüler (sâkird) werden mögen, während mir - da ich ja mit der materiellen wie mit der geistigen (maddî-manevî) Luft {das Klima wie die Leute in Emirdag (A.d.Ü.)} von hier nicht zurechtkommen (imtizaç) konnte - wie allen noch in der Verbannung Lebenden (menfîler) ihre Entlassung (serbestiyet) anheimgestellt wurde, mir, damit ich dennoch nicht von hier weggehen (gitmemekligim için) sollte, wo doch alle Erwachsenen dabei gleichgültig (lâkayd) blieben, sagen wollten: "Wir sind im Kreis des Lichtes (Nur dairesindeyiz). Verlass uns nicht und geh nicht fort!"

— 235 —
Anmerkung über "Hu!"
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei; und fürwahr; es gibt kein Ding, das nicht lobend Ihn preist; Der Friede (Selam) Allahs sei über euch und Sein Erbarmen und Sein Segen für immer und ewig."}

Meine sehr lieben und treuen Brüder,

Meine Brüder, ich habe bei den Worten

لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ

{"Es gibt keinen Gott außer Ihm."}

und

قُلْ هُوَ اللّٰهُ

{"sprich: Er ist Gott."}

in dem هُوَ {"Er"} ein verborgenes Zeichen der Einheit Gottes erblickt, als ich in meiner Vorstellung eine Reise durch die Welt der Gedanken unternahm und dabei die Luft von ihrer rein materiellen Seite her betrachtete. So habe ich bemerkt, dass der Weg des Glaubens in unendlichem Grade einfach und im Grade der Notwendigkeit leicht beschreitbar ist und dass sich auf dem Weg der Abgötterei und des Irrglaubens in unendlichem Grade Schwierigkeiten und tausende von Unmöglichkeiten finden. Diese Erklärung in ihrer ganzen Länge und Breite will ich hier in einer kurzen Anmerkung zusammenfassen.

Es kann in der Tat eine Handvoll Erde der Reihe nach hunderten von Blumen als Beet dienen. Wollte man dies der Natur, den Ursachen zuschreiben, so müsste man entweder annehmen, dass in diesem Beet hunderte unsichtbarer Maschinen oder Fabriken, vielleicht ebenso viele wie Blumen, in entsprechend kleinem Maßstab vorhanden seien, oder aber, es müsste jedes kleine Stäubchen dieser Erde alle diese ganz verschiedenen Blumen mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften und lebenden Organen herstellen können, als ob es über ein unbegrenztes göttliches Wissen und eine grenzenlose Macht verfügte.

Genauso müsste dann auch jedes Luftteilchen und ein jeder Windstoß, den der Wille und Befehl Gottes aussendet, ein Atemzug Luft, wie man ihn benötigt, um هُوَ {"Er"} zu sagen, oder so viel Luft wie unter unserem Nagel Platz hat, so viele Telefongespräche wie es in der Welt gibt, Telegrafengeräte, Radioapparate, so unendlich viele verschiedene Kommunikationszentren und Ämter, so viele Hör- und Sprechmuscheln enthalten, sodass es alle diese unendlich vielen verschiedenen Arbeiten gleichzeitig und in einem Augenblick bewerkstelligen kann, oder aber, es müsste ein Luftteilchen, in dem das Wort هُوَ {"Er"} schwingt oder jedes Atom eines Teilchens in der Atmosphäre so viele unsichtbare Persönlichkeiten und ihre Fähigkeiten in sich enthalten, wie es Telefongespräche und all die vielen anderen telegrafischen Nachrichten und Rundfunksendungen in der Welt gibt, alle ihre Sprachen kennen und gleichzeitig auch die übrigen Atome unterrichten und sich über sie verbreiten können, denn diese Funktion kann man tatsächlich zum Teil wahrnehmen und diese Fähigkeit findet sich in allen Luftteilchen. Hier wird ganz klar sichtbar, dass sich auf dem Weg der Leute des Unglaubens, der Naturalisten und Materialisten nicht nur eine Unmöglichkeit, vielmehr so viele Unmöglichkeiten, Unvorstellbarkeiten und Schwierigkeiten befinden, wie es Atome in der Luft gibt.

— 236 —

Führt man aber all dies auf den Göttlichen Meister in Seiner Majestät zurück, dann wird die Luft mit all ihren Atomen zu einem Seiner gehorsamen Soldaten. Sie kann das mit Erlaubnis und durch die Macht ihres Schöpfers, durch ihre Verbundenheit mit Ihm und auf Ihn gestützt, im Aufscheinen der Kraft ihres Meisters, in einem einzigen Augenblick, blitzschnell, so leicht, wie man هُوَ {"Er"} sagt und dadurch die Luft in Bewegung setzt. Das heißt, das, was die Feder der Macht unermüdlich, wunderbar und wohlgeordnet aufzeichnet, wird zu einer Seite, wobei die Atome die Spitze dieser Feder bilden und die Funktion dieser Atome darin besteht, die Punkte aus der Feder der Göttlichen Vorausschau zu formen. Das alles geschieht mit der gleichen Leichtigkeit, mit der sich ein einzelnes Atom bewegt.

Während ich also die Worte sprach:

لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ

{"Es gibt keinen Gott außer Ihm."}

und

قُلْ هُوَ اللّٰهُ

{"sprich: Er ist Gott."}

untersuchte ich auf meiner Reise durch die Welt der Gedanken das Reich der Lüfte und studierte es als ein Element und erkannte diese umfassende Wahrheit mit augenscheinlicher Sicherheit in all ihren Einzelheiten und Zusammenhängen. So wie in dem Aussprechen des Wortes هُوَ {"Er"} und in der Luft, die man dazu benötigt, ein so glänzendes Zeugnis und ein Blitzstrahl der göttlichen Allgegenwart mit inbegriffen ist, so ist auch in seiner Bedeutung und in dem Hinweis, den es enthält, eine überaus lichtvolle Erscheinung der göttlichen Einheit in jedem Ding und ein sehr starker Beweis für die göttliche Einheit hinter allen Dingen enthalten und ein präziser Hinweis darauf, auf welche Person sich das Pronomen هُوَ {"Er"} in seinem offensichtlichen und verborgenen Sinne bezieht, woraus ich mit wissenschaftlicher Sicherheit erkannt habe, warum sowohl der Qur'an, ein Wunder der Verkündigung, als auch die Mystiker in ihrer Meditation über die Einheit dieses heilige Wort so oft wiederholen. Dafür ein Beispiel: Es ist ja doch so, dass man einen Punkt auf einem weißen Blatt mit zwei, drei anderen Punkten, die man daneben setzt, verwechselt und dass ein Mann, der viele verschiedene Aufgaben gleichzeitig erledigt, dabei durcheinander kommt, und dass ein kleines Lebewesen, dem viele Lasten aufgebürdet werden, darunter erdrückt wird, und dass eine Zunge und ein Ohr, die verschiedene Worte gleichzeitig aussprechen und aufnehmen, die Ordnung zerstören und Verwirrung anrichten. Dennoch habe ich, während ich mit dem Schlüssel und Kompass هُوَ {"Er"} durch das Reich der Gedanken reiste, mit augenscheinlicher Sicherheit gesehen, dass in jedes Luftteilchen, ja sogar in jedes einzelne Atom tausende verschiedener Punkte, Buchstaben, Worte gesetzt sind, oder gesetzt werden könnten, und dass sie dennoch nicht durcheinandergeraten und die Ordnung nicht zerstören und dennoch sehr viele ganz verschiedene Aufgaben erledigen, dass sie dennoch, ohne eine Verwirrung anzurichten, und obwohl jedes Teilchen und jedes Atom mit vielen sehr schweren Lasten beladen wird und dennoch sich nicht schwach zeigt, sie vielmehr ohne zurückzubleiben in vollkommener Ordnung trägt, ja obwohl tausende ganz verschiedener Worte, von unterschiedlichem Charakter und verschiedener Bedeutung in vollkommener Ordnung zwischen Ohr und Zunge ein- und ausgehen, etwas in diese kleinen Ohren hineintragen, ohne es zu verwechseln und zu verderben, von diesen winzigen Zungen ausgehen, und dass jedes Atom und Teilchen, während es seine bemerkenswerten Aufgaben wahrnimmt, in vollkommener Freiheit durch seinen ekstatischen Zustand, durch das Zeugnis und mit den Worten der obenerwähnten Wahrheit

— 237 —
لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ

{"Es gibt keinen Gott außer Ihm."}

und

قُلْ هُوَ اللّٰهُ

{"sprich: Er ist Gott."}

sagt, sich hin und her bewegt und dass inmitten der Schallwellen, bei Sturm und Regen, Donner, Blitz und Unwetter ihre Ordnung nicht gestört wird, sie ihre Aufgaben nicht verwechseln und mit keiner ihrer Tätigkeiten eine andere behindern... Dies habe ich mit augenscheinlicher Sicherheit beobachtet.

Das heißt also, es müsste jedes Atom und jedes Molekül über eine grenzenlose Weisheit, unendliches Wissen und Können und über ein unermessliches Vermögen, Macht und solche Eigenschaften verfügen, wie sie ein absoluter Herr über alle Atome haben müsste, sodass es diese Aktivitäten durchführen könnte. Das sind aber so viele Unmöglichkeiten und Irrigkeiten, wie es Atome gibt. Auf diesen Gedanken kann auch kein Teufel kommen. Also wird die Luft im Grade einer lebendigen, augenscheinlichen und wissenschaftlichen Gewissheit zu einer Seite für die Feder der göttlichen Macht und Vorausschau, die der Herr in Seiner Majestät mit grenzenlosem Wissen und mit unendlicher Weisheit beschreibt, zu Seiten, die Er ständig umblättert, und die einer "Wohlbewahrten Tafel" in einer veränderlichen Welt, einer Schreibtafel für Seine ewig neuen Taten gleichen und zu einer Tafel, die Er beschreibt und löscht und wieder neu beschreibt, Ihm zum Zeugnis.

So wie uns also die Luft schon als das Transportelement der Stimme in ihrer obenerwähnten Einzigartigkeit die obenerwähnte Manifestation der Einheit und Gegenwart Gottes aufzeigt und damit die zahllosen Unmöglichkeiten des Irrglaubens sichtbar macht, so versieht die Luft diese subtile Aufgabe, während zu gleicher Zeit unter anderen wichtigen Dingen die Wellen der Elektrizität und des Lichtes und die Kräfte der Anziehung und Abstoßung durch sie hindurchgehen, und während zu gleicher Zeit und in vollkommener Ordnung zu allen Pflanzen und Tieren der für ihre Atmung, Fortpflanzung und andere lebensnotwendige Dinge erforderliche Bedarf gelangt. Dies hat mich mit augenscheinlicher Sicherheit zu der Überzeugung gebracht, dass sie mit absoluter Sicherheit beweisen, ein Thron für den Willen und Befehl Gottes zu sein und es ist ganz unwahrscheinlich, ja sogar völlig unmöglich, dass diese blinden vom Wind des Zufalls umhergetriebenen Kräfte, eine taube Natur, wirre und ziellose Ursachen, tote, starre, unvernünftige Materie sich in die Aufgaben der Luft einmischen, eine Seite in ihrem Buch beschreiben könnten.

Ich habe erfahren, dass jedes Atom und jedes Molekül durch seine Funktion ein

لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ

{"Es gibt keinen Gott außer Ihm."}

und

قُلْ هُوَ اللّٰهُ

{"sprich: Er ist Gott."}

sagt. Gleich wie mir dieses "Hu!" zu einem Schlüssel wurde, um alle diese wunderbaren Funktionen des materiellen Aspektes der Luft zu erkennen, so wurde mir auch die Luft selbst gleich diesem "Hu!" zu einem Schlüssel für die Welt der Bilder und zur Welt der Bedeutungen.

Tausende Selam allen!

Euer Bruder
Said Nursi
— 238 —

Meine Brüder, macht euch keine Sorgen! Begnügt euch damit, (die Herzen) wie hinter einem Vorhang verborgen, für die Risale-i Nur zu gewinnen. Wir kennen aus der Geschichte bis heute kaum ein Werk, das unter solch schwierigen Umständen einen derartigen Einfluss gehabt hätte. Der Grund dafür, dass euch nicht die völlige Freiheit gegeben wird und die Weisheit (hikmet) dahinter ist die, dass man die außerordentliche Macht der Risale-i Nur fürchtet, ja es wurde sogar die Nachricht verbreitet, sie könne einen Aufstand zuwege bringen. Doch obwohl der Vorsitzende des Amtes (für Religiöse Angelegenheiten, diyanet, die Risale-i Nur) durchaus hochschätzt und anerkennt, geriet er dennoch (bei dem Gedanken an) eine derzeitige offizielle Druckerlaubnis in Panik und sprach sogleich deswegen bei dem Herrn Staatspräsidenten vor. Zwar will man jetzt (1944) nicht mehr wie in früheren Zeiten (1925) zum Angriff übergehen, sondern wünscht vielmehr den Frieden (müsalâh) zu bewahren. Möge aber Gott es wollen (inshâ-allah), dass die mächtigen Strömungen zugunsten der Risale-i Nur diese Befürchtungen in Begeisterung verwandeln und so (am Ende doch noch) eine offizielle Druckerlaubnis erteilt werden wird, was dann 1950 tatsächlich geschah! Auch sind viele egoistisch (denkende Menschen, die lieber ihre eigenen) Werke veröffentlicht sehen möchten, weil sie die Eifersucht plagt, keineswegs dafür, dass die Risale-i Nur eine allgemeine Verbreitung finden könnte.

Macht euch keine Sorgen: das Licht (Nur) wird siegen!

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Zwanzig Abschriften und das Geschenk (derslerini ve hediyesini) der Medreset-üz Zehra habe ich erhalten. Als Gegenleistung (mukabil) habe ich euch neunzig Banknoten, die von meinem Zehrgeld (tayinat), das ich während meines wissenschaftlichen Dienstes (vazife-i ilmiye) im Haus der Weisheit (Dâr-ül Hikmet) in die Hand bekommen hatte, und das von den Ausgaben (masraf) für die Abhandlungen (risalelerin), die ich damals drucken ließ, noch übrig geblieben war und mit dem ich meine Pilgerfahrt (hac) zu finanzieren beabsichtigt (niyet) hatte und das seit etwa zwanzig, dreißig Jahren für die Versorgung an meinem Lebensabend (ihtiyat erzakim) bestimmt war und das in meinen Augen den Wert von tausend Banknoten hatte, durch Hâfiz Mustafa übersandt, der ein bedeutender Herausgeber des Lichtes (Nur'un nasiri) und ein emsiger Nachfolger von Hâfiz Ali (Gott erbarme sich seiner) ist, um den heiligen Unterricht (kudsî dersler) der Medreset-üz Zehra zu ermöglichen (medar). Der Preis für diese neuen Abhandlungen (dersler) soll für mich genauso wie für die "Leuchte des Lichtes (Siracünnur)" und das "Siegel aus dem Verborgenen (Sikke-i Gaybiye)" siebeneinhalb Lira sein. Denn ich gerate doch recht häufig in die Lage, anderen ein Geschenk anbieten zu müssen (mecbur). Darüber hinaus akzeptiere ich selbst jede Abhandlung (ders) und jedes Exemplar wie tausend Geschenke von den Säulen (erkânlar) der Medreset-üz Zehra.

Zweitens: Durch die Pilgerströme (Hadschi) wird die Risale-i Nur nun auch in anderen Ländern der islamischen Welt bekannt. So gelangt sie jetzt (gewissermaßen) aus eigener Kraft in würdige Hände. Der "Stab Mosis" (Asa-yi Musa) und das "Zülfikâr"

{1.) Auferstehung (Haschir), 2.) Wunder Mohammeds (Mu'dschisat-i Ahmediye), 3. Der Qur'an als ein Wunder (Mu'dschisat-i Qur'aniye) aus dem Band "Worte" (Sözler): drei getrennte Bände}

haben wir als handschriftliche Kopie nach Damaskus gesandt, wo (diese Bände von den dortigen) Gelehrten (hey'et-i ilmiye) fünfzehn Tage lang studiert wurden. Danach brachten sie ihre Hochschätzung zum Ausdruck mit den Worten: "Das werden wir in unserer Zeitschrift in Fortsetzungen abdrucken lassen, da eine Gesamtausgabe dieser Werke zu viel Geld erfordern würde."

Außerdem braucht man eine längere Zeit, um jetzt dieses als Ganzes ins Arabische zu übersetzen (tercüme); es fehlen also dazu die Möglichkeiten. Darum versuchten mein früherer Schüler (talebe), der jetzt in Ägypten ist, und der Schüler (sakird), den ich erst kürzlich dahin entsandt hatte, das Buch aus ihren Händen zu retten, damit sie es nicht drucken sollten, nur um Geld zu verdienen. Diese Brüder geben es nur denen in die Hand, die es so gerne (müstaklar) einmal lesen wollen. Ich hatte jedoch keineswegs meine Einwilligung (izin) dazu gegeben, es zu drucken. Denn die Zeit ist jetzt noch nicht reif daür. Außerdem braucht man, um es ins Arabische zu übersetzen, ein kompetentes, hoch wissenschaftliches Gremium (heyet-i ilmiye) unter der Mitwirkung (istirak) der Gelehrten Ägyptens (Misir ülemasi). Wie dem auch sei: man hat also hier etwas voreilig gehandelt.

— 239 —

Der Grund dafür, dass ein Teil der Exemplare, die wir nach Istanbul geschickt hatten, um sie ins Ausland zu senden, noch nicht gesandt werden konnte, ist der, dass sehr viele gar kein Interesse (ragbet) zeigten, diese Bücher mitzunehmen, da sie ihre Pilgerfahrt (Hac) ungehindert vollziehen wollten, und der Mann, der diese Pilgerfahrt unternehmen wollte und dessen Händen die Bücher anvertraut (emanet) worden waren, uns schrieb: "An jeder Zollgrenze wird sehr aufmerksam (dikkat) kontrolliert und können Dinge mit irgendeiner Begründung (bahane) zurückgewiesen werden." Und weiter: "Dies soll per Post unmittelbar an folgende Adresse gesandt werden: "Mehmed Ali Mâlikî, Vaziye Mahalle-i Samiye, Mekke-i Mükerreme." So hat er diesen Weg für den besseren (münasib) gehalten und brachte also die Bücher nicht mit, damit er nicht mit einer Ausrede (bahane) an der Grenze wieder zurückgeschickt wird. Das war auch völlig zutreffend. Denn diese Bände jetzt in meinem Namen und dem meiner Schüler (Nur sakirdleri) abzuschicken, würde in jedem Fall die Idee (fikr) der islamischen Einheit und die Politik (siyaset) von der Einheit (ittihad) des Islam, die sich jetzt erst zu entwickeln (inkisaf) beginnt, zu einem Versuch werden lassen, die Risale-i Nur für sich zu einer Kraft (kuvvet) und zu einem Werkzeug zu machen und zugleich uns dazu zwingen (mecbur), uns für die islamische Politik zu interessieren. Wohingegen das Geheimnis der Wahrhaftigkeit (sirr-i ihlas), das sich auf dem Weg (meslek) der Risale-i Nur erschließt, nicht damit vereinbar sein kann, dass die Risale-i Nur ein Mittel (âlet) zu etwas anderem wäre, bzw. von etwas anderem abhängig (tâbi') sein könnte, außer zu den Wahrheiten (hakikatlar) des Glaubens (iman) und des Qur'an.

Des Weiteren braucht sie nicht nach ihren Interessenten (müsteriler) zu suchen, vielmehr sollen die Interessenten im Gegenteil, nachdem sie ihre wirklichen Bedürfnisse (hakikî ihtiyaci) gespürt haben, um der Behandlung ihrer Wunden willen nach der Risale-i Nur suchen... Wohingegen diese segensreichen Zentren (mübarek merkezler), zu denen sie geschickt werden sollen, jetzt nicht an ihr wahrhaftiges Bedürfnis (hakikî ihtiyaci) nach den Abhandlungen der Lichter (Nurlar) denken, sondern umständehalber (mecbur) vom Standpunkt (cihet) religiösen Lebens (hayat-i diniye) in der islamischen Welt (âlem)...

Da nun des Weiteren auf dem Weg des Lichtes (Nur mesleginde) die Selbstsucht (benlik), die Scheinheiligkeit (gösteris) und eine Art Sucht nach Ruhm (söhretperestlik) abgelehnt (merdud) wird, jedoch in dieser Zeit des Egoismus (enaniyet) die Menschen dazu zu bringen, sich für mich zu interessieren (satmaga) und von mir ganz begeistert zu sein (begendirmek), die Schüler (Nur sakirdleri) plötzlich durch diese Werke ein großes Ansehen (imtiyaz) gewinnen und die Aufmerksamkeit berühmter Ortschaften auf sich lenken, eine Art Scheinheiligkeit (gösteris) wäre, so erlaubt in dieser Hinsicht die Bestimmung Gottes (Kader-i İlahî) den Schülern (Nur sakirdleri) dies um der Aufrechterhaltung (muhafaza) einer aufrichtigen Wahrhaftigkeit (ihlas) willen jetzt nicht.

Viertens: Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), Süleyman Rüsdü, der ein Held ist und sich in seiner Treue (sadakat) durch nichts erschüttern lässt und mit seinem Bruder, der noch unschuldig (masum) ist, und die in ganz kurzer Zeit sehr wertvolle Dienste (hizmet) geleistet haben, ihnen bei ihrem geistigen und materiellen Handel (manevî ve maddî ticaretinde) im Diesseits (dünya) wie im Jenseits (âchirah) stets Seine Güte (ihsan) erweisen, âmîn!

Fünftens: Die Anmerkung über "Er (Hüve Nüktesi)" ist sehr feinsinnig (ince) und ist recht kurz und bündig ausgefallen. Doch wurde sie an euch geschickt, sodass ein jeder aus ihr ein sehr starkes Licht des Glaubens (nur-u imanî) verspüren möge. Es müssen aber dem Satz so ziemlich am Ende dieser Anmerkung

"Ein jedes Atom rezitiert in der Sprache seines ekstatischen Zustandes (cezbedarane hal):

لاَ اِلهَ اِلاَّ هُوَ

{"Es gibt keinen Gott außer Ihm."}

und

قُلْ هُوَ اللّٰهُ

{"sprich: Er ist Gott."}

und zieht weiter seine Bahnen." die Wörter "in der Sprache seines Zustandes (hal diliyle) und durch das Zeugnis (sehadeti) und die Sprache der oben erwähnten Wahrheit (hakikat)" hinzugefügt werden. Diese Anmerkung über "Er (Hüve Nüktesi)" und der "Fünfte Abschnitt" des "Neunundzwanzigsten Briefes" über meine geistige Reise durch die Ayah

اَللّٰهُ نُورُ السَّمٰوَاتِ

{"Gott ist das Licht der Himmel"}

und der "Erste Abschnitt" ebenfalls im "Neunundzwanzigsten Brief" über meine geistige Reise (seyahat-i hayali) durch das Tor "wir" aus dem Wort "wir beten an" (Nun-u Na'büdü), die das Geheimnis der Gemeinschaft (cemaat sirrini) aufzeigt, sollen zusammen am Schluss des Buches "Das Siegel aus dem Verborgenen (Sikke-i Gaybiye)" oder an einer anderen Stelle, die ihr für geeignet (münasib) haltet, eingereiht werden. Ich überlasse es euch, wenn der Text über "Die Gnadengaben (İnayat)" in dem Buch "Das Siegel aus dem Verborgenen (Sikke-i Gaybiye)" noch nicht enthalten ist, dort eine spätere Zusammenfassung (hülâsa) einzureihen.

— 240 —

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Wie ich gehört habe, veröffentlichen die Verfasser (müellifler), deren Namen zu erwähnen wir nicht für angemessen (münasib) halten, unter anderen auch Semsi, etliche Abschnitte aus dem "Zülfikâr" und andere Abhandlungen (kisim) der Risale-i Nur unter ihrem eigenen Namen. Ich bin damit einverstanden (helâl), erlaube (memnun) es ihnen und bin damit zufrieden (raziyim). Auch sie gehören zu den Schülern (Nurun sakirdleri) und veröffentlichen die Lichter (Nurlar) auf ihre Weise. Seit zwanzig Jahren entnahmen und entnehmen bereits viele, ja sogar ganz bekannte Hocas und andere Verfasser (müellifler) in ihren Werken viele Themen (Nur mes'eleler). Wir geben uns aber nicht nur mit all diesen zufrieden (helâl), solange sie uns wenigstens noch freundlich gesinnt bleiben (dost zatlar), sondern verzeihen (helâl) auch denjenigen noch, die selbst ein offizielles Amt (resmî makamlar) bekleiden und selbst eigene Werke (eserler) verfassen, aber nicht für die Verbreitung des Lichtes (Nurlarin intisarlari) sind, sondern die Verbreitung (Nurun nesrine) verhindern (mani') wollen, in der Absicht (niyet), so mit ihren eigenen Werken Anklang (revaç) zu finden. Denn ihr Versuch, es zu verhindern (men'leri), dient nur dazu (vesile), sie auf eine andere und noch wirkungsvollere (faideli) Weise zu verbreiten und einen noch größeren Anklang (fütuhat) zu finden. Da ich mich jedoch nicht mit der gegenwärtigen Situation (hal-i hazira) beschäftige, habe ich von den Dingen keine Kenntnis. Ich habe jedoch - auch ohne es zu wollen - Folgendes gehört: Bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens (resmî büyük zâtlar), die selbst eigene Werke (eser) verfassen und dabei das Licht (Nur) für sich selbst in Anspruch nehmen, sagen dabei: "Ihr könnt ja ruhig die Risale-i Nur lesen, aber ihr sollt sie nicht an andere weitergeben." Es ist, als würden die Lichter (Nurlar) ihre eigenen Werke in den Schatten stellen (setret). In Wirklichkeit bestätigen (tasdik) die Lichter (Nurlar) nur die Wahrheiten in ihren eigenen Werken (eser) und verleihen ihnen Kraft (kuvvet) und Anerkennung (revaç). Möge Gott es wollen (insâallah), dass sie es eines Tages einmal für unbedingt notwendig halten werden, sie nun auch ganz offiziell (resmen nesrine mecbur) zu veröffentlichen. Dann wird es so sein, wie der Richter in Izmir einmal sagte: "Die Risale-i Nur bleibt nicht unerkannt und ist anderen Büchern gegenüber unverwechselbar. Man kann sie nicht für sich in Anspruch (temellük) nehmen. Wo auch immer man sie finden könnte, wird sie sagen: "Ich bin aus dem Licht (Nur) gekommen."

Zudem kommen die wichtigsten Teile der Risale-i Nur schon seit acht Jahren nach Istanbul und auch die Schriftsteller (müellifler) dort lesen sie voller Begeisterung (kemal-i sevk). Im Grunde genommen ist die Risale-i Nur für jeden, unter der Bedingung, ihr ein Schüler zu sein (sakird olmak sartiyla), wie sein eigenes Werk (kendi mali).

— 241 —

Wir haben beschlossen, die gesegneten (mübarek) Brüder, die von Isparta zur Wallfahrt (hac) aufbrechen und dabei versprechen, ihre Wallfahrt im Geiste (manen) auch für mich zu machen, in dem engsten Kreis der Schüler (has sakirdler dairesi) all unserer geistigen (manevî) Verdienste teilhaftig werden zu lassen. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihnen in beiden Welten (iki cihan) Glückseligkeit (mes'ud) schenken, âmîn!

Ich werde die sechzig Banknoten, welche diesmal von den Kosten (fiati) für die Exemplare des "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa), welche die Medreset-üz Zehra mir diesmal gesandt hat, noch übrig geblieben sind, in Kürze übersenden.

Zudem beglückwünsche (tebrik) ich das Handelshaus (Nur Ticarethanesi). Wolle es Gott (insâallah), dass unsere Korrespondenz (muhabere) in Kürze von dem Besitzer (sahib) des Handelshauses "Nur" übernommen wird.

Grüße (selâm) an alle und jeden Einzelnen von ihnen.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Ich habe hundert Exemplare des "Wegweisers (Rehber)" für fünfzig Banknoten von den Herausgebern (nasirler) erhalten und das, was ich bei dem Verkauf (fiati) meiner Exemplare des "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)" bekommen hatte, ihnen gegeben. Ich sende sie euch anstelle meiner sechzig Banknoten Schulden (borc) für die Exemplare von "Stab Mosis (Asâ-yi Musa)", die ihr mir das letzte Mal geschickt hattet. Ihr könnt zwanzig, dreißig Exemplare für die Medreset-üz Zehra intern verwenden und den Rest (mütebâkisi) an solche Provinzen wie Denizli, Milas, Burdur, Antalya, Aydin, İzmir in einer Anzahl senden, die ihr für angemessen haltet (tensib). Ihr wirklich (hakikî) bedeutsamer Preis ist der, dass der Mann, der sie bekommt, sie auch mindestens zehn weiteren Leuten zu lesen gibt. Denn die Anzahl der Exemplare ist nur begrenzt.

Zweitens: Es hat mir sehr gefallen, wie ihr euch vor Gericht (mahkeme) veteidigt habt. Das habt ihr gut gemacht. Die Verschiebung (te'hir) des Termins auf den zweiundzwanzigsten Tesrin ist auch besser (hayirli). Schon der Teil der Bücher, den sie zurückgehalten haben, ist in gewisser Hinsicht bereits der Anteil für die amtlichen Leute (resmî adamlar). Und die sollten sie auch lesen! Und selbst wenn sie sie auch nicht lesen sollten, bekommen sie doch geistig ihren Unterricht (manevî ders) von ihnen, sobald sie sich in den Amtsstuben in ihrer Nähe einfinden und sich dort pflichtschuldigst (vazifeten) - und wenn auch noch so kurz (mücmelen) - mit den Wahrheiten (hakaik) dieser Bücher beschäftigen. Macht euch also gar keine Sorgen (merak) deswegen: die Entwicklung (inkisaf) und die Verbreitung (fütuhat) der Lichter (Nurlar) setzt sich allmählich fort und umfasst bereits viele von diesen amtlichen Leuten (resmî adamlar). Denn all diese amtlichen Leute (resmî adamlar) sind von einer gewissen Neugierde (merak) befallen und begeben sich nun auf die Suche. Sobald sie aber die Bücher gefunden haben, küssen sie ihnen die Hände, selbst wenn sie ihretwegen dafür Schläge (tokat) bekommen.

Drittens: Die Briefe von den beiden Kleinen, Ibrahim und Sâlih, die zu den Helden in dem kleinen Isparta gehören, haben mich ungewöhnlich froh (mesrur) gestimmt. Möge Gott sie tausendmal segnen (bârekâllah)! Diese beiden Brüder haben bedeutende Brüder in der Umgebung dort besucht (ziyaret), berichten von deren Gesundheit (sihhat) und Sicherheit (selâmet) und auch davon, dass die Provinzen im Küstengebiet (sahiller) des Schwarzen Meeres wie Ordu, Sinop, Gerze, Ayancik, Bartin, Zonguldak bereits von den Lichtern erleuchtet werden (Nurlarla münevver), und dass im Istanbuler Bezirk Üsküdar Nurdschus als Prediger (vaiz hocalar) im Licht (Nur) arbeiten. Wir haben auch einen sehr schönen Brief von einem neuen Bruder empfangen. Er hat in Gerze ein angesehenes Geschäft (ticaret), ist von den Lichtern (Nurlara) überaus begeistert (müstak) und voll und ganz entschlossen, auch für die Lichter (Nurlar) zu arbeiten.

— 242 —

Wir grüßen (selâm) İbrahim, Sâlih und auch diesen Mann (zât) sehr, beglückwünschen sie (tebrik) und beten (dua) für ihren Erfolg (muvaffakiyet).

Viertens: Unser fleißiger (fa'al) Bruder İbrahim Edhem, der Imam von der Alamescid-Moschee, fand die Prediger (vaiz) Ali Sentürk und (vaiz) Osman Nuri in ihrer Art zu arbeiten (sistem), Nurdschus mit Leib und Seele, die in den engsten Kreis der Schüler (has sakirdler) aufgenommen (kabul) wurden, wie sie es auch in ihrem Brief als aufrichtig (samimi), opferbereit und im Dienste einsatzfreudig (Nur hizmeti azimkârane) gewünscht hatten. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), ihnen zum Erfolg (muvaffak) verhelfen, âmîn! Ich grüße (selâm) ganz besonders Ali Riza, den Gemeindemüfti (müfti-i belde), dessen Name im Brief von Ali Sentürk steht und teilt ihm mit, dass er unter all den so bedeutenden Brüdern, die den Namen Ali Riza tragen und in den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) eingetreten sind, für viele zu einem guten Beispiel (hüsn-ü misal) werden wird.

Tausende Grüße allen (Umuma binler selâm).

Aus unserem Qur'an-Exemplar, in dem die symmetrische Übereinstimmung wunderhaft zu erkennen ist (mu'cizeli), hatten wir bereits den Abschnitt, in dem sich die Sure "Ar-Rahmân" mit ihrer anmutigen, auffallend symmetrischen Übereinstimmung (tevafukat-i lâtifesi) befindet und noch einen weiteren Abschnitt mit derselben einzigartigen Übereinstimmung geschickt, um ihn in Istanbul dem Drucker Aziz zu zeigen. Er hat ihm sehr gut gefallen und er hat sogleich versprochen: "Wann immer ihr wollt, werde ich auch diese beiden Abschnitte, wie auch die beiden Bücher Hizb-i Kur'aniye und Hizb-i Nuriye, mit Offset-Technik drucken. Da ich versprochen habe, eine Million Qur'an-Exemplare nach Indien zu senden, wäre es sehr schön, auch dieses wunderhafte (mu'cizatli) Qur'an-Exemplar mit ihnen dahin zu senden." Möge Gott, der Gerechte, es so wollen (Cenab-i Hakk, insâallah), dass die Nurdschus dabei erfolgreich sein werden.

Ich habe fünfzig Exemplare des "Wegweisers (Rehber)" bei den Herausgebern (nasirler) bezahlt und gekauft und sende sie euch als Bezahlung (fiat) für das Buch "Zeichen aus dem Verborgenen (Sikke-i Gaybiye)". Zudem als einen gesegneten (mübarek fiati) Preis für dieses gesegnete (mübarek) Buch, zwei Töpfe (tencere), die mir bis jetzt gedient haben und die ich momentan nicht mehr brauche, aber niemandem geben wollte, einen wattierten Rock (entari), den ich fünfzehn Jahre getragen habe, ein sehr segensreiches Buch, eine Kanne, (çaydanlik), ein Rasiermesser (ustura), das mir seit vierundzwanzig Jahren als Klinge (tras) gedient hat, einen Bettbezug (çarsaf), der mir lange Zeit gedient hat, nach Schätzung und Bewertung (tahmin ve tensib) durch die anwesenden Personen: von dem Vater von Kilinç Ali und Ahmed Rasih, neun Lira für die Töpfe, neun Lira für die Kanne, neun Lira für das Rasiermesser (tras biçagi), noch dazu der wattierte Rock, der Bettbezug, die beiden Handtücher (havlu), die Unterhose (iç donu), ein wattiertes Hemd (gömlek): geschätzter (takdir) Gesamtwert: 125 Lira. Die anwesenden Personen haben diesen Preis (fiat) genannt. Ich habe noch weniger geschätzt und sage, dass dieser Preis nämlich zu hoch ist.

Allen selâm (Umuma selâm).

— 243 —

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Wir beglückwünschen (tebrik) euch zu den letzten zehn Nächten (Leyali-i aser) im Ramadan und wollen euch hier über zwei wunderbare (keramet) Wirkungen des Lichtes (Nur) berichten. Es ist dies wie folgt:

In den letzten Tagen hat die Verbreitung der Lichter (Nurlarin inkisafati) in vielerlei Hinsicht besonders durch das Kopiergerät die feindlich gesinnten Atheisten in Verwirrung gebracht (zindiklari sasirtti). So wollten sie über eine Einzelperson, jedoch auf schmerzhafte Weise aufgrund eines Vorfalls (hâdise), eine Intrige einfädeln, der viel Argwohn (evham) und Verleumdung (iftiralar) zugrunde liegen könnte, wobei dann ein armer, unbedachter (muhakemesiz) Mann das Opfer sein musste. Hier ganz in der Nähe des Hauses eines sehr bedeutsamen Schülers des Lichtes (Nur sakirdi), dessen Aufgabe (vazife) äußerst wichtig war, wurde dieser arme Mann von vier Kugeln getroffen. Der Arzt sagte, er würde zu hundert Prozent sterben. Obwohl es aufseiten dieses Verwundeten (mecruh) sehr viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, wie auch Zivilpersonen (resmî, gayr-i resmî) gab, die eine Anklage (dava) hätten erheben können, um mit einer neunzigprozentigen Wahrscheinlichkeit auf Erfolg diesen bedeutenden Schüler (sakir) zu beschuldigen (isnad) und auf diese Weise (vesile) über einen vorgeschobenen Grund (bahane) alle Abhandlungen (Nur Risaleler) und Briefe bei einer Hausdurchsuchung (taharri) in die Hand zu bekommen, und so eine neunzigprozentige Wahrscheinlichkeit gegeben war, mich und die Nurdschus aufgrund dessen mit diesem Vorfall in Beziehung zu bringen und so auch diesen unschuldigen Schüler (masum sakird) mit eigenartigen Verleumdungen (acib iftiralar) in Verruf zu bringen, eilte uns wiederum durch das Geheimnis (sirr) von

فَاِنَّكَ مَحْرُوسٌ بِعَيْنِ الْعِنَايَةِ

{"Du stehst durch die Gnade Gottes unter Seinem Schutz."}

die Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) zu Hilfe (imdad).

Obwohl dieser Mann von vier Kugeln aus nächster Nähe direkt ins Gesicht getroffen wurde, ist er jedoch nicht gestorben. Auf wunderbare Weise konnte man überhaupt keinen Zeugen (sahid) finden; ja man konnte noch nicht einmal einen Hinweis (emare) finden. Der getroffene Mann sprach weder vor dem Gericht (mahkeme) noch zu seinem Vater, noch etwas zu seinen Brüdern, obwohl sie darauf bestanden, zu erfahren, wer auf ihn geschossen hatte, d.h. die Gnade Gottes ließ ihn nicht sprechen (söylettirilmedi). Wenn er etwas gesagt hätte, so würden die Heuchler (münafiklar), die aus einem Korn eine Kuppel bauen, erstaunliche Verleumdungen (acib iftiralar) erfinden. Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), beschützte (himaye) durch seine Güte und Freigiebigkeit (kerem) die Lichter (Nurlar) und die Nurdschus (Nurcular); und so fügte uns dieser Vorfall (hâdise) und die Explosion dieser Bombe weiter keinen Schaden zu. Wir sind zu der festen Überzeugung (kanaat) gelangt, dass dies eine Wundertat des Dienstes (keramet-i Nuriye) ist. Außerdem rettete dieser Mann, da er bereits einen Teil aus den Lichtern (Nurlar) gelesen hatte, durch ihre Wundertat (keramet) sein Leben (hayat). Zudem hieß ihn das Gefühl, das ihm aus dem wahrheitsgemäßen Unterricht (ders-i hakikat) erwuchs, in diesem seinem leidvollen Zustand (elîm vaziyetinde) und bei seiner unbeugsamen Natur (inadçi tabiat) schweigen (susturuldu), damit den Lichtern (Nurlar) kein Schaden zugefügt wurde. Die Gnade Gottes erlaubte ihm weder vor Gericht (mahkeme), noch mit seinen Verwandten zu sprechen (söylettirilmedi). Da er jedoch schon einmal zu mir gekommen war und mir versprochen hatte, von nun an seinen geraden Weg (istikamet) zu gehen und sich danach dennoch wieder falsch verhalten hatte, bekam er nun seine Ohrfeige. So haben wir denn verstanden, dass selbst dieser Schüler (sakird), der wegen etlicher Unachtsamkeiten (lâkaydliklar) beschuldigt (ittiham) werden konnte, trotz seiner vollendeten Treue (kemal-i sadakat) und Aufrichtigkeit (ihlas) einen zärtlichen Klaps (sefkat tokadi) bekommen hat.

— 244 —
Der folgende Absatz soll am Schluss der "Anmerkung über "Hu" (Er) (Hüve Nüktesi)" eingefügt werden.

Ich habe gesehen, dass man die Welt der Bilder und Gleichnisse (âlem-i misal) mit zahllosen Fotoapparaten aufnehmen kann, wobei jeder Apparat zahllose Ereignisse auf der Erde (hâdisat-i dünyevi) gleichzeitig aufnimmt, ohne sie zu verwechseln. Es gibt da im Jenseits (sinema-i uhrevi) einen Vorführapparat für ein Kino, das so groß und weit ist wie Tausende Erden (dünya), um den Leuten (ashablar) der Ewigen Glückseligkeit (saadet-i ebedi) die vergänglichen (fâni), nur sehr beschränkten (zâil) Zustände (haller) und Verhältnisse (vaziyetler) alles Vergänglichen (fâniyat), die Früchte ihres vergänglichen Lebens (geçici hayatlari) auf den immerwährenden Schauplätzen (sermedî temasagâhlar) und im Paradies (Cennet), ihren Lebenslauf auf Erden (dünya maceralari) und ihre alten Erinnerungen (eski hatiralar) auf den Tafeln (levhalar) vor Augen zu führen. Was die Kapazität des Gedächtnisses (kuvve-i hâfiza) und den Reichtum der Phantasie (kuvve-i hayaliye) betrifft, so sind dies zwei Zeugnisse (hüccet) sowohl für die Wohlverwahrte Tafel (Levh-i Mahfuz) als auch für die Welt der Bilder (âlem-i misal) und zugleich zwei kleine Beispiele, zwei Zentren im Kopf des Menschen, die trotz ihrer winzigen Größe, ohne jemals etwas zu verwechseln, in vollkommener Wohlordnung (kemal-i intizam) so viele Informationen (malûmat) speichern wie eine ganze große Bibliothek (kütübhane), was mit größter Sicherheit beweist (isbat), dass das größte und gewaltigste Beispiel (nümune-i ekber) dieser beiden Fähigkeiten (kuvve) die Welt der Beispiele (âlem-i misal) und die Wohlverwahrte Tafel (Levh-i Mahfuz) sind. Was nun die Elemente (unsurlar), wie Luft (hava) und Wasser (su) betrifft, in dem auch die Spermien (nutfeler) schwimmen, dazu noch das Element Erde (toprak), so sind sie mit Weisheit (hikmet) und Wille (irade), mit der Feder der Bestimmung (kalem-i kader) und der Macht (kudret) geschrieben und es bleibt hundertfach unvorstellbar (muhal) und wäre in keinerlei Hinsicht möglich, dass der Zufall (tesadüf) oder irgendeine blinde Kraft (kuvvet) oder taube Natur (tabiat) und leblose (camid), ziellose Ursachen (esbab) sich hier einmischen können, dass sie vielmehr die Seite der Feder der Bestimmung (kalem-i kader) des majestätischen Allweisen (Hakîm-i Zülcelal) und Seiner Weisheit (hikmet) sind, wurde mit wissenschaftlicher Gewissheit (ilmelyakîn) zweifelsfrei erkannt. Den Rest (Mütebâki) zu schreiben ist mir z.Zt. noch nicht möglich (yazdirilmadi).

سُبْحَانَكَ لاَ عِلْمَ لَنَا اِلاَّ مَا عَلَّمْتَنَا اِنَّكَ اَنْتَ الْعَلِيمُ الْحَكِيمُ

{"Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bist der Allwissende, der Allweise!" (Sure 2, 32)}

Euer Bruder
Said Nursî

Meine lieben getreuen Brüder und ihr alle, die ihr fleißig und ausdauernd im Dienst am Qur'an seid!

Erstens: Wir beglückwünschen euch aus ganzem Herzen (canim) und tiefster Seele (ruh) zu den letzten zehn Nächten (leyali-i aser) des Ramadans, der in diesem Jahr den Wert (mana) der großen Pilgerfahrt hat.

— 245 —

Zweitens: Sowohl im Inland als auch im Ausland setzt sich der Anklang des Lichtes (Nurun fütuhati) weiter fort. Aber die Leute des Irrtums (ehl-i dalalet) und der Ausschweifung (sefahet), die unsere versteckten Feinde sind, versuchen durch einige bedeutungslose Ereignisse die Schüler (Nur talebeleri) in Panik (telas) zu versetzen und verursachen so Erschütterungen (sarsinti), indem sie aus einem Korn eine Kuppel bauen. So ereignete sich neuerdings in einer Nacht in der Nähe des Hauses eines Schülers (sakird), in dem die meisten meiner Bücher und meiner Korrespondenzbriefe der letzten drei Jahre offen auf dem Tisch lagen, ein besonderer Vorfall (vukuat). Obwohl bei dieser besonderen Gelegenheit mit einer zu neunzig Prozent sicheren Wahrscheinlichkeit (ihtimal-i kavî) die Möglichkeit bestand, die Wohnung dieses Schülers zu durchsuchen (taharri), verschonte Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), dieses Haus in Seiner Güte (inayet) mit Seinem Schutz (hifz) und durch Seine Bewahrung (himayet) vor einer möglichen Durchsuchung. Hätte ich am nächsten Morgen nicht diese beiden leichtsinnigen (safdil) Brüder ernsthaft verwarnt und meine Bücher und Briefe nicht von dort weggeräumt, wäre wiederum innerhalb des Kreises (Nur dairesi) ein ziemlich großes Problem entstanden. Denn dieser ganze Vorfall (vukuat) enthält auch noch eine gewisse Art politisch begründeter Angst (siyaset korkusu). Die Güte Gottes (inayet-i İlahiye) hat uns diesmal zwar verschont (muhafaza), aber in diesen Tagen, in denen die gebundenen Bücher herausgegeben und verbreitet (intisar) werden, wir aber unbedingt sehr viel Ruhe (sükûnet) benötigt hätten und Vorsicht (ihtiyat) dringend geboten war, hätten solche aufregenden Vorfälle (heyecanli bir hâdise) unsere Feinde, die aus Körnern Kuppeln bauen, in Panik (telas) versetzen und eine Erschütterung (sarsinti) auslösen können. Die Gnade Gottes (İnayet-i İlahiye) hat jedoch auch diesen Plan zum Scheitern gebracht und uns davor bewahrt. Doch unerwartet plötzlich (hilaf-i me'mul) versetzte dieser Vorfall (hâdise) meinen Geist (ruh) in eine Aufregung (heyecan); und infolge eines geistigen Sturzes (manevî darbe) und durch die Sorge, dass dem Dienst (Nur hizmeti) ein beträchtlicher Schaden entstehen könnte, verspürte ich eine Bedrängnis (sikinti), wie ich sie noch nie zuvor in meinem Leben erfahren hatte und wurden in meiner Seele (asab) geistige (manevî) Wunden aufgerissen. Und ohne es zu wollen, bedrückten mich Kummer und Sorgen (teessürat) sehr. Da schickte mir Gott, der barmherzigste der Barmherzigen (Cenab-i Erhamürrâhimîn) in Seiner vollkommenen Güte (kemal-i merhamet) schon am nächsten Tag die genau richtige Salbe als ein Heilmittel für die Wunden, die mir meine geistigen Sorgen (teessürat-i manevî) zugefügt hatten, ganz unerwartet den überaus opferwilligen Nuri Benli, einen Helden von Kastamonu, Sadik Bey und Ismail, einen der Helden von Inebolu. Außerdem hat die frohe Botschaft (müjde), welche der Bruder Emin, der nach seiner Stadt (memleket) gegangen war, in seinem Brief verkündet, dass Molla Hamza, von dem ich gehört hatte, dass er vor fünfzehn Jahren als Märtyrer (sehid) gestorben sei, und für den ich mit meinen Märtyrer-Schülern (sehid talebeler) wie Ubeyd immer gebetet (dua) hatte und der sowohl "Ein Zeichen des Wunders" (İsarat-ül İ'caz)" als auch das "Zehnte Wort" drucken ließ, noch am Leben (hayat) ist, im Irak lebt und dort nach den Werken der Lichter (Nurlar) sucht, meine Wunden nun vollständig geheilt (tedavi). Unendlicher Dank (sükür) sei Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), habe ich da gesagt.

Alle unsere Brüder grüßen (selâm) wir Tausende Male.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Ich möchte euch hier (zwei) Erlebnisse aus meinem doch recht eigenartigen, sowohl oft leidvollen, zudem aber auch geistig orientierten (latif) Leben (erzählen), als auch von den Verleumdungen durch meine Feinde, die zwar ganz abscheulich sind, mit denen sie jedoch unter tausend Möglichkeiten mit keiner einzigen Möglichkeit auch nicht einen einzigen Teufel oder sonst jemanden täuschen können, was denn auch erklärt, warum sie überhaupt keine Waffen mehr haben, die sie gegen die Risale-i Nur einsetzen könnten. Es ist dies wie folgt:

Für die, die meinen Lebenslauf kennen, ist folgendes bekannt. Vor fünfundfünzig Jahren, als ich etwa zwanzig Jahre alt war, wohnte ich zwei Jahre in dem Haus des verstobenen Gouverneurs Ömer Pascha in Bitlis, weil er das Wissen hochschätzte und auf meinem Bleiben beharrte. Er hatte sechs Töchter. Drei davon waren noch klein und die anderen drei waren groß. Ich habe aber die drei Großen niemals kennengelernt und konnte sie noch nicht einmal voneinander unterscheiden, obwohl wir zwei Jahre miteinander im selben Hause wohnten. Ich habe sie niemals lange genug aufmerksam betrachtet, um sie wiedererkennen zu können. Ein Gelehrter, der mich einmal besuchen kam und eine Zeitlang mein Gast war, konnte sie schon nach zwei Tagen voneinander unterscheiden und sie wiedererkennen. Jeder war über meine Haltung erstaunt und fragte mich: Warum siehst du sie denn nicht einmal an? Ich sagte immer: "Die Wahrung der Würde der Wissenschaft (ilmin izzetini) lässt es nicht zu, mir (die Mädchen) anzusehen."

— 246 —

Ein andermal stiegen wir, das heißt, der inzwischen verstorbene Abgeordnete Molla Seyyid Taha und der Abgeordnete Haci Iljas und ich, und das war vor vierzig Jahren und in Kagithane, einem Stadtteil von Istanbul, und gerade an einem besonderen Feiertag, wo Tausende offen und freizügig bekleideter griechischer, armenischer und anderer Istanbuler Mädchen und Frauen zu beiden Ufern des Goldenen Hornes zwischen der Galata-Brücke bis nach Kagithane auf und ab flanierten, zusammen in ein Boot. Und so fuhren wir an diesen Frauen vorbei. Doch ich nahm sie überhaupt nicht wahr. Nach etwa einer Stunde gestanden mir dann Molla Taha und Haci Ilyas, dass sie mich in Wirklichkeit hatten prüfen wollen und mich abwechselnd beobachtet hatten. Dabei sagten sie: "Wir haben uns sehr über dein Verhalten gewundert. Du hast noch nicht einmal geguckt!" Ich sagte: "Da die Folgen solch nuٕ٤ةoser, flüchtiger und zudem noch sündhafter Genüsse nur Leiden und ein (schmerzliches) Bedauern sind, will ich so etwas nicht."

Darüber hinaus wissen alle, die mit mir befreundet sind, dass ich mein ganzes Leben lang niemals Geschenke angenommen habe, mich auch stets geweigert habe, von irgendwelchen Leuten Almosen (sadaka) oder sonstige gute Gaben (ihsan) entgegenzunehmen, die mich ihnen gegenüber zu Dank verpflichtet hätten. Um der Ehre der Risale-i Nur, des Dienstes am Glauben (iman) und des Qur'an willen und um ihre Unabhängigkeit (selamet) zu wahren, habe ich auf alle weltlichen (dunya) Güter und das gesellschaftliche Leben verzichtet, mein Interesse an der Politik aufgegeben und auf den Zorn der Leute und ihre Morddrohungen keine fünf Para Wert gelegt, was auch aus den zwanzig Jahren qualvoller Gefangenschaft in zwei verschiedenen abscheulichen Kerkern und vor ihren Gerichtshöfen ohne Zweifel deutlich geworden ist.

Nachdem ich aber bereits fünfundsiebzig Jahre meines Lebens diesem Prinzip getreu verbracht hatte, setzte (so ein Kerl), der (auch noch) ein öffentliches Amt bekleidet, eine Verleumdung (in die Welt), um den außerordentlichen Wert der Risale-i Nur zu zerstören, (eine Verleumdung), wie sie sich selbst die Teufel nicht hätten erdenken oder erträumen können. Er sagte nämlich: "Nachts kommen Dirnen (fahische) und Halunken mit Bergen von Kuchen (baklava) zu ihm!" In Wirklichkeit aber sind meine Türen nachts, und zwar (die erste) von außen und (die zweite) von innen, verschlossen und diese (Doppel)-Tür wird auch noch auf Befehl dieses Unglückseligen bewacht. Zudem wissen selbst meine Nachbarn und alle meine Freunde, dass ich vom Nachtgebet (Ischa) bis zum Morgengebet (Sabah) niemanden bei mir empfange. Also eine derartige Verleumdung würde doch noch nicht einmal ein armer unglückseliger Dummkopf, selbst wenn er noch dazu ein Esel wäre und danach auch noch ein dummer Teufel geworden wäre, für möglich halten! Doch dieser Mann musste es schließlich aufgeben, weiter seine Intrigen zu planen und ist von hier zu jenem anderen Ort gefahren, wo der Pfeffer (Dschehennem) wächst! Mit diesen Plänen, die er da geschmiedet hat, wollte man öffentlich nicht etwa mich, sondern die Risale-i Nur in den Schmutz zerren und diese neue Geschichte zum Anlass nehmen, um auch die Nurdschus in Misskredit zu bringen. Doch unter dem Schutz und Schirm der Güte Gottes (inâyet-i Ilâhiyye) sind all diese Pläne auf wunderbare Weise wirkungslos geblieben. Ich möchte mit dieser Erklärung keineswegs meine Seele (nefs) reinwaschen. Ich möchte vielmehr sagen, dass dieser heilige Dienst am Glauben (kudsî hizmet-i imaniye) meine Seele (nefs) von allen Lustbarkeiten abgewandt hat und mir nun die innerliche (mânevî) Freude an diesem Dienst genügt (kâfi). Und somit erkläre ich, dass auch die Nurdschus aller Umsicht und Aufmerksamkeit bedürfen.

— 247 —

Zweitens: Ich werde euch einen Schreiber senden, der mit einer Maschine erfahren ist und sie beherrscht. Denn ich selbst kann doch nur mit Mühe schreiben und werde mich von jetzt an kurz fassen. Seid also deswegen nicht enttäuscht!

Drittens: Ich grüße (selâm) Tevfik und den Prediger (Hatib) Mehmed aus dem Umland von Eflani, dessen Traum von segensreicher (mübarek) Bedeutung ist.

Viertens: Gerade in diesem Augenblick habe ich von Mehmet Feyzi, dem Hüsrev {Hüsrev in Isparta kann man in Kastamonu mit Mehmet Feysi vergleichen.} von Kastamonu einen Brief erhalten, in dem er uns vor Freude strahlend seine Glückwünsche (tebrik) mitteilt und uns die frohe Nachricht überbringt, dass die Risale-i Nur (alle Herzen) erobert. Und hiermit beglückwünschen wir vor allem unsere verehrten Brüder Hilmi und Emin, insgesamt fünf Brüder zusammen mit Sehra, Lütfiye und Ulviye und all die anderen Schwestern (im Dienste an) der Risale-i Nur, sowohl zu den zehn heiligen Nächten (leyali-i asere) als auch zu den Fest- und Feiertagen (bayram) mit Herz und Verstand (ruh-u can). Zugleich fügen wir auch noch die Briefe von Hulusi und Feysi bei.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Ein Schüler des Lichtes (Nur'un sakirdi), der sehr angesehen und ein großer Wohltäter (hayirli) ist, hat mir im Namen von vielen folgende Frage gestellt: Ein Teil der aufrichtigen (hâlis) und bedeutungsvollen Schüler des Lichtes (Nur'un sakirdleri) halten dich mit ziemlicher Bestimmtheit (musirrane) für einen großen Lehrmeister (mürsidi) aus der Familie des Propheten (Âl-i Beyt), der ja in der Endzeit (âhirzaman) kommen soll. Und obwohl du dich doch so sehr dagegen sträubst (çekin), bestehen sie dennoch (israr) darauf. Und auch du lehnst ihre Ansichten (fikirler) mit ebenso großer Bestimmtheit (musirrane) ab und sträubst (çekin) dich dagegen. Sie haben doch die Tatsachen (hakikat) in ihrer Hand und ein sicheres Zeugnis (kat'î bir hüccet) dazu. Aufgrund einer anderen Weisheit (hikmet) und einer anderen Tatsache (hakikat) stimmst du dem aber nicht zu (muvafakat). Darin liegt jedoch ein Widerspruch (tezad). Wir möchten ihn aber auf jeden Fall lösen (hallini).

In Beantwortung der vielen Fragen (mesailler), die mir diese Person (zât) hier übermittelt (temsil) hat, erkläre ich hiermit Folgendes: Es gibt da eine Tatsache (hakikat), die für diese aufrichtigen (has) Nurdschus auf der Hand liegt. Sie erfordert es jedoch, in zweierlei Hinsicht ausgelegt (tabir) und ausgedeutet (te'vil) zu werden:

Erstens: Wie ich bereits vielmals in meinen Briefen angemerkt habe, hat die geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der heiligen (kudsî) Gemeinschaft (cemaat), die der Mehdi aus dem Hause des Propheten (Mehdi-i Âl-i Resul) repräsentiert (temsil), drei Aufgaben (vazife). Falls nun nicht plötzlich der Weltuntergang hereinbricht und falls die Menschheit (beser) nicht ganz und gar vom Wege abirrt, erwarten wir von der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye), dass seine Gemeinschaft (cem'iyet) und die Gemeinde (cemaat) derer, die aus der Familie des Propheten stammen (seyyidler), die folgenden Aufgaben (vazife) erfüllen werden. Er wird also drei große Aufgaben haben:

— 248 —

Erstens: In einer Zeit, in der die westlichen Wissenschaften (fen) und ihre Philosophie (felsefe) vorherrschen (tasallut) und sich der Materialismus (maddiyyun) und der Naturalismus (tabiiyyun) wie eine Seuche (taun) unter den Menschen (beser) verbreiten, ist es seine Aufgabe, den Glauben (iman) auf eine Art und Weise zu retten, durch die vor allem anderen die westliche Philosophie und die materialistische Ideologie (fikr) ganz und gar zum Schweigen gebracht wird und so die Gläubigen (ehl-i iman) vor dem Irrtum (dalalet) zu bewahren. Da es diese Aufgabe (vazife) erfordert (iktiza), sowohl die weltlichen, als auch alle übrigen Interessen aufzugeben und sich über eine längere Zeit nur mit kritischen Überlegungen (tedkikat) zu beschäftigen (mesguliyet), können es die Zeit (vakit) und die Umstände (hal) Hazret-i Mehdi nicht erlauben, sich um dergleichen Aufgaben auch noch persönlich zu bekümmern. Denn seine Herrschaft (saltanat) im Hinblick auf das mohammedanische Kalifattum lässt ihm keine Zeit, sich damit zu befassen. Auf jeden Fall wird eine Gruppe diese Aufgabe (vazife) in gewisser Hinsicht noch vor ihm erfüllen. Diese Persönlichkeit wird das Werk (eser), das diese Gruppe aufgrund langwieriger Überlegungen (tetkikat) geschrieben hat, zu seinem für ihn bereitgestellten (hazir) Programm machen und damit seine erste Aufgabe vollständig erfüllt haben. Die Kraft (kuvvet) und das geistige Heer (manevî ordusu), auf das sich diese Aufgabe (vazife) stützt, besteht nur zum Teil aus diesen Schülern, die allein die Eigenschaften (sifatlarina) der Aufrichtigkeit (ihlas), der Treue (sadakat) und der Zusammengehörigkeit (tesanüd) voll und ganz gemeistert (tam sahib) haben. Wie wenig sie auch sein mögen, so werden sie doch geistig (manen) als ebenso stark (kuvvetli) und als so bedeutsam wie ein ganzes Heer gelten.

Die zweite Aufgabe: Sie besteht darin, die islamischen Kennzeichen (seair) im Namen (ünvan) des mohammedanischen Kalifattums wieder ins Leben (ihya) zu rufen, die Einheit (vahdet) der islamischen Welt (âlem) zu seinem Stützpunkt (nokta-i istinad) zu machen und die Menschheit (beseriyet) vor sichtbaren und unsichtbaren (maddî ve manevî) Gefahren und vor dem Zorn Gottes (gazab-i İlahî) zu bewahren. Für diesen Stützpunkt (nokta-i istinad) und als Diener (hâdimler) für diese Aufgabe (vazife) sind Heere nötig, die aus Millionen einzelner Personen bestehen werden.

Dritte Aufgabe: Da durch zeitbedingte Umwandlungen (İnkilabat-i zamaniye) viele Regeln (ahkâm) im Qur'an verletzt wurden und die Gebote (kanunlar) der mohammedanischen Gesetzgebung (seriat) in gewissem Grade von einer Aufhebung (ta'til) betroffen wurden, setzt sich nun diese Persönlichkeit dafür ein, mit der geistigen Hilfe (manevî yardimlar) aller Gläubigen (ehl-i iman), mit der Unterstützung der islamischen Einheit (ittihad) und mit Hilfe (muavenet) aller Gelehrten (ulema) und Heiligen (evliya), besonders aber unter Beteiligung (iltihak) von Millionen opferbereiter Angehöriger des Propheten (seyyidler), die von der Familie des Propheten (Âl-i Beyt) abstammen (neslinden) und in jedem Zeitalter einflussreich (kuvvetli) und groß an Zahl waren, diese gewaltig große Aufgabe (vazife-i uzma) zu erfüllen.

Da also nun dies der wahre Sachverhalt (hakikat-i hal) ist, so bringt nun das, was die Aufgabe, den Glauben (iman) zu retten, betrifft, und alle (umum) im Glauben in einer der Wahrheit (tahkik) entsprechenden Weise zu unterrichten (ders), ja sogar das einfache Volk (avam) an den wahrhaftigen (tahkik) Glauben heranzuführen, welches seine allererste Aufgabe (vazife) und sein edelstes Werk (meslek) ist, dem Sinne nach (manen) und in der Tat (hakikaten) die Bedeutung (mana) dessen in aller Klarheit (sarahat) zum Ausdruck, der den rechten Weg (hidayet) zeigt und führt (irsad). Da die Schüler des Lichtes (Nur sakirdleri) diese Funktion (vazife) ganz und gar in der Risale-i Nur erkannt haben und dachten, dass die zweite und dritte Aufgabe (vazife) im Vergleich zu dieser auf der zweiten und dritten Stufe (derece) stehen, halten sie (telakki) die geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur mit Recht (hakli) für eine Art Mehdi. Da sie sich mich als einen Repräsentanten (mümessili) dieses armen Sprachrohres (tercüman) dieser geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) und eine geistige Körperschaft, die mit dem Zusammenwachsen (tesanüd) der Schüler des Lichtes (Nur sakirdleri) entstand, und in dieser geistigen Körperschaft eine Art Repräsentant vorstellen, schreiben sie ihm manchmal diese Bezeichnung zu. Das ist zwar eine Verwechslung (iltiba) und ein Fehler (sehiv), doch sind sie nicht dafür verantwortlich (mes'ul). Denn eine übertrieben gute Meinung ist von alters her im Umlauf und dem wird nicht widersprochen. Da auch ich die recht übertrieben guten Meinungen (hüsn-ü zanlar) dieser Brüder für eine Art Gebet (dua) halte, einen Wunsch (temenni), einen Stalaktiten (teressuh) der vollkommenen Überzeugung (kemal-i itikadlari) dieser Schüler des Lichtes (Nur talebeleri) betrachtete, habe ich ihnen doch nicht so scharf widersprochen. Dass einige der alten Heiligen (evliya), die in ihrer geistigen Schau (kesifler) als eine wunderhafte Vorhersage aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye) die Risale-i Nur als diejenige entdeckt haben, die uns in der Endzeit (âhirzaman) den rechten Weg (hidayet) weist, wird durch diese Analyse (tahkikat) ihrer Ausdeutung (tevil) verständlich. Also liegt hier in zwei Punkten eine Verwechslung (iltibas) vor, die einer Ausdeutung (tevil) bedarf:

— 249 —

Erstens: Die letzten beiden Aufgaben haben zwar in Anbetracht sämtlicher Hintergrundgegebenheiten (hakikat noktasi) nicht den Grad einer primären Aufgabe (vazife), jedoch erscheint in der Vorstellung (efkâr) aller, besonders der des einfachen Volkes (avam), und gerade in der Vorstellung der Politiker (ehl-i siyaset), und das vor allem in diesem Jahrhundert, also die Vorstellung (efkâr), mit Heeren (ordular) das mohammedanische Kalifattum (hilafet-i Muhammediye) und die islamische Einheit (ittihad-i İslâm) auf dem Antlitz der Erde (zemin yüzü) und so die islamische Herrschaft (saltanat-i İslâmiye) einzuführen (sürmek), tausendfach umfangreicher als die erste Aufgabe. Wenn diese Bezeichnung einem einzigen Mann zugeschrieben würde, so kommen diese beiden letzten Aufgaben wieder in Erinnerung, lassen einen Sinn für Politik (siyaset manasi) verspüren (ihsas), ja rufen sogar wieder einen Hauch (manasini) von Selbstgefälligkeit (hodfürusluk) in Erinnerung, ja zeigen selbst wieder Wünsche (arzular) nach Ruhm und Ehre (san ü seref), nach Ansehen (makamperestlik) und Geltung (söhretperestlik). Von alters her und bis heute behaupten (dava) viele leichtgläubige (safdil) Menschen, die nach hohen und höchsten Ämtern streben (makamperest): "Ich werde einmal der Mehdi sein." Zwar erscheint gewöhnlich (geliyor) in jedem Jahrhundert eine Art Mehdi, ein Erneuerer (müceddid), um die Menschen wieder auf den rechten Weg zu führen, und sie sind immer wieder gekommen (gelmis). Da jedoch jeder von ihnen nur eine dieser drei Aufgaben (vazife) in gewisser Hinsicht erfüllt hat, konnte keinem von ihnen der Titel "Großer Mehdi der Endzeit" zuerkannt werden.

Zudem brachten einige Sachverständige (ehl-i vukuf) in Denizli während der Gerichtsverhandlung (mahkeme) - auf die Überzeugung (itikad) einiger Schüler (sakirdler) hinweisend - gegen mich vor: "Würde er einen Anspruch (dava) auf das Mehditum (mehdilik) erheben, würden ihm alle Schüler (sakirdler) ihren Glauben schenken (kabul)." Ich hatte aber zu ihnen gesagt: "Ich kann nicht wissen, ob ich aus der Familie (seyyid) des Propheten stamme. In heutiger Zeit ist diese Abstammung (nesiller) für mich gar nicht mehr nachweisbar. Im Gegensatz dazu wird aber diese Große Persönlichkeit (o büyük sahsi) der Endzeit (âhir zaman) sehr wohl aus der Familie des Propheten (Âl-i Beyt) stammen. Zwar habe ich im Geiste (manen) von dem Ehrwürdigen (Hazret) Ali, Gottes Wohlgefallen über ihn, als sein geistiges Kind (veled-i manevî) Unterricht über die Wahrheit (hakikat dersi) erhalten und da die Familie Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, im weitesten Sinne (manada) auch die wahrhaften Schüler des Lichtes (hakikî Nur sakirdleri) umfasst, kann so auch ich der Familie des Propheten (Âl-i Beyt) zugezählt werden. Da jedoch diese Zeit eine Zeit der Geistigen Körperschaften (sahs-i manevî) ist, lässt sich der Weg des Lichtes (Nur'un mesleginde) in gar keiner Weise mit Egoismus (benlik), mit Selbstsucht (sahsiyet) und Wunsch (arzu) nach persönlichem Rang und Ansehen (sahsî makamlar) vereinbaren. Ruhm und Ehre (san seref) für sich selbst erwerben zu wollen, passt nun ganz und gar nicht dazu. Da dies also dem Geheimnis der Wahrhaftigkeit (sirr-i ihlas) ganz und gar entgegengesetzt (muhalif) ist, bin ich Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), unendlich dankbar (hadsiz sükür), dass Er jede Art Selbstgefälligkeit von mir fernhält (begendirmemesi). Ich richte meine Augen nicht auf solche persönlichen (sahsî) und in hohem Grade (hadsiz derece) über meine Grenzen (haddim) hinausgehenden Ränge (makam). Ja, um die Reinheit des Lichtes (Nur'daki ihlas) nicht zu beflecken, weiß ich mich sehr wohl dazu gezwungen, auch auf die jenseitigen Ränge (uhrevî makamat) zu verzichten, würden sie mir angeboten werden." Das habe ich ihnen gesagt und diese Sachverständigen (ehl-i vukuf) haben dazu geschwiegen.

— 250 —

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Herzlichen Glückwunsch an alle Nurdschus zu den segensreichen Festtagen und auch zu den Feiertagen der "Nur"-Schüler, die sich auf der großen Pilgerfahrt (Hadju'l-akbar) befinden, und aller Anhänger der "Nur" (Licht = Risale-i Nur), die auf Pilgerfahrt sind. Ebenso einen Glückwunsch zum Beginn des Festtages der islamischen Welt, an dem die großen Länder der islamischen Welt, wie Indien und Arabien, die seit langer Zeit unter kolonialer Verwaltung gestanden und ihre Selbstständigkeit verloren hatten, wieder zur islamischen Gemeinschaft hinzutreten. Ein islamischer Staat mit hundert Millionen Einwohnern zu beiden Seiten des indischen Subkontinents, ein anderer islamischer Staat auf der indonesischen Inselwelt mit weiteren mehr als hundert Millionen Einwohnern, und vier, fünf Regierungen in den arabischen Ländern, die sich als vereinigte Republiken zu einer arabischen Gemeinschaft zusammenfanden, die sie in dieser islamischen Einheit miteinander verbindet. Dies alles ist für uns während dieser Festtage eine wirklich gute Nachricht (müjde).

Zweitens: Wie Re'fet Bey und Mustafa Oruc mir geschrieben haben, finden sich an der Frontseite dieses riesengroßen (Gebäudes) des Kriegsministeriums, das lange Zeit die Verwaltung des islamischen Heeres beherbergte und das später in das "Haus der Wissenschaften" (Daru-l'fünun) umgewandelt wurde, diese beiden bedeutungsvollen Ayat:

اِنَّا فَتَحْنَالَكَ فَتْحًا مُبِينًا ٭ وَ يَنْصُرَكَ اللّٰهُ نَصْرًا عَزِيزًا

{ "Wir haben dir einen offenkundigen Sieg verliehen." (Sure 48, 1) - "Gott möchte dir damit mächtige Hilfe leisten." (Sure 38, 3)}

Später wurden sie mit Marmorsteinen überdeckt, sodass diese lichtvollen (Nur) Ayat nun darunter verborgen sind. Jetzt wurden sie wieder freigelegt, was ein Zeichen für die Wiederzulassung (1980!) der (ursprünglich für den Qur'an entwickelten) arabischen Schriftzeichen ist, ein günstiger Umstand für das von der Risale-i Nur verfolgte Ziel (einer Erhaltung der osmanischen Sprache) und ein Hinweis darauf, daß diese Universität (das oben erwähnte Daru-l'fünun) in Zukunft eine "Nur"-Medresse (Schule der Risale-i Nur) werden wird. Genauso schrieben mir die (beiden) Ahmeds, Nurdschus aus Denizli, ein Zitat aus einem Werk von Bismarck, der ein berühmter Gelehrter und in seinen sozialen Ideen der Weitsichtigste unter den bedeutenden Denkern des 19. Jahrhunderts war. Und dieser große Bismarck sagt in seinem Werk:

"Ich habe den Qur'an von jedem Gesichtspunkt her erforscht (tetkik). Ich sah in jedem seiner Worte große Weisheiten (hikmet). Es gibt kein vergleichbares Werk, das in der Lage wäre, die Menschheit zu leiten, und kann es niemals geben." Und er redet den Propheten direkt an, indem er sagt:

"Oh Mohammed, ich bedauere es sehr, daß ich nicht zu deiner Zeit gelebt habe! Die Menschheit hat einmal eine so geniale und machtvolle (Persönlichkeit) wie dich schauen dürfen und wird sie danach nie wieder erleben."

Bismarck

Darunter hat er dann seine Unterschrift gesetzt. Da er jedoch aus diesem Gedanken (fikr) heraus die vorher offenbarten Schriften (Kütüb-ü Münzele) als verfälscht und ungültig geworden sehr weit herabgewürdigt hatte, sollte man diese Sätze besser nicht schreiben. Darum habe ich sie auch (entsprechend) angemerkt.

— 251 —

Diese Persönlichkeit war eine der scharfsinnigsten und größten Philosophen des 19. Jahrhunderts und einer der bedeutendsten Personen im politischen wie im soziologischen Gesellschaftsleben (itschtimaiyat-i bescheriye). Auch erhielt die islamische Welt in gewissem Grade ihre Unabhängigkeit (von den Kolonialmächten), die fremdländischen Regierungen begannen nach den Wahrheiten (haqq) des Qur'an zu suchen und im Westen (Amerika) wie im Nordwesten (Europa) entstanden bedeutende Strömungen (westlicher Philosophen) für den Qur'an. Des Weiteren sagte Carlayl, einer der bedeutendsten und bekanntesten Philosophen Amerikas, genau wie bereits Bismarck gesagt hatte: "Alle anderen Bücher können in keiner Weise dem Qur'an gleichkommen. Er ist das wahrhafte Wort (Gottes) und auf ihn müssen wir hören." Das war seine feste Überzeugung. Auch die Werke der Risale-i Nur haben überall (die Herzen) erobert und verbreiten sich weiter. Es ist ein gutes und bedeutendes Vorzeichen dafür, dass unter Ausländern viele (Leute) gleich Bismarck und Carlayl auftreten werden und dafür gibt es auch Hinweise. Als ein Festtagsgeschenk überreichen wir den Nurdschus diese Gedanken Bismarcks und fügen sie hier bei.

Während ich noch den Brief betrachtete, den das unschuldige Kind (masum mahdum) des Friseurs Ali Osman, der zu den Helden von Inebolu gehört, mit seiner schönen Schrift geschrieben und gesendet hat, fiel mir spontan auf, dass in drei wichtigen Zentren des Lichts (Nur merkezi) drei Friseure in einer sich weitgehend ähnelnden Weise dem Licht (Nur'a hizmetleri) große Dienste erweisen, ja sogar jeder mit seinen Kindern für das Licht (Nur) arbeitet, was mich sehr gefreut (mesrur) hat. Der Friseur Burhan, der Friseur Hifzi und der Friseur Ali Osman sind ein jeder ein bedeutsamer Held des Lichtes (Nur). Möge Gott (Allah) sie mit ihren Frauen und Kindern und ihrer ganzen Familie (çoluk ve çocuk) im Diesseits und im Jenseits (dünyada ve âhirette) glücklich machen, âmîn!

Said Nursî

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Den drei Schülern (sakird) der Medreset-üz Zehra, die zu drei Monaten einer leichten Freiheitsstrafe verurteilt wurden und der überaus ungerechten, völlig sinnlosen und kalten Wut des Richters (hâkimin) ausgesetzt sind, verkünden wir in der sicheren Überzeugung und kraft vieler Anzeichen die frohe Botschaft (müjde), dass gegenüber diesen Schülern (sakirdler) und ihren Helfern die Engel (melaikeler), die Geistwesen (ruhanîler) und Millionen künftiger Generationen (nesl-i âtî) wegen einer solchen, doch nur ganz kleinen Strafe, welche ihnen dieser Mann gegeben hat, und seiner sinnlosen Wut, jubeln und solche Schüler (sakirdler) beglückwünschen (tebrik), weil sie für sie ein Anlass dazu wird, sich vor Millionen Jahren Strafe (cezalar) in einem ewigen Gefängnis (haps-i ebedî) zu erretten, wohingegen solche Belästigungen (taciz) und Schikanen (tazib) noch nicht einmal die Bedeutung eines Mückenflügels haben, ja in ein Nichts hinabsinken, sie vielmehr mit Stolz und Freude (iftihar) erfüllen.

— 252 —

In einer Zeit, in der die Zeitungen (ceride) schreiben, dass Fürst Bismarck, der vor einem Jahrhundert als der klügste (akilli), kritisch betrachtende (müdakkik), philosophisch denkende, regierende Herrscher (saltanatli hâkim) der Welt (dünya) verstanden (telakki) wird und obwohl er selbst ein Christ war, alle anderen Religionen und ihre Bücher für nichtig erklärt (hiçe indiren) und damit Mut (cür'et) genug zeigt, sie abzulehnen (inkâr), der überaus stolz (enaniyetli) und berühmt (söhretli) ist, sich vor dem Weisen (Hakîm) Qur'an durch seine eigene Unterschrift (imza) von ganzem Herzen (kuvvet) bestätigend (tasdik) verneigt (secde) und dabei seine Unbeugsamkeit (inad), seinen Stolz (enaniyet) und seine Glaubenslosigkeit aufgibt und so in der Tat der ganzen Welt (âlem) bekannt (ilân) gibt, dass er sich dem Qur'an hingibt (teslim), in einer Zeit, in der diese jetzige entsetzliche Regierung im Nordosten, {die bolschewistische Regierung in Moskau (A.d.Ü.)} die alle vom Himmel geoffenbarten Religionen (edyan-i semaviye) leugnet (inkâr), durch ihre Förderung (tesvik) einer Vielzahl von Muslimen, die in ihrem Bereich leben und die sie auf die Pilgerfahrt (hac) sendet, und auf diese Weise vor den Augen der islamischen Welt (âlem-i İslâm) ihre Glaubenslosigkeit, Hartnäckigkeit (inad) und Feindschaft (adavet) aufgibt und - als ob sie den Qur'an nicht länger mehr verleugnen kann - vor seiner Größe (azamet) eine Art Hingabe (teslimiyet) und Anteilnahme (dehalet) zu erkennen gibt, als wolle sie ausdrücken: "Ich {Moskau, Russland (A.d.Ü.)} erachte mehr als die Regierungen hier) {die türkische Regierung (A.d.Ü.)} den Qur'an für wichtig, und in dieser Hinsicht bleiben sie hinter mir zurück, weil sie nicht so viele Pilger (haci) senden können wie ich." Und das, obwohl doch die Regierung auch hier durch Gottes Heiligen Willen (mâsâallah) nun die Pilgerfahrt wieder vollständig erlauben will, wo doch in dieser Zeit die politische Propaganda eine derartige Bedeutung hat, sodass die Schüler des Lichtes (Nur sakirdleri) in der Medreset-üz Zehra die Wahrheiten (hakikat) des Qur'an, der ein Wunder in seiner Verkündigung ist (Mu'ciz-ül Beyan) und der für diese Welt ein solches Wesen (mahiyet) und diese Größe (azamet) in sich trägt, durch so wunderbare Abhandlungen (hârika risaleler), wie das "Zülfikâr" und den "Stab Mosis" (Asâ-yi Musa) seine Wunder (mu'cizeler) mit ihren Stiften verbreiten und so seine Bestätigung (tasdik) selbst für die verbohrtesten Atheisten unabdingbar (mecbur) machen, wobei in dieser Zeit ein Angriff (hücum) der Leute des Irrweges (ehl-i dalalet) in jedem Fall nicht nur wahrheitsliebende Menschen (ehl-i hakikat), sondern alle Geistwesen (ruhanîler), ja selbst die Engel (melekler) Tränen vergießen lässt und dabei auch noch die Erde und den Himmel (arz ve sema) darüber in Wut versetzt.

Da nun die Tausend Exemplare des "Großen Zeichens" und alle Abhandlungen (Nur'un bütün risaleleri), die mit den alten Buchstaben herausgegeben wurden, nach zweijährigen Untersuchungen (tedkik) einstimmig freigegeben (beraet) und danach alle wieder zurückgegeben (umumu iade) wurden, würde nun eine erneute Verurteilung (suç) und Bestrafung (ceza) einer Vervielfältigung (teksir) dieser Abhandlungen, die genauso wie die bereits zurückgegebenen mit den alten Buchstaben gedruckt wurden, die Justizbehörden (adliyeler) nur noch lächerlich machen und zugleich auch noch die Ehre (seref) der Justiz (adalet) verletzen.

Zweitens: Ich habe z.Zt. keinen Privatsekretär (hususî kâtib) und die anderen Sekretäre verstehen meine Aussprache (dil) nicht so gut. Zudem bin ich krank und kann nicht gut und flüssig (geç ve güç) schreiben. Dementgegen sind seit gestern wieder etwa zwanzig Briefe angekommen. Unter ihnen finden sich die Namen sehr vieler Brüder und Schwestern. Wir beglückwünschen (tebrik) sie alle (umum) zu den Festtagen (bayramlar) und heißen zugleich auch all diejenigen, die als Schüler (sakird) neu aufgenommen werden wollen, von ganzem Herzen und aus tiefster Seele (ruh u canim) unter uns wilkommen (kabul). Wir sagen auch zu all denjenigen, die sie bis dahin geführt haben: Möge Gott (Allah) mit ihnen zufrieden (razi) sein und möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), dem, was sie sich in ihrem Herzen (kalb) wünschen (muradlar) mögen, Seine Erfüllung (muvaffak) schenken.

— 253 —

Drittens: Der schöne Brief von Sabri, der Kontaktperson des Lichtes (Nur santrali), der in die Briefsammlung (Lâhika) aufgenommen werden soll, die heiligen Dienste (kudsî hizmetleri) von Ali Osman und Çilingir Ali bei der Verbreitung der Lichter (Nurlarin nesrinde), die einflussreichen Aktivitäten (tesirli faaliyeti) von İbrahim Edhem in Balikesir und anderen Ortschaften (taraflar), auch dass durch seine rechte Leitung (irsad) viele in den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) eintreten, ferner die Aktivität und die intensive Beziehung (siddetli alâkasi) von Ahmed Fuad in dem Umland (havalisi) von Eflani, wie auch Hasan Feyzi, und die Arbeit von Sabri aus Konya, und dass die jungen Schüler (genç mektebliler) in großer Zahl in den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) eintreten, sowie die positiven Zuwendungen (hüsn-ü teveccühler) und bestätigenden Beziehungen (tasdikkârane münasebetleri) der Gelehrten (ulema) in Konya, vor allem des Verfassers (müfessir), Pilgers (haci) und Hocas Vehdi Efendi, ferner die aufrichtige und ernsthafte Beziehung (alâkadar) des Lehrers (muallim) Abdurrahman İhsan zu den Lichtern (Nurlar), wie er sich in seinem unterhaltsamen (hasbihal) Brief ausdrückt, dass ferner zwei, drei Männer, wie Osman, der Prediger (Vaiz) in Tavsanli in seinem Brief schreibt, sehr aufrichtig (samimi) und ernsthaft in die Schülerschaft des Lichtes (Nur sakirdlik) in vollendeter Hochachtung (kemal-i ciddiyet) eintreten, ferner durch die Bestätigung (tasdik) von Ali Osman und Halil İbrahim in den Dörfern von Egirdir viele aufrichtige (hâlis) Nurdschus ausgebildet werden, und dass Abdullah aus Araç in der (dârülfünunun) Universität in Ankara dem Licht bedeutsame Dienste (hizmet) leistet und von den jugendlichen Schülern (mekteb gençler) in Kastamonu als Allererster in den Kreis der Lichter (Nurlar) eingetreten ist und sich in Ankara um Vahdet, den Sohn von Abdurrahman, kümmert und sich darum bemüht, ihn zu beschützen (muhafaza), wie er in seinem Brief voller Glaube (imanli), fromm (dindarane) und voller Begeisterung (müjdekârane) mitteilt, dass es dort so viele Leser gibt, und daher die Anzahl der Exemplare in seiner Hand gar nicht (kâfi) ausreichen, dass er mit seinem Gefährten (arkadas) Mehmed aus Konya das Licht (Nur) unter den Jugendlichen verbreitet (nesretmeler), dass die Gebete (dualar) und seine Eindrücke (tavsifler) in dem schönen und aufrichtigen (samimi) Brief von Ali Akdag, der im Umland (taraf) von Aydin - wolle es Gott (insâallah)! - wie ein Ahmed Feyzi mit den Lichtern (nurlar) eng verbunden ist, dass er die Wirkungen (tesirler) des Lichtes verspürt, und dergleichen Briefe (fikralar) und Berichte (mealleri) haben uns und den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) überaus erfreut (mesrur) und wir nehmen sie an diesem Festtag (bayram) auch als ein großes geistiges Geschenk (manevî hediye) an. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), mit ihnen allen zufrieden sein. Sie sollen nicht enttäuscht sein, wenn ich nicht jedem Einzelnen extra einen persönlichen Brief schreiben kann.

Den Brief, den Hüsrev für das Revisionsgericht (Mahkeme-i Temyiz) als Entwurf (lâyiha-i Temyiz) geschrieben hatte, akzeptiere (kabul) ich ohne Korrektur (hiç ilismeden). Ihr könnt diese Abschrift, die sich noch bei euch befindet, jetzt dem Revisionsgericht übersenden. Eine weitere Kopie, die sich auch noch bei euch befindet, könnt ihr in die Briefsammlung (Lâhika) einreihen, nachdem ihr die erste abgeschickt habt. Aufgrund des Briefes, den ich gerade erhalten habe, könnt ihr jetzt auch einen Preis (fiati) für den "Wegweiser für die Jugend" (Gençlik Rehberi) besser bestimmen als ich. Er soll jedoch nicht weniger als ein oder anderthalb Banknoten sein. Wir sagen tausendmal "Gott möge Hüsrev dafür segnen" (bârekâllah), dass er nun mit seinem Stift (kalem) das "Vierte Wort" abzuschreiben begonnen hat. Möge Gott ihm dabei Erfolg verleihen (muvaffak), âmîn!

Als Antwort auf den Glückwunschbrief (tebrikler) von dem Friseur Hifzi, dem Helden von Safranbolu mit seinen beiden unschuldigen Nurdschu-Kindern (masum Nurdschu mahdumlar) Hüsnü, Yilmaz und von Ali Osman, dem Helden von İnebolu mit seinen beiden Nurdschu-Kindern (mahdumlar) zum Festtag (bayram), grüßen (selâm) wir sie und beten (dua) für ihren Erfolg (muvaffakiyetler).

— 254 —

Mein lieber getreuer Bruder Re'fet Bey!

Erstens: Aufgrund einiger kleinerer Vorfälle (hâdiseler), mit denen man uns in Ver jedung (münasebet) bringen will, wurde meinem Geist (ruh) nachdrücklich eingegeben (ihtar), euch den folgenden Sachverhalt (hakikat) zu erklären:

Aufrichtige Schüler des Lichtes (Nurun has sakirdleri) wie ihr wissen mit Sicherheit, dass die Risale-i Nur kein Werkzeug (âlet) zu etwas sein kann und zu gar keinem Zweck (maksad) außer dem Wohlwollen Gottes (riza-yi İlahiye) als Mittel (vesile) dienen kann, als unmittelbar und vor allen anderen Dingen die Wahrheiten des Glaubens (iman hakikatlari) zu unterrichten (ders) und den Glauben der hilflosen Schwachen zu retten, die in Zweifel geraten sind.

Zweitens: Da die größte Kraft (kuvvet) der Risale-i Nur gegenüber ihren so zahlreichen Gegnern die Wahrhaftigkeit (ihlas) ist und da sie für keinerlei weltliche (dunya) Angelegenheiten als Werkzeug gebraucht werden darf, kann sie sich auch nicht mit Strömungen beschäftigen, die sich leidenschaftlich für die Interessen ihrer Partei einsetzen und das besonders immer dann, wenn es um Fragen der Hohen Politik geht. Denn die politische Blindheit in den Parteien zerstört die Wahrhaftigkeit und lässt die Wahrheit (hakikat) in einem anderen Licht erscheinen.

So ist denn auch der Grund dafür, dass ich seit dreißig Jahren die Politik aufgegeben habe der, dass ein angesehener (mubarek) Gelehrter aufgrund der politischen Blindheit, mit der er einer (bestimmten) politischen Strömung folgt, einen anderen bedeutenden und durchaus aufrichtigen Gelehrten, weil er der entgegengesetzten Ansicht ist, dermaßen beleidigte, dass er ihn einen Abtrünnigen (tekfir) nannte, während er gleichzeitig einen bekannten, vorlauten Unruhestifter (munafik) über die Maßen lobte und pries. Ich bin darüber aus tiefster Seele (ruh) erschrocken. Das heißt, wenn sich die leidenschaftliche Zuwendung zu einer (bestimmten) Partei bei einer politschen (Diskussion) Bahn bricht und dann zu derartigen sonderbaren Verirrungen (hata) führt, kann ich nur noch sagen:

اَعُوذُ بِاللهِ مِنَ الشَّيْطَانِ وَالسِّيَاسَةِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem Teufel und der Politik."}

Seit dieser Zeit habe ich mich von der Politik zurückgezogen. Diese Haltung (hal) aber hatte zur Folge, dass ich, wie ihr, meine Brüder, wisst, seit fünfundzwanzig Jahren eine Zeitung weder selbst gelesen habe, noch hat sie mir jemand vorgelesen; ich hatte auch gar kein Interesse daran. Auch nach dem (zweiten) Weltkrieg (1939-45) habe ich mich zehn Jahre lang nicht danach erkundigt, nichts darüber gewusst und mich auch gar nicht dafür interessiert.

Und übrigens wisst ihr ja auch, dass ich während dieses zweiundzwanzigjährigen Exils, (verbunden mit) Gemeinheiten (jeglicher Art), von meiner Verteidigungsrede einmal abgesehen, niemals einen Antrag (müracaat) auf Hafterleichterung (istirahat) gestellt habe, um gar nicht erst mit dem Streit der Parteien um die Politik in Berührung zu kommen und um der Aufrichtigkeit (ihlas) im Dienste der Risale-i Nur nicht zu schaden.

Und weiterhin wisst ihr, wie ich euch bereits aus dem Gefängnis geschrieben habe, dass ich den Herren, die über meine "todeswürdigen Verbrechen" (idam) zu Gericht sitzen und mich dabei (dauernd) schikanieren, falls sie denn ihren Glauben (iman) mit Hilfe der Risale-i Nur retten sollten - und dessen sollt ihr meine Zeugen (sahit) sein - nichts nachtragen (helal) werde. Damit aber die Aufrichtigkeit (ihlas) nicht in den politischen Querelen zu Schaden kommt, haben wir jede Berührung mit all den von innen oder außen kommenden stürmischen Ereignissen vermieden und so habe ich auch meine Brüder ermahnt, (in diesen Dingen) zurückhaltend zu sein.

— 255 —

Ihr müsst wissen, dass ich, da ich ja (niemals) Almosen (sadaka) oder (sonstige) Hilfe angenommen habe, also auch auf dergleichen Hilfsgelder nicht zurückgreifen kann, (stets) meine Kleider und andere Gebrauchsgegenstände verkauft habe, um dann mit dem Geld die Bücher zu kaufen, die mir von meinen Brüdern geschrieben wurden. Damit sich kein weltlicher (dunya) Nutzen in die Reinheit und Aufrichtigkeit (ihlas) der Risale-i Nur einschleichen und auf diese Weise kein Schaden entstehen kann und damit sich die übrigen Brüder daran ein Beispiel (ibret) nehmen sollten, darf sie (niemals) zu irgendetwas als Mittel gebraucht werden. Für die wahrhaften Schüler des Lichtes (Nur) genügt das Licht (Nur). Sie sollen sich damit begnügen. Auf andere Ehren (scheref), auf geistige oder materielle Vorteile sollten sie ihre Augen nicht richten.

Außerdem sollte man keine Streitgespräche, keine Wortgefechte und keine Diskussionen über Glaubensfragen (mesail-i dinîye) vom Zaun brechen, als wolle man Partei ergreifen, was doch nur zu Spannungen führt, sodass sich niemand gegen die Risale-i Nur provoziert fühlt. Ja, es stieg sogar einmal, mir selbst noch nicht einmal bewusst, in meinem Herzen vor Enttäuschung eine dermaßen heftige Wut auf, weil nämlich im selben Augenblick unser Bruder Mustafa Oruç mit irgendjemandem, ganz im Gegensatz zu seiner inneren Berufung (meslek) durch die Risale-i Nur, eine heiße Diskussion führte. Und ich hatte sogar den Wunsch, ihn von seinem so bedeutenden Rang (makam) zu stürzen, den er sich durch die Risale-i Nur erworben hatte. Dann aber tat es mir doch im Herzen leid. Dabei war er mir doch (so lieb wie mein Neffe) Abdurrahman! Warum denn nur hatte ich mich (so über ihn) aufgeregt?

Später kam er dann an diesem Festtag (bayram) zu mir. Und Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), sei Dank, hörte er (an diesem Tag) eine ganz besonders wichtige Lektion und sah so seinen großen Fehler ein. Und so gestand er nun seinen Fehler, über den ich (damals) im gleichen Augenblick so wütend geworden war. Gebe Gott (Insâallah), dass er nun Buße tut und so wieder rein und gerettet wird.

Vier, fünf Monate lang hat mir jemand eine Zeitung hierher geschickt. Danach erhielt ich die Mitteilung, dass sie mir auch weiterhin geschickt werden solle. Da aber meine Freunde hier meine Gewohnheit kennen, keine Zeitung und, außer der Risale-i Nur, kein Buch und keine Illustrierte anzunehmen, ich auch von der neumodischen Schrift keinen einzigen Buchstaben kenne, so zögerten sie auch nicht, sie mir, ohne weiter ein Wort darüber zu verlieren, gar nicht erst zu zeigen. Nun hat mir jemand den Brief eines Journalisten, der ein Freund und Landsmann von mir ist, gezeigt, von dem aber nur eine Seite an mich gerichtet ist. Man sagte mir dabei: Dieser Mann hat Ihnen schon seit langem eine Zeitung geschickt. Wir haben uns aber gescheut, es Ihnen zu sagen. Ich sagte ihnen:

Bestellt dieser Person meinerseits viele Grüße (selam)! (Und sagt) meinem Freund, dass der alte Said, so wie er ihn noch in Erinnerung hat, sich inzwischen geändert hat. Er hat seine Beziehungen zur Welt (dunya) abgebrochen. Diese Person möge mir also nicht böse sein, wenn ich nun krank geworden bin und daher meinem Bruder auch nicht mehr selbst einen Brief schreiben kann. Hier nun allen unseren Freunden, besonders aber Hâfiz Emin und Hâfiz Fahreddin meine Grüße (selam) und zu den Fest- und Feiertagen nochmals Gottes Segen (tebrik)!

— 256 —

Bruder Ahmed Feyzi, der ein Rechtsanwalt der Risale-i Nur, ein Hasan Feyzi des Umlandes (havalisi) von Aydin und ein Hüsrev in dieser Umgebung (civar) ist, beweist (isbat) seit drei Jahren die Bestätigungen (tasdik) des Buches "Das bestätigende Siegel aus dem Verborgenen" (Sikke-i Tasdik-i Gaybî) mit Hunderten Hinweisen (isaret) auf die Risale-i Nur als eine vollständige und zuverlässige Quellenangabe (bürhan) aus den Hadithen und aus den Ayat, anhand der Übereinstimmung (muvafakatlar) ihrer Bedeutung (mana) und der Numerik die Geistige Körperschaft (sahs-i manevî) der Risale-i Nur, auf eine überaus starke Weise. Er schreibt einige Hinweise (isaret) aus den Hadithen, die der geistigen Körperschaft der Schüler des Lichtes (Nur sakirdleri), die der Repräsentant (mümessili) der geistigen Körperschaft der Risale-i Nur ist, gehören, dem Sprachrohr des Lichtes (Nur'un tercümani) zu. Die Wahrheit (hakikat) findet sich in Anbetracht dessen, dass das Sprachrohr (tercüman) {Ustadh Said Nursi, der Verfasser der Risale-i Nur (A.d.Ü.)} in gewissem Grade hinsichtlich der Verfassungsarbeiten (te'lif itibariyle) eine Art Repräsentant (mümessili) dieser geistigen Körperschaft ist. Ansonsten geht es über meine Grenzen hinaus und steht es mir auch gar nicht zu (haddim ve hakkim), dass ich ein Anlass (medar) für diesen heiligen Hinweis (kudsî isaret) sein könnte. Wie dem auch sei: mehr konnte ich dem Buch noch nicht entnehmen (tedkik). Doch möchte ich, insoweit Zeit und Krankheit es mir gestatten, die feinsinnige und eingehende Arbeit (ince tedkikati) dieses überaus intelligenten Bruders, die er in dreieinhalb Jahren geleistet hat, noch durcharbeiten (tedkik) und euch nach der Korrektur (ta'dil) zusenden, damit ihr sie entweder zum Anhang (zeyl) des Buches "Talismane" (Tilsimlar) oder in dem Band "Blitze" (Lem'alar) als ein Zeugnis (hüccet) für die Wahrhaftigkeit (hakkaniyet) der Risale-i Nur einreihen könnt. Als Dank für die Feigen, ein Segensgeschenk (incir teberrükü) dieses Bruders, des Rechtsanwaltes des Lichtes (Nur avukati) Ahmed Feyzi, sendet ihm in meinem Namen ein Exemplar von dem "Siegel aus dem Verborgenen" (Sikke-i Gaybiye), damit seine Feigen mich nicht noch krank machen. Denn in den letzten Tagen habe ich eine große Sicherheit anhand vieler Erfahrungen (tecrübeler) gewonnen, dass Geschenke (hediyeler) ohne Gegenleistung mich in jedem Fall krank werden lassen.

Als Antwort auf den aufrichtigen (samimî) Brief, den sowohl die beiden segensreichen (mübarek) Ehefrauen dieses Bruders und seine verehrte (muhterem) Mutter, als auch seine Kinder mit den Namen Said und Nuri mir geschrieben haben, bete (dua) ich sowohl für sie als auch für ihre Kinder sehr viel. Die unschuldigen Kinder der verehrten, wahrhaft religiösen (hakikatli, muhterem dindar) Ehefrauen eines solchen heldenhaften Nurcus, die sie für den Dienst (Nurlar fedai ve hâdim) als Kämpfer und Diener zur Verfügung gestellt haben, akzeptieren (kabul) wir von ganzem Herzen und aus tiefster Seele (ruh u canim) im Kreis der unschuldigen Kinder. Mehmed Emin, Ali Akdag, Ahmed Feyzi und alle (umum) Brüder grüßen (selâm) wir und beten (dua) für sie.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Die so überaus segensreichen (mübarek) hundert Lira, die ich durch den Verkauf meiner nicht mehr gebrauchten Gegenstände (erzak) und Kleider bekommen habe, und das Gehalt (maas), das ich im Haus der Wissenschaften (Dâr-ül Hikmet) erhalten hatte, mit dem ich dann eine Pilgerfahrt (hac) machen wollte, übersende ich euch. Den Rest von meinem Ersparten (hisse-i erzakiye) der letzten zweiundzwanzig Jahre, der zehn Lira beträgt, übersende ich euch ebenfalls, weil auf diesem Schein ein Bild zu sehen ist. Diese segensreichen (mübarek) zehn Lira sind also der Preis (fiati) für das Buch "Blitze" (Lem'alar).

— 257 —

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Unendlicher Dank sei (Gott) dafür, dass die Risale-i Nur von den beiden Wallfahrtsorten (Haremeyn-i Serifeyn) angenommen worden ist, wofür folgendes ein Zeichen ist: Der wackere Hafis Mustafa aus Denizli hatte in Istanbul (die Bücher) "Zülfikâr" (Alis Schwert) und "Asa-yi Musa" (Stab Mosis) und "Siracinnur" (Leuchte des Lichts), die den Gelehrten in Indien geschickt werden sollten, mit sich genommen, sie unterwegs einigen Pilgern (haci) vorgelesen, die mit ihm zusammen nach Medine-i Münevvere fuhren, und sie schließlich einer sehr berühmten gelehrten Persönlichkeit aus Kaschmir, der auch ausgezeichnet türkisch verstand, übergeben. Diese Person wusste das auch durchaus zu würdigen und versprach, (diese Bücher) einem Kreis indischer Gelehrter zu übersenden. So kamen die nach Medine-i Münevvere gesandten Bände sicher an den Ort ihrer Bestimmung und auch die übrigen Bände kamen sicher (selamet) an und so brachten mir die beiden jungen Leute, die auch Nurdschus sind und auch Pilger aus Afyon, die (auf ihrer Pilgerfahrt die Risale-i) Nur zusammen mit ihrem Werggefährten Hafis Mustafa aus Denizli gelesen hatten, sowie auch die anderen Pilger (haci) diese gute Nachricht. Dadurch erhielten wir die frohe Kunde, dass die Risale-i Nur auch im Ausland Ansehen und Anerkennung genießt.

Von den drei Büchern, die an die Câmi-ül Ezher gesandt werden sollten, ist nur das "Zülfikâr" hiergeblieben. Wir konnten es nicht senden. Die anderen beiden sind aber bereits abgesandt worden. Der Sinn (hikmet) dessen ist der Folgende: Das "Zülfikâr" ist ein umfangreiches wissenschaftliches Lehrbuch (ilmî bir ders). Es an die Câmi-ül Ezher, welche die eigentliche große Medresse der islamischen Welt (âlem) ist, als Lehrbuch zu senden, wäre aber nicht angemessen (münasib). Außerdem könnte dem "Zülfikâr" dort wegen der Cholera in diesen Zeiten auf gar keinen Fall die nötige Aufmerksamkeit und das Interesse entgegengebracht werden (dikkat-i nazar), die es eigentlich verdient hätte.

Meine lieben getreuen Brüder!

Erstens: Unserem Mitbruder Hâfiz Mustafa, der sich immer mit großem Mut (ehemmiyetli kahraman) für die Risale-i Nur einsetzt, sagen wir: Wie wunderbar hat Gott dies doch eingerichtet (Masâallah), dass er diese so bedeutenden Bände der Risale-i Nur nach dem Ehrenwerten Mekka (Mekke-i Mükerreme) mitgenommen und sie dort dem so berühmten indischen Gelehrten (âlim) Ahmed Ali Simsiriy anvertraut hat, mit der Zusicherung, dass er sie sowohl ins Urdu übersetzen als auch nach Indien schicken werde, und tausendmal Glück und Segen von Gott (Barekallah ve Es'adekâllah)! Möge sich die Medresetüz-Zehra {gemeint ist die Schülerschaft der Risale-i Nur. (A.d.Ü.)} mit diesem bedeutenden Gelehrten im Ehrenwerten Mekka (Mekke-i Mükerreme) in Verbindung (muhabere) setzen!

Zweitens: Bei dem Ereignis (um das es sich hier handelt) haben wir erfahren, dass sie ein Korn aufgrund einer bloßen Verdächtigung zu vielen Kuppeln ausgebaut haben. Ein Hinweis darauf ist das Folgende: Auf den Befehl des Innenministers kam der Gouverneur (Vali) von Afyon mit seinem Polizei-Chef mitten in der Nacht hierher (nach Emirdag), und noch in der Nacht wollten sie in mein Zimmer eindringen. Da aber der Staatsanwalt (in Emirdag) dem nicht zustimmte, warteten sie da bis zum Morgen, beauftragten dann zwei unserer erbittertsten Gegner, die Tür aufzubrechen und stürmten so plötzlich in mein Zimmer. Und ferner, als ich noch am gleichen Tag (wie zu damaliger Zeit allgemein üblich) mit einer Droschke ausfuhr, flogen fünf Flugzeuge, da sie (ganz offensichtlich) meine Droschke kannten, in einer hier noch nie zuvor erlebten Weise, zwei, drei Mal im Tiefflug

{(Anmerkung): Wir Nur-Schüler bezeugen in der Tat, dass sich diese Dinge ganz genauso abgespielt haben.

Der Schneider Mustafa, Ismail, Mustafa, der Diener Nuri, Hayri, Halil.}

über uns hinweg. Am nächsten Tag, während ich mit meiner Droschke in einer anderen Richtung fuhr, nämlich an einem Bach entlang, der (von Schatten spendenden Bäumen überdeckt) nur schwer einzusehen ist, umkreisten uns (abermals) fünf Flugzeuge im Tiefflug, so als suchten sie dort unten etwas. Und so verstanden wir denn, dass wir es waren, nach denen sie (da unten) suchten.

— 258 —

Ein andermal kreisten genauso wie vorgestern wieder die gleichen fünf Flugzeuge über unserem Städtchen (kasaba); und sobald wir in unser Zimmer zurückkehrten, drehten auch sie wieder ab; was ein deutlicher Hinweis darauf ist, dass hier aus einem Korn gleich hundert Kuppeln gemacht wurden. Was diese sinnlosen Verdächtigungen betrifft, deretwegen man mich hier belästigt, so teilt der Regierung und dem (Amt) für Justiz in Isparta mit, dass ich ihnen meinen Dank und meine Anerkennung (tesekkür ve minnetdar) dafür (schulde), dass sie diese unerschrockenen Männer unserer Schülerschaft (Medreset-üz-Zehra) im Vergleich zu hier nur auf Stufe eins von zehn Stufen schmoren lassen, und dass ich ihnen alle diese Belästigungen verzeihe (helal), die sie mir (statt ihnen) zugefügt haben.

Drittens: Bei dem diesmaligen Übel (musibet) betrachtete ich, wie immer, wieder die Gerechtigkeit der Vorhersehung (kaderin adaleti) und die Fülle (feyz) der Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) und ich sah, dass die Provinz Kütahya, die im Vergleich mit anderen Provinzen (vilayet) gewissermaßen hinter dem Licht (Nur'dan) zurückgeblieben ist, jedoch dem Kreis des Lichtes (Nur dairesi) nahesteht, und ihre Justiz (adliye) und ihre Verwaltung (hükûmet) sich wie Denizli und Kastamonu mit der Risale-i Nur beschäftigt. Wie sehr sie auch hinsichtlich ihrer Auffassung (fikr) und ihrer Verpflichtung (vazife) gegen uns sein möge, wird ihr Herz (kalb), ihr Geist (ruh) aus der Risale-i Nur in jedem Fall hinsichtlich des Glaubens (iman) einen großen Nutzen (istifade) ziehen und auch die Nurdschus in der Tat einen großen Segen (sevab) erwerben lassen. In diesem Sinne wurde unsere Verhandlung in diese Provinz (vilayet) überstellt. Auch die Vorhersehung Gottes (Kader-i İlahî) gab mir einen zärtlichen Klaps (sefkat tokadi), weil ich aufgrund dessen, dass der Innenminister (dâhiliye vekili) aus Erzurum stammt und mein Landsmann war und auch der Gouverneur (Valisi) von Afyon, der aus Antalya stammt, mich bis jetzt nicht weiter belästigt hatte, einmal sagte: "Ich bin jetzt zwar frei (serbest) gesprochen, doch fand ich dort einen solchen einsichtsvollen Gouverneur (insafli bir vali), dass ich deshalb Emirdag nicht mehr verlassen will." Als Strafe (ceza) für diese Art Freude (sevinç) und meine Unvorsichtigkeit versetzte mir die Vorhersehung Gottes (kader-i İlahî) durch die Hände dieser beiden Männer eine Ohrfeige und handelte also gerecht (adalet).

Der Gouverneur (Vali) von Afyon und der Direktor des Ordnungsamtes (emniyet müdürü) mit ihrem jeweiligen Ausschuss (hey'et) hier haben in Ankara über unsere Angelegenheit (mes'ele) geschrieben: "Es handelt sich in dieser Angelegenheit nicht etwa um eine Organisation (Cem'iyetçilik) oder um eine Ordensgemeinschaft (tarîkatçilik). Said Nursi hat aber zweihunderttausend Nurcu-Brüder, die auf sein Wort hin bereit sind, sich zu opfern (feda)." So haben sie, wenn auch in einer anderen Hinsicht, die Regierung geradezu in Panik (evham) versetzt. Es liegt denn in ihrem Schreiben für das Licht (Nur) und die Schüler des Lichtes (Nurcular) ein Vorteil (faide), für meine Person (sahsima) hingegen vielleicht ein Nachteil (ihtimal) darin. Die vorteilhafte Sichtweise ist die Folgende: Es muss doch unter so vielerlei schwierigen Umständen eine unerschütterliche eiserne Wahrheit (hakikat) geben, sodass sich so viele Gefolgsleute - zweihunderttausend opferbereite (feda) türkische Seelen (ruh) - für diese Wahrheit (hakikat) finden. In diesem Punkt können diejenigen, die noch im Glauben (iman) schwach sind, ihren Glauben stärken (kuvvet). So scheuen denn die Politiker (ehl-i siyaset) und diejenigen, die ihren Glauben bereits verloren haben, davor zurück, sie noch weiterhin zu belästigen und gehen nicht mehr so rasch zum Angriff über. Was den Nachteil für mich selbst betrifft, so besteht er darin, dass die Möglichkeit besteht, dass sie, um mich zu widerlegen, die Brüder von mir zu verjagen und unsere Bruderschaft (kardeslik) zu zerschlagen - Gott, der Gerechte, ist mein Schirm und meine Wehr (Cenab-i Hak Hâfiz'dir) - versuchen werden, mein Ansehen (ehemmiyetim) durch Verleumdungen und Anschuldigungen (iftiralar ve isnadlar), auf die selbst der Teufel (seytan) nicht kommen könnte, zu zerstören.

— 259 —

Yusuf Ziya, der ein Mitglied der Kommission der Sachverständigen (ehl-i vukuf) und einer der Berater (müsavirler) im Amt für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Riyaseti) ist, und auch die Hocas dort bestellen bei uns eine komplette Sammlung (tamam bir takimi) der Risale-i Nur. Des Weiteren haben sie uns aufgrund einiger Abhandlungen, wie dem Dreißigsten Wort, das von den Atomen handelt, dem Anfang des ersten Kapitels über ein Atom im Zweiunddreißigsten Wort, der Anmerkung über "Hu" ("Er", Hüve Nüktesi) und dem Kapitel über das Atom (zerre) aus der Abhandlung über die Natur (Tabiat Risalesi), die wir durch Hasan Çaliskan zu ihnen gesandt hatten, respektvoll in der Art einer Bitte eine Antwort gesendet. Sie wollen sozusagen die Bedeutung (mana) von:

وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

{"Es gibt kein Ding, außer es preist Ihn mit Lob und Dank." (Sure 17, 44)}

verstehen. Durch die mitgebrachten Abhandlungen wird nun diese Ayah verständlich und bringt zugleich die Materialisten (maddiyyunlar) zum Schweigen, die inzwischen begonnen haben, frei ihre Meinung zum Verderben (ifsad) aller auszustreuen.

Said Nursî

Obwohl sie mich eigentlich von Gesetzes (kanun) wegen hätten verhören (ifade) müssen, haben sie mich doch nicht verhört. Ich erkläre (beyan) jetzt dennoch meine Aussage (ifade) vor der Geistigen Körperschaft (sahs-i manevî) * der Justiz (adliye) und dem Innenminister (dâhiliye vekili) zur Inkenntnisnahme (bera-yi malûmat):

{* Ustadh Said Nursi vollzieht dies alles nur in seiner Vorstellung! (A.d.Ü.)}

Einem Mann, der innerhalb der letzten vierzig Jahre diesem Land (vatan) und diesem Volk (millet) niemals einen Schaden zugefügt hat, sondern sehr viel Nützliches (menfaati) getan hat; der z.B. acht rebellierende (isyan) Bataillone während des Aufstandes (İhtilâli) vom März 1908 mit seiner Ansprache (nutuk) zum Gehorsam (itaat) brachte und damit viele Offiziere rettete; der im nationalen Widerstandskampf (harekât-i milliye) mit seiner Abhandlung "Sechs Schritte" (Hutuvat-i Sitte Risalesi) die Gelehrten (ulema), den Scheyhü-l'islâm und die Bewohner von Istanbul davor rettete, gegen die fremdländische Besatzungsmacht (isgal) Stellung (tarafdarlik) zu beziehen; der im ersten Weltkrieg opferbereit seinen Dienst versah, wozu ihm der verstorbene (merhum) Enver Pasa vielmals gratulierte und ihn lobte (takdir ve tahsin); gegen den drei fürchterliche Kommandeure es nicht wagten (cesaret), ihm etwas anzutun (ilismege), obwohl sie über ihn empört (hiddet) waren; obwohl ihn - aufgrund der Verleumdungen (iftiralar) der heimlichen Atheisten (zindiklar) - die Gesetze (kanun) dafür verantwortlich (mes'ul) machten, waren drei Gerichte (mahkeme) gegenüber der Wahrheit (hakikat), der er stets folgte, machtlos (maglub) und wagten (cesaret) es nicht, ihn zu verurteilen (mahkûmiyet); dessen Abhandlungen (risaleler) bei den Wissenschaftlern (ehl-i fen) und Gelehrten (ehl-i ilim) viel Lob (takdir) und große Anerkennung (tahsin) finden und der im Namen dieser Abhandlungen (risaleler) spricht, nur eine Stunde zuzuhören, ist in Anbetracht eurer Verpflichtung (vazife) geradezu unentbehrlich (elzem) und durchaus notwendig (vâcib).

So beginne ich denn. Wir haben das Recht (hak) auf unserer Seite. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), uns nicht in eine Lage geraten lassen, in der wir gezwungen (mecbur) wären, unser Recht (hakk) mit Gewalt (kuvvet) durchzusetzen oder auf eine andere Weise zu suchen, âmîn!

— 260 —

Da wir in den letzten zwanzig Jahren bereits hunderte Male erfahren haben, wie uns die Gnade Gottes (inayet-i Ilâhiyye) immer wieder beschützt und uns aus allen erdenklichen fürchterlichen Grausamkeiten errettet hat, dürfen wir völlig sicher sein, dass sie uns auch jetzt wieder vor diesen neuen, völlig sinnlosen und ganz und gar ungesetzlichen, fürchterlichen, böswilligen Grausamkeiten bewahren wird. Wenn wir dabei auch ein wenig Anstrengungen, Strapazen und Mühsal erfahren, wird uns doch als Lohn (sevab) dafür, tausendfach mehr als alle Mühsal, Gottes Erbarmen und Seine Güte (rahmet ve ihsan-i Ilâhiyye) zuteilwerden, wobei wir durch die Barmherzigkeit Gottes (Rahmet-i Ilâhiyye) zugleich die sehr große Hoffnung haben, dass dies alles im Glauben sehr vieler, hilfloser Leute des Glaubens (ehl-i imanin imanlari) als eine andere Form eines heiligen (kudsi) Dienstes gilt. Im Folgenden möchte ich nun erklären, dass das nachstehende Ereignis (hadith) auf zehnfache Weise ungesetzlich ist.

Erstens: Obwohl doch die Risale-i Nur bereits vor drei Gerichtshöfen durch drei Sachverständigenkomitees, von sieben Ämtern in Ankara und durch die Hand ihrer Justizbeamten ganz genau untersucht und begutachtet worden war, wonach dann alle diese Abhandlungen freigegeben und zugleich auch Said und seine fünfundsiebzig Mitgefangenen übereinstimmend und ohne jede Gegenstimme freigesprochen worden waren, ohne auch nur für einen einzigen Tag eine Freiheitsstrafe erhalten zu haben, wurden (dennoch alle Bände der Risale-i Nur), als handle es sich hier um gemeine (staatsfeindliche) Schriften, erneut beschlagnahmt. In welchem Maße das gegen jedes Gesetz ist, kann sich jeder, der auch nur ein Fünkchen Verstand hat, selbst ausmalen.

Zweitens: Wenn (Leute) bei einem Mann, der dreieinhalb Jahre nach seinem Freispruch in Emirdag isoliert und in der Fremde lebt, der seine Tür sowohl mit einem Schlüssel von außen abschließen lässt, als auch selbst noch zusätzlich von innen verriegelt und kaum einen von hundert Besuchern ohne einen dringenden Grund zu sich hereinlässt, der seine schriftstellerische Tätigkeit, mit der er seit zwanzig Jahren beschäftigt war, schließlich abbricht und nichts mehr weiter schreibt, aufgrund weltlicher (dunya), politischer Angelegenheiten Schloss und Riegel aufbrechen, um zu ihm gelangen zu können und dann am Ende ihrer "Hausdurchsuchung" doch weiter nichts anderes finden als sein arabisches Gebetbuch und am Kopfende (seines Bettes) ein paar Plakate, die über den Glauben (din) handeln, so wird ein jeder, der auch nur über einen Funken Verstand verfügt, verstehen können, in welchem Grade eine derartige Belästigung gesetzwidrig (hilâf-i kanun) ist!

Drittens: (Wenn man also nun) bei einem Mann, dem das Gericht aufgrund von siebzig Zeugen bestätigt hat, dass er sich sieben Jahre lang nicht um den Zweiten Weltkrieg gekümmert oder allein schon aus Neugierde danach gefragt, sich danach schon seit zehn Jahren eben diese Haltung bewahrt, vielmehr schon seit fünfundzwanzig Jahren keine Zeitung mehr gelesen oder dergleichen gehört, ja stattdessen dreißig Jahre lang immer nur

اَعُوذُ بِاللهِ مِنَ الشَّيْطَانِ وَالسِّيَاسَةِ

{"Ich nehme meine Zuflucht zu Gott vor dem Teufel und der Politik."}

gesagt hat und vor der Politik stets mit aller Macht geflohen ist, der nun schon seit zweiundzwanzig Jahren alle Arten von Schikanen zu erdulden hat, sodass er es schon gar nicht mehr wagt, die aufmerksamen Augen der Politiker auf sich zu lenken, und weil er endlich einmal seine Ruhe haben will, auch kein Gesuch bei der Regierung einreicht, (wenn man also nun bei einem solchen Mann), so als handle es sich hier um gemeingefährliche politische Intrigen (und einen hinterhältigen Ränkespieler), den Ort seines Aufenthaltes erstürmt, an dem er seine Verbannung (inzivagâh) zubringt und ihn so mit seinem Leben (ruh) in eine beispiellose Bedrängnis versetzt, wie soll das denn nun mit dem "Gesetz" übereinstimmen? Jeder, der in seiner Seele (vicdan) auch nur einen Hauch (von Gefühl) verspürt, wird dies nachempfinden können.

— 261 —

Viertens: Obwohl nach einer sechsmonatigen Untersuchung vor dem Gerichtshof in Eskischehir, aufgrund der Befürchtung und unter dem Vorwand der Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tarikat), und obwohl der große Führer (Kemal Pascha), weil er ja einen persönlichen Groll gegen (Ustadh) hegte und deshalb einige Justizbeamte gegen ihn aufgehetzt hatte, haben sie uns dennoch, was sowohl die Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tarikat) als auch die Risale-i Nur betrifft, freigesprochen und lediglich die Abhandlung über die "Verhüllung der Frau", (Tesettür Risalesi), welche ja nur ein kleiner Abschnitt der Risale-i Nur ist, als Vorwand dazu verwandt, nicht etwa nach dem Gesetz, sondern lediglich aufgrund persönlicher Überzeugung (kanaat-i vicdaniye) fünf oder zehn Schüler von insgesamt hundertundzwanzig Schülern zu sechs Monaten Freiheitsstrafe zu verurteilen, wovon sie vier Monate in Untersuchungshaft und daran anschließend noch weitere anderthalb Monate Haftstrafe verbüßt haben. Trotzdem wurden sie zehn Jahre später durch den Gerichtshof in Denizli abermals wegen Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tarikat) zu neun Monaten Haft (verurteilt). Anhand ähnlicher vorgeschobener Gründe wurden nun auch alle seine "Briefe" (Mektubat) und alles, was er in den letzten zwanzig Jahren geschrieben hatte, Stück für Stück untersucht. Doch obwohl selbst der Gerichtshof für Kapitalverbrechen in Ankara, dem man fünf Kisten voller Bücher zugesandt hatte, nachdem die Gerichtshöfe in Ankara und Denizli alle diese Briefe und Bücher zwei Jahre lang haargenau unter die Lupe genommen hatten und alle diese Gerichtshöfe alle diese Bücher und Briefe hinsichtlich (des Vorwurfs) der Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tarikat) und anderer ähnlich vorgeschobener Gründe frei gegeben und ihren Besitzern unbeanstandet wieder ausgehändigt hatten, wonach Said und seine Gefährten (arkadas) wieder freigesprochen wurden, behielt man ihn dennoch (unter dem Verdacht), eine politische Organisation zu leiten, weiterhin im Auge, ja beschuldigte ihn (auch weiterhin), in der Politik durch die Errichtung und Führung einer Ordensgemeinschaft (tarikat) seine Ränke (gegen die Regierung) zu schmieden. Wenn es also bei diesem Punkt, den die Justizbeamten gegen ihn anführen, (wieder einmal um eine politische) Vereinigung geht, so vermag nun jeder, der noch nicht (seine Fähigkeit), gerecht und menschlich zu empfinden, verloren hat, zu erkennen, wie sehr (dies alles) gegen das "Gesetz" ist!

Fünftens: Einen Mann ganz im Gegensatz zu seiner Haltung (hal), die er sich in den letzten zwanzig, dreißig Jahren seines Lebens zum Prinzip gemacht hatte, sodass sie für ihn zu seinem Weg und der Wahrheit seines Lebens (hakikî meslek ve mesreb) geworden war, in einer Nacht- und Nebel-Aktion zu überfallen, als habe er sich in irgendeiner Weise verdächtig gemacht, ist ein Vorfall, dem der folgende Sachverhalt zugrunde liegt:

In Anbetracht jener Liebe (sefkat), die die Grundlage des Weges ist, den uns die Risale-i Nur weist (Risale-i Nur mesleginin esasi), kann ich, um dabei nicht noch einen Unschuldigen zu verletzen, auch den Übeltätern, die mich hier quälen, kein Leid zufügen, ja sie noch nicht einmal verfluchen. Ja, obwohl ich in der Tat auf diese boshaften, ja, selbst glaubenslosen Sünder, die mich in ihrer Wut auf das äußerste peinigten, richtig wütend war, verbietet gerade diese Liebe (sefkat) es mir, massiv darauf zu reagieren, oder sie auch nur zu verfluchen. Denn um solch bedauernswerte alte Leute, wie den Vater oder die Mutter von diesem grausamen Tyrannen, oder solch Unschuldige, wie seine Kinder, davor zu bewahren, von einem derartigen physischen oder psychischen Schlag mitbetroffen zu werden, möchte ich diesem grausamen Tyrannen kein Leid zufügen, ja ich könnte ihm sogar verzeihen (helal).

Es ist also das Geheimnis einer solchen Liebe (sirr-i sefkat), dass ich, so wie ich selbst nie und in gar keiner Weise die allgemeine Ruhe und Ordnung störe, dies auch immer allen Gefährten (arkadas) eindringlich ans Herz gelegt habe, sodass einige der recht und billig denkenden Polizeibeamten in drei Provinzen mir gegenüber gestanden haben: "Diese Nurdschus sind ihrer Gesinnung (manevi) nach selbst Polizeibeamte, indem sie auch selbst diese allgemeine Ruhe und Ordnung aufrechterhalten." Obwohl sie dies so gesagt haben und Tausende von Zeugen und mein eigenes Leben diese Tatsache seit zwanzig Jahren bestätigen, auch die Polizei selbst bestätigt und bekräftigt, dass sie unter Tausenden von Schülern nicht einen einzigen Vorfall zu vermelden hatten, haben trotzdem gewissenlose Kerle das Zimmer dieses armen Mannes gestürmt, ihn belästigt und beleidigt, als wäre er der gewissenlose, ungezügelte Anführer einer revolutionären Bande und haben, nachdem sie in seinem Zimmer nichts weiter finden konnten, sogar sein Gebetbuch und die Plakate über dem Kopfende (seines Bettes) beschlagnahmt, als handele es sich dabei um die Dokumente einer Straftat und der Mann hätte hundert Verbrechen begangen. Ja, welches "Gesetz" in aller Welt könnte etwa dergleichen erlauben?

— 262 —

Sechstens: Wenn ein Mann, der heute vor dreißig Jahren durch die Gnade Gottes des Gerechten (Cenab-i Hakkin inayeti) und mit dem Segen des Qu'rans in grenzenloser Dankbarkeit verstanden hat, wie heillos, sinnlos und nutzlos der vergängliche Ruhm und die Ehre dieser Welt (dunya), die selbstgefällige (enaniyet) Wichtigtuerei und Prahlsucht ist, und wenn er seit dieser Zeit mit ganzer Kraft gegen seine eigenwillige Seele (nefs-i emmare) ankämpft, um seine Ichsucht (benlik) aufzugeben, und sich (stattdessen), soweit ihm das möglich ist, darum bemüht, alles Unechte und (jede Art von) Verstellung von sich abzulegen und in aller Bescheidenheit (zu leben), was (auch all) die Leute, die ihm dienen und freundschaftlich (arkadas) mit ihm verkehren, absolut sicher wissen und auch bezeugen können, (wenn er also schon) seit zwanzig Jahren im Gegensatz zu all dem dieses übersteigerte Wohlwollen, das ihm ein jeder entgegenbringt, und die Zuwendung aller, den Lobpreis für seine Person, wenn sie ihm einen hohen geistigen Rang (makam) zuerkennen, mit aller Macht flieht, wenn er darüber hinaus selbst noch das Wohlwollen seiner engsten Mitbrüder zurückweist und seine aufrichtigen Mitbrüder (auf diese Weise) kränkt, wenn er auch in seinen Briefen, die er ihnen als Antwort schreibt, alles Lob und jedes übertriebene Wohlwollen, das sie ihm in ihren Briefen entgegenbringen, zurückweist, alle Ehrerbietung (fazilet) und Wertschätzung ablehnt und stattdessen alle Ehrerbietung (fazilet) allein der Risale-i Nur, die ein Kommentar zum Qur'an ist, und damit indirekt auch der geistigen Körperschaft ihrer Schüler zuweist, als deren einfacher Diener er sich versteht, so beweist dies alles mit Sicherheit, dass er sich nicht darum bemüht, immer und überall willkommen zu sein, es nicht will, es vielmehr ablehnt, obwohl selbst einige Freunde ganz ohne sein Einverständnis in weit entfernten Orten sich ganz besonders wohlwollend über ihn äußern, ihn in den Himmel heben und ihm einen besonderen Rang (makam) zuerkennen, und wenn auch ein ihm völlig unbekannter Hodscha aus der Umgebung von Kütahya das eine oder andere Wort in dieser Richtung geäußert hat: welches "Gesetz" kann (diese Worte) zum Gegenstand einer Anklage (medar-i mesuliyet) machen, um so in das Zimmer einzudringen, in dem ein alter, hilfloser, kranker Greis ein Einsiedlerleben in der Fremde führt, und den Beamten (zu erlauben), Schloß und Riegel aufzubrechen, eine Hausdurchsuchung bei ihm durchzuführen, als habe er ein Kapitalverbrechen begangen, wobei sie dann als Vorwand nichts weiter finden konnten als sein Gebetbuch und einige Plakate (die den Islam betreffen). Ja, kann es denn auf dieser Welt irgendein "Gesetz" geben oder eine Politik, die derartige Übergriffe zulässt?

— 263 —

Siebtens: Obwohl in heutiger Zeit im Inland - und im Ausland genauso viele - (allerlei) Aufegung hervorrufende, politische Strömungen an der Tagesordnung sind, schrieb er an seine Gefährten (arkadas), anstelle daraus zur Gänze seinen Nutzen zu ziehen, d.h. den Boden dafür zu bereiten, Tausende von Diplomaten für sich zu gewinnen statt einiger weniger Gefährten (arkadas), nur um sich nicht in die politischen Angelegenheiten einzumischen, die Wahrhaftigkeit (ihlas) nicht zu verletzen, die Aufmerksamkeit der Regierung nicht auf sich zu lenken und sich mit weltlichen Dingen (dunya) nicht zu beschäftigen: "Gebt acht, dass ihr euch nicht von derartigen Strömungen mit fortreißen lasst, nicht in (das Geschäft) mit der Politik eintretet und die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht stört!" Doch auch nachdem er dies gesagt hatte, und obwohl die beiden politischen Strömungen (die Volkspartei und die demokratische Partei) ihm wegen seiner zögerlichen Haltung das Leben schwer machten, die alte (Volkspartei) wegen ihres Misstrauens ihm gegenüber und die neue (demokratische Partei) mit der Begründung: "Er hilft uns nicht.", viel Sorge machten, kümmerte er sich auch weiterhin nicht um die Angelegenheiten der Leute in dieser Welt (ehl-i dünyanin dünyalarina), sondern beschäftigte sich stattdessen mit den Dingen in jener Welt (ahira). Einen solch Hilflosen in seiner Beschäftigung mit der jenseitigen Welt (ahira) zu belästigen, ja welches Gesetz erlaubt denn so etwas? Und wenn schon die Verbreitung der Bücher der Atheisten, welche doch für das Land, das Volk und die guten Sitten sehr gefährlich sind, die Veröffentlichungen der Kommunisten dem Gesetz der Freiheit entsprechend aber dennoch nicht behindert werden, wie ist es dann überhaupt möglich, wo doch einige Bände der Risale-i Nur, wie das "Zülfikâr" und der "Stab Mosis" (Asa-yi Musa), in denen drei Gerichte überhaupt nichts finden konnten, was ein Grund zur Anklage (medar-i mes'uliyet) hätte sein können, die aber seit zwanzig Jahren dazu beitragen, das gesellschaftliche Leben des Volkes, seine Sicherheit und Ordnung im Lande und seine guten Sitten zu festigen und bei der Erneuerung und Stärkung der Bruderschaft der islamischen Welt mit ihm und der Freundschaft mit ihm, welche Stützpfeiler und ein wahrer Halt für das Volk sind, wirksam zu unterstützen, wobei die Gelehrten (ulema) des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (diese Werke) im Auftrag des Innenministeriums drei Monate lang untersucht haben, in der Absicht die kritischen Punkte darin herauszufinden, jedoch nichts darin gefunden haben, was zu kritisieren gewesen wäre, vielmehr den Wert (dieser Werke) voll und ganz zu schätzen wussten und sagten, dass dies ein "wertvolles Werk" sei, worauf es in die Bibliothek des Amtes für Religiöse Angelegenheiten aufgenommen wurde, wie ist es dann überhaupt möglich, sie als gefährliche Dokumente zu beschlagnahmen und sie den Händen des Gerichtes zu überstellen, und könnte es denn überhaupt ein derartiges Gesetz geben, und könnte denn überhaupt eine Überzeugung, ein vernunftgemäßer Gedankengang etwas Derartiges zulassen?

— 264 —

Achtens: Gegen einen Mann, der - obwohl man ihn nach zwanzigjähriger, qualvoller, (noch dazu) unbegründeter Verbannung wieder freigelassen hatte, nicht zurückging in das Land, in dem er geboren wurde und wo er Tausende Verwandte und Freunde hat, sondern es vorzog, in der Fremde zu bleiben, wo es niemanden gab, den er gekannt hätte, um so jede Berührung mit der Welt (dunya), dem gesellschaftlichen wie dem politischen Leben zu vermeiden - es vorzog, auf das besonders verdienstvolle Gebet mit der Gemeinschaft in der Moschee zu verzichten und stattdessen allein in seinem Zimmer zu sitzen, d.h., jenen Seelenzustand (hâlet-i ruhiye) auf sich nahm, in dem er sich z.B. vor der Verehrung durch die Leute zurückzog, dem Zeugnis seines Lebens in den letzten zwanzig Jahren, bestätigt von hunderttausenden ehrenwerter türkischer Persönlichkeiten, entsprechend einen frommen, gläubigen Türken vielen abständig gewordenen Kurden vorzog, ja sogar vor Gericht versicherte, einen türkischen Mitbruder, wie Hafis Ali mit seinem starken Glauben nicht gegen hundert Kurden tauschen zu wollen, gegen einen solchen Mann, der - insoweit dies nicht notwendig ist - nicht mit (anderen) Leuten zusammenkommt, weil er ihren Respekt und ihre Ehrerbietung nicht annehmen will, weswegen er auch nicht in die Moschee geht, sich jedoch seit vierzig Jahren mit aller Kraft und mit all seinen Werken für die Bruderschaft im Islam und die gegenseitige Liebe (muhabbet) der Muslime einsetzt und der sich selbst einem ernstzunehmenden Feind gegenüber nicht ablehnend verhält, ja sich noch nicht einmal mit ihm beschäftigt, ihn auch nicht verflucht, gegen einen solchen Mann mit einem ganz offiziellen Propagandaorgan (resmî lisan) vorzugehen, nur um ihn damit zu ärgern und seinen Freunden zu sagen: "Er ist ein Kurde, ihr aber seid Türken, er ist ein Schafi, ihr aber seid Hanefi", nur um sie von ihm abzuschrecken, Leute von ihm abzuschrecken, damit sie sich von ihm zurückziehen sollen: was für eine Sache ist das, ja welches "Gesetz" kann das sein, das so etwas erlaubt?

Neuntens: Ist von großer, ja überwältigender Bedeutung. {(Anmerkung): Unter den islamischen Regierungen (hükûmetler) leben Christen und Juden und auch unter den christlichen und anderen Regierungen (Mecusi hükûmetler) leben Muslime, was zeigt, dass die Gegner (muhalifler), welche die öffentliche Sicherheit (asayis) und Ordnung (idare) nicht aktiv stören, selbst auch nicht belästigt werden. Außerdem kann eine bloße Wahrscheinlichkeit (imkânat) noch kein Grund sein, jemanden dafür zur Verantwortung (medar-i mes'uliyet) zu ziehen, da ja bei jedem Menschen die Wahrscheinlichkeit angenommen werden könnte, dass er vielleicht einen anderen Menschen töten wird. Dann müsste (lâzim) man nämlich jeden aufgrund dieser Möglichkeit (imkânat) vor Gericht (mahkeme) stellen.} Da (dieser Punkt jedoch) die Politik berührt, schweige ich darüber.

Neuntens: Auch dies ist ein Angriff, den überhaupt kein Gesetz erlaubt und der gar keiner Sache dienlich ist, vielmehr nur aus sinnlosen Verdächtigungen besteht, die ein Korn zu einer Kuppel aufbauen, auf die sich dann überhaupt kein Gesetz mehr anwenden lässt. Da wir aber unserer Berufung (meslek) entsprechend nicht weiter darauf schauen dürfen, um nicht (auf diese Weise wieder) mit der Politik in Berührung zu kommen, schweigen wir davon weiter und sagen somit über derartige in zehnfacher Hinsicht gesetzlose Handlungen nur:

حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُ

{"Gott genügt uns und ist unser bester Sachwalter!" (Sure 3, 173)}

Said Nursî

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Gott, dem Gerechten (Cenab-i Hakk), sei unendlicher Dank (sükür), dass dieser jüngste Angriff (taarruz) und auch dieser überaus umfassende und dieses Mal auf einem besonderen Argwohn (evham) beruhende Angriff (taarruz) von hundert zu eins herabgemindert war. Gestern hatten sie mich vor Gericht (mahkeme) vier Stunden lang verhört (ifade). Ich habe euch wieder nach Inhalt und Darstellung (izahat) mit derselben Aussage (ifade) geantwortet, die ich euch bereits vorher geschickt hatte. Gott (Allah) möge mit der Justiz (Adliye) in Isparta sehr zufrieden sein (razi olsun), weil der uns hierher zugesandte Hinweis (is'ar) zu unseren Gunsten (lehimize) uns sehr geholfen (yardim) hat. Anderenfalls hätten wir noch erhebliche Schwierigkeiten (zahmet) bekommen, wenn es auch hier den gleichen Argwohn (evham) gäbe wie in Afyon und auch hier einige Beamte (resmîler) unseren verborgenen Feinden geholfen (yardimlar) hätten.

— 265 —

Unser Qur'an-Exemplar, das sie in Beschlag (müsadere) genommen haben, sollen sie an den Vorsitzenden des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Reisi') gesandt haben. Daraufhin haben wir die beiden Abschnitte (cüz), die wir nach Istanbul gesandt hatten, zusammen mit dem ersten Abschnitt (cüz) und einem beigefügten Brief auch an den Vorsitzenden des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Reisi') gesandt. Darin haben wir geschrieben: "Wir bemühen uns darum, diese Abschnitte nach dem Offset-Verfahren drucken zu lassen und hoffen, dafür die Zustimmung (tensib) und Unterstützung (muavenet) des Vorsitzenden des Amtes für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Reisi') zu erhalten."

Eine der sehr vielen sinnlosen (manasiz) Fragen, die sie mir diesmal wieder vor Gericht (mahkeme) gestellt haben, war auch die Frage: "Wovon lebst du?" Ich habe gesagt: "Vom Segen der Sparsamkeit (iktisad)." Ein Mann, der schon einmal während des Ramadans in Isparta von einem Laib Brot, einem Kilo Joghurt im Beutel und einem Kilo Reis gelebt hat, erniedrigt (tenezzül) sich nicht um der irdischen (dünya) Dinge willen und ist auch nicht gezwungen (mecbur), für seinen Lebensunterhalt (maiset) Geschenke (hediye) anzunehmen (kabul).

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Erstens: Wir beglückwünschen (tebrik) euch von ganzem Herzen und aus tiefster Seele (ruh u canim) zu eurem Erfolg (muvaffakiyet), zu eurer Ausdauer (sebat) und auch dazu, dass ihr jetzt das Neunundzwanzigste Wort auf Matrize übertragt und dabei besonders auf diese wunderbare (keramet) symmetrische Übereinstimmung der Buchstaben achtet (muhafaza), ohne eurer Arbeit überdrüssig zu werden.

Zweitens: Vier Stunden lang haben sie mich diesmal verhört (ifade), was mich wieder maßlos aufgeregt (sikinti) hat. Im gleichen Rahmen und nur zehn Stunden später ging plötzlich das Gebäude der Behörde für Unterricht und Erziehung (maarif) in Flammen auf und verursachte dadurch einen Schaden von zwei Millionen, was zeigte, dass die Risale-i Nur der Schalter (vesile) ist, der uns solche Unglücksfälle (belalar) vom Leibe (def'ine) hält. Denn dort, wo die Lichter (Nurlar) angegriffen (hücum) werden, da bricht sich auch das Unglück (bela') Bahn und findet seinen Weg.

Drittens: Wir haben eine Woche lang darauf gewartet, euch diesen obigen Abschnitt zu senden, in dem über das Feuer als einer Wundertat (keramet) der Risale-i Nur berichtet wurde. Denn wegen ihres außerordentlichen Misstrauens (evham) wurden die Postämter besonders kontrolliert (dikkat), weswegen wir ihn nicht per Post senden konnten. Wir machen uns auch Sorgen (merak) wegen eurer jetzigen tatsächlichen Situation (hakikî vaziyet) vor Gericht (mahkeme). Bruder Burhan schreibt, dass er ein kleines Problem (musibet) hat. Worum geht es denn da? Wir machen uns deswegen natürlich Sorgen. Möge Gott, der Gerechte (Cenab-i Hakk), es ihm abnehmen. Über die Briefe sowohl von Re'fet Bey, als auch von Abdullah Çavus habe ich mich sehr gefreut (memnun). Ich sende ihnen meine herzlichen Grüße (hususan selâm) und grüße auch euch alle (umuma selâm).

Euer Bruder
Said Nursî
— 266 —

Ein Anhang, den ich unbedingt noch zu dem Gesuch (istidanin zeyli) an den Staatspräsidenten (Reisi cumhur) schreiben musste (mecbur).

Der wahre und eigentliche Grund (en esasli sebeb) all dieser gehässigen (garazkârlar) Angreifer (hücum): Sie versuchen wegen ihrer Freundschaft (dostluk) und dieser Vetternwirtschaft (tarafgirlik) mit Mustafa Kemal mich am Boden zu zerstören. Ich sage jedoch diesen Gehässigen: Über einen solchen Mann, der schon längst gestorben, begraben und aus der Welt (dünya) gegangen und dessen Verbindung mit der Regierung (hükûmet) bereits abgeschnitten ist, habe ich bereits vor dreißig Jahren entsprechend einer Voraussage einer Heiligen (serif) Hadith gesagt, dass ein solcher Mann, der dem Qur'an schadet, einmal erscheinen wird; und inzwischen hat die Zeit bereits gezeigt, dass dieser Mann Mustafa Kemal ist.

Da ich aber nun die Ehre (seref) und den Sieg (zafer) eines heldenmütigen Heeres, das seit fünfhundert Jahren durch seinen Heldenmut und seine Rechtschaffenheit (hakperestlik) die ganze Welt (dünya) herausforderte, nicht Mustafa Kemal zuschreibe, was anderenfalls der Wahrheit zuwiderlaufen (hilaf-i hakikat) würde, quälen mich (tazib) seine gehässigen Freunde (garazkâr dostlari) seit zwanzig Jahren mit ihren Vorwänden (bahaneler).

Wie ich bereits vor dem Gericht bewiesen (isbat) habe, werden "Ehren (Serefler), gute Werke (müsbet hayirlar), materielle und geistige (maddî-manevî) Beute (ganîmet) dem Heer und der Gemeinschaft (cemaat) zugeschrieben und zugeteilt; Fehler und Mängel und alle Misserfolge (menfî icraat) werden hingegen in der Tat der Führungsmacht (basa) und ihrem Anführer (reise) angelastet." Aufgrund dieser allgemein anerkannten Regel (kaide-i hakikat) dürfen die Siege (zaferler) und alle Ehren (serefler) des heldenmütigen Heeres, seiner Soldaten und mutigen Offiziere (cesur zabitler), welche die Soldaten befehligt haben, nicht Mustafa Kemal zugeschrieben werden, vielmehr werden ihm nur die Fehler und Mängel (kusurlar, hatalar) zugeschrieben. Diejenigen, die mich beschuldigen (ittiham), ihn auf diese Weise nicht zu lieben (sevmemek), beschuldige ich meinerseits, dass sie das heldenmütige Heer nicht lieben und seine Ehre (serefler) missachten. Ich betrachte sie daher als Volksverräter (hain-i millet). Diesen Sachverhalt (hakikat), so wie ich ihn vor dem Gericht (mahkeme) bewiesen (isbat) habe, bin ich bereit, in gleicher Weise auch seinen verbohrten Freunden (muannid dostlari) zu beweisen (isbat). Ich liebe (severim) diese Millionen Soldaten und Offiziere (efrad ve zabitler) des kämpferischen Heeres (bahadir ordusu) dieses segensreichen Volkes (mübarek millet). Meinen Respekt (hürmetler) ihnen gegenüber und ihr Ansehen (haysiyetler) versuche ich - soweit ich kann - aufrechtzuerhalten (muhafaza). Die mir gegenüber so gehässigen Gegner (garazkâr muarizlar) begehen aus ihrer Liebe (sevmek) zu diesem einen einzigen Mann den Millionen Soldaten (efrad) gegenüber geistig (mânen) einen Verrat (ihanet), ja hegen sogar eine Feindschaft (adavet) gegen sie.

Wir haben anhand vieler Anzeichen (emareler) erkannt, dass diejenigen, die mich angreifen (hücum), sich in der Tat durch meine Einwände (itiraz) gegenüber Mustafa Kemal provoziert fühlen (tahrik), und weil ich ja ihm gegenüber nicht freundlich (dost) gesonnen bin. Alle anderen Gründe sind dagegen nur ein Vorwand (bahane). Ich sehe mich deshalb dazu gezwungen (mecbur), meinen Gegnern (muarizlar) Folgendes zu sagen:

Mustafa Kemal lud mich nach Ankara ein, weil er mir eine Gunst (taltif) erweisen wollte, indem er mich zum öffentlichen Prediger für sämtliche Ostprovinzen (vilayat-i sarkiye) ernennt. Ich bin dahin gegangen. Die folgenden drei Punkte haben mich dazu veranlasst, mich von seiner Freundschaft (dostluk) abzuwenden. Ich habe in meinem Einsiedlerleben (inzivada) zwanzig Jahre lang darunter gelitten (azab) und mich zugleich auch nicht in ihre weltlichen (dünyalar) Angelegenheiten eingemischt.

Erster Punkt: Mustafa Kemal hat mit seiner Tat (ef'ali) gezeigt, dass er der Mann war, von dem eine Heilige (serif) Hadith berichtet, dass er sich in der Endzeit (âhirzaman) dafür einsetzen wird, den islamischen Sitten (an'anat) zu schaden. Ich hatte vor sechsunddreißig Jahren diese Hadith ausgelegt (tefsir). Und genau diesen Mann traf ihre Auslegung (mana). Die ausführliche Erkärung (izah) dazu findet sich im "Dritten Grundsatz" (Üçüncü Esas) meines Plädoyers (müdafaat) und liegt in dieser Form dem Gericht (mahkeme) vor.

— 267 —

Zweiter Punkt: Es ist eine schlichte Tatsache (hakikat), dass im Prinzip (kaide) das Vorhandensein (vücud), die Pflege (tamir) und das Leben (hayat) einer Sache nur aufgrund (erkân) gewisser Gegebenheiten (vücud) und der Voraussetzungen (serait) möglich ist, während deren Fehlen (ademi), Zerstörung (tahrib) oder Tod durch die Ausschaltung einer einzigen Voraussetzung (sart) erfolgt. In allen Zungen (dil) der Welt gilt das Sprichwort (darb-i mesel): "Zerstören ist viel leichter als wieder aufbauen." Aufgrund dieser durchaus zuverlässigen Regel (kaide) führten die Irrtümer (hata) dieses Kommandeurs zu weiteren beträchtlichen Fehlern und zur Vernichtung (tahribatlar), während hohe Ehren (serefler) und beachtliche Siege (zaferler) dem Heldenmut des Heeres zuzuschreiben sind. Daher müsste man eigentlich alle Verluste (fenaliklar) ihm und alle Verdienste seinem Heer (ordu) anrechnen (lâzim). Es ist daher eine furchtbare Ungerechtigkeit (dehsetli bir haksizlik), im völligen Gegensatz (aksine) dazu die Verdienste der Gemeinschaft (cemaatin hayrini) einem Einzigen (ferd) an der Spitze (basta) und alle Verluste, welche dieser Einzelne (o ferdin serrini) verursacht hat, einer ganzen Gemeinschaft (cemaat) zuzuschreiben.

Dritter Punkt: Was nun die Anrechnung (isnad) der Verdienste einer Gemeinschaft (Cemaatin hayrini) und der Siege eines Heeres (ordunun zaferini) seiner Führung (basa) betrifft und die Anrechnung (isnad) der Fehler dieser Führung (basin kusuru) einer ganzen Gemeinschaft (cemaat), so würde dies heißen, Tausende Verdienste (hayirlar) auf ein einziges Verdienst herabzumindern und einen einzigen Fehler zu Tausenden Fehlern zu machen. Denn wenn ein Bataillon einen fürchterlichen Feind zurückschlägt, so bekommt jeder Soldat (nefer) den Rang (rütbe) eines tapferen Frontkämpfers (gazilik). Wenn dies jedoch nur ihrem General (binbasi) zugeschrieben wird, so beschränkt dies Tausende auf einen Einzigen und nur dieser eine ist dann der wahre Held (tek razi). Würde jedoch durch den Fehler (hata) dieses Generals irgendwo ein Gewaltverbrechen (zalimane bir katil) verübt und würde dieser Mord (katil) nicht etwa ihm, sondern dem ganzen Bataillon zugerechnet, so würde dieses Eine Verbrechen für Tausend Verbrechen (cinayet) gelten, und Tausend Soldaten würden dafür verantwortlich (mesul) gehalten und dafür bestraft (ceza) und verurteilt werden. So gilt denn auch: Würden diese verheerenden, für alle offensichtlichen Missgriffe, nicht diesem inzwischen verstorbenen Mann angerechnet, der sie begangen hatte, so würde diese Schandtat (kusur) durch den Hinweis auf das ganze Heer, das sich der Welt (dünya) seit fünfhundert, ja vielleicht tausend Jahren als ein Heer tapferer und rechtschaffener (hakperest) Frontkämpfer (gazilik) gezeigt und den Erlass seiner Ehre (ferman-i serefini) und seinen Dienst als Bannerträger (bayrakdarlik) des Qur'an mit seinem Schwert (kilinçlar) und mit seinem Blut (kanlar) unterzeichnet (imza) hatte, um Tausende Grade, entsprechend der Anzahl seiner Offiziere (erkânlar) vermehrt, die überaus glänzende Vergangenheit (parlak mazisi) dieses Heeres aber auf furchtbare Weise verdüstert (dehsetli karartir), und das Heer in diesem Jahrhundert vor den gleichen Heeren der vergangenen Jahrhunderte beschämt (mahcub) und verantwortlich (mes'ul) gemacht werden. Und würden all die Ehren (serefler) und Siege (zaferler) unserer Zeit (mevcud) nur einem einzigen Mann zugeschrieben, so würden sie dadurch tausendfach geschmälert, ihre Verdienste (hayirlar) und ihr Heldenmut (gazilik) nach der Anzahl der Offiziere und einzelnen Kämpfer (erkân ve efrad) zu einem einzigen zusammenschrumpfen und verblassen und würden nicht mehr als eine Buße für ihre Fehler (keffaret-üz zünub) betrachtet. So habe ich denn aus diesen Gründen seine freundschaftlichen Beziehungen zu mir (dostluk) abgebrochen und an ihrer Stelle die Freundschaft zu diesem Heer gesetzt, in dem ich mich in kritischer Zeit befunden und dem ich aufrichtig (tesirli) gedient habe. Um seine Ehre (seref), die noch tausendfach wertvoller ist, auch weiterhin aufrecht (muhafaza) zu erhalten, arbeite ich auch weiterhin im Dienste der Risale-i Nur.

In Emirdag
Said Nursî
— 268 —

In den letzten zwanzig Jahren hat mich die Polizei (zabitalar) in vielen Provinzen (vilayet) nicht wegen meiner Bekleidung (kiyafet) belästigt. Nur vor fünfundzwanzig Jahren wollte der Gouverneur (Valis) von Ankara, Nevzad Bey, mit Gewalt etwas an meiner Bekleidung ändern; doch das ist ihm nicht gelungen (muvaffak) und er wurde dafür vom Schicksal geohrfeigt, indem er in den Selbstmord (intihar) ging. Als darüber hinaus ein hoher Beamter (memur) des Gouverneurs von Afyon Befehl (emir) erteilte, mit Gewalt etwas an meiner Bekleidung zu ändern, widersetzte sich ihm ein ganz gewöhnlicher Justizbeamter (adliye memuru) in Emirdag, indem er zu ihm sagte: "Außerhalb des Gesetzes dürfen wir nichts tun." So zeigte er seine Gesetzestreue (kanunperestlik). Da auch der hiesige Landrat (kaymakam), der mir gegenüber keinen Argwohn (evham) hegt, mir kein Unrecht antun will, versuchten sie diesen einsichtigen Herrn (vicdanli zât) zu versetzen (tebdil). Da ich nun aber nach den gesetzlichen Vorschriften über die Erteilung einer medizinisch begründeten Sondergenehmigung (doktorluk kanunu) aufgrund meiner Menschenscheu (merdümgirizlik), einer Krankheit, die mich davon abhält, in die Moschee (câmiye) und zum Freitagsgebet (cuma) zu gehen und auch wegen noch einiger anderer körperlicher Krankheiten (maddî hastalik) für eine Woche ein Attest (rapor) erhalten hatte, damit sie mich nicht zum Verhör (ifade) beordern können, schickten sie stattdessen nun zwei andere Ärzte aus Afyon, um dieses Attest wieder für ungültig zu erklären, wobei wir ihren Willkürgesetzen (keyfî kanunlar) so weit ausgesetzt (maruz) wurden, dass sie sogar versuchten, auch diesen Arzt noch vor Gericht (mahkeme) zu stellen.

Dies hier ist die Anmerkung (hasiye) und die Ergänzung (lâhika) zu meiner Aussage (ifade), die der Geistigen Körpersschaft (sahs-i manevî) der Justiz (adliye) und dem Innenminister (dâhiliye vekili) zur Inkenntnisnahme (bera-yi malûmat) vorgelegt (takdim) wurde und die ich auch beim Verhör (istintakt) in Emirdag gemacht habe.

In den letzten fünfundzwanzig Jahren habe ich niemals mehr eine Zeitung gelesen oder mir vorlesen lassen. Gestern las jedoch der Mann, der mir dient (hizmet), einen Abschnitt aus der Zeitung vor. Als ich darin hörte, dass das Gebäude des Erziehungsministeriums (maarif dairesi) mit einem Schaden von zwei Millionen, des Weiteren ein Parkhaus in Ankara und zur gleichen Zeit eine bedeutende Fabrik in Izmir und wiederum zur gleichen Zeit ein großes Gebäude auf einer Insel völlig niederbrannte, bedauerte ich dieses arme Volk (fakir millet) in tiefer Trauer (teessür) und mit sehr viel Mitgefühl (yaziklar). Zur gleichen Zeit geriet ich selbst in eine Bedrängnis (sikinti), wie ich sie in meinem ganzen Leben noch nie zuvor erlitten hatte. In einer Zeit, in der ich viereinhalb Stunden pausenlos, trotz meines alten (ihtiyar) und kranken Zustandes (hasta halim), zwangsweise (mecbur) einem Kreuzverhör (ifademi sual-cevab) unterzogen wurde, wie ich dies noch nie zuvor in irgendeinem anderen Gerichtsverfahren (mahkeme) durchlebt hatte, hätte ich all dies ganz und gar nicht ertragen (dayana) können, gäbe es da nicht eine gewisse Menschlichkeit (insaniyet) bei der hiesigen Justiz (adliye) und in gewissem Grade sogar Mitgefühl (sefkat). So hatte ich mich beinahe schon fest entschlossen (karar), d.h. bereits ins Auge gefasst, bei dieser Kälte - und das trotz meiner Krankheit - wegen eines scharfen, unhöflichen Wortes (sert bir sözle) ins Gefängnis zu kommen. Auch hatten wir uns dazu entschlossen, dass einer der mir dient, irgendjemandem eine Ohrfeige versetzen solle, damit er wegen meines Dienstes (hizmet) zu mir in meine Zelle gebracht werde. Doch die Menschlichkeit (insaniyet) der hiesigen Justiz (adliye) und die Gnade Gottes (inayet-i İlahiye) verliehen mir Geduld (sabir); und so habe ich denn alles Weitere durchgestanden (tahammül).

— 269 —

Ich wollte den Grund dieses eigenartigen Sachverhaltes (vaziyet) und dieser grundlosen Angst (evham) herausfinden. Die ganz offizielle Druckerlaubnis (resmen tab'edilmesi) und die Verbreitung (intisar) des Wegweisers für die Jugend (Gençlik Rehberi) hat sehr vielen Schulen (mektebler) das Licht geschenkt (tenvir). Sogar an der Universität (Dârülfünunu) von Ankara und an der Universität (Dârülfünun) in Istanbul haben unsere werten jungen Leute (kiymetdar gençler) die Grundlagen (esasat) der Risale-i Nur erkannt und wissen, dass sie dem Glück (saadet) dieses Volkes in diesem Lande (vatan milletini) dienen, und sehr viele Lehrer (muallimler) beschäftigen sich hinsichtlich ihres nationalen Eifers (hamiyet-i milliye), ihrer Liebe zur Heimat (vatan), ja ihres Ansehens als Wissenschaftler (haysiyet-i ilmiye) vollauf begeistert (kemal-i istiyak) mit der Risale-i Nur, was allerdings die Aufmerksamkeit (nazar-i dikkat) des Erziehungsministeriums (maarif dairesini) auf sich lenkte, weswegen es nun in gewissem Grade in der Weise, in der es ihm nicht gefällt, gegen die Lichter (Nurlar) vorgehen (ilismek) will. Ja, es wurde hier sogar die Nachricht (ihbar) durchgegeben: "Diese jungen Leute (gençler) geraten in seine Hände. Durch diese von ihm gedruckten Wegweiser für die Jugend (Gençlik Rehberi) weckt er das Interesse der Schüler (mekteb talebeleri) für die Religion (din)." Daraufhin wurden sowohl ich selbst, als auch die meisten Schüler (sakirdler) der Risale-i Nur in manchen Provinzen (vilayet) von ihnen belästigt. Da ich selbst ja eigentlich aus einer Medresse komme, sollte ich auch von den Hocas Hilfe (istimdad) erwarten dürfen (lâzim). Stattdessen vertraute (itimad) ich mit ganzer Kraft (kuvvet) dem Erziehungsministerium (maarif dairesi) und den Schülern (mektebliler) und wollte mich auf sie stützen (dayanmak). Denn die meisten von denjenigen, die in den Kreis des Lichtes (Nur dairesi) eintreten, sind Schüler (mektebliler), während es unter ihnen nur wenige Hocas gibt. Doch obwohl diese noch sehr zurückhaltend sind, schätzen die Schüler (mektebliler) die Lichter (Nurlar) in vollkommener Hochachtung (kemal-i takdir). Daher sagte ich mir immer in meinem Herzen (kalb): Möge Gott es so wollen (insâallah), dass das Erziehungsministerium (maarif dairesi) die Schüler (sakirdler) des Lichtes (Nur) in Schutz nehmen wird. Während ich aber noch auf ihre Hilfe (yardimlar) hoffte, kam stattdessen plötzlich dieser neue Angriff (taarruz) über uns. Der Grund dafür: am Schluss des gedruckten Wegweisers für die Jugend (Gençlik Rehberi) findet sich der Satz: "Für die Schüler des Lichtes (Nur sakirdleri) ist es geboten (münasib), aufgrund der Erlaubnis der Regierung (hükûmetin müsaadesi), {nach Aufhebung des Versammlungsverbotes (A.d.Ü.)} nun soviele Wohnstätten des Lichtes (Nur dershaneleri) zu eröffnen wie möglich." Das war für unsere verborgenen Feinde der Auslöser (vesile), weswegen sie das Erziehungsministerium (maarif dairesi) gegen uns aufzuhetzen versuchten.

Bisher versuchten unsere Feinde stets, uns durch ihre Intrigen (desise) mit Hilfe der Justiz (adliye) ins Verderben (perisan) zu stürzen, was ihnen aber nicht gelang (muvaffak). Sie konnten dabei nichts für sich herausschlagen. Danach versuchten fanatische (mutaassib), eigenwillige (enaniyetli) Hocas, die noch dazu einen offiziellen Rang (resmî makamlar) bekleiden, uns zu provozieren. Doch auch damit haben sie keinen Erfolg gehabt. Während sie jetzt aber das Erziehungsministerium (maarif idaresi), auf dessen Hilfe (yardim) ich mich bisher immer am meisten verlassen hatte, missbrauchen (istimal) und während in einer Zeit, in der sie sich darum bemühen, einige Beamte (memurlar) dieser Regierung (hükûmet) unter dem Vorwand (bahane), wir hätten versucht, eine Organisation (cem'iyetçilik) oder eine Ordensgemeinschaft (tarîkatçilik) aufrichten zu wollen, wovon wir jedoch vor drei Gerichten bereits einen letztgültigen Freispruch erlangt haben, versuchen sie nun in einem weitläufigen Bereich die hilflosen armen Schüler des Lichtes (Nur sakirdler) und mich vom Studium (mütalaa) der Risale-i Nur abzuhalten (mahrum). Doch nun verbrannte zur gleichen Zeit meines viereinhalbstündigen, qualvollen (acinacak) Verhörs (istintak) das Gebäude des Erziehungsministeriums (maarif dairesi) völlig unerwartet bis auf die Grundmauern. Man fand keine Möglichkeit, das Feuer zu löschen, und so verbrannte es, was nicht nach einem Zufall (tesadüf) aussieht, vielmehr lässt sich dahinter eine Spur von Wut (eser-i hiddet) erkennen.

Am Ende dieses Verhörs und auch schon während des Verhörs (ifade) hatte ich gesagt: Haltet mich hier, wo ich fremd (gurbet) und einsam (yalnizlik) bin, nicht auch noch vom Studium (mütalaa) meiner Bücher ab (mahrum), ansonsten werde sowohl ich als auch dieses Land einen Schaden erleiden. Drei Minuten, nachdem ich gesagt hatte, dass die Erde vielleicht wieder in ihrer Wut (hiddet) erbeben wird, hat die Erde tatsächlich drei Sekunden lang gebebt (zelzele). Auch nachdem ich diesen Satz (fikra) vor Gericht (mahkeme) noch einmal wiederholt hatte, griff die Erde mit ihrem Feuer - und zwar wieder etwa zur gleichen Zeit, entweder in der Nacht oder am Tage - das Erziehungsministerium (maarif dairesi) an. So wurde auch bereits vor Gericht (mahkeme) viermal bewiesen, dass sich Erdbeben oftmals während eines Angriffs (taarruz) auf die Risale-i Nur oder ihre Schüler ereignet haben, was auf keinen Fall jedes Mal ein Zufall (tesadüf) gewesen sein kann. So sind denn also die Wahrheiten (hakikatlar) der Risale-i Nur ein großer Grundstein (temel tasi) dieses Landes (vatan) und Volkes (millet) und der öffentlichen Sicherheit (asayis), weshalb die Aufmerksamkeit dieses Volkes (milletin nazar-i dikkat) mit solchen ereignisschweren Schlägen (vukuatli tokatlar) auf die Risale-i Nur gelenkt wird, die ein wahrer, wahrhaftiger (hakikî ve hakikatli) und kraftvoller Kommentar (kuvvetli tefsir) zum Qur'an ist. Das Volk (millet) wird dadurch für sie begeistert (tesvik), während ihre Gegner zugleich für ihre Angriffe (muarizlar) einen zärtlichen Klaps (sefkat tokadi) bekommen.

— 270 —

So wie ein Almosen (sadaka) ein Unglück (bela') verhindern kann, so wurde auch durch viele ähnliche Ereignisse (hâdiseler) deutlich (tahakkuk), dass auch die Risale-i Nur heutzutage in diesem Land (memleket) eine Möglichkeit (vesile) darstellt, ein Unglück (bela') fernzuhalten. Und so beweist (isbat) auch diesmal wieder das Hereinbrechen dieser Brandkatastrophe (yangin belasini) zur gleichen Zeit mit einem Angriff (hücum) auf die Risale-i Nur, dass die Risale-i Nur eine Möglichkeit (vesile) gewesen wäre, diese Katastrophe noch zu verhindern.

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Gleich wie der Mann, der in Egirdir den Stab Mosis (Asâ-yi Musa) in Beschlag genommen und zum Gericht (mahkem) gebracht hat, mit einer zweijährigen Gefängnisstrafe (hapis cezasi) selbst eine Ohrfeige bekommen hat, und der Richter (hâkim), der Hüsrev in seiner Wut (hiddet) zu einem Monat Haft (ceza) verurteilt hat, gezwungen (mecbur) wurde, von seinem Posten zurückzutreten (istifa) und durch den Abschied (müfarakat) von seiner Gefährtin (refika) nochmals so eine Art Ohrfeige bekommen hat, so zeigen diese zweifellos als solche gesicherte Ohrfeigen auch hier genauso, wie wir es euch geschrieben (pusla) und beigefügt (leffen) gesandt haben, dass wir unter Gottes Schutz und Gnade (himayet ve inayet) stehen. Wie diejenigen, die uns belästigen, im Jenseits (âhiret) heftige Ohrfeigen bekommen werden, so bekommen sie einem Teil davon noch ganz schnell in dieser Welt (dünya). Zudem war diesmal der Winter während ihrer Angriffe (hücum) zur gleichen Zeit besonders wütend (kis çok hiddet) und zeigte uns durch seine strenge Kälte und heftigen Stürme (firtina), wie empört das Wetter war. Mit dem Ende ihrer Angriffe (hücum) und durch die Erleichterungen (ferahlanmasi) für die Nurdschus begannen nun die Wintertage (zemherir) wie Naurostage (nevruz) {Frühling} zu lächeln. Dieses Lächeln (tebessüm), das sich nun noch weiter fortsetzt, überzeugt uns davon, dass es uns geistig (manevî) eine frohe Botschaft (müjde) senden und uns Trost (teselli) bringen will. Wie diesmal in eurem Schriftstück (pusla) geschrieben steht, hat auch die öffentliche (resmî) Polizei, die versucht hat, die allgemeine Sympathie (teveccüh-ü ammeyi) uns gegenüber dadurch zu unterbinden, dass sie ganz merkwürdige (acib), ans kabarettistische grenzende Verleumdungen (iftira) in die Welt gesetzt haben, von denen selbst noch nicht einmal der Teufel (seytan) irgendjemanden überzeugen könnte, und zur gleichen Zeit ihre Ohrfeigen bekommen haben, was zeigt, dass diejenigen, die uns angreifen (hücum) gar keinen anderen Weg (çare) mehr finden können, außer dem der Verleumdung. Eine andere Möglichkeit (çare) finden sie nicht mehr. Zudem sind wir selbst auch dazu gezwungen (mecbur), weit vorsichtiger (dikkat) und umsichtiger (ihtiyat) zu sein und derartigen Gerüchten (sayialar) weiter keine Beachtung zu schenken.