Briefe aus Barla
— 299 —

Die hier nun folgenden Abschnitte (kısım) umfassen die Briefe (mektublar), die Seine Exzelenz, unser Meister (Hazret-i Üstad), während seines Aufenthaltes (hayat) in Kastamonu und Emirdag geschrieben hatte und von denen nunmehr nur noch die von Hand geschriebenen Exemplare (elyazma nüshalar) vorhanden sind.

Der hier folgende Abschnitt (fıkra) ist eine Schlussfolgerung (istihrac) von Ahmed Nazif Çelebi, der ein tüchtiger Schüler (faal bir şakird) der Risale-i Nur ist. Es wird als angemessen betrachtet, diesen Text sowohl der an der zweiunddreißigsten Stelle angeführten Ayah im "Ersten Strahl" (Birinci Şua) beizufügen als auch bei den Texten (fıkra) des "Siebenundzwanzigsten Briefes" (Yirmiyedinci Mektub) mit anzuführen. Er selbst sagt hier:

Ich habe die hier folgenden Ayat während der Rezitation eines Hâfiz mit angehört:

Aus der Sure Ahzab (Sure 33):
﴿ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِي ﴾
﴿ يَا اَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اذْكُرُوا اللّهَ ذِكْرًا كَثِيرًا ٭ وَسَبِّحُوهُ بُكْرَةً وَاَصِيلاً ٭ هُوَ الَّذِى يُصَلِّى عَلَيْكُمْ وَمَلٰئِكَتُهُ لِيُخْرِجَكُمْ مِنَ الظُّلُمَاتِ اِلَى النُّورِ وَكَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيمًا ٭ تَحِيَّتُهُمْ يَوْمَ يَلْقَوْنَهُ سَلاَمٌ وَاَعَدَّ لَهُمْ اَجْرًا كَرِيمًا ٭ يَا اَيُّهَا النَّبِىُّ اِنَّا اَرْسَلْنَاكَ شَاهِدًا وَمُبَشِّرًا وَنَذِيرًا ٭ وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ بِاِذْنِهِ وَسِرَاجًا مُنِيرًا ٭ وَبَشِّرِ الْمُؤْمِنِينَ بِاَنَّ لَهُمْ مِنَ اللّٰهِ فَضْلاً كَبِيرًا ٭ صَدَقَ اللّٰهُ الْعَظِيمُ ﴾

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen" "Oh ihr Gläubigen! Gedenkt Gottes in häufigem Gedenken und preiset Ihn des Morgens und des Abends! Ihn, der - mit Seinen Engeln - den Segen über euch spricht, um euch aus der Finsternis heraus ins Licht zu führen. Und Er ist barmherzig zu den Gläubigen. Er wird sie am Tage der Begegnung mit dem Friedensgruß (Selam) begrüßen. Und Er hält reichlichen (kerim) Lohn für sie bereit. Oh Prophet (nabi)! Wir haben dich als Zeugen gesandt, als Verkünder einer frohen Botschaft und als einen Warner, damit du sie mit Seiner Erlaubnis zu Gott rufst und ihnen eine strahlende Leuchte seiest. Und verkündige den Gläubigen, dass sie eine große Huld von Gott zu erwarten haben." (Sure 33, 41-46) "Gott der Allmächtige hat wahr gesprochen!"}

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Ich habe das Gefühl, dass sich in diesen Ayat Indizien (îma), Zeichen (remz), ja selbst Hinweise (işaret) auf die Risale-i Nur finden, da es nun einmal solche Ayat wie diese Ayat (vazife-i risalet) gibt, die in jedem Jahrhundert dem Auftrag des Prophetentums entsprechen und sich auf seine Berufung (davet) beziehen. Und da nun einmal in jedem Jahrhundert (asr) einzelne Personen (efrad) auftreten und es Bestätigungen (mâsadak) gibt, und da nun einmal die Eigenschaften (sıfat) und Bezeichnungen (ünvan), die in diesen Ayat dem ehrwürdigen Gesandten (Resul-ü Ekrem) zugeschrieben werden, zu allen Zeiten anzutreffen sind und in jedem Jahrhundert ihre Gültigkeit (hükmet) haben, gehört es in der Tat zu der Besonderheit (şe'ni) des geistigen Wunders (i'caz-ı manevî) des Qur'an, ja ist sogar ein Erfordernis (muktezası) und geradezu eine Notwendigkeit (lâzım), dass unter diesen beiden Bezeichnungen (ünvan) im Umfang ihrer Bedeutung als Zeichen (mana-yı remz) die Werke und Personen (eserler ve zâtlar) wie die Risale-i Nur, die diese Aufgabe (vazife) erfüllen, in den Kreis und den Umfang (daire-i şümul) solcher Ayat eintreten. Da nun einmal die Risale-i Nur in diesem sonderbaren Zeitalter (acib asır) auf eine außergewöhnliche Art und Weise (müstesna bir suret) die Aufgabe (vazife) erfüllt, auf die diese Ayat hinweist (işaret), so ist sie in ihrer Bedeutung (mana) im weitesten Umfang (daire-i külliye) dessen eigentliches Objekt (ferd). Mit Sicherheit können wir anhand verschiedener Zeichen (müteaddid emare) und verborgener Hinweise (gizli karine) sagen, dass diese Ayat genauso wie die im Ersten Strahl (Birinci Şua) aufgezählten weiteren einunddreißig Ayat mit ihren hinweisenden Bedeutungen (mana-yı işari) die Risale-i Nur betreffen. Es ist dies wie folgt:

﴿ لِيُخْرِجَكُمْ مِنَ الظُّلُمَاتِ اِلَى النُّورِ وَكَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيمًا ﴾

{"‌ um euch aus der Finsternis heraus ins Licht zu führen. Und Er ist barmherzig zu den Gläubigen."}

Dieser Satz bedeutet sinngemäß (mana-yı işarîsi): "Um von einer überaus düsteren Ungerechtigkeit (karanlık bir zulüm) und einer überaus dichten Finsternis (karanlık bir zulmet), die schon bis 1370 (= 1954) andauert, euch, oh ihr Gläubigen (ehl-i iman) und Leute des Qur'an zu den Lichtern (Nurlar), die aus dem Qur'an hervorgehen, zu den Strahlen des Glaubens (imanın ışıkları) hinzuführen. Sein Name umfasst das Licht (Nur), und in seiner Bedeutung findet sich Gottes Barmherzigkeit (manasında rahîmiyet). Er betrifft in unserem Zeitalter (asr) einen Funken (lem'a) aus dem Qur'an, in dessen Bedeutung sich der Name Gottes: "das Licht" (ism-i Nur) und der Name Gottes: "der Allbarmherzige" (ism-i Rahîm) manifestiert (mazhar) und darauf hinweist (îma). Außer der sinngemäßen Übereinstimmung (mana mutabakatı) findet sich ein Zeichen (emare) und ein Hinweis (karine) auf folgende Weise: Der Zahlenwert (makam-ı cifr) des folgenden Textes

﴿ اِلَى النُّورِ وَكَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيمًا ﴾

{"‌ in das Licht. Und er ist barmherzig zu den Gläubigen."}

ergibt - die Verdopplung und die Nunation (şedde ve tenvin) mitgezählt - 947, womit der Zahlenwert von "Risale-i Nur", bzw. "Risalet-i Nur" mit 947 genau übereinstimmt (tevafuk).

﴿ اِنَّا اَرْسَلْنَاكَ شَاهِدًا وَمُبَشِّرًا ﴾

{"Wir haben dich als Zeugen gesandt und als Verkünder einer frohen Botschaft."}

Dieser Satz verweist mit seinem Zahlenwert (makam) - die Verdopplung (şedde) wird hier nicht mitgerechnet, weil sich die Nunation (tenvin) am Ende des letzten Wortes findet (vakıf), sodass hier nur der Buchstabe "Elif" gezählt wird - auf das Jahr 1323 (= 1907). Er verkündet den Gläubigen (ehl-i iman), die in diesem Jahr über dem Ausbruch (mebde-i infilâki) einer fürchterlichen Revolution (inkılab) am Sitz des Kalifats (Merkez-i Hilafet) in Verzweiflung geraten sind, eine frohe Botschaft (müjde) und weist (işaret) auf einen wahrhaftigen Zeugen (hakikî bir şahid) hin, der für die Wahrhaftigkeit (hakkaniyet) und die Stärke (kuvvet) der İslâmiyet ein machtvolles Zeugnis ablegt (kuvvetli şehadet) und aufgrund der Erbschaft des Prophetentums (veraset-i nübüvvet) eine Einladung (davet) überbringt.

{Dieser Satz weist auf einen Zeugen hin, der am Sitz des Kalifats Zeugnis ablegt und die Gläubigen zur İslâmiyet einlädt. (A.d.Ü.)}

— 301 —
﴿ وَنَذِيرًا ٭ وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ ﴾

{"‌ und als einen Warner und damit du sie zu Gott rufst."}

Dieser Satz

{(Anmerkung):

﴿ وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ ﴾

("damit du sie zu Gott rufst.")

Dieses Wort stimmt genau mit dem numerischen Wert (makam) des Wortes Bediüzzaman überein (tevafuk), das ein wahrhaftiger Name (hakikî bir ismi) der Risale-i Nur ist und ihm sinngemäß entspricht (manen mutabakat). Das Wort وَدَاعِي ("du rufst") allein stimmt mit dem Namen des Sprachrohrs (tercüman) der Risale-i Nur "Said" mit seinen drei Buchstaben überein (ittihad), wobei es eine Entsprechung (tevafuk) mit drei unterschiedlichen Buchstaben hat. Denn die Nunation, Elif und Wau macht insgesamt 57. Das ist drei makam weniger als der numerische Wert des Buchstabens "Sin"

im Namen des Schülers (talebe) der Risale-i Nur "Küçük Abdurrahman Tahsin".}

verweist mit seinem Zahlenwert (makam-ı cifr) auf das Jahr 1256 (= 1840), wobei die Nunationen - weil sie nicht am Ende des letzten Wortes stehen (vakıf) - mitgerechnet werden, und bezieht sich auf das Anfangsstadium der Verfinsterung (inhisaf) der İslâmiyet in diesem Zeitalter wie auch in heutiger Zeit, zu der die Vorbereitungen (ihzar) bereits vor einem Jahrhundert (asır) begonnen (mukaddemat) hatten.

﴿ وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ ﴾

{"damit du sie zu Gott rufst."}

Der makam-ı cifr dieser Worte beträgt 191 und stimmt ganz genau mit dem numerischen Wert (aded) des Namens Bediüzzaman überein (tevafuk), der ein wahrhaftiger Name (hakikî ism) der Risale-i Nur ist, und weist darauf hin, dass auch die Risale-i Nur inmitten dieser Verfinsterung (inhisaf) eine Einladung, eine Berufung zu Gott ("dâî-i ilallah") ist.

﴿ بِاِذْنِهِ وَ سِرَاجًا مُنِيرًا ﴾

{"mit Seiner Erlaubnis zu Gott rufst und ihnen eine strahlende Leuchte seist."}

{(Anmerkung):

﴿ بِاِذْنِهِ وَ سِرَاجًا مُنِيرًا ﴾

("ihnen mit Seiner Erlaubnis eine strahlende Leuchte seist.")

Der makam dieses Ausdrucks beträgt 1330 und stimmt genau (tevafuk) mit dem Jahr der Erscheinung (zuhur) des Kommentars (tefsir) "Hinweis auf das Wunder" (İşarat-ül İ'caz) überein, der die Einführung (fatiha) zur Risale-i Nur ist. Wenn der ausgesprochene Buchstabe (melfuz) "ye" in dem Wort بِاِذْنِهِ ("mit Seiner Erlaubnis") mitgerechnet wird, so beträgt er 1340 (= 1924). Das entspricht (tetabuk) dem Jahr der Erscheinung (zuhur) der Risale-i Nur. Da die Nunation (tenvin) nicht am Ende des Satzes liegt (vakf) und daher als ein "nun" gezählt wird, so ergibt der makam 1380. Das ist ein Zeichen (remz) des Qur'an, dass die Risale-i Nur in diesem Jahr (tarih) nach Gottes Willen (inşâallah) eine strahlende Leuchte (sirac-ı nuranî) werden wird, welche die Erde (Küre-i Arz) erleuchten (ışık) wird.

Ein Schüler (şakird) der Risale-i Nur

Tahsin}

— 302 —

Und nur das Wort سِرَاجًا مُنِيرًا {"eine strahlende Leuchte"} steht völlig mit dem Wort "Siracünnur" (Leuchte des Lichtes), das eine Bezeichnung (ism) für die Risale-i Nur ist, dem Wort (lafzen) und dem Sinne (manen) nach, wie auch mit seinem numerischen Wert (cifren) exakt in Übereinstimmung (tevafuk). Die Buchstaben "mim" und "je" in dem Wort مُنِيرًا {"strahlend"} entsprechen (mukabil) dem verdoppelten Buchstaben (şeddeli) "nun" in dem Wort النُّورِ {"Licht".}

Da Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, in seiner verborgenen Huld (keramet-i gaybiye) der Risale-i Nur den Titel "Siracünnur" (Leuchte des Lichtes) verleiht, kann man in der Tat sagen, dass ihm dies durch diesen Teil (fıkra) dieser Ayah inspiriert (mülhem) worden ist, und wir sagen dies ohne zögern.

﴿ وَبَشِّرِ الْمُؤْمِنِينَ بِاَنَّ لَهُمْ مِنَ اللّٰهِ ﴾

{"Und verkündige den Gläubigen, dass sie (eine große Huld) von Gott zu erwarten haben."}

Dieser Satz verweist mit seinem numerischen Wert (makam-ı cifrî) auf das Jahr 1359, wenn dabei die Verdopplung (şedde) mitgezählt wird. Er bezieht sich genau auf das Jahr dieses Jahrhunderts (asr), in dem wir uns heute (1943) befinden und berichtet durch ein Zeichen sinngemäß (mana-yı remzi), dass Gott für die Gläubigen (ehl-i iman) eine große Huld (ihsan) bereit hält. Wir sehen, dass in dieser Zeit die größte Gnade (ihsan) die Rettung des Glaubens (imanı kurtarmak) ist. Und wir sehen, dass es vor allem die Risale-i Nur ist, die den Glauben (iman) mit einzigartigen Zeugnissen rettet (hârika bürhanlarla kurtaran), d.h. dass also sie es ist, die für diese Zeit eine große Gnade ("fadlun kebir") ist. Dieser Hinweis (işaret) wird im Folgenden noch besonders bekräftigt (kuvvet):

— 303 —

Das Wort فَضْلاً {"Huld"} aus der Aussage فَضْلاً كَبِيرًا {"große Huld"} ergibt einen makam von 960. Dieser Name der Risale-i Nur verwandelt sich in die Form (izafed) eines Verhältniswortes (tavsif tarzı) und wird zu "Risale-i Nuriye", deren numerischer Wert (makam) 962 beträgt und so mit einem sinnvollen (manidar) Unterschied von zwei Zahlen in Übereinstimmung (tevafuk) ist und weist so mit dem Finger durch ein Zeichen und einen Wink (remzen ve îmaen) auf ihr Haupt hin.

Oh Gott, unser Herr (İlahî Ya Rabb)! Gewähre unserem Meister (Üstad) Said Nursî, dem Verfasser (müellif) der Risale-i Nur und seinen Schülern (talebe), den Dienern (şakird) der Risale-i Nur und ihren Angehörigen (mensub) in Deinem Schutz und Deiner Obhut (muhafaza-i hıfzında) und Deiner Göttlichen Burg (kal'a-i İlahiye) Schutz und Sicherheit (muhafaza ve emin) ‌ Amin‌ Und bringe sie dazu, dass sie im Dienst (hizmet) am Qur'an und am Glauben (iman) verharren und standhaft bleiben (sabit ve daim) ‌ Amin‌ Und hilf ihnen bei diesem ihrem heiligen Dienst (kudsî hizmet) und schenke (ihsan) ihnen Erfolg (muvaffakıyet) und Deinen Beistand (muavenet) ‌ Amin‌ Und lass sie das große Geheimnis (sırr-ı a'zam) des Ehrwürdigen (Azîmüşşan) Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist, das heilige Geheimnis (sırr-ı kudsî) der Erkenntnis Gottes (marifetullah), der Liebe Gottes (muhabbetullah), der Liebe des Gesandten Gottes (muhabbet-i Resulullah) und das große Geheimnis (sırr-ı uzma) von

"Hasbünallahü ve ni'melvekil

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachwalter." (Sure 3, 173)}

und der Güte und Huld des Wohlwollens Gottes (rızaullah) und der Schau der Schönheit Gottes (rü'yet-i Cemalullah) erlangen, oh Herr der Welten (Rabb-el Âlemîn)!

اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلَى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ وَ عَلَى آلِهِ وَ صَحْبِهِ وَ اَهْلِ بَيْتِهِ اَجْمَعِينَ الطَّيِّبِينَ الطَّاهِرِينَ آمِينَ بِحُرْمَةِ سَيِّدِ الْمُرْسَلِينَ وَ الْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِين

{"Oh Gott, schenke unserem Herrn Mohammed und seiner Familie und seinen Gefährten und den Leuten seines Hauses, die gut und rein sind, Deinen Segen; âmîn. Um des Herrn der Gesandten willen sei Gott dem Herrn der Welten Lobpreis und Dank."}

Euer armer, schwacher, hilfloser, sündiger Schüler und Diener aus İnebolu

Ahmed Nazif Çelebi
— 304 —

Dieser Brief (fıkra) stammt von Ahmed Nazif Çelebi, den er wegen seines Geschenkes (hediye), das jedoch nicht angenommen wurde (kabul edilmeyen), anlässlich des Festtages (Bayram) geschrieben hat.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen immer und ewiglich."}

Mein höchst liebenswerter und über alles ehrenwerter, gütiger, stets opferbereiter, großer Meister und teurer Herr!

Ich habe Euren kostbaren Brief (kıymetdar mektub), der wertvoller ist als eine Schatzkammer (mücevherat) voller Juwelen (hazine), ja selbst mit dem Schmuck (zînet) dieses vergänglichen irdischen Lebens (fâni dünya hayatını) nicht zu vergleichen ist, am Abend des 23. Tages dieses segensreichen heiligen Monats Ramadan (mübarek Ramazan-ı Şerif) zehn Minuten vor dem Fastenbrechen (iftar) von der Post abgeholt. Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hakk) es annehmen (kabul), dass ich daraufhin gleich zwei Mal Iftar gefeiert habe. {erstens der Empfang des Abendessens und zweitens der Empfang dieses kostbaren Briefes}

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Dank sei Gott! Dies ist von der Güte meines Herrn."}

— 305 —

Da die langen Zeilen, die ich zuvor geschrieben hatte, hohl und sinnlos (malayani ve boşluk) waren, ich Euch ziemlich damit aufgehalten (meşgul) habe und die wertlosen, unnützen Geschenke (kıymetsiz, degersiz hediye) sowohl von uns als auch von unserem gesegneten (mübarek) Bruder Zekeriya ohne Eure Zustimmung (me'zuniyet) angenommen (kabul) habe und dennoch wagte (cesaret), sie Euch anzubieten (takdim), erwartete (intizar) ich schüchtern, dass ich die daraus erwachsene Ablehnung (adem-i kabul) und die Unzufriedenheit (hoşnut) meines verehrten Meisters (aziz Üstad) und seinen Tadel (tekdirat) erfahren würde.Doch da brachte mir der Postbote (müvezzi) bereits zwei Briefe. Da es bereits die Zeit zum Iftar war, öffnete ich sie stehenden Fußes. Nachdem mir jedoch die so schöne (şirin) und geradezu faszinierende (cazib) Schrift Eurer Exzellenz (hatt-ı fâzılaneniz), deren Wert ich gar nicht zu schätzen weiß, als hätte sie mich mit den Worten "Fürchte dich nicht!", angesprochen (hitab), mit einem Lächeln (tebessüm) in die Augen gefallen war, konnte ich vor Freude (sürur) nicht mehr weiterlesen. Ich bin stattdessen sofort nach Hause geeilt und fing noch während des Iftar an zu lesen.

Mein liebevoller und gütiger Meister! Ich erinnerte (hatır) mich der Verheißung (tebşirat) seiner Exzellenz (Hazret) Muhyiddin-i Arabî und bin fest davon überzeugt (iman), dass die väterliche Liebe (şefkat-i pederane), die ich von Eurer Exzellenz (Zât-ı fâzılan) erfahre, jene väterliche Liebe (şefkat-i pederane) zum Ausdruck bringt, welche diese große Persönlichkeit (o büyük zât) verkündet hat. Der Allmächtige Gott und Herr (Kadir-i Mutlak Hazretleri) möge mit Euch, meinem Meister (Üstad), voll und ganz zufrieden (kat kat razı) sein und auch uns in Euren Diensten (hizmet) und im Dienst am Qur'an verharren und standhaft (sabit ve daim) sein lassen‌ und uns die wertvollen und heiligen Hinweise (kudsî işaret) unseres Meisters (Üstad) und seine kostbaren Gebete (dua) zuteil (mazhar) werden lassen‌ âmîn - um des Hauptes der Gesandten willen (bihürmeti Seyyid-il Mürselîn) -.

— 306 —

Geliebter Meister! Die Annahme meines Beitrags (mesaî) im Dienst (hizmet) am Qur'an und bei der Veröffentlichung (neşriyat) der Risale-i Nur, der doch nur einem Körnchen (zerre) gleicht, durch unseren erhabenen Meister zu seiner Zufriedenheit (hüsn-ü kabul) erlangt zu haben (mazhariyet), hat mich, Euren schwachen (zayıf), ohnmächtigen (âciz) und armseligen Diener (fakir hizmetkâr) in all seiner Unfähigkeit (iktidar) und mangelndem Verständnis (idrak), Euren Schüler (talebe) mit seinem, in seinem verwirrten Bewusstsein (şuuru muhtel) doch so begrenzten Einblick (ihata) in die Dinge, so sehr in Glück (ne derece sevinç) und Freude (sürur) versetzt, wie ich es gar nicht beschreiben kann. Ich weiß gar nicht, wie ich Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk), dem aller Ehren würdigen (Hazret), unendlichen Segen (Feyyaz-ı Mutlak) schenkenden Herrn, der uns armen Sündern (günahkâr) und Euch, unserem Meister (Üstad), nach dreißig Jahren ihres Verlangens (iştiyak) und zehn Jahren der Bittgebete (münacat) und des Flehens (niyaz), eine solche geistige, geheiligte Anerkennung (manevî ve kudsî takdirat) verliehen (ihsan) hat und - ohne der Unaufmerksamkeit seiner Diener (kulların isyanları) zu achten - dennoch alles kennt und hört und ihnen, was sie sich nur wünschen (istedik) in Hülle und Fülle (bâligan mâ belag) schenkt, der alles was da ist (mükevvenat) in der Hand Seiner Allmacht (yed-i kudret) hält und dem alles gehört (sahib) und Sein Eigentum (mâlik) ist, und der über alles herrscht (hâkim), loben und Ihm danken (hamd ve şükür) soll.

Verehrenswerter Meister! Gewährt uns doch Euren Beistand (tavassut), damit Gott unserem geringen, nur einem Körnchen gleichenden (katre mesabe) Dienst (degersiz hizmet) in diesem so überaus kurzen und bescheidenen irdischen Leben (dünya hayat) und unserem Lobpreis und Dank (hamd ve şükür) nach Seinem Willen (inşâallah) das Geheimnis (sırr) von "möge Gott es annehmen" (Tekabbelallah) verleihen möge (mazhar).

— 307 —

Obwohl der zweite Brief aus dem "Band der Briefe" (Mektubat Risalesi) mir ständig gegenwärtig (hatır) ist und ich mich darum bemühte, immer diesen Euren Anweisungen zu folgen (emirler riayet), hat mich, Euren Diener, eine Weisung aus dem Unsichtbaren (mücbir-i gaybî) dazu geführt (tahrik), auch wenn Ihr in Eurem ganzen Leben (ömrü) niemals (muhalif) ein Geschenk (hediye) ohne Gegenleistung (mukabele) angenommen (kabul) habt, diesem zweiten Brief zuwider (muhalefet) zu handeln. Meine Absicht (niyet) ist dabei jedoch rein (hâlis), meine Loyalität (sadakat) und meine Verbundenheit (merbutiyet) völlig richtig (ciddî) und durchaus fest, frei von jeglichem Schein (riyad), und betrifft und beruht (matuf ve müstenid) keineswegs auf irgendeinem materiellen Vorteil (maddî menfaat); vielmehr wurde uns und unserer Provinz (memleket) auf dem Weg des Wohlwollens Gottes (Allah rızası yolunda) eine heilige Persönlichkeit (kudsî zât), die uns, um besonders solch Schwache (âciz), Aufrührerische (âsi), Sündige (günahkâr) wie wir es sind, auf den rechten Weg zu geleiten (hidayet), sie zu führen (irşad) und sie bis zum Ziel zu begleiten und die Leute des Irrwegs (ehl-i dalalet) und der ketzerischen Erneuerungen (ehl-i bid'a) zum Weg der Wahrheit (tarîk-ı hakka) einzuladen (davet), er, der ein Diener (hâdim) der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) ist, von Gott (vedîatullah) im Namen des Qur'an und mit dem Ziel des Dienstes (hizmet) an der Risale-i Nur zu treuen Händen (ihsan) anvertraut.

Wie unser ehrenwerter Gast (misafir) uns Sündern (günahkâr) zu geistiger Hilfe (manevî yardım) eilt und sich Tag und Nacht darum bemüht, uns zur Verzeihung Gottes (magfiret-i İlahiye) hinzuführen (irşad), fühlen auch wir, dass wir zu dieser Aufgabe verpflichtet (vazifesiyle mükellef) sind, diesem lieben Gast (aziz misafir) gern und willig auch zu seiner materiellen Hilfe (iştiyak) rein um Gottes (Allah) willen zu eilen und uns dafür einzusetzen.

— 308 —

Außerdem befielt uns sowohl der Qur'an als auch unser Prophet (Hazret-i Peygamber), mit dem Friede und Segen sei, تَعَاوَنُوا {"einander beizustehen"} auch den Obdachlosen (Gurabaya) unsere Hilfe anzubieten.

Ich bitte um Verzeihung, mein ehrenwerter, geliebter Meister! Ich weiß ja, dass Ihr keine Geschenke (hediye) annehmen (kabul) wollt. Jedoch haben mich unsere Gefährten (arkadaş) dringend darum gebeten (ısrar), Euch wegen einer Unterstützung (muavenet) wie der Armensteuer (Zekat) und den Almosen (Sadaka) zu schreiben (mecbur). Ich dachte zudem, dass solche Dinge für Eure materiellen Bedürfnisse, wie die Miete für Eure Behausung (ikametgâh) und andere unentbehrliche Notwendigkeiten (mübrem ihtiyaçlar) wie Holz und Kohle, durchaus erforderlich (lâzım) wären.

Eigentlich ist meine Empfehlung (tavsiye) und mein Rat (telkinat) für unsere Gefährten (arkadaş), niemals an irgendwelche materiellen Vorteile (maddî menfaat) zu denken, damit das Prinzip unseres Meisters (kaide-i Üstada) nicht gebrochen wird. Denn der Glaube (din) darf nicht als Werkzeug für irdische Dinge (dünya) missbraucht werden. Der Glaube (din) verträgt es überhaupt nicht (kabul), als Mittel, einen Lohn (vasıta-i cer) zu bekommen oder einen materiellen Gewinn (maddî menfaatı) zu erlangen. Ja, ich nehme mir bei der Veröffentlichung (neşriyat) der Risale-i Nur sogar unseren verehrten Meister (kıymetli Üstad) als Beispiel (taklid), um niemand zu Dank (minnet) verpflichtet zu sein.

Verehrenswerter und liebevoller Meister! Als Eure Diener (hizmetkâr) möchten wir ihnen wenigstens nicht als unserem Meister (Üstad), sondern wie einem verehrenswerten Gast in der Fremde (garib bir misafir) um des Wohlwollens Gottes willen (rızaen lillah) finanziell helfen (maddî yardım), damit Ihr zudem in Eurer Überzeugung keinen geistigen Schaden (manevî zarar) erleidet müsst, bitten und beten (niyaz ve tazarru) wir zu Gott dem Herrn (Cenab-ı Allah), der die Macht (kuvvet), Kraft (kudret) und Größe (azamet) besitzt (sahib), an Seiner göttlichen Schwelle (dergâh-ı İlahiye) darum, dass unsere Hilfe bei Ihm doch als etwas Gutes angenommen (hüsn-ü kabule mazhar) wird.

Ehrenwerter Meister! Wir haben die Absicht, Euch anlässlich (kaim) der kommenden Festtage (Bayram) mit einigen unserer Gefährten (arkadaş) zu besuchen, Euch unsere Hochachtung zu erweisen (arz-ı ta'zim makamında) und Euch, unseren verehrten Meister (kıymetli Üstad), im Namen und an Stelle (makam ve hüküm) aller Schüler und Studenten (talebe ve şakirdler) der Risale-i Nur und aller ehrenwerten Diener (kıymetli hizmetçi) des Qur'an sowohl zum Heiligen Monat Ramadan (Ramazan-ı Şerif) als auch der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) und den segensreichen Festtagen (mübarek Îd-i Fıtr) zu beglückwünschen (tebrik). Bei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) bitten und beten (niyaz ve tazarru') wir in Gemeinschaft (birlik) mit vielen Brüdern und Gefährten (kardeş ve arkadaş) unter Eurer - unseres Meisters - Führung (Üstadımız başımızda) gemeinsam noch mit dergleichen vielen Heiligen Ramadan-Monaten (Ramazan-ı Şerif) beehrt (müşerref) zu werden, küssen eure gesegneten (mübarek) beiden Hände und bitten (istirham) Euch als unseren ehrenwerten Meister (kıymetli Üstad), um Eure - Gott wohlgefälligen - Gebete (dua-i hayriye) und Heiligen Unterweisungen (kudsî irşad).

Euer stets eurer Heiligen Gebete (kudsî dua) bedürftiger (muhtaç), sündiger (günahkâr) Diener (hizmetkâr) und Schüler (talebe)

Ahmed Nazif
— 309 —

Dieser Brief (fıkra) stammt von Abdurrahman Tahsin.

Oh erhabener Meister!

Dadurch dass ich nun in den Kreis (daire) der Risale-i Nur aufgenommen (kabul) wurde und durch diesen so wertvollen, kostbaren geistigen Unterricht (ebedî ders), dieses Kauthar-Wasser des Lebens (âb-ı kevser-i hayat), diese Quelle des Segens des Glaubens (menba'-ı feyz-i iman), halte ich mich für immer glücklich und zufrieden (mes'ud ve bahtiyar). Da ich mit der Feder nicht so schnell (sür'at-i kalem) bin, tut es mir nun wegen der Verspätung meiner Abschrift leid (te'hirinden müteessir). Ich bitte euch für die Leichtigkeit und den künftigen Erfolg (sehil ve muvaffakıyet) um eure segensreichen Gebete (hayırlı dua) und küsse in vollkommener Ergebenheit (kemal-i edeble) eure Hände, verehrter Meister (muhterem üstadım).

Rûz sâim, leyl kaim,: tagsüber fasten, nachts aufstehen (zum Gebet)

Çû makam-ı âşıkan: gleich der Haltung der Liebenden

Leyle-i nısf-ı Regaib,: in der Hälfte der Heiligen Nacht der ersehnten Dinge

Târik-i dünya ve tâib.: Der die Welt verlässt und um Vergebung bittet

Naşir-i Risale-i Nur,: Der Herausgeber der Risale-i Nur

Bediüzzaman muhibb-i Bâz-ı Geylan.: Bediüzzaman, der Geliebte Bâz-ı Geylans

Ey ferîd-i asr-ız zaman: Oh du Einzigartiger unseres Zeitalters

Sensin hakîm-i kalbân.: Du bist der Heiler der Herzen

Meine Wenigkeit euer Schüler
Abdurrahman Tahsin
— 310 —

(Ein Abschnitt aus dem Brief von Ahmed Nazif')

Uns von den Diensten (hizmet) zurückzuziehen, die zu versehen (îfadan) wir materiell und geistig (maddî ve manevî) schuldig sind (borc), ist nicht etwa Ausdruck einer Gefühllosigkeit (hissizlik) und einer Indifferenz (bîganelik) in unser Natur (fıtrat) und Beschaffenheit (yaradılış), sodass wir uns davor hätten zurückziehen können. Und da Gott der Allbarmherzige Schöpfer (Cenab-ı Hâlık-ı Rahîm) uns nun einmal als Menschen (insan) erschaffen hat, wie können wir da so ganz und gar sorglos (bîgane) bleiben, obwohl wir nicht einmal ein Tausendstel der Aufgaben (vazaif), welche die Menschlichkeit (insanlık) uns befiehlt (emret), erfüllen (îfa) konnten. Wobei Sie uns in dieser Hinsicht entschuldigen (mazur) mögen, obwohl Sie, unser sehr verehrenswerter Meister (kıymetli Üstad), der unser entschlossener (azimkâr), standhafter (cefakâr), opferwilliger (fedakâr), grenzenlos geduldiger (mütehammil), heiliger (kudsî) und ehrenwerter Gast (aziz bir misafir) in der Fremde (garib) sind, der doch unsere Herzen (kalb) mit Lichtern (nurlar) erfüllt, obwohl wir eigentlich Sünder (günahkâr) und Fahnenflüchtige (âsi) sind. Dabei trösten (teselli) wir uns noch mit der Vorstellung (zannı), dass wir ja unsere Schuld (borc) nur mit wertlosen (degersiz), materiellen Dingen (maddiyat) ohne jede Bedeutung (kıymet) bezahlen können, da wir uns nicht bis in die Welt des Geistes (maneviyat) hinein ausstrecken können. Verzeihen Sie uns, unser Meister (Afv buyurunuz Üstadım)! Welchen Muslim gäbe es denn, der den Ruf (nida) des öffentlichen Ausrufers (Dellâl) des Qur'an gehört hat und dabei seine Ohren verstopfte (tıka). Gott bewahre! Und überhaupt keineswegs (Hâşâ sümme hâşâ)! Der Strahl (şua) der Lichter (Nurlar) blendet unsere Augen. Er hat unsere Herzen (kalb) in aller Lauterkeit (safiyet) mit Gott (Allah), dem Qur'an, dem auserwählten Gesandten (Resul-i Mücteba), mit dem Friede und Segen sei, und den liebenswürdigen Erben (aziz vârisler) des Hauptes beider Welten (Cihan Serveri) verbunden und wird sie auch noch weiterhin miteinander verbinden. Diese Bindung (bag) ist eine solche Bindung, welche durch die Gnade des Gerechten (inayet-i Hakk) überhaupt kein Materialist (maddiyyun), kein Atheist (mülhid) und auch nicht die Schar der Irregehenden (fırak-ı dâllenin) zu zerreißen vermag, selbst wenn sich auch alle Kräfte (kuvvet) der Ungläubigen der ganzen Welt (dünya kâfirleri) vereinigten: es wird ihnen nicht gelingen, diesen heiligen Bund aller Herzen (kudsî rabıta-i kalbiye) zu zerbrechen.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Lobpreis und Dank sei Gott! Dies ist durch die Gnade meines Herrn."}

Ich kann nicht damit einverstanden sein, dass sich Eure Eminenz (Zât-ı fâzılanelerince), ohne einer Notwendigkeit (lüzum) oder einem Bedürfnis (îcab) zufolge überhaupt die Mühe machen (zahmetlerini ihtiyar) könnten einen Brief zu schreiben, geschweige denn, sich in dieser Hinsicht gekränkt (gücen) zu fühlen. Ich würde es für einen großen Fehler (hata) ansehen und für eine Respektlosikeit (hürmetsizlik) erachten, meinem verehrungswürdigen Meister (kıymetli Üstadım) einen Umstand (işgali) zu bereiten (teşkil), der ihm bei der Erfüllung (îfası) seiner heiligen Aufgaben (kudsî vazife) hinderlich (mani') sein könnte.

Ahmed Nazif Çelebi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حُرُوفَاتِ رَسَائِلِ الَّتِى كَتَبْتُمْ وَتَكْتُبُونَ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei ! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Buchstaben der Abhandlungen, die ihr bereits geschrieben habt und noch schreiben werdet."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Der zweite Teil des Inhaltsverzeichnisses (Fihriste), das ihr unter dem Titel "Der zehnte Strahl" (Onuncu Şua) geschrieben habt, hat mir die folgende starke Hoffnung (kuvvetli bir ümid) eingeflößt: Die Risale-i Nur fand anstelle eines Ohnmächtigen (âciz), Alten (ihtiyar), Schwachen (zayıf) und Hilflosen (bîçare) wie mir unter euch noch viele junge (genç), kräftige (kuvvetli) Saids und wird sie auch weiter noch finden. Darum stelle ich mir vor (tahmin), dass von jetzt an die Vervollständigung (tekmil), die Erklärung (izah) und die Ausführung (beyan) der Risale-i Nur mit allen Anmerkungen (haşiye) und Beweisen (isbat) euch anvertraut (tevdi') werden wird. Ein weiteres Zeichen (emare) dafür ist das Folgende: Obwohl ich in diesem Jahr vielmals versucht (ihtar) habe, die Wahrheiten (hakikat) aufzuschreiben (kaydetmek), die mir eingegeben (teşebbüs) wurden, gelang es mir doch nicht, noch weiter daran zu arbeiten.

Die Risale-i Nur kann für euch eine vollständige Quelle (mükemmel bir me'haz) sein. Und wenn für jeden daraus z.B. der Glaubensartikel (erkân-ı imaniye), dass der Qur'an Gottes Wort (kelâmullah) ist, und über seine wunderhaften Anmerkungen (i'cazî nükte) die Abschnitte aus den verschiedenen Abhandlungen (müteferrik risale) zusammengetragen werden oder unterschiedliche Beweise (bürhan) über die Wiederversammlung (haşre) zusammengefasst werden u.dgl. Dinge mehr, kann in der Tat eine vollständige Erklärung (mükemmel bir izah), eine Anmerkung (haşiye) und eine Erläuterung (şerh) zustande kommen. Ich denke, dass die Risale-i Nur die erhabenen Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i âliye-i imaniye) zur Gänze umfasst (ihata) und kein Bedürfnis mehr aufkommen lässt, an anderen Stellen noch weiter zu suchen. Nur manchmal wäre vielleicht noch eine Erläuterung (izah), eine weitere Ausführung (tafsil) notwendig (muhtaç). Daher kommt es mir so vor, als wäre meine Aufgabe (vazife) hiermit beendet. Eure Aufgabe setzt sich jedoch noch fort. So möge denn Gott es wollen (inşâallah), dass sich eure Aufgabe mit Erläuterungen (şerh), Darlegungen (izah), einer Vervollständigung (tekmil), Anmerkungen (tahşiye), Veröffentlichungen (neşir) und Unterweisungen (talim), ja sogar mit einer Abfassung (te'lif) des "Fünfundzwanzigsten und Zweiunddreißisten Briefes" (Yirmibeşinci ve Otuzikinci mektublar) und mit der Vervollständigung (tekmil) der neun Kapitel (Dokuz Makam) des "Neunten Strahls" (Dokuzuncu Şua) sowie mit der Ordnung (tanzim), Einordnung (tertib), Auslegung (tefsir) und Korrektur (tashih) der Risale-i Nur fortsetzen wird.

Eine geistige Körperschaft (şahs-ı manevî), die aus der Kraft der Wahrhaftigkeit (kuvvet-i ihlas) und dem Zusammenhalt (tesanüd) der ganzen Gemeinschaft (heyet-i mecmuası) aufrichtiger (samimî), reiner (hâlis) Schüler (şakird) der Risale-i Nur herausgefiltert und so in Erscheinung (tezahür) getreten ist, ist für euch eine beständige (bâki) und mächtige Reservekraft (muktedir bir kuvvet-i zahr) und ein Wegweiser (rehber).

Ihr schreibt, dass die Briefe, die von hier aus dort ankommen, {von Kastamonu nach Isparta} durch die Arbeitsgruppe der Gesegneten (mübareklerin heyeti) zu einer Abhandlung (risale şeklinde) zusammengefasst werden, wobei auch Hüsrev die Arbeit, einige nebensächliche oder persönliche Randbemerkungen sowie überflüssige Abschnitte (fıkra) wegzulassen, Hafiz Ali und Sabri überlässt. Hüsrevs wunderhafte (kerametli), aufmerksame (dikkatli), durchaus zutreffende (isabetli) und scharfsinnige (keskin) Betrachtungsweise (nazar) der Risale-i Nur ist völlig richtig. Es ist daher besser, wenn in einem solchen Werk von bleibendem Wert (bâki bir eserde) nur zeitlich bedingte (muvakkat), nebensächliche und rein persönliche Worte weggelassen werden. Wir haben drei wunderhafte (kerametkârane) Punkte in eurem letzten Brief festgestellt:

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Erstens: Ein fleißiger Schüler (taleb) der Risale-i Nur namens Küçük Hüsrev Mehmed Feyzi, der sich hier in seiner Wahrhaftigkeit (ihlas), seiner inneren Verbundenheit (irtibat) {mit dem Meister} und seiner Befähigung {für den Dienst} als ein Hüsrev von hier erweist, hat nun seine Wehrpflicht (asker) beendet und ist wieder nach Hause zurückgekommen. Als ich ihm ein zweites Mal begegnete, fand ich in eurem Brief gleichfalls den Namen "Feyzi" geschrieben, worauf wir uns sagten: "Diese Schüler (şakird) der Risale-i Nur stehen einander so sehr nah auch wenn sie örtlich voneinander weit entfernt sind, dass sie überraschend einander gespürt (hisse) und geschrieben {Ein Soldat namens "Feyzi" kommt nach Hause, während zur gleichen Zeit ein Brief eintrifft, in dem ebenfalls der Name "Feyzi" auftaucht (A.d.Ü.).} haben.

Zweitens: Als dieser Küçük Hüsrev Feyzi in diesen letzten Tagen in Istanbul war, habe ich mich im Interesse (hesab) der Risale-i Nur an ihn erinnert (zihnim). {nicht im persönlichen Interesse, sondern weil er wichtig für Risale-i Nur ist.} Da wurde ich traurig (müteessir). "Ist er etwa krank?" Doch da wandte überraschend meine Vorstellung (zihnim) ihr Gesicht von ihm ab. So beschäftigte ich mich denn intensiv mit Hafiz Ali. Und ich verstand, dass es da etwas gibt, was mich traurig (teessür) macht. Es muss etwas mit Hâfiz Ali zu tun haben, der im Zentrum {in Denizli} für die Risale-i Nur aktiv (fa'al) ist. So habe ich also mit Gebeten (dua) für die Heilung (şifa) von Hâfiz Ali begonnen und sie noch weiter fortgesetzt. Ich hatte sogar, bevor der Brief bei uns ankam, Feyzi gefragt: "Hast du etwa eine Krankheit gehabt?" Er hatte zu mir "Nein" gesagt. Da sagte ich: "Wenn das so ist, hat in Isparta ein bedeutender, starker Pfeiler (kuvvetli bir rüknü) eine Krankheit. So hatte meine Vorstellung (hayalim) das Gesicht der Sache verändert." Dann kam euer Brief bei uns an und wurde die Sachlage (hakikat) deutlich.

Drittens: Vor zwanzig Tagen fiel mir nach den segensreichen Tagen (eyyam-ı mübarek) ein (hatır), dass es für diejenigen, die ihren Stift nicht jeden Tag für den Dienst (vazifedarane) gebrauchen, genug ist, alle vierundzwanzig Stunden hundertmal während der gemeinschaftlichen Erwähnung (ünvan-ı icmalîsi) aller Schüler (talebe) der Risale-i Nur ihren Anteil (hissedar) zu haben. Die Namen von einigen, welche sich mit ihren persönlichen Namen (hususî isimler) im Kreis der Elite-Schüler (has şakirdler) befinden, wurden vorübergehend weggelassen. Auch unser Bruder Hakkı Efendi war unter ihnen. Ein paar Tage ging das so weiter. Dann wurde Hakkı plötzlich ohne jeden Grund wieder zu einem Gefährten (arkadaş) von Hulusi. Und so trat er denn mit seinem Bild und Namen wieder in den Kreis der Elite (has) ein. Zur gleichen Zeit, in der Hakki in einem Abschnitt (fıkra) eures Briefes schreibt: "Er {Üstad} soll mich im Gebet (dua) nicht vergessen.", haben wir gedacht (tahmin), dass er aufgrund dessen (hesab) doch das persönliche Gebet verdient. Es gab in den letzten Tagen sogar viele derartige Blitze (lem'alar) der Gnade (inayet). Emin wird in den täglichen Nachrichten (kazanmış hesabiyle) darüber einen Artikel (fıkra) verfassen. Vielleicht wird er ihn auch an euch schicken. Die kleinen Schüler (küçük talebeler) der Risale-i Nur dort und auch alle zukünftigen (istikbal) so wertvollen Schüler (kıymetdar şakirdler) haben schon heute ihren Anteil (hissedar) im Kreise der Schüler (talebeler dairesi). Als Mehmed Feyzi in Istanbul nach den Abhandlungen (risaleler) des Alten Said suchte, hatte der heldenmütige (kahraman) Rüşdü noch am selben Tag in einem Laden die noch vorhandenen (mevcud) Exemplare gesammelt und mitgenommen. Küçük Hüsrev suchte verzweifelt (müteessir) auch noch an anderen Orten und entdeckte so die "Zeichen des Wunders" (İşarat-ül İ'caz'). In Gedanken sagte er sich nun: "Es sind die Brüder aus Isparta, die mir jedenfalls bereits vorausgewesen sind." Wie dem auch sei: er will nun auch an seinem Exemplar (nüsha) der "Zeichen des Wunders" die Wunderhaftigkeit in der Übereinstimmung (keramet-i tevafukiye) vermerken, wie sie sich in den Exemplaren (nüshalar) von Hafiz Ali und Sabri vorfinden lässt. {Er will die Übereinstimmungen (tevafuk), die Hafiz Ali und Sabri in ihren Exemplaren bereits angestrichen haben, nun auch in seinem eigenen Exemplar kopieren (A.d.Ü.).} Eine ganz einfache Lösung wäre, wenn ihr in einem kleinen Heft auf jeder Seite eine Extraseite für die Kommentare (tefsir) und die Buchstaben des Alphabets (Elif und Tâ usw.) eintragt und mir zuschickt. Wenn ihr das aber nicht so einfach machen könnt, könnt ihr es auch sein lassen.

— 313 —

Ich grüße (selâm) alle Brüder, jeden von ihnen einzeln und besonders diejenigen, die sich mit den Abhandlungen (risaleler) intensiv beschäftigen (meşgul), begrüße ich und bete (dua) für sie und erwarte auch ihre Gebete (dua) für mich.

Anmerkung: Emin, Küçük Hüsrev und Hâfız Tevfik senden euch ihre Grüße und erweisen ihre Ehrerbietung. Tahsin ist zu Wehrdienst gegangen.

Euer Bruder Said Nursî

Dieser Brief stammt von Yusuf, einem bedeutenden Schüler der Risale-i Nur

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يمِ وَ بِهِ نَسْتَع۪ينُ

{"Im Namen Gottes des Erbarmers des Allbarmherzigen und mit Seiner Hilfe"}

Zur Gnade und Gunst (inayet ve lütuf) Seiner Exzellenz (Hazretleri), des Allbarmherzigen (Rahîm) und Gütigen (Rauf), dem aller Dank (Zü-l Minen) gebührt, dem Schlüssel Seiner Freigiebigkeit und Güte (miftah-ı kerem ü ihsan), wie die Bitte um Vergebung und Verzeihung (tövbe ve istigfar), die Er Seinen Dienern (kulları) gewährt, ich, Yusuf Toprak, der Elende (sefil) in seinen vielen Sünden und Ungebührlichkeiten (günahkâr ve terbiyesiz), trotz all meiner Gemeinheit und Grausamkeit (fezayıh ve itisaf), geschweige denn, den Wert dessen, was Er mir aus Seiner Fülle (fazl) beschert, jedes Mal wenn ich mich Ihm zuwende (tevessül), schätzen zu wissen (takdir), Ihm Dank (şükür) zu sagen, im Gegenteil, da ich undankbar (küfran-ı nimet) war, oftmals mein Wort nicht gehalten (nakz-ı ahd), sondern Lüge und Treulosigkeit (irtikâb-ı kizb ü hıyanet) begangen habe, war nun mein Herz (kalb) und meine Seele (ruh) von einem tiefen Kummer, dichter Finsternis (kesif zulmet) und einem entsetzlichen Irrtum (müdhiş dalalet) mit Recht betroffen (maruz kalan). Auf dem Weg meiner Suche (taharri yolunda) nach einer Behandlung (tedavi) ihrer seit langem immer wieder aufbrechenden (müzmin ve münkis) Wunde hatte ich meinen Verstand und meine Freude (aklımı, zevk) verloren, als ob ich in ein Delirium geraten (çılgın bir hale) wäre.

Die Medikamente (ilâç), die ich jedesmal von einem Geistheiler empfangen hatte, an den ich mich gewandt (başvurdu) hatte, reichten (kâfi) nicht mehr aus, meine Wunden zu heilen (yaramı tedavi), bei Verstand (aklımı ikna) zu bleiben und meinen Kummer zu beschwichtigen (lehfemi iskâta). In meiner Not (bizzarure) suchte ich nach einem Verständnis (mefhum) der majestätischen (celile) Ayah

﴿ قُلْ يَا عِبَادِىَ الَّذ۪ينَ اَسْرَفُوا عَلٰٓى اَنْفُسِهِمْ ﴾

{"Sag, ihr meine Diener, die ihr gegen euch selber nicht maßgehalten habt!" - Sure 39,53-}

und nach einem Wegweiser (rehber), der mir helfen (muîn) könnte, die dunklen Flecken (koyu lekeler) aus Niederträchtigkeiten (denaetler), mit denen ich vertraut (me'luf) war, zu beseitigen und zu reinigen (kal' u tathir) und geduldig auf dem Weg des Gerechten (tarîk-ı Hak) auszuharren. Dabei stand meine Verbannung (nefy) bereits fest aus meiner Heimat (memleket) nach Kastamonu, obwohl überhaupt keinen äußerlich erkennbaren Grund (sebeb-i zahirî) da war. Das war für meine Seele kaum noch zu ertragen (nefsime giran), sodass ich beinahe in Kummer und Verzweiflung (ye's ü teessüf) verfiel.

Ich wusste nicht, dass ich durch diese Verbannung (nefy) dem Geheimnis (sırr) der folgenden Ayat entsprechen (mazhar) werde:

﴿ وَعَسٰٓى اَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَهُوَ خَيْرٌ لَكُمْ وَعَسٰٓى اَنْ تُحِبُّوا شَيْئًا وَهُوَ شَرٌّ لَكُمْ وَاللّٰهُ يَعْلَمُ وَاَنْتُمْ لاَ تَعْلَمُونَ ﴾

{"Aber vielleicht ist es euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr etwas, während es schlecht für euch ist. Gott (Allah) weiß bescheid, ihr aber nicht." - Sure 2,216-}

— 314 —
﴿ فَعَسٰٓى اَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَيَجْعَلَ اللّٰهُ ف۪يهِ خَيْرًا كَث۪يرًا ﴾

{"So ist euch vielleicht etwas zuwider, während Gott (Allah) viel Gutes in es hinein legt. " - Sure 4,19-}

Somit werde ich denn die Wirkung und die Existenz (eseri, varlıgı) fähiger Ärzte (muktedir doktor) und ihrer wirkungsvollen Heilmittel (kuvvetli mualece) für die Behandlung (tedavi) meiner geistigen Wunden (manevî yaralar), deren Heilung ich für hoffnungslos und unmöglich (ümid ve imkânsız) hielte, als eine Erscheinung (cilve) des Namens des Lebendigen und Allweisen (Hayy ve Hakîm) in Seiner Liebe (şefkat) erfahren. So werde ich Ihm gegenüber geistig (uhrevî) zu Dank über Dank (minnet üstünde minnet) verpflichtet sein. Ich war dabei erstaunt (şaştım), wobei ich sagte, "Mit diesen schmutzigen Angewohnheiten (mülevves ahlâkım), was bin ich denn überhaupt (neciyim), sodass ich diese gewaltig große Güte (ihsan-ı azîm) erfahren dürfte (nâil)?" Lob und Dank sei Gott (lehülhamdü velminne), so erinnerte (hatır) ich mich an die majestätischen Hinweise (işarat-ı celil) wie مَنْ طَلَبَن۪ى وَجَدَن۪ى {"Wer mich sucht, der findet mich."} وَكَانَ بِالْمُؤْمِن۪ينَ رَح۪يمًا {"Er behandelt die Gläubigen barmherzig." - Sure 33,43-} يَجِدِ اللّٰهَ غَفُورًا رَح۪يمًا {"Er wird finden, dass Gott (Allah) barmherzig ist und bereit zu vergeben." - Sure 4,110-} So fand ich denn gewissermaßen einen Trost (müteselli).

Oh du, der Heiler meiner Wunden (yaramın doktor)! Oh du, der Retter meiner Seele (ruhumun halaskâr) vor dem Sturz (yuvarlan) in den Abgrund des Irrglaubens (dalalet uçuru)! Oh du, Wegweiser (rehber) auf den göttlichen, heiligen Wegen (İlahî ve kudsî yoll)!

Obwohl wir uns zuvor noch nicht so recht kennengelernt (muarefe) hatten, als ich dir oben in der Burg (kal'a) erstmalig und rein zufällig (tesadüf) begegnet war, hatte ich dich doch bereits gefragt : "Gibt es einen kürzeren Weg (kısa yolu) zur Rettung vor dem Irrglauben (dalaletten halâsı) und zur Erlangung (vusul) der Barmherzigkeit Gottes (Allah'ın rahmeti)?" Da hast du mir geantwortet: "Es gibt einen sehr kurzen Weg (çare) im Qur'an." Doch aufgrund meines Irrglaubens (dalalet), meiner Gottvergessenheit (gaflet) und in meinem Egoismus (enaniyet) hatte ich nicht auf die großartige Weisheit (hikmet-i azîm) und sprudelnde Barmherzigkeit (nebean-ı rahmet) geachtet, die in dieser kurzen und klaren (kısa ve merdane) Antwort liegt. Sehr zum Schaden meiner Seele (felâket-i manevi) hatte ich sie gar nicht beachtet (aldırmadım). So blieb ich denn noch eine Weile in dieser geistigen Katastrophe (müddet daha kalmış).

Als ich ein Exemplar (nüsha) der Risale-i Nur, jene Briefe (mektub), die sogar würdig (şayeste) sind, als Ströme des Lichtes (enhar-ı Nur) bezeichnet zu werden, wieder zufällig in die Hand (tesadüfen elime) bekam, schaute ich einmal hinein und so tauchte ich in die Wahrheiten (hakaika dalınca) seines Inhalts (mündereca). Es muss durch die Güte des Herrn (inayet-i Rabbanî), die Wunder (mu'cizat) des Qur'ans, den Segen des Gepriesenen (himemat-ı Sübhanî) und eine geistige Gunst (keramat-ı ruhanî) gewesen sein, als ob mein betrübtes Herz (kasî kalbi), meine rebellische Seele (âsi ruh), meinen gottvergessenen Verstand (gafil akl), mein hochmütiges Gewissen (magrur vicdan) und meine kranke Vorstellung (sakîm düşünce) mit einem Stock geschlagen würde, der dadurch ein "peng!" zu hören bringt. So wurde ein Ring zu meiner Erweckung (intibah halkası) angeschlagen und sogleich habe ich darüber nachgedacht (düşündüm). Ich habe an die Überlieferungen (hadîs) gedacht, die besagen, dass die Tinte der Feder (midad-ı aklâm) der Gelehrten (ülema) erhabener als das Blut der Märtyrer (şühedanın kanı) ist, und wie die: اَلْعُلَمَٓاءُ وَرَثَةُ الْاَنْبِيَٓاءِ {"Die Gelehrten sind die Erben der Propheten."} عُلَمَٓاءُ اُمَّت۪ى كَاَنْبِيَٓاءِ بَن۪ٓى اِسْرَٓائ۪يلَ {"Die Gelehrten meiner Gemeinde sind wie die Propheten der Söhne Israels."} erinnerte (hatırla) ich mich an die Aufforderung (teklif) von Hazret-i İsa, mit dem Friede sei, an seine Jünger (Havariyyun) und von Hazret-i Muhammed, mit dem Friede und Segen sei, an seine Helfer in Medina (Ensar'a teklif) und an die Annahme (icabet) ihrer Aufforderung.

In heutiger Zeit (zaman), die es wohl verdient (seza), ein Interregnum (fetret) genannt zu werden, sich an einen opferbereiten Mann (recül-ü fedakâr), der sich in seiner Stellung (makam) als Erbe des Prophetentums (irsiyet-i nübüvvet) auf seinem Weg (ugrunda) aktiv dafür einsetzt (ugraşan), das Wort Gottes hoch zu halten, der für den Weg des Gerechten (râh-ı Hakk), der von dem Fluss des Irrglaubens (seyl-i dalalet) versperrt wurde, als bahnbrechend wirkt (çıgır açan), anzuschließen und ihm beizustehen (iltihak ve muavenet), und auf diesen Anlass (vesile) hin die Gelegenheit als Gottes Geschenk (fırsatı ganîmet) anzunehmen und die Notwendigkeit (lüzum), aus der Finsternis ins Licht zu gelangen (zulümattan nura mazhar), habe ich verspührt und verstanden (hiss ü intikal). Da ich ein überaus primitives Geschöpf (âdi bir mahluk) bin und unter dem schweren Schlag des Irrglaubens (dalalet darbesi), der meinem Herzen (kalb) versetzt wird, und seiner massiven Decke (kalın perde) krank bin (hasta), bin ich nicht in der Lage, Tugend oder Geistlichkeit (fazilet, maneviyat) zu verstehen. Denn die Fähigkeit, Tugend zu schätzen (fazileti takdir) zu wissen, ist nur dann möglich (mümkün), wenn man die Tugend (fazilet) kennt. Mich aber nun trotz meiner so vielen Missetaten (mesavi) und unsicheren Handlungen (mütereddid hareket) in deiner erhabenen Audienz (huzur-u sâmileri) freudnlicherweise anzunehmen (lütfen kabulüm), und mit einer aufrichtigen Liebe (samimî şefkat), die aus deinem erhabenen Geist (yüksek ruh) herabströmte, mit einer wahrhaftigen Güte (hakikî re'fet), mit einer sanften, gütigen Huld (halimane iltifat) großmütig aufzunehmen (hüsn-ü kabul), führte mich in vielerlei Hoffnungen (takım ümid), mit spontanen Freundschaften (ihtiyarsız muhabbet) und überschüttete mich mit große Freude (sürur). Und zugleich konnte ich mich fest davon zu überzeugen (teyakkun), dass derjenige, der mich - Gottes (Allah) schwächstes, niederstes, sündigstes und ungerechtestes Geschöpf (zalim bir mahluk) - als Seinen Gefährten annimmt (arkadaş kabul) und ihn erträgt, keine gewöhnliche Persönlichkeit (şahsiyet-i alelâde) sein kann. Denn er muss (lâzım) über eine große Kraft (püştibane) und einen inneren Halt verfügen (mesnede mâlik), sodass er nicht seinen Mut verliert (fütur).

﴿ وَابْتَغُٓوا اِلَيْهِ الْوَس۪يلَةَ وَجَاهِدُوا ف۪ى سَبِيلِه۪ ﴾

{"Und trachtet danach, euch Ihm anzunähern und bemüht euch um Seinetwillen." - Sure 5,35-}

﴿ وَ حَسُنَ اُولٰٓئِكَ رَف۪يقًا ﴾

{"Welch guten Gefährten!" - Sure 4,69-}

Es möge nicht als eine Heuchelei (riyakârlık) verstanden werden. Ich bin froh und munter (dilşâd ve mutmain) durch die Wirkung (tesir) des heilenden Schwertes (tîg-i şifa) und des Skalpels der Hoffnung (neşter-i ümid), welches von deinem gesunden (selim) Verstand (fikr), vertrauenswürdigem Auftreten (ciddî tavr), zutreffender Unterweisung (irşad) auf dem Weg (yol) der Befolgung und Aneignung (ittiba ve temessül) des Qur'ans, wahrhaftigen Worten (hakikî söz), aufrichtigen Ratschlägen (samimî telkin) und von deinem ganzen wohlwollenden Gefühl (hayırhah hissiyat) aus mein Herz (kalb) und meine verwundete Seele (mecruh ruh) erreicht. Ich habe dies für meine Seele, die durch die Spalten (menfez), die durch verschiedenste irrige Vorstellungen (türlü evham) geöffnet wurden, verwundet (rahnedar) wurde, als richtig und zutreffend erfahren (ruhuma tamam ve muvafık).

Denn die Wahrheiten, wie:

﴿ وَاتَّبَعُوا النُّورَ الَّذ۪ٓى اُنْزِلَ مَعَهُٓ ﴾

{"Diejenigen, die dem Licht folgen, das mit ihm herabgesandt worden ist‌" - Sure 7, 157-}

— 315 —
﴿ وَالَّذ۪ينَ يُمَسِّكوُنَ بِالْكِتَابِ ﴾

{"Diejenigen, die an der Schrift festhalten‌" - Sure 7, 170-}

﴿ وَاعْتَصِمُوا بِحَبْلِ اللّٰهِ جَم۪يعًا ﴾

{"Und haltet allesamt fest am Seil Gottes‌" - Sure 3, 103-}

﴿ وَمَنْ يَعْتَصِمْ بِاللّٰهِ فَقَدْ هُدِىَ اِلٰى صِرَاطٍ مُسْتَق۪يمٍ ﴾

{"Wer an Gott (Allah) festhält, wird auf einen geraden Weg geführt." - Sure 3, 101-}

﴿ فَقَدِ اسْتَمْسَكَ بِالْعُرْوَةِ الْوُثْقٰى ﴾

{"Der hält sich damit an dem stätksten Seil."- Sure 2, 256-}

﴿ وَنُنَزِّلُ مِنَ الْقُرْاٰنِ مَا هُوَ شِفَٓاءٌ وَرَحْمَةٌ ﴾

{"Wir senden im Qur'an Offenbarungen hinunter, die für die Gläubigen Heilung und Barmherzigkeit sind." - Sure 17, 82-}

﴿ هٰذَا بَيَانٌ لِلنَّاسِ وَ هُدًى وَ مَوْعِظَةٌ لِلْمُتَّق۪ينَ ﴾

{"Dies ist eine Darlegung für die Menschen, eine Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen."- Sure 3, 138-}

﴿ تِلْكَ حُدُودُ اللّٰهِ ﴾

{"Das sind die Grenzen, die Gott (Allah) gesetzt hat."- Sure 2, 187-}

﴿ قَدْ جَٓاءَكُمْ مِنَ اللّٰهِ نُورٌ وَكِتَابٌ مُب۪ينٌ ﴾

{"Ein Licht und eine offenkundige Schrift sind von Gott (Allah) zu euch gekommen." - Sure 5,15-}

﴿ وَاَنَّ هٰذَا صِرَاط۪ى مُسْتَق۪يمًا ﴾

{"Dies ist mein gerader Weg." - Sure 6,156-}

﴿ مَنِ اتَّبَعَ رِضْوَانَهُ سُبُلَ السَّلاَمِ ﴾

{"Er leitet damit diejenigen, die Seinem Wohlgefallen folgen, auf die Wege des Friedens." - Sure 5,16-}

— 316 —

Dies sind die Wahrheiten, die in meinem Kopf ihren Platz gefunden haben (hakikatlar dimagıma yerleşti).

Nachdem nun dieser Sachverhalt (keyfiyet) für mich ein Anlass zur Großen Pilgerfahrt (hacc-ı ekber), zum Weg der Glückseligkeit (râh-ı saadet), zum ewigen Leben (ömr-ü baki), zum unerwarteten Glück (tayr-ı devlet) und zu Gottes Geschenk (enfal-i ganîmet) geworden ist, wäre es da nicht ganz richtig (hakkım sebebi), vor Freude in meiner Selbstachtung zu steigen (sürurumdan ne kadar kabarsam) und wie sehr ich dir, meinem Retter (halaskâr) und Arzt in all meinen Sorgen (hakîm-i derdim) dafür zu danken (teşekkür) und dir mein Lob (izhar-ı mahmidet) auszusprechen?

So ist dies der Grund (vesile), der mich dazu veranlasste, nachdem der Barmherzige Herr (Rabb-ı Rahîm), mir Seine wundersame Gunst (azîm lütuf) zukommen ließ, den öffentlichen Ausrufer (dellâl) des Qur'ans, Verfasser (müellif) der Risale-i Nur dazu zu bestimmen, mich als seinen Schüler (şakirdlik) anzunehmen (tahsis ve kabul), nun auch zu versprechen und mich zu entschließen (söz ve karar), solange wie ich auf dieser Welt (dünya) weile und eine Möglichkeit (imkân) finde, meinen Stift, ja mein Leben (kalemim, hayatım) für diese Sache einzusetzen (ugurda istimal). Da es mir nicht zusteht (salahiyet) und ich nicht dazu würdig (mertebe istihkakım) bin, viel darüber zu reden, möchte ich hier damit schließen (kısa kesiyorum). Möge dein Dienst (hizmet) umfassend und wirksam (umumî ve müessir), deine Tat erfolgreich (muvaffak), dein Einsatz erhaben und beständig (âlî ve daim), deine Mühe hochgeschätzt (makbul), deine Leistung dankeswürdig (meşkûr), dein Leben glücklich (mes'ud), deine Zeit segensreich (efzûn) und deine Gesundheit dir bewahrt (mahfuz) bleiben. So bitte ich dich denn darum, meine unendliche Dankbarkeit (minnetdarlık) anzunehmen. Möge dein geistiger Beistand (manevî himmet) und deine Zuwendung (teveccüh) stets mit mir sein (devam)! Ich küsse deine lichtvollen Hände (nurlu elleri), die mit dem "Licht beschäftigt (Nur ile meşgul)" sind, du mein großer Herr (Efendimiz, Büyügümüz).

(15. Februar 1359 - 1943)

Ein armseliger Kandidat als dein Schüler
Yusuf Toprak

Dieser Brief (fıkra) stammt von İhsan Sırrı, einem der bedeutenden zukünftigen Schüler (talebe) der Risale-i Nur.

﴿ بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يمِ ﴾

{"Im Namen Gottes (Allah), des Erbarmers,des Allbarmerherzigen.}

Oh Ihr, Kenner der Geheimnisse des Hochgepriesenen, Einziger und Einzigartiger in seiner Zeit (Bediüzzaman)! Oh Herr, eure Exzellenz Said, der Kurde und eure erhabene Majestät!"

— 317 —

Friede sei mit euch, vollkommener Lehrmeister (mürşid-i kâmil)

Ich bitte euch inständig (yalvar), mir zu gestatten (müsaade), mein Gesicht (yüz) in vollkommener Ehrfurcht (kemal-i ta'zim) mit dem Staub eurer Füße (hâk-i pâyini) zu netzen und eure gesegneten Hände (mübarek elleri) zu küssen (takbil). Meine Wenigkeit ist der Sohn des armseligen (fakir) Sarac Ahmed Efendi, der diese meine Bitte (ilticaname) eurer Erhabenheit (zât-ı âlî) überreicht. Ich bin ein armseliger Heimatloser (zavallı bir âvâre), der durch das Urteil (hükmü) der Schriften, die der Meister der Vorhersehung (Üstad-ı kader) in der Urewigkeit (ezel) auf der Tafel Seiner Göttlichen Fügung (levh-i kaza) eingetragen hat, verurteilt (mahkûm) wurde.

Während ich wie (makam) Yusuf die Erscheinungen des Schicksals (tali'in cilveleri) in einer vollkommenen Unterwerfung (inkıyad) der Bestimmung Gottes (takdir-i İlahî) betrachtete, wurde durch die Mitteilung (teblig) eurer Grüße (selâmları), welche eure geistige Liebe (muhabbet-i manevî), dem Lehrmeister (Zât-ı Mürşidaneniz) in einem liebevollen Brief meines Vaters (babamdan aldıgım şefkatname) mir verkündeten, mein gebrochenes Herz (viran gönlüm) in Freude versetzt und begründet (şâd ü bünyâd). Ich bin nicht imstande (muktedir), mein kohlrabenschwarzes Gesicht (kapkara yüzüm) wie meine Sätze (satırlar) vor euerer geistigen Audienz (huzur-u manevî), welche mir diesen finsteren Augenblick erleuchet (nurlandıran), und die vergangenen Bosheiten (seyyiat-ı mazi) und Merkmale (nişane) meiner schlechten Taten (a'mal-i kabiha) zu verbergen. Es gelang mir nicht (kudretyâb), meine daraus erwachsene Verlegenheit (mütevellid hicabı) zu verstecken.

Ich weiß seit Jahren (yıllardan beri), dass Ihr für diejenigen, die sich auf ihrem Wege verirrt haben (yolunu şaşırmış), denen es verwehrt (mahrum) bleibt, das Licht der Wahrheit (nur-u hakikat) zu erkennen und die alles anbeten außer Gott (masivaperestler), durch die Risale-i Nur helft und für sie eintretet (dest-gîr ve şefi'). Darum strecke ich meinen Kopf (boynumu uzatarak) durch eure Türe und eile, um aus tiefster Seele (ruhumla şitab) und in reiner Erwartung (emel-i hâlisane) am Kreis der Reisenden zu eurer Unterweisung (halka-i irşadı) auf dem rechten Weg (hidayet yolcular) teilnehmen zu können (alabilmek). Und so äußere ich (arzederken) denn mein Bedürfnis (muhtaç) nach Unterweisung durch eure Erhabenheit (İrşadat-ı âliye) und bitte euch inständig (yalvarır), meinen Mut (cür'et) dazu mit euren verzeihenden Blicken (nazar-ı afvını) zu betrachten. Mit vollkommener Achtung (kemal-i ta'zim) küsse ich eure segensreichen Hände (mübarek eller), erweise euch meine Hochachtung (tevkir) und gewinne dadurch an Ehre und neuem Leben (kesb-i şeref ü can), Eure Exzellenz (Hazretleri), mein großer Lehrmeister (Büyük Mürşid) und mein Herr (Efendim).

Eines Tages bringt Gott unser Helfer (Hazret-i Mevlâ) die Ungerechten (zalimler) dazu, folgendes zu sagen: "Wir schwören bei Gott (Allah), dass Gott (tallahi) dich uns gegenüber die Oberhand hat gewinnen lassen (âserakâllahü).

Ein Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur
İhsan Sırrı

Dieser Brief (fıkra) stammt von Küçük Hüsrev Mehmed Feyzi

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen}

— 318 —

Mein Ehrenwerter Meister und Herr!

Mit meinem aufmerksamen Blick betrachtete ich die Risale-i Nur

Es gibt keine Möglichkeit, dass ein Mensch sie schreiben könnte

Was für Worte, was für Bedeutungen, was für ein guter Stil,

Je mehr man sie liest, um so offenkundiger wird ihre Schönheit.

Möge Gott dich segnen, oh du heiliges Licht Gottes

Bei dir sind die Lichter des göttlichen Erfolgs offenkundig.

Das Licht der Sonne ist vergänglich, dieses Licht verleiht aber,

am Morgen der Auferstehung den Augen der Gläubigen ihren Glanz

jeder Buchstabe ist das Licht des göttlichen Segens, der sich zeigt

— 319 —

Freut der Mensch sich jedes Mal, wenn er sie betrachtet und verzichtet so auf alle Dinge

Sie unterrichtet im wahrhaftigen Glauben alle Welt

Wenn er sie aufrichtig liest, kommt der Segen des Erbarmers in sein Herz

Sie enträtselt das Geheimnis des Kosmos, jeder Buchstabe ist so wertvoll wie die ganze Welt

Sie ist ein nützliches Wissen, dafür wird geschrieben ein reichlicher Lohn bis zu Tage der Auferstehung ohne Sorgen

Kurzum, sie alle sind Schätze der Weisheiten

Jede einzelne von ihr ist für Kenner wie eine Sonne der Wahrheit

Oh Gott, um Deiner schönen Namen willen

Bis zum Tag der Auferstehung soll sie verbreitet werden, sodass die Augen der Kenner der Wahrheit erglänzen

— 320 —

Oh du, der Verfasser der Risale-i Nur, wenn du stolz wirst, so verdienst du es

Beneiden würden dich alle Mtbrüder und dessen bist du ganz und gar würdig

Denn du hast eine Brücke geschaffen zum wahrhaftigen Glauben

Durch das Meisterwerk hast du erhalten die höchste Ehre und den Reichtum des Tages der Flucht

Ich weiß, dass du kein Prophet unter den Propheten bist

{(Anmerkung): Mevlâna Câmî schreibt über Mevlâna Celaleddin-i Rumî folgendes:

مَن چِه گُويَمْ دَرْ وَصْفِ آنْ عَال۪ى جَنَابْ ٭ ن۪يسْتْ پَيْغَمْبَرْ وَل۪ى دَارَدْ كِتَابْ

("Was soll ich sagen, um diese Große Persönichkeit zu beschreiben? Er ist zwar kein Prophet, jedoch hat auch er ein solches Buch.")

Ich wollte mit dieser Zeile (fıkra) sinngemäß auf die Aussage (mealine işaret) von Câmî hinweisen.}

Was ist aber in deiner Hand dieses erhabene Licht?

Oh Feyzi, mach nicht so viele Worte,

Auf jeden Fall machen die Kenner, die Schönheit dieses Werkes bekannt

Euer Schüler, meine Wenigkeit Küçük Hüsrev
Mehmed Feyzi
— 321 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ اَيَّامِ الْفِرَاقِ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen in der Anzahl der Sekunden und Minuten und Tagen der Trennung."}

Mein lieber, getreuer, wahrhaftiger und aufrichtiger Mitbruder (hâlis kardeş)

Erstens: Ich beglückwünsche dich (tebrik) aus ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh u canım) zu dem Fest (bayram), dass du dich aufichtig mit den Lichtern (Nurlar) beschäftigst, und dass du im Unterricht über das Licht (Nur ders) und in deiner Treue (sadakat) immer den ersten Platz (birincilik) bewahrst.

Zweitens: Mach dir gar keine Sorgen (merak etme): die Korrespondenz (muhaber) mit dir setzt sich im Geiste (manen devam) fort. Wenn ich all meine Briefe (mektub) mit "meine lieben getreuen Mitbrüder (Aziz, sıddık kardeşlerim)" beginne, so ist der aufrichtige (muhlis) Hulusi an erster Stelle (saff-ı evvel) unter meinen Ansprechparnern mit inbegriffen (muhatabların içinde).

Drittens: Die hervorragende und so erfolgreiche (parlak ve galibane) Verbreitung der Lichter (Nurlar) setzt sich im großen Kreis (daire) noch weiter fort. Dem Geheimnis (sırr) einer "Erleuchtung im Geheimen (Sırran tenevverat)" folgend ist ihr Umlauf (ziyade işliyor) unter einem Deckmantel (perde) noch stärker. Die beiden Kopiermaschinen (kâtib) entsprechen zwei Schreibern mit ihren 1.500 Stiften (kalem). Und so wolle es denn Gott (inşâallah), dass wir nun genug Unterricht (ders) erteilen können, um das Antlitz der Erde (zemin yüzünü) zu erleuchten (ışıklandıracak).

— 322 —

Mein Bruder (Kardeşim), auch ich bin deiner Meinung (fikrindeyim), dass nämlich die Vorsehung Gottes (kader-i İlahî) dich um des Dienstes am "Licht (Nur hizmeti)" willen überall hin reisen lässt (gezdiriyor). Sie führt dich zu den Orten, die Ihn am meisten benötigen (sevkeder). Jene Gegend ist außerdem meine Heimat (havali memleketim). Deinen Brief habe ich an die Schüler des Lichtes (Nur şakirdler) gesendet, um ihn in die Briefsammlung (lâhikalar) der schönen Tafel der Wahrheit (levha-i hakikatı) aufzunehmen. Viele Grüße an die Leute (zâtlara selâm), die sich dort in der Umgebung mit den Lichtern (civarda Nurlarla) befassen.

Ich küsse meinem Neffen (biraderzadem) Nihad seine Augen. Auch er ist zusammen mit seinem Vater (baba) stets in meinem Gebet mit eingeschlossen (daima duamda).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

Dein kranker Bruder (hasta kardeş), der dich niemals vergisst (unutmayan).

Said Nursî
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَٓائِمًا ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen immer und ewig."}

Meine lieben, getreuen Mitbrüder (sıddık kardeşler)

Erstens: Ich habe mich im Namen von euch allen (hesab) mit Tahirî getroffen (gördüm) und ihn euch allen auch in meinem eigenen Namen (kendi hesab) als ein vollständiger (tam bir) Said und ein lebendiger Brief (canlı bir mektub) gesendet.

Edhem Hoca und Mustafa Hoca sind aus Sandıklı heute gekommen und zu ihren "lichtvollen Aufgaben (Nurlu vazifeler)" gegangen.

— 323 —

Zweitens: Unser Mitbruder (kardeş) Hulusi Bey möchte vorerst gerne die Bücher Zülfikar und Siracünnur und danach auch noch Sikke-i Gaybiye erhalten. Sabri, der "Vermittler des Lichtes (Nur santralı)" soll mit ihm korrespondieren (muhabere) und sie ihm senden (göndermeye çalışsın).

Drittens: Risale-i Nur verbreitet sich (intişar) spontan sowohl im Inland (dâhilde) als auch im Ausland (hariçte) erfolgreich. Wir bekommen Nachrichen (haberler) darüber, dass selbst die verbohrtesten Atheisten (muannid dinsizler) dies bestätigen müssen (teslime mecbur). Nur ist es heute notwendig (lüzum), in gewissen Grade dabei vorsichtig (bir derece ihtiyat) zu sein. Insbesonders das Buch "Leuchte des Lichtes (Siracünnur)", in dem sich auch der Fünfte Strahl (Beşinci Şua) befindet, darf nicht in die Hände derer gelangen, die nicht dafür geeignet sind (lâyık olmayan).

İmam-ı Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, bezeichnet die Risale-i Nur als einen Leuchter des Lichtes (Siracünnur) und spricht von einer "Erleuchtung im Geheimen (Sırran tenevverat)". Daraus entnehmen (telakki) wir einen Hinweis aus dem Verborgenen (işaret-i gaybiye) darauf, dass diese Leuchte des Lichtes (Siracünnur) auch unter der Decke (perde) noch stärker erleuchten (tenvir) wird. Und so grüßen wir euch denn alle (umumunuza selâm).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

Kardeşiniz
Said Nursî
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا اٰمِين ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen immer und ewig."}

Mein lieber, getreuer, wahrhaftiger Mitbruder (muhlis kardeş) und mein standhafter, unerschütterlicher Gefährte (metin arkadaşım) im Dienste am Glauben (Iman Hizmet)

Erstens: Wisse mit Sicherheit, dass du deinen alten Posten (eski mevki) im Kreise des Lichtes (Nur dairesi) voll und ganz bewahrst (tam muhafaza). Denn mit dir ist meine Korrespondenz (muhabere) niemals unterbrochen. Jedes Mal, wenn ich meine Mitbrüder (kardeşler) in meinen Briefen (mektub) als "meine lieben, getreuen (aziz, sıddık)" anrede, bist du, Hulusi, als mein Partner (muhatab) stets an der ersten Stellle (saff-ı evvelde) mit inbegriffen. So kann ich denn zu deinen lichtvollen Diensten (nurlu hizmet) unter diesen schwierigen Umständen (agır şerait) nur noch sagen "Tausend Mal möge Gott dich segnen (bârekâllah)." Für dein so kostbares Gebet (yüksek dua) für mich, deinen hilflosen, kranken Mitbruder (bîçare hasta kardeş), sage ich Tausend Mal "âmîn". Möge Gott mit dir zufrieden sein (Allah senden razı olsun)! Und so segnen wir euch denn (Sizi tebrik ederiz).

— 324 —

Zweitens: Dank sei Gott (Lillahilhamd) dafür, dass von überall her (her tarafta) Nachrichten über die Erfolge (fütuhat) der "Lichter (Nurlar)" kommen. Zu den wichtigsten Orten (ehemmiyetli yerler) werden Helden (kahraman) wie du gesandt. Und so sende ich denn viele Grüße (çok selâm) an die Mitbrüder (kardeş) in jener Umgebung (havali) und in der Provinz Kars, die sich mit den "Lichtern (Nurlar)" beschäftigen, besonders an meinen Neffen (biraderzade) Nihad, bete (dua edip) für ihre Sicherheit (selâmet) und bitte auch sie um ihre Gebete (dualar isteriz).

Unsere Brüder des Lichtes (Nurcular) hier senden dir mit Hochachtung (arz-ı hürmet) viele Grüße (çok selâm).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

Dein Bruder (kardeş), der dich niemals vergisst (unutmayan)
Said Nursî

Mein lieber Bruder!

Mach dir meinetwegen keine Sorgen (merak)! Die Gnade (inayet) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk) ist auch ferner noch (devam) über uns. Zudem geht die Welt (dünya) nun ein mal vorüber (geçer). Sie ist es nicht der Sorge (merak) wert. Jedoch an dich wird jeden Tag (her günde) vielleicht zwanzig Mal in meinem Gebet erinnert (duada tahattur).

S.A.

Die Betreiber des Lichtes (Nur'un makinistler), die zu den fleißigen, fähigen Schülern (fa'al, muktedir şakirdler) der "Glanzvollen Schule (Medreset-üz Zehra)" gehören, Terzi Mehmed, Halil İbrahim, Tal'at, ein kleiner Held (küçük kahraman) unter den Kindern (masumlar), und seine Kameraden (arkadaş) haben uns und alle Nurschüler (Nur şakirdler) zufrieden gestellt (memnun). Wolle es Gott (inşâallah), dass sie in Zukunft durch diesen ihren Dienst am Lichte (hizmet-i Nuriye) einen sehr großen Nutzen (çok büyük faide) und einen Gewinn (netice) für dieses Land (memleket) erbringen werden.

— 325 —

Was die Fragen (sorduklar) zu den gesetzlichen Regelungen (mes'ele-i şer'iye) betrifft, die sie hier stellen, so erlaubt uns (müsaade) unser heutiger Weg und unsere Lage (meslek ve hal) nicht, uns mit solchen Fragen zu beschäftigen (mes'eleler meşgul). Es gibt nur so viel dazu zu sagen (bu kadar var): Die gesetzlich geregelte (ruhsat-ı şer'iye) Kürzung des Gebetes (kasr-ı namaz) und seine Voranstellung oder Verschiebung (takdim te'hir) darf man nicht von den Verkehrsmitteln (vesait-i nakliye) abhängig machen, weil sie nicht unveränderlich (bir kararda) sind. Vielmehr kann man die gesetzlichen Regelungen (kaide-i şer'iye) hinsichtlich der Kürzung des Gebetes (kasr-ı namaz) nur auf die Entfernung (mesafe) beziehen, die ja fest (sabit) steht.

Würde man sagen: da derjenige, der mit einem Flugzeug (tayyare) oder oder eine Stunde (saatte) mit dem Zug (şimendifer) fährt, auf seiner Reise keinerlei Umstände erlebt (zahmet çekmiyor), sodass er eine besondere Erlaubnis in Anspruch nehmen müsste (ruhsata müstehak), so lautet darauf:

Die Antwort: Da diejenigen, die in einem Flugzeug (tayyara) oder mit der Bahn (şimendifer) reisen, sich doch mehr bemühen (müşkilât) müssen, wenn sie Abdest nehmen (yayan serbest gidenler) und rechtzeitig ihr Gebet (vaktinde namaz) verrichten wollen, als diejenigen, die zu Fuß frei reisen, genügt dies für sie als Grund für eine besondere Erlaubnis (ruhsata sebebiyet).

Wie dem auch sei, so konnte ich doch diesmal so viel Informationen darüber mitteilen (yazılabildi). Denn diese gesetzliche Regelung (mes'ele-i şer'iye) ist bereits von den Gelehrten (ülema) des Islam getroffen worden (halletmiş). Sie ließen für unseren Beitrag keinerlei Notwendigkeit (ihtiyaç) mehr übrig. Die hier jetzt anwesenden Brüder Doktor Hayri und Terzi Mustafa erweisen dir ihren ganz persönlichen (kendi hisse) Respekt (arz-ı hürmet) und senden dir ihre Grüße (selâm).

Said Nursî
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
﴿ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ اَحْسَنَ اللّٰهُ عَزَاكُمْ وَ اَعْطَاكُمْ صَبْرًا جَم۪يلاً وَ غَفَرَ لِمَيِّتِكُمْ وَ نَوَّرَ قَبْرَهُ بِنُورِ الْا۪يمَانِ وَ الْقُرْاٰنِ وَ جَعَلَهُ ف۪ى قَبْرِه۪ مُشْتَغِلاً بِرِسَالَةِ النُّورِ بَدَلَ الْفَلْسَفَةِ السَّق۪يمَةِ اٰم۪ينَ ﴾

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch! Möge Gott (Allah) für das Unglück, das euch getroffen hat, viel Kraft und Geduld schenken, dem Verstorbenen aber vergeben, sein Grab mit dem Licht des Glaubens und des Qur'ans erfüllen und ihn sich in seinem Grabe mit der Risale-i Nur beschäftigen lassen."}

Mein lieber Mitbruder!

Auch dieser Todesfall (hâdise) ist für uns ein Zeugnis (hüccet), genau so wie der Todesfall (hâdise) von Abdurrahman, dass das Leben in der heutigen Form (tarz-ı hayat) für uns nicht geeignet (yaramaz) ist. Da uns in dieser Welt (dünya) ein so reines, erhabenes, heiliges und doch so einfaches Leben (hayat-ı masumane) geschenkt wurde (ihsan), müssten wir uns nun damit begnügen (kanaat lâzım). Der verstorbene (merhum) Abdurrahman hat sich zwar eine zeitlang täuschen lassen (muvakkaten aldandı), jedoch während der Vorbereitungen (mukaddemat) des Dienstes der Risale-i Nur in Istanbul einen großen Dienst erwiesen (hizmet). Außerdem hat er sich durch das Zehnte Wort (Onuncu Söz) vollständig geläutert (tam kurtuldu) und ist sodann verschieden (gitti).

Wolle es Gott (inşâallah), dass auch der bereits verstorbene (merhum) Fuad durch den Segen (feyz) der Risale-i Nur seinen Glauben gerettet hatte (imanını kurtarmış). Auch sein Brief (mektub) zeigt, wie du ihn mir beschreibst, und dass er aufrichtig stolz (samimî iftihar) auf seine Zugehörigkeit (mensubiyet) zu dir und deiner Familie (hanedanı) war, während seine starke Verbundenheit (kuvvetli irtibatı), insoweit ich es verspührt habe (hissettim), durch die Risale-i Nur zustande kam (cihetiyle.

— 326 —

Geschweige denn, dass ich dir mein Beileid aussprechen (ta'ziye vermek) wolle, möchte ich vielmehr sowohl ihn als auch dich dazu beglückwünschen (tebrik), dass er sich vor diesem entsetzlichen (dehşetli) und irregeleiteten Leben (dalaletli hayat) dieser Zeit (zaman) gerettet hat (kurtuldu) und noch in seiner Unschuld (masum) und ohne viel Schmutz (çok bulaşmadan) dahin gegangen ist. So wurde er denn für dich ein würdiges Kind im Paradiese (Cennet) und entsprach so dem Geheimnis (sırrina mazhar) von وِلْدَانٌ مُخَلَّدُونَ {"ewige Jünglinge." - Sure 76,19-}

Wolle es Gott (inşâallah), dass ich auch des verstorbenen (merhum) Fuad, so wie ich bis jetzt den verstorbenen Molla Abdullah, Abdurrahman und Ubeyd meistens in meine Gebete mit eingeschlossen (zikretti) habe, mit ihnen zusammen (beraber) jederzeit gedenken werde (yâd edecegim).

Mein Bruder (kardeşim), wie du gesagt hast, verweist der Brief (mektub) des seligen Fuad genau so wie der Brief (mektub) des seligen Abdurrahman auf die Risale-i Nur gleich einer Fackel ihrer Wundertaten (şu'le-i keramet). Lediglich, die unverfälschte Ausdrucksweise (safi ifadesi) Abdurrahmans, die überaus aufrichtig (gayet hâlis) und von heutiger Lebensweise (tarz-ı hayattan) und ihren Ausdrücken frei ist (tabirlerinden müberra), ist bei ihm in der Tat nicht zu finden (onda yoktur). Wäre er in der Welt geblieben (dünyada kalsa), so wäre es möglich (ihtimal), von ihr überwältigt zu werden (maglub olmak).

Möge Gott, der Barmherzige Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhim) sich sowohl seiner, als auch der Familie (hanedanı) der Risale-i Nur und ihres Kreises erbarmen (merhamet). Seine Barmherzigkeit (rahmetine) hat ihn zu sich genommen und in das Paradies (Cennet) geführt. Er hat es jedoch nicht zugelassen, dass er von der Welt überwältigt (maglub) wird, sondern ihn an seinem Platz (makam) im Kreis der kleinen Schüler (küçük talebe) der Risale-i Nur verewigt (ibka). Unendlicher Dank (hadsiz şükür) sei Gott, dass diese meine beiden heldenhaften Neffen (kahraman biraderzade) durch die Bekanntgabe ihres Todes (vefatlarının ilânnameleri) zwei Beispiele und zwei Beweise (iki misal ve iki delil) für die Frohe Botschaft (müjde) des Qur'ans gezeigt haben, dass die Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur im Glauben ins Grab (imanla kabre) hinabsteigen werden.

Allen, die sich mit der Risale-i Nur befassen, oder mit uns befreundet (bizimle dost) sind, teile meine Grüße (selâm) mit. Ich bete (dua) für sie. Davud, Nihad, die beiden Mohammeds und Abdülmecid, sie alle zusammen (beraber) sind jeden Tag an allen meinen geistigen Verdiensten (manevî kazanç) beteiligt.

Dein Bruder
Said Nursî