Risale-i Nur

Briefe aus Barla
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Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Sabri

Diesmal habe ich mit dem erwünschten Gnadenschreiben eurer Exelenz (lütufname-i fâzılane-i mergube) aus der Hand unseres Mitbruders (kardeş) Süleyman Efendi auch den Vierten Abschnitt (Dördüncü Kısmını) des Offenkundigen Inhaltsverzeichnisses (Fihriste-i Mübin), welcher eine Essenz (zübde) derTropfen des offenkundigen Buches (tereşşuhat-ı Kitab-ı Mübin) ist, erhalten und gelesen. Ich habe für dessen Verfasser (müellif), Schreiber (kâtib), Herausgeber (naşir) und seine Helfer (hâdim) Tausende Gebete (dua) gesprochen. In der Tat habe ich während der zweistündigen Zeit meines Lesens (vakt-i kıraat) so viel Freude und Segen (mütelezziz ve müstefid) erhalten, als ob ich die ganze (kâffesi) Risalât-ün Nur und die Briefe des Lichtes (Mektubat-ün Nur) kurz einmal gelesen hätte. Danach sagte ich das Folgende: "Wie in der Gnadenschrift eurer Güte (lütufname-i keremkârîler) bereits darauf hingewiesen (işaret) wurde, müssen wir daran arbeiten, vorerst die vier Exemplare (nüsha) dieses Inhaltsverzeichnisses (fihrist) zu drucken und zu veröffentlichen (teksir ve neşre) und solange für ein paar Monate (ay) alle anderen Verpflichtungen (vazife) zurückstellen.

Unser Ziel (gaye) ist nun einmal die Veröffentlichung der Lichter der Wahrheiten (neşr-i envâr-ı hakaik) des Qur'ans. Was dieses segensreiche, kostbare (mübarek ve kıymetdar) und einzigartige Werk (eser-i giranbaha) betrifft, so ist es eine Zusammenfassung und ein Konzentrat (hülâsas ve zübde) der Wahrheiten (hakaik) des Qur'ans, sozusagen ein echter Bannerträger (pişdar), ein Schlüssel zur Freiheit (miftah-ün nusret) und ein Pfad zur Eroberung (mirkat-ül fütuh) der Herzen.

Mein lieber Meister! Am Anfang (mukaddemen) habt ihr jedes Mal, wenn ihr diese kostbaren Werke (kıymetdar eserler) mit Gottes Hilfe (avn-i İlahî) zustande gebracht (vücud) habt, auch diesen euren, wenn auch nur mangelhaften, Schüler (kusurlu talebe) als euren Ansprechspartner (muhatab) betrachtet, jedes Werk zu mir geschickt und mich dadurch erleuchtet (irsal ve tenvir). Aber damals stand ich ungewollt (gayr-ı ihtiyarî) zwischen Licht und Finsternis (nurla, zulümat) und so hatte sich denn der Vorhang (perde) zwischen mir und den Lichtern (nurlar) noch nicht geöffnet. Heute, durch den Untergang (zeval) der gegnerischen, entgegengesetzten, negativen (muhalif, zıd, menfî) Strömungen, die man mit Recht als ein tödliches Gift bezeichnen kann, öffneten sich mir - Dank sei Gott (elhamdülillah) - die Tore der unendlichen Lichter (envâr-ı bînihaye) des Qur'ans. In den Zeiten, in denen ich von den oben dargelegten Finsternissen (zulümat) überwältigt werde, lese und schreibe ich die veröffentlichten Werke (münteşir âsârı) immer wieder.

Wie wertvoll (kıymet) die Abhandlungen (risaleler) sind, und den Segen und den Erfolg (feyzi ve fevzi), den sie vermitteln, zu erläutern, geht Meile (fersah) für Meile über das Vermögen (iktidar) meiner Worte und meines Stiftes (lisan ve kalem). Man muss ein wahrhaftiger, öffentlicher Ausrufer (hakikî bir dellâl) des Qur'ans sein, um diese segensreichen (mübarek), heiligen Tropfen (kudsî tereşşuhat) des Qur'ans und Funken der Unterscheidung (lemaat-ı Furkaniye) richtig schätzen zu wissen und loben (hakkıyla takdir ve sena) zu können. Wenn ich sagen würde, dass die Gesamtheit der Worte und Ausdrücke (kelimat ve tabirat), die in diesen Schatzkammern (hazine) des wahren und immerwährenden Lebens (hayat-ı hakikiye) verwendet werden, in jeder Hinsicht (min-küll-il vücuh) anderen überlegene, unverfälschte (faik ve bâkir) Erklärungen beinhalten und in vollkommener Korrektheit (kemal-i selaset) und flüssig (cezalet) eine beneidens- und staunernswerte (şâyan-ı gıbta ve hayret) Intelligenz (dirayeti) umfasst, sie inne hat und all Seine Sätze und Abschnitte (cümel ve fıkarat) ein besonderer, erlesener Funke (cilve-i hâssa ve mümtaz) des Namens "der Einzigartige" und "der Allweise (Bedi' ve Hakîm)" sind, könnte ich nicht behaupten, auch nur einemTausendstel ihres Wertes (hakk) Ausdruck verliehen zu haben.

Kurzum: Die Gesamtheit dieser Lichter (Nurların kâffesi) sind die besonderen, in eine vorbereitete Stellung gebrachten (mahsus ve müstahzar) diamantenen Kugeln (elmas gül) für die Dedschale und die Schätze (hazine) Tausender Lebenswasser der Ewigkeit (âb-ı hayat-ı bâkiye), die im letzten Jahrhundert (asır) aus dem Weisen (Hakîm) Qur'an herausgekommen sind, der für die Gläubigen (ehl-i iman) eine Quelle der Lichter der Wahrheit (menba'-ı envâr-ı hakaik) ist.

Sabri
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Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Hâfız Ali

Seiner Exelenz, meinem geliebten Herrn und Meister.

Den ersten Abschnitt (birinci kısmını) des 15. Blitzes (Onbeşinci Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub) habe ich mit großer Freude (meserret) erhalten.

Mein geliebter Meister! In den Augen (nazar) meiner Wenigkeit (fakir) und Armseligkeit (âcizane) sind die Worte (Sözler), die ja die Lichter (neşr-i envâr) aus der Sonne der Rechtleitung (Şems-i Hidayet) verbreiten, sowohl recht als auch wahr (hak ve hem hakikat) und der Marktplatz der Welt der Wahrheit (hakikat âlemi). Was es in der Welt der Wahrheit (Hakikat âlemi) gibt, ist alles so reichhaltig, so vielfältig und grenzenlos (bîpâyan). Man muss Güter (mallar) eines solchen Weltenmarktes (çarşı-yı âlem) kaufen, um sich sodann so mächtig wie ein König (padişah kuvveti) fühlen zu können. Wenn es sich um das Sehen (görmek) handelt, muss man geradezu Adleraugen (keskin nafiz) gleich einem Radargerät (seyyar bir nazar) haben, um während einer Reise mit einem Segelschiff (seyr-i seyahat) alles schauen und betrachten zu können (görebilirsin). Das aber ist eine ganz große Seltenheit (pek ender). Und um etwas betrachten und kaufen (almak ve görmek) zu können, muss es auch einen Katalog der Musterbeispiele (nümune levhası) aller Waren (mallar) geben.

Oh mein geliebter Meister! Zunächst (mukaddema) sieht man nur die Abbildungen der Musterbeispiele (nümune levhaları), um so durch ein Stück (bir parça) dessen die Art eines ganzen Ballens (toplar ve küllîler) kennen lernen zu können. Darüber hinaus dienen sie keinem weiteren Zweck (bir şeye yaramaz). Jedoch enthält jeder Abschnitt (parça) dieses Inhaltsverzeichnisses (fihrist) und jede Abbildung dieser Musterbeispiele (nümune levhası) der vom Anfang bis zum Ende (seraser) lichtdurchfluteten (Nur) unendlichen Schatzkammer (hazine-i bînihaye) so wunderbare (hârika) Stücke, ja selbst Wertgegenstände (kıymetleri hâvidir), aus denen man sich das Hemd eines hingegebenen Gottsuchers ("hanifen müslimen") {Bezeichnung Abrahams im Qur'an (A.d.Ü.)} schneidern kann. Wie sie im Gegensatz zu den gewöhnlichen Gegenständen (umuma muhalif) schon im Großen und Ganzen einzigartig (külliyatla hârika) sind, so tragen sie auch das Siegel (hâtem) ihrer Einzigartigkeit (cüz'iyatlar) in ihren einzelnen Bestandteilen.

Mein Meister (Üstad), mein Herz und meine Seele (kalb ve ruhum) versetzen mich in der Tat ganz in Begeisterung (cûş u huruşa), während ich diese Abhandlung abschreibe (mektubu istinsah), und wollen alle Lichter der Abhandlungen (envâr-ı resail) mit einer vollkommenen Sehnsucht (kemal-i şevk) sehen und verlangen (tahassür) danach.

Das also heißt, mein Meister (Üstad), dass wir jede einzelne (parça) all dieser Abhandlungen (risale) benötigen, und es da auch ein starkes Bedürfnis (ihtiyac) gibt, alle diese Abhandlungen (parça) gut überblicken zu können (birden görmeye). Möge euch Gott, der da notwendiger Weise da sein muss (Cenab-ı Vâcib-ül Vücud), aus der Vollkommenheit Seiner Barmherzigkeit (kemal-i rahmet) und Güte (merhamet) infolge dieser Barmherzigkeit und Güte reichlich belohnen (nâil-i mükâfat). Âmîn.

Hâfız Ali
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Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von meinem leiblichen Bruder (Kardeş) Abdülmecid und ist ein Zitat aus dem Brief (mektub), den er an Hulusi Bey geschrieben hatte.

Oh ihr, des Hochwürdigen lieben Gottes Geliebter (El-Aziz'in azizi),\seiner Exelenz~(Hazret)\Seydas verehrter Schüler~(muhterem tilmizi)

Ich habe eure Briefe, die mir eine frohe Botschaft (tebşirname) mitteilen, und auf die ich so sehnsüchtig (teşnesi) gewartet hatte, mit Freuden (memnuniyetle) empfangen. Möget ihr lange leben (Var olunuz)! Eine Antwort (cevab) zu schreiben ist zwar notwendig (îcab); aber was soll ich denn schreiben? Meine Seele fühlt sich nicht wohl (ruh nâhoş), mein Herz ist ratlos (kalb bîhoş) und mein Kopf völlig leer (kafam bomboş). Denn jedes Mal, wenn ich mir meine Einsamkeit (vahşet), Kummer (kasavet), Verzweiflung (yeis) und Verlust (beis) vorstelle (tasavvur), die von allen vier Seiten (etraf-ı erbaa) auf mich herab tropfen (takattur), bereiten sich mein Verstand und meine Seele (akl u ruh) auf die Reise (seferber) einerseits in Richtung einer Depression, nämlich zum Wahnsinn (cinnete yani cünun), andererseits zum Paradies (cennet), nämlich nach Damaskus (Şam) vor. Aus diesem Grund kann ich Seyda, {Unter Studenten Titel für einen Lehrer oder Meister (A.d.Ü.)} nämlich dem Meister (Üstad) weder als Schüler (talebelik), noch eurer Brüderlichkeit (kardeşlik) mit Recht (bihakk) gegenüber treten und weiß daher auch nicht, was ich schreiben soll.

Zudem entstehen die Briefe (mektub), die von euch kommen, aus einem aufrichtigen (saf), reinen (temiz) und lichtvollen (nurlu) Gedanken (fikir) und spenden jedem Licht (ışık), der sie liest. Da ich mich vor der Wahrscheinlichkeit (ihtimal) fürchte, dass die Briefe (arîza), die aus meinen finsteren Gedanken (zulmetli fikrimden) entstehen, euch in die Finsternis (zulmet) hinunter führen werden, kann ich es zitternd (titreye) nicht wagen, euch auch nur zu schreiben.

Abdülmecid

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Re'fet Bey

Meinem geliebten, ehrenwerten Herrn und Meister.

Das Inhaltsverzeichnis der Fenster (pencereler'in fihristesi), der Worte und Briefe (Sözler ve Mektubat) ist so schön geworden, dass derjenige, der nur einen einzigen, wenn auch oberflächlichen Blick (nazar) darfauf wirft, schon mit diesem einzigen Blick (yek nazar) von dem Wert und der Bedeutung (kıymet ve ehemmiyet) der Abhandlungen (ecza) der Risalet-ün Nur eine Vorstellung (fikir) bekommen kann. Dieses Inhaltsverzeichnis (fihrist) ist so kostbar wie alle Abhandlungen (risalelere bedel). Kein einziger Verfasser (müellif) kann solche bedeutsame vier Abhandlungen (ehemmiyetli dört risale) zustande (vücud) bringen, indem er von jedem der 120 Bücher (kitab), die er verfasst hat, eine sinngemäße kurze Zusammenfassung (hülâsa-i meal) und besonders die Ayat, die im Text zitiert (metnindeki) wurden, eine nach der anderen in einer angemessenen und bedeutungsvollen (münasib ve manidar) Form aufzählt (ta'dad) und so Ziel und Wesen (gayat ve mahiyet) der Abhandlungen (risale) bespricht. Das Inhaltsverzeichnis (fihriste) hat noch eine offentsichtliche Besonderheit (bâriz bir vasfı), die beweist (isbat), dass die Abfassung nicht durch ihren Willen (ihtiyar) geschieht, sondern durch die Eingebung im Herzen (sünuhat-ı kalbi). Jedesmal wenn wir derartige Fälle bezeugen (halleri gördük), danken wir (şükür) unserem Herrn (Rabb) sehr, dass wir einen Meister (üstad), wie ihr es seid, haben können (nâiliyet).

Re'fet
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Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Hulusi Bey und ist ein Zitat aus dem Brief (mektub), den er an einen Mitbruder (kardeş) in Egirdir gesendet hatte.

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Ich bin glücklich (bahtiyar), weil ich die Werke (eserler) seiner Exelenz, meines Meisters (Üstad Hazretleri), die den 13. und 14. Blitz (Onüç ve Ondördüncü Lem'a) aus dem 31. Brief (Otuzbirinci Mektub) beinhalten und wahrhaftige Unterweisungen (hakaik dersler) sind, tiefsinnig (derin manalı), geschmackvoll (şirin lezzetli) und vollkommen (ekmel) wie geschleuderter Honig (asel-i musaffa), so wertvoll (kıymetli), lichtvoll (nurlu), weisheitsvoll (hikmetli) und vom Anfang bis zum Ende von Licht (serapa nur) erfüllt, bekommen habe und zugleich traurig (bedbaht), weil mir ein Antwortschreiben (cevab takdimine) nicht gelingt. Mit einigen Zeilen (satır), die ich gleich hier und jetzt (Şuracıkta) zu Papier bringen möchte (karalamaya), beabsichtige ich nicht, den Segen (feyz), den ich durch diese wahrheitsgemäße Unterweisung (ders-i hakaik) empfangen habe, oder meine Eindrücke (duygular) zu vermitteln. Denn die besondere Anmerkung (hususî haşiye) am Schluss dieser Abhandlung (ders) untersagt es mir für einige Zeit - dem Sinne nach (sanki manen) - Briefe zu schreiben. Was jedoch die Bedeutung dessen betrifft (zahirî manalar), so zeigt sie, dass sich dieser Hinweis (işaret) zunächst unmittelbar auf meine Wenigkeit (bîçare) bezieht. Aus dieser lichtvollen Abhandlung (nurlu ders) konnte ich nur den Abschnitt des 13. Blitzes (Onüçüncü Lem'a) zusammen mit Gefährten (arkadaş) wie imam Ömer Efendi einmal lesen.

Anordnungen, Hinweise, Unterweisungen, Erinnerungen, Anweisungen, Ermahnungen, Rechtleitungen, Warnungen und Zuwendungen meines geliebten Meisters (Sevgili Üstadım) sind alle wahrheitsgemäß (hakikat). Was bis heute gesagt wurde, war tatsächlich so und alles, was jetzt noch kommen wird, ist auch von der gleichen Art (mahiyet). Daran habe ich überhaupt keinen Zweifel oder irgendwelche Bedenken (şübhe ve tereddüd). Und das ist keineswegs einfach natürlich so (tabi), rein intuitiv (sevk-i tabiî) oder zufällig (tesadüf), sondern wahr (hakikî), seinem Wesen nach (fıtrî) eine göttliche Führung (sevk-i İlahî) und Fügung des Gepriesenen (kader-i Sübhanî), die all unsere Angelegenheiten beherrscht (işimizde hâkim). Infolge unserer individuellen Entscheidungsfreiheit (cüz'-i ihtiyarı) sind wir für unsere Bosheiten (seyyiat) selbst verantwortlich, die guten Werke (hasenat) kommen jedoch durch die Führung Gottes (tevfik-i Huda), wofür der Qur'an, der ein Ozean der Zeugnisse (bahir-ül bürhan) ist, ein wahrer Zeuge (şahid-i sadık).

Hulusi

Eine letzte Ermahnung (ihtar) an den Müfti in Egirdir

اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Der Friede Gottes sei mit euch, Sein Erbarmen und Sein Segen.!}

Als einem alten Freund (dost) und hinsichtlich eurer Bildung (ilim) als eurem Studienkollegen (arkadaş) möchte ich euch hiermit um eure Aufmerksamkeit (hasb-i hal) bitten. Denn ich möchte euch von einem Übel berichten, das sich auf uns beide bezieht (taalluk) und allen Ernstes unserem Glauben schadet (musibet-i diniye). Um es so weit wie möglich (mümkün oldugu kadar) zu beseitigen (telafi) müssen wir uns beide dafür einsetzen. Es ist dies wie folgt:

Obwohl es notwendig wäre, dass ihr (zâtınız) euch mehr als andere für unseren Dienst einsetzen (hizmetimize taraftar) und ihn mit ganzer Kraft beschützen (hararetle himayetkâr) solltet (lâzım), betrachtet ihr uns aus unverständlichen Gründen (meçhul sebeb) leider wie ein eiskalter Gegner (sogukça rakibane) von eurem entgegengesetzten Standpunkt (aksimize tarafgir) aus, weswegen ihr euren Sohn in diesem Dorf wohnen (köyde yerleştirip) lasst und euch dafür einsetzt, für ihn Freunde und Kameraden (dost-ahbab) zu finden. In der Folge entstand hier ein solcher Zustand (vaziyet hasıl), dass meine Seele jedes Mal um euretwillen erzittert (ruhum titriyor), wenn ich daran denke, was dem zugrunde liegt (mahiyet). Denn اَلسَّبَبُ كَالْفَاعِلِ {"Derjenige, der etwas verursacht, ist dem Täter gleich."} Nach diesem Grundsatz (kaide) seid auch ihr für die Sünden (günah) und Bosheiten verantwortlich (seyyiattan siz mes'ulsünüz), die aus diesem Umstand (vaziyet) erwachsen.

Wie Gift (zehir), welches das Etiket eines Elixiers (tiryak) trägt, dadurch nicht zum Elixier wird, genau so ändert sich im Grunde genommen nichts (mana degişmez), wie auch immer die Aktivität einer Gruppe (heyetin vaziyeti), die das Gefühl der Gottlosigkeit (zındıka hissiyatı) einflößt und der Glaubenslosigkeit (dinsizlik) den Boden bereitet (zemin ihzar), bezeichnet werden möge (ne nam verilirse), ob als Jugendheim (Genç Yurdu), ja selbst als Heim der Gesegneten (Mübarekler Yurdu) oder irgend etwas anderes (ne denilirse). In anderen Ortschaften (başka yerler) können sich die Gruppen (heyetler) unter Namen oder Bezeichnungen (ünvanlar) wie z.B. Jugendheim (Genç Yurdu), Versammlung für den Türkismus (Türklük Meclisi) oder Reformklub (Teceddüd Mahfeli) unter anderen Namen für harmlos (başka şekillerde zararsız) halten.

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In diesem Dorf (köy) sind wir nun einmal seit acht Jahren ausschließlich mit den Grundsätzen des Glaubens (esasat-ı imaniye) und Grundlagen der Wahrheiten der Religion (usûl-ü hakaik-i diniye) beschäftigt. Die Grundsätze (esas), denen eine Gruppe (heyet) in diesem Dorf hartnäckig (muannidane) gegen uns folgt, gelten auf jeden Fall als eine Aktivität (hareket) im Interesse der Glaubenslosigkeit (imansızlık), die sich den Grundlagen des Glaubens (usûl-ü diniye) widersetzt, und das sogar im Interesse der Gottlosigkeit (zındıka hesabına). Ob man dies nun absichtlich oder unabsichtlich tut, bleibt im Ergebnis (netice) das gleiche. Denn in dieser Umgebung (havalide) ist der Allgemeinheit (umum) längst klar geworden (tebeyyün), dass ich kein Interesse an politischen Strömungen (siyaset cereyan) habe, sondern wir vielmehr ausschließlich mit den Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i diniye) beschäftigt sind. Wer sich nun hier gegen uns so verhält (muhalif hareket), tut dies keineswegs im Interesse der Regierung (hükûmet hesabına), denn unser Weg ist nicht politisch (meslek siyasî). Zudem kann das auch nicht im Interesse der ketzerichen Neuerungen (bid'alar hesab) sein, denn unsere wahre Beschäftigung (hakikî meşgal) gilt einzig den Grundsätzen des Glaubens (esasat-ı imaniye) und dem Qur'an.

Zudem kann das auch nicht im Interesse der Anodnungen (emirleri hesabı) des öffentlichen Amtes (resmî) für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet Dairesi) sein. Denn jegliche Kritik an ihren Anordnungen (emirlerini tenkid) oder oppositionelle Beschäftigung (muhalefet meşgalesi) würde uns von unserem Heiligen Dienst (kudsî hizmet) abhalten. Daher überlassen wir derartige Angelegenheiten (meşgale) einem anderen und befassen uns nicht (meşgul) damit. Wir lassen uns soweit wie möglich (mümkün) nicht mit diesen Anordnungen (emir) konfrontieren.

Wenn das aber so ist, wird eine Opposition derer, die in diesem Dorf (köy), das seit acht Jahren das Zentrum (merkez) dieser Glaubensrichtung (cereyan-ı imanî) ist, gegen uns eine oppostionelle, ja sogar aggressive (muhalefetkârane ve mütecavizane) Haltung einnehmen, welche Bezeichnung auch immer man ihr geben mag (ne nam verilirse), als im Interesse der Gottlosigkeit (zındıka hesabına) und des Unglaubens (imansızlık namına) aufgezeichnet werden.

In Anbetracht einerseits eurer Kenntnisse (ilminiz), eures Ansehens in der Gesellschaft (makam-ı içtimaî), eures Einflusses in dieser Umgebung (havali nüfuz), eurer Befugnis Rechtsgutachten zu erstellen (mensab-ı fetva), als auch eurer übertriebenen Liebe (müfrit şefkat) zu eurem Kind (evlâd) und eure ihn auch noch fördernde Unterstützung (teşvikkârane muavenet) andererseits, möchte ich euch heute nachdrücklich darauf aufmerksam machen, dass hier eine Situation entsteht (vaziyet vücuda), die sowohl mich als auch euch in ihrer ganzen Schwere (pek ciddî) betrifft.

Ich bin hier selbst nur vorübergehend (muvakkat) und auch nicht dafür verantwortlich (mükellef), hier etwas zu verbessern (ıslah), was mich vielleicht in gewissem Grade vor einer solchen Verpflichtung (mes'uliyet) bewahren kann. Doch da ihr selbst (zâtınız) sowohl ein Auslöser (sebeb) als auch ein Stützpunkt (nokta-i istinad) seid, müsst gerade ihr vor allen anderen Dingen (şey) diese Umstände verbessern (vaziyeti ıslah) oder aber euren Sohn von hier weg bringen (çek), damit die fürchterlichen Früchte (müdhiş meyveler), die aus diesem Umstand (vaziyet) erwachsen, nicht in das Buch eurer Taten (defter-i a'mal) eingetragen werden können. Arbeite daran, diese Werkbank {Eine Organisation, die Intrigen anzettelt. (A.d.Ü.)} umzuändern (tezgâhı tebdil), die stets zu eurem geistigen Verlust (manevî zarar) Sünden begehen wird. Dafür möchte ich euch (zâtınıza) nur zwei kleine Musterbeispiele (küçük nümune) der Erzeugnisse dieser Werkbank (tezgâhın mahsulâtından), die auf eure Rechnung (hesab) und in einer mir feindlich gesinnten Form (muhalif suretinde) zu mir kamen, vor Augen führen:

Erstens: Ein Wissenschaftler (ehl-i ilim), der von mir weit über meine Grenzen (haddimden çok fazla) hinaus eine gute Meinung hegte (hüsn-ü zan) und mein Verhalten (harekât) mehr als alle anderen als richtig betrachtete (hak telakki), hat - auf euch vertrauend (sana itimaden) - mit eurem Sohn eine Freundschaft (dostluk) unter Weggefährten (meslekçe) geschlossen. Dieser Mann kam eines Tages zu mir. Es war jedoch gerade die Zeit zum Gebet (namaz), dass ich in meinem eigenen Zimmer (hususî oda) verrichten wollte. Obwohl es für ihn sehr bedeutsam (ehemmiyetli) hätte sein sollen, mit mir gemeinsam zu beten (cemaatle kılmak), stand er verabscheuend (müteneffirane), um nicht mit seinem Ohr (kulak) den versteckten Aufruf zum Gebet (gizli Ezan) {In damaliger Zeit in der Öffentlichkeit auf Arabisch zum Gebet zu rufen war bei Strafe verboten. (A.d.Ü.)} zu hören, und mit einem Widerwillen (istikrah), der aus Angst (havf) erwuchs, auf und lief weg. Nun könnt ihr diesen Sachverhalt begutachten (fetva)! Sagt ihr nun selber, wie sich der Glaube (iman) im Herzen (kalb) im Ohr (kulak) dessen, der weg lief, um die lichtvollsten (nuranî), wohlklingenden (leziz) heiligen Worte (kudsî kelimat) des Stolzes der Welt (Fahr-i Âlem ***(A.S.M.), nicht zu hören, verformt (ne hale girdigini) haben müsste!

Wenn dies nun einmal so aussieht, könnt ihr euch jetzt vorstellen (kıyas), wie auch andere, seien es Ungebildete oder noch Jugendliche (cahil yahut gençler) auf diesem Weg (meslek) eingefärbt werden (boya alırlar). Beklagt nun mit mir ein solches Ergebnis (bu işe aglayınız)!

Zweitens: Ich hatte da einmal einen Freund (dostum), dessen Frömmigkeit damals noch ganz besonders tief (takvası ifrat) war. Wenn er zu mir kam, zeigte er mir immer die schönsten Abschnitte (parça) über das Jenseits (âhiret) und lenkte meine Aufmerksamkeit (ihtar) auf sie. Nun sollt ihr (zâtınız) aber mit ihm gesprochen haben, um ihn in gewissem Grade von mir abzukühlen (sogutmak) {Es gelang ihm, diese Freundsschaft für immer einzufrieren. (A.d.Ü.)} und ihn statt dessen mit deinem Sohn anzufreunden (ogluna dost yapmak).

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So habt ihr diesem Mann (zât) im vergangenen Ramadan eingeredet (telkinat), mir doch eines Tages die Geschichten (vakıa) über Hulago und Dschingis Khan zu zeigen, mit der Empfehlung, sie auch zu lesen. Und dabei sagte er zu mir: "Die müsst ihr unbedingt lesen (Aman bunları oku)!" Da sagte ich zu ihm in meiner grenzenlosen Enttäuschung und voller Staunen (kemal-i taaccüb ve hayret): "Mein Bruder (kardeşim), bist du denn übergeschnappt (divane)? Ich schaffe es rein zeitlich noch nicht einmal, mein Gebetbuch (Delail-i Hayrat) durchzulesen. Wo hast du denn bloß diesen Wunsch (hiss) aufgeschnappt, mich im Heiligen (Şerif) Monat Ramadan aufzufordern, derartige, Gewalt verherrlichende Abenteuer (sergüzeşt-i zalimane) solcher Diktatoren (zaleme) zu lesen?" Das habe ich zu ihm gesagt. Wir waren eng miteinander befreundet (has dostum) und er hatte mich jede Woche zwei Mal besucht (yanıma gelen). Nun habe ich ihn schon seit zwei Monaten kein einziges Mal mehr gesehen (göremedim). Doch hat ihn die Gnade Gottes (inayet) schließlich dazu geführt, dass er sich von dieser Haltung befreit (halden kurtuldu) hat.

Wie dem auch sei... von dieser Art schmerzhafter Fälle (elîm hâdise) gibt es viele. Da ihr ein leiblicher Bruder (neseben kardeş) eines meiner wahren Mitbrüder (hakikatlı bir kardeş) seid, nehmt es mir nicht übel (gücenmek), wenn wir uns gegenseitig unser Leid nicht in derart scharfen (haşinane) Worten klagen (dertleşmek) sondern auf eine sanfte Weise (mülayimane bir suret).

Said Nursî

Anmerkung: Einen Sachverhalt (halet), über den ich noch mit niemandem gesprochen habe, ja an den ich noch nicht einmal denken wollte, weil er unserem Dienst (hizmet) am Qur'an schadet, möchte ich jedoch hier darlegen. Nachdem ihr euch (zâtınız) uns einmal als Freund (dost) erwiesen hattet, kam auch euer Sohn (sizin oglu) nach Art eines Schülers (talebe) zu mir und bemühte sich ernsthaft einen geistlichen Gewinn (istifade) daraus zu ziehen. Dabei hat er mich niemals gestört (sıkıntı), vielmehr selbst noch eine Ermahnung (ihtar) mit großem Ernst (ciddî telakki) aufgenommen. Nachdem ihr (zâtınız) jedoch mir gegenüber eine kritische Haltung (rakibane bir vaziyet) eingenommen hattet, hat auch euer Sohn (oglunuz) infolge der Wirkung einer solchen Verhaltensweise (vaziyetin tesiri) eine derartige Haltung (şekle) angenommen, bis schließlich ein solcher gehorsamer Schüler (muti' talebe) die Verhaltensweise (vaziyet) eines derart erbarmungslosen Feindes (merhametsiz bir düşman) angenommen hat. Ich habe gar keinen Zweifel (şübhe) daran, dass der größte Teil (kısm-ı a'zam) der Schikanen, die ich seit dieser Zeit erleiden (sıkıntı) musste, und die Schäden (zarar) an unserem Dienst (hizmet) am Qur'an eurem Sohn (oglu) und eurer derart kritischen Haltung (rakibane vaziyet) zuzuschreiben sind. Denn gäbe es euren Einfluss (nüfuz) und euer Ansehen (şeref) nicht, könnte euer Sohn nicht derartige Dinge anstellen.

Wie dem auch sei... ich möchte hier enden, um euch nicht noch vollends zu verärgern. Um meines Mitbruders Hakkı Efendi willen, werde ich euch hier verzeihen (hakkımı helâl). Man muss sich jedoch vor dem Schlag (darbe) des Weisen (Hakîm) Qur'ans fürchten (korkmalı), der uns angenommen (istihdam) und in seinen Dienst gestellt (hizmetine kabul) hat, er könnte uns vielleicht nicht verzeihen (belki o helâl etmez).

Es handelt sich in diesem Abschnitt um Süleyman, der sich einem heftigen Angriff derer, die sich für die ketzerischen Neuerungen (ehl-i bid'a) einsetzen, ausgesetzt (maruz kalan) sieht.

Frage: Was für ein Mensch (adam) ist dieser Süleyman? Da ist vor allem dieser Dorfschulze (memur) hier. Und da sind auch noch viele andere Leute (adam) hier, die ihn gleichfalls kritisieren (tenkid). "Er erzählt dem Hoca völlig unnützes Zeug (lüzumsuz sözler). Das ist verkehrt (yanlış). Er führt sich auf wie ein Heuchler (âdeta münafıklık)." So sagen sie. Dabei dient er dir (hizmet) doch schon solange (çoktan beri). Was ist nun sein wahres Gesicht (mahiyet)? Teile es uns mit!

Antwort: Süleyman dient mir (hizmet) um Gottes willen (lillah) seit acht Jahren in vollkommener Treue (kemal-i sadakat), ohne einen so reizbaren, wütenden (asabî, hiddetli) Mann wie mich jemals zu verärgern (gücendirmek), ohne irgendeinen materiellen Vorteil (menfaat-ı maddî) davon zu erwarten, indem er sogar seine eigene Arbeit dafür verschiebt (işini bırakıp), was in diesem Dorf auch bekannt (köyce malûm) ist. Auf einen solchen Mann (adam) sollte nicht nur dieses Dorf, sondern sogar die ganze Provinz stolz (vilayet iftihar) sein. Diese Art Gesinnung (ahlâk) noch in dieser Zeit zu finden ist geradezu ein Lehrbeispiel (medar-ı ibret). Ich bin hier für die einen ein Fremdling (garib), für andere ein Gast (misafir). Sich um mein Wohlbefinden zu kümmern (istirahatımı temin), war eine Pflicht dieses Dorfbewohners (köyün borcu). Im Namen dieses Dorfes (köy) hat mir Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) ihn, wie auch Mustafa Çavuş, Muhacir Hâfız Ahmed und Abdullah Çavuş geschenkt (ihsan). Und dafür danke ich (şükred) Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) auch. Sie erschienen mir so wertvoll (kıymetdar) wie hunderte von Freunden (yüzer dost). Sie ließen mich meine Heimat (vatan) vergessen. Und so ließen sie mich auch meinen Kummer (elem), in der Fremde und ein Gast (Gurbet ve misafirlik) zu sein, nicht spüren. Um ihretwillen stehe ich mit den lebenden wie mit den Verstorbenen (hayat ve vefat) dieses Dorfes in Verbindung und bete allezeit (her zaman dua) für sie. Da Mustafa Çavuş und Muhacir Hâfız Ahmed, die in ihrer Treue (sadakatça) nicht weniger sind als Süleyman, z.Zt. noch keinem Angriff ausgesetzt (hücuma maruz) sind, erwähne ich auch ihre guten Taten (iyiliklerinden bahsedilmedi) noch nicht. Von Süleyman möchte ich jedoch ein wenig erzählen (bahsedecegiz). Es ist dies wie folgt:

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Süleyman kümmerte sich immer mit vollendeter Freude (kemal-i şevk) um all meine privaten Angelegenheiten (hususî işim), verrichtete meine Schreibarbeiten (kitabet) ohne einen Dank (minnet) dafür zu erwarten, nahm nichts als Gegenleistung an (mukabilinde birşey) und tat alles in vollkommener Treue (kemal-i sadakat). Ja er verrichtete diesen Dienst so rein und aufrichtig (safî ve hâlis) und um Gotteslohn (lillah), dass er vielleicht mehr als hundert Mal völlig unerwartet (ümid edilmedi) genau in dem Augenblick erschien, wann immer ich ihn gerade dringend (ziyade arzu) brauchte. Dann sagte ich zu ihm: "Gepriesen sei Gott (fesübhanallah)! Kannst du etwa den Wunsch meines Herzens (arzu-yu kalbim) hören?" Ich habe verstanden, dass er von Gott im Dienst geführt (istihdam) wird, was ein Wunder seiner Treue (sadakatının kerameti) ist. Da war sogar an einem Tag, an dem er sich um meinen Dienst (hizmetimde) kümmerte, seine ein Jahr alte Tochter unbeausichtigt geblieben (bakılmamış). Und da fiel dieses kleine Kindchen von einem hohen Dach (dam) auf den steinigen Boden (taş üstüne). Als ein Zeichen der Güte Gottes (ikram-ı İlahî) für seine treuen Dienste (hizmet sadakatı) erfuhr dieses Baby (çocuk) keinen Schmerz noch irgendeine Kranheit (teessür ve hastalık). Es hat noch nicht einmal aufgehört, seine Milch an der Brust (sütten, memeden) zu trinken. Wie dem auch sei: ich habe derartige Funken seiner Treue (sadakatın lem'aları) des öfteren erlebt.

An Süleyman erkannte ich neben seiner Treue (sadakat) auch seine tiefe Wahrhaftigkeit (esaslı bir ihlas). Als in diesen Tagen verbohrte Menschen (insafsız insan) in der Tat derartige Gerüchte über ihn zu verbreiteten (işaalar izhar) begannen, um seine Ehre und sein Ansehen (şeref ve haysiyet) zu untergraben, sagte ich zu ihm, um ihn zu trösten (teselli): "Indem sie dir einen schlechten Ruf (sû'-i şöhret) anhängen wollen, rettest du dich vor einer Heuchelei (riya)." Er nahm (kabul) auch diesen Trost (teselli) in vollendeter Freude (kemal-i sürur) und in aufrichtiger Haltung (ciddî bir surette) an.

Nun kommen wir zu seiner Einstellung (meslek) gegen über der Klatschsucht (gıybet): Da dieser Mann (zât) weiß, welch großen Abscheu (şiddetli bir nefret) ich gegen die Klatschsucht (gıybet) habe, sagt er so weit wie möglich (mümkün) nichts weiter, um mich nicht zu verärgern (kızdırmamak), auch nicht, wenn es ganz legal (cevaz) wäre. Und besonders im Monat Ramadan hält er sich da ganz und gar zurück (içtinab). In seiner Gesinnung (ahlâk) findet sich nicht die Neigung, einem anderen zu schaden (muzırlık). Der Grund für die Gerüchte der Verstockten (insafsızların işaası) war folgendes: Jemand hatte ihn gefragt: "Hat Hoca Efendi einem gewissen Mann (filan adam) vielleicht so etwas gesagt?" Daraufhin kam er zu mir und teilte mir dieselbe Frage mit, um diesem Mann antworten (adama cevab) zu können. In Wirklichkeit aber war dieses Wort (söz) weder bloßes Gerede (gıybet), noch lag darin irgendeine andere Absicht (birşey). Wie dem auch sei...

Ich hatte nie erwartet (ümid), dass diese Dörfler meine Mitbrüder wie Mustafa Çavuş und Süleyman Efendi, auf die ich am meisten vertraue (itimad) und mit ihrer guten Gesinnung und Frömmigkeit (ahlâkve diyanet) ich zufrieden (kanaat) bin, kritisieren (tenkid) könnten. Ich hatte immer gedacht, dass sie ihnen nach meinem Abschied von diesem Dorf den Respekt (hürmet), den sie mir erweisen, nun statt meiner erweisen würden. Vielmehr ist meine Hoffnung die, dass neunzig von hundert dieser Dörfler (köy halkı) ihren Wert zu schätzen wissen (kıymetini takdir) werden. Es mag ja sein, dass einige Verbohrte sie vielleicht einmal kritisieren (tenkid) würden. Doch was bedeutet schon (ne çıkar) ihre Kritik? Wenn sie sie aber schikanieren (ilişmek), so bedeutet dies, dass sie unmittelbar mich selbst schikanieren. Diese oben erwähnten Mitbrüder, die mir dienen (hizmet), kümmern sich um mich und meine Gäste (bana ve misafir), ohne an irgendwelche materiellen Vorteile (maddî menfaati) zu denken und sie anzunehmen (kabul) und im Gegensatz dazu finanzieren sie (keseler) alles aus ihrer eigenen Tasche. Wenn ich Süleyman gelegentlich etwas Brot, das ich nicht mehr essen konnte, mitgegeben hatte, nahm er es zwar, um mich nicht zu kränken (hatırımı kırmaya). Er nimmt jedoch keinesfalls etwas ohne ein Gegengeschenk (mukabelesiz). Statt dessen bringt er mir etwas aus seinem Hause (evinden) mit. Ab und zu bestehe ich zwar darauf (ısrar), dass er ein Glas Tee (bardak çay) trinkt. Doch trotz meines Drängens (ilhah) zögert er. Da frage ich ihn: "Warum tust du das?" Nun sagte er: "In unseren Dienst (hizmet) darf sich kein materieller Vorteil (maddî faide) einschleichen - um Gotteswillen (fîsebilillah)! - wir möchten doch ehrlich (ihlaslı) sein."

Obwohl Süleyman und Mustafa Çavuş sich sehr um meine Gäste (misafirlerim için çok hizmet) kümmern, habe ich doch niemals gesehen oder erfahren, dass irgendein Gast für diese beiden Männer (iki zât) etwas als Geschenk (hediye) mitgebracht hätte. Nur Bekir Bey hat einmal dem Töchterchen (küçük kız) von Süleyman etwas Obst (meyve) geschenkt. So hat auch Süleyman ihm nach meiner Kenntnis ein paar Mal Auberginen (patlıcan), Paprika (biber), Melonen (kavun) u.dgl. Obst und Gemüse geschenkt und ihm geschickt. Außerdem brachte er jedes Mal, wenn Bekir Bey hierher kam, seinem Tier und den Tieren (hayvanat) der übrigen Gäste Stroh und Hafer (saman, arpa) mit.

Diese Gesinnung entsprach bereits seinem Wesen (ahlâkı zâtında). Als er zu mir kam, muss mein Lebensprinzip (düstur-u hayat), die Zurückhaltung, dieses Prinzip (kaide), von anderen Menschen keine Geschenke (insanların hediyeler) anzunehmen, bereits auch seiner eigenen Gesinnung entsprochen (aslî ahlâkına muvafık) haben. Darüber hinaus nimmt er nicht nur keine Geschenke (insanların degil hediye) von anderen Menschen an, er nimmt auch für seine Wohltaten (iyilikler), die er ihnen erweist, überhaupt nichts (birşey kabul) an. Ja selbst wenn ich hundert Mal darauf bestand (ısrar), nahm er von mir etwas, das ich nicht mehr brauchte (fazla kalan bir şey), dennoch nicht an.

Ich hatte einmal etwa ein Kilo Rosinen (kıyye üzüm), getrocknete Aprikosen (kayısı) und ein Kilo Honig (bal), die ich gerade nicht brauchte und die ich auch meinen Gästen (misafir) nicht anbieten (yedirmek) wollte. Ich habe in ihn gedrungen (ısrar) und zu ihm gesagt: "Es ist mein Geschenk (hediye) und ein Segen (teberrük). Ich schenke es (hediye) deinen Kindern (çocuklar). Du musst es (mecbur) annehmen." Da hat er es denn angenommen (aldı). Dann ließ er denn zwanzig Kilo Weizen (şinik bugday) in der Mühle für mich mahlen (degirmende ögüterek) und brachte es mir. Sie sind auch nach vier Monaten noch nicht aufgebraucht (daha bitmemiş).

Obwohl die tatsächliche Situation (hakikî hal) dieses Mannes sich so verhielt (bu suret), verbreiten die verbohrten Menschen (insafsız insan) über ihn das Gerücht (işaa), er lebe auf Saids Kosten (sayesi). Er sagt dazu voller Stolz (kemal-i iftihar): "Ich habe durch meinen Meister (üstad) in der Tat Zufriedenheit und Sparsamkeit (kanaatı ve iktisad) gelernt und lebe zu meiner Zufriedenheit (rahat). So haben die Worte (sözler) dieser Menschen (halk) für mich auch etwas Gutes. Denn sie bewahren mich vor Heuchelei (riya) und leiten mich zur Wahrhaftigkeit (ihlasa sevk) an."

Ich sagte jedoch zu ihm: "Es ist dies zwar gut für dich, schadet (zarar) jedoch unserem Dienst (hizmet) am Qur'an. Daher erläutere ich die tatsächliche Situation (hakikat-ı hâl), sodass die Leute der ketzerischen Neuerung (ehl-i bid'a) wissen mögen, dass wir um Gottes (lillah) und der Wahrhaftigkeit (ihlas) willen tätig sind.

Said Nursî
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Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Hulusi Bey

Den Ersten und Zweiten Blitz (Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub) und das erste Kapitel (Birinci Makam) des Ersten Zeichens (Birinci Remz) des 29. Briefes (Yirmidokuzuncu Mektub), die vom 18. Receb datiert sind, habe ich am ersten Tag des Monats Schaban (Şaban'ın birinci günü), nämlich 13 Tage nach ihrer Absendung (yazıldık) empfangen. Das würde heißen, dass ein Hinweis aus dem Verborgenen (gaybî bir işaret) vorliegt. Denn wenn wir zu der Zahl 18 des Monats Receb noch 13 dazu addieren würden (ilâve ederek), so wird die Zahl des gesegneten Briefes (mübarek mektub) bestätigt. Den Eindruck (hiss), den ich von diesem lichtvollen Brief (nurlu mektub) bekommen habe, und den inneren Segen (manevî feyz), der vor ihm zu mir gelangt war, möchte ich im Vertrauen (güven) auf eure erhabene Vergebung (âlî afvın) detailliert erörtern. Es ist dies wie folgt:

Nachdem diese Abhandlung (mektub) im hiesigen Postamt angekommen war, habe ich in jener Nacht in meiner Traumwelt etwas sehr Merkwürdiges (garib bir halet) erlebt. Möge es Gott zum Guten ausdeuten lassen (Allah hayretsin)! Der Mond (kamer) stieg mit hoher Geschwindigkeit (sür'atle) aus dem Bauch der Erde (batn-ı arz) empor und begann (başladı) nun senkrecht gen Himmel (şakulen semavat) aufzusteigen. Während er so schnell (sür'atle) empostieg, war überhaupt keine Spur seines Lichtes (ziya eseri) zu erkennen. So folgte er denn in aller Ruhe seiner Bahn (sükûnetle hareketi). Doch kam es mir dabei so vor, als sagte eine Stimme aus dem Unsichtbaren (gaybî bir ses) zu mir: "Das Große Merkmal hat begonnen (Alâmet-i kübra başladı)." Nach diesem raschen Aufgang (hızla çıkışı) des Mondes gelangte dieser zu einer Grenze (hadde), wo er seinen Glanz gewann (parladı) und groß wurde (büyüdü) und eine Größe (cesamet) erlangte, die ein paar Mal mehr als die des Vollmondes (bedr-i tam halini) betrug. In dieser Form (vaziyet) wurde sodann die Gestalt eines Menschen (insan şekli) sichtbar. Diese Gestalt und der Mond (şekil ve kamer) veschwanden jedoch wieder nach kurzer Zeit. Die Welt (cihan) blieb nun in völlige Finsternis (seraser zulmet) getaucht. Vom Westen (magrib) her erschien statt dessen die Sonne (şems) am Horizont (mızrak), so groß wie eine Lanze (boyu yüksekli), und sandte ihre schwachen Strahlen (sönük bir ziya) aus, folgte eine Weile (müddet) mit hoher Geschwindigkeit (gayet sür'atle) den Horizont entlang (ufku takiben) gen Norden (şimal) und verschwand (kayboldu) dann wieder. Und wiederum begann diese Finsternis (zulmet başladı). Doch ich bewahrte (muhafaza) mir meine Ruhe (sogukkanlılık) und dachte doch zugleich, die Welt ginge unter (kıyamet kopuyor). Und so bin ich aufgewacht.

Am nächsten Morgen nach dieser fürchterlichen Nacht (dehşetli gece) habe ich das kostbare Werk (kıymetli eser), das den Ersten und Zweiten Blitz (Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub) beinhaltet, erhalten und durchgelesen (aldım, okudum). Da habe ich so bei mir (kendi kendime) an den Traum der vorigen Nacht (geceki halet) gedacht und habe mir gesagt: Diese gesegnete Abhandlung (mübarek mektub) erteilt mir folgende Lektion (ders): Du fährst in einem Schiff (sefine râkib). Und dieses riesengroße Schiff (azametli sefine) wird mit schwindelerregender Geschwindigkeit (başdöndürücü sür'at) durch das unendliche Weltall (feza-yı namütenahîde) gesteuert. Der Allmächtige, für Ewig Beständige (Kadîr-i Kayyum), der dieses Schiff (sefine) so blitzblank verwaltet (pırıl çeviren), stellt auch so gewaltig große Körper (azîm cisimler), wie die Sonne (Şems), die Er für dich in Dienst (müsahhar) gestellt hat und die für dich in vollkommener Ordnung (muntazam) auf und untergeht (tulû' ve gurub), und auch den Mond (Kamer) in Dienst, der einmal ab- und dann wieder zunimmt (incelerek, büyüyerek) und so die Funktion (vaziyet) eines perfekten himmlischen Kalenders (takvim-i semavî) erfüllt. Wenn einmal eine dieser Kugeln den Befehl (emr): كُنْ فَيَكُونُ {"Sei! und es ist."} erhält, werden wie diese riesigen Kugeln (muazzam küreler) und Millionen Himmelskörper (seyyarat) durcheinander geraten, die Wohlordnung der Welt (nizam-ı âlem) zerstört und alles zugrunde gerichtet (harab) werden.

كُلُّ شَيْءٍ هَالِكٌ اِلاَّ وَجْهَهُ لَهُ الْحُكْمُ وَاِلَيْهِ تُرْجَعُونَ

{"Alles ist dem Untergang geweiht. Er aber nicht. Bei Ihm ist die Entscheidung und zu Ihm werdet ihr zurückkehren." - Sure 28, 88 -}

Das Geheimnis (sırrı) dieser Ayah wird offenbar (zahir). Wenn das aber so ist, so denke daran, dass dieses Weltenschloss (saray-ı kâinat), das doch so fest (metin) und so erhaben (âlî) in all seinem Schmuck (müzeyyen) erscheint, auf einmal zugrunde gehen (yıkılacak), zerstört (harab) und alle seine Bewohner (sekene) untergehen werden (mahv u nâbud). Jedoch gedenke, dass sie nicht in ein Nichts (Hiç ender hiç oldugu) hinabstürzen werden. Lass dich nicht täuschen (aldanarak) und den so winzig kleinen Kahn (tekne) des Lebens (mini hayat) im Meer deines so kurzen Lebens (kısacık ömrü), dessen Wogen Bergen (daglar gibi dalgalar) gleichen, nicht untergehen. Strenge dich an, um dein Ewiges Leben (hayat-ı ebediyeni), das die größten und nächsten Listen der eigenen Begierde (nefsinin hilesi), auslöschen (söndürmek) möchte, zu retten (kurtulmaya). Darum empfehle ich dir die Mittel (vasıtalarını tavsiye), die sehr einfach und billig (kolay ve ucuz) sind, deren Wirkung erprobt und sicher (mücerreb ve kat'î) ist und die doch Rettung (halas), Heilung (şifa) und Schutz (necat) gewähren, wie

لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اَنْتَ سُبْحَانَكَ اِنّ۪ى كُنْتُ مِنَ الظَّالِم۪ينَ

{"Es gibt keinen Gott außer Dir. Gepriesen seist Du! Ich war in der Tat einer von den Frevlern." - Sure 21,87-}

رَبِّ اِنّ۪ى مَسَّنِىَ الضُّرُّ وَاَنْتَ اَرْحَمُ الرَّاحِم۪ينَ

{"Unheil hat mich heimgesucht. Doch du bist der über alles Barmherzige." -Sure 21,83 -}

Rezitiere sie ein Leben lang (devam et) täglich, insbesondere zwischen der Zeit des Abend- und des Nachtgebetes (magrib ve işa') jeweils 33 Mal. Ich habe verspürt (hissettim), dass es so zu mir in mir gesprochen (demekte) hat.

Die Ausdeutung dieses kurzen Traumes (rü'yanın tabiri) steht meinem verehrten Meister (muhterem üstadım) zu und hängt davon ab, ob er dies auch möchte (arzu). Die Verlängerung (uzamak) der Zeit der geistigen Entbehrung (manevî mahrum) hatte mich diesmal sehr traurig (cidden müteessir) gemacht. Zwar habe ich mich um Geduld (sabra gayret) bemüht. Es ist jedoch eigenartig (garib), dass ich am folgenden Morgen, an dem diese segensreiche Abhandlung (mübarek mektub) im hiesigen Postamt ankam, einen kurzen Brief (küçük bir mektub), der bespricht (nâtık), dass ich im Vertrauen auf die Kraft (kuvvet) des majestätischen Befehls (emr-i celil) اِنَّ اللّٰهَ مَعَ الصَّابِر۪ينَ {"Denn Gott ist mit den Geduldigen." - Sure 2,153 -} noch ertrug (tahammül), mich jedoch in meinem nur allzumenschlichen Gram (hasb-el beşeriye merak) nicht retten konnte, an unseren geistlichen Mitbruder (uhrevî kardeş) Hakkı Efendi versandte.

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Der Zweite Blitz (İkinci Lem'a) mit seinen Fünf Anmerkungen (beş nükte), der den Anfang (baş) dieser lichtvollen Abhandlung (nurlu mektubun) bildet, schlägt auf meinen Kopf wie mit einer Keule (başıma tokmak) und sagt zu mir: Oh du Hilfloser! Passt es etwa zu dir (yakışır), über Geduld (sabır) zu reden? Mach deine Augen auf (gözünü aç) und betrachte die Geduld von Hazret-i Eyyub, mit dem Friede sei! Wenn du vernünftig bist (aklın varsa), versuche, das Heldentum (kahramanlık) dieses ruhmreichen Propheten (Peygamber-i Zîşan), mit dem Friede sei, in seiner Geduld (sabır) nachzuahmen und nimm sein Gebet (dua):

رَبِّ اِنّ۪ى مَسَّنِىَ الضُّرُّ وَاَنْتَ اَرْحَمُ الرَّاحِم۪ينَ

{"Unheil hat mich heimgesucht. Doch du bist der über alles Barmherzige." -Sure 21,83 -}

als eine Rezitation auf deiner Zunge (vird-i zeban) an, um dich von fürchterlichen seelischen Wunden (manevî yaralar) zu befreien. Ich bin zu der Gewissheit (yakîn hasıl) gelangt, dass diese Abhandlung mich derart ermahnt und aufruft (tenbih ve ikaz). Daraufhin sagte ich: Dank sei Gott (Elhamdülillah)!

Das erste Kapitel (Birinci Makam) des Ersten Abschnitts (Birinci Bab) des Ersten Zeichens (Birinci Remz) des Achten Teils (Sekizinci Kısmın) des Neunundzwanzigsten Briefes (Yirmidokuzuncu Mektub) erklärt drei Fragen (mes'ele), in denen aus dem Ehrwürdigen (Kerim) Qur'an, der das größte und ohne Zweifel (şübhe) bis zum Jüngsten Tag (kıyamet) bestehende Wunder (i'caz) unter den Wundern Mohammeds (mu'cizat-ı Ahmediye) der Dreißigste Abschnitt unter seinen Dreißig Abschnitten (otuz cüz'ünden otuzuncu), die 110. Sure aus seinen 114 Suren, die Sure "en'Nasr", welche - was ihre Wörter betrifft (lafız itibariyle) - zwar kurz, jedoch - ihrem Zusammenhang und ihrer Bedeutung (makam ve mana) entsprechend - erhaben und ziemlich umfangreich (âlî ve şümullü) ist, unter besonders bedeutenden Geheimnissen (sır) ein einziges Geheimnis im Bezug (münasebet) auf die Übereinstimmungen (tevafukat) erklärt wird (beyan), wie es mittels unseres lieben, verehrten Meisters (muazzez ve muhterem Üstad) offensichtlich wurde, was bewirkt hat, dass ich zu einer solchen Überzeugung (kanaat) und zu dem festen Entschluss (cezm) gelangt bin, dass drei Ayat dieser kurzen Sure auf ein Drittel (sülüs) des Qur'ans hinweisen (işaret), all ihre Ayat auf die dreißig Abschnitte (cüz') des Qur'ans zeigen (delalet), ja sogar jeder Buchstabe (harf) dieser Sure jeweils auf eine gewisse Sure hindeutet (mevcud).

Meine Eindrücke (tahassüsat) von dieser lichtvollen Abhandlung (nuranî mektub) habe ich oben in meiner Wenigkeit (âcizane) kurz gefasst (muhtasar) erklärt. Ich habe mich über eure Anweisungen (emirler) sehr gefreut (sevindim). Ich möchte noch mit diesen ungereimten Worten (perişan ifadat) meinen Mitbrüdern (kardeş), die der Quelle des Segens (feyz menba'ı) leiblich wie geistig (maddeten ve manen) sehr nahe stehen, sagen, dass die Tür offen steht (kapı açmak) und ihr nun würdig seid (lâyık), hier einzutreten und so einen Gewinn (faidebahş) zu erlangen.

Mein lieber Meister (Üstad)! Diejenigen, die ihre Liebe stets um Gottes willen pflegen (Allah için sevenler), von ganzem Herzen Diener (hâdim yürekten) des Qur'ans sein möchten, als das größte Unglück (musibet) die Unglücke (mesaib) erfahren, die den Glauben (din) betreffen, und bei jeder ketzerischen Bewegung (bid'akârane hareket), die nach außen hin noch so prunkvoll und pompös (şaşaalı mutantan) daherkommen mag, absolut und ganz gewiss (mutlak ve muhakkak) einen Angriff gegen den Qur'an und den Glauben (imana bir hücum) verspüren usw... stehen in der Wahrhaftigkeit ihrer Einstellung (niyetlerindeki ihlas), der Reinheit ihrer Herzen (kalblerindeki safiyet), der Kraft ihres Glaubens (imanlarındaki kuvvet), - Dank sei Gott (felillahilhamd) - je nach dem Grad ihrer aufrichtigen Verbundenheit (ciddî merbutiyet) mit dem Qur'an im Zentrum, der Quelle (merkez-i menba') und dem Kern allen Segens (masdar-ı feyz) besonders nahe. Auf jeden Fall sind solche Mitbrüder (kardeş), die mit erhabenem Geist (ulvî ruh), aufrichtig, wahrhaftig, unerschütterlich und gläubig sind, mir besonders lieb (sever). Und so bitte ich inbrünstig (tazarru') darum, dass sie zu denen gehören mögen, die für die Gnade Gottes (niam-ı İlahi), die sie erfahren (mazhar) auch dankbar (şâkirîn) sein mögen. Und so bitte ich sie denn auch darum (rica ederim), dass sie für mich beten (dua), ihren hilflosen Mitbruder (bîçare kardeş), der - wie dem auch sei (hasb-el kader) - in weltliche Sorgen verstrickt (dünyaya dalmış) ist, unter der Auflehnung (masiyet) um sich herum beinahe erstickt, und wahrhaftig (hakikat) in der bitteren Fremde (acıklı bir gurbet) leben muss. So sende ich denn meine Grüße (selâm) an alle, besonders diejenigen (alelhusus), deren Namen bereits erwähnt wurden, nämlich Galib, Hüsrev, Hâfız Ali, Süleyman Efendiler und Şamlı Hâfız Tevfik, welcher der oberste Sekretär der Lichter (Nurların başkâtibi) ist, und Muhacir Hâfız Ahmed Efendi, wegen dessen Krankheit (hasta) ich sehr traurig (müteessir) bin und der seine Gesundheit, möge Gott es so wollen (inşâallah), wieder erlangen wird (iade-i âfiyet), und alle anderen, die mir nahe stehen (sair mukarreb) und bete für sie alle (dualar ederim).

Hulusi

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Sabri Efendi

Oh mein großer Meister (Üstad)

Ich habe das Buch von Şah-ı Geylanî Hazretleri aufgeschlagen, um darin ein gutes Vorzeichen (tefe'ülname) zu erblicken. Im letzten Abschnitt (fıkra) dieser Seite habe ich dann seine bedeutungsvollen (manidar), umfangreichen (ihatalı), kostbaren Verse (beyt-i kıymetdarî) gelesen, die gleich einem innerlichen Zeigefinger (manevî parmak) auf den öffentlichen Ausrufer des offenkundigen Buches (Dellâl-ı Kitab-ı Mübin) hindeuten und auf seine Gefolgschaft (müntesib) zeigen und hinweisen (îma ve işaret) und zu mir sagen: "Alle Leute des Rechtes und der Wahrheit (ehl-i hak ve hakikat) richten (hedef) sich in der Tat nach der Gemeinschaft der "Lichter" (Nurlar heyeti), um in den geistigen Spiegeln diese "Lichter" (manevî elektrik âyine) zu erkennen. Es gibt sogar im Ruhmreichen (Azîmüşşan) Qur'an und den Aussagen des Propheten (ehadîs-i Nebevi) Kunde über diesen Sachverhalt (husus) in offensichtlicher oder verborgener, verdeckter (sırran ve remzen) Form." Da hege ich gar keine Bedenken (aslâ tereddüd), das so zu sagen.

Unter dieser aufrichtigen, wahrhaftigen Schar (zümre-i safiye) wird mir, einem Diener voller Fehler (abd-i pür-kusur), der nicht einmal der Bezeichnung (tesmiye), ein zweiter Hulusi zu sein, für würdig und dazu befähigt (lâyık ve müstaid) wäre, der ein Nichts in einem Nichts (hiç-ender hiç) ist, ein Platz zugemessen, der Meile um Meile über seine Grenzen hinaus (fersah fevkinde) geht. In der Tat betrachte ich - Sabri - der unendlich schwach (aczi bîpâyan) ist, dem so vieles mangelt (kusuru çok) und dessen Fehler groß (hatası azîm) sind, das Buch meiner Taten (sahaif-i a'mal). Und dort sieht es doch recht schwarz (çok kara) und ekelerregend (mucib-i nefret) aus. Die Person, auf die hier in diesem Abschnitt hingedeutet (mevkide işaret) wird, ist davon überzeugt (hükmediyor), dass es viele Brüder (başka kardeş) gibt, deren Taten und Handlungen (a'mal ve harekât), ihre Geduld und Gelassenheit (sabr ve teenni) bestätigt und anerkannt (müsbet ve müsellem) worden sind. Denn die Leute (zevat), die kostbare Schätze (kıymetdar bir hazine) oder eine Fundgrube (define) entdeckt haben, die dem fleißigen Entdecker (gayyur keşşaf) an diesem Ort und in dieser Zeit (zemin ve zaman) mit Leib und Seele bei seiner Erforschung beistehen (taharriyatta bezl-i vücud), sich dem auch widmen (hasr-ı vücud), ohne darüber nachzudenken (eser-i tereddüd), ob wir diesen Schatz (define) auf diesem Wege jemals finden könnten, und viel Kraft (sarf-ı mesaî) darauf verwenden, ermuntern, ermutigen und erleuchten (tenvir) in der Tat jeden mit den so wertvollen Früchten ihres Einsatzes (semere-i sa'yi), welche so kostbar wie die Welt (âlem) sind, wie auch mit den Ergebnissen ihrer Leistungen (mahsul gayret), und haben auf diese Weise viel Lob und Segen verdient (şâyan-ı takdir ve tebrik).

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Was Hulusi betrifft, so ist es ein einzigartiger Beweis und ein Zeugnis (delil ve hüccet) dafür, dass er einen außerordentlichen Segen (fevkalâde bir tefeyyüz) empfängt und noch weiter empfangen wird, da die Quelle des Lichtes (menabi-ül envâr), in der Zukunft (istikbal) wallen und sprudeln (coşup fışkıracak) wird, in der Macht der Fußspuren (adımlarının kuvvetiyle), die viele segensreiche Persönlichkeiten (zevat-ı mübareke) wie Şah-ı Geylanî, İmam-ı Rabbanî und Şah-ı Nakşibendî in der Vergangenheit (mazi) sichtbar hinterlassen (şiddetle bastıkları) haben, obwohl die oben erwähnte Persönlichkeit zunächst verschiedenen Wegen (meslek) und Schulen (meşreb) angehörte, sich aufgrund des hingebungsvollen (nida-yı âşıkane) und von Sehnsucht erfüllten (müştakane) Rufes, schließlich dem Meister angeschlossen hat (dehalet), indem er stets dessen Aufgaben (her türlü vezaife), mit den Worten دَخ۪يلَكَ يَا دَلاَّلِ قُرْاٰنِ {"Ich schließe mich dir an, du öffentlicher Ausrufer des Qur'ans!"} bevorzugte. Darum ist er als erster Ansprechpartner (muhatap) für die Risalet-ün Nur und die Briefe des Lichtes (Mektubat-ün Nur) mit Recht eingetreten (ihraz) und hat sich dessen auch für würdig erwiesen (müstehak). Genauso arbeitete (teşrik-i mesaî) auch Bruder (kardeş) Süleyman Efendi mit Leib und Seele (manen ve maddeten) mit und verrichtete opferbereit seine Dienste (fedakârane hidemat), die kein anderer (hiçbir ferd) tun könnte, und trug so zum Druck und zur Veröffentlichung (teksir ve ta'mim) der wahrhaftigen Siegel (sikke-i hâlise) der Ewigen Glückseligkeit (saadet-i ebedi) bei. اَلسَّبَبُ كَالْفَاعِلِ {"Der etwas veranlasst ist dem gleich, der es ausführt."} Diesem Leitsatz (mefhum) zufolge gebührt (seza) auch diesem Bruder (bu zât) gleichfalls jede Art Lob (takdir) und das verdient (lâyık) er auch.

Was mich von Sünden beladenen (günahkâr) betrifft, so bin ich leider mit den oben erwähnten Persönlichkeiten (zevat) keineswegs vergleichbar (kabil-i kıyas). Da mein erhabener Meister (üstad-ı âlî) nun einmal diesen Hinweis erkannt und in dieser Form (şekil) auch mitgeteilt hat, möchte ich diesen Gunsterweis keinesfalls bestreiten (küfran-ı nimet), sondern vielmehr diese Gunst (tahdis-i nimet) in Form einer Verkündigung {Sabri möchte seinen Dank dafür, dass Şah-ı Geylanî Hazretleri in seinem Buch auf ihn hinweist, zum Ausdruck bringen. (A.d.Ü.)} annehmen (kabul) und bitte vielmehr inständig (tazarru') bei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hak) um die Verwandlung der von mir als schwarz gesehenen Seite (sahife-i siyah) in eine weiße Seite (sahife-i beyaz), flehe (niyaz) darum, suche meine Zuflucht (iltica) bei der Barmherzigkeit des Allerbarmers (rahmet-i Rahman) und bitte (dilerim) dabei von Herzen um das Fortbestehen (bekasını yürekten) der Zuwendungen meines Meisters (teveccühat-ı üstadaneleri), mein Herr (efendim).

Sabri

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Ahmed Hüsrev

Mein geliebter Meister (Üstad)

Ich habe aus der kostbaren Abhandlung (kıymetdar risale), die einen wichtigen Hinweis aus dem Verborgenen (ihbarat-ı gaybiye-i mühimme) auf die heutigen Diener (hâdimler) des Qur'ans in der Kasside von Şeyh-i Geylanî Hazretleri beinhaltet, welcher der erste der großen fünf geistigen Pole (Aktab-ı Hamse-i Azîme) ist und unter dem Titel "Gavs-ı A'zam" {"Der Große Helfer" (A.d.Ü.)} berühmt geworden (müştehir) ist, meinen Mitbrüdern und Gefährten (kardeşlerim ve dostlar) etwas vorgelesen. Möge es Gott so wollen (inşâallah), dass ich jede Gelegenheit (fırsat) nutzen kann, noch weiter darin zu lesen. Mein Krankheitszustand (rahatsızlık) lässt mir jedoch keine Gelegenheit (bahşetmedik), euch eine Abschrift (takdim) davon vorzulegen. So hat er mich auch daran gehindert (mani'), mehr als drei, vier Seiten (sahife) des ersten Kapitels (mevkıf) des 32. Wortes (Otuzikinci Söz) abzuschreiben.

— 166 —

Mein geliebter Meister (Üstad)!

Während ich - soweit wie ich begreifen (idrak) konnte - über tiefschürfende und so feinsinnige Bedeutungen (ince mana) in den Schriften dieses großen Scheychs nachdachte, der durch jene weitreichende Wahrnehmung (tecelli), die ihm zuteil wurde (mazhar), uns jene große Gnade des Gepriesenen (büyük eltaf-ı Sübhaniye), die er erlangt (nâil) hatte, eine Entfernung von 800 Jahren überblickte (mesafeyi gören) und der allen während dieser Zeit (müddet arasında) gekommenen und gegangenen (gelip geçen) und den Leuten der meditativen Wahrnehmung und geistigen Schau (ehl-i zevk ve keşfe) das Entsetzen der heutigen Zeit (bugünün dehşet) beschrieb, erinnerte ich mich (hatırladım) an die Vergangenheit (mazi), die in den Augen (nazarından saklanmış) der Gottvergessenen (ehl-i gaflet) verborgen und doch durch den Segen dieser Abhandlung (risalenin feyzi) für die Erkenntnis der Leute der Wahrheit (ehl-i hakikat) und ihre Sichtweise kein Hindernis (mani') war, wanderte ich in meiner Vorstellung (hayalen) in jener langen Zeit, die sich, angefangen (başlayarak) von dem geistigen Kampf (mücahede-i maneviye) eurer opferwilligen, kämpferischen (fedakâr mücahid) Schüler, die um euch versammelt sind, und von Katastrophen (mühlik felâket), durch deren Zerstörungen ihr betroffen (maruz) seid, und von den so großen Gunsterweisen Gottes (eltaf-ı İlahiye), die ihr erfahrt (nâil) und die sich bis zu Şah-ı Geylanî und noch weiter bis zum glücklichen Zeitalter (asr-ı saadet) ausdehnt. Ich war begeistert (hayran) von den Verhältnissen (hakikat), die dieser große Heilige (büyük Gavs) vor achthundert Jahren bekannt (ilân) machte. Dieser große Scheich spricht mit seinem Schüler (mürid) wie der Alte Said und mit seinem Mitschüler (ders arkadaş) wie der Neue Said. Zeit und Ort (zaman ve mekân) können kein Hindernis (mani') in dieser Konversation bilden. Möge es auf der anderen Seite des Globus (arzın öbür taraf) sein oder in den weitesten Ecken der Himmel (semavat) oder möge es von der Welt in der Zeit von Hazret-i Âdem Safiyyullah ganz verschieden (veda) sein.

Also habt ihr infolge dieser Konversation (muhavere) von dieser einzigartigen Kunde aus dem Verborgenen (ihbarat-ı gaybiye) vor acht oder zehn Jahren erfahren und unterweist (ders) nun heute auch eure Schüler (talebe). Während ihr auf eure Gefährten (arkadaş) hin deutet, die sich in ihrem Dienst (hizmette) vor anderen ausgezeichnet (temayüz) haben, weist ihr (işaret) zugleich auch auf Hulusi hin, der in jeder Hinsicht allen Lobes (sitayişe lâyık) würdig ist, Sabri, der bescheiden (mütevazi) und zugleich fähig (kabiliyet) ist, ihn zu begleiten (refik), Süleyman und Bekir Aga, die in ihrem Dienst (hizmet) treu und zuverlässig (sadıkane) bei der Arbeit (gayret) sind, und noch andere Schüler (talebe) hin. Während ihr die geistige Unterstützung (himmet) der großen Gemeinschaften und lichtvollen Gesichter (nuranî sîmalar) in diesen Gemeinschaften darstellt (tanıttırdı), die dieser kleinen Gemeinschaft Halt (cemaat istinadgâh) geben, sprecht ihr zugleich mit dem Verhalten (vak'ası) von Hülâgu in der Zeit von Şah-ı Geylanî auch die großspurigen Heuchler (riyakâr münafık) unserer Zeit und die Anführer (re'skâr) dieser Heuchler an (hitab), indem ihr sagt: "In naher Zukunft (istikbal) wird eine vernichtende Hand (kahhar bir el) euch verdientermaßen bestrafen (tamamen ceza) und so für die Unschuldigen Rache (masumların intikamını) nehmen." Nachdem diese Gegebenheiten (hakikat) anhand von neun oder zehn Zeugnissen bewiesen (delil ile isbat) werden konnten, wurden sie durch diese heilige Abhandlung (risale-i şerif) bekannt gegeben (ilân).

Mein geliebter Meister (Üstad)! Wie Hulusi Bey in einem seiner Schriften (fıkras) bereits dargelegt hat, möchte auch ich in gleicher Weise sagen: "Wer weiß, welch großen einzigartigen, wunderbaren Gnadenerweisen (hârika kerametler) ihr noch begegnen werdet, während ihr in der lichtvollen Straße (cadde-i nuraniye), die ihr durch den Segen (feyz) des Qur'ans aufgetan habt, mit den Flügeln eurer Schwäche und Armseligkeit (acz ve fakr) dahinfliegt, welch großartige, staunenswerte Ereignisse (hâdisat-ı acibeye) ihr dabei bezeugen (şahid) und was ihr weiter noch alles erleben werdet. Diese Güte (inayet), die ihr so erfahrt (mazhar), werdet ihr dann mit uns teilen (hissedar) und uns empfehlen (tavsiye), auch selbst in unserer Diensterfüllung (vazife) stets fleißig und zuverlässig (gayret ve ciddiyet) zu sein.

So ist es also, mein geliebter Meister (sevgili Üstadım), dass ich vor so vielen Gnadenerweisen Gottes (ikram-ı İlahî) einerseits meinen Gottesdienst (kulluk) nicht so recht verrichten kann, weshalb auch meine Augen ständig tränen (gözlerim yaşarıyor) und mir mein Herz weint (kalbim aglıyor). Andererseits erweise ich (takdim), während ich an der Schwelle Gottes des Einzigartigen (bâr-gâh-ı Samediyet) inständig um meine Vergebung (afv) bitte, unendliche und unzählbar viele (bîhad ve bîhesab) Male meine Zufriedenheit (minnet) und meinen Dank (teşekkür). Ich bete (duagû) stets für meinen geliebten Meister und meine verehrten opferbereiten (muhterem fedakâr) Mitbrüder, damit ihr Erfolg und ihre Sicherheit (muvaffakıyet ve selâmet) gewährleistet (ihsan) werden. Mein ehrenwerter Meister (kıymetdar Üstadım), mein Herr (Efendim), Eure Exelenz (Hazretleri).

Euer mit Sünden beladener Schüler (günahkâr talebe)

Ahmed Hüsrev

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Re'fet Bey

Mein sehr verehrter, lieber Meister und Herr (Üstadım Efendim)

Die Nachricht von Gavs-ı Geylanî Hazretleri aus dem Verborgenen (ihbar-ı gaybî), die ihr uns diesmal gesandt (göndermiş) habt, enthält einen besonders staunenswerten (şâyan-ı hayret) und zugleich wichtigen Sachverhalt (mes'ele-i mühimme), der einer reiflichen Überlegung (teemmül) bedarf. Ich las sie zwar mit einer großen inneren Freude (zevk-i ruhanî), doch hatte ich, euer armseliger Schüler (fakir talebe) genau dies schon seit langem bereits so empfunden (hissetmiştim). Unser Meister (Üstad) hat einen wichtigen (mühim) spirituellen Auftrag (vazife-i maneviye) für diese Zeit, den er jedoch meiner Meinung nach (fikrindeyim) jetzt noch nicht öffentlich bekannt (ifşa) machen, vielmehr vorerst noch geheim (mektum) halten möchte. Ich hatte meine Meinung (fikrim) dazu bereits einigen aufrichtigen Mitbrüdern (hâlis kardeş) mitgeteilt. In einem der Briefe (mektub), die ihr im vergangenen Jahr an Sabri Efendi geschrieben hattet, habe ich den folgenden Abschnitt (fıkra) gelesen: "İmam-ı Rabbanî sagt, dass in den letzten Tagen jemand kommen wird, der die Glaubenswahrheiten (iman mes'eleler) in einer allgemein verständlichen Weise (vâzıh bir surette) bekannt machen und sie so verbreiten (neşr ü ilân) wird. Ich werde keineswegs (hâşâ) versuchen, mich als diesen Mann vorzustellen (o adam zannedecek), jedoch denke ich, dass ich - euer Bruder (kardeş) - der ein Nichts in einem Nichts (hiç-ender hiç) ist, lediglich ein Vorbote (pişdar neferi) dieses großen Mannes sei. Du spürst den Duft (kokusunu hissediyor) dieser Persönlichkeit an mir." Dieser Abschnitt (fıkra) bestärkte meine frühere Meinung (düşünce) und bereitete mir jene vollkommene Freude (kemal-i sürur), in der ich sie auch Hüsrev mitgeteilt hatte. Wir hatten uns beide sehr darüber gefreut, dass wir den geistigen Rang (rütbe-i manevi) unseres Meisters (Üstad) bereits erkannt (sevinmiştik) hatten. Ich war vor vier, fünf Monaten bei eurer Hoheit zu Besuch (ziyaret-i âlîni) gekommen. Auch die Antwort, die ihr mir damals auf die Frage gegeben (suale verdiginiz cevab) habt, die ich über euch, unseren Meister (Üstad), gestellt hatte, hat genauso meine damalige Überzeugung (evvelki kanaat) bestätigt und bekräftigt (teyid ve takviye). Damals wussten nur ein, zwei Leute darüber bescheid (biliyor). Doch heute wird es durch die Veröffentlichung dieser Abhandlung (risalenin neşriyle) allen uns besonders nahe stehenden Schülern (has talebe) bekannt. Dabei kennt unsere Freude keine Grenzen (sürurumuz pâyan). Früher bedauerten wir (teessüf) es stets, dass wir uns in einer Zeit befinden, in der die Glaubenslosigkeit so verbreitet (dinsizlik münteşir) ist. Nun aber bleibt überhaupt keine Spur von Schmerz und Trauer (teellüm, teessür) mehr davon zurück. Da wir jedoch nun einen Meister (üstad) wie eure Hoheit (Zât-ı âlî) gefunden haben, versetzt uns die Zeit, ganz gleich, was sie uns bringen (ne olursa olsun) mag, nicht mehr in Verzweiflung (me'yus). Möge Gott der Allmächtige (Cenab-ı Allah) euch ein langes Leben schenken (tûl-ü ömür ihsan). Ich bin sicher (emin), dass ihr uns noch viele erfeuliche Werke (zevkli eser) zu lesen geben werdet. Mit eurer Erlaubnis (müsaadeniz) möchte ich dem jedoch noch hinzufügen (ilâve), dass ihr noch außerordentliche geistige Aufgaben (hârika vazife-i maneviye) zu erfüllen habt und uns zur rechten Zeit mit Anzeichen und Hinweisen (remizlerle, işarat) aus dem Qur'an über solche Verheißungen {(Anmerkung): Dies ist eine Wundertat von Re'fets Scharfsinn (keramet-i feraset).} berichten werdet, die weit darüber hinaus gehen (geçecek) und uns noch in Staunen versetzen (bizleri şaşırtıp) werden.

Euer armseliger Schüler (Fakir Talebe)
Re'fet
— 167 —

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Re'fet Bey

Was auch immer ich über die Abhandlungen aus dem Band "Blitze (Lem'alar)" wie auch über den Weg der Gelobten Sitte (Minhac-üs Sünnet) sagen möge, welche ihr uns vor kurzem gesandt habt; ich könnte mich nicht verständlich (ifade-i meram) dazu äußern. Denn je mehr die Werke einander folgend (birbirini takiben) veröffentlicht werden, steigert sich auch um so mehr ihre Bedeutsamkeit (kıymet) im genau gleichen Verhältnis (mebsutan tezayüd) dazu und lassen uns ein Leben wie im Paradiese (cennet hayatı) führen. Über die Werke (eserler) die Meinung (mütalaa) meiner Wenigkeit (fakir) zu äußern, wäre eine Anmaßung (küstahlık). Denn was könnten wir denn sonst tun, geschweige denn das Werk zu kritisieren (eseri tenkid), das eine gesegnete Persönlichkeit (zât-ı mübarek) verfasst hat, die Şeyh-i Geylanî gelobt (medih) hat, außer es in vollkommener Ehrfurcht (kemal-i hürmet) gut zu heißen, zu bewundern (tasvib ve tahsin), zu würdigen und mit einer großen innerlichen Freude (zevk-i ruhanî) zu lesen? Ich kann dazu nur noch das eine sagen: Wir können uns glücklich (bahtiyar) schätzen, wenn wir dadurch unserer gottesdienstlichen Verpflichtung (îfa-yı vazife-i ubudiyet) nachgehen können, dass wir dem majestätischen Schöpfer (Hâlık-ı Zülcelal) unseren unendlichen Dank (şükürler) erweisen, der uns in diesem Zeitalter des Irrglaubens (dalalet devrinde) mit einem erhabenen Meister (yüksek bir üstad) begnadet hat (lütuf), wie ihr Eure Hoheit (zât-ı âlîler), es seid und uns bis heute vollkommen vollendete Werke (mükemmel ve mükemmil eserler), deren vergleichbares (emsaline tesadüf) nirgendwo mehr zu finden ist, lesen und uns dadurch in unendlicher Freude (ezvak-ı nâmütenahiye) leben lasst.

Euer Schüler (talebe) Re'fet
— 168 —

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Hâfız Ali

Mein lieber verehrter Meister (muhterem Üstad)

Die Abhandlung über die erstaunliche Verheißung aus dem Verborgenen (keramet-i acibe-i gaybiye) des erhabenen Hazret-i Şeyh-i Geylanî, dessen Geheimnisse Gott heiligen (kuddise sırruhu-l âlî) möge, habe ich erhalten. Voll Bewunderung (hayret) begann ich darüber nachzudenken (düşünmeye) und schon nach kurzer Zeit (aradan) wurde für mich ein Schalter (dügme) der Stromfabrik des Lichtes (Nur), in der ich jetzt arbeite (hizmet), umgedreht. Ein Watt Licht erschien mir (bir ziya geldi) und sogleich begann ich etwas zu sehen. Ich beschreibe das genau so wie es war (Aynıyla yazıyorum). Fehler und Mängel (kusur ve noksan) gehören Ali, meiner Wenigkeit (bîçare Ali).

Mein Meister (üstad), wie Seine Exzellenz (Hazretleri), der Stolz der Welt (Fahr-i Âlem), mit dem Friede und Segen sei, der lebendige Kern (hayatdar çekirdek) des Baumes der Schöpfung (şecere-i kâinat), während die Propheten und Gesandten (Enbiya ve Mürselîn) zugleich die Äste dieses gesegneteen Baumes (şecere-i mübarek), angefangen vom Anfang des Astes bis zu seinem Ende (ibtidasından müntehasına) sind - stützen einander (birbirler) in der Tat ständig in einer festen Verbindung (kat'î bir alâka). Um dieses Geheimnisses (sır) willen sagte Hazret-i Âdem Safiyyullah über das mohammedanische Licht, das er wahrgenommen und erkannt (kokladıgı ve hissettigi) hat: "Oh Herr (Ya Rab)! Ich verspüre einen Urton hinter meiner Stirne (alnımda bir çıgırtı). Was ist das nur?" Seine Exzellenz Gott der Erhabene (Cenab-ı Kibriya Hazretleri) geruhte zu sagen: "Das ist die Lobpreisung des mohammedanischen Lichtes (Nur-u Muhammed ***(A.S.M.) ın tesbihidir)." Eine Verheißung (haber), die den Herrn betrifft, um dessentwillen die Welt erschaffen (Şah-ı Levlâk'i) wurde, den Urgrund der Welt (vesile-i dünya), die genau so in den vorausgegangenen Offenbarungsschriften (kütüb-ü sâbıka) zu finden ist - mit allen Eigenschaften und Gefährten (evsafıy, ashabıy) - zeigt, dass er mit einem Buch (kitab) gesandt wird, welches das Wissen der vorausgegangenen (ulûm-u evvelîn) und der kommenden beinhaltet (câmi'), das als Geist der Schöpfung (kâinatın ruhu) gilt und die Schönheiten der ganzen Schöpfung (kâinatın güzellik) in seiner Beschaffenheit (fıtrat) versammelt. Der Aufgang wird mit der Vervollkommnung (tekemmülle tulûu) {des mohammedanischen Lichtes (A.d.Ü.)} zugleich wie der Aufgang der Sonne (şemsin tulûu) mit der Morgendämmerung (fecir) erwartet.

So wurde die Offenkundige Unterscheidung (Furkan-ı Mübin), die ein allgemein verständliches (vâzıh) heiliges Inhaltsverzeichnis (fihriste-i mukaddes) dieses Kosmischen Buches (kitab-ı kâinat) ist, von dem Gewaltigen Thron (arş-ı a'zam) und von den gewaltigen Stufen (a'zamî mertebe) jedes einzelnen Namens herabgesandt (nüzul). Auf jeder Seite (sahife) und in jedem Kapitel (cüz) des kosmischen Buches (kitab-ı kâinat), dessen Wurzel (kök) im Gewaltigen Thron liegt, dessen Stamm (gövde) in der Brust (sadr) des Stolzes der Welt (Fahr-i Âlem'i) liegt, mit dem Friede und Segen sei, und dessen Äste (dallar) die ganze Erde umfassen (zemini ihata), stehen das "Wort Gottes (Lafzullah)", das Wort: "der ehrwürdige Gesandte (Resul-i Ekrem)", mit dem Friede und Segen sei, und das Wort "der Qur'an" alle im Zusammenhang mit einander, weisen auf einander hin (işaret), deuten auf einander hin (göstererek) und bestätigen sich gegenseitig in ihren Bedeutungen (hükümlerini tasdik). Genauso erkannte Hazret-i Şeyh, dessen Geheimnisse Gott heiligen möge, durch die Mitteilung Gottes des Schöpfers (Cenab-ı Hâlık), dessen Geheimnis er erfuhr (sırrına mazhar), dessen Namen und deren Erscheinungen (esma ve cilve) er erfuhr, dessen Wohlverwahrte Tafel (Levh-i Mahfuz) und dessen Gnade (lütf) er erfuhr, den Diener (hâdim) des Qur'ans, der nach acht Jahrhunderten (sekiz asır) kommmen und mit ihm in Übereinstimmung (tevafuk) stehen wird, bestätigte (tasdik) ihn und verhieß ihm so, was recht und die lautere Wahrheit (hak ve ayn-ı hakikat) ist.

Hazret-i Şeyh erwarb sich im Dienst (hürmet) am Heiligen (hizmet-i kudsiye) Qur'an, als dessen Diener (hâdim) er sich erwies, in der Tat zu seiner Zeit selbst noch den Respekt der Könige (padişah). Da über seinen Schultern (omuz) das mohammedanische Licht (Nur) in Erscheinung trat, folgten alle Heiligen (bütün evliya), die unter den Strahlen (ziya) dieses mohammedanischen Lichtes handeln, Hazret-i Şeyh. Weder Moslime noch Nicht-Moslime oder Anhänger einer anderen Schule (meşreb) wagten es, Hazret-i Şeyh zu kritisieren (tenkid), was im Grade augenscheinlicher Gewissheit (aynelyakîn) zeigt und beweist (isbat), dass auf dem mohammedanischen Weg (cadde) kein Sumpf (batak) und unter dem mohammedanischen Licht (Nur) kein Schatten (zıll) zu finden ist.

Genauso könnte ich sagen, dass es zu den Besonderheiten (şe'n) der lichtvollen Abhandlungen des Dieners des Qur'ans gehört, welcher der Diener (hâdim) des Qur'ans im vierzehnten Jahrhundert ist und von seinem neunten Lebensjahr bis zu seinem sechzigsten (sechsundachtzigsten) Lebensjahr ohne Ausnahme (bilâ-istisna) unmittelbar im Namen des Qur'ans gedient und gehandelt (hizmet ve hareket) hat, der sich selbst vor den grausamsten Despoten (canavar reisler) unter den Königen (padişah) seiner Zeit nicht gebeugt hat (baş egmedi), der sogar zum Fortschritt in der Wissenschaft (terakkiyat-ı fenniye) und der Intelligenz (zihniye) im ersten Rang (ihraz) beigetragen hat, der die Staaten Europas zum Schweigen (iskât) brachte und ihre Festungen (kal'alar) zugrunde richtet, der die Gegengifte (tiryak) gegen ihr Gift (sem) nicht in Flaschen anbietet, sondern in fließenden Strömen (mâ-i câri nehirler), welche aus der Quelle (zemzem) des Qur'ans, dem Haus der Genesung (şifahanesi) hervorsprudelnd (nebean) die Erhabenheit der Worte Gottes (i'lâ-yı kelimetullah) verkündet, der durch die Risale-i Nur, deren Vergleichbares nicht zu finden ist (emsali görülmemiş), vielmehr aus den Lichtern (envâr) des Qur'ans erwächst, die für das vierzehnte Jahrhundert (asr) bestimmt sind, die sechs Seiten der Welt (cihanın cihat) und das Antlitz des Himmels (semanın yüzünü) erleuchtet und die Wunden der Gläubigen (ehl-i iman) behandelt, die zwar verletzt, jedoch nicht dadurch gestorben sind (yaralı olup ölmeyen), und veranlasst, achtzigjährigen Greisen (ihtiyarlar) unter ihnen und noch bartlosen (şabb-i emred) Jungen und Jugendlichen (gençler) in ihrem unschuldigen Zustand (masum bir hale) wie dereinst auch Hazret-i Eyyub Leben zu spenden (hayat bahşı), und dies durch das segensreiche Buch (kitab-ı mübarek) des 14. Jahrhunderts, das nicht nur Hazret-i Şeyh, dessen Geheimnisse Gott heiligen möge, vorausgesagt hatte, noch im sechzehnten Jahrhundert (asır) zu sehen, sondern auch in den Offenbarungsschriften (Kütüb-ü Sâbıka) vergangener Zeiten verschlüsselt (remzen) angedeutet wurde, und auf das seine Exzellenz (Hazret) der Qur'an ganz offensichtlich (sarahaten) hingewiesen hat.

Wolle es Gott (İnşâallah), dass dies ein Hinweis (işaret) auf die Hochachtung dieses Auftrags (vazifenin makbuliyeti) ist, sodass Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) ihn aufgrund der Bedeutsamkeit dieses Auftrags (vazifenin ehemmiyeti) schon vor langen Zeiten erkannt werden ließ. Von dem Gesandten der Welt (meb'us-u âlem), der Auserwählte aus den Söhnen (güzide-i benî) Adams, unserem Herrn (Efendim), von den rechtgeleiteten Kalifen (Hulefa-i Raşidîn), mit denen Gott zufrieden sein möge, von den Polen der Heiligen (aktab-ı evliya) häufte sich (teraküm) eine solche geistige Kraft (manevî kuvvet) an, dass es offensichtlich (bedihî) ist, dass vor ihm nicht nur die Blinden und Tauben (kör ve sagır) unserer Zeit, sondern selbst die aufässigsten Pharaonen (azgın firavun) und Nimroden der Welt dennoch fürchten (korkacak) und gegen ihn den Mund auftun werden. Das ist es mein Wunsch vor Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hak), dass diese Lichter (envâr) des Qur'ans in die Hände der Gläubigen (ehl-i iman), die sich unter der Fahne (bayrak) des Bekenntnisses لاَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ مُحَمَّدٌ رَسُولُ اللّٰهِ {"Es gibt keine Gottheit außer Gott und Mohammed ist der Gesandte Gottes"} versammeln (toplanan), erreichen und bis zum Jüngsten Tag (yevm-il kıyam) die Leute (erbab) mehr werden lassen (teksirini ihsan), die ihr Leben für die Verbreitung und Veröffentlichung (tevessüü ve neşr) dieser Lichter (envâr) gewidmet haben und noch widmen (hayatını feda) werden. Âmîn! Âmîn um des Hauptes der Gessandten willen (bi-hürmeti Seyyid-il Mürselîn)!

Mein geliebter Meister (Üstad)! Ich bitte euch (diler), bei meinem Brief (arîza), der für mein halbes Leben (yarım hayat) als ein Sprachrohr (yaşımın tercüman) dient, ein Auge zuzudrücken (yarım nazar) und mir zugleich meine Fehler zu verzeihen (afv-ı kusur). Ich küsse (öper) eure Hände und euren Rock (el ve etekler). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) mit euch, meinem Meister (Üstad), der für uns und für die ganze Welt (bütün âleme) eine Methode zu leben (vesile-i hayat) ist, ewig zufrieden (ebediyen razı) sein. Dieses Gebet (dua) spreche ich Tag und Nacht.

Euer fehlerhafter Schüler (mücrim talebe) Ali
— 169 —

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Hulusi

Mein sehr verehrter, lieber Meister und Herr (Üstadım Efendim Hazretleri)

Euer so wertvolles, sinnvolles, geistvolles, erfreuliches, wirksames, genussreiches, weisheitsvolles und lichtvolles Werk (nurlu eser), das den Titel "Eine wichtige Verheißung aus dem Verborgenen (Mühim bir ihbar-ı gaybî)" trägt, das staunenswert (şâyan-ı hayret) und höchst interessant (cây-ı dikkat) ist, habe ich diese Woche durch unseren Mitbruder (uhrevî kardeş) Hüsrev Bey erhalten, der es mir in eurem Auftrag (emirlerinize imtisalen) gesandt (irsal) hat. Dafür spreche ich Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hak), Seiner Exzellenz (Hazretleri) dem grenzenlosen Segenspender (Feyyaz-ı Mutlak) meinen Lob und Dank (hamd ü şükür) aus und bete für meinen liebevollen Meister (müşfik Üstad), indem ich mich an der Schwelle Gottes (dergâh-ı İlahiye) niederwerfe, und bete (dua) zu Ihm trotz aller Schmach in meinem Gesicht (yüzümün karası) {Er fühlt sich zutiefst schuldig, so als habe er "Dreck am Stecken". (A.d.Ü.)} und der Wunde in meinem Herzen (kalbimin yarası) stets wieder:

اَللّٰهُمَّ حَصِّلْ مُرَادَنَا وَمَقْصُودَ اُسْتَاذِنَا سَع۪يدِ النُّورْس۪ى بِحُرْمَةِ حَب۪يبِكَ مُحَمَّدٍ ۨالنَّبِىِّ الْاُمِّىِّ صَلَّى اللّٰهُ عَلَيْهِ وَ عَلٰى اٰلِه۪ وَ صَحْبِه۪ وَ سَلِّمْ اٰم۪ينَ

{"Oh Gott! Lass unseren Wunsch und die Absicht unseres Meisters Said Nursi wahr werden, um deines Geliebten Mohammed, des analphabetischen Gesandten willen, dem Du, seiner Familie und seinen Gefährten Deinen Segen spenden mögest. Âmin."}

Die Verheißung (ihbar) aus den im Geiste Verborgenen (gaybî ve manevî), in den Werken seiner Exzellenz Gavs-ı A'zam Şah-ı Geylanî, dessen erhabenes Geheimnis Gott heiligen möge (Kuddise sırruhu-l âlî), hat meine Wenigkeit (bîçare) in einen derartigen Zustand (hal) versetzt, dass ich zu schwach (tariften âciz) für dessen Bescheibung bin. Ja in meiner Wenigkeit (bîçare) bin ich vor der Majestät und Größe (celalet ve azamet) seiner Geistlichkeit (Ruhaniyetler) einem Teig gleich geworden, der wie auch immer (ne hale girerse) in der Hand (avuç) zusammengepresst wird (sıkılan), um einen Kloß (bir top hamur) aus ihm zu formen. So bin ich in einen Zustand hinein geraten, in dem ich nichts mehr denken (düşünemez) kann, vielmehr wie berauscht (sersem) bin, in etwa vergleichbar jenem Seelenzustand nach dem Verlassen des Körpers (meyyit-i müteharrik). Seit Tagen sind meine Gedanken (zihnim) und all meine Sinne (havas) in etwa vollständig mit diesen wunderbaren Werken (hârika eser) beschäftigt. In diesem Zustand (halet) entstanden die folgenden Verse (beyit) in meinem Herzen (kalb) und flossen in meinen Stift (kalem), obwohl ich eigentlich gar nicht dazu befähigt (istidad) bin. Zwar konnte ich sie noch nicht den Regeln (kaide) eines Gedichtes entsprechend (uygun) formen. Im Vertrauen auf die Nachsicht (aflarına istinaden) meines liebevollen Meisters schreibe ich sie dennoch nieder. Deren Korrektur (tashih) überlasse ich nun meinem gütigen Meister (müşfik üstadım) und meinen Mitbrüdern (kardeş), die sich am Seile Gottes (hablullah) festhalten.

Betrachte, oh Hulusi, diese Verheißung aus dem Verborgenen!

Siehe nun, was mein Meister (üstad) uns aufzeigt (izhar)!

Er erblickt in dem Buch von Sinan ein gutes Vorzeichen (tefe'ül)

Mit Recht verweist er auf etwas ganz Wunderbares (hakka ki keramet ibraz)

Zwischen dem analphabetischen Gelehrten {(Anmerkung): nach der Lesart "wie ein Analphabet, oh du Gelehrter (Ümmi ey alîm)"} und Sinan dem Analphabeten ("Sinan-ı Ümmi")

— 170 —

liegt nach der Ebced-Rechnung eine Entsprechung (mutabakat) vor und wird sichtbar,

betrachtet man die beiden Namen nach dieser Methode (tarîk)

besteht mit dem Namen des Meisters (Esma-i Üstad) ein vollkommener Zusammenhang

denn mit Recht ist der Meister (Üstad) ein Diener des Qur'ans (hâdim-ül Kur'an)

die oben angeführte Entsprechung (bu muvafakat) genügt, um dies zu beweisen (isbat kâfidir)

diese Persönlkichkeit hat einen Einblick (vâkıf) in diese Bewunderung erregenden Geheimnisse (Hayretbahş esrar)

wir verkündigen den Mitbrüdern (İhvan) eine frohe Botschaft (haber-i beşaret)

er hat bereits vor achthundert Jahren

den Diener der Unterscheidung (Hâdim-ül Furkan), Bediüzzaman, geschaut

es war ein Geliebter Gottes (Habib-i Huda) und zugleich auch der Große Helfer (Gavs-ı A'zam),

— 171 —

dieser Sultan der Heiligen (evliya), Şah-ı Geylanî

Es hegt, mein Meister, eine besonders gute Meinung (hüsn-ü zan) von uns

denn dieser Name ernennt dich zu einem Diener (hâdim) des Qur'ans

so wirf dich denn in Dankbarkeit zu Boden (secde-i şükr), Hulusi, und sage:

oh Gott, du bist mein Herr (İlahî ente Rabbî) und ich bin dein Diener (ene-l abd)

führe diesen deinen schwachen Diener zum Erfolg (Bu âciz kulunu muvaffak)

gewähre ihm eine Ehre (şerefyâb) durch den Dienst (hizmet) am Qur'an

trenne ihn von der Schar (hizb) des Qur'ans nicht bis in alle Ewigkeit (tâ ebed)

erbarme dich dieses aufständischen Dieners (âsi kuluna merhamet)

sei zufrieden mit meinem Meister (Üstad) Said Nursî (razı)

— 172 —

um deines Geliebten willen, mit dem du zufrieden bist und der deiner Zufriedenheit würdig ist (Raziyy-il Marzî)

dem Sultan der Heiligen (Evliya sultanı), Abdülkadir

lass seinen Segen (himmet) nicht fehlen über uns, oh mein Gott (İlahî)

der Bekanntgabe dieser Verheißung aus dem Verborgenen (ihbarname-i gaybın izharı)

wollte ich mir in meinem Herzen (gönül) das Datum (tarih) notieren

sage hundert Tausend Mal Lob und Dank (hamd ü şükret) Gott dem Gerechten (Hakk), oh Hulusi

dafür, dass dein Meister Molla Said Nursî ist

euer Bruder im Geiste (uhrevî kardeş)

Hulusi
— 173 —

Es handelt sich hier um einen bedeutenden Traum (ehemmiyetli bir rü'ya) von Mes'du, dessen Stift Wunder (kalemi kerametli) zeigt.

Seiner hochwürdigen Exzellenz (Hazret),\meinem hochherzigen, ehrenwerten Herrn und Meister~(Üstad)

Ohne die Einfälle meines Herzens (tulûat) gelingt es mir nicht, euch, meinem Meister (üstad) einen Brief zu schreiben. Denn da mein Wunsch vor allem die Fertigstellung der abzuschreibenden Texte der Lichter (Nurların ikmali) ist, und da ich schnell schreibe, mit dem Wunsch (emeliyle), während ich sie abschreibe, sie auch so schnell wie möglich fertig zu stellen, bin ich nicht in der Lage, den Segen (feyz), den ich aus den Lichtern (Nurlar) empfange, ausführlich zu beschreiben. Daher darf ich es auch nicht wagen, hier einen Brief (mektub) niederzuschreiben.

An dem Tag, an dem sich Hüsrev Efendi von euch verabschiedet (müfarakat) hat, war ich, euer Diener, unterwegs, um euch zu besuchen (ziyaret). In der Gegend (civar) von Bedre haben wir uns dann getroffen (tesadüf). Da sagte mir Hüsrev Efendi, dass ich wieder umkehren solle. Ungeduldig fragte ich ihn nach dem Grund (münbais) dafür. Da sprach er darüber, welche Folgen (netice) das haben könnte. So kehrten wir denn wieder ins Dorf zurück (avdet). Darüber war ich sehr traurig (müteessir). Wegen meiner Traurigkeit (me'yusiyet) konnte ich sogar zwei Tage lang nicht das Haus verlassen (dışarıya). Um die Traurigkiet (teessür) meines Herzens (kalb) zu stillen, beschäftigte (meşgul) ich mich statt dessen mit der Abschrift der Lichter (Nurlar).

In der zweiten Nacht nach unserer Rückkehr (avdet) war ich bis um halb elf Uhr mit dem Abschreiben beschäftigt (iştigal). Nach dem Frühstück vor dem Fasten (sahur) habe ich mich verzweifelt und bekümmert (mükedderane) wieder hingelegt. Im Traume sah ich dann, dass ich zusammen mit eurer Hoheit (zât-ı âlî) nach der Glanzvollen Medina (Medine-i Münevvere) gegangen bin. Als wir durch das "Tor des heiligen Harem (Harem-i Şerif)" eintraten, wurde das Grab des Glückseligen (Makber-i Saadet) vor uns sichtbar. Im Grab des Glückseligen (Makber-i Saadet) war unser Prophet (Peygamber) mit dem Friede und Segen sei auf das "Tor des Friedens (Bab-üs Selâm)" hin ausgerichtet (müteveccih). Ich wollte sofort (der-akab) zu ihm hin eilen. Wir sind aber zusammen, ich einen Schritt hinter euch, bei ihm angekommen. Wie ein Vorbeter (Imam) sich nach der Beendigung des Gebetes (namazdan farig) wieder der Gemeinschaft zuwendet (yüzünü cemaate), so wandte sich der Herr der Sendung (Zât-ı Risalet) in die Richtung, aus der wir eingetreten waren, und setzte (diz üstüne otur) sich. Da sind wir zu ihm hin gegangen. Eure Erhabenheit (Zât-ı âlîniz) hat sich sofort einen Schritt vor ihm niedergelassen (diz çöküp oturdu). Da habe auch ich mich hinter euch gesetzt (diz çöküp oturdum). Ihr habt mit dem Ehrenwerten Gesandten (Resul-i Ekrem A.S.M.) eine lange Zeit (epey müddet) gesprochen. Als ich aufmerksam das Antlitz des Glückseligen (vech-i saadet) betrachtete, habe ich mit meinen eigenen Augen gesehen (re'y-ül ayn müşahede), dass seine Stirne gleich wie die Sonne (güneş) erstrahlte, während sein gesegnetes Antlitz (vech-i mübarek) braun wie der Weizen (bugday rengi) war. Worum es sich aber bei eurem Gespräch (mükâleme) handelte, konnte ich indes nicht verstehen. Die Ausdeutung (tefsir) meines Traumes überlasse ich (havale) nun meinem ehrwürdigen Meister (üstad-ı ekrem). Ich konnte lediglich in meinen unzureichenden Gedanken (kasır fikrim) mein Herz dadurch beruhigen (kalbimi teskin), dass ich zu mir sagte: "Was hast du dich da einzumischen?" Vielleicht hat sich ja mein Meister (Üstad) über die Angriffe (tecavüz) dieser Ungerechten (zalim) gegen die İslâmiyet an jener höchsten Stelle (merci) beschwert, die das Gesetz (şeriat sahibi) vertritt.

Mes'ud
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Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Vezirzade Küçük Mustafa

Oh mein geliebter Meister (sevgili üstad)!\Oh ihr, der ihr die Lichter~(Nurlar)\empfangt und sie verbreitet~(naşir)

Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) hat euch in dieses Land (memleket) gesandt, damit die Seelen (ruhlar), die in die Irre (dalalet) gehen, sich durch die Lichter (Nurlar), die ihr veröffentlicht, retten können (kurtulsun). Für all diese guten Gaben (nimetlerin şükrü) können wir gar nicht genug danken, auch wenn wir uns Tag und Nacht vor Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) noch so oft in Dankbarkeit niederwerfen (secde-i şükran).

Oh mein Meister (üstad), ich bin Analphabet (ümmi). Und ich bin nicht gelehrt (malûmat) wie andere Mitbrüder (kardeş), sodass ich meine Gefühle (hissiyat) der Risale-i Nur gegenüber verbal zum Ausdruck (dilim ile ifade) bringen könnte. Wolle es Gott (inşâallah), dass ich mir jegliche Mühe geben werde, meinen Mitbrüdern (kardeş) in meiner Treue (sadakat), Liebe (muhabbet) und seelischen Verbundenheit (irtibat-ı ruhî) gleich zu werden. Statt mit meiner Zunge (dil), mit der ich mich im Wachzustand (uyanık âlemi) nicht verständlich machen (ifade-i meram) kann, möchte mein Geist (ruh) jedoch mit der Zunge (dil) in meiner Traumwelt (uyku âlemi) ein, zwei Vorfälle (vak'a) erzählen, deren Bedeutung (mahiyet) ich zwar nicht verstanden habe, die aber auf meine Verbundenheit (merbutiyet) mit euch hinweisen:

Erstens: Vor anderthalb Jahren war ich geschäftlich (ticaret) in einem zwei Tagesreisen entfernten Dorf (mesafede olan bir köy) tätig. Zur gleichen Zeit erschien mir das innere Gesicht der Welt (dünyanın iç yüzü). Da aber dieses sowohl vergänglich (fâni) als auch gleich einem Kerker (zindan) war, überkam mich ein Ekel (nefret) vor ihm. Da wünschte ich mir von Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hak) einen Meister (üstad), der mir einen Weg (yol) zeigen soll, der mich aus dieser vergänglichen Welt (fâni dünya) in die ewig bestehende Welt (bâki bir âlem) führt, und sagte zu ihm: "Wenn ich einen solchen Meister (üstad) finde, will ich ihm mein Wort (söz) geben, mit Leib und Seele (tam) sein Diener (hizmetkâr) zu werden."

In diesem Zustand und mit diesem Gebet (niyaz) schlief ich ein. Im Traum war ich in einer sehr schönen, ja geradezu faszinierenden (şirin ve güzel) Stadt, die ich aber nicht kannte. Und da kamt nun ihr, mein Meister auf einem sehr schönen Pferd geritten, unvergleichlich geschmückt (zînetli bir at), wie man in der Welt (dünya) kein zweites zu finden vermag. Und ihr flogt (uçarken) von West nach Ost (garbdan şarka) in etwa fünf, sechs Metern Höhe über dieser Stadt dahin. Ich habe Haltung angenommen (selâmınızı aldık) und euren Gruß empfangen (selâmınıza durduk). Und in diesem Augenblick bin ich aufgewacht (esnada uyandım). Ich habe das Glaubensbekenntnis (Şehadet) rezitiert und habe Gott dafür gedankt (şükrettim), dass ich nun den von mir gewünschten Meister (üstadı) finden werde. Und nach zwei Monaten bin ich tatsächlich zu euch zu Besuch (ziyaret) gekommen.

Zweiter Vorfall: Im Traum (rü'ya) sah ich in einer Stadt (şehir) sehr viele Soldaten (kesretli askerler) und auch Munition. Auch ich gehörte wahrscheinlich zu diesen Soldaten. Und ich habe gesagt: "Oh Herr (Ya Rabb)! Wer ist der Kommandeur dieser Soldaten?"Und noch während ich betete (niyaz), tauchte vor mir ein hochgebautes Schloss (yüksek bir saray) auf. Ich bin in dieses Schloss hinein gegangen, um den Kommandeur zu finden. Da sah ich, dass da ein prächtiger Bach (parlak bir çay) floss und bin diesen Bach entlang (çayı takib) gegangen. Dann sah ich, dass er sich in zwei Arme (şube) teilte und folgte ihm noch weiter bis zu seiner Quelle (menba). Dort fand ich den Kommandeur dieser Soldaten (askerlerin kumandanı) und zugleich auch Besitzer dieser Gewässer (suların sahibi), d.h. ich fand unseren Meister (üstad) mit noch zwei anderen Männern (iki adam) zusammen im Gebet (namaz). Da habe dann auch ich mit diesem Wasser Abdest genommen, mich dem Gebet angeschlossen und bin sogleich klopfenden Herzens (kalbimin hareketiyle), das Glaubensbekenntnis noch auf meiner Zunge (dilimin şehadetiyle) wieder aufgewacht, mit einem Dankgebet zu Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk'a şükrettim), dass er mich zu meinem Meister (üstad) gebracht hatte.

Euer Diener und Schüler (hizmetkâr ve talebe)
Mustafa

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Hulusi Bey

Diese Woche habe ich den Dritten Blitz (Üçüncü Lem'a) und den Siebten Blitz (Yedinci Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub), die dem Schatz der Briefe (hazine-i Mektubat) hinzugefügt wurden, mit denjenigen gelesen (tilavet), die sie zu schätzen wissen (muhibban), ja geradezu von ihnen begeistert (müştakan) sind. Hundert Tausend Mal Lob und Dank (hamd ve şükür) sei dem Freigiebigen (Kerim), Barmherzigen (Rahîm), Beständigen in seiner Majestät (Bâki-i Zülcelal) dafür, dass ich durch die Vermittlung eurer Erhabenheit (vesatat-ı âliye) noch eine große Güte Gottes (lütf-u azîm-i İlahîye) erfahre. Inbrünstig und flehentlich (tazarru' ve niyaz) bitte ich Gott als seinen Diener (abîdane) darum, dass er meinen geliebten Meister (sevgili üstad) bei der Erlangung des Wohlwollens Seiner Einzigartigkeit (rıza-yı Samedanî) und in Seinem in Dankbarkeit anerkannten geistigen Dienst (vazife-i meşkûre-i manevi) zu einem beständigen, wirksamen und allumfassenden Erfolg (şümullü muvaffakıyet) führen möge. Ihr geruht, mir zu sagen (emir), dass ihr von mir, diesem Hilflosen und geradezu Aufständischen (bîçare ve isyankâr) noch viel Gebet (dua) erwartet.

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Ja könnte es denn überhaupt möglich (mümkün) sein, dass ich - während ich meine Verehrung an dieser Schwelle zum Ausdruck (eşige yüzümü sürerken) bringe - nicht sagen sollte: "Oh Herr (Ya Rab), sei mit seiner Exzellenz (Hazret) meinem Meister (üstad) Said Nursî zufrieden (razı) und lass seine Wünsche (murad) in beiden Welten (dâreynde) wahr werden!" Nein keineswegs (aslâ ve kat'â)! Während dies für mich meine Pflicht (vazife) ist, so möge es doch Gott so wollen (inşâallah).

Mein lieber Meister! Wolle es Gott (inşâallah), dass sich der schwache Geist (zaîf ruh) eures Getreuen (sadîk) so wie in diesem vergänglichen Leben (fâni hayat) so auch im ewig beständigen und immerwährenden (bâki ve sermedî) Leben niemals von der liebevollen Seite (cenah-ı şefkat) eures erhabenen Geistes (ulvî ruh) trennen wird, sich nicht von ihm trennen kann und es auch niemandem jemals gelingen wird, ihn von ihr zu trennen.

Es ist unbestreitbar (gayr-ı kabil-i inkâr), dass die Menschen mit ihren leiblichen und seelischen Sinnnen (havas ve letaif) inmitten des Tumultes (dagdagalar) dieses vergänglichen Lebens (fâni hayat) in der Tat nicht jederzeit in den lichtvollen und großartigen (münevver ve muhteşem) Spiegel schauen, nach dem sie verlangen (müştak). Sobald sie aber von dieser Beschäftigung frei geworden (meşgaleden feragat) sind, zeigt sich (arz-ı didar) das Licht (Nur) wieder in aller Pracht (haşmet). In diesen Zeiten verspüre ich überhaupt keine Trennung. {keine Trennung von meinem Meister (A.d.Ü.)} Ja ich betrachte sogar die Verschiedenheiten unserer Aufenthaltsorte (ihtilaf-ı mekân) für bedeutungslos (tesirsiz). Die Ankunft (vürud) des siebten und dritten Blitzes (Yedinci ve Üçüncü Lem'a) im hiesigen Postamt war (tesadüf) am elften Ramadan. Wenn jeweils ein Tag für die Lagerung im Postamt gezählt wird (tutulursa), so würde das heißen, dass jeder Blitz vom Anfang dieses gesegneten Monats (mübarek ay) bis heute jeweils ein Tag berechnet wird. In den ersten zehn Tagen (aşr-ı ûla-yı Ramazan), die in der Überlieferung "die Erbarmung vom Anbeginn (Evvelühü rahmetün)" genannt werden, sind sie am gewünschten Ort (mahall-i maksud) angekommen. Nach der Bekanntgabe (ilân) des Müfti-Amtes (müftülük) war die Ankunft genau am zehnten Tag. Den vierten und achten Blitz (Dördüncü ve Sekizinci Lem'a) habe ich auch am vierzehnten dieses Monats der Vergebung (mâh-ı gufran) erhalten. Geht man davon aus, dass die Post vor einem Tag angekommen und auch einen Tag im Postamt gelagert wurde, oder einen Tag zu dem ersten Kapitel hinzu gezählt würde, so findet auch in diesem lichtvollen Werk (nurlu eser) etwa für jeden Tag im Ramadan ein Blitz seinen Platz. Das zeigt (delalet) im Grade der Offensichtlichkeit (sarahat derece), dass diese Numerierung (adedler) nicht sinnlos gegeben wurde (boşuna) und sie an dem Ort, an dem sie in der zweiten Dekade (aşr-ı sâni) des Ramadans, dessen Mitte Vergebung ("Evsatuhu magfiretün") ist, abgeschrieben werden (yazıldıgı mahalle), auch ankommen (yetişecek) werden.

Ich habe keinen Zweifel (şübhe) daran, dass meine treuen, aufrichtigen und wahrhaftigen Mitbrüder (sâlih kardeş), die den Qur'an auswendig (hâfız) kennen und die zur Schar (hizb) des Qur'ans gehören, die dem Ort (mahal), an dem diese Lichter (Nurlar) durch die Macht Gottes (bihavlillah) ohne Dämmerung aufgehen (gurubsuz tulû'), wie Merkur und Venus (Utarid ve Zühre) innerlich und äußerlich (maddeten ve manen) nahe stehen, diesen segensreichen Werken (mübarek eserler), die diesem Armseligen (bîçare) so lichtvolle und offensichtliche Wahrheiten (zahir hakaik) als eine lautere Gnade Gottes (inayet-i İlahî) gezeigt werden, wie die Sonne, deren Strahlen (şuaat) mir in dieser Stunde die Augen öffnet (sokan güneş), noch viele Geheimnisse (çok esrar) entnehmen werden (anlayacak).

Die Eindrücke (duygular) ihres hilflosen Mitbruders (âciz bir kardeş), der von der Quelle des Segens (merkez-i feyze) am weitesten (uzak) entfernt ist, veranlasst nun einmal meine Mitbrüder über diese segensreichen Werke (mübarek eserler), ihre durchaus zutreffenden (lâyıklı), bedeutungsvollen und so wertvollen Empfindungen (degerli ihtisaslar) zu äußern. Wolle es Gott (inşâallah), dass dieses Tun (hareket) dann auch zu ihrem Dienst (hizmet) am Qur'an hinzugezählt (ma'dud) wird. In eurer erhabenen Gegenwart (Âlî huzur) möchte ich mit meinen Mitbrüdern ein wenig darüber reden (kardeşlerim biraz konuşmak).

Liebe Mitbrüder (Kardeşlerim)! Die Beschäftigung (iştigal) meiner Wenigkeit (bîçare) mit den Lichtern (Nurlar) teilt sich in drei Kategorien (üç devre):

Erstens: Seitdem ich das Glück (saadet) hatte, mit seiner Exzellenz, meinem Meister (Üstad Hazretler), zum ersten Male beehrt (teşerrüf) zu werden, schreibe ich (istinsah) die Werke (eserler), die inzwischen veröffentlicht (intişar) wurden, für mich ab.

Zweitens: Den Anweisungen (emirler) meines verehrten Meisters (muhterem Üstadım) folgend habe ich mich über die Wirkungen (tesirler) der Worte (Sözler) auf Menschen verschiedener Bildungsschichten (tabaka-i nâs) geäußert, ob sie Ansichten (cihetler) haben, die widerlegbar (kabil-i cerh) sind, einer Korrektur bedürfen (lâzım-üt tashih), oder kritisiert werden könnten (mûcib-i itiraz), soweit wie ich die Dinge mit meinem unzulänglichen Verstand (kasır aklım) erfassen und in meiner unzureichenden Einsicht (kısa görüşüm) erkennen konnte. Jede Gelegenheit (fırsat) nutzend wollte ich meinen Mitbrüdern (din kardeş) behilflich sein, auch ihnen diese Lichter (Nurlar) zeigen, ihre Aufmerksamkeit (dikkat-i nazar) auf sie lenken, in der Hoffnung (emel), die Herzenswunden in ihrem Inneren (kalbî ve bâtınî) salben zu können (merhem), die Werke des Lichtes (âsâr-ı Nur) unter einem spontanen, innerlichen (ihtiyarsız ve manevî) Ansporn begeistert mit ihnen lesen (aşk ile okumak).

Drittens: Den Anweisungen (emirler) meines lieben und gütigen Meisters (müşfik Üstad) folgend äußerte ich (arz) meine Eindrücke (ihtisas) über die lichtvollen Werke (nurlu âsâr), die durch ihre Anmut, Beredsamkeit und Majestät (belâgat ve celadet), wie auch durch die große Leichtigkeit ihrer Verbreitung (intişar) verständige Menschen in Bewunderung versetzen. Persönlich (bizzât) oder im Namen meiner Brüder (kardeş) teilte ich etliche Schwierigkeiten (müşkilât) und Zweifel (tereddüdat), soweit sie den Qur'an betreffen, an der Quelle des Segens (makam-ı feyze) mit. Auf diese Weise (bu tarîkle) erwies meine Wenigkeit (âcizane) einen Dienst, sowohl zur Lösung des jeweiligen Problems (müşkilin halline) und dient zugleich auch dem Nutzen (istifade) des Fragenden (sâil) und der anderen Mitbrüder (kardeş). Wegen des Dienstes (hizmet) am Qur'an, der wie ein Tropfen aus dem Meer (denizden katre) sein könnte, sollt ihr meiner Wenigkeit (bîçare) keine Bedeutung beimessen. Denn ich weiß sehr gut, dass ich leider überhaupt nicht dazu würdig (liyakat) bin. لاَ تَقْنَطُوا مِنْ رَحْمَةِ اللّٰهِ {"Gebt nicht die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes auf." - Sure 39, 53-} Wenn diese majestätische Ayah (âyet-i celil) mir keine Hoffnung (ümid) gegeben hätte, wäre es unvermeidlich gewesen, vor der Unendlichkeit meines Aufstandes (isyanımın nihayetsizlik) noch den Verstand zu verlieren (çıldırmak).

Wenn das so ist, so bitte ich (rica) euch, meine lieben Mitbrüder (aziz kardeş), nachdrücklich um eure Gebete für das Wohl (hayır dua) eures armseligen Mitbruders (zavallı kardeş). Wenn man die obigen Kategorien im Lichte (hesab) des Qur'ans betrachtet, kann man dabei vielleicht einige Schönheiten (güzellikler) entdecken. Das ist so wie unser lieber Meister (sevgili Üstad) sagt, dass die Schönheit (güzellik) des Qur'ans und die Anmut der Lichter (Nurların latiflik), die aus der Quelle dieser Fülle (menba'-ı kevser) kommen, diesen Sachverhalt bewirkt (hususu temin) haben. Von Kindheit an (hîn-i sabavet) sind Lügen das, wovor ich - Dank sei Gott (felillahilhamd) - am meisten Abscheu (ziyade menfur) empfinde. Darum könnt ihr sicher (emin) sein, dass ich die Wahrheit sage (hakikatı ifade). In den drei Kategorien (üç safha) die ich oben angeführt habe, liegt keine Absicht und kein Zufall (ihtiyar ve tesadüf). Die Souveränität (hâkim) in allen Dingen zeigt sich einzig und allein in einer Hand aus dem Verborgenen und im Vorherwissen Gottes (dest-i gaybî ve kader-i İlahî). Das empfinde ich so (hissediyor). Das Vorherwissen Gottes (kader-i İlahîyi) bedarf keiner Erläuterung (izah). Was die Hand aus dem Verborgenen (dest-i gayb) betrifft, so haben wir vor kurzem erfahren, dass dies seine Exzellenz (Hazret) Gavs-ı A'zam ist, der Sultan der Heiligen, Bâz-ül Eşheb, Seyyid Abdülkadir-i Geylanî, dessen erhabenes Geheimnis Gott heiligen möge (Kuddise sırruh-ul âlî).

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Ich möchte jedoch aufgrund der erhabenen Vergebung (âlî afvlar) meines ehrwürdigen Meisters (muhterem Üstad) noch hinzufügen (ilâve), dass die Verheißung seiner Exzellenz Gavs-ı A'zam aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye) eindeutig (sarahaten) auf unseren Meister (Üstad) Said Nursî Hazretleri zutrifft. Betrachtet man seinen einzigartigen Lebenslauf (tercüme-i hali) von Kindheit (Çocukluk) an kritisch, so erkennt man, dass die Anwesenheit (vücud) dieser Persönlichkeit (zât) nur dem Qur'an und dem Glauben (iman) dient. Aus diesem Grund erlangte er (mazhar) auch diese wunderbare geistige Haltung (hârika hâlât). Wir Armseligen (bîçareler), Nachtfalter (pervane), die um dieses Licht (şem'in) kreisen, brauchen nun keinen Zweifel (şübhe) mehr zu hegen, am Ende im Namen der Schar (hizb) des Qur'ans den geistigen Beistand und das Gebet (himmet ve dua) von Hazret-i Gavs, die Fürsprache und Empfehlung (şefaat, iltimas) seines Hochehrwürdigen Ahnen (cedd-i zîşan), seiner Exzellenz (Hazret), unseres Propheten, mit dem Friede und Segen sei, unseres Herrn (Efendim), die Vergebung und den Schutz (afvına, himaye) dessen der den Qur'an herabgesandt hat (Münzil), zu erlangen (mazhar).

Möge Seine Exzellenz (Hazret), Gott in Seiner Majestät (Allah-u Zülcelal), uns alle beschützen (muhafaza), Âmîn! Sollten wir jemals diesen Dienst (hizmet), welcher der Grund für unsere Rettung (bâis-i necat) in beiden Welten (dâreyn) ist, ganz und gar aufgeben (bilkülliye terk), so wäre uns dadurch unser Untergang (helâkimiz muhakkak) gewiss. Da wir nun einmal dafür keine Versicherung (sened) in Händen (elimizde ma'fuv) halten, dass uns vergeben worden ist, kann uns die frohe Kunde (müjde), die seine Exzellenz unser Meister (Üstadımız Hazretleri), welcher die Quelle unseres Segens (bâis-i feyz) ist, uns in seiner Güte (şefkat) über die Verheißung aus dem Verborgenen (keramet-i gaybiye) bringt, lediglich dazu dienen (artırmaya vesile), unsere Begeisterung und unsere Dankbarkeit (şevk ve şükr) nur noch zu steigern. Während er uns mitteilt, dass sein Name offensichtlich dort erwähnt (sarahaten zikredildigi) wird, und dabei einen erhabenen Verzicht (âlî feragat) {Er schiebt sich nicht als der Verfasser der "Lichter" und ihr Herausgeber in den Vordergrund. (A.d.Ü.)} an den Tag legt, sollten wir dies als ein Lehrbeispiel (nazar-ı ibret) dafür ansehen, dem wir aufrichtig nacheifern (cidden taklid).

Und weiter gehört es zu seinen Unterweisungen (emir), dass wir zu diesem Dienst beauftragt und dazu verpflichtet (muvazzafız, mükellefiz) sind, nicht aber zu seinem Ergebnis (netice). Meine Bitte (niyaz) an Gott in Seiner Majestät (Allah-u Zülcelal), der uns in diesem lichtvollen Dienst (nurlu hizmet) zu einander gebracht (birleştiren) hat, ist es, dass er uns auch am Tage der Wiederversammlung (Haşir) unter der Fahne (liva) Mohammeds, mit dem Friede und Segen sei, versammelt und wieder zusammen (haşr ü cem') bringt.

اَللّٰهُمَّ رَبَّنَا تَقَبَّلْ مِنَّا اِنَّكَ اَنْتَ السَّم۪يعُ الْعَل۪يمُ

{"Herr, nimm es von uns an, denn Du bist der, der alles hört und weiß." - Sure 2,127-}

Mit eurer Erlaubnis (müsaade) komme ich wieder auf unser Thema (sadet) zurück:

Der Kommentar zu drei majestätischen (celilenin tefsiri) Ayat, der im Siebten Blitz (Yedinci Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub) zum Thema (esas) wurde, ist in seiner Art wunderbar (hârika bir tarz). Besonders wurden der zweite Aspekt (İkinci Vecih) und die Zweite Verheißung aus dem Verborgenen (ihbar-ı gaybî) im Siebten Aspekt (Yedinci Vechi) auf eine Weise behandelt, wie man dies noch nie zuvor gehört (işitilmemiş bir surette) hatte. Der Dritte Blitz (Üçüncü Lem'a) dieses Briefes, in dem die Ayah

كُلُّ شَيْءٍ هَالِكٌ اِلاَّ وَجْهَهُ لَهُ الْحُكْمُ وَاِلَيْهِ تُرْجَعُونَ

{"Alles ist dem Untergang geweiht, nur sein Antlitz nicht. Ihm steht die Entscheidung zu. Und zu ihm kehrt ihr dereinst zurück."- Sure 28,88-}

sinngemäß (meal) mit den Sätzen (cümle)

يَا بَاق۪ٓى اَنْتَ الْبَاق۪ى ٭ يَابَاق۪ٓى اَنْتَ الْبَاق۪ى

{"Oh Du Ewig-seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht. Oh Du, Ewig-seiender! Du bist es, der ewig bleibt und besteht."}

wiedergegeben (ifade) wird, erklärt hier zwei Wahrheiten (hakikat), durch die ich einen sehr großen Segen (feyz) empfangen habe. Dabei ist es erstaunlich (garib), dass dieses gesegnete Werk (mübarek eser), das mit der majestätischen (celil) Ayah

لَقَدْ صَدَقَ اللّٰهُ رَسُولَهُ الرُّؤْيَا بِالْحَقِّ

{"In der Tat hat Gott das Traumgesicht Seines Propheten wahr werden lassen." - Sure 48,27-}

beginnt, in etwa auf den Traum hinweist (rü'ya bir işaret), den meine Wenigkeit (fakir) gesehen hat, und sagt dazu sinngemäß: "Der Mond (kamer), den du im Traum (rü'ya) gesehen hast, hatte sich auf einen Fingerzeig (bir parmak işaretiyle) seiner Exzellenz (Hazret), des Stolzes beider Welten (iki cihanın Fahri), mit dem Friede und Segen sei, der den Traum, der in dieser Ayah behandelt (bahis) wird, gesehen hat (rü'yanın sahibi), mit der Erlaubnis Gottes des Gerechten (izn-i Hak) gespalten. Während dessen hat sich die Sonne (Şems) um seinetwillen (onun hatırı için), so wie im 19. Brief (Ondokuzuncu Mektub) erklärt wird, eine Stunde lang nicht bewegt (hareketsiz). Dieses Werk ruft in etwa dergleichen Wunder von ihm in Erinnerung und ermahnt sodann: "Oh du Gottvergessener (gafil)! Befolge die gelobte Sitte (ittiba-ı sünnet)!" In meinem Brief, in dem ich von diesem Traum erzählte (rü'yayı nakleden), und am Schluss die Ausdeutung (tabirin sonunda) gemacht habe, die ich spontan (ihtiyarsız) als Folge des Segens (feyiz neticesi), den ich durch das erste Kapitel (Birinci Makam) des ersten Zeichens (Birinci Remz) des 29. Briefes (Yirmidokuzuncu Mektub) erhalten habe, zitierte ich die majestätische (celil) Ayah

كُلُّ شَيْءٍ هَالِكٌ اِلاَّ وَجْهَهُ

{"Alles ist dem Untergang geweiht, nur sein Antlitz nicht."}

Im ersten und zweiten Blitz (Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub) wird diese Ayah in wunderhafter Weise (i'cazlı tefsir) kommentiert und gilt so als eine äußerst feinsinnige (gayet latif) und besonders prächtige Antwort (muhteşem bir cevab). Das erste Kapitel (Birinci Makam) des Vierten Blitzes (Dördüncü Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub) ist es in der Tat (hakikaten) würdig, als "der Weg der Gelobten Sitte (Minhac-üs Sünne)" bezeichnet zu werden.

Erste Anmmerkung: Diese Abhandlung zeigt uns den Grad des Mitgefühls (şefkat) des Ehrwürdigen Gesandten (Resul-i Ekrem), mit dem Friede und Segen sei, gegenüber seiner Gemeinde (ümmet) und dass er mit Recht (bihakkın) der sündigen Menschen Fürsprecher (Şefîu'-l Müznibîn) ist. Sie erinnert uns auch (hatırlatmak) an die Verse (vecize) Süleyman Efendis selig (merhum), in seiner heiligen Kasside über dessen Geburt (mevlid-i şerif):

Als er noch klein (tıfl iken) war sehnte er sich (diler idi) nach dessen Gemeinde (ümmet)

Nun bist du alt geworden (kocaldın) und dennoch vernachlässigst du noch immer (terkedersin) dessen Tradition (sünnet).

Auf diese Art unterweist sie (ders) diejenigen, die zu seiner Exzellenz Gemeinde (Hazret'e ümmet) gehören, nachdrücklich (ehemmiyet) in der Notwendigkeit (lüzum) der Befolgung (riayet) dessen Gelobter Sitte (sünnet).

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Zweite Anmerkung: Die Beschreibung, der zufolge die gesegneten Nachkommen (nesl-i mübarek) unseres Herrn (Cenab), des Propheten (Peygamber), mit dem Friede und Segen sei, seiner Exzellenz (Hazret), jenes Herrn (Efendi), der sich bis zum Jüngsten Tag (yevm-il kıyam) in seinen Exzellenzen, Hasan und Hüseyin, mit denen Gott zufrieden sein möge (Radıyallahü Teâlâ Anhüma), fortsetzen und so in Zukunft (istikbal) viele gesegnete Persönlichkeiten (mübarek zevat) aus dieser Nachkommenschaft erscheinen (bu meyanda zuhur) werden, wie der Prophet in seiner prophetischen Vorausschau (nazar-ı nübüvvet) erkannt hat, und weswegen er seine beiden Enkelkinder (hafid) im Sine (hesab) all dieser lichtvollen Persönlichkeiten liebkoste (nurlu zâtlar şefkat); dies ist so einzigartig (tarift), dass man nach menschlichem Ermessen (beşerin düşünmek) es zu beschreiben für unmöglich (yazılmasına imkân) gehalten hätte.

Der dritte Punkt dieser Abhandlung weist (işaret) auf die Liebe (muhabbet) zur Familie des Propheten (Âl-i Beyt) hin, wie dies auch im Qur'an ganz eindeutig (nass-ı katı') geschrieben {Sure 42, 23} steht (sabit) und aufgrund einer Überlieferung des Propheten (hadîs-i Nebevî) auch so bezeugt (müberhen) wird, und so dazu aufruft (davet) dieser Verpflichtung auch nachzukommen (vazifeyi îfaya). Denn wenn die İslâmiyet eine Körperschaft (vücud) ist, so ist das Rückgrad (belkemik) dieser Körperschaft in jedem Fall (muhakkak) die Familie des Propheten (Âl-i Beyt), und dessen Haupt (baş) für alle Zeiten das Buch Gottes (Kitabullah).

Der vierte Punkt ist eine so machtvolle Unterweisung (kuvvetli bir ders), dass sie die Schiiten (Şîalar) zum Schweigen (ilzam) bringen kann. Worum es sich in dieser umfangreichen Unterweisung (şümullü ders) handelt, wird am Schluss noch ganz wunderbar zusammen (mükemmelen icmal) gefasst.

وَاعْتَصِمُوا بِحَبْلِ اللّٰهِ جَم۪يعًا وَلاَ تَفَرَّقُوا

{"Haltet allesamt fest am Seil Gottes und spaltet euch nicht." - Sure 3,103-}

Diesem majestätischen Befehl (emr-i celil) entsprechend werden alle Gläubigen zur Einheit (mü'minler tevhid) aufgerufen.

Ich habe die Abschnitte (remizler), welche Ghaus Geylanis Hinweise (işarat) auf die Verheißung (keramet) bekräftigen, mehrmals (defaatle) gelesen. Diese guten Botschaften (müjde) haben mein Lob und Dank (hamd ü şükr) noch gesteigert. Zenbilli Ali Efendis Abschnitt (fıkra), der diesen Sachverhalt genau (hale çok uygun) trifft, hat mir sehr gut gefallen (hoşuma). Darin ein gutes Vorzeichen (tefe'ülü) zu erblicken ist von euch sehr feinsinnig (latif) und entspricht (kabilinden) zudem der Ayah خِتَامُهُ مِسْكٌ {"Dessen Siegel aus Moschus besteht." - Sure 38,26-}

Im Garten (bahçe) des Qur'ans öffnen sich wahrhaft paradiesische Blumen (cennet çiçekler); und das in der Tat jederzeit in einer anderen Farbe (renk), mit einer anderen Anmut (letafet) und jede in ihrer besonderen Pracht (tesir). Allen Gefährten (yoldaş), welche das Schlagen (nagme) der Nachtigall (bülbül) in diesem Blumengarten (mezher) hören, welches die Herzen (gönül) bezaubert (teshir), und ihr nacheifern, wünsche (temenni) ich Geborgenheit (selâmet), Glück (saadet) und Erfolg (muvaffakıyet) in beiden Welten (dâreyn) und bete für sie (niyaz eylerim).

Verse (beyt) eines Dichters (Şâir), mit denen er unsere Zeit schildert (zamana muvafık)

Eigentlich ist es jetzt Frühling (mevsim baharına) überall in der Welt (âlem)

Doch die Nachtigall schweigt (bülbül hamuş), der Teich ist ausgetrocknet (havz tehî) und auch der Rosengarten ist ganz vernachlässigt (gülistan da harab).

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Ich sage jedoch:

Wir leben in einer Zeit (devir) des Islâm, mit so vielerlei Ketzereien (bid'a); nur die Nachtigal (bülbül) des Qur'ans und sein Rosengarten (gülistan) sind noch übrig geblieben

Ich konnte die Abhandlung (Keramet) über Ghaus Geylanis Verheißung noch mit keinem gemeinsam lesen. Die Erwähnung (bahis) meiner Wenigkeit (bîçare) in ihr lässt mich jedoch darüber nachdenken, ob ich sie überhaupt mit allen gemeinsam lesen (düşündürüyor) sollte. Der segensreiche Monat (Mübarek) Ramadan vergeht vor uns so schnell vorbei,

{(Anmerkung): Es ist eigenartig (garib), dass ich dieses Wort von Hulusi vielleicht mehr als zwanzig Mal wiederholt (tekrar) habe. Gefährten (dost) wie Suleyman sind dafür Zeugen (şahid). Das also heißt, dass es eine Wahrheit (hakikat) gibt, die uns beide dies so sagen ließ.

Said}

als wollte er sich anstrengen (çalışır vaziyet), seinen Kragen (yaka) so schnell wie möglich (bir an evvel) vor unseren Händen, den Händen von uns, diesen Aufsässigen (isyankâr) zu retten, vor denen, die gar nichts zu schätzen wissen (kadir-nâşinas). İmam Ömer Efendi war im vergangenen Jahr genauso wie ich sehr traurig (müteessir), weil das Werk (eser) über die Weisheiten des Ramadans (Ramazanın Hikmetleri) erst ankam, nachdem der Monat Ramadan bereits vorüber gegangen war. In diesem Ramadan las er aber bereits am ersten Freitag (cuma), an dem auch ich dabei (hazır) war, vor hunderten unserer Gemeinde (cemaat) sogleich von der Kanzel (hutbe) herab einige von diesen lichtvollen Weisheiten (nurlu hikmet), wenn auch noch ohne Kommentar (aynen), vor. Ich kann jedoch meine Gefühle der Dankbarkeit (şükür hisleri) gar nicht beschreiben (tarif), die in jenem Augenblick in mir, meiner Wenigkeit (fakir), aufgestiegen (husule) sind.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبّ۪ى

{"Dank sei Gott! Dies ist von der Gnade meines Herrn."}

Hulusi

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Ahmed Hüsrev

Mein geliebter Meister (Üstad)

Ich habe euren Brief erhalten, der eurem armen Schüler Trost (fakir talebe teselli) spendet, und ihn gelesen, nachdem ich ihn geküsst (ba'de-t takbil) hatte. Unter den Schmerzen (ızdırab) der geistigen Wunden (manevî yara), die in meiner Seele entstanden (ruhumda hasıl), habe ich immer sehr gelitten (müteellim). Denn diese Niederträchtigkeit (denaet), die gegen die religiösen Kennzeichen (şeair-i diniye) begangen wird, die ihr doch über alles hoch schätzt (hürmet) und aufgrund ihrer Bedeutsamkeit (ehemmiyet) mit großer Liebe (severek) und Aufmerksamkeit (itina) pflegt, während eure Schüler (talebe) daran gehindert werden, die doch in Liebe zu euch um Gottes willen (fîsebilillah) willig (hâhişle) euren Anweisungen folgen (emirlerinize itaat) wollen und nun zu euch eilen, konnte meine Seele (ruh) dies alles nicht länger mehr ertragen. Denn in meiner Seele, die so schnell wie möglich (bir an evvel) zu ihrem Schöpfer gelangen möchte (Hâlıkına ulaşmak), verspürte ich eine gewaltige Erregung (azîm bir galeyan). Darüber hinaus konnte ich von euch keine Nachricht (malûmat) bekommen und war daher von Qualen (ızdırab) außerordentlich (fevkalhad) überwältigt. Ich wollte meine Zuflucht (iltica) zu der Schwelle Gottes (dergâh-ı İlahî) um die Vernichtung der Ungerechten (zalimlerin kahrı) nehmen und darin meinen Trost (teselli) finden. So gewährte (ihsan) mir denn dieser euer Brief (mektub) einenTrost, indem ich mich mit der Bestimmung Gottes und dem realen Geschehen (kaza ve kader) zurecht finden (razı) soll. سَمِعْنَا وَ اَطَعْنَا {"Wir hören und gehorchen!" - Sure 2,285-} habe ich denn rezitiert und den Wunsch aufgegeben, um eine solche Vernichtung (kahr talebinde) zu beten.

Oh mein geliebter und liebevoller Meister (müşfik Üstadım)! Ich bin euer Schüler (talebe), der allezeit (her an) eures Gebetes bedarf (duanıza muhtaç). Denn dann erhole ich (istirahat) mich innerlich wieder ein wenig (ruhen), d.h. wenn ich nur an mich selbst (hesab) denke. Wenn ich aber vom Standpunkt meines Meisters und meiner Mitbrüder aus (kardeşlerim hesabına) denke, so steigern sich mein Leid (ızdırab) und meine Verzweiflung (ye'sim) von eins auf Tausend. Dann gerät meine Seele (ruh) in Wallung (feveran) und möchte um Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hak) willen (hesab) nicht gehorchen (itaat). {Er sollte seine Feinde nicht verfluchen, sondern für sie beten. (A.d.Ü.)}

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Mein lieber Meister (Üstad)! Ich weiß, dass jene gewaltigen Schläge (azîm darbeler), welche der islamischen Welt (Âlem-i İslâm) zugefügt werden, auf eure Schultern zugunsten der islamischen Welt (âlem-i İslâm hesabına) hernieder gehen (isabet). Weil dies aber so ist, führt euch euer Mitgefühl (şefkat), dessen ganz klare Spuren (en bâriz izleri) in eurer erhabenen Seele (ulvî ruh), in eurer erhabenen Einsatzbereitschaft (âlî hamiyet), durch eure über alle Grenzen hinaus gehende Geduld (efzûn sabr) und durch noch sehr viele, wunderschöne Charakterzüge (haslet) erkennbar ist, dahin, auch noch für das Wohl der Ungerechten (zalim) zu beten (hayır dua).

Euer Schüler (Talebe)
Ahmed Hüsrev

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Babacan Mehmed Ali

Ich habe von einem wahrhaft Glücklichen (hakikî said), der den Weisen (Hakîm) Qur'an, den Seine Exzellenz (Hazret), Gott der Heilige (Tekaddes), der notwendiger Weise da sein muss (Cenab-ı Vâcib-ül Vücud), durch Gabriel, seinen Vertrauten (Cibril-i Emin) an den Gesandten der Endzeit (Âhirzaman Nebisi), unseren Herrn (Efendim) und Propheten (Peygamber), mit dem Friede und Segen sei, herabgesandt hat und der noch bis heute bewahrt (muhafaza) wird, wahrheitsgetreu und mit wahren (hakikatıyla ve hak) Worten (sözler) für die Diener (kullar), die Gott der Gerechte (Hakk) erschaffen hat, als ein Sprachrohr (tercümanlık) dient und der um des Wohlwollens Gottes des Gerechten (Hakk) willen Tag und Nacht (gece ve gündüz) betet, ein liebevolles (muhabbetname) Schreiben erhalten. Das war der Brief meines Herrn und Meisters (üstadım efendim).

Als ich Âsım Bey besuchte (vardıgım), der unser aufrichtiger und inniger (ciddî ve samimî) Freund und Bruder ist, hat er mir eine frohe Botschaft verkündet (müjdeledi). Ich habe mit ihm etwa fünf Minuten gesprochen. Während wir das Vertrauenspfand (emanet), das ihr gesandt habt, empfingen, haben wir uns darüber so sehr gefreut (sevindik), dass unser Gespräch uns wie das Schlagen (nagmeler) vorkam, das eine Nachtigal (bülbül) in einem Rosenstrauch (gül dalın) während der Morgendämmerung (seher) durch ihre Liebe aus ihrem Schnabel (aşkından agzından) hervor brächte. Daher konnten wir nicht merken, was wir miteinder besprochen haben. Es gibt nur so viel, das ich bei unserem Abschied merken konnte, dass wir uns dessen bewusst (bildik) waren, dass wir niemals mehr unser Glück entbehren (saadetimizden mahrum) sollten, solange wir, in großer Dankbarkeit (şükür) an Gott unseren Herrn (Cenab-ı Allah), einen solchen Meister (üstad) haben, der die Lichter (envâr) des Qur'ans verbreitet (neşreden).

Babacan
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Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Zeki Zekâi

Mein lieber und geliebter Meister (Üstad)!

Heute sind es etwa drei Wochen her, seitdem ich euch meinen letzten Brief geschrieben habe. Wie immer sind meine Aufträge (vazife) im Amt zu viel und daher bleiben meine so wertvollen geistigen Aufgaben (uhrevî vazifel) zurück. Als ob in dieser Hinsicht meine Sorgen mir nicht schon genügen (teessürüm kâfi) könnten, hat mich eine überaus bittere, schmerzhafte Nachricht (elîm bir haber), die ich in dieser Woche gehört (İşittim) habe, in meinem Kopf (beynim) wie ein Blitzschlag (sâıka) getroffen. Ich habe gehört, dass mein Meister (Üstad) den Angriffen der Schlangen (yılanların hücumuna) auch noch weiterhin ausgesetzt blieibt. Oh weh mein Meister (Ah Üstadım)! Wann werden wir von den Ungerechtigkeiten (zulmünden) dieser Unseligen (menhus hainler), von deren Angriffen, Schikanen und Überschreitungen (tehacüm, taarruz) wir von Zeit zu Zeit getroffen (maruz) werden, endlich verschont bleiben (âzade kalacagız)? Diese glaubenslosen Terroristen (mülhid mütecavizler) haben nun begonnen, ihre Grenzen zu überschreiten (haddini tecavüz) und ihre Forderungen (tecavüz) gehen langsam über das noch Erträgliche hinaus (fazla). Dem entgegen tröstet (teselli) uns der Glaube und unsere Überzeugung (iman ve itikad), dass sich die Zeit der Erscheinung der gewaltigen Funken der Wahrheit (barika-i hakikat) nähert. Wann immer die Zerstörung und die Despotie (tahribat ve istibdad) keine Grenzen mehr kennt (haddini aştı), tut sich ein Abgrund (uçurum) auf. Doch "Große Katastrophen (felâket) bringen ein lächelndes Erwachen (güler yüzlü intibah) hervor." So sagt man und das ist ein sehr zutreffendes Wort (pek musîb bir söz). Wann immer irgendeine Regierung (hükûmet) ihre Ungerechtigkeit und die Despotie (zulmü ve istibdad) noch steigert, erringen die unterdrückten Völker endlich ihre Freiheit (istiklal). In diesem Zeitalter (asır) sind die Glaubenlosigkeit und ihre Zerstörungen (dinsizlik ve tahribat) bereits übermächtig geworden (fazlalaştı). Wolle es Gott (İnşâallah), dass die Gesichter der unterddrückten und unschuldigen (mazlum ve masum) Gläubigen wieder lächeln werden (yüzü gülecek) und endlich die strahlende Sonne der Wahrheit (parlak bir hakikat güneşi) über ihnen aufgehen wird.

Mein lieber Meister (Üstad)! Mein unzureichender (nâkıs) Stift und meine armselige (âciz) Zunge können meinen Gefühlen (hissiyat) nicht als Sprachrohr (tercüman) dienen. Wie in all meinen gläubigen Geschwistern (dindaş) schlägt auch in mir mein Herz (kalb) aus der Liebe (aşk) meines achtenswerten Glaubens (aziz iman). Dank sei Gott (hamdolsun), dass das Blut (kan), das in unseren Adern (damar) fließt, einer Hefe gleicht, die seit Tausenden von Jahren von den Leuten des Rechtes und des Glaubens (ehl-i hak ve iman), stets wieder vererbt (irsen intikal) wurde.

Mein geliebter Meister (Üstad)! Es gibt nun einmal dergleichen Augenblicke (anlar), in denen das Leben mir besonders niederträchtig (alçalıyor) vorkommt. Deshalb bleiben (kalıyoruz) wir Menschen (insan) auch dazu gezwungen (mecbur) uns dabei so sehr zu beugen (egilmek). Aufgrund dieser Vorstellung (fikir) suche ich auch nicht (aramıyorum) nach irgendetwas (hesab), worauf meine Seele (nefs) stolz sein (hisse-i gurur) sollte. Ist es nicht ein so leidvoller Zustand (müellim bir hal), bis der Stein der Geduld (sabır taşını) gespalten wird, {ein Beispiel unter ungezählten anderen, ein Problem zu lösen (A.d.Ü.)} während zugleich diese unseligen, schmutzigen (Menhus ve mülevves) Hände unsere sauberen Handgelenke (temiz bilekleri) drücken? {Handschellen drücken auf unsere Handgelenke (A.d.Ü.)} Wir versuchen (çalışırken) die Menschheit (insaniyet), die in dieser furchtbaren (müdhiş) Zeit der Zerstörung (tahribat) erkrankt ist, mit geistigen Arzneimitteln (manevî ilâç) zu behandeln und währenddessen den Bösgesinnten (hainler), die uns schikanieren (musallat), entgegen zu treten (mukabele). Diese Anstrengungen und Schwierigkeiten (mezahim ve meşakk), die wir im Leben (hayat) durchmachen (çekilecek) müssen, um ein armseliges Volk (zavallı bir millet) vor dem Absturz in den Abgrund (sürüklenecegi uçurum) zu bewahren, werden bei Gott (ind-i İlahî) hochgeschätzt. Darum standhaft zu sein (sabretmek) und dies alles so weit wie möglich ertragen (tahammül) zu können, ist eine Ansicht (fikir) zu einer Tatsache, die meine Wenigkeit (fakir) nach langem Überlegen (hayli düşünce) finden konnte.

Mein geliebter Meister (Üstad)! Ich verbringe diese Tage in Kummer und Sorge (düşünceler ve elemler). Ich habe den Vorfall (hâdise) einigen Aussagen, ähnlich Überlieferungen (rivayetler), die gleich einem Wirrwarr von vielen Ästen und Zweigen (dallı budaklı) nicht mit einander übereinstimmen (birbirini tutmayan), entnommen. Erteilt daher bitte eurem Knecht über den tatsächlichen Ablauf dieses Vorfalls (hâdisenin cereyanı) einen entsprechenden Bericht (haber). Sonst könnte man darüber noch ganz verrückt (cünun) werden!

Mein geliebter Lehrer! Ihr mögt Tag und Nacht (gece gündüz) arbeiten, um die Zerstörungen, ja Katastrophen (tahribat ve âfât) zu verhindern, die für jeden einzelnen, ja für die ganze Menschheit (beşeriyet) von Schaden sind, und euch deshalb in Gefahr (tehlike) bringen, wohingegen ihr den bittersten Beleidigungen ausgesetzt (acı tahkirata maruz) bleibt. Nein, mein lieber Meister (Üstad), und abermals nein! Niemals, als solch ein erhabenes Genie (yüce dâhî) wie ihr es seid! Denn das ist nicht das, was euch (nasibiniz) zusteht. Dies kann nicht die Belohnung (mükâfat) sein, die euch zugesprochen werden sollte. Derartige Schikanen (halet) können höchstens dem Wahnsinn (çılgınlık) von drei oder fünf Gottlosen (dinsiz), von einigen Höllengefähten (Cehennem yolcular) entsprungen sein. Ihr solltet euch jedoch nie und nimmer davon betroffen (müteessir) fühlen. Erduldet ihr aber diesen Zustand (bu hale sabretmek) und schenkt ihm weiter keine Beachtung (ehemmiyet), so erweist ihr euch der Erlangung (mazhariyet) besonders erhabener Belohnungen (mükâfat) für würdig. Und ganz gleich wie wild und grausam (vahşiyane ve zalimane) dies alles erscheinen mag: dreht euch nicht um und schaut nicht zurück (arkanıza bakmayın). Ihr solltet stets nur voranschreiten zu den Toren (kapılar) der geistigen Welten (manevî âleml), die vor euch geöffnet (açılan) sind. Schreitet fort (yürüyün), ja schreitet nur fort, bis ans Ende (nâmütenahî) sollt ihr fortschreiten! Und in den Orten, in die ihr gelangt, in den Welten (âlem), durch die ihr reist, sollt ihr für so wunde (yaralı), ohnmächtige (âciz), schwache (zaîf), derart fehlerhafte (pür-kusur) und armselige Ausweglose (kemter bîçareler) wie wir es sind ein Bett (yatak) der ewigen Erholung (müebbed bir istirahat) und Glückseligkeit (saadet) vorbereiten.

Zekâi
— 181 —

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Zekâi

Ich wünsche (arzu) mir aus den Tiefen (derin) meines Herzens (kalb) mit einem Bedürfnis und einer Sehnsucht (ihtiyaç ve iştiyak) in diesen segensrreichen Tagen (mübarek gün), meinen Meister zu besuchen (Üstadımın ziyaretini). Wie in den besonders heißen Stunden (sıcak demler) an den Sommertagen alle Pflanzen (nebatat) ein Bedürfnis nach Regen (yagmura ihtiyaç) verspüren, so verlangt und braucht (müştak ve muhtaç) auch Zekâi die guten Ratschläge und die Unterweisungen (nasihat ve telkin) seines Meisters (üstad).

Oh mein Meister (Üstadım)! Die segensreichen Tage (eyyam-ı mübarek) sind ebenso schnell vergangen wie sie gekommen sind (gelip geçti). Gleich mir, haben sich sicherlich die Armen und Elenden (mecruh bîçareler), die mit seelischen Wunden (manevî yaralılar) geschlagen sind, in diesen segensreichen Tagen (mübarek günler) bei dem Schöpfer der Welt (Hallak-ı Âlem) die Vergebung ihrer Fehler (kusurların afvını) und die Erfüllung (husulü) ihrer erlaubten Wünsche (meşru emelleri) gewünscht und darum gebetet (temenni ve niyaz). Möge Gott der Herr (Cenab-ı Allah) uns um der Hochachtung vor der Heiligkeit (kudsiyeti hürmetine) des Monats der Vergebung (mâh-ı gufran) willen unsere Fehler (kusur) vergeben und verzeihen (afv u magfiret). Âmîn.

Mein geliebter Meister (Üstad)! Vor kurzem bin ich für drei Tage nach Atabey in Urlaub (izin) gefahren und habe dabei meine Eltern (ebeveyn) und unsere geistlichen Gefährten (âhiret dostlar) besucht.

Ach mein Meister! Manchmal verursachen äußerliche Ereignisse (zahirî hâdisat) dem Menschen (insan) große Sorgen. Sie stürzen die Seele (ruh) gänzlich ungewollt (gayr-ı ihtiyarî) in eine seltsame Art Leid (garib bir ızdırab), die aus ihrem Mitgefühl (rikkat) erwächst. In heutiger Zeit (bu anlarda) sind wir traurig (müteessir) aufgrund der Verzweiflung (ye's), die aus der Unbeständigkeit (kararsızlık) in unserem Leben (hayat) erwächst (mütevellid). So sehnen wir uns (hasret) denn nach Liebe und Erbarmen (Şefkat ve merhamet).

Mein Meister (Üstad)! Es kommt mir so vor, als ob mein Herz, solange sich meine Wenigkeit (âciz), von den Umständen (ahval) des Lebens (hayat), die sie dazu drängen, sich mit Äußerlichkeiten (ihtilat) zu beschäftigen, nicht lösen kann, in diesem Leib (ârâmgâh-ı lezzet) keine wirkliche Ruhe (sükûn) finden könnte. Wolle es Gott (İnşâallah), dass ich durch den Segen eures Gebetes (duanızın himmetiyle) noch in dieser Zeit (o anlara da) Frieden und Sicherheit erlangen (selâmetle vâsıl) werde. Ja wäre es etwa für eine verständige Seele (anlaşılmış bir ruh) nicht überflüssig (zâid), hier meine derartigen Gefühle (hissiyat) zu erläutern?

Mein lieber Meister (Üstad)! Aus Anlass des Glückwunsches (tebrik vesilesi) zu eurem Ramadan-Fest (îd-i fıtrını) erweise ich euch meine Hochachtung und wünschte (diledigim) mir, dass sich unser Meister (Üstad) zu diesem und noch vielen anderen (Emsal-i kesîre) die Ehre (müşerref) geben werde. Und so küsse ich denn eure ehrenwerten Hände und Füße (elleri ve ayakları), mein geliebter Meister (sevgili Üstadım)!

Euer sündiger Schüler (günahkâr talebe)
Zekâi
— 182 —

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Müzeyyene Âhiret hemşirelerimden {hemşirelerimden = eine seiner Mitschwestern (A.d.Ü.)}

Mein geliebter Meister (Üstad)

Seit etwa zwei Monaten bekomme ich zwar durch Mitbrüder (âhiret kardeş), die mich besuchen kamen, eure Grüsse (selâmınızı). Da jedoch ich, eure armselige Schülerin (âcize bu talebe) stets das Bedürfnis (ihtiyac) hat, euren lichtvollen Unterweisungen (nurlu nasihat) beiwohnen zu dürfen (dinlemek), verbringe ich nun diese Wochen (hafta) tief in meiner Trauer (mahzuniyet). So kommt es denn gelegentlich einmal vor, dass ich die Tränen, die aus meinen Augen rinnen (dökülen yaşları), dadurch besänftige (teskin), dass ich in der Tat diese lichtvollen Abhandlungen (nurlu risaleler) lese. Ja manchmal geschieht es, dass mein Herz (kalb) dabei beständig schluchzt (mütemadiyen aglıyor). Besonders in diesem segensreichen (mübarek) Monat Ramadan verbringen wir ganze Tage mit diesem leisen Schluchzen (aglamak) im Herzen (kalb) wegen des Schmerzes (acı), den der Dolchstoß (saldıgı hançer) eines Hinterhältigen (müfsidin) in unserem Herzen (kalb) hervorgerufen hat.

Nach einer Nachricht (haber), die ich vor kurzem bekommen habe, war ich damit zufrieden (memnun), dass die Mitbrüder (âhiret kardeşler) wieder wie früher nicht daran gehindert (mahrum) werden, euch zu besuchen (ziyaret). Ich bin jedoch sehr traurig (acıyorum), dass dem gesegneten Gebetshaus (mübarek ibadethane) und allen Begeisterten (ehl-i iştiyak) euer Gebet (dua) versagt bleiben muss (mahrum). {Üstad darf sein Haus nur unter Polizeibegleitung verlassen und das Gebetshaus nicht betreten. (A.d.Ü.)} Auch solltet ihr mir verzeihen (afv ediniz), dass ich in Ermangelung meiner Schreibfähigkeit (hattımın noksanlıgı) und infolge meiner Unzulänglichkeit (zaîflik) die Abhandlungen (risaleler) nicht abschreiben konnte. "Obwohl wir in diesen Zeiten von der Welt nicht begeistert (dünyayı sevmez) sind, bin ich sehr traurig (müteessir) darüber, dass wir uns auch nicht vor ihr retten können (kurtulamadık). Öde Steppen (issız sahralar), wasserlose Wüsten (susuz çöller) und menschenleere Gegenden (kimsesiz yerler) werden nun die Wohnstatt unserer Seele (ruhumuzun meskeni) sein. Dort wandern wir dann in unserer Phantasie (hayalen) umher. Und dabei suchen wir in der Tat nach irgendetwas (birşey arıyoruz). Ach welch ein Jammer (heyhat)!... Der Tag nach dem wir uns so sehnen (aradıgımız gün), erscheint sowohl sehr weit weg (çok uzak) von uns, als auch sehr nah (çok yakın). Wie lange sollen wir noch in diesem Zustand (hal) hin und her geschleudert werden!" So schließe ich denn (iştirak) in meiner Armseligkeit (fakir) meine eigene Wenigkeit (âciz) den Gefühlen (hissiyat) unserer "Ach und Weh"schreienden Geschwister (feryad eden kardeş) an.

Meine Wenigkeit (Âcize), eure Schülerin (talebe)
Müzeyyene
— 183 —

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Ahmed Hüsrev

Jedesmal wenn ich mich daran erinnere (hatırladık), dass ihr vielleicht dieses Neunte Mal dieses gesegnete Fest (mübarek bayram), das ihr mit diesen armseligen (bîçare) moslimischen Mitbrüdern (kardeş) verbringt, die seit Jahren unter den Krallen der Gewaltherrschaft (pençe-i zulmün) der Despoten (zalim) ächzen, in irgendwelchen von allen Menschen verlassenen Ecken (hücra köşeler), weit weg von euren Freunden (dost), in einer allen Verwandten und Bekannten untersagten Gegend (mahrum bir vaziyet), in einem Zustand (hal), in dem ihr von der islamische Gemeinschaft (cem'iyet) weit entfernt gehalten werdet, um deren Veredelung und deren Fortschritt (teâli ve terakki) ihr euch bemüht, verbringen müsst, zerreißt es mir das Herz (yüregim parçalanıyor) und brennt meine Seele (ruh) in gewaltigem Schmerz (azîm bir elem) und rinnen die Tränen (yaşlar) aus meinen Augen. Und eine Stimme in meinem Herzen (kalb) ruft mit stets lauter werdender (yükselip gelen) Stimme: "Weine (agla), ja weine stets mehr! Ja weine auch zusammen mit denen, die um die Herabkunft (nüzul) der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye) und um das Glück und die Sicherheit (saadet ve selâmet) der islamischen Welt (âlem) weinen."

In diesem Augenblick (bu anda) schließt sich das Auge meines Herzens (kalb gözüm) dieser Trauer an (hüzne iştirak) und weint (aglıyor) so sehr, dass es in den Tälern (vâdi) der verborgenen Welt (âlem-i gayb) Gewässer fließen (sular) lässt, die solchen Flüssen wie Euphrat und Tigris oder dem gesegneten (mübarek) Nil gleichen.

Oh mein geliebter Meister! Welch bitteren Lebensumständen (acı hayatlar) begegnen wir stets, während die Gottvergessenen (ehl-i gaflet) lachen und die Gottesleugner (ehl-i ilhad) zugleich von ihren innerlichen Gelüsten (nefsî müştehiyat) getrieben werden. Ach mein geliebter Meister (Üstad)! Würde uns etwa Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) kein Glück (saadet) schenken? Würde sich etwa dieser Tag noch lange hinauszögern (uzayacak)? Während ich auf diese Frage (sual), die ich mir unwillkürlich (İhtiyarsız) gestellt hatte, auch wieder selbst eine Antwort (cevab) gebe, rate ich mir (tavsiye) zugleich, langsam und geduldig (teenni ve sabır) zu sein. Dann tröste ich mich (müteselli) mit der frohen Kunde eurer Unterweisung über das Geheimnis (Sırr) der Sure "İnna A'tayna (Ich habe euch den Überfluss geschenkt)".

Mein kostbarer Meister (kıymetdar Üstad)! Ich möchte mich (istiyordum) eurer Trauer anschließen (hüzünün iştirakim), obwohl ich doch bei euch (huzur) bin. Denn ich spüre (hissediyorum), dass ich doch innerlich (ruhen) gar nicht so weit weg (uzak) von euch bin. Und dann habe ich schon völlig vergessen (kendimi unutuyorum), wo ich eigentlich bin. Da ist es mir dann, als flöge ich ohne Flügel (kanatsız tayeran) dahin und träte nun an dieser riesigen Platane (koca çınar) vorbei direkt in eure Sitzung ein (meclisinize dâhil).

Mein geliebter Meister (Üstad)! Ich bin mit meinem Schöpfer (Hâlık) für ewig zufrieden (ebediyen razı). So möge Er denn auch mit euch ewig zufrieden (ebediyen razı) sein. Leider kann mir nicht die Ehre (müşerref) zuteil werden, euch besuchen (ziyaret) zu dürfen. Statt dessen (buna bedel) bitte ich euch (istirhamla) darum, es von mir anzunehmen (kabul), als ob ich - euer niedrigster Schüler (hakir talebe) - für jede Seite (sahife), die ich gelegentlich aus dem Buch über die Wunderhaftigkeit (İ'caz) des Qur'ans, das ich durch Bekir Bey erhalten (takdim) hatte und noch nicht in der gewünschten Weise (arzu edilen şekilde) abschreiben konnte, aufschlage (açtıkça), eure Händen küsste (ellerinizden öpmekte). Ich bete (dua) für eure Gesundheit (sıhhat) eure Sicherheit (selâmet) und Erfolg (muvaffakıyet) und küsse eure Hände und Füße (el ve ayak), eure Exzellenz mein Herr (efendim hazretleri).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der bleibt und besteht}

Euer Schüler (Talebe ) Ahmed Hüsrev
— 184 —

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Sabri Efendi

Gestern bin ich nach Egirdir gefahren. Ich habe den aufrichtigen und wahrhaftigen (ihlaslı ve sadakatlı) Brief von Hulusi Bey mitgebracht. Inhalt und Botschaft (muhteviyat ve münderecat) dieses Briefes, der aus einem lichtvollen Herzen (nuranî kalb) und einer Seele voll Begeisterung (ruhtan cûş eden) geschrieben wurde, könnte auch ich - meine Wenigkeit (fakir) - wiederholen. So möchte ich ihn euch auch vorlegen (takdim) als wäre es mein eigener (kendi hesabıma). Diesem obigen ehrwürdigen Bruder (muhterem kardeş) gegenüber hatte ja mein verehrter Meister (Üstad-ı Muhterem) meiner Wenigkeit (fakir) den Namen eines zweiten Hulusi verliehen. Wenn als Nachfolger (halfinde) dieses aufrichtigen Unterzeichners (hâlis imza sahibi) auch meine Wenigkeit (fakir) erscheinen und sich seinen Worten anschließen (ifadat iştirak) würde, wäre diese geistige Erbschaft (irsiyet-i manevi) noch prägnanter (iyi), noch fester (sabit) und offensichtlicher (zahir). Diesen Wunsch meiner Wenigkeit (emel-i âcizanesi) habe ich nun als grundlegend (esas) für mein Ziel und Zweck (gaye ve maksad) erkannt, mein Herr (efendim).

Meine Wenigkeit, euer Schüler
(Âciz talebe)
Sabri

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von İsmail aus Aydın

Ich habe angefangen, einige wohlklingenden Worte (tatlı Sözler) abzuschreiben und kann dieses Abschreibens gar nicht satt werden (yazmaya doyamıyorum). In dem Augenblick (anda), in dem ich damit beginne, eure wohlklingenden Worte abzuschreiben, verspüre ich in meiner Seele (ruh) eine gewisse Art von Heiterkeit (ferahlık hissediyorum). Gleichzeitig kann ich euch auch keinesfalls außer Acht lassen (unutamıyorum). So möchte ich denn stets pausenlos eure Briefe (mektub yazmak) abschreiben.

Euer Schüler (talebe) İsmail
— 185 —

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Doktor Şevket aus Aydın

Mein großer Herr und Meister (Üstad)

Wir haben in euren lichtvollen (nuranî) und überaus kostbaren Werken (kıymetdar eserler) gelesen. Mit unseren tauben Herzen (kasvetli kalbler), die durch die Wirkung (tesir) eurer lichtvollen und segensreichen (nurlu ve feyizli) Werke erneut erstrahlen, sind wir unserem Meister (Üstad) gegenüber für ewig dankbar (ebediyen minnetdar) und unsere Anerkennung (medyun-u şükran) schuldig. Und so erinnern wir uns stets gerne unseres Mitbruders (kardeş) Hâfız Zühdü Efendi, der uns dazu veranlasste (sebeb), diese Abhandlungen (risaleler) zu lesen und abzuschreiben, und gedenken stets seiner wegen seines guten Beitrags (daima hayırla yâd). Dabei brauchen (muhtaç) wir das Gebet und den geistliichenen Segen (dua ve himmet) unseres ehrwürdigen Meisters (Üstad-ı Ekrem), damit Gott der Gerechte (Cenab-ı Hakk) uns dabei zum Erfolg (muvaffak) führe, eure ehrenwerten Abhandlungen (muhterem risaleler), die einen solchen Wert haben (kıymete mâlik), dass er mit keinem Preis genannt (fiat takdir) werden kann, abzuschreiben und zu vervollständigen (yazıp ikmal).

Euer Schüler (Talebe)
Doktor Şevket

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Ahmed Hüsrev

Seiner Exzellenz (Hazret),\meinem geliebten, barmherzigen Herrn und Meister~(Üstad)

Mit dem Erweis meiner Hochachtung (arz-ı hürmet) und voller Sehnsucht (iştiyak) küsse ich eure Hände und Füße (el ve ayak öperim). Vor zwei Tagen habe ich eure lichtvollen und segensreichen Worte (nurlu, feyizli sözler) empfangen, Antworten (cevab), welche die Fragen (sual) von Hulusi Bey betreffen und die so kostbar sind wie die Welt (cihandeger kıymetli). Die Antworten auf diese Fragen (suallerin cevablar) sind so feinsinnig (latif), dass ich mich weder an ihnen satt lesen (okumaga doyabildim), noch mit meinem geringen Verständnis (idrakim kadar) so richtig begreifen konnte (hakkıyla kavrayabildim).

Die Gründe (esbab) für den Fehler (hata) seiner Exzellenz Muhyiddin-i Arabî und der Mangel in einigen seiner Bücher (kitab) keine rechte Leitung (mühdî) geben zu können, obwohl er doch zu den hochangesehenen Persönlichkeiten (makbulîn) gehört, wird hier auf eine so tiefschürfende Weise (amîk bir şekilde), auf eine so feine Art (ince bir tarz) erläutert. Ich habe eure erhabene Unterweisung (bu âlî ders) zusammen mit einigen Mitbrüdern (sair kardeş) gelesen und dann zu ihnen gesagt: "Meine lieben Brüder (Aziz kardeş)! Ich kann diesen erhabenen Unterweisungen (bu âlî ders) zwar mit Gewinn (istifade) etwas Wichtiges (mühim) entnehmen, aber nicht alles so recht erfassen (zübde edemiyorum) und mir mit meinem Verstand (zihnim) einen Vers darauf machen (toparlayamıyorum). Was ist eure Meinung dazu (siz ne dersiniz)?"

Die Anwesenden (hazırûn) wiesen auf die Erhabenheit (yükseklik) unserer Unterweisung (ders) hin und wir alle dankten Tausende Male (binler teşekkür) dafür, dass wir in einer Zeit (bir zaman), in der die Islâmiyet nicht enden wollenden (ardı ve arkası) Angriffen ausgesetzt (maruz kaldıgı) ist, diese lichtvollen Werke (nurlu eserler) gefunden hatten. Die Anmut der Anmerkung (haşiyesinin letafeti) zu der letzten Antwort (son cevab) auf die Frage des Arztes ließ ihre Wirkung (âsâr) besonders an unserem Gesichtsausdruck (yüzümüz) erkennen.

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Einerseits wird der Hauptgrund (esbab illeti) des Verbotes des Schweinefleisches (hınzır etinin hürmeti) auf eine sehr schöne Weise (güzel bir suret) erklärt. Andererseits weist ihr (işaret) darauf hin, dass durch die Lichter (nurlar), die aus eurem erhabenen Nachdenken (âlî müfekkir) erstrahlen, ja sogar schon in nächster Zeit am Horizont der Welt (dünyanın ufukları) die Sonne (güneş) der Islâmiyet erglänzen (parlayacak) wird. Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) mit euch grenzenlos und unendlich (hadsiz hesabsız) zufrieden sein (razı olsun).

Mein gelig ter Meister (Üstad)! Meine Wenigkeit, euer Schüler (âciz talebe), sucht in meiner Schwäche (aczi) Zuflucht zu eurem geistlichen Segen (manevî himmet). Und dabei hoffe (ümid) ich so sehr, dass mir der freigiebige Schöpfer (Hallak-ı Kerim) in diesem Tal (bu vâdide), in dem er mich ohne dass ich dies so beschlossen hätte (ihtiyarım olmayarak), in Dienst (istihdam) nimmt - wolles es Gott (inşâallah) - mit dem Segen eures Gebetes (duanız himmeti ile) Verständnis (idrak) und Freude (kabiliyet) schenken wird (ihsan).

Meine Wenigkeit (hakir talebe), euer Schüler Ahmed Hüsrev

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Said

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen." "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber getreuer, opferwilliger, aufrichtiger Bruder Kürd Bekir Bey!

Leider werde ich mich gezwungener Maßen (bilmecburiye) zu einem Thema (bir bahis) äußern, das als völlig sinn- und zwecklos (nâhoş ve malayani) erscheint. Doch sind meine Worte (bahsim) nicht an die wahrhaft patriotischen (hakikî hamiyetperver) Türkisten gerichtet, sondern an all diejenigen, die den Türkismus im Interesse (hesab) der Fremdlinge (firengîlik) auf eine betrügerische Weise (sahtekâr bir surette) als Schutzschild (perde) für sich selbst missbrauchen und in seinem Namen angreifen (mütecaviz). Es ist dies wie folgt:

Eine Waffe (silâh), welche die gottlosen Heuchler (mülhid münafık) quasi als den letzten Schrei (en son) hundsgemein und gewissenlos (alçakça ve vicdansız) gegen uns gebrauchen (istimal), ist folgendes: Sie sagen: "Said ist ein Kurde. Einem Kurden derart hinterherzulaufen (arkasında bu kadar koşmak), passt nicht zu eurem sonst so nationalen Eifer (hamiyet-i milliyeye)." Ich möchte hier nicht gegen die erbärmlichen Einflüsterungen dieser Heuchler (münafıkların vicdansızca desiseleri), sondern vielmehr - damit die reinen Herzen der Leichtgläubigen (safdillerin temiz kalbleri) nicht durch derartige Worte solcher Leute verunreinigt werden - folgendes sagen:

Nun bin ich ja in einer anderen Provinz zur Welt (dünya) gekommen. Doch hat Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) mich in der Tat den Kindern (evlâd) dieses Landes (memleket) in Dient gestellt (hizmetkâr). Und es ist ja den Menschen (insan) in dieser Umgebung (havali) bekannt (malûm), dass ich seit neun Jahren ununterbrochen (mütemadiyen) neun von zehn Schichten (dokuz kısmın) des Volkes (millet) in diesem Land (memleket) stets in ihrer eigenen Sprache zur Ewigen Glückseligkeit (saadet) diene (dilleriyle hizmet ).

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Des weiteren ziehe ich in diesem Land (memleket) zwanzig, dreißig moslimische, türkische Jungendliche (Müslüman-Türk gençler) wie Hulusi, Sabri, Hâfız Ali, Hüsrev, Re'fet, Âsım, Mustafa Çavuş, Süleyman, Lütfü, Rüşdü, Mustafa, Zekâi, Abdullah meinen etwa zwanzig, dreißg Tausend Volksgenossen (milletdaşlar) vor und nehme sie anstelle dieser dreißig Tausend Leute (adam) an. Das habe ich durch meine Werke (âsâr), die ich in diesen neun Jahren auf türkisch verfasst habe, und durch meinen Dienst bewiesen (hizmet ile göstermişim). Diejenigen, die mich aufmerksam betrachten (ehl-i dikkat) und über meinen Zustand bescheid wussten (benim ahvalime muttali), bestätigen (tasdik), dass ich einen gottvergessen lebenden, ungebildeten (gafil ve âmi) Kurden, dem Hulusi, der ein Türke ist, nicht gegenüber stelle (tutmadıgım), und Tausend ungelehrte (cahil) Kurden nicht als Âsım und Re'fet gleichwertig (mukabil) ansehe, die Türken sind, und Hüsrev, der ein junger Mann (genç) ist, in der Tat nicht gegen einem ungebildeten (âmi) Kurden tauschen möchte. Dennoch sollen diejenigen, die mich im Namen dieser Fremdländischen (firengîlik) zugunsten der Gottesleugnung (ilhad) unter dem Deckmantel (perde) des Türkismus im Gewand eines betrügerischen Nationalimus (sahtekâr bir milliyetperverlik) und nach Art ihrer Wichtigtuerei (hodfüruşluk) angreifen, wobei die Gottesleugner (mülhidler), die das türkische Volk (millet) und seine Nation (milliyetini) vergiften, wissen, dass ich dem türkischen Volk (millet), welches das wichtigste, einsatzbereite, große (mücahid ve muazzam) Heer der islâmischen Nation (millet) ist, so viel wie Tausende von Türken gedient (hizmet) habe, was Tausende von Türken bezeugen (şahid) können. Sollen die Betrüger (sahtekâr) also, die mich einen Kurden nennen und solcherart beschuldigen (ittiham) und uns auf diese Weise scheinbar ihren Patriotismus (hamiyetperverlik) vortäuschen wollen, vorweisen, was für einen Dienst (hizmet) sie dergestalt diesem Volk (millete) erwiesen haben.

Da es nicht zulässig (caiz) ist, sich in aller Bescheidenheit zu äußern (mahviyetkârane söz), was ansonsten das Ego (enaniyet) dieser kleinen Pharaonen aufgebläht (kabartan) hätte, offenbarte (izhar) ich hier gezwungenermaßen (bilmecburiye) im Vertrauen (güvenerek) auf die Vergebung (afv) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk), um diesen Hochnäsigen (mütekebbir) gegenüber die Würde der Wissenschaft zu bewahren (izzet-i ilmiye muhafaza), meine geistlichen Dienste, die man ansonsten nicht hervorkehren darf (söylenmeyecek) und deren Offenlegung nicht angemessen (izharı münasib) wäre.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der bleibt und besteht}

Said Nursî

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Zekâi

Mein lieber Meister (Üstad)

In Hinsicht auf dieses schmerzhafte Ereignis (elîm hâdisat) noch von Geduld und Gottvertrauen (sabr u tevekkül) zu reden, wäre meines Wissens überflüssig (bilirim ki, zaid). Im Grunde genommen (esasen) habt ihr uns, schwach (kemterler) wie wir nun einmal sind (bizim gibi), die unter den persönlichen Schwierigkeiten (cüz'î ızdırab) im Leben (hayat) ächzen und säufzen (ah u enîn), den Wert (kıymet) des Schatzes der Glückseligkeit (define-i saadet) und der Rettung (necat), wie Geduld und Gottvertrauen (sabr u tevekkül), gelehrt. Dank sei Gott (Hamdolsun), dass wir von Tag zu Tag den Inhalt dieser Wörter (kelimelerin mefhumu) noch besser begreifen und zu schätzen wissen (kavrıyoruz ve takdir) können. Im Anfang (İlk zaman) und sozusagen in Zeiten, in denen wir sehr weit entfernt von den Lichtern (Nurlar) gottvergessen dahin lebten (gaflet zaman), kamen uns Geduld und Gottvertrauen (sabr u tevekkül) im Leben (hayat), in den Ereignissen (hâdisat) und in allen äußerlichen Dingen (zahiren) als nur schwer ertrräglich, ja geradezu unerträglich (acı ve kabil-i hazım) vor und so sahen wir es es denn auch (görüyorduk). Die rechte Leitung unseres Meisters (üstadımızın irşadı), der uns in diesem Sachverhalt (hususat) wahrheitsgetreu unterwies und erleuchtete (telkin ve tenvir), löscht jedoch (silmektedir) in unseren Augen alles Oberflächliche und Äußerliche (sathî ve zahirî). Wenn es für meine Wenigkeit, den Sündhaften (fakir ve günahkâr), etwas gibt, worüber er sich am meisten freuen (medar-ı sürur) kann, so ist es lediglich, dass er mit seinem Verstand, in seiner Vorstellung (akıl ve fikir) und mit den Augen seines Herzens (kalb gözüyle) die wahrhaften Lichter (hakikî nurlar) wie ein Tropfen aus dem großen Ozean (bahr-ı muhit-i kebir) erkannte und sich wenn auch nur in einem vorübergehenden Augenblick und Zeitabschnitt (an ve zaman) darüber freute (mütelezziz).

Mein geliebter Meister (Üstad)! Ich danke Gott (hamdolsun), dass unsere Mitbrüder (kardeş) in ihren Gedanken und in ihrem Geist (fikren ve ruhen) stets weiter fortschreiten (hal-i terakki). Wolle es Gott (İnşâallah), dass sie geistlich und in der Betrachtung Gottes (manen ve nazar-ı İlahî) fortschreiten. Der 27. Brief (Yirmiyedinci Mektub) gerät wie ein klarer Wasserfall (berrak bir şelâle) allmählich immer stärker werdend in Bewegung. Mein einziger Wunsch (yegâne arzum) und meine Hoffnung (emel) ist es, zu sehen, dass sich die Streiter (sâlikler) auf dem Weg der Sicherheit (tarîk-ı selâmet) stets vermehren (kesret) und diese Sammlung der Bände der Wahrheit (mecmua-i hakaik) in unserer Hand in stets noch wertvolleren und immer sauberen (kıymetli ve temiz) Händen im Umlauf (dolaştık) sind. Wolle es Gott (İnşâallah), dass dieses Erfordernis des Rechtes und der Wahrheit (mukteza-yı hak ve hakikat) im Laufe der Zeit in Erfüllung gehen wird. Meine Wenigkeit (âcizleri) wünscht sich von Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hak), dass diese Hoffnung und diese Erwartung (ümid ve intizar) jetzt gute Folgen (hayırlı akibet) zeitigen wird. Ich bin stolz (iftihar) auf diese besonderen Qualitäten (meziyet) der fleißigen (gayyur), getreuen (sadık) und gottesfürchtigen (müttaki) unter meinen älteren wie jüngeren Mitbrüdern (agabeylerim ve kardeşlerim), auf ihre reinen Herzen (temiz kalb) und ihre gute Einstellung (hüsn-ü niyet).

Während ich Gott den Schöpfer der Welt darum bitte (yalvarmak), dass unser geistiges Schiff (sefine-i manevi), das mit Lichtern (Nurlar), mit Projektionslampen (projektör), mit den Sternen am Himmel (semavî yıldız), mit geistigen Kanonen (manevî toplar) wie dem Urewigen Glauben (ezelî bir iman) ausgerüstet ist (mücehhez), von den Wogen und Wirbelstürmen (kasırga) unserer Zeit (şu zamanın dalgalar) verschont bleibt (âzade), hege ich (besliyorum) die Hoffnung und den Glauben (ümid ü iman), dass das Haupt beider Welten (iki cihan serveri), welches der Grund und Anlass für die Erschaffung der Welten (Cenab-ı Hallak-ı Âlem) ist und zu dem wir uns wenden (müteveccih), seine Exzellenz, unser Herr (Efendim), der Prophet (Cenab-ı Peygamber), mit dem der Friede und Segen sei, der die Urkunde (sened) für uns Armselige (âcizler) ist, seine Gefährten (etba) und seine Frauen (ezvac) sich mit den Offizieren und den Matrosen (erkân ve etbaı) unseres Schiffes (sefine) einig (müttefik) sind.

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Was meine Wenigkeit (âcizler) betrifft, so leide ich seelisch (manereiständig unter Schaden und Verlust (zarar ve ziyan), kann mich einerseits nicht bessern (ıslah-ı hal), bedarf aber ständig (muhtaç) einer Korrektur und der Bekräftigung (tashih ve takviye) der heiligen Kenntnisse (mukaddes bilgiler), sobald sie einen Schaden (hasar) erlitten haben. Andererseits bin ich vom Angriff meines Egos betroffen (nefsin hücumuna) und meinen Gelüsten ausgesetzt (huzuzatına mübtela). Des weiteren fürchte ich mich (korkup) davor, dass mein kleines bisschen Gottesdienst (cüz'î bir ubudiyet), der meine Sünden zu tilgen (günahlarına mukabil) nicht ausreicht, für die gewisse Erlangung (bihakkın temine) der Ewigen Glückseligkeit (saadet-i ebediye) nicht ausreichen (kâfi) würde, ja bin wegen der Vorstellung (tahayyül) von einer Strafe für meine Fehler (kusurlarımın cezası) ständig niedergeschlagen (müzmahil). Solange wir einen wegweisenden Lehrer (delil bir mürşid) für unser Gebet (ubudiyet) und bei diesem unseren mangelhaften Dienst (nâkıs hizmet) keine Unterweisung (şefi') haben, sind wir noch sehr weit (uzak) davon entfernt, in die Ewige Glückseligkeit (saadet-i ebedi) zu gelangen. Und das ist jammerschade (heyhat)! Das irdische Leben (hayat-ı dünyeviye) verläuft nicht immer gerade (dümdüz) und die menschlichen Gefühle (hissiyat-ı beşeri) sind dem Wandel (tebeddül) unterworfen (müstaid).

Mein lieber Meister (Üstad)! Da ihr uns nun einmal als eure Schüler (talebe) und Mitbrüder (kardeş), ja sogar als eure Mitbürger (vatandaş) und als Verwundete (mecruh), die es nicht würdig (lâyık) sind, angenommen (kabul) zu werden, in eurer Audienz (huzur) in Freundschaft (arkadaşlık) angenommen habt (kabul) und uns die Heilmittel (ilâç) zur Heilung (deva) unserer Wunden (yaralar) aus der heiligen Apotheke (eczahane-i kudsiye) des Himmels zeigt und sie anwendet (istimal), habt bitte mit dem Wehgeschrei (feryad) dieser eurer schwachen Schüler (âciz talebe) Mitleid und behandelt uns (tedavi) so schnell wie möglich (bir an evvel), damit unsere Wunden trocknen und Schorf bilden (kabuklansın, kurusun) können. Dann werden wir mit der Erfüllung (îfa) unserer eigentlichen, wichtigen (esas mühim) Aufgaben beginnen können. Während sich die Elixiere und Heilmittel (tiryak), die unsere Wunden (yara) heilen werden, noch bei euch befinden (mevcud), erwarten wir (umar) bei eurer Exzellenz (zât-ı fâzılane) Heilung (şifa) und eure erhabenen Anweisungen (delalet-i âliye).

Der Postbote der Bekanntgabe (ilânat müvezzi) eures geistigen Schiffes (Sefine-i manevi)

Euer Schüler (Talebe) Zekâi

Dieser Abschnitt (Farisî fıkra) stammt von Galib. Er hat dieses Gedicht in Bezug auf die Verheißung (Keramat) von Ghausu-l'Azam in persischer Sprache geschrieben.

1. Wer bin ich? Ich bin ein schwacher, kraftloser, armseliger, dessen Herz gebrochen, dessen Brust mit Sorgen erfüllt ist und an dessen Kopf die Trunkenheit des Wahnsinns ist.

2. Wegen der Traurigkeit, die daraus erwuchs, dass ich von meinem wahren Geliebten getrennt bin, bin ich nun lange gelau ٕؤ und gewandert, und dennoch gab es keinen Wegweiser für mein seufzendes Herz.

3. Jahrelang war ich wegen des Schmerzes über die Trennung im Elend. Es gab da weder einen gleichgesinnten Freund, noch einen Pokal der Erkenntnis, um mich zu beruhigen.

4. Tag für Tag gerät mein Lebenslauf noch tiefer in eine Sackgasse hinein, sodass ein Wunsch nach diesem Wahnsinn in meinem Kopf sich Tag und Nacht nur noch steigert.

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5. Am Schluss verlieh mir die Hand der Bestimmung (kada) Gottes die rechte Leitung (hidayet) zum Guten und zur Aufrichtigkeit. Der Segen der Gottesfreunde zeigte sich und eilte mir zu Hilfe.

6. Mein Herz beruhigte sich durch meinen Meister, und so habe ich denn das Glück seiner Zuwendung und seiner Güte erfahren und Geborgenheit erlangt.

7. In meinem Missgeschick eilte mir ein gutes Geschick zu Hilfe und mein hilfloses Herz war mit seinem Segen zufrieden (feyzinden memnun).

8. Wenn durch seinen Blick die schwarze Erde sich in einen Rubin verwandelt, soll man nicht darüber staunen; denn sein Blick ist das Licht Gottes des Gerechten (Hakkin nur), ist kein Märchen und keine Zauberei.

9. Im Lande der Leute der Wahrheit (ehl-i Hak) finden sich die Lichter (envar) der Erscheinungen (tecelli) Gottes. Vergangenheit und Zukunft (mazi ve ati) gleichen in ihren Augen dem Punkt auf dem Buchstaben "Nun".

10. Das Vergangene lesen sie in ihrem Herzen wie in einem Buch (kitab) und alles, was gegenwärtig (hâl) oder zukünftig (ati) ist steht gleichermaßen geschrieben in ihrem Inneren.

11. Ihre Herzen sind Spiegel der Verse (ayet) auf der Wohlverwahrten Tafel (lauhu mahfudh). Aus diesem Grunde ist auch das Geheimnis (sirr) der Ayah: "Sei! und es ist", in ihrem Herzen verborgen.

12. Was sie sehen und was sie sagen lehrt sie Gott. Sie sind vollkommene (mükemmel), ausgewogene (mevzun) Macht (kudret) und Werkzeug (alet) Gottes des Gerechten (Hakk).

13. Hier ist das Lob Mahmuts auf den Seiten (nüsha) der Thorah und hier ist auch eine eingehende Beschreibung des Messias auf den Seiten des Psalters (lauch-i Zebur).

14. Die Beschreibung der Gefährten (ashab) Mohammeds finden sich alle in den Evangelien (incil), und welch unvergleichlich schöne Offenbarungen (vahiy) Gottes sind sie doch alle!

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15. Dieses Geheimnis (sirr) erfährst du stets von den Leuten der Gottesfreundschaft (ehli velâyet), die Zukunft und Gegenwart vorhergesagt (haber) haben.

16. Celaluddin-i Rumi sagte Gülscheni voraus (haber), ebenso verhieß Scheychi Ekber auch Misri.

17. Ahmed-i Jami berichtet (haber) von Ahmed-i Faruki. Doch welches Beispiel sollte ich noch erwähnen? Denn es sind ihrer noch unzählbar viele!

18. Jeder von ihnen hat uns eine Kunde (haber) überbracht, verschlüsselt oder mit einem Hinweis (rems ve isharet). So haben die Alten die Kunde: "Sie werden geschehen." vorausgesagt.

19. Besonders seine Exzellenz, Abdul Kadir, Ghaus-i Azam, der Gottesmann, ist der Pol des Bereiches (kutbu daire) von "Sei! und es ist".

20. Er hat der Welt (cihan) im Voraus was immer er gesehen hat, mit einer entsprechenden Kunde (beyan) aus der Zukunft berichtet (haber).

21. In einem prächtigen Vers (nazim) sagt er: "Ich werde zu einer vertrauten Burg, um meine Schüler (mürid) vor der Bosheit und aller Gespaltenheit (fitna) zu bewahren."

22. Er hat von der Zerstörung (fitna) durch Dschingis und Hulago gesprochen. Seine verschlüsselte (remz) Aussage bezieht sich auch bis auf unsere Zeit.

23. Sein Hinweis (haber) auf die Zerstörung (fitna) in dieser Zeit ist von seinen Worten zu erkennen. Die Leute der Gewissheit enträtselten viele Geheimnisse aus seinen verschlüsselten (remz) Aussagen.

24. Da die Zerstörung (fitna) in dieser Zeit über alle Maßen hinaus geht, gleichen die Bosheiten (sher) und Zerstörungen (fitna) dieser Bösewichter denen des Flusses Dschehun in der Wüste Hamun.

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25. Die Gelehrten dachten alle zutiefst nach; denn der Bereich der Religion (din) war von den Gottesfreunden ganz entleert.

26. Das Auge des Schicksals hat so einen von Pessimismus erfüllten Wirrwar noch nicht gesehen. Obwohl der Euphrat beständig fließt, leidet das ganze Volk (halk) unter einer Dürre.

27. Noch in keinem Zeitalter gab es eine derartige Zerstörung (fitna) wie in diesem Jahrhundert. Die Mehrheit des Volkes (halk) wurde von dem schlechten Verlauf dieses Jahrhunderts (devir) dahingerafft.

28. Die Gottesleugner stifteten Tag und Nacht Unruhen (fitna) an. Das Volk (halk) konnte nicht mehr lächeln einer Blume gleich, sondern weinte wie wahnsinnig (mecnun).

29. Gegen diese Unruhen (fitna) und Bosheiten (sherr) hat seine Exzellenz, Meister (hazret Üstad) Said, eine Front (cephe) errichtet. Was für ein glücklicher Mensch (said) ist er und ein Überbringer des Glücks (saadet).

30. Die Feder (kalem) in seiner Hand ist wie ein Schwert, dessen Schneide geschärft ist. Seine Feder stieß die Schar der Gottesleugner (zumre-i ilhad) insgesamt in Not (zebûn) und Elend.

31. Die Würde (heybet) des Glaubens (din) tritt wieder durch seine gewinnenden (hosh) Worte in Erscheinung. Das Verständnis derer, die dieses Licht (Nur) nicht erkennen können ist nur ihr Unverstand (kit).

32. Die Feder des Meisters (Üstad) erklärt die Wahrheiten (hakaik) des geheimen Wissens (ilm-i ledun). Sein offensichtlicher Segen (feyz) ist das Augenlicht (Nur) aller Lebewesen (can) bis in alle Ewigkeit (ebed).

33. Seine Exzellenz Gaus (Hazret-i Ghaus) geruhte zu sagen: "Fürchte dich nicht; sage es!" Alle Schriften (metun) handeln in der Hauptsache von dem Meister, seiner Exzellenz (Hazret-i Ustad).

34. Wie schön ist es, was seine Exzellenz (Hazret) Abdul Kadir verschlüsselt (remz) berichtet. Wie schön ist die Erklärung, die uns Said gibt, der einem Glücksstern (sa'd) gleicht.

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35. Er verkündet (beyan) das, was er sieht und was ihm wohlgefällt. Diejenigen, die von der Wahrheit (hakk) begeistert sind und ihr folgen, sind ganz durstig (teshne) nach seinem Segen (feyz). Und der öffnet sich ihnen stets mehr...

36. Jetzt aber spreche ich, meine Wenigkeit, Gâlib, mein Gebet (dua), dass der Herr unser Gott (Hoda), der Unvergleichliche, mit Said zufrieden (radi) sein möge.

37. Möge sein Segen (himmet) erhaben sein und seine Fülle (feyz) stets über uns sein! Möge Gott der Gerechte (Hazret-i Hak) ihm eine immerwährende Freude (nesh'e) bereiten!

38. Solange der Himmel (felek) sich über uns spannt und die Erde (arz) sich dreht, möge Gott (Allah) seinen Lohn (ecr) vermehren und ihm noch recht viel Freude schenken.

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Âsım Bey

"Der Weg der Tradition des Propheten (Minhac-üs Sünne)", welcher der Vierte Blitz (Dördüncü Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub) ist, ist eine heilige Abhandlung (risale-i şerifedir), die mit Recht (elhak) sehr kostbar (kıymetdar) ist und desgleichen sich nicht finden lässt. Sie verdient mit Recht (bihakk) jede Wertschätzung und alle Anerkennung (takdir ve tahsin) und ist allen Lobpreises (medh ü senaya) wert. Wie sehr man sie auch loben mag (medhedilse) ist dennoch wenig. Jeder der sie sieht und jeder der sie liest und sie hört, ist von ihr begeistert (meftun). Und selbst diejenigen, die von ihrem Charakterzug (meşreb) her in ihrem Alevitismus oder Sunitismus extrem (müfrit) sind, finden sie für höchst lobenswert (takdir). Selbst die Männer (adamlar), die in ihrer extremen Haltung (müfrit meşreb) mit einander kämpfen, erheben überhaupt keinen Einwand (itiraz) {gegen diese Abhandlung (A.d.Ü.)} und versuchen nicht einem Streit Tür und Tor (münakaşa kapısı) zu öffnen.

Âsım
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Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Ahmed Hüsrev

Eure lichtvollen Erklärungen (nurlu beyanat) über die Lehre (meşreb) von seiner Exzellenz (Hazret) Muhyiddin-i Arabî, die ihr erläutert (izah) und dabei auch ihre Mängel (noksaniyet) aufzeigt, waren für mich sehr von Vorteil (istifade). Ich spürte (hissettim), dass die Sätze (cümle) und die unklaren Punkte (karanlık nokta) bei diesem Thema (mes'ele), die ich bei eurem ersten Unterricht (evvelki ders) gar nicht verstehen konnte, dieses Mal (bu defa) in eine andere Form (tarz) gebracht und mir erneut dargeboten wurden. Und jetzt beginne ich auch, das schöne Gesicht (güzel yüzlü) dieser Wahrheiten (hakikat) zu erkennen. In der Tat (elhak) habe ich daraus viel Segen (tefeyyüz) geschöpft. Ich habe sie mit meinem Mitbruder (kardeş) Re'fet Bey zusammen gelesen und wir haben unserem Meister (Üstad) voll Erfurcht dafür gedankt (minnetdarane teşekkür). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) euch reichlich dafür belohnen und beschenken (ecr-i kesîri ihsan), wie es eurer würdig (lâyık) ist. Âmîn.

Ahmed Hüsrev

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Babacan Mehmed Ali

Eurer Exzellenz, meinem Meister aus ganzem Herzen und tiefster Seele (ruh-u canım Üstadım)

Ich kann euch gegenüber der Verpflichtung (vazife) einer Schülerschaft (talebelik) nicht richtig nachgehen (hakkıyla îfa) und der Risale-i Nur nicht vollständig dienen (tam hizmet). Denn jedes Mal, wenn ich an die Kraft und Macht (kuvvet ü kudret), die Intelligenz (zekâvet), die Geheimnisse und die Lichter (esrar u envâr) denke, die durch die Risale-i Nur in Erscheinung treten, und darüber nachsinne (tefekkür), verliere ich mich selbst und wachse über mich hinaus (geçip, bîhuş). Doch derart hohe Stufen (yüksek yerler) kann ich nicht aus mir selbst erreichen. Wolle es Gott (İnşâallah), dass ich mir mit der Erlaubnis (izni ile) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk) stets solange ich kann (gücüm), Mühe geben werde, aus den Abhandlungen (risaleler), welche die Geheimnisse (sırlar) des Weisen (Hakîm) Qur'ans offen legen (izhar), der tausendfach mehr (bin kat ziyade) Wert ist, als die wertvollsten Juwelen (kıymetdar cevahir), die Gott der Gerechte seinen Geschöpfen (kullarına bahşetmiş) beschert hat, das Beste (istifade) zu entnehmen. Da ich am Tage durch die Sorge um meinen Lebensunterhalt (derd-i maişet) keine Zeit für mich finden kann, möchte ich einen Teil der Nacht mit diesen Lichtern (Nurlar) erfüllen.

Seit ich diese Lichter (Nurlar) abschreibe, verspüre ich durch meinen Stift und in meinem Herzen (kalemim ve kalbim) eine wunderbare, innere (şirin ve ruhanî) Freude. Ich weiß gar nicht, wie ich Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hak) dafür danken und Ihn loben (hamd ve şükredmek) soll. Manchmal entschwindet mir mein freier Wille (ihtiyar) im Angesicht der Lichter (envâr) der Risale-i Nur aus meiner Hand. Wenn ich jedoch dem entgegen an meine gottvergessen verbrachten Zeiten (gafletli geçmiş zaman) denke, erfüllen mich Kummer und Gram (mahzun ve mükedder). Seitdem ich diese Lichter (Nurlar) gefunden habe, lache ich jedoch jedes Mal in den höchsten Tönen (kahkaha), wenn ich in meine Zukunft (istikbal) hinein schaue und werde darüber fröhlich und glücklich (ferah ve müferrah). Seit fünfzehn Jahren wünschte ich mir einen solchen Dienst (hizmeti arzu). {den Dienst an der Risale-i Nur (A.d.Ü.)} Ich habe in dieser Welt (dünya) die Lustbarkeiten des Lebens (safahat-ı hayat) und ihre Freuden (zevkiyat) lange Zeit genossen. Jedoch befriedigte (tatmin) mich dies dennoch nicht und stillte (işba') nicht meinen Wunsch (arzu) nach der Ewigkeit (ebed).

Dank sei Gott (elhamdülillah), dass ich jetzt die Nahrung (gıda), die diesen Wunsch (arzu) ganz befriedigen und stillen (tatmin ve temin) kann, in der Risale-i Nur gefunden habe. Bis heute war meine Begierde (nefs) von den äußerlichen Lustbarkeiten in dieser Welt (dünyanın zahirî zevk) wie überspült, schmiedete Pläne, mich bis in den Kerker einer anderen Welt (âlemin zindanları) zu führen und das ist ihr in gewissem Grade auch gelungen (muvaffak), und so hat sie mich denn geritten. So lobe und danke ich (hamd ve şükrediyorum) nun Seiner Exzellenz (Hazret), Gott meinem Helfer (Cenab-ı Mevlâ), dem Heiligen (Tekaddes),

وَ هُوَ عَلٰى كُلِّ شَيْءٍ قَد۪يرٌ

{"Und er ist aller Dinge mächtig." - Sure5,120-}

ohne Ende (hadsiz), dass Er mir mit den Geheimnissen (esrar) des Qur'ans durch eine Persönlichkeit (zâtın) namens Said zu Hilfe (imdad) eilte. So habe ich mich denn vor diesem Übel (beliyye) meiner eigenwilligen Seele (nefs-i emmare) gerettet. Seit fünfzehn Jahren habe ich an vielen Türen angeklopft (kapılar çaldım), um den Weg zur Wahrheit (hakikat) zu finden. Da ich bei vielen den Schmuck (zînet) gesehen hatte, welcher der Welt (dünya) gehört, {die Welt schmückt sich mit irdischen Interessen (A.d.Ü.)} habe ich mich denn aus ihr zurück gezogen (geri çekildim). Dank sei Gott (lillahilhamd), dass ich schließlich doch noch die richtige Türe gefunden habe (tam bir kapı buldum). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) mich zu einem aufrichtigen Diener (tam hizmetkâr) dieser Türe {zu einem Pförtner} machen und mir Beständigkeit (sebat) verleihen. Es ist nicht zu übersehen (inkâr edilmez), wie glänzend (parlak) die Risale-i Nur, die in diesem finsteren Zeitalter (zulmetli asır) die Lichter der Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniyenin envârı) verbreitet, und wie sehr sie für jeden von großem Vorteil (menfaat) ist. Wollte man das bezweifeln (inkâr edilse), könnte dies aus einem Mangel an Kenntnis geschehen oder aus einem gewissen Unverständnis erwachsen. Für einen Verständigen (anlamazlik) gleicht selbst noch das Sirren einer Mücke (sivrisinek) einem Gitarrenspiel (saz). Einem Unverständigen (anlamaya) hingegen erscheint selbst noch ein Konzert mit Trommeln und Flöten (davul zurna) als mangelhaft (az). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) den Schleier vor unseren Augen lüften (kaldırsın), damit wir die Wahrheit recht erkennen (göstersin) können, âmîn.

Babacan Mehmed Ali
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Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Major (Binbaşı) Âsım Bey

Mein verehrter Herr und Meister (Üstad)

Von eurer unendlichen Zuwendung (iltifatat-ı bînihaye), die meiner Wenigkeit (hakk-ı fakirane) wie immer, so auch dieses Mal (bu kerre) in eurer Güte und Freundlichkeit (lütf u ibzal) erwiesen wird, obwohl ich dessen doch gar nicht würdig (nâmüstehak) bin, ist meine Wenigkeit völlig hin und her gerissen (bu fakiri mestediyor) und so verwirrt (şaşırıyorum), dass ich gar nicht weiß, was ich tun soll. Und nur mit dem Lobpreis und Dank (hamd ü şükr ü sena) für die Güte, Gnade und Freigiebigkeit (ütf u kerem ü ihsan) Seiner Exzellenz (Hazret), Gottes des Urewigen (Cenab-ı Lemyezel), ergreife ich (sarılıyorum) die heiligen Abhandlungen (risale-i şerif). Mit Freude (lezzet) erlebe ich euch, meinen Meister (üstad) vor mir, empfinde euch als bei mir (karşımda ve yanımda) und tauche volll Begeistererung (mütehayyir) und tief in Gedanken (mütefekkir) in das Meer der Freude (bahr-i sürur) ein. Und zugleich erbitte ich (niyaz) bei der Gunst (eltaf) und Güte des Hochgepriesenen (inayet-i Sübhaniye) um die Fortsetzung und Steigerung (devam u tezyid) dieses Zustandes (hal). Wie könnte ich auch nicht darum bitten, oh meine Excellenz (Ya Hazret)!

Außer so vieler Beachtung (iltifat) meiner Wenigkeit (fakir), besonders am Anfang eures letzten Briefes zu meinen Gunsten (lütufname) nach so vielen Komplimenten (tavsif) lauten eure feinsinnigen Worte (kelimat-ı latife) "mein bester Freund (kuvvetli arkadaş) im Dienst (hizmet) am Qur'an und vertrauter Gefährte (enîs yoldaş) auf dem Wege Gottes des Gerechten (tarîk-ı Hak) und dem Pfad der Ewigkeit (ebed yol)". Diese eure kostbaren Worte wie die Welt (cihankıymet kelâm), der Erweis eurer Güte und eures Segens (ibzal ü himmet) für einen so armseligen (fakir), einfachen (hakir), hilflosen Bruder (muhtaç bir kardeş) wie mich, bringen mich dazu, zu sagen: "Wie könnte ich nicht an eure Großartigkeit (büyüklük) glauben, besser gesagt, dass seine Exzellenz (Hazret), Gavs-ı A'zam Şeyh Geylanî, Gott heilige sein erhabenes Geheimnis (Kuddise sırruhu-l âlî), sich euch zuwendet (teveccüh), für euch betet (dua), über euch Schutz und Obhut (himaye ve muhafaza) gewährleistet." Diesmal habe ich die heilige Abhandlung (risale-i şerife) über die Verheißung von Gavs-ı A'zam aus dem Verborgenen (ihbarat-ı gaybiye) gesehen, gelesen und abgeschrieben. Wir wissen, dass Gavs-ı A'zam der größte Pol (a'zam-ı aktab) ist, bestätigen es von Herzen (kalben tasdik) und erweisen ihm viel Liebe (ziyade muhabbet). Dieses Mal hat diese Überzeugung und diese Liebe (bu defa bu kanaat, bu muhabbet) meine Bestätigung mehr und mehr (kat-ender) gesteigert und bekräftigt (ziyade ve takviye). Meinen Glauben und meine Liebe (iman ve muhabbet) zu Hazret-i Şeyh hat sie mit einem festen Seil (habl-i metin) an ihn gebunden. Und wie könnte ich auch mich nicht an ihn binden lassen (baglanmaya)? Dieses Wunder (keramet) und die Verheißung aus dem Verborgenen (ihbar-ı gaybiye) ist es, das seiner Exzellenz (Hazret) Gavs-ı A'zam zu eigen ist, welcher die "Worte (Sözler)" verkündet, aus denen die Wahrheit hervorsprudelt (hakikat fışkıran) und die der Seele (ruh) das Leben (hayat) schenken, von ihnen berichtet (haber), der so eine Quelle der Wunder und Wahrheit besitzt (sahib-i menba'-ı keramat ve hakikat), welcher der Meister meines Meisters (üstadımın üstadı) ist.

So hat dieser Sachverhalt (keyfiyet) bewirkt, meine Hingezogenheit (incizab), meine Verbundenheit (merbutiyet) und meine Ergebenheit (teslim) zu meinem Meister (üstad) noch mehr zu befestigen (tarsin) und zu einer unüberwindlichen und unzerstörbaren Burg (yıkılmaz ve tahrib kal'a) zu werden. Da nun einmal ich in meiner Wenigkeit (fakir) mich in dieser festen Burg (muhkem kal'a) befinde, habe ich keine Angst (pervam) mehr von außen (hariç) und überhaupt vor irgendjemandem. Auch gegen einen möglichen Angriff von außen oder einen Aufstand (taarruz ve kıyam) habe ich das Gefühl und die Kraft (his ve kuvvet) des Gegenangriffs (taarruz) und der Verteidigung (hücum) erhalten. Durch die Güte und Gnade des Schöpfers (lütf u inayet-i Bari) und durch die Gunst und das Gebet (teveccüh ve dua) von Gavs-ı A'zam bin ich bei meinem Meister (üstad) angelangt. هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبّ۪ى {"Dies ist von der Güte meines Herrn.}

Ich bitte (dilerim) seine Exzellenz (Hazret), den Schöpfer in Seiner Hoheit und Heiligkeit (Bâri-i Teâlâ ve Tekaddes) und bete inständig (niyaz eylerim), dass ich bis zum Ende meines Lebens (âhir ömrüm) auf diesem Wege voran schreite (hatve-endaz) und wie ihr zu sagen geruht: "Als euren treuen (sıddık), opferbereiten (fedakâr), wahrhaftigen geistlichen Mitbruder (hakikî âhiret kardeş) und euren besten Freund (kuvvetli arkadaş) im Dienst (hizmet) am Qur'an und vertrauten Gefährten (enîs yoldaş) auf dem Wege Gottes des Gerechten (tarîk-ı Hak) und dem Pfad der Ewigkeit (ebed yol)" berechtigtermaßen entspreche (kesb-i istihkak) und mich dessen würdig (liyakat) erweise. وَ مِنَ اللهِ التَّوْف۪يقُ {"Und von Gott kommt der Erfolg."}

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Oh mein gütiger Meister (üstad-ı ekrem)! Ich kann euch, oder besser gesagt, der Risale-i Nur, nicht einmal ein Tausendstel meiner schönen Schrift (hüsn-ü hatt), oder besser gesagt meiner Hochachtung (ta'zim), meiner Gunst (tekrim), meiner Ehrerbietung (hürmet), meiner Aufrichtigkeit (samimiyet), meiner Liebenswürdigkeit (muhabbet) und meiner Ergebenheit (takdim) erweisen. Meinem unzulänglichen Stift (âciz kalem) und meiner Zunge (lisan) gelingt es nicht, meine Gefühle (hissiyat) und meinen Geist (ruh) verständlich zum Ausdruck (tercüman) zu bringen.

Die Hingezogenheit (incizab) und meiner Seele (ruh) Liebe zu euch (mahbubiyet), meinen Meister (üstad), deren fünf Prozent sich euch selbst (şahs) zuwendet, ist jedoch zu 95/100 eine Hochachtung und Erherbietung (ta'zim ve tekrim) gegenüber der Veröffentlichung der Lichter der Wahrheit (neşr-i envâr-ı hakikat) und der Würde (şeref) des Weisen (Hakîm) Qur'ans, dessen öffentlichen Ausruferdienst (dellâllık) ihr verseht. Ich habe eine feste Überzeugung und den Glauben (kanaat ve iman), dass eure "Worte (Sözler)", aus denen Licht und Wahrheit hervorsprudeln (nur ve hakikat fışkıran), Kommentare (tefsir) sind, die aus dem Weisen (Hakîm) Qur'an abgeleitet (muktebes) sind. Nicht derjenige ist im wahrsten Sinne ein Mensch (insan), der sie nicht zu schätzen (takdir) weiß, anzuerkennen (tahsin), zu loben und zu preisen (medh ü sitayiş), für sie Liebe und Sympatie (muhabbet ve merbutiyet) nicht nähren kann (beslemeyen). Besser gesagt sind sie von Gott und dem Propheten (merdud-u İlahî ve Peygamber) abgewiesen. Möge Gott der Schöpfer in Seiner Ewigkeit (Cenab-ı Hâlık-ı Lemyezel) und Seiner Exzellenz (Hazret) auch solchen den rechten Weg (tarîk-ı hakkı) zuteil werden lassen. Âmîn. بِحُرْمَةِ سَيِّدِ الْمُرْسَلِينَ {"Um des Hauptes der Gesandten willen."}

Mein geliebter Meister! Die Krise der Krankheit (had devresi) eurer Schwester (hemşire) ist nun schon überwunden. Doch ist sie noch nicht wieder aufgestanden (yataktan kalkmadı). Denn wie ich bereits zuvor erwähnt hatte, ist davon nunmehr noch 20/100 zurück geblieben (mevcud). So fehlt denn eurer Schwester noch die rechte Kraft und Vitalität (kuvvet ve iktidar). Doch kann sie bereits wieder beten (namaz), wobei ihr Leib jedoch noch zittert, weshalb sie ab und zu einmal unterbrechen muss (ârızaya maruz). Dennoch sei in ihrem heutigen Zustand (hal-i hazır) für die Güte und Gnade (ütf u kerem) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk) Lobpreis und Dank (Lehülhamdü ve-l minne). Die Anstrengung und das Leid (sıkıntı ve elem) der Vergangenheit sind nun vorbei. So beschäftigt (meşgul) sie sich nunmehr im Gottvertrauen (tevekkül) für die Zukunft (istikbal) mit dem Dank (şükür) für ihren gegenwärtigen Zustand und betet (dua) für euch, meinen Meister (üstad), und sagt dabei: "Diese heiligen Abhandlungen (risale-i şerife) des Lichtes und der Wahrheit (nur ve hakikat) des Qur'ans eilten mir zu Hilfe (imdad)." Besonders für das Thema (bahs) über die Geduld (sabır), die Ausdauer (tahammül) und die Dankbarkeit (şükür) im Zweiten Blitz (İkinci Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub) war sie so sehr eingenommen, dass sie die erwähnte Heilige Abhandlung (risale-i şerife) vor und nach und besonders während ihrer Krankheit (hastalık sırası) vielmals meiner Wenigkeit (fakir) vorgelesen und dafür Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) Lob und Dank (hamd ü sena) gesagt hat und mich sodann auch noch den dritten Blitz (Üçüncü Lem'a) und andere Heilige Abhandlungen (risale-i şerife) vorlesen ließ, wobei ihr die Tränen aus den Augen (göz yaşları) strömten, während sie mir zuhörte.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبّ۪ى

{"Dank sei Gott! Dies ist von der Gnade meines Herrn."}

Diese und andere Heilige Abhandlungen (risale-i şerife) sind ein Segen (feyiz), durch den die Wahrheit (hakikat) hervorsprudelt und ihre Lichter ausstrahlen (nurlar saçan). Ich kann soweit sagen, dass ich die Überzeugung (kanaat) habe, dass sie selbst die vordersten der Leute des Irrweges und der Ketzerei (ehl-i dalalet ve bid'a) und die schlimmsten unter den Gottesleugnern (mülhid) zum Glauben (iman) bringen können, vorausgesetzt natürlich, dass sie auch in ihre Seele einzudringen (ruhuna nüfuz) vermögen.

Dank sei Gott, dass wir durch diese Lichter erleuchtet (Nurlardan mütenevvir) werden und durch unseren lieben Meister (sevgili üstad), seine Zuwendung und sein Gebet (teveccüh ve dua) von Ihm unsere Geschenke (mütena'im) empfangen. Besonders die Abhandlung über die Wundertaten (keramat) seiner Heiligkeit Gavs-ı A'zam Şeyh Geylanî (Hazret) und über seine Verheißungen aus dem Verborgenen (ihbarat-ı gaybi) hört eure Schwester so gern und mit so viel Freude und Leidenschaft (lezzet ve muhabbet), nachdem sie vor drei Jahren von einer Krankheit betroffen wurde (hastalıga tutuldu) und in ihrem kranken Zustand zum Teil geistig ziemlich verwirrt war, sodass sie sich im Garten an den Ästen der Bäume festhielt (sallanıyordu) und rief: "Oh Abdülkadir-i Geylanî! Oh Veysel Karanî, zu Hilfe!", während sie dabei nach Halt suchte. Dieses Mal ist es ihr jedoch gelungen (muvaffak), die Abhandlung über seine Wundertaten (keramat) und seine Verheißungen aus dem Verborgenen (ihbarat-ı gaybi) eingehend zu betrachten und und sie scih anzuhören. Diese ehrwürdige Abhandlung (risale-i şerif) hat ihr sehr gut getan, sodass sie dabei Freudentränen vergoss (akıttı), ja selbst ungestört weiter weinen (akıtmakta) wollte. Das hat meine Leidenschaft und meine Begeisterung (muhabbet ve şevkim) noch gesteigert und Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Dank (Şükrüm) dafür zum Ausdruck bringen könnte. Trotz des Mangels bei der Verrichtung meines Dienstes und meiner Anbetung des Schöpfer in Seiner Unendlichkeit (Hâlık-ı Lemyezel Hazret) und trotz aller Fehler in meinen Pflichten (vazife-i ubudiyetim) als ein Angehöriger seiner Gemeinde unseres Herrn (Efendim), dem Stolz der Welt und Haupt der Gesandten (Seyyid-il Mürselîn Fahr-i Âlem), mit dem der Friede Gottes des Erhabenen und Sein Segen sei, trotz meiner extremen Unzulänglichkeit und obwohl ich bei dem notwendigen Einsatz, der Arbeit und Leistung für den Dienst (hizmet) am Qur'an sehr unzureichend und mangelhaft (kusur ve noksan) bin, würde ich mich für froh und glücklich (mes'ud ve bahtiyar) zählen, wenn meine Wenigkeit mit euch meinem Meister zusammen sein durfte und mit allen Geschwistern - Dienern (hizmet) am Qur'an - vereint, sei es auch ein Tropfen aus dem großen Ozean gleich einen Beitrag geleistet hätte. Auf meinen Lobpreis und Dank (hamd ü sena ve şükrüm) sehe ich keine Grenze und keinen Rang (hadd ü pâyan). Alle Kameraden und Geschwister (arkadaş ve kardeş), mit denen ich sie zusammen lese, wissen sie zu schätzen, loben und bestätigen und erweisen sich in vollkommener Überzeugung (kanaat-ı kâmil). Ihre Begeisterung und Einsatzfreude für den Dienst (hizmet) am Qur'an steigern sich und wünschen auch für sich das Gleiche wie die in dieser Schar (kafile) und in diesem Kreis (daire) sind, für sich. Möge Gott als der Schöpfer (Cenab-ı Hâlık) in die Herzen (kalb) der Gemeinde Mohammeds mit dem der Friede sei, inspirieren (ilham), ihre Seelen erleuchten (ruhlarını nurlandırsın) und die Glückseligkeit in beiden Welten (saadet-i dâreyn ihsan) schenken.

Euer Bruder in all meiner Wenigkeit und Bedürftigkeit
Âsım
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(Dieser Abschnitt stammt von Vezirzade Mustafa)

Mein lieber Meister (Üstadım)

Ich bete nach jedem der täglichen fünf Gebete (namaz) stets für Eure Exzellenz (hakk-ı fâzılaneler) und bitte auch euch um eure Gebete (dua). Ich bin nicht imstande meine Eindrücke für euren Weg (Meslek) und für die Risale-i Nur, die ihr veröffentlicht (neşrett), in Worte zu fassen. Ich bin Analphabet (ümmi) und kann mich nicht wie die anderen Mitbrüder ausdrücken (ifade-i meram). Mein Herz und meine Seele (kalb ve ruh) sind jedoch - Dank sei Gott (felillahilhamd) - unter dem Einfluss (tesirat) der Risale-i Nur zur Wachsamkeit (intibah) gelangt. Diese Wachsamkeit meines Herzens (kalbimin intibahı) erkenne ich in meinen Träume. Den Wachzustand (yakaza âlemi) in dieser Zeit der Gottvergessenheit und der Finsternis (gaflet ve zulmet) nehme ich bereits als eine Art bleischweren Schlafzustand (agır bir uyku âlemi) war; und was die Welt der Träume (uyku âlemi) betrifft, so betrachte ich sie gewissermaßen als die Welt der Wachsamkeit (yakaza âlemi). Daher möchte ich meinem Meister (üstad) meine Träume (rü'yalar) erzählen.

So ist eine Kurzfassung meines Traumes (rü'yamın hülâsası) folgendermaßen: Ich befinde mich gemeinsam mit euch in einer Moschee (câmi). Wir verrichten in ihrem Hof (avlu) mit einigen Schulkameraden Reinigungsarbeiten (temizlik). Ein Auto erscheint. Es hält in der Nähe der Moschee (mescid) an. In ihm sitzt der Ehrenwerte Gesandte (Resul-i Ekrem A.S.M.). Da tauchte plötzlich ein Bach auf und brach den Traum ab. Die Ausdeutung (tabir) überlasse ich euch, meinem Meister (üstad). Ich verspüre hier lediglich, dass die Risale-i Nur, welche sich darum bemüht, die gelobte Sitte (Sünnet-i Seniye) des Ehrenwerten Gesandten (Resul-i Ekrem A.S.M.) wieder zum Leben zu erwecken (ihya) und veröffentlicht, die Schätzung und Billigung (takdir ve tahsin) genießt, sodass er seine Geistlichkeit (manevî teşrif) in dieser Provinz (vilayet), die unsere Moschee (câmi) ist, mit ihrer geistigen Hilfe (imdad-ı ruhanî) beehrt. Die Leute des Irrweges (ehl-i dalalet) beunruhigen (müşevveş) aber die Diener (hizmetkâr) der gelobten Sitte (Sünnet-i Seniye) durch ihre Listen (desise). Sie richten Hindernisse zwischen ihnen auf (maniler teşkil), damit sie sich nicht mit ihrem Meister (Üstad) treffen können.

Hier nun eine Kurzfassung meines zweiten Traumes (rü'yamın hülâsası) und die ist folgendermaßen: Ich habe gesehen, dass am Rande eines Friedhofes (mezaristan nihayetlerinde) viele Knechte (harmancı) die Spreu vom Weizen (bugday) trennen. Und da war noch ein Schloss gleich einer festen Burg (muhkem bir kal'a) mit zwei Toren (iki kapılı). In ihr saß seine Exzellenz Hazret-i Gavs-ı Geylanî. Ihn habe ihn besucht (ziyaret); und es gab dort auch sehr viele Menschen (gayet kalabalık). Die Ausdeutung (tabir) überlasse ich euch, meinem Meister. Doch vermute ich (hissediyorum), dass der Friedhof die vergangene Zeit (geçmiş zaman) ist. Diejenigen, die auf dieser Tenne die Spreu vom Weizen trennen, sind diejenigen, die in heutiger Zeit die Risale-i Nur verbreiten (naşirleri), und ihre Schüler (talebe). Sie bereiten den Seelen (ruh) ihre geistige Nahrung (manevî rızk). Sie trennen die Körner der Wahrheit (hakikat taneler) von der Spreu (saman) jeglicher Einbildung und Phantasie (evham ve hayalât). Der wichtigste Meister (üstad) des Meisters dieser Schüler (talebe) ist seine Exzellenz Hazret-i Gavs-ı Geylanî. Er saß in einem Schloß (saray), das einer festen Burg (muhkem kal'a) gleicht und verrichtet dort für sie einen Meisterdienst (üstadlık). Was die Menschenmenge (kalabalık) um ihn herum und seine intensive Beschätigung (fazla meşguliyet) heißt, wie in der Abhandlung über die Wundertaten (keramet) von Ghausul Asam gezeigt (izhar) wird, so ist es sicherlich (fehmediyorum) seine intensive Beschäftigung mit den Schülern der Risale-i Nur (talebe), sein Segen und sein Gebet (himmet ve dua).

Euer Schüler und Analphabet
(Ümmi talebeniz) Mustafa

(Dieser Abschnitt stammt von Hâfız Ali)

Mein ehrenwerter Meister!

Da nun einmal das Erste und das Zweite Wort (Sözler) durch so viele Hände herumgegangen sind, sind sie schließlich unleserlich geworden . Daraufhin habe ich sie noch einmal abgeschrieben (istinsah). Da tauchte in meinem Herzen (kalb) die Frage auf: "Sollte sich vielleicht in diesen Worten (Sözler), die ein Zeugnis (hüccet) für den Islam und für den Glauben (iman) darstellen, eine subtile symmetrische Übereinstimmung (sırr-ı tevafuk) zeigen?" So habe ich sie mir betrachtet, gesehen und gesagt:

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبّ۪ى

{"Dank sei Gott! Dies ist von der Gnade meines Herrn."}

So habe ich denn verstanden, dass in den Abhandlungen (risaleler) im Großen und Ganzen eine Summe der Wunderhaftigkeit (kitle-i i'caz) und ein unauslöschbares Licht der Wahrheit (ziya-yı hakikat) der immerwährenden Sonne (Şems-i Sermedî) sichtbar wird. So wie der Weise Qur'an (Kur'an-ı Hakîm), der sich seit mehr als Tausend Jahren (bin küsur seneden) an die ganze Welt (dünya), Menschen und Dschinnen (ins ü cinn) wendet, seine Feinde zum Schweigen (düşmanları iskât) bringt und zugleich seine Freunde erfreut (dostları müferrah), sodass dessen Wirkung bis zum Ende der Welt (hükmü kıyamet) bestehen bleibt, so verbreitet auch die Risale-i Nur mit ihren Abhandlungen (ecza), die ein wahrhaftiger Kommentar (hakikî müfessir) zum Weisen Qur'an (Kur'an-ı Hakîm) ist, diesen finsteren Schleiern (zulümatlı perde) zum Trotz ihre Lichter (neşr-i envâr). So Gott will (inşâallah) wird sie eines Tages die Schleier der Finsternis (zulümat perde) zerreißen, sich an die ganze Welt (bütün dünya) wenden und so das offenkundige Wunder (mu'cize-i bahire) des Qur'ans, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Kur'an-ı Mu'ciz-ül Beyan) ist, unter Beweis stellen (isbat). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) bis zum Tage der Auferstehung (yevm-il kıyam) ein Anwachsen der Zahl (teksir) Seiner Diener (hâdimler) gewähren, die sich für die Verbreitung der Lichter (neşr-i envâr) einsetzen.

Hâfız Ali
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(Dieser Abschnitt stammt von Hâfız Ali)

An seine Exzelenz, meinen hochehrenwerten Herrn und Meister

Es ist mir gelungen, die Abhandlung, die elf Anmerkungen (Onbir nükte) beinhaltet, also die "Stufenleiter der Sunna (Mirkat-üs Sünne)" ganz und gar abzuschreiben (istinsaha muvaffak). Dieser lichtvolle Blitz (Lem'a) ist in dieser Zeit ein solch prüfender Funke (cevher mihenk) zur Unterscheidung und Feststellung (temyiz ve tefrik), was Abgötterei und was Glaube (şirk ile iman), was böse und was gut (kötü ile iyi) ist. Menschen sind begeistert (hayran), wenn sie die Wahrheit (hakikat) betrachten, erkennen ihre Unzulänglichkeit (âciz) und erfassen diese Wahrheit mit ihrem Verstand. So blieb denn nur noch zu erhoffen (ümid), dass durch die Barmherzigkeit Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk'ın rahmeti) ein Licht, das niemals untergeht (nur-u lâyezal), die so dichte Finsternis (zulümat) dieses Zeitalters zu zerreißen vermöge und seinen Gegner, dem es ja durchaus überlegen ist, überwältigt.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبّ۪ى

{"Dank sei Gott! Dies ist von der Gnade meines Herrn."}

Für jeden, der seine fünf Sinne (aklı başında) beisammen hat, ist es erkennbar, dass dieses Licht (Nur) tatsächlich aus der Risale-i Nur wie Wasser hervorsprudelt. Nicht nur diese Abhandlung (risale), die eine so großartige Wahrheit (hakikat) erläutert und kommentiert (izah ve tefsir), sondern selbst ein einziger Brief (mektub), der geschrieben wurde, um einen einzelnen Menschen (bir ferdi ikaz) zu ermahnen, vermag gewissermaßen jedes einzelne Temperament (meşreb) ins Auge zu fassen und ein Wort, das jedem von Nutzen ist (herkese yarar) an ihn zu richten.

Oh mein lieber Meister! Wie sollten wir nicht dafür danken (şükretmeyelim) und uns dafür erkenntnlich (minnetdar) zeigen, dass Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) uns durch einen wahrhaftigen Kommentator (hakikî bir müfessir), wie wir ihn doch so dringend benötigten (muhtaç), zu der Sonne des Qur'ans, die der riesigen Sonne (güneş) unserer Welt (dünya) gleicht, geführt hat. Wie könnten wir für seine Exzelenz, den Kommandanten über die Schar der Propheten (Hazret-i Sipeh-sâlâr-ı Enbiya), den Herrn der Ansprache (Şah-ı Levlâke) "Wenn du nicht wärest" {"ansonsten hätte ich die Welt nicht erschaffen" (Hadithu-l'Qudsi)} nicht ein Segens- und Friedensgebet (salât ü selâm) sprechen, da er unsere verblendeten Augen mit seinem Licht erleuchtet hat (nuruyla şu'ledar) und uns auf den geraden Weg (tarîk-ı müstakim) führt. Wie könnten wir für seine Exzelenz, den öffentlichen Ausrufer (Hazret-i Dellâl) des Qur'ans nicht unsere Gebete (duagû) sprechen, da er unsere aufständische Haltung (isyan) übersehend uns nicht aus dem Kreis seiner rechten Leitung (halka-i irşad) ausgeschlossen hat und uns nicht unserem ursprünglichen Zustand (hal-i aslî) überließ. So wolle es denn Gott (inşâallah), dass Er uns auch in beiden Welten (iki cihan) niemals verlassen wird.

Geliebter Meister! Während ich die beiden Abhandlungen (parça) abschrieb, sagte mir mein Herz (kalb), ich solle die Originale nicht in ihrer Form (asıl) kopieren. Denn ich sagte mir: sehen wir einmal, wie sich die Blumen der Symetrischen Übereinstimmung (ezhar-ı tevafuk), die an diesen deutlich wurden, ihre einzigarttige Erscheinungsform (cilve-i bedayi') auch in einer anderen Gestaltung zeigen werden. Die einzigartige Kunst (san'at-ı bedia) in beiden Abschriften (nüsha), die meine Wenigkeit euch vorlegt (takdim-i âcizane), zeigt, dass jedes Wort an einem bestimmten Platz (vezn-i kasdî) in Erscheinung tritt, in einer Gestaltung, wie sie sehr weit entfernt vom Intellekt (akıl) und den menschlichen Fähigkeiten (istidad-ı beşer) erscheint, als ob es an einer Werkbank (tezgâh) abgemessen und dementsprechend geformt worden wäre (ölçülerek, biçilerek). Dieser Sachverhalt (zaman) sagt zu den Toren (ebleh) unserer Zeit, die weit weg von jeglichem Verständnis sind, sinngemäß (manen): Die Erscheinung der Schönheit (cilve-i cemali), die vor uns jetzt sichtbar (tecelli) wird, könnt ihr mit eurem Verstand (aklınız) nicht ermessen. Jedoch könntet ihr sie schauen, falls ihr dafür die Augen hättet.

In der Tat kann ein Mensch auch mit nur einem Bruchteil seines Bewusstseins (cüz'î şuur) überall auf der Erde (zemin) keinem anderen außer dem Herrn Seiner Majestät (Zât-ı Zülcelal) zuschreiben, der absolut allmächtig (kadir-i mutlak) ist, wie sich die Blumen, die im Frühling (bahar) noch wie Seidenbrokat (sündüsmisal) sind, mit der Kunstfertigkeit ihres Herrn (san'at-ı Rabbaniye) öffnen. Genau so bringen auch die Abhandlungen (risaleler) im Großen und Ganzen einen Frühling im Leben der Jahrhunderte (ömrünün asır) und der Jahre (sene) des Qur'ans im vierzehnten Jahrhundert (asır) gleich dem Naurostag des Königs (nevruz-u sultanî) hervor. Was soll man da über denjenigen sagen, der so viel Verstand wie eine Biene (Arı kadar aklı) besitzt, wenn er sich in diesem Frühling an diesen Blumen nicht erbauen (istifade) würde? Was soll man da noch über diese Schlaumeier (ehl-i basiret) sagen, die einen so großartigen Frühling überhaupt nicht wahrnehmen? Und was soll man über den sagen, der ihn zwar wahrnimmt und sich dennoch wieder in die Kälte des Winters (kışta zemherire) zurück zieht? Wie schade (heyhat) um diejenigen, die sich als Bewusstsein (zîşuur) tragende, als Leute des Gottesgedenkens (ehl-i zikir) oder als Leute von Scharfsinn (ehl-i basiret) ausgeben ...

Mögest du noch lange leben, oh geliebter Meister! Du bist mit den qur'anischen Diamanten (elmas) in der Hand der Verkünder (mübeşşir) dieses großartigen Frühlings! Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) euch zu eurem Ziel (maksud) geleiten und eure Wünsche (murad) in Erfüllung gehen lassen. Âmîn. Mit diesem Gebet (dua) küsse ich eure Hände und den ehrwürdigen Rock (dest ü damen-i muallâları), mein Herr, eure Exzelenz (Efendim Hazretleri).

Meine Wenigkeit, euer Schüler Ali
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Auch euer Schüler hatte in seiner Wenigkeit und Schwachheit (fakir ve âciz talebe) die Absicht über die oben erwähnten Werke (eserler) ein klein wenig zu der Audienz eurer Erhabenheit (takdim-i huzur-u fâzılane) beizutragen. Da unsere Hoffnung und unsere Ziele (emel ve gaye) im Grunde die gleichen sind, möchte ich euch mitteilen, dass ich mich mit der sinngemäßen Wiederholung (mealini tekrar) des Inhaltes dieses Briefes (mektub) unseres Mitbruders Hâfız Ali Efendi begnügen möchte und küsse hiermit den Staub zu euren Füßen (hâk-i pây-i ekremî), mein Herr (Efendim).

Euer so von Mängeln behafteter Bruder
Hulusi-i Sâni

(Dieser Abschnitt stammt von Hulusi Bey)

Mein lieber und ehrwürdiger Meister!

Obwohl zur Verbreitung der Lichter (Nurların intişarı) eine blitzartige (berk gibi) Geschwindigkeit geradezu notwenig wäre, ist eurer Hoheit wohl bekannt (malûm-u âlîleri), dass ich stets mit Bedauern (esef) über meine eigene Trägheit (betaet) spreche. Da haben sich also neulich noch einige Interessenten (müştak) dem Kreis der "Worte (söz dairesi)" angeschlossen. Infolge einer Inspiration (ihtar), die sich meinem Herzen (kalb) eröffnete, dachte ich an die Umstände der Verbreitung (keyfiyet-i intişar) und verspürte dabei die folgenden Gegebenheiten (hakikat). Ich bin sogar zu der festen Überzeugung (kani') gelangt:

Die segensreichen Worte und Briefe (Mübarek Sözler ve Mektublar) verbreiteten sich auch hier in dieser Umgebung (muhit) sogar ohne Abschriftstätigkeiten ziemlich rasch (hayli intişar), auch wenn sie es nicht in ihrer Gesamtheit sein sollen. Es sollen viele, die diese Werke (âsâr) lesen oder hören wollen, in den kleinen Städten (kaza) der Provinzen (vilayet) der Umgebung (civar) geben. Gepriesen sei Gott (Fesübhanallah), ein so geringer und ziemlich unzulänglichenr Dienst (hizmet) bringt eine derartige Wirkung (faide) hervor, was zeigt, dass diese Worte und Briefe (Sözler ve Mektublar) tatsächlich eine Folgeerscheinung (tecelli) der "Nur" sind, weshalb sie sich mit Leichtigkeit verbreiten (intişar). Während ich über diesen Sachverhalt (hal) erstaunt nachdachte (hayretle tefekkür), kam ich dazu, an das Erste Wort (Birinci Söz) zu erinnern, das den Namen "Bismillah" trägt. So habe ich denn begonnen, folgendes zu denken: Der Meister (Üstad), welcher der Welt den Rücken (dünyaya arkasını) zugekehrt hat, beginnt durch die Ermutigung (teşvik) seiner Exzelenz Hazret-i Gavs, ja vielmehr durch seine Anweisung (delalet) mit "Bismillah" aus der verborgenen Schatzkammer (gayr-ı mekşuf hazine) des Qur'ans. Er bestellt den Acker (tarla) des Qur'ans mit dem Saatgut der Worte (Sözler), indem er "Bismillah" spricht. Er pflanzt die Samenkörner der Lichtvollen Briefe (Nurlu Mektublar) in den Garten der Unterscheidung (Furkanî bahçeye), indem er "Bismillah" spricht. Das Wachsen und Gedeihen (inkişaf ve intişar) der Körner (tohum), die dem Befehl Gottes (Emr-i İlahî) folgend bestellt worden sind, und die Samenkörner (çekirdek), die eingepflanzt worden sind, wird zweifelsohne wunderbar (hârika-âsâ) sein.

— 199 —

Der bescheidene Mann (mütevazi zât), der im Gleichnis (temsil) des Ersten Wortes (Birinci Söz) auf der Reise (seyahat) ist, ist ganz und gar unser Meister (tamamen Üstad). Wie seidenweiche Wurzeln (yumuşak kök) und Adern (damar) der Sträucher, Bäume und Gräser unter der Wirkung (tesir) von "Bismillah" unter der Erde (yer) harten Stein und Erde durchbohren und durch sie hindurch gehen, werden auch die Worte (Sözler), die mit "Bismillah" auf einen Platz zu ihrer Veröffentlichung (mevki-i intişar) gebracht, wo sie sich auf eine wunderbare Weise (hârika bir tarzda) über die Erde (arz) verbreiten. So durchdringen sie denn die prachtvollen, vollendeten Früchte (münevver ve mükemmel meyve) dieser gläubigen (mü'min) Menschen, welche ihre Herzen (kalb) sind. Sowohl die weiteren Worte und Briefe (Sözler ve Mektublar), die Blätter des Lichtsprösslings (Nur fidanı), der mit "Bismillah" eingepflanzt wurde, und die Schar des Qur'ans (Hizb-ül Kur'an), welche die Äste und Zweige dieses heiligen Sprösslings (kudsî fida) sind, und der ehrwürdige Meister (muhterem Üstad), welcher die Wurzel und das Haupt (seyyid) dieser Schar (hizbin esası) ist, stehen in dieser Zeit, in der die ketzerischen Neuerungen (bid'atlar) in Vielzahl und ihre Kämpfer (muharrib) in der Überzahl sind, unter einem verborgenen Schutz (hıfz-ı gaybîye).

Ich habe mir vorgestellt (tasavvur), dass die Lichter (Nurlar) des Qur'ans, die von der Sonne des Prophetentums (Şems-i Risalet) ausgehen, vorerst zu dem Meister (üstad) und von ihm aus zu uns Hilflosen (bîçareler) und von uns ausgehend zu weiteren Interessenten (müştaklar) usw. übermittelt werden. Dank sei Gott (Elhamdülillah) sagte ich da. Wie ich in einem bedeutsamen Traum (mühim bir rü'ya) bereits gesagt hatte, ist eure kleine Gemeinde (cemaat) für die Verbreitung (intişar) eurer Worte (Sözler) unter den Gläubigen (mü'm) durch die Gnade Gottes (inayet-i İlahî) zu einem Empfänger und Vermittler (âhize, vasıta) geworden. Wie diejenigen, die einen kleinen Kreis der Einheit (halka-i tevhid) bilden, die dem Geheimnis (sırr) der Ayah:

كَمْ مِنْ فِئَةٍ قَل۪يلَةٍ غَلَبَتْ فِئَةً كَث۪يرَةً بِاِذْنِ اللّٰهِ

{"Wie manche geringe Schar hat schon mit Gottes Erlaubnis über eine große Schar gesiegt!" - Sure2,249-}

entsprachen, einen geistigen Sieg (manevî galebe) erworben, ihrem Wegweiser (mürşid) im Zentrum (merkez) zugewandt sind und ihn überwachen (murakıb), kam es mir so vor, als ob ich eine Schar von Monotheisten (zümre-i muvahhidîn) gesehen hätte, die jedem Einzelnen aus dieser eurer kleinen Gemeinde (küçük cemaat) folgt, in einer regelmäßig steigenden Anzahl (nisbet-i mütezayide-i muntazam) wächst und und am Ende einen kegelförmigen Aufbau (mahrut şeklinde) formt. "Gott ist groß ("Allahü Ekber")" sagte ich da. Ich möchte meinen Mitbrüdern diese heilige Vorstellung (kudsî tasavvur) mit der folgenden Tafel (levha) noch näher zu erörtern versuchen. Das lichtvolle Nachsinnen (nurlu tefekkür) weckte bei mir eine große Hoffnung (ümid). Dabei rief es in mir den folgenden Vers (mısra) aus dem Gedicht (kaside) von Muallim Cudi wach:

In einer einzigen Richtung (kıble) hat er gebunden die Herzen (kulûbü)

So vereinigte (Cem'etti) er die Völker (kabail) und die Stämme (şuûbu)

In Liebe (muhabbet) und Hingabe (müsellem) zum Herrn (Mevlâya)

Gottes Segen über ihn und Sein Friede (Sallallahü aleyhi ve sellem)

So bemüht sich unser ehrwürdiger Meister (muhterem Üstad), welcher der Befolgung der gelobten Sitte (ittiba-ı sünnet)

{(Anmerkung): Eine Wundertat von Hulusi, die sich des öfteren aufgrund seiner Wahrhaftigkeit (keramet-i ihlasi) wiederholt, ohne dass er es überhaupt bemerkt (min haysü lâ yeş'ur), ist folgendes: er schreibt in seinem Brief (mektub) über ein grundsätzliches Thema (mevzu) von Abhandlungen (risaleler), die neu verfasst wurden und die wir ihm noch nicht gesandt haben. Dabei wünscht er sozusagen, ja verlangt (taleb) geradezu mit einem Gefühl der Vorahnung (hiss-i kabl-el vuku'), wie dies so oft geschehen ist, so auch jetzt wieder in offensichtlicher Weise (sarih bir surette) die Abhandlung über die Stufenleiter zur Sunna (Mirkat-üs Sünne), bei der es sich um die Befolgung der gelobten Sitte (ittiba'-ı sünnet) handelt.

Said}

sehr großen Wert (ehemmiyet) beimisst, in diesem Zeitalter (asır) dem Geheimnis (sır) von اَلْعُلَمَٓاءُ وَرَثَةُ الْاَنْبِيَٓاءِ {"Die Gelehrten sind die Erben der Propheten."} entsprechend, um diejenigen, die wegen der in ihnen verstreuten Saat der Spaltung (nifak tohumu) Tag für Tag ein wenig sich von der Einheit (tevhid) loslassen und zu den Leuten des Glaubens (ehl-i iman) gehören, zu einer Richtung (kıble) zu binden, durch die lichtvollen Werke (nurlu eserler) unter dem Titel "Worte und Briefe (Sözler ve Mektubat)" auf den rechten Weg (irşad) zu leiten. Er verkündet (ilân) dabei auch den Ungläubigen (küffar), sogar den Dschinnen und den Teufeln (cinn ve şeytan) die Weisungen (nusus) des Qur'ans wie in den Anfangsszeiten der Offenbarung. (mebde'-i nüzulün) Er legt das verborgene Wunder (Mahfî i'cazı) offen.

Nachdem ich die Abhandlung (risala) über die Einheit im Sein (Vahdet-ül Vücud) bei einigen bedeutenden Persönlichkeiten (mühim zât) vorgelesen hatte, bin ich durch eine geistige Führung (sevk-i manevî) ohne vorherige Planung (ihtiyarsız) zu einem anderen Ort gegangen. Da fand ich einen gelehrten Mann (meşreb sahibi âlim), der die Schule der Einheit im Sein (Vahdet-ül Vücud) vertrat, dort anwesend.

Ich habe dort den Brief (mektub) über die Einheit im Sein vorgelesen; besser gesagt: ich habe gleich ohne vorherige Planung (ihtiyarsız) vorgelesen. Dieser bedeutende Gelehrte (mühim âlim) hörte mir zwar zu (müstemi' olan), versuchte jedoch anfangs den Finger seines persönlichen Einwands auszustrecken. Ich habe ihn darum gebeten (ihtar), bis zum Ende zuzuhören. Nachdem ich zu Ende gelesen hatte, war dieser Mann verwundert (o zât hayret) von der Großartigkeit der Worte (Sözler'in büyüklük) und neugierig fragte: "Wer kann in dieser Zeit eine so bedeutende Abhandlung (büyük kelâm) verfassen?" Daraufhin habe ich von unserem Meister (Üstad), der den Segen (feyz) des Qura'ns erfährt (mazhar), berichtet. Dieser Mann gab sich wähend dessen voll und ganz hin (arz-ı teslimiyet).

— 200 —

So ist diese Erscheinung (cilve) eines Vorherwissens Gottes (kader-i İlahî) durch diesen sonderbaren Vorfall (acib tesadüf) einer solchen Hingabe (teslimiyet), ohne dass ich dies zuvor geplant (ihtiyar) hätte, ein zuverlässiges Zeugnis (bürhan) für unseren Weg (dava) und ein großartiger Beweis (delil) dafür, dass sich dabei kein Spielball des Zufalls (tesadüf oyuncagı) einmischt.

اِنَّ اللّٰهَ عَلٰى كُلِّ شَيْءٍ قَد۪يرٌ

{Fürwahr, Gott ist aller Ding mächtig.}

Hulusi

Die folgenden beiden Artikel (fıkra) stammen von Hâfız Ali Efendi, welcher auch der zweite Sabri genannt wird.

Vor kurzem gelang es mir (muvaffak), das 29. Wort (Yirmidokuzuncu Söz) bis zum Ende (istinsah) abzuschreiben. Während meiner Abschriftsarbeit (istinsah) kam ich zu der Stelle im Zweiten Grundsatz (İkinci Esas), wo in einem Absatz (Medar) der Ausdruck: "elektrische Lampen mit jeweils Tausend Watt (biner mumluk)" zu finden ist. Da tauchte in meinem Herzen (kalb) eine Vorstellung (fikir) auf, die mich dazu veranlasste, den Stift (kalem) beiseite zu legen und erst einmal darüber nachzudenken (düşündüm). Ich schreibe nun hier wortwörtlich das, was ich mir hierbei gedacht hatte (düşündük):

Mein Meister (Üstad) hat uns durch den Segen Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hak) den Weg gezeigt, der uns zu der Wahrheit (hakk) über die Unsterblichkeit des Geistes (beka-yı ruh) und über die Auferstehung (haşir) führt. Auf dem Weg zu der gezeigten Wahrheit (hakikatın yolunda) finden sich jedoch Dinge, die der Lust und Laune der Seele (hevesat-ı nefsaniye) nicht als angenehm, vielmehr als für uns lang und dunkel (uzun ve karanlık) erscheinen.

Nun zeigen uns die Worte, die vom Anfang bis zum Ende Licht (seraser Nur) sind, die elektrischen Lampen dieser Lichtfabrik (Nur fabrikası) und ihre Anziehungskraft (kuvve-i cazibe) diesen Weg so hell (parlak). Sie faszinieren (cezbedip) uns aus ihrer nächsten Nähe und zeigen uns, dass er uns sehr nahe und noch näher als nahe ist, wodurch sie uns Sicherheit (emniyet) vermitteln, wo wir Angst (havf) spürten und Honig schenken, wo wir bittere Frucht des Höllenbaumes (zakkum) schmeckten. Ich muss meine Schwäche (aczimi) bei der Erörterung ihrer derart großen Bedeutung (hikmet) zugeben. Dennoch versuche ich, soweit dies mir mir meine Art, mich auszudrücken (lisanımın döndügü), ermöglicht, zu sagen:

يَا رَبِّ بِحَقِّ اِسْمِكَ الْعَظِيمِ وَ بِحَقِّ قُرْاٰنِ الْحَكِيمِ وَ بِحَقِّ حَبِيبِكَ الْاَكْرَمِ

{"Oh Herr (Rabbi), um Deines großen Namens (ismike-l azîm) willen, um des Weisen (Hakîm) Qur'ans willen und um Deines ehrwürdigen Gebliebten (Habibike-l Ekrem)}

willen lass meinen Meister (Üstad), welcher der Oberkommandierende des Lichtmeeres (Derya-yı Nur'un başkumandanı) ist, auf seine Tat, mit der Du einverstanden (razı) bist, beständig zu sein. Lass ihn die Ausführung seiner Tat (amelini teshil), mit der Du zufrieden (sabit ve razı) sein wirst, leichter werden und ermögliche (müyesser) sie ihm, بِحُرْمَةِ سَيِّدِ الْمُرْسَلِينَ {"um des Hauptes der Gesandten willen",} âmîn.

Ali
— 201 —

Könnten nicht nur Gottesleugner (zındık) heutiger Zeit, selbst die Verbohrten (inadçı) und ihresgleichen der alten Zeit, Pharaonen oder Nimrode lesen und verstehen, wie in allen Worten (Sözler), die vom einen Ende bis zum anderen Ende Licht (Serâser Nur) sind, die Wahrheiten (hakikat) erhaben, reich und überwältigend (el yetişmez) erklärt werden, würden sie davon überzeugt (iman), sagte ich mir und betete viel (çok dua) für Sie.

Ali

Dieser Abschnitt (fıkra) stammt von Hulusi Bey

Das Fünfundzwanzigste Wort (Yirmibeşinci Söz) ist mit seiner überaus prächtigen Beweisführung (isbat) für die Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'ans, das ein Halt, ein Schutzwall und eine Schatzkammer voll feinsinniger Wahrheiten (mahzen-i esrar) für die Leute des Qur'ans und ein todbringendes Waffenlager (silâhhane) ist, in dem alle Kriegsutensilien (levazımat-ı harbiye) gegen die Schar der Aufständischen (güruh-u isyan), Terroristen (tugyan) und Undankbaren (küfran) verwart werden, ein unzerstörbarer, unüberwindbarer und unverwüstlicher Wall, eine Burg, eine stählerne Festung (kal'a-i polat), deren Mauer (baru) hart und fest, machtvoll und furchteinflößend ist.

Während der Sachverhalt (hakikat) von dieser Art ist, möchte ich im Namen der Diener (hâdim) des Qur'ans, welche sich auf einen qur'anischen Wall stützen (sura dayanan), in einer qur'anischen Burg Zuflucht (kal'aya iltica) suchen, sich auf die Forschung der durchaus einzigartigen, wunderbaren, subtilen Wahrheiten (acib ve hârika esrar) des Qur'ans widmen und den Qur'an für sich als einen Wegweiser, Fürsprecher, Vorbild (imam) und Wächter halten, bei meinem Meister (Üstad), der durch die Güte des Gerechten Kenntnis (inayet-i Hak'la muttali') über die feinsinnigen (hakaik) Weisheiten des Qur'ans hat, durch die Güte des Gerechten (lütf-u Hak'la) mit den Wahrheiten des Qur'ans vertraut ist und durch die Hilfe des Gerechten (avn-i Hak) genaue Kenntnis über die Hinweise des Qur'ans besitzt, der kritisch bedrachtet, mitteilt und verkündet (mübeşşir), dieses zu erlernen, wünsche ich mir von ganzem (cidden çok arzu) Herzen (kalb).

Hulusi
— 202 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber Bruder Mustafa Efendi!

Anhand etlicher Anzeichen (emare) und guter Zeugenschaft (hüsn-ü şehadet) einiger Bekannter bin ich zur Überzeugung (kanaat) gelangt, dass auch Sie selbst wie Müezzinzade Bekir Efendi, mein aufrichtiger Schüler (ciddî bir talebe) und mein aufrichtiger Mitbruder (âhiret kardeş) werden können. Außerdem schloß ich Ihren Vater selig (merhum peder), Hacı Said Efendi, seit langem auf der Liste meiner Gebete (silsile-i dua) mit ein.

Für Ihre letzten so wertvollen Geschenke (hediye), das Semsem-Wasser und die Datteln aus der Erleuchteten Stadt (Medine-i Münevvere), möchte ich mich mit dem 31. Wort (Otuzbirinci Söz), einer Abhandlung, die von der Himmelfahrt (mi'rac) und von dem Wunder der Spaltung des Mondes (şakk-ı kamer) handelt, welche äußerst bedeutsam (kıymetdar) ist und von den Leuten des Glaubens (ehl-i iman) so besonders angesehen (mu'teber) wird, über den Köpfen der Leute des Irrweges (ehl-i dalalet) jedoch wie ein Blitzschlag (sâıka) wirkt, und dem 32. Wort (Otuzikinci Söz) mit seinen drei Kapiteln (mevkıf), das von der Allgegenwart (vahdaniyet), der Erkenntnis Gottes (marifetullah) und der Liebe Gottes (muhabbetullah) handelt und bei den Erforschern (ehl-i tahkik) beispiellos, besonders bekannt und glänzend (nuranî) ist, bedanken. Es wäre sehr schön, wenn Sie jemanden, der sehr schön schreiben (hattı güzel) kann, finden und ihn für eine Abschrift (istinsah) von ihnen beauftragen können. Man muss dabei jedoch auch auf die Rechtschreibung (tashih) achten. Man soll also die abgeschriebenen Texte ein, zwei Mal unter Mithilfe (muavenet) meines Bruders (kardeş) Seyyid Şefik korrektur lesen. Dann soll Bekir Efendi diese Vorlagen nehmen und jemanden beauftragen, sie auch für sich und für seinen Schwiegervater (kayınpeder) abzuschreiben. Wenn sie selber keinen so guten Schreiber (kâtib) finden können, sollen diese beiden Abhandlungen bei ihnen bleiben und Sie sie ein paar Mal mit Bekir Efendi zusammen lesen. Sie können sie Bekir Efendi, Mehmed Efendi oder Hâfız Hidayet Efendi und dgl. weiteren Personen, die Sie für geignet (münasib) halten, leihen, wenn sie ihren Wert zu schätzen wissen (takdir), damit sie sie auch für sich abschreiben lassen können (yazdırsınlar).

Mir wurde berichtet (haber), dass eine Zulassung erlassen (izni varmış) wurde, sie in arabisch in alten Buchstaben (eski huruf) in der Druckerei des Amtes für die Stiftungen (Matbaa-i Evkaf') gedruckt zu werden. In dem Augenblick (dakika), wenn durch den Segen (rahmet) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk) offiziell zugelassen wird (müsaade-i resmî), sie in Türkisch mit den alten Buchstaben zu drucken, sollt ihr sie rasch drucken lassen (tab'ediniz), wobei Bekir Efendi diese beiden Abhandlungen (risalah) unter der Aufsicht (taht-ı nezaret) von Seyyid Şefik auf die Rechtschreibung (tashih) ganz besonders achten muss. Er braucht (mecbur) die Druckkosten (tab' masrafı) nicht aus seiner eigenen Kasse zu decken (sarfetmeye). Denn wir haben für den Druck der Abhandlung über die Auferstehung (Haşir Söz'ü) achtzig Banknoten ausgegeben (sarfettik) und dreihundert Banknoten erworben (kazandık). Sie gehören also nicht zu den Gütern (mallar), die nicht verkauft werden können. Die Seelen (ruh) der Muslime bedürfen (muhtaç) ihrer wie ihrer Nahrungsmittel (gıda). Könnte man etwa lediglich zweihundert Abonnenten finden, so könnte man eine Abhandlung drucken (tab' edilse) lassen. Das könnte sich sowohl für die Druckkosten rentieren (fiyatını çıkarabilir), als auch den Druck (tab'ı) weiterer Abhandlungen (risalah) ermöglichen. Sowie ich von Menschen (halk) keine Spenden (sadaka) annehmen kann, möchte ich auch den Druck meiner Bücher (kitab) nicht durch Spenden finanzieren (tab'ını kabul). Nur müsst ihr euren Eifer und euren Einsatz (gayret ve himmet) wie bei der Herausgabe des Zehnten Wortes (Onuncu Söz) für den fehlerlos schönen Druck (tab'ı) und auch der Rechtschreibung während der Druckarbeiten (matbaa) widmen. Ihr sollt mir die Druckkosten (masarıf-ı tab'i) der Abhandlung (risalah), die ihr als erstes herausgeben werdet, mitteilen (bildiriniz). Ich leihe mir das Geld (borç) dafür und schicke es euch.

Wenn euch der Druck gelingt (tab'ı muvaffak), wäre es sehr schön, wenn ihr eine Anzahl Exemplare (mikdar nüsha) an die Bewohner (ahali) der Glanzvollen Stadt (Medine-i Münevvere) und von Mekke-i Mükerreme senden könntet, die Sie wie Ihr Vater (peder) gern haben, und es würde, so Gott will (inşâallah), sogar als ein noch besseres Geschenk (hediye) als ihre früheren Geschenke gelten.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der bleibt und besteht}.

Said Nursî
— 203 —

Brief (hitab) an Hulusi Bey

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber Mitbruder!

Ihr seid morgens und abends in mein Gebet (dua) mit eingeschlossen und auch ihr solltet mich genau so in euer Gebet mit einschließen (dâhil). Die größte Hilfe (yardım) eines Gläubigen für einen anderen Gläubigen (mü'min) in dieser Welt (âlem) ist nur durch das Gebet möglich. Wenn ein Mann (adam) mit seinem Freund vertraut (dostundan emin) ist, verführt er ihn nicht zu falschem Stolz (gurur); spricht (bahsetse) er mit ihm über die Gnadenerweise Gottes (ihsanat-ı Rabbaniye) und führt ihn so zur Dankbarkeit (şükür), so schadet ihm - wie ich meine - auese Form der Verkündigung der Wohltaten Gottes (tahdis-i nimet) keineswegs.

Da ich weiß, dass du nicht stolz (gurur) bist, möchte ich dir ein Geheimnis (sırr) enthüllen. Es ist dies wie folgt: Als ich die "Worte (Sözler)" verfasste, tauchten die meisten Gleichnisse (temsilâtı) aus der Art des Soldatenlebens (şuunat-ı askeriye) spontan (ihtiyarsız) in mir auf. Darüber war ich erstaunt (hayret). Und ich konnte den Grund (sebeb) dafür nicht finden, warum ich dies so schreibe. Dann fiel mir ein (hatırım), dass in Zukunft (istikbal) vielleicht die bedeutendsten Schüler (mühim talebe), welche die Worte (Sözler'i) richtig verstehen können (hakkıyla), sie annehmen (kabul) und sich mit Leib und Seele (hırz-ı can) für sie einsetzen werden, aus dem Leben der Soldaten (asker) kommen werden. Daher wurde ich wohl gezwungen (mecbur), so zu schreiben. So dachte ich und wartete auf diese heldenhaften Soldaten (kahraman asker).

So sei denn nicht hochmütig (magrur); sei vielmehr dankbar (şükret); denn du bist einer von diesen glücklichen Soldaten (askerlerden bahtiyar). Du bist ja als erster gekommen. Du hast trotz deiner weltlichen Beschäftigungen (meşagil-i dünyeviye) vierundzwanzig Worte (Sözler) vollständig abgeschrieben, was meinen guten Eindruck (hüsn-ü zann) von dir noch bestärkt hat. Doch auch die übrigen Worte (Sözler) sind noch von großer (mühim) Bedeutung; unter anderem vor allem das Wort über die Wunderhaftigkeit (İ'caz) des Qur'ans und das über das Vorherwissen Gottes (Kader). Wolle es Gott (İnşâallah), der dich dazu brachte (yazdıran), so viele Abhandlungen abzuschreiben, dass Er dich dazu bringt, auch diese beiden abzuschreiben (yazdıracak). Die Worte (Sözler), die du bist jetzt zu Ende abgeschrieben hast, solltest du mir bei Gelegenheit zuschicken, sodass ich sie dir entsprechend genau korrigiert (güzelce tashih) zurücksenden kann. Auch das Gedicht (kaside) von Muallim Cudi, selig (merhum), ist von reichem Segen (mübarek). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) diesem Herrn die Fürsprache (şefaat) des Qur'ans zukommen lassen (mazhar). Ich hatte es noch nicht gesehen. So hat es mich gefreut (memnun), es nun sehen zu können. Möge Gott (Allah) dafür mit dir zufrieden (razı) sein. Was das heilige Segensgebet für den Propheten (salavat-ı şerife) betrifft, von dem du in deinem Brief schreibst, so habe ich bis jetzt noch nichts gefunden (rastgelmedim). Seine Anmut und das Leuchten (letafet ve nuraniyet), das von ihm ausgeht, zeigt jedoch, dass es des Segenslohnes und des Vorzuges (sevab ve fazilet) würdig ist, welcher von ihm überliefert wird (zikredilen). Ich habe gehört, dass du dein eigenes Exemplar (nüshan) des Zehnten Wortes (Onuncu Söz) deinem Vater (peder) geschickt hast. Dafür möchte ich dir, mein Bruder (kardeşim), auch ein Exemplar schenken (hediye). In diesem Exemplar (nüsha) sind verschiedene Stellen angestrichen (çizgi), um das Verstehen zu erleichtern (fehmi teshil). Das solltest du Şeyh Mustafa, Hakkı Efendi, Hüseyin Efendi und anderen zeigen, damit sie auch in ihrem Exemplar genau die gleichen Stellen unterstreichen können. Mein Bruder, in dieser Fremde (gurbet), Gefangenschaft, Einsamkeit und Einöde tröste ich mich (teselli) mit der Freundschaft (ünsiyet) zwischen solch lichtvollen Menschen (nurlu dostlar) wie Şeyh Mustafa, Hakkı Efendi, du und Hüseyin Efendi. Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) mich und euch nicht vom rechten Weg (tarîk-ı Hak) abirren lassen. Âmîn.

Şeyh Mustafa, Hakkı, Hüseyin und Edhem Efendiler grüße ich und bete (selâm ile dua) für sie.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Euer Mitbruder (Âhiret Kardeşiniz)
Said Nursî
— 204 —

Brief (hitab) an Hulusi Bey

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ زَمَانِكَ الْمَصْرُوفِ لِكِتَابَةِ اَجْزَاءِ رِسَالَةِ النُّورِ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen in der Anzahl der Sekunden und Minuten der Zeit, die ihr für die Abschrift der Abschnitte der Risale-i Nur verwendet habt."}

Mein fleißiger, zuverlässiger, aufrichtiger und wahrhaftiger Mitbruder!

Erstens: Ich habe Ihnen das Zweite Kapitel (ikinci mevkıf) des 32. Wortes (Otuzikinci Söz) zugeschickt. {(Anmerkung): Das erste Kapitel (Mevkıf) hatte ich bereits im Ramadan geschrieben und Ihnen zum Geschenk (hediye) gemacht.} Sie sollen es aufmerksam lesen und sorgfältig abschreiben. Falls dabei Fehler (hata) auftauchen, sollen Sie sie korrigieren (tashih). Da es in Eile und mit einem betrübten Herzen (hazîn bir kalb) verfasst wurde, ist bestimmt Verworrenheit (müşevveşiyet) darin zu entdecken.

Zweitens: Sie schreiben, dass Sie eine vorübergehende Trägheit, ja Faulheit (fütur, tenbellik) befallen hat. Denn im Frühling (bahar) tritt eine Gelassenheit und Trägheit (rehavet ve fütur) auf, die aus dem Aufschäumen des Blutes (kanın galeyanı) erwächst, aus der Verkürzung der Nächte aus dem Mangel an Schlaf (uykusuzluk) herrührt und aus der Verhaftung (teveccüh) der Herzen (kalb) der Zuhörer mit ihren weltlichen Arbeiten hervorgeht (tevellüd). Darüber hinaus ist es möglich, dass durch die Verbindung (rabıta) der geistigen Beziehungen (münasebet-i ruh) unter uns die Erschütterung (sarsıntı) bei mir als die Nachwirkung des Übels (musibet) in Ihnen reflektiert wird und sich auf Sie (in'ikas ve sirayet) überträgt.

Als Abdurrahman, selig (merhum), verstarb, ohne dass ich darüber Bescheid wusste, hatte ich damals im heiligen (Şerif) Ramadan wegen dieser geistigen Verbundenheit eine ziemlich starke Erschütterung (sarsıntı) verspürt. Jetzt verstehe ich, dass es viele Reflektionen (in'ikasat) gibt, die unbewusst und ungewollt (şuurî ve ihtiyarî) sind.

Du, mein Bruder (kardeşim), bist aber verpflichtet, nun zwei Aufgaben (vazife) zu versehen: die eine ist deine eigene Aufgabe, also die meines Bruders Hulusi Bey; die andere aber ist die Augabe (vazife) von Abdurrahman, der mein geistiges Kind (evlâd-ı manevi) und mein Neffe (biraderzade) war, größtmöglich mit einer lichtvollen Genialität ausgestattet (dehâ-i nuranî sahibi), die nun gleichfalls der eurigen hinzugefügt (ilâve) wurde. Er war mein wahrhaftiger Erbe (vâris), hielt (telakki) das, was ich geschrieben habe und alles, was ich besaß, für sein Eigentum (malımı kendi malı) und kümmerte sich (sahib) darum als solches. Von jetzt an betrachte auch du das Geschriebene und alle Worte (yazı ve sözleri) nicht mehr als die Abfassung deines Lehrers (hoca); betrachte vielmehr alles als dein Eigentum (kendi malın) und deine eigenen Worte (senin sözleri) und kümmere dich in dieser Weise darum (sahib ol). Sage auch Hakkı Efendi, dass er nun die Stelle meines leiblichen Bruders (kardeşim) Abdülmecid vertreten soll (kendini anlasın) und nun wissen muss (bilsin), dass er dieser Verpflichtung nachgehen (vazifesi mükellef) muss.

Drittens: Es ist nicht mehr nötig (ihtiyac), nach dem 33. Wort (Otuzüçüncü Söz) noch weitere Worte zu verfassen. Außerdem möchte ich aus verschiedenen Gründen diese islamisch so segensreiche (şer'an çok mübarek) Zahl 33 nicht überschreiten (geçmeyecegim). Zudem sind die Themen, die für die grundlegenden Wahrheiten (hakaik-i esasiye) des Qur'ans und des Glaubens (iman) notwendig, ja geradezu unentbehrlich (elzem ve lâzım) sind, im Großen und Ganzen (ekseriyet-i mutlak) bereits verfasst worden.

— 205 —

Es ist meine Hoffnung (ümid), falls Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) dies annehmen (kabul) möchte und uns den Erfolg (tevfik) schenken möge, dass es ausreicht, zu schreiben (yazılanlar), um die Wolken des Irrglaubens (dalalet bulutlar) zu vertreiben. Ich will nicht sagen, dass die Heilung allen Kummers (derdin devası) darin enthalten ist; jedoch liegt die Heilung (devası) eines todbringenden Kummers (mühlik dert) meistens in dem, was geschrieben (yazılan) wurde. Dessen Studium (mütalaa) sollt ihr als eine Art des Nachsinnens (tefekkür) auffassen, das ein kostbarer Gottesdienst (kıymetdar bir ibadet) ist. Dabei sollt ihr euch vorstellen (tasavvur), dass euch aus den Lichtern des Glaubens und der Erkenntnis Gottes (envâr-ı iman ve marifetullah) euer Verständnis (ilm) erwächst, damit ihr dessen nicht überdrüssig (usanç) werdet. Überdies sollt ihr diese Dinge lesen, so oft es euch und euren Hörern (müstemiî) Freude bereitet (iştiyak).

Mit Grüßen an alle (bâki selâm) in stetem Gebet (dua)

Euer Mitbruder (kardeşiniz)
Said

Du hast mir deine Eindrücke (fikr) über das Erste Kapitel (Birinci Makam) des 33. Wortes mitgeteilt und mir geschrieben, dass es dir gefallen (begendik) hat. Erkundige dich auch, wie es Hakkı Efendi und Müftü Efendi und die anderen Mitbrüder (ihvan) gefunden haben und teile es mir mit. Ich grüße (selâm) alle meine Brüder (kardeş), bete für sie (dua) und bitte auch sie (istiyorum) um ihre Gebete.

Bruder (kardeş) Hulusi Bey, deinem Vorgänger (senin selefi) sollst du diesen Brief (mektub) vorlesen. Habe Nachsicht mit ihm und bete für ihn (acı ve ona dua).

Ein Brief (hitab), geschrieben an Hulusi Bey

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حِسَابِ اَبْجَدْ اَعْدَادِ حُرُوفِ مَا قَرَاْتَهُ مِنْ اَجْزَاءِ رِسَالَةِ النُّورِ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen in der Anzahl des Wertes in Abced-Buchstaben, die du in den Abhandlungen der Risale-i Nur gelesen hast."}

— 206 —

Mein lieber Bruder!

Ich möchte dich jetzt nicht noch aufmuntern, weil du einer Aufmunterung (teşvik) nicht bedarfst. {Ferner möchte ich dich nicht loben, damit du nicht noch (Adü)} stolz (medar-ı fahr) wirst. Denn der Stolz ist ein Weg (medar) zur Selbstgefälligkeit und zur Prahlerei (ucb ve riya). Ich möchte dich vielmehr den Weg zur Dankbarkeit (medar-ı şükür) führen und dir deshalb folgendes sagen:

Du und Hakkı Efendi wurden für mich wie zu hundert wahrhaftigen Schülern (ciddî talebe). Ich kann sogar sagen, dass der Grund dessen darin liegt, dass das Vorherwissen Gottes (Kader-i İlahî) mich in diese Gegenden gesendet hat, euch in diesen heiligen Aufgaben (vazife-i kudsiye) zu unterweisen. Jetzt, schon in dieser Zeit, Unterricht (ders) über den wahrhaftigen Glauben (iman-ı tahkik) zu erteilen, ist ein großer Vorzug (fazilettir) und eine heilige Aufgabe (kudsî bir vazife). Ein Gläubiger, der den wahrhaftigen Glauben (İman-ı tahkiki) in sich trägt, dient vielen Gläubigen (mü'min) als Halt (nokta-i istinad). Die Gläubigen aus dem einfachen Volk (avam-ı mü'min) stützen sich, ohne es zu wissen (şuursuz), auf die Stärke des Glaubens (kuvvet-i iman) dessen, der den wahrhaftigen Glauben ( iman-ı tahkik) besitzt, und so wird ihre geistige Verfassung (kuvve-i maneviye) nicht gebrochen; und so können sie gegen die Irrtümer (dalalet) Widerstand leisten (dayanırlar).

Weil ihr nun einen solchen Unterricht (ders) empfangt, müsst ihr auch Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) dafür dankbar sein (şükür). Hundert Tausende Male danke ich (şükür) ebenfalls Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) dafür, dass eure starken Schultern meine Last (yüküm) auf sich geladen und meine schwachen Schultern von einer schweren Last befreit haben und so meine Seele erleichtert (kurtulup ruhum rahat) wurde. Meine Seele (ruh), die sich nun erholt hat (istirahat), betrachtet euch mit Hochschätzung (takdir) und in Dankbarkeit (minnet). Mein Herz (kalb), das sich von dieser Verpflichtung (mes'uliyet) befreit hat, betet nun für euren Erfolg (muvaffakıyet). Auch mein Verstand (akl), der sich von dem Nachdenken über die Erfüllung seiner Aufgabe (icra-yı vazife) befreit hat, beglückwünscht (tebrik) euch dazu. Ich wurde stets für diese heilige Aufgabe (vazife-i kudsiye) in Dienst gestellt (istihdam), auch ohne es selbst zu wissen. Ihr dient ihr (hizmet) jedoch wissentlich und seid dabei glücklich (bahtiyar). Wolle es Gott (İnşâallah), dass eure aufrichtige innere Einstellung (niyet-i hâlise) auch meine verworrene innere Einstellung (müşevveş niyeti) korrigieren wird. Nun möchte ich euch noch einige weitere Punkte erörtern (beyan):

Erstens: Ich hatte stets nach eurer Meinung über einige Dinge, die ich geschrieben habe, gefragt (fikrinizi soruyordum). Meine Absicht (maksad) war dabei nicht, zu erkundigen, ob die Wahrheit (hakikat), die ich erkannt habe, wirklich die Wahrheit ist. Vielmehr frage ich, um zu erkundigen, ob der Weg zur Wahrheit, der hier eröffnet (açılan yol) wurde, ein Weg für die Allgemeinheit (umuma yol) sein kann. Denn ich weiß ja nicht so gut wie ihr, was die Allgemeinheit so versteht (umumun telakkisi).

Zweitens: Es war gut, dass du dem Müftü und Şeyh Mustafa, die bei dir zu Gast (misafir) waren, jeweils eine Kopie (suret) des Briefes (mektub), der euch gesandt wurde, mitgegeben hast. Auch mir solltet ihr ebenfalls eine solche Kopie schicken. Sagt ferner dem Sohn des Müftie, der auch mein Neffe (biraderzade) ist, dass er in meinem Namen an seinen Vater, der auch mein Mitbruder (âhiret kardeş) im Dienst am Qur'an und mein Mitgeselle (arkadaş) ist - und seinem Temperament (meşreben) nach leicht reizbar (celalli) - schreiben soll: Mit meinem Gruß und meinem Gebet (selâm duamla) möchte ich, dass er - um der leichteren Verbreitung (sühulet-i intişar) der Lichter (envâr) des Qur'ans, die er mitgenommen hatte, willen - sich bei seinen Unterweisungen und Erklärungen (irşad ve nasihat) die rechtleitende Güte (lütf-u irşad), die in der Ayah فَقُولاَ لَهُ قَوْلاً لَيِّنًا {"Darum sprecht sanft zu ihm." - 20,44-} zum Ausdruck kommt, zum Wegweiser (rehber) nehmen soll.

Viertens: Da sich zu den Fragen (sual), die du mir gestellt hattest, bei mir keine Nachschlagewerke (kitab) befinden, kann ich jetzt die Aussagen (kaviller) der Gelehrten (ülema) der hanefitischen Schule (ülema) und die Überlieferungen (rivayet) der Aussagen des Propheten (ehadîs) nicht genau angeben. Nach meiner Überzeugung muss man jedoch, was die Fragen zu solch vorrangigen Themen (efdaliyet mes'elesi) betrifft, die Gewohnheit der Gemeinschaft (âdet-i cemaat) vorziehen, welche die allgemeine Akzeptanz (kabul-ü âmmeyi) verspüren lässt. Wo die islamische Gewohnheit (Âdet-i İslâmiye) bereits gängig ist, ist es besser (efdal), dieser zu folgen.

Antwort auf eure erste Frage: Wenn ein Abschnitt aus dem Qur'an gleich nach dem Gebet (namaz) oder der anschließenden Rezitation (tesbihat) vorgetragen wird, ist es besser (evlâ), wenn diejenigen, die in der Gebetsrichtung (kıble) sitzen, ihre Position (vaziyet) nicht ändern. Nur der Mann, der vor dem sitzt, der den Qur'an rezitiert (müezzin), muss sich nach ihm (adam arkasını) richten, oder ihm Platz machen (çekilsin). Wenn aus dem Qur'an unabhängig vom Gebet (müstakil) vorgetragen wird, ist es besser (evlâ), dass die Gemeinde sich nach dem richtet (teveccüh), der gerade rezitiert. Ferner ist es besser (evlâ), wenn ein Mann, der mit dem Ohr seines Geistes (ruh kulagı), das nicht von sechs Richtungen (cihat-ı sitte) abhängig (mukayyed) ist, zuhört, sich nach der Gebetsrichtung richtet (kıbleye karşı teveccüh) und derjenige, der mit dem leiblichen Ohr (cismanî kulagıyla) zuhört, sich nach dem richtet (teveccüh), der gerade rezitiert.

Antwort auf eure zweite Frage: Der Vorzug (efdaliyet), den man der jeweiligen Rezitation gibt, ändert sich, je nachdem man dem Wunsch der Gemeinde (cemaat) oder jeweils der inneren Einstellung (niyet) dessen folgt, der gerade rezitiert.

{(Anmerkung): Ihre zweite Frage lautete also: Während nach dem Morgen- oder Abendgebet (namaz) aus der 59. Sure "Die Versammlung (Haşr)" ein Abschnitt ab: هُوَ اللّٰهُ الَّذ۪ى ("Er ist Gott (Allah).) Außer ihm gibt es keinen Gott", zu rezitieren, der Tradition des Propheten entspricht (Sunnah), würde es statt dessen heißen, dass man die vorrangige (efdaliyet) Rezitation unterlässt, wenn man zwei Verse davor, d.h. mit لاَ يَسْتَو۪ٓى (nicht gleich zu setzen) beginnt?}

— 207 —

Antwort auf eure dritte Frage: Da drei mal die Sure "Ihlas" - Sure 112 - und ein mal die Sure der Eröffnung (Fatiha) vorzutragen, ebenso viel Segen erbringt, als ob man eine Zusammenfassung (muhtasar) des ganzen Qur'ans (hatim) rezitiert hätte, ist für eine solche Rezitation keine bestimmte Zeit einzusetzen (tahdid). Es ist sehr schön (müstahsen), wann immer man sie rezitiert.

Antwort auf eure vierte Frage:
اَللّٰهُمَّ اَنْتَ السَّلاَمُ وَ مِنْكَ السَّلاَمُ تَبَارَكْتَ يَا ذَا الْجَلاَلِ وَ الْاِكْرَامِ

{"Oh Gott (Allah), Du bist der Friede, von Dir kommt der Friede (selam), gesegnet seist Du! Oh Du, der Herr aller Majestät und Güte (Dschalal ve-l'ikram)!"}

Diese Formulierung (kelâm) nach jedem Gruß, mit dem der Betende sein Gebet beendet (namazın selâmından), nicht nur von dem Ausrufer (müezzin), sondern auch von dem Beter (musallî) selbst zu rezitieren, gehört nach der Schule der Schafis zur Sunnah. Auch nach der Schule der Hanefis muss wohl für den Ausrufer diese Rezitation nach jedem Gebet zur Sunnah gehören.

Ich grüße (selâm) alle meine Mitbrüder (ihvan) und wünsche ihnen viel Segen (tebrik) zu den Festtagen (bayram).

Euer Mitbruder (Âhiret Kardeş)
Said Nursî

Ein Brief, geschrieben an Hulusi Bey

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
وَ عَلَيْكُمُ السَّلاَمُ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ ضَرْبِ ذَرَّاتِ وُجُودِكُمْ ف۪ى عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ عُمْرِكُمْ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen so viele Male wie es die Multiplikation der Anzahl der Atome eures Leibes mit der Anzahl der Minuten eures Lebens ergibt."}

— 208 —

Mein lieber Bruder, fleißiger Mitgeselle, emsiger Schüler und lieber Neffe!

Dein schöner Brief (mektub) hatte auf mich eine heilende (şifalı) Wirkung. Während ich noch so krank (rahatsız) war, habe ich ihn gelesen. Er hat mir Freude (sürur) bereitet. Diese Freude hat mir meine Krankheit erleichtert (hıffet). Der tiefere Sinn (sırr) dieser Krankheit liegt in der segensreichen Wirkung des Briefes (mektubun kerameti), den ich über meine Enthaltsamkeit (istigna) von den Menschen geschrieben hatte. Denn ich habe diesen Brief an einem Tag zwei, drei Leuten vorgelesen, um zu begründen (medar), warum ich ihre Geschenke nicht annehmen kann (adem-i kabulüne). Noch am selben Tage bin ich zu dem Haus (hane) eines dieser Männer gegangen. Man brachte mir ein wenig zu essen (yemek). Um meiner Begleiter willen (hatırları için) habe ich ein wenig davon gegessen. Ich hätte nie daran gedacht (hatırıma), während ich noch am selben Tag diesen wahrhaftigen Brief (hakikatlı mektub) bei dem Mann, der mir diese Mahlzeit servierte, gelesen hatte. Doch jetzt handle ich dem zuwider (muhalefet). Ich habe mich gleich nach dem Essen wieder daran erinnert (hatırıma). Ich darf zwar keine Geschenke annehmen (kabul), doch stellte ich mir vor (tahmin), dass ich vielleicht etwas essen dürfte. Da ich aber der Ayah يَقُولُونَ مَا لاَ يَفْعَلُونَ {"sie sagen, was sie nicht tun." - Sure 26, 226-} entsprochen hatte, bekam ich eine so heftige Ohrfeige (şiddetli tokat), dass ich nun eine solche Krankheit (hastalık) bekommen habe wie noch nie zuvor in den den letzten vier Jahren. Ich danke (şükrettim) jedoch Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) dafür, dass sich eine Tatsache (hakikat), die ich mir seit ein, zwei Jahren anhand einiger Anzeichen und Vorfälle (emare ve hâdise) so vorgestellt hatte, durch diese Ohrfeige in aller Klarheit (kat'iyyetl) auch so bestätigt hat.

Teile Şeyh Mustafa von mir meine Wünsche für eine gute Besserung (geçmiş olsun) mit und berichte ihm den folgenden Vorfall (hikâye):

Es lebten da einmal zwei aufrichtige Mitbrüder (âhiret kardeş). Der eine von ihnen wird krank (hasta) und der andere besucht ihn (ziyaret) und betet (dua) für ihn. Doch der Kranke wird nicht gesund. Da sagte er: Wenn das so ist, stehe auf (kalk) und ich werde mich hinlegen (yatacagım). Da ist der Kranke aufgestanden und sein Besucher hat sich an seiner statt als Kranker hingelegt. Wie dem auch sei... Das also heißt, dass sich meine Brüderlichkeit mit Şeyh Mustafa intensiviert (ciddîleşmiş) hat, weil ich wegen seiner Krankheit ein Gebet gesprochen habe. Es wurde aber nicht angenommen (kabul olmadı). Doch ein Teil seiner Krankheit (hastalık), die sich noch ein paar Tage fortzusetzen vorherbestimmt (mukadder) war, wurde nun mir übertragen. Wolle es Gott (İnşâallah), dass ihm so ein wenig Erleichterung (hıffet) gewährt würde.

Ein gutes Zeugnis (hüsn-ü şehadet) von Ihnen über die Worte (Sözler) hat mir sehr geholfen (teselli). Ihre Zeugnisse (bürhan) dafür, dass meine Aufgabe (vazife) noch nicht beendet ist, sind sehr stark (kuvvetli), ich bin jedoch sehr schwach (kuvvetsiz). Ich vertraue (tevekkül) aber auf Gott den Gerechten (Cenab-ı Hakk) und beuge mein Haupt (serfüru') vor diesen Zeugnissen (bürhan).

Das Geheimnis (sırr) dessen, dass Sie sich während des Vorlesens der Worte (Sözler) vor der Gemeinde (cemaat) emotional so hoch erhoben fühlen (hissiyat-ı âliye), ihre Intuition (inkişaf) sich vertieft und ihr opferbereiter Eifer für den Glauben (hamiyet-i diniye) sich derart steigert (galeyan), ist folgendermaßen:

Es liegt daran, dass Sie unter die Lichter (envâr) des Dienstes der Verkündigung (makam-ı teblig) im Erbe des Prophetentums (veraset-i nübüvvet) eintreten, welches die größte Heiligkeit (Velayet-i kübra) ist. Während dieser Zeit vertreten (vekil) Sie Said als öffentlicher Ausrufer (dellâl) des Qur'ans, ja werden ihm sogar geistig gleich (manen aynı).

Der Grund dafür, dass Sie mir auf meinen Brief (mektub), in dem ich von meinem Gefühl in der Fremde (gurbet) gesprochen hatte, und den Brief, in dem ich von dem Mond (kamer), der Erde (zemin) und den Gestirnen (seyyarat) geschrieben hatte, keine Antwort gegeben haben, muss wohl darin liegen, dass der Brief (mektub) über mein Gefühl in der Fremde (gurbet) geschrieben wurde, als in mir das Gefühl aufstieg, die ganze Welt (dünya) zu vergessen. Sie konnten aber während einer Zeit, in der Sie, statt die Welt zu vergessen (dünyayı unutmak), wegen Ihrer Verpflichtungen (vazife) gedanklich selbst mit ganz oberflächlichen materiellen (maddiyat) Dingen übersättigt waren, jedenfalls dieses Gefühl (zevk) in der Fremde nicht entdecken. So konnten Sie die tatsächliche Bedeutung (tam derece) dieses Briefes mit Ihrem vorübergehend verhüllten (çekilmiş), sonst so glanzvollen Scharfsinn (zekâvet) nicht begreifen, weshalb Sie mir keine Antwort schreiben konnten.

Da der andere Brief (mektub) auf sehr hohe und besonders umfassende Wahrheiten (çok geniş hakaik) und auf eine Art Landkarte (harita) der so unendlich erhabenen Welt (âlem-i ulviye) und der unbegrenzten geistigen Welt (âlem-i manevi) hinweist, war ein reiner (safi), ruhender (meşgalesiz) Verstand notwendig, der sich von allem Irdischen (arz) und den Erdbewohnern loslöst (sıyrılıp) und emporsteigt. Statt dessen war mein pflichtbewusster Mitbruder (gayretli kardeş) während dessen mit der Aufgabe (vazife) beschäftigt, die Landkarte der Erde (zeminin haritası) zu erfassen, weshalb Ihre erhabene (ulvî) und derart außerordentliche Intelligenz (zekâvet) dazu gezwungen wurde, diesem Brief gegenüber Schweigen (mektuba karşı sükût) für notwendig (iltizam) zu erachten.

Said Nursî
— 209 —
بِاسْمِهِ مَنْ تُسَبِّحُ لَهُ السَّمٰوَاتُ السَّبْعُ وَالْاَرْضُ وَمَنْ فِيهِنَّ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ اَيَّامِ الْفِرَاقِ

{"Im Namen dessen, den "die sieben Himmel und die Erde und all ihre Bewohner preisen. Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen so viele Male wie es in den Tagen der Trennung Zehntel der Minuten gibt."}

Meine lieben getreuen, beständigen, wahrhaftigen, opferbereiten Mitbrüder Nuh Bey, Molla Abdülmecid und Molla Hamid!

Wir haben euer so segensreiches Geschenkpaket (mübarek hediye) geöffnet und gesehen, dass die Geschenke nicht aus Van stammen, sondern segensreiche, wundervolle Geschenke (mübarek kerametli hediyesi) aus der Glanzvollen Stadt (Medine-i Münevvere) des Heiligen Gartens (Ravza-i Şerife) sind. Ferner ist ihr Preis nicht 25 Lira, wie darauf geschrieben steht, sondern haben geistig einen Wert (manen kıymetli) von mehr als 25 Tausend Lira. Diese segensreichen Geschenke haben wir im Namen der Glanzvollen Stadt (Medine-i Münevvere) mit allem Respekt freudig (alerre's-i vel'ayn) angenommen, um sie unter den aufrichtigen Dienern (hâlis hizmetkâr) im Dienst am Weisen (Hakîm) Qur'an in dieser Gegend (havali) und unter meinen Kameraden (arkadaş) zu verteilen. Mir wurde jedoch eingegeben (ihtar), dass diese geistigen Geschenke (manevî hediye) ein bedeutendes Geheimnis (sırr) in sich tragen. Da habe ich sozusagen verspürt (hissettim), dass sie in der Art eines Anzeichens der Anerkennung (alâmet-i makbuliyet) unseres Dienstes (hizmet) am Qur'an und der Persönlichkeit des Prophetentums (Zât-ı Risalet) ein Gunsterweis des Verkünders (iltifat-ı Nebevî) sind, wofür ich Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) hundert Tausend Mal danke.

Es wurde für angebracht (münasib) gehalten, Ihnen dieses Geheimnis (sırr) zu enthüllen. Es ist dies wie folgt: Der Schreiber (kâtib), der diesen Brief gerade schreibt, und Mes'ud, sein leiblicher Bruder, waren eines Tages beide bei mir. Da haben wir mit einander von Ahmed Aga gesprochen, den wir in den letzten drei Monaten nie erwähnt (bahsi) hatten. Ich habe dem Schreiber (kâtib) Tevfik und Mes'ud, die beide bei mir waren, gesagt: wir werden alle Bücher (kitab) zu Ahmed Aga nach Diyarbekir senden, damit er sie entweder nach dem heiligen Damaskus (Şam-ı Şerif) oder zu den Getreuen (sıddıklar) in Van weiterleiten kann. Nach diesem Gespräch und dieser Beratung (meşveret) waren kaum vier Stunden vergangen, als genau dieser Ahmed Aga überraschend (habersiz) zu uns kam.

Am selben Tage hatten wir gerade schwarze Tinte (mürekkeb). Da habe ich gesagt: "Ach hätten wir doch schöne rote Tinte." Dann habe ich ein wenig von dieser schwarzen Tinte auf einen Stein gegossen. Da war sie zuerst schwarz (siyah). Danach wurde sie zunächst purpurrot (mor). Und als wir angefangen hatten, zu schreiben, wurde sie genau so rot, wie wir uns das gewünscht hatten. Über diesen Vorgang (hal) waren wir sieben, acht Leute hocherstaunt (pek çok hayret). Doch haben wir diesen Vorgang als ein gutes Zeichen (fâl-i hayr) betrachtet. Und so riefen wir: "Gepriesen sei Gott (Fesübhanallah)!" Darin liegt ein Geheimnis (sır). Danach fiel mir plötzlich ein (hatırıma), dass mein Schwager (eniştem) Molla Said im heiligen Damaskus (Şam-ı Şerif) lebt. So möchte ich denn einen Teil meiner Bücher Ahmed Aga geben. Er möge sie meinem Schwager schicken. Doch nachdem ich das gesagt hatte, erinnerte ich mich plötzlich wieder (hatırıma) an Nuh Bey, meinen aufrichtigen Getreuen (tam bir sıddık).

Vorerst hatte ich die Absicht (niyet), sie in ein anderes Land (başka memleket) zu senden. Dann wollten die Mitbrüder (kardeş) in Istanbul sie haben. Das haben wir dahingehend ausgedeutet (mana verdik), dass unser schwarzes Geschick (siyah tali'imiz) seine Form ändern und erglänzen wird (parlayacaktır). Dann habe ich für die Bücher (kitab), die ich mit der Absicht (niyet) abschreiben ließ, sie nach Ägypten zu schicken, die Provinz Van für am würdigsten (lâyık) erachtet und Nuh als am getreuesten (sadık). Ihm wollte ich sie schicken. Und so habe ich sie auch, nachdem Ahmed Aga weggegangen war, zu ihm nach Burdur geschickt.

Dann erlebten wir in dieser Angelegenheit (bu işde) einen solchen Erfolg und eine derartige Mühelosigkeit (teshilât), dass es uns keinen Zweifel (şübhe) übrig ließ, dass darin ein Geheimnis (sır) liegt. Und das hat unsere Aufmerksamkeit (Nazar-ı dikkat) darauf gelenkt. So haben wir sie denn aufmerksam betrachtet. Denn es wohnt da in Istanbul ein Mann (adam), der war schon drei Mal hierher zu Besuch (misafir) gekommen. Aus seiner Hand hatte ich bereits drei mal ein Telegramm erhalten, das ihm Nuh Bey übermittelt hatte, worüber ich bereits in meinem vorigen Brief (mektub) berichtet hatte. Dieser Herr, Mehmed Efendi, hatte mir im vergangenen Jahr einen Brief mit den Grüßen (selâm) der Herren (Efendiler) Hulusi Bey, Molla Abdülmecid, Molla Hamid und Hoca Abdülmecid, die mir alle lieb und teuer sind (en sevdigim), überbracht. Da sagte ich: dies ist ein Zeichen der besonderen Güte Gottes (işaret-i inayet) und keineswegs ein Zufall (tesadüf).

Ferner haben wir davon gehört (işittik), dass ein Geschenk (hediye) von Nuh, nämlich ein Kanister (teneke) im Werte von 25 Lira auf unseren Namen angekommen sei. Mit den Kameraden (arkadaş) haben wir gemeinsam berechnet (hesab), an welchem Tag (tarih) wir hier die Bücher als Geschenk für Nuh vorbereiteten (hazır). Denn noch am selben Tag bereitete er, ohne von unserem Geschenk zu wissen (habersiz), in einer Entfernung von vierzig Tagen Fußweg (mesafe) für uns ein gesegnetes Geschenk (mübarek hediye) von materiell gleichem Wert (nisbet) vor, das jedoch geistig genau so segensreich (mana cihetiyle) ist. Diese Übereinstimmung (tevafuk) ist auf gar keinen Fall nur ein Zufall (tesadüf). Einige Freunde (dost) sagten sogar, dass sei eine Wundertat (keramet) von Nuh Bey. Sie fragten sich, ob Nuh Bey vielleicht Wunder wirken könne, sodass er ein Gegengeschenk im gleichen Wert (mukabil) sendet, so als hätte er bereits davon gewusst. Ich sagte ihnen: "Auch die Wahrhaftigkeit und Treue (İhlas ve sadakat) wirken genau so wie Heiligkeit Wunder (velayet gibi keramet). Solche Wunder sind manchmal sogar noch größer (fevkinde).

Nach der Ankunft (vürûd) des Geschenkes (hediye) ließen wir es einen Monat im Zentrum der Stadt (kaza merkez) liegen und haben es solange nicht abgeholt. Nachdem wir den Brief (mektub) von Nuh erhalten hatten, haben wir es dann abholen lassen und das Paket geöffnet. Was waren wir da erstaunt (hayret)! So voll und ganz jenseits unserer Vorstellungen (tasavvur) kam etwas zum Vorschein. Vor diesem segensreichen Zeichen (teberrük) will ich mich nicht länger zieren (istigna). Da es vielmehr ein Gunsterweis (iltifat) aus Medina (Ravza-i Mutahhara) ist, bin ich selbst noch als Bettler stolz (dilencilikle iftihar) es empfangen zu dürfen.

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كُلُّ شَيْءٍ مِنَ الْحَبِيبِ حَبِيبٌ

{"Alles was aus dem Lande des Geliebten kommt, wird auch geliebt."}

Darunter gab es etwas besonderes, nämlich ein reich verziertes Bildnis des Grabes des Propheten (Ravza-i Mutahhara), strahlend in seinem Glanz (levha-yı müzeyyene ve münevvere). Ich habe an der Wand meiner Kammer (hücremin duvarı), die ich als eine Art kleines Museum (müzehanesi) einiger Kunstwerke Gottes (san'at-ı İlahiye) ausgestaltet habe, auch dieses segensreiche Bild (levha-yı mübareke) aufgehängt und davor gesessen. Ich begann es in sehnsüchtigem Verlangen (müştakane temaşa) zu betrachten. Und plötzlich tauchte in meinem Herzen (kalb) die Inspiration (ihtar) auf, als ginge sie von diesem Bild (levha) aus: "Wir sind bedeutungsvolle Hinweise (manidar işaret) auf deine Abhandlungen (risale)."

"Gepriesen sei Gott (Fesübhanallah), in diesem Geschenkpaket (hediye) gibt es Geheimnisse", sagte ich und begann nach ihnen zu forschen (tedkik). Da habe ich dann gesehen, wie viele Arten von Büchern (risale) ich bereits versandt hatte. Für jede Art liegt darin eine Art Geschenk (hediye). Einundzwanzig verschiedene Arten von Büchern (risale) als auch ebenso viele Segensgeschenke (teberrük) {Er hat für jedes Buch ein Gegengeschenk erhalten (AdÜ)} habe ich gezählt. Von dieser Art Segensgeschenke (teberrük) hatte ich bis jetzt noch nie gehört. {Normalerweise bringt niemand von einer Umrah 21 verschiedene Geschenke mit (AdÜ)} Kein Pilger käme außerhalb der Pilgerzeit auf die Idee (merak), ein Exemplar von jeder Sorte zu kaufen und segensreiche (mübarek) Erinnerungsstücke aus der Erleuchteten Stadt (Medine-i Münevvere) für mich auszusuchen und mir zu schicken. Das also heißt, dass dies kein Vorhaben von Nuh muh {irgendjemandem (AdÜ)} sein könnte. Des Herrn (sahib) des Heiligen Grabes (Ravza-i Mutahhara) Gunst liegt in diesem Segensgeschenk (teberrük).

Da die verschiedenen Arten der Bücher (kitab) und die unterschiedlichen Sorten von Geschenken (hediye) mit einander übereinstimmen (tevafuk), weist also jede Sorte auf eine Art Bücher (kitaba işareti) hin und steht somit im Zusammenhang (münasebet) mit ihr. Das Bild (levh) vor meinen Augen steht jedoch mit seiner Entsprechung (muvafakat) zu dem "Neunzehnten Brief (Ondokuzuncu Mektub)" mit dem Titel "Das Wunder Mohammeds", der heute (aslı) aus fünf Kapiteln besteht, in Beziehung (münasebet). Denn dieses Bild ist eine Darstellung (suret) des Heiligen Grabes (Ravza-i Mutahhara) und des Hauses des Glückseligen (Hücre-i Saadet), in gleicher Weise wie die Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye Risalesi) die geistige Gestalt (manevî sureti) des Glücklichen Zeitalters (Asr-ı Saadet) angenommen hat. Die Fünf Minarette darauf weisen dabei auf jene fünf Kapitel (işaret) hin. Die Kuppel bezieht sich zugleich auf die Abhandlung über die Himmelfahrt (Mi'rac Risalesi).

Wenn das so ist, müssen auch die anderen Sorten auf die Arten der Bücher (risalelerin nev'leri) hinweisen, sagte ich mir und merkte, dass mir sieben Sorten Datteln (yedi nev' hurma) gesendet worden waren. Eine Sorte davon ist ziemlich groß und zählt dreiunddreißig Stück. Da rief ich: "Gepriesen sei Gott (Fesübhanallah)!" Doch was soll es bedeuten (ne mana var), mir sieben Sorten zu senden? Plötzlich offenbarte sich mir in meinem Herzen die Wahrnehmung (kalbime geldi), {Gott offenbart sich nicht in unserem Gehirn und in unseren Gedanken, sondern in unseren Herzen (AdÜ)} dass die selbe Wahrheit (aynı hakikat) über den Glauben an Gott (İman-ı Billah) in sieben verschiedenen Büchern immer wieder abgeschrieben und nach Van versandt worden war. Ich bemerkte, dass das Thema (mevzu') hier in der Tat die "Einheit Gottes (vahdaniyet-i İlahiye)" ist: der Zwanzigste Brief (Yirminci Mektub), mit seinem kleinen Umfang (sureti küçük) und mit seinem - von der Bedeutung (mana) her - sehr großen Anhang (zeyl), das 22.Wort (Yirmiikinci Söz), mit seinem ersten und zweiten Kapitel als eigenständige Abhandlung, das 32. Wort mit seinem dritten Kapitel (Mevkıf) und den beiden vorausgegangenen Kapiteln als eine eigenständige Abhandlung (risale), und der 33. Brief (Mektub) mit seinen 33 Fenstern (Pencere), also insgesamt sieben Abhandlungen.

Da hier ein Wesen (mahiyet) gleich sieben Farben (elvan-ı seb'a) in dem Lichte (ziya) der Sonne der Wahrheit (şems-i hakikat) aus den sieben Arten (yedi nev') der Lichter der Gotteserkenntnis (envâr-ı marifetullah) zutage kommt, wurden sieben Sorten (yedi nev') von der Wahrheit der Datteln (hakikat-ı hurma) im Geschenkpaket (hediye) aus der Erleuchteten Stadt (Medine-i Münevvere) in die Hand von Nuh Bey gedrückt und bis hierher gebracht, was mit seiner Übereinstimmung (tevafuk) mit diesen sieben Lichtabhandlungen (yedi Nur) einen Hinweis der Anerkennung (makbuliyet işareti) zum Ausdruck bringt. Das haben wir gesagt und dafür danken wir Gott (Allah'a şükrettik).

— 211 —

Des weiteren bestand eine dieser Sorten aus 33 Stück. Das stimmt mit einer dieser Abhandlungen (risale) überein, die aus 33 Fenstern (Pencere) besteht. In diesem Geschenkpaket (hediye) waren auch drei Gebetsketten (tesbih) mit jeweils 33 Perlen. Auch das stimmt mit den 33 Fenstern (pencere) des 33. Briefes (Otuzüçüncü Mektub) des 33.Wortes (Otuzüçüncü Söz) überein. Das ließ uns Nuh nur als einen absichtslosen (ihtiyarsız), rein äußerlichen Übermittler (vasıta-i zahir) erkennen. Und so betrachten wir denn nicht Nuh sondern das Heilige Grab (Ravza-i Mutahhara) in Dankbarkeit und Ehrerbietung (minnetdarane, müteşekkirane).

Dann war da das segensreiche Wasser (mübarek mâ-i zemzem) in einer ziemlich großen Flasche, prachtvoll glänzend (parlak nuranî) verpackt. Da sagten wir: Da dieses segensreiche Bild (levha-yı mübarek) auf die Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye'ye) und die sieben Sorten Datteln (hurma) auf die Erkenntnis Gottes (marifetullah) und auf die Abhandlungen über die Einheit Gottes (resail-i tevhid) hinweisen, deutet auch diese Flasche Wasser (mâ-i zemzem) auf die Abhandlung über die Wunderhaftigkeit (İ'caz) des Qur'ans hin, die das 25. Wort (Yirmibeşinci Söz) ist und ein Hinweis (işaret) auf die Quelle (menba'ı) des Offenkundigen (Mübin) Qur'ans, die das Wasser des Lebens (âb-ı hayatın mâ-i zemzem) in der ganzen Welt (kâinat) verteilt, da der erste Ort Seiner Herabkunft die Gegend (civar) um den Brunnen (mahall-i nüzulü bi'r-i zemzem) ist. Wir verstehen dies als ein Zeichen der Anerkennung (alâmet-i makbuliyet).

Said Nursî

Dieser Brief wurde an Hulusi Bey geschrieben

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{Im Namen dessen der gepriesen sei.}

Frage: "Unsere jenseitige Entstehung (Neş'e-i uhra) steht ganz und gar im Widerspruch (muhalif) zu unserer ersten Entstehung (neş'e-i ûlâ)." Was ist der Grund (sebeb) für diese Aussage von İmam-ı Gazalî?

Antwort: Diese Aussage von İmam-ı Gazalî, dem Zeugnis des Islam: "Unsere jenseitige Entstehung (Neş'e-i uhra) steht ganz und gar im Widerspruch (muhalif) zu unserer ersten Entstehung (neş'e-i ûlâ)." Ist nicht in anbetracht des Wesens und der Gattung (mahiyet ve cinsiyet). Denn es würde mit der klaren Aussage (sarahat) vieler Ayat wie

هُوَ الَّذ۪ى يَبْدَؤُ الْخَلْقَ ثُمَّ يُع۪يدُهُ

{"Er belebt die Erde nach ihrem Tode. So werdet ihr hervorgebracht werden." - Sure 30,19 -}

und

يُحْيِى الْاَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَا وَ كَذٰلِكَ تُخْرَجُونَ

{"Er ist es, der die Schöpfung hervorbringt. Danach wiederholt Er sie." -Sure 30,27-}

widersprechen (muhalif). Dieser Widerspruch (muhalefet) ist in anbetracht der Qualität (keyfiyet) und des Aussehens (suret). Ferner ist es ein Hinweis (işaret) darauf, dass die Dinge im Jenseits (umûr-u uhreviye) von ihrem Rang (mertebe) her außerordentlich hoch sind. Ferner ist es ein Hinweis (işaret) von Gazalî hinsichtlich der Nachahmung und Duldung (taklid ve mümaşat) einiger Esoteriker (ehl-i bâtın) darauf, dass mit der leiblichen Wiederauferstehung (haşr-i cismanî) auch die geistige Wiederauferstehung (haşr-i ruhanî) stattfinden wird.

Frage: Nachdem Sa'd-ı Taftazanî den Geist als einen tierischen (hayvanî) und einen menschlichen (insanî) zweigeteilt hatte, sagte er: "Was dem Tode (mevte) ausgesetzt bleibt ist nur der tierische Geist (ruh-u hayvanî). Was den menschlichen Geist (ruh-u insanî) betrifft, so ist er nicht erschaffen (mahluk) und zwischen ihm und Gott (Allah) gibt es keine Verbindung und keine Verursachung (nisbet ve sebeb). Er ist nicht vom Leibe (cesed) abhängig, sondern unabhängig und selbständig (müstakill-i bizzât)." Was ist der Grund (sebebi) für diese Aussage und wie lässt sie sich erklären (izah)?

Antwort: Mit der Aussage

اَلرُّوحُ الْاِنْسَانِيَّةُ لَيْسَتْ مَخْلُوقَةً

{"Der menschliche Geist ist nicht erschaffen."}

meint Sa'd-ı Taftazanî, nach dem Geheimnis (sırr) der Ayah

قُلِ الرُّوحُ مِنْ اَمْرِ رَبّ۪ى

{"Sprich: der Geist kommt durch den Befehl meines Herrn." - Sure 15,85-}

Wie in dem Kapitel (bahs) über die Beständigkeit des Geistes (beka-yı ruh) bereits erklärt wurde - das Wesen des Geistes (ruhun mahiyeti) ist ein Gesetz und ein Befehl (kanun-u emr), der Leben (zîhayat) besitzt, ein Spiegel des Namens des Lebendigen (âyine-i İsm-i Hayy), der Bewusstsein besitzt (zîşuur), und eine Erscheinung des Ewigen Lebens (cilve-i Hayat-ı Sermedî), die eine Essenz (zîcevher) besitzt, in dieser Hinsicht ist er eine Durchführung (mec'ul). Und in dieser Hinsicht kann man ihn auch nicht als geschaffen (mahluk) bezeichnen. In seinem Werk "Makasid ve Sherhu-l' Makasid (Absichten und die Erläuterung zu den Absichten)" entsprach Sa'd dem Konsens (icma) aller islamischen Forscher (muhakkikîn-i İslâmın) und klaren Aussagen (nususuna muvafık) der Ayat und der Überlieferungen (ehadîs) und sagt: "Diesem Gesetz, diesem Befehl (kanun-u emr) wurde ein sichtbarer Leib (vücud-u haricî) angezogen und deshalb ist er genau so wie die anderen Geschöpfe erschaffen (mahlukat gibi mahluk) worden und ein Geschehnis (hâdis)." All seine Werke sind ein Zeugnis (âsârı şahid) dafür, dass Sa'd nicht die Überzeugung (kail) vertritt, dass der Geist urewig (ezeliyet-i ruh) wäre.

— 212 —

Mit der Aussage

لَيْسَتْ بَيْنَهَا وَ بَيْنَ اللّٰهِ نِسْبَةٌ

{"Zwischen ihm und Gott (Allah) gibt es keine direkte Verbindung."}

möchte er auf die Zurückweisung (redd) der Irrlehre (bâtıl bir mezheb) von der Reinkarnation (hulûl) hinweisen. Die Geister der Tiere (Hayvanatın ruhları) sind auch beständig. Am Tage der Auferstehung (kıyamet) vergehen nur ihre Leiber (cesedleri fena). Was den Tod (mevt) betrifft, so ist er nicht die Verwesung (fena), sondern die Abbrechung einer Verbindung (alâkanın kesilmesi). Mit der Aussage

وَ لاَ سَبَبَ

{"Noch gibt es eine Vermittlung"}

weist er darauf hin, dass der Geist (ruh) unmittelbar, ohne Schleier (perdesiz), ohne eine Vermittlung (vasıtasız) erschaffen wird, wie in dem Kapitel (bahs) über die Vermittlung (tavassu) der äußerlichen Ursachen (esbab-ı zahir) und das Bittgebet (münacat) des Todesengels, mit dem der Friede sei (Azrail Aleyhisselâm), geschrieben wurde, wenn er über die Abholung der Seelen spricht (kabz-ı ervah). Mit der Aussage

اِسْتَقَلَّتْ بِذَاتِهَا

{"Er ist unabhängig und selbständig"}

weist er darauf hin, dass der Leib sich auf den Geist (cesed ruha) stützt und deshalb besteht, wie in dem Kapitel über den Beweis (isbat) für die Beständigkeit des Geistes (beka-yı ruh) behandelt wurde. Was den Geist (cesed ruh) betrifft, so ist er unabhängig und selbständig (bizâtihî kaim). Wenn der Leib zugrunde geht (cesed harab), wird er noch freier (serbest) und fliegt wie ein Engel (melek) in den Himmel, heißt es und ist somit ein Hinweis (işaret) auf die Ablehnung (reddine) einer Irrlehre (bâtıl bir mezheb).

Eine persönliche Notiz

Während ich noch (vakit) durch eine Inspiration (ilham) der Ayat in der Sûre 30 "Rûm"

وَ مِنْ اٰيَاتِه۪ وَ مِنْ اٰيَاتِه۪ وَ مِنْ اٰيَاتِه۪

{"Es gehört zu seinen Wunderzeichen (Ayat)" - Sure 30, 20-25-}

einen Kommentar (tefsir) zu diesen Ayat zu schreiben begann (yazmak niyetinde), die viele verschiedene besonders kräftige Zeugnisse (bürhan) über die Auferstehung (haşr) auf wunderbare Weise (mu'cizane) verkünden, wurden mir gleichzeitig die obigen Fragen gestellt (suallerin sorulması), was eine subtile Übereinstimmung (latif bir tevafuk) darstellt.

In dem Augenblick, in dem ich die Worte (fıkra)

وَ اَزْوَاجَهُمْ وَ اَوْلاَدَهُمْ

{"und ihre Ehefrauen und ihre Kinder"}

meinem Bitten und Flehen (dua ve münacat) hinzugefügt habe (ilâve), erinnerte ich mich (hatırıma) zugleich auch an Sie. So haben Sie denn auch in dieser Art Gebet (dua) den ersten Platz erworben (kazandınız). Ihre obigen Fragen (sualleriniz), die Sie in einer Zeit, in der ich mir wünschte (arzu), dass Sie sich - unter der Voraussetzung (şart), dass Sie mit dem Herzen und mit dem Stift (kalben, kalemen) aktiv mitmachen (bilfiil alâkadar) möchten - würdig erweisen (müstehak), Sie in mein geistiges Verdienst (manevî kazanç) und in mein Gebet (dua), hundert Mal in 24 Stunden und fünfhundert Mal in meiner Vorstellung (tasavvur) mit einzuschließen, haben mich dazu geführt, mich sehr für Sie zu freuen (mesrur) und das wurde für mich zu einer freudigen Nachricht (beşaret).

Said Nursî
بِاسْمِ مَنْ تُسَبِّحُ لَهُ السَّمٰوَاتُ السَّبْعُ وَالْاَرْضُ وَمَنْ ف۪يهِنَّ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
وَ عَلَيْكُمُ السَّلاَمُ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ عُمْرِكُمْ عَمَّرَكُمُ اللّٰهُ بِالسَّلاَمَةِ وَ الْعَافِيَةِ

{"In Namen dessen, den die sieben Himmel und die Erde und alle ihre Bewohner preisen. Es gibt überhaupt nichts, was ihn nicht lobpreisen würde." - Sure 17,44 -

"Friede, Gottes (Allah) Erbarmen und Seine Barmherzigkeit sei über euch so viele Male wie es Zehntel der Minuten eures Lebens gibt. Möge Gott (Allah) euer Leben in Friede und Gesundheit fortsetzen."}

Ein Brief (hitab) an Hulusi Bey

Mein lieber Mitbruder!

— 213 —

Erstens: Dein Brief (mektub) hat mich angerührt (tesir). Ich habe jedoch an die Wahrheit (hakikat) gedacht; und so verging denn diese Traurigkeit (teessür) wieder. Die Wahrheit (hakikat) ist also folgendermaßen: Die Beziehungen (münasebet) unter uns und die Brüderlichkeit (uhuvvet), die - wolle es Gott (inşâallah) - wahrhaftig und nach dem Willen Gottes (hâlis ve lillah) ist, können jedoch nicht an Zeit und Ort (zaman ve mekân) gebunden sein. Eine Stadt (şehir), eine Provinz (vilayet), ein Land (memleket), ja vielmehr der Globus (küre-i arz), die Welt (dünya) und die ganze Welt des Seins (âlem-i vücud) gelten für zwei wahrhaftge Freunde (hakikî dost) gleich einem Salon (meclis). Eine solche Freundschaft und Brüderlichkeit kennt keine Trennung (firak). Sie sind stets mit einander verbunden (visal). Menschen (sahibler) in einer vergänglichen (fâni), imaginären (mecazî), rein weltlichen Freundschaft (dünyevî dostluk) mögen sich um eine Trennung (firak) ihre Gedanken (düşünsün) machen. Doch was bedeutet uns das (bize ne)?

Auf unserem Weg (mezheb) und bei unserem Werk (meslek) gibt es keine Trennung (firak). Wo immer du dich befinden magst, kannst du dich mit mir, deinem Bruder (kardeş), mit den Worten (Sözler), die du in der Hand hältst, unterhalten (sohbet). Auch ich kann dich jederzeit, wann immer ich das möchte, bei mir so sehen, als ob wir beide mit einander unsere Hände an der Schwelle Gottes (dergâh-ı İlahî) öffnen und zu Ihm flehen (niyaz). Wenn Seine Vorhersehung (kader) dich zu einem anderen Ort wandern lässt, sollst du dich dem Leitsatz

اَلْخَيْرُ ف۪يمَا اخْتَارَهُ اللّٰهُ

{"Das Gute liegt in dem, was Gott (Allah) bestimmt hat,"}

entsprechnend in vollkommener Zufriedenheit (kemal-i rıza) ergeben. Möge Gott es so wollen (inşâallah), dass auch noch andere Plätze solche Leute wie du es bist, noch dringender gebrauchen (muhtaç), Menschen (zâtlar) mit einem reinen Herzen (kalbi selim) und geradlinigem Verstand (aklı müstakim), die den wahrhaftigen Glauben (hakikî iman) unterrichten. In Egirdir hast du - Dank sei Gott (lillahilhamd) - dem Glauben (iman) bereits viel gedient (hizmet). Sicherlich benötigen (muhtaç) andere Städte deinen Dienst vielmehr als Egirdir.

Zweitens: Die erste Frage, die du mir gestellt hast, überlasse ich deinem Herzen (kalbini tevkil). Wie es darüber urteilt (fetva), bin auch ich damit einverstanden (razı). Die weltlichen Ränge (meratib-i dünya) sind zwar in meinen Augen (nokta-i nazarım) ohne jede Bedeutung; für diejenigen wie dich, die ihren Rang (mertebe) im Dienst (hizmet) am Qur'an als ein Mittel (medar) gebrauchen, halte ich ihn jedoch für gut (hoş), falls sie dabei nicht in Dankesschuld (minnet) und in Elend (zillet) geraten müssen. Was deine zweite Frage betrifft, so sind die Wünsche (arzu) des Vaters und der Mutter (peder ve vâlide) sehr wichtig (mühim). Der Weise (Hakîm) Qur'an befiehlt (emreder) uns in einer ehrwürdigen Ayah (âyet-i kerim) fünffach, ihnen gegen über liebevoll und respektvoll (şefkat ve hürmet) zu sein. Wenn es dir nicht schwer fällt (sühulet), ihre Wünsche (arzu) zu erfüllen (kabilse), dann sollst du es jedoch tun.

Drittens: Meine lieben Mitbrüder! Nun ist es bereits Frühling geworden. Die Arbeit (meşgale) hat wieder begonnen. Bald wird es Sommer und die Nächte werden kürzer (kısalması). Inzwischen sind die heiligen drei Monate (şuhur-u selâse) vorüber. Die meisten Brüder (ekser kardeş) haben gewissermaßen ihren Segen bereits bekommen und unter diesen und einigen noch weiteren Umständen (sair bazı esbab) gesellt sich in jedem Fall zu den im Winter gewissermaßen noch frohen Unterrichtsstunden (neş'eli kış dersi) wieder die Unlust (fütur). Doch diese Unlust, die daraus erwächst, darf unter euch keine Unlust aufkommen lassen. Denn was diese Unterrichtsstunden (ders) betrifft, die den Kenntnissen des Glaubens (ulûm-u imaniyeden) dienen, reicht es bereits, wenn jemand ihn nur seiner eigenen Seele (nefsine dinlettirse) erteilt. Doch könnt ihr stets noch ein, zwei wahrhaftige Brüder (hakikî kardeş) dazu finden.

Desweiteren sind diejenigen, die an diesen Unterrichtsstunden (ders) teilnehmen, nicht nur Menschen. Gott der Gerechte (Cenab-ı Hakk) hat viele Geschöpfe (mahlukat), die über ein Bewusstsein (zîşuur) verfügen und im Zuhören (istima) über die Glaubenswahrheiten (hakaik-i imaniye) viel Freude (zevk) erleben. Ihr habt von dieser Art viele Freunde (arkadaş) und Zuhörer (müstemi'). Außerdem hat jemand, als einen Hinweis (işaret) darauf, dass ein derartiges Nachsinnen (mütefekkirane) und die Unterhaltung über den Glauben (sohbet-i imaniye) eine geistige Zierde (manevî zînet) des Antlitzes der Erde (zemin yüzü) und ein Grund des Stolzes (medar-ı şeref) sind, folgendes gesagt:

آسْمَانْ رَشْكْ بَرَدْ بَهْرِ زَم۪ينْ كِه دَارَدْ
يَكْ دُو كَسْ يَك دُو نَفَسْ بَهْرِ خُدَا بَرْ نِش۪ينَنْدْ

d.h., für die Himmel (Semavat) ist die Erde (zemin) geradezu beneidenswert, weshalb auf der Erde um Gottes willen (hâlisen-lillah) ein, zwei Männer (adam) einige Atemzüge (nefes), d.h. ein, zwei Minuten (dakika) lang aufrichtig zu einem Gespräch (sohbet), zu Gottes Gedenken (zikir) oder stiller Besinnung (tefekkür) zusammensitzen, einander die wunderschönen Werke der Barmherzigkeit (âsâr-ı rahmeti) ihres majestätischen Schöpfers (Sâni'-i Zülcelal) und Seine überaus weisheitsvoll (hikmetli) ausgeschmückten Kunstwerke (süslü eser-i san'atı) zeigen und so ihren Schöpfer (Sâni) lieben und uns als liebenswert (sevip sevdirir) darstellen, über Ihn nachdenken und auch andere dazu bringen, über Ihn nachzudenken (düşünüp düşündürürler).

Zudem ist das Wissen (ilim) von zweierlei Art: Es gibt eine Art Wissen (ilim), bei dem es ausreicht (kâfi), wenn man es ein Mal erwirbt (bilinse) und es danach gelegentlich wieder erneuert (düşünülse). Die andere Art gleicht dem Wasser (su) und dem Brot (ekmek), an das der Mensch (insan) jeden Tag wieder erneut denken muss (muhtaç). Da kann man dann nicht sagen, "Das habe ich nun einmal verstanden (anladım) und das genügt (yeter) mir." So ist das Wissen über den Glauben (ulûm-u imaniye) von dieser Art. Wolles es Gott (inşâallah), dass die Worte (Sözler) in eurer Hand im Großen und Ganzen von dieser Art (cümleden) sind.

Ich begrüße (selâm) alle meine Brüder (kardeş), jeden einzelnen von ihnen, und glaube (zannederim), dass Bruder Hakkı Efendi wegen der möglichen Trennung (müfarakat) mehr als uns beide traurig (müteessir) ist, was ein Zeichen (emare) ist, dass er noch mehr Segenspunkte (sevab) erwirbt. Da Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) anhand vieler Anzeichen (emare) Seine Gnade und Barmherzigkeit (inayet ve rahmet) über uns ausgegossen hat, müssen wir falls unsere örtliche Trennung (surî iftirak) zustande käme, als ein Zeichen der Gnade und Barmherzigkeit (eser-i inayet ve rahmet) annehmen.

Viertens: Ich brauche doch wohl Menschen (zâtlar), wie Sie es sind, die bereits zur Wahrheit (hakikat) gelangt sind und den wahrhaftigen Trost (teselli) und die eigentliche Freude (sevinc) in der Wahrheit (hakikat) bereits gefunden haben, nicht zu sagen (ihtiyaç hissetmem): Seien Sie wegen der Schwierigkeiten (müşkilât), dem Kummer (gam) und den Sorgen (keder), desgleichen auch wegen der Listen (desais) und Angriffe (tehacüm) der Leute des Irrrwegs (ehl-i dalalet) und der Teufel (şeytan) auf die Veröffentlichung (neşirler) der Lichter des Glaubens (envâr-ı imaniye) und der Geheimnisse (esrar) des Qur'ans geduldig und standhaft (sabır ve metanet), aber nicht traurig und nicht besorgt (hüzün ve merak).

Zudem war zu vermuten (muhtemel), dass der Angriff (hücum) der Glaubenslosen (ehl-i zındıka) gegen mich, auf den ich jeder Zeit warte, erst mit meinem geistigen Mitbruder (uhrevî kardeş), der mein fleißiger Schüler (gayretli talebe) und mutiger Neffe (cesaretli biraderzade) ist, beginnt. Da ich dabei der Überzeugung (itikad) bin, dass der Schutz (hıfz) des Qur'ans allen Schwierigkeiten (müşkilât) überlegen ist und die Freude im Dienst am Glauben (lezzet-i hizmet-i imaniye) jeden Kummer (keder) vergessen lässt, halte ich es nicht für nötig (lüzum), Sie noch zu ermutigen und zu ermuntern (teşci' ve teşvik).

— 214 —

Hâfız Hâlid, der diesen Brief für mich geschrieben hat (Râkım-ul huruf), grüßt dich (selâm) und bittet dich um dein Gebet (dua)

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der Ewig bleibt und besteht"}

Dein Mitbruder
Said Nursî
Erster Teil des Dritten Briefes
بِاسْمِ مَنْ تُسَبِّحُ لَهُ السَّمٰوَاتُ بِكَلِمَاتِ النُّجُومِ وَ الشُّمُوسِ وَالْاَقْمَارِ وَالسَّيَّارَاتِ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَعَلٰى اِخْوَانِكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ النُّجُومِ فِى السَّمٰوَاتِ

{Im Namen dessen, den die Himmel mit den Worten der Sterne, der Sonnen, der Monde und der Planeten lobpreisen. Friede sei mit euch und über eueren Mitbrüdern, die Barmherzigkeit Gottes (Allah) und Sein Segen in der Anzahl der Sterne in den Himmeln.}

Mein lieber Bruder und mein geliebter Gefährte!

Gerade sitze ich in der obersten Kammer (yukarı menzil) eines hundertstöckigen, natürlichen Schlosses (fıtrî bir saray). Auch du sollst hier geistig (manen) anwesend sein (hazır ol). Denn ich möchte mich mit dir unterhalten (sohbet) und ein wenig plaudern. So ist es mein Bruder (kardeş):

Erstens: In meinem letzten Brief (mektub) hatte ich dich über alle Worte (Sözler) befragt, ob sich nach deiner Meinung in ihnen Wahrheiten (hakikat) finden, die widerlegt (cerh) werden könnten, oder etwas, was den einfachen Leuten (avam) zu zeigen nachteilig (muzır şeyler) wäre. Dabei ging es nicht ausschließlich um das Dritte Kapitel (Üçüncü Maksad) des 32. Wortes (Otuzikinci Söz).

— 215 —

Zweitens: Ich sende dir die Abhandlung "Punkt". Es ist eigenartig (acib), dass die Wahrheiten (hakikat), die der Alte Said durch die Kraft seines Wissens (kuvvet-i ilmi) begriffen und durch das Auge seines Verstandes (nazar-ı aklı) wahrgenommen hat, mit dem übereinstimmen (tevafuk), was dein Mitbruder (kardeş) in der Schau seines Herzens (şuhud-u kalbi) und im Lichte seiner Einsicht (nur-u vicdan) erkannt hat. In einiger Hinsicht klaffte hier zwar noch eine Lücke (noksan). Diese wurde jedoch im 29.Wort (Yirmidokuzuncu Söz) wieder ergänzt (tekmil). Besonders in der Erklärung zu der chiffrierten Anmerkung (remizli nükte) am Schluss und in dem Geheimnis (sırr) dieser chiffrierten Anmerkung in dieser Abhandlung "Punkt" fehlen zwar noch viele Wahrheiten (hakikat). Sie finden sich jedoch später im 29.Wort (Yirmidokuzuncu Söz) wieder. Es ist dabei erstaunlich (acib), dass der Verstand (akl) und das Herz (kalb) dieser beiden Saids, die doch von einander so weit entfernt (uzak) sind, dennoch so sehr mit einander übereinstimmen (ittifak).

Drittens: Teile (teblig) Şeyh Mustafa meine Grüße (selam) mit und sage ihm dabei: "Das Wort über das Vorherwissen Gottes (Kader Sözü), das du abgeschrieben hast, hat mir eine sehr große Freude (memnun) bereitet. So wie du durch das Gebet (dua) deine Verpflichtung als Bruder (kardeşlik) erfüllst, so hast du durch die Abschrift dieser Abhandlung auch die Verpflichtung als Schüler (talebelik hukuku) erfült. Möge Gott (Allah) mit Dir zufrieden sein (razı olsun)! Das, was du abgeschrieben hast, sende ich weiter an Abdülmecid. Er wird es hunderten von Leuten (adam) zu lesen geben und du wirst von jedem deine Segenspunkte (sevab) erhalten."

Viertens: Ich sende unserem Mitbruder Abdülmecid in einem Brief (mektub) einige "Worte (Sözler)". Die sollst du auf eine besonders zuverlässige (emniyetli) Weise zur Post bringen. Die Adresse lautet: "Zu Händen von Şahabeddin Efendi aus Van, unter den Geschäftsleuten (esnaft) in Ergani-i Osmaniye, an Abdülmecid Efendi aus Van." Du musst aber diese Adresse mit den neuen Buchstaben (hurufat) auf den Umschlag und auf das Paket schreiben (mektub ve emanet).

{(Anmerkung): Der folgende Abschnitt dieses Briefes (mektub) "Fünftens (Hâmisen)" steht im "Dritten Brief (Üçüncü Mektub)" aus dem Band "Briefe (Mektubat)".}

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der Ewig bleibt und besteht"}

Euer Bruder Said Nursî

Anfang des 18. Briefes (Onsekizinci Mektu)\aus dem Band "Briefe~(Mektubat)"\und ein Anhang~(zeyil)\zu der Antwort~(cevab)\auf eine Frage~(sual)\in der Zweiten wichtigen Problemstellung~(Mes'ele-i Mühimme).

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, den "die sieben Himmel und die Erde und all ihre Bewohner preisen. Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes Erbarmen und Sein Segen."}

— 216 —

Mein lieber getreuer wahrhaftiger Mitbruder Hulusi Bey!

Zu Ihren Fragen (sualler) hatte ich bereits eine Antwort (cevab) geschrieben. Doch verlangte Bruder (kardeş) Hüsrev noch nach einer weiteren Erklärung (izah). Da dieser Bruder (zat) Ihnen geistig (ruhen) ähnlich ist (benzedigi), habe ich mir vorgestellt (tahayyül), dass auch Sie seiner Bitte um eine Erklärung (istizah) nachkommen werden (iştirak). Ich habe daraufhin diesen Anhang (zeyl) geschrieben und Ihnen zugesandt.

Zudem habe ich einen Abschnitt (parça) zu der ersten Zeile (satır) des Kapitels über die Verheißung (Keramet) von Ghausu-l'Azam gesendet. Das sollen Sie am Schluss dieses Kapitels schreiben. Zudem haben wir einen Text über eine Anspielung (nükte) des Qur'ans gesendet, die mit der Verheißung von Ghausu-l'Azam im Zusammenhang (münasebetdar) steht. Eine geistige Inspiration (manevî ihtar) hat mich dazu geführt (sevkeden), diese Geheimnisse zu enthüllen (izhar-ı esrar), was unserer Art und Weise (Meşreb) widerspricht (muhalif), die Brüder (kardeş) in ihrer Arbeit überaus in Begeisterung und Eifer (şevk u gayret) zu versetzen.

Es gab da in der Tat einmal eine Unlust (fütur). Doch dann fand sich eine Übereinstimmung (tevafuk) und frischte ihre Begeisterung (şevk) wieder auf. Zu einer anderen Zeit erhob wieder eine Unlust ihr Haupt (fütur baş). Doch da tauchte die Verheißung (Keramet) Ghausu-l'Azams auf und fachte ihren Eifer (gayret) mächtig wieder an. Diese Umstände (halet) ließen mich verstehen, dass die Bekanntmachung (izhar) unserem Dienst nicht schadet (zararı yok). Sie schadet schlimmsten Falls mir selbst (nefsim). Denn meine Seele (nefsim) ist schon dazu bereit (hazır), sich für den Dienst zu opfern (hizmete feda). So sende ich denn vor allem Ihrem Vater, sowie Fethi Bey, Hoca Abdurrahman, Kemaleddin, Ömer Efendi und all denen (zâtlar), die sich mit den Abhandlungen (risaleler) befassen, meine Grüße (selâm), bete für sie und bitte sie um ihre Gebete (dua).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der ewig bleibt und besteht"}

Euer Bruder Said

Ein Anhang (zeyil) zu der Antwort (cevab) auf Hulusis zweite Frage (sual)

Frage: Muhyiddin-i Arabî verstand die Lehre (mes'ele) von der "Einheit im Sein (vahdet-ül vücud)" als die höchste Stufe (mertebe), sowie sich ihr ein Teil der großen Heiligen (evliya-i azîm) unter den Liebenden (ehl-i aşk) auch angeschlossen hat (ittiba). Du sagst aber, dass diese Lehre nicht die höchste Stufe ist und nicht der Wahrheit (hakikî) entspricht, sondern in gewissem Grade die Art und Weise (meşreb) der Leute des Rausches (ehl-i sekir) und der Ekstase (istigrak) und der Leute der Begeisterung und der Liebe (ashab-ı şevk ve aşk) ist. Wenn das so ist, zeig uns kurz und prägnant (muhtasaran), welches die hohe Stufe der Einheit (tevhid) ist, die uns durch das Geheimnis des Erbes des Prophetentums (sırr-ı veraset-i nübüvvet) und der klaren Aussagen (sarahat) des Qur'ans gezeigt wird.

— 217 —

Antwort: Durch die unzulängliche Vorstellung (fikriyle) eines schwachen, hilflosen, der gleich mir ein Nichts im Nichts (hiç ender hiç) ist, geht, diese hohen Stufen erwägen (mertebe muhakeme) zu können, hundertfach über meine Grenzen hinaus (haddim fevkinde). Ich werde jedoch versuchen, ein, zwei Anmerkungen aus der Fülle (feyz) des Weisen (Hakîm) Qur'ans kurz und bündig (muhtasar) darzulegen. Vielleicht wird das zu dieser Lehre beitragen (mes'elede faidesi).

Erster Punkt: Es gibt viele Gründe (esbab) sich in der Lehre (meşreb) von der Einheit des Seins (Vahdet-ül Vücud) fest zu verankern (saplanması). Ein zwei davon werden hier kurz erläutert (beyan) werden:

Erster Grund: Da sie in ihrer Vorstellung (zihinler) nicht begreifen konnten, wie groß (a'zam) der Umfang der Macht Seiner Herrschaft (Mertebe-i rububiyet) in ihrer Schöpferkraft (hallakıyet) ist, und in ihren Herzen (kalb) nicht richtig einordnen konnten, dass Er durch das Geheimnis der Einheit (sırr-ı ehadiyet) alle Dinge selbst in der Hand Seiner Herrrschaft (kabza-i rububiyet) hält und alle Dinge durch Seine Macht (kudret), Seine Entscheidung (ihtiyar) und Seinen Willen (irade) ins Dasein (vücud) kommen, hielten sie sich für gezwungen (mecbur), zu sagen, dass alles Er (odur) ist, oder alles nicht da ist (yoktur) oder eine Vorstellung (hayal) oder Seine Erscheinung (tezahüriyet) oder Seine Funken (cilve) sei.

Zweiter Grund: Mit der Eigenschaft "Liebe (aşk)", welche niemals eine Trennung (firak) wünscht, vor der Trennung entschlossen flüchtet (kaçan), vor der Trennung zittert (titreyen), sich vor dem Entferntsein fürchtet wie vor der Hölle (cehennem), den Untergang (zeval) so sehr hasst, die Zusammenkunft wie ihre Seele (visali ruhu) und ihr Leben liebt (canı gibi seven) und nach der Nähe (kurbiyet) mit einer unendlichen Begeisterung (iştiyak) verlangt wie nach dem Paradies (cennet), klammern sie sich an eine Erscheinung der Nähe Gottes (akrebiyet-i İlahiye) in jedem Ding fest und halten die Trennung und das Entferntsein (firak ve bu'diyet) für nichts und stellen sich die Ankunft und die Zusammenkunft (lika ve visal) als beständig vor (tasavvur) und rufen "Es gibt kein Sein außer Ihm (Lâ mevcude illâ Hu)", stellten sich im Rausch der Liebe (aşkın sekriyle) und als Erfordernis ihrer Begeisterung der Beständigkeit (şevk-i beka ve lika), der Ankunft (visal) und der Zusammenkunft (mukteza) vor, dass sich ein überaus freudiger Zustand in der Lehre (zevkli bir meşreb-i hal) von der "Einheit im Sein (vahdet-ül vücud)" finden lässt. Um sich vor fürchterlichen Trennungen (müdhiş firak) zu retten, nahmen sie die Lehre von der "Einheit im Sein (vahdet-ül vücud)" als einen Zufluchtsort (melce) an.

Was den Ausgangspunkt (menşe'i) des ersten Grundes (sebeb) betrifft, so erwuchs er daraus, dass die Hand des Verstandes (akl) einige Wahrheiten des Glaubens (hakikat-ı imaniye), die sehr umfangreich (geniş) und sehr hoch (yüksek) sind, nicht erreichen und nicht umfassen konnte und dass der Verstand sich im Hinblick auf den Glauben (aklın iman) nicht vollständig entwickelte (inkişaf); und was den Ausgangspunkt des zweiten Grundes (sebebin menşe'i) betrifft, so erwuchs er daraus, dass das Herz (kalb) sich im Hinblick auf die Liebe (aşk) außerordentlich entwickelte (inkişaf), einzigartig ausweitete (inbisat) und schließlich alles umfasste (gelmiş).

Was aber die große Stufe der Einheit (tevhid) betrifft, welche die große Heiligkeit (evliya-i azîme) der klaren Ausagen (sarahat) des Qur'ans und des Erbes des Prophetentums (veraset-i nübüvvet) und die Reinen (asfiya), die Leute des Wachzustandes (ehl-i sahve) sind, erkennen, so ist sie sowohl sehr hoch, als auch ein Ausdruck (ifade) der großen Stufe (mertebe-i uzma) der Herrschaft (rububiyet) und der Schöpferkraft Gottes (hallakıyet-i İlahiye) und zugleich auch der Wahrhaftigkeit aller Namen Gottes (esma-i İlahiye). Sie bewahrt ihre Grundlagen (esasatını muhafaza) und stört auch die Ausgewogenheit (müvazene) der Gesetze Seiner Herrschaft (ahkâm-ı rububiyet) nicht.

Denn sie sagen: Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) ist Seinem Wesen nach der Eine (ehadiyet-i zâtiye), frei von Zeit und Raum (mekândan münezzeh), wobei Sein Wissen alles Sein und Tun (şuunat) unmittelbar umfasst (ilmiyle ihata) und erkennt (teşhis), mit Seinen Willen (irade) einen Vorrang bestimmt und festsetzt (tercih ve tahsis), und durch Seine Macht (kudret) Beständigkeit und Dasein (isbat ve icad) verleiht. Er erschafft und verwaltet (icad ve tedbir) den ganzen Kosmos (kâinat) gleich einem einziges Wesen (mevcud). Wie Er eine Blume (çiçek) mit Leichtigkeit erschafft (kolaylıkla halketti), so vermag Er auch einen riesigen Frühling mit der gleichen Leichtigkeit zu erschaffen (sühuletle halk). Und dabei hindert (mani') das eine nicht das andere. Seine Zuwendung (teveccüh) kennt keine Zerteilung (tecezzi), Er verfügt (tasarruf) mit Seiner Macht (kudret) und mit Seinem Wissen (ilm) gleichzeitig und überall. Und Er verfügt ohne zu teilen und ohne zu spalten (tevzi' ve inkısam yok). Im Sechzehnten Wort (Onaltıncı Söz) und im Zweiten Zweck (İkinci Mevkıf) des Zweiten Kapitels (İkinci Maksad) des 32. Wortes (Otuzikinci Söz) wurde dieses Geheimnis (sır) bereits vollständig erklärt und bewiesen (izah ve isbat).

لاَ مُشَاحَةَ فِى التَّمْث۪يلِ

{"Keine Diskussion über das Gleichnis"}

Nach diesem Grundsatz (kaide) beachtet man den Mangel im Gleichnis (temsildeki kusura) nicht. Daher möchte ich ein sehr mangelhaftes Gleichnis (temsil) erzählen, sodass der Unterschied (fark) dieser beiden Wege (meşreb) in gewissem Grade verständlich wird. Wir stellen uns (farz) z.B. einen Pfau (tavus kuşu) vor, der wunderbar und einzigartig, überaus groß und überaus verziert (zînetli), seine Schwanzfedern (tüy), mit denen er nach Osten und nach Westen (şark ve garb) im gleichen Augenblick ein Rad schlagen und damit von Norden nach Süden (şimalden cenuba) reichen kann, mit hundert Tausenden von Ornamenten (nakış) ausgeschmückt ist, um mit seinem Rad überaus geniale Kunstwerke (dâhiyane san'at) darzustellen.

Nun gab es da zwei Leute (adam), die ihm zuschauen (seyirci). Sie möchten mit den Flügeln des Verstandes und des Herzens (akıl ve kalb) zu den erhabenen Vorzügen (meziyet) und einzigartigen Verzierungen (hârika zînet) dieses Vogels (kuş) fliegen (uçmak). Einer von ihnen betrachtet das Bild (vaziyet) dieses Pfaues (tavus kuşu), seine Gestalt und jede seiner Federn (tüy) mit diesen einzigartigen Ornamenten göttlicher Macht (hârikulâde kudret nakışları). Er liebt sie mit einer solch leidenschaftlichen Begeisterung (aşk u şevk ile sever), unterlässt teilweise ein eingehendes Nachsinnen (tefekkür) und hält sich dabei an seiner Begeisterung fest (aşka yapışır). Er sieht aber, dass sich jeden Tag diese geliebten Ornamente (sevimli nakış) verwandeln und verändern (tahavvül ve tebeddül). Diese Geliebten (mahbub), von denen er so leidenschaftlich begeistert ist und sie verehrt (sevdigi ve perestiş), verschwinden schließlich (kayboluyor) und gehen am Ende unter (zeval buluyor).

— 218 —

Während dieser Mann (adam) mit der wahrhaftigen Einheit (vahdet-i hakikiye), die er in seinem Verstand (akl) nicht einordnen konnte, um sich zu trösten (teselli) sagen sollte (lâzım), dass er das Ornament der Kunst (nakş-ı san'atı) eines Künstlers (nakkaş) ist, der mit Seiner absoluten Herrschaft (rububiyet-i mutlak) und Einheit in Seinem Wesen (ehadiyet-i zâtı) über die allumfassende Schöpferkraft (hallakıyet-i külliye) verfügt, sagt er anstelle dieser Überzeugung (itikad), dass der Geist in diesem Pfau (tavus kuşundaki ruh) so erhaben ist (âlî), dass sein Schöpfer (sâni') in ihm wohnt, oder dass er Er geworden ist (o, o olmuş), zudem dieser Geist mit seinem Körper (ruh vücud) vereint ist und was den Körper (vücud) betrifft, mit seiner äußeren Gestalt (suret-i zahiri) verschmolzen ist (mümteziç), so zeigen die Vollkommenheit dieses Geistes (ruhun kemali) und die Erhabenheit dieses Körpers (vücudun yükseklik) diese Erscheinungen (cilve) in dieser Art, präsentieren (izhar) jede Minute ein anderes Ornament (nakş) und eine andere Schönheit (hüsn). Sie ist nicht die Erschaffung (icad) mit ihrem wahren freien Willen (hakikî ihtiyar), sondern lediglich eine Manifestation (cilve), also eine Verkörperung (tezahür).

Der andere Mann sagt: "Diese ausgewogenen und geordneten (mizanlı ve nizamlı), überaus kunstvollen Ornamente (san'atkârane nakışlar) setzen auf jeden Fall eine Willenskraft, freie Entscheidung (irade ve ihtiyar), Absicht und Wille (kasd ve meşiet) voraus. Eine Erscheinung (cilve) ohne Willenskraft, eine Verkörperung (tezahür) ohne Entscheidung kann es nicht geben. Das Wesen des Pfaues (tavusun mahiyeti) ist schön und erhaben, doch kann sein Wesen (mahiyeti) In der Tat nicht aktiv (fâil) sein, sondern ist passiv (münfail). Es kann sich keineswegs mit seinem Täter (fâil) vereinen (ittihad). Sein Geist (ruh) ist schön und erhaben (âlî), er ist aber nicht derjenige, der erschafft und lenkt und leitet (mûcid ve mutasarrıf), sondern er erfährt und veranlasst (mazhar ve medar) lediglich. Denn in jeder seiner Federn (tüy) ist offensichtlich eine Kunst (san'at) mit einer unendlichen Weisheit (hikmet) und ein verzierter Schmuck (nakş-ı zînet) mit einer unendlichen Macht (kudret) sichtbar. Dies kann aber nicht ohne Willenskraft (iradesiz) und ohne eine freie Entscheidung (ihtiyarsız) zustande kommen.

Also sind diese Kunstwerke (san'at), welche die vollkommene Weisheit (kemal-i hikmet) in der vollkommenen Macht (kemal-i kudret) und die vollkommene Herrschaft und Barmherzigkeit (kemal-i rububiyeti ve merhamet) in der vollkommenen Weisheit (kemal-i hikmet) zeigen, keine Erscheinung oder dergleichen (cilve milve). Der Schreiber (yazan kâtib), der dieses vergoldete Heft (yaldızlı defter) beschreibt, kann nicht in ihm wohnen. Er kann sich nicht mit ihm vereinigen (ittihad edemez). Vielmehr steht dieses Heft (defter) lediglich mit der Spitze der Feder (kaleminin ucu) dieses Schreibers (kâtib) in Berührung. Wenn das so ist, sind die einzigartigen Verzierungen (hârikulâde zînet) dieses Pfaues in unserem Beispiel (misalî tavus), mit dem wir die Schöpfung (kâinat) meinen, ein vergoldeter Brief (yaldızlı bir mektubu) des Schöpfers des Pfaues (tavus Hâlıkı).

Nun also betrachte den Pfau (tavus), lies diesen Brief (mektub) und sag zu dem Schreiber (kâtib): "So wie Gott es wollte (mâşâallah), möge Gott ihn segnen (tebârekâllah), gepriesen sei Gott (sübhanallah)!" Derjenige aber, der den Brief für seinen Schreiber (mektubu kâtib) hält, oder sich vorstellt, dass der Schreiber in dem Brief (kâtibi mektub) steckt, oder sich den Brief als einen Traum (hayal tevehhüm) vorstellt, hat mit Sicherheit seinen Verstand in dem Schleier seiner Liebe (aklını aşk) versteckt und das tatsächliche Gesicht der Wahrheit (hakikatın hakikî) gar nicht erkannt.

Der wichtigste Grund (mühim sebeb) dafür, dass unter den Arten der Liebe (aşkın enva'ı), eine die Art und Weise (meşrebine sebebiyet) der Einheit im Sein (Vahdet-ül Vücud) hervorbringt, ist die Liebe zur Welt (aşk-ı dünya). Wenn sich die bisher rein imaginäre (mecazî) Liebe zur Welt (aşk-ı dünya) in die wahre Liebe (aşk-ı hakikî) verwandelt, verwandelt (inkılab) sie sich zugleich in die Einheit im Sein (vahdet-i vücud). Wie ein Mensch (insan) eine gerliebte Person (şahsî bir mahbub) nur auf eine imaginäre Weise (muhabbet-i mecazî) liebt, sagt der Liebhaber, der für den Untergang und die Vergänglichkeit (zeval ve fena) ihrer Liebe (âşk) keinen Platz in seinem Herzen (kalb) einräumen kann, um seine Geliebte (mahbub) die Beständigkeit einer wahren Liebe (aşk-ı hakikî) empfangen zu lassen, dass sie ein Spiegel der Schönheit (âyine-i cemal) des wahrhaft Angebeteten (Mahbub-u Hakikî') und Geliebten (Mabud) sei, tröstet sich (teselli) so und hält dabei an seiner Wahrheit (hakikat) fest.

Genau so flüchtet (iltica) derjenige, der diese riesengroße Welt (koca dünya) und den Kosmos (kâinat) in seiner Ganzheit (heyet-i mecmuası) zu seiner Geliebten gemacht (mahbub ittihaz) hat und nun sieht, dass diese eigenartige Liebe (muhabbet-i acibe) sich unter der Peitsche (kamçı) des ständigen Verfalls und aller Trennungen (zeval ve firak) in die wahre Liebe (muhabbet-i hakikî) verwandelt, auf den Weg (meşreb) der Einheit im Sein (vahdet-ül vücud), um seine so große Geliebte (mahbub) vor dem Verfall und der Trennung (zeval ve firak) zu bewahren.

Wenn er einen sehr hohen und starken Glauben (kuvvetli iman) besitzt, wird diese Lehre für die Leute (zâtlar) wie Muhyiddin-i Arabî und seine Nachfolger (emsal) zu einer frohen (zevkli), lichtvollen (nuranî) und angesehenen Haltung (makbul bir mertebe). Anderenfalls gibt es die Möglichkeit (ihtimal), in Abgründe (varta) zu stürzen, dem Materialismus (maddiyat) zu verfallen und in der Vielfalt der Ursachen (esbab) zu ertrinken. Was die Einheit in der Erkenntnis (Vahdet-i şuhud) betrifft, so ist sie ohne jede Gefahr (zararsız). Sie ist jedoch ein erhabener Weg (meşreb) für alle Leute mit einem klaren Verstand (Ehl-i sahv).

اَللّٰهُمَّ اَرِنَا الْحَقَّ حَقًّا وَ ارْزُقْنَا اِتِّبَاعَهُ
سُبْحَانَكَ لاَ عِلْمَ لَنَٓا اِلاَّ مَا عَلَّمْتَنَٓا اِنَّكَ اَنْتَ الْعَل۪يمُ الْحَك۪يمُ

{"Oh mein Gott (Allah)! Lass uns das Wahre als wahr erkennen und versorge uns damit, ihm zu folgen." - Gepriesen seist Du! Wir haben kein Wissen außer dem, das Du uns gelehrt hast. Denn Du bis wahrlich der Allwissende, der Allweise. - Sure 2,32-}

Euer Bruder Said Nursî
— 219 —
Ein Anhang zum Thema des Nachwortes zum 22. Brief
اَيُحِبُّ اَحَدُكُمْ اَنْ يَاْكُلَ لَحْمَ اَخ۪يهِ مَيْتًا فَكَرِهْتُمُوهُ ...الخ

{"Würde etwa einer von euch gerne das Fleisch seines toten Bruders essen wollen?" - Sure 49,12-}

Die Zuträgerei (gıybet) ist entsprechend der festen Bestimmung (kat'î hükmüyle) dieser Ayah und der Betrachtung (nazar) des Qur'ans besonders verabscheuungswürdig (menfur) und die Zuträger selbst sind überaus schlecht und niederträchtig (fena ve alçak). Die übelste (fena), verwerflichste (şeni), ungerechte (zalimane) Art der Zuträgerei (gıybet) ist die Art, die man als eine Verleumdung der Frauen (kazf-ı muhsanat) bezeichnet, d.h. dass ein Mensch (insan), der keine vier Zeugen (şahid) vorweisen kann, welche die Untat mit eigenen Augen (gözüyle görmüş) gesehen haben, und dennoch einem Mann oder einer Frau (erkek veya kadın) Unzucht unterstellt (zina isnad), auf die gemeinste Art eine Todsünde (günah-ı kebair), ein so ungerechtes Verbrechen (zalimane bir cinayet) begeht, was ein Verrat ist, welcher das Gemeinschaftsleben der Gläubigen (hayat-ı içtimaiye-i ehl-i iman) vergiftet und einen Treuebruch (gadir) im Leben (hayat) einer glücklichen Familie (mes'ud bir aile) unterstellt. Die Sure "en- Nur (Das Licht )" verweist einen solchen Umstand (hakikat) derart nachdrücklich, dass sie einen Einsichtigen (vicdan sahibi) in der Tat so sehr erschüttert, dass ihm die Haare zu Berge stehen (tüylerini ürperttiriyor).

لَوْلآَ اِذْ سَمِعْتُمُوهُ قُلْتُمْ مَا يَكُونُ لَنَٓا اَنْ نَتَكَلَّمَ بِهٰذَا سُبْحَانَكَ هٰذَا بُهْتَانٌ عَظ۪يمٌ

{"Hättet ihr denn, als ihr davon hörtet, nicht sagen sollen: So etwas dürfen wir nicht aussprechen. - Gepriesen seist Du! Das ist eine gewaltige Verleumdung." - Sure 24, 16-}

Diese Ayah geruht nachdrücklich zu sagen (ferman): "Derjenige, der keine vier Zeugen (şahid) herbeibringen kann, die es mit eigenen Augen gesehen haben (gözüyle görmüş), dessen Zeugnis muss verworfen werden (merdud-uş şehadet). Ewig dürft ihr kein Zeugnis (şehadet) mehr von ihm annehmen (kabul). Denn er ist ein Lügner (yalancı). Was für einen Mann (hangi adam) könnte es denn wohl geben, der den Mut hätte (cesaret), eine solche Verleumdung (kazf) auszusprechen und vier Zeugen (şahid), die dies mit eigenen Augen gesehen haben, herbeibringen könnte? Dadurch, dass der Weise (Hakîm) Qur'an diese Bedingung (şart) setzt, möchte er sagen: "In solchen Angelegenheiten dürft ihr nicht einmal den Mund öffnen (şakk-ı şefe), sondern müsst vielmehr eure Türen schließen (kapıyı kapayınız)."

Said Nursî
Ein Nachwort zum Zweiten Kapitel (İkinci Mebhas) des 26. Briefes (Yirmialtıncı Mektub)
Die folgende Grundregel (düstur) ist für einige Mitbrüder (kardeş) geschrieben worden, die sich mit mir treffen oder zu treffen wünschen, jedoch weit von hier wohnen.

Ich habe gespürt, dass ihr euch mit mir treffen wollt (arzunuzu hissettim). Meine Brüder (Kardeş), euch mit mir zu trreffen geschieht auf zweierlei Weise (iki cihetle). Entweder geschieht dies um weltlicher Dinge (dünya) willen, d.h. in Anbetracht des gesellschaftlichen Lebens (hayat-ı içtimaiye) der Menschen. Die Türe in dieser Hinsicht habe ich mir verschlossen (kapıyı kapamışım). Oder aber in Hinsicht auf das jenseitige Leben (hayat-ı uhrevi) und das geistige Leben (hayat-ı manevi): Auch dieses ist zweierlei. Erstens: Mit einer guten Vorstellung (hüsn-ü zan) von meiner Person, die mir nicht zusteht, und in der Absicht (niyet), von meiner Person einen geistigen Nutzen (istifade-i maneviye) zu ziehen. Diesen Aspekt kann ich nicht annehmen (kabul). Denn ich bin lediglich ein Diener (hizmetkâr) des Weisen (Hakîm) Qur'ans und ein öffentlicher Ausrufer (dellâl) jenes heiligen Ladens (mukaddes dükkân). Die wertlosen (ehemmiyetsiz) Dinge, die in meinem persönlichen Laden (Şahsî dükkân) überall verstreut herumliegen (perişan), werde ich nicht zum Verkauf (satış) anbieten und ich möchte sie auch nicht ausstellen (çıkarmak). Denn auf den Wert (kıymet) der heiligen Diamanten (kudsî elmas) des Weisen (Hakîm) Qur'ans darf auch nicht der Schatten eines Zweifels (şübhe îras) fallen; falls ich die zerbrochenen Glasscherben (kırık cam), die sich in meinem unaufgeräumten, persönlichen Laden (dükkân) finden, zum Verkauf anbieten (satsam) würde, könnten die Kunden (müşteri), die keine fachkundigen Juweliere (hakikî sarraf) sind, auch die Diamanten (elmas), die sie während meines Dienstes als öffentlicher Ausrufer (dellâllık) in meiner Hand sehen, für Glas (şişe) halten, weshalb in ihrer Vorstellung (zihin) die Möglichkeit einer Verwechslung (iltibas) und ein Zweifel (şübhe) aufkommen könnte. Daher habe ich meinen persönlichen Laden (şahsî dükkân) verschlossen und verriegelt. Der Dienst in diesem heiligen Laden (mukaddes dükkân) genügt mir. Und wenn ich auch der Habenichts von einem Diener (müflis bir hizmetkâr) wäre, gefiele mir das um so mehr.

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Der Zweite Aspekt (İkinci vecih)\ist folgender: sich um des Qur'ans willen (hesab) und als sein öffentlicher Ausrufer (dellâl) und sein Diener (hâdimlik) mit mir zu treffen. Diejenigen, die mit dieser Absicht (vecih) kommen, akzeptiere ich (kabul) mit allem Respekt und ganzer Wertschätzung (alerre'si vel'ayn). Für ein solches Treffen sind doch Osten oder Westen (şark ve garb) kein Hindernis (mâni). Selbst über der Erde oder unter der Erde (üstü ve altı) ist dabei gleich. Jedoch uns persönlich (sureten) zu treffen ist dabei nicht unbedingt notwendig (lüzum yok).

Diese Beziehung (münasebet) und dieses geistige Treffen (manevî görüşme) haben jedoch drei Früchte (meyve):

Erstens: Die Juwelen (mücevherat) des heiligen Ladens (mukaddes dükkân), in dem ich als öffentlicher Ausrufer (dellâllık) diene, erhält man von mir. So habe ich euch denn für jetzt zwölf kleine Juwelen (cevher) aus diesem Laden (dükkân) zugesendet.

Die zweite Frucht: Diejenigen (zâtlar), welche die fünfmaligen Pflichtgebete (farz namazı) einhalten und die sieben Todsünden (kebair) vermeiden, akzeptiere ich (kabul) als das Ergebnis (netice) jener geistigen Beziehung (manevî münasebet) und jenes Treffens (görüşmek) als meine Mitbrüder (âhiret kardeşlik). Und wenn ich an jedem Morgen (sabah) an der Schwelle (dergâh) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk) stehe, bitte (niyaz) ich darum, dass mein geistiges Verdienst (manevî kazanc) auch in das Buch der Wohltaten (sahife-i a'mal) meiner Mitbrüder (âhiret kardeş) als mein Geschenk (hediye) eingetragen werde. Und auch mich sollen sie an ihren geistigen Wohltaten (manevî hayrat) teilnehmen lassen (hissedar) und in ihre Gebete (dua) mit einschließen, sodass auch sie ihren Anteil (hisse) an meinen Verdiensten (kazanc) erhalten können.

Dritte Frucht: So werden sie entweder tatsächlich (hakikaten) oder auch nur in meiner Vorstellung (hayalen) bei mir anwesend (hazır) sein. Wir öffnen dann gemeinsam an der Schwelle Gottes (dergâh-ı İlahîye) unsere Hände und beten (dua) mit einander. Im Dienst (hizmetine) am Qur'an stehen wir Hand in Hand, unsere Herzen in einer so aufrichtigen Weise Herz an Herz (rabt-ı kalb) gebunden. So habt ihr, meine Mitbrüder, diese drei Früchte bereits gewonnen (hasıl).

Said Nursî
Verschiedene Themen (MESAİL)
Erstes Thema:

Eine Frage (sual): Was ist die Weisheit (hikmet) dessen, dass das Segensgebet (salavat) für den Propheten so oft wiederholt (zikr) wird? Und was ist das Geheimnis (sırr) dessen, dass dem Segensgebet (salât) noch das Friedensgebet (selâm) hinzugefügt wird?

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Antwort: Für den Ehrwürdigen Gesandten, mit dem Friede und Segen sei (Resul-i Ekrem Aleyhissalâtü Vesselâm), Segensgebete (salavat) zu sprechen, ist an uns für sich ein Weg der Wahrheit (tarîk-ı hakikat). Der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, dem die Barmherzigkeit grenzenlos offenbart (rahmete mazhar) wurde, bedarf grenzenloser Segensgebete (salavata ihtiyaç). Denn der Ehrwürdige Gesandte, mit dem Friede und Segen sei, steht mit den Sorgen der ganzen Gemeinde (ümmetin dertleriyle) in Verbindung und hat an ihrem Glück seinen Anteil (saadetleriyle nasibedar). Aus dem Bedürfnis (ihtiyaç), das daraus erwächst, dass er mit allem Glück (saadet) der Gemeinde, die in der unendlichen Zukunft (nihayetsiz istikbal) aller Ewigkeiten (ebed-ül âbâd) von unendlichen Fällen (nihayetsiz ahval) betroffen ist, in Verbindung steht, erwächst sein Bedürfnis (ihtiyac) zu unendlichen Segensgebeten (salavat). Zudem ist der Ehrwürdige Gesandte sowohl ein Diener (abd) und Anbeter (ubudiyet) Gottes, als auch Sein Gesandter. Hinsichtlich seines Dienstes und seiner Anbetung verlangt er nach dem Segensgebet (salât) und hinsichtlich seines Auftrags als Prophet (risalet) verlangt er nach dem Friedensgebet (selâm). Dienst und Anbetung (ubudiyet) richtet das Volk zu Gott dem Gerechten (halktan Hakk). Er erfährt die Liebe (mahbubiyet) und Barmherzigkeit (rahmet). Das drückt das Wort اَلصَّلاَة {"Segen"}دٰ"s. Sein Auftrag (risalet) als Prophet ist ein Botendienst (elçilik) für das Volk (hak'tan halka) und erfordert die Sicherheit (selâmet), die Ergebung (teslim), die Anerkennung seines Auftrags (memuriyet) und den Erfolg (muvaffakıyet) bei der Erfüllung seines Dienstes (vazifesinin icrasına), was das Wort سَلاَم {"Friede"} zum Ausdruck bringt. Außerdem meinen wir mit der Anrede سَيِّدِنَا {"unser Herr": "Oh Herr (Ya Rab!)} erbarme Dich unseres Herrn (reis), der bei uns Dein Bote (elçi) und an Deiner Schwelle (dergâh) unser Botschafter ist, sodass Deine Barmherzigkeit (merhamet) uns übertragen (sirayet) wird.

اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلٰى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ عَبْدِكَ وَ رَسُولِكَ وَ عَلٰٓى اٰلِه۪ وَ صَحْبِه۪ٓ اَجْمَع۪ينَ

{"Oh Gott (Allah) segne unseren Herrn Mohammed, der Dein Diener und Anbeter und Dein Gesandter ist, seine ganze Familie und seine Gefährten."}

Zweites Thema

Eine kurze Antwort (cevab) auf die ausführliche Frage (sual) eines Bruders (kardeş)

Wenn du sagst: "Was ist doch diese Natur (tabiat), dass die Leute des Irrwegs und der Gottvergessenheit (ehl-i dalalet ve gaflet) in ihr stecken geblieben, dem Unglauben und der Undankbarkeit (küfr ü küfran) verfallen und von der höchsten Stufe der Schöpfung (ahsen-i takvim) zur Niedrigsten der niedrigen (esfel-i safilîn) hinabgestürzt sind?"

Antwort: Das, was sie als Natur (tabiat) bezeichnen, ist das Große göttliche Gesetz (kübra-yı İlahiye) in ihrer Beschaffenheit (şeriat-ı fıtriye), das aus der Sammlung der Grundsätze (mecmu'-u kavanini) der Gewohnheit Gottes (âdetullah) besteht. Sie zeigt (zuhur) die Ordnung und Anordnung (tanzim ve nizam) der göttlichen Werke (ef'al-i İlahiye) in allem Sein (mevcudat). Es ist ja bekannt (malûm), dass die Prinzipien (kavanin) zu den angenommenen Dingen (umûr-u itibariye) gehören. Sie haben nur eine Existenz als Wissen (vücud-u ilmî). Sie haben keine sichtbare Existenz (haricîsi yok). Da sie durch Gottvergessenheit (gaflet) oder den Irrtum (dalalet) den urewigen Schreiber und Gestalter (Kâtib ve Nakkaş-ı Ezelî) nicht anerkennen, haben sie sich das Buch und die Schrift als Schreiber (kitabı ve kitabeti kâtib), die Gestalt als Gestalter (nakşı nakkaş), das Gesetz als durchführende Instanz (kanunu kudret), die Lineatur als Lineal (mistarı masdar), die Ordnung als Ordner (nizamı nazzam) und das Kunstwerk als Künstler (san'atı sâni') vorgestellt.

Wenn z.B. ein Mann (adam), der noch ungebildet (vahşi) ist und das Gemeinschaftsleben (içtimaiyat) der Menschen nicht kennt, einen großen Kasernenhof (muhteşem bir kışla) betritt und die den unsichtbaren Anordnungen (nizamat-ı manevi) entsprechenden, wohlgeordneten Bewegungen (muttarid hareketi) eines Heeres betrachtet (temaşa), stellt er sich vor (tahayyül), dass sie mit unsichtbaren Seilen (maddî ipler) unter einander verbunden wären. Oder wenn dieser ungebildete (vahşi) eine große Moschee (muazzam bir câmi) betritt und sieht, dass die Moslems bei ihren gemeinschaftlichen Gebeten und an den Festtagen (cemaat ve îdler) ihre wohlgeordneten, gesegneten Bewegungen (muntazam, mübarek vaziyet) vollführen, stellt er sich vor (tevehhüm), sie wären durch unsichtbare Fäden (maddî rabıta) mit einander verbunden.

Genauso sind auch die Leute des Irrwegs (ehl-i dalalet), die ungebildeter als diese Ungebildeten (vahşi) sind. Wenn sie in diesen Kosmos (âlem), der ein großartiger Kasernenhof (muhteşem kışlası) des Königs von Ewigkeit zu Ewigkeit (Sultan-ı Ezel ve Ebed), der die Heere Himmels (cünud-u semavat) und der Erden besitzt (arza mâlik), und in diese Welt (kâinat), die eine große Moschee (mescid-i kebir) des urewigen Angebeteten (Mabud-u Ezel) ist, eintreten, und wenn sie sich die Anordnung dieses Königs (Sultan'ın nizamatını) mit der Bezeichnung "Natur (tabiat)" erwähnen, ein großes Gesetz (şeriat-ı kübra), das mit grenzenlosen Weisheiten (nihayet hikmet) erfüllt ist, sich als taub (sagır), blind (kör) und starr (camid) vorstellen, eine Natur, die aus ungeordneten Erscheinungen (karmakarışık tezahürat) wie Kraft und Materie (kuvvet ve madde) besteht, könnte man sie in keinem Fall als Menschen (insan), ja noch nicht einmal als wilde Tiere (vahşi hayvan) bezeichnen. Denn in den vorausgegangenen Worten (Sözler) und dergleichen Abhandlungen (risaleler) wurde diese Vorstellung eines Ungläubigen (fikr-i küfrîsi) über die Natur an hundert Stellen getötet, dass man sie nicht wiederbeleben (dirilmeyecek) kann. Im 22. Wort (Yirmiikinci Söz) wurde in einer so sicheren Weise (kat'î bir surette) bewiesen, dass sie um der Natur (tabiat) willen, von der sie sich einbilden (tevehhüm), zu jedem Stäubchen (zerre), zu jeder Ursache (sebeb) Macht und Wissen (kudret, bir ilim), die das ganze Sein (mevcudat) zu erschaffen vermag, etwas schreiben zu müssen, ja sogar annehmen (kabul) müssen, dass alle Eigenschaften (sıfat) des Notwendig Seienden (Vâcib-ül Vücud) sich darin befinden, so ist dies ein Irrglaube mit grenzenlosen Unmöglichkeiten in einer Unmöglichkeit (muhal ender muhal), ja sogar ein sinnloses Delirium (manasız hezeyan), das aus dem Wahnsinn eines Irrglaubens (dalaletin divanelik) erwächst.

Kurzum: In diesen Worten (Sözler) wurde in einer so sicheren Weise (kat'î bir surette) bewiesen, dass ein Mann, der die Natur anbetet (tabiatperest adam), da er den einen allgegenwärtigen Gott (İlah-ı Vâhid) nicht annimmt, unendlich viele Götter (gayr-ı mütenahî ilahlar) annehmen muss. Jeder von diesen Göttern (ilahlar) muss über alles die Macht (muktedir) haben, während er allen anderen Göttern (ilahlar) sowohl entgegengesetzt (zıd) als auch gleichwertig sein (misil) und sich mit ihnen in der Wohlordnung dieses Kosmos (kâinatın intizamı) vereinen muss. In Wirklichkeit findet sich nirgendwo - angefangen von einem Mückenflügel (sinegin kanadı) bis zum Sonnensystem (manzume-i şemsiye) ein Platz so groß wie ein Mückenflügel (sinek kanadı) für einen Teilhaber (şerik), sodass er seinen Finger darin mitwirken lassen (parmak karıştırsın) könnte.

لَوْ كَانَ ف۪يهِمَٓا اٰلِهَةٌ اِلاَّ اللّٰهُ لَفَسَدَتَا فَسُبْحَانَ اللّٰهِ رَبِّ الْعَرْشِ عَمَّا يَصِفُونَ

{"Wenn es im Himmel und auf der Erde außer Gott (Allah) noch andere Götter geben würde, wären beide dem Unheil verfallen. Gott (Allah), der Herr des Thrones - sei gepriesen! - er ist erhaben über das, was sie aussagen." - Sure 21,22-}

Dieser eindeutige Erlass (ferman-ı kat'î) lehnt die Grundlagen (esasat) der Teilhaberschaft und des Mitwirkens (şirk ve iştirak) mit einem sicheren Zeugnis (kat'î bir bürhan) ab.

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Drittes Thema

Im Zweiten Wort (İkinci Söz), im Achten Wort (Sekizinci Söz) und dergleichen anderen Abhandlungen (Sözler) wurde bereits bewiesen (isbat), dass der Unglaube (küfür) der Kern einer materiellen Hölle (maddî bir cehennem) ist. Auch eine geistige Hölle (manevî bir cehennem) ist seine Frucht (meyve). Er ist der Grund in die Hölle (Cehennem'e dühûlü) zu kommen, er ist auch der Grund für die Existenz der Hölle (Cehennem'in vücudu). Denn gäbe es einen kleinen Herrscher (küçük bir hâkim) mit seiner kleinen Würde (küçük bir izzet), einem kleinen Eifer (küçük bir gayret) und mit einer kleinen Majestät (küçük bir celal). Wenn jemand in seiner Schamlosigkeit (edebsiz) zu ihm sagen würde: "Du bestrafst (te'dib) mich nicht, denn du kannst es ja gar nicht." Auf jeden Fall würde dieser Herrscher, wenn sich in seinem Land kein Gefängnis (hapishane) befände, für ihn ein Gefängnis einrichten (icad) und ihn darin einsperren. In Wirklichkeit bezichtigt ein Ungläubiger (kâfir) durch die Verleugnung der Hölle (Cehennem'i inkârı) einen sehr großen Herrn, der einen grenzenlosen Eifer (gayret), Würde und Majestät (celal sahibi) besitzt, der Lüge und der Ohnmacht (tekzib ve taciz). Er beschuldigt ihn der Lüge und der Schwäche (yalancılık ve acz). Er verletzt heftig Seine Würde (izzet) und belästigt Seine Majestät rebellisch (serkeşane ilişiyor). Angenommen, es gäbe überhaupt keinen Grund (farz-ı muhal) für die Existenz (sebeb-i vücudu) der Hölle, würde Er auf jeden Fall wegen des Unglaubens, der so sehr eine Bezichtigung der Lüge und eine Belästigung beinhaltet, die Hölle erschaffen (Cehennem'i halkı) und diesen Ungläubigen hineinwerfen (kâfiri içine atacaktır).

Viertes Thema (Mes'ele)

Wenn du sagst: Weshalb können die Leute des Unglaubens (dalalet) und des Irrweges in dieser Welt (dünya) die Leute der Rechtleitung (ehl-i hidayet) besiegen?

Antwort: Denn durch den Wahnsinn des Unglaubens (küfrün divanelik), den Rausch des Irrweges (dalaletin sarhoşluk) und die Vernebelung der Gottvergessenheit (gafletin sersemlik) gibt er die Feinheiten (letaif) und die natürlichen Anlagen des Menschen (istidadat-ı insaniye), die ihm als Kapital (sermaye) gegeben wurden, um ewige Diamanten (ebedî elmas) anstelle zerbrochener Glasscherben (fâni şişeler) und kalter Eisstücke (soguk buzlar) zu erwerben. Da man grobe Glasstückchen (ham cam) und erstarrtes Eis (camid cemed) um den Preis der Diamanten (elmas fiyatı) kauft, kann er damit das schönste Glas (en a'lâ cam) und das prächtigste Eisstückchen (en eclâ cemed) kaufen.

Einmal wird ein reicher Mann (zengin bir adam), der mit Diamanten handelt (elmasçı), wahnsinnig. Er geht auf den Markt (çarşı) und gibt fünf Goldstücke (beş altun) für ein Glasstücken im Wert von fünf Para (beş paralık cam). Diesem reichen Wahnsinnsmenschen (zengin divane) bringt nun ein jeder seine schönsten Glasstückchen (en iyi camları) und gibt sie ihm. Sogar die Kinder bringen ihm hübsche Eisstückchen (güzel buz parça) und bekommen dafür jeweils ein Goldstück (altun).

Ein andermal wird ein König betrunken (padişah sarhoş), mischt sich unter die Kinder (çocuk), stellt sie sich als seine Minister und Stabsoffiziere (vükela ve ümera-yı askeriye) vor und erteilt ihnen perfekte Befehle (Şâhane emir). Und das gefällt den Kindern (çocukların hoşuna) auch. Und da sie ihm bestens gehorchen (iyi itaat), machen sie daraus ein schönes Spiel (güzelce bir eglence).

So ist der Unglaube eine Art Wahnsinn (küfür bir divanelik), der Irrglaube eine Art Rauschzustand (dalalet bir sarhoşluk) und die Gottvergessenheit eine Umnebelung (gaflet bir sersemlik), sodass man anstelle beständiger Dinge (bâki meta') die vergänglichen Dinge (fâni meta') kauft. Aus diesem Grund (sırdan) sind die Gefühle der Irrgläubigen (ehl-i dalaletin hissiyat) unnachgiebig. Ihre Hartnäckigkeit, Gier, Neid (inad, hırs, hased) u.dgl. all diese Dinge sind ohne jede Einsicht (şedid). Sie bestehen hartnäckig auf etwas, das noch nicht einmal die Sorge (merak) einer Minute wert ist, ein ganzes Jahr (bir sene inad) lang.

Durch den Wahnsinn des Unglaubens (küfrün divanelik), den Rausch des Irrglaubens (dalaletin sekri) und die Verwirrung der Gottvergessenheit (gafletin şaşkınlık) erlischt in der Tat ein Feingefühl des Menschen (latife-i insaniye), das von seinem Wesen (fıtrat) her von Ewigkeit (ebedî) besteht und ein Kunde der Ewigkeit (ebed müşterisi) ist. Es tauscht vergängliche Dinge (fâni şeyler) gegen ewige Dinge (ebedî şeyler) und zahlt einen hohen Preis (yüksek fiyat) dafür. Bei einem Gläubigen (mü'min) findet sich jedoch auch eine Art Nervosität (maraz-ı asabî) oder vielleicht eine Herzschwäche (maraz-ı kalbî). Er misst auch genau so wie die Irrgläubigen (ehl-i dalalet) unbedeutenden Dingen (ehemmiyetsiz şeyler) einen hohen Wert (ziyade ehemmiyet) bei. Er begreift jedoch rasch seinen Fehler (kusurunu anlar), entschuldigt sich dafür (istigfar eder) und beharrt nicht weiter darauf (ısrar etmez).

رَبَّنَا لاَ تُؤَاخِذْنَا اِنْ نَسِينَٓا اَوْ اَخْطَاْنَا

{"Oh Herr, strafe uns nicht, wenn wir uns vergessen oder vergangen haben!" - Sure 2,286}

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Fünftes Thema:

Ein bemerkenswertes Geheimnis (mühim bir sırr) der Ayah:

Wie der Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist, auch in seiner Gesamtheit als ein Ganzes (mecmuu) betrachtet, ein Wunder (mu'cize) ist, so ist auch jede einzelne Sure ein Wunder (mu'cize), ja sogar jede einzelne seiner so vielen Ayat jeweils ein Wunder (mu'cize) oder ist sie es in der Art wie sie einen Funken der Wunderhaftigkeit (lem'a-yı i'cazı) aufweist. Dafür hier ein Beispiel: Die Ayah am Ende der Sure "Die Eroberung (el-Fath)", wo von den Gefährten des Propheten die Rede ist (Sahabeden bahseden), beginnt an der Stelle mit مُحَمَّدٌ رَسُولُ اللّٰهِ {"Mohammed ist der Gesandte Gottes" - Sure 48, 29-} und beinhaltet (tazammun) alle Buchstaben des Alphabets (huruf-u hecaiye), wobei sie auf die Anzahl der Namen (esma) der Gefährten des Propheten hinweist (işaret), deren Titel (tabakat) in der Welt berühmt geworden sind (sahabenin tabakat-ı meşhure), wie die Gefährten (ashab) von Bedr, die Märtyrer (Şüheda) von Uhud, die Gefährten des Hofes (Ashab-ı Suffa) und die Leute des Bundes der Zufriedenheit Gottes (Ehl-i Biat-ı Rıdvan), Titel, mit denen sie in der Welt berühmt wurden (şöhretgiri âlem). Da die Ayah davor هُوَ الَّذ۪ٓى اَرْسَلَ رَسُولَهُ {"Er ist es, der Seinen Gesandten..." - Sure 48.28-} aus 63 Buchstaben besteht, weist sie (işaret) auf die Anzahl der Lebensjahre des Propheten (ömr-ü nebevi) hin. Mit der oben erwähnten Ayah zusammen zeigt sie die Anzahl der Leute (ashab) von Bedr, des Hofes (Suffa), von Uhud und der Leute des Hauses des Propheten (Ehl-i Beyt-i Nebevî) auf. So ist die Anzahl der Buchstaben in der letzten Ayah 260. Die Leute (ashab) von Bedr und die Märtyrer (Şüheda) von Uhud machen zusammen, vorausgesetzt (şartıyla), dass diejenigen, die sich sowohl in Bedr befanden als auch in Uhud zu Märtyrern (Şüheda) wurden, nur ein Mal, wie auch alle Namensgleichen (isimleri bir) nur ein Mal gezählt (bir tek sayılmak) werden, 260.

Unter der obigen Voraussetzung, die wir, was die Leute (Ashab) von Bedr und die des Hofes (Ashab-ı Suffa) betrifft, bereits erläutert haben (şart), macht ihre Anzahl 264, entsprechend der Anzahl der Buchstaben (hurufat) der Ayah. Die Anzahl der Sahabis ist um vier Personen höher (dört fazla) als die Anzahl der Buchstaben der Ayah. Hier findet sich jedoch ein Hinweis auf die vier rechtgeleiteten Kalifen (Hulefa-yı Erbaa) oder auf vier Personen unter dem Mantel des Propheten (dördüne işaret), die zusammen mit ihm selbst die fünf Personen seiner Familie (Hamse-i Âl-i Aba) bilden. Achte auf die folgenden Buchstaben (gelecek hurufat), wieviele Male ein jeder Buchstabe sich in der Ayah (Âyette herbir harf) wiederholt und wie zutreffend sie der Anzahl der Namen der Leute (Ashab) von Bedr, Uhud und des Hofes (Suffa) entsprechen:

Hemze, ausgesprochen: 9, nicht ausgesprochen: 15, b 4, t 8, th 2, g 8, h 3, ch 10, d 6, dh 3, r 16, z 6 unter den Leuten von Uhud; s 7, sh 2, S 2 unter den Leuten von Suffa; D 2 unter den Leuten von Bedr; T 1, Th 3 unter den Leuten von Suffa; ayn 10 unter den Leuten von Uhud, 7 Abdullah, 3 Kalifen: gh 6, f 14, K 1 unter den Leuten von Suffa; k 6, l 34, m 24, n 16, h 16, w 15, y 12, la 2, a 18 unter den Leuten von Bedr.

So entspricht (muvafık) die eine Hälfte dieser Buchstaben (hurufat) den Namen der Leute (Ashab) von Bedr, des Hofes (Suffa) und von Uhud, während die andere Hälfte (gayr-ı muvafık) den Namen der Sahabis unter anderen Titeln (başka tabakat) entspricht, z.B. den Namen der Gefährten, die als die Leute des Bundes derer, mit denen Gott zufrieden ist (Ehl-i Biat-ı Rıdvan), bekannt sind (tabakat-ı meşhureye).

Darüber hinaus ist es bemerkenswert (cây-ı dikkat), dass genau so wie diese Ayah auch die Ayah

ثُمَّ اَنْزَلَ عَلَيْكُمْ مِنْ بَعْدِ الْغَمِّ اَمَنَةً نُعَاسًا

{"Nach diesem Kummer sandte Er das Gefühl der Sicherheit auf euch herab, eine erquickende Müdigkeit..." - Sure 3,154-}

alle Buchstaben des Alphabets (huruf-u hecaiye) in sich enthält. Im Gegensatz (aksine) dazu steht die Wiederholung der Buchstaben (hurufat) hier in einem eigenartigen Zusammenhang (tarz-ı münasebet), da die Buchstaben in dieser Ayah sich nicht auf einander (birbirine bakmıyor) beziehen. Der Bruder (kardeş) stimmt nicht mit seinem Bruder überein (muvafık gelmiyor), d.h. also, dass sich die Buchstaben in ihrer Funktion (hurufatın vazife) in dieser Ayah, während sie die Bedeutung (mana) dieser Ayah bekräftigen (teyid), auf die Namen der hier angeführten Gefährten des Propheten (bahsettigi sahabe) beziehen. Diese ehrwürdige (kerim) Ayah weist durch ihre Worte (kelime) und Sylben (hurufat) auf dieselbe Bedeutung (aynı hükm) hin, eine Bedeutung (mana), die sie in der Tat durch ihre Sätze (cümle) aufweist, z.B. wie die Buchstaben (hurufat) der folgenden Ayah - Sure 48,29 - sich auf die Gefährten des Propheten (Ashab) beziehen, so beziehen sich ihre Bedingungen (kayıd) auch auf die Eigenschaften, mit denen die Gefährten (Ashab) berühmt wurden (sıfat-ı meşhur). Indem sie diese Eigenschaften (sıfât) aufzeigt, deutet sie mit ihrem Finger (parmak) auf die Träger dieser Eigenschaften (sıfat sahibleri) hin.

Z.B.: وَالَّذ۪ينَ مَعَهُ {"und die mit ihm sind"} indem sie damit die unmittelbare Gefolgschaft des Propheten (maiyet-i hâssa) und seinen inneren Gesprächskreis (sohbet-i mahsusayı) erwähnt, deutet sie mit dem Finger auf das Haupt (başına parmak) von Ebu Bekir-is Sıddık hin, und zugleich mit diesem Ausdruck auf seine unmittelbare Gefolgschaft hin, auf die er stolz ist (medar-ı fahri) und deretwegen er berühmt (şöhret) wurde.

اَشِدَّٓاءُ عَلَى الْكُفَّارِ {"sind streng mit den Ungläubigen"} damit zeigt sie Seine Exzellenz, Omar, der durch seinen entschlossenen Einsatz (şiddet-i hamiyet) für den Islam mit seinem sicheren Sieg (galebe-i kat'iyye) über die Ungläubigen weltberühmt (şöhret-şiar) wurde, in aller Deutlichkeit (âyine gibi).

— 224 —

رُحَمَٓاءُ بَيْنَهُمْ {"milde mit einander"} damit deutet sie mit dem Finger (parmak basıyor) auf Hazret-i Osman-ı Zinnureyn, der für seine Barmherzigkeit und Liebe (şefkat-i rahîmane) unter den Menschen berühmt (meşhur-u enam) geworden ist.

تَرٰيهُمْ رُكَّعًا سُجَّدًا {"du siehst, wie sie sich verneigen und niederwerfen"} Mit diesem Ausdruck (kayd) weist sie auf Hazret-i Aliyy-il Murtaza hin, der durch seine vielen, beständigen (devam ve kesret) Verneigungen und Niederwerfungen (rüku' ve secde) im Gebet berühmt (meşhur) wurde.

يَبْتَغُونَ فَضْلاً مِنَ اللّٰهِ وَ رِضْوَانًا

{"Gottes Huld und Wohlgefallen erstreben":}

mit diesem Satz weist sie auf die Leute des Bundes der Zufriedenheit Gottes (Ehl-i Biat-ı Rıdvan) hin;

س۪يمَاهُمْ ف۪ى وُجُوهِهِمْ مِنْ اَثَرِ السُّجُودِ

{"ihr Zeichen in ihrem Gesicht ist eine Folge der Niederwerfung."}

Mit diesem Satz verweist sie auf die Leute des Hofes (Ashab-ı Suffa);

ذٰلِكَ مَثَلُهُمْ فِى التَّوْرٰيةِ

{"das ist ein Gleichnis für sie in der Thora."}

Mit diesem Satz verweist sie auf die Rechtsgelehrten (fukaha) und die Gelehrten unter den Gefährten des Propheten (ülema-i Sahabe);

وَمَثَلُهُمْ فِى الْاِنْج۪يلِ

{"ihr Gleichnis im Evangelium"}

damit wird auf die berühmten tapferen (namdar yigitler) unter den Leuten (Ashab) von Huneyn und die Gefährten (Sahabe) bei der Eroberung (Feth) von Mekka, bei Uhud und Bedir hingewiesen (işaret). So weist sie denn mit den oben erwähnten Eintragungen (mezkûr kayıdlar) und Besonderheiten (sıfatlar) auch auf die edlen Charakterzüge (secaya-yı sâmiye), die erhabene Gesinnung (ahlâk-ı âliye) und den vorzüglichen Umgang (muamelât-ı galiye) hin, welcher zu den besonderen Vorzügen (medar-ı rüchaniyet), ja Privilegien (menşe'-i imtiyaz) und den Eigenschaften (maden-i meziyet) der Gefährten des Propheten gehört, welche nach den Propheten (Enbiya) unter den Söhnen Adams die höchsten, namhaftesten und erlesensten (en mümtaz) sind (işaret ediyor).

Mit diesen Bezeichnungen (kayıd) will sie uns mitteilen, dass der Umgang (vaziyet) der Gefährten (Sahabe) des Propheten mit den Leuten (halk) folgendermaßen ist: Sie sind streng (şedid) mit ihren Feinden (düşman), jedoch barmherzig (rahîm) mit ihren Freunden (dost) und mit den Gläubigen (mü'min). Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) gegenüber folgen sie Seinen Anweisungen in Ehrfurcht (kemal-i itaat) mit Verneigungen und Niederwerfung (rüku' ve secde). In all ihren Angelegenheiten erstreben sie die Zufriedenheit und den Segen (rıza ve fazl) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk) in vollkommener Wahrhaftigkeit (kemal-i ihlas). Zudem bezeugen die Gefährten des Propheten (Sahabe) im Wissen (ilim), in ihren Handlungen (amel), in der Politik (siyaset) und im Militär (askerlik) eine außerordentliche Unerschütterlichkeit (metanet), Fortschritt (terakki), Standhaftigkeit (sebat) und ihre Überlegenheit (tefevvuk). Indem sie hier aus der Vergangenheit (mazi) aus Thora (Tevrat) und Evangelium (İncil) Zeugnis (işhad) ablegt und die Zukunft (müstakbeld) außerordentliche Handlungen (hârikulâde hareket) in ihrem Dienst und Anbetung (ibadet) und in der Erfüllung des Auftrags (vazife) des Kampfes (cihad) wunderbarer Weise (mu'cizane) vorhersagt, berichtet (haber) sie wunderbare Handlungen (i'cazkâr ahval) der Gefährten (Sahabe) wunderhaft (mu'cizane) in der Vergangenheit und der Zukunft (mazi ve müstakbel) mit zwei Prophezeihungen aus dem Verborgenen (ihbar-ı gaybi). So erweist diese Ayah einen Funken der Wunderhaftigkeit (lem'a-yı i'caz). Es gibt noch viele weitere Hinweise (işaret) dieser Ayah. Da die Erläuterung (İzah) jedoch langwierig ist und unsere Auffassungsgabe (ihata) nur mangelhaft (nâkıs) und unsere Hände kurz sind, haben wir uns hier nur kurz gefasst (kısa kestik).

So erweist diese Ayah nun einmal mit ihren Sätzen (cümle), Wörtern (kelime) und Sylben (hurufa) verschiedene Funktionen (vazife). Sie versammeln sich (toplanıp) um den bezweckten Sinn (mana-yı maksud) und beziehen sich auf ihn (bakıyorlar). Könnte man etwa nicht daraus entnehmen (anlaşılmaz), dass diese Ayah noch viele erstaunliche Geheimnisse (esrar-ı acibe) verbirgt, die wir nicht kennen (bilmedigimiz) und noch nicht erklärt (beyan) haben?

Sechstes Thema

Der Grund dafür, dass die Sammlung der dreiunddreißig Worte und dreiunddreißig Briefe als die Risale-i Nur bezeichnet werden, ist der: Mein ganzes Leben lang ist mir allerorten das Wort "Nur (Licht)" begegnet. So heißt z.B. mein Heimatdorf Nurs, der Name meiner verstorbenen Mutter war Nuriye, mein Naqschi-Lehrer (ustadh) war Seyyid Nur Mohammed. Einer meiner Qadiri-Lehrer war Nuruddin, einer meiner Qur'an-Lehrer hieß Nuri und auch unter meinen Schülern haben die, welche mir am engsten vertraut sind, ein "Nur" in ihrem Namen. Auch unter meinen Büchern sind diejenigen Beispiele, welche am nachhaltigsten erklärt und erläutert werden, die Vergleiche mit dem Licht. Die Ayah, die aus dem Weisen (Hakîm) Qur'an als erstes meinem Verstand (akl) und meinem Herzen (kalb) erscheint und mich mit meinen Gedanken beschäftigen (fikrimi meşgul) lässt, ist die Ayah:

اَللّٰهُ نُورُ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ مَثَلُ نُورِه۪ كَمِشْكٰوةٍ

{"Gott (Allah) ist das Licht des Himmmels und der Erde. Sein Licht ist mit einer Nische zu vergleichen..." - Sure 24,35-}

Und was die meisten meiner Schwierigkeiten (müşkilât) in Bezug auf die göttlichen Wahrheiten (hakaik-i İlahiye) gelöst hat, ist der lichtvolle Name "Nur" (ism-i nurani) unter den Schönen Namen (esma-i hüsna). Auch mein ganz besonderes Vorbild (hususî imam) in meiner leidenschaftlichen Begeisterung (şiddet-i sevk) für den Qur'an und meinen ausschließlichen Dienst (inhisar-ı hizmet) für ihn ist Othman Sin-Nureyn, mit dem Gott zufrieden sein möge.

اَللّٰهُمَّ يَا نُورَ النُّورِ ٭ وَيَا مُنَوِّرَ النُّورِ ٭ وَيَا مُصَوِّرَ النُّورِ ٭ وَيَا مُقَدِّرَ النُّورِ ٭ وَيَا مُدَبِّرَ النُّورِ ٭ وَيَا خَالِقَ النُّورِ ٭ وَيَا نُورًا قَبْلَ كُلِّ نُورٍ ٭ وَيَا نُورًا بَعْدَ كُلِّ نُورٍ ٭ وَيَا نُورًا فَوْقَ كُلِّ نُورٍ ٭ وَيَا نُورًا لَيْسَ مِثْلَهُ نُورٌ ٭ سُبْحَانَكَ يَا لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اَنْتَ الْاَمَانُ الْاَمَانُ اَجِرْنَا ﴿وَ عَل۪ى﴾ مِنَ النَّارِ وَ اَدْخِلْنَا ﴿وَ اَدْخِلْ عَل۪ى﴾ الْجَنَّةَ مَعَ الْاَبْرَارِ وَ نَوِّرْ قُلُوبَنَا وَ قَلْبَهُ وَ قُبُورَنَا وَ قَبْرَهُ بِاَنْوَارِ الْا۪يمَانِ وَ الْقُرْاٰنِ يَا رَح۪يمُ يَا غَفَّارُ وَ صَلِّ عَلٰى مُحَمَّدٍ ۨالْمُخْتَارِ وَ اٰلِهِ الْاَطْهَارِ وَ صَحْبِهِ الْاَخْيَارِ اٰم۪ينَ اٰم۪ينَ اٰم۪ينَ

{"Oh Gott (Allah), Licht der Lichter, Erleuchter des Lichtes, Gestalter des Lichtes, Bestimmer des Lichtes, Verwalter des Lichtes, Schöpfer des Lichtes, Licht, das vor allen Lichtern da war, Licht, das nach allen Lichtern da sein wird, Licht, das über allen Lichtern besteht, Licht, dem kein Licht gleicht. Gepriesen seist Du! Es gibt keine Gottheit außer Dir. Hilfe aller Hilfen! Halte uns fern (und Ali) von dem Feuer! Lass uns eintreten (und lass auch Ali ein treten!) in das Paradies mit den Reinen und erleuchte unsere Herzen und sein Herz und unsere Gräber und sein Grab mit dem Licht des Glaubens und des Qur'ans! Oh Barmherziger und Verzeiher und Friede sei über Mohammed el'Muhtar, über seiner Familie, die rein ist, über seinen Gefährten, die Wohltäter sind! Amin, Amin, Amin.}

Said Nursî
— 225 —

Antwort auf die Frage von Hulusi Bey

Antwort auf die Frage nach der Zahnprothese (dişlerin kaplanması)

Auf Ihre Frage, die Sie mir im Jahre 1932 gestellt hatten, kann ich jetzt noch nicht ausführlich antworten (etrafıyla cevab). Ich möchte jedoch ein, zwei Fragen, welche mit Ihrer Frage im Zusammenhang (münasebet) mit dem islamischen Gesetz (mes'ele-i şeriatı) stehen, kurz behandeln. Es ist dies wie folgt:

Bei der rituellen Waschung (abdest vaktinde) den Mund auszuspülen ist keine Pflicht, sondern gehört zur Tradition des Propheten (farz degil sünnettir). Bei der Vollwaschung (gusül hengâmında) ist jedoch den Mund auszuspülen eine Pflicht (farz). Selbst wenn ein wenig Platz ungewaschen bleibt, ist die Waschung unvollkommen (zarar). Aus diesem Grund wagen (cesaret) die Gelehrten (ülema) keinen Erlass (fetva) für eine Zahnkrone (dişleri kaplama) auszusprechen. Der Erlass (fetva) von İmam-ı A'zam und İmam-ı Muhammed, mit denen Gott zufrieden sein möge, gilt nicht für für festsitzende Zahnprothesen (sabit kaplama) aus Silber und Gold (gümüş ve altun). In Wirklichkeit hat dieses Problem einer Zahnprothese (diş mes'ele) eine dermaßen weite Verbreitung (derece intişarı) gefunden, gleich einer weltweiten Katastrophe (umum-ül belva), die man nicht aufhalten (ref'i kabil) kann. So habe ich denn über einen Ausweg nachgedacht (çaresini düşündüm) um die islamische Gemeinde (ümmet) vor dieser weltweiten Katastrophe (belva-yı azîm) zu retten. Dann tauchte plötzlich der folgende Punkt in meinem Herzen (kalbime bu nokta) auf: Es steht mir nicht zu und es ist auch nicht mein Recht (haddim ve hakkım), mich in die Angelegenheiten (vazife) der Rechtsgelehrten (ehl-i içtihadın) einzumischen. Infolge der Not (zaruret) dieser weltweiten Karstrophe (umum-ül belva) sage ich jedoch folgendes, obwohl ich nicht für die Genehmigungen (fetva) stehe:

Wenn ein Zahn aufgrund einer Notlage (ihtiyac), die ein religiös praktizierender (mütedeyyin) behandelnder Arzt (hekim-i hâzıkın) erkannt hat, plombiert (kaplama) wird, so gilt der Zahn unter der Plombe äußerlich nicht mehr als ein Zahn. So gilt er als das Innere (bâtın hükmüne). Ihn bei einer Vollwaschung (gusül) nicht anzufeuchten, macht eine Vollwaschung also nicht ungültig (ibtal). Wenn die Plombe (kaplama) auf ihm gewaschen wird, so gilt dies (geçiyor) auch für den Zahn darunter. Wie ein Wundverband (sargı), der nicht abgenommen wird, um der Wunde (ceriha) nicht zu schaden (zarar) und sie statt der Wunde nur leicht angefeuchtet wird, und dies nach dem Gesetz (şer'an) als Waschung (gasl) dieser Wunde gilt, so wird aufgrund eines solchen Bedürfnisses (ihtiyac) auch die Waschung einer festsitzenden Krone (sabit kaplama) als Waschung des Zahnes (dişin yıkanması) gelten und stört so nicht (ibtal) die Geltung einer Vollwaschung (gusl).

وَالْعِلْمُ عِنْدَ اللّٰهِ

{"Bei Gott (Allah) ist die Kenntnis (ilm)."}

Lediglich aufgrund einer Notlage (ihtiyac) wird dieser Erlaubnis (ruhsat) statt gegeben. Um einen Zahn zu plombieren (doldurmak) oder eine Zahnkrone (dişleri kaplamak) ohne Notlage (ihtiyaçsız) lediglich als Schmuck (süs) anfertigen zu lassen kann eine Erlaubnis nicht erteilt werden (ruhsattan istifade). Denn selbst bei einer Katastrophe (umum-ül belva), die jeden treffen kann, darf hier jemand, der so in eine Notlage (zaruret) geraten ist, nicht wissentlich (bilerek) seinen freien Willen (sû'-i ihtiyar) dazu misbrauchen. Denn seine Notlage (zaruret) ist noch kein Grund für eine Legimation. Falls dies unwissentlich geschähe, gibt es auf jeden Fall wegen dieser Notlage (zaruret) eine Ausnahmegenehmigung (cevaz).

Said Nursî
— 226 —

Dieser Artikel (fıkra) stammt von einem Geist (ruh) mit drei Leibern (cesedli), d.h. von Hâfız Ali, Sabri, Sarıbıçak Ali.

Ich habe die Abhandlung über die Wahrhaftigkeit (İhlas Risalesi) erhalten, die der 20. Blitz (Yirminci Lem'a) ist, obwohl sie eigentlich der Zweite Punkt (ikinci mes'ele) von sieben Punkten der 17. Anmerkung (Onyedinci Nokta) des 17. Blitzes (Onyedinci Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub) sein sollte. Mit meinem Mitbruder (kardeş) Ali Efendi aus Kuleönü habe ich die Abhandlung, die der 21. Blitz (Yirmibirinci Lem'a) heißt, wie ein Projektor die Nächte in Tage verwandelt und so segensreich (mübarek), so wertvoll (kıymetdar) und so wirkungsvoll (müessir) ist, und die Abhandlung (risale), die in den Band "Blitze" als den 22. Blitz (Yirmiikinci Lem'a) eingereiht wurde, obwohl sie eigentlich der Dritte Punkt (Üçüncü Mes'ele) der 17. Anmerkung (Onyedinci Nota) ist, zusammen gelesen. Sie legt klar, dass durch die Spiele (oyunlar) von Sozialismus und Bolschewismus das Wesen des wahren Lebens (fıtrat-ı hayat-ı hakikiye) in der Welt der Menschheit (âlem-i insaniyet) in Vergessenheit gebracht (unutturmak) werden will, die Ewige Finsternis (ebedî zulümat) unter der Bezeichnung der verfassungsmäßigen Gleichheit (müsavat-ı esasiye), während sie sich selbst als Ausnahme (istisna) betrachten und die islamischen Völker (millet-i İslâmiye) in Verfassungslosigkeit (esassızlık) stürzen lassen, und mit ihren Giftgasbomben (gazlı bomba) eine Art Nacht (gece) herbeirufen, als ließen sie auf der geistigen Erde (manevî toprak), die sie besetzen (istilâ), überhaupt kein Leben (hayat) zum Anlass (medar) der Kraft zum Wachsen und Gedeihen (kuvve-i inbatiye) mehr übrig und alles verbrennen (ihrak). Dieser "Blitz (Lem'a)" erleuchtet diese Welt (âlemi tenvir), zeigt die Sonne (güneş) und lässt durch das Wasser des Lebens (âb-ı hayat) den Nährboden (uyanık zemin) wieder ergrünen (yeşerttigi).

Unser ehrwürdiger Herr (Muhterem Efendimiz)! Vor einer Woche habe ich euren äußerlich (maddeten) nur kurzen, inhaltlich (manen) jedoch ziemlich langen, wenn auch recht gern gesehenen (mergube) Brief, der so stark wie ein ganzes Heer (bir ordu kuvvetinde) war, durch Bekir Bey erhalten. Unendlicher Lob und Dank (hamd ü şükr) sei Gott dem barmherzigen Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn) dafür, dass Er Seine hilflosen, schwachen, armen und fehlerhaften (fakir, kusurlu) Diener, wie wir es sind, niemals von der materiellen und geistigen (maddî ve manevî) Unterstützung Seiner Barmherzigkeit (takviye-i rahmet) fern hält. Auch wenn die wehenden Winde (esen rüzgâr) manchmal durch die Türen und Fenster (kapı ve pencere) eindringen (girseler), schließt (kapatıyor) der Herr des Hauses (hanenin sahibi) sie rasch wieder. So wacht Er über uns (ayıktır) und weckt uns wieder auf. Wir können zwar nicht so häufig lesen, doch setzen wir unverändert den Abschriftendienst fort (yazıyı aynı vaziyet).

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبّ۪ى

{Dank sei Gott! Dies ist von der Güte meines Herrn.}

Mein ehrwürdiger Herr! Ihr fragt uns, wie wir diese geschriebenen Abhandlungen (yazılan risaleleri) finden. Oh verehrter Meister (hazret-i üstad)! Was können wir wohl darüber sagen? Ihr stellt (teşhis) unsere geistigen Wunden und Krankheiten (manevî yara ve hastalıklar) fest und sendet uns als Güte Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk'ın ihsanı) Lebenselexiere (tiryak), die jede Art Wirkstoffe (mualece) beinhalten und nahrhaft und wirkungsvoll (mugaddi, hem müessir) sind, um uns vor dem Sterben zu bewahren (öldürmemek). Jedesmal wenn ich die Abhandlungen (risaleler), die uns vorerst über die Wahrhaftigkeit (İhlas hakkında) und besonders im nachhinein geschenkt (ihsan) wurden, lese, lassen sie mich merken, dass mein ganzer Körper mir weh tut (vücudumun agrıdıgı), und jedes Mal wenn jede seiner Zellen zittert (zerresinin titredi) und die Würmer (kurtlar), die in den verschiedenen Organen (müteaddid diyarlar) heranwachsen, beginnen sich umher zu bewegen und mir so meine törichtesten und dümmsten Handlungen (en ahmak ve eblehçe) zu zeigen.

Durch die Abfassung dieser "Worte (Sözler)" werden all unsere Mitbrüder (kardeşlerimiz) seiner Erfahrung entsprechend (bittecrübe) ermahnt. Durch deren Heiligkeit geben sie jedem Einzelnen (ferd) in ihrer Erhabenheit (ulviyet), als würden sie jeden Einzelnen persönlich ansprechen (ferd hitab), Semsemwasser zu trinken (mâ-i zemzem içiriyor). Unsere Mitbrüder (kardeş) in ihrer wahrhaftigen Aufrichtigkeit (İhlası tam), ihrem reinen Gewissen (vicdanı temiz), ihrem Gott ergebenen Geist (ruhu teslim), ihrer ehrlichen Haltung (cismi latif) und ihrer lauteren Herkunft (nesebi tahir) flehen dieser Ermahnung (ikaz) zufolge (niyaz) zu Gott dem barmherzigen Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn) mit den Worten: "Oh Herr (Ya Rabb)! Rette (halas) all unsere Mitbrüder (cümle ihvan) von unnützen Dingen (yaramaz şeyler) und führe uns (ihsan) zu wahrhafter Aufrichtigkeit (ihlas-ı tâmme)." In ihrem Gebet (dua) sagen sie: "Möge Gott der barmherzige Allerbarmer (Cenab-ı Erhamürrâhimîn) diejenigen, die nicht die bereits zuvor erwähnten (sâlif-ül arz) fünf erhabenen Charakterzüge (haslet-i hamse-i âliye) besitzen und nicht zu ihrer Schar gehören (ehliyeden olmayan) und mit ihrem getrübten Geist (kesafetli ruhu) verschiedene Lichter (müteaddid nur) untermischen und in ihrem äußerlichen Zustand (zahir hal) ein Grund für die Verfassung der Abhandlungen (sebeb-i risale) sind, die das Gebet und den Segen (dua ve himmetler) aller jederzeit wünschen (arzulayan) und sich hierfür der Risale-i Nur unterwerfen und opferbereit (serfüru' ve serfeda) sind, um des ehrwürdigen Geliebten Gottes (Habib-i Ekrem Aleyhissalâtü Vesselâm), des Weisen (Hakîm) Qur'ans und der Gefolgschar (hizb-) des Qur'ans willen verzeihen (magfiret), und in ihrem Dienst (hizmet), den sie beabsichtigen (niyet) und für den sie sich einsetzen (taleb), Erfolg schenken (muvaffak buyursun)... Âmîn.

Ein Mann, der in seinem brennenden Durst (hararetli bir adam) Wasser findet, würde - wenn es sich dabei um Wasser in einer kleinen Schüssel (ufak bir kapta) handelt - daran denken, es zu trinken (karnına koymak); wenn es sich dabei aber um einen großen See oder ein Meer (göl ve deniz) handelte, wird er daran denken, hinein zu springen. So zeigen ihm auch diese segensreichen Abhandlungen (mübarek risaleler) in der starken, lichtlosen (nursuz), sengenden Hitze (şiddet-i hararet) dieses Zeitalters das Meer der Wahrhaftigkeit (ihlas denizi), um in ihm seine Hitze zu kühlen (harareti kesmek). Und indem sie verkünden (beyan), dass in ihm auch alle Arten Edelsteine und Diamanten (cevahir ve elmas) zu finden sind, laden sie uns zugleich auch ein (davet), dieses Meer zu besuchen. In diesen Abhandlungen im Band "Blitze (lem'alar)" wird erklärt, dass die Heuchelei und Rangsucht (riya ve hubb-u câh), nach der sich die Begierde (nefs) sehnt, in jeder Hinsicht gleich giftigen Schlangen (zararlı yılanlar) um sich greift (zehirleyen). Diejenigen, die unter dem Schleier ihres Dienstes (ibadet perdesi) und der Anbetung Gottes weltlichen Interessen folgen (dünyayı tahsil), werden jedoch am Tor des Grabes (kabir kapısı) ihren Fehler (hata) begreifen und sich wie der Pharao (firavun) vor dem Ertrinken (gark) von ihrer Leidenschaft (muhabbet) abwenden und möchten nun die Sympathie der Menschen (teveccüh-ü nâs) gewinnen; was aber niemandem gelingt (müyesser). Und noch viele weitere Einzelheiten (teferruat) in ihrer Welt (âlemler) werden dort so klar dargestellt (tenvir), dass - so Gott will (murad-ı İlahî) - auch die ruhmsüchtigen Gottesleugner (şöhretperest zındıklar) dieser Zeit, falls sie sie gesehen hätten, die Eisstücke (buzlar) in ihren Händen, die ihrem Körper (vücudlar) nichts als eine grausame Kälte (zemherir) übermitteln, wegwerfen, aufrichtig zum Glauben (ihlas ile iman) gelangen und die Diamanten und Edelsteine (elmas cevahir) des Qur'ans annehmen.

Mein verehrter Herr! Die Abhandlung über die Verheißung (Keramet) von Imam Ali ist in vielerlei Hinsicht (cihet) ein Wunder (keramet). Sie lehrt die Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur, aufzuwachen, sich zu begeistern (sevk), angestrengt zu arbeiten und mutig und standhaft (cesaret ü şecaat) zu sein. Sie zeigt, dass sie auf dem Weg, den sie beschreiten (hareket ettikleri yol), nicht allein sind und der Feind ihnen gegenüber (karşılarında düşman) nicht nur ihr Feind ist, sondern er auch der Feind der erhabenen Geister (ervah-ı âliye), die in der Vergangenheit (mazi) verweilen und uns aus nächster Nähe (yakından) betrachten, diese erhabenen Geister (âlî ruhlar) vor uns als Bannerträger (pişdar) und um uns gleich einer schussfesten Veste (zırh), Wächter und Helfer (muhafız ve muavin) stehen. So verleiht sie den Schwachen Kraft (zaîflere kuvvet), denjenigen, die Angst (havf) haben jedoch Mut und Standhaftigkeit (cesaret ve şecaat) und wird den Starken zu ihrem Begleiter (kavîlere refik). Jederzeit braucht einjeder diese Abhandlung (risaleye herkesin ihtiyacı). Während sie von den schlechten Gelehrten (ülema-üs sû) prophezeiht, die in dem Kleid des Wissens (kisve-i ilmiye), Vertreter der Religion (mümessil-i din) und unter dem Schleier (perde) ein Wegweiser des Volkes (rehber-i millet) ihre Kenntnis in das Ego (ilmi eneye), ihren Glauben in die Welt (dini dünya) und sie selbst in die Trinkhallen (meyhane) gestürzt sind, läd sie die Leute des Glaubens und der Erkenntnis (ehl-i iman ve irfan) zur Einsicht, zur Eintracht und zur Einheit ein (ittihada davet ediyor).

— 227 —

Wir alle berühren unsere Gesichter mit dem Staub (hâk-i pây-i ekremî) des Fußes eurer Exzelenz und küssen eure gesegnete Hand und euren Rock (mübarek dest-i dâmen-i kerimaneleri), mein Herr (efendim).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht.}

Ali (R.H.) aus dem Dorf (Karyesi) "İslâm" und Ali aus Kuleönü

Dieser Brief wurde an Hüsrev geschrieben.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكَ وَ عَلٰى وَالِدَتِكَ وَ عَلٰى اَخ۪يكَ وَ عَلٰى اِخْوَانِكَ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen." - "Friede sei mit dir, mit deiner Mutter, deinem Bruder und deinen Mitbrüdern und Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber gesegneter, getreuer Mitbruder!

Erstens: Der gesegnete Traum (mübarek rü'ya), den du zwei Monate vor dem Beginn der Abschrift der "Worte" (Sözler'e başlamadan) gesehen hattest, war sehr schön und entspricht sogar der Tatsache (hakikat). Dieser Traum (rü'ya), mein Bruder (kardeş), gibt dir die frohe Kunde (beşaret), dass du in einer gesegneten Gemeinschaft (cemaat-ı mübareke), die um den Kommentar der Wahrheiten (tefsir-i hakaik) des Qur'ans einen Ring (halka tutan) bildet und aus solchen Zahnrädern besteht (çarklardan mürekkeb) wie ihr es seid, als eine Fabrik der zahllosen, lichtvollen Wahrheiten (nuranî hakikat) unter der Bezeichnung die "Mohammedanische Rose (gül)", mit der Friede und Segen sei, aus dem Garten (cennet) des Weisen (Hakîm) Qur'ans, der ein Garten der Ewigkeit (bahçe-i ebedî) ist, als Schreiber (kâtib) in der Tat mit einer ganz besonderen (en has) und sehr hohen Aufgabe (merteb) betraut wurdest. Und genau so geben auch wir dir diese frohe Botschaft (beşaret).

Zweitens: Die Abhandlung (Risale) über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye), die du erst vor kurzem für uns abgeschrieben hast (yazdıgın), war ganz wunderbar (hârika). Wer immer sie auch betrachtet (bakıyor), verspürt (hisseder) dabei eine wahrhaftige Freude (zevk-i hakikî). Das aber heißt, dass sich die geistigen (manevî), reinen, aufrichtigen Gefühle (hisler) in der Gestalt sichtbarer Ornamente (maddî nakış) verspüren lassen. Als ich dieses Geheimnis (sırr) erfuhr, hat mein Mitbruder (kardeş) Galib genau das gleiche Gefühl (aynı hisse) gehabt.

— 228 —

Er hat deine Schrift (hattı) seiner Schrift vorgezogen (tercihle) und in dem Gedanken darauf reagiert (mukabele), dass sich darunter in der Tat ein geistiges Lächeln (manevî tebessüm) verbirgt. Die Abhandlung, die du abgeschrieben hast (yazdıgın risale), bestärkt sehr viele Menschen (insanlar) in ihrem Glauben (iman). Die Liebe zu dem Propheten Mohammed (Muhabbet-i Ahmedi) steigert sich in ihren Herzen (kalb). Sie haben keinen Zweifel (şübhe) mehr über die Hinweise aus dem Verborgenen (işaret-i gaybiye). Die Segenspunkte (sevab) dafür werden in das Buch deiner guten Werke (defter-i a'mal) eingetragen. Außer den Wörtern (kelime) "Qur'an" und "der ehrwürdige Gesandte (Resul-i Ekrem)" ist die symetrische Übereinstimmung der Wörter (kelimat), die du markiert (işaret) hast, besonders bedeutsam (manidar) und sogar grundlegend (temel). Zudem ist sie ein Zeugnis (hüccet) für die segensreiche symetrische Übereinstimmung (kelimenin mübarek tevafuk) dieser beiden Wörter. Außerdem zeigt dies uns, dass derjenige, der diese symetrische Übereinstimmung als ganzes (bütün o tevafukat) nicht entspricht, auch der symetrischen Übereinstimmung (tevafuk) dieser beiden Wörter (kelime) mit seiner Feder (kalem) etwas betätigen kann. Wir sind der Überzeugung (zannediyor), dass du die wahre Schriftform (hatt-ı hakikî) dieser Abhandlungen (risale) entdeckt oder dich ihr doch sehr angenähert hast (yakınlaştın).

Drittens: Da die Beziehungen (münasebet) unter uns geistig (manevî), spirituell (ruhî) und wahrhaftig (hakikî) sind, sind wir auch von Zeit und Raum (zaman ve mekân) nicht abhängig (müdahale). Wenn wir uns der Schwelle Gottes (Dergâh-ı İlahîye) zuwenden, wird Hüsrev jeden Tag in gewisser Hinsicht vielleicht mehrere Male unter uns anwesend (hazır). Jedes Mal wenn wir deine schöne Schrift (o şirin yazılar), besonders deine gesegnete Schrift (mübarek hattı) im Neunzehnten Brief (Ondokuzuncu Mektub) betrachten, vergegenwärtigen (hazır) wir dich uns in unserer Vorstellung (hayalimiz). Ich und die Kameraden (arkadaş) hier sehnen uns sehr danach (arzuluyoruz), dich hier zu sehen. Denn Isparta braucht dich hier dringend (muhtaç). Außerdem sieht die jetzige Lage und die Jahreszeit (hal ve mevsim) nicht so günstig aus (pek müsaid). Darum möchte ich dir, meinem Bruder (kardeş), keine Umstände (zahmet) bereiten, indem ich dich eine Weile bei mir (yanımda) behalte, obwohl du hier für uns dringend notwendig (lâzım) wärest. Wolle es Gott (İnşâallah), dass wir das einmal noch nachholen (kaza) werden!

Viertens: Da dieser gesegnete Monat Ramadan (mübarek Şehr-i Ramazan) auch die Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) mit umfasst (muvaffak), so ist er auch eine Nacht der Bestimmung (leyle-i kadir) innerhalb der Spanne unseres Lebens (ömür içinde) und fügt dem Leben (ömrüne) dessen, dem es gelingt, seinen Segen zu erwerben, noch Tausend Leben (bin ömür) hinzu. Es ist dies ein beständiges Leben (ömr-ü bâki), dessen eine Minute einem Tag (dakikası bir gün), eine Stunde zwei Monate (saati iki ay), und ein Tag einigen Jahren (günü birkaç sene) gleicht. Ich bitte dich und meine Schwester im Geiste (âhiret hemşire), nämlich meine zweite Mutter (vâlide) und die verehrte Mutter (muhterem vâlide) meines Mitbruders (kardeş), um eure Gebete (dua). Da ich euch in mein Gebet mit einschließe (duada sizi şerik), betet auch ihr (dua) für mich im Sinne eines Amen (âmîn) am Ende meines Gebetes (dua) für euch.

Ich sende auch unserem Mitbruder (kardeş) Ali Efendi viele Grüße und bete für ihn (selâm ve dua). Wolle es Gott (İnşâallah), dass er für Hüsrev ein richtiger, würdiger Bruder (lâyık bir kardeş) wird. Für die anderen Mitbrüder (kardeş) ernenne ich dich zu meinem Stellvertreter (tevkil), um ihnen meine Grüße und Gebete (selâm ve dua) zu überbringen. Sie sollen für mich in diesen gesegneten Tagen (eyyam-ı mübareke) beten. Galib sagt: "Ich verspüre eine geistige Bindung (manevî bir irtibat) mit Hüsrev." Er sendet euch auch viele Grüße (selâm). Besonders Lütfü Efendi, dem Uhrmacher (saatçi), sende ich recht viele Grüße (selâm) und bete (dua) für ihn. Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) seiner Seele (ruh) nach der Anzahl der Buchstaben (huruf) der "Fensterabhandlung (Pencere Risalesi)", die er für mich abgeschrieben hat, Barmherzigkeit (rahmet), seinem Herzen Licht (kalbine nur), seinem Geist Wahrheit (aklına hakikat) und seinem Besitztum Segen (malına bereket ihsan) schenken. Âmîn, âmîn, âmîn.

Meine Absicht (maksad) war es, ihn zu beauftragen, diese Abhandlung (risale) abzuschreiben, um ihn dann in den Kreis der engsten Schüler (has talebe) aufzunehmen. Ich würde ihm sonst nicht diese Umstände (zahmet) bereiten. So wie es Gott wollte (mâşâallah), habt ihr "Das Siegel der Wunder Mohammeds (hâtem-i Mu'cizat-ı Ahmediye'yi A.S.M.) sehr schön gestaltet (tersim). Ihr solltet mir die Namen derjenigen mitteilen, die eine feste Überzeugung (tam kanaat) von diesem "Siegel (hâtem)" haben und sich mit den Worten (Sözler) befassen. Ich möchte sie auf eine zweite Liste (ikinci daire) setzen, damit auch sie an dem Segen des Dienstes am Lichte teilhaben (o nura hissedar). Kuleön'lü Mustafa hat die von dir abgeschriebene Abhandlung (nüshanız) über die Dankbarkeit (Şükr) irgendeinem Mann (adam) gegeben. Er konnte sie aber nicht richtig bewahren; und so ist sie denn im Regen (yagmur) ein wenig zu Schaden (bozdu) gekommen. Doch in seiner Verlegenheit (mahcub) wagte er es nicht mehr, sie dir zuzuschicken und hat sie statt dessen zu mir geschickt (sana göndermeyip bana gönderdi). Ich habe aber noch ein sehr schön abgeschriebenes Exemplar (nüsham) davon. Das möchte ich dir zusenden. Du kannst dementsprechend eine neue Abschrift für dich (nüsha kendinize) anfertigen. Die gesegnete Abschrift der Abhandlung (mübarek nüsha) über die Dankbarkeit, die du für mich angefertigt hattest ("şükre" dair yazdıgın), hatte ich vor einem Monat in die Gegend von Atabey gesendet. Ich weiß aber nicht, wer sie nun erhalten hat. Sie kam jedoch auch nicht mehr zu mir zurück (elime geçmedi). Über dies sende ich dir das Schlusswort (Hâtime) der "Siebten Problemstellung (Yedinci Mes'ele)" des 28. Briefes (Yirmisekizinci Mektub). Dieses Schlusswort widerlegt die Kritiken (tenkidat) gegen das Siegel der Wunderhaftigkeit (hâtem-i İ'caz) und zeigt, dass es ein glänzender Stempel der Bestätigung (mühr-ü tasdik) ist. Ein Exemplar dieser Siegel (hâtemlerin bir nüshası) haben wir dir bereits zugeschickt. Du kannst die Leute (zâtlar), die dort das Siegel (hâtem) gesehen, es angenommen haben (kabul) und sich nun mit diesen Worten (Sözler) beschäftigen, insoweit du es für angemessen (münasib) hälst, in den noch frei gebliebenen Lücken (boş kalan gözlere) eintragen.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht.}

Said Nursî, Mirzas Sohn (Mirzazade)
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

— 229 —

Mein lieber, fleißiger Mitbruder (Âhiret Kardeşim),\mein Weggefährte~(Yoldaş)\im Dienst am Qur'an, der Erste Sabri und der Zweite Hulusi~(Hulusi-i Sâni Ve Sabri-i Evvel)

So wie Gott es wollte (Mâşâallah) haben Sie den Wert des 20. Briefes (Yirminci Mektub) gut verstanden und auch schön geschrieben.

In Ihrem Brief (mektub) wünschen Sie von mir in der Theolgie (İlm-i Kelâm) unterrichtet zu werden (ders). Doch sie erhalten diesen Untericht ja bereits. Alle Worte (Sözler), die Sie abschreiben, sind Unterweisungen (ders) dieser lichtvollen, wahrhaftigen (nurlu ve hakikî) Theologie. Einige heilige Forscher (kudsî muhakkik), wie İmam-ı Rabbanî, haben gesagt: "In der Endzeit (Âhirzaman) wird einer die Theologie, d.h. die Glaubensfragen der Theologie (mesail-i imaniye-i kelâmiye), welche die Schule (mezheb) der Wahrheitslehrer (ehl-i hak) ist, auf eine solche Weise erklären (surette beyan), dass durch ihn zur Verbreitung dieser Lichter (nurların neşri) weit mehr als durch all diese Leute der Entdeckung und der Mystik (ehl-i keşf ü tarîkat) beigetragen werden (sebebiyet) wird." İmam-ı Rabbanî hatte sich sogar selbst als diesen Mann (o şahıs gibi) betrachtet.

Dieser, Ihr Mitbruder, der schwach, armselig und ein Nichts im Nichts (hiç ender hiç olan kardeş) ist - ich kann tausendfach über meine Grenzen hinaus (haddimin fevkinde) nicht behaupten, dass ich dieser Mann sei, der da kommen soll (gelecek adam). Das steht mir keineswegs zu (liyakatim yok). Ich denke jedoch, dass ich ein Diener (hizmetkâr) dieser einzigartigen Person (acib şahs), die in Zukunft kommen soll, sein Vorläufer (dümdar), der ihm den Boden bereitet (yer hazır), ein Soldat (nefer), ein Bannerträger (pişdar) dieses großen Komandanten sein könne. Daher haben Sie von den geschriebenen Dingen diesen eigenartigen Duft (acib kokusu) erhalten.

Außerdem fragen Sie (sual) in ihrem Brief (mektub) nach den Geheimnissen (esrarı) der Ayah

اَللّٰهُ نُورُ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ

{"Gott (Allah) ist das Licht der Himmel und der Erden..." - Sure 24,35-}

Tropfen und Spuren (kataratı, reşehatı) des großen Meeres (deniz) dieser Ayah finden sich in der Tat in vielen Abhandlungen (Sözler). Besonders im 20. Brief (Yirminci Mektub), im 33. Brief (Otuzüçüncü Mektub), im 32. Wort (Otuzikinci Söz) und im 22. Wort (Yirmiikinci Söz) werden einige Brunnen aus ihr gespeist. Auf jeden Fall finden sich in dieser Ayah verschiedene Ebenen (tabakat). Jede Gruppe bekommt ihren Anteil (hisse) von einer Ebene (tabaka). Ich wünschte mir aus ganzer Seele (ruh) einige Lichter (envâr) dieser Ayah niederzuschreiben. Da sie jedoch zu verschiedenen Anlässen (müteferrik suret) bereits niedergeschrieben wurden, habe ich es dabei belassen. Und so kann es denn bleiben (iktifa).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht.}

Ihr Mitbruder Said
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen immer und ewig."}

— 230 —

Meine lieben getreuen Mitbrüder und meine opferbereiten Gefährten (Fedakâr Arkadaş)\im Dienst~(Hizmet)\am Qur'an Sabri, Hâfız Ali, Hüsrev, Re'fet, Bekir, Lütfü und Rüşdü Efendiler!

Meine Mitbrüder (kardeş) hegten den Wunsch (arzu), in diesem heiligen Monat Ramadan (Ramazan-ı Şerif) für euch mit einem Thema (bahis) aus der Welt des Lichtes (âlem-i nur) zu beginnen. Leider bringt mich nun ein Vorfall (hâdis) dazu, über die Welt der Finsternis (zulmet âlemi) sprechen zu müssen (bahsetmeye). Wegen des jüngsten Vorfalls möchten einige Freunde aus der Umgebung (etraftaki dostlar) - in ihren Aussagen und ihre Haltung (lisan-ı kal ve hal) neugierig und auch besorgt geworden (meraklı endişeli bir tarzda) - eine Erklärung von mir (istizah). Um sie und euch von dieser Neugier zu befreien (meraktan kurtarmak), möchte ich diesen Vorfall (hâdise) in zwei Abschnitten ein wenig erläutern (beyan).

Erster Teil: Diesen für uns üblen und leidvollen (musibetli ve elîm) Vorfall ließ uns Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) in Seiner Güte und Barmherzigkeit (inayet ve rahmet) schließlich völlig anders (başka suret) erscheinen. Das Paradies ist nicht umsonst (Cennet ucuz), und auch die Hölle (Cehennem) ist in der Tat ist nicht sinnlos (lüzumsuz). So erscheint uns dieser Vorfall (hâdise) nun als Gottes Barmherzigkeit (rahmet). Den Leuten der Welt (ehl-i dünya) aber zeigt sich nun die Notwendigkeit der Hölle (Cehennem'in lüzumu). In der Wirklichkeit war zwar die Erscheinung (sureti) dieses Vorfalls (hâdise) in diesem heiligen Monat Ramadan (Ramazan-ı Şerif') als ziemlich hässlich (çirkin). Da wir aber, wie Scheych Geylani (Gavs-ı A'zam) vorausgesagt hatte, unter den Augen und im Schutz (hıfz) der Gnade Gottes (inayet) stehen, zeigten sich die Funken Seiner Barmherzigkeit (lemaat-ı rahmet) für uns in vielerlei Hinsicht (cihet).

Zweitens: In diesem heiligen Monat Ramadan (Ramazan-ı Şerif') verspürte ich dadurch zutiefst (tam hissedip) meine Ohnmacht, meine Schwäche, meine Armseligkeit und meine Bedürftigkeit (fakr u ihtiyac), was mir irgendwie Wachsamkeit, ja Aufregung, sowie Bewußtsein und Empfindsamkeit (şuur ve şiddet) einflößt, um so bei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) Zuflucht zu suchen (iltica). Für die Rezitation der Bittgebete (münacatların okunması) im heiligen Monat Ramadan (Ramazan-ı Şerif'), die ich jetzt verrichte, ist dieser Vorfall eine bedeutende Kraft (hâdise mühim bir kuvvet) geworden. Die Plagen (musibet) sind ja eine Peitsche des Schicksals (birer kader kamçısı), um uns zur Schwelle Gottes (dergâh-ı İlahîye) zu geleiten. Jedes Wort (kelime), jedes Gebet (dua) und jedes Flehen (münacat), das ich rezitiere, wird dadurch nachdrücklich bewusst (şuurlu ve şiddetli). So sind sie nicht nur rein formell und geistlos (resmî ve ruhsuz). Das Geheimnis der Überlegenheit (sırr-ı tefevvuk) des Dienstes und der Anbetung Gottes (ibadet), welche die Gefährten des Propheten (Sahabeler) verrichteten, erwächst aus diesem Punkt (nokta), sodass sie die Lobpreisung und die Rezitationen (tesbih ve zikr) bewusst mit dem ganzem Herzen (manasıyla şuurlu) darbrachten.

Anmerkung: Das Ende (mütebâki) dieses Briefes wurde aufgrund einer nachträglichen Überlegung (maksad) weggelassen.

Said Nursî

Ein Schreiben (hitab) an Hulusi Bey

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen immer und ewig."}

— 231 —

Mein lieber getreuer und wahrhaftiger Mitbruder (kardeş)

Erstens: Das irdische Unglück (dünyevî musibet) meines Neffen (Biraderzade) Halil Naci hat auch mich zutiefst betrübt (cidden mahzun). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) ihm Genesung (kurtar) und Ihnen Geduld und Ausdauer (sabr u tahammül) schenken, âmîn. Ein wahrhaftiger Held des Lichtes (Nur), der noch niemals erschüttert wurde (hiç sarsılmayan), gerät in keinem Fall vor den vergänglichen, bedeutungslosen, zeitbedingten Ereignissen (fâni vaziyetler) der Welt (dünya) in Panik (telaş). Wolle es Gott (inşâallah), dass er darüber nicht schwermütig (maglub) werden wird.

Zweitens: Hazret-i Şeyh Muhammed-el Küfrevî, Gott heilige sein Geheimnis (Kuddise sırruhu), war in meinen Studienjahren in der Abfolge meiner Lehrer (Silsile-i ilmiye) derjenige, der mir den letzten und überaus segensreichen Unterricht (en son ve en mübarek ders) erteilt hat und mit mir stets liebevoll (şefkat) umging, mehr als mir eigentlich zukam (haddimden). An Hoca Muhammed Efendi aus Alvar, der zu seinen Stellvertretern (hulefa) gehört, und seinen Mitbrüdern (ihvanları) sende ich viele Grüße (selâm) und erweise ihnen meine Hochachtung (arz-ı hürmet). Wir senden viele Grüße (selâm) an ihre Freunde (dost), die sich in der dortigen Umgebung mit den Lichtern (havalide Nurlar) beschäftigen, und beten (dua) für ihren Erfolg (muvaffakıyet) im Dienst am Licht (Nur hizmeti).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht.}

Ihr kranker Mitbruder
Said Nursî
— 232 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Mein lieber Mitbruder!

Ihr braucht euch um mich keine Sorgen (merak) zu machen. Die Gnade des Herrn (inayet-i Rabbaniye) bleibt auch weiterhin über uns (devam). Hinsichtlich meines Lebensunterhaltes (maişet) bewahrt mich meine Zufriedenheit und Sparsamkeit (kanaat ve iktisad) vor jeglicher Bedürftigkeit (ihtiyaç). Hüte dich (sakın) also, mir etwas zu schicken! Du versorgst bereits sechs, sieben Seelen (nefs). Und dabei bin ich selbst nur eine halbe Seele (yarım nefs). Du brauchst dich also nicht um mich zu sorgen, ich aber muss mich um dich sorgen (düşünmeliyim). Sabris Brief (mektub) ist noch nicht bei ihm angekommen. Du und Hulusi habt an jeder meiner guten Taten (amel-i uhrevi) euren Anteil. Im Monat Ramadan steigert sich dieser Segen von eins zu Tausend (kazanç bire bin). Ihr aber sollt mir mit euren Gebeten helfen (duanızla yardım).

Said

Habt ihr Imam Alis "Verheißungen (İşaret-i Aleviye)" für zutreffend (tam tasdik) gehalten? Habt ihr die Abhandlung über die "Auferstehung (Haşir Risalesi)" für wirklich überzeugend (kuvvetli) gehalten?

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei."}

Tausend Grüße! Deines geistigen Ranges (manevî rütbe) wegen, der weit über deinem weltlichen Rang (maddî rütbe) steht, wirst du zu verschiedenen Orten gesendet (gönderiliyorsun). An diesen Orten braucht man dich (sana ihtiyacı)! Mach dir also gar keine Sorgen (merak). Deine Briefe über die Risalet-ün Nur wirken anstelle vieler Schüler (talebe) im Dienst am Licht (hizmet-i Nuriye). Sie lassen dich stets den ersten Platz (birincilik) gewinnen.

Dein Mitbruder
Said Nursî
— 233 —

Ein Brief wegen der Sternschnuppen (Yıldız Mektubu)

وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder, meine fleißigen Gefährten im Dienst am Qur'an Sabri, Hüsrev, Hâfız Ali, Re'fet, Bekir, Lütfü und Rüşdü!

Ich möchte euch aufgrund eines Schauspiels (mes'ele) am Himmel, das im Monat Cemaziye-l âhir stattgefunden hat, eine Sache (beyan) erläutern. Es ist dies wie folgt:

Als seine Exelenz Mohammed (Hazret-i Zât-ı Ahmediye Aleyhissalâtü Vesselâm) ins Dasein (zuhur) trat, zeigten sich Sternschnuppen (yıldızların düşmesi) als Merkmal (alâmet) der Steinigung der Teufel (recm-i şeyatîn) in großer Zahl, in der Art wie uns das die Ayah

وَاِذَا الْكَوَاكِبُ انْتَثَرَتْ

{"Wenn die Sterne zerstieben" - Sure 82.2-}

als Beispiel (nümune) bringt. Nach Ansicht der Erforscher (Ehl-i tahkik) waren sie Merkmale und Hinweise (alâmet ve işaret) darauf, dass diejenigen, die mit Hilfe der Geister (cin vasıtası) wahrsagen (kâhin), nun bei ihren Mitteilungen (haber) aus dem Verborgenen (gaybî) vom Himmel (semavî) gehindert werden, damit die Offenbarung durch keinen Zweifel (şübhe) mehr überschattet wird, da ja damals die Zeit der Offenbarung (vahy zaman) bereits angebrochen war. Zudem waren sie ein Merkmal der Freude (alâmet-i sürur) gleich einer Festfeier (şenlik, bir bayram) unter den Leuten der Himmel (semavat ehlince) zu Ehren (teşrif) seiner Exzelenz Mohammed (Zât-ı Ahmediye Aleyhissalâtü Vesselâm), der zu den Geistern und Menschen (cinn ve ins) gesandt wurde, zu welcher Überzeugung nun die Leute der Entdeckung und der Wahrheit (ehl-i keşf ü hakikat) gelangt sind.

Zudem war es ein himmlisches Zeichen aus dem Verborgenen (gaybî ve semavî bir işaret), dass diese gesandte Persönlichkeit (meb'us zat) Quelle (menba) eines brennenden Feuers (nîran-ı muhrika) für die Leute des Unglaubens und des Irrwegs (ehl-i küfür ve dalalet) und glänzender Lichter (envâr-ı müşrik) für die Leute der Rechtleitung (ehl-i hidayet) war. Heute in diesem Monat Cemaziye-l âhir auf eine seinesgleichen nie gesehene Weise die Erscheinung der Sternschnuppen (yıldızların düşmesi), angefangen um vier Uhr vor der Morgendämmerung bis fünf oder Halbsechs Uhr gedauert hat, ist ein bedeutendes himmlisches Ereignis (hâdise-i semaviye). Da die Ereignisse der Himmel (semavatın hâdisatı) sich auf unsere Erde (zeminimize) beziehen, muss dieses Ereignis (hâdisat) auf jeden Fall eine Wirkung (eser) auf die Erde (küre-i arz) haben. Wir müssen bei der Barmherzigkeit (rahmet) Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk) Schutz suchen, sodass Er es nicht zulässt, zu einem brennenden Feuer (nîran-ı muhrika) zu werden, sondern es in ein glänzendes Licht (envâr-ı müşrika) verwandelt.

Wie im Weisen (Hakîm) Qur'an die Sure und die Ayat mit einander zusammenhängen (bakar) und auf einander hinweisen (işaret), genau so hängen auch die erhabenen (ulvî) und die irdischen (süflî) Suren {im Himmel und auf Erden (AdÜ)} dieses Kosmos (kâinat), der ein Großer (Kebir) Qur'an Gottes des Gerechten (Cenab-ı Hakk) ist, in der Tat miteinader zusammen und ihre Punkte weisen (nüktelerini izhar) auf einander hin. Nicht so wie wir nur das Majestätische Wort (Lafza-i Celal) "Allah" rot schreiben, machen vielmehr in der Sure des Himmels (Sema) wie das Majestätische Wort (Lafz-ı Celal) "Allah", das mit Licht vergoldet (Nur yaldızıyla) geschrieben wird, die Sterne (yıldız) und die Licht ausstrahlenden Punkte (fışkıran nuranî noktalar), die aus diesen Sternen (yıldız) sprießen, mit Sicherheit wie je eine Leuchtrakete (işaret fişekleri), jeweils ein Geheimnis (sırr) bekannt, so wie es der Würde dieser wunderhaften himmlischen (mu'ciznüma semavî) Sure entspricht. Das müssen wir als ein gutes Vorzeichen (fâl-i hayr) für uns ansehen.

Zweitens: Der Majestätische Name (İsm-i Celal) "Allah", der euch die roten Sterne (kırmızı yıldızlar) der Himmel in Erinnerung ruft und im Qur'an 2806 Mal wiederholt wird, verziert den Himmel des Qur'ans mit diesen lichtvollen Sternen (nuranî yıldız). Die symetrisch übereinstimmenden Zusammenhänge (münasebat-ı tevafukıyetler) dieser Anzahl, die in Anbetracht der Seiten, Blätter und Suren mit einander einen Sinn (manidar) ergeben, verschönern seine Anmut und seinen Schmuck (letafet, zînet) noch mehr.

Heute sende ich euch mein eigenes Qur'an-Exemplar (nüsha). In diesem Exemplar habe ich, entsprechend der Liste die euch bereits zugesandt wurde, Kennzeichen (işaret) angebracht. Der majestätische Name (İsm-i Celal) "Allah" und der Name "Herr (İsm-i Rabb)" sind unterschiedlich gekennzeichnet (işaret).

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Die Anzahl der symetrischen Übereinstimmungen (tevafukat-ı adediyesi) des majestätischen Namens (İsm-i Celal) "Allah" ist sowohl geordnet (muntazam) als auch sinnvoll (manidar). Sie setzt jedoch ein wenig Aufmerksamkeit voraus (dikkat ister). Denn die symetrische Übereinstimmung (tevafuk), die in den Abhandlungen (risaleler) sichtbar werden, finden sich nicht immer auf der selben Seite (mukabiline degil,). Manchmal findet sie sich nicht auf der gegenüber liegenden (arkasına), sondern auf der nächsten der gegenüber liegenden Seite (mukabiline). Manchmal überspringt sie ein Blatt (yaprak atlar), manchmal steht eine Seite mit dem ganzen der beiden Seiten (mecmuuna bakar) in Übereinstimmung, z.B. steht auf der 35. Seite 13 Mal das Majestätische Wort (Lafz-ı Celal) "Allah". Auf der anderen Seite des Blattes stimmt es erst acht Mal, dann fünf Mal überein. Das also heißt, dass jene Anzahl 13 mit diesen beiden Zahlen (rakam) in Zusammenhang steht, sodass die beiden letzten zusammen auch wieder 13 ergeben usw. Zudem hängt eine Seite manchmal mit den beiden Seiten als Ganzes zusammen (mecmuuna) und kommt es zusammenhängend in zwei verschiedenen Anzahlen (iki aded) vor. Jede von ihnen zeigt einen Teil (cüz'ü) des Ganzen, z.B. in der neunten Sure "die Buße (Sure-i Tevbe)" steht auf der 188. Seite das Majestätische Wort (Lafz-ı Celal) "Allah" 16 Mal. Auf der folgenden Seite (arkasında) steht es sechs Mal und auf der nächsten Seite zehn Mal. Zählt man sie zusammen, so ergibt das 16 und stimmt mit ihr überein (tevafuk).

Wiederum steht der majestätische Name (İsm-i Celal) "Allah" auf der Seite 422 in der 33. Sure "die Gruppen (Sure-i Ahzab)" 16 Mal. Äußerlich ist eine Übereinstimmung (tevafuk) nicht zu erkennen. Eine Seite davor steht er aber zehn Mal und auf der folgenden (mukabil) Seite sechs Mal. Zusammen (terkib) macht es wieder 16 Mal und stimmt so überein (tevafuk). Zudem stimmt er manchmal mit dem Namen "Herr (İsm-i Rab)" überein (tevafuk). Manchmal hängt eine Seite (sahife) nicht mit einer anderen Seite zusammen, sondern ein Blatt (yaprak) mit einem anderen Blatt. Zudem findet er sich manchmal mit der Seitenzahl (sahife rakamı) in Übereinstimmung.

Ich habe gespürt, dass die Zahl neun (dokuz rakamı), da sie öfter mit der Seitenzahl (sahife rakam) zusammen hängt, nicht mehr der Übereinstimmung (tevafuk) gehört.

{(Anmerkung): Die Art (şeklini) der Übereinstimmungen (tevafukat) verändern sich manchmal um der Geheimnisse aus dem Verborgenen (esrar-ı gaybiye) willen. Eine weitere anmutige (latif), faszinierende (cazibedar), geheimnisvolle Übereinstimmung (manidar bir tevafuk) des Majestätischen Wortes (Lafza-ı Celal) "Allah" ist folgendermaßen: Auf 51 der ersten 151 Seiten, die Seite (sahife) der Sure "Fatiha" inclusive, taucht es jeweils sieben bzw. acht Mal auf.}

Wie dem auch sei, könnt auch ihr erforschen (tedkik). Dann können wir eurem Rat (meşveret) zufolge die Zahlen (rakam) auflisten, welche die versteckten Übereinstimmungen (tevafukat) aufzeigen und sie nach eurer Zustimmung (tensib) in das kaligraphisch neu angefertigte Qur'an-Exemplar eintragen (kaydedecegiz). Auf den ersten 150 Seiten stimmt er 51 Mal jeweils auf einer Seite sieben oder acht Mal überein. Auf der Seite 28 stimmt er acht Mal, auf der Seite 23 sieben Mal überein. Diese sieben und acht werden als einander entsprechend akzeptiert (kabul), denn von sieben zu acht, von acht zu sieben überzugehen, beeinträchtigt diese Übereinstimmung nicht (tevafuk bozulmuyor). Man spürt (hissedilir), dass diese beiden Zahlen (rakam) im Qur'an wichtige Geheimnisse (mühim sırlar) verbergen (bulundugu).

Drittens: Eine umfangreiche Liste der Abstammungen (silsile-i azîm), die zeigt, was für eine Art Baum (şecere-i Tûbâ) seine Exzelenz Mohammed (Hazret-i Zât-ı Ahmediye Aleyhisselâm) ist, und dass die Reinen (Asfiya), Heiligen (Evliya) und Getreuen (Sıddık) Früchte dieses lichtvollen Baumes (şecere-i nuraniye) und ihre Schulen und Orden (mesalik ve turuk) dessen Äste (dallar) sind. Das Dokument dieser Liste (silsilename), das noch aus alter Zeit bewahrt geblieben (eskiden kalma) und schon vergilbt (eskimiş) ist, liegt bei mir. Um es sorgfältig ins Reine (güzelce tebyiz) zu schreiben, brauche ich Männer (zâtlar) mit einer schönen Schrift (hattı güzel), befähigt (meharet), eine solche Tabelle (cedvel) zu erstellen. Zunächst einmal (Şimdilik) sollen Hüsrev und Tenekeci Mehmed Efendi mit fünfzehn Bogen Papier (tabaka kâgıt) entsprechend dem Maßstab (ölçü) von Bekir Aga zu mir kommen, nachdem Hâfız Ali sie benachrichtigt hat (haber gönderdigi).

Viertens: Ich habe euch einige neue Artikel (fıkra) unserer Mitbrüder (kardeş) gesendet, die in den 27. Brief eingereiht (ilhak) werden sollen. In der Tat (hakikaten) sind diese Artikel und die Artikel des ganzen 27. Briefes (Yirmiyedinci Mektub) sehr nützlich (faydalı). In ihnen finden sich wichtige, sympathische (tatlı), angenehme und schöne Bedeutungen, Unterrichte (manalar, dersler) und aufmunternde und ermutigende Eindrücke (hisler). Ich selbst ziehe aus ihnen einen recht angenehmen Nutzen (tatlı istifade). Wenn ich einmal ein bisschen träge (tenbel) bin, werden sie für mich zu einer bedeutsamen Peitsche (kamçı) der Ermunterung (ehemmiyetli bir teşvik). Wie dem auch sei... Meine Mitbrüder (Kardeş), seid nicht gekränkt (gücenmeyiniz); seit einer Weile (mikdar) füge ich Themen zusammen (topluyorum), die nicht so recht zu einander passen wollen (uzak mes'eleler), wenn ich an euch Briefe (mektub) schreibe. Dann gerät ein jeder Brief (mektub) zu einer Art Allerlei (aşure).

Fünftens: Ich bin mit meinem kurzen Mantel (boyu kısa cübbe) mit seinen kurzen Ärmeln (kolu kısa) zufrieden. Ich brauche nichts weiter (lâzım degil). Die Jacke (sako) Hüsrevs war bei mir ein angesehener Gast (makbul misafir). Ich schicke sie dir wieder zurück. Dass es seiner Mutter (vâlide) jetzt wieder einigermaßen besser geht (kesb-i âfiyet), hat mich sehr gefreut (çok mesrur). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) ihr Gesundheit und Genesung (sıhhat ve âfiyet) schenken. Ich sende meine Grüße (selâm) an Hüsrevs Bruder Ali Hasan, Tenekeci Mehmed Efendi, Hâfız Ahmed und all die anderen, die sich auch mit den Worten (Sözler) beschäftigen.

Euer Bruder Said Nursî

Das Papier (kâgıt), das als Muster (nümune) gesandt wurde, ist verloren gegangen (zayi'). Wir haben es nicht mehr wiedergefunden (göremedik). Nehmt also jetzt einfach (intihab) weißes Papier! Das "Sulfato" ist zwar angekommen, aber viel zuviel (çoktur). Ich bin dankbar dafür (minnetdar), dass Mehmed Efendi für mich wieder eine Tafel (levha) anfertigen will. {eine neue Tafel mit den Abstammungen (silsile) anstelle der bereits vergilbten, die er sich an die Wand hängen möchte. (AdÜ)} Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) Tausend Segnungen (bin sevab) für jeden Buchstaben (harf) schenken, den er darauf schreibt, âmîn âmîn.

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بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حُرُوفِ الْقُرْاٰنِ وَ اَسْرَارِهَا

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen in der Anzahl der Buchstaben des Qur'ans und ihrer Geheimnisse."}

Oh Ihr, die ihr ein Grund meiner Tröstung(Medar-ı Teselli)in diesem vergänglichen Ort(Dâr-ı Fâni),meine Vertrauten(Enîsler)in diesem Fremden Land(Diyar-ı Gurbet) und meine intelligenten~(Zeki),\scharfsinnigen Ansprechpartner~(Muhatab)\für die Geheimnisse~(Esrar)\des Qur'ans seid und mich durch Eure Begeisterung~(Iştiyak)\zum Sprechen bringen!

Ich wollte euch nur durch eure ein, zwei Minuten Betrachtung (temaşa) merken lassen, in welch bedauerlichem (acınacak) Zustand und mit welch mangelhafter Schrift (nâkıs bir hat) ich arbeite und wie wichtig (ehemmiyetli) für mich eure wertvollen Stifte (kıymetdar kalemler) sind, weswegen ich an euch eine Liste der Buchstaben (fihriste-i huruf) mit meiner eigenen Schrift (hattım) ohne Korrektur gesandt hatte. Ihr habt sie aber nicht ein, zwei Minuten, sondern stundenlang betrachtet und tagelang aufgeschrieben (zabtettiniz). Daraus habe ich verstanden (anladım), dass ihr daran sehr interessiert (merak) seid. Darum sende ich euch eine Reinschrift (tebyiz) dieser Liste. Wenn ihr wollt, könnt ihr davon eine Abschrift (suret) für euch anfertigen.

Ihr sollt jedoch wissen, dass diese Liste (fihrist) nur in einer ungefähren Form (takribî bir tarzda) abgefasst wurde, damit sie als eine behelfsmäßige Vorlage (me'haz) diene. Ich hatte, um euch die Arbeit zu erleichtern (kolaylık için), zum Teil über meine alten Notizen (eski mahfuzat), zum Teil nach zwei Maßstäben (iki mikyas) in neun Stunden mit meiner ungeordneten Schrift (perişan hattım) geschrieben. Dann habe ich erfahren, dass sich bereits eine Auslegung (tefsir) in dieser Hinsicht (vâdi) in unserem Dorf befindet. Diese Auslegung (tefsiri) habe ich mir bringen lassen und sie mit unserer verglichen (mukabele). Im großen und ganzen (ekseriyet-i mutlaka) stehen wir mit ihr in Übereinstimmung (tevafuk). Es gab nur an 10,15 kleinen Stellen bezüglich einiger großer Summen (yekûnler) Unterschiede.

Infolge unserer kritischen Betrachtung (tahkikat) kamen Unterschiede (muhalefet) durch ein Versehen (eser-i sehv) bei der Auslegung (tefsir) während der Druck- (matbaa) und Abschriftarbeiten (müstensih) zustande. Sie haben an zwei, drei Stellen die Manuskripte (müsvedde) unserer Liste korrigiert (tashih). Dann haben wir festgestellt, dass diese Korrektur falsch war. Wir haben jedoch unsere Liste nicht mehr verändert. Wir dachten, dass aus Versehen während der Druckarbeiten (matbaa hatası) die Auslegung einer Korrektur bedarf (tefsir tashihe muhtaç), die wir aber nicht durchführen konnten. Denn der Verfasser (sahibi) war ein großer Gelehrter (müdakkik), die Druckerei (matbaa) war in der Nähe (kurb) der Universität el'Ashar und ihre Arbeit wurde unter Aufsicht der Gelehrten (ülema nazarı altında) von el'Ashar durchgeführt, weswegen ich eine Korrektur (tashih) nicht wagen (cür'et) durfte.

Ich sende euch diese Auslegung (tefsir) zusammen mit unser ins Reine geschriebenen Liste (tebyiz). Seht sie einmal durch (bakarsınız); versucht jedoch nicht, sie zu kritisieren (tenkid). Denn meine Liste ist noch nicht vollständig (takrib). Ich habe sie noch nicht ganz durchgearbeitet (tahkik). Was die Auslegung (tefsir) betrifft, so stützt sie sich (istinad) überwiegend auf die Überlieferungen (rivayet). Zudem sind dort bei einigen mekkanischen Suren medinensische Ayat unterlaufen (girmiş). Vielleicht sind sie bei der Berechnung (hesab) nicht in Betracht (dâhil) gezogen worden; so steht dort z.B. geschrieben, dass es in der 96. Sure "Der Embryo (Sure-i Alâk)" ein wenig mehr als hundert (yüz küsur) Buchstaben gibt. Damit ist aber nur die erste Hälfte (nısf-ı evveldir) gemeint, die als erstes geoffenbart wurde (en evvel nâzil), und so muss es richtig (dogru) heißen. Da ich aber aufgrund meiner alten Notizen (mahfuzat) an die ganze Sure dachte (zannettigim), habe ich eine nachträgliche Korrektur falsch (hata) verstanden.

Zudem beziehen sich die Geheimnisse in der Übereinstmmung (tevafuktaki esrar) auf die allgemeinen Summen (küllî yekûn). Die Liste in ihrer ungefähren Form (takribî fihrist) genügt uns jedoch. Die Übereinstimmungen (tevafukat), die bei der Abschrift der drei Abschnitte des Gebetes "Der Schatz des Thrones (Kenz-ül Arş)" erscheinen, ändern sich nicht durch geringfügige (küsurat) Änderungen. Bei den großen Summen (yekûn) beeinträchtigen die kleinen Änderungen (degişmesiyle) nicht die Übereinstimmung (tevafukat), z.B. 39 Suren, die Sure "Die Höhle (Sure-i Kehf)" inclusive, stimmen mit der Zahl Tausend überein (ittifak). Wenn dabei ein oder zwei die Zahl Tausend nicht treffen (kaybetse), stört es nicht diese bedeutende Übereinstimmung (mühim tevafuk)... Geringfügige (küsurat) Änderungen haben zwar ihre Geheimnisse (esrar), die uns noch nicht vollständig entschleiert wurden (tamamıyla açılmadı). Werden sie jedoch einmal entschleiert (açıldıgı), so wolle es Gott (İnşâallah), dass auch unsere Liste (fihrist) ihre endgültige Form (tahkikî bir suret) annehmen wird.

Said Nursî
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Dieser Brief (fıkra)) stammt von Hüsrev

Mein geliebter Meister (Üstad)

Ich habe euren wertvollen Brief (kıymetdar mektub), der über das Ereignis am Himmel (hâdisat-ı semaviye) im Monat Cemaziye-l âhir als ein Beispiel (nümune) des Vorfalls (hâlât), wie in der Ayah

وَاِذَا الْكَوَاكِبُ انْتَثَرَتْ

{"Wenn die Sterne zerstieben" - Sure 82.2-}

erläutert (izah) wurde, und über die erstaunlichen, erfreulichen (acib ve tatlı) symetrischen Übereinstimmung (tevafuk) der Sterne (yıldız) des majestätischen Namens (Lafza-i Celal) "Allah", die am Himmel (sema) des Qur'ans erstrahlten, unterrichtet (ders), mit Re'fet, Bekir, Lütfü, Rüşdü, Keçeci Mustafa Efendi und meinem älteren Bruder (agabey) Ali Efendi, während unser Mitbruder (kardeş) Hâfız Ali dabei war (dâhil), gelesen. In jener Nacht (gece) war die Stimmung während unserer Sitzung (meclis) recht angenehm (pek tatlı). Dadurch dass wir dieses Ereignis am Himmel (hâdisat-ı semaviye) in Bewunderung und Staunen (hayret ve taaccüb) und mit sehr großer Freude (sevinç) betrachtet haben, hatten auch wir die Feier (bayram) der erhabenen Welt (mele-i a'lâ) mitgemacht. Der erste Vorfall (vuku) nach diesem Geschehnis am Himmel (hâdise-i semaviye) war die Entmachtung (helâkine netice) der Götzendiener (müşrikîn) der Koreysh, die 360 Götzen (put) zu ihren Göttern gemacht hatten (ilah kabul), vorallem aber ihren großen Götzen in Menschengestalt (insan suretinde) aufgebaut haben, den sie Hubal nannten (tabir).

Dieses jüngste Ereignis (vuku) gibt uns bekannt (ilân), dass die Bilderverehrung (suretperestlik), die im vierzehnten mohammedanischen Jahrhundert (asr) und in der heutigen Zeit, in der sich Europa seines Fortschritts (terakkiyat) rühmt und die das zwanzigste Jahrhundert genannt (alan) wird, eine noch drastischere Form (feci' bir suret) als die Götzenanbetung (putperestlik) der Menschen des Interregnums (ehl-i fetret) angenommen hat, nun - wolle es Gott (İnşâallah) - entzwurzelt (kökü kesilecek) werden wird.

Diese Bekanntgabe (ilân) erinnert die von Gott begnadete Gemeinde (ümmet-i merhume) Mohammeds daran, dass ein sehr schöner und überaus guter Erfolg (hayırlı fütuhat) in Vorbereitung ist (hazırladı). Das hat unsere traurigen Herzen erfreut (kalblerimizi şenlendirmiş), ein weinendes Antlitz wieder Lächeln lassen (yüzlerimizi güldürmüş) und unseren bekümmerten Gesichtern (gamnâk çehre) Fröhlichkeit geschenkt. Sie hat in unserer Vorstellung (dimag) jenes fastzinierende Leben (cazibedar hayatı) eines Glücklichen Zeitalters (Asr-ı Saadet) ins Leben gerufen, als ob die Vergangenheit in die Zukunft (maziyi istikbale) verwandelt würde und ließ uns eine Weile in jener Welt (âlem) und unter jenen Menschen (insan) von feinsinnigem Gemüt (nezih ruh) und edlen Gedanken (ulvî düşünce) leben.

Zweitens: Wir haben mit der Betrachtung (temaşaya) der sinnreichen (manidar), unter einander zusammenhängenden Übereinstimmungen (münasebetdar tevafukat) des majestätischen Namens Gottes (Lafza-i Celal) begonnen. Diese Übereinstimmungen lenkten spontan unsere Blicke (nazar) auf sich. Die angemerkten Stellen (kısımlar) und die angegebenen Zahlen (adedl) sind derart faszinierend (şirin), dass sie während des Lesens eine Erfrischung in unseren Herzen (kalbimize serinlik), eine erweiterte Sichtweise in unserem Geist (inkişaf dimag) und Nahrung für unsere Seelen (ruhumuza bir gıda) bewirken.

Auf den ersten 150 Seiten des Ehrwürdigen (Kerim) Qur'ans findet sich der majestätische Name Gottes (Lafza-i Celal) 51 Mal, und zwar jeweils auf jeder Seite sieben oder acht Mal in Übereinstimmung (tevafukat), was in eurem Brief (mektub) mit einer Notiz (yan yazı) angemerkt wurde, um unsere Aufmerksamkeit noch zu steigern (dikkatimizi artırmak). Das beendet (nihayet) euren Brief (mektub) mit ein wenig Honig (asel). Wie erstaunlich (garib) ist es doch, dass sowohl die Ziffer (rakam) dieser Zahlen gleich, als auch ihre Bruderschaft (kardeşlik) auf einer Reihe (sıra) gleich und auch die Übereinstimmung (tevafuk) mit der Seitenzahl (sahife rakam) gleich geschrieben wurde (yazılmaları bir).

Oh mein geliebter Meister (Üstad)! Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) mit euch höchst zufrieden (çok razı) sein. Ihr tragt dazu bei (vasıta), uns mit immer wieder neuen frischen (yeni yeni meyveler) und trockenen Früchten (fakihe) zu ernähren (tegaddi), so unsere Gedanken zu stärken (takviye-i ezhan) und sogar durch die Stillung des Hungers (def'-i cû') unser Leid (ızdırab) zu besänftigen.

Hüsrev
— 237 —

Dieser Brief (fıkra)) stammt von Hüsrev

Mein geliebter Meister (Üstad),\mein verehrter Lehrer~(hoca),\eure Exzellenz~(hazretleri)\und mein Herr~(efendim)

Ich küsse eure Hände und euren Rock (El ve etekler), bete (dua) für eure Gesundheit und euer Wohlergehen (sıhhat ve âfiyet). Der 26. und der zehnte Abschnitt des Ehrwürdigen (Kerim) Qur'ans, den ich während dieser Woche (hafta zarfında) sehr schön abgeschrieben (tamamen yazılması) habe und erfolgreich beenden (ikmaline muvaffak) konnte, und diesen Brief (arîza), der meine Freude (sürurlar) ausdrückt, die aus der kaligraphischen Anfertigung des ganzen Ehrwürdigen Qur'ans erwächst (mütevellid), möchte ich euch vorlegen (takdim ediyorum).

Mein geliebter Meister (Üstad)! Ich bitte (rica) euch um die Erlaubnis (müsaade), euch von einigen Gnadenerweisen (inayat) zu berichten, die ich bei der Abschrift (husus) dieser Urewigen Unterscheidung (Furkan-ı Ezelî) erlebt habe. Es ist dies wie folgt:

Als ihr angeordnet hattet (emir), ein Exemplar des Ehrwürdigen (Kerim) Qur'ans so abzuschreiben, dass wir auf die Übereinstimmung des Majestätischen Namens Gottes (Lafza-i Celal), der Anrede "Herr (Lafz-ı Rab)" und die Übereinstimmungen der Wörter (kelime tevafukatı) achten sollten, hatte ich mit einer sehr großen Freude (sevinç) zur Feder (kalem) gegriffen. Am Anfang der Arbeit mit drei Abschnitten (üç cüz), die ich als erstes abgeschrieben hatte, schrieb ich jedoch unter so großen Schwierigkeiten (müşkilât), dass meine Freude von Verzweiflung (sevincimi yeis) und meine Begeisterung von Unlust (şevkimi fütur) überspült wurde. Da ich in erster Linie (esasen) die arabische Schreibweise (hattım) überhaupt nicht beherrsche (hiç olmaması), steigerte dies noch meine Verzweiflung (ye'simi teşdid) und vermehrte meine Unlust (füturumu tezyid).

Mein geliebter Meister (Üstad)! Dieser Zustand (hal) hat jedoch nicht noch länger (devam) angehalten. In den ersten Tagen war es für mich schon ein großer Erfolg (büyük bir muvaffakıyet), fünf oder sechs Seiten mit der Hand abzuschreiben (yazı yazabilmek), obwohl ich doch vom Morgen bis zum Abend (sabahtan akşama) daran gearbeitet hatte. Dann eilte mir der Beistand (yardımı imdadıma) des Qur'ans, dessen Zeugnis großartig ist (Azîm-ül Bürhan), zu Hilfe. Die Stelle der Schwierigkeiten (müşkilât) wurden von Freude (sürur) und die Stelle der Kümmernis (teessür) von Frohsinn (sevinç) erfüllt. An manchen Tagen wollte ich den Stift (kalem) gar nicht mehr aus der Hand legen und wünschte (temenni) mir, dass sich die Zeit zum Gebet (namaz) noch hinauszögern möge oder die Sonne nicht mehr untergehen (gurub) sollte. Gelegentlich kam es mir so vor, dass ich bis zur Morgendämmerung (sabah) weiter schreiben wollte (yazı yazmak). Manchmal bat ich beim Abschreiben sehr schwieriger Seiten (gayet güç sahife) den Qur'an um Hilfe (istimdad). Und es gelang (muvaffak) mir so, diese Seite (sahife) mit großer Leichtigkeit (kolaylık) abzuschreiben. Doch manchmal unterließ ich auch bei den Seiten (sahife), die ganz leicht abzuschreiben waren, diesen Hilferuf (istimdad). Dann würde der Stift in meiner Hand vielleicht bei der Abschrift (yazı yazmak) seine Kraft verlieren (izhar-ı acz). So schrieb ich denn manchmal sogar falsch (yanlış) und musste dann die Seite noch einmal (sahife tebdil) schreiben.

Inmitten von so viel Leichtigkeit (teshilât) merkte ich dann, dass die Art meiner arabischen Schreibweise (hattım) sich verändert hatte (şeklinin degişmekte). So verglich ich denn die Seiten, die ich als erstes geschrieben hatte (birinci defaki), mit denen, die ich zuletzt geschrieben hatte. Da kam ich mir mit einer so unordentlichen (çapraşık) Schrift vor, als hätte mich ein Meister im Ringkampf (dilâver bir pehlivan) in der Arena zu Boden geworfen (ortaya atıldı) und war darüber zunächst doch recht verzweifelt (çok me'yus). Dann aber dankte ich Gott jedoch in Freude und Frohsinn (sevincimden mesrurane şükürler).

Jedes Mal wenn ich die Arbeit der Mitbrüder (kardeş) wie Hâfız Ali, Hoca Sabri und Hâfız Zühdü betrrachte, die ein Exemplar des Qur'ans auf die vorhandene Übereinstimmung (mevcud tevafukat) achtend abgeschrieben haben, steigerte sich meine Begeisterung (şevk), ich entdeckte in mir eine Entwicklung (terakkiyat), die weit höher als meine Erwartung (ümid) war. Während (esnalar) dieser Zeit tauchte in meinem Herzen ein Teil der Gnadenhilfe (inayet) auf (kalbe tulu'). Ein Teil dessen bezog sich (taalluk) auf meinen Lebensunterhalt (idare-i taayyüş). Ein anderer Teil geschah während ich abschrieb (yazı yazarken); und so möchte ich z.B. von einem der jüngsten Ereignisse (hâdise) berichten. Es ist dies wie folgt:

Auf der 197. Seite der neunten Sure "Die Buße (Tevbe)", die ich vor kurzem abgeschrieben habe, steht (mevcud) sechs Mal der majestätische Name Gottes (Lafza-i Celal). In meinem Kopf (dimag) hatte ich bereits die Form (şekl) der Seite, die ich gerade schreiben wollte, vorbereitet (hazır). Dann habe ich angefangen, so zu schreiben (yazmaya başladım), dass zwei von dem majestätischen Namen Gottes (Lafza-i Celal) in der majestätischen Ayah (âyet-i celil)

سَيَرْحَمُهُمُ اللّٰهُ اِنَّ اللّٰهَ عَز۪يزٌ حَك۪يمٌ

{"ihrer wird sich Gott (Allah) erbarmen. Denn Gott (Allah) ist mächtig und weise." - Sure 9,71-}

außerhalb der Übereinstimmung (tevafuk) bleiben. Als ich (vaktaki) den majestätischen Namen Gottes (Lafza-i Celal) in der Ayah فَمَا كَانَ اللّٰهُ {"... und Gott (Allah) ist nicht der..." - Sure 9,70-} bereits geschrieben hatte, dachte ich (düşündüm), dass sie nicht so wird, wie ich eigentlich wollte (istedigim). Wenn das aber so ist, habe ich mir gesagt, soll die Übereinstimmung (tevafuk) so aussehen, dass sie sich drei Mal in derselben Spalte und zwei Mal in einer anderen Spalte einfinden sollte. Je mehr ich mich mit meiner Feder dem majestätischen Namen (Lafza-i Celal) näherte, der in Übereinstimmung (tevafuk) stehen sollte, entfernten (uzak) sich die majestätischen Namen (Lafza-i Celal) von dieser Übereinstimmung (tevafuk). Es gelang mir irgendwie (bir türlü) nicht (muvaffak) so wie ich es mir wünschte (arzu olsun). Schließlich (nihayet) kam diese vorhandene Form (hal-i hazır vaziyet) zustande. Dann wollte ich (istedim) diese Seite (sahife) anders schreiben. Da habe ich gesehen, dass diese Seite nicht auf meinen Willen (ihtiyarım) hörte. Da fiel es mir ein, dass darin ein Ziel und Zweck (maksad ve bir gaye) liegen könnte und habe die Seite (sahife) daher nicht zerrissen. Nachdem ich also die 198. Seite (sahife) abgeschrieben hatte, bemerkte ich (dikkat), dass die beiden der majestätischen Namen (Lafza-i Celal) auf einer Zeile, die auf der 197. Seite (sahife) außerhalb der Übereinstimmung (tevafuk) blieben, während sie auf der 198. Seite (sahife) mit zwei der majestätischen Namen (Lafza-i Celal) in der selben Zeile (aynı satır) übereinander stehen, während der andere wieder mit dem majestätischen Namen (Lafza-i Celal) auf der 199. Seite (sahife) mit einer ganz kleinen Abweichung (inhiraf) von kaum einem halben Zentimeter (yarım santim) übereinander (üst üste) zu stehen kam.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبّ۪ى

{"Dank sei Gott (Allah)! Dies ist eine Gnade meines Herrn,"}

sagte ich und wurde von einer unendlichen Freude überwältigt (nihayetsiz sürura müstagrak), sodass Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) Seinen kranken (alîl), doch so sündigen und fehlerhaften Diener (masiyet ve kusurlu bir kulu) in einem so heiligen Dienst (kudsî bir hizmet) in Arbeit nimmt (istihdam).

— 238 —

Diese Gnade (inayet) und diese Erfolge (muvaffakıyetler) strahlten unter zahllosen Wundertaten (hadsiz keramet) als ein winzig kleiner Glanz (lem'a), einem Fünkchen gleich (kıvılcım misal) unter den zahllosen Wundern (nihayetsiz mu'cize) der urewigen Unterscheidung (Furkan-ı Ezelî) auf, deren Echo (ses), das mit seinen besonderen Vorzügen (fazilet) und dem Ansehen (mübecceliyet) allen überlegen ist (tefevvuk) und nicht schweigt (susmaz) und das man nicht zum Schweigen bringen kann (susturulmaz), und die mit ihrem segensreichen Licht und ihrfer Leuchtkraft (feyyaz bir ziya ve nevvar) und Pracht (azamet) als Vorbild (imamlık) für 28 Tausend Welten (âlem) dient und unterweist (ders).

Falls Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) mich an der Schwelle Seiner Majestät (dergâh-ı izzetinde) annehmen wollte (kabul), was für ein großes Glück (kusurlu, âciz bir abd) wäre das für einen von Fehlern behafteten und schwachen Diener (kusurlu, âciz bir abd) wie mich, der von allen Seiten von Elend und Erbärmlichkeit (zillet ve meskenet) umgeben ist! So ist das, mein geliebter Meister (Üstad)! Es sind die Segnungen eurer Erhabenheit (Himmet-i âlîniz) und die heiligen Segnungen unseres Herrn (Efendimizin himemat-ı kudsiye), der die würdevolle Anrede (hitab-ı izzet)

لَوْلاَكَ لَوْلاَكَ لَمَا خَلَقْتُ الْاَفْلاَكَ

{"Wärest du nicht, ja wärest du nicht, so hätte ich die Welten nicht erschaffen."}

erfährt (mazhar) und der die Quelle aller Segnungen (menba'-ı füyuzat Aleyhissalâtü Vesselâm) ist, und es ist der Gnadenerweis des Qur'ans, dessen Ruhm gewaltig groß ist (Azîmüşşan'ın kerametleri), der uns beisteht (refik), und durch die Erlaubnis und die Gunst Gottes (müsaade ve lütuf), der notwendiger Weise da sein muss, seiner Exzelenz (Cenab-ı Vâcib-ül Vücud Hazretleri), dass mir dieses Exemplar des Ehrwürdigen (Kerim) Qur'ans abgeschrieben wurde, als ein Werkzeug wieder um ihretwillen (onların rızası) und um der Gemeinde (ümmet) Mohammeds willen, mit dem Friede und Segen sei. Während ich ihn euch überreiche (takdim), küsse ich, euer armseliger Schüler (fakir talebe), eure Hände und euren Rock (el ve etek) in vollkommener Ehrerbietung und Hochachtung (kemal-i ta'zim ve hürmet), mit dem Wunsch (dilek), für euch ein ernsthafter Schüler (ciddî bir talebe), ein wahrhaftiger Bruder (hakikî bir kardeş), ein gehorsamer Sohn (muti' bir evlâd) und für den ehrenwerten Propheten, unseren Herrn (Peygamber-i Zîşan Efendimiz), seine Exzelenz (Hazret), ein Mitglied seiner Gemeinde (ümmet) und für den freigiebigen Schöpfer (Hallak-ı Kerim) Sein Diener in meiner Wenigkeit (kemter bir kul) werden zu können, eure Exzelenz und mein Herr (Efendim Hazretleri).

Euer armseliger Schüler
Ahmed Hüsrev

Dieser Brief (fıkra) stammt von Halil İbrahim aus Milas

Mein Herr (Efendim)

Ich möchte gerne, dass unter den angenehmen Klängen (tatlı sadâlar) des 27. Briefes (Yirmiyedinci Mektub) auch meine rauhe Stimme (boguk sesim) sein dürfe. Oh weh (heyhat)! Es steht mir aber nicht zu (haddim degil), über diese Quelle des Ozeans der Geheimnisse (maden-i esrar bahrinden) große Worte (dem vurmak) zu machen. Mein Wunsch und meine Sehnsucht (arzum ve iştiyak) ist es doch, in diesen Rosengarten (gülistana) einzutreten und an diesen schönen Rosen (güzel güller) riechen zu dürfen. Anderenfalls bin ich aber zu schwach und unerfahren (âciz ve kasır) bei ihrer Darlegung (tavsif). Die Bedeutungen (mana), die aus meinem Herzen (kalb) sprudeln, sind zwar reichlich, doch irgendwie fehlen meiner Zunge (lisan) die Worte (tercüman) um meine Gefühle (hissiyat) zum Ausdruck zu bringen.

Ich kann nur so viel sagen, anhand dessen, was ich von den Abhandungen und dem Inhaltsverzeichnis (risaleler ve fihriste) in meiner Hand (elimde mevcud) entnommen habe, sind die Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur ein lichtvoller Baum (şecere-i nurani), dessen Äste (dallar) an den Ecken und Enden der Erde (aktar-ı arza) Lichter verbreiten (neşr-i envâr) und noch bis zu ihrem Ende (ilâ-nihaye) verbreiten werden. Wie in den dunklen Nächten (karanlıklı bir gece) Mond und Sterne (yıldız ve kamer) am Himmel (sema) für die Erdenbewohner (zemin yüzünde) als Wegweiser (rehber) dienen, so tun dies auch die Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur. Und wie man in der Finsternis (zulmet) des Lichtes bedarf (nura ihtiyaç), so bedarf man dessen auch der Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur.

Zwischen den Wogen (mevc) im Meer des Irrglaubens (bahr-i dalalet) bringt die Arche Noah (sefine-i Nuh) die Rettung (necat); wer immer in sie einsteigt, bleibt von der Sintflut der Sünden verschont (tufan-ı maasiden halâs). Die Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur sind ein Frühling (bahar) in der Buchhandlung (kütübhane) der vier Jahreszeiten (mevsim-i erbaa) der Erdkugel (küre-i arz) und sie ist so subtil und lebensspendend (letafet ve canbahş) wie der Frühling (bahar). Wie durch diesen Frühling (bahar) der erstorbenen Erde (ölmüş arz) Leben gespendet (hayat) wird, so geben auch die Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur den gleich der Erde erstorbenen Herzen (ölmüş arz kulûblere) ein neues Leben (taze hayat). Die Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur sind ein Lehrmeister (mürşid). Er führt den Menschen (insan) von der Ungerechtigkeit zur Rechtschaffenheit (haksızlıktan hakka) und erhöht ihn von seinem tierischen Wesen zur Menschlichkeit (hayvanlık insaniyet) und von dem Niedersten der Niederen (esfel-i safilîn) zu den Höchsten der Höhen (a'lâ-i illiyyîn). Der 24. Brief (Yirmidördüncü Mektub) des 33. Wortes (Otuzüçüncü Söz) u.dgl. lassen in der Seele des Menschen (insanın ruhun) eine Ausweitung entstehen (inşirah hasıl). Sie lassen Fenster im Herzen (kalb) nach der Weisheit des allweisen Schöpfers (Sâni'-i Hakîm'in hikmeti) öffnen. Die Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur eilen den Menschen (insanın) in seiner bedrängten (sıkıntı) Zeit zu Hilfe (imdad) und geben ihm Tröstung (teselli). Diesen Aspekt habe ich genau so erlebt. Kurzum: was immer ich über die Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur sagen sollte, würde es dennoch diesem Licht (Nur) gegenüber schwach sein (sönük). Wenn schon das Inhaltsverzeichnis der Inhaltsverzeichnisse (fihristeler fihristesi) in dieser Weise erscheint, können sich Verständige vorstellen (ehli olan anlar), was es noch des weiteren gibt.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der der ewig bleibt und besteht.}

Euer Bruder Halil İbrahim
— 239 —

Dieser Brief (fıkra) stammt von Hulusi Bey

Ich bin glücklich (bahtiyar), heute das 29. Wort (Yirmidokuzuncu Söz) zu erlangen, das Staunen (hayret mûcib) erregt, das Auge fasziniert (cazib), die Aufmerksamkeit (dikkat) auf sich lenkt, und in dem seine Bedeutung subtil (manası latif), die Anordnung fein (zarif), die Übereinstimmung (tevafuk) rein, die Lichter (envâr) klar, die Kürze deutlich (bahir) ist, die Essenz des Zeugnisses (zübde-i bürhan), die Säulen des Glaubens (erkân-ı iman), ein Funke (lem'a) der Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'ans enthalten ist, und dass Hüsrev, der segensreiche (mübarek) in einer überaus perfekten Form abgeschrieben (istinsah) hat, beigefügt (melfufu) den 16. Blitz (Onaltıncı Lem'a), der tatsächlich sehr wichtige Themen (mes'ele) umfasst und einzigarttige Antworten (cevab) beihaltet, und den Brief (mektub), der für einen Faulpelz (tenbel) wie mich ein perfekter, besinnlicher Unterricht (ders-i ikaz) ist. Lange Zeit habe ich die Lichter (Nurlar) entbehren müssen. Ich bin zu schwach, um Gott, dem barmherzigen Schöpfer (Cenab-ı Hallak-ı Rahîm), meinen Dank (teşekkür) dafür auszudrücken, dass ich Seine Gnade (nimet) erfahren durfte, die daraus erwächst (mütevellid), sie zu erlangen (kavuşmak).

Ich habe anhand der Erläuterungen (izah) meiner dortigen Mitbrüder (kardeş) anhand von fünf Arten des Gottesdienstes (ibadet) nicht etwa die schlechten Seiten (halim) meiner Persönlichkeit (şahsiyet), sondern meinen Zustand betrachtet, der ausschließlich dem Qur'an, dem Glauben (iman), dem Licht (Nur) und den Wahrheiten (hakaik) zugewandt ist, und dabei meine Überzeugung (kanaat) überprüft. Ich hatte aber auch an genau die gleichen Dinge gedacht wie sie und mich von ihnen überzeugt (kanaat getirmiştim).

1.) Am Kampf gegen die Leute des Irrwegs (Ehl-i dalalet) teilzunehmen.

اِنْ تَنْصُرُوا اللّٰهَ يَنْصُرْكُمْ وَيُثَبِّتْ اَقْدَامَكُمْ

{"Wenn ihr Gott (Allah) helft, hilft Er euch und befestigt eure Füße." - Sure 47,7-}

2.) Den Meister (üstad) bei der Verbreitung der Wahrheit (Neşr-i hakikat) unterstützen

وَتَعَاوَنُوا عَلَى الْبِرِّ وَالتَّقْوٰى

{"Unterstützt einander in der Frömmigkeit und Gottesfurcht." - Sure 5,2-}

وَ اَط۪يعُوا اللّٰهَ وَ اَط۪يعُوا الرَّسُولَ

{"Gehorchet Gott (Allah) und gehorcht dem Propheten." - Sure 5,92-}

— 240 —

3.) Den Moslems in ihrem Glauben (iman) einen Dienst (hizmet) zu erweisen:

اِنَّ الدّ۪ينَ عِنْدَ اللّٰهِ الْاِسْلاَمُ

{"Für wahr! Der Glaube vor Gott (Allah) ist der Islam." - Sure 3,19-}

وَاعْتَصِمُوا بِحَبْلِ اللّٰهِ جَم۪يعًا وَلاَ تَفَرَّقُوا

{"Und haltet euch alle fest am Seil Gottes (Allah) und zerspaltet euch nicht!" - Sure 3, 103-}

اِنَّمَا الْمُؤْمِنُونَ اِخْوَةٌ

{"Für wahr, die Gläubigen sind Geschwister." - Sure 49,10-}

Und dergleichen Ayat.

اَلدّ۪ينُ النَّص۪يحَةُ اَلدّ۪ينُ النَّص۪يحَةُ اَلدّ۪ينُ النَّص۪يحَةُ

{"Religion ist eine gute Hilfe." - "Religion ist eine gute Hilfe." - "Religion ist eine gute Hilfe."-}

Eine Heilige Überlieferung (hadîs-i şerif)

4.) Die Wissenschaft mit der Feder (Kalem) studieren.

نٓ وَالْقَلَمِ وَمَا يَسْطُرُونَ

{"Nun. Bei der Feder und bei dem, was man mit ihr schreibt." - Sure 68,1 -}

Da die Wissenschaft von der Wahrheit (hakikat ilmi) nun einmal nicht unterrichtet (tedris) wird, darf man auf keinen Fall daran zweifeln (şübhe edilme), dass aufgrund verborgener Weisheiten (mahfî hikmet) eine gewisse Anzahl Menschen (mahdud insanlar), denen diese Art Unterricht (ders) ermöglicht wurde (eline geçen) und zu Gehör gebracht wurde (kulagına giren), um so ein ernsthaftes Studium (ciddî tahsil) zu ermöglichen, unter ihnen besonders diejenigen, die des Lesens und Schreibens (okuması yazması) kundig sind, nun selbst abschreiben und so zum gleichen Ergebnis (netice) gelangen. Etwas zu schreiben, heißt, es zu lesen, zu verstehen und es auf ein neues Papier (başka kâgıda) zu übertragen. Auf diese Weise den erwünschten Nutzen (matlub istifade) zu sichern ist absolut sicher (muhakkak).

5.) Eine Stunde nachsinnen (tefekkür) gilt als ebenso wertvoll wie ein Jahr (bir saatı bir sene) Gottesdienst und Anbetung (ibadet): Ich denke, dass ihr alle in der Tat solche Stunden (saat) bezeugen könnt (meşhud), während ihr aus den "Lichtern" euren Nutzen (Nurlarla istifade) zieht. Der Wahrheit in den Worten (Sözler'deki hakaikı) nachzusinnen gleicht dem geistigen Erforschen (manen taharri) der Schätze (künuz) im Qur'an, sodass der Name "der Öffnende (Fettah)" euch zu Hilfe (imdad) eilt, wobei die Freude (zevk) kein Ende hat und dem Verstand Staunen erregende (muhayyir-il ukûl) Tore geöffnet werden. Wenn man den Qur'an direkt und ohne Schleier (perdesiz, vasıtasız) betrachtet, so bezeugt (müşahede) man, dass sich die Wahrheiten (hakaik) wie klares, reines Wasser (zülâl) zeigen, oder die Sonne am wolkenlosen Himmel (bulutsuz hava) oder der Vollmond (bedirlenmiş kamer) bei klarem Wetter (hava) an dem mit Sternen verzierten Himmel (yıldızlarla süslenmiş sema).

Obwohl der Bildungsstand eines solchen Aufständischen (isyankârın vaziyeti) wie mir, seine innere Haltung, seine Fähigkeiten und seine Veranlagung überhaupt nicht dazu in der Lage war, bin ich durch die unendliche Freigiebigkeit und Barmherzigkeit (kerem ü rahmet), den Segen und die Gnade (fazl u inayet) Gottes des Majestätischen (Allah-u Zülcelal) mit der gleichen Sicherheit (kat'iyyet) mit der zwei Mal zwei vier ist zu der festen Überzeugung (kat'î kanaat) gelangt, dass seine Exzelenz (Hazret) Ghausu-l'Geylani und dessen Lehrmeister (üstad), unser großer Prophet (Nebiyy-i Efham), der Stolz beider Welten (iki cihan fahri), unser Herr, seine Exzelenz (Efendimiz Hazretleri), mit dem Friede und Segen sei, mit ihrem Gebet und Segen (dua ve himmetleri) über die Schüler (şakird) seiner Exzelenz (Hazret) des Qur'ans wachen.

— 241 —

Es ist meine feste Überzeugung und mein Glaube (kat'î kanaat ve imanında), dass dieser Segen und Schutz (himayet ve sahabet), wenn wir ihn nicht durch den Missbrauch unseres freien Willens (sû'-i ihtiyar) wieder verlieren, auf jeden Fall weiter bestehen wird. Wolle es Gott (inşâallah), dass die Werke des Lichtes (âsâr-ı Nur), die mich durch die Ehre ihrer Eingebung (şeref-i vürud) und ihren Segen (feyiz) dazu veranlassen, diese Zeilen (satırlar) zu schreiben, den Segen (sevab) einer erfüllten (ihya) Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) bringen, der in den letzten sechs Tagen (aşr-ı âhir) des Monats Ramadan verborgen ist, und es ermöglichen (vesile), durch die Erlangung (mazhariyet) der Zufriedenheit Gottes des Einzigartigen (rıza-yı Samedanîye) die Ewige Glückseligkeit (saadet-i ebediye) zu gewinnen.

Oh ihr Gefährten (arkadaş) meines Meisters (üstad) in dieser vergänglichen Welt (fâni âlem)! Meine lieben und teuren Mitbrüder (aziz ve kıymetli kardeş), die - wolle es Gott (İnşâallah) - auch in der jenseitigen Welt (âhiret âlemin) einmal seine Weggefährten (yoldaşlar) sein werden! In diesem Augenblick seufzt (inliyor) mein Herz (kalb) und ich schreibe es euch spontan (ihtiyarsız): Der Weg (yol), auf dem seine Exzelenz, unser Meister (Hazret-i Üstad), uns leitet, ist fürwahr die große Straße (cadde-i kübrası) des Qur'ans, die wir nicht wieder verlassen wollen (ayrılmayalım). Wir wollen uns nicht dem Dienst (hizmet) entziehen, keineswegs den Mut (fütur) dazu verlieren. Und wir gestatten uns auch nicht, uns durch die politische (siyaset) Propaganda, deren Kapital (sermaye) Lug und Trug (yalancılık) ist, entmutigen zu lassen, wegen der schlimmen Ereignisse (fena şeylere), die wir durch unsere schlechten Handlungen (sû'-i kesb) verschuldet haben oder heute noch auf uns ziehen (tevarüs) werden, uns bei der göttlichen Vorsehung beklagen (kaderi ittiham) oder versuchen, uns in den Willen Gottes (muradullah) einzumischen. Denn wir sind Seine Diener (abd). Der Anlass zu unserer Erschaffung (sebeb-i hilkati) liegt darin, unseren Herrn (seyyidi), unseren Schöpfer (yaratanı) und Ihn, der uns versorgt, zu erkennen und Ihn zu finden (bilmek ve bulmak). Wir sollen uns dafür einsetzen und uns große Mühe (bezl ü gayret) geben, die Gesetze (ahkâm) des Qur'ans, der durch unseren Propheten (Peygamber), der die Essenz allen Seins (Hülâsa-i mevcudat) ist, zu uns herabgesandt und uns geschenkt (inzal ve ikram) wurde, um das Vorbild seiner Exzelenz (Hazret'in sünneti) zu befolgen (tevfik-i hareket). Hier sind nun die Lichtabhandlungen in unseren Händen (Nur elimizde) unsere Versorger (mürebbi) und zugleich auch unsere Ratgeber (muarrif). Darum sollen wir uns nun auch Mühe geben, unserem Versorger und Ratgeber (mürebbi ve muarrifi) zuzuhören und sodann die Lichtabhandlungen zu verbreiten. Wir sollen unserer Verpflichtung zum Dienst (vazife-i ubudiyeti) und der Anbetung Gottes nachgehen und den Lohn dafür am Ende (netice-i mükâfat) unserem Barmherzigen Schöpfer (Hâlık-ı Rahîm) überlassen. Dabei sollen wir auch unsere größte Hilfe (yardım), das Gebet (dua) für einander (yekdigeri), nicht vernachlässigen.

Der arabische Text (nüsha) der Abhandlungen "Blumen (Zühre)", "der Kern (Habbe)" und "Tropfen (Katre)" mit seinem Anhang (Zeyl) wurde meiner Wenigkeit geschenkt (fakire ihda). Es wurde jedoch bereits darauf hingewiesen (işaret), dass sie eines Tages übersetzt (tercüme) werden. Das also heißt, dass die Zeit nun schon gekommen ist. Aufgrund der unausgesprochenen Wünsche (manevî arzu) derjenigen Mitbrüder (kardeş), die so wie ich kein arabisch können, wurde nun die Übersetzung (tercüme) der Abhandlung "Blumen (Zühre)" veranlasst. Hier möchte ich also nun ganz kurz (muhtasar) über meine Eindrücke (duygular) von diesem Buche sprechen:

Erste Notiz:
فَاعْلَمْ اَنَّهُ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ

{"Wisse also nun, dass es keine Gottheit (ilah) gibt außer Gott (Allah)." - Sure 47,19-}

Man soll sich also mit dieser Formel der Einheit (kelime-i tevhid) mit dem in Wahrheit Angebeteten (Mabud-u Hakiki) verbinden.

Zweite Notiz:
اَللّٰهُ اَكْبَرُ اَللّٰهُ اَكْبَرُ لآَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ وَاللّٰهُ اَكْبَرُ اَللّٰهُ اَكْبَرُ وَ لِلّٰهِ الْحَمْدُ

{"Gott ist groß (Allahu ekber). Gott ist groß (Allahu ekber). Es gibt keine Gottheit (ilah) außer Gott (Allah). Gott ist groß (Allahu ekber). Gott ist groß (Allahu ekber). Und alles Lob gebührt Gott (Allah)."}

Mit dieser Anrufung über die Einzigartigkeit der Größe Gottes (tekbir-i ekber) wird uns gezeigt, dass einzig und allein Gott der Majestätische der Vollkommene (Allah-u Zülcelal Velkemal) ist, der Größe und Majestät (kibriya ve azamet) besitzt (sahibi).

Dritte Notiz:
كُلُّ شَيْءٍ هَالِكٌ اِلاَّ وَجْهَهُ لَهُ الْحُكْمُ وَاِلَيْهِ تُرْجَعُونَ

{"Alles ist dem Untergang geweiht, nur Er nicht. Ihm steht die Entscheidung zu; und zu ihm werdet ihr zurück gebracht." - Sure 28,88-}

Da durch die gewaltige Aussage (nass-ı azîm) dieser Ayah alles untergehen (helâk) wird, verstehe oh du schwacher Mensch (zaîf insan), dass auch dein Leben (hayat), das im Vergleich zur Sonne (şems) kaum wie ein Stäubchen (zerre) ist, darin mit eingeschlossen ist. Komm zur Besinnung (aklını başına)! Denke an die Weisheit (hikmeti düşün) in deiner Erschaffung. Sei bescheiden (haddini bil). Verbringe dein Leben und deine Zeit (ömür ve hayat) mit Dingen, welche dir die Ewige Glückseligkeit (saadet-i ebediye) eröffnen werden... u.dgl. andere Wahrheiten (hakikat) mehr

— 242 —
Vierte Notiz:
كُلُّ نَفْسٍ ذَٓائِقَةُ الْمَوْتِ

{"Jede Seele wird den Tod schmecken." - Sure 29,57-}

قُلْ يُحْي۪يهَا الَّذ۪ٓى اَنْشَاَهَٓا اَوَّلَ مَرَّةٍ وَهُوَ بِكُلِّ خَلْقٍ عَل۪يمٌ

{"Sag: Der wird sie wieder lebendig machen, der sie erstmals hat entstehen lassen, und der über alles Geschaffene bescheid weiß." - Sure 36,69-}

Mit dergleichen Ayat wird bestätigt (müeyyed), dass nach dem Tode (ba'de-l mevt)

ثُمَّ نُفِخَ ف۪يهِ اُخْرٰى فَاِذَاهُمْ قِيَامٌ يَنْظُرُونَ

{"Sodann wird sie ein zweites Mal geblasen und sogleich werden sie auferstehen und um sich schauen." - Sure 39,68-}

das Geheimnis dieser Ayah (sırrı zahir) offenbar werden und am Tage der Strafe und der Abrechnung (ceza ve hesab gününde) in der Gegenwart (huzur) des Herrn des Tages der Abrechnung (Mâlik-i Yevm-id Din) der Mensch, welcher der wertvollste (kıymetdar) in der Schöpfung und allem Sein (mahlukat ve mevcudat) ist, mit Leib und Seele wieder neu erschaffen (halk) und wieder anwesend sein (bulundurulacak)...

Fünfte Notiz: In Form eines Zwiegesprächs (muhavere) wird angeführt, dass die oberflächliche Zivilisation (surî medeniyet) Europas den Wahrheiten (hakaik) des Qur'ans gegenüber unhaltbar (butlan) ist. Und so wird denn die Ayah

وَنُنَزِّلُ مِنَ الْقُرْاٰنِ مَا هُوَ شِفَٓاءٌ وَرَحْمَةٌ لِلْمُؤْمِن۪ينَ

{"Wir senden im Qur'an Offenbarungen herab, die für die Gläubigen Heilung und Erbarmung sind." - Sure 17,82-}

auch in dieser Weise unterrichtet (tedrisi)...

Sechste Notiz:
اِنَّمَا الْمُشْرِكُونَ نَجَسٌ

{"Fürwahr, die Götzendiener sind unrein." - Sure 9,28-}

كَمْ مِنْ فِئَةٍ قَل۪يلَةٍ غَلَبَتْ فِئَةً كَث۪يرَةً

{"Wie schon einige Wenige mit Gottes Erlaubnis über eine große Schar gesiegt haben..."}

In der gleichen Ayat wird verkündet, dass die Schar Gottes (hizbullah), welche die Krone des Glaubens (iman tacı) trägt, siegreich (galebe) ist und welchen Wert (kıymet) die Götzendiener (müşrikîn), die äußerlich in der Gestalt eines Menschen (zahir insan) erschaffen wurden und zu der Art derer gehören (bir nev'i olan), die alles abstreiten (inkâr), nach Ansicht (nazar) des Qur'ans haben.

Siebente Notiz:
وَلاَ تَنْسَ نَص۪يبَكَ مِنَ الدُّنْيَا

{"Vergiss jedoch nicht deinen Anteil am Diesseits!" - Sure 28,77-}

— 243 —
اِنَّ اللّٰهَ يَاْمُرُ بِالْعَدْلِ وَالْاِحْسَانِ

{"Fürwahr, Gott (Allah) befielt, was gut und recht ist." - Sure 16,90-}

وَتَعَاوَنُوا عَلَى الْبِرِّ وَالتَّقْوٰى

{"Unterstützt einander in der Frömmigkeit und Gottesfurcht." - Sure 5,2-}

Die Bedeutung ähnlicher Ayat wird auf diese Weise in Erinnerung gerufen (manasını hatırlattıgı).

Achte Notiz: Eine Art Kommentar (tefsir) der vier majestätischen (celile) Ayat, die am Schluss zitiert (zikr) werden.

Neunte Notiz: Sie ist ein Kern (çekirdek) des Neunten Wortes (Söz) über das tägliche Gebet (bu gün).

Zehnte Notiz: Hier wird indirekt (mahfî işaret) auf das Zehnte Wort (Onuncu Söz) hingewiesen, das einen Weg (yol) zur Erkenntnis Gottes (Marifetullah) öffnet und in einer Zeit (zaman) erscheint, in der sich ketzerische Neuerungen (bid'a) häufen. Es wird den Titel (ünvan) der Risale-i Nur tragen und insbesondere (en evvel) mit der Anrede (hitab) veröffentlicht werden (mevki-i intişar): "Oh ihr Gläubigen (ehl-i iman)! Nach dem Tod kommt die Wiederauferstehung (dirilmek) und somit der Jüngste Tag der Strafe und der Abrechnung (ceza ve hesab). Darum wacht auf (uyanın)!"

Elfte Notiz: Sie setzt Zeichen (îma) auf die Abhandlungen des Lichtes (Nur risaleler), die den Qur'an ausführlich erklären (fazlaca bahseden), wie das 11.,12.,13., 14. Wort (Sözler) und besonders auf das Erscheinen des 25. Wortes (Yirmibeşinci Söz), das unter ihnen (arasında) einen prachtvollen Platz (parlak bir mevki) einnimmt...

Zwölfte Notiz: Sie erteilt eine Unterweisung (ders), die auf dem Weg (tarîk) der Schwäche und Armseligkeit (acz ve fakr), der Liebe und des Nachsinnens (şefkat ve tefekkür) allen Moslimen erteilt werden kann, was ein Beginn (Besmele) ist und zu dem Ergebnis (neticeye) führt, das durch die Erfahrungen (sülûk) in verschiedenen mystischen Schulen (muhtelif tarîkat) erreicht werden kann (kazanılacak)...

Dreizehnte Notiz: Sie weist auf das 26. Wort (Yirmialtıncı Söz), die Ayah

اِنْ اَجْرِىَ اِلاَّ عَلَى اللّٰهِ

{"Fürwar, für meinen Lohn kommt einzig Gott (Allah) allein auf." - Sure 10,72-}

und die Überlieferung (hadîs)

مَنْ عَرَفَ نَفْسَهُ فَقَدْ عَرَفَ رَبَّهُ

{"wer seine eigene Seele kennt, der kennt auch seinen Herrn"}

und das Erste Wort (Birinci Söz) und dadurch auf die Notwendigkeit (lüzum) hin, von dem Nacheifern (taklid) zu einer Erforschung (tahkik) überzugehen, damit sie die irdische Liebe (mecazî muhabbet) im vernunftgemäßen Rahmen erklärt.

Vierzehnte Notiz: Sie weist auf den 20. Brief über die Einheit Gottes (Yirminci tevhid Mektubu) hin, der ein besonders wertvolles (mühim) und überaus lichtvolles Werk (nurlu bir eser) ist...

— 244 —

Fünfzehnte Notiz: Sie erklärt mit ihren drei Punkten (üç mes'elesi) ganz offensichtlich (ayân beyan), wie zutreffend (yerinde) die Anordnungen und die Verbote (emir ve nehyi) im Qur'an und die Praktiken (desatir) in der Scheriah Mohammeds (şeriat-ı Ahmediye) sind, die sich auf vernunftgemäße und logische Grundsätzen (makul ve mantıkî esaslar) stützen.

Den Segen (feyiz), den euer so fehlerhafter und schwacher (kusurlu ve âciz) Schüler diesem Buch (Zühre) entnahm, kann ich nur durch die Wiederholung (tekrarla) der Sätze im Text (metin) zum Ausdruck bringen. Um die Rede (hitab) kurz zu fassen (kısa kesme) und das Wort nicht weiter in die Länge (sözü itnaba) zu ziehen, stelle ich es mir verstandesmäßig vor (makul düşüncesiyle) und halte es daher für das Beste (faideli), meinen Brief (maruzat) hiermit zu beenden.

Hulusi

Dieser Brief (fıkra) stammt von dem Arzt Abdülbâki Bey, der die Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye') mit goldenen Lettern abgeschrieben hat.

Eure Exzelenz (Hazretleri),\mein geliebter und liebenswerter Herr und Meister~(Sevgili, müşfik Üstadım, Efendim)

Aus den Abhandlungen (eczalar) der Risale-i Nur, deren Wert unendlich (kıymetine nihayet) ist, und die in jeder Hinsicht (her vecih) jedweder Lobeshymne (sitayiş) und Hochschätzung (medih ve takdir) würdig ist, habe ich mit meinem Stift (kalem) die Abschrift eines Abschnitts (bir parça), nämlich den 19. Brief (Ondokuzuncu Mektub), der die Güte (inayet) mit seiner Verbreitung (intişar) bestätigt, welche dieser Brief (mektub) erhält, vor zwei Tagen beendigt (ikmal) und möchte sie nun meinem geliebte Meister (sevgili üstad) überreichen. Ich möchte nun meine Eindrücke (ihtisasat) über diese Abhandlung (risale) in meinem Herzen (kalb) meinem geliebten Meister (aziz üstad) gegenüber äußern. Doch weder mein Stift (kalem), noch mein Herz (kalb) sind in der Lage sie in Worte zu fassen (ifadeden âciz).

Die Veränderung (tebeddülât), welche diese Abhandlung in meinem Geist (risalenin ruhum) zustande gebracht (vücud) hat, ist unbeschreiblich (imkânsız). Denn in der Tat hat sie, was das glückliche Zeitalter (asr-ı saadet) betrifft, die dunklen Punkte (karanlıklı nokta) in meinem Geist erleuchtet (ruh aydınlatmış), ist sie in die tiefsten Abgründe (mahal) meines Herzens (kalb) eingedrungen, und hat durch die Lichter und die Erleuchtung (ziyaları, nurlar), die sie eurem armen Schüler (fakir talebe) gebracht hat, euren armen Schüler (fakir talebe) in einen solchen Zustand (hal) versetzt, dass euer von Mängeln behafteter Schüler (kusurlu talebe) nun von Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hak) erbittet, diesem ruhmreichen Propheten (Peygamber-i Zîşan), der im Zeitalter (asır), in dem die Lichter (nurlar) die Finsternisse (zulümat) spaltend verbreitet (serpen) wurden, die Menschheit (beşeriyet) vor ihrer ewigen Vernichtung (helâk) bewahrt und in die Glückseligkeit gerufen (saadete davet) hat, und in dessen Hand und auf dessen Zunge (elinde ve lisanında) das immerwährende Wunder (sonsuz mu'cizat) trägt, {den Qur'an (A.d.Ü.)} und der sich damit nicht nur den Menschen und der Welt (beşeriyet ve dünya), sondern allem Sein (mevcudat) im Diesseits und im Jenseits (dünya ve âhiret) vorgestellt hat, in seine Gemeinde (ümmet) aufgenommen zu werden, und meinem geliebten Meister (sevgili üstad) ein Schüler (talebe) zu werden und bis zu meiner letzten Stunde zu leben (hayatıma hâtime) und zu bleiben. Ich küsse eure Hände und Füße (el ve ayak), mein Herr (efendim).

Abdülbâki
— 245 —

Antwort (cevab) auf eine Frage (sual), die ein Mitbruder (kardeş) aufgrund dreier haltloser Verdächtigungen (asılsız üç vehimler) unseres Meisters (Üstad) durch die Weltleute (Ehl-i dünya) gestellt hatte.

Da unser Meister (Üstadımız) einsam und allein (kimsesiz) in Barla lebte und bei sich keinerlei Bücher (kitab) für seine Studien (mütalaa) hatte, war er von der Welt verzweifelt (dünyadan ümidini). {Er hatte inzwischen seine politischen Interessen aufgegeben. (A.d.Ü.)} Hinsichtlich des Jenseits (âhiret) und des Glaubens (iman) schrieb er seine Gespräche (mükâleme) mit seiner eigenen Seele (nefs) und seine Gedanken (düşündük) des öfteren mit der Anrede "Oh du meine Seele (Ey nefsim)! Oh du meine Seele!" nieder (kaleme almış). Nachdem er von diesem Zustand, von dieser Plage (o vaziyetten, o beladan) errettet worden war, kam er hierher. Hier hat er nun in sechs Monaten (altı ay) noch nicht einmal so viel geschrieben, wie er dort in sechs Tagen (altı gün) geschrieben hatte. Er veröffentlicht (neşriyat) ja nichts mehr. Lediglich die Themen (mesail), die er für seine Seele (nefs) als Anmerkung (nota) aufgeschrieben hatte, nahmen einige seiner engsten Freunde (has dostlar), die hinsichtlich des Glaubens (iman) in Verdacht geraten (vesvese) waren, mit einer ausdrücklichen (güçlükle) Bitte (istemeler) an sich, um sie zu lesen (mütalaa). Ein äußerst wichtiges Werk (en mühim bir eseri), das er geschrieben hatte, hat ein Direktor (müdür) als eine Art Anklage (şikayet) einem Gouverneur, der dem Meister gegenüber argwöhnisch (vesveseli) und voreingenommen (muannid) war, übergeben. Dieser voreingenomme Gouverneur (muannid vali) las es durch und sagte dann, dass es in diesem Werk (eserde) und bei seiner Veröffentlichung (neşriyat) nichts gab, was man als politisch betrachten könnte (siyasete taalluk), und dass es nur Themen des Glaubens behandele (mesail-i imaniye). Nachdem er so den Sachverhalt (hakikatı) verstanden hatte, wies er diesen Direktor deshalb zurecht (o müdürü tekdir etmiş).

Außerdem sagt unser Lehrer (hoca) ständig zu seinen Freunden (dost), dass es heute nicht die Zeit für mystische Orden (tarîkat) sei. Er sagt vielmehr, dass es heute Zeit ist, den Glauben zu retten (imanı kurtarmak). Beweis (delil) dafür ist, dass er in neun Jahren überhaupt niemandem einen Unterricht in der Mystk (tarîkat talim) erteilt hat. Da er zu der Rechtsschule (mezheb) der Schafis gehört, dauern seine Rezitationen nach dem Gebet (namazdan sonraki tesbihat) etwas länger (fazlaca). Diese Ergänzung (fazlalık) besteht nach den Rezitationen (tesbihat) entsprechend seiner Schule (mezheb-i Şafiî sünnet) aus manchmal zehn, manchmal dreiunddreißig Mal لاَ اِلٰهَ اِلاَّ اللّٰهُ {"Es gibt keine Gottheit (ilah) außer Gott (Allah)"} und danach drei Mal Segensgebete für den Propheten (salavat) zu rezitieren. Während der einsamen Verrichtung eines Gottesdienstes (hususî ibadet) lässt er nie jemanden (hiçbir kimseyi) in sein Zimmer kommen, noch nicht einmal seinen engsten vertrauten Diener (en has hizmetçi). Er sagt dabei: "Ich bin kein Scheych. Ich bin nur ein Lehrer (hoca). Da ich mich früher um die weltlichen Angelegenheiten (dünya) gekümmert hatte, habe ich mich dabei oft versündigt (günahlarım çoktur). Ihretwegen bitte ich bei Gott um Vergebung (istigfar)." Über unseren Meister (Üstad) wird von den Weltleuten (ehl-i dünya) und den Juristen (ehl-i hüküm) vielmals argwöhnisch (endişekârane) gefragt: "Wovon lebt er eigentlich?" Mit dieser Frage (sual) meinen sie, ob er vielleicht von den Geschenken und Spenden (hediye ve sadaka) der Menschen lebt.

Antwort: Wir stehen ständig in seinem Dienst (hizmet). Doch er akzeptiert von gar keinem irgendein Geschenk oder eine Spende (sadaka ve hediye) und bittet auch nicht darum (ihtiyarı ile kabul). Falls es dennoch einmal unbedingt notwendig ist (mecbur), antwortet er darauf mit einem Gegengeschenk (mukabil). Da in dem Dorfe Barla nur wenige Bewohner (köy halkı) leben, untersagte er es (men' edip) ihnen und befreite sich so davon. Nachdem er hierher gekommen war, gelang es ihm (muvaffak) jedoch nicht mehr, dadurch hartnäckig (musırrane) abzulehnen, dass er so wie in Barla zu ihnen sagte: "Ich möchte nichts von euch." Das Essen (yemekleri), das einige Freunde (dost) gebracht hatten, die er aber durch seine ständige Ablehnung (hatırları) nicht kränken wollte, hat er ein paar Mal dennoch gegessen (yedi). Danach hatte er dann plötzlich (birden bire) seinen Appetit (iştihas) vollkommen verloren, obwohl er doch gar nicht krank (hasta) war. So sind wir denn zu der festen Überzeugung gelangt (kanaat-ı kat'iyyemiz), dass es eine geistige Ermahnung (manevî bir ihtar) oder ein Tadel (itab) ist, ihn ein solches Geschenk oder ihre Spende (hediye ve sadaka) essen zu lassen (yedirmemek).

Ihm und seinen vier Katzen (kedi) reichten vor zwei Jahren (iki sene) im ganzen Monat Ramadan in der Tat bereits drei Laib Brot (ekmek) und ein Okka (1283 g) Reis. Vor einem Jahr reichten (kâfi) ihm ebenfalls drei Laib Brot (fırancala) für den ganzen Monat Ramadan (Ramazan-ı Şerif'). In diesem heiligen Monat Ramadan hat er in dreißig Tagen nichts weiter als ein halbes Okka Yogurt, kaum ein halbes Okka Reis (daha az pirinç) und einen Laib Brot gegessen, was vier Kurusch kostet - dabei hat er noch ein, zwei Tassen Tee getrunken (kupa çay içmek) und während des Fastenbrechens (iftar) einen Teelöffel Honig (bal) gegessen - was wir selbst bezeugen können (bizzât müşahede).

{(Anmerkung): Unser Meister (Üstad) akzeptiert gar keinen (kabul etmez) außer seinen engsten Dienern (has hizmetçi) ohne einen dringenden Grund (ihtiyar) in seiner Nähe. Er will noch nicht einmal, dass zwei oder drei von uns, die wir doch in seinem ständigen Dienst (daimî hizmet) stehen, gleichzeitig bei ihm sind (istemez). Bis heute hat er keinen außer denen, die ihm dienten (hizmet), fünf oder zehn Tage hinter einander im Dienst behalten. Er weist sie vielmehr zurück (geri gönderir). Was die haltlosen Verdächtigungen (asılsız vehimler) derer, die sich an seine frühere Zeit (eski zaman) erinnern und sich vorstellen (tevehhüm), dass er sich auch heute noch um die Politik (siyaset) und die Ereignisse in der Welt (ahval-i âlem) bekümmert, absolut widerlegt (kat'î reddedecek), ist dieser Zustand (hal), dass er, der vor dreizehn Jahren täglich vielleicht neun Zeitungen (dokuz gazete) las, in neun Jahren, wie wir bezeugen (şehadet) können, überhaupt keine einzige Zeitung mehr weder gelesen hat, noch sich vorlesen ließ, noch eine bestellte oder zu bestellen wünschte (arzu ettirdi).

Süleyman Rüşdü, der abwechselnd (münavebe) bei ihm war

Hüsrev, der abwechselnd (münavebe) bei ihm war

Re'fet, der abwechselnd (münavebe) bei ihm war

Bekir, der acht Jahre lang sein Gefährte (bir arkadaş) war

Mustafa Çavuş, der ununterbrochen sein Diener (daimî hizmetkârı) in Barla war

Süleyman aus Barla, sein Gefährte (arkadaş), der acht Jahre lang in seinem Dienst (hizmet) stand.}

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Einmal hatte Rüşdü Efendi, sein Gefährte (arkadaş) in seinem ständigen Dienst (daimî hizmet), drei kleine Fische (ufak balık) von denen, die für fünf Kurusch je drei Okka angeboten wurden, sehr schön gebraten (kızartılmış) gebracht und darauf bestanden (ısrar), dass unser Meister (üstad) sie auch isst. Sowohl um Rüşdü Efendi nicht zu kränken (hatır) und weil auch er die Fische gern (sevdi) aß, hat er sie also gegessen. Wegen dieser Fische musste er danach fünf Stunden lang ununterbrochen Bauchschmerzen (mütemadiyen sancı) erleiden. Drei Stunden nach dem Beginn dieser Schmerzen (sancı) sagte er zu Rüşdü Efendi: "Nimm den Preis der Fische (balıgın fiatı) von meinem Geld (param) bei Hüsrev. Denn der Schmerz (sancı) setzt sich fort." Trotzdem hat er jedoch den Preis der Fische (balıkların fiatı) nicht genommen; und so setzte der Schmerz sich noch zwei Stunden weiter fort (daha devam). Endlich sagte er noch einmal: "Schnell, du musst das Geld nehmen (aman parayı al), um mich von dem Leiden (azabdan) dieses Schmerzes zu erlösen." In dem Augenblick, in dem Rüşdü Efendi den Preis für die Fische bekommen hatte (fiatını aldıgı), hörte auch der Schmerz (sancı) plötzlich auf. Diesen Zustand und diesen Fall (hal vaziyet) unseres Meisters (üstad), also dieses eigenartige Ereignis (hal), haben wir genau so gesehen. So sollen diejenigen, die über unseren Meister (üstad) dergestalt daher reden, wovon er den eigentlich lebe (ne ile yaşıyor), ihren Fehler korrigieren (hatalarını tashih etsin)!

Bekir, Re'fet, Hüsrev, Rüşdü

Dieser Brief (mektub) stammt von Hulusi Bey

اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ مِنَ الْاَزَلِ اِلَى الْاَبَدِ بِلاَ اِنْقِطَاعٍ

{"Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen von Ewigkeit zu Ewigkeit immerdar.}

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Oh Meister (Üstad-üs Said)

Ich bin in der geistigen Körperschaft (şahsiyet-i manevi) der Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur zwar das unfähigste (âciz), schwächste (zaîf) und nichtsnutzigste Mitglied (menfaatsız bir uzuv), stütze mich mit der Kraft (kuvvet) dieser meiner Zugehörigkeit (intisab) auf den Segen (himmet) der Gebete (dua) ihrer geistigen Miglieder (manevî efrad), ihres heiligen Schutzes (kudsî himaye) und auf die Freigiebigkeit und Güte (kerem ü inayet) des Barmherzigen Herrn (Rabb-ı Rahîm). Ich habe den Wunsch und die Absicht (emel ü niyeti), vor allem unserem verehrten, sehr liebevollen und geliebten Meister (aziz üstad), der für unsere aufrichtige Freude (hâlis sürur) und unendliche geistige Empfindungen (manevî duygular), die aus dem Studium (mütalaa) der lichtvollen Werke (nurlu âsârı), die wir vor kurzem erhalten (nâil) haben, und aus der Verbreitung (neşr) in unserer beklagenswerten Umgebung (zavallı muhit) erwachsen, als Sprachrohr (tercüman) dient und vermittelt (vasıta), in der Sprache der Schwäche (lisan-ı acz) diese Empfindungen zu äußern (hissiyatı izhara), und unseren Mitbrüdern (kardeş), die durch die Führung Gottes (tevfik-i Huda) seine wertvollen Helfer (kıymetli muînler) und in der Geistigen Körperschaft (manevî cisimleri) der Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur ständig aktiv (daima fa'al) sind und die Lichter übertragen und verbreiten (nevvar nâkil ve naşirler), unsere Schuld zu Dank und zu Gebet (şükran ve dua) mitzuteilen. Damit fange ich an, diesen bescheidenen Brief zu schreiben (arîzacıgı yazmaya başlıyorum).

Zuerst möchte ich von einer erhabenen Verheißung (ulvî ve gaybî keramet) sprechen: Diese segensreiche Dichtung (kaside-i mübarek) namens Ercuze aus der Sammlung Mecmuat-ül Ahzab habe ich bei Fethi Bey entdeckt. Viele Stellen daraus habe ich auch gelesen. Ich konnte sie aber nicht eingehend erforschen (fazla tedkik). Ich habe lediglich die sechs Namen Gottes "Der Alleinige (Ferd), der Lebendige (Hayy), der Unwandelbare (Kayyum), der Richter (Hakem), der Gerechte (Adl), der Heilige (Kuddüs), dessen Majestät groß ist (Celle Celalühü)" entdeckt, die Sekine genannt werden und den gewaltigen Namen Gottes (İsm-i A'zam) beinhalten. Ich bitte euch (istirham) also um eure Erlaubnis (müsaade), diese segensreichen Namen (esma-i mübarek) zu rezitieren (vird edilme) und um eure Anweisung (emriniz), wie wir sie fortsetzen (ne suretle devam iktiza) können.

Als ich von einer Wundertat (keramat hadîsesi), welche mein verstorbener Großvater erlebt und seiner Exzelenz Hazret-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge (Radıyallahü Anh), zugeschrieben hatte (ma'tuf), erzählt hatte, um den Grundsatz (düstur): "die Wundertaten der Heiligen sind wahr (Keramat-ül evliyai hakkun)" zu bestätigen, wurde genau in dieser Zeit auch dieses gesegnete Werk (mübarek eser), der 18. Blitz (Lem'a) veröffentlicht. Das war in der Tat erstaunlich (hayreti mûcib). Zudem ist es ein kleiner Beweis (delil), der zeigt, dass unsere Angelegenheiten (işler) nichts mit dem Zufall zu tun haben (tesadüfle alâkası), und ein Hinweis (işaret) darauf, dass wunderhafte Ereignisse (i'cazkâr hâdisat) nicht fehlen werden, da die Risale-i Nur aus dem Ruhmreichen (Azîmüşşan) Qur'an quillt, der das Große Wunder Mohammeds (Mu'cize-i Kübra-i Ahmediye) ist.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبّ۪ى

{"Dank sei Gott (Allah). Dies ist von der Güte meines Herrn (Rabb)"}

Indem ihr am Ende dieses erhabenen Werkes (ulvî eser) im Namen der Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur meinen Namen, den eures armen Schülers (âciz talebe) setzt, wird darauf hingewiesen (işaret), dass ich als euer Gefährte (sıddık) den Abhandlungen (lemaat) der gesamten Risale-i Nur gegenüber, denen die bereits geschrieben worden sind und noch geschrieben werden (yazılmış ve yazılacak), mit meiner Bestätigung nie zögern (tasdikte tereddüd) werde, was ich mit Dank (şükür) entgegengenommen habe (karşıladım).

Wie die Wiederholungen (tekrarlar) der majestätischen Ayah (âyet-i celil) in der 55. Sure, der Barmherzige (Rahman)

فَبِاَىِّ اٰلآَءِ رَبِّكُمَا تُكَذِّبَانِ

{"Welche von den Wohltaten eures Herrn wolt ihr denn leugnen?" - Sure 55,13-}

werden verschiedene Wundertaten (enva'-ı keramet) und Verheißungen (gaybî i'caz) seit dem Anfang der Veröffentlichung (mebde-i intişar) der Risale-i Nur bis heute gezeigt (izhar). Auch dieses segensreiche Ereignis (feyizli hâdisat) ermutigte die Schüler (şakird) der Risale-i Nur in Eifer und Hilfsbereitschaft (gayret ve himmet) und somit rüstete (teçhiz) sie mit geistigen Waffen (manevî silâh) aus und brachte sie dazu, die Stärke ihres Glaubens (kuvve-i iman) noch zu steigern (tezyide vesile).

Wenn der Verbreiter (naşir) der Risale-i Nur in all seinen Werken (eserler) zeigt und in seinen Unterweisungen (dersler) immer wieder sagt, dass Gott der Majestätische (Allahü Zülcelal) in seinem Ehrwürdigen (Kerimin) Qur'an und der Ruhmreiche (Zîşan) Prophet in seinen prophetischen Überlieferungen, im Namen von vier auserwählten Gefährten (Ciharyar-ı Güzin), der ehrwürdigen Bundesgenossen (Sahabe-i Kiram) und der Familie des Hauses (Âl-i Beyt), Hazret-i Ali und Hazret-i Gavs, einem seiner Enkel (evlâd) in seiner gesegneten (mübarek) Kasside in dem Gewirr der Endzeit (fitne-i âhirzaman) auf die wichtigste (mühim), qur'anische Bewegung (hareket) hindeuten, beweisen, ja sogar hinweisen und offenkundig ihren Finger auf sie legen (parmak bastık), hätte dann noch so etwas wie ein Stäubchen (zerre kadar) Argwohn und Zweifel (tereddüd ve şübhe) dazwischen Platz? Aber nein, auf gar keinen Fall (aslâ ve kat'â)! Für eine solche Güte sei Gott (Allah'ın ihsan) hundert Tausende Male Lob und Dank (hamd ü şükür). In diesem Zusammenhang (münasebet) möchte ich meinen Mitbrüdern (kardeşler), welche Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur sind, über einen unsichtbaren Schutz und Beistand (gaybî himaye ve sıyanet), den ich trotz meiner ganzen Schwäche und aller Fehler (acz ve noksanıma) in Ehren des heiligen Dienstes (kudsî hizmetin şerefi), den wir versehen, erfahren habe und den wir als ein Gnadengeschenk der Wahrhaftigkeit (ihlasın ikram) in der geistigen Einheit (manevî vahdet) anzunehmen gewürdigt worden sind, als Ausdruck meiner Freude über dieses Geschenk (tahdis-i nimet) kurz und bündig mitteilen und erläutern (mücmelen arz ve iblag edeyim):

1.) Alle Leute (bütün halk), ob jung oder alt (büyük ve küçük), erweisen mir, da sie von meinen vielen Fehlern (kusur), die nur Gott allein kennt (Allah'a malûm), nichts wissen, ihre Sympathie (teveccüh).

2.) Obwohl ich Wahrheiten (hakika), die ich den Unterweisungen (ders), die ich stets erhalte, entnommen habe und sie verkünde, je nach den Erfordernissen (iktiza), je nach der Frage (soruldukça), je nach dem Zusammenhang (münasebet) und ohne zu zögern (pervasızca), bezeugen mir alle meine Kameraden (meslektaş) ihren Respekt (muhabbet) und versuchen, mir keine Widerworte zu geben (cevab verememeler).

3.) Obwohl die meisten meiner Vorgesetzten (meslek büyükleri) wissen und sehen (bildikleri ve gördükleri), dass ich den Weisungen meiner Religion (ahkâm-ı diniye) folge, so weit ich das kann (gücüm yettigi), und mir dabei auch ihre Einstellung und ihre Lebensweise (hususiyet ve gidişlerini) nicht gefällt, erweisen sie mir gegenüber (izhar eylemeleri) dennoch ganz offen ihre Anerkennung (alenen takdirleri).

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4.) Die Lichter (lemaat), die aus der Segensquelle (feyz menbaı) der Risale-i Nur hervorsprudeln, von der ich in der Provinz Elaziz äußerlich ziemlich weit entfernt (maddeten hayli uzak) lebe, kommen mit der Erlaubnis Gottes des Gerechten (izn-i Hak) unbehindert (ârıza) an.

5.) Meine früheren Lehrer (hocalar) kommen zu meiner Wenigkeit (âciz), um die Werke des Lichtes (âsâr-ı Nur) zu hören und beginnen so, sie auch selbst zu lesen (vasıtamla okumalar).

6.) Ich bemühe mich um die Verbreitung (intişar) der lichtvollen Werke (Nurlu eserler), die - Dank sei Gott (Elhamdülillah) - hierher zu mir kommen, und achte (dikkat) dabei gewissermaßen (bir derece) darauf, dass sie auch weiterhin (kayıdlar) vertraulich und privat (hususiyet ve mahremiyet) bleiben. Hundert Tausend Mal sei Lob und Dank (şükr ü minnet) dem Großen Schöpfer (Hâlık-ı Azîm) dafür, dass keine Hindernisse und nichts Schlimmes (mani' ve şer) dazwischen kamen (zuhur etmemesi)...

Dies ist das Ergebnis eines klaren, offensichtlichen, eindeutigen, sicheren geistigen Schutzes und Beistandes (himaye ve sıyanet-i manevi) und eine prächtige Erscheinung (parlak bir tecelli) der wahrhaftigen Aufrichtigkeit (hakikî ihlas ve tesanüd) und Solidarität unter den Schülern (şakirdler) der Risale-i Nur.

Nicht um einer gekünstelten Bescheidenheit (sun'î bir tevazu) willen sondern um einer Tatsache Ausdruck (hakikatı ifade) zu verleihen, sage ich: Wie ich zuvor an den Mitbruder (kardeş) Sabri Efendi in meinem kurzen Brief (mektub) geschrieben hatte, hat unser Schöpfer (Hâlık) diesen euren armseligen Mitbruder (bîçare kardeş), der in der geistigen Körperschaft (vücud-u manevî) der Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur kaum so viel Wert (kıymet) wie der kleine Zeh am Fuß (ayak parmagı) hat, diesen seinen sündigen Diener (günahkâr abdi) für seine unendliche Gnade (nihayetsiz in'am) und Güte für würdig (ihsanına lâyık) erachtet, sodass er mich für den Veröffentlicher (naşir) und zu einem Schüler (talebe) der Risale-i Nur, für die Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur zu einem Mitbruder (kardeş) und für den Diener (hâdim) des Qur'ans zu einem Gefährten (arkadaş) gemacht hat. Seinem ungehorsamen Diener (âsi abdi), der kein arabisch kennt und kein persisch (Farisî) versteht, keine Bildung (ilim) genossen und keine Medrese besucht hat, hat er durch die Weisheit seiner Einzigartigkeit (hikmet-i Samedaniye) eine solche Gnade (ikram) erwiesen, die in jedem Fall (her halde) auf seine Weisheit zurück geht (hikmete müstenid). Sie ist jedoch auf die Reinheit und Wahrhaftigkeit (safvet ve ihlas) unter denen, die sich mit der Risale-i Nur befassen, auf die Anerkennung (derece) der Risale-i Nur bei Gott (ind-i İlahî) und auf die Erhabenheit des Dienstes zurückzuführen (hizmetin ulviyeti atfolunur).

Wenn einem nichtsnutzigen Mitglied (gayr-ı nâfi' bir uzva) unter den Schülern (şakird) der Risale-i Nur ein so klarer Schutz und Beistand Gottes (açık himaye ve sıyanet-i İlahî), wie als Beispiel (misal) erwähnt, gewährleistet (vaki') wird, kann man vergleichen (kıyas), was für eine Gnade und Güte (ikram ve inayet) die anderen lichtvollen Mitglieder (münevver unsurlar) erfahren werden.

Die Erscheinung (tezahür) der Geheimnisse (sırlar) der Ayah فَاِنَّ حِزْبَ اللّٰهِ هُمُ الْغَالِبُونَ {"Fürwahr, was die Schar Gottes (Allah) betrifft, so sind sie die Sieger."- Sure 5,56 -}

وَالْعَاقِبَةُ لِلْمُتَّق۪ينَ {"Und das Ende gehört den Gottesfürchtigen." - Sure 28,83-}

wird - wolle es Gott (inşâallah) - aufgrund der Gnade Gottes (Allah'ın inayeti), der Hilfe der Geistigkeit (imdad u ruhaniyet) Seiner Exzelenz (Hazret) unseres Herrn (Efendim) und Propheten Muhammed Mustafa (Sallallahü Teâlâ Aleyhi Vesellem), diejenigen, die um Gottes willen (Allah rızası) zum Dienst eilen (hizmete koşan), einander als unsere Mitbrüder (manevî ve uhrevî kardeş) im Geiste erkennen, vor allem unserem liebenswerten Meister (müşfik Üstad), nämlich den Veröffentlicher (naşir) der Risale-i Nur und seine Schüler (şakirdler) entgegen nehmen.

Die Abhandlung (risale) über die Sparsamkeit (iktisad) ist eine sehr wertvolle wie lichtvolle Lektüre (nuranî bir nasihatname), die dabei auch sehr schöne, sehr angenehme Ratschläge in sowohl menschlichen (insanî), als auch gesellschaftlichen (içtimaî), religiösen (dinî) wie weltlichen (dünyevî) Dingen hinsichtlich der guten Sitten (güzel ahlâkî) und des so schönen Glaubens (hoş iman) gibt. Folgende ganz spontane Worte (ihtiyarsız şu sözler) einiger der hiesigen Mitbrüder (kardeş) über die Werke des Lichtes (âsâr-ı Nur) sind recht zutreffend (yerinde). Sie sagen: Wenn eines von diesen gesegneten Werken (mübarek eserler) vorgelesen wird, sagen wir so ganz aus dem Inneren heraus (içimiz): "Es kann kein größeres Werk (yüksek eser) geben als dieses." Wenn wir dann aber das zweite hören, sehen wir, dass dieses noch erhabener und lichtvoller (ulvî ve nurlu) ist als das vorherige (evvel).

Darum sage ich euch: Oh meine Mitbrüder (ihvan)! In allen Abhandlungen (cüz) der Risale-i Nur liegt eine derartige Wirkung (kuvvet), dass man mit Gottes Hilfe (Allah tevfik verirse) die Wahrheiten (hakikatlar) in ihr findet, um seinen Glauben zu bewahren (imanını kurtar), wenn es jemandem gelingt (muvaffak), selbst auch nur eine von ihnen zu hören, zu lesen oder abzuschreiben. Denn jede Abhandlung (cüz) steht mit allen anderen dem Sinne nach in Zusammenhang (manen irtibat). Sie sagen demjenigen, der sie liest oder hört, innerlich (sırran): In diesem Buch (kitab), das du da gerade liest, liegen die Fäden, die Düfte und Hinweise (işaret) auf die Wahrheiten (hakikat), die bereits in uns schlummern (bizde olan). Wenn du sie aufmerksam (dikkat) liest, wirst du sie erkennen (edersen görürsün). Wenn du dir Mühe gibst, wirst du sie verstehen (çalışırsan anlarsın). Wenn du deinen freien Willen (cüz'-i ihtiyar) auf diese Dinge richtest (emre sevk), wird Gott dir dabei Erfolg (Allah da muvaffakıyet) schenken. Dann kannst du sie finden und erkennen (bulur ve bilebilirsin).

Was den 20. und 21. Blitz (Lem'alar), die Abhandlungen über die Wahrhaftigkeit (İhlas) betrifft, so werden im 20. Blitz (Yirminci Lem'a) die Gründe der konkurrierenden Zwistigkeiten (ihtilafların esbabı) unter den Gläubigen (mü'min), die zu verschiedenen Gruppen und Schulen (meslek ve meşreb) gehören, so treffend erläutert (teşrih), dass es gar keine andere Möglichkeit (başka çare) mehr gibt, außer dieses gesegnete Werk (mübarek eseri) wortwörtlich zu zitieren (aynen nakil), um es beschreiben (tavsif) zu können. Möge Gott (Allah) uns alle zu Seinen wahrhaftigen Dienern (muhlis kullar) machen. Âmîn!

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Was den 21. Blitz (Yirmibirinci Lem'a) betrifft, über den ihr uns Weisung (emir) erteilt, ihn wenigstens einmal in 15 Tagen durchzulesen, so ist er so bedeutsam (ehemmiyetli), dass man ihn zu seiner Rezitation (evrad) erheben kann. Es ist ja bekannt (malûm), dass eine Burg (kale) sich nur von innen öffnen (feth) lässt. Wenn die Wahrhaftigkeit schwindet (ihlas kalkarsa), die der Grund (sebeb) für unseren heutigen Erfolg (muvaffakıyet) ist, so wird das - möge Gott uns davor behüten (maazallah)! - ganz fürchterliche Folgen (vahim netice) mit sich bringen (tevellüd). Unser größter Feind (düşman) ist unsere eigene Seele (nefs). Um sie zum Schweigen (susturmak) zu bringen, genügt meines Erachtens (zannedersem), die folgende Ermahnung (ihtar kâfi): "Oh du anmaßende Seele (nefs-i nâdân)! Du kannst mich nicht täuschen (kandıramazsın)! Denn Hazret-i Yusuf, mit dem der Friede sei, der ein Prophet (Peygamber) ist und bei Gott ein großes Ansehen (Azîm-ül Kadr bir Nebiyyullah) genießt, sagte nun einmal:

وَمَٓا اُبَرِّئُ نَفْس۪ى اِنَّ النَّفْسَ لَاَمَّارَةٌ بِالسُّٓوءِ اِلاَّ مَا رَحِمَ رَبّ۪ى

{"Ich behaupte nicht, dass ich unschuldig sei. Meine Seele verlangt gebieterisch nach dem Bösen." - Sure 12,53-}

Doch du kannst mich nicht in die Irre führen (aldatamazsın). Denn ich nehme meine Zuflucht zu Gott (Allah'a sıgınırım) vor dir und den Bosheiten (şerler) deiner dir gleichgesinnten Weggefährten (samimî yoldaş), den Teufeln unter den Dschinnen und Menschen (cinnî ve insî şeytan), den Ketzern (ehl-i bid'a) und den schlechten Gelehrten (ülema-is sû')."

Was den 22. Blitz (Yirmiikinci Lem'a) betrifft, der in der Sprache des alten Said niedergeschrieben (lisanıyla kaleme) wurde, so ist er ein geradezu vollkommenes Plädoyer (mükemmel müdafaa) und eine durchaus zutreffende und perfekte Antwort (elyak ve a'lâ bir cevab) gegen die Angriffe (hücum) des ungerechten Gesindels (zaleme güruh).

فَاللّٰهُ خَيْرٌ حَافِظًا وَهُوَ اَرْحَمُ الرَّاحِم۪ينَ

{"Doch Gott ist der beste Beschützer und Er ist der Barmherzigste Allerbarmer." - Sure 12,53-}

Der 25. Blitz des 31. Briefes ist ein wunderbares Heilmittel (mükemmel deva) für alle körperlichen wie geistigen (maddî ve manevî) Krankheiten. Mir ist eingefallen (hatırıma) und ich habe mich deshalb gefragt (merak), weshalb das sechste Heilmittel zwei Mal geschrieben wurde. Vom ersten bis zum 25. Heimittel habe ich die Zahlen summiert (devaları topladım). {einzelne kurze Abschnitte (A.d.Ü.)} Das ergab 325. Wenn ich das zum zweiten Mal geschriebene sechste Heimittel auch adierte, ergibt das 331. Wenn wir die Zahl Tausend, die mündlich wie schriftlich meistens weggelassen wird (kaldırılmış), auch in Betracht ziehen (nazar-ı dikkat), bin ich zu dem Ergebnis gelangt, dass in dieser Abhandlung (Lem'a) ein verborgener Hinweis (mahfî işaret) auf die Unglücke (musibet) liegt, die im Jahre 1325 (1907) und 1331 (1913) über die islamische Welt (âlem) hereingebrochen waren. Ich hoffe (ümid), dass die scharfsichtigen, lichtvollen Kameraden (basiretli ve nurlu) noch weitere feinsinnige Prophezeiungen (mahfî hakaik) daraus entnommen (çıkardık) haben. Ich bekam die Gelegenheit (nasib), Hâfız Hüseyin Efendi, einer eurer ehemaligen Schüler (eski talebe), den ich einige Tage später nach dem Hinscheiden seines Vatrers (babasının vefatı) einen Tag vor dem Opferfest (arefe günü) mit Hâfız Ömer Efendi zuhause (evine) besucht habe, diese Abhandlung (Lem'a) vorzulesen. Er hat für den geliebten Meister (aziz üsta), den behandelnden Arzt (hekim-i hâzık), der für körperliche und geistige (maddî ve manevî) Krankheiten Heilmittel (ilâç) austeilt, viel gebetet (dua). Wir können die Wirkung dieses gesegneten Werkes (mübarek eser) über diesen Mann (zât) in folgender Weise (tesir) kurz zusammenfassen. Er sagt denjenigen unter seinen Bekannten und Freunden (ehibba ve arkadaş), die sich nach seinem Wohlergehen (hastalık) erkundigen: "Ich habe eine wunderbare Medizin (mükemmel bir ilâç) entdeckt. Dank sei Gott (elhamdülillah)! Ich habe mich davor gerettet den Ärzten Geld für ihre Medizin (ilâç parası) zu geben. Von Tag zu Tag geht es mir nun wieder besser (iyi oluyorum)."

17 Zilhicce 1353 (1934)

Euer Mitbruder (uhrevî kardeş) und meine Wenigkeit, euer Schüler (âciz talebe)

Hulusi
— 250 —

Dieser Brief (fıkra) stammt von Hacı Osman aus Kuleönü, einem Schüler (şakirdler) der Risale-i Nur

Mein ehrwürdiger Meister (Muhterem Üstadım)

Ich höre seit einigen Jahren Lesungen aus der Risale-i Nur. Sie wirkten wie jenes eine einzige Heilmittel (ilâç) unter Tausend anderen (binde bir) auf meine geistige Wunde (manevî yara). Nun habe ich erst vor kurzem den 25. Blitz (Yirmibeşinci Lem'a), eine Abhandlung für die Kranken (hastalar) und den 26. Blitz (Yirmialtıncı Lem'a), eine Seelsorge für die Alten (ihtiyar) mit Mustafa und anderen Kameraden (arkadaş) zusammen gelesen und mit vollkommener Begeisterung (kemal-i şevk) gehört. Ich habe gemerkt, dass sie auf die Wunden (yara) in meinem Leibe (vücud) eine sehr gute Wirkung (güzel tesir) haben. Daraufhin habe ich zu meinen Kameraden (arkadaş) gesagt: Da die Wirkung (tesiri) der Risale-i Nur nun einmal so stark (kuvvetli) ist, habe ich mich entschlossen, sie abzuschreiben (yazma). Ich bin aber des Lesens und Schًٕآbens unkundig (okuyup yazmam yok), sodass ich keinen Beitrag (yardım) für die so kostbare (kıymetdar) Risale-i Nur leisten kann. Und da ich nun einmal Analphabet (kalemim yok) bin, sagte ich mir traurig (müteessirane), dass ihr mich statt dessen vielleicht zu einem Diener (hizmetçi) und Postboten ernennen (tayin) könntet.

Noch in der selben Nacht sah ich im Traum (rü'ya), dass ich gestorben wäre und gewaschen und ins Grab (kabre) gelegt würde. Als die Zeit zur Wiederauferstehung angebrochen war, stand ich aus meinem Grabe (kabir) mit meinem Leichentuch (kefen), ohne eine Kopfbedeckung (açık) und barfuss (yalın) wieder auf. Während ich mich nun verängstigt (korkarak) auf den Weg zu meiner Heimat (memleket) machte, führte mich mein Weg zu einer großen Brücke (köprü). An den beiden Seiten des Brückenkopfes standen zwei Wächter (nöbetçi). Ich bin an dem ersten vorüber gegangen. Der andere aber hat mich sogleich festgenommen (yakaladı). Ich fragte mich, wohin er mich nun bringen würde und zitterte am ganzen Leib (vücudum titriyordu). So gingen wir denn weiter bis an Ende der Brücke (köprü bitmeden), wo er mich schließlich meinem Meister übergab (Üstadıma beni teslim etti). Da hat mich dann mein Meister gewaschen und dann losgelassen (bıraktı).

Dann bin ich als ein Soldat (asker) in eine Moschee (câmi) hinein gegangen, in der sich alle Leute (ahali) versammelt hatten. Ein Soldat kam zu mir und sagte: Du bist bei einem großen Kommandanten in Dienst gestellt (hizmetçi tayin) und wirst zu ihm gehen. Ich entgegnete ihm: Wie kann so ein einfacher Soldat (süflî bir nefer) wie ich bei einem Feldmarschall in Dienst (hizmetçilik) gestellt werden? So habe ich ihm widersprochen (itiraz). Doch dieser wiederholte (tekrar) nur nochmals: Du wirst gehen (gideceksin.). So bin ich denn etwas verängstigt (korkarak) gegangen, habe dort jedoch meinen Meister (Üstad) gesehen und mich sehr darüber gefreut (mesrurane sevindim). Und er sagte zu mir: "Folge mir (Arkamdan gel)!" Sodann stieg er zu einem hohen Schloss (saray) hinauf. Dort sagte er zu mir: "Erledige diese Kleinigkeiten (ufak hizmetler)!" Während ich noch darüber nachdachte, kam Barla'lı Süleyman Efendi zu mir und wir gingen gemeinsam mit meinem Meister (Üstad) in einen schönen Rosengarten (güzel bir gül bahçesi). Dort saß ein junger Mann (bir küçük genç). Und so sagte er denn zu mir: "Diesem jungen Mann sollst du dienen (hizmet)!" Und sogleich wachte ich auf (uyandım).

Oh meine Mitbrüder (kardeş)! Seit acht, neun Jahren macht mein Meister (Üstad) nun einmal öffentlich bekannt (ilân): "Ich selbst habe nichts. Ich bin lediglich zu einem Juwelierladen (cevahir dükkânı) ernannt worden, der allen Menschen ihre Bedürfnisse (ihtiyac) deckt. Ich bin ein öffentlicher Ausrufer (dellâl) des Qur'ans." Die Abhandlungen der Risale-i Nur abzuschreiben, zu lesen und zu hören, brauchen wir euch alle (herkesin ihtiyacı). Darum, oh ihr Muslime! Sucht ihr ein Heilmittel (ilâç) für eure geistigen Wunden (manevî yara), so ist es in der Risale-i Nur zu finden. Darum sollt ihr sie abschreiben und lesen. So wird euch euer Glaube (iman) besonders gestärkt werden (o kadar teâli). Daran besteht gar kein Zweifen (Hiç şübhe etmeyiniz).

Ich küsse eure beiden gesegneten Hände (mübarek iki elleri) und wünsche ein segensreiches Fest (bayram tebrik).

اَلْحُبُّ فِى اللّٰهِ

{Liebe um Gottes (Allah) willen}

Euer anaphabetischer, schwacher Schüler
(Cahil ve âciz talebeniz)
Hacı Osman
— 251 —

Dieser Brief (fıkra) stammt von Müzeyyene, einer unserer Mitschwestern (Âhiret hemşire) unter den Schülern (talebe) der Risale-i Nur.

Mein ehrwürdiger Meister (Muhterem Üstad)

Jedesmal wenn meine Augen (gözler), die in das Leid (elem) dieser vergänglichen Welt (fâni dünya) eingetaucht sind, nun mit euren segensreichen, lichtvollen Worten (feyizli, nurlu Sözler) und euren wirkungsvollen, heilenden (tesirli ve şifalı) Abhandlungen aus dem Herzen und aus tiefster Seele (can u gönül) Kontakt aufnehmen und zu lesen beginnen, kann ich auf keinerlei Weise beschreiben (tarif edemem), was für ein großer Lehrmeister (büyük bir mürşid) eure Abhandlungen (risaleler) für mich sind.

Eure Worte (Sözler) zerreißen die Schleier (perdeler) der Finsternis und der Gottvergessenheit (zulmet ve gaflet), von denen diese Welt (şu dünya) in dieser Zeit (şu zaman) überzogen ist. Sie zerstören sie in der Tat und verjagen diese Finsternis und Gottvergessenheit (zulmet ve gaflet). Was für einen Verstand (akıl) könnte es wohl geben, der, nachdem er den Hintergrund der Wahrheit (hakikat perdesi) erkannt hat, während auf diesem Hintergrund der Wahrheit (hakikat perdesinde) das Licht der Wahrheit (nur-u hakikat) erglänzt, seine Augen verschließt (gözünü yumup) und sich an die Finsternis wendet, die sie verschleiert (zulmet perdesi). Wolle es Gott (inşâallah), dass ich nicht in diese Finsternis stürze (zulmete atılmam). Nachdem ich gerade erst mit Mühe das Glück (güçlükle bahtiyar) erlangt habe, ist es mir nun unmöglich, noch einmal bewusst ins Unglück (tekrar bedbaht) zu stürzen.

Mein Meister (Üstad), ich habe nicht die Möglichkeit (mahrumum), wie andere Mitbrüder (kardeş) umittelbar bei euch Unterricht (ders) zu erhalten. Ich erhalte ihn jedoch in meiner Vorstellung (tasavvur), dass ich einmal in der Woche oder im Monat durch eure erhabenen Worte (âlî Sözler) höre und so einen Fernunterricht erhalte (ders). Es ist mir dann, als hätte ich unmittelbar (bizzât) bei euch Unterricht (ders) erhalten. Ich bitte euch darum, gemeinsam - ihr vor uns (başta ve önde) und wir hinter euch (arkada) - den ganzen Tag zu Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) um die Sicherheit der Muslime (ehl-i İslâmın selâmeti) zu flehen, dass sich meine jetzige Lage von der Finsternis in Licht (zulmetten nura) verwandelt. Möge Gott unser Helfer (Cenab-ı Mevlâ) uns auf die beste Weise seine Güte (hayırlısı ihsan) schenken. Noch weitere Worte zu sagen, lassen meine Zunge, meine Schwäche und Fehlerhaftigkeit nicht zu. Meine Fehlerhaftigkeit bekenne ich offen vor meinem Meister (Kusurumuzu Üstadımıza itiraf ediyorum).

Wolle es Gott (inşâallah), dass auch ich durch die Wirkung der Abhandlungen (risalelerin tesiri) eines Tages wie meine gottesfürchtigen Mitbrüder (ehl-i takva kardeşleri) wie der geradlinige Lütfü Efendi von meiner Haltung (ahval), die ich mir ohne meine Absicht (gayr-ı ihtiyarî) und ungewollt angewöhnt hatte, durch die Rechtleitung eurer Worte (Sözlerinizin irşadı) befreit werde. Wir haben durch den Mitbruder (kardeş) Zekâi die in ihren Lichtern erglänzenden (nurlarla parlayan) wertvollen Abhandlungen (risaleler), das 17. Wort (Onyedinci Söz), den 18. Brief (Onsekizinci Mektub), den 20. Brief (Yirminci Mektub) und die 33 Fenster (Otuzüç Pencere) erhalten und studieren sie (mütalaa) nun. Unseren wahren Lehrmeister (hakikî üstad) aber, den Ehrenwerten (Hazret) Qur'an, tragen wir stets bei uns (elimizde).

Müzeyyene
— 252 —

Dieser Brief (fıkra) stammt von Müzeyyene

Mein Meister (Üstadım)

Für diejenigen, der eure kostbaren Abhandlungen (kıymetdar risaleler) studieren, wäre es unvorstellbar (kabil), Gott unserem Helfer (Cenab-ı Mevlâ) nicht in vollkommener Zufriedenheit (kemal-i memnuniyet) zu danken (şükür) und denen, die sich um die Verbreitung der Abhandlungen (risalelerin intişarı) einsetzen, keinen Dank (teşekkür) dafür zu erweisen, dass ihre Herzen (kalb), die in ihrem vollem Glanze (münevver) in einer verschlossenen Truhe (kilitli sandık) lagen, jedoch wie trübe (sönük) erschienen, mit euren Abhandlungen (risale) wie mit einem Schlüssel (anahtar) aus Gold und Siber geöffnet hat, so ihre Herzen befreite (kalbini kurtulması) und nun wieder in aller Pracht erglänzen (parlaması). Ach wie schade, dass die Aufregung (telaşe), Kummer und Sorge (elem ve keder) um die unbeständigen Angelegenheiten der Welt (vefasız dünya) mich von dem Dienst an den Lichtern (Nurlara hizmet) abhalten. Ich kann es gar nicht beschreiben (tarif), wie sehr es mir in meinem Herzen (kalbim muazzeb) leid tut, dass ich nicht richtig (hakkıyla) daran arbeiten und wie die Mitbrüder (kardeş) den Lichtern dienen (Nurlara hizmet) konnte.

In diesen Tagen habe ich gehört: "Es wurde eine Amnestie (afv) erteilt. Also wird der Meister (Üstad) nun nach Istanbul fahren." Darüber habe ich mich nun einerseits so sehr gefreut (bir cihette memnun), dass mein Meister aus seiner Gefangenschaft (Üstadım esaret) befreit wurde. Andererseits kam es mir jedoch so vor (cihette zannettim), als ob alle Berge von Atabey auf meinen Kopf (dagları başım) herab stürzten. Darüber war ich denn sehr traurig (müteessir). Für eure Freilassung (afv) und Errettung von den Qualen (eziyet) der unglückseligen Menschen (bedbaht insanlar) danke ich Gott (teşekkürler) und beglückwünsche ich (tebrik) euch dazu. Mein Herz ist aber nicht damit einverstanden (gönül razı), dass sich der Verfasser (sahib) dieser lichtvollen, kostbaren Abhandlungen (nurlu kıymetli risaleler) von uns entfernt. Derjenige, der von den Bergen (daglar) von Barla aus uns und diese Umgebung erleuchtet (etrafı nurlandır), darf sich nicht von uns entfernen. Wer könnte es sich denn auch wünschen (arzu), dass er sich von uns entfernt. Die Einwohner von Barla können sich jedoch glücklich (bahtiyar) zählen, dass sie als erste (en evvel) jene gerade erst geschriebenen, wunderschönen Abhandlungen (taze ve şirin risale) jederzeit, vor allen anderen und unmittelbar aus dem Munde des Meisters (şifahen Üstad) hören konnten.

Müzeyyene
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Meine fleißigen, klugen, aufrichtigen, treuen und wahrhaftigen Mitbrüder (hakikî kardeş)\Hoca Sabri Efendi und Hâfız Ali!

An diesem Freitag (Cuma) hatte ich mich mittags wegen meiner Müdigkeit (rahatsızlık) ein wenig hingelegt (yatmıştım). Und dann schien es wie ein Traum (rü'ya) zu sein und war dennoch kein Traum (rü'ya). Und ich schaute wie in einer Vision (hayalen): Vor mir tauchte Sabri auf; und hinter ihm war auch noch Hâfız Ali. Und Sabri sagte zu mir: "Mein Meister (Üstadım)! Was ist der Grund und die Weisheit (sebeb ve hikmeti), auf den individuellen Gnadenerweis (cüz'î inayet) im Zehnten Wort (Onuncu Söz) einen solchen Wert (ehemmiyet) zu legen, nachdem doch die umfangreichen Gnadenerweise (büyük inayetler) unter der Bezeichnung "Sieben Gnadenerweise (İnayat-ı Seb'a)" bereits erklärt (beyan) worden sind?" So sagte er und verschwand (çekildi). Danach stand ich wieder auf, dachte darüber nach (kalktım, düşündüm) und sagte zu mir selbst: "Den Brief (mektub), den ich an die Brüder in Isparta geschrieben hatte, muss Sabri wohl schon gelesen haben oder liest ihn gerade jetzt (okumuş veya okuyor). Wegen meiner so fieberhaften Schreibweise (hararetli yazışım) hat er nun mit mir Mitleid (acıyarak) und wollte mir eine Frage (sual) stellen." Wie dem auch sei. Ich sage jedoch zu Sabri, der nach Hulusi mein nächster Gesprächspartner (birinci muhatab) ist, folgendes: (Und auch Hâfız Ali soll nun mithören.)

Es gibt drei Weisheiten (üç hikmeti), weshalb ich auf den individuellen Gnadenerweis (cüz'î inayet) im Zehnten Wort (Onuncu Söz) einen solchen Wert (ziyade ehemmiyet) lege:

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Erstens: Der Wert (kıymet) des Zehnten Wortes (Onuncu Söz) kann gar nicht hoch genug geschätzt (tamamıyla takdir) werden. Ich habe es selbst (hususî) vielleicht fünfzig Mal durchgelesen (mütalaa), dabei jedes Mal wieder eine Freude (bir zevk) verspürt und dabei das Bedürfnis empfunden, es nochmals zu lesen (okumaya ihtiyaç hissetmişim). Eine solche Abhandlung (risale) lesen manche Leute nur einmal (bir defa) wie andere wissenschaftlichen Abhandlungen auch (sair ilmî risaleler) und sagen dann: "Das genügt mir" und kümmern sich nicht weiter darum (yeter der bırakır ). In Wirklichkeit gehört diese Abhandlung (risale) zu den Wissenschaften des Glaubens (ulûm-u imaniye). So wie wir unser tägliches Brot brauchen (her gün ekmege muhtaç), so brauchen wir auch jederzeit (her vakit ihtiyaç) diese Art Wissenschaft (o nevi' ilm). Darum wünsche ich mir aus tiefster Seele (ruhum arzu), die Aufmerksamkeit (nazar-ı dikkat) nachdrücklich auf diese Abhandlung (risale) zu lenken, konnte das jedoch zunächst nicht in den Griff (elimden bir şey) bekommen. Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) in Seiner Güte (merhamet) schenkte mir aber einen Hinweis (işaret verdi). Und wie verborgen (gizli) dieser Hinweis (işaret) nun auch sein mag, erscheint er mir dennoch sehr bedeutsam (çok ehemmiyetli), da er meinem ernsthaften Wunsch entspricht (ciddî arzuma mutabık).

Zweitens: Wie ihr wisst, kommt manch einer (bir zât) von Weither (uzak yerler), ja manchmal sogar von einer fünftägigen (beş günlük) Reise, nur um uns zu sehen und einen geistigen Nutzen (uhrevî bir istifade) daraus zu empfangen. Dagegen erlaubt (müsaade) es mir meine Lage (vaziyet) nicht, mehr (fazla) als ein paar Stunden mit ihm zu reden. Tatsächlich sind jedoch einige Tage dazu nötig (lâzım), um diesem Gast (misafir) den Wert der Abhandlungen (risalelerin kıymeti) aufzuzeigen, um ihn dazu anzuleiten (yardım), aus ihnen seinen Nutzen (istifade sevk) zu ziehen, zudem um etwas zur Stärkung seines Glaubens (kuvvet-i iman) und seiner geistigen Verfassung (kuvve-i maneviye) beitragen zu können, dessen er ja bedarf (muhtaç). Denn nicht jeder kann diese machtvollen Zeugnisse (kuvvetli bürhan) in den Abhandlungen (risaleler) wahrnehmen und sie so recht begreifen (tamamıyla kavramıyor). Ich wünschte mir aus tiefster Seele (ruhum çok arzu), dass ein praktisches und leicht zu erlangendes (kısa, hafif) Mittel in meine Hand gelangen möge (elime geçip), damit die Mühsal dieser hilflosen Gäste (bîçare misafir) nicht vergeblich sei (zahmeti beyhude). Ich kann aber keine Wunder wirken (kerametim yok) und sie nicht zustande bringen (bir şey gelmez). Ich verlasse mich lediglich auf die innere Einstellung (niyet) dieser Gäste (misafir) und ihre Wahrhaftigkeit (ihlas) und überlasse ihren Lohn (mükâfat) der Barmherzigkeit Gottes (rahmet-i İlahiye).

So hat Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) uns zuerst in dem Buch "Ein Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" und dann im "Zehnten Wort (Onuncu Söz)" ein Merkmal Seiner Güte geschenkt (eser-i inayet ihsan), das direkt zu einer Überzeugung (kanaat) führt und Vertrauen in die Abhandlungen (risalelere itimad) gibt. Das hat für mich in der Tat (hakikaten) vieles leichter (çok kolay) gemacht. Und so habe ich denn auch eine große Erleichterung (çok rahat) verspürt und konnte vielen Menschen (zâtlar) Anzeichen zeigen (emare), die in kurzer Zeit ihre innere Kraft (kuvve-i manevi) stärkten, wodurch sie mit ihren eigenen Augen die Wahrhaftigkeit (hakkaniyet) des Weisen (Hakîm) Qur'ans bezeugen konnten. Vielen Verbohrten (muannidler) wurde dadurch sogar ihre Hartnäckigkeit gebrochen (inadı kırıldı). Auch viele Gottesleugner (dinsizler) gelangten dadurch zum Glauben (iman). Für die Erklärung (izah) dieses Anzeichens in dem Buche "Ein Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" brauchte ich jedoch ein, zwei, drei Stunden und musste mich dabei ziemlich anstrengen (yoruluyordum.). Aus der Vollkommenheit seiner Barmherzigkeit (kemal-i rahmet) schenkte mir Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) die Anzeichen im Zehnten Wort (Onuncu Söz), die viel einfacher sind und dieselbe Wirkung (faide) in nur ein, zwei Minuten vollbringen, die das Buch "Ein Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" in zwei Stunden vollbrachte.

Selbst ein Schimmer (gayet cüz'î) des Merkmals Seiner Güte (eser-i inayet), das augenscheinlich (göz ile) wahrgenommen werden kann, ist heutzutage viel wirkungsvoller (tesirli) als große, geistige Wundertaten (manevî büyük keramet). So habe ich denn auf dieses winzig kleine Merkmal Seiner Güte (cüz'î eser-i inayet), da sie sowohl für mich als auch für euch, meine Mitbrüder (kardeş), eine gewisse Leichtigkeit ermöglicht (kolaylık temin), einen großen Wert (ehemmiyet) gelegt. Und da die symetrische Übereinstimmmung (tevafuk) in dieser Abhandlung (Söz) nun einmal für uns und unsere Gäste (misafir) von großem Nutzen (çok faideli) ist und gute Resultate (hayırlı netice) erbringt, liegt darin auf jeden Fall (elbette) ein Gnadenerweis (inayet). Ob er nun für gewöhnlich (âdi) erscheint oder noch hundert seinesgleichen (yüz emsali) erbracht werden könnten, gilt er dennoch für uns als ein außergewöhnlicher Gnadenerweis der Güte unseres Herrn (bir inayet, bir ikram-ı Rabbanî).

Drittens: Ihr wisst ja, dass man sich, nachdem man nach einer intensiven (fazla iştigalât) geistigen Arbeit (fikir) müde geworden ist (yorgun), entspannen und erholen (eglendirmek, istirahat) möchte. Die Wahrheiten des Qur'ans (hakaik-i Kur'aniye) und des Glaubens (iman), mit denen wir uns ernsthaft (ciddî) beschäftigen (meşgul), sind sehr feinsinnig (derin) und überaus umfangreich (geniş) und zeigten sich auch in der Art ihrer symetrischen Übereinstimmung (tevafukat nevinden). Diese erfrischt uns wieder in unserer Müdigkeit (yorgunluk). Unsere viele Arbeit (meşguliyet) wird leichter und bietet unseren Gedanken nach ermüdender Arbeit (yorgun fikrimizi) eine gewisse Abwechslung (neş'elendirecek) und Entspannung (eglendirecek). So ist sie auch ein Gnadenerweis (lütf) in Gestalt eines einzigartigen, anmutigen Kunstwerkes (latif bir san'at-ı bediiye).

Zudem wird dieser Gnadenerweis (inayet) in jener anmutigen (latif), leichten (hafif), liebenswerten (mahbub) wie zugleich auch faszinierenden Übereinstimmung (cazibedar tevafukat) zu einem Schlüssel (anahtar) und einer Art Wegweiser (rehber) zur Schatzkammer der Geheimnisse (hazine-i esrar) des Qur'ans, weshalb ich darauf auch großen Wert lege (ziyade ehemmiyet). Andernfalls sind sie Gnadenerweise des Herrn (inayet-i Rabbaniye), die unseren Dienst betreffen (hizmetim terettüb) und uns so viel helfen (yardım), dass sie, wollte ich sie zählen, mehr als Tausend ergeben würden (binden geçer). Was dieses Geheimnis (sır) zwischen den Buchstaben (hurufat) des Zehnten Wortes (Onuncu Söz) betrifft, so kam es überhaupt ohne irgendjemandes (hiç kimsenin) Mitwirkung oder Absicht (sun' u ihtiyarıyla) zustande, was ein jeder bestätigen (herkes tasdik) wird, weshalb es mir als weit bedeutsamer (ehemmiyetli) erschien.

Ich habe nur auf den absoluten Hinweis wert (mutlak işaret ehemmiyet) gelegt, bin jedoch nicht mehr dazu gekommen, die Einzelheiten (tafsilâtını ehemmiyetle) kritisch zu betrachten (tedkik) und konnte sie auch nicht so gut erklären (iyi bir tarzda). Ich habe lediglich innerhalb von ein, zwei Stunden in der Art von Anmerkungen meine Zeichen (işaretler) gesetzt. Im Vertrauen (itimad) auf die erste Arbeit (defaya) habe ich mich dann nicht weiter darum gekümmert (tedkik). In Wirklichkeit waren da einige Fehler (kusur) in meiner Ausdrucksweise (tabirat), die das Verständnis (fehmi işkal) erschweren. Die Mitbrüder (kardeşler) in Isparta haben anscheinend meine Absicht (maksad) nicht verstanden und haben damit sogar recht (haklar). Denn diese Formulierung (ibare) kann meine Absicht nicht zum Ausdruck (maksudu ifade) bringen.

Da es nun einmal so ist, gehört zu der feinsinnigen Übereinstimmung der Buchstaben (latif tevafukat-ı harfiye) dieser Abhandlung (sözün) auch das folgende: dieses Kapitel (mebhas) hat 22 Seiten. Wenn man alle bis zum Ende oder nur teilweise beschriebenen Zeilen (hakikî ve itibarî satırlar) auf einer Seite, in soweit mehr als die Hälfte (yarısından ziyade) von ihnen geschrieben sind, und die beiden Zeilen (iki satırı) des Buchtitels (cild üstünde) auf der ersten Seite (baştaki yaprak) zusammenrechnet, macht das 1342. Zählt man zudem diesen Satz (cümle) in jenem Kapitel (mebhas) und das leere Blatt am Ende (âhirdeki beyaz sahife) zusammen, so macht das 66 und stimmt mit den ausgesprochenen 66 Buchstaben der am Anfang (başta) angeführten Ayah überein (tevafuk). Bei einer Abschrift macht es 67, wenn man am Ende die beiden leeren Blätter (âhirdeki iki beyaz sahife) mitzählt. Und es stimmt mit den ausgesprochenen 67 Buchstaben der am Anfang (baştaki) angeführten Ayah wieder überein (tevafuk). Diese Ayah stimmt mit den Buchstaben (hurufat) der 112. Sure "Die Wahrhaftigkeit (Ihlas)" und dem numerischen Wert (makam-ı ebcedî) des Namens Gottes (Lafzullah) überein (tevafuk) und so soll man das auch erwähnen. Wir haben unser Exemplar (nüsha) so gestaltet und senden es euch nun zu. Auch die Exemplare (nüsha), die bei euch sind, sollt ihr so gestalten; und auch die Exemplare (nüshalar) in Egirdir sollt ihr so gestalten.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht.}

Euer Mitbruder
(Kardeşiniz) Said Nursî
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بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Meine lieben, wahren, getreuen Mitbrüder und meine aufrichtigen, starken Mitarbeiter im Dienst am Qur'an Sabri, Hüsrev, Ali, Re'fet, Bekir, Lütfü, Rüşdü!

Unendlicher Dank (hadsiz şükür) sei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) dafür, dass Er euch mir als einem vertrauten Gefährten und Mitarbeiter (enîs arkadaş ve yoldaş) in einem grenzenlosen Feld der Wahrheit (hududsuz bir sahra-yı hakikat) geschenkt hat. Was die Arbeit und unsere Bewegung (hareket ve sülûk) in diesem einzigartigen Feld (acib sahra) betrifft, so kann man daraus manchmal in einer überaus feinsinnigen (ince), jedoch wie unbedeutend (ehemmiyetsiz) erscheinenden Angelegenheit (mes'ele) einen beachtlichen Nutzen (mühim istifade) ziehen. Darum verfolge ich einige Punkte, die äußerlich betrachtet sinnlos (zahir nazarda malayani) erscheinen, und versuche des öfteren (ziyade) eure Aufmerksamkeit (nazar-ı dikkat) auf sie zu lenken, z.B. lenke ich eure Aufmerksameit (nazar-ı dikkat) auf die Übereinstimmung (tevafukat) des Buchstabens Elif im Zehnten Wort (Onuncu Söz) wie auf eine wichtige Angelegenheit (mühim bir mes'ele). Das Geheimnis (sırr) dessen ist folgendes:

Da ich mit Sicherheit verspürt habe (kat'î hissettigim), dass es ganz im Geheimen (gizliden gizliye) einen Hinweis auf einen besonderen Gnadenerweis (iltifat-ı hâssa) gibt, rief ich spontan (ihtiyarsız) in meiner vollkommenen Freude und Fröhlichkeit (kemal-i sürur u ferah) voller Aufregung (taşkınca) und sagte: "Kommt schnell herbei (aman geliniz); auch ihr sollt das erleben!" Genau so wie einen kleinen persönlichen Wink (işaret) des Königs (padişah) zu erfahren, so ist er in der Tat ein Anlass zu einer noch größeren Freude (medar-ı sürur) als seine Zuwendung (teveccüh) zu seinem Marschall entsprechend der allgemeinen Protokolle (kanun-u umumî). So ist auch selbst für einen ganz verborgenen Wink (gizli bir işaret), der auf den Gnadenerweis (hususî iltifat) des majestätischen Schöpfers (Hâlık-ı Zülcelal) im besonderen hinweist (îma), hätte man auch hundert Tausend Mal zu leben (can) oder hundert Tausend Jahre zu leben (ömür) und sie alle für diesen Wink geopfert (feda) oder auf dem Weg dorthin verbracht (o yolda sarfedilse), so wäre dies dafür dennoch nur ein geringes (ucuz).

So öffne ich in einer ekstatischen Aufregung (cezbekârane taşkınlık), die aus der Freude (sürur) über dieses Geheimnis (sır) erwächst, Themen (bahis) über eine socherart Übereinstimmung (tevafukat), die den Unaufmerksamen (dikkatsiz) als sinnlos und verschwenderisch (malayani ve israf) erscheint. Hier möchte ich noch ein solches Thema öffnen (bahis daha açacagım):

Nachdem das Zehnte Wort die Gottesleugner (zındıklar), welche die leibliche Auferstehung (haşr-i cismanî) in der Öffentlichkeit und vor aller Augen (resmen millet içinde) abstreiten wollen (inkâr), um ein Drittel (sülüsü) des Qur'ans zu verleugnen (inkâr), zum Schweigen brachte (susturmak) und so eine außerordentliche Flamme der Wunderhaftigkeit (şu'le-i i'caz) des Qur'ans präsentierte, hatten wir anhand noch vieler weiterer Anzeichen (müteaddid emare) etwas davon geahnt (icmalen hissetmiştik), dass es im Sinne (hesab) der geistigen Wunderhaftigkeit (manevî i'caz) des Qur'ans von einer außerordentlichen Bedeutung (fevkalâde bir mahiyeti) ist. So bin ich denn nun spontan (ihtiyarsız) damit beschäftigt worden (meşgul) und habe es aufmerksam betrachtet, um die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit (nazar-ı dikkat-i âmmeyi) noch mal von neuem (şimdi yeniden) auf das Zehnte Wort (Onuncu Söz) zu lenken.

Der allererste Buchstabe (harf) des Wortes "Gott (Lafzullah)", das Elif, steht im Zehnten Wort (Onuncu Söz) in einer solchen Übereinstimmung (tevafuk), dass man dies keineswegs auf einen Zufall (kat'iyyen tesadüf) zurückführen kann. Durch weitere Anzeichen (başka emare) habe ich ohne Zweifel (kat'iyyen) einen verborgenen Hinweis (gaybî bir işaret) in dieser Übereinstimmung (tevafuk) verspürt. Daraufhin habe ich dort dementsprechende Kennzeichen (işaret) gesetzt. Doch muss (lâzım) es nicht etwas Besonderes (hârikulâde) sein, um als Hinweis (işaret) gelten zu können (medar). Denn gerade hinter ganz gewöhnlichen Schleiern (perde) werden wichtige Zeichen (mühim işaret) gegeben, die nur die Kontaktperson verstehen können (ehli anlar).

— 255 —

Da es nun einmal einen verborgenen Hinweis (işaret-i gaybiye) gibt, so schwindet auf jeden Fall der Zufall (tesadüf) daraus. Er kann keine Geltung mehr haben. Selbst die einfachsten Ziffern (cüz'î rakaml) werden auf diesen Hinweis (işarete) zurückgeführt.

Da es nun einmal in der Ganzheit einen Hinweis (mecmuunda işaret) gibt, so sind alle Bestandteile (eczası) von der Weisheit dieses Hinweises (işaretin hikmeti) abhängig. Denn dort hat der Zufall (tesadüf) keinen Spielplatz (oynayamaz). Auf der 29. Seite (sahife) sollte man sogar die Elif in der Dritten Wahrheit (Üçüncü Hakikat) nicht mehr mitzählen. Ich habe sie zwar versehentlich (sehven) mitgezählt. Später habe ich jedoch verstanden (anladım), dass ich dazu geführt wurde, sie mitzuzählen (saydırılmış). Da das Wort (kelime) "Das Zehnte Wort (Onuncu Söz)" am Anfang (başında) und diese Dritte Wahrheit (Üçüncü Hakikat) beide jeweils am Anfang einer Seite (sahife başında) stehen, müssten sie mit Recht mitgezählt werden (hakları sayılmaktı). Die Seitenzahlen (rakamlar), die ihre weiteren Kameraden (sair arkadaşları sahife) sind, wurden mir unbewusst (haberim olmadan) als ein Hinweis (işaret) darauf angemerkt (yazdırılmış), sie in gewisser Hinsicht mitzuzählen (bir cihette saymak), um einige Funktionen (bazı vazife) erfüllen zu lassen. Wie dem auch sei... ich habe einige Vergleiche (müvazene) gemacht, nicht um meine eigene Unsicherheit (tereddüd) zu kaschieren, denn ich bin ja bereits zu einer festen Überzeugung (kat'î kanaat) gelangt; vielmehr um den Zweifel und die Unsicherheit (şübhe ve tereddüd) der anderen zu beseitigen.

Wie am Ende (âhir) des Zehnten Wortes (Onuncu Söz) angeführt wurde, ergaben sich 125 Übereinstimmungen (tevafukat) in einem segensreichen Buche (mübarek kitab), das aus mehr als sechshundert Seiten (sahife) besteht. Ich habe auch in einem anderen Buch (kitabı), das aus 350 Seiten (sahife) besteht, wieder nachgezählt und da ergaben sich 50 Übereinstimmungen (tevafuk). Und schließlich habe ich den Buchstaben Elif auch in meinem Buch (kitab), das aus 280 Seiten (sahife) besteht und das ich früher in türkisch und arabisch verfasst (te'lifatım) hatte, nachgezählt. Doch dort fand ich nicht mehr als 40 Übereinstimmungen (tevafukat).

Also kommt durch diese Übereinstimmung (tevafukat) im Zehnten Wort (Onuncu Söz) und im Buch "Ein Hinweis auf das Wunder (İşarat-ül İ'caz)" in der absoluten Mehrzahl (ekseriyet-i mutlak) ein verborgener Hinweis (işaret-i gaybiye) zum Ausdruck (tazammun). Wenn sich dieser Hinweis (işaret) insgesamt (mecmuu) findet, so genügt das (yeter). Es ist also nicht notwendig (lâzım degil), diesen Hinweis in jedem einzelnen Abschnitt aufzuzeigen (cüz'ünde işaret). Denn jeder Abschnitt ist ein Teil (cüz) des Ganzen, das diesem Hinweis (işaret) und seiner Weisheit folgt (hikmetine tâbi'). Ich war ein wenig voreilig (acele) und versendete sogleich das Exemplar (nüsha), das ich als erstes mit Anmerkungen versehen hatte. Einige wenige Anmerkungen haben wir später noch hinzugefügt (ilâve). Ihr sollt diesmal dieses mit dem Exemplar (nüsha) vergleichen (mukabele), das wir euch durch Süleyman Efendi zuigeschickt hatten, und es so vervollständigen (tekmil). Ihr sollt weiter mit dem Exemplar (nüsha), das wir euch durch Halil İbrahim Efendi geschickt haben, mit diesem Exemplar vergleichen (nüsha mukabele) und es dann an Âsım Bey weiter senden.

Ich habe euch den letzten Brief (mektub) von Hulusi Bey zugesandt. Der Abschnitt (kısım), den ich bereits mit Anmerkungen (İşaret) versehen hatte und der dazwischen in Klammern (kavis) eingefügt wurde, wird im vierten Anhang (Zeyl) des 27. Briefes (Yirmiyedinci Mektub) angeführt. Der Teil, der außerhalb dieser Klammern (kavisler) steht und rot durchgestrichen (kırmızı çizgi) ist, soll nicht mit abgeschrieben werden. Ich sende meinen Sufi-Freunden (kalbi cezbeli dost) wie Hâfız Ahmed, Mehmed Celal und Hâfız Veli und anderen Mitbrüdern (kardeş) auf dem Wege der Wahrheit (tarîk-ı hakikat) meine Grüße (selâm). Ich habe zwar (çendan) Hâfız Veli erst vor kurzem kennen gelernt (geç görüştük). Hier lebt jedoch ein wahrhaftiger Freund (hâlis bir dost), der Hâfız Veli schon seit zehn Jahren (on senelik) kennt und Mehmed Usta heißt. Da Mehmed Usta seit acht Jahren mein aufrichtiger Mitbruder (gayet ciddî bir kardeş) auf dem geistigen Wege (tarîk-ı âhiret) ist, betrachte ich auch Hâfız Veli in dieser Beziehung (münasebet) als einen alten Freund (eski dost). Er hatte mir zwar einen Brief (bana mektub) geschrieben. Ich finde jedoch leider keine Zeit, seinen Brief zu beanworten (mektubuna cevab). Doch für Leute des Herzens (ehl-i kalb) gilt manchmal auch das Schweigen (bazan sükût) wie eine Art Kommunikation (konuşmak).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht.}

Euer Mitbruder
(Kardeşiniz) Said Nursî

Anmerkung: Meine Brüder (Kardeşlerim)! Verzeiht (afvedersiniz) mir, dass ich mich eigentlich nicht mit einem so ungereimten, leicht verworrenen Brief (intizamsız perişan mektub) mit euch unterhalten wollte (konuşmak). Während wir jedoch mit verschiedenen Arbeiten (müteaddid işler) und Erforschungen beschäftigt (tedkikatla meşgul) waren, haben wir ihn schnell mal (sür'atli) mit einer Ecke unserer Gedanken (fikrimizin bir köşesi) niedergeschrieben. Doch der Zustand meines verschlafenen Schreibers (keçeli kâtib) ist euch ja bekannt. Er wusste sicherlich schon nicht mehr, wo ihm der Kopf steht (kafasını başka). So geriet ihm denn dieser Brief ein wenig durcheinander (mektub perişan). Ich bitte euch deshalb um Nachsicht (kusura bakmayınız)!

Ich hatte bereits in einem Brief (mektub) den verborgenen Eingriff (müdahale-i gaybiye) zu der Übereinstimmung (tevafuk) mit einem solchen Beispiel (temsil) erklärt. Gäbe es in meiner Hand (avuc) solche Dinge wie Erbsen (nohut), Rosinen (üzüm) und Weizenkörner (bugday), und ich hätte all dies auf den Boden geworfen (yere atsam); und wenn sich nun Rosine zu Rosinen und Erbsen zu Erbsen neben einander einreihten (sıralansa), würde es dann überhaupt noch einen Zweifel (hiç şübhe) daran geben, dass sie, nachdem sie meine Hand verlassen (elimden çıktıktan) hatten, eine unsichtbare Hand (gaybî bir el) wieder in eine Reihe bringt (sıralamasın). So sind denn die Buchstaben und die Wörter (hurufat ve kelimat) diese Dinge und unser Mund ist meine Hand (agzımız o avuç).

— 256 —

Von Mes'ud ein eigenartiger Brief (fıkrası)

Der Mond (kamer) war gerade erst aufgegangen (tulû'). In seinem Licht (aydınlık) und der Kühle (serinlik) der Nacht war die Gerste (arpa) weich und ich war gerade dabei, sie mit meiner Sichel (orak) zu schneiden. Ich betrachtete die Schönheit und Klarheit (güzellik ve şeffaflık) des Mondes. Meine Arbeit mit der Sichel war noch nicht zu Ende. Ich bin nun traurig und fast schon verzweifelt (tahassürane ve me'yusane), weil ich jetzt auf meine Abschreibarbeiten der Lichter (Nurlar) verzichten muss (yazmaktan mahrum). Ob nun durch meine Verstimmung (igfalât) oder aber durch eine Eingebung (tulûat), die mir gerade zugekommen (hatırıma) ist, habe ich da folgendes Wort ausgesprochen: "Oh Herr (Ya Rabb)! Mein Name ist "der Glückliche (Mes'ud)". Und doch bin ich ohne ein Einkommen (bîsud). Ich habe mich sehr angestrengt (çalıştım) und bin doch kein Glücklicher (mes'ud) geworden." So sagte ich und schnitt wieder weiter (biçmeye devam) meine Gerste. Nach einer gewissen Zeit (müddet) habe ich mich dann hingelegt (yattım). Da sagte jemand zu mir im Traum (menam): "Lass den Rock deines Meisters (üstadın etegini) Said niemals los; er führt dich zum Glück (mes'ud)." Und sogleich wachte ich auf (uyandım). Der Mond (ay) war gerade dabei, wieder unterzugehen (kaybolmak). Und sogleich habe ich gesagt: "Oh Herr (Ya Rabb)! Ich meinte nicht (istemedim) das irdische Glück (saadet-i dünyeviye). Ich bitte Dich um Verzeihung (tövbekâr)." Mir wurde eingegeben (telkin), dass ich mein Glück im Jenseits (Saadet-i uhreviye) durch euer Gebet (dua) erlangen werde. Ich bedarf also eures Gebetes (duanıza muhtacım) und bitte euch, meine Wenigkeit nicht von eurem Gebete (dua) auszuschließen. Ich küsse eure Hände und Füße (el ve ayakları), eure Exzelenz, mein Herr (efendim hazretleri).

Mes'ud
Der Anfang und das Ende der Ersten Fragestellung des Vierten Kapitels des 26. Briefes (Yirmialtıncı Mektub)
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَعَلٰى وَالِدَيْكُمْ وَعَلٰٓى اِخْوَانِكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) "Friede sei mit euch, mit euen Eltern und Geschwistern, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber, wahrer, getreuer, aufrichtiger und wahrhaftiger Mitbruder İbrahim Hulusi Bey!

Du schreibst (beyan) in deinem Brief (mektub), dass du genau so wie in Egirdir auch dort keinen Erfolg (muvaffak) hast. Sei deswegen nicht besorgt (telaş). Dort herrschen noch Umstände (esbab), die ganz und gar zum Stillstand (tevakkuf) oder zur Schließung (ta'til) führen könnten. Dank sei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk'a şükür), dass es nun nicht noch einmal zum Stillstand (tevakkuf) kommen wird. Es wird noch einen Erfolg (muvaffakıyet) geben.

— 257 —

Einer von diesen nicht vorhersehbaren Umständen (manevî esbab) ist der folgende: die Teufel in Menschengestalt (insan şeytanları), die vom Teufel (şeytan) unter den Dschinnen ihren Unterricht (ders) erhalten, arbeiten (çalışmış) unter einem Deckmantel (perde altında) ohne es dich merken zu lassen (sezdirmeyerek), dass sie dich mit weltlichen Beschäftigungen (dünyevî meşgale) so sehr einkreisen und umschlingen (çember), wie sehhr sie dadurch deine Aktivitäten im Dienst an den Lichtern (Nurlara hizmeti) einschränken (tahdid).

Darüber hinaus gibt es dort in der Umgebung (havali), wie bereits oben beschrieben (sâbıkan), fürchterliche Arbeiten (müdhiş ameliyat) und Durchführungen (icraat), die dazu führen, dass dort in der Umgebung (muhit) eine gewisse Einschüchterung (ürkeklik) heranreift. Hättest du nicht in deinem Herzen (kalb) eine so machtvolle Unerschütterlichkeit (kuvvetli bir metanet), könnten die Lichter (Nurlar) dort gar nicht mehr leuchten (ışıklandırmak). Doch auch ein wenig Dienst (az hizmet) ist dort noch viel und also wertvoll (çoktur, kıymetdar).

Zweitens: (Dieser Abschnitt ***(kısım) beginnt auf der Seite (sahife) 607 als eine Ergänzung (ektir) zum Zweiten Absatz (kısım) des Bandes "Briefe (Mektubat)" und endet auf der Seite 609.)

Was die Erwähnung (zikr) von رَبُّ السَّمٰوَاتِ وَ الْاَرْضِ {"Herr der Himmel und der Erden (Rabb-üs Semavati ve-l Arz)"} nach dem Ausdruck (tabir) رَبُّ الْعَالَمِينَ {"Herr der Welten (Rabb-ül Âlemîn)"} betrifft, so ist dies der Übergang von der Kürze zu der ausführlichen Erklärung (icmalden tafsile). Wie der Ausdruck "der Herrscher (hâkim) über Anatolien, Asien und Afrika", der nach dem Ausdruck (tabir) "der Herrscher über das islamische Land (Memleket-i İslâmiye hâkim)" kommt, so dient eine ausführliche Erklärung (mufassalan) dazu, die Größe seiner Herrschaft (haşmet-i saltanat) aufzuzeigen.

Genau so zeigt er nach der absoluten Herrschaft (rububiyet-i mutlak) ausführlich die Pracht und Größe der Herrschaft (haşmet-i rububiyeti). Wie dem auch sei... Ich kann deine Frage momentan (şimdilik sual) nicht vollkommen beantworten (tam cevab). Statt dessen (bedel) möchte ich zwei kleine Anmerkungen (küçük nükte) zur Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'ans erklären.

Du sollst diese beiden Anmerkungen (nükte) am Ende der ersten Anmerkung (Birinci Nükte) des 18. Hinweises (Onsekizinci İşaret) des fünften Kapitels (beşinci cüz) des 19. Briefes (Ondokuzuncu Mektub) als Fußnote hinzufügen (haşiye olarak ilâve).

Hier nun die Erste Anmerkung (Birinci Nükte): Es handelt sich hier um die Anmerkung zwei (Haşiye 2) auf den Seiten (sahife) 333 und 334 in dem Buch der Briefe (Mektubat). Der folgende Abschnitt (kısım) ist eine Ergänzung (ektir) dazu.

Was für eine Wahrheit (hakikat) könnte es geben, die sich mit diesen drei Wahrheiten vergleichen (üç hakikat mukabil) ließe? Und wem stünde es zu (hadd), sie nachzuahmen (taklid)? Wie diese Ausdrucksweise (tarz-ı ifade) nicht erdichtet sein kann (sun'î olamaz), so kann sie in der Tat auch nicht nachgeahmt (taklid) werden. Wem stünde es denn zu (hadd), seine Grenzen (hadd) derartig maßlos (hadsiz derece) zu überschreiten und den Schöpfer des Kosmos (Hâlık-ı Kâinat) auf diese Weise (suret) das Wort zu geben (konuştursun).

Zweite Anmerkung: Alle Seiten (sahife) im Weisen (Hakîm) Qur'an schließen mit dem Ende einer Ayah (âhirinde âyetler tamam) ab. Sie schließen (nihayet) ihr Ende (hitam) mit einem exakten Schluss (güzel bir kafiye) ab. Das Wort "Gott (Lafzullah)" findet meistens eine zahlenmäßige Entsprechung (muvafakat-ı adedi) oder einen zahlenmäßigen Zusammenhang (münasebet-i adedi) auf den beiden Seiten eines Blattes oder auf den beiden nebeneinander liegenden Seiten, oder auf den einander entsprechenden Seiten. Dies ist ein Zeichen seiner Wunderhaftigkeit (emare-i i'caz). Das Geheimnis (sırr) dessen ist folgendes: die längste Ayah ist die 282. Ayah, die Ayah über das Ausleihen (Müdayene) in der Zweiten Sure und zugleich das Maß für alle Seiten. Die 123. Sure, "die Wahrhaftigkeit (İhlas)" und die 108. Sure "die Fülle (Kevser)" geben das Maß für die Länge einer Zeile (vâhid-i kıyas) an. Da sie als Maßstab angenommen wurden, wird dieser wunderschöne Vorzug (güzel meziyet) des Weisen (Hakîm) Qur'ans und das Merkmal seiner Wunderhaftigkeit (i'caz alâmeti) auf diese Weise erkennbar. Das also heißt, dass diese Eleganz (hüner) einzig dem Qur'an zu eigen ist und nicht etwa Hâfız Osman, seinem Entdecker. Denn diese Art der Gestaltung ergibt sich (neş'et) einzig aus den Ayat und den Suren.

Drittens: Ich habe aus deinem Brief (mektub) entnommen, dass du die Abhandlungen (risale), die dir zugeschickt werden, für dich selbst abschreibst (istinsah) und das Original (asl) zu Abdülmecid schickst.

— 258 —

Mein lieber Mitbruder (Aziz kardeş)! Abdülmecid ist zwar mein leiblicher Bruder (nesebî kardeş) und seit zwanzig Jahren mein Schüler (talebe). Doch weder er, noch irgendein anderer kann aber meinem Hulusi erreichen (yetişmiyor). Die überwiegende Mehrzahl (ekseriyet-i mutlaka) dieser Briefe sind in deinem Namen geschrieben worden und werden dir dann zugeschickt (gönderiliyor). Abdülmecid kommt danach an zweiter Stelle (ikinci derece). Ich hatte einmal in meinem Brief (mektub) erwähnt: "Um für dich selbst etwas abzuschreiben (istinsah) oder zu studieren (mütalaa), sollst du auch ihn mit einschließen (teşrik)."

Wenn du aber diesen deinen Mitbruder (kardeş) deiner eigenen Seele vorziehst (nefsine tercih) und - um ihm keine Umstände zu machen (zahmet vermemek) - die Arbeit selber machst (zahmet çeksen), dann habe ich nichts dagegen (karışmam). Deinem Vater (peder), deiner Mutter (vâlide) und deinen Gefährten (arkadaş) - wie Fethi - und deinen ehemaligen Lehrern (eski hoca) sende ich meine Grüße (selâm), bete (dua) für sie und bitte sie um ihre Gebete (dua).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht.}

Euer Mitbruder
Kardeşiniz Said Nursî

21 Heiliger Ramadan

Den Brief (mektub) an Abdülmecid habe ich in den Umschlag deines Briefes gelegt. Du sollst ihn ihm schicken.

Aus dem Brief (mektub), den er seinem Bruder (biraderler) geschrieben hat.

Wenn du dich nach meinem Geisteszustand (ahval-i ruhiye) erkundigen möchtest, sind ein paar hier folgende Zeilen (iki fıkra) dafür ein Sprachrohr (tercüman). Ich sage also wie ein Dichter (şâir) einmal gesagt hatte

— 259 —

Wie ein Schilfrohr (ney) allezeit (her dem) erinnere ich mich (yâd eylerim) an mein vergangenes Leben (geçmiş ömrü)

Solange mein dürrer Körper (kuru cismim) noch atmet (nefes var), werde ich erheben ein Wehgeschrei (feryad eylerim)

Ein Geschäft habe ich nicht gemacht (ticaret kılmadım), doch die Barschaft meines Lebens (nakd-i ömür) verflog (heba)

Aufgewacht, habe ich mich aufgemacht (yola geldim),

doch ach! die ganze (cümle) Karavane, ist auf und davon (göçmüş) schon und ich bin ohne Ahnung (bîhaber)

Weinend in Verzweiflung (aglayıp nâlân), machte ich mich auf den Weg (düştüm yola), der menschenleer (tenha),

und ich war ein Fremder (garib)

Tränen in den Augen (dîde giryan), brennend in der Brust (sîne biryan), ratlos der Verstand (akıl hayran),

und ich ohne Ahnung (bîhaber)

Ich habe mein ganzes Leben verschwendet (ömrü israf) und es in der Tat verloren (zayi' ettik). Ich habe viele gesegnete (mübarek) Menschen und Freunde (zâtlar, ahbablar) verloren und bin allein geblieben (yalnız kaldım). Ich war mit diesen gesegneten zusammen (mübarek beraber) und habe mich doch nicht um das Jenseits gekümmert (âhirete çalışmadım).

— 260 —
Zweite Anmerkung (İkinci Nükte) der achten Fragestellung (Sekizinci Mes'ele) des 28. Briefes (Yirmisekizinci Mektub)

Würde man sagen: Wenn die unsichtbare Übereinstimmung (tevafukat-ı gaybiye) eine Besonderheit der Rhetorik (meziyet-i belâgat) wäre, so müsste sie (lâzım) im Qur'an, dessen Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist und in dem alle Formen (enva) der Rhetorik (belâgat) am häufigsten (en ileride) vorkommen, auch in dieser Form (bu nevide) am häufigsten (en ileride) vorkommen. Wenn sie keine Besonderheit der Rhetorik (meziyet-i belâgat) ist, weshalb haltet ihr sie dann für einen großen Gnadenerweis Gottes (ikram-ı İlahî)? Außerdem ist in jedem Buch (kitab), welches auch immer es nun sein mag, diese Art Zufall (tesadüfat) des öfteren zu finden (bulunabilir).

Antwort:
اِنَّا نَحْنُ نَزَّلْنَا الذِّكْرَ وَ اِنَّا لَهُ لَحَافِظُونَ

{"Fürwahr, Wir haben diese Offenbarung herabgesandt und Wir sind auch diejenigen, die stets auf sie Acht geben werden." - Sure 15,9-}

Nach dem Geheimnis (sırr) dieser Ayah ist es notwendig (lâzım), dass Gott den Weisen (Hakîm) Qur'an stets unsichtbar in die Herzen (kalb) von mehr als einer Millionen Rezitatoren (hâfızlar) schreibt (manen yazdırmak). Darum kommt diese Form der einander gleichenden Übereinstimmung (tevafukat-ı müteşabihe), welche das Auswendig-lernen sehr erschweren (hıfzı çok işkal) und die Zahl der Rezitatoren (hâfızlar) sehr verringern würde (azaltacak), im Weisen (Hakîm) Qur'an nicht so häufig vor. Eine geistige Rhetorik (manevî belâgat), welche für die Rezitatoren (ehl-i hıfza) ein Segen ist (rahmet) und den Erfordernissen der Umstände (mutabık-ı mukteza-yı hal) entspricht, kommt durch die Unterlassung (terk) dieser Besonderheit der Rhetorik zustande (meziyet-i belâgat).

Er fasst häufig kurz zusammen (kesmek), um damit überaus vielen Bedeutungen Ausdruck (manaları ifade) zu verleihen. Auch wenn diese Übereinstimmung der Rhetorik (tevafukat-ı belâgat) nicht vorkäme, ist dennoch darin nun einmal das Merkmal der Absicht und des Bewusstseins (eser-i kasd ve şuur) erkennbar. Was die Absicht und das Bewusstsein (kasd ve şuur) betrifft, so sind sie offensichtlich und wie einjeder zu erkennen vermag (bilmüşahede ve bil'itiraf), nicht dem Verfasser oder den Kopisten (müellif ve müstensih) zu eigen, sondern geschehen (tanzim) in jeden Falll (elbette) nur durch den Eingriff einer unsichtbaren Hand (dest-i gaybî). Was diese Art Eingriff (tarz müdahale) einer unsichtbaren Hand (dest-i gaybî) betrifft, so ist sie ein Merkmal der Anerkennung (alâmet-i kabul) und ein Zeichen des Einverständnisses (rızaya emare). Von diesem Zeichen (emare) lässt sich nun ableiten (remz eder), dass die niedergeschriebenen Wahrheiten (hakikatlar) frei von Fehlern (kusursuz) sind und in ihrer richtigen Form (hak bir surette) dargestellt werden.

Wenn es sich jedoch dabei um andere Bücher (sair kitab) handelt, in denen sich auch diese Art Übereinstimmung (tevafukat) findet, so kann das auf einen Zufall (tesadüf) zurückgeführt werden. Die unsichtbare Übereinstimmung (tevafukat-ı gaybiye) in diesen Abhandlungen (risaleler), die auf ein Bewusstsein (şuur) dahinter hinweist, kann entsprechend der Überzeugung (ittifak) aller Menschen (zâtlar), die sie gesehen haben, nicht auf irgendeinen bewusstseinslosen Zufall zurückgeführt (havale edilemez ) werden. Eine solche Möglichkeit gibt es gar nicht (verilmesine imkân verilmiyor). Denn zwei überaus bedeutsame Kopisten (mühim iki müstensih) und wir sind nicht erst von einer ganzen Abhandlung (risalenin umumun), sondern schon von einer einzigen Seite (bir tek sahife) zu der Überzeugung gelangt (kanaat verir), dass es da für einen Zufall (tesadüf) keinen Zusammenhang geben kann (haddi degil). Denn es finden sich da zwei, drei ähnliche (misil) Wörter, die in einer symetrischen Form (vaziyet) zu einander passen (birbirine bakar), was augenscheinlich (zahiren) einer bestimmten Absicht unterliegt (bir kasdı irae).

Zum Beispiel sehen wir, dass sich hier auf dieser Seite (sahife) das Wort "Alter" (yaş lafzı) drei Mal wiederholt (tekerrür). Alle drei stehen zu einander in einem Verhältnis (vaziyet), das keinen Zweifel (şübhe) offen lässt, dass hier eine unsichtbare Ordnung (tanzim-i gaybî) erkennbar wird. Auch auf dieser Seite (sahife), die wir gerade betrachten, findet sich das Wort "Trauer" (hüzün kelime) sechs Mal. Alle diese sechs "Trauer" (altı hüzün) bilden in drei Zeilen (üç satır) auf dem Papier zwei so feine Bogen (latif iki kavis), dass sie jeden in seiner Trauer (hüzün) dennoch zugleich auch die Art einer frohen Empfindung (neş'eli) wahrnehmen lassen (görene verir).

Des weiteren ist es nicht notwendig (lâzım), dass dies in keinem anderen Buch (kitab) zu finden sein darf, um als einen unsichtbaren Hinweis (işaret-i gaybiye) zu gelten. Obwohl die Beredsamkeit (belâgat) des Qur'ans z.B. den Grad eines Wunders (derece-i i'caz) erreicht und als ein Wunder des Prophetentums (mu'cize-i risalet) gilt, findet sich diese Beredsamkeit (belâgat) in allen Büchern der Rhetoriker (ehl-i belâgat) entsprechend ihren Abstufungen (derecat). Da sich in ihnen eine gewisse Beredsamkeit (belâgat) findet, können sie nicht der Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'ans widersprechen (münafî).

— 261 —

Es würde ja nicht schaden (zarar), wenn ein Funke (cilve) eines Teils von hunderten Teilen (yüzer kısmı) der Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'ans in einer Art Gnadenerweises Gottes (ikram-ı İlahî) in den Worten (Sözler), die eine Art Kommentar (tefsir) des Qur'ans ist, als Hinweis (işaret) auf die schöne Wohlordnung (hüsn-ü intizam) der Wahrheiten (hakaik) des Qur'ans erscheint, wenn sich zugleich auch in anderen Büchern Übereinstimmungen (tevafukat) finden. Denn sie können einen solchen Grad (derece) nicht erreichen. Denn diese Art Übereinstimmungen (tevafukat) in den Worten (Sözler) ist so prägnant (derece), dass die aufmerksamen (dikkat) Betrachter zu der sicheren Überzeugung (kat'î kanaat) gelangen, dass sie nicht infolge menschlichen Denkens (beşerin düşünü) und ihres Willens (ihtiyar) zustande kam. Vielmehr ist sie der Schatten (gölge) des Schattens einer verzierten Art (nakşî) der Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'ans, der sich im Spiegel (âyine) seines besonderen Kommentars (tefsir) in der Gestalt einer Art Gnadenerweises Gottes (ikram-ı İlahî) wiederspiegelt.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبّ۪ى

{Dank sei Gott! Dies ist von der Güte meines Herrn.}

Dritte Anmerkung (Üçüncü Nükte) der achten Fragestellung (Sekizinci Mes'ele) des 28. Briefes (Yirmisekizinci Mektub)
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يمِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ عَلٰى وَالِدَيْكُمْ وَ عَلٰى اِخْوَانِكُمْ وَ عَلٰى رُفَقَائِكُمْ ف۪ى دَرْسِ الْقُرْاٰنِ

{" Im Namen Gottes des Erbarmers des Allbarmherzigen" "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." - Sure 17,44 - "Friede sei mit euch, euren Eltern und Geschwistern und mit euren Gefährten im Unterricht des Qur'ans"}

Mein lieber Mitbruder (kardeş)

Erstens: Unser Bruder Abdülmecid hält das dritte Kapitel des 26. Briefes (Yirmialtıncı Mektub) wegen einer überflüssigen Vorsichtsmaßnahme (lüzumsuz bir ihtiyat) für unnötig (ziyade). Es hat mich unnötiger Weise (ziyade) gefreut, dass auch du seine Vorstellung von dem, was unnötig (ziyade) wäre für unnötig (ziyade) hältst.

Wir müssen uns dessen bewusst sein (bilmeliyiz), dass wir dem Geheimnis (sırr) von

وَ كَيْفَ اَخَافُ مَٓا اَشْرَكْتُمْ وَلاَ تَخَافُونَ اَنَّكُمْ اَشْرَكْتُمْ بِاللّٰهِ

{"Folge dem Volk Abrahams, der ein gottergebener Gottsucher (Hanifen Muslimen) ist"}

entsprechen, das darauf hinweist (işaret), dass wir dazu verpflichtet (mükellef) sind, seiner Exzelenz (Hazret), Abraham, mit dem Friede sei, zu gehorsamen (ittiba'), der gesagt hat

فَاتَّبِعُوا مِلَّةَ اِبْره۪يمَ حَن۪يفًا مُسْلِمًا

{"Wie solte ich mich denn fürchten vor dem, was ihr beigesellt, wo ihr euch nicht fürchtet, Gott (billah) beizugesellen?" - Sure 6,81-}

und der im Qur'an hochgeschätzt (takdir) wird.

Zweitens: Abdülmecid schreibt, dass ein Müftü einer Stadt (şehir), deren Bewohner mir gegenüber im allgemeinen freundlich (umumen dost) gesinnt sind, mit einer oberflächlichen Betrachtung (sathî bir nazar) gegen gewisse Einzelheiten (teferruat) im Zehntern Wort (Onuncu Söz) seine wenn auch haltlose Kritik (vahi tenkidat) gerichtet hat. Die Antwort (cevab), die Abdülmecid ihm gegeben hat, reicht (müstesna) bis auf zwei Punkte. Alles übrige ist soweit in Ordnung (mütebâkisi kâfi). An zwei Stellen hat er jedoch auf die oberflächliche Frage dieses Herrn (zâtın sathî sual) eine ebenso oberflächliche Antwort (sathî olarak cevab) gegeben.

— 262 —

Erstens: Dieser Herr (zât) sagte: "Die Wahrheiten im Zehnten Wort (Onuncu Söz'ün hakikatları) sind nicht gegen die Gottesleugner (münkirlere) gerichtet. Denn sie sind auf den Eigenschaften und Namen Gottes (sıfât ve esma-i İlahiye) aufgebaut." Abdülmecid sagt in seiner Antwort (cevab): "Da werden die Gottesleugner (münkirler) zunächst anhand der vier Hinweise (dört işaret) vor den Wahrheiten (hakikatlar) {Die vier Hinweise dienen der Einleitung. Die eigentlichen Wahrheiten folgen erst später und das "Zehnte Wort" bringt die die Gottesleugner dazu, sie auch anzuhören. (A.d.Ü.)} zum Glauben (iman) hingeführt, den sie danach bekennen (ikrar) werden. Danach werden sie dazu gebracht, diese Wahrheiten (hakikat) auch anzuhören." So hat er sinngemäß geantwortet (mealinde cevab).

Die richtige Antwort (Hakikî cevab) lautet jedoch folgerndermaßen: Jede Wahrheit (hakikat) beweist gleichsam drei Dinge; sowohl die Existenz des Notwendig-Seienden (Vâcib-ül Vücud'un vücudu), als auch Seine Namen und Seine Eigenschaften (esma ve sıfât). Dann baut sie die "Auferstehung (haşr)" {eines der Kapitel des Zehnten Wortes (A.d.Ü.)} auf ihnen auf und beweist (isbat) sie. Jeder, angefangen von einem überaus verbohrten Gottesleugner (muannid münkir) bis zu einem überaus aufrichtigen Gläubigen (hâlis bir mü'min) kann aus diesen "Wahrheiten (Hakikat)" seinen Nutzen ziehen (hisse). Denn in den "Wahrheiten" wird die Aufmerksamkeit (nazar) auf alles Sein (mevcudat) und alles Geschaffene (âsâr) gelenkt.

Dort heißt es: In all dem liegt eine wohlgeordnete Tätigkeit (muntazam ef'al). Was solch eine wohlgeordnete Tätigkeit (muntazam fiil) betrifft, so kann sie nicht ohne einen Täter (fâilsiz) zustande kommen. Wenn dem so ist, so kann sie nicht ohne ihren Täter sein. Da dieser Täter in Wohlordnung und Ausgewogenheit (intizam ve mizan) handelt, muss er (lâzım) weise und gerecht (hakîm ve âdil) sein. Da er nun einmal weise (hakîmdir) ist, tut er nichts Sinnloses (abes işleri). Da er nun einmal in Gerechtigkeit (adalet) handelt, vernachlässigt er die Rechte (hukuklar) nicht. Wenn dem aber so ist, wird daraus schließlich eine große Versammlung (mecma-i ekber), ein großer Gerichtshof (mahkeme-i kübra) entstehen..

So haben sich "die Wahrheiten (Hakikat)" auf diese Weise an die Arbeit gemacht (işe girişmişler). Und da sie kurz und prägnant (mücmel) sind, beweisen (isbat) sie gleichsam die oben angeführten drei Dinge (üç dava). Einem oberflächlichen Betrachter gelingt es jedoch nicht, sie wahrzunehmen (sathî nazar). Jede von diesen kurzen, prägnanten "Wahrheiten (Hakikat)" wurde bereits in anderen Abhandlungen und Worten (risaleler ve Sözler) ausführlich und vollständig erklärt (kemal-i izah ile tafsil).

Die zweite mangelhafte Antwort (nâkıs cevab)\von Abdülmecid ist folgendermaßen:

Da er gegen die falsch gestellte Frage (yanlış sual) dieses Herrn (zâtın) keinen Einwand (mümaşat) erhoben hat, hat er dessen Fehler gleichsam akzeptiert (kabul) und so selbst eine Fehlhaltung eingenommen (yanlış). Denn in der Anmerkung (Haşiye) zum Zehnten Wort (Onuncu Söz) steht nichts davon geschrieben (zikredilmemiş), dass der gewaltige Name Gottes (ism-i a'zam) nur aus einer einzigen Stufe (bir mertebe) jeden Namens besteht (ibaret). Wir haben jedoch bereits an vielen Stellen gesagt: Die Auferstehung wird durch den Gewaltigen Namen (İsm-i a'zam) und die gewaltigen Stufen (a'zamî mertebe) eines jeden Namens erkennbar (tezahür). Diese Abhandlung beweist (isbat) den gewaltigen Namen (İsm-i a'zam) und dass jeder Name eine gewaltige Stufe (mertebe-i a'zam) hat. Sowie der Ehrenwerte Gesandte (Resul-i Ekrem), mit dem Friede und Segen sei, diese erfährt (mazhar), so basiert auch die gewaltige Auferstehung (haşr-i a'zam) auf ihnen. Die Stufen (meratib) des Namens "der Schöpfer (ism-i Hâlık)", beginnen z.B. damit, mein Schöpfer (Hâlık) zu sein, bis hin zu dem Schöpfer aller Dinge (Hâlık-ı Küll-i Şey). Dazwischen liegen noch viele andere Stufen (meratib) bis hin zu Seiner gewaltigen Stufe (mertebe-i a'zam).

Dieser zweifelnde Herr (şübheli zât) sagte, dass diese Erklärung der Tendenz (fikri) mystischer Philosophen (mutasavvıfa-i mütefelsife) entspricht, und - um damit seine Geringschätzung zum Ausdruck zu bringen (tezyif) - dass jeder Name seine gewaltige Stufe (mertebe-i a'zam) habe. In der Tat haben die getreuen Erforscher (sıddıkîn-i muhakkikîn), wie vorallem (başta) İmam-ı A'zam, İmam-ı Gazalî, Celaleddin-i Süyutî, İmam-ı Rabbanî, Şah-ı Geylanî den gewaltigen Namen (ism-i a'zam) unterschiedlich interpretiert (ayrı görmüşler). So sagte z.B. İmam-ı A'zam: "Die Namen der Gerechte (El-Adl) und der Richter (El-Hakem) bilden gemeinsam den gewaltigen Namen (ism-i a'zam)" usw. Wie dem auch sei... In dieser Angelegenheit (mes'ele) sei es damit genug (yeter).

Die oberflächliche Kritik (sathî ilişmesi) dieses Herrn (zât) hat mir dennoch In dreierlei Hinsicht (üç cihetle memnun) gefallen:

— 263 —

Erstens: Obwohl er sie kritisieren (tenkid) wollte, gelingt ihm dies nicht, was zeigt, dass die Wahrheiten (hakaik) des Zehnten Wortes (Onuncu Söz) nicht kritisierbar sind (kabil-i tenkid). Wenn überhaupt, könnte er höchstens einige Ausdrücke (ibare) kritisieren, die sich auf Einzelheiten (teferruat kabilinden) beziehen.

Zweitens: Wolle es Gott (İnşâallah), dass dies Abdülmecid ermutigt hat (gayret), der ja über eine hohe Intelligenz und Einsatzbereitschaft (zekâ ve gayret) verfügt. So wurde er ein fleißiger und wachsamer (çalışkan, müteyakkız) Gefährte, der Hulusi ebenbürtig (yakışacak) ist.

Drittens: Dieser Herr (zât) ist bestimmt an dieser Abhandlung interessiert (müşteri), weshalb er er sie dann auch zu kritisieren (ilişmiş) versucht. Insoweit er sich nicht dafür interessiert (müşteri), bleibt er schließlich gleichgültig (lâkayd). Wolle es Gott (İnşâallah), dass er künftig (ileride) jedoch sehr viel dabei gewinnen (tam istifade) wird.

Du oder Abdülmecid soll diese Erläuterung (nükte) in bester Form sinngemäß (güzel mealini) zu Papier bringen (kaleme alıp) und mit meinem Gruß (selâm) und zugleich Verständnis (memnuniyet) diesem Herrn (zât) senden.

Sende Hâfız Ömer Efendi, den Vorbeter (imam) in der Moschee eures Bezirks (Mahalle) meine Grüße (selâm) und sage ihm, dass ich ihn als meinen Schüler angenommen (kabul) habe. Die Voraussetzungen (şartlar) für diese Schülerschaft (talebelik) solltest du ihm erklären. Dein Vater (Peder), Fethi Bey und Hoca Abdurrahman hören also aufmerksam (ciddî) die Worte (Sözler), was mich sehr gefreut (çok mesrur) hat. Ich bete für sie (onlara dua) und auch sie sollen für mich beten (dua). Der Herr (zât) mit Namen Seyda ist nicht der Herr dem sich dein Vater angeschlossen hat (intisab ettigi zât). Er ist eine bedeutende Persönlichkeit (mühim bir zât), die vor ihm gelebt hat und berühmt (iştihar) wurde. Sabri, Süleyman, Tevfik und alle übrigen Mitbrüder (ihvan) grüßen dich (selâm).

Dein Bruder
Kardeşiniz Said Nursî
وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ عَاشِرَاتِ دَقَائِقِ اَيَّامِ الْفِرَاقِ

{"Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen in der Anzahl der Sekunden, der Minuten und der Tage seit unserer Trennung."}

— 264 —

Mein lieber getreuer Mitbruder (kardeş)

Dieses Mal sende ich dir den dritten (üçüncü kısmı) und den fünften Abschnitt (beşinci kısmı) des 29. Briefes (Yirmidokuzuncu Mektub). Im Dritten Abschnitt verbirgt sich ein Geheimnis (Üçüncü kısımda bir sırr var). Er wurde im Monat Ramadan innerhalb einer Stunde (bir saat) in aller Eile (sür'atle) geschrieben, obwohl ich und mein Sekretär (müsevvid zât) beide krank waren (hasta). Die Formgebung (tarz), die ihr da vor euch seht, hat sich genau so ergeben (aynen bulunmuş) und auch wir waren darüber erstaunt (hayret). So haben wir denn mit diesem Abschnitt (kısım) verstanden (anladık), dass unser Vorhaben (niyet) mit dem Qur'an genau richtig und notwendig (tam hak ve lâzım) ist, sodass es sich also in dieser Form ergab (böyle olmuştur).

Zudem habe ich zwei Abschnitte -den vierten und fünften Abschnitt (cüz) aus dieser Abhandlung (mektub) - als einen sicheren Beleg (sened-i kat'î) für die Übereinstimmung (tevafukat) in der Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye) gesandt. Diese beiden Abschnitte (parça) hatte ein unerfahrener Schreiber (acemî bir müstensih) nach der Verfassung (te'lifinin akabinde) dieser Abhandlung (risale) von dem ersten Manuskript (müsvedde-i aslî) schnell abgeschrieben. Er hatte sogar die Segensgebete (salavatları) für den Propheten mit einem bloßen Hinweis (işaret) übergangen. Das haben wir dann zwei Jahre später kritisch (tedkik) betrachtet und dabei eine erstaunliche Übereinstimmung (acib bir tevafuk), weit über unsere Erwartung hinaus (ümidimiz fevkinde), entdeckt.

Anschließend habe ich einem noch unerfahrenen Schreiber (acemî bir müstensih) gesagt: "Schreibe den Ausdruck (kelime) Der Ehrenwerte Gesandte (Resul-i Ekrem), Friede und Segen sei mit ihm, und das Wort (kelime) der Quran mit roter Tinte dazu und kopiere dieses Exemplar (nüshayı istinsah) so wie es da steht (aynen)." In der Tat war der zweite Schreiber noch recht unerfahren (müstensih çok acemî). Er hat die Übereinstimmung in dem Exemplar (nüshasındaki tevafuk) des ersten Schreibers ein wenig beeinträchtigt (kısmen bozmuş). Da er sich auf seine Arbeit ganz bewusst konzentriert hatte (şuuru taalluk), beeinträchtigte dies die Anmut (letafetini ihlâl) in seiner Gestaltung. Dennoch gilt seine Abschrift als Zeugnis für diese Übereinstimmung (tevafukata bir hüccet). Und auch für dich selbst (kendini) sollte deine Gestaltung (tebyiz) kaligraphisch sein (güzelce). Eine Kopie (suret) des ersten Manuskripts (müsvedde-i ûlânın) soll entweder bei dir oder bei Abdülmecid aufbewahrt werden (mahfuz kalsın).

Dank sei Gott (Felillahilhamd), dass wir jetzt ein Exemplar (cüz) des Qur'ans so anfertigen lassen, dass eine Art von 200 Arten der Wunderhaftigkeit (Mu'ciz-ül Beyan) des Qur'ans, dessen Verkündigung ein Wunder (ecza-i i'caz) ist, vor aller Augen sichtbar (göze gösterecek) wird. Ein Exemplar wird bald fertig sein (tamam oluyor). Darin ist die Übereinstimmung (tevafuk) von 2806 Namen der Majestät Gottes (Lafza-i Celal) mit einer nur 1/100 igen Ausnahme (müstesna) im Allgemeinen (umumen) in einer unsichtbaren Form (gaybî tarzı) erkennbar. Den Namen der Majestät Gottes (Lafzullah) ließen wir mit roter Tinte schreiben, damit jeder, der es sieht, sagen kann: "Ich kann die Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'ans mit meinen eigenen Augen (gözümle) sehen." Wolle es Gott (İnşâallah), dass die Offenbarung dieser Art der Wunderhaftigkeit (cüz'-i i'caz) die qur'anische Schrift bewahren (hatt-ı Kur'anî muhafaza) und ihn vor einer Verfälschung retten (tahriften kurtaracak) wird.

Unter unseren Brüdern (kardeş) mit ihren diamantenen Stiften (elmas kalemli) habe ich bereits die Abschnitte (taksim) des Qur'ans verteilt. Als erster hat unser Mitbruder (kardeş) Hakkı Efendi den ersten Abschnitt (cüz) abgeschrieben. Und er möchte gar zu gerne auch noch den zweiten und dritten Abschnitt an deiner Stelle (senin bedeline) abschreiben (hâhişkâr).

Deinen Eltern (vâlidey), Fethi Bey, Hoca Abdurrahman Bey, İmam Ömer Efendi, der mein neuer Schüler (yeni talebem) ist, und allen anderen, die sich mit den "Worten (Sözler)" beschäftigen, sende ich meine Grüße (selâm), bete für sie (dua) und bitte zugleich auch sie um ihre Gebete (dualarını isterim).

Sage dem ehemaligen Müftü Kemal Efendi: "Eine gute Nachricht (Müjde)! Jede Stunde seines Lebens im Krankenbett (hastalıklı ömrü) gilt als ein Tag der Anbetung Gottes (ibadet hükmünde). In dieser Zeit ist das die beste Form des Lebens (hayatın en iyi). Wir flehen (niyaz) an der Schwelle Gottes (dergâh-ı İlahî) um das Beste für ihn (en hayırlı), beten für ihn (dua) und werden auch weiterhin für ihn beten (ediyoruz ve edecegiz). Das Gebet dieser Menschen wird erhört werden (duası makbuldür). Und so möge er auch für mich beten (bana dua). Hoca Abdurrahman und Fethi Bey, beide gehören in den Kreis der engsten Schüler (has talebe) in meinem Gebet (daire-i dua), sind für das Verdienst meines Gebetes (duada kazancı) mit eingeschlossen und mögen beide auch für mich beten (dua). Ich hatte früher einmal einen Schüler mit dem Namen (isminde talebem) Ömer. Der neue Ömer Efendi, der jetzt zu deinem Kreis gehört, ist nun in meinen Gebeten zu einem Gefährten (duada arkadaş) dieses alten Ömer geworden.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht.}

Euer Mitbruder
Kardeşiniz Mirzazade
Said Nursî
— 265 —

Der Vierte Abschnitt (Dördüncü Kısm) des 29. Briefes (Yirmidokuzuncu Mektub) ist nicht nur lang (uzun), ich habe auch nur ein einziges Exemplar (tek nüsha) davon. So konnte ich ihn diesmal nicht abschicken. Dieser Abschnitt (kısım) ist ein unmittelbarer Spiegel (âyine) der Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'ans und er ist auch von besonderer Bedeutung (mühim). Er umfasst 38 Seiten (sahife). Sabri, Süleyman, Hüsrev, Bekir, Tevfik, Galib und all die anderen grüßen euch. Ich habe den vierten Abschnitt des 19. Briefes (Ondokuzuncu Mektub) bis zum 15. Hinweispunkt (Onbeşinci Nükte İşaret'e kadar) korrigiert. Ich musste (lâzım) ihn bald möglichst abschicken. Darum hatte ich keine Zeit mehr, ihn noch vorher gründlich zu korrigieren.

Du soltest ihn also als erstes vom 15. Hinweispunkt (Onbeşinci Nükteli İşaret) an mit deiner eigenen Abschrift (nüsha) vergleichen, ihn korrigieren und dann sauber abschreiben (tebyiz). In der Siebten Problemstellung (Yedinci Mes'ele) des 28. Briefes (Yirmisekizinci Mektub) wurde eine erstaunliche Übereinstimmung (acib bir tevafuk) sichtbar. Es ist dies wie folgt: Auf zwei vollständigen Seiten (sahife), nur die Zeile mit der Überschrift (baştaki satır) ausgenommen, sind in den insgesamt 29 Zeilen (yirmidokuz satır) jeweils die Buchstaben "Elif" ohne unsere Absicht und Kenntnis (şuur ve ihtiyar) in ihrer Übereistimmung zu erkennen. Diese Übereinstimmung der Elif besagt, dass dies ein bedeutender Hinweis des 28. Briefes (Yirmisekizinci Mektub) aus dem Verborgenen (işaret-i gaybiye) auf den 29. Brief (Yirmidokuzuncu Mektub) sei. Wir möchten dir später ein Exemplar (nümune) davon zusenden.

Said Nursî
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber getreuer wahrhaftiger Mitbruder (kardeş)\und zuverlässiger und standhafter Gefährte~(arkadaş)

— 266 —

Entsprechend den Einführungen (haşiye) zum Weisen Qur'an beträgt die Anzahl der Verse im Qur'an 6666. Jedoch auf deine Frage (sual), ob die Wahrheit dieser Verse (hakikat-ı Furkaniye) darauf hinweist, dass die Lichter (envâr) des Qur'ans nun laut Gesetz (eyyam-ı şer'iye) 6666 Jahre auf der Erde (Küre-i Arz) ihre Gültigkeit behalten (hükmü cereyan) werden, konnte ich damals noch keine ausführliche Antwort (izahlı bir cevab) geben, weil ich in meinen Gedanken (zihnim) noch mit anderen Dingen beschäftigt war. Später wurde mir jedoch eingegeben (ihtar): die Frage, die Âsım gestellt hat, ist von Bedeutung (suali ehemmiyetli). Beantworte sie (cevab ver) also ! Aufgrund dieser Eingebung (ihtar) möchte ich nun mit drei Grundsätzen (üç esas) versuchen, dieses Thema zu behandeln (izah):

Erster Grundsatz: Das mohammedanische Licht (Nur) und die Wahrheit (hakikat) Ahmeds, mit dem Friede und Segen sei, ist sowohl die Eröffnung (fâtiha) des Gremiums der Propheten (divan-ı nübüvvet) als auch sein Abschluss (hâtime). Alle Propheten (Enbiya) erhielten von seinem ursprünglichen Licht (asıl nuru) ihren Segen (istifaza) und gelten bei der Verbreitung der Wahrheit des Glaubens (hakikat-ı diniye) als seine Helfer und seine Stellvertreter (muînler ve vekiller). Das Licht (Nur) Ahmeds (Aleyhissalâtü Vesselâm) erschien auf dem Antlitz (cebhe) Adams bis zu seinem segensreichen Wesen (Zât-ı Mübarek) in seiner Nachfolge (müteselsilen), und sein Licht (neşr-i nur), das von einem zum anderen weiter gegeben (intikal) wurde, verbreitete sich, bis es in seiner vollendeten Erscheinung (zuhur-u etem) bei ihm selbst zutage (cilveger) trat.

Zudem ist das heilige Wesen (mahiyet-i kudsiye) Ahmeds, wie es in der Abhandlung über die Himmelfahrt (Risale-i Mi'rac) bereits auf eine absolut sichere Weise (kat'î bir surette) bewiesen wurde, diesem Weltenbaum (şecere-i kâinat) sowohl sein ursprünglicher Kern (çekirdek-i aslî), als auch seine letzte und vollkommenste (âhir ve en mükemmel) Frucht geworden. Genau so verbreitet sich auch die Wahrheit (hakikat) des Qur'ans, angefangen von der Zeit Adams bis heute zusammen mit der Wahrheit (hakikat) Mohammeds (Aleyhissalâtü Vesselâm) in seiner Nachfolge (müteselsilen) in den Schriften und Büchern (suhuf ve kütüb) der Propheten (Enbiya) ihr Licht, bis ihr größtes Exemplar (nüsha-i kübra) und ihre vollständige Erscheinung (mazhar-ı etem) in der Gestalt des Ruhmreichen (Azîmüşşan) Qur'ans zutage tritt (cilveger).

Die Forscher (ehl-i tahkik) und die Kenner der Wahrheit (ehl-i hakikat) sind sich einig, dass das Wesen der Religionen aller Propheten (Enbiyanın usûl-ü dinleri), die Grundlagen ihrer Gesetze (esas-ı şeriat) und die Zusammenfassung ihrer Bücher (hülâsa-i kitab) bereits im Qur'an enthalten sind. Aufgrund dieses Geheimnisses (sırr) heißt es, dass einer allgemein bekannten Überlieferung (rivayet-i meşhur) zufolge die Zeit angefangen von den Tagen Adams bis zum Weltuntergang (kıyamet) nach den Tagen im Gesetz (eyyam-ı şer'iye) 7000 Jahre beträgt und - nachdem die noch unbestimmte Zeit des Interregnums (fetret-i mutlak) davon abgezogen (ihraç) wurde - 6666 Jahre die Wahrheit (hakikat) des Qur'ans, die das Geheimnis (sırr) der Religion (Din) des Islam verbreitet (neşred), ihre Lichter (neşr-i envâr) über die Erde (Küre-i Arz) unter verschiedenen Schleiern (perde) aussenden wird, auf deren Anzahl uns ja die Anzahl der Ayat hinweist.

Zweiter Grundsatz: Es ist ja bekannt (malûm), dass durch die Umdrehung der Erdkugel (Küre-i Arz) um sich selbst (mihver) Tag und Nacht (gece-gündüz) und durch die Umkreisung (hareket) auf ihrer jährlichen Bahn (medar-ı senevî) die Jahre zustande (hasıl) kommen. Die Sonne (güneş) und all ihre Planeten (seyyare), sogar jeder einzelne Stern (sevabit) und selbst die Sonne der Sonnen (Şems-üş Şümu) hat eine Umdrehung (hareket) um sich selbst (mihver), die ihre eigenen Tage (eyyam-ı mahsusa) aufweist, und eine Fahrt auf ihrer Bahn (deveran ve medar), die auf ihre eigene Art ihre Jahre (sene) kennzeichnet. Der Beweis (delil) dafür, dass der Schöpfer Himmels und der Erden (Hâlık-ı Arz ve Semavat) in Seiner Urewigen Ansprache (hitabat-ı ezeliye) auch diese Tage und Jahre (eyyam ve sene) aufweist: zeigen uns (isbat) die Ayat im Weisen Qur'an (Furkan-ı Hakîm) wie folgt

ثُمَّ يَعْرُجُ اِلَيْهِ ف۪ى يَوْمٍ كَانَ مِقْدَارُهُٓ اَلْفَ سَنَةٍ مِمَّا تَعُدُّونَ

{"Hierauf steigt er zu Ihm auf. An einem Tag, dessen Maß nach eurer Berechnung Tausend Jahre sind." - Sure 32,5-}

تَعْرُجُ الْمَلٰٓئِكَةُ وَ الرُّوحُ اِلَيْهِ ف۪ى يَوْمٍ كَانَ مِقْدَارُهُ خَمْس۪ينَ اَلْفَ سَنَةٍ

{"Die Engel und der Geist steigen zu Ihm auf in einem Tag, dessen Maß 50 Tausend Jahre sind." - Sure 70,4-}

Es gibt Tage des Herrn, angefangen von einem vierstündigen Tag im Winter (kış gün) in der Arktis (şimal taraflar) zwischen dem Aufgang und dem Untergang (gurub ve tulû'), von den Tagen (eyyamlar) in dieser Jahreszeit des Winters (iklimde kışta), die aus acht, neun Stunden bestehen (ibaret), bis zu dem Tag der Sonne auf ihrer eigenen Achse (Güneş'in mihveri), der etwa einen Monat beträgt, sogar nach Aussage (rivayet) der Kosmographen bis zu dem Tag einer anderen Sonne (şems), die im Qur'an mit dem Ausdruck (tabir) "der Herr des Syrius (Rabb-üş Şi'ra)" angegeben wird (ilân) und größer als unsere Sonne (şems) ist und "Syrius" heißt, der vielleicht aus Tausend Jahren besteht (ibaret), bis zu dem einen einzigen Tag (bir tek yevm) der Sonne der Sonnen (Şems-üş Şümus) um sich selbst, der in der Tat aus fünfzig Tausend Jahren besteht (ibaret).

Wenn der Herr (Rabb) des Himmels und der Erden (Semavat ve Arz), der Schöpfer (Hâlık) dieser Sonne der Sonnen (Şems-üş Şümus) und des Syrius (Şi'ra) das Wort erhebt (hitab), erwähnt Er (zikreder) in Seiner Heiligen Rede (kudsî kelâm), das an alles Sein und die Welten (ecram ve âlemler) dieses Himmels und der Erden (Semavat ve Arz) gerichtet ist, diese Tage (eyyamlar) und es ist angebracht, sie zu erwähnen (zikretmesi).

Die Tage (eyyam) haben nun einmal in der islamischen Terminologie (lisan-ı şer'î) eine solche Verallgemeinerung (ıtlakat). Auch wenn wir den Ansichten der Geologen (İlm-i Tabakat-ül Arz), der gelehrten (ülema) Geographen und der Historiker (Tarih-i Beşeriyet) zufolge annehmen (teslim), dass die Menschheit (nev-i beşer) nicht sieben Tausend Jahre, sondern hundert Tausende von Jahren gelebt hat, widerspricht (münafî) es dennoch nicht der Richtigkeit (sıhhat) der berühmten Überlieferung (rivayet-i meşhur), dass die Lebensdauer der Menschheit (ömr-ü beşer) von der Zeit Adams bis zum Weltuntergang (kıyamet) sieben Tausend Jahre beträgt, und unserer Erklärung (beyan), dass das Licht (Nur) des Qur'ans 6666 seine Geltung (hükümferma) hat. Das kann sie nicht widerlegen (cerhedemez). Denn die Tage im Gesetz (eyyam-ı şer'iye) gelten und umfassen (hükmü ve şümulü) von vier Stunden bis zu fünfzig Jahren. Für jetzt in diesem Augenblick ist in meinem Herzen (kalb) nicht aufgegangen, welcher die Wahrheit dieser Tage (eyyamın hakikatı) in Anbetracht der Tatsache (nefs-ül emir) in dieser berühmten Überlieferung (rivayet-i meşhur) ist. Das also heißt, dass die Lüftung (inkişaf) dieses Geheimnisses (sırr) noch nicht angebracht ist (münasib degil).

Dritter Grundsatz:
لاَ يَعْلَمُ الْغَيْبَ اِلاَّ اللّٰهُ

{"Niemand kennt das Verborgene außer Gott (Allah)."}

In diesem Zusammenhang (mes'ele) möchte ich eine These (müddea) aufstellen, deren Beweis (delili) ich jetzt noch nicht erbringen kann. Es ist dies wie folgt: Die Milchstraße (dünya) hat ihre Lebensdauer (ömür). Auch die Erdkugel in dieser Milchstraße (dünyadaki Küre-i Arz) hat eine Lebensspanne (ömür), die noch kürzer (kısa) ist. Und die Menschheit (nev-i insan), die auf dieser Erde (Küre-i Arz) lebt, hat eine noch kürzere Lebensspanne (kısa bir ömrü). Die Lebensspanne (ömür) dieser drei verschiedenen Arten von Geschöpfen (mahlukat), die in einander liegen, stehen mit einander in Verbindung wie Zahnräder (çarklar) in einem Uhrwerk, welche die Sekunden, Minuten und Stunden zählen. Die Lebensspanne der Menschheit (nev-i insanın ömrü) richtet sich nach den bekannten Tagen (malûm eyyam), die durch die beiden Bewegungen (hareket) der Erdkugel (Küre-i Arz) zustande kommen. Was die Lebensspanne (ömür) der Erdkugel (Küre-i Arz) betrifft, von der Zeit an, in welcher die Existenz der Lebewesen (zîhayatın vücudu) auf ihr fortbesteht (mazhar), so ist es nicht fern (uzak) von der Weisheit des Herrn (hikmet-i Rabbaniye), dass sie sich nach den Tagen (eyyam) der Umdrehungen der Sonne um sich selbst (Şems'in hareket-i mihveriye) richtet, die das Zentrum ist, mit dem sie verbunden ist (merkez-i irtibat). Was die Lebensspanne dieser Milchstraße (dünyanın ömrü) betrifft, so richtet sie sich nach den Tagen (eyyam), die durch die Umdrehung der Sonne der Sonnen (Şems-üş Şümus) um sich selbst (hareket-i mihveriye) zustande kommen.

— 267 —

Aufgrund dieser Gegebenheiten (Şu halde), angenommen, dass die Lebensspanne der Menschheit (nev-i insanın ömrü), die sieben Tausend Jahre beträgt, sich nach den von uns bekannten Tagen der Erde (eyyam-ı malûme-i Arziye) richtet, so wird von der Zeit, in welcher die Erdkugel (Küre-i Arz) für die Lebewesen zu ihrem Entstehungsort (hayata menşe') wurde, bis zu ihrem Untergang (harabiyet) nach den Sonnentagen (eyyam-ı Şemsiye) mehr als zweihundert Tausend Jahre. Die Lebensspanne der Galaxen (dünyalar), die von der Sonne der Sonnen (Şems-üs Şümus) abhängen und von der beständigen Welt (âlem-i beka) getrennt und mit unserer Erdkugel (Küre) in Verbindung stehen, da nach den Hinweisen (işarat) des Qur'ans ein Tag im Leben der Sonne der Sonnen (ömrü -Şems-üs Şümus) fünfzig Tausend Jahre beträgt, leben sieben Tausend Jahre mit jenen Tagen also 126.000.000.000 Jahre.

{(Anmerkung): Diese Berechnung (hesab) machte ich innerhalb einer Minute im Kopf (ezber), sowie Şamlı Hâfız, Mustafa aus Kuleönü und sein Gefährte (arkadaş) Hâfız Mustafa bezeugen (şehadet) können. (Die Berechnung richtet sich danach, dass ein Jahr aus 360 Tagen besteht. Ich bitte für diesen Fehler um Nachsicht.)}

Das also heißt, dass mit den im Qur'an angegebenen Tagen (eyyam-ı şer'iye), die wir als die Tage (eyyam) im Gesetz bezeichnen (tabir), dies alles gemeint (dâhil) seien. Der Erhabenheit (ulviyet) des Qur'ans und der Vollkommenheit Seines Angesprochenen (muhatabın kemaline), dass der Schöpfer Himmels und der Erden (Semavat ve Arz) bei seiner Ansprache an den Herrn (bir zâta hitabı), welcher der Grund der Erschaffung (sebeb-i hilkat) des Himmels und der Erde (Semavat ve Arz'ın Hâlıkı), ihr Urkern (çekirdek-i aslî) und ihre volkommenste letzte Frucht (mükemmel âhir meyvesi) ist, mit Seinem Wort (kelâm), das sich auf Himmel und Erde (Semavat ve Arz) bezieht, diese Tage (eyyamlar) zu verwenden, und entspricht in der Tat seiner Beredsamkeit (ayn-ı belâgat).

وَ الْعِلْمُ عِنْدَ اللّٰهِ

{"Das Wissen ist allein bei Gott (Allah)."}

وَ اللّٰهُ اَعْلَمُ بِاَسْرَارِ كِتَابِه۪

{"Gott (Allah) kennt die Geheimnisse Seines Buches am besten."}

رَبَّنَا لاَ تُؤَاخِذْنَٓا اِنْ نَس۪ينَٓا اَوْ اَخْطَاْنَا

{"Oh Herr (Rabb), ziehe uns nicht zur Rechenschaft, wenn wir etwas vergessen oder unterlassen haben." - Sure 2,286-}

Said Nursî
Dritter Punkt der Fünfzehnten Notiz (im siebzehnten Blitz)

Oh Mensch und oh meine Seele (insan ve nefsim)! Wisse mit Sicherheit (muhakkak): Dein Leben (vücud), dein Körper (cism), deine Organe (a'za), dein Hab und Gut (malın) und all deine Tiere (hayvanat), welche Gott der Gerechte (Cenab-ı Hakk) dir gegeben hat, sind dir erlaubt und nicht übereignet (ibahe, temlik), d.h. dass Er dir Sein Eigentum (mülk) zu deinem Nutzen (istifade) zur Verfügung (eline) gestellt hat. Er hat dir erlaubt, es zu gebrauchen (istifade et diye). Er hat es einem Manne wie dir (bir şahsa), der doch wirklich zu schwach (hakikaten âciz) ist, es zu nutzen (idare) und volkommen unfähig (cidden cahil), es zu lenken und leiten (tedbir) ist, nicht übereignet (temlik etmemiş). Denn wenn Er es dir als dein Eigentum (mülk) gegeben hätte, so müsste er auch (lâzım) die Verwaltung (idare) dir überlassen haben.

Obwohl du die Verwaltung deines Magens (midenin idaresi) nicht übernehmen kannst, die doch äußerst leicht (kolay) und ganz offensichtlich (zahir) wäre und im Rahmen deiner Entscheidung und Kenntnis (daire-i ihtiyar ve şuur) liegt, wie könntest du dir da etwa die Dinge zu eigen machen (mâlik), die - wie die Augen und Ohren (göz ve kulak) - eine Verwaltung außerhalb (haric) des Rahmens deiner Entscheidung und Kenntnis (daire-i ihtiyar ve şuur) erfordern?

Da das Leben (hayat), das dir gegeben wurde und was zum Leben gehört (hayatın levazımatı), dir nun einmal nicht übergeben (temlik), sondern dir nur erlaubt (ibahe) wurde, ist es auf jeden Fall notwendig (lâzımdır), mit ihm nach den Regeln des Erlaubten (ibahenin düsturu) umzugehen. Es ist so wie ein Herr (bir zât), der die Gäste zu einem Gastmahl (ziyafete misafir) einläd. Er erlaubt (ibahe) ihnen, von den Speisen und Getränken (meclis ziyafetinde) und der Ausstattung des Speisesaales ihren Nutzen zu ziehen (ziyafetten istifade). Aber er übereignet ihnen dies alles nicht (temlik etmiyor). Was die Regeln (kaide) des Erlaubten und des Gastmahls (ibahe ve ziyafet) betrifft, so erfordern sie, alle Dinge im Rahmen des Einverständnisses des Gastgebers (mihmandarın rızası) zu benutzen. Wenn dem so ist, darf man sie nicht verschwenden (israf edemez), sie nicht anderen schenken (ikram edemez), vom Tisch wegnehmen (sofradan kaldırıp) um sie einem anderen zu überreichen (sadaka veremez) oder sie wegzuschütten (dökemez) oder zu verschleudern (zayi' edemez). Wenn er sie ihnen übereignet (temlik) hätte, so dürften sie dies alles tun und nach belieben (arzusuyla) damit umgehen.

Daher darfst du dem Leben (hayat), das Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) dir zum Geschenk (ibahe) gemacht hat, nicht durch Selbstmord (intihar) ein Ende setzen. Du darfst deine Augen (göz) nicht herausreißen und sie ohne das Einverständnis (rızası haricinde) dessen, der dir diese Augen (göz) gegeben hat, für Verbotenes (haram) gebrauchen, was sinngemäß (manen) heißt, dir deine Augen zu blenden (gözü kör). Genau so darfst du Organe (cihazat), wie die Ohren (kulak) oder deine Zunge (dil) geistig nicht töten (manen öldüremezsin), indem du sie für verbotene Dinge (haram) gebrauchst. Du darfst zudem ein Tier (hayvan), dessen Fleisch (et) zu essen nicht erlaubt ist, nicht unnötig (lüzumsuz) quälen und töten (katledemezsin) usw.

— 268 —

Alle Geschenke (nimet), die dir gegeben wurden, muss man im Rahmn der Richtlinien der Gesetzgebung (kavanin-i şeriat) des majestätischen, freigiebigen Gastherrn (Mihmandar-ı Kerim-i Zülcelal), welcher der Besitzer (sahib) dieses irdischen Gasthauses (misafirhane-i dünya) ist, gebrauchen (tasarruf).

Said Nursî
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber Mibruder Re'fet Bey!

Ich habe deinen Brief und das Buch von dir (mektub ve kitab) mit Freuden (memnuniyet) erhalten. Ich habe an dir den Geist (ruh) meines überaus geliebten (gayet sevdi) Schülers Hulusi Bey wahrgenommen (hissettim). So habe ich dich denn nicht als meinen neuen, sondern wie Hulusi als meinen ehemligen Schüler (eski bir talebe) zu mir genommen (kabul). Die Besonderheit eines Schülers (talebeligin hassası) ist folgendes: Er sollte sich um die "Worte (Sözler)", die bereits niedergeschrieben worden sind, wie seine eigenen (kendi malı gibi sahib) kümmern. Er sollte sie so betrachten, als ob er sie selbst abgefasst und dann niedergeschrieben (te'lif etmiş ve yazmış) hätte und sich für ihre Veröffentlichung (neşr) und Mitteilung (iblag) an diejenigen (ehil) einsetzen, die sie zu schätzen wissen. Gott wollte es (Mâşâallah), dass deine Handschrift so schön (hattın güzel) ist! Wenn du Zeit (vakit) dazu findest, solltest du einen Teil der "Worte (bir kısmı)" abschreiben. Einen Teil von ihnen (bir kısmı) schreiben bereits aufrichtige Schüler (ciddî talebe) wie Hüsrev ab. Du kannst von ihnen später eine Kopie nehmen (bilâhere alır), um sie abzuschreiben, und so mit ihnen zussammen arbeiten (teşrik-i mesaî). Ich hoffte (muntazır) seit acht Jahren (altı sene), dass einmal richtige Schüler (ciddî talebe) bei mir in Isparta auftauchen würden und erwartete sie (bekliyor). Dank sei Gott (El-minnetü lillah), dass jetzt einige mit dir zusammen aufzutauchen begonnen haben (çıkmaga başladı). Denn ein Schüler (talebe) ist hundert Sympatisanten (dost) vorzuziehen. Was die Lichter (envâr) des Qur'ans unter der Bezeichnung "Worte (Sözler)" betrifft, so sind sie in der Art eines besinnlichen Gottesdienstes (ibadet-i tefekkür) der wichtigste Gottesdienst (mühim ibadet). Der wichtigste Beitrag (mühim vazife) in dieser Zeit ist der Dienst am Glauben (imana hizmet). Der Glaube ist der Schlüssel zur Ewigen Glückseligkeit (İman saadet-i ebediyenin anahtarıdır).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der Ewige, der bleibt und besteht."}

Euer Mitbruder Said Nursî
— 269 —
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein aufrichtiger, getreuer, aufmerksamer und wahrhaftiger Mitbruder (hakikatlı kardeş)\Re'fet Bey!

Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) dein neues Leben segnen (yeni hayatını mübarek) und auch deiner Lebenspartnerin (refika-i hayatı) in eurem Ewigen Leben (hayat-ı ebediye) das Versprechen und die Eigenschaft (vâd ve sıfat), wie sie im Dritten Hinweis (Üçüncü Mevkıf) am Schluss des Dritten Kapitels (Üçüncü İşaret) des 32. Wortes (Otuzikinci Söz) über die Lebenspartnerin (refika-i hayat) erklärt wurde, zukommen (mazhar) lassen, âmîn.

Dein letzter Brief (defaki mektub) ist sehr schön. Ich möchte ihn in den 27. Brief (Yirmiyedinci Mektub) mit den Briefen deiner Kameraden (arkadaşlarının fıkralar) einreihen. Es wäre gut, wenn du dich ab und zu einmal mit der Abschrift beschäftigen (yazı ile meşgul) könntest. Wolle es Gott (İnşâallah), dass dein neues Leben (yeni hayat) in dir von neuem eine Begeisterung (yeni bir şevk) für die Wahrheiten der Abhandlungen (risalelerin hakaikı) wecken wird.

Mein Bruder! Du und auch Hüsrev und Âsım seid in meinen Augen sehr wertvoll (kıymetdar). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) euch und diejenigen (sizin gibileri), die euch im Dienst (hizmet) am Qur'an standhaft (sabit-kadem), opferbereit (fedakâr) nacheifern in vollkommener Treue (kemal-i sadaka) beständig und erfolgreich (muvaffak) sein lassen. âmîn.

Ich sende Scheych Mustafa, Lütfü, Rüşdü und den übrigen Brüdern (kardeş) dort viele Grüße (selâm).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht}

Euer Bruder Said Nursî
— 270 —
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber getreuer, aufrichtiger und wahrhaftiger Mitbruder und mein emsiger Mitarbeiter im Dienst am Qur'an Re'fet Bey!

Über deinen Brief (mektub) habe ich mich sehr gefreut (mesrur). Du weist ja, dass vor zwei Jahren zwischen uns eine sehr herzliche Bruderschaft (hararetli bir uhuvvet) begonnen hatte. Dann konnten wir sie wegen etlicher Störungen (ârızalar) nicht mehr fortsetzen. Frohe Botschaft (müjde)! Jetzt kann sie sich wieder fortsetzen (ileri gidiyor). Denn Hüsrev schreibt mir in seinem Brief (mektub), dass er mit dir sehr zufrieden (çok memnun) ist. Er schildert dich so (istedigim tarzda) wie ich dir nach meiner Rückkehr aus Barla wieder begegnen möchte.

Also bist du denn wieder mit ihm zusammen (tam onunla ittihad) und arbeitest wieder gemeinsam (teşrik-i mesaî) mit ihm und solltest mit ihm eure Zusammenarbeit (münasebeti) stärken, so gut du kannst (elinden geldigi). Zudem ist es eine der wichtigen Aufgaben (mühim bir vazife) eines jedes Schülers, in seinem engsten Kreise (herbir has talebe) einem Kind (çocuk) Qur'an-Unterricht zu erteilen. Du hast ja auch bereits angefangen, diese Aufgabe (vazife) zu versehen. Da du zu den ersten Schülern (talebe) gehörst, wolle es Gott (inşâallah), dass auch dein Kind zu diesen ersten (çocugun da birinci) gehören wird. Da dein Kind zugleich auch mein geistiges Kind (evlâd-ı manevi) ist, so muss der Unterricht (ders), den du ihm erteilst und der halb in deinem (yarısı senin) Namen ist, so auch die andere Hälfte in meinem (yarısı da benim) Interesse sein.

Was deinen Traum (rü'ya) betrifft, so ist er sehr segensreich (mübarek). Seine Ausdeutung (tabir) ist ganz offensichtlich. Isparta ist hier eine Moschee (câmi). Die geistige Körperschaft (şahs-ı manevî) der aufrichtig geeinten (samimî mütesanid) Gemeinschaft von Menschen (zâtlar), wie Hüsrev, Re'fet, Lütfü, Rüşdü wurde dir in der Gestalt Saids (sureti) gezeigt. Der Unterricht (ders), den du durch die Abhandlungen (risaleler) erteilst, wurde dir in der Form der Predigt und der guten Ratschläge (va'z u nasihat) gezeigt. Die Ausdeutung (tabir) dessen, dass du das Gebet nicht verrichtet (namazı kılmadıgını) hast und deswegen dich verspätet (geç) hast, weil du in Eile (acele) zu deiner Lesung (ders) gelangen wolltest, weist (işaret) darauf hin, dass einige religiöse Aufgaben (vezaif-i diniye) außerhalb der Veröffentlichung der "Worte (Sözler)" und dazu noch ein wenig Müßiggang (tenbellik) dich von dem ersten Unterricht (birinci ders), in dem der erste zu sein dein Recht (birincilik hakkı) war, abgehalten haben und so du nur den zweiten Platz (ikinci derece) bekommen hast, und ermahnt dich daher (ikaz).

Wie dem auch sei... Ich bin mit dir sehr zufrieden (memnun). Ich hoffe, dass auch meine Mitbrüder (kardeş) dort mit dir sehr zufrieden sind. Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) uns und dir auf dem rechten Weg (tarîk-ı Hak) im Dienst am Qur'an Ausdauer und Festigkeit (sebat ve metanet) schenken. âmîn. Deinem Schwiegervater (Kayınpeder) Hacı İbrahim Efendi sende ich viele Grüße (selâm) und bete auch vielmals (çok dua) für Bedreddin und meine Schwester (hemşire).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht}

Euer Bruder Said Nursî
— 271 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber getreuer und einsatzfreudiger Mitbruder!

Ich habe von Süleyman Efendi erfahren (anladım), dass du einigen persönlichen Schwierigkeiten (hususî müşkilât) ausgesetzt bist. Unerschütterlichen Menschen (metin insanlar) wie du einer bist, auch noch Geduld zu empfehlen ist jedoch überflüssig (sabır tavsiyesi zâiddir). Ich denke (tahmin), dass die Heiligkeit deines Dienstes (hizmetin kudsiyeti), die Freude an diesem Dienst (hizmetteki zevk) und die Begeisterung bei deinem Einsatz (gayretindeki şevk) all diesen bitteren persönlichen Schwierigkeiten (hususî müşkilât) entgegentreten und sie bewältigen (galebe) können. Du solltest soweit wie möglich (mümkün) innerlich im Gleichgewicht bleiben (aldırmamalısın). Der Ladeninhaber (dükkâncı) einer wertvollen, makellosen Ware (kusursuz bir mal) braucht um seine Kunden (müşteri) deswegen nicht anzuflehen (yalvarmaya). Denn wenn die Kunden klug (aklı varsa) sind, werden sie dich ihrerseits darum bitten (yalvarsın).

خَيْرُ الْاُمُورِ اَحْمَزُهَا

{"Gute Arbeit erfordert viele Mühewaltung."}

Diesem Geheimnis entsprechend bringen große Wohltaten (azîm hayır) viele Anstrengungen (müşkilât) mit sich. Wachsen ihre Anstrengungen (müşkilât), werden sie ihrer Einsatzfreude (ehl-i himmet) jedoch nicht überdrüssig (fütur), sondern steigern noch (ziyade) ihren Eifer und ihre Standhaftigkeit (gayret ve sebat). Wolle es Gott (inşâallah), dass auch du zu diessen unerschütterlichen und standhaften (metin ve sebatkâr) gehörst.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht}

Dein Bruder Said Nursî
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber getreuer Mitbruder Re'fet Bey,

— 272 —

So wie Gott es gewollt hatte (Mâşâallah), folgst du jetzt der Veröffentlichung der Abhandlungen (risaleler) mit Interesse und schreibst sie auch ab (takib ediyorsunuz ve yazıyorsunuz), wie ich es von dir erhofft (ümid) hatte. Von Menschen wie dir ist auch nur wenig Arbeit (az sa'yi) dennoch von großer Bedeutung (çok hükmünde). Denn viele vertrauen euch (itimad) und folgen euch (taklid). Da ich in diesem fremden Land (gurbet memleketi) aufrichtige Mitbrüder (ciddî kardeş) getroffen habe, wie ihr es seid, fand ich nun hier eine wahre Heimat (hakikî bir vatan), die mich meine eigentliche Heimat (hakikî vatanım) vergessen ließ. Die Erhabenheit (yükseklik) der abgefassten Werke (yazılan eser) liegt nach dem Qur'an, der ihr Born und ihre heilige Quelle (me'haz ve maden-i kudsî) ist, in der aufrichtigen Begeisterung (ciddî iştiyak) und dem vollen Verständnis (tam tefehhüm) solcher Ansprechpartner (muhatab) wie ihr es seid. Wenn ihr einmal dafür dankt (şükretseniz), mich getroffen zu haben, werde auch ich euch Tausend mal danken (bin şükrediyorum), euch getroffen zu haben.

Du fragst (sual) in deinem Brief (Mektub) nach dem Gewaltigen Namen Gottes (ism-i a'zam). Der gewaltige Name Gottes ist verborgen (gizli). Genau so wie in der Verhüllung (istitar) der Todesstunde des Lebens (ömürde ecel) und der Nacht der Bestimmung (leyle-i kadir) im Monat Ramadan liegt auch in der Verhüllung des Gewaltigen Namens (ism-i a'zam) in den Namen Gottes eine wichtige Weisheit (mühim hikmeti). Von meinem eigenen Standpunkt (nokta-i nazar) aus betrachtet ist der wahre Gewaltige Name Gottes (hakikî ism-i a'zam) verborgen. Er wird nur Auserwählten mitgeteilt (havassa bildirilir). Jeder Name hat jedoch seine gewaltige Stufe (a'zamî bir mertebe). Diese Stufe gilt als Gewaltiger Name (ism-i a'zam). Daraus erwächst das Geheimnis (sır), warum die Heiligen (Evliya) jeweils einen anderen Namen als den "Gewaltigen (ism-i a'zam)" erkannten. Eine Kasside von Hazret-i Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, namens Ercuze {Name für eine besondere Form von Gedichten (AdÜ)} findet sich iin dem Sammelband der Gebete (Mecmuat-ül Ahzab). Er erwähnt als den Gewaltigen Namen (İsm-i a'zam) sechs Namen Gottes. İmam-ı Gazalî legt in seiner Abhandlung (risale), welche "die Hülle der Namen (Cünnet-ül Esma)" heißt, diese sechs Namen (esma-i sitte) aus, welche Hazret-i Ali erwähnt und die Peripherie (muhit) des Gewaltigen Namens (ism-i a'zam) sind, und erklärt (beyan) ihre Besonderheiten (şerh ve hassa). Diese sechs Namen (altı isim) sind

فَرْدٌ ٭ حَىٌّ ٭ قَيُّومٌ ٭ حَكَمٌ ٭ عَدْلٌ ٭ قُدُّوسٌ

{"der Alleinge, der Lebendige, der Unwandelbare, der Richter, der Gerechte, der Heilige".}

Den zweiten Teil der Abhandlung über die Prophezeihung aus dem Unsichtbaren (Keramet-i gaybiye) habe ich korrigiert (tashih), noch etwas hinzugefügt (ilâve) und dir zugesandt.

Bedreddins rascher (sür'atle) Fortschritt erwächst aus dem Segen des Wunders (feyz-i keramet) des Weisen (Hakîm) Qur'ans. Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) ihn zum Erfolg führen (muvaffak etsin)!

Ich sende besonders Hacı İbrahim Efendi meine Grüße (selâm). Wir senden auch den Herren Lütfü, Rüşdü, Hâfız Ahmed, Sezai unsere Grüße (selâm). Zudem bete ich (dua) noch für meine Mitschwester (Âhiret hemşire). Ein Abschnitt deines letzten Briefes (defaki mektub) wurde in den Band der Briefe (Mektubat) aufgenommen.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî
— 273 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber getreuer Mitbruder Re'fet Bey und mein wahrhaftiger Gefährte im Dienst am Qur'an!

Die Abhandlungen (risale), die du als letztes abgeschrieben (istinsah) hast, sind sehr schön (çok güzel) geworden. Sie haben mir deinen Eifer, deine Aufrichtigkeit und deine Entschlossenheit gezeigt und bewiesen (isbat), dass Re'fet nicht faul ist (tenbel degil). Ich hatte sie bereits korrigiert (tashih) und wieder zurück gesandt. Später habe ich dann gehört, dass der Mann (adam), der sie mir bringen sollte, sie in İslâmköyü liegen gelassen (bırakmış) hat. Ich habe auch noch keine Gelegenheit gefunden, den dritten und vierten Blitz (Lem'a) des 31. Briefes (Otuzbirinci Mektub) zu schreiben. Ich fürchte, dass entsprechend dem Geheimnis (sırr) der Ayah

اِذَا جَٓاءَ نَصْرُ اللّٰهِ

{"Wenn die Hilfe Gottes kommt..." - Sure 110,1-}

ihre Zeit (mevsim) bereits vergangen wäre und sie nicht mehr so schön geschrieben würden. Wolle es Gott (inşâallah), dass eure Begeisterung (iştiyak) mich zur Arbeit ermutigen (çalıştıracak) wird. Denn diese drei heiligen Monate (şuhur-u selâse) sind von großer Bedeutung (kıymetdar). In einer Zeit, in der man nach dem Geheimnis (sırr) der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) den Segen eines achtzigjährigen Lebens (bir ömrü) erwerben kann, muss man (lâzım) sich mit den besten (en iyi) und höchsten (en efdal) Dingen beschäftigen (meşgul). Wolle es Gott (İnşâallah), dass eine Beschäftigung (iştigal) mit den Themen (mesaille) des Qur'ans dem Sinne nach (manevî) als eine Art nachdenkend den Qur'an zu studieren (mütefekkir) gilt. Zudem sind wir der Überzeugung (itikad), dass sowohl die Bedeutung (mana) des Gottesdienstes (ibadet), als auch das Wissen (ilim), die Erkenntnis (marifet), das Nachsinnen (tefekkür) und die Rezitation (kıraat) des Qur'ans schon in dem Abschreiben und Lesen (istinsah ve mütalaa) der Abhandlungen (risale) enthalten sind. Ihr wisst ja diesen Aspekt (cihet) bereits zu schätzen (takdir).

Ich ließ die Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye) für dich abschreiben. Sie ist jetzt fertig (tekmil). Wir müssen (lâzım) aber noch eine Abschrift (nüsha) davon anfertigen. Daher muss sie für eine gewisse Zeit (muvakkaten) hier bleiben. Aus deinem Brief (mektub) haben wir entnommen, dass Hâfız Sezai mit uns in einer aufrichtigen Beziehung (ciddî alâkadar) steht. Einmal hatte ich in meinem Herzen die Empfindung (vicdanen hissediyor), dass ein neuer Bruder (kardeş), der wie Zekâi aus Agros aufrichtig und hoch motiviert (samimî, hararetli) ist, auch in Isparta zu finden wäre. Wolle es Gott (İnşâallah), dass dieser Sezai derjenige sein wird. Nachdem ich von ihm gehört hatte (işittigim), stellte ich mir vor (tevehhüm), dass er wohl die Person (şahıs) wäre, die ich erwartet (hissettigim) hatte. Wenn er meiner Vorstellung (tasavvur) entspricht, dann ist es gut (zâten). Wenn nicht, dann soll er sich darum bemühen (çalışsın), so zu werden. Wenn er sich dafür interessiert (merak), was für ein Mann (adam) dieser Zekâi ist, so finden sich in den Kapiteln (fıkra) des 27. Briefes (Yirmiyedinci Mektub) Abschnitte, die das Wesen (mahiyet) Zekâis aufzeigen und wie aufrichtig er ist (derece samimî). Dort soll er nachschlagen (baksın).

Deinem Schwiegervater (Kayınpeder) Hacı İbrahim Efendi sende ich viele Grüße (çok selâm). Ich habe ihn (o zâtı) als meinen aufrichtigen Mitbruder (âhiret kardeş) angenommen. Wolle es Gott (İnşâallah), dass auch er an diesem deinem neuen Eifer und deiner Leistung (gayret ve sa'yin) seinen Anteil hat (hissedar).

Obwohl Bedreddin noch klein ist (küçüklük), habe ich ihn bereits in den Kreis meiner großen Schüler (talebe) aufgenommen. Er ist der Große unter den Kleinen (küçüklerin büyük). Wolle es Gott (inşâallah), dass Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) noch viele so wie er werden (emsalini çogaltsın) lässt. Ich bete (dua) für Bedreddins Mutter (vâlide). Der wichtigste Beitrag (en mühim hisse) zu Bedreddins guter Erziehung (hüsn-ü terbiyesi) findet sich in jedem Fall bei ihr (onun). Denn sie ist seine allererste Lehrerin (en birinci üstad).

Meine Mitbrüder (kardeş) Bekir Aga, Lütfü Efendi, Hâfız Ahmed und Sezai grüße ich (selâm).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî
— 274 —
بِاسْمِ مَنْ تُسَبِّحُ لَهُ السَّمٰوَاتُ السَّبْعُ وَالْاَرْضُ وَمَنْ ف۪يهِنَّ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪ اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Die sieben Himmel und die Erde und all ihre Bewohn preisen Ihn. Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber getreuer Mitbruder!

Erstens: Du hast dich um den Hergang dieses jüngsten Vorfalls (hâdisenin mahiyeti) gekümmert. Die beiden langen Briefe (uzun mektub), die bereits in Isparta angekommen sind, schildern diesen Hergang (mahiyeti).

وَمَنْ اَظْلَمُ مِمَّنْ مَنَعَ مَسَاجِدَ اللّٰهِ اَنْ يُذْكَرَ ف۪يهَا اسْمُهُ

{"Wer ist ungerechter als diejenigen, die verhindern in den Gebetshäusern Gottes (Allah) Seines Namens zu gedenken." - Sure 2,114-}

Wie ein Blitz (sâıka) schlägt diese Ayah die Häupter derer, welche diesen Vorfall (hâdise) ausgelöst haben (sebebiyet) und wird sie noch schlagen (iniyor ve inecek). Aber wir sind hier voreilig (acûlüz). Denn für alle Dinge gibt es seine bestimmte Zeit (vakt-i muayyene).

فَضُرِبَ بَيْنَهُمْ بِسُورٍ لَهُ بَابٌ بَاطِنُهُ ف۪يهِ الرَّحْمَةُ وَ ظَاهِرُهُ مِنْ قِبَلِهِ الْعَذَابُ

{"Eine Mauer mit einem Tor wird zwischen sie gesetzt. Innerhalb ist die Barmherzigkeit und außerhalb die Qual." - Sure 57,13-}

Dieser Ayah entsprechend (mâsadak) wendet uns dieser Vorfall (hâdise) den Blick (bakıyor) Seiner Barmherzigkeit zu (vech-i merhamet). Das Gesicht (vecih), das sich auf die Ungläubigen (mülhid) richtet, richtet ihren Blick (nazar) auf sie voll Qual und Zerstörung (azab ve kahr). Wie dem auch sei... Wie das Paradies (Cennet) nicht ohne seinen Preis (ucuz) ist, so ist auch die Hölle (Cehennem) nicht ohne einen Grund (lüzumsuz).

Zweitens: Ich wünschte (arzu) mir hier Bedreddin zuzuhören (dinlemek). Doch die Zeit erlaubt (müsaade) mir dies nicht. Darum höre ich (dinliyor) ihm dort in meiner Vorstellung (hayalen) innerlich (manen) zu. Wolle es Gott (inşâallah), dass er von seiner Stufe (mertebe) mein angenommener Sohn (evlâdlık) zu sein auf die Stufe seiner Schülerschaft (talebelik) hinüberschreitet.

Drittens: Du möchtest von mir einen Brief (mektub), den ich mit meiner eigenen Hand (kendi hattım) geschrieben habe. Aber einen Mann ohne Lippen (dudaksız adam) hat man dazu aufgefordert, eine Kerze (lâmba) auszublasen (üfle söndür). Doch da sagte er: Da habt ihr mir aber die schwerste Arbeit (en zahmetli iş) gegeben. Die kann ich jedoch nicht verrichten (yapmayacagım).

— 275 —

Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) hat mir jedoch keine schöne Handschrift (hüsn-ü hat) geschenkt. Eine einzige Zeile zu schreiben (satır yazmak) ist mir so lästig (usanç) wie eine schwere Arbeit (büyük bir iş). Früher pflegte ich immer zu sagen: "Oh Herr (Ya Rabbi)! Obwohl ich dessen so sehr bedürfte (muhtaç), jedoch sagte, dass ich mein Gedicht so gerne hätte, wurden mir diese beiden Gaben (nimet) nicht verliehen. Ich habe aber niemals geklagt (teşekki), vielmehr darüber nachgedacht (tefekkür). Später ist mir dann völlig klar geworden (kat'î tebeyyün), dass mir damit eine große Gnade (büyük bir ihsan) erwiesen wurde, indem mir die Fähigkeit für Gedichte und eine schöne Schrift (şiir ve hat) nicht verliehen wurde.

Zudem deckt die Hilfe (muavenet) solcher Helden der Feder (kalem kahramanları), wie ihr es seid, mein Bedürfnis nach dieser schönen Schrift (hatt'a ihtiyacım). Wenn ich schön schreiben (hatt bilse) könnte, so würde ich auf meinen Stift vertrauen (hatt'a itimad) und würden die Fragen in meiner Seele (mesail ruh) ruhen bleiben und nicht gleich einem Ornament gestickt (nakşedilmeye) werden. Mit welchem Wissenszweig (ilm) auch immer ich früher angefangen hatte, ich hätte ihn stets in meinem Geist (ruhum) konserviert, weil ich die Kaligraphie (hattım) nicht beherrschte. Deshalb wurde mir ein außerordentliches Talent (bir meleke ihsan) geschenkt.

Was das Gedicht (şiir) betrifft, so ist es zwar ein wertvolles (kıymetdar) und schönes Ausdrucksmittel (vasıta-yı ifade). Da aber in dem Gedicht die Phantasie (hayal) vorherrscht, vermischt es sich mit der Wahrheit (hakikata karışır) und verändert so das Gesicht der Wahrheit (hakikatların sureti). Und manchmal gehen dann die Darstellungen der Wahrheit (hakikat) in einander über. Da es uns vorherbestimmt (mukadder) war, in Zukunft im Dienst (hizmetinde istikbal) am Weisen (Hakîm) Qur'an zu stehen, der das reine Recht (hâlis hak) und die lautere Wahrheit (mahz-ı hakikat) ist, öffnete uns die Vorsehung Gottes (kader-i İlahî) als eine Gnade (inayet) nicht das Tor des Gedichtes (şiir kapısı).

وَمَا عَلَّمْنَاهُ الشِّعْرَ

{"Wir haben ihm nicht die Dichtkunst gelehrt." - Sure 36,69-}

Das Geheimnis dieser Ayah bezieht sich darauf (sırrı buna bakar).

So habe ich dir denn aufgrund meiner Handschrift (hattıma mukabil) zwei Punkte (nükte) erklärt. Wolle es Gott (İnşâallah), dass ich dir zuliebe (hatırın için) ein andermal trotz großer Anstrengung (zahmet çekip) einige Zeilen (birkaç satır) schreiben werde. Zwar hat Galib Bey auch nur zwei Hände (iki eli). Doch hat er mir nun seine rechte Hand geliehen und schreibt jetzt in meinem Interesse (benim hesabı), während seine linke Hand (sol eli) für ihn selbst verbleibt. Dieser Brief (mektub) ist aber mit seinen beiden Händen (iki el ile) geschrieben worden. Mes'ud, Galib und Süleyman Efendiler, Mustafa Çavuş, Abdullah Çavuş, die gerade hier anwesend sind, grüßen (selâm) dich. Ich sende meine Grüße (selâm) an alle Mitbrüder (umum kardeş), vor allem Hüsrev und Bekir Bey und bete auch öfter (çok dua) besonders für deinen Schwiegervater (kayınpeder) Hacı İbrahim Bey, meine verehrte Mitschwester (muhtereme hemşire) und den gesegneten (mübarek) Bedreddin.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî

Mein lieber getreuer, kritisch betrachtender Mitbruder und mein Gefährte im Dienst am Qur'an!

Erstens: Du fragst in deinem Brief (mektub) nach der Weisheit (hikmet), in der ich jeden meiner Briefe (mektub) mit der Ayah

وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪

{"Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44)}

beginne. Die Weisheit (hikmet) dessen ist die folgende: Diese Ayah ist das allererste Tor (birinci kapı), das sich vor mir zu den heiligen Schätzen (hazain-i kudsiye) des Weisen (Hakîm) Qur'ans öffnet. Als allererstes ist mir die Wahrheit (hakikat) dieser Ayah unter den erhabenen Wahrheiten (hakaik-i âliye) des Qur'ans offenbar (zahir) geworden und in den meisten Abhandlungen (ekser risaleler) hat sich diese Wahrheit verbreitet (hakikat sereyan). Zudem ist noch eine weitere Weisheit (hikmet) die folgende: all meine bedeutenden Meister (mühim üstad), mit denen ich mich in meinem Vertrauen (itimad) verbunden fühle, benützen sie (istimal) gleichfalls am Anfang ihrer Briefe (mektub).

Außerdem fragst du in deinem Brief (mektub) nach den sieben Todsünden (yedi kebair). Es gibt viele Todsünden (kebair). Es sind jedoch sieben Sünden (günah), die als die größten unter den Sünden (ekber-ül kebair) und als die sieben Todsünden (mubikat-ı seb'a) bezeichnet werden: Mord (katl), unehelicher Geschlechtsverkehr (zina), das Trinken von Alkohol (şarab), Respektlosigkeit gegenüber den Eltern (ukuk-u vâlideyn) (d.h. die Beziehung zu ihnen abzubrechen (kat'-ı sıla-yı rahm), Glücksspiele (kumar), falsches Zeugnis (yalancı şehadetlik), für ketzerische Neuerungen (bid'a) zum Schaden des religiösen Lebens (dine zarar) Partei zu ergreifen.

— 276 —

Zweitens: Zu dieser Sommerzeit (yaz mevsim) hatten wir immer die Anspielungen (nükte) der Buchstaben (hurufat) des Qur'ans hinsichtlich ihrer Übereinstimmung (tevafukat) erklärt (beyan), welche im Vergleich zu den Wahrheiten (hakaik) des Qur'ans als dessen Früchte (meyve) gelten. Jetzt hat sich die Jahreszeit geändert (mevsim degişmiş). Denn mehr als die Buchstaben (huruf) braucht man nun die Wahrheiten (hakaik ihtiyaç). Hier werden wir bis zum nächsten Sommer (yaz) eine Zeitlang (muvakkaten) an diesem Tor nicht freiwillig (kapı ihtiyarım) anklopfen. Wir haben gemeinsam mit unseren Brüdern (kardeş) in Mevlâna Câmîs Divan* nach einer guten Vorbedeutung (tefe'ül) für die Richtigkeit der Erklärungen (hak) zu diesem Buchstaben (hurufa ait beyanat) gesucht und gesagt: "Oh Câmî! Was sagst du zu den Anmerkungen (nükte), mit denen wir die Bustaben (hurufat) des Qur'ans erklären (beyan)?" Wir haben einmal die Sure "Fatiha" vorgetragen und dann fanden wir auf der Seite des Buches, das wir gerade aufgeschlagen hatten (falı açtık), als erste Zeile (başta fal) die folgenden Verse:

جَام۪ى اَزْ خَطِّ خُوشَشْ پَاكْ مَكُنْ لَوْحِ ضَم۪يرْ
ك۪ينْ نَه حَرْف۪يسْتْ كِه اَزْ صَفْحَهءِ اِدْرَاكْ رَوَدْ

Das heißt: "Diese Buchstaben (huruf) gehören nicht zu den gewöhnlichen Buchstaben (huruf), sodass sie von der Seite (sahife) des Verstehens und des Begreifens (akıl ve idrak) abgewischt werden könnten (gitsin). Ein solcher heiliger Buchstabe (kudsî harf), eine so schöne feine Schrift (güzel şirin hatt) muss auf den Seiten (sahife) meines Herzens (kalb) für immer geschrieben bleiben (yazılmalı) und dürfen niemals mehr abgewischt werden (silinmemeli)." Merkwürdiger Weise konnten wir im ganzen Divan {eine Gedichtesammlung (AdÜ)} keine Verse (fala) mehr finden, die ihrem Sinn nach vergleichbar (benzer meal) gewesen wären. Das also heißt, dass dieser Versuch (fal) ist ein Quentchen (nebze) von Hazret-i Câmîs Wundertat (keramet) geworden ist.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said

Die Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye'yi A.S.M.) ließ ich dir in einer schönen und Form, mit der darin enthaltenen Übereinstimmung (güzel ve tevafuklu) abschreiben. Ein äußerst wertvolles Exemplar (kıymetdar bir nüsha), das Hüsrev mit seinem wunderhaften Stift (kerametli kalem) für mich angefertigt hatte, ließ ich so für dich abschreiben, dass es genau so aussieht (muvafık gelmek şartıyla) und eins zu eins (tam tamına) mit ihm übereinstimmt. Ich möchte es dir bald zusenden. Ich brauche nur noch ein Exemplar (nüsha lâzım) der Abhandlung über die Wunderhaftigkeit (İ'caz) des Qur'ans, die bei dir als letztes angefertigt wurde. Der Stift (kalem) von Hâfız konnte jedoch die Übereinstimmung, die dort enthalten ist (mevcud tevafuk), nicht so exakt bewahren (tamamen muhafaza). Es wäre sehr schön (çok iyi), wenn ihr unter der Aufsicht (taht-ı nezaret) von Hüsrev, der die Übereinstimmung trifft (tevafukçu), unter euch die Arbeit aufteilen (mabeyninizde taksim) und gemeinsam (müştereken) für mich als eurer Andenken (yadigâr) ein Exempar der Abhandlung über die Wunderhaftigkeit (İ'caz) des Qur'ans anfertigen könntet.

— 277 —

(14 Şevval 1352, Kânun-u sânî 1934)

{(Anmerkung): Es ist der Tag, an dem Re'fet Bey diesen Brief erhalten hat.}

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber, getreuer, aufmersam betrachtender Mitbruder und mein nachdenklicher, wahrhaftiger Gefährte Re'fet Bey!

Erstens: In deinem Brief (Mektub) schreibst du, dass du aus den Gegenüberstellungen (mizanları) in der Risale-i Nur jedes Mal einen noch größeren Nutzen (istifade) ziehen wirst, wenn du sie immer wieder liest (okudukça). Diese Abhandlungen (risale), mein Bruder (kardeşim), dienen dir in der Tat als Nahrung und Speise (kut ve gıda), weil sie aus dem Qur'an entnommen wurden.

So wie man jeden Tag das Verlangen (ihtiyaç) spürt, etwas zu essen (gıda), so spürt man auch jederzeit das Bedürfnis (ihtiyaç) nach dieser geistigen Nahrung (gıda-yı ruhanîye). Die Menschen (zâtlar), deren Geist bereits entwickelt (ruhu inkişaf) und die in ihren Herzen so wie du bereits zum Leben erwacht (kalbi intibah) sind, werden des Lesens nicht überdrüssig. Diese Abhandlungen (risaleler) aus dem Qur'an sind nicht so wie andere Bücher (risaleler) eine Art Nachtisch (tefekküh), so dass man schließlich seiner überdrüssig (usanç) wird; sie sind vielmehr ein Grundnahrungsmittel (tegaddi).

Zweitens: Es gibt Heilige (evliya) wie Gavs-ı A'zam, die nach ihrem Tode (memat) eine Art Leben (hayata) wieder erlangten, das dem Leben des "Grünen (hayat-ı Hızıriye)" ähnlich ist. Im Geheimnis (sırr) des Gewaltigen Namens Gottes (ism-i a'zam), der Gavs zu eigen (husus) ist, der Name, der mit "Oh Lebendiger (Ya Hayy)!" angerufen wird, steht er mehr als alle anderen (sair), nämlich die Leute des Grabes (ehl-i kubur) mit dem Leben in Verbindung (hayata mazhar). Auch für einen so gewaltigen Pol (kutb-u a'zam), den so berühmten (gayet meşhur) Maruf-u Kerhî genannten, und noch einem anderen großen Pol (kutb-u azîm), der Şeyh Hayat-ül Harranî genannt wird, gleicht ihr Tod (memat) - gleich dem von Hazret-i Gavs - ihrem Leben (hayat), so wie es unter den Heiligen berühmt wurde (beyn-el evliya meşhur).

Drittens: Die Absicht (niyet) von Tenekeci Mehmed Efendi, an dem Auswendiglernen (hıfz) des Qur'ans zu arbeiten, ist sehr segensreich (mübarek). Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) ihn zum Erfolg (muvaffak) führen. Wir werden ihm durch unser Gebet (dua) so weit wie möglich (elimiz) dabei helfen. Jeder einzelne Buchstabe (herbir harf) des Ruhmreichen (Azîmüşşan) Qur'ans bringt wenigstens zehn Segenspunkte (on hasene). Jedesmal wenn er daraus rezitiert (tekerrür) und besonders in den gesegneten Zeiten (mübarek vakit) und jedes Mal wenn die Engel (melek) und andere hochbewusste Geistwesen (zîşuur ruhanî) seine Rezitation (kıraat) hören, wird aus jedem Buchstaben (harf) ein Korn. Und diese Körner (çekirdek) formen schließlich eine ganze geistige Ähre (manevî sünbül) des Segens (hasenat). Die Körner aus dieser Ähre (sünbülün taneler) entsprechen sogar der Anzahl der Wörter (kelime), so wie die Millionen Wörter, die sich in den Spiegeln (âyine) der Wellen in der Luft (havanın dalgaları) verkörpern, welche durch das Wort (kelime) ausgelöst wird, das während des Sprechens (tekellüm) den Mund verlässt. So kann jeder Buchstabe (herbir harf) ein Schlüssel zur Ewigen Schatzkammer (hazine-i ebediye bir anahtarı) werden. Es ist ganz offensichtlich (aşikâr), was für ein heiliger Dienst (mukaddes bir hizmet) es ist, sich ein so heiliges Wort (kudsî kelâm) in sein Herz (kalb) zu schreiben. Wolle es Gott (İnşâallah), dass Bedreddin für viele zu einem guten Vorbild (hüsn-ü misal) wird, das noch viele dazu bewegen (sevkedecek) wird, den Qur'an auswendig (hıfz) zu lernen.

Zum Fest (bayram) deiner Mitbrüder (ihvan), vor allem Bedreddins, deines Schwiegervaters (kayınpeder) Hacı İbrahim und meiner Mitschwester (âhiret hemşire) wünsche ich viel Segen (tebrik), sende ihnen meine Grüße (selâm) und bete (dua) für sie. Falls Babacan dort ist, teile auch ihm viele Grüße (çok selâm) mit.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî
— 278 —

(5. Februar 1934)

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber, getreuer, feinsinniger und begeisterter Mitbruder Re'fet Bey!

Wie sehr du danach verlangen magst, mit mir zu sprechen (konuşmayı arzu), so verlange auch ich (arzu) vielmehr als du danach, mit dir zu sprechen. Leider (maatteessüf) bin ich aufgrund verschiedener Umstände (müteaddid esbab) in einer schwierigen Lage (sıkıntılı bir vaziyet). So versuche ich denn, jede Gelegenheit (fırsat) auszunutzen, um in ein oder zwei Stunden sieben, acht Briefe (mektub) zu schreiben. Zudem wurde auch Galib, der mich ansonsten ab und zu einmal (arasıra) besuchte, dies weiterhin untersagt (men'edildi). Übrig geblieben ist nunmehr nur noch der arme (bîçare) Şamlı. Der aber kann mich auch nicht jeder Zeit besuchen (her vakit gelemiyor).

Zudem stacheln sie diese Schlangen (yılan) auf und hetzen sie auf uns gleich Raubtieren (canavarcası). Jede Gelegenheit (fırsat) nutzen sie, um uns Schwierigkeiten (sıkıntı) zu bereiten. Ich erwarte ja von den Abgeordneten nichts Gutes (meb'uslardan hayır) für mich. Sie haben jene zwar aufgestört (ilişti), das Problem selbst aber nicht beseitigt, sondern mir jene statt dessen ganz und gar zu Feinden (düşman) gemacht. Da mir die Weltleute so die Welt leider (maatteessüf dünya) in Erinnerung (hatır) rufen, hören statt dessen die Einfälle in meinem Herzen (tulûat-ı kalbiye tevakkuf) auf. Es soll sie den Kopf kosten (Başlarını yesin)! An die Welt dieser Weltleute (ehl-i dünyanın dünyası) zu denken, wird für mich zu einem Gift (bana zehir). Doch ich lasse mich nicht mit in eure weltlichen Angelegenheiten hineinziehen (dünyanıza karışmıyor). Dazu bringt ihr mich nicht dazu, mir eure schmutzige Welt (pis dünya) in Erinnerung zu rufen. Obwohl ich das immer so gesagt habe, lassen sie mich nie in Friedefenolamıyor). Darum flehe ich (niyaz) zu Gott den Gerechten (Cenab-ı Hakk), mir viel Geduld (sabır) und die Möglichkeit schenken (ihsan), sie aus meinem Kopf zu schlagen (tecrid-i zihin), damit ich nicht mehr an sie denken muss (düşünmeye). Dank sei Gott (Lillahilhamd), dass dieser Grundsatz (esas) in meinem Herzen (kalb) aufgetaucht ist: "Was immer mir in diesem Dienst (hizmet) am Qur'an zustoßen mag (başa ne gelirse), würde mir an jedem Tag ein neuer Kopf abgeschlagen (da kesilse), so würde es dennoch der geistigen Freude (lezzet-i ruhaniye) in der Heiligkeit dieses Dienstes (o hizmetin kudsiyetinde) als Gegenleistung entsprechen und mir genügen (kâfi)." So bin ich in vollkommener Hingabe (kemal-i teslim) mit der Erfüllung meiner Bestimmung (kazaya rıza) zufrieden gestellt, habe mich der Bestimmung Gottes ergeben (kadere teslim) und den Grundsatz (düstur) zu meiner Richtlinie gemacht (rehber ittihaz), meine Angelegenheiten (tefviz-i umûr) Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) zu überlassen.

Was ich bereits an Nuh geschrieben habe, erzähle ich nun auch dir: in alter Zeit harrte einmal ein Mann (zât), der einen unrechten (haksız) Weg für recht (hak) gehalten hatte, mit der Liebe (muhabbet), die ihm daraus erwuchs, aus, lebendig enthäutet zu werden (derisinin soyulduguna) und zeigte dabei eine heldenhafte Haltung (kahramanane bir tavır). Könnte etwa die heilige Freude (kudsî lezzet) an unserem Dienst (hizmet) an der Wahrheit (hakikat) des Qur'ans, welche selbst das Recht (ayn-ı hak) und die lautere Wahrheit (mahz-ı hakikat), Quelle und Ursprung (menba' ve madeni) aller Lichter der Wahrheit (envâr-ı hakaik) ist, für die vorübergehenden, unbedeutenden Schikanen (iz'açlar) dieser Gottesleugner (mülhid) und für die Wunden (yaralar), die in unsere Herzen (kalb) geschlagen wurden, nicht zu einem Elixier und zu einer Heilsalbe (tiryak ve merhem) werden? Auf jeden Fall kann sie es noch werden, ist sie es bereits geworden und ist sie es noch stets im werden (olur ve olmuş ve oluyor).

Zweitens: Deine Frage (sual) nach dem Imam der Zeydîs im Yemen, der ein Nachkomme (Seyyid) der Familie des Propheten ist, ist in der Tat sehr bedeutsam und hat eine gute Vorbedeutung (ehemmiyetli ve yümünlü). Sie ist aber in einer unpassenden (meymenetsiz) Zeit gestellt worden. Außerdem leide ich gerade unter einer geistigen Ermüdung (zihnim kapalı), weshalb die Umstände jetzt gerade nicht günstig sind (hal müsaid) usw.... Es steht lediglich soviel fest, dass der berühmte (meşhur) Imam Zeyd zu den großen unter den Nachkommen der Familie des Propheten (sâdat-ı azîme) und zu den Imamen (eimme) aus der Familie des Hauses des Propheten (Âl-i Beyt) gehört. Er ist die Person (zât), welche die fanatischen (müfrit) Schiiten ablehnte, اِذْهَبُوا اَنْتُمُ الرَّوَافِضُ {"Geht weg! Ihr seid Extremisten"} zu ihnen sagte, die Zurückweisung (teberri) von Hazret-i Ebu Bekir und Hazret-i Ömer nicht akzeptierte (kabul etmeyen), vielmehr diese beiden ruhmreichen Kalifen (halife-i zîşan) respektierte (hürmet edip) und sie anerkannte (kabul eden). Seine Gefolgschaft (etba'lar) ist unter den Schiiten noch die gemäßigtste (mu'tedil) und die noch am meisten der Tradition des Propheten folgt (en sünnîsi). Es sind die Leute (taife), die sowohl einsichtig (ehl-i insaf) sind und leicht das Recht akzeptieren (hakkı kabul). Wolle es Gott (İnşâallah), dass die Zeydîs, so wie sie nach den Zerstörungen (tahribat) der Wahhabiten wieder aufbauten (tamire sebeb), nun auch von ihrer Abweichung (inhiraf) von den Leuten der Tradition und der Gemeinschaft (Ehl-i Sünnet ve Cemaat'tan) zur Rechtlinigkeit (istikamet) zurückkehren, sich den Leuten der Sunnah (Ehl-i Sünnet) anschließen und sich wieder mit ihnen verbinden (imtizaç) werden. Nun schlagen die Wogen (âhirzaman çok çalkalanıyor) der Endzeit hoch und der Wirrwar dieser Endzeit (fitne-i âhirzaman) lässt erahnen, dass sie noch mehr sonderbare Dinge hervorbringen (doguracagını ihsas) wird.

Viele Grüße an die Gefährten (arkadaşlara selâm), die sich mit den Abhandlungen (Risale) befassen. Ich bete (dua) für Bedreddin, meine Mitschwester (hemşire) und Hacı İbrahim.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî
— 279 —

(15. Februar 1934)

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber, getreuer und feinsinniger Mitbruder Re'fet Bey!

Erstens: Am Schluss des Ersten Hinweises (Birinci İşaret) des Zehnten Wortes (Onuncu Söz) lautet ein Satz: "Aus einem Ding alle Dinge zu erschaffen und alle Dinge zu einem Ding zu machen, ist in der Tat eine Angelegenheit, die dem Schöpfer aller Dinge zu eigen ist (Hâlıkına has bir iştir)." Dieser Satz wurde bereits in den Blitzen (Lem'alar) des 22. Wortes (Yirmiikinci Söz), in den Fenstern (Pencere) des 33. Briefes (Otuzüçüncü Mektub) und in den Elf Worten (onbir kelime) des 20. Briefes (Yirminci Mektub) erklärt und bewiesen (izah ve isbat). Die Verallgemeinerung hier ist verhältnismäßig und dem allgemeinen Verständnis entsprechend (nisbî ve örfî). Die Absicht (murad) mit der Aussage "Aus einem Ding alle Dinge zu erschaffen" ist nicht, alles Sein der ganzen Welt (dünyanın mevcudat) aus einem einzigen Ding gemacht und erschaffen (icad etmek) zu haben. Vielmehr liegt die Absicht (murad) darin, dass Er aus einem Ding, nämlich aus einem Tropfen Wasser (katre su) alle Dinge eines Menschen (bir insan) und eines Tieres (bir hayvan), all ihre Glieder (ecza) und Organe (cihazat) erschafft und aus der Erde (toprak), die nur ein Ding ist, alle die Dinge von Pflanzen und Tieren (nebatat ve hayvanat) erschafft. So heißt es (ondan halkeder demektir). Zudem ist die Verallgemeinerung in dem Satz "Alle Dinge aus einem einzigen Ding zu machen" bedingt und verhältnismäßig (mukayyed, nisbî). Nämlich von verschiedener Art Speisen (taam), die der Mensch verzehrt (insanın yedigi), wird in diesem Menschen eine gleichartige Haut (bir cild), gleichartiges Blut (bir kan), gleichartiges Fleisch (bir et) usw. gemacht.

Kurzum: Die Absicht in dieser Verallgemeinerung (külliyetten maksad) ist folgende: Ein Ding in sehr verschiedenen Dinge (muhtelif eşya) zu verwandeln nund auch verschiedene Dinge zu einem einzigen Ding zu machen, ist eine Tat, die nur dem Schöpfer aller Dinge (Hâlık-ı Küll-i Şey) zu eigen ist.

Zweitens: Ich habe mich sehr darüber gefreut (memnun), dass du die "Abhandlung über den Weg der Tradition (Minhac-üs Sünne) des Propheten" mit deiner eigenen Handschrift (hatt) abgeschrieben hast. Dein Stift (kalemin) ist mir so lieb (şirin), wie der Stift des verstorbenen (merhum) Abdurrahman.

— 280 —

Drittens: Die Nachricht darüber, dass Tenekeci Mehmed Efendi damit begonnen hat, den ganzen Qur'an auswendig zu lernen (hıfza), ist von Segen (mübarek). Möge Gott ihm zum Erfolg verhelfen (Allah muvaffak etsin). Wir helfen ihm dabei in unserem Gebet. Er soll auch uns mit seinem Gebet helfen (dua ile yardım), jedes Mal wenn er ihn rezitiert. Auch ich bete für Bedreddin, seine Mutter (vâlide) und seinen Großvater (ceddi).

Sezai Bey ist in meinen Augen (benim nazar) ein Zekâi aus Isparta und auch ich möchte ihn gerne sehen. Doch jetzt ist es körperlich und geistig (maddeten, manen) noch Winter. Ich hatte euch bereits einmal gesagt, dass Said als Person keine Bedeutung hat (şahsının ehemmiyeti yok), sodass man sich eine Unterhaltung mit ihm (sohbetine arzu) wünschen sollte. Was Said, der euer Meister ist, betrifft, so könnt ihr euch mit ihm unterhalten (sohbet), wann immer ihr eine Abhandlung aufschlagt (risaleyi açtıkça). Was jedoch Said betrifft, der eurer Mitbruder (kardeş) ist, so ist er durch das Gebet (dua) morgens und abends (sabah akşam) vor der Schwelle Gottes (dergâh-ı İlahî) mit euch zusammen. Sezai Bey darf seinen Meister und seinen Mitbruder (üstad, kardeş) besuchen, wann immer er möchte (istedigi vakit).

تَسْمَعُ بِالْمُعَيْدِىِّ خَيْرٌ مِنْ اَنْ تَرَاهُ

{"el'Muaidi zuzuhören ist besser als ihn zu sehen."}

Nach diesem Prinzip (kaide) können einige, die Said als eine Person (şahs), die zu hören viel besser ist, als ihn zu sehen (işitmesi görmekten), es nachträglich bereuen (pişman), ihn gesehen zu haben. Sie könnten dann sagen: "Ach hätte ich ihn doch nie getroffen!" Es ist dann so wie eine Trommel (davula), deren Klang von weitem so schön ist (iyi geliyor), die aber aus der Nähe betrachtet innerlich hohl ist (boş görünüyor).

Ich sende meine Grüße (selâm) an die engsten Mitbrüder (has kardeş) wie vor allem Hüsrev, Bekir Bey, Rüşdü, Hâfız Ahmed, Sezai, Keçeci Şeyh Mustafa undTenekeci Mehmed Efendi und bete (dua) für sie.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber Mitbruder Re'fet Bey!

Nach dem Morgengebet (sabah namazdan) habe ich heute meinen Kopf umgewandt (başımı çevirdim) und es kam mir so vor, als hätte ich Re'fet Bey gesehen. Ich hatte also in der Nacht zuvor geträumt, ich hätte einen Sack Honig (bal), gefüllt mit Gold (dolu altun) einem meiner gesegneten Schüler (mübarek bir talebe) gegeben. D.h. also, der Mann hinter mir trüge das Herz und den Geist (kalb ve ruh) von Re'fet Bey. Zudem möchte er das wertvollste (kıymetdar) und das süßeste (tatlı) der Schatzkammer (hazine), deren öffentlicher Ausrufer (dellâl) ich bin, von mir (vasıtamızla) kaufen. Da habe ich erkannt, dass er ein Doppelgänger (nüshan) von dir ist (d.h. Seyranî).

— 281 —

An diesem Traum (rü'ya) seid ihr beide beteiligt (hissedarsınız). Ihr könnt ihn also unter euch teilen (paylaşırsınız). Wie dem auch sei... Die Abhandlung (Söz), die du alls letztes abgeschrieben hast, hatte mir sehr gefallen (hoşuma). Wie ich dir zuvor gesagt hatte, erscheint deine Schrift (senin hattın) in meinen Augen im Vergleich zu anderen Handschriften (başka hatlara) wie ein alter Freund (eski dost). Nun bin ich hinter dessen Geheimnis (sırr) gekommen: sie gleicht der Handschrift (hatt) meines verstorbenen Neffen (merhum biraderzade) Abdurrahman. Diese Handschrift (hat) sollte sich mir zeigen (göstermeli). Wenn du Abhandlungen (risaleler), die du nach deinem Wunsch (iştiyak) so auswählen magst (intihab), abschreiben könntest, wäre es für mich ein Segen (mübarek).

Hulusi ersetzt hier (çendan) Abdurrahman. Die Ähnlichkeit (müşabehet) deiner Handschrift gibt mir die frohe Kunde (müjde), dass noch einmal ein Abdurrahman aus diesem Re'fet werden wird (çıkacak). Das, was du über Tinte (mürekkep) denkst, ist gut (iyi). Sie wird von Hand zu Hand laufen (elde gezecek). {Eine mit dieser Tinte kopierte Abschrift soll für eine möglichst lange Zeit beständig bleiben (AdÜ)} Unter der Bedingung, dass sie schön sein wird, sollte sie mit einem Kopierstift (sabit) geschrieben werden. Was du für dich selbst abschreibst, sollte fett (parlak) geschrieben sein. Denn das wird den Wunsch und Apetit (iştiyak ve iştiha) zum Lesen (mütalaa) anregen.

Ich grüße (selâm) all diejenigen, die sich neu (alâkadarlık) mit den Worten (Sözler) befassen, die drei zuvor erwähnten Rezitatoren (Hâfız) und den Sattler (Mutaf Hâfız) Mahmud Efendi und bete (dua) für sie. Sie sollen standhaft (sebat) sein. Ich habe sie in den Kreis der Mitbrüder (kardeş dairesi) aufgenommen. Sie sollen sich Mühe geben, nun auch in den Kreis der Schüler (talebe dairesi) einzutreten. Wen auch immer du wählen (intihab) magst: du hast meine Zustimmung (kabul) dazu. Ich sende viele Grüße (selâm) an Hoca İsmail Hakkı Efendi und bete (dua) für ihn. Da derjenige, der sonst nur selten mit anderen Leuten spricht, nun einmal das Buch "Ein Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" bereits öfter gelesen hat, akzeptiere ich auch diesen Mann mit Herz und Sinn (zâtı alerre's-i vel'ayn kabul) als meinen Schüler. Er soll sich nicht mit dem Buch "Ein Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" begnügen (iktifa). Er sollte auch die Worte und die Briefe (Sözler, Mektublar) lesen, die das Buch "Ein Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" auslegen, seine Wahrheit erleuchten (hakaikını aydınlattı) und sie klar und deutlich sichtbar (göz görür) machen. Besonders das 25. und 26. Wort (Yirmibeşinci, Yirmialtıncı Sözler), den 22. und 33. Brief (Yirminci ve Otuzüçüncü Mektub) und weitere Abhandlungen (risaleler), die er für sich auswählt (intihab), soll er lesen. Ich grüße (selâm) meine Mitbrüder (kardeş) vor allem Bekir und Hüsrev, bete (dua) für sie und bitte (isterim) auch sie um ihre Gebete (dua).

Eine Abschrift der Abhandlung über die Lehre (mes'ele) der Wahhabiten ist gestern in meine Hand gelangt. Ich habe einmal hineingeschaut, dann wollte ich sie von Herzen (ruhum) dir zuschicken. Doch dann ist Re'fet irgendwie selbst gekommen (kendi geldi) und hat sein Buch (kendi kitab) selbst an sich genommen (kendine götür).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Said Nursî

Deine Abschrift und die von Hüsrev zu lesen strengt mich nicht an (hiç yormuyor). Denn sie haben nur wenige Fehler (yanlışları az). Die anderen aber kommen zu mir, ohne jede vorherige Korrektur (tashih). Auf mein Gedächtnis vertrauend (hâfızama itimad) werde ich nun allein schon vom Korrigieren (yalnız tashih) müde. Es wäre besser (daha iyi), wenn ihr die Abschriften (sairlerin yazdıklar) der Anderen zuerst korrigieren (mukabele) und dann (ba'dehu) zu mir schicken könntet.

— 282 —
بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Meine lieben, getreuen, fleißigen und aufrichtigen Mitbrüder Re'fet Bey und Hüsrev Efendi!

Ihr seid für viele ein Grund zu ihrer Besinnung (medar-ı intibahı) und zu einem guten Beispiel (hüsn-ü misal) geworden. Nach dem Geheimnis (sırr) اَلسَّبَبُ كَالْفَاعِلِ {"Derjenige, der eine Tat veranlasst wird genau so belohnt, wie derjenige der sie verrichtet"} wird derjenige genau so viel Segen (hasenat) empfangen, wie diejenigen, die durch euch und in eurer Gefolgschaft (iktida) in den Dienst (hizmet) am Qur'an gekommen sind, erwerben und - wolle es Gott (inşâallah) - in das Buch eurer guten Taten (sahife-i a'malini) eingetragen. Ich habe diejenigen, deren Namen (isim) ihr mir diesmal geschrieben habt, nämlich Hâfız Bekir, Hâfız Tahir, Hâfız Şükrü Efendi als meine Mitbrüder (talebe) angenommen (kardeş kabul). Sie sollen sich Mühe geben, Schüler (talebe) zu werden, und so sollt Ihr ihnen auch meine Grüße (selam) mitteilen. Ich möchte euch diesmal über zwei persönliche Erlebnisse (cüz'î hâdise) berichten, welche von der Art der Taten (işler) sind, die für die einfachen Gläubigen (avam-ı mü'min) einem Wunder (keramet) gleichen und als Hilfe Gottes (ma'venet) bezeichnet werden.

Erstens: Ein, zwei unserer Gefährten (arkadaş) haben den 19. Brief (Ondokuzuncu Mektub) abgeschrieben. Im vierten Teil der Abschrift des einen stehen das heilige Segensgebet (salavat-ı şerif) für den Propheten, zwei, drei Seiten (sahife) ausgenommen, außer drei, vier Segensgebeten (salavat) alle anderen Segensgebete (salavat) mit einander in Übereinstimmung (bakıyor). Ich war erstaunt (hayret) und habe einige Randbemerkungen (işaret) dazu geschrieben. Bei dem anderen sind, fünf, sechs Seiten (sahife) im dritten Teil (cüz) ausgenommen, auf allen anderen Seiten (sahife) die Segensgebete (salavat) miteinander ausgewogen (müvazi) und stehen in Übereinstimmung (bakıyor). Da habe ich auch einige Randbemerkungen (işaret) dazu geschrieben (vaz'ettim). Wem auch immer ich diese Übereinstimmung der Segensgebete gezeigt habe (gösterdim), der blieb darüber staunend stehen (hayret). Alle diejenigen, die es gesehen haben, kamen gemeinsam (müttefikan karar) zu der festen Überzeugung, dass in allen Worten (Sözler) ein Strahl (şua) der geistigen Wunderhaftigkeit (manevî i'caz) des Qur'ans zu finden ist (in'ikas), der sich in der Form (suret) des heiligen Segensgebetes (salavat-ı şerif) insbesondere als eine Art Strahl (şua) des Wunders Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye) aus dem 19. Brief (Ondokuzuncu Mektub) widerspiegelt.

Außerdem sind diejenigen, die dies gesehen haben, zur festen Überzeugung (karar) gelangt, dass es eine Form der Schrift (tarz-ı hatt) gibt, die zu den Worten gehört (Sözler mahsus) und besonders dem 19. Brief (Ondokuzuncu Mektub) zu eigen ist. Wenn dieser Form der Schrift entsprechend (tarz hatt tevfikan) geschrieben wird, so werden viele merkwürdige Feinheiten (garib letafet) sichtbar werden. Ich pflegte, jederzeit mit Nachdruck (musırrane) jedem der schreibt, zu sagen: "weitmaschig und schön (seyrek ve güzel) schreiben." Jetzt wird es verständlich, als ob Gott mir dies in den Mund gelegt (intak-ı hak) hätte, um diese geistige, besondere Schriftform zu empfehlen (manevî has hattı tavsiye). Dieser Sachverhalt und die Art, die der geistigen Schriftform (hakikatı ve manevî tarz-ı hatt) am nächsten steht, sind bei Küçük Hâfız Zühdü, Eşref und Kuleönlü Mustafa zu erkennen, sodass diese Entsprechung und Ausgewogenheit (muvafakat, müvazenet) ihrer Schriftform noch besser erkennbar ist (daha ziyade görünüyor). Jederzeit sah ich, dass diejenigen, die aufmerksam schreiben (dikkatli yazan), manchmal eine Zeile überspringen (satır atlıyor). Derjenige, der nicht einmal ein Wort falsch (kelime yanlış) schreibt, könnte eine ganze Zeile falsch (satır yanlış) schreiben. Das also heißt, dass die Übereinstimmung (tevafukat) als die Spur einer außerordentlichen Anmut (fevkalâde bir letafet) die Worte (Sözler) überspringen lässt (atlattırıyor).

Um das Zweite Erlebnis (ikinci hâdise) zu beschreiben, reicht unser Papier (kâgıt) nicht mehr aus (müsaid). Daher möchte ich hier zum Abschluss (kestim) kommen.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî
— 283 —

Lieber Re'fet Bey!

Deine beiden Wunderwerke der Macht (mu'cize-i kudret), die besonders seltsam sind, verzieren meine Wohnstatt gleich einem Museum (müzehanemi tezyin). Sie ermahnen uns (ihtar) daran, wie wunderbar (hârikulâde) doch manche Dinge sind, die wir für ganz gewöhnlich halten (âdi zannetti). In dieser Abschrift des 19. Briefes (Ondokuzuncu Mektub) finden sich die heiligen Segensgebete (salavat-ı şerife) im Zweiten und Dritten Abschnitt (cüz) auf jeder Seite (sahife) in Übereinstimmung, die niemals auf einen Zufall (tesadüf işi) zurückzuführen wären. Denn da erschiene etwas nur einmal unter zehn Fällen in Übereinstimmung (tesadüf). Hier erscheinen sie jedoch in neun von zehn Fällen in Übereinstimmung (onda dokuz tevafuk).

Das also ist weder das Werk (iş) eines rein unbewussten Zufalls (şuursuz tesadüf), noch eine Erfindung (düşünüşü) von mir oder meinen Schreibern (kâtib). Denn ich bemerkte es (anlıyorum) erst jetzt und meine Schreiber haben es erst durch mich erfahren (anladılar). Das also heißt, dass eine unsichtbare Absicht und ihr Wille (kasd ve irade) diese außergewöhnliche Anmut (hârika bir letafet) in den Worten (Sözler) und insbesondere (bilhassa) zwischen den heiligen Segensgebeten (salavat-ı şerif) im 19. Brief (Ondokuzuncu Mektub) bestimmt hat. Was diese Übereinstimmung (tevafukat) betrifft, so gleicht sie einer Art Tropfstein (tereşşuhat) einer Beredsamkeit und Anmut (belâgat ve letafetin), die durch eine unsichtbare Absicht (gaybî bir kasd) in ihr zustande kam.

Said Nursî

(Mittwoch, den 11. April 1934)

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber, getreuer, aufmerksamer und wissbegieriger Mitbruder Re'fet Bey!

Die Punkte (nokta), die in dem Zwölften Blitz (Onikinci Lem'a), der an dich gerichtet ist, einer Erklärung bedürfen (izaha muhtaç), jetzt zu erklären, ist noch nicht nötig (ihtiyaç yoktur). Hier genügt es in der Hauptsache (maksad), wenn die Zweifel (evham), die durch diese Ayat entstanden sind, wieder beseitigt werden (def'ine kifayet). Aufgrund dessen (nokta-i nazar) reicht für jeden bereits (kâfi) das, was er davon verstanden hat (fehmeder). In jeder Abhandlung (risalede) liegt also schon für jeden sein Anteil (herkesin hissesi). Es muss (lâzım) jedoch nicht jeder gleich alles (herkes her şeyin) verstehen können. Wie findest du übrigens die beiden Abhandlungen (iki risale), über den Weg der Erkenntnis in der Tradition des Propheten (Mirkat-üs Sünnet) und über die Einheit allen Seins (vahdet-ül vücud)? Auf jeden Fall muss wohl dein Auge, das bereits das Wertvolle zu erkennen vermag (kıymetşinas nazarı), sie schon zu schätzen (takdir) gewusst haben.

Die Frage, die du jetzt stellst (defaki sual), hat zwei Aspekte. Der Eine ist der Aspekt des Geheimnisses der Familie des Mantels des Propheten (sırr-ı Âl-i Abâ). Es ist dies ein Geheimnis; doch ich bin nicht der Herr dieses Geheimnises (ehli degilim), sodass ich eine Antwort geben könnte. Oder besser gesagt, die Enthüllung eines jeden Geheimnisses (sırrın izharı) will nicht in meine Feder (kalem). Denn ein Funke (cilve) der mohammedanischen Wahrheit (Hakikat) tritt in dieser Familie des Manrels (Âl-i Abâ) in Erscheinung. Der zweite ist der offensichtliche Aspekt (cihet-i zahirî) und eindeutig (zahir); z.B. in der Sammlung der Hadithe Sahih-i Müslim wird von Âişe-i Sıddıka, der Mutter der Gläubigen (Ümm-ül Mü'min), mit der Gott zufrieden sein möge, überliefert (mervî), worin sie sagt:

— 284 —
خَرَجَ النَّبِىُّ غَدَاةَ غَدٍ وَ عَلَيْهِ مِرْطٌ مُرَجَّلٌ مِنْ شَعْرٍ اَسْوَدَ فَجَاءَ الْحَسَنُ فَاَدْخَلَهُ ف۪يهِ ثُمَّ جَاءَ الْحُسَيْنُ فَاَدْخَلَهُ ثُمَّ جَاءَتْ فَاطِمَةُ فَاَدْخَلَهَا ثُمَّ جَاءَ عَلِىٌّ فَاَدْخَلَهُ ثُمَّ قَالَ: اِنَّمَا يُر۪يدُ اللّٰهُ لِيُذْهِبَ عَنْكُمُ الرِّجْسَ اَهْلَ الْبَيْتِ وَيُطَهِّرَكُمْ تَطْه۪يرًا

{"Der Prophet ging morgens mit einem Mantel, gewebt aus schwarzer Wolle, aus dem Haus. Während dessen kam Hassan Bin Ali zu ihm. Er hat ihn gleich unter seinen Mantel genommen. Dann kam Husseyn zu ihm. Auch er schlich mit ihm unter den Mantel. Dann kam Fatima zu ihm. Er hat auch sie unter ihn genommen. Dann kam Ali zu ihm. Auch ihn hat er darunter genommen. Dann sagte er folgendes: "Oh ihr Leute des Hauses, Gott will eure Sünden von euch nehmen und euch wahrhaft reinigen." - Sure 33,33-}

So gibt es wie diese heilige (şerif) Hadith in den sechs Sammlungen der zuverlässigen Hadithe (Kütüb-ü Sitte-i Sahiha) sinngemäß noch viele Überlieferungen (kesretli hadîs), die auf die Familie des Mantels (Âl-i Abâ) hinweisen. Jemand (bir zât) hatte einmal, um von Unglücken (def'-i beliyyat) verschont zu bleiben und um اِسْتِشْفَاءْ "Heilung (istişfâ)" und اِسْتِشْفَاعْ "Fürsprache (istişfa')" zu bitten, folgendes gesagt:

ل۪ى خَمْسَةٌ اُطْف۪ى بِهَا نَارَ الْوَبَٓاءِ الْحَاطِمَةِ
اَلْمُصْطَفٰى وَ الْمُرْتَضٰى وَابْنَاهُمَا وَ الْفَاطِمَة

{"Bei mir liegen fünf Dinge, mit denen ich selbst das Feuer einer fieberhaften Pest löschen könnte: Mustafa, Murtaza, seine beiden Söhne und Fatima."}

Sei bitte nicht böse (gücenme). Doch bis hierher möge es nun genug (bu kadar) sein. Ich grüße (selâm) jeden einzelnen von denen, deren Name in deinem Brief zitiert wurde (mektubunda isimleri zikredilen), und bete für ihn.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî

Ich habe dir die sieben Hinweise (yedi İşaret) des 13. Blitzes (Onüçüncü Lem'a) gesandt, die über das Geheimnis der Zufluchtnahme (Eûzü sırrına) geschrieben wurden. Die kannst du dir durchlesen. Es sind keine Erläuterungen (izah). Solltest du jedoch noch irgendwelche Fehler (noksanı varsa) entdecken, kannst du sie mir mitteilen (bildiriniz.).

— 285 —

Mittwoch, den 9. Mai 1934

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber, getreuer und aufmerksamer Mitbruder Re'fet Bey!

Erstens: Es ist für euch ein gutes Zeichen (fâl-i hayr), dass die Gesegnete Neugeborene (Nevzad-ı mübarek) nun zur Welt gekommen ist; und ich beglückwünsche euch (tebrik) dazu. Wolle es Gott (İnşâallah), dass sie dem Geheimnis (sırr) von

وَ لَيْسَ الذَّكَرُ كَالْاُنْثٰى

{"Ein Junge gleicht nicht einem Mädchen." - Sure 3,36-}

entsprechen (mazhar) möge. Auch du wie Âsım Bey eine Tochter (kız evlâd) hat, seid ihr beide mehr als andere des Segens würd٦ٓ-(tebrike şâyan), weil nach unserer Art (meşreb) unsere wichtigste Basis die Liebe (şefkat) ist und Töchter opferbereit für ihre Liebe (şefkat kahraman) sind und sie die geliebtesten Wesen (sevimli mahluk) sind. Ich denke, dass Söhne (erkek çocuklar) in heutiger Zeit vielen Gefahren (tehlike) ausgesetzt sind. Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hak) sie für euch zu einem Grund der Tröstung und Vertrautheit (medar-ı teselli ve ünsiyet) und in eurem Heim zu kleinen Engeln (küçük bir melaike) machen. Doch Anstelle des Namens "Rosenfarbe (Rengi gül)" wäre der Name "Zeyneb" besser (münasib) gewesen.

Zweitens: Deine Äußerungen (ifade) und Şerif Efendis Äußerungen über das Geheimnis (sır) der Weisheit der Zufluchtnahme vor dem Teufel (Hikmet-ül İstiaze) und das des heiligen Wortes "im Namen Gottes (besmele-i şerife)" sind nur kurz; und ich kann nicht aus ihnen entnehmen, ob sie eine Kritik (tenkid) oder eine Hochschätzung (takdir) sein sollten. Ich hatte jedoch schon öfter gesagt: "Es braucht nicht jeder (herkes) alle Punkte jeder Abhandlung (risale) zu verstehen. Es genügt (kâfi) bereits das, was er aus ihr entnehmen konnte."

Drittens: Die Traumwelt (âlem-i misal) ist eine Zwischenwelt (berzah) zwischen der Geisterwelt (âlem-i ervah) und der Welt der Zeugnisse (âlem-i şehadet). Sei ähnelt den beiden jeweils in einer Hinsicht (birer vecih). In der einen Hinsicht (yüz) bezieht sie sich auf die eine der Welten, in der anderen Hinsicht (yüz) bezieht sie sich jedoch auf die andere der Welten. Sie gleicht z.B. deinem Spiegelbild (âyine), das rein äußerlich betrachtet (misalin sureten) deinem Körper gleicht (senin cismine). Sie lebt wie deine Seele (ruh) in einer feinstofflichen (latif) Welt. Die Existenz dieser Traumwelt (âlem-i misal) ist so sicher (vücudu kat'î)

{(Anmerkung): Für mich ist die Existenz einer Traumwelt (âlem-i misalin vücudu) augenscheinlich klar (meşhud). Wie die Welt der Zeugnisse (âlem-i şehadet) ist ihre Tatsache offensichtlich (tahakkuk bedihî). Wahrträume (rü'ya-yı sadıka), Visionen (keşf-i sadık) und die Spiegelungen (temessülât) in glänzenden Objekten (şeffaf şeyler) sind drei Fenster (pencere), die sich aus dieser Welt in jene Welt (âlemden o âleme) öffnen und einfachen Leuten (avama), wie auch allen anderen einige Ecken in jener Welt (âlemin bazı köşe) zeigen.}

wie die der Welt des Geistes (âlem-i ervah) und der bezeugten Welt (âlem-i şehadet). Sie ist ein Ausstellungsort (meşher) sonderbarer und einzigartiger (acaib ve garaib) Dinge. Sie ist auch ein Ausflugsort (tenezzühgâh) für die Leute der Heiligkeit (ehl-i velayet).

So wie es im Menschen (insan), der eine Welt (âlem) im kleinen ist, ein Vorstellungsvermögen (kuvve-i hayal) gibt, so gibt es in der Welt (âlem), die ein Mensch (insan) im großen ist, auch eine Traumwelt (âlem-i misal), welche dieselbe Aufgabe (vazife) erfüllt und wahrhaftig (hakikatlı) ist. Wie das Gedächtnis (kuvve-i hâfız) des Menschen von der Wohlverwahrten Tafel (Levh-i Mahfuz) Kunde gibt (haber), so gibt auch das Vorstellungsvermögen (kuvve-i hayal) Kunde von dieser Traumwelt (âlem-i misal).

Hüsrev, Bekir Bey, Rüşdü, Lütfü, Hâfız Ahmed, Sezai, drei Hocas, drei Mehmeds und drei Kinder in deinem Heim (hanenizde), wie auch deinem Schwiegervater (kayınpeder) und allen anderen Mitbrüdern (kardeş) dort sende ich meine Grüße und bete (selâm ve dua) für sie.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî
— 286 —

Mittwoch, den 30. Mai 1934

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber, getreuer, aufmerksamer und wissbegieriger Mitbruder Re'fet Bey!

Du hast an mir einen Meister (üstad), einen Mitbruder (kardeş) und einen Gefährten (dost). Deinem Meister (Üstad) begegnest (görüp) du in jeder Abhandlung (risale) und sprichst mit ihm (görüşürsün). Auch deinen Mitbruder (kardeş) in mir, der dich am Morgen und am Abend (sabah akşam) geistig und in seiner Vorstellung (manen ve hayalen) an der Schwelle Gottes (dergâh-ı İlahî) durch sein Gebet (dua) sieht, kannst auch du auf diese Weise (suretle) treffen. Um deinen Gefährten (dost) in mir sehen zu können, mach dir keine Umstände (zahmet çekme) und komm hierher. Denn dieser dein Gefährte (dost) ist deines Besuches nicht würdig (ziyarete liyakat). Er ist nur einer (bir), ihr aber seid viele (çok). Wolle es Gott (İnşâallah), dass er zu euch kommt und euch dort besucht, wo ihr seid (orada ziyaret eder). Um euch eine Antwort (cevab) entsprechend der Ayah

وَ لَيْسَ الذَّكَرُ كَالْاُنْثٰى

{"Ein Junge gleicht nicht einem Mädchen." - Sure 3,36-}

zu schreiben, ist für mich jetzt nicht die rechte Zeit (vaktim müsaid). Zwar kann ich die Quelle der folgenden Hadith nicht mit Zuverlässigkeit angeben (sıhhatını bilmiyorum), es wird jedoch überliefert (rivayet), dass der Ehrwürdige Gesandte (Resul-i Ekrem Aleyhissalâtü Vesselâm) zu sagen geruhte: "Ihr sollt den Jungen liebkosen (çocugunu seviniz)." Er wurde gefragt: "Warum hast du die Töchter davon ausgenommen (istisna)?" Er geruhte zu sagen: "Die Töchter lassen sich liebkosen (sevdirirler), denn sie sind von Natur aus liebenswert (fıtraten sevimli)." Da an einer Tochter Liebe und Schönheit (şefkat ve cemal) zu Tage treten (mazhar), wird sie in der Tat mehr als die Jungen (erkek) liebkost (sevilir). Besonders in heutiger Zeit sind die Töchter (kız) für die Eltern (ebeveyn) noch segensreicher (mübarek). Denn sie sind nicht so sehr den Gefahren des Glaubens ausgesetzt (tehlike-i diniye çok maruz).

Zu deiner zweiten Frage: Ich kenne İbrahim Hakkıs Absicht nicht (muradını bilmiyor), wenn er sagt: "Hunger ist der gewaltigste Name Gottes (Cû' ism-i a'zam)." Äußerlich ergibt das keinen Sinn (manasız) und ist vielleicht sogar falsch (yanlış). Da aber der Name Gottes "der Barmherzige (Rahman)" nun einmal für viele die Aufgabe (vazife) des gewaltigen Namens (ism-i a'zam) versieht, könnte man als Hinweis (işaret) darauf, dass geistiger und körperlicher Hunger bzw. Verlangen (manevî ve maddî cû' ve açlık) ein Mittel zur Erlangung (vesile-i vusulü) dieses gewaltigen Namens (ism-i a'zam) ist, im übertragenen Sinne (mecazî) sagen, dass der Huger der gewaltige Name (ism-i a'zam) ist, d.h. also, dass er ein Mittel (vesile) zu einem gewaltigen Namen ist.

Für die Kinder (masuml) in deinem gesegneten Heim (mübarek haneniz) bete ich (dua) und sende auch all (umumen) deinen Gefährten im Unterricht (ders arkadaş) meine Grüße (selâm).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî
— 287 —

Mittwoch, den 20. Mai 1934

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber, getreuer und wissbegieriger Mitbruder Re'fet Bey!

Du fragst (sual) in deinem Brief (mektub) nach den Zehn Feinheiten (Letaif-i Aşere). Da es jetzt nicht die Zeit ist, mystische Unterweisungen (tarîkatı ders) zu erteilen, gibt es jedochj bereits Werke (eserler) der Erforscher (muhakkik) des Nakşî-Ordens (tarîk) über diese Zehn Feinheiten (Letaif-i Aşere). Unsere jetzige Aufgabe (vazife) ist es, Geheimnisse zu entschleiern (istihrac-ı esrar), und nicht bereits vorhandene Erkenntnise weiter zu geben (mevcud mesaili nakil). Sei also bitte nicht gekränkt (gücenme), wenn ich dir keine weitere Erklärung (tafsilât) geben kann. Ich kann über diese Zehn Feinheiten (Letaif-i Aşere) nur soviel sagen: İmam-ı Rabbanî hat Herz (kalb), Geist (ruh) und innere Wahrnehmung (sırr), alles, was verborgen, bzw. was das Verborgenste (hafî, ahfâ) ist, jeweils eine Feinheit des Menschen (latife-i insaniye) gekennzeichnet (tabir), welche einer jeden der vier Elemente (anasır-ı erbaa) entspricht, also die Entwicklung und die Erscheinungsformen (latifenin terakkiyat ahval) jeweils einer Feinheit (unsurdan o unsura) auf jeder Stufe (merteb) der geistigen Entwicklung (seyr ü sülûk) kurz und bündig behandelt (icmalen bahsetmiş).

Nach meiner Meinung (kendimce) sehe ich, dass in dem umfangreichen Wesen (mahiyet-i câmiası) des Menschen und in seinen lebenswichtigen Fähigkeiten (istidad-ı hayatiye) viele Feinheiten (letaif) liegen. Zehn von ihnen sind bekannt (iştihar) geworden. Die Weisen und Gelehrten des Sichtbaren (hükema ve ülema-i zahirî) bezeichnen sogar die Fünf äußeren Sinne (havass-ı hamse-i zahirî) des Menschen und seine fünf inneren Sinne (havass-ı hamse-i bâtına), welche die Fenster (pencere) oder Musterbeispiele (nümune) jener Zehn Feinheiten (letaif-i aşere) sind, und hielten diese Zehn Feinheiten (letaif-i aşere) in einer anderen Form für die Grundlage ihrer Weisheit (hikmetlerine esas).

Die Zehn Feinheiten des Menschen (unsanin letaif-i aşere), wie sie unter einfachen und gebildeten (avam ve havas) Leuten bekannt sind (tearüf), stehen sogar mit den Zehn Feinheiten (letaif-i aşere) der Mystiker (ehl-i tarîk) in Beziehung. Wenn man z.B. Gewissen (vicdan), Nerven, Gefühle, Verstand (akıl), Lust (heva), Wohllust (kuvve-i şeheviye), Zorn (kuvve-i gazab) u.dgl. Feinheiten (letaifi) dem Herzen (kalb), dem Geist (ruh) und der Wahrnehmung (sırr) hinzufügen würde, so zeigen sich die Zehn Feinheiten (letaif-i aşere) in einer anderen Form wieder. Denn außer diesen Feinheiten (letaif) gibt es noch viele weitere Feinheiten (letaif) wie treibende Kraft (saika), Begeisterung (şaika) und das Gefühl einer Vorahnung (hiss-i kabl-el vuku'). Falls zu diesem Thema eine Wahrheit (hakikat) aufgeschrieben werden sollte, so würde sie ziemlich lang werden. Da aber meine Zeit dazu ziemlich kurz ist, muss ich damit (mecbur) hier zum Ende kommen.

Was deine zweite Frage (ikinci sual) betrifft, mit der du das Thema von der Bedeutung des Namens (mana-yı ismî) und von der Bedeutung der Präposition (mana-yı harf) beginnen willst, so wird diese Frage (mes'ele) am Anfang aller Bücher über die Grammatik (ilm-i nahvin) erklärt; zudem finden sich ausreichende Erklärungen (kâfi beyanat) darüber mit entsprechenden Gleichnissen (risalelerinde temsilât) in den Abhandlungen über die Kenntnis der Wahrheit (ilm-i hakikat) unter dem Stichwort "Worte und Briefe (Sözler ve Mektubat)". Für einen intelligenten und aufmerksam betrachtenden Mann (zeki ve müdakkik bir zât) wie du ist eine weitschweifige Erläuterung zu weitschweifig (fazla izahat fazla). Wenn du in einen Spiegel (âyine) schaust und dabei den Spiegel um seines Glases willen (âyineye şişe için) betrachtest, siehst du nur noch das Glas (şişeyi kasden). Nach dir, Re'fet, schielt dein Auge (nazar ilişir) nur zweitrangig und indirekt (tebaî, dolayısı). Wenn du aber in den Spiegel (âyine) schaust, in der Absicht, dein gesegnetes Gesicht (mübarek sîman) zu betrachten, dann siehst du dich, den liebenswerten (sevimli) Re'fet direkt, und sagst:

فَتَبَارَكَ اللّٰهُ اَحْسَنُ الْخَالِق۪ينَ

{"So ist Gott voller Segen. Er ist der beste Schöpfer (den man sich denken kann)." - Sure 23, 14-}

Das Glas des Spiegels wird zweitrangig (tebaî) und dein Auge sieht es nurmehr indirekt (nazar ilişir). So ist im ersten Fall das Glas des Spiegels (âyine şişe) nur mehr ein Name (mana-yı ismî). Du, Re'fet, hast hier die Bedeutung einer Präposition (mana-yı harf). Im Zweiten Fall hat das Glas des Spiegels (âyine şişe) die Bedeutung einer Präposition (mana-yı harfî), denn es wird nicht um seinetwillen betrachtet, sondern um einer anderen Bedeutung willen betrachtet, welche die Spiegelung (akis) ist. Diese Spiegelung hat die Bedeutung eines Namens (akis mana-yı ismî), denn sie bezieht sich in gewisser Hinsicht auf ihren Namen (tarif-i isme), der sich folgendermaßen beschreiben lässt:

دَلَّ عَلٰى مَعْنًى ف۪ى نَفْسِه۪

{"es verweist auf seine eigene Bedeutung";}

und was den Spiegel betrifft, so entspricht er einer Präposition (harfin tarifine), die sich folgendermaßen beschreiben lässt:

دَلَّ عَلٰى مَعْنًى ف۪ى غَيْرِه۪

{"sie verweist auf eine Bedeutung außerhalb seiner selbst".}

Alles Sein (mevcudat) in der Welt (kâinat) ist eine Präpositionen (huruf) in den Augen (nazar) des Qur'ans und bringt in der Bedeutung einer Präposition (mana-yı harf) die Bedeutung eines anderen (manası ifade) zum Ausdruck. Es tut sozusagen Seine Namen und Eigenschaften (esmasını, sıfâtını) kund. Eine geistlose Philosophie (ruhsuz felsefe) bezieht sich meistens auf die Bedeutung eines Namens (mana-yı ismi) und gerät so in den Sumpf der Natur (tabiat bataklıgı). Wie dem auch sei... Im Augenblick habe ich nicht genug Zeit für ein langes Gespräch (konuşmaya vaktim). Es gelingt mir noch nicht einmal auch nur den einfachsten (kolay), wenn auch wichtigsten (mühim) und bereits letzten Abschnitt (âhir parçası) des Inhaltsverzeichnisses (fihrist) abzufassen. Ich grüße (selâm) deine Mitschüler (ders arkadaşları), insbesondere Hüsrev, Bekir, Rüşdü, Lütfü, Şeyh Mustafa, Hâfız Ahmed, Sezai und alle Mehmeds und Hocas. Ich bete (dua) auch für die gesegneten Kinder (mübarek masum) in deinem gesegneten Haus (mübarek hane).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî
— 288 —

(Haziran 1934 Çarşamba)

Mittwoch, den 27. Juni 1934

بِاسْمِهِ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber und getreuer Mitbruder Re'fet Bey, der so eingehend erforschen und erkundigen möchte!

Da du mit deiner hohen Intelligenz (faik zekân) und deinem Scharfsinn (dikkat) viele der Fragen (sual), die du stellst, beantworten (cevab) kannst, gebe ich nur eine kurze Antwort (muhtasar cevab). Sei nicht deswegen gekränkt (gücenme)! Ich möchte zwar noch lange mit dir sprechen, doch meine Zeit erlaubt mir das leider nicht (vaktim müsaadesiz). Was mit einem Moslem, der gar nicht gläubig ist (müslim-i gayr-ı mü'min), und einem Gläubigen, der gar kein Moslem (mü'min-i gayr-ı müslim) ist, gemeint (manası) ist, ist folgendes: am Anfang der Zeit der Deklaration der Konstitutionellen Monarchie (Bidayet-i Hürriyet) hatte ich Atheisten (dinsizler) gesehen, die sich den Anhängern der Einheitspartei (İttihadçılar) angeschlossen hatten und dabei akzeptierten (kabul), dass die Islamiyet und die Gesetzgebung Mohammeds (şeriat-ı Ahmediye) erhabene Grundsätze (desatir-i âliye) beinhalten, die für das gesellschaftliche Leben der Menschen (hayat-ı içtimaiye-i beşeriye) und besonders für die Politik (siyaset) der Osmanen von großem Nutzen und wertvoll (gayet nâfi' ve kıymetdar) sind. Sie waren mit ganzer Kraft (kuvvet) für die Gesetzgebung Mohammeds (şeriat-ı Ahmediye), und in diesem Punkt waren sie auch Moslems, d.h. sie waren für Recht und Wahrheit (iltizam-ı hak ve hak), obwohl sie gar keine Gläubige (mü'min) waren. Sie verdienten daher auch als nicht gläubige Moslime (müslim-i gayr-ı mü'min) angenommen zu werden. Heute gibt es auch Menschen, die für die ketzerischen Strömungen (bid'atkârane) eintreten, die unter der Bezeichnung "europäische Art und der Zivilisation (firenk usûlü ve medeniyet)" der islamischen Gesetzgebung (şeriatşikenane) zuwider laufen, jedoch gleichfalls an Gott (Allah) glauben, an das Leben im Jenseits (âhiret) und an den Propheten (Peygamber) und sich selbst als Gläubige (mü'min) kennen und bezeichnen (kendini de biliyor). Da sie sich für die Prinzipien (kavanin) der Gesetzgebung Mohammeds (şeriat-ı Ahmediye), die Recht und Wahrheit (hak ve hakikat) ist, nicht einsetzen (iltizam) und wahrhaftig keine Stellung (hakikî tarafgirlik) dafür beziehen, so sind sie zwar Gläubige aber keine Moslime (gayr-ı müslim bir mü'min). Wie eine Islamiyet ohne Glaube (İmansız İslâmiyet) kein Mittel zur Rettung sein (sebeb-i necat) kann, kann man sagen, dass auch ein Glaube (iman), der die Islamiyet bewusst (bilerek) ablehnt, keinen Halt (dayanamı) mehr gibt und selbst keine Sicherheit (necat) mehr vermitteln kann.

Zu deiner zweiten Frage: Die unvermeidliche Todesstunde (ecel-i mübrem) und die noch nicht entschiedene (ecel-i muallak) werden mit anderen Worten (tabir-i diger), die du ja kennst (malûm), als die festgelegte Todesstunde (ecel-i müsemma) und die noch zu erfüllende Todesstunde (ecel-i kaza) bezeichnet.

— 289 —

Zu deiner dritten Frage: 33 Worte (Sözler), 33 Briefe (Mektubat) und die 33 Fenster (Pencere) machen insgesamt (mecmuu) 99 Abhandlungen. Wie in der Einführung der arabischen Abhandlung "Tropfen" (Katre Risalesi'nin) bereits erwähnt wurde, verspürte (hissedilmesinden) dieser dein armseliger Mitbruder (fakir kardeş) bei den Handlungen in seinen Gedanken (harekât-ı fikriye) als erster (en evvel), nach dem Gebet (namazdan sonra) den Stufen (meratib) der 33 Mal "Gepriesen sei Gott (Sübhanallah)" und 33 Mal "Dank sei Gott (Elhamdülillah) " und 33 Mal "Gott ist groß (Allahü Ekber)" entsprechend, bei dem Kampf mit seinen Gedanken (mücahedat-ı fikriye) und bei der Erscheinung (tezahürat) auf den geistigen Stufen (makamat-ı ruhiye) die Geheimnisse der Erfahrung (mazhariyet sırları) der Erscheinung (cilve) der 99 Schönen Namen Gottes (esma-yı hüsna) halbwegs wie im Traum (hayal-meyal) von weitem, sodass diese gesegnete Zahl (mübarek aded) 33 spontan (ihtiyarım) bei vielen Handlungen und Veröffentlichung (neşriye) meines Gedankens (harekât-ı ilmiye) ihre Wirkung zeigt (hükmedi).

Ich grüße (selâm) meine Mitbrüder (kardeş), vor allem auch deine Mitschüler (ders arkadaşlar), sowie Hacı İbrahim, und bete (dua) für die Kinder (masumlar) in deinem gesegneten Hause (mübarek hanende).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî

Um in die Briefesammlung des 27. Briefes (Yirmiyedinci Mektub) aufzunehmen, aus dem Brief meines leiblichen Bruders Abdülmecid an Hulusi Bey nur der Anfang (baş tarafı), den ich angemerkt (işaret) habe, und die folgenden Abschnitte aus dem Brief (mektub) von Re'fet Bey soll Hüsrev abschreiben und dann an Hâfız Ali senden.

Mittwoch, den 11. Juli 1934

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber, getreuer, aufmerksamer und wissbegieriger Mitbruder Re'fet Bey!

— 290 —

Ich hatte immer meinen Bruder, einen guten Gesellschafter wie du (hoş-sohbet bir kardeş), darum gebeten (davet), mir keine unnötigen (haksız) Fragen zu stellen und lieber zu schweigen (sükût). Zu dieser Aufforderung (davet) bestand ja tatsächlich eine Entschuldigung (mazur), oder vielmehr eine Notlage (mecbur). Denn heute habe ich bereits vier Stunden pausenlos (mütemadiyen) auf meinen Schreiber (kâtib) gewartet, um einen Brief (mektub) diktieren zu können. Es geschah aber nichts dergleichen (olmadı). Ich musste sogar noch zwanzig Minuten lang laufen (mesafe). Dann habe ihn bei dem Wasserverteiler (bag suyu başında) getroffen und er war schon müde und schlapp (uykusuz yorgun). Da habe ich dann ein wenig geschwindelt (aldattım) und zu ihm gesagt, dass ich noch ein klein wenig zu tun (az bir işim) hätte. In der Tat dachte er (zannedip), es würde wohl nur zehn Minuten dauern, während ich ihm zwei Stunden (iki saat) lang meine notwendigsten Schriften (zarurî yazılar) diktierte. Nun ist mein Kopf bereits müde und bedarf der Erholung (yorgun ve istirahat).

Als Strafe (ceza), einen interessierten (müştak) wie dich Re'fet, zu schweigen (susturman) aufzufordern, habe ich nun eine Ohrfeige (tokat) erhalten. Statt deiner einfachen, herzlichen (kolay, latif) Frage, die du in dieser Woche stellen könntest, haben die Gefährten (arkadaş) aus Senirkent quälende (müz'iç), höchst sonderbare Fragen (acib sual) gestellt, die nur durch einen Hinweis (havale) auf das Gedächtnis (kuvve-i hâfıza) des Alten Said zu beantworten wären. Ich habe zu meiner Seele (nefs) gesagt, dass ich das mit recht (müstehak) so verdient habe. Du wolltest erst nicht auf Re'fet hören (dinlemek), nun höre also auf diese Leute (bunları dinle)! Denn nun ist es notwendig (lâzım), ihnen eine Antwort (cevab) zu geben. Denn die Atheisten belästigen (dinsizler ilişiyor) diese Leute mit solchen Fragen (mes'ele). Gezwungener maßen (mecburî) habe ich also für diese Leute äußerst kurz zusammen gefasst (muhtasar), ziemlich kurz und unzulänglich (nâkıs ve kısa) eine Antwort geschrieben, jedoch dabei stets an Re'fet gedacht (hatır). So sollst du denn diese Antwort (cevab), die Antwort auf die zuvor gestellten vier Fragen (sual) und die kurze Antwort (kısa cevab) auf die Fragen von Sabri Efendi und Hâfız Ali zu den fünf noch unerforschlichen Dingen (mugayyebat-ı hamseye) zusammen mit Hüsrev lesen. Falls ihr es für angemessen (münasib) haltet, sollen alle drei Antworten gemeinsam entweder in den Sechzehnten Blitz (Onaltıncı Lem'a) oder als Vierzehnter Brief (Ondördüncü Mektub), der noch nicht abgefasst wurde, eingetragen (kaim) werden. Zudem dürft ihr, wenn es da einen Fehler (yanlış) gäbe, ihn korrigieren (tashih). Denn obwohl mir die Quelle der Antworten (cevabların aslı) einleuchtete (sünuhat), könnte sich bei der Ausführung (tafsilât) meiner Gedanken ein Fehler eingeschlichen (fikrim karışarak) und sie verfälscht (yanlış) haben.

Hâfız Ahmed Efendi wollte den 19. Brief (Ondokuzuncu Mektub) abschreiben. Hat er schon damit begonnen (başladı mı)? Ich sende ihm viele Grüße (çok selâm). Denn diese Abschreibarbeiten sind sehr wichtig (ehemmiyetli). In vielerlei Hinsichten gelten sie als Dienst und Anbetung (ibadet). Ich bete (dua) für die Kinder (masum) in deinem gesegneten Hause (mübarek haneniz) und sende deinen mir bereits bekannten Mitschülern (malûm ders arkadaş) viele Grüße (çok selâm). Keçeci Şeyh Mustafa Efendi hat wohl einige Abhandlungen (bazı risaleler) bereits abgeschrieben. Wolle es Gott (İnşâallah), dass sich solche gesegnete Leute (mübarek zât) einem solchen heiligen Dienst (kudsî hizmet) anschließen (iştirak) werden. Ich begrüße auch ihn ganz besonders (bilhassa selâm) und bitte ihn um sein Gebet (duasını istiyorum). Jedes Mal wenn ich an Hacı İbrahim Efendi, Bedreddin und Re'fet denke (tahattur), denke ich öfter (ekseriyet) auch an sie. Und so grüße ich auch sie ganz besonders (bilhassa selâm).

Dein Mitbruder Said Nursî
بِاسْمِه وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"In Seinem Namen" - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber, getreuer und aufmerksamer Mitbruder Re'fet Bey!

Die einfachste, erlaubte (kolay ve ruhsatlı) Antwort auf die Frage (sual), die du gestellt hast, lautet: "Damad, Auslegung (Şerh) zum Mülteka*" und "Merak-ul Felah". {"Wo sich die Wege kreuzen" und "Der Wille zur Rettung" (A.d.Ü.)} in diesen beiden Büchern heißt es: für die beiden versäumten Fastenmonate im Ramadan genügt es (kâfi), wenn man zur Buße (keffaret) ein Mal sechzig Tage zusätzlich fastet. Für vielmalige Versäumnisse (vakıa) genügt es (kifayet), wenn man ein Mal zusätzlich zur Buße fastet. Denn da kommt eine Überschneidung (tedahül) zustande. هُوَ الصَّح۪يحُ {"Das ist richtig"} haben sie gesagt. In Anbetracht der Tatsache (hakikat) liegt in dieser Frage (mes'ele) einmal die Regelung, was die Entschlossenheit (azimet) und einmal was die Erlaubnis (ruhsat) betrift. Was die Regel bezüglich der Entschlossenheit (azimet) betrifft, so lautet sie, falls man dazu in der Lage und stark genug (kuvveti müsaid) ist, sollte man für jeden Monat Ramadan zur Buße (keffaret) einmal zusätzlich fasten. Was aber den Aspekt der Erlaubnis (ruhsat ciheti) betrifft, so lautet er, dass aufgrund des Geheimnisses der Überschneidung (tedahül sırrına) für viele versäumte Tage im Ramadan eine einmalige Buße Pflicht (keffaret farz) ist. Für jeden Monat eine zusätzliche Buße (keffaret) zu fasten hat dann den Grad einer Empfehlung (müstehab). Da bei diesem Fasten in der Buße (keffaret) der Sinn der Strafe (mana-yı ukubet) und zugleich der Sinn der Anbetung (mana-yı ibadet) enthalten sind, darf man gegen seinen Willen nicht dazu gezwungen (kerhen icbar) werden, da sich sonst beide überschneiden (tedahül).

— 291 —

Mein lieber Bruder! Da wir uns mit den Grundlagen des Glaubens (esasat-ı imaniye) beschäftigen, welche die umfangreichsten Rechtsgrundlagen (Fıkh-ül ekber) sind, kann ich mich jetzt mit meinen Gedanken (zihnim) nicht richtig in den Einzelheiten der Theoretischen Fragen (dekaik-i mesail-i fer'iye) orientieren, welche die Überlieferung (nakle), das Verständnis und die Schlussfolgerung (medarikine ve meâhizine) der Exegeten (ehl-i içtihad) betreffen. Bei mir sind ja keine Nachschlagewerke (kitablar) mehr vorhanden. Ich habe auch keine Zeit (vaktim de yok), um nachzuschlagen (müracaat). Außerdem haben die islamischen Gelehrten (ülema-yı İslâm) so korrekte Erforschungen (tedkikat-ı sâibe) durchgeführt, dass man für die Einzelheiten (füruat) keiner kritischen Nachforschungen (tedkikat-ı amîka) mehr bedarf. Wenn ich danach ein wirkliches Bedürfnis (hakikî ihtiyaç) verspürt hätte, würde ich für solche Einzelheiten (füruat) zu den tiefsten Quellen (derin me'hazleri) der Exegese (müçtehid) hinab tauchen müssen, um einige Äußerungen (beyanat) machen zu können. Vielleicht ist die Zeit dafür noch nicht reif (meşguliyet zaman), um mich mit derartigen Wahrheiten (hakaik) zu befassen. Wie dem auch sei.

Wie findest du die Erklärungen (beyanat) zu den Ayat am Ende der Sure Feth und in diesem Zusammenhang (münasebet) zu der Ayah

اُولٰٓئِكَ مَعَ الَّذ۪ينَ اَنْعَمَ اللّٰهُ عَلَيْهِمْ مِنَ النَّبِيّ۪ينَ وَ الصِّدّ۪يق۪ينَ وَ الشُّهَدَٓاءِ وَ الصَّالِح۪ينَ

{"Diejenigen, die Gott (Allah) und den Gesandten gehorchen, sind zusammen mit den Propheten, den wahrhaftigen Getreuen Zeugen und den Rechtschaffenen, denen allen Gott (Allah) Gnade erwiesen hat" - Sure 4,69-}

und die Überlegungen (muhakemat), die das Geheimnis (Lem'a) von

اِلاَّ الْمَوَدَّةَ فِى الْقُرْبٰى

{"abgesehen von der Empathie unter meinen Verwandten" - Sure 42,23-}

in der Abhandlung (Lem'a) mit dem Titel "Der Weg der Tradition (Minhac-ı Sünnet)" betreffen? Es wäre gut, wenn dein Mitbruder Hüsrev und du von der Abhandlung über die Prophezeihung von Şeyh-i Geylani aus dem Unsichtbaren (keramat-ı gaybiye) mit allen Beifügungen (parça) eine Kopie (nüsha) anfertigst und an Hulusi Bey sendest. Auch sie müssen alle an Âsım Bey gesandt werden (bütün gitmelidir).

Ich sende meine Grüße (selâm) an alle deine Mitbrüder (kardeş), vor allem an Bekir Aga, nach unserer Bezeichnung, Bekir Bey nach der Bezeichnung (tabir) von Gavs-ı A'zam, an Ahmed Hüsrev, Lütfü, Rüşdü, Hâfız Ahmed, Sezai Bey und deinen Schwiegervater (kayınpeder) Hacı İbrahim Bey und bete (dua) für sie. Ich küsse den gesegneten, glücklichen Bedreddin auf die Stirne (başından). Jedesmal wenn er den Qur'an rezitiert, soll er auch für mich beten (dua). Wolle es Gott (inşâallah), dass das Gebet (dua) eines solchen unschuldigen (masum) für uns angenommen wird (makbul). Ich bete (dua) auch noch extra für meine Mitschwester (âhiret hemşire), die seine Mutter (vâlide) ist, also ein Kind hat (evlâd sahibesi) hat. {Er lernt schon den Qur'an auswendig! (A.d.Ü.)} Sie verdient meinen Glückwunsch (tebrik), weil sie einen Sohn wie Bedreddin hat. Für jedes Wort (harf) des Qur'ans, den Bedreddin rezitiert, gibt es Früchte im Jenseits (uhrevî meyve), angefangen von zehn bis zu Tausend Segnungen (sevab). Sowohl in das Buch der guten Taten (defter-i a'mal) seiner Mutter, als auch das Buch der guten Taten (defter-i a'mal) seines Lehrers und seines Meisters (hoca ve üstad) werden diese Segnungen (sevablar) gleichfalls eingetragen.

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî

Ein Abschnitt (fıkra) aus dem Brief (mektub) Hüsrevs, der sich vorstellte (zannedip), dass sein Meister sich über ihn geärgert (hiddet) hätte, und den er nun deswegen traurig (müteessir) in dieser Angelegenheit (mes'ele) geschrieben hat.

Mein geliebter, ehrenwerter Meister!

In meiner Traurigkeit (teessürat), die durch das Lesen eures Briefes (mektubunuzun mütalaası) erwuchs, stiegen in meinem Herzen (kalb) viele Erinnerungen auf (havatır hutur). Euer Schüler (talebe), der von allen Seiten (taraf) und mit allen Handlungen (hal) von Fehlern und Mängeln (kusur ve ayıb) erfüllt ist, hat zu den Füßen (ayak) seines geliebten Meisters (sevgili Üstad) alles ausgebreitet, was er besitzt (varlıgını sermişti). Würde er jeden Tag eine viel größere Hefitigkeit als diese Heftigkeit erfahren (şiddetten daha büyük bir şiddet) und hätte er sogar hundert Tausend Mal zu leben (yüzbin hayat), ist er dennoch bereit (müheyya), alles (hepsi) um seines Meisters willen (Üstadı ugrunda) ohne zu zögern zu opfern. Das aber sage ich (itirafla) nicht nur so oberflächlich (surî), sondern von ganzem Herzen.

— 292 —

Euer unvollkommener Schüler (mücrim talebe) erbat jahrelang von seinem Schöpfer (Hâlık) einen Schutzherren (hâmi). Denn wenn das Buch meiner Taten (defter-i a'mal), das von Anfang bis zum Ende (baştan aşagıya) mit schwarzen Flecken (siyahlık) besudelt ist, kontrolliert würde (tedkik), oh wie sehr müsste ich dann in dieser Angelegenheit flehen, inständig bitten (tazarru' ve niyazım); und wie sehr müsste ich dann weinen (gözyaşları)! Um des Dienstes (hizmet) am Qur'an willen, würde ich es dann wie eine große Glückseligkeit (büyük saadet) und Ehre auf mich nehmen (şeref kabul), und hätte ich auch so viele Leben (hayat) wie die Anzahl der Erdbewohner (arzın sekenesi), sie alle zum Opfer (feda) darzubringen.

Oh mein geliebter Meister! Oh mein ehrenwerter Lehrer! Oh mein ehrwürdiger Wegweiser, den ich jahrelang gesucht habe! Oh ehrwürdiger Verkünder des Qur'ans!

Ich spüre, dass meine Leiden sich in Freuden (Izdırabları sürura) zu verwandeln beginnen. Ein Fehler dessen, der in der Ferne weilt, wird nicht erkannt (kusuru görülmez). Eine Ohrfeige (tokat) bekommt nur der, der in der Nähe (yakında) steht. Mein Herz (kalb) sagt zu diesen Sätzen: هٰذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى {"Dies ist von der Gnade meines Herrn."} Es gibt lediglich etwas, das ich mir nie aus dem Kopf schlagen (dimagımdan silinmeye) kann: an den Leiden (elem) meines ehrwürdigen Meisters (aziz Üstad) Anteil haben (iştirak) zu dürfen.

Mein verehrter Lehrmeister! Wem könnte es zustehen (haddi var), nach einer der Abhandlungen (risale) seine Hand auszustrecken (el uzatsın), gegen eine Seite vorlaut Kritik zu üben (dil uzatsın), einen Satz daraus zu kritisieren (cümlesini tenkid) oder einen Einwand (itiraz) gegen einen Satz, gegen ein Wort (kelime) oder auch nur gegen einen Buchstaben (bir harf), ja auch nur gegen einen Punkt (bir nokta) zu erheben.

Während jeder Mensch ohne Ausnahme (bilâ-istisna) davon so begeistert (istihsan) ist, von wem sollte dann ich den Mut (cür'eti) bekommen, etwas derartiges zu tun. Nein, mein gliebter Meister (sevgili Üstad), seid ganz beruhigt (müsterih)! Geschweige denn (şöyle dursun) ein wenig zu denen zu neigen (meyletmek), die dafür sind, eurer so heftigen Qual (şedid azab) einer Strafe (ceza), als würdet ihr seit Jahren ständig in Kerkerhaft leiden (kal'abend çekmek), noch einen weiteren, beträchtlichen Schmerz (mühim elem) hinzuzufügen. Im Gegensatz zu diesem Sachverhalt (hal) bin ich in aller Strenge sogar als ein Opferbereiter (fedaisi) dagegen, so wie die Bestätigung meines Herzens (vicdanımın tasdiki) dafür ein genügendes Zeugnis (kâfi bir şahid) gibt.

Ahmed Hüsrev

Dieser Brief stammt von Hâfız Ali

Geliebter Meister (Üstad)

Die verschwommene, giftige (sisli, semli) Ursache dieses Zeitalters (asr), dass etwas rasch Anklang findet, führt (sevk) die Ziele (gaye) des Menschen (insan), der die Frucht am Baume der Schöpfung (şecere-i kâinat) ist, im Kern (nüve), in seiner Essenz (lüb) und in seiner äußeren Schale (kışır), in das Ende und die Vergänglichkeit (zâil ve fâniye), noch Stolz in ihrem Elend (zillet ve gurur), mit dem Untergang Abschied (âfil firaka) nehmen, in das Sichtbare und den Irrtum (zahir bâtıla), in die Trägheit und das Nichts (atalet ademe), in die Gier bis hin zur Animalität (hırs ve hayvaniyet), in das Leblose und die Sinnlosigkeit (camid ve abesiyet), in die Verantwortungslosigkeit und Nichtigkeit (başıbozukluk ve hiçlik). In einer Zeit, in der der größte Teil (kısm-ı a'zam) dieser Früchte zu sterben begann und ein kleiner Teil sogar schon gestorben ist und zu verwesen (tefessühü) beginnt, eilte (imdada yetişerek) jede Anmerkung mit Tausenden Worten wie Regentropfen (harfler damla) zu Hilfe, unter der Bezeichnung "Anmerkungen als Elixier (Tiryak Notalar)", die aus dem Qur'an sprudeln, welcher die vollständige und vollkommene Heilstätte (şifahanesi) des Absoluten, Allweisen (Hakîm-i Mutlak) ist, in der Nähe der Wurzel (merkez üzerine) des oben erwähnten Baumes (mezkûr şecer), an dem Ast "Isparta" hängt. Das segensreiche Werk (eser-i mübarek), das den Garten der Erde (küre-i arz) bewässert und den Tausenden Früchten Leben (meyve hayat) spendet und aus diesem Grunde wie eine Quelle (menba'ı) bis zum Ende der Welt (kıyamete kadar) mit einer einzigartigen Wundertat (hârika bir keramet) und einem unnachahmlichen (taklid edilmez) Siegel strömen wird, habe ich mit - Dank sei Gott (elhamdülillah) - bis zum Ende abgeschrieben (istinsah ettim).

— 293 —

In der Tat, mein Meister (Üstad)! Es bringt jedem Einzelnen (ferd) aus der Menschengattung (nev'-i insan), der eine Bestätigung (mâsadak) unter Tausenden Bestätigungen (mâsadaklar) der Ehrwürdigen Ayah (âyet-i kerim)

وَمِنْ اٰيَاتِه۪ خَلْقُ السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ وَاخْتِلاَفُ اَلْسِنَتِكُمْ وَ اَلْوَانِكُمْ

{"Und zu Seinem Zeichen gehört die Erschaffung von Himmel und Erde und die Verschiedenartigkeit Eurer Sprachen und Farbe." -Sure30,22-}

ist, obwohl sie Gesicht (sîma), Stimme (ses), Haltung (etvar), Moral (ahlâk) u.dgl. noch viele Feinheiten und Organe (latifeler ve cihazat) besitzen, dennoch nicht einander ähneln, dazu und lässt jeden, der über ein Bewusstsein (şuur) verfügt, konsequent akzeptieren (kabul), dass jeder einzelne (şahıs) wie eine Welt (âlem) ist, dem Einen, Allgegenwärtigen, Einzigartigen (Vâhid-i Ehad-i Samed) gehört, Sein Geschöpf (masnuu) und Sein beauftragter Beamter (muvazzaf memur) ist.

Genau so entdeckt und entschleiert (keşf ü hall) jede Abhandlung (parça) der Worte (Sözler) und der Briefe des Lichtes (Mektubat-ün Nur) vollständig, welche die lebendigen Früchte (hayatdar semere) des Weisen (Hakîm) Qur'ans sind, das einzigartige Geheimnis (tılsım-ı acib) der bezeugten Welt (âlem-i şuhud), die in ihrer eigenen Welt (kendi âlem) auf die unendliche Macht (nihayetsiz kudret) hinweist und mit all ihren Kapiteln (mebhas) eine Welt unter Tausenden Welten (binler âlemler) ist. So wird jede Abhandlung (risale) zu einem Schlüssel dieses Geheimnisses (muammanın miftahı) und zu seinem lebendigen Geist (hayatdar ervah).

Wenn auch in Zukunft aufgrund von Tausenderlei Güte-Erweisen Gottes (ihsan-ı İlahî) und Segen des Gepriesenen (rahmet-i Sübhanî) noch weiter geschrieben wird, besteht auch noch stets ein Bedürfnis (ihtiyaç) danach, und die Plätze dafür sind wie eine leere finstere Welt (boş karanlık bir âlem), die noch stets auf die Lichter (şualar) der Sonne der Wahrheit (Şems-i Hakikat güneşi) wartet. Ich bitte daher Gott den Gerechten (Cenab-ı Hak), diese Abhandlungen des Lichtes (Resail-in Nur), die in einer solch verbohrten Zeit (anûd bir zaman) in vielerlei Hinsichten einzigartig wie der Stab Mosis (Asâ-yı Musa) sind und diese Erfolge (hârika, fütuhat) ermöglichen - wolle es Gott (inşâallah) - von jetzt an noch stets mehr (teksir) zustande kommen zu lassen. Âmîn, âmîn, âmîn!

Meine Wenigkeit, euer Schüler (kusurlu talebe) Ali

Meine lieben, getreuen Mitbrüder (kardeş)

27 von 30 Lira, die Rüşdü mir gesandt hatte, habe ich euch per Post übersandt. Ihr sollt sie ihm übersenden. Das habe ich ihm auch so geschrieben. Da ich sie nicht brauche (ihtiyac) und es meinen Prinzipien zuwider (kaide muhalif) läuft, konnte ich sie also nicht annehmen (kabul). Um seiner guten Absicht (hayırlı niyet) willen, habe ich, um sie für wichtige gute Dinge (ehemmiyetli hayır) auszugeben, als seine gute Tat (onun hesabına) jedoch drei Banknoten von den dreißig angenommen. Ich sende euch und denjenigen, die mit euch Kontakt (alâkadar olanlar) pflegen, viele Grüße und bete für sie (pek çok selâm ve dua).

Euer Bruder (kardeş) Said Nursî
— 294 —
بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِه۪
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei." - "Und es gibt kein Ding, das Ihn nicht lobt und preist." (Sure 17,44) - "Friede sei mit euch, Gottes (Allah) Erbarmen und Sein Segen."}

Mein lieber getreuer und wahrhaftiger Mitbruder (kardeş)

Der Umzug (nakl-i mekân) nach Isparta hat sowohl die Eingebungen in meinem Herzen (tulûat-ı kalbiye), als auch die Korrespondenz (muhabere) mit euch gewissermaßen unterbrochen (fütur verdi).

Erstens: Auf Wunsch (arzu) unserer Mitbrüder (Kardeş) Sabri und Hakkı Efendi wird euch durch Egirdir wieder ein Paket als Pfand (emanet) übersand werden. Die Anmerkungen unter der Bezeichnung "17. Blitz (Onyedinci Lem'a)" muss wohl Sabri bereits an euch versandt haben oder wird sie noch versenden. Dieses Mal sende ich euch die Abschrift des 29. Wortes (Yirmidokuzuncu Söz), das eine geheimnisvolle, wunderhafte (sırlı, kerametli) Übereinstimmung aufweist. Es ist eine subtile, sinnreiche Übereinstimmung (tevafuk). Hüsrev war gerade dabei, für dich eine Abschrift des 29. Wortes (Yirmidokuzuncu Söz) anzufertigen. Während er noch schrieb, bekam ich durch Hüsrev ein überaus segensreiches (mübarek) Geschenk (hediye) zum Ramadan genau in demselben Augenblick (aynı anda). Noch in der selben Nacht (aynı gecede) habe ich im Traum (rü'ya) gesehen, dass ich in Richtung (hanen tarafına) deines Hauses ginge und in dein Haus einträte. Zwei Nächte zuvor (iki gece evvel) hatte Süleyman Rüşdü, der mit Recht ein zweiter Hüsrev und ein zweiter Süleman ist, dich genauso gesehen. Daraus haben wir denn entnommen (anladık), dass wir gleich Männern (adamlar hükmünde) in derselben Wohnstätte (bir menzil) sind. Die örtliche Entfernung spielt dabei keine Rolle (uzaklık tesiri yok). Auch unser alltäglicher Umgang mit einander (münasebet-i âdiye) wird hier eingetragen (kaydedi).

Zweitens: Ein Abschreiber (müstensih) näherte sich unabsichtlich (ihtiyarsız) der Vorlage (yazıldı) entsprechend der richtigen Schriftform (hatt-ı hakiki) dieses 29. Wortes (Yirmidokuzuncu Söz) und so begann sich die geheimnisvolle (sırr) Übereinstimmung zu zeigen (tezahür). Ein anderer Abschreiber (müstensih) hat seine richtige Schriftform (hatt-ı hakikî) getroffen. Jeden der das sieht, unabhängig davon, was er davon hält (ne fikirde), bringt es in der Tat (hakikaten) dazu, sie bestätigen zu müssen (tasdike mecbur). Sogar die bedeutenden und nur schwer zufrieden zu stellenden Gelehrten (mühim ve müşkilpesend ülema) hier werden davon sonnenklar überzeugt (güneş gibi inanıp) und sagen nun: "Wir bestätigen es (tasdik)" und unterzeichnen es (imza ediyor).

Wie hegen keinen Zweifel (Şübhemiz) mehr daran, dass ein Teil unter hundert Teilen (cüz'ünden bir cüz'ü) der Wunderhaftigkeit (i'caz) des Qur'ans sich in diesem seinen Kommentar widerspiegelt (tefsirine in'ikas). Es gibt lediglich einen Unterschied (fark): dem Wunder liegt eine Absicht (i'caz kasdî) zugrunde, doch kann man es auch nicht mit Absicht widerlegen (kasden muaraza).

Was die Übereinstimmung (tevafuk) in diesem Buch (kitab) betrifft, so ist sie einzigartig (hârika), weil sie spontan und ohne Absicht (fıtrî ihtiyarsız) zustande kam. Sie wird für eine Wundertat (keramet) gehalten. Man kann sie nicht mit Absicht und künstlich (kasdî ve sun'î) widerlegen. Wie dem auch sei: diese Abschrift (nüsha) soll dein Mitbruder Abdülmecid einmal sehen (görsün)! Wolle es Gott (inşâallah), dass auch für ihn einmal eine Abschrift angefertigt werden wird (bir tane yazılacak). Falls dort jemand in genau derselben Form (aynen istinsah) abschreiben möchte (niyet), muss er dabei sehr sorgfältig (dikkat) zu Werke gehen. Denn die Buchstaben auch dieser Abhandlung (risalenin hurufat) sind geheimnisvoll (sırlı). Wer es nicht wagt (güvenmeyen), soll auch nicht abschreiben (yazmasın).

Drittens: Wie geht es (ne halde) unserem Bruder (kardeş) Fethi Bey? Warum seht ihr euch so selten (neden az)? Ich habe viel für ihn gebetet und tue es immer noch (ettim ve ediyorum). Es hat mich traurig (müteessir) gemacht, dass du dich wegen eines böswilligen Beamten (muzır memur) so selten mit ihm triffst. Ich habe auch viel für ihn gebetet (dua). Möge Gott mein Gebet annehmen (Allah kabul etsin)! Wolle es Gott (inşâallah), dass Hâfız Ömer, der ein wahrer Gefährte (arkadaş) und auch dein Ansprechpartner (muhatab) ist, ein wichtiges Organ für die Verbreitung (intişar) der Risale-i Nur wird, sodass ich ihn in allen seinen Briefen (mektub) als aufrichtig interessiert (ciddî alâkadar) sehen darf.

Ich habe den Auftrag erteilt, die Abhandlung (risale) mit dem Titel "Der 16.Blitz (Onaltıncı Lem'a)", die aus drei wichtigen Themen (mes'ele) besteht, für dich abzuschreiben. Sobald die Abschrift beendet ist (yetişirse), möchte ich sie auch dir zusenden. Dank sei Gott (lillahilhamd), dass hier allmählich die Schüler (şakird) der Risale-i Nur und ihre Abschreiber (yazıcılar) stets mehr werden. Und wann immer die Leute wieder ein wenig träge zu werden beginnen (fütur başlasa), erscheint über ihnen so etwas wie eine Peitsche (teşvik kamçısı), sie wieder aufzumuntern (zuhur).

Als Beispiel (ezcümle) füge ich eine Kopie des Briefes (mektubun nüshası) bei, der an einige Mitbrüder (kardeşler) geschrieben wurde, die dem Sufitum (sofi-meşreb) zugeneigt sind und die Abschriften (yazıda) zeitweilig vernachlässigt (muvakkaten tenbellik) haben. Vielleicht sieht sie auch Abdülmecid der zwar nicht faul (tenbel) aber ein wenig nachlässig (tenbelleşen) geworden ist. Wie geht es deiner verehrten Mutter (muhterem vâlideniz)? Ich bin ein wenig um sie besorgt (merak) und bete oft (çok dua) für sie. Teile sowohl ihr als auch Hoca Abdurrahman von mir mit, dass jede Stunde in einer Krankheit (hastalık) als ein Tag im Gebet (bir gün ibadet) gilt. Ich grüße (selâm) meinerseits (benim tarafımdan) alle meine Freunde (dostlar), vor allem deinen Vater (peder), Fethi Bey, Hoca Abdurrahman, İmam Ömer und Kemaleddin. Ich bete für sie (dua ediyorum) alle und bitte sie um ihre Gebete (dualarını istiyorum).

اَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Beständige ist der, der ewig bleibt und besteht"}

Dein Bruder Said Nursî
— 295 —

Drei, vier Beispiele (nümune) für die Anmut der Übereinstimmung (tevafuk letaifi), die ein Anlass zur Begeisterung und Freude (medar-ı şevk ve zevk) auf unserem Weg (meslek) ist:

Erstens: Es geht hier um die Abhandlung über die Sparsamkeit (İktisad Risalesi). In sechs Abschriften (altı nüsha), die sechs Abschreiber (müstensih) unabhängig von einander (habersiz) angefertigt haben, kamen 53 mal Elifs übereinander zu stehen (tevafuk). Das entspricht (muvafık) dem Jahr (istinsah tarihi) 53, in dem diese Abhandlung verfasst und abgeschrieben wurde. Danach bemerkte ich noch, dass auch im ersten Manuskript (müsvedde-i ûlâ) trotz vieler Vorsprünge und zusätzlicher Korrekturen (çıkıntı ve tashihler) das Geheimnis (sırr) der 53 maligen Übereinstimmung (muhafaza) dennoch gewahrt blieb, so wie wir schließlich staunend (hayret ile) bemerkten.

Zweitens: Nachdem das Inhaltsverzeichnis mit allen Abhandlungen (Risalelerin Fihristesi) fertig gestellt wurde, hat ein Abschreiber (müsevvid) absichtslos "dieses hübsche Inhaltsverzeichnis wurde fertig gestellt (fihrist tamam oldu)" gesagt und geschrieben (deyip yazmış). Dieser Abschreiber (müsevvid) wusste überhaupt nichts (bilmedi) von der numerischen Abced (hesab-ı ebced) - Rechnung und dachte sich auch weiter nichts (düşünmemiş) dabei. Der Satz "Dieses hübsche Inhaltsverzeichnis wurde fertig gestellt" ergibt aber nun genau die Zahl 1352 und zeigt uns damit das Jahr an, in dem dieses Inhaltsverzeichnis verfasst und abgeschrieben wurde (tarih-i te'lif ve istinsah).

Drittens: Als das Erste Manuskript (müsvedde) des 23. Blitzes (Yirmiüçüncü Lem'a) bereits ins Reine (tebyiz) geschrieben wurde, dachte man (hatıra) noch keineswegs an die Anzahl der Elife. Doch nachdem die Arbeit fertig gworden war (yazıldıktan), fanden sich da 128 Elife übereinander; und das war ein Hinweis (işaret) darauf, dass dies die 128. Abhandlung (risale) war.

Viertens: Es handelt sich darum, dass sich gestern innerhalb zehn Minuten zwei kleine, subtile (küçük, latif) Übereinstimmungen (tevafuk) während der Korrektur (tashih) der Abhandlung über "Die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye)" ereignet (vücud) haben. Es ist dies wie folgt:

Von zwei Gruppen (ikişer arkadaş) las die eine zur Korrektur (tashih) die Abhandlung über "Die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye)", die andere jedoch gleichzeitig die Abhandlung über die "Himmelfahrt (Mi'rac)". Innerhalb sechshundert Zeilen in der Abhandlung über die "Himmelfahrt (Mi'rac)" handelt eine einzelne Zeile (bir tek satır) von dem Weinen des Palmstumpfes (kuru diregin aglaması). In der Abhandlung über "Die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye)" handelt ebenfalls nur eine von 150 Seiten (bir sahife) von diesem Thema (bahs). Dennoch sprachen diese beide Gruppen Korrekteure (musahhihler) gleichzeitig dasselbe Wort (aynı kelime) aus. Einer unter ihnen (bir efendi) bemerkte dies (intikal) und sagte "wir, die beiden Gruppen (iki kısım), sprechen gerade dasselbe Wort (aynı kelime) aus." So haben wir gesehen, dass die beiden Korrekteure (iki tashih) außergewöhnlicherweise (fevkalâde bir surette) genau über demselben Wort sind (aynı kelime üzerinde).

Während diese Stelle korrigiert (tashih) wurde, wo von sieben Kindern (yedi çocuk) im Zusammenhang mit sieben Wundern (yedi mu'cize) des Propheten die Rede (bahsi) ist, kam nach zehn Minuten iüberraschend (umulmadıgı bir zaman) ein fünfjähriges Kind namens Meliha, das in den Augen der anwesenden Herren gesegnet (mübarek) ist, herein und setzte sich. Es begann (başladı) dem Thema (bahs) über die Kinder mit Freude (zevk) zu lauschen. Wir haben ihm etwas Tee gegeben. Bis zum Ende des Themas (bahs) über die Kinder hat es aber den Tee nicht angerührt (içmedi). Da hatten wir vier Leute, die wir dort anwesend (hazır) waren, keinen Zweifel mehr daran (şübhemiz kalmadı), dass dies eine Wundertat der Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye), welche die erste Quelle (birinci menba) der geheimnisvollen Übereinstimmung (sırr-ı tevafuk) ist, hinsichtlich ihrer Abfassung, ihrer Vervielfältigung, ihres Studiums (kıraat) und der außergewöhnlichen (keramet) Übereinstimmung (hârika tevafuk) der Buchstaben in ihrem Text zeigt. Genau so zeigen sich durch diese beiden einfachen Übereinstimmungen (iki küçük tevafuk) wiederum zwei feinsinnige Strahlen (iki latifeyi) derselben Wundertat (kerametin şua'ı).

— 296 —

Als ich vor einem Jahr (bir sene) einmal einen Ausflug (seyre) machen wollte, folgte mir eine Frau (bir kadın) mit ihrem kleinen Kind (kız çocuk). So verließ ich also den Weg (yoldan çıktım), um sie vorbeigehen zu lassen (onlara bıraktım), sah jedoch, dass sie mich nicht überholen wollten (geçmiyorlar) und das beunruhigte mich (sıkıldım) denn. Also ging ich etwas schneller (acele) und betrat einen Garten (bahçe), sah jedoch, dass sie mir auch in den Garten (bahçe) folgten. Da wurde ich sowohl wütend (hiddet), war aber zugleich darüber erstaunt (hayret). Nun hielt ich jedoch in meiner Hand die Abhandlung über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye). Ich schlug also das Buch auf (açtım), als wollte ich darin ein gutes Vorzeichen (tefe'ül) erblicken. Als erstes sprang mir ein Name ins Auge (gözüme ilişen), der nur ein einziges Mal (bir tek defa) in diesem Buch (yalnız risalede) erwähnt wird (zikredilen). Es war eben derselbe Name dieser Frau (o kadının ismini), den ich auf dieser Seite fand. Ich betrachtete sie und erkannte sie wieder (baktım, tanıdım.). Gepriesen sei Gott (fesübhanallah), sagte ich da. Um sie wieder zu erkennen (anlamak), musste ich also zuerst in dieses Buch hineinschauen (o kitaba baksa). So würde ich denn vor diesem Erstaunen bewahrt bleiben (hayretten kurtulacaktım). So waren denn über dieses Ereignis (hâdise) sowohl ich selbst (hem ben) als auch Şamlı Hâfız, der dort anwesend (hazır) war, als auch die Frau, die nun von dem Fall (hâdise) erfuhr, und noch viele andere erstaunt (başkaları hayret).

Said Nursî

Da ich im Herzen (kalb) beunruhigt bin, kann ich bis zum Tag des Opferfestes (Kurban Bayram) niemanden annehmen (kabul) außer Süleyman Efendi, Şamlı Hâfız Tevfik, Abdullah Çavuş und Mustafa Çavuş. Ich bitte euch alle um Entschuldigung. Seid bitte deswegen nicht beleidigt (Affedersiniz gücenmeyiniz).

Said Nursî
An die Staatsanwaltschaft in Isparta (Cumhuriyet Müddeiumumîlik)

Vor neun Jahren befahlen (memur) sie mir grundlos, in dieser Provinz (memleket) zu bleiben (ikamet). Da mir untersagt (men'oldugum) wurde, mit der Außenwelt Briefkontakte (hariçle ihtilat) zu unterhalten, kann ich seit dem nicht mehr arbeiten (çalışamadım). So bin ich denn seit dem in diesem Elend hier in der Fremde (perişan bu gurbet) ohne jeden Kontakt (kimsesiz) geblieben. Seit dreizehn Jahren habe ich gar kein Interesse (alâkam kalmadı) mehr an der Politik (siyaset), was die Leute, die mich in dieser Provinz kennen (bu vilayette tanıyan) auch bestätigen können (tasdik). Ein Beweis (delilim) dafür ist folgendes: seit dreizehn Jahren habe ich keine Zeitung (gazete) mehr gelesen, bzw. mir vorlesen lassen (dinlemedi), was auch die Bewohner (halk) von Barla, wo ich seit acht Jahren wohne, bezeugen (işhad) können. Dass ich, ein Mann (bir adam), der ich mir seit dreizehn Jahren keine Zeitung mehr vorlesen (gazeteyi dinleme) lasse, die heutzutage die Zunge der Politik (siyasetin lisanı) ist, daran auch kein Interesse (işitmeyen) mehr zeigt, vielmehr ein solches zurück weist (istemeyen), mit der Politik überhaupt nichts mehr zu tun habe (siyasetle alâkası olmadı) und anhand des Zeugnisses (şehadet) derer, die seit acht Monaten im Regierungssitz dieser Provinz (merkez-i vilayet) hier mit mir Kontakt (temas) aufgenommen haben, überhaupt mit keiner Angelegenheit (mes'ele), die mit der Politik in Beziehung stehen (siyasete taalluk) könnte, Kontakt aufgenommen (temas) habe, kann ich euch vorweisen (gösterebilirim).

Wegen dieses meines Zustandes (bu halim) und weil ich in den Tagen des Opferfestes (Kurban Bayram) in diesem Jahr von Natur aus keine Gespräche mag (fıtraten sohbetten hoşlanmadı), habe ich niemanden angenommen (kabul). Darum hatte ich ein, zwei Zeilen geschrieben (satırlık yazı) und an meine Türe geheftet. Doch obwohl niemand zu mir kam (gelmedigi halde), stand in den vier Tagen dieses segensreichen Festes (mübarek bayram) ein Polizist vor meiner Tür. Einen Mann (bir adam), der in der Fremde (garib), alt und von Krankheiten geplagt ist, wie mich zu verdächtigen (şübhe isnad) und unter polizeiliche Aufsicht (tarassud) zu nehmen und mein Privatleben (hareket-i şahsiye) grundlos (bilâ-sebeb) unter Aufsicht (taht-ı nezaret) zu stellen und mich so unter Druck zu setzen und mich so zu beunruhigen (tazyik ve sıkıntı), und als hätte das nicht schon gereicht (kâfi gelmiyor), am vierten Tag im April (Nisan) diesen Jahres wegen des Winters (kış) und weil meine Handlungen ununterbrochen verfolgt und beaufsichtigt wurden (takib ve tarassud), konnte ich nicht ausgehen (harice çıkmadıgım). Und deswegen befand ich mich nun in Bedrängnis (sıkılmıştım).

So wollte ich an jenem Tag das schöne Wetter (havanın güzellik) ausnutzen und ein wenig spazieren gehen (istifade ederek gezmeye), um mich nach meiner sechsmonatigen Bedrängnis (ızdırab) ein bisschen zu erholen (tahfif), ein wenig Luft zu schöpfen (teneffüs) und meine innere Unruhe (rahatsızlık) zu stillen (izale). Bei meiner Rückkehr (avdet) standen ein Kommissar und zwei Polizeibeamte vor der Tür des Hauses, in dem ich wohne (ikamet), und noch ein Kommissar mit zwei weiteren Polizeibeamten warteten draußen vor meinem Garten (bahçenin dışarısı). Ich trat ein, der Kommissar und zwei Polizeibeamte folgten mir (takib ettiler). Ich bin in mein Zimmer gegangen. Sie kamen hinterher (arkamda idiler), traten mit mir ein und begannen nun mit ihrer Durchsuchung (taharriye).

— 297 —

Da mir seit neun Jahren (dokuz sene) grundlos untersagt wurde, eine Korrespondenz (ihtilat) zu unterhalten, konzentriere ich mich nun aufgrund meines Berufes (meslek) auf meine Arbeit (hasr-ı iştigal) mit dem Qur'an und dem Glauben (iman). Infolge dessen habe ich folgende Werke heraus gegeben (yazdırdıgım eserler):

Erstens: Mehr als zwanzig Abschnitte (cüz) des Ehrwürdigen (Kerim) Qur'ans, die mit einer besonders erlesenen Kaligraphie (müstesna bir hatt) so geschrieben wurden und dadurch besonders wertvoll (gayetle kıymetdar) waren, dass sie das wunderhafte Geheimnis (sırr-ı keramet) des im Weisen (Hakîm) Qur'an mehr als 2.800 mal wiederholten Namens des Majestätischen (Lafza-i Celal) und den Schmuck (nakş-ı i'cazı) seiner Wunderhaftigkeit vorzeigen können.

2 - Eine Abhandlung (risale), die das 29. Wort (Yirmidokuzuncu Söz) heißt und die Beständigkeit des Geistes (Beka-yı ruh) und die Wahrheit (hakkaniyet) über die Engel und den Tag der Auferstehung (melaike ve haşr) behandelt und ein großes Geheimnis (sırr-ı azîm) zeigt, dass für mich wenigstens Tausend (en ekall bin) Lira wert ist.

3 - Die Abhandlung (risalet) über die Wunder Mohammeds (Mu'cizat-ı Ahmediye), die der 19. Brief (Ondokuzuncu Mektub) heißt und 150 Seiten umfasst. Sie beweist (isbat) das Prophetentum des Ehrwürdigen Gesandten (Hazret-i Peygamber) sonnenklar (güneş gibi). Sie wurde wunderbarer Weise (hârika bir suret) in zwölf Stunden verfasst (te'lif). Als ein Wunder (keramet) des Buches über diese Wunder Mohammeds (mu'cizat) kam in dieser Abhandlung (risale) ein so großes Geheimnis (sırr-ı azîm) unter dem Namen einer Übereinstimmung (tevafuk) zustande, sodass diese Abhandlung (risale) an und für sich materiell gesehen (tek başıyla maddeten) so viel wie Tausend Lira für uns (kendimizce) wertvoll ist.

4 - Der 33. Brief (Otuzüçüncü Mektub), der die Einheit und Allgegenwart Gottes (Vahdaniyet-i İlahiye) sonnenklar beweist (güneş gibi isbat) und 33 großartige (azîm) Ayat des Qur'ans kommentiert (tefsir) und der die "33 Fenster (Otuzüç Pencere)" genannt wird, ist eine Abhandlung, die durch das Geheimnis der Übereinstimmung (sırr-ı tevafuk) ihrer Wörter hinsichtlich ihres wissenschaftlichen und literarischen Wertes (kıymet-i ilmiye ve edebiye) bei den Ein-Gott-Gläubigen (ehl-i tevhidce) nur materiell gesehen so wertvoll wie Tausend Lira (bin lira kadar ehemmiyetli) ist.

5 - Zwei Exemplare (iki tanesini) des Werkes mit dem Titel "Das 32. Wort (Otuzikinci Söz)", welches die Abgötterei von grundauf (Şirkin esası) widerlegt und den Glauben an die Einheit und Allgegenwart (vahdaniyet) Gottes in unendlichem Grade (nihayetsiz derece) machtvoll beweist (isbat). Sollte dieses Werk (eser) einmal abhanden kommen (zayi'), stelle ich mir vor, dass jeder Gelehrte (âlim) ohne zu zögern (tereddüdsüz) Tausend Lira bieten würde, um diese beispiellose Abhandlung (misilsiz risale) zu erhalten (elde etmek için).

6 - Alle drei Exemplare (her üç nüshasını) meiner Abhandlung (risale) mit dem Titel "Abhandlung über die Sparsamkeit (İktisad Risalesi)", die ich geschrieben (yazdıgım) habe, damit die Menschen sich vor Verschwendung hüten (israftan kurtarmak) und um dieses arme Volk (fakir millet) mit der Sparsamkeit (iktisad) vertraut zu machen, die Abhandlung, die zwar von ihrem Umfang her nur ziemlich dünn (küçük) und dennoch von besonderem Wert (müstesna bir ehemmiyet) ist.

7 - Alle drei Exemplare (üç nüsha) der Abhandlung, die ich aus den Lichtern (nurlar) der Hoffnung und der Tröstung (rica ve teselli), die ich aufgrund meines Alters (ihtiyarlık) im Qur'an für mich im Glauben (iman) gefunden habe, niedergeschrieben hatte (kaleme aldıgım), und noch zwei unvollendete Abschriften (noksan olarak), insgesamt fünf Exemplare (beş parça). Diese Abhandlung (risale) ist mit einer erhabenen Wahrheit (yüksek bir hakikat) niedergeschrieben (yazılmış) wurden, die für mich, einen alten Mann (ihtiyar adam), der sich dem Grabe nahe (kabre yakın) fühlt, von einem unschätzbaren Wert (kıymet takdir edilmeyecek) ist.

8 - Der Kommentar "Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz tefsir)", der vor 15 Jahren arabisch gedruckt wurde (tab'edilen). Da er innerhalb des Feuers (ateş) des ersten Weltkrieges (Harb-i Umumî) verfasst wurde, hatte der ehemalige Oberkommandierende (Başkumandan) die Kosten für das Druckpapier (kâgıd) übernommen, um dadurch am Segen (hayrı) des Andenkens an den Krieg (yadigâr-ı harb) teilzuhaben (iştirak). {Dieser Kommentar wurde im Feuergefecht dieses Krieges diktiert und aufgeschrieben. Der Oberkommandierende betrachtet ihn nun als ein segensreiches Andenken daran und ist auch bereit die Druckkosten dafür zu übernehmen. (A.d.Ü.)}

— 298 —

Außerdem sind da die Abhandlungen "Tropfen, Duft und Korn" und der "Anhang zum Korn (Habbe'nin Zeyli)", welche im Jahre 1335 in Istanbul gedruckt wurden (tab'edilen), die Abhandlung "Wellen (Hubab)", der in der "Druckerei Ankara (Matbaası)" und dessen Anhang (Zeylinin Zeyli) in Ankara in der Druckerei "Neuer Tag (Yeni Gün Matbaası)" gedruckt wurde, mein arabisch verfasstes Buch (matbu' bir mecmua), das die Abhandlungen (risale) wie die "Blumen" und "Flammen" (Zühre ve Şu'le) beinhaltet, die in Istanbul gedruckt wurden (tab'edilen), die beiden Exemplare meiner wertvollen (kıymetdar) Abhandlung, die vor fünfzehn Jahren in Istanbul gedruckt wurde (tab'edilen) und "Die Eingebungen (Sünuhat)" heißt, drei vollständige (nüshası tamam) und fünf, sechs unvollständige Exemplare (nüshası noksan) meiner gedruckten Abhandlungen (matbu' risalem) und Bücher (kitablar), die zum Teil zu meiner Biographie (Tarihçe-i Hayat) gehören, welche mein Neffe (biraderzade) Abdurrahman vor fünfzehn Jahren in Istanbul drucken ließ, meine Abhandlung (risale) unter dem Titel das "Zehnte WORT (Onuncu Söz)", das sehr wertvoll ist und den Glauben an die Auferstehung und den jüngsten Tag (haşri ve kıyameti) so klar wie der helle Tag beweist (isbat) und dass ich in Istanbul drucken ließ (tab' ettirilen), noch bevor die neuen Buchstaben (yeni huruf) eingeführt wurden, und noch viele persönliche, private und den Glauben betreffende (hususî ve şahsî ve imanî) Dokumente und Abhandlungen (risale), die alle aufzuzählen ich gar nicht mehr in der Lage bin. All das haben sie am Ende ihrer Durchsuchung (taharri neticesi) beschlagnahmt und mitgenommen, um sie dann später wiederr zurückzugeben (tekrar iade etmek).

Bei ihrer Durchsuchung (taharriyat) sind sie so weit gegangen, dass sie alles, inklusive das Verzeichnis, in dem wir all meine Gegenstände, wie den Tisch, eine Flasche, Blechgeschirr und dergleichen mehr, vor sechs Monaten (altı ay) aufgelistet hatten, bevor wir aus meinem damaligen Haus (köşk) in das Haus (köşk) umgezogen sind, das ich nun bewohne (şimdiki oturdugum), in Beschlag genommen haben. Und sie haben es noch immer nicht wieder zurück gegeben (el'an da iade edilmedi)!

Obwohl ich nun schon seit neun Jahren (dokuz sene) in dieser Provinz (memleket) lebe und Umgang (temas) mit so vielen Freunden (dost) pflege, wurde ich bis heute niemals einer strafbaren Handlung (cürüm) verdächtigt, oder jemals in einen kriminellen Vorfall (vukuat) verwickelt. Und noch niemals in meinem Leben (hayatım) konnten jemals irgendwelche Indizien (emare vücud) einen Zweifel (dâî-i şübhe) daran hervorrufen. Auch mein Exil (menfîl) ist völlig unbegründet (sebebsiz) und wurde nur als eine Vorsichtsmaßnahme (ihtiyat) und aufgrund eines Argwohns (tevehhüm) angeordnet. Ich wurde aus meiner Höhle (magara), in der ich mein Einsiedlerleben (inziva) geführt hatte, herausgeholt und mit anderen Verbannten zusammen abgeführt (nefy). In dieser Zeit (müddet) habe ich überhaupt kein Interesse (alâka) an Politik und weltlichen Angelegenheiten (siyaset ve dünya) mehr gehabt, wofür meine Lebensweise (tarz-ı hayat) in dieser Provinz (memleket) seit neun Jahren Zeugnis (şehadet) ist, sodass weder die Ordnungsbehörde (emniyet dairesi) noch die Stadtverwaltung (hükûmet dairesi) in meinen Abhandlungen (risale) irgendetwas (bir şey) finden konnte, was noch einen Zweifel (dâî-i şübhe) hervorrufen könnte.

{(Anmerkung): Es ist bemerkenswert (cây-ı dikkat), dass sie, nachdem sie meine ältesten, persönlichsten (en eski ve en mahrem) Dokumente, die ich doch schon vor acht, neun Jahren der Ungerechtigkeit und Unterdrückung (zulüm ve tazyikat) hätte verstecken müssen (gizlemeye mecbur), und die sie doch alle ohne Ausnahme (hiçbir şey bırakmayarak) bei einer unvorhergesehenen Durchsuchung (âni olarak taharri) bereits mitgenommen (alındıgı) hatten, nunmehr überhaupt nichts mehr fanden, was noch ein Grund zu meiner Aufregung (mûcib-i telaş), ein Anlass zu meiner Besorgnis (dâî-i endişe) und ein Grund, mich in Verlegenheit (medar-ı hicab) zu bringen oder mich zu beschämen (hacalet) hätte sein können. Das zeigt, wie hässlich und falsch (çirkin ve hata) der ungerechte Druck (haksız tazyikat) und die Aufsicht (tarassud) dieser hinterhältigen (garazkâr), misstrauischen (su'-i zanlı) Weltleute mir gegenüber ist.

Wenn von allen unter den Weltleuten (ehl-i dünya), angefangen von einem der höchsten Beamten (memur) bis zu einem der kleinsten (küçük) unter ihnen, die mich bezichtigen (ittiham) und dabei sich selbst für trreu (sadık tevehhüm) zu Land und Volk (vatana ve millet) halten, ihre persönlichsten (mahrem) und geheimsten Dokumente (gizli evrakı) der letzten acht, neun Jahre, ja vielleicht nur von acht, neun Monaten offen gelegt (meydana atılıp) und durchsucht (tedkik) werden würden, würden dann wohl noch nicht einmal acht, neun Punkte entdeckt (madde çıkmaz) werden, die ihn in Aufregung (telaş) und Verlegenheit (utandıracak) bringen könnten?}

Falls ich eine strafbare Handlung (cürmüm) begangen haben sollte, müssen diejenigen, die keine strafbare Handlung (cürmüm) gesehen haben oder sie nicht vorweisen konnten (görmeyen veya gösteremeyen), obwohl sie mich doch seit neun Jahren ununterbrochen unter Aufsicht (mütemadiyen dikkat) gehalten hatten, sie jetzt vorweisen (şimdi göstermeye mecburdur).

Ich habe persönlich (şahsî) durch den Verlust dieser Bücher (kitab zayiatım) mindestens (lâakal) einen Schaden (zarar) von zwei Tausend Lira erlitten. Denn sie haben kein einziges Exemplar (nüsha) bei mir liegen gelassen. Damals hatte ich allein für den Druck (tab' etmek için) des Kommentars (tefsir) "Zeichen des Wunders (İşarat-ül İ'caz)" 250 Lira bezahlt. Für seine arabische Ausgabe (mecmua) hatte ich bereits 300 Lira bezahlt. Es gibt nicht einen Gelehrten (âlim) und gar keinen Dichter (edib), der über das Gewaltige Geheimnis (sırr-ı azîm) in den Abhandlungen "29. Wort (Yirmidokuzuncu Söz)" und "19. Wort (Ondokuzuncu Sözler)" nicht sagen würde: "Sie sind Tausend Lira wert (kıymet)."

Und es ist da noch etwas (ve bir de): Vor dreizehn Jahren hatte die Regierung (hükûmet) mich als einen Mann (adam) betrachtet, der im "Haus der Weisheit (Dâr-ül Hikmet)" so viel Arbeit erbringen kann, um hundert Lira monatliches Gehalt (maaş) zu empfangen. Sie hat mir monatlich hundert Lira monatliches Gehalt gegeben. In diesen letzten acht Jahren wurden mir persönliche Kontakte (ihtilat) und das verlassen des Hauses (gezmek) so weit untersagt (men'edildi), dass ich nun nicht mehr als zwei Mal nach İlama, einem Dorf (köy) von einer halben Stunde Fußmarsch Entfernung gehen durfte (müsaade). Da ich zudem über keine Einkünfte (vâridat) oder Eigentum (malım) verfügen kann und in diesem Dorf (köy) ein Mann wie ich keine Arbeit um Geld zu verdienen (çalışacak iş) finden konnte, und da es auch mein Lebensprinzip (meslek-i hayat) ist, von niemandem etwas anzunehmen (bir şeyini de kabul), ersuche ich (havale) hiermit die Staatsanwaltschaft (müddeiumumîlik), sich einmal vorzustellen, wie sehr ich nun in meinem Elend (perişaniyet) Schaden und Verlust (zarar ve ziya) erleiden muss! Deshalb fordere ich (dava) die Rückgabe (iade) all meiner Bücher (kitablarımın) oder die Entschädigung (tazmin) für all meinen erlittenen Schaden und Verlust (zarar ve ziyan) in dieser Angelegenheit (husus) von denen, die das verursacht haben (müsebbiblerinden).

Ergänzung (tetimme): Da das Gesetz der Regierung (hükûmetin kanunu) es nicht erlaubt (müsaade), mystischen Unterricht (tarîkat dersi) zu erteilen, oder ein Amulett (nusha) zu verschreiben, um Einfluss auf die Leute zu gewinnen (nüfuz temin), und da ich mich zudem nicht mit solchen Dingen beschäftige (alâkadar) und da zudem die Regierung (hükûmet) die Besucher (ziyaretçi), die zu mir kommen, nicht willkommen (hoş) heißt, obwohl einige Leute, die mich besuchen kommen, oftmals wünschen (müteaddid), mystischen Unterricht (tarîkat) zu nehmen, oder ein Amulett verschreiben zu lassen, habe ich sie jedoch nicht angenommen (kabul etmeyip), sie vielmehr zurückgewiesen (reddettim), um dem Gesetz der Regierung zu folgen (kanununa riayet) und somit bei Regierungsbeamten nicht unnötig Argwohn zu erregen (kuşkulandırmamak).

Nachdem (mesmuatıma), was ich gehört habe, haben diejenigen, die wegen dieses Zustandes erzürnt (halden mugber) waren, Lügen und ungerechtfertigte (yalan ve asılsız) Anschuldigungen (isnadat) gegen mich vorgebracht. Wegen Leuten, die ich so dem Gesetz der Regierung zufolge abgelehnt habe (riayeten reddettigim), mich dermaßen unter Druck zu setzen (sıkıştırmak) und weil ich mich nicht gesetzeswidrig verhalten habe, mich dermaßen zu schikanieren (azab), lässt sich erahnen (manası), dass sie mich dazu bringen wollen, dem Gesetz zuwiderhandeln (hilaf-ı kanun) zu müssen.

Jede Art Schikanen (işkence), die seit neun Jahren über mein irdisches Leben (dünyevî hayat) hereingebrochen sind, habe ich ertragen, erduldet und dazu geschwiegen (sükût). Obwohl ich mich nicht in ihre weltlichen Angelegenheiten (dünyalar) einmische, greifen sie mich (taarruz) jedoch in der Art eines Attentates (sû'-i kasd) in meinem geistigen Leben (hayat-ı uhreviye) an, womit meine Geduld nunmehr erschöpft ist (sabrım tükendi). Um mein Recht zu suchen (hakkımı aramak), sehe ich mich nunmehr gezwungen, einen Prozeß anzustrengen (ikame-i davaya mecbur).

Said Nursî
— 299 —

Die hier nun folgenden Abschnitte (kısım) umfassen die Briefe (mektublar), die Seine Exzelenz, unser Meister (Hazret-i Üstad), während seines Aufenthaltes (hayat) in Kastamonu und Emirdag geschrieben hatte und von denen nunmehr nur noch die von Hand geschriebenen Exemplare (elyazma nüshalar) vorhanden sind.

Der hier folgende Abschnitt (fıkra) ist eine Schlussfolgerung (istihrac) von Ahmed Nazif Çelebi, der ein tüchtiger Schüler (faal bir şakird) der Risale-i Nur ist. Es wird als angemessen betrachtet, diesen Text sowohl der an der zweiunddreißigsten Stelle angeführten Ayah im "Ersten Strahl" (Birinci Şua) beizufügen als auch bei den Texten (fıkra) des "Siebenundzwanzigsten Briefes" (Yirmiyedinci Mektub) mit anzuführen. Er selbst sagt hier:

Ich habe die hier folgenden Ayat während der Rezitation eines Hâfiz mit angehört:

Aus der Sure Ahzab (Sure 33):
بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحِي
يَا اَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اذْكُرُوا اللّهَ ذِكْرًا كَثِيرًا ٭ وَسَبِّحُوهُ بُكْرَةً وَاَصِيلاً ٭ هُوَ الَّذِى يُصَلِّى عَلَيْكُمْ وَمَلٰئِكَتُهُ لِيُخْرِجَكُمْ مِنَ الظُّلُمَاتِ اِلَى النُّورِ وَكَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيمًا ٭ تَحِيَّتُهُمْ يَوْمَ يَلْقَوْنَهُ سَلاَمٌ وَاَعَدَّ لَهُمْ اَجْرًا كَرِيمًا ٭ يَا اَيُّهَا النَّبِىُّ اِنَّا اَرْسَلْنَاكَ شَاهِدًا وَمُبَشِّرًا وَنَذِيرًا ٭ وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ بِاِذْنِهِ وَسِرَاجًا مُنِيرًا ٭ وَبَشِّرِ الْمُؤْمِنِينَ بِاَنَّ لَهُمْ مِنَ اللّٰهِ فَضْلاً كَبِيرًا ٭ صَدَقَ اللّٰهُ الْعَظِيمُ

{"Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Allbarmherzigen" "Oh ihr Gläubigen! Gedenkt Gottes in häufigem Gedenken und preiset Ihn des Morgens und des Abends! Ihn, der - mit Seinen Engeln - den Segen über euch spricht, um euch aus der Finsternis heraus ins Licht zu führen. Und Er ist barmherzig zu den Gläubigen. Er wird sie am Tage der Begegnung mit dem Friedensgruß (Selam) begrüßen. Und Er hält reichlichen (kerim) Lohn für sie bereit. Oh Prophet (nabi)! Wir haben dich als Zeugen gesandt, als Verkünder einer frohen Botschaft und als einen Warner, damit du sie mit Seiner Erlaubnis zu Gott rufst und ihnen eine strahlende Leuchte seiest. Und verkündige den Gläubigen, dass sie eine große Huld von Gott zu erwarten haben." (Sure 33, 41-46) "Gott der Allmächtige hat wahr gesprochen!"}

— 300 —

Ich habe das Gefühl, dass sich in diesen Ayat Indizien (îma), Zeichen (remz), ja selbst Hinweise (işaret) auf die Risale-i Nur finden, da es nun einmal solche Ayat wie diese Ayat (vazife-i risalet) gibt, die in jedem Jahrhundert dem Auftrag des Prophetentums entsprechen und sich auf seine Berufung (davet) beziehen. Und da nun einmal in jedem Jahrhundert (asr) einzelne Personen (efrad) auftreten und es Bestätigungen (mâsadak) gibt, und da nun einmal die Eigenschaften (sıfat) und Bezeichnungen (ünvan), die in diesen Ayat dem ehrwürdigen Gesandten (Resul-ü Ekrem) zugeschrieben werden, zu allen Zeiten anzutreffen sind und in jedem Jahrhundert ihre Gültigkeit (hükmet) haben, gehört es in der Tat zu der Besonderheit (şe'ni) des geistigen Wunders (i'caz-ı manevî) des Qur'an, ja ist sogar ein Erfordernis (muktezası) und geradezu eine Notwendigkeit (lâzım), dass unter diesen beiden Bezeichnungen (ünvan) im Umfang ihrer Bedeutung als Zeichen (mana-yı remz) die Werke und Personen (eserler ve zâtlar) wie die Risale-i Nur, die diese Aufgabe (vazife) erfüllen, in den Kreis und den Umfang (daire-i şümul) solcher Ayat eintreten. Da nun einmal die Risale-i Nur in diesem sonderbaren Zeitalter (acib asır) auf eine außergewöhnliche Art und Weise (müstesna bir suret) die Aufgabe (vazife) erfüllt, auf die diese Ayat hinweist (işaret), so ist sie in ihrer Bedeutung (mana) im weitesten Umfang (daire-i külliye) dessen eigentliches Objekt (ferd). Mit Sicherheit können wir anhand verschiedener Zeichen (müteaddid emare) und verborgener Hinweise (gizli karine) sagen, dass diese Ayat genauso wie die im Ersten Strahl (Birinci Şua) aufgezählten weiteren einunddreißig Ayat mit ihren hinweisenden Bedeutungen (mana-yı işari) die Risale-i Nur betreffen. Es ist dies wie folgt:

لِيُخْرِجَكُمْ مِنَ الظُّلُمَاتِ اِلَى النُّورِ وَكَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيمًا

{"‌ um euch aus der Finsternis heraus ins Licht zu führen. Und Er ist barmherzig zu den Gläubigen."}

Dieser Satz bedeutet sinngemäß (mana-yı işarîsi): "Um von einer überaus düsteren Ungerechtigkeit (karanlık bir zulüm) und einer überaus dichten Finsternis (karanlık bir zulmet), die schon bis 1370 (= 1954) andauert, euch, oh ihr Gläubigen (ehl-i iman) und Leute des Qur'an zu den Lichtern (Nurlar), die aus dem Qur'an hervorgehen, zu den Strahlen des Glaubens (imanın ışıkları) hinzuführen. Sein Name umfasst das Licht (Nur), und in seiner Bedeutung findet sich Gottes Barmherzigkeit (manasında rahîmiyet). Er betrifft in unserem Zeitalter (asr) einen Funken (lem'a) aus dem Qur'an, in dessen Bedeutung sich der Name Gottes: "das Licht" (ism-i Nur) und der Name Gottes: "der Allbarmherzige" (ism-i Rahîm) manifestiert (mazhar) und darauf hinweist (îma). Außer der sinngemäßen Übereinstimmung (mana mutabakatı) findet sich ein Zeichen (emare) und ein Hinweis (karine) auf folgende Weise: Der Zahlenwert (makam-ı cifr) des folgenden Textes

اِلَى النُّورِ وَكَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيمًا

{"‌ in das Licht. Und er ist barmherzig zu den Gläubigen."}

ergibt - die Verdopplung und die Nunation (şedde ve tenvin) mitgezählt - 947, womit der Zahlenwert von "Risale-i Nur", bzw. "Risalet-i Nur" mit 947 genau übereinstimmt (tevafuk).

اِنَّا اَرْسَلْنَاكَ شَاهِدًا وَمُبَشِّرًا

{"Wir haben dich als Zeugen gesandt und als Verkünder einer frohen Botschaft."}

Dieser Satz verweist mit seinem Zahlenwert (makam) - die Verdopplung (şedde) wird hier nicht mitgerechnet, weil sich die Nunation (tenvin) am Ende des letzten Wortes findet (vakıf), sodass hier nur der Buchstabe "Elif" gezählt wird - auf das Jahr 1323 (= 1907). Er verkündet den Gläubigen (ehl-i iman), die in diesem Jahr über dem Ausbruch (mebde-i infilâki) einer fürchterlichen Revolution (inkılab) am Sitz des Kalifats (Merkez-i Hilafet) in Verzweiflung geraten sind, eine frohe Botschaft (müjde) und weist (işaret) auf einen wahrhaftigen Zeugen (hakikî bir şahid) hin, der für die Wahrhaftigkeit (hakkaniyet) und die Stärke (kuvvet) der İslâmiyet ein machtvolles Zeugnis ablegt (kuvvetli şehadet) und aufgrund der Erbschaft des Prophetentums (veraset-i nübüvvet) eine Einladung (davet) überbringt.

{Dieser Satz weist auf einen Zeugen hin, der am Sitz des Kalifats Zeugnis ablegt und die Gläubigen zur İslâmiyet einlädt. (A.d.Ü.)}

— 301 —
وَنَذِيرًا ٭ وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ

{"‌ und als einen Warner und damit du sie zu Gott rufst."}

Dieser Satz

{(Anmerkung):

وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ

("damit du sie zu Gott rufst.")

Dieses Wort stimmt genau mit dem numerischen Wert (makam) des Wortes Bediüzzaman überein (tevafuk), das ein wahrhaftiger Name (hakikî bir ismi) der Risale-i Nur ist und ihm sinngemäß entspricht (manen mutabakat). Das Wort وَدَاعِي ("du rufst") allein stimmt mit dem Namen des Sprachrohrs (tercüman) der Risale-i Nur "Said" mit seinen drei Buchstaben überein (ittihad), wobei es eine Entsprechung (tevafuk) mit drei unterschiedlichen Buchstaben hat. Denn die Nunation, Elif und Wau macht insgesamt 57. Das ist drei makam weniger als der numerische Wert des Buchstabens "Sin"

im Namen des Schülers (talebe) der Risale-i Nur "Küçük Abdurrahman Tahsin".}

verweist mit seinem Zahlenwert (makam-ı cifr) auf das Jahr 1256 (= 1840), wobei die Nunationen - weil sie nicht am Ende des letzten Wortes stehen (vakıf) - mitgerechnet werden, und bezieht sich auf das Anfangsstadium der Verfinsterung (inhisaf) der İslâmiyet in diesem Zeitalter wie auch in heutiger Zeit, zu der die Vorbereitungen (ihzar) bereits vor einem Jahrhundert (asır) begonnen (mukaddemat) hatten.

وَدَاعِيًا اِلَى اللّٰهِ

{"damit du sie zu Gott rufst."}

Der makam-ı cifr dieser Worte beträgt 191 und stimmt ganz genau mit dem numerischen Wert (aded) des Namens Bediüzzaman überein (tevafuk), der ein wahrhaftiger Name (hakikî ism) der Risale-i Nur ist, und weist darauf hin, dass auch die Risale-i Nur inmitten dieser Verfinsterung (inhisaf) eine Einladung, eine Berufung zu Gott ("dâî-i ilallah") ist.

بِاِذْنِهِ وَ سِرَاجًا مُنِيرًا

{"mit Seiner Erlaubnis zu Gott rufst und ihnen eine strahlende Leuchte seist."}

{(Anmerkung):

بِاِذْنِهِ وَ سِرَاجًا مُنِيرًا

("ihnen mit Seiner Erlaubnis eine strahlende Leuchte seist.")

Der makam dieses Ausdrucks beträgt 1330 und stimmt genau (tevafuk) mit dem Jahr der Erscheinung (zuhur) des Kommentars (tefsir) "Hinweis auf das Wunder" (İşarat-ül İ'caz) überein, der die Einführung (fatiha) zur Risale-i Nur ist. Wenn der ausgesprochene Buchstabe (melfuz) "ye" in dem Wort بِاِذْنِهِ ("mit Seiner Erlaubnis") mitgerechnet wird, so beträgt er 1340 (= 1924). Das entspricht (tetabuk) dem Jahr der Erscheinung (zuhur) der Risale-i Nur. Da die Nunation (tenvin) nicht am Ende des Satzes liegt (vakf) und daher als ein "nun" gezählt wird, so ergibt der makam 1380. Das ist ein Zeichen (remz) des Qur'an, dass die Risale-i Nur in diesem Jahr (tarih) nach Gottes Willen (inşâallah) eine strahlende Leuchte (sirac-ı nuranî) werden wird, welche die Erde (Küre-i Arz) erleuchten (ışık) wird.

Ein Schüler (şakird) der Risale-i Nur

Tahsin}

— 302 —

Und nur das Wort سِرَاجًا مُنِيرًا {"eine strahlende Leuchte"} steht völlig mit dem Wort "Siracünnur" (Leuchte des Lichtes), das eine Bezeichnung (ism) für die Risale-i Nur ist, dem Wort (lafzen) und dem Sinne (manen) nach, wie auch mit seinem numerischen Wert (cifren) exakt in Übereinstimmung (tevafuk). Die Buchstaben "mim" und "je" in dem Wort مُنِيرًا {"strahlend"} entsprechen (mukabil) dem verdoppelten Buchstaben (şeddeli) "nun" in dem Wort النُّورِ {"Licht".}

Da Imam Ali, mit dem Gott zufrieden sein möge, in seiner verborgenen Huld (keramet-i gaybiye) der Risale-i Nur den Titel "Siracünnur" (Leuchte des Lichtes) verleiht, kann man in der Tat sagen, dass ihm dies durch diesen Teil (fıkra) dieser Ayah inspiriert (mülhem) worden ist, und wir sagen dies ohne zögern.

وَبَشِّرِ الْمُؤْمِنِينَ بِاَنَّ لَهُمْ مِنَ اللّٰهِ

{"Und verkündige den Gläubigen, dass sie (eine große Huld) von Gott zu erwarten haben."}

Dieser Satz verweist mit seinem numerischen Wert (makam-ı cifrî) auf das Jahr 1359, wenn dabei die Verdopplung (şedde) mitgezählt wird. Er bezieht sich genau auf das Jahr dieses Jahrhunderts (asr), in dem wir uns heute (1943) befinden und berichtet durch ein Zeichen sinngemäß (mana-yı remzi), dass Gott für die Gläubigen (ehl-i iman) eine große Huld (ihsan) bereit hält. Wir sehen, dass in dieser Zeit die größte Gnade (ihsan) die Rettung des Glaubens (imanı kurtarmak) ist. Und wir sehen, dass es vor allem die Risale-i Nur ist, die den Glauben (iman) mit einzigartigen Zeugnissen rettet (hârika bürhanlarla kurtaran), d.h. dass also sie es ist, die für diese Zeit eine große Gnade ("fadlun kebir") ist. Dieser Hinweis (işaret) wird im Folgenden noch besonders bekräftigt (kuvvet):

— 303 —

Das Wort فَضْلاً {"Huld"} aus der Aussage فَضْلاً كَبِيرًا {"große Huld"} ergibt einen makam von 960. Dieser Name der Risale-i Nur verwandelt sich in die Form (izafed) eines Verhältniswortes (tavsif tarzı) und wird zu "Risale-i Nuriye", deren numerischer Wert (makam) 962 beträgt und so mit einem sinnvollen (manidar) Unterschied von zwei Zahlen in Übereinstimmung (tevafuk) ist und weist so mit dem Finger durch ein Zeichen und einen Wink (remzen ve îmaen) auf ihr Haupt hin.

Oh Gott, unser Herr (İlahî Ya Rabb)! Gewähre unserem Meister (Üstad) Said Nursî, dem Verfasser (müellif) der Risale-i Nur und seinen Schülern (talebe), den Dienern (şakird) der Risale-i Nur und ihren Angehörigen (mensub) in Deinem Schutz und Deiner Obhut (muhafaza-i hıfzında) und Deiner Göttlichen Burg (kal'a-i İlahiye) Schutz und Sicherheit (muhafaza ve emin) ‌ Amin‌ Und bringe sie dazu, dass sie im Dienst (hizmet) am Qur'an und am Glauben (iman) verharren und standhaft bleiben (sabit ve daim) ‌ Amin‌ Und hilf ihnen bei diesem ihrem heiligen Dienst (kudsî hizmet) und schenke (ihsan) ihnen Erfolg (muvaffakıyet) und Deinen Beistand (muavenet) ‌ Amin‌ Und lass sie das große Geheimnis (sırr-ı a'zam) des Ehrwürdigen (Azîmüşşan) Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder (Mu'ciz-ül Beyan) ist, das heilige Geheimnis (sırr-ı kudsî) der Erkenntnis Gottes (marifetullah), der Liebe Gottes (muhabbetullah), der Liebe des Gesandten Gottes (muhabbet-i Resulullah) und das große Geheimnis (sırr-ı uzma) von

"Hasbünallahü ve ni'melvekil

{"Gott ist unser befriedigender Anteil. Welch vorzüglicher Sachwalter." (Sure 3, 173)}

und der Güte und Huld des Wohlwollens Gottes (rızaullah) und der Schau der Schönheit Gottes (rü'yet-i Cemalullah) erlangen, oh Herr der Welten (Rabb-el Âlemîn)!

اَللّٰهُمَّ صَلِّ عَلَى سَيِّدِنَا مُحَمَّدٍ وَ عَلَى آلِهِ وَ صَحْبِهِ وَ اَهْلِ بَيْتِهِ اَجْمَعِينَ الطَّيِّبِينَ الطَّاهِرِينَ آمِينَ بِحُرْمَةِ سَيِّدِ الْمُرْسَلِينَ وَ الْحَمْدُ لِلّٰهِ رَبِّ الْعَالَمِين

{"Oh Gott, schenke unserem Herrn Mohammed und seiner Familie und seinen Gefährten und den Leuten seines Hauses, die gut und rein sind, Deinen Segen; âmîn. Um des Herrn der Gesandten willen sei Gott dem Herrn der Welten Lobpreis und Dank."}

Euer armer, schwacher, hilfloser, sündiger Schüler und Diener aus İnebolu

Ahmed Nazif Çelebi
— 304 —

Dieser Brief (fıkra) stammt von Ahmed Nazif Çelebi, den er wegen seines Geschenkes (hediye), das jedoch nicht angenommen wurde (kabul edilmeyen), anlässlich des Festtages (Bayram) geschrieben hat.

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ اَبَدًا دَائِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen immer und ewiglich."}

Mein höchst liebenswerter und über alles ehrenwerter, gütiger, stets opferbereiter, großer Meister und teurer Herr!

Ich habe Euren kostbaren Brief (kıymetdar mektub), der wertvoller ist als eine Schatzkammer (mücevherat) voller Juwelen (hazine), ja selbst mit dem Schmuck (zînet) dieses vergänglichen irdischen Lebens (fâni dünya hayatını) nicht zu vergleichen ist, am Abend des 23. Tages dieses segensreichen heiligen Monats Ramadan (mübarek Ramazan-ı Şerif) zehn Minuten vor dem Fastenbrechen (iftar) von der Post abgeholt. Möge Gott der Gerechte (Cenab-ı Hakk) es annehmen (kabul), dass ich daraufhin gleich zwei Mal Iftar gefeiert habe. {erstens der Empfang des Abendessens und zweitens der Empfang dieses kostbaren Briefes}

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Dank sei Gott! Dies ist von der Güte meines Herrn."}

— 305 —

Da die langen Zeilen, die ich zuvor geschrieben hatte, hohl und sinnlos (malayani ve boşluk) waren, ich Euch ziemlich damit aufgehalten (meşgul) habe und die wertlosen, unnützen Geschenke (kıymetsiz, degersiz hediye) sowohl von uns als auch von unserem gesegneten (mübarek) Bruder Zekeriya ohne Eure Zustimmung (me'zuniyet) angenommen (kabul) habe und dennoch wagte (cesaret), sie Euch anzubieten (takdim), erwartete (intizar) ich schüchtern, dass ich die daraus erwachsene Ablehnung (adem-i kabul) und die Unzufriedenheit (hoşnut) meines verehrten Meisters (aziz Üstad) und seinen Tadel (tekdirat) erfahren würde.Doch da brachte mir der Postbote (müvezzi) bereits zwei Briefe. Da es bereits die Zeit zum Iftar war, öffnete ich sie stehenden Fußes. Nachdem mir jedoch die so schöne (şirin) und geradezu faszinierende (cazib) Schrift Eurer Exzellenz (hatt-ı fâzılaneniz), deren Wert ich gar nicht zu schätzen weiß, als hätte sie mich mit den Worten "Fürchte dich nicht!", angesprochen (hitab), mit einem Lächeln (tebessüm) in die Augen gefallen war, konnte ich vor Freude (sürur) nicht mehr weiterlesen. Ich bin stattdessen sofort nach Hause geeilt und fing noch während des Iftar an zu lesen.

Mein liebevoller und gütiger Meister! Ich erinnerte (hatır) mich der Verheißung (tebşirat) seiner Exzellenz (Hazret) Muhyiddin-i Arabî und bin fest davon überzeugt (iman), dass die väterliche Liebe (şefkat-i pederane), die ich von Eurer Exzellenz (Zât-ı fâzılan) erfahre, jene väterliche Liebe (şefkat-i pederane) zum Ausdruck bringt, welche diese große Persönlichkeit (o büyük zât) verkündet hat. Der Allmächtige Gott und Herr (Kadir-i Mutlak Hazretleri) möge mit Euch, meinem Meister (Üstad), voll und ganz zufrieden (kat kat razı) sein und auch uns in Euren Diensten (hizmet) und im Dienst am Qur'an verharren und standhaft (sabit ve daim) sein lassen‌ und uns die wertvollen und heiligen Hinweise (kudsî işaret) unseres Meisters (Üstad) und seine kostbaren Gebete (dua) zuteil (mazhar) werden lassen‌ âmîn - um des Hauptes der Gesandten willen (bihürmeti Seyyid-il Mürselîn) -.

— 306 —

Geliebter Meister! Die Annahme meines Beitrags (mesaî) im Dienst (hizmet) am Qur'an und bei der Veröffentlichung (neşriyat) der Risale-i Nur, der doch nur einem Körnchen (zerre) gleicht, durch unseren erhabenen Meister zu seiner Zufriedenheit (hüsn-ü kabul) erlangt zu haben (mazhariyet), hat mich, Euren schwachen (zayıf), ohnmächtigen (âciz) und armseligen Diener (fakir hizmetkâr) in all seiner Unfähigkeit (iktidar) und mangelndem Verständnis (idrak), Euren Schüler (talebe) mit seinem, in seinem verwirrten Bewusstsein (şuuru muhtel) doch so begrenzten Einblick (ihata) in die Dinge, so sehr in Glück (ne derece sevinç) und Freude (sürur) versetzt, wie ich es gar nicht beschreiben kann. Ich weiß gar nicht, wie ich Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk), dem aller Ehren würdigen (Hazret), unendlichen Segen (Feyyaz-ı Mutlak) schenkenden Herrn, der uns armen Sündern (günahkâr) und Euch, unserem Meister (Üstad), nach dreißig Jahren ihres Verlangens (iştiyak) und zehn Jahren der Bittgebete (münacat) und des Flehens (niyaz), eine solche geistige, geheiligte Anerkennung (manevî ve kudsî takdirat) verliehen (ihsan) hat und - ohne der Unaufmerksamkeit seiner Diener (kulların isyanları) zu achten - dennoch alles kennt und hört und ihnen, was sie sich nur wünschen (istedik) in Hülle und Fülle (bâligan mâ belag) schenkt, der alles was da ist (mükevvenat) in der Hand Seiner Allmacht (yed-i kudret) hält und dem alles gehört (sahib) und Sein Eigentum (mâlik) ist, und der über alles herrscht (hâkim), loben und Ihm danken (hamd ve şükür) soll.

Verehrenswerter Meister! Gewährt uns doch Euren Beistand (tavassut), damit Gott unserem geringen, nur einem Körnchen gleichenden (katre mesabe) Dienst (degersiz hizmet) in diesem so überaus kurzen und bescheidenen irdischen Leben (dünya hayat) und unserem Lobpreis und Dank (hamd ve şükür) nach Seinem Willen (inşâallah) das Geheimnis (sırr) von "möge Gott es annehmen" (Tekabbelallah) verleihen möge (mazhar).

— 307 —

Obwohl der zweite Brief aus dem "Band der Briefe" (Mektubat Risalesi) mir ständig gegenwärtig (hatır) ist und ich mich darum bemühte, immer diesen Euren Anweisungen zu folgen (emirler riayet), hat mich, Euren Diener, eine Weisung aus dem Unsichtbaren (mücbir-i gaybî) dazu geführt (tahrik), auch wenn Ihr in Eurem ganzen Leben (ömrü) niemals (muhalif) ein Geschenk (hediye) ohne Gegenleistung (mukabele) angenommen (kabul) habt, diesem zweiten Brief zuwider (muhalefet) zu handeln. Meine Absicht (niyet) ist dabei jedoch rein (hâlis), meine Loyalität (sadakat) und meine Verbundenheit (merbutiyet) völlig richtig (ciddî) und durchaus fest, frei von jeglichem Schein (riyad), und betrifft und beruht (matuf ve müstenid) keineswegs auf irgendeinem materiellen Vorteil (maddî menfaat); vielmehr wurde uns und unserer Provinz (memleket) auf dem Weg des Wohlwollens Gottes (Allah rızası yolunda) eine heilige Persönlichkeit (kudsî zât), die uns, um besonders solch Schwache (âciz), Aufrührerische (âsi), Sündige (günahkâr) wie wir es sind, auf den rechten Weg zu geleiten (hidayet), sie zu führen (irşad) und sie bis zum Ziel zu begleiten und die Leute des Irrwegs (ehl-i dalalet) und der ketzerischen Erneuerungen (ehl-i bid'a) zum Weg der Wahrheit (tarîk-ı hakka) einzuladen (davet), er, der ein Diener (hâdim) der Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i imaniye) ist, von Gott (vedîatullah) im Namen des Qur'an und mit dem Ziel des Dienstes (hizmet) an der Risale-i Nur zu treuen Händen (ihsan) anvertraut.

Wie unser ehrenwerter Gast (misafir) uns Sündern (günahkâr) zu geistiger Hilfe (manevî yardım) eilt und sich Tag und Nacht darum bemüht, uns zur Verzeihung Gottes (magfiret-i İlahiye) hinzuführen (irşad), fühlen auch wir, dass wir zu dieser Aufgabe verpflichtet (vazifesiyle mükellef) sind, diesem lieben Gast (aziz misafir) gern und willig auch zu seiner materiellen Hilfe (iştiyak) rein um Gottes (Allah) willen zu eilen und uns dafür einzusetzen.

— 308 —

Außerdem befielt uns sowohl der Qur'an als auch unser Prophet (Hazret-i Peygamber), mit dem Friede und Segen sei, تَعَاوَنُوا {"einander beizustehen"} auch den Obdachlosen (Gurabaya) unsere Hilfe anzubieten.

Ich bitte um Verzeihung, mein ehrenwerter, geliebter Meister! Ich weiß ja, dass Ihr keine Geschenke (hediye) annehmen (kabul) wollt. Jedoch haben mich unsere Gefährten (arkadaş) dringend darum gebeten (ısrar), Euch wegen einer Unterstützung (muavenet) wie der Armensteuer (Zekat) und den Almosen (Sadaka) zu schreiben (mecbur). Ich dachte zudem, dass solche Dinge für Eure materiellen Bedürfnisse, wie die Miete für Eure Behausung (ikametgâh) und andere unentbehrliche Notwendigkeiten (mübrem ihtiyaçlar) wie Holz und Kohle, durchaus erforderlich (lâzım) wären.

Eigentlich ist meine Empfehlung (tavsiye) und mein Rat (telkinat) für unsere Gefährten (arkadaş), niemals an irgendwelche materiellen Vorteile (maddî menfaat) zu denken, damit das Prinzip unseres Meisters (kaide-i Üstada) nicht gebrochen wird. Denn der Glaube (din) darf nicht als Werkzeug für irdische Dinge (dünya) missbraucht werden. Der Glaube (din) verträgt es überhaupt nicht (kabul), als Mittel, einen Lohn (vasıta-i cer) zu bekommen oder einen materiellen Gewinn (maddî menfaatı) zu erlangen. Ja, ich nehme mir bei der Veröffentlichung (neşriyat) der Risale-i Nur sogar unseren verehrten Meister (kıymetli Üstad) als Beispiel (taklid), um niemand zu Dank (minnet) verpflichtet zu sein.

Verehrenswerter und liebevoller Meister! Als Eure Diener (hizmetkâr) möchten wir ihnen wenigstens nicht als unserem Meister (Üstad), sondern wie einem verehrenswerten Gast in der Fremde (garib bir misafir) um des Wohlwollens Gottes willen (rızaen lillah) finanziell helfen (maddî yardım), damit Ihr zudem in Eurer Überzeugung keinen geistigen Schaden (manevî zarar) erleidet müsst, bitten und beten (niyaz ve tazarru) wir zu Gott dem Herrn (Cenab-ı Allah), der die Macht (kuvvet), Kraft (kudret) und Größe (azamet) besitzt (sahib), an Seiner göttlichen Schwelle (dergâh-ı İlahiye) darum, dass unsere Hilfe bei Ihm doch als etwas Gutes angenommen (hüsn-ü kabule mazhar) wird.

Ehrenwerter Meister! Wir haben die Absicht, Euch anlässlich (kaim) der kommenden Festtage (Bayram) mit einigen unserer Gefährten (arkadaş) zu besuchen, Euch unsere Hochachtung zu erweisen (arz-ı ta'zim makamında) und Euch, unseren verehrten Meister (kıymetli Üstad), im Namen und an Stelle (makam ve hüküm) aller Schüler und Studenten (talebe ve şakirdler) der Risale-i Nur und aller ehrenwerten Diener (kıymetli hizmetçi) des Qur'an sowohl zum Heiligen Monat Ramadan (Ramazan-ı Şerif) als auch der Nacht der Bestimmung (Leyle-i Kadr) und den segensreichen Festtagen (mübarek Îd-i Fıtr) zu beglückwünschen (tebrik). Bei Gott dem Gerechten (Cenab-ı Hakk) bitten und beten (niyaz ve tazarru') wir in Gemeinschaft (birlik) mit vielen Brüdern und Gefährten (kardeş ve arkadaş) unter Eurer - unseres Meisters - Führung (Üstadımız başımızda) gemeinsam noch mit dergleichen vielen Heiligen Ramadan-Monaten (Ramazan-ı Şerif) beehrt (müşerref) zu werden, küssen eure gesegneten (mübarek) beiden Hände und bitten (istirham) Euch als unseren ehrenwerten Meister (kıymetli Üstad), um Eure - Gott wohlgefälligen - Gebete (dua-i hayriye) und Heiligen Unterweisungen (kudsî irşad).

Euer stets eurer Heiligen Gebete (kudsî dua) bedürftiger (muhtaç), sündiger (günahkâr) Diener (hizmetkâr) und Schüler (talebe)

Ahmed Nazif
— 309 —

Dieser Brief (fıkra) stammt von Abdurrahman Tahsin.

Oh erhabener Meister!

Dadurch dass ich nun in den Kreis (daire) der Risale-i Nur aufgenommen (kabul) wurde und durch diesen so wertvollen, kostbaren geistigen Unterricht (ebedî ders), dieses Kauthar-Wasser des Lebens (âb-ı kevser-i hayat), diese Quelle des Segens des Glaubens (menba'-ı feyz-i iman), halte ich mich für immer glücklich und zufrieden (mes'ud ve bahtiyar). Da ich mit der Feder nicht so schnell (sür'at-i kalem) bin, tut es mir nun wegen der Verspätung meiner Abschrift leid (te'hirinden müteessir). Ich bitte euch für die Leichtigkeit und den künftigen Erfolg (sehil ve muvaffakıyet) um eure segensreichen Gebete (hayırlı dua) und küsse in vollkommener Ergebenheit (kemal-i edeble) eure Hände, verehrter Meister (muhterem üstadım).

Rûz sâim, leyl kaim,: tagsüber fasten, nachts aufstehen (zum Gebet)

Çû makam-ı âşıkan: gleich der Haltung der Liebenden

Leyle-i nısf-ı Regaib,: in der Hälfte der Heiligen Nacht der ersehnten Dinge

Târik-i dünya ve tâib.: Der die Welt verlässt und um Vergebung bittet

Naşir-i Risale-i Nur,: Der Herausgeber der Risale-i Nur

Bediüzzaman muhibb-i Bâz-ı Geylan.: Bediüzzaman, der Geliebte Bâz-ı Geylans

Ey ferîd-i asr-ız zaman: Oh du Einzigartiger unseres Zeitalters

Sensin hakîm-i kalbân.: Du bist der Heiler der Herzen

Meine Wenigkeit euer Schüler
Abdurrahman Tahsin
— 310 —

(Ein Abschnitt aus dem Brief von Ahmed Nazif')

Uns von den Diensten (hizmet) zurückzuziehen, die zu versehen (îfadan) wir materiell und geistig (maddî ve manevî) schuldig sind (borc), ist nicht etwa Ausdruck einer Gefühllosigkeit (hissizlik) und einer Indifferenz (bîganelik) in unser Natur (fıtrat) und Beschaffenheit (yaradılış), sodass wir uns davor hätten zurückziehen können. Und da Gott der Allbarmherzige Schöpfer (Cenab-ı Hâlık-ı Rahîm) uns nun einmal als Menschen (insan) erschaffen hat, wie können wir da so ganz und gar sorglos (bîgane) bleiben, obwohl wir nicht einmal ein Tausendstel der Aufgaben (vazaif), welche die Menschlichkeit (insanlık) uns befiehlt (emret), erfüllen (îfa) konnten. Wobei Sie uns in dieser Hinsicht entschuldigen (mazur) mögen, obwohl Sie, unser sehr verehrenswerter Meister (kıymetli Üstad), der unser entschlossener (azimkâr), standhafter (cefakâr), opferwilliger (fedakâr), grenzenlos geduldiger (mütehammil), heiliger (kudsî) und ehrenwerter Gast (aziz bir misafir) in der Fremde (garib) sind, der doch unsere Herzen (kalb) mit Lichtern (nurlar) erfüllt, obwohl wir eigentlich Sünder (günahkâr) und Fahnenflüchtige (âsi) sind. Dabei trösten (teselli) wir uns noch mit der Vorstellung (zannı), dass wir ja unsere Schuld (borc) nur mit wertlosen (degersiz), materiellen Dingen (maddiyat) ohne jede Bedeutung (kıymet) bezahlen können, da wir uns nicht bis in die Welt des Geistes (maneviyat) hinein ausstrecken können. Verzeihen Sie uns, unser Meister (Afv buyurunuz Üstadım)! Welchen Muslim gäbe es denn, der den Ruf (nida) des öffentlichen Ausrufers (Dellâl) des Qur'an gehört hat und dabei seine Ohren verstopfte (tıka). Gott bewahre! Und überhaupt keineswegs (Hâşâ sümme hâşâ)! Der Strahl (şua) der Lichter (Nurlar) blendet unsere Augen. Er hat unsere Herzen (kalb) in aller Lauterkeit (safiyet) mit Gott (Allah), dem Qur'an, dem auserwählten Gesandten (Resul-i Mücteba), mit dem Friede und Segen sei, und den liebenswürdigen Erben (aziz vârisler) des Hauptes beider Welten (Cihan Serveri) verbunden und wird sie auch noch weiterhin miteinander verbinden. Diese Bindung (bag) ist eine solche Bindung, welche durch die Gnade des Gerechten (inayet-i Hakk) überhaupt kein Materialist (maddiyyun), kein Atheist (mülhid) und auch nicht die Schar der Irregehenden (fırak-ı dâllenin) zu zerreißen vermag, selbst wenn sich auch alle Kräfte (kuvvet) der Ungläubigen der ganzen Welt (dünya kâfirleri) vereinigten: es wird ihnen nicht gelingen, diesen heiligen Bund aller Herzen (kudsî rabıta-i kalbiye) zu zerbrechen.

اَلْحَمْدُ لِلّٰهِ هذَا مِنْ فَضْلِ رَبِّى

{"Lobpreis und Dank sei Gott! Dies ist durch die Gnade meines Herrn."}

Ich kann nicht damit einverstanden sein, dass sich Eure Eminenz (Zât-ı fâzılanelerince), ohne einer Notwendigkeit (lüzum) oder einem Bedürfnis (îcab) zufolge überhaupt die Mühe machen (zahmetlerini ihtiyar) könnten einen Brief zu schreiben, geschweige denn, sich in dieser Hinsicht gekränkt (gücen) zu fühlen. Ich würde es für einen großen Fehler (hata) ansehen und für eine Respektlosikeit (hürmetsizlik) erachten, meinem verehrungswürdigen Meister (kıymetli Üstadım) einen Umstand (işgali) zu bereiten (teşkil), der ihm bei der Erfüllung (îfası) seiner heiligen Aufgaben (kudsî vazife) hinderlich (mani') sein könnte.

Ahmed Nazif Çelebi
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بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَاِنْ مِنْ شَيْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ
اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَ رَحْمَةُ اللّٰهِ وَ بَرَكَاتُهُ بِعَدَدِ حُرُوفَاتِ رَسَائِلِ الَّتِى كَتَبْتُمْ وَتَكْتُبُونَ

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei ! Es gibt fürwahr kein Ding, das Ihn nicht dankend lobpreist!" (Sure 17, 44) "Friede sei mit euch und Gottes Erbarmen und Sein Segen nach der Anzahl der Buchstaben der Abhandlungen, die ihr bereits geschrieben habt und noch schreiben werdet."}

Meine lieben getreuen Mitbrüder!

Der zweite Teil des Inhaltsverzeichnisses (Fihriste), das ihr unter dem Titel "Der zehnte Strahl" (Onuncu Şua) geschrieben habt, hat mir die folgende starke Hoffnung (kuvvetli bir ümid) eingeflößt: Die Risale-i Nur fand anstelle eines Ohnmächtigen (âciz), Alten (ihtiyar), Schwachen (zayıf) und Hilflosen (bîçare) wie mir unter euch noch viele junge (genç), kräftige (kuvvetli) Saids und wird sie auch weiter noch finden. Darum stelle ich mir vor (tahmin), dass von jetzt an die Vervollständigung (tekmil), die Erklärung (izah) und die Ausführung (beyan) der Risale-i Nur mit allen Anmerkungen (haşiye) und Beweisen (isbat) euch anvertraut (tevdi') werden wird. Ein weiteres Zeichen (emare) dafür ist das Folgende: Obwohl ich in diesem Jahr vielmals versucht (ihtar) habe, die Wahrheiten (hakikat) aufzuschreiben (kaydetmek), die mir eingegeben (teşebbüs) wurden, gelang es mir doch nicht, noch weiter daran zu arbeiten.

Die Risale-i Nur kann für euch eine vollständige Quelle (mükemmel bir me'haz) sein. Und wenn für jeden daraus z.B. der Glaubensartikel (erkân-ı imaniye), dass der Qur'an Gottes Wort (kelâmullah) ist, und über seine wunderhaften Anmerkungen (i'cazî nükte) die Abschnitte aus den verschiedenen Abhandlungen (müteferrik risale) zusammengetragen werden oder unterschiedliche Beweise (bürhan) über die Wiederversammlung (haşre) zusammengefasst werden u.dgl. Dinge mehr, kann in der Tat eine vollständige Erklärung (mükemmel bir izah), eine Anmerkung (haşiye) und eine Erläuterung (şerh) zustande kommen. Ich denke, dass die Risale-i Nur die erhabenen Wahrheiten des Glaubens (hakaik-i âliye-i imaniye) zur Gänze umfasst (ihata) und kein Bedürfnis mehr aufkommen lässt, an anderen Stellen noch weiter zu suchen. Nur manchmal wäre vielleicht noch eine Erläuterung (izah), eine weitere Ausführung (tafsil) notwendig (muhtaç). Daher kommt es mir so vor, als wäre meine Aufgabe (vazife) hiermit beendet. Eure Aufgabe setzt sich jedoch noch fort. So möge denn Gott es wollen (inşâallah), dass sich eure Aufgabe mit Erläuterungen (şerh), Darlegungen (izah), einer Vervollständigung (tekmil), Anmerkungen (tahşiye), Veröffentlichungen (neşir) und Unterweisungen (talim), ja sogar mit einer Abfassung (te'lif) des "Fünfundzwanzigsten und Zweiunddreißisten Briefes" (Yirmibeşinci ve Otuzikinci mektublar) und mit der Vervollständigung (tekmil) der neun Kapitel (Dokuz Makam) des "Neunten Strahls" (Dokuzuncu Şua) sowie mit der Ordnung (tanzim), Einordnung (tertib), Auslegung (tefsir) und Korrektur (tashih) der Risale-i Nur fortsetzen wird.

Eine geistige Körperschaft (şahs-ı manevî), die aus der Kraft der Wahrhaftigkeit (kuvvet-i ihlas) und dem Zusammenhalt (tesanüd) der ganzen Gemeinschaft (heyet-i mecmuası) aufrichtiger (samimî), reiner (hâlis) Schüler (şakird) der Risale-i Nur herausgefiltert und so in Erscheinung (tezahür) getreten ist, ist für euch eine beständige (bâki) und mächtige Reservekraft (muktedir bir kuvvet-i zahr) und ein Wegweiser (rehber).

Ihr schreibt, dass die Briefe, die von hier aus dort ankommen, {von Kastamonu nach Isparta} durch die Arbeitsgruppe der Gesegneten (mübareklerin heyeti) zu einer Abhandlung (risale şeklinde) zusammengefasst werden, wobei auch Hüsrev die Arbeit, einige nebensächliche oder persönliche Randbemerkungen sowie überflüssige Abschnitte (fıkra) wegzulassen, Hafiz Ali und Sabri überlässt. Hüsrevs wunderhafte (kerametli), aufmerksame (dikkatli), durchaus zutreffende (isabetli) und scharfsinnige (keskin) Betrachtungsweise (nazar) der Risale-i Nur ist völlig richtig. Es ist daher besser, wenn in einem solchen Werk von bleibendem Wert (bâki bir eserde) nur zeitlich bedingte (muvakkat), nebensächliche und rein persönliche Worte weggelassen werden. Wir haben drei wunderhafte (kerametkârane) Punkte in eurem letzten Brief festgestellt:

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Erstens: Ein fleißiger Schüler (taleb) der Risale-i Nur namens Küçük Hüsrev Mehmed Feyzi, der sich hier in seiner Wahrhaftigkeit (ihlas), seiner inneren Verbundenheit (irtibat) {mit dem Meister} und seiner Befähigung {für den Dienst} als ein Hüsrev von hier erweist, hat nun seine Wehrpflicht (asker) beendet und ist wieder nach Hause zurückgekommen. Als ich ihm ein zweites Mal begegnete, fand ich in eurem Brief gleichfalls den Namen "Feyzi" geschrieben, worauf wir uns sagten: "Diese Schüler (şakird) der Risale-i Nur stehen einander so sehr nah auch wenn sie örtlich voneinander weit entfernt sind, dass sie überraschend einander gespürt (hisse) und geschrieben {Ein Soldat namens "Feyzi" kommt nach Hause, während zur gleichen Zeit ein Brief eintrifft, in dem ebenfalls der Name "Feyzi" auftaucht (A.d.Ü.).} haben.

Zweitens: Als dieser Küçük Hüsrev Feyzi in diesen letzten Tagen in Istanbul war, habe ich mich im Interesse (hesab) der Risale-i Nur an ihn erinnert (zihnim). {nicht im persönlichen Interesse, sondern weil er wichtig für Risale-i Nur ist.} Da wurde ich traurig (müteessir). "Ist er etwa krank?" Doch da wandte überraschend meine Vorstellung (zihnim) ihr Gesicht von ihm ab. So beschäftigte ich mich denn intensiv mit Hafiz Ali. Und ich verstand, dass es da etwas gibt, was mich traurig (teessür) macht. Es muss etwas mit Hâfiz Ali zu tun haben, der im Zentrum {in Denizli} für die Risale-i Nur aktiv (fa'al) ist. So habe ich also mit Gebeten (dua) für die Heilung (şifa) von Hâfiz Ali begonnen und sie noch weiter fortgesetzt. Ich hatte sogar, bevor der Brief bei uns ankam, Feyzi gefragt: "Hast du etwa eine Krankheit gehabt?" Er hatte zu mir "Nein" gesagt. Da sagte ich: "Wenn das so ist, hat in Isparta ein bedeutender, starker Pfeiler (kuvvetli bir rüknü) eine Krankheit. So hatte meine Vorstellung (hayalim) das Gesicht der Sache verändert." Dann kam euer Brief bei uns an und wurde die Sachlage (hakikat) deutlich.

Drittens: Vor zwanzig Tagen fiel mir nach den segensreichen Tagen (eyyam-ı mübarek) ein (hatır), dass es für diejenigen, die ihren Stift nicht jeden Tag für den Dienst (vazifedarane) gebrauchen, genug ist, alle vierundzwanzig Stunden hundertmal während der gemeinschaftlichen Erwähnung (ünvan-ı icmalîsi) aller Schüler (talebe) der Risale-i Nur ihren Anteil (hissedar) zu haben. Die Namen von einigen, welche sich mit ihren persönlichen Namen (hususî isimler) im Kreis der Elite-Schüler (has şakirdler) befinden, wurden vorübergehend weggelassen. Auch unser Bruder Hakkı Efendi war unter ihnen. Ein paar Tage ging das so weiter. Dann wurde Hakkı plötzlich ohne jeden Grund wieder zu einem Gefährten (arkadaş) von Hulusi. Und so trat er denn mit seinem Bild und Namen wieder in den Kreis der Elite (has) ein. Zur gleichen Zeit, in der Hakki in einem Abschnitt (fıkra) eures Briefes schreibt: "Er {Üstad} soll mich im Gebet (dua) nicht vergessen.", haben wir gedacht (tahmin), dass er aufgrund dessen (hesab) doch das persönliche Gebet verdient. Es gab in den letzten Tagen sogar viele derartige Blitze (lem'alar) der Gnade (inayet). Emin wird in den täglichen Nachrichten (kazanmış hesabiyle) darüber einen Artikel (fıkra) verfassen. Vielleicht wird er ihn auch an euch schicken. Die kleinen Schüler (küçük talebeler) der Risale-i Nur dort und auch alle zukünftigen (istikbal) so wertvollen Schüler (kıymetdar şakirdler) haben schon heute ihren Anteil (hissedar) im Kreise der Schüler (talebeler dairesi). Als Mehmed Feyzi in Istanbul nach den Abhandlungen (risaleler) des Alten Said suchte, hatte der heldenmütige (kahraman) Rüşdü noch am selben Tag in einem Laden die noch vorhandenen (mevcud) Exemplare gesammelt und mitgenommen. Küçük Hüsrev suchte verzweifelt (müteessir) auch noch an anderen Orten und entdeckte so die "Zeichen des Wunders" (İşarat-ül İ'caz'). In Gedanken sagte er sich nun: "Es sind die Brüder aus Isparta, die mir jedenfalls bereits vorausgewesen sind." Wie dem auch sei: er will nun auch an seinem Exemplar (nüsha) der "Zeichen des Wunders" die Wunderhaftigkeit in der Übereinstimmung (keramet-i tevafukiye) vermerken, wie sie sich in den Exemplaren (nüshalar) von Hafiz Ali und Sabri vorfinden lässt. {Er will die Übereinstimmungen (tevafuk), die Hafiz Ali und Sabri in ihren Exemplaren bereits angestrichen haben, nun auch in seinem eigenen Exemplar kopieren (A.d.Ü.).} Eine ganz einfache Lösung wäre, wenn ihr in einem kleinen Heft auf jeder Seite eine Extraseite für die Kommentare (tefsir) und die Buchstaben des Alphabets (Elif und Tâ usw.) eintragt und mir zuschickt. Wenn ihr das aber nicht so einfach machen könnt, könnt ihr es auch sein lassen.

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Ich grüße (selâm) alle Brüder, jeden von ihnen einzeln und besonders diejenigen, die sich mit den Abhandlungen (risaleler) intensiv beschäftigen (meşgul), begrüße ich und bete (dua) für sie und erwarte auch ihre Gebete (dua) für mich.

Anmerkung: Emin, Küçük Hüsrev und Hâfız Tevfik senden euch ihre Grüße und erweisen ihre Ehrerbietung. Tahsin ist zu Wehrdienst gegangen.

Euer Bruder Said Nursî

Dieser Brief stammt von Yusuf, einem bedeutenden Schüler der Risale-i Nur

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يمِ وَ بِهِ نَسْتَع۪ينُ

{"Im Namen Gottes des Erbarmers des Allbarmherzigen und mit Seiner Hilfe"}

Zur Gnade und Gunst (inayet ve lütuf) Seiner Exzellenz (Hazretleri), des Allbarmherzigen (Rahîm) und Gütigen (Rauf), dem aller Dank (Zü-l Minen) gebührt, dem Schlüssel Seiner Freigiebigkeit und Güte (miftah-ı kerem ü ihsan), wie die Bitte um Vergebung und Verzeihung (tövbe ve istigfar), die Er Seinen Dienern (kulları) gewährt, ich, Yusuf Toprak, der Elende (sefil) in seinen vielen Sünden und Ungebührlichkeiten (günahkâr ve terbiyesiz), trotz all meiner Gemeinheit und Grausamkeit (fezayıh ve itisaf), geschweige denn, den Wert dessen, was Er mir aus Seiner Fülle (fazl) beschert, jedes Mal wenn ich mich Ihm zuwende (tevessül), schätzen zu wissen (takdir), Ihm Dank (şükür) zu sagen, im Gegenteil, da ich undankbar (küfran-ı nimet) war, oftmals mein Wort nicht gehalten (nakz-ı ahd), sondern Lüge und Treulosigkeit (irtikâb-ı kizb ü hıyanet) begangen habe, war nun mein Herz (kalb) und meine Seele (ruh) von einem tiefen Kummer, dichter Finsternis (kesif zulmet) und einem entsetzlichen Irrtum (müdhiş dalalet) mit Recht betroffen (maruz kalan). Auf dem Weg meiner Suche (taharri yolunda) nach einer Behandlung (tedavi) ihrer seit langem immer wieder aufbrechenden (müzmin ve münkis) Wunde hatte ich meinen Verstand und meine Freude (aklımı, zevk) verloren, als ob ich in ein Delirium geraten (çılgın bir hale) wäre.

Die Medikamente (ilâç), die ich jedesmal von einem Geistheiler empfangen hatte, an den ich mich gewandt (başvurdu) hatte, reichten (kâfi) nicht mehr aus, meine Wunden zu heilen (yaramı tedavi), bei Verstand (aklımı ikna) zu bleiben und meinen Kummer zu beschwichtigen (lehfemi iskâta). In meiner Not (bizzarure) suchte ich nach einem Verständnis (mefhum) der majestätischen (celile) Ayah

قُلْ يَا عِبَادِىَ الَّذ۪ينَ اَسْرَفُوا عَلٰٓى اَنْفُسِهِمْ

{"Sag, ihr meine Diener, die ihr gegen euch selber nicht maßgehalten habt!" - Sure 39,53-}

und nach einem Wegweiser (rehber), der mir helfen (muîn) könnte, die dunklen Flecken (koyu lekeler) aus Niederträchtigkeiten (denaetler), mit denen ich vertraut (me'luf) war, zu beseitigen und zu reinigen (kal' u tathir) und geduldig auf dem Weg des Gerechten (tarîk-ı Hak) auszuharren. Dabei stand meine Verbannung (nefy) bereits fest aus meiner Heimat (memleket) nach Kastamonu, obwohl überhaupt keinen äußerlich erkennbaren Grund (sebeb-i zahirî) da war. Das war für meine Seele kaum noch zu ertragen (nefsime giran), sodass ich beinahe in Kummer und Verzweiflung (ye's ü teessüf) verfiel.

Ich wusste nicht, dass ich durch diese Verbannung (nefy) dem Geheimnis (sırr) der folgenden Ayat entsprechen (mazhar) werde:

وَعَسٰٓى اَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَهُوَ خَيْرٌ لَكُمْ وَعَسٰٓى اَنْ تُحِبُّوا شَيْئًا وَهُوَ شَرٌّ لَكُمْ وَاللّٰهُ يَعْلَمُ وَاَنْتُمْ لاَ تَعْلَمُونَ

{"Aber vielleicht ist es euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr etwas, während es schlecht für euch ist. Gott (Allah) weiß bescheid, ihr aber nicht." - Sure 2,216-}