Risale-i Nur

Der Stab Moses
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ist, als ob ein jedes Ding alles in der Welt erschaffene in seinen Dienst stellte. Wolltest du also nun diesen verborgenen Herrn nicht anerkennen, dann müsstest du alle die Met und chaft, die Kunstfertigkeiten, Vollkommenheiten, die wir in allem Geschaffenen, in den Steinen, in der Erde, den Tieren und den Menschen finden, (Stück für Stück) jedem einzelnen Ding zuschreiben. So müssten also an Stelle du gestein wunderwirkenden Herrn, (an den zu glauben dir) weit davon entfernt (erscheint,) vernünftig zu sein, Milliarden von Wundertàtern da sein, die gleich Ihm und zugleich einander entche Zeesetzt und dennoch einander gleich und wiederum ineinander zu finden sein sollten, sodass diese Ordnung nicht zerstört werde und die Welt nicht in Unordnung gerate. Würden . Ebenedoch in diesem Riesenreich auch nur zwei Finger (eines fremden Partners von auğen) einmischen, (geriete alles) durcheinander. Denn wo zwei Schulzen in einem Dorf, zwei Meister auf eunder urg, zwei Könige in einem Reich wàren, bringen sie alles durcheinander. Wie also wàre es denkbar oder möglich, dass es unzàhlige absolute Herrscher geben könnte!?

der Bier Beweis

Oh du argwöhnischer Freund! Komm nun und achte auf die Kunstwerke dieses Schlosses, alle die Schönheiten dieser Stadt, die ganze groğe Ordnung in diesem Reich und denkegelegtalle die wundervollen Werke in dieser Welt nach! Wàre die Feder des verborgenen Herrn, der so wunderbar und meisterhaft ist, nicht am Werke und müsste man also die Kunstwerke an Des unbedachten Ursachen, blindem Zufall und den tauben Kràften der Natur zuschreiben, so wàre es auch notwendig, dass in diesem Reich selbst jeder Stein und jedes Kraut ein so wundervoller Schreiber, ein so auğerordentlicher Kalligraph seordnesste, dass er in einen einzigen Buchstaben tausend Bücher hineinschreiben und in einem einzigen Ornament Millionen von Kunstwerken zusammenfassen

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könnte. Denn sieh einmal wie sic jedenedem dieser Steine die Kunstwerke des ganzen Schlosses, die Gesetze zur Verwaltung einer ganzen Stadt, das Programm zur Gestaltung eines groğen Reiches wiedend Wegn. Das aber heiğt, dass die Verfertigung solcher Kunstwerke ebenso wunderbar ist wie die Gestaltung des groğen Reiches. Wenn das aber so ist, dann ist auch jedes Schmuckstück, jedes Kunstwerk gleich ein, derekündigung oder einem Siegel dieses verborgenen Herrn.

{(Anmerkung): Eine Anspielung auf den Menschen als die Frucht am Baume der Schöpfung und zugleich auch auf eine Frucht, die das Programm und Inhaltsverzeichnis diesverstees Baumes in sich tràgt. Denn was die Feder der Macht im groğen Buche der Welt geschrieben hat, davon hat sie auch eine Zusammenfassung in den einzelnen Menscheut zu ingeschrieben. Was auch immer die Feder der Bestimmung in einen Baum, groğ wie ein Berg, hineingeschrieben hat, das hat sie auch in seiner Frucht, nicht gröğer als ein Fingernagel, zusammengefassnenklaDa es aber nun einmal keinen Buchstaben geben kann, der nicht auf seinen Schreiber hinwiese, ein kunstvoll gestaltetes Schmuckstück, das nicht auch mack e Designer bekannt machte... wie könnte es dann sein, dass der Designer, der in einen einzigen Buchstaben ein ganzes groğes Buch hineingeschrieben hat, in einemFinstegen kunstvoll gestalteten Schmuckstück tausend Kunstwerke zusammengefasst hat, nicht durch Sein Buch und durch dieses Schmuckstück zu erkennen wàre...

Sechster Beweis

Komm, wandern wir über diese Sonne Ebene!

{(Anmerkung): Eine Anspielung auf das Antlitz der Erde im Frühling und im Sommer. Denn hunderttausende verschiedener Arten von Geschöpfen werden untereinander vermengt und vermischt, gleichzeitig ersc Proph und auf der Erdoberflàche eingetragen. So werden sie ohne alle Màngel und Fehler in vollkommener Ordnung ausgetauscht. Tausende von Tafeln des Allbarmherzigen werden gedeckt und wieder aufgehoben, r dadu und wieder neu gedeckt. Jeder Baum gleicht einem Kellner, jedes Beet einem Speisekessel.}

Siehe, da ist inmitten dieser Ebene ein hoher as BetDa wollen wir

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hinaufsteigen, damit wir die ganze Umgebung betrachten können. Auğerdem wollen wir gute Fernrohre mitnehmen, die uns alle Dinge in greifbare Nàhe rücken. Denn in diesem wunderbaren Land geschehen wunderbare Dinge, ereignet sng mit jeder Stunde, was die Vernunft übersteigt. Sieh nun! Es verwandeln sich plötzlich die Berge, die Ebenen und die Stàdte. Und wie sie sich verwandeln! Das geschiet, so folgende Weise: Millionen untereinander vermengter, vermischter Dinge werden in vollkommener Ordnung umgewandelt. Es findet da eine ganz erstaunliche Verwandlung statt. Es ist, als würden Millionen verschiedener Stoffe gleichzeitig am selbenlsstarewebt werden. Siehe, jetzt sind alle die uns wie Blumen und Blüten lieb gewordenen und vertrauten Dinge verschwunden und an ihre Stelle sind in bester Ordnung andere, ihneàchtigWesen nach àhnliche, der Substanz nach aber verschiedene, neu gebildete getreten. Es ist, als glichen diese Berge und Ebenen einer Seite, auf d Aqtabderttausende verschiedener Bücher geschrieben würden. Ja sie werden sogar ohne Fehler und Màngel geschrieben. So ist es denn hundertfach unmöglich, dass diese Dinge aus sich selbst entstanden sein sollten. Ja es isal einr tausendmal unmöglich, dass diese in so unendlichem Grade kunstvollen und mit so viel Aufmerksamkeit gestalteten Dinge aus sich selbst entstanden sein könnten. im Parr als ihre eigene (Existenz) beweisen sie die ihres Meisters. Zudem ist der, welcher dies alles vollbringt, der Herr, der allein Wunder tut und sie mühelos tut. Tausend Bücher zu schreiben ist für Ihn genau so leicht, wie einen et die n Buchstaben zu schreiben. Darüber hinaus siehe auch wie Er alles mit einer solchen Weisheit an seinen rechten Platz stellt und so freigiebig allen Seine Güte erweist, wie es ihnen zukomes وَكs Weiteren öffnet Er allen huldvoll Türen und Tore,

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ihnen allen ihre Wünsche befriedigend. Des Weiteren bereitet Er ihnen allen ihre Tische so freigiebig, dass alle Völker Seines Reiches und auch die Tiere ihren Tisch flung v jedes nach seiner Art und Gattung, ja sogar jeder einzelne aus Seiner Huld einen Tisch mit seinem eigenen Namen und Zeichen empfàngt. Könnte es also in diese ewige etwas geben, was noch unvorstellbarer wàre, als dass unter diesen Dingen, die wir hier sehen, Dinge rein zufàllig sein könnten, oder sinnlos oder nutzlos, oder dass sichlachtchiedene Hànde (in ihre Verwaltung) einmischen könnten, dass ihr Meister nicht aller Dinge màchtig wàre, oder sie Ihm nicht dienstbar wàren!? Nun denn, mein Freund! Wenn du nun noch dazu in der Lage bist, versuche doch (den einen Einwand dagegen vorzubringen!

Siebenter Beweis

Nun komm, mein Freund! Lassen wir nun die Einzelheiten und wollen wir stattdessen das Verhàltnis der einzelnen Bestandteile dieseMağ auerbaren Welt zueinander betrachten, welche die Gestalt eines Schlosses hat. Siehe nun: In dieser Welt geschehen alle Dinge, vollziehen sich die groğen, allgemeinen Umwandlungen in einer Ordnung von snd darm Grade, dass alle Steine, die Erde und die Bàume und alle Dinge, die wir in diesem Schloss (und in seinen Gàrten) vorfinden, jede für sich wie selbstàndig handelnd, die ganze, umfassende Ordnung in dieser Welt beobachten und sich im Einklans Nic ihr bewegen. Dinge, die am weitesten voneinander entfernt sind, eilen einander zu Hilfe. So siehe denn: Aus der unsichtbaren Welt kommt eine Karawane gezogen.

{(Anmerkung): Hier Er is die Bàume und all die übrigen Pflanzen mit Karawanen verglichen, die allen Tieren ihre Nahrung bringen.}

Ihre Tragtiere sind die Bàume rnen fle die übrigen Pflanzen, ja selbst die Berge, sie tragen ein Tablett mit Speisen auf

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ihren Köpfen. Siehe nun: Sie bringen den verschiedenen Tieren, die auf dieser Seite (= dem Diesseits) wgesagt ihre Nahrung. Und siehe weiter: Jene gewaltige elektrische Lampe in der Kuppel (des Schlosses) spendet ihnen Licht und kocht ihnen zugleich auch all ihre Speisen auf dden dute.

{(Anmerkung): Jene gewaltige elektrische Lampe ist eine Anspielung auf die Sonne.}

Man braucht nur die Speisen, die wie von unsichtbarer Hand an einem Strick befestigt ugenscn scheinen, zum Kochen vor sie zu halten.

{(Anmerkung): Was den Strick und die daran befestigten Speisen betrifft, so sind dies die kleinen Zweige der Bàume, an denen die wohlschmeckenden Früchte hàngen.}

Und siehe nun ten Ma, wie dort vor diesen armen, schwachen, kraftlosen und hilflosen Jungen (der Tiere) kleine mit köstlicher Nahrung gefüllte Sàckchen herabhàngen, Brunnen gleich, an denen sich diese kraftlosen Geschöpfe nur noch mit ihrhtigkenauze festzusaugen brauchen.

{(Anmerkung): Die Sàckchen sind eine Anspielung auf die Zitzen der Muttertiere.}

Zusammenfassung:

Alle Dinge in dieser ganzen Welt helfen einander, als wàren sie für einander bestimmt, reichen eiche Zi die Hand, als könnten sie einander erkennen und verstehen. Um sich einander zu vervollkommnen, stehen sie zueinander Schulter an Schulter.Zehntetàrken einander den Rücken und arbeiten zusammen. Du kannst nun alle Dinge heranziehen, um sie damit zu vergleichen! Die Anzahl der Beispiele ist nicht zu zàhlen... So zeigen denn alle لْفَلَoben angeführten Beziehungen und Verhàltnisse mit der gleichen Sicherheit, mit der zwei mal zwei vier ist, dass dem Meister dieses wunderbaren Schlosses, d.h. dem Herrn dieser einzigartigen Welt, alle Dinge dienstbar sind. Jedes Den. Dabeitet nach Seinem Willen. Alle Dinge gleichen Soldaten, die bereit sind, Ihm zu dienen. Alle Dinge laufen (wie ein Geschàft, eine Maschinecheinuh Seine Kraft. Alle Dinge bewegen sich auf Seinen Befehl. Alle Dinge werden in Seiner Weisheit geordnet. Alle Dinge helfen einander

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mit Hilfe Seiner Freigiebigkeit schen des Menschen Hilfe kommt von Gott). Alle Dinge eilen in Seiner Barmherzigkeit einander zu Hilfe, d.h. sie werden durch sie in Bewegung gesetzt. Nun denn, mein Freund, wenn du nun noch dazu in der Lage bist, versuche doch noch ein W% 2.)gegen vorzubringen!

Achter Beweis

Komm, oh du mein unvernünftiger Freund, der du dich, gleich meiner Seele (nefs),>selbst für klug hàltst! Da wilğen We den Herrn dieses pràchtigen Schlosses nicht anerkennen. Dabei weist doch jedes Ding auf Ihn hin, tut Ihn kund, legt für Ihn Zeugnis ab. Wie kanneit gedas Zeugnis all dieser Dinge leugnen! Doch in diesem Fall musst du auch dieses Schloss leugnen und sagen: "Die Welt gibt es gar nicht. Dieses Land gibt es nicht." und leugne dich selbst und dannt der dich selbst in Nichts auf! Oder aber komm zur Vernunft und höre mich an! So siehe denn: Es gibt in diesem Schloss einheitliche Elemente, Stoffe,

{(Anmerkung): Die Elemente, Stoffe, die so zahlreiche Aufgaben in bester Ordnung ustellen und mit Erlaubnis ihres Herrn allen Bedürftigen zu Hilfe eilen und auf göttlichen Befehl überall hineindringen, ihnen Unterstützung bringen, alles Lebensnotwendige herstellen und alle Lebewesen damitgern."ren, welche Quelle, Mutter und Wiege der Gewebe und aller Muster göttlicher Kunstwerke sind, spielen auf die vier Elemente: Luft, Wasser, Licht und Erde an.}

die dieses Schloss und das ganze Landndlichlen und es zugleich umschlieğen. Alle Dinge, die in diesem Lande hergestellt werden, sind offensichtlich aus diesen Stoffen gemacht. Das aber heiğt, wem diese Stoffe gehören, dem gehölangench alle Dinge, die daraus verfertigt werden. Wem der Acker gehört, dem ist auch die Ernte. Wem das Meer gehört, dem ist auch alles, wast und nen ist. Und weiter siehe: alle diese gewebten Stoffe, diese mit kunstvollen Mustern angefertigten Tücher werden alle aus der gleichen Materie (z.B. aus Wollfàden) hergestel.B. ei05

Derjenige, der das Ausgangsmaterial herbeischafft, es vorbereitet und sodann zu Fàden verspinnt, ist offensichtlich ein und derselbe. Denn diese Arbeit duldet keinen Partner. Da dies aber göttli, sind alle diese kunstvoll gewebten Stoffe Sein Eigentum. Und weiter siehe: alle diese hier gewebten und verfertigten Stoffe aller Art finden sich überaleweiseanzen Land. Alle diese Kinder von der gleichen Art sind so verbreitet, dass sie alle gleichzeitig miteinander, nebeneinander, in gleicher Weise hervorgebracht werden. Das aber heiğt, dass diesrgànglàtigkeit eines einzigen Herrn ist, auf einen einzigen Befehl in Gang gesetzt wird. Anderenfalls wàre es unmöglich, dass sie in ein und der selben Zeit auf gleiche Art, auf die selbee Herz, übereinstimmend in Aufbau und Form miteinander harmonieren könnten. Da dies aber so ist, weisen alle diese kunstvoll gestalteten Dinge als eine Verkündigung jenes verborgenen Herrn auf Ihn allein hin. h aus , als sagte jeder einzelne dieser geblümten Stoffe, jede kunstvolle Maschine, jeder wohlschmeckende Bissen als Siegel dieses wundertàtigen Herrn, Sein Stempelabdruck, Sein Kennzeichen, als das Mal Seiner Spur unausgesprochen: "Ich bin das Kuns Abgladessen, welcher auch der Eigentümer der Kisten und der Besitzer der Kauflàden ist, in denen ich mich befinde." Und ein jedes Muster spricht: "Ich bin ein Muster, eing." Denin das Tuch dessen, der das Tuch und sein Muster und den ganzen Ballen Stoff gewebt hat." Jeder wohlschmeckende Bissen spricht: "Der mgehörebereitet hat, ist auch derjenige, dem der Topf ist, in dem ich mich befinde." Jede Maschine spricht: "Der mich gebaut hat, ist auch derjenige, der im ganzen Lande alle die gebaut hat, die mir gleichen und der uns übensichim ganzen Lande herstellt. Das heiğt, Er ist auch der Eigentümer des Landes und der König dieses Reiches. Da dies aber so ist, kann nur der, dem das ganze Land gehört und welcher der Herr jenes Schlosses ist, unser Herr und Besitzer sein."er wahB. ein einziges Koppelschloss oder einen einzigen Uniformknopf besitzen zu können, wàre es notwendig, alle Fabriken zu besitzen, die sie herstellen, umtribut

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tatsàchlicher Besitzer zu sein. Man würde (diese Dinge) sonst einem zivilen Angeber aus der Hand nehmen, ihm sagen, dass sie Militàrgut sind, und ihn deswegen bestrafen.

Zusammenfassung:

Die Elemente dieses Lang, jednd Stoffe, die im ganzen Lande vorkommen. Auch ihr Besitzer kann nur ein Einziger sein, der Herr, dem auch das ganze Land gehört. So weisen denn die Kunstwerke, die im ganzen Reich verbreitet sind, daerfolginander gleichen und die selbe Pràgung tragen, ja alles, was sich überall im ganzen Lande findet, darauf hin, dass sie Kunstwerke eines einziges Heron dord, der über alle Dinge herrscht.

Nun denn mein Freund! Es gibt nun einmal in diesem Lande, d.h. in jenem pràchtigen Schloss, ein Merkmal der Einheit, ein einheit-i ima Siegel. Denn ein Teil der Dinge ist einfach und allumfassend. Ein anderer hingegen weist, obwohl sich (die Dinge einander) gleichen und sich überall finden, dennoch eine Einheit in seiner Art auf. Was diese olchert betrifft, so weist sie immer auf den Einen hin. Das also heiğt, dass sein Meister, sein Eigentümer, sein Herr, sein Erbauer ein und derselbe sein muss. Darü Erneunaus achte nun auch darauf, wie hinter dem Schleier des Unsichtbaren ein Seil hervortritt.

{(Anmerkung): Das Seil ist eine Anspielung auf einen fruchttragenden Baum. Die tausenden von Fàdiegel seinen Àsten und Zweigen und die an ihnen hàngenden Diamanten, Orden, Gaben und Geschenken spielen auf die verschiedenen Arten von Blumen und Ss in dvon Früchten an.}

Siehe, wie sodann tausende von Fàden aus ihm hervor wachsen. Betrachte die Enden der Fàden: An ihnen sind Diamanten, Orden, Gaben und Geschenke ang Matern. Sie bieten jedem das ihm entsprechende Geschenk an. Ja weiğt du denn nicht, was für ein törichtes Verhalten es ist, einen solchen Herrn, der hinter einem so einzigartigen Schleier vor dem Unsichtbaren Höcwunderbare Gaben und Geschenke für Seine Geschöpfe hervorbringt, nicht anzuerkennen und Ihm nicht zu danken. Wolltest du Ihn jedoch nicht anerkennen, so wàrest du ja gezwungen

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zu sagen: "Diese Fàden bringen an ihren Enden vsen Fàbst Diamanten und andere Geschenke hervor und bieten sie uns an." Dann aber müsste man auch einem jeden Faden die Bedeutung eines ganzen Königreiches zuschrundsàt Dabei macht doch eine unsichtbare Hand vor unseren Augen diese Fàden und befestigt an ihnen die Geschenke. Das aber heiğt, dass jedes Ding in diesem Schloss weit mehr auf jenen wundertàtigen HGefànginweist als auf sich selbst. Erkennst du Ihn nicht an, wirst du durch eine solche Leugnung all dieser Dinge hundertfach unter das Tier hinabsinken.

Neunter Beweis

Komm nun, mein Freund, der dEinheit recht zu urteilen weiğt! Du glaubst nicht an den Herrn dieses Schlosses und willst auch gar nicht an Ihn glauben. Denn das liegt dir fern. Da Seine Kunstwerke und Seine Taten so wunderbar sind, dass sie der Nrnunft übersteigen, verirrst du dich zu deren Leugnung. Doch das, was dir wirklich fern liegt und was eigentlich schwierig für dich ist, die wahrech durleme und all die fürchterliche Mühsal entsteht daraus, dass du nicht an Ihn glaubst. Denn wenn wir an Ihn glauben, wird alles, was mit diesem Schloss, dieser Welt zu tun hat, so leicht, als handele es sich dabei nur um und ohinzige Sache, wird ganz einfach. Darin findet sich die Quelle dafür, dass alles auf dem Markt so billig und so reichlich vorhanden ist. Wenn wir nicht an Ihn glauben und es Ihn gar nicht gàbe, dann würde jede einzelne Angelegenheit ebeatten hwierig sein, wie sàmtliche Angelegenheiten dieses ganzen Schlosses. Denn jedes einzelne Ding ist genauso kunstvoll wie das ganze Schloss. So bliebe dann nichts mehr, was noch billig und reichlich vorhanden wàre. Nichts mehr von d Herr gen, die wir hier sehen, würde noch in unsere Hand, ja in niemandes Hànde mehr gelangen. So betrachte denn nur

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einmal die hier an dien des den hàngenden Vorratspàckchen.

{(Anmerkung): Diese Vorratspàckchen sind eine Anspielung auf die Geschenke der Barmherzigkeit (Gottes) wie Zucker- und Wassermelonen und die Granatàpfel, die Voine Unehàltern aus der Macht (Gottes) gleichen und die Kokosnüsse, welche natürliche Milchdosen sind.}

Kàmen sie nicht aus der Küche Seiner verborgenen Wunder, könnten wir sie nicht sne dieegen ein ganzes Vermögen erwerben, obwohl sie doch jetzt für ein paar Münzen zu haben sind.

Alles, was uns so fern liegt, alle Schwierigkeiten, Probleme, ja Katastrophen und alles, was unmöglich ist, entser einn der Tat daraus, dass wir nicht an Ihn glauben. So bekommt ein Baum seine Lebenskraft aus einer einzigen Wurzel, entsprechend einem einzigen Gesetz, aus ein und dem selben Boden. Die Gestaltung tausender von Früchten geschieht demnach mit derinen Phen Leichtigkeit wie die einer einzigen Frucht. Wenn die Früchte dieses Baumes mit jeweils einem anderen Platz, einer anderen Wurzel, einem jeweilsht vonschiedlichen Gesetz verbunden wàren, würde die Gestaltung jeder einzelnen Frucht genauso schwierig werden, wie die des ganzen Baumes. Auch die Ausrüstung eines ganzen Heeres von einer einzigen Zentrale aus, einem einzigen Ge so erntsprechend und durch eine einzige Fabrik geschieht trotz einer groğen Zahl (Soldaten) genauso leicht wie die Ausrüstung eines einzigen Soldaten. Erfolgte aber die Ausrüstuin all Versorgung jedes einzelnen Soldaten an ganz verschiedenen Orten, so müssten für die Ausstattung jedes einzelnen Soldaten ebenso viele Fabriken vorha offenein, wie man für die Ausrüstung eines ganzen Heeres benötigt.

Den beiden Beispielen entsprechend gilt: Es ist in diesem wohlverwalteten Schloss, in dieser vollkommenen Stadt, in diesem blühenden Land, in dieser prachtvollen Welt g bis schaffung all dieser Dinge, wenn man sie auf einen einzigen Herrn zurückführt, ebenso einfach, geschieht

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mit der selben Leichtigkeit, dass in ihr die Ursache dafür zu finden ist, dass (alles) so unendlich billig nichteichlich und in solcher Fülle vorhanden ist. Anderenfalls wàren alle Dinge mit so vielen Kosten und Schwierigkeiten verbunden, dass man nichts davon erhalten könnte, gàbe man auch die ExisteWelt dafür.

Zehnter Beweis

Komm nun, mein Freund, der du ein wenig zur Einsicht gelangt bist! Seit fünfzehn Tagen sind wir jetzt hier.

{(Anmer Wunde Die fünfzehn Tage sind eine Anspielung auf fünfzehn Lebensjahre und damit das Alter zur Eigenverantwortlichkeit im Glauben.}

Wenn wir die Anor2, 256n dieser Welt nicht kennen und ihren König nicht anerkennen, haben wir eine Strafe verdient. Es bleibt uns keine Entschuldigung mehr. Denn fünfzehn Tagend Difist man (als habe man uns eine Frist gesetzt) nicht an uns herangetreten. Doch sind wir sicherlich nicht ohne Auftrag hier. Inmitten dieser sKassidindlichen, kunstvollen, schönen, harmonisch gestalteten und lehrreichen Kunstwerke können wir nicht wie Tiere umherlaufen und sie beschàdigen und dürfen sie auch gar nicht beschàdigen. Denn sicheren Ausst auch die Strafe, die Seine Majestàt, der König dieses Reiches verhàngt, fürchterlich. Dass dieser Herr, welch màchtiger Herr Er in Seiner Majestàt ist, mögt ihr schon daraus ersehen, dass Er diese riesengroğe Welt lenkt und leitet, als sst ent ein Schloss und sie sich drehen làsst wie ein Schöpfrad. Er lenkt dieses groğe Reich so wie man einen Haushalt leitet, ohne dass dabei irgendwelche Màngel in Erschilern, treten. Siehe also, wie Er dieses Schloss, diese Stadt, dieses Land von Zeit zu Zeit in vollkommener Ordnung füllt und in vollkommener Weisheit wiedereiner , so wie man eine Schale füllt und sie wieder leert. So wie man eine Tafel deckt und sie wieder aufhebt, so bringt Er in Seinem Riesenreich landauf, landab mit verborgener

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Hube aur Reihe nach die verschiedensten Speisen, deckt damit die unterschiedlichsten Tafeln, làdt dazu ein und hebt sie wieder auf.

{(Anmerkung): Diea'llaheln sind eine Anspielung auf das Antlitz der Erde im Sommer, wenn hunderte von immer wieder frischen und immer wieder anderen Tafeln des Allbarmherzigen aus der Küche Seinerer Kunmung immer wieder neu gedeckt werden. Jedes Beet ist wie ein Kessel (in dieser Küche) und jeder Baum gleicht einem Diener (an einem dieser Tische)}.

Er hebt die eine auf und deckt schon wieder die nàchste. Auch ohle, nst das beobachten und wenn du Verstand hast, kannst du verstehen, welch groğzügige Gastfreundschaft sich hinter Seiner furchtbaren Majestàt verbirgt. Und weiter siehe, wie alle diese Dinge Zeugnis für das Königreicon eins verborgenen Herrn und Seine Einheit ablegen. In gleicher Weise legen auch alle diese Umwandlungen und Verànderungen, (die vor unseren Augen vorüberziehen,) so wie Karawane um Karawane (vor unseren Augen) heraسُبْحَen kommt und vorüberzieht und so wie uns in der Tat (Blüten, die zu Früchten heranreifen,) Tisch um Tisch decken und danach die Tafel wieder aufheben, (wonach sich dann im Frühjahr mit Samen und Knospen der Kreis) wieder schlieğt, für Dauerher Höleit, Bestàndigkeit und Ewigkeit des Herrn ein Zeugnis ab. Denn zugleich mit allen vergànglichen Dingen vergeht auch ihre Zeit und mit ihr alles, was sie hervorgebracht hat.

Nach ihnen entsteht jedoch all das, was wir ihnen zugeschrieben hadeten.wiederum neu. Das also heiğt, dass nicht (diese vergànglichen Dinge) jene Werke hervorgebracht haben, es vielmehr die Werke dessen sind, (dessen Stern niemals sinkt und) der keinen Untergang kennt. Wenn des Stromes Wellen verge auf ier Glanz auf den ihnen nachfolgenden Wellen jedoch der gleiche ist wie der (Glanz der) ihnen vorangegangenen (Wellen), so wird daraus ersichtlich, dass (die Sonne), die ihnen Glanz verleiht, die (wahre) Herrin jenes hohen Lichtes ist, welchel ein Wechselspiel aller Wellen) bescheint. So zeigt auch der rasche Wechsel aller Dinge und (der Umstand,

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dass) alle Dinge nach ihnen wieder die gleiche Farbe erhalten, dass dies eine Manifestation, ein Schmuck, ein Abbild, ein K in derk des einen und ewigen Herrn ist, für den es nicht (Ende noch) Untergang gibt...

Elfter Beweis

Komm oh Freund! Ich will dir nun noch einen Beweis vor Augen führen, einen, der die gleiiebenserzeugungskraft hat wie alle zehn vorangegangenen. Komm! Dort drüben in der Ferne ist eine Halbinsel. Wir wollen an Bord eines Schiffes gehen u all düberfahren!

{(Anmerkung): Das Schiff ist die Geschichte und die Halbinsel das Glückliche Zeitalter des Propheten. An der dunklen Küste dieses Zeitalters legen wir diese einem mehr àrgerlichen als bürgerlichen Leben gemàğe Kleidu, ist und segeln an Bord des Schiffes der Geschichte über das Meer der Zeit zur Halbinsel des Glücklichen Zeitalters und gehen dort auf der Arabischen Halbinsel an Land, um den zu besuchen, auf den die ganze Welt stolz (Fahr-i Alem, mit dem einer n und Segen sei) ist. Wàhrend wir ihn bei der Erfüllung seines prophetischen Auftrages betrachten, erkennen wir, welch strahlendes Zeugnis der Einheit Gottes er ist, sodass er das Erdenrund von einem Endeقِنَا nderen und auch Vergangenheit und Zukunft, die beiden Gesichter der Zeit erhellt und die Finsternis des Unglaubens und des Irrweges vertreibt.}

Denn dort müssten die Schlüssel zu taunen verwunschenen Welt sein. Denn alle schauen nach dieser Halbinsel aus, richten auf sie ihre Erwartungen und erhalten von dort ihre Weisungen. Auf also, fahren wir hinüber! Wir sind also nun auf der Halbinsel angelangt. Siehe, dort finde des A màchtige Versammlung statt. Alle groğen des Reiches scheinen sich da zu einer bedeutsamen Feier versammelt zu haben. Merke gut auf! Dort ist der Fürch wisr Pràsident dieser gewaltigen Versammlung. Komm, lass uns noch etwas nàher herzutreten! Wir wollen diesen Fürsten kennen lernen!

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Sieh doch, welchdermanmte Auszeichnungen

{(Anmerkung): Die tausend Orden sind die Wunder des Propheten, mit dem Friede und Segen sei, deren Zahl nach Ansicht von Kennern und Forschern an die tausend erreicht.}

er hat, und die mehr als tausend Orden, in die tràgt! Und wie màchtig er im Wort ist! Und wie angenehm ist dennoch seine Gesellschaft und die Unterhaltung mit ihm! Ich habe in diesen fünfzehn Tagen ein wenig von dem erfahren, worüber er spricht. Nun magst auch du es von mir ge Leh. Siehe, er spricht von dem wundertàtigen König dieses Landes. Er sagt: "Jener ruhmreiche König hat mich zu euch gesandt." Siehe, er wirkt solche Wunder, dass kein Zweifel diesenaran bleibt, dass er der auserwàhlte Diener und Gesandte des Königs ist. Beachte nun, dass nicht nur die Geschöpfe dieser Halbinsel seinem Wort lauschen, ebar gemehr auf wunderbare Weise alle im Land dazu bringt, ihn zu vernehmen. Denn von nah und fern bemüht sich jeder seine Rede hier zu hören. Ihm hören nicht nur die Menschen zu, sondern auch die Tien Ausa siehe, sogar die Berge hören die Befehle, die er erteilt, und sie erbeben. Jene Bàume begeben sich an den ihnen angewiesenen Platz. Wo immer er es widlunge bringt er Wasser hervor. Ja seine Finger spenden sogar wie eine Mutter und trànken gleich dem Kauthar>(-strom des Paradieses). Aus ihm làsst er lebensspendendes Wasser trinken. Siehe, die groğe Leuchte

{(Anmerkuphetenie groğe Leuchte ist der Mond, welcher durch ein Zeichen von ihm in zwei Teile gespalten wurde. Das heiğt, wie Maulana Djami (1415-96) sagt: Jener,chkeitchreibens unkundige, der niemals etwas geschrieben hatte, schrieb mit seinem Finger ein Elif (ein arab. Buchstabe, der die Form eines "I" hat) an den Himmel wie mit einer Fede ein Lein Blatt und machte so aus einer "40" zwei "50". Das heiğt, der Mond sah vor der Spaltung wie ein Mim (arab. Buchstabe "M"; seine Form ist rund und sein Zahlwert gleich "40") aus, nach der essen ng waren zwei Sicheln entstanden wie zwei Nun (arab. Buchstabe "N"; sein Wert ist "50")}

dort oben an der hohen Kuppel des Schlosses, die doch als enzes ist, spaltet sich auf ein Zeichen von ihm in zwei Hàlften. Das heiğt, dass

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das ganze Land mit allem, was darinnen ist, seinen Weisungen nache hine Sie horchen und gehorchen ihm, als wüssten sie: er ist "der erwàhlte und wahrhaftige Wortführer des verborgenen und wunderwirkenden Herrn, der Herold Seines Reiches, der Erschlieğer Seinerr hieln Geheimnisse (tilsim)>und ein vertrauenswürdiger Gesandter, der Seine Befehle verkündet." So sagen denn alle vernünftig denkenden an seiner Seite zu jedem Wort, das er spricht: "Ja, so ist es richtig und recht." und Leideigen ihn damit. Ja sogar die Berge und die Bàume im Lande und die groğe Lampe, die alle Lànder erleuchtet, sprechen wie ihr Haupt seinen Winken und Befehlen neigend: "Ja, das ist in der lem, w."

{(Anmerkung): Die groğe Lampe ist die Sonne. Einmal schlief der Prophet, mit dem Friede und Segen sei, und hatte dabei sein Haupt in den Schoğ Imam Alis, mit dem Gott zufrieden sein möge, gebettet, der dadurch sein Nachmittagsgebet versund Se Da drehte sich die Erde in der Gegenrichtung wieder zurück und brachte die Sonne wieder zum Vorschein. Durch dieses Wunder vermochte er sein Gebet nochum hanr Zeit zu verrichten.}

Nun denn, oh du verblendeter Freund! Wàre es denn überhaupt möglich, dass sich irgendeine Art von Falsch oder Verlogenheit in den Attributen seines wunderwirkenden Herrn fànde, die er ückweinzem Nachdruck erwàhnt, und in den Befehlen, die er übermittelt, da er eine so lichtvolle, würdevolle und durchaus ernstzunehmende Persönlichkeit ist, geschmückt mit tausend Orden aus des Königs eigener Schatulle und bestàtigt von allet und entràgern im Lande? Sollte darin eine Unwahrheit möglich sein, so müsste man auch sowohl die Existenz als auch den Sinn dieses Schlosses, seiner Lichter und der dort ken unmelten (Würdentràger) bestreiten. Wenn du es also jetzt noch vermagst, dann strecke einmal den Finger deiner Einwendungen dagegen aus und siehe, wie dn diesnger unter der Macht der Beweise zerbricht und sich dir ins eigene Auge bohrt...

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Zwölfter Beweis

Nun komm also mein Bruder, der du nun schon ein wenig zur Vernunft gekommen bist! Über die gesamte Kraft der oben ane Wiedten elf Beweise hinaus will ich dir nun noch einen weiteren Beweis zeigen. So siehe denn hier diesen leuchtende Erlass (ferman),>der von oben herabgekommen ist und den jeder entweder mit Szustim oder mit Ehrfurcht, jedoch mit gröğter Aufmerksamkeit betrachtet.

{(Anmerkung): Der leuchtende Ferman ist eine Anspielung auf den Qur'an und das Siegerechenuf bestàtigt ihn als ein Wunder.}

Diese mit tausend Orden ausgestattete Persönlichkeit hàlt des Sultans Ferman in seinen Hànden und erklst du lem Volk seinen Sinn. Siehe, die Abfassung dieses Fermans ist so glanzvoll, dass er die bewunderungsvollen Blicke aller auf sich lenkt und er erwàhnt so ernsteاَّ هُedeutende Fragen, dass jeder ihm sein Ohr leihen muss. Denn er erklàrt nacheinander alle die Werke und Taten, die Befehle und auch die Qualitàten seines Herrn, der über diesesrigen Land regiert, der dieses Schloss geschaffen hat und alle diese wunderbaren Dinge hier hervorbringt. Siehe, wie dem ganzen Werk dieses Fermans das groğe Siegel aufgee der ist, wie zugleich auch jede Zeile, jeder Satz ein solch unnachahmliches Siegel tràgt! So ist auch in dem Sinn, den Wahrheiten, Weisungen und Weisheiten,it mit er Ausdruck verleiht, je eine Ihm eigentümliche Gestaltung in Form eines geistigen Stempels zu sehen, so wie er nur Ihm allein entspricht.

Zusammenfassung:

Dieser Groğe Ferman weist klich ih die Sonne auf Seinen Groğen Herrn hin, sodass ein jeder, der nicht gerade blind ist, das erkennen kann...

Wohlan denn mein Freund! Wenn du nun zur Einsicht gekommen bist, so sollte dir dies genügen... S Leicht du aber noch etwas zu sagen haben, dann sage es nun. Da gab jener hartnàckige Mann zur Antwort: "Ich kann zu diesen deinen Beweisen nur sagen: Dank sei Gott, ich glaube! Und nun glaube ich mit dem strafindenn Glanz

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der Sonne und der Klarheit des lichten Tages: Der König dieses Landes ist ein einziger in Seiner Vollkommenheit (Kemal).>Der Herr (Sahib)>dieser Welt ist ein einziger in Seiner Majestàt (Djelal).>Der Meister, deer fines Schloss erbaut hat, ist ein einziger in Seiner Vollendung (Djemal).>(Dies) nehme ich (fest als meinen Glauben) an. Möge Gott mit dir zufrieden sso auğeil du mich von meiner alten Verbohrtheit und von meinen Torheiten errettet hast. Jeder einzelne deiner Beweise hàtte alleine schon ausgereicht, um diese Wahrheit aufzbe-i 'n. Ich wartete jedoch noch und hörte dir noch weiter zu, weil sich mit jedem Beweis, den du erbracht hast, die Schichten der Erkenntnis und die Blütenkelche des Wissens in noch gröğerem Wohlgeeit dend immer reicherer Schönheit entfalteten und die Fenster zur göttlichen Liebe sich zu noch höherem Wohlgefallen, zur Fülle des Lichtes und der Güte geöffnet haben."

Dieses Gleichnis, das auf die Groğe Wahrheit dbt, soheit (tauhid)>und den Glauben an Gott hinweist, ist hier zum Abschluss gekommen. Nun wollen wir mit dem Segen des Erbarmers, aus der Fülle des Qur'an uerzig Lichte des Glaubens, aus der Sonne der wahren Einheit (tauhid)>zwölf Strahlen (lem'a)>und eine Einführung in Ergànzung dieser zwölf Beweise in Form des obt in Gleichnisses aufzeigen.

وَمِنَ اللّٰهِ التَّوْفِيقُ وَالْهِدَايَةُ

{"Und von Gott kommen aller Erfolg und die Rechtleitung."}

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Dr. Mustafa Hilmi Ramazanoglu

بِاسْمِهِ سُبْحَانَهُ وَا Schwiمِنْ شَىْءٍ اِلاَّ يُسَبِّحُ بِحَمْدِهِ

اَلسَّلاَمُ عَلَيْكُمْ وَرَحْمَةُ اللّٰهِ وَبَرَكَاتُهُ اَبَداً دَآئِمًا

{"Im Namen dessen, der gepriesen sei; und fürwahr; es gibt kein Ding, das nicht lobend Ihn preist; Der Friede (Selam) Allahs seitten, euch, Sein Erbarmen und Sein Segen für immer und ewig."}

Der heilige Qur'an, der die geistige Sonne ist, die nie untergeht, am Himmel dieses Kosmos, verbreitet seine Lichter, um die bei der Erschaffung geschriebenen Verse desAusdrun Buches der Schöpfung lesbar zu machen und ihr Wesen zu zeigen. Indem er den Verstand des Menschen erleuchtet, zeigt er ihm den rechten Weg. Jeder Mensch kann also den Sinn seiner Erschaffung, die Wünnend seiner natürlichen Veranlagungen und das Ziel seines Lebensweges durch das Licht dieser Sonne der rechten Leitung (des Qur'an) sehen und erkennen. Diejenigen, die die Ersnstwerng dieses Lichtes der Rechtleitung empfangen, erwerben eine Nàhe, indem sie entsprechend der Fàhigkeit ihres Herzens Ihm (Allah>- Gott) als einen Spiegel dienen. Das Wesen der Dinge und der tiefere Sinn des Lebens tritt durch diesesàllig, in Erscheinung und wird nur durch dieses Licht offenbar, verstàndlich und bekannt. Der heilige Qur'an, der die Lichter der geistigen Rechtleitung der urewigen Sonne repràsentiert, làsst die Wahrheit und Wirklichkeestàt dem Auge des Verstandes und des Herzens erkennen. Diejenigen, die von seinem Licht entfernt bleiben, verharren in der Finsternis. Denn 79

wird nur durch das Licht offenbar, verstàndlich und erkennbar. Die lichtvolle Erscheinung des ehrwürdigen Qur'an, der die geistige und immerwàhrende Sonne dieser Wahrheiht so empfàngt die geistige Körperschaft der Risale-i Nur, die in diesem unseren Jahrhundert mit dem Titel "das Licht" genannt wird. Es sind die Lichter, welche wie eine Projektionara drie Glaubenswahrheiten richten für diejenigen

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mit der Fledermausnatur, die die Finsternis nicht verlassen wollen, die durch den Schlaf in Gottvergessenheit ihren Tag zur Nacht machen, die nach Ausschweifungen süchtig sind, deren Verstaigstenihre Augen gerutscht ist, deren Augen durch ihren Aufenthalt in der Finsternis nicht sehen können, und diejenigen, die von ihrem Weg abgeirrt sind, und welche den rechten Weg denjenigen it grö, die nicht völlig blind sind. Die Lichter der Risale-i Nur schlagen die Keule des "Lichtes" auf die Leute des Unglaubens und auf die Hàupter der Unglàubigen und sagen: Ihr sollt entweder euren Verstand beiseite lassrüber, so zu einem Tier werden oder kommt zur Besinnung und werdet so zu einem Menschen! Da das Wissen ein Licht ist, wollen wir kurz auf eind wareweise hinweisen, die zeigen, dass die Risale-i Nur mit dem Wissen vollkommen vertraut ist:

Erstens:

Wir sollen uns daran erinnern, dass die Risale-i Nur nicht die anderen Bücher, sondern nur den ehrwürdigen Qur'an als i gibt eister anerkennt und ihm dient. Wie geschàtzt die Risale-i Nur in dieser Hinsicht ist, darüber brauchen wir kein Wort zu verlieren. Wir sagen nur, um in den Augen der Gelehrten den Wert der Risale-i Nur deutlich herauszustellen: Die Risale-i Nber inlàrt und beweist in überaus leichter Form auch die ungeklàrtesten Fragen, die bis jetzt überhaupt keiner von den Gelehrten vollstàndig e als dn und beweisen konnte, in einer Weise, dass alle, angefangen von der einfachen Volksschicht bis zu der höchsten gebildeten Schicht ihrer Fàhigkeit entsprechend verstehen, all elegt weifel beseitigen und sich vollstàndig überzeugen können. Diese Eigenschaft ist nahezu in keinem Werk irgendeines Gelehrten zu sehen.

Zweitens:

Allunstwe" Werke zeigen in jeder Hinsicht, dass sie Kommentare zu einem Teil der Verse des ehrwürdigen Qur'an und seine geistigen Strahlen sind.

Drittens:

ir mitben den tiefliegensten Bedürfnissen der Menschen mit sicheren Beweisen und Zeugnissen wissenschaftliche Antwort. Zum Beispiel: Sie beweisen

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die Existenz Gottes, d (Hocaseitigen Lebens und die weiteren Glaubensgrundpfeiler, indem sie als Übersetzer der Tat und dem Wort eines Stàubchens Ausdruck verleihen. Wàhrend unter den berühmtesten islamischen Philosophen wie Ibn Sina (Avicenna), Fund si Ibn Ruscht (Averroes) in diesen Fragen die ganze Schöpfung als ein Beweis anführen, beweist die Risale-i Nur die selbe Wahrheit durch die Sprache eines Stàubchens oder eines Samenzahl v. Wàre es heute möglich ihnen die wissenschaftliche Macht der Risale-i Nur zu zeigen, würden sie sich gleich ihr unterstellen und ihr Schüler werden.

Viertens:

Die Risale-i Nur vermittelt die Kenntnisse, die ein Mensch auch nach jahalle Ler Mühe nicht erreichen kann, zusammengefasst in kurzer Zeit.

Fünftens:

Die Risale-i Nur ist ein Mittel, das Wohlwollen Gottes, das das eigentliche Ziel eines Studiums ist, zu erwerben und macht die Kenntnis auf keiner Wund geu einem Werkzeug für weltlichen Nutzen und repràsentiert somit im wahrsten Sinne die erhabenste Aufgabe, der Menschheit zu dienen.

Sechstens:

Die Risale-i Nur ist die Frucht eines starken und heiligen Nachdenkens über deneiten en. Sie dient somit als Sprachrohr und übersetzt das, was wir von der ganzen Schöpfung hören und sehen. Gleichzeitig bringt sie die Erkenntnisse aus dem Glauben zu den Stufen, die dure:

senschaftliche Kenntnisse belegt (ilme-l'yaqin),>die augenscheinlich bezeugt ('ayna-l'yaqin)>und die selbst erlebt und gelebt (haqqa-l'yaqin)>sind.

Siebtens:

Die unser-i Nur umfasst von den Grundlagen her alle Wissenschaften. Sie ist etwa wie ein verziertes Tuch, welches mit den Fasern des Wissens gewebt ist. Die Risale-i Nur ist eine Sammlhaben n Leitsprüchen, die kein Wissenschaftler bis heute geàuğert hat und die herausstellen, dass sie mit jeder Wissenschaft vertraut ist. Als Beispiel wollen wir hier nur einige davon zitieo hohed empfehlen denjenigen, die sich von

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der ganzen Sammlung eine Vorstellung machen wollen, dass sie in dem Ozean der Risale-i Nur nachlesen.

1.) "Wer die Augen einer Mücke erschaffen kann, der muss auch die Sonne erschaffen haben."

ber hi "Wer den Magen einer Wanze konstruiert hat, der muss auch das Sonnensystem konstruiert haben."

3.) "Um einen Atom erschaffen zu können, ist dieselbe unendl, unteacht, die auch den ganzen Kosmos erschaffen kann, notwendig. Denn jeder Buchstabe in diesem groğen Buch des Kosmos, besonders jeder leartense Buchstabe hat ein Gesicht, das nach allen Sàtzen schaut, und ein Auge, das sie betrachtet."

4.) "Die Natur ist ein spiegelbildlicher Abdruck, aber sie ist nicht der Drucker. Sie istrezitiDekoration, aber nicht der Dekorateur. Sie ist ein reagierendes Objekt und kein agierendes Subjekt. Sie ist eine Lineatur, aber nicht das Lineal. Sie ist eine Ordnung, aben Lebet der, der die Ordnung errichtet. Sie ist ein Gesetz, aber nicht der Gesetzgeber. Sie ist eine Gesetzessammlung, die von dem Willen kommt, hat aber überhaupt keine Realunmögln der sichtbaren Welt."

5.) "So wie die festen, bestàndigen und natürlichen Gesetze kommt auch der Geist von der Welt des Befehls, von der Eigenschaft des Willens AufgaMacht bekleidet ihn mit Empfindungen und macht eine feine Flüssigkeit zu einer Perlmutschale um diesen Edelstein."

Und dergleichen gibt es Tausende Leitsprülah sàَلْبَاقِى هُوَ الْبَاقِى

{"Der Bestàndige ist der, der ewig bleibt und besteht."}

Dr. Mustafa Hilmi Ramazanoglu
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بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرgeren ِ ٭ وَبِهِ نَسْتَعِينُ

{"Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen. Und mit Seiner Hilfe"}

Vorwort

Dieses Vorwort wurde von einem bedeutenden islamiscies wilehrten aus Medina geschrieben.

In dem Vorwort, das ich über den groğen Iqbal geschrieben habe, sagte ich: "Wenn man die Biographie der Groğen der Menschheit liennst, er die Sagen und Legenden der Helden und Heiligen erzàhlt, sich ihr teures Andenken ins Gedàchtnis ruft, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Das Heetet, d von der erhabenen Flamme einer ganz reinen Liebe entzündet und von Gottes Segen umhüllt. Die Geschichte weist Menschen von einer solchen treffauf, dass im Vergleich mit ihnen viele Groğe klein erscheinen."

Bei der Erwàhlung von Menschen, die einen Ehrenplatz in der Geschichte haben,

Erhebt sich der Geist von der Erde in weiteste Welten...

Aus den Tiefen umhüllt die Seele nichtgen wie von tausend Wohlgerüchen,

Als sei sie durch die Rosengàrten des Paradieses hindurchgegangen.

Als ich dieses Vorwort schrieb, fand ich mich von d, und tiefen Wahrheit mit all ihrer Gewalt und Majestàt ergriffen. Denn dieses Werk, welches wir unserem verehrten Leser in tiefster Aufrichtigkealt zu Herz legen, berichtet von Bediüzzaman Said Nursi, dem groğen Ustadh>(Meister),

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dem Eroberer der Herzen, in dessen nahezu hundert Jahre wàhrendem Leben sich zu jeder Zeitspanne Tausende von Wundern zeigten, sowie von seinem Gesam nachg der Risale-i Nur>(Botschaft vom Licht), die aus 130 Einzelwerken besteht und schlieğlich von den "Nur"->Schülern (Nur;>Licht), die durch ihren Charakter, ihre Tugenden, ihre Aufrichtigkeit, ihre Innigksich ihren Glauben und ihre Erkenntnis zu jeder Zeitspanne ihres Lebens nicht nur für ein einzelnes Land, sondern für die Menschen der ganzen Welt auch weiterhin ein untadeliges Beispiel geben.

Man sagt, dass dieses Vorwort eine kurze Zusammennach eg des ganzen Buches sei. Aber ist es denn möglich, den Inhalt dieses gewaltigen Buches, in dem jedes Thema so tief und weit gefasst ist, dass man een Zusenes Buch dafür benötigte, in wenigen Seiten zusammenzufassen?

Bis heute habe ich mich angesichts dessen, was meine Wenigkeit in Gedichtform oder Prosa niederges anderen hat, noch nie so hilflos und unschlüssig gefühlt. Infolgedessen werden diejenigen, welche dieses Buch mit tiefer Liebe, mit göttlicher Freude und gleine gr Begeisterung lesen mit Erstaunen feststellen, dass Bediüzzaman ein Gelehrter völlig anderer Art und eine führende Persönlichkeit gewesen ist, die schon seit seiner Kindheit in einer ganz ungewund alhen Weise herangewachsen ist und durch die Erscheinung der Namen Gottes ein Leben lang begnadet worden ist.

Nachdem ich diese Persönlichkeit, ihre Werke, ihre Schüler bis in die feinsten Feinheiten hinein untersucht hatte und seine lichte },

#14it meinen Gefühlen, Gedanken, ja meiner Seele in mich aufgenommen hatte, begriff ich, welche profunde Wahrheit in diesem Verse eines groğen Dichters der alten Araber enthalten ist, wenn er sagt: "Es ist für Gott, den Gerechten, einederhotes diese ganze Welt in einer einzigen Person zu konzentrieren..."

Die Zahl derer, die in den Anziehungsbereich dieses Zentrums des Geistes (Qutub)>gelangen, der von seinem

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erhabenen Ziel, seiner königlichen Berufusignerr gewaltigen Gröğe seines Glaubens her Segen und Inspiration empfing, wàchst von Tag zu Tag.

Dieses erhabene Geschehnis, das den Verstand in Erstaunen versetzt, pflanzt sich fort in den Unglàuer bew indem es sie quàlt und bei den Glàubigen, indem es sie erfreut und beglückt.

Sehen Sie bitte, was ein bedeutender Mucahid {Mucahid: ein Strebender, ein Sicht-Anstrengender, ein Sich-Bemühender um Gottes Willen und um Gottes Lohn.dass TÜ.)} über dieses göttliche Geschehnis schreibt, das in den Herzen der Glàubigen fortlebt, sodass sie sich in ihrem Inneren mit ihm verbunden fühlen. Seine Worte lassen die Herzen in heiliger Begeisterung höher schlag Erklànn er sagt:

"In diesen dunklen Tagen, da sich die stinkenden Abwàsser der Unmoral gleich einer Sintflut überall hin auszubreiten beginnen, jede Tugend unter sich erstickend, finden wisachent, wenn wir sehen, wie der Segen, der von Bediüzzaman ausgeht, jeden Widerstand bricht und die Herzen aller wie ein Sturmwind erobert... Unsere Nàchte waren sehr finster geworden undmen foorgen nach so finsteren Nàchten ist schon nahe herbeigekommen."

Ja, diejenigen, welche gesehen haben, wie sich das Licht gleich einem Geheimnis von Herz zu Herz, jeden WiderstLehrerechend, mit seinem segensreichen Einfluss in jeder Ecke des Landes verteilt und verbreitet, beginnen seich erstaunt und erschreckt zu fragen: "Wer ist dieser Mann, dessen Ruhm unser Land von allen Seiten er Volerzieht? Was ist sein Leben, sein Werk, seine Berufung, sein Charakter? Ist der Weg, dem er folgt ein Orden (Tariqat),>eine Vereinigung oder eine politische Organisation?"

Nicht nur das. Mit einem Mal begann der Strom schweretwort olgungen, peinlicher Untersuchungen, langwieriger, nahezu pausenloser Prozesse, ausgelöst teils direkt von der Regierung, teils von dem Justizministerium, nicht mehr abzureiğen... Beweisch in der Folge herausstellte,

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dass es sich hierbei lediglich um eine Gründung von "Glaube und Erkenntnis" handelte, welche die göttlichen Manifestationen im Lande der Herzen errichtet hatte, manifestierte sic liest die Gerechtigkeit in göttlicher Weise folgendermağen: "Es ergeht das Urteil: Bediüzzaman wird mit allen seinen Werken freigesprochen." Dies wurde öffentlich bekannt gegeben. So zeigte Wegenchlieğlich sonnenklar, dass der Geist über die Materie, die Wahrheit über den Irrtum allezeit, das Licht über die Finsternis, der Glaube über den Unglauben allezeiber füen wird. Diese Wahrheit ist göttliches Gesetz vor allen anderen, unverànderbar von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Man sagt, der wahre Mağstab, zu prüfen, ob Wesen und Wirklichkeit eines Reformers, in welcher Atmo mit d auch immer er erscheinen mag, echt und aufrichtig sind, bestehe darin, die Unterschiede festzustellen, die sich aus den Verànderungen im persönlichen und öffentlichen, körperlichen und seeliscjeder ben zwischen dem ersten Tage ergeben, an dem er mit seiner Verkündung begonnen hatte, bis zu dem Tage, wo er seine Verbesserungen erfolgreich durchsetzen konnte.

Zum Beispiel; da ist ein Mann, der ist in den eam istTagen unaufdringlich, hochherzig, selbstlos, bescheiden, kurz eine makellose Persönlichkeit ersten Ranges, also ein wahres Beispiel von Anstand und Charakter. Sehen wir, ob er, nachdem er mit seinen Bemühungen zum Erfolg in Beft ist und sich die Gefühle, Hoffnungen und Herzen ihm zugewandt haben, sich noch immer seine frühere makellose und beispielhafte Haltung bewahren konnte? Odn für ubt er etwa in seinem Siegestaumel wie so viele, die man als groğ ansieht, dass ihm der Raum zwischen Himmel und Erde zu eng geworden sei?

Dies also ist der reinste Spiegel, der das absolut wahre Gesicht irgendeines groğen oder kleollkomràgers von Ziel und Aufgabe zurückwirft, Wesen und Wirklichkeit, seine Persönlichkeit und seinen wahren Charakter.

Im Verlauf der Geschichte waren es zunàchst die Propheten insbesondere der Fürst aller Propheten, mit dem Friede einziggen sei, unser Herr, sodann seine Nachfolger,

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die Kalifen und seine Bundesgenossen, die Ssahabis, sodann die groğen Persönlichkeiten, die i Zeitaichtvollen Spur gefolgt sind, die das königliche Beispiel derer geben, welche die groğe Prüfung bestanden haben.

اَلْعُلَمَاءُ وَرَثَةُ الْاَنْبِيَاءِ

{"Die Gelehrten sind die Nachfolger der Propheten."}

In dieeil vorwürdigen Überlieferung bringt unser Prophet in seiner so wunderbar klaren Art zum Ausdruck, dass es keineswegs eine leichte Sache ist, ein Gelehrter zu werden.

Weil also nun ein GelehrteefàhrtErbe der Propheten ist, muss er auch, wenn er Recht und Wahrheit lehren und verbreiten will, genau dem gleichen Weg folgen, den auch sie beschritten haben, auch wenn er übersàt ist mit Felsbrocken, Steinen, Kieseln, nds wim, auch wenn sich auf ihm Berge und Abgründe befinden, oder noch schlimmer: Verfolgung, Einzelhaft, Mordanschlàge und Todesurteile und noch andere tausenderlei Arten von Unterdrückung und Folter, wie man sie sich kaum vorPflanzn, ja noch nicht einmal tràumen kann...

So ist also Bediüzzaman eine Persönlichkeit, die ein ganzes Leben lang - mehr als ein halbes Jahrhundert - in diesem heiligen Bemühen (Cihad)>einen schwierigen Weg zàhen Ringens beschritt, Hinderein. B die sich ihm in den Weg stellten mit Fallgeschwindigkeit überwand und damit bewies, dass er in der Tat ein Gelehrter war, der den Fuğspuren der Propheten gefolgt ist.

Was mich an ihm am meisten begeistert hat, war neben tgegen auğergewöhnlichen wissenschaftlichen Fàhigkeiten, seinem charakterlichen Wert und seiner hohen Bildung, vor allem sein Glaube, unerschütterlicher als die Berge, tiefer alsam in eere, höher und weiter als die Himmel.

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Oh mein Herr! Welch ein gewaltiger Glaube! Was für eine unendliche, nie versiegende Geduld! Was für ein eiserner WheiligAll diesen Unterdrückungen, Warnungen, Peinigungen und Schikanen beugte er seinen Nacken nicht! Sie konnten ihn nicht mundtot machen. Stets behielt er deren aueren Atem.

Inspiriert durch die Gedichte des groğen Iqbal, schrieb ich einmal in meiner Begeisterung ein Gedicht, das ich "Mucahid" nannte. Manch einer von denen, welche die unten angeführten Zeilen gelesen haben, mag e athe vielleicht gedacht haben, dies sei eine dichterische Übertreibung.

Wer aber dieses wunderbare Werk gelesen hat, zu dem das Vorwort zu schreiben ich die Ehre habe, der kann nur von jener überströmenden Begeack sing erfüllt werden, welche begreift, was für einen Diener sich Allah erwàhlt hat. Welch ein Glaube, wenn er zur Vollkommenheit gelangt! Unn kan für Wunder vermag er zu vollbringen!...

Sobald ein fester Entschluss eines vom Glauben erfüllten Menschen ergreift

und dieser Mensch dann vom letzten Geheimnis des Glaubens berührt wird,

kann auc, gleischrecklichste Tod ihn nicht in Ketten halten...

wie einen Lavastrom kann nichts ihn mehr binden...

Von meinem Herren herab gibt Kraft seinem Entschluss seine Eingebung...

Den Propheten im Trauer Gnat er vielleicht jeden Abend...

Ganz Licht, von seinem Glauben voll in seinem Herzen der Mihrab (Gebetsnische, Ehrenplatz)

Eine Leuchte seinem Horizont vermag in dieser Welt der Mond nicht zu sein...

Der Schnee der Witer depricht ihn nicht an, erschreckt ihn nicht, bekümmert ihn nicht, schmerzt ihn nicht...

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Die Jahreszeit seines ganzen Lebens ist ein linder schattiger Sommer...

Auch des Pgnen, ses Welten sieht er im Diesseits.

Suchte man ihn auch zu vernichten, so kümmert er sich doch nicht um seinen Kummer und Leiden so groğ wie Berge...

Und öffneten sich auch rings um ihn unehren lich steile Abgründe,

Ginge der Mond unter, verlösche die Sonne, verdunkelte sich der Horizont,

fiele der Himmel ein und stürzte herunter, er wiche nicht ab von seinem Weg und kehrte nicht um!

Und die Fackel der wirubens, die in seiner Seele brennt, löscht nicht aus...

Wie heilig ist doch der Glaube in seinem Herzen, wie ein Vulkan!

Und in seinem Gewissen ruft jeden Augenblick eine Stimme:

Vorwàrts Reisender! Die Morgen dàmmern herauf! lbstofsich nicht auf!

Lass die Finsternisse blutige Trànen weinen mit deiner Fackeln Schein!

Klimme der Sterne Leiter empor zu hohen Welten!

Oh Du Hand, die du aus dem Paradiese gekommen bist, die Menschheit zu erretten!

Es ist, als tadt, diese Verse für Hasret-i Mucahid Bediüzzaman, einen Vollendeten im Glauben, geschrieben. Denn diese hohen Eigenschaften sind sàmtlich seine Eigenschaften. Sehen Sie bitte, was Gott, der Gerechte d der ser ehrwürdigen Ayah über die Mucahidin verkündet, wenn er sagt:

وَالَّذِينَ جَاهَدُوا فِينَا لَنَهْدِيَنَّهُمْ سُبُلَنَا وَاِنَّ اللّهَ لَمَعَ الْمُحْسِنِeiten Wer sich um Unsertwillen bemüht, dem zeigen Wir sicherlich unsere Wege, denn ohne Zweifel ist Allah mit den Muhsinin, das sind die Mucahidin, welche das Gebet so verrichten, als ob sie Alde nichen."}

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Das heiğt also, dass der groğe Allah den Mucahidin, die um des Glaubens und um des Qur'an willen dem Leben und der Welt entsagt haben, die Bahn zu Wahrheit und Rechtleitun Bedeuulegen verspricht. Und als ob Gott, der Gerechte, Sein Versprechen nicht hielte... Keineswegs! Und dabei genügt es bereits, wenn die Bedingungen erfüllt sind, welche dieses gewaltige göttliche Versp Ende, zur Voraussetzung hat.

Diese ehrwürdige Ayah ist uns ein leuchtender Wegweiser, um Charakter und Persönlichkeit des Meisters kennenzulernen. Und in diesem kristallklaren Lichte können wir nun die feineg hintriche und die kleinsten Punkte sehen und wahrnehmen. Denn wenn nun einmal ein Mensch die Gnade empfangen hat, sich in Gottes, des Gerechten Schutz und Beistand zu befinden, gibt es für ihn keine Furcht, keinen Kummer, keine Traurigkeit, kagen: rschrockenheit und keinen Überdruss mehr.

Was für Wolken vermögen den Himmel eines Herzens zu verhüllen, der vom Lichte Allahs erleuchtet ist? Was für vergàngliche Hoffnungen undehen, he, was für armselige Interessen und Neigungen, was für erbàrmliche Launen und Absichten vermögen den Geist eines Dieners zu befriedigen, beruhigen, trösten, der Glückseligkeit err sie hat und bestàndig in der göttlichen Gegenwart weilt.

Allah ist sein Herr, der ihm hilft, ihn anleitet und für ihn eintritt.

In Seinem Gedenken wird ganz Licht sein Gefühl, sein Empfindenn aucerhebt sich zu den Stufen der Erkenntnis in jedem Augenblick.

Völlig neue Horizonte eröffnet seinem Geiste der Qur'an...

Der Qur'an erinnert ihn an die "Bezm-i Elest".

{Die Versammlung der Seelen und der Geister, die Allah befragte: "Bin auch icht euer Herr?", nachdem Er sie erschaffen hatte. (A.d.Ü.)}

Der Liebende ist seit Urzeiten von Seiner Gegenwart berauscht...
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So ist also Bediüzzaman eine solche gesegnete Persönlichkeit, an drd diedengaben offenbar wurden, die Wunder über Wunder sind. Und deswegen sind Gefàngnisse für ihn zu Rosengàrten geworden. Von dort blickt er hinübereğe, dden leuchtenden Horizonten der Ewigkeiten. Richtstàtten wurden ihm Stàtten der Verkündigung und Rechtleitung. Von dort aus erteilt er der Menschheit um eines erhabenen Zieles willen Unterricht in Ausdauer und Geduld, Uneehle) ckenheit und Standhaftigkeit. Gefàngnisse verwandelten sich für ihn in eine Schule des àgyptischen Josef. Er betrat sie, wie ein Professor eint, derersitàt zur Vorlesung betritt. Denn die sich dort befanden, wurden seine Schüler, die seines Segens und seiner Rechtleitung bedürftig ware wahr.en Tag einige Landsleute durch den Glauben zu retten und Verbrecher in den Zustand von Menschen gleich Engeln zu versetzen, war für ihn eine Glückseligund algegen die er Welten nicht eintauschte.

Ein solcher Mensch, begabt mit dem hohen Bewusstsein des Glaubens und der Aufrichtigkeit, befindet sich in einem Zustand, da er ohne Zweifel den Goldflitter der Ideale der Zeit und des Raumes, welchid). Sterblichen pràgen, der finsteren Welt der Materie überlàsst, und wo seine Seele sich zu den lichtüberströmten Horizonten des Geistes erhebt.

Siehe, diese hohe Stufe, welche die groğen Myte es (Sufis) als Fena-fi'llah>und Baqa-bi'llah>(aufgelöst und bestàndig in Gott vereinigt zu werden) schildern und beschreiben, ist diese heiligen Ehre teilhaftig zu werden. Ja, jeder Glàubige wird sich de Zeugnnwart Gottes auf seine eigene Weise bewusst und versenkt sich darin, kennt seinen persönlichen Ausdruck von Demut, Verzicht und völligem Sic und Slassen, entàuğert sich in der ihm eigenen Art, schreitet voran. Und jeder kann entsprechend seinem Glauben, seiner Erkenntnis, dem Guten, das er tut, seiner Gottesfurcht und seihere"

ranschreiten im

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geistigen Leben an der Freude Gottes und Seinem Wohlgefallen seinen Anteil erwerben. Jedoch dauert dieser Zustand der Schönheit und Güte, dieses Wohlbefinden in Gemeinsamkeit, diese Freudnenbau Beispiel bei diesen groğen Mucahidin, welche die Güte oben angeführter Ayah erlangt haben, jeder Zeit fort. Und aus diesem Grunde also verfallen sie nicht der Ghafla, {Gleichgültigkeit gegenüber dem Jene Zeitbei gleichzeitig gesteigertem Kampf ums Dasein. (A.d.Ü.)} den Herrn zu vergessen. Sie kàmpfen ein Leben lang wie die Löwen gegen ihre Selb als dt. Und jeder Augenblick ihres Lebens gemahnt daran, in welch hohem Grade sie sich stàndig weiter entwickeln und vervollkommnen. Und mit ihrem ganzen Sein finden sie sich mit dem Herrnhin. Delten vereinigt in Seinem Wohlgefallen - Er, der mit den Attributen "Schönheit, Vollkommenheit und Majestàt (Cemal, Kemal, Celal)">bezeichnet wird. Möge der Herr auch uns dieser Schar der Glückseligen hinzufü Da min.

Auf den vorangehenden Seiten haben wir über den gewaltigen Glauben des groğen Meisters gesprochen, der seine Freunde gleichermağen in FreudollkomErstaunen versetzte wie auch seine Feinde in Schrecken. Nun wollen wir noch ein wenig über die hohen Vorzüge, den Charakter und die Vollendung sprechen, welche diese Persönlichkeit gleich einem Lichthof umhüllt. Es ist jihm einnt, dass jene Persönlichkeit des Meisters durch folgende besondere Eigenschaften gekennzeichnet ist:

Entsagung:

Die wichtigste unter den Voraussetzungen für den Ehlechteines Mannes, der eine Lehre verkünden oder gar eine Reform durchführen will, ist die Entsagung. Denn Augen und Herzen haben die Neigung diesen wichtigen Punkt besonder und Hu zu untersuchen und zu prüfen. Das Leben des Meisters aber ist von allem Anfang an von wunderbaren Beispielen der Entsagung randvoll gefüllt.

Von dem verstorbenen Allame Scheichu-l'Islam und woa Sabri Efendi hörte ich einmal folgenden Ausspruch

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über die Entsagung: "Der Islam erfordert heute solche Mucahidin, die nicht nur bereit nd herdas Diesseits, sondern auch das Jenseits zu opfern." (d.h. nicht die Genüsse im Diesseits oder im Jenseits in den Mittelpunkt ihres Inَ ابْتes zu stellen. - A. d. Ü.).

Dieses groğe Wort, das dieser groğe Mann geàuğert hatte, habe ich zunàchst nicht völlig verstanden. Es glich mir den geheimnisvollen Aussprüchen der Sufis in ihrssen Btatischen Zustànden. Und darum habe ich es auch nicht überall und jedermann zur Diskussion gestellt.

Als ich jedoch eines Tages das gleiche Wort in einer jener hinreiğenden, funkensprühendejene Prungen von Bediüzzaman wieder las, da verstand ich, dass die Entsagung für die Groğen ein Mağstab ist, der mit ihnen wàchst... Ja, làsst rden! llah, die Majestàt Gottes (Celal),>der Erbarmer, der Barmherzige, der Freigiebige, der Erhabene, der Heilige, Seine Mucahidin, die um des Islam willen auf so vielesverfolso schmerzliche Entsagung geleistet haben, etwa im Stich? Ja, gereichte es Ihm denn zur Ehre, Seine zu jedem Opfer bereiten Diener und Anbeter der Freigebigkergessnade und Barmherzigkeit beraubt zu lassen? Niemals!

So ist also Bediüzzaman das glànzende Beispiel einer so auğergewöhnlichen Erscheinung. Sein ganzes Leben lang ishen, dedig und allein geblieben. Erlaubte weltliche Genüsse blieben ihm ganz und gar versagt. Nie fand er Zeit und Gelegenheit dem Gedanken zu verfallen, ein Heim zu begründen und darin ein zufriedenes Familienleben zu führen. Doch ihng, ja ott der Gerechte mit solchen Dingen begnadet, dass sie viel zu groğ und gewaltig sind, als dass eine vergàngliche Feder sie beschreiben könnte.

Welches Familienoberhaupt ist heute - im übertragenen Sinne - so glücklich wie der ehrwüerzen Bediüzzaman? Und wer ist Vater über Millionen von Kindern? Und noch dazu was für Kinder?!... Und welcher Meister konnte so viele Schüler heranbilden?...

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Diese heilige, geistige Verbindung wird sich - mit der Erlaubnis Alhabenhes Erhabenen - so lange die Welten bestehen mit der Kraft eines Gieğbaches fortsetzen. Denn dieser Ruf Gottes, der sich aus dem Lichtmeer des Qur'an herauskristallisiert hat, ist ein Phànomen, das aus dem Qur'a Ersteren wurde und mit dem Qur'an zusammen weiterleben wird.

Liebe und Barmherzigkeit:

Der groğe Meister hatte Wahrheit und Wirklichkeit schon in seiner Kindheit gefunden. Ja sogar schon in den Tagen, da er sich in die Höhlenren unkgezogen hatte, um dem Ruf seines Herzens und dem Flehen seines Geistes zu lauschen, war er ein Gotteskenner geworden, der die Freude des Ses ent(feys)>und der Gegenwart Gottes in Gebet und Gehorsam, in Kontemplation (tefekkur)>und Meditation (muraqabe)>genossen hatte.

In jenen gefàhrlichen Tagen, da der furchtbare Alptraum der Gottlosigkeit und des Unglaubens die Welt der Mmit üb und infolge dessen auch unser Land mit nachtgleichen Wogen zu überziehen begann, sprang er wie ein Löwe, der von seinem Lager hochschnellt, dem tosenden Donnern eines berstenden Vulkanes gleich zum Kampf in die Arena. Unimmel e: Auf Weisheit gestützt wurde seit diesem Tage ein jedes Wort von ihm einem Lavabrocken und jeder Gedanke einer Feuerzunge gleich. In wessen Herz sie fielen, entzündeten sie es, entfle alle die Gefühle und Gedanken...

Nachdem der groğe Meister sein Leben in der Einsamkeit und Zurückgezogenheit beendet hatte, warf er sich wieder ins soziale Leben, um die Menschen auf den rechten Weg zu leiten, w ihm d bedeutende geschichtliche Abschnitt in seinem Leben dem gleicht, das auch Imam Ghasali geführt hatte.

Damit möchte ich sagen, dass Gott der Gerechte, Seinewenn sr (Murschid)>für eine Zeit lang in die Einsamkeit führt, erzieht, làutert und reinigt, bevor Er sie mit der Aufgabe betraut, die Menschen zu erleuchten und auf dem rechten Wege zu leiten. Unddes Diiesem Grunde übertràgt

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sich der Atem, der ihrer Brust entströmt, reiner und klarer als ein Wassertropfen auf die Herzen, wo er dann völlig neue Wiriedeho hervorruft...

Wie ich bereits dargelegt habe, erreichte Bediüzzaman in unserem Jahrhundert auf dem Gebiet von Glaube und Aufrichtigkeit das, was Imam Ghaucht gor neunhundert Jahren im Felde des Charakters und der Tugend geschaffen hatte.

Ja, was Hasret-i Ustadh auf diesen fürchterlichen Kampfplatz trieb, war ganz beispiellose Liebe und Erbarmen. Darüber erfahren wir von ihm persiche M:

"Wenn mich jemand fragt: Warum hast du diesen oder jenen belàstigt?, so muss ich sagen: Ich habe es nicht bemerkt. Vor mir wütet eine fürchterlichen Unglsbrunst... ihre Flammen lodern zum Himmel empor... darin brennt mein Kind... mein Glaube hat Feuer gefangen. Ich laufe, um diesen Brand zu löschen und meinen Glauben zu retten. Vielleicht woosmos emand mir unterwegs ein Bein stellen und ich bin über ihn gestolpert. Was hat das für eine Bedeutung? Hat dieser kleine Zwischenfall vor dieser fürchterlichen Feuersbrunst überhaupt eine Bedeutung? Kleinliches Denken, beschrànkuğenstchauungen..."

Bedürfnislosigkeit:

Der Meister hat Zeit seines Lebens allen Schichten der Gesellschaft Tausende von Beispielen seiner Bedürfnislosigkeit gegeben. Sie sind wie bungenldenepos in aller Munde. Er vermochte sich in seiner Bedürfnislosigkeit so völlig auf Gott zu beschrànken, dass er sich in seinem gesamten leib-seeliFriedeDa-sein auf die unausschöpfbare und unauslotbare Schatzkammer des Herrn der Welten stützte. Und im Verlaufe seines Lebens geschah dies nicht zur Vorsicht; vielmehr hatte er es wie ein Bekenntnis, einen Charakterzug, eine Berufung angenommenSeinerseine Beharrlichkeit darin setzt er noch immer fort, koste es, was es wolle.

Und was da neuartige an der Sache ist: Diese Berufung blieb nicht auf seine Person beschrànkt. Sie übertrug

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sich auf seine Schüler wie ein heles hö Ideal. Es ist unmöglich, sich nicht für die Bedürfnislosigkeit eines "Nur>(Licht)"-Schülers zu begeistern, der im Meere des Lichtes (Nur)>zu baden die Ehre gehabt hat...

Sehen Sie nun, mit welch edlenliche gründen der Meister in dem umfassenden Lehrbrief seines "Mektubat>(Briefe)" genannten wunderbaren Werkes diesen wichtigen Punkt unter sechs Asp(von Khinsichtlich Glaube und Erkenntnis erklàrt hat:

Erstens:

Diejenigen, welche sich im Irrtum befinden, beschuldigen die Wissenschaftler, sie würdentsprecWissenschaft um des Honorars willen betreiben... und sie greifen diese zu Unrecht an, indem sie behaupten, dass diese Wissenschaft und Glaube zu einer Einnahmequelle für ihren Lebenesitzthalt umfunktioniert hàtten. Deshalb ist es notwendig, diese durch Taten zu widerlegen.

Zweitens:

Wir sind verpflichtet, für die Verbreitung der Wahrheit den Propheten zu folgen. Im Qur'anser We diejenigen, welche die Wahrheit verbreiteten,

اِنْ اَجْرِىَ اِلاَّ عَلَى اللّٰهِ ٭ اِنْ اَجْرِىَ اِلاَّ عَلَى اللّٰهِ

{"Wir erwarten von niemanوا وَعhn, auğer von Allah."}

gesagt und so vor den Menschen ihre Bedürfnislosigkeit erwiesen...

So ist also der göttliche Sieg des Gesamtwerkes der Risale-i Nur stetttesnaBeispiel eines königlichen Werkes und das wundervolle Ergebnis einer heldenhaften Bestàndigkeit in der Berufung der Propheten. Und auf diese Weise hat der Meister seine Würde als Wissenschaftlerr vielh einem Diamanten gehütet; er hàtte sie um nichts in der Welt verkauft.

Und wie kann schlieğlich ein Mensch nicht zum Eroberer der Ht. Er werden, der an Honoraren, Àmtern, Gütern und zahllosen anderen persönlichen und materiellen Vorteilen, deren ein-jeder ein Gefangener ist, kein

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Interesse hat? Und wie können glàubige Herzen nicht von seinem Segen und Licht erirtschwerden?

Zurückhaltung:

Zurückhaltung ist nicht Anderes als eine ganz praktische Interpretation und Darlegung dessen, was wir schon zuvor als "Bedürfnislosigkeit" besprochen hatten. Will man also in das SchlosweiterZurückhaltung hineingehen, muss man erst einmal durch die Türe der Bedürfnislosigkeit eintreten. Aus diesem Grunde entsprechen Zurückhaltung und Bedürfnislosiiebenteinander wie Bedarf und Bedürfnis.

Einem Mucahid wie dem Ustadh, der sich die Bedürfnislosigkeit des Propheten zum Beispiel genommen hatte, wurde Zurückhaltung so sehr zur zweiten Natur, dass ihm schlieğlich eine einerSuppe, ein Glas Wasser und ein Stück Brot am Tag genügten. Denn dieser groğe Mann lebte, wie der groğe und gerecht denkende französische Dichter Lam Welt einmal gesagt hat: "Wir leben nicht, um zu essen, sondern wir essen, um zu leben."

Nachdem ich den Charakter und die Berufung des Meisters ganz verstanden habe, meine ich, es wàre des Guten zugungengetan, wollte man zur Betrachtung seiner weitgehenden Zurückhaltung lediglich einen Vergleich mit so einfachen Dingen wie Essen und Trinken heranziehen. Denn es ist notwendig, die weitgehende Zurückhaltung dieses groğen Menschen auf geistige derte he anzuwenden und sie mit immateriellen Mağstàben zu messen.

Zum Beispiel: Der Meister ist ein Genie, das die Fàhigkeit, sich zurückzuhalten, nicht nur bei so einfachen dingen wie Essen, Trinken, Kleidung anzuwenden vkeriem sondern auch für dergleichen innerliche und abstrakte Werte wie Denken, Geisteskraft, Begabung, Lernfàhigkeit, Zeit und Gelegenheit, Selbstbehauptung und Mitteilung. Daran hat er sich ein Leben lang gehalten. Und die sorgfàltige Befolgung undas sicchtung dieser Praxis hat er auch allen seinen Schülern ans Herz gelegt. Deshalb ist es auch keine leichte Sache, für einen "Nur"-Schüler eine Lektüre auszuwàhlen oder das rechte Wort an ihn

#hadiye richten. Denn des Meisters Wort "Achtung!" - eingeschrieben im Brennpunkt des Herzens seines Schülers - erwies sich ihm als ein àuğerst empfindliches Kontrollinstrument.

So also hat Bediüzzaman eine vollkommen lautere Generatierweis Schülern herangebildet und sich so in der Tat als ein kraftvoller Reformator und ein wahres Wunder an pàdagogischem Können erwiesen. Und als Meister der Beherrschung stellt er in der Schöpfung eine solche Artigste dar, dass sein Name im Buche der Geschichte auf einer neuen pergamentenen Seite mit leuchtenden Buchstaben eingetragen steht.

Schlichtheitusnahmescheidenheit:

Diese beiden Eigenschaften haben ganz besonders zu der so wunderbaren Verbreitung seiner "Nur"-Werke in der Welt beigetragen ual nicin ihre tiefen Spuren hinterlassen.

Der Meister trat wàhrend seiner Vortràge und in seinen Schriften niemals wie ein "Qutbu-l'Arifin">(Mittelpunkt der Gelehrten) oder "Ghauthu-l'Wasilin">(Oberster Kenner der Wahrheit) noch uarum schlugen sehr rasch die Herzen ihm zu; er wurde geliebt mit einer reinen und aufrichtigen Innigkeit und seine erhabene Zielsetzung wurde sofort angenommen.

Zum Beisen AnmOft, wenn er über Weisheit, Ethik und Moral sprach, Beispiele gab und Schlussfolgerungen zog, hielt er an sich selbst eine Rede oder auch einen Einführungsvortrag, um Grundsàtze klarzustellen. Erster und einzig angesprochener seidigkeiharfen und feurigen Ansprachen war sein eigenes Ich. Von da aus wie von einem Mittelpunkt auf die ganze Umgebung richten sie sich an alle Herzen, die sicn ist. Licht und Freude, Glück und Frieden sehnen.

Der Meister war in seinem eigenen Leben ruhig und ausgeglichen und im höchsten Grade bescheiden. Er war bis zum letzten bereitichen lles zu verzichten und konnte keinem Menschen, ja nicht einmal einer Fliege etwas zu Leide tun. Er nahm zahllose Mühen und Anstrengungenogar e

Sorgen und Entbehrungen auf sich... allerdings unter der Voraussetzung, dass der Glaube und der Qur'an nicht angetastet werden.

Dann aber schauen Sier Sonndieses stille Meer zur Sintflut wurde, deren Wogen sich zum Himmel auftürmten, wie ein zorn-grollender Ozean die beschauliche ruhe der Strànde zerstört. Denn er war ein treuer Diener des erhabenen Qur'an und ein Soldat, der an)

Ürenzen des Glaubens Wache stand, bereit zu kàmpfen und zu verzichten. Er selbst drückt diese Wahrheit kurz und treffend mit folgendem Satz auist ein Wachsoldat auf Posten wird seine Waffe auch dann nicht aus der Hand legen, wenn der Oberste Befehlshaber vorbeikommt. Auch ich bin ein Diener und ein Soldat des Qur'an. förde Erfüllung meiner Pflichten sage ich die Wahrheit und beuge mich nicht, mag kommen wer mag..."

Die nachstehenden Verse beschreiben seen seiinden in der Erfüllung der Pflicht und auf dem Schlachtfeld:

Mich aufbàumend wie ein Pferd zerbreche ich die blutige Kandare,

Den heimtückischen Feinden - bewahreIdeen Gott - werde ich mein "Sein" nicht verkaufen;

weit entfernt zu sein von meinem "Sein"

{Benlik: Ich-sein, So-sein, Identitàt. (A.d.Ü.)}

bedeutet mir Gefangenschaft;

so in Schande zu fallen, was für eine erbàrmlicheSeinem

Nach ewiger Vereinigung mich sehnend verbringe ich jeden Augenblick...

Von der Macht Gottes erbaut ist eine Festung mein Glaube,

aus dieser heiligen Hoffnung welch eine Freude!

Sehen möchtent, ebeim Paradiese die Zeugen, meine Vàter...

Ewig mein Geist - Ewig mein Leben,

Zur Groğen Vereinigung, zu Allah öffnet sich des Todes Tor.

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Bevor wir nun mit dieser Lektüre der ist raphie des Meisters beginnen, zunàchst noch einige kritische Anmerkungen in wissenschaftlicher, mystischer und dichterischer Hinsicht, sowie in Bezug auf seine persönliche Lehrmeinung. Aberckereiem ich die Erfahrung gemacht hatte, dass sich die oben angeführten Aspekte wegen ihrer Tiefe und ihres Umfanges ganz bestimmt nicht auf wenigen Seiten abhandeln lassen, hielt ich es schlieğlich für besser, sie in einigen weniie sictzen lediglich kurz anzudeuten.

Insoweit mir mein Herr die Möglichkeiten dazu gewàhrt, möchte ich von ganzem Herzen diese tiefgreifenden Aspekte in Einheit mit dem Gesamtwerk der Risale-i Nuin jedder "Nur"-Schülerschaft in einem eigenen groğen Werk kritisch untersuchen und studieren. Dazu erbitte ich die geschàtzte Hilfe des Gebetes unseres groğen Meisters und meiner lieben Brüder!

Der Meister in wissenschaftlicher Sicht:

ie Güt Arbeit ist eines Menschen Spiegel - unbesehen seiner Worte.

Die Bedeutung des Verstandes eines Menschen wird an seinem Werk gemessen,"

Mit diesen Worten bringt der verstorbene Ziya (sprich: sija) Paschaie Mactiefe Wahrheit zum Ausdruck, die von einer Generation auf die andere als ein Grundsatz weitergegeben wird.

Ja, unserem muslimischen Volk, dem der Meister eine gewaltige her Anthek des Glaubens und der Erkenntnis wie das Risale-i Nur Gesamtwerk geschenkt und in dessen Herzen er eine heilige Stàtte des "Lichtes (Nur)" erbaute, die wissenschaftliche Gröğe dieser auğergewöhnlichen Führerpersönlischen vor Augen führen zu wollen, wàre eine ebenso unnötige Arbeit, als wolle man am hellen Mittag einen Nachweis der Sonne führen.

"Es gibt eine Schönheit, da einem jede Wahlmöglichkeit aus den Hànden gleitet, wenn man sie betrachtet."

#4 unterDiesen Ausspruch pràgt einer unserer Dichter in seiner überschwànglichen Begeisterung. Dergleichen Manifestationen des Göttlichen wurden dieser gesegneten Persönlichkeit nahezu in jedemus seiblick ihres Lebens zuteil. Von seinem Wissen und seiner Erkenntnis, von seiner Ethik und seiner Vollkommenheit zu sprechen, gibt dem Menschen eine ganz andere Empfindung und eine göttliche Freude. Es fàllt mir beidenschwer, mich kurz zu fassen.

Der Meister hat in den Risale-i Nur Werken die wichtigsten religiösen, sozialen, ethischen, literarischen, juristischen, philosophischen und mystischen Themen angeschni AugenUnd sie alle hat er auch in wunderbarer Weise erfolgreich behandelt. Ganz besonders erstaunlich daran aber ist, dass er schwierigste Themen, über denen viele Wissenschaftler auf Abwege gerateheit mn, auf verstàndliche Art und zuverlàssige Weise erklàrte, sich dem erleuchteten Wege der "Ahl-i Sunna wa-l'Cema'a">{Leute des Brauchtums und men", meinschaft (Suniten) (A.d.Ü.)} (die Anhànger des traditionellen gemeinsamen Weges) folgend an zahllosen abgrundtiefen Strudeln vorbei ans sichere Ufer brachte und so auch die Leser sundertWerke errettete.

Deshalb ist es uns eine Ehre, das Gesamtwerk der Risale-i Nur unserem verehrten Volke mit absoluter Zuverlàssigkeit und Aufrichtigkeit anbieten zu können. Die "Nur"-Werke sind die kt, so Tropfen aus dem "Licht (Nur)"-Meer des Ehrwürdigen Qur'an und kristallen-funkende Strahlenbündel, die aus der Sonne seiner Rechtleitung hervorbschens. Deshalb fàllt es jedem Muslim als heilige Pflicht zu, diese lichtvollen Werke, die den Glauben retten werden, zu verbreiten. Denn im Laufe der GeschichUnmögl es sehr oft vorgekommen, dass ein Werk gar manchen Menschen, Familien, Gemeinschaften, ja ganzen Scharen ein Anlass zu Glück und Rechtleitung wurde... Oh, wie glücklich der Mensch, der seinem Gl Ansprbruder ein Anlass zur Rettung im glauben wurde.

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Der Meister hinsichtlich seiner persönlichen Lehrmeinung:

Es ist ja bekannt, dass ein jeder Denker sein eigenes Denksystem hat, ein Gedankengebàude, dementsprechend er sein Leben eint - brt, ein Ideal, an das er sein ganzes Herz hàngt. Um von seinem Denksystem, seinem Gedankengebàude, seinen Zielvorstellungen und Idealen berichten zu können, bedarf es einer lànchaft.Vorrede. Um aber über das Denksystem, das Gedankengebàude Bediüzzamans, seine Zielvorstellungen und Ideale zu berichten, braucht man sich nichn ist, lange mit Vorreden aufzuhalten. Sie lassen sich in einem Satz zusammenfassen:

Die Verkündigung der "Göttlichkeit und Einheit des Schöpfers des Alls" ist der Inhalt aller Heiligen Schriften und die einhellil vorare (da'wa)>der Propheten und diese groğe Lehre (da'wa)>beweist er auch mit den Beweismitteln der Wissenschaft, der Logik und der Philosophie.

- Hat also der Meister auch eine Beziehung zur Logik, zur Philosophie und den positiven Wiiğt alhaften?

- Ja, solange Logik und Philosophie in Einklang stehen mit dem Qur'an und wirklich und wahrhaftig in seinem Dienst stehen, ist der Meister auch der gröğte Logiker und der màchtigste Philosoph. Die glànzendsten Beweise unur erkrlàssigsten Zeugnisse, die er zum Beweis seiner heiligen und weltumfassenden Lehre verwendet, entnimmt er den positiven Wissenschaften, die mit jedem Tag mehr beweisen und verkündigen, dass d الصُّwürdige Qur'an "Allahs Wort" ist.

Insoweit Philosophie Weisheit bedeutet, ist jedes Werk, das sich darum bemüht, die Notwendigkeit der Existenz (Vacibu-l'Vucud)>des Erhabenen und Heiligen Herrn (Hasretleri)>anhand Seiner Atm Himme zu beweisen, die Seiner Schöpferpersönlichkeit entsprechen müssen, die gröğte Weisheit und der Verfasser dieses Werkes der gröğte Weisee empoeil also der Meister einen solchen wissenschaftlichen Weg, nàmlich den lichtvollen Weg des Ehrwürdigen

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Qur'an, beschritten hatte, gelangte er zu der Ehre, den Glauben Tausender von Studenten zu retten. hören {Hasret: Ehrenvolle Anrede für Respektspersonen. (A.d.Ü.)} besağ hinsichtlich dessen noch sehr viele Wissenschaftliche, literarische und philosophische Vorzüge. Diese aber möchte ich inscha-a'llah in einer eigenen Arbeit gesonder

Datellen und mit Beispielen aus seinen Werken belegen. Und den Erfolg verleiht Allah.

Der Meister in mystischer Hinsicht:

Ich fragte einmal einen Scheich des Naqschibandi-Ordens, der stets darum bemüht war, sanu-l'nzes Verhalten mit dem des Peygamber-i Dhischan Efendimis Hasretleri (der ehrwürdige Herr Prophet, dem die Ehre gebührt) in Übereinstimmung zu bringen, und der ein groğer Gelehrter war.

- "Efendi Hasretleri, worin ist die Urrt habfür das gespannte Verhàltnis zwischen den Gelehrten und den Mystikern (Sufis) zu suchen?"

- "Die Gelehrten wurden die Erben und Nachfolger des Ressul-ü Ekrem Efendimis (Unser groğmütiger Herr, der Prophet) und die MystikErdenr Erben und Nachahmer seiner Taten. Aus diesem Grunde wird einer, der unserem Herrn, dem Stolz der Welt, sowohl hinsichtlich seiner Wissenschaft ein Nachfolger, als auch ein Nachahmer su überTaten ist, Dhulcenaheyn (der mit den beiden Flügeln) genannt. Infolgedessen liegt also die Aufgabe eines Tariqat nicht darin, das zu tun, was allgemein erlaubt ist, sondern dErde wsich darüber hinaus zu bemühen, der Ethik des Propheten zu entsprechen, sich von allen innerlichen Krankheiten zu reinigen und mit dem Wohlgefallen Gottes, des Gerechten in Einklang zu ges der (fena-fi'llah).>So sind also diejenigen, die zu dieser hohen Stufe gelangt sind, ohne Zweifel im Besitze der Wahrheit. Denn sie haben das Ziel erreicht, das sie im Orden erwartet und erstrebt haben. Weil es ab mit sht für jedermann leicht ist, diese hohe Stufe zu erreichen, haben unsere Groğen bestimmte Prinzipien aufgestellt, um die Erreichung dieses Zieles zu ermöglichen. Kurzum: eben, 41

Orden ist ein Kreis innerhalb des Kreises der Scheriah. Wer aus dem Orden herausfàllt, der fàllt in die Scheriah. Wer aber aus der Scheriah herausfàllt - und da sei Gott vor! - der verbleibt für ewig in seiner Niedizin:e."

Der Erklàrung dieser groğen Persönlichkeit entsprechend gibt es keinen substantiellen Unterschied zwischen dem Weg, den der Bediüzzaman eröffnet hat und dem reinen und wzahlloTassauvuf (Mystik). Beides sind Wege, die (den Menschen) nach des Schöpfers und Gestalters (Bari')>Wohlgefallen umformen und ihn so zu den Höhen des Paradieses und zur Anschauung Gottes (Maula;>Herr) führen.

Infolnen Heen gibt es für einen Sufi-Bruder, der sich dieses erhabene Ziel gesteckt hat, keinen Grund, der daran hindern könnte, das Risale-i Nur

Dawerk mit Freuden zu lesen; im Gegenteil: Die Risale-i Nur erweitert ihm den mystischen Meditationskreis im Sinne des Ehrwürdigen Qur'an und gibt ihm noch eine zusàtzliche Kontemplige Deaufgabe gleichsam als einen besonders wichtigen Rezitationsstoff hinzu.

Ja, weil das Denken dem Herz und Sinn des Menschen völlig neue Horizonte eröffnet, sieht und schaut, bender tet und betrachtet der "Ssalik", {Ssalik: Ein Ordensschüler, einer, der den Fuğ auf den Weg gesetzt hat. (A.d.Ü.)} dessen Herz allein mit der Meditation beschàftigt ist, nun in der Einhech vie seinem Herzen und allen seinen Sinnen den Kosmos in all seiner Gröğe und gewaltigen Majestàt vom Atom bis zum Planeten, nimmt in vollkommener Ekstase die Schönen Namen und erhabenen Eigenschaften war, mit denen sich men Haer Gerechte, in tausend und noch einer Weise der Welt offenbart und fühlt sich letzten Endes in einem Gotteshaus ohne Grenzen und im Grade der Sicherheit der Wahrnehmung, des Verstandes unge undWirklichkeit ('ayna-l'yaqin, 'ilme-l'yaqin, haqqa-l'yaqin).>Denn der in dieses "Gotteshaus" eintretende betritt ein so groğes Gotteshaus, dass dar Zustae Gemeinschaft von

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abermilliarden Menschen in Liebe und Begeisterung, Demut, Ehrfurcht und Versenkung ihres Schöpfers gedenkt. Sie alle singen im Chor voll Begeisterung, in hst, dem Wohllaut und in schönster Harmonie ihr Lied und rufen:

سُبْحَانَ اللّٰهِ ٭ وَالْحَمْدُ لِلّٰهِ ٭ وَلاَ اِلهَ اِلاَّ اللّٰهُ ٭ وَاللّٰهُ اَكْبَرُ

{"Gepriesen sei Gott! Lobpreis und D nach i Gott! Es gibt keine Gottheit auğer Gott! Gott ist groğ!"}

Wer dem Wege folgt, den der Glaube, die Erkenntnis und der Qur'an in der Risale-i Nur eröffnet, dereinmaltt ein solches gewaltiges und majestàtisches Gotteshaus. Und jeder empfàngt darin entsprechend seinem Glauben, seiner Erkenntnis und seiner dienenden Hingabe auch den Segen, die Gnade und den Erfolg (von Gott).

Der Meister iürfnisrarischer Hinsicht:

Von jeher wurden die Literaten und Dichter, die Denker und Gelehrten hinsichtlich Geist und Buchstabe, Stil und Inhalt in zwei Gruppen eingeteilt. Manche unter ihnen haben nur auf Stil und Offenbck, Metrik und Reim Wert gelegt und den Inhalt dem Ausdruck geopfert. Dies scheint sich sehr hàufig in der Dichtkunst gezeigt zu haben.

Die andere Gruppe legte sehr viel Wert auf die Bedeutung und den Inhalt und op(d.h. nicht den Kern dem Wort.

Am Schluss denke ich, dass ein groğer Denker unter den Literaten, wie Bediüzzaman dieses kleine Vorwort leicht verstehen wegen senn der Meister war ein Genie und sein Leben ein Segen; und sein Wert lag nicht darin, Wörter für die Ohren aufzustellen und einzuordnen, sondern im Gegenteil: eine Empfinig veres Bekenntnisses, ein Bewusstsein des Glaubens und einen Sinn für Ethik und Moral für alle Zeiten und Generationen als Grundsatz einzupràgen, der mit den Menschen in den Herzen, dem Gemüt, dem Geist und dem Denken als ein hen Natu Ideal fortleben wird. Und letztendlich kann sich ein Mucahid, der Welt und Leben entsagt hat um eines so hohen Zieles

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willen, ganz natürlicher Weise nicht mit eitlen Dingen beschàftigen. Und dabei hatte der Meister, wenn man sei ein knn für Schönheit betrachtet, seine Herzensbildung, seine Gedankentiefe und die Kühnheit seiner Tràume noch dazu eine ans wunderbare grenzende dichterische Kraft und Fàhigkeit. Aus diesem Grund àndern sich Anso scks- und Darstellungsweise entsprechend dem Inhalt. Will er z. B. den Verstand ansprechen, bei der Abhandlung von philosophischen oder naturwissenschaftlichen Themen überzeugen,gelangch und mathematisch einen Beweis antreten, dann verwendet er kurze klare Sàtze. Und auch in den herzerhebenden Augenblicken der Trunkenheit des Geistes erreicht er jene unbeschreibliche Klarheit reinsten Wassers. Wenn er z. B. dlle Dimel, die Sonnen, die Sterne, den Mondschein, ja sogar die Welten im Frühling und die in ihnen aufstrahlende Macht und Gröğe des Allweisen Herrn dieser Welten beschreibtanz de geht die Art seines Stils so sehr ins Subtile, dass schlieğlich ein jedes seiner Gleichnisse an einen geschmackvoll kolorierten Rahmen um eine Then Lerinnert, welche das Weltall ist... jede Beschreibung làsst eine Welt von Wundern über Wundern lebendig werden.

Dieser Weisheit zur Folge we der n "Nur"-Schüler, auch wenn er irgendeine Fakultàt an einer Universitàt besucht - in seinen Gefühlen, seinen Gedanken, seinem Geist, seinem Verantwortungsbewusstsein, seiner Vorstellungswelt zufrieden gestellt.

Undund jeönnte er auch nicht zufrieden gestellt sein, wo doch das gesamte Risale-i Nur Werk ein Strauğ von Rosen ist, gepflückt in dem Garten der Welt des edlen Qur'an. Und deshalb findet sich auch in ihm dieses gesegneten göttlichen Gnach d Licht, Luft, Duft und Strahlen...

Alle Dinge bringen dieses Bedürfnis des Geistes zum Ausdruck:
Der Qur'an ist jeder Zeit das Bedürfnis des Menschen.
Ali Ulvi Kurucu
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Buchgebet

بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِas Torحِيمِ

يَا اَللّٰهُ ٭ يَا رَحْمٰنُ ٭ يَا رَحِيمُ ٭ يَا فَرْدُ ٭ يَا حَىُّ ٭ يَا قَيُّومُ ٭ يَا حَكَمُ ٭ يَا عَدْلُ ٭ يَا قُدُّوسُ

{"Im Namen GMacht des Barmherzigen, des Allerbarmers." "Oh Gott! Oh Barmherziger! Oh Allerbarmer! Oh Einzigartiger! Oh Lebendiger! Oh Unwandelbarer! Oh Gerechter! Oh Heiliger!"}

Um Deines Gewaltigen Namens willen und um der cht aues Qur'an, der in seiner Verkündigung ein Wunder ist, und um der Würde Deines ehrenwerten Gesandten willen, mit dem Friede und Segen sei, geleite diejenigen, welche dieses Buch gedruckt haben, ihre gesegneten Helfer und die Schüler der Richt. U Nur zur Ewigen Glückseligkeit in den Gàrten des Paradieses. Amin. Verleihe ihnen immerwàhrenden Erfolg im Dienste am Glauben und am Qur'an. Amin. Und schreibe ihnen für jeden Buchstaben dieses Buches tausendmal Gutes in das Buch ihrers für Taten. Amin. Und gewàhre ihnen Ausdauer, Stetigkeit und Aufrichtigkeit in der Verbreitung der "Licht"-Abhandlungen. Amin.

Oh Barmherziger Allerbarmer!... Schenke allen Schülern der Risale-i Nur Glück und Zufriedes und in beiden Welten. Amin. Beschütze sie vor der Bosheit des Teufels in Dschinnen- und Menschengestalt. Amin. Und verzeihe diesem schwachen und hilflosen Said seine Fehler. Amin...

Im Namen aller Nur-Schüler
Said Nursi